r. 237 Erstes Blatt 184. Jahrgang Mtttwach/0. Oktober 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Vieyener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richtens Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kronkkurt am Main llb86 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfilats Such- und Steinbruderei R.Lange in Gieften. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Kemer darf hungern und frieren! Der Führer eröffnet das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1934/35. Berlin, 9. Okt. (DNB.) In dem überfüllten ^eichstagssitzungssaal der Krolloper eröffnete heute nittag der Führer das gewaltige soziale Hilfswerk ies deutschen Volkes, den Kampf gegen Hunger und iälte im Winter 1934/35. Es waren nicht nur Ver- reter der Reichs- und Staatsregierung, der Behör- en, der Parteigliederungen und der großen Wirt- chaftsgruppen, nicht nur die Träger der N S. - Kolkswohlfahrt, die Abordnungen des IV2 Nillionen-Heeres der Sammler und Samm- le r i n n e n erschienen, sondern auch die Bereuten, die Arbeitslosen, die Kleinrentner, die Ilten und Arbeitsunfähigen und endlich auch die Vertreter der Arbeitnehmerkreise, die urch Lohn- und Gehaltsabzug an der Förderung Winterhilfswerkes besonders beteiligt waren, er Sitzungssaal war völlig schmucklos geblieben. 1 ie Stirnwand trug ein gewaltiges Hoheitszeichen (chwarz auf Grau mit den Worten „Winterhilfswerk 1934/1935" und über dem Bühnenoorbau zeigte ein (pruchband die Zielsetzung des Winterhilfswerkes Mir schaffen die nationale Solidarität". Gewaltige Scheinwerfer überstrahlten die Lichtfluten des gro- ||”n Kronleuchters. Lange vor Beginn waren Par- l tt und Ränge und auch die Regierungsbänke schon lacht besetzt. Heilrufe kündeten von draußen d i e ! n f u n f t des Führers, den die Tagung mit s hobener Rechten grüßte, als er in Begleitung lir. Goebbels den Saal betrat. Staatssekretär Dr. ft unk eröffnete die Arbeitstagung des Reichsbei- 1 lates für das Winterhilfswerk. Er gab dann Reichs- i Minister Dr. Goebbels, dem der Führer auch in d«efem Jahre wieder die Organisation und Durch- fthrung dieses gewaltigen sozialen Hilfswerkes über- teigen hat, das Wort. Aeichsmiliister Dr. Goebbels hi.1t dann eine längere Rede, in der er u. a. folgen» lis ausführte: Mein Führer! Meine Volksgenossen und Dolks- ßinossinnenl Mit Recht ist das Winterhilfswerk :1^33 34 die größte soziale Tat des Ratio- NLlsozialismus genannt worden. Im ersten Jahre isrer Machtergreifung hat die nationalsozialistische ’U'megung damit einen sichtbaren Beweis irrer s oziali st ischenGesinnung vor aller leett abgelegt, der über Theorien und fruchtlose De- bitten hinweg zur rettenden Tat führte. F a st 17 Millionen Menschen haben in den grauen inb kalten Monaten des vergangenen Winters die siZenreichen Auswirkungen dieses Werkes sozialer Alfsbereitschaft am eigenen Leibe mit Dankbarkeit z.. verspüren bekommen. Die ganze Ration ht es zu seiner Sache gemacht und sich mit einer Leidenschaft und einem Idealismus ohnegleichen hin- < geben. Das Wort, das der Führer bei der Er- lffnung des vorjährigen Winterhilfswerkes prägte, i damit wahr gemacht worden: Wir haben an die (stelle einer internationalen Verbrüderungsillusion i n im praktischen Leben und Handeln erhärteten begriff der „nationalen Solidarität" gefitzt. Für alle Helfer und Betreuer des vergangenen Diinterhilfswerkes war es schönster Löhn und wunderbarste Erfüllung ihres edlen Strebens und i,irrer oft mühe- und sorgenvollen Arbeit, beim Lchlußernpsang im Frühjahr 1934 aus dem Munde b?s Führers zu vernehmen, daß sie im ersten Jahre mrtionalsozialistischen Aufbaues die Hüter und wahrer des „sozialen Gewissens der Nation" gewesen seien. 20 000 Ortsgruppen und Stützpunkte der nationalsozialistischen 7 olkswohlfahrt bildeten die Grundpfeiler der r-interhilfswerksorganisationen. Zur Bewältigung dr praktischen Arbeiten stellten sich 1,5 Milli 0- n»e n freiwilliger Mitarbeiter und f elfer zur Verfügung. Die Zahl? er unter - stiü tz t e n H i l f s b e d ü r s t i g e n einschließlich der ^milienangehörigen betrug im Winterhilfswerk 19*33/34 16 617 681 Menschen, das sind rund 253 Unterstützte auf 1 000 Menschen der Bevölkerung. „ o ,r, Folgende Zahlen mögen die einzigartigen X.ei)tun= g,:n des vergangenen Winterhilfswerkes bezeugm: Das Gefamtaufkommen an Geld- und S ach - aerten betrug 358 136040,71 RM. Davon allem ai Geldspenden 184 272 307,57 RM. Der Ges amt gebrauchswert der an Dte filsbebürftigen verteilten Sachspenden betrug 3116 536 226 RM. . Die Gesamtunkosten im Winterhilsswerk bJ liefen sich dagegen nur auf 3 414 129,74 RM., das , if also 0,95 Prozent seiner Gesamtleistung. '(5in Barbestand in Höhe von 8135 684,97 7M. wurde als Vortrag für das Winterhilfs- Irrzrf 1934/35 übernommen. Die wichtigste Aufgabe des Winterhilfswerkes dfftand in der Sicherstellung der Ernährungs- und L ärmehilfe. Der Gesamtgebrauchswert der verteilten 8oe b e n s m i 11 e l betrug 126 11 649 RM. Der Gesamtgebrauchswert der verteilten Brennmaterialien betrug 84 407 544 RM. Der Gesamtgebrauchswert der verteilten Kleidungsstücke betrug 78175 843 RM., da- Drn allein für 4 391975 RM. Strick- und Woll- 'Daten Aus dieser großen Menge der verschiedenartigsten 'jenben, die im Winterhilfswerk 1933/34 zur Ver- ie£ung gelangten, seien noch genannt: 1 677 730 Paar Schuhe 2 651 673 Stück Eier 5 969 106 Liter Milch 6 526 600 Pfund Zucker 12 333 960 Brote 15 043 634 Zentner Kartoffeln Diese Mengen Kartoffeln in Säcken der Länge nach aneinandergereiht, ergibt eine Strecke, zu deren Bewältigung der Schienenzepp mit einer Stunden- geschwindigkeit von 100 Kilometer sechs Tage und sechs Stunden gebrauchen würde. Die Lei st un gen der Reichsbahn durch die frachtfreie Beförderung der Spenden verdienen besondere Anerkennung. Allein die zur Ausgabe gelangten 52 903 070 Zentner Kohlen würden 6570 Eisenoahnzüge mit je 4010 Tonnen-Waggons beanspruchen. Paris, 10. Ott. (DNB.) kurz nach feiner Ankunft in Marseille wurde auf der Fahrt durch die Stadt König Alex an der von Südflawien bas Opfer eines Revolverattentals des Kroaten Petrus Kalemen. Auch der neben ihm im Vagen fitzende französische Außen- minifter Varth0 u wurde am linken Unterarm schwer verletzt und verschied während einer sofort vorgenommenen Operation. Ein französischer Polizeibeamter wurde ebenfalls getötet. Der französische General Georges wurde schwer verletzt. Mehrere andere Verletzte befinden sich in Behandlung. Der Mörder, der von mehreren Schüssen und Säbelhieben getroffen wurde, ft ar b im Gebäude der Sicherheitspolizei. König Alexander war von zwei Kugeln getroffen worden, von der einen in den Unterleib, von der anderen in die Herzgegend. Inmitten der allgemeinen Erregung wurde nach dem Anschlag der Wagen des Königs mit dem sterbenden Herrscher zur Präfektur geleitet, wo König Alexander in den Privaträumen des Präfekten auf einem Ruhebett niedergelegt wurde. Alle ärztliche Fürsorge war jedoch vergeblich. Der ärztliche Befund hat ergeben, daß der königliche Gast von zwei Kugeln getroffen worden war. Eine der Kugeln war in die Lebergegend gegangen und war dann von innen in die Brust gedrungen. Die zweite hatte die linke Vrust- feitc durchschlagen und hatte eine tödlich wirkende innere Blutung zur Folge. Der König iburbe vorläufig in feiner Uniform, an die man das Großkreuz der Ehrenlegion heftete, im Lmpfangsfalon der Präfektur aufgebahrt und mit einer Fahne bedeckt. Der ebenfalls verletzte AuhenministerBar- t h 0 u war fofort in ein Krankenhaus gebracht worden, wo man anfangs angenommen hatte, daß die Verletzung Barthous nicht schwer fei. Es wurde sofort beschlossen, den linken Unterarm ab- zunehmen, der durch eine Kugel zerschmettert war. Zunächst schien die Verletzung das Leben des Außenministers nicht zu bedrohen. Während die Chirurgen die Operation vornahmen, entstand eine Blutung. Eine Blutübertragung wurde notwendig. Sie wurde sofort beschlossen und vorgenommen, aber der Zustand des Außenministers wurde ständig schwächer, bis das Herz schließlich aufhörte zu arbeiten und der Außenminister st a r b. Reden der eigentlichen Aufgabe des Winterhilfswerkes, die Hilfsbedürftigen zu betreuen, hat es gleichzeitig auch zur Belebung der Wirtschaft und zur Behebung der Arbeitslosigkeit im weiten Umfange beigetragen. Durch Ankauf von Lebensmitteln, Bekleidungsstücken, Stoffen, sowie durch Auftragserteilung zur Anfertigung der vielen Millionen Plaketten und Abzeichen aus Metall, Glas, Porzellan, sowie von Blumen- und Spitzenrosetten, wurden die verschieben st en Wirtschaftszweige neu belebt unb Zehntausenben von Erwerbslosen Arbeit unb Brot gegeben. Das Winterhilfswerk 1934/35, bas wir heute eröffnen, soll in seinen Grunbsätzen von benselben Gedanken getragen sein wie das vergangene. Es steht wie dieses auf breitester Grundlage Seinen Verletzungen erlegen ist ferner der Polizeibeamte Galy. In Krankenhausbehandlung befinden sich neun Personen, darunter der ranzösische General und Mitglied des Obersten Kriegsrates Georges, der nachts operiert wurde und dessen Befinden fehr ernst ist, ferner drei Franzofen, darunter ein Kinooperateur, vier Französinnen und ein 14jähriger Junge. Außerdem sind zwei weitere Verletzte in ihren Wohnungen in ärztlicher Behandlung und zwar ein Polizeiinspektor, der einen Beinschuß davon getragen hat, und eine Witwe. Die ersten Bildberichte. Paris, 10. Okt. (DBR.-Funkspruch.) Ein großer Teil der Morgenpresse veröffentlicht die Berichte über den Anschlag in Marseille mit Trauerrand. Bon öen zahlreichen Abbildungen stellt die eine b i e Begrüßungsszene bar, als König Alexanber unb Barthou sich bie Hänbe schütteln, die anbere zeigt ben Wagen in dem Augenblick b e 5 Anschlags. Man sieht bie Gest altbesMör- bers auf bem Trittbrett hängen unb bemerkt, wie ber Begleitoffizier fein Pferb herumreißt, um bas Attentat zu verhindern. Auf einem anderen Bild steht man auf d e n Kiffen des offenen Wagens bie bewußtlose Gestalt b es Königs. Wieberum ein anberes Photo zeigt, wie ber schwerverletzte französische General Georges in Galauniform weggetragen wirb. In bem Auto, gegen bas ber Anschlag vollführt würbe, befanb sich auf bem Rücksitz König Alexanber unb Außenminister Barthou, ihnen gegenüber General Georges. Der Wagen würbe von einem Polizeichauffeur gesteuert. Das „Journal" gibt bem Wunsche Ausbruck, b i e Leiche bes ermordeten südslawischen Königs zur besonderen Ehrung nach Paris zu überführen, bas ja bas Ziel feines Besuches gewesen sei und eine Nacht am Grabmal bes unbekannten ©olbaten unter bem Triumpfbogen aufzubahren, bamit bie Bevölkerung von Paris bem auf französischem Boben gefallenen auslänbischen Herrscher eine letzte Ehre erweisen könne. Ueber bie letzten Augenblicke Barthous wird bekannt, baß er sich gleich nach ber Einlieferung in bas Krankenhaus erfunbigte, wie es bem König ergangen sei. Man verheimlichte ihm den Tob bes Königs unb Barthou gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß diesem nichts geschehen sei. Die letzten Worte bes Außenministers I waren: „Ich habe Schmerzen, gebt mir zu trinken!" (weitere Meldungen über das Attentat auf den | Seiten 2 und 3.) König Alexander von Güdslawien und Außenminister Barthou dem Revolver- Attentat eines Kroaten zum Opfer gefallen unb umschließt bie Zusammenarbeit aller Partei-, Staats- unb Kommunalftellen sowie auch aller schon am vorigen Winterhilfswerk beteiligten großen Derbänbe unb Organisationen bes deutschen Volkes, bie in seiner Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen finb. Aber ich bin mir klar darüber, daß das Werk nur gelingen kann, wenn jeder im Volke mithilft. Die Organisation allein vermag kein Wunder zu schaffen. Das Wunder, es mag noch so unmöglich erscheinen, liegt im Idealismus und in der leidenschaftlichen Hingabe der ganzen Nation begründet. Mit ihrer Hilfe wollen wir aufrecht und stolzen Sinnes ber Not entgegentreten in der Ueberzeugung, daß es uns gelingen wird, sie niederzuzwingen, wenn wir entschlossen sikid, uns nicht von ihr niederzwingen zu lassen. Wenn bas erste Winterhilfswerk in Anbetracht ber Kürze ber zur Verfügung stehenben Zeit gewissermaßen eine großzügige Improvisation war, so soll bas zweite Winterhilfswerk bes deutschen Volkes darüber hinaus eine bis in alle Einzelheiten durchdachte, systematische Organisation sein, die allerdings des belebenden Jmnulses mutiger Entschlüsse nicht entbehren darf. Für die vor uns liegende Arbeit ist niemand zuviel und niemand zu schade. Sie ist Ehrendienst am deutschen Volk. Jede Mühewaltung an ihr bringt Segen und Glück für die Aermsten der Armen. Das Aufleuchten von Kinderaugen und der stumme, bewegte Blick von fast verzweifelten Müttern, die hier ihren letzten Halt und Trost finden, sind für jeden Dank und Belohnung, wie sie schöner und erhebender gar nicht gedacht werden können. Hilfsbedürftige im Sinne des Winterhilfswerkes find diejenigen Volksgenossen, die den nötigen Lebensbedarf für sich und ihre unterhaltungsberechtigten Angehörigen nicht oder nicht ausreichend aus eigenen Kräften und Mitteln beschaffen können und ihn auch nicht von anderer Seite, insbesondere von Angehörigen, erhalten. Die I Grundlage der Geldsammlungen im Winterhilfs- [ werk 1934/35 bilden die monatlichen Ein- itopf = 6ammlungen und die ebenfalls m 0 - natlich einheitlich für das gesamte Reichsgebiet durchzuführenden Straßen- (ammlungen durch Verkauf von Plaketten unb Abzeichen. Neben biefen Sammlungen wirb sich bas Winter- hilswerk hauptsächlich aus freiwillig geleisteten Lohn - unb Gehalts-abzüge finanzieren. Weitere Geldspenden werden durch Inbu - strie-, Wirtschafts- und Gewerbebetriebe, durch freie Berufe, sowie durch P 0 ft- scheck -, Bank- unb G i r 0 k 0 n t e n - A b b u - djungen aufgebracht. Grunblage ber Sachspenben ist, wie im vorigen Jahre, bie ßeiftung ber beutfchen Lanbwirtschaft. Diese Sammlung wirb im heurigen Winterhilfswerk durch den Reichs- nährftand selbst durch geführt und weitere Spenden an Lebensrnitteln durch Pfund- S a mm l u n g e n unb Sammlungen ber Firmen der Nahrungsmittelindustrie aufgebracht. Das gesammelte Bargeld wird, wie im Vorjahr, grundsätzlich nur zur Beschaffung von Lebensrnitteln und Brenn st offen verwandt. In dankenswerter Weise hat bie Reichsbahn auch biesmal wieber für die Beförderung ber Spenben des Winterhilfswerkes volle Frachtfreiheit gewährt. Sie ist in diesem Winter durch besonderes Entgegenkommen ber Reichsbahn noch erweitert und vereinfacht worden. Zur einwandfreien Kontrolle aller Spender gelangen diesmal nur monatlich zur Verteilung kommende Türplaketten zur Ausgabe. Diese Plaketten erhalten diejenigen Spender, die regelmäßig einen bestimmten und angemessenen Betrag für das Winterhilfswerk zeichnen. Die Schulspeisungen werden im Gegensatz zum vergangenen Jahr allgemein durchgeführt, und zwar in engster Zusammenarbeit mit den Schulbehörden und der Lehrerschaft. Für die Winterhilfswerk-Patenschaften ist in diesem Winter eine neue einheitliche und großzügige Werbung vorgesehen. Neben der materiellen Unterstützung durch bas Winterhilfswerk wirb in ben kommenden Monaten vor allem ber ibeellen Betreuung ber Hilfsbebürftigen ganz befonbere Aufmerksamkeit zugewanbt werben. Es sind zu diesem Zwecke künstlerische und unterhaltende Darbietungen und Veranstaltungen oerschiedendster Art bei freiem Eintritt vorgesehen. Weiterhin wird dafür gesorgt werden, daß in den Gemeinschaftshäusern und Wärmehallen den Bedürftigen neben der materiellen Betreuung auch geistige Unterhaltung und Betätigungsmöglichkeiten geboten werden. Das find in groben Umrissen die Aufgaben, die wir uns gestellt haben. Viele hundertlaufende, denen wir lm vergangenen" Jahre helfen muhten, stehen in diesem Jahr schon wieder an ben Maschinen, um sich in eigener, ehrlicher Arbeit ihr tägliches Brot zu verdienen. Gewaltige Ausgaben aber auch, die wir im vergangenen Jahre aus Mangel an Mitteln nicht erfüllen konnten, harren in diesem Jahre ihrer Lösung. Der Pflichtenkreis, in den wir eingespannt sind, ist deshalb nicht kleiner, sondern eher noch größer geworden. Komme niemand mit dem billigen Einwand, es werde zu viel gesammelt, und schließlich und endlich überstiegen die Anforderungen, die wir an das Volk stellten, die letzte Kraft und den besten Willen. Richt diejenigen, die seit 1918 in unermüdlichem Idealismus für die Auferstehung des Reiches Opfer und Opfer brachten, an Gut und Blut nicht sparten und sich selbst, wenn nötig, hinzugeben bereit waren, sind es, denen die Pflichten zu schwer werden. Denn wir Rationalsozialislen sind nicht nur groh im Fordern, sondern auch im Bringen von Opfern. Dir verlangen von niemandem zu tun, was wir selb st nicht zu tun bereit wären. Mit Recht aber müssen wir erwarten, dah die Gesamtheit des Volkes uns Gefolgschaft leistet, wenn wir den Aermsten der Armen helfend zur Seite treten und ihnen durch die Tat beweisen, dah der Begriff der Volksgemeinschaft keine leere Redensart ist. Gewiß ist durch viele Sammlungen der Opfersinn aller Volksgenossen auf eine harte Probe gestellt worden. Irgendwoher aber muß ja auch die Regierung ihr Geld nehmen, da auch sie nicht zaubern kann. Aber stehen denn den gebrachten Opfern nicht wahrhaft grandiose Lei st ungen gegenüber? Gewiß hat das deutsche Volk viel und manchmal zu viel geben müssen: aber konnte es dafür nicht auch das erhebende Gefühl haben, daß mit seiner Hilfe die schlimm st e N o t beseitigt wurde und wenigstens einen Winter lang kein Volksgenosse dem Hunger und der Kälte schutzlos preisgegeben war? Auch wir können nur das geben, was wir empfangen. Auf Wunder zu warten ist Sache der Toren. Für Männer aber geziemt es sich, anzufassen und zu handeln und damit Wunder zu vollbringen. Wir jedenfalls haben nicht die Absicht, uns durch das Geunke unsozialer Besserwisser in unseren Zielsetzungen irgendwie beirren zu lassen. Wir gehen nicht vom Volke weg. Das Volk soll wissen, daß wir bei ihm stehen und seine Sache zu der unseren machen. Allerdings hat das Volk auch dann das Recht, von uns zu verlangen, daß jedes gebrachte Opfer ihm allein zugute kommt. Es sei deshalb auch diesmal wiederum betont, daß die Regierung entschlossen ist, wo auch immer sich nur ein kor- r u p t i d e r Ansatz zeigen sollte, und sei er aus Fahrlässigkeit entstanden, mit harten und drakonischen Strafen zuzugreifen. Die Regierung wird weiterhin die großen und tragenden psychologischen Stützen des vergangenen Winterhilfswerkes auch für die kommenden Monate aufrechterhalten. Im Ei n t o p f g e r i ch t an einem Sonntag jeden Monats soll die Nation sich vom Ersten bis zum Letzten zusammenschließen in einer gro- hen und edlen Solidaritätskundgebung für die Armen des Volkes. Der ideelle Wert dieser Demonstration überftifft dabei bei weitem noch den materiellen. Jeden Monat einmal wollen wir alle, Führer, Minister, Reichsleiter und Gauleiter, Generäle, Offiziere und Soldaten, Großindustrielle und Bergarbeiter, Handelskönige und Angestellte mit den Aermsten des Volkes ein Essen essen um dabei zu lernen, wie gering und nichttig der Wert des Magendienstes dem Wert des Dienstes an der Nation gegenüber ist. Die Regierung selbst wird angesichts der Not des Volkes wie im Vorjahre mit einem Mindestmaß an Repräsentation auskommen. Sie will den Armen nicht das aufreizende Schauspiel des vergangenen Regimes bieten, ihre Minister bei Gastereien und Völlereien zu sehen, während das Volk hungert. Wenn wir als Nation keinen Ueberfluß haben, so wollen wir das, was wir besitzen, ehrlich so verteilen, daß jeder wenigstens etwas hat. In diesem Sinne wird das Winterhilfswerk 1934/35 vom selben Geiste des Idealismus und der Opferbereitschaft erfüllt sein, wie im vergangenen Jahre. Wiederum sind alle aufgerufen, dabei mitzuhelfen und niemand darf fehlen unter uns. Dem Volke wollen wir Vorbild sein und der Welt ein Beispiel geben. Die Parole lautet wie vor einem Jahre: „Keiner darf hungern und frieren." Deutschland fordert von Allen Opfer und Arbeit für die Volksgemeinschaft. Die Ansprache des Führers. Meine deutsche Volksgenossen und Genossinnen! Inmitten einer d e r schwer st en Wirtschaf t s t r i s en hat der Nationalsozialismus die politische Macht übernommen. Sollte der Eintritt einer Katastrophe von kaum ausdenkbarem Umfange vermieden werden, mußten die Abwehrmaßnahmen augenblicklich einsetzen. Es waren schnellste Entschlüsse zu treffen und auszuführen. Den Kampf, den wir nach der Regierungsübernahme gegen d i e Arbeitslosigkeit ausgenommen haben, haben wir entschlossen ein Jahr lang durchgeführt. Er ist Ihnen bekannt. Von Monat' zu Monat steigerten sich die Erfolge. Allein trotz der Gewißheit, dieser größten Gefahr Herr zu werden, erlaubte das allgemeine Ringen nicht, sich ausschließlich mit dieser Lösung für die Zukunft zufrieden zu geben. Die Versicherung, das deutsche Volk wieder in Arbeit und Brot zu bringen, kann für viele eine Hoffnung sein, für manche aber ist ihre zukünftige Verwirklichung kein Trost für den A u g e n b l i ck, der in feinem Elend und Unglück nach sofortiger Hilfe schreit. So haben wir deshalb ganz unabhängig von unserem Kampf der Rettung der einzelnen deutschen Berufs- und Lebensstände durch die Arbeitsbeschaffung den Entschluß gefaßt, zur Ueberwindung der drückendsten Rot und ihrer Sorgen eine besondere Hilfsaktion größten Umfanges ins Leben zu rufen. Das vom Parteigenossen Dr. Goebbels organisierte Winterhilfswerk ist eine der monumental st en Leistungen des national- sozlalistischen Regiments. Die Absicht war, durch einen eindringlichen Appell an die Hilfsbereitschaft der deutschen Volksgenossen, die das Glück vor dem Aergsten bewahrt hat, allen zu helfen, die dem Schlimm- ften ausgeliefert sind. Denn, wenn schon in normalen Zeiten ein Teil der Not unverschuldet sein wird, so ist durch die grausamen Verhältnisse der letzten Jahre diese Not Millionen von Deutsch en als Verhängnis zugestoßen, für das sie höchstens durch ihre frühere mangelnde Einsicht in politischen Dingen und Notwendigkeiten indirekt, keinesfalls aber wirtschaftlich direkt verantwortlich gemacht werden können. Die Aermsten wurden die Leidtragenden eines politischen Wahnsinns, der unser Volk auch wirtschaftlich am meisten geschlagen hat. Besonders tragisch wird diese Rot, weil sie sich nicht mehr auf einzelne Menschen, sondern a u f ganze große und geschlossene Siedlungsgebiete erstreckt. Was uns Deutschen seit einem Jahrhundert nur mehr in Berichten aus fremden Ländern gemeldet wurde, erlebten wir nun in der eigenen Heimat. Ganze Teile des Reiches sind hunger und Elend ausgel'efert, ohne daß im Augen- blick eine wirtschaftliche wirkliche Abwehr gefunden werden konnte! Wie groß dieses Elend ist, wissen viele Deutsche auch heute nicht. Und leider sind es besonders die Mitglieder unserer gutsituierten Gesellschaftsschichten, die kaum je einen Einblick erhalten in die Armut und in die Entbehrungen, von denen unzählige unserer Volksgenossen heimgesucht sind. Seit der Friedensvertrag von Versailles auf unserem Volke lastet, hat aber das trostlose Elend bei zahlreichen Menschen endlich der Verzweiflung Platz gemacht. Und hier haben wir einen Maßstab, der uns die Größe dieses Jammers in erschreckenden Ziffern beweist. Auf rund 20 000 beläuft sich die Zahl derjenigen, die jährlich in ihrer letzten Verzagtheit keinen anderen Ausweg aus dem Elend dieses irdischen Jammertales gefunden haben, als den durch Selbstmord. Die unverantwortlichen Literaten dieses Zeitalters waren niederträchtig genug, dies als „Freitod" zu bezeichnen. Wie viele aber würden wohl von diesen 20 000 Jahr für Jahr aus freiem Willen gestorben sein, wenn sie nicht die bitter st e Not dazu gezwungen hätte? Es sind keine leichten Entschlüsse, die die Menschen den Tod wählen lassen. Unsere oberen 10 000 haben wohl keine blasse Vorstellung davon, wieviel Trauer und Jammer notwendig sind, um in einer Mutter den Entschluß zu wecken und dann zur Ausführung reifen zu lassen, sich selbst und den Kindern das weitere Leben auf dieser trostlosen Well zu ersparen! Und das alles aber sind Volksgenossen, und wahrhaftiger Gott nicht die schlechtesten. Denn wer wollte sich wundern, wenn sie, ehe der Entschluß zu dieser bittersten Entscheidung kam, den leichteren Weg zum Verbrechen gewählt hätten? Rein, die Ration hat eine Pflicht, so weit es irgend menschenmöglich ist, diesem Elend entgegenzutreten. Sie hat die Pflicht, durch gemeinsame Opfer den unglücklichsten Opfern unserer Rot zu helfen. Die Ration hat dabei zu wissen, daß es sich hier um Volksgenossen handelt, die ebenso ein Teil unseres Ganzen sind, wie diejenigen, die das Glück besser gebettet hat. Jahrelang hat man besonders in unseren bürgerlichen Kreisen das Dichterwort von dem „Einigen Volk von Brüdern" zu einer faulen Phrase heruntergewürdigt. Denn nicht durch Vereinsreden kann diese Einigkeit bewiesen werden, sondern sie muß erhärtet werden durch die Tat. Die primitivste Tat aber zur Verwirklichung dieser brüderlichen Einigkeit besteht darin, daß man den Brüdern und Volksgenossen hilft, die selbst nicht mehr in der Lage sind, ihrer Not Herr zu werden. So wie es im einzelnen selbstverständlich ist, daß Kinder ihren alten und nicht mehr arbeitsfähigen Eltern zu helfen haben, so muß die Nation im Gesamten denen beistehen, die aus eigener Kraft einfach nicht mehr in der Lage sind, sich dem Schicksal der Vernichtung zu entziehen. Und hier haben besonders die oberen Zehntausend und die breiten bessergestellten Massen eines Volkes eine hohe Verpflichtung. Und ich möchte daher an dieser Stelle es sehr offen aussprechen, daß das Winterhilfswerk gerade mit denen rechnet, die leichter als das breite Volk selbst in der Lage sind, ein Opfer zu bringen. Und ich sage hier ausdrücklich „Opfer", denn ich finde es wenig rühmlich, wenn ein vermögender und in hohem Einkommen stehender Wann daselbe gibt, wie ein sich selbst kaum das tägliche Brot in genügendem Umfang Verdienender. Ich halte im Gegenteil dafür, dah jeder einzelne in seinem Rahmen aber auch wirklich ein Opfer bringt, das ihm selbst als Opfer fühlbar wird. Ich spreche die starke Hoffnung aus, daß sich in diesem Jahre das nicht mehr wiederholt, was wir im vergangenen in einer Reihe von Städten feststellen konnten, daß nämlich ärmere Viertel mehr an Opfer mobilisierten, als die wirtschaftlich besser gelagerten. Ich bin dafür, daß wir in solchen Fällen in Zukunft diese beschämende Tatsache der Nation ganz offen zum Bewußtsein bringen. Ich glaube, daß gerade diejenigen, die im wirtschaftlichen Leben erfolgreich stehen, in jeder Sekunde daran denken sollen, daß nurdurch die Arbeit und Opfer der Gesamtheit auch ihr eigener E m - porstieg ermöglicht wurde. Denn die deutsche Arbeitsschlacht wird nicht geschlagen durch einzelne und ihren Einsatz, sondern durch die mobilisierte Kraft der gesamten deutschen Nation, und vor allem aber auch durch b i e f i- nanziellen Opfer des ganzen deutschen Volkes. Jeder Industrielle, dessen Fabrik heute läuft und morgen laufen wird, mag daran denken, daß es nicht allein seine Fähigkeit ist, die dieses Wunder zustande gebracht hat, sondern viel mehr noch die Willenskonzentration, die die nationalsozialistische Bewegung im deutschen Volk hervorgerufen hat, und die materiellen Mittel, die die ganze deutsche Nation diesem Willensausdruck zur Verfügung stellt! Es hat daher besonders der Reichtum nicht nur höhere Genuhmöglichkeit, sondern vor allem aber auch höhere Pflichten. Die Auffassung, dah die Verwendung eines Vermögens in jedem Umfange nur Privatangelegenheit des einzelnen fei, muh im nationalsozialistischen Staat um so mehr eine Korrektur erfahren, als ohne die Mitwirkung der Gesamtheit kein einzelner sich eines solchen Vorzuges heute erfreuen könnte. Wenn ich mich an diese mittleren und besfergestelllen Kreise besonders wende, dann geschieht es, weil ich von den breiten 2U a f f e n unseres Volkes in Stadl und Land die Opferroilligfeif an fich genügend kenne und weih, dah sie, die fo oft unter dem Fluch der Arbeitslosigkeit und des wirtschaftlichen Elends schon selbst gelitten haben, das herzlichste Verständnis aufbringen für ihre auch heute noch unglücklicheren Volksgenossen. Ich glaube aber, daß es habet notwendig ist, noch besonders auf dieses hinzuweisen: Wir haben heute auch in Deutschland ein weit ausgebautes Versicherungswesen. Gegen Brand und Wasserschäden, gegen Diebstahl und Einbruch, gegen Hagelschlag uno Dürre, gegen Krankheiten und Tod versichern sich die Menschen und geben dafür Milliardenbeträge aus. Wehe dem Volk aber, das vergißt, daß d a s h ö ch st e G u t, das es versichern sollte, feine politische Vernunft ist. Jene politische Vernunft, die in der Volksgemeinschaft ihren gesunden Ausdruck findet. Das deutsche Volk kann heute glücklich sein, daß es zu dieser Vernunft sich wieder zurückgefunden hat. Es muß aber jeder wissen, w i e ungeheuer der Nutzen für alle ist, der aus dieser gesunden politischen Entwicklung kam. Vielleicht gefällt es Ihnen, meine Volksgenossen, nur einen Augenblick von Deutschland wegzugehen und die Zustände in anderen Ländern zu überprüfen. Unruhen, Bürgerkrieg, soziale Kämpfe, wirtschaftliche Krisen lösen einander ab. Die Fackel des Aufruhrs wird überall landauf und landab getragen. Streik und Aussperrungen zerstören Milliarden an Volkswerten, und dabei ist das Elend überall fast ein gleich großes. Dies alles haben wir in Deutschland überwunden. Aber nicht etwa, weil ein paar Wirtschaftler ihre Fabriken in Gang brachten, sondern weil die durch den Nationalsozialismus geschaffene Volksgemeinschaft diesen politischen und wirtschaftlichen Wahnsinn beseitigte und damit erst den Fabriken Aufträge, den Arbeitern und Unternehmern einen Verdienst sicherte und zukommen ließ. Wenn Sie die Schäden abwägen, die der politische Wahnsinn aber einem Volk materiell zufügen kann und auf die Dauer zufügen muh, und die er insbesondere der deutschen Wirtschaft Jahrzehnte lang zugefügt hat, dann werden Sie erst den Ruhen ermessen, der aus der nationalsozialistischen deutschen Volksgemeinschaft für alle erwächst und schon erwachsen ist. Und dann werden die Opfer wahrlich klein erscheinen, die wir heute namens dieser Volksgemeinschaft von Ihnen fordern. Denn ich muß Ihnen hier wiederholen, was ich im vergangenen Jahre aussprach: An irgend etwas muß das Volk glauben können. Nehmen Sie ihm den Glauben an die internationale Solidarität, dann müssen Sie ihm dafür aber den Glauben an d i e nationale bringen. Zerstören Sie das Vertrauen in die nationale Volksgemeinschaft, dann werden die Menschen nach einer anderen Gemeinschaft suchen und damit am Ende wieder denen zum Opfer fallen, die als internationale Parasiten und Destrukteure nur darauf lauern, das Gefüge der Völker aufzulösen, um die Welt in allgemeines Chaos zu verwandeln. Der Sinn einer solchen Volksgemeinschaft aber kann nur der sein, durch eine gemeinsame Führung des Lebenskampfes in Freud und Leid, an Nutzen und Opfern hie Erhaltung aller zu garantieren! Unser Winterhilfswerk wirb gerahe in hiefetn Jahr ein Prüfstein sein hafür, ob unb inwieweit sich her Gebanke biefer Volksgemeinschaft in Deutsch- lanb weiter geläutert, erhärtet unb burchgesetzt hat. Unb bann erst, wenn jeher einzelne Deutsche huret) eigene unb wenn notroenbig, schwere Opfer zur Erhaltung biefer Volksgemeinschaft beigetragen hat, wirb er wieher, ohne vor sich selbst erröten zu müssen, von einem „einigen Volk von Brübern" reben bürfen. Ansonsten aber ist hies nur Lüge unb Heuchelei. Ich appelliere daher an Sie, beutsche Männer unb Frauen in den Stäbten und auf hem Lande, und ich appelliere vor allem an dich, deutsche Jugend, daß Sie alle in klarer Erkenntnis der Aufgaben, die uns gestellt find, unter Berücksichtigung der großen Not, in der sich viele unserer Volksgenossen noch immer befinden, durch eine unerhörte Opfer- Willigkeit im Geben und im Arbeiten für bas Winterhilfswerk mithelfen am Kampf gegen biefe Not unb bas Elenb in unserem Volke. Möge jeher einzelne Deutsche sich habet vor Augen führen, baß es gerahe vielleicht sein Opfer ist — bas nur einen kleinen Abzug an seinem Leben bebeutet —, bas einem anberen Deutschen als Volksgenossen m i t h i l s t, bas Leben zu erhalten. Ich appeliere weiter an Ihren Stolz in herseiben Zeit, ha eine teusliche internationale Boykott-Clique Deutschland b. H. bas beutsche Volk, wirtschaftlich vernichten zu können glaubt, vor aller Welt b i e unzertrennliche Verbundenheit nuferes Volkes burch ein einziges Beispiel gegenseitiger Hilfeleistung zu hofumentieren. Wenn her Haß biefer jübisch - internationalen Boykotthetzer gegen Deutschlanb ein fanatischer ist, bann muß bie Liebe jebes Einzelnen zu seinem Volk noch taufenbmal ftärfer sein. Diese unsere Feinbe hoffen nun zum zweiten Male, baß bas beutsche Volk unter her Not biefe© Winters doch zusammenbrechen werde, und wir werden ihnen beweisen, dah der deutsche Wille und das deutsche Herz der Not dieses Winters noch weit mehr Herr werden als im vergangenen. In dieser selbstsicheren starken Ueberzeugung eröffne i ch das Winterhilfswerk 1934/35 und bitte Sie, mit her Arbeit zu beginnen. Wir alle wollen helfen! Das Gelöbnis des Volkes. Den Dank der Versammlung stattete her Reichsleiter der NS.-Volkswohlfahrt, Hilgenfeld, mit dem Gelöbnis ab, nach den Worten des Führers zu handeln. Wir werden uns alle wie im Vorjahr mit derselben Leidenschaft und heißen Liebe für Volk unb Nation einfetzen. Ich aber glaube, mein Führer, baß bie Worte, bie Sie gerichtet haben an bie Volksteile, bie in her Lage sinh, uns zu Helfen burch Spenhen unb burch Gaben, nicht u n g e • Hort verhallen werben. Sie haben, mein Führer, in uns allen ben Gebauten her Volksgemeinschaft geweckt. Sie haben in uns geweckt bie Liebe zum Volk unb zur Nation, unb so forbere ich alle, bie hier anroefenb finb, bie Vertreter aller Voltsteile unb Schichten finb, auf, biefe Liebe zum Ausbruck zu bringen, inbem wir rufen: Das beutsche Volk unb sein Führer Abolf Hitler Sieg Heil! — Das Horst-Westel-Lieb beschloß bie Kuubgebuug. 4,6 Millionen Reichsmark der Ertrag des ersten Taoes. Berlin, 9. Ott. (DNB.) Nachdem bas Winterhilfswerk durch die Rede des Führers am Dienstag, mittag eröffnet worden ist, wurden von der In« dustrie allein an Barfpendeu 4,621 Millionen Reichsmark gezeichnet. Es zeichneten Reichsoerband her Automobilinbustrie 504 668 RM. 500 000 600 000 250 000 600 000 100 000 100 000 darunter: Daimler-Benz AG. Bosch-Konzern Auto-Union Adam Opel AG. Bayer. Motorenwerke Adlerwerke IG.-Farbenindustrie Deutsche Reichsbahngesellschaft (Spenden des Personals) Reemtsma Zigarettenfabrik Haus Neuerburg, Zigarettenfabrik Reemtsma, Zigarettenfabrik Siemens-Konzern C. & A. Brenninkmeyer Dieses Ergebnis ist um so bemerkenswerter, als im Vorjahre der erste Zeichnungstag nur bie Summe von 2 Millionen Reichsmark 100 000 RM. 100 000 „ 50 000 „ 50 000 „ 50 000 „ 25 000 „ 1000 000 ergab. Das Attentat auf König Alexander und Darchau. Die Schöffe von Marseille. In furchtbaren Wehen vollzieht sich bie Zerstörung bes politischen Lebens in Europa burch den Versailler Vertrag. Der König von Jugoslawien, der soeben den Fuß auf französischen Boden setzte, um mit den führenden Staatsmännern Frankreichs die weitere Gestaltung der bestehenden Be- Ziehungen zu beraten, wurde das Opfer eines Attentates, das der ganzen Welt erneut beweisen wird, in welch chaotischem Zustand sich die Alte Welt befindet. Die von den verschiedenartigsten politischen Strömungen aufgewühlten Leidenschaften haben zur Vernichtung eines Menschenlebens geführt, das, ausgestattet mit der Autorität einer Herrscherkrone, dem Aufbau unb her Neugestaltung eines ßanhes geroibmet war. Mit König Alexander ist ein Staatsmann von For- m a t dahingegangen, dessen Horizont weit über die Grenzen seines Königreiches reichten, ein Mann, her ben Friehen unb bie Orbnung liebte unb zu organisieren bestrebt war. Er ist einem verabscheuungswürdigen Verbrechen erlegen. Neben ihm ist in dem französischen Außenminister B a r t h o u ein Mann durch den Tod ereilt worden, der sicherlich kein Freund Deutschlands gewesen ist. Aber alle Gegnerschaft schweigt angesichts dieses tragischen Geschicks, das einen Schlußstrich unter das Leben eines Mannes setzt, dessen ganze Arbeit einzig und allein dem Wohle seines Vaterlandes gegolten hat. Das deutsche Volk empfindet angesichts des ruchlosen Verbrechens aufrichtiges Bedauern und herzliche Teilnahme mit den Franzosen, die mit Barthou einen großen Patrioten verloren haben. Die Teilnahme des Führers. Betteidsdepcschen an Königin Maria und den Präsidenten Lebrun. Berlin, 9. Okt. (DNB.) Unmittelbar nach Empfang der Nachricht von dem fluchwürdigen Anschlag in Marseille entsandte der Führer und Reichskanzler den Chef der Präsidialkanzlei, Staatssekretär Dr. Meißner, zu dem südslawischen Gesandten, Exzellenz Balugdzic, um diesem die aufrichtigste Anteilnahme unb bas tief empfundene Beileid des Führers zu dem unersetzlichen Verlust, den Südslawien durch ben Tob feines Kö- nigs erlitten hat, zu übermitteln, ©obalb bie Nach, richt hier eingetroffen war, baß her französische Minister bes Auswärtigen, Herr Barthou, ebenfalls hem fluchwürdigen Attentat in Marseille zum Opfer gefallen ist, begab sich Staatssekretär Dr. Meißner zu hem französischen Botschafter, Erzel- lenz Francois-Poncet, um ihm im Auftrage bes Führers unb Reichskanzlers besten aufrichtig empfunbenes Beileib zum Ausbruck zu bringen. Der Führer unb Reichskanzler hat an bie Königin von Sübflawien folgendes Beileidstelegramm gesandt: Tief erschüttert durch bie Rachricht von dem fluchwürdigen Attentat, dem Seine Majestät der König zum Opfer gefallen ist. bitte ich Ew. Majestät, ben Ausbruck meines fiefempfunbenen Beileibe s enlgegenzunehmen unb her Anteilnahme bes ganzen deutschen D ob kes versichert zu sein. Gez. Abolf Hiller, Deutscher Reichskanzler. Der Führer unb Reichskanzler hat ferner an ben Präsibenten her französischen Republik folgenbes Beileihstelegramm gesandt: Soeben erreicht mich bie Rachricht, baß der französische Minister bes Auswärtigen, Herr Barthou, ben Verletzungen erlegen ist, die er bei hem fluchwürbigen Verbrechen in Mar- feilte erlitten hat. Ew. Exzellenz spreche ich 3* gleich im Ramen bes beutfchen Volkes bie aufrichtigst empfunbene Anteilnahme aus. Abolf Hitler, Deutscher Reichskanzler. ♦ Der beutsche Geschäftsträger in Paris Botschafis* rat F o r st e r hat sich sofort nach Bekanntwerden her ersten Nachrichten über ben löblichen Verlauf bes Anschlags auf bie sübslawische Gesandtschaft begeben, um sein Beileid zum Ausdruck zu bringen. In Vertretung des beurlaubten deutschen neralkonsuls hat Äizekonsul Zimmermann ’n Marseille dem südslawischen Konsul einen BeileM* besuch abgestattet. Der Botschaftsrat Forster bat auch am Quai d'Orsay vorgesprochen, um Deutschlands Teilnahme am Tode Barthous zu bekunden. Wie das Mental geschah. Berichte von Augenzeugen. Der festliche Empfang, den man dem südslawischen König zu bereiten gedachte, ist zu einem Trauerspiel geworden. Das gesamte französische Mittelmeergeschwader hatte sich auf der Reede von Marseille eingefunden, um den südslawischen. Kreuzer „D u b r o w n i t", der König Alexander nach Frankreich führte, einzuholen. Kriegsmarineminister Piöträ war an Bord des Panzerkreuzers „Colbert" dem südslawischen Schlachtschiff entgegengefahren. Er übernahm König Alexander an Bord einer Admiralsbarkasse, die beide in den alten Hafen von Marseille an Land brachte, wo Außenminister Barth ou und eine Reihe anderer französischer und südslawischer militärischer und ziviler Würdenträger die Ankunft erwarteten. Bei der Einfahrt in den Hafen wurden 21 Salutschüsse abgegeben. Der königliche Gast bestieg mit seinen Gastgebern einen offenen Wagen, der sich an der Spitze eines langen Zuges setzte. Mit dem König zusammen war der südslawische Außenminister I e f t i t s ch gekommen. Die K ö n i- gin Maria von Südslawien hatte die Reise nach Paris im Zug unternommen und wollte in D i - j o n zu ihrem Gatten stoßen. Als der Wagen auf dem Börsenplatz einbog, fielen die Schüsse, die dem König das Leben kosteten. Der Führer des Kraftwagens des Königs schilderte einem Vertreter der Agentur Havas den Hergang wie folgt: „Als der Wagen auf den Börsenplatz einbog, sprang ein Mann auf das Trittbrett des Kraftwagens und gab vier oder fünf Schüsse auf den Herrscher ab. Ich habe den Verbrecher sofort am Hals gepackt, während ein Oberst, der sich neben dem König befand, mit seinem Säbel auf den Attentäter einschlug." Ein anderer Augenzeuge, Piollet, der neben dem Wagen des Königs Alexander ritt, berichtet über den Verlauf des Anschlags folgendes: Der Wagen, in dem sich König Alexander, Außenminister Barthou und General Georges befanden, war gerade in Höhe der Börse, als ich bemerkte, wie ein Mann sich aus der Menge löste, an den Polizeibeamten oorbeiglitt, der am Bürgersteig stand, und an meinem Pferd voroei aus das Trittbrett des königlichen Wagens sprang. Ich gab meinem Pferd die Sporen, aber obwohl das Pferd sehr schnell vorsprang, konnte ich nicht verhindern, daß der Attentäter seinen Arm ausstreckte und mehrere Schüsse auf den König abgab. Ich erhob meinen Säbel und streckte mit zwei Schlägen den Mann zu Boden, während der Kraftwagenführer einige Schüsse aus ihn abgab. Der Mörder fuhr aber fort zu schießen, obgleich er am Boden lag. Seine Kugeln trafen zwei Polizeibeamte und eine Frau, die sich in der ersten Reihe der Schaulustigen befanden. Polizei und Garde Mobile stürzte sich auf den Mörder und versuchte die Menge von dem Wagen fernzuhalten. Der zu Boden gefallene Attentäter wurde aufgehoben, worauf sich die Menge auf ihn warf und ihn gelyncht hätte, wenn die Polizei ihn nicht rechtzeitig beiseitegeschafft hätte. Gehörte -er Mörder einer politischen Organisation an? Auf der Suche nach Helfershelfern. Wer war der Mörder? Der Mörder König Alexanders, Petrus Kale- men, ist Kroate. Er stand nicht auf der Liste der verdächtigen Personen, die der französischen Polizei von der südslawischen Polizei mitgeteilt worden waren. Er ist am 20. Dezember 1899 i n Agram geboren und betrieb in dieser Stadt ein Kaufmannsgeschäft. Man fand bei ihm einen am 30. Mai 1924 ausgestellten P a ß. Kalemen war am 28. September nach Frankreich gekommen. Der Paß war vom tschechoslowakischen Konsulat in Agram ausgestellt worden. Auf diese Weise findet die Tatsache ihre Erklärung, daß die Belgrader Behörden die Ausstellung eines solchen Passes auf den Namen Kalemen in ihren Listen nicht feststellen konnten. Der Paß trägt ein Visum der südslawischen Behörden, gültig für alle Auslandsreisen mit Ausnahme Rußlands. Ferner fand man im Paß die Grenzvisen Südslaviens, der Schweiz und Frankreichs. Der Täler, der bei seiner Festnahme nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab, wurde von der Polizei zunächst in ein Polizeiwachthäuschen und von dort in das Gebäude der Sicherheils, polizei gebracht, wo er von Polizeiärzten untersucht wurde. Jedoch schon nach kurzer Zeit starb der von mehreren Schüssen und Säbelhieben getroffene Mörder. Die Polizei hat den Revolver geprüft, mit dem Petrus kalemen den Anschlag ausgeführt hat. Ls handelt sich um einen zwanzig- schüssigen automatischen Revolver neue st er Konstruktion. In einer Tasche des Rockes des Mörders sand man außerdem mehrere Patronenstreifen, so daß er über ungefähr 100 Schuh Munition verfügte. Die Untersuchung der Leiche führte zu einer sehr interessanten Entdeckung. Am linken Unterarm harte Kalemen eine Tätowierung, die eine Krone von 5 bis 6 Zentimeter Durchmesser darstellt und von einem Totenkopf mit zwei gekreuzten Knochen umgeben war und auherdem einige V u ch - stabenabkürzungen aufwies. Ls handelt sich bei den Duchstabenabkürzungen um die Worte: „Freiheit oder Tod!" Ein südslawischer Journalist erklärte, dah diese Tätowierung das Zeichen der mazedonischen K o m i t a d s ch i s sei. Die französische Polizei sucht jetzt vor allem fest- gustellen, ob Kalemen Helfershelfer gehabt hat. Die Tatsache, daß seine Spur in keinem der Marseiller Hotels aufzufinden war, läßt die Vermutung zu, daß er bei einem Freunde Wohnung genommen hatte. Es wäre natür- ich von großer Bedeutung, diesen Freund festzustellen. Der Anschlag hat die Bevölkerung so stark erregt, daß die wildesten Gerüchte in Umlauf sind. So wurde behauptet, daß fünf oder sechs mit Dolchen und Revolvern bewaffnete Männer den Mörder umgeben hätten, als dieser □ou einem Offizier niedergeschlagen wurde. Es Pollen sich Zeugen bereiterklärt haben, dies durch ; hre Aussagen zu bekräftigen, jedoch hat sich hierzu auf der Polizei noch niemand eingefunden. Eine Meldung aus Brüssel besagt, daß, d i e Lütticher Polizei sich in der letzten Zelt m i t einigen verdächtigen Kroaten, die in Lüttich wohnten, au beschäftigen gehabt habe, darunter mit einem Kantinenwirt S o k o t a, per Belgien am 1. Juli ohne Angabe seines Wohnortes verlassen habe. In einer anderen kroatischen Kantine in Lüttich habe sich e i n Berga rch eiter namens Petrus Kalme n s k i aufgehalten, der ebenfalls seit kurzem Lüttich ohne Wohnortsangabe v e r l a s s e n habe. Man frage sich deshalb, ob die Aehnlichkeit des Namens des Letzgenannten mit dem Mörder des Königs Alexander ein bloßer Zufall sei oder ob mehr dahinterstecke. Größte Bestürzung in Paris. Nationaltrauer in Frankreich. Paris, 9. Okt. (DNB.) Die Nachricht von dem verbrecherischen Anschlag auf den südslawischen König, die sich in Paris wie ein Lauffeuer verbreitete, hat überall größte Bestürzung und Erregung hervorgerufen. Die Bevölkerung stürzt sich auf die in mehreren Extraausgaben erscheinenden Abendblätter, um die Einzelheiten dieses nationalen Unglücks zur Kenntnis zu nehmen. Die Telephonleitungen zum Außenministerium und zur südslawischen Gesandtschaft sind ständig belegt von den zahlreichen Anrufern, die sich nach Einzelheiten erkundigen. Man ist überrascht darüber, daß es dem Attentäter trotz der starken Absperrung gelungen ist, feinen Anschlag auszuführen, da schon seit Tagen ein besondererUeberwachungs- dienst eingerichtet war. In Marseille waren 1200 Polizeibeamte, 191 Kriminalbeamte, 120 Gendarmen, 48 Mitglieder der Garde Mobile sowie aktive Soldaten zu Absperrungsmaßnahmen aufgeboten worden. Es scheint aber, daß der Attentäter sich bis zum Einbiegen des königlichen Wagens auf den Börsenplatz völlig unverdächtig in der harrenden Menge benommen hat und dann plötzlich durch die Polizeikette hindurch auf den Wagen sprang, in dem der König Platz genommen hatte. Der Präsident der Republik, Lebrun, ist in Begleitung der Minister Herriot und Tardieu nach Marseille abgereist. Ein Onkel des auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Königs von Südslawien, Prinz K a r a g e o r g e w i t s ch, ist mit in den Sonder- zug gestiegen. Sämtliche Mitglieder der Regierung hatten sich am Bahnhof zur Begrüßung des Staatsoberhauptes eingefunden. Sowohl auf der südslawischen Gesandtschaft als auch am Quai d'Orsay fanden sich nacheinander die ausländischen Missionschefs ein, um ihre Teilnahme an dem Trauerfall persönlich zu bekunden. Sämtliche öffentlichen Gebäude haben halbmast geflaggt. Ministerpräsident Doumergue hatte auf 18 Uhr einen außerordentlichen Kabinettsrat einberufen. Der Ministerpräsident hat dem südslawischen Ministerpräsidenten das Beileid Frankreich telegraphisch zum Ausdruck gebracht und außerdem durch den Kabinettsrat eine Kundgebung gutheißen lassen, die am Mittwoch überall in Frankreich angeschlagen werden soll. Die Regierung hat außerdem beschlossen, daß das Heer, die Flotte und die Luftflotte für einen Monat Trauer anzulegen haben. Ferner sind sämtliche Festlichkeiten während dieser Zeit abgesagt. Schließlich wurde angeordnet, daß Außenmini st er Louis Barthou ein Staatsbegräbnis bereitet wird. Vorwürfe gegen die Polizei. Pariser Blätter foreern den Rücktritt des Kabinetts. P a r i s, 10. Okt. (DNB. Funkspruch). „Mali n" schreibt, die Tatsache, daß Barthou auf seinem Posten als Außenminister an der Seite eines ausländischen Herrschers gefallen sei, bringe ihm die tiefgefühlte Achtung des Landes ein. Seine letzte Absicht sei gewesen, die französisch-italienische Aussöhnung zu besiegeln und zur Annäherung zwischen Italien und Südslawien beizutragen. „Petit Journal" schreibt u. a., wahrscheinlich habe der Verbrecher wegen kleinlicher innenpolitischer Streitigkeiten es nur auf den König abgesehen gehabt. Ein stärkeres Geschick habe es jedoch gewollt, daß sich Franzosenblut mit Südslawenblut vermische, um die Kraft der französischen Freundschaft zu Südslawien zu bekräftigen. Eine Anzahl Blätter richten in ihren Kommentaren d i e schärf st en Angriff e g e g e n die französische Sicherheitspolizei. So schreibt z. B. der „Jour", gestern habe eine Sicherheitspolizei, die weder Disziplin halte, noch einen Chef habe, die Ermordung des Königs der Serben und des französischen Außenministers zugelassen. Es gebe überhaupt kein Wort, um angesichts einer solchen Schreckenstat die Entrüstung 3um Ausdruck zu bringen, die jeder Franzose in seinem Kopf und in seinem Herzen gegen eine staatliche Stelle empfinde, die so unfähig und so verbrecherisch sei, zuzulassen, daß eine solche Tat geschehe. Man habe am Dienstag früh in Paris gewußt, daß ein Attentat in Vorbereitung sei, und man habe die Stunden dieses tragischen Tages nicht dazu benutzt, um die Waffe zu verstärken. Nur der Gesamt- rücktritt des französischen Kabinetts werde es dem befähigten und geachteten Doll« mergue erlauben, eine Regierung zu bilden, die fähig sei, mit Ehre und Sauberkeit zu regieren. „Oeuvre" gibt bereits Gerüchte von einem Rücktritt des Innenministers Sar- raut und Entlassungen innerhalb der Leitung der französischen Sicherheitspolizei, ja sogar ein Gerücht von einem beabsichtigten Rücktritt des Gesamtkabinetts Doumergue wieder. Doumergue übernimmt einstweilen das Außenministerium. Vari-, 10. ort Weg. Heirat des jetzig. Mädchens solides Mädchen m.gutenZeugn., perfekt in Küche u.Haus, z. l.No- oember ges. oms Neuen Baue 231. 4-Iimmer- Wohnung 1. St., mit Zubehör, in gutem Hause p. baldigst zu vermieten. Schr. Ang. unt. 5903Da.d.G.A. Laden inbest.Geschäfts- lage als Ausstellungsraum auf 5 Monate ab 15. Oktober zuverm. Schriftl. Ang. u. 04898 an d.G. A. j Mietgesuche~| 4-5'31«- Wooiiung ab sofort gesucht. Zahle 30.- RM. demjenig., d.mir einefreiwerdend, geeignete Wohn, nachweist, die ich ermiet. kann. 46oo Bösenberg, techn. Jnspekt.,Gießen, Goethestr. 68III. 3-Zimerwohnung auch in Klein- Linden, gesucht. Schr. Angeb. u. 04884 a.d.G.A. Wer ist auch einsam und möchte sich gebildeter Dame 50erJ., natur- u. kunstlieb.,freund schaftl. anschließ.? Erbitte Zuschrift, u. A.M., hauvi- vostlag. Gießen. Kegelklub sucht für Montagsabends Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Oktober, 15 Uhr, in Assenheim (Oberhessen) statt. _____________________________04*99 Gut möbL Zimmer evtl, mit Balkon bei voller Verpflegung per sofort gesucht. Eilangeb. u. 04883 an d. Gieß. Anz. Zimmer mit Klavier sofort gesucht. Schr.Angeb.unt. 04892 a.d. G.A. j Verkäufe Etagenhaus mit Werkstatt u. Tankstelle f. ied. Handwerk pass.b. klein. Anz.z. verk. Schr. Angeb. u. 04887 and.G.A. Geschäftshaus mit groß. Laden, allerbeste Lage, für 45000- Mk. zu verkauf. Schr. Anfr. unt. 04888 an d. Gieß. Anz. Verkaufe sehr gut erhaltener 6/30 Wanderer- Pers.-Wagen 4-Sitzer, Allwetterverdeck, sehr preisw. Schriftl. Anfrag. U.5901D an den Gtz. Anz. Gelegenheitskauf! Verkaufe wegen Geschäftsaufgabe meineMercedes- Limousine für 350 RM. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. v8»zv Fortzugshalber einNledenneier- zimmer (altmahagoni) tadellos erhalt., eine echte Perser-Brücke 2X1,20 m. billig zu verkauf. 04894 Qntenbergstr.il! lallöogett billigst. tMüßßD C. Nübsamen Fernfvr 3659 Ium ANNlllWIr abzugeb. Bestell, erb. wir v.Postk. DamptsägewerkLol ar B.NuhnA.G.,Lollar. Kohlen Eierkohlen Briketts Koks von nur ersten Zechen empfiehlt H. Trechsler Steinstraße 73. Tel. 3581. 5455D Gut möbliertes I Simmet 1 f. sofort gesucht. Schr.Angeb.unt. 04885a.d. Gieß. Anzeig, erbeten. ; Sucheper fof.ein! Zimmer zu mieten. Schr. Angeb. u. 04886 a.d.Gieß.Anzeig. [Stellenangebote] Keine Ursprungszeugnisse, umbem nur Zeugnis abichriften dem Be werbungsichretben beh legen I — LichtbUdei undBewerbungsunter lagen müssen zur Ber meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! WWssWe (Btoßöaoölung sucht Beitflüfs- tflnone. Es wollen sichnur Herren melden, die seit Jahren mit großem Erfolg in der Kolo- nialw.-Branche tätig find. Schr. Angeb. u. 04890 a. d. Gieß. Anz. Jüngerer taifar für Last- und Personenwagen . für sofort gesucht. • Bedingung guter Wag en pfleg er, • Autoschlosser be- ' vorzuat. • Schr.Angeb.unt. ■ 04853 a. d. G. A. OBERHESSISCHER KUNSTVEREIN Turmhaus am Brandplatz Erich Heckel, Berlin Oelgemälde u. Aquarelle Ruth Schaumann München/Die Dichterin als bildende Künstlerin Beginn: Sonntag, 14. Oktober 1934,11 Uhr 5900 D .... und zum Bauen „____Abermann. Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Alsfeld. Polizeiverordnung zum Schuhe der Bienen. Auf Grund des Art. 64 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, des Art. 37 des Feldftrafgefetzes vom 13. Juli 1904, in der Fassung vom 27. Juni 1923 sowie des Art. 3 der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924, wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Hessischen Staatsministeriums, Ministerialabteilung la (Polizei) und Mini- fterialabteilung le (Landwirtschaft) vom 14. Juli 1934 zu Nr. 1/e 15 864 für den Kreis Alsfeld verordnet: § 1. Zum Schutze der Bienen ist es verboten, arsenhaltige Pflanzenschutzmittel unmittelbar in die offene Obstblüte jeder Art zu spritzen oder zu stäuben. § 2. Bäume, die in einer Entfernung bis zu 100 Meter von Bienenständen stehen, dürfen nur abends nach Beendigung des ^luges nach vorheriger Verständigung des Imkers mit arsenhaltigen Mitteln gespritzt oder bestäubt werden. 8 3. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 150 RM., im Unoermögensfalle mit Haft bis zu 14 Tagen, bestraft. § 4. Diese Polizeiverordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt für den Kreis Alsfeld in Kraft. 5912G m. 237 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) Mittwoch, lv. Oktober 1934 Sie englische presse zum Anschlag in Marseille Opfer eines Zustandes geworden, der allen Europäern gemeinsam ist, weil er auf uns lastet: D e s Zustandes des friedlosen Europa, wie er sich seit Versailles immer wieder in elementaren Ereignissen äußert. Alexander von Jugo- M a dr id, 9. Okt. (DNB.) Madrid ist während des Dienstagsoor- und des frühen -nachmittag Der« hältnismäßig ruhig geblieben. Trotz der dringenden Aufforderung an die städtischen Arbeiter und Angestellten, sich sofort wieder an ihrer Arbeitsstätte einzufinden, wenn sie nicht ihres Arbeitsplatzes verlustig gehen wollten, ist diesem Befehl nur in sehr beschränktem Maße Folge geleistet worden. Straßenbahnen wie Autobusse verkehren nur teilweise und nicht mit eigenem Personal. In Barcelona soll vollständige Ruhe herrschen und die Arbeit ihren normalen Fortgang nehmen. Auch Schießereien sind hier nicht mehr vorgekommen. In A st u r i e n und im Baske nlnnd dagegen setzt sich der Feldzug der Truppen gegen die Aufständischen fort. In San Sebastian konzentrierten sich die Rebellen im Armenviertel, wurden von Polizeikommandos und Militär angegriffen und mußten sich nach hartnäckigem Kamps ergeben. In Gi j o n ist der Kreuzer „Jaime I" Gesittung betrachtet. Mit diesem aufrichtigen menschlichen Mitgefühl hat Deutschland auch die Nachricht von dem Ableben des französischen Außenministers gehört und weiß den Schmerz der französischen Nation zu würdigen. Unter der Ueberschrift: „Im Dienst gefallen" erklärt die „K r e u z z e i t u n g": Die Schüsse von Marseille werden überall in der Welt ein weit- lhallendes Echo wecken. König Alexander und Louis 'Barthou, beide gute Patrioten und sorg- ffältige Sachwalter der Geschicke ihrer Länder, haben ein jähes Ende gefunden. Ach- ttung und menschliches Mitgefühl gebührt den Män- mern, die im Dienst Opfer eines verbrecherischen An- ffchlages wurden. König Alexander war ein moderner M o n a r ch der mit Zielbewußtsein und Energie sein Land durch die Krisen der Nachkriegszeit steuerte. Ungeachtet der Schwierigkeiten seiner Aufgabe hat er es verstanden, im Sinne einer neuen Zeit seinem Lande die autoritäre Regierungsform zu geben, die Südslawien zu einem in sich gefestig- ren Staatswesen und zu wirtschaftlichem Aufstieg zu führen versprach. Er war in er st er Linie Soldat, und als Soldat ist er auf vorgeschobenem Posten gefallen. — Seit über 40 Jahren arbeitete Louis Barthou an verantwortlicher Stelle für Frankreich. Ueber alle Gegensätze hinweg wird angesichts seines tragischen Tndes gerade ihm das deutsche Volk das menschliche Mitgefühl nicht versagen. Die deutsche Nation hat ein feines Gefühl für den Begriff: „Dienst am Staat" und verleiht die- ern Gefühl an seiner Bahre aufrichtigen Ausdruck. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die böse Tat wird von der ganzen zivilisierten Welt verurteilt. Unser aufrichtiges Beileid gilt den Angehörigen der Toten wie ihren Völkern. Jugoslawien hat einen klugen London, 10. Okt. (DNB. Funkspruch). Die Londoner Presse verurteilt einhellig das „abscheuliche Verbrechen von Marseille". Die Aeußerungen der Presse zeugen von den Bemühungen, die Lage kaltblütig zu beurteilen. Im „Daily Telegraph" heißt es, die politische Bedeutung des Verbrechens bestehe darin, daß eine Partei Rache g e ü.b t habe an einem König, der sein Land mit starker Hand gelenkt und sich dabei Feinde gemacht habe. Dies könne den Abscheu vor der Untat nicht verringern, aber vielleicht ihre Folge für Europa mildern. Die Hoffnung, daß die mutige und staatsmännische Führung des Königs zu einer besseren Der- ständigung zwischen Frankreich, Italien und Südslawien führen würde, sei vernichtet worden. „Time s" schreibt, für König Alexander war der Thron kein Bett von Rosen. Die Schwierigkeiten mit Italien hätten kein Ende genommen. Keinem seiner Minister sei es gelungen, die orthodoxen Serben mit ihren Balkanüberlieferungen und die römisch-katholischen Kroaten und Slowenen zu vereinigen. Er habe wiederholt bewiesen, daß er kein Chauvinist gewesen sei. Seine letzte, der Name des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen in die Bezeichnung Königreich Süd- flawien umgeändert worden war. 1933 begann Alexander sich praktisch mit der Balkanpolitik zu befassen. Er besuchte den König von Rumänien, König Boris von Bulgarien und war bei Kemal Pascha in Istanbul. Die Reise stand unter dem Leitspruch: „Der Balkan den B a l k a n v ö l k e r n". Sie hatte eine Anzahl von Friedens- und Freundschaftsverträgen zur Folge, darunter den am 9. Februar 1934 abgeschlossenen Balkanpakt. Als im Juni 1934 Sowjetrußland von der Tschechoslowakei und Rumänien anerkannt wurde, schloß sich Südslawien diesem Schritt nicht an. Im Jahre 1922 hatte König Alexander sich mit Maria, der zweiten Tochter König Ferdinands von Rumänien, aus dem Haufe Hohenzollern- Sigmaringen, vermählt. Dieser Ehe sind drei Söhne entsprossen. Der älteste Sohn, Kronprinz Peter, wurde am 6. September 1923 geboren, Prinz To- mislaw 1928 und Prinz Andrey 1929. s Vatthous politische Laufbahn. Außenminister Barthou, der dem Anschlag in Marseille züm Opfer gefallen ist, hat eine lange politische Laufbahn hinter sich. Er war 1862 im Departement Basses-Pyrenes geboren und trat sehr jung in die Politik ein. Er studierte Rechtswissenschaften und wurde bereits 1889, nachdem er früher in verschiedenen Provinzialversammlungen eine politische Rolle gespielt hatte, zum ersten Male i n d i e Kammer gewählt, der er unaufhörlich bis zu seiner Wahl in den Senat angehörte. Bereits in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts bekleidet er mehrere Ministerposten und wurde 1913 Ministerpräsident. Als solcher wirkte er für die Einführung der dreijährigen Dien st zeit. Während der Kriegszeit trat er als Minister ohne Portefeuille in das Kabinett Painleve ein und war später im siebenten Kabinett Briand Kriegsmini st er. Auch fast allen übrigen Regierungen gehörte er zumeist als Justizminister an. Eine besondere Rolle spielte er als Nachfolger Dubois' in der Reparationkommission. In den Kabinetten Poincare von 1926 bis 1929 wurde er erneut Justizminister und behielt diesen Posten auch im Kabinett Briand bei. Seine Tätigkeit als A u ß e n m i n i - st e r im Burgfriedenskabinett Doumergue ist hinreichend bekannt. Er hat versucht, der französischen Außenpolitik eine völlig andere Richtung zu geben. In seine Zeit fällt der Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund, den er mit allen Mitteln betrieben hat. vor Anker gegangen und hat Truppenabteilungen dort ausgeschifft, die sich zur Verstärkung der vor Oviedo zusammengezogenen Truppen nach dort in Marsch gefetzt haben. Es heißt, daß die .Regierungstruppen im Begriff sind, in Oviedo einzumar- schieren. Die Gefühllosigkeit der Aufständischen kommt u. a. darin zum Ausdruck, daß Angehörige des Roten Kreuzes, das seine aufopfernde Arbeit auf beiden Seiten tun wollte, von den Rebellen beschossen wurde. Azana verhaftet. Madrid, 10. Okt. (DNB.) In der ersten Morgenstunde traf die Meldung ein, daß der frühere spanische Ministerpräsident Azana, der gelegentlich des katalanischen Aufstandes zum Präsidenten der beabsichtigten spanischen föderativen Republik ausgerufen wurde, in Barcelona zusammen mit dem Syndikalistensührer Angel P e st a n a und einem Hauptmann der Armee verhaftet worden ist. slawien wird in die Geschichte als der Fürst eingehen, der aus seinem Reich den st arten Einheitsstaat machen wollte und mußte, weil nur so das stolze Programm Aussicht auf Erfolg verhieß, das er in das Königswort: „Der Balkan den Balkanvölkern" eingekleidet hat. Für das neue Deutschland bedeutet sein Tod den Verlust eines Freundes. Das Echo in Italien. Rom, 9. Okt. (DNB.) Die Nachricht von der Ermordung König Alexanders versetzte die gesamte Oeffentlichkeit in heftige Erregung und Bestürzung. Die Zeitungen gaben in den späteren Abendstunden Extrablätter heraus. Das„Giornale d'Jtalia" bringt über die ganze erste Seite einen ausführlichen Bericht über das Marseiller Attentat. Im Nachruf für König Alexander und Barthou heißt es u. a.: Das gesamte italienische Volk verabscheue einmütig dieses doppelte politische Verbrechen, für das es keine Rechtfertigung geben könne. Der Abscheu wende sich in erster Linie gegen die Ermordung König Alexanders. Die p o - litischen Unstimmigkeiten mb nationalen Konflikte, die die Beziehungen zwischen Italien und Südslawien trübten, hätten in der Seele des faschistischen Italiens nicht im mindesten das Gefühl menschlicher Humanität und Solidarität sowie einer loyalen P o - litik abzuschwächen vermocht. Das politische Verbrechen sei stets roh und nutzlos. Es löse die Probleme nicht, sondern bringe nur die Kreise in Verwirru n g, in denen ihre natur- Berliner Pressestimmen znm Attentat von Marseille „Märtyrer einer neuen europäischen Gesittung." Wiederherstellung der Ordnung in Gpanien. Hoch immer heftige Kämpfe in Asturien und im Baskenland. Berlin, 10. Okt. (DNB.) Die Berliner Preste i Monarchen, Frankreich einen klugen. Außenminister gibt ihrem Abscheu über das Verbrechen Ausdruck.! verloren. Wenn die Tragik des Schicksals diese bei- Der „Völkische Beobachter" schreibt: Er-1 den Männer jetzt im Tode vereint,^ so sind sie die schüttert steht heute die Welt vor den furchtbaren Folgen des verbrecherischen Attentats von Marseille. Die jugoslawische Nation hat durch dieses Verbrechen ihren König verloren, das französische Volk steht an der Bahre seines Außenministers. Auf- richtiges Mitgefühl erfüllt das ganze deutsche Volk, das über der reinen Politik niemals das Bedürfnis nach menschlich-persönlichen Beziehungen zu unterdrücken gewillt ist. In Jugoslawien trauert ein Volk um feinen König, der in unermüdlicher, zielbewußter Sorge für das Land gewirkt hat und es verstand, feinem Staat auch in den Jahren der schweren europäischen Krisen eine ruhige Entwicklung zu sichern. Mit Jugoslawien aber muß ganz Europa voll Teilnahme an der Bahre dieses Königs stehen, dessen oberstes politisches Ziel es war, den Frieden zu wahren. In allen Fragen der jugoslawischen Politik zeigte sich König Alexander bemüht um die Schaffung wirklich dauernder Friedensverhältnisse zwischen den Völkern; diese staatsmännische Weitsicht machte den König von Jugoslawien zu einem Bürgen ruhiger europäischer Politik, der abseits von aufgeregten politischen Kombinationen, sein Land zu einem starken und in sich selbst ruhenden Machtfaktor gestaltete. — Selbst tödlich verletzt hatte sich der französische Außenmini st er noch um den sterbenden König bemüht. Kurze Zeit, nachdem König Alexander gestorben war, verschied auch Barthou. Wir glauben im Sinne des französischen Volkes zu sprechen, wenn wir erklären, daß gegenüber einem derartigen furchtbaren Verbrechen das ganze seiner selb st bewußte Europa in einer Front st e h t und die Opfer dieses Verbrechens ungeachtet vorher ausgetragener politischer Gegensätze a l s Märtyrer einer neuen europäischen liche und gerechte Lösung zu finden fein müßte. Zum Tode Barthous heißt es u. a., mit Barthou sei, für das italienische Volk nicht nur ein wertvoller Diener der französischen Interessen, sondern auch ein erprobter und wohlwollender Freund Italiens verloren. Die italienische Nation habe die diplomatische Tätigkeit Barthous, die einer Annäherung Italiens und Frankreichs gegolten habe, stets hochgeschätzt und neige sich in Trauer vor seiner Bahre. Das Leben Alexanders. König Alexander wurde 1888 in Cetinje als zweiter Sohn des nachmaligen Königs Peter Karageorgewitfch geboren. Seine erste Ausbildung genoß er im russischen Kadettenkorps. 1909 wurde Alexander zum Thronfolger ausgerufen, nachdem fein älterer Bruder Georg abgedankt hatte. Von nun an widmete er sich vor allem der Armee. Im ersten Balkankriege 1912 übernahm er das Kommando der Ersten serbischen Armee und siegte in der Schlacht von Kumanovo. Als König Peter schwer erkrankte, übernahm Alexander am 24. Juni 1914 d i e Regentschaft. Nach dem Tode seines Vaters bestieg er im Jahre 1921 als König der Serben, Kroaten und Slowenen den Thron. Er leistete am 29. Juni 1921 den Eid auf die Verfassung, die er am 6. Januar 1929 außer Kraft setzte. Mit Hilfe des Kabinetts Z i v k o w i t f ch führte er die absolute Regierungsform ein. Die konstitutionelle Regierungsform wurde im September 1931 jedoch wieder eingeführt, nachdem bereits am 3. Oktober 1929 so verhängnisvolle Reife habe den Zweck gehabt, mit feinen französischen Verbündeten die Voraussetzungen für bessere Beziehungen zu Italien als einer unvermeidlichen Vorbedingung für die französisch-italienische Verständigung zu erörtern, von der soviel abhänge. Barthou habe sich mit Eifer an die Aufgabe gemacht, die Bündnisse und Verständigungen mit anderen Staaten des europäischen Festlandes wieder herzustellen, die sozusagen etwas baufällig geworden seien. Das Mitgefühl mit den Franzosen werde allgemein sein, daß Barthous Einfluß gerade in diesem Augenblick, wo er im Begriffe war, die langwierigen Meinungsverschiedenheiten zwischen seinem Lande und Italien zu schlichten, so unbarmherzig aus der europäischen Diplomatie entfernt worden fei. „Du große Zarin." Lichtspielhaus. Der Film, der sich bisher häufig genug und immer bann, wenn der Ideenreichtum des Gegenwärtigen nicht ausreichend erschien, großer histo- ischer Ereignisse entsann, ging eigentlich sehr lange up dem hochdramatischen, in steiler Kurve zu phan- mstischer Höhe ansteigenden Lebensweg der Zarin Katharina II. vorüber. Die Amerikaner haben es n un aber doch unternommen und sind dabei ihren mimischen Traditionen in allen Stücken treu gerieben. Man mag es vielleicht einen Augenblick lang bedauern, daß das Schicksal der deutschen Vrinzessin Friederike Sophie aus dem Hause Anhalt- Zerbst nicht zuerst in einem deutschen Film seinen künstlerischen Niederschlag gefunden hat, man wird (her hoffen, daß sich die deutsche Filmkunst auch inmal des Themas annimmt, dabei vielleicht aus hem amerikanischen Werke lernt und manches besser nacht, als es die Amerikaner machen konnten, die loch den europäischen Kulturkreisen — insbesondere lenen der Vergangenheit — ferne standen und vielleicht immer stehen werden. Das bedeutet nicht (troa, daß der Film „Die große Zarin , der seit ceftern im Lichtspielhaus läuft, nicht einem großen § unstwerk gleichzuachten wäre. Nur wird der Film, botz seines bisherigen starken Erfolges tn Deutjch- Imb, von vielen Besuchern mit einem ganz be- fnmmten seelischen Abstand betrachtet worben sein tmb betrachtet werben. Daran finb nicht zuletzt verschiedene äußere um- hänbe schulb. Der Film, ber in seiner Original’ assung läuft (an sich ein großer Vorzug), iöht die Darsteller in einem amerikanischen Englisch fp^ch^ unb bie deutsche Sprache erscheint nur im Schnst- tilb, bas jeweils in bas eigentliche Bilb eingefügt iüt. Ein zweiter manchmal heftig ftörenber Umftanb itt die Prachtentfaltung, die weit über das uns csmäße Dorstellungsvermögen hinausgeht. Die ) aramvunt-Film-Gefellschaft hat sich nur in einer Einsicht Beschränkung auferlegt: im Stofflichen. Der siilm schildert bas Leben ber beutschen Prinzessin nur bis zu ihrer Krönung zur Herrscherin über alle Reußen. So erlebt man in ausführlicher Schilberung die Situation am herzoglichen Hofe zu Anhalt-Zerbst ir den Tagen schwerwiegender Entscheidungen, die Werbung durch den Kurier des Großfürsten, den Dschied der Prinzessin und die biederen Errnah- mngen des Herzogs, ihres Vaters (hier bedauert Iran wohl am meisten den klanglichen Ausfall der brutschen Sprache), bann bie Reise, den Empfang in Moskau, bie Gegenüberstellung mit ber Zarin Katharina I. unb bem Großfürsten. Man erlebt ferner bie prunkvolle Hochzeit unb bann bas allmähliche Sichhineinfinben ber Prinzessin in bie Sitten am russischen Hofe. Die Höhepunkte bilben bas historische Bankett, bei bem Katharina II. und Zar Peter III. zum letzten Male gemeinsam am Tische sitzen, die Ermordung des Zaren sowie die Ergreifung der Macht durch die Zarin. Viele der sich ergebenden hochdramatischen Szenen sind mit wirklicher Meisterschaft und ausgefeilter Technik gestaltet. Einzigartig fein die Szene der väterlichen Ermahnung durch den Herzog, fast dämonisch das erste Auftreten des wahnsinnigen Großfürsten, und vollkommen in ihrer Wirkung die heftigen herrischen Auftritte der alten Zarin, die keinen Hehl daraus macht, daß sie von der Großfürstin nur den Thronfolger, die Sicherung der Dynastie, erwartet. Fast verwirrend durch die Prachtentfaltung ist die Schilderung der Trauung in der Kathedrale zu Kasan (durch eine großangelegte chorische Untermalung zu starker Wirkung gesteigert) und ebenso die des Hochzeitsmahles, aus dem eine tatsächliche-und eine filmische Orgie wurde. Der Film wird im gleichen Geiste würdig beschlossen durch den stürmischen Ritt der Zarin und ihrer getreuen Kosaken, durch den Ritt über Gänge und Treppen des Kremls direkt in den Thronsaal. Daß die aus der Handlung sich ergebenden Liebesszenen mit allem Raffinement gestaltet wurden, kann fast als Selbstverständlichkeit gewertet werden. Die Regie (Josef von Sternberg) hat zweifellos das Aeuherste getan. * Die Darstellung entspricht völlig dem Charakter des ganzen Filmes. Marlene Dietrich verkörpert die Zarin Katharina II. Ihre universellen schauspielerischen Fähigkeiten machen sie zum geistigen Mittelpunkt. Von der Darstellung des beim ersten Anblick des wahnsinnigen Großfürsten zu Tode erschrockenen Kindes bis zur Verkörperung der triumphierenden alleinigen Herrscherin ist ihr jede Nuance des Ausdrucks möglich. Ihre künstlerische Meisterschaft ist unbestreitbar. Starken und überzeugenden Eindruck macht Louise Dress e r als Zarin Katharina I., besonders in den bereits erwähnten herrischen Szenen. Sam I a f f e hat die schwere Aufgabe, den halbidiotischen Großfürsten Peter darzustellen, und er tut es mit überraschendem Geschick. Als Kurier und Vertrauter am Hofe, als selbstsicherer Verführer und Lebenskunstler hat John L o d g e eine dankbare Rolle, der er stets gerecht wird. Ruthelma Stevens als die leidenschaftliche Vertraute des Großfürsten, als i Gegenspielerin der zweiten Katharina und intrigante Spekulantin auf die Würde der Zarin, weiß ihrer Rolle einen starken dämonischen Zug zu geben. Erwähnenswert der würdige Archimandrit von Davison Clark, C. Aubrey Smith und Olive Teil als die Eltern der deutschen Prinzessin und der schneidige Kapitän Orlosf von Gavin G o r d o n. Die Photographie arbeitet mit einer überraschen- ben Fülle von neuartigen Effekten und bewegt sich auf beachtlicher künstlerischer Höhe, die Ausstattung ist in jeder Szene phantastisch und überschreitet alle Grenzen; die Musik läßt an Leidenschaftlichkeit nichts zu wünschen übrig. Angeregt, etwas verwirrt vom Tempo und der Vielfalt der Erscheinungen, insgesamt aber gut unterhalten, verläßt man das Lichtspielhaus. N. ©er Zufall als Detektiv. Ein Zusammentreffen, das ohne Beispiel in der Geschichte der Kriminalistik ist, hat zur Entdeckung zweier geheimnisvollen Morde in dem englischen Ort Brighton geführt, wobei die Leiche des Opfers in einem Koffer verborgen war. Solche Verbrechen sind an und für sich schon selten, aber daß zwei derartige Fälle sich innerhalb weniger Tage in derselben Stadt ereignen, und daß man durch die Nachforschungen nach der einen Untat auf die Spur der anderen geführt wird, ist eine Verkettung von Umständen, die kein Verfasser von Kriminalromanen ersinnen dürfte, ohne sich den Vorwurf der Unglaubhaftigkeit zuzuziehen. Solche Zusammentreffen spielen manchmal eine rätselhafte Rolle Der Fall des Deutschen Oskar Slater wird in die Erinnerung zurückgerufen, der wegen Ermordung einer alten Dame, Miß Gilchrist in Glasgow, zum Tode verurteilt wurde, 16 Jahre im Zuchthaus faß, und dann nach Wiederaufnahme des Verfahrens, für die besonders Conan Doyle eingetreten war, für unschuldig erklärt, freigelaffen und mit 120 000 Mark entschädigt wurde. Die 82jährige Miß Gilchrist, die viele Juwelen besaß und sich stets vor Ermordung fürchtete, war an einem dunklen Dezemberabend, als sie zwanzig Minuten in ihrer Wohnung allein blieb, getötet und ihrer Schmuckfachen beraubt worden. Slater wurde nun im Besitz eines Pfandscheines auf eine halbmondförmige Diamantenbrosche gesunden, die in der Liste der geraubten Sachen aufgeführt war. Der Zeuge behauptete m ihm den Mann wiederzuerkennen, der nach dem Mord aus der Tür kam. Seine Schuld schien klar. Aber im Wiederaufnahmeverfahren konnte nachgewiesen werden, daß Slater die Diamantenbrosche, das Hauptbeweisstück, schon mehrere Tage vor der Ermordung der Miß Gilchrist verpfändet hatte und nur ein merkwürdiges Zusammentreffen von Umständen ihn schuldig erscheinen ließ. Ein Verbrechen, das ebenfalls großes Aufsehen erregte, war die Ermordnung von Harriet Staunton. Das Verbrechen wäre wohl nicht entdeckt worden, wenn nicht zufällig ihr Schwager, der sich um die Schwägerin nie viel gekümmert hatte, bei einem Drogisten etwas gekauft hätte. Als er in dem Laden wartete, kam ein junger Mann aufgeregt herein und erkundigte sich, wo er einen Todesfall anzeigen könne. Das Wort „Cudham", das dabei fiel, ließ den Schwager aufhorchen. Denn er hatte kürzlich gehört, daß dort Harriet Staunton lebte. Sein Argwohn war wach geworden, und er nahm nun die Verfolgung der Angelegenheit auf, mit dem Ergebnis, daß der Ehemann Staunton und ein Mädchen namens Alice Rhodes, die die Nachfolgerin von Harriet werden wollte, als Mörder entlarvt wurden. Da Staunton sich sofort nach dem Morde von einem Arzte ordnungsmäßigen Todesfchein verschafft hatte, wäre die Ueberführung sicherlich nicht gelungen, wenn nicht der Schwager zufällig das einzige Wort „Cudham" gehört hätte. Auch in einer Lebensbeschreibung des großen englischen Schauspielers K e a n wird eine seltsame Geschichte erzählt. Er sollte die Rolle eines Unschuldigen spielen, der des Mordes beschuldigt wird, und zerbrach sich den Kopf darüber, wie ein solche Anschuldigung wirken müsse. Würde der Unschuldige entrüstet aufbegehren, würde er die Farbe wechseln, Verwirrung zeigen? Der Schauspieler sprach darüber mit zwei guten Freunden, und sie beschlossen, die Sache durch einen praktischen Versuch zu entscheiden. Als angebliche Detektive begaben sie sich zu einem ihnen persönlich unbekannten, angesehenen Bürger, dessen Charakter und Ruf ihn über jeden Verdacht eines Verbrechens erhaben erscheinen ließen. Als sie sich des Abends in seinem vornehmen Hause melden ließen, empfing sie der Herr mit höflicher Zurückhaltung. Kean ging mit schnellen Schritten auf ihn zu und sagte mit seiner tiefen, packenden Stimme: „Mister Blank, wir sind Detektive, und wir haben einen Haftbefehl gegen Sie wegen Mordverdachts!" Nach diesen Worten blickte er gespannt in das Gesicht des Angeschuldigten, um das Notige für feine Rolle zu bevbach- ten.Aber der andere drehte sich fpornstreichs um und lief fort. Er halte fünf Jahre vorher seine Frau ermordet, ohne daß der geringste Verdacht auf ihn gefallen war. Deswegen wandte er sich nun zur Fluchk. IHMUH Wirtschaft hlli 1. 2. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. TN. ‘J-ranqurt a. JJi. 4>ern.i 95,13 80,75 132,5 101,75 | 101,75 Ungartjche Note» Serie l 81 8 Die hinter den Papieren 82,25 94,25 101,75 95,25 93 105,75 94,25 95,13 93,25 100 94,25 94,25 95 93 95,5 93,5 99,9 119 76,25 76 85,75 110,25 64,5 105,9 119 75,5 76,25 86,25 109,25 64,65 106,5 76,25 150 118,5 76,25 76,5 95 93,5 100,65 95,25 93,25 94 106 93,65 93,65 94,5 95 95,25 93,75 100,20 106 93,75 29,13 143,5 103,75 120,25 79,75 109,75 100 92,5 143 29 143 104,5 119,5 77,5 109,5 100 93,75 143,5 124 63,5 65 49 67,5 50,5 61,65 34,25 220 131,13 62 64,25 48 67 50,5 59,5 34 215,5 168 131 108,5 64,65 129 49 67 123,5 50,4 61,5 90,5 34 219 131,25 109 62,5 128,5 48 66.75 124,5 50 59,75 88,25 33-5 216,5 168 131 30,25 190,5 62,57 81,21 33,92 86 109,25 65,4 107 29 143 104 120 77,25 109,75 100 94 143,5 124 105,75 93,65 93,65 94 94,25 94,25 94,25 101,75 L Mt Auern )nn - Mchc 29,25 143,65 103,75 120 79,25 110 ' 100 92,75 143 122,9 86 109 65,5 107 76,5 152 119,13 76,75 75,9 94,25 94,25 7,5 7,4 14,65 2,446 58,25 54,17 12,12 16,41 168,70 21,41 60,96 1,75 133 29,25 7,8 7,45 7,5 14,9 Buenos Ai re. Brüssel..... >Rto de Jan. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelfingforS.. Pari» ...... Holland .... Italien..... Javan...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... Oer Kartoffelpreis in den Kreisen Gießen, Büdingen Friedberg und Usingen. ton n dhteti d Wen Min Erzeugers. Für Speisekartoffeln zu Einkellerungszwecken a) für die Lieferung nach Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden 3,50 bis 29,25 1,4 7,8 7,45 7,4 14,75 7,95 7,45 7,4 14,9 W MI 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/t% desgl. von 1913.......... 6% abgcst. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Der Bezirksbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln innerhalb der Kreis- bauernschaft Oberhessen-West hat im Einvernehmen mit dem Gebietsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln in der Landesbauernschaft Hefsen-Rassau für die Kreise Gießen, Büdingen, Friedberg und Usingen folgende Kartoffelpreise festgesetzt: " Im Großhandel für Speisekartoffeln für weißfleischige 2,50 RM. für gelbfleischige 2,70 „ je Zentner ab Hof bzw. frei Bahnstation des 4 RM.; b) für die Lieferung nach den Kreisstädten und nach Bad Homburg, Vilbel, Bad-Rauheim, Nidda und Butzbach 3,40 RM. c) für alle übrigen Orte 3,20 „ je Zentner frei Keller. Für die Verkäufe unter 1 und 2a sind Schlußscheine auszustellen. Oie Erzeugermindestpreise für Hühnereier. (LPD.) Die Erzeugermindestpreise für Hühnereier werden mit Wirkung vom 8. Oktober auf Grund der 2. Verordnung über die Regelung des Eiermarktes vom 3. Mai 1934 im Einvernehmen mit dem Reichskommissariat für die Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft für das Wirtschaftsgebiet des Eierverwertungsverbandes Hessen auf 1,45 Mark je Kilogramm festgesetzt. Der Preis versteht sich ab Hof des Erzeugers. Der festgesetzte Preis ist Ver- BuderuS ................... o Deutsche Erdöl ..............4 Gelsenkirchener..............o Sarpener...................o oesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klvcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhren........0 Woran arbeiten die deutschen Monomen? Oie Eroberung des Sestirnraumes. — Ein Gespräch mitprofeffor Or. Guthnik. Von Kurt pastenaci. Vergstation bei Sonneberg in Thüringen auf dem 640 Meter hohen Erbesbühl, und zwar durch halbautomatische Ueberwachungskameras. Die Aufnahmen reichen bis zu den Sternen 13. oder 14. Große. Wie liegen die klimatischen Verhältnisse und die sich daraus ergebenden Beobach- tunqsmöalichkeiten in Deutschland? „Äir haben im Durchschnitt etwa 120 Nachte im Jahr, die für Beobachtungszwecke klar genug sind. Das westliche Nordamerika ist uns in dieser Beziehung weit überlegen, denn in Kalifornien z. B. hat man 280 bis 300 solcher Nächte. Noch besser ist Südafrika dran, wo vielleicht 330 Nächte im Jahr Beobachtungen zulassen. Seit Jahren haben wir deshalb den Plan, eine astronomische Station auf der Südhalbkuqel unserer Erde zu errichten. Ich habe 1929 Südwestafrika bereist und bei Windhuk besonders günstige Verhältnisse zur Errichtung einer Sternwarte festgestellt. Eine solche Station braucht nicht nur fließendes Wasser, sondern auch elektrischen Strom und nach Möglichkeit auch Gas, ist also an Städte gebunden. Haben sich nicht politische Schwierigkeiten für die Errichtung einer solchen Station ergeben? „Nein, im Gegenteil, die Bürgermeister südafrikanischer Städte auch in der eigentlichen Union rissen sich förmlich um uns. Auch die finanziellen Schwierigkeiten sind eigentlich nicht bedeutend, penn zur Errichtung einer solchen Sternwarte reichen fürs erste 50 000 bis 100 000 Mark aus. Es wäre außerordentlich zu begrüßen, wenn sich der Plan verwirklichen ließe, und zwar sollte es eine Reichs st ernwarte sein, die den Astronomen aller deutschen Sternwarten zugänglich ist. Die Bedeutung einer solchen auf der südlichen Halbkugel für die deutsche astronomische Wissenschaft geht nicht nur aus dem Unterschied zwischen der Zahl der klaren Nächte hervor — 120 in Deutschland gegen 330 in Südafrika —, sondern vor allem daraus, daß von der Südhalbkugel aus der Hauptteil des Milchstraßensystems sichtbar ist. Die Amerikaner, haben dort unten nicht weniger als vier Stationen. Es würde für die deutsche Astronomie von entscheidender Bedeutung sein, wenn die jetzige Regierung, die sich übrigens uns gegenüber sehr aufgeschlossen zeigt, die Errichtung einer Sternwarte in Windhuk ermöglichen würde." Ein Gang durch die Babelsberger Sternwarte mit ihren riesigen Kuppeln und mächtigen Instrumenten, die sich spielend leicht bewegen lassen, bringt nach den sozusagen nüchternen Feststellungen des Professors wieder den Zauber des Geheimnisvollen dieser Wissenschaft. Dabei zeigte der liebenswürdige Direktor unter anderem auch die eigene W e r k st ä t t e, in der die Sternwarte sich einen Teil ihrer Instrumente selbst herstellt. 0.648 58.29 0,206 3,053 54,21 81.36 12,145 5,365 16,43 168,78 21,49 0,710 5,706 61,00 49,05 | 11,01 62,61 81,23 33,98 10,39 2,478 ■J W A.E.G......................0 Bekula.....................o Elettr.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 Felten & Guilleaume......... o Gesellfch.f.Elektr.Unternehmun^ 6 Rheinische Elektrizität ........ 5 Schuckert L Co...............6 Siemens L Halske............7 LahmeyerLGo............. io Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Grihner....................Ol — [ Mainkraftwerke Höchst a.M..„ 4 79,25 Süddeutscher Zucker.........8| 190,5 I Wahrlich eine „engere" Heimat! Aus Amerika kommt die Nachricht, daß dort eine R i e f e n l i n f e für astronomische Zwecke gegossen wird. Hat eine solche wirklich so große Bedeutung? „Es handelt sich wohl nicht um eine Linse, sondern um einen Spiegel. Die Mount-Wilson-Stern- warte besitzt schon zwei der größten mit 1,50 Meter und 2,50 Meter Oeffnung. Unser Babelsberger Spiegel von 1,25 Meter gehört ebenfalls zu den größten, die heute benutzt werden. Mit dem geplanten großen Spiegel lassen sich noch weit schwächere Sterne und Nebenflecken heranholen und genauer erforschen, ist doch eine der wichtigsten Aufgaben gegenwärtig die Bestimmung der Radialgeschwindigkeiten der fernsten Spiral n e b e I, also der Geschwindigkeiten, mit denen diefe„sich von unserm System der Milchstraße entfernen." Woran arbeiten die deutschen Sternwarten gegenwärtig besonders? „ „An dem sogenannten „neuen Zoneunternehmen , d.h. an der Wiederholung der genauen Ortsbestimmung von etwa 150000 Sternendes Nordhimmels zur Ermittlung ihrer Eigenbewegungen. Dieses Zoneunternehmen ist nach Deklinationszonen unter eine Reihe von Sternwarten verteilt, und zwar Berlin-Neubabelsberg, Bonn, Breslau, Hamburg-Bergedorf, Heidelberg und Leipzig. Außerdem ist noch die russische Hauptsternwarte in Pulkowo bei Leningrad beteiligt. Die Sternwarte in Bonn z. B. nimmt die südlichste Zone photographisch auf, die Sternwarte in Hamburg- Bergedorf den mittleren Teil des Himmels und die russische Sternwarte in Pulkowo die Pol-Kalotte, d.h. die Sterne um den Nordpol des Himmelsgewölbes herum. Außer den photographischen Aufnahmen werden Ortsbestimmungen also mit dem Auge ausgewählter Sterne, die möglichst gleichmäßig über den Himmel verteilt sind, an Meridianinstrumenten ausgeführt. Das über mehr als vier Jahre sich erstreckende visuelle Beobachtungsprogramm wurde von den genannten deutschen Sternwarten übernommen. Vorn Staat und von der Notgemeinschaft für deutsche Wissenschaft sind für dieses große Kulturwerk zusätzliche Mittel von weit über eine halbe Million Mark zur Verfügung gestellt worden." — Der aus diesen Beobachtungen abgeleitete Katalog der genauen Oerter von etwa 150 000 Sternen soll bis 1940 fertiggestellt werden. Wie kommt es, daß gerade eine russische Sternwarte so eng mit deutschen zusammenarbeitet? „Die Sternwarte von Pulkowo ist mit der deutschen Wissenschaft durch eine lange Tradition verbunden. Ihr Gründer war der Deutsche Wilhelm Struve. Sein Sohn Otto folgte ihm als Direktor der Sternwarte. Sein Enkel Hermann Struve war hier in Babelsberg mein Vorgänger." Erfolgt eine ständige Ueberwachung des Himmels? „Ja. Das ist eine der besonderen Aufgaben der Sternwarte Berlin-Babelsberg. Diese beständige photographische Ueberwachung des Himmels erfolgt durch Aufnahmen von je einer halben oder ganzen Stunde Belichtung in, den klaren mondscheinlosen Nächten, teils in Neubabelsberg, teils in unserer Ausführungen im Börsenprospekt 0,50 v. H. höher, Scheideanstalt blieben zu 215 v. H. unverändert. Am Elektromarkt traten Schuckert (plus 1,75 0. H.) etwas hervor, auch Siemens, Gesfurel, AEG. und Licht & Kraft fanden bei leicht erhöhten Kursen etwas Interesse. Dagegen blieben Felten von der Mitteilung über gute Beschäftigung unberührt, vielmehr gaben sie auf die Tatsache des schwachen Exportgeschäftes um 1,50 v. H. nach, Bekula gingen um 0,75 v. H. zurück. Der Montanmarkt lag bei wenig veränderten, aber meist geringfügig höheren Kursen fast ohne Umsatz, Mannesmann zogen 0,75 v. H. an. Weiter fest lagen erneut Reichsbankanteile mit plus 2 0. H.» während Bank für Brauindustrie trotz der bprozen- tigen Dividendenerklärung 1,50 v. H. verloren. Schiffahrts- und Zellftoffaktien lagen behauptet, Daimler 0,50 v. H., AG. für Verkehr 0,75 v. H. freundlicher. Von Valutapapieren gaben AKU. abermals 1 v. H. nach, auch Chade wurden schwacher genannt. Am Rentenmarkt blieb das Geschäft im Verlaufe ruhig, doch lagen die Kurse zumeist auf Anfangsniveau, nur Kommunal-Umschuldung bröckelten etwa 0,25 v. H. ab. Am Pfandbriefmarkt hat die Nachfrage merklich nachgelassen und hier und da ergaben sich leichte Abschwächungen. Liguidationspfandbriefe gaben überwiegend von etwa 0,25 bis 0,75 v. H.^ nach. Kommunal-Obligationen hielten sich etwa behauptet. Stadtanleihen waren allgemein angeboten und bis zu 1 v. H. niedriger. Für Jndustne-Obli- gationen erhielt sich noch verschiedentlich Interesse. Am Auslandsrentenmarkt lagen Schweizer Bundes-^ bahnanleihen 2 bis 3 v. H. schwächer, auch Mexiko-y ner bröckelten ab. Der Aktienmarkt war später meist etwas freund-1 kicher, Farbenindustrie zogen bis auf 143 an, 1 bröckelten aber dann auf 142,75 v. H. ab, Bekula ■? und Geffürel zogen etwas an. Niedriger lagen andererseits u. a. Deutsche Linoleum (— 1,65 0. H.) unb Felten minus 0,50 v. H. Abendbörse: ruhig. Die Abendbörse hatte ganz allgemein nur kleine 1 Umsätze aufzuweisen. Lediglich am Rentenmarkt war das Geschäft in manchen Werten später etwas | belebt, wobei Kommunal-Umschuldung und Altbesitz j je 0,13 v. H. anzogen. Späte Reichsschuldbuchforde- j rungen lagen mit 95,75 bis 96 nur knapp gehalten, 1 Reichsmark-Obligationen gaben gegen den Mittags- I verkehr um 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Pfandbriefe blieben ziemlich unverändert. Von Stadtanleihen I kamen 6 0. H. Mainz mit 82,75 v. H. (nach 84) | zur Notiz, 6 v. H. Mannheim lagen mit 88 fest | und wurden repartiert, auch 6 v. H. Pforzheim von 27 waren mit 85 etwas fester. Der Aktienmarkt hatte sehr stilles Geschäft, die Berliner Schlußkurse lagen jedoch behauptet, nur AKU. (— 0,50 v. H.), Reichsbank (— 0,50 v. H) und Harpener (—0,65 v. H.) lagen schwächer. Am Kassa- marEt waren von Großbankaktien Commerzbank (69,50) 0,50 v. H. und OO-Bank (73,25) 0,75 v. H. fester. Von fremden Werten blieben Mexikaner gut behauptet, 3,50 0. H. Schweizer Bundesbahn mit 181 (184) matt. Bindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 638 Stück Großvieh, 158 Fresser uni 182 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 400 Mark, 2. Qualität 210 bis 270, 3. Qualität 100 bis 160; b) Schlachtkühe a) 150 bis 280, b) 50 bis 100; c) Rinder x!r- bis ^jährig 50 bis 85, 3!v bis zweijährig 80 bis 160, tragend 160 bis 300 Mark; d) Kälber das Pfund Lebendgewicht 25 bis 35 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf lebhafter, kein Ueberftanö. Mer 3 hern toi in •Ni I > Ifc i Iwii 5 Die Sternkunde und die Sternkundigen sind heute । wie vor 1000 oder 3000 Jahren von dem Schleier des Geheimnisvollen umgeben. Daran hat weder die Technik mit ihren Riesenspiegeln, ihren photographischen Apparaten und ihren sonstigen Präzisionsinstrumenten noch die nüchterne Mathematik etwas geändert. Dem Laien sind ja die Maße der Astronomie, z. B. das Lichtjahr, ebenso unvorstellbar wie die Art und Weise, in der auf Grund von Messungen die Entfernung der Sterne von einander, ihr Zustand, ihre Größe usw. festgestellt werden. Das immerhin Beruhigende an dieser von Geheimnissen umwobenen Wissenschaft ist die Tatsache, daß in einer für die Menschheit absehbaren Zeit kein Zusammen st oß unserer Erde mit irgendeinem der großen Weltkörper in Aussicht steht. Deshalb findet man oft die Meinung, daß der Astronomie die praktische Lebensbedeutung fehlt. Professor Dr. G u t h n i k, der Leiter der Sternwarte in Neubabelsberg bei Berlin, meint zu der Frage, ob die Astronomie irgend eine praktische Lebensbedeutung habe, daß im wesentlichen der Sinn der Wissenschaft ja nicht ein praktischer Lebenszweck, sondern die Erkenntnis der Wirklichkeit und Wahrheit ist. „Erst die Auswirkung der wissenschaftlichen Forschung hat, auch was die Astronomie angeht, praktische'Bedeutung. Im 16., 17. und 18 Jahrhundert ergaben die Entdeckungen von Kopernikus, Kepler, Galilei, Newton die Notwendigkeit, die Mathematik für die Bedürfnisse der Astronomie weiterzuentwickeln. So rief die Sternkunde die klassische Mechanik ins Leben. Ich brauche nur an Newton, Leibniz, Euler, Lagrange, La place, Jakobi, Gauß u. a. zu erinnern. Die Leistungen der Mathematiker sind wiederum anderen wissenschaftlichen Fachgebieten und vor allem der Technik zugute gekommen." Wie steht es mit dem uns nächsten Himmelskörper, dem Mond? Ist er astronomisch genügend erforscht? „Soweit es unsere Instrumente zulassen, ja. Es ist aber durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Mondforschung in absehbarer Zeit in ein neues Stadium tritt. Dann nämlich, wenn wir Menschen diesem Trabanten unserer Erde den ersten Besuch ab- ftatten." Halten Sie, Herr Professor, als Astronom einen solchen Besuch auf dem Mond für möglich? „Er ist jedenfalls heute nicht mehr im Bereich des ganz Unmöglichen. Würde eine eiserne Notwendigkeit die Menschheit zur Eroberung des Mondes zwingen, so kann es kaum einem Zweifel unterliegen, das es ihr mit den heutigen Mitteln der Technik gelingen würde, eine Verbindung mit dem Mond her- zustellen. Eine solche Fahrt zum Mond würde neben den Gefahren des luftleeren Raumes, der Atmo- fphärenlosigkeit des Mondes selbst und der überaus schroffen Temperaturunterschiede im Sonnenschein und im Schatten auch noch durch Zusammenstöße mit größeren oder kleineren, den Weltraum mit Geschwindigkeiten von vielen Kilometern in der Sekunde durcheilenden Gesteinstrümmern gefährdet sein. Solange keine zwingende Notwendigkeit vorliegt, dürfte'die praktische Durchführung eines solchen Fluges vor allem an den außerordentlich hohen K 0 - ft e n scheitern." Wie steht es mit dem Weltraum? Ist er leer oder mit irgendeiner Materie erfüllt? „Praktisch ist der Weltraum leer. Aber an den dunkeln und Hellen Nebelflecken sehen wir, daß Materie, wenn auch in ganz feiner Verteilung, weite Strecken des Weltraums einnimmt. Die dunkle Materie, die das Licht insbesondere innerhalb unserer „engeren" Heimat dem System der Milchstraße absorbiert, drängt sich nahe der Hauptebene dieses sehr flachen scheibenförmigen Systems zusammen. Nahe der Ebene der Milchstraße ist also die Materie verhältnismäßig am dichtesten. Unsere „engere" Heimat im Sinne des Astronomen, die Milchstraße, hat einen Durchmesser von 30 000 ober 40 000 Lichtjahren. Jedes Lichtjahr zu 9,5 Billionen Kilometer gerechnet! Das ist für jedes Lichtjahr mehr als das 60 OOOfache der mittleren Entfernung von der Erde bis zur Sonne. Wh frn . hi am, t ■ 9f tanei 8irun> fnn H n Mfcni ' wc TOfr 'M g "111 et ■e Uw Wiik rinb f " Ei $ 6 fäuferminbeftpreis und darf seitens der Ankäufer nicht unterboten, wohl aber überboten werden. Stückweises Aufkäufen ist nicht gestattet. Die Preisfestsetzung vom 17. September wird durch diese Anordnung aufgehoben. * * Zinsherabsetzung der Meliorationskredite der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt. Wie der DHD. erfährt, hat die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt (Landwirtschaftliche Zentralbank) den Zinssatz für die aus eigenen Mitteln gegebenen Meliorations- zwifchen'kredittz um 1,50 v. H. herabgesetzt. Die Zinssenkung tritt rückwirkend mit dem 1. Juli 1934 in Kraft. Oeffentliche Mittel werden für diese Zins- senkung nicht in Anspruch genommen. Frankfurter Börse. TNittagsbörse: ruhig, aber freundlich. F r a n k f u r t a. M., Das Hauptmerkmal der heutigen Mittagsbörse war ein wesentlich ruhigeres Geschäft auf allen Marktgebieten, insbesondere aber am Rentenmarkt. Bei der Kulisse bestand überwie- Frantsurter Obst- und (Hernüfemartt. Frankfurt a. M., 9. Ott. Gemüse hat weiterhin sehr reichliche Zufuhren von Blumenkohl, Estarol, Kopfsalat und Spinat. In Krautarteu ist das Angebot gut. Die Preise für Bohnen, Rotkwuc, Tomaten und Wirsing haben leicht angezogen, im übrigen blieben sie zum letzten Freitag unverändert. Das Geschäft war nicht zufriedenstellend. Blumenkohl 10 bis 35, Buschbohnen 12 bis 15, Stangenbohnen 15 bis 18, Eskarol 4 bis 8, Karotten 3,5 bis 5, Kohlrabi (ober) 3 bis 4, dieselben (unter) 5 bis 6, Kopfsalat 3 bis 8, Pfifferlinge 40 bis 42, Steinpilze 35, Rote Rüben 3,5 bis 4,5, Rotkraut 3,5 bis 5, Sellerie (je nach Größe) 8 bis 25, Spinat 3 bis 4, Tomaten I 7 bis 9, II 4 bis 5, Weißkraut 2,5 bis 3, Wirsing (spitz) 4 bis 5, (rund) 2,5 bis 3, Zwiebeln 5,5 bis 6, (ital.) 5,5 bis 6. Am O b ft m a r f t ist starkes Angebot in Aepfeln, in Birnen reichlich, in Trauben gut. Bei fast unveränderten Preisen hat das Geschäft einen schleppenden Verlauf. Aepfel I 10 bis 14, II 7 bis 9, Goldparmäne I 10 bis 14, II 7 bis 10, Reinette 8 bis 12; Birnen I 10 bis 14, II 7 bis 9, Dr. Diehls Butterbirne 6 bis 12, Mollebusch 7,5 bis 8, Haselnüsse 28 bis 30, Kastanien 10 bis 12, Preißelbeeren 25 bis 26, Finnländer Quitten 6 bis 8, Trauben 8 bis 12, 17 bis 24 bulg., 16 bis 18 ital., 14 bis 15 Ungar., 18 bis 20 franz., Zwischen 15 bis 17, Walnüsse 17 bis 20. _______ 1 W .! Slo W Iqi Wir M i siche Mfoi w h fr.r. A imes j genb etwas Entlastungsbedürfnis, so daß die noch vorliegenden, jedoch auch kleiner gewordenen Kundenaufträge kaum ins Gewicht fielen. Die Grund- ftimmung des Rentenmarktes ist aber weiter freundlich und dürfte sich auch für fernerhin erhalten. Die ersten Kurse lagen gut behauptet, später bröckelten sie verschiedentlich leicht ab. So Altbesitz mit 100,65 bis 100,25, späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,13 bis 96. Kommunal-Umschuldung, Zinsoergütungsscheine und Reichsmark-Obligationen lagen unverändert. Etwas fester '-■.•.een Reichsbahn- Vorzugsaktien (plus 0.13 v. H. Hub 6 v. H. Stahl- verein-Bonds (plus 0,25 v. H.). Am Auslandsrentenmarkt war das Geschäft zunächst noch unentwickelt. Der Aktienmarkt verzeichnete ebenfalls nur kleine Umsätze, die Haltung hat sich aber weiter gebessert, ’bie Kursbildung war indes wieder uneinheitlich. Etwas lebhafter gingen Farbenindustrie bei 141,90 bis 142,25 (141,65) v. H. um, Rütgerswerke auf die »'■ AL tur* bärfc tur* böcse 8.10. | 9-10 | 8.10. | 9.10. 30,25 1 30,51 79,25 - 1901 -I Oatum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 192? 6% ehem.7% Tt.Rcichsanl.v. 1929 b’/,% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abläs.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehein.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6’/,% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ligui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 5KZ% ehem. 4'/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.»Pfandbrtese....... 6y2% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas...............1 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Orenstetn & Koppel..........0 Leonhard Tietz.............. 0 Cbade......................10 Aecumulatorew-Fabrt!........o Contt-Gummt.......... 0 Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ...... 0 Cementwerk Karlstadt.........O| .rrantiun a. JJl. Berlin Frantiun a. JJL Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Gchluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 8-10. 9.10 8-10- 9 10- Datum 8-10. 9-10 8-10- 9-10 4% desgl. Serie 11............. 8 8 8, ' — Mansselder Bergbau .. .......0 78,75 — 79 79,25 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4’/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumäntscbe vereinh. Rente .. 2 yt% Anatolier .............. 5,13 7 4,35 37 4,9 7 4,3 35,25 4,8 7,15 4,3 36,75 4,8 7,2 4,25 36,5 Kokswerke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... .......0 .......0 .....10 .......0 50 230 90,75 50 228,5 91,13 98,4 50,13 230 90,4 98,5 50 228 91 Bereinigte Stahlwerke. .......0 43 42,9 43 42,9 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Danwfichtff. 0 27,75 27,25 28,13 27,25 Otavi Minen ........ .......0 13,25 13,25 13,25 13,13 Kaliwerke Aschersleben. .......5 120,25 120 — — 25,13. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth .......6 — 118 119 118 Hansa-Dampfschifs ......0 — — .....7V2 154 154 154 154 Norddeutscher Lloyd .......0 30,13 29,4 30 29,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 80 96 80,75 95,5 80,5 96 80,75 96 Z. G. Farben-Jndustrie .......7 141,65 142,25 141,4 142,25 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- 67,9 69,5 67,5 69 Schctdeanstalt........ .......0 215 93,25 41,5 85,9 215 92,5 41,75 93 41,5 92,5 41,65 70,25 73,25 70,25 72,25 .......0 Gesellschaft................0 Metallgesellschaft...... Dresdner Bank..............0 73 75 73 75 .......0 87 85,75 86,5 Reichsbank ......... 12 146,25 146,5 146,75 147 8. Oktober 9-Oktober Amtliche Notierung Seid | Lriei Amtliche Notierung Geld | Brie- 0,646 0,650 0,644 58,17 58,29 58,17 0,204 0,206 0,204 3,047 3,053 3,047 54,20 54,30 54,11 81,20 81,36 81,20 12,135 12,165 12,115 5,36 5,37 5,355 16,39 16,43 16,39 168,48 168,82 168,44 21,45 21,49 21-45 0,710 0,712 0,708 5,694 5,706 5,694 60,98 61,10 60,88 48,95 49,05 48,95 11,015 11,035 10,99 62,59 62,71 62,49 81,13 81,29 81,07 33,99 34,05 33-92 10,37 10,39 10,37 2,470 2,474 2,474 Banknoten • Berlin, 9-Oktober | Geld Briefs Amerikanische Noten.............. 2,426 Belgische Noten.................. 58,01 Dänische Noten ................. 53,95 Englische Noten ................. 12,08 Französische Noten............... 16,35 Holländische Noten............... 168,02 Italienische Noten................ 21,33 Norwegische Noten .............. 60,72 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — Rumänische Noten............... —— Schwedische Noten............... 62,33 Schweizer Noten................. 80,89 Spanische Noten................. 33,78 Mittwoch, 1V. Oktobers Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) 257 Drittes Blatt Dank -er fünf Stuttgarter! Die Messe auf Oswaldsgarten ier Aus der Provinzialhauptstadt Die fünf Stuttgarter. gwnc das Entgegenkommen, die Kameradfchaft- liitzüit an die Spitze stellen soll, das zu entscheiden fmit mir schwer, denn man hat uns alles in gier folge ihres geringen Nährgehaltes als Abmage- llUUst Hinrichs: „Krach um Jolanthe" und Horizont. Hans Leip. ?! 'ixt gegeben wird ... * N gra sogar Schellfisch und Levkojen. Im so Milt auf. ♦ lieber Komik. * es« ka« [for in der vorigen Spielzeit den Hahn hat krä- •üren, wollte sich natürlich im neuen Pro- mti das Schwein nicht entgehen lassen. Und wer 9 n di; riefe iben 84) feil von int artt DQ5 - rbe« len, ®ii UP Ril t ) fe < <1 dir nur un) ajio- banl mi r)i 42 i3,i iflti lfe )s> dq ch. en ese nb« an, ula an« fj.) chbm'Maße geboten, was zu bieten war, um uns dem Landaufenthalt so angenehm wie möglich zu dauern: Den dicken Wurstmaxe wollte ich photographieren. Ob nun wegen seines gesunden Bauches oder wegen seiner großen Schelle, ich weiß es nicht, mir hat's halt mei' Platt' oerrissa! (Kraft durch Freude?) In Arnsburg hab ich das erste Bild ausgenommen. Adolf von Holzheim hat mich übertroffen. Dem hat s immer alle Platten verrissen. Es war lieb von ihm, daß er dann wenigstens eine Wurst photographierte. Wie sich unser Urlaub dann weiter abwickelte, ist nicht leicht zu erzählen. Noch heute bin ich morgens beim Futterholen mit den Pferden und köstlich war's, wenn Heiner meinem verlorenen Klemmer nachsausen mußte. Immer noch höre ich früh um 7 Uhr die Schulkinder singen. Mittwochs waren wir alle stark beim Kegeln. Mein und dem gab s unter uns Kameraden nicht, alles wurde geteilt, Freud und Leid, Vesper, Geld und Zigaretten. Bei groß und klein, Bub und Mädels waren wir bekannt, sogar mit unseren Spitznamen. Auch die Brauerei in L i ch wurde besichtigt, und es zeugte von sehr guter Kameradschaft, wie sich der Herr Braumeister als SA.-Mann uns widmete. Alle halfen wir mit bei den Feldarbeiten, so gut wir es eben konnten. Unser Adolf von Holzheim hat es sogar sehr schnell gelernt, Stoppeln von Aehren zu unterscheiden. Wenn wir uns abends trafen, wollte jeder das meiste geschafft haben. Hatte einer drei Wagen abgeladen, dann hatte der andere bestimmt acht und der dritte hatte vierzehn und war noch nicht fertig damit. Bloß unser Wilhelm von M u s ch e n h e i m, das war ein ganz Feiner, der fand wenig Freude an der Feldarbeit. Mit Borliebe stand der an der Brücke in Muschen- heim und foppte Forellen ... lich Weintrauben, und zwar deshalb, weil der geringe Gehalt der Weintrauben an stickstoffhaltigen Bestandteilen äußerst vorteilhaft auf den Krankheitszustand einwirkt. Ebenfalls wendet man Traubenkuren bei chronischen Erkrankungen der Bron- Anekdoten um Friedrich Wilhelm IV. Während einer schlesischen Reise verweilte der König auch einmal in Grünberg, dem Ort, von dessen Weinen nicht viel Rühmenswertes erzählt wird. Als dem Monarchen der Ehrentrunk gereicht wurde, nippte er zuerst recht vorsichtig, nahm aber dann mit heiterer Miene beherzt einen größeren Schluck, denn zu seiner Ueberraschung war der Wein besser, als er gedacht hatte. „Das ist wirklich ein ganz ausgezeichneter Tropfen!" bemerkte Friedrich Wilhelm IV. voller Anerkennung. „Nicht n ir, Majestät", meinte der Bürgermeister und strahlte über das ganze Gesicht, „und der ist nicht einmal vom Besten!" Der König war eines Vormittags schon auf dem gewohnten Weg nach Charlottenburg, als ihm plötzlich einfiel, daß er auf dem Schreibtisch einige wichtige Papiere zurückgelassen hatte. Er ließ sofort umkehren. Als er sein Arbeitszimmer betrat, war dort gerade eine Magd, die nicht durch besondere Schönheit auffiel, mit dem Aufräumen beschäftigt. In der Verwirrung fiel ihr der Besen aus der Hand. Friedrich Wilhelm gab ihn mit folgenden Worten zurück: „Ich eile, mich zu bücken. Und reiche mit Entzücken Dich selbst dir selbst zu- rück!" rungsmittel. Eine regelrechte Traubeckkur beginnt mit einem von Tag zu Tag, so daß ungefähr am vierten oder fünften Tag, vom Anfang der Traubenkur an gerechnet, eine Höchstmenge von vier Kilo pro Tag erreicht wird. Die naturgemäß mit dem reichlichen Genuß von Weintrauen verbundene Reizwirkung der Fruchtsäure auf die Mundschleimhaut kann durch Spülen des Mundes mit alkalischem Wasser stark gemildert oder auch ganz beseitigt werden. Die tägliche, dem Rohgenuß dienende Menge wird gleichmäßig verteilt auf drei oder vier Malzeiten, und zwar genießt man einen Teil morgens nüchtern, einen Teil mittags nach dem Essen und den Rest nach dem Abendbrot. Während der Traubenkur unterlasse man zweckmäßigerweise das Zusich- nehmen von Getränken jeder Art, man trinke nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Es ist dringend erforderlich, daß die Trauben vor dem Genuß gehörig abgespült werden. Etwaige Rückstände des herbstlichen Spritzverfahrens gegen die Reblaus und andere Schädlinge des Rebstockes werden hierdurch beseitigt und so wird unter Umständen einer folgenschweren Darmkolik vorgebeugt. Die Lagerung der Weintraube verdient ebenfalls besondere Beachtung. Der vollständig unbeschädigte Trotsch wird in einem kühlen, dunklen und zugigen Raum freischwebend aufgehängt. Man achte vor der Aufhängung darauf, daß der Trotsch nicht feucht ist. Bei dieser Behandlung hält sich die Weintraube einige Monate. Gerade auch zur gemüse- und fruchtarmen Minderen Oeffnungen Kabeljaus und Tücher winken. Laternen löschen aus. Werften ragen düster über den Strom und erheben ihr Getöse, Drehorgeln und Frühstückslokale überschallend. Es ist Tag, und alles duftet nach Fisch, nach Wasser, nach Meerfahrt iß! „Bauern, Bonzen, Bomben" und rollt nicht ni |7o heiter und harmlos ab, wie das hier drei mtfejim Publikumserfolg. Und nicht genug damit, and; eine Ziege (ganz improvisatorisch, aber mit niif): geringerem Effekt) und ein kleiner artiger umb troas trauriger Hund traten ebenfalls per- sind daher keine Nationalsozialisten und werden es bestimmt auch nie werden. Das sind natürlich Erscheinungen, wie wir sie überall treffen können, wenn man hellhörig ist. Wenn alle mithelfen, die große Not zu lindern und ohne zu klagen und zu jammern die Opfer freiwillig tragen, bann wird auch dieser Kreuzweg überwunden werden können. Auf diesem Gebiete erkennt man erst den wirk- auappen liegen. n, £ Auf diesem Markte gibt es außer aller Art Fisch hunderterlei mehr zu kaufen, Feinkost, Leckereien, Gemüse, Kurzwaren, Blumen, Kaninchen, Hühner, Hunde und Aefschen. In den Gastwirtschaften ringsum bumst das Orchestrion und bröselt der Grog. Vom nahen Sankt Pauli herüber streichen die Nachtschwärmer, unentwegt, das von künstlichem Licht gefüllte Herz in Lied und Rede lüftend; seitwärts den Schlips, die Melone verbeult, beschenken sie die schwankende Braut mit Schellfischen, Levkojen und Sellerie, sich selber vielleicht ein Blatt Rotkohl als stilvollen Hutschmuck gönnend. So mischen sie sich friedlich in die Menge der Händler, Fischfrauen, der Seeleute, Hafenlowen, Burgerinnen und dienstbaren Mädchen. Schutzmänner lächeln ihnen nach, und erfrischt vom Geruch des See- qetiers, des Hafens und der Frühe, bewegt vom Anblick lautlos in die Ferne gleitender Dampfer, entern sie Taxe, Straßenbahn und Omnibus, aus öocbfcbulnachrichten Der bekannte Jenenser Anatom Professor Dr. Friedrich Maurer vollendet am 10. Oktober das 7 5. Lebensjahr. Der Gelehrte ist 1859 in Sieben geboren, studierte in Heidelberg und Leipzig, wurde 1888 Privatdozent in Heidelberg, 1901 Ordinarius und Direktor des anatomischen Instituts der Universität Jena, wo er 1932 entpflichtet wurde. Maurers zahlreiche Arbeiten erstrecken sich auf das Gebiet der vergleichenden Anatomie, der Gewebe- lehre und der Entwicklungsgeschichte; seit 1901 ist er Herausgeber der Jenaischen Zeitschrift für Naturwissenschaften. Der o. Professor Dr. Franz F i n d e i s e n, Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Handelshochschule in Leipzig, wurde mit Wirkung vom 1. September d. I. in den einstweiligen Ruhe- stand versetzt. Oer gesundheitliche Wert der Weintraube beim Rohgenuß. Bon Heinrich Goebels Zu den zahlreichen heimischen Obst- und Beerenarten, die heute dem Rohgenuß dienen, gehört an führender Stelle die Weintraube. Die in den letzten Jahren angewandten und auch vielfach ärztlicherseits verordneten Traubenkuren zeitigten den erhofften Erfolg bei den verschiedensten Krankheitszuständen. In Laien- und Fachkreisen ist die Heilwirkung der Weintraube anerkannt. Der hervorragende Geschmack und die mannigfaltige Anwendungsmöglichkeit geben der Weintraube eine Vorzugsstellung unter anderen Obst- und Beerensorten. Guten Erfolg verspricht eine Traubenkur, wenn man sie bei gewohnheitsmäßiger Darmträgheit anwendet. Gicht- und Nierenkranke genießen vornehm- Aus her Vogelschau: Ein Blick auf die Gießener Herbstmesse aus DsmalDsgarten. Der Rummelplatz wird heute das Ziel vieler Landbewohner sein, die aus Anlaß des heutigen Pferdemarktes in unserer Stadt weilen. Selbstverständlich haben wir in gemeinsamer ( Sehnsucht auch einmal „S p ä tz l e" gemacht. Dass Leibgericht aller Stuttgarter. Was wir dazu ge-, braucht haben, will ich lieber nicht schreiben, trotz-j dem uns alles von unseren Wirtsleuten in liebevoller Weise zur Verfügung gestellt wurde. Einige Gäste, die wir hatten, waren des Lobes voll. Auch bei meinen „Pflegeeltern" machte ich einmal Spätzle. Das ist natürlich bei uns ein hochwichtiges Ereignis, so daß ich zur Feier des Tages den Zylinder dabei aufsetzen mußte. Eine Brille setze ich dabei nicht mehr aus, denn es ist mir schon einmal mein Klemmer hinein geflogen. So könnte ich noch viele heitere und humorvolle Erlebnisse erzählen, doch davon vielleicht später. Vor allem nun sagen wir unseren herzlichsten Dank den Bemühungen der Ortsgruppenleiter, den Kameraden der. NSV. und allen übrigen Amtswaltern, welche sich um die Unterbringung von uns in rührender Weife angenommen haben. Ebenso gedenken wir dankbaren Herzens der Familien, wo wir Unterkünfte fanden, in Bettenhaufen, Muschenheim und in Holzheim. Wir können ihnen allen nicht genug danken für die herzliche Aufnahme und die liebevolle Verpflegung, die wir ausgewachsenen „Ferienkinder" dort gefunden haben. Wehmütig nahmen wir von allen Abschied, doppelt wehmütig, weil wir nach diesen sorglosen und unbekümmerten Wochen daheim wieder mit offenen Armen empfangen werden vom Gespenst der Arbeitslosigkeit. Groß ist die Not der darbenden Volksgenossen, noch größer aber ist die Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit derjenigen, die selb st das Wenige, das sie haben, mit den Nebenmenschen teilen, 62j 81-2 33-j 1O3> 1,11* et ), n. n. et, h. # ’ ft» Magd Sofie erstaunlich zurechtgemacht und bildete ein erfreuliches Gegenstück zu dem verschmitzten Hinnerk. Karl Do Ick hatte als Feuerwehrhauptmann einen stürmischen Sondererfolg; Herr L ü p k e, der der nicht übermäßig dankbaren Rolle des Gendarms die besten Seiten abgewann, und Karl Tank rundeten das kleine Ensemble angenehm ab. Fünf SA.-Männer aus Stuttgart haben eine mehrwöchige Urlaubszeit im Rahmen der Landurlaubsaktion der SA. in den Orten Holzheim, Muschenheim und Bettenhausen verlebt. Einer der SA.-Kameraden schildert nun in dem nachstehenden Briefe an uns seine und seiner Kameraden tiefe Eindrücke von der herzlichen Gastfreundschaft und Volksverbundenheit, die ihnen in den obengenannten Ferienorten allgemein entgegengebracht wurden, zugleich gibt er dem herzlichen Danke der Feriengäste wärmsten Ausdruck. Die Zuschrift tautet: & ’M 4 H'2 ji'? Heuhafen, bei der Neumühlener Landungsbrücke, klein unter australischen Fleischdampfern, die am Kühlhauswolkenkratzer löschen, liegen oft noch dickwanstige Kusss, Lugger, Galioten und Ewer, und noch immer wippen die braunen Seils und die hochgezogenen Netze richtiger Fischerboote am Steg des berühmten Altonaer Fischmarktes, so schonungslos auch die Fischdampferflotte sie fressen wird. Es herrscht dort ein munteres Treiben an den Tagen der großen Auktionen, wo auch Kleinhandelsmarkt ist, es gibt dergleichen Betrieb höchstens noch am Gammelmarkt zu Kopenhagen. Vor Tau und Tag muß man sich aufmachen, wie gute Hausfrauen tun und verantwortungsvolle Kökschen bis aus Pinneberg und Harvestehude her; denn der richtige Fi ch das ist der Fisch „ut de Bünn", der Butt vom Bootsbehälter lebendig mit Kätscher und Hand- roaqe verhandelt, mit Seewassergeruch aus der harten Hand des Fängers, begleitet von transtiefe - derben Reden auf Platt, während Taschenkrebse über die Planken krabbeln und auf den Duchten atmend die unheimlichen, katzengesichtigen Aal- lichen Nationalsozialisten. Das ist doch das s ch ö n - ft e und erhaben st e Betätigungsfeld im Sinne unseres Führers, zum Wohle des deutschen Volkes und somit des geliebten deutschen Vaterlandes. Heil Hitler! Im Namen der fünf Stuttgarter Lambert 34/R119. Tk Verwandtschaft mit Hinrichs' Vauernlustspiel y-iSnm der Hahn kräht" ist schlechterd-ings nicht zu ull>i:slhen und zu überhören: „Jolanthe" ist in Der ghrih n Landschaft groß geworden: die handelnden Uennen sind in der gleichen Gegend angesiedelt uwii bmmen uns zum großen Teil mächtig bekannt Düll Man sieht sie übrigens nicht ungern dum zweite mM. Auch das Stück selbst erinnert in Anlage, Iktn k und einzelnen Motiven überraschend an Heini Göbel gab den jungen Bundes sehr frisch und draufgängerisch; Luise Decker Ijatte fid), ob- wohl dies kaum ihr Fach fein durste, als Lamkens uvu giglaubt hatte, die dicke Sau mit dem Märchen- Diei naiiw Jolanthe werde nur hinter den Kulissen W gramen und gewissermaßen metaphysisch anwesend IbeW1 jgjK _ wiewohl im Mittelpunkt der Ereignisse —, ra^ de-r v.urde alsbald freudig überrascht, denn siehe: U^J-Oi^he wandelte leibhaftig, fett und rosig über bis^di.,.' NL'ltbe-deutenden Bretter und hatte einen stür- ai7k.i„ wie bei uns. CW gedenke mit Freuden meines schönsten Sonn- taip,Das Sommerfest im Kloster Arnsburg am M iuli. Mit welcher Hingabe und lieben Auf- om ng war dies Fest aufgebaut worden. Große, Mir,, 'Bud und Mädels, allen war die Freude ini bn Augen zu lesen. Eines aber muß ich be= Mlllchm. ^nächst erlebten wir die große Ueberraschung, dcoß wir fast von der gesamten Juaend in den i OWnsten, z. B. in Bettenhausen, ohne P- ASirsmahme mit dem deutschen Gruß ge- & gnißi wurden. Das beweist Liebe und aufrichtige 3tirei-ung für den Führer, was auf eine muster- güitic? deutsche Erziehung im Sinne des neuen Reichs schließen läßt. Ach, wieviele' Erwachsene, gilng: und Alte sind uns ausgefallen, deren politische Uhr stehengeblieben ist und die sich an dieser 3Uger2) ein Beispiel nehmen könnten. An der I !r e n e der Jugend ist nicht zu zweifeln, die fan- bect mir dort ebenso im deutschen Gedanken ver- Es gab großen Beifall nach allen drei Akten und bei offener Szene. hth. Gießener Gtaditheater. je frühere. ; Igun Beispiel springt hier gleich zu Anfang ein jutiger Bursche durchs Fenster auf Krischan Lamkens Bfnnmhof, und wenn es auch nicht beim Hahnen- fffiri: ist und auch nicht gerade Anna Lamkens Kam- mkrienfter, — der Unterschied ist nicht nennenswert. Länk.-n selbst aber hat sein Messer verloren, und das wtri en einer immerhin verdächtigen Stelle wiedev- e*ikn, und schließlich ist zu allem Unglück mich nc'ch bei Nacht im Spritzenhaus eingebrochen an Spritzenhaus hat der Gendarm des Dorfes ditr n t einem preußischen Kuckuck auf dem feisten Des nun Jolanthe betrifft, so kann man im Profl. guamheft nachlesen, wie das Stück zustande ge- —* tahrum ist, das ihren Namen durch ganz Deutsch- \__* Ini® (trug; ein Stück mit vielen Namen übrigens, litnM! eihpt tücf aus einer bösen Zeit, die, wenn wir es rech bedenken, noch gar nicht so weit hinter uns WS UM Diese Zeit ist schon einmal beschworen worden, 0,206 int em em Roman, der ganz ähnliche Vorgänge 3.0’] befjdjr’ibt und ganz ähnliche Szenen schildert; er «135 9^niipm Bonden Bomben" und rollt nicht 'Ä 16-5 T 168- 1 2l-y. 0,71 61-2 49-0j Buckel verzierte Jolanjhe eingesperrt. Weil nämlich Krischan Samten sei." Steuern nicht bezahlen will, sondern sogar dem Schullehrer noch grobe Briese an die Obrigkeit diktiert, hat der Gendarm die Sau gepfändet. Aber die amtliche Versteigerung auf Lamkens Hof fällt ins Wasser, weil die Bauern Zusammenhalten und nicht ein einziges Gebot ab- l'tt ang der Fall ist. Sv ist das mit dem Kuckuck und mit dem Spritzenhaus gekommen; was sich noch alles drum herum ereignet, was es mit dem nächtlichen Einbruch auf sich hat, und wieso die am Tag zuvor noch sehr lebendige Jolanthe am nächsten Abend schon zu Schweinebraten verarbeitet ist, wozu außer dem Gendarm alle eingelabtn fini), davon mag sich, wer es noch nicht weiß, durch eigenen Augenschein das rechte Bild machen. Kurt L ü p k e hat das Stück inszeniert: am Erfolg war wohl von Anfang an nicht zu zweifeln; die Regie ging mit Recht auf die weniger humoristischen Voraussetzungen und Hintergründe der Fabel nicht näher ein und hielt sich an die derbkomische Wirklichkeit des komplizierten Einzelfalles. Es wurde auch auf der ganzen Linie mit Liebe und Laune gespielt. Herr Löffler hatte eine gediegene und geräumige Bauerndiele aufgebaut und mit allerlei Hausrat gehörig bestellt und ausge- ftattet. ♦ Anton Neuhaus spielte den Bauern Krischan Samten so recht aus dem Vollen, breitbeinig und bockig, gerissen und selbstbewußt, mit dröhnendem Gelächter und gemütlichem Spott. Sorte Pflug gab die junge Anna Samten, Krischans Tochter, sehr hübsch, glatt und schlagfertig; nach der shatespearischen Viola, mit der sie sich im Sommer hier einführte, eine überraschend realistisch gesehene und gerundete Gestalt. * Gert Geiger hatte im „Hahn" eine noch ergiebigere Rolle, doch war auch dieser Knecht Hin- nert hier eine ergötzlich ausgetüftelte Figur, besonders in der wirtlich aufregenden Derhörszene mit Ziege und Gendarm. Karl S ö s e r spielte den Sehrer Meiners, der in seiner Ahnungslosigteit, Weltfremdheit und Unge- schicklichteit eine fast bemitleidenswerte yügur maajt in dieser Umgebung, zwischen Verlegenheit und Aufregung schwantend, dennoch mit unroiDer)tep= D.a-ch das großherzige Wert unseres Führers tri Zusammenarbeit mit den örtlichen Amtswaltern , wurde es uns ermöglicht, einige Wochen j einer herrlichen Urlaub zu genießen untr uns frei e‘ zie. wachen von aller Sorge und allem Kummer des n Mltczs. Ob ich die Gastfreundschaft, die Verpfle- die Not leiden. l. , . , _ Der Geschäftsmann hat bestimmt die national- chien und Sungen an. Bilden die Trauben Den sozialistische Grundidee noch nicht begriffen, der Hauptteil der Nahrung, und zwar so, daß sie einen mich türzlich ganz erstaunt fragte: „Ja, wie fann sättigenden Zustand Hervorrufen, fo wirten sie Inderin der Mann einen SA.-Mann aufnehmen, der folge ihres geringen Nährgehaltes als Abmage- hat doch selbst taum etwas!" Ich gab ihm die Antwort, die darauf paßte. Solche Menschen tön- ----- --ö-----„ r, ... .. nen sich eben vom Eigennutz niemals losmachen und Kilo Trauben pro Trag. Man steigere Die Menge ■ff aiericf t weit man bisher feststellen konnte, als nicht sef: !!L L der Gewerbeordnung embezogen und die tariflichen bte Crgebmne o rLfniakhaft der Betriebe 3^Btnb^üÄt5nXÄNCnn"u; bie em^trauen^t^u toben Arbeitszeitverordnung ist eine wesentliche Verein- ist, dem Arbeitsamt erngesandt s - H Nachdruck oerbotenl 10. Fortsetzung. Welch ein ru 'm sagen wurde/ , ihr schon gehen. c ! Lei MDiibi vor- Wie »des eie L K Wani -ol»e 3Si?9' ifahre Wei u ur hüs ein j tan 3 Wi litü| o er n G -Sch iSetzti sgete schlagen?" Und im Geist sah er eine schöne, schlanke Frau mit goldblondem Haar und schönen blauen, verschleierten Augen. Mila Kranz'. Liebte er sie? Nein! Er liebte sie nicht! Sie war ein schönes Rätsel, das zu ergründen sich lohnte. Aber in diesen letzten Wochen hatte er es deutlich empfunden, daß er sie nicht heiraten würde. Weil sie keine Frau für ihn war! Er wollte keine Frau, die etwas zu verbergen halte! Vielleicht war es nur etwas, was das Licht nicht zu scheuen hatte. Es war wahrscheinlich eine rein private Angelegenheit. Mochte es so sein! Mila Kranz hatte etwas zu verbergen. Und aus diesem Grunde hatte sie jeden W^ert für ihn verloren. Vielleicht war sie schuldlos! Vielleicht! Aber ihr Leben lag nicht offen vor ihm. Wurde niemals offen vor ihm liegen können. Udo Bodenstein! Der machte Schluß mit dem bisherigen Leben. Der packte die Gelegenheit, aus all dem herauszukommen, fest mit beiden Händen. Und doch!---ö- o - - -v Es war ihre Privatangelegenheit. Ganz und gar konnte die schöne Frau tun und lassen, was sie wollte. Aber in ihm, Arndt, war alles vernichtet, was an heißen Wünschen in ihm gewesen war, und was sich da um diese schöne blonde Frau gerankt hatte. Wie schnell doch etwas vernichtet sein konnte, von dem man erst annahm, es gehöre zu einem. Er kannte sich aber zu gut! Mit dem Bewußtsein im Herzen, daß diese schöne, blonde Frau ein geheimnisvolles Doppelleben führe, war auch seine Liebe gestorben. War es Liebe gewesen? Wahrscheinlich! Aber diese Liebe, diese begehrende, heiße Liebe — vielleicht war's auch nur eine edlere Leidenschaft? Jedenfalls mar diese heiße Regung in i, vorhanden. Und er freute sich, ihr morgen abend zeigen zu können, daß er keine Bevorzugung mehr darin sah, einer ihrer vielen Verehrer zu sein. Auf die durch Verordnung vom 26. Juli 1934 veröffentlichte Neufassung der Arbeitszeit-Verord- nung wird hingewiesen. In diese Arbeitszeitverord- iwei. noDn «Zeug Nun Mop liliind ^Nach'der Anordnung des Präsidenten für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung über die schwer. v , ** Gesunde Frauen durch Leiber ü b u n g e n. Die Vereine des Reichsbundes für Le? besübungen veranstalten am morgigen Donnersb: in der Turnhalle am Oswaldsgarten einen Weck' abend. Näheres in der heutigen Anzeige. ** Der Oberhessische Kunstoereinkl», digt im heutigen Anzeigenteil eine Ausstellung si die am kommenden Sonntag beginnt. Näheres in.tr Anzeige. •Trin Mos! Wahrhaftig, das hätte er ihm,gar nicht zugetraut. Und wie gut das doch war, daß Udo das konnte! Arndt kleidete sich um, ging dann zum Abendessen hinunter. Ganz allein saß er an einem der kleineren Tische und speiste. Hernach setzte er sich noch ein Weilchen in den Rauchsalon. Er nahm sich einige Zeitungen mit. Und so vergingen ein paar Stunden recht schnell. Er war gaiu erstaunt, wie spät es schon war, als er nach der Uhr sah. Und dann ging er langsam wieder hinauf, verschmähte die Benutzung des Fahrstuhls Droben stand er noch ein Weilchen am Fenster, sah hinunter auf den Wilhelmplatz. Und all seine Gedanken waren bei dem morgigen Abend. Mila Kranz setzte vielleicht Hoffnungen auf diesen Abend. Und er wußte doch schon jetzt, daß dieser morgige Abend der letzte sein würde, den er mit ihr verbrachte. Kein einziger Gedanke ging zu einem armen, kleinen Mädel, das einmal mit ihm zusammen m einem Bahnabteil gefahren war, und dem er em paar gütige Worte gesagt, weil ihm dieses kleine Mädel mit den großen, angstvollen, schonen Augen leid getan hatte. , Die Sache war eine Augenblickssache gewesen, und sie war längst vergessen. Plötzlich mußte Arndt von Berken lächeln. Brigitte! Die würde sich freuen, wenn er gründlich ernüchtert aus Berlin zurückkehrte. Sie wurde nicht fragen, ihn nicht durch Neugierde quälen, aber sie würde doch froh sein, daß er jur Vernunft gekommen war, wie sie es sicherlich bei sich nannte! Zur Vernunft! ’.UX vif wohl ofl knickt mÄr ! !^chtV Erstens" s-Ver/ Osten, mächtig eisersii* ihr nicht mehr s ' xmp-apna wären sie. Rosemarie und er, üben Sn 900>l Ufan Mike Will «(hin W f •it-dr Sil b' Mtltv föair W ( Mm j ihm 3 rech • besonderes Formblatt (blaue Doppelkarte) geschrieben und beim Arbeitsamt erhältlich, von den Arbeitsämten mitgeteilt wird, sind ihnen diese Formblätter bisher noch nicht von sämtlichen Betrieben (Verwaltungen) eingesandt worden. Die Unterlassung der vorgeschriebenen Meldung mittels der blauen Doppelkarte verstößt gegen die Anordnung und ist nach § 2 des Gesetzes über wirtschaftliche Maßnahmen vom 3. Juli 1934 strafbar. mt M'tk •-W :nod) niaji r Pincus |ci TU1 ' .—7 < ■> und zweitens wären sie, Rosemarie und er, üben gekommen, die Hochzeit ganz still zu feiern. Gäste! Es sei der heutigen Zeit viel besser V paßt. Und man wolle lieber eine Summe in' ungefähren Höhe einer großen Feier dem werk des deutschen Volkes überweisen. Das sei-' l" 3ti jtöunit i1 Sct in™ lvchi ißuiv ipä) .A nie tner iübui 8 gen iclns; ü sühi • die „Ich weiß schon, was ich will. Und die Kleine hat so etwas an sich, was mich an meine Mutter erinnert. Ich liebe das Mädel wirklich." „Du kennst sie ja erst ein paar Stunden." „Aber ich weiß, daß ich sie immer liebhaben werde. Ihre Augen waren so lieb, so spitzbübisch, so lustig — sie paßt zu mir, ich hab' das sofort empfunden." „Dann soll es mich herzlich freuen, Udo, wenn du lieber, leichtsinniger Kerl einen Menschen finden würdest, der zu dir paßt. Hoffentlich ist's ein energisches Kerlchen, denn du mußt das haben." „Ich denke, daß sie von ihrer Mama immerhin so viel gelernt hat, daß sie mich ganz gut am Zügel hallen kann", sagte Udo fidel. „Dann recht viel Vergnügen!" „Für später ober für heute abend?" „Viel Vergnügen für heute abend und alles Glück für später!" „Ich danke dir, Arndt." Die Hände der beiden Herren ruhten mit festem Druck ineinander. Und dann ging Udo von Doden- ftein schnell hinaus. „Für jeden von uns kommt die Stunde, wo wir mit dem Alten fertig sind und uns ein neues Leben aufbauen wollen. Wann wird die Stunde für mich fachung und Vereinheitlichung der Arbeitszeitbestimmungen herbeigeführt worden. Aufsichtsbehörden zur Überwachung der Arbeitszeitbestimmungen sind die zuständigen Geiverbeauf- sichtsämter. Die Gewerbeaufsichtsamter entscheiden über die Erteilung von Ausnahmegenehmi^mgen. Die Arbeitszeitverordnung enthält auch die Bestimmungen über den werktägigen Ladenschluß. Auf § 26 der Arbeitszeitverordnung und Artikel 1 der Ausführungsbestimmungen zur Arbeitszeitver- ordnung vom 11. September 1934 wird besonders aufmerksam gemacht. Danach sind Anfang und Ende der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit und der Pausen in allen Betrieben durch Aushang bekanntzumachen. In allen gewerblichen Fleischerelbetrieben hat der Führer des Betriebes ein Verzeichnis über die Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter zu fuhren. Auskünfte erteilen in Zweifelsfällen die Gewerbeaufsichtsämter. Der Arbeitsplatz-Austausch. Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes Hessen wiedersah. « Nun war alles anders gekommen. Er hatte n dazu zu tun brauchen. Nun blieb er wahry^ übrig von allen Freunden, die noch $U7W .■ waren. Und nun würde ihn ja Brigitte feine Ruhe mehr.lassen. Er las die anderen amüsierte sich noch über Brigittes Brief, der drastische Randbemerkungen enthielt, und ging Daten für Mittwoch, 10. Oktober. 1806: Treffen bei Saalfeld, Tod des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen (geboren 1772); — 1861: der Nordpolfahrer Fridtjof Nansen auf Store Fröen bei Oslo (Kristiania) geboren (gestorben 1930); — 1873: der Forschungsreisende Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg in Schwerin geboren. tlAornotiAcn — TageskalenderfürMittwoch. Stadt- theater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Was ihr wollt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die große Zarin . — Vortrags-Vereinigung: 20 Uhr, Neue Aula, Licht- bilöerDortrag „Chikago der Wüste". — BO. Gießen: 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, BO.-Abend. — Stadttheater Gießen. Heute, Mittwoch, Shakespeares Lustspiel „Was ihr wollt unter der Spielleitung des Intendanten. Spieldauer von 19.30 bis 21.45 Uhr. (Siehe gestrige Anzeige.) Vorbei! Wie gründlich etwas vorbei fein konnte! Arndt von Berken seufzte leise. Ob auch ihn noch einmal eine große, echte Liebe packen würde? Er zweifelte daran. Vielleicht würde diese große, heiße Liebe nie zu ihm kommen. Dann würde er eben doch eines Tages eine Ehe schließen mit einem lieben, verständigen Mädel. Und es würde vielleicht eine gute Ehe werden. Er würde, wenn er sich einmal zu einer Ehe entschloß, auch dafür sorgen, daß diese Ehe gut wurde. Aber — wen sollte er denn heiraten? Arndt mußte wieder lächeln. Nun würde er ja bald der einzige sein, der noch als Junggeselle übrigblieb. Alle Freunde waren verheiratet bis auf Udo und Gerhard Osten. Und Udo hatte sich wahrscheinlich inzwischen heute abend schon genügend festgelegt, und den Gerhard Osten, den wollte er, Arndt, doch der Rosemarie zuführen? Damit Tante Adelheid endlich versöhnt wurde. Warum mochte denn Osten eigentlich noch nicht in Berlin eingetroffen sein? Der hatte sich doch auf die fidelen Stunden in Berlin so sehr gefreut? Das roar doch sonderbar. Ob am Ende ein Brief von ihm mit der Abendpost gekommen war? Er hatte diese Post gar nicht angerührt. Hatte nur gesehen, daß ihm der Ober oder das Zimmermädchen diese Post, während er unten gewesen, war, aufs Zimmer gebracht hatte. Arndt trat zum Tisch, sah die Briefe durch. Butzbach. ...... E i n Z w e i u n d a ch t z i g j a hr r g e r. Dtt Eisenbahnvorarbeiter i. R. Heinrich S ch m i b t, Mit. telweg 18, konnte am gestrigen Dienstag, 9. Oktober; in geistiger und körperlicher Frische seinen 82.$, burtstag feiern. Der alte Herr ist seit langen Jah^ treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Straßenreparatur in der unteren Frankfurter Straße. Seit heute früh $ die Frankfurter Straße zwischen dem Cafe Hettle: und der Wieseckbrücke für den Fahrzeugverkehr, mit Ausnahme der Straßenbahn, wegen Reparatur arbeiten für einige Tage gesperrt. Der an diese! Stelle recht schadhafte Fahrdamm soll grunblit instandgesetzt und mit einem Kaltasphaltbelag Der. sehen werden. Bei dieser Gelegenheit sollen aui Reparaturarbeiten in der Alicenstraße zur Aussig rung kommen. Die Sperre dürfte voraussichM in einigen Tagen wieder aufgehoben werden. ** Vom Pferd geschlagen. Gestern nat mittag ereignete sich an der Ecke Wilhelmstrch und Frankfurter Straße ein Unfall, der leij schwere Folgen haben konnte. Das sechsjährig Töchterchen des Rangiermeisters Schneider au; Dutenhofen wurde von einem scheugewordem- Pferde mit dem Hufe gegen die linke Brustseid getroffen und auf Veranlassung des rasch I)em gerufenen Arztes in die Klinik eingeliefert. Di* Verletzungen erwiesen sich glücklicherweise und, |t- Herbftpferdemartt in Gießen. Der heutige Herbst-Pferdemarkt in Gießen mar, was den Auftrieb anbetrifft, schlechter beschickt, q[9 die vergangenen Pferdemärkte. Es waren 102 Pferde und 34 Fohlen aufgetrieben. Die Preisforderungen lagen durchweg etwas höher als bisher. Für Pferde leichteren Schlages wurden bis zu 600 Mark ge. fordert, Tiere mittlerer Qualität sollten bis zu 90g Mark kosten, beste Tiere wurden bis zu 1200 Mar! gehandelt. Der Verkauf vollzog sich sehr schleppend, es waren nur sehr wenige Tiere, die ihren Besitzer wechselten. ** Postpersonalie. Uebertragen wurden; eine Postamtmannstelle (Vorsteherstelle) beim Post, amt Friedberg dem Operpostinspektor 3 u n g in Friedberg- eine Postverwalterstelle beim Postamt Ulrichstein dem Postsekretär Höbeler in Ulrich, stein; eine Postassistentenstelle dem Postschaffner Kar, Müller III. in Gießen; Oberpostschaffnerstellen den Postschaffnern Demper, Reuter unb Weiß in Gießen; eine Postschaffnerstelle dem PostbotenI F i n f II. in Gießen. — In den Ruhestand getreten ist der Postamtmann Schmidt in Friedberg, -I Entlassen wurde der Postassistent Drescher in HaubüberfaN auf eine Sparkaffenangestellte. LPD. Mainz, 9. Okt. In den heutigen Don. mittagsftunben würbe in M a i n z - M o mb at: auf biß Kontoristin der dortigen S p a r k a s! i ein Raubüberfall ausgeführt, bei dem d, Tätern etwa 3000 Mark in die Hände fielfl. Die Ueberfallene befand sich auf dem Wege von der Sparkasse zur Post, um dort das Geld ein»' zuzahlen. Die Täter, die die Oertlichkeit unb Gepflogenheiten genau kennen müssen, flüchteten nach, der Tat im Kraftwagen. Die Ermittlungen sind im Gange. Vielleicht! . r • .. Vielleicht aber wäre er nie zu biefer ißernun|t gekommen, wenn jener kleine Zwischenfall nicht ge- 0 Tkr sthöne Russe! Der in angeregtestem Gespräch mit Mila Kranz sich abseits befunden batte. Und sie wußten es nicht, daß unweit von ihnen Arndt von Berken stand, verdeckt von den Palmen und Lorbeergebüschen. nvx.rr, ... ,. „Jarmila, ich warne dach! Deine Mission ist hier eine ganz andere als die, wozu du deine Zeit benützest." , • „Ich bin frei! Ich will nichts mehr mit euch zu tun haben." , . „Möglich, daß du so denkst. Aber wir brauchen Geld, Jarmila. Und die Mama ist außer sich." „Ich gebe dir Geld mit, Sergei. Hole es dir morgen abend bei mir ab." . H „Das ist gut — ich will am Donnerstag abreifen. „Veilleicht komme ich bald nach Paris. Ich weiß es aber noch nicht, wann es fein wird." „Iarmi^i, verlier dich nicht an diesen großen, schönen Kerl! Du hast ganz andere Chancen. Hast du den Grafen d» Brionne vergessen?" „Ich liebe ihn nicht." „Ader er dich. Und er ist reich und ist einer von den Unfern. Sei nicht töricht, Jarmila, verscherze dir den Grafen Brionne nicht! Du würdest unserer Auck in diesem wird der Nationalsozialismus wieder ein großzügigesWinter- hilsswerk durchführen, um den noch notleidenden Volksgenossen zu he> em D.e Winterhilfe ist auf dem Gedanken gegenseitiger Opferbereiffchast aufgebaut, ©ch-eu dem nationalsozialistischen Grundsatz soll der Volksgenosse, der in Arbeit und Brot steht seinem arbeitslosen notleidenden Bruder helfen, d.h. für ihn Opfer bringen. letzten Winter war die Opserbereitschast des deutschen Volkes hervorragend, ^eder einzelne Dolksgenoffe hat bewiesen, daß er den Sinn der Volksgemein- schäft verstanden hat. 3n diesen Tagen hat der Führer wieder das ganze deuffche Volk zum Kamps gegen Hunger und Kälte" ausgerufen. Wieder wird das deuffche Volt in einer Opferbereiffchast ohnegleichen zu seinen bedürftigen Volksgenossen stehen, zu denen, die durch die Sünden und Kehler marxistischer-liberalistischer „Weltpolitiker" um Arbeit und Brot und dadurch in Not und Elend gekommen sind. Oer Führer weiß, daß wir ihm alle wieder folgen und ihm helfen werden, fein großes Werk zu vollenden. Und wir versprechen, ihm nachzufolgen. Denn ein Ldeal kann die Menschheit wieder zusammenführen, das größer ist als das, das sie im Laufe der Jahrzehnte auseinandergesühr« hat: Oer Geist der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft! Deshalb: Auf zur Tat! Gebt alle zur ersten Straßenfammlung in der Zeit vom 10. bis 14. Oktober 1934. Seil Hitler! NSDAP. Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Gießen, gez. Klöß, Kreisamtsleiter. gez. Hainbach, stellv. Kreisamtsleiter. Aufruf zur Sammlung für das Mnierhilsswerk vom 10. bis 14. Oktober 1934. ters- unb Frühjahrszeit ist eine Traubenkur ernp- fehlcnsiuert. Zubern ist ber Preis ein recht geringer. So kosten z. B. beutsche Weintrauben währenb ber Monate September bis Oktober in bielem Jahr im Kleinhanbel bas Pfunb 0,20 bis 0,35 Mark, je nach Qualität unb Herkunft. Wenn auch währenb ber anberen Monate bie Preise für Weintrauben naturgemäß eine Steigerung erfahren müssen, so steht der bann angulegenbe Preis in keinem Verhältnis zu bem erzielten gesunbheitlichen Erfolg. 0,40 bis 0,50 Mark für bas Pfunb bürste immerhin noch für viele ein erschwinglicher Betrag sein, wenn man dabei bebentt, baß er vollstänbig ber Gesunbheit zugute kommt. Aus parteiamtlichenBekanutuiachungen Die NS.-Hago (D A F., Kreisbetriebs^ zellengerneinschaft Hanbel unb Hanb - werk) veranstaltet am tommenben Sonntagvormittag 10 Uhr in ber „Liebigshähe" einen General- mitglieberappell, bei bem ber Gauamtsleiter ber NS.-Hago (DAF.) Pg. Feickert (Frankfurt a. M.) sprechen wirb. Die Ortsbetriebsgemeinschaften nehmen geschlossen teil. 9.30 Uhr Antreten vor der Bolkshalle. Fahnen finb mitzubringen. Abschiedsehrung für Geheimrat Mittermaier. Eine schlichte Feier eigener Art fanb am Sonntag auf ber höchsten Kuppe unserer Umgegenb Dem Dünsberg, statt. Galt es hoch, bem seitherigen Senior ber Juristischen Fakultät unb langjährigen Vorsitzenben bes Dünsberg-Verems, Geh. Rat Mittermaier, ber feit November v. 3- sEN Wohnsitz in seiner Heimat Heibelberg hat, eine be^ sonbere'Ehrung zuteil werben zu lassen. Unb eine finnigere unb feinere Gabe konnte bie S^fultat bem verdienten Manne nicht wibmen, als ein Fenster mit Glasmalerei, bas Wappen ber ffamih SWüter. maier unb bas Sinnbilb ber Gerechtigkeit eine Waaqe barfteüenb, bas im großen Turmzimmer auf bem Berge, ben ber Gefeierte foi oft unbJo freubig erstiegen unb ber ihm ganz befonbers an Herz gewachsen, anbringen zu lassen. Es waren weihevolle Augenblicke, als der Dekan ber Juristischen Fakultät, Professor Dr. l e y , bas Fens^r seiner Bestimmung übergab unb babei herzliche Worte ber Anerkennung unb bes Lobes für feinen älteren Kollegen fanb. So erwähnte er u. a. auch, daß Geh. Rat Mittermaier die akademische Jugend nicht nur im Hörsaal.unterrichtet, sondern sie auch hinaufgeführt habe m Wald und gelb, namentlich auf seinen Berg, ben Dünsberg, um sie von hoher Warte aus für bie Schönheit unserer Heimat zu begeistern. Auch ber nunmehrige Vor- fikenbe bes Dünsbergvereins, Prof. Heymann, der bas Fenster namens bes Vereins zu treuen Hönben übernahm, roibmete bem seitherigen Dor- sitzenben in längerer Ansprache herzliche Dankes- worte für seine langjährige, überaus ersprießliche Tätigkeit, worauf Geh. Rat Mittermaier ben beiben Vorrebnern mit bewegten Worten bankte, gleichzeitig seine treue Derbunbenheit mit seiner langjährigen Wirkungsstätte unb befonbers bem Dünsberg bekräftigend Ein von ben Damen ber Dozenten arrangierter Familienkaffee, ber bei bem herrlichen Herbsttag im Freien ftattfinben konnte, hielt bie Teilnehmer noch einige Stunben auf bem Bergesgipfel zusammen. Die Tieufaffung der Arbeitszeit-Verordnung. Das Hessische Staatsministerium, Abteilung III, Arbeit unb Wirtschaft, gibt bekannt: Sache einen ungeheuren Schaden zufügen. Unb dir selbst auch. Vielleicht — würde es — noch mehr kosten, Jarmila!" „Ich weih. Laß mich jetzt allein, Sergei. Der Russe war dicht an ihm, Arndt von Berken, vorübergegangen. Und Arndt h-atte gedacht: Jarmila? Eine Russin? Eine schöne, blonde Russin? Angehörige irgendeiner geheimen Organisation, die ihre Fäden im Auslände spann? gefährlicher Beruf? Was ging es ihn an? SMkWMeltt. Vornan von Gert Gothberg Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Von Brigitte, vom Inspektor, von dem Rennreit«!, Max Teschner, von Tante Adelheid — unb richt!» mitten zwischen einigen geschäftlichen Sachen, Ge: Hard Ostens Brief. Den las er nun zuerst. . Unb so hab' ich mich mit Rosemarie vr: lobt. Unb Deine Tante Adelheib ist selig, zlbr Rosemarie war boch für Dich bestimmt. Was^.l ich nun bloß tun, um Dich zu versöhnen? W' marie hat mir aber anvertraut, baß Du sie ni«i gewollt hättest. Es sei nur eine Marotte »i Adelheids, daß sie nun immerfort erzähle, Wi Rosemarie für Dich bestimmt gewesen fei-J-- ba wirst Du mich ja nicht gerade fressen. wahr? Unb nach Berlin komme ich nun natuik. nicht. Ich muß doch jeden Tag zu meiner Das kannst Du sicherlich verstehen. Amüsiert gut unb feib herzlichst gegrüßt von bem total» bauerten „ Osten. „Das ist ja — das ist ja glanzend. Arndt von Berken mußte sich fetzen. Er lad)«?»" lachte. Dann las er ben Brief noch emma J genau. Unb Osten schrieb ihm, er möge nid) fr, sein, aber er hätte jetzt gar keine Zeit, id) fei^ Freunben zu widmen. Ob sie nicht lieber fpater r mal kommen könnten, wenn er eine Weile veri ratet sei? Unb zur Hochzeit käme er wohl ff schlafen. ~, SJlxfpoti er« M h ,frü 11 Wil te/ 1. Elfriede Mehl, 121; 2. liü l e r i n n e n II: Obecheffen Ttl Platz- !ÜU1 res der der fert uni nilh! !rib s ft onm n$ len: An- usq en. rn j W d n qen; L Uli % f & Iußbatlabteilung des Turnvereins Wieseck. Wieseck I — Grohen-Buseck I 5:2. er i hsjÄ bet roort Vnii i Joft tz M itftü 98, * Jett er: Im Gesamtergebnis siegle der Turnklub Hannover vor der Hamburger Turnerschaft 1866, der Frankfurter Turngemeinde Eintracht und dem Mtv. München. Deutscher Mei st er im 50-Kilometer« Gehen wurde der Erfurter H ä h n e l in 4:46:15 Stunden vor dem Dresdener Krehn, Koeppen (Berlin) und Franz Reichel (München). Die Veranstaltung, die in München gestartet wurde, ließ in bezug auf die Organisation keine Wünsche offen. Auch das Interesse des Publikums war recht rege. !ehi Di m \ Irt- umw > r de<" Das' nr ■ Weigandt, 116; 3. Liselotte Dern, 114 Punkte. Quäler innen III: 1. Elli Luh, 95; 2. Hilde itier, 83; 3. Hilde Vielmetter, 78 Punkte. nenr )u f« rott? '• rM en i« reffen un nc einer’- # >m ton Li- rischen Veranstaltungen 1934. Insbesondere die vom Gauoberturnwart Paul und DT.-Bezirks- führer Brunst (Vollmarshausen) erstatteten Berichte über die Bezirksturnfeste in Friedberg und Bebra boten hierzu Gelegenheit. Ein voller Erfolg, auf den der Gau stolz sein darf, war die Beteiligung an der Saarland- treu e st a f f e l. Der Gauoberturnwart dankte nochmals herzlich allen, die sich in den Dienst dieser großen vaterländischen Kundgebung gestellt, besondere Anerkennung zollte er einer Reihe kleinerer Vereine, die in vorbildlicher Einsatzbereitschaft über ihre Pflicht hinaus dem Ganzen gedient haben. Dann traf der Gauführerstab eine wichtige Entscheidung, indem er der Durchführung des ersten Gauturn- festes 1935 in Gießen feine Zustimmung gab. Der Besprechung des Gegenstandes wohnten auch Ehrengauoberturnwart W. Wild- Gießen und der Vorsitzende der Gießener Turnerschaft, Turner R e i n i n g, bei. Man habe, wie der DT.-Gauführer ausführte, Gießen seiner zentralen Lage wegen in erster Linie für die erste Großveranstaltung des neuen Gaues gewählt; auch seien in der Universitätsstadt bereits vorhandene- nen Platzanlagen (Trieb mit Volkshalle), wie die eingehende Besichtigung unter Führung von Gauoberturnwart Paul ergeben habe, in besonderer Weise dazu geeignet, das Fest im Sinne der Gauführung durchzuführen. Gauoberturnwart R. Paul erzählte von den Vorbesprechungen der Turnerschaft mit der Stadtverwaltung Gießen. Oberbürgermeister Ritter, der den Bürgermeister Dr. Hamm zum Träger der Verhandlungen zwischen Stadt und Turnerschaft bestimmte, habe sofort freudig und mit vollem Verständnis für die DT. und ihre großen Volkstumsfeste der Rebernahme der Veranstaltung zugestimmt und in jeder Beziehung weitgehendste Unterstützung zugesagt. Die Turnerschaft sei dankbar für dieses bereitwillige Entgegenkommen, das ihr ein Ansporn fein werde, das Fest im Dienste der Stadt Gießen und der deutschen Leibesübung zu einem großen vaterländischen Erleben, zu einer Kundgebung für Volkstum und Heimat zu gestalten. Das sicherte auch Turner R e i n i n g namens der Gießener Turnerschaft zu. Gauoberturnwart Paul zeichnete kurz den festlichen Aufriß der Veranstaltung, für die vorläufig die Tage vom 2. bis 4. Erntemond 1935 in Aussicht genommen sind. Dem ersten Festtage (Freitag) als dem Tag der Einzelwettkämpfe folgen am Samstag die Mannschaftswettbewerbe und das Vereinsriegenturnen, während am Sonntag das Fest ausklingen soll in den großen Massendarbietungen (Festzug, allgemeine Freiübungen u. a.). Run kann die Feststadt an die Arbeit gehen. Der Rahmen ist gegeben. Nach einer Pariser Meldung will französische Meisterfahrer Louis Chiron aus Scuderia Ferrari ausscheiden, um in der nächsten Der Gauführerstab des Turngaues Nordhessen tagte in Gießen zu wichtiger Beratung. DT.-Gauführer D a m e r - Hersfeld eröffnete die Sitzung mit einem Gedenken, das zwei teuren Toten galt: dem verehrten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall o. Hindenburg und dem Heimgegangenen Ehrenvorsitzenden der DT., Professor Dr. Berger. In längeren Ausführungen sprach zur Lage der Leibesübung DT.-Gauführer D a m e r , der gleichzeitig Bericht erstattete über die beiden letzten Sitzungen der DT.-Gauführer in Nürnberg und Berlin, um anschließend eine Reihe wichtiger Anordnungen und Verfügungen des Reichssportführers und Turnerschaftsführers v. Tschammer und O st e n bekanntzugeben. Gauoberturnwart R. Paul- Gießen konnte die Ausführungen des DT.-Gauführers in mancher Hinsicht noch ergänzen, und die rege Aussprache gipfelte in der einmütigen Willenskundgebung, auf dem der DT. im Rahmen des neuen Reichsbundes für Leibesübungen angewiesenen Platze in alter Treue Volk und Jugend zu dienen. Nachdem Gaukassenwart Herzog (Kassel) ein Bild von der geldlichen Lage des Gaues gezeichnet hatte, behandelte Gauoberturnwart Paul noch eine Reihe wichtiger Fragen, die für die zukünftige Arbeit von Bedeutung find. Er gab vor allem wertvolle Aufklärung über das Filmwesen und über die Dietarbeit. Der Volkstumskunde müsse im Laufe der Mnlermonale in den Vereinen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit die Turner und Turnerinnen gerüstet feien für die völkischen Aussprachen, die auf Anordnung des Reichsdietwarts Münch fortan mit allen Wettkämpfen zu verbinden feien. Der Gauoberturnwart vertrat dabei mit Recht die Ansicht, daß der beste Dietwart für die Turnerinnen die Frauenführerin des Vereins fei, daß sie zumindest den Dietwart bei der Volkstumsarbeit in den Turneirnnen- und Frauenabteilungen unterstützen und ergänzen müsse. Eingehend ging R. Paul auf den Arbeitsplan für die kommende Zeit ein. Ende November werden die Fachwarte (Gauführerring), wahrscheinlich in Verbindung mit dem in Fulda geplanten Gauturntag, zusammengerufen zu wichtiger Arbeitssitzung. Die Lehrgangsarbeit im Gau und in den Kreisen hat bereits eingesetzt. In den Turnkreisen werden nunmehr bald die Gerätewettkämpfe beginnen. Je drei Turnkreise werden zu den Dorkämpfen zusammen- gefaßt; die vier Kreisgruppensieger treten dann zum Endkampf an, der die beste Kreismannschaft zu ermitteln hat. Am 21. Weinmonds treffen sich in Bad Wildungen die besten Geräteturner des Gaues zu den Ausscheidungskämpfen für die deutschen Gerätemeisterschaften in Dortmund. Manche wertvolle Anregung ergab sich im weiteren Verlauf der Sitzung aus der Besprechung der turne- 0dl Znw ö l f k a m p f: 1. Walter Mehl, 202 Punkte; Dalter Seth, 199; 3. Karl Schorge, 195 Punkte. Platzbesitzer meistens mit einem Tor in Führung, die sie bis zum Schluß um zwei Tore auf 8:6 , k * i; ich W e Der Gauführerstab des Turngaues Tiordheffen in Gießen In Gießen 1935 erstes Gauturnfest. st lach einfr ge B t, sich er Werbeabend für das Frauenturnen in Wieseck. * Wieseck, 9. Oft. Der Turnverein 1862 e. V. Wieseck hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die in ganz Deutschland zur Durchführung kommende Reichswerbewoche „Gesunde Frauen durch Leibesübungen" am Samstag durch einen gut be- suchten Werbeabend im Braunschen Saale einzuleiten. Nach dem Aufmarsch sämtlicher mitwirkenden Schülerinnen und Turnerinnen mit den Vereinsfahnen — für die Zuschauer ein prächtiges Bild — wurde als Auftakt ein für den Abend geweihter Sprechchor „Wer mit uns geht" vorgetragen. Dann sprach der Vereinsführer D a u p e r t in flammenden Worten über die Bedeutung des Frauenturnens im allgemeinen. Er führte u. a. aus, daß die körperliche Erziehung der Frau im neuen Deutschland eine entscheidende Rolle spiele. Einen gesunden, kräftigen Frauennachwuchs heranzuziehen — durch Turnen, Gymnastik und Sport — sei auch der oberste Leitsatz unserer Regierung. Unserem Führer Adolf Hitler gebühre besonderer Dank, der uns wieder den Weg gezeigt habe, im Glauben und im Kampf für Volk und Vaterland. Der Redner appellierte auch besonders an die Mütter und Frauen, der turnerischen Arbeit Verständnis entgegenzubringen und forderte alle dem Turnen noch Fernstehenden auf, sich mit einzureihen. Er bekräftigte die Worte des Führers auf dem Stuttgarter Turnfest: „Nur in einem gesunden Körper wird auf die Dauer ein wirklich gerader und vernünftiger Geist wohnen." Den Eltern der Turnerinnen soll im Laufe der Woche Gelegenheit gegeben werden, den öffentlichen Turnabenden beizuwohnen und so einen weiteren Einblick in das Frauenturnen (das heute von einer halben Million deutscher Frauen und Mädchen betrieben wird) zu bekommen. Der Vereinsführer schloß seine Ausführungen mit einem dreifachen „Gut-Heil!" auf unser Volk, Vaterland und den Führer. Das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied wurde hierauf gemeinschaftlich gesungen. Das alsdann gezeigte Programm war sehr vielseitig und gut. In flotter Abwicklung wurden gezeigt Singspiele, Sviel am Pferd, Freiübungen, Sprünge am Pferd, Tänze, Tanzformen in der Gruppe, das Tanzspiel im Wetterhäuschen, Keulenübungen, Frosch-Ballade, Turner am Doppelgerät Pferd- Barren, Walzerreigen, Glühwürmchen-Tanz. Alle Darbietungen, die auch schon von den kleinsten Schülerinnen sowie Turnerinnen besonders exakt ausgeführt wurden, ernteten reichen Beifall. Jeder Besucher dürfte den Eindruck mit nach Hause genommen haben, daß auch in bezug auf Leibesübungen der Frauen im hiesigen Turnverein eine gute Stätte ist. verteilter. Beide Hüter bekamen viel Arbeit. In der 30. Minute gab es einen Elfmeter für Wieseck, der die Führung brachte. Zwei Mnuten später war aber der Ausgleich wieder hergestellt. Dann hatte Wieseck etwas mehr vom Spiel, konnte jedoch bei der starken Abwehr der Gäste nichts erreichen. Nach Seitenwechsel stellte Wieseck das Resultat auf 3:1. Dann gestaltete sich das Spiel wieder ausgeglichener. Die Gäste kamen zu ihrem zweiten Tore. Allmählich aber wurde dann Wieseck wieder tonangebend und kam zu zwei Erfolgen, so daß das Resultat 5:2 lautete. Dabei blieb es bis zum Schluß. Die zweite Mannschaft, die in Steinbach anzutreten hatte, ließ die Punkte kampflos fahren. Die dritte Mannschaft war in Wißmar zu Gast und konnte sich gegen die körperlich stärkeren Gastgeber nur schwer durchsetzen. Das Spiel endete mit 7:3 Toren für Wißmar. Zußball im Turnverein Treis a. d.Lda. Die Jugend des Turnvereins Treis (Lda.) konnte erwartungsgemäß gegen die Jugend von Leihgestern mit 2:1 Toren gewinnen. Die erste Mannschaft spielte in Londorf und mußte trotz technischer Ueberlegenheit dem Platzbesitzer den Sieg mit 2:1 Toren überlassen. Allendorf I — Watzenborn-Steinberg II 6:0 (5:0). Am vergangenen Sonntag empfing Allendorf die zweite Mannschaft von „Teutonia" Watzenborn- Steinberg zum fälligen Verbandsspiel. Allendorf gelang es, seinen Gegner zu überrumpeln, denn nach zehn Minuten Spielzeit lautete das Ergebnis 3:0 für die Platzbesitzer. Dann ließ Allendorf merklich nach, der Gast kam auf und schuf manche gefährliche Situation vor des Gastgebers Tor. Aber alle Angriffe wurden von der Hintermannschaft Allen- dorfs abgewehrt. Dagegen brachte ein Elfmeter und ein schöner Schuß des Linksaußen den Gastgebern eine 5:0-Halbzeitführung. Nach der Pause strengten sich die Allendörser, ihres Sieges sicher, nicht mehr sonderlich an. Es erfolgten nur noch einzelne Vorstöße, die ein 6. Tor einbrachten. Dem Gast gelingt es trotz mancherlei Umstellungen nicht, das Resultat zu verbessern. Der Schiedsrichter leitete korrekt. Fußbattabteilung des Tv. Kinzenbach. Tv. Kinzenbach Jgd. — Spv. 20 Heuchelheim Jgd. 2:7 (2:3). Während die Jugendmannschaft auf eigenem Platz wieder eine glatte Abfuhr erlitt, konnte die erste Mannschaft den erwarteten Sieg in Launsbach buchen. Jrn Spiel der Jugendmannschaften war der Kampf vor dem Wechsel noch ziemlich verteilt. Bis zur Pause hatte Heuchelheim das Ergebnis auf 3:2 gestellt. Nach dem Wechsel boten sich den Platzbesitzern noch sehr oft Torchancen, die aber nicht ausgewertet wurden, wogegen die Gäste durch weitere vier Tore einen hohen Sieg landeten. Tv. Launsbach! — Tv. Kinzenbach I 1:6 (1:4). Die erste Mannschaft lieferte in Launsbach ein schönes Spiel und siegte auch in dieser Höhe verdient. Die erste Hälfte sah ein schnelles Spiel, in dem die Gäste durch ihr gutes Sturmspiel auffielen. Bier schöne Tore, denen die Gastgeber nur den Ehrentreffer entgegensetzen konnten, schufen eine klare Führung. Nach dem Wechsel wurde die in der ersten Hälfte auffallende Ueberlegenheit noch stärker, obwohl der Kampf matter wurde und auch für den Sieger nur noch zwei Treffer zeitigte. Sportvere n 1933 Niederh-Omen. Rieder-Ohmen — Nonnenroth 4:1. Am Sonntag trug die 1. Mannschaft ihr zweites Verbandsspiel gegen die 1. Mannschaft des Sportvereins 1933 Nonnenroth auf dem hiesigen Platze aus. Der etatmäßige Schiedsrichter war nicht erschienen, man einigte sich auf einen Anwärter. Sofort nach Beginn machte sich eine Ueberlegenheit der Platzmannschaft bemerkbar. In der 10. Minute verschuldete der Verteidiger der Gastmannschaft einen Handelfmeter, der jedoch von Nieder-Ohmen verschossen wurde. Kurz darauf gab es einen Elfmeter für Nonnenroth, der zum l:0-Führungstor verwandelt wurde. Nun legte Nieder-Ohmen mächtig los und erzielte in kurzen Abständen das Halbzeitergebnis von 3:1. Nach Wiederantvitt erhöhten die Gastgeber auf 4:1. Nun fingen die Gäste an, Entscheidungen des Schiedsrichters zu kritisieren. In der 15. Minute nach Halbzeit ließen sie sich dazu verleiten, das Spiel abzubrechen. Handball im Gau XII Lahn-Oillkreis. BezirMlasse: Tv. Lützellinden — Tuspo Marburg (Lahn) 6:4 (6:1). Einen weiteren Sieg konnte der Tv. Lützellinden am vergangenen Sonntag gegen die spielstarke Marburger Mannschaft erringen. Die Platzbesitzer legten von Beginn an ein mächtiges Tempo vor und hatten bald den ersten Erfolg erzielt. Das Spiel war dann bis zur Pause durch die glatte Ueberlegenheit der Lützellindener gekennzeichnet, die mit dem Wechsel einen Spielstand von 6:1 geschaffen hatten. Nach dem Wechsel waren die Gäste die bessere Mannschaft und holten unter großen Anstrengungen noch drei Gegentore auf. Zum Ausgleich jedoch reichte es nicht. Tv. Roth — Tv. Goßfelden 4:4 (3:2). Das Spiel brachte insofern eine Ueberraschung, als der Gast mit 4:4 ein nicht unverdientes Unentschieden erzwingen konnte. Man hatte mit einem sicheren Sieg der Platzherren gerechnet. Mtv. Gießen — Tv. Kirch-Göns 3:5 (2:2). Daß sich die Mtver zuhause von Kirch-Göns schlagen ließen, bedeutet eine Ueberraschung. Tv. Münchholzhausen — Tv. Wetzlar-Niedergirmes 8:6 (4:2). Die Gastgeber konnten in diesem Spiel ihre zwei ersten Punkte buchen. Beide Mannschaften waren sich nahezu gleichwertig. Den Sieg errang die Platzmannschaft durch die diesmal entschlossenere Arbeit seines Sturmes, der auch wieder aus allen Lagen jchoß. Bei der Pause war das Spiel eigentlich schon entschieden. Denn nach dem Wechsel gingen die Mannschaften abwechselnd in Führung und biteben sich keinen Treffer schuldig. Kreisttasse II: Tv. Holzheim II — Tv. Lützellinden II 3:5. Die Gäste waren die etwas bessere Mannschaft und landeten einen verdienten Sieg. Tv. Garbenleich I — Tv. Hochelheim II 8:6. Die Platzmannschaft mußte alles aufbieten, um den Gästen das Nachsehen geben zu können. Beide Mannschaften waren allerdings nicht vollständig und traten nur mit neun bzw. zehn Spielern an. Das Spiel war recht abwechslungsreich und sah die Den um das gute Gelingen des Abends verdienten Turnwarten Reeh, Heller, Seibert und Oberturnwart Bernhardt sowie Fräulein Oswald (am Klavier) gebührt besonderer Dank für ihre volle Hingabe. Es wäre zu wünschen, daß diese aufopfernde Arbeit durch weitere zahlreiche Anmeldungen belohnt würde. Ein würdiger Abschluß wurde dem Abend durch das im Sprechchor abgelegte Gelöbnis verliehen. Hierbei zeigten sich noch einmal sämtliche Turnerinnen mit ihren Symbolen auf der Bühne. OrtSgruppen-Kulturabend der Ortsgruppe Lich der NSDAP. ? Lich, 7. Oft. Das Drtsgruppenfulturamt der Ortsgruppe L i ch her NSDAP, hatte an die Einwohner Lichs und der umliegenden Orte Einladung zum 1. Drtsgruppenfultur- abend des Winterhalbjahres 1934/35 ergehen lassen. So zahlreich war diesem Rufe Folge geleistet worden, daß der geräumige, über 600 Personen fassende Steins Saalbau am Samstagabend bis auf den letzten Platz besetzt war Nach einleitenden Vorträgen der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich unter Leitung ihres bewährten Dirigenten, Postsekretär Freitag, begrüßte der Leiter des Ortsgruppenkulturamtes, Pg. Stiftspfarrer D r a u d t, die Erschienenen, hieß insoesondere den Intendanten des Gießener Stadttheaters, Hanns König, und Dr. Ruckels- hausen (Gießen) willkommen und erläuterte dann in knappen Umrissen den Sinn und Zweck des Kulturabends und die Aufgaben des Ortsgruppen« fulturamtes. Nach feiner Ansprache erteilte er Chormeister Ernst Ilae, dem Leiter der Sängervereinigung „Cäcilia" Lich, das Wort. Die Sängervereinigung „Cäcilia" hatte sich in anerkennenswerter Weise bereitgefunden, der Veranstaltung durch den Vortrag von volkstümlichen Chorwerken zum Erfolge zu verhelfen. Chormeister I l g e sprach nach voraufgegangenem Gesangsvortrag des Chores über „Die Stellung und Aufgaben des Chorgesanges im Reiche Adolf Hitlers" und gab hierbei in beredter Weife der Forderung des Führers Ausdruck, daß der Chorgesang als einer der ersten Faktoren im Kulturleben der Nation zu gelten habe und deshalb die Unterstützung und Förderung aller Volksgenossen finden müsse. Nach einem weiteren Chor der „Cäcilia" und einem Marsch der Feuerwehrkapelle sprach Stists- pfarrsr Draudt über seine Teilnahme am diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg, schilderte in bewegten Worten das große Erlebnis der Tage in Nürnberg in der Nähe des Führers, zeigte tn anschaulicher Weise, wie gerade hier die Volksgemeinschaft durch die Hunoerttausende der Reichs- Saison für Mercedes-Benz zu starten. Dor etwa 4 0 0 0 Zuschauern wurde in Hannover ein Kunstturn - Wettkamps Hannover— Hamburg—München—Frankfurt a. M. ausgetragen. ( chüler: 1. Rudi Junker, 169 Punkte; 2. j dr* Volk, 154; 3. Erwin Velten, 152 Punkte. Turnerinnen: 1. Maria Weber, 122 Punkte; Hl |2 Wingard Krahl, 120; 3. Emmy Schüttler, 118 Bfc schönem Herbstwetter und sehr guten . „ hcltniffen standen sich diese Gegner am frühen ch nittag des vergangenen Sonntages auf dem Mirfer Sportplatz im fälligen Verbandsspiel ge= Jiier. Die Gäste traten in kompletter Aufstellung ..n a ß, riährend die Platzbesitzer nur neun Spieler zur hatten und sich erst nach einer Viertelstunde v'j-cllständigten. Das Spiel begann sehr flott. Die lagen zuerst im Vorteil, konnten aber im eisifer die sich bietenden Gelegenheiten nicht ai inltzen. Nur zwei Ecken waren die Ausbeute, yp’ NdstTm Wieseck vollzählig war, wurde das Spiel Das Mannschastsschießen des Gießener Schühenvereins. Ein voller Erfolg. Trotz kürzester Vorbereitungszoit hat das vom Saützenverein Gießen am vergangenen Sonntag aenanftaltete Mannschaftsschießen eine unerwartet sta'ke Beteiligung gefunden. Don den 70 gemeldeten Mannschaften hatten sich alle zum Wettbewerb ein- geunben und somit gezeigt, welch großes Interesse für den Schießsport allenthalben vorhanden ist. Rcchdem am frühen Morgen mit einem Pfiff die ju beschießenden Scheiben ruckartig aus ihrer Verlegung erstanden waren, begann auch sofort der ftrnpf. Vom Wettergott bestens bedacht, konnten so «auf den 14 zur Verfügung stehenden Ständen sämtliche Mannschaften bereits am Sonntag die ibraen gestellte Aufgabe erfüllen. Das noch zu er» recinenbe Ergebnis wird bei der am kommenden Si'uitag stattfindenden Preisverteilung bekanntgerben werden. Es wird hoffentlich dazu beitra- geu bei der nunmehr alljährlich stattfindenden Wiederkehr dieses Wettbewerbs die Volkstümlichkeit bei Sportschießens in noch weitere Kreise hinein- ^tragen. Um die Bezirksmeisterschast im Sechser-Radball. 1885 Gießen siegt. £m Sonntag standen sich in Krofdorf die Sechser- Mmnschaften von RV. 1885 Gießen, „Teutonia" Rr sdorf, Wetzlar - Niedergirmes und Wieseck im Rumpfe um die Bezirksmeisterschaft gegenüber. Die Speie wurden als Punktkämpfe ausgetragen. Als 6i®er ging die Mannschaft des Gießener Rad- faberoereins von 1885 hervor, die mit einem Punkt 8c sprung vor Teutonia Krofdorf die Meisterschaft trnngen konnte. ! ie Ergebnisse der einzelnen Spiele: Rtjfborf — Wetzlar-Niedergirmes 1:0; 1885 Gießen —Kieseck 8:1; Wetzlar-Niedergirmes — Wieseck 4:2; lpffi Gießen — Krofdorf 5:0; 1885 Gießen — Wetz- !arNiedergirmes 1:1; Krofdorf — Wieseck 5:3. (Wir dichten noch ausführlich.) Vereinswetturnen und Werbeveranstaltung in Großen-Linden. hm Sonntag hielt der hiesige Turnverein sein 3iireiin5metturnen ab, mit dem eine D rbeoeranftaltung für das Frauen- ::u: n e n verbunden war. Schönstes Wetter herrschte, ilsiam Sonntagmorgen Turner und Turnerinnen n chrer schmucken Kleidung zum friedlichen Wett- 'aiyf antraten. Unter Leitung des Oberturnmartes D.y. Weiß und unter der tatkräftigen Unter» iüiung unserer aktiven Turner und Vvrstandsmit- lüi.ier wurden nun durch fleißige Arbeit und gute : )r:anifation in allen einzelnen Stufen die Sieger «im ttelt. ^(Tturnt wurde in sechs Stufen (Zwölfkampfstufe; 1 Sd.ilerftufe; Turnerinnen und Schülerinnen, bie Uijrren je nach Alter nochmals in drei Stufen ein- i etdlt). Die Ergebnisse. Lm Nachmittag folgten nach einem Umzug durch t lüe Straften der Stadt Schauturnen sämtlicher Tur- ner nmb Turnerinnen, Tänze, Stab- und Keulen- ilbingen der Turnerinnen, Reigen und Freiübun- C|en der Schülerinnen. In seiner Begrüßungs- cins.-ache hob der erste Vorsitzende und Vereins- fiiljT, Diplom-Handelslehrer Dr. Ernst Römer, k!ie Bedeutung der Leibesübungen für die Gesund- erbftung des Körpers hervor, insbesondere für bie r vei liche Jugend, die noch nicht genügend erfaßt und eienden Vorteilen eines regelmäßigen Sports über« zrtui- fei. Aus diesen Gründen habe die deutsche Auverschaft einen Werbezug für das Frauenturnen Wjagiert. Anschließend wurden die Sieger ver- f Gii gt und mit Urkunden bedacht. Abends trafen s»Turner und Turnerinnen und Freunde des 21: ins zu einem gemütlichen Beisammensein. Be- f.rbres Lob gebührt noch dem derzeitigen Frauen- trnmart Karl Seipp, der durch sorgfältige SSri Fung und gewissenhafte Arbeit den Gedanken bl Frauenturnens nach außen hin vertritt und nut Sportverein 1920 Heuchelheim < ottv. 1920 Heuchelheim I — Lollar I 3:1 (3:0). Di;t Einheimischen boten diesmal wieder eine Mfige Leistung. Die Gäste mußten eine einige Niederlage hinnehmen, die dem Spielverlauf chihätte höher ausfallen können. Die erste Halb- i! ipielte sich fast ausnahmslos in der Hälfte der c[t ab. Während dieser Zeit wurden für die srzen drei Treffer erzielt. Nach der Pause kamen bii/’oüarer etwas auf, konnten sich jedoch gegen il gute Heuchelheimer Hintermannschaft nicht durch- ,i' er. Durch ein Mißverständnis bei den Schluß- rmi »•' „ feiert , wß er»' h 3»’ <3 ui-te. Schülerinnen I: 1. Hildegard Keßler, 168; 1 Monika Dern, 155; 3. Hilde Artz, 153 Punkte. Parteitagteilnehmer innersten Ausdruck fand, und f geheißen. Zum Schlüsse wurden noch einige nicht- daß gerade die Tage in Nürnberg die Teilnehmer öffentliche Angelegenheiten verhandelt. Sau emer Querstraße a. nicht er. nannt. Kreis Büdingen Bürger. Darmstadt in Schutz ha ft eingeliefert. Landkreis Gießen. geschojje Grundstücke ')( Großen-Linden, 10. Ott. Wilhelm 7/7/-?. statt. * Lang-Göns, 10. Okt. Gestern mittag ereignete sich hier am Ortsausgange nach Großen-Linden ein Zusammenstoß zwischen zwei Kraftfahrzeugen. Ein Personen-Kraftwagen aus unserem Orte fuhr einem Lastkraftwagen einer Gießener Baufirma, der aus einem Seitenweg auf die Hauptstraße einbiegen wollte, in die Seite. Verletzt dem Führer auf ewig verschworen hätten. Einen besonderen Nachhalt gab Stiftspsarrer Draudt feinen Worten durch eine Lichtbilder»Vorführung vom Reichsparteitag. 1 _________ . Dr. Ruckelshausen, der Führer des Orts- Meldungen ersichtlich, istderBaueinerQuer- verbandes Gießen der NS.-Kulturgemeinde, hielt st raße durch den Ob erwald des Vogels- dann einen Vortrag, in dem er u. a. ausführte, bergs von Hartmannshain aus am Taufstein vor- dah der Führer vor etwa einem Jahr die Grün- bei nach den Klubhäusern auf dem Hoherodskopf düng der deutschen Bühne angeordnet in Aussicht genommen. Diese Straße ist schon lange habe, da die künstlerische und kulturelle Erneuerung ' ~ "" r?~ £"~ "8 -** Mrt’v 3 ottc n c. Schotten, 9. Okt. Ein tödlicher Un. fall ereignete sich gestern nachmittag bei btn Strahenherstellungsarbeiten an dr: Straße Schotten—Götzen. Der dort beschäftigte Ar beiter Otto Günther aus Rebgeshain wurde not einem Lastkraftwagen (Bulldogg) er. faßt. Der Brustkorb wurde dem bedauern-, werten Mann eingedrückt. Sterbend wurde ei in das hiesige Krankenhaus eingeliefert, wo er, ohn. das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, an innt rer Verblutung verstarb. Ob ein Verschulden not liegt, wird die gerichtliche Untersuchung ergeben. * Ruppertsburg, 9. Okt. Am Sonntag vei> abschiedete sich unser Seelsorger Pfarrer v. Fritst der seit 1896 als evangelischer Pfarrer m unsere Gemeinde amtierte und im Frühjahr sein golden Amtsjubiläum feiern konnte, in feierlichem Ab, schied s g otte sdienst von der Gemeinde. 2fr Abend brachten ihm der Gemeindevorstand unfr Führung des Bürgermeisters Lind, der Kircher vorstand und der Vorstand des Gesangvereins fr Pfarrhause den herzlichsten Dank und die innigster Grüße der Gemeinde dar. Die dankbare @e. me inde hat den scheidenden Pfarrer als äußer-! Zeichen ihrer innigen Verbundenheit zum Ehren, b ü r g e r ernannt, der Gesangverein ernann!- ihn zu feinem Ehrenmitglied. Bürgermeister Lind überreichte den Ehrenbürgerbrief. W. Porr überbrachte die Urkunde als Ehrenmitglied desS-.fr fangvereins. Namens des Kirchenvorstandes suchen die Herren PH. Debus und K. Konr.^ herzliche Dankes- und Abschiedsworte. Pfarrerü. Fritsch wird seinen Ruhestand in Laubach leben. _ Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samsig nachmittag geschloffen im hohen Voaelsberg. Schotten, 9. Okt. Wie aus Darmstädter wohlverdienten Ruhe st and getreten, nachdem et dem hessischen Staat 49 Jahre lang in Treue und Gewissenhaftigkeit gedient hat. Seit 22 Jahren stand er der Försterei Treis vor. Er hat sich während dieser Zeit nicht nur die volle Anerkennung seiner Behörde, sondern auch durch sein allezeit freund, liches, offenes und bei aller Strenge im Dienst entgegenkommendes Wesen die Achtung und Liebt der Bevölkerung erworben, so daß man ihn nur ungern aus seinem Dienste scheiden steht. Er ha, hier eine andere Wohnung bezogen, so daß feine bewährte Kraft auch weiterhin den Vereinen, denen er angehört, dem Kriegerverein, dessen langjähriger Führer er ist, dem Turnverein und der landwirt. schaftlichen Absatzgenossenschaft, deren Vorstand er angehört, und der von ihm geleiteten NSV. Hof. fentlich noch recht lange erhalten bleibt. Er ist auch langjähriges Mitglied der NSDAP. Sein Nachfol, ger in der hiesigen Försterei ist noch nicht er. [Q Nidda, 9. Okt. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung folgende Beschlüsse gefaßt: Als Mitglied des Umlegungs-Ausschusses für die Bauland-Umlegung der Beundestraße wurde der Beigeordnete L u p p und als sein Stellvertreter Ortsgruppenleiter Philippi bestimmt. Der von der Bürgermeisterei aufgestellte Entwurf einer Orts- ,— -----~ ~ - bausatzung für die gesamte Stadt wurde gutgehei- ■ Straße und Wetzlarer Straße wurde bedeutend ersten. Auch im Kassenjahr 1935 wird die Erhebung weitert und die Fahrbahn durch weiße Pflastersteine einer Gemeindehundesteuer von 8 RM. beschlossen, in zwei Bahnen geteilt. Ob diese Maßnahme genügt, Mehrfacher Hundebesitz soll nicht besonders versteuert die Unfälle zu verhüten, muh die Zukunft lehren, werden. Die Fischereipacht 1934 soll in gleicher Höhe )( C 7 : t: % 'er\ wie 1933 erhoben werden. Der vom Forstamt Nidda Faber II. und seine Ehefrau Marie, geb. Faber, vorgelegte W a l d w i r t sch a f t s p l a n wurde gut- feiern heute Silberne Hochzeit. Weimer und Faber i (Hanau). Die Firmen Dem & C o. Gießen und Sack & Jughardt Gießen lieferten die Randsteine, die von den vereinigten Maurermeistern aus Klein-Linden gesetzt wurden. Letztere nahmen auch rr die Verlegung der Sinkkasten der Kanalisation vor.' rung des Orgamsationswalters E. S ch l a p p. — Bis die Bürgersteine fertiggestellt sind, werden noch Of r einige Wochen vergehen, da zum Auffüllen große Materialmengen benötigt werden und bei vielen Kellerfenstern der Anlieger Verlegungen vorgenommen werden müssen. Die Straße liegt im allgemeinen, stellenweise sogar bis zu Meter, höher als seither, so daß auch bei vielen Anwohnern die Hof- einsahrten gehoben werden müssen. Die für den Verkehr besonders gefährdete und durch viele Unfälle berüchtigte Straßengabelung der Frankfurter tn. Lang-Gons, 9. Okt. Die P sl asterung der Hauptdurchgangsstraßen ist beendet. Zur Zeit werden die Zugänge zu den Gehöften, die teils erhöht, teils tiefer gelegt werden müssen, fertiggestellt. Die Anwohner dieser Straßen haben die Pflasterung aufs wärmste begrüßt, denn nun ist die Staub plage, unter der alle zu leiden hatten, beseitigt. — Die K a r t o f f e l e r n t e ift nun auch beendet. Der Ausfall war recht zufriedenstellend. In der Hauptsache wird hier die erst- klassige Speisekartoffel „Industrie" gezogen. Nebenbei wird aber auch die Sorte „Ackersegen" gepflanzt. Sie eignet sich mehr für Futterzwecke. Die Erträge dieser Sorte waren gerade in dem trockenen Jahre 1934 ganz hervorragend. — Am 16. Oktober findet hier in Lang-Göns — ähnlich wie im Ium des Jahres — ein Vieh- und Krämermarkt 00 Klein-Linden, 8. Okt. Nach einmonatiger Sperre wurde die Ortsdurchfahrt durch unser Dorf in der Richtung Gießen—Frankfurt a. Main für den Verkehr wieder freigegeben. Damit wird auch der Durchgangsverkehr in der Richtung Gießen—Wetzlar, der nahezu ein Vierteljahr unterbrochen war, wieder möglich. Während die Wetzlarer Straße mit einer Asphaltteerbetondecke versehen wurde, ist die Frankfurter Straße mit Kleinpflaster ausgebaut. Die Arbeiten an der fast 1200 Meter langen Frankfurter Straße währten 4 Wochen, zeitweise waren mehr als 50 Arbeiter dabei beschäftigt. Die Pflasterarbeiten hatten die Firmen Kreiling (Heuchelheim) und P a u s ch (Gießen) übernommen. Die Lieferung der Pflastersteine lag in Händen der M i t t e l d e u t - Zn Schutzhaft genommen. * Sch o11en, 10. Okt. Wegen ungehöriger Schwät- zereien über die Regierung und über Regierungs- maßnahmen wurde eine FrauausLauoach zur Rechenschaft gezogen und nach ihrer Vernehmung vor dem dortigen Amtsgericht im Laubacher Gerichtsgefängnis in S ch u tz h a f t gesetzt. Ferner machte sich ein Mann aus Köln, der sich zur Zeit in Meiches aufhält, durch unverantwort- ----------------- - - liches Geschwätz über wirtschaftliche Maßnahmen der • wurde zum Glück niemand. Es entstand lediglich Regierung sehr mißliebig. Der Nörgler wurde dem Materialschaden. Amtsgericht in Ulrichstein zur Vernehmung vorge-1 G r o ß e n - B u s e ck , 9. Okt. Die Zahl der führt und bann in das Staatspolizeigefängnis in Erwerbslosen in unserem Dorfe ist in letzter Zeit stark zurückgegangen. Eine Anzahl Arbeiter ist zur Zeit mit der Wiederherstellung schadhaft gewordener Wasserleitungen beschäftigt. In nächster Zeit soll mit der Kanalisierung in der oberen Kaiserstraße begonnen werden.—■ Am Samstagnachmittag wurden im Ratshaus die Güter- g e s ch o s s e (F e l b b e r e i n i g u n g) für die neuen Grundstücke ausgegeben. Mit der Bestellung der Felder kann nunmehr begonnen werden. — Am Montag wurden in unserem Dorfe zwei junge Burschen, die aus einer Erziehungsanstalt entwichen waren, von der Gendarmerie verhaftet. — Die Gaufilm st eile der NSDAP, veranstaltete am Sonntag im Saale der „Germania" eine Filmvorführung, bei der der Film „Der Schimmelreiter" gezeigt wurde. Im Beiprogramm sah man die Erlangung des Reichssportabzeichens und die Einweihung des Völkerschlachtdenkmals im Jahre Am Montag hielt die Ortsgruppe Mainzlar der NSDAP, bei Gastwirt Müller einen öffentlichen Schulungsabend ab. Redner des Abends war Kreisschulungsleiter Michel (Gießen). — Am kommenden Sonntag wird in unserem Orte das diesjährige Sportfest des Sturmbannes I unter Leitung des Sturmbannführers F a u l st i ch (Allendorf) und des Sturmbann - Sportwartes Leinweber (Treis) ausgetragen. Es ist mit einer großen Anzahl von Sportlern zu rechnen. Zum Austrag kommen leichtathletische Wettkämpfe. Bereits am Samstagabend findet ein Gepäckmarsch mit daran anschließendem Kommers unter Mitwirkung der SA.-Ka^elle des Sturmbannes I statt. t Treis (Lda.), 9. Okt. Am 1. d. M. ist Herr Förster B i n a dahier infolge des Altersgesetzes der Beamten im Alter von 63 Jahren freimütig in den ein dringendes Bedürfnis für den öffentlichen Verkehr und wird zweifellos eine starke Steigerung des Verkehrs und damit eine wirtschaftliche Stärkung des hohen Vogelsbergs bringen. fchen Hartsteininduftrie Frankfurt a. M., 1913. n „ . ,. f ferner der Firmen Bohne (Gießen), Schnepp,! § Mainzlar, 9. Okt. Die Kartoffelernte ™ ' in Gießen und Roth , ist hier soweit beendet. Der Ertrag ist, entgeaen • n & E o. Gießen und i früheren Annahmen, g u t ausgefallen. — An der großen DAF.-Tagung in Wiesbaden am vergangenen Sonntag beteiligten sich von der hiesigen Ortsgruppe 31 Arbeitskameraden unter Füh- x. Nidda, 9. Okt. Don der hiesigen Bürger meisteret wurde die Feststellung gemacht, daß von verschiedenen Seiten ohne vorherige baupolizeiliche Genehmigung bauliche Veränderungen,bje genehmigungspflichtig sind, porgenommen routbtn. Daraufhin wurde die Polizei angewiesen, unnafy sichtlich in jedem Falle Strafanzeige gegen dn Bauherrn sowohl als auch gegen die beteiligte. Bauhandhandwerker zu erstatten, falls niajt vy Beginn der Bauarbeiten die erforderliche Ge^, migung eingeholt wurde. deutschen Wesens mit der politischen Umgestaltung Schritt halten solle und jedem, auch dem weniger bemittelten Volksgenossen die Möglichkeit geschaffen würde, geistige Anregung, seelische Erholung und Erquickung zu finden. Es wurden daraufhin in allen größeren Orten Deutschlands Ortsgruppen der „Deutschen Bühne" gegründet, so auch in Gießen. Im Mittelpunkt des Aufgabenkreises dieser Organisation, die im vergangenen Sommer mit dem „Kampfbund für deutsche Kultur" in der „NS.- Kulturgemeinde" zusammengefaßt wurde, unter gleichzeitiger körperschaftlicher Eingliederung in die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", steht neben der Pflege deutscher Musik, des deutschen Buches und des Vortragswesens das Theater. Damit auch die Volksgenossen der Orte um Gießen in den Genuß der Veranstaltungen der NS.-Kulturgemeinde, insbesondere der Bühnenspiele des Stadttheaters gelangen, ist neben der bedeutenden Ermäßigung (60 bis 70 v. H.) der Eintrittspreise die Einlegung von weiteren Sonderzügen neben den schon bestehenden auf verschiedenen Strecken geplant. Dr. Ruckelshausen gab dann weiterhin noch über den Aufbau der NS.-Kulturgemeinde und die Durchführung deren Aufgaben nähere Auskünfte. Im Anschluß an diesen Vortrag sprach der Intendant des Gießener Stadttheaters, Hanns König. In klarer Weise zeichnete er ein Bild von der Entwicklung des Theaters in den letzten Jahrzehnten, stellte die Motive des „Einst und Jetzt" durch Gegenüberstellung ins rechte Licht unb gab zum Schluß mit launigen Worten und durch die Vorführung eines Filmes dem Geschehen vor und hinter den Kulissen des Theaters beredten Ausdruck. Seine Ausführungen fanden regen Beifall. Stiftspfarrer Draudt hielt die Schlußansprache, die in dem Gruß an den Führer ausklang. Mit dem Gesang der beiden ersten Verse des Horst- Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes fand der Kulturabend feinen Abschluß. Im Anschluß daran fand noch eine kurze Besprechung der Mitglieder der bisherigen Theatergemeinde Lich zum Zwecke der Eingliederung in die NS.- Kulturgemeinde statt. Gemeinderat in Nidda. forurticn/ ....... lebms, der iu t5nnfc man den wo « „ M es dem geteilten Lan 9eWCTben" teuer oder preiswert Ding- V» W wit ’°" “?b toten fto et be. -in,-in-» 6kW6" " f.» beben," Sie genaues wie ^Naemeinen „in- tdem ** X « dn ., der Daren vor ^'^ÄL-nnnb. dem Urteil von • vertrauen Ä--M« «"» .%*S, »'«*• Mreigrn beim 1 Nr. 2?7 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch. 10. Oktober 1934 Zunge deutsche Nation. Junger Führer. Hundert Jungen-Augen schauen dich an, hundert Jungen warten auf den Befehl: „Voran!" In deinen Lippen liegt das Alles und das Nichts, und deine Worte find die Maße des Gerichts. In deiner Macht liegt alles. Liegt Nacht und auch das Licht, und deine Jungen tragen nur dein Gesicht. Gerhard Dabel. Vom Laienspiel. Aus der Kulturarbeit der Hitlerjugend. Mit Zittern und Zagen sehe ich jedesmal einer Jugendveranstaltung entgegen, in der die Aufführung eines Theaterstückes geboten wird... In Kostümen, die aus den frischesten Mädeln alte Haubenstäcke, aus jungen Kerlen rauschebartumwogte Karikaturen machen, mit lächerlichem Pathos und unter vernehmlicher Mitwirkung des Souffleurs werden lebensverfälschende Sentimentalitäten dargestellt, die leider nur allzuoft auf ein bereitwilliges Publikum stoßen. Die geschäftstüchtigen Verleger frür das Vereinstheater und ihre Stückefabrikaten haben sich auch bereits der neuen „Konjunktur" angepaßt und bringen serienweise Spiele für HI., BdM. und SA. heraus, in denen die kargen und großen Schicksale und Ideen der Kämpferzeit zu ^riefenden Rührseligkeiten umgebogen werden. Und eider fliegen noch viele Parteiorganisationen, besonders auf dem Lande, auf diesen Mist herein. Wenn wir in der HI. uns für das Laienspiel ein- etzen-, dann machen wir damit scharf Front gegen iebe Theaterspielerei! Laienspiel hat nämlich mit dem Theater im üblichen Sinne nicht das Geringste zu tun. Das wird usfort klar, wenn wir den Schauspieler mit dem Laienspieler vergleichen. Der Schauspieler, der vermöge seiner künstlerischen Begnadung über eine mehr oder weniger große Ver- wandlungsfähigkeit verfügt, ist heute König, morgen Bettler, heute ein Schurke, morgen ein Edelmann iuf der Bühne. Er ist der Mann der tausend Seelen. Der Laienspieler hat nicht diese schauspielerische Ver- wandlungsfähigkeit. So ein einfacher Junge kann licht „aus seiner Natur heraus". Wenn ein Spiel- wart ihm doch zumutet, sich zu verstellen, gegen seine Natur eine Darstellung zu versuchen, so entsteht meistens diese überbetonte Künstelei, die wir als kitschig >mipfinden. Am deutlichsten sichtbar ist das bei der Sestaltung sogenannter Charakterrollen-, mit raben- ichlvarzer'Ueberdeutlichkeit, auf die im w i rk l i che n ' eben kein Mensch hereinfallen würde, schleichen iie Bösewichter über die Bühne, so,daß unwillkür- !ch die Lachlust sich regt. Daraus folgt zweierlei: zum ersten, daß das Laienspiel sich grundsätzlich vom „Theaterstück" i nterscheiden muß. (Ich will nicht damit sagen, daß ! eim Zusammentreffen besonders glücklicher Um- ände, die in der Großstadt häufiger gegeben sein 'rönnen, diese Grenzen überschritten werden können.) Und zweitens: beim Laienspiel sollte jede Rolle so gesetzt werden, daß die Spieler nicht die Grenzen, !iie ihnen nun einmal durch ihre. eigene Art und Ratur gezogen sind, gewaltsam zu überdehnen brau- ooen. Bei allen Charakter- und Bösewichtrollen also Zurückhaltung und weise Mäßigung! Wir haben in Deutschland eine reiche Laienspiel- Literatur, die leider noch viel zu wenig ausgewertet vird. Angefangen von den unverwüstlichen Hans- Sachs- Schwänken — wie schön stand in der damaligen Zeit das Volksspiel neben dem Volkslied in Blüte! — bis zu den Spielen, die uns in jüngster Zeit Dichter wie Heinz St eg uw eit, Eduard Reinacher und Werner Altendorf schenkten: welch eine Fülle! In diesen Spielen kann die jugendliche Natur sich voll ausleben, und dadurch wird eine Wirkung erreicht, die ihre volle Daseinsberechtigung neben der Kunst der Bühne hat. Im Laienspiel verzichten wir auf die Wirklichkeitsillusion der Bühne. Die Theatermaschinerie, die Künste der Friseurs, die falsche Pracht der „echten" Kostüme erdrücken zu leicht öie schlichte Eindringlichkeit des unverkünstelten und unbefangenen Spiels. Eine Stilbühne, karge Andeutungen einer Dekoration müssen uns genügen. Wenn Kostüme benötigt werden, so fertigen wir sie uns selbst an. Unsere BDM.-Kameradinnen können hier ihre Phantasie und Tüchtigkeit walten lassen. Bunte Spielkittel, die heute in einem heldischen Spiel, morgen im bäurischen Schwank gebraucht werden können, haben uns schon oft ihre praktische Verwendbarkeit gezeigt. Perücken sind zumeist unnötig. Das Gesicht braucht durchaus nicht bis zur Unkenntlichkeit verschminkt zu werden. Und nun muß der Spiel- roart darauf halten, die störenden Dilettantismen zu tilgen, ohne die Ursprünglichkeit der Spieler zu gefährden. Auch im Laienspiel braucht es geformten Könnens, braucht es des Fleißes und der Hingabe. Ein Souffleur ist unnötig; der Text muß gekonnt werden. Nichts kann im Nebenbei erledigt werden. Nur so hat das Laienspiel Werbekraft für unsere Ideenwelt! Wenn sich so im Spiel das Lebensgefühl der jungen Generation ohne Bombast und Gefühlstrara ausfpricht, werden wir auf die lebendige Anteilnahme der Zuhörer rechnen dürfen! Bernd Poieß. Das Leistungsabzeichen derHitlerjugend. Neue Wege in der Erziehung der deutschen Jugend. Die Schaffung des HI.-Leistungsabzei- ch e n s durch den Reichsjugendführer Baldur von Schirach bedeutet einen neuen Schritt in der Erziehung des jungen Deutschen. Da über die Bedeutung des Leistungsabzeichens noch vielerfeits Mißverständnisse herrschen, soll an dieser Stelle einmal aufgezeigt werden, welche Ueberlegungen zu der Schaffung dieses Abzeichens geführt haben. Man hat z. B. die Frage gestellt: Warum muß die Hitlerjugend wieder etwas Besonderes haben? Genügt denn der Jugend nicht das Reichssportabzeichen, das ehemalige Turn- und Sportabzeichen, als Auszeichnung für sportliche Leistungen? Wir können darauf nur antworten: Nein! Im Leistungsabzeichen hat sich die Hitlerjugend etwas Neues geschaffen, das der Ausdruck nicht allein der sportlichen Ertüchtigung, sondern einer Gesamt- erziehung ist. Die Hitlerjugend erhebt Anspruch auf den ganzen Menschen, sie will in ihm etwas Ganzes sehen, nicht einen einseitigen Sportler ober einen sonstigen Eigenbrötler, wie ihn verschiebene Jugenbbünbe ber Vergangenheit heranzüchteten. Der junge Deutsche hat sich in ihren Reihen einer Gesamterziehung zu unterwerfen, bie feine körperlichen, geistigen unb seelischen Kräfte beansprucht unb auch seinen Charakter wertet. Warum ist biese Gesamterziehung notwenbig? Die Hitlerjugend hat bie Verpflichtung auf sich genommen, bie deutsche 9 u g e n b zum fommenben beutschen Volk zu erziehen, bem ber Nationalsozialismus selbstverständliche Lebenshaltung unb Lebensinhalt geworben ist. In jebem Zweig bicfer Erziehungsarbeit muß bie lebendige Kraft ber Jbee wirksam werben. Das Seelenleben bes Einzelnen muß auf biefe Jbee ausgerichtet, feine Weltanschauung, fein politisches Denken unb Hanbeln von ihr bestimmt, sein Charakter nach ihr gewertet unb feine körperliche Ertüchtigung von ihr beherrscht werben. Wir wissen, baß eine solche Erziehung viel schwerer unb härter sein muß, als eine nur körperliche Ertüchtigung ober eine rein geistige Durch- bilbung. Wer sich aber zur Hitlerjugenb bekennt, — unb bieses Bekenntnis ist ein freiwilliges, — be- funbet bamit zugleich, baß er sich ber von ihr durchgeführten Gesamterziehung unterworfen hat. Die Hitlerjugend will den jungen Deutschen nicht dazu zwingen, denn sie weiß, daß bloßer Zwang und das bloße „Du sollst" zur Unfruchtbarkeit verdammt sind, wenn nicht zu bem verpflichteten „Du sollst", bas bie Gemeinschaft der HI. bewußt an jeden richtet, das freudige „Ich will" derer tritt, die sich zu ihr bekennen. Pflicht und Bejahung werden zu bleibenden Erfolgen führen und den Typ des kommenden deutschen Menschen formen, aber nur im Rahmen einer Gesamterziehung, deren deutlichster Ausdruck das Leistungsabzeichen ber HI. ist. Man kann dieses Abzeichen daher nicht von der nur sportlichen Seite werten wollen ober es mit bem Reichssportabzeichen auf eine Stufe stellen. Es ist Anerkennung für Leistungen auf jebem Gebiet ber Gefamterziehung. Wer es erringen will, muß in ernster Schulungsarbeit auf Heimabenben, Lehrgängen unb Lagern unb burch bas Leben in der Gemeinschaft eine "feste innere Einstellung zum Nationalsozialismus gewonnen haben, muß Kamerad sein können unb einen unerschütterlichen Charakter besitzen. Wem ber verantwortliche Führer ein Zeugnis für Leistungen auf bem genannten Gebiet ausstellt, ber barf sich auch zu ben sportlichen Uebungen melben, um sich hier ebenfalls ein Anrecht auf bas Leistungsabzeichen zu erarbeiten. Im Leistungsabzeichen vereinigen sich körperliche Ertüchtigung mit weltanschaulicher Schulung unb charakterlicher Erziehung. Das ist bas Neue an ihm, bas mit ber HI. zum ersten Male Wirklichkeit geworben ist. Kein Gebiet ber Erziehungsarbeit steht mehr vereinzelt ba, fonbern ist ein Teil eines umfafsenben Ganzen. Auch bie Leibesübungen haben sich ber Gesamterziehung einzuorbnen. Sie bürfen nicht mehr um ihrer selbst willen getrieben werben, sie sinb nicht mehr bas Privatvergnügen Einzelner, bie burch sie zu höchstpersönlicher Gesundheit unb eigenem Wohlergehen gelangen wollen, ohne Rücksicht, ob ber Volksgenosse nebenan sich ihrer Segnungen nicht auch erfreut, fonbern sinb nunmehr Angelegenheit ber Gemeinschaft, bie burch sie zur Härte, Entschlossenheit, Kampfeswillen unb Mannschaftsgeist erzogen werben soll. Sie bienen nicht ber Züchtung von „Kanonen", sie sinb vielmehr ein Mittel, eine gleichmäßig gut burchgebilbete unb körperlich leistungsfähige Gemeinschaft heranzubilden. Zugleich mit bem Leistungsabzeichen würbe bas HI. - Leistungsbuch geschaffen. Dieses Buch ist gleichsam ber Paß bes Hitlerjungen für sein weiteres Leben. Aus ihm ist ber Entwicklungsgang bes Hitlerjungen von seinem 10. bis 18. Lebensjahr ersichtlich. In ihm ist alles verzeichnet, was für bie totale Erziehung bes jungen Nationalsozialisten wesentlich ist, bie Teilnahme an Führerlehrgängen, weltanschaulichen Schulungskursen, Jugenblagern, Wettkämpfen, größeren Fahrten unb Aufmärschen. Damit wirb bas Leistungsbuch zum Dienstausweis eines jeben nationalsozialistischen Jugenblichen. Das neue Leistungsabzeichen für bie HI. wird in brei Graben verliehen: für bas 16. Lebensjahr in Schwarz, für das 17. in Bronze unb für bas 18. in Silber. Seine Anschaffung unb gewissenhafte Ausfüllung ist für jeben selbstverstänbliche Pflicht. Der alte Sport wollte ben jungen Menschen für sich ganz — bie Hitlerjugenb aber will für ihre Erziehungsarbeit ben ganzen Menschen! Otto Zander. Wir suchen ein Heim! Wir hatten einmal ein Heim. Schon war es nicht, aber es war doch ein Raum. Rechts neben uns im Zimmer hatte die Hitler-Jugend ihr Heim, links davon das Jungvolk. Das gab manchmal ein schönes Durcheinander, wenn dann alle drei Gruppen zusammen sangen, natürlich jede ein anderes Lied ... Aber das war noch nicht einmal das Schlimmste. Wenn wir unseren Raum nur selbst ein wenig hätten ausgestalten dürfen. Der Gastwirt wollte es nicht. Wir hatten also nichts als eine alte kahle Stube, den ganzen langen Winter hindurch. Im Heim sollen wir uns wohl fühlen, sollen wir daheim sein. — Manchmal fiel es uns sehr schwer in dieser ungemütlichen Umgegend. Aber trotzdem waren wir, froh, wenigstens diesen einen Raum zu haben — bis dann eines Tages der Traum aus war. Die drei Zimmer waren als Wohnung vermietet. Was nun?! Wir standen auf der Straße und wußten nicht wohin. — „Also ins Grüne", sagte unsere Gruppenführerin. Nur gut, daß es jetzt wärmer wurde... Wir gingen also hinaus ins Freie, Heimnachmittag für Heimnachmittag, den ganzen Sommer hindurch. Manchmal war es ja ganz schon, wenn ein Dutzend Kinder um uns herumstanden; wir sangen unb spielten bann mit ihnen. — Propaganbaarbeit! Aber immer? — Wir wollten doch auch einmal unter uns sein, um richtig arbeiten zu können. „Warum basteln wir nicht roieber? Das war boch immer so fein!" fragten bie Mäbel. Ja, w o sollten wir benn basteln? Auf einer Wiese geht bas schlecht. — Unb bann kam ein Nachmittag, ba regnete es, was vom Himmel herunter wollte. Nach langem Ueberlegen ftanben wir schließlich vor unserer Schule. Ob uns ber Hausmeister wohl hineinließ? Es beburfte schwieriger Verhanblungen, bis er sich enblich aufraffte unb uns eine Klasse aufschloß. — Wir haben ein neues Heim! Eine erzählte es ber anberen. Voller Freube unb Erwartung zogen wir Durch Moor und Heide. BdM -Mädel aus Herbstfahrt. „Ach bitte, konnten Sie uns sagen, wo bas schloß liegt?" „Da links burch ben Park!" „Danke." So finbet man sich langsam in ben bunklen Straßen von Celle zurecht. Da ist ja auch schon ber Eark. lieber eine Holzbrücke geht's, unb bann hallen unsere Schritte laut in einem finsteren Torbogen, hm Eingang zur Jugendherberge. Schlafen — ht bas einzige, was wir noch benfen. Früh weckt uns bie Sonne. Wir sinb ben ganzen Vormittag burch Celle gelaufen wie burch eine lxrwunschene Stabt. Die spitzgiebligen Hauser hocken licht aneinanbergefauert am Straßenraub unb erzählen von glanzvollen Zeiten. Am Nachmittag sinb mir im Heidemuseum. Ehrfürchtig bestaunen wir feen uralten bäuerlichen Hausrat, bie Trachten, bie Schmuckgegenstänbe. Im „niedersächsischen Bauern- Inus" vergißt man ganz, baß man im Museum ist; man schaut sich unwillkürlich um, ob nicht bie Bäuerin mit bem Milcheimer übers Flett kommt. Unb abends in der Herberge flüstern wir noch hnge im Dunkeln. „Du, ich freu' mich ja auf die 5 eide!" „Na, und ich erftT' Worpswede. Ein seltsamer Zusammenklang non Wasser, Moor und Heide. Tiefgrüne Wiesen, roeite, braune Heideflächen, zerfahrene Sandwege mit windverwehten Birken. Dazwischen die dunklen, faiegelglatten Moorkanäle, bie kleinen Höfe ber jQoorbauern. Die schlichten Häuschen ber Künstler Ix gen halb versteckt in oerroilberten Gärten, bie Töpfer-, Tischler- unb Weberwerkstätten, in benen cH bie einfachen, schonen Worpsweber Geräte ent- sxhen. Wir haben in bie Werkstätten hineingeschaut, laben im Abenbbämmern braußen an einem ein- Lmen Torfstich gelegen unb haben ganz still bas 8 ilb biefer herben, norbbeutschen Lanbschaft in uns cjfgenommen. Auf bem Hamberg stehen wir. Aus tief ausgefallenen Sanbwegen sinb wir gemanbert, manchmal wollte einem ber Rucksack zu schwer wer- t n, aber weiter, immer weiter! Das Heibekraut schlägt rauh gegen bie Beine ... Stunbenlang be» g gnet uns kein Mensch — wir wußten nicht, ob , niir auf richtigen Wegen waren. Unb nun sind wir hier oben. Rings breitet sich die Heide in Wellen unb Hügeln. Rötlichbraun schirn- mert's in ber Nähe, nach bem Horizont zu schieben sich Wälder dazwischen, blau und dunstig verdämmert das Land in der Ferne. Braun ist die Heide — nur ganz vereinzelt wagen sich noch blaßrote Blüten hervor ... Ernst und schwarz steht ber Wacholber ... „Müssen wir schon roieber weiter? Die Wärme, ber Sanb unb bie schweren Rucksäcke!" — „Da brühen hinter bem Walbe sinb bie Hünengräber, bas müssen wir noch schaffen!" — Nun geht's auf einmal roieber; vergessen ist glle Mübigkeit, wir haben ja ein Ziel! Durch den Totengrunb steigen wir hinaus nach Wilsebe. Die Höfe ber Heibebauern liegen alle in einem Ring von Eichen, strohgebeckt bie Dächer, am Giebel gekreuzte Pserbeköpfe. Barfüßige, flachsköpfige Kinber laufen über bie Dorfstraße. Auf birfenumfäumtem Heiberoeg roanbern wir. Da macht sich plötzlich ber Sturm auf — bunt le Wolken haben sich aufgetürmt. Sanb fliegt uns in bie Augen. Dann zucken bie ersten Blitze, rollt ber Donner — Herbstgeroitter. Die Birken biegen sich tief hinunter zur Erbe ... Aus dem Flugplatz. Wir sinb mit ber ersten Sonne zu Rab hinausgefahren. Es ist eine Unenblichkeit bis zum Flugplatz. Jetzt hängen wir über bem Gelänber unb warten. — Endlich kommt ein Start. Schon lange ftanb bie „Möwe", ein kleines blaugestrichenes Sportflugzeug, vor ber Halle. Ein Mechaniker läßt ben Motor laufen ... Der Rasen unter ber Maschine legt sich flach. Ein leises Beben läuft burch ben Apparat. Aber bie blitzenben Räber stecken fest in ben Halteklötzen. Der Motor läuft nur mit halbem Gang. Der Kapitän unb ber Pilot treten aus bem Der- roaltungsgebäube. Ihr blankes Leberzeug spiegelt in ber Sonne. Der Kapitän lacht uns zu unb wirft einen prüfenben Blick nach oben. „Prachtvoll ... Etwas NNO. allerbings." Dann klettern sie in bie „Möwe". Der haben unsichtbare Hänbe auf einmal bie Halteklötze abgenommen. Der Motor springt in volle Gangart. Die „Möve" rollt bavon. Sie läuft, hebt ben Schwanz, bis er genau horizontal liegt, breht auf bie weiße Betonbahn zu. Zwei- breimal knallt sie blauen Dampf ab, springt ein letztesmal febernb in ihrem Fahrgestell und — fliegt! Gelöst von allen Unebenheiten bes Gelänbes gewinnt sie in glatter, fteigenber Bahn bas Weite. Droben, wo ber Walb an den Flugplatz stoßt, legt sie sich in eine Rechtskurve, kommt zurück und zieht in hohem Bogen über unsere Kopfe weg. Ein letzter Gruß des Kapitäns, ber Motor singt aus voller Brust, bann ist sie vorbei. Balb sinb Rumpf unb Flügel nur noch ein feiner Strich. Unb nun ertrinkt auch ber im Hellen Aether. Inzwischen fahren sie ben „Englänber" aus ber Halle. Das ist ein Dreimotoriger. So ein Großflugzeug wiegt! Das ist wirklich schwerer als Luft. Dieser stabile, gerippte Metallrumpf, biefe mächtigen Steuer unb Verspannungen. Unb erst bie Benzinfässer, bie ber schluckt! Wieber vergeht eine Ewigkeit, bis bie sechs, sieben Reisenben mit all ihren Schachteln unb Schächtelchen in ber Kabine verstaut sinb. Aber enblich klettern auch bie vermummten Piloten in ihre hohen Sitze bort oben. Der Signalball geht hoch. Die Motoren schwirren. Drei große Propeller. Unb langsam torkelt ber große Luftomnibus zur Startbahn. Was für eine Kutsche! Aber es ist, als erwache er langsam unb straffe sich im Anlauf. Seine vorgeschobene Nase wittert Weite. Seine Schwingen erzittern unter ben Luftwogen, bie sich unter sie hinschmiegen. Was eben schwerfällig schien, hat sich in Wucht unb Würbe verwanbelt ... Es gelingt uns, in bie Halle zu kommen. Wir setzen uns in eine Kabine. Wir kriechen unter ben Tragflächen herum. Wir bürfen sogar in ben Füh- rerftanb hinauf. Ist bas ein Gewirr von Hebeln unb Knöpfen, von Steuern unb Manometern unb ben verschiebenden Instrumenten ... Mein Kamerab war schon längst unten unb rief ungebulbig nach mir. Da faß ich immer noch über bem Steuerrab unb träumte von bem unermeßlichen Ozean ber Luft, unb wie es wohl sein muß, wenn ein Hauptmann Köhl ober Gronau so am Steuer sitzt unb in stolzer Bahn die Kontinente der Welt miteinander verbindet. Wildstreife. Morgens 4 Uhr. Irgend jemand knöpft am Zelt unb zerrt an meinen, tief im Schlafsack vergrabenen Füßen. Eine Taschenlampe blenbet. „Zum Donnerwetter, wer ...!?" „Aufstehen, es ist soweit!" — Langsam komme ich zu mir. Taste nach Kompaß unb Jacke, klettere vorsichtig über schnarchet? Bündel, bin fast draußen, als ich mit voller Kraft gegen bie Kochgeschirre stoße. Sekutenlanger Lärm. Unwillige Stimmen unter ben Decken murmeln Un- verstätliches, einer sieht mich schlaftrunken an, dreht sich wieder auf bie anbere Seite. Ruhe ... Am niebergebrannten Feuer flüstere ich noch einen Augenblick mit ben abenteuerlich vermummten Wachen. Morgenkälte schüttelt mich. Etwas später bin ich tief im Forst. Langsam roinbet sich ber Walbweg burch taunaffe Schonungen unb neblige Wiesen, bann liegt ein niebriges Birken- unb Erlengehölz vor mir. Kein Laut, nur wenige frühe Vogelstimmen im Hochwalb. In ber Nähe eines kleinen, schon stark verlanbe- ten Sees lege ich mich hinter eine halb im Wasser hängenbe Weibe unb warte. Links von mir ist ber Boben tief aufgewühlt: ein Suhle. Der Walb erwacht allmählich, hoch über mir streicht ein Schwarm Wilbenten, fern ertönt ber Schreckruf bes Rehbockes. Es ist kein Vergnügen, hier auszuharren! Ungebulbig rupfe ich Gras und wehre mit verzweifelt gegen unzählige Mücken. Mit einem feinen, vielstimmigen Kriegsgeschrei landen ihre Geschwader auf ungeschützten Angriffspunkten, wie Knie, Händen und Gesicht. Eine Schande, daß ich mich nicht bewegen darf! Doch was war das? Jetzt wieder. Alle Ungeduld und Mücken find vergessen: Ein tiefes Schnaufen und Grunzen, Lärm brechender Aeste. Da sind sie auch schon, Mutter Sau mit Frischlingen. Vorsichtig schiebt sich ber massige Körper ber Alten an bie Suhle, tief stößt ihre Schnauze in ben Morast, bann wirft sie Erbklumpen in bie Höhe. Schon sinb ihre Söhne unb Töchter, kleine buntfarbige Geschöpfe, ba unb verzehren mit großem Appetit unb lautem Schmatzen einen fetten Engerling ober eine schmackhafte Buchecker. Immer roieber sichert bas Muttertier herüber, brohenb erhebt es ben schwarzen, zottigen Kopf. Sollte etwa ...? Vorsichtig schaue ich mich nach einem nahgelegenen, besteigbaren Baum um, ... aber bann will ich meinen Ohren nicht trauen, gellet zerreist ein Pfiff ben morgetlichen Frieben. Wilbschwein unb Frischlinge empfehlen sich, rasen ganz bicht an mir vorüber unb sinb im nächsten Augenblick verschwunben. Da kommen zwei Jungen angekeucht. Ich springe auf. Atemlos rufen sie mir zu: „Komm schnell, eben hat bie anbere Jungenschaft unsere Wachen gefangen unb bas Zelt umgeriffen! ..." Verdammt ...! ha ja «■nm f)hr: soll ein aller vmklelderaum sein. Ach, wie klein und dunkel, das ist der erste Eindruck. Ein Fenster ist nicht da, nur eine Glastür — und dann so klein. Wir qehen kaum alle hinein. Auf Brettern, Eimern und Kisten sahen wir vorgestern am Heim- nachmittaa zusammen, ein wenig ungemütlich, aber es ging schon. Wir dachten ja nur immer: Wir auf der Seewiese Landesbauernführer Dr. W a g - n e r zu den aus der ganzen Wetterau in Friedberg zusammengekommenen Markt besuchen. Dr. Wagner führte etwa folgendes aus: Er freue sich, Wetterauer Bauern auf diesem Markt zu sehen, er freue sich ebenso, auch Städter in großer Anzahl zu erblicken. Er sehe darin ein Zeichen, daß der Städter die wichtigen Aufgaben des Bauernstandes erkenne. Gerade der Nationalsozialismus sehe im Bauernstand die Fundamente des Staates, und darum bemühe sich die nationalsozialistische Regierung, im Unterschied zu den Negierungen vergangener Jahre, diesen Bauernstand gesund und leistungsfähig zu erhalten. Der Bauernstand wolle nicht irgendwelche besonderen Rechte, sondern einzig und allein die ihm zustehenden. Denn das Wohl des Volkes als Ganzes bestimme und bedinge die Grenzen der einzelnen Stände. Die Schaffung des Reichsnährstandgesetzes, sowie des Reichserbhofgesetzes fei eine hervorragende Tat der Reichsregierung gewesen. Diese beiden Gesetze hätten einen Aufschwung des Bauernstandes nach sich gezogen. Es gebe viele Leute auf dem Lande, und jeder habe besondere Wünsche. Es gehe aber nicht an, jeden einzelnen Wunsch zu erfüllen, sondern es gehe darum, den Wünschen des gesamten Bauernstandes gerecht zu werden, immer im Hinblick auf unser Vaterland. Alle Einzelwünsche hätten diesem einen großen Ziel gegenüber unbedingt zurückzutreten oder ganz zu schweigen. Das Ziel sei noch lange nicht erreicht, aber es werde weiter an diesem Ziele gearbeitet. Der Landesbauernführer erläuterte dann im einzelnen das Reichserbhofgesetz und betonte dabei besonders, daß heute seit 400 Jahren wieder durch das Anerbengesetz der Bauer unlöslich mit der Scholle verbunden sei. Das Reichsnährstandsgesetz wolle dem Bauern für seine Produkte den volkswollen 8ns unser neues Helm schön fein ausgestalten ... Ein Tag danach: — w i r hatten ein Heim! Ein Händler hat den Raum als Lager gemietet. Nun gehen wir wieder ins Grüne, Heimnachmittag für Heimnachmittag. Aber wohin, wenn es kalt wird? ! wirtschaftlich gerechtfertigten Preis sichern. Wo wären wir hingekommen, wenn die Kartoffelpreise, oder die Preise für Wein oder was es sonst sein mag, im Belieben jedes einzelnen gestanden hätten? In richtiger Erkenntnis aller mit diesen Fragen zusammenhängender Dinge habe der Führer und Reichskanzler den Reichsnährstand geschaffen. Im weiteren Verlauf seiner Rede trat Dr. Wagner den Gerüchten entgegen, die in verantwortungsloser Weise immer wieder in Umlauf gesetzt weitergetragen werden, hinsichtlich der Ernährung und Bekleidung des Volkes. Es müsse gesagt werden, daß für das Wohl des Volkes in ausreichendem Maße gesorgt sei. Die Regierung habe gar keine Veranlassung, das deutsche Volk anzulügen. Und die Regierung genieße das Vertrauen des Volkes. Die Nörgler und Besserwisser mögen im einzelnen behaupten, was sie wollen: eines könnten sie nicht ableugnen, daß die Kurve der Agrarpolitik nach der Machtübernahme stark nach oben ge- Jm Dritten Reich ist das Deutsche Reich wieder in Wahrheit die Heimat der Deutschen geworden. Die Heimat, die Mutter, sie sorgt wieder für alle ihre Kinder. J-eder Deutsche kann sich im nationalsozialistischen Staat wieder behütet und betreut fühlen. Das Gefühl des Geborgenseins ist das wesentliche am Heimatgefühl. Daraus erwächst die zarte Blüte der Heimatliebe. Ein höheres Ziel gibt es nicht für Staat und Volk. Unsere herrliche deutsche Heimat ist der nie versiegende Urquell unserer Kraft, unseres Stolzes? In verschwenderischer Fülle überschüttet uns die deutsche Heimat mit ihren Gaben. <Äe alle restlos auch für den letzten Volksgenossen nutzbar und damit zum Werkzeug der Volkswohlfahrt zu machen, das ist der Wille des Führers. Deutsche Tugend soll deutsche Heimatliebe und deutsche Stam- mesbrüderschast sein, mit von beiden urdeutschen gangen fei. Zur Zett macht sich immer mehr die Gesundung des Bauernstandes bemerkbar, und zugleich mit dieser merkbaren Genesung des Bauernstandes geht die Gesundung unseres Volkskörpers Hand in Hand. Und die Gesundung des gesamten Volkskörpers ziehe ein Besserwerden der Lage in anderen Wirtschaftszweigen unweigerlich nach sich. So habe das eine dem andern zu dienen und sei mit diesem untrennbar verbunden. Es möge fein, daß der oder jener einmal eine Maßnahme und eine Anordnung der Regierung nicht versteht. Dann möge er einmal in einer ruhigen Stunde darüber nachdenken, oder mit feinen Führern darüber reden. Er möge aber unterlassen, unfruchtbare Kritik daran zu üben. Ulan möge der Regierung vertrauen, daß diese nicht dem oder jenem zum Vorteil, sondern stets nur zum Wohle des gesamten deutschen Vol- kes ihr handeln bestimme und ihre Entschlüsse fasse. Das deutsche Volk habe heute erkannt, daß es nicht darauf ankomme, daß es einem Stand gut gehe, ohne Rücksicht auf die anderen Stände. Dies fei auch gar nicht möglich, denn alle Stände bildeten eine einzige große und unerschütterliche Volksgemeinschaft. Die Hauptsache sei, daß Deutschland lebe, nicht nur heute und morgen, sondern auch noch in tausend Jahren und in Ewigkeit. An der Spitze unseres Volkes in Partei und Staat stünden jetzt Männer, die für diese Ziele gekämpft hätten und nichts anderes wollten und nur diesem einen Ziele lebten. Und deren Werk, das hofften und wünschten wir nicht nur, sondern das wissen wir alle und das glauben wir, wird einmal die deutsche Jugend zu Ende führen. (Starker Beifall.) Empfindungen überquellenden Herzen wollen wir Nationalsozialisten Not und Elend bekämpfen und aus Deutschland vertreiben. Nationalsozialistische Volkswohlfahrl soll die deutsche Goldkrone der neuen deutschen Volksgemeinschaft werden. So stellt die NSV. ihr diesjähriges am 9. Oktober einfetzendes Winterhilfswerk mit gutem Vorbedacht unter das sinnfällige Zeichen des goldklaren Bernsteins, unseres urwüchsigen heimischen Goldes. Bei weitem der meiste Bernstein wird bekanntlich an der Ostsee ausgeworfen. An der Küste des ostpreu- ßischen Samlandes überschüttet das Meer deutsches Land mit diesem deutschen Gold. Der goldene Bernstein stand schon im grauen Altertum in sehr hohem Ansehen. Schon lange vor Homers Zeiten erzählten die phönizischen Bernsteinhändler, daß Im Nord« westen der Erdscheibe sich ein sagenhafter Fluß in den Ozean ergieße, der dieses Gold in feinen Fluten mitführe. Daran knüpfte die Sage an Phaethon, der den Sonnenwagen nicht zu zügeln wußte, setzte die Erde in Brand und wurde von Zeus in jenen Fluß gestürzt. Najaden begruben ihn am Ufer. Seine Schwestern, die Heliaden, fanden das Grab, konnten sich, unaufhörlich Tränen vergießend, davon nicht trennen. Von den mitleidigen Göttern wurden sie in Bäume verwandelt, von deren Zweigen noch fortwährend Tränen flössen, die an der Sonne zu Bern, stein erhärteten. Ein prächtiges Wahrzeichen des Leilfpruches: „Durch Rächt zum Licht" ist somit der deutsche Bernstein. Indem wir alle ihn hochhalten und uns mit ihm schmücken, ehren wir sichtlich unser geliebtes Vaterland und legen ein offenkundiges Bekenntnis unseres unerschütterlichen Glaubens an seinen Aufstieg ab. Jeder, der die Opferbernsteinnadel, die bei der ersten diesjährigen Haus- und Straßensammlung am 10. Oktober ausgegeben wird, trägt, steuert ein kleines Scherflein zum Winterhilfswerk bei. Solange es dem deutschen Volk noch nicht gut geht und der Staat für die ganze deutsche Volksgemeinschaft zu sorgen hat, wird niemand beiseite stehen und sich von dem Begriff des Volksganzen abtrennen wollen. So wird die kleine strahlende Bernsteinnadel, die hundert Schmuckmöglichkeiten bietet, die Hunderttausende und aber Hunderttausende Deutsche zieren; viele Wenig aber werden ein Viel ergeben. Gesamtleitung des Amtes für Volkswohlfahrt. Gau Hessen-Nassau. Rundfunkprogramm Donnerstag, 11. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30t Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen- — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45t; lastik. 9.15: „Der Dörnberg und fein Fliegerlager." Eine Stunde bei den Kasseler Segelflieglern. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 11.45: Sozial» dienst. 12: Mittagskonzert. I. 13: Saardienft. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. Richard Strauß, der Liederkomponist. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschafts- bericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderftunde. 16t Nachmittagskonzert. 18: Spanischer Sprachunterricht. 18.15: O Kuppen. O Küppel. O Nullen. Rund um die Wasserkuppe. Lieder, Gedichte und Geschichten. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Saar-Umschau. 20.30: Operettenkonzert. 22: Nachrichten. Bauernkundgebung in Friedberg. Landesbauernführer Or. Wagner spricht. = Friedberg, 9. Oft. Anläßlich des Friedberger Herb st Marktes sprach heute Mittag Deutsches Gold für deutsche Lolkswohtsahrt. Lichtspielhaus • Gießen Sdyme gute WEISS WAREN DIETRICH 5875A 0.32 UHL 0.39 adio 4619 D Wäsche usw. p. m CARL]\inwÄCK GIESSEN SELTERSWEG 81 Wir verkaufen seit 25 Jahren Fuß Die Anmeldung zur Stoffspezialhaus MtnMUnt Mus KM-MjjsiM Zorsthaus bei Echzell (Oberhessen) VH |C IIV U J Illi y Gegründet 1509 5895 A„ JNHABER'- CARL HEINZ SCHLÜTER eröffnet habe. — Mein eifrigstes Bestreben soll es sein, meine werte Kundschaft zur größten Zufriedenheit fachmännisch zu beraten' und zu bedienen undfunk eparaturen Gießen, Plockstr.12,Tel.3170 Wischtücher, ca. 50/50 garantiert a ap Reinleinen, rot kariert . .per Stück U/Zu Gerstenkorn-Handtuchstoff, Heute das große Ereignis Ein Fllmwerk von dem die Welt spricht 40 cm breit, auch mit farbiger Kante, sehr haltbar......... p. m Renforc6, 80 cm breit, gute, süddeutsche Gebrauchsware für Leib- Ich biete Ihnen darin eine riesige Auswahl neuester Musterung und vortrefflicher Qualitäten außerordentlich preiswert! Besonders zu empfehlen sind: der Handwerkerinnung des Kraftfahrzeug - Handwerks der Provinz Oberlieffen kann bis zum 13.Oktober 1934 bei Obermeister E.Ahmann Hitlerwall 7, erfolgen. 6omd BERNARD Gießen, Plockstraße 14-16 LThöt- Gieße n Lieferant aller Krankenkassen! Emil Beck, Belten- and Polstennöhelweikstätten Löwengasse 18 Gießen Löwengasse 18 Seefische zum Kochen im Ausschnitt, Pfd. von 45 Pfennig an Filet Marke ,.Fifi" von 45 Pf. an Lebende Aale, Flnßhechte, Blaufelchen vom Bodensee empfiehlt 5910D Äl. ^och Sachslg. Mäusburg 15 Telephon 3612 Baustoffe aller Art jedes Quantum billigst nur bei 5480 D H. Glatthaar & Sohn Gießen, Frankfurt. Straße 19 Wäschestoff, 80 cm breit, jahrelang bewährte Qualität von vielen unserer Kunden oftmals erprobt, für starke n in Leibwäsche, Kopfkissen usw. .. .p. m Linon, 80 cm breit, sehr solide, ge- ah schlossene Gebrauchs wäre......p. m U.44 Wischtücher, 58/58 cm, aus bestem a if Halbleinen, rot kariert.....p. Stück U.43 Frottierkrepp-Handtücher, 45/96 cm, mit farbiger Kante, solide a JIO Stuhlware............. . ,p. Stück U.^O Finette, 80 cm breit, gutes süddeutsches Fabrikat, eine ganz beson- a ia dere Leistung............ .p. m U.4Ö Wischtücher, 58/80 cm. aus bestem a eq Halbleinen, rot kariert......p. Stück U.üO Mako-Batist, 80 cm breit, gute süd- a pa deutsche Ware, für feine Wäsche p. m U.uö Frottiertücher, 50/100 cm, sehr schöne Kräuseltücher in zarten Pastell- n aa färben, echt Indanthren ... .p. Stück U»OO Bettuchhalbleinen, 150 cm breit, mit allmählich verstärkter Mitte, sehr a aa gutes absolut haltbares Fabrikat, p. m l.uU Hohlsaum-Bettücher, 150/225 cm, aus gutem westf. Haustuch, garantiert a ia ohne jegliche Füllappretur .. p. Stück £a4U Halbleinen-Bettücher, 150/230 cm, aus sehr gutem westfälischem Halb- n -ja leinen.................. .p. Stück u> IU Tischtücher, 130/160 cm, aus sehr gutem Halbleinen, völlgebleicht, in a aa Blumen- und Sternenmuster, p. Stück 4.DU Servietten dazu passend, 50/50 cm a aa p. Stück UeÜU Ueberschlag-Laken, 150/250 cm, mit Handhohlsaum, sehr gute Linonware r aa p. Stück MiuU Wir nehmen Ihnen die Sorge für die (fr» zi.ehung Ihres Zungen ob. 25el allen Vorzügen eines Lonsheims lehrplanmäßiger unterricht, in kleinen Klaffen. Erziehung zu selbständiger Arbeu. Kameradschaftliches Zusammenleben: viel Körperschule. Sexta — Untersekunda — Oberrealschul« Realgymnasium. — Äeste Empfehlungen. Leitung: Ak. !uctue. 5892 V Qualitätswaren zu unseren denkbar niedrigen Preisen Donnerstag, den 11.Okt.,nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Sofa, 2 Klaviere, 1 Diwan, 3 Gläserschränke, 1 Badeofen m. Wanne, 2 Klubsessel ferner an Ort und Stelle, Bekanntgabe im V-rsteigerungö- lokal: __ 5911D 4 Warenschränke, 2 Registraturschränke, 1 Bücherschrank, 3 Klaviere, 3 Schreibmaschinen, 2 Bettstellen, 1 Waschtisch, 2 Nachtschränkchen, 4 Schreibtische, 3 Vertikos, 2 Trumeauspiegel, 17 Bde. Brockhaus, 2 Bilder, 2 Büfetts, 2 Sofas, 2 Sessel, 3 Ladentheken, versch. Baugeräte, Gerüststangen usw., 2 Grammophone, 1 Rauchtisch, 1 Standuhr, 5 Einkochapparate, 10 Zinkeimer, Sargbeschläge, Milchtöpfe, Kaffeekannen, 2 Kessel, IKachelofen, 20 Heugabeln, Kartoffelauetschen, Näucheravva- rate, Zinkwannen usw., 230 Säcke, 2000 m Juteaewebe, 150 rn Segeltuch, 48 Wagenpläne. Ferner bestimmt: 1 Adler- Schreibmaschine Modell 7. Höll, Gerichtsvollzieher In Gießen Ludwigstr. 33/1 — Telefon 3239. Besonders günstige Jubilä ums - A ngeböte Geschäfts-Er Öffnung Der geehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur gefL Kenntnis, daß ich am heutigen Tage in Giefcen, im Hause Löwengasse 18, eine Bellen- n. Polslermöbelwerksläne mil Laden Beschwerden? Dann zu ZurBekämpliinö des Mpanners jetzt Leimringe anlegen Bewährte Fabrikate von hellem Leim Unterla ge-Papier sowie den neuen »Fix-Fertig« erhalten Sie im 5597 A SamenbaiisHcli.Halm Bahnhofstraße ♦ Telefon 3403 Die große Zarin Ein Millionenfilm der Paramount In grandiosen und packenden Bildern zieht ein Kapitel längst vergangener russischer Geschichte an uns vorüber. Das Schicksal der kleinen deutschen Prinzessin Sophia Friederike von Anhalt-Zer^t die als spätere Zarin Katharina II. von Ruß!.' zur mächtigsten Herrscherin ihrer Zeit wu.de Vorher Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. Telephon Hummer 4077 Sichern Sie sich Karten Im Vorverkauf Achtung! Besitzerinnen von Pfaff- Nähmaschinen und solche die es werden wollen —1 Dö4bu Mein diesjähriger unentgeltlicher Pfaff - Stickkursus findet vom 22. Okt.-3. Nov. im Restaurant„Zum kühlen Grund“, Neuen Bäue 5, statt Anmeldung, hierzu erbitte ich mögt sofort In mein. Geschäft Se!tersw.3O H. Kraft Fernruf Nr. 3369 Jlarengo- Hantcl flansch mit angew. Futter, ca. 140 cm br.. 4.95 Reinwoil. M&ntclbouclc hervorrag.Qual.aüs best. Material in einer groß. Auswahl. 12.50, 8.90, 7.90, 6.90 Krimmer, Persianer a. a. Pelzimitationen sehr vorteilhaft Mantel - Futterstoffe in großer Auswahl! Mantelstoffe in engt Geschmack für den soliden sportlichen IStrapazier- mantel, gute tragfäh. Qualität., zirka 140 cm breit, 5.90, 4.90, 3.95, 3.50