Nr. 211 Erstes Blatt 184. Zahrgang Montag, 10. September 1934 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/,Ul)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen Don70mm Breite 60 Npf.,Platzoorschrist oder schwieriger Latz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Postscheckkonto: Stonifurt am mein 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei «.Lange in Sieben. 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In leichtem Bogen zieht sich der Steinbau der Ehrentribüne die ganze Stirnseite entlang. Bon 30 Meter Eisenkonstruktionen hängen in 'drei gewaltigen Bahnen die Hakenkreuzfahnen herab, deren Ausmaße am besten dadurch kenntlich werden, daß an einem der vier Eisenträger ein e l e k- trischerAufzug montiert ist, der einen Filmoperateur geräuschlos auf- und abbefördert. Die beiden Enden der Tribünen tragen auf mächtigen Sockeln einen goldenen Adler, der seine Fänge in den Lorbeer krallt, der das Hakenkreuz umrahmt. Er breitet seine gewaltigen Schwingen eben zum Flug in den herrlichen, sonnenübergossenen Morgen. Auf der weit vorgebauten Terrasse haben bereits die 201 Feldzeichen Aufstellung genommen, die heute ihre Weihe durch den Führer erhalten. Drei breite Rasenterrassen führen zum eigentlichen Feld hinab. Weit- vorspringend bis an den Rand des Feldes ist das Rednerpodest gebaut, das sich noch über der unteren Tribüne erhebt. Bon ikW aus zum Ehrenmal ist der mit großen Quadern belegte Steinweg, die „Straße des Führers", freigelassen. Die in der Einfachheit ihrer Linien so erhaben wirkende Ehrenhalle mit den neun Rundbögen, in denen schlichte Kränze aus frischem Eichenlaub hängen, ist unverändert geblieben. Nur der Vorplatz mit dem Riesenlorbeerkranz, den ein leuchtendes Hakenkreuzband schmückt, hat rechts und links halbhohe Steinsäulen erhalten, die die Feuer- schalen tragen. Erst in einigem Abstand schließen sich dann die gewaltigen Steinkadres der Zuschauerränge an, so daß der wundervolle Baumbestand den lieblichen Hintergrund des imposanten Anblicks bildet. Von den Wällen, die sich an das Ehrenmal anschließen, flattern die Fahnen aller Nationen, dis ihre Vertreter zum Parteitag des deutschen Volkes entsandt haben. Seit Stunden sind sie von Hunderttausenden besetzt, die das grandiose Schauspiel des Aufmarsches erlebten, der nun langsam abgeschlossen wird. Die Ehrentribüne ist ebenfalls lange vor dem angekündigten Beginn dicht gefüllt. Wieder sind die Spitzen des Reiches und der Länder, aller Parteigliederungen, die Vertreter der Marine, die Generalität der Reichswehr, die Generäle der Landespolizei, kurz, das ganze offizielle Deutschland, dazu dis. zahlreichen Ehrengäste, die ältesten Parteigenossen, die Angehörigen der im Freikeitskampf gefallenen Nationalsozialisten vertreten. Auf dem Felde aber stehen in unabsehbaren Reihen, nach Gruppen geordnet, die Freiheitskämpfer Adolf Hitlers hinter ihren Stäben und Standarten, ein unabsehbares Feld in Braun und > Schwarz und Grau. Die großen Mittelfelder nehmen, die SA.-Gruppen ein. Vor ihnen stehen die Oberste SA.-Führung, die Reichsführerschule, das Feld-Jägerkorps. Auf den Flügeln schließen sich die SA.-Reserve und die Flieger an, während die Seiten von den S S. - S ä u l e n in Schwarz eingefaßt werden: Ein Bild, das an Großartigkeit durch die neue Formgebung des Luitpold- Hains mit den sanften Bogen zu den Seitenaufbauten hin außerordentlich gewonnen hat. Der Führer erscheint. Um 8.30 ertönt das Kommando „Stillgestanden!". Der Chef des Stabes Lutze meldet dem Führer 97 000 SA.-Männer mit 7000 SA.-Führern, der Reichsführer der SS. Himmler 11000 SS.- Männer. 115 000 Soldaten Adolf Hitlers stehen wie die Bildsäulen schnurgerade ausgerichtet. Der Führer im Braunhemd grüßt seine' SA. „Heil SA!", und „Heil mein Führer!" donnert ihm die Antwort entgegen. Dann kommt flutendes Leben in die Säulen. Die Feuer in den Schalen lodern empor, die Fahnen ziehen bei gedämpftem Trommelwirbel durch schmale Gassen, die Standarten in geschlossenen Blocks über den Mittelweg links und rechts neben das Ehrenmal. Heldenehrung. Feierliche Musik ertönt, langsam schreitet der Führer, den Chef des Stabes zur Linken, den 66.= Reichsführer zur Rechten, über den steinernen Weg die Stufen zum Ehrenmal empor. wo er mit erhobener Rechten den Toten des Krieges und der deutschen Freiheitsbewegung den deutschen Gruß entbietet. In stummem Schweigen verharrt der Führer vor dem Ehrenmal, während das Lied vom guten Kameraden getragen über den Platz klingt. Die Weihe dieses Augenblicks ergreift alle Herzen, das Bild, das sich dem Auge bietet, ist in seiner Schönheit und Größe nicht zu erfassen. Die SA. entblößt die Häupter; es ist so still, daß man das Zwitschern der Vögel, daß man die Schritte des Führers aus einer Entfernung von vielen hundert Meter hört, als er durch das unbewegte braune und schwarze Friedensheer zur Tribüne zurückkehrt. Aufmarsch der Fahnen. Ihm folgt d i e Blutfahne des 9. November 1 9 2 3, dann 2 63 Standarten und endlich die blutgetränkten Sturmfahnen der SA. und SS., die so manchen Namen tragen, der heute dem ganzen deutschen Volk gehört. Den Beschluß bilden die mit frischem Eichenlaub geschmückten Reichskriegsflaggen des NS. - Frontkämpferbundes (Stahlhelm) Der Fahnenwald füllt die drei zur Tribüne führenden Rasenterrassen und zaubert einen neuen Farbton in das bunte Bild. Dann rückt die SS. von den Flügeln mit klingendem Spiel, schnurgerade ausgerichtet, über die „Straße des Führers". Wie ein Schritt knallen die Stiefel auf das Pflaster. Dann steht der schwarze Keil im braunen Feld wie eine Mauer. Sie täuschen sich alle, die da glauben, daß auch nur ein Riß in das Gefüge unserer einzigen Bewegung gekommen fei. Sie sieht f e ff, f o wie dieser Block hier! Und sie wird in Deutschland durch nichts zerbrochen. Wenn jemand sich aber an Geist und Sinn unserer Bewegung versündigt, wenn er sich versündigt am Geist meiner SA., dann trifft das nicht die SA., sondern nur denjenigen selbst, der es wagt, sich an ihr zu versündigen. (Donnernde Beifallsrufe). Wir sind hier zu diesem Appell angetreten, aber nicht nur, um zu zeigen, wie unzerstörbar fest das Gefüge der Bewegung und ihrer Organisation ist, sondern auch um zu zeigen, wie sie erfüllt i st nach wie vor vom Geist der Treue, der Disziplin und des Gehorsams, und um 126 Standarten der SA. und 57 Standarten der SS. zu übergeben. Diese neuen Feldzeichen der Bewegung werden nun einrücken in die große Kolonne unserer alten Standarten. Ihr werdet sie vor Euch tragen und werdet ihnen in Treue folgen, so wie den alten. Ihr werdet angesichts dieser Zeichen Euch erinnern an das, was Euch groß gemacht hat. Ihr werdet Euch erinnern an die jahrelange Zeit der schweren Kämpfe, der Opfer, da es fast aussichtslos erschien, den Staat erobern zu können. Und Ihr werdet Euch erinnern der // „M stehen fest zusammen für unser Deutschland Der Führer spricht zur SA. Der Führer tritt auf den erhöhten Vorbau. Jubel rauscht ihm entgegen. Nun nimmt er das Wort. SA.- und SS.-Männer! Zum vierten Male in der Geschichte der Partei ist die SA. und SS. auf diesem Platz angetreten. Vor zwölf Monaten zum Zeichen der Eroberung der Macht im Staate! Heute um zu bekunden, daß diese Entwicklung ihren Fortgang und iyre Vollendung gefunden hat! In unseren Händen liegt heute die Macht des Deutschen Reiches. Die nationalsozialistische Bewegung ist heute die Herrin Deutschlands. In den zwölf hinter uns liegenden Monaten ist eine Position nach der anderen von uns in Besitz genommen worden. Niemand, der nicht blind sein will, kann glauben, daß dieses Regiment beseitigt werden könnte ober gar vielleicht von selbst abtreten wird. Diese zwölf Monate waren aber auch eine Zeit schaffender Arbeit in der nationalsozialistischen Bewegung selb st. Wenn ich mich entschloß, schon nach dieser kurzen Zeit wieder einen Parteitag anzuberaumen, um öie, meine Kameraden der SA. und SS., hierherzurufen, dann geschah es aber aus einem besonderen Grunde. Bor wenigen Monaten hat sich über die Bewegung ein schwarzer Schatten erhoben. Biele Gegner glaubten, die Zeit kommen sehen zu können, in der die Macht der Nationalsozialistischen Partei vielleicht ihr Ende finden würde. Ich habe Sie, meine Kameraden, hierherbefohlen, um dreierlei zu dokumentieren: 1. Die SA. hat ebensowenig wie irgendeine andere Institution der Partei mit diesem Schatten etwas zu tun. (Begeisterte Heilrufe der SA.). 2. Um allen zu zeigen, daß mein Verhältnis z u Luch, meine Kameraden, genau dasselbe ist, wie seit vierzehn Jahren. (Langanhaltende Heilrufe) und 3. Um unseren Feinden zu zeigen, daß die Partei steht, und daß ihre SA. und ihre S S. si e h e n als Garanten der nationalsozialistischen Revolution. (Erneute stürmische Beifallskundgebungen). großen Beharrlichkeit aus der Kampfzeit, mit der dieser Kamps für Deutschland geführt werden muhte. Ihr werdet daraus die Lehre ziehen, daß das, was uns einst siegen ließ, uns nach dem Siege nicht verlassen darf, sondern daß wir uns heute mehr nochals früherzn den alten Tugenden bekennen müssen. Der SA.-Mann und der SA.-Führer kann nichts anderes sein als treu, gehorsam, diszipliniert, bescheiden, opferwillig — oder er ist nicht SA.-Mann. (Stürmische Zustimmung.) Wenn wir uns aber ZU diesen alten Tugenden bekennen, dann wird nicht nur unsere Macht unzerbrechlich sein, sondern dann wird auch des deutschen Volkes Auferstehung sich weiter auswirken bis in die fernsten Zeiten. Denn wir sind nicht eine Erscheinung von Monaten oder Jahren, sondern das, was in diesen fünfzehn Jahren wurde, soll bleiben für Jahrhunderte. (Minutenlanger Beifall und stürmische Heil-Rufe.) Nur ein wahnsinniger ober ein bewußter Lügner kann sagen, daß ich ober trgenb jemanb die Absicht hätte, das aufzulösen, was wir selbst in langen Jahren aufgebaut haben. (Begeisterter Beifall.) Meine Kameraden, wi r st e h e n fest zusammen für unser Deutschland, und wir müssen zusammenstehen für dieses Deutschland. Wir wollen auch in Die Helbenehrung beim S2L- tmb SS.-Appell in der Luitpold-Arena. Der Führsr vor dem Ehrenmal» ■ & Z WMW ■ ’k- •■■■•< .... < - ■ '"V; '•'v-.L F L ß 'v E' WW <>>V MW >7 ■ :: M' A^W Der Führer spricht zur braunen Armee. TT UH i. / / wieder e h r l i e b end wird, und ihr müßt von HA-19357 WWW 1 W V i W'"' - ■ MWMWMWMMM poldhain seinen Fortgang. Der Führer bei der hessischen Hitlerjugend. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Führer, Parteigenosse von S ch i r a dann blickt auf euch auch Deutschland mit Stolz. Uns allen geht das Herz über vor Freude, wenn wir euch sehen und wenn wir in euch das Unterpfand erblicken können, daß unsere Arbeit nicht umsonst gewesen ist, sondern daß sie fruchtbringend wird für unser Volk. Dann erfaßt uns alle das stolze Glück, in euch die Vollendung unserer Arbeit sehen zu können und damit das Bewußtsein, daß die Millionen des großen Krieges, die zahlreichen Kameraden unter uns, nicht umsonst ihr Opfer für Deutschland gebracht haben, daß uns in allem am Ende doch ersteht wieder ein einiges, freies, stolzes, ehrliebendes Volk. Volk einst gehorsam ist, und ihr müßt euch in Gehorsam fügen! Wir wollen, daß das Volk f r i e d - liebend aber auch tapfer ist, und ihr müßt deshalb friedfertig sein und mutig zugleich! (Die Jugend springt auf und das Feld der 60 000 erzittert minutenlang in tosender Zustimmung.) Wir wollen, daß dieses Volk einst nicht verweichlicht wird, sondern daß es hart sei, daß es den Unbilden des menschlichen Lebens Widerstand zu leisten vermag, und ihr müßt euch in der Jugend dafür stählen! Ihr müßt lernen, hart zu sein, Entbehrungen auf euch zu nehmen, ohne jemals zulammenzubrechen! Wir wollen, daß dieses Volk der- ter, an deren Spitze der euch von mir gegebene ch. (Heilrufe.) stark vertretene Gruppe tritt auch mit einigen Skistürmen an. Ununterbrochen bringen Mädchen in weißen Schürzen und Häubchen Erfrischungen für die Schwerkriegsbeschädigten, die vor der Ehrentribüne sitzen, sowie auch für die Ehrengäste, denn nun nach anderthalbstündigem Vorbeimarsch sind von den 22 SÄ.-Gruppen erst 8 vorübergezogen. So ziehen Stunde um Stunde die Sturm- kolonnen die sahnen- und girlandengeschmückte Straße hinauf, und das Volk wird nicht müde, ihnen zuzujubeln. Viele tragen einen frischen Eichenbruch an der Mütze oder' Blumen am Koppel. Mag ihnen die unbarmherzig brennende Sonne noch so zusetzen, wenn sie die Fleischbrücke passiert haben, von der aus sie schon den Musikzug ihrer Gruppe, der vor dem Führer eingeschwenkt ist, sehen können, dann fährt ein Ruck durch ihre Glieder, rasch wird Vordermann genommen, Richtung und Tritt überprüft. Ehe sie beim ersten der vier Feldjäger sind, deren Wimpel die Marschrichtung anzeigen, ist der Block in eine Einheit zusammengeschweißt, die Arme fliegen hoch, leuchtenden Auges geht es vorbei an dem obersten Führer der SA. Adolf Hitler. Blumen, Ihr seid hier in diesem weiten Rund nur ein Ausschnitt dessen, was heute in ganz Deutschland steht. Ihr müßt nun das in eurer Jugend aufnehmen und lernen, was wir dereinst in ganz Deutschland sehen möchten. Wir wissen, es wird nichts im Völkerleben geschenkt. Alles muß erkämpft und erobert werden. 2ttan wird dereinst nicht beherrschen, was man nicht vorher gelernt und sich selbst anerzogen hat. Und wir möchten nun, daß ihr, deutsche Jungen und deutsche Mädchen, alles das aufnehmt in euch, was wir dereinst von Deutschland erhoffen, was wir in Deutschland sehen möchten. Wir wollen ein Volk sein, und ihr, meine Jugend, sollt dieses Volk nun werden. (Braufender Jubel.) Wir wollen einst keine Klassen und Stände mehr sehen und ihr dürft schon in euch diesen Klassendünkel nicht groß werden lassen! Wir wollen einst ein Reich sehen, und ihr müßt euch dafür schon erziehen in einer Organisation! Wir wollen einst, daß dieses Volk treu ist, und ihr müßt diese Treue lernen! Wir wollen, daß bisses Hemden. Kur; von 12 Uhr kommt der Führer von der Kaiserburg zurück und begrüßt die Gau- | leitet, die auf der rechten Seite des Platzes I stehen. Wenige Minuten vor 12 Uhr kündet | Musik das Nahen der braunen Armee Adolf | Hitlers an. Line Gruppe Feldjäger marschiert I lm Stechschritt vorüber. Ihr folgt der Musik- I zug der Reichsführerschule, der schneidig ein- I schwenkt. Dann eröffnet der Chef des Stabes Luhe den Vorbeimarsch. Ihm folgt die Vlutfahne, die während des ganzen Vorbeimarsches ihren Platz hinter dem Führer hat, und die gesamte Oberste SA.-Führung. I Der Führer nimmt die Meldung Lutzes entgegen. Dann schwenkt mit der Führerschule auch der Musikzug wieder ab. Als erste Gruppe erscheint die Heimat- gruppe Franken. Als ihre Feldzeichen und Fahnen vorüberziehen, läutet von Liebfrauen das Glockenspiel die Mittagsstunde, die Männlein laufen um den Turm: aber das zarte Getön wird von dem ehernen Schritt der Kolonnen überdröhnt. In Zwölferreihen marschieren mit erhobener Rechten nun 115 000 S A - und SS. - Männe r an ihrem Führer vorbei. Berlin-Brandenburg mit dem Musikzug Fuhsel erhält einen Sonderapplaus. Den Fahnenwald eröffnen die Dlutfahnen mit den Namen teurer Toten. Auf dem rechten Flügel das verblichene Tuch des Sturmes 5, der den Namen Hör ft Wessel trägt. Die Standarte 1 in der Gruppe Berlin-Brandenburg führt der preußische Ministerpräsident SA.-Obergruppenführer Hermann Göring, der Ehrenführer dieser Standarte, am Führer vorbei. Den Abschluß jeder Gruppe bilden die M o t o r st ü r m e mit ihren schwarzen, glänzenden Sturzkappen. Bei der Gruppe Sachsen, die den Brandenburgern folgt, wird der Spielmanns- und Musikzug ebenfalls vom Motorsturm gestellt. Es schließen sich die Gruppen Mitte und Hessen sowie, kurz behost in weißen Stutzen die Gruppe Hochland an, die Reichsstatthalter SA.-Obergruppenführer General Ritter von Epp anführt. Die sehr euch schon in jüngsten Jahren zu diesem Begriff der Ehre bekennen! Wir wollen aber, daß wir einst auch wieder ein stolzes Volk werden, und ihr müßt in eurer Jugend in einem wahrhaftem Stotz leben, müht stolz sein als Junggenossen, auf daß dereinst euer Jugendstolz der Stolz der Generation wird. Alles, was wir vom Deutschland der Zukunft fordern, das. Jungens und Mädchen, verlangen wir von euch! (Jeder trief er Sätze wird von der begeisterten Jugend mit ungeheurem Jubel ausgenommen, in den sich das Dröhnen der Landsknechtstrommeln mischt.) Das müßt ihr üben und das müßt ihr dann der Zukunft geben; denn, was immer wir auch heute schaffen und was wir tun, mir werden vergehen, aber in euch wird Deutschland weiter leben, und wenn von uns nichts mehr übrig fein wird, dann werdet ihr die Fahne, die wir einst aus dem Nichts hochgezogen haben, in euren Fäusten halten müssen. (Unter dem dröhnenden Beifallssturm ist das weite Rund in wogender Bewegung.) Und ihr müßt daher feststehen auf dem Boden eurer Erde und müßt hart sein, auf daß euch diese Fahne nie entfällt. Und dann mag nach euch wieder Generation um Generation kommen, und ihr könnt von ihnen dasselbe fordern und verlangen, daß sie so sind, wie ihr gewesen seid, unb rufen der jugendlichen Stimmen.) Unb ich weiß, bas kann nicht anders fein; denn ihr seid Fleisch von unserem Fleisch und Blut von unserem Blut, und in euren Gehirnen brennt derselbe Geist, der uns beherrscht. (Die Heilrufe steigern sich zum Orkan.) Ihr könnt nicht anders sein, als mit uns verbunden, und wenn die großen Kolonnen unserer Bewegung heule siegend durch Deutschland marschieren, bann weiß ich, ihr schließt euch den Kolonnen an, und wir wissen alle: Vor uns marschiert Deutschland, in uns marschiert Deutschland und hinter uns kommt Deutschland! Eine flammende Lohe unbeschreiblicher Begeisterung aus 60 000 Herzen umgibt den Führer, als et endet. Das Lied der Hitlerjung erklingt: Jugend, Jugend, wir sind der Zukunft Sowaten, Jugend, Jugend, Träger der kommenden Taten, und als Schwur umschloß es: Unsere Fahne führt uns in die Ewigkeit, Unsere Fahne ist mehr als der Tod! Nun trat der Führer herunter, mitten hmem in die braune Schar der Jungen, schritt die einzelnen gebietsweise angetretenen Formationen ab unb fuhr bann im Wagen noch einmal runb um bas Stabion, um seine Jugenb zu grüßen, die in so unerschütterlicher Treue unb Begeisterung sich ihm hingibt. * scheu begrüßt wird. Unbeschreiblicher Jubel. Auf dem ganzen langen Weg, der vom Luitpold- Hain zum Adolf-Hitler-Platz führt, stehen unzählige Massen von Fremden und Einheimischen, die Zeugen sein wollen des eindrucksvollen Vorbeimarsches. Be- Der Führer hält einem kleinen Photographen still, M (Ausnahme; PhoioMUtt Innern der Stadt. In zehn, zwölf und noch mehr Reihen stehen bie Menschen hinter ber Absperrung, schieben unb drängen, grüßen, rufen unb jubeln. Balkone und Fenster, Dächer und Altane sind überfüllt mit Menschen. Wo nur irgendein Fleckchen frei ist, stehen Schemel, Stuhl und Staffelei, auf denen die Menschen Heben wie Bienenschwärme. Unb hinter und über den Menschen nichts als Fahnen und Flaggen und Wimpel, Girlanden und Tannengrün, so dicht, daß bie Häuserfronten förmlich zu verschwinden scheinen. Blumen, Erfrischungen aller Art fliegen von den Fenstern auf die braune Kolonne, deren wuchtiger Schritt dumpf auf dem Pflaster dröhnt und von den Wänden ber Häuser widerhallt. Gruppe um Gruppe, Gau um Gau wird stürmisch empfangen. Volle fünf Stunden hat der Vorbeimarsch gedauert. Nun schlägt das Meer des Jubels wieder über dem Führer zusammen, ber nach allen Seiten zu den überfüllten Tribünen, zu den Fenstern und Balkonen und zu den Menschen danken muß, die den ganzen Weg durch die Innenstadt Kopf an Kopf besetzt halten. Und doch ist der Tag für bie Kongreßteilnehmer nach diesen unerhörten Erlebnissen noch nicht zu Ende; denn der Kongreß selbst nimmt schon wenig später im Luit- Oer Tag der Fugend in Nürnberg. Oer Führer inmitten der Hitlerjugend. - Oas Treuegelöbnis der jungen deutschen Nation den vor uns liegenden Jahren die Bewegung stärken, indem wir bie einzelnen Organisationen mehr noch als bisher zu einer einzigen Einheit zu jammen fassen und miteinander verschmelzen. Unter unserer Fahne soll wirk- lich eine einzige und einheitliche Bewegung Ziehen. Das ist unser Ziel, Und wenn wir in diesem Sinn arbeiten, kann niemand es wagen, gegen diese gewaltige Organisation der deutschen Geschichte Widerstand zu leisten oder sich ihr entgegenzusetzen. So übergebe ich euch denn die neuen Feld- zeichen in der Ueberzeugung, daß ich sie in die treue st en Hände gebe, die es in Deutschland gibt. In den Zeiten hmter uns, da habe ihr mir eure Treue tausendfältig bewiesen. In ber Zeit vor uns kann es nicht anders und wird es nicht anders fein. (Brausender Jubel der Hunderttausende.) So grüße ich euch denn als meine alten treuen SA.» unb SS.-Männer: „Sieg-Heil!" Die Hunderttausende auf dem Riesenfeld stimmen begeistert in das Heil ein. Unter dem Dröhnen der Kanonen weiht der Führer bann 126 Standarten der SA. unb 75 Standarten ber SS. durch Berühren mit ber Blutfahne vom 9. November 1923. Das Gelöbnis der SA. DerChefbes Stabes ber SA. gelobt dar- auf in kurzen, markigen Worten dem Führer auch weiterhin die unwandelbare Treue seiner SA. Er führte folgendes aus: „Kameraden! Wir haben hier an diesem Platz im Jahre 1927, im Jahre 1929 und auch im vorigen Jahre gestanden, um die von unserem Führer neugeweihten Feldzeichen zu empfangen. Wir haben hier gestanden, immer m it dem Willen, zu arbeiten und zu kämpfen b ort, w o uns der Führer hinstell t e. Und mit glühenden Herzen für den Führer und für Deutschland stehen wir auch heute hier in demselben Willen und im alten G e ist. Wenn man versucht hat, in den letzten Jahren diesen Geist zu verfälschen ober für anbere egoistische Zwecke auszunutzen, so bürfen mir Kameraden, die wir hier stehen, und dürfen all die Kameraden, die heute innerlich teilnehmen im ganzen Deutschen Reich, erklären: Wir sind von solchem Treiben unberührt geblieben und werden immer unberührt bleiben, weil wir an die Spitze unseres Handelns ein Wort gestellt haben, das uns der Führer selbst vorlebt: D i e Treue. Es liegt uns nicht, immer wieder erneut Treue zu geloben, da es nach meiner Auffassung Selbstverständlichkeit ist. Aber ich darf an dieser für bie Partei unb vor allen Dingen für unsere Kame- raben historischen Stätte sagen: Mein Führer! Genau wie wir in früheren Zeiten unseren Dienst unb unsere Pflicht getan haben, werben wir auch künftig nur auf Ihre Befehle warten! (Stürmische Heil-Rufe.) Wir Kameraben kennen nichts anderes als den Befehl unseres Führers auszuführen, ohne zu fragen und ohne zu zögern, um zu beweisen, daß wir die Alten geblieben sind, immer bereit, alles und, wenn es sein muß, auch das Letzte einzusetzen, mit unserem alten Kampfruf auf den Lippen: Unser Führer Adolf Hitler Sieg-Heil!" Dann schlägt erneut der Orkan der Liebe und Verehrung über dem Führer zusammen, der die menschenbesäten Straßen mit einem Teil der Vertreter der Reichsregierung unb bes Diplomatischen Korps zur Kaiserburg durchfährt Die SA. unb SS. aber zieht zum Vorbeimarsch ab Aus dem Adols-Mer-platr Nach dem grandiosen Appell der braunen Kämpfer Adolf Hitlers in der Luitpold-Arena strömten die Massen in das Stadtinnere zurück. Das Ziel war wiederum der Adolf-Hitler-Platz, der am Donnerstag den Aufmarsch der Männer im erdbraunen Rock erlebt hatte. Heute wird hier die SA. vor ihrem obersten Führer vorbeimarschieren. — Der Andrang der Massen macht starke Absperrungen notwendig, und je mehr man sich dem Adolf-Hitler-Platz nähert, desto zahlreicher werden die Sperrketten der SS., die auch heute wieder wie nun schon seit Tagen unermüdlich und mustergültig ihren schweren Dienst versieht. An den Anmarschstraßen bilden die Politischen Leiter aus allen Gauen des Reiches Spalier. Schon um 8 Uhr früh treffen die ersten Tribünenbesucher ein, um die besten Plätze zu bekommen. Aber niemandem wird die Zeit zu lang. Immer sind es neue Eindrücke, die sich dem Beschauer bieten. Gegen 11.30 Uhr trifft bie Spitze ber, Riesenkolonne, die seit ben allerersten Morgenstunden auf der Luitpold-Arena gestanden hat, in Bahnhofsnähe ein. Der Jubel rennt keine Grenzen. Unaufhörlich hallt das rauhe Pflaster wieder von dem Marscytritt der Braun- Der Aufmarsch im Stadion. Der Reichsparteitag stand am Samstag- vormittag traditionell wieder im Zeichen der Jugend, im Zeichen des jungen Geschlech- tes, in dem das einmal Fleisch und Blut werden wird, was jetzt ersehnt und erkämpft worden ist. Als der Führer kurz nach 10 Uhr bei strahlen- 1 dem Sonnenschein den „Deutschen Hof" verließ, war der etwa 10 Kilometer lange Weg zum Sta- , dion wieder dicht umsäumt von Menschenmassen. 1 Im Stadion hatten auf der Tribüne hinter dem Führer die Vertreter des Diplomatischen Korps Platz genommen, bie am Morgen in Nürnberg eingetroffen waren. Das ganze weite Runb des Stadions war ein einziges brodelndes und wogendes Meer von Jugend, die fiebernd diese Stunde herbeigesehnt hatte, in ber sie Auge in Auge bem Führer gegenüberstehen und als Abordnung der Millwnen- organifation der HI. dem Mann huldigen durfte, dessen Namen sie trägt und dessen Namen tief in ihre jungen Herzen eingegraben ist. Es war eine flammende Lohe schönster Begeisterung, die wie ein heiliges Feuer aus diesem Stadienrund emporschlug und in alle Herzen glühende Begeisterung enkte. Gegenüber der Führertribüne war aus BDM. - Mädels in weißen Blusen das Wort „S a a r" gebildet worden, das nun aus dem braunen Untergrund der HI. hell leuchtend hervorstach, als eine Mahnung daran, daß immer noch ein Teil deutschen Gebiets nicht frei ist. Ein neues Lied der HI., komponiert von einem Hitler-Jungen, klingt auf in der Art eines mittelalterlichen Landsknechtliedes mit wuchtiger, schwerer Moll-Melodie. Unter Fanfaren und Trommeln verebbt langsam das Lied. Und nun tritt Baldur von Schirach ber Jugendführer des Deutschen Reiches, vor die Jugend und hält folgende Ansprache: „Mein Führer! Excellenzen! Meine Kameraden! Es ist nunmehr ein Jahr vergangen, und wieder erleben wir diese Stunde, die uns stolz und glücklich macht. Ein Jahr gewaltiger Arbeit liegt hinter uns. Ein Jahr, in bem aus ber Millionenmasse bes jungen Deutschlanb bie geschlossene Organisation ber HI. wurde. Die Arbeit dieses Jahres, Kameraden, das war der Marsch zur Disziplin. Vieles bleibt uns noch zu tun übrig. Aber das Herrlichste ist Wirklichkeit geworden. Nach Ihrem Befehl, mein Führer, steht hier eine Jugend mit 60 000 angetreten, steht in ganz Deutschland eine Millionengefolgschaft der HI., die nichts weiß von Standesdünkel und Standes- d e w u ß t f e i n , eine Jugend, die keine Klaffe und keine Kaste kennt. Diese unsere Einigkeit, Einmütigkeit und Geschlossenheit haben Sie, mein Führer, uns befohlen. Nach Ihnen formt sich die junge Generation unseres Volkes. Weil Sie die höchste Selbstlosigkeit dieser Nation voranleben, will auch diese Jugend selbstlos sein, weil Sie die Treue für uns verkörpern, darum wollen auch wir treu sein, will jeder einzelne von uns in dieser Jugend versuchen, sich nach dem Bild zu vollenden, das Sie für uns jetzt und für die Zukunft bedeuten. Adolf Hitler, der Führer ber beutschen Jugenb, hat das Wort." Baldur von Schirach hat geendet. Noch einmal schlägt die Flamme der Begeisterung empor. Dann tritt der Führer. hervor, um mit packenden und zündenden Worten zu seiner Jugend zu sprechen. Meine deutsche Jugend! Nach einem Jahre kann ich euch wieder hier begrüßen. Ungeheures hat sich seitdem in Deutschland vollzogen. Ihr selbst seid in ber gleichen Zeit zur größtenJugendorganisationderWelll. gewachsen. Das ist das Verdienst zahlreicher Arbei- bie bem Führer von einigen Mädchen gereicht wer-1 sonders gewaltig ist natürlich dieZlns-mmlung im ben läßt er an die m a r f d) i e r e n b e n 6 21. -----2‘,hn lmn,f unb notfl mebr Kameraden verteilen. Die von Bruno L ö r z e r geführte Fliegergruppe wird in ihrem schmucken Blau-Grau mit einem Sonderapplaus bedacht. Reichsminister Seldte marschiert an der Spitze desNationalsozialistischenFront- kämpferbundes (Stahlhel m), der die Reichskriegsflaggen mit Blumen geschmückt hat. Mit stürmischen Heilrufen empfangen führt Reichsführer Himmler bie Prachtgestalten seiner SS. heran. Den Feldzeichen schließt sich die Reichsführung mit dem Obergruppenführer D a l u e g e und der Stab der SS. vor den Sturmfahnen des Oberabschnittes Rhein an. Den Schluß macht nach den Bereitschaf- ten der Standarten 1 bis 3 die SS.-Fuhrerschule Tölz und mit unerhörtem Schneid die L e i b ft a n» barte Adolf Hitlers, die der SS-Obergrup- penführer Dietrich führt, und die mit Händeklat- Die Frau im nationalsozialistischen Staate. Oer Führer spricht auf der Sonderiagung der RS.-Krauenschast. Der Samstag brachte die Fortsetzung der zahlreichen Sondertagungen, deren nicht weniger als 20 für die Gau- und Kreisleiter, die Propagandaleiter, bte Arbeitsdienstführer, die Kommunalpoli- tiker, die Schulungsleiter, die NS.-Hago-, Kreis- und Obmänner, die Lehrer und Studenten,'die Juristen, Techniker, Beamten, Wirtschaftspolitiker usw. abgehalten wurden. Die gewaltige Kongreßhalle war diesmal den Frauen Vorbehalten, die den festlichen Raum lange vor der angesetzten Zeit bis in den äußersten Winkel füllten. Ein eigenartiges und ungewohntes Bild, außer den Absperrmannschaften im Mittelgang und dem Reichs-Sinfonieorchester nur Frauen, darunter sehr viele in wundervollen der Halle zu sehen, die sonst fast ausschließlich den Mannern eingercmmt ist. Dor der Stirnwand hatte der weibliche Arbeitsdienst Aufstellung genommen, während das Podium den Ehrengästen und den Führerinnen der Frauenschaft Vorbehalten war. Oie Führerin der deutschen Frauen, pg. Gertrud Scholz-Klink, gab in glänzenden, von feinem Humor durchsetzten Ausführungen den Rechenschaftsbericht über die Arbeit der Frauenschaft im vergangenen Jahr. Sie umritz m großen Zügen das Aufgabengebiet, das der nationalsozialistische Staat den Frauen zugewiesen hat und das so vielgestaltig, so umfassend und so verantwortungsvoll ist, daß es schon den ganzen Einsatz der Person und die restlose gläubige Hingabe an das Gedankengut des Nationalsozialismus erfordert. Die deutsche Frau, wie wir sie uns denken, so führte die Frauenschaftsführerin aus, muß, wenn es die Lage ihres Volkes erfordert, so denken können, daß sie ein organisches Glied in diesem Volke ist. Sie muß geistig und körperlich schaffen, auf Luxus und Genuß verzichten können und sie muß aus dem hartenLeben, das unser Volk gezwungen ist zu leben, es fertig bringen, ein schönes Leb en zu machen. Sie muß innerlich um die Nöte ihres Volkes wissen und sie muß, um es auf eine Formel zu brin- (;en, politisch in dem Sinne denken können, daß ie mitdenkt, mitfühlt, miträt in einer selbst- icheren und stolzen Haltung. Mit jubelnder Zustimmung wurde der Rechenschaftsbericht angenommen. Dann füllten Lieder des weiblichen Arbeitsdienstes und Musik- vorträge des Reichs-Sinfonieorchesters die Zeit bis zur Ankunft des Führers kurz vor 12 Uhr aus. Reichsleiter Hilgenfeldt geleitete ihn durch die Halle, wo ihn ein enthusiastischer Jubelsturm empfing. Ein Grußlied des Arbeitsdienstes erweckte erneut beigeistertes Echo. Dann spricht der Führer: Nach Jahren nehme ich zum ersten Mal wieder an einer Tagung nationalsozialistischer Frauen und damit nationalsozialistiscker Frauenarbeit teil. Ich weiß, daß die Voraussetzungen hierzu geschaffen worden sind durch die Arbeit unzähliger einzelner Frauen und insbesondere durch die Arbeit Ihrer Führerin. Die nationalsozialistische Bewegung hat von der ersten Zeit ihres Bestehens an in der Frau die treueste Mithelferin nicht nur gesehen, sondern auch gefunden. Ich erinnere mich an die schweren Jahre des Kampfes der Bewegung und insonderheit an die Zeiten, m denen das Glück sich scheinbar von uns zu wenden schien, an die Zeiten, da viele von uns in den Gefängnissen waren, andere wieder auf der Flucht, in der Fremde, viele von uns verwundet in den Lazaretten lagen oder auch getötet worden sind. Ich erinnere mich an die Zeit, an der sich so mancher von uns gewandt hat in der Meinung, aus uns könne doch nichts werden, an die Zeit' da der Geist in Deutschland überheblich glaubte, den Problemen nur von der vernunftmäßigen Seite gegenübertreten zu können, und da uns dadurch viele untreu geworden sind: 3d) weiß, damals find es unzählige Frauen gewesen, die unerschütterlich treu zur Bewegung und zu mir gehalten haben. (Stürmische Zustimmung.) Ls hat sich damals so recht die Kraft des Gefühls als das Stärkere und Richtigere erwiesen. Es hat sich gezeigt, daß der klügelnde Verstand doch nur zu leicht irregeleitet werden kann, daß scheinbar geistige Argumente Männer mit labilem geistigem Verstand ins Danken bringen, und daß gerade in diesen Zeiten der tiefffinnere Instinkt der Selbst- und Volkserhaltung in der Frau erwacht. Die Frau hat uns da bewiesen, daß sie das Richtige trifft! Der Empfinden und vor allem das Gemüt der Frau hat zu allen Zeiten ergänzend auf den Geist des Mannes eingewirkt. Wenn sich im menschlichen Leben manchmal die Arbeitsbereiche zwischen Mann und Frau verschoben haben in einer nicht natur- gemäßen Linie, dann lag es nicht daran, daß die Frau an sich nach der Herrschaft über den Mann gestrebt hätte, sondern der Grund war darin zu suchen, daß der Mann nicht mehr in d^r Lage war, seine Aufgabe restlos zu er- füllen. (Langanhaltender Beifall.) Das ist ja das Wunderbare in der Natur und Vorsehung, daß kein Konflikt der beiden Geschlechter unter- und nebeneinander möglich ist, solange jeder Teil die ihm von der Natur vörgezeicbnete Aufgabe erfüllt. Wenn man sagt, die Welt des Mannes ist der Staat, die Welt des Mannes ist sein Ringen, die Einsatzbereitschaft für die Gemeinschaft, so könnte man vielleicht sagen, daß die Welt der Frau f i n e k l e i n e re sei. Denn ihre Welt ist ihr Monn, ihre Familie, ihre Kinder und ihr Haus. (Lebhafter Beifall.) Wo wäre aber die größere Welt, wenn i niemand die kleine Welt betreuen wollte, wie könnte idie größere Welt bestehen, wenn niemand wäre, ider die Sorgen um die kleinere Welt zu seinem rLebensinhalt machen würde? Rein: Die große Dell baut f i ch auf dieser kleinen Delt auf! Diese große Welt kann nicht bestehen, wenn die kleine Delt nicht fest ist. Die Vorsehung hat der Frau die Sorgen um diese ihre eigenste Welt zugewiesen, aus der sich dann erst die Delt des Mannes bilden und aufbauen kann. Diese beiden Welten stehen sich daher nie entgegen. Sie e r g ä n 3 e n f i ch gegenseitig, sie gehören zusammen, wie Mann und Weib zusammengehören. (Minuten- langer Beifall.) Wir empfinden es nicht als richtig, wenn das Weib in die Welt des Mannes, in sein Hauptgebiet eindringt, sondern wir empfinden es natürlich, wenn diese beiden Welten geschieden bleiben. In die eine gehört die Kraft des Gemütes, die Kraft der Seele! Zur anderen gehört die Kraft des Sehens, die Kraft der Härte, der Entschlüsse und die Einsatzwilligkeit! In einem Fall erfordert diese Kraft die Willigkeit des Einsatzes des Lebens der Frau, um diese wichtige Zelle zu erhalten und zu vermehren, und im anderen Falle erfordert sie die Bereitwilligkeit, das Leben zu sichern, vom Manne. was der Mann an Opfern bringt im Ringen seines Volkes, bringt die Frau an Opfern im Ringen um die Erhaltung dieses Volkes in den einzelnen Zellen, was der Mann einseht an Heldenmut auf dem Schlachtfeld, seht die Frau ein in ewig geduldiger Hingabe, in ewig geduldigem Leiden und Ertragen. Jedes Kind, das sie zur Welt bringt, ist eine Schlacht, die sie besteht für Sein oder Nichtsein ihres Volkes. (Ungeheurer Beifall.) Und beide müssen sich deshalb auch gegenseitig schätzen und achten, wenn sie sehen, daß jeder Teil die Aufgabe vollbringt, die ihm Natur und Vorsehung zugewiesen hat. So wird sich aus dieser Trennung der beiden Aufgaben zwangsläufig die gegenseitige Achtung ergeben. Wir wehren uns dagegen, daß ein Intellektualismus verdorbenster Art das auseinanderreißen will, was Gott zusammengefügt hat. (Stärkste Zu- Wir haben deshalb die Frau eingebaut in den Kampf der völkischen Gemeinschaft, so wie die Natur und die Vorsehung es bestimmt hat. So ist unsere Frauenbewegung für uns nicht etwas, das als Programm den Kampf gegen den Mann auf feine Fahne schreibt, sondern etwas, das auf fein Programm den gemeinsamen Kampf mit dem Mann setzt. Denn gerade dadurch haben wir die neue nationalsozialistische Volksgemeinschaft gefestigt, daß wir in Mil- lionen von Frauen treueste fanatische Mitkämpferinnen erhielten (langanhaltender Beifall), Kämpferinnen für das gemeinsame Leben im Dienste der gemeinsamen Lebenshaltung, Kämpferinnen, die dabei den Blick nicht auf Rechte richten, die ein jüdischer Intellektualismus vorspiegelt, sondern auf Pflichten richten, die die Natur uns gemeinsam ausbürdet. (Lebhafter Beifall.) wenn früher die liberalen intellektualistischen Frauenbewegungen in ihren Programmen viele, viele punkte enthielten, die ihren Ausgang vom sogenannten Geiste nahmen, dann enthält das Programm unserer nationalsozialistischen Frauenbewegung eigentlich nur einen einzigen punkt, und dieser punkt heißt das Kind, dieses kleine Wesen, das werden muß und gedeihen soll, für das der ganze Lebenskampf ja überhaupt allein einen Sinn hat. Denn: Um was würden wir kämpfen und ringen, wenn nicht nach uns etwas käme, das das, was wir heute erwerben, zu feinem Nutz und Frommen anwenden und wieder weiter vererben kann? Dofür ist der ganze menschliche Kampf denn sonst? Dofür die Sorge und das Leid? Nur für eine Idee allein? Nur für eine Theorie? Nein! Dafür würde es sich nicht lohnen, durch dieses irdische Jammertal zu wandeln. Das einzige, was uns das alles überwinden läßt, ist der Blick von der Gegenwart in die Zukunft, vom eigenen Denfchen auf das, was hinter uns nachwächft. (Laute Zustimmung.) ftimmungO Die Frau ist, weil sie von der ursächlichsten Wurzel ausaeht, auch das stabilste Element in der Erhaltung eines Volkes. Sie hat am Ende den untrüglichsten Sinn für alles das, was notwendig ist, damit eine Rasse nicht vergeht, weil ja ihre Kinder vor allem in erster Linie von all dem Leid betroffen werden. Der Mann ist geistig oft viel zu labil, um zu diesen Grunderkenntnissen sofort den Weg zu finden. Allein in einer guten Zeit und mit guter Erziehung wird der Mann genau so wissen, was seine Aufgabe ist. Wir Nationalsozialisten haben uns daher viele Jahre hindurch gewehrt gegen eine Einsetzung der Frau im politischen Leben, die in unseren Augen unwürdig war. Mir sagte einmal eine Frau: Sie müssen dafür sorgen, daß Frauen ins Parlament kommen; denn nur sie allein können es veredeln. Ich glaube nicht, antwortete ich, daß der Mensch das veredeln soll, was an sich schlecht ist, und die Frau, die in dieses parlamentarische Getriebe gerät, wird nicht das Parlament veredeln, sondern dieses Getriebe wird die Frau schänden. Ich möchte nicht etwas der Frau überlassen, was ich den Männern wegzunehmen gedenke. (Begeisterter Beifall.) Die Gegner meinten, dann würden wir niemals Frauen für die Bewegung bekommen. Aber wir bekamen mehr als alle anderen Parteien zusammen, und ich weiß, wir hätten auch die letzte deutsche Frau gewonnen, wenn sie nur einmal Gelegenheit gehabt hätte, das Parlament und das entwürdigende Wirken der Frau darin zu studieren. Ich sprach vor wenigen Minuten noch in der Jugendkundgebung. Es ist herrlich, über diese goldene Jugend au blicken, von der man weiß: Sie ist einst Deutschland, wenn wir nicht mehr sein werden! (Begeisterte jubelnde Zurufe.) Sie wird all das erhalten, was wir schaffen und aufbauen. Für sie arbeiten wir. Das ist der Sinn dieses ganzen Ringens überhaupt! Und indem wir diese einfachste und lapidarste Zielsetzung der Natur erkennen, richtet sich für uns die Arbeit der beiden Geschlechter von selbst logisch und richtig ein, nicht mehr im Streit, sondern im gemeinsamen Kampf um das wirkliche Leben. Sie, meine Parteigenossinnen, stehen nun als Führerinnen, Organisatorinnen und Kämpferinnen in diesem Ringen. Sie haben eine herrliche Aufgabe mitübernommen. Das, was wir im großen in unserem Volk gestalten wollen, das müssen Sie im Innern gut fundieren und fest unterbauen! Dem müssen Sie im Innern seelischen und gefühlsmäßigen Halt und Stabilität geben! Sie müssen in diesem Ringen, das wir heute um unseres Volkes Freiheit, Gleichberechtigung und Ehre und Frieden führen, die Ergänzung des Mannes fein, fo daß wir mit dem Blick in die Zukunft als wirkliche Kämpfer vor unserem Volk und für unser Volk bestehen können! Dann wird niemals zwischen den beiden Geschlechtern Streit und Hader entbrennen können, sondern sie werden dann Hand in Hand gemeinsam kämpfend durch dieses Leben wandeln,^ so, wie die Vorsehung es gewollt hat, wie sie'zu diesem Zwecke beide erschuf. Und dann wird auch der Segen einer solchen gemeinsamen Arbeit nicht ausbleiben. Dann wird nicht um Theorien ein wirrer Kampf entbrennen, werden nicht wegen falscher Vorstellungen sich Mann und Weib entweihen, sondern dann wird auf ihrem gemeinsamen Lebenskampf der Segen des Allmächtigen ruhen! Unter jubelndem Beifall der Zehntausende deutscher Frauen beendet der Führer seine bedeutsamen Ausführungen, und in tiefer Ergriffenheit fingen die Frauen die zweite Strophe des Deutfchland- 1 liebes. Ein Jubelsturm ohnegleichen dankte den Schöpfern und Gestaltern dieser Feierstunde, deren Träger der unbekannte Werkmann unseres Volkes war. 5000 Sänger sangen dann einige Volkslieder, nachdem bereits am Donnerstag auf allen Plätzen der Stadt Nürnberg unter außerordentlich starker Anteilnahme der Bevölkerung ein Jedermann-Singen durchgeführt worden war. Aürnberg in Flammen. Plötzlich erlischt alles Licht in dem weitgedehnten Volkspark. Zischend fährt die erste Granate mit donnerähnlichem Getöse auf und löst ein ohrenbetäubendes Trommelfeuer, ein augenblendendes Rühen und Zucken aus. Dazu knattern Gewehrfeuerbatterien, Millionen Leuchtkugeln in allen Farben, gleißende Girandolen. Fallschirmraketen sinken langsam zur Erde, und dann folgen ein- einviertel Stunden lang Myriaden zuckender, zischender, heulender Leuchtkörper. Sie steigen auf rate riesige Springfluten, schießen meteorhaft durch das Dunkel, erhellen minutenlang die Nacht, um sie dann in gespenstische Farben zu tauchen. In der ganzen Breite der gewaltigen Kampfbahn ergießt sich aus 10 Meter Höhe ein funkelnder, reißender Wasserfall. Durch die Rauch- wölken aber, die den Himmel verschleiern, zucken die Blitze riesenhafter Fächerscheinwerfer. Das Donnern, Krachen und Bersten erschüttert die Luft. Soweit das Auge sieht, ist der Himmel mit einem Regen von Gold und Silber von beißender Helle und einem unbeschreiblichen Farbenspiel der Leuchtkugeln bedeckt. An drei Stellen zu gleicher Zeit, am Dutzendteich, auf der Zeppelinwiese und in der Hauptkampfbahn zischen die feurigen Garben empor, knattern die Bombenparaden los, prasseln die Feuerfluten des Goldregens — ein grandioses, märchenhaftes Schauspiel, ein Fanal in R 01. Ein letztes Krachen reißt die gebannte und verzückte Menge wieder in die Wirklichkeit. Bis tief in die Nacht noch sieht das Festgelände eine auch in ihrer Fröhlichkeit geeinte Gemeinschaft, die in der Tat den Geist Nürnberger Blütezeit atmet. Aus dem Gelände um den Dutzendteich ist die unsterbliche Festwiese der „Meistersinger" geworden. Oer Führer bei den ausländischen Diplomaten. Nürnberg, 8. Sept. (DNB.) Am Samstagnachmittag stattete der Führer den in Nürnberg 3 um Reichsparteitag gekommenen ausländischen Diplomaten auf dem Bahnsteig 1 des Nürnberger Hauptbahnhofes, wo der Sonderzug der ausländischen Diplomaten hielt, einen kurzen Besuch ab. In Begleitung des Führers sah man den Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath, Staatssekretär Meißner, Obergruppenführer Brückner und andere Herren. Unter Heilrufen schritt der Führer zum Wagen der Diplomaten und wurde hier vom Chef des Protokolls, Graf von Bassewitz, empfangen. Der Führer begab ich mit Freiherrn von Neurath und einigen Herren einer Begleitung in den Wagen, wo er die ausländischen Missionschefs, die die Einladung des Führers zum Reichsparteitag angenommen hatten, begrüßte. Im Namen der Diplomaten sprach der japanische Botschafter dem Führer den Dank für die ergangene Einladung aus. Der Führer antwortete mit einer kurzen Ansprache, in der er den Dank für das Erscheinen zum Ausdruck brachte und den Diplomaten einen weiteren guten Verlauf ihrer Nürnberger Reise wünschte. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hatte nach der Begrüßung des Führers noch eine kurze Unterhaltung mit Den ausländischen Diplomaten, die dann auf Wunsch Leni Riefenstahls ihren Wagen verließen und sich auf dem Bahnsteig der Filmkamera zum Bilde stellten. Die Sondertagung der AS9O. und AS.-yago. Nürnberg, 8. Sept. (DNB.) Die N S B O. - und. NS. - Hago-Amtsleiter haben die Kongreßhalle bis auf den letzten Platz besetzt. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, betreten die Kongreßhalle, gefolgt von den Amtsleitern der Reichsleitung der Deutschen Arbeitsfront, den Gaubetriebszellenleitern, den Gauamtswaltern der NS.-Hago, sowie den Reichsbetriebsgemeinschaftsleitern. Nach dem Fahneneinmarsch eröffnete der Neichsorganisationsleiter der PO. und DAF., Claus Selzner, die Riesenkundgebung und erteilte als erstem Redner dem Stellvertreter des Führers das Wort. Er bezeichnete die Tatsache, daß die Vertretungen zweier Ständegruppen, die sich in der Vergangenheit scharf befehdeten, in einer gemeinsamen Tagung zusammengekommen sind, als einen Beweis für die Entwicklung in Deutschland nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus. Rudolf Heß ging dann auf die Zielsetzung des Nationalsozialismus bezüglich der Sicherung der deutschen Landwirtschaft ein und betonte, daß zur Sicherung des Grund und Bodens in Deutschland eine Preisgestaltung nötig ist, die der deutschen Landwirtschaft den nötigen Ertrag garantiert für ihre Existenz. 9Benn dabei vorübergehend die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse in Deutschland höher waren als am Weltmarkt, so sei dies nötig z'ur Erhaltung des Bodens als der Grundlage unseres Seins überhaupt. Wenn die Landwirtschaft zusammenbreche als Folge von Preisen, zu denen die Landwirtschaft bei den deutschen Verhältnissen nun einmal auf die Dauer nicht existieren kann, fo breche alles zusammen. Denn weniger als je können wir die bann fehlende Ernährung unseres Volkes aus dem Auslande bestreiten. Um Nahrungsmittel einführen zu können, müssen wir Waren in Tausch draußen absetzen, die Absatzmärkte draußen werden nicht nur durch den Boykott, sondern auch, weil die anderen Völker die Absatzgebiete selbst brauchen, gesperrt. Ein zu geringes Heroorbringen von Nahrungsmitteln im Jnlande infolge Zusammenbrechens der landwirtschaftlichen Betriebe durch unrentable Preise aber und ein Nichtbeziehenkönnen von Nahrungsmitteln aus dem Auslande bedeutet Hungersnot, Hungersnot aber bedeutet Kampf aller gegen alle, bedeutet Bolschewismus, bedeutet das Ende Deutschlands. Der Stabsleiter der PO. teilte unter stürmischen Heilrufen der Amtsleiter der PO. mit, daß der Führer ihm feine vollste Zufriedenheit über den Aufmarsch der PO. ausgedrückt habe. Dr. Ley verwahrte sich bann bagegen, baß Fragen laut würben, die das Weiterbestehen der NSBO. und der NS.-Hago in Zweifel stellten. Die Ein deutsches Volksfest. Am Samstag abend bei der NS.-Gemeinfchast »Kraft durch Freude- zu Gast. Arn Samstagabend schien sich ganz Nürnberg einschließlich seiner Gäste ein Stelldichein in dem Riesengelände rund um den Dutzendteich gegeben zu haben, um an dem Volksfest teilzunehmen, bas bie NS. -Gemeinschaft „Kraft burch F r e u b e" veranstaltete und mit bem sie einmal ben ganzen Reichtum bes beutschen Volkes unb bie Fülle ber Aeußerungsmöglichkeiten ber nationalsozialistischen Polkstumsarbeit in einer großen Feierstunbe ber Stämme unb.Stänbe zeigen wollte. Das Programm war von * einer gerabezu ver- scbwenberischen Fülle. Die Darbietungen begannen schon in ben frühen Nachmittagsstunben unb zogen sich bis weit nach Mitternacht hin. Im Walbtheater bot bie NS.-Kulturge- meinbe, umrahmt von Lanbsknechtstänzen, Vor- führungen ber Spielscharen unb Gesanaszwischen- spielen, derb-heitere aber im heften Volkstum ver- wurzelte Spiele bes Schuhmacherpoeten Hans Sachs. Auf ber Zeppelinwiese unb bem angrenzenden Platz bes ©tabiongelänbes gab es ein Massenkdnzert, T r a ch t e n 0 0 r f u h r u n - gen, Volkstänze unb in ununterbrochener Folge Vorstellungen bes weltbekannten Puhonny- ichen Marionettentheaters Baben-Baben unb mehreren Puppenspiel-Ensembles. Zu gleicher Zeit waren auf bem Dutzenbteich bie gewaltigen Ori - ginalmobelle ber beutschen Ozean- riefen „E u r 0 p a", Bremen" unb „C 0 - lumbus" sowie bes Panzerkreuzers „Königsberg" viel berounberte Anziehungs- punkte. Aber bas Hauptinteresse konzentrierte sich boch auf bie prächtigen Anlagen bes Olympischen Stabions. Hier begannen bie Vorführungen mit einem Aufmarsch von 1500 Turnern unb Sportlern, bie in ihrer bunten Sport- kleibung auf bem grünen Rasen ein überaus färben- frohes unb bewegtes Bilb boten. Sie begannen mit wirksamen Körperschulungsübungen unb zeig- ten in ber heiteren Art, wie sie biefe Arbeit am eigenen Körper leisteten, wie vergnüglich ein Tun fein kann, bas zubem noch ben Vorzug hat, ber Gesunbheit unschätzbare Dienste zu leisten. Der bann solgenbe bunte Reigen brachte Mebizinballspieler, Schwimmer, Leichtathleten, Turner, Schwerathleten, ja sogar Skiläufer in Zweckmäßigkeitsübungen, bie, obwohl sie keineswegs einftubiert waren, burch die Exaktheit unb Frische ihrer Ausführung brau- senben Beifall ernteten. Zu einer wirklichen Feierstunbe aber würbe bann das Massenschauspiel »Deutschland gestern, heute und morgen" bas sinnbilblich wiebergab, was ber Nürnberger Reichstag bes beutschen Volkes im Wesenskern bedeutet, nämlich das Werden der großen deutschen Volksgemeinschaft. Dieses Massenschauspiel war ein Erlebnis von außerordentlicher Eindringlichkeit und Tiefe, die Zehntaufende, bie bei ben beiben Aufführungen bie himmelansteigenben Ränge bes Stadions Kopf an Kopf besetzt hielten, währenb viele Tausenbe keinen Einlaß finden konnten, lebten die prachtvolle Aufführung in des Wortes engster Bedeutung mit. 3000 Volksgenossen aus allen Stämmen und Ständen wirkten an dem Werk mit. Hier war in der Schilderung des Vorkriegsdeutschlands, des Niederbruchs und ber Wiebergeburt eine neuartige unb künstlerisch hochwertige Form gefjunben, bie allen teilnehmenben Volksgenossen so zum Herzen sprach, baß sie nicht nur ergriffen lauschten, fon- bern schließlich in ben gemeinsamen Gesängen auch mitgestalteten. Als im Ausklang bie Bauern, bie Männer ber Arbeitsfront, alle beutschen Stämme in ihren roun- beroollen Trachten, bie Betriebsgemeinschaften im blauen Arbeitskittel, bie Angestellten, bie Beamten, bie geistigen Berufe, bie Friebensfolbaten Aböls Hit- lers in Braun unb Schwarz, ber Arbeitsbienst, Männer unb Frauen bes ganzen Volkes, kurzum bas ganze neue Deutschland) einträchtig ein Bekenntnis zur Volksgemeinschaft ablegten, als sie in ber Felbmitte bie heilige Flamme biefes Bekenntnisses entzünbeten unb zu gleicher Zeit ber gesamte Horizont ber Grenzen in flammendes R 0 t getaucht erglühte, stand das ganze Stadion wie ein Mann mit zum nächtlichen Himmel gereckter Rechten unb fang: „Einigkeit unb Rechtund Feiheit finb bes Glückes llnterpfanb. Blüh' im Glanze biefes Glückes, blühe, beutfches Vaterlanb." Das Kind im Mittelpunkt des nationalsozialistischen Irauenprogrannns. Der Führer spricht zu den Amtswaltern Beden der des füguna zu haben, die ihre Materie voll und ganz beherrsche. so reden, fuhr er fort, kennen nicht den Sinn der Partei, sonst könnte man genau sagen: Braucht ihr jetzt noch eine Partei, ihr habt doch den Staat! Das wäre wahrlich Irrsinn und Aberwitz! Denn, meine Volksgenossen, Führer und Gefolgschaft sind zwei Dinge, die in der Gemeinschaft und ihren Aufgaben Zusammenarbeiten müssen, die aber in der Erziehung ganz andere Maße an sich legen müssen. Vom Führer einer Gemeinschaft, einer Kompanie, muß ich ganz etwas anderes verlangen wie von Soldaten. (Lebhafter Beifall.) Wenn der Führer in seiner Proklamation von den tausend Jahren sprach, einer tausendjährigen Geschichts- periode der Zukunft, die durch uns, durch die nativ- nalsozialiftische Bewegung eingeleitet worden ist, dann ist das keine Phrase und kein Phantom, sondern wir sind voll überzeugt: Die Fundamente, die der Nationalsozialismus für diese tausend Jahre gelegt hat, sind so fest, so gewaltig, so unerschütterlich, richtig und klar, daß wir alle wissen: Deutschland wird dank Adolf Hitler und seinem heiligen Wollen weiter tausend Jahre in Freude, Stolz, Glück, Erhabenheit, Wohlstand und Freiheit leben können. wieder sehen und achten gelehrt, er hat bei Nichtbeamten den Sinn für die Notwendigkeit autoritären Arbeit des Beamten im Dienste Staates wieder erweckt. Führers ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Nationalsozialistischen Partei und des nationalsozialistischen Staates sein solle, rief stürmische Zustimmung hervor. Mit einem Händedruck dankte ihm der Führer für seine Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend. Der Stellvertreter des Führers erteilte dann dem Reichsjustlzkommiffar Dr. Frank das Wort zu einem grundlegenden Vortrag über das Thema „Die Einwirkungen des nationalsozia- listiischen Jdeegutes auf das deutsche Rechtsleben". Sein großzügiger Ueb erb lick über die neue nationalsozialistische Rechtsgestaltung und Rechtsschöpfung auf allen Gebieten des deutschen Rechtes wurde von dem Kongreß mit großer Begeisterung ausgenommen. Sein Appell an die Parteigenossen, Vertrauen zu den nationalsozialistischen Juristen als den Rechtsherrn des Dritten Reiches zu haben, fand bei den Kongreßteilnehmern stürmische Zustimmung, ein Beweis dafür, wie sehr alle Nationalsozialisten die Notwendigkeit einer neuen rechtsschöpferischen Arbeit im nationanlsozialistischen Sinne anerkennen. Auch ihm dankte der Führer für seine Ausführungen und damit zugleich für sein Werk. Der Stellvertreter des Führers vertagte sodann den Kongreß auf Montagnachmittag 18 Uhr. Hier wird der Führer sprechen. Oer Leiter des Amtes für Beamte und Führer des Heichsbundes der deutschen Beamten Hermann Neef. Es ist mir auch als Berufsbeamter eine besondere Genugtuung, im Amt für Beamte dem politischen Willenskern der innerhalb der Partei zusammengefaßten Beamten und an der Spitze des Reichsbundes der Deutschen Beamten, ihrer umfassenden beruflichen Einheitsorganisation, der nationalsozialistischen Weltanschauung dienen zu können, denn die Beamtenschaft ist Mittler zwischen dem Willen Adolf Hitlers als Führer des Staates und dem deutschen Volk als Nation. Die deutsche Beamtenschaft tritt erst jetzt in ihre eigentliche Aufgabe ein, da sie aus dem Gebiete der Verwaltung Willens- vollstrecker einer Staatsgewalt wird, die ein einiges deutsches Volk führt, da sie einem Regierungssystem verbunden und verpflichtet ist, das dem Lebensgesetz deutschen Volkstumes entspricht, da sie vor allem in der Treue zu Adolf Hitler als dem Wesensträger deutschen Seins im germanischen Geiste der Gefolgschaft verpflichtet ist. Adolf Hitler hat den deutschen Beamten seinem Volke zurückgegeben. Er hat das deutsche Volk seine Beamten Nürnberg, 8. Sept. (DNB.) Auf der Sonder- tagung des Amtes für Beamte im Marientorzwin- ger, die vom Stellvertreter des Amtsleiters Pg. R e u s ch eröffnet wurde, waren Reichsarbeitsminister S e l d t e sowie der Ehrenpräsident der deutschen Beamtenschaft, Reichs st atthal- ter Sprenger, Vertreter des Reichsinnenministeriums sowie sämtliche Amtswalter im Amt für Beamte anwesend. Reichsstatthalter Sprenger betonte in einer kurzen Begrüßungsansprache, daß jeder Beamte die Verpflichtung habe, im Geiste des Nationalsozialismus die Gesetze zu erfüllen. Die Wandlung, die der Beamte des alten Staates zum nationalsozialistischen Beamten durchzumachen habe, sei eine so ungeheure, daß ein großer Teil der deutschen Beamtenschaft diese Wandlung noch gar nicht begriffen habe. Er schloß mit einem Appell an die nationalsozialistischen Beamten, allezeit Dor- bild des ganzen Volkes zu sein. Heichsarbeitsminister Seldte begrüßte dann die Beamtentagung mit einer kurzen Ansprache, in deren Mittelpunkt er den Satz stellte: „Die Beamtenschaft ist das Rückgrat des Staates". Er betonte, daß es für die Erhaltung eines Staates ungeheuer wichtig sei, einen Beamtenapparat und eine Beamten-Kameradschaft zur Ver- Der Beamte im neuen Staat. Neichsstatthatter Sprenger auf der Sondertagung des Amtes für Beamte Der Reichsbeamtenführer kam dann auf die deutung des neuen Beamteneides zu sprechen, der als der Eid der Treue und des Gehorsams der Person des Führers und Reichskanzlers, der alle Staatsgewalt in sich vereinige, gelte. Durch den Eid sei die Beamtenschaft mit der nationalsozialistischen Bewegung, dem politischen Willensträger des Staates und der Wehrmacht, dem Waffenträger des Staates, die beide den Eid der Treue und des Gehorsams auf Adolf Hitler geleistet haben, Der Führer betritt die Zeppelinwiese, um zu den dort aufmarschierten 180000 politischen Leitern zu sprechen. Der Führer ehrt die deutschen Kriegsopfer Oie Fortsetzung des Parteikongreffes. staatsrechtlich und politisch auf eine besondere Ebene gestellt. Sie bildet die tragende staatspolitische Säule auf dem Gebiete der Verwaltung. Die Beamtenschaft muß deshalb einheitlichen Wesens, einheitlicher Staatsgesinnung und gleicher charakterlicher Richtung sein, sonst könnte sie im festgeschlossenen einheitlichen nationalsozialistischen Staat ihrer Aufgabe nicht gerecht werden. Der Reichs- bund der Deutschen Beamten ist und wird immer eine Beamtenorganisation sein, deren Mitglieder der Fahne Adolf Hitlers unverbrüchlich und entschlossen folgen. Seine Arbeit hat nur diese eine Grundlage, Träger einer anderen Gesinnung haben in ihm keinen Raum. Unter tosendem Beifall der nationalsozialistischen Beamten schloß Pg. Neef: Die Beamten stehen als Nationalsozialistischen in Reih' und Glied in der politischen Armee unseres obersten Führers. Eine Faschistenversammlung in London Etwa 50 000 Menschen hatten sich am Sonntag- abend anläßlich der faschistischen Massenkundgebungen im Londoner Hyde- Park versammelt, annähernd 10 000 Polizisten waren aufgeboten worden, um Zusammenstöße zwischen den Faschisten und den zu einer Gegendemonstration aufmarschierten Kommunisten zu verhindern. Die uniformierten Faschisten in Stärke von etwa 5000 Mann marschierten mit wehenden Fahnen in den Hyde-Park ein. Als der von den Fa- schiften stürmisch begrüßte Oswald Mosley erschien, versuchten die Kommunisten erneut die Polizeikette zu durchbrechen. Der ganze Hyde-Park war mit Polizisten und Krankenautos überfüllt. Der Menschenandrang war so groß, daß der gesamte Verkehr in der Umgebung des Parkes ins Stocken geriet. Ein Windmühlenflugzeug dirigierte die Polizeimanöver aus der Höhe. Wettervoraussage. Nach Gewitterstörungen mit stellenweise recht ergiebigen Niederschlägen ist der Luftdruck von der Biskaya her kräftig angestiegen, so daß die Zufuhr ozeanischer Luft abgeschnitten und von Norden her kühlere Luft nach dem Festland befördert wird. Diese dürfte weiteren Luftdruckanstieg Hervorrufen, der wieder mehr heiteres Wetter zur Folge hat. Bei dem Vordringen der Kaltluft kommt es nur noch vereinzelt zu schauerartigen Niederschlägen. Aussichten für Dienstag: Teils dunstig und bewölkt, teils aufheiternd, geringe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, stellenweise schauerartige Niederschläge. Aussichten für Mittwoch: Anfangs dunstig, tagsüber heiter und etwas wärmer, zeitweise auch wechselnd bewölkt, vorwiegend trocken. Lufttemperaturen am 9. September: mittags 26,8 Grad Celsius, abends 20,4 Grad; am 10. September: morgens 14,3 Grad. Maximum 27,3 Grad, Minimum 9,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. September: abends 21,4 Grad; am 10. September: morgens 17 Grad Celsius. — Niederschläge 34,2 mm. — Sonnenscheindauer 5,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Die Fortsetzung Les Parteikongresses stand im Zeichen der Anwesenheit d o n 2 5 0 0 Schwerkriegsbeschädigten, die auf den Ehrentribünen in den vorderen Reihen des Saales Platz genommen hatten. In der ersten Reihe faßen 6 0 Kriegsblinde. Als der Führer mit feinen Begleitern die Kongreßhalle betrat, brauste ein vielstimmiges Heil durch die Reihen. Der Führer ging sofort auf die Reihen der Kriegsblinden zu, und es war ein ergreifender, unvergeßlicher Anblick, wie er jedem einzelnen Blinden die zum Gruß ausgestreckte Hand herunternahm und herzlich drückte und jedem einige Worte des Mutes und der Anteilnahme widmete. Nach dem Anmarsch der Standarten eröffnete das Reichssymphonieorchester die Tagung mit der Freischützouvertüre. Dann erteilte der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß dem Führer des Deutschen Arbeitsdienstes Reichsleiter Hier! das Wort. Seine Ausführungen über die Entwicklung des Freiwilligen nationalsozialistischen Arbeitsdienstes zu der Arbeitsdienstpflicht der Zukunft wurden häufig von Beifallskundgebungen unterbrochen. Seine Versicherung, daß der Deutsche Arbeitsdienst ein Hauptpfeiler beim Aufbau des deutschen Volkserziehungswerkes unseres WGM ‘Teller 1 Würfel TOPfg, Erprobtes Rezept Lauch«(Porree-)Suppe. (Für 4 Personen.) Zutaten: 2 mittlere Stangen Lauch (Porree), etwas Fett zum Ändünsten, 2 Würfet Maggi'S Königin-Suppe, 1 }Ia Liter Wasser, feingehackte Petersilie. Zubereitung: Den Lauch putzen, in mäßig dicke Ringe schneiden und in etwasFett oder Butter weichdünsten. - InzwischenMaggi'sKönigin- Suppe mit lauwarmem Wasser anrühren, in gut 1 Liter kochendes Wasser gießen, den gedünsteten Lauch dazugeben und in 15 Minuten garkochen. Dor dem Anrichten die Petersilie darüber streuen. । Maggi s Königin-Suppe kann man auch an Stelle von Porree burdj Schnittlauch, Schoten-Erbsen, kleingeschnittene Gemüsereste usw.' verändern. ftüf <£m Gtoctwwxdn. kinuwU e» au— Aaitiuu-. MAGGI SUPPEN Millionen Hausfrauen kochen sie, weil sie wissen, daß MAGGI1 Suppen gut sind. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode unseres lieben Entschlafenen sagen wir tiefgefühlten Dank. Gertrud Bünnings Gerta Bünnings. Gießen, im September 1934. 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Flammen zu bekämpfen, bevor die alarmierte Mannschaft noch zur Stelle war. Das Feuer fand an den Vorhängen, Teppichen usw. reiche Nahrung. Der gesamte Oberbau der „Morro Castle" bildete bald ein einziges Flammenmeer, ehe noch die Fahrgäste das Deck erreichen konnten. Von den 24 Rettungsbooten konnten infolge des Sturmes und der starken Rauchentwicklung nur 12 ausgesetzt werden, und auch diese waren nicht voll beladen. Die aus Spring Lake gemeldet wird, schilderten verschiedene dort gelandete Ueberlebende der „Morro Castle" ihre Erlebnisse. Sie seien durch Stimmengewirr geweckt worden. Als sie die &a- lbinentür öffneten, hätten bereits die Flammen her- «ingeschlagen. Sie hätten darauf die Türen wieder verschlossen und sich damit abgefunden, in der Kabine den Flammentod zu erleiden. Schliehlich seien Rie jedoch von Mitgliedern der Besatzung durch SKabinenfenster auf Deck gezogen worden. Als ihr Rettungsboot von dem brennenden Dampfer ab- 'tieß, hätten sich noch zahlreiche Fahrgäste li n f e r Deck befunden. Etwa 25 Mitglieder der Besatzung, die einzeln ausgefragt wurden, erklärten übereinstimmend, daß zahlreiche Fahrgäste umge- ! ommen seien, weil sie sich geweigert hätten, Nie Rettungsboote zu besteigen. Sie schilderten sehr anschaulich, wie die durch die Flammen und den dichten Raum dem Wahnsinn nahen Männer vergeblichen fieberhaften Bemühungen der Deckwache, die und Frauen alle Versuche der Matrosen, sie Sicherheit zu bringen, vereitelt hätten. Das wissenschaftliche Programm. Die sorgfältige Ausarbeitung und Sicherung der Fahrroute ermöglicht es der Expedition, sich ein wissenschaftliches Programm zu stellen, dessen Lösung praktisch das Ende des „unbekannten" Brafi- liens bedeuten wird. Die geographische Erforschung wird hauptsächlich die lückenlose Aufnahme der unerforschten Gebiete im Mündungsraum des Amazonas, an der nordbrasilianischen Grenze und im Inneren Matto Grossos zum Ziel haben. Sie wird es Brasilien ermöglichen, endlich eine v o ll st ä n d i g e G e n c - ralstabskarte seines Gesamtgebietes zu erhalten und wird damit Las karthographische Gesicht verwendet werden. Oie Expedition finanziert sich selbst Französische Gonntasreden im Gtil poincares. Paris, 9. Sept. (DNB.) Der Sonntag stand in Frankreich unter dem Zeichen der Gedenkfeier an die Marneschlacht und an die Erschütternde Augenzeugenberichte. Mitglieder der Besatzung schilderten die Die Befürchtungen, daß sich der deutsche Konsul Landmann von Matanzas auf Kuba, der zusammen mit seiner Gattin sich auf der „Morro Castle" befand, ebenfalls unter den Todesopfern befinden würde, haben sich erfreulicherweise nicht bestätigt. Der Konsul und seine Gattin befinden sich unter den G e r e t t e t en des brennenden Schiffes. Die Entstehungsursache noch nicht geklärt. sich zahlreiche Fahrgäste durch Sturz in die See zu retten suchten. Viele Passagiere müssen in ihren Kabinen umgekommen sein, da die gewaltige Rauchentwicklung jedes Entkommen ins Im Hafen von Neuyork trafen die Dampfer „Monarch of Bermuda" mit 72, „City of Havanna" mit 60 und „Andreas Luckenbach" mit 22 Geretteten der „Morro Castle" ein. Vor dem Verwal- tungsaebäude der Ward-Schiffahrtslinie und an den Landungspiers spielten sich herzzerreißend e Szenen ab. Die Ward-Schiffahrtsgesell- schaft gibt bekannt, daß sie vor Abschluß der offiziellen Untersuchung über die Ursache des Brandes auf dem Schiff die Schuldfrage nicht erörtern könne. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, daß der stellvertretende Kapitän W a r m s sich noch mit einigen Mannschaften an Bord des brennenden Dampfers befindet, während der kurz vor Ausbruch des Feuers an einem Herzschlag gestorbene Kapitän Willmott auf dem Totenbett ein Opfer der Flammen geworden sei. Der geschwärzte Rumpf des Dampfers „Morro Castle" ist bei Astbury Park (New Jersey) a u f Strand gesetzt worden. Der Sturm auf der See hat sich am Sonntagnachmittag gelegt. Küstenwachtfahrzeuge suchen noch immer nach etwaigen Ueberlebenden und nach Toten. Die letzte Verlustliste: 156 Tore und Vermißte. Neuyork, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Dampfer „Morro Castle", der immer noch brennt, liegt nunmehr nur noch 60 Meter vom Strand bei 2lsbury Park auf Grund. Die oberen Verdecke find vollständig ausgebrannt. Die Vundesbehörde wird cm Montag mit der amtlichen Untersuchung beginnen. Den Offizieren des Dampfers wurde streng verboten, der presse Mitteilungen über den Brand zu machen. Die Blätter drücken ihre Verwunderung aus, daß zwischen dem Ausbruch des Brandes und der Alarmierung der Fahrgäste anscheinend mindestens eine Stunde verflossen ist. Da das Betreten der unteren Decks am Sonntag immer noch nicht möglich war, herrscht noch durchaus Ungewißheit über die Zahl der Todesopfer, um so mehr, als viele Tote bisher noch nicht festgestellt werden konnten. Am Sonntag spät abends gab die Ward-Line folgende Ziffern aus: Ueberlebende Fahrgäste 221, Mannschaften 171, Offiziere 9. Tote: 45, Vermißte: Fahrgäste 52, Mannschaften 59. Mit 5% Millionen Dollar versichert. Wie verlautet, betrug die Versicherung des in Brand geratenen Dampfers „Morro Castle" ungefähr 5% Millionen Dollar, wovon 2% Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten gezeichnet worden waren und der Rest aus dem Londoner Markt. Abgesehen davon war eine be- daß die Menschheit nach den Prüfungen des Weltkrieges nur daran denke, ihre Wunden zu verbinden und zu arbeiten, um wieder zu einem bescheidenen Wohlstand zu gelangen. Das sei das Ideal aller Franzosen, und dieses Ideal würden sie, falls nötig, in demselben Geist verteidigen, wie sie es an der Marne getan hätten. Besonders maßlos in ihren Angriffen gegen Deutschland war eine Rede, die der Abgeordnete Desire F e r r y , der Vorsitzende des Heeresaus- fchuffes der Kammer, auf dem Friedhof von Champenoux hielt. Er behauptete u. a., Deutschland sei bereit, sich auf ein Signal hin in jedes Abenteuer zu stürzen. Daß der Führer in Nürnberg die Arbeitsdien st pflicht angekündigt hat, verdrehte Ferry dahin, daß Deutschland damit die Rückkehr zu der durch den Versailler Vertrag verbotenen Militärdien st pflicht versuche. Ferry versuchte auch mit Zitaten aus dem Buche „Mein Kampf" seinen unhaltbaren Standpunkt zu belegen. Schließlich behauptete Ferry, daß die lothringische Bevölkerung an der Saarfrage besonders interessiert sei, denn nach einer Rückgliederung der Saar müsse Lothringen wie vor 1914 in ständigem Alarmzustand unter der Bedrohung eines neuen Einfalls leben. Die lothringische Bevölkerung wünsche, von neuen Kriegsschrecken geschützt zu sein. Der eigentliche Zweck der agitatorischen Ausführungen Ferrys verrät sich darin, daß er Schluß leidenschaftlich für eine Erhöhung Militärdien st zeit eintrat. Ueber einen ungewöhnlichen Kampf zwischen Adlern und Störchen wird aus dem Dorf Orkhay- gazi in Anatolien berichtet, und die Kunde ist um so erstaunlicher, da sie von einem Sieg der Adebare über die Könige der Lüfte erzählt. Die Schlacht zwischen den Vögeln, denn von einer solchen kann —- tiefe;;; Falle sprechen, wurde durch sechs Adlern eingeleitet, die ein Storchennest anfielen und die jungen Störche töteten und verzehrten. Sie waren gerade im Begriff ihren Raubzug bei einem benachbarten Nest fortzusetzen, als die Eltern der 389 Gerettete. New 2ersey, 8. Sept. (DNB.) Der amerika- Nische 11 520 Tonnen große Dampfer „Morro Castle" steht in Flammen. Er befindet sich zwanzig Meilen südlich vom Leuchtturm von Neuschottland und sendet SOS.-Rufe. Die Nyradio Corporation, welche die SOS.-Rufe auffing, meldet, daß die Verbindung mit dem Dampfer unterbrochen Professor Vage le r bearbeitet ine besonderen Probleme, die der Flug stellen wird, seit langen Jahrzehnten. In den Vorkriegszeiten war er der boden- kundliche Sachoerständige der Reid)sregierung für die Kolonialgebiete. Seine Arbeit in diesen Jahren basierte auf der Idee, der kolonialen Siedlungs- politlk des Reichs durch eine systematische Klassifizierung der Kolonialböden eine sichere Grundlage zu verschaffen. Diese Klassifizierung sollte durch Untersuchung der natürlichen Flora und der Bodenverhältnisse im Hinblick auf wirtschaftliche Sied- ungsmöglichkeiten erfolgen. Solche agro-biologi- chen Arbeiten führte Prof. Vageler seit 1907 im Auftrag des Reichs - Kolonialamtes in Afrika in ünf großen Expeditionen durch. Nach der Revolution schied Prof. Vageler aus dem Reichsdienst aus und stellte seine bodenkundlichen Untersuchungen in den Dienst privater Jnteressentengruppen. Nach For- ungsreisen durch Abessinien, Sumatra, Persien, Aegypten und den Sudan unternahm er 1932 im Auftrag deutscher Wirtschaftskreise eine Reise durch die deutschen Siedlungen in Ostafrika, um deren Entwicklungsmöglichkeiten zu untersuchen. Das negative Resultat dieser Untersuchung ließ in deutschen an Ausland-Siedlung interessierten Kreisen die Idee einer verstärkten Siedlung in Südbrasilien entstehen, deren Aussichten'und Möglichkeiten dann 1933 die von Prof. Vageler geführte Deutsche Wis- enschaftliche Studienkommission in Zusammenarbeit mit den brasilianischen Behörden prüfte. Die Kommission unternahm in das für eine künftige Siedlung wichtigste Gebiet des Staates Parana eine mehrmonatige Expedition. Nach dem Abschluß der Kommissionstätigkeit wurde Prof. Vageler vom brasilianischen Landwirtschaftsministerium als Sachverständiger für Bodenkunde verpflichtet. - Auch der neue Zeppelin selbst wird für den Flug über Brasilien besonders ausgestattet. In Zusam- ■ menarbeit mit dem brasilianischen Generalstab wird > einphotogra mm «irisches Auf nahme- i gerät eingebaut. Eine Reihe anderer Sonderappa- i rate sollen eigens für diesen Forschungsflug herge- ; stellt werden. Sie müssen natürlich zunächst längere , Zeit hindurch unter Mitwirkung brasilianischer, . deutscher und anderer wissenschaftlicher Institute erprobt werden. In seiner Eigenkonstruktion braucht der neue Zeppelin allerdings keinerlei Aenderun- ■ gen für den Flug. So wie er gebaut ist, stellt er das ideale Mittel einer derartigen Riesenexpedition dar. „Z L129" wird weit größer sein als der „Graf Zeppelin", größer sogar als der amerikanische Luftriese „Macon". Seine Geschwindigkeit wird 135 Kilometer erreichen. E r bietet 50 Pa ss agieren weiträumigen Platz. Auf einem kurzen Flug könnte er sogar 2000 Personen mitnehmen. Für die Expeditionsteilnehmer ist daher reichlich Platz. Ebenso für ihre Arbeiten. Durch die Trennung zwischen Passagier- und Lenkungs- Gondel konnten in der Passagiergondel neben । den eigentlichen Kabinen zwei sehr geräumige Deckräume geschaffen werden, die durch besonders konstruierte Fenster eine wunderbare Sicht auf die Erde bieten und ideale Arbeitsplätze für alk Untersuchungen der Forscher darstellen. Der Gasinhalt des neuen Zeppelin ist mit 190 000 Kubikmeter etwa doppelt so groß wie der des „Graf Zeppelin". Seine Tanks können 60 bis 70 Tonnen Rohöl mitführen. Die Finanzierung des Flugs soll durch die Auswertung feiner Ergebnisse sicher- gestellt werden. Die Expeditionsleitung besitzt das Alleinrecht für sämtliche Presseveröffentlichungen, Bildberichterstattung und Filmverwertung. Der Kämpfe in Lothringen. Veranstaltungen dieser Art fanden statt in Meaux, Vitry-le-Francois und in Champenoux in der Gegend von Nancy. Zum Gedenken an die Marneschlacht sprach u. a. der französische Kriegsminister Marschall Petain. Deutschland, so behauptete er, besäße im innersten Kern feines Wesens nicht nur jene kriegerische Tugend, die auf den Schlachtfeldern seinen Wert ausmache, sondern es habe besonderen Geschmack an der Macht, mit der es einen Kult treibe, und es sei von dem beständigen Hang getrieben, den Säbel zu schwingen, um auf diese Weise seiner Politik Nachdruck zu geben. Wie aus diesen Worten des Marschalls hervor- zugehen scheint, hat der Marschall bis jetzt es noch nicht für notwendig gefunden, von den vielen Reden hinreichende Kenntnis zu nehmen, in denen der Führer Deutschlands friedfertige E i n st e l l un g mit aller Deutlichkeit Umrissen hat. Nur so läßt es sich auch erklären, wenn der Marschall weiterhin an Deutschland die überflüssige Mahnung richtet, es möge im Gedenken an die gefallenen Deutschen, die drüben neben so vielen gefallenen Franzosen ruhn, sich daran erinnern, daß der Krieg nicht ein Gut an sich sei und Nordpolflug und der Rundflug um die Welt, die vom „Graf Zeppelin" seinerzeit unternommen wurde, Haden gezeigt, Laß die Auswertung solcher Forschungsflüge die Deckung sämtlicher K o st e n ermöglicht. Vielleiä)t werden sich auch interessierte wissenschaftliche Institute an den Kosten beteiligen. Oeffentliche Gelder werden jedenfalls, weder auf brasilianischer noch auf deutscher Seite für die Deckung der Flugkosten herangezogen werdm. Ebensowenig ist an öffentliche Sammlungen gedacht. Der Flug wird ein rein wissenschaftliches Unternehmen unter der Leitung deutscher und brasilianischer Wissenschaftler sein, es wird ohne irgendwelche Abhängigkeiten und Unterstützungen durchgeführt werden. Zur Teilnahme am Flug, der für August 1935 in Aussicht genommen ist, werden Gelehrte aus allen Ländern herangezogen werden, be- sonders natürlich deutsche und brasilianische Fach- Wissenschaftler. Besonders eingeladen hat die Expeditionsleitung bereits den großen geographischen Forscher Sven Hedin. Die Organisation des Flugs wird in den Händen der Träger der Idee dieser Riesen-Forschungsreise liegen. GeneralRon- don, Dr. Eckener, Professor Vageler und Direktor Hammer von der Lufthansa. Die Arbeiten am Expeditionsfilm werden von Kurt Pas- so w besorgt. Die wissenschaftliche Gesamtleitung hat Professor Vageler. getöteten Jungen zurückkehrten und sich, beim Anblick der Mordtat, an ihre Gefährten wandten, die in jenem Gebiet zu vielen Hunderten nisten. B'ald hatten sie eine streitbare Macht von ungefähr zweihundert Störchen gesammelt, die zunächst gemeinsam ihre Jungen in Sicherheit brachte und sie durch zuverlässige Wachen sicherte. Dann griff das Fluggeschwader die Adler an, die sich bei ihrem Raubzug nicht hatten stören lassen. Auch sie hatten von ihren Genossen Zuzug erhalten, so daß der Kampf in den Lüften ein immer größeres Ausmaß annahm. Der Kampf endigte mit einem überlegenen Siege der Störche; mehr als zwanzig Adler würden von ihnen getötet und weitere fünfzig verwundet. Die übrigen suchten ihr Heil in der Flucht und wurden von den Storchen noch lange verfolgt. Das Ende des unbekannten Brasilien Die Zeppelin-Expedition schafft eine neue Landkarte. Von unserem H B.-Korrespondenien. Rio de Janeiro, August 1934. Natürlich kann die geplante Expedition des neuen Zeppelin-Luftschiffes „LZ 129" in die großen unerforschten Gebiete Südamerikas ihrem wissenschaftlichen Programm auch nicht annähernd gerecht werden, wenn sie sich auf das Heb erfliegen des Urwaldes beschränken müßte. Gerade deshalb wird sie sich aber des neuen Zeppelins als Transportmittel bedienen, der es ihr erlauben wird, überall, wo es die Untersuchungen erfordern, L a n d u n gen vorzunehmen oder bei stillstehendem Luftschi ausaedehnte photographische Arbeiten und sonstig Messungen durchzusühren. Die von Dr. Eckener au dem Nordpol-Flug des „Graf Zeppelin" gesammel: ten Erfahrungen in dieser Richtung sind in der gegenwärtig im Bau befindlichen Neukonstruktion glänzend verwertet worden. Die motorische Ausstattung macht es dem kommenden „L Z 129" möglich, sozusaaen in der Lust stillzustehen und dabei so tief herunterzugehen, daß eine mühelose wissenschaftliche Durcharbeitung des gerade an- geflogenen Gebietes erfolgen kann. Aber noch mehr. Der neue Zeppelin ift mit einer Gondel ausgerüstet, die aus der Luft auf die Erde oder auf Wasserläufe herabgelassen werden kann, um nach Beendigung der unten erforderlichen Arbeiten wieder an einem Kabel zum Luftschiff heraufgezogen zu werden. Die Gondel wird eine tropfenförmige Bootsform erhalten, zur mühelosen Landung jedoch auch mit Rädern versehen sein. Zur Fortbewegung in Flußläufen besitzt sie einen Außenbordmotor. Sie wird überdies aus Leichtmetall hergestellt werden, so daß sie von zwei Menschen auch geschoben werden kann. Die Gondel wird eine ganz besonders sorgfältige Ausstattung mit allen notwendigen wissenschaftlichen Apparaten erhalten, wobei die Erfahrungen brasilianischer Fachleute herangezogen werden. Sie wird auch zur Aufnahme des Expeditionsfilms in Linie 1 ' Die Unglücksstätte ist durch das Kreuz gekennzeichnet. sei. „Morro Castle" Hal eine Besatzung von 240 Mann und 313 Fahrgaste. Alle Küstenwachtschiffe von Nord-Iersey sind zur Hilfe unterwegs. Eine vollständige Liste der Zahl der Geretteten und der Opfer lag auch am Samstagabend noch nicht vor. Die Ward-Line, der das Fahrzeug gehört, gab am Sonntagabend bekannt, daß 560 Personen an Zord gewesen seien. 389 seien gerettet, nämlich 221 Fahrgäste und 168 Mann der Besatzung. Die Zahl der Toten und Vermißten belaufe sich auf 17 1. „Gin glühender Hochofen". Die jetzt in Spring Lake gelandeten Befahungs- mitglieder sind der Ansicht, daß das Feuer in der Bücherei im Vorderschiff ausbrach. Die Matrosen berichten, daß die Flammen mit ungeheurer Schnelligkeit das ganze Deck erfaßten, und daß die eilig alarmierte Mannschaft nicht mehr in die Kabinengänge Vordringen konnte, sondern sich darauf beschränken muhte, die Kabinenfenster vom Deck aus einzuschlagen. weitere Mitteilungen Geretteter besagen, daß die „Morro Castle" innerhalb weniger Minuten ein glühender Hochofen war, von dem furchtbare Gchiffskatastrophe au der amerikanischen Ostküste Oer Paffagierdampfer „Morrocastle" in Ilammen. Aeues in Kürze. In Paris rechnet man damit, daß gelegentlich der für heute angesetzten Geheimsitzung des Genfer Völkerbundsrats eine endgültige Einigung sowohl über den Beitritt Sowjetrußlands als auch über die Aufnahmeförmlichkeiten zustande kommt. „Petit Parifien" will erfahren haben, daß man in Genf bereits, am heutigen Montag das Eintreffen einer fowjet- russischen Abordnung erwarte. Wenn sich diese Gerüchte bestätigen sollten, so könne man sicher sein, daß die Verhandlungen, die über die Aufnahme Sowjetrußlands hinter den Kulissen geführt wurden, erfolgreich gewesen seien. Die Regierungskommission des Saargebiets veröffentlicht ausgerechnet an dem Tage, an dem die Verbalnote der deutschen Regierung an die Regierungskommission in Sachen des Freiwilligen A r b e i t s d i e n st e s bekanntgegeben worden ift, ihre Verordnung, durch die der Freiwillige Arbeitsdienst im Saargebiet verboten ift und denjenigen Gefängnisstrafe angedroht wird, die für den Arbeitsdienst werben oder die als Arbeitgeber von ihren Arbeitern oder Angestellten den Nachweis der Beschäftigung im Arbeitsdienst verlangen. * „Libertö" bringt die sensationelle Meldung, wonach der Völkerbund infolge der ablehnenden Haltung der Schweiz gegenüber Sowjetrußland nach Wien ü b e r z u s i e d e l*n beabsichtige. Ein G e n e r a l st r e i k in Madrid ist von den marxistischen Gewerkschaften abgeblasen worden. Die Arbeit ist in vollem Umfange wieder ausgenommen worden. Kampf zwischen Adlern und Störchen. New-York ^Atlantic Cif VEREINIGTE STAATEN^ U3 1 LT) Philadelphia^ £ DieLagederrheinMimschenMrtschastimAugust monat nicht verändert. In der B a s a l t i n d u • strie ist die Beschäftigung der größeren Basalt. hat sich die einge- , Die Geschäftslage Wirtschaft langen auch nur eines Dertragsteiles innerhalb des Vormonats, er weist jedoch gegenüber dem dreier Tage nach Ablauf der vorgenannten Frist | August des Vorjahres in beiden Fällen eine Steige- Oberheffen Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21t. 7. (September Amtliche Notierung (Reib | Srie- Regelung des Absatzes von Zabrikkartoffeln. 0,665 58,665 0,186 3,053 55,46 82,18 12,425 5,48 16,54 170,07 21,72 0,744 5,726 62,41 49,05 11,27 64,04 81,83 34,38 10,46 2,488 werke des Westerwaldes sowohl in Straßenbau- stoffen, als auch in Gleisbettungsstoffen, schwach geblieben, dagegen hat der Versand in der Klein- basaltindustrie des Westerwaldes im August lebhaft eingesetzt. Die in den letzten Monaten geringen Vorräte konnten nahezu vollständig geräumt werden. Brennstoff bei der Braunkohlengrube „Alexandria" in Höhn abzufahren. Die gesteigerte Nachfrage nach dem in Beschaffenheit und Heizwert ausgezeichneten Brennmaterial ist sehr zu begrüßen, da die letzte in Betrieb befindliche Braukohlengrube einer größeren Anzahl heimischer Bergarbeiter Arbeit und Verdienst gibt. rung auf. Diese Absatzzunahme ist beim Industrie- absatz prozentual etwas größer als bei Hausbrand- Darmstädter Bezirk bemerkbar machte. Im Auslandsgeschäft nehme das Interesse der Käufer wieder zu. 9m Gegensatz zum Landmafchinengeschaft, das nicht die Erwartungen erfüllte, waren die Umsätze in Preußen, durch die gute Obsternte bedingt, sehr gut. Die Verkaufsziffer bei den Gerbereimaschinen ist, infolge der Fabrikferien in vielen Absatzgebieten, leicht zurückgegangen. Die Betriebe sind aber weiter voll beschäftigt. Im Automobilgeschäft liegt der mengenmäßige Umsatz über dem des gleichen Vormonats. Der wertmäßige Absatz hielt sich auf Vorjahrshöhe. Nach dem Frankfurter Handelskammerbericht hat sich die Lage im Bergbau gegenüber dem Dor- 1 ' . . , .....s. er — S,fü . ( n f I i H A in * Der Absatz im rheinischen Braun- k oh lenb er g bau. Der Absatz des rheinischen Draunkohlensyndikats an Hausbrand und Industrie- briketts bewegte sich im August etwa auf der Höhe 9n der Herdfabrikation tretens Besserung noch befestigt. - in der elektrotechnischen Industrie hat sich zufriedenstellend gestaltet, dagegen hat sich die Lage in der Edelmetall- und Schmuck- Warenindustrie verschärft. Bei der Optik und Feinmechanik zeigte sich keine wesentliche Aenderung der Geschäftslage. Die Betriebe der Scheideindustrie waren im Berichtsmonat befriedigend beschäftigt. Im V e r o i e l f ä l t i - gungsgewerbe und Bekleidungsgewerbe war der Auftragseingang gering, während die gute Beschäftigung in der Textilindustrie weiter angehalten hat. In der Offenbacher Lederindustrie war eine unterschiedliche leichte Belebung zu beachten, in Worms war das Geschäft ruhig. Der Auslandsabsatz leidet noch unter den bekannten Erschwernissen. Bei der Konservenindustrie hat der Versand an Fertigwaren früher als im vergangenen Jahre angefangen. Der Geschäftsgang in der M i n e r a l b r u n n e n - i n d u st r i e war rückgängig. In der Rhein- Mainschif fahrt ist die Lage kaum verändert. Im Wiesbadener Hotelgewerbe konnte das Geschäft durch Heranbringung von Reisegesellschaften teilweise etwas belebt werden. * Die Devisenzuteilung für Neben- ko st e n im Warenhandel. Das Reichsbank- Direktorium hat dem Deutschen Industrie- und Handelstag mitgeteilt (Ila 18160), daß unter Nebenkosten im Warenhandel, die nach Richtlinien III, 28 geleistet werden dürfen, auch Leistungen von Provisionszahlungen an deutsche Exportvertreter im Auslande, Zahlungen ausländischer Patentgebühren und dringende Geschäftsreisekosten zu verstehen sind. Die tatsächliche Zuteilung hänge allerdings naturgemäß von dem jeweils vorhandenen Devisenbestand ab. Für saisonmäßig befristete Export- und Durchführgeschäfte behält sich die Reichsbank eine Entscheidung für den einzelnen Fall vor. * Guter Absatz der Westerwälder Braunkohle. Der Absatz der Westerwälder Braunkohle hat einen recht lebhaften Aufschwung genommen. Aus fast allen Orten des Westerwaldes kommen die Fuhrwerke, um den Winterbedarf an Landkreis Gießen. £ Wieseck, 10. Sept. Am Samstagabend fand die Inspektion unserer Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr durch Kreisfeuerwehrinfpek- tor Bouffier statt. Die Freiwillige Feuerwehr war in ihrer neuen Uniform angetreten. Die Exerzierübungen und der Brandangriff klappten ganz gut, was auch aus der Kritik des Kreisfeuerwehr, inspektors Bouffier hervorging. In seiner An- spräche wies Herr Bouffier auf die wichtigen Aufgaben hin, die für die Folge den freiwilligen Feuer- wehren gestellt sind. Er forderte noch die jungen Leute der Pflichtfeuerwehr auf, sich der Freiwilligen Feuerwehr anzuschließen. # Mainzlar, 8. Sept. Bei der gestrigen Versteigerung der Geme-ndebirnen wurden ganz annehmbare Preise erzielt. Es kosteten durchschnittlich, je nach Behang, der Baum 2 bis 7 RM. Da heute fast in jedem Haushalt der selbst- gekochte Honig wieder seine alte Stellung erobert hat, ist bei uns die Nachfrage nach Honigbirnen i erheblich größer als das gegenwärtige Angebot. — Nachdem die Stoppeläcker fast alle umgepflügt sind, macht sich die Mäuseplage auf den Kartoffel- und Gemüsegrundstücken ganz erheblich bemerkbar. Zur Bekämpfung der Nager wurde daher von der Gemeinde Strychnin-Weizen angeschafft und an die Einwohner zum Selbstkostenpreis abgegeben. 0 Bersrod, 10. Sept. Heute feiert der über die Grenzen unseres Dorfes weitbekannte Gerichtsvollzieher i. R. Seipp el seinen 8 3. Geburtstag. Der alte Herr erfreut sich nicht nur in un- Buenos Aire- Brüssel----- Rio de Jan. Sostq...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helstngfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... ge nach Ablauf „ . für unwirksam erklärt werden. Durch die Backmehl G. m. b. H. laufende Lieferungsoerträge Über Fabrikkartoffeln für die Backmehlherstellung, die innerhalb des im Vorjahre festgelegten Kontingents erfolgt, werden von der Anordnung, die mit ihrer Verkündung in Kraft getreten ist, nicht berührt. O>e neuen Kleiepreise für Hessen-Nassau Mit Genehmigung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und mit Zustimmung des Vorsitzenden der Hauptvereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft hat der Getreidewirtschaftsverband für Hessen-Nassau den Absatz 1 der Anordnung über Kleiepreise wie folgt geändert: Der Grundpreis beträgt: für Roggenkleie 60 v. H. des Roggenerzeugerfestpreises, für Weizenkleie 52 v. H. des Weizenerzeugerfestpreises. Entsprechend der oben erwähnten Anordnung ist maßgebend das Preisgebiet, in dem die Mühle liegt und der Preis, der sich für den Monat errechnet, indem die Lieferung zu erfolgen hat. Der Grundpreis versteht sich für Zahlung bei Lieferung (netto Kaffe) einschließlich Sack (brutto für netto), er versteht sich ferner ab Mühle einschließlich der Kosten des Verladens daselbst. Im übrigen gelten die weiteren Bestimmungen der erwähnten Anordnung. Die oberhessische Basaltindustrie arbeitet z.T. auf Lager, da die erteilten Aufträge abgewickelt sind. Die Sage in der Marmorindustrie weist keine wesentlichen Aenderungen gegenüber dem Vormonat auf. Das Geschäft ist ruhiger geworden. Die Belegschaft konnte, zum Teil durch Auslandsaufträge gehallen werden. Bei der Ziegelindustrie im Limburger Becken und im Taunus ließ die Abfuhr von Ziegelsteinen infolge der im Gang befindlichen Erntearbeiten nach, was zu einer Häufung der Vorräte führte. Die Schieferindustrie berichtet von einer Besserung der Ge- chäftslage im August. Im Tonbergbau hat sich das Geschäft befriedigend gestaltet. Die Nachfrage nach feuerfestem Rohton war lebhaft, die Umsätze sind zum Teil in den letzten Wochen ge- stiegen. Auch im keramischen Ton entwickelte sich die Lage im allgemeinen günstig. Es konnten in geringem Umfange Neueinstellungen erfolgen. Bei der Stahlindustrie hielt die gute Beschäftigung im Inland an, das Auslandgeschäft wurde durch die bekannten Erschwernisse beeinflußt. Im Stahlhoch- und Brückenbau ist der Auftragseingang gegenüber dem Vormonat schwächer geworden. Die Maschinenbauindustrie hatte gegenüber den Vormonaten einen gesteigerten Auftragseingang zu verzeichnen, der sich hauptsächlich im Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. am Kunstseidemarkt AKU. nm 1,75 v. H. gesteigert. Im einzelnen eröffneten Deutsche Linoleum 0,65 v.H. leichter, Braubank und Westdeutsche Kaufhof je plus 0,50 v.H. Am Auslandsrentenmarkt fanden mexikanische Anleihen erneut Interesse, auch russische Dorkriegsanleihen beachtet und weiter anziehend. Auch die zweite Börsenstunde brachte keine Geschäftsbelebung, die Stimmung war aber weiter durchaus freundlich. Die Aktienkurse zeigten indessen gegenüber dem Anfang kaum eine Aenderung, und soweit Papiere später zur Notiz gelangten,' lagen sie ebenfalls uneinheitlich. Als fest sind Rheinische Braunkohlen mit plus 2 v.H. zu erwähnen, ferner gewannen dement Heidelberg und Conti Gummi je 0,65 v.H., andererseits tarnen Reichsbankanteile 1,25 v. H. und Metallgesellschaft 1 v. H. schwächer zur Notiz. Farbenindustrie hielten sich bei 146,75 v.H. behauptet. Der Rentenmarkt lag ganz allgemein freundlich, wenn auch größere Umsätze nicht zu verzeichnen des südamerikanischen Kontinents einschneidend andern. „ „ . Noch wesentlicher für Brasiliens Interessen sind die g e o l o g i s ch e n Untersuchungen der Expedition. Wohl wird allgemein angenommen, daß die in das Wirkungsgebiet der Exvedition fallenden Landstriche außerordentliche Bodenschätze bergen. Ueber diese kann die Expedition jetzt Klarheit schaffen. Sie wird weiterhin überall eine allgemeine Untersuchung der Bodenbeschaffenheit unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Verwertung durchführen. Brasilien wird bann endlich wissen, wo die großen Reserven seiner natürlichen Reichtümer liegen und welche wirtschaftlichen Erwartungen man in sie setzen kann. Auch die archäologische Forschung betritt bei der Expedition Neuland, wenn auch immer wieder phantastische Gerüchte von sagenhaften Städten und prähistorischen Kulturdenkmälern im brasilianischen Innern auftauchen. Genaue Feststellungen sind bisher der archäologischen Forschung in Brasilien nur spärlich gelungen. Eine alte Marmor-Ruinenstadt wurde zwar einmal ziemlich einwandfrei festgestellt, wegen des schwierigen Zugangs konnte sie jedoch örtlich nicht so genau bestimmt werden, daß es später möglich gewesen wäre, sie wiederaufzufinden. Sowohl die bekannten wie die unbekannten Reste früherer Kulturen im Innern Brasiliens können jetzt vom Zeppelin aus geographisch genau festgelegt und photographisch festgehalten werden. Von den ethnographischen Untersuchungen erwartet man ebenfalls völlig neue Ergebnisse, da man in den Urwäldern und an den großen Flüssen in Motto Grosso und im Amazonasgebiet fraglos heute noch völlig unbekannte Indioner- st ä m m e antreffen wird. Hier wird die Expedition auch den Spuren des verschollenen Oberst F a w c e 11 folgen, der vor Jahren spurlos in den Der Reichsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln bestimmt in einer neuen Anordnung, daß Verträge über Fabrikkartoffellieferungen jeder Art, die vor dem 1. September 1934 abgeschlossen, jedoch noch nicht erfüllt waren, der Anordnung des Reicksbeauftragten vom 30. August 1934 anzupassen sind. Verträge, die bis zum 20. September nicht angepaßt sind, können auf Ver- ferer Gemeinde, sondern auch bei einem großen Teile der Gießener Bevölkerung großer Beliebtheit. Herr S e i p p e l unternimmt noch täglich feinen Gang in fein Jagdrevier in den hiesigen Waldungen. 0 Beltershain, 8. Sept. Seit einigen Tagen ist in unserem Orte die Dreschmaschine in Tätigkeit. Der Körnerertrag ist sehr gut, dagegen ist der Ertrag an Stroh geringer als im Vorjahre. — Die von der hiesigen Frauensckast durchgeführte Sammlung für das Hilfswerk „Mutter und Kind" brachte folgendes Ergebnis: in Beltershain 15,50 Mark, in Rein- hardshain 6,70 Mark, in Stangenrod 6,60 Mark. * Li ch, 8. Sept. Zu dem im „Gieß. Anz." Nr. 207 vom 5. September veröffentlichten Bericht aus E b e r ft a b t über bie Generalversammlung des dortigen Pachtkonsortiums teilt uns die Fürst-Solms-Lich'sche Rentkammer als Berichtigung zu den Angaben jenes Berichtes mit, daß der Pachtpreis für das durch das Pacht- konsortium von der Fürst zu Solms-Lich'schen Verwaltung gepachtete Gelände für das Jahr 1933 nicht höher lag als im Jahre 1932. Der Pachtpreis sei für 1933 vielmehr niedriger als für das Jahr 1932. , <£ Bellersheim, 8. Sept. Am 1. Oktober d.J. scheidet nach Erreichung seines 65. Lebens- jahres der hiesige Polizeidiener und Wiegemeister Anton Kaps aus dem Gemeindedienst aus. an seine Stelle als Polizeidiener tritt Pg Kapeller. Die Stelle als Wiegemeister wuroe Schuhmachermeister Friedrich Sarnes übertragen. waren. Altbesitz lagen später ruhiger, aber voll behauptet. Der Pfanobriefmarkt brachte fast überwiegend Erhöhungen um 0,25 v. H., Pfalz. Hyp- Gold wurden mangels Angebots erneut geftridien Geld notiert. Auch 'Stadtanleihen buchten meist Gewinne von 0,25 bis 0,50 v. H. Die 1934er Reichs- anleihe notierte unverändert 95 v. H. Bon fremden Werten erhielt sich Interesse für Mexikaner, auch Russen blieben weiter beachtet. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Frankfurter SHlachtvtelirnarkt. 'Frankfurt a. M., 10. Sept. Vorbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1203 Rinder (436 Ochsen, 127 Bullen, 252 Kühe, 388 Färsen), 378 Kälber, 53 Schafe, 37 Hümmel 4268 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 23 bis 36 Mark, Bullen 23 bis 32. Kühe 12 bis 33, Färsen (Kalbinnen) 23 bis 35, Kälber 25 dis 47, Hammel 29 bis 35, Schweine 40 bis 53 Mark. — Marktverlauf ruhig. Dalum ManSselder Bergbau Kokswerke.................. Phönix Berabau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl.................. Bereinigte Stahlwerke Otavt Minen ............... Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth 7 I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt.......... Goldschmidt Rütgerswerke MetaUgesellschaft Philipp Holzmann Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt......... Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhos ............ Zellstoff Aschaffenburg ....... Dessauer GaS ............... Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum........... Lrenslcin S Koppel.......... Leonhard Tietz .............. Chade...................... Accumulatoren-Fabrik........ Eonti-Gumnn............... Gritzner.................... Mainkrastwerke Höchst a.M.... Süddeutscher Zucker......... Wäldern von Malta Grosso verschwunden ist. lieber fein Schicksal sind immer wieder die widersprechendsten Geschichten von Reisenden erzählt worden, die ihn bei diesem oder jenem Jndianerstamm getroffen haben wollten. Wahrscheinlich ist natürlich, daß Fawcett längst umgekommen ist. Der Forschungsflug wird nur feine Untersuchungen auf ungleich umfassenderer Grundlage fortsetzen können. Wenn aber überhaupt noch eine Chance bestehen sollte, den englischen Forscher irgendwo lebend anzu- treffen, dann hat sie diese Expedition. Em Problem, das bei den ethnographischen Untersuchungen eine besondere Rolle spielen wird, ist das der weihen Indianer. Weltwirtschaftliche Bedeutung wie die geologischen Untersuchungen Haden auch die botanischen Arbeiten die dem strotzenden Reichtum der tropischen Flora Brasiliens zu Leibe gehen sollen, um die Verbreitungsgebiete von Pflanzengruppen fest- zustellen, die mindestens in Zukunft für die Welt- wirtschaft Bedeutung erlangen können. Mit den verkehrswissenschaftlichen Studien wird eine wichtige Vorbedingung geschaffen, um überhaupt eine künftige Ausbeute der Expeditionseraebniffe möglich zu machen. Sie wer- den erstens die Wege ausfindig zu machen haben, auf denen spätere, eingehende Landexpeditionen bestimmte Untersuchungsgebiete erreichen können. Sie werden aber darüber hinaus besonders im Ama- zonasbecken durch hydrographische Untersuchungen das Netz natürlicher Verkehrsstraßen zu bestimmen suchen, mit dessen Hilfe eine stärkere wirtschaftliche Erschließung der überflogenen gebiete durchgeführt werden kann. Die meteorologischen Untersuchungen werden schließlich besonders die Klärung von Fragen der Wettergestaltung für den ©efamttontment Süd- amerifas in Angriff nehmen. 8. (September Amtliche Notierung Geld | Erie1 briketts. * Cuprama - Spinnfaser G.m. b.H. — Gemeinschaftsgründung der I G. - Farben uni der IP. - Bemberg. Wie die „Deutsche Kunstseiden-Zeitung" berichtet, ist von der JG.-Farbenindustrie-AG., Frankfurt a. M., zusam- men mit der JP.-Bemberg-AG., Wuppertal-Barmen, die Cuprama-Spinnfaser G. m. b. H., Berlin, gegründet worden. Die neue Gesellschaft, die über ein Kapital von 50 000 Mark verfügt, besorgt den Verkauf der von beiden Gesellschaften hergestellten Kunstspinnfaser (Cupramafaser). frankfurter Börse. Tendenz: freundlich. Frankfurt a. M., 8. Sept. An der Wochen- schlußbörse entwickelte sich bei Eröffnung am Aktienmarkt nur minimales Geschäft. Obwohl aus der Wirtschaft eine ganze Anzahl von Anregungen vorlagen — erwähnt seien.der Abschluß des deutsch-bulgarischen Kompensationsgeschäftes, die Verlegung größerer Kohlenaufträge Irlands von England nach Deutschland und die starke Belebung des Rundfunkgeschäftes im Siemens-Konzern — zeigte die Kulisse angesichts des nur kleinen Order- einganges seitens der Kundschaft nur wenig Unternehmungslust. Die Feststellung der ersten Kurse gestaltete sich recht schleppend. Lebhafter lag am R e n- tenmarft die Altbesitzanleihe, die im Hinblick auf die im nächsten Monat stattfindende Auslosung größere Umsätze aufwies und bis auf 96,13 v. H. anstieg. Reichsschuldbuchforderungen und andere Rententitel lagen dagegen sehr ruhig. Aktien wiesen keine einheitliche Kursgestaltung auf, meist hielten sich die Veränderungen jedoch in engen Grenzen. Am Elektromarkt waren Tarifwerte etwas beachtet, so gewannen Elektr. Lieferungen 1,50 v. H. Licht und Kraft 0,50 v. H. Schuckert und Siemens setzten je 0,25 v. H. niedriger ein. Farbenindustrie mit 146,75 gut behauptet. Montanaktien bei minimalen Abweichungen sehr ruhig. Verkehrswerte, wie Hapag und Lloyd und AG. für Verkehr bröckelten je 0,25 v. H. ab, Allgemeine Lokal und Kraft lagen behauptet. Fester lagen Zellstoffaktien, Waldhof plus 1 v. H., Aschaffenburger plus 0,75 v. H., ferner gerün, 8-Sepiember Amerikanilche Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten . Deutsch Lesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten ...... Ungarische Noten .. ■.Vranffun a. DL Berlin Schluß- kurä Schluß!. Abend« börse Schluß- kurS Schlüßk. Mittag« bSrse 7.9. 8-9. 7-9. 8.9-_ 0 77,4 77,75 77,4 78,25 0 —— — 102,13 102,25 0 47,75 47,75 47,75 47,25 10 245 247 246,5 246,75 0 90,5 90,4 90,25 90,25 0 40,75 40,75 40,75 40,5 0 14,25 14 14,13 13,9 5 128 129,5 129 130 5 128,5 128,75 129 129,25 1V1 162 163 162 163 7 146,65 146,75 146,9 146,75 9 221 222 — 0 94,75 94,5 95 93,9 0 42,75 42,5 42,65 42,75 0 88,5 87,5 — 0 80,5 81 81 80 0 108 108,65 - 0 128,5 128,25 0 _ — 113,5 113 . 0 64,5 66,4 64,25 66,4 . 0 72 72,4 143,5 143,5 . 0 46,5 47,5 46,75 47,25 . 0 63,25 64,75 63,25 64 . 7 — 128 127,75 . 0 48,65 48,5 48,9 48,75 . 0 58,65 58 58,5 58,25 . 0 ——1 83,4 84 . 0 27,5 28 27,25 28,25 .10 213 213,25 213,25 212,5 . 0 179,5 179,25 180 . c 130.65 130,5 131 . 0 1 27,4 ! 27,25 1 27,5 I 27,5 . 4 79 79 — — . 8 I 186 1 185,5 1 185 I — Lrantsuri a. DL 2)eriui .rronnut u. i. Berlin Schluß« kurS Schluß». Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- bärse Schluß« kurS Schluß!. Abendbörse Schluß- kurS Schluß!. Mittag« börse Datum 7.9. 8.9. 7-9. 8-9. Datum 79- 8-9. 7.9. 8-9. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 94,75 94,75 95 95 4% deSgl. Serie II ............. 8,1 8,1 — 7,8 6% ebem.7% Tt. Reichsanl. v. 1929 — — — — 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,25 4,25 4,3 — 5*/i% Doung-Anleihe von 1930 .. 93,25 93,5 93,5 93,65 s'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,75 6,8 6,8 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4 4 4,05 4 qfi (3 95 65 2 %% Anatolier ............... 36,5 36 36,5 36,5 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... — — 6% ebem.8% Hess. Volksstaat 1929 Hamburg-Amerika-Paket .....O 26,5 26,25 26,75 26,13 (rückzahlb. 102%)............ 92,75 92,75 92,75 92,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O — — 26 26 6% Hess. Landesbank Darmstadt Hansa-Dampfschiff...........O — W — Gold R 12.................. 89,75 90 89,5 90 30 30,4 29,5 öV?% Hess- LandeS-Hypotheken- A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 73?25 73 73 72,5 bank Darmstadt Liaui......... 89,75 90 — — Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95,5 95,75 96,25 96,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Commerz, und Privat-Bank ... 0 67 67,5 66,75 67,5 Auslos.-Rechten ............. 97,25 97,25 — Deutsche Bank und Diseonto- Deutsche Komm. Sammelabl. An. Gesellschaft................ o 74,75 75 74 75 leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 98,25 98 97,75 97,75 Dresdner Bank..............O 77,25 77,5 76,5 77,5 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Reichsbank ................ 12 156 154,75 155 153,5 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 90,25 90,5 — 90,75 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 90,25 90,5 — — A.E.G......................O 27,75 27,75 27,65 27,65 S'/r% ehem. 4'/,% Franks. Hyp.- Bekula.....................o 146,9 146,5 146,65 146,9 Bank-Ltqu.-Pfandbriefe....... 90,5 90,65 — Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 102,25 103,5 102,5 103 5%% ehem. 4yt% Rheinische Licht und Kraft ............. 6 116,75 117,25 117,25 116,5 Hyp.-Bank-Liou.-Goldpse..... 91,5 91,5 *— — Felten & Guilleaume......... O 78,4 77,25 77 77,65 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 113,5 113,25 113,25 112,5 briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 93 93 93 93 Rheinische Elektrizität ........5 103 103 — 102,75 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. Schuckert L Co...............5 97,75 97,5 97,75 96,5 briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 93 93 93 Siemens L Halske............7 149 148,75 148,75 148,75 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,5 101,5 101,5 101,5 LahmeyerLCo............. 10 124 125 124,65 124,65 4% ^österreichische Goldrente.... 31 31 31 32 Buderus ................... O 88 88 88,5 88,5 4,20% Oösterreichische Silberrente 1,1 7,5 1,1 — Deutsche Erdöl .............. 4 116,5 116,5 116 116,75 7,5 7,45 7,5 Gelsenkirchener.............. ( 62 62 61,75 61,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,9 7 7 7 Harpener................... O 104,5 104,25 104 103,5 7,13 7,13 7 7,13 .Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. ( 72,9 71,9 6% abgest. Goldmexikaner von 99 12,5 12,25 11,9 12,25 Ilse Bergbau ............... 6 — 172 172,5 4% Türkische Zollanleihe von 1911 — — — Ilse Bergbau Genüsse........ 6 131,25 132 131,5 131,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Klöcknerwerke ............... 0 78,5 78,4 78,25 7|,4 Serie l..................... 8 8 —■ — ManneSmann-Röhren........C 71,5 I 71,25 71,5 71*25 0,666 0,670 0,661 58,545 58,665 58,545 0,184 0,186 0,184 3,047 3,053 3,047 55,33 55,45 55,34 82,02 82,18 82,02 12,39 12,42 12,395 5,465 5,475 5,47 16,50 16,54 16,50 169,73 170,07 169,73 21,68 21,72 21,68 0,741 0,743 0,742 5,714 5,726 5,714 62,27 62,39 62,29 48,95 49,05 48,95 11 245 11,265 11,25 63,89 64,01 63,92 81,67 81,83 81,67 34,32 34,38 34,32 10,44 10,46 10,44 2,484 I 2,488 2,484 Banknoten. Geld Lriel _ 2,436 2,456 58,385 58,625 55,19 55,41 12,36 12,40 16,46 16,52 169,31 169,99 21,56 21,64 62,13 62,37 — —— —• 63,75 64,01 81,49 81,81 34,18 34,32 Nr. 211 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 10. September 1934 eine Gabe des Schicksals, die zu höchster Verantwortung verpflichtet. Neben seinen anderen großen Ausgaben hat der Deutsche Luftsport-Verband den fliegerischen Nachwuchs zu erfassen, ihn zu betreuen und die Jugend zu tüchtigen Flieaern zu erziehen. Die Flieger sind, nach einem Ausspruch Hermann Görings, die Elite jeder Nation. Tagtäglicher Einsatz ihres Lebens, beispiellose Treue und vorbildliche Kameradschaft kennzeichnen ihren Weg. Fliegende Jugend — fliegendes Volk! Fliegendes Volk — siegendes Volk i m Weltenringen der Völker! Deutscher Volksgenosse, und du stehst noch abseits? Hilf deutscher Luftfahrt, denn sie erzieht auch die Jugend deines Volkes zu Männern der Tat! Werde Mitglied im Deutschen Luftsport-Verband! Anmeldungen bei der Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952. Heute Rückkehr der ES. mit der neuen Standarte. Am heutigen Montag, um 14.40 Ahr (nachmittags 2.40 Ahr) wird der Abschnitt XXX der SS. vom Reichsparteitag in Nürnberg nach Gießen zurückkehren. Die Ankunft der SS. erfolgt um 14.40 Uhr i m Gießener Bahnhof. Die Formationen bringen die vom Führer verliehene und in Nürnberg mit der Dlutfahne geweihte neue Standarte, die die Bezeichnung „Standarte Gießen" führt, mit und werden das ehrwürdige Feldzeichen feierlich in unsere Stadt einbringen. Anter Vorantragung der neuen Standarte wird der Marsch der SS. vom Bahnhof aus nach dem Cafe Leib gehen, wo die Nürnberger Marschkolonne des Abschnitts wieder aufgelöst wird. Oer Erweiterungsbau der katholischen Kirche. Veranlaßt durch das starke Anwachsen unserer katholischen Gemeinde einerseits und durch den sehnlichen Wunsch der Gemeinde nach Vollendung ihres Gotteshauses andrerseits soll jetzt der endgültige Ausbau der katholischen Kirche in Gießen in Angriff genommen werden. Die Pläne liegen fertig vor, mit dem Bau soll in aller Kürze begonnen werden. Man hofft, den Erweiterungsbau bis zum Beginn des kommenden Winters auf Sockelhöhe bringen zu können, so daß vom Frühjahr nächsten Jahres ab flott weilergebaut werden kann. Die Fertigstellung des Kirchenerweiterungsbaues erhofft man zum Herbst nächsten Jahres. Die Baukostensumme ist auf rund 190 000 Mark veranschlagt. Zugehörigkeit des Lebensmitteleinzelhandels zum Reichsnährstand und zum Rekofei. Durch ein zwischen dem kommissarischen Führer der Wirtschaft Graf von der Goltz und dem Leiter der Reichshauptabteilung IV des Reichsnährstandes Karl Vetter getroffenes Uebereinkommen ist für die Betriebe des Lebensmitteleinzelhandels die Frage der Zugehörigkeit zum Reichsnährstand und zum Rekofei (Reichsverband Deutscher Kaufleute des Kolonialwaren-, Feinkost- und Lebensmitteleinzel- handels), sowie die Anmeldepflicht geregelt. Danach besteht für jeden deutschen Kolonialwaren-, Feinkost- und Lebensmittelhändler die gesetzliche Pflicht zur Anmeldung beim Reichsnährstand oder beim Rekofei. Eine Doppelmeldung ist nicht erforderlich, lieber die Zugehörigkeit des einzelnen Betriebes zum Reichsnährstand oder Rekofei bzw. bei gemischten betrieben zu beiden, entscheidet in Zweifelsfällen eine besondere Kommission. Aus der Pflicht zur Doppelmitgliedschaft wird für die davon Betroffenen keine Mehrbelastung in der Beitragshöhe eintreten. 8,1,6 Die Gießener SA. in Nürnberg. Als wir noch zur Schule gingen und die Glei- chungen mit mehreren Unbekannten auftauchten, lernten wir diese kniffligen Aufgaben auf verschiedene Weise lösen. Wenn die eine Art versagte, versuchte man's mit einer anderen. Einer besonderen Sorte von Gleichungen gingen wir mit der sog. „Additionsmethode" zu Leibe. Wir zählten die unbekannten und bekannten Größen zusammen und gelangten so zu einer Lösung. Das fiel mir dieser Tage so nebenbei ein, als ich bei einem Bauern stand, der die Dreschmaschine im Hofe hatte und nun aufschrieb, wieviel Säcke von jeder Fruchtart aus den Speicher getragen wurden. Ich meinte: „Das ist doch schön, wenn man so zusammenzählen kann!" Der Bauer nickte und sagte: „Freilich! Aber wenn nun die Ausgaben beglichen werden sollen, dann müssen wir auch wieder gehörig abzählen." So ist es: Tausende und aber Tausende von goldenen Körnlein rieseln in den Sack, bis er gefüllt ist. Dann gesellt sich Sack zu Sack. Ein hoher Berg von Getreide sammelt sich auf dem Speicher. Die anderen Früchte füllen auch bald das Haus: Kartoffeln, Gemüse und Obst. Der Bauer überschaut alles, und sein Herz freut sich. Keine un- befannte Größe stört mehr die Aufgabe. Alles liegt klar und deutlich vor ihm. Das find die Herbstfreuden des Bauern. — Wollen wir nicht auch einmal die Methode des Zusammenzählens anwenden? Der Herbst zieht in das Land. Noch aber überflutet die goldene Sonne Wald und Feld. Haben wir nicht auch viel Schönes geerntet? In einer stillen Stunde lassen wir die Sommerwochen noch einmal im Geiste vorüberziehen. Wie war es doch bei der Pfingst- Wanderung so schön! Und dann im Sommerurlaub! Denken wir noch an die sorglosen Tage an der See oder an den Ausblick von hohen Bergen? Wollen wir unsere Scheunen nicht auch mit Ernteschätzen füllen? Zusammenzählen! Es gibt eine'gewaltige Menge. Aus vielen Einzelbildern gestaltet sich hier ein großes Gemälde. Und dankbar bewahren wir die Erinnerung an diese schönen Tage. Es gibt freilich Menschen, die nur das zusammen- zählen, was sie an Bösem und Unangenehmem erlebt haben. Alles, was sie an Leid und Trauer erfuhren, verbuchen sie sorgfältig und seufzen dazu. Aber die Freuden vergessen sie, oder sie wollen sich nicht daran erinnern lassen. „Das ist doch alles nichts!" Oder: „Die paar kleinen Freuden! Was sollen wir damit?" Einen Augenblick, bitte! Wie ist es im Leben? Setzen sich nicht alle Ernten, alle Erfolge aus kleinen, manchmal ganz kleinen Teilchen zusammen? Denken wir doch an die Getreidekörnchen, die sich hn Sacke sammeln! Mein Junge hat eine Sparuhr. Sie wird jeden Abend aufgezogen. Das ist aber nur möglich, wenn zuerst ein Geldstück eingeworfen wird. Meistens ist das ein Groschen, manchmal, bei Festlichkeiten, Geburtstagen usw. auch einmal ein Silberstück. Alle paar Monate wird dann die Uhr geleert. Wir sind oft erstaunt, was sich da im Laufe der Zeit angesammelt hat. Und wenn ich verraten wollte, was nun in den letzten vier Jahren zusammengekommen ist, würdest du ungläubig den Kops schütteln. Aber es ist schon so: Eine ganz schöne Summe steht im Sparkassenbuch. Nun zählen wir ruhig weiter zusammen. Noch einmal vier Jahre, und noch einmal vier Jahre! Ich will aber nicht vorgreifen. Jedenfalls ist diese Sparuhr ein sehr lehrreiches Beispiel für die beste Art des Zusammenzählens. Aus Dielen kleinen Posten wird hier eine große Summe gebildet, ganz ähnlich wie bei der Getreideernte. Bist du nicht auch schon einmal an einem Nachmittag ausgegangen, um „ein paar Kleinigkeiten" einzukaufen, die dir gerade fehlten? Und am Abend Die Ankunft. — Im Vordergrund In der Mitte Standartenführer Lutter. 76- < M/ I * Beim Essenempfang. — Im Vordergrund in der Mitte Standartenführer Lutter, nach links stehend Standartenadjutant Sturmbannführer Münker, nach rechts stehend Sturm- bannführer Walther. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) beim Nachzählen des Geldes merktest du, daß ein ganz schönes Häufchen Geld draufgegangen war. Du rechnetest nach, und siehe: es stimmte. Aus vielen kleinen Ausgaben war eine große Summe geworden. Machen mir es mit unfern Freuden ebenso. Zählen wir sie zusammen und schaffen uns so eine schöne Erinnerung! Daß es beim Auflösen der Gleichungen auch eine sogenannte „Subtraktionsmethode = Abzählmethode" gibt, vergessen wir einfach. So sorgen wir uns für eine reiche Ernte, von der wir noch lange zehren können. Fliegende Jugend - fliegendes Volk. Jede Flugveranstaltung zeigt immer dasselbe: die große Begeisterung der Jugend als Ausdruck der Sehnsucht, selbst einmal Flieger zu werden. Solche Begeisterung ist Zeichen der Kraft zu Leistungen, die weder durch Schulung noch durch Hebung erreichbar find. Die Zukunft eines Volkes ist feine Jugend. Je tatkräftiger und entfchlußbereiter sie ist, um so größer wird ihr Wert für die Nation fein! Die Sehnsucht der Jugend, selbst zu fliegen, ist deshalb Löwengebrüll in Mexiko. Von Hans Riebau. Sie saßen auf dem Bootsdeck des blitzblanken „Kraft-durch-Freude"-Dampfer, die Musik spielte irgendwo auf einem der unteren Decks, und die Sonne schien so heiß über die silbrigfunkelnde, von keinem Windhauch bewegte Nordsee, daß sie glauben mochten, irgendwo im Golf von Aden und nicht in der Helgoländer Bucht zu schwimmen. Unter diesen Umständen war es kein Wunder, daß sich die Gespräche auf dem durchglühten Bootsdeck sozusagen der tropischen Wetterlage alsbald angepaßt hatten. Kebing, der blonde Dreher aus Neu-Kölln, im Kriege Funkerunteroffizier bei der türkischen Armee, erzählte von einem Flugzeugangriff in der Wüste. Dann fing Korlsen von den fünfzig und mehr Graden an zu berichten, die er als Heizer auf Trampfahrt im Indischen Ozean vor den Kesseln über sich hatte ergehen lassen müssen, und als Obersteiger Jsengrimm nun gar einen Stollenbrand schilderte, bei dem das Thermometer bis auf sechzig Grad geklettert sein sollte, da statten sie alle Kragen und Schlips abgebunden, und der Schweiß stand ihnen auf der Stirn. Buchhalter Janking hatte es unter diesen Umständen nicht leicht, in feinem Abenteuer, das er als Handlungsgehilfe in Mexiko erlebt hatte, all diese Erzählungen und alle diese Temperaturen noch zu übertrumpfen. Trotzdem fing er, nachdem er einen Augenblick überlegt hatte, mit derselben Einleitung an, die in solchen Fällen ehernes Gesetz ist: „Kinder", sagte er, „das ist ja alles noch gar nichts! Als ich vor zwei Jahren in Mexiko-City war.. Und dann ging es, nachdem der Steward noch einmal eine Runde Eiswasser abgeladen hatte, los: „In Mexiko-City, müßt ihr wissen, ist nicht viel zu erleben, und auch Sonntags, wenn wir jungen Leute raus in die Natur zogen und uns dann einbildeten, in der „Prärie" gewesen zu sein, konnten wir uns nichts anderes holen, als Mückenstiche und Appetit auf Münchener Bier. Zu Pfingsten aber lhatte mir Vollmöller, unser Prokurist — ein lang- iwelliger Bürokrat übrigens, aber immerhin schon | feit 1919 in Mexiko — versprochen, eine richtige Urwaldpartie zu veranstalten. Rulf, der Porto- Ikassendirektor, und Hermin, der Korrespondent, woll- Iten auch mit, und als ich ein bißchen skeptisch und maseweiß war und meinte, was man denn schon so iim Urwald erleben könnte, da machten sie alle »ernste Gesichter. — „Warten Sie nur ab", sagte "Vollmöller. „Wenn wir Glück haben, werden Ihnen foie Haare zu Berge stehen, wie noch nie in Ihrem Beben!" Janking nahm einen Schluck aus dem Eiswasserglas. Dann fuhr er fort: „Die Sache ging dann also am ersten Pfingsttag in aller Frühe tatsächlich los. Zwei Stunden fuhren wir in einem vorsintflutlichen Auto, dann stiegen wir aus, und Vollmöller übergab jedem von uns einen geladenen Revolver, während er selbst sein Gewehr fertig machte. — „Es gibt hier allerlei gefährliche Tiere", sagte er und guckte uns ein bißchen merkwürdig dabei an, „und noch gefährlicher als die Tiere sind — die Menschen." „Na" — Janking fuhr sich mit dem Taschentuch über die Stirn — „das war ja nun gerade das Nichtige für mich. Wir zogen also, die Hände um unsere Schießeisen gekrampft, los, und bald umfing uns — wie es so schön in den Reisebüchern heißt — der dunkelgrüne Dom des tropischen Urwaldes. Es war, trotzdem uns kein Sonnenstrahl traf, unerträglich heiß, und noch heißer wurde es uns, als wir den Waldpfad verließen und unseren Weg mit Handbeil und Messer durch das Gestrüpp bahnen mußten. Nach einer Stunde aber gab es einen kleinen Zwischenfall. Halloh! rief ich, „was ist denn dies hier? Ein Wegweiser mitten im Urwald? Und ich zeigte auf einen veritablen Wegweiser, der an einen Baum genagelt war und auf dem in deutlicher Schrift stand: „Bodega Panera 4 minuta." Vollmöller, der Prokurist, machte, wie es schien, ein verlegnes Gesicht. Dann lachte er. — „Kinder", rief er, „irgendein Spaßvogel hat sich einen Witz erlaubt, und das Schild bort angenagelt. Das ist etwa gerade so wie Anno 16, als wir im Schützengraben über den Stolleneingang das Emailleschild schraubten: „Zum Wartesaal 1. und 2. Klasse." Oder mitten in einem Granattrichter die Warnungstafel errichteten: „Das Ausfpucken auf den Boden ist bei Strafe verboten." „Nun" — Janking griff von neuem nach dem Wasserglas — „wir lachten denn auch ein wenig über den Spaßvogel, dann zogen wir roeitef mit Messer und Axt durch das Gestrüpp, und als meine Hände voll von Schwielen waren, befahl Vollmöller: „Halt! Zelt auspacken. Hier wird übernachtet." Eine halbe Stunde später war das Zelt aufgeschlagen, das Lagerfeuer brannte, die Nacht senkte sich, ganz wie es sich gehört, hernieder und auch die Moskitos waren programmäßig zur Stelle. Wir tranken noch einen Whisky, und noch einen, und dann sagte Vollmöller: „Tja, meine Herren, ich glaube, wir gehen schlafen. Janking, Sie übernehmen wohl die erste Wache?" Und damit drückte er mir sein Gewehr in die Hand. „Nun saß ich also" — Janking räusperte sich — „allein vor dem Zelt und neben dem Feuer. Es war nach wie vor unheimlich heiß — der Wald, müßt ihr wissen, läßt ein Abströmen der Hitze nicht zu — der Whisky hatte mich auch nicht gerade ab-1 gekühlt, und die summenden Moskitos, das ununterbrochene Knacken in den Zweigen um mich herum, das glotzende Dunkel überall da, wo der Flackerschein des Feuers nicht hinfiel — das alles versetzte mich in einen Zustand nicht nur körperlicher, sondern auch seelischer und nervöser Ueberhitzung. Eine Viertelstunde mochte ich so, das Gewehr auf den Knien, gesessen haben, da hörte ich plötzlich ein Geräusch, das — so empfand ich unbewußt — nicht in den Urwald hineingehört. Sprach dort nicht jemand mit monotoner Stimme? Ich beugte meinen Kopf vor und lauschte. Aber jetzt war es still, und es schien mir, als ob auch das Knacken im Unterholz aufgehört hatte. Ein leichtes Gruseln lief mir über den Rücken, und ich muß schon sagen, es wäre mir lieber gewesen, wenn Vollmöller und die anderen, anstatt im Zelt zu schnarchen, hier neben mir gesessen hätten." Janking wischte sich mit dem Aermel den Schweiß von der Stirn. Dann fuhr er fort: „Das leichte Gruseln aber, meine Herren, dauerte nicht lange. Denn plötzlich schnellte ich, wie von der Tarantel gestochen, von meinem Klappstuhl auf, umklammerte mein Gewehr, entsicherte es mit einem Griff und starrte mit weitaufgerissenen Augen in das Dunkel des Urwaldes. Ich hatte ein Brüllen gehört, ein fauchendes, verzerrtes Brüllen — in nächster Nähe — und jetzt" — Jankings Stimme sank zu einem Flüstern herab — „wiederholte sich das Geheul, einmal, zweimal, dreimal — und so laut war es, daß das Tier wenige Meter von mir entfernt fein mußte." „Donnerwetter", murmelten die anderen, „und dann —?" „Dann", fuhr Janking fort, „war es einen Augenblick ruhig, unheimlich still. Ich fühlte, wie mir die Schweißtropfen Stirn und Nase hinunterliefen in das offene Hemd hinein. Und bann, meine Herren, sträubten' sich mir — Vollmöller hatte also mit seiner Voraussage recht gehabt — buchstäblich bie Haare, benn was ba wenige Meter von mir entfernt zu brüllen, zu kreischen, zu toben anfing, bas war nicht ein Tier, bas waren nicht zwei Tiere — das mußten mindestens sechs oder sieben Löwen sein ..." „Momang mal", sagte da Obersteiger Isen- grimm, „Löwen in Mexiko? Wenn ich nicht irre, gibt es in ganz Amerika überhaupt keine —" Janking machte eine Handbewegung. „Es waren Löwen , sagte er, „mein Wort darauf. Ich verstehe mich auf Tierstimmen, und dieses dumpfe Brüllen, das durch drei Oktaven hindurch in katzenhaftes Fauchen überging, um bann mit einem Ruck wieder im tiefsten Baß zu grollen — das konnten nur Löwen fein, und es waren auch I Löwen. Ich faß also da, mit schußbereitem Gewehr, und wenn ich überhaupt irgendeines Gedankensj fähig war, so war es der: Warum springen Vollmöller und die anderen nicht aus dem Zelt? Sie müssen, wenn sie überhaupt schon schliefen, von diesem furchtbaren Konzert der Bestien aufgewacht fein, sie müssen doch — Aber auch diesen Gedanken konnte ich nicht zu Ende denken, denn als ich — unter dem fortgesetzt sich steigerndem, fauchendem, näherkommenden, und sich wieder entfernendem Gebrüll der Löwen — einen Blick auf das Zelt werfe, sehe ich, wie die Zeltwand sich unter heftigen Bewegungen bauscht, wie sie angespannt wird, zusammenfallend wieder angespannt wird--und wie ein Blitz kommt mir die Erkenntnis: Eines der Tiere ist von der dunklen Waldseite her, ohne daß ich es gesehen hatte, in das Zelt gedrungen .. Der Obersteiger, der Dreher und der Heizer saßen wie (Steinfiguren. Die Sonne schien nach wie vor heiß und prall auf das weiße Bootsdeck. Aber niemand empfand mehr, daß es warm und eigentlich schon fast unerträglich war. „Und dann?" flüsterte schließlich Korlsen. „Und dann", fuhr Janking, der Buchhalter, fort, „löste sich plötzlich meine hilflose Erstarrung. Jetzt wußte ich, was zu tun war. Was kümmerte mich noch das Gebrüll der Tiere, was kümmerte mich der dunkle Urwald! Hier, in dem durch das Lagerfeuer beleuchteten Zelt, hatte ich zu helfen und zu retten, was noch zu helfen und zu retten war. Ich packte also mein Gewehr mit der Linken, sprang auf das Zelt zu und riß mit der Rechten die Ein- gangsplane weg. Hell leuchtete das Lagerfeuer in das Zelt hinein, und deutlich sah ich —" Janking seufzte — „wie sich Vollmöller, der Prokurist, Rulf, der Portokassenverwalter, und Hermin vor Lachen aus dem Boden wälzten. Ihre Taschentücher hatten sie sich vor den Mund gepreßt, und ihre Körper zitterten vor Anstrengung, Taschtentuch und Lachsalven nicht hinauszuspucken in den dunklen Wald. „Na, aber", sagte Kebing, „was war denn nun los?" „Was los war, erfuhr ich zwei Minuten später", lächelte Janking. „Wir waren überhaupt nicht im Urwald, sondern im Naturschutzpark von Caressa, und zwanzig Meter von unserem Zelt entfernt stand ein kleiner Kofferapparat. Vollmöller hatte eine Platte auf dem Apparat spielen lassen und die hieß: „Raubtierfütterung im Berliner Zoo." „Na", sagte Jsengrimm, der Obersteiger, „ich glaube, jetzt gehen wir aber doch lieber in den Schatten." Sie standen aus und gingen, die Eiswassergläser in den Händen, die steile Treppe hinunter in den Schatten. Betriebe des Lebensmitteleinzelhandels, ohne Rücksicht auf Betriebsformen und Betriebsgröße und ohne Rücksicht auf das Verhältnis des Umsatzes in Nährstandsware und nährstandsfremder Ware, unterliegen also sämtlich der Meldepflicht und werden, soweit sie der Anmeldung noch nicht nachgekommen sind, aufgefordert, dieser Pflicht bis spätestens 15. September 1934 bei der zuständigen Kreisbauernschaft, oder beim Landesverband des Hessischen Einzelhandels e. V., Fachgruppe Rekofei, Darmstadt, Ludwigsplatz 8, nachzukommen bei Mei- dung der durch das Gesetz festgesetzten Strafen. Landesverband des Hessischen Einzelhandels. Fachgruppe Rekofei, Sitz Darmstadt, gez.: Stabel, Landesverbandsführer. Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabt. IV gez.: Moses, Hauptabteilungsleiter. Der Kampf mit den Flecken. Wie oft steht auch die Hausfrau auf dem Lande gewissen Flecken ratlos gegenüber. Ein Fleck am Kleide, in der Wäsche ist etwas häßliches, aber zu seiner Entfernung bedarf es des richtigen Reinigungsmittels, sonst kann es zur Verschlimmerung oder zur Beschädigung des Stoffes führen. Merke vor allem: Entferne die Flecken möglichst sofort, lasse sie nicht alt werden; nehme zu dunklem Stoff nie einen weißen Reinigungslappen; behandle stets auch die Rückseite; mache zuvor auf einem Stück desselben Stoffes einen Probeversuch, ob das Fleckmittel nicht die Farbe angreift. Panamarinde greift bei Schmutz- und Fettflecken die Farbe nicht an, während Seife, ja oft schon weiches Wasser farbenauflösend wirken. S a l m i a k g e i st, zehnfach mit Wasser verdünnt, entfernt Staub-, Schmutz-, Fett- und Säureflecken und eignet sich ebensowohl für Wolle- als Seidenstoffe. Dieselbe Wirkung hat auch Benzin (nur bei Tageslicht reinigen, da feuergefährlich), das Fett, Wachs und Teer beseitigt und die Farbe nicht angreift. Terpentinöl (ebenfalls feuergefährlich!) löst Oelfarbe- und Harzflecke. K l e e f a l z, in zwanzigfacher Verdünnung, nehme ich zu Tinten-, Rost- und Blutflecken; weil Kleesalz stark giftig ist, darf nichts in Kinderhände kommen; Stoff gründlich nachspülen. Bei Kalk- und Urinflecken tuts bei weniger empfindlichen Stoffen Essig. Streng achte man darauf, daß Chlor, gegen Obst-, Rotwein- und Tintenflecken sehr wirksam, aber nur bei weißen Leinen- und Baumwollstoffen zu verwenden ist, weil es die tierische Faser der Wolle und Seide völlig zerstört. Alkohol, mit Salmiakgeist vermengt, entfernt ebenfalls Harz- und Teerflecken. M. H. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Karneval und Liebe". — Oberhessischer Verein für Innere Mission: 16 Uhr, Saal des Dereinshauses, Hauptversammlung. — Deutsche Stenographenschaft: 19 Uhr, Pestalozzi- schule, Beginn eines Anfänger-Lehrgangs. — Hotel Prinz Carl: 15.30 und 19.30 Uhr, Frauenvorträge. * ** E i n Kastanienbaum blüht! An der Licher Straße ist gegenwärtig ein Kuriosum der Natur zu beobachten. Ein kleiner Kastanienbaum vor dem Hause des Schneidermeisters Stumpf trägt, nachdem er seine alten Blätter und seine Früchte bis auf wenige abgeworfen hat, neue zarte und frifchgrüne Blätter und etwa 25 schöne Blütenkerzen. ASKOV.-Orisgruppenversamlnllmg Gießen. Die etwa 700 Mitglieder zählende Ortsgruppe Gießen der Nationalsozialistischen Krieasopferver- sorgung hielt am Samstagabend im Cafe Leib eine Mitgliederversammlung ab. Ortsgruppenführer Moll gedachte zunächst in ehrenden Worten des verstorbenen Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg. In einer Minute des Schweigens gedachten die Versammlungsteilnehmer des teuren Toten. Hierauf hielt der Ortsgruppenführer eine längere Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Vor 20 Fahren feien jene, die heute die Kriegsopfer darstellen, freudig hinausgezogen, um die Heimat schützen zu helfen. Sie verteidigten die Heimat mit ihrem Blute und mit ihrer Gesundheit. Leider habe sich die Heimat in den Jahren nach dem Kriege wenig dankbar erwiesen. Verbrecher und Kriegsdrückeberger nahmen damals die Regierung in die Hand, und in der Folge seien auch Männer an der Macht gewesen, denen das Frontsoldatentum nichts gegolten habe. Die Kriegsopfer feien damals vergessen worden, vergessen auch ihr Anspruch auf Ehre und Achtung. Im Volke sei gar eine Meinung gegen die Kriegsopfer propagiert worden. An eine Aufbesserung der Renten sei unter diesen Umständen nie zu denken gewesen, denn es seien immer nur Männer in den führenden Stellungen gewesen, die den Krieg nur aus der Zeitung kannten. So habe der Kriegsverletzte in den vergangenen 15 Jahren viel Bitteres erleben müssen. 21m so mehr fei es von den Kriegsopfern begrüßt worden, daß Adolf Hitler, der Frontsoldat, aus der Hand des Herrn Reichspräsidenten die Macht übernahm. Die nationalsozialistische Regierung sehe sich zum größten Teil aus Frontkämpfern zusammen, die das Opfer der Kriegsverlehten zu würdigen wüßten. Da falle es den Kriegsopfern nicht schwer, der neuen Regierung alles Vertrauen entgegenzubringen. Auch eine arme Nation dürfe an den Kriegsopfern nicht achtlos vorübergehen, habe der Führer Adolf Hitler gesagt. Was bisher geschehen sei, sei bestimmt gewesen von dem Wunsche, das Los der Kriegsopfer zu bessern. Einschneidende Maßnahmen hatten bereits die Milderung bestehender Härten zur Folge. Die Finanzlage des Reiches habe alleroings bisher noch nicht gestatten können, alle geplanten Hilfsmaßnahmen durchzuführen. Der Kriegsverletzte solle aber wissen, daß der Weg beschritten sei, auf dem geholfen werde. Der Kriegsverletzte müsse anderseits auch bedenken, daß es in Deutschland noch viele Erwerbslose gebe. Sie in Arbeit und Brot zu bringen, sei eine große nationale Aufgabe. In dem am 1. April erschienenen Teilgesetz sei der Frontkämpfer besonders herausgestellt worden. Er erhalte eine besondere Zulage. Vergünstigungen gebe es ferner für die Schwerstkriegsbeschadigten und für die Hinterbliebenen. Dieser erste Schritt in der. Verbesserung der Lage der Kriegsopfer bringe dem Reichshaushalt, für das gesamte Reichsgebiet gesehen, bereits recht erhebliche Belastungen. Noch seien aber auch viele Härten zu mildern. Es müsse berücksichtigt werden, daß kein Geld in der Kasse des Reiches gewesen sei, als der Führer Adolf Hitler die Regierung übernommen habe. Was bisher geleistet worden sei, sei deshalb um so höher zu bewerten. Die Kriegsopfer seien erfüllt vom Vertrauen zum Führer. 21fcin werde nach jahrelangem vergeblichem warten nun auch noch jene Spanne Zeit Geduld üben können, bis das neue Gesetz die wünsche der Kriegsopfer in erhofftem Maße erfülle. Der Kriebsverletzte sei gerne bereit, soviel zu arbeiten, wie es in seinen Kräften stehe; er wolle nicht Almosenempfänger sein. Anerkennenswert seien die Bemühungen um die Unterbringung der Kriegsverletzten in geeigneten Stellungen, ebenso anerkennenswert auch die Anstrengungen um die Schaffung von Eigenheimen für Kriegsopfer. Mit großer Freude erfülle es die Kriegsbeschädigten, daß sie endlich Ehrenbürger des Staates geworden seien. Der kriegsverlehte Frontkämpfer habe für die Zukunft besondere Aufgaben. Er müsse helfen, den Kampf um die deutsche Gleichberechtigung zu führen. Das könne geschehen, indem das Band von den Frontkämpfern auf deutscher Seite zu den Front- „Dom Fischer un syner Fru." Ein Streifzug durch die Märchen der Völker. Der Gedanke, der dem Märchen „Vom Fischer un syner Fru" zu Grunde liegt, ist uralt: Da wünscht sich ein Ehepaar, seltener ein einzelner Mann oder eine einzelne Frau, von einem göttlichen oder dämonischen Wesen, dem sie aus einer Notlage geholfen haben und das ihnen Dank schuldet, in unersättlicher Gier die Erfüllung immer größerer Wünsche, bis der Glücksspender die Geduld verliert, ihnen die weitere Erfüllung der Wünsche versagt und alle bisher gewährten Glücksgaben nichtig macht. Es ist das Verlangen des Menschen nach immer größerer Macht, sein Mangel an Bescheidenheit und Dankbarkeit und sein Sichselbstoergessen, wenn ihm ein Wunsch erfüllt worden ist und wenn er glaubt, daß die Götter ihm günstig gesinnt sind. So ist es nicht verwunderlich, daß in den Märchen vieler Völker dieses Motiv auftaucht und in mannigfaltiger Abwandlung immer wiederkehrt. Zuweilen ist es, wie in dem deutschen Märchen, die Frau, die ihren Mann dazu verleitet, immer größere Ansprüche zu stellen, die ihm in den Ohren liegt und jammert, bis er alle gewährte Freuden für wenig und kläglich hält, und sich vermißt, immer trotzigere Forderungen an das Glück zu stellen. Bei den germanischen und slawischen Stämmen, gelegentlich auch in Frankreich und Spanien, handelt es sich bei dem Glücksbringer zumeist um einen gefangenen Kobold in Fischgestalt, während es bei den Franzosen und Italienern der Herrgott selber ist oder der Himmelspförtner, zu dem der arme Mann an einer himmelhohen Bohnenranke emporgelangt ist. Doch kennt auch, wie in dem bei Walter de Gruyter & Co., Berlin, erscheinenden „Handwörterbuch des deutschen Märchens" ausgeführt wird, eine ostpreußische Fassung diese Gestalten als Ge- währer der Wünsche. Dort ist es „Hoahnke on Hehnke on de heilge Petrus", der jo willfährig ist, die Wünsche des Menschen zu erfüllen; der Schluß ist hier umgebogen, und die Geschichte endet sogar glücklich. In einer elsässischen und in einer großrussischen Märchenfassung ist der wunscherfüllende Dämon ein Goldvöglein, in einem kleinrussischen Märchen eine Linde, und in einem polnischen spricht St. Michael aus der Eiche, die gefällt werden fall. Das unbescheidene Wünschen und die Gier des Menschen nach immer neuen und größeren Geschenken wird in den meisten Fällen durch ein Zurückversetzen in die frühere Dürftigkeit bestraft. In einigen Fassungen werden dis unersättlichen Foy-< derer von dem erzürnten Dämon in Tiere verwandelt. Ein kleinrussisches und ein polnisches Märchen verwandelt sie in Bären, nach einem französischen Märchenmotiv werden sie in Eulen verzaubert, und eine italienische Fassung schildert die Strafe als eine Verwandlung in einen Bovist. Ein abgewandeltes Märchen, in dem das Motiv zur Ausgestaltung einer Liebesgeschichte dient, ist hier ebenfalls anzuführen. Es ist das deutsche Märchen vom Glasbrunnen. Ein junges Mädchen stellt an ihren Freier immer größere Forderungen, die er erfüllen soll, ehe sie ihm ihre Liebe schenkt und seine Frau wird. Erst soll er ihr eine durch häßliches Dornengebüsch verdeckte Quelle in ein Wasserbecken von Edelstein umwandeln, dann wünscht sie, daß er an Stelle des wilden Waldes einen schönen Garten anlege und schließlich fordert sie für ihr altes Schloß einen Palast aus Rubinen und Perlen. Die Mutter des Areiers, die eine geschickte Zauberin ist, erfüllt für ihn die beiden ersten Wünsche, über den dritten aber wird sie so unwillig, daß sie die beiden schon gewährten Wünsche wieder rückgängig macht, an die Stelle des schönen Gartens wieder das Waldgestrüpp setzt und an Stelle des Wasserbeckens von Edelsteinen wieder die verdeckte Quelle. Dort sitzt die Jungfrau nun, ihren Uebermut beklagend und sehnsüchtig nach dem Freier verlangend, der sie verlassen hat. Das Märchen vom Fischer un syner Fru geht auf eine Aufzeichnung des Malers Philipp Otto Runge zurück, die in pommerscher Mundart gemacht wurde. Grimm hat diese Aufzeichnungen verwendet und ausgeschmückt. Es ist in seinem Aufbau von typischer Dreigliederung. Den drei Stufen der Wünsche der Fischerleute entspricht eine dreifache Steigerung in der Kürze der Zufriedenheit mit den gewährten Gütern. Auch die Umgebung, das Wasser, in dem der Butt, dem Fischer erscheint, und der Himmel, der sich über ihm wölkt, nimmt dreifach verschiedene Färbungen an. Auch die dörfliche Kultur des Märchens ist aus vielen Wendungen und Beschreibungen anschaulich abzulesen. Die Frau ist die eigentliche Anstifterin des gutmütigen Fischers, der durch sie nie zur Ruhe kommt und nie die gewährten Wünsche genießen kann. Nur eine Märchenfassung, die die Brüder Grimm in Hessen hörten, unterscheidet sich von dieser Darstellung, von der Schuld der Frau Dort ist der Mann ebenfalls unzufrieden und unbescheiden und fordert, nachdem er König, Kaiser und Papst geworden ist: „Nun möchte ich der liebe Gott sein und mein Frauchen Mutter Gottes" C.K. Besuch bei den letzten Köhlern im Deister-Gebirge. Der Köhler ist in der deutschen Märchenwelt eine der bekanntesten ■ Gestalten. Die meisten vergessen aber darüber, daß er früher auch wirtschaftlich eine recht bedeutende Rolle gespielt hat, die mit dem Aufkommen der modernen Industrie und der Ausbreitung des Kohlenbergbaus, der Oelproduktion und mancher anderer Erwerbszweige allerdings immer weiter zurückgedränat worden ist, so daß wir heute nur noch wenige Kohlenmeiler, und diese vor allem im Erzgebirge, im Siegerlande und in der Eifel, antreffen. Auch in dem kleinen Deister- Dörfchen Einbeckhausen zwischen Weser und Leine kann der Wanderer noch auf brennende Kohlenmeiler stoßen. Wie Hugo von der Masch in der Frankfurter Wochenschrift für Wissenschaft und Technik „Die Umschau" ausführt, berichtete der Kohlenmeister von Einbeckhausen von seinem Gewerbe: „Sehen Sie, der Holzkohlenertrag eines solchen Meilers ergibt etwa 60 bis 70 Zentner, und bei einem Meiler bleibt kaum ein Verdienst von neunzig Mark. Wir müssen dafür aber auch zu zweien vierzehn Tage ununterbrochen arbeiten. Es entfällt somit auf jeden ein Wochenverdienst von kaum sechzehn Mark. Zweihundert Jahre treibt nun unsere Familie dieses Gewerbe und erbte es fort von Generation zu Generation, so daß wir mit der Köhlerei fest verwurzelt sind und sie nicht aufgeben können." Wenn die Kohlenmeiler auch allein brennen, so dürfen sie doch keine Stunde unbeaufsichtigt bleiben, denn das Holz darf nur in langsamer Glut kohlen. Der Bau eines Meilers erfordert viel Erfahrung und Sorgfalt; er erreicht durch Ueberein- anderschichtung von drei Holzlagen fast eine Höhe von drei Metern bei einem Durchmesser von vier bis fünf Metern und wird von außen mit einer Schicht von dünnem Knüppelholz versehen und mit großen Rasenstücken und Erde abgedichtet. Erst nachdem der Meiler auf diese Weise luftdicht abgeschlossen ist, darf er angezündet werden, und zwar derart, daß der Holzbrand unter der Rasendecke langsam schwelt, ohne jemals in eine offene Flamme überzugehen, die den so kunstgerecht aufgestapelten Holzoorrat in kürzester Zeit gänzlich vernichten würde. Um die Glut gleichmäßig zu verteilen und richtig zu leiten, werden von außen Löcher in die Erde und in die Rasendecke gebohrt, die den Luftzutritt ermöglichen. Da jede aufzüngelnde Flamme sofort gelöscht werden muß, ist eine ständige Beaufsichtigung des Meilers bei Tag und Nacht notwendig. Mit fortschreitender. Per- kämpfern der ehemaligen Feindbundstaaten geschlungen und über übelwollende Regierungen hinweg diese Brücke geschlagen werde, die der Befriedung der Völker nur dienen könne. Die Kriegsopfer stünden treu hinter dem Führer Adolf Hitler. Am Tage der Volksabstimmung sei dies nachdrücklich bewiesen worden. Fast alle Kriegsverletzten stimmten ab, und nur einige wenige, die mit dem besten Willen nicht transportfähig waren, hätten den Abstimmungslokalen fernbleiben müssen. Die Ansprache des Ortsgruppenleiters wurde mit großem Beifall ausgenommen. Oie geschäftlichen Angelegenheiten. Im geschäftlichen Teil machte Ortsgruppenführer M ö l l darauf aufmerksam, daß es unbedingt notwendig sei, die Beitragsentrichtung pünktlich vorzunehmen. Er gab im weiteren Verlaufe der Ver- jammlung bekannt, daß als Referentin für die Betreuung von Kriegerwitwen und Waisen im Bezirk Frau Ella Müller (Gießen) und für den Bereich der Ortsgruppe Gießen Frau A n a ck e r (Gießen) tätig fein werden. Weiter wies er auf den am kommenden Samstag und Sonntag in Kassel stattfindenden Reichs-Krieasopfertag hin. Im Rahmen dieser großen Kundgebung werde auch die Fahne der Gießener Ortsgruppe der NSKOV. geweiht werden. Von Gießen aus verkehre voraus, sichtlich am Samstagmittag ein Sonderzug, für den der Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt etwa 2,50 Mark betrage. Unterbringung und Verpflegung der Kriegsopfer erfolge kostenlos. Aus Gießen werde eine starke Beteiligung erwartet. Aus dem Bezirk lägen schon etwa 670 Anmeldungen vor. Nach einer in der Versammlung aufgelegten Liste wird die Beteiligung aus den Reihen der Ortsgruppe Gießen 104 Personen betragen. Nachdem der Orts- gruppenführer noch einige Fragen organisatorischer Art erörtert hatte, fand die Versammlung mit dreimaligem Sieg-Heil! auf den Führer und Volks- kanzler ihren Abschluß. Militärische Trauerfeier. Am Samstag zwischen 14 und 15 Uhr beging unser Gießener Bataillon in feierlicher Weise die militärische Trauerfeier für den am 6. September nach kurzem Krankenlager im Alter von 23 Jahren verstorbenen Obergrenadier Kurt Autor. Die Trauerparade unter dem Befehl des Oberleutnants Fett und das Trauergefolge unter dem Kommando des Leutnants Twellmann marschierten von der Kajerne zum Klinikgelände, um dort aus der Leichenhalle des Pathologischen Instituts die sterblichen Ueberrefte des entschlafenen Kameraden zur Ueberführung nach seiner letzten Ruhestätte in Allendorf bei Weilburg abzuholen und das Leichentransportauto bis an den Stadtausgang zu geleiten. Die beiden Kompanien nahmen vor der Leichenhalle des Pathologischen Instituts Aufstellung. Ferner hatte sich hier eine Abordnung der Vereinigung des ehemaligen J.-R. 115, dessen Tradition die 1. Kompanie sortführt, mit der Fahne eingefunden. In der Halle fand eine kurze Trauerfeier statt, bei der der evangelische Militärgeistliche, Pfarrer A u s f e l d, die kirchliche Handlung vornahm. Als Vertreter des Bataillonskommandeurs wohnte Hauptmann Schiel der Feier bei, ferner waren als Vertreter des Bataillons Oberleutnant Voigtsberger, Oberleutnant Jordan, Leutnant H e y m e l, weiter Generalmajor a. D. Gros und Major a. D. von Hannecken sowie der Korporalschaftsführer des Heimgeangenen und die Familienangehörigen zugegen. Im Anschluß an die kurze Feier in der Halle wurde der mit der Reichskriegsflagge bedeckte Sarg von Kameraden zu dem Transportauto gebracht, hierauf fetzte sich der Trauerzug in Bewegung. An der Spitze marschierte der Spielmannszug, anschließend folgte das Musikkorps des Bataillons unter Führung von Ober» mufikmeister Krauße, hierauf die Trauerparade unter dem Kommando des Oberleutnants Fett, sodann der Militärgeistliche, hinter ihm das Auto mit dem Sarge, anschließend Hauptmann Schiel als Vertreter des Bataillonskommandeurs mit den übrigen vorgenannten Offizieren, dem Korporalschaftsführer und den Angehörigen des Entschlafenen, sodann die Abordnung der Vereinigung ehemaliger 115er mit ihrer Fahne, zum Schluß das Trauergefolge unter Führung von Leutnant T w e 11« mann. Unter dumpfem Trommelwirbel und feierlicher Trauermusik bewegte sich der Trauerzug die Frankfurter Straße herab, dann durch die Liebigstraße, Bahnhofstraße, Horst-Wessel-Wall, wo die Trauerparade kurz vor der Ecke Neustadt-Horst-Wessel- Wall Halt machte und sich in zwei Gliedern formierte. Die von Kameraden des Entschlafenen hinter dem Auto getragenen Kranzspenden des Bataillons, der 1. Kompanie, der KorporalschafL und der ehemaligen 115er wurden nun auf den Sarg im Wagen gelegt, während gleichzeitig dis militärische Trauergemeinde auf das Kommando „Stillgestanden" mit der Front nach dem Auto zu den letzten Abschied von dem Kameraden nahm. Das Auto mit dem Sarge fuhr (der Militärgeistliche zu Fuß voran) in ganz langsamer Fahrt an der Front der Trauerparade entlang, die "zur gleichen Zeit als letzten soldatischen Gruß an den verstorbenen Kameraden die Ehrensalve aus 100 Gewehren dreimal feuerte. Langsam bog hierauf der Kraftwagen um die Ecke in die Rodheimer Straße ein, um die Fahrt nach der Heimat des Entschlafenen anzutreten, während die beiden Kompanien nach militärischer Sitte unter Marschmusik in die Kaserne zurückkehrten. Gedenkstättenweihe der Fünfziger-Vereinigung 1883-1933. Im Forstgarten der Universität am Fuße des Schiffenberges herrschte gestern nachmittag festliches Leben. In einem stillen Winkel des Gartens waren die einfachen Tische weiß gedeckt worden, von zwei Fahnenmasten flatterten zwischen Tannen und Fichten die Hakenkreuzflagge und die schwarzweißrote Fahne. Ein kleiner Ruhetempel, bisher kaum oder nur wenig beachtet, war auf Veranlassung der Fünfzigeroereinigung 1883/1933 mit beträchtlichem Aufwand an Arbeit und Kosten neu hergerichtet und ausgebaut worden. Diesen Ruhetempel, die Gedenkstätte der Fünfzigervereinigung, galt es gestern nachmittag zu weihen. Viele Mitglieder der Vereinigung mit Frauen und Kindern hatten sich zu der Feier ein- gefunben. Eine Musikkapelle eröffnete mit einigen Musikstücken. Der zweite Vorsitzende der Vereinigung, Herr Götz, hielt eine kurze Begrüßungsansprache, in der er die Mitglieder der Vereinigung, besonders aber Prof. Dr. Vanselow (in dessen Obhut sich der Forstgarten befindet), sowie den Vertreter der Partei, Herrn S ch o m b e r, herzlich willkommen hieß. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied der Vereinigung hielt der erste Vorsitzende, Oberreallehrer Appel, die Weiheansprache. Es sei allein, so führte er u. a. aus, dem Führer Adolf Hitler zu danken, daß es möglich fei, diese kleine Feier zu begehen. Durch den Führer sei wieder Ordnung und Ruhe in das Land gekommen. Wir stünden in Treue zu ihm. Die Fünfzigervereinigung preise sich glücklich, daß sie ihre Gedenkstätte an einem so bevorzugten Platz habe errichten dürfen. Das Verdienst und der herzliche Dank dafür gebühre in erster Linie Herrn Prof. Dr. V a n s e l o w , der in liebenswürdiger Weise dieses Fleckchen Erde zur Verfügung gestellt und das Werk mit allen Kräften gefördert habe. Er möge auch diese Stätte nunmehr unter seinen Schutz nehmen. Die Fünfziger würden kohlung sinkt er immer mehr zusammen; die Erdkruste muß jeweils entsprechend nachgestampft werden. Es dauert je nach der Witterung acht bis zwölf Tage, bis der Meiler „gar" ist. Sobald der milchige weißgraue Qualm in feinen blauen Dunst übergeht, kann gelöscht werden. Die schwarze stahlblau schimmernde Holzkohle kühlt schnell ab und hat beim Aufstapeln einen metallischen Klang. Der Köhler fügte seinem Bericht noch hinzu: „Aber schön und lieb ist uns unser Beruf doch. Denn sehen Sie, zwei Jahrhunderte sind wir bisher dieser Tradition treu geblieben, und alle Köhler werben alte Leute. Eine gemütliche Eisenbahn. Die moderne Technik hat sich nun bald die letzten weißen Flecken auf der Landkarte erobert, und durch fast alle Gebiete des Erdballs ziehen schon heute die Schienenstraßen der Eisenbahn. Damit sind aber die mit dem Dampfroß eroberten Länder noch lange nicht dieser technischen Neuerung entsprechend umgewandelt und oft ergeben sich Gegensätze, die grotesk und komisch — aber auch höchst bedenklich sein können. So lief nach der Fertigstellung der Ugandabahn bei dem Verkehrsdirektor in Nairobi einmal von dem Stationsmeister Babu aus Simba folgendes gemütliche Telegramm ein- „Dringend. Ein Uhr fünfundvierzig. Löwe auf btt Veranda. Bitte Lvkomvtiv- und Zugführer infinite* ren, vorsichtig Station einfahren. Passagiere war* nen, damit nicht aussteigen. Vorsicht auf dem Wege zum Amtszimmer." Während der unglückliche Babu, von dem Löwen belagert, in feinem Stationszimmer faß, kam jedoch als zufälliger Retter ein Jäger vorüber und befreite den bedrängten Beamten nut einem wohlgezielten Schuß aus feiner unbehaglichen Lage. Fünfzig Meter entfernt, stieß er auf eine Löwin, die die Schienen beschnüffelte, und konnte auch diese erlegen. Inzwischen aber hatte der Sta* tionsmeister von Simba weitere Abenteuer mit einem Löwen zu bestehen. Um neun Uhr abends traf bei dem Verkehrsdirektor nämlich ein zweites Telegramm ein: „Ein Afrikaner sechs Uhr wieder durch einen Löwen verwundet; mit Draisine nach Makindu-Hospital gesandt. Bitte mit Dieruhrzug sicher Patronen schicken." Und ein paar Stunden später kam ein letzte Telegramm, diesmal „Extra- dringend": „Signalwärter von zwei Löwen aus Rückkehr von Signalposten angegriffen, sitzt jetzt aus Telegraphenstange bei dem Wasserbehälter. Zug dorr halten, mitnehmen und weiterfahren. Verkehrsdirer- tion bitte nötige Maßnahmen treffen." Der Berus eines Bahnbeamten der Uganda-Bahn schien also gewisse Schattenseiten zu haben. sie stets in Ehren halten. Dank gebühre aber auch denjenigen Mitgliedern, die sich um die Herrichtung dieser Gedenkstätte besonders verdient machten (die Herren 8 i n A, Gebauer, Dr. Seid und L. Schmidt), sowie allen anderen, die durch Rat und Tat zur Schaffung dieser Stätte beitrugen. Der Redner kennzeichnete sodann den Sinn der Gedenkstätte, die eine Stätte der Ruhe und der Erholung sein solle, und übergab den Ruhetempel, der die Tafel der Fünfzigervereinigung über dem Eingang trägt, seiner Bestimmung. In das abschließende breifache Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler stimmten die Teilnehmer der Feier freudig ein. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutscylandliedes und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Professor Dr. Vanselow betonte in seiner kurzen Ansprache, daß es ihm eine Selbstverständlichkeit gewesen sei, der Vereinigung bei der Schaffung einer solchen Gedenkstätte zur Hand zu gehen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Vereinigung gerade dieses Fleckchen Erde gewählt habe. In seinen weiteren Worten sprach er in feiner Weise über die vielen Möglichkeiten, sich an dieser Stätte der Natur besonders verbunden zu fühlen, da ringsum alles von göttlichem Leben erfüllt sei, dessen wir auch ein Teil seien. An dieser Stelle, im Walde, spüre man Gottes Obern beut« kicher. Aus biesem Wissen erwachse unsere Heimatliebe unb Dolksverbunbenheit. Diese Stätte möge jebem einzelnen gehören. Er nehme bie Gebenk- stätte in seinen Schutz, unb jeder, der hier einkehre, sei ihm Freund und persönlicher Gast. Mit dem Wunsche, daß dieser Platz recht oft aufgesucht werden möge, beschloß Professor Dr. Vanselow seine dankbar und beifällig aufgenommenen Worte. Nach verschiedenen Musikstücken und einigen gemeinsam gesungenen Liedern fand die schöne Veranstaltung ihren Abschluß. Gemeindetag der Lukasgemeinde. Gestern nachmittag fand auf der Liebigshöhe der diesjährige Gemeindetag der Lukasgemeinde statt. Die Veranstaltung war so stark besucht, daß die Teilnehmer in dem großen Saale kaum unterge-- bracht werden konnten. Nach einigen flotten Märschen der Kapelle des Vereins für christliche Musik sang zunächst ein aus Mädchen der Lukasgemeinde zusammengestellter Chor unter Leitung von Frl. Ze iß „Lobt froh den Herrn". Kirchenvorsteher Karl Noll begrüßte sodann die Besucher, wobei er u. a. sagte: „Diese Veranstaltung bezweckt, daß die Gemeindemitglieder einmal außerhaV des Gotteshauses miteinander in Verbindung treten. Bei unserer heutigen Veranstallung steht die Jugend im Vordergrund unseres Interesses, denn wir begehen heute den seit einigen Jahren angeordneten Jugendtag. Die Jugend ist der Träger der Zukunft im Staate, im Volkstum und in der Kirche." Anschließend brachten Mädchen der Lukasgemeinde einen von Frl. Else Wagenbach einstudierten Sprechchor zu Gehör. Dieser Sprechchor veranschaulichte die verschiedenen Typen der deutschen Jugend. Die Darbietung, die von allen Beteiligten sehr wirkungsvoll vorgetragen wurde, hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Hierauf brachte Frl. von der Heydt zwei Lieder „0, hätt' ich Jubals Harf und Mirjams süßen Ton" von Händel und „Die Allmacht" von Schubert zum Vortrag. Die Sängerin, die von Frl. Möller verständnisvoll begleitet wurde, erntete reichen Beifall. Nach einem gemeinsamen Gesang „Von des Rheines Strand" brachten Mädchen aus der Lukas- gemeinde einen von Frl. Zeiß einftubierten Volkstanz zur Aufführung. An bie Kinder der Kinderkirche wurden Brezeln verteilt, deren Kosten aus einer von Geh. Kirchenrat D. Dr. Krüger und dessen Gattin zur Erinnerung an ihre verstorbene Tochter Johanna errichteten Stiftung bestritten wurden. Es folgten weitere Musikvorträge des Vereins für Christliche Musik, ein gemeinsames Lied „Aus der Jugendzeit", sowie zwei weitere Lieder von Frl. v. d. Heydt, „Ständchen" von Curschmann und „Gemäht sind die Felder, der Stoppelwind weht" von Beraer. Pfarrer Bechtolsheimer betonte hierauf in einer kurzen Ansprache, daß die Veranstaltung als Nachfeier vom Jugendsonntag gelten solle. Er übermittelte der Festversammlung Grüßender Vorsitzenden der Frauenhilfe, Frau Prof. Zöppritz, die trotz ihrer 84 Jahre noch in der Gemeinde wirke und sich mit dieser verbunden fühle. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich recht viele Gemeindemitglieder in der gleichen Weise mit der Gemeinde verbunden fühlen möchten. Er dankte allen Mitwirkenden und wies darauf hin, daß dieser Gemeindetag einen besonderen Charakter habe. Die Jugend liege der Kirche sehr am Herzen. Die kirchliche Jugend sei an die Hitler-Jugend an- gegliedert worden. Trotzdem habe bie Kirche an der Jugend noch große Aufgaben zu erfüllen. Dies geschehe insbesondere in der Kinderkirche. Es sei wünschenswert, daß bie ©emeinbemitglieber bahin wirken, daß alle Kinder zur Kinderkirche kommen. Auch bei dem Konfirmandenunterricht möchten die Eltern helfen, bie Kinder zu guten Christen zu erziehen. Der Redner kam bann noch kurz auf bie Bedeutung der Gemeindetage zu sprechen und gab der' Hoffnung Ausdruck, daß auch diese Veranstaltung dazu beitragen möchte, das Leben in der Gemeinde zu stärken und zu neuer Blüte zu bringen. Es folgten noch zwei weitere Volkstänze, die ebenfalls sehr beifällig ausgenommen wurden, ein wirkungsvoll zu Gehör gebrachter Mädchenchor „Du meine Seele finge", sowie weitere musikalische Darbietungen. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Nun sich der Tag geendet" fand die schön verlaufene Veranstaltung ihr Ende. Schweres Ltnweiier über Darmstadt. Starker Hagelschlag. Felder und Gärten unter Wasser. Darmstadt. 9. Sept (LPD.) Nach einem brückend schwülen Nachmittag zog vom Ried her ein schweres Gewitter gegen den Odenwald. Kurz nach 16 llhr begann der Höhepunkt des 21n- welters mit einem ungeheuren Hagel- schlag, bei dem Hagelkörner bis zu Hühnerei- Größe Herniederprassellen. Fast eine Viertelstunde entluden sich diese Eismassen über Darmstadt und seiner näheren Umgebung. Besonders stark wurde die Gemarkung Arhellgen betroffen, wo bald die Felder unter Wasser standen und sich die Keller mit den Wassermassen füllten. Die Felder sahen teilweise aus, als sei starker Schnee auf sie herniedergefallen. In manchen Gegenden sind die Bäume völlig entlaubt, viele Vögel, die von den schweren Lisslücken getötet wurden, liegen auf der Erde. Teilweise lag der Hagetschlag 10 Zentimeter hoch. Besonders heimgesucht wurde auch P f u n g st a d t, wo der Vlih ganz in der Nähe der Zuschauerreihen einschlug, die auf dem dortigen Sportplatz einem Fußballspiel zusahen. Einige Personen wurden zu Boden geschleudert. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Feuerwehr wurde alarmiert, um aus den Kellern das Wasser zu pumpen. Die Gemüsegärten wurden fast vollständig vernichtet, während des Unwetters war es fo finster, daß die Autos ihre Scheinwerfer anstecken mußten. Nrrndfunkprogramm. Mittwoch, 12. September. 5-50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Fruhmelbungen. 6.55: Frühtonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: „Der junge Schiller". 10.50: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.45: Sozialoienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saarbienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskon- 3ert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.10: Dreimal 15 Minuten aus bem Senbebezirk. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Stunde der Jugend: Junge Gefolgschaft! Chorisches Spiel der Hitler-Jugend. 18.30: Interessantes von unserer Reichsbahn (II). Zwiegespräch. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung! 20.35: Reichssendung: Stunde der jungen Nation. 21: Huttens letzte Tage. Eine heldische Kantate. 22: Elsässische Volkslieder. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Preußen. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 10. Sept. Am kommenden Mittwoch, 12. September, findet auf dem Haarplatz in unserer Stadt Schafmar kt statt. Näheres ist aus der Anzeige vom vorigen Samstag ersichtlich. * Volpertshausen, 9. Sept. Der 20 Jahre alte Eisendreher Albert Knorz von hier erlitt bei einem Motorra hu nsa 11 einen Bruch d e s linken Unterschenkels und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Biedenkopf. * Weidenhausen, 9. Sept. Bei einem M o » torrabunfall erlitt her 22jährige Maurer Karl Watz von hier einen Bruch b es linten Unterarmes, der seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte. Petri Heil! , Für die Liebhaber des „nassen Sports" gibt es viel * Freude und Anregungen. Doch bleibt ihnen auch das sog. „Petri Leid" nicht erspart. Meistens ist das „Leid" auf Unkenntnis der Bestimmungen zurückzuführen. In weiten Kreisen der Berufs- und Sportfifcher bestehen Unklarheiten darüber, was unter einer „einfachen Handangel" und einer „erweiterten Handangel" zu verstehen ist. Die Folgen hiervon find Klagen der Berufsfischer und — Strafanzei- gen. Damit ist bas „Petri Leib" schon eingetreten. Um all dem vorzubeugen, ist folgendes zu beachten: Die „einfache hanbangel". Laut Bekanntmachung des Hessischen Ministeriums des Innern vom 15. Januar 1913 (Reg.-Bl. S. 37) ist unter einer „einfachen Handangel" im Sinne des Art. 35, 36 und 48 des Fischereigesetzes zu verstehen: „Eine Angel mit einer Schnur, an Der sich nur ein einfacher Angelhaken mit nur einem natürlichen oder künstlichen Köder unter Ausschluß von lebenden, toten und künstlichen Fischchen befindet. Die einfache Handangel muß bei bewegtem Wasser mit dem Strome treiben können und stets in der Hand des Fischers bleiben. Hieraus ergibt sich, daß der Sportangler niemals eine Handangel an das Ufer steckt unb vielleicht noch mit einer zweiten Hanbangel in ber Hand fischen darf. Mit einer einfache Hanbangel harf iehermann in schiffbaren Strömen unb Flüssen fischen. Er muß vazu jedoch eine Fischerei karte beim zuständigen Kreisamt lösen, die nur 3 Mark (Stempel) kostet. Noch weitere Erleichterungen sind dem Sportangler gestattet. „In schiffbaren ©tönten unb Flüssen darf hie Fischerei mit der einfachen Hanbangel nicht nur vom Ufer, sondern auch vom Nachen aus betrieben merben; es ist gleich, ob dieser im Flusse treibt, ober dort verankert ist. Eine Ausnahme hiervon machen die „Altrheine". In diesen ist also bas Fischen mit ber einfachen Hanbangel nicht jedermann gestattet. Die „erweiterte hanbangel". Die von ber hessischen Regierung gegebenen Begriffsbestimmungen lauten: „Die erweiterte Hanbangel, an ber eine Kurbel (Rolle) mit Leine angebracht sein kann, unter Verwenbung folgenber Köder: „Natürliche unb künstliche Köder, Löffel, Drehfischchen, Devons (Spinner), lebende und tote Fischchen". Die Erlaubnis zum Fischen mit der „erweiterten Handangel" wird für bestimmte Fischereibezirke mittels der „Ermächtigungsscheine" durch die zuständigen Forstämter erteilt. Zu jedem „Ermächtigungsschein" ist eine Fischereikarte vom zuständigen Kreisamt 3 Mark (Stempel) zu lösen. Diese Bestimmungen gelten auch für Anteilschein» besitzer, die im Einvernehmen mit den zuständigen Fvrstämtern die Scheine von den Pächter erhalten. Die Fischereigrenzen, die vielfach nicht bekannt sein wollen, sind auf den Fischereikarten, Ermächtigung^ und Anteilscheine bezeichnet und dürfen unter keinen Umständen überschritten werden, da sich der Inhaber einer Karte ober eines Scheines wegen unerlaubten Fischens strafbar macht (§ 370 DRStGB.). Zum Schluß noch ein Mahnruf an alle Sportfischer. Aus fischereiwirtschaftlichen Grünben wird von allen weidgerechten Sportfischern erwartet, daß sie keine Fanggeräte in Anwendung bringen, die den Charakter ber sogenannten Reißangeln haben. Durch ihre Anwendung werden leicht eine große Zahl von Fischen schwer verletzt, so daß sie häufig unter großen Schmerzen eingehen. Ein echtes Anglerherz darf solche Schinderei niemals dulden." Noch heute erwirb das Zeichen der Sportflieger! 2eber deutsche Volksgenosse kann es besitzen, wenn er Mitglied einer Flieger - Ortsgruppe wird. Anmeldungen an die Geschäftsstelle der Flieger-Ortsgruppe Gießen, kreisaml Gießen. WwtftWiiiüW Roman von Anny von panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Detlef Westkamp war es, als ginge er zu mitternächtlicher Stunde durch tiefes Waldesschweigen, als sähe er das fahle, bläulichhelle Licht des Mondes wie ein spukhaftes Wasser an den dunklen Baumstämmen niederrinnen und sich in Lachen auf bem moosigen Boben sammeln. Ferner Hifthornton zerriß das Schweigen des Waldes, und die Natur schien aufzuhorchen in angstvoller Spannung. Die Bäume bewegten ihre Aeste, denn jäh erwachter Sturm schüttelte sie, man hörte ihr Stöhnen; das Grauen ging durch den Wald, und ber Monb schob sich tief hinter büftere Wolken, als wollte er nicht mitansehen, was sich drunten begab. Und nun fdjmebte es heran durch den dunklen Wald. Voran der gute Ekkehard, ber Warner, milb und mahnend. Dann kam das wilde Heer, voran die Berchta, das tolle Jagdweib, unb neben ihr flog ihre ständige Begleiterin, die scheußliche Totenkopfeule Tut-Ursel. In Flammen standen ihre mächtigen Schwingen, unb Funken stäubten nieder, wie feuriger Regen, ber den ganzen Walb in Flammen setzen wollte. Detlef Westkamp mußte an bie Beschreibung der „Wilden Jagd" denken in Gerstäckers „Hüben unb Drüben", bie Musik machte alle Gestalten ber Erzählung zu einem wirklichen Erlebnis. Er fror, als stände er in kalter Herbstnacht in einsamer Waldestiefe, und die wilde Jagd brauste über ihn fort mit Peitfchengeknall und Hussageschrei. Rüden bellten heiser und unheimlich, und Hirsche und Rehe liefen furchterregt in langen Reihen vor wütender Meute, vor gellem Hörnerklang, vor wütenden Jägersleuten davon. Eklas Zwergvolk kobolzte dazwischen, und Nachtgetier surrte und summte, daß bie Ohren schmerzten. Höllenschrecken tobte burch Finsternis, bie nur der gräßlichen Eule Feuerschwingen grausig erleuchtete. Jäh brach das Spiel ab, und Detlef fuhr empor wie aus tiefem Traum. Fast ein wenig verstört erwiderte er den fragenden Blick des Musikers. Ihm war es, als wiche langsam ein Bann von ihm. Er atmete hörbar. „Das war sehr schön", erkannte er leise an. „Ich bin kein Musiksachoerständiger, aber das war alles fo leicht zu begreifen. Die wilde Jagd! Ich habe sie nicht nur gehört, ich habe sie eben sogar gesehen. Ich bin fest überzeugt: Sie werden großen Erfolg mit ber Symphonie haben, Herr Olden." Werner Olden strahlte. „Das war nur ein Teilchen des Ganzen. Aber es ist auch genug, es strengt mich an, bas zu, spielen — ich lebe es immer mit." Er sprang auf I „Dirigieren möchte ich bas selbst. Oh, es zuckt I mir in Hand und Arm, bas zu dirigieren! Aber da | läßt man mich natürlich nicht ran — das macht Professor von Eberbach. Ich darf stolz darauf fein, daß der meine Symphonie einstudiert und dirigiert." Er lächelte. „Man muß nicht gleich alles haben wollen!" Die Tür öffnete sich, Donata erschien mit dem Teegeschirr, und ein Weilchen später folgte Frau Steffi. Man trank in bester Stimmung Tee. An die Taler dachte niemand mehr. Sechzehntes Kapitel. Erst nachdem Detlef Westkamp längst gegangen war, fiel Werner Olden ein, er fjatte dem Besucher ja die Taler zeigen wollen. Er öffnete mechanisch den niemals geschlossenen Schreibtischkasten und zwinkerte ein bißchen nervös mit den Augen, weil er bie Münzen nicht gleich sah. Er zog ben Kasten etwas weiter heraus unb schüttelte ben Kopf, rief feiner Frau über bie Schultern eine Frage zu. Sie antwortete etwas erstaunt: „Aber ich bitte bich, Mann, was soll ich benn mit den Talern — nicht mal die Brosche habe ich mir genommen." Donata erklärte auf seine Frage, sie hätte bie Taler ebenfalls nicht genommen. Er brummte ärgerlich: „Die Taler finb ja nichts befonbers Wertvolles, aber von allein laufen sie doch nicht weg. Ich wollte sie Westkamp zeigen — es wurde dann vergessen." Er schüttelte heftig den Kopf. „Verlegt habe ich bie Dinger nicht, bas weiß ich bestimmt. Seit Jahren hebe ich sie im selben Kasten auf, und immer waren sie da. — Sonderbar, daß sie heute plötzlich fort sind!" Seine Frau riet: „Schau dich nur erst noch anderswo um — wollen zusammen suchen. An ben Talern vergreift sich keiner." Er zuckte die Achseln. „Ich bin zwar derselben Meinung, aber..." Sie fragte: „Du meinst, sie konnten gestohlen sein?" Er zuckte wieder die Achseln. „Ich meine gar nichts! Ich halte nur jede Sucherei für überflüssig unb stelle fest, daß bie Taler sich nicht mehr hort befinben, wo sie so lange still unb sicher gelegen tjaben." Trotzbem begann man zu suchen, aber es blieb ergebnislos. . Werner Olben hatte bie ererbten Münzen zwar bisher aufgehoben, ihnen aber niemals befonberen Wert beigemessen. Jetzt aber tat er plötzlich, als jehle ihm bas Wertvollste, was er überhaupt besaß. Er erregte sich: „Die Taler können erst heute fortgekommen fein, und niemand war heute hier im Zimmer außer ..." Er brach ab, denn Donatas Augen blickten ihn so groß und erschrocken an, baß er bas Ende des Satzes verschluckte. Sie rief jetzt mit deutlicher Empörung in ber Stimme: „Vater, bu wolltest eben etwas ganz Unmögliches sagen!" Er lachte ärgerlich. „Nun, so ganz unmöglich ist bas gerabe nicht, was ich sagen wollte. Natürlich ist ber Gebaute abfurb, und es kann sich auch nur um einen etwas geschmacklosen Scherz handeln — aber außer Westkamp hat heute kein fremder Mensch das Zimmer betreten. Ehe ich zu Euch in die Küche kam, um Donata nach Rum zu schicken, versprach ich Westkamp, ihm nachher Die Taler zu zeigen, unb warf auch hin, wo ich sie aufhöbe. Er war minbeftens fünf Minuten allein im Zimmer unb —" Wieber brach er ab. Donatas Blick begegnete sich mit bem ber Mutter. Frau Steffi rief ärgerlich: „Werner, bu kommst doch nie von ber bösen Gewohnheit los, immer gleich alles, was bir burch den Kopf geht, unüberlegt herauszusprubeln. Wie darfst bu so eine Beschulbigung erheben!? Herr Westkamp weiß ja Gott sei Dank nichts bavon, aber du kränkst doch auch Donata, wenn bu ben Mann, ben sie liebt, mit solchem Verbacht belastest." Er machte eine unwirsche Bewegung. „Was könnte benn sie dafür, wenn er das wirklich getan hätte?! Es fällt mir ja auch schwer, es zu glauben, aber er ist der einzige Mensch, der gewußt hat, wo die Taler lagen, und es gibt Menschen, bie können nichts liegen lassen. Die finb wie Elstern. Wenn's blitzt unb funkelt, strecken sie bie Gierhände aus." Er stampfte mit dem Fuß. „Was soll ich benn glauben, unb wie soll ich's mir erklären, wo die Taler hingekommen sind?" Donata schluchzte laut auf. „Vater, du bist oft ungerecht — aber heute hast bu jebes Maß verloren." Er stellte sich vor sie hin. „Erkläre mir also, wo bie Taler hin finb, unb ich werbe alles reumütig zurücknehmen! Vielleicht soll's ein Scherz fein — ich sagte es ja schon! Vielleicht beabsichtigt er, uns mit ber Lösung ber Rätselschrift zu überraschen. Vielleicht benft er, solche Späße dürfe er sich erlauben als dein Zukünftiger." Er warf sich auf einen Stuhl. „Es gibt Menschen, die nehmen sich leicht zu viel heraus." Donata schüttelte heftig den Kopf. „Er tut bas bestimmt nicht, und wenn bu Detlef fo einschätzest, irrst bu bich sehr in ihm." Sie verließ mit einem raschen „Gute Nacht!" bas Zimmer. Oben in ihrer hübschen, bequemen Mansarben- ftube riegelte sie sich ein unb sank vor bem Bett auf bie Knie. Die Tränen liefen ihr über bas Gesicht. Wie bürste ber Vater fo etwas äußern wie vorhin! Es war zu häßlich, es war zu er- niebrigenb für ben Geliebten! Großer Gott, wenn ber etwas bavon ahnte! Eigentlich hätte sie ben Vater auslachen müssen, aber bas hatte sie nicht gekonnt. Jebes Wort, bas I ihr Vater getan, hatte ihr wehe getan. | Unten im Musikzimmer schalt Frau Steffi mit ihrem Mann. Sie war auch sehr erregt. „Immer stellst bu bummes Zeug an, Werner! 2ch bin überzeugt, bie arme Donata weint sich jetzt bie Augen rot. Schließlich ist ber Name ,Vater' nicht bloß bazu ba, baß man, geschützt bavon, tun und reden darf, was einem durch den Kopf geht! Du hast halt zu viel Phantasie, und die ist vorhin wieder einmal gründlich durchgegangen." 21m nächsten Tag lag Gewitterstimmung über dem kleinen Haus der Spillingsgasse. Alles war noch einmal gründlich durchsucht worden, doch die Taler blieben verschwunden, unb Werner Olden beharrte darauf, sie hätten gestern, als der Besucher gekommen, noch im Schreibtisch gelegen. Nachmittags telephonierte Detlef Westkamp Donata an, fragte nach ihrem Wohlergehen, auch nach dem ihrer Eltern. Da kam es ihr übe? die Lippen: „Vater ist sehr verstimmt! Denk nur, Die Rätsel- taler sind verschwunden." Die Rätseltaler sind verschwunden!, hämmerte es sich in Detlef Westkamps Hirn, und im Geist sah er das Paar aus ber alten Aepfelwirtschaft, bem er gefolgt war, ohne zu wissen, weshalb er es tat. Allem scheinbar Zufälligen liegt eine Bestimmung Augrunbe!, burchzuckte es ihn, unb er rief in ben Apparat: „Dein Vater soll guter Laune sein — manchmal kommen solche Ausreißer wieber zum Herrchen zurück!" „Wie meinst bu bas?" fragte sie erstaunt und erschreckt. Er wich aus. „Es war nur eine Lebensart, Donata! Aber jetzt entschulbige, wenn ich bie Unterhaltung abbreche — ich werde abgerufen. Auf Wiedersehen morgen abend bei euch, wie verabredet!" Da stand nun Donata Olden und mußte Den Telephonhörer auf Die Gabel legen. Wie hatte Denn Detlef das nur gemeint: Manchmal kommen solche Ausreißer wieder zum Herrchen zurück! Das klang ja wahrhaftig, als ob er etwas über ben Verbleib der Taler wußte. Hatte er sie wirklich an sich genommen? Ganz unmöglich dünkte es sie; aber das, was er eben durch das Telephon geantwortet, ließ ja fast keine andere Deutung zu. Trotzdem: sie vermochte das nicht von ihm zu glauben — solch ein Scherz wäre zu dreist gewesen. Er hatte ihre Eltern erst gestern kennengelernt. Sie konnte doch dem Vater nicht ausrichten, was ihr Detlef Westkamp aufgetragen. Nie und nimmer täte ie das. Sie begriff gar nichts mehr und war froh, als es gleich darauf wieder anklingelte und Tante Röschen um ihr Kommen bat. Ihr Vater mußte heute zu dem Mufikerleger nach Mainz und hatte alle Schüler abbestellt. Er war nervöser als je, und Frau Steffi atmete auf, als er bas Haus verlassen. . (Fortsetzung folgt.) Nachdruck verboten Ohne Gewähr 7. September 1934 27. Ziehungstag 3n der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen letzte 170479 197204 200755 301990 310030 311350 349406 359865 370500 20488 34122 39794 49022 62486 Iußball-Beisterschastsspiele 392 Gewinne zu 300 TL 2883 2912 3731 5914 12109 13158 13558 Dem Unparteiischen 4231 23468 29199 41741 Ameri- 1430 181 304 Gewinne zu Schweinfurt 05 überraschenderweise mit 3:0 schlagen Frohnhausen 5:3 (1:2). Die ersten Punkte sind in Naunheim geblieben land land 98371 159153 232547 319974 358493 15942 24517 35979 45756 56554 73695 90203 > 73647 127942 4 mal 100 Meter: 4 mal 4 0 0 Meter: schein Publikum ein schwer zu besiegender Gegner ist. Die VfB.-R. - Mannschaft spielte, wenn auch an manchen Punkten Schwächen auftraten, ein aufopferndes und faires Spiel, das Glück stand ihr 116283 171860 208596 253763 335513 390552 16650 38414 54419 86634 97837 25040 40553 72883 91670 14228 286318 155122 314900 25695 41643 75082 92485 •43516 342106 190746 316992 22608 29486 44192 54907 62088 83634 97889 7256 31841 44790 75265 95003 44938 358577 211003 357210 14582 24284 33422 45155 ■ 56102 73083 89634 104533 114923 139687 161311 173495 189337 200986 209137 222434 225793 235898 240012 256186 284983 298680 305971 322735 337854 344575 357531 373901 382027 395298 11682 35986 : 51931 I 86612 I 95478 104032 125160 138445 153431 163808 174636 195609 211211 229120 248653 258778 277245 291589 309946 322241 344046 360291 369020 383681 17144 38936 68347 87742 durch den Schalter S z e p a n der fünfte und Treffer. nifchen Können ihrer Gäste, als deren größerer Spielerfahrung. Unser Sieg war mehr als einmal in Gefahr, denn zu oft wurde zu viel mit dem Ball getändelt. 114611 187651 276701 323723 388240 109370 121285 140991 162931 177670 192525 206494 214384 223793 231717 236181 251019 266458 294827 301804 309373 326833 339644 347500 362603 375627 382625 398955 138931 189140 225016 259810 344860 300 M. 118297 208242 296444 345871 393515 113069 128729 148452 166472 179337 193993 206933 215105 224049 231893 236408 251387 269512 296069 304297 315404 327118 339994 349018 366096 377572 382706 209082 297921 346983 399463 99777 167671 254625 320301 384246 105041 118140 140620 161728 174493 191592 202444 213593 222489 227028 236155 250497 258261 293844 300553 307563 324372 339495 345185 358455 374690 382168 397903 124207 174549 222189 256782 341205 392579 106772 130890 141425 154518 163848 177888 200500 212027 230147 251712 263426 277685 294139 315184 326376 346250 360816 369581 387152 18616 25815 38125 48589 58808 78360 93332 99609 110685 132672 143911 161359 167926 180609 205738 215942 237841 252985 267889 279604 294725 316990 328301 346527 361790 369610 388601 20310 26513 39356 49707 59968 78363 94956 143059 190935 241110 272880 349725 21574 28591 39427 54123 60587 82576 97271 101427 115952 134243 146366 161612 172212 183247 206749 227140 242009 254358 273226 284196 302320 320500 339630 355782 361944 376737 393448 100710 113127 133833 143933 161588 168906 181514 206664 226344 238985 253181 267930 280627 298859 319515 331759 353636 361914 371591 390184 113858 134194 153950 167512 184097 196946 207018 217235 224811 234076 238423 252256 275919 297692 304565 318238 334996 340590 352749 369047 378508 386084 384385 387068 398937 80 Gewinne zu 500 M. 197093 244784 308246 380153 156849 6158 132615 aus- tech- heit immer aufgetretene Vorherrschaft der kaner von besonderer Bedeutung. Die Europameister. 100 Meter: Berger, Holland 200 Meter: Berger, Holland 4 0 0 Meter: Metzner, Deutschland 800 Meter: Szabo, Ungarn 1500 Meter: Beccali, Italien 5000 Meter: Rochard, Frankreich 10 000 Meter: Salminen, Finnland 110-Meter-Hürden: Kovacs, Ungarn 4 0 0 - M e t e r-Hürden: Scheele, Deutschland 156711 213039 220554 81453 138613 281833 6540 33460 47411 92828 270726 292887 325297 2740 5069 25716 30116 150055 227596 316474 354548 2228 14179 24198 29792 44758 55535 66696 86420 100046 114490 138360 156387 170549 185659 200034 208966 217292 225454 234309 239759 252342 284593 298474 305944 318477 336705 343405 354794 373827 381403 395259 aber während des ganzen Spieles nie zur Seite, stellten sich die Gießener in Das Entscheidungsspiel der beiden ersten Mannschaften von Burg und Bissenberg, das in Wetzlar zum Austrag kam, endete mit einem eindeutigen 5:0-(3:0-)Sieg der Bissenberger. Die Mannschaft des Turn- und Sportvereins Bissenberg rückt damit als neunter Verein in die Bezirksklasse Lahn- Dill auf. Naunheim I — Bsv.-Reichsbahn I 4:3 (1:2). 109485 153658 204137 250705 317135 386335 i 7639 33917 48090 78146 9 5367 101837 123018 137831 152958 162382 172291 185680 208811 227397 248069 258266 276044 286818 309385 321296 344032 356409 367045 380157 397426 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II kurze Kritik. Der deutsche Sieg ist verdient, aber zu hoch gefallen. Die Polen unterlagen weniger dem Schachturnier (Sie&en—2Bd0or 11/5:1/5 punkte. Am gestrigen Sonntag trug der Schachklub Gie- ßen 1858 ein Schachturnier gegen den Wetzlarer Schachverein aus, das mit einem hohen Siege der Gießener Schachfreunde endete. Es wurde an 13 Brettern gespielt. Die Gießener Schachspieler konnten von diesen 13 Spielen 11 für sich entscheiden. Die Wetzlarer vermochten nur ein Spiel zu gewin- nen und ein anderes Remis zu gestalten. Zu berücksichtigen ist bei diesem Ergebnis, daß der Wetzlarer Verein mit vielen jugendlichen Kräften antrat uni) den routinierteren Spielern des Schachklubs 1858 noch nicht ganz gewachsen war. Rekordergebnisse beim Feldbergrennen 6 Gewinne zu 5000 M. 8 Gewinne zu 3000 M. S99013 22 Gewinne zu 2000 M. 108466 134965 153116 338611 2 Gewinne zu 5000 TL 4 Gewinne zu 3000 TL 22 Gewinne zu 2000 TL 71816 95752 235134 373361 385247 18 Gewinne zu 1000 TL konnten. Erste Derbandsspiele im Bezirk Sießen-Sill. Die Ergebnisse der Bezirksklasse. 186 1221 2167 SJlxfpoit Mer1egener deutscher Sieg in Turin Sieben Europa-Meiflerschasten fallen an Deutschland. Sievert gewinnt den Zehnkampf. Sicherheit, mit der anfangs bei den guten Polen nichts zu erreichen war. In der 14. Minute fiel dann der erste Treffer des Tages. Der Augsburger Rechtsaußen Lehner schoß unhaltbar zum 1:0 für Deutschland ein. Eine Minute vor der Pause fiel auf etwas originelle Art der Ausgleich Polens. W i l l i m o w f k i schoß an den Pfosten, von dort nahm der Ball seinen Weg auf den Rücken des am Boden liegenden deutschen Hüters und von dort aus landete er im Netz. Die zweite Halbzeit. Nach Halbzeit wechselten die Polen ihren verletzten Mittelstürmer Nawrot durch Ciszewski aus, der fast besser spielte als sein Vorgänger. Schon zehn Minuten nach der Pause führte Polen mit 2 :1. Durch den Halbrechten Pazurek fiel der allerdings nicht unhaltbare Treffer. Die Polen wurden nun sehr stark, und die deutsche Deckung hatte eine schwere Zeit zu bestehen. Erst 20 Minuten vor Schluß konnte Hohmann- Benrath den Ausgleich erzielen, und nun war der Bann gebrochen. Der Rest der Spielzeit gehörte meistens den Deutschen, die zunächst 12 Minuten vor Schluß durch den Mannheimer S i f f l i n g zum Führungstreffer kamen. Ein von Polen verschuldeter Handelfmeter wurde von Lehner zum vierten Treffer verwandelt, und sechs Minuten vor Schluß fiel Wball: Deutschland schlägt polen 5:2 (1:1) Fußballsieg vor 35000 Zuschauern im Warschauer Stadion. Deutscher Sieg tm „Großen preis von Italien". Einen neuen deutschen Autosieg gab es beim „Großen Preis von Italien" in Monza. Mercedes- Benz gewann durch F a g i o l i und C a r a c c i o l a, die sich gegenseitig in der Steuerung abwechselten, vor Stuck-Leiningen auf Auto-Union. Dritter wurde mit zwei Runden Rückstand der Italiener Graf Trossi auf Alfa Romeo. Momberger- Sebastian (Auto-Union) endeten auf dem siebten Platz. Europarundflieger unterwegs. Vor den Pyrenäen. Die 24 Teilnehmer, die am Freitag Paris erreicht hatten, flogen schon früh von Orly ab nach Bordeaux. Insgesamt waren es 24 Piloten, darunter die Deutschen Seidemann, Hubrich, Junck, Francke, Osterkamp, Morzik und Krüger. Um 14.30 Uhr hatten fast alle in Paris Gestarteten Bordeaux wieder verlassen. Die Witterungsverhältnisse, die während des ganzen Fluges über Frankreich gut gewesen waren, verschlechterten sich in der Nähe der Pyrenäen zusehends. Leider fiel wieder ein Deut- cher aus. Krüger mußte bei Montrichard zwischen Orleans und Tour notlanden, wobei seine Maschine zu Bruch ging. Pilot und Beobachter kamen jedoch glücklicherweise unverletzt davon. Kurze Sportnotizen. Beim Reitturnier in Siegen wurde am ersten Tag vor zahlreichen Zuschauern guter Sport geboten. Im Zeitspringen der Klasse M gab es drei Sieger: Fridericus (Oblt. Schlickum), Micky Maus (H. Fink) und Senator (von Salviati) kamen auf je 82 Sekunden bei 0 Fehlern. Albert Richter ging in Bordeaux an den Start. Er wurde dabei Zweiter hinter dem Weltmeister Scherens. Einen neuen Weltrekord im beidarmigen Speerwerfen für Frauen stellte Frl. G e l i u s bei einem Sportfest in München auf. Frl. Gelius warf rechts 37,56 Meter und links 24,87 Meter, zusammen also 62,43 Meter. Gewinnauszug 5. Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie folgender Aufstellung: Schwan, Leutheufer, Sauer, Fenster, Kreß, Lehrmund, Ritter, Fehling, Heß, Schmidt II., Schmidt I. Das Spiel beginnt auf beiden Seiten sehr nervös, was sich in zahlreichen Ausbällen zeigt. Der Gießener Sturm kann keinen Zusammenhang finden und kann, auf Einzelspiel beschränkt, nie sein wirkliches Können entfalten. Einen Angriff der Gäste wehrt der linke Verteidiger mit der Hand ab, den fälligen Elfmeter verwandelt Ritter zur l:0-Führung. Durch den Erfolg angespornt, werden die Gießener feld- überlegen und erzielen nach guter Vorarbeit des Rechtsaußen durch unhaltbaren Kopfball ihres Halblinken ein zweites Tor. Naunheim wird durch Einsatz ihrer linken Seite, von der Läuferreihe gut unterstützt, gefährlich und kann bis zur Halbzeit auf 2:1 verkürzen. Mit Anstoß erringen die Naunheimer durch ein Selbsttor des rechten Läufers, der eine Rückgabe — für Schwan unhaltbar — zu scharf gibt, den Ausgleich. Ein Fehlschlag Sauers, von dem Halbrechten entschlossen ausgenutzt — und Naunheim führt 3:2! Ritter läuft mit einer Vorlage seinen Gegnern davon, gegen seinen Bombenschuß ist der Tormann machtlos. Das Unentschieden ist erreicht. Aber die Freude währt nicht lange. Ein plötzlicher Vorstoß des linken Flügels und die Gastgeber haben erneut die Führung an sich gerissen. Die Gießener stellen um und schnüren die Naunheimer vollkommen ein, aber es ist zu spät, die Gastgeber retten sich durch zahlreiche Verteidigung über die Zeit und als Kreß das leere Tor nicht finden kann, find die Gäste unverdient geschlagen. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei. Londorf I — VfB.-Reichsbahn III 1:4 (1:3). Die dritte Mannschaft konnte ihr erstes Verbandsspiel siegreich gestalten. In einem schnellen fairen Treffen schlug sie die sich erbittert wehrenden Lon- dorfer einwandfrei. 6328 9247 12476 16588 ----- ----- 79980 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 45892 63222 88756 162304 237531 292885 299493 304750 377296 395311 Im Gewinnrade verblieben: 60 Tagespramien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 4 zu 10000, 12 zu 5000, 28 zu 3000, 46 zu 2000, 116 zu 100Q, 316 zu 500. 1204 zu 300 Lt. Klassen neue Rekorde auf. Die beste Zeit des Tages erzielte der Breslauer 8^l>V.-Motorradfahrer Mansfeld mit 4:18,6 Minuten für die 8 Kilometer lange Strecke (Durchschnitt 111,35 Stundenkilometer). Bester Wagenfahrer war Pietsch (Neu- tadt). die auch noch an Frankreich den zweiten Platz verloren. Den vierten Sieg des Tages errang bann unser hansheinrich Sievert im Zehnkampf. Er erreichte 8.103,245 Punkte und belegte damit überlegen den ersten Platz. Hinter ihm erreichte als Zweiter der Schwede Dahlgren mit 7.770,83 Punkten die nächsthohe Zahl. Wolrad Eberle kam mit 7.153,645 Punkten auf den sechsten Platz. Im 200 - Meter - Lauf siegte der Hollander Berger in fast totem Rennen in 21,5 vor dem Ungarn Sir. lieber 800 Meter besetzte Studentenweltmeister D e s s e ck e r in 1.52,2 hinter dem Ungarn Szabo und dem Italiener Lanzi, aber vor den beiden Schweden Wennberg und Erik Ny den dritten Platz. Heinrich Brauch wurde im Marathonlauf, den der Finne Toivonen gewann, Sechster, während Deutschlands zweiter Vertreter in diesem Wettbewerb, Gerhard, aufgab. Im Kugelstoßen siegte der Estländer Viiding mit 15,19 Meter. Deutschlands Vertreter Wöllke war schon im Vorkampf ausgeschieden. Die übrigen Wettbewerbe des Schlußtages gingen ohne deutsche Beteiligung vor sich, lieber 5000 Meter trat Syring nicht an. Der polnische Olympiasieger Susoszinski wurde von dem Franzosen Rochard geschlagen. Im Dreisprung waren als einzigem Wettbewerb keine Deutschen gemeldet. Sieger wurde der Holländer Peeters mit 14,98 Meter. 241872 241894 280120 86 Gewinne zu 500 M. ---- _____ _ 51686 60071 84548 84771 86040 89380 ------ ------ ------------ 153628 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 52 Gewinne zu 1000 M. _____ ____—----- 41665 42307 91942 103926 116114 149644 162699 ------ ------ ------ 241031 241318 294130 50-Kilometer-Gehen: Dahlinsch, Lettland Marathonlauf: Toivonen, Finnland Hochsprung: Kotkas, Finnland Stabhochsprung: Wegner, Deutschland Weitsprung: Leich um, Deutschland Kugelstoßen: Viiding, Estland Diskuswerfen: Andersson, Schweden Speerwerfen: M. Iärvinen, Finnland Hammerwerfen: Pörhölä, Finnland Zehnkampf: Sievert, Deutschland Dreisprung: Peeters, Holland. Von den 22 zur Vergebung gelangten Titeln fielen also sieben an Deutschland, fünf an Finnland, drei an Holland, zwei an Ungarn und je einer an Schweden, Italien. Frankreich, Estland, Lettland. Rund um die Wettkämpfe. Der erste Wettbewerb des Sonntagnachmittags ergab einen deutschen Erfolg, und zwar durch den deutschen Meister und Rekordmann Scheele im 400 - Mrtex ' Hiixdrvlgüi. Zm letztM Bogey lag der Deutsche noch im Hinterfelde, dann war aber keiner seiner Gegner seinem Endspurt gewachsen. Er siegte mit deutlichem Vorsprung in der neuen deutschen Rekordzeit von 53,7 Sekunden. Den nächsten deutschen Sieg brachte dann die 4X100- Meter-Staffel. Hier hatten Schein, Gillmeister und Hornberger so gut gelaufen, daß Borch- meyer nur noch einen Vorsprung von drei Meter zu verteidigen hatte, was ihm auch gegen den Schlußmann der Ungarn gelang. In genau 41 Sekunden durchlief die deutsche Staffel als siegende Mannschaft das Ziel. Mit besonderer Spannung sah man auch der 4 X 4 0 0 - Meter - Staffel entgegen. Hier hatte Deutschland die Niederlage gegen Schweden vom letzten Sonntag gutzumachen. Das gelang, denn die vier Deutschen Hamann, Scheele, Voigt und Metzner durchliefen die Strecke in 3:14,1 und ließen dabei die Schweden hinter sich, Nordhessens Neulinge behaupten sich. Als Charakteristikum der Sonntags-Ergebnisse im Gau Nord Hessen ist das hervorragende Abschneiden der beiden Neulinge zu erwähnen. Eine überaus schwankende Seele scheint dabei die Spvgg. Langenselbold zu besitzen, die nach ihrer katastrophalen 1:6-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen den SV. Kassel diesmal mit einer vorzüglichen Leistung aufwartete und dem FC. Hanau 93 ein 2:2 abtrotzte. Auch Germania Fulda ließ jeden Respekt vor Kurhessen Kassel vermissen und gewann 2:1. Hohe und erwartete Siege erkämpften der VfB. Friedberg über Sport Kassel mit 5:1, Borussia Fulda über Spielverein Kassel mit 4:0 und Hessen Hersfeld über Kassel 03 mit 3:0. Ueberraschungen im Gau Südwest. Die Meisterschaftsspiele im Gau Südwest endeten nicht ohne Ueberraschungen. In erster Linie ist hierbei die Niederlage des Meisters Kickers Offenbach zu erwähnen, der auf dem Platze des FSV. eine Niederlage bezog. Die Frankfurter präsentierten sich in einer ausgezeichneten Form, die den Sieg mit 3:2 (1:1) in jeder Weise rechtfertigte. Daß die Frankfurter Eintracht es in Neunkirchen schwer haben wird, war oorauszusehen. 1:1 (0:0) endete der Kampf. Einen einwandfreien Sieg mit 3:1 (0:0) erzielte Phönix Ludwigshafen über den FK. Pirmasens. Zu einer Punkteteilung kam es ferner in Kaiserslautern, wo der 1. FC. Die Spielsaison nicht in bester Form antrat und sich gegen die Spfr. Saarbrücken mit einem 1:1 (1:1) begnügen mußte. Zu dem erwarteten Sieg mit 3:2 über Saar 05 Saarbrücken kam Wormatia Worms auf eigenem Platz. Nleislerschafts-Fuhball in Bayern. Wegen des Reichsparteitages in Nürnberg kamen am Sonntag in Bayern nur zwei Gauligafpiele zum Austraa. In München standen sich Wacker München und Jahn Regensburg gegenüber. Die Münchener errrangen einen knappen 3:2-Sieg. Einen weiteren Sieg für München, das in dieser Saison einen so erfolgreichen Start gehabt hat, gab es in Schweinfurt, wo die „Löwen" den FC. Der zweite Faßball - Länderkampf zwischen Deutschland und Polen wurde am Sonntag im Warschauer Militär-Stadion vor 35 000 Zuschauern ausgetragen, unter denen sich gut 5000 deutsche Schlachtenbummler befanden. Die deutsche Mannschaft kam wieder zu einem Sieg, der mit 5:2 etwas deutlicher ausfiel, als das 1:0 im Dezember in Berlin, der aber auch erst in der letzten Viertelstunde des Kampfes sichergestellt werden konnte. Die Polen hatten für den Kampf einen sehr stimmungsvollen Rahmen geschaffen. Die deutschen Gäste wurden glänzend ausgenommen und am Nachmittag konnte man feststellen, daß die polnischen Zuschauer sich sehr objektiv verhielten und sowohl die guten Leistungen ihrer Landsleute als auch die der Gäste mit Beifall bedachten. Eine ungeheure Begeisterung hatte sich der Massen bemächtigt und hielt von Anfang bis Spielende an. Die Polen zeigten sich wieder als beherzte Kämpfer, aber auch als gute Spieler von großem technischen Können. Die beiden. Mannschaften traten in den gemeldeten Aufstellungen an. Polen bradjte Fontowicz; Martyna, Bulanow; Kotlarczyk II., Kotlarczyk I., Mysiak; Riesner, Pazurek, Nawrot (nach Halbzeit: Ciszewski), Willi- mowski, Wlodarz. Für Deutschland spielten: Buchloh; Janes, Busch; Zielinsky, Münzenberg, Bender; Lehner, Siffling, Hohmann, Szepan, Fath. Als Schiedsrichter ungierte Olsfon (Schweden) mit viel Geschick. 1:1 bei der Pause. Als der Kampf auf dem wunderbar hergerichteten Platze begann, spielte die deutsche Mannschaft zunächst überlegen. Es lag aber in der Arbeit der Deutschen eine etwas überheblich erscheinende Oie Kämpfe des Samstags. Hatte schon der erste Tag der Leichtathletik- Europa-Meisterschaften im Turiner „Mussolini- Stadion" ein für die deutsche Athletik äußerst günstiges Bild entworfen, so war die Bilanz am Schluß des zweiten Tages noch erfreulicher: Drei Deutsche, Borchrneyer (100 Meter), Metzner (400 Meter) und Leichum (Weitsprung) erkämpften sich den bedeutungsvollen Titel eines Europa-Meisters jeweils in so eindrucksvoller Art, daß sie ihre neue Würde mit Fug und Recht tragen. — Im übrigen ist zu sagen, daß das Mussolini- Stadion zwar auch am Samstag in seiner architektonischen Schönheit erstrahlte, jedoch die Zuschauerzahl war auch diesmal wieder verschwindend gering. Borchmeyers großer Sieg. Nach zwei Fehlstarts, von Borchrneyer und Sir (Ungarn) verursacht, kam das Sechser-Feld gut ab. Der Holländer Berger lag in prächtigem Antritt sofort an der Spitze, jedoch kämpfte sich Borchrneyer bei 60 Meter heran, lag mit Berger und Sir auf gleicher Höhe und gewann schließlich in den letzten Sprüngen noch sicher in 10,6 vor Berger und Sir (je 10,7). Hänni (Schweiz), Osendarp (Holland) und Hornberger (Deutschland) gaben sich geschlagen. Wehner über 400 Nieter... Ebenfalls sechs Bewerber traten zum 400-Meter- Lauf an. Deutschlands Meister Metzner plagte das Feld von Beginn an durch ein höllisches Tempo, jedoch hatte der Innenbahn laufende Franzose Skavinsky im Zielbogen die Kurvenvorgabe aufgeholt und schickte sich jetzt an, die Spitze zu übernehmen. Der Schwede von Wachenfeldt und der Franzose lagen schließlich 80 Meter vor dem Ende zusammen mit dem Deutschen auf gleicher Höhe. In den letzten Metern war Metzner jedoch nicht zu schlagen. Er siegte in 47,9 vor Skavinsky und Wachenfeldt (48 Sekunden). Leichum sprang 7,45 Nleler. Im Weitsprung erreichte der Stettiner Leichum 7,45 Meter und gewann damit klar vor dem Norweger Otto Berg mit 7,31 Meter. Der deutsche Meister Long placierte sich mit 7,25 Meter als Dritter. Die übrigen Wettbewerbe. lieber 110 Meter Hürden hatten wir ebenfalls einen schönen Erfolg. Wegner belegte hier nach scharfem Kampf hinter dem in 14,8 siegenden Ungarn Kovacs den zweiten Platz in 14,8 vor Al- brechtson (Norwegen). Das Diskuswerfen gewann in Abwesenheit von Sievert der schwedische Weltrekordmann Harald Andersen mit 50,36 Meter. Im Hammerwerfen holte sich der Finne Pörhölä mit 50,34 Meter den Titel vor dem Italiener Vandelli (48,69 Meter). Der deutsche Rekordmann Seeger-Oßweil muhte schon in den Dorkämpfen ausscheiden. Im 50-Kilometer- Gehen schieden die beiden Deutschen Schnitt und Bleiweiß auf halbem Wege infolge der großen Hitze aus. Sieger wurde der lettische Weltrekordmann Dahlinsch in 4:49,52 vor dem Schweizer Schwab in 4:53,08. Der deutsche Weltrekordmann Hansheinrich Sievert führt nach fünf Hebungen (100 Meter in 11,2, 400 Meter in 49,6, Weitsprung 7,00 Meter, Kugelstoß 14,77 Meter, Hochsprung 1,80 Meter) des Zehnkampfes überlegen mit 4418,56 Punkten vor Dimza (Lettland) (4153,04 P.), Guhl (Schweiz) 4038,43 Punkten und Dahlgren (Schweden) mit 3971,27 Punkten. Eberle (Deutschland) folgt auf dem 7. Platz. Oie Entscheidung am Sonntag. Die ersten Europameisterschaften in der Leichtathletik wurden am Sonntag in Turin nach dreitägiger Dauer beendet. Für Deutschland war die Veranstaltung recht erfolgreich, denn allein sieben Europameister konnten wir stellen und Damit kamen wir auch zum Gesamtsieg in der Länderwertung. Ernst Borchmeyer hatte am Samstag den 100-Meter-Lauf gewonnen, doch wurde diese Entscheidung am Sonntag auf Einspruch des Holländers Berger zu dessen Gunsten umgeändert. Deutschland kann aber mit dem Erfolg in Turin durchaus zufrieden sein. Erfreulich ist auch, daß unsere Vertreter in einzelnen Disziplinen, in denen sie am Sonntag vorher in Stockholm unterlegen waren diesmal die Schweden hinter-sich lassen konnten. Besonders erfreulich ist die Revanche in der 4 mal 400- Meter-Staffel, die uns in Stockholm den Sieg gekostet hat. Man darf hoffen, daß die Europameisterschaften der Leichtathleten nun eine dauernde Einrichtung werden. Eine solche Heerschau der europäischen Leichtathletik ist gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele und die gerade bei dieser (Belegen» Die ersten Punkte sind in Naunheim geblieben Beim Feldberg-Rennen im Taunus, das am und es hat sich erwiesen, daß die Mannschaft des l Sonntag nach sieben Jahren zum erstenmal wieder Gastgebers guf eigenem Geländtz und vor heimi» gusgefahrey wurde, stellten dltz Fahrer in allen Spielvereinigung 1900 — BSC. Sinn 3:0 (1:0). FV. Naunheim — VfB.-Reichsbahn Gießen 4:3 (1:2). Watzenborn-Steinberg — Frohnhausen 5:3 (1:2). Dillenburg — SV. Wetzlar 1:3 (0:2).