Nr. 83 Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag, W. April M4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RN?. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Lteindruckerei R. 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Rach einer Meldung bpr „Times" aus Schanghai find alle Mitglieder des Kabinetts am Montagnachmittag von Nanking an Bord eines Kanonenbootes nach Nantschang abgefahren, um mit dem Vorsitzenden des Politischen Rates von Peking, General h u a n g f u , und mit General Tschiankeischek die Lage in Nordchina zu besprechen. Die Japaner hätten nämlich neuerdings auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Wiederherstellung des normalen Verkehrs zwischen China und der Mandschurei gedrungen. General h u a n g f u habe deswegen Tschiangkeischek ausgesucht, um mit ihm das künftige Vorgehen zu beraten. Die Tatsache, daß die maßgebenden Führer der Nankingregierung nach Nantschang abgereist sind, deute darauf hin, daß eine hochwichtige Entscheidung bevorstehe. * Trifft die Meldung zu, daß sich die chinesische ^entralregierung in Nanking nun doch noch enr- schlossen haben soll, »das neue. Kaiserreich Man- Ls ch u k u o anzuerkennen, um einen drohenden Ab- /all weiterer Provinzen im Norden, in erster Linie wohl Tschahars, vorzubeugen, so würde die Welt das höchst absonderliche Schauspiel erleben, Laß China, dem man vier blühende Provinzen kurzerhand entrissen hat, das erste Land wäre, das Len neuen Staat von Japans Gnaden anerkennen würde. Aber gerade Las Groteske, das in diesem Schritte liegen würde, zwingt vorläufig zu einigen Zweifeln. Schließlich hat man in Nanking ja nicht nur auf Lie von Japan geförderte Abfallneigung in den Nordprovinzen Rücksicht zu nehmen, sondern ebenso auf Lie Südprovinzen, in benpn erst vor kurzem ein schwerer Aufstandsversuch (Fukien), der mit nationalen Motiven bemäntelt wurde, niedergeschlagen werden konnte. Die Zentralregierung in Nanking hat sich außerdem Lurch die scharfe Erklärung zur Kaiserkrönung Puyis in einer Weise stark gemacht, die einen Rückzug nur unter stärkster moralischer Einbuße gestatten würde. In dieser Erklärung hieß es: „Die Annahme des Kaisertitels durch Puyi ist bereits seit geraumer Zeit angekündigt worden. Mit tiefer Entrüstung hat das chinesische Volk überall von diesem Akt Kenntnis genommen, der nur als Landesverrat betrachtet werden kann. Wir halten an der Auffassung fest, daß die Situation in den drei östlichen Provinzen und Jehol lediglich durch militärische Besetzung ent st an den ist und daß Puyi und seine Umgebung nur die Werkzeuge in den Händen anderer sind und daß ihnen jede Unabhängigkeit fehlt. Die Haltung Chinas einem solchen Staate gegenüber bleibt unverändert, ganz gleichgültig, welche Form dieses Werkzeug in fremder Hand annehmen mag. Der Grundsatz der Nichtanerkennung dieses legitimen Staatswesens ist zu einem unabänderlichen Bestandteil internationaler Moral geworden und wird durch die sogenannte Kaiserkrönung nicht beeinträchtigt werden." Nun ist feierlichen Protesterklärungen selbstverständlich kein Ewigkeitswert zuzumessen. Aber ein so radikaler Wechsel in der Stellungnahme zu einer Frage, der alle nationalen Kreise Chinas Lebensbedeutung zumessen, ist selbst im wechselreichen Fernen Osten ungewöhnlich. Richtig ift zweifellos, daß in .manchen mehr realpolitisch denkenden Kreisen Nankings schon seit längerer Zeit die Frage der Anerkennung Mandschukuos erörtert wurde. Man folgerte etwa, daß die juristische Anerkennung des neuen Staates keineswegs den endgültigen Verzicht auf die vier verlorenen Provinzen bedeute und daß es vorläufig für China wichtiger fei, das eigene Haus politisch und wirtschaftlich in Ordnung zu bringen, als sich auf einen fürs erste aussichtslosen Kampf mit Japan einzulassen. Richtig ist auch, daß die Japaner nicht zu Unrecht mit der Unpopularität spekuliert haben, die Nanking bei denNordprovin- z e n genießt. Man hat in Peking nie ganz verwinden können, daß es seinen Rang als Hauptstadt zugunsten Nankings abtreten mußte. Schließlich ist auch die moralische Wirkung nicht zu unterschätzen, die in der Thronerhebung eines Nachkommen der alten Mandschu-Dynastie liegt. Der Norden Chinas ist ft e t s monarchistischer gewesen als die Mitte und der Süden. Aber alle diese Faktoren, die ja schon feit längerem vorhanden find und für Nanking stets eine latente Gefahr waren, können kaum ausgereicht haben, um die Politik der Zentralregie- runq zu einem völligen Umschwung zu veranlassen, um so weniger, als man sich trotz dem Grundsatz der Nichtanerkennung Mandschukuos bemüht hatte, die Reibungsflächen mit Japan zu vermindern und auf anderen Gebieten zu einer Verständigung mit dem Reich der aufgehenden Sonne zu gelangen. Unsere Mutmaßungen müssen also auch Ereignisse in den Kreis der Betrachtungen ziehen, von denen allerdings nur bruchstückweise Kunde zu uns gelangt. Dabei ist auch zu berücksichtigen, daß Die ausführliche Nachrichtenübermittlung aus China sich dadurch außerordentlich verschlechtert hat, daß die Zentralregierung in Nanking ein Verbot erließ, die Post weiter auf dem Landwege durch Mandschukuo und die Sibirische Bahn zu befördern. Briefliche Post kann also nur noch auf dem wochenlangen Seeweg über Aden und Suez zu uns gelangen. Versuchen wir trotzdem aus dem bunten Mosaik der Bruchstücke ein wenn auch lückenhaftes Bild der Lage zu gewinnen! Mit Beginn des Frühlings stießen bekanntlich japanische Truppenteile in der Provinz Tschahar, in Richtung auf K a l g a n, vor. Der Vormarsch wurde aber wieder abgestoppt, vielleicht um Verstärkungen abzuwarten. Welche Ziele Japan mit einer tatsächlichen Besetzung Tschahars erreichen will, läßt sich unschwer erraten. Besitzt es Kalgan, so schneidet es China im Norden noch stärker von Sowjetrußland ab und kontrolliert gleichzeitig die außerordentlich wichtige K a- r a w a n e n st r a ß e, die durch die Mongolei von Peking an die Sibirische Bahn führt. Die Frage ist nur, ob Japan es noch einmal riskiert, soweit in das Innere Asiens vorzustoßen, oder ob es nicht die schlechten Erfahrungen, die es 1919 am Baikal-See gemacht hat, vor weiteren Abenteuern zurückhält. Daß man sich in Moskau aller Möglichkeiten versehen will, beweist jedenfalls die Tatsache, daß man zwei Divisionen der Roten Armee in die äußere Mongolei geworfen hat. Die japanischen Politiker tragen ihre Geheimnisse nicht auf der Zunge. Sie sind Meister in der Kunst der Verstellung, und so ist es nicht ausgeschlossen, daß die freundlichen Angebote, die sie kürzlich den Amerikanern gemacht haben und die den liebenswürdigen Briefwechsel zwischen Außenminister Hirota und dem amerikanischen Staatssekretär Hüll in allerdings recht platonischer Weise ergänzten, nur das Alibi sind für überraschende Aktionen, an denen man nun einmal in Tokio Gefallen findet. Würde aber ein weiterer Vorstoß Japans nach Osten in Richtung auf die Mongolei und darüber hinaus nach Chinesisch-Turkestan, der zweifellos zu neuen Konflikten mit der Sowjetunion führen würde, dadurch vereitelt werden können, daß die Zentralregierung in Nanking Mandschukuo anerkennt? Ja, wäre ein etroaiaer Abfall weiterer Provinzen im Nordwesten durch die Anerkennung überhaupt zu verhindern? Es bleibt also nur der Eindruck einer neuen Aktivität der japanischen Politik und der schicksalsschwangeren Möglichkeit, daß sich die beiden gelben Völker über alle Hindernisse und Widerstände hinweg zu verständigen bestrebt sind. Den Kaufpreis hätten Europa und Amerika zu bezahlen. puji besucht nicht die Gräber seiner Ahnen. Tokio, 9. April. (DNB.) Das japanische Auswärtige Amt stellt kategorisch die Nachricht in Abrede, nach der es hie Kwantung-Armee um Schutz f ü r i) e n Kaiser von Mandschukuo, Puji, während feines Besuches an den Gräbern seiner Ahnen in der Vorstadt von Peking gebeten habe. Eine Untersuchung der Regierung von Mandschukuo habe ergeben, daß Kaiser Puji „schon bei seiner Thronbesteigung im Jahre 1933 durch die mandschurischen Wachen an den Gräbern seiner Ahnen den Vorfahren seine Thronbesteigung habe mitteilen lassen". Ende März habe er außerdem den Prinzen Kun g gebeten, die Gräber seiner Ahnen zu besuchen. Der Vertreter des Auswärtigen Amts erklärte, daß Kaiser Puji gar nicht d i e Absicht habe, die Gräber persönlich zu besuchen. Statt Verminderung nur Begrenzung der Rüstungen. Englische Bedenken gegen den Boykott als Garantiemaßnahme. London, 10. April. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt, die britische Regierung würde es vorziehen, wenn das heute zusammentretende Büro der Abrüstungskonferenz noch keinen Zeitpunkt für den Wiederzusammentritt des allgemeinen Ausschusses festsetzen würde. Aber Frankreich, das von Henderson unter- st ü tz t werde, der sich als „neutraler" Vorsitzender nicht verpflichtet fühle, mit der britischen Regierung übereinzustimmen, werde wahrscheinlich die Einberufung des allgemeinen Ausschusses auf den 23. Mai durchfetzen. Frankreichs letzte Abrüstungsnote wird morgen in der Vollsitzung des Kabinetts geprüft werden. Der wahre Sinn und Zweck der Note aus einem Abkommen für die V e r m i n d e r u n g der Rüstungen ein Abkommen für die Begrenzung der Rüstungen zu machen — wird von den britischen Ministern vollkommen begriffen und wird von ihnen bedauert, da ihr Ziel stets eine wirkliche Ab- rüftungsmaßnahme gewesen ist. Aber Großbritannien kann sich mit einer Fortdauer des jetzigen ausfallenden Mißverhältnisses zwischen seiner Luftflotte und denen Frankreichs und Sowjetrußlands nicht abfinden. Abgesehen davon hat Großbritannien keinen Grund, einen hohen Preis in Form neuer „Garantien" für eine bloße Rüstungsbegrenzung zu bezahlen. Denn ein solches Abkommen läßt das Hauptziel der britischen Politik unerfüllt. Trotzdem blickt die Regierung mit Interesse und Spannung den angekündigten Erläuterungen der französischen Regierung über ein Garantiesystem entgegen. Der Gedanke des wirtschaftlichen Boykotts eines Staates, der das Abkommen verletzt, mag auf den ersten Blick anziehend erscheinen. Aber wenn eine oder mehrere Mächte an dem Abkommen nicht beteiligt sind, oder sich weigern, dem Boykott zuzustimmen, dann können sie noch immer die schuldige Macht mit allem beliefern, was ihr von den anderen Staaten vorenthalten wird. Ein durch eine Blockade erreichter allgemeiner Boykott könne leicht zum Kriege nicht nur mit der blockierten Macht, sondern auch mit den anderen Großmächten führen. Die Minister sind sich der Gefahr eines solchen Systems, das an das Genfer Protokoll von 1924 erinnert, vollauf bewußt. Es mag nicht unangebracht fein, daran zu erinnern, daß dieses Protokoll von Henderson in Genf paraphiert, aber von den maßgebenden Ministern des damaligen Kabinetts der Arbeiterpartei heftig bekämpft und schließlich von dem neuen konservativen Kabinett 1925 verwor - f e n worden ist. Barthou informiert sich. Oie Reise nach Warschau. — Iran^ois-poncet in Paris. Paris, 10. April. (DNB.) Nachdem Außenminister Barthou am Montagnachmittag eine Stunde mit dem französischen Botschafter in Warschau Laroche verhandelt hatte, sprach er längere Zeit mit dem französischen Botschafter in Berlin, Francois Poncet. Er zog dann den Botschafter Laroche wieder zu der Unterredung hinzu. Anschließend daran verhandelte er wiederum eine Stunde allein mit Francois Poncet. — In gut unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß die Besprechungen der Vorbereitung der Reise Barthous nach Polen gegolten haben. Es dürfte auch der deutsch-polnische Nichtangriffspakt eingehend besprochen und geprüft worden sein, vor allem hinsichtlich seiner Rückwirkungen auf die Lage in Osteuropa und auf die polnische Politik überhaupt. Die deutschpolnischen Beziehungen hätten auch den Uebergang zu der Unterredung zwischen Barthou und Francois Poncet gebildet, in der die Abrüstungsfrage besprochen worden sei. Die Frage der deutschen „Aufrüstung" bleibe das Hauptproblem der Ab- rüstungskonferenz. Sollte am 23. Mai der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz zusammentreten, so beabsichtige Barthou, sich selbst nach Gens zu begeben, wo er übrigens auch am 7. Mai schon an der Sitzung des Völkerbundsrats teilnehmen werde, weil dieser sich dann mit der Saarfrage beschäftige, die Barthou mit Francois Poncet ebenfalls erörtert haben dürfte. Die Bedeutung der Unterredung Barthous mit Francois Poncet wird auch von der Presse unterstrichen. Es ist natürlich, schreibt das „Journal", daß jetzt, wo der entscheidende Verhandlungsabschnitt beginnt, die französische Negierung die Ansicht des Mannes, der über die Einstellung Deutschlands am besten unterrichtet ist, kennenlernen will und ihm entsprechende Anweisungen geben wird. Die Angelegenheit ist zu ernst, als daß man sich nicht vor der Entscheidung m i t einem Hochstmaß von Garantien umgibt. Francois Poncet hat Barthou höchst wichtigen Aufschluß geben können. Das „Echo de Paris" erklärt, es werde in feiner Auffassung, daß die französische Politik ins Schwanken gekommen sei, immer mehr gestärkt. „Wir lehnen nicht mehr so kategorisch den Gedanken ab, eine Aufrüstung Deutschlands wenigstens in gewissen Grenzen zu legalisieren. Auf jeden Fall geben wir zu verstehen, daß der Haupt- ausschuß der Abrüstungskonferenz hierzu Stellung zu nehmen hat, und auf Grund dieser Tatsache ermöglichen wir es Henderson und Eden, ihre Verhandlungen wieder aufzunehmen. Gleichzeitig vertagen wir die in London verlangten Erklärungen über die Ausführungsgarantien unter dem Vorwand, daß diese Garantien unmöglich festgelegt werden können, so lange der Inhalt des etwaigen Abkommens unbekannt ist." Das Blatt vertritt den Standpunkt, man dürfe sich nicht auf das etnlaffen, was Deutschland verlange, sondern müßte Deutschlands Rüstungs- st a n d f e ft ft e 11 e n , erst dann könne Frankreich in voller Kenntnis der Sachlage seine Bedingungen stellen. Auch das „Journal" scheint mit der Wendung, die die Besprechungen nehmen, nicht zufrieden zu sein. Jedenfalls bemüht es sich nachzuweisen, daß Frankreich, wenn es auch die Aussprache annehme, damit nicht die Aufrüstung Deutschlands und seine eigene Abrüstung zulasse. Wenn man behaupte, daß Frankreich sich juristisch für verpflichtet halte, abzurüsten, so sei das völlig falsch. Barthou habe im Gegenteil bewiesen, daß Frankreich b e - reits viel weiter abgerüstet habe, als klug sei. Ein neuer Plan, der die Herabsetzungen der Rüstungen ausschaltet, setze die einmütige Zustimmung der Konferenz voraus; Frankreich werde nicht auf die Unterstützung seiner Alliierten verzichten. Kein Besuch Barthous in Berlin. Paris, 10. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Morgenpresse erklärt, daß Außenminister Barthou sich direkt nach Warschau begeben und nicht in Berlin Halt machen werde. Der halbamtliche „Petit Parisien" bezeichnet die Gerüchte über eine Einladung der Reichsregierung an Barthou als Phantasie. Der „Matin" meint, daß die Notwendigkeit eines derartiges Besuches vorläufig nicht einzusehen sei. Der „Excelsior" glaubt, daß in der Tatsache, daß kurz vorher oder sofort nach den französisch-polnischen Besprechungen kein deutsch-französischer Meinungsaustausch stattfinde, kein Werturteil liege. Deutschland habe stets die Möglichkeit, mit der französischen Regierung auf diplomatischem Wege zu verkehren. Wenn in der Folge direkte Besprechungen für eine von Frankreich aufrichtig gewünschte Annäherung als nützlich erachtet würden, bann konnten sie Gegenstand späterer Verhandlungen sein. Unbegründete Sorgen um den deutschen Wehrhaushali. London, 9. April. (DNB.) Im Unterhause richtete der Abgeordnete B o o t h y an den Staatssekretär des Auswärtigen folgende Fragen: Sind Sie auf die bedeutende Zunahme der Ausgabenvoranschläge für Marine, Landheer und Luftfahrt imdeutschen Budget aufmerksam gemacht worden? Beabsichtigen Sie, sofort Schritte zu unternehmen, um den Zweck dieses Mehraufwandes festzustellen? Stellen diese Mehrausgaben einen Bruch des Versailler Vertrages dar? Simon erwiderte: Die deutschen Haushaltsvoranschläge für Marine, Landheer und für die Luftfahrt weisen im Vergleich zu 1933 folgende Ausgabensteigerungen auf: Die Marineausgaben, die 1933 sich auf 183 Millionen Mark beliefen, sind im Haushalt 1934 mit 233 Millionen an- gesetzt, d. h. sie sind 50 Millionen hoher. Für das Land Heer waren 1933 472 Millionen angesetzt, 1934 dagegen 674 Millionen, das bedeutet eine Zunahme um 175 Millionen Mark. Für das Luft- schiffahrtsministerium waren 1933 78 Millionen vorgesehen. Für 1934 beträgt der Voranschlag 210 Millionen, die Ausgaben haben sich also um 132 Millionen erhöht. Die englische Regierung unterzieht diese Angelegenheit der ernsthaftesten Ueberlegung (Beifall). Ich habe den britischen Botschafter in Berlin ersucht, bei der deutschen Regierung Erkundigungen über die Angelegenheit einzuziehen. Ich hoffe, im Laufe dieser Woche noch Informationen zu bekommen. * Zu der Anfrage Boothbys und der Antwort Simons ist zunächst feftzuftellen, daß der Versailler Vertrag eine Begrenzung des finanzielle n Te i l e s des deutschen Wehretats in keinem seiner Teile vorsieht. Die Erhöhung des Haushaltsvoranschlages für das Landheer ist bedingt durch die Vorbereitungen für die in Aussicht genommene Umftellung des deutschen Heeres von einem l a n g f r i ft ig dienenden Heer in ein kurzfristig dienendes. Dies wird natürlich mit einem bedeutenden Kostenaufwand verknüpft fein. Die vorhergefehene Steigerung der Marineausgaben hat feinen Grund in der Ueberalterung des Schiffsmaterials der Reichsmarine. Eine Erneuerung des Bestandes ist unumgänglich erforderlich, da das überalterte Schiffsmaterial zum Teil geradezu eine Gefahr für b i e Besatzung ber Schiffe barstellt. Die Erhöhung ber für bas Luftfahrtministerium vorgesehenen Ausgaben finbet ihren Grund in bem allmähligen Ersatz ber einmotorigen Verkehrsflugzeuge burch mehrmotorige, eine Maßnahme, die zur Erhöhungder Sicherheit im Luftverkehr erforderlich ist. Ferner wird ein Teil der Kosten hervorgerufen durch die Erfordernisse des Luftschutzes, der natürlich für ein 65-Millionen-Volk bedeutende Ausgaben mit sich bringt. Amerika verlegt Teile der pazisiksiotte in den Atlantik. Los Angeles, 9. April. (DNB.) Die bereits seit einiger Zeit geplante Verlegung eines Teiles der Pazifik-Flotte nach dem Atlantischen Ozean ist nunmehr erfolgt. 104 Kriegsschiffe, die insgesamt neben 300 Flugzeugen 45 000 Mann Besatzung an Bord haben, liefen am Montag in Richtung Panamakanal aus. Die Schiffe werden in den Gewässern vor dem Panamakanal große Manöver abhalten, die am 12. Mai im Karibischen Meer beendet werden. Die Kriegsschiffe werden bann Enbe Mai in Neuyork eintreffen unb bort von Präsident Roosevelt besichtigt werden. Die Flottenverschiebung bringt die Uebersiedlung von insgesamt 1 2 5 0 0 0 Menschen einschließlich der Familien- angehörigen von der Küste des Stillen Ozeans zur Atlantischen Küste mit sich. London, 10. April. (DNB. Funkspruch.) Der nach dem Süden reisen. Der Tod hat auch diesen München, 9. April. (DNB.) Geheimer Baurat Dr. O s k a r von Miller, der Schöpfer des Deutschen Museums, der in der letzten Zeit leidend war, ist am Montagnachmittag überraschend schnell in München gestorben. Die Todesursache war Embolie. Hoch am Monlagnachmiltag weilte Oskar von Miller aufgeräumt und munter im Kreise seiner Angehörigen und erörterte Reifepläne. Er wollte irgendeine Wischspur hätte gefunden werden können. Außer der Frau und dem Herrn Wer- ther hätte niemand, in dem Zimmer sein können. Es käme noch in Frage, daß jemand im Einvernehmen mit der Frau Werther gehandelt habe. Da Frau Werther mit Liebig gesprochen habe und auch bei Liebig eine Pi st ole gefunden worden sei, aus der im Zimmer geschossen worden sein solle, habe der Zeuge angenommen, daß Liebig die Hand im Spiele haben müsse. Die spätere Untersuchung aber habe kein en Nachweis hierfür erbracht. Unglaubwürdig sei, dah der Hauptmann, als er den tödlichen Schuh erhalten habe, noch zweimal das Bett verlassen habe, wie das Frau Werther behauptete. Die Untersuchung der Geschosse und der Massen des Hauptmanns und seiner Frau hätte ergeben, dah noch eine drittePistole hätte verwendet sein Müssen, und das müsse der Revolver Liebigs gewesen sein, der nach der Tat weg- geschafft worden sein müsse. Dabei sei aber zu berücksichtigen, dah zwei Zeugen während der Voruntersuchung bekundeten, dah der Hauptmann stets eine zweite Pistole besessen habe. Diese sei aber am Tage nach dem Morde unauffindbar verschwunden. 2K5 man später der Frau Werther vorgehalten habe, daß Liebig als Mörder gar nicht in Frage komme, änderte sie plötzlich ihren früheren Stand- punkt und sagte, wenn es ihr Mann war, dann muhe er es in einem Augenblick getan haben, in oem er „ganz verrückt" gewesen sei. Unter diesen Umstanden könne auch sie den Verdacht gegen Liebig nrcht aufrechterhalten. Dem Zeugen erschien es bemerkenswert daß der junge Baron von Walters- / -e£ Sohn der Frau Werther aus erster Ehe (nicht Bruder, wie gestern berichtet wurde), gelegentlich ferner Vernehmung die Mitteilung gemacht Ueber die Flugzeugkatastrophe im Urwald Kolumbiens erfährt das „Bergsträßer Anzeigeblatt" in Bensheim aus einer Unterredung mit dem in Auerbach (Bergstraße) lebenden Vater des Flugzeugführers Geck folgendes: Am 10.März 1934 startete ein Verkehrs- de n Tod. Der Amerikaner Marshall und die beiden Deutschen Geck und Jahnke kamen mit dem Leben banon. Nach zweitägiger Beratung machten sich Geck und Jahnke auf, um Hilfe zu holen. Der Amerikaner Marshall blieb zum Schutze seines Platins und Goldes, das er als Gepäck bei sich hatte, zurück. Als nach sechs Tagen von Geck und Jahnke noch keine Nachricht da war, machte sich Marshall allein auf und wurde nach vier Tagen von Indianern vollständig er- schöpft aus gesund en. Erst dann konnte ein Waldläufer nach Bolivar gesandt werden, was wiederum acht Tage dauerte. Nun gingen sofort mehrere h i l f s e x p e d i t i o n e n ab, Mili- tärflugzeuge und Flugzeuge der Luftfahrtgesellschaft. Erst am 6. April erreichte der Arzt Dr. Roß von der Luftverkehrsgesellschaft die Siedlung des indianischen Bergstammes, von dem Marshall aufgefunden worden war. Das Flugzeug selb st ist noch nicht aufgefunden. Ebenso gelten die beiden Deutschen Geck und Jahnke als vermißt, ihre Leichen sind noch nicht, wie gemeldet worden war, aufgefunden. Sie haben sich wahrscheinlich in dem undurchdringlichen Urwald verirrt. Es besteht also immer noch die Möglichkeit, daß die beiden Deutschen noch am Leben sind. habe, seine Mutter habe ihm bei einer Besprechung über die Ermordung ihres Mannes versichert: „Ich schwöre Dir bei der Leiche meines Mannes: Ich habe ihn nicht erschossen." Kommissar Mayer kam dann auf einen Abschiedsbrief zu sprechen, der am 3. Dezember im Schreibtisch der Frau Werther gefunden worden ist. In diesem Brie bringt Frau Werther zum Ausdruck, daß sie sich seit dem Tode ihrer Tochter sehr vernachlässigt fühle. Die Liebe zu ihrem Sohn sei von diesem wenig erwidert worden. Es falle ihr daher der Abschied nicht schwer. Sie wünsche ein einfaches Begräbnis. Nach Aussage des Zeugen hat das Dienstmädchen Grete Wiedmann angegeben, Frau Werther sei 14 Tage vor dem Mordtag krank gewesen; sie habe zu dem Mädchen gesagt, daß das Leben ihr keine Freude mehr mache. Wie sie Mayer ferner auf Fragen des Vorsitzenden mitteilt, hat die Familie Werther lediglich 180 RM. Pension erhalten, wovon etwa 80 RM. für Abgaben abgingen, so daß der Familie nur rund 100 RM. verblieben seien. Außerdem habe die Familie Werther mehrere hundert Mark der Köchin und 80 RM. Liebig geschuldet. Kriminalkommissar Mayer gab auf Vorhall des Staatsanwaltes zu, daß die mit den Tatsachen nicht übereinstimmenden Aussagen der Frau Werther mit ihrer in allen Fällen bestehenden Aufregung entschuldigt werden könnten. Der Verteidiger Dr. Deeg widersprach dieser Annahme. Frau Werther habe gesagt, sie hätte die Kofferkammer verfchlof- f e n. Spuren habe der Zeuge jedoch nicht feststellen können. Es sei nicht gut denkbar, dah Frau Werther sich auch darin getäuscht habe, da nach ihren Angaben ihr Mann zu ihr sagte: „Mausi, Mausi, sperr' die Tür zu, sonst kommt der Kerl noch einmal herein!". Sie habe mit dem Knie an die Tür gedrückt, um sich davon zu überzeugen, dah sie wirklich verschlossen war. Diese Angaben habe Frau Werther offensichtlich gemacht, um zu erreichen, dah ihrer Aussage Glauben geschenkt werde. Auf die. Frage des Verteidigers, ob der Täter nicht in die Kofferkammer gesteckt wurde, um abzuwarten, was auf den Schuh auf Hauptmann Werther folgen B e r l i n, 9. April. (DRV.) Vor Pressevertretern machte der Präsident der Reichsanstatt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Sy- r u p Mitteilungen über das Ergebnis der neuesten Arbeitslosenzählung der Reichsanstalt. Wir haben im Monat März einen Rückgang an Arbeitslosen um mehr als eine halbe Million, genau um 570 000. Der Stand der bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen ist damit am 1. April 1934 au f rund 2,8 Millionen gesunken. Was diese Zahl bedeutet, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahre. Am 1. April 1933 verzeichneten wir 5,6 Millionen Arbeitslose. 3m Laufe eines Jahres, vom 1. April 1933 bis zum 1. April 1934, ist somit die Zahl der Arbeitslosen genau um die Hälfte vermindert worden. Der unbeirrbare feste Wille der Reichsregierung hat ein großes Ergebnis gezeitigt, höher jedoch als die materiellen Mahnahmen der Regierung im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit wertet Präsident Dr. Sy- rup die erzielte seelische Umstellung des ganzen Volkes zur Frageder Arbeitslosigkeit. 3m Gegensatz zu der stumpfen Resignation der langen Krisenjahre ist es jetzt die Ueberzeugung aller Volksgenossen geworden, dah jeder willens- einsäh, jede Anstrengung und jedes Opfer des einzelnen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit selbstverständliche Pflicht ist. Trotz aller Erfolge wollen wir uns aber, damit schloß Präsident Dr. Syrup, bewußt bleiben, daß der Kampf in diesem Sommer mit gleichem Nachdruck weitergeführt werden muh. Er wird sich in erster Linie gegen die verbliebenen Hochburgen der Arbeitslosigkeit, die G r o h st ä d t e und 3ndusiriebezirke, richten. Der Frühjahrserfolg gibt uns das Recht zu der bestimmten Erwartung, dah auch die neuen Ziele im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit bei gleicher Anspannung aller Kräfte erreicht werden. Das Echo in England. Oskar vsn Mller, der Schöpfer des Deutschen Museums t Da die Lage des Welthandels sich so sehr verschlechtert hat, glaube ich, daß jede Z i n s h e r - absetzung von Nutzen sein würde. Da die gegenwärtigen Zinssätze in allen Ländern allgemein zurückgegangen sind, scheint es mir nicht fair zu fein, 6 und 7 v. h. Zinsen zu nehmen, wenn alle anderen Anleihen der großen industriellen Länder viel geringere Zinssätze aufweisen. Aber es ist Aufgabe der Gläubiger, zu entscheiden, ob eine Herabsetzung der Zinssätze nicht eine vernünftige Maßnahme wäre. Der Reichsbankpräsident über das Devisenproblem. Basel, 9. April. (DNB.) In Basel begannen Vorbesprechungen der amerikanischen, englischen, schweizerischen, holländischen und schwedischen Gläubiger Deutschlands über die Transferfrage. Reichsbankpräsident Dr. Schacht betonte gegenüber Pressevertretern ausdrücklich, er sei niemals für eine Nichtanerkennung der deutschen Schulden eingetreten, noch habe er eine solche angeregt. Ich stelle fest, daß wir alle Anleihen und Kredite, in welchen Gold durch private Anleger oder kommerzielle oder finanzielle Kreditgeber investiert worden ist, als private Schulden betrachten, gleichgültig, welcher Ursache sie ihre Entstehuna verdanken, ob einer politischen oder nichtpolitischen. Deutschland ist entschieden gewillt, diese Schulden zu bezahlen. Das gegenwärtige deutsche Schuldenproblem ist nicht eine Frage ber Nichterfüllung, da jeder Schuldner den vollen Betrag seiner Verpflichtungen in Reichsmark in d i e Konvertierungskasse für Rechnung der Treuhänder der fremden Stücke-Jnhaber zu leisten hat. Was Deutschland zur Zeit nicht b e wirken kann, ist, die fremden Devisen für diese Reichsmarkzahlungen zur Verfügung zu stellen, da Deutschland nicht genügend Devisen verdient, um den Transfer zu bewerkstelligen. Wie die Dinge liegen, scheint mir ein I I r a n s f e r a u f f d) u b unter den gegenwärtigen Umstanden unvermeidlich zu sein. Oer Morbprozeß Woltershausen War der Mörder in der Kofferkammer? — Oie Blutspuren widerlegen Frau Werthers Aussagen. Oie Klugzeugkatasirophe im kolumbianischen Llrwald. Die Hoffnung auf Rettung der beiden Deutschen noch nicht aufgegeben. Die Pressevertreter wiesen alsdann auf die Gerüchte hin, daß Deutschland wegen Kredite zur Finanzierung seiner Einfuhr füri,, s. Rohstoffe verhandele. Dr. Schacht erklärte: Ich 6 Zeug der kolumblamschen Luftverkehrsgesell- habe niemals um neue fremde Kredite k/al* Don Buenaventura über Quibdo nach Cartago, nachgefucht. Ich wünsche, die alten Schulden ™ ^ffonbenfid) der deutsche Flugkapitän zu bezahlen und nicht neue Schulden zu A^lter G e ck als Führer der Maschine, der deutsche machen. Da es aber Deutschland an Devisen man- Bordfunker Jahnke (nicht hancke, wie bisher gelt, sind wir gezwungen, unsere Ein- Zemeldet) und als Passagiere der deutsche Ingenieur fuhr von Rohstoffen zu beschränken, ^°tz, der Amerikaner Marshall und der Komas naturgemäß eine weitere Restriktion bes 2ßelt= wmbier Suniga. Auf bem Fluge über die Kor- handels bedeutet. Ich habe jedoch eine gewisse hoff- Pieren geriet das Flugzeug, ein Wasserflugzeug, nung, daß Abmachungen zwischen Deutschland und tn/1? furchtbares Unwetter. Die Funk- feinen Gläubigern gegebenenfalls Deutschland in Verbindung mit dem Heimathafen hörte plötzlich die Lage versetzen könnten, seine Rolle als Groß- ?ULunö i>er $iIot mußte versuchen, im Blindflug Rohstoffkäufer weiter zu spielen. Nur auf diese ourch das Unwetter durchzustoßen. Weise kann es Deutschland ermöglicht werden, seine schließlich ein Weiterkommen wegen der Na- Schulden zu bezahlen. Es gibt nur einen Weg, lurkatastrophe nicht mehr möglich war, mußte der alte Schulden abzutragen, nämlich den der G e • I ^lot an eine Notlandung denken. Um nicht schäftsbelebung. an irgendeiner Felswand zu zerschellen, entschloß er sich, in dem Urwald eine Baumlan- Deutschland will seine Schulden bezahlen, aber keine neuen machen. Transferaufschub unvermeidlich.-Zinssenkung notwendig.-Geschästsbelebung der einzige Weg der Schuldenrückzahlung. I Hauer Ferdinand Freiherr von Miller. Oskar von Miller wandte sich dem Studium der Elektrotechnik zu. 1883 bis 1889 war er neben Emil Rathenau der Direktor der deutschen Edison-Gesellschaft, aus der später die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft । hervorging. Seit 1890 hatte er dann aber wieder als Zivilingenieur seinen Wohnsitz in München und entfaltete von dort aus eine außerordentlich fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiet der Elektrotechnik. U. a. hat er bahnbrechende elektrische Zentralanlagen in Kassel, Ludwigshafen, Frankfurt a. M., Nürnberg, Straßburg, Wiesbaden und Riga geschaffen. Seine Erfahrungen auf diesem Gebiete legte er in einem Werk „Die Versorgung der Städte mit Elektrizität" nieder. Auf der Tagung des „Vereins deutscher Ingenieure", die 1903 in München stattfand, entwickelte er erstmals feinen Plan zur Gründung eines Deutschen Museums der Naturwissenschaften und Techni k", der auf fruchtbaren Boden fiel, am 28. Juni 1903 wurde die Gründung des Museums beschlossen. Die Sammlungen, die zusammen kamen, wurden in den Räumen des 3m Laufe eines halben Jahres die Arbeiislosen- zahl um die Halste vermindert. Oer Märzerfolg in der Arbeitsschlacht.-Lieber V2 Million Arbeitslose weniger. würde, bekundete Kommissar Mayer, es müßte in diesem Falle jemand mit Frau Werther zufammengearbeitet haben. Aus einer weiteren Frage der Verteidigung qina hervor, daß im Bett der Frau Werther eine vernickelte Sprungdeckeluhr auf. gefunden yrurde, die ihrem Manne ge° h o r t und auf ihrem Nachttisch gelegen habe. .Sie habe diese Uhr gehabt, weil ihre eigene nicht in- andgesetzt gewesen sei. Die Uhr ist um 5 Uhr 53 stehen geblieben. Der Zeuge N a st v o g e l, Kriminalhauptwacht- meister in Nürnberg, war nach dem Einbruch m der Nacht vom 15. zum 16. Oktober 1932 auf Schloß Woltershausen. Dabei wurde angeblich aus dem Turm, in dem sich der Gewehrschrank des Hauptmannes befand, eine Flinte in den H o f geworfen. Die Glastür des Gewehrfchran- kes war eingeschlagen, doch war, wie der Zeuge angibt, die Deffnung so klein, daß durch sie unmöglich em Gewehr herausgezogen worden sein konnte.' Der Hausarzt der Frau Werther, Dr. med. Hugo Welter, praktischer Arzt in Saal a. d. Saale, wurde am Morgen des 1. Dezember 1932 nach Woltershausen gerufen, wo er Frau Werther blutüberströmt in einem Nebenzimmer des Bauern Witter vorfand. Der Zeuge untersuchte Frau Werther eingehend und stellte die verschiedenen bereits mehrmals in der Verhandlung erörterten Schußverletzungen fest. Ueber das Verhältnis der Eheleute Werther bekundete Dr. Welter, daß, soweit er das beurteilen könne, sich die beiden Ehegatten vertragen hätten, wenn auch das Verhältnis nicht besonders mustergültig gewesen sei. Frau Werther habe am Tage nach dem Morde eine urchtbare Angst gehabt, der Mörder k ö n n t e n o ch einmal hereinkommen. Derartige Angstzu- tände hätten sich auch später gezeigt. Herr' und Frau Werther seien mit Liebig anfänglich sehr zu- rieben gewesen, hätten sich später aber beklagt, daß der Chauffeur nachlässig geworden sei. Frau Werther als Zeugin. Nach einer kurzen Pause wurde in die Vernehmung der Frau Werther eingetreten. Eingangs wies der Vorsitzende auf die Selbstmordgedanken bin, die das Ehepaar Werther wiederholt geäußert haben soll, ferner auf den Umstand, daß es völlig alten bayerischen Nationalmuseums untergebracht. Später entwarf Gabriel von Seidl nach Millers Grundzügen den Bauplan für das endgültige Heim des Museums auf der Kohleninsel in der Isar. Der I öung vorzunehmen. Hierbei ging das Flug- Zeug z u Bruch, und die beiden Passagiere, der I Deutsche Notz und der Kolumbier Zuniga, fanden. Am fünften Verhandlungstag schildert Kriminal- kommlssar Josef Mayer von der Landespolizei in Nürnberg, der am 2. Dezember in Schloß Walters- Hausen den Tatbestand ausgenommen hat, die Angaben, die Frau Werther der Polizei machte, und die m vielen Punkten mit dem Befund amSatDri in krassem Widerspruch ftonöen gran Werther habe gesagt, sie sei, als der erste Schuß gefallen sei, sofort aus dem Bett gesprungen und in das Zimmer ihres Mannes qe= rannt. Auf Grund des Befundes müsse man sich aber sagen, daß Frau Werther nicht sofort nach der Tat aufgesprungen und hinweggeeilt sei. Der Zeuge war sogar der Meinung, daß Frau Werther e mige Zeit bewußtlos gewesen fein müsse. Zudem ließen Blutspuren auf dem , erkennen, daß die Person, die den Blutverlust hatte, nicht aufrecht gegangen, sondern langsam vorwärts geschwankt sei. Daß die Frau einige Zeit an der Tür, die beide Zimmer verbindet stehen geblieben fei, bestätigen die Blutstropfen, die senkrecht auf das Türschloß gefallen seien. M ttad) Angabe der Frau Werther sei sie nach der Tat zur Klingel gegangen, um Hilfe herbeizuholen. Nachweise dafür ließen sich aber wcht erbringen, weit Bluffpuren, die sich auch hier hätten zeigen müssen, fehlten. Aus dem gleichen Grunde erscheine es unwahrscheinlich, daß Frau werther gleich nach dem Mord zur fiof ferf ammertür, die sich neben dem BeH ihres Mannes befinde, gegangen sei, um fie zu verschließen. Sie hätte weiter noch angegeben, daß der Täter zur genannten Tür hinausgegangen fei. Der Täter müsse also durch die Kofferkammer ins Freie gelangt sein. Das habe sich aber nach dem Tatortbefund als unmöglich erwiesen, denn die Tür dieser Kammer, die ins Freie führe, sei von innen verschlossen gewesen. Die Fenster hätte dicker Staub bedeckt, ohne dah erste Erfolg der Frühjahrsoffensive gegen die Ar- Plänen des immer Rastlosen ein unerwartetes Ende bdtslofigfeit in Deutschland findet in der Presse gesetzt. Miller hatte im Mai v. 3. aus Gesundheits- f einer Berliner „Time s" - rücksichten seinen Rücktritt von der Leitung Äl inlinern SÄ 'T' nat e r ft a u n l i d) sei, wenn auch die Vermutung unb roar 3U be^en Ehrenvorstand ernannt worden, ausgesprochen wird, daß dieser Erfolg vielleicht teil- * Weise dadurch erreicht wurde, daß die Marmelade Mit Oskar von Miller ist eine Persönlichkeit von dünn aufgestrichen wurde, damit sie für mehrere I internationalem Weltruf aus dem Leben geschieden. Leute ausreiche, mit anderen Worten, daß bis zu war 1855 in München als zehnter Sohn des „einem gewissen Grade" niedrige Löhne gezahlt berühmten Erzgießers Ferdinand von Miller ge- würden. boren. Sein älterer Bruder ist der frühere Direktor „Morning Post" spricht von eindrucksvollen s der ^Künste in München, ^der Bild- Erfolgen, die erzielt worden seien durch ein Ge- s ~ misch freiwilliger und obligatorischer Opfer aller. Arbeitgeber hätten neue Leute eingestellt trotz Nachteil für ihre Einnahme. Arbeiter Hütten niedrige Löhne angenommen, um die Einstellung neuer Leute zu ermöglichen. Viele junge Männer hätten ihre Stellungen aufgegeben und sich Arbeitskorps angefchloffen, um älteren Leuten ihren Platz in der Werkstatt freizumachen. Einige Wirtschaftssachver- tändige seien zwar beunruhigt über diese Methoden, andere aber betrq^^teten sie als ausgezeichnete Notmaßnahmen. Im großen und ganzen sei dies auch die Ansicht des deutschen Arbeiters, der den niedrigeren Lebensstandard hinnehme in der Hoffnung, daß die Einschränkung nur vorübergehend sei, besonders die jungen Arbeiter leisteten bem Aufruf zur Kameradschaft und zum Opfer begeistert Folge. erste Bauabschnitt, mit dem 1909 begonnen wurde, war 1914 vollendet, als der Krieg das Unternehmen weit zurückwarf. Aber trotz Krieg, Revolution, Inflation und Deflation ließ sich Oskar von Miller nicht entmutigen. Endlich am 7. Mai 1925, feinem 70. Geburtstag, konnte das fertige Museum eröffnet werden. Schon früh hatte von Miller die Bedeutung der Wasserkraft erkannt, aber erst die Jahre nach dem Kriege brachten die Erfüllung feiner Pläne mit der Erbauung des Walchenseewerks, des Forschungsinstituts für Wasserbau und Wasserkraft am Walchensee, im Jahre 1926. Sein Forschertrieb führte ihn auf weite Reifen; 1925 machte er seine dritte Reife nach den Vereinigten Staaten, 1926 — 1927 eine Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Jndien und im Oktober 1929 eine Reise nach Japan und wiederum nach den Vereinigten Staaten. Im Jahre 1928 erstattete er ein umfassendes Gutachten im Auftrag des Reichswirt- schaftsminifters für eine einheitliche Stromversorgung des ganzen Deutschen Reiches. Viele Ehrungen find Miller zuteil geworden. Vor dem Kriege schon wurde er lebenslänglicher Reichsrat der Krone Bayern, Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz. Er war ferner Dr.-Jng. h. c., Dr. oec. publ. h. c., Ehrendoktor der Staatswissenschaften. 1928 wurde ihm von der Technischen Hochschule in Wien die Würde eines Ehrenbürgers verliehen und 1929 wurde er Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. An feinem 75. Geburtstag wurde ihm der Adlerschild des Reiches mit einem Handschreiben des Reichspräsidenten überreicht, die Stadt München machte ihn zum Ehrenbürger. Bei der W e 11 k r a f t k o n f e r e n z in Berlin im Juni 1930 führte von Miller den Ehrenvorfitz und folgte nach Rücktritt des Earl of Derby diesem in der Präsidentschaft dieser Vereinigung für die nächsten fünf Jahre. Als weitere Ehrung wurde ihm von der Siemens- Ring-Stiftung der S i e m e n s - R im g verliehen, den vor ihm nur Professor von Linde, Dr. Auer von Welsbach und Carl Bosch erhalten haben. Miller erlitt im August vorigen Jahres durch den Tod seiner Lebensgefährtin, die an den Folgen eines Autounfalles kurz vor der goldenen Hochzeit tarb, einen schweren Verlust. Er selber hat ein Alter von 79 Jahren erreicht. muw tätig fäßlig aneinan&eti' e ein was ingen Mili- chaft. Roß I des auf» !lbjk beh altung des Muttertages beschlossen, lieber den Rahmen des eigentlichen Muttertages hinaus wurde vorgesehen, den Tag als Tag der Familie zu begehen und ihn durch künstlerische Veranstaltungen würdig zu gestalten. Sammlungen werden an diesem Tage nicht st a t t f i n d e n. So wird in diesem Jahr der 13. Mai das Gepräge erhalten, das ihm Dr. Knaur als Vorkämpfer für den Muttertag feit 1922 wünschte. Die Federführung lens, ehen, Auer utbe, Wien non, lillep nein er. Hugo nach blut' auern Frau jenen, terten rhätt' Zelter, leiden Lek' n V? eeine noch . iinö S Oer Neichswehrminister zum Tode des Generaloberst von Einem. Berlin, 9. April (DNB.) Reichswehrminister von Bl'omberg widmet Generaloberst von Einem folgenden Nachruf: Am 7. April 1934 starb in Mühlheim a. d. Ruhr der Generaloberst Carl von Einem, gen. von Rothmaler, Chef des ehem. Infanterie-Regiments Freiherr von Sparr (3. Westf. Nr. 16) ä la suite des ehem. Kürassier-Regiments v. Driesen (Westf. Nr. 4), Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler und des Ordens pour le rnörite mit Eichenlaub, zuletzt Oberbefehlshaber der III. Armee. — Als junger Leutnant im Krieg 1870/71 verwundet und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, wurde er nach glänzender Friedenslaufbahn in der Front im Generalstab und im Kriegsministerium preußischer Staatsund Kriegsminister. Als kommandierender General des VII. Armeekorps zog er ins Feld und stand später als Oberbefehlshaber der III. Armee an einer der wichtigsten Stellen der Westfront. Hier hat er in ruhmvollen Kämpfen seinem Namen in der Geschichte des Weltkrieges für immer einen ehrenvollen Platz gesichert. Mit ihm ist ein ganz besonders befähigter, tapferer General von uns gegangen, der an der Entwicklung des alten Heeres und seinen ruhmreichen Waffenerfolgen im Weltkrieg hervorragenden Anteil hatte. Ehre seinem Andenken! Nationalsozialistische Schulung der Wehrmacht. Berlin, 10. April. (DNB.) Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg hat folgende Verfügung erlassen: „Das erste Jahr der nationalsozialistischen Staatsführung hat die Grundlagen für den politischen und wirtschaftlichen Neubau der Nation gelegt. Das zweite Jahr stellt die Notwendigkeit der -geistigen Durchdringung der Nation mit dem Leitgedanken des national« sozialistischen Staates in den Vordergrund. Eine entsprechende Schulung ist darum auch eine wichtige Aufgabe aller den neuen Staat mit ihrem Willen tragenden Organisationen. Dies gilt im besonderen Maße für die Wehrmacht, die der Hüter und Schützer des nationalsozialistischen Deutschlands und seines Lebensraumes nach außen ist. Ich ordne daher an, daß künftig dem Unterricht über politische Tagesfragen in der Wehrmacht von allen Dienststellen erhöhte Bedeutung beizumessen und gesteigerte Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. Um eine einheitliche Durchführung des Unterrichts über politische Tagesfragen zu gewährleisten, wird das Reichswehrministerium künftig gedruckte „Richtlinien" für den Unterricht über politische Tagesfragen als Anhalt herausgeben. Oer Muttertag bleibt. für die Durchführung des Muttertages wird bei der NS.-Volkswohlfahrt und bei dem Deutschen Frauenwerk liegen. Spanien rückt in Marokko vor. Madrid, 9. April. (DNB.) Dieser Tage haben die Spanier das spanisch-marokkanische Gebiet von Jfni besetzt. Jfni war, obwohl es ebenso wie die Städte Ceuta und Melilla spanisches Hoheitsgebiet ist, nie von den Spaniern besetzt worden, da man einerseits diesem 2000 Quadratkilometer umfassenden Territorium, das von der Landseite vom französischen Protektoratsgebiet umschlossen wird, keine besondere Bedeutung beimaß und andererseits eine Landung vor i>er Unterwerfung der Stämme im französischen Gebiet mit großer Sicherheit ein sehr blutiges Unternehmen aewesen wäre. Erst die letzte große französische Aktion im Autoatlas, in deren Verlauf sich der „blaue Sultan", der auch über Jfni regierte, freiwillig den Spaniern stellte, machte diesen die Besitzergreifung dieses Gebietes möglich. Sie wurde lediglich von dem Obersten C a p a z und drei weiteren Offizieren mit einem Telegraphisten durchgeführt, nachdem vorher die politische Lage mit den Eingeborenen gründlich geklärt worden war. Die eigentliche Besetzung durch eine aus 95tz Mann bestehende und verschiedenen Waffengattungen angehörende Abteilung der spanischen Eingeborenentruppe mit Legionären soll am Donnerstag stattfinden. Diese Unternehmung wird sofort abgeblasen, falls den landenden Truppen etwa wider Erwarten noch ernstlicher Widerstand entgegengesetzt würde. Oie „schwarze Sieben". Der chinesische Banditensührer Liu Kwi Tang, der in der vergangenen Woche sechs- mal von Truppen umzingelt gewesen, aber immer wieder entkommen ist, bewegt sich jetzt aus der Schantuna-Kiangsu-Grenze hin und her, wobei er durch Artilleriefeuer und Flugzeugbomben in B e r l i n , 9. April (DNB.) In einer vom Propa- gandaministerium einberufenen Sitzung, an der die Vertreter der Ministerien, des Amtes für Volkswohlfahrt und der Verbände des Reichsausschusses für Volksgesundheit, des Aufklärungsamtes für Bevöl- kerungspolitik und ferner die Vertreter der chari- tativen Verbände u. a. teilnahmen, wurde die Beides Muttertages beschlossen. schwere Bedrängnis gebracht wird. Der Bezirks- richter der Ortschaft Kanyu, die am Mittwoch von den Banditen geplündert worden war, fand bei seiner Rückkehr 300 Einwohner, darunter seine Frau, ermordet vor. Liu Kwi Tang stammt aus dem Bergland von Tenghsien und ist das siebente Kind seiner Eltern. Er wird in Schantung „schwarze Sieben" genannt, erstens wegen seiner dunklen Gesichtsfarbe und zweitens wegen seines schlechten Charakters. Er war abwechselnd Bandit und regulärer Soldat und soll früher nur wegen seiner Zugehörigkeit zu einer mächtigen Geheimgesellschaft der strafenden Gerechtigkeit entgangen sein. Kunst und Wissenschaft. Professor Rudolf koch f. In Offenbach a. M. verstarb der bekannte Schrift- künstler Professor Rudolf Koch, der Leiter der Schriftklasse der Offenbacher Kunstgewerbeschule, im Alter von 57 Jahren. Unter dem Namen „Offenbacher Schreiber" schuf er sich einen Ruf weit über Deutschlands Grenzen hinaus. Als künstlerischer Mitarbeiter der Schriftgießerei Gebrüder Klingspor entwarf er eine lange Reihe wundervoller deutscher Schriften, einen bedeutsamen Kulturbesitz des deutschen Volkes. Seine Urkunden- und Schriftblätter und die in seiner Werkstätte an der Offenbacher Kunstgewerbeschule entstandenen großen Schriftteppiche und Metallarbeiten wurden auf vielen Ausstellungen bewundert und brachten ihm erst vor kurzem die Goldene Medaille der Weltausstellung für Kunstgewerbe in Turin ein. Rudolf Koch, der sich besonders auch auf dem Gebiet der religiösen Kunst betätigte, war Ehrendoktor der Theologie der Universität Münster. Der Nestor der deutschen Vorgeschichtsforscher f. Im hohen Alter von 85 Jahren ist in Gunzenhausen in Mittelfranken der Nestor der deutschen Dorgeschichtsforscher Obermedizinalrat Dr. Dr. h. c. Heinrich Eidam verstorben. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der auf dem Gebiete der Dorgeschichts- und Römerforschung weit über Bayern hinaus bekannt ist. 50 Jahre hat er der Wissenschaft vom Spaten gedient, und das von ihm eingerichtete Gunzenhausener Heimatmuseum mit seinen prachtvollen Funden aus vorgeschichtlicher und frühgeschichtlicher Zeit sowie aus der Zeit der römischen Besetzung Frankens zeugt von dem Lebenswerk dieses Mannes. Neben seiner Wirksamkeit als Streckenlimeskommissar sind besonders feine Ausgrabungen auf den vorgeschichtlichen Ringwallburgen „Gelbe Burg" und „Hesselberg" hervorzuheben. Eine seiner wichtigsten Entdeckungen war die Auffindung und Freilegung eines der ersten unter Kaiser Domitian erbauten rätischen Holzkastelle bet Unterschwaningen im Jahre 1930. Außerdem ist es ihm gelungen, den Nachweis für die im Jahre 233 durch die Allemannen und Hermunduren erfolgte Niederwerfung der Römer auf einer über 100 Kilometer breiten Strecke, wobei 11 römische Kastelle zerstört wurden, zu liefern. (Eine Vlusikausstellung in Frankfurt a. 211. Das Fr. Nicolas Manskopfsche Musikhistorische Museum veranstaltet vom 11. April bis 30. September eine Ausstellung alter Musikinstrumente, Musikerbilder und Musikerhandschriften. Die Ausstellung soll insbesondere Schülern und den Ange- hörigen der Musik- und Spielmannszüge der SA., SS., HI. usw. zur Belehrung und Anregung bienen und ihnen Wege zeigen, die für die künftige Kulturgestaltung von Wichtigkeit sind. Dr. Kirchner bat mit Unterstützung junger Fachwissenschaftler eine große Anzahl jahrhundertealter Instrumente, die bislang zerstreut aus den Speichern der verschiedenen Museen lagerten und so einer Besichtigung nicht zugänglich waren, gesammelt und durch geschickte Zusammenstellung mit dazu passenden Schriften und Bildern aus dem Manskopfschen Nachlaß, städtischem und privaten Besitz eine übersichtliche Darstellung wertvoller Stücke geschaffen. Neben alten Streich- unb Blasinstrumenten bringt bie Ausstellung auch (Erinnerungen an Musiker aus neuerer Zeit. Von lokalhistorisch besonberem Interesse .ist eine Zettelsammlung sämtlicher Theatergesellschaften von Frankfurt, beginnenb mit ben roanbernben Schauspielertruppen. Aus aller Welt. Drei Todesopfer der Berge. Bei einem Versuch, die Viererspitze zu besteigen, verunglückten der 23 Jahre alte Student Ulrich Dinkelmann und die 18 Jahre alte Studentin Ilse Unzenhauer, beide aus Stuttgart, durch Absturz tödlich. Die Leichen wurden durch eine Expedition der Rettungsstelle Mittenwald des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins geborgen. — Der ledige Münchner Rudolf Bauer verunglückte durch Absturz am Brünn st ein tödlich. Erdrutsche in Mittel, und Sübifatien. Infolge der anhaltenden R e g e n f ä l l e sind an verschiedenen Stellen Mittel- und Süditaliens neue Erdrutsche vvrgekvmmen, die auch Menschenleben forderten. So wurden in Reggio (Calabria) zwei Bauern, die mit Erdarbeiten beschäftigt waren, verschüttet. Während der eine auf der Stelle tot war, konnte der zweite mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen werden. In Neapel begrub eine vom Regen unterspülte Mauer zehn Kinder unter sich, die in der Nähe spielten. Zwei Kinder fanden den Tod. Wettervoraussage. Nach Vorüberzug des Tiefdruckkerns, der sich heute morgen über Ostdeutschland und Polen bewegt, hat bei uns Luftdruckanstieg eingesetzt, so daß es zum Aufbau eines Zwischenhochs kommen wird. Die zufließende Ozeanluft wird zwar vorerst noch Bewölkung und ganz vereinzelt auch etwas Niederschlag Hervorrufen, wobei auch die Temperaturen etwas niedriger zu liegen kommen als seither, später wird aber der hohe Druck wieder beständigeres Wetter veranlassen. Aussichten für Mittwoch: Neblig-wolkig, später auch wieder aufheiternd, mäßig warm, meist trocken. Aussichten für Donnersta g: Teils dunstig und wolkig, teils aufheiternd, tagsüber wieder etwas wärmer, meist trocken. Lufttemperaturen am 9. April: mittags 15,1 Grad Celsius, abends 8,3 Grab; am 10. April: morgens 5,5 Grab. Maximum 16,3 Grab, Minimum 5,3 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. April: abenbs 10,6 Grab; am 10. April: morgens 7,7 Grab Celsius. — Niederschläge 7,4 mm. — Sonnenscheinbauer 1/io Stunbe. _____________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruckerei R. Lange, K. G„ sämtlich in Gießen. Ungeklärt sei, wie der Täter in das dzw. aus dem Mordzimmer habe gelangen können. Dadurch bleibe ein Verdacht der Mittäterschaft gegen Frau Werther bestehen, eine Entschädigung für die seinerzeit erlittene Untersuchungshaft sei aus diesem Grunde abgelehnt worden. Frau Werther schildert dann eingehend ihren „ebenslauf und betont, daß sie und ihr Mann sich rüber in sehr guten finanziellen Verhältnissen be- unden hätten. „Wir hatten gut zusammengelebt", uhr Frau Werther fort, „aber nachher, das muß ich gestehen, wurde das Verhältnis etwas getrübt, weil mein Mann auch andere Frauen gern hatte. Aus finanziellen Rücksichten war der Tod meines Mannes nicht erwünscht und erst recht nicht notwendig." Die Eheleute Werther seien mit dem Chauffeur Liebig in den ersten Monaten zufrieden gewesen. Nachher aber habe sich Liebig sehr verändert. „In letzter Zeit", so fuhr die Zeugin fort, „habe ich vor Liebig Angst gehabt. Er war mir unangenehm geworden. Er gab keine Antwort mehr und stand früh nicht mehr auf." Vorsitzender: „Sie rooMen sich vor ihm gefürchtet haben?" Zeugin: „Er war mir unheimlich geworden. Ich bin nicht mehr allein mit ihm tm Auto gefahren." Weitere Vernehmung Dienstag. tyamid fängt an S)ie echte und die falsche Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er setzte sich an den Frühstückstisch und faltete seine Serviette auseinander. Frau Hensel, der Schuldbewußten, schien es, als blinzele er sie spöttisch an. Sie dachte: Nun mußte es kommen, wovor sie sich fürchtete. Sie fühlte ganz deutlich das Zittern ihrer Knie. Am liebsten wäre sie auf den nächsten Stuhl niedergesunken. Der Schriftsteller goß sich Kaffee ein und zuckerte ihn stark, sprach weiter: „Von dem Punsch beflügelt ging meine Phantasie durch und machte sich über mich auf höchst originelle Weise lustig." Er trank einen Schluck Kaffee, setzte die Tasse nieder. „Denken Sie nur, Frau Hensel, gestern abend vor dem Schlafengehen glaubte ich Doralies an der Hintertür stehen zu sehen. Ganz deutlich. So deutlich, daß ich vor Schreck keinen Laut hervorbringen konnte. Der Mond drängte sein Licht durch die schmale Scheibe oben in der Tür, und ich sah Doralies so natürlich, daß ich wirklich glaubte, sie wäre es selbst. Das Mondlicht war aber plötzlich verschwunden und mit ihm zugleich Doralies. Ich suchte dann unten herum, rief, lief schließlich nach oben zu Ihnen, und erst da oben vor Ihrer Tür wurde mir mit einem Male klar: ich war das Opfer meiner Einbildungskraft geworden. Die drei Glas Punsch zeigten mir Doralies, an die ich beim Nachhausegehen viel gedacht hatte." Er beschäftigte sich mit einem Butterbrötchen. „Verrückt!, was ich Ihnen da erzählt habe — nicht wahr, liebe Frau Hensel? Heute muß ich ja selbst darüber lachen." Berta Hensel schaute noch ein bißchen mißtrauisch drein, aber sein harmloses Lächeln überzeugte sie, datz er nicht spottete, sondern daß es ihm vollkommen ernst war mit dem, was er gesagt. Sie hatte schon das erste Wort des Bekenntnisses auf der Zunge gehabt, jetzt lächelte sie ein bißchen krampfhaft: „Sonderbar muß das gewesen sein, gestern abend — sehr sonderbar!" Das Zittern Ihrer Knie ließ nach und sie konnte wieder klarer denken. Zunächst war sie an der Klippe großer Unannehmlichkeiten vorbeigeschifft, und damit war sie vorläufig zufrieden. Sie verließ das Zimmer bedeutend leichteren Herzens, als sie es betreten. Später, als Fritz Wolfram einen kleinen Morgenspaziergang angetreten hatte, brachte sie Doralies Frühstück und berichtet ihr, wie ihr Vater die Begegnung mit ihr auslegte. Doralies begann zu lachen, bog sich vor übermütigem Lachen, behauptete, das wäre einfach zum Radschlagen. Frau Hensel empörte sich schließlich: „Zum Lachen und Freuen hast du noch gar keinen Grund. Wirst schon noch allerlei Aerger haben — und ich ebenfalls." „Ach was! Wenn Lutz erst abgereist und es so weit ist, werde ich mit Vati reden, und dich schütze ich selbstverständlich! Das ist doch Ehrensache!" versprach Doralies und biß vergnügt in eines der fertiggemachten Butterbrötchen, auf das sie noch reichlich Honig geträufelt. Frau Hensel meinte: „Sei von dieser Minute an sehr vorsichtig! Ich rate dir! Halte dich von jetzt' an tagsüber lieber in meiner Stube auf, dein Vater könnte doch mal oben bei dir hineinsehen!" Doralies versprach, dem Rat zu folgen. * , Fritz Wolfram hatte indessen einen kleinen Spaziergang nach dem nahen Tannenwald angetreten. Er wurde von Kopfschmerzen geplagt und hatte gar keine Arbeitslust. Nachdenklich ging er durch den sehr kühley Herbstmorgen, und trotzdem er sich über das Bild seiner Einbildung vom Abend zuvor selbst lustig machte, fühlte er sich plötzlich wieder sehr stark bedrückt. Daß er Doralies zu sehen gemeint, das war Einbildung, darüber war er sich einig. Das war eine Halluzination. Aber hieß es nicht, daß sich manchmal Menschen in Stunden großer Gefahr oder in den letzten Augenblicken denen zeigen, die sie lieben? Doralies liebte ihn, hing sehr an ihm. Er war von jäher, heißer Angst erfüllt, die er nicht los wurde, so sehr er sich auch dagegen wehrte, sie abschütteln wollte. Angst um Doralies, die doch sein größtes Glück bedeutete. Er machte sich Vorwürfe, sie gegen ihren Willen fortgeschickt zu haben. Warum nur? Weil sie sich manchmal ein bißchen jungenhaft und zu impulsiv benommen. Zn allem aber, was sie tat, zeigte sie ein gutes, teilnahmsvolles Herz. War ihre Ursprünglichkeit und Frische nicht vielleicht gerade ihr bester Reiz? Sie fühlte sich wahrscheinlich in Berlin gar nicht recht wohl. Aber wenn Doralies etwas zugestoßen wäre, hätte Edda von Stübnitz bestimmt telegraphiert. Trotzdem er sich das sagte, blieb die Angst, und ganz unbändige Sehnsucht nach seinem Mädelchen gesellte sich dazu, überfiel ihn plötzlich. Er mußte denken, Frau Hensel würde wahrscheinlich belustigt lachen, wenn er ihr sagte, er wolle nach Berlin reisen, um Doralies zu sehen und wieder herzuholen. Natürlich würde und mußte sie belustigt lächeln über den schwachen Vater. Der Gedanke störte ihn: Frau Hensel, die Vertraute von Doralies, die schon sehr lange im Hause lebte, könnte vielleicht eine entsprechende Bemerkung machen, warum er Doralies denn eigentlich erst fortgeschickt hätte. Und das wollte er nicht. Er schritt schneller aus. Der kühle Herbstwind tat ihm wohl, der Kopfschmerz schwand allmählich. Er entschloß sich, Frau Hensel nicht die volle Wahrheit zu sagen; es genügte noch vollständig, wenn sie die aus Berlin erfahren würde. Er machte kehrt, ging zurück. Nach einem Weilchen blieb er stehen. Vor ihm, in der kalt blinkenden Herbstsonne, ganz nahe, lag das Schlößchen auf sanfter Anhöhe. Klein und zierlich lag es da, rechts und links von niedrigen Türmen flankiert, die dichten, spiegelnden Fensteraugen starrten weihin in die friedliche Landschaft. Der Vorgarten zeigte noch sattgrünen Rasen, die kleine Fontäne aber ruhte von der frohen Sommerarbeit. Alles schien ihm zu still. Er empfand die Sehnsucht nach Doralies übermächtig. Solange sie hier gewesen, war das Schlößchen doch von Leben erfüllt. Sie besaß Talent, auch ganz allein Fröhlichkeit um sich zu verbreiten. Eine wundervolle Gottesgabe war das. Er ging weiter; sein Entschluß war gefaßt. Er wollte nach Berlin, Doralies überraschen; aber Frau Hensel brauchte das nicht zu wissen. Er wollte ihr erklären, er reise für ungefähr acht Tage nach dem Bodensee. Der lag in ganz anderer Richtung. Schon nach dem Mittagessen packte er einen kleinen Koffer, der immer zur Hand sein mußte, und erklärte Frau Hensel: „Ich werde heute abend nach Konstanz abreisen und von dort ein paar Orte am Bodensee besuchen. Post brauchen Sie mir nicht nachzusenden, es lohnt nicht. In einer knappen Woche gedenke ich zurück zu sein; meine Rückkehr melde ich durch Karte oder Telegramm." Frau Hensel mußte sich sehr zusammennehmen, um dem berühmten Manne nicht ein strahlendes Gesicht zu zeigen. Dem Himmel sei Dank!, dachte sie, nun fielen doch der ewige Zwang und die ewige Angst für Doralies und sie ein Weilchen weg. Bis ihr Vater wiederkäme. mußte sich Doralies eben grünblid) auf ihre Beichte vorbereiten. Sie half eilfertig beim Packen und meldete, sobald sie abkommen konnte, Doralies das Neueste. Auch Doralies atmete auf und freute sich. Eine ganze Woche lag vor ihr, in der sie frei im Hause herumgehen, in der sie Radio hören konnte und tagsüber im Park Spaziergänge machen durfte. Und nun konnte Lutz sogar am Tage Herkommen, das war auch wohl richtiger als so ein Stelldichein im Park zu abendlicher Stunde. Gegen 20 Uhr fuhr Fritz Wolfram fort, aber nicht, wie Frau Hensel und Doralies glaubten, in der Richtung Konstanz, sondern er fuhr Berlin entgegen. Er wollte Doralies ohne Anmeldung überraschen, malte sich schon in den buntesten Farben aus, mit welcher Lebhaftigkeit sie ihm um den Hals fliegen würde. Gar nicht rasch genug fuhr der Zug für seine Vatersehnsucht. Otto von Stöbnitz war noch einmal vor dem ersten Verhandlungstage vormittags zu der von ihm verteidigten Mörderin ins Gefängnis gefahren, und feine Frau konnte sich mit Doktor Peter Konstantin ungestört über das unterhalten, was sie beide jetzt einzig interessierte. Sie saßen in einem der traulichen Zimmer, und Frau von Stöbnitz seufzte gequält: „Ich habe diese Nacht kein Auge schließen können vor wahnwitziger Angst: Wo ist Doralies geblieben?" Er versuchte ruhig zu scheinen, und doch merkte die kluge Frau, er war so wenig ruhig wie sie selbst. Er antwortete: „Sie wird in ein Hotel gegangen sein und dort ausgeschlaßen haben. Jetzt wird sie vielleicht ein bißchen nachdenken und dann wieder hierher kommen." Die Dame des Hauses schüttelte mit dem Kopfe. „Eine, die aussieht wie Doralies, kommt nicht mir nichts dir nichts zurück, wenn sie so weggegangen ist. Eine wie Doralies Wolfram kommt nicht wieder wie ein bockiges kleines Mädel, das nachgibt. Es ist ja auch eigentlich nichts geschehen. Wir können ja nur mutmaßen. Die Mutmaßungen aber dürften stimmen. Ihre scharfe Kritik der Lüge trieb sie fort Ohne Gepäck entfernte sie sich. Nichts hat sie bei sich, nichts fehlt — außer dem kleinen Handtäschchen. Ich will und darf meinen Mann aber jetzt nicht beunruhigen und mit hineinreißen in unsere Angst. Es könnte ihm morgen schaden; seine ganze Stimmung für die Verhandlung könnte darunter leiden. Der Prozeß muß erst vorbei sein — drei Tage kann er dauern. Für ihn liegt Doralies erkältet oben in ihrem Zimmer. Das ist leider auch eine Lüge, lieber Doktor. Sie sehen, mir kommt es nicht darauf an, in solchem Falle zu lügen. Und wehe Ihnen, wenn Sie vorläufig etwas von der Wahrheit gegen meinen Mann verlauten lassen!" „Wie ost beteuerte ich Ihnen schon — ich verrate bestimmt nichts!" erwiderte er. Sie zuckte mit den Achseln. „Ich traue einem Wahrheitsfanatiker wie Ihnen ganz und gar nicht, nachdem Sie uns die böse Geschichte eingebrockt." Um seinen Mund legte es sich wie Bitternis. „Glauben Sie mir doch, Frau von Stäbnitz, wenn ich das zurücknehmen könnte, was ich in Doralies Wolframs Gegenwart geäußert habe, ich würde es gern tun; aber es geht doch nicht!" Es klopfte. Der Diener brachte eine Visitenkarte. Frau von Stäbnitz sagte ein wenig zu lebhaft: „Ich'lasse bitten!" (Fortsetzung folgt.) I d i \ B h' g' Li B« L> l't V ge en pü: bo' 2190 bl Gießen (Kreuzplatz 8), den 9. April 1934 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 11. April, nachmittags um 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Das Seelenamt ist am Donnerstagmorgen 8 Uhr in der Kath. Pfarrkirche Heute früh entschlief plötzlich und unerwartet nach kurzem Krankenlager unsere treue Mitarbeiterin Fräulein Auguste Tanke im Alter von 72 Jahren. — 25 Jahre ununterbrochener treuester Mitarbeit in Geschäft und Familie bewahren ihr das Andenken unermüdlichen Opfersinnes und edelster, gläubiger Wesensart In stiller Trauer:*H. Hammermann Inhaber der Firma Carl Brück und Familie 150 qm Oiiroffliie unseres früheren Banklokals Ecke Bahnbofstratze-Horst-Wessel-Wall aum 1. Juli neu zu vermieten. Anfragen an 2io4d Commerz- und Privat-Bank- Akti engesellschast Filiale Gießen. 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Mai 1934. — Uebersiedlung schulpflichtigr Kinder in andere Gemeinden. — Jahresberichte der Schulen. — Landesberatungsstelle für das Büchereiwesen in Hessen. — „Gedenke! Gedichte für die Schule und ihre Feiern". — Die Monatszeitschrift: „Die deutsche Schule im Ausland". — Gesundheitliche Betreuung der Hitlerjugend. — Nundfunkverkchr. — Turnunterricht. — Dienstnachrichten. Dienstag, 1^. April 1954 it welcher Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit beitet wird, ersieht man aus der Dauer der nldung: erst nach zwei Jahren wird es die n „Schulentlassenen" geben. Allein, das kann 2iebe zum Segelflugsport nicht beeinträchtigen; hier haben die Götter erst hinter Fleiß und ieiß den Preis gesetzt. Wer einmal dabei ist, nt nicht sobald wieder los. Die Anmeldungen neuen Semester sind schon jetzt ungewöhnlich ; wenn nicht Raum und Mittel Beschränkung .'[egten, würde wohl am liebsten die ganze Ju- züm Segelfliegen antreten. Max Lenz. Bekanntmachung, Betr.: Straßensperrung. Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Bahn- hosstratze in Lich im Zuge der Provinzialstraße Langsdorf—Hungen vom 16. April 1934 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt von Langsdorf über Nieder-Bessingen nach Lich. Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten. Gießen, den 6. April 1934. Hess. Provinzialdirektion Oberhessen. Bekanntmachung. Betr.: Straßensperre. Wegen Ausführung von Gleisarbeiten am Bahnübergang in Lollar wird die Provinzialstraße Marburg—Lollar im Zuge Grün- berg—Lollar am 16. April 1934, von 4 bis 17 Uhr, für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Staufenberg—Daubringen. Die aui- gestellten Warnungstafeln sind zu beachten. Gießen, den 10. April 1934. Hess. Provinzialdirektion Oberhessen. desselben im Freien ohne Erlaubnis der Forstpolizeibe- hörde Feuer anzündet oder, falls ihm die Erlaubnis erteilt ist, das Feuer gehörig zu beaufsichtigen oder auszulvschen unterläßt, oder den bei Erteilung der Erlaubnis ihm vorgeschriebenen Bedingungen zuwiderhandelt; 4. wer Waldflächen oder Grundstücke, welche an Waldungen angrenzen, ohne Erlaubnis der Forstpolizeibehörde abbrennt oder den hierauf bezüglichen Anordnungen der Forstpolizeibehörde zuwiderhandelt,- 5. wer bei einem Waldbrande der Aufforderung des zuständigen Forstbeamten oder Ortspolizeibeamten zur Hilfeleistung nicht nachkommt, obschon cr_ derselben ohne erheblichen eigenen Nachteil Folge zu leisten vermag. An die Ortspolizeibehörden und Gendarmeriestationen des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, vorstehende Bekanntmachung sofort und wiederholt auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen sowie das Polizei-, Feld- und Forstschutzpersonal entsprechend anzuweisen. Zuwiderhandlungen sind unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 7. April 1934. Hessisches Kreisamt Gießen. I.V.: Grein. Betr.: Die Ausstellung von Duplikatsarbeitsbüchern. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir sehen bis spätestens l.Mai 1934 Ihrem Bericht darüber entgegen, ob und gegebenenfalls wieviel Duplikatsarbeitsbücher von Ihnen im Rechnungsjahr 1933 ausgestellt und welche Beträge dafür vereinnahmt worden sind. Fehlbericht ist nicht erforderlich. Gießen, den 5. April 1934. Kreisamt Gießen.. I. V.: G r e i n. Artikel 36 des F o r st st r a f g e s e tz e s. Mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen Imri wer* mtt unverwahrtem Feuer oder Licht einen Wald betritt oder sich demselben in gefahrbringender Weise nähert; 2 wer im Walde brennende oder glimmende Gegenstände ’ fallen läßt, fortwirft oder unvorsichtig handhabt; 3. wer — in anderen als nach § 368 Nr. 6 des Strafgesetzbuchs strafbaren Fällen — im Walde oder in gefährlicher Nahe Bekanntmachung. «Betr.: Die Verhütung von Waldbränden. Da infolge der Trockenheit eine erhöhte Brandgefahr für Wälder gegeben ist, werden gemäß Artikel 65 der Kreis- und Provin- zialordnung und der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 auf die Dauer von 4 Wochen die nachstehenden Anordnungen erlassen: l. Das Rauchen im Walde und in deßen Nahe rm Umkreis von 20 Metern vom Walürande ist verboten; 2. Das Feueranzünden außerhalb von Gebäuden im Walde und im Umkreis von 20 Metern vom Waldrand ist vcr= boten; als Feueranzünden gilt besonders das Abkochen durch Touristen. _ M # Diese Anordnungen treten mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 RM. bestraft. rr ,c± . Qf Auf die nachstehend abgedruckten Vorschriften des Artrtelv 3b des Forststrafgesetzes vom 13. Juli 1904 wird besonders hrngewresen. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf ausmersam, daß das unbefugte Betreten von Pflanzgartenhäuschen, Wrldscheuern oder nhnlichen Gebäulichkeiten in Wäldern, insbesondere das Nach- ßigen in solchen, zum mindesten als Hausfriedensbruch bestraft iverden kann, sofern nicht noch andere Strafbestimmungen verletzt sind. Gießen, den 7. April 1934. Kreisamt Gießen. I.V.: Grein Bekanntmachung. Betr.: Den Schutz der Jnheidener Wasserquellen und der zugehörigen Leitungsanlagen. Die nachstehend abgedruckte Polizeiverordnung wird wiederholt zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Gießen, den 5. April. 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: G r e i n. Polizeiverordnung. Betr.: Den Schutz der Jnheidener Wasserqucllen und der zugehörigen Leitungsanlagen. Auf Grund des Art. 78 der Kreis- und Provinzial-Ordnung sowie des Art. 186 des Berggesetzes für das Großherzogtum Hessen in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. September 1899 wird auf Antrag der Bergbehörde mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern zu Nr. M. d. I. III 12 587 vom 29. Dezember 1911 für deu Kreis Gießen folgendes bestimmt: Es ist Unbefugten untersagt, an den Wasserleitungsanlagen des Jnheidener Wasserwerkes oder an ihrem Zubehör Handlungen, einerlei welcher Art, vorzunehmen. Insbesondere ist verboten das Freilegen von Röhren oder Schächten durch Beseitigen von Erdüberdeckungen oder Pflasterungen, das Aufdecken der Straßenkappen oder Schächte, das Besteigen der Schächte sowie das Hantieren an den darin befindlichen Leitungen und Apparaten. § 2. Innerhalb der Gemarkungen Hof-Graß, Inheiden, Trais-Horloff, Rodheim, Feldheim Flur IV, Laugd Flur I—XI, XXI, XXII, Steinheim Flur I—X und Hungen Flur I—IV, VII—XIV, XVI, XXIII dürfen Ausgrabungen, Bohrungen oder unterirdische Arbeiten über eine Tiefe von 5 m von der Oberfläche gemessen, zu anderen als bergbaulichen Zwecken nur nach vorgängiger Genehmigung des Kreisamts und unter Beobachtung der an die Genehmigung geknüpften Bedingungen vorgenommen werden. § 3. Innerhalb des in § 2 bezeichneten Schutzbezirks sind alle Schürfarbeiten zur Aufsuchung noch nicht verliehener Mineralien untersagt, sofern nicht vorher die besondere Genehmigung der Bergpolizeibehörde hierzu eingeholt ist. Bergwerkseigentümer oder deren Bevollmächtigte, die innerhalb der in § 2 erwähnten Gemarkungen oder Gemarkungsteile Bergbau treiben, unterliegen den zum Schutz gegen gemeinschädliche Einwirkungen des Bergbaues auf die Quellen und die |vu, ö **••* v** IV 11 tzt und die Erkenntnis geweckt werden, daß ine planmäßige und auf lange Sicht aufge- Körper- und Trainingsarbeit erfolgverfpre- ift. Vielfach wird auch mit falschen Vorstel- i, die über gestellten Anforderungen in wei- teifen noch herrschen, aufzuräumen sein. Es gerade in dieser Hinsicht als eine äußerst glück- Lösung betrachtet werden, daß auf Wunsch eichssportführers SA., SS. und Hitlerjugend gegeben, um sich nach dem Schicksal der „Häu- ummer 13" zu erkundigen. In der ersten e begrüßte ihn vor dem Hause Nummer 13 densfroher Ladenbesitzer, mit einem gewal- Schnauzbart. „Was mir die Nummer 13 gelt'? Gar nichts; Glück hat sie mir gebracht, i ick) hier eingezogen bin. Ich hatte meinen noch nicht zwei Tage geöffnet, als mir ein durch die Straße geführter Zirkuselefant mit feinem Rüffel den halben Warenvorrat ausräumte. Sie mögen es glauben oder nicht, der Besitzer des Tieres war so großzügig, daß er mir zum Schadenersatz mehr bezahlte, als ich sonst durch.den Verkauf der Waren erzielt hätte. Nein, mein Herr, ich habe keinen Grund zur Klage." Die kleine Dame in der Nähe des Buckingham-Tors hatte mit ihrer Nummer 13 trübere Erfahrungen gemacht. „Ich habe lange gezögert, bevor ich mir das Haus nahm", bekannte sie dem Besucher. „Meine Freunde haben mich auch gleich gewarnt. Und wirklich, denken Sie, meine Kaffeemaschine platzte schon gleich in der ersten Woche dreimal hintereinander. Außerdem hatte ich soviel Aerqer mit den Dienstboten. Hier stimmt also etwas nidfa, aber ich kann es mir nicht erklären." Eine Frau in der nächsten Straße hat sich über den Fall der Nummer 13 nicht lange Gedanken gemacht, sondern kurz entschlossen als Gegenmittel ein silbernes Hufeisen über der Tür befestigt. „Obgleich auch vorher eigentlich nichts Außergewöhnliches passiert ist, so fühlen wir uns seitdem doch viel ruhiger", meinte sie. Es kann eben nichts schaden! — Der Verwalter eines größeren Häukerblockes erklärte nüchtern-geschäftsmäßig: „Ein Haus Nummer 13 ist von vornherein eine Pleite. Kein Mensch würde einziehen. Ich entsinne mich, daß sich vor einigen Jahren in einem Haus Nummer 13 als erstes gleich ein Selbstmord ereignete. Das mag Zufall gewesen sein, aber so etwas wirkt ...?" Unter den Hotelbesitzern herrscht über den Punkt heftiger Meinungsstreit. Der größere Teil von ihnen lost das Problem sehr einfach, indem man die Numerierung der Zimmer bei 101 beginnt und damit um die geheimnisvolle Nummer 13 herumkommt. In drei kleineren Gasthöfen wurden sehr verschiedenartige Antworten erteilt. „Wir lassen die Nummer 13 einfach aus", sagte der eine Besitzer. „Wir nennen sie 12a", erklärte ein zweiter. — „Wir behalten die Nummer 13" berichtete der Dritte. „Denn wir haben festgestellt, daß einige Leute sie für ihre Glückszahl halten. Wir werden sogar ausdrücklich nach dem Zimmer 13 gefragt." S)ic echte und d falsche Dor all Roman von Anny von Panh Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Hall 12. Fortsetzung. Nachdruck oe Er setzte sich an den Frühstückstisch und seine Serviette auseinander. Frau Hensel, der Schuldbewußten, schien blinzele er sie spöttisch an. Sie dachte: Nun es kommen, wovor sie sich fürchtete. Sie fütjl: deutlich das Zittern ihrer Knie. Am liebsten wäre sie auf den nächsten niedergesunken. Der Schriftsteller goß sich Kaffee ein und , ihn stark, sprach weiter: „Von dem Punsch beflügelt ging meine Pl durch und machte sich über mich auf höchst or Weise lustig." Er trank einen Schluck Kaffe die Tasse nieder. „Denken Sie nur, Frau gestern abend vor dem Schlafengehen glm Doralies an der Hintertür stehen zu sehen deutlich. So deutlich, daß ich vor Schreck Laut hervorbringen konnte. Der Mond drän Licht durch die schmale Scheibe oben in bi und ich sah Doralies so natürlich, daß ich glaubte, sie wäre es selbst. Das Mondlicht w plötzlich verschwunden und mit ihm zugleich lies. Ich suchte dann unten herum, rief, lief lich nach oben zu Ihnen, und erst da ob Ihrer Tür wurde mir mit einem Male k war das Opfer meiner Einbildungskraft ge Die drei Glas Punsch zeigten mir Doralies, ich beim Nachhausegehen viel gedacht hatte/ Er beschäftigte sich mit einem Butterbrötck „Verrückt!, 'was ich Ihnen da erzählt t nicht wahr, liebe Frau Hensel? Heute muf selbst darüber lachen." Berta Hensel schaute noch ein bißchen mif drein, aber sein harmloses Lächeln überzei daß er nicht spottete, sondern daß es ih kommen ernst war mit dem, was er gesagt. Sie hatte schon das erste Wort des Beker auf der Zunge gehabt, jetzt lächelte sie ein krampfhaft: „Sonderbar muß das gewesen sein, gester — sehr sonderbar!" Das Zittern ihrer Knie ließ nach und fn wieder klarer denken. Zunächst war sie Klippe großer Unannehmlichkeiten vorbei und damit war sie vorläufig zufrieden. Sie verließ das Zimmer bedeutend b Herzens, als sie es betreten. Später, als Fritz Wolfram einen kleinen ! spaziergang angetreten hatte, brachte sie In stiller Trau im Alter von 72 Jahren. — 25 Ja! arbeit in Geschäft und Familie bei liehen Opfersinnes und edelster, gl Gießen (Kreuzplatz 8), den 9. Apri Die Beerdigung findet am Mittw« 3 Uhr, auf dem b Das Seelenamt ist am Donnerstag! Heute früh entschlief plötzlich und lager unsere treue Mitarbeiterin Fräulein Au 150 p Bim« unseres früheren Banklokals Ecke Bahnbofstraße-Horst-Wessel-Wall Aum 1. Juli neu zu vermieten. Anfragen an 2104V Commerz- und Privat-Bank- Aktiengesellschart Filiale Gießen. 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Häuser, Gießen Am Oswaldsgarten 2040 a Ruf Nr. 2145/2146 Wasserleitungsanlagen erlassenen oder noch zu erlassenden bergpolizeilichen Anordnungen. § 4. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der §§ 1 und 2 werden, sofern auf Grund anderer Vorschriften keine härtere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 30 Mk., Zuwiderhandlungen gegen die Vorschrift des § 3 und der in § 3 erwähnten bergpolizeilichen Anordnungen mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bestraft. § 5. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Kreisblatt in Kraft. Gießen, den 13. Januar 1912. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: Welcker. Bekanntmachung Betr.: Maßregeln gegen die Verbreitung von Seuchen der Wanderschafherden. Die Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) des Hess. Staatsministeriums hat mit Verfügung vom 28. März 1934 in Abänderung des Amtsblattes des Ministeriums des Innern vom 12. August 1925, abgedruckt im Amtsverkündigungsblatt Nr. 68 vom 28. August 1925, angeordnet, daß die in den §§ 1 Ziff. 2b, 2 Ziffer le, 6 Ziffer 2 Satz 2 und Ziffer 3 festgesetzte fünftägige Gultrgkettvdaner der amtstierärztlichen Gesundheitszeugnisse bis auf weiteres auf 10 Tage ausgedehnt wird. Gießen, den 9. April 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Weber. Betr.: Geländesportlehrgang in Butzbach vom 15. April bis 5. Mai 1934. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Den Schulverwaltern usw., die an dem Geländesportlehrgang in Butzbach vom 15. April bis 5. Mai 1934 teilnehmen, wird für diese Zeit Urlaub bewilligt. Für Vertretung der beurlaubten Lehrkräfte ist Sorge zu tragen. Gießen, den 3. April 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Betr.: Uebersiedlung schulpflichtiger Kinder in andere Gemeinden. An die Ortspolizeibehörden und Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Wir bringen in Erinnerung, daß die Ortsschulvorstände durch die Ortspolizeibehörden sowohl von dem Zu- als von dem Wegzüge schulpflichtiger Kinder und Fortbildungsschüler zu benachrichtigen sind. Gießen, den 8. April 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Vetr.: Jahresberichte der Schulen. Au die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Wir sehen der Einsendung der Jahresberichte für das Schuljahr 1933/34 (nach dem seit dem Jahre 1927 eingeführten Vordruck der Firma Wilh. Traumüller, Oppenheim a. Rh.) bis späte- stens zum 1. Mai entgegen. — Bergl. Dienstanweisung für die Schulleiter usw. §3 Ziffer 7. Gießen, den 7. April 1934. Hess. Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Betr.: Landesberatungsstelle für das Büchereiwesen in Hessen; hier: Neuanschaffungen von Büchern. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Nachstehend teilen wir Ihnen abschriftlich die erste Ausführungsbestimmung des Leiters der Landesberatungsstelle für das Vucheretwesen in Hessen zn unserem Ausschreiben vom 5. Januar (AVBl. Nr. 2 vom 9. Januar 1934) zur Kenntnisnahme und Beachtung mit. Gießen, den 6. April 1934. Hess. Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Abschrift. Staatliche Landesberatungsstelle für das Bttchereiwesen in Hessen. Darmstadt, den 28. Februar 1934. Neckarstraße 3, Fernruf 1223. Erste Ausführungsbestimmung zu dem Ausschreibe« des Hessischen Staatsministers vom 21. Dezember 1933 — zu Nr. Min.-Abt. 2: V. 53 394 — betr.: Landesberatungsstelle für das Büchereiwescn in Hessen. In dem Ausschreiben ist angeordnet worden, daß die Neuanschaffungen der hessischen Volks-, Schüler- usw. Büchereien in Zusammenarbeit und im Einverständnis mit der Beratungsstelle zu erfolgen haben. Zur Durchführung dieser Anordnung wird im Einvernehmen mit dem Hessischen Staatsministerium, Ministerialabteilung für Bildnngswesen, Kultus, Kunst und Volkstum folgendes bestimmt: Die Leiter von Büchereien in Orten unter 10 000 Einwohnern sind verpflichtet, beabsichtigte Neuanschaffungen von Büchern jeweils vor dem Kauf der Beratungsstelle mitzuteilen. Diese hat das Recht, in gegebenen Fällen zu verlangen, daß von der Anschaffung Abstand genommen wird. In gleicher Weise ist auch bei der Aufnahme von Geschenken in den Bestand zu verfahren. Die Leiter von Büchereien in Orten über 10 000 Einwohnern können ihre Anschaffungen in der bisherigen Weise vornehmen, sind aber verpflichtet, in regelmäßigen, mit der Beratungsstelle zu verabredenden Zeitabständen dieser die Listen der neubeschafften Bücher einzureichen. Die Beratungstelle ist auch hier berechtigt, die Zurückziehung einzelner Bücher aus kulturpolitischen oder anderen Gründen zu verlangen. Selbstverständlich steht es auch den Leitern dieser Büchereien frei, sich vor den Anschasfungen mit der Beratungsstelle in Verbindung zu setzen. Diese Maßnahme erfolgt, um die Reinhaltung der Bestände zu gewährleisten und um die Büchereien vor Fehlanschaffungen, dre besonders bei den kleinen, finanziell meist recht schlecht gestellten Büchereien sehr ins Gewicht fallen, zu bewahren. Zum Bucheinkauf ist grundsätzlich folgendes zu sagen: Es muß erwartet werden, daß die Bücher nach Möglichkeit durch den heimischen Buchhandel bezogen werden. Ausnahmen können nur zugestanden werden bei dem Bezug in sog. Büchereieinbänden (soweit es die Mittel nicht erlauben, die Bücher broschiert oder in losen Bogen beim Buchhändler zu kaufen und durch den Buchbinder entsprechend einbinüen zu lassen) und bei sehr preiswerten Sonderangeboten; jedoch ist bei letzteren Vorsicht am Platz. Besondere Zurückhaltung ist dem Neisebuchhandel gegenüber ge- ' boten, der — z. T. unter Anwendung von Druckmitteln — die Bürgermeister, Bücherei- und Schulleiter zur Bestellung von ,?Prachtrverken" aus dem Gebiet der Geschichte, der nationalen Erhebung usw. zu veranlassen sucht, deren Preis (25 bis 60 NM. und mehr) in keinem Verhältnis zu dem für Buchbeschaffungen zur Verfügung stehenden Etat der betreffenden Stelle steht. Für dte gleiche Summe können oft 5 bis 10 andere wichtige national- soziallsttsche oder sonstige Bücher für die Bücherei beschafft werden, ganz abgesehen davon, , daß die Werke durch ihr unhandliches Format und ihre Ausstattung für den Bücherei- wie für den Schulbetrieb wenig geeignet sind, mögen sie inhaltlich auch einwandfrei sein. Es ist daher dringend erforderlich, gerade auch in Bezug auf den Reisebuchhandel die in dem Ausschreiben des Hessischen Staatsministers vom 21. Dezember 1933 zu Nr. Min.-Abt. 2: V. 53 394 und in den obigen Ansführungsbestimmungen gegebenen Anordnungen betr. Neuanschaffungen von Büchern zu beachten und sich auf jeden Fall vor Ausfüllung eines solchen Verpflichtungsscheines mit der Beratungsstelle in Verbindung zu setzen. Selbstverständlich bleibt es anderen Stellen, z.B. den Ortsgruppen der Partei, unbenommen, ein solches Werk, sofern es wertvoll ist, aus eigenen Mitteln zu kaufen nnd der Ortsbücherei zur Ver- fügung zu stellen, jedoch darf der Etat der Bücherei in keiner Weise durch die Kosten belastet werden. Dr. Fuhr. Betr.: „Gedenke! Gedichte für die Schule und ihre Feiern", Neuerscheinung des Diesterwegverlags. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Wir weisen empfehlend ans die soeben erschienene Gedicht- mmmlung, herausgegeben von Paul Großmann in Darmstadt, hin. Ut eine Sammlung bester deutscher Dichtungen, unentbehrlich für die Schule und zur Ausgestaltung unserer nationalen Feiern; Perlen der Dichtung sind hier zusammengetragen und feinsinnig geordnet. Deutsche Dichter von Wildenbruch über Liliencron und Bogislav von Selchow bis hin zu Dietrich Eckart, Heinrich Anacker und Baldur von Schirach sprechen in eindringlicher Sprache von den großen Feierstunden unseres Volkes. Die Sammlung atmet tiefe Heimatliebe und den furchtlosen Geist der trotzigen Kämpfer, die aufbrachen gegen Feigheit und Knechtschaft und dem Volke den Weg zum neuen Reiche bahnten. Wir empfehlen aufs wärmste diese preiswerte, inhaltsreiche Sammlung deutscher Gedichte zur Anschaffung in den mittleren und oberen Klassen unserer Schulen und zur Eingliederung in Lehrer-, Schüler- und Volksbüchereien. Gießen, den 4. April 1934. Hess. Kreisschulamt. J.B.: Dr. Weigand. Betr.: Die Monatszeitschrift: „Die deutsche Schule im Ausland". An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Wir geben Ihnen abschriftlich nachstehend Kenntnis von einem E-chreiben des Reichsministers des Innern und empfehlen die darin gegebene Anregung Ihrer Beachtung. . Wir haben Ihnen schon früher die Zeitschrift eindringlich empfohlen, da ihre Aufsätze und die Bedeutung der Zeitschrift für die Lehrerschaft der deutschen Auslandsschulen auch ihre verbreitete 3 ^crnTiürncncnrnen, legrem- tische, 2 Bücherschränke, ein Gewehrschrank, 2 Kleider- und 1 Weißzeugschrank, 1 Warenschrank, 1 Kassenschrank, 1 Ladentheke, 1 Dauerwellenapparat, 1 große Partie Bücher. Bestimmt: 1 Küchenschrank, eine Schreibmaschine (Nofa), Pinsel, Kinderspielsachen, Parfüms, Pfeifen und Mutzen. 2ioiD An Ort n. Stelle: 1 5teil. Kaffeebehälter, 1 Eisschrank, 1 Registrierkasse, 1 Trumeauspiegel, 1 Chaiselongue, 1 Radioapparat mit Lautsprecher, 1 Regulator. 'Xttttfot* Gerichtsvollzieher in Gießen. Wiesecker Weg 16, Telephon 3383. Kennen Sie die vielfache Wirkung und Anwendungskraft von Wacholder-Saft? Bei Arterienverkalkung, hohem Blutdruck, Leber- und Gallen-, Nieren- u. Magenleiden, Ischias, Rheuma und vielen anderen: besonders zur Blutreinigung ist der Saft der Beeren von altersher bekannt. — Fachmännische Be- ratung durch das 01923 EtaterhauslUNö Gießen, in der Schulstraße. 4-5-Zim.Wohn. in ruhiger Lage mit Garage und Gartenanteil gesucht. Schr. Angebote u.2196D an d. Gieß. Anz. Beamter sucht z. 1.5. oder später 2-bis3-Zimm. Wohnung Schr. Angeb. an .Konrad Mohr, Limburg a. d.L. NohrwegL 01021 Mdchen das bereits gedient hat.Esniuß in allen Hausarbeit. sow. Koch., Backen,Einweck., Wäschebehandl., Rähenu.Bügeln durchaus perfekt sein. Schr. Ang. mit Zeugnisab- schr.u. 2195D an den Gieß. Anz. Illlllllllllllllllllllllllllll [Stellengesuche) Fleiß., ehrliches Mdchen vom Lande, das schon im Kochen etwas versteht, sucht Stellung i. ein. bess. Haushalt. Schriftliche Angebote unter 01933 a.d.G.A. Verkäufe Hochträchtige Ziege zu verlaus. 01932 Heuchelheim Brauhausstr.59. unentgeltlich abzugeben. 01935 I Weller Atzbach. 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Diese Verbin- ung wird im wesentlichen durch die deutsche Auslandschule gefordert, der berufene Vermittler in dieser wichtigen Aufgabe ist -er deutsche Lehrer, der Lehrer des Inlandes und der Lehrer im Jusland. Jeder Jnlandslehrer muß und kann seine Kenntnisse ber das Auslanddeutschtum und über die schulische Arbeit, die in ieser Hinsicht draußen und drinnen zu leisten ist, durch eingehende Beschäftigung mit dem Inhalt der Zeitschrift erweitern und auch für die ihm zur Pflicht gemachte Betonung des Auslanddeutsch- uims in seinem Unterricht verwerten. Dazu kommt, daß die erfreu- ich starke Beteiligung der hessischen Lehrkräfte im deutschen Aus- andschuldienst in früheren Jahren und gerade auch in dem tauenden Schuljahr eine rege Teilnahme an dem Fortbestand der Zeitschrift rechtfertigt. Der geringe Bezugspreis von 8 RM. für as ganze Jahr erleichtert den Ihnen empfohlenen Bezug der Zeit- chrift. Gießen, den 29. März 1934. Hess. Kreisschulamt. J.V.: Dr. Weigand. Abschrift. Die seit 25 Jahren bestehende Zeitschrift „Die deutsche Schule hi Auslande", die im Verlag Heckner-Wolfenbüttel erscheint, ist Äie einzige Fachzeitschrift für das gesamte deutsche Auslandschul- rnesen. In neuerer Zeit hat sich die Zeitschrift mit besonderem tzifer und Erfolg der Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes im Bereich der deutschen Auslandschulen gewidmet. Sie h.it sich damit in die Reihen derer gestellt, die bereit sind, am Aufbau des nationalsozialistischen Staates mitzuhelfen und für tin Verständnis auch außerhalb der deutschen Grenzen zu werben. Wie mir der Verlag mitgeteilt hat, ist in den letzten^Jahren tye Bezieherzahl der Zeitschrift stark zurückgegangen. Schriftleitung find Verlag können das gesteckte Ziel jedoch nur erreichen, wenn oie Zeitschrift einer größeren Zahl von deutschen Unterrichtsbe- hvrden und Jnlandschulen zugänglich gemacht wird. Auf diesem t'cge ist es auch möglich, eine verstärkte Wirkung auf die deutschen Tchulbeziehungen zwischen dem In- und Auslande zu erzielen. Mit Rundschreiben vom 12. März 1928 — III 3801/8.3. — habe it) mich bereits auf eine Anregung des Gutachterausschusses für ors deutsche Schulwesen im Ausland für eine Förderung der Zeitschrift eingesetzt. Im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt ersuche ich ergebenst, die Schulverwaltungen erneut auf die Bedeutung und den kulturellen Wert der Zeitschrift hinzuweisen. 8 Aus*’ enkl**' & uiuh 'en he° 'ur zu- 7 «s°- |»er in Auch- Bebe- ge- ~~ die n9 von wnalen 6? RM. Hungen 6t Siir üivnal- werden, Eiches ür den tch ein- auch in 'es Hes- .-Abt.2: gebenen beachten erpflich- 1 sehen. Mvpen ivoll ist, ur Ver- i keiner aben ®d 1 München^ | mtieseb^ 1 .Fabrik^6 • Kleidu^ I ,uben us* | Ihre"''jg 'kll! !>rd Arial! ,ni fdl: ’°6netn !«n ।" !e|e t " An M b-j in. Innern Junten ft in Zkn ««tot, « oder »Uch jen mit Tetr.: Gesundheitliche Betreuung der Hitlerjugend. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Nachstehend abschriftliche Verfügung des Hess. Staatsministe- rums, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst Md Volkstum bringen wir Ihnen hiermit zur Kenntnis und genauen Beachtung. Gießen, den 29. März 1934. Hess. Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Dienstag, N. April 1954 Nit welcher Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit rbeitet wird, ersieht man aus der Dauer der sbildung: erst nach zwei Jahren wird es die en „Schulentlassenen" geben. Allein, das kann Liebe zum Segelflugsport nicht beeinträchtigen; h hier haben die Götter erst hinter Fleiß und »weiß den Preis gesetzt. Wer einmal dabei ist, imt nicht sobald wieder los. Die Anmeldungen n neuen Semester sind schon jetzt ungewöhnlich •f; wenn nicht Raum und Mittel Beschränkung erlegten, würde wohl am liebsten die ganze Ju- ib zum Segelfliegen antreten. Max Lenz. pari . !. Ich verbiete hiermit die Aufnahme von Per- en, die aus irgendwelchen Gründen aus der l. bzw. der Partei ausgeschlossen sind. Die Der- sführer sind für strikte Befolgung dieser Anord- ig voll verantwortlich. Die Werbewarte der Vereine haben bis zum eden Monats über die im vergangenen Monat 'chgeführten Veranstaltungen an die Gauge- iftsstelle des Hilfsfonds für den Deutschen Sport, ssel, St. Martinsplatz Nr. 2, einen Bericht einenden. Dieser Bericht soll die Zuschauerzahl, auf- teilt nach der Höhe der Eintrittsgelder und ge- ie Angaben über die Erhebung des Sportas ch e n s enthalten. Gleichzeitig soll in dem Bett über die sonstige Werbearbeit im Verein beitet werden. Auch wenn in dem betreffenden Mo- keine Veranstaltungen abgewickelt worden sind, ien die Vereine darüber eine entsprechende Mit- ung zu machen. ufruf zurTeilnahme amlO-Klm.-Lauf und rS-Klm.-Gehen. Den Auftakt der Suche nach dem unbekannten ortsmann bildet am kommenden Sonntag . April 1934) die Veranstaltung eines 10- lometer-Laufes und eines 25-Kilo - »ter-Gehens (Tag der Langstreckler). Ent- echend den Anordnungen des (Baubeauftragten , Reichssportführers find die Instanzen des Deut- m Leichtathletik-Verbandes (DSB.) für die Durch- rung verantwortlich. In meiner Eigenschaft als chtathletikwart des Kreises Gießen (umfassend politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Schotten und -tzlar) habe ich die Ausrichtung der Veranstaltung fünf Gruppen angeordnet: Bruppe Gießen durch Spielvereinigung 1900 V. Gießen (z. Hd. von Herrn W. Schmidt, ;ßen, Grünberger Sttaße 54). Bruppe (Brünberg durch FC. Flenfungen- icke (zu Hd. des Herrn Theis, Flensungen). Bruppe Alsfeld durch Sportverein Alsfeld Hd. des Herrn Geisel IV., Alsfeld). Bruppe Schotten durch Sportverein Schoten Hd. des Herrn Z e s ch k y , Schotten). Bruppe Wetzlar durch Sportverein 05 Wetzlar Händen des Herrn A. Kuhlmann, Wetzlar, iritz-Budgestraße). Neldungen haben bis spätestens 13. April an die geführten Vereine zu erfolgen. Ort und Zeit ber rchführung wird von diesen noch bekanntgegeben, irtgetb wird nicht erhoben. Beteiligen kann sich er Deutsche ohne Rücksicht auf irgendwelche Der- s- oder Verbandszugehörigkeit. Nicht zugelassen b Preisträger in bisher stattgehabten 10-Kilo- ter-Läufen bzw. 25-Kilometer-Gehoeranstaltun- i. ks ist kein Geheimnis, daß die noch für den ort, insbesondere für die Leichtathletik, zu erfas- den Talente in den kleineren Städten und auf n Lande zu suchen sind. Hier muß jetzt der Hebel zesetzt und die Erkenntnis geweckt werden, baß • eine planmäßige unb auf lange Sicht aufgelte Körper- unb Trainingsarbeit erfolgverfpre- nb ist. Vielfach wirb auch mit falschen Vorstel- igen, die über gestellten Anforderungen in wei- Kreisen noch herrschen, aufzuräumen sein. Es iß gerade in biefer Hinsicht als eine äußerst glückte Lösung betrachtet werben, daß auf Wunsch ; Reichssportführers SA., SS. unb Hitlerjugend dt gegeben, um sich nach dem Schicksal ber „Häu- Nummer 13" zu erkundigen. In ber ersten raße begrüßte ihn vor bem Hause Nummer 13 lebensfroher Labenbesitzer, mit einem gewal- en Schnauzbart. „Was mir die Nummer 13 ge» > hat? Gar nichts; Glück hat sie mir gebracht, dem ich hier eingezogen bin. Ich hatte meinen den noch nicht zwei Tage geöffnet, als mir ein durch die Straße geführter Zirkuselefant mit feinem Rüffel den halben Warenvorrat ausräumte. Sie mögen es glauben oder nicht, der Besitzer des Tieres war so großzügig, daß er mir zum Schadenersatz mehr bezahlte, als ich sonst durch.den Verkauf der Waren erzielt hätte. Nein, mein Herr, ich habe keinen Grund zur Klage." Die kleine Dame in der Nähe des Buckingham-Tors hatte mit ihrer Nummer 13 trübere Erfahrungen gemacht. „Ich habe lange gezögert, bevor ich mir das Haus nahm", bekannte sie bem Besucher. „Meine Freunbe haben mich auch gleich gewarnt. Unb wirklich, benken Sie, meine Kaffeemaschine platzte schon gleich in ber ersten Woche breimal hintereinander. Außerdem hatte ich soviel Aerqer mit den Dienstboten. Hier stimmt also etwas nichl, aber ich kann es mir nicht erklären." Eine Frau in der nächsten Straße hat sich über den Fall der Nummer 13 nicht lange Gedanken gemacht, sondern kurz entschlossen als Gegenmittel ein silbernes Hufeisen über der Tür befestigt. „Obgleich auch vorher eigentlich nichts Außergewöhnliches passiert ist, so fühlen wir uns seitdem doch viel ruhiger", meinte sie. Es kann eben nichts schaden! — Der Verwalter eines größeren Häukerblockes erklärte nüchtern-geschäftsmäßig: „Ein Haus Nummer 13 ist von vornherein eine Pleite. Kein Mensch würde einziehen. Ich entsinne mich, daß sich vor einigen Jahren in einem Haus Nummer 13 als erstes gleich ein Selbstmord ereignete. Das mag Zufall gewesen sein, aber so etwas wirkt ...?" Unter den Hotelbesitzern herrscht über den Punkt heftiger Meinungsstreit. Der größere Teil von ihnen lost das Problem sehr einfach, indem man die Numerierung der Zimmer bei 101 beginnt und damit um die geheimnisvolle Nummer 13 herumkommt. In drei kleineren Gasthöfen wurden sehr verschiedenartige Antworten erteilt. „Wir lassen die Nummer 13 einfach aus", sagte der eine Besitzer. „Wir nennen sie 12a", erklärte ein zweiter. — „Wir behalten die Nummer 13" berichtete der Dritte. „Denn wir haben festgestellt, daß einige Leute sie für ihre Glückszahl halten. Wir werden sogar ausdrücklich nach dem Zimmer 13 gefragt." 12. Fortsetzung. Nachdruck t In stiller Trat Miete 32.00 26.00 14.75 12.50 8.80 2041 D ratung durch das 01923 Gießen Schr. Angeb. u 01928^0.^.91:1111111111111111111111111111111 im Alter von 72 Jahren. — 25 Ja! arbeit in Geschäft und Familie he liehen Opfersinnes und edelster, g Landmaschinen! Wer macht Reparaturen (bei. Mähmasch.) zu- verl. u. prompt? Gehen Sie ruhig mit Ihren Wet- terkleider-Sorgen zu KÖHLER Man berät Sie gut u. uneigennütz. Sie bekommen ja schriftl.Garantie Beamter sucht z. 1.5. oder später 2-bisZ-Zimm. Wohnung Schr. Angeb. an Konrad Mohr, Limburg a. d.L. Rohrweg 2 01921 Mittwoch. 11. 4. abends20.30Uhr B.-O.-Abend im Hindenburg Flimm, Walltorstraße 63 Legler, Hindenburgwall 5 Buchacker, Neuen Baue 11 Alleinverkauf NiederhaufeniCo. Bahnhofstraße 6e6onüb. Hotel Schatz S)ie echte und < falsche Storni Roman von Anny von Pan Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Ha Lack- und Lederol-Mäntel ausprobierte Qualitäten für SS., SA. u. Stahlhelm 16.40 billigere schwarze Mäntel Gießen (Kreuzplatz 8), den 9. Apri Die Beerdigung findet am Mittw 3 Uhr, auf dem I Das Seelenamt ist am Donnerstag! Klappen- u. Oelhaut-Mäntel mit eingebaut. Ventilation, nur moderne Richtung 19.50 16.75 Am 20. April beginnt die neue Ziehung der Preuss.-Südd. Klasseniofterie. Denken Sie an Ihre Familie — Kaufen Sie Ihr Los bei Loden-Mäntel für Herren, Knaben und Mädchen, bew. Münchener Marken, mit Garantieschein z.T. Loden-Frey- Fabrikate Er setzte sich an den Frühstückstisch uni seine Serviette auseinander. Frau Hensel, der Schuldbewußten, schien blinzele er sie spöttisch an. Sie dachte: Nu es kommen, wovor sie sich fürchtete. Sie fük deutlich das Zittern ihrer Knie. Am liebsten wäre sie auf den nächstem niedergesunken. Der Schriftsteller goß sich Kaffee ein und ihn stark, sprach weiter: „Von dem Punsch beflügelt ging meine durch und machte sich über mich auf höchst l Weise lustig." Er trank einen Schluck Kaff die Tasse nieder. „Denken Sie nur, Frau gestern abend vor dem Schlafengehen glc Doralies an der Hintertür stehen zu sehe deutlich. So deutlich, daß ich vor Schrec Laut hervorbringen konnte. Der Mond drä Licht durch die schmale Scheibe oben in i und ich sah Doralies so natürlich, daß ich glaubte, sie wäre es selbst. Das Mondlicht r plötzlich verschwunden und mit ihm zuglei, lies. Ich suchte dann unten herum, rief, lie lich nach oben zu Ihnen, und erst da 0 Ihrer Tür wurde mir mit einem Male war das Opfer meiner Einbildungskraft g Die drei Glas Punsch zeigten mir Doralie- ich beim Nachhausegehen viel gedacht hatte Er beschäftigte sich mit einem Butterbröt, „Verrückt!, was ich Ihnen da erzählt nicht wahr, liebe Frau Hensel? Heute mu selbst darüber lachen." Berta Hensel schaute noch ein bißchen mi drein, aber sein harmloses Lächeln überzc daß er nicht spottete, sondern daß es il kommen ernst war mit dem, was er gesagt. Sie hatte schon das erste Wort des Beke auf der Zunge gehabt, jetzt lächelte sie ein krampfhaft: „Sonderbar muß das gewesen sein, gestei — sehr sonderbar!" Das Zittern Ihrer Knie ließ nach und si wieder klarer denken. Zunächst war sie Klippe großer Unannehmlichkeiten vorbe und damit war sie vorläufig zufrieden. Sie verließ das Zimmer bedeutend Herzens, als sie es betreten. Später, als Fritz Wolfram einen kleinen spaziergang angetreten hatte, brachte sie Wasserd. Motor-Kleidung aus Leder, Gummistoff, Lederol, wie Jacken, Hosen, Handschuhe, Hauben usw. Heute früh entschlief plötzlich um lager unsere treue Mitarbeiterin Fräulein Ai stände i. L. d.W. ab: Gartenmöbel, Tische n. Stühle, Saalinvent. usw., Betten, Porzellan, Klaviere, auch elektrische nsw. 158 qm Wie unseres früheren Banklokals Ecke Balmbofstraße-Horst-Wessel-Wall Aum 1. Juli neu zu vermieten. Anfragen an 2194V Commerz- und Privat-Bank- AktiengesellschaftFilialc Gießen. Anläßlich des Gastspiels der MailänderScala wird eine Abend-Autobusfahrt am 12.4. nach Frankfurt zum Opernhaus veranstaltet. Preis Mk. 3.75. 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Dürfen wir Ihnen diese praktischen Geräte einmal ohne Kaufzwang zeigen? Auch leichte Wolf-Geräte für Kinder haben wir vorrätig. J. B. Häuser, Gießen Am Oswaldsgarten 2040a Ruf Nr. 2145/2146 ESKräuterhauslUNG Gießen, in der Schulstraße. 4-5-Zim.Wohn. in ruhiger Lage mit Garage und Gartenanteil gesucht. Schr. Angebote u. 2196V an d. Gieß. Anz. Kennen Sie die vielfache Wirkung und Anwendungskraft von Wacholder-Saft? Bei Arterienverkalkung, hohem Blutdruck, Leber- und Gallen-, Nieren- u. Magenleiden, Ischias, Rheuma und vielen anderen; besonders zur Blutreinigung ist der Saft der Beeren von altersher bekannt. — Fachmännische Be- £ wirdzr oder si sc 3-4-ZIl. ... frei? Angen. u. anständ. Mieter (3 Personen,jge. Leute) sucht entsprech.Wohnung Hausbesitzer, die Wert auf einen guten Mieter legen, werden um schriftl.Angeb.u. 2042V a.d.Gieß. Anzeiger gebet. Illlllllllllllllllllllllllllll Kühler Oberhessens größte Auswahl in Herren- und Knabenkleidung All'ZllM r geg.Kassaabzug. 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Für diejenigen, bei denen Zeit und Möglichkeit es erlauben, finden auch an den Wochentagen nachmittags Segelflugübungen statt. Mit welcher Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit gearbeitet wird, ersieht man aus der Dauer der Ausbildung: erst nach zwei Jahren wird es die ersten „Schulentlassenen" geben. Allein, das kann die Liebe zum Segelflugsport nicht beeinträchtigen; auch hier haben die Götter erst hinter Fleiß und Schweiß den Preis gesetzt. Wer einmal dabei ist, kommt nicht sobald wieder los. Die Anmeldungen zum neuen Semester sind schon jetzt ungewöhnlich stark; wenn nicht Raum und Mittel Beschränkung auferlegten, würde wohl am liebsten die ganze Jugend zum Segelfliegen antreten. Max Lenz. Bekanntmachungen des Beauftragten des Beichssportführers im Gau XII. Von dem Kreisbeauftragten im Kreis Gießen, Turnlehrer Mohr, gehen uns folgende Bekanntmachungen des Beauftragten des Reichssportführers im Gau XII, Meister - Kassel, mit der Bitte um Aufnahme zu: 1. Um eine leistungsstarke Turn- und Sportbewegung zu erzielen, bedarf es einer Vorbereitung, die eine gewisse Härte unumgänglich macht. Den Turn- und Sportvereinen erwächst daraus eine große Verantwortung, da sie wissen müssen, was jeder Turner und Sportler zu leisten vermag. Die Feststellung, was dem einen zuträglich, dem anderen aber schädlich sein kann, ist Sache des Arztes. Aus diesem Grund habe ich über den Deutschen Sportärzte'-Derband mit dem RS.-Aerztebund eine Arbeitsgemeinschaft angeregt, derzufolge sich die Aerzteschaft den Vereinen zur sportärztlichen Ueber- wachung zur Verfügung stellen will. Die Vereine haben nunmehr sich einen Sportarzt zu verpflichten und bis zum 30. April 1934 an den stellvertretenden Gausportärzteführer des Gaues 12, San.- Rat Dr. Paul Möhring, Kassel, Kronprinzenstraße 25, Meldung zu erstatten. Die Tätigkeit der Aerzte ist zunächst ehrenamtlich, inwieweit später Mittel für diesen Zweck zur Verfügung stehen, wird über den Deutschen Sportärzteverband geregelt werden. 2. Ich verbiete hiermit die Aufnahme von Personen, die aus irgendwelchen Gründen aus der SA. bzw. der Partei ausgeschlossen sind. Die Vereinsführer sind für strikte Befolgung dieser Anordnung voll verantwortlich. 3. Die Werbewarte der Vereine haben bis zum 5. jeden Monats über die im vergangenen Monat durchgeführten Veranstaltungen an die Gaugeschäftsstelle des Hilfsfonds für den Deutschen Sport, Kassel, St. Martinsplatz Nr. 2, einen Bericht einzusenden. Dieser Bericht soll die Zuschauerzahl, aufgestellt nach der Höhe der Eintrittsgelder und genaue Angaben über die Erhebung des Sportgroschens enthalten. Gleichzeitig soll in dem Bericht über die sonstige Werbearbeit im Verein berichtet werden. Auch wenn in dem betreffenden Monat keine Veranstaltungen abgewickelt worden sind, haben die Vereine darüber eine entsprechende Mitteilung zu machen. Aufruf zurTeilnahme amlv-Mm.-Lauf und LS-Klm.-Gehen. Den Auftakt der Suche nach dem unbekannten Sportsmann bildet am kommenden Sonntag (15. April 1934) die Veranstaltung eines 10- Kilometer-Laufes und eines 25-Kilo- meter-Gehens (Tag der Langstreckler). Entsprechend den Anordnungen des Gaubeauftragten des Reichssportführers sind die Instanzen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DSB.) für die Durchführung verantwortlich. In meiner Eigenschaft als Leichtathletikwart des Kreises Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Schotten und Wetzlar) habe ich die Ausrichtung der Veranstaltung in fünf Gruppen angeordnet: Gruppe Gießen durch Spielvereinigung 1900 e. V. Gießen (z. Hd. von Herrn W. Schmidt, Gießen, Grünberger Straße 54). Gruppe Grünberg durch FC. Flensungen- Mücke (zu Hd. des Herrn Theis, Flensungen). Gruppe Alsfeld durch Sportverein Alsfeld (zu Hd. des Herrn Geisel IV., Alsfeld). Gruppe Schotten durch Sportverein Schotten (zu Hd. des Herrn Z e f ch k y, Schotten). Gruppe Wetzlar durch Sportverein 05 Wetzlar (zu Händen des Herrn A. Kuhlmann, Wetzlar, Moritz-Budgestraße). Meldungen haben bis spätestens 13. April an die aufgeführten Vereine zu erfolgen. Ort und Zeit der Durchführung wird von diesen noch bekanntgegeben. Startgeld wird nicht erhoben. Beteiligen kann sich jeder Deutsche ohne Rücksicht auf irgendwelche Vereins- oder Verbandszugehörigkeit. Nicht zugelassen find Preisträger in bisher stattgehabten 10-Kilo- meter-Läufen bzw. 25-Kilometer-Gehveranstaltun- gen. Es ist kein Geheimnis, daß die noch für den Sport, insbesondere für die Leichtathletik, zu erfassenden Talente in den kleineren Städten und auf dem Lande zu suchen sind. Hier muß jetzt der Hebel angesetzt und die Erkenntnis geweckt werden, daß nur eine planmäßige und auf lange Sicht aufgebaute Körper- und Trainingsarbeit erfolgversprechend ist. Vielfach wird auch mit falschen Vorstellungen, die über gestellten Anforderungen in weiten Kreisen noch herrschen, aufzuräumen sein. Es muß gerade in dieser Hinsicht als eine äußerst glückliche Lösung betrachtet werden, daß auf Wunsch des Reichssportführers SA., SS. und Hitlerjugend Die schwimmende Jugendherberge wurde im Hamburger Hafen durch den Reichsjugendführer Baldur von Schirach (unten rechts bei seiner Ansprache) übernommen. Tausend Jungens wollen fliegen. Besuch in der ersten Segelflugzeugbauschule. — Eine neue Industrie ensteht. der Technik einweihen, da werden physikalische Gesetze besprochen und Versuche gemacht, da wird der Segel- und Gleitflugzeugbau durchgegangen, Modelle werden geschnitzt, Motoren auseinandergenommen; ja, die Lehrer bauen absichtlich Fehlerquellen hinein, damit sich die Schüler freuen, wenn sie sie entdecken. Da wird Funken, Blinken und Morsen geübt, da wird gesendet und empfangen, Karten werden gelesen, da erhält man Unterweisung über Schutzmaßnahmen gegen die Unbeständigkeit des Wetters, da wird einem die „Ortung" (so nennt man das Auffinden von Orten aus der Luft) beigebracht. Die Schüler — meist 15 in eitler Klasse — sitzen an Hobelbänken und Leimtöpfen, sie schneiden sich die Flugzeugbestandteile zurecht; sie schnitzen und sägen, hämmern und bohren, messen und prägen. Holzrippen entstehen, Gleitstangen; die einzelnen Teile fügen sich ineinander, und falls es nicht klappen will, wird so lange gesucht, bis der Fehler entdeckt ist. Weiter: die Flugzeuge müssen durch Drähte verbunden, durch Nieten ineinander befestigt und bespannt werden; alte, unbrauchbar gewordene werden wieder in ihre Bestandteile aufgelöst. Was noch verwertet werden kann, wird neu aufgebaut. Brüche werden geheilt, am Windkanal Studien getrieben — daneben werden Tische und Stühle gehämmert. Denn die Gelder sind selbstverständlich stark beschnitten; was man an Motoren, Hobelbänken, Kreissägen, Bohrmaschinen usw. vorfindet, ist meist gestiftet, die alltäglichen Gebrauchsgegenstände sind größtenteils selbstangefertigt. Ja, mit einem Vermögen Flugzeuge zu bauen, ist keine große Kunst; hier heißt es aber mit den gering st en Mitteln das Beste schaffen. Das Segelflugzeug soll erschwinglich sein; und das wird gelingen. Zwölf Apparate sind im Bau, zwei bereits gebrauchsfertig. llebungen im Kreien. An jedem Sonntag geht es hinaus ins Freie, auf einen der Plätze in der Umgebung Die schwimmende Zugendherberge „Hein Godenwind" Ein Sport wird volkstümlich Kein Gedanke ist in der letzten Zeit so volkstümlich geworden wie der Segelflugsport. Unsere Jugend ist von einem wahren Feuereifer ergriffen. Es gibt wohl heute kaum ein Kind, das auf die Frage: „Willst Du fliegen?" ängstlich mit „nein" antworten würde. Aber nicht allein fliegen wollen sie; das wäre keine rechte Jugend die nur genießen will, was andere mühselig erarbeiteten, die Jugend will sich ihre Segelflugzeuge selber bauen. Diesem Wunsch ist man an den maßgebenden Stellen gern entgegengekommen, und so entstand vor einiger Zeit in Berlin die erste Segelfliegerschule— oder genauer genommen: die erste Se g e l- f l u g z e u g b a u s ch u l e. Ihre Arbeit ist soweit gediehen, daß man heute schon einen Ueberblick über das bisher geleistete geben darf. Jetzt geht das erste Semester zu Ende, und der Erfolg ist ganz außerordentlich. Die Erzählungen der Teilnehmer waren so begeisternd, daß sich zu Beginn des neuen Semesters allein von der Hitlerjugend tausend neue Schüler angemeldet haben. Dazu werden sich dann noch die Erwerbslosen gesellen, die Liebe und Freude an dieser Sache haben und denen man die Ausbildung kostenlos zuteil werden läßt; ferner noch ein Teil der Berufsschüler von der Berliner Gewerbeschule, für die der Segelflugzeugbau ein willkommener Pflichtunterricht bedeutet. Tausend lernen schon. Gleich auf den ersten Anhieb hatten sich rund tausend Jungens und Männer gemeldet; über ein Viertel davon allein Erwerbslose, die froh sind, sich hier bei einer interessanten und nutzbringenden Beschäftigung die Zeit vertreiben $u können. Wenn sie ihnen heute auch nichts einbringt, so wird es sich vermutlich doch eines Tages bezahlt machen: dann werden sie leichter in der Segelflugzeugbau- Jndustrie unterkommen. Segelflieger gibt es nämlich im Augenblick genug — genug wenigstens, wenn man ihre Zahl mit der Zahl der zur Verfügung stehenden Maschinen vergleicht. Es mangelt an Apparaten: so ist hier ein neuer Zweig für die Industrie im Entstehen begriffen. Die Segelflugzeugindustrie wird aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren stark beschäftigt sein. Die übrigen Teilnehmer der Schule setzen sich größtenteils aus Berufsschülern und sonstigen zukünftigen Segelfliegern zusammen; auch für sie ist der Unterricht fast kostenlos. Die Minderbemittelten zahle» nichts, die andern eine Mark. Dann gibt es noch eine Gruppe für Studenten und zwar für die der Universität und Handelshochschule, während die der Technischen Hochschule einen eignen Lehrgang haben. Für Schüler und Lehrlinge ist das Alter begrenzt. Sie sollen nicht jünger als sechzehn und nicht älter als achtzehn Jahre sein. Bei den Er- wcrblosen spielt das Alter keine Rolle; so kann es geschehen, daß Vierzigjährige neben Sechzehnjährigen noch einmal freiwillig die „Schulbank drücken" und mit ihnen lerneifrig durch die verschiedenen Uebungs- und Hörsäle der Segelfliegerschule wandern. Da sitzen nebeneinander der Oberprimaner und der ungelernte Arbeiter, der Maschinenschlosser und der Verkäufer, der Lehrling und der Akademiker, der Friseur und der Volksschüler. Den Unterricht erteilen geprüfte Gewerbefchullehrer. Ein umfangreiches Arbeiisprogramm. Aber was gibt es hier alles zu lernen? Erst müssen vierzig Arbeitsstunden überstanden sein, ehe die Schüler überhaupt an die Flugapparate herangelassen werden. Da gibt es theoretischen Unterricht, da werden seltsame Zeichnungen an die Wandtafel gemalt und erläutert, da werden Filme vorgeführt, welche die Zuschauer in die Geheimnisse st » * - > /