1H Jahrgang Gießener Anzeiger Nr. 155 Erstes Blatt ,8-,. Jahrgang Montag. „Juni 1954 -WZW > B= Heimat im Bild Die Scholle ffi HW H Ä W M T jjj^Ä ■ M ® ▼ NE M K F ffl wB A W \äkgSfv Grundpreise für l mm höhe Monatz-Vezugrpreir: DR ■ ■ ■ B/^ IMk 1/ ■ H 1/ H NF WWW WWW Wx W für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen NM. 1.95 ■Vl||f | W ■ Bf W / H BI Bf WWW Bf W Breite 7 Npf., für Text- Ohne Illustrierte „ 1.80 H MS B B WK B W W 1M Mk W M ' W anzeigenvon70mrn Brette Zustellgebühr .. I -.25 W B ■ W | I BM & 60Rpf..Platzvorschrist oder Auch bei Nichterscheinen ■ ■ ™ W schwieriger Satz 25% mehr »VF V -rmähigt- ©tunöpteife: -Mi- Seneral-Anzeiger für Sberheffen WW gtnntfutt am Main 1168s Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStr Such- und Steindruckerei «.Lange in Sichen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Mengenabschlüsse Staffel B Oer Ingenieur in der Krönt des deutschen Ausbaus. Eine Gaarkundgebung -es VOI. in Trier. Trier, 10.Juni. (DNB.) Der Verein Deutscher Ingenieure hielt hier seine 72. Hauptversammlung ab, die heute mit einer Sa arkund- g e b u n g ihren Höhepunkt erreichte. Auf ihr führte als erster Oer Vorsitzende des VOI., Or.-Ing. H. Schult u. a. aus: Saar und Mosel seien seit Jahrzehnten mit dem VDJ. verbunden. In diesem Gebiet sei man Zeuge einer Technik, die weit über 2000 Jahre zurückreiche. Heute liege das Land an der Saar, in dem seit Beginnüer EisenzeitSchmelz- öfen in Betrieb gewesen seien, und das zp einem der wichtig st en Kohlengebiete des Reiches geworden sei, noch jenseits der deutschen Zollgrenzen. Aber Anfang nächsten Jahres werde die Abstimmung der ganzen Welt einen schlagenden Beweis dafür liefern, daß dieses Land zu unrecht 15 Jahre dem Mutterlande entrissen war. Dr. Schult warf dann einen kurzen Ausblick auf die Arbeit und die Aufgaben des VDJ. und führte aus: Wir wollen uns bemühen, vor allem j yAi g e Kräfte an die Front zu bringen und ihnen die Arbeit und wenn möglich auch die Führung anzuvertrauen. Wenn wir unsere Bemühungen im verflossenen Jahre noch nicht so zum Erfolg führten, wie wir es gewünscht hatten, dann lag das daran, daß uns nicht sogleich geeignete junge Fachgenossen in genügender Zahl zur Verfügung standen. Nach der Neuordnung der Zusammenarbeit in der Technik sind wir in der Lage, uns mehr den dringlichen Arbeiten zuzuwenden, zunächst auf technisch-wissenschaftlichem Gebiet, dann aber auf dem Gebiete des Luftschutzes, der Ernährung, der Siedlung und der Rohstoffwirtschaft. Er habe den Eindruck, so fuhr er fort, als ob man die großen Möglichkeiten, die der Einsatz der Technik für die Wirt- schafisführung biete, noch nicht genügend erkannt habe. Die Ingenieure seien bereit, für eine organische Wirtschaftsgestaltung einzutreten. Man fei sich bewußt, daß dieser Einsatz Widerstände Hervorrufen werde und daß man kämpfen müsse. Aber man dürfe Schwierigkeiten nicht scheuen, wenn man feine Aufgabe darin sehe, die Möglichkeiten, die die Technik biete, voll in den Dienst des Dolksganzen und des Vaterlandes zu stellen. Prof. Or. Friedrich hielt dann einen Vortrag über „Die Führer- pflichten des Ingenieurs im Aufbruch des Volkes". Er führte u. a. aus: „Wenn es Aufgabe des Ingenieurs ist, die Kräfte der Natur dienstbar zu machen den schaffenden Menschen, dann ist es selbstverständlich, daß ihr gewaltiges Werk nur Segen bringen kann, wenn es erwächst aus der Stärke innerer Gesinnung. Nicht darauf allein kommt es deshalb an, daß der Ingenieur d-e Kräfte der Natur erkennen, erschließen und beherrschen lernt, nicht darauf allein, daß er sie in bezwingender Organisation umschließt, zu ungeheurem Wirken! Wesentlich ist, welches die innere Richtung ist, die er diesem feinem Werk gibt, ob diese innere Richtung dem lebendigen Sinn seines Volkes entspricht. Und deshalb find zwei Forderungen, die wir an den schaffenden Ingenieur stellen. Einmal, daß er sich im Büro, in Werkstatt, in der Stube des Erfinders, wie in dem saufenden Getriebe des Betriebes ständig bewußt ist, daß alles, was er schafft, feinem ganzen Volk zu dienen hat. Daß fein Werk nicht Hilfsmittel fein darf einer Sondergruppe von Menschen, sondern Werkzeug ist des ganzen Volkes. Daß seine Arbeit nur dann Wertarbeit ist, wenn sie den Geist des Volkes atmet und diesem wertvollsten Dienst leistet. Darüber hinaus aber steht noch eine andere Forderung. Daß in dem Ringen um die Kräfte der Natur in den deutschen schaffenden Menschen selbst immer neue Kräfte erwachsen, daß in unseren Arbeitsstätten, Büros und Betrieben völkisches Leben frei wird und in ihnen der deutsche Mensch erstarkt. Beide Forderungen aber wachsen auf einem Boden, und nur derjenige wird sie zu vereinen verstehen, der in seinem ganzen Leben und Schaffen nur ein Ziel trägt: Deutschland. Wir erwarten von dem Ingenieur unseres Dritten Reiches daß er an seiner Arbeitsstelle und m seinem Betriebe als Mitarbeiter oder Führer m i t- kämpft für den Aufbruch unseres Volkes! Kommerzienrat Or.-Ing. e h. Röchling sprach als letzter Über di- Wirtschaft des Saargs- biets und di- Aufgaben, di- dort den Ingenieur erwarten. Die Kohlengruben befinden sich heute m einem Zustand-, der demjenigen ähnelt, dem sie sich nach der französischen Herrschaft im Jahre 1815 befunden hatten. Damals wie heute sind sie in der technischen Entwicklung zurückgeblieben, — an den wichtigsten Stellen sind die notwendigen Ausgaben zur Aufrechterhaltung der dauernden Lebensfähigkeit der Gruben nicht gemacht — wo Geld ausgegeben wurde, ist es meistens infolge mangelnder Jnge- nieurkunft fehlinvestiert — kurzum e i n technischer und wirtschaftlicher Ti es st an d. Infolgedessen schlechte Ware, schlechte Selbstkosten, schlechte Geschäftsergebnisse, Schwierigkeiten aus allen Absatzmärkten, denn die Kundschaft will oll- lig und anständig beliefert werden. Nach der Rückgliederung die Saargruben in Ordnung zu bringen, wird eine wunderbare Aufgabe für uns Deutsche sein. Daß diese Aufgabe mit voller Begeisterung angepackt werden wird, daran kann nur der zweifeln, der keinen Hauch von dem Geist und der Schaffenskraft unseres Jngenieurftandes verspürt. Unter diesen Umständen brauchen wir uns u m den Absatz der Saarkohle keine Sorge zu machen. Gute Ware empfiehlt sich selber. Wir sind das Kohlengebiet, das im westlichen Europa am weite st en nach Süden vorgeschoben ist. Wir haben eine Kohle, die einen außerordentlich hohen Gasreichtum hat, und aus der man mit modernen Mitteln einen hochwertigen Koks machen kann. Wenn also die Franzosen, deren sämtliche östlichen Provinzen naturgemäß auf den Bezug der ihnen so nahegelegenen Saarkohlen angewiesen sind, aus Politik auf unsere Kohle verzichten wollten, so müßten sie sie durch westfälische Kohle verdrängen. Aber selbst wenn sie so dumm sein wollten, so wären die vier Millionen Tonnen Kohlen, die heute jährlich nach Frankreich gehen, leicht auf dem deutschen Markte unterzubringen. Das (StA für unsere Hochöfen bekommen wir aus Lothringen. 1V< Milliarden Tonnen Eisen liegen als Erz dort im Schoß der Erde und warten darauf, gehoben zu werden. Auch hier wäre es sinnlos, einen Tiel dieses Reichtums dem nur 80 Kilometer entfernt liegenden Saarkohlengebiet vorzuenthalten. Wer so handelte, würde sich i n das eigene Fleisch schneiden. Selbst wenn die Franzosen so verrückt sein sollten, so würde die deutsche Jngenieurkunst durchaus in der Lage sein, diesen Schlag durch die Aufbereitung und Anreicherung der in Süddeutschland in gewaltigen Mengen lagernden minderwertigen Erze zu hochwertigen Produkten abzuwehren. Dazu brauchen wir eine Kanalverbindung zum Rhein, da es nicht länger angängig ist, daß wir zwar eine Wasserstraße haben, die uns mit dem Herzen Frankreichs verbindet, aber keine, die in das Herz Deutschlands führt. Der geplante Kanal wird unsere exzentrische Frachtlage zu den deutschen, aber auch zu den Weltmärkten in Ordnung bringen und damit die große Aufgabe erfüllen helfen, dem deutschen Volk an der Saar, das sich in schwerster Zeit in unwandelbarer Treue zum deutschen Daterlande bekannt und große Opfer auf sich genommen hat, die Lebensmöglichkeit auf dem ihm zugewiesenen engen Raume zu gewähren, auf die es Anspruch hat. Aerhörie marxistische Ausschreitungen gegen die deutsche Kolonie in Madrid. Steinhagel gegen Botschafter und Kolonie. — Acht Verletzte, ein deutsches Kind im Sterben. — Was tut die spanische Regierung? Madrid, 11.3uni. (DNB. Funkspruch.) Die deutsche Kolonie von Madrid veranstaltete am Sonntag ein 5 po rtfest auf dem platz des deutschen Turnvereins. Es war dies das erstemal, daß die sämtlichen sportlichen Vereine im Geiste des neuen Deutschland als ein geschlossenes Ganzes antraten. Obwohl mit Absicht alles vermieden worden war, was der Veranstaltung den Charakter einer öffentlichen Kundgebung hätte geben können, kam es zu einem geradezu unerhörten tätlichen Angriff einer etwa SOföpfigen marxistischen Horde, die in dem Augenblick, als der deutsche B ot s ch a f t e r, Graf Welczeck, mit Gattin die Preisverteilung vornehmen wollte, ein Bombardement mit s a u st g r o h e n Steinen auf die versammelte Kolonie eröffneten. Unter dem Gröhlen der Internationale und dem Schwenken einer roten Fahne verwundeten die Rohlinge durch Steinwürfe fünf Kinder, von denen eines mit eingeschlagenem Schädel im Sterben liegt, zwei Frauen und einen Mann. Erst einem lleberfall- kommando gelang es, die Angreifer auseinander- zutreiben. Der Botschafter brachte das schwerverwundete Kind, die achtjährige Tochter eines Madrider deutschen Gastwirtes, in seinem Kraftwagen sofort ins deutsche Krankenhaus, wo es operiert werden mußte und hoffnungslos darnieder- liegt. Die nachfolgenden Wagen bzw. deren Insassen wurden auf dem Wege vom Sportplatz zum Krankenhaus von den in drohender Haltung postierten Marxisten angepöbelt. Angesichts solcher Ereignisse in Verbindung mit den seit längerer Zeit täglich auf der deutschen Botschaft einlaufenden Drohbriefen, .die sich jetzt unter der Parole „Freiheit für Thälmann" ins Märchenhafte häufen, angesichts der gerade in den letzten Tagen auch gegen antimarxistische spanische Persönlichkeiten sich häufenden Attentate muß man für die Zukunft leider noch eine wefenttiche Steigerung dieses Terroristenunwesens voraussagen, es sei denn, daß die spanische Regierung jetzt endlich schärfstens durchgreift. „Zweideutig und gefährlich." Italienische Enttäuschung über die in Genf geschaffene Lage. London, 11. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Der Korrespondent der „Times" in Rom meldet, die italienische Enttäuschung und Unzufriedenheit über das Ergebnis der Abrüstungskonferenz habe in den bestunterrichteten Kreisen zu der Ansicht geführt, daß Deutschland jetzt ein natürliches Recht zur Aufrüstung besitze, und daß es diese Ausrüstung damit begründen könne, daß die letzte Entschließung von Genf keinerlei bestimmte Bezugnahme auf das Versprechen der Gleichberechtigung vom 11. Dezember 1932 enthielt und ferner mit der Haltung, die Frankreich eingenommen habe. Die von dem Hauptausschuß angenommene Entschließung werde in Rom als zweideutig und deswegen gefährlich getadelt, und es werde als beklagenswert angesehen, daß sie nicht ein deutliches Wort, nicht eine Zahlenangabe und nicht ein Datum für die Abrüstung oder auch nur die Begrenzung der Rüstungen enthalte. Aus den italienischen Berichten über Genf läßt sich entnehmen, aus welchen Gründen im einzelnen Italien den Beschluß des Hauptausschusses nur unter Vorbehalt angenommen hat. Der zweite Paragraph fei dazu bestimmt, einige Ausschüsse am Leben zu erhalten, lediglich um die Vorstellung hervorzurufen, daß die Arbeiten noch weitergingen. Der erste Punkt gehe auf Frankreich zurück, um die Blockbildung und die militärischen Allianzen gewissermaßen unter b e n Schutz des Völkerbundes zu stellen. Was die vorgesehene Ernennung eines Sonderausschusses zum Studium der Durchführungsgarantien und die zur Wiederaufnahme der die Kontrolle betreffenden Arbeiten anlange, so bedeute das soviel, als wenn man den Wagen vor die Pferde spanne. Denn solange es keine Abrüstung gebe, gebe es auch nichts zu kontrollieren und durchzuführen. Auch der zweite Punkt über die Luftfahrt sei überflüssig. Diese Punkte seien alle hinlänglich besprochen worden ohne jede Möglichkeit der Verwirklichung. Man könne in Zukunft nur die Entwicklung einer Politik der Waffen und der b e- waffneten Koalitionen erwarten. Die Verantwortung hierfür brauche man nicht mehr lange zu suchen. Frankreich habe feine gradlinige, halsstarrige und kämpferische Politik wieder ausgenommen. Italien sucht die politische Aussprache zu fördern. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Mik Bezug auf Nachrichten in der ausländischen presse über eine b e - vorstehende Zusammenkunft zwischen dem italienischen Regierungschef Mussolini und dem Reichskanzler Adolf Hitler wird von zuständiger Stelle erklärt, daß zwar Erwägungen nach dieser Richtung schweben, daß aber Abschließendes über Zeit und Ort der Zusammenkunft noch nicht bekannt ist. Nach übereinstimmenden Meldungen aus Rom und Berlin beurteilt die pariser presse das bevorstehende Treffen zwischen dem Reichskanzler und Mussolini als feststehendes Ereignis. Frankreich wird indessen nicht als dritte Macht bei einer Zusammenkunft Hitler - Mussolini zugegen sein. Barlhou erklärte im Ministerrat, Baron Aloisi habe wohl vorgefühlt, und Mussolini habe i h n offiziös nach Italien eingeloden. Bar- thous diplomatisches Reiseprogramm soll aber während der nächsten Wochen derart überlastet sein, daß er in nächster Zeit nicht nach Italien fahren könne. Barihou wird nach D u k a r e st und im Juli nach £ o n b on reisen. Man rechnet also nicht vor Oktober mit einem Besuch des französischen Außenministers in Rom. Umsiedlung. Von Or. Heinz potthoff. Aus den Vereinigten Staaten kommt die Kunde, daß dort systematisch die A n s i e d l u n g von Industrien in den vorwiegend agrarischen Staaten geplant wird. Es wird also dort in vergrößertem Maße geschehen, was auch in Deutschland bereits in die Wege geleitet ist: eine Verstärkung der Industrie in den vorwiegend ländlichen und landwirtschaftlichen Bezirken. Am bekanntesten ist der Plan des Obcr- präfiöenten Erich Koch-Königsberg zur Industrialisierung Ostpreußens. Neuerdings find ähnliche Bestrebungen in der bayerischen Ostmark laut geworden. Auch Pommern will seinen gewerblichen Charakter verstärken. Es bedarf keines besonderen Hinweises, daß damit Aufgaben von weittragender Bedeutung in Angriff genommen werden. Der vordringlichste Anlaß zu diesem Unternehmen ist die große Not unserer Gegenwart: in Deutschland wie in Amerika soll die Industrialisierung vor allem der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dienen. Sicher ist das ein äußerst erstrebenswertes Ziel. Aber da die Massenarbeitslosigkeit zum größten Teile auf Ursachen beruht, die hoffentlich bald vorübergehen und an deren Beseitigung die Reichsregierung mit äußerster Energie und mit erfreulichem Erfolge arbeitet, so müssen bei solchen Jndustrialifierungsplänen nicht nur die Wirkungen in der Gegenwart, sondern auch die in der Zukunft, nicht nur die Wirkungen auf eine Provinz, sondern auch die auf das gesamte Land bedacht und beachtet werden. Denn unsere deutsche Volkswirtschaft ist eine Einheit, von deren Gesamtschicksal das Blühen aller einzelnen Teile abhängt. Und die Ansiedlung von Industrie, die Umstellung von Menschen aus der Landwirtschaft in gewerbliche Tätigkeit oder die Verpflanzung von Menschen aus dem Westen in den Osten ist nicht etwas Vorübergehendes oder etwas, das sich mit wechselnder Konjunktur leicht wieder rückgängig machen läßt. Die Einrichtung von gewerblichen Anlagen erfordert erheblichen Kapitalaufwand, der verloren ist, wenn die neuen oder auch die von ihnen verdrängten alten Fabriken keinen lohnenden Absatz finden. Und der Uebergang von Arbeitern aus der landwirtschaftlichen in die gewerbliche Tätigkeit bedeutet in der Regel eine dauernde Verschiebung in der Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung, die im Interesse der künftigen Volksgesundheit und Volksvermehrung nicht erwünscht ist. Deswegen sind drei Richtlinien von Anfang an zu beachten, wenn nicht die vorüberaehende Erleichterung der Wirtschaftslage einer Provinz mit einer künftigen, dauernden und bedenklichen Erschwerung der gesamten Wirtschaft erkauft werden soll. An erster Stelle steht der Satz, daß jede Vermehrung der gewerblichen Erwerbsmöglichkeiten in landwirtschaftlichen Gegenden dann erwünscht ist, wenn sie eine sonst drohende Abwanderung von Menschen nach bereits industriellen Gegenden hindert. Das ist weniger ein wirtschaftliches als politisches und hygienisches Erfordernis. Die ländlichen Gebiete sind der Brunnquell der Volkskraft. Daß feit 50 Jahren der gesamte Geburtenüberschuß der ländlichen Gebiete in die Städte und Jndustrie- bezirke abgewandert ist, hat die unheilvolle, falsche Gliederung des Volkes gebracht, die den letzten, tiefsten Grund der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit bildet. Diesen Zug vom Osten zum Westen, der zugleich ein Zug von Landwirtschaft zu Industrie ist, ein- zudämmen, ist die wichtigste bevölkerungspolitische, aber auch wirtschafts- und sozialpolitische Ausgabe. Zu ihrer Lösung kann auch eine Verstärkung der gewerblichen Erwerbsgelegenheiten in den ländlichen Bezirken dienen. Wenn Landarbeiter von ihrer früheren Tätigkeit zur Industrie übergehen wollen, dann ist es weit besser, sie finden den neuen Beruf in der Heimat, als daß sie unmittelbar oder in Etappen die Massenbevölkerung Berlins oder des rheinisch-westfälischen oder des sächsischen Jndustriebezirkes vermehren. Die Aufgabe, die ländliche Bevölkerung in der Heimat festzuhalten, wird doppelt bedeutsam, wenn sie dahin führt, die Familien auch in der landwirtschaftlichen Berufstätigkeit festzuhalten. Das tritt namentlich dann ein, wenn der Hof nicht imstande ist, die ganze Familie zu beschäftigen und zu ernähren. Es wird erhöhte Bedeutung gewinnen unter der Herrschaft des Erbhofgesetzes, das den Hof ungeteilt einem Nachkommen erhält. Es kann sehr gefördert werden durch Siedlungen, die nicht volle Bauernstellen, sondern nur Halbsiedlungen, Zuschußwirisch a f t e n schaffen. Der Industriearbeiter mit eigener kleiner Landwirtschaft ist eines von den sozialen Idealen, denen mir zustreben. In Württemberg ist es weithin verwiklicht, Ostpreußen und Ostbayern haben durchaus die Voraussetzungen dafür. Dann zweitens: die Vermehrung der Bevölkerung in den agrarischen Provinzen muß eines der Hauptziele sein. Deswegen erfüllt die Industrialisierung des Ostens ihren Zweck erst ganz, wenn sie zu einer Rückwanderung führt. Und zwar kommt es nicht darauf an, daß überhaupt Menschen aus den Jndustriebezirken in die landwirtschaftlichen Gegenden verziehen, sondern wenn irgend möglich, sollen es die Menschen sein, die hier geboren sind. Rückkehr in die Heimat ist nicht nur leichter zu erreichen als die Einbürgerung Fremder, sie ist auch wichtiger. Denn wer in die Heimat zurückkehrt, findet dort Beziehungen vor, die ihm das Einleben erleichtern und ihn festhalten. Er stammt meist aus bäuerlichen Kreisen und ist nicht nur zum gewerblichen Arbeiter, sondern auch zum Siedler befähigt. Er bringt eine Frau mit, die einen ländlichen Haushalt zu bewirtschaften versteht, ober er gewinnt leichter als der Fremde eine chiert und daß ihr die Tugend der Vergangenheit ür künftig bewahrt. Seid Kameraden nicht nur innerhalb der Schutzstaffeln, sondern zu jedem deutschen Soldaten der Waffe und der Bewegung, wo auch immer er an einem Orte in Deutschland dient! Lebt und marschiert in Treue, Gehorsam und Kameradschaft!" — Der Reichsführer schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Regelung des SA.- und SS.-Oienstes für (Msenbahnbeamte. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn hat eine Verfügung erlassen, in der im Einvernehmen mit der Oberjten SA.-Führung eine Regelung des SA.- und SS.-Dienstes für Eisenbahnbeamte getroffen wird. In Zukunft wird das ständig unter die Dienstdauervorschriften fallende Personal des Betriebs- und Verkehrsdienstes bei der Reichsbahn, da gerade diesen Beamten Leben und Gesundheit der Reisenden anvertraut inö, im Interesse der Wahrung der Betriebs- icherung am Dienst in der SA. und SS. nur dann teilnehmen, wenn vor dem Wiederantritt des Eisenbahndienstes eine Ruhezeit von mindestens zehn Stunden zur Ausspannung und Erholung gewahrt bleibt. Nachdem dann die Verfügung im einzelnen noch festgestellt hat, welche Beamtenkategorien m diesem Zusammenhang dauernd oder vorübergehend in Betracht kommen, wird mitgeteilt, daß die Oberste SA.-Führung den SA.- und SS.-Gruppen empfohlen habe, allen im Reichsbahndienst tehenden SA. - Führern und -Männern, die infolge dieser Regelung für den SA.-Dienst doch nur verhältnismäßig selten ver- ü g b a r sein würden, ein ehrenvolles Ausscheiden aus der SA. nahezulegen. Den Betreffenden wird anheimgestellt, sich um Aufnahme in den Bahnschutz zu bewerben. Oie Mitgliedersperre für die NSDAP. München, 9. Juni. (DNB.) Im „Völkischen Beobachter" weist der Reichsschatzmeister ausdrücklich darauf hin, daß während der Mitgliedersperre die Entgegennahme von Aufnahme- feinen bzw. Vormerkung zur Aufnahme in die NSDAP, gegen eine eventuelle Zahlung einer Anerkennungsgebühr durch Parteidienststcllen nicht statthaft ist. Die während der Mitgliedersperre bei Dienststellen bereits abgegebenen Aufnuhme- erklärungen werden vernichtet. Nach der Aufhebung der Mitgliedersperre werden neue Ausnahmebestimmungen erlassen werden. Zulaffungssperre von Dertriebsstellen der Neichszeugmeisterei der NSDAP. München, 9. Juni. (DNB.) Der Reichsschatzmeister gibt im „Völkischen Beobachter" bekannt, daß die Zulassungssperre für Vertriebsstellen der Reichszeugmeisterei der NSDAP, für Bekleidunas- und Ausrüstungsgegenstände sowie Abzeichen bis einschließlich 31. Dezember 1934 verlängert ist. Die Stadt der tausend Zelte. Berlin, 10. Juni. (DNB.) Auf dem Tempelhofer Feld bot sich den ganzen Sonntag über ein fröhliches Bild. 3 0000 Pimpfe des Jungvolks hatten die Stadt der tausend Zelte bezogen, die sie selbst aufgebaut haben. Am Mittag erschien Reichsminister Dr. G o eb b e l s, stürmisch begrüßt, in der Zeltstadt. Er besichtigte einen Teil der Lagerstadt und fuhr dann unter brausenden Heilrufen weiter. Auch Reichsjugendführer Baldur von Schirach stattete dem Lager einen Besuch ab. Nach der Besichtigung mischte er sich mitten unter die Pimpfe, um sich an ihren Spielen zu beteiligen. Die Zeltstadt, auf die die kleinen Baumeister sehr stolz waren, ist am Sonntag von etwa 1 10000 Berlinern besucht worden. Mit dieser hohen Besucherzahl hat sich das Jungvolk eine Einnahme verschafft, die es ermöglicht, die Zeltbahnen als Eigentum mitzunehmen. Es wird auch manche Mark übrig bleiben, die zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen gut angebracht werden soll. Der Rot-Kreuztag in Berlin. Berlin, 10. Juni. (DNB.) Im Mittelpunkt der Veranstaltungen des Rotkreuztages in der Reichs- Hauptstadt stand eine Gefallenenehrung am Ehrenmal Unter den Linden. Dort legte am Mittag der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, SA.-Gruppenführer Herzog Karl Eduard von Sa ch s en-Koburg und Gotha in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Dr. S a h m zum Gedenken an die Gefallenen und an die Opfer an Leib und Leben, die die Schwestern und Sanitätsmänner des Roten Kreuzes im Felde brachten, einen Lorbeerkranz nieder. Anschießend beteiligte sich der Präsident des Roten Kreuzes an der großen Sammelaktion, wobei der Herzog in den Hotels und Gaststätten einen guten Erfolg zu verzeichnen hatte. Mit den Sanitätsmännern und Helferinnen des Roten Kreuzes beteiligten sich auch die SA. und SS. an dem Verkauf der Abzeichen. In manchen Bezirken waren die Glasplaketten aus dem Thüringer Notstandsgebiet bald vergriffen, so daß auf Restbestände früherer Sammlungen zurückgegriffen werden mußte. Reinhards Programm zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit. solche Frau. Damit aber ist die wichtigste Voraussetzung dafür gegeben, daß die Industrialisierung nicht zur Schwächung der Volkskraft, nicht zur Verminderung, sondern zur Vermehrung der Zahl gesunder Kinder führt. Wenn industrielle Betriebe aus anderen Teilen Deutschlands in Landgebiete verlegt wer- den, so dürfen sie keinesfalls ohne die Belegschaft verlegt werden. Denn sonst ist der Schaden auf der einen Seite ebenso groß ober oft größer als der Nutzen auf der anderen. Denn wenn einer Arbeiterschaft durch Verlegung des Betriebes die gewohnte Arbeitsgelegenheit entzogen wird, so fehlt in der Regel Oie Möglichkeit zu anderem Erwerbe. Wir muffen noch auf lange hinaus mit einem Ueberfluß an menschlicher Arbeitskraft rechnen. Der städtische Arbeiter, der alles, was er im Haushalt braucht, mit Geld kaufen muß, ist absolut auf die Arbeitsstelle im fremden Betriebe angewiesen. Wird sie geschlossen oder verlegt, so fällt er der öffentlichen Fürsorge zur Last. Die Erwerbslosigkeit bedeutet für ihn auch Mangel an Beschäftigung. Er ist dem zerrüttenden Gefühle der Zwecklosigkeit, dem Nichtstun ausgesetzt. Durch Schaffung von Stadtrandheimen und Kleingärten kann das gemildert werden. Trotzdem bleibt die Lage der zurückgelassenen Belegschaft schlechter als es die der neuen Belegschaft wäre, wenn die Fabrik dort nicht errichtet wurde. Dieses Problem spielt ja auch bei der Aussiedelung von Industrie aus Großstädten und übervölkerten Bezirken eine Rolle. Es mag für den einzelnen Betrieb privatwirtschaftlich vorteilhaft sein, feinen Sitz zu verlegen und mit anderen Menschen zu arbeiten; für die Volkswirtschaft ist die Verlegung ohne Mitnahme der Belegschaft in der Regel ungünstig. Die Forderung, daß die Industrialisierung einer Agrarprovinz zur Vermehrung ihrer Bevölkerung fuhren soll, wird am einfachsten dadurch erfüllt, daß die hereinkommenden Betriebe die bisher beschäftigten oder die zu beschäftigenden Menschen gleich mitbringen. Die Verlegung von Betrieben wird zweckmäßiger- weise das Hauptmittel zur Industrialisierung sein müssen. Denn der dritte Grundsatz lautet, daß dadurch keine wesentliche Vermehrung der gew er blich en Anlagen im Ganzen bewirkt werden darf. Wir haben im Ganzen viel zu viel Industrie in Deutschland; und es besteht wenig Aussicht, daß sich das in absehbarer Zeit ändern wird. Diese wirtschaftliche Grundtatsache dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren. Die größte Aufgabe der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist daher, Menschen aus diesen „gewerblichen" Berufen herauszubringen und sie anders zu versorgen. Keinesfalls darf durch Vermehrung der industriellen Anlagen der bestehende „Strukturfehler" der deutschen Volkswirtschaft vergrößert werden. Gegenwärtig ist die wichtigste Aufgabe, die Menschen, die nicht im „Markte" beschäftigt werden, das heißt die nicht durch Arbeit in fremden Betrieben oder durch Verkauf ihrer Leistungen Geld verdienen können, in die Selb st Versorgung zu bringen, das heißt in die Möglichkeit durch eigene Arbeit den Bedarf ihrer Familie unmittelbar zu beschaffen. Dafür gibt es zwei große Gebiete: Landwirtschaft und Haushalt. Beides ist vereinigt im kleinbäuerlichen Betriebe, der ja nichts als eine Haushaltung mit Ueberschuß ist. Es ist zu geringerem Teil auch da gegeben, wo der städtische Haushalt mit einem Garten ober Acker verbunden ist. Völlig auf die Selbstversorgung können wir keine Familie mehr verweisen. Aber die teilweise Selbstversorgung ist die beste, dauerhafteste Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Denn Bauer und Hausfrau find niemals „arbeitslos"; sie können unterstützungsbedürftig fein, aber sie wißen stets eine nützliche (auch für die Gesamtheit nützliche) Beschäftigung für sich und ihre Familienmitglieder. Deswegen ist die von der Reichsregierung in größtem Maße in Angriff genommene Siedlung von einer gar nicht zu überschätzenden, segensreichen Bedeutung. Und deswegen ist die Vermehrung der landwirtschaftlichen Bevölkerung in den Agrarprovinzen noch weit wichtiger als die Anlage von Industrien. Siedlung! Siedlung! Das ist das A und O heute. Die Vermehrung der Kleinbauern, Halbsiedler, Kleingärtner wird von selbst zu einer Vermehrung auch der gewerblichen Bevölkerung führen. Denn jedes neue Dorf braucht Handwerker und Kaufleute. Und jede Sieblerschar gibt nebenbei Arbeiter für solche Industrien, die in diese Gegend gehören: sei es, daß sie dort Rohstoffe gewinnen ober ausnutzen; beren Transport in ben Jndustrie- bezirk ungünstig wäre; fei es, baß sie Wasserfälle ober anbere Naturkräfte ausnutzen; sei es, daß sie besondere Absatzgelegenheiten (namentlich nach dem Auslande) vorfinden. Es gibt viele Möglichkeiten zur Vermehrung der gewerblichen Tätigkeit in agrarischen Gebieten. Sie werden auf die Dauer gut wirken, wenn sie dem Ziele untergeordnet werden, möglichst viele Menschen aus der Stadt aufs Land, aus der Erwerbswirtschaft in die Selbstversorgung zu bringen und damit zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Reichsführer GG. Himmler in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 9. Juni. Reichsführer Himmler besichtigte am Sonntag die 2. SS.- Standarte, ferner die Staffel I der 11. SS.-Motorstandarte, den Reservesturmbann, den Pionier- und Sani-Sturm sowie den Frankfurter Reitersturm des SS.-Oberabschnitts Rhein. Mit dem Reichsführer waren der Führer des SS.-Oberabschnitts Rhein, SS.-Gruppenführer H e i ß m e i e r , sowie der Führer des SS.-Oberabschnitts XI SS.- Oderführer Bigler zugegen. Auch zahlreiche Ehrengäste als Vertreter der Gauleitung, Der SA.« Obergruppe und -Gruppe, der Behörden, der Polizei und des Arbeitsdienstes wohnten dem Appell bei. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Reichsführer SS. Himmler die Front aller Formationen ab. Sodann richtete er an seine SS.-Männer eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Es freut mich ganz besonders, heute in Frankfurt a.M. zu fein, wo ich im Jahre 1926 zum ersten Male die acht Mann aus Frankfurt a. M., Offenbach und Fechen- heim besuchte, die einer der ersten Trupps der Schutzstaffeln in Deutschland überhaupt waren, da- mals geführt von dem jetzigen SS.-Gruppenführer Weitzel. Vergeßt niemals, daß es nicht möglich gewesen wäre, den Appell der heutigen Standarte abzuhalten, wenn es nicht ehedem Männer gegeben hätte, die trotz Hohn und Spott, trotz Not, Erwerbslosigkeit und Wunden für die Idee Adol Hitlers gekämpft hätten, wenn nicht die alten Sol- Daten der Bewegung, der SA. und SS., gewesen wären. Wir werden unüberwindlich sein, wenn wir das bleiben, was wir waren, als wir gesiegt haben, nwnn wir Nationalsozialisten bleiben. Ich verlange von euch, daß ihr als Nation mar- München, 10. Juni. (DNB.) Vor der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, führte Staatssekretär Reinhardt u. a. aus: Damit das Schwungrad der Wirtschaft in Bewegung komme und bleibe, müßten erstens Wirtschaft und Volk zur Staatsführung unbedingtes Vertrauen haben, zweitens müsse der Staat durch geeignete Maßnahmen zur Deckung vorhandenen Bedarfes anregen und drittens müsse der Staat die Umschichtung durchführen, die eine Gesundung der Lebensgrundlagen des Volkes bedingen. Der Staatssekretär wies darauf hin, daß Arbeiten im Rahmen des Arbeitsbeschaf- ungsgesetzes vom 1. Juni 1933 sich bis zum Frühjahr und Sommer 1935 erstrecken werden. Die Haushaltslage der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände ergebe 1934 gegenüber dem Vorjahr eine Verbesferu'ng von insgc« amt 453 Million en. Bei dieser Verbesse- rung könne von den Ländern, Gemeinden und Ge- meindoverbänden verlangt werden, daß sie mit einem Grundförderungssatz der Arbeitslosenversicherung von 2.50 Mark je Tag und Mann zufrieden eien und auch dazu übergingen, öffentliche Arbeiten aus eigenen Mitteln ohne Grundförderung zu finanzieren. Die Begrenzung der Grundförderungssumme auf 310 Millionen Mark fei aufgehoben worden. Die Arbeitslosen- ; iffern würde allein infolge der Auswirkung dieser Maßnahme in den nächsten Wochen um weitere 300000 Mann sinken. Die Gewährung von Grundförderung dürfe aber zu keiner Dauereinrichtung werden, sondern solle nur arbeitslosen Volksgenossen, die anders noch nicht Arbeit finden können, die Notstandsarbeit bringen. Der Redner betonte weiter, daß zu den gegenwärtig in der Landwirtschaft untergebrachten 116 000 Land Helfern und Land Helferinnen weitere 300 000 hinzukommen könnten, was wieder eine Entlastung des Arbeitsmarktes um 300 000 bedeuten würde. Durch das Gesetz zur U e b e r f ü h- rung weiblicher Arbeitskräfte in d i e H a u sw i r t s ch a f t sei bereits eine dauernde Entlastung des Arbeitsmarktes um 100 000 erreicht. Durch das Gesetz zur Förderung der Ehe- schlletzungen sei eine unmittelbare Verminderung der Arbeitslosigkeit um 200 000 erzielt. Dazu komme die bedeutende Belebung in der Möbel- und Hausgeräteindustrie, die mit ebenfalls 200 000 anzunehmen sei. Diese Belebung werde dauernd sein, denn die Ehestandsdarlehen sollen gewährt werden, solange es heiratsfähige Arbeitnehmerinnen gebe. In Auswirkung des Gesetzes zur Förderung Der Eheschließungen würden jährlich auch 200000 Kleinwohnungen mehr gebraucht werden als bisher. Vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes werde allein in seiner Auswirkung der Arbeitsmarkt eine Entlastung um eine Million Menschen erfahren haben und der jährliche Finanzbedarf der Arbeitslosenhilfe um 50 0 Millionen Mark gesunken sein. Die Maßnahmen zur Verminderung der Ar- beitslosigkeil würden ergänzt durch eine durchgreifende Zinssenkung und durch einen Umbau der Steuern und eine weitestmögliche Senkung der Steuersätze. Mit der Zinsfenkung werde gegenwärtig begonnen. Die Steuerreform werde im herbst 1934 erscheinen. Die neuen Steuergesehe würden zum größten Teil am 1. Januar 1935 in Kraft treten. Staatssekretär Reinhardt schilderte weiter die Maßnahmen zur organischen Senkung des Zinsfußes auf 4 v. h. und verwies auf die 4prozentige Anleihe des Deutschen Reiches von 1934. Es sei zu wünschen, daß alle Besitzer von Anleihe des Deutschen Reiches von 1929 und alle Besitzer von Reubesihanleihe von dem Umtauschangebot Gebrauch machten und daß alle anderen Volksgenossen, deren wirtschaftliche Lage es erlaube, sich an der Zeichnung der 4prozen- tigen Anleihe beteiligen. Eine sicherere Geldanleihe fei undenkbar. Der Staatssekretär verwies ferner darauf, daß das «Steueraufkommen sich ausgezeichnet entwickele. Es fei in den Monaten April und Mai um rund 150 Millionen Mark größer gewesen, als in den entsprechenden Monaten des Rechnungsjahres 1933. Diese Entwickelung werde sich auch in den Länder- und Gemeindehaushalten außerordentlich günstig auswirken. Ganz besonders gut schlössen diejenigen Steuern, in denen sich der Aufschwung der Wirtschaft spiegele. Allein das Aufkommen an U m f a tz st e u e r fei im April und Mai um 60 Millionen größer gewesen als in den beiden ersten Monaten des Vorjahres. Man könne annehmen, daß die Umsätze im März und April 1934 3 b i s 3, ^Milliarden Mark mehr betragen haben als in den gleichen Monaten 1933 und daß die Umsätze im gesamten Jahr 1934 wahrscheinlich u m 15 bis 20 Milliarden Mark höher sein werden als im gesamten Jahr 1933. Staatssekretär Reinhardt schloß: Die Zahl der Arbeitslosen betrage heute noch 2,5 Million?». Es werde gelingen, diese Zahl in den n ä ch- st en Monaten um rund 1 Million z u vermindern, im kommenden Winter von einem Wiederansteigen über 2 Millionen verschont zu bleiben, und es werde gelingen, die Arbeitslosigkeit innerhalb längstens zweier Jahre so gut wie re st los zu beseitigen, wenn alle Volksgenossen im Rahmen der Richtlinien der Reichsregierung ihre Pflicht tun. Ihm schwebe über den Rahmen aller bezeichneten Maßnahmen hinaus eine weitere große Maßnahme vor, die zu einer fast vollständigen Beseitigung der Arbeitslosigkeit, wahrscheinlich schon innerhalb eines Jahres, führen würde. Er fei überzeugt, daß die Reichsregierung sich zur Durchführung auch dieser Maßnahme entschließen werde, sobald sie bis zur letzten Schlußfolgerung durchdacht und der Gedankengang als richtig anerkannt sei. Wir haben allen Anlaß, der Zukunft frohen Mutes und voller Zuversicht entgegenzusehen. Der Beauftragte des Führers für Wirtschaftsfragen, Keppler, sprach dann über „Grundsätze der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik". Die Bewegung ist, so erklärte der Redner, eine politische geblieben und hat die Wirtschaft bewußt nicht an erste Stelle gesetzt, sonst hätte der schwere Kampf der letzten Jahre nicht mit dem Erfolg geführt werden können. Ein Wirtschaftsprogramm im landläufigen Sinne kennt die Partei auch heute nicht. Was für uns feftliegt, sind nicht Grundsätze für das Durcheinander der Alltagsfragen, sondern liegt auf weltanschaulichem Gebiet. Wir sehen immer mehr, daß die Erkenntnisse aus dem politischen Leben auch im Wirtschaftsleben ihre Anwendung finden müssen. Die Idee der Volksgemeinschaft verlangt von jedem in der Wirtschaft höchstes Derantwortungsbewußtsein, höchste Achtung vor der Arbeit und dem Arbeiter. Der erste Blick gilt bei uns immer dem schaffenden Menschen, dann erst darf an die Sachgüter und das Kapital gedacht werden. Der Schwerpunkt des Wirtschaftslebens kann nicht beim Staate liegen. Das freie Spiel Der Kräfte muh in Industrie und Gewerbe immer mehr zum Durchbruch kommen. Dagegen Dürfen wir den Bauer nicht der Tücke des Alltags ausliefern. In der Wirtschaft muß alles Schritt für Schritt erkämpft werden. Unsere schärftten Waffen in diesem Kampfe sind der Glaube an die Zukunft und das Vertrauen auf den Führer. Oer Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik, Köhler, gab eine längere Betrachtung über das Thema „Politischer Sozialismus". Der Redner sieht in dem Nationalsozialismus eine Empörung des lebendigen Gefühls Des Volkes Dagegen, daß von der Wirtschaft aus das ganze Leben des Volkes bestimmt werden sollte. Diesem Materialismus galt und gilt unser Kamps. Das letzte Wort hat in allen Fragen, bei denen es sich um das Leben des Volkes handett, die Politik zu sprechen. Die Politik, nicht die Wirtschaft, ist die Vollstreckerin dieses Willens. Der Sozialismus kann nicht in einem Wirtschaftssystem bestehen. Sozialismus ist größte Tüchtigkeit, größte Leistung, beste Vorausschauung auf die Zukunft nach jeder Richtung. Die Wirtschaft muß einteilen, muß Vorsorgen, muß Vermögen bilden, weil das Volk in der Zukunft wachsen muh. Darin liegt die Verbindung der Wirtschaft mit dem Schicksal des Volkes. Wir müssen eine politische Gestaltung des Volkes haben, Die Den Sozialismus verbürgt. Jedes Volk hat die Wirtschaft, Die feinem politischen Zu- stand entspricht. Die politische Gestalt haben wir, der zweite Teil der Aufgabe ist erst angefangen. Oie faschistische Bewegung in Frankreich. Das jungeFrankreich fordert Verständigung mit Mussolini und Deutschland. Paris, 10. Juni. (DNB.) Arn Samstag begann Die erste Jahrestagung Der „Französischen faschistischen Bewegung", Die Den Namen „Fran- cisme" führt und von Marcell BucarD geleitet wirD. In einem vollbesetzten Pariser Versammlungssaal, Der unter dem Schutz von 500 Blauhemden stand, die durch Handhochheben grüßten, kamen drei Redner zu Wort. Im Namen Der jungen Generation entwickelte Bertram Motte Die ForDerungen Der französischen JugenD, Die a n Stelle Des Parteigezänks etwas Neues wolle. Nach ihm verlas Der Direktor Der lothringischen Zeitung „La Voix Lorraine", Rens Fery, das Programm Der französischen Faschisten. Der Führer Des Francisme Marcell BucarD schilDerte Den Werdegang Der Bewegung, Die im Herbst 1933 entftanD, bekannte sich als revolutionär, bezeichnete den^Faschismus als Die moDerne Staats» a u f f a s s u n g unD wies auf Die NotwenDigkeit einer geiftigen Umftellung zum heroischen Leben hin. Erstes Ziel sei das vollkommene Bündnis mit Mussolini, als zweites Ziel solle die Verständigung mit Deutschland erstrebt werden. Diese Stelle der Rede brachte dem Redner ebenso großen Beifall ein, wie ein späterer Ausruf, daß sich die Faschisten nicht scheuen würden, gegebenenfalls mit dem Gewehr auf Die Straße zu gehen. BucarD schloß mit Der Verurteilung Des Parlamentarismus und einem Appell an die Jugend. Er teilte mit. Daß der faschistischen Bewegung jetzt 20 000 Mitglieder angehörten. Darauf erfolgte eine feierliche Fahnenweihe. Mit dem Ruf: „Es lebe Frankreich!" war die Versammlung zu Ende. Oie innerpolttische Auseinandersetzung. Ein unruhiger Sonntag in der französischen Provinz. Paris, 11. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Am Sonntag haben sich in mehreren französischen Provinzstädten Zwischenfälle und Zusammenstöße politischer Gegner ereignet. Die ernstesten Vorfälle waren in Cambrai zu verzeichnen, wo eine Veranstaltung der „Feuerkreuzle r", einer Frontkämpfervereinigung, Gegenkundgebungen der Lin- k e n heroorriefen. Als sich die aus Lille, Roubaix und Tourcoing kommenden Feuerkreuzler in ge- schlossenem Zuge ins Versammlungslokal begeben wollten, warfen Angehörige der Linksparteien Steine gegen sie. Die Versammlung der Feuerkreuzler selbst konnte dann ungestört stattfinden. Beim Abmarsch traten aber erneut Zwischenfälle ein. Eine Abteilung berittener Gendarmerie erlebte die unangenehme Ueberraschung, daß linksstehende Elemente Korken auf die Straße schleuderten, um die Pferde zum Straucheln zu bringen. Die berittene Gendarmerie säuberte die Straßen. In Roubaix griffen marxistische Zeitungsverkäufer Jungpatrioten an, dje ihre Zeitung feilboten. Drei Jungpatrioten wurden mit Gummiknüppeln geschlagen und suchten in einem Laden Zuflucht, der daraufhin von den linksstehenden Elementen mit Steinen bewor- f e n wurde. Ein ganz ähnlicher Vorfall ereignete sich in Denain, wo 15 Zeitungsverkäufer der Jungpatrioten von einer zehnfachen Uebermacht der Linken angegriffen wurden. Sie suchten in einer Polizeiwache Schutz. Als sie die Wache verliehen, war Die Menge inzwischen auf 500 Personen an- gewachsen und die Jungpatrioten mußten aufs neue Unterschlupf suchen. Gendarmerieverstärkung wurde in Anspruch genommen, um die Ordnung wiederherzustellen. Eine Anzahl Kundgeber wurde verletzt. In Valenciennes mußte die Gendarmerie einschreiten, als etwa 350 Marxisten nach einer antifaschistischen Versammlung einen Straßen- umzug veranstalten wollten. Das neue belgische Kabinett. Brüssel, 9. Juni. (DNB.) Ministerpräsident Graf de'Broqueville hat feine Verhandlungen über die Neubildung des Kabinetts abgeschlossen. Außenminister wird der bisherige Finanzminister I a s p a r , der schon in den Jahren 1920 bis 1924 dieses Amt leitete und Präsident der Haager Reparationskonferenz gewesen ist. Das Finanzministerium wird der flämische Minister S a p übernehmen. Der zweite Vertreter der flämischen Wirtschaft in der Regierung, Minister van Cauwe- iaert, wird zu dem Jndustrieministerium, dem er bereits vorsteht, voraussichtlich noch das Landwirtschaftsministerium übernehmen. Koalitionsmähig weist die neue Regierung gegenüber der vorhergehenden keine Veränderung auf. Das neue Mi« nifterium wird seine Hauptaufgabe in der Ordnung der Wirtschaft und der Finanzen sehen. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, daß die Flamenführer Sap und van Gau- welaert die beiden für die genannte Aufgabe wich« tigften Posten übernehmen. Man spricht davon, daß die Regierung vom Parlament für die Durchführung ihrer Aufgaben sich Sonderoollrnach' t e n geben lassen wird. Verteidigungsminister bleibt der bisherige Führer der Liberalen Partei D e v e z e. Die neue Attentatswelle in Oesterreich. Errichtung von Ortswehren. — Verstärkter Bahnschutz. Wien, 11. Juni. (DNB.) Die Lage in Oesterreich hat sich heute außerordentlich z u g e s p i tz t. In den Abendstunden laufen Meldungen über zahllose Attentate ein. An der Strecke Graz — B u d a p e st wurden auf steierischem Boden d i e Bahngleise aufgesprengt. Die Täter warnten mit Feuersignalen einen herankommenden Schnellzug, so daß dieser im letzten Augenblick zum Stehen gebracht werden konnte und ein Verlust an Menschenleben verhütet wurde. Des weiteren kommen von fast allen Eisenbahnlinien in der Umgebung Wiens ähnliche Meldungen. Der folgenschwerste Anschlag scheint auf der W e st b a h n gewesen zu sein. Dort wurde in der Nähe von Wien das Doppelgleis aufgesprengt, so daß der Verkehr nur durch Umleitung aufrechterhalten werden konnte. An der Ostbahn wurde eine Eisenbahnbrücke durch einen Dynamitanschlag leicht beschädigt. Ebenso wurde die Zufahrtsstraße nach Krems durch einen Bombenanschlag beschädigt. Ferner wurde an der Leitalm-Brücke an der Tauern-Bahn durch einen Dynamitanschlag erheblicher Schaden angerichtet. Ein außerordentlicher Ministerrat am Sonntag, der sich mit den Anschlägen der beiden letzten Tage und den zu treffenden Abwehrmahnahmen befaßte, beschloß, in jeder Gemeinde eine freiwillige Ortswehr zu errichten. Soweit diese Ortswehren, so heißt es in der amtlichen Erklärung, sich bei ihren Handlungen in jenen Grenzen, deren Einhaltung ihnen zugemutet werden kann, halten, werden sie bei unbeabsichtigten Verstößen gegen Vorschriften, die für einen wohlausgebildeten und geschulten Sicherheitskörper aufgestellt sind, behördliche Verfolgung nicht zu befürchten haben. Dieser Satz ist offenbar eine Blankovollmacht für schärfstes Vorgehen. Die Regierung kündigt Vorschriften an, die die Möglichkeit böten, dem neuartigen Verbrechertum mit strengster Bestrafung, insbesondere auch durch Anwendung der Todes st rafe, rasch und entschieden entgegenzutreten. Von dieser Möglichkeit werde unerbittlich Gebrauch gemacht. In ganz Tirol werden die Bahnen von Patrouillen, die vom Bundesheer, dem Schutzkorps und anderen Verbänden gestellt werden, st r e n g bewacht. Auf jedem Kilometer steht ein Posten. Die Wachmannschaften haben die strengste Weisung, aeg^n alle Personen vorzugehen, die sich des Versuchs eines Anschlags auf die Eisenbahn verdächtig machen. Italien baut zwei neue Panzerkreuzer Bolle Ausnutzung des Seeabrüstungs- abkomrnens von Washington. Rom, 11. Juni. (DNB.) Die italienische Regierung hat beschlossen, in diesem Jahr zwei Panzerkreuzer von je 35000 Tonnen auf Stapel zu legen. Die darüber ausgegebene amtliche Meldung hat folgenden Wortlaut: Nach dem Vertrage von Washington hat Italien das Recht, 7 0 0 0 0 Tonnen Schiffsraum an Panzerkreuzern zu bauen. Aber es hat sich, obwohl es diesen Schiffstyp als den einzig geeigneten Kern einer modernen Flotte betrachtet, bisher des Baues enthalten, um nicht die etwaigen Ergebnisse der Flottenkonferenz im besonderen und der Abrüstungskonferenz im allgemeinen zu beeinträchtigen. In Anbetracht der Lage, die sich neuerdings in den Seerüstungen fast aller Staaten der Welt, von den großen bis zu den kleinsten, herausgebildet hat, hat es die italienische Regierung für richtig gehalten, der Flotte jene organische Zusammensetzung zu geben, die beim Fehlen allgemeiner qualitativ beschränkender Abkommen unerläßlich erscheint. Sie hat daher den Bau von 70 000 Tonnen an Panzerkreuzern beschlossen. Die erhöhte Wirksamkeit der Angriffsmittel, denen diese Schlffe Widerstand zu leisten haben, riet dazu, zur größten Wasserverdrängung je Einheit zu greifen, die im Vertrage von Washington festgelegt ist, nämlich 35 000 Tonnen. Im Verlaufe dieses Jahres werden z w e i Panzerkreuzer auf Stapel gelegt werden. Oie französischen Militärausgaben sind in sieben Zähren um 16 Milliarden Mark erhöht. Paris, 11. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Zusammenstellung des marxistischen „Popu- laire" sind seit dem Jahre 1928 die französischen INilitärausgaben um 102 Milliarden Franken (über 16 Milliarden Mark) erhöht worden. Auf das Jahr 1934 entfielen 16,9 Milliarden Franken. Oer Schah von Persien besucht Kemal Pascha. London, 10. Juni. (DNB.) Der Schah von Persien, der sich auf der Reise nach Ankara befindet um M u st a f a K e m a l P a s ch a einen Besuch abzustatten, wurde an der Grenze von hohen türkischen Persönlichkeiten empfangen. Er ist von einem Gefolge von über 40 Persönlichkeiten begleitet, darunter dem persischen Außenminister. Er setzte alsbald die Reise nach Trapezunt fort. Dort begibt er sich mit seinem Gefolge an Bord eines türkischen Kriegsschiffes, das ihn nach Istanbul bringt, von wo ihn ein Sonder- zua nach Ankara führt. Nach seinem Besuch m der Türkei begibt sich der Schah zur Erholung nach Europa. Oie polnisch-tschechischen Reibereien , gehen weiter. Warschau, 10. Juni. (DNB.) In Mährisch . Ostrau ist die dort seit einigen Tagen erscheinende polnische Zeitung „Polnisches Tageblatt hintereinander zweimal beschlagnahmt worden, nachdem der Herausgabe des Blattes bereits vorher beträchtliche Schwierigkeiten durch die schechoslowakischen Behörden bereitet worden seien. Unter der polnischen SeDoIferung haben die Schikanen der Pvlizeidirektivn in Mah- risch-Ostrau Erbitterung und Entrüstung hervor- flerufen. Der polnische Abgeordnete im Prager Parlament, Dr. Buzek, wird gegen das polen» feindliche Vorgehen der Polizeidirektion in May- risch-Oftrau energisch Einspruch erhoben. ---- Die KlemeEnienie erkennt das Sowjelregime an. Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Rußland einerseits, der Tschechoslowakei, Rumänien und Südslawien andererseits. V r a g, 9. Juni. (DND.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Volkskommissar Litwinow und der Minister des Auswärtigen Dr. Venefch haben am 9. Juni in Genf gleichlautende Schriftstücke ausgetauscht, durch die die normalen Beziehungen zwischen der Tschechoslowakischen Republik und der Union der Sozial!- stischen Sowjetrepubliken hergestellt werden. Auch der rumänische Außenminister hat mit Litwinow Schriftstücke gleichlautenden Textes ausgetauscht, durch die die diplomatischen Beziehungen auch zwischen Sowjetrußland und Rumänien ausgenommen werden. Die südslawische Regierung wird sich über ihr Vorgehen erst entscheiden, wenn Außenminister I e s t i t s ch nach seiner Rückkehr von seiner Reise nach Paris, die er am heutigen Samstag angetreten hat, berichtet haben wird. Der Austausch der erwähnten Schriftstücke erfolgte nach mehrtägigen Verhandlungen aller Mitglieder des Ständigen Rates der kleinen Entente mit dem Volkskommissar Litwinow nach einmütigem Beschluß des Ständigen Rates und auf Grund der Entscheidungen der zuständigen Regierungen. In den Schriftstücken, die heute veröffentlicht worden sind, wird auch die Ernennung der Gesandten angekündigt. Moskau verzichtet stillschweigend aufBessarabien Ein Erfolg Titulescus. Bukarest, 10. Juni. (DNB.) Der Briefwechsel zwischen dem rumänischen Außenminister Titu- lescu und Litwinow ist vom rumänischen Ministerrat noch am Samstag ratifiziert worden, so daß damit die Anerkennung Sowjetrußlands durch Rumänien Tatsache geworden ist. Das Abkommen ist als ein großer Erfolg Titulescus zu bewerten. Bessarabien ist mit keiner Silbe erwähnt und aus der Formulierung des Briefwechsels geht hervor, daß Sowjetrußland seine Ansprüche auf Bessarabien zum mindesten vorläufig zurückgestellt hat. Außer dem Briefwechsel, in dem der Beschluß mitgeteilt wurde, normale diplomatische Bezieyun- gen zwischen den beiden Ländern wiederherzustel- len und Gesandte zu ernennen, ist noch ein zweites Schreiben ausgetaufcht worden, in dem es heißt: Damit die heute hergestellten diplomatischen Beziehungen sich normal im Sinne einer immer größeren Annäherung sowie wirklicher und dauerhafter Freundschaft entwickeln können, beehre ich mich, folgendes Abkommen zu bestätigen: Die Regierungen unserer beiden Länder gewährleisten sich gegenseitig voll und ganz die Achtung der gegenseitigen Souveränität, die Enthaltung von jeder unmittelbaren und mittelbaren Einmischung in die inneren Angelegenheiten und die Entwickelung unserer Staaten, vor allem jeder Agitation und jeder Propaganda. Sie verpflichten sich überdies, innerhalb ihrer Gebiete keine Organisationen zu gründen, zu unterhalten oder zuzulassen, die den Zweck verfolgen, einen b e - roaffneten Kampf gegen den anderen Staat zu entfesseln oder mit Gewalt das politische oder soziale Regime anzugreifen, zu Terrorakten aufzureizen oder solche Akte gegen die offiziellen Vertreter der Länder vorzubereiten. Ein gleiches gilt von Organisationen, die sich als Regierung des anderen Staates oder eines Teiles seines Gebietes ausgeben. Ebenso verpflichten sie sich zu verbieten: Die Rekrutierung, den Einmarsch in ihr Gebiet oder auch die Durchfuhr von bewaffneten Streitkräften, Waffen, Munition, Aus- rüstungsgegenständen und jeglicher Art von Kriegsmaterial, das für solche Organisationen bestimmt ist. HaltSüdslawiensich noch zurück? Belgrad, 10.Juni. (DNB.) lieber die Gründe, die Südslawien davon abhielten, dem Schritte Prags und Bukarests zu folgen, wird keine Mitteilung gemacht. Nur die Stampa übernimmt die Prager Meldung, derzufolge auch Südslawien nach Erledigung.gewisser Formalitäten in Kürze seine Beziehungen zu Rußland wiederherstellen werde. In politischen Kreisen ist man indessen verschiedener Ansicht. Während ein Teil der Auffassung ist, daß vor der Wiederherstellung der Beziehungen die schwierige Frage der serbischen Vorkriegs- und Kriegsschulden an Rußland sowie ein Abkommen über die Rückführung der Wrangel- Armee besprochen werden müsse, die sich noch immer in Südslawien befindet und dort das Wirtschaftsleben belastet, weist ein anderer Teil darauf hin, daß König Alexander die Aufnahme der Beziehungen zu Rußland überhaupt nicht wünsche. Kunst und Wissenschaft. Borfeier zum 70. Geburtstag von Krchard Strauß. In den festlich geschmückten Räumen der Reichs- musikkammer in Berlin fand in Anwesenheit des Präsidenten Dr. Richard Strauß und zahlreicher Ehrengäste, darunter Staatssekretär Dr. Meißner, eine Vorfeier aus Anlaß des 7 0. Geburtstages von Dr. Strauß statt. Staatssekretär Dr. Funk sprach im Auftrage der Reichsregierung und überreichte zusammen mit seinen Glückwünschen ein in Silber gerahmtes Bild des Führers mit der eigenhändigen Unterschrift: „Dem großen Komponisten Richard Strauß in aufrichtiger Verehrung, Adolf Hitler". Ferner übergab er dem Jubilar ein Bild des Reichsministers Dr. Goebbels mit der Widmung: „Dem großen Meister der Töne in dankbarer Verehrung zum 70. Geburtstag". In seinem Begleitschreiben bringt Dr. Goebbels die tiefe Freude und Dankbarkeit zum Ausdruck, die zusammen mit ihm das Volk beseele. Millionen von Menschen habe Richard Strauß Freude und innere Erbauung gespendet. Staatssekretär P f u n d t n e r überbrachte im Namen des Reichspräsidenten den Adlerschild des Deutschen Reiches mit der Inschrift: „Dem Schöpfer und Meister deutscher Musik". Das Begleitschreiben Hindenburgs gilt dem Komponisten, der in der ersten Reihe der de"sichen Tonsetzer stehe und den Ruhm deutscher 9j7u*ter im In- und Auslande verbreitet habe. Anschließend übermittelte Staatssekretär Pfundtner die Glückwünsche des Reichsinnenministeriums. Im Namen der Reichsmusikkammer wandte sich der Geschäftsführer Heinz I h l e r t an den Jubilar und übergab ihm als Festtagsgabe zwei Originalbriefe Mozarts an seine Frau Constanze und Wagners an Mendelssohn. Diese besondere Form der Ehrengabe gebt darauf zurück, daß der Präsident bei der Ausfüllung der Aufnahmeformulare in der Rubrik der Patenschaft scherzweise die Namen Mozart und Wagner als seine Paten vermerkt hatte. Richard Strauß dankte für die erwiesenen Ehrungen mit bewegten Worten und versprach, seine ganzen Kräfte in den Dienst der ihm heute zufallenden Aufgaben zu stellen. Ehrung Furtwänglers durch die wiener Philharmoniker. Generalmusikdirektor preußischer Staatsrat Wilh. Furtwängler ist in Wien während der Orchesterprobe für das von ihm dirigierte Festkon - zert für Richard Strauß gemeinsam mit Wilhelm Backhaus und Richard Strauß die Ehrenmitglied schäft der Wiener Philharmoniker zuerteilt worden. Auf der Orchesterprobe hielt der Vorsitzende des Vorstandes der Wiener Philharmoniker, Professor Burghauser, eine Ansprache, in der er auf die künstlerischen und freundschaftlichen Beziehungen Furtwänglers zu den Wiener Philharmonikern hinwies und ihn bat, als Zeichen der großen künstlerischen Verehrung die Ehrenmitgliedschaft der Philharmoniker zu übernehmen. Furtwängler wurde sodann eine Ehrenurkunde überreicht. Mit herzlichen Worten dankte Furtwängler für die ihm erwiesene Ehre. Professor Dr. Daniel haeberle f. In Heidelberg ft a r b im Alter von 70 Jahren Professor Dr. phil. nat. Daniel Haeberle, ein weit über die Grenzen Heidelbergs bekannter Gelehrter. Er galt als einer der besten Kenner der Pfalz, die er geologisch, geographisch, historisch und volkskundlich untersucht und in zahlreichen Schriften bekanntgemacht hat. Auch hat er den zahlreichen nach Nordamerika ausgewanderten Pfälzern wieder eine Verbindung mit der Heimat durch die Erforschung ihrer Familiengeschichte gebracht. Aus aller Wett. einer größeren Summe für die Rennen „dopen", d. h. entgegen den Rennbestimmungen durch Verabreichung besonderer Reizmittel anspornen. Bei den Nachforschungen wurde zuerst ein falscher Polizeibeamter verhaftet, der sich über den Besitz von 60 000 Franks Bons der Nationalen Verteidigung nicht ausweifen konnte, unb gegen den zunächst einmal ein Verfahren wegen Amtsanmaßung eingeleitet werden wird. Oer Oeuischland-Ilug 1934. Zum Nennungsschluß für den „Deutschlandslug 1 9 3 4" sind 120 Meldungen der einzelnen Flieger-Landesgruppen eingelaufen. Dies bedeutet einen weiteren Aufschwung der deutschen Sportfliegerei, zumal die Bedingungen für die Teilnahme in diesem Jahre noch erschwert worden sind. Es dürfen nur Flugzeuge in geschlossenem Verbände von drei bis sieben Maschinen teilnehmen, Einzel- meldungen sind nicht zugelassen. Damit wird der Grundsatz befolgt, die Gemeinschaftsleistung vor die Einzelleistung zu stellen. Es ist wesentlich schwieriger, in geschlossenem Verbände die gestellten schweren Aufgaben restlos zu erfüllen, noch dazu, wo in diesem Jahr die Flugstrecke vergrößert worden ist. Der Zweck dieses Wettbewerbes soll aber nicht die Erreichung von Höchstleistungen eines einzelnen sein, sondern eine Prüfung von Flugzeugen und Mannschaften. So sind auch für die Orter der einzelnen Maschinen be- sondere Aufgaben gestellt, die in die Auswertung des Wettbewerbs einbegriffen find. Flugzeuge, Piloten und Beobachter sollen also in diesem Wettbewerb auf eine harte Probe gestellt werden. An den wer Flugtagen soll über sämtlichen Gauen Deutschlands auf der 4700 Kilometer langen Strecke für die deutsche Luftfahrt geworben werden. Ausgangspunkt und Ziel eines jeden Flugtaaes ist der Berliner Zentralflughafen Tempelhof. Auf allen Flugetappen sind noch zahlreiche Zwangslandeplätze anzusteuern, für diese Zwischenlandungen werden Punkte verteilt, so daß aus diesem größten flugsportlichen Ereignis Deutschlands wirklich nur die beste Mannschaft hervorgehen kann. Deutsch- lands Fliegernachwuchs wird hier vor eine harte Probe gestellt, die ganze Männer erfordert. Die Teil- nehmer müssen bis zum 20.Juni mit ihren Maschinen in Berlin eingetroffen sein. Für die Teilnehmer wird in der Nähe des Flughafens ein Gemeinschafts- lgger errichtet. Der Führer des deutschen Luftsports, Präsident Loerzer, wird vor dem Start den Wettbewerbsteilnehmern die letzten Anweisungen geben, die Leitung liegt in den Händen des Vizepräsidenten des DLV. Bauer de Betaz und des Abteilungsleiters Hübner. Spanischer Kunstflieger tödlich abgestürzt. Beim internationalen Kunstwettfliegen in Vincennes bei Paris ereignete sich ein tödlicher U n • fall. Der spanische Flieger d ' A b r e u, der die Serien seine Kürflüge fast beendet hatte, stürzte beim Uebergang vom Rückenflug zum Messerflug mit Vollgas ab. Der Apparat ging in Flammen auf. d'Abreu war auf der Stelle t o t. Das Schiedsgericht beschloß im Einvernehmen mit den Fliegern den Wettkampf fortzusetzen. Schrankenwärter tot aufgefunden. Aus H a i g e r wird gemeldet: Als dieser Tage ein Personenzug den Bahnübergang an der Straße nach Langenaubach passierte, mußte der Lokomotivführer feststellen, daß die Schranke nicht geschlossen war. Er hielt den Zug an und begab sich in das Wärterhaus, wo er den Schrankenwärter auf dem Boden liegend t o 1 vorfand. Er war einem Schlaganfall erlegen. Schweres Fährunglück bei Kalkutta. — Zahlreiche Todesopfer. Auf dem Hoogly ist in der Nähe der Stadt Kalkutta ein großes Fährboot von einem plötzlichen Windstoß erfaßt und zum Kentern gebracht worden. Es befanden sich 200 Personen an Bord. Wieviele davon den Tad gesunden haben, konnte infolge der durch das Unglück ausgelösten Verwirrung noch nicht feftgefteUt werden. Man rechnet jedoch auf Grund der vorläufigen Feststellungen mit einer sehr hohen Verlustziffer. Sie dürfte sich auf etwa 100 Personen belaufen. Umfangreiche Kirchendiebstähle russischer Beamten. Nach einer Meldung aus Moskau hat die OGPU. in Nowgorod zehn Personen verhaftet, die in letzter Zeit Kirchendiebstähle ausgeführt haben. Es handelt sich um B e a m t e, die von der Sowjetregierung mit der Beaufsichtigung der Kirchenschätze beauftragt waren. Es wurden zahlreiche Heiligenbllder, die mit Gold und Platin, Diamanten und Brillanten verziert waren, dieses wertvollen Schmuckes beraubt. Die Gold- und Platinverzierungen haben die Diebe durch Kupfer und anderes minderwertiges M^ll ersetzt. Auch aus den Kirchensammlungen sind mehrere Kostbarkeiten ver- schwunden. Demnächst wird ein Prozeß statt- finden, da der Staat durch diese Diebstähle erheblich geschädigt worden ist. Deutsche Kolonialausstellung in Köln. Deutsche Himalaja-Expedition beginnt den Angriff auf den Nanga parbat. Dem Drahtlosen Dienst, dem Nachrichtendienst des deutschen Rundfunks, ist ein neuer Bericht von der deutschen Himalaja-Expedition zugegangen. Der Leiter meldet den Beginn des eigentlichen Angriffs auf den Nanga Parbat. Nachdem alle Lasten im endgültigen Hauptlager in 3600 Meter Höhe eingetroffen waren, wurde ohne einen Rasttag mit dem Angriff auf den Nanga Parbat begonnen. Am 27. Mai errichteten Bechtold, Wieland und Müllritter das Lager 1 in 4600 Meter Höhe auf dem Rakiot-Glet- scher. Die Eis- und Schneeverhältnisfe waren günstig, so daß sofort der Vorstoß nach Lager 4 beschlossen wurde. Dieses Lager soll auf der obersten Stufe des Rakiot-Gletschers in 5800 Meter Höhe angelegt werden. Am 30. Mai erreichten Aschen- b r e n n e r, Schneider, Welzenbach und Drechsel mit 24 Trägern das Lager. Arn 31. Mai brachen dann Bechtold, Müllritter, der Expeditionsarzt Dr. Vernarb sowie Kapitän Sange rt, einer der englischen Begleitoffiziere, ebenfalls nach Lager 4 auf. Am 1. Juni folgten Merkl und Wieland mit Kapitän Frier, dem treuen englischen Expeditionskameraden von vor zwei Jahren. Der Angriff auf den noch niemals erstiegenen Nanga Parbat wird unter möglichster Ausnutzung der gegenwärtigen Schönwetterlage unternommen und zwar mit 30 Darjeeling-Leuten und 40 Hochträgern. Die Verbindung zwischen der Spitzengruppe der deutschen Himalaja-Expedition und dem Hauptlager wird durch einen Kurzwellensender aufrecht erhalten. Durch diesen Kurzwellensender werden auch die Berichte der Expedition für den deut- scheu Rundfunk-Nachrichtendienst übermittelt. Vom Hauptlager werden die Berichte durch einen Post- schnellläufer in viertägigem Marsch über drei Himalaja-Gebirgskämme von 3 bis 4000 Meter Höhe nach Astor geschafft, von wo sie durch Kabel nach Deutschland gehen. Dieser Botendienst ist stets dadurch gefährdet, daß der Bote den Oberlauf d^s Indus bei Tätliche überschreiten muß. Das geht nur bei günstigem Wetter. Die deutsche Himalaja-Expedition meldet schließlich, d aß nun auch Hans Hieronymus im Hauptlager eingetroffen ist, der Ersatzmann für den erkrankten Heinz B a u m e i ft e r. Mit ihm zusammen kam der deutsche Konsul Dr. Kapp aus Bombay in das Hauptlager der Willy Merkl- Expedition. Schwere Tropenstürme über Zentralamerika. Wie „Associated Preß" aus San Salvador meldet, bewegt sich ein neuer Wirbel st urm über dem Golf von Mexiko in Richtung auf die zentral- amerikanische Küste. Im Staat Chiapas (Mexiko) ft ü r 51 e ein Flugzeug im Sturm ab. Die sechs Insassen wurden getötet. Auch in Honduras haben schwere Regenstürme großen Schaden angerichtet. Erpresserische Brandstiftungen in französischen Rennställen. Die Vereinigung der Trainer des französischen Pferderennplatzes Maison-Laffitte hat eine Klage gegen Unbekannt eingereicht, da in letzter Zeit in den Pferdeställen häufig rätselhafte Brände ausbrachen. Polizeiliche Ermittlungen erbrachten Gründe für den Verdacht, daß eine Bande von Erpressern in Drohbriefen die Brandlegung in den Ställen angekündigt hat, wenn nicht die Trainer gewisse Pferde gegen Zahlung Der Reichskolonialbund veranstaltet mit der Kölner Messe- und Ausstellungs-GmbH, im Staatenhaus des Messegeländes in Köln in der Zeit vom 1. Juli bis 2. September eine „Deutsche K o l o n i a l a u s st e l l u n g". Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Reichskolonialbundes und der Deutschen Kolonialgesellschaft, Gouverneur a. D. Dr. Schnee, des Reichsstatthalters General Ritter von Epp und des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg. Die Ausstellung wird am Deutschen Kolonial- gebenttag, dem 1. Juli, feierlich eröffnet und bildet so ben Auftakt zu ben großen Kundgebungen, die am 1. Juli und in der kolonialen Werbewoche im ganzen Reiche veranstaltet werden. Vesihwechsel im llllstein-Verlag. lieber Veränderungen im Verlag 11 [(• kein in Berlin gibt der Verlag folgende Erklärung aus: Wie bereits im Herbst vergangenen Jahres aus Anlaß der Generalversammlung der Ullstein AG. verlautbart wurde, ist die Mehrheit der Aktien, die sich bis dahin in ausschließlichem Besitz der Familie Ullstein befand, in andere Hände übergegangen. Nunmehr hat die Familie Ullstein in Durchführung ihres im vergangenen Jahr gefaßten Entschlusses auch den ihr verbliebenen Minderheitsbesitz durch die Deutsche Bank unb Diskontogesellschaft an ein unter Führung dieser Bank stehendes Konsortium verkauft. Im Zu- ammenhang mit dieser Veränderung werden die Mitglieder der Familie Ullstein, die noch in der Verwaltung des Unternehmens tätig waren, aus ihr ausscheiden. Andere wesentliche Derände- runaen in der Leitung des Unternehmens find nicht beabsichtigt. Arbeitsdienst marschiert! Von pg. Dr. Bretz, Obersfeldmeister und Gauunterrichisleiter. Am Samstag, den 2. Juni, marschierte in Frankfurt a. M. der nationalsozialistische Deutsche Arbeitsdienst, Arbeitgau 25, unter seinem Gauarbeits- ührer, Pg. W. F a a tz. Spontan aus den Herzen )er Arbeitsfreiwilligen kam dieser Aufmarsch zu tande. Ihr Wunsch war es. Traurig ließen unsere Freiwilligen die Köpfe hängen, als äußere Umstände die Möglichkeit des Aufmarsches in Frage stellten. Als dann feststand, daß die Fahnen der 46 zum Gau gehörigen Abteilungen durch den Reichsarbeitsführer Hier! geweiht werden sollten, und dieser bedeutende Augenblick in einen entsprechenden feierlichen Rahmen eingefügt wurde, da leuchteten die Augen unserer Freiwilligen, unserer Jungens. Jetzt war ihr Wpnsch erfüllt, fieberhaft ging es an die Vorbereitungen. Was mag nun unsere Jungens so froh gestimmt haben? Es war Stolz, aber kein hoffärtiger, dünkelhafter Stolz, sondern ein innerer tiefernster und doch so froher Stolz, daß es ihnen einmal vergönnt ist, den Volksgenossen zu zeigen, daß sie am Schaffen und Werken sind. Die Volksgenossen sollen sehen, daß für ihre Zukunft und die der kommenden Generationen gepickelt, geschaufelt und gerodet wird. Sie sollen sehen, daß fruchtloses Oedland und Moor kultiviert werden, daß Neuland gewonnen, daß Sumpf Ackerland wird. 3n einiger Zeit werden Millionen Hektar Land, welche seht brach liegen, ihre goldgelben Aehren dem Bauer für seinen Fleiß schenken, um Deutschland frei zu machen und unabhängig in seiner Ernährung. Gewiß ein großes und gigantisches Wirken, das vielen Volksgenossen noch unbekannt ist. Still und bescheiden kehren diese Jdealarbeiter am Boden des deutschen Vaterlandes wieder in ihre Abteilungen zurück, um ihr stummes Heldentum im Westerwald, an der Nahe, im hessischen Ried und vielen anderen Orten weiter zu leben. Nicht um ihrer Person willen sind sie marschiert, sondern beseelt von dem inneren Stolz ihres Dienstes, für die Zukunft Deutschlands, weil es ihnen vergönnt ist, für das einige Deutschland zu schaffen. Wenn die Jungen einmal später im Kreise eines eigenen Hausstandes von ihren Kindern gefragt werden: „Vater warst Du auch dabei, als die deutschen Väter begannen, den Arbeitsdienst aufzubauen, damit wir unser Brot hätten, damit wir leben konnten, damit wir unabhängig waren in unserer Ernährung," so werden sie strahlenden Auges antworten können: „Ja, mein Kind, ich habe mitgewirkt, unser Volk froh und frei zu machen und ihm seins Existenz zu geben. Werde du auch so, vergiß nie, daß du in einer Gemeinschaft lebst, der gegenüber du Pstichten hast. Du mußt erkennen: „Hur diese Gemeinschaft gibt deinem Volk und dir das Leben. Du wirst sehen, daß jeder seine Arbeit zu verrichten hat, daß Erd-, Fabrikarbeiter, Handwerker und Wissenschaftler nötig sind. Du wirst ihre Arbeit achten lernen und folgern, daß sie alle leben müssen und damit einer vor der Person des anderen Achtung hat". Warum ich das alles erzähle? Um die inneren Gründe für einen solchen Aufmarsch, wie der in Frankfurt a. M. stattfand, klarzulegen. Die Volksgenossen werden sprechen vom nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsdienst, von den prachtvollen braunen deutschen Jungens und Mädels, die da marschiert sind, sie werden sich mit dem Wesen und Wirken des Arbeitsdienstes und seinen Zielen beschäftigen und erkennen, der Arbeitsdienst ist von schicksalhafter Bedeutung für unser Land. Dann wird Klarheit herrschen über den deutschen Arbeitsdienst, die Märchen ablehnt. Es wird nicht mehr vorkommen, daß eine von hysterischem Marxismus befallene Frau reinen Militarismus in der Einrichtung des Arbeitsdienstes bei einem solchen Aufmarsch erblickt und hierin noch von einigen verseuchten, gewissenlosen Männern unterstützt wird, wenn andere sie aufklären wollen. Arbeitsdienst schafft Brotfreiheit und damit ein freies unabhängiges Vaterland. Der Reichsarbeitsführer sagt: „Wir sind nicht Soldaten zweiter oder dritter Klasse, sondern Arbeitsdienst erster Klasse." Und noch eines zeigt uns ein solcher Aufmarsch: Die w i r k l i ch e V e r b u n d e n h e i t z w i s ch e n Führer und Gefolgschaft. Mit Lust und Liebe nimmt die Jugend die Strapazen, die ein solcher Tat mit sich bringt, auf sich. Als ich am Abend überall fragte, ob der Tag nicht zu anstrengend gewesen sei, kam aus aller Munde die Antwort: „Nein, das tun wir gern und den Vorbeimarsch möchten wir sofort wiederholen." Gewiß ein schönes Zeichen für die Führung und den Geist im Arbeitsgau 25. Klar erfaßten die Freiwilligen den Inhalt der Rede unseres Dr. W. D e ck e r in der Festhalle, wie sich durch Beifall an den einschlägigen Stellen kundtat. Leuchtend hingen die Augen am Redner. Freude hatten Reichsarbeitsführer und Gauarbeitsführer, als, aufrecht, klaren und freien Blickes, die Schar der ihnen anvertrauten Jugend an ihnen vorbeizog. Neue Kraft gab ihnen das Bewußtsein der inneren Verbundenheit mit ihren Jungens, den freiwilligen Kämpfern und Arbeitern an der Gesundung unseres Volkes. Neue Kraft für ihre weitere, verantwortungsvolle Tätigkeit, denn der Führer wurzelt im Vertrauen seiner Gefolgschaft. Vom Ginn und Geist deutscher Sprichwörter. Mit dem deutschen Volkslied und dem deutschen Volkstanz ist unlösbar das deutsche Sprichwort verbunden. Fast unerschöpflich scheinen die Schätze, die hier zu heben sind. Ein Reichtum von Wahrheitsgehalt und Darstellungskraft offenbart sich dem Sucher, wie er solchen nie geahnt hätte. Was kein Koloß und kein Marmorstein verkündigt, das bewahrt das deutsche Sprichwort in mündlicher lieber» lieferung auf. Es handelt sich hier um Schätze, die im besten Sinne des Wortes als nationales Gut bezeichnet werden müssen. In der Sprache der Straße wird im Sprichwort festgelegt, wie das Volk denkt, fühlt und empfindet. Sein Lieben und Hassen, sein Leiden und Dulden, die Begeisterung und die Abneigung, ja alles, was das Leben bringt, wird hier behandelt. Wer den Geist des deutschen Sprichwortes verstehen will, möge wissen, daß die Quelle, aus der hier alles fließt, nicht der Verstand sondern das Herz ist. Das deutsche Sprichwort darf man daher nicht durch dialektische Schrauben oder logische Pressen vergewaltigen wollen. Es will dem Sinne nach W» l WIHUJ II um Ministerpräsident Tubelis, der mit der gesamten litauischen Regierung zurückgetreten ist. verstanden sein und mit dem Gemüt erfaßt werden. Sprichwörter wollen keine Sittenrichter sein, sondern die Erlebnisse der Menschen in volkstümlicher Rede festhalten. Manchmal übertreiben sie oder verallgemeinern allzu sehr oder sind gar launisch: immer aber geben sie einmal oder oft gemachtes Erlebnis wieder. Es gibt Sprichwörter, die ihre Bedeutung haben, weil eine bestimmte Wahrheit, oft sogar recht kraß, festgehalten wird. Zur Religion, zur Medizin, ja zum Beruf überhaupt, wie auch zu den Großen dieser Erde nimmt das deutsche Sprichwort nicht immer in der Denkart Stellung, wie Ethik und Moral lehrt, sondern o wie es in der Erfahrung die Dinge und Men- chen kennenlernt. Schlechte Christen haben aber )eshalb kein Recht, sich hinter solche Sprichwörter zu verstecken, die ihnen gerade passen. Es soll auch nicht verschwiegen werden, daß es Sprichwörter gibt, die gegen den guten Geschmack verstoßen. Aber auch diese Entgleisungen im Ausdruck und Empfinden können nicht die Schönheit und markante Form verdunkeln. Wer einmal in Sinn und Geist des deutschen Sprichwortes eingedrungen ist, der merkt, daß hier Reliquien deutschen Wesens sind, die unter allen Umständen erhalten werden müssen. Zweck dieser Zeilen soll es sein, beim Leser das Interesse für das deutsche Sprichwort zu wecken. Sammelt man sie gar, dann findet man gar viele alte Bekannte, aber auch interessante neue Bekanntschaften werden gemacht. Möge abschließend das, was noch zu sagen ist, mit einem Sprichwort zum Ausdruck kommen: „Deutsche Sprichwörter sind gute Aerzte, denn sie verschreiben nur erprobte Rezepte!" Wettervoraussage. Da infolge der starken Erwärmung der Luftdruck fortgesetzt fällt, kann sich die Störungstätigkeit von Nordosten her immer weiter nach Deutschland hin ausbreiten. Es steht somit der Zufluß kühler Luft bevor, was Anlaß zu Gewitterbildungen mit nachfolgender Abkühlung geben wird. Aussichten für Dienstag: Nach lokalen Gewitterstörungen etwas kühler. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, noch einzelne Gewitterbildungen. Lufttemperaturen am 10. Juni: mittags 23 Grad Celsius, abends 15,8 Grad; am 11. Juni: morgens 13,6 Grad. Maximum 24,3 Grad, Minimum 8,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Juni: abends 22 Grad; am 11. Juni: morgens 16,8 Grad. — Sonnenscheindauer 14,1 Stunden. Fast 10 000 Mensch«» werden jährlich dem Derkehrsunfaü geopfert! Was lehrt uns diese Zahl? Armut, Elend, zerstörtes Familienglück, Leid und Schmerz, Schuld und Gewissensnot verbirgt sich hinter ihr. 10 000 Menschen getötet! Welche Aufregung würde eine Katastrophe Hervorrufen, bei der 10 000 Menschen getötet würden? Ist es aber nicht das gleiche, wenn täglich, ja stündlich, die Einzelunfälle sich häufen, um im Laufe des Jahres zu einer Zahl anzuwachsen, bk uns das Blut in den Adern erstarren läßt? Sind Unfälle unabwendbar? Der Deutsche ist kein Fatalist. Wir wollen tm» nicht verkriechen hinter Schicksal und Bestimmung. Wir wollen der Gefahr ins Auge schauen, ihr den Kampf ansagen. Mit Geschick, Entschlußkraft, Mut, Aufmerksamkeit, Vorsicht, Rücksicht und Hilfsbereitschaft wollen wir uns schützen gegen den Unfallteufel. Mit den technischen Erfindungen unserer Zett muß' die soziale und ethische Erziehung Schritt halten. Gesetzliche Bestimmungen und Strafen allein sind nicht das rechte Mittel. Freier Wille zur Hilfe muß wach werden. Eine geistige und seelische Bewegung muß entstehen, die alle Kreise erfaßt. Das ist das Ziel der Verkehrs-Erziehungs- Doche, die vom 9. bis 16. Juni unter Führung des Reichsministeriums für Volksanfklärung und Propaganda stattfindet. Sie wird durchgeführt von der Obersten Leitung der P.O. der N.S.D.A.P^ Amt für Dolkswohlfahrt, Sonderabteilung .»Schadenverhütung". Die Parole „Kampf dem Derkehrsunfall" soll ein Weckruf sein aus Unkenntnis und Gedankenlosigkeit zu Wissen und Verantwortungsgefühl. Alle soll unser Ruf packen: „Verkehrsdisziplin ist Pflicht!". Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verankwortlich für den >'nhali der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange. K. G.. sämtlich in Gießen. | | ^Kennzeichen.- Der Name MAGGI und die gelb-rote Packung! MAGGI Erstens schmecken MAGGI’ Suppen gut, und zweitens kostet 1 Würfel für 2 Teller nur IO Pfg Erprobtes Rezept Familien Suppe mit Schmorblättchen. lFür 4 perfonen.) 2 Würfel Maggi s Familien-Suppe, 1 Eßlöffel (20 g ) Lutter, ’/2 Salatkopf. Die Suppenwürfel fein zerdrücken, mit etwas kaltem Wasser zu dünnem, glattem Lrei rühren, unter ständigem llmrühren in, 1 £iter kochendes Wasser gießen und 20 Minuten kochen lassen. - Inzwischen die Salotblätter waschen, feinstreifig schneiden, in der Sutter schmoren und zur fertig gekochten Suppe geben. Gießen, Mannheim, den 11. Juni 1934. 029991 Wieseck, den 9. Juni 1934. 3507O Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. Juni, nachmittags 2Vs Uhr von der Kapelle des Alten Friedhofs aus statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fritz Bieler und Frau Ernst Bieler und Frau Hans Bieler und Frau und 2 Enkelkinder. Frau Minna Bieler, geb. Wallenfels im Alter von 71 Jahren. Brennende Geistesfragen der Gegenwart Sind Germanentum und Christentum echte oder künstliche Gegensätze?? öffentl. Vortrag am Mittwoch, 13. Juni, Universität fHörsaal 39): von WaIdemar Mickisch. Pfarrer der Christengemeinschaft (Bewegung zur religiösen Erneuerung). Eintritt RM. -.50 bis 1.— je nach Möglichkeit. ^vss Statt besonderer Anzeige. Plötzlich und unerwartet verschied nach kurzer Krankheit am Samstag, dem 9. Juni, nacchmittags 1 Uhr, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen Margarete Ofewald, geb. Müller für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Familie Heinrich Oßwald, Maurermeister Hinterbliebenen: Elli Schreiner Stellenangeböte| TiidiLFriseuse sofort gesucht. Schr.Angeb.unl. 02998 a.d.G.A. Mädchen 17-20 Jabre, v. Landebevorzugt für tagsüber ge-' sucht. Dchr.Ang. u.02997a.ü.G.A. Kinderlieb.jung. Mädchen (2 Kinder! in Tagesstellung sofort gesucht.Schr. Angeb. m. Lichtbild, Lohnforderung u.Zeugniss. u.3512Da.G.A. Stellengesuche! Saubere Waschfrau empfiehlt sich. Schristl. Ang. u. 03000 a.d.G.A. ! Mietgesuche"] HMohD. mit Heizung und Bad extra, rnöyl. auch Veranda, in freier,schönerLa- ge von Ehepaar ohne Kinder gesucht. Preis-Off. (i. Postschließfach 300,Gießen.35iv0 Verkäufe lellre Pferd Oftpreutze,z.verkaufen. 02096 Launsbach Haus Nr. 132. Vereine Mittwoch, den 13. Juni, abends 20.30 Uhr, im Hindenburg ^ßlIL B.0.-AW 3.GELDLOTTERIE 404170 GEWINNE,2.0PRÄMIEN 51 5 0 00 00 &»peei6fRM. ZIEHUNG:11.-M.JULI 1Q34 Sote.ZiÄecolt xu Aoäjwv / llllllllllllllllllllllllllllll ZwecksDekümpfungoer Schwarzarbeit können Arbeits-Auge' bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desGewerbenachweije« ouigeuommen werden. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaes- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher” Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde HU33 Zweites Blatt Lietzener AnzelgntGeneral-Anzetger fürOberhessen) Montag, U.Zuni 1934 Richard Strauß, persönlich. Eine Handvoll Anekdoten zum 11. Juni. 23on Hans Sturm Daß man einmal — es mögen rund dreißig Jahre her fein — über Dissonanzen, Frivolität, Melodienleere und Formmangel des „Neutöners" Richard Strauß zeterte und dabei die anschmiegsame und dennoch stoßkrästige Polyphonie (besonders seines „Till E u l e n s p i e g e l") fast übersah, jedenfalls nicht immer als seine neudeutsche Art erkannte, diese Zeit ist vergessen. Heute wissen wir, daß kein deutscher Komponist seit Richard Wagner unser Musikdenken bis zum Weltkrieg und auch noch später so stark beeinflußte wie er. Sein Werk — symphonische Stücke, Oper», Lieder — ist klassisch geworden; es steht im breiten Schlagschatten des „Wohltemperierten Klaviers" von Johann Sebastian Bach. Der Musikant Strauß wird ergänzt durch den Dirigenten Strauß, der einen Mozart deutsch gibt, die ganze Schalkhaftigkeit eines Haydn mit bajuva- rische-r Fülle heraushebt oder, von Berlioz gepackt, dessen „Phantastische Symphonie" aufrauschen läßt zu hinstürmender Gegenwart. Weniger bekannt, trotz mehrerer guter Biographien, ist der Mensch Richard Strauß, den einmal ein Musikkenner „unanekdotisch" genannt hat; und doch können manche Begebenheiten um ihn, manche Arabesken seines Alltags, das Bild des Musikanten und Dirigenten umrahmen. In seinen Jugenderinnerungen erzählt er von seinen Anfängen: „Für mein öffentliches Debüt stellte mir Bülow als Aufgabe Mozarts Klavierkonzert 0-Moll. Statte ich auch den Sommer fleißig geübt, so zitterte ich, als keineswegs durchgebildeter Pianist, doch höllisch davor, das Stück unter Bülows Leitung zu spielen. Nachdem der erste Satz leidlich gelungen war, ermunterte mich der liebenswürdige Meister mit den Worten: „Wenn Sie nicht was Besseres wären, könnten Sie auch Klavierspieler sein." Der „Guntram", ein Jugendwerk, ist bekanntlich ganz im Banne Richard Wagners entstanden. Auf diesen Zusammenhang spielt eine recht bissige Antwort an, die Strauß einmal auf einer Probe erhielt. Als nämlich den Cellisten zum großen Aerger des Komponisten eine Stelle immer wieder mißlang, rief der alte Menther: „Herr Hofkapellmeister, ärgern Sie sick; nicht, die Stelle bringen wir im Tristan auch nie heraus." 1868 dirigierte Strauß in Meiningen und war ein besonderer Freund des berühmten Meininger Schauspiels, von dem er keinen Abend versäumte. Im April verließ er Meiningen und berichtet davon folgendes: „Als ich mich bei den hohen Herrschaften verabschiedete, spendete mir Frau von Heldburg*, die aui Bülow und der Kapelle Ruhm immer etwas eifersüchtig gewesen war, die huldvollen Abschiedsworte: ,^Seine Hoheit der Herzog und ich bedauern sehr, baß wir Sie so bald schon wieder verlieren (ich setzte bereits zur ersten geschmeichelten Verbeugung an). Sie waren der beste Claqueur**, den wir seit langem im Schauspielhaus besessen haben." Um 1900 — Strauß hatte eben seine „Alpen- s y m p h o n i e" beendet — saß in einem Münchener Braustübl ein Künstlerstammtisch beisammen; unter den angeregt Streitenden waren auch Richard Strauß und ein als unerbittlicher Gegner Strauß» scher Musik bekannter Kritiker. Zu vorgerückter Stunde kam die trotzdem vortreffliche Unterhaltung auf das Thema „Krokodile", und ein Mediziner bemühte sich, den Unterschied zwischen einem „Alligator" und einem „Kaiman" festzustellen, wurde aber bald kurzerhand von dem Musikkritiker unterbrochen, * Eigentlich Ellen Franz, als Freifrau von Heldburg dritte (morganatische) Gemahlin des Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen. ** (Bezahlter) Beifallklatscher im Theater. der behauptete, beides wäre dasselbe. Als sich Strauß einmischte, fragte der Kritiker etwas hastig: "versteht denn ein Musikant überhaupt etwas von Krokodilen?" Ruhig sagte der Komponist: „Genau so viel wie ein Musikkritiker von Musik!" Darauf konnte der Kritiker nur erwidern: „Stimmt! Und Richard Strauß ist tatsächlich der beste, nein, der allerbeste — Krokodilkenner der Gegenwart!" Auf einer Konzertreise war Richard Strauß einmal Gast in einer englischen Familie. Während die Tochter des Hauses, wohl dem berühmten Gast zuliebe, am Flügel eine Beethoven-Sonate mit fliegenden Armen und reichlichem Pedal heraus„arbeitete", <2/4, unterhielt sich der Komponist der „Salome" in einer Ecke des Saales mit einem Londoner Mu- sikprofeffor sehr angeregt und legte dabei feinen Arm um den Kopf einer Beethoven-Büste, natürlich ohne irgend einen besonderen Grund. In einer Pause nahm die Dame des Hauses den Professor, der ein langjähriger Freund des Hauses war, bei» feite und sagte: „Finden Sie, lieber Professor, es nicht auch zum mindesten merkwürdig, daß Strauß sich bei seiner Unterhaltung mit Ihnen auch noch auf den Bronzekopf seines großen Landsmannes stützt, dessen Klaviersonate meine Tochter den Gästen nahebrachte. Seien Sie ehrlich! Was sagen Sie i>a,3u?" Mit einem feinen Lächeln antwortete der Gefragte: „Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ich glaube, Strauß hat Beethoven nur die Ohren zuhalten wollen, weil er, hm, seinem großen Lands- mann den Genuß nicht — gönnte!" Der letzte Satz der Sonate fiel unter den Tisch. Zu der unvollendet gebliebenen heiteren Oper „Die drei Pintos" von Carl Maria von Weber hatte Gustav Mahler einen Schluß komponiert. Nach der Uraufführung wurde Richard Strauß gefragt, was er zu diesem ergänzten Fragment sage. „Da müßte ich erst wissen", meinte Strauß, „was in dem Werk gewebt und was gemahl ist." Im Speisewagen. Dem Komponisten gegenüber nimmt ein „Herr" (Marke Neureich) geräuschvoll Platz, streckt die Beine in den Wagen, schnauft, wühlt mit der Rechten in seinem strohigen Haar, fächelt sich mit der Speisekarte Kühlung zu, zieht mit der Nase und schneuzt sich dann dröhnend. Strauß hört und sieht sich das geduldig an. Als aber wenige Minuten später sein Gegenüber das Essen hinabschlingt und dabei gluckst und schmatzt, erkundigt er sich lammfromm: „... und mit den Ohren können Sie gar nichts?" Einmal bat ihn eine junge Verwandte, ihm Vorspielen zu dürfen. Strauß ließ das mehr als unfertige Spiel mit Engelsgeduld über. sicb ergehen. Als die letzten Töne des Klaoierkonzeries seines vergötterten Mozart verklungen waren, erhob er sich und verbarg Erstaunen und Empörung über so viel DilMantismus in den von väterlichem Wohlwollen untermalten Worten: „Heirate recht bald, mein liebes Kind!" Richard Strauß ist ein leidenschaftlicher und guter Skatspieler. In einem Kurhaus spielt er einmal mit einem Fremden. Gewinnt und gewinnt. Der Fremde wird immer unruhiger und braust endlich auf: „Sie sind ein Glückspilz!" Richard Strauß lächelt: „Wieso?" Der andere antwortet erregt: „Sie spielen ja heute mit einem unerhörten Schwein!" Der Komponist lächelt wieder: „Verzeihung — mit wem — sagten Sie eben — spiele ich heute?" Es war im Jahre 1930. Ein Theaterdirektor besprach mit dem Komponisten die Ausführung einer Strauß-Oper. „Spielen Sie .Ariadne auf Naxos', wenn ich als Ehren-Naxiote (kurz zuvor hatte die Jnselftadt Naxos ihn und einem deutschen Archäologen zum Ehrenbürger ernannt) einen Vorschlag machen darf." Bedenklich wiegte der Theatermann den Kopf und sagte: „Ich weiß nicht, ob wir nicht doch lieber den .Rosenkavalier' geben. Sehen Sie, die .Ariadne auf Naxos' mag das bedeutendste Ihrer Werke, gewissermaßen der Mont Blanc Ihrer Schöpfungen sein, der .Rosenkavalier' ist vielleicht, na, sagen wir einmal, nur der Rigi. Aber schauns, auf den Rigi gehen halt viel mehr Leute!" Der Weg des großen deutschen Symphonikers unserer Tage kam her von den herrlichen Quartetten des „göttlichen Amadeus" und dem tiefen Melodienzauber des alten Haydn, führte über Wagner zu Bruckner und kehrte — der schärfer Hinhorchende wird es bestätigen — wieder zu Mozart und Haydn zurück, aber der Weg des siebzigjährigen Meisters ist noch nicht zu Ende. Graf Golms Intendant der Berliner Volksbühne. Bernhard Graf Solms, bisher Intendant des Friedrich-Theaters in Dessau, wurde als Intendant an die Volksbühne am Horst-Wessel-Platz in Berlin berufen. Daten für Montag, 11. Juni. 1847: der englische Seefahrer John Franklin auf einer Polarexpedition gestorben (geboren 1786); — 1859: der österreichische Staatsmann Fürst von Metternich gestorben (geboren 1773); — 1864: der Komponist Richard Strauß in München geboren; — 1929: der österreichische Außenminister Gras Julius Andrassy in Wien gestorben (geboren 1860). Der Adlerschild für Richard Strauß. Der Adlerschild, die höchste Auszeichnung des Deutschen Reiches, die dem „Schöpfer und Meister deutscher Musik" Richard Strauß anläßlich seines 70. Geburtstages vom Reichspräsidenten verliehen wurde. ?- Oer Meister des „Rosenkavaliers". Zum 7V. Geburtstag von Richard Strauh. Äon Dr. Hans Schaar. Wenn das deutsche Volk seinem großen Musiker in diesen Tagen eine Fülle von Glückwünschen darbietet, so bekennt es sich damit aufs neue zu seiner geistigen Aufgabe und vor allem zu dem Werk im gewaltigen Reich der Töne, dem auch Richard Strauß sein ganzes Leben gewidmet hat. Wäre die Musik unserer Zeit ohne ihn überhaupt denkbar? Gewiß nicht! Ein Blick auf sein Schaffen überzeugt uns von dem großen Einfluß, den er auf das geistige Leben der Nation ausgeübt hat und von den starken Eindrücken, den feine Schöpfungen auch jenseits der Grenzen hinterlassen haben, so daß Deutschlands Weltgeltung auf dem Gebiete der Musik bis in die Gegenwart unerschüttert blieb, weil sie neuen belebenden Zufluß erhielt. Man nannte Strauß einst den Generalmusikdirektor von Europa und verlieh ihm damit einen Ehrentitel, der seine umfassende Bedeutung treffend kennzeichnet. Und doch ist seine Geltung nicht ein für allemal geprägt; noch immer steht feine Gestalt zwischen zwei Lagern, den begeisterten Anhängern und leidenschaftlichen Gegnern, wenn sich dieser Widerstreit auch seit langem zu seinen Gunsten entschieden hat. Man mag zu dem Künstler und Menschen Strauß stehen wie man will, er ist von hinreißender Lebendigkeit und machtvollem Schwung, so daß niemand ohne Auseinandersetzung an ihm oorübergehen kann. In seiner Musik wohnen viele Seelen, die Zeugnis oblegen von der Entwicklung dieses Geistes und von den großen Wandlungen, durch die er hmdurchge- fdiritten ist, bevor er zu dem wurde, der heute als einer der führenden Geister der Nation vor uns steht. Richard Strauß hat sich zu dieser Wandlungsfähigkeit, die den Reichtum seines Künstlertums voll zur Entfaltung bringt, stets unumwunden bekannt und keine schiefen Umdeutungen seiner früheren Werke versucht. So äußerte er sich m einem Gespräch schon vor vielen Jahren: „Wenn Sie einen Schaffenden unserer Tage ernst nehmen, so dürfen Sie nicht gleich den Stab über ihn brechen, sondern müssen sich die Frage vorlegen, ob per Komponist ihrem Fassungsvermögen vielleicht nicht doch Dorangeeilt war. Nichts Schlimmeres als das Festhalten an erstarrten Formen. Mein eigener Vater hatte diesen großen Fehler. Weil. er im Jahre 1865 als Hornist des Münchener Hoftheaters der Meinung war, daß er Wagner nicht verstehe, so wollte er seine Ansichten auch später nicht ändern." Vom Vater hatte Richard Strauß die musikalische Begabung und die Freude am Handwerk des Musikanten: der alte Franz Strauß hat Wagner und Hans von Bülow in ihrer Münchner Zeit schon viel zu schaffen gemacht. Von ihm stammt wohl auch ein gut Teil der Abneigung, die der junge Strauß gegen Richard Wagner gehabt hat, dem er dann später so begeistert, aber doch in stolzer Selbstbehauptung, gefolgt ist. Der Gewalt dieser Einstellung zu dem Genius der beutfchen Musik gibt ein Brief des Komponisten an T h u i 11 e nach einer „Siegfried"-Aufführung ungeschminkt Ausdruck: „Gelangweilt habe ich mich wie ein Mops, ganz grauenhaft habe ich mich gelangweilt, so fürchterlich, daß ich Dir's gar nicht sagen kann, es war scheußlich. Die Einleitung ist ein langer Paukenwirbel mit Bombardon und Fagotten, die in den tiefsten Tönen brüllen, was so dumm klingt, daß ich gerade hinausgekacht habe." Diese kräftige Sprache im Munde eines Vierzehn- oder Fünfzehnjährigen zeigt aber schon, wie der ganze Mensch von der Musik gepackt ist und leidenschaftlich in ihr lebt; außerdem ist sie ein Beispiel der bajuvarischen Grobheit, bie Richarb Strauß zeitlebens nicht verlassen hat. Schon mit vierzehn Jahren hatte er seine Kon- trapunttftubien vollenbet unb sechs Jahre später vertraut ihm Hans von Bülow, ber Gönner unb Beschützer bes jungen Himmelstürmers, zum ersten Mal ein Orchester an. Das war im Jahre 1885, als ber Jüngling herzoglicher Musikbirektor in Meiningen würbe unb bie Zuhörer burch bie instrumentale Pracht seiner Musik entzückte. Bülow hatte den sieggewohnten jungen Strauß damals in Anspielung auf Richard Wagner „Richard II." genannt, eine Bezeichnung, die später so manche Mißdeutung begünstigte und die zeitweilig völlig abwegig so verstanden wurde, als ob in Strauß der „Ueberroinber" Wagners auf ben Plan trete. Als Opernkomponist begann er im Jahre 1894 sogar > ganz wagnerisch. Nicht minber groß sinb bie Ein- ! flüsse ber Lisztschen Tonbichtungen. Auch bie . Wirkung ber anberen Großen im Reiche ber Musik, Beethoven, Mozart, Hoybn unb Schubert sinb unverkennbar zu spüren. Richarb Wagner unb Franz Liszt waren seine eigentlichen Lehrmeister; barüber sagte er einst: „Ich glaube, ich habe von Wagner gelernt, was es überhaupt nur von ihm zu lernen gibt: bie Opernkomposition auf Grunb ber Verbindung von Text und Musik; .die Behandlung des Rezitativ eines Richard Wagner muß jedem modernen Musiker Beispiele geben I unb Vorbilber zugleich, — ich meine, ich habe ba I nichts außer Acht gelassen unb bin boch nicht in ben I Fehler gefallen, zu kopieren." Die Fülle seiner Werke ist fast unermeßlich. In ben sinfonischen Dichtungen unb Opern hat sich seine Eigenart zuerst unb am nachdrücklichsten gezeigt. Er stürmte zuerst als ein kühner Experimentator voran, und während dieser Zeit hat er seinen heftigsten Gegnern den Fehdehandschuh hingeworfen. Aber allmählich sind auch diese Widersacher, denen Strauß in seiner sinfonischen Dichtung „E i n Heldenleben" ein Denkmal gesetzt hat, still geworden. Aber auch Strauß hat sich geändert unb ist ruhiger unb reifer geworden; die gewagten Versuche, die seinen Gegnern als „rücksichtslose Neuerungen" erschienen, sind einer größeren Einfachheit und Innerlichkeit gewichen. Die Aufführung seiner „S a l o m e" erregte noch 1908 in Neuyork einen Sturm der Entrüstung, so daß die Absetzung vom Spielplan erfolgen mußte. Auch als Liederkomponist hat sich Richard Strauß einen bleibenden Platz in der deutschen Musik errungen; seine Vertonungen von Texten von Dehmel, Liliencron, Mackay, Bierbaum und H e n ck e l l sind feinabgestimmte Stimmungsbilder. Von vielen ist Richard Strauß vorgeworfen worden, daß seine Musik zu sehr Erzeugnis blendender Gehirnarbeit sei, daß in ihr manche gesuchte Ursprünglichkeit sei und baß Wissen und technisches Können an ihr mehr beteiligt seien als Herz und Gemüt. Darauf läßt Strauß sich selbst vernehmen: „Wenn man mir vorwirft, ich schreibe zu kompliziert — zum Teufel! Noch einfacher kann ichs nicht ausdrücken, und ich strebe nach möglichster Einfachheit; ein Streben nach Originalität gibt es bei einem wirklichen Künstler nicht. Was meine musikalische Ausdrucksweise oft überfeinert, rhythmisch zu subtil und reichhaltig erscheinen läßt, ist wahrscheinlich ein Geschmack, der mir leicht als gewöhnlich, schon oft dagewesen und daher überflüssig, nochmals wiedergekaut zu werden, erscheinen läßt, das andern, nicht bloß Laien, als höchst modern und dem zwanzigsten Jahrhundert angehörig vorkommt." Die besonders stark ausgeprägte Jnstrumentierungsgabe in feinen späteren sinfonischen Dichtungen hat 'dem Vater einmal die Bemerkung abgenötigt: „Dabei bekomme man ein Gefühl, als wenn man die Hosen voll Maikäfer habe." Was hier humorvoll-bajuvarisch ausgedrückt ist, bezeichnet die wunderbare Geschmeidigkeit der Jnstrumentationskunst dieses großen deutschen Musikers und Tondichters, von dem P u c c i n i aus Anlaß der „Salome"-Aufführung geäußert hat, er sei der Einzige aus der nachwagnerischen Periode, der sich neben dem Bayreuther Meister nicht wie ein Zwerg neven einem Riesen ausnimmt. „Richard Strauß", so sagte der Italiener, „ist ein gewaltiges musikalisches Temperament, stark wagnerisch, aber dennoch von selbständiger Schaffenskraft und Originalität." Das deutsche Volk ehrt in Richard Strauß an diesem hohen Feiertage die Größe seiner musikalischen Ueberlieferung, die in der Gegenwart einen so treuen Bewahrer und selbständigen Weitergestalter gefunden hat. Zeitschriften. — „Der Naturforscher" vereint mit „Na- tur und Technik", Juniheft Hugo Bermühler 23er- lag, Berlin-Lichterfelde. — Nachdem Ausführungs- befhmmungen zu dem Gesetz zur Verhütung erb- kranken Nachwuchses erschienen sind, ist es an der Zeit, die Auswirkungen dieses wichtigsten Gesetzes zur Volksaufartung, sowie des Gesetzes gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher zu überblicken. Die- ser Aufgabe unterzieht sich Professor Dr. Walter- Bremen in seinem Beitrag „Die Gesetze zur Volksaufartung". — R. Hundt gibt in seinem Beitrag "Wie lebten die Graptolithen?" eindrucksvolle Bilder und interessante Ausdeutungen dieser mitteldeutschen Funde aus frühester erdgeschichtlicher Vor- zeit. — Wie es erreicht wurde, durch sorgfältige Schallmessungen und Versuche em allen bei unseren Schreibmaschinen Lärm verursachenden Teilen die Geräusche soweit herabzumindern, daß sie nicht mehr stören, ist in einem bebilderten Beitrag ausgeführt. — Eine andere deutsche Erfindung von weitgreifender Bedeutung, den Siemens-Funk- Fernschreiber, erläutert Dipl.-Jng. H. Kalden. — Reizvolle Bilder aus dem Leben unserer Kröten und Frösche gibt der bekannte Tierphotograph Hermann Fischer, Braunschweig, während Dr. H. W. Frick- hinger die Frage erörtert, ob bei der Aufzucht der Wisente in Bialowies Fehler gemacht wurden, Me wir nun bei den Versuchen zur Wiedereinbürgerung dieses Rindes zu vermeiden trachten müssen. — Dem oft enttäuschten Bilderjäger für die Arbeit zutreffende Empfindlichkeitszahlen zu geben, ist das Ziel der OI^-Normung der Empfindlichkeit der photographischen Schichten. Darüber berichtet (Ber» Hard Isert, Magdeburg. — Andere Beiträge behandeln die Versuche an Lebewesen mit dem vor für» zem entdeckten „schweren Wasser", ferner die Feinde unserer Honigbiene, die Verteilung des Nikotins beim Rauchen, die Kennzeichen des Kreuzotterbisses, die Größe der Welt in Zahlen usw. Somit bietet auch das vorliegende Heft des „Naturforscher" dem Naturfreund wegen seiner Reichhaltigkeit und schönen Bebilderung viel Wissenswertes" und Wertvol- les. Trotz wissenschaftlicher Genauigkeit sind die Beiträge allgemeinverständlich gehalten, so daß die Zeitschrift jedem, der sich mit den Vorgängen in der Natur beschäftigt, warm zu empfehlen ist. Oberheffen. Lanvtrers Gießen. )( Großen-Linden, 11. Juni. Weißbinder Heinrich Degen I. vollendet am morgigen Dienstag in geistiger und körperlicher Frische sein 80. Lebensjahr. * Großen-Buseck, 11. Juni. Der 24 Jahre alte Ingenieur Karl Dort zog sich durch einen unglücklichen Fall erhebliche Knie- und Fußoerletzungen zu und mußte in die Chirurgische Klinik übergeführt werden. (D Holzheim, 10. Juni. Beim Füttern kam gestern eine hiesige Frau so unglücklich zu Fall, daß sie einen doppelten Beinbruch erlitt und die Ueberführung in die Klinik zu Gießen notwendig wurde. (D Grüningen, 10. Juni. Die Landes- filmstelle der NSDAP. Frankfurt brachte gestern abend in der hiesigen Turnhalle den Tonfilm „Hitlerjunge Quex" zur Aufführung. Hierzu hatten sich die Mitglieder der Ortsgruppe der NSDAP. Grüningen mit ihren Untergliederungen eingefunden. Besonders stark war die Beteiligung seitens der Zelle Dorf-Gill. Die Vorführung des Filmes hinterließ einen tiefen Eindruck und zeigte in anschaulicher Weise die schweren Kämpfe, die durch die Vorkämpfer der nationalsozialistischen Bewegung in den Großstädten vor Erreichung des Zieles ausgetragen werden mußten. Am Vormittag wurde der Film für die Schulen Eberstadt, Dorf- Gill und Grüningen aufgeführt. preutzea. Kreis Wetzlar Bieber, 8. Juni. Bei der dieser Tage abgehaltenen Kundgebung gegen Nörgler und Miesmacher war auch der Kreisleiter Pg. Haus (Wetzlar) anwesend. Er hielt eine Ansprache, in der er das Verhältnis überstaatlicher Mächte zur deutschen Wirtschaft in der Zeit vor der nationalen Revolution charakterisierte und dann auf das ehemalige Wirken der abgewirtschafteten Parteien zu sprechen kam, aus dessen Kreisen heutr die Nörgler und Miesmacher kämen. Leider werde auch manchmal noch von der Kanzel herab gegen den Nationalsozialismus gesprochen, obwohl es Adolf Hitler gewesen sei, der der Kirche stärksten Schutz angedeihen ließ. Jeder Volksgenosse müsse sich darüber klar sein, daß Deutschland wieder ein Arbeitsstaat werden müsse. 14 Jahre lang habe das deutsche Volk um seine Existenz gebangt, jetzt bedürfe es nur noch vier Jahre der Geduld, bis es dem Führer aelungen fei, alle wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Er, der Führer, setze sich beharrlich für das Wohlergehen der Nation ein. Notwendig sei vor allem der Aufbau auf der eigenen Scholle, damit Deutschland zur Nahrungsmittelfreiheit komme. Nachdem Kreisleiter Haus noch scharfe Abrechnung mit Nörglern und Miesmachern gehalten hatte, fand die Kundgebung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied ihren Abschluß. HunOfunfprogramm. Dienstag, 12. Juni. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15 Gymnastik II. 6 40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Don Stuttgart: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Von Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.40: Stunde der Frau. Wir erwarten Gäste. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Unbekannte Dichter: Wilhelm Reuter. Ein Bauerndichter. Vortrag mit Rezitationen von Erna Gilbert. 17.45: Kleine Klaviermusik. 18: Lufthansa: Frankfurt-Berlin in 85 Minuten! Zur Eröffnung der neuen Blitz-Flugstrecken ab 15. Juni. 18.15: „Aus Wirtschaft und Arbeit" (Kurzberichte). 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Deutsches Opernkonzert. 20: Nachrichten. 20.10: Das Lahntal. Hörfolge von Paul Laven. 21: Tanzabend der Funktanzkapelle. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen .. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. Es spielt das kleine Funk-Orchester 24: bis 1: Nachtmusik. Mittwoch, 13. Juni: 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20—8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10:10: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendcbe- zirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III „Rhingkadetten". 14.30: 3mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 1. Freiburg: Vom Kirschenmarkt am Kaiserstuhl. Hörbericht. 2. Trier: Unterhaltungsmusik. 3. Kassel: Zwei Arno Ericht. 15.50: Wirtschafts- musik. 20: Nachrichten. 20.10: Reichssendung: ittagskonzert. 17.30: Wirtschaft- Unsere Saar. Den Weg frei zur Derstand^ung. musik. Wirtschaft 20.30: Konzert. Tänze aus aller Welt. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen . . . 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Unterhaltung und Tanz. 24—1: Nacht- Kurzgeschichten von l bericht. 16: Nachmittagskonzert. .... , , , liche und soziale Dokumente aus der Zeit des großen Bauernkrieges. Ein Zwiegespräch. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: Don Freiburg: Faltbootfahren, der zünftige Sommersport. Vortrag von Dr. Marcard. 18.35: Junge deutsche Dichtung: Hans Reeder. 18.50: Griff ins Heute. 19: Bauern-Tanz- besonders lebhaft sei. Die Preise zogen etwas an, besonders für die Güteklasse I (S). Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischeier 5 10, A 9'/-, B 8V-, C SV-, D 7'/-. Holländer S 93/<, A 9V4, B 8'/<. Dänen und Flan- Jm Mai hat die Zahl der Notstandsarbeiter um rund 5400 abgenommen. Um so beachtenswerter ist, daß trotzdem die Zahl der Arbeitslosen um rund 5500 gesenkt werden konnte. Die Einschränkung der Notstandsarbeiten erfolgt planmäßig, well nach dem erreichten hohen Beschäftigungsstand in den ländlichen Bezirken nunmehr stärker als zuvor der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in den Großstädten durchgeführt werden muß. Von den am 31. Mai vorhandenen 146 351 Arbeitslosen erhielten 13 516 Arbeitslosen- und 44 322 Krisenunterstützung. Anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden insgesamt 54 400 gezählt, davon waren 7064 Frauen. Bei 1044 Maßnahmen, die von der Reichsanstalt mit Grundförderung finanziert werden, waren Ende Mai 30 877 Notstandsarbeiter beschäftigt. lebhaft. Der Renten markt lag weiter recht ruhig, Altbesitz eröffnete 0,25 v. H. leichter, Neubesitz zunächst noch ohne Notiz und zwischen 22,95 bis 23, also gut behauptet beim ziemlich lebhaftem Geschäft. Obwohl zum Umtauschkurs immer noch ein beachtliches Disagio besteht, kommt eine weitere Befestigung nur schwer durch, da auf diesem Niveau nicht unerhebliche Verkaufslimite zur Ausführung kommen. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren zu 94,25 v. H. behauptet. Am Aktienmarkt setzten IG. Farben mit 144,65 knapp behauptet ein, später galten sie etwa 145,25 v. H. Metallgesellschaft zogen 1 v. H. an. Elektroaktien lagen fast durchweg um 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher, mehr erhöht waren AEG. 27 bis 27,75 (26,50), Lechwerke 89,50 (87,75), Rhein. Elektro 99,50 (97,75), Siemens unv. 141,50, dagegen Schuckert 0,50 v. H. leichter. Von Montan- werten setzten Harpner 1,65 v. H. niedriger ein, im übrigen gaben Rheinstahl 0,40 v, H., Stahlverein 0,25 v.H. und Ilse Genuß 0,50 v. H. nach. Schiff- fahrts- und Transportwerte eröffneten bis 0,50 schwächer, Kunstseide- und Zellstoffaktien gut be- dern S 9V2, A 9, B 8V2. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 9. Juni. Die Haltung am Buttermarkt war etwas zuversichtlicher, da die Konsumnachfrage besser geworden ist. Die Eingänge in deutscher Butter waren nicht drängend, bleiben aber ausreichend. Holländische Butter liegt etwas fester, für deutsche Ware blieben die letzten E i n - standspreise unverändert und zwar notierten in Mark pro 50 Kilogramm ab Versandstation: Deutsche Markenbutter 127, feine deutsche Molkerei- butter 123 bis 125. Für beste holländische Marken- butter stellte sich der Einstandspreis etwa auf 129 bis 131 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Juni. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1327 Rinder (357 Ochsen, 115 Bullen, 409 Kühe, 446 Färsen), 622 Kälber 36 Schafe, 3982 Schweine. Es kosteten: Rinder': Ochsen 26 bis 35 Mark, Bullen 22 bis 32, Kühe 15 bis 30, Färsen (Kalbinnen) 25 bis 34; Kälber 30 bis 53; Hämmel 30 bis 37; Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 50, a2) Fettschweine über 300 Pfund usw. 31 bis 42 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen ruhig. Fran kfurt a. M., 9. Juni. Das Geschäft blieb weiter klein, auch im Einzelhandel beschränkte sich der Absatz nur auf den notwendigsten Bedarf. Das Angebot war etwas stärker, doch finden die überschüssigen Mengen zum großen Teil zur Kühlhaus- ! einlagerung Verwendung, die zu den jetzigen Preisen LPD. Frankfurt a. M., 10. Juni. Die Pressestelle des La n d e s a r b e i t s a m t s Hessen teilt mit: Im Mai nahm die Zahl der Arbeitslosen im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen um rund 5500 weiterhin ab. Ende Mai wurden noch insgesamt 146 351 Arbeitslose gezählt, davon waren 24 725 ober 16,9 v. H. Frauen. Seit Beginn der Arbeitsschlacht (Ende Januar 1933) beträgt die Gesamtabnahme der Arbeitslosen nunmehr rd. 186 200 oder rund 56 v. H. Gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres liegt Ende Mai d. I. die Zahl der Arbeitslosen um rund 141 000 oder 49,1 v. H. niedriger. Die stärksten Abgänge hatten die Berufsgruppen Landwirtschaft, Metallgewerbe, Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe, Nahrungs- und Genußmittelgewerbe und die Gruppe der ungelernten Arbeiter. hauptet. Sonst eröffneten u. a. Gement Heidelberg 1,25 v. H., Deutsche Linoleum 1.13 v. H., Südd. Zucker 1,25 v. H. fester. Lebhafte Umsätze hatten Daimler Motoren, die erst unverändert einsetzten, bann schließlich auf 52,75 (-l- 1,50 v. H.) anzogen. Auch Ablerwerke Kleyer beachtet unb etwa 1,50 d. H. höher. Bei biefen beiden Gesellschaften rechnet man mit einem wesentlich milderen Sanierungsbe- schluß in den demnächst stattsindenden Bilanzsitzungen. Im Verlaufe war die Haltung allgemein befestigt, das Geschäft war aber nur bei wenigen Spe- zialpapieren lebhafter. Starke Schwankungen hatten Farbenindustrie, auch Mannesmann mit 66,75 bis 68 bis 67,65 (plus 1,50 v. H.), während Farben am Schluß mit 144 v. H. wieder schwacher lagen. Im Durchschnitt ergaben sich gegen den Anfang Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 v.H. Sehr fest lagen Chade mit plus 4 RM., ferner Ilse Stamm mit plus 4,50 v.H., daneben Kali Aschersleben und Westeregeln je plus 2 v.H., Ilse Genuß plus 1,50 v. H., Harpener plus 1,75 v. H. — Am Rentenmarkt ergaben sich für Reichsanleihen auch später keine Veränderungen, Neubesitz wurden schließlich mit 22,95 v. H. notiert. Pfandbriefe und Stadtanleihen waren größtenteils unverändert, vereinzelt auch von 0,50 bis 1 0. H. höher dzw. niedriger. Industrie- Obligationen zogen meist etwas an. Don fremden Werten waren Schweiz. Bundesbahn-Anleihen erneut gesucht und von 2 bis 3 v.H. höher, Türken, Rumänen und Mexikaner bröckelten etwas ab. — Tagesgeld unv. 3,50 v. H. An der Nachbörse nannte man Farben 143,75, Neubesitz 22,9772 bis 23, Mannesmann 68, Daimler ca. 52 v. H. Frankfurter Eiermarkt. Weitere Abnahme der Arbeitslosigkeit im Landesarbeitsamtsbezirk Heften. 3m Mai 5500 Arbeitslose weniger. Lebensversicherung wird zum Ende des Berichtsjahres mit 63196 Versicherungen über 187 098142 Mark ausgewiesen. Davon waren 7810 Versicherungen über 20 649 040 Mark im Berichtsjahr neu abgeschlossen worden. Die Auszahlungen und Rückstellungen für Todesfälle wurden mit 1877 207 Mark errechnet. In der Unfall- und Haftpflicht- Versicherung wird der Bestand Ende 1933 mit 40 020 Versicherungen mit insgesamt 2 528 467 Mark Beitrag angegeben. An die aufwertungsberechtigten Altversicherten sind dis zum Ende des Berichtsjahres 15 862 986 Mark ausgezahlt worden, davon über 3 Millionen Mark im Jahre 1933. Die technischen und mathematischen Reserven wurden auf über 55 Millionen Mark errechnet. Die Gesellschaft hat sich aus freien Stücken dazu entschlossen, vom 1. Januar 1934 an den Zinsfuß für alle von ihr vergebenen Hypotheken auf 5,5 v. H. zu ermäßigen. Wie die Verwaltung der Gesellschaft mitteilt, hat sich auch im laufenden Jahr die günstige Entwicklung des Geschäfts fortgesetzt. Frankfurter Börse. Freundlich. Oer Reichsbankauswers * für die 1. Juniwoche. In der ersten Juniwoche ist nach dem Reichsbankausweis eine Verringerung der gesamten Kapitalanlage um 108,6 Mill. Mk. eingetreten, damit ist rund ein Drittel der Inanspruchnahme zum Ultimo wieder abgedeckt. Diese Bewegung ist normal. Im einzelnen ging der Wechsel und Scheckbestand um 76,8 auf 3097, der Lombardbestand um 45,2 auf 79,3 Mill, zurück, während der Bestand an Reichsschatzwechseln um 11,1 auf 25,1 Mill. Mk. stieg. Ein Rückgang der sonstigen Aktiven um 38,5 Mill, auf 588,2 Mill. Mk. hängt zum Teil mit Rückzahlung der zum Ultimo in Anspruch genommenen Reichskredite zusammen. Der Bestand an deckungsfähigen Wertpapieren erhöhte sich um 2,6 auf 322,9 Mill. Mark. Der Notenumlauf ging um 127,5 auf 3507,9 Mill. Mark zurück, während 14,1 Mill. Scheidemünzen in die Kassen der Reichsbank zurückflossen. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß 5,4 Mill. Scheidemünzen neu ausgeprägt und 10,4 Mill. Mark ein- gezogen wurden. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich weiter um 15,3 Mill, auf 120,6 Millionen Mark vermindert. In der Berichtswoche waren Zinsen auf die Dawes-Anleihe bereitzuftellen. Der Goldbestand ging um 19 Mill, auf 111,1 Mill, zurück, der Bestand an deckungsfähigen Devisen stieg um 3,7 auf 9,4 Mill. Mark. Das Deckungsverhältnis beträgt jetzt noch 3,4 Prozent gegen 3,7 Prozent Ultimo Mai. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf beträgt 5442 Millionen Mk. gegen 5492 Mill. Mark zur gleichen Zeit des Vormonats und 5369 Mill. Mk. zur gleichen Zeit des Vorjahres. Das Kraftfahrzeuggewerbe im Jahre 1933. Der Reichsoerband des Kraftfahrzeughandwerks, -Handels und -gewerbes e. V., Berlin, bestätigt in feinem Geschäftsbericht für das Jahr 1933 die günstige Entwicklung auf dem Kraftfahrzeugmarkt, die bei Personenwagen eine Absatzsteigerung von rund 65 Prozent und bei den Großkrafträdern von rund 25 Prozent mit sich brachte. Demgegenüber ist interessant, daß das Reparaturgewerbe naturgemäß von dieser. Belebung zunächst noch keinen Vorteil ziehen konnte. Die Umsätze und der Beschäftigungsgrad konnten sich in diesem Gewerbe auch deshalb nicht bessern, weil sehr vielen Besitzern von steuerpflichtigen Altwagen der Anreiz zur Vergebung größerer Reparaturaufträge fehlte. Der Zubehörhandel konnte ebenfalls keine nennenswerte Veränderung gegenüber dem Vorjahre feststellen, was hauptsächlich darauf zurückgeführt wird, daß die Automobilfabriken immer meyr dazu übergingen, die Fahrzeuge mit vollständiger Zuhörausrüstung zu liefern. Nur in einigen Spezialartikeln wurden verhältnismäßig befriedigende Umsätze erzielt. Zur Frage der Absatzfinanzierung wird festgestellt, daß der Anteil des Kreditgeschäftes an der Absatzsteigerung der Kraftfahrzeuge nicht mehr so erheblich gewesen ist, wie in früheren Jahren. Der Bericht spricht von nunmehr nur noch 40 Prozent aller Verkäufe, bei denen die Einräumung von Ratenzahlungskrediten notwendig war. Es sind von den in diesem Frühjahr gekauften Wagen nur noch kaum 20 Prozent in Raten gezahlt worden. Die Schwierigkeiten, mit denen das Garagen- g e ro e r b e in den vergangenen Jahren zu kämpfen hatte, haben eine Verminderung nicht erfahren. Ein- stellpreis und Besetzungsziffer find noch nicht im Ansteigen begriffen Bei den Kraftfahrschulen ist die Zahl der Prüfungen um 11,6 Prozent gestiegen in der Zeit von 1. April bis 1. Oktober. ♦ * Magdeburger Lebens - Versicherungs-Gesellschaft. Bei der General-Versammlung der Gesellschaft am 6. Juni d. I. in Magdeburg konnte als erfreuliches Ergebnis ein Anwachsen des Überschusses auf 2157 433 Mark gegenüber 1604 509 Mark im Vorjahr festgestellt werden. Die Gesamteinnahmen betrugen 72 349 816 Mark, die Gesamtausgaben 70192 383 Mark, so daß die Gewinn- und Verlustrechnung mit einem Gesamtüberschuß von 2157 433 Mark abschließt. Von diesem Ueberschuß erhalten die Versicherten 1 917 432 Mark, gleich 93,2 v. H. des bilanzmäßigen Reingewinnes, der sich nach Abzug der satzungsmäßigen Dordividende ergibt. Der Bestand in der Frankfurt a. M., 9. Juni. Die Wochenschlußbörse eröffnete in stiller Haltung und war kursmäßig zunächst nur wenig veränoert. Vom Publikum lagen nennenswerte Aufträge noch nicht vor,, während die Kulisse etwas Zurückhaltung übte. Die I Grundstimmung der Börse war aber weiterhin freundlich, wobei neben der bereits gemeldeten neuen Verminderung der Arbeitslosenziffern auch die gebesserte außenpolitische Lage anreate, wenngleich gerade die neueste Entwicklung zur Zurückhaltung veranlaßte. Die ersten Kurse lagen bei nur minimalen Veränderungen uneinheitlich, später setzte sich dann überwiegend eine neue Befestigung durch und auch die Umsätze wurden im ganzen etwas größer, in einigen Spezialpapieren waren sie sogar recht Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuietzl veichwtzenen DivldenDe an - Reichsbankdistom 4 o H. Lombardzinsfuh 5 o. H. Franksur a. Vl Berlin Frankfurt a.JJI. Berlin Schluß- für« Schlußk. Abendbörse Schluß- für« Schlußk Mittag, dürfe Schluß- für« Schlußk. Abendbörse Schluß- furd Schlußk. Mittag, börje ■Datum 8.6 i 9.6 8-6. 9.6. Datum 8.6. 1 9-6 8-6- 9.6- •% Deutsche Reichsanleihe v 1927 97 97,25 97,5 97,25 4% desgl. Serie U 7,25 7,1 — — 6% ebcm.7% Dl. Reichsan!. v. 1929 d9,65 99,6 99,75 99,7 5% Äumän. vereint). Rente v. 1903 4,65 4,4 4,65 4,4 b^%Doung-Anleihe von 1930 . 92,25 92 92 92,25 4^i%Rumän.vereinh.Rentev.1SlS 7 6,9 — 6,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 94,75 4% Rumänische vereint). Rente .. 4,1 3,9 4 3,9 Autzlos.-Rechten . .. 94,5 94,9 94,5 9%% Anatolier ..... — 35,13 — 36,25 DeSgl. ohne Aurios.-Rechte ..... 22,95 22,95 23 23 6% el)em.8% Hess. BolkSstaai 1929 (rückzahlb. 102%) . .. 92,75 92,75 93 93 vamdurg-Amertka-Paket . o Hamdurg-Südam. Dampfschisf 0 28 27 28,5 25,5 27,75 26,75 6% Hess. LandeSbanI Darmstadt 90,75 90,75 90,75 90,75 Hanla-Dampfschifs o — — Gold R. 12 Norddeutscher Lloyd ..... 0 — 33,25 84,5 32,75 5ty% Hess LandeS-Hypoiheken- bank Darmstadt Ctqui 89,5 89,75 A.G. für Verkehrswesen AU. .. 0 67 66,5 67,5 66,75 —— — Berliner Handelsgesellschaft . 4 85,5 85,75 86 Oberhellen Provinz-Anleih« mit Lommer». und Privat-Bank 0 53 53,5 53 53,5 Auslos.-Rechten 96,5 — Deutsche Lank und Disconll» Deutsche Komm. Sammelabl. An- 94,5 94,5 94,9 94,13 Gesellschaft................ 0 58 58,5 58 58,5 leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten Dresdner Bank.............. o 63 63,5 63 63,5 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank 90,25 90,25 Reich-dank ............... 154 153 153,5 152,25 Goldpse. 15 unkündbar bis 1985 91 — •% «dem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 90,25 90,25 — — A.G.G.................... o 26,5 27,75 26,5 27,65 ehern. 4y,% Franks Hyp^ 89 Bekula............... o 136,5 137 136,65 137,25 Bank-Liqu^Dfandbriese 89 — Deltt. Lieferungsgesellschaft' ... S 96 97,5 96 97 6H% ehern. 4Vi% Rheinische 91,25 Licht und Kraft g 109 109,5 109 109,75 Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. 90,75 — — eiten » wutlleaume ... 0 ^Hjch.s.Elektr.Unternehmuna. 6 60,5 61,5 64,25 60,5 <% ehern. 8% Pr. LanbeSpfand- briefanfialt, Psandbriese R. 19 94 <4 102 102,25 101,5 101,5 94 94 —— myeiniia)« itiettujttai ....... 5 97 99,5 98 99 6% ehern. 7% Pr LandeSpfand- bdcfanflalt, Pfandbriefe R. 10 94 Schuckert Silo........... 5 93 93 93 93,5 94 94 94 Siemen«» Halske......... 141,5 141,5 141,5 141 Bteuerautidi BerrechnunaSkurtz 99,3 99,4 9,3 99,4 saum#Der»14a. ...... ,0 116,75 117 117 117,5 4% Oelterretchtschr Goldrenre 4,20% Oesterreiwische Silberrente 28 28 28,6 — ruber*» ...............e 76,4 76,5 76,25 77 1,15 1,2 1,2 1,13 Deutsche »rdöl ............. 121,75 122,13 121 121,75 4% Ungarische Goldrente .. 8 8,2 8,25 8 delsenkircheua ............... 64 64,5 64,24 64 4% Ungarische Staatsrente v. 1911 7,25 7,25 7,5 7,55 >arpener ............... C 101,9 102 101 100,5 4yt% desgl. von 1913 . .. 7,65 7,75 7,7 7, 7 >oesch Eisen—Köln-Neuesieti .. — —- 76 75,25 6% abgeft. Goldmexikaner von 9‘ 8,25 8,5 8,25 8,75 Ufe Bergbau .H........ < 155,5 159 156 157,5 4% Türkische Zollanleihe von 1911 7,13 7,13 7,1 7,25 flfe Bergbau Genüsse........< 124,5 125 124,5 | 123,5 4% Türkisch« Bagdadbahn-Anleihe klöcknerwerke ............... 70,75 70,9 70,9 71 •eitel....... 7.2 7 — — Ranne«wann.Rötee« ........ 66,25 i 67,65 66,13 1 68 Frankfurt a. M Berlin Schluß- furd Schluß!. Abendbörse Schluß- hirei Schlußk Mtnag- börse Datum 8-6 9-6- 8-6. 9-6. Maneselder Bergbau .. ......0 78 78 77,9 77,9 ....... 0 _ _ 99,4 50 99,75 50,13 233 50.5 50,5 234,5 Rheinische Braunkohlen 10 234 Rhein stahl ....... 0 98.65 98,25 43,75 98 43 97,25 43,65 Bereinigte Stahlwerke. .......0 43,5 ....... 0 15,75 119,5 16 121 15,75 119 15,75 121,4 Kaliwerke Aschersleben. ....... 5 Kaliwerke Westeregeln . .......5 119 121 118,75 124 ftalitoeifr Salzdetfurth .....7% 160 159 158,5 159,5 3. G. Farden-Indultne ....... 1 ....... 9 144,9 201 143,75 202,75 145,13 143,65 68 41,65 68,5 41,75 68 41,4 69 .......0 40,4 »»tanarWIlkfadft...... .......0 83 84 82,75 83,75 64,75 62 63,5 104 125,5 Zementwerk Heidelberg tir! Itrtbt. . ......0 102,75 125 SchuUhet» Pavenhofer ......0 108,65 108,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 63 63,5 62,65 63,9 ... 0 71,25 70,75 70,9 71,5 Sellftoff^malbbol ..... .......0 49,75 50 49,75 49,75 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 44 44,5 43,75 44,5 Dessauer (Bai ..... .......1 — ■— 129,25 51,25 52,5 49,25 51,75 Deutsche Linoleum .... 62,65 63,5 62,75 64,4 Orenstein L koppel ... .......0 — 65,5 65,25 Leonhard Tietz ...... .......c 20 20,75 20,65 20,13 Iba de .............. .......10 169 193,5 188,5 193,5 179 Äctu rnulatorrn-Fabrik .......0 179,75 178 lonMlammi ..... .......0 138 138 137,5 138,5 Grttzner........... .......0 Matnkrastwerke Höchst a.SL... , 73,5 71 — Süddeutscher Zucker .< ••••*•• 1 1 174 1 175,25 1 174,25 1 176 Deoifenmorfl Berlin — Frankfurt a. Hl Banknoten. 8.Juni 9. Juni Amtliche Geld Kotierung Brie Amtliche Jlotierum. Geld Brie Buenos Aires 0,608 0,612 0,606 0,610 Brüssel ..... 58,52 58,64 58,54 58.65 Rio de Jan. 0,151 0,153 0,151 0,153 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,62 56,74 56,52 56,64 Danzig..... 81,60 81,76 81.60 81,76 London ..... 12,675 12,705 12,655 12,685 Helsingsors.. Parts ...... 5,604 5,616 5,599 5,611 16,50 16,54 16.50 16.54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien .... 21,73 21,77 21,70 21,74 Japan ..... 0,753 0,755 0,753 0,755 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 0,676 £610..... 63,69 63,81 63,62 63 74 Wien...... 47.45 47.55 47,45 47.55 Lissabon ... 11,54 11,56 11,52 11,54 Stockholm.. 65,33 65,47 65,26 65,40 Schweiz ... 81,37 81,53 81,42 81,58 Spanien... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag...... 10,43 10,45 10,44 10,46 Budapest .. — — — Reuyork... 2,506 2,512 2,502 2,508 Berlin, 9.Juni (Selb Brief Amerikanische Roten.............. 2,455 2,475 Belgische Roten ................. 58,38 58,62 Dänische Roten ................ 56,37 56,59 (JnQliji+ir 9?nten ............... 12 61 12,67 .Zranzdstschi» Roten .. ............ 16,46 16,52 I6*\31 169.99 21,58 21,66 Norwegische Roten .............. 63,45 63,71 Deutsch Oesterreich. * 100 Schilling — — Rumänische Roten .............. —— —— Schwedische Roten............... 65,10 65,36 Schweizer Roten ................ 81,24 81.56 Spanische Rote» ................- 34,18 34,32 Unaariidjt Rote» ..••••••••••*.»• Nr. 133 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzriger für Gberhefsen) Montag, V. Zum 1934 Aus der Provinzialhauptstadt wohnt Herr | und demgemäß grüßte er kameradschaftlich jeden Londoner Polizisten. Und doch ist ihre nüchtere er mürbe sogar bei Drange der Geschäfte »ter das nach ihm be- Achter auf, das zum Sängerschaft der Festhalle der Darrn- sowie Volks- stellte Hauptmann o. D nannte Freikorps d. Massenchöre geboten wurden. In fanden Massenvorführungen städter Turn- und Sportvereine statt, tänze aus der hessischen Heimat. aus, das Kriegervereinswesen habe in der Zeit nach Herz — er springt zu — auf den Damm — will dem großen Kriege eine erhebliche Krisis durchlebt, sich ihn holen. — Ein Wagen in voller Fahrt. — Neben den Regimentsvereinen hätten auch die Krie- Der Fahrer zieht erschreckt die Bremse, kann sein gervereine durchaus ihre Daseinsberechtigung. Sie I Auto aber nicht mehr zur rechten Zeit zum Halten Uniform recht unköniglich; der dunkle Filzhelm gibt einen wenig dekorativen Abschluß nach oben. Diese braven Männer verdienten es, dojj der Dichtkunst gepriesen zu werden; zum mindesten gehört dem bobby ein Denkmal der Dankbarkeit der Nation am Trafalgar Square, wo Nelsons Ruhm verewigt steht. ten dieselbe Farbe wie die Armbänder haben. Als Ende des 17. Jahrhunderts die Trikotbeinkleider immer mehr aus der Herrenmode verschwanden und Tuchbeinkleider an ihre Stelle traten, mochte man sich doch nicht von dem liebgewordenen Schmuck der Strumpfbänder trennen, sie wurden über der Hose getragen, waren mit schönen Schnallen geziert und fielen in breiten Schleifen über das Bein herab. Bussy-Rabutin erzählt, daß auch die hohen Prälaten ihre Strumpfbänder sorgsam auswählten. Die Kardinäle trugen über ihren roten Seidenstrümpfen goldgestickte Strumpfbänder; nur des Freitags waren sowohl Strümpfe wie Bänder in einem zarten Grau gehalten. Ludwig XV. noch hat sich so malen lassen, daß seine Strumpbänder, wahre Kunstwerke, was Stickerei und edle Arbeit der Schnallen anbelangt, sichtbar wurden. Am Sonntag abend fanden in allen Lokalen der Stadt kameradschaftliche Zusammenkünfte statt. — Wie die Reichsbahn bekannt gibt, waren bereits Sonntag mittag 80 000 Gäste zu der Festtagung in Darmstadt eingetroffen. Dazu kommen die vielen Zehntausende, die mit Wagen und Rädern gekommen sind. Vielfach sind die Pflichten des Londoner Schutzmannes. Er muß einen Dieb festnehmen, einen Selbstmordkandidaten überlisten, ein durchgehendes Pferd festhalten, einen besetzten Kinderwagen zum rettenden Ufer geleiten usw. All das geschieht immer und überall mit derselben gleichbleibenden höflichen Hingabe. Belustigt meint M. V. Hughes, er würde sogar bei seinem humanen Gemüt im Drange der Geschäfte einem Straßenpassanten, der ihn unvermittelt darum angeht, hilfsbereit Geld bringen, — und Herbert wird von den Rädern erfaßt. — Ja, der Junge lief direkt in den Wagen — heißt es dann. Täglich lesen wir in den Zeitungen von Unfällen, die das Leben und die Gesundheit von Kindern zerstörten. Beispielsweise wurden im Monat März 1934 allein in Berlin 103 Unfälle durch Kinder verursacht, die auf der Straße spielten. 5 Kinder unter 14 Jahren wurden getötet. Major v. Wachter zum Oberstleutnant befördert. Der Kommandeur des I. (Hess. Grenadier-Batls. Jnf.-Regt. 15 Major v. Wachter wurde mit Wirkung ab 1. Juni d. I. zum Oberstleutnant befördert. Nächtlicher Zecher: „Bitte, wo Brown?" Zuschauern herzlich und begeistert begrüßt. Der zwei Stunden dauernde Festzug wurde durch zahlreiche Kapellen begleitet. Er nahm sein Ende auf dem Festplatz, wo durch die Darmstädter Wucher mit Rikschas. Ein heftiger Kampf ist zwischen der Schanghaier Stadtverwaltung und den Unternehmern ausgebrochen, die die Rikschas, die zweirädrigen, von Kulis gezogenen Wagen des Fernen Ostens, kontrollieren. Man ist der Tatsache auf die Spur gekommen, daß mit den Rikscha-Lizenzen ein schamloser Wucher getrieben wird. Ein Ausschuß, der das Rikscha-Geschäft in der internationalen Niederlassung von Schanghai untersuchte, stellte fest, daß die 10 000 Erlaubnisscheine, die für Rikschas ausgegeben wurden, in den Händen einer Gruppe von 144 Unternehmen find und daß die Marktpreise für Lizenzen, für die an die Stadt 20 Mark pro Stück bezahlt werden, bis zu 700 Mark betragen. Die meisten Inhaber der Lizenzen besitzen selbst keine Rikschas. Eine Chinesin, die über 405 Lizenzen verfügt, gibt diese an andere Unternehmer weiter, die sie wiederum an die Kulis vermieten. Gegen 140 000 Menschen leben allein von dem Rikscha-Geschäft in dem internationalen Bezirk, aber die Gesamtzahl in ganz Schanghai ist. viel größer, da es im ganzen 60 000 Miets-Rikschas gibt. Infolge der hohen Miete tun sich gewöhnlich drei Kulis zusammen, die das Gefährt für 24 Stunden mieten, wobei jeder 8 Stunden arbeitet. Der durchschnittliche Verdienst dieser menschlichen Motoren beläuft sich unter diesem System auf etwa 50 Pfennig am Tage. Die Rikscha-Firmen wehren sich hartnäckig gegen die Forderung, die Mietspreise wenigstens auf die Hälfte herabzusetzen. Man wollte die Kulis gegen ihre Aussauger organisieren. Aber diese Arbeitstiere des Fernen Ostens" weigerten sich, irgend etwas zu unternehmen, aus Furcht, auch noch ihren Hungerlohn zu verlieren. Bundesführers des Kyffhäuserbundes Generalleutnant a. D. von F a b e ck, der betonte, daß die Armee siegreich aus dem Felde heimaekehrt fei. Mit der Ernennung Adolf Hitlers Aum Kanzler sei der Weg zur Freiheit wieder geöffnet worden. Aeußerst eindrucksvoll war die den Abschluß des Festaktes bildende Aufführung des Weihespiels „Deutsches Erwachen" von Derwaltungsoberinspek- tor Meyer mit verbindendem Text von Rechnungsdirektor Enders. — Nach dem Fahnenausmarsch wurde die Kundgebung geschlossen. Noch viele Stunden entwickelte sich auf dem großen Feftplatz das rege Treiben des echten Volksfestes. — Am Sonntag früh begann schon um 5.30 Uhr das große Wecken durch zahlreiche Musikzüge und Pfeiferkorps. Anschließend wurden die noch ankommenden Vereine am Bahnhof empfangen. Um 12 Uhr fand dann der große historische Festzug statt. Die Festwagen der Verbände, Vereine, Innungen und Ständegruppen wurden in den reichgeschmückten Straßen von den Zehntausenden von Aus der Geschichte des Strumpfbandes. Auch das Strumpfband ist der Mode unterworfen, und es hat nicht immer bas verborgene Dasein geführt, wie schon bas Beispiel des Hosenbandordens zeigt, der als höchste Auszeichnung des englischen Königshauses sichtbar über dem Strumpf unter dem Knie getragen wird. Aber von biefem etwas ungewöhnlichen Fall abgesehen, der seine besondere Geschichte hat, sind über bas Strumpfband und seine Bedeutung für die Kleidung verschiedener Stände aufschlußreiche Tatsachen zu berichten. So waren die Beinlinge, die eine strumpfartige Fortsetzung der enganliegenden Beinkleider bildeten, wie sie im Mittelalter getragen wurden, durch kostbar gezierte Bänder miteinander verknüpft, und es lag durchaus in der Absicht dieser Zeit, diesen Schmuck des Knies nicht zu verbergen, sondern recht prachtvoll zur Schau zu tragen. Schon die römischen Gladiatoren und Tierkämpfer zeigten, was man auf alten Mosaiken feststellen kann, ihre weit über die Waden herabhängenden Strumpfbänder sehr deutlich. Im 10. und 11. nachchristlichen Jahrhundert war das Stumpfband ein sehr wichtiger Bestandteil der Kleidung, dem die menschliche Eitelkeit die größte Aufmerksamkeit schenkte. Die Bänder wurden am Knie in verschiedenen Farben getragen und waren herrlich geziert. In ber französischen Kirche DÄömont wird noch heute ein Paar ehrwürdiger Strumpfbänber bewahrt, die auf das Alter von acht Jahrhunderten zurücksehen können. Aber nicht nur die Herren, sondern auch die Damen trugen, wie die Chroniken der Höfe berichten, edel- steinbesetzte Strumpfhalter; die Farbe ber Bänder wurde mit denen der Wäsche und Taschentücher in feine Uebereinftimmung gebracht. Rabelais berichtet, in bem Jdealbilde seiner Abtei Thölöme, in der er ein Vorbild vornehmer Geselligkeit und schöner Lebenskunst darstellte, bei der Toilette der Damen auch über ihre Strumpfbänder. Die Frauen trugen damals herrliche scharlachrote Strümpfe aus feinem Tuch mit bestickten Borten, die drei Finger über bas Knie emporgingen. Die Strumpfbänder muß»Mütter, euch geht es au!" Herbert hat einen Spiegel bekommen, einen schönen, runden, blanken Spiegel. Der Onkel hat ihn mitgebracht. Herbert steht auf der Sonnenseite der Straße und läßt drüben in den Fenstern, die im Schatten liegen, den Schein seines blitzblanken Spiegels spielen. Die Sonne ersetzt ihm den Scheinwerfer. Das macht Spaß. Herbert steht auf dem Bürgersteig sicher inmitten der Brandung des Verkehrs. Die Autos und Motorräder flitzen an ihm vorbei. Er sieht sie nicht. Er ist diesen Anblick gewohnt — ein Stadtkind. Da trabt in gemütlichem Galopp ein Pferdefuhrwerk vorbei. Herbert sieht auf. Ein seltener Anblick für ihn. Er vergißt sein Spiel Interessiert sieht er dem Gespann nach mit dem Wunsch im Herzen, auch einmal im Hatte- hühwagen durch die Stadt zu fahren. Da macht es kling und „rrr" rollt der schiene Spiegel aus seiner Hand. Herbert versucht ihn zu fassen. Aber wie ein Reifen rollt das kleine, blanke Ding über den Bürgersteig auf den Asphalt. Der große Bogen, den sein Spiegel beschreibt, läuft in kleine Spiralen über und langsam endet die kreisende Bewegung. d^nz leise macht es „klack" und da liegt er nun mitten auf dem Damm. Herbert möchte ihn gerne wiederhaben. Er tritt verlegen von einem Bein auf das andere. Hilflos steht der kleine Mann. Die Autos sausen vorbei, die Motorräder knattern vorüber. Keiner der Fahrer bemerkt die hange Sorge unseres kleinen Herbert, der in jedem Gefährt den Zerstörer seines so schönen Spiegels fürchtet. Er möchte Ihn doch gerne wiederhaben. Jeden Moment kann ein Rad über feinen schonen Spiegel sausen und bann ist es vorbei. Er sieht noch das schöne Bild auf der Rückseite. Ts lacht ihn an und dann saßt sich Herbert ein Oer Londoner Schutzmann. 23tm Or. 3- Horn, Gießen. In ber wild wogenden Brandung bes Londoner Straßenverkehrs ist der Schutzmann ber ruhende Pol in ber Erscheinungen Flucht. Und in der Tat verdienen biese stattlichen und kraftvollen Gestalten unsere bewundernde Anerkennung und unsere höchste Wertschätzung. Dieser Ueberzeugung gibt z. B. K. C a p e k in seinen Leiters from England in grotesk übertreibender Darstellung mit folgenden Worten überzeugenden Ausdruck: „Sie sind wie Oötter: um einen Kopf überragen sie die sterblichen Menschen, und ihre Macht nähert sich der Allmacht Gottes. Wenn einer seine Hand in Piccadilly hebt, kommt Saturn zum Stillstand, und Uranus strebt auf seiner himmlischen Bahn erst wieder weiter, wenn er bie Hand wieder sinken läßt. Ich sah niemals etwas so Uebermenschlicheres." leihen. Es ist bewundernswert, wie er an belebten Straßenkreuzungen mit einem Mindestmaß von Gesten dem drohenden Zusammenprall von eilig jagenden Menschen und von Fahrzeugen aller nur denkbaren Beschaffenheit Einhalt gebietet. Die eine Hand läßt den von rechts kommenden Strom wie einen Vach im Winter erstarren, und der von links her rauschenden Flut gewährt die andere Hand beschleunigten Ablauf. Wenn du eilender Autofahrer in einen solchen erstarrenden Lavastrom gerat , Jo murre nicht, sondern beobachte und würdige unseren Freund in seinem menschenfreundlichen Tun, dein Gemüt wird reichen Gewinn baoontragen. Aller Augen hängen an seinen weißen Aermelauf- schlägen, die gleich Sternen in dunkler Nacht den sichern Weg künden. Ein wahrhaft enzyklopädisches Wissen wird von dem Auskunftbegehrenden bei ihm vorausgesAt. Englands humoristische Zeitschrift "Punch brachte einmal folgende Unterhaltung als klassische Jllu- firation dafür, wie man des Polizisten Wissen und feinen SchaMvn als schlechthin absolut erachtet. Hessischer Soldatentag in Darmstadt 60 Jahre Kameradschaft Hassia. feien nötig zur Pstege des kameradschaftlichen Gei- stes bis in die kleinste Gemeinde hinein. Ueberall mußten die alten Soldaten zusammengefaßt werden, damit sie Schulter an Schulter mit den jungen Stampfern der SA. und SS. die alten Sodaten- tugenhen pflegten. Die NSDAP, habe immer die größte Hochachtung vor den Soldaten des großes Krieges gehabt. Nicht der Soldat draußen ian Felde habe versagt, die Ursache des Zusammenbruches sei die volksfeindliche Politik ber Heimat und die Geldsackpolitik ber Heimat gewesen. Aber gerade bei dieser Achtung vor der Leistung der Frontsoldaten würden diese verstehen, wenn man ihnen zurufe: ,,Achtet im gleichen Maße die alten Soldaten Adolf Hitlers, habt Respekt vor dieser stählernen Jugend, die bis zum 30. Januar 1933 ohne Aussicht, jemals belohnt zu werden, ihr Leben für das deutsche Volk in die Schanze geschlagen hat. „Mancher der alten Soldaten, der in den vergangenen Jahren abseits gestanden habe, werde heute begreifen, daß es der gleiche Frontgeist gewesen sei, der diese Jugend zu ihrem Opfermut beseelt habe. Der gleiche Geist der Opferbereitschaft und des Dienens. Heute, wo die Kriegervereine vom Nationalsozialismus erfaßt feien, schlügen sie auch wieder wahrhaft im Volke Wurzel. So sei fein Wunsch, daß auch die Hassia nicht nur ein Zusammenschluß von alten Soldaten sei, sondern eine Kameradschaft, die bereit fei, alles einzusetzen für den Wiederaufbau der Nation. Oberbürgermeister und Kreisleiter W a m b o l d t überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Stadt Darmstadt. Als letzter Redner sprach im Namen des Oberstleutnant v.W achter entstammt einer alten Hessen-Darmstädter Familie, die jetzt in fünfter Generation den hessischen Regimentern Offiziere stellte. Nach altem Brauch trat darum auch der 17jährige v. Wachter 1908 als Fahnenjunker in das stolze Hess. Leibgarde-Regt. Nr. 115 ein, wurde 1910 zum Leutnant befördert und rückte als 22jähriger Offizier mit feinem Regiment in den Weltkrieg aus. Bei den Angriffskämpfen bei Neufchateau 1914 wurde er schwer verwundet. Nach seiner Genesung 1915 wurde er als Oberleutnant und Adjutant der Unteroffiziersschule Wetzlar zugeteilt, von wo er 1917 als Adjutant zum Oberkommando VIII. nach dem Osten versetzt wurde. Noch im Dezember 1917 zum Hauptmann befördert, nahm er beim Garde-Re- servekorps an den Vormärschen auf Riga, Reval usw. teil, bis dieses Garde-Reseroekorps wieder nach Flandern versetzt wurde. Von Flandern aus machte er mit diesem Korps den Rückmarsch nach Berlin mit, wo er in dem berüchtigten Moabit demobilisieren mußte. Auf Befehl der 25. Division Schutze der hessischen, badischen und roürttembergi- scheu Lande gegen die Spartakisten und Unruhestifter diente. Bei dem blutigen Karfreitag 1919 in Offenbach wurde das Korps eingesetzt und unter Führung von Hauptmann v. Wachter bewiesen die Truppen ihre soldatischen Tugenden. Im Herbst 1919 wurde dann das Freikorps v. Wachter in die Reichswehr ausgenommen und bildete das Reichswehr-Regiment Nr. 35 in Darmstadt, das später in das Reichswehr-Jnfanterie-Regiment 15 umge- wandelt wurde, so daß Hauptmann v. Wachter von 1920 bis 1923 mit seinen Leuten die 1. Kompanie Infanterie-Regiment 15 bildete, deren Chef er war. Nach zweijährigem Dienst beim Ausbildungs- Bataillon Infanterie-Regiment 15 in Marburg wurde v. Wachter 1926 als Lehrer an die Jnfan- terie-Schule nach Dresden kommandiert. Am L Oktober 1932 übernahm der Major v. Wachter oas Kommando des I. (Hess.) Grenadier-Bataillons Infanterie-Regiment Nr. 15, das gleichsam die Tradition seines Freikorps weiterführt. Zugleich war er Landeskommandant von Hessen. Einen Ehrentag für fein Bataillon brachten die Manövertage im Herbst 1933 als der Führer und Reichskanzler als erste Truppe das Hess. Bataillon auf dem Marsch nach der Rauhen Alb ansprach und die Grenadiere begrüßte. Oberstleutnant v. Wachter verkörpert den Typ des besten deutschen Offiziers: pflichtbewußt und exakt, dabei von gewinnender Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, wie es die Opferbereitschaft seiner Truppe beweist, die im Hilfswerk schon vor dem Umbruch (Kinderspeisung, Weihnachtsbescherung für Bedürftige) vorbildlich ist. Führerwechsel im Baun 116 der HI. Der in den letzten Monaten mit der Führung des Bannes 116 der Hitler-Jugend beauftragte Scharführer Alfred Häuser wurde am 1. Juni nach Darmstadt versetzt, wo er die Führung des Bannes 115 (Starkenburg) übernahm. An seine Stelle trat der Gefolgschaftsführer Otto Häuser aus Friedberg, der am Samstagabend den Unterführern des Bannes 116 durch Gebietsführer Walter Kramer vorgestellt wurde. In her Aula des hiesigen Gymnasiums fand die kurze feierliche Vorstellung statt. Nach Einführungsworten von Oberbannführer W. Blumenröder ergriff der Gebietsführer das Wort zu folgenden Ausführungen: Die Hitler-Jugend soll diejenige' Gliederung der nationalsoziaistischen Bewegung fein, die in sich die Grundbegriffe des Nationalsozialismus am schönsten verkörpert. Wir müssen diejenige Einheit sein, die in ihren Reihen den Begriff der deutschen Revolution klar und eindeutig erfaßt hat und wie sie die Voraussetzung ist für den Endsieg unseres Führers. Deshalb müssen Führer und Gefolgschaft auf Gedeih und Verderb verbunden sein. Die dann wachsende Gemeinschaft gibt uns die stolze Ueberzeugung, daß die Kameradschaft und das treue Zusammenhalten in uns zur höchsten Blüte entfaltet worden sind. Wenn wir heute hier zusammengekommen sind, dann muß ich euch etwas für den Augenblick äußerst Notwendiges sagen. Wir betonen an uns immer wieder den revolutionären Geist, den wir in uns tragen. Diese revolutionäre Einstellung bedeutet aber nicht Ablehnung alles dessen, was in der Vergangenheit war. Vielmehr holen wir uns die Kraft zu neuem Vorwärtsstür- men bei den heldischen Vorbildern der deutschen Geschichte. Wir verehren jene Menschen, die schon in den vergangenen Jahrhunderten im Glauben an eine bessere Zukunft für Deutschland in den Tod gingen. Und wenn wir die Geschichte Nachlesen, dann finden wir immer wieder, daß die deutsche Jugend auch in den vergangenen Jahrhunderten schon für Deutschland gekämpft und, wenn es galt, auch für Deutschland gestorben ist. So sind wir gewissermaßen heute ein Glied in der Kette dessen, was das deutsche Volk aus sich heraus hervorgebracht hat. Was an Edlem in den vergangenen 14 Jahren geschah, gebietet uns Ehrfurcht. Ich erinnere an Schlageter, Horst Wessel und Herbert Norkus. Das schlechte Landesverräterische aber befiehlt uns radikale Zertrümmerung. Denkt immer daran, daß Polizist: „Gewiß sind Sie selbst Herr Brown." Zecher: „Ganz recht, also wo wohne ich?" Einmal sah ich wie ein Schutzmann einen Betrunkenen durch - den riesenhaften Verkehr der Oxford Street zu steuern sich mühte; nicht mit drohenden Gebärden, sondern mit dem gütigen Zuruf „Come along, Sir!“ entriß er ihn dem sicheren Untergang. Sehr interessant ist es, den Schutzmann und die englische Volksmenge bei einem Straßenzwischenfall irgendwelcher Art zu beobachten. Völlig taub ist er gegen die persönlich gefärbten Unschuldsbeteuerungen der entsprechenden Sünder; in aller Seelenruhe trifft er seine Erkundungen und Anordnungen. Er läuft nicht Gefahr, daß sich das kritische Publikum an ihm neckt ober sogar offen gegen ihn Partei ergreift. Gewiß ist er der Schrecken der Gauner aller Fakultäten, aber den 99 Gerechten ist er ein helfender Freund. Er tritt nicht als strafende Nemesis auf und braucht auch keinen Säbel zu tragen. Das einzige Symbol feiner polizeilichen Autorität ist ein kurzer Knüttel (trun- cheon), der in einem Lederfutteral ruht und nur im äußersten Notfall das Tageslicht schauen darf. Kein Wunder, daß sich der Schutzmann schon lange feinen Platz im Herzen feines Volkes erobert hat; ber Dolkswitz nennt ihn bobby ober peeler (nach Bob sRobertj Peel), ber dem englischen Polizeiwesen seine heutige Gestaltung gegeben hat). Mit dem folgenden Kompliment ehrt den bobby das französische Volk: Your police do notliing, yet everything is done by them. (Eure Polizei tut nichts, aber alles geschieht durch sie.) Die meisten englischen Theater geben zu Weihnachten eine Pantomime. Den Schluß bildet ein Possenspiel, bei dem des Schutzmanns breiter Buckel viele Schläge hinnehmen muß, während sein Partner, der Clown, mit der Hammelkeule triumphierend davoneilt. Man lacht auf Kosten des armen bobby; aber es ist kein feindliches Lachen, es ist ein Lachen geboren aus dem Gefühle warmer Sympathie mit dem Geschlagenen. Sein Unterliegen im unschuldigen Spiel des Theaters ist psychologisch ein Akt ausgleichender Gerechtigkeit gegenüber seiner Allmacht in der Wirklichkeit des Straßenverkehrs. Ein erotischer Fürst hatte zum erstenmal seine heimischen Urwälder verlassen und sich für langer^; Zeit zum Besuch nach London begeben. Als er nach ber Heimkehr gefragt würbe, was in der Riesenstadt am meisten auf ihn Eindruck gemacht habe, antwortete er festen Tones: The Kings in blue. (Die Könige in Blau.) Ihm war es klar, daß eine solche Autorität nur Königen gegeben sein kann; Darmstadt, 10. Juni. (LPD.) Herrliches Sonnenwetter grüßte am ersten der beiden Festtage die Tausende alter Soldaten, die aus Anlaß der 60- jährigen Gründungsfeier der Kriegerkameradschaft Hassia nach Darmstadt gekommen waren. Die Einleitung der Veranstaltung bildete am Samstag früh die große Verbandstagung im Städtischen Saalbau. Der Führer des Landesverbandes Hessen-Darmstadt im Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser, Generalleutnant a. D. von Oidtmann eröffnete die Tagung und wies besonders auf die großen Verdienste hin, die sich der verstorbene Reichsführer des Kyffhäuserbundes General v. Horn erworben hat. Der Kyffhäuserbund stelle heute die SA.-Reserve II und formiere sie. Der Führer ging dann auf die Neueinteilung des Landesverbands Hessen ein, zu dem die Pfalz hinzukvmmt, während Oberhessen nach Kurhessen kommt. Zum Schluß seiner Rede streifte der Redner die Geschichte der Hassia. Man dürfe nie vergessen, die Jugend zur Hochachtung vor den Taten ihrer Väter zu erziehen. Die Grüße des Reichskriegerbundes Kyffhäuser wurden durch Generalleutnant v. F a d e ck (Berlin) überbracht. Anschließend wurden Kassen- und Geschäftsbericht gegeben. Die einzelnen Punkte der Tagesordnung, wie Kleinkaliberschießen, Zeitungswesen, Vortragswesen, Sammelwesen und Unter- stutzungswesen wurden rasch erledigt. Zum Abschluß der Tagesordnung behandelte Major a. D. v. Wange n h e i m Luftschutzfragen. Anschließend überreichte Generalleutnant v. Oidtmann den Fäh^enabord- nungen des Kriegervereins Darmstadt und des Kameradschaftlichen Kriegeroereins 1874 anläßlich ihres Jubiläums die Hafsiamünzen mit Schleifen. Am Nachmittag fand der imposante Fahnenmarsch van säst 200 Fahnen vom Hauptbahnhof bis zum Schloß statt. Zehntausende von Zuschauern umsäumten die Marschstraßen. An dem Festmarsch der Fahnen nahmen über 250 Fahnen der Hassia teil. Neben den Militärvereinen nahm auch der Stahlhelm am Zuge teil. Vor dem Schloß erfolgte als Abschluß des Fahnenmarsches ein schneidiger Vorbeimarsch vor dem Landesverbandsführer. Bei dem großen Festakt, am Abend in der Festhalle, begrüßte der Führer der Feftkeitung, Eidenmüller - Darmstadt, alle Erschienenen. Im Namen der Hassia dankte der Redner der Darmstädter Bevölkerung für ihre überaus herzliche Aufnahme der alten Soldaten. Nach der Rienzi-Ouvertüre erfolgte die große Festansprache des Landesverbandsführers. Dieser hessische Svldatentag werde in engster Verbindung mit der gesamten Bevölkerung gefeiert und fei ein echtes Volksfest. Dem deutschen Volke liege das Soldatische so sehr im Blute, daß man Volk und Soldat niemals werde trennen können. Eine besondere Aufgabe der alten Soldaten fei es, der deutschen Jugend immer wieder die Großtaten Deutschlands in den Jahren des Krieges nahezubringen. Daraus würde die Jugend Kraft schöpfen zur Bewältigung der großen Aufgabe, die der Wille des Führers ihr vorzeichne. Der gefallenen Kameraden gedenkend sagte Generalleutnant v. Oidtmann, daß man ihrer nicht trauernd nur gedenken solle, vielmehr wären sie auf etwig leuchtendes Vorbild, das zur Nacheiferung ansporne. Der Redner schloß mit einem Treuegelöbnis zum Führer. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes führte Gtaatsminister Jung straft. Der Gebietsbeauftragte s Nachdruck verboten! 1 Fortsetzung. um lang genau, in, was der Aber es war vorn im Laden unhörbar nahe mutigen Worte „Ach", sprach zu spät. Kaufmann Andersen, der den Käufer abgefertigt hatte, war gekommen und hatte die hochgehört. er, „das ist also hier nur für die kleinen Bürgersleute? Daß sich das Fräulein Ebele nur nicht versündigt. Vielleicht würden das Fräulein Edele manches ganz gern haben, wenn es der fierr Vater nur kaufen könnte." Seine Augen waren gar nicht mehr freundlich wie vorher, sondern funkelten böse und drohend, so daß es Malte kalt überlief. „Fräulein Edele hat es sicherlich nicht böse gemeint, Herr Andersen!" sagte er begütigend. „Nicht wahr, Edele? — Und nun wollen wir Sie nicht länger belästigen!" „Bleiben Sie, junger Herr, bleiben Sie!" sagte Kaufmann Andersen mit seiner Fistelstimme. „Ich möchte dem stolzen Fräulein von Schloß Swanebloe doch etwas zeigen, was sie vielleicht noch nie gesehen hat, und was ihr auch gefallen würde." Eilig kletterte er eine Leiter hinauf und kam gleich darauf mit einem großen Karton zurück, den er mit äußerster Behutsamkeit auf den Ladentisch stellte. „Nun passen Sie einmal auf, gnädiges Fräulein, ob Krämer Andersen in seinem Laden nicht auch etwas Apartes hat." Die Ladenklingel klang hell, wie sie beide durch die Tür hineintraten. Und schon kam aus dem Hintergründe Kaufmann Andersen. Er nickte Malte freundlich zu, und als er das kleine Fräulein von Swanebloe sah, machte er eine Verbeugung. „Aha! Die jungen Herrschaften wollen sich gewiß etwas für den Wunschzettel zu Weihnachten ansehen!" sprach er mit kriechender Freundlichkeit! „In diesem Jahre habe ich wirklich besonders schöne Sachen!" Und mit einer Handbewegung, sie nach hinten in die Auslagen weifend, wandte sich Kaufmann Andersen einem Käufer zu, der jetzt hereinkam. Malte und Edele verschwanden in dem hinteren Teil des Ladens, wo die Weihnachtsausstellung aufgebaut war. Da standen Puppen in allen Größen und lächelten mit rosigen Wachsgesichtern; kleine Wiegen, blau und weiß ausgeschlagen, bargen winzige Puppenkinder; Hampelmänner hingen an langen Schnüren, und tausenderlei Spielwerk lockte im Schein der elektrischen Lampen. Dahinter Nippsachen, Arbeitskästchen und vieles andere. Mit einem hochmütigen Gesichtchen ging Edele an alledem vorbei. „Hier in diesem Nest gibt es auch nichts Neues. Im nächsten Jahre muß Vater aber mit mir zur Weihnachtsausstellung nach Christiania fahren, da wird man endlich etwas Neues sehen. Das hier ist ja ein Krämerladen, gut genug für kleine Bürgersleute." Malte gab ihr einen plötzlichen Stoß: „Schweig doch, Edele!" flüsterte er hastig. „Geh du allein zu Kersten!" sagte Edele böse. „Ich gehe in die Stadt und sehe mir bei Kaufmann Andersen die Weihnachtsausstellung an. Du brauchst ja nicht mitzukommen, wenn du nicht willst." hielt ei er u. a. Heben Stiinöe Stauben Fahnen Fahne 1 liche 93e: wollen, die Bei rages ; Banner gekomm die Gefc bol des unb Kir in eine i Der ei hisfung Spenden für die AGV. werden eingezahlt auf Konto 7!r. 4513 bei der Bezirkssparkaffe Gießen. v, hielt et daß die gemeins den inn das Roi nen an! weiirrhi dreifache von h Hitler land-Lie Flaggen Im A ein Vo Am ( dige G Ein Gl)i Dorsi hielt nc digen - ' in der ner bei sich au Kreuzt die B Sanitc diene her in wiesen, Lollsg. iedidjei W>ch'§ mcinnui Selbstm zu stelle Der für die Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln. G r a e b e r. Bornottzcrr. — Tageskalender f ü r Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ihre Durchlaucht, die Verkäuferin". — RDB., Ortsgruppe Gießen, 20.30 Uhr, „Hessischer Hof", Juniversammlung. ♦ ** D i e Heimatvereinigung „Schiffenberg" hält ihre diesjährige Sommerveranstaltung am Stiftungstage des früheren Klosters, dem 17. Juni, auf dem Schiffenberg ab. Den in den Satzungen niedergelegten Grundsätzen der Vereinigung entsprechend, wird sich der gesamte Verlauf der Veranstaltung auf dem Heimatgedanken aufbauen. Im Mittelpunkte steht ein Konzert der gesamten SA.-Reservekapelle unter Leitung von Bruno Herrmann; Leitgedanke desselben ist „Lied und Musik als Begleiter des Heimatgenossen von der Kindheit bis zum Ende seiner Wanderschaft". Darbietungen von Schulklassen und jugendlichen Vereinigun- fler mS den \ das - .auf i1! W sand Sanu vor! berg lieber der f willil g-N Ve krieP \taath funM Der beaufH des Nl Grund zu feiner Anordnung wäre. Da sah er mich seltsam an und sprach: „Das verstehtst du noch nicht, mein Junge. Du mußt dich schon mit meinem Gebot abfinden." „Aber du tust es nicht..." In der Stimme des kleinen Mädchens schwang etwas wie ein Triumph. Der lang aufgeschossene Jünglina mit dem ernsthaften Mund und den grauen Augen sah seine Gefährtin an: „Ich kann es nicht!" war seine Antwort. Als wollte er weitere Worte unterdrücken, nahm er Edele nun wieder bei der Hand. „Äomm, Edele, wir wollen nun langsam zu Kersten hinuntergehen." Was mein einst war... Vornan von Klothilde von Stegmann. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) „Richtest du dich immer nach deinem Vater, Malte? Dann dürfen wir doch jetzt eigentlich auch nicht zusammen sein. Unsere Väter haben es doch verboten." gen werden in das Programm eingestreut werden. Für den Abend ist Lampionbeleuchtung des Kloster- Hofs und Abbrennen eines Sonnwendfeuers mit entsprechendem Weihespruch, und einer Ansprache, anschließend Tanz vorgesehen. ** Fundsachen-Derzeichnis. Das Ver- zeichnis über die im Monat Mai 1934 gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der An- Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- graf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Emp- angsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** D i e Vereinigung für Coloniale Wiedergewinnung veranstaltete am Samstag abend im Saale des Hauses der Deutschen Arbeitsfront einen gutbesuchten Werbeabend. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Ansprache des ersten Vereinsführers Tetzner, der u. a. folgendes ausführte: Aus vielen Gründen heraus bedürfe das deutsche Volk eigner Rohstoffquellen Schon setzte sie sich in Bewegung und ging vorsichtig in ihren kleinen, pelzgefütterten, hohen Russenstiefeln den glatten Weg hinab. Malte stand einen Augenblick lang unschlüssig da, bann lief er mit ein paar großen Jungensprüngen hinterdrein. „Sei nicht böse, Edele!" Er war ein wenig außer Atem. „Ich meine es doch nur gut mit dir." „Und darum verdirbst du mir die Freude!" war Edeles Antwort. „Predigten hab ich schon genug zu Hause — darum komm ich nicht zu dir."' Er schwieg bedrückt. Sie sah ihn von der Seite an, und plötzlich stahl sich ihre kleine Hand in die seine. „Dummer Malte! Hast du es noch nicht gelernt, daß ich immer meinen Willen durchsetze?" Er seufzte, aber er widersprach nicht mehr. Stumm gingen beide durch die abendlichen Straßen der kleinen nordischen Stadt, die schon alle Lichter angezündet hatte. An der Ecke der Langestraße lag der Laden von Kaufmann Andersen. Er strahlte hell unter dem Licht eines Scheinwerfers, den sich Kaufmann Andersen von einem Elektriker aus Christiania hatte aufmachen lassen. Vor der Ladenscheibe drängte sich die Straßenjugend des Städtchens. Die rotgefrorenen Nasen eng an das Glas gedrückt, musterten sie all die Herrlichkeiten, die Kaufmann Andersen zur Weihnachtszeit ausgestellt hatte. Puppen, Bleisoldaten, Spiele, Bücher, Pupengeschirr, kleine Handwerkskästen — alles durchzogen von Ketten aus Engelshaar und überglänzt von bunten Baumkugeln in Silber und Gold, Rot und Grün und Weih. Dahinter Vasen, Schalen, bunte Kästen und billige Schmucksachen. Malte wollte sich auch an die Fensterscheibe stellen, aber mit einer hochmütigen Bewegung schob Edele ein paar von den gaffenden Kindern zur Seite. „Wir gehen hinein. Malte. Wir werden dock) nicht unter den schmutzigen Strahenkindern stehend „Aber hast du denn Geld, Edele, etwas zu kaufen?" fragte er. „Geld — nein! Aber deswegen kann ich mir doch alles da drinnen ansehen. Und übrigens, wenn ich kaufen wollte, Andersen gibt es mir auch so. Hier im Ort ist es doch für jeden eine Ehre, wenn vom Gut Swanebloe jemand kaufen kommt!" Malte wollte etwas erwidern. Ihm war, als wäre in Edeles hochmütigen Kindesworten etwas, was nicht richtig war. Er hatte von feinem Vater i gelernt, daß man nie, niemals etwas kaufen dürfe, wenn man das Geld nicht in der Tasche hätte. Aber i es mochte wohl bet einer Herrschaft wie dem Baron lauf Swanebloe etwas anderes fein... , Die Ko schüft । «benb 3u tofl „6 JBurfdjei Sprecher Ml bw Kanzler seine 3 Jamm I °chwa JT in • National ! Änn Rektor 3 jn Dar ! "eßen, d J folget ■^UUngs ■!e>n f irisch \Jm ge bas °er Deut i 6tan I Zeinen $ . Die P S feie fischen LA ein' ?'rden feP §5! &nbei tz« Heitert bi Sehr ernst fcch Malte aus, rote Edele dies sprach. „Du hast recht, Edele!" Seine Stimme klang gepreßt. „Aber in diesem Punkt kann ich meinem Vater nicht gehorsam sein. Ich kan es mir einfach nicht denken, daß ich nicht mehr mit dir zusammen fein fall. Die Sonntage, auf die ich mich fofift die ganze Woche über gefreut habe, weil ich zu euch aufs Gut kommen konnte, find mir nun ganz vergällt. Ich muß mich sehr zufammennehmen, meinen Vater nichts davon merken zu lassen. Ein den. Das Programm des großen Flugtages geben । mir noch bekannt. ,r r x .. Für die Verproviantierung ift Vorsorge getroffen, i Als Mittagessen ist Erbsensuppe mit Wurst zum Preis von 0,20 RM. vorgesehen. Auch alle anderen Preise sind äußerst niedrig gehalten. Die beteiligten Stellen haben keine Mühe gescheut, in Wiesbaden etwas Einzigartiges darzubieten. Die für den Kreis Gießen 1 ür den 24. Juni angefetzte Bäderfahrt fällt auf Anordnung des Gaues aus. Oie Braunen Lose kommen wieder! Im Rahmen des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit, dessen Frühjahrsoffensioe eingesetzt hat, beginnt in diesen Tagen der Verkauf der Lose zur dritten großen nationalsozialistischen Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung, die es sich auch diesmal zur besonderen Aufgabe gemacht hat, nicht nur dem deutschen Volke einen neuen Arbeitsfond zu schenken, sondern auch dem vaterländischen und dem kameradschaftlichen Empfinden gemäß vielen Deutschen die Aussicht auf einen Gewinn zu geben. Der Gewinnplan zeigt nicht mehr den übermäßig hohen Hauptgewinn, sondern viele recht beträchtliche mittlere Gewinne an. Die Gewinnzahl ift darum um fast 50 Prozent gegenüber den vorjährigen Lotterien vermehrt worden. Die neuen braunen Lose mit der Aufschrift: „Dem deutschen Volke für Arbeitsbeschaffung!" werden sicher den gleichen guten Absatz finden wie ihre Vorgänger, werden Arbeit schaffen helfen und vielen Freude bereiten. Ein Abend bei den ausländischen Studierenden an der Gießener Universität. Das Außenamt der Gießener Studentenschaft hatte für letzten Freitag die an unserer Universität studierenden Ausländer zu einem Ausspracheabend in das Gießener Studentenhaus eingeladen. Der Hauptamtsleiter cand. med. vet Ludwig Gundelach hieß die zahlreich erschienenen Kommilitonen recht herzlich willkommen. Es waren vertreten: ein Brasilianer, Türke, Amerikaner, Italiener, Bulgaren und Engländer. Diese Abende veranstaltete die Studentenschaft aus dem Grunde, damit den ausländischen Kommilitonen Gelegenheit gegeben sei, das neue Deutschland kennen und verstehen zu lernen. Als Vertreter der hiesigen Ausländer sprach Tierarzt S e k i (Türkei). Er dankte zunächst dem Hauptamtsleiter für seine treue Amtswaltuna und dann insbesondere der Gießener Studentenschaft, die es vortresstich verstanden habe, sich um die ausländischen Studierenden zu bemühen. Dann kam er auf die letzte Fahrt des Außenamtes zu sprechen, die durch das Saargebiet ging. Bei dieser Fahrt hätten die Ausländer die Möglichkeit gehabt, das Deutschland Adolf Hitlers kennenzulernen und insbesondere sei es für die Ausländer interessant gewesen, sich an Ort und Stelle von den Verhältnissen im Saargebiet nach dem Versailler Diktat zu überzeugen. Dadurch, daß sie im Saargebiet in Privatquartieren untergebracht wurden und durch Fabrik- und Betriebsbesichtigungen sei es möglich gewesen, engsten Konnex mit den deutschen Brüdern an der Saar zu bekommen. Ueberall, wo sie hingekommen wären, hätten sie eine unübertreffliche Vaterlandsliebe und Anhänglichkeit an Deutschland feststellen können. Der Redner betonte, daß auch die türkische Regierung seinerzeit im Völkerbünde offen dafür eingetreten sei, daß das Saarland, das ja zu Deutschland gehört, wieder an Deutschland zurückkommen müsse. Zum Schlüsse feiner objektiven Ausführungen sprach dann Tierarzt Seki noch von dem Kampf, den die Saarländer um ihre Freiheit führen. Mit dem Wunsche, noch öfters in diesem Kreis zusammenzukommen, schloß der Redner mit noch- maligem Dank an die Gießener Studentenschaft. Herr Prof. Fischer von der Landesuniversität ! begrüßte dann noch die Erschienenen und stattete : ebenfalls feinen Dank dem rührigen Amtsleiter er nicht mehr herausfahren würde. Er sah fehr traurig dabei aus, denn er weiß ja ar was er mir damit nimmt. Ich fragte ih und Auslaßgebiete für überzählige Volksgenossen, denen der zu eng gewordene Raum des Mutterlandes keine Existenzmöglichkeiten mehr biete. Aber nicht nur aus diesen wirtschaftlichen Gründen heraus erhebe sich unsere berechtigte Forderung nach eignem Kolonialbesitz — nach unseren geraubten Kolonien — nein auch aus Prestigegründen, aus Gründen der Gleichberechtigung. Unsere Pflicht sei es daher, die ganze Kraft zur Förderung des kolo- nialen Gedankens einzusetzen. Und wenn all unser Tun unter dem Vorsatz geschehe: „Alles für mein deutsches Vaterland!" dann werde das Hakenkreuz- banner als sichtbares Zeichen deutscher Arbeit und deutschen Wesens über unseren Kolonien wehem Im weiteren Verlauf des Abends überreichte zu- nächst Kolonialfreund Stephan der Vereinigung ein felbftgemaltes Bild, eine Landschaft in Afrika darstellend. Nach den Ausführungen des Stifters solle das Bild nicht nur an die Zett des Besitzes unserer Kolonien erinnern, sondern auch für den Kolonialgedanken werben. Ein Prolog, gesprochen von vier Personen, brachte in treffender Weise die Trauer um den Verlust unserer Kolonien, den Glauben, die Hoffnung und die Tat für deren Wiedergewinnung zum Ausdruck. Für besondere Verdienste um die Kolonialberoegung wurden durch Überreichung von Bildern ausgezeichnet die Mitglieder: Fritz Schmidt, Gustav G e i ß e, Wilh. S immer, Karl Ne b e, Hrch. 3uftg, Herm. Sommer, Erich Tetzner, Wilh. Keuper, Wilh. Wacker, Hrch. Dippel, Prof. Hum- me l und Willi Wo11gast. Außerdem wurden dem ersten Vereinsführer Tetzner von Kolonialfreund Heß für seine aufopfernde Tätigkeit im Dienste der Kolonialberoegung eine von W. Stephan angefertigte Ehrenurkunde überreicht. Es sprach dann noch ein Vertreter der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP., der u. a. auf die Be- deutung der Wiedergewinnung unserer Kolonien hinroies. Der unterhaltende Teil wurde durch musikalische Darbietungen und Gesangsvorträge von K. Fe uh er in bester Weise ausgefüllt. *♦ Das Ergebnis der Schweinezwischenzählung am 4. Juni. Innerhalb der Stadt Gießen wurden bei der am 4. Juni durch- aeführten Schweinezwischenzählung insgesamt 624 Schweine gezählt. Ein Jahr und älter waren 10, ein halbes Jahr bis noch nicht ein Jahr 238, 8 Wochen bis noch nicht ein halbes Jahr 258, unter 8 Wochen waren 76 Tiere. Bei der Kälberzählung wurde festgestellt, daß im März 1934 10, im April 10 und im Mai 14 Kälber geboren worden waren. mir als die deutsche Jugend berufen sind für heute i und in aller Zukunft in vorderster Linie zu kämp- i fen, damit das Werk unseres Führers durch uns gefrönt wird. Der Gebietsführer übergab hierauf dem neuen Bannführer Otto Häuser mit die Führung des Bannes 116. Er forderte auf der einen Sette vorn I Bannführer Einsatzbereitschaft für seine Gefolgschaft 1 bis zum letzten und von der Gefolgschaft willenloses Vertrauen in den neuen Führer. Das Lied „Vorwärts, vorwärts" war der äußere Ausdruck der Gedanken der Hitlerjungen. Die Hitlerjugend marschierte anschließend noch durch verschiedene Straßen der Stadt, ihre heiligen Symbole mit sich führen-d. Es ist bedauerlich, daß Teile der Gießener Bevölkerung es bis heute noch nicht gelernt haben, daß es die HI. genau wie jede andere Formation verlangen kann, daß man ihren Fahnen die symbolische Ehrenbezeugung entgegenbringt. Waarü. Gemeinsame Kundgebung NSBO. und Studentenschaft. Dieser Tage fand in Berlin eine Kundgebung der NSBO. und der Studentenschaft statt. Entsprechend den Beschlüssen dieser Veranstaltung findet nun am kommenden Freitag, 15. Juni d. I., 20.15 Uhr, in sämtlichen Sälen der Liebigshöhe eine Kundgebung der Gießener NSBO. und der Gießener Studentenschaft statt. Es werden sprechen Pg. Demmer (Frankfurt) für die NSBO. und Pg. v o n G r a e v e als Vertreter der Studentenschaft. Die SA.-Kapelle R./116 wird diesen Abend mit Musikstücken umrahmen. Es ist erfreulich, feststellen zu können, daß bei der heutigen Jugend keine sozialen Klassengegensätze mehr bestehen und nur ein Wille zur gemeinsamen Arbeit an Volk und Vaterland vorhanden ift. Als äußeres Zeichen dieser Verbundenheit über alle Hindernisse hinweg findet daher an diesem Freitag an allen deutschen Universitäten und Hochschulen diese gemeinsame Kundgebung statt. Möge dieser schöne Auftakt eine erfolgreiche Weiterarbeit in diesem echt nationalsozialistischen Sinne verheißen! AGOAp., Amt für Volkswohlfahrt. fireisamtsleitung Gießen. An sämtliche Ortsgruppen- und Stützpunktamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt! Am heutigen Montag, 11. Juni 1934, vormittags, müssen auf der Kreisamtsleitung, Amtsgericht Zimmer 202, sämtliche Broschüren „Mutter und Kind", sowie Ratgeber für „Mutter und Kind" abgeholt werden. Heil Hitler! gez. Kloß, Kreisamtsletter der NSV. gez. Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer der NSV. TiS-Gemeinschaft^Kraft durch Freude" Fahrt zum Flugtag nach Wiesbaden. AS.Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" des Gaues Hessen-Nassau veranstaltet am 24. Juni 1934 in Wiesbaden einen Volksflugtag, verbunden mit Luftschutzschau, Luftschutzübungen, Besichtigung des Kurhauses und Volksfest. Diese Veranstaltung ist als sine große Werbung für das deutsche Flugwesen gedacht. Aus diesem Grunde wurde der denkbar billigste Eintrittspreis festgesetzt: für Schaffende 0,40 RM., für Erwerbs- lose 0,20 RM. Der Kreis Gießen der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist vom Gau Hessen-Nassau und Kreis Wiesbaden eingefallen worden. Die Bahnpreise für Hin- und Rückfahrt werden derart niedrig bemessen, daß sie für jeden Volksgenossen erschwinglich sein werden. Bei 1000 Teilnehmern beträgt die Fahrpreisermäßigung 75 v. H., bei 100 Teilnehmern etwa 55 bis 60 v. H. Die Meldungen zur Teilnahme müssen bis zum kommenden Freitag abgegeben wer- Gund elach ab. Er freue sich, daß die Gießener Studentenschaft und die an unserer Hochschule studierenden Ausländer so gut den neuen Geist verstanden hätten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß in diesem Sinne roeitergearbeitet werde. Bei dem anschließenden gemütlichen Zusammensein wurden noch gemeinfame Lieder gesungen und Erinnerungen an die verschiedenen Grenzlandfahrten ausgetauscht. Untermieter? Das Wohlfahrtsamt,bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Immer wieder werden Klagen darüber erhoben, daß in unserer Stadt die Abgabe von möblierten Zimmern auch von solchen Wohnungsinhabern erfolgte, die nach ihrem Einkommen auf diese Nebeneinnahme sehr wohl verzichten kö nn t e n. Dagegen gibt es eine große Zahl von Mitbürgern, die infolge des wirtschaftlichen Niederganges darauf angewiesen sind, durch Untervermietung eines Zimmers wenig st ens einen Teil der Wohnungsmiete aufzubringen. Für viele alle oder alleinstehende Personen bedeutet die Einnahme aus Untervermietung sogar die einzige Erwerbsquelle. Wenn jedoch solchen minderbemtttelten Personen diese Erwerbsmöglichkeit dadurch genommen wird, daß auch wohlsituierte Familien Zimmer vermieten, so müssen dem Wohlfahrtsamt Mehraufwendungen entstehen, die im Interesse der Eindämmung der öffentlichen Unterstützungslasten unbedingt zu vermeiden sind. Es wird deshalb an das soziale Gewissen all derjenigen Wohnungsinhaber, die noch über genügendes Einkommen verfügen, die Mahnung gerichtet, das Untervermieten künftig ausschließlich den Mitbürgern zu überlassen, die auf diese Einnahme dringend ange- w i e s e n s i n d. Es wird erwartet, daß dieser Aufforderung, die sich auf die Ausführungen des Herrn Reichsstatthalters betr. Beseitigung des Doppelverdienertums gründet, allseits entsprochen wird. Oie Irühkartoffelpreise. Der Reichsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln hat auf Grund der Verordnung vom 17. Februar 1934 (Reichsgesetzblatt Teil I 1934 Nr. 19) für die Zett von Montag, 11. Juni, bis Mittwoch, 13. Juni, für Frühkartoffeln einen Mindestpreis von 7,90 Mark je Zentner (Großhandelspreis ab Verladestation ohne Sack) festgesetzt. Für ausländische Ware gilt dieserPreis abGrenstation. Die für den Handel mit Frühkartoffeln zugelassenen Firmen sind verpflichtet, den obengenannten Preis bestimmt einzuhalten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 100 Mark je Zentner vorschriftswidrig verkaufter Frühkartoffeln be- Er befreite den Karton von seinem Papier und enthüllte einen großen Kasten, dessen vordere Wand er sorgfältig in die Höhe schob. Unter einer Glaskuppel sah man ein Schiffchen auf dem Meer, am bergigen Ufer stand die Ruine eines alten Schlosses. Hinter einer gemalten Wolke sah die Mondscheibe hervor. Nun drückte Kaufmann Andersen auf einen Knopf des Untersatzes. „Aufgepaßt!" sagte er mit seiner unangenehmen Stimme. Aus dem Untersatz vernahm man .ein leises Schnurren, und dann erklang plötzlich silbrig, zart und geheimnisvoll das Lied: „Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit, klingt ein Lied mir immerbar. O wie liegt so weit, o wie liegt so weit, was mein, was mein einst war..." Zu diesen sanften Tönen begann sich das Schiff' chen auf einer gemalten Wasserflut leise zu schau« kein. Aus dem Tor der Ruine trat ein kleines, rotgekleidetes Fräulein und legte mit einer traurigen Gebärde die Hand über die Augen. Ueber allem aber erschien ein großer, silberner Mond, der langsam über den gemalten Himmel wanderte. Atemlos hatten die beiden jungen Menschenkinder auf die kleine Spieldose gesehen. Edele erwachte wie aus einem Traum, als Herr Andersen nun mit kichernder Stimme fragte: „Nun, gnädiges Fräulein Edele — ist das etwas?* Entzückt hingen Ebeles Augen an dem kleinen, graziösen Spielwerk, das nun wieder verstummt , war. Das kleine Fräulein war in der Schlohruine § verschwunden. Der Mond hatte sich hinter dem Turm verborgen, das Schiffchen stand still — und die süße Melodie war verklungen. „Bitte noch einmal, Herr Andersen!" sagte Edele | von Glyn atemlos. Da lächelte Herr Andersen höhnisch. „Das geht nicht! Das nützt mir das Spielwerk zu sehr ab! Ich zeige es nur noch dem vor, der es wirklich kaufen will!" „Ich will es kaufen, Herr Andersen!" Edeles Stimme klang herrisch. „Oh!, Sie wollen es kaufen, gnädiges Fräulein?* wiederholte Herr Andersen, und in feiner Stimme lag wieder dies Eigentümliche, das Malte schon vorher beunruhigt hatte, ohne daß er wußte, warum. Schon fuhr Herr Andersen fort: „Haben Sie denn Geld da, es zu kaufen, gnädiges Fräulein? Es ist teuer, sehr teuer!" „Ich habe fein Geld hier, aber mein Vater wird es bezahlen." „So? Wird er es bezahlen? fragte Herr Andersen hämisch zurück. „Dann bitten Sie ihn vielleicht auch, daß er mir die anderen Rechnungen bezahlt, die hier schon..." Er unterbrach sich, denn die Ladentür hatte geschnurrt. (Fortsetzung folgt) Glück, daß ich heute zu Hause war. Wenn ich dich verfehlt hätte — ach, Edele!" Er legte leise seine Hand auf ihren Arm und streichelte sie. Da verging bas yochmütig Trotzige auf Ebeles reizenbem Gesicht. Sie lachte ihn aus ihren blauen, schelmischen Augen strahlenb an, bah bie Grübchen in bem weichen Apfelblütengesicht sich vertieften. „Unb ich bin froh, Malte. Es ist ja jetzt auf bem Gut bei uns zum Sterben, feitbem bu nicht mehr kommst. Der Vater ist ben ganzen Tag in Geschäften weg, ober er hat Herren ba, mit benen er stunben- lang hinter verschlossenen Türen rebet. Unb ich muß mich mit ber Gouvernante langweilen. Weißt bu vielleicht, Malte, warum sich eigentlich bein unb mein Vater erzürnt haben?" „Nein, ich weiß es nicht. Vater hat mir nur sehr ernst gesagt, baß es mit meinen Besuchen auf Gut Swanebloe vorüber sein müßte, unb baß auch Der Rot-Kreuztag in Gießen. Ausstellung - Flaggenhisiung - Gefallenenehrung. Der vergangene Samstag und der gestrige Sonntag stand im Zeichen des Roten Kreuzes. Die beiden Tage brachten verschiedene Veranstaltungen, die das Interesse weiter Kreise unserer Bevölkerung auf sich lenkten. Eine Ausstellung, die in einem Geschäftshause in der Schulstraße gezeigt wurde, fand viel Interesse und wurde von uns bereits am Samstag gewürdigt. Am Samstag nachmittag fand vor dem Depot der Sanitätskolonne am Kanzleiberg eine feierliche Flaggenhifsung statt, an der neben der Sanitätskolonne auch der Sanitätssturm der SA., ferner die Technische Nothilfe, die Frei- williae Feuerwehr und die Gailsche Feuerwehr in geschlossenen Formationen teilnahmen. Vertreter der Partei, der Reichswehr, der Dorkriegstruppe, ferner Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden hatten sich ebenfalls eingefunden. Der mit der Durchführung des Rot-Kreuztages beauftragte Vorsitzende des Zweigvereins Gießen des Roten Kreuzes pg. Hörr hielt nachdem der Musikzug der SAR. einen schneidigen Marsch gespielt hatte, eine kurze Ansprache, in der er die Teilnehmer herzlich begrüßte und seiner besonderen Freude darüber Ausdruck gab, daß sich auch der Sanitätssturm der SA. für den Rot- Kreuztag zur Verfügung gestellt habe und damit die Bereitwilligkeit der Zusammenarbeit mit der Sanitätskolonne beweise. Die gemeinsame Arbeit diene dem Daterlande. Das Rote Kreuz habe bisher in all den Jahren seines Bestehens jederzeit bewiesen, daß es ihm ernst sei um den Dienst an der Volksgemeinschaft und am Vaterland. In unerschütterlicher Treue stehe das Rote Kreuz zum Führer Adolf Hitler und gelobe, im Sinne des Wortes „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" alle Kraft, bis zur Selbstaufopferung, dem Vaterland zur Verfügung zu stellen. Der Führer der Ganitätskolonne vom ZRofen Kreuz, Herr Kratz, hielt ebenfalls eine kurze Ansprache und betonte, daß die Fahnen des Reichs und des Roten Kreuzes gemeinsam gehißt würden zum Zeichen der bestehenden innigen Verbundenheit. Seit Jahrzehnten diene das Rote Kreuz dem Vaterland und es habe keinen anderen Wunsch, als den, diesen Dienst auch werr^rhin so wie bisher auszuüben. Nach einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Dolkskanzler Adolf Hitler wurden unter den Klängen des Deutschland-Liedes und des Horst-Wefsel-Liedes die drei Flaggen gehißt. Im Anschluß daran erfolgte auf dem Brandplatz ein Vorbeimarsch aller beteiligten Formationen. Am Ehrenmal der 116er fand sodann eine würdige Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen statt. Ein Choral leitete die Feier ein. Der Vorsitzende des Zweigvereins Gießen, Pg. Sörr, hielt eine überaus eindrucksvolle Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Ueberall im deutschen Vaterlande ehrt zu dieser Stunde das Rote Kreuz die Gefallenen, die im Glauben an Deutschland ihr Leben ließen. Die Fahnen wehen im Winde. Die fchwarzweißrote Fahne soll uns erinnern an eine große geschichtliche Vergangenheit, die wir allzeit in Ehren halten wollen. Die Flagge des Roten Kreuzes soll uns die Bedeutung und das Gepräge des heutigen Tages zurufen. Die Hakenkreuzfahne soll uns das Banner der Zukunft fein, das Banner der endlich gekommenen deutschen Volksgemeinschaft, für die die Gefallenen ihr Leben gaben. Möge dieses Symbol des neuen Deutschlands uns, unseren Kindern und Kindeskindern für alle Ewigkeit voranwehen in eine neue bessere Zukunft! Der erste Gruß nach der feierlichen Flaggen- hissung gilt euch, ihr tapferen Soldaten, die ihr im Glauben an Deutschlands Größe gefallen feid! Wir stehen hier an eurem Ehrenmale, um eure Talen, eure Opfer, eure Liebe und Treue zu ehren. Wir vom Deutschen Roten Kreuz fühlten uns mit euch immer auf das innigste verbunden, weil uns ein festes Band umschlingt. Sanitäter der Truppe waren es zumeist, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes euch da draußen auf dem Felde der Ehre den letzten Liebesdienst erweisen konnten. Sanitätsmänner der Kolonnen vom Roten Kreuz waren es, die euch zu Tode Verwundeten in den Lazaretten mit aufopfernder Liebe pflegten. Mit ihnen wetteiferten in gleicher Liebe und Aufopferung für euch nach echter deutscher Frauenart Schwestern vom Roten Kreuz. Mit der gleichen Liebe und Sorgfalt konnten viele dem Tode entrissen werden. Für uns, die wir uns die Nächstenliebe auf unser Panier geschrieben haben, war unsere Tätigkeit eine Selbstverständlichkeit, denn Treue, die ihr dem Daterlande erwiesen, konnte nur mit Treue vergolten werden. Und so stehen wir denn hier, um eure Treue, die oberste Tugend des deutschen Soldaten, zu ehren. Diese Weihesiunde sei uns ein Gollesdlenst, der uns neu bestärkt in dem Glauben an Deutsch, land. Ein Bibelwort sagt: „Der Glaube aber, wenn er nicht Werke hat, ist tot an ihm selber." Nun wohl, ihr habt uns diesen Glauben vorgelebt! Ihr habt diesen Glauben mit eurem Blute geheiligt und bestätigt. Und deshalb war euer Tod nicht vergebens! Heute können wir freudig bekennen: „Euer Opfer ist nicht umsonst gebracht, euer Blut ist nicht umsonst geflossen, denn euer Opfertod war die Saat, aus der das neue Deutschland erstehen konnte! Und so grüßen wir denn auch in dieser Stunde und ehren zugleich all die Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, die im fanatischen Kampfe und im heiligen Glauben an Deutschland ihr Leben dahingaben für Deutschlands Erneuerung. Ihr seid uns Vorbild! Euer Vorbild soll uns alle mahnen zur Nacheiferung! Und so hört unser Gelöbnis, es euch gleichzutun an Opferwilligkeit für dieses Deutschland, das ihr angestrebt und das unser Führer geschaffen hat? Und darum ist diese Stunde nicht eine Stunde des Schmerzes, nicht eine Stunde der Klage oder der inneren Zerrissenheit, sondern eine Stunde, über der das Wort steht, das in dem Sockel eures Ehrenmales eingemeißelt ist, und das da lautet: „Aufwärts!" Neuer Glaube an Deutschland lebt heute überall. Deutschlands Söhne wissen wieder für ihr Vaterland zu leben und wenn es sein muß zu sterben! lieber eurem Deutschland weht heute das Hakenkreuz, dessen tiefster Sinn wohl den Worten „gestorben und auferstanden" gleichzusetzen ist. Und so grüßen wir euch, indem wir euch die Worte des Führers zurufen: „Und ihr habt doch gesiegt!" Im Anschluß daran legte der Redner einen prächtigen Kranz nieder der in geschmackvoller Anordnung das Rote Kreuz in einem weißen Kreis zeigte. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden, das von der großen Menschenmenge, die sich zu der Feier eingefunden hatte, in ehrfürchtigem Schweigen angehört wurde. Den Abschluß des Tages bildete eine Werbe- marsch der Sanitätskolonne, des Sanitätssturmes der SA., der Technischen Nothilfe und der Feuerwehren durch die Straßen unserer Stadt. Der Werbemarsch wurde viel beachtet. Am gestrigen Sonntag vormittag wurde durch den Musikzug der SAR. noch ein Platzkonzert in den Anlagen am Hindenburgwall gegeben, dessen ausgezeichnete Darbietungen von den zahlreichen Zuhörern mit dankbarer Freude ausgenommen wurde. Es wäre zu wünschen, daß der Arbeit des Roten Kreuzes durch das Ergebnis der Sammlung jene Unterstützung zuteil geworden ist, die es im Interesse der bisherigen aufopfernden Arbeit verdient. Semesterseier der Gießener Vurschenschasi. ■ ourre man uvuic uiuj«. . .. <£9 dürfe die Individualität des Menschen nicht Die Korporationen der Deutschen Burschenschaft in Gießen versammelten sich am Samstagabend zu einer Semesterfeier im Haus der Burschenschaft „Germania" am Wetzlarer Weg. Das Lied „Burschen heraus!" eröffnete den Abend. Der erste Sprecher der örtlichen Burschenschaft Herr Jung hieß die Kameraden und Führer der SA., den Kanzler der Universität Professor Dr. Hummel, Seine Magnifizenz den Rektor Prof. D. Born- kämm, die teilnehmenden Professoren, den Bundesführer der Deutschen Burschenschaft Dr.-Jng. Schwab, den Führer des studentischen Waffenrings in Gießen Hechler und die Kameraden vom Nationalsozialistischen Frontkämpferbund herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt den Herren Rektor N e u r 0 h r und Hafner aus Großrosseln im Warndt (Saargebiet), die es sich nicht nehmen ließen der Einladung der Gießener Burschenschaft zu folgen. Grohr°„-ln ist einer der Orte des Be- treuungsgebietes der Gießener ^n^^nschaft. Die beiden Herren wurden von den Burschenschaftern stürmisch willkommen geheißen. Im aeistiqen Mittelpunkt des Abends stand, nachdem das Lied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ , verklungen war, eine Ansprache des Dundesfuhrers der Deutschen Burschenschaft Standartenführer Or.-Zng. Schwab. übersehen werden, wenn ein Gebäude aufgebaut werde, mit dem der Staat solle arbeiten können. Grundlage des Strebens sei die Kameradschaft, die sich auf persönliche Freundschaft aufbauen müsse, wenn sie von Dauer sein solle. Form und Inhalt der Kameradschaft aber müßten den Anforderungen entsprechen, die der Staat an sie stelle. Nicht Atomisierung, sondern bündische Gliederung der Studentenschaft unter nationalsozialistischen Grundsätzen sei das Ziel. Eine Deutsche Studentenschaft dürfe nie uniform, sondern müsse in ihrem Wesen immer kämpferisch sein. Wenn alle das gleiche tun würden, schwände die Jdealkonkurrenz. Wichtig sei, daß immer das Positive in die neue Form hineingestellt werde. Es werde für die fernere Zeit nicht angchen, daß konfessionelle Gegensätze an der Universität einem notwendigen gemeinsamen Wollen im Wege stünden. Die Lösung in dieser Hinsicht müsse bald kommen, wenn sie überhaupt möglich werden solle. Das Gesetz der politischen Entwicklung liege bei der jungen Generation und nicht bei den Alten Herren. Die junge Generation, die jetzt zu den Universitäten komme, rekrutiere sich aus der HI., aus dem Arbeitsdienst und aus der SA. Dieser Sachlage müsse Rechnung getragen werden. Manche Starrheit burschenschaftlichen Lebens würde gelöst werden müssen. Das bündische Prinzip müsse Grundlage für den Neuaufbau der Gesamtorganisation der Studentenschaft sein. Uber es könne keine mechanische Gleichschaltung erfolgen, wenn nicht die Intensität studentischen Lebens beeinträchtigt werden solle. Unser Bestreben sei es, zwischen den Verbänden nicht Kampf heraufzurufen, sondern eine neue Gemeinschaft aufzurichten. Der Verband, der der Deutschen Studentenschaft angehören wolle, müsse Leistung und geistige Haltung in nationalsozialistischem Sinne und von der Geschichte her nachweisen. Unfähiges und Unhaltbares dürfe nicht krampfhaft hochgehalten werden. Den hier erwachsenden Aufgaben dürfe man, auch wenn Harten nicht zu vermeiden wären, nicht aus dem Wege gehen Das rein waffenstudentische Prinzip sei nicht das alleinige Prinzip der Studentenschaft überhaupt. Es werde aber der Lösung der Starrheit der Form des Waffenkomments bedürfen, so daß das Fechten gemeinschaftliches sportliches Uebungsgut in der Volksgemeinschaft werden könne. Es bestehe heute bereits I eine gemeinsame Zielsetzung. Aller Formelkram Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Die Probleme der Hochschule und ihre Entw ck- luna leien nicht nur eine Angelegenheit der studentischen Jugend, sondern eine Angelegenheit der im Aufbruch befindlichen Nation, m ber bas 3u- fünftiae Leben gestaltet werde. Es sei nnht gleich- N wie sich die Studentenschaft stelle. Die Geister prallten gegenwärtig Deftig auTemanberjman muffe aber einmal Rückschau halten in der Geschichte und daraus erkennen, was für die SuEuuf ge raud) werden könne. Was gegenwärtig an der und mit der Hochschule geschehe, sei nicht volllg neu. .gebe e- Beisviele die bewährt in der deutschen Gescylchie jünben Die Deutle Burfd)en[d)aft bre auf eine 120 Sabre lange Entwicklung zuruiN>licke, habe m liefern Zeitraum richtig unb auch gelegentlich sa Ich «ihanbelt. Das Gute aus bem bisherigen Wirken hiranzuholen unb barauf aufäubauem fei notaenbig. Cie Urburschenfchaft fei an ihrem Idealismus ge- Ichcitert Das, was vor 120 Jahren falsch gewesen fei, bürfe heute nicht -meberholen. werde fallen müssen. Hoffentlich gehe hier die Gießener Studentenschaft auch mit gutem Beispiel voran und gebe den kommenden Studenten Gelegenheit, leichter in den Waffenkomment hineinzu- finden, als es bisher möglich war. Im übrigen habe die Deutsche Burschenschaft noch jedem deutschen Volksgenossen Satisfaktion gegeben. Die Studentenschaft müsse den revolutionären Grundsätzen der Partei folgen. Sie müsse sich einfügen und kompromißlos arbeiten. Eine andere Lösung sei nicht möglich, wenn die studentischen Verbände weiterhin Existenzberechtigung haben wollten. Die Deutsche Burschenschaft und die Deutsche Studentenschaft ringe um diese aktuellen Dinge, von allen Beteiligten müsse der Nachweis des Willens zum Aufbau gebracht werden. (Lebhafter anhaltender Beifall!) Im Anschluß an die Ausführungen des Bundesführers wurden das Burschenschafterlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Oer Rektor der llniversität prof. D. Bornkamm dankte der Burschenschaft für die freundliche Einladung. In kurzen Worten führte er die aufmerksamen Zuhörer zurück in eine Zeit leidenschaftlichen Drängens und weitziehenden Wollens, die der (Siebener Burschenschaft den Ruf der Absoluten gab. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Rektor die kürzlich empfangenen Eindrücke an der Züricher Universität und wies auf die Gegensätze hin, die heute zwischen unseren deutschen Unioerjitäten und der erwähnten Schweizer Hochschule klar zu Tage träten. In der Schweiz verstehe man, wenn man dort davon erzähle, den neuen Geist an deutschen Universitäten und jenes Unbedingte der Zucht des Einzelnen an sich selbst. Don der Hallung unserer Studenten dürfe nichts abgemarktet werden. Für die Wissenschaft gelte es, hochzuhalten, was errungen worden fei. Das Letzte müsse zusammengehalten werden. Die stramme Zucht, in die sich die Studentenschaft begeben habe, habe trotz mannigfacher Inanspruchnahme, beffere Leistungen heroorgebracht, als man sie habe erwarten dürfen. Die Unbedingtheit des Wollens möge der Gießener Studentenschaft erhalten bleiben! (Lebhafter Beifall!) In einer kurzen Ansprache betonte der Führer der Gießener Studentenschaft, Adam, daß die Studentenschaft nur organisch gewachsen existieren könne. Die Arbeit der Reichsführung werde nicht genügen, wenn nicht in der kleinsten Zelle gearbeitet werde. Die Burschenschaft setze ihre Kräfte glücklich ein. Der junge Kamerad, der in Zukunft an die Universität komme, müsse erkennen, daß die Bünde große Ausgaben zu erfüllen hätten. Es bedürfe gerade jetzt der energischen sachlichen Arbeit, denn die Arbeit müsse für Jahrhunderte geleistet werden. Menschen im liebergang müßten immer Besonderes leisten. Dessen müßte sich unsere Generation bewußt sein. Es gehe nicht um die Persönlichkeit des Einzelnen, sondern um die Nation, der wir angehören. Der Saarbetreuer der Gießener Burschenschaft Mühl sprach kurz über die Betreuungsarbeit der Gießener Burschenschaft an der Saar, betonte, daß die bisherige Art der Arbeit richtig gewesen sei, daß viel Freude bereitet und erreicht worden sei, der Saar- bevölkerung, insbesondere der Warndtbevölkerung wissen zu lassen, daß ihrer stets gedacht werde. Der Leiter der deutschen Schule in Großrosieln (Warndt), Hektor Reurohr hielt sodann einen eingehenden Dortrag über die Geschichte des Warndtgebietes seit zwei Jahrtausenden und schilderte insbesondere auch die Geschichte der zehn einzelnen Orte im Warndtgebiete. Er gab seinen Zuhörern einen Ueberblick über das Land und damit gleichzeitig den untrüglichen Beweis, daß das Warndtgebiet deutsch sei und deutsch bleiben müsse. Die Warndtbevölkerung kenne nur den einen Wunsch, frei zu sein von aller Knechtschaft und dem deutschen Daterlande anzugehören. In lebendiger Weise schilderte Herr Hafner aus Großrosseln die Ereignisse im Warndt während der letzten Zeit, kennzeichnete die Stimmung der dortigen Bevölkerung und wies darauf hin, daß der 13.Januar 1935 den Beweis dafür erbringen werde, daß der Warndt kerndeutsch fei. In herzlichen Worten sprach er den Herren Mühl und I b b e k e n Dank aus für alle ihre bisherigen Bemühungen um die Aufrechterhaltung der Verbindung der Gießener Studenten mit den Warndtdeutschen. Zum Schlüsse berichtete der Redner von einem großen Unglück, das am 1. Juni Großrosseln betroffen habe. Ein Unwetter fei über das Dorf hinweagezogen, habe fünf Todesopfer gefordert und ungeheuren Schaden im Dorfe, in Feld und Wald, angerichtet. Mit einem freudigen Ausblick auf den Tag der Abstimmung, der ein großer Feiertag für die dortige Bevölkerung werden solle, schloß der Redner feine Worte. Die Studenten dankten den beiden Rednern auf das herzlichste und ließen dadurch den Gästen von der Saar erneut ihre Verbundenheit mit den geprüften Volksgenossen im Warndt erkennen. Begeistert wurde zum Schlüsse des offiziellen Teiles der Feier und zu Ehren der Gäste das Saarlied gesungen. „Grbgesundheilspflege und Raffenhygiene im nationalsozialistischen Staat." Dortrag in der Berufsgemeinschaft der Techniker. In der gut besuchten Juni-Versammlung der Berufsgemeinschaft der Techniker im Haus der Deutschen Arbeit sprach nach einleitenden Worten des Ortsgruppenvorstehers Pg. Dr. Coburger, der Mitarbeiter im Amt für Rassepolitik Pg. Dr. Walter Vetzberger über „Erb- gesundheitspflege und Rassenhygiene im nationalsozialistischen Staat". Er führte u. a. aus: Die Idee eines nationalen Sozialismus beginnt immer mehr das geistige Leben unseres Volkes zu formen, wie überhaupt der Kampf des Nationalsozialismus in der Gegenwart und Zukunft ein ungeheurer Kampf fein wird. Nur positive geistige, gestaltende Kraft kann Bleibendes und Wertvolles für ein Volk schaffen. Wir kämpfen heute zum großen Teil gegen geistiges Erbgut der französischen Revolution. Dieser Kampf war bisher vergebens. Die völkische Weltanschauung brachte unserem Volke den Umsturz und räumt nun mit der TXa- turwidrigkeit und llnlogik, der Lehre von der „Gleichheit alles dessen was Wenschenantlih trägt" auf. Weil die Lehre des Nationalsozialismus in der Natur selbst beruht, wird sie in zähem und unermüdlichem Kampf die herrschenden Begriffe eines ab- gelaufenen Zeitalters überwinden können. Nationalsozialistischer Kampf ist mehr als der Freiheitskampf eines Volkes. Er ist Kampf um die Zukunft der Menschheit selber. Zwei Vorgänge spielen sich in der Natur dauernd nebeneinander ab: 1. Eine ungeheure „Fruchtbarkeit" und 2. eine ständige „Ausles e" alles Kranken und Schwächlichen. Schließlich ist noch eine weitere Eigenart der Natur zu erwähnen, daß sie 3. eine Rassenmischung fast nie hervorbringt, solche Mischlinge aber, wenn sie wirklich einmal entstehen, im Kampf ums Dasein zugrunde geben. Wir erkennen daraus die ungeheure Bedeutung gleicher Vorgänge für das Dölkerleoen. Es mag ein Altern eines Volkes geben, ein Altern der Raffe gibt es nicht. Gewiß, schon viele einst mächtige, alles beherrschende Völker, mit einem stark ausgeprägten Rassenbewußtsein, sind von der Bildfläche und der geschichtlichen Entwicklung verschwunden. Doch dieser Untergang eines ganzen Volkes vollzog sich nicht nach unabänderlichen erbbiologischen Gesetzen, sondern weil sie bewußt ober unbewußt gegen die Gesetze der Natur verstießen. Wenden wir uns dem ersten Punkt zu. Wie steht es mit der Fruchtbarkeit im deutschen Volk? Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts war Deutschland ein wachsendes Volk. Ungefähr um die Jahrhundertwende setzte ein merklicher Rückgang der Geburtlichkeit im Volk ein, so daß wir heute sogar eine Untergedurtlichkeit von 1,5 auf 1000 haben. 1876 kamen auf 1000 Frauen 42,6 Geburten, 1931 nur noch 15,9. Don den verheirateten Frauen hatten 1890 jede dritte Frau, 1910 jede vierte Frau, 1925 jede siebente Frau, 1930 jede achte Frau, 1932 sogar nur noch jede zehnte Frau ein tebenbgebored nes Kinb. Das bedeutet praktisch das Ein-Kind-' System. Heute bereits fehlen 300 000 Kinder jährlich zur Erhaltung des Bestandes. Ls handelt sich heute gar nicht um eine Förderung des Wachstums unseres Volkes, sondern um die aufs schwerste bedrohte Erhaltung seines Bestandes. Der Geburtenrückgang ist eine Erscheinung, die augenblicklich über den gesamten westeuropäischen Kulturkreis hinweggeht. Deutschland ist das Land mit der niedrigsten Geburtenzahl. Die Hauptursache dafür ist die gesamte kapitalistische, materialistische Einstellung, die die bewundert, die es äußerlich zu etwas gebracht haben. Zu dieser Gesamthaltung trägt auch die Abkehr von Religion und Kirche bei. Dazu kommen noch die veränderte Grundeinstellung der Frau zum Leben, gewisse soziologische und biologische Umschichtungen in unferm Dolkskörper, die mit der Industrialisierung, Kapitalisierung und Derstädterung unseres Volkes Zusammenhängen. Dem deutschen Volk droht langsam sicheres Aussterben, wenn sich die deutschen Mütter nicht be- finm?n. Wenn das deutsche Volk weiterhin den deutschen Lebensraum freigibt, bann werden die Völker des Ostens Vordringen und Deutschland überfluten. Innen- und wirtschaftspolitisch betrachtet bedeutet ein weiterer Geburtenrückgang die erneute Vermehrung der Arbeitslosigkeit und die Zerstörung der gesamten Sozialversicherung. So paradox dies klingen mag, so muß man aber bedenken, daß Kinder Nur-Verbraucher sind, d. h. aber auch umgekehrt, daß KinderreichtumVolks- r e i ch t u m darstellt. Aus all dem ergibt sich die Folgerung: 1. Pflicht des einzelnen zur Aufzucht gesunder Kinder. Jeder einzelne muh mithelfen. Gemeinnutz geht vor Eigennutz. 2. Pflicht des Staates zur Bereitstellung der notwendigen wirtschaftlichen Voraussetzungen durch Besoldungs- unb Steuerreform, Familien- laftenausgleich in allen Schichten, Maßnahmen gegen die Landflucht, Siedlung ufw. Weiter ist für die Zukunft eines Volkes entscheidend, ob die tüchtigen Erbstämme im Laufe der Generationen erhalten und gefördert werden, oder ob sich umgekehrt allmählich die weniger tüchtigen Erblinien stärker ausbreiten, während Hochwertige zu Grunde gehen. In der Natur herrscht bas Gesetz ider unerbittlichen Auslese, die unbarmherzige Verrichtung alles Untüchtigen. In der Kulturmenschheit sehen wir aber allmählich eine Aenderung dieses Prinzips, in der Erhaltung möglichst jeden unwerten Lebens. Jede erbliche Krankheit ist von ungeheurer Bedeutung dadurch, daß sie von Generation zu Generation weiter vererbt wird und so lange in alle Zukunft sich fortpflanzt, bis die Blutlinie ausstirbt. Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und die Sterilisation dieser Menschen gibt uns die Möglichkeit der Ausschaltung solcher krankhafter Erbanlagen aus dem Blutstrom des Volkes. Es ist keine Schande, krank zu fein, sondern nur ein bedauernswertes Unglück. Es ist aber ein Verbrechen und daher auch zugleich eine Schande, dieses Unglück durch eigenen Egoismus zu entehren, indem man es unschuldigen Wesen wieder aufbürbet. Bedenkt man ferner, daß schätzungsweise diese Erbkranken jährlich dem Staat einen ungeheuren Betrag kosten, so wird man den Segen eines solchen Gesetzes für das Dobksganze verstehen können. Das dritte Gesetz der Natur von der Verneinung der Nassenmischung besagt übertragen, daß Völker und Kulturen ihren göttlichen Sen- düngen nur gerecht werden und irdische Größe erreichen und bewahren können, wenn sie die durch ihre besondere Rasse bedingten, besonderen Aufgaben im geschichtlichen Geschehen erfüllen. Das heißt, jede Vermischung mit wesensfremden Rassen bedeutet für bas Volk durch Schwächung des Dolkskörpers Verrat an der eigenen Aufgabe unb bamit Ende unb Untergang. Wie schon erwähnt, sind es die Erbanlagen, die die wesentlichen und geistigen Züge der Menschen und Völker bedingen. Durch die Generationen hindurch fließt ein Strom dauernden Lebens. Es lebt somit ein Wesentliches der alten Generation in der jungen fort. Durch unsere Blutsverbundenheit bilden wir eine „organische" Gemeinschaft des Lebens, und da wir eine Sprache sprechen, eine gemeinsame Kultur haben, in jahrhundertelanger Entwicklung auf einem Boden gewachsen sind, bilden wir ein Volk. „Blut und Boden- sind somit die integrierenden Bestandteile eines Volkes. Unser deutsches Volk ist seinem Rassencharakter nach nordisch, das heißt, daß der wichtigste Bestandteil unseres Blutes germanisches Blut ist. Wir können mit Recht sagen, daß die nordischen Rassen es waren, die die größten Kulturwerke der Antike geschaffen haben. Schöpferisch und heldisch waren aber diese Völker nur, solange sie ihre Rasse reinhielten und vermehrten. Wir wissen, daß Deutschland heute ebenfalls ein Mischoolk beheimatet, noch aber ist seine Blutsgrundlage über die Hälfte nordisch bestimmt. Wenn wir leben wollen, müssen wir uns dieses nordische Blut erhalten, deshalb fordert der Nationalsozialismus die Aufnordung unseres Volkes. Unser höchstes Ziel ist der deutsche Mensch, körperlich, geistig, Ö auf der Höhe seines Seins. Dieser deutsche , der ganz auf der Höhe stehend nur Diener seines' Volkes ist, soll uns das Dritte Reich schaffen und erhalten. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen interessanten Vortrag brachte der Ortsgruppenoorsteher geschäftliche Fragen zur Erörterung. Die Ver- samlung wurde in üblicher Weife geschlossen. Zum Attentat auf der Semmeringbahn. Gegen die Semmeringbahn wurde ein Sprengstoffanschlag ausgeführt, durch den ein Tunnel und der Bahnkörper zerstört wurden. ■3/ ‘ >o r - * l * M M MBS / ’ X. *5. >>■•< • jfez 1 ■ > rwl S.JtXfport 1. Kreisturnfest des 8. Kreises Lahn-DM am 9. und 10. Juni in Grotzen-Linden. Das Kreisfest zu Großen-Linden nahm einen glänzenden Verlauf. Die Eröffnung bildete die sehr eindrucksvolle Begrüßung auf dem Sportplatz vor der neuen Schule. Der Abend bot allerlei turnerische Vorführungen in den großen Hallen auf dem schön gelegenen Festplatz. Der eindrucksvollen Morgender am Sonntag folgten die Wettkämpfe der Turnerinnen und Turner, am Nachmittag das Vereinsriegenturnen und die allgemeinen Freiübungen. Das Kreisturnfest war ein voller Erfolg. (Ausführlicher Bericht mit Siegerliste folgt.) Gießener Turnerinnen Kreisgruppensieger im Iaustball. Gestern wurde in Friedberg zwischen den Turnerinnen der dortigen Turngemeinde und der Gießener Turnerschaft der Gruppensieger festgestellt. Die Gießener Mädels konnten beide Spiele mit 44:32 und 54:30 überlegen gewinnen. Nunmehr nehmen die Gießener Turnerinnen in 14 Tagen an den Spielen um die Gaumeisterschaft in Kassel teil. Polizei Darmstadt und Eimsbüttel... Die neuen deutschen handballmeister. In Darmstadt und Mannheim wurden am Sonntag die Endspiele zur Deutschen Handballmeisterschaft 1934 ausgetragen. In Darmstadt standen sich vor 12 000 Zuschauern im Hochschulstadion die Männermannschaften von Polizei Darmstadt und der Spielvereinigung Fürth gegenüber. Nach einem unerhört spannenden Spielverlauf siegten die Darmstädter mit 9:7 (5:4). — In Mannheim waren 2000 Zuschauer zum VfR.-Platz gekommen.» Sie sahen einen erst nach Verlängerung mit 6:5 (5:5, 4:0) erstrittenen Sieg der Damen des To. Eimsbüttel über den DfR. Mannheim. Mit diesen beiden Spielen ist der Höhepunkt in der deutschen Handballsaison 1934 erreicht worden. Die Deutsche Meisterschaft in diesem Jahre war begehrenswerter denn je, wurde sie doch erstmals von allen deutschen H a n d b a l l m a n n s ch a f - t e n in gemeinsamen Runden angestrebt. Davispokal-Kampf Deutschland —Frankreich 2:3. Deutschland ist der große Wurf nicht geglückt, die Franzosen im Pariser Roland-Garros-Stadion aus dem Davispokal-Wettbewerb zu eliminieren. Die Deutschen scheiterten durch das Fehlen eines zweiten Einzelspielers von guter internationaler Klasse. Nourney trat im ersten Spiel am Sonntag vor 10 000 Zuschauern Andrö Merlin gegenüber. Der Franzose lieferte eine bessere Partie, als man geglaubt hatte und fertigte unseren Kölner ziemlich glatt 4:6, 5:7, 6:2 ab. Damit war die Entscheidung gefallen, Frankreich hatte den siegbringenden dritten Punkt errungen. Eine schwere Enttäuschung erlebten die Zuschauer beim letzten Kampf von Cramm — Boussus. Man hatte in Paris auf einen französischen Sieg gehofft, aber Boussus spielte in diesem Match eine manchmal geradezu , klägliche Rolle. Von Cramm wartete mit einem fehlerlosen, variantenreichen Tennis auf, dem Boussus 6:1, 6:0, 0:6, 6:4 unterlag. Die deutschen Beiter in Warschau. Der Mohr und Tora Dritte. Das internationale Reitturnier in Warschau wurde nach einem Ruhetage am Samstag mit einem Ausgleichs-Jagdspringen fortgesetzt, bei dem sich die Deutschen wieder recht gut placieren konnten. Der dritte Platz von „Der Mohr" unter Oblt. K. Hasse und „Tora" unter Oblt. Brandt, sowie die fünfte bis neunte Stelle weiterer deutscher Pferde ist unter 65 Teilnehmern ein großer Erfolg. Sieger wurde der französische Lt. Gudin de Dallerin mit Exercise in der vorzüglichen Zeit von 1:31,2 vor dem polnischen Oberleutnant Czerniawski mit Dion. Axel Holst mußte Egli nach einem Fehler anhalten. Großer deutscher Sieg im „Preis der Rationen". Nach dem Mißgeschick der deutschen Reiter in Nizza und Rom leuchtete ihnen nun in Warschau im Preis der Nationen endlich einmal wieder die Sonne des Siegers. Die deutsche Mannschaft gewann den Wettbewerb mit 36 Fehlern überlegen vor Frankreich und Polen mit je 75 und den Vertretern Lettlands mit 148% Fehlern. 30 000 Menschen, darunter der Staatspräsident Moscicki, wohnten den Kämpfen bei. Siefeier siegt im Kunstflugwettbewerb um den Weltpokal. Eine überaus zahlreiche Zuschauermenge hatte sich zum ersten Tage des Kunstflugwettbewerbes um den Weltpokal in Vincennes eingefunden, um das Können der besten Flieger Europas bewundern zu können. Unter den neun Teilnehmern befanden sich die Deutschen Gerhard F i e s e l e r und Gerd A ch •- g e I i 5 , der französische Meister D e t r o y a t, der Italiener Colombo u. a. Die Deutschen schnitten bei den an diesem Tage ausgetragenen Pflichtübungen sehr gut ab, denn Fieseler belegte im Gesamtklassement den ersten Platz, während Achgelis hinter dem Franzosen Dötroyat an dritter Stelle placiert ist. Eine Enttäuschung war der Italiener Colombo, der nur Achter werden konnte. Kurze (Sportnotizen. Zahlreiche Fußballspiele kamen am Samstag zum Austrag. In der Vorschlußrunde zum oberbayerischen Pokal gewann München 1860 erst nach Verlängerung mit 3:1 über Bajuwaren, während Bayern München gar dem FC. München mit 0:1 unterlag. Weitere Ergebnisse: Hanau 93 gegen FC. Schweinfurt 3:4, VfR. Mannheim gegen Phönix Ludwigshafen 4:3, Stuttgarter SC. gegen FC. Pforzheim 1:3, FV. Zuffenh-usen gegen VfB. Stuttgart 6:3, VfB. Friedberg gegen Spvgg. Fried, berg 5,5. Zum diesjährigen D e u t s ch l a n d f l u g waren beim Nennungsschluß 120 Meldungen der einzelnen Fliegerlandesgruppen eingelaufen. Die Flugstrecke hat eine Länge von 4700 Kilometern. Start- und Zielort für alle vier Fluglage ist wieder, um Berlin. * Niederrheins Amateurboxer siegten im Ausscheidungskampf für die deutschen Kampf, spiele in Kassel über die Staffel des Gaues Nord. Hessen mit 10:4. Die Offenbacher Kickers werden am 23. und 24. Juni zu zwei Fußballwerbespielen in das in feinem Deutschtum schwer bedrängte Warndtge» biet fahren. Der internationale Kunstflugwettbewerb um die Weltmeisterschaft endete am Sonntag mit dem Siege des deutschen Kunstflugmeisters Gerhard Fiesiler, der sich mit 645,5 Punkten vor dem Franzosen Detroyat mit 622,9 Punkten und dem Deutschen Achgelis mit 537,6 Punkten den ersten Platz sicherte. Ein Handball - Länderkampf zwischen Deutschland und Schweden wird im August in Stockholm erstmals stattfinden. Kußball-Wettmeister Italien. Oie Tschechoslowakei in zweistündigem Kampf 2:1 (1:1, 0:0) geschlagen. Ein Erlebnis voll ungeheuerer innerer Spannung war dieser Endkampf um die Fußball- Weltmeisterschaft im Stadion Nazionale zu Rom. In der Tschechoslowakei und Italien standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die in der hohen Schule des Fußball Meister sind. Ihr Können kam aber bei der ungeheuren Nervenprobe nicht ganz zum Ausdruck. Trotzdem erlebten 60 000 Zuschauer ein großes Treffen. Hier kämpfte Verstand gegen Leidenschaft, nüchternes, klares Denken gegen einen fanatischen Siegeswillen: Die Tschechen spielten, die Italiener kämpften, ohne in der Wahl der Mittel allzu wählerisch zu sein. Torlos verlief die erste Hälfte, dann gingen die Tschechen in Führung, der Ausgleich folgte und in den ersten Minuten der zweimal 15 Minuten Verlängerung fiel der siegbringende Treffer für Italien. Die erste Halbzeit wird ein Triumph der ausgefeilten Technik der Tschechen gegen das heiße Temperament der Italiener. Wundervolle Kombinationszüge bringen die Träger des roten Jerseys immer und immer wieder vor Combis Tor. Torlos geht es in die Halbzeit. Rach der Pause laufen die Italiener zu ihrer wahren Form auf. Jetzt beherrschen sie das Feld. Aber ihre Spielweise ruft vielfach die Mißbilligung der Zuschauer hervor. Aber doch gingen die Tschechen in Führung. 2000 Schlachtenbummler führen einen Höllenlärm auf, die Mehrzahl der italienischen Zuschauer ist konster- niert. Zehn Minuten später — neun Minuten vor Schluß — fällt der Ausgleich. Roch zweimal 15 Minuten muß gespielt werden. Die erste Verlängerung sieht Italien in Front. Die Tschechen wehren sich Helden- haft, aber Italiens Uebergewicht ist zu groß; es muß zum Siegtreffer führen. In der fünften Minute fällt die Entscheidung: Italien liegt 2:1 vorne. Abermals werden die Seiten gewechselt. Die zweite Verlängerung verstreicht ereignislos. Italien ist Weltmeister! Der Duce grüßt die siegreiche Elf. * Der feierliche Abschluß. Mussolini ehrt die Sieger... Nach dem Spiele Italien — Tschechoslowakei begrüßte der Duce die vor der Tribüne aufmarschierten Mannschaften von Italien, der Tschechoslowakei und Deutschland. Er nahm auch persönlich die Verteilung der wertvollen Pokale und der goldenen, silbernen und bronzenen Medaillen an die Spieler der einzelnen Mannschaften vor. Größe LerMoorstächmMd ftes Mlandes mh Sm HAUVU HOFtiA'Mt1 WE6ELAN0 Dacherudhlen | m Hektar GARTENLAND, 06CTANIA6.WEIWMME Der freiwillige Arbeitsdienst schafft Ackerland. Eine der Hauptaufgaben; des freiwilligen Arbeitsdienstes ist neben der Drainage der vorhandenen Ackerflächen die Urbarmachung von Oed- und Moorland. Wie die Karte zeigt, sind noch ganz beträchtliche Oedlandflächen und vor allem große Moorgebiete in vielen Gegenden Deutschlands vorhanden, die durch die Strbeiten des freiwilligen Arbeitsdienstes zu fruchtbarem Ackerland verwandelt werden können. Dadurch kann die dem deutschen Volke zur Verfügung stehende Ackerbaufläche um nahezu 10% vergrößert und so die Selbstversorgung des deutschen Volkes mit Nahrungsmitteln restlos sichergestellt werden. Die in Deutschland noch möglichen Bodenverbesserungen könnten zu einer Steigerung unserer landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Werte von 2 Milliarden Reichsmark jährlich führen. Eine halbe Million Menschen können auf dem neugewonnenen Lande angesiedelt und so eine Losreißung aus der todbringenden Ver städterung. erreicht werden. Durch die Tätigkeit im Arbeitsdienst werden die jungen Menschen körperlich und seelisch für ihre spätere Arbeit als Siedler erzogen werden, können. Das ist der Sinn und Zweck des freimiUigea Arbeitsdienstes. * Dl» Uchtspiel haus - Gießen Heute um 4, 6 und 8.30 Uhr wieder eine entzückende Ufa-Tonflim-Operette Ein fröhliches Verwechslungsspiel nach der bek. 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