m. Jahrgang Gießener Anzeiger London, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Mer waren Wien, 10. Ian. (DNB.) Der mit der Ausarbeitung der neuen Verfassung in Oesterreich betraute demokratische Minister und Landeshauptmann von Vorarlberg Dr. Ender hat seinen Entwurf sertiggestellt und dem Bundeskanzler über die Grundsätze der von ihm ausgearbei- tsten Verfassung Bericht erstattet. Nach einer Meldung der „Neuen Freien Presse" sieht der Endersche Verfassungsentwurf vor, daß die gesetzgeberischen Befugnisse, die bisher dem Nationalrat und dem Bundesrat zufielen, in Zukunft auf den Staats- Der Stellvertreter des Führers — Reichsminister Rudolf Heß — hat vor einigen Tagen in einem Interview mit einem Schweizer Blatte Veranlassung genommen, die Verdächtigungen zurückzuweisen, die von ausländischen deutschfeindlichen Kreisen ausgestreut werden, um das traditionelle freundschaftliche Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz zu trüben. Wie ein Blick in die Schweizer Blätter lehrt, haben die Ausführungen von Rudolf Heß, die auf ähnliche Erklärungen der maßgebenden Stellen aus den letzten Monaten Bezug nehmen konnten, in der Schweiz eine freundliche Aufnahme gefunden. Es ist bekannt, daß die Stimmung im Schweizer- land eine Zeitlang wenig deutschfreundlich war, und da wir mehr denn je auf gute Nachbarschaft mit den uns umgebenden Staaten Wert legen müssen, verdient es wohl untersucht zu werden, wie jene Stimmung entstehen konnte. Man geht nicht fehl, wenn man als eine der Hauptursachen der Stimmungen in der Schweiz französischen Einfluß vermutet. Der ist bisher schon immer recht bedeutend gewesen, da der französisch sprechende Dolksteil der Schweizer über eine vorzüglich geleitete und verbreitete Presse in französischer Sprache verfügt, die auch von den Deutschschweizern viel gelesen wird. Erstaunlich ist nur, daß die deutsche Presse der Schweiz die Tendenz der französischen teilweise zu übertrumpfen bemüht ist. Bekanntlich hat in der Schweiz eine größere Anzahl Emigranten Asyl genommen, denen der Boden in Deutschland zu heiß geworden ist. Von diesen ist kaum zu erwarten, daß sie über ihre alte Heimat in objektiver Weise berichten, und so mögen deren Aussagen zum Teil auch den Weg in die Blätter gemacht werde. 4 Am Ende der ersten Periode, das heiße, wenn die Angelegenheit der Wannschaftsbestände vollkommen geregelt worden sei, trete das f r a n - zösischeversprechen, etappenweise bis znm deutschen Stand abzurü- ften, in Kraft. Man könne annehmen, daß, falls die erste Periode In befriedigender Weise verlausen sei, dieser Prozeß mit ähnlicher Schnelligkeit durchgeführt werden würde. rat, den Länderrat, die Kulturkammer und die Wirtschafts kämm er aufgeteilt werden. Der Staatsrat solle vom Bundespräsidenten auf Grund von Regierungsvorschlägen ernannt werden. Der Länderrat werde die Vertreter der Länder umfassen, und zwar Landeshauptleute bzw. deren Stellvertreter und die Finanzreferenten der Länder. In beiden Körperschaften hat die Bundesregierung beratende und mitbefunden haben. Damit allein ist jedoch die Psychose der Schwer- zer keineswegs erschöpfend erklärt. Die Vorgänge in Öe st erreich werden nirgends mit solcher Anteilnahme verfolgt, wie in der Schweiz. Man sieht in diesem Nachbarstaat, mit dem die Schweiz durch viele Interessen verbunden ist, einen heftig geführten Kampf. Man beobachtet, wie der Nationalsozialismus unaufhaltsam seinen Siegeszug fortsetzt, wie alle Bemühungen, ihn zu unterdrücken, das Gegenteil erreichen, und fragt sich in der Schweiz besorgt, ob ihr nicht dasselbe Schicksal drohe_ wie Oesterreich, das ihm nicht mehr entgehen könne. Diese Frage ist gar nicht einmal so abwegig, denn tatsächlich macht sich auch in der Schweiz, wie in vielen anderen Staaten, ja sogar im fernen Japan, eine Bewegung bemerkbar, die offen mit dem autoritären Staat' sympathisiert, und schon einen gewissen nicht zu übersehenden Umfang angenommen hat. Die Schweizer sehen ihre Demokratie, auf die sie sehr stolz sind, in Gefahr, um so mehr als die Demokratien anderer Staaten ebenfalls den Erfordernissen der Zeit nicht gewachsen zu fein scheinen. Es ist nur nicht einzusehen, weshalb die Schweiz gerade das nationalsozialistische Deutschland als die Gefahr ansieht. Als Mussolini mit seinen Schwarzhemden den Faschismus in Italien zum Siege führte, fühlten sich die Schweizer ebenfalls bedroht. Auch damals gab es unliebsame Grenzzwischenfälle, ja man ging sogar so weit, stellenweise hohe Zäune gegen die italienische Grenze zu errichten. Inzwischen hat sich längst gezeigt, daß der Faschismus keine Gefahr für d i e Schweiz bedeutete, die Beziehungen der beiden Staaten sind feit Jahren wieder die besten. Dem Deutschen Reich aber traut man die schwärzesten Absichten zu. Dahin gehören auch Durch- m a r s ch p l ä n e, die angeblich in Berlin für den Revanchefeldzug gegen Frankreich ausgearbeitet seien. Hier merkt man am deutlichsten den französischen Pferdefuß. Da sich Frankreich und mit ihm Belgien durch einen Betonwall von mehreren hundert Kilometern gegen jeden Angriff auf die Ostgrenze gesichert haben, bliebe — so sagt man — der deutschen Armee nur übrig, den Einmarsch nach Frankreich über d i e Schweiz zu versuchen. Man sollte es nicht für möglich halten, daß man sich an maßgebenden Stellen mit solchen Pbantasie- produkten auch nur einen Augenblick ernsthaft beschäftigt — und doch ist es so. Im schweizerischen Nationalrat hat der angebliche Durchmarschplan durch den Schweizer Jura, angeblich vom Generalstab geplant, den es bekanntlich gar nicht gibt, vor einiger Zeit zu sehr eingehenden Debatten Veranlassung gegeben und dazu geführt, die militärischen Ausgaben wesentlich zu erhöhen. Die Neuanfchaffungen von Kriegsmaterial im Werte von 100 Millionen Franken werden dem unter der Wirtschaftskrise schwer seufzenden Schweizervolke dadurch schmackhafter gemacht, daß man die Ausgabe zugleich im Interesse der Arbeitsbeschaffung erklärt. Nein, an eine Invasion in die Schweiz denkt in Deutschland kein Mensch, es sei denn an die friedliche Invasion deutscher Reifenden. Grenzzäune brauchen die Schweizer nach der deutschen Seite nicht zu errichten, erwogen ist auch das schon worden. Sollte eine Art Diktatur auch in die freie Schweiz ihren Einzug halten, so möge man sich dort damit trösten, daß auch ein anderes, und auf feine Freiheit nicht weniger stolzes Land, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, sich ihrer nicht erwehren konnte und nur in ihr einen Weg aus der schweren wirtschaftlichen Krise sieht. Das R a s. s e u p r o b l e m ist es zu guter Letzt, das den Schweizern ebenso unfaßbar wie unheimlich erscheint, von dem sie sich angeblich bedroht fühlen. Das ist aber für die Schweiz in der Tat kein Problem, da dieses zahlenmäßig kleine Volk rassengemischt ist, drei Landessprachen besitzt und doch einen geschlossenen Staatskörper besitzt, wie wenig andere/Aber die Schweiz ist niemals Tummelplatz anderer Völker gewesen: wo fremde Heere in das Land drangen, hatten sie es schwer zu büßen. Anders ist die Lage des Deutschen . lungnahmen habe sich als ______ feig erwiesen. Sie gelte auch für die Ankunft. Auf diesem Wege lasse sich noch am ehe- weil er den dringenden Wunsch hat, mit verschiedenen Außenministerien in möglichst enger Beziehung zu bleiben. Zwischen London und den anderen Hauptstädten sei ein lebhafter Gedankenaustausch im Gange. Ueberdies sei es so gut wie sicher, daß Paul-Boncour infolge der außenpolitischen Kammeraussprache in Paris nicht vor Mitte nächster Woche nach Genf kommen könne. Heute werde Simon eine Unterredung mit Henderson haben. An der Sitzung des Büros der Abrüstungskonferenz am 22. teilzunehmen, fei England durchaus bereit, doch dürfte es aus jerlei Form Sie müffen t vor bem bin foaat len Inders iren mochte, erliches Beist zu ihncn 'den dadurch schönen, mit । Welt, sie iger einmal öfter", wenn von der oft hsenen ernst- des Rechtes Kinder sein, ich! hat Ta- inen Kinder zenden verlangenden ich, warum jnb warum ,t sind."_____ sprechung handelte es sich um die erste Ministerzusammenkunft nach der Rückkehr Sir John Simons aus Paris und Rom, bis zu der die Erörterung des Abrüstungsproblemes aufgeschoben worden mar. „Times" berichtet, man habe sich auf die Auffassung geeinigt, daß die im Gange befindlichen Verhandlungen genügend Fortschritte machten, um ihre Fortsetzung wünschenswert erscheinen . Die Methode regelmäßiger Anweisung Garats gehandelt.zu haben, ~ ■ • r - ) unter einer Decke Ilocke neben xn. e-Ft Schu. Schwere Zwischenfälle in Kloaenfnrt. Wien, 11. Jan. (DNB.) In einer amtlichen Darstellung wird behauptet, daß es infolge einer von nationalsozialistischer Seite ausgegebenen einheitlichen Weisung zu teilweise schweren Ausschreitungen der Insassen mehrerer Arbeitslager der Vereine Österreichischer Arbeitsdienst und Studentischer Arbeitsdienst gekommen sei. In Klagenfurt hätten 70 bis 80 Personen aus dem Lager Hollenburg vor dem Gebäude der Druckerei des christlich-sozialen „Kärntner Tagblattes" Kundgebungen veranstaltet. Es feien mehrere Fensterscheiben eingeschlagen und ein Sprengkörper in den Hof des Gebäudes geworfen worden. Nach der amtlichen Darstellung sollen die Stunbgeber einen vor dem Gebäude Posten stehenden Hilfspolizisten angegriffen haben. Dieser habe in Notwehr drei Schüsse abgegeben, wodurch zwei Kundgeber getötet und einer verletzt worden sei. Zahlreiche Kundgeber seien verhaftet worden. Das Programm derHeimwchren Ein Aufruf Starhernbergs. Die Länge des ersten Abschnittes (ursprünglich vier Jahre) solle von der Dauer der Zeit abhängen, die Deutschland brauche, um die tatsächliche Umwandlung der Reichswehr in eine Armee von 2 0 0 0 0 0 Mann (!) m i t kurzer Dienstzeit zu vollziehen. Die Zahl von ZOO OOO Mann gelte nach französischer Auffassung als unannehmbar. Frankreich verpflichte sich, während dieser Zeit seine Rüstungen in keiner Weise zu vermehren und Schritt für Schritt mit der deutschen Umwandlung ähnliche Aenderungen in seiner Armee vorzunehmen. Da das Ziel Abrüstung sei, solle nach französischem Wunsch Deutschland sich verpflichten, Rüstungsmaterial weder herzu st ellen noch zu besitzen, das ihm gegenwärtig verboten sei. Es werde aber natürlich das Recht haben, Waffen für die neu einzu st eilenden 100 000 Mann anzuschaffen. Der von Frankreich vorgesehene Kontrollausschuß solle sofort eingesetzt werden. Ferner werden bestimmte Verminderungen bei der SS., S A. usw. verlangt (nicht wie es behauptet werde, ihre Abschaffung). Angelegenheiten der Kulturkammer zugewiesen werden. Die staatswirtschaftlichen Fragen und besonders der Haushalt, Handelsverträge, Zollsragen usw. würden vornehmlich den Staatsrat unter Heranziehung der Wirtschaftskammer beschäftigen Die Fragen, die die Länder betreffen, wurden, soweit sie wirtschaftlicher Natur sind zwischen Länderrat und Wirtschaftskammer, soweit sie politischer Natur sind, zwischen Staatsrat und Länderrat und soweit sie kultureller Natur sind, zwischen Länderrat und Kulturkammer ausgetragen. Der b u n d e s st a a t l i ch e Cha- r a f t e r b leibe, auch in der Enderschen Verfassung weiter erhalten. Wien werde als Bundeshauptstadt eine gewisse Sonder st e l l u n g halten aber die bisherige verfassungsrechtliche Stellung als Bundesland verlieren. Die Verfassllkgsrefom in Oesterreich. Oer Endersche Entwurf. - Neuaufteilung der gesetzgebenden Körperschaften. Was Frankreich unter Gleichheit der Rüstungen versteht Die Times berichtet über den angeblichen Inhalt der französischen Denkschrift. gesehen. Der Direktor des Empire-Theaters, H a y o t t e, gegen den im Zusammenhang mit der Stavisky-An- q-leg-nheit -in q«ftb-s-hl erlaffen worden ist, Hot sich der Polizei in Begleitung feines Verteidigers gestellt. „Ich bin glücklich", so erklärte er „vor G°. richt erfcheinen zu können, denn ich Hobe die Ab- sicht, in voller Offenheit zu sprechen, do ich meiner Unschuld sicher bin." ih ’"'n Itü. QUN @e, di- L?""- ®*tung lnrP bedarf *9 der frQu und |U werden. Jö.ar von Wien, ihr ^pflichten mittlung hochstehender Per, ö n I i chkei- t e n gemocht hoben. Er weigerte sich ledoch, Nomen zu nennen. Schließlich ließ er sich auf Drangen der hem Verhör beiwohnenden Verteidiger zu der Aeußerung herbei, Stavisky habe sich vor jedermann damit gebrüstet, daß er b e i dem Par if e r P o - lizeipräfekten ein und ausgehe. Garat selbst hat die beiden jedoch niemals zusammen „Times" bringt eine Inhaltsangabe der französischen Denkschrift, die von ihrem Pariser Korrespondenten herrührt. Wie er behauptet, soll es das Ziel der französischen Vorschläge sein, Gleichheit innerhalb eines Systems der Sicherheit zustande zu bringen, auf Grund eines Abkommens, das eine wirksame Kontrolle und eine kollektive Garantie aller vertragschlie- zu lassen. , „ _ ßenden Teile vorsähe. Es seien zwei Perioden diplomatischer Mitteilungen und per- oorgesehen. Die erste sei die Uebergangsperiode, die'sön kicher F ü h l i'" zweite stelle völlige Gleichheit der Abrüstung her. zweckmäßig ern^im. - - o-— . , • . 6 Zukunft. Auf diesem Wege lasse sich noch am ehe- mehrfachen Gründen besser sem, sief zu v e r \ d) i e = ften erhoffen, daß zwischen Frankreich und Deutsch->ben, besonders in der Hoffnung, daß Ende Janu- land eine gemeinsame Grundlage gefunden werde. ’ ar d i e Grundlage einer Vereinbarung Wenn Simon wahrscheinlich am 15. nicht in Genf zwischen Frankreich und Deutschland gefunden sein sein wird, so geschieht das, wie „Times" meint, I könne. Daris 11. Ian. (DNB. Funkspruch.) Die Gegenüberstellung des verhafteten Direktors toCredit Municipal von Bayonne, TIffIer, und des gleich- ! falls verhafteten Bürgermeisters der Stadt, Abge- 1 . , ’ . .. _ l pninn ©Litiinn ripnracht. den kommen ließen, indem sie den seit 1925 gegen Stavisky anhängigen Prozeß mehrfach vertagten, ohne daß diese Vertagungen gerechtfertigt gewesen seien, vor dem Obersten Gericht, das für richterliche Beamte zu entscheiden hat, zur V erant- wortung gezogen werden. Auch die Staatsanwälte, die gegen diese Verschleppung nicht Einspruch erhoben haben, haben Maßregelungen zu erwarten. Kundgebungen gegen die „Verottung des Regimes". Paris, 11. Jan. (DNB.-Funkfpruch.) Die Liga der Jeunesse Patriote erläßt einen Aufruf zu der heute nachmittag stattfindenden großen öffentlichen Kundgebung aegen die „Verrottung d e s Regimes, die der Finanzskandal Stavisky habe zutage treten lassen. Die Rechtspresse fragt, ob man vor einer politischen Krise stehe. Im Vollzugsausschuß der Radikalen Par- t e i sagte der Parteivorsitzende H e r r i o t u. a., die ehrlichen Elemente hätten es satt, immer wieder in den ersten Spalten der Blätter von Verbrechen, Diebstählen und Skandalen zu lesen. Nach einem Rechtfertigungsversuch des zurückgetretenen Kolo- nialministers D a l i m i e r wurde eine Entschließung angenommen, in der die rücksichtslose Aufklärung des letzten Skandals ohne Schonung auch noch so hoch stehender Persönlichkeiten gefordert und angekündigt wird, daß die Partei von sich aus unerbittlich gegen alle Mitglieder vorgehen werde, die nicht würdig seien, ihr anzuge- iinfer. , ülilur W uni ien W Mm y n ios W ®er< 'uni «r aetnanb um- % Sos M -b W»‘ &■*’’’ »'"tir- »u M 3“S uni «f ‘ , ;hr gern 8‘ 'ijre pit«* i As *r . „ spiele" > „ tot«» '^elils H »w» Wien, 10. Jan. (DNB.) Der Bundesführer der österreichischen Heimwehren, Fürst Starhem- ber g, erläßt einen Aufruf an die gesamte Heimwehr, in dem er sagt, er fordere fie auf, Disziplin zu wahren, um in zäher Entschlossenheit auszuhalten, dann würden sie siegen. „Ich gelobe Euch, vor keiner Folgerung zurückzuschrecken, wenn ich zu der lieber« zeugung kommen müßte, daß Ihr mißbraucht werdet, und daß wir um unsere Ziele betrogen werden. Unser Kampfziel ist die uneingeschränkte Durchsetzung der faschistischen Ideenwelt in einer unserem Vaterlande entsprechenden Art und Weise. Unjer Kampfziel ist die durchgreifende Erneuerung Oesterreichs in jeder Beziehung, die restlose Ueberwindung des korrupten Parteienstaates, die restlose Niederwerfung des Austrobolschewismus und die vollständige Reinigung des öffentlichen Lebens von jeglicher Korruption." Der Aufruf wendet sich auch scharf gegen die Nationalsozialisten und schließt: „Darum auf, Kameraden, auf zum Kampf gegen die Korruption und deren Nutznießer, auf zum Kampf gegen die Saboteure und Feinde der Erneuerung Oesterreichs. lies. Kein Mn Q 9 o r e, glichen lW pij- ' Kind be- °as gleiche. .-Die Ler- lchten wich- stleich nen- -rlangenden warum nb warum lt find. — nennen sie n sie dann müde non imen, dann Mutti, fjaft _ stammt 'Mas oder Frage vor. kalade ober nen Kuchen habe diesen achtet. Sie chhaft. Eie r.zbrot und sch kommt, nes Gefühl imer gesagt Mz große ' doch kein ungsmittel. ? erbetenen ein klein aber diese tenne, finde zähle mich :r Geschichte es ja auch, n: mir war r sehr oer- n aus dem Als eifriger und vorbehaltloser Fürsprecher der französischen Auffassung erklärt dann der Berichterstatter, daß man eine wirkliche und ehrliche Gleichheit anstrebe, gehe klar daraus hervor, daß die französische Denkschrift, falls beschlossen werden sollte, Waffen, wie leichte Tanks während der ersten Periode beizubehalten, ohne weiteres voraussetze, daß Deutschland auch das Recht auf den Besitz leichter Tanks haben soll »......•, Das Artilleriekaliber hoffe man auf em Höchstmaß! Garat, hat keine Klärung gebracht von 15 Zentimeter festzusetzen. Es bestehe guter i $ . f f • e r bleibt bei seiner Behauptung, nur auf Grund für die Annahme, daß diese Vorschläge im -UHb — «-nh.it »• hnhpn- wesentlichen die äußerste Grenze dessen darstellten, &er mit Stavisky ------ was Frankreich zuzugestehen bereit sei. Die Dauer fterfte Beide hätten sich in dem Gewinn aus den der ersten Periode sei nach französischer Auffassung Finanzgeschäften, deren betrügerischen Charakter er vollkommen von der Energie abhängig, nut ber; n,^t gekannt habe, geteilt. Garat befreitet Deutschland die Umwandlung der Reichswehr m K j' Auslagen liffiers, mufe aber zugeben, eine Milizarmee durchführe während in der zwei-1 mit Savisky eng befreundet gewesen zu fem^Dte Beten Periode es in Deutschlands Ermessen gestellt xnnntschaft des Hochstaplers will er durch Ver- sei die Erreichung der Gleichheit durch Abrüstung I . . » F m - F l N N l 1 ck, k i> l - zu' beschleunigen,' indem es seine Nachbarn von Seinem guten Willen und Fnedenswunsch überzeuge. Wohl um diese Dinge dem englischen Publikum als große Zugeständnisse erscheinen zu lassen, bemerkt ^er 'Berichterstatter, das Bekanntwerden der Vorschläge werde bei der französischen Rechten voraussichtlich einen Sturm von Anklagen gegen die Regierung Chautemps auslosen. SmlandMorlschmsdesWo- matischen WantenanWM Sitzung des Abrüstungsausschusses des englischen Kabinetts. Bonbon, 10 Jan. (DNB.) Der Ab rüftu ngs- ousschuß des Kabinetts trat heute Na^ mittag in Downingstreet zu einer äwelstundigen Sitzung zusammen, ^"f der Tagesordnu g s den die Probleme der Abrüstung. Bei der -öe- Die Denkschrift vertrete die Ansicht, daß das Regime in Deutschland innerpolitisch so gefestigt dastehe, daß wenigstens ein Teil der Formationen entbehr- \ lich sei, die immer noch von den Franzosen als mi----. - - ö----- □ - - - . ... ,. litärisch verwendungsfähig betrachtet würden und st i m m e n d e Funktion. Die Wirtschafte- ihnen deshalb so viel Sorge verursachten. Die Mel- kämm er werde durch Wahl der hierzu berufenen düngen, wonach die französischen Vorschläge das Wirtschaftskörper gebildet. Die Kultur kämm er Angebot enthielten, 50 v. H. derMilitärflug- solle die Vertreter von Ständegruppen, Erziehungszeuge außer Dien st zu stellen, seien zutref-! stand (Lehrer und Eltern), Arztstand Heilstand, send. Das Angebot sei aber abhängig davon, daß Künstlerstand und selbständige geistige Berufe zu- anbere Länder das gleiche tun. Der Korre- sammenfassen. lieber die Abgrenzung der Befugnisse fponbent meint, daß diese französische Forderung ber vier Körperschaften seien noch keine endgültigen sich nicht auf die Luftflotte Groß- Entscheidungen getroffen. Jedenfalls werde der britanniens erstrecke. In Frankreich gebe Grundsatz vertreten, daß alle auf das Gebiet der man nämlich zu, daß die Abrüstung der englischen Kultur, Bildung und Unterrichtsfragen fallenden Luftwaffe bereits sehr weitgehend durch- ~ ' ,z v geführt sei. Es sei auch möglich, daß der Vorschlag der Abschaffung aller Bombenflugzeuge in der Denkschrift wiederholt worden sei, obwohl dies von einer internationalen Kontrolle ber zivilen Luftfahrt abhängig ge- Der Justizminister hat angeorbnet, daß di e richterlichen Beamten, die sich m der An- gelegenheit Stavisky Nachlässigkeit zu Schul- Horen. Nr. 9 Erstes Blatt M. Jahrgang Donnerstag, N. Januar 193^ if! aam W= MZU Jiiumcr MM vlvllvllvl SMS?« Auch bei Nichterscheinen I Br Aw Ermäßigte Grundpreise, von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein- infolge höherer Gewalt _ - e * < < ** nützige Anzeigen sowie ein- -UZM- Seneral-Anzciger für Bberhessen ZZM Kletzen Vereins- u.Tageskalenber Zronlfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Universitals.vuch- und Stcinöruderct R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 im Textteil 12 Rpf. je mm Derbandspräsibent, Lanbesbauernführer Dr. Wa g - «r. npnrü&fo .hon 97 S__...zr X ! I SÄ»*' P sSn9&: Ärt“" unb d-r V°rschm°L„'g/. I mirtfcfiaftlichßn (Senoffenfchafipn ftmtn^nMoirun9 9 9 9 ®Äci OerReichsstatthatterinHeffen Gauleiter Sprenger • !Z^b dann einen Ueberblick auf die Bemühungen Aur ?ab l^iner Freude Ausdruck, bei öei ^efcywaoersmg amerlkanucher Manne- Vereinheitlichung des (9 e n o H e n -1 ber Genossenschaften anwesend sein Ehrend «i di Die obgeschl Die Gaarabstrmmung auf der Tagesordnung des Bölkerbundsrates. Darmstadt weiter verfolgt würden und daß Direktor Eid mann diese Geldgeschäfte selbst weiter in der Hand behalte, so daß jeder Genossenschafter be. ruhigt schlafen könne. Den Abschluß der Darmstädter Tagungen bildete die außerordentliche Generalver- ™7 ™ Vf landwirtschaftlichen Zentra l g en o s s e n s ch a f t e. G. m. b. H. Auch hier tHltrhön StA nnitAM (T^L 4- . 1. -___V k CYX r • , ' 2ch erinnere an das Relchserbhofge- f e h. Ich bin als Lohn eines Kleinbauern geboren, aber in meiner Familie ist nachweisbar der Segen des Erbhofgesehes und der Fluch feiner Aufhebung. Ich glaube, wenn jeder ehrlich prüft, wird er allmählich den Segen dieses Gesetzes erkennen, der für die kommende Generation daraus erwachsen wird. Ich erwähne das, weil ich weih, daß hier unter- schiedliche Auffassungen herrschen. Man kann und darf aber eine solche Sache nicht mit dem Rechenstift beurteilen, oder nach Vermögenswerten allein, sondern allein nach der Frage: Was frommt dem deutschen Dauern, weil wag dem deutschen Dauern frommt, dem ganzen Volke frommt. (Beifall.) Maßnahme nicht sofort von jedem einzelnen verstanden wird, irgendeine Bitternis aufkommen. Solche Bitternisse verursachen oft Unruhe. 5«p‘'lo Jwpelii ßutfner, Waue' Sturm i rund \\ konnte. Senschnn ten beg raum l bas bei rennung turnotm Llickrich ginnt: J K ftärl Sie erfi die Ges Staaten, leben n Mag d -öindun ®2Opol’ künde । 6reihin' dl- „2h ronitt s i S'i Zusammenschluß und Vereinheitlichung des landwirtschaftlichen Genoffenschastswesens im Rhein-Min-Aekkar-Gebiel. 2 L andesbauernkasse Rhein-Main- Neckar: Aufsichtsrat: Vorsitzender Landeshauvt- abter ungsleiter Wirth, stellv. Vorsitzender SA.- Oberführer D i e h l - Gauodernbeim, ferner Wen- rau ch-Obermossau, Se um-Nidda, Fritz Gaß- Dutenhofen und Gg. Schneider- Frankfurt a M - Sossenheim. Vorstand: Stabsleiter Beck, Direktor E i d m a n n, Direktor Folk. 3- .bäuerliche Hauptgenossenschaft Rhein-Main-Neckar: Aufsichtsrat: Vorsitzender Landeshauptabteilungsleiter Wirth, stellv. Dors. L. Sch u d t-Mittclgründau, ferner L a w a l l- Erb-sbudesheim, Georg Karl W a l t e r - Lengfeld, K Hildebrandt XVI.- Niederweifsl und H. Schäfer- Friebertshausen. Vorstand: Stabsleiter Berg, Direktor Straßburger und Direktor F l e r n e r t. Einheitliches Reichsspaelüssenrecht. Ber ster des unb Kre fybamn $)?bamm au&erorbi jede m Su lassen, gesrtzl läge scha bet Jel im ber ^el -u den Staatss mit de sei em tu der deutsch die 3a senden 10400 Hochsch folg d davon Nicht Peru »ir unb 21 mitwir vergan Maßnc als die 2er! präfibent rere Son bah die auch o e zeilichen in Zivil nge d einer ] Personal! Ort unb Aufforbei lnitzugeh! Jede Wi sich als gemal' stellt teil im Sim SA, Syrers D01 »ieA-1 •»> -Kraft durch Freude.^ f ® ,e r EJ ” > 1°- 5ar>- Die NS.-Gcmein- |d)ott „Kraft durch Freude" veranstaltete in den 9 nnmrt, der Deutschen Ardeiizsront eine Taaung aller Amtsleiter. DrganiintionMeiler Pa Sets® fInm, DhrTVUf ->-n »Mannar in Weimar ?°8llng, M der der Führer der Deut» schen Llrbeusfront und Elab-leit-r der $0. Dr. tet), zu dem NS.-Gemeinschaftswerk „Kraft durch flugzeuqe über den paz fi-chen Ozean. siL's Franzisko, 11.Jan. (DNB.) Aus San Diego find am Dienstag 6 Marinegroßflug- Zeuge eingetroffen, die einen Ohnehaltflua n ach f?rnfn0^U o unternehmen. Der Start ist heute er- föffrPrerm>ßem-r be? Geschwaders, Oberstleutnant 2400 ^PiUnC 1 h n 1 r ..erEIVte' dieser Flug über " fe’ <2erI 1 %n 9 ft e, der je von einem ^Ä er^ugzeug - Geschwader versucht worden sei Sechs Kriegsschiffe haben den Befehl erhalten, ent- folls ?^?ung zu nehmen, um notfalls Hilfe zu leisten. Jedes der Wasserflugzeuge ist nut einem zusammenlegbaren Gummiboot ausgerüstet. Berlin, 11. Jan. (DDZ.) Die Bedeutung der Krankenversicherung ergibt sich gegenwärtig schon ^urnu^, daß trotz der noch bestehenden verhältnismäßig großen Arbeitslosigkeit der Mitgliederbe st and aller Krankenkassen 19 Mil- lionen beträgt, einschließlich der Familienangehörigen sogar rund 30 Millionen, so daß also d i e H ä l f t e des deutschen Volkes von diesem Versicherungsschutz erfaßt wird. Die Wiederbeschäfti- gung von über 2 Millionen bisher Erwerbsloser hat sich auch in den Finanzverhältnissen der Krankenversicherung wohltuend ausgewirkt. Während die Kassen noch im 4. Vierteljahr 1932 je Mitglied 71 ^messen an der damaligen Mitgliederzahl — 16,87 Mark aufwenden mußten, sank diese im ersten Vierteljahr 1933 bereits bei zahl- Kus en auf 15,90 und im zweiten Viertel- jahr 1933 sogar auf 14 92 Mark. Gegenüber dem etzten Vierteljahr 1932 bedeutet dies eine Ersparnis von rund 2 Mark je Versicher- ?an blefen Betrag auf die Gesamtzahl der Versicherten und auf das ganze Jahr umrech- nel, dann ergibt sich die enorme E n t l a st u n q “ Sr.antenEaffenet.at3 um mehr als ?00m™l[r!Dne" Mark infolge der Erfolge in der Bekämpfung der Wirtschaftsnot. in der Hauptsache auf Naturgewalten, denen gegenüber die tapferste Regierung und ihre besten Maßnahmen nichts vermögen. Der Einbruch des scharfen Frostes in der ersten Hälfte des oeraange- nen Monats habe zwangsläufig zu einer Still- legung m vielen Zweigen des Arbeitsmarktes geführt, und so sei es zu erwarten gewesen, daß diesesmal eine weitere Besserung nicht eintreten konnte. Das Blatt erinnert daran, daß es sich immer dafür eingesetzt habe, durch eine gesunde Wirtschaftspolitik, Senkung der Preise und Belebung des Marktes durch großzügige Ausgaben, dem zu erwartenden Rückgang in der Tendenz des Arbeitsmarktes in möglichst engen Grenzen zu halten und sagt dann weiter: Wer jetzt sich durch die vorübergehende Verschlechterung entmutigen daß er vom national- fozialistischen Geiste noch wenig verspürt hat Ge- rode ,etzt gilt es doppelt sta r k z u s a m m e n - 3 ul) a I te n , alle Kräfte anzuspannen und unbe- trrt weiter dem Endziel zuzustreben. Schon die nächste Zeit wird mit einer Besserung der Witterungsverhaltnisse diesen Rückgang schneller als man denkt wieder rückgängig machen. Und der kommende Sommer wird die Ziele verwirklichen, die der Führer sich und uns gesetzt hat. Entlastung der Krankenversicherung. Günstige Auswirkung der verminderten Arbeitslosenzahl. Durch Zwietracht und Eifersucht, die in unserem Gebiet herrschten, wurde die volle Entfaltung des Genossenschaftswesens verhindern Allein die Tcn- b.u rd) d i e Zusammenlegung aller Genoffenichaflen eine E r f p u r n i s t> o n 4 • J1' • der Verwaltungsausgaben er- reiajt wird, wäre schon ein Grund, diese Verschmel- äu tätigen, auch wenn sonst weiter nichts re- schehe. Aber ich bin überzeugt davon, daß nachher durch die intensive Betätigung der neuen Einheit«. Organisation in positivem Sinne sich solche Eriokne herauswirtschaften lassen, die der einzelne heute noch gar nicht überblicken kann. Ich bitte Sie gehen oie diesen Weg freudig und tragen Sie die'jreü- . B l i n, 10. Jan. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Kleiner fand die Eröff- nungsfitzung des Reichsausschusses für Sparkassen- LrnScn 19. Armee, die den Kern des Widerstandes gegetf bie Zentralregierung von Nanking barstellt, gestern abenb überraschenb A m o y geräumt. Infolge ber Entblößung der S adt von Truppen bestand für kurze Zeit die Gefahr, daß Amoy in die Hände roter Soldaten fallen wurde. Die chinesischen Kriegsschiffe die vor Amoy lagen, haben heute Truppen gelandet und die Stabt besetzt. Amoy hat eine beträchtliche Frembenkolonie. ber mit einer lebhaften Ovation empfangen wurde, gab seiner Freude Ausdruck, bei der Verschmelzung Irlonf..—s. f.! 311 tonnen , üblicher Genossenschaftsoer- banb Rhein-Main-Neckar e. 23.: Zehner- ausschuß: Vorsitzenber Dr. R. Wagner, Lanbes- bauernfuhrer, ferner Michel-Habitzheim, I. E o 1 n g e r - Flomborn, Friedrich Reitz- Hochelheim, .P 0 r rJ cf) u cf = j^ofgut Friedelsheim, Bürger- meifter Jäger-Ockenheim (für den Ludwigshafe- ner Verbano), Alb. Watzmann - Freiendietz, A Clos-Winterwerb, H. Henkel-Dexbach, O. Geiß-Vadenrod. Der Genossenschaftliche Fachausschuß umfaßt 33 Mitglieder. Der Vorstand setzt sich zusammen aus dem Landeshauptabteilungsleiter Wirth, Stabsleiter Berg und Stabsleiter Leck. London, 9. Jan. (DNB.) Wie Reuter aus Washington meldet, hat der Präsident der Flotten- fommission des Repräsentantenhauses, V i n s 0 n emen Gesetzentwurf eingebracht, wonach der Präsident der Vereinigten Staaten ermächtigt werden foue, neue Kriegsschiffe zu bauen, sowie die notwendigen Ersatzbauten vorzunehmen, um öie amerikanische Flotte auf den Stand zu bringen, nne er in ben Flottenverträgen ooraefehen f«- Sap an, fo erklärt- Vins°n, habe bereits vor"I der Deutschen Land. gejefym, bie durch die. Verträqe gegebenen möflüd). [eiter T r n Hauptabtetlungs- ketten auszunutzen. @ r o 6 b r i I a n n i e n werbe Ä P L bI!n. D>zeprasidenten der ? " sehr wahrscheinlich ein gleiches tun. Die Bereinig. * nera^S ? Ü>.n l,= f.uni) 6en en Staaten hätten indessen keine mademen Krieas- neraIremfor bes Reichsuerbands Elsishans. wtffe mehr auszuweisen. Setbanöefctreffor Berg Reiches, besten Grenzen ungeschützt in jeder Beziehung daliegen. Doch, wie überall, sieht man in ber Rassenfrage ben beutschen Drang nach Expansion. "Die Schweiz ist ein starker unb gesunder Organismus", hat Dr. Goebbels schon vor einigen Monaten in Genf erklärt, unb wir Deutschen haben keinen aufrichtigeren Wunsch, als baß sie es f ü r alle Zeiten bleiben möge Die Schweiz ist für uns der Inbegriff eines freiheitlichen Volkes, auf das wir mit Hochachtung schauen. Gerade aber, weil wir Deutschen um unsere Freiheit ringen, Berlin, 10. Jan. (DNB.) Der Arbeitsmarkt wünschen wir, daß man in der glücklicheren Schweiz, I stand — wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermitt- bie seit Jahrhunderten frei ist, für unseren Kampf 'lung berichtet — im Dezember unter dem Einfluß mehr Verständnis entgegenbringen möchte, wie bis--1 öe5 außergewöhnlichen K ä l t e e i n f a l l s in ber f)er. An einem starken unb gesunben Organismus fi'“ "" des beutschen Volkes hat auch bie Schweiz bas größte Interesse. ~iU,b was ber Gesunbung des --------- lOLuaioeu ae- dienlich sei. „Ich denke dabei", so er- leistet, aber die Vereinheitlichung scheiterte in letzter 9arlß &er Reichsstatthalter, „insbesondere an ben Mlnute an Widerstänben, die sich braußen auf dem Lanbesbauernführer, unseren Pg. Dr. W a g n e r, Laube — nicht in der hessischen Organisation — ?ßr durch seine umfassenben Kenntnisse unb durch aus ben verschiedenen Gründen ergaben. So blieb ÖIß Bewahrung im nationalsozialistischen Aufbau be- alles be.m alten, bis nach ber nationalsozialistischen 1)011 ba§ er W unb fachkunbig diesen Revolution Lanbesbauernführer Dr. Wagner ^vfbau mustergültig durchführt, nach sämtliche landwirtschaftlichen Organisationen zusam- ■ben Richtlinien unseres Reichsbauernführers Dr. menberief, mit der Anordnung, daß das bisherige $as kann nur blühen, wenn jeder von Reben- unb Gegeneinanberarbeiten aufhören müsse. 3,bnen DDn Haus aus mit Freuben bei ber Sache ist. ^azu früher Wochen unb Monate benötigt wurden Akmals darf aus Mißverftänbnis heraus, wenn eine das sei dann in einer Stunbe erreicht -f-- morben. Der Rebner ging bann auf ben Inhalt ber Verschmelzungsoerträge mit ber tfranffurterOrganifdtiDn ein unb gab Abdruck, duß auch der Zusammen- schluß mit ber Lubw i a s Hafener Organi- m v bis Ende des Monats perfekt werde. — Aerschmelzungsoertrag unb neue Satzungen wurden einftimmi9 genehmigt. Verbandsdirektor Berg teilte auf Anfrage noch mit, daß angesichts der im= mer unerträglicher werbenden Konkurrenz der yKP f K affen gegenüber den örtlichen Genossen chaftskassen ber Reichsstatthalter die Ma- tene untersucht habe unb anorbnen werbe, daß uberflü dort, wo ein Bebürfnis nicht vorliege, bie Erossnung von neuen Zahlstellen ber öffentlichen Lasten unterbleiben müsse. (Lebhafter Beifall.) Anschließend erfolgte die außerordentliche Generalversammlung der L andesgenossenschafts- nJ. e- G- m. b.H Nach der Eröffnungsansprache des Obergruppenführers Diehl (Bingen) erstattete oer Generalrevisor des Reichsoerbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, Elfis- ■J“«”Bericht über die Lage der Landesge- zwischen den beiden Instituten die einstimmige Genehmigung von der Ver- lammlung ausgesprochen wurde. Landesbauemfüh- rer Dr. Wagner betonte, daß mit diesem Be- • ""es der größten genossenschaft- ichen Geldinstitute S ü d w e st d e u t s ch- l a n d s zustande komme. Jeder Genossenschafter dürfe überzeugt sein daß die bewährten Praktiken der Verwaltung der Landesgenossenschaftsbank z _o ___ ^enoffen-r 1 ^nopenichaften a . Iswesens an Rhein-Main unb in ber ~oüe stets, alles tun, heinpfalz. 1930 mürbe gründliche Vorarbeit ae- Darmstadt, 10.Jan. Der außerordent- iche Verbandstag des V - r b a n d e s d e r h e k k i. schen G - n ° s s e n s ch a f t e n, der letzte nach einer S/-5Ari9en' D0n größten Erfolgen gefrönten Geich ich te, war von 653 stimmberechtigten und einigen ^aaunaen bi r?*terefferten Genossenschaftern aus den fammlunq d dr« hessischen Provinzen besucht. fralaen o f suchungsgefängnis übergeführt worden. Goldstücker hat nach eigenem Geständnis von einem ihm zur Verwaltung anoertrauten Nachlaß mindestes 30 000 Mark widerrechtlich für persönliche Zwecke verwandt. Ferner ist auch gegen den früheren Rechtsanwalt und Notar Dr. Fr. Bieber ein Ermittlungsverfahren wegen Veruntreuung von Mandantengeldern in Höhe von 35 000 Mk. eingeleitet worden. Dr. Bieber wurde ebenfalls festgenommen. Vermehrung der Rlittelgewinne bei der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie. Die Generaldirektion der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie gibt den Gewinnplan zur 43. Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie bekannt, der eine erhebliche Vermehrung der Mittelgewinne bringt. Während die Zahl der Gewinne in den ersten vier Klassen die gleiche bleibt, enthält die fünfte Klasse 50 Gewinne zu 10 000 Mark (bisher 40), 1000 Gewinne zu 2000 Mark (bisher 600), 2000 Gewinne zu 1000 Mark (bisher 1000) und 5000 Gewinne zu 500 Mark (bisher 3000). Diese Gewinne sind zusätzlich in den Gewinnplan eingestellt worden, ohne daß anderseits etwa eine Verringerung der hohen Gewinne erfolgt ist. Das Spielkapital ist infolge der Vermehrung der Mittelgewinne um über drei Millionen Mark auf rund 66,4 Millionen Mark erhöht worden. Mordversuch an einem vierjährigen Kinde. — Racheakt einer Hausangestellten. In Essen versuchte die Hausangestellte Anna Stein den vierjährigen Knaben einer Essener Familie, bei der sie beschäftigt war, zu erdrosseln. Die Täterin wurde in Düsseldorf festgenommen und nach Essen überführt. Sie ist völlig ge- ständig und gab an, den Vorsatz gefaßt zu haben, das Kind zu töten, da sie sich an ihrer Herrschaft für eine Rüge habe rächen wollen. Schon in den letzten Tagen habe sie sich mit dem Gedanken getragen, die siebenjährige Tochter ihrer Herrschaft zu vergiften oder zu erwürgen. Nur aus Mangel an Gelegenheit habe sie diese Tat nicht ausführen können. Am Montagmorgen sei sie mit dem Jungen allein in der Wohnung gewesen. Die Siebenjährige habe auf der Straße gespielt. Da habe sie ihr Vorhaben ausgeführt und den Vierjährigen mit der Schürze zu erdrosseln versucht. Beim Verlassen der Wohnung sei sie der Auffassung gewesen, daß das Kind tot fei, da es keinerlei Lebenszeichen mehr vor sich gegeben habe. Schon vor der Tat habe sie ihren Koffer gepackt und sich mit Hut und Mantel bekleidet gehabt. Sie sei darauf mit Lastkraftwagen, ; die sie unterwegs angehalten habe, nach Düsseldorf gefahren, wo sie schließlich festgenommen wurde. Die Sühne der Reichstagsbrandstistung Oie Hinrichtung van der Lübbes. — gezeigt, daß das Experimentieren mit Revolutionen sehr leicht lebensgefährlich enden kann. Mitleid hat er also gewiß nicht verdient; aber etwas Unbefriedigendes bleibt an diesem Ausgang doch. Denn sein Geheimnis hat er mit sich ins Grab genommen. Der preußische Ministerpräsident Göring hat während des Prozesses ausgesagt, daß er in Versuchung gewesen wäre, in der Brandnacht Lubbe hinrichten zu lassen, daß er aber davon abgekommen wäre, weil er dann keine Hoffnung mehr gehabt hätte, die Hintermänner zu fassen, also die eigentlichen Schuldigen. Das ist, obwohl das Reichsgericht in dreimonatelangen Verhandlungen den Tatbestand zu klären suchte, auch jetzt nicht gelungen. Van der Lubbe selbst hat immer behauptet, daß er den Brand ganz allein ohne jede fremde Hilfe gelegt habe. Der klare Tatbestand aber und die Aussagen aller Sachverständigen standen dem entgegen. Es kann gar kein Zweifel darüber sein, daß Lubbe bei der Brandtat nicht allein gewesen ist; wobei die Frage offen bleibt, ob er als Kulisse benutzt wurde oder ob er die wahren Zusammenhänge kannte und nur in verbohrtem Fanatismus sich selbst opferte, um durch seinen Tod die anderen zu schützen. Möglich ist beides, es ist ebenso gut denkbar, daß ihm dieser ganze Plan eingeblasen ist, daß er von vornherein als das Opfer in Aussicht genommen war, das der Polizei in die Hände fallen sollte, während die wahren Täter sich in Sicherheit brachten. Es ist aber ebenso gut denkbar, daß er mit den anderen Hand in Hand gearbeitet hat, daß er also alle Zusammenhänge kannte. Man darf sich auch durch die Rolle, die er während der Verhandlungen spielte, nicht irre führen lassen. Zuzutrauen war ihm schon, daß der Herostraten-Ehr- geiz ihn gepackt hatte oder daß er wirklich glaubte, dem Kommunismus, dem er sich verschrieben hatte, einen Dienst zu erweisen. rf ± Im Ergebnis freilich hat er ihm nur geschadet. Die Hetzpropaganda, die seit Jahr und Tag in aller Welt gegen Deutschland betrieben wurde, hat ja die Zusammenhänge einigermaßen getrübt. Allmählich aber begreift man doch auch jenseits unserer Grenze, wie riesengroß die kommuni st i- sche Gefahr für Europa ist, begreift man, daß mit dem scharfen Zugriff gegen den Kommunismus in Deutschland nicht nur Deutschland, sondern auch die anderen Staaten gerettet sind. Denn von diesem schweren Schlag wird sich der Kommunismus so rasch nicht wieder erholen. Nur auf dem Nährboden dieser anarchistischen Ueberzeugun- qen konnte der Wahnsinnsgedanke einer solchen sinnlosen Brandstiftung erwachsen. Nur eine Weltanschauung, die sich im Negativen erschöpft, konnte glauben, daß ihr aus einem solchen verbrecherischen Unternehmen Segen erwachsen würde. Deshalb ist der Kommunismus an Lubbe zum Mörder geworden, und deshalb, weil wir an eine ausgleichende Gerechtigkeit glauben, hoffen wir, daß früher oder später das Rätsel sich doch noch klären und auch Lübbes Hintermänner zur Rechenschaft gezogen werden können. Kunst und Wissenschaft. Die UraNnda-Chronik. Am Montag, 8. d. M., brachten wir einen kleinen Bildbeitrag zu dem gegenwärtig erhebliches Auf- ehen erregenden Streit um die sog. Uralinda-Chro- nii'. Dazu wird uns von Herrn Geheimerat Prof. Dr. O. B e h a q h e l, Gießen, folgendes geschrieben: In ihrer Mitteilung über die Uralinda-Chro- nik hat die Schriftleitung bereits bemerkt, daß zahlreiche Germanisten sie für eine Fälschung halten. Nun ist wichtig eine Erklärung der Germanisten der Breslauer Universität, unter ihnen die besten Kenner des Friesischen, die nicht nur mit Nachdruck die Chronik gleichfalls für eine Fälschung erklären, sondern feststellen, daß Hermann Wirth überhaupt nicht ordentlich Friesisch versteht, sondern seine Kenntnis der Chronik aus einer holländischen Uebersetzung bezieht. Philipp Reis in Gießen. Im Anschluß an den in Nr. 6 des Gießener Anzeigers erschienenen Gedenkaufsatz zum 100. Geburtstage von Philipp Reis wird aus dem Leserkreise daran erinnert, daß der berühmte Erfinder seinen Fernsprecher auch am 21. September 1864 der Deutschen Naturforscher-Versammlung in Gießen vorgeführt hat. kostenlose Besichtigung von Schlössern, Museen und Galerien durch Jugendliche. Die Länder Bayern, Württemberg, Baden, H e s - s e n, Hamburg, Mecklenburg, Lippe-Detmold, Oldenburg und Anhalt haben auf Veranlassung des Reichsministers des Innern den Besuch ihrer Schlösser, Museen und Galerien für Jugendliche in geschlossenen Gruppen unter einem mit Ausweis der Jugendführers des Deutschen Reiches versehenen Führer kostenfrei gestattet. Freude" Stellung nehmen wird. Am 20. Januar wird dann eine Gemeinschaftstagung sämtlicher Amtsleiter von „Kraft durch Freude" in Berlin stattfinden, an der auch sämtliche Gauwarte für »Kraft durch Freude" tell- nehmen werden. Zu Gauwarten der neuen Organisation sind mittlerweile u. a. ernannt worden: für Hessen-Nassau Süd: Heinrich von Wantoch- Rekowsky, Ffm., Bornheimer Landstraße 12; Hessen-Nassau Nord: Wilhelm S ch n e i d e r, Melsungen, Bergstraße 610; Koblenz - Trier: Hans Meier, Koblenz, Löhrstrahe 100. Die Begrenzung der Hochschuistudierenden. Berlin. 10. Jan. (DNB.) D-r Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, Dr. P f u n D t - ner, sprach im Deutschlandsender über die von der Reichsregierung zur Begrenzung des Zuganges l zu den Hochschulen ergriffenen Maßnahmen Der Staatssekretär betonte, daß wohl gemiffe Harten mit dem Gesetz verbunden seien, doch diese Harte fei eine unbedingte Notwendigkeit, ße werde aber zu der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der Deutschen Hochschulen führen. Der Redner schätzte die Zahl der voraussichtlichen Abiturienten des lau- jenben Jahrganges auf 27 600 männliche “jjjj 10 400 weibliche, von denen insgesamt 15 000 zum Hochschulstudium zugelassen werden sollen. Der Erfolg der ganzen Maßnahmen hange entscheidend dovon ab, daß die Eingliederung der N i ch t b e r e ch t i g t e n l n d l e p r a k t l s ch e n ' sS c r u f e gelinge. Wenn alle Stellen unter ber t Führung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unö Arbeitslosenversicherung an dieser Aufgabe 1° Mitwirken, wie es schon bei der Arb-,tsschlacht des »ergangenen Jahres geschehen ist, dann wird die Maßnahme bald niemand mehr hart, sondern allen ols die Wende einer Not und als der Beginn einer glücklicheren Zukunst für di- deutsche Jugend er. ; scheinen. Eine Anordnung des Ministerpräsidenten Göring. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Amtlich. Ministerpräsident G ö r i n g hat folgendes angeordnet: Mehrere Sonderfälle zwingen mich, darauf hinzuweisen, »aß die Polizei nicht nur berechtigt, sondern iud) verpflichtet ist, nach den bekannten poli- teilidien Vorschriften jede Person, gleichgültig ob m Zivil oder Uniform, mithin auch Angeho - rf qe der SA., SS., St. oder dergleichen, kiner Polizeiwache zuzuführen, um die Personalien festzustellen, soweit bie Feststellung an Drt und Stelle nicht möglich ist. Der polizeilichen llufforderung, zu diesem Zwecke zur Polizeiwache nitzugehen, ist unbedingt Folgezu le ijen- Zede Widersetzlichkeit hiergegen wird unnachsicht- ich als Widerstand gegen die Staatsgewalt verfolgt. Diese polizeiliche Maßnahme stellt keine Verhaftung, Festnahme oder Vorführung im Sinne der Sondervorschriften bezüglich der SA., SS. usw. (vgl. Erlaß des Obersten SA.-Fuh- lers vom 7. Oktober 1933) dar. Forderung der Hebammen. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Der preußische Mini- Iter des Innern hat an die Regierungspräsidenten Lnd Kreisärzte einen Runderlaß zur Förderung der Hebammen gerichtet. Der Minister ersucht, den Hebammen im Hinblick auf die bevölkerungspolitisch Lußerordentlich große Bedeutung ihres Berufes jede mögliche Förderung zuteil werden iiu lassen, bis die von ihm, dem Minister, erstrebte gesetzliche Neuregelung die sichere Grund- log- schaffe. „Geopolitik, die Blickrichtung nach außen/' Die erste Phase der nationalen Revolution ist abgeschlossen. Zum erstenmale in der deutschen Ee- .chichte stehen die großen Mächte einem geschlossenen Rutschen Volksblock gegenüber. Die politischen Fronen beginnen der neuartigen Erscheinung im Herz- -aum Europas Rechnung zu tragen. Wir selbst, ,as deutsche Volk, werden nunmehr nach lieber« -ennung der innerpolitischen Zwingburgen mit na- urnotroenbiger Gesetzmäßigkeit ausgerichtet auf Die Blickrichtung nach außen. Die zweite Phase de- linnt: Das Erkennen der Umwelt. Und hier wirkt ils stärkster Hebel die Wissenschaft der Geopolitik. Sie erforscht den Lebensgang eines Staates und xie Gestaltung der Lebensvorgänge zwischen den Staaten. Sie spürt den Gesetzmäßigkeiten im Staats- *ben nach. In der Geschichte sieht sie den Nieder- rfjlag des Lebensweges, den ein Volk durch feine Bindungen an Rasse und Raum gehen mußte. Geopolitik ist also die nach Raumkunde und Volkskunde gegliederte Staatswissenschaft. Für die Verbreitung des Gedankengutes der Geopolitik fetzt sich die „Arbeitsgemeinschaft für Geopolitik" ein. (Ab- jrfjnitt West, Wuppertal-Elberfeld, Worringerstr. 28.) OaS Lucknerschiff „Mopelia" heimgekehrt. Bremerhaven, 10.Jan. (DNB.) Die Bark Mopelia", die frühere „Vaterland" des Grafen Luckner, hat in 26 Tagen die Reise Neuyork—Bre- nerhaven gemacht. In Rekordzeit jagte es der Sturm durch den Kanal, so daß es in Bremerhaven jimb l'/r Tage früher als erwartet eintreffen tonnte. Das ganze Hafengelände wies reichen Flag- genftfjmud auf. Abteilungen der NSBO., die Ma- lineftürme der SA., SS. und HI. hatten an der Einfahrt zum neuen Hafen Aufstellung genommen, »ährend die „Mopelia", die über die Toppen ge- f.aagt hatte, noch mitten im Strom lag. Nachdem ?wei Schlepper den Segler langsam an den Pier fuqfiert hatten, traten Graf Luckner, Kapitän und Besatzung an die Reeling und Oberbürgermeister Lorenzen begrüßte die Besatzung mit herzlichen Sorten GrafLuckner dankte für den herzlichen Empfang und richtete wieder Worte des Dankes an Kapitän Sauterbad; und fein- Besatzung, tue iie „mopelia" fo sicher durch die Mlantiksturme --führt hätten. Kapitän Lauterbach erklärte es fei folglich das Verdienst ferner Mannfchaft daß er ias Schiff heil zurückgebracht habe. Sie Besatzung stelle sich nach langer Abwefenhe.t IN das neue, Dieber gefunbete Deutfchland zuruckkehren zu tonnen. t. e, . Die Gräfin Luckner, die vom Ium 1929 tis November 1933 in Amerika geweilt und in tiefer Zeit teils mit ihrem Gatten, teils allein 411 cmerikanifche Städte besucht W gab cm Vorabend eine Schilderung von der Werve- c r b e i t, die sie drüben für Deutschland geleistet Hutten. ©er Faschismus in Japan. Dokio, 10. Jan. (DNB.) Der frühere Vertreter ' apans beim Völkerbund, Matsuoko , der sich hr faschistischen Bewegung Japans angeschlossen Leipzig, 10. Jan. (DNB.) Der Reichsgerichts- bienft des DNB. erfährt zu der bereits gemeldeten Hinrichtung van der Lübbes noch nachstehende Einzelheiten: Dem Delinquenten wurde die Mitteilung von der bevorstehenden Enthauptung am Dienstagnachmittag durch den Obersten Anklagevertreter Oberreichs- anwalt Dr. Werner in der Gefängniszelle gemacht. Van der Lubbe nahm die Mitteilung unbewegt entgegen und lehnte auf Befragen geistlichen Zuspruch ab. Auch machte er keinen Gebrauch von dem Anerbieten, Grüße an feine Angehörigen zu schreiben und äußerte keinen weiteren Wunsch. Die Vollstreckung des Urteils wurde Mittwochmorgen 7.30 Uhr im umschlossenen Lichthof des Landgerichts in der Harkoctstraße in Leipzig in Anwesenheit des Oberreichsanwaltes Dr. Werner und des Sachbearbeiters Landgerichtsdirektors P a - rifius vollzogen. Vom Reichsgericht waren Senatspräsident Dr. jünger sowie drei weitere Mitglieder des erkennenden IV. Strafsenats anwesend. Ferner wohnten 12 vom Rat der Stadt Leipzig abgeordnete Gemeindemitglieder der Hinrichtung bei, sowie der Verteidiger des Angeklagten Rechtsanwalt Seuffert, der holländische Dolmetscher Meyer - Collings, Kreishauptmann Dön- nicke, der Gefängnisdirektor, der Gefängnisgeistliche und zwei Gerichtsärzte. Pressevertreter waren nicht anwesend. Oberreichsanwalt Dr. Werner verlas den Urteiltenor und gab dann die Entschließung des Herrn Reichspräsidenten bekannt, von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch zu machen. Darauf übergab der Anklagevertreter van der Lubbe dem Nachrichter. Der Reichstagsbrandstifter gab keine Erklärung vor seinem Ende ab. Die Hinrichtung wurde von dem Scharfrichter Engelhardt- Schmölln durch Fallbeil vollzogen und verlief ohne jeden Zwischenfall. Nach vollzogener Hinrichtung stellte der Gerichtsarzt den ^°Zu^der Hinrichtung des Reichstagsbrandstifters durch das Feilbeil erfahren mir von maßgebender Stelle der NSDAP., daß an sich ber wegen Hochverrats in Tateinheit mit vorsätzlicher Brandstiftung verurteilte van der Lubbe den T.od durch den Strang verwirkt hatte. Bei den maßgebenden Stellen der Partei steht man jedoch aus dem Standpunkt, daß diese besonders schimpfliche Todesart gemeinen Verbrechern, insbesondere L a n- des - und Volksverrätern, vorbehalten ist. Bei van der Lubbe handelt es sich trotz feiner gemeinen Tat immerhin um Ueberzeug u in g s • täterfchaft. Selbstverständlich ist, daß es sich bet ber Auswahl der Todesart um keinerlei Strafmilderung gehandelt hat. * Mit der Hinrichtung des Maurers Marinus van der Lubbe find die Gerichtsakten über den Reichstagsbrand vom 27. Februar vorläufig geschlossen. Dem Mann selbst ist fein Recht geschehen er hat mit dem Feuer gespielt und ist darin umgekommen. Er hat den Versuch gemacht, durch eine Brandfackel den Bürgerkrieg zu entfesseln. Der Staat hat sich zur Wehr gesetzt und hat ihm — wie auch anderen! ftattfinben soll, ist von Paris nach Lille verlegt worden. * In Anwesenheit des Kriegsministers sind die wegen desMordanschlagesgegenNadirSchah, den König von Afghanistan, zum Tode verurteilten 14 Personen hingerichtet worden. Unter den Hingerichteten befinden sich der Vater, der Enkel und einige Freunde des Mörders Abdul Khalik. Aus aller Well. Starke Zunahme der Rundfunkteilnehmer. Die Gesamtzahl der R u n d f u n k t e i l n e h m e r in Deutschland betrug am 1. Januar 1934 5 052 607 gegenüber 4 837 549 am 1. Dezember unb 4 307 722 am 1. Januar 1933. Hiernach ist im Laufe bes Dezember 1933 eine Zunahme von 215 058 Teilnehmer (gleich 4,4 v.H.) unb im Laufe bes Kalenberjahres 1933 eine Zunahme von 744 885 (gleich 17,3 v. H.) eingetreten. Die Zahl der Gebührenbefreiungen ist im Laufe des Dezember um 9350 gestiegen, jeboch gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres um 3712 zurückgegangen. Die Reichsgründungsfeier des kyffhäuferbundes. Zu ber „Deutschen Weihe st u n d e" des Kyffhäuserbundes anläßlich der 63. Wiederkehr des Reichsgründungstages am kommenden Sonntag im Berliner Sportpalast haben der Herr Reichspräsident und eine große Zahl führender Persönlichkeiten von Reichs- und Staatsbehörden, sowie der SA. und SS. ihr Erscheinen zugesagt. Ansprachen werden halten Reichsminister Stabschef R.ö h m und ber Bunbesführer des Kyffhäuferbundes, General ber Artillerie a. D. von Horn. Lin Sumpfbiber bei Dausenau erlegt Ein Jagdpächter aus Dausenau erlegte einen Sumpfbiber (Nutria), der sich in der Nähe der Lahn aufhielt. Das Tier war 1 Meter lang und wog 15 Pfund. Es ist möglich, daß es aus einer entfernteren Gegend, wo es in einer Pelztierfarm gehalten wurde, daraus entkam und bis hierher streifte, wo es von feinem Schicksal ereilt wurde. Der Sohn des Dichters Münchhausen tödlich verunglückt. Der Sohn des Dichters Börries von Münchhausen, der 29jährige Diplomlandwirt Börries von Münchhausen, ist auf einer Autofahrt zwischen Halle und Leipzig tödlich verunglückt. Infolge einer Reifenpanne überschlug sich der Kraftwagen, wobei Börries von Münchhausen so schwer verletzt wunde, daß er während der lieber« sührung ins Krankenhaus in Halle ft a r b. Seemannslos. Der Nordfeefifchdampfer „Präsident Rose" kehrte von seiner Jslandfangreise mit Flagge auf Halb- mast nach Wesermünde zurück. Der Dampfer war auf bem Atlantik in einen schweren Orkan geraten. Eine befanbers schwere See spülte den Deckmacher Lüders aus Nordenham über Bord. Infolge des schweren Seegangs brach die Ruderkette, durch einen gewaltigen Brecher wurde der Erste Steuermann Reetz aus Nordenham schwer verletzt. Das Schiff hat erheblichen Schaden erlitten. Zwei ungetreue Rechtsanwälte. Nach einer Mitteilung der Justizpressestelle Berlin ist der frühere Berliner Rechtsanwalt und Notar Max G o l d st ü ck e r auf Grund eines richterlichen Haftbefehls j e ftg e n o in m e n unb in das Unterhat, hielt in verschiedenen japanischen Städten Vorträge und betonte habet, daß die Überall- tischen unb bürgerlichen Versuche, den Vormarsch )es Faschismus aufzuhalten, mißlungen feien. Es iebe keinen Staatsmann in Japan, der in der Lage ei, dem japanischen Faschismus eine Ideologie gegenüderzustellen. Kleine politische Nachrichten. Der Bundesführer des Stahlhelm, Reichsarbeitsminister Franz Seldte, bittet uns mitzuteilen: Zum Jahreswechsel sind mir aus allen Tellen des Reiches zahlreiche und herzliche Glückwünsche zugegangen. Da ich infolge dienstlicher Beanspruchung nicht in der Lage bin, allen persönlich zu antworten, bitte ich, auf diesem Weg meinen aufrichtigen und kameradschaftlichen Dank entgegenzunehmen. Der preußische Ministerpräsident und Innenminister Göring suchte am Dienstag gegen 13 Uhr )en Staatssekretär des preußischen Ministeriums des Inneren, Grauert, im Dienstgebaude des Ministeriums Unter den Linden auf, um ihm zum 4 3. Geburtstag feine Glückwünsche persönlich auszusprechen. Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht folgende Anordnung des Reichsgeschäftsführers: Gegen das Tragen einfacher Hakenkreuze durch Nichtmitglieder der NSDAP, werden keinerlei Einwendungen erhoben. Dagegen ist die Herstellung, der Vertrieb und das Tragen sogenannter Sympathieabzeichen verboten. * Wie wir aus dem Büro des Stabsleiters der PO. Dr. Robert L e y erfahren, richtet sich der Erlaß über den ständischen Aufbau vom 9. Januar 1934 selbstverständlich nur an alle Parte i d i e n st sie l l e n und an alle Parteigenossen. * Der Thüringische Landeskirchentag wählte mit 51 gegen 3 Stimmen Kirchenrat Sasse zum: Lan- desbischof. Der bisherige Landesbischof D. Reichardt tritt aus Gesundheitsrücksichten am 1. Marz in Den Ruhestand. Als Festftadt für den diesjährigen Kath o liken- tag ist endgültig Gleiwitz bestimmt worden. Der genaue Zeitpunkt der Tagung wird im Februar aus einer in Berlin stattfindenden Besprechung festgelegt werden. Mt dem Katholikentag wird eine Ausstellung christlicher Kunst verbunden werden. Oberbürgermeister Rauscher (Potsdam) hat nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidenten einen längeren Urlaub angetreten, nach dessen Verlauf er in den Ruhe st and treten wird. ♦ Das deutsche Kriegsopferabzeichen ist von der Regierungskommission im Saargebiet verboten worden mit der Begründung, daß die -deutsche Kriegsopferversorgung politischen Charakter habe. Der Verwaltungsausschuß der französischen Sozialistischen Partei hat beschlossen, mit der Leitung der Kommunistischen Partei und mit den unabhängigen Kommunisten wegen Schas- > fung einer Einheitsfront zu verhandeln Der , nächste Parteitag, der am 10. und 11. Februar Wettervoraussage. Der hohe Druck über dem Festlande beherrscht zunächst noch die Wetterlage, so daß in der kommenden Nacht weiterhin Frost auftritt. Eine kräftige Störung über dem Nordatlantik hat über den britischen Inseln raschen Barometerfall hervorgerufen und dort auch regnerisches Wetter veranlaßt. Da das Barometer auch bei uns fallende Tendenz zeigt, wird sich die Störung östlich ausbreiten und ihre Warmluft nach dem Festland vorschieben, wie bereits an der Temperaturzunahme in höheren Luftschichten zu erkennen ist. Der Nachtfrost geht daher allmählich zurück, der Himmel wird vielfach bedeckt sein und späterhin dürfte es auch zu Niederschlägen kommen. Vorhersage für Freitag: Nacht noch Frost, doch auf kommende Milderung, neblig-wolkig, noch meiffc trocken. Vorhersage für Samstag: Im allgemeinen mildes und meist bewölktes Wetter, Neigung zu leichten Niederschlägen. Lufttemperaturen am 10. Januar: mittags —3 Grad Celsius, abends —2,6 Grad; am 11. Januar: morgens — 4,3 Grad. Maximum — 2,3 Grad, Minimum — 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Januar: abends —0,4 Grad; am 11. Januar: morgens —0,7 Grad Celsius. Amtliche Winterfporlnachrichten. Vogelsberg: Hoherodskopf: Klar, — 9 Grad, 30 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. — Herchenhainer Höhe: Starker Rauh- reif, —9 Grad, 24 an Schnee, leicht verharscht, Sportmöglichkeit sehr gut. Sauerland: Winterberg: Klar, — 5 Grad, 34 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit gut. Rhön: Wasserkuppe: Klar, — 1 Grad, 35 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. Alpen:Garmisch-Partenkirchen : Klar, —12 Grad, 28 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit sehr gut._________________________________________________, Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Friedr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V. Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.: 11700, Ifvonnes ©efteiRinis Vornan von Klothilde von Stegmann llrheberrechfsschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (Saale) 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Werbe! ging jetzt an Irenes Toilettentisch. Während sie ihm verwundert zusah, räumte er Schalen und Platten beiseite: „5>aben Sie noch immer nichts auszusagen, Fräulein von Merten?" „Ich weiß nicht, was Sie von mir wollen! Ich habe doch schon ein paarmal gesagt, daß ich nichts zu gestehen habe, weil ich nichts Unrechtes beging." Jetzt schlug Werbel die Decke des Toilettentisches zurück. Weiß leuchtete das Kuvert. „Und was ist das hier?" fragte Werbel scharf. Ohne zu begreifen, sah Irene den Briefumschlag. „Ich weiß nicht, was das ist. Wie kommt der Brief dahin? Gestern war er bestimmt noch nicht da, denn die Decke ist erst gestern frisch aufgelegt worden." „2-ber heute liegt er da, und das ist das Wichtige! Fräulein von Merten, wir wissen beide, was das Kuvert enthält. Sie sehen, Ihr Spiel ist verloren!" Irenes Geduld war zu Ende. Heftig fuhr sie auf: „Wenn Sie wissen, was in dem Umschlag ist, um so besser. Ich weiß es nicht. Ich bitte, mir nun endlich deutlich zu sagen, was Sie eigentlich von mir wollen! Was enthält das Kuvert? Und was soll ich eigentlich getan haben?" „Wenn Sie es nicht anders wollen, so werde ich es Ihnen sagen: Ich beschuldige Sie des versuchten und vollendeten Landesverrats. Weiter des Betäubungsversuchs an Herrn von Seeburg. Sie haben den Kaffee mit dem Betäubungsmittel zubereitet und Herrn von Seeburg hereingebracht, haben dann ein Dokument aus der Aktenmappe herausgerissen und es photographiert. Dann haben Sie es in das Zimmer des Herrn von Seeburg zurückgebracht. Die photographische Kopie liegt in Ihrem Zimmer versteckt in diesem Umschlag. Ich habe den Auftrag, mich Ihrer Person zu versichern und erkläre Sie für vorläufig festgenommen. Wer Ihre Komplicen sind, werden wir auch bald heraus haben. Oder wollen Sie vielleicht jetzt gestehen? Nun?" Irene war geisterbleich geworden. Entsetzt starrte sie Werbel an. Alles drehte sich um sie. „Nicht schwach werden", dachte sie fieberhaft. Es ging jetzt um Seeburg. Sie kannte die Richtung, in der Seeburgs Verdacht ging und den er dem Kriminalbeamten verschwiegen hatte. Die offene Tür Pvonnes Zimmer, diese Tatsache hatte er verheimlicht und sogar Irene um Schweigen gebeten. — Alles war für sie klar. Seeburg wollte Pvonne, die geliebte Frau, nicht der Polizei ausliefern, selbst wenn sie eine Verbrecherin war. Pvonnes ungewohnt frühzeitiges Fortgehen vor allem paßte ganz genau in das Danze Bild. Vermutlich war sie schon fort, vielleicht geflohen. Je länger Seeburg schwieg, um so größer war für Vvonne die Möglichkeit, zu entkommen. Und See- vurgs Wünsche durfte sie nicht durchkreuzen. Eine tiefe Entschlossenheit machte Irene ruhiger. Nur schweigen, dann war alles gewonnen für den heimlich geliebten Mann. Werbels falscher Verdacht würde sich ja schließlich von selbst entkräften. Nur schweigen und Seebura den Dienst leisten, den er von ihr erwartet. Auf sie kam es nicht an. War Seeburg ihr verloren — sie wollte nicht die Glückliche, die er noch immer liebte, ins Unglück stürzen. Blitzschnell schossen diese Gedanken Irene durch den Kopf. Zu Werbel gewandt, sagte sie: „Ich habe meinen früheren Aussagen nichts hinzuzusügen. Ich weiß nichts von einem Betäubungsversuch, nichts von Landesverrat und Photo- araphien. Tun Sie, Herr Kommissar, was Sie für Ihre Pflicht halten! Ich habe Ihnen nichts zu sagen." „Dann bleibt nur die Festnahme. Packen Sie ein paar Sachen zusammen. Nur das Notwendigste, was Sie mitnehmen müssen. Wenn Sie sich umziehen wollen, werden wir das Zimmer einen Augenblick verlassen; aber nur, wenn Sie so lange die Gesellschaft der Krankenschwester dulden, die ich hereinrufen werde. Der Beamte des Polizeipräsidiums, den ich erwarte, bestimmt alles Weitere." * Auch in der Redaktion der „Großen Glocke" ging es an dem Tage ziemlich lebhaft her. Am Erscheinungstage waren die beiden jungen Angestellten stets mit dem Versand in der Druckerei beschäftigt, und die Stenotypistin hatte mit den Zeitungshändlern, die neue Exemplare holten und unverkaufte frühere Nummern zurückbrachten, abzurechnen. Reschke war nach einer schlaflosen Nacht um halb zehn Uhr ins Büro gekommen. In einem kleinen Koffer hatte er die notwendigsten Sachen für eine Reise mitgebracht. Die noch druckfeuchte neueste Ausgabe der „Großen Glocke" lag vor ihm. Den anstelligen Hilfsarbeiter Werner hatte er tags zuvor fortschicken können. Holtay hatte noch einmal angerufen: „Wir brauchen keine Schreibkraft. .Herr von Malesius wird das übernehmen; es ist besser, wenn niemand dabei ist!" Reschke las von neuem den Artikel, den er in das Blatt geschmuggelt hatte. Er trug fettgedruckt die Ueberschrift: „Und wieder das Auswärtige Amt!" „Wenn sich auch die leitenden Herren des Auswärtigen Amts zu unserer Veröffentlichung in der vorigen Nummer nicht geäußert haben — die Wirkung ist nicht ausgeblieben. Man hat dem Legationsrat von S. — wir haben keine Veranlassung mehr, mit Einzelheiten hinter dem Berge zu halten — die Bearbeitung der Ostfrontakten abgenommen. Eigenartigerweise ist aber Herr von S. im Dienst belassen worden. Man hat ihm sogar ein Dezernat übertragen, das beinah noch verantwortungsvoller ist als das bisherige. Die leitenden Herren im Auswärtigen Amt scheinen sehr sorglos zu sein. Vertraut man einem Beamten, gegen den solche Vorwürfe erhoben werden, wichtige Geheimdokumente an? Wenn nun eins davon entwendet wird? Oder kopiert? Bei einer innerdeutschen Gesandtschaft, die hier in Berlin ihren Sitz hat, ist auch vor einiger Zeit ein Aktenstück verschwunden. Das hat zu Entlassungen von mehreren weiblichen Angestellten geführt. Wenn die Herren vom Auswärtigen Amt etwas sorgfältiger gewesen wären, hätten sie leicht feststellen können, daß eine dieser entlassenen Beamtinnen nicht weit von Herrn von S. zu suchen ist. Wir haben wenigstens den Trost, daß unsere Mitteilungen der Behörde einen wertvollen Fingerzeig geben, wo man zu suchen hat, wenn bei Herrn von S. ein wichtiges Aktenstück verschwinden sollte. Würden unsere Behörden nicht immer glauben, daß sie sich etwas vergeben, wenn sie mit der Presse Fühlung nehmen, so hätte man ihnen vielleicht weitere Hinweise geben können. Im Interesse des Landes wollen wir nur hoffen, daß nicht neues Unheil entsteht. Was veranlaßt eigentlich die Behörde, nach unseren Aufklärungen Herrn von S. weiter blindes Vertrauen zu schenken?" 20. Kapitel. Zweimal schon hatte Reschke den Artikel gelesen. Gut, daß mir der Alte gekündigt hat!, dachte er; nach dem Blödsinn, der hier verzapft wird, hätte er mich bestimmt rausgeschmissen. Na, mir kann's gleich sein. In zehn Minuten muß Holtay mit dem Geld und dem Paß da sein. Dann verdufte ich nach Paris. Wenn Holtay mich etwa sitzenlassen will, dann irrt er sich. Ich habe Fräulein Märzke nicht umsonst die Anweisung gegeben, kein Exemplar aus dem Hause gehen zu lassen, bis ich hinübertelephoniere. Und das werde ich erst tun, wenn ich Geld und Paß in Händen habe. Von seinem Fenster aus sah Reschke jetzt Holtay gemächlich über den Hof kommen. Gott sei Dank! Holtay hielt Wort. Gleich darauf trat Holtay ein, elegant, sauber rasiert und vergnügt, wie immer. „Guten Tag, Herr Reschke! Also da bin ich. Ist das die neue Nummer? Zeigen Sie mal her! Ausgezeichnet! Gute Arbeit, Reschke! Na, Ihnen brennt jetzt wohl der Boden unter den Füßen?" „Daß ich mich nach einer Aussprache mit meinem Verleger sehne, kann ich nicht gerade behaupten. Gösser wird ja wie ein Verrückter toben! Haben Sie auch alles mitgebracht?" Lächelnd zog Holtay seine Brieftasche hervor: „Sogar etwas mehr, denn Sie müssen mir noch einen Gefallen tun. Eine ganz harmlose Sache. Cs handelt sich um ein kleines Geschäft. Dieser Brief hier muß übermorgen an Ort und Stelle sein. Stecken Sie ihn doch in Paris in den Kasten — ja? Mit der Post geht's zu langsam. Es macht Ihnen ja gar keine Mühe; aber trotzdem, ich will nichts umsonst. Hier ist Ihr Paß mit Ausreisevisum. Hier sind die dreitausend Mark. Hier ist der Brief, und hier sind fünfhundert Mark für Ihre besondere Gefälligkeit, diesen wichtigen Brief pünktlich zu besorgen. Stecken Sie ihn in Ihre Brieftasche. Nein, bitte nicht in den Paß, sondern getrennt. Was wollen Sie denn bloß mit dem Telephon?" „Bloß nach der Druckerei läuten", fügte Reschke, der freudestrahlend Geld, Paß und Brief verstaut hatte. „Fräulein Märzke, sind Sie am Apparat? Die Nummer kann heraus." Holtay lachte auf: „Von Ihnen kann man doch noch etwas lernen Reschke! Sie haben die Nummer also so lange zurückgehalten, bis Sie Geld und Paß hatten! Sie sind ja ein Schlauberger! Hallo, was sind denn das für Leute, die da über den Hof kommen?" unterbrach sich Holtay. „Ist denn jetzt Schichtwechsel?" Es klopfte an die Tür. Holtays Gesicht wurde bleich. Ehe Reschke antworten konnte, öffnete sich rasch die Tür, zwei Herren traten ein: „Guten Tag, Herr Holtay! Guten Tag, Herr Reschke!" sagte der eine. „Es tut mir leid, Sie zu stören. Ich möchte mich aber einen Augenblick mit Ihnen unterhalten." „Was fällt Ihnen denn ein?" fragte Reschke empört. „Werner, was führen Sie denn hier für eine Komödie auf? Was soll denn dieser Verhörston?" Der Hilfsarbeiter Werner lächelte: „Bisher war ich freilich für Sie der Hilfsarbeiter; aber jetzt bin ich wieder Kriminalbeamter, Herr Reschke! Ich habe leider Ihren famosen Angriff auf das Auswärtige Amt nicht schreiben dürfen. Herr von Holtay, machen Sie keine Geschichten!" unterbrach er sich. „Geben Sie das Schießeisen her. Wir sind friedfertige Leute." Damit nahm er Holtay, der leichenblaß in den Stuhl gesunken war, den Revolver ab. „Unten vor dem Fenster steht auch jemand, Herr von Holtay! Und nun gestatten Sie ein paar Fragen? Hier, meine Legitimation! Kriminaldirektor Dr. Miller. — Zunächst Sie, Herr Reschke! Sie wollen verreisen? Wollen Sie mir nicht mal Ihren Paß zeigen?" ,Marum?" fragte Reschke angstvoll. „Weil amtlich kein Visum auf Ihren Namen erteilt ist? Herr von Holtay muß also sehr gute Beziehungen haben. Herr Reschke, machen Sie es sich und uns leicht. Sie haben eine große Dummheit gemacht. Aber Sie sind wohl kein Verbrecher. Sie sind der Hereinqefallene bei der Sache. Wollen Sie mich mal Ihre Brieftasche sehen lassen?" (Fortsetzung folgt.) Gewerbe-Verein E.V. Gießen Hauptversammlung Dienstag, den 16. Januar 1934, 8 Uhr, im Saale des Restaurants „Hindenburg". Tagesordnung: 1. Bericht 2. Satzungsänderung betr. Auflösung 3. Verschiedenes. £Im zahlreiches (^scheinen derMitglieder wird gebeten ________Wilhelm Loder, Vorsitzender. Ausruf zur Anmeldung für die Meisterprüfung 1934. Wer im Jahre 1934 die Meisterprüfung ablegen will, muß seine Anmeldung hierfür bis spätestens 20. Januar 1934 bei der Hessischen Handwerkskammer, Darmstadt, Hügelstraße 16 I, vollziehen. Der Anmeldung ist die ermäßigte Prüfungsgebühr von RIN. 25,— beizufügen. (Postscheckkonto der Hess. Handwerkskammer: Frankfurt am Main. Konto-Nr. 15106.) 171D Schließlich ist bei der Anmeldung noch mitzuteilen, ob Zuteilung zu einem der von der Hessischen Handwerkskammer in allen Kreisen veranstalteten IHei- sterprüfungS'Vorbereitungskurse gewünscht wird. Auf Grund ihrer Anmeldung erhallen die Meisterprüfungskandidaten alsbald weiteren Bescheid. Handwerkskammernebenstelle für die Provinz Oberhessen, Sih Gießen. 166D Vermietungen 2. Stoff 5 Simm er, Bad, Balkon,Zubehör auf den 1. Avril anderweit rn vermieten. Anzus. zwischen 11-1 u. 3-5 Uhr. Näber. Alicen str. 43. i9d Trocken. Raum geeig. a. Unterst. vonMöbeln usw. zu vermieten. Schr. Angeb. u. 0170a.d.Gieß.A. W ciochmuß es erst geschlachtet W Bevor Sie es schlachten, kommen Sie aber bitte zu mir. Sehen Sie sich unverbindlich mein reichhaltiges Lager in Fleisch-, Räucher- und Aufbewahrungs-Apparaten in Ruhe an. — Die Apparate bieten gegenüber den gemauerten Räucherkammern viele Vorteile. 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IV Mk. 32.50 GIESSEN Seltersweg 17 Bekanntmachung betreffend: Errichtung von Zwangsinnungen. Nachstehende Bekanntmachung des Heff. K.eisamls Gießen vom 20. Dezember 1933 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 2. Januar 1934 Heff. Bürgermeisterei Gießen j. D.: Dr. Hamm NekanntmaGung. Betr.: Errichtung von Zwan^sin- nungen im Bezirk des Krs. Gießen. Bei der Abstimmung über den Antrag auf Errichtung der nachstehend aufgeführten Innungen hat sich jeweils die Mehrheit der in die HandwerksrolleeingetragenenHand- werker der zu blldenden Innungen für die Einführung des Beitritts- Zwanges erklärt: I. Bezirk Gießen, Sik Gießen. 1. Maler und Weißbinderhandwerk, 2. Schreinerhandwerk, U. Bezirk Gießen-Land, Sitz Gießen 1. Maler-undWeißbinderhandwerk, 2. Schreinerhandwerk, 3. Friseurhandwerk, 4. Metzgerhandwerk. bieten Gewähr für beste Qualität bei meöngfteri Preisen. 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Januar 1934 sämtliche Gewerbetreiben de, die das Handwerk einer der genannten Innungen betreiben, der betreffenden Iwangsinnung ihres Bezirks angehören. Gießen, den 20. Dezember 1933 Kreisamt Gießen 170E I. 93.: gez. Schmidt. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrühPschen Druckerei Wohnung in freier Lage, mit Garten, zum 1. Avril zu mieten gesucht. Schr. Angebote unter 163V an d. Gieß. Anzeig, erbeten. Schöne für 2 Personen zum 1. März ob. 1. Avril zu miet, gesucht. Schriftl. Angeb.unt.0171 a. d. Gieß. Anz. Beamtcnwitwe sucht mit Mansarde 0. 3-Zimmer-Woh- Oeutscherund Oesterreich Alpenverein Sektion Gießen. Sonntag, 14.1.: Wanderung üb. Friedelhamen - WaldH. — Frankenbach—Düns- berg—Bieber— Gießen. i6-d Abfahrt8.28Uhr Ter Vorstand. MMei Gießen 100D Freitag, 12. Jan. 20-22 Uhr 14. Freit.-Abon. Ermäß. Overet- tenvreise. Terbetroa.Kadi von Gluck und Tie Nürnberger Puvve von Adam. L?vern-Abend d. Stadttbeaters Gießen. Nr. 9 Zweites Blatt Wietzener Anzeiger (Generai-Anzelger für Gberhetzen) Donnerstag, V. Januar 1934 hohen! SONN ? octen^ Die „Echten" die Wendung nicht noch oft genug auf es schäfte umfetzen, aber der wackeren Romaqnolcn, at 7r denn auch als Pl°-^°ten den Bauern übersahen das wurde . . . r» r « ■ «. < cn :t____ -..... Xtn G-./4imnrinomnon e j trag entweder ein Pflichten und Rechte gerecht ver- -1 teilender Gesellschaftsvertrag sein müsse oder — . — 1 km amUT a t U am krt U A (C «— tVI t* A Al Höf' der Nation. sehr ernsthafte I Zeit, da er ernsthaft da ) äußere Hilfe Lebensberuf zu wählen. :Iid) und doch ratlos", erzählt er selbst und aufrichtet, sie zusammenfügt zu der Gemein- ...... _____ . I — tmma Sw 1111 nnh Warum denn ins Gebirg hinaus? Man fällt viel weicher doch zu Haus. den des Ar- und Der Tierdichter Svend Zieuron erzählt aus seinem Leben. Kenntnisse, nicht mangels Tatkraft liegen ließen. Das titanische Werk der Gesamturbarmachung des Landes läßt sich ohne Kenntnis des italieneigenen Halbpachtsystems nicht verstehen und wird daher auch regelmäßig mißverstanden, wo es unter politischem Gesichtswinkel betrachtet wird. Ein Nichtitaliener kann es in seinem innersten Wesen viel- niere an die vorderste Front geschickt, als er Rom das Meer zurückgab und die Bahn durch die malariaverseuchte Campagna bauen ließ, als er gegen die Büffel der pontinischen Sümpfe die Traktoren mobilisierte. Unvergeßlicher Anblick: der schwarze Fes auf den verknitterten Bauerngesichtern, die als erste vor 11 Jahren in Rom einmarjchierten und mit ungelenker Hand „Rom oder den Tod!" auf diesen schwarzen Fes geschrieben hatten. Ich weiß kein schöneres Symbol der faschistischen Revolution, der Aufbruches der Erde und damit des Aufbruches Der Halbbauer ist es, der trie rasche Entwicklung des Faschismus begünstigte, wie er das Eindringen des Sozialismus erschwerte. Im Grunde war ja der Marxismus in Italien nichts anderes als ein Ableger der deutschen Sozialdemokratie und als Produkt der großen Fabrikstädte schlecht geeignet für ein Land, wo man nie recht wußte, wo der „Arbeiter" aufhörte und der Bauer anfing. Denn ausgenommen die paar Bezirke der norditalienischen Schwerindustrie hatte der Fabrikarbeiter zu Hause ein Stück Land oder der Landarbeiter ging in die Fabrik, wenn er sein Feld bestellt hatte. Diese Selbstversorger begriffen die Lohndoktrin nur halb, sie konnten sich unter den „dröhnenden Schritten der Arbeiterbataillone" nichts vorstellen und wo die verhetzten Städter aufs Land zogen, um die „Preise vorzuschreiben" oder Lebensmittel zu requirieren, stießen sie regelmäßig auf den geschlossenen Widerstand aller derer, die Land zu verteidigen hatten, also sowohl der freien Bauern, wie der Halbarbeiter, Pächter und Halbpächter. Daß die Kirchensteuer und Arbeitsbeschaffung. Es ist vielfach die irrige Meinung verbreitet, daß Kirchensteuerrückstände allgemein zu erlassen seien, wenn sie der Arbeitsbeschaffung nutzbar gemacht werden. Hierzu wird von zuständiger kirchlicher Seite erklärt, daß Kirchensteuern nicht als Reichssteuern angesprochen werden und deshalb die allgemeinen Bestimmungen nicht ohne weiteres auf die Kirchensteuern angewandt werden können. leit, da er ernsthaft daran denken mußte, einen ■ " . „Anfangs war ich sehr Man muß gerechterweise zugeben, die häufigen und eindringlichen Mahnungen an den deutschen Käufer, einheimische Waren fremden vorzuziehen, sind nicht in den Wind gesprochen worden. Der Deutsche hat gelernt, die Erzeugnisse des eigenen Landes zu schätzen, selbst wenn sie „nicht weit her" sind. Die deutsche Gülererzeugung, Landwirtschaft, Industrie, Handwerk und was auch sonst, rechtfertigen ihren guten Ruf vor dem Käufer durch Mühen und Streben nach immer besserer Güte ihrer Leistungen, die sich auch sonst sehr wohl neben den ausländischen Waren sehen lassen konnten. leicht überhaupt nur dann richtig begreifen, wenn er selber — wie der Verfasser dieses Aufsatzes — als Landgeber unter Kolonen, unter dem gemeinsamen Dache der Halbpacht mit römischen Bauern zusammenlebt. Da weht einem der Geruch der Urerbe und ihrer Menschenverbundenheit schicksalhaft entgegen, da fühlt man die Grenzen der Gesetzgebung, auch der Gesetze des korporativen Staates. Stärker als der Verstand ist d i e S ch o l l e. Der beherrscht sie nicht, der auf ihr herrscht, sondern der, an dessen Fersen sie klebenbleibt. Ohne Bauer kein König, kein Duce, kein Volk und keine Nation. Die großen Herren, Cäsaren wie Päpste, Fürsten wie Reichgewordene, haben eine Zeitlang auch dieses Urgesetz vergessen: die einen verpachteten ihr Land, ohne sich um mehr als um den Pachtschilling zu kümmern, weil sie in Rom ein bequemes Leben führen wollten; die anderen, die Kirchenherren ließen die Wälder abholzen, weil das Volk mit unausrottbarer Zähigkeit an feinen Waldgöttern festhielt. So entstanden statt einer geregelten Landwirtschaft die Mißwirtschaften: die Riesenlatifundien mit ihrem extensiven Weidesystem, die Sümpfe mit ihrer nicht minder verheerenden Malaria, das Nomadentum der italienischen Bauern, die Herden des fiel, sie kriegten ja immer ihren bestimmten Lohn (sofern sie Arbeit kriegten). Der Halbpächter hingegen hat Anteil am Ertrag, er erhält die Hälfte, ebensoviel wie der Landbesitzer, und findet sich daher in seinem Interesse mit dem Arbeitgeber zusammen. Ist der Besitzer zufrieden, so ist es auch sein mezzadro. Zufriedene Leute aber kann der Marxismus für den Klassenkampf nicht brauchen. Der mezzadro ober Halbpächter arbeitet mit dem Landbesitzer zusammen. Leute, die friedlich mit dem Besitz Zusammenarbeiten, kann der Marxismus nicht brauchen. Es gab also unendlich viel von vornherein unbrauchbare Menschen für die rote Revolution, wie es unendlich viel brauchbare für die schwarze gab: das ganze Heer der Halbpächter. Es liegt auf der Hand, daß der faschistische Staat danach trachten mußte, sich diese wertvolle Masse als Kerntruppe einzugliedern, und der korporative Staat wird in allernächster Zeit ein Grund- und Hauptgesetz herausbringen, die C a r t a d e l l a M e z z a d r i a, die diese segensreiche Einrichtung stützt und fördert, zum Wohle des einzelnen wie des Staates. Sie ist eine bewährte Volkssitte, in ihren Einzelheiten von Provinz zu Provinz stark schwankend, sie hat überall Lokalkolorit. Daher war es sehr weise von dem Gesetzgeber, daß er ihr nicht eine korporative Zwangsuniform anlegen will, sondern zu Recht erhebt, was des Landes der Brauch ist. Man ging von dem einzigrichtigen Gedanken aus, daß der Halbpachtverkommen als der Däne Svend F l e u r o n , der in seinen wunderbaren Lebensgeschichten allen möglichen Getiers, eines Hirschkalbes ober eines Hasen, eines Hechtes ober eines Uhus, von Füchsen, Dackeln, Waldkäuzen, Buntspechten usw., bas menschliche Wesen in tiefer Demut vor der Natur ganz zurücktreten läßt. Die deutschen Uebertragungen der Werke Fleurons sind bei Eugen Dieterichs in Jena erschienen, der als neuestes Buch des Meisters den „Roman eines Zoologischen Gartens", „Die gefesselte Wilbnis", herausbringt. Fleuron. ber 1874 auf ber kleinen bänifchen Insel Möen geboren wurde, hat schon seine Kindheit in innigster Gemeinschaft mit ber Natur verlebt. Dann tarn die Füßen, ich mußte hinaus, mußte Großwild sehen und Waldwildnis erleben. So nahm ich Urlaub und hielt mich, obgleich schon Premierleutnant, beinahe ein ganzes Jahr als Iagdfchüler bei dem bekannten Oberjäger Saurbrey in der Grafschaft Bregentrad auf. Jetzt verstand ich das Waidwerk von' Grund auf, und meine ersten Erzähluna-m, ,Winter im Jägerhaft und ,Der Alte in den Wäldern', sahen das Tageslicht. Aber je mehr ick) in das Jägerleben eindrang, desto mehr interessierte mich das Wild an sich. Ich wurde noch ein weüeres Jahr Jagdschüler bei dem Schüßen im Königlichen Tiergarten und pürschte dort mit ihm auf Edelhirsche und Damhirsche. Hier schrieb ich die Bücher, durch welche ich mir einen Namen schuf, nämlich «Kalbs* Lebensgeschichte. Seitdem haben die Tiere ganz und gar mein Inneres gefesselt und sind die Seele meiner Dichtung geworden." Fleuron, der 1911 zum Hauvtmann befördert worden war, hat 1921 feinen Abschied aus dem dänischen Heer genommen, um ganz feiner dichterischen Arbeit zu leben. Es sei zum Lobe der weniger begüterten Volksgenossen gesagt, daß sich gerade bei ihnen der Zug zur deutschen Ware im Bewußtsein, die deutsche Wirt- mehr als lächerlich ist ber Deutsche, ber Ware aus seinem Stoffe drüben Herstellen läßt, um mit „echt Ausländischem" prahlen zu können, muß er es auch tüchtig bezahlen, unmittelbar, aber auch mittelbar, da er seinem Lande daheim und draußen den Absatz unterbindet. Etwas gleich Lächerliches sei erzählt, wenn es auch schon vor dem Kriege geschehen ist: Zu einem thüringischen Sattler kommt ein Reiter, einen „echt englischen" Sattel zu kaufen. Meint ber Meister, er habe nur beutsche, aber gleichwertige. Der Kunde wiberspricht, bas gebe es nicht, besteht auf Original englisch, ber Hanbwerker möge es besorgen. Unb ber Hanbwerker bestellt ben Sattel bei ber englischen Firma, für bie er selbst arbeitet, bekommt ein Stück seiner Werkstatt mit englischem Stempel. Der zu- friebene Käufer sagt, solche Sättel würben halt nur in Englanb hergestellt. Da trennt ber Sattler eine Naht auf unb zeigt innen den Stempelbrand seines Hauses. „Seh'n Sie, den gleichen Sattel hätten Sie sofort und erheblich billiger haben können!" Man könnte die Beispiele noch beliebig vermehren, könnte von den amerikanischen Maschinen erzählen, die bei der Ausladung in Koblenz unten das Firmenzeichen Krupps zeigten, und davon, daß die „echt englischen" Tuche zum großen Teile in der „echt englischen" Stadt Aachen, die „echt französischen" Seiden in der „echt französischen" Stadt Krefeld gewebt werden, wo sie je nach dem vom Kunden gewünschten Herkunftsland mit der entsprechend bunten Selfkant versehen werden. Ist das nicht zum Lachen? Man sollte wohl eher sagen, ist traurig. Gebe uns bas Ausland, was herzustellen — aus welchen Gründen auch — uns nicht möglich ist. Aber wo es geht, da sollen wir deutschen Werkstoff, deutsche Arbeit, deutsche Kunstfertigkeit vorziehen! Daten für Donnerstag, 11.Januar. 1871: der Kolonialminister und Verlagsbuchhändler Hermann Meyer in Hildburghausen geboren (gestorben 1932); — 1882: der Naturforscher Theodor Schwann in Köln gestorben (geboren 1810); — 1923: Ruhreinbruch der Franzosen. Am allerwenigsten sollen wir deutscher Ware fremde Namen zulegen, um uns und anderen Besseres vorzugaukeln. Hermann Joseph Lingen. ihnen zum Verhängnis — die Schwarzhemden brauchten nur das Versäumte nachzuholen, um erhebliche Truppenmassen zu gewinnen. Schließlich und Undurchdringlichkeit. ♦ Vor diesem aus manchen Gründen überaus lehrreichen und sehenswerten Film findet man im Beiprogramm u. a. einen interessanten Bericht vom Kreuzer „Königsberg", noch einmal den Wochenschau-Rückblick auf das Jahr 1933 und je einen Vorspann zu zwei Neuerscheinungen, dem „Tunnel" nach dem Roman von Kellermann und dem „Schwarzwaldmädel" nach ber bekannten Operette: hier spielt Maria (Liesel) Beling vom Stadttheater ihre erste Filmrolle; sie wird dem Gießener Publikum in Kürze wieder ihre Aufwartung machen. —r— „Flüchtlinge " Ein Ufa-Film im Lichtspielhaus. Befugnisse über seine Kolonen einräumen, die sie ber Scholle entfremden, unwillig machen ober zu uninteressierten Taglöhnern herabdrücken. Beide Teile, Besitzer und Arbeiter, müssen am gleichen Strang ziehen, wenn sie dem Ziel des Nationalstaates gerecht werden wollen. Sehen wir uns nun einmal in der bisherigen Praxis um, so wird sofort erkenntlich, baß bie gesetzliche Festlegung eines vertragslosen Zustandes, wie er bie Jahrhunberte über herrschte, im wesentlichen auf eine Verbesserung und Sicherung der Halbpächter-Einkommen hinausläuft. Es soll auch hier, wie auf dem allgemeinen Gebiet des Arbeitsmarktes, der ewige Friede zwischen Geld-, Landober Arbeitgeber und Arbeitnehmer hergestellt, Kapital unb Handarbeit in Einklang gebracht werden. (Schluß folgt.) Das katastrophale Absinken der Einkommensteuer als Maßstabsteuer der Kirchensteuer hat fast über- all eine finanzielle Bedrängnis der Kirche zur Folge. Die Landeskirchen und Kirchengemeinden find demgegenüber auf sich selber angewiesen und haben nicht, wie das Reich, die Möglichkeit, den Einnahmeausfall an anderer Stelle oder durch Kreditaufnahme auszugleichen. Das schließt nicht aus, daß die Landeskirchen bestrebt sind, im Rahmen verfügbaren Mittel ihre Gemeinden selbst zur beitsbeschaffung (Instandsetzung der Kirchen kirchlichen Gebäude) zu veranlassen. proletarisierten Stimmviehs. Ein Keil trieb den andern, und es ist bestimmt nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß ohne den Halbpächter, der unter Hinopferung seines Lebens und seiner Familie im Ringen mit den Naturelementen, vor allem der Dürre und des Fiebers, an der Scholle festhielt, daß ohne diesen würdigen Erben ber Veteranen Cäsars ber Marsch auf Rom nicht möglich gewesen wäre. Bauern, Halbpächter unb enttäuschte Lanbtagelöhner bilbeten ben Vortrupp ber siegreichen Schwarzhemben bes Mannes, ber selber in ber Romagna, einem ber größten Fieberherbe aufgewachsen ist. Seine Lanbsleute, die Unter den Meistern der Tiergeschichte, die in letzten Jahrzehnten die tiefe Verbundenheit Menschen mit aller Kreatur offenbart haben, ist kaum einer dem Standpunkt des Tieres näher ge- Der Regisseur Gustav Ucicky, in Dielen Film- schlachten erprobt und bewährt, hat erkannt, worauf es bei diesem Drehbuch in erster Linie ankam, und die angedeuteten ideellen Grundlagen der Handlung ausgezeichnet herausgearbeitet. Seine Starke sind, wie man sich von früher her erinnern wird, bie Massenszenen, bie erstaunlich bewältigt wurden. Ucicky ersaßt ben Schauplatz unb die Menschen, um die es hier geht, mit einer oft beklemmenden Realistik; er stellt die Kamera an die Brennpunkte bes Geschehens, gibt scharf gesehene, knappe Ausschnitte und Großaufnahmen von intensiver Lebendigkeit und reißt den Beschauer gleichsam mitten hinein m die Handlung, die ihre Spannung ohnehin nicht mit äußeren Mitteln erzwingt. An einer drohenden Klippe gegen Ende des Films kommt U c i rf Y gerade noch vorbei: die Gefahr lag hier in der Einführung einer Liebesgeschichte, die den klaren und realen Bericht in die Bezirke des Spielfilms, bas Schicksal der Gemeinschaft ins Private und Zufällige abzudrängen droht und unerwünschte und unglaubwürdige Verzögerung schafft. zaschistifcheBwemvenÄmg Von unserem römischen E.-Korrefpondenten. Rom, Januar 1934. 1. Es kommt nun hi-r nicht fo (ef)r barauf an, zu berichten, daß diese abenteuerliche Flucht dennoch im letzten Augenblick gelingt, und wie ste gelingt sondern es soll gesagt werden was diesen Film für uns wertvoll und in einem besonderen Smne aktuell macht: vor allem bie hier geformte Erkenntnis nämlich, baß Deutsche - es mögen chre: viele ober wenige sein, unb wo immer m der wetten Welt sie sich zusammenfinben — eine Schicksalsgemeinschaft bilben auf Gebeih unb Derberb auf Leben unb Tob. Die Erkenntnis ferner, bie heute bas ganze Volk beherrscht: baß keiner uns Hilst, wenn wir uns nicht selber helfen. (Die Bilder von Der Gemeinschaftsgebanke, der dem Drehbuch zugrundeliegt, prägt sich auch in der übrigens sehr sicher zusammengestellten Besetzung aus. Hans Albers hat hier eine Aufgabe, die seiner Natur und seinen Gaben aufs glücklichste entgegenkommt: er ist ber Mann, ber hier allein helfen kann: ruhig, energisch, trocken und unsentimental; daß er ganz zuletzt ein wenig an den Stil seiner früheren Filine anknüpft, verschlägt nicht viel. Eine Ueberraschung mußten sich die Geister am Grenzstein zwischen Bauern- und Nomadentum endgültig scheiden: die Verfechter des Klassenkampfes hatten alles Interesse für die Loslösung bes Landarbeiters von der Scholle, sie begünstigten die Entwurzelung, wo sie konnten, sie bearbeiteten die Tagelöhner, die Noma-,---------- - . . , . - ■ „ ben benen es gleichgültig sein konnte, ob bas von < überhaupt zu unterbleiben habe. Es wäre gleich ver- ihnen beackerte Felb bem Besitzer die Taschen füllte fehlt, wollte man dem Landbesitzer Vorschriften bei oder nicht denn ob die Ernte gut ober schlecht aus-1 ber Leitung seines Unternehmens machen ober ihm ______, erzählt er selbst in einer anspruchslosen Selbstbiographie. „Ich hatte große Lust zur Lanb- wirtschaft unb zum Forstwesen, aber ebensogern wäre ich Offizier geworben. Eines Tages, als ich zu einem Entschluß kommen sollte, ging ich einsam in ben Wald. So deutlich, als wäre es heute, erinnere ich mich, daß ich in meiner Unschuld den lieben Gott um ein Zeichen bat. Wenn ein Fuchs über den Weg schlüpfte dort oben an jener Anhöhe, so nahm ich mir vor, sollte mir das ein Zeichen sein, daß ich Forstmann werden solle. Aber kein Fuchs schlüpfte an dem Tage über den Weg, unb ich verließ den Wald und das flache Land, das ich so innig liebte, und ging in die Stadt mit ihren Steinmauern und Pflastersteinen. Ich lebte da wie ein Hund in der Koppel, machte schließlich mein Examen für die Offiziersschule und wurde Herbst 1896 Premierleutnant in der dänischen Artillerie. Dann heiratete ich, vielleicht etwas zu früh, mußte Extraeinnahmen beschaffen, und so glitt mir die Feder wie van selbst in die Hand, da ich immer Lust und Drang zum Schriftstellern gehabt hatte. Die Jagd hatte mich immer mächtig angezogen, und 1906 sammelte ich meine besten Aufsätze in einem kleinen Buch ,Jagdbriefe*. Das Buch hatte Erfolg. Ein neues folgte, unb roieber ein neues. Ich bekam etwas Ruf, auf bem ich weiterbauen konnte. Aber bie Wilbkrallen juckten mir an ben ist Käthe von Nagy, bie hier eine f Rolle hat, auf alle Aufmachung unb verzichtet unb schlicht, kameradschaftlich und doch mit ganz weiblichem Gefühl in der Gemeinschaft steht. Klöpfer gibt den Laudy anfangs wuchtig, ! gedrungen, mit schwerblütigem Temperament, später bietet die Rolle keine rechte Entfaltungsmöglichkeit i mehr. Aus der großen Schar ber Mitwirkenden heben v ; sich noch ein paar besonders markante Gesichter unb uiuei uciii yiunit» ei|u;ienCiicn «uu/c uy • 23erix>irrung, Uneinigkeit uno Hoffnungslosigkeit Gestalten heraus: Ida W ü st findet sich in gelassen- jungen schlesischen Dichters Gerhard HJt e n 3 e l; | , ne ^ttunq verloren: sie würden den Sowjets heiterer Mütterlichkeit mit der fremden Umwelt zu- aber dennoch kann hier von einem Spielfilm^ im ■ in bie '^nbe gefallen und nie wieder nach red)t; Karl Rainer, Franziska Ki nz, Veit ! —p—f»5n monti n- nicht im a r { a n unb Maria Koppenhöfe r. Neben den deutschen ein paar erschreckend hart und klar ins Bild gefaßte Gesichter von asiatischer Starrheit herkömmlichen Sinne kaum gesprochen werden. Diel- Deutschland gekommen sein, wenn sie nicht im mehr handelt es sich — im Wesentlichen — um '^^nblick der höchsten Not einen gesunden hätten, einen Tatsachen-Bencht, zu dem eine von uns allen ib 9b{ Führung an sich reißt, sie sammelt, ordnet (wenn auch nur sehr von weitem) miterlebte Wirk- j . aufrichtet sie zusammenfügt zu der Gemein- lichkeit die Grundlage lieferte. Was der Film gibt, die sie doch -aus gemeinsamem Blut und ist ein kleiner, aber mit höchster Eindringlichkeit sich ' ^einsamem Schicksal - nun einmal sind, und äußernder und uns als Deutsche alle angehender ?, J smea jn die Freiheit erkämpft. Ausschnitt aus der weltgeschichtlichen Chronik dieser tl>ncn Den ^g m tfrem Zeit. Im Jahre 1928 konzentriert sich die weltpolitisch-militärische Lage im Fernen Osten, auf dem mandschurischen Kriegsschauplatz, um bie uralte > Stabt Charbin. Diese Stabt war bamals ein roilb brobelnber Hexenkessel von Krieg, Flucht, Verfolgung, Meuterei, ein im heillosen Aufruhr befinb- licher Tummelplatz ber verschiebensten Nationen. Mitten hinein in biefes entsetzliche Wirrsal ist ein kleines Häuflein von Wolgabeutschen verschlagen, bie aus Rußlanb mit Sack unb Pack, mit Weib unb Kinb geflohen finb, von ben Horben ber Sowjetkommissare verfolgt, wie flüchtiges Wilb gejagt, aufgestöbert unb, wenn ben Roten der Fang gelingt auf Lastautos nach Rußland zurückgeschafft werden Die den Verfolgern entgangen sind, suchen verzweifelt nach einem Fluchtweg in die Heimat, die ihnen in dieser großen fremden, von der Kriegsfurie grenzenlos zerrütteten und verwüsteten Stadt unerreichbar scheint. ber endlos und völlig ergebnislos tagenden Völker- bunösfommiffion bilden in diesem Sinne einen un- gemein eindrucksvollen Kontrast zu den Szenen der Haupthandlung in der heimgesuchten Stadt.) Und £ K ... u s ... endlich: die Idee einer klaren, einheitlichen, willens- Dieser Film nimmt m der jungften deutschen ftar(en unb zielsicheren Führung findet hier ihren Produktion eine Sonderstellung ein; er entwickelt unmißverständlichen und beispielhaft-überzeugenden einen neuen Typus, der von den landläufigen For- ! Ausdruck Das versprengte Häufchen der flüchten- men bemerkenswert abweicht: zwar wurde auch er f ben Wolgadeutschen wäre, wie es in diesem Film nach einer literarischen Vorlage gedreht, nach dem, geschildert wird, vermutlich in seiner Verzweiflung, unter dem gleichen Namen erschienenen Buche bes ^r^irrung Uneinigkeit unb Hoffnungslosigkeit Die Mezzabria ober Halbpacht ist bas Rückgrat ber italienischen Lanbwirtschast. Eine tausenb- jährige Einrichtung, sicherte bem apenninischen Landvolk — wie ich es im bewußten Gegensatz zu ber „Agrarbevölkerung" ber nationalökonomischen Theoretiker nennen möchte — auch in ben dunkel- ften Tagen seiner Geschichte, als bie Nation in Stücken lag unb Italien nur ber berühmte geographische Begriff war — ben Bestaub. Dieser geographische Begriff ist übrigens immer nur Schlagwort und Damit halbwahr gewesen, denn wenn auch der Italiener zu Beginn des vorigen Jahrhunderts noch fehlte, der italienische Bauer saß seit den Zeiten des Imperiums auf feiner Scholle. Noch heute weist er da und dort trotz aller Rastenvermischung altrömische Züge auf und . . . , . Cäsar Mussolini ist nicht etwa eine anachro- schäft zu starken, prächtig entwickelt hat; in den nistische Zufallserscheinung, sondern etwas B 0 ° geldlich besjergestellten Kreisen ist b e n ft ä n D ig es, etwas Gewachsenes unb Ver- so stark. Gerabe hier trifft man , , „ wurzelten Wenn er bie pontinischen Sümpfe trocken-! ben Dünkel, Frembes, Weithergereistes zu besitzen, legt so nimmt er bie Arbeit nur bort roieber auf,1 Wie oft ber Narr sich hierbei selbst unberouRt zum roo sie seine Ahnen mangels technischer Mittel unb Besten hält, sei an ein paar Beispielen gezeigt. ----- — Jetzt, zur Eislaufzeit, tummelt sich jung unb alt auf ben zugefrorenen Seen unb Flüssen. Nicht allein bie Kunst bes Eislaufens ist ber Stolz manches Wintersportlers, allein schon ber Besitz „echt kana- bischer" Schlittschuhe läßt bas Herz höher schlagen. Solche „echten Kanabier" finb Grund zu langer unb lauter Unterhaltung. Haben sie es wirklich (o in sich? Don ben Schlittschuhen allein wirb noch keiner ein Eiskunstläufer. Zu gleichem Schnitt unb gleicher Form ist auch bie beutsche Herstellerkunst fähig. Unb ber Stoff, ber Stahl — er ist zum größten Teile gar aus Deutschland 55 v. H bes Schlitt- schuhstahls beziehen bie Kanabier von uns. Ruf unb Umfang ber Schlittschuhinbustrie Kanadas haben sich an ben Weltruhm ber kanabischen Eishockeyspieler gehängt. Vorbem beherrschte bie beutsche Jnbustrie ben Weltmarkt in Schlittschuhen; sogar bie Hollänber bezogen ihre „echten Hollänber" aus Deutschland Man kann ben Kanadiern nicht krumm nehmen, daß sie ihren Sportsruhm in Ge- Fördert das Opfer des Zwillingspfemngs! Aus der provinzialljcmvistadi. „(Se bleibt unter uns Wir Menschen sind ein komisches Völklein. Wir sollten uns das Leben gegenseitig erleichtern, sollten uns Erfreuliches sagen und „alles zum Besten kehren". Aber, aber . . Kennen wir sie nicht, unsere lieben Nächsten, die uns mit größter Wichtigkeit irgend eine Schauergeschichte erzählen, die sie aus „allerbester Quelle" haben? Zum Schluß folgt dann immer der schöne Satz: „Aber, es bleibt unter uns!" Während des Krieges war es besonders schlimm. Wir hörten alle möglichen Gerüchte, die irgendwer von irgendwem, der natürlich seine Beziehungen zu hohen Stellen hatte, erzählte. Und viele, viele glaubten. Sie wurden natürlich „ganz im Vertrauen" weitergegeben, so daß es bald alle wußten, selbstverständlich mit den nötigen Zusätzen ... Und wenn nun solche unbestimmten Gerüchte über dich die Luft durchschwirren, ^nn sie sich wie ein ätzendes Gift langsam in die Herzen deiner Mitmenschen einnisten, dann bist du einfach machtlos. Willst du dich wehren, dann schlägst du in die leere Luft, denn du hast ja keinen sichtbaren Gegner vor dir. Die Klatschbasen werden nicht aussterben. Sie müssen unter allen Umständen etwas Neues mitteilen können. Fangen sie irgend ein falsches Wort auf, dann hilft ihnen ihre Fantasie, daraus eine Schauergeschichte zu machen. Und es ist ja bekannt, je schlimmer die Sache dargestellt wird, desto begieriger wird sie ausgenommen und weitererzählt. Das Gerücht wächst wie eine Lawine, die ins Rollen gekommen ist. Viele glauben, noch etwas hinzufügen zu müssen, und schließlich kommt es den Betroffenen zu Ohren, vielleicht nur teilweise, nur andeutungsweise. Die Gerüchte hängen in der Luft rote dunkle Wolken, nirgends sieht man ins Helle. Wieviel Unglück und Unfrieden sind schon dadurch in die Welt gekommen! Doch schlagen wir an unsere eigene Brust! Wie oft entschlüpft uns irgend eine Mitteilung, über die wir eigentlich nicht reden sollten. Man ahnt unangenehme Folgen, vielleicht den Bruch einer Freundschaft. Aber das Geheimnis brennt uns auf der Zunge. Und dann kommt zum Schluß der schöne Satz: „Aber, es bleibt ganz unter uns!" Und unser Bekannter verspricht natürlich alles. Aber er bat doch auch gute Freunde, die verschwiegen sind. Also erzählt er weiter, natürlich „ganz im Vertrauen". Steht nicht ein großer Teil Feigheit hinter dem Satz: Es bleibt unter uns!?" Man will etwas erzählen, dafür aber keine Verantwortung übernehmen. Wird es dann doch weitergetragen, dann sind die Klatscher empört darüber, denn sie hatten doch eine vertrauliche Mitteilung gegeben, ihr Vertrauen ist mißbraucht worden! Und wie oft genügt eine kleine Verdächtigung, um einem neidischen Menschen Anlaß zu geben, nun eine große Geschichte aufzurollen. Selbstverständlich spricht er kein Wort von seinem Neid, von seinem Zorn, den er auf den anderen hat, sondern er handelt natürlich ganz „im Interesse der Allgemeinheit", wenn er irgend jemand etwas anhängen kann. Für solche Menschen haben wir eigentlich kein rechtes deutsches Wort. Wir nennen sie Denunzia- ten. Aber viel Unheil haben sie schon angerichtet, Ehen zerstört, Freundschaften vernichtet, ganze Familien in das Unglück gestürzt. Wenn wir etwas Wichtiges mitzuteilen haben, und es fdll wirklich vertraulich sein, dann müssen wir uns die Menschen genau ansehen, denen wir es sagen. Das müssen Freunde sein, die auch schweigen können. Am besten ist es freilich, wenn wir Geheimnisse ganz für uns behalten. Wollen wir im Gespräch mit unseren Nächsten etwas über andere Menschen sagen, dann kann es doch auch einmal etwas Gutes sein. Muß denn immer nur Nachteiliges verhandelt werden? Mag es die Klatschmäuler auch nicht reizen, mögen sie gelangweilt gähnen, wir wollen uns fest vornehmen, mir das Beste von unseren Mitmenschen weiterzuerzählen. Wir tun nicht nur ihnen einen Dienst, sondern auch uns selber. Versuchen wir es nur einmal. G. Eine deutsche Mahnung Friedrich Nietzsche sagt in schlichter Feierlichkeit: "Don großen Dingen soll man schweigen oder groß reden!' Zu den großen Dingen des Menschentums gehört die A r b e i t. Das deutsche Volk versteht es, zu arbeiten. Aber es versteht manchmal nicht zu schweigen, wenn es „groß zu reden" nicht wünscht, oder nicht vermag. Zu den landläufigsten sogenann- ten „Witzen" gehören die über die Arbeit. Zu den häufigsten Klagen gehören ebenfalls die über die Arbeit. „Wer Arbeit kennt und sich nach drängt, der ist beschränkt!" Gewiß, es ist zumeist Gedankenlosigkeit wenn man solche Schnoddrigkeiten vom Stapel läßt. „Ach, morgen fängt wieder die Arbeit an'" Oder „Wer doch nur die Arbeit erfunden hat!" usw. Sicher ist solches Gestöhne meist nur Ausfluß einer Mißstimmung, ist unüberlegt und „nicht so schlimm gemeint!" Aber undankbar ist es doch! Und verrät einen sehr erheblichen Mangel an Feingefühl solchen gegenüber, die gern arbeiten würden' Der nationale Staat setzt seine beste Kraft an die Arbeitsbeschaffung. Viel ist geleistet worden, noch mehr wird geleistet werden. Da sollte jeder natio- nalbemwußte Staatsbürger von solchen törichten Scherzen Abstand nehmen und sie wie jene Zoten und Frechheiten einer — gottlob! — überwundenen deutschen Literatur und Bühnenkunst ablehnen' Wer über eine Arbeit, die ihn nährt und die er leisten kann, jammert, verdient auch nicht ihrer Segnung teilhaftig zu werden! Also schweige jeder über solche großen, heiligen Dinge, der nicht feierlich über sie reden will. Der aber, der nach großen und schönen Worten über die deutsche Arbeit sucht, findet sie in seiner eigenen Seele und bei den volk- haften Dichtern unseres Vaterlandes! Außer Goethes und Schillers bekannten Versstellen im „Schatzgräber" und in der „Glocke" geben uns unendlich viele unserer Denker frohe Bekenntnisse zur Arbeit und zur Freude an der Arbeit. „N u r die Arbeit machtuns fre i", sagt Heinrich Seidel, der nicht nur ein völkischer Dichter, sondern auch ein sehr tüchtiger Ingenieur war. Theodor Fontane, Apotheker und Poet dazu, tagt: „Nur in der Arbeit wohnt der Frieden, nur in der Mühe wohnt die Ruh'!" Gottlob Wilhelm Burrmann singt: „Arbeit macht das Leben süß, macht es nie zur Last. Der nur hat Bekümmernis, der die Arbeit haßt!" Die bekannte törichte Umdichtung dieser Strophe des Jahres 1777 gehört zu den albernen „Witzen über Arbeit", die endlich entfallen müssen! Kant, der Lehrer der Deutschen, war selbst ein pünktlicher Arbeiter und pries den Segen der Arbeit: „Der größte Sinnengenuß, der gar keine Einmischung von Ekel mit sich führt, ist — im gesunden Zustande — Ruhe nach der Arbeit." Bismarck Handelskammerpräsident Dr. L ü e r - Frankfurt am Main veröffentlicht folgenden Aufruf: In meiner Eigenschaft als Präsident des Rhein- Mainischen Industrie- und Handelstages, Sitz Frankfurt a. M., fordere ich hiermit alle Einzelhan- delsfirmen des R h e i n - M a i n g e b i e t e s auf, sich in den Dienst der vom Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 geschaffenen Einrichtung des Zwillingspfennigs zu stellen. An der kaffe jedes Ladengeschäfts stehen die Opferbüchsen des Winterhilfswerks und sind bereit, die Spenden von Käufer und Verkäufer aufzunehmen. Ein Erfolg der Zwillingspfennigsammlung ist nur dann zu erwarten, wenn der Einzelhändler sich selbst und in gleicher Weise sein Personal für die Spende einseht. Wie mir berichtet wird, sind einzelne Firmen in der Lage gewesen, volle Büchsen nach wenigen Tagen schon abzuliefern. Die Käufer haben sich Es ist kein Zufall, daß die NS.-Volkswohlfahrt, eine Organisation der NSDAP., zur Trägerin des größten Hilfs- und Bruderwerkes gemacht wurde, das jemals zur Ueberroinbung eines Winters durchgeführt worden ist. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes stellt einen Ausschnitt aus dem umfassenden Arbeitsprogramm der N S. - Volkswohlfahrt dar. Es ist selbstverständlich, daß sowohl die junge Organisation der NS.-Volkswohl- fahrt, wie das Winterhilfswerk im nationalsozialistischen Geiste geführt werden und daß auch die künftige Arbeit der NS.-Volkswohlfahrt den Stempel dieses Geistes tragen wird. Der Begriff „Wohlfahrt" hatte durch die Vorbelastung des marxistischen Systems keinen guten Klang im deutschen Volke. Man hatte sich damals vor allem der Kranken und Verelendeten angenommen und trat ihnen mit einem Gefühl des Mitleids gegenüber. Die Volkswohlfahrt im nationalsozialistischen Staate ist dagegen vor allem darauf gerichtet, den gesunden Menschen gesund zu erhalten und ihn vor dem Absinken in Not und Elend zu bewahren. Sie kuriert nicht an Symptomen, sondern sie ist fest entschlossen, an die Wurzel des Hebels zu gehen. Der kranke und Unglück- liche soll zwar nicht seinem Schicksal überlassen werden, aber im Mittelpunkte des Strebens der NS.-Volkswohlfahrt steht die weitumfassendere Arbeit an der Erhaltung und Hebung der gesamten Volksgesundheit. Aus diesem Grunde hat es sich die NS.-Dolks- wohlfahrt in erster Linie zur Aufgabe gemacht, die deutsche Familie zu schützen und zu fördern, denn die Fimilie ist, richtig geleitet, die sozialste Einrichtung des Staates. Die Familie ist die klein st e und wichtigste Zelle der Volksgemeinschaft. Aus tausenden von Familien bauen sich erst die größeren Gemeinwesen auf. Ist die Familie gesund, so ist auch das Denken und Handeln des einzelnen Staatsbürgers gesund, zerfällt die Familie, so hat der Staat seine wichtigste Grundlage verloren. Darum ist die Volksgemeinschaft verpflichtet, die Familie zu pflegen und zu erhalten, damit die große Familie des deutschen Volkes erhalten bleibe. Darum ist auch der Kampf gegen hunger und Kälte, in dem wir uns jetzt befinden, keine Hilfsaktion von untergeordneter Bedeutung, sondern eine ungeheuer wichtige Maßnahme, die dazu beitragen soll, die bedrohten Familien zu schützen und zu festigen. Der Nationalsozialismus hat erkannt, daß ein Volk nicht aus unverbunden nebeneinanderstehenden Individuen besieht, sondern daß ein Volk nur dann leben und arbeiten kann, wenn sich die einzelnen auf ihre gemeinsamen Aufgaben besinnnen, wenn sie in Freude und Leid tret* zueinander- stehen. Die engste und wichtigste dieser Gemeinschaften ist die Familie, aber die Familie ist allein nicht immer stark genug, sich gegen alle Stürme des Lebens zu erhalten, wenn die übrigen Volksgenossen, wenn der Staat und die Stände des Volkes sich nicht ihrer annehmen. Unser Führer hat vor kurzem seine Befriedigung darüber geäußert, daß das deutsche Volk sich in einer solchen unerhörten Einmütigkeit zu ihm und seinen Aufgaben bekannt hat, denn es habe damit seinen Glauben bestätigt, daß es im Kern gesund und nur irregeleitet worden sei. Wenn wir auch heute noch im ersten Anfang eines volks- i im allgemeinen nicht auf 1 Prozent des Kaufpreises beschränkt, sondern den Spendenbetrag durch 5 und 10 Pfennigstücke nach oben aufgerundet. In einer großen Zahl von Geschäften sind aber die Büchsen noch ungefüllt. Den Inhabern dieser Geschäfte muß gesagt werden, daß jeder, der sich für die Zwillingspfennigsammlung zur Verfügung stellt, auch die Pflicht hat, sich persönlich dafür einzusetzen! Für jeden Kaufmann ist es eine Ehre, für den Zwillingspfennig sammeln zu dürfen. Es bedarf hoffentlich nur dieses Hinweises, um die säumigen Geschäftsinhaber und ihre Angestellten zu höchsten Leistungen anzuspornen. Die Bitte um den Zwillingspfennig wird keinen Kunden aus dem Laden treiben, sondern vielmehr ein Band der Gemeinschaft um Käufer und Verkäufer schlingen. Ich hoffe, daß namentlich in der vor der Tür stehenden Zeit der Inventur-Verkäufe von allen Geschäften wohlgefüllte Spendenbüchsen dem Winter- hilfwerk abgeliefert werden. gez. Dr. Lüer. gemeinschaftlichen Denkens stehen, so sehen wir doch ganz deutlich die Zukunft sich abzeichnen, die in vollständigem Gegensatz steht zu dem Staatsgedanken des Liberalismus, als man nur Einzelne kannte und darüber einen schwachen, ohnmächtigen Staat. Nur weil sich diese innere Wandlung bereits angebahnt hatte, konnte der Führer dem deutschen Volke als heilige Verpflichtung auferlegen, das für viele zwar eine erhebliche Einschränkung bedeutet, dafür aber auf der anderen Seite ein Zutrauen schasst, das volksverbindend wirken und die Wunden schließen muß, die der unselige Klassenkampfgedanke geschlagen hat. Wenn z. B. an jene Ehepaare appelliert wird, die Patenschaft für ein Kind zu übernehmen, so liegt darin kein Eingriff in die Rechte einer Ehe. Es ist doch vielmehr so, daß die Nation diesen Ehepaaren ein Geschenk darbietet, das die Natur ihnen versagt hat. Das helfen ist eine sittliche Aufgabe, der sich niemand entziehen wird, und die NS.-Volkswohlfahrt stellt sich in den Dienst dieser Aufgabe, indem sie Paten und Patenkinder zusammenführt. Dabei wird in erster Linie daran gedacht, daß das Patenkind seinen eigenen Eltern erhalten bleibt, daß es in seinem Elternhause bleiben kann: die Paten haben lediglich die Aufgabe, die bedürftigen Eltern des Kindes zu entlasten. Wenn das auch für die Paten eine gewisse Verpflichtung bedeutet, so liegt diese Ausgabe doch noch immer im Bereiche des Möglichen, denn es ist gewiß leichter, für die Dauer einiger Wintermonate ein Kind zusätzlich zu betreuen, als die gesamte Verantwortung für mehrere eigenen Kinder viele Jahre hindurch zu tragen. Der Grundgedanke des Nationalsozialismus liegt in der Idee der Volksgemeinschaft, und diese Idee kommt in allen Maßnahmen und Verordnungen der Staatsführung zum Ausdruck. Darum muß die Gesamtpolitik des Nationalsozialismus ebenso wie die Maßnahmen der NS.-Volkswohlfahrt nicht als ein Eingriff in die vermeintlichen Freiheitsrechte der einzelnen Volksgenossen aufgefaßt werden, sondern jeder einzelne muß diese Inanspruchnahme als eine s i t t l i ch e P f l i ch t anerkennen und ihr dienend Gefolgschaft leisten. Diese Gefolgschaft muß um so treuer und enger sein, je mehr die Not auf uns lastet, sie braucht in geringerem Maße beansprucht zu werden, je mehr wir uns durch eigene Arbeit aus der schlimmsten Not herausgearbeitet haben. Auch dann darf jedoch der Gedanke der Volksgemeinschaft nie wieder in Vergessenheit geraten. Hinter uns liegen drei Monate der Pflichterfül- hing, vor uns stehen drei weitere Monate, darunter die beiden schwersten Wintermonate Januar und Februar. Wenn das Wort des Führers wahr werden soll, daß in diesem Winter kein Deutscher hungern oder frieren darf, so bedarf es noch weiterer erheblicher Anstrengungen. Jede Unterstützung des Dinterhilfswerks ist ein Zeugnis für die Gefolgschaftstreue, die wir dem Führer schulden. Wer bisher schon geholfen hat, der helfe weiter, wer sich zunächst noch abwartend verhielt, der besinne sich auf seine Pflicht, und wer bisher die Mahnung zum Opfer noch nicht mit der Eindringlichkeit empfunden hat, die notwendig ist, der denke an die Not von 6 Millionen Bedürftigen, die nur überwunden werden kann, wenn alle Kräfte eingesetzt werden zur Erhaltung der deutschen Familie. Konzert der SA.-Kapette des Sturm« vanns I/2R 116. Im sehr gut besetzten Saale des Cas6 Leib gab die SA. - Kapelle des Sturmbanns I/R. 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann gestern abend ein Konzert, dem eine mit gutem Geschmack ausgewählte Musikfolge zugrunde lag. Das erlesene Programm legte eindrucksvoll Zeugnis ab für das ernste künstlerische Streben dieser Kapelle, und seine glanzvolle künstlerische Durchführung berechtigt die Musikerschar und ihren Leiter zu dem Anspruch, als bedeutungsvoller Faktor im Musikleben unserer Stadt angesehen zu werden. Die hervorragenden musikalischen Qualitäten dieses Klangkörpers kamen sowohl auf dem Gebiete der klassischen Musik, wie auch in den teils in der Musikfolge vorgesehenen, teils als Einlage dargebotenen Märschen in bester Weise zur Geltung. Im ersten Teile der Vortragsfolge hörte man den Marsch von Lehnhardt „Die Ehrenwache", die Ouvertüre „Das goldene Kreuz" von Brüll, die große Fantasie aus „Tannhäuser" von Richard Wagner, den Kaiser-Walzer von Johann Strauß und den Prolog aus „Bajazzo" von Leoncavallo. Schon bei diesem Teile des Abends verstand es der Konzertleiter mit seinen Musikern, durch anhaltende Steigerung des Niveaus der Darbietungen den besten Eindruck bei den Zuhörern zu machen, die ihre dankbare Anerkennung durch immer lebhafteren Beifall zum Ausdruck brachten. Die Kapelle mußte sich denn auch zu mehreren Einlagen verstehen, um sich für die warme Anerkennung erkenntlich zu zeigen. Der zweite Teil des Abends brachte die Ouvertüre zur Oper „Stradella" von Flotow, die Fantasie aus der Oper „Traviata" von Verdi, „Der Liebestraum" von Hoch mit Pistonsolo von K. Schwarzlose, den Fehrbelliner Reitermarsch und Kreuzritter-Fanfare von Henrion für Heroldtrompeten und Kesselpauken und das Nationalsozialistische Liederpotpourri von C. Hager. Bei der Abwickluna dieses Teiles der Vortragsfolge übertraf die Musikerfchar ihre hochstehenden Leistungen des ersten Teils noch erheblich, wobei auch hier wieder, wie schon im ersten Teile, die fein« gestaltete Tonmalerei durch geschmackvolle und sickere Nuancierung in angenehmer Weise überraschte, und das umso mehr, als man es bei dieser Kapelle ja nicht mit Musikern im Hauptberuf zu tun hat. Dem Klangkörper kommt allerdings zugute, daß er zum weitaus größten Teile aus musikalisch vortrefflich geschulten ehemaligen Militärmusikern besteht, die sich unter der ausgezeichneten, von feinem künstlerischem Empfinden geleiteten Führung des Musikzugführers Herrmann zu einer prächtigen musikalischen Einheit zusammengesunden haben. Die Art der Durchführung des zweiten Teiles der Vortragsfolge begeisterte die Zuhörer in noch viel stärkerem Maße als beim ersten Teil und rief so gewaltige Beifallssalven hervor, daß die Kapelle nicht umhin konnte, auch hier wieder durch mehrere Zugaben noch zu erfreuen. Besondere Glanzpunkte waren in diesem Teile das Pistonsolo von Herrn Schwarzlose, das in bekannter und bewundernswerter Virtuosität von dem aus feiner Dienstzeit bei der Gießener Reichswehrkapelle her bereits bestens bekannten Künstler geboten wurde und natürlich infolge des starken Beifalls eine Zugabe unumgänglich erforderlich machte; ferner die Märsche mit Heroldtrompeten und Kesselpauken, mit deren schneidiger und eindrucksvoller Wiedergabe die Kapelle eine neue Seite ihres gereiften Könnens offenbarte. Die wohlbegründete Begeisterung der Zuhörer zwang denn auch die Kapelle, ich nach der Abwicklung der Vortragsfolae noch mit einem weiteren schneidigen Militärmarsch für die herzliche Aufnahme ihrer Darbietungen erkenntlich zu zeigen. Der Konzertabend war für die Kapelle und ihren Leiter Herrmann ein unbestrittener voller Er- olg. Mit dieser hervorragenden musikalischen Leistung hat sich die Sturmbannkapelle I/R. 116 weit über ihren engeren Aufgabenkreis in der SA. hinaus gutbegründeten Anspruch auf volle künstlerische Geltung gesichert und sich damit zugleich eine be- onders markante Position im Musikleben unserer Stadt erworben, die ihr bei weiteren Veranstaltungen von vornherein die beste Empfehlung sichert. Auf diesen starken Erfolg des Abends kann mit der Kapelle auch ihr Gründer und sorgsamer, unermüdlicher Förderer, der Sturmbannführer I/R. 116 Franz Soldan, mit berechtigten Stolz blicken, denn der Erfolg der Kapelle ist zugleich eine starke Unterstreichung des großen Verdienstes, das sich Sturmbannführer S o l d a n mit der Schaffung und Förderung dieser hervorragenden Kapelle um seinen Sturmbann und die SA. im engeren Kreise, darüber hinaus aber auch um die Allgemeinheit der musikliebenden Mitbürger erworben hat. „Sompf galt und ihre Abwehr. Vortrag im Deutschen Techniker-Verband Ortsgruppe Gießen. Im Großen Hörsaal des Chemischen Instituts der Landesunioersität sprach dieser Tage in der Mit- alieberDerfammlung des Deutschen Techniker-Ver- bandes Professor Dr. K r o l l p f e i f f e r über „Kampfgase und ihre Abwehr". Auf Grund mehrjähriger praktischer Erfahrungen in der Kriegsindu- trie berichtete der Redner über die Entwicklung der Methodik des Gasangriffs vom Blasverfahren bis zum Gaswerfen und gab ein anschauliches Bild von dem ständigen Ringen zwischen Angriff und Abwehr bei der Verwendung der Gaswaffe. Alle Ausführungen wurden durch sehr instruktive Modellversuche erläutert. Während die anfangs ausschließlich benutzten Mittel zur chemischen Bindung der Kampfgase im Filtereinsatz der Gasmaske immer nur für einzelne Kampfgase wirksam waren, besitzt der moderne Gasschutz in der sogenannten X-Kohle ein Mittel von großer Wirkungsbreite. Für die Abwehr vernebelter Kampfstoffe wurde der Filtereinsatz mit einem Nebelfilter versehen. Die Folge der Ausbildung des Gasschutzes und der Gasdisziplin war ein Absinken der Verluste an Gasverletzten bei unseren Gegnern von etwa 35 v. H. zu Beginn des Krieges auf nur etwa 2 v. H. gegen Ende, wobei noch zu berücksichtigen bleibt, daß immer wirksamere Kampfgase eingesetzt wurden. Wenn auch bei künftigen Luftangriffen die Bedrohung der Zivilbevölkerung durch Spreng- und Brandbomben viel größer sein wird, als die durch Gasbomben, so ist doch die Erziehung der Zivilbevölkerung zur Gasdisziplin das einzige Mittel, um unbegründete, übertriebene Angst und hierdurch bedingte Panikstimmung bei eintretender Gasgefahr zu vermeiden. Zum Schluß seiner Ausführungen zeigte der Redner am Beispiel des amerikanischen „Tau des Todes", daß alle immer wieder von Zeit zu Zeit auftretenden Gerüchte über neue Kampfgase von unausdenkbarer verheerender Wirksamkeit in das Reich der Fabel gehören. Man kann jeden Gegner bekämpfen und abwehren, den man kennt. Die ^"nntnis der der Zivilbevölkerung in einem fünf- forderte im Reichstage 1884: „Geben Sie dem Arbeiter das Recht auf Arbeit, solange er gesund ist; sichern Sie ihm Pflege, wenn er krank ist; sichern Sie ihm Versorgung, wenn er alt ist!" Und zum Schluß noch ein Wort Fichtes aus seinen „Reden an die deutsche Nation" im Jahre 1808: „Man erkundige sich nur näher nach den Personen, die durch ehrloses Betragen sich auszeichnen; immer wird man finden, daß sie nicht arbeiten gelernt haben oder die Arbeit scheuen!" Die Arbeit ist unsere Erzieherin, unsere nährende Mutter? Und wer würde seiner Mutter spotten?? Walt Hari. Die Unterbringung Oer Abiturienten 21m Dienstag fand beim ßanbesarbettsamt Hessen in Frankfurt a. M. mit den Vertretern der höheren Schulen, der Hochschulen, der Wirtschaft und der Behörden eine Sitzung zur Besprechung über bie Berufs^uführung der Abiturienten statt. Dabei ergab sich, daß im Gesamtbezirk des Landesarbeits- amts (Land Hessen und Provinz Hessen-Nassau) voraussichtlich etwas über 3000 Abiturienten(innen) unterzubringen sein werden. Im Lande Hessen dürfen von rund 1250 Abiturienten(innen) 340 studieren. Für die Provinz Hessen-Nassau ist die Anteilzahl aus der dem ganzen Land Preußen zuerkannten Zahl von Studierenden noch nicht bekannt; es wird mit etwa einem Drittel der schätzungsweise 1800 Mbituriententinnen) zu rechnen sein. Bei den Behörden sind die Einstellungsmöglichkeiten zum Dftertermin 1934 sehr eng begrenzt. Die Zahl der Bewerbungen übersteigt schon jetzt um ein Vielfaches die mutmaßlich äußerst geringe Zahl von Eingangsreden in den mittleren Beamtenlaufbahnen, die für die Aufnahme von Abiturienten in Frage kommen. Die Mehrzahl der jungen Leute wird sich daher rein praktischen Berufen in Handel, Handwerk, Industrie und Landwirtschaft zuwenden müssen. Die Vertreter der Berufsstände betonten, es könnte allgemein mit einer wesentlich größeren Zahl von Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr gerechnet werden. Es sei daher mit Sicherheit anzunehmen, daß auch die Abiturientenanwärter in derartige Stellen untergebracht werden können. Allerdings muß bei den jungen Leuten die unbedingte Bereitschaft vorhanden fein, sich ohne übermäßige Schützt die deutsche Familie gegen Hunger und Kälte? Ansprüche in die Tätigkeit eines Lehrlings hineinzufinden. Es müssen in jedem Beruf erst die Grundkenntnisse erworben werden, ehe für eine fernere Zukunft mit einer Aufstiegsmöglichkeit gerechnet werden kann. Dem Tüchtigen stehen auch auf dem Wege über die Praxis durchaus leitende Posten offen. Alle Anwesenden waren sich darüber einig, daß auch für diejenigen Abiturienten, denen auf Grund der neuen Bestimmungen die Hochschulreife nicht zuerkannt werden kann, entsprechend ihrer persönlichen Leistung angemessene Arbeitsplätze verfügbar sein werden, oaß der Einzelne nur den festen Willen haben muß, mit Mut und Kraft fein Schicksal zu meistern. Ausschlaggebend dabei wird es allerdings sein, daß auch die Eltern den jungen Leuten bei ihrem Plan, in praktische Berufe einzutreten, keine Hemmnisse in den Weg legen, sondern ebenfalls der gegebenen Lage Rechnung tragen und sie in vollem Umfange bejahen AationalsoziaWsche Bolkswohlsahrl. ngen Kriege Drohenden Luftgefahr und die Kenntnis der Möglichkeiten ihrer Abwehr in das Volk zu tragen, ist Aufgabe und Ziel des Reichsluftschutzbundes. Nach kurzen geschäftlichen Mitteilungen schloß der Gießener Ortsgruppenoorsteher des Deutschen Techniker-Verbandes, Pg. Dr. Coburger, den interessanten Abend mit einem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer Adolf Hitler. Heimatpflege durch heimische Volkskunst. Der Gedanke der Heimatpflege hat von jeher in Oberhessen eine günstige Ausnahme gefunden. Das aus bodenständiger Empfindung gestaltete Schrifttum, die aus enger Verbundenheit mit überlieferten Sitten und Gebräuchen entstandenen Volkskunstdarbietungen und die freudige Zustimmung, die diesen Arbeiten zur Pflege der Heimatliebe und der Heimatverbundenheit überall zuteil wurde, haben schon seit Jahren zwischen Stadt und Land, zwischen geborenen Oberhessen und aus anderen Teilen unseres Vaterlandes zugezogenen Volksgenossen ein so enges Band der volksgemeinschaftlichen Verbundenheit geschaffen, daß darauf bei der jetzigen Erneuerung von Volk und Reich durch das nationalsozialistische Gedankengut in verheißungsvoller Weise weitergebaut werden kann. Den Dienst der Heimatpflege auf breiter Grundlage nach einheitlichen Gesichtspunkten hat jetzt der Reichsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen, unter der Führung von Ministerialrat Ringshausen, ausgenommen. Zur Verstärkung dieser Organisation ist in jüngster Zeit an alle deutschen Volksgenossen in Stadt und Land die Aufforderung ergangen, der Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen im Reichsbund Volkstum und Heimat als Mitglied beizutreten und dadurch die vielfältige Arbeit zur Heimatpflege zu unterstützen. Dem gleichen Ziele dient ein uneigennütziges Unternehmen, das jetzt im Rahmen der Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen im Reichsbund Volkstum und Heimat von dem oberhessischen Heimatdichter Georg Heß unter dem Motto „Hessisch' Volk bei Sang und Tanz" vor die Oeffentlichkeit tritt. Georg Heß ist nicht nur in Oberhessen, sondern weithin im ganzen Hessenlande als ein Heimatdichter bekannt geworden, der von echtem oberhessischen Schrot und Korn ist und alle seine Heimatdichtungen mit Blul und Leben zu erfüllen ver- steyt. Seine Erzählungen in Hüttenberger Mundart haben immer ein stark interessiertes und dankbares Publikum gefunden, ebenso sind seine volkstümlichen Festspiele, die er für die verschiedensten Veranstaltungen der guten Heimatpflege geschrieben hat, stets mit freudiger Zustimmung ausgenommen worden. Die Heimatfeste der Heimatvereinigung Schiffenberg, die künstlerische Ausgestaltung von Erntefesten und dergleichen im Hüttenberg, prächtige Heimatabende in der Gießener Volkshalle und in manchen anderen Städten der Provinz Oberhessen, aber auch heimatliche Vortragsabende in vielen anderen Orten haben immer wieder dargetan, welche starke fördernde Kraft die Heimatpflege aus den Dichtungen von Georg Heß schöpfen kann. Dabei ist stets' sein vornehmster Wahlspruch, den er in allen seinen Dichtungen eindrucksvoll zur Geltung zu bringen wußte, der gewesen: „Stadt und Land, Hand in Hand!" Von dem gleichen Geiste erfüllt ist seine neue Heimatdichtung „Hessisch' Volk bei Sang und Tanz", die als Heimatabend Volkstrachtengruvpen aus dem Kreise Marburg, der Schwalm, dem Kreise Alsfeld, dem Schlitzer Land, aus der Rhön und aus dem Hüttenberg zu gemeinsamen Wirken vereinigen wird. Kleidersammlung in der Ortsgruppe Gießen-Ofl. Freitag, 12. Januar, nachmittags findet auf Anordnung der Gauführung des Winterhilfswerkes eine zweite Kleider - und Wäsche- sammlung in dem Ortsgruppenbezirk statt. Dieser umfaßt folgende Straßen: Alter Rödgener Weg, Am Kugelberg, Am Nahrungsberg, An der Kaserne, Anneröder Weg, Bergstraße. Bruchstraße, Danziger Straße, Doering- straße, Eichweg, Friedensstraße, Gartenstraße, Georg-Philipp-Gail-Straße, Gnautbstraße, Großer Steinweg, Grünberger Straße, Gutenbergstraße, Hessrnstraße. Heyerweg, In den Eichgärten, Kaiserallee, Karl-Vogt-Straße, Keplerstraße, Landmannstraße, Lessingstraße, Licher Straße, Ludwiosplatz, Memeler Straße. Moltkestraße, Posener Straße, Rödaener Straße, Roonstraße, Stephanstraße, Wolfstraße. Die Sammlung geschieht durch Hitler-Jungen mit Fahrzeugen der Reichswehr und wird durch Horn- signale angekündigt. Die Bewohner werden herzlichst gebeten, alle entbehrlichen Kleider und Wäschestücke gut verpackt zum Abholen bereitzuhalten. Die Not ist immer noch groß: jeder helfe nach allen Kräften und opfere! Schneider, Ortsgruppenwalter. Storno tuen. _Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, „Der Herr Senator". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Flüchtlinge". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der große Käfig". — NS.-Frauenschaft Gießen-Ost, 20 30 Uhr, „Schützenhaus", Mitgliederversammlung. — Ortsgruppe Gießen-Süd, 20.15 Uhr, „Graf Zeppelin", Zelle 2, Zellenabend. — Rotes Hakenkreuz, 20.15 Uhr, Universität Hörsaal 33, Rassenkunde. , _. , , ,, — Der GewerbevereinGießen beruft in unserem heutigen Anzeigenteil eine Hauptversammlung ein. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. . — „H e s s i s ch' V o l k b e i S a n g u n d Toin z. Der Reichsbund für Volkstum und Heimat ladt im heutigen Anzeigenteil zu zwei Heimatveranstaltungen ein, bei denen das neueste Volkskunstwerk unseres Heimatdichters Georg Heß „Hessisch' Volk bei Sang und Tanz" am Samstag und Sonntag nn ^>tadt- theater aufgeführt werden soll. (Siehe heutige Anzeige.) ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Der eit 1920 in Gießen ansässige Anton M e u e r, Grünberger Straße 2, kann am heutigen Donnerstag in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag feiern. Als ehemaliger Bergmann apf einer Kruppschen Hütte im Elsaß hat er seit seiner Uebersiedlung nach hier die Instandhaltung der Schieß- und Scheibenstände des Schützenvereins Gieren übernommen und in anerkennenswerter Weise mrchgeführt. Man hofft, daß er sein Amt noch eine tattliche Reihe von Jahren auszuüben vermag. Der Schützenverein wird ihm seinen Dank durch Ueber- reichung einer Ehrengabe abstatten. ** Sterbesälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 31. Dezember verstorben in Gießen: 16.: Wilhelmine Broß, geb. Falkenstein, Wwe., 91 Jahre alt, Wartweg 12. 17.: Margareta Pfaff, geb. Seiler, 35 Jahre, Katharinengasse 7. 20.: Karl Heinrich Melcher, ohne Berus, 81 Jahre, Karl-Vogt- Gedenket der hungernden Vögel! Straße 12: Lina Günther, g-eb. Deines, Wwe., 86 I., Neustadt 39. 22.: Ehr. Müller, geb. Roßbach, Wwe., 71 Jahre, Hindenburgwoll 7; Adam Ziegler, Gastwirt, 47 Jahre, Bahnhofstraße 26; Katharina Schwerstem, geb. Pfeiffer, Wwe., 90 Jahre, Goethe- traße 69. 23.: Johanette Hainbach, geb. Schaaf, 77 Jahre, Frankfurter Straße 90; Mathilde Kurz, Oberschwester, 64 Jahre, Lievigstraße 24. 24.: Gertrud Haub ach, 2 Monate, Löb erstraße T 25.: Margareta Rink, geb. Hedderich, Wwe., 63 Jahre, Dammstraße 12; Konrad Schmidt, Schausteller, 23 Jahre, Rodheimer Straße 40. 26.: Johann Georg Müller, Postassistent i. R., 67 Jahre, Rodheimer Straße 30. 27.: Karl Strack, Pfarrer i. R., Kirchenrat, 87 Jahre, Frankfurter Straße 13; Johanna von Scheven, geb. Seibert, Wwe., 68 Jahre, Stephanstraße 39. 28.: Katharine Kröck, geb. Römer, Wwe., 70 Jahre, Rodheimer Straße 25. 29.: Ludwig Schüttler, Werkstättenvorsteher i. R., 76 Jahre, Friedrichstraße 11. 30.: Heinrich Balser, Straf- anstalts-llberwachtmeister i. R., 58 Jahre, Hitler- wall 15. 31.: Adolf Weiß, Eisenbahnsekretär i. R., 78 Jahre, Ludwigstraße 41. ** Neuer Kochkursus derAliceschu le. Am 22. Januar beginnt in der Alice-Schule ein neuer Kochkursus in einfacher und feiner Küche. (Siehe heutige Anzeige!) Die bereits angekündigte Führertagung des Gebiets Hessen-Nassau am Donnerstag, 11. Januar, im Festsaal zu Frankfurt a. M. erhält für die ge- amte Jugendarbeit Westdeutschlands besondere Bedeutung. Der Führer des Obergebietes West, Hartmann-Lauterbacher, wird zu den jungen Führern sprechen und ihnen die Richtung der Arbeit für das Jahr 1934 geben. Hartmann-Lauterbacher ist eine der markantesten Führerpersönlichkeiten in der Jugend des Dritten Reiches. Seine Bedeutung und die Anerkennung seiner Arbeit geht weit über die Grenzen des Obergebietes West hinaus. Seine Tätigkeit im Obergebiet West war richtunggebend für die Arbeit innerhalb der Jugend des ganzen Reiches. Seine ungeheuren organisatorischen Fähigkeiten haben im Westen des Deutschen Reiches eine Jugend geschaffen, die in ihrer Geschlossenheit und Diszipliniertheit der Garant ist für die Schulung und Erziehung der gesamten Jugend Westdeutschlands in nationalsozialistischem Sinne. Wenn der Reichsjugendführer den Obergebietsfuh- rer Hartmann-Lauterbacher zu seinem Sonderbeauftragten ernannte, so beweist das, daß der Reichsjugendführer in die Arbeit eines Vorkämpfers der Hitler-Jugend vollstes Vertrauen fetzt. Wenn Hartmann-Lauterbacher heute hunderttausende deutscher Jungen führen kann, so nur, weil er in den Zeiten des Kampfes für die Idee des Nationalsozialismus begeistert und gewonnen hat, und nur, weil er einer jener unermüdlichen Kämpfernaturen ist, die die „ewige Revolution" des jungen Deutschland immer weiter vorwärts treiben. Wenn wir diese Führerpersönlichkeit vor uns sehen, dann denken wir an die Tage, in denen er in jenen Industrievierteln des Ruhrqebietes und Westfalens in die Herzen verhetzter marxistischer Arbeiterjungen den Glauben an das deutsche Volkstum und die Sendung des deutschen Menschen pflanzte, dann denken wir an die Zeit, in der diese jungen Führer mit den wenigen Getreuen sich durch die Straßen der roten Vororte kämpften, immer nur in sich tragend den heißen Wunsch, den deutschen Jungarbeiter aus den Klauen eines blut- und heimatlosen Denkens herauszureißen. Und wenn wir dann die Schöffengericht Gießen. Dem ehemaligen Privatdozenten an der Landes- universität Dr. Georg Mayer wurde zur Last gelegt, sich eines Vergehens im Sinne des § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Reichsregierung gegen heimtückische Angriffe schuldig gemacht zu haben. Die gestrige Hauptverhandlung ergab, daß sich der Angeklagte in einer hiesigen Wirtschaft abfällig über die Maßnahmen der Regierung äußerte. Das Gericht erkannte auf die Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens. Eine 45jährige Frau von hier erhielt wegen Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung einen Monat Gefängnis. Es erging außerdem Beschluß, in dem der Angeklagten bedingter Strafaufschub gewährt wird. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Die Angeklagte schädigte die Siegerländer Knappschaft um einen ansehnlichen Betrag, indem sie nach dem Tode ihres Mannes die fällige Pension noch weiterbezog, als sie wieder verheiratet war. Um die Wiederverheiratung zu verdecken, gab sie in einem Fragebogen ihre Personalien falsch an. Der Vertreter der Anklage hatte drei Monate beantragt. Eine große Unterschlagungsaffäre fand gestern ihre Sühne. Ein ehemaliger Buchhalter, wohnhaft in Wiesbaden, wurde gemäß den §§ 267, 268, 263, 73 RStGB. zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte war beim Deutschen Kurheim für Beamte in Bad-Nauheim tätig. Um, wie er angab, Schulden seiner Mutter, die in Bad- Nauheim eine Pension hatte, begleichen zu können, eignete er sich zunächst kleinere Beträge, die ihm zur Bezahlung von Rechnungen anvertraut waren, an. Die Fehlbeträge wuchsen aber zu der Summe von 15 000 Mark an, als der Angeklagte sich für die Schulden eines Freundes verbürgte und sich schließlich dem Roulette hingab, wo er größere Beträge verlor. Der Vertreter der Anklage beantragte ein Jahr zwei Monate Gefängnis. Das Gericht ging jedoch über den Antrag hinaus und erkannte auf obige Strafe. Der Dachdecker Theodor R u ck st u h l von hier warf in einem Lokal in Laubach der Reichsregierung vor, sie ließ den ehemaligen Führer der KDD., I Thälmann, unschuldig im Gefängnis sitzen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu vier M o - Inaten Gefängnis. Krönung dieses gigantischen Ringens heute sehen, wenn auf das Kommandowort dieses Führers in Köln hunderttausende deutsche Jungens und Mädels mit den Fahnen des neuen Reiches vorbei- marfchieren, dann weiß auch die Hitlerjugend West- Deutschlands, daß Lauterbacher all den hunderten und taufenden feiner Gefolgschaft Kamerad und Führer fein wird. Er wird die Jugend Westdeutschlands zu dem schlagkräftigsten Element des Nationalsozialismus machen. 1500 Führer aus dem Gebiet Hessen-Nassau, aus dem Westerwald, dem Lahntal, von Rhein und Main, Taunus und Odenwald, von der herrlichen Rheinpfalz bis zur Grenze des Saargebietes werden aus den Worten des Obergebietsführers die Richtlinien für die Arbeit erhalten. Grundsätzlich wird zu allen Fragen der Jugendarbeit innerhalb der Hitler-Jugend Stellung genommen. Keine leeren Worte, keine programmatischen Erklärungen vom „grünen Tisch" aus, sondern Worte, die hart dieser Wirklichkeit gerecht werden, die klar die Stellung und die Fronten umreißen und die Hitler-Jugend die Arbeit am neuen Bau des Staates zielklar geben. Dann werden diese jungen Führer erneut ihr Bekenntnis zur gemeinsamen Arbeit ablegen und werden hier die 'Treue zum Führer durch die Arbeit am gemeinsamen Werk bekennen. Um die Bedeutung der Führererlangung ganz gerecht zu werden, wird die im Mittelpunkt stehende Rede des Obergebietsführers durch ein Sprechchorsviel und Lieder der Gebietsspielschar festlich umrahmt. Die stilgerechte Ausschmückung des Raumes, die Ausgestaltung der Bühne, die Zeichen der Plakate, alles zeigt den Rhythmus eines neuen Denkens und Wollens und wird bei den versammelten Führern den Eindruck der Geschlossenheit, Herbheit und Strenge, echten nationalsozialistischen Denkens Hervorrufen. Eine besondere Note erhält die Führertagung noch durch die Anwesenheit hervorragender Führer der Partei und des öffentlichen Lebens. U. a. werden unter den Ehrengästen Reichsstatthalter S p r e n- aer, als Gauleiter von Hessen-Nassau und Pg. Bürgel als Gauleiter der Rheinpfalz anwesend sein. ßen-Linden angehörte, wurde In eine sekbstlin» bige Ortsgruppe umgewandelt und deren Leitung dem seitherigen Zellenleiter Dr. Crößmann übertragen. Die Zelle Allendorf a. d. Lahn wurde der hiesigen Ortsgruppe angegliedert — Bei der Haussammlung vom Eintopfgericht •am verflossenen Sonntag, die von Gliedern der NSDAP. Dorgenommen wurde, gingen rund 176 Mark ein. £ Klein-Linden, 10. Jan. Vor einiger Zeit wurde hier eine Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes ins Leben gerufen. Nunmehr trat diese zum erstenmal mit einer Werbeveranstaltung in der Turnhalle an die Oeffentlichkeit. Nach einleitenden Begrüßungsworten durch den Orts- ;ruppenführer, Verwaltungssekretär Rudolf Jung, prach Stadtbaudirektor Braubach- Gießen über Zweck und Ziele des Reichsluftschutzbundes. Der Redner führte aus, daß unser Vaterland infolge einer zentralen Lage in Europa und der in Waf- en starrenden Nachbarvölker, die mit ihren Luft- geschwadern in wenigen Stunden unsere Städte und Dörfer mit Bomben aller Arten zerstören könnten, auf die Dauer nicht ohne Luftschutzmaßnahmen bestehen könne. Es sei unsere Pflicht, wenigstens den passiven Luftschutz zu organisieren, und die Pflicht jedes Vaterlandsfreundes fei es, dem Reichsluftschutz beizutreten. Rektor Dr. Crößmann unterstrich die Ausführungen des Redners und forderte zum Eintritt in die hiesige Ortsgruppe auf, die inzwischen auf annähernd 100 Mitglieder an- gewachsen ist. Der Vorstand der neuen Ortsgruppe etzt sich aus folgenden Personen zusammen: Ortsgruppenführer Verwaltungssekretär Rudolf Jung, Stellvertreter Dr. C r ö ß m a n n und Bürgermeister Fischer, Geschäftsführer Heinrich Rinn, Werbe- roart stuck, med. Heini Jung, ferner Wilhelm Iung und Wilhelm Jung XIV. als Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr, Wilhelm Klein als Vertreter der Polizei, August (SteinmüUer für den Bahnschutz und Dr. Boßler für den Sanitätsdienst. Am Schluß warb der Ortsgruppenführer Rudolf Jung nochmals für den Luftfchutzbund und dankte dem Vortragenden. § Beuern, 10.Jan. Der letzte Altvete- ran aus dem Krieg 1 8 7 0/71 wurde am Sonntag zu Grabe getragen. Es war der Straßen- roart i. R. Heinrich Sommerlad III. Er hatte seiner Militärpflicht Im Gießener Regiment genügt und mit diesem die siegreichen Schlachten mitgemacht. Nur einen Tag hatte der bis zu seinem 87. Lebensjahr fast immer gesunde Mann krank gelegen. ♦ Daubringen, 10. Jan. Die 57jährige Gattm eines hiesigen Eisenbahners, Frau Marie S e u ° fing, wurde gestern auf der Landstraße unweit des Ortes von einem Kraftwagen angefahren, stürzte und erlitt dabei einen Unter- s ch e n k e l b r u ch. Der Kraftfahrer brachte die be- dauernswerte Frau sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen. s- Allendorf a. d. Lda., 9. Jan. Am Sonntag hielt der Geflügelzüchterverein Allendorf und Umgebung im Bahnhofhotel dahier feine Jahreshauptversammlung für das Jahr 1933 ab, die zahlreich besucht war. Nachdem der Vorsitzende W. Nachtigall die Tagung eröffnet hatte, gab er den Jahresbericht bekannt. Der Verein hatte 34 Mitglieder, von denen 1 gestorben und 1 ausgetreten ist. Die Einnahme belauft sich auf 113 Mark, die Ausgaben auf 101 Mark, lieber die Kreisschau in Watzenborn berichtete Mitglied Reinhard und teilte von den dort gefaßten Beschlüssen mit, daß nur noch organisierte Züchter sich an Ausstellungen beteiligen dürfen und daß nur Tiere mit Klubringen ausgestellt werden können. Bei der Vorstandswahl wurden vom Führer Nachtigall zu Beisitzern Chr. R a n f t und H. L o tz , zum Rechner H. R e t n - Hard, zum Schriftführer H. Manz, zu Gerätewarten Konr. M a n k und Hch. K e h r ernannt. In der nachfolgenden Aussprache wurden noch manche bei der Geflügelzucht zu beachtende Anregungen gegeben. Zur Hebung der Sortenreinheit soll ein ge- meinfamer Bezug von Bruteiern bei anerkannten Züchtern veranstaltet werben. Kreis Friedberg. Z Münzenberg, 10. Jan. Die Straßensamm- lung für das W i n t e r h i l f s w e r k am Neujahrs- tag ergab 12,20 Mark. Die Neujahrsspende der Gastwirte erbrachte von den hiesigen sechs Gastwirtschaften den schönen Betrag von 21 Mark. Die Spenden schwankten zwischen 6 Mark und 50 Pf. Das Ergebnis des Eintopffonntags war 58,65 Mark. Die monatliche Sammellistensammlung ergab am 7. Januar 36,65 Mark. Kreis Schotten. = Eichelsdorf, 10. Jan. Am 12. d.M. feiert die Witwe Katharine Schenk ihren 96. Geburtstag. Obwohl ihr Gesich und Gehör nachgelassen, ist die Jubilarin geistig noch sehr regsam, nimmt an allem Welt- und Dorfgeschehen lebhaft Anteil, erzähll gern aus alten Zeiten, und verfügt noch über einen köstlichen Humor. 4 Kinder, 7 Enkel und 11 Urenkel können der Hochbetagten ihre Glückwünsche barbringen. Kreis Alsfeld. ch Nieder-Gemünden, 10.Jan. Die Hitlerjugend von Romrod veranstaltete dieser Tage im Saale der hiesigen Gastwirtschaft Decher eine Feier, die in allen Teilen den wahrhaften Geist neu- deutscher Jugend widerspiegelte. Gesänge, Gedicht- vorträge, Spiele usw. wechselten in bunter Folge miteinander ab. Besonders gefielen die von Fräulein Werner stimmungsvoll zum Vortrag gebrachten Lieder. Unterbannführer Küster von Ehringshausen kennzeichnete in einer Ansprache das Wesen und Wollen der Hitlerjugend. Preußen. Kreis Wetzlar. — Fellingshausen, 10. Jan. Dieser Tage wurde von der Deutschen Volksbühne (Not- aemeinschaft deutscher Bühnenkünstler) unter der Leitung von K. H. D r e s s e l (Oehm) im vollbesetzten Saale der Wirtschaft Heinrich Haus das Schauspiel „Schlageter" aufgeführt. Reicher Beifall wurde den Darstellern zuteil. * Kröffelbach, 10. Jan. Der 29jährige Maurer und Landwirt Heinrich D ö p p von hier erlitt heute morgen einen schweren Unfall. Er stürzte bei der Arbeit so unglücklich, daß er i n n e r e Verletzungen und außerdem noch einen Bruch des rechten Unterarmes erlitt. Der bedauernswerte Mann mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Westerburg. * Fehl-Ritzhausen, 10. Jan. Der 55jährige Landwirt Louis S t e u p von hier stürzte so unglücklich vom Scheunenboden, daß er mit schweren inneren Verletzungen von der Sani- tätskolonne Marienburg sofort nach der Chirurgischen Klinik in Gießen gebracht werden mußte. Oberheffen. Stadivorstandssihung in Alsfeld. 8 Alsfeld, 10. Jan. In der ersten Sitzung des Stadtrats im neuen Jahre lag eine ziemlich umfangreiche Tagesordnung vor, die aber in rascher Folge erledigt wurde. Die Ortssatzung über die Erhebung einer Filia 1 st e u e r mußte nochmals zur Beratung gestellt werden und einen redaktionellen Zusatz er= halten, der ihre Einführung neben der kürzlich beschloßenen Warenhaus st euer ermöglicht, da andernfalls ohne diesen Zusatz die Erhebung beider Steuern nebeneinander nicht zulässig ist. Die Filialsteuerortssatzung vom 19. September 1933 wurde deshalb im § 1 dahin abgeänbert, baß sich die Erhebung auch auf die Verordnung vom 18 September 1933 gründet. Zu der Steuerbefreiung für n eu er - richtete Wohngebäude, die auf Grund der Vorschriften des Realsteuersenkungsgesetzes zu erfolgen hat, lag eine Anregung des Ministeriums vor, wonach sich die Gemeinden dem Vorgehen des Reiches und des Staates anschließen sollen hinsichtlich der (Steuerbefreiung für diejenigen Wohnge- gebäuöe, die am 31. Dezember 1933 noch nicht im Rohbau vollendet, aber bis zum 31. Mai 1934 bezugsfertig hergestellt sein können. Es wurde beschlossen. sich hinsichtlich dieser Wohngebäude dem staatlichen Vorgehen anzuschließen. Bezüglich des Erlasses der Gewerbe- steuer aus B i 11 i g k e i t s g r ü n d e n ist vom Ministerium vorgeschlagen worden, dieselbe Regelung für die kommunale Gewerbesteuer zu treffen, wie im Rechnungsjahr 1932. Danach soll ein Erlaß aus Billigkeitsgründen eintreten, wenn die Minderung des Gewerbeertrags oder des Gewerbekapitals bei der endgültigen Veranlagung zur staatlichen Gewerbesteuer 20 v.H. der vorläufigen Veranlagung übersteigt. Es wurde beschlossen, diese Regelung auch für das Rechnungsjahr 1933 eintreten zu lassen. Die Kreise und Provinzen sollen sich diesem Vorgehen anschließen. Festsetzung von besonderen Richtsätzen für Unter ft ützung von auswärts zuziehender Personen. Da in letzter Zeit mehrfach die Wahrnehmung gemacht worden ist, daß ein planloser Zuzug vom Lande nach der Stadt Alsfeld, insbesondere von hilfsbedürftigen Personen erfolgt, so soll dieser unerwünschten Erscheinung entgegengetreten werden. Es wurde daher beschlossen, dem Beispiel anderer Städte folgend die Richtsätze der allgemeinen Fürsorge für von auswärts in die Stadt Alsfeld zuziehende Personen auf 10 Mark monatlich festzusetzen. Für Jnstandsetzungsarbeiten'mWein- h a u s infolge der starken Abnutzung durch den Betrieb der Arbeitsamtsnebenftelle wurde ein Kredit von 400 Mark bewilligt. Es soll hierzu der Reichszuschuß für Jnstandsetzungsarbeiten beantragt werden. Eine Anzahl Lieferungen für das hier zu errichtende Arbeitsdienstlager wurden gemäß den Vorschlägen des Bauausschuffes genehmigt. Für die Errichtung einer Führerschule für die Hitlerjugend in Münzenberg wurde ein einmaliger Beitrag von 30 Mark bewilligt. tnnotrcie (titelten 00 Klein-Linden, 10. Jan. Im verfloßenen Jahre wurden in unserer Gemeinde mit 2080 Seelen 22 Kinder (12 Knaben und 10 Mädchen) geboren, (1932: 22); 7 davon erblickten in den Gießener Krankenhäusern das Licht der Welt. Die Zahl der Sterbefälle betrug 17 (1932: 14), davon 4 in den Kliniken zu Gießen. Trauungen wurden nach dem standesamtlichen Register 20 verzeichnet (1932: 15). Konfirmiert wurden 32 Kinder (15 Knaben und 17 Mädchen). — Die hiesige Ortsgruppenzelle der NSDAP., die seither der Ortsgruppe Gro- Die Wrertagung der Hitler-Zugend. Neues für den Büchertisch E. — Kamerad, reich mir die Hände. Frei- Bekanntmachungen des Personalamtes am am am gegen spröde Häuf Mitwirkende: Volkstrachten- gruppen a.Erxdorf (Kr.Marburg), '26 0 ZwecksBekämpfungber Schwarzarbeit [Verschiedenes können Aebeits Ange- 1500101 Seefische uJilets in reicher Auswahl im 3ÖÖ0Ö. Bed. und kostens. Ausk. d. 0. E. Müüer,Marburg, Lahn, Schulstr. 12, II. Vermählungs-Anzeigen ■iefert Brühl'sche Druckerei Land erfaßt zu haben schien, und es nicht genug Säle gab, die Tanzlustigen aufzunehmen, schlugen entschlossene Männer Schlachten gegen Bolschewismus und Separatismus. Von ihnen erzählt hier Friedrich Wilhelm von Oertzen. „Eden-Hotel 1919" heißt das erste Kapitel, „Roter Schrecken über Mün- chen" das zweite, und dann geht es weiter über Ruhrkampf und Kapp-Putsch nach Oberschlesien, nach dem Baltikum und überall dahin, wo Deutsche für ihre Heimat gekämpft haben. 1 29. Dezember 1933: der Oberbaurat bei der Ministerial-Abteilung Id Hugo Karl August Landmann und der Oberrechnungsrat bei der Ministerialabteilung III Louis Gilbert Zu Darmstadt, beide unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns, mit Wirkung vom 1. April 1934; Ueberlragen wurde: dem Rektor Peter Born zu Darmstadt mit Wirkung vom 8. Januar 1934 an die kommissarische Leitung der Mädchenberufsschule daselbst unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Direktor" für die Dauer dieser Tätigkeit; 29. Dezember 1933: dem Lehrer Heinrich Becker zu Darmstadt die Leitung einer Schulgruppe an der Volksschule zu Darmstadt, dem Lehrer Leonhard Grünewald zu Darmstadt die Leitung einer Schulgruppe an der Volksschule zu Darmstadt, beiden unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Rektor" für die Dauer dieser Tätigkeit; am 3.Januar 1934: dem Lehrer Hans Herrmann zu Westhofen, Kreis Worms, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Worms mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an; dem Lehrer Georg Desaga zu Dorn-Assen- heim, Kreis Friedberg, eine Lehrerstelle an der katholischen Volksschule zu Bensheim, dem Lehrer Friedrich Markert zu Siefersheim, Kreis Alzey, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Seligenstadt, Kreis Offenbach a. M., dem Lehrer an der Volksschule zu Wald-Michelbach, Kreis Heppenheim, Paul V o g e l, zur Zeit kommissarisch an der Volksschule zu Ober-Saul- Heim, Kreis Oppenheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Bickenbach, Kreis Bensheim, sämtlich mit Wirkung vom 8. Januar 1934 an; der Lehrerin Elisabeth Ruths zu Beerfelden, Kreis Erbach, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Winterkasten, Kreis Bensheim, dem Lehrer Philipp Schäfer zu Würzberg, Kreis Erbach, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Beerfelden, Kreis Erbach, beide mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an; dem Lehrer Bernhard Adam zu Abenheim, Kreis Worms, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Worms, Aufruf des Winterhilfewerks an die deutschen St stungen. Das Mnlerhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 bittet die Verwaltungen aller deutschen Stiftungen, die im Jahre 1933 und in den vorigen Jahren Ausschüttungen nicht vorgenommen haben, die Ertrag- nisse ihrer Stiftungen der Reichsführung des Winter- Hilfswerkes Berlin, Reichstag, bekanntzugeben. Soweit dies möglich ist, sollen die gesamten Erträgnisse dieser Stiftungen dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt werden, damit auf diese weise brachliegendes Volksvermögen zum Kampf gegen hunger und Kälte eingesetzt werden kann. seinen besonderen Charakter als deutsches Recht verleihen." fQ—k—•— «... Matthes zu Dauernheim, Kreis Büdingen, nach Bindfachfen, Kreis Büdingen. In den Ruhestand verseht wurden auf Rachsuchen: Darlehen l72v von RM. 300 bis llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Reichsbund für Volkstum und Heimat Am Samstag, 13.Januar, 20 Uhr, und Sonntag, 14. Januar, 15 Uhr im Stadttheater: SesM'M bei Mg unölonj EinHeimatabend, geleitet von dem oberhess.Heimatdichter Georg Heß am 30. Dezember: unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Rektor" der Lehrer an der Volksschule zu Seligenstadt, Kreis Offenbach a. M., Hermann Josef Laube, der Lehrer an der Volksschule zu Viernheim, Kreis Heppenheim, Karl ©lodert, die Lehrerin an der Volksschule zu Bodenheim, Kreis Oppenheim, Thekla Wilhelm, die letzteren mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an. Itmgewandelt wurden: am 20. Dezember 1933: die auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 erfolgten Dienstentlassungen des Gewerbelehrers Christoph Christian Hummel an der Berufsschule zu Rüsselsheim, mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an, und des Studienrats an den Technischen Lehranstalten in Offenbach a. M. Ernst Wild, mit Wirkung vorn 1. November 1933 an, in Ruhestandsversetzungen im Interesse des Dienstes auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in Verbindung 1933^™ Aenderungsgesetz hierzu vom 23. Juni Bewilligt wurde: am 28. Dezember 1933: mit sofortiger Wirkung dem Oberstudienrat i. R. Karl Michel in Gießen auf Grund des § 4 Absatz 2 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 in Verbindung mit dem Dritten Aenderungsgefetz hierzu vom 22. September 1933 ein Ruhegehalt nach § 4 Absatz 1 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamten, tums vom 7. April 1933 an Stelle des seitherigen Ruhegehalts. Verschiedenes. — Urwaldwildnis in deutschen Landen, Bilder vom Kampf des deutschen Menschen mit der Urlandschaft. Von Professor Dr. Walther Scho en i chen, Direktor der Staatlichen Stelle ur Naturdenkmalpflege in Preußen. Mit 96 Kup- strttesdruckbildtafeln und zahlreichen Abbildungen. Verlag I. Neumann, Neudamm. Ganzleinen geb. 4,80 Mark. — (587) — In langjährigen Studien hat der Führer der deutschen Naturschutzbewegung die m Deutschland noch vorhangenen Urwaldgebiete erforscht. Hier in seinem für den deutschen Menschen meisterhaft gestalteten Buche zeigt der Verfasser, was von den Urwäldern, die ehedem das deutsche Land bedeckten, sich bis in unsere Tage erhalten hat. Unser Buch vom deutschen Wald — so sagt der Verfasser im Geleitwort — hält sich absichtlich fern von einer lyrischen Auffassung der Natur. Es geht uns hier nicht um das unterhaltsame Spiel der dote von Handwerkern nur mit Rameosneo. nung u. unter Vorlage besG.werbenachwet es an genommen werden. Seilag besGießenerAn etger gruppen a.Erxdorf (Kr.Marburg), 8teaI^^n6^bern('Qr-2«- WM Die „P a b u a", eines her beiden letzten beutschen Segelfchtffe, hat b i e Fahrt von Hamburg nach Wallaroo (Australien), wo es (Setreibe aufnimmt, in her R e k o r b- zeit von 66 Tagen zurückgelegt. Der frühere Rekord im Rahmen der jährlichen Rennen von Europa nach Australien ober umgekehrt war von hem französischen Segelschiff „Crillon" aufgestellt worben. Schwere Rauhreis-Schäden im Oder-Erzgebirge ■ - X'M M fi ; I Jetzt erst vermag man in die noch immer mit einem bichten Eispanzer umgebenen Wälder des oberen Erzgebirges einzubringen. Ringsum liegen die von der Eislast zertrümmerten und abgebrochenen Bäume. Immer noch brechen weitere nach, da durch den Nebel die Eisbildung auf den Aesten immer neu einsetzt. Die Holzmassen sollen an die Hilfsbedürftigen abgegeben werden. Augenblick einige Kleingewichte verschwinden lellß vor aller Augen aus geschnitten wird, wie er seinem nähme auf eine bloße Anzeige hin untersagte. Man lachte ihm ins Gesicht und sperrte ihn in den fin- wollte ... In einer Lumpen abwarf, die ihn bedeckten und plötzlich im Gewände des ersten Dieners des Sultans vor dem zu Tode Erschrockenen dastand, der sich nun winselnd zur Erde warf und um Gnade flehte. Izzet Mohammed Pafcha kannte aber keine Gnade. Ein Fußtritt war seine Antwort, und dann begann er mit dem „Großreinemachen". Sämtliche Wärter des Schuldturmes zusammen mit ihrem Direktor wurden zu 50 Stockschlägen auf die Fußsohlen verurteilt und auf einige Jahre eingesperrt Ihre Habe sofort in Freiheit setzte. Der neue Leiter des Schuld- gefängnisses aber wurde der Verzweifelte, der den Pascha in den Turm sperren ließ. Also geschehen zur Regierungszeit des Sultans Mahmud. Und hätte sich die Geschichte früher zu- getragen — wer weiß — vielleicht wäre sie erzählt worden in einer Eintausendundzweiten Nacht... gefüllte Börsen. Die eine davon sei dein. Die andere aber gib dem Leiter des Schuldgefängnisses, damit er mich festnehme und einsperre. Du magst ja sagen, ich schuldete dir einen größeren Betrag und wollte ihn dir nicht zurückzahlen " Der Angeredete glaubte zuerst, es mit einem Verrückten zu tun zu haben Die Belohnung lockte zwar, aber fein Gewissen wollte ihn daran hindern, einen Unschuldigen den Greueln und Schrecken des Schuldturms auszuliefern Wer der unbekannte Spender in Wirklichkeit war, konnte er ja nicht ahnen, und Der Landesbauernführer warnt. Landesbauernführer Dr. Wagner teilt mit: Die den Ueberweifungen der Ersatzgrundstücke in den felbbereinigten Gemarkungen im vergangenen Herbst folgende Masfestückverfteigerung hat Steigpreise ergeben, die für den Steigerer eines Grundstücks eine ungeheure Belastung seines Betriebs unb seines Lebensstandards barstellen. So würbe in ben Gemarkungen Wambach- Hahn ein Durchschnittspreis in Höhe von 1355 Mark pro Morgen (2500 Quabratmeter) erlöst. In der Gemarkung Spachbrücken wurde ein solcher von 825 Mark pro Morgen ergieü. Der Steigpreis ist in zehn Jahreszielen zu entrichten mit einer 5prozentigen Verzinsung des Restkaufschillings. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß das Zustandekommen derartiger Steigpreise für landwirtschaftlich genutztes Gelände im schärf st en Gegensatz zu ben Richtlinien unseres nationalsozialistischen Programms für ben Wieheraufbau bes beutschen Bauerntums steht. Als Lanbesbauernführer unb Treuhänber her Bauernschaft bes Rhein-Main-Gebiets erkläre ich, baß jeher Bauer, her eine berartige Verpflichtung übernommen hat, in hie sich hieraus ergebenben Fol- Der Harun al Raschid von Zstanvul Geschichten vom Großwesir Izzet Mohammed Pascha. Von unserem A.S -Sonde benchierstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Istanbul, im Januar. Kürzlich feierte die hiesige Universität das Andenken Justinians, des großen Herrschers von Byzanz, der der Kulturwelt des Abendlandes für viele Jahrhunderte die Basis für ihre Rechtsbegriffe gegeben. Bei diesen Feiern im Universitätsgebäude von Istanbul gedachte man auch der übrigen Großtaten auf dem Gebiete des Rechts, die in der Stadt am Goldenen Horn vollbracht worden find, nicht aber gebuchte man jenes Mannes, her zwar niemals theoretisch, dafür aber desto eifriger praktisch, auf dem Gebiete der Tat, einer der besten Diener der Gerechtigkeit gewesen: des Großwesirs I z z e t Motz a m m e d Pascha, der zur Regierungszeit des Sultans Mahmud einen fanatischen Kampf gegen jede Art von Betrug geführt. Wie der mächtige Freund des noch mächtigeren Frankenkaisers Karl, der große Harun al Rasch i d, so liebte es auch her Großwesir Mohammed, in den Abendstunden verkleidet burch hie Stabt zu streifen, begleitet von seinen ebenfalls oerfleibeten Dienern, bie auf einen Wink ihres Herrn bereit waren, zuzupacken unb biefen oder jenen auf frischer Tat ertappten Uebeltäter seiner Bestrafung zuzuführen. Unzählig die Anekdoten, die man sich von diesem frommen, gerechten aber auch unerbittlichen Diener des Kalifen erzählt, Geschichten, die es wert wären, aufgenommen zu werden in den großen Märchenschatz des Morgenlandes, gerade weil sie trotz ihres wundersamen Geschehens gar keine Märchen sind, sondern wahre Begebenheiten. mit eisernem Besen, endgültig und radikal. fälligst zahlen. Es sei schon mehr als genug, daß er In einer her zahllosen Kaffeestuben der Sultans- | da kostenlos untergebracht fei. — Der Pascha zahlte, stadt saß der Großwesir, völlig unkenntlich gemacht, und der Wächter kam nach geraumer Zeit mit eint» in armselige Lumpen gehüllt, und beobachtete einen gen Eßwaren wieder, die aber bei weitem nicht dem ebenso ärmlich gekleideten Menschen in mittleren Betrag entsprachen, den er von dem Gefangenen Jahren, in dessen Gesicht er Not und Verzweiflung । erhalten hatte. Abermals begehrte der Großwesir las. An ihn wandte sich der Pascha mit den Worten: auf und fragte nach dem Restbetrag Da aber wurde „Ich bin bereit, dir und deiner Familie, bie bu wohl! der Wärter wütend. Der Gang müsse auch bezahlt besitzt, über die nächste Zeit hinwegzuhelfen, wenn , werden, brüllte er und wollte schon zürn Schlage du folgendes für mich tust: Hier sind zwei wohl- ausholen, als der Großwesir mit einem Griff die Der Schrecken Konstantinopels war zu dieser Zeit lachte ihm ins Gesicht und sperrte ihn in den sinder Schuldturm, ein Gefängnis, dessen Beamte be- [teuften Keller des Hauses der Schrecken... stechlich und für Geld und Geschenke anderer Art Nun begehrte der Pascha zu essen. Man gab ihm bereit waren, auf eine bloße Anzeige hin irgendeinen 1 eine Wassersuppe und ein Stück verschimmeltes unschuldigen Menschen in das Gefängnis zu sperren, Brot Er begehrte auf. Der Staat zahle so viel für das als eines der fürchterlichsten in allen Ländern feine Gefangenen. Wo denn das ganze Geld bliebe? verschrien war, in denen das Wort des Propheten Ein Hohngelächter des Wärters war die Antwort, galt. Hier nun wollte der Großwesir aufräumen Wenn er zu essen haben wolle, so solle er ge- mit eisernem Besen, endgültig und radikal. *"*"'“* rc~ r" """"" gen einzutreten hat. Ich versage jedem, der sich an dieser ungesunden Preistreiberei beteiligt und damit belastet hat, jegliche Unterstützung. Insbesondere wirb rücksichtslos bie Eintreibung her aus biefen leichtsinnig übernommenen L a - _______, .....a. ......___,___ft e n erwachsenen Verpflichtungen, sowie her durch wurde beschlagnahmt und an die Gefangenen ver-1 die Belastung zu erwartenden Rückstände an teilt, die man, soweit sie unschuldig waren, natürlich Steuern und sonstigen Zahlungen verfügt. Da überrascht der Pascha einen griechischen Schlächter, wie dieser gerade dabei ist, ein Stück ... . . . . Fleisch zu verkaufen, von der Waage aber im letzten so sträubte er sich und versuchte, dem Pascha die Ein Pfeifensignal Mohammeds — unb schon ist ungetreue Händler ergriffen, dem auf der öl— —„vv , ... ... " ~ seinem Sitzfleisch soviel heraus- und in Ketten zu legen. Vergebens protestierte der ie er feinem Kunden stehlen Verhaftete, berief sich auf das Gesetz, das die Fest- Sache auszureden. Der war nun zwar kein Mensch von gerade großer Geduld, aber die Rechtlichkeit des Armen gefiel ihm und so redete er so lange auf diesen ein, bis der schließlich einwilligte und mit den gespickten Börsen zum Schuldturm ging. Die Verhandlung, die er dort führte, war nur kurz. Kaum hatte der Gefängnisleiter die große (Selb» läßt, summe erblickt, bie ihm da angeboten würbe, als er [t der! auch schon einen seiner Schergen ausschickte, um den " Großwesir Izzet Mohammed Pascha festzunehmen setzen. Die Puppenwerkstatt fand auf der Bühne sehr angemessene Durchbildung; die Beleuchtungseffekte (Keim) beim Teufelsspuk unb her Unwetterszene halfen bie Einbrücke sichtbar zu verstärken. Der Schritt zur Spieloper kann burchaus als geglückt angesprochen werben; weitere Routtne wird noch kleine Unebenheiten, bie sich ja bei solchen neuen Gebieten immer zeigen, ausgleichen. Das beifalls- freudige Haus, (eiber nicht voll besetzt, kargte nicht mit seiner Zustimmung. Dr. H. Die neue Schlacht von Waterloo. Eine neue Schlacht von Waterloo hat sich entwickelt, bie allerbings keine Menschenleben unb keinen Thron fordert wie bie im Jahre 1815, bie Europa enhgültig von Napoleon befreite. Die Gegner, her Bürgermeister von Nivelles unb ein englisches Komitee zur Erhaltung bes Schlachtfeldes von Waterloo stehen sich jedoch nicht weniger erbittert gegenüber. Nivelles ist der Verwaltungssitz für das Schlachtfeld von Waterloo, bas her Aus- behnung bes Ortes unb her Durchführung not- roenbiger Bauten hindernd im Wege steht. Auf der anderen Seite wollen die Engländer, denen sich auch viele Franzosen anaeschlossen haben, die Heiligkeit der geschichtlichen Stätte in keiner Weise antasten lassen unb beziehen sich auf ein Gesetz vom März 1914, in hem es heißt: „Es ist verboten, auf bem Feld von Waterloo ohne Genehmigung her Regieruna Bäume zu pflanzen, Gebärde zu errichten, Steinbrüche in Angriff zu nehmen ober Ausgrabungen irgenbwelcher Art vorzunehmen." Der Bürgermeister von Nivelles will nun bie Aufhebung dieser Bestimmung herbeiführen, um für einige Erweiterungen des Stahtbildes Boden zu gewinnen. Die historischen Gehöfte, wie Hougon- mont unb Belle Aüignce, sollen jedoch unverändert bleiben. „Für bgs Uebrige", so erklärte er, „besteht jedoch kein Grund, worum bie Belgier die Bedürfnisse her (Segenrogrt der Erinnerung an 1815 opfern sollten." Vertreter der beloischen Regierung unb Mitglieder des englischen Komitees werden dem Schlachtfeld von Waterloo gemeinsam einen Besuch abftatten unb prüfen, ob nicht doch eine friedliche Einigung möglich ist. 6orf>fdmtno*riffofen. Der Direktor der Universitätshautklinik unb Ordinarius für Haut- unb Geschlechtskrankheiten an her Universität Münster, Prof. Dr. A. S t ü h - m e r, hat einen Ruf auf ben gynäkologischen Lehrstuhl an her Universität Freiburg erhalten. SJl.-’fpoit Wirtschaft. Fußball der Bezitksklasse (Gruppe Oberhesien). Am kommenden Sonntag sind wieder sämtliche Mannschaften der Bezirksklasse der Gruppe Ober- Hessen im Kampf. Hoffentlich steht die Austragung dieser Spiele unter einem günstigeren Stern, als die Spiele des Vorsonntags. Vorgesehen sind folgende Gegenüberstellungen: Spv. Lollar — FC. Teutonia Watzenborn- Steinberg, 1900 Gießen — FC. Ockershausen, Spo. Bad-Nauheim — Germania Marburg, Spo. Wetzlar — VfB. Gießen, VfR. Butzbach — Großkarben. Tschechischer Fußball neu formiert. Der tschechische Fußball-Verband hat auf seiner letzten Tagung beschlossen, in der kommenden Spielzeit eine sogenannte Staatsliga zu schaffen, die eine starke Verkleinerung der bisherigen Spitzenklasse darstellt. Die acht besten Vereine der seitherigen Liga und die beiden Spitzenvereine der früheren zweiten Liga werden zu dieser neu geschaffenen Liga gehören. Max Schmeling über seinen nächsten Kampf. Max S ch m e l i n g, der am 16. Februar in Amerika zum Kampfe gegen den Amerikaner King Levinsky antritt, äußerte sich am Dienstagabend im Deutschlandsender im Rahmen eines Zwiegespräches mit dem Führer der Berliner Sportpresse, H. O b - scherningkat, über seinen nächsten Kampf, seine Ziele und seine Trainings-Methode. Der Deutsche sprach sehr zuversichtlich von seinem Kampf gegen Levinsky. Er bezeichnete den Amerikaner als einen Boxer, der den Angriff bevorzuge und der ihm — Schmeling — daher umso mehr liege. Schmeling oblag bisher nur einem leichten Training, ging viel zur Jagd, boxte am Sandsack und hielt sich im übrigen vor allem viel in der frischen Luft auf. Im Chikagoer Trainingslager wird dann die „schwere" Arbeit vollzogen. Scharf wird vor allem mit der ansehnlichen Reihe der Sparringspartner trainiert. Zehn Tage vor dem Kämpf läßt Schmeling dann das Training wieder abebben, um so völlig frisch und in Höchstform in den Ring steigen zu können. Im Falle eines Sieges dürfte dann Max Schmeling noch im Sommer dieses Jahres mit dem Sieger aus der Begegnung Carnera - Tommy Loughran Zusammentreffen. Das Ooitmunder Sechstagefeld. Mit der Verpflichtung des 15. Paares, Schön- Brafpenniing, ist nun das Teilnehmerfeld für das in der Zeit vom 12. bis 18. Januar in Dortmund So reichhaltig das Sportprogramm des Sonntags auch ist, so treten die einzelnen Ereignisse in ihrer Bedeutung doch hinter das in Frankfurt stattfindende 11. Fußball-Länderspiel zwischen Ungarn und Deutschland zurück. 2Nit diesem Treffen leitet der Deutsche Fußball- Bund die Serie feiner Länderspiele 1934 ein. Unbekümmert um dieses Großereignis geht allerdings der übliche Sonntagssportbetrieb, namentlich im Rasensport, weiter. Ebenfalls recht umfangreich ist wieder der Betrieb im Wintersport, dessen Programm bei den gegenwärtigen Schneeverhältnissen wohl komplett zur Durchführung kommen wird. Im Fußball sind die Augen der deutschen Sportgemeinde nach Frankfurt gerichtet. Das erste Länderspiel des Jahres führt Deutschland und Ungarn im Stadion zusammen, ein wertvoller Ersatz für das im letzten Sommer ausgefallene Länderspiel gegen Oesterreich. Zehnmal haben die deutschen Fußballer bisher mit Ungarn Länderkämpfe ausgetragen, von denen nur zwei gewonnen werden konnten, wahrend drei unentschieden endeten und fünf von den Magyaren siegreich gestaltet wurden. Deutschlands Elf bestreitet den Kampf in folgender Aufstellung: Kreß (Dresdener SC.); H a r i n g e r (Bayern München), Stubb (Eintracht Frankfurt); Grämlich (Eintracht Frankfurt), Goldbrunner (Bayern München), O e h m (1. FC. Nürnberg); Lehner (Schwaben Augsburg), L a ch n e r (München 60), Conen (FV. Saarbrücken). N o a ck, P o l l i tz (beide Hamburger stattfindende Sechstagerennen komplett. Es starten: Broccardo-Guimbretiere, Jgnat-Deschamps, Schön- Braspenning, Vluggen - van Hout, Charlier-Loncke, Ehmer - Funda, Tietz - Lehmann, Lohmann - Dinale, Dopel-Korsmeyer, Kilian-Pützfeld, Rieger-Schenk, Clausmeier-Sagurna, Hürtgen-Jppen, Zims-Küster, Kroll - O. Nickel. Ein Eislaufrekord-Veteran. In der deutschen Rekordliste der Eisschnelläufer ist noch ein Rekord verzeichnet, der nun schon 36 Jahre überdauert hat. Am 21. Dezember 1897 stellte der Münchener Sensburg in Davos im Stundenlaufen mit 26,888 Kilometer eine deutsche Höchslleistung auf. Inzwischen ist der Wellrekord bereits auf 33 Kilometer hinaufgeklettert. Wenn die deutschen Eisschnelläufer nicht bald größere Anstrengungen machen, wird der deutsche Stundenrekord in aller Rübe seinem 40. Geburtstag engegen- sehen können. d Kurze Sportnotizen. Im Eishockey unterlag der HC. Mailand, der am Wochenende Gast des SC. Rießersee ist, dem Wiener Eislaufverein mit 1:3. Ein Länderkampf Deutschland — Schweiz wird am 4. März in Basel ausgetragen. In Hindenburg (Schlesien) wird in nächster Zeit ein Olympiakursus stattfinden, der unter Leitung des Kanadiers H e x i m e r steht. * Deutsche Turnierreiter wurden zu den internationalen Reitturnieren in Nizza (14. bis 23. April) und Rom (28. Aprll bis 6. Mai) emgeladen. * Die FIS.-Rennen 1934 im Abfahrts- und Slalomlauf finden vom 15. bis 20. Februar in St. Moritz statt. Der Deutsche Ski-Verband hat zu diesen Wettbewerben je sechs deutsche Skiläufer und Läuferinnen genannt. * Oesterreichs Kunstlaufmeister der Herren wurde wieder Weltmeister Karl Schäfer. Bei den Damen mußte aber die Titelverteidigerin Fritzie Burger mit dem dritten Platz vorliebnehmen, Meisterin wurde hier Lieselotte L a n d b e ck. Der Titel im Paarlaufen fiel wieder an das Meisterpaar Zwack-Pape z. Das „Goldene Reiterabzeichen" wurde an die bekannten Turnierreiter A. Holst und W. Spillner verliehen. ♦ Eine Grußpflicht der Zuschauer hat der Gau Niederrhein angeordnet. Die Zuschauer bei Fußballspielen sollen den deutschen Gruß der Mannschaften nicht applaudieren, sondern ebenso erwidern. SV.). Ersatzleute sind: Schäfer (München 60), Grebe (Offenbacher Kickers), Trumpler, Schmidt (Eintracht Frankfurt) und W. May (FSV. Frankfurt). Ungarns Mannschaft wird aus einer fünfzehnköpfigen Expedition erst an Ort und Stelle aufgestellt. Die Aufgabe der deutschen Vertreter darf nicht unterschätzt werden. Ungarn ist eine starke Fußballnation und die 15 Mann, die die Reise nach Frankfurt antreten, stellen die Elite der Magyaren dar. Zum Schiedsrichter des Kampfes wurde der Belgier B a e r t bestimmt. Ein Wunsch des Reichssportführers. Dem Länderspiel Deutschland — Ungarn am Sonntag in Frankfurt a. M. geht ein Schüler- Städtespiel Frankfurt — Offenbach voraus. Auf Wunsch des Herrn Reichssportführers ist der Beginn dieses Spieles so festgesetzt worden, daß dem Reichssportführer die Möglichkeit gegeben ist, rechtzeitig von der Kundgebung auf dem Römerberg zum Spiel der Jüngsten zu kommen. Herr von Tschammer-Osten erklärte dabei, daß ihm dieses Spiel der Jugend genau so am Herzen liege wie das Länderspiel. Herr v. Tschammer-Osten wird Übrigens am Samstag und am Tage nach dem Länderkampf Frankfurter Schulen, sowie Turn- und Sportanlagen besichtigen und erneut Gelegenheit nehmen, mit den Führern von Sport und Turnen in Gedankenaustausch zu treten. Oie Deutsche Reichsbahn im November 1933. Der Güterverkehr der Reichsbahn nahm im November 1933 gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres, gemessen an der Zahl der arbeitstäglich durchschnittlich gestellten Wagen, um 7,6 v. H. zu. Gegenüber dem Vormonat betrug die Zunahme 3,5 v. H. Im Spiegel des Eisenbahngüterverkehrs betrachtet, zeigte die Wirtschaftslage somit ein günstiges Bild. Im Personenverkehr ist der November stets einer der schwächsten Monate im Jahr. Auch in 1933 ging der Reiseverkehr gegenüber dem Vormonat weiter zurück. Dagegen zeigte der Berufsverkehr eine leichte Aufwärtsbewegung. Eine Belebung brachte eine Anzahl von Veranstaltungen, von denen u. a. der Gedenktag der nationalen Revolution in München 127, der Reichshandelstag in Braunschweig 107, das Kriegsopfertreffen in Breslau 74 und das NSBO.-Treffen in Westfalen- Süd in Dortmund 72 Sonderzüge erforderten. Die Betriebseinnahmen stellten sich auf 259,53 (258,28) Mill. Mark; sie waren somit um 27,5 Mill. Mark höher als im November 1932. Die Ausgaben erforderten insgesamt 301,06 (298,64) Mill. Mark, so daß der November mit einer Mehrausgabe von rund 41,5 Mill. Mark (im Vormonat 40 Mill. Mark) abschließt. Der Personalbestand betrug am Ende des Berichtsmonats 619 461 (620 731) Köpfe. Der Minderverbrauch ist in der .Hauptsache auf den geringeren Bedarf an Urlaubsvertretern und auf vereinzeltes freiwilliges Ausscheiden von Arbeitern zurückzuführen. * Ermäßigung des Diskontsatzes für die unverzinslichen S ch a tz a n w e i s u n- g e n. Die Reichsbank hat, wie bereits kurz gemeldet, im Auftrage des Reichsfinanzmimsteriums eine neue Tranche Reichsschatzanweisungen mit Fälligkeit zum 15. Februar 1935 zum Verkauf aufgelegt. Infolge der großen Nachfrage auch nach dieser Tranche ist gestern der Diskontsatz für diese Schatzanweisungen von 4,5 v. H. auf 4,4 o. H. ermäßigt worden. Frankfurter Börse. TNiltagsbörse: abbröckelnd. Frankfurt a. M., 10. Jan. Die Börse lag etwas schwächer. Die langanhaltende Auswärtsbe- roeaung am Aktien- und am Rentenmarkte führte jetzt zu einer gewissen Realisationsneigung, die aber nur vereinzelt vorliegt. Im großen und ganzen hält die Bankkundschaft an ihrem Besitz fest, wodurch sich der Kursrückgang angesichts der Börsenstille nur in bescheidenem Ausmaße bewegte. Neue Anregungen lagen nicht vor. Am Rentenmarkt blieb das Hauptgeschäft in Reichsmark-Obligationen und Dollar-Bonds. Trotz schwächerer Amerika-Kurse bröckelten hier die Werte durchweg nur 0,50 v. H. ab, auf dieser Basis bestand aber Kundennachfrage. Man hörte Rentenbank-Kreditanstalt 85,13, 4,75 v. H. Stahlverein 79,50, Rhein-Elbe-Union und RWE. je 84,50. Bei Dollar-Bonds nannte man Spargiro 51 und Preußenbonds 55,75 v. H. Reichsanleihen relativ gut behauptet, nur Neubesitz 40 Pf. niedriger, späte Reichsschuldbuchforderungen minus 0,40 v. H., dagegen Altbesitzanleihe plus 0,13 v. H. Pfandbriefe lagen recht ruhig; hier liegen nur ziemlich hohe Verkaufslimite vor. Aktien durchweg schwächer, Farbenindustrie mit 126,75 v. H. aber gut vehauptet. Auch Bekula 0,75 v. H. und Siemens 1 v. H. höher, dagegen Schuckert 1 v. H. und Gesfürel 0,75 v. H. niedriger. Von Montanwerten verloren Mannesmann und Mansfeld je 1 v. H., Laurahütte 1,25 v. H., Harpener 0,75 v. H. und Stahlverein 0,25 v. H. Schiffahrtswerte stärker angeboten. Auch für den Kursrückgang liegt eine fachliche Begründung ebensowenig wie für die plötzliche Steigerung an den Vortagen vor. Nordd. Lloyd ca. 1,50 v. H. Hapag ca. 2,25 v. H. gedrückt. Im einzelnen Reichsbank 1,25 v. H., Scheideanstalt 2 v. H. und Aku 0,25 v. H. schwächer. Im weiteren Verlaufe war die Grundstimmung etwas freundlicher. Verspätete Publikumsaufträge brachten geringprozentige Erhöhungen. Farben gewannen 0,25 v. H., Bekula 0,13 v. H', Rhein. Braunkohlen konnten ihren Anfangsverlust wieder aus- gleichen, Reichsbankanteile lagen 1,25 v. H. fester. Andererseits bröckelten Harpener weitere 0,75 v. H., Holzmann 0,50 v. H., Scheideanstalt nochmals 1 v. H. ab. AG. für Verkehrswesen schlossen mit 66 nach 64,13 v. H. Für Schiffahrtswerte kam nur ein Kassakurs zustande: Hapag 27,50 (—3,25 v. H.), Nordd. Lloyd 29,50 (—1,50 v. H.). Am Rentenmarkte belebte sich das Geschäft, insbesondere für Altbesitz, die von 94,65 auf 96 v. H. anftiegen. Neubesitz mit- gezoqen bis 19,2250 nach 18,90 v. H. Späte Reichsschuldbuchforderungen dagegen nur wenig beachtet und mit 94,13 bis 94,25 v. H. kaum erholt. Dollar- Bonds und Reichsmark-Anleihen blieben im Verlaufe beachtet, lebhaftes Geschäft hatten Rentenbank-Kreditanstalt auf der Basis von 85 v. H. Gold- unb ßiquiöationspfanbbriefe lagen überwiegend um 0,25 bis 0,50 nachgebend, auch Kommunal-Obliga- tionen bröckelten meist leicht ab. Staats- und Länderanleihen waren ruhig. Stadtanleihen zum Teil etwas fester. Fremde Werte fast ohne Geschäft. Tagesgeld unv. 3 v. H. Abendbörse: Renten fest, Aktien ruhig. Das schon gegen Mittagsschluß stärker auftretende Interesse für deutsche Anleihen, erfuhr an der Abendbörse eine Erweiterung, da seitens der Kundschaft Nachfrage vorhanden war. Daneben beobachtete man Käufe seitens einiger Genossenschaftskassen. Im Mittelpunkt standen Altbesitzanleihe, die gegen den Berliner Schluß um 1 v. H. anzog. Neubesitz lag bei ebenfalls beachtlichen Umsätzen mit 19,25 v. H. gut behauptet. Stahlverein-Bonds konnten sich um 1 v. H. befestigen. Reichsmark-Obligationen und Dollar-Bonds erzielten etwa 0,25 bis 0,50prozentige Besserungen. Pfandbriefe und andere sestverzins- liehe Werte waren meist unverändert. Aktien lagen still, behaupteten aber ihre Mittags- schlußkurje gut. Die Mitteilung über den Stand der Arbeitsmarktlage im Reiche hinterließ keinen Ein- druck. Im Verlaufe wurde das Geschäft zwar kleiner, doch waren Altbesitz erneut 0,50 v. H. und Stahl- verein-Bonds weitere 0,25 v. H. fester. Auch einige Aktien wurden um 0,25 bis 0,50 v. H. höher bewertet. Am Schiffahrtsaktienmarkt notierten Hapag gegen den Berliner Schluß 1,13 v. H. niedriger, gegen den Frankfurter Mittagskurs lagen sie unverändert. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 97 bis 97,50, Neubesitzanleihe 19,25, 6 v. H. Stahlverein- Bonds 75 bis 75,25, Schutzgebiete alle 9,50,’ Commerzbank 48,25, Reichsbank 164, Gelsenkirchen 59,50, Mannesmann 61, Phönix 45,50 AEG. 27,90, Aku 41,50. Chade 138, Daimler 37,90, JG.-Farben 125 75 bis 127. Holzmann 70,50, Lahmeyer 113, Schuckert 103,50, Rhein. Elektro 93,50, Siemens 148,50, Zellstoff Waldhof 49,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 110, Hapag 27,50, Nordd. Loyd 29,75. Berliner Frühbörse. Berlin, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Im vor- börslichen Frühverkehr hielt sich das Geschäft zwar in engsten Grenzen, doch war weiter anhaltendes Interesse für Rentenwerte zu beobachten. Im Vordergrund liegen dabei Altbesitzanleihe, die mit zirka 97,50 genannt werden. Mitgezogen wurden davon Reichsschuldbuchforderungen in den späten Fälligkeiten. Das Aktiengeschäft blieb ruhig. Für die bevorstehende Börse glaubt man jedoch, mit einer geringen Belebung rechnen zu können, zumal die anhaltende Geldflussigkeit ein gewisses Anlage bedürf- nis auslöfen dürfte. Allgäuer Butter- und Käsebörse. Kempten, 10. Jan. Allgäuer Molkereibutter, erste Qualität, 125 (letzte Notiz 125), Allgäuer Molkereibutter 123 (123), Sennbutter 116 (116), Bauernbutter 86 (86), Rahmeinkauf bei 42,5 v. H. Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 123 (123), Allgäuer Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt, grüne Ware 23 bis 26 (23 bis 26), Marktlage: fest. Allgäuer Emmenthaler mit 45 v. H. Fettgehalt, erste Sorte, 70 bis 72 (70 bis 72), dito zweite Sorte 65 bis 67 (65 bis 67). Marktlage: ruhig. Die Preise sind Erzeugerverkaufspreise ab Lokal oder ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für ein Pfund. Ar rnr-ur t ¥i% ehem Rheinische Hyp.-Bank-Llqu.-Goldpse 93,75 94 — 6% ehem. 8% Pr Landespsand- briejanstalt, Pfandbriefe R 19 94 94 94 94 6% ehem. 7% Pr Landespfand. brlefanstall, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Steuergutsch. Verrechnungskurs 96,9 96,9 96,9 96,9 4% Oesterreichtiche Goidrente.... 18,5 18 _ 18,5 4,20% Oesterreichische Silberrente 0,80 0,80 — — 4% Ungarische Goldrente ....... 5 5,05 5,20 5,25 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4,85 — 5 5,2 4*4% oeSgL oon 1913 4,90 4,9 4,9 4,9 6% öbgest. Goldmerikaner von 99 7,15 7,5 7,13 7,45 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 5,35 5,3 5,40 Leite I..................... —— — 5,25 5,25 Franktun 0. M Berlin Schlußkurs Schluß,. Abend- börsr Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 9-1. 10.1. 9-1. 10.1. 4% vesgl. Serie 11 ............ 5,4 — 5,25 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4 4 4,10 4 4*/r%Rumän.verelnh.Rentev.lS13 6,65 6,40 6,25 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,35 3,3 3,35 3,3 2 y*% Anatolier ............... 26,75 26,75 26,70 26,75 yamvurg-AmerUa-Pakei .....0 30,75 27,5 31 28,4 Vamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff..........o 25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 31,75 29,75 32,65 30 2L®. für Verkehrswesen Alt. .. 0 66 66 65,75 66,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 88 88 88,25 88 Commerz, und Privat-Bank ... 0 47 48,25 47 47,75 Deutsche Bank und DiSconto- Äesellschasl................ o Dresdner Bank............ o 57,5 60 58,5 60,5 57,5 60 58,5 60,5 Reichsbank ............... 12 163,5 164 163,5 164 LT G...................... o 28,13 27,9 28,5 27,75 Bekula.................... n 121,5 121,75 121 121,4 Glettr. Lieferungsgesellschaft... 6 92,25 91,5 91 91 Licht und Kraft c »leiten & Guilleaume......... o Eiektr.Untemehmung. ö Rheinische Elektrizität ...... 6 99,75 53,75 89,75 93 99,25 53,13 89 93,5 99,9 54 89,75 93,5 99,75 53,5 88,9 93,5 Schuckert & (So............ 5 Siemens L Halske........ 7 Lahmeyer LLo........ 10 104,25 148 113 103,25 148,5 113 103,75 149 114 103,5 148,25 113,5 Buderus .................... 75,25 74 75,25 74,75 Deutsche Erdöl ......... 4 106 104 104,75 104,25 Gelsenkirchener ............. 0' 59,5 59,5 59,5 59,75 Harpener .................. 0 Voesch Eisen—Söln-Neuesseu .. 0 90,5 89,75 91 69,25 89,5 67,9 Ilse Bergbau ............ - 139,5 139 Ilse Bergbau Genüsse........- 108,5 108,5 108 109,5 Klöcknerwerke ....... 0 Mannesman n-Röbrro ......0 59,75 59 59,75 58,65 61,75 61 61,65 61,13 Franiiuri a. M. Berlin Schlußkurs Schluyk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk Mittag- börse Datum 1 9-1. 10.1. 9-1. 10.1. Mansselder Bergbau......... 0 29 28 28,75 28 Sokswerke ................. 0 — 89,25 88 Phönix Bergbau............. Rheinische Braunkohlen ..... 0 10 46 199,5 45,5 199,5 46 199,5 46 198,5 Rheinstahl ................ 0 89,25 89 89,13 88,25 Bereinigte Stahlwerke........ 0 38 37,75 37,75 38,65 Olavi Minen .............. 0 12 12 11,9 11,25 Kaliwerke Aschersleben........ 5 —— 112,25 113 112 Kaliwerke Westeregeln........ 6 115,5 114 114,5 113,75 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 151,5 151 152 150 I. G. Farben.Jndustrte....... 7 126,75 126,75 126,75 126,9 Scheideanstall............... 9 190 187 — Goldschmidt ................ 0 49 47,75 49,25 48 Rülgerswerke ............... 0 53,25 53 53,25 52,9 Metällgeiellschaft............. 0 66 65 65,5 65 Phtltpp Holzmann........... Zementwerk Heidelberg ...... 0 71 70,5 70,5 70 0 83 82,5 Zementwerk Karlstadt......... 0 91 91 — Schultheis Payenhofer ....... 0 — — 97 96,9 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 42 41,5 41,65 41,5 Bemberg ................. 0 45,75 45,65 45,75 45,65 Zellstoff Waldhos ............ 0 49,5 49,5 47,75 49 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 35,75 35,5 37 Dessauer Gas ............... 7 — — 114,5 114 Daimler Motoren............ 0 38 37,9 38,5 37,65 Deutsche Linoleum........... 0 47,5 47,25 —— — Orenstein L Koppel.......... 0 —— —— 61,25 61 Leonhard Tietz .............. 0 15,75 15,5 15,75 15,65 Lhade ...................... Verum ulatoren-Fabrik........ 10 138 138 136,5 137,5 0 187,5 186,5 — 187 Lonti-Gummt............... 0 155 153,5 — 154 Gritzner.................... 0 21,13 20,65 21,5 21 Mainkraftwerke Höchst a,M.... 4 71,5 70.5 Süddeutscher Zucker......... 8 192 192 193 192 Devisenmarkt Berlin — Hrankftrrl a. M Banknoten. 9. Januar 10.Januar Amtliche -Notierung Amtliche Dotierung weid Brie Geld Brie Helsingfor-.. 6,044 6,056 6,044 6,056 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 12,46 12,48 12,46 12.43 Budapest ... Sofia ...... 3,04/ 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,73 169,07 168,58 168,92 Oslo....... 68,73 68,87 68,63 68 77 Kopenhagen. 6LÖ4 61,16 60,94 61,06 Stockholm... 70,53 70,67 70,43 70,57 London ..... 13,685 13,715 13,655 13,685 Buenos Aires 0,640 0,644 0,648 0,652 Reuyork .... 2,692 2,698 2,682 2,688 Brüssel..... 58,26 58,38 58,24 58,36 .Italien..... 22,01 22,05 21,98 22,02 Paris ...... 16,41 16,41 Schweiz .... 81 J 7 8L33 81,12 81 ^28 Spanien.... <4,57 34.63 34,52 34,58 Danzig..... 81,49 81,65 81 ,47 81,63 Zapan ...... 0,817 0,819 0,809 0,811 .'Rio de Jan. . 0,226 0,228 0,226 0,228 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon.... 12,46 12,48 12,44 12,46 Berlin, 10.Januar Geld Briet Amerikanische Noten.............. 2,635 2,655 Englische Noten ................. 13^61 13^67 Französische Noten............... 16,37 16,43 Holländische Noten .............. 168,16 168,84 Italienische Noten................ 21,86 21,94 Norwegische Noten .............. 68,46 68,74 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... — - - Schwedische Noten ............... Schweizer Noten................. 80,94 EU <26 Spanische Noten................. 34,38 34,52 Ungarische Note» ................