He. 158 (totes Blatt 184. Jahrgang Dienstag, lO.Zuli 1954 xk**AM ^I***A*AA^ S5S @6B«net Familienblätter JW 'W W‘ JWk MV ■■ M HU W JWT /1'vA V.-1V Srundpreise für 1 mm höhe im Bild. Di- Scholl- ■ BWI AWH ? i WH M fl W y M W ■■ Je Irll H 1/ 9 sür Anzeigen mm l?ÄeÄlT95 111 ■ lf I I l[ I X jl 9 । I ÄR |C M, knz-!g-nn?n70mmDr-?t'° : iS ^CF l-V IIVI >V V> II- iV V V K1ÄS Sw.iÄS KJ V «.w iniolae höherer Gewalt ___ _ Stellen:, 93eretns», gemein* SS General-Anzeiger für Oberhessen ZZWZ rillte: Anzeiger Liehen w ’ behördliche Anzeigen KRpf. SnnttwuÄin 1168« Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfilätsvuch- und Steindruckerei R.Lange in Siehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 M-ng-nabschiühestaffeiB Paris schraubt seine Hoffnungen herab im (gez.) Lutze/ gestattet. München, 7. Juli 1934. le n in Lo* aufgeste^ 328 Punk» fettiger Zusammenarbeit; 2. dürsten sie keine Hemmung des ursprünglichen Locarno v e r t r a g e s mit sich bringen, was der Fall sein würde, wenn den westeuropäischen Staaten Verantwortlichkeiten in anderen Gebauten auferlegt Ileichsminister Dr. Goebbels spricht über al !e deutschen Sender am heutigen D i e n s- t asz, oon 20 bis 20.30 Uhr, über das Thema „Der 30.13tnt im Spiegel des Auslandes". Ende der rutsch-deutschen Zus am* me narb eit und die Beseitigung der Gefahr, Nußland könne für Deutschland ein Hauptlieferant für Rohstoffe werden", zur Stabilisierung der europäischen Lage beitragen. England werde gegenüber den französischen Bemühungen eine wohlwollende aber passive Haltung einnehmen. Man dürfe aber nicht von England erwarten, daß es sich in Berlin oder anderswo für die französischen Pläne verwende. Zu den Verhandlungen für die Flo11enkon - ferenz, die von Piötri geführt werden wird, erklärt das „Echo de Paris", der Wunsch, Deutschland zu den Verhandlungen hinzuziehen, gehe aus Frankreich zurück. England widersetze sich jedoch diesem Wunsche, da nach seiner Ansicht die Hinzuziehung Deutschlands auch e i n e ' E i n - ladung Rußlands nötig machen würde. England befürchte, daß auch dann die Frage der Meerengen und die Frage des Gleichgewichts im Mittelmeer aufgeworfen werden könnten. Im übrigen habe man feststellen können, daß auch England gegen den Bau von 35000-Tonnen-Kreuzern fei. Paris, 10. Juli. (DRB. Funkspruch.) Die Londoner Sonderberichterstatter der großen Informationsblätter sind nicht in der Lage, wesentliche Einzelheiten über den ersten Tag des gegenseitigen Meinungsaustausches zu bringen, da die amtlichen Kreise sich in völliges Stillschweigen, hüllen. Die Zurückhaltung soll auf einen ausdrücklichen Wunsch der englischen Regierung zurückzuführen sein, die auf die öffentliche Meinung in England Rücksicht nehmen müsse. Man behauptet, daß die Darlegungen Barthous über Die französische Auffassung von dem System regionaler Pakte auf Die englische Regierung einen sehr guten Eindruck gemacht hätten und daß wahrscheinlich London einem Ostlocarnopakt wie auch einem Mit- telmeerpakt wohlwollend gegenüberstehe. Wenn sie sich auch in keiner Welse an diesem Abkommen beteiligen werde. „Echo de Paris" meint, die englischen Bedenken gegen die neue französisch-russische Politik, die darauf hinausginge, daß Frankreich vielleicht nicht mehr soviel von einer englisch-französischen Zusammenarbeit halte, seien beseitigt, nachdem man sich in England davon überzeugt habe, daß „das SA. und Sammelurlaubsreisen ins Ausland. München. 9. Juli (DNB.) Der Chef des Stabes, Lutze, erläßt folgende Verfügung: „In Erweiterung der Urlaubsverfügung Nr. 16694 vorn 2. Juli 1934 genehmige ich, daß Angehörige der SA. sich an Sammelurlaubsreisen in das Ausland beteiligen, sofern diese Sammelreisen von nationalsozialistischen Organisationen, wie NS.-Volkswohlfahrt, NS.-Lehrerbund usw., durchgeführt werden. Das Tragen des SA.-Dienstanzuges bei Reifen in das Ausland ist in keinem Falle Office die Worte Bismarcks über die Engländer äußern können: „Diese Leute wollen sich von uns nicht lieben lassen". „Daily Expreß" meldet, die gestrigen Besprechungen hätten unter dem Zeichen der Königsberger Rede von Rudolf Heß gestanden. Die Erklärung des Stellvertreters des Führers habe Barthou feiner geschickt vorbereiteten Beweisgründe über die angeblichen An - griffsgelüste Deutschlands beraubt. Der englische Außenminister Sir John Simon sei in der Lage gewesen, auf die Rede von Heß hinzu- ! weifen und zu erklären: „Deutschland ist Barthous Fühlungnahme in London. England zeigt zwar höfliches Interesse für die französischen paktpläne, läßt sich aber auf eine eigene Teilnahme nicht ein. Nach Londoner Meldungen hat der Abgeordnete Grattan-Doyle es für nötig befunden, im englischen Unterhaus eine Anfrage an die Regierung zu richten in der er ihre Aufmerksamkeit auf einen Artikel des Deutschenhassers Wickham Steeb in der Zeitschrift „Nineteenth Century" lenkte und sich zugleich erkundigte, ob die englische Regierung beabsichtige, angesichts dieser Veröffentlichungen besondere Maßnahmen zu ergreifen. Wickham Steed hatte vor einiger Zeit Deutschland beschuldigt, Experimente mit Krank- heitsbazillen auf Untergrunbbabnftahonen und Plätzen in Paris und London angestellt zu haben. Diese albernen „Enthüllungen" hatten nicht nur tn der englischen Presse die Runde gemacht sondern sie waren auch begierig von den Pariser Hetzorganen aufgegriffen worden, die das Stichwort ihres englischen Kollegen zu einer umfassenden Stimmungsmache gegen das nationalsozialistische Deutschland benutzten. Im Zeichen der Reisevorbereitungen des französischen Außenministers Barthou der Sonntag über den Kanal fahren soll, kam diese Verleumdung den Pariser Redakteuren, die sich auf höheren Befehl für die Schaffung einer deutschfeindlichen Atmosphäre in London und die Gewinnung der englischen Freundschaft einzusetzen hatten, besonders gut zu statten. Die „deutsche Gefahr wurde wieder einmal in den grellsten Farben gemalt. So hoffte man die englische Öffentlichkeit, auf deren Meinung die englische Regierung bei allen politischen Entscheidungen großen Wert legt mit einer neuen Lüge vergiften und gegen Deutschland aus- hetzen zu können. . Um so bedauerlicher ist es, daß Mr. Valbwm als Vertreter der britischen Regierung die Anfrage im Unterhaus lediglich damit beantwortete, daß ihm der Artikel bekannt fei, daß er aber offiziell von der deutschen Regierung dementiert worden sei. Im übrigen sei Die Verwundbarkeit der Londoner Un- tergrunbbahnstationen ein Gegenstand dauernder Beobachtungen der Regierung, die sie als einen Teil bet allgemeinen Luftschutzes betrachte. Es liege nicht im öffentlichen Interesse, weiteres zu sagen. Mr. Baldwin hat es also oorgezogen, statt einer eindeutigen klaren Ablehnung dieser Hetze sich mit einer ausweichenden Antwort zu begnügen, die alles weiteren Kombinationen dunkler politischer Geschäftemacher Tür und Tor offen laßt. Wir wollen daher das Versäumte nachholen unö dem Stellvertreter des Ministerpräsidenten auf die Forschungsergebnisse der objektiven Wissenschaft hm- weisen, die 'ihm sicher nicht fremd sein durften und deren öffentliche Bekanntgabe dem Ziel der auch von Mr. Baldwin gewünschten Reinigung der internationalen Atmosphäre wohl besser gedient haben würde, als ein zauderndes Drumherumreden. „Bakterienkomplott." Oer Llnsinn der neuesten Greuelmärchen in der englischen presse. nehmen würden. 2. Den Mttelmeerpakt, der Frankreich, Italien, die Balkanstaaten und die Türkei umfassen würde. , s 3. Die Unterzeichner des Locarnovertrages und der beiden neuen Regionalpakte werden einen „Acte general“ unterzeichnen, der die Hauptpunkte dieses Vertrages in ihrer Beziehung zu den Klauseln des Völkerbundsstatuts verkörpern würde. Frankreich soll den nordosteuropalschen Pakt garantieren, während von Rußlan d eme Garantie des Locarnovertrages erwartet werde. Die Darlegungen Barthous, sagt „Times , feien zwar sehr aufmerksam von den englischen Vertretern a - gehört worden, die Stellungnahme der eng scheu ßo9cearnno h7nVu s^ einzugehen, fei jedoch nicht sagt, daß Me. nach enalischer Ansicht nur unter z w e i -ö e di2 gun gTn für' ?°n Frieden wirken konnttn: 1 müßte jeder wirklich em „Locarno fein, in Tem frühere Verbündete und Feinde frei vereinigt sind in gegenseitigem Vertrauen und gegen- über 70 Personen fe ft genommen mürben Wegen Besitzes von verbotenen, durchweg von der Schweiz eingeschmuggelten Druckschriften kommunistischen Inhalts oder wegen kommunistischer Zellenbildung. In Singen wurde eine im Speicheraum versteckt gehaltene große marxistische Bibliothek aufgefunben. Oie amtliche Mitteilung. London, 9. Juli. (DNB.) Am Schluß der englisch-französischen Unterredungen am Montagnachmittag wurde vom Foreign Office eine Verlautbarung herausgegeben, in der es heißt: Der französische Außenminister Barthou und der französische Kriegsmarineminister P i e t r i haben im Foreign Office einen Besuch abgestattet. Sie wurden vom britischen Außenminister Sir John Simon, vom Ersten Lord der Admiralität Eyres-Monsell, von Eden, vom Unter- taatssekretär Sir Robert Dansittart und vom parlamentarischen Unterstaatssekretär im Kriegs- minifterium Stanhope empfangen. Die Unterredung trug einen besonders herzlichen Charakter. Sie erstreckte sich auf einen Meinungsaustausch über europäische Fragen, Die die beiden Länder interessieren. Der Meinungsaustausch wurde am Nachmittag von -den Außenministern der beiden Länder fortgesetzt. Der französische Kriegsmarme- minifter Pietri und der Erste Lord der Admiralität Eyres-Monsell hatten zu gleicher Zeit im Gebäude der Admiralität eine Zusammenkunft, bei der Die Vorbereitungen für Die Flottenkonferenz erörtert wurden. Weitere Zusammenkünfte werden Dienstag vormittag im Foreign Office und im Gebäude der Admiralität stattfinden. Barthou zitiert Bismarck. „Diese Leute wollen sich nicht von uns lieben lassen." London, 10. Juli. (DNB. - Funkspruch.) In ihren Berichten über Die Besprechungen Barthous beschäftigt sich die englische Presse eingehend mit dem französischen Vorschlag eines gegenseitigen Unterstützungspaktes, . rote er am Montagnachmittag der englischen Regierung unterbreitet wurde. Nach der „Times" haben die Franzosen erneut betont, daß sich das geplante System streng an das V ö l k e r b u n d s st a t u t und den Locarno-Vertrag anlehne und sich gegen keinen einzelnen Staat richte. Es fei auch bargelegt worden, daß der geplante Pakt von der französischen Regierung irgendeiner Ausdehnung des Systems der militärischen Bündnisse vorgezogen werde. Das französische Paktprogramm umfasse drei Hauptpunkte: 1. Den nordo st europäischen Pakt der gegenseitigen Unterstützung, andern Deutschland, die Sowjetunion, die Tschechoslowakei, Polen und die baltischen Staaten teil- daß durch die Fortsetzung des Kirchenkampfes ihr Ziel der SchaffungeinerwahrenVolks- gemeinfchafl gewollt oder ungewollt untergraben wird. Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit, Ordnung und Ruhe verbieteichdaher hiermit bis auf weiteres ausnahmslos alle den evangelisch e n K i r ch e n st r e i l b e t r e f f e n d en A u s- einandersehungen in öffentlichen Versa m m l u n g e n, in der P r e s s e, in Flug bl a ltern und Flugschrislen und ersuche, die in Betracht kommenden Dienststellen unverzüglich zur Durchführung dieses Verbotes mit den erforderlichen Weisungen zu versehen. Amtliche Kundgebungen des Reichsbischofs bleiben hiervon unberührt. Polizeiaktion gegen Kommunisten im Bodenseegebiet. Karlsruhe, IC Juli. (DNB.) Echan seit lau- qerer eZtt konnte die Geheime Staatspolizei fest- ftellen, daß rnit Unterstützungder Sch w e i - zer Kommunistenzentrale sich besonders in den Städten S i n g e n , R a d o lfze l l u nd Kon stanz neue illegale k o m m u n i ft i = i ch e Hellen bildeten. In allen drei Städten wurden Hausfuchungen durchgeführt, in deren Verlauf n"||en gelangt, wie ihre Kameraden tn Deutschland. Keine öffentliche ErMermg des evangelischen Anchenstreils. Ein Erlaß des Rcichsiimcmmmsters. Berlin, 9. Zull. (DNS.) Der Reichsmlnl- st er d°- Innern ha. an di- c-nderregi-rung-n folgenden Erlast g-richlcl: Der non der Reichsregierung und dem deutschen Volk im cnnngelischen Sirchenstrei« h er bei ge- ’ -' L t h liegt beduuerl.cher we.se wimmer in der Ferne, Ungeachtet mei- ner wiederholten öffentlichen Hinweise aus die Rot- einer Befriedung wird der Kampf »ad dadurch das Aufbauwerk der Regierung gesährde. und gehemmt. beViff und fein kann, sichln innerkirchllchc Angeleg-uh-ilen -in;umeng-n, ann aber unter keinen Umständen rulassen, MRusüberAiemandsiand. Aas von Granaten zerwühlte, von Millionen mit ihriin Blut getränkte Land zwischen den geg - nskiischen Fronten des Weltkrieges hatte in der deutschen Sprache eine sehr klare Bezeugung gefunden, die bann auch von anderen VÖükern ausgenommen wurde: Niemandsland. WOer Mensch noch Pflanze konnte in jener Zone bec Verwüstung gedeihen. Im kleinen bot sie bas Abbild dessen, was aus dem gesamten Abendlande wird, wenn nicht endlich die Völker versuchen, statt sich» durch jene Staatsmänner führen zu lassen, deren W«rk der Weltkrieg war, über das Niemandsland di! Hände zu r e i ch e n. So sehr jede Nation Ml müht, nach dem Weltkriege, dessen Verwüstungen durch eine Weltwirtschaftskrise noch vollendet würben, sich herauszuarbeiten, um so hartnäckiger mttb bas Bestreben der Staatsmänner der Vor- frugijeneration, Die alten Militärbünd- n-bijj: aufzupolieren, deren Bestehen nur denkbar iftlöt einer künstlichen Züchtung jenes Ungeistes, Iben sh wie Gifttau auf Europa gelegt hat. )ii Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, har r it seiner großen Friedensrebe an die Welt appd ert. Er hat ohne Bezugnahme auf bie mner- beMe Entwicklung, die uns allein angeht, Die grujex Gegensätze umrissen, die heute Europa zer- flüfte-. Als Vertreter der Frontkämpfergeneration, y i) re lang burch das Grauen des Weltkriegs it! appellierte er an bas Gefühl einer inneren ^-binbenheit berer, bie, vom gleichen Tode be- briDljt im gleichen Schlamm standen und gleiches Lc ib rrugen. Auch dem Frontsoldaten der Gegenseitig in den langen Jahren doch bie Frage immer dx ngcher geworben: wofür schlugen nur u f> Solange bie Kanonen brüllten und die Ma- schüuengewehre knatterten, gab es nur bie eine MM die Verteidigung bes Vaterlandes. Der ehe- mMv> englische Kriegsminister Winston Churchill, ein Mann, den die britischen Militärsachver- ftitnbigen anklagen, als Typ des militärischen Di- lentcnen vor Galipoli nutzlos viele Taufende von BUlex in den Tod gejagt zu haben, hat — er ist be»fet»e geblieben — in gellender Wut geschrien, mem Zürse Deutschland nicht glauben. Diese mächtige Rlisse die die ganze Welt bekämpft und bemat^be= sichte befinde sich wieder auf dem Marsche. Nem, wir nerben nur marschieren, wenn man glaubt, in unfer Gebiet einbrechen zu können. Das wirb auch jeker Franzose ober Brite tun. Aber sollen bie Vol- feir rieber ihre Heere marschieren lassen, weil die UMigkeit ber Parlamentarier, die Verfilzung mit dM-Fnteresfen der Kanonenkönige, die Starrheit Dun Staatsmännern, bie sich nicht von bem trennen tHiwn, was sie vor bem Weltkriege als Elnkrei- fuuwspolitif trieben, sich nicht änberten? Ueberfiept man brüben in Frankreich, daß Nationen wie DSultjchland, Italien unbPolen heute von ehemaligen UlMsoldaten geführt, auch große Gegensätze durch el-!r.ic,e Aussprache überbrückten? Wenn man im ai:ten Lager Deutschland für wieder erstarkt an in7M>r Volkskraft hält, dann sollte doch gerade die TbAche, daß ein Starker den Frieden anbietet Der Beweis für die tiefe Ehrlichkeit dieses Fne- ÄÄnrcnaebotes fein. 2er deutsche Frontkämpfer und ber junge Deutsche, btte leibe genau so stolz auf ihr Vaterlanb finb wjiß «in Franzose ober Brite auf bas feine, wissen ql, baß um kleine Gebietsfragen es sich mcht loHnt Millionen gegeneinanber in ben sicheren Tob Mt IctScken. Bereits in feiner ersten großen Fneben- reibt nat ber Führer barauf verwiesen. Mit gram- liidtn Mißtrauen, mit ben alten vergifteten Schlag- tmoiün unb bem Versuchen, bie Haßpfychose wieber amhumarmen, würbe biefe unbestreitbare Tatsache TimiDiegen versucht. Seitbem ist der Traum ber Bölter auf Abrüstung in Gens eingesargt worben. Tieicben Staatsmänner sinb wieber am Werk, Dte b« is alte Einkesselungssystem gegen Mitteleuropa rieben. Ihnen stellen sich bie Staatsmänner ent- m bie im Kriege selbst bie Schlachten schlugen D b aber für einen Frieben unb für eine Verstan- tura unb für eine Revision von Bestimmungen d, Die nur Unfrieben wecken, weil ber blinbe Haß cebar. Deutfchlanb, jeberzeit wehrhaft gegen «n ruchlofen Angriff, will ehrlich ben Frieben. !i innigem Nachbenken würbe auch in Pans doch nn sich bie Erkenntnis kommen müssen, baß die j|ie"ige Politik ber Drahtverhaue, ber Barrikaben gen ben Frieben, bes Bajonettefchleisens unb bes dt üftens nicht nur im Uebermaß bie Kräfte eines lhö’s beansprucht, fonbern auch bahin führt, baß s System ber militärischen Geheimverträge wie- r liommt, in besten gespannter Atmosphäre ber ,Miien sich an einer Nebensrage entzünbete, um lliefciid) ungeheure Werte zu Asche zu verbrennen, fcmarrf hatte gemeint, bie Offenheit fei bie Diplomatie. Die Staatsmänner, bie nur in unb Militärbünbnisten unb Rüftungsziffern Win ohne jemals am eigenen Leibe erfahren zu laben, wohin biefes System führt, schwiegen auf jeben ehrlichen Friebensantrag. In 2)evtchlanb, Italien unb Polen haben die Masten dN Frontkämpfer eine Regierung von Mitkamp- fiih, unb fo wollen Regierung unb Volk ben Friede Wo finb bie Masten ber Frontkämpfer, bte als Chr.fanber unb Franzosen unb Amerikaner uns einjt tl Qi-irhcr Tavferkeit qegenüberftanben unb wiyen, »ft ein Krieg^bebeutet. An sie alle hat Rubolf Heß würben. r Die konservative, französischen Kreisen nahe- stehenbe „Morning Post" behauptet als einiges Blatt, baß zwar ein politisches englisch-französisches Bünbnis nicht in Frage komme, baß man sich aber über eine militärische Zusammenarbeit zwischen ben beiben 8 tonale °,N-ws Chronicle" schreibt, Barthou 17-Nö! M-s das »oa dresche" l?.|nj nohn Oie Btt fötbrdlä nur den ze toöfc ab 1.1 i imidjt mehi ।« ist c (neue 21 Öompferbur "des Stahlh mnberührt. wer fomir es 2161 Äai w 'Minister Mlifkifchei W, ist cm Wen Vei MsM Qngn inetuitej Der nach iJMin D( INroerlel Mn ist' SQien Der Worbfee z, englifc «Mitten. Asehlshabt «Efitniral K r8" ( fe fiLJwme wjieUer P, Ni & Weinet D«i ®hberen *• in L, .-Cin Q dr ! Klei! Der hei tz.m preußi nitib W Weloffung Meichsmini Wolksbildu liunga u fckettoren Oie Frühkarioffelversorgun gesichert. Uebergangsvereinbarungen mit dem Ausland. Berlin, 9. Juli. (DNB.) Die Reichsregiey hat nach einer Veröffentlichung im „Reichsanz^ den Kartoffe l z o l l bis zum 31. Juli d. y.} 6 auf 2 Mark je Doppelzentner ermäßigt' Die Anfang die-ses Monats eingetretene Kno^ heit an Frühkartoffeln, die durch große Trockenheit und erhebliche Frostschäden einem Teil der Anbaugebiete hervorgerufen wu I1 darf jetzt als endgültig beseitigt bezeig werden. Dadurch, daß im Rheinland mit Frühkartoffelernte um etwa drei W och früher begonnen werden mußte, weil in fern Gebiet keine alten Kartoffeln beschafft n>e: konnten und dadurch, daß bei den Mittelsorten ■ lieb er gang etwas schwierig mar, entstand oorii 1 gehend Knappheit, die aber durch 23 e r e in: ‘ rungen mit dem Auslände b efeit werden konnte. So wurde Holland eine en liche Kontingentserhöhung zugestanden, die täj 1 35 Waggons außerhalb des Kontingents bttj Italien liefert täglich 40 bis 60 Waggons. Belgien ist ebennfalls eine Erhöhung des J । tingents vereinbart worden, und zwar ist die 3it । bis auf weiteres auf 50 Waggons täglich geftei 1 worden. Nach dieser Zeit ist mit einem entfpreä i den Zugang aus deutscher Ernte zu rechnen, 1 Südwest de utschland konnten entftaiü | Schwierigkeiten aus eigener Kraft übermin werden, Das Gerede von der Einführr ; einer Kartoffelkarte, i ft d o Ute 1 men grundlos. Geschäfte, die die Knapphei einer Preissteigerung auszunutzen Der1 ten, sind wegen unrechtmäßiger Preiserhöhung; schlossen worden. Der Reichsnährstand bett tet es nicht nur als seine Aufgabe, dem Erze: einen gerechten Preis zu gewähren, sondern na« weisen, daß er im Dien st e der Gesamth: steht. Jede Preisüberbietung wird er mit allen! teln zu verhindern wissen. Der festgesetzte Mindestpreis ist a l s fester? gabepreis zu werten. Wenn vereinzelt oeni wird, höhere Preise zu nehmen, so erbittet Reichsnährstand sofortige Mitteilung, einschreiten zu können. Hinaus aufs Land. Ununterbrochen rollen aus den Großstädten Z mit jugendlichen Landhelfern hiin Junge Burschen, junge Mädchen, die gezwu^ waren, öffentliche Unterstützungen in Anspruch nehmen, werden für einige Wochen ihre um brauchten und brachliegenden Kräfte der ßanbn schäft zur Verfügung stellen, werden mit! ein Ziel vor sich sehen und werden allem zu spüren bekommen, daß sie nicht überzc und überflüssig sind. Schade nur, daß die : sten von ihnen, sobald der Wind über die Stop: selber fegt, wieder zurück müssen.. Doch viele e den bleiben und sich selbst aus der Stadt t\ das Land umpflanzen, womit ein r unbedeutender Nebenzweck der Landhelferaktionu reicht wird, nämlich dem Lande wieder Menft zuzuführen und die Bevölkerungsdichte in !t Städten aufzulockern. Auch der Arbeitsdienst, i sich in Gottes freier Natur abfpielt, wird manif Städter auf dem Lande seßhaft werden lassen. M sich diese Umschichtung fortentwickeln, sie nützt zu» dem, der sich über den Arbeitsdienst ober die £ai Hilfe braußen eine neue Existenz grünbet, fie wi i bann aber auch der Gesamtheit unseres Volkes , Ungarische Gäste der Hitle! fügend. München, 8.Juli. (DNB.) Die auf (Einlot des Jugendführers des Deutschen Reiches, $i dur von Schirach, nach Deutschland Eomn den Vertreter der ungarischen Level! wurden in Passau von dem Leiter der D lung Ausland der Reichsjugendführung, Dbero bietsführer Nabersberg, begrüßt. Die unp sehe Leventejugend, die den vorjährigen Besucht Hitlerjugend in Ungarn erwidert, wird von M P 6 r y geführt. Bei der Begrüßung führte D gebietsführer Nabersberg aus, daß diese gegen tigen Besuche der Jugend fremder Länder airal sten die freundschaftlichen Bande der Völker eq knüpfen. Major Psry erwiderte, man wolle I gegenseitige Freundschaft der beiden Länder, I durch Blut besiegelt und schon seit Jahrhundert andauert, weiter pflegen. Die jungen Ungarn I men nach Deutschland, um eine vorwärtsstreb und aufbauenbe Nation kennenzulernen. Am M fuhren bte Ungarn, die auf ihrer Deutschlands von 60 Hitlerjungen begleitet werden, nach w chen. Auf ihrer weiteren Fahrt kommen die H garn über Rothenburg und Frankfurt a. 1 nach Köln, wo sie vom Reichsjugendführer be$o werden. Am Samstag trifft die ungarische Leo» in Berlin ein. Das Königspaar von Siam bei der Berliner Hitlerjugend. Der König und die Königin von Siam und 1 Begleitung folgten einer Einladung der Hitlerjug zu sportlichen Vorführungen nach t Stößensee. Von der Veranda des Bootshai aus konnten die Gäste Freiübungen, ©anitätsüii gen ufw. beobachten. Im Anschluß daran b«I 1 sich das Königspaar auf ein Motorboot und * folgte mit Interesse den Kutterdienst der Mali HI. und eine Reihe von Rettungsschwimmübunf In schneller Fahrt ging es bann nach dem O Hitler-Stadion in Lichterfelde. Unter 1 Klängen des Marsches „Preußens Gloria" erst! der malerische Einmarsch der HJ.-Fahnen und BDM.-Wimpel sowie der HI.-Formationen. • bietsführer Jahn hob in kurzer Ansprache hett daß die Berliner Hitlerjugend stolz darauf sei, 6 aerobe sie Gelegenheit habe, ben Vertretern eil fremben Macht Teile ihrer Arbeit zu zeigen., schloß mit einem Sieg-Heil auf die Gäste. Sport!« Vorführungen der HI. und Volkstänze der 3* ! möbel zeigten bann bie gute gymnastische 2)i®| । bilbung ber Hitlerjugenb. Beteiligung der Wehrmacht an »Kraft durch Freude". Berlin, 7. Juli. (DNB.) ReichswehrmÄ von Blomberg hat eine Verfügung erlal die Volkstumsarbeit, Freizeitgestaltung und 3 teiligung ber Wehrmacht an ber NS.-GemeiM 'Kraft burch Freube" behanbelt. Danach R Heimat- unb Naturliebe, Brauchtum unb Mulik unb Spiel, Heim- unb Kasernengestabr in ber Wehrmacht ihre solbatische unb notier sozialistische Prägung erhalten. Wichtigstes w dazu ist eine sinnvolle FreizeitgLst^ ig, die Ministerialräte Dr. Helmut B o« w Reinhard Sunkel zu Ministerial- machen. 'N r. i ft e r 5 D r. Goebbels und der national« hat den Kieler Nur ständige Spistenleistungen clistrfchen Bewegung in Schutzhaft genommen ’ ist am 5. Juli vom Sondergericht in Eutin vereinzelt J n< so erbitj itteitun: Ansterdam, 9. Juli. (DNB.) Das aus dem nach Amsterdam zur Unterdrückung der Un- rnhe entsandte Bataillon Infanterie ist am Mon- ift ober öie \ grünbef, fii\ nseres SoffA 'N M ir Nacht zum Montag endgültig gebro- )en werden. Lediglich eine größere Brandwache »in etwa 600 Mann, die über das ganze verheerte fielet verteilt wurde, blieb zurück, während die Lkd- ren Löschmannschaften, Reichswehr, SA., SS. in Lastautos abtransportiert wurden. /tfUAfti Wl'ftatten. Den Befehl über beide Schiffe hat der lSksihlshaber der Aufklärungsstreitkräfte, Konter- (»riildCni ' Aw ral Kolbe, der seine Flagge auf der „Kö- ^erg« gesetzt hat. ermöglichten diesen flufstieg! Di? Bundesleitung des N S. Deutscher n t k ä m p f e r b u n d (Stahlhelm) hat frr den gesamten Bund die Anordnung getroffen, tÜ5«ab 1. August 1934 das alte Stahlhelmabzeichen r««ss n Vergehens gegen die Verordnung des , man wc ftdiHspräsidenten vom 21. März 1933 zu einer >iben Landl (S- ängnisstrafe von vier Monaten seit Jahrh^ iMiurteilt worden. ^vorwärts!»' p-r nach der Sonnwendfeier am 23. Juni in Urnen AlN ill' ltzin von einem Stahlhelmer angegriffene und r Deutschs !i^-roerletzte SA.-Sturmführer Mol- erden, nach n ist seinen Verletzungen erlegen, kommen d * ontfurli kweuzer Königsberg , lendsühr" frf n verlassen, um zusammen mit dem in der ungarische 2-Wwsee zu ihm stoßenden Kreuzer „Leipzig" i )m englischen Hafen Portsmouth einen Besuch künstliche Bewässerung führte dort nicht zum.Ziel, und darum entstand auch das Institut gerade in dieser Gegend. Millionen von Rubeln haben die Experimente bereits verschlungen. Aber das hat die Russen niemals abgehalten, an ihren Versuchen festzuhalten. Erst in allerjüngster Zeit ist ihnen denn auch ein praktischer Versuch gelungen: Auf einem Gebiet von rund anderthalb Quadratkilometer erzeugten sie einen künstlichen Regen von 45 Minuten Dauer. Das Experiment gründete sich auf ein ganz besonderes Verfahren. Durch- ein neuerfundenes Gas wurde die Luft so sehr mit Wasserdampf durchsetzt, daß sich tatsächlich künstliche, wenn auch vorerst nocy winzige Regen- Wölkchen bildeten. Es kam aber zunächst noch nicht zu einem Niederschlage. Dann ging man daran, diese künstlichen Wolken elektrisch zu laden, wobei eine Funkstation mit einer ungemein komplizierten Maschine mithelfen mußte. Nun gelang der Versuch vollständig. Ja, man erzeugte sogar ein kleines örtliches Gewitter mit echtem Blitz und Donnerschlag und einem heftigen Guß, während ringsum leuchtend-blauer Himmel strahlte. Damit ist aber eine praktische Auswertung dieses gelungenen Experiments noch nicht gegeben. Denn die Versuche kosten eine Menge Geld und so ein Regentropfen ist noch zu teuer. Zur Zeit arbeiten die Forscher an der Verbilligung dieses Verfahrens, und vielleicht ist die Zeit wirklich nicht mehr fern, bis wir, je nach Wunsch, Regen oder Sonnenschein bestellen können. Meister Petrus müßte sich bann allerdings pensionieren lassen. Alarmmeldung: Blinder Passagier auf einem Ozeandampfer entdeckt! Dieses Wort, das bei der Lektüre spannender und abenteuerlicher Jugendbücher in unseren Kindheitserinnerungen eine so bedeutende Rolle spielt, ist immer noch, auch in unserer nüchternen Zeit, vom Hauch einer geheimnisvollen Romantik umweht. Mit blinden Passagieren wurde seinerzeit, wenn die Schiffe auf hoher See waren und man in irgend einem dunklen, engen und schwer zugänglichen Schlupfwinkel einen bleichen unb an allen Gliedern schlotternden Jungen aufstöberte, kurzer Prozeß gemacht. Die Matrosen verbroschen den blinden Passagier mit einem Schiffstau nach Strich und Faden. Die blinden Passagiere wurden mit Vorliebe zu den schwierigsten und anstrengendsten Aufgaben herangezogen. Sie mußten Kohlen schippen, das Geschirr waschen und die Teller spülen. Meist waren es abenteuer» luftige Gesellen, welche auf eine möglichst billige Weise die Welt erleben wollten, oft aber waren es auch arme, heimatlose Kreaturen, die sich im Schutze der Nacht in ein Schiff einschmuggelten, um in einem anderen Land auf irgenb eine Weise Arbeit zu finden, und nicht die Mittel hatten, sich eine Fahrkarte zu kaufen. Die Romantik der blinden Paffagiere ist noch nicht ausgeftorben. Nach der letzten Statistik, die vor einigen Tagen in Amerika aufgestellt wurde, wird die Zahl der Menschen, die jährlich den Atlantik von Osten nach Westen oder umgekehrt überqueren, Aus aller Wett Ein Haus in einem hamburgischen Dalddorfe in die Luft geflogen. In einem einzeln stehenden Hause in dem hamburgischen Walddorf V o l k s d o r f hat sich eine Gasexplosion ereignet. Das Haus ist in die Luft geflogen. Die Bewohner des Hauses und mehrere zu Besuch weilende Personen wurden unter den Trümmern begraben. Die Feuerwehr hat mehrere Schwerverletzte unter den Trümmern hervorgezogen. Das Explosionsunglück hat drei Todesopfer gefordert. Die Toten sind ber Besitzer des Hauses, der kriegsblinde Lehrer Westphal, dessen Schwiegermutter und eine Frau Rabe, die zu Besuch bei Westphal weilte. Als Ursache der Gasexplosion wird angenommen, daß der Hausbesitzer in selb st mörderischer Absicht den Hauptgashahn im Keller geöffnet hat, worauf sich dann durch irgendeinen Umstand das Gas entzündet hat. Durch die Explosion sind die Außenmauern auseinandergedrückt worden, so daß das Haus in sich zusammenstürzte. Westphal wurde bei den Aufräumungsarbeiten i m Keller des Hauses tot aufgefunden. Das Haus, bas fünf Zimmer enthielt, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Zehn blinde Passagiere bei einem Eifenbahnunglück umgekommen. In Lavergne im Staate Tennessee (USA.) ist ein Güterzug entgleist. 21 Wagen stürzten um. Zehn Arbeiter, die als blinde Passagiere in dem Zuge mitfuhren, wurden getötet. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Der Doppelmörder von Berlin-Reinickendorf tot aufgefunden. Im Ostseebad Bansin wurde in der sog. Teufelskuhle die Leiche eines zunächst unbekannten Mannes aufgefunden, der Selb st mord durch Erschießen verübt hatte. Die weiteren Feststellungen haben ergeben, daß es sich bei dem Toten um den gesuchten Doppelmörder Karl Wirtz handelt, der vor einiger Zeit in Berlin-Reinickendorf seine Frau und Tochter ermordet hatte. Lin Sohn erschoß Vater und Blutter. — Geständnis nach neun Iahren. 1925 wurden der damals 50jährige Bauer Sieve- kina und feine Frau in Hille bei Minden erschossen in einer Jauchegrube aufgefunden. Vergeblich fahndete man nach dem Mörder. Nach neun Jahren wurde jetzt der Mörder endlich in dem Sohn Heinrich, der den Bauernhof über« ' öer dd.: Hir Herr Staatspräsident hat den Staatssekretär ^'iist preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst andhelMi und 'Volksbildung Dr. Wilhelm Stuck art unter : wieder $ 2leit’ jung in dieser Stellung zum Staatssekretär im ingsdichte : eiasministerium für Wissenschaft, Erziehung und Ärbeitsdik:2^dibildung, die Ministerialräte Dr. Helmut Bo- nelt, wirb ik j ury a und Reinhard Sunkel zu Ministerial- >erden lasser oren im Reichsministerium für Wissenschaft, ein, fie nütz! (Eichung und Volksbildung ernannt. 'N viv"' g der De vorbereitende Konferenz Estlands, L e 11 • ngen 1!onL s und Litauens ist zu einer Ueberein» des t tinunung über das Prinzip und die Methoden ?n, 6anufll: ntr> Zusammenarbeit in außenpolitischen Fragen luß daran non allgemeiner Bedeutung gelangt. Die Prüfung Mrboot uj s ptzsller Probleme wurde aufgeschoben, enst der ------------ Ätt'H immer große Waldbrände. de- jt* c 2”r Waldbrand in Mecklenburg konnte in L ur bir Nacht zum Montag endgültig gebro- '^a hontt Tn roer^en- Lediglich eine größere Brandwache |onya , [ otn etwa 600 Mann, die über das ganze verheerte Kam mm kunstüch Regen erzeugen? Interessante Versuche der Russen in Usbekistan. Die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen hat sicherlich bei vielen Menschen den alten Wunschtraum wachgerufen, auf künstlichem Wege Regen zu erzielen. Das Problem der künstlichen Regenerzeugung und Bewässerung beschäftigt ja die Menschheit schon seit langer Zeit. Wenn es bislang zu keinem greifbaren und wirksamen Ergebnis gekommen ist, so wohl aus dem Grunde, daß es eben doch nicht ganz so leicht ist, das Schalten und Walten der Natur mehr oder minder gewaltsam zu verbessern. Immerhin gibt es aber Versuche, die die ganze Frage zumindest nicht als reine Phantasie erscheinen lassen und ihre Verwirklichung in der Theorie möglich machen. Von Interesse sind da besonders auch die Experimente der Russen, die in Taschkent in Usbekistan ein Institut eigens für die Ergründung des Problems der Erzeugung künstlichen Regens eingerichtet haben. Für Sowjetrußland ist die Lösung dieser Frage offensichtlich eine der vordringlichsten Aufgaben. Denn die Russen arbeiten hier mit einer ungehemmten Energie, auf allen wissenschaftlichen Kongressen der russischen Akademie kommt das immer wieder zum Ausdruck. Wenn sich die Versuche und die mit ihnen erzielten ersten Ergebnisse einmal praktisch verwerten lassen, so würde das allerdings nicht allein für die russische Wirtschaft von größter Bedeutung sein. Denn damit wäre die Erschließung weiter, heute völlig unfruchtbarer und unbrauchbarer Ländereien gegeben. Die Russen denken dabei vor allem an das weite Baumwollgebiet in Usbekistan. Die Ortschaften und Freiwilliger Arbeitsdienst wurden zur Bekämpfung aufgeboten, bei der auch viele Ausflügler tafräftig zugriffen. Es gelang, das offene Feuer zu ersticken, wenn auch auf weite Strecken hin das Heideland in der Tiefe noch glüht und schwelt. Große Flächen bieten ein trostloses Bild verkohlter Birken und Kiefern, Dem Feuer sind annähernd tausend Morgen Wald und Heide zum Opfer gefallen. Der Brand wurde wahrscheinlich durch die Unvorsichtigkeit einiger Ausflügler verursacht. Ein riesiger Waldbrand ist in der Nähe von Mitteich an der Bahnlinie Wiesau—Tirschenreuth (Oberpfalz) ausgebrochen, der ein etwa 200 Tagwerke großes Waldgebiet vernichtete. Sämtliche Feuerwehren der Umgebung sowie die Arbeitsdienstlager von Marktredwitz, Waldsassen, Mitterteich und Tirschenreuth wurden zu Hilfe gerufen. Gegen 19 Uhr war die größte Gefahr beseitigt. Eine Person, die im Verdacht steht, durch Leichtsinn den Brand verursacht zu haben, wurde verhaftet. Bei Finsterwalde brach am Tagebau der Grube Hansa ein große Waldbrand aus. Das Feuer griff mit ungeheurer Geschwindigkeit um sich. Die gesamten Wehren der Umgebung sowie der Freiwillige Arbeitsdienst und die Teno waren zur Stelle. Trotzdem dehnte sich das Feuer bis an die Bahnstrecke Halle—Kottbus aus. Eine in der Nähe liegende Glashütte mußte von den Weh-, ren dauerd unter Wasser gehalten werden. Es gelang, die Flammen an der Glashütte zum Halten zu bringen. Das Feuer dürfte etwa 200 bis 250 Morgen Wald vernichtet haben. Manfred von Brauchitsch auf dem Nürburgring verunglückt. Der bekannte deutsche Rennfahrer Manfred von Brauchitsch' ist am Montagabend bei einer Uebungs« fahrt auf dem Nürburgring verunglückt. Der Wagen wurde kurz vor der bekannten Ouiddelsbacher Höhe aus einer Kurve getragen und überschlug sich. Die Maschine fiel dabei wieder auf die Räder. Brauchitsch wurde zwar nicht aus dem Wagen geschleudert, brach sich aber durch den heftigen Anprall gegen das Steuerrad und die Karosseriewand mehrere Rippen und einen Arm. Er wurde sofort ins Adenauer Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist durchaus unbebent- li ch, doch wird er einige Wochen aussetzen müssen. Der Wagen wurde nur geringfügig beschädigt. ■ 'Vm t | nz, die nicht von oben befohlen werden kann, W schdirn von unten wachsen muß. Der Erlaß gibt ■ Weisungen für diese Freizeitgestaltung in Derbin- ■ruftA b’ing mit dem nationalsozialistischen „Reichsbund Mb Wlkiium und Heimat". R ' Der Wehrminister begrüßt weiter die Z u s a m - ■ A'chsls, inenarbeit von Heer und Marine mit der NS.- Mi d'chs: Vmmschaft „Kraft durch Freude". Er sagt: „Ich triefe tiefer Gemeinschaftsarbeit besondere Bedeu- MkkNlj ß h4tfl 3U. Sie ftärft d i e Volksverbunden- ■ re,enefi'.'hjUber Wehrmacht, fördert das wechselseitige I' die ®T[finbni5 zwischen ben Berufsstänben unb trägt I bcjU bei, bas ganze Volk in unauflösbarer Le- ■Dor9erufJBw$’ unb Kampfgemeinschaft zu verschmelzen." I& Mussolini drischt Getreide von Littoria. B : Hk m, 9. Juli. (DNB.) Mit einem Kanonenschuß lenfff el'Ot:Mflr‘n am Montag um 9 Uhr das Dreschen ber Ge- ■ rfi ttiribernte auf dem pontinif chen Acker IL keDo3 n ßittoria. Mussolini beteiligte sich selbst an lönx .1’lWr Arbeit unb stand drei Stunden lang unter dem Ins e'ni3&bc der Landleute als Drescher auf der Maschine n- die bos Bauernhofes 685. Anschließend ließ sich der M« seinen Lohn im Betrage von 6 Lire Ihnk fcntefimi auszahlen und sagte dabei: „Zwei tywng be®nft will ich euch jagen: Erstens, das Zeitalter 17^ W bif D4r Korporationen, d. h. das Zeitalter des Fafchis- L Q9lid) flrmnifl, bedeutet das Ende ber Vorherrschaft der jo« |lnem entip|j|ii(knten Intellektuellen in der Arbeit, die I ZU rechne Achtbar sind ober sich auf ein einziges Kind be« t j.n .entyrinten. Das ist eine Gefahr für die Zukunft der fQn überjüiti:n. Rom gründete einst sein Imperium mit I :;,nfüt#at e r n, unb fein Abstieg begann mit dem Ejn- Do[|Mnen des Einflusses der intellektuellen griechischen I Knapsaßer orientalischen Welt.Das zweite, was ich euch kZUuutzen -/ciger will, ist, daß ich am 9. Juli des kommenden p''öerhühu-Nhns das erste Getreide von Sabau- lUührstond idli a dreschen will." — Der italienische Kron - °e, dem 6rpflr h 3 nahm am Montag an ben althergebrachten n- sondern Mn^festlichkeiten in Minturno am Golf von Gaeta st T e s o nitäii! " mil °"Ms Ende der kommunistischen Revolte «isfefhjl in Holland. auf 20 000 geschätzt. Die Schiffsgesellfchaften haben bisher trotz der schärfsten Maßnayrnen den Unfug der blinden Passagiere nicht verhindern und ausrot- ten können. Es gibt immer wieder verwegene und furchtlose Abenteurernaturen, denen es gelingt, irgendeinen verborgenen Winkel ausfindig zu machen, um sich unbeobachtet bei einer günstigen Gelegenheit einzuschleichen. So kletterte einmal ein junger Mensch in einen Ventilschacht, wo er in einer unsäglich qualvollen und verkrümmten Stellung zwei volle Tage ausharren mußte. In Amerika werden die Schiffe vor ihrer Abfahrt genau durchsucht. Zu diesem Zweck werden sogar Spürhunde heran- gezogen. Aber selbst die größten Vorsichtsmaßregeln fruchten manchmal nichts. Es gibt immer wieder Menschen, deren Scharfsinn und deren Unverfrorenheit selbst über die feinste Nase eines Spürhundes triumphieren. Einzigartig dürfte der sensationelle Fall sein, der sich vor nicht allzulanger Zeit ereignete: auf einem kleinen Schiff wurden in einem südamerikanischen Hasen beinahe ebensoviele blinde Passagiere gefunden als Besatzungsmit- glieder. Der Ausfall, der den Schiffahrtsgesellschaften dadurch entsteht, ist manchmal recht hoch und es ist darum begreiflich, wenn neuerdings alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um den Zigeunern des Ozeans ein für allemal den Garaus zu [Ulli- < Ä'tf* it zu Güstk- ' 5:n großer Wald- und Heidebrand brach am siönzk j Smntagnadjmittag in der Gifhorner Heide Hannover) aus. Feuerwehren ber benachbarten tagn:chmittag an feinen Stanbort zurück- I g§! k: hrt. Vor bem Verlassen Amsterdams fand _♦ ein Lorbeimarsch vor dem Bürgermeister statt, der TroßsM-d4m Kommandanten im Namen der Bevölkerung Ieifern Mr Ue bei ber Unterbücfung bes kommunistischen u, die gez -hrs geleistete Hilfe dankte. Es sind keinerlei n in Ans __ Henfälle ernsteren Charakters mehr zu verzeich- ochen ihre nrn.ZDie Polizei hat Montagmorgen in einem leeräste der Lars cuden Haus eine geheime kommuni st i- werben wsch, Druckerei ausgehoben, in der ein (Er- unb weck:jclstz ür das verbotene kommunistische Organ, die sie nicht üb^Xr^une" hergestellt wurde. ur, baß bi, ---------------- Kleine politische Nachrichten. zu- Willi Wil- 80 Zahre Posaunenchor Klein-Linden Besitzer L. Keil ist nach Neuherrichtung Irene und Paul Güngerlch ab heute 1400 Uhr Gießen, den 9. Juli 1934 4062 D 4064 D Statt Karten V26A Gonsenheim-Mainz, den 9. Juli 1934 4058 D Häuserhof, im Juli 1934 4059 D | Verkäufe | M.-WOf KMkllWl!er NU gngl fast | jfAQQonXLanV ltanchäuß"günst. l2 Sitzeri, offen rülVv neu, I Kassen-Schrank abzugeben.Schr. u. geschlossen, zu verkaufen. Ang. unt. 03460 03465 Wilhelm Strauch und Familie Elisabeth Schulz, geb. Strauch Hänsi Müller, geb. Strauch bekannten und freunden tun wir kund und zu wissen: Ein blondes Mädel ist bei uns angekommen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, des Siesten, den -.Juli 1934 Moltkeftr. 14 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank Für die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen in so reichem Maße erwiesene Teilnahme sagen wir herzlichen Dank In tiefer Trauer: Frau Ida Henk an b. Gieß. Anz. Illlllllllllllllllllllllllllll 00 Klein-Linden, 9. Juli. Der Posaunenchor Klein-Linden, der älteste in Hessen und einer der ältesten in Deutschland, sowie der angeschlossene M i f f i onsoerein feierten gestern das Fest des 8Ojährigen Bestehens. Aus allen Teilen unserer Provinz waren Posaunen- blaser gekommen, um die Verbundenheit mit dem Festoerem zu zeigen, von dem aus einst die An- regung zur Gründung der meisten übrigen ober- hessischen Posaunenchöre ausgegangen war. Um 7 Uhr wurde das Fest mit' dem Blasen von Lob- und Dankchorälen auf den freien Plätzen des Dorfes eingeleitet. Gegen 9 Uhr begann nach kurzer Andacht die Probe der Gefamtchöre auf dem Festplatz. Der F e st g o t t e s d i e n st wurde im Wald abgehalten. Mit der altdeutschen Weife „Nun bitten wir den heiligen Geist ..." aus dem Jahre 1524, von nahezu 100 Bläsern unter Leitung des Verbandsdirigenten, Weißbindermeister Boller (Lang- Göns) dargeboten, wurde der Gottesdienst eröffnet Den liturgischen Gottesdienst versah Pfarrer B remm er,-während Pfarrer TiiWm (Herdorf) die Festpredlgt hielt. Er führte darin u. a. aus, daß es gleich fei, ob Gottes Wort durch fromme Eltern oder durch treue Lehrer, oder durch gute Musik dar- geboten werde. Das Evangelium gelte aller Welt, ober es könne niemand selig werden, der sich davon ausschließe. Die Pflicht einer Grmeinde, die innerlich zu Gott stehe, fei es, Mission zu treiben. Die gemeinsam gesungenen Choräle wurden von dem großen Posaunenchor begleitet. Auch der Frauenchor unserer Kirchengemeinde trug durch ein Beethoven- sches Danklied zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Am Nachmittag marschierten die Posaunenchöre geschlossen durch die Dorfstraßen und luden mit ihren Vorträgen zur Hauptfeier auf den Fest- platz ein. Eine große Festgemeinde aus nah und fern, aus dem Bufeckertal, aus dem Ebsdorfer Grund und aus dem Hüttenberg nahm teil. Wieder eröffneten die vereinigten Posaunenchöre die Feier Pfarrer Bremmer begrüßte im Namen der KirchengSmeinde, beglückwünschte den Jubel- verem zum 8Ojährigen Dienst an der Gemeinde und dankte allen Mitgliedern für ihren treuen Dienste am Werk Gottes. Er würdigte die Ver- dnenste des unermüdlichen Dirigenten Johannes Germer, der nunmehr dreißig Jahre lang den Chor leitet und mit diesem am inneren Aufbau der Kirche mitgearbeitet hat. Der Propst der Propstei Oberhessen, Knodt (Gießen), war infolge dienstlicher Geschäfte verhindert und hatte dem Posau- nenchor und dem Missionsverein feine Glückwünsche brieflich übermittelt. Der frühere Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner, und Dekan Gußmann (Lollar) hatten dem Verein schriftlich Glückwünsche zugeschickt, die, wie auch die Gruße des früheren Seelsorgers, Pfarrer Ackermann (Nordheim im Ried), Pfarrer Brem- hierzu ergangenen Ausführungsbestimmungen verlässig und erschöpfend durchzuführen. Kodien, Waschen Heiß- und Kalt- Spülen in einem Arbeitsgang 210X90 crn.sow. Stühle abzugeb. Marktvl.21.03458 ©eür.3iDiliins5- ttnöermooen zu tauf. ges. 03456 Zu erfr. in der Geschst. b. G. A. in Gießen bei Ortsbauernführer _____Noll, Neustadt 47, in Friedberg bei Ortsbauernführer Helm Philippi. Kreisbauernschaft Oberhessen-West: Der Kreisbauernführer: Dr. Krämer, Stabsleiter. F. d. R.: E. Schäfer, Pressereferent der Kreisbauernschaft Oberhessen-West. und zum Bauen Äbermann Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Erb Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft kann gemäß § 9 des Reichsnährstandsgesetzes oom 13. 9. 1933 bestimmen, daß die Nichtbefolgung dieser Aufforderung mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Reichsmark, oder mit einer dieser Strafen geahndet, und daß außerdem die Fortführung des Betriebes untersagt werden kann, wenn wegen Nichtbefolgung rechtskräftig auf Strafe erkannt worden ist. Die in Frage kommenden Geschäftsleute können ihre Antragsformulare abholen: in Bad-Nauheim bei Ortsbauernführer Wilh. Mörler, in Butzbach bei Ortsbauernführer Heinrich Sauerbier, zu verkauf. Schr. Anfr. unt. 03463 an b. Gieß. Anz. Cafä und Konditorei Krämer Erhalten Sie siet im Alter die Spannkraft der Jugend! 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Darnach sind zum Schutz gegen eine ständige Seuchengefahr alle von Viehhändlern und Transportunternehmern zum Vieh- ransport benutzten Fahrzeuge aller Art und alle Duftigen zu oder bei einer solchen Viehbeförderung benutzten Behältnisse und Gerätschaften (Kisten, Käfige, Korbe, Krippen, Tränkvorrichtungen, Latier- baume Hürden, Ketten, Anbindestricke usw.) alsbald nach jedem Gebrauch zu reinigen und zu desinfi- zieren. Für die Durchführung der Reinigung und der Desinfektion find die Vorschriften der Anweisung ur das Deslnfektionsverfahren bei Viehseuchen (Anlage A zum Reichsviehseuchengesetz) maßgebend Selbstverständlich bleibt die Anordnung über Rei- ugung und Entseuchung von Kraftwagen zur Beorderung von Klauenvieh und Geflügel vom 4. Avril 1934 ebenfalls in Kraft. 4063C mit elektr. Antrieb, für Kohl.-, Gas-und elektrische Heizung Vorführung unverbindlich. Kraußniederlage Frankfurt Hemmerichsweg 147. Platzvertreter gesucht. 03334 Oberstudiendirektors i. R. Fritz Henk sage ich auf diesem Wege herzlichsten Dank Zur Kreisbauernschaft Oberhessen-West gehören die Kreise Friedberg, Gießen, Büdingen und Usingen. Oeffentliche Aufforderung zur Anmeldung der Betriebe des Landhandels und oer Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse be- und verarbeiten, bei den zuständigen Dienststellen des Reichsnährstandes. Unter Bezugnahme auf §§ 1, 9 des Gesetzes über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes und Maßnahmen zur Markt- und Preisregelung für landwirtschaftliche Erzeugnisse vom 13. 9. 1933 (Relchsnährstandsgesetz — RGBl. I S. 626) und auf die dritte Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes vom 16. 2. 1934 (RGBl. I S. 100) fordere ich die Inhaber der Betriebe, bei denen Landhandel und Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Sinne des § 4 Nr. 4 der ersten Verordnung "über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes vom 8. 12. 1933 (RGBl. I S. 1060) und § 1 der dritten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes vorliegt, auf, sich bei ihrer zuständigen Kreisbauernschaft unter Benutzung eines beim Ortsbauernführer erhältlichen Vordruckes bis zum 15. Ernting (August) 1 934 z u melden. Diese Aufforderung ergeht nur einmal und bient dem Zweck, das Reichsnährstandsgesetz und die Kreisbauernschaft Oberhessen-West, Friedberg, Homburger Sir. 9. ch er zur Kenntnis gab. Für die Leipziger Mission überbrachte Missionar Blümer herzliche Glückwünsche. An Hand von Beispielen aus feiner 23- jahrigen missionarischen Wirksamkeit in Ostafrika schilderte er das segensreiche Wirken der Posaunenchöre im Heidenland und forderte zur weiteren Mitarbeit am Missionswerk auf. Die Predigt hielt Pfarrer Timm (Herdorf) Er sprach vom festen Herzen, das beständig sei in der Arbeit und im Dienen, und auf dessen Taten die Segenshand des Herrn ruhe. Für die oberhessischen Posaunenchöre, von denen die Chöre von Bersrod, Unter-Seibertenrod, Stockhausen (Kreis Lauterbach), Lich, Lang- Göns und Steinbach (Taunus) erschienen waren, wünschte der Verbandsvorsitzende, Pfarrer Lenz (Darmstadt), dem Jubelverein, als dem führenden in Hessen, Gottes Segen auf seinen ferneren Lebenswegen. Er betonte u. a., daß der festgebende Verein immer vorbildlich tätig gewesen sei und den Mittelpunkt der Chöre gebildet habe, weil eines im Klein-Lindener Chor vorherrschend gewesen sei: die Gerechtigkeit des Glaubens und die Gerechtigkeit in der Gemeinschaft durch Christus. Gemeinsam gesungene Choräle, Vorträge der Posaunenchöre und ein Lied des Kirchenchors „Es wollt uns Gott gnädig sein ..." aus dem Jahre 1524/25 umrahmten die Feier. Die vielen auswärtigen Festbefucher waren bei den Gemeindegliedern zu Gast. wieder geöffnet ---- 4060 D Anschlag und Wirtschaftswerbung. Die neunte Bekanntmachung des Werberates der Deutschen Wirtschaft regelt den Außenanschlag zum Zwecke der Wirtschaftswerbung in umfassender Weise. Es wird darin u. a. genau bestimmt, an welchen Stellen Anschlag angebracht werden dar und welche Stellen hierzu nicht benutzt werden dürfen. Schon vor Erlaß dieser Bekanntmachung waren für das Gebiet des Anschlages in der zweiten Bekanntmachung einige Bestimmungen getroffen worden, die sich vor allem gegen den sogenannten wilden Plakatanschlag richteten, d. h. gegen den Anschlag, der nicht an der Stätte der eigenen Leistung oder an eigens dafür bestimmten Stellen angebracht wird. Diese Anordnungen sind vielfach mißverstanden worden. So sind insbesondere untere Verwaltungsbehörden gegen jeden Wildanschlag ein» geschritten, ohne dabei zu beachten, daß die Be- sttmmungen des Werberates der Deutschen Wirt- schaft nur den Anschlag betreffen, der zu Zwecken ^"chaftswerbung veranstaltet wird. Der Begriff Wirtschaftswerbung ist hier bereits mehrfach erörtert worden. Man versteht darunter eine Werbung, die in irgend einer Weife der Förderung emes Erwerbsgeschäftes dienen soll, wie z. B. die Werbung des Kaufmanns für feine Ware, des Her- stellers für feine Erzeugnisse u. a. Hat die Werbung nicht den Zweck, ein Erwerbsunternehmen zu fördern, soll sie also nicht wirtschaftlichen Zielen dienen, \o kann auch nicht von Wirtschaftswerbung die Rede sein. Daher ist z. B. Werbung für die NSDAP oder für das Winterhilfswerk nicht als Wirtschaftswerbung anzusehen, denn sie dient nicht der Förderung eines Erwerbsgeschäftes. Demzufolge unter- hegt diese Werbung auch nicht der Aufsicht des Werberates. Seine Bekanntmachungen und sonfti- gen Anordnungen finden darauf keine Anwendung. Der Anschlag für derartige Werbezwecke kann also nicht unter Berufung auf die Bestimmungen des Werberates verhindert oder eingeschränkt werden. Jobs. Schmidt, Sterzhausen bei Marb.,Haus N.6 Illlllllllllllllllllllllllllll MU Suche Haus in Gießen ob. grob. Landstädtch. mit bestehenb.Kurz-, Wertz-, Woll-, evtl. Manufak- turwarengeschft. (rnogl.ohne Wa- ren) zu kaufen. Mmb 2 Schaus. Anzhl.bis 10000 Mk. Phantasiepreise ausgeschl. Ausf. schr. Ang. unter 03459 an den Gieß. Anz. Illlllllllllllllllllllllllllll Mittwoch, den 11. Juli 1934, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 „Zum Löwen" zwangsweise gegen Barzahlung: Kleiber-, Weißzeugschränke, zwei Labenschränke, 2 Labentheken, 1 Materialienschrank, 1 Aktenrollschrank, 1 Bücherschrank, ein Dufett, 1 Vertiko, 1 Pianino, Schreibtische, Sofas, Sessel, ICHaiselong., 2Trurneauspiegel, Nahmaschinen, 1 Schreibmasch., 2 Nagelmaschin., 2 Schäftestepp- masminen, 1 Schuhmachernähmaschine, 1 Personenwagen (Jßtauberer, g/40 PS), eine grobe Partie Damenhüte, Metzger- lacken unb -schürzen. 4061D Junker, Gerichtsvollz. in Gießen, Wiesecker Weg 16, Tel. 3383. Der Präsident des Deutschen Schützenbundes, Lo» r e n z, beim Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland und seine Führer. Rechts: Das Bundesbanner, davon den Kölner an die Leipziger Schützen übergeben wurde. Ein Bild von der Kundgebung, die am. Fuße des Völkerschlachtdenkmals veranstaltet mürbe, Wettervoraussage. Der hohe Druck macht seinen Einfluß immer noch geltend und läßt das meist heitere und heiße Wettei fortbestehen. Bei der starken Erhitzung ist späterhin mit dem Auftreten lokaler Wärmegewitter aii rechnen. Aussichten für Mittwoch: Heiter, heil und trocken. Lufttemperaturen am 9. Juli: mittags 29,9 Grad Celsius, abends 20,4 Grad; am 10. Juli: abends 16,1 Grad. Maximum 30,1 Grad, Minimum 12,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juli abends 27,8 Grad; am 10. Juli: morgens 21 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 14,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: J.V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Aw zeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10 100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. HOTEL KÖHLER 03462 Vorxiiglidie Küdie im Abonnement Mk» 0.80 2 Oelbehälter mit Meßglas 1 Oelpumpe 1 Photoapp. 9X12 1 el.Haarschneid • Masch., 220 V. 1 Trockenhaube f. Wasserwellen, 1 Gasarm [neu für Ondulation 1 Spiegel 03467 billig zu verkauf. Bahnhofstr. 65II. Kaofgesuche Wen od. Icker direkt anb.Lahn, Nähe Ruderhäuser zu kaufen ges. Schr Ang. unter 03473 a.b.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllll Beamter sucht 500 Mark g. monatl. Rückz. von 50.- Mk. u. gute Sicherh. a. Privathand. Schr. Ang. unt. 03457 a.d.G.A. iiiiiiiiHiiiimiiiiiiiiiiiii | Vereine Ito. ■ (Mil Mittwoch, 4055D den 11. Juli, abends 8.15 h, im,Hindenburg' B.O.Äbend. Turnverein 1846 Altersturner. Mittwoch, 11.7., Turngang. Abmarsch 8.3OU. Turnhalle Treff- vunkt. 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M 1934 Rudolf Heß in Königsberg. Der Vorbeimarsch der ostpreußischen SA. vor dem Stellvertreter des Führers bei dem Gauparteitag in Königsberg, auf dem Rudolf Heß seine große Friedensrede hielt. — Rechts: Erich Koch, Ostpreußens Gnuleiter und Oberpräsident. Auf flandrischen Kriegswegen. Von unserem (el) Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangebe, verboten.) Zeebrügge, Juli 1934. Einmal kommt wohl für jeden, der im Kriege „mit raufeen" war, der Tag, wo die Erinnerung an das elderlebnis, und war es noch so hart und schwer nd grauenvoll, aus dem dunklen Schacht des ängst- ch gehüteten Verborgenfe-ins übermächtig in ihm cuffteigt; wo sie ihn zurückdrängt in die Gegend, in lsr dieses Erlebnis wuchs, wo, fernab der ruhigen lsiftigen Entwicklung des Normallaufs, in Granat- Ochern und Schützengrabendreck, in der Ungewife- Isit zwischen Leben und Sterben, von der Uner- tittlichkeit eines Daseins, das nur Wille und Tat imb Opferbereitschaft kannte, jedem einzelnen Men- slhenleben die männlichsten Zeichen eingegraben wurden. Jeder sucht irgendwann einmal diesem rätsel- haften Ruf zu folgen. So verschieden die Struktur !«s einzelnen Menschen, so verschieden auch die ge- heimen Gründe, die ihn hierher treiben. Der sucht j-in Granatloch, in dem er Tag und Nacht gehaust jat; der möchte die alten Stellungen noch einmal lefonftruieren, in denen Freund und Feind ein- Mder gegenüberlagen, dort die Sappa, da das Ma- schinengewehrnest; jener muß noch einmal das Quarter wiedersehen oder das Estaminet, in dem er „in Ruhestellung" bei dünnem, belgischem Bier oder dem Lartoffelschnaps des AOK. unter Fliegergesurr ein paar unvergeßliche Augenblicke Friedensphantom cenoß. Und andere sind, die suchen nur ein Kreuz, inter dem sie ihren liebsten Kameraden begruben. Unabreifebar ist dieser Zug von Menschen, der, cus Frieden und Heimat und arbeitgeregelter Bürgerlichkeit heraus, durch Monate und Jahre über die Uten Straßen des Krieges treibt. Mit einem plötzlich und für manchen vielleicht unerwartet aufstei- icnbem Ernst im Auge, bewölkt von der Vielfalt iiner Erinnerung, die schwer schon in die Vergessenheit eingesunken schien. Man spürt so etwas wie ißlbgraue Stimmung über sich kommen, als trüge Volksgesang und Norfmusik. In unseren Dörfern hat sich bis in die letzte Zeit hinein ein altes Gut schöner und kraftvoller Ge- Icmgsweisen erhalten, die vielfach auf älteste Melodien zurückgehen, deren Entstehung wohl nie ein Sterblicher mehr aufklären wird. Die Texte haben ;war im Laufe der Jahrhunderte gewechselt, aber immer sind sie mit den einfachen und klaren Tatsachen des bäuerlichen Lebens im Zusammenhang geblieben und sind aus der Stimmung bäuerlichen Handelns heraus gesungen worden. Erst in den Zeiten der Verstädterung haben sich fremde Ein- flüsft auch auf dem Lande ausgedehnt. Hier kann man gewiß nicht von einer Bereicherung unserer Kultur durch die Fortschritte der Zivilisation sprechen, wenn die Unmasse von Schlagern auf das Land herauskam. Aber es hat sich immer wieder gezeigt, daß gerade das Landvolk gesund genug ist, um sich nicht für die Dauer von einer bloßen Geräuschmusik begeistern zu lassen. Das soll nicht heißen, daß in übermütigen Stunden, etwa bei einem wohlverdienten Fest auch einmal ein solcher Gesang gleich ein Schaden an der Seele des Bauern anrichten könnte. Vielmehr kommt es darauf an, daß die musikalischen Ausschreitungen einer bodenfremden Welt nicht Einfluß gewinnen auf die Gestaltung unserer großen bäuerlichen Feste. Hier haben die letzten Jahre eine deutliche Wandlung gebracht, ein so deutliches Hinwenden zu alten und neuen, aber einfachen Melodien, die dem Gefühlsleben des bodenverbundenen Menschen entsprechen. Unb es schadet gar nichts, wenn unsere Gesänge, die auf ländlichen Festen nach schwerer Arbeit gesungen werden, etwa sentimental genannt werden können. Denn es kommt auf die Echtheit der Empfindung an, soll der Gesang seine alte und ewige Bedeutung erfüllen: Befreiung der Seele zu sein. Es ist in den verschiedenen Gegenden Deutschlands auch eine deutliche Unterscheidung der landschaftlich begrenzten Volksgesänge zu finden. Wir haben in einzelnen Teilen des Deutschen Reiches eine ausgesprochen musikalische Bevölkerung, die schon mit den einfachen Liedern, die die Kinder fingen, wenn sie bei der Ernte helfen, die Freude und Bewunderung eines jeden erwecken, der diesen Gesang zum ersten Male hört. Darüber hinaus aber hat sich die Dorfmusik in den letzten Jahrhunderten eine zunehmende Bedeutung erworben, die sie auch heute noch bei jedem größeren Fest des Dorfes oder einzelner Familien unentbehrlich macht. Und auch hier sind es die ausgesprochen musikalischen Gebiete, die vielfach über Dorfkapellen verfügen, die jeder Kritik an man plötzlich wieder den gepackten Affen und die lehmige Kruste der flandrischen Aecker müden Schrittes mit sich fort. Aber wir haben es heute leichter. Wir brauchen nicht mehr zu Fuß unsere zerfahrene, zerlöcherte, aufgewühlte Straße zu marschieren — man lädt uns zu bequemen Spazierfahrten ein. „To the Battlefields“ ist das internationale Schlagwort für die belgischen Äutovermieter, die an allen Ecken und Enden mit bequemen Autocars aufmarfdjiert sind. Die „Battlefields“ stehen im Programm der belgischen Sehenswürdigkeiten durchaus tm Mittelpunkt. Aus der Zone voll Not und Tod und Blut ist ein kommerziell bewirtschafteter Schauplatz des Frem- denbetriebes geworden — denn auch den historischen Tragödien pflegt das Satyrspiel zu folgen, die Helden haben ihre Rolle abgetreten an die Händler. Und die verstehen ihr Geschäft gut. Sie haben die Werbung gut organisiert, und sie bedienen ihre Kunden mit guter „Ware". Und wenn sie durch den Mund patriotischer Belgier, die auf französisch, englisch und deutsch die „Sehenswürdigkeiten" der flandrischen Front erklären, die Kriegsgeschichte großzügig behandeln, dankt ihnen das englisch-französische Publikum dafür — und wir, wir schweigen ... Selbst das altehrwürdige Bauernhaus bei Waterloo, in dem nach Aussage der Fremdenverkehrspropaganda Napoleon an dem kritischsten Tag seines Lebens sein Haupt niedergelegt haben soll, verblaßt mit seinem jahrhundertealten Ruhm vor den frischumgepflügten Schlachtfeldern Flanderns. Und doch ist, was sie zeigen, so traurig. Friedhöfe um Friedhöfe, eine Millionenschar von Kreuzen, in unendlichen Geraden aufmarschiert, sauber gesetzt und von Rasen bedeckt, ihr ernster Frieden durch Hecken und Bäume von der ruhelos weiterstürmenden Menschheit geschieden, das ist das tragische Ueberbleibfel eines vier Jahre langen Ringens. Das ist es, was der nun wieder grünenden, fruchttragenden Kriegslandschaft ihr heutiges Gesicht gibt. ihrem musikalischen Können standhalten. Das ist nicht verwunderlich, wenn man die Geschichte der Dorfmusik berücksichtigt. Die Geschichte der Festzugsmusik geht zurück in die Zeit, in der im 14. Jahrhundert auch die deutschen Fürsten begannen, bei ihrem Einzug oder Auszug aus dem Schloß Herolde vorausreiten zu lassen, die mit Trompetengeschmetter überall das Nahen des fürstlichen Herrn ankündigten. Die freien Städte, die am Ende des Mittelalters immer größere Bedeutung gewannen, wollten dahinter nicht zurückstehen. Der Türmer, der im Wartturm am Stadttor wohnte, hatte mit der Trompete das Nahen von Gästen anzukündigen, vor Feinden zu warnen und bei Feuersbrunst die Bewohner zusammenzurufen. Der Türmer wachte eifersüchtig darüber, daß ihm das Recht des Blasens nicht von anderen streitig gemacht wurde. Nur einer seiner Sohne lernte jeweils diese Kunst und erbte damit den Posten des Türmers. So blieb durch lange Zeit das Turmer- amt in gleicher Familie erhalten. Aber allmählich wurde es üblich, den Türmer auch bei Begrüßungen und Auszügen, dann bei Hochzeiten, Kind tauf en und schließlich 'zur Unterhaltung blasen zu lassen. Und wie van jeher das deutsche Volk musiksreudig gewesen ist, so wurde es notwendig, zu den Turmern auch Bauern und Städter mit Dude sack und Laute hinzuzuziehen. So bildeten sich allmählich Musikerfamilien heraus, die zu einer Art Musiker- Handwerk wurden. Und wie zur Festzugsmustk vielerorts die singende Schuljugend gehörte wie die landschaftliche Volksmusik sich mit der Handwerk ich betriebenen Musik verband - die Meist rfing r lind ein tnpifches Beispiel — so bildeten sich auch eststehende, örtlich begrenzte Brauche heraus. Bis heute hat es sich noch in einzelnen märkischen Dörfern erhalten, daß die Musik abbricht, wenn der Festzug die Flußbrücke überschreitet d,e einstmals die Dorfgrenze war, obwohl heute langst aus der cholzbrücke eine große breite Steindrucke geworden ist die dem Durchgangsverkehr dient. Dies kleine Beispiel zeigt, wie weit Festgestaltung und Musik miteinander verknüpft sind. Und auch die neuen Elemente, die im Laufe der Zeit m die alte Dorfmusik hineingetragen wurden, wie Marschmusik oder politische Kampflieder, gehen allmählich in den Musikschatz des Landvolkes über. Die Formen mögen sich wandeln, in denen sich der land- licke Volksgesang ausdrückt, aber der Inhalt ist mmer bestimmt" durch den ländlichen , Jahreslauf unb das bäuerliche Leben, das eingespannt ist tn den großen Gang der Geschichte seines Volkes. „Oie vier Musketiere." Es ist kaum möglich, von dem Film, der seit gestern unter dem Titel „Die vier Musketiere" im Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft, in der gleichen humorigen Art zu sprechen, in der sich die Handlung zu ihrem weitaus größten Teile bewegt. Es ist auch nicht möglich, die hinter vielen Scherzen und humorvollen Redewendungen und Situationen verborgene und nur in wenigen Szenen völlig klar zu Tage tretenden Tragik zu übersehen, die diesem Film seinen letzten Sinn gibt. Die Terra hat es unternommen, unter der Regie von Heinz Paul das gleichnamige Theaterstück von Sigmund Graff für den Film zu übersetzen und es seinen Gesetzen anzupassen. Mit den erweiterten Mitteln des Raumes und der szenischen Gestaltung, über die der Film dem Theater gegenüber verfügt, schuf man das Theaterstück nach und — es geschah recht glücklich. In diesem Filmwerk stehen sich in großer Ueberschau gesehen, zwei Welten gegenüber: Die Gemeinschaft des Frontsoldaten von 1914 bis 1918 und die zivile Existenz in den Jahren nach dem Kriege. Verkörpert werden diese zwei Welten in jenen vier Menschen, die draußen in Not und Tod zusammenstanden und die sich dann, weil sie sichs versprochen hatten, nach 14 Jahren, 1932 also, wiedersahen. Der erste Teil des Filmes schildert recht eingehend, wie draußen im Felde nach der Rückkehr in eine Ruhestellung hinter der Front der Berliner Stempel, der Bayer Schlumberger, der Hamburger Gisevius und der Sachse Krause ihre Frontkameradschaft und Lebensgemeinschaft pflegen, wie einer für den andern durch dick und dünn geht, wie sie ein Herz und eine Seele sind. Da wird die letzte Zigarette geteilt und gemeinsam Quartier gemacht in einem Hause, bas eigentlich für den General bestimmt war, da wird gemeinsam gemaust, damit es zum Abendbrot Kartoffelpuffer geben kann und vieles andere mehr — schließlich ruft sie aber der Alarm wieder an die Front, zum Sturmangriff, aus dem sie aber alle vier heil zurückkehren. Und als der Krieg aus ist, geht jeder in seine Heimat. Nach 14 Jahren treffen sie sich dann zu einem Regimentstag in einer sächsischen Stadt, in der nun zufällig Krause zu Hause ist. Selbstverständlich sind die drei bei ihm zu Gast, aber sie machen große Augen, wie sie sehen und hören, was der Krause für ein feiner Knopf geworden ist. Er ist „Direktor" und hat eine Villa, allerdings mit allen Gepflogenheiten eines neureichen Protzen. Der Berliner Stempel — Margarinereisender und armer Schlucker — dem es hundsmiserabel geht, weiß am Sonst hat die Zeit, die allesheilende, gnädig die Wunden dieser Erde vernarbt und mit jungem Leben bedeckt. Nur an wenig Stellen hat man den Krieg zu erhalten gesucht, wie ein Stück Naturschutzpark: ein kleines Grabengewirr mit zerfallenden Unterständen, Brustwehren, verrostetem Stacheldraht. Man zahlt Entree, und ein Publikum, das den Krieg nur noch vom Hörensagen kennt, darf darin promenieren. Das ist dann die „berühmte Schlüsselstellung von Nieuport-Ville". Die Routen dieser Cook- fahrten führen beispielsweise von Ostende an der Küste entlang bis Nieuport über Dixmuiden nach Ppern, wo man neben der wiederaufgebauten Kathedrale noch die Reste der „Hallen" erhält als traurige Wahrzeichen des Völkerkampfes. Vor diesen Kulissen zum fife o’clock-tea niederzufitzen, scheint ein besonderes Vergnügen des englischen Publikums zu fein, das in dichten Scharen, in Vereinen und Schulklassen, über den Kanal kommt. Daneben blüht das Geschäft mit Kriegsandenken zweifelhafter Herkunft, neckischen Nippes aus angeblichem Kriegsmaterial für das Moquettesofa zu Hause. Schlimmer noch als diese Hausgreuel, die hier offenbar als Frischfabrikate für eine andenkenwütige Menschheit auf den Markt gebracht werden, sind aber die Postkarten und Bildvergrößerungen, die ich in einem Papierladen fand, mit Aufnahmen, die zwischen den Kämpfen gemacht worden sind: verkrampfte Leichen illustrieren die grausige Orgie der Vernichtung, die der Tod hier gefeiert hat. Wer um alles in der Welt mögen die Liebhaber solcher Bilder sein? Was bezweckt man mit der öffentlichen Feilbietung dieser nervenerregenden Kriegserinnerungen, deren Wahrhaftigkeit gewiß niemand bestreitet? „Visitez Zeebrügge! Visitez la müsse de la guerre!“ In meterhohen Lettern wird für das Kriegsmuseum in Zeebrügge geworben — öte ganze herrliche Dünenstraße die belgische Küste entlang ist mit diesen Schildern geschmückt; die Betonunterstände, die alle hundert Schritte hier noch von der deutschen Front gegen England zeugen, sind mit dieser Aufschrift bemalt Man fügt sich diesem unerbittlichen Ruf und findet kurz vor der berühmten Mole, die zweieinhalb Kilometer weit ins Meer hineinragt, den schmalen Eingang zu diesem Museum, das schon äußerlich durch Fliegerbomben und Minenreste in seiner Zweckbestimmung gekennzeichnet ist. Ein paar Schritte kellerwärts — man denkt an die „Heldenkeller" von damals — und eine deutsche Inschrift über einem Einlaß begrüßt uns mit „U-Boot- Heil zuvor". Denn dieses „Kriegsmuseum" rühmt sich der „naturgetreuen" Nachbildung des Offiziers- kafinos der Unterseebootflotte, die in Brügge stationiert war. An den Wänden harmlose Scherzmalereien von der Art wie sie Männer um sich haben mögen, deren Leben nur aus Dienst und Warten und ein bißchen todverachtender Fröhlichkeit besteht: skatdreschende Offiziere, Ordonnanzen, sie alle tragen die rundlichen Bäuche von jenen Minen, die den Tod bedeuteten für die jungen Männer, die hier wachten und lachten und warteten, bis die Reihe an sie kam ... Das ist zwar für uns irgendwie charakteristisch für manche psychische Situation d^s Krieges, aber für die kriegsferne Masse Mensch, die hier durchströmt, so gänzlich beziehungslos, daß man sich vergeblich fragt, was diese Räume, die doch wahrlich keine Kriegstrophäe darstellen, in diesem musealen Zusammenhang hier bedeuten sollen. Wandern wir weiter, so finden wir, von wenigen deutschen Erinnerungsstücken, Bildern und Uniformen abgesehen, eine in wesentlichen Teilen englischeAusstellung. Eine mit Fleiß zusammengetragene Schau englischer Kriegsandenken aus dem Seekrieg, Ausrüstungsgegenstände, Waffen, Photos. All das ist auch für den deutschen Besucher zweifellos von Interesse. Der Mittelpunkt dieser Ausstellung ist freilich ein einziges Hoheslied auf den Angriff der englischen Flotte auf den Hafen von Zeebrügge im April 1918. Das wird eingehend mit Bildern, reichlichen graphischen Darstellungen, die der englische Admiralstab beigesteuert hat, und auch mit W Arten — gerade eben wird eine englische Schulklasse von dem Guide eifrig darüber belehrt — bargetan. Auch der Deutsche anerkennt die Kühnheit dieses Handstreiches, der vom Angriffsschneid der englischen Marine zeugt. Aber wenn die englische Darstellung, die hier vertreten wird, bartun will, daß mit der Versenkung zweier mit Zement beladener Schiffe die Hafeneinfahrt des Brügger Kanals tatsächlich gesperrt worden sei, so ist sie zum mindesten erheblich aufgebauscht. Wir Vom Kavallerieiag in München. Bayerische Ulanen in den Uniformen von 1870 in dem Festzuge, der anläßlich des vorn 7. bis 9. Juli in München veranstalteten 4. Waffentages der Kavallerie veranstaltet wurde. Äs -.’M 'W schnellsten Bescheid; Gisevius ist inzwischen Studienrat geworden und der Bayer wohlbestallter Gastwirt. Der Bayer macht sich die wenigsten Gedanken über Krause, er will nur wissen, was er für ein Direktor ist. Krause tat ein übriges und baute sogar einen naturgetreuen Unterstand mit spanischen Reitern und allem Drum und Dran. Sie freuen sich auch darüber, die Kameraden, sitzen bei einer Flasche Wein in diesem Unterstand und sprechen von den Zeiten, von der Politik, von Geschäften, von den Pflichten dem Vaterland gegenüber, von arm und reich. Und es dauert keine 10 Minuten, da liegen sich der Berliner und der Sachse in den Haaren, es gibt einen Streit und in Unfrieden gehen sie auseinander. Die Frauen folgen dem unrühmlichen Beispiel. Erst der Kamerad Eberle muß in diesen Kreis geraten, der aus Amerika herüberkommt, und ihnen erzählt, daß ein „Grüß @ott!4 und „Auf Wiedersehen" auf deutschem Boden gesagt und gehört mehr wert ist, als hundert Dollar in den Staaten. Er sagt ihnen, wie froh sie sein sollten in Deutschland leben zu dürfen. Und wie jener erzählt, werden sie stiller, sie finden sich wieder; aber erst als es heißt „Antreten" — zu einem harmlosen Festzug — sind sie wieder die alten ... Damit schließt der Film, der in seinen Bildern die Uneinigkeit schildern will, die noch 1932 unser Volk zerriß. Und wenn auch jene Zeit mehr und mehr in die Ferne rückt, so stellt sie uns der Film doch als eine lebendige Warnung vor Augen. ♦ Die Darstellung ist ausgezeichnet. Paul Wester- meier als Stempel, Fritz Kämpers als der Bayer Schlumberger, Erhard Siedel als Krause und Hans Brausewetter als Gisevius, die vier Musketiere,stehen einander in nichts nach. Es gibt zwischen ihnen manche ebenso derbe, wie auch feinsinnige Szenen, in der die ganze Problematik der Filmhandlung klar zum Durchbruch kommt. Be- sonderen Eindruck macht jene Szene, in der Eberle (Hermann S p e e l m a n n), von Amerika erzählt und den Kameraden die Augen über ihre Heimat öffnet. Als Frau Krause steht Käthe Haack etwas zu vornehm neben dem neureichen Krause, Liselott S ch a a k gefällt besonders als Schwester Hildegard im ersten Teil des Films. Agnes Straub, als die Gattin des Gastwirts Schlumberger gibt sich sehr derb und trägt dadurch zur Vertiefung der hier bewußt ausgezeichneten Gegensätze unter den Kamera- den bei. Die vielen Heineren Rollen sind glücklich besetzt. Zu nennen sind besonders noch Werner Schott als Hauptmann und Kompagniechef, sowie Carsta Lock als Minna im Haus Krause. Der Film verdient unsere Aufmerksamkeit. N. wissen, daß deutsche Pioniere das Hindernis in ein paar Tage beseitigt und die deutschen U-Boot- Operationen von der Basis Brügge aus wieder ihren Fortgang genommen haben. Man braucht nur nachzulesen, was Oberst Immanuel in seinem Weltkriegsbuch über diesen mißglückten englischen Sperrversuch berichtet. Den 24 Deutschen, die hierbei ihr Leben ließen, stehen allein 600 Gefallene auf englischer Seite gegenüber. Bon der Größe des Opfers, das England hier mit einem unwahrschoinlich hohen Einsatz an diesem Ausfallstor des deutschen U-Boot- Krieqes brachte,' zeugt der hochragende Gedenkstein am Anfang der Mole, der weit auf Meer hinausschaut, mit den Namen der Schiffe, die hier geopfert wurden: Dindictible und Sappho, Iphigenie, Tethis, Jntrepide. In einem andern Raume dieses „Kriegsmuseums" fand ich unbegreiflicherweise Erinnerungen vereinigt, die wir als keineswegs ehrenvoll für eine Nation empfinden: mit Bildern, irgendwelchen Gegenständen, Steckbriefen und Todesurteilen wird der niederträchtige Zivilkrieg belegt, der aus dem Hintergrund von Privatpersonen gegen die ahnungslosen deutschen Soldaten geführt wurde. Man sieht Männer und Frauen erst im friedlich-fröhlichen Familienkreise, dann von den „barbarischen" Deutschen an die Wand gestellt: Spione und irregeleitete Patrioten werden hier mit einer naiven Geste zur Dolkssenti- mentalität hin zu Märtyrern und Volkshelden gestempelt. Miß Cavell an der Spitze ... Gewiß ein bedenkliches und gefährliches Erziehungsoerfahren! Liegt yierin.offenbar eine systematische Absicyt, so hofft der deutsche Besucher, daß ein anderes „Erinnerungsstück" dieser Ausstellung nur durch die Vergeßlichkeit eines Unterbeamten noch aus einer Zeit trübster Haßpsychose und Unaufgeklärtheit erhalten geblieben ist: anders wäre es nicht verständlich, daß im Jahre 1934 noch die Greuelmär der kindermordenden Deutschen an dieser Stelle vor einem unbefangenen Nachwuchs kolportiert wird. Hier ist noch zu sehen in Bild und Wort, wie ein deutscher Infanterist aus der marschierenden Truppe einen Knaben auf der Straße, der in harmlosem Spiel sein Kindergewehrchen auf die Deutschen angelegt hatte, mit einem Schuß niederstreckt. Voilä — sind das nun Hunnen und Barbaren, diese Deutschen, oder nicht? Und die naiven Beschauer packt ein heimliches Grauen, und jeder von ihnen denkt ein heimliches „Ja" und glaubt die gemeine Sage, weil er, urteilslos und im Unterscheiden nicht geübt, nicht sieht, daß dieses angebliche Beweisstück eines Photos die Photographie einer von irgendeinem Greuel- hetzer entworfenen Reliefphantasiedarstellung ist. . Wann endlich wird man Schluß machen mit dieser Verbreitung von Giftbazillen, die auf heimlichen Kanälen das Werk der Völkerverständigung immer wieder zersetzen? Was wissen wir vom Krebs? „Was wissen wir vom Krebs?" Unablässig bemühen sich Aerzte und Forscher um die Beantwortung dieser Schicksalsfrage, und ganz schrittweise scheinen wir uns einer Lösung zu nähern. Die „Süddeutschen Monatshefte" (München) lassen in ihrem soeben erschienenen Juniheft eine Reihe maßgebender Krebsforscher zu diesem Problem sprechen. • Wenn wir uns über die Ursachen und das Wesen des Krebses klarzuwerden versuchen, entdecken wir, daß sogar dieses Problem noch keine endgültige Lösung gefunden hat. Max Borst (München) hat die Gedanken, die man sich über das Zustandekommen des Krebses macht, in seinem Artikel „Allgemeines über Wesen und Ursachen des Krebses" erörtert. Er bespricht ältere Erklärungsversuche, die alle den Fehler haben, sich nur auf die Vorgänge innerhalb der. Zelle zu beschränken. Nun ist gewiß der Krebs seinem mikroskopischen Bilde nach eine Entartung der Zelle, aber die Ursache zu der krankhaften Zellver- änderung liegt im Gesamtorganismus. Damit ein Krebs zustande kommt, bedarf es nicht nur des schädigenden Reizes von außen, sondern auch einer gewissen Veranlagung, von der heute feststeht, daß sie vererbbar ist. Glaubte man eine Zeitlang, daß der Krebs einen Erreger habe wie die ansteckenden Krankheiten, so ist man mit dem Fortschreiten der Lehre von der inneren Sekretion jetzt zu der Meinung gekommen, daß es sich wahrscheinlich um ein Wachstumsferment handelt, das gewisse Zellen zu wucherndem Wachstum anregt und ihre krebsige Entartung bedingt. Gelänge es, dieses Ferment, ein Wuchshormon, zu erfassen, so ließe sich vielleicht ein Mittel finden, es unwirksam zu machen, das heißt: wir dürften dann auf ein Krebsheilmittel hoffen. Wie schon angedeutet, gehören zu den äußeren Ursachen der Krebskrankheit Reizeinwirkungen. Und zwar handelt es sich um an sich keine, jedoch chronisch einwirkende Reize. Nun gibt es manche Berufe, in denen der Arbeitende ständiger Reizeinwirkung ausgesetzt ist, z. B. durch gewisse Farbstoffe, Chemikalien wie Teer, Anilin usw. Tatsächlich bildet sich allmählich an den stets dieser Einwirkung ausgesetzten Stellen ein Krebs heraus. Bernhard Fischer-Wasels (Frankfurt a. M.), einer unserer erfahrensten Krebsforscher, nimmt zur Frage der „Reiz- und Berufskrebse" Stellung. Zu den Berufskrebsen gehören auch die durch ständiges Umgehen mit Röntgen- und Radiumstrahlen erzeugten Krebsgeschwülste, denen schon zahlreiche Röntgenärzte und -schwestern zum Opfer gefallen sind. Hier muß auch der „Schneeberger Lungenkrebs" erwähnt werden, eine Berufskrankheit, die bei den Bergarbeitern von Schneeberg leider häufig vorkommt und durch den Radiumgehalt der Gruben bedingt ist. Fischer-Wasels schließt seine interessanten Ausführungen mit der Erwägung der Möglichkeiten zur Verminderung der Krebsgefährdung. Immer wieder wird im Volke davon gesprochen, daß der Krebs eine ansteckende Krankheit fei und durch Berührung übertragen werden könne. Daß diese Auffassung ganz und gar unrich - ti g ist, setzt Otto R. Teutschländer (Heidelberg) auseinander. Einen mehr theoretischen Beitrag hat Georg Herzog (Gießen) geliefert in seiner Arbeit „Krebs und G e w e b e z ü ch tu n g". Unter Gewebezüchtung versteht man die Tatsache, daß sich unter geeigneten Bedingungen lebendes Gewebe aus dem Körper ausscheiden und im Laboratorium weiterzüchten läßt. Na! ich kann man dieses Gewebe in viel größerem Umfange allen möglichen Versuchen aussetzen, als wenn es sich im Körper selbst befindet, und auf diese Weise manche wichtige Frage nach dem Verhalten der Krebszellen klären. Hieraus wieder lassen sich Anhaltspunkte für eine wirksame Krebsbehandlung gewinnen. Die folgenden Arbeiten befassen sich mit den bisher bestehenden Möglichkeiten der Krebsbehandlung. Und zwar berichtet der Würzbur- §er Chirurg Fritz König über die Aussichten von Operationen, der Strahlenforscher Hermann Holthusen in Hamburg über die Behandlung des Krebses durch Röntgen- und Radiumbestrahlung. Mit beiden Methoden ist es geglückt, der mörderischen Krankheit ihre Opfer abzuringen. Wichtig ist die richtige Auswahl: nicht alle Krebsfälle eignen sich für Strahlenbehandlung, andere wieder nicht für den Eingriff mit dem Messer. Hier besteht die Hauptkunst darin, die für den Einzelfall richtige Behandlungsart herauszufinden. Schließlich faßt Hans A u l e r (Berlin) die anderen Möglichkeiten, den Krebs zu behandeln, zusammen. Sie beruhen alle auf gewissen Eigentümlichkeiten der Krebszelle und ihres seltsamen Stoffwechsels und bezwecken, die entartete Zelle zu zerstören oder unschädlich zu machen, ober auch, sie wieder gesunden zu lassen. Man benutzt hier u. a. Extrakte aus Drüsen; in Frühstadien läßt sich auch einiges damit erreichen. Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang die Form der Ernährung. Aulers Aussatz bringt einige Anregungen, wie man durch geschickte Zusammenstellung seiner Nahrung dem Krebs vorbeugen oder sein Weiterschreiten verhindern kann. Die Erkenntnis, daß der Krebs auch von gewissen Stoffwechselstörungen abhängt, läßt eine Behandlung, die sich auf Ordnung des veränderten Stoffwechsels bezieht, mindestens'in Unterstützung der eingreifenderen Heilmethoden erstrebenswert erscheinen. Bei einer Krankheit, die so weit verbreitet ist .wie der Krebs, ist es natürlich nicht damit getan, daß der einzelne sich nach Möglichkeit schützt (durch naturgemäßes Leben, Vermeiden der Reizung durch Kulturgifte, rechtzeitiges Aufsuchen des Arztes bei Beschwerden unklarer Herkunft), sondern hier muh ein großangelegter Feldzug eingeleitet werden. Beherzigenswerte Vorschläge zu seiner Durchführung macht Albert Dietrich (Tübingen) in seinem Aufsatz „Die Organisation der Krebsbekämpfung". Wie man eine merkwürdige Beobachtung über die Krebskrankheit im Sinne eines Heilmittels ausnutzen kann, gibt Wilhelm Caspari (Frankfurt am Main) an: Die Möglichkeit, Krebs durch Ueberimpfung von einem Tier auf ein anderes zu übertragen, legte den Gedanken nahe, die, einzige Eigenschaft, die der Krebs mit ansteckenden Krankheiten gemeinsam hat, in der gleichen Weise wie bei diesen zu benutzen und eine Immunisierung gegen Krebs zu versuchen. Die Frucht dieser lieber» legungen ist die Serumbehandlung, ein Mittel dieser Art das Fichera-Serum, mit dem man bereits Heilungen erzielt hat. Die viel besprochene Zunahme des Krebses behandelt Hans Dorne d den (Berlin). Er weist nach, daß der Krebs an Häufigke^ nicht zugenommen hat, sondern daß gewisse Fehler in der beide ungeschmälerten Gewinn. V. Wirtschaft Gymnastik. 10: Nachrichten. 16 23 bis 19 Mk., 10 bis 12 Wochen alte Tiere 19 bis j Mark. Deutung von Statistiken diesen verhängnisvollen Irrtum, der viele Menschen ganz unnötig erschreckt hat, auffommen ließen. Wie man sieht, ist in dem vorliegenden Heft der „Süddeutschen Monatshefte" in verdienstvoller Weise alles zusammengetragen, was mit der Krebsfrage in Zusammenhang steht. Es ist aber nicht nur die Fülle der Einzelbeiträge, die dieser Zu- 18.50: Griff ins Heute. 19: Volksmusik. 19.30: Pfälzische Landschaft: Der Wasgau. Von Dr. Ro» bert Oberhäuser. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung! 20.30: Konzert. 21: Tanzmusik. 22.20: Nachrichten. 22.35: Funkbericht zum NiKburgrennen. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. 1 bis 2: Der Hunsrück. Das Schicksal einer deutschen Landschaft. fammenfaffung ihren Wert verleiht, sondern die lebendige und klare Darstellung der Aufsätze läßt den unterhaltenden und sogar spannenden Anteil hinter dem belehrenden nicht zurückstehen. In dieser Zusammenstellung ist das Seltene geglückt: der Arzt wie der ärztlich nicht vorgebildete Leser haben Hundfunkprogramm Mittwoch, 11. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: 10.10: Schulfunk. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Juli. Die Lage des Getreidegroßmarktes ist weiterhin ruhiger geworden, die Grundstimmung bleibt aber fest. Indessen ist die Nachfrage der Mühlen angesichts des Uebergangcs vom alten ins neue Erntejahr wesentlich stiller geworden, auch hat sich das Angebot allseits verstärkt. Besonders Schiffsweizen und Hafer waren reichlich offeriert, Roggen in alter Ernte ist nur knapp, doch wird in den nächsten Tagen mit neuem Roggen gerechnet; der Schnitt in unserem Gebiet ist in vollem Gange. Die Preise für Weizen, Roggen und Hafer gingen etwas zurück. Neue Wintergerste wurde noch nicht notiert, die gezeigten Muster sind weiter sehr schön; man wartet den in Aussicht stehenden Festpreis ab. Von Mühlennachprodukten zogen Nachmehle und Roggenkleie etwas an, ölhaltige Artikel lagen ruhig bei unveränderten Preisen. Die Strohpreise gingen um 20 Pf. zurück. Es notierten: Weizen 208 bis 210, Roggen 185, Hafer 202,50 bis 205, Weizenmehl Festpreisgebiet w X 28,90, do. W VII 28,60, Roggenmehl Festpreisgebiet R VIII und R VI je 25,25, Weizenfuttermehl IV B 16,75 bis 17, Weizennachmehl 16,25 bis 16,50, Weizenfuttermehl 12,50, Weizenkleie fein 11,40, grob 11,75, Roggenfuttermehl 13 bis 13,25, Roggenkleie 12,50, Soyaschrot 15,80, Erdnußkuchen 17,20, Palmkuchen 15,70, Treber 16,75, Heu 10,50 bis 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,70 bis 2,90 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9.Juli. Auftrieb: Rinder insgesamt 1335 (gegen 1236 am letzten Montags, markt), darunter befanden sich 450 Ochsen, 124 Bul- len, 396 Kühe und 365 Färsen. Kälber 633 (469), Hämmel 54 (36), Schafe 11 (7), Schweine 3439 (3964). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 33 bis 34, a2) —, b) 31 bis 32, c) 28 bis 30, d) 23 bis 27; Bullen a) 29 bis 30, b) 27 bis 28, c) 25 bis 26, d) 22 bis 24; Kühe a) 29 bis 30, b) 25 bis 28, c) 19 bis 24, d) 11 bis 18; Färsen a) 33 bis 34, b) 31 bis 32, c) 27 bis 30, d) 22 bis 26. Kälber: Sonderklasse —, andere a) 43 bis 45, b) 38 bis 42, c) 32 bis 37, d) 23 bis 31. Lämmer und Hämmel: bl) 32 bis 34, c) 28 bis 31; Schafe e) 30 bis 31, f) 24 bis 28. Schweine al) 50, a2) 45, b) 44 bis 47, c) 43 bis 46, d) 40 bis 45 e) und f) —, gl) 36 bis 40, g2) 32 bis 35. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Schweine um 4 Mark an, Bullen und Kühe sowie Kälber notierten unverändert, während Ochsen und Färsen je 1 Mark und Hämmel 2 Mark verloren. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand. Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine rege, ausverkauft. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 9. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt in unserer Stadt standen 620 Ferkel zum Berkaus. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel bis zu 15 Mk., 8 bis 10 Wochen alte Krankfurier Börse. Mittagsbörse still. F r a n k f u r t a. M., 9. Juli. Die neue Woche hatte wenig Anregung für die Börse von der Kundenseite her, da die Bankkundschaft nur kleinste Aufträge erteilte. Allerdings ist die Stimmung für Renten und für gute Dividendenpapiere weiterhin freundlich. Das Hauptgeschäft wird für Rechnung des Auslandes auf Sperrmarkkonten und aus dem Anlagebedürfnis des letzten Zinstermins bestritten. Trotz der Gefchäftsstille war die Kursentwicklung überwiegend etwas fester, gestützt auf die weitere politische Beruhigung und auf günstige Meldungen aus der Wirschaft. Von Elektrowerten waren Tarifpapiere bevorzugt, dabei gewannen Bekula 1, Geffürel 1,25 v. H., daneben Siemens 0,75 und Schuckert 0,25 v. H. hoher. Am Chemiemarkt zogen Metallgefellfchaft 1, Deutsche Erdöl 0,75 d. H. an, Farbenindustrie dagegen nur knapp gehalten. Von Montanwerten eröffneten Rheinstahl 1,25, Klöckner 0,75, Harpener und Mansfeld je 0,13 v. H. höher, Stahlverein lagen 0,25 v. H. niedriger. Schiffahrtsaktien verkehrten uneinheitlich, Nordd. Lloyd minus 0,50 v. H., Hapag 0,25 v. H. freundlicher. Reichsbankanteile zogen um 0,75 v. H. an. Sonst waren Deutsche Linoleum etwas beachtet und 0,90 v. H. höher, auch Conti Gummi 1,25 v. H. fester, dement Heidelberg und Zellstoff Waldhof |e 0,25 v. H. gebessert. Sonderbewegungen traten am Aktienmärkte nicht hervor. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig. Späte Reichsschuldbuchforderungen (92,13) etwas freundlicher, Altbesitz (94,75) daaegen eine Kleinigkeit niedriger. Der Markt für Russenwerte verzeichnete einen Rückschlag auf Hinweise, daß die letzte Steigerung sachlich nicht begründet war. Gulden-Russen fielen von 1,25 v. H. auf 0,90 v. H. zurück. Trotz der anhaltenden Gefchäftsstille blieben die Kurse im Verlaufe gut gehalten, einzelne Spezialpapiere waren weiter befestigt, so ganz besonders Deutsche Erdöl (plus 2 v. H.), Reichsbank (plus 0,50 v. H.), Deutsche Linoleum (plus 0,25 v. H.), ferner gewannen Elektr. Lieferungen 1,5 v. H., Scheideanstalt 1 v. H., Farbenindustrie 0,40 v. H., wogegen Daimler 0,40 v. H., Ilse Genuß und Rhein. Braunkohlen je 1 v. H. verloren. Accumulatoren kamen nach Pause mit 175,50 v. H. wieder zur Notiz. Am Rentenmarkt blieb es still bei unveränderten Kursen für Altbesitz und Stahlverein-Bonds, während späte Schuldbücher erneut 0,25 v. H. und Reichsmarkanleihen ebenfalls 0,25 v. H. anzogen. Der Pfandbriefmarkt lag allgemein freundlich bei um 0,13 bis 0,25 v. H. anziehenden Kursen. Stadtanleihen und Staatsrenten waren meist unverändert. Von fremden Werten waren Schweiz. Bundesbahn- Anleihen höher gesucht, auch Anatolier zogen an, Ungar. Goldrente blieb behauptet. Tagesgeld war weiterhin sehr leicht und zu 3 v. H. unverändert. Abendbörfe: still, gut behauptet. Auch die Abendbörse wies eine freundliche Haltung auf, hatte aber infolge der nur wieder kleinen Publikumsbeteiliaung minimale Umsatztätigkeit zu verzeichnen; infolgeöeffen übte auch die Kulisse starke Zurückhaltung. Das Kursniveau blieb im Vergleich zum Berliner Schluß widerstandsfähig, nur Berg- werksaktien bröckelten zumeist um Bruchteile eines Prozentes ab, etwas mehr Rheinstahl mit minus 0,90 v. H. Hingegen zeigte sich für Schiffahrtswerte etwas Nachfrage bei leicht anziehenden Kursen, auch Tarifpapiere lagen hier und da mäßig höher. Farbenindustrie lagen bei kleinstem Umsatz etwa behauptet. Im Verlause ergaben sich bei anhaltender Gefchäftsstille keine Veränderungen von Belang, Scheideanstalt waren gegen den Mittagsschluß jedoch weiter etwas niedriger (—0,50 v. H.). Auch am Rentenmarkt herrschte starke Geschäftslosigkeit bei gehaltenen Kursen. Von Auslandsrenten waren 4prozentige Schweiz. Bundesbahn v. 1912 mit 164 nochmals 0,75 v. H. fester, SVzprogentige blieben zu 152,50 v. H. unverändert. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95, 5Vrprozentige Pounganleihe 91,40 v. H., OO-Bank 63, Reichsbank 154,25, Gelsenkirchen 59, Harpener 103,50, Kali Aschersleben 129, Mannesmann 64, Phönix 46, Rheinstahl 90,75, Stahlverein 40, AKU. 61,25, AEG. 23, Bekula 143,13, Bemberg 68, Conti Gummi 134, Daimler 47,50, Scheideanstalt 207, Deutsche Linoleum 59,75, Licht und Kraft 109,25, IG. Farben 149,40, Geffürel 108,50, Holzmann 59, Lahmeyer 118, Schuckert 90,50, Aschaffenburger Zellstoff 57 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: 3 mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Tiere in Gefangenschaft. Vortrag von Revierförster i. R. I. Dürrfeld. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: Bauten aus Rhein-Schlamm! Ein Bericht aus Erfelden. 18.35: Junge deutsche Dichtung: Max Rieple. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Frankfun a. M. Berlin kurü Datum 5.7- 9.7. 5-7. 9.7. 77,4 I.«. Farben.Jndustrw Scheide anstatt........ 149 149,5 60 Banknoten. 47,25 Deutsche Linoleum 25 .... O 20 Thade . O 7,5 20,75 7,6 7^ 7,75 183,2 61,25 108,5 125,5 Schlußkurs 68 39,5 86,25 74,75 116,5 59,25 103,9 73,5 :l 0 6 O 0 47,5 59,75 149,4 207 68 38,9 87 20,5 188,5 175,5 134 169,75 129,75 70,25 64,13 74,75 117 59 103,5 74,25 117 59,75 103,75 73,9 169,75 129,25 70,25 63,75 177 131,75 60,5 67,75 46,75 56 61,25 68 46,5 57 149,25 206 67 38,25 86 46 233,5 90,75 40 13,75 129 129,5 171 59 108,5 125,5 114 60,75 67,75 46 55,75 133 47 57,5 64 19,65 185,5 176 131,25 67,9 38,25 86 77,75 93,4 46 234 91,5 40,13 13,65 128,5 129,25 171,5 7 0 O 0 0 74 117,25 59,75 105 115,4 61,5 68 47 57 132,75 47,5 60 66,75 21 189 175 134 Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Goldschmidt ..., RütgerSwerke ... Metallgesellschaft. 77,4 92,65 46 233,75 91 40 13,75 127 128,25 171,75 vrenstetn & Koppel Leonhard Tietz .... Schultheis Patzenhofe, Wu (Allgemeine Kunstseide) Schlußk. Mittag» börse Serumulatoren-Fabrü tcnti-tihunmt....... Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Mansfelver Bergbau .. Kokswerke..... .... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Dllnen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 128,4 70,75 64 .. O| 76,75 >. O - .. O 46,75 - 10 233,75 - O 91,25 .. O 40 O 13,75 •• 6 126,75 • 6 128 7%| 171 Harpener .. O Voesch Eisen—Köln-Neuesten .. O Ase Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke O MaoaeSwarm-Rübrrn ........ O 7,2 6,8 6,95 8,25 7,5 i% Oesterretchttche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrevte v. 1910 4/1% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bsgdaobahn» Anleihe * iS 128 70,9 64,4 lhlltpp Holtzmann ......... ementwerk Heidelberg .... emeutwerk Karlstadt........ 7,4 7,13 7,2 8,7 7,5 21,5 1 22,25'1 72,5 - 183,5 1 182,75 I Bemberg Zellstoff Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS Daimler Motoren .... Grttzner .......— ol 22 I Mainkrastwerke Höchst 4 70 Süddeutscher Zucker s| 181 I 7,35 7 7 8,5 7,5 24,6 1,15 7,4 6,85 6,85 ...... O .......0 0 . 0 . 10 0 ...... 0 Frankiuri a. JJ1. Berlin Frankfurt a. TR. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs SchlM Mittag» börse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Gchluß» kurs Schlußk. Mittag- dürfe Datum 5-7- j 9-7- 5-7. I 9-7. Datum 5-7. 9-7. 5-7. 9.7. 6% Deutsche RelchSanleihe o 1927 93 92,9 92,9 93 4% desgl. Serie II .......... 7,7 7,7 — 7,5 6% ehem.7% 2)t. Reichsanl. o. 1929 — — —— —— 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4,3 4,3 — 4,25 6/t% Doung-Anleihe von 1930 . 91,25 91,4 92,5 91,25 4^»%Rumän.vereinh.Rentev.i913 6,75 6,75 _ 6,8 Deutsche 'Anl.-Ablös.-Schuld mü 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,65 3,65 3,85 3,65 Au-los.-Rechten ..... 95 95 95 95,13 L^% Anatolier .......... 33,5 34,65 34 34,75 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... — — —1 — 6% ehem.8% Hefs. Bollsstaat 1929 92 90,9 Hamvurg-Amertka-Paket ..... o 26 26,5 25,9 26,25 (rüctzahlb. 102%) ........ 92 92 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o 24 24,5 30,25 63,65 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12............. 6/i% Hess LandeS-Hypothekeu- 89,25 89,5 - 89,25 Hansa-Dampfschifs........... O Norddeutscher Lloyd ......... O 21.®. für Berkehrswesen Akt. .. O 30,65 63,25 30,5 63,75 30,5 62,9 90 b<1nk Darmstadt Stqui...... 88 88,5 — Berliner Handelsgesellschaft ... * 89,5 90 90,5 vberhesjen Prootnz-Anleihe mü 95 95,5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 57,25 58,13 57,25 58 Auslos.-Rechten .......... — Deutsche Bank und Disconto- Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 65,4 95,5 954 95,4 Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o 62 65 63 65,5 154,25 62 65 63 65,5 154,13 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 88,5 88,75 89 — Reichs bank ................ 12 154,5 154,25 4% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank 88,5 A.G.G....................... Goldpfe. 16 unkündblä bis 1936 88,75 — 23 23 23 23 6/i% ehem. */2% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Psandbriefe...... 88,5 89 — _ Bekula.....................ö Deka. Lieferungsgesellschäfl... 6 142 77,75 143,13 86,75 142,25 79 143 87 t/i% ehem. 4/i% Rheinische Licht und Kraft ..... q .108 109,25 108 109,25 Hyp.-Bank-Ltqu^Goldpfe..... 89,75 90,5 ** — Hellen & Guilleaume......... O 65,5 66,5 65,25 66,75 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 91,5 93 91,5 92 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische ElekttlzUäl ........ 6 108 100 108,5 101,5 107,9 100 108,9 102 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. Schuckert L Co............... 5 91 90,5 91 90,75 briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 91,5 93 93 Siemens L Halske............ 7 148 150,25 148 150 Eteuergutsch. Verrechnungskurs 101,2 101,3 101,2 101,3 Lahmeyer & Co............. 10 118 118,5 118,25 Devi enmarft Berlin — Frankfurt a. BL 5-Iuli 9-Iuli Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung | Sriet Geld Ärie' Buenos Aires 0,598 0,602 0,598 0,602 Brüssel..... 58,58 58,70 58,61 58,73 Rio de Jan.. 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,59 56,71 56,44 56,56 Danzig..... 81,72 81,88 81,72 81,88 London ..... 12,67 12,70 12,64 12,67 Heljingsors.. Paris ...... 5,599 16,50 5,611 16,54 5,589 16,50 5,601 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,55 21,59 21,56 21,60 Javan...... 0,749 0,751 0,749 0,751 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo.....: 63,66 63,78 63,51 63,63 Wien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Lissabon.... 11,53 11,55 11,51 11,53 Stockholm... 65,28 65,42 65,13 65,27 Schweiz .... 81,52 81,68 81,52 81,68 Spanien.... 34,30 34,36 34,27 34,33 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... —— — Reuyork.... 2,509 2,515 2,510 2,516 Serlin, S.Iuli Gelb Bries Amerikanische Noten.............. 2,463 2,483 Belgische Noten.................. 58,45 58,69 Dänische Noten .. . ......... 56,39 56,61 Englische Roten ................ 12,595 12,655 16,46 16,52 Holländische Noten ............... 169,31 169,99 21,44 21,52 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling 63,34 63,60 —— 64,97 65,23 Schweizer Noten................. 81,34 81,66 Spanische Note«................. 34,13 34,27 rft. be, j 7 ÜPttlnA l Cn «k ? st'ller r.en reicht knapp, J 'st m üt u. 9frfte muri Ä ®e'i‘ ^stehend, *41 Weisen. j ^notiech J 202,50 b K 28,90, K Öttt R VI y B 16J -50, Weizri ' grob Uj; ‘nfleie 12,y Palmkuch- Deizen- ur 'elt 2,70 K markt. rieb: Rich 'N Montav sen, 124 $ui er 633 (G hweine 34'. -rbenbgemit b) 31 ti en a) 291 bis 24; M 24, d) 11 bi 32, c) 27 b fe —, anbei is 37, d) l 12 bis 34,! ) 24 bis 21 47, c) 43 b 6 bis 40, gi en Montaj.- , Bullen r. lert, wahrer nmel 2 W I, Ueberftoi' ausverkoV eld. UN heutige t standen L >is 8 ®od) ®od)cn aiv Tiere 19 bis m. astik II 6.4' ,20 bis 8i : Schulstint je und hau- t L 13: M en aus Ns 13.50: M 0- 3 mal Ü ffiirtfdjaiy Tiere in & förfter i. 1.18.20: «ff ht aus Mi. Mar »’ mufit. 1“' Don Dr. 20.10: Un!" 'iffjnfl1 Ä rti 15: 9*# |it. 24 Das Schlib- art a.®* 38 51 54 17 14 '2 4 19 10 13 56 19 64 51 45 51 13 52 27 44 ,10 58-2 0,1« 3,0ti 56,H S1-8 12,67 5,601 16,8 170-2 21,6» 0,751 5,6$ 63-2 <8,55 11-53 65.2 81-A 34,33 2,516 Ur. 158 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, (O.Zuli (934 Staune Reffe und Ständewoche in Butzbach. pb. Butzbach, 9. Juli. Anläßlich der Eröffnung der Braunen Meffe fand gestern Nachmittag ein großer Bauerntag statt, dem ein Festzug o»rausging. Fanfarenbläser in historischer Tracht eröffneten den Zug, dann folgten historische Grup- !?n aus der Römerzeit, dem Mittelalter usw. Hier- it schlossen sich Gruppen an, welche die Tätigkeit !5 Bauern im Dritten Reichs darstellten, so einen Hauern mit zwei Kühen am Pflug, einen Sämann, jinen Bauern an der Egge, dann eine Schnitter- S-uppe bei der Ernte, einen Erntewagen, einen tagen mit Dreschern, sodann Verwertung der rnte, einen Wagen, der das Vermahlen der Frucht ti Mehl, das Verwerten des Mehls zu Backwaren u w., die Verwendung der Gerste in der Brauerei, Erstellte. Weiter wurden die Viehzucht und die Lerwertung dieser Produkte dargestellt. Ein Bauer sihrte eine schöne Kuh im Zuge, ihm folgte ein Dagen, der die Milchverwertung in der Älolkerei jtigte, weiterhin ein Wagen, der die Häuterver- rertung darftellte, sodann ein solcher der Fleischver- rertung. Der Ziegenzuchtverein führte ebenfalls inen Wagen im Festzug mit. Weiterhin wurden e Produkte der Schafzucht dargestellt, ein Schaf ?urde auf dem Wagen geschoren, die Wolle zu tarn verarbeitet und das Garn in einer Spinn- Unter Vorantritt einer Musikkapelle zog dann vom Benderschen Hof her Georg Heß mit seiner Trachtengruppe über den Marktplatz nach dem vor dem Wießlerschen Haus errichteten Podium, wo nach einem Dorspruch Georg Heß durch die gewinnende Art seines Vortrags die Zuhörerschaft auf dem Marktplatz stark zu fesseln wußte. Er stellte die einzelnen Gruppen aus der Rhön, der Schwalm, dem Schlitzerland, der Marburger Gegend und dem Hüttenberg vor, indem er Vertreter jeder Gruppe die Eigenart des engeren Heimatbezirks in kurzen Mundartverfen schildern ließ. Volkslieder, Rund- und Schritt-Tänze wechselten ab, die starke Beifallsstürme auslösten. Als Anerkennung und Dank wurde Gg. Heß und seiner Gruppe ein Lorbeerkranz mit Schleife in den Butzbacher Farben überreicht. Außerdem zollte ihm und der Gruppe Ministerialrat Ringshausen besonderen Dank für das Gebotene. Die offiziellen Veranstaltungen des Tages waren damit beendet. Die Ausstellung der Braunen Meffe. Der Platzaufbau der Braunen Messe lag in den Händen des hiesigen Architekten Jakob Lippert, der es verstanden hat, die drei in der Schul- straße gelegenen Gebäude der Werner-Weidig-Ober- realschule, der Turnhalle und der Stadthalle zu einer Gesamtausstellung zu verbinden. Der Schulhof zwischen der Turnhalle und der Volksschule ist durch ein Bau-Gewerbehaus, das von den hiesigen Handwerkern errichtet, und durch einen Schmuckhof mit gärtnerischen Anlagen in eine feinsinnige Anlage hergerichtet worden, der allgemeine Anerkennung gezollt wird. Das Gewerbehaus enthält gleichzeitig'eine Ausstellung der Elektro-Gemeinschaft Butzbach und dient auch als Erfrischungsraum. Der Schulhof zwischen Oberrealschule und Turnhalle dient der Firma A. I. Tröster als Ausstellungsraum für ihre Landmaschinen, die Turnhalle den Firmen Rumpf & Sohn, Bamag-Meguin, Sarnes- reuther & Co., Bubbecker & Laux, Schleifmittelwerken, Bernhard Steinhäuser dem gleichen Zweck. Alle ausstellenden Firmen hier zu verzeichnen, würde zu weit führen. Von den Firmen, die;in der Volksschule ausgestellt haben, seien beispielsweise erwähnt, der Deutsche Jmkerbund, Ortsgruppe Butzbach, die Bäcker- und Metzger-Innung, die Butzbacher Zeitung, L. Keßler (Wieseck, Dippe-Louis), der auch die Herstellung seiner Töpfe usw. zeigt, Herm. Wießler, Leinenweberei, der an einem großen Webrahmen die Weberei praktisch vorführen läßt, der Reichsnährstand Gießen mit Pflanzenschutzmitteln usw. Richt unerwähnt soll der Ausstellungsraum der NS.- Frauenschaft Butzbach und der weiteren Frauen- schaften Assenheim, Friedberg, Wölfersheim, Rieder-Florstadt, Dorheim, Rödgen, Bad-Rauheim und BdM. und Jungmädchen bleiben, die Handarbeiten usw. ausgestellt haben. In der Oberrealschule sind in den unteren Räumen u. a. die Firmen Kraft, Metzger & Schlecht, Hubel & Sparwasser vertreten, während die oberen Räume als Ausstellungsraum einiger Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste dienen. Hier findet man echte, bodenständige Kunst vertreten. Es seien erwähnt die Werke der Maler Prof. Joh. Lippmann (Lichtenberg, Odenw.), Karl Mahr (Oberursel), A. M. Schwindt (Darmstadt), der Bildhauer I. Ködding und C. Bourcarde (Gießen). Als Vertreter der Reichsvereinigung bildender Künste aus Butzbach seien genannt der eingangs bereits erwähnte Architekt Jak. Lippert, sowie die bekannte Malerin von Blumenaguarellen Margret Kranz. Wer Sinn für Schönheit und Kunst hat, der wird beim Betreten der Räume den eigenartigen Reiz der Harmonie empfinden, der über diesen Räumen liegt. Im anliegenden Raum findet man als Aussteller des Buchhandels und der Literatur u. a. vertreten die Firmen: Verlag Diesterweg (Frankfurt a. M.), Elwert (Marburg), Roth (Gießen), Wittig (Darmstadt), Gesellschaft der Hess. Bücherfreunde (Gras Hardenberg) usw., sowie die hiesigen Buchhandlungen W. Weickhardt Rachf., Matthäus und Eckner. Zusammenfassend darf gesagt werden, daß die Braune Messe einen gediegenen, guten Eindruck macht. lube gesponnen. Die Wagen wurden von den tauernschaften aus Griedel, Pohlgöns, Gambach, Rockenberg, Oberkleen gestellt. Besondere Erwäh- •ung verdient der Wagen der Brauerei Jhring- Relchior. Die Idee für die Zusammenstellung des (taftjuges soll, wie man hört, von unserem Heimat- lichter Gg. Heß- Leihgestern ausgegangen sein. Nachmittags fand dann im Anschluß an den Fest- pg auf dem Marktplatz die Kundgebung statt, ei der Landesbauernführer Dr. Wagner vrach. Anknüpfend an die vorher durch Radio Vertragene Rede des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß sprach Dr. Wagner von der Treue um Führer, dabei betonend, daß das Wort rös Führers: „Das deutsche Volk muß ein Bauern- :alf bleiben" immer seine Geltung haben werde, □eil aus diesem Stand sich die anderen ergänzen. Üßeiter sprach er von der IBeroegung, insbesondere irEIärte er an Hand von Beispielen, daß das lberste Ziel sein müsse, volkswirtschaftlich erechte Preise zu erzielen. Was nütze es, Denn man dem Bauern Preise bewillige, die der Berbraudjer nicht zahlen und tragen könne! Das dte Regime habe fast alle Stände zum Erliegen gebracht, während heute eine Politik auf lange Zjcht betrieben werde, die nicht nur diese Abwärts- : eroegung ausgehalten, sondern sie zu einer steti- : en, wenn auch langsamen Aufwärtsbewe- u n g bringen werde. Der Redner sprach dann weiter über das Erbhofrecht, sowie das Reichsnähr- landgefetz und betonte dabei, daß der Grund und Joden nicht mehr wie eine Ware behandelt wird. Ministerialrat Ringshausen sprach dann von der blut- und do den gefundenen deutschen Kultur, die in früheren Jahren verfälscht worden sei, jetzt aber wie- Ikr hochgebracht werden müsse. Die seitherige Kul- hur war auf dem breiten Boden, auf dem sie ge- ° siegt wurde, verloren gegangen, weil ihr der Nährboden im Volke fehlte. Große Kultur- 5 iiter, die im Bauernstand schlummern, müßten wieder emporgehoben und an das Licht gebracht werden. Er nahm Bezug auf alte Sitten und Ge- Iräuche, die unbedingt wieder aufleben müßten In diesem Sinne sei auch dieser Tag zu betrachten, Der nit dazu beitragen solle, der Dolkskultur zu dienen. Auf die anschließende Ausführung des Sing- und Tanzspiels unseres Heimatdichters Gg. Heß wies der Redner zum Schluß hin, und be= t nbete seine Rede mit einem Sieg-Heil, woran sich tas Deutschlandlied anschloß. f r i 'S 6 'AW ■I * IM * Mk!' ~ 'M t 31 WWM .■.•■»löKoate-*» '»Jt’W Ol Blick auf den Festzug auf dem Marktplatz. Rechts im Hintergrund der geschmückte Fachwerkbau des Rathauses. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Ministerialrat Ringshausen begrüßt den oberhessischen Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) inmitten der Trachtengruppe. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) r. ' r > t . t ■ ...4 U- > Nil r V« ' V / : L4 ■>*.x-1 ♦A. gt M < 1 Zuschauer bei der Festspiel-Aufführung. In der ersten Reihe sitzend von rechts nach links: Landesbauernführer Dr. Wagner, Ministerialrat Rinqshausen, Kreisleiter des Kreises Friedberg Selpe (Fauerbach), letzter ganz links: Bürgermeister Dr. S ch e l l e r (Butzbach). Trachtengruppe beim Tanz im Rahmen der Festspiel-Aufführung von Georg Heß. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Als die wilden Dorreiter des Feuers auf den SSügel einer Ameifenftadt am Fuße eines Stammes stießen, gingen sie ohne Zaudern zum Angriff über. Sie rasten den Hang hinan und überrannten Die Ameifenwächter an den Toren, ehe sie an Kampf ober Rettung denken konnten. Andere Flämmchen umkreisten den Hügel und stürmten gegenüber. Nur wenigen Ameisen auf dem Gipfel war es gegluckt, »ich Hals über Kopf in die Tiefen des Baues zu ffturzen und jedem Arbeiter, der unterwegs war, Las^ Entsetzliche zu künden. Sm Ru war alles fallen ... Da erschollen Autohuppen und schrilles Läutewerk nul der Landstraße. Wehren ruckten an, und Dors- ta mit Schauseln und Aexten. Bald übertönten Schläae und schmetterndes Sturzen das Toben der Klammen. Es wurde sieberhast gearbeitet, die brennenden Bezirke durch Breschen und Schneisen oon dem übrigen Wald zu trennen und durch ausgewor- senk Sandwälle di- Bodenseuer zu ersticken. Viel- Stamme mußten geopfert werden, um die große Memeinschast des Waldes vor dem sicheren Unter- qaiw zu bewahren. Einmal flatterte -m wild schreiender Vogel auf, als schimpfe er aus die Zer- üärer l-ines Nestes oder gar seines Geleges. In einer Stimme bebten kläglich- chilflosigkeit und Trauer um das, was unerbittlich siel. Am anderen Morgen glich die Brandstätte einem seltsamen Friedhof. Weiße Asch- und verkohlte Feuer im Forst. Von Peter Bauer. Still wie gemeißelte Säulen stauben bie Kiefer- htämme, belastet mit bem dichten Gefüge ihrer viel- »erzweigten bun|elgrünen Nabelwipfel. Dämmerig □jar es wie in einem fensterlosen Gewölbe, in bas nur vom Eingang her ein schwacher Lichtschimmer • ällt unb schwül wie unter ben Sparren eines hochgelegenen Speichers, auf ben hemmungslos bie Sonne prallt. Kein Lüftchen fächerte Kühlung, keine Wogelstimme rief. Nur bürre Zweige knackten unter Den Schritten. Wie Sprossen einer Leiter in regelmäßigen Jahresabstänben angesetzt waren bie unsren Aeste oon ben immer höher hinaufgetragenen Wipfelfchirmen ber wachfenben Stämme allmählich von Luft unb Licht abgeriegelt worben unb in ber ■Dumpfigen Enge verkümmert unb zu IBoben gesunken. Der sich so vermehrenbe, nur langsam ver- roitternbe Nabelschutt, ber bie Schuhsohlen glatt unb bas Gehen schwer machte, ließ keinen grünen Trieb aufkommen. Dagegen erfreuten sich Pilze, oft mit leuchtenben Farben prunfenb, eines wunschlosen Daseins. Sie ftanben wie ein winziges bickkopfiges Zwergengeschlecht ba unb bort zu heimlichen Beratungen versammelt beieinanber. Besonbers botter- gelbe Ziegenbärte züngelten wie kleine Flämmchen häufig unter ben Stämmen. An einer Schneise kroch iweißer Rauch aus ber Düsternis. Dort, wo er vom Boden aufftieg, flackerten kleine Feuerchen. Keine Ziegenbärte, jonbern lebenbige, fnifternbe, qual- enenbe Flämmchen. Sie muffelten gierig, wie fImke Tausenbfüßler vorwärts, schwärmten wie bie Ausläufer einer Branbung in weitem Bogen aus und überfielen, was vor sie kam. Währenb eine Dorhut von winzigen Flammenwerfern, ftürmenb als Wäre sie hinter einem flüchtigen Feinb her, bie Oberschicht ber Nabeln wegmähte, wühlten unb fcoljrten bie Bränbe unter ber weißen Asche bis auf Len Sanb hinab weiter. Volk in Aufregung unb überall würben Ausfälle versucht, bas nackte Leben zu retten. Aber bie Flämmchen waren ben Warnern auf ben Fersen, ohne Rücksicht auf Weg unb Straße brangen sie vor unb trieben ihren Feuertrichter tiefer unb tiefer. Die Arbeiter, bie noch an bie Bergung ber Puppen gebacht hatten unb mit biefen angerannt kamen, würben, ehe sie umkehren konnten, von bem Labern bes Scheiterhaufens erfaßt unb vergrößerten nur mit bem Brennstoff ihrer Leiber ben freffenben Branb. Stanbig nahm bas Knistern zu. Der ganze Hügel brobeüe unb kochte, bis schließlich eine einzige Flamme über ihm emporflackerte unb qualmend das Zerstörungswerk vollendete. Em ganzer Staat sank in Asche. Was viele Geschlechter m muh amer jahrelanger Kleinarbeit zu einer stolzen Neststadt aufgeschichtet unb gefügt hatten, war in wenigen Minuten vernichtet worben. Aber noch Schlimmeres geschah: bie lobernbe Flamme war an bem Stamm der Kiefer hochgezüngelt, hatte sich m die harzige Rinde verbissen und mit ein paar tollen (Sprüngen einige dürre Aeste erwischt. An ihnen war das Em- porklettern nicht schwer. Spielerisch turnte sie m die Wipfel und prasselnd schoß eine Riesenfackel Hachaus die im leichten Wind ungeheuren Feuerfahne wuchs und flatternd und flackernd den Brand weitertrug Außer loderndem Gezweig stürzte un- Mliq-s ^leinq-ti°r ab und verkahlte tn ben Bvden- seuern Die nadelsresienden Larven und Raupen v,e- er Wespen unb Schmetterlinge erlitten ben J^am* nientob P2)ie fnallenbe unb praHelnbe greube bes Feuers war zugleich bie Sterbemusik für zahlloses Jnsektenvolk. Der Walb ächzte unb stöhnte in unsäglicher Qual, hilflos bem mutenben Element ver- Baumreste beckten weithin bie Erbe, aus ber die schwarzen Stümpfe, oft wild gezackt und gespitzt, als Totenmaie ragten. Miniaturen der Volksseele. Von Ludwig Hermann. Zuvorkommenheit. Das war auf der Rennbahn in Karlshorst. Da fing es während des interessantesten Rennens an zu regnen. Ein Zuschauer in der vordersten Reihe spannt seinen Schirm auf. Das gefiel anderen Leuten nicht. „Schirm zu!" wurde solange gerufen, bis der Besitzer des Regendaches sich entschloß, der Aufforderung nachzugeben. Aber nun war das den Leuten hinter ihm nicht genug. „Hut ab!" hieß es bann, und als biefe Forderung schließlich vom Sprechchor vorgetragen wurde, konnte der Aufge- geforberte nicht umhin, auch biefen Wunsch ber Volksseele zu erfüllen. Dann aber brehte er sich zu seinen Verfolgern um unb erklärte: „Soll ich mir vielleicht auch noch bie Haare schneiben lassen?" Die schöne Traurede. Der alte Pfarrer Sperber in Kassel war ein Volksmann. Er konnte so schön prebigen, baß bie Sage von ihm ging, er brauche beispielsweise nur bas Wort „Methusalem" auszusprechen, bannt bie ganze Gemeinbe in Tränen zerfließe. Daß etwas wahres an biefer Behauptung gewesen sein muß, zeigte sich, als er ben Oberförster Weppler traute. Der folgte ihm nämlich nach ber Traurebe in bie Sakristei, brückte ihm herzlich bie Hanb unb sprach bie geflügelte Rebe: „Herr Pfarrer, ich banke Ihnen auch vielmals für die trostreichen Worte!" Der Menschenfreund. Das war der alte Polizei-Wachtmeister Krebs in Kassel, den die Schulkinder immer dadurch aus der Fassung brachten, daß sie feststellten, wenn Krebs einem Ausreißer nachlief: „Guckemai, ein Krebs, der vorwärts läuft!" Zu feinem Revier gehörten eine Menge Schrebergärten und auch die Dbftplantagen vom alten Kommerzienrat Wegmann. Die Leute beklagten sich lange Zeit über große Obstdiebstähle, und als immer wieder keine Festnahme und Bestrafung erfolgten, zog eine ganze Deputation der Geschädigten zum Kommissar Dams, und stellten dem vor, es müsse jetzt endlich anders werden, zumal der Wachtmeister Krebs doch mehrere Frevler ganz genau kenne. Krebs wurde zitiert und zur Rede gestellt, warum er die Diebe nicht zur Meldung bringe. „Ach Herr Kommissar!" sprach Krebs da, „die Leute sehn's nicht gerne!" „Ls kann gewartet werden!" Der Schustermeister Dehn in der Aulgasse in Marburg war der Studentenschuster. Bei dem hing ein Schild an der Wand: „Auf kleine Reparaturen kann gewartet werden." Brachte man ihm aber ein Paar Schuhe zur Reparatur, dann verstand der Meister es stets, den Kunden zu veranlassen, 'die Patienten da zu lassen. Kam man nach einigen Tagen wieder, dann empfing Dehn freundlich: „No, komme fedoch in e paar Daache widder, dann sin fe ferdich!" Zeigte dann aber ein Kunde auf das vielversprechende Schild, dann erklärte Meister Dehn erregt: „Sie wolle mich doch nit etwa zum Liechner mache! Do schtehd doch ganz deutlich druff, daß auf Reparature gewarded werde kann! Wolle Sie behaupten, daß ich Sie nit warte laß? — Sie kriege Ihre Schuh schon noch!" 6od)fcbulnadbricbten. Prof. W. Nonnen bruch- Prag hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Inneren Medizin in Hamburg als Nachfolger von Prof. L. Brauer erhalten. — Prof. Dr. Oskar A. M. W y ß habilitierte sich für Physiologie an der Universität in Zürich. — Priv.-Dozent Herbert Rau wurde zum leitenden Arzt der Kinderabteilung der Städtischen Krankenanstalt in Königsberg i. Pr. ernannt. — Professor Weigmann an der Rostocker Universität ist zum Leiter des neugebildeten Institutes für wissenschaftliche Raumforschung ernannt war- ben. — Prof. Dr. jur. Dr. tneol. h. c. Johannes Heckel in Bonn ist zum ordentlichen Professor für Kirchenrecht und Staatsrecht an ber Universität München als Nachfolger bes verstorbenen Prof. R. Rothenbücher ernannt worben. 1931 wirkte Heckel bei ben Verhandlungen über ben Vertrag zwischen bem Lanb Preußen unb ben evangelischen Lanbeskirchen mit, wofür er von ber Berliner theologischen Fakultät bas Ehrenboktorat erhielt. 1933 mürbe Prof. Heckel in bie neue Generalsynode ber Preußischen Landeskirche berufen. — Prof. Dr. Jan Hendrik Schölte, der langjährige Vertreter ber beutschen Sprache unb Literatur an ber Universität Amsterbam (Holland) beging seinen 60. (Geburtstag. Der Gelehrte ist Mitbegründer und Mitherausgeber des „Neophilologus", Mitglied ber wissenschaftlichen Abteilung für deutsche Sprache unb Literatur der Deutschen Akademie in München, Ehrendoktor der Universität Greifswald. Sludentensuhrer-Taglmg auf demGleiberg bürg zum Kreise V, Gießen zum Kreise VI, Frankfurt zum Kreise V wieder und Darmstadt zum Kreise VI gehört hätten. Bei dieser Auseinander- aerissenheit sei keine erfolgreiche, von Kameradschaftsgeist getragene Zusammenarbeit möglich, auf die es gerade jetzt ganz besonders ankomme. Der G e i st, der im e r st e n G l e i b e r g l a g e r geherrscht habe, müsse es fertigbringen, daß in dem kommenden Kreis vorbildliche Arbeit geleistet werde und daß man den Geist der positiven Aufbauarbeit über das Kreisgebiet hinaustrage und gleichsam Vor- und Kerntrupp der ganzen Deutschen Studentenschaft werde. Man habe in Berlin das feste Vertrauen, daß wir gewillt seien, daran mitzuarbeiten. Dieses Vertrauen verpflichte uns Wertvolles und wirklich Neues zu leisten. Vor allem käme es ganz besonders auf die kameradschaftliche Zusammenarbeit einmal unter den Studentenschaftsführern und einzelnen Amtsleitern, das andere Mal mit allen uns befreundeten Organisationen an. Gerade unser Reichsstatthalter Sprenger, dessen Sorgen immer der deutschen Jugend gelten, stehe in freundschaftlichem Verhältnis zu unserer Arbeit und habe dafür stets großes Interesse gezeigt. Was den Mitarbeiter st ab betreffe, so werde man nur die besten Leute zur Arbeit heranziehen, denn man brauche eine G e - mein schäft von Befähigten. Dabei sei es ganz gleich, ob der eine in Gießen, oder in Darmstadt, oder in Frankfurt sitze, es käme nur darauf an, daß der, der ein Amt führt, Tüchtiges leiste. Nach Besprechung von einzelnen, internen Fragen schloß der Komm. Kreisleiter seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Die anschließende Freizeit wurde dazu benutzt, um in den trauten Winkeln der Burg im Kreise der Kameraden manche wichtige Frage zu erörtern. So ist der Gleiberg wieder um eine historische Stunde reicher geworden. Am Sonntag fand — wie gestern bereits kurz gemeldet — auf dem Gleiberg, der heute schon durch seine Schulungslager und Studententagungen zu einer historischen Stätte innerhalb der Deutschen Studentenschaft geworden ist, der erste Kreistag des neuzuerrichtenden Kreises Rhein- Main der Deutschen Studentenschaft statt. Die kommissarische Führung über diesen Kreis erhielt der Reichsinspekteur der Deutschen Studen- tenschast und Hochschulgruppenführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes Hochschulgruppe Gießen Pg. Bernhard Edler von G r a e v e. lieber dreißig Vertreter von Hoch- und Fach- sckulen unseres Rhein-Main-Gebietes waren erschienen, um die neuen Richtlinien und Aufgaben zu erhalten. Kommissarischer Kreisleiter von Graeve eröffnete die erste Zusammenkunft, hieß die Kameraden aus dem Gleiberg herzlich willkommen und führte dann u. a. eiroa folgendes aus: Es sei nicht das erste Mal, daß sich die Studentenschaftsführer des Ryein-Main-Gebietes hier in dem Schulungslager eingefunden hätten, und sicherlich auch nicht das letzte Mal. Wenn man vor einigen Wochen zusammengekommen sei, um in positiver Kritik etwas neuzugestalten, so habe der heutige Sonntag die Ausgabe, das endlich erreichte Ziel, nämlich die Konstituierung des neuen Kreises, vorzubereiten. Gerade der neu zu bildende Kreis habe das den anderen Kreisen voraus, daß er nicht willkürlich zusammengesetzt sei, sondern daß alle Hoch- und Fachschulen in einem Wirtschaftsgebiet, nämlich in dem Gebiet unseres Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger lägen. Nur mit Ausnahme der Kreise Ostpreußen und Schlesien, die als Grenzmark eine besondere Note hätten, grenze sich fein anderer Kreis ganz regional ab. Wie seither die Kreiseinteilung in unserem Gebiet gewesen sei, sehe man am besten daraus, daß Mar- Unser neuer Iioman. Nachdem wir gestern den Roman „Was mein einst war" von Klothilde von Stegmann zum Abschluß gebracht haben, beginnen wir in der heutigen Nummer des „Gießener Anzeigers" mit der Veröffentlichung eines neuen Romanwerkes, dessen Autor in unserem Leserkreise bisher noch nicht bekannt geworden ist, der sich aber, wie wir glauben, nicht vorteilhafter einführen könnte als mit diesem seinem neuesten Werk: „Zwei Männer und Hilda" von Hermann W. Walder — so heißt unser neuer Roman, in dem sich eine zarte Liebesgeschichte mit einer dramatisch außerordentlich bewegten und geschickt gesteigerten, an Überraschungen reichen Handlung verbindet. Wir sind überzeugt, daß dieser Roman, dessen natür- kicher Spannung vom ersten bis zum letzten Kapitel sich niemand entziehen kann, mit der gleichen Begeisterung von unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land ausgenommen werden wird, wie die erfolgreichsten unter seinen Vorgängern. Hier bringen wir einen Zeitungsroman, wie er sein soll: flüssig und fesselnd geschrieben, voller Konflikte und echter Leidenschaften, mit einem packenden Auftakt und einem versöhnlichen und innerlich befriedigenden Ausklang. So wird auch dieser Roman, mit dem wir einen neuen Autor vorstellen, seinen Weg machen und allenthalben ungeteilten Beifall finden. Tag der Hunderttausend. Vom Gaupresseamt wird uns mitgeteilt: Am 25. und 26. August findet in Frankfurt a. M. eine der größten HJ.-Kundgebungen statt, zu der der Reichsjugendführer Baldur von Schirach sowie zahlreiche andere bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erscheinet werden. Die Tage des großen Treffens, zu dem 100 000 Hitlerjungen des Gebiets 13 Hefsen-Nafsau aufmarschieren und ein Treubekenntnis zum Führer, $u Volk und Vaterland ablegen werden, sollen die Größe und urwüchsige Kraft der Jugend des neuen Staates und ihre innnige Verbundenheit mit der gesamten Bewegung bezeugen. Dem großen Ereignis geht ein« HJ.-Ausstellung auf dem Frankfurter Messegelände voran. Sie wird am Sonntag, 19. August, 11 Uhr vormittags eröffnet werden und einen interessanten Einblick in die Arbeit der Oberbanne, und die verschiedenen Abteilungen der Gebietsführung (Organisation, Sozialamt, Verwaltung, ärztliche Betreuung, Schulung, Sport, Presse, Propaganda, Rundfunk usw.) vermitteln. Die Vorbereitungen für die Frankfurter Tage, über die wir fortlaufend berichten werden, sind in vollem Gange. Verhütet Waldbrände! Durch die Waldbrände der letzten Tage sind ungeheure Werte deutschen Volksvermögens vernichtet worden. Die Ursache war in den meisten Fällen sträflicher Leichtsinn und Nichtbefolgung gesetzlicher Bestimmungen. Vom Reichsforstmeister wird nachdrücklichst darauf hingewiesen, daß jegliches Um- aehen mit Feuer, insbesondere Rauchen, Abkochen, Anzünden von Lagerfeuern im Walde und auf allen durch den Wald führenden Wegen verboten ist. Zuwiderhandelnde setzen sick nicht nur empfindlichen Strafen aus, sondern fino auch in jedem Falle für den Schaden haftbar. Jeder deutsche Volksgenosse, der sich im Walde aufhält, hat von sich aus für den Schutz der deutschen Forsten zu sorgen und Leichtsinnige an ihrem sträflichen Tun zu hindern. Den Anordnungen der Forftbeamten und Waldhüter zum Schutze des Waldes ist unbedingt Folge zu leisten; jedermann hat unverzüglich einen Waldbrand der nächste Forst- oder Polizeidienftstelle zu melden und ist zur Hilfeleistung beim Löschen verpflichtet. Daz zum Löschen erforderliche Gerät, (Spaten, Hacke) ist von der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, Die Leiter der Schulen und bte Führer der Hitlerjugend und des Jungvolks werden besonders dringend ersucht, aufklärend zu wirken. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 10. Juli. Auf dem heutigen Wochen markt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 Mk Landbutter 1,30 bis 1,35 Mk., Matte 20 Df., Käse das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S101/»' Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8,' ungestempelte 7S, Wirsing (grün), das Pfund 15 Weißkraut 15, Gelbe Rüben, das Bund 10, Rote Oie letzten Arbeitsbeschaffungs-Lose Ziehung am 21. und 22. Iuli 1 ä Millionen Mark Gewinne Rüben 10, Spinat, das Pfund 15 bis 20, Römisch, kohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25, (gelb) 25, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 12, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte) 5S Pf., der Zentner 5 Mk., (neue), das Pfund 8 bis 10 Pf., Himbeeren 25 bis 30, Birnen 26 bis 28, Kirschen 15 bis 25, Heidelbeeren 20 bis 25, Stachelbeeren 12 bis 15, Johannesbeeren 10 bis 12, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Einmachgurken 5, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch (Süppengrünes) 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 25, Radieschen, das Bund 10 Pf. Bornotlzcn. — Tageskalender für Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die 4 Musketiere". - Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, 20.15 Uhr, „Hindenburg", öffentliche Versammlung; Redner: Ministerpräsident a. D. Pg. Prof. Dr. Werner. * ** Das Fest der silbernen Hochzeit begehen am heutigen Dienstag die Eheleute Joses Gries und Frau, geb. Müller, Sandgasse 33 wohn- haft. ** Neuzuteilung oberhessischer Kreise zu Handwerkskammer-Nebenstellen.^ Das Hessische Staatsministerium hat durch eine Anordnung vom 29. Juni, die in der gestrigen „Darmstädter Zeitung" amtlich bekanntgegeoen wurde, folgendes angeordnet: „Der dem Bezirk dec Handwerkskammer - Nebenstelle Friedberg unterstellte Kreis Friedberg wird der Handwerkskammer-Nebenstelle Offenbach a. M., die Kreise Büdingen und Schotten werden der Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen zugeteilt." ** Eine oberschlesische Kinder-Studiengruppe, bestehend aus sechs Mädels und sechs Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren unter Leitung einer Führerin, weilt seit gestern abend in unserer Stadt. Die Gäste stammen aus der Gegend von Kattowitz (Polnisch-Oberschlesien) und haben sich auf Einladung der DDA.-Frauengruppe Darmstadt zu einem Besuche in das Rhein-Main-Gebiet begeben. Zuerst weilten sie in Darmstadt, dann haben sie eine Rheinfahrt unternommen, hierauf wurden Frankfurt a. M., Friedberg und Bad-Nau- heim besucht, seit gestern weilen sie nun hier, wo sie bis zürn nächsten Sonntag verbleiben werden. Die Besucher werden von der hiesigen Frauengruppe des VDA. betreut, sie sind in Gießener Aus der Vrovlnzialhaupiffadi. Das Stadtkind auf dem Lande. In diesem Sommer ist ein großer Teil unserer Stadtkinder während der Schulferien wieder auf dem Lande untergebracht. Darüber hinaus ist auch schulentlassene Jugend zur Ableistung des Landjahres auf dem Lande. Das ist für Land und Stadt und für die deutsche Zukunft bedeutungsvoll. Bringt es doch eine Annäherung zweier verschiedener Welten, ein gegenseitiges Sichkennenlernen und Ein- anderachten. Denn gerade das Kind ist am meisten aufnahmefähig, ist biegsam und aufgeschlossen für Neues, es hat noch die Weite und Lebensfähigkeit des sich Wundernkönnens und des Ergriffenwerdens vom größten Wunder dieser Welt: Der Natur. Dem Bauern freilich hat manchmal die Umstellung auf das naturentwöhnte Gemüt der Stadtkinder einige Schwierigkeiten gemacht. Aber schon die ersten Versuche des vergangenen Jahres haben gezeigt, daß sich das Stadtkind sehr schnell auf die Erfordernisse des Landlebens umstellen kann und daß der Bauer auch sehr bald . seine Freude daran findet, den Stadtkindern all das, was ihnen neu ist, zu zeigen. Freilich kann es Vorkommen, daß auch dort ungeeignete Kinder sich nicht einzufügen vermögen. In diesem Falle aber stehen dem Bauern Mittel zur Verfügung, um rechtzeitig einen Schaden von seinem Hof abAuroenben. Es kommt ja nicht darauf an, daß diese Stadtkinder einen praktischen Nutzen in der bäuerlichen Wirtschaft darstellen, es kommt vielmehr darauf an, daß sie nach Ueberwindung der ersten Fremdheit Gefallen am Mitschaffen in kleinen Hilfsarbeiten finden, die auch sonst Kindern auf dem Lande anvertraut werden. Und da hat die Erfahrung gezeigt, daß die Stadtkinder gerade das Neue und Ungewohnte anzieht, daß sie sich schnell auf ihre kleinen Pflichten einstellen können, die ihnen ein Spiel sind und Freude machen, eben weil sie so ganz anders sind, als all das, was sie sonst in der Enge der Stadt kennenlernten. Und wenn sie in ihr späteres Leben diese Kindheitseindrücke mit hinausnehmen, die ja immer die stärksten sind, so wird sich damit für die Dauer die Achtung vor bäuerlicher Arbeit verbinden, die der beste Weg ist, um auch Verständnis für die Forderungen des Bauern zu erhalten. Der Bauer aber wird Einblick gewinnen in manche trostlose Not, die in den Städten herrscht und die er, der auf freier Scholle lebt, und der schwer für sie arbeitet, bisher nicht kannte und von deren seelentötender Wirkung er sich bisher oft keine rechte Vorstellung machen konnte. Sy ist die Verschickung von Stadtkindern auf das Land Bindemittel für das ganze deutsche Volk, eine Brücke, die fester ist, als jedes menschliche Bauwerk es fein kann. Denn keine Fahrt und kein Jugendlager kann das geben, was die Arbeit auf dem Bauernhof schenk*: „Die Befreiung aus der Städte Schuld". Die meisten Großstadtkinder wachsen ja so auf, wie es Rilke schildert: „Da wachsen Kinder auf an Fensterstufen, die immer in demselben Schatten sind, und wissen nicht, daß draußen Blumen rufen zu einem Tag voll Weite, Glück und Wind, — und müssen Kind sein und sind traurig Kind." — Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Der NSLB. Kreis Gießen und der Reichsbund Volkstum und Heimat haben von dem Leiter der Ausgrabungen auf dem Glarill e r g die Mitteilung erhalten, daß die für den 11. Juli geplante Besichtigung nicht stattfinden kann. Infolgedessen wird dieser Besuch auf später verschollen. Im NSLB. Kreis Schotten finden am morgigen Mittwoch, 11. Juli, folgende Konferenzen statt: Um 15 Uhr bei Groh in Ulrichstein; um 15 Uhr im „Solrnser Hof" in L a u b a ch; um 14,15 Uhr in der Turnhalle für die Arbeitsgemeinschaft für Turnen; ferner in Gedern bei Stie- beling. Zwei Männer und Hilda Vornan von Hermann W. Walber. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) (Nachdruck verboten.) „Ich lasse bitten!" Heinz Wolterstorfs erhob sich aus seinem Sessel und zog seinen Arbeitskittel aus. Als seine Sekretärin eben die Damen Geyerling meldete, war ein heller Freudenschimmer über fein Antlitz gegangen. Seit fast einer Woche hatte er Hilda Geyerling nicht äu Gesicht bekommen. Daß er sie nun schon vor oem in wenig Tagen stattfindenden „Ball der Ingenieure" wiedersehen würde, schien ihm eine gute Vorbedeutung. Dann aber fügte die Sekretärin hinzu, daß sich in Begleitung der Damen Herr von Kirchhofen befände. Die Freude wich tiefem Unmut. „Immer dieser Lasse! Was nur alle Welt an ihm finden mag!" Heinz Wolterstorfs erschrak. Da hatte er ja wahrhaftig laut gedacht, und jede Sekunde konnte der Besuch über die Schwelle des Zimmers treten. Und nun stand sie vor ihm, schön, herzlich und fröhlich, und reichte ihm ihre Rechte zur Begrüßung. Warm umfaßten seine Blicke die hohe, ebenmäßige Gestalt des jungen Mädchens, tief beugte er sich über dessen schmale Hand. Auch Hildas Kusine und Freundin, die Liesgreta Geyerling, erhielt einen Handkuß. Mit einer korrekten Verbeugung und kurzem Handschlag, höflich und doch leicht betont-förmlich, begrüßte Heinz Wolterstorff sodann den Begleiter der Damen, den er schon bei verschiedenen Gelegenheiten in jüngster Zeit getroffen hatte und der ihm deshalb bereits bekannt war. In den Mundwinkeln Hans von Kirchhofens, der sofort merkte, daß er bei dem Direktor der Geyerling-Werke kein gern gesehener Gast war, zuckte es von verhaltenem Spott, als er dessen Förmlichkeit beobachtete, und in seinen Mienen lag ein stiller Triumph. „Herr von Kirchhofen hat den Wunsch, unser Werk zu besichtigen. Auch Liesgreta hat es noch nicht gesehen. Herr Wolterstorff, Sie haben wohl die Freundlichkeit, unser Führer zu sein!" wandte sich Hilda Geyerlina an den Direktor, der sofort mit einer leichten Verbeugung erwiderte: „Ich stehe Ihnen zur Verfügung!" Es hatte ihm an der Aufforderung etwas nicht gepaßt, dieser Ton des Selbstverständlichen nämlich. Das klang für den Fremden gerade so, als fei er ein Angestellter, der ohne weiteres auszufuhren hatte, was man von ihm verlangte. Im ersten Augenblick wollte ein leiser Aeraer hierüber in ihm hochkommen. Aber dieses Gefühl schmolz vor dem Liebreiz der Sprecherin dahin. Der Hilda Geyerling hatte jedenfalls eine bewußte Kränkung ferngelegen. Unter lebhaftem Plaudern machten sich die vier dann auf den Weg zu den nahen Fabrikanlagen. Geheimrat Geyerling, der Gründer und Besitzer der Geyerlina-Werke, hatte vor etwa anderthalb Jahren das Zeitliche gesegnet. Er hinterließ seiner Frau und der Tochter in den Werken, die weit über tausend Mann beschäftigten, ein namhaftes Vermögen. Beruhigt konnte er nach glücklichem Leben die Augen schließen, zumal er wußte, daß die Fortführung seiner Lebensarbeit bei dem fleißigen, umsichtigen, energischen Direktor Wolterstorff in besten Händen lag und gesichert war. Auf dem Sterbebett ließ er sich von ihm versprechen, daß er den Werken die Treue halten wolle, und um ihm dieses Versprechen leicht zu machen, interessierte er ihn finanziell in stärkerem Maße als bisher. In jener Stunde, unter vier Augen am Krankenbett, hatte Heinz Wolterstorff dem alten Herrn, der ihm immer ein väterlicher Freund gewesen war, eingestanden, daß er Hilda liebte und um sie werben wolle. Der Kranke gab ihm freudigen Herzens hierzu das Recht. Ja, er wollte sogar den Frei- weroer spielen. Das aber lehnte der junge Direktor ab. Er wollte sich die Geliebte selber erobern und jegliche Beeinflussung durch dritte Personen vermieden wissen. Seitdem gingen lange Monde ins Land. Das Trauerjahr verstrich. In feinem Takt vermied er jegliche Annäherung. Allmählich begann bei Geyerlings das gesellschaftliche Leben wieder, wenn es sich auch vorerst in bescheidenerem Rahmen hielt als früher. Inzwischen hatte man Liesgreta ins Haus genommen, das Kind eines Verwandten, eine Vollwaise. Das stille, liebe Wesen des Mädchens machte es bald zu einer gern gelittenen Hausgenossin, Die man nicht mehr entbehren mochte. Wolterstorff traf in letzter Zeit verschiedentlich mit den Damen zusammen. Seine Tage waren an sich mit rastloser Arbeit ausgefüllt, von früh bis spät. Gesellschaftliche Verpflichtungen waren ihm ein notwendiges liebel; er konnte sich ihnen natürlich nicht ganz entziehen. Bei einigen Abendgesellschaften hatte er Hilda getroffen uno sich ihr gewidmet, so viel es ging, ohne aufzufallen. Aber darüber hinaus schob er letztlich häufiger geschäftliche Gründe vor, um die Villa Geyerling aufsuchen zu können. Hatte er mit seinem Werben Fortschritte erzielt? Manchmal schien es ihm so, und so war sein Herz von Freude erfüllt. Erst in den letzten Tagen waren Schatten auf seine Freude gefallen. In Hildas Levenskreis war dieser Hans von Kirchhofen getreten, und ganz offensichtlich brachte sie ihm zumindest Interesse entgegen. Woher Kirchhofen kam, wußte eigentlich niemand so recht. Er war ein schlanker, großer Mensch, nach bestem Schnitt gekleidet, mit weltmännischen Manieren, ein glänzender Unterhalter, der weitgereist schien und über vielerlei Erfahrungen und Erlebnisse verfügte. Vor wenigen Wochen tauchte er mit einem Male in der Berliner Gesellschaft auf. Er kam und siegte. Sein gewandtes Auftreten, die rasch um sich greifende Vermutung, daß er über gewaltige Reich- tümer verfügen müßte, nach seinem Lebensaufwand zu urteilen, verschafften ihm im Handumdrehen Freunde. Für zahlreiche Mütter wurde er eine neue Hoffnung zugunsten der Töchter. Bei dem Gang durch die Werke zeigte sich, wie sehr Wolterstorff hier in feinem Element war. Und doch mußte er sich mehrere Male arg zusammennehmen. Stolz wies er Hilda die Betriebseinzelheiten; er erklärte ihr den Produktionsprozeß, zeigte ihr die Neuerungen. Seine Erläuterungen gab er nur ihr, die anderen mochten zuhören und sehen, was sie davon mitbekamen. Immer wieder aber schweiften seine Gedanken ab. Ein unbestimmtes Gefühl, daß seiner Liebe Gefahr drohe, ließ ihn nimmer los, so sehr er sich auch dagegen wehrte. Es wurmte ihn bitter, daß dieser Mensch störend in fein Lebensrad eingreifen könnte. Und dann dieser Hochmut, diese Blasiertheit in dem Gesicht des anderen. Gewiß wurde er von ihm nur als Angestellter angesehen, der bei dieser Besichtigung notgedrungen mit in Kauf genommen werden mußte. Aber aller Unmut schwand immer wieder dahin, ob der Herzlichkeit und Natürlichkeit, mit der Hilda sich gab. An diesem Mädchen war so gar nichts Geziertes und Gekünsteltes. Das beruhigte Wolterstorff etwas. Die vier hatten die Hauptabteilungen besichtigt. Der Rundgang dauerte bereits länger als eine Stunde. Mit Rücksicht auf die Damen wurde er jetzt abgebrochen. Am Werkeingang verabschiedete man sich von dem Direktor unter Dank mit Händedruck, der zwischen den beiden Männern wieder höchst formellen Charakter trug. Ihre Blicke flössen ineinander, und sie kündigten einander Kampf, harten, unerbittlichen Kampf, der nur mit Sieg oder Niederlage enden konnte. Heinz Wolterstorff, der eine Einladung, mit« zufahren, wegen Mangel an Zeit abgelehnt hatte, sah dem Auto nach, bis es um die nächste Straßenecke verschwunden war. Dann ging er in sein Arbeitszimmer, vertiefte sich in die Korrespondenz und versuchte so, alle quälenden Gedanken zu vergessen. Hans von Kirchhofen fuhr seine Damen ins Tennisklubhaus, wo er seinen Feldzug zur Eroberung der schönen und vor allem reichen Jndustri- ellentochter fortsetzte. Nun, nachdem er die Geyer- ling-Werke persönlich gesehen und sich von deren finanzieller Bedeutung überzeugt hatte, war erst recht der Plan in ihm wach geworden, Herr dieses Besitztums und auch Herr des schönen Mädchens au werden. Den Wolterstorff würde er schon aus dem Sattel zu heben wissen! Die Fabrikuhr schlug vier Uhr. Im selben Augenblick ging auch die Sirene. — Schichtwechsel. Walter Knauer stellte den Motr ab und machte sich zum Heimgang fertig. Die Scherzworte seiner Arbeitskollegen überhörte er. Er war sichtlich mit seinen Gedanken woanders. War das wirklich Hans Kirchhoff gewesen, der eben mit dem Direktor und den beiden Damen an seinem Arbeitsplatz für kurze Zeit gestanden hatte? O ja! Er hatte ihn gleich erkannt, den vornehmen Herrn, den man mit von Kirchhofen anredete, erkannt, trotz der pikfeinen Schale, in der er steckte. Das war Kirchhoffs Gang, genau feine Statur, feine Sprache. Im Gesicht war er zwar etwas verändert. Daran trug aber sicher nur der kleine gestutzte Schnurrbart schuld, während er damals immer glattrasiert war. Damals... Knauers Antlitz zeigte düstere Falten. Es mußten trübe (Erinnerungen sein, die sein Innerstes erfüllten. Saubere, lange enge Gänge. Tür zu Tür, die zu schmalen Zellen führten. Monat um Monat hatten er und Hans Kirchhoff hier gearbeitet und gewartet... auf die Stunde der Freiheit. Er, der Handwerker, der durch böser Freunde Beispiel an den Trunk und zu Streit gekommen war, im Zorn einen Iechkupan zum Krüppel schlug und dafür mehrere Jahre Strafanstalt erhielt — und Hans Kirchhoff, ein Bankbeamter, den Liebesund Wettleidenschaften zu Unredlichkeiten größten Ausmaßes veranlaßten und dessen Betrugsgebäude ebenfalls zusammenbrach, so daß er im Zuchthaus endete. Monat um Monat warteten sie beide auf die Freiheit, die sie lockte. Und Dann kam der Tag, an dem sich für Walter Knauer die eiserne Pforte öffnete. MU guten Ermahnungen und einigen dreißig Mark Arbeitsgeld wurde er entlassen. Er war bereit und festen Willens, sich ein neues Leben zu zimmern. Wenige Tage später schlug auch für Hans Kirchhoff die Entlassungsstunde Gemäß einer Verabredung trafen sie beide zusammen. Walter Knauer wollte noch nicht nach Hause. In dieser Stimmung vermochte er keinem bekannten Menschen gegenüberzutreten. So unternahm er einen Spaziergang mitten durch das dichteste Gewühl der Großstadt, in der Hofft nung auf Ablenkung. Die (Erinnerungen ließen ihn aber nicht los... Die in der Einsamkeit der Zuchthauszelle zu Freunden geworden waren und in der schweren Zeit alles Leid und die kärgliche Freude gemeinsam getragen hatten, wollten auch weiterhin Zusammenhalten. Was indessen geschah? (Fortsetzung folgt.) ewin« gs-Lrs ii.it 20 JRömii; b) 25, 6rbi; - 12, der Zech Hlmbeeri n 15 bis 2 i 12 bis I Ms Elk i 5 bis 1 ken 5, Ote 2) 5, Hielt Bund 10» reise. M 4^ 10, j( rtag:U usletiere*.. 15 Uhr, F Redner: $ Werner n hoch,« geteilte Jr «ässe 33 mol cher Krei b e n ft e Ih it durch ff der gestch etanntgegei; em Bezirk bberg M anbmertslf e Streife !, lanbwerfsk* nber«6h > Mädels io fahren uti tern abend is der @eg; .) und ba gnippt Dom -M/'n-Sed'u! mftübt, dair men, hieran nb Lab-Ran nun hier, ® eiben roeibf igen Fr