Nr. 59 Erstes Blatt . M. Jahrgang Samstag, M Marz M4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: firantfurt am Main llb86 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Such- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. 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Aus Rom und Berlin hatte er den Eindruck mitnehmen können, daß sich Italien, Deutschland und England wohl im Grundsätzlichen der letzten englischen Abrüstungsdenkschrift würden finden können und über einzelne Meinungsverschiedenheiten eine Verständigung keineswegs schwierig sein werde. Anders in Paris. Hier hat — darüber kann kein Zweifel bestehen — der Kabinettswechsel Männer der schärferen Tonart und der stureren Haltung ans Ruder gebracht. So wenig auch vermutlich Paul-Boncour, Chautemps oder Daladier geneigt gewesen wären, ohne äußersten Kampf einen Punkt von dem preiszugeben, was als Mindestprogramm für die nationale Sicherheit Frankreichs von der rührigen Presse der Rüstungsindustrie in den Kopf eines jeden Franzosen gehämmert worden ist, so viel mehr empfinden die neuen Männer Doumergue, Barthou, Petain das Bedürfnis, den nationalen Charakter ihrer Mission gegenüber der leicht mißtrauischen Rechten durch eine betont solche und „unbeugsame" Haltung gegenüber allen von außen her an sie herangetragenen Wünschen nach einem ebenso vernunftgemäßen wie gerechten Ausgleich der nationalen Sicherheitsbedürfnisse doppelt zu unterstreichen. So stand also die Absage Frankreichs an die britischen und italienischen Vorschläge eigentlich schon fest, als Eden nach seiner zweiten Rücksprache mit den französischen Ministern Paris verlassen hatte. Nur um den Schein zu wahren machte man sich die Umstände, auch noch den Landesverteidigungsrat zu hören, bevor die ablehnende Antwort Herrn Eden über den Kanal nachgesandt wird. • Nun hat man sich damit länger Zeit genommen, als erwartet werden konnte, aber die Hoffnung auf eine Sinnesänderung oder auch nur eine Ab- schwächuna des sturen „Nein" ist nicht größer geworden. An eine Abrüstung im Sinne des im Versailler Vertrags und der Völkerbundssatzung feierlich beschworenen Versprechens der Alliierten ist beute nicht mehr zu denken. Die englische Denkschrift hatte sich ja noch an diese Möglichkeit geklammert, während die italienische eine Abrüstung bereits als Illusion bezeichnet hatte und davon ausgegangen war, daß es sich, nachdem der Abrüstungsgedanke wenigstens vorerst dank des französischen Widerstands sich nicht verwirklichen lasse, nur noch darum handeln könne, ein uferloses Wettrüsten durch den Abschluß einer Konvention und die Festlegung einer internationalen Kontrolle zu verhindern. Zwischen Rom und London hatte man sich anscheinend darüber geeinigt, in einer ersten Periode der Abrüstungskonvention den hochgerüsteten Staaten den gegenwärtigen Rüstungsstand zu belassen, aber dessen Erhöhung zu untersagen, während der erste Schritt zu einer durch Abrüstung nicht zu erreichenden Annäherung des Rüstungsniveaus durch Verwirklichung der deutschen Wünsche auf Ausstattung eines auf 300 000 Mann vermehrten Heeres mit Verteidigungswaffen getan werden sollte. Deutschlands Wünsche waren gewiß bescheiden, es bot auch eine Kontrolle der SA. und SS. an, um deren nichtmilitärischen Charakter unter Beweis zu stellen, selbstverständlich unter der Voraussetzung, daß alle ähnlichen Verbände des Auslandes, die dort ja bekanntlich in enger Anlehnung an das Heer organisiert und ausgebildet werden, der gleichen Kontrolle unterworfen würden. Auch der deutschen Forderung nach ausreichenden Verteidigungsmitteln gegen Angriffe aus der Luft kann man die Berechtigung nicht abstreiten. Die britischen Minister und Abgeordneten, die am Donnerstag im britischen Unterhaus die Unterlegenheit der englischen Luftrüstungen in beweglichen Worten beklagten, sind die besten Kronzeugen für das Bedürfnis des überall hin offen da lieg enden und jedem Angriff eines feindlichen Bombengeschwaders schutzlos preisgegebenen Deutschlands nach Luftabwehrwaffen. In Frankreich war indessen dafür kein Verständnis zu wecken. Es verlangt vor Abschluß einer wie auch immer gearteten Konvention eine Untersuchung des gegenwärtigen deutschen Rüstungsstandes mit ausreichender Möglichkeit zu Sanktionen, obwohl die vertragsmäßige Entwaffnung Deutschlands vor dessen Eintritt in den Völkerbund bereits festgestellt worden ist. Aber es verlangt auch neue Garantien für seine durch Erfüllung der deutschen Wünsche angeblich bedrohte Sicherheit. Die besten Garantien sieht es in einer Verstärkung der eigenen Rüstungen, um auf diese Weise jede Rüstungsan- qleichung von vornherein illusorisch zu machen. Der Kriegsminister des neuen französischen Kabinetts, Marschall Pötain, der Verteidiger von Verdun im Weltkrieg, hat dem Heeresausschuß der Kammer bereits ein Programm unterbreitet, das allein für die Verstärkung der ßuftrüftungen nicht weniger als eine Milliarde Franken vorsieht. Vielleicht ist dies ein Bluff, um gegebenenfalls durch das Angebot des Verzichts auf diese Aufrüstung von England erhöhte Garantien zu erreichen. Vielleicht sucht man damit auch den Forderungen nach Ausbau der Luft- rüstungen zu begegnen, die ja jetzt in England Tagesgespräch sind. Die schon erwähnte Unterhausdebatte am Donnerstag war in dieser Hinsicht recht lehrreich. Wenn dort von konservativen Heißspornen wieder einmal der deutschen Verkehrsfliegerei militärische Verwendungsmöglichkeit unterstellt wird, Ü> wird dieser bare Unsinn durch ständige Wiederholung der gleichen törichten Behauptungen nicht vernünftiger. Wenn das tatsächlich möglich wäre, käme ja auch England selbst, das ja im Besitz einer Genf veröffentlicht die Abrüsinngsdenkschristen der Großmächte Frankreichs Absage an den Abrüstungsgedanken.—Oer deutsche Vorschlag für eine Angleichung der Oefensivrüstungen.-Amerikas Wunsch nach einer wellumsaffenden und tiefgreifenden Konvention. Genf, 9. März. (DNB.) In Genf wurde auf Veranlassung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz eine Dokumentensammlung veröffentlicht, die sich mit den Abrüstungsoerhandlungen der Großmächte befaßt. Die Sammlung enthält als Antwort auf die Bitte des Präsidenten, ihm Auskünfte über die zwischenstaatlichen Verhandlungen zu übermitteln, das von Grandi am 7. Februar in London Henderson übergebene italienische Memorandum, ferner das am 9. Februar überreichte britische Abrüstungsmemorandum und die Ausführungen Sir John Simons am 6. Februar von dem Unterhaus. Der französische Außenminister Barthou hat am 10. Februar Henderson neben dem französischen Abrüstungsmemorandum vom 1. Januar 1934 auch die beiden deutschen Stellungnahmen vom 18. Dezember 1933 und vom 19. Januar 1934 übersandt. Barthou betont in seinem Begleitschreiben, daß die französische Regierung keine sofortige Verminderung ihrer Rüstungen vornehmen könnte, die mit einer gleichzeitigen Wiederbewaffnung qualitativer Art der durch die Friedensverträge gebundenen Staaten verknüpft sein würde. Frankreich lege besonderen Wert auf praktische Bürgschaften für den Fall der Verletzung des Abkommens, die Beschleunigung des Tempos, mit dem gewisse Staaten ihre Ausrüstungen in Widerspruch mit den Verträgen betrieben, fordern nach Ansicht Barthous eine schnelle Entscheidung über die der Abrüstungskonferenz vorge- , legten Fragen. Ein Vergleich der Heeresstärken sei 'nur möglich, wenn man von der Heeresstärke die Verbände abjöge, die nach französischer Meinung unzweifelhaft einen militärischen Charakter trügen. Die deutsche Denkschrift vom 18. Dezember 1933 stellt zunächst fest, daß an eine Durchführung einer wirklichen Abrüstung gegenwärtig nicht mehr zu denken sei und daß sie sich an diese Realität halten müsse. Deutschland macht dann folgende Vorschläge: 1. Deutschland erhält die volle Gleichheit der Rechte. 2. Die stark bewaffneten Staaten verpflichten sich, ihren gegenwärtigen Rüstungsstand nicht zu überschreiten. 3. Deutschland verpflichtet sich, von der Gleichheit der Rechte nur einen gemäßigten Gebrauch zu machen, daß kein Staat sich dadurch bedroht füh- l e n könne. 4. Alle Staaten verpflichten sich gegenseitig zu einer humanen Kriegsführung und zum Richtgebrauch bestimmter, gegen die Zivilbevölkerung gerichteter Waffen. 5. Alle Staaten nehmen eine gleichmäßige und allgemeine Kontrolle an. 6. Alle Staaten garantieren sich die Aufrechterhaltung des Friedens durch den Abschluß von Richtangriffspakten. Deulchland fordert dann eine heeresstärke von 300 000 Wann und beansprucht eine Reihe von Jahren für die Umwandlung der Reichswehr. Die Defensivwaffen dieser Armee müßten denen anderer moderner Heere entsprechen. Die Umwandlung der Reichswehr würde in keiner Weise die Art und den Charakter der S A. und SS. berühren, da diese keine militärischen Verbände sind. Die deutsche Rote erwähnt noch, daß der Gedanke an eine Rückkehr des Saargebiets ohne Abstimmung die Erregung der öffentlichen Weinung in Frankreich und Deutschland vermeiden sollte, wie sie sich im Gefolge einer Wahlkampagne zweifellos zeigen würde. Falls aber die französische Regierung diesen Standpunkt nicht annehmen könnte, so würde die Reichsregierung die Frage als erledigt ansehen. Schließlich enthält die Dokumentensammlung noch die französische Antwort an Deutschland vom 14. Februar, die schon bekannt ist, und eine Denkschrift der amerikanischen Re« g i e r u n g vom 19. Februar 1934. Sie betont, daß sie es für das Wichtigste halte, die Verteidigungskräfte jedes Staates zu stärken und gleichzeitig die Angriffskraft zu vermindern und zwar durch Abschaffung der hauptsächlichsten Angriffswaffen, durch eine automatische und dauernde Kontrolle und durch einen weltumfassenden Nichtangriffspakt, der die Verpflichtung enthält, das Gebiet keines anderen Staates in Verletzung der Verträge mit Armeen zu überschreiten. Die britische preße erörtert den plan einer engeren Abrüstungskonserenz in Stockholm oder Lausanne London, 10. März (DNB. Funkspruch) Der Brief des französischen Außenministers Barthou an den Vorsitzenden der Abrüstungskonferenz wird von der englischen Presse als Hauptpunkt der gestrigen Völkerbundsveröffentlichungen in längeren Auszügen wiedergegeben. Dieses Schreiben, sagt „Daily Herald", ist der offizielle und kategorische Todes ft o ß für d i e Simon-Denkschrift. „Daily Mail" meint, das Schriftstück zeige mit schmerzlicher' Klarheit, daß eine Einigung zwischen den Mächten unwahrscheinlich sei. Bedeutung mißt das Blatt auch der Anregung Simons in seinem Brief an Henderson bei, daß möglicherweise ein Zwischen st adium zwischen den bisherigen Verhandlungen und einer Rückkehr nach Genf eingeschaltet werden soll. Im Zusammenhang damit wird eine Zusammenkunft außerhalb Genf — als Konferenzorte werden Lausanne und Stockholm genannt — erwähnt, zu der die vier betroffenen Hauptmächte einschließlich Deutschland, ferner Amerika, Rußland und Japan, dieKleineEntente, Polen und Spanien eingeladen werden sollen. Das Blatt beurteilt jedoch die Aussichten für die Abhaltung einer solchen Konferenz äußerst schlecht. „Daily Telegraph" wie auch „News Chromcle heben hervor, daß der Konferenzgedanke weitgehend von dem Erfolg oder Mißerfolg der Rundreise Edens abhängig gemacht worden sei und daher zur Zeit nicht mehr aktuell sei. Als nächster Schritt werde daher die Einberufung des Abrüstungsbüros erwartet. „Daily Herald" meint indessen, daß gerade der Fehlschlag der bisherigen Abrüstungsbesprechungen die Einberufung einer Neun- oder Dreizehn-Mächte-Kon- ferenz in Stockholm wahrscheinlich mache. Aus den Dölkerbundsverösfentlichungen gehe klar hervor, daß die Besprechungen fehlgeschlagen seien und e i n anderer Weg gefunden werden müsse. Gleichzeitig wird von wenigen Blättern auch die Möglichkeit einer besonderen Konferenz über die Luftstreitkräfte erwähnt. „Daily Mail" meint, daß England die Einberufung einer Weltkonferenz erwäge, falls die Abrüstungskonferenz endgültig zusammenbrechen sollte. Ferner trage sich die englische Regierung mit dem Gedanken einer Konferenz der Dominions- vertreter, um die Verteidigung des englischen Weltreiches zu erörtern. Neue Millioneukrediie für die französische Rüstung. Besonders Zivil- und Militär-Lustfahrt soll reorganisiert werden. Paris, 9. März (DNB.) * Zum Ausbau der Landesverteidigung hat die Regierung einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Bereitstellung besonderer Mittel beim Schatzamt vorsieht. Der Kriegsminister wird durch dieses Gesetz ermächtigt, zur Vollendung der Grenzbefestigungen und zur Vervollständigung der Abwehrmaßnahmen gegen Luftangriffe für die Rechnungsjahre 1934/35 den Betrag von 1175 Mill. Francs zu erheben. Dem Marineminifter werden für die Rechnungsjahre 1934/38 825 Millionen Francs zur Verfügung gestellt, die für die Anlage von Brennstofflagern, die Organisation der Küstenverteidigung und die Verstärkung der Marineluftflotte bestimmt sind. Schließlich erhält der L u f t f a h r t m i n i st er für das Rechnungsjahr 1934 einen Kredit von 908 Millionen Francs zur Ausrüstung und Bemannung der Luftflotte, die „qualitativ erstklassig" werden soll. In der Begründung wird betont, daß die französische Luftflotte derart reorganisiert werden soll, daß sie überall sofort ein- aesetzt werden kann. Der Kammerausschuß für Luftfahrtfragen beschloß, den Luftfahrtminister aufzufordern, energisch die Modernisierung des zivilen und militärischen Flugmaterials in Angriff zu nehmen und die Reorganisation des Luftfahrtministeriums und die Zusammenarbeit zwischen der He eres- luftfahrt und der zivilen Luftfahrt durchzuführen. England wiederholt seine Warnung. Abrüstung oder Wettrüsten. London, 10. Wärz. (DRV.) Die Warnung Baldwins im Unterhaus, daß England bei einem Fehlschlag der Abrüstungsbemühungen a u f r ü st e n starken, auf Las ganze Imperium verteilten Der- kehrslustflotte ist, leicht in die Lage, die Lücken, die es in feiner Luftrüstung so empfindlich spürt, im Kriegsfälle aufzufüllen, ohne sich große finanzielle Opfer für an sich unproduktive Zwecke auferlegen zu müssen. Aber da eben dem n i ch t so ist, verlangt die öffentliche Meinung Englands mit wachsender Besorgnis „Parität in der Luft", d. h. wenn die anderen Mächte, die heute durch ihre ßuftrüftungen England an die fünfte Stelle gedrückt haben, nicht bis zu dem Stand der englischen Luftrüstungen abrüsten, wird England seinerseits zur Verstärkung seiner ßustwehr schreiten. Wenn in der Debatte auch der Name „Deutschland" über Gebühr vorkam, so wurde doch eindeutig klar, an wexi eigentlich die englische Warnung gerichtet war, als Baldwin für das Kabinett kategorisch erklärte, keine Regierung Großbritanniens könne zusehen, daß es in der ßuft den ßänöern unterlegen sei, die sich „i n Reichweite der britischen Küste" befinden. Und tatsächlich vermögen heute auch schwerste Bombenflugzeuge im Laufe eines Tages wiederholt den Weg von der französischen Küste über den Kanal und zurück zurückzulegen. England hat also schon allen Grund, um seine Sicherheit besorgt zu sein für den Fall, daß keine Abrüstungskonoention in irgendeiner Form zustande kommen sollte und ein hemmungsloses Wettrüsten unter den Großmächten beginnen würde. Gegen die ungeheuren Gefahren dieses Wettrüstens für den Frieden der Welt hat sich auch im Lager der Alliierten eine warnende Stimme erhoben. Graf de Brocqueville, Belgiens Ministerpräsident, hat erklärt, es fei eine gefährliche Illusion der Väter des Versailler Diktats gewesen, zu glauben, ein großes Volk lasse sich ewig in der Knechtschaft des Besiegten halten. Wenn der Ministerpräsident dann von dem Gedanken einer Völkerbunds-Investigation oder gar eines Präventivkrieges zur Niederhaltung Deutschlands abrückte und zur Verhinderung des friedenbedrohenden Wettrüstens den Abschluß einer Konvention zur Begrenzung und Kontrolle der Rüstungen dringend empfahl, so hat dies offene Wort aus dem Munde eines Staatsmannes, dessen Land seit Jahrzehnten im Fahrwasser der Pariser Politik schwamm und stets zu den Treuesten der Treuen zählte, nicht nur in Frankreich, sondern nicht minder auch bei den Chauvinisten und Frankophilen des eigenen Landes deutliches Entsetzen und lebhafte Kritik aus- gelöst. Der Außenminister Hymans mußte sich der Ausgabe unterziehen, den Eindruck zu verwischen, als ob Belgien etwa außer der Reihe tanzen wolle. Und es wäre ja auch zweifellos eine gewaltige Ueberschätzung der Aeußerungen des Grafen'de Brocqueville, wollte man dies annehmen. Immerhin wird man soviel sagen können, daß in verantwortlichen Kreisen Belgiens gewisse Bedenken gegen den sturen französischen Kurs nicht länger unterdrückt werden können und man rechtzeitig vor den unvermeidlichen Folgen dieser absoluten Unnachgiebigkeit Frankreichs warnen möchte. Die Distanzierung Polens war schon eine solche Warnung an Frankreich, die Treue der Verbündeten durch Starrheit nicht auf eine zu harte Probe zu stellen. Auch die Debatte im belgischen Senat ist. so sehr sie den entrüsteten Widerspruch der von einer der französisch-belgischen Rüstungsindustrie ausgehaltenen chauvinistischen Presse beherrschten öffentlichen Meinung hervorgerufen hat, eine Mahnung an Frankreich, die Politik der Unvernunft nicht auf die Spitze zu treiben. Radikaler und rücksichtsloser, als Deutschland es durch den Mund seines Führers getan hat, kann fein Volk seinen entschiedenen Friedenswillen bekunden. Deutschland hat sich immer wieder bereit erklärt, auch das letzte Maschinengewehr zu zerstören, wenn die andern Mächte das gleiche tun. Aber da von einer Abrüstung seit langem schon alles schweigt und die Debatte über eine Äufrüstung um so heftiger in allen hochgerüsteten Staaten entbrannt ist, so hat die für die Sicherheit und Wohlfahrt ihres Volkes verantwortliche deutsche Regierung die Pflicht, alles daranzusetzen, um für Deutschland eine Wehrmacht zu erreichen, die nach Zahl und Ausrüstung die Verteidigung der nationalen Sicherheit gewährleistet. Den Engländern, die eben erst soviel Verständnis für die Bedürfnisse der eigenen Sicherheit gezeigt haben, kann nur empfohlen werden, das gleiche Verständnis unseren sehr maßvollen und nur auf ausreichende Verteidigung gerichteten Ansprüchen entgegen,™* bringen, wenn sie in der kommenden Woche die Absage Frankreichs an eine Politik der Vernunft, der Verständigung und des Ausgleichs auch schrift- lich in Händen halten werden und sich dem Zwang zu neuen Entschlüssen gegenübersehen. müsse, wurde In drei IMnlsterreden am Freilag- abenb wiederholt und unterstrichen. Schahkanzler Neville Chamberlain erklärte bei einem konservativen Festessen in Birmingham: Denn die Abrüstungskonferenz mit einem völligen Zusammenbruch endigen und die europäischen Staaten wieder ein Rüstungswettrennen einleiten sollten, dann werde England für feine Verteidigung die Ausgabe viel größerer Summen als bisher ins Auge faf- f e n müssen. Es sei allerdings viel zu früh, die Unmöglichkeit einer Vereinbarung anzunehmen. Chamberlain dementierte die Behauptungen, dah die englische Regierung ein großes Wehrgeseh plane, das viele Millionen Pfund kosten würde und im Herbst dieses Jahres eingeführt werden sollte. Sehr deutlich sprach auch der englische Innenminister, Sir John G i l m o u r in Cardiff. Möglicherweise, so sagte er, könne der englische Plan nicht durchgeführt werden. Die englische Regierung werde aber ihr Hauptaugenmerk auf den Ausgleich der Luftrüstungen richten. „Wir beschäftigen uns zur Zeit mit diesem Problem. Wenn wir auf die Dauer herausfinden, daß unsere Rachbarn auf dem Fe st lande uns in dieser Angelegenheit nicht entgegenkommen wollen, dann werden wir mit großem Bedauern Schritte zum Schuhe unseres Volkes unternehmen müssen." Der erste Kommissar für öffentliche Arbeiten, Minister Ormsby Gore sagte, daß England sich um den Abschluß eines begrenzten Abkommens und zwar um ein Luftabkommen bemühen werde, wenn die andern Staaten eine allgemeine Abrüstungsvereinbarung nicht wünschten. Sollte England eine bedeutende Begrenzung der internationalen Luflrüstungen nicht erreichen, dann könnte die gegenwärtige zweit- k l a s s i g e S t e l l u n g E n g l a n d s nicht länger zugelassen werden. „Für jeden Flieger und für jedes Flugzeug, die irgendeiner der Rachbarn Englands in Europa ausbildet, bzw. baut, würden wir ebenfalls einen Flieger ausbilden und ein Flugzeug bauen.“ Der Großkampftag der Arbeitsschlacht. Das Programm der Feierstunde am 21. März. Berlin, 10.März. (DRV.) Heber die Durchführung der Feierstunde am 21. März, mit der der Großkampftag der Arbeitsschlacht eingeleitet werden wird, erfährt der „Völkische Beobachter“ folgende Einzelheiten: Den Mittelpunkt der Feier bildet ein Besuch des Führers auf der im Bau befindlichen R e i ch s a u t o b a h n München-Landesgrenze. Dort wird der Generalinspekteur des deutschen Straßenwesens dem Führer die Belegschaft melden. Ls schließt sich eine Besichtigung an, nach der der Führer eine Rede halten wird. Die Feier auf der Strecke der Reichsautobahn München ?—Landesgrenze wird auf alle deutschen Sender übertragen werden. Während der Besichtigung spricht im Rundfunk Reichsminister Dr. Goebbels. Auf sämtlichen übrigen Baustellen der Reichsautobahnen werden der zuständige Gauleiter der RSDAP. sowie der leitende Bauingenieur kurz zu den Arbeitern sprechen. In allen Betrieben wird ebenfalls die gesamte Belegschaft einschließlich der Unternehmer die Hebertragung aus München nach Ansprachen des Vetriebsführers und der Beauftragten der Deutschen Arbeitsfront anhören. Alle Arbeitsdienstlager und Schulen werden eben- falls die Feierstunde miterleben. Gin neuer Erfolg der Arbeitsschlacht. Oie Zahl der Arbeitslosen während des letzten Monats um 400000 gesunken bringung auch der langfristig Arbeitslosen erfolgreich waren. Der bedeutende Februarerfolg ist zu । den Monat Februar d. I. betrug die Ziffer dieser einem erheblichen Teil der bereits lebhaft einsehen- ! Neubeschäftigten 51 000 Personen, ein Beweis da- den Hochbau- und Tie, bau« SNgkeil zu d", daß °i° günstige Entwicklung anhält. Unter oerdanken. der dao milde wei.er",ehr zu- der Bergbau, bei dem der Rückgang 32 d. $). gute kam. beträgt, und die chemische |t r i e mit Die Gesamtentlastung für das erste Jahr der Arbeitsschlacht beträgt etwa 2,6 Millionen, von Februar 1933 bis Februar 1934 gerechnet. Don dieser Ziffer entfallen auf die Außenberufe 1 Million, auf die Konjunkturberufe 1,6 Millionen. In der Zeit vom Ende Februar bis Ende Oktober 1933, also dem ersten Abschnitt der Arbeitsschlacht, waren die Saisonberufe und die Außenberufe gleicherweise mit rund einer Million beteiligt. In der eigentlichen Winterveriode aber verschob sich dies Verhältnis ziemlich er« beblid); denn durch die winterliche Belastung ging Oie Zahl der Arbeitslosen in den Außenberufen B e r l i n, 9. März. (DRB.) Die Auflockerung der winterlichen Arbeitslosigkeit hat im Februar bedeutsame Fortschritte gemacht. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen belief sich Ende Februar auf rund 3 374 000, sie ist um rund 400000 niedriger als Ende Januar und liegt bereits um 341 000 unter dem Ende Rovember 1933 erreichten günstigsten Stand des ersten Jahres der Arbeitsschlacht. Die Ende des Vorjahres eingetretene winterliche Belastung ist somit nicht nur ausgeglichen, sondern bereits erheblich überholt. Gegen- über dem Vorjahrs st and an Arbeitslosen konnte ein Rückgang um rund 2 630 000 Arbeitslosen erreicht werden. Die Bewegung innerhalb der Hnterstühungsein- rlchtungen war gleichlaufend, jedoch im Ausmaß verschieden. In der Arbeitslosenversicherung ging die Zahl der hauptunterstühungsemp- fänger um 130 000, in der Krisenfürsorge um 79 000 zurück. An anerkannten Wohlfahrts- erwerbslosen wurden von den Arbeitsämtern 129 000 weniger als zu Beginn des Monats gezählt, ein Zeichen, daß die Bemühungen zur Hnler- 31 v. H. Aber hier ist zu berücksichtigen, daß in beiden Zweigen versucht wurde, die Zahl der Beschäftigten durch Kurzarbeit und die Einführung von Feierschichten beständig zu erhalten. Bei den A n g e st e l l t e n ist ein Rückgang von 28,4 v. H. zu verzeichnen. Hier lagen die Verhältnisse besonders ungünstig. Aber bei der Zerlegung in kaufmännische und technische Angestellte zeigt sich ebenfalls die Belebung im Bau- und Baustoffgewerbe; denn von den technischen Angestellten konnten 42,6 v. H. untergebracht werden, während bei den kaufmännischen nur 28,5 v. H. wieder Arbeit fanden. Auch die Industrie hat im ersten Jahre gut abgeschnitten. Insgesamt fjat sie in diesem Jahre einen Rückgang von 45 v. H. zu verzeichnen. In der Eisen- und Metallindustrie betrug er 46 v. H. gleich 427 000 Arbeitnehmer. Allein für nur um 18 000, in den Konjunkturberufen aber um 352 000 zurück, ein Zeichen dafür, daß einmal i m Winter d i e S a i j o n a r b e i t s l o f i g f e i t erfolgreich bekämpft wurde, daß aber auch die Wirtschaft sich im natürlichen Auftrieb befindet. Diese Entwicklung hat sich bisher auch fortgesetzt. Am stärksten ist im Verlauf des ersten Jahres der Rückgang in der Landwirtschaft, wo er 65 v. H. gleich 185 000 Personen umfaßt. Die Abrarmaßnahmen der Regierung haben sich also, wie die Ziffer ganz eindeutig beweist, hervorragend bewährt. In der verwandten For st wirtschaft sind sie ähnlich günstig; hier betragen sie 58 v. H. gleich 21000 Personen. Auf dem Hauswirt- s ch a f t l i ch e n A r b e i t s m a r 11 ist ein Rückgang von über 50 v. H. zu verzeichnen. Auch hier sind die Maßnahmen der Regierung, Steuererleichterungen usw. deutlich wirksam geworden. Aehn- lich günstig liegt es im Spinn st offgemerbe, wo der Rückgang rund 50 v. H. beträgt. Hier darf man wohl aus dem prozentual starken Rückgang auf eine Hebung der Konsumkraft schließen. Finanzierung der Arbeitsschlacht die Hauptaufgabe der Reichsbank Or. Schachts Bericht in der Generalversammlung des Zentralnoteninstituts. Berlin, 9. März. (DRB.) In der Generalver- fammluna der Reichsbank wies Dr. Schacht dar- auf hm, daß es ihm notwendig zu sein scheine, aus dem Stadium programmatischer Erörterungen herauszukommen, es sei zu hoffen, daß die eingetretene Belebung unserer Wirtschaft dazu helfe, unser Leben wieder mehr mit Arbeit und we- Niger mit Wunschbildern zu erfüllen. Leider bieten die Ausgaben der Reichsbank noch immer außerordentliche Schwierigkeiten. Im Innern wurden insofern Fortschritte gemacht, als das Wechselmaterial qualitativ besser geworden ist. Aber auch bei der Anlage in Wertpapieren hat die Reichsbank auf Liquidität geachtet; die Verwaltung wird sich auch künftig nicht dazu verstehen, die Reichsbank an Stelle der langsam sich vermindernden Prolongationswechsel nun mit einem Dauerbesitz unverkäuflicher Wertpapiere zu beglücken. Die sogenannte Dffenmarftpoli» t i k setzt voraus, daß der Markt mindestens zwei Türen hat, eine, wo man hineingeht und eine, wo man wieder heraus kann. Für die Reichsbank gibt es keine größere Aufgabe, als den Geld- und Kapitalmarkt zu der Finanzierung der Arbeitsbeschaffung leistungsfähig zu machen. Den Kapitalmarkt aber macht man nur leistungsfähig, wenn die Wirtschaft Heberfchüsse erzielt und die Masse der Sparer einen Teil des Heberschuffes In Ruhe und Sicherheit auf Zinsen zurücklegen kann. Um diese Politik zu gewährleisten, hak der Führer eine Kommission zur Kontrolle des Kapitalmarktes mit entsprechenden Vollmachten ausgestattet. Nach außen hat sich die Devisenlage nicht verbessert. Die Auslandsschuldenbelastung, der wir unsere schlechte Devisenlage verdanken, entspringt zu mehr als der Hälfte dem Versailler Dik - t a t und muß darum entsprechend vermindert werden, wenn die Weltwirtschaft wieder in Gang kommen soll. Die Währungsabwertungen einzelner Gläubigerländer haben Deutschlands Der- kaufsmoglichkeiten auf dem Weltmarkt stärker zerstört als die nominelle Schuldenverminderung be- Der deutsche Export ist heute kaum zwei fünftel dessen, was er noch vor drei Jahren war. Es spricht für die deutsche Solidität und Moral, wenn trotz alledem das Ausland in Deutschland so gut rote gar nichts an Zusammenbrüchen verloren ^bbankprastdent Schacht schloß mit dem Dank Mtarbetter. Ihre vorbildliche Haltung sei ^r%İOri0cn deutschen Baugewerbes Zähmung ans Herz zu legen. Es habe we- nig Sinn, immer wieder an den Fehlern der Vergangenheit feinen Witz zu üben, wenn öie 3 u tun f t 3 a u f g a b e n auf den Nägeln brennen. Deutschland stehe heute im Kamps der Roosevelt führt für Amerika das soziale Zeitalter herauf. Das neue Amerika. Don einem Deutsch-Amerikaner wird uns geschrieben: Merkwürdig, wie verschiedenartig in Europa die Entwicklung der Vereinigten Staaten im letzten Jahr beurteilt wird, wie wenig auch das eigentliche Wesen der inneren Umschaltung begriffen wird, die Roosevelt eingeleitet hat, und wenn nicht alle Zeichen trügen, auch zu Ende führen wird. Denn darüber darf sich niemand täuschen, der neue Präsident ist auch jetzt noch der populär st e Mann in den ganzen Staaten, ein Mensch, der in seiner Art den Typus des neuen Amerikaners vertritt und der gerade deshalb die innere Fühlung mit den Massen hat, obwohl die Ge- waltkur, die er an der Wirtschaft und auch an der Gesellschaft vollzieht, mit allem bricht, was bisher als geheiligte Tradition galt. Die Politik Roosevelts ist, auf die kürzeste Formel gebracht, die Liquidation her Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten, die Uederführung aus den Jahren der Eroberung in das Zeitalter des sozialen Verständnisses und der sozialen Hilfe. Denn die Methoden, mit denen die ganze Wirtschaft bisher betrieben wurde, waren brutal, waren auf dem Raubtierinstinkt der Eroberungszeit aufgebaut. Das Recht des Stärkeren galt unbegrenzt. Wer Geld hatte, hatte recht, wer kein Geld hatte, blieb auf der Strecke. Niemand kümmerte sich darum, wo die Tausende blieben, die bei dem Wettrennen um den Dollar irgendwo zu Fall kamen, niemand kümmerte sich darum, ob die Arbeitsbedingungen, unter denen die unteren Schichten lebten, ihnen auch nur ein Existenzminimum gewährleisteten. Wenn der Farmer in den guten Jahren von den Einnahmen für feinen Weizen gerade soviel bekam, daß er nicht verhungerte und der ganze übrige Profit bei den Trusts verblieb, so war das ganz in der Ordnung. Die Trusts, ob sie nun mit Lebensrnitteln, Rohstoffen oder sonst welchen Dingen handelten, verfolgten ja alle die gleiche Politik des rücksichtslosen Geldverdienens. Diesem Zustand hat Roosevelt gründlich ein Ende gemacht. Er hat das soziale Gewissen geweckt, hat den Amerikanern erst zum Bewußtsein gebracht, daß die Millionen von Arbeitslosen auch Menschen sind, und ihr Lebensrecht haben, unter Umständen dieses Lebensrecht mit Gewalt durchsetzen werden. Gewiß hat es auch früher nicht an Bemühungen gefehlt, die Macht der Trusts zu brechen. Ader sie sind doch alle in ihren Anfängen stecken geblieben, teils mit Hilfe großer Bestechungen, teils, weil sie von vornherein mit untauglichen Mitteln begonnen wurden. Heute richten sich die Trusts darauf ein, daß ihre Zeit zu Ende ist. Die Staatsmacht ist so stark geworden, daß die Privatwirtschaft kapituliert, und Roosevelt setzt den Führergedanken so in den Vordergrund, daß alle Widerstände daran zerbrechen. . Das Amerika, das jetzt entsteht, wird sich m feinen sozialen Anschauungen von dem, was in Europa schon lange selbstverständlich war, kaum mehr unterscheiden. Niemand wird zu entscheiden wagen, ob die Wege, die Roosevelt geht, immer richtig gewesen waren, niemand wird auch über den Erfolg des gigantischen Rettungsversuchs heute schon ein Urteil abgeben wollen. Aber selbst die Möglichkeit eines Mißerfolgs kann doch nichts mehr daran ändern, daß mit Roosevelt in den Vereinigten Staaten eine neue Epoche begonnen hat, die eine völlige Revolutionierung des gesamten amerikanischen Denkens und Lebens einleitet; und die auch bleiben wird, ganz einerlei, ob Roosevelt sich durchsetzt ober ob er scheitert. Das ist der tiefere Sinn der ganzen Kämpfe, die sich gegenwärtig drüben abspielen, und das sollte man gerade in Europa bei der Beurteilung der ganzen Verhältnisse nicht unberücksichtigt lassen. Wird Roosevelt die Initiative ergreifen? Norman Davis macht Andeutungen über den Plan einer Weltkonferenz. Stockholm, 9. März. (DRB.) Norman Davis ist hier eingetroffen. Pressevertretern gegenüber gab er her Ansicht Ausdruck, daß hie Weltkrise jetzt an einem Wendepunkt angelangt sei und daß man die berechtigte Hoffnung hegen könne, daß die Besserung, die man bereits verschiedentlich habe feststellen können, anhalten werde. Auch in den Vereinigten Staaten sei eine merkbare Besserung her Lage eingetreten. In diesem Zusammenhang bestätigte Norman Davis, daß Präsident Roosevelt sich mit der Absicht trage, z u einer Weltkonferenz einzuladen. Hinter den Kulissen der pariser Februar-Unruhen. Paris, 10. Febr. (DNB.) Dor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß zur Nachprüfung der Pariser Februar-Unruhen wurde der frühere Ministerpräsident D a l a ö i e r vernommen. Er bestritt, von dem früheren Polizeipräfekten E h i a p p e auf illegale Umtriebe feines Mitarbeiters im Innenministerium, Frot, aufmerksam gemacht worden zu sein, gab aber zu, daß Frot sehr wohl daran gedacht haben konnte, das Ministerpräsidium an sich zu reißen. Ehiappe wiederholte unter Angabe von Zeit und Ort seine frühere Aussage, daß Frot tatsächlich an einen Putsch mit Hilfe bewaffneter linksextremistischer Elemente gedacht habe, für deren Ausrüstung er die finanzielle Unterstützung des Abgeordneten Pateno- t r e zu erlangen versuchte, lieber all dieses habe er Da lädier unterrichtet, der zugegeben habe, daß Frot ihm nicht ganz sicher zu sein scheine. Da- lahier bestritt nicht, mit Ehiappe über die parlamentarische Lage gesprochen zu haben, lehnte aber die Bedeutung, die Ehiappe dieser Unterredung gab, als Phantasie ab. Balabier gab ferner zu, Ehiappe von sich aus abgelehnt zu haben, weil ihm die Erneuerung der Polizei ratsam erschien, da diese im Fall Stavisky nicht zur vollen Zufriedenheit gearbeitet habe. Ehiappe fjabe ihm auf telephonische Mitteilung erklärt, er weigere s i ch zu gehen; man werde ihn dann aufderStraße finden. Ehiappe erwiderte, es müsse sich um ein Mißverständnis handeln. Er habe diese Worte nicht gebraucht, sondern davon gesprochen, daß man ihn also auf Die Straße setze. Daladier gab auch seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Unruhen vom 6. Februar von einer ganz bestimmten Gruppe für ihre politischen Pläne geschürt worden seien. Die weitere Sitzung war im wesentlichen mit den Gegenüberstellungen Frot — Ober ft he la Rocque, Leiter der Vereinigung „Feuerlr«""" und Frot — d e Keri 11is , dem (Eh^umteur des „Echo de Paris" ausgefüllt. De la Rocque sagte zu den Frot zugeschriebenen- Staatsstreichabsichten, am 6. Januar habe ihm ein Mittelsmann berichtet, Frot müßte eine „M annfchaft" bilden, die beim Eintreten großer Schwierigkeiten beim Staatspräsidenten oor ft eilig werden würde, um als energische junge Leute zu verlangen, baß ihnen öie Regierungsmacht an« vertraut werde. Er habe für hie FeuerkreuHler eine Beteiligung an der Verwirklichung des Gedankens a b g e 1 e h n t. — Die Gegenüberstellung Frot — Kerillis betraf ein von Polizeibeamten Ende Januar angeblich abgehörtes Gespräch von vier Fliegern, unter denen sich der Bruder Kerillis' befand. Sie sollen in einer Wirtschaft gesagt haben, sie wollten über der Kammer Flugschriften und Bomben a b ro e r f e n. Das Zeugnis des Polizeigewährs- tnannes scheint aber nicht aufrechterhalten worden zu sein, da der Bruder Kerillis' fein Alibi Nachweisen konnte. Arbeitsschlacht; wer da aus den Reihen ausbreche, sei schädlich. Notwendig sei ©emeingeift und Einordnung ins Ganze. Maßnahmen zur Entlastung Berlins. Berlin, 9. März. (DNB.) Im Zuge her Angriffsmaßnahmen für die Frühjahrsschlacht gegen die Arbeitslosigkeit hielt Ministerpräsident G ö r i n g eine Chefbesprechung ab, in der er u. a. erklärte, daß besonders der Stadt Berlin die notwendigen Erleichterungen zur Verminderung der Arbeitslosigkeit geschaffen werden müßten, weil die Hauptstadt wegen des fortwährenden Zuzuges vorn Lande ein besonders gefährdeter Brennpunkt sei. Viel sy- sternattscher als bisher müsse gegen d i e Schwarzarbeit vorgegangen werden. Allein in Berlin seien 45 000 bis 60 000 Schwarzarbeiter tätig, die auf der einen Seite die öffentliche Unterstützung in Anspruch nähmen, auf der anderen Seite aber der gelernten Arbeiterschaft die ihr zukommenden Arbeitsplätze fortnähmen. Drakonische Strafen müßten den treffen, der Arbeitslose zur Schwarzarbeit heranziehe. Zum anderen werde geprüft werden müssen, wie weit Arbeitslose aus Berlin in den angrenzenden Provinzen a l s Landhelfer mit dem Ziel her späteren A n - siedlung unjergebracht werden könnten, besonders solcher, dke früher vom Lande zugewandert und mit den ländlichen Verhältnissen vertraut seien. Zugleich würden Maßnahmen erwogen, um die Landflucht zu unterbinden. Weiterhin werde zu untersuchen sein, inwieweit die Rückführung der Frauen und Mädchen in ihre natürlichen Berufe falsch besetzte Arbeitsplätze für Familienväter frei machen könne. Jeder finanziell besser Gestellte müsse sich die Einstellung von weiblichen Arbeitskräften in seinem Haushalt zur Pflicht machen. Das fei nicht Luxus, sondern Mithilfe beim organischen Umbau der Wirtschaft. Die Reichszuschiiffe für die Instandsetzung landwirtschaftlicher Gebäude. Berlin, 9. März. (DNB.) Reichszuschüsse und Zinsvergütungeu für Jnftandsetzungs-, Ergänzungsund Umbauarbeiten an Gebäuden wird auch für d i e landwirtschaftlichen Gebäude gewährt.Durch bäuerliche Siedler wurden für ungefähr 10 Millionen Reichsmark Bauarbeiten während des Winkers 1933/34 ausgeführt. Für Bauhandwerk und Baugewerbe in den ländlichen Gebieten konnte dadurch in großem Maße Arbeit geschaffen werden, ferner ist hierdurch eine Vermehrung und Verbesserung der Wohnräume der bäuerlichen Siedler, eine Erhöhung des Wertes der Gebäude und damit eine vermehrte Sicherheit der Sieh- lungskredite eingetreten. Gegen Verfälschung des Hitler-Buches „Mein Kampf" Berlin, 9. März. (DNB.) In eigener Sache veröffentlicht der Verlag Franz Eher Nachfolger eine Erklärung, in der es heißt: Ein Pariser Verlag hat vor ein paar Tagen in französischer S p r a ch e unter dem Titel „Adolf Hitler — Mein Kampf (Mon Combat)“ ein Buch herausgebracht, von dem her Verlag behauptet, es sei eine wortgetreue und u n• gekürzte (integrale) Uebersetzung Des Werkes hes Führers. Im Vorwort und in Zeitungsnotizen brüsten sich Verlag und Uebersetzer in geradezu zynischer Art mit der Tatsache, daß die Veröffentlichung ohne Genehmigung des Autors und unseres Verlages unter Bruch jeglichen Rechtes erfolgt ist. Als Grund und Zweck der Veröffentlichung wird angegeben, die ganze Welt, besonders aber Frankreich, müsse von hem unveränderten Urtext des Buches Kenntnis haben. Der Autor habe aber eine autorisierte französische Buchausgabe grundsätzlich abgelehnt. Das Ergebnis unserer sofortigen Nachprüfung des Sachverhalts ist: 1. Der Pariser Verlag, her Diebstahl geist i g e n Eigentums begeht und sich dessen noch brüstet, ist auch in Frankreich völlig unbekannt. Ernste und führende französische Kreise mißbilligen diese widerrechtlichen Methoden nachdrücklichst. 2. Die Behauptung, hie Uebersetzung fei wortgetreu, ist unwah r. Schon im ersten Absatz des ersten Kapitels (im Elternhaus) zeigt sie sir klare und entscheidende AbWeichuugsv . ' rr; sMZLL ent» n Schon viele Stunden vor der festgesetzten Zi hatte sich vor dem Standesamt Caxton-H« Aus aller Welt Freundin erhielt wegen Mitwisserschaft gemäß § 139 Hacke eine Schmerzen. Die von der Frau geleerte Giftpackung Das Schnellschöffengericht in Stuttgart verurteilte einige kleine Metallgegenstände gefunden Das den 45jährigen Friedrich Sondermann aus Alter der ausgegrabenen Burgreste steht noch nicht fest. Schwiegermutter durch einen besonderen Tag leit iaU Ernster Zwischenfall an der Ost-Chinadahn. die dem Rechtsempfinden und den Gesetzen spricht. 160 Meter lange und 1,60 Meter starke Ringmauer. Innerhalb der Ringmauer wurden ferner Fundamente von mehreren Gebäuden und zwei mächtigen Mauertürmen, ein eingebrochener Keller, eine zum nördlichen Turm führende Treppe, ein großes, anscheinend später vermauertes Tor an der Nordseite und ein 18 Meter tiefer Schloßbrunnen freigelegt. In dem Ausgrabungsschutt wurden viele Topfscherben, Wildknochen, Hufeisen und Zwischen der Leiterin des Deutschen Frauenwerks und der NS.-Frauenschaft, Frau Scholz- K l i n ck, und der Referentin für alle Frauenangelegenheiten bei der Stahlhelmbundesleitung, Frau B i a l u ch , ist ein Uebereinkommen getroffen worden, wonach der Stahlhelm-Frauenbund korporativ dem Deutschen Frauenwerk eingegliedert wird. * Am Jahrestage der nationalsozialistischen Machtübernahme sind in Baden aus den Lagern Kis- lau und Ankerbuck insgesamt 40 Schutzhäftlinge entlassen worden, darunter auch der frühere badische Minister R e m m e l e sowie die ehemaligen Führer der KPD. Bock und S ch u - dach. Sie gaben freiwillig Loyalitätserklärungen ab, aus denen hervorgeht, daß sich ihre Meinung über den Nationalsozialismus gründlich gewandelt hat und sie heute erkennen, daß er allein das deutsche Volk retten kann. Dem Konservator des Biedenkopfer Heimatmuseums, Karl Pfeil jr., fiel bei der Lektüre ; einer alten hessischen Reimchronik ein auf Bieden- Wie das Organ der Fachschaft Reichspost mitteilt, werden durch das Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung, durch das auch verschiedene Oberpostdirektionen und Telegraphenzeugämter aufgehoben werden, Entlassungen bei der Reichspost nicht notwendig. Die Angehörigen dieser Behörden werden anderweitig untergebracht. vom Urtext, daß die bewußte Verfälschung auf der Hand liegt. Insbesondere angesichts der Tatsache, daß die widerrechtliche Veröffentlichung ungenau und tendenziös ist, haben wir sofort mit Erfolg alle Schritte eingeleitet, um auf zivilprozessualem Wege unsere Rechte zu wahren. Die französischen Behörden haben, indem sie unsere zivilrechtlichen Ansprüche als berechtigt anerkannten, uns die Unterstützung gewährt, Der Wiener Korrespondent des Amsterdamer Telegraaf meldete, daß sich angeblich der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß in Wien aufhalte, um mit österreichischen Regierungskreisen Verhandlungen zu führen. Dazu wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß an dieser Meldung nicht ein wahres Wort ist. In der ausländischen Presse werden Meldungen verbreitet, daß Vizekanzler von Papen anläßlich der Teilnahme an dem Mitte März in Rom stattfindenden Malteser-Konvent mit dem österreichischen Bundeskanzler Zusammentreffen werde. Diese Meldung ist frei erfunden. Der Vizekanzler hatte auf die bereits im Januar erfolgte Einladung zum Konvent mitgeteilt, daß er gern teilnehmen werde, sofern seine Dienstgeschäfte es gestatten. Durch eine Erkrankung des Vizekanzlers ist die Teilnahme am Konvent überdies in Frage gestellt. geehrt werden soll. Es soll ein Tag jein, an dem der Schwiegersohn im Hause überhaupt nichts zu sagen hat. Zur Verwirklichung dieses Gedankens hat sich in Texas ein Klub der Schwiegermütter gebildet. § 1 der Satzung lautet: Eine Schwiegermutter ist eine, die ihr Ziel erreicht hat. Noch in diesem März soll der erste Schwiegermuttertag gefeiert werden. Die Präsidentin des neuen Klubs erklärte, daß jede Frau eine Mutter werden könne, aber nicht jede Mutter eine Schwiegermutter. Denn eine Schwiegermutter muß ihre Töchter in einer Lebensauffassung erzogen haben, die fähig macht zu heiraten und ein Heim aufzubauen Außerdem müsse eine gut erlogene Tochter verstehen, durch ihr Einwirken auf die Männer diese zum Heiraten zu veranlassen. Wir ehren unsere Mütter, deren wirkliche Probleme erst bann beginnen, wenn ihre K.n- ber verheiratet sind. Warum sollen wir also nicht den Schwiegermüttern eine kleine Ehrung zuteil werden lassen? Die Behörden von Texas sehen auch keinen Grund, weshalb man dies nicht tun soll. Die Bevölkerung wird daher aufgefordert, sich an dem Nachtlokalen. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrenverlust beantragt Die Schwere der verhängten Strafe ist einerseits darauf zurückzuführen, daß es sich hier um ein Vergehen gegen das große von der Reichsregierung aufgebaute soziale Werk handelt und andererseits auch die Tatsache, daß hier der e r st e Fall einer Sabotage gegen das Winterhilfswerk vorlag. Vier Bergleute auf „Karsten-Zentrum" lebend geborgen. Das Oberbergamt in Beuthen teilt mit: Auf der „Karsten-Zentrum"-Grube ist es der Rettungsmannschaft nach dreitägiger außerordentlich mühevoller Arbeit gelungen, von den sieben noch verschütteten Bergleuten vier lebend zu bergen. Sie sind allem Anschein nach nur leicht verletzt und wurden sofort in das Beuthener Knappschaftskrankenhaus geschafft. Ein fünfter Lebender ist noch eingeklemmt. Man hofft aber, ihn in kurzer Zeit ebenfalls zu retten. Zwei Bergleute fehlen noch. Es muß leider mit ihrem Tod gerechnet werden. Die Bergungsarbeiten gehen weiter. Bei den lebend Geborgenen handelt es sich um folgende © cf) tu Legermuttertag recht rege zu beteiligen. Häuser, in Denen Schwiegermütter wohnen, werden mit Blumen und Girlanden geschmückt, die Theater sollen Freivorstellungen für Schwiegermütter geben, die Geschäftsleute zu extra niedrigen Preisen an Schwiegermütter verkaufen. Außerdem aber sollen Preise für die jüngste, für die schönste und für die Schwiegermutter ausgesetzt werden, die die meisten verheiratet en Kinder besitzt. Degen Giftmordes zum Tode verurteilt. In dem Prozeß gegen den früheren Landjäger August Müller aus Otzenhausen und seine Mitangeklagte Geliebte Berta Meyer fällte das Schwurgericht Trier das Urteil. Müller wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt. Seine dem Bezirk Meißen (Sachsen) wegen erschwerter Untreue in Tateinheit mit erschwerter Unterschlagung zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren sowie zu drei Jahren Ehrenrechts- verlust. Der Angeklagte, der feit Mitte Dezember die Geschäftsführung der Winterhilfslotterie für Bad Cannstatt innehatte und ein auskömmliches Erika paheck wird Krau Bernadotte Eine romantische Hochzeit.—Sensation für London. zeitsautos benutzt, die in England üblich sind. Für Die Neugierigen war aber nicht viel zu sehen. Die Polizei hatte die Anfahrt frei gehalten. Als der Wagen hielt, sprang die Braut schnell heraus und war in der Halle verschwunden. Der Bräutigam war ebenso schnell hinterher. Die Zeremonie vor dem Standesamt dauerte nur etwa zehn Minuten. Erika Patzeck beherrscht das Englische nur unvollkommen, sprach aber die altertümliche Vermählungsformel fließend nach. Prinz Sigvard, der sich noch in das Standesamtsregister als Prinz von Schweden eintrug, steckte nach der deutschen Sitte der Braut den Trauring an den Finger. Trauzeugen waren der Bruder Erika Patzecks, Georg Patzeck, und der Londoner Rechtsanwalt des Prinzen, G o r d o n. Als das junge Paar aus dem Standesamt wieder heraus- kam, gab es neue Ovationen, aus der Menge wurden Konfetti und Reis auf das Paar geworfen. Das soll Glück bringen. Ein Empfang nach der Trauungsfeierlichkeit, wie er sonst in England üblich ist, hat nicht stattgefunden. Prinz Sigvard hatte am Vorabend der Trauung in dem eleganten Caf6 de Paris ein Abendessen für seine nächsten Freunde veranstaltet, an dem die einzige Tochter des früheren deutschen Kaisers, Viktoria Louise, und ihr Gatte, Ern st August Herzog von Braunschweig, teilnahmen. Wie verlautet, will die Schwester des Prinzen Sigvard, Prinzessin Ingrid, eine Versöhnung mit König Gustav von Schweden vermitteln. Im schwedischen Ministerrat teilte der Kronprinz, der in Abwesenheit des Königs die Regentschaft ausübt, mit, daß Prinz Sigward durch seine Ehe sein Erbrecht verwirkt und seiner Titel und Vorrechte, die er als Erbsürst genossen habe, v e r I u ft i g gegangen sei. Der Ministerrat stimmte dieser Maßnahme zu. Der Kronprinz erklärte, daß Prinz Sigward künftig den Familiennamen Bernadotte führen dürfe. in Westminster eine dichte Menschenmenge ange- sammelt. Stunde um Stunde warteten die Zuschauer, besonders viele Frauen, auf dem eroberten günstigen Platz vor dem Standesamt. Die Polizei hatte Vorsorge getroffen. Sogar zwei Berittene versahen Dienst. Etwa 50 Pressephotographen standen bereit mit entsichertem Objektiv. Der Tonfilmwagen fehlte natürlich nicht. Die Menge drängte immer wieder vor, und die Polizisten mußten schließlich eine Kette bilden. Auch die Pferde der Berittenen schoben sich gegen die Menscyenmauer. Aber was half das. Als der Wagen des Brautpaares erschien, wurde die Schutzmannskette von der jubelnden Menge durchbrochen. Es war eine Hochzeit im englischen Stil. Auch das Brautpaar hat eines von den altmodischen Hoch- Der „General von Versailles". Wir in Deutschland haben unseren Hauptmann von Cöpenick gehabt, jenen hageren ausaemergel- ten Schuster, der in einer schlottrig sitzenoen Dffi» ziersuniform den Bürgermeister von Cöpenick festsetzte, und die Stadtkasse klaute. Das bleibt unvergessen. Die Garnison von Versailles wird auch ihren „General von Versailles" dauernd im Gedächtnis behalten. Ein alter Fourier-Unteroffizier aus der Kavallerieschule von Versailles hatte sich eine tadellos sitzende Generalsuniform verschafft. Unter der Nase klebte ein martialischer Schnurrbart mit hängenden Enden, und das Haupt krönte ein rotes Käppi mit Eichenlaub aus Goldfäden gestickt. So trat er auf als der alte um die Republik verdiente Kavalleriegeneral. Er begab sich z u verschiedenen Kassen, bei denen er Quittungen vorwies, und um deren Auszahlung er ersuchte. Aber die Zahlmeister sanden die Methoden des Herrn General doch ungewöhnlich. Sie gingen nach hinten, um die Sache erst einmal nachzuprüfen. Da sich die Auszahlung infolgedessen beoenklich verzögerte, ging der Herr General fort und versprach am Nachmittag noch einmal vorsprechen zu wollen. Das tat er aber nicht, jedoch sprach die Polizei am Nachmittag bei ihm vor und brachte ihn dorthin, wohin er gehörte. Hchwlegermutlertag in Texas. Wenn die Männer in gehobener Stimmung mutig durch die Gassen fingen, daß sie keine Schwiegermutter brauchen, dann irren sie. Schwiegermütter mögen ein Uebel sein, sie sind bestimmt ein notwendiges. Denn gäbe es feine Schwiegermütter, wo kämen dann die jungen Geschöpfe her, die auch mal Schwiegermütter werden wollen. Zur Ehrung der Mutter hat man einen Muttertag eingeführt. Die Väter wollten dann nicht zurückstehen, und es kam zu einem Vätertag, der seinen wirtschaftlichen Ausdruck darin findet, daß der Absatz Erika Patzeck — Herzogin von Uppland — Prinzessin von Schweden. Und dann eine schlichte Frau Bernadotte . . . Die kleine Erika Patzeck, die in der Londoner Presse als ein entzückendes Geschöpf mit seltenem Scharm geschildert wird, hat die schnellste Karriere aller Frauen unserer Zeit gemacht. Innerhalb weniger Wochen Verlobung mit dem Prinzen, Erhebung zur Herzogin, Vermählung mit dem Prinzen und wenige Minuten daraus wieder eine schlichte Frau Bernadotte. Bei dem Sinn des Engländers für gesellschaftliche besonders höfische Ereignisse und seinem Sinn für Liebesromantik, die dem Eheglück von Erika Patzeck anhängt, war es nur natürlich, daß ganz L o n - d o n an dieser Sache regen Anteil nahm, und die Trauung, die in aller Stille erfolgen sollte, ein sensationelles Ereignis wurde, daß die Neugierigen durch die Polizei zurückgehalten werden mußten, die Zeitungen spaltenlange Berichte bringen, in denen jeder, auch der kleinste Umstand sorgfältig verzeichnet wird, daß die Bildtelegramme durch alle Welt gehen, und man abends in allen Kinos die Filmreportagen sehen kann. Mo s k a u, 10. März. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) In Chabarowsk sind Nachrichten aus Charbin eingetroffen, wonach angeblich eine japanische Abteilung unter dem Vorwand des „Kampfes mit dem Banditenunwesen" Lohn-und B u r e a u g e b ä u b e der Waldkonzession der Ostchinabahn in Brand gesetzt habe. Trotz aller Maßnahmen sei es nicht gelungen, die Konzession vor der Feuersbrunst zu retten. Eine Reihe Gebäude und große Bestände bearbeiteter Hölzer sei verbrannt. Nach vorläufigen Schätzungen betrage der Schaden Zehntausende von Goldrubeln. Der Rat der Volkskommissare hat beschlossen, das B a i f a I g e b i e t mit der Hauptstadt Tschita in einen Sonderbezirk umzubilden, in dem sämtliche Grenzgebiete an der mandschurischen Grenze eingegliedert werden. Dieser Sonderbezirk soll vollkommen selbständig sein. Er wird daher aus der Verwaltung des fernöstlichen Bergleute: Fördermann Berthold D z i e d z i o ch aus Beuthen, Fördermann Emil L a t u s s e k aus Beuthen, Häuer Joseph P l o ch aus Alt-Tarnowitz (OS.), Fördermann Joseph B a r t e l l a aus Karf. Der noch eingeklemmte Bergmann ist der Lehrhäuer Eduard K a p o l aus Miechowitz. * Oberpräsident Brückner hat zugunsten der Hin« terbliebenen der bei dem Grubenunglück in der „Karsten-Zentrum"-Grube verunglückten Bergarbeiter einen Betrag von 2 0 0 0 Mark gespendet. Außerdem hat der Oberpräsident einen weiteren Betrag von 750 Mk., der ihm vor einigen Tagen von Dr. H e ck er t - Nürnberg, zur Linderung der Not für oberschlessische Bergarbeiterkinder zuging, im Sinne des Spenders ebenfalls überwiesen. Auch die letzten der im Kaspischen ZHcer treibenden Fischer gerettet. Nachdem von den mehreren hundert russischen Fischecn, die beim Eisfischen im Kaspisechn Meer auf die freie See hinausgetrieben waren, nach und nach der größte Teil gerettet werden konnte, gelang es dem russischen Dampfer „Molodez", einem Funkspruch aus Astrachan zufolge, auch die letzten Fischer zu retten, die noch auf einer Eisscholle im offenen Meer trieben. Deltslieger Losies muß abermals notlanden. Auf dem Rückflug von Kopenhagen nach Königs- berg mußte der französische Weltflieger Co» st es, wie die „Greifswalder Zeitung" mitteUt, in der Nähe von Greifswald infolge Motorschadens notlanden. Bei der Notlandung blieben die Maschine und der Flieger unversehrt. Costes will nach Reparatur seiner Maschine direkt nach Paris zurückkehren. Seinen Plan, nach Königsberg weiter zu fliegen, hat Costes nach feinem neuerlichen Mißgeschick aufgegeben. Explosion auf einem amerikanischen U-Boot — Vier Verletzte. Wie aus San Diego (Kalifornien) gemeldet wird, ereignete sich an Bord des amerikanischen U-Bootes „Nautilus" eine Explosion, durch die vier Mitglieder der Besatzung verletzt wurden. Die Explosion erfolgte im Kurbelwellenaehäuse, als sich das U-Boot auf hoher See 100 Meilen von Der Küste entfernt befand und eine Fahrt mit voller Kraft unternahm. Die Verletzten wurden von dem zu Hilfe eilenden Zerstörer „Barry" aufgenommen und eiligst nach San Diego geschafft. Man erwartet, daß das U-Boot in der Lage sein wird, mit eigener Kraft den Hafen von San Diego zu erreichen. „Vrinzeh-Aslrid-Land" — neu entdeckt in der Antarktis. Der soeben von seiner Antarktis-Expedition zurückgekehrte Norweger Lars Christensen teilte bei seiner Ankunft in Buenos Aires mit, daß er in der Position von 72 Grad Süd neues Land mit einer Küstenlinie von 240 Kilometer Länge entdeckt habe. Er hat das neue Gebiet „Prinzeß- Astrid-Land" benannt. Die Expedition habe ferner an Stellen, die auf den Karten als Land markiert waren, Wassertiefen bis zu rund 3000 Meter festgestellt. Ausgrabungen auf dem Biedenkopfer Schloßberg. wurde nach deren Tod im Waschkorb entdeckt. In der Verhandlung bestritt der Angeklagte bis zuletzt, daß er seiner Frau das Gift gegeben habe. (Ef will das Strychnin nur zu physikalischen Versuchszwecken gekauft haben, die er an Tieren habe vornehmen wollen. Schwere Zuchthausstrafe für Vergehen gegen das Winterhilfswerk. russischen Grenze zurückzuführen. Unbeschränkte Alkoholeinfuhr in USA. Washington, 10. März. (DNB.) Präsident Roosevelt hat die Aufhebung der Alkoholeinfuhrquoten bekanntgegeben. Die Aufhebung soll ein bis zwei Monate dauern, um während dieser Zeit die unbeschränkte Einfuhr von alkoholischen Getränken zu gestatten. Der Präsident verfolgt damit das Ziel, eine Senkung der einheimischen Getränkepreise zu erreichen, die seiner Ansicht nach zu hoch sind. Die Aufhebung der Quoten tritt sofort in Kraft. Kleinere Brennereien, die ihre Gesuche um Einbeziehung in die einheimischen Erzeugerquoten nicht rechtzeitig abgegeben hatten, werden noch nachträglich die Brennereierlaubnis erhalten. Hierdurch wird die einheimische Erzeugung um etwa 44 Millionen Gallonen jährlich erhöht. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident Generalfeld- marschall von Hindenburg empfing den zur Zeit in Berlin weilenden früheren Generalissimus der bulgarischen Armee General I e k o f f. * Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat auf Grund des Schriftleitergesetzes zum Vorsitzenden des Pressegerichtshofes in Berlin den Vizepräsidenten des Kammergerichtes G o e t s cb, zum Vorsitzenden des Bezirksgerichts der Presse für Frankfurt a. M. den Landgerichtsdirektor Dr. Fritz, Hanau a. M., ernannt. Wettervoraussage. Eine kräftige Störung bringt über die britischen Inseln ostwärts vor und befördert an ihrer Vorderseite Warmluft nach Deutschland. Infolgedessen steigen die Temperaturen noch weiter an. Beim Aufgleiten der Warmluft entstehen verbreiterte Dunst- und Wolkenbildungen, auch kommt es vereinzelt zu Regenfällen. Aussichten für Sonntag: Im ganzen noch milder, vielfach dunstig und bewölkt, einzelne Niederschläge. Aussichten für Montag: Weiterhin ziemlich mildes und etwas wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 9. März: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 1,8 Grad; am 10. März: morgens 0,2 Grad. Maximum 7 Grad, Minimum —1,5 (Brat). — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. März: abends 2,5 Grad; am 10. März: morgens 1,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3 Stunden. Amtliche Winlersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskovf: Bewölkt, — 3 Grad, im Walde 25 Zentimeter Schnee, 2 Zentimeter Neuschnee, Firnschnee, Sportmöglichkeit für Ski nur im Walde ziemlich gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Er wird daher aus der Verwaltung des fernöstlichen Gebiets herausgenommen. Diese Maßnahme ist auf die gespannte politische Lage an der mandschurisch- an Kravatten enorm steigt. Die SchwiegermütterGehalt bezog, veruntreute von den Winterhilss- saqen nun nicht ohne Recht, daß auch d i e ’'Wöern innerhalb von zwei Monaten über 1400 Schwiegermutter durch einen besonderen Tag Mark und verjubelte sie restlos in Stuttgarter StGB, sechs Monate Gefängnis. Müller hatte feiner. Eop| bezüglicher Reim auf, in welchem gesagt wird, Frau, die aus Frankfurt a. M. stammt, als schmerz-; hinter dem jetzigen Schloß, das 1293 von stillendes Mittel eine Arzneidosis übergeben, in der Landgraf Otto erbaut wurde und dessen Räume ein er S t r y ch n i n getan hatte. Während einer drei- reichhaltiges Heimatmuseum bergen, bereits ein tagiaen Abwesenheit des Mannes nahm die Frau anderes Haus gestanden hat. Pfeil ging mit 5)aC die Arznei und starb daran unter gräßlichen unö Spaten an die Arbeit und fand tatsächlich ein: An der Spitze hat CLUB immer gelegen - von jeher hatte sie Führerstellung - aber der Qualitäts- Vorsprung ist jetzt noch gewaltig vergräßertdurch die neue flTVW T Tn Wettkam pf- Qualität Schöne 3- bis 4- Zimm.-Wohnung mit Bad und Zubehör, in gut. Lage, von pünktlichem Mietzahler zum I.Mai 1934 gesucht. Schriftl. Angebote unt. 01337 an den Gießener Anzeiger erb. Vermietungen 8-Z.-Wohnung Bahnhofstr. 5611 f. Arzt ob. Anwalt geeign. alsbald z. VM. 01336 Näh. A. Becker, Kevlerstrasre 9, Telephon 3804. Geräumige 7-Zimmer- Wohnung pari., mit Bad, Küche, Garten, Veranda, fließ. Wasser, im ruh. Südv., z. verm. Schr. Ang. unt. 1489va.d.G.A. Schöne geräum. 6-Zimmer- Wohnung im3.St.,m.Bad, Balkon und allen Nebenräumen,i. freierLage,preiswert zum l.April 1934 evtl.auch et' was späterz.ver- mieten. Schriftl. Ang u. 01219 a. d.Gieh.Anz.erb. NeuenBäuegeg. d. Theater wird grohe m. 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Neber den Kanarischen Inseln liegt ein Tief — eine meteorologische Seltenheit, aber solche Seltenheiten erlebt man öfters. Unser „P i o n i e r" fährt gut 14 bis 15 Seemeilen die Stunde, langsame Schiffe sind für den Bananentransport nicht geeignet. Man ist immer noch gewöhnt, Dampfer (D.) zu sagen, aber wir fahren gar nicht mit Dampf, sondern mit Dieselmotoren, sind also ein modernes Motorschiff (M. S.), 3700 Tonnen groß, also kein Riese und daher ziemlich in Bewegung. Die Kanarischen Inseln sind uns bekannt als Heimat der Kanarienvögel (die hier aber grün sind), außerdem werden sehr schöne Spitzenarbeiten aus- geführt, Bananen und — Co ch e n i l l e l ä u s e. Diese leben auf dem Opuntienkaktus, der aus Zentralamerika stammt, aber schon lange zu einer Charakterpflanze der Mittelmeerländer geworden ist. Auf Las Palmas und Teneriffa wächst er massenhaft. Die weiblichen Cochenilleläuse (nur diese) enthalten einen karminroten Farbstoff; sie werden von den Kakteen abgesammelt, getrocknet und verschickt. Das von ihnen gelieferte Rot war schon durch die künstliche Teerfarben (Anilin) verdrängt, wird aber jetzt wieder verlangt, weil es sich besonders gut für — Lippenstifte eignet. So kommen die Opun- tien-Läuseweibchen von neuem zu Ehren. Die Arbeiten in durchbrochenem Stoff, Tene - rifsas pitzen genannt, sind eine alte spanische Kunst. Unsre Damen zu Hause, die irgendeine west- afrikanische Beziehung haben, kennen sie gut. Durch sie kommt eine Menge Geld nach den Inseln, weil jeder Passagierdampfer Käufer bringt. Durch den tiefen Stand der Pesete und den hohen der Mark sind sie jetzt für den deutschen Reisenden billig. Ein merkwürdiges Gefühl übrigens, als Deutscher jetzt mit der Höch st en Valuta der Welt zu reisen. Gestern brachte der Bordfunk die Nachricht, der französische Franc solle auch um ein Sechstel abgewertet werden, damit Frankreich im Export mit den Abwertungsländern konkurrieren könne. Pfund und Dollar machen Schule. Will man die Kanarischen Inseln heute wirtschaftlich charakterisieren, so könnte man sie die Bananeninseln nennen. Es gibt noch eine andere solche Insel, das englische Jamaica in Westindien, früher eine Zucker- und Rum-Insel, und es gibt ein drittes, noch im Entstehen begriffenes Bananengebiet, das, wohin wir fahren: Kamerun. Die ersten Bananentransporte nach Europa kamen von den Kanarischen Inseln, weil man für den Transport über die kurze Entfernung keine Kühldampfer braucht. Allmählich wurde es Mode, Bananen zu essen, nicht nur als gelegentliche exotische Näscherei, sondern richtig als Obst. Amerika ging darin voran. Eine große Gesellschaft, die „United Fruit Company", baute eine ganze Flotte für den Transport von Bananen und anderen Tropenfrüchten aus Westindien nach den Vereinigten Staaten und machte dort schon vor zwanzig Jahren eine Riesenreklame: Eßt Bananen, eßt mehr Bananen! Nach dem Kriege erhielt sie eine englische Tochtergesellschaft (Fyffe!), die den Massenimport nach Europa aufnahm. Es hat sich ein eigener Schiffstyp für den Bananentransport herausgebildet, und während die Kanarischen Inseln das meiste ihrer Produktion nach Frankreich absetzen, sind „Fyffes" .mit den bekannten Reklamemitteln auf dem kontinentalen Markt erschienen. Daß Bananen auch für den Verbrauch i n Deutschland eine Zukunft hatten und daß i n Kamerun sehr günstige Böden für die Bananenkultur vorhanden waren, erkannte man in Hamburger Kreisen schon vor dem Kriege. 1912 wurde dort unter Führung der Reederei F. Lae iß die „Afrikanische Fruchtkompagnie" gegründet. Sie erwarb Ländereien am Fuß des Großen Kamerunberges, begann mit bedeutenden Pflanzungsanlagen und ließ zwei Schiffe für den Bananentransport bauen. Bevor es aber zur wirklichen Aufnahme des Geschäfts kam, brach der Krieg aus, und eines der Bananenschiffe erwarb großen Ruhm als Hilfskreuzer „M ö v e" unter der Führung von Kapitän Graf Dohna-Schlodien Sie wurde nie vom Feinde genommen, mußte aber auf Grund des Friedensdiktates mitausgeliefert werden, kam nach Amerika und dient dort heute wieder als Bananen-Transportschiff! Die deutschen Pflanzungen am Kamerunberg stehen jetzt wieder im Eigentum ihrer früheren Besitzer, und auch die Afrikanische Fruchtkompagnie lebt, blüht und gedeiht. Beweis ist schon, daß wir mit ihrem schönen neuen Motorschiff „Pionier" nach Kamerun fahren. Wie das alles zuging, verdient besonders erzählt zu werden, und ich will es mir aufsparen, bis ich die Schilderung des ganzen Kameruner Betriebes und der Pflanzungen in ihrem jetzigen Stand mit meinem Bericht über ein Stück deutschen Könnens und Gelingens verbinden kann. „Pionier" liegt eben hinter der Mole von Las Palmas und bunkert Oel für feine Motoren. Vor drei Monaten, gerade aus Afrika zurückgekehrt, war ich in Wilhelmshaven an Bord unserer „Deutschland", des „Taschenschlachtschiffes", wie es die Engländer in mübiam maskierter Bewunderung nennen. Auch die „Deutschland" fährt mit Dieselmotoren. Die Motorschiffahrt bringt vor, sogar bei den modernen Kriegsschiffen, zum Schaden von Englands berühmter Kohle. Und wer war Diesel? Ein Deutscher! der deutsche James Watt und Robert Fulton in einer Person! Seine Idee, auch ein deutscher Gedanke, pflügt jetzt die Ozeane. Aber, so meldet eben wieder der Bordfunk aus Paris: Deutschland soll minderen Rechts sein und bleiben unter den großen Völkern der Welt. Die Hochzeit des Schivedenprmzen in London. A. MM ■ > ... < ■ ;> MM 4 WWW WKW ./-vVi;. W 'N ' • y---. ■ vf - T X- '■ -WX"- W;- 5 ' ■' U * ä Vor einem Londoner Standesamt wurde die Ehe zwischen dem schwedischen Königsenkel Prinz S i g v a r d und Erika P a tz e k, einer Berliner Kaufmannstochter, geschlossen. — Unser Bild zeigt das junge Paar beim Verlassen des Standesamtes. Links der Bruder der Braut, der Trauzeuge war. Gelbstgestaliung des Heims! Von Werner Haverbeck, Leiter des Amtes für Volkstum und Heimat in der NS.-Gemeinfchaff „ Die Gestaltung des Heims ist für das seelische Leben des Arbeiters von entscheidender Bedeutung. Wie schon das Haus aus Stoffen gebaut sein muß, die den Arbeiter mit Wärme und Behagen umgeben und ihn so zur Ruhe und dem Gefühl der Geborgenheit führen, jo muß auch die weitere Gestaltung der Jnnenräume von dem gleichen besetz der Wärme und Lebendigkeit bestimmt und dadurch die Möglichkeit geschaffen werden, dem Gestalteten mit dem Herzen nahe zu sein. Der Weg, den Dingen eine solche persönliche Warme und Zugehörigkeit zum benutzenden Men- Krast durch Freude". schen zu geben, liegt in der Selbstgestaltung. Es ist eine der Hauptursachen der Entfernung des Menschen von seinem eigenen Hausstand, daß er durch eine jahrhundertelange verkehrte Erziehung vom Selbstschaffen abgehalten worden ist. Es muß heute unser Ziel sein, daß wenigstens die Dinge, die im täglichen Leben über den Ärad der Nützlichkeit hinaus einen besonderen familien-verbindenden Charakter tragen: der Tisch les Hauses, die Brotschale, der Leuchter und manches andere wieder aus der Hand des Familienvaters geschaf- f e n werden, und daß die Hausfrau sich einen Teil ihres Tischzeugs, Decken, auch einen Wandteppich und manches Stück Spielzeug webt und näht und bastelt. Gerade der Industriearbeiter, der in besonders schwerer Form dem Ansturm und der Dämonie technischer Kräfte ausgesetzt iftpbie an seinem Mark zehren, muß sich einen Bezirk schaffen, der dem Einfluß der Maschine von Anfang an entzogen worden ist. In der Arbeiterschaft liegen gerade für solche Selbstgestaltung unerhörte und bis jetzt nur von ganz wenigen Menschen in der Welt erkannte Kräfte und Möglichkeiten tief innerft verborgen. Es ist unsere Pflicht, an diese Urkräfte zu rühren, um die Menschen an einer Stelle, von der sie selbst am wenigsten wissen, mit dem schöpferischen Leben sichtbar neu zu verbinden. Das Verbrechen des Bolschewismus liegt gerade in der Ausschaltung solcher schöpferischen Selbstgestaltung des eigenen Raumes. Die Menschen sollten mit Absicht nicht zur Gebundenheit und Ruhe in ihren eigenen vier Wänden kommen. Auf dem Wege der Selbstgestaltung wird aber auch dem Arbeiter ein neues Verhältnis zum Handwerk gegeben. Er erkennt auf eigenem Wege die Gesetze von Stoff und Maß und Stoffgestältung neu und lernt den Unterschied zwischen 'maschineller Erzeugung und dem Wesen echter Handarbeit durch die unmittelbare Tat kennen. Wenn er dann für die übrige Gestaltung seines Heims sich nach den Erzeugnissen des Handwerks umsieht, so wird er ganz andere, gediegenere Ansprüche an den Handwerker stellen, als er es früher konnte. Denn er ist ja nunmehr selbst hinter das Geheimnis echter, handwerklicher Arbeit gekommen. Dann wird er all das zurückweisen, was ihm ein mißgeleitetes Handwerk an prunkhasten Dingen anbietet, die zu feinem ehrlichen, klaren Lebensstil nicht paffen. Er wird aus einer neuen Liebe zum Stoff sich mit handfesten Dingen umstellen, die inneres Leben haben, weil sie einfach und ungeschminkt sind. Wenn der Arbeiter mit solchen neuen Ansprüchen an das Handwerk herantritt, dann wird auch der Wert des Handwerks wieder steigen im gesamten Volke, da nur aus solchem echten Bedürfnis des Volkes die Arbeit des Handwerkers auf neue Ebene gestellt werden kann. Besonders für das bäuerliche Handwerk, das landschaftlich gebunden ist und seit Jahrtausenden noch die alten guten Gesetze von Stoff und Maß verwaltet — und Volkskunst ist — wird der Arbei- beiter Verständnis finden und dadurch, daß er diese Dinge kauft, noch auf eine besondere Weise mit dem bäuerlichen Ursprung verbinden. Das alles ist ein einheitlicher Zusammenhang, der aus einem richtigen Ansatz der Erziehung sich ergibt. Es ist natürlich klar, daß erst durch schöpferische Lehren dem Arbeiter der Weg in seine eigene Schöpferkraft gewiesen werden muß, denn ohne solchen berufenen Schatzheber und ohne solche innere Lockerung wird er nicht imstande sein, sich den nüchternen, unlebendigen Vorbildern seiner eigenen Vergangenheit und dem Einfluß einer noch nicht erwachten Umgebung zu entziehen. Ohne solche Erziehung wird er sich vielfach in Stoff und Maß vergreifen. Wir müssen also eine Reihe befähigter Lehrer, aber Lehrer nicht im schulmeisterlichen Sinne, sondern wirkliche Kenner, ansetzen, die imstande sind, diese Entfaltung der Urkräfte vorzunehmen. Diese Lehrer müssen ihrerseits Nachfolger ausbilden, bis schließlich ein Stab echter Nothelfer des Arbeitertums für diese besondere Gestaltung im ganzen Volke wirkt. Das wird ein langsamer Vorgang sein. Ist aber erst eine Reihe von Leistungen sichtbar geworden, dann wird sie durch ihr Vorbild immer weitere Massen auf dem gleichen Wege mitreißen. Ebenso wie für die Gestaltung des Heimes muß auch die Gestaltung des Lebens in der Familie unmittelbar hingeführt werden auf ein solches selbstschöpferisches Tun. Hier wird es besonders die Frau fein, die führt, wenn sie daran geht, die Feste in der Familie im Sinne unseres neuen Volkstums wieder neu zu gestalten. Auch bfrrt werden die geweckten Menschen zu viel höhern Möglichkeiten kommen, als heute noch ge- Medizinmann in der Südsee. Von Or. Erich R. Keilpflua Außerhalb der viel geschmähten Zivilisation zu leben, auf einer meeroerlorenen Tropeninsel unter Südsee-Jnsulanern, hält mancher in Europa für ein großes Glück. Ich auch, aber mit Pausen. Das Südseeparadies verliert sofort etwas an Glanz und Schimmer, wenn man sich die Frage vorlegt, was eigentlich geschehen soll, wenn man mal einen Arzt braucht. Von unseren Freunden, den Eingeborenen, wäre in solchen Fällen keinerlei Hilfe zu erwarten. Sie haben den an sich sehr gesunden Grundsatz, bei Krankheiten, die sie nicht kennen ober nicht zu be- hanbekn wissen, überhaupt nichts zu tun. Ein falsches Mittel mache bie Sache nur schlimmer, sagen sie. — Allerbings hat bas System ber Eingeborenen ben Nachteil, baß sie auch, wenn sie etwa Grippe bekommen, bie ja seit 1918 fast über bie ganze Welt verbreitet ist, keinen Finger rühren unb ben Körper zusehen lassen, wie er allein bamit fertig wirb; aber ein großer Vorteil ihres Systems ist, baß man sich ihnen, außer in ber Wunbbehanblung, bedenkenlos anvertrauen kann, wenn sie erklären, die Behandlung übernehmen zu können. Die Augen geöffnet über den Wert der Heilkunst der Eingeborenen hat mir der Umstand, daß zwei von uns Europäern sich eine Krankheit, zuzogen, die wir weder kannten, noch behandeln konnten. Der typische Verlauf dieser Erkrankung war folgender: Tagsüber erging es dem Patienten, abgesehen von dauernder Indisposition, regelmäßig ganz gut, aber jede zweite oder dritte Nacht setzten in den ersten Stunden nach Mitternacht die wildesten Magenkrämpfe und Leibschmerzen em. Der Brechdurchfall dabei war eine Kleinigkeit, verglichen mit den Schmerzen. Wir rieten hm und her, standen aber mit unseren vereinigten Medizinkästen und Kenntnissen völlig ratlos da, so daß ich mich endlich darauf beschränkte, ein sehr erprobtes, schmerzstillendes und einschläferndes Mittel zu geben. Aber auch dessen Wirkung enttäuschte; zuerst blieb sie mehrere Stunden lang überhaupt aus, war aber dann, bis in den folgenden Nachmittag hinein, so nachhaltig, daß ich fast erschrak. Aehnlich ging es übrigens mit vielen anderen europäischen Medizinen, sie wirkten entweder gar nicht ober viel zu stark. Schließlich würbe es uns zu bumm, unb wir baten bie Eingeborenen um Hilfe. Ihre Diagnose war sehr merkwürbig: eine Erkältung, die ber Patient sich wahrscheinlich daburch zugezogen hatte, baß er im nassen Babeanzug ein Viertelstünbchen im Winb umherstand. Nun erkältet man sich in den Tropen bekanntermaßen viel, viel leichter als bei uns, aber wir schüttelten doch die Köpfe, dachten an Ruhr und alles mögliche Schlimme, aber die Eingeborenen erklärten uns, sie hätten die Krankheit selber oft genug durchgemacht. Nach einigem Beraten der Frauen versprachen sie dann ein Mittel, das wir bestimmt nicht gegeben hätten: ein kombinier- tes Brech- unb Abführmittel. Die Spitzen ber Brotfruchttriebe dienten als brechreizerregende, ein Extrakt aus Nadelholz, Blüten unb anderen Dingen, die sie mir nicht verrieten, als abführende Ingredienzien. Drei Stunden nach dem Einnehmen des bräunlichen Tranks, in dem Kokosstückchen schwammen, mußte der Patient essen und trinken, soviel er nur konnte und wurde bann mit Liegestuhl und Mückennetz ins Gebüsch am Berg geschafft, wo er sich der Wirkung der Medizinen hinzugeben hatte. Und sie war, nach Aussage, äußerst angenehm, was viel heißen will bei einem Brechmittel. Der Erfolg war überzeugend. Nach ein paar Stunden schon war der Patient, nachdem er noch warm gewaschen und massiert worden war, fast wieder wohlauf. Von der Massage berichtete er übrigens, daß das in Europa gebräuchliche System ein grobes Verfahren dagegen sei. Sehr auffällig war mir, daß ein Bekannter von mir in Papeete, der -dieselbe Sache vorn europäischen Arzt behandeln ließ, drei Wochen damit zu tun hatte. Für die Massage wußten die Eingeborenen eine Paste zu bereiten, die deren Wirkung unterstützen sollte, sie kannten Beruhigungsmittel, gegen Blutvergiftungen einen Brei, der sich eiskalt anfühlte und Freund S. schon ausgezeichnete Dienste geleistet hatte. Als bann einer von uns an einer fürchterlichen Migräne erkrankte, waren wir schon so weit, baß wir überhaupt nichts taten, fonbern gleich einen heilkunbigen Eingeborenen kommen ließen, besten Kopfmassage bann Wunber tat. Nur gegen Elefantiasis unb Lepra ist auch auf biefen Inseln kein Kraut gewachsen. Ist schon bie Vielzahl ber Mittel oerblüffenb, über bie bie Eingeborenen verfügen, so beginnt man noch mehr zu staunen, wenn man sich fragt, wo sie sie her haben mögen. Jrgenbwo unb irgenbroann muß boch mal einer gewesen sein, ber mit glücklicherem Griff einer instinktsicheren Hanb es herausbekam, baß Hibiskusblätter ein sicheres unb milbes Mittel gegen Furunkeln barstellen. Leiber sinb alle biefe höchst wertvollen Schätze einer aus innigster Naturverdunbenheit entstanbe- Inen Medizin in Gefahr, verlorenzugehen. Einmal, weil sie sich nur mündlich weiterverbreiten, bann aber auch, weil bie Franzosen, hierin bem Beispiel aller folonifierenben Nationen folgenb, bie Ausübung ber eingeborenen Mebizin als Zauberei verboten haben. Denn ber Mebizinmann, um ihn einmal so zu nennen — ist bei primitiven Völkern immer auch zugleich eine geistliche unb politische Instanz, unb sein Einfluß baher Missionaren, Beamten unb europäischen Aerzten in gleicher Weise unbequem. Ein Missionar, ben ich auf ben Neuen Hebriben kennenlernte, bezeichnete es sogar als einen befonberen Erfolg, baß er ben Sohn eines berühmten Arztes bekehrt hatte, unb baß biefer babei ben Eib abgelegt hatte, alle bie ihm vom Vater übernommenen Kenntnisse von Stunb an zu vergessen unb nie roieber anzuwenben. Aber biefe Stellung ber Weißen zur Eingebore- nenmebizin ist nicht ganz richtig, scheint mir. Es wäre vielmehr nötig, wenn sich europäische Aerzte enblich bazu verstäuben, biefe Kenntnisse wissenschaftlich zu funbieren unb sie schriftlich nieber- zulegen. Für bie Menschheit, bie auf biefen Inseln lebt, mag sie braun, weiß ober gelb sein, werben biefe Mebizinen immer ihren Wert behalten unb ben europäischen vielfach überlegen sein, unb vielleicht würben bei biefer Fvrscherarbeit sogar etliche, auch gegen Krankheiten Europas nützliche Heilstoffe gefunden werden. Wellington vor der Schlacht bei Belle-Alliance. In einem ber berühmtesten Werke her englischen Erzählungskunst, in Thackerays „Eitelkeitsmarkt" findet sich die Schilderung eines Balles, den die Herzogin von Richmond am Abend des 15. Juni 1815 veranstaltete, unb an bem auch Wellington teilnahm. Die Nachricht von ber bevorstehenden Schlacht Blüchers gegen Napoleon bei Ligny platzt in diese Lustbarkeit wie eine Bombe herein. Jäh ist das Fest zu Ende; der englische Befehlshaber eilt jetzt erst seinen Verbündeten zu Hilfe. Diese glänzende Darstellung ist ites öfteren für unhistorisch erklärt worden, unb man hat behauptet, ein solcher Ball habe mitten in der gefährlichsten Situation bes Krieges nicht stattgefun- ben. Das aber der Dichter ein den Tatsachen entsprechendes Bild entworfen hat, zeigen die soeben veröffentlichten neuen Briefe von Thomas Cree- vay, die eine geschichtliche Unterlage für diese dichterische Schau in aller Ausführlichkeit bieten. Cree- vav, ein geistreicher Abenteurer, der sich ohne Geld uno ohne Namen eine angesehene Stellung in der besten englischen Gesellschaft zu verschaffen wußte, ist schon aus früheren Veröffentlichungen seiner Korrespondenz als ein wichtiger Augenzeuge jener Epoche bekannt. Er war während der „hundert Tage" mit anderen Engländern der Armee nach Belgien gefolgt und hatte feine Stieftochter, Miß Ord, mitgenommen. Diese schreibt drei Wochen später an ihren Bruder in Florenz: „Lord Wellington gab jede Woche entzückende Bälle, und natürlich waren hohe Offiziere von allen Nationen anwesend. Am 15. Juni waren wir alle zu einem Ball bei der Herzogin von Richmond eingeladen, und Lord Wellington erhielt in der Mitte dieses Tages die Nachricht, daß bie Preußen angegriffen würben. Als bann bie Melbung kam, baß Bonaparte gegen bas eine Enbe ber englischen Front so schnell wie möglich vorrückte, kann man sich benken, wie rasch ber Ball zu Enbe ging. Die Szene zu schilbern, ist unmöglich; es war zu schrecklich! ... Am 17. hörten wir mehrere Stun- ben lang eine Kanone, aus beren Erschütterungen wir fühlten, baß ber Kampf ganz in ber Nähe ftattfinben müsse. Du hast noch niemals etwas Aehnliches gesehen, wie bie Zustänbe in biefer Stabt bei Tag unb Nacht; bie Straßen mit Pferben, Wagen, Artillerie, Solbaten unb Volk aller Art ganz verstopft — Biwaks sogar in unserer kleinen ruhigen Straße ... Am Sonntag, bem 18. Juni, ben wir niemals vergessen werben, war alles von bumpfer Verzweiflung erfüllt. Dann und wann verbreiteten sich Gerüchte, die neue Verwirrung stifteten, so z. B. daß französische Dragoner in der Stadt wären. Alles flüchtete in großer Furcht, die Wege waren versperrt, und gemeine Schurken, aus Verbrechern aller Nationen zusammengewürfelt, benutzten die Gelegenheit und plünderten nach Belieben. Wohl die Hälfte der Offiziere der Armee hatten alles verloren. Creevey kam jedesmal, wenn er fortging, um Nachrichten zu holen, mit düsterem Gesicht wieder, bis wir schließlich gar nicht mehr zu fragen wagten." Cree- veys Schilderungen selbst sind noch ausführlicher. Er berichtet, wie er schließlich bei Morgengrauen des nächsten Tages die Kunde heimbrachte, daß der ruhmreichste Sieg erfochten worden sei, der das Schicksal Napoleons entschied. Der Herzog selbst gab dem hartnäckigen Wißbegierigen Auskunft. Wellington stand schon in aller Morgenfrühe an seinem Fenster und rief Creevey an, der unten auf der Straße wartete. Nun wandte sich der Schrecken in ungemessene Freude ... dod)fd>ulnod>rid>fea Professor Dr. Berthold Klatt von der Universität Halle hat einen Rus auf ben Lehrstuhl für Zoologie an der Universität Hamburg angenommen. ahnt wird. Cs genügt ja z. D. beim Weihnachtsfest nicht, daß der Baum auf ein rohes Holzkreuz gestellt und mit billigem Lametta beworfen wird, daß ein paar schnell angeheftete Lichter brennen. Nein, zur Auslösung der seelischen Kräfte, zur Auswirkung der weihnachtlichen Stimmung auf das ganze Sein des Menschen bedarf es der h i n - gebenden Vorbereitung zur Hausgemeinschaft auf ein solches Fest: mit dem gemeinschaftlichen Schaffen von Kränzen, von Weihnachtsleuchtern, die man auf den Tisch stellt, von Spielzeug für die Kinder, ja ganz kühn gesehen, in dem Schaffen von Zeichen und Bildern, die, so ist es erprobt, von jedem Menschen, wenn er nur richtig erzogen worden ist, so gestaltet werden können, wie sie seinem Wesen entsprechen. Erst in der Summe solcher Vorbereitungen erwacht echter Weihnachtszauber. Das alles sind Dinge, die man nicht kaufen kann, das find Dinge, die erst dadurch Leben gewinnen, daß sie im Schmelzofen der Liebe zur Gabe für alle Glieder der Familie verwandelt worden sind. Und was für das Weihnachtsfest gilt, gilt für alle solche Vorgänge im Kreise der Familie. Der Sinn für solches Brauchtum, der ja glücklicherweise nie ganz im deutschen Volke ausgestorben war und noch in vielen Familien lebendig ist, muß für die Gesamtheit, insbesondere aber für die deutsche Arbeiterschaft neu entwickelt und g e st a l t e t werden. Der Anspruch auf die Verwirklichung dieses Zieles fußt auf dem Wissen, daß im Arbeiter genau dieselbe Urkraft enthalten ist, wie im Bauern — ist er doch selbst Bauernsohn oder Bauernenkel. Es soll ein Zeichen der Ehrfurcht vor seiner Schöpferkraft sein, daß wir von ihm fordern: Gestalte selbst! Im Rahmen des Amtes Volkstum und Heimat wird nun sofort zur Gestaltung der Feierabende die Arbeiterschaft durch Wort und Beispiel die Notwendigkeit der Heimgestaltung aus eigener Kraft hingewiesen werden. Durch das Wort wird der erste Anstoß zur Lockerung gegeben. Die Tat wird aber sein, durch berufene Kräfte, die zu sofortigem Einsatz bereit sind, den Arbeitern nach einer erprobten Erfahrung zu zeigen, wie sie an die Stosfgestaltung heranzugehen haben, um zu dem Heim zu kommen, das ihrem Wesen entspricht. WerdarfLandwirtschast studieren? (Sin Wort zum „numerus clausus“. Von Or. Adolf Kraemer, Äerlin. Der Reichsminister des Innern hat durch Verfügung vom 19. Jan. 1934 den Zugang zu Deutschlands hohen Schulen zahlenmäßig begrenzt. Vorläufig werden 15 000 Abiturienten, schlüsselmäßig auf die einzelnen akademischen Berufsgruppen verteilt, zum Studium ^ugelassen. Diese harte Maßnahme ist begründet in der Pflicht, die eine nationalsozialistische Regierung gegenüber der Jugend und gegenüber dem Volke hat, nämlich zu verhindern, daß das große Heer des akademischen Proletariats, das ein überall» ftisches Deutschland zu verantworten hat, auch für die kommenden Jahrzehnte mit all der Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit für einen Teil unseres besten deutschen Blutes erhalten bleibt. Die Schwierigkeiten, die sich aus dieser Regelung für den einzelnen und für die Gesamtheit ergeben, sind in der Oeffentlichkeit bisher nur von dem Gesichtspunkte aus diskutiert worden, wie diejenigen Abiturienten in das Gefüge des nationalsozialistischen Staates eingebaut werden sollen, denen die Hochschule verschlossen bleibt. Diese Sorge ist gewiß ernst und vordringlich. Nicht minder wichtig ist jedoch die Frage zu prüfen, wie weit eine solche Kontingentierung sich auf die einzelnen Berufsgruppen er st reckt und wo die Grenzen liegen. Das neue Deutschland hat nach dem Wollen des Führers und seines Reichsbauernführers bewußt an den Anfang der Revolution den Bauern gestellt. Damit hat sich das Schwergewicht der revolutionären Gesetzgebung von einem industriellen weltwirtschaftlichen Denken auf das bodPiständige Bauerntum verlagert. Kein anderer Stand benötigt damit in allen seinen Schichten eine s o geschulte Führerschicht wie der Reichsnährstand. Wir haben also Anlaß, mit allem Ernst Su prüfen, wie sich der numerus clausus auf die- enigen Abiturienten auswirken wird, die Ostern de Höhere Schule verlassen mit der Absicht, bas Studium der Landwirtschaft zu ergreifen. Der weitaus größte Teil von diesen jungen Menschen kommt vom Bauernhof und will nach bem Studium zum Bauernhof zurück. Im Gegensatz zu anderen Berufen ist das Studium hier also kein Brotstudium, an dessen Ende bie Berufsausübung steht, sondern ein Schulung s st u d i u m. Die Berufsausübeung ist mit oder ohne wissenschaftliche Ausbildung die Lebensarbeit als Bauer oder als Landwirt. Diese Studierenden belasten später also nicht den Arbeitsmarkt; sie studieren, um eine Vertiefung ihrer praktischen Ausbildung durch die Einrichtungen der Hochschule zu erfahren. Es liegt auf der Hand, daß es nicht Sinn einer Kontingentierung fein kann, diese bäuerliche Jugend von der Hochschule zurückzuhalten. Im Gegenteil! Es würde geradezu der nationalsozialistischen Zielsetzung z u - widerlaufen, wollte man diese Jugend daran hindern, sich eine vertiefte Ausbildung für ihre wichtige völkische Aufgabe, Bauer und Landwirt zu fein, zu erwerben. Eine andere Gruppe von Studierenden der Landwirtschaft will später Beamter und A n - aestellter in Dien st en des Reichsnähr- st a n b e s werden oder in Berufen tätig fein, die auch außerhalb des Reichsnährstandes Dienst am Bauerntum verrichten, wie etwa im Schulwesen, bei den Finanzbehörden des Reiches und der Länder oder Sachverständiger in freier Berufsaus- übuna. Hier ist es notwendig, ernsthaft zu prüfen, wie sich heute bei der grundsätzlichen Umgestaltung unseres wirtschaftlichen Denkens der Bedarf an wissenschaftlich geschulten Fachkräften stellt. Die Statistik, die der Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte in seiner Stellenkartei führt, gibt hier einen überraschenden Ausschluß über die Acnderung, die sich in der Bedarfsfrage in kurzer Zeit vollzogen hat. Noch gegen Ende des Jahres 1932 umfaßte die Berufskartei nicht weniger als rund 9 0 0 Diplomlandwirte, die trotz in der großen Mehrzahl ausreichender Ausbildung, trotz genügender fachlicher Schulung und guter Fähigkeiten tellungslos waren oder eine völlig unbc» riedigende Tätigkit ausübten. Diese Dinge haben ich grundlegend geändert. Die Zahl der hier geährten Diplomlandwirte ist auf rund 2 5 0 z u - ammengeschmolzen. Die Wertvollsten und Besten haben Arbeit und Brot durch die neue Zielsetzung der deutschen Agrarpolitik gefunden. Wirklich wertvolle Menschen, die fachlich und politisch geeignet sind, in den Dienst am Bauerntum eingestellt zu werden, sind bereits nicht mehr in genügendem Umfange für alle Zwecke vorhanden. Hatten wir also noch vor IV2 Jahren die Pflicht, mit allem Ernst und mit allem Nachdruck vor dem Studium der Landwirtschaft zu warnen, so haben wir heute die Verantwortung, darauf hinzuweisen, daß eine Kontingentierung auch dieser Gruppe der Studierenden der Landwirtschaft sachlich nicht mehr vertreten werden kann. Die Frage des Bedarfs ist ständig zu Überblicken. Eine Abdrosselung ist jederzeit möglich. So wie die Dinge z. Zt. und voraussichtlich für die nächsten Jahre liegen werden, ist eine nur irgendwie geartete Kontingentierung wertvoller bäuerlicher Menschen, die zum Studium der Landwirtschaft drängen, nicht zu verantworten. Aber selbst wenn man sich nicht entschließen sollte, den numerus clausus ganz für die Studierenden der Landwirtschaft fallen zu lassen,, so erscheint die derzeitige Regelung, wonach es der H ö - herenSchule im wesentlichen Vorbehalten bleibt, über bie Auswahl ber zum Studium Zugelassenen zu entscheiben, nicht geeignet, mit Sicherheit bie wirklich wertvollen Kräfte zur Auslese zu bringen, bie ber Reichsnährstanb benötigt. Der bäuerliche Mensch — unb über 70 v. H. berjenigen, bie Landwirtschaft studieren wollen, kommen vom Bauernhof — unterscheidet sich von dem städtischen Menschen fast immer dadurch, daß er meist spätreifer ist als jener. Der Bauer denkt langsamer als der Städter, er wägt ruhiger. Er denkt in die Dinge hinein. Aber gerade dieser Menschentyp ist wertvolles erbbiologisches Gut, unverbraucht im Denken und Fühlen. Diese Glieder bäuerlicher Geschlechterfolgen bilden die Grundlage einer rassischen Erneuerung Deutschlands. Der nationalsozialistische Staat, dem wichtiger als die Rente eines Bauernhofes die Tatsache ist, daß auf dem Bauernhof Helles Kinderlachen von bem unverbrauchten Blutquell bes Lanbvolkes zeugt, hat bie Pflicht, biefen Menschen ihren Beruf zu geben, zu bem sie Geschichten a Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Tibets Hauptstadt bekommt etektrischesLicht (ew.) Lhasa. Der Dalailama in Lhasa hat, kurz bevor er als lebender Buddha ins Nirwana zurückkehrte, auf einem eineinhalb Meter langen Streifen von feinstem Reispapier, datiert im vierten Monate bes Wasservogels, ein Dekret unterzeichnet, in bem befohlen wirb, Lhasa unb bie hochgelegene Burg bes Dalailama selbst elektrisch zu beleuchten. Der Befehl ist nun zur Ausführung gekommen. Es galt gewaltige technische Schwierigkeiten zu überroinben. Riesige Labungen mußten einige hunbert Kilometer auf ben Rücken tibetanischer Träger über bie schnee- bebecften Pässe bes Himalaya nach ber Hauptstadt von Tibet getragen werden. Das große Leitkabel mußte in viele kleine Stücke zerschnitten unb in Kisten verpackt werben, ehe es nach Lhasa gebracht werben konnte. Aber mit Hilfe englischer Ingenieure gelang es, bie Schwierigkeiten zu überroinben. Der Tibetaner „Ringang", einer von benen, bie in Lonbon ftubiert haben, übernimmt nun bie Installation. 90 v. H. ber Untertanen bes Dalailama werben gewiß, wenn bie elektrischen Glühlampen über bem Himalaya aufflammen, an einen neuen Zauber bes lebenben Gottes glauben, ber über kaltes Feuer gebietet ... Eitelkeit oder Betrug? (th) Los Angeles. Bis zu ihrem Tobe hielt Margaret Keith ben Schwur, ben sie sich selbst einst abgenommen hatte: Kein Mensch sollte künftig ihr Gesicht sehen. Nicht einmal Diener unb Dienerinnen, bie bie vielfache Millionärin sich halten konnte, wußten, wie ihre Herrn eigentlich ausfah. Niemanb kann sich erklären, weshalb bie exzentrische Frau so handelte. Als man jetzt ihre Erbschaftsangelegenheit verhanbelte, erregte es große Sensation, als einer ber Verwanb- ten ein Bild biefer Frau herbeibrachte, um bamit seine Erbberechtigung zu beweisen. Denn biefe seltsame Frau hatte ihr ganzes großes Vermögen einem armen Neffen vermacht, ein Vermächtnis, bas stark angefeinbet würbe von ber übrigen 23er» roanbtfdjaft. Die Richter konnten ermitteln, baß bas Photo der schönen Frau aus einer Zeit stammte, die vielleicht 25 Jahre zurücklag, also aus einer Zeit, als Margaret Keith, die Millionärin, ihren Eid noch nicht geleistet hatte unb noch keinen Schleier trug ... Aber auch heute noch ist es rätselhaft, weshalb sie ben Schwur leistete. Man sagt, aus purer Eitelkeit, weil sie wußte, baß sie gealtert war. Andere behaupteten, sie habe bie Blattern gehabt unb feit» bem Narben im Gesicht, beren sie sich schäme. Schließlich würbe sogar slüsternb erzählt, sie sei aussätzig gewesen unb habe biefen Zustanb vor ber Welt verheimlicht. Da eine alte Negerin, bie burch eine große Summe zum Schweigen verpflichtet ist, bie Totenwäsche besorgte, wirb man nie erfahren, welche Grünbe die Millionärin dazu trieben, ihre Antlitz auf Lebzeiten zu verschleiern. Die sensationellste Deutung aber ist, daß die Millionärin schon länoft tot war unb eine Betrügerin sich unter biefem Schleier verbarg, um bie Rolle ber Toten zu spielen ... 123 Jahre alt geworden ! (—) London. Auf ber Suche nach ben ältesten Menschen ber Welt hat man offenbar bis zum Tobe ber Catherine Bricklanb übersehen, baß sie wohl bie einzige Frau ist, bie ein Alter von 123 Jahren amtlich nachzuweisen vermochte. Das ist ein Vorteil, ben sie gegenüber allen Zaro Aghas unb serbischen Altersriefen voraus hatte. Sie war eine Irin unb lebte vom Anbeginn ihrer Tage bis zuletzt in Ballycom- mon im irischen Freistaat. Um einige Kuriosa vorweg zu nehmen: Sie ist niemals mit einem Zug gefahren unb hat nie em Auto bestiegen. Das Kino imponierte ihr nicht. Unb als bas Radio fo weit entwickelt war, daß es auch in ihrem Dorfe Eingang fand, war sie fast taub. An ihrer Bahre trauert ihre jüngste Tochter. Alle anderen Verwandten sind vor ihr gestorben. Diese jüngste Tochter aber zählt auch schon weit über 70 Jahre. Als man 1931 ihren 120. Geburtstag feiern wollte, protestierte sie unb versicherte, sie fei „erst" 118 Jahre alt. Man konnte aber ihre „Eitelkeit" roiberlegen — unb zwar burch ein Arbeitszeugnis, aus bem nicht nur ihr Alter hervorgeht, sondern in bem bestätigt würbe, baß sie vor 109 Jahren bei einem Geistlichen Hausarbeit verrichtet hatte. Die alte Dame erfreute sich einer guten Gesundheit, bis sie vor einigen Jahren auf einem Spaziergang von einer wild geworbenen Kuh überrannt würbe. Sie trug aber nur eine kleine Gehirnerschütterung bavon, bie auf ihre Geisteskräfte wenig Einfluß, wohl aber eine gewisse Taubheit sowie eine Schwächung ber Sehkraft zur Folge hatte. geboren sind. Cs ist die Frage aufzuwerfen, ob die Menschen, bie bie schwere Verantwortung für bie Entscheidung einer Zulassung zur Hochschule treffen, immer und überall selbst so bäuerlich zu denken vermögen, daß sie nicht eine fehlerhafte Auslese vornehmen. Wenn also heute nicht mehr vor dem landwirtschaftlichen Studium zu warnen ist, so muß Sorge getragen werden, daß nicht ungeeignete Menschen in die Landwirtschaft strömen, Die den Bauern nicht kennen, seine Aufgaben, feine Art, sein Denken. Die Auslese, die hier notwendigerwefte einen Riegel vorschiebt, roirti durch m ö g l i äfft scharfe Bedingung en zur Erlangung der Immatrikulation und durch eine Neugestaltung des Studienganges der Diplomlanbroirte vorgenommen werden. Der Nachweis einer Lehrlingsprüfung unb eine zweijährige praktische Ausbildung in anerkannten bäuerlichen Lehrwirtschaften wird einen Teil ungeeigneter Kräfte absieben. Der geforderte Nachweis der Erbhoffähigkeit, der körperlichen Geeignetheit unb Tüchtigkeit ist ein weiterer sehr wesentlicher Auslesevorgang in ber Richtung ber Agrarpolitik des Reichsbauernführers. Und schließlich gibt das Studium und die Ausbildung nach dem Studium weiterhin Möglichkeiten genügend, die Anforderungen fo stark abzugrenzen und auf bäuerliches Menschengut zu beschränken, daß auch hier eine letzte und notwendige Auslese stattfinden wird. Der numerus clausus ist berechtigt für alle überfüllten Berufe. Er ist heute nicht mehr berechtigt für die bäuerliche Jugend, die Landwirtschaft studieren will. Nicht der Andrang zum Studium schlechthin ist abzudrosseln, sondern von der Hochschule sind nur diejenigen fernzuhalten, die keine Gewähr dafür bieten, baß sie wertvolle unb verantwortungsvolle Arbeit im Dienste am deutschen Bauerntum übernehmen können. us aller Well. Catherine Brickland ist nun plötzlich gestorben. Bei einer Frau von 123 Jahren fragt man nicht nach ber Tobesursache. Aber wenn niemanb bessere Zeugnisse beibringt, bann war Catherine bie älteste Frau unserer Zeit. Ein Klavier erregt Aufsehen. (—) Edinburgh. Durch einen Brief, ben eine bekannte englische Transportfirma in ben „Times" veröffentlichte, würbe bie englische Öffentlichkeit auf bie Existenz einer kleinen weltverlorenen Insel aufmerksam gemacht, bie sogar in ben gebräuchlichsten englischen Schulatlanten nicht verzeichnet ist. Es hanbelt sich um bie Insel Ewe (Aultbea, Roßshire, Schottland). Sie liegt in größter Meereseinsamkeit westlich vom schottischen Hochlanbe unb hat kürzlich, bas erzählt ber in bem Londoner Blatte abgedruckte Dankbrief, ihr „Ereignis" gehabt. Der an die Transportfirma gerichtete Brief lautet: „Ich spreche Ihnen hiermit meinen herzlichsten Dank für die sichere Ankunft meines Pianos aus. Ich bin davon überzeugt, daß Ihre Firma noch nie eines in solche Entlegenheit hat befördern müssen. Wir wohnen hier sieben Kilometer vom Festlande und über hundert Kilometer von ber nächsten Bahnstation entfernt. Wir bewohnen eine kleine Insel mit nur 20 Einwohnern, zu ben ein Lehrer, nämlich ich, unb fünf Schulkinder gehören. Außer mir selbst hat noch keiner ber Einwohner jemals in seinem Leben ein Piano gesehen. Unnötig zu betonen, daß bie Ankunft bes Musikinstrumentes ein großes Ereignis für unsere Insel gewesen ist ..." Die begrabene Erbschaft. (bi) Mailanb. In einem Dörfchen bei Genua starb unlängst eine alte Frau. Giovanni, ihr Ehemann 60 lange glückliche Jahre hindurch, konnnte ben Tob seiner geliebten Giuseppina nicht oerroinben. Unb wenige Tage später folgte er ihr, gebrochenen Herzens, ins Grab. Die Erben kamen, seufzten viel, fleibeten ben guten Giovanni in feinen schwarzen, glänzenben Festtagsrock unb trugen ihn bann betrübt zum Kirchhof. Dann seufzten sie noch einmal tief unb gingen nach Hause, um Gut unb 5)abe unter sich zu teilen. Onkel Giovanni hatte ein Haus — bie Teilung ging in Orbnung; Onkel Giovanni hatte Garten und Wiesengrund — die Teilung ging in Ordnung. Und Onkel Giovanni hatte wohlgezählte 50 000 Lire auf der Sparkasse — doch da begann bie Schwierigkeit! Wo war bas Sparbuch? — Man kehrte bas Unterste zu oberst, riß ben Fußboben auf, suchte unb wühlte: umsonst. Die Stimmung würbe bebrohlich, Verbacht unb Mißtrauen krochen in alle Herzen. Bis bie alte, treue Rosette kam, Onkel Giuseppes ehemaliges Hausfaktotum, bie bitteren Mienen ber Erben sah, hörte unb alles aufklärte. Sie selbst hatte einst bas Sparbuch ihrem Herrn, bamit es ganz sicher verwahrt sei, in das Futter seines besten Rockes genäht. Den aber trug der gute Giuseppe bei seinem letzten Schlaf. Seit jenem Tage aber knobelt ber Familienrat unb überlegt noch immer, ob es nicht pietätlos sei, ben toten Onkel zu exhuminieren, um ihm ben Rock auszuziehen. Ober ob man nicht lieber einen Juristen zuziehen solle, bamit biefer einen anberen Rat erteile. Die Frau mit den drei Herzen. (1) Sofia. Vor einigen Monaten starb in einem hiesigen Sanatorium eine Frau, bie sich bort zur Heilung ausgehalten hatte. Ihr Tob kam umso überraschen- ber, als ihr Befinben sich bereits bebeutenb gebessert hatte unb sie in ben nächsten Tagen zur Entlassung kommen sollte. Die Angehörigen äußerten daher bie Befürchtung, daß der unerwartete Tob ber Frau auf nicht natürliche Weise erfolgt unb sie vielleicht burch Unvorsichtigkeit ber Aerzte ober bes Pflegepersonals vergiftet worben fei. Die verlangte Obduktion ber Leiche würbe oorgenommen, ihr Ergebnis war inbeffen negativ. Trotzbem aber konnten sich die Angehörigen nicht beruhigen unb von ber Annahme eines unnatürlichen Tobes befreien. Auf ihre dringlichen Vorstellungen bei ben Behörben erfolgte bie Exhumierung unb eine nochmalige Obduktion der Leiche, Diese zweite Untersuchung erbrachte nun ein seltsames Ergebnis: Die Ursache des plötzlichen Tobes konnte zwar roieberum nicht festgestellt werben, boch die Gerichtsmediziner sanden bei der Toten nicht weniger als drei Herzen unb zwei fiebern. Im ersten Augenblick allgemeines Erstaunen. Doch sehr halb klärte sich ber verwunberliche Funb auf. Die Nachforschungen ergaben, baß ber Anatomiedie- ner des gericht-medizinischen Institutes nach Beendigung ber Obduktion bie ben Leichen entnommenen Organe nach eigenem Ermessen „verteilte", um sich die Arbeit nicht so schwer zu machen. 1 ■ Hausplakette t N I I 1 , v/ Anstecknadel Die mnlliche. von Der Heldjsfühning ves W. tz. HL herausgegedeae Opiecpiatette für den Clonal Wy Die sofortige Entlassung bes pietätlosen Dieners konnte freilich an ber Tatsache auch nichts mehr änbern, baß wohl ber größte Teil ber in ben letz» ten Jahren obbuzierten Leichen mit mehreren ober gar keinem Herzen ins Grab gelegt worben finb. Die Ehrlichkeitsmedaille. (web.) Istanbul. Istanbul, die ehemalige Hauptstadt der Türkei, steht seit jeher im Rufe, überaus gewiegte Kaufleute zu beherbergen. Kein Wunder auch — da sich doch hier die gerissensten Handelsvölker des Orients ein Stelldichein geben: Armenier, Juden unb Griechen. Daß unter ber Geschäftstüchtigkeit, bie bei den Großen unb Kleinen entwickelt wirb, manchmal bie Ehrlichkeit etwas zu kurz kommt unb ber Käufer gehörig gerupft wirb, ist altbekannt. Nun regt eine Istanbuler Zeitung an, bie als ehrlich befunbenen Kaufleute — also bie Bäcker, bie ben Brotpreis nicht willkürlich erhöhen, bie Gemüse- hänbler, bie den welken Spinat nicht unter frischen Blättern verbergen unb bie Kohlenhändler, deren Waagen richtig wiegen — durch eine über der Ladentür anzubringende amtliche Ehrlichkeitsbescheinigung auszuzeichnen. Dann werde bas^JH**^ tm wissen: Aha, da hat ein ehrlicher Kn"' ..r Jemen Laben — ba wollen wir kaufen! Ein anberes Blatt finbet bas zu kostspielig unb baneben auch zu wenig wirksam. Es müsse eine Ehrlichkeitsmedaille geschaffen werden, die der Gemüsehändler, der Bäcker oder der ehrliche Fleischer am geheiligten Freitag auf der Brust tragen solle, damit alle Welt ihn von seiner profitgierigen Konkurrenz, die sich noch nicht das Anrecht auf das Tragen des Ehrlichkeitsordens erworben hat, unterscheiden könne. Presseführung durch dir Offenbacher Senefeider Ausstellung. LPD. Offenbach, 9. März. Auf Einladung der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministe- riums für Volksaufklärung und Propaganda fand heute eine Preffeführung durch die Ausstellung „Geschichte der Lithographie — Von Senefelders Tätigkeit in Offenbach bis zur Gegenwart" statt. Die Vertreter der Presse wurden von dem Leiter der Offenbacher Kunstgewerbeschule, Prof. Eber- Hardt, geführt, der ihnen einen tiefen Einblick in die großzügigen Bemühungen der Offenbacher Kunstgewerbeschule um die Ausgestaltung des graphischen Gewerbes vermittelte. Besonderes Interesse erweckten die Arbeiten der Fachklasse für Buchdruck, für Schrift und für Bucheinband. Die Ausstellung ist unter Leitung von Professor Dr. Ebe r- Hardt, Fräulein Dr. Riv 0 ir , Professor Engel, Graphiker Professor Meyer, Professor Enders und Studienrat Z i e gl e r in mustergültiger Weise zusammengestellt. Durch Leihgaben von Johann A n d r 6 (Offenbach), August Hecht (Offenbach), Dr. h. c. Klingsp 0 r (Offenbach), Dr. G. Bersu (Frankfurt a. M.), der Städtischen Galerie Frankfurt a. M., Heinrich Krittler (Frankfurt a. M), der Bibliothek für Kunst und Technik Frankfurt am Main, dem Hessischen Landesmuseum in Darmstadt, der Galerie Ferdinand Moller in Berlin usw. hat die Ausstellung eine wertvolle Ergänzung erfahren. Die Vertreter der Presse zeigten großes Interesse für die schone Schau und waren des Lobes voll über die außerordentlich geschmackvollen Arbeiten, bie einer eingehenben Betrachtung sehr wohl wert sinb.. Daten für Samstag, 10. März. 1772: ber Schriftsteller Friedrich von Schlegel in Hannover geboren; — 1776: Königin Luise von Preußen in Hannover geboren; — 1788: ber Dichter Joseph von Eichenborff in Lubowitz geboren. Daten für Sonntag, 11. März. 1544: ber italienische Dichter Torquato Tasso in Sorrent geboren (gestorben 1595); — 1923: ber beut» sehe Seeoffizier Karl von Müller, Führer ber „Emden" in Braunschweig gestorben (geboren 1873). gesunde Zähne Oberheffen dem ll. Be- des der Jeder muß die Hausplakette bis zum 10. März erworben haben! Kommunalpolitische Schulungstagung -er Bürgermeister -es Kreises Alsfel-. Volke" vorgeführt. Kreis Alsfeld. Nieder-Ohmen, 9. März. Im Saale von Ziegenhain und zur gleichen Zeit im Saale von Döll fanden hier Versammlungen der NSDAP und der Deutschen Arbeitsfront statt, die außerordentlich gut besucht waren. Pg. Lehrer Döll sprach über den Nationalsozialismus und schilderte den Aufbau der Partei und des Dritten Reiches durch Adolf Hitler. Pg. Zürtz sprach nach seinem Vortrag im Saale von Ziegenhain auch noch im Saale von Döll und verstand es ausgezeichnet, die Grundlagen des Nationalsozialismus klarzulegen. Die Versammlungen wurden mit dem Gesang des' Deutschlandliedes geschlossen. st. Kirtorf, 9. März. Dieser Tage trat die hiesige Bauernschaft im Schulsaale der Oberklasse zu einer Versammlung zusammen. Ortsgruppenleiter Bürgermeister L a t h e r sprach über „Das Erbhofgesetz . Aus der Versammlung heraus gestellte Fragen wurden eingehend behandelt. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer wurde der Abend beschlossen. Preußen. Kreis Metzlar. * Launsbach, 8. März. Der hiesige Stützpunkt hielt im Saale von Rinn eine öffentliche Versammlung der NSDAP, ab. Nach dem Einmarsch der SA. eröffnete der stellv. Stützpunktleiter, Pg. B i t t e n d o r f, die Versammlung. Sodann sprach der stellv. Kreisletter, Pg. Haus, über das Thema: „Ein Jahr nationalsozialistische Regie- O Klein-Rechtenbach, 9.Marz. Die hie- sige NS.-Frauenschaft hatte die über 60 Jahre alten Frauen und Männer unseres Dorfes zu einem gemütlichen Beisammensein in den Gemeindesaal eingeladen. Fast alle waren erschienen. Frau Knoche begrüßte die „Aellers und Aeller- väters". Gemeinsam wurde dann ein Lied gesungen. Die Schulkinder sangen ebenfalls ein Lied. Bürgermeister Schmidt hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Im weiteren Verlaufe des Beisammenseins wurde noch manches Lied gesungen und verschiedene Gedichte vorgetragen. Besonderen Anklang fanden die Zither-Dorträge zweier Mädchen und die von den Kindern gesungenen Landsknechtslieder. Der Ortspfarrer sprach über das Bibelwort „Ich will Euch tragen bis ins Alter! Der Blockwart überbrachte die Grüße des Stützpunktleiters und schloß die Veranstaltung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. an den Wenigstnehmenden vergeben. 2 Meter Holz zu fahren kosten durchschnittlich 2 Mark. Das Holz wird von 4 Mann der SAR., die sich freiwillig meldeten, kostenlos eingeladen. T Leihgestern, 9. März. Eine Feierstunde und ein ernstes Erlebnis zugleich bedeutete für unsere Gemeinde der gestrige Abend mit seinem Bethel-Film „Ringende Mensche n". Aus dem Gedankengut der Gegenwart mit seiner Erbmasse, Rassenpflege und Vererbung heraus- gewachsen, lieferte er ein ausgezeichnetes Anschauungsmaterial gerade auf diesem Gebiet für unsere Zeit und zeigte mit vollendeter Deutlichkeit, daß eine solche Heirat trotz des ärztlichen Einspruches eine Unverantwortlichkeit gegen die eigne Familie bedeutet. Daneben gewinnt der Zuschauer einen interessanten Einblick in die Anstalt Bethel mit all ihrer mannigfaltigen Liebestätigkeit, durch die auch der Aermste durch liebevolles Verstehen noch zu einem nützlichen Glied der menschlichen Gesellschaft herangebildet wird. Mit ebenso gespannter Aufmerksamkeit wurde die in der Nähe von Bethel ebenfalls von Bodelschwingh gegründete Arbeiterkolonie Hermannsheide bewundert, auf der Hunderte von Arbeitslosen und Arbeitsfreiwilligen eine wertvolle Kulturarbeit durch Umbruch brachliegenden Heidelandes schaffen. In stiller Ergriffenheit ließ die Gemeinde in ihrem Gotteshause die scharfen Bilder an sich vorüberziehen, dankbar, gerade auf diesem gegenwartsnahen Gebiete einen so tiefen und belehrenden Eindruck empfangen zu haben. * Dorf-Gill, 10. März. Die Witwe Frau Elisabethe G o r r II., geb. Grieb, kann am heutigen Samstag ihren 8 0. Geburtstag feiern. # Obbornhofen, 9. März. Die gesammelten Ersparnisse vom Eintopfgericht am vorigen Sonntag beliefen sich auf 43,40 Mark gegenüber 41,40 Mark im Vormonat. — Infolge der für Instandsetzung von Wohngebäuden gewährten Reichszuschüsse herrscht zur Zeit in unserem Dorfe rege Tätigkeit. Alle in Betracht kommenden Handwerker von hier stehen dadurch voll in Arbeit. Außer einigen Wohlfahrtserwerbslosen, die zur Zeit von der Gemeinde mit Planierungsarbeiten beschäftigt werden, ist unsere Gemeinde frei von Erwerbslosen. Kreis Büdingen. # Hirzenhain, 6. März. Der Ortsgruppenleiter der Ortsgruppe Merkenfritz, Christian H i r z e l, hatte die Mitglieder zu einem Appell der NSDAP, zusammenberufen und auch die Frauen und Mädchen zu dieser Versammlung eingeladen. Es sprachen Kreisleiter Dr. Heiland- Büdingen und die Gaurednerin der NS.-Frauen- schaft, Frau Kirsch- Frankfurt a. M. Beide. Vorträge wurden von den etwa 400 Zuhörern mit anhaltendem Beifall ausgenommen. Einer großen Anzahl von Anwärtern konnten die Mitgliedskarten ausgehändigt werden. Nach eingehender Aussprache mit den Frauen wurde beschlossen, eine Ortsgruppe der NS. - Frauenschaft zu gründen. Die Pausen wurden ausgefüllt durch schneidig gespielte Militärmärsche des Sturmbannmusikzuges. Krcts Schotten. y Gedern, 9. März. Bei der jüngsten H o l z - Versteigerung unserer Gemeinde wurden folgende Preise erzielt: Fichten-Derbstangen 1. Kl. 1,40 Mk. pro Stück, 2. Kl. 0,85 Mk., 3. Kl. 0,70 Mk., Fichtenknüppel 2,25 Mk. pro Raummeter, Fich- tenreiser 1. Kl. (Bohnenstangen) 2 Mk. pro Raummeter, Buchenknüppel (mit Eiche) 2,30 Mk. pro Raummeter. t ' ± Groß-Eichen, 8. März. Heute wurde hier eine Bezirks-Eierverwertungsgenossenschaft gegründet. Zum Bezirk gehören 40 Gemeinden. Herr L. Schölderle (Groß-Eichen) wurde zum Fachberater für Geflügel- und Kleintierzucht bestellt. — Die Sammlung vom Eintopfgericht am vergangenen Sonntag ergab 16,55 Mark. — Gestern abend wurden hier im Faustschen Saale durch die Landesfilmstelle die beiden Filme „Arbeitsdienst" und „Ein Mädel aus Verabschiedung des Voranschlags des Kreises Lauterbach. LPD. Lauterbach. 9.März. Der Kreis- tag des Kreises Lauterbach, der erstmals in rein nationalsozialistischer Zusammensetzung unter Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Lang tagte, hat den Voranschlag der Kreiskasse des Kreises Lauterbach für 1934 verabschiedet und einstimmig angenommen. Der Voranschlag schließt mit der Gesamtsumme von 276110 Mark in Einnahmen und Ausgaben ab (im Vorjahr 270 911 Mark). An Kreissteuern werden insgesamt 74 000 Mark erhoben, was etwa dem vorjährigen Satz entspricht. Bemerkenswert ist, daß der Kreis Lauterbach die niedrigsten Steuersätze im ganzen Lande Hessen erhebt. Einen wesentlichen Faktor im Kreisooranschlag bildet das Kapitel Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen, für das allein 139 000 Mark eingesetzt werden mußten, etwa 3000 Mark mehr als im Vorjahr. Etadtratssihung in Butzbach. pb. Butzbach, 9. März. Zunächst wurde der durch Verfügung des Herrn Staatsministers zum kommissarischen ehrenamtlichen Beigeordneten der Stadt bestellte Ortsgruppenleiter, Forstassessor Schneider, vom Bürgermeister in sein Amt eingeführt und verpflichtet. . Dann wurden die Voranschläge für die Stadt, das Elektrizitäts- und Wasserwerk, sowie den Armenfonds für Rj. 1934 beraten und beschlossen. Die Abschlußsummen betragen für die Stadt 483 000, Elektrizitätswerk 226 000, Wasserwerk 34 820 und Armenfonds 13 500 Mark. Es ergibt sich bei der Stadt ein Umlage- bedarf von 130 000 Mk. Per diesjährige Voranschlag lehnt sich an den vorjährigen im großen und ganzen an. Im Hauptausschuß sind die Voranschläge eingehend beraten worden, sie wurden daher vom Stadtrat ohne weitere Debatte genehmigt. Bei Beibehaltung der seitherigen Ausschlagsätze ergibt sich nach den vom Kreisamt Friedberg mitgeteilten Steuerwerten ein Steueraufkommen von 126 697,19 Mark. Sonach ist das Aufkommen um 3302,81 Mk. niedriger, als der Umlagebedarf, Dieser soll durch Ausgabe-Ersparnisse, oder etwaige Einnahmeüberschüsse ausgeglichen werden. Für den Ausschlag der Gemeindeumlagen sollen nach Stadtratsbeschluß die eitherigen Sätze beibehalten werden. Diese betragen: von Gebäuden und Bauplätzen 34 Pf., von andwirtschaftlichen Grundstücken 47 Pf., vom Gewerbekapital 70,4 Pf., vom Gewerbeertrag 290 Pf., die Sondergebäudesteuer bis 7000 Mk. Wert 42,9 Prozent, über 7000 Mk. Wert 37,43 Prozent vom staatlichen Soll unter Senkung um 20 Prozent. Großes Sängerfest in Grünberg. + Grünberg, 9. März. Dieser Tage fand eine gut besuchte Versammlung im Hotel „Hirsch" statt, um mit den Vorbereitungsarbeiten zu dem vom 30. Juni bis 2. Juli hier geplanten S ä n g e r f e st zu beginnen. Uhrmachermeister Richard Jäckel, der Führer des hiesigen Männerchors, und Berufsschullehrer Gengnagel, der Führer des Ohm- Lumdatal-Sängerbundes, berichteten über den vorgesehenen Verlauf des Festes, das aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des Männerchors stattfinden soll, womit ein Gruppensinaen der im Ohm-Lumdatal-Sängerbund vereinigten Gesangvereine verbunden ist und das gleichzeitig ein Abschiedstreffen der ehemaligen Bundesvereine des früheren Lahntalsängerbundes sein soll. Das Fest wird daher ein größeres Ausmaß annehmen. Als wichtigste Veranstaltungen sind vorgesehen: Festkommers am Samstagabend, Gruppensingen der Vereine des Ohm-Lumdatal-Bundes, beide Veranstaltungen in der neuen, geräumigen Turnhalle, und eine große Massenkundgebung auf dem Marktplatz, zu der als Redner der Führer des Hessischen Sängerbundes, Ministerialrat Ringshausen, erwartet wird. Um die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten leisten zu können, wurden acht Ausschüsse gebildet, die alsbald mit ihren Arbeiten beginnen sollen. Zunächst ist eine Ortsbesichtigung für die Wahl des Festplatzes vorgesehen. In Frage kommen zwei Plätze, der Turnplatz neben der Turnhalle, der durch Hinzunahme von Privatgelände vergrößert werden 00 Alsfeld, 8.März. Hier fand eine Schulungstagung der Kreisabteilung Als- feld des Hessischen Gemeindetags unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n a statt, zu der sämtliche Bürgermeister des Kreises Alsfeld erschienen waren. Von der Kreisleitung der NSDAP, waren Vezirksbauernführer G e i ß - Vadenrod, der Kreisfachberater der Witab, Gemeinderat Klingelhöffer, und der kommunalpolitische Fachberater, Verwaltungsgehilfe Lang- lotz, erschienen, vom Kreisamt waren Regierungsrat Strack, sowie die Sachbearbeiter anwesend. Als ersten Vortrag der Tagesordnung behandelte Lehrer Funk- Alsfeld die Durchführung des Schwerkriegsbefchädigten- gefehes. In feinen einleitenden Worten berührte der Vortragende die grundsätzliche Einstellung der früheren Regierung, die kein richtiges Verständnis für das deutsche Heereswesen und für die Bedeutung der Belange der Kriegsopfer infolge der feindseligen »des Marxismus gehabt habe. Es sei oa- : Freuden zu begrüßen, daß im Dritten Reiche endlich den Opfern des Krieges die erforderliche Achtung für die von ihnen vollbrachten Leistungen gegenüber dem Vaterlande entgegengebracht werde. Ihre Versorgung müsse eine Ehrenpflicht der Gesamtnation bleiben. Das seitherige Versorgungsgesetz sei unzulänglich und werde demnächst durch ein neues Versorgungsgesetz ersetzt werden. Der Redner teilte sodann die hauptsächlichsten Forderungen der Kriegsopfer zu dem neuen Der- sorgungsgesetz mit, die den Kriegsbeschädigten einen ehrenvollen Platz in der Nation sichern sollen. Die Wirtschaft habe die Pflicht, alles zu tun, um die Kriegsopfer wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Auch die Gemeinden müßten bei Besetzung ihrer Beamtenstellen entsprechend verfahren. Die Beschwerden über die Nichteinstellung von Schwerkriegsbeschädigten müßten endlich verschwinden. Der Sozialismus müsse in die Tat umgesetzt werden. Der Redner schloß mit einem Appell an die Bürgermeister, bei dem Erscheinen des neuen Versorgungsgesetzes an dessen Durchführung mitzuhelfen. — Im Anschluß an den Vortrag ersuchte auch Regierungsrat Strack die Bürgermeister, dafür einzutreten, daß bei der Besetzung von Beamten- stellen in den Gemeinden Kriegsbeschädigte berücksichtigt werden. In dem folgenden Vortrag behandelte Bezirksbauernführer Geiß die Durchführung des Reichserbhofgesehes. Der Vortragende stellte an die Spitze feiner Ausführungen den Ausspruch unseres Führers Adol Hitler, Deutschland werde ein Bauernstaat fein, oder es werde untergehen. In dem Bestreben des Führers, 'Deutschland wieder zu einem Bauernstaat zu machen, sei das Reichserbhofgesetz eines der wichtigsten Gesetze. Es trage den Charakter eines Rahmengesetzes, seinen Inhalt müßten die Kreis- bauernführer und die Anerbengerichte geben, denn die Verhältnisse seien nicht überall gleich. Der Redner gab dann eine Begriffserläuterung des Erbhofs und behandelte ausführlich die Voraussetzungen und Erfordernisse für den Erbhof, wobei er insbesondere auf die Verhältnisse im Kreise Alsfeld einging. Bezirksbauernführer Geiß behandelte dann eine Reihe wichtiger Einzelfragen des Erbhofrechts, wobei von besonderem Interesse die Ausführungen über die Auseinandersetzung mit den weichenden Geschwistern und über den Begriff der fortgesetzten Gütergemeinschaft waren. Nach einer Entscheidung des Reichserbhofgerichts liegt bei fortgesetzter Gütergemeinschaft kein Erbhof vor, wenn ein Elternteil vor dem 1. Oktober verstorben.ist. Die gemeinverständlichen und klaren Ausführungen des Vortragenden legten Zeugnis ab von der ausgezeichneten Beherrschung des Stoffes durch den Bezirksbauernführer Geiß. — Im Anschluß an den Vortrag wurde aus der Mitte der Versammlung eine Reihe von Anfragen aus der praktischen Durchführung des Erbhofgesetzes an den Referenten gestellt, die dieser beantwortete. Im nächsten Vortrag behandelte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g das Vürgscheinverfahren zur Sicherstellung der Domanialgefälle. rung*. Pg. Haus verstand in treffenden Worten den Kampf des vergangenen und des kommenden Jahres sowie die Maßnahmen und Gesetze des Jahres 1933 zu erläutern. Der vollbesetzte Saal spendete dem Redner reichen Beifall. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichspräsibe n - ten und den Führer Adolf Hitler, sowie mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes schloß der stellv. Stützpunktleiter die Versammlung. * Launsbach, 9. März. Der hiesige Turnverein kann in diesem Jahre auf fein 4 0 j ä h- riges Bestehen zurückblicken. Im Hinblick darauf wurde in einer Versammlung des Vereins beschlossen, das Jubiläum am 2 9. Juli mit einer größeren Festlichkeit würdig zu begehen. Der Verein erfreute feine Mitglieder am vorigen Sonntag mit einem Theaterabend, bei dem den Besuchern durch die Aufführung ovn zwei Lustspielen eine gute Unterhaltung bereitet wurde. Der Abend war ein voller Erfolg des Vereins. allen. Er wies auf die Tatsache hin, daß die Staatskasse infolge Uneinbringlichkeit zahlreicher Forderungen aus Holzgeld, Pachtgeld usw. erhebliche Ausfälle erleidet, die zum großen Teil da- durch entstehen, daß die Forderungen der Staatskasse nicht genügend durch taugliche Bürgschaft sichergestellt seien. Soweit eine Fahrlässigkeit bei Annahme von nicht tauglichen Bürgen vorliege, könnten die Bürgermeister auf Grund des § 839 BGB. schadensersatzpflichtig gemacht werden wegen Amtspflichtverletzung. Der Kreisfachberater der Witab, Gemeinderat Kingelhöffer, erläuterte die den Bürgermeiste- reien zugehenden Fragebogen zwecks Erhebungen über den heutigen Stand der Wasserversorgung der Gemeinden. Unter Mitteilungen gaben Regierungsrat Strack und Verwaltungsinspektor Dipvel eine Anzahl kreisamtlicher Verfügungen und Anordnun- gen bekannt. Mit einem dreifachen Steg-Heil auf unsren Fuhr- rer schloß der Vorsitzende, Bürgermeister Dr.Döl- sing, die Tagung. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 11. März. Lätare. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgerneinde, Pfr. Becker; 17: Pfarrassistent Balz; zugleich Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Matthäus- gemeinde. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld; 18: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Missionsstunde, Pfr. Groh. — Kapelle des Alten jrieb- hofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfr. Lenz. — Pelruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.45: Hauptgottesbienst; 11: Kinderkirche. — Atten-Buseck. 10: Gottesdienst; 19.30: Passionsandacht. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Großen-Buseck. 10: Gottesdienst. — Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11.15: 1. Kin- bergottesbienft; 13: 2. Kindergottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a.d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Katechismuslehre; Entlassung des ältesten Jahrgangs der dazu Pflichtigen. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die weibliche Jugend; 11: Kinderkirche. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Hauptgottesdienst; 11.30: Kinderkirche. — Garbenteich. 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — hausen. 13: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Llch. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 20: Jugendgottesdienst anläßlich der Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 20: Gemeindeabend. — Langd. 11.45: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, 10. März. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 11. März. 4. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 12. März. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Dienstag, 13. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Oesfentlicher Sonntagsbienft Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostami: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. AerzteDr. Neumann-Spengel, Dr. Steinreich. Zahnarzt: Jaeger. Apotheke: Engelapotheke. müßte, ober ber Sportplatz an ber Gießener Straße, auf bent sich auch ber Gallusmarkt abspielt. ^aiiDtvci* (tiu’Bcn £ Wieseck, 9. März. Gestern abenb fanb eine Sitzung bes Gemeinberates statt. Einem Ersuchen ber Jagbpächter um Verlängerung ber Pacht um weitere 5 Jahre konnte ber Gemeinderat nicht entsprechen, vielmehr soll die Jagd nach Ablauf der Jagdpacht im nächsten Jahre neu verpachtet werden. Dem Antrag von Wilhelm Keil um Entnahme von Kies aus der Lahn lag ein Schreiben des Kulturbauamtes zugrunde. Bürgermeister Euler wurde beauftragt, mit Wilhelm Keil und Konrad Rübsamen zu verhandeln. Die Kanalisation der Ermelgasse wurde beschlossen. Die Ausführung der Arbeit soll öffentlich ausgeschrieben werden. wg. Großen-Buseck, 9. März. Gestern abend wurde das von der Gemeinde an das Winterhilfswerk gespendete Holz aus dem Gemeindewald zur Fahrt an den Bahnhof Der Vortragende gab eine Darstellung ber in tracht kommenben Bestimmungen auf Grunb Ausschreibens bes Hessischen Ministeriums Finanzen, Abteilung für Forst- unb Kameralver- waltung vom 9. September 1929 unb empfahl ben Bürgermeistern bie genaueste Beachtung ber Vorschriften über bie Verbürgung von Domanialge- Sorglos jetzt! - auch fpäter? Die Ausgaben richtig einzuteilen und Nötiges vom Überflüssigen zu unterscheiden, wie schwer ist öas oft. wichtig ist auf jeden Fall die Vorsorge für das eigene /Hier und für die Zamilie. Darum Lebensversicherung vor allem - zögern Sie nicht! Gemeinschaft zur pflege ües Lebensverflcherungsgeöankens (Rosemarie, Rosemarie... Roman von Käthe Metzner. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Langsam machte sich die Tinius mit dem Gedanken vertraut, ein anderes Engagement anzunehmen, ehe die Sache noch mehr durchsickerte und ihr schließlich andere Bühnenmöglichkeiten verschloß. Dieser Gedanke machte sie endlich ruhiger. Die Strehle, die alte Garderobiere der Tinius, legte alles zurecht. In ihren großen Spiegel blickend, sah Marion Tinius das alte, etwas verschlagene Frauengesicht, und ihr schien es, als ob die Strehle vor sich hinkicherte. „Na, Strehle, du bist ja recht aufgeräumt? Hast du ein Enkelkind gekriegt?" fragte die Tinius leichthin, während sich ihre Gedanken schon wieder mit anderen Dingen beschäftigten. Die Garderobiere blieb stehen. Das war ja der Augenblick, auf den sie seit Wochen gewartet hatte. Sie wußte, daß die Tinius für Theaterklatsch äußerst empfänglich war; aber seit Wochen war ja nicht an sie heranzukommen gewesen. „Ich habe da neulich eine merkwürdige Unterhaltung gehört, gnädiges Fräulein ...!" Sie spannte die Tinius nicht erst auf die Folter, sondern ergänzte sofort: „Zwischen der jungen Bergmann und ihrer Tante." Marion Tinius horchte auf. „Zwischen der Bergmann und ihrer Tante, sagst du, Strehle? Na, da möchte ich aber wissen..." „Ja, als sie an dem Abend hier in der Garderobe waren, wo Sie krank waren, gnädiges Fräulein ..." Fast wörtlich erzählte die Alte nun mit einer Lebhaftigkeit, die die Tinius fesselte. „Ja... und dann sagte die alte Dame: »Einmal wird es daheim doch vergessen — und dann kannst du wiederkommen/ Ja ... und da sagte die junge Bergmann: ,Jch kann nicht kommen, Tante ../, das andere verstand ich nicht gleich... ,Ein Leben lang wird mir dieser Makel anhängen, und ich kann mich nicht dagegen wehren/" „Ist das wahr, Strehle? Hast du das wirklich gehört? Machst du auch nichts dazu?" „Nicht ein Wort, gnädiges Fräulein! Ich sollte gleich . . " „Ist gut, ich glaube dir schon, Alte! Ist ja ganz interessant, was du mir da erzählt hast." „Gnädiges Fräulein ...!" Die Garderobiere hob beteuernd die Hände. „Hier hast du Geld, und hör jetzt auf mit deinem Gewäsch! Hol mir ein paar kleine Sachen von Thieme rauf! Ich habe einen Bärenhunger. Den Rest behalte!" „Ein paar kleine Sachen, die machen höchstens zwei Mark! Schneller konntest du das Geld nicht verdienen", sagte die Garderobiere zu sich selbst, während sie so schnell als möglich die Treppen hinunter humpelte. Die Tinius hatte zum ersten Male wieder Appetit. Sie hätte die ganze Welt umarmen können. Die Strehle hatte ihr eine Chance in die Hand gegeben, die sie ausnutzen würde. Die Bergmann konnte sich freuen. So leicht, wie die vielleicht dachte, ließ sich eine Marion Tinius nicht aus dem Feld schlagen! An diesem Abend spielte sie wie lange nicht. Sie spielte im Bewußtsein ihrer Ueberlegenheit. Gewiß, sie hatte ein paar kleine Erlebnisse hinter sich, doch die waren ihr ureigenstes Geheimnis. Gott sei Dank, daß sie immer auf einen tadellosen Ruf gehalten hatte! Aber die Bergmann, die hatte etwas zu verbergen. Marion wollte es schon herauskriegen. „Du machst mir den Platz an der Sonne noch lange nicht streitig, Rosemarie Bergmann!" lächelte sie böse, während sie sich, vom Erfolg diefes Abends vollauf befriedigt, in die weichen Daunen kuschelte. * Doktor Wangenheim war ziel- und planlos in der Weltgeschichte herumgeirrt — und in Monte Carlo gelandet. „Unglück in der Liebe heißt Glück im Spiel!" sagte er lässig und warf mit leichter Hand die Scheine über den Tisch. Seine Worte schienen auch tatsächlich das Geld magisch anzuziehen. Vor seinem Platz häuften sich die Scheine. Seine Brieftasche konnte sie nicht fassen ... „Geld? Geld? Und immer wieder nur Geld?" schrie er verzweifelt. Schöne Frauen umdrängten ihn. Nicht nur das Spiel, auch die Liebe blühte in Monte Carlo... „Ich will doch auch einmal verlieren", rief er laut am Spieltisch, als sich schon wieder ein Berg vor ihm anhäufte. Von diesem Augenblick an mied ihn das Glück. Er verlor und verlor. Immer kleiner wurde das Häuflein vor ihm; er lachte. Schon griff er nach feiner Brieftasche... aber er lachte noch immer. Zuletzt kam das Scheckbuch an die Reihe. Mit einem Male erwachte die Leidenschaft des Spielers in ihm. Er setzte und setzte. Aber er verlor. Tag für Tag ging das schon so. Manchmal brachte er noch soviel'Mumm auf, das Kasino zu meiden. Er fuhr in seinem Wagen weit ins Land hinein, genoß die Schönheit der Riviera und vergaß seine Spielleidenschaft. Aber des Abends, wenn die erleuchteten Fenster des Kasinos wie lockende Augen in die Dunkelheit strahlten, zogen sie ihn wie mit unheimlicher Zauberkraft in ihren Bann. Seine Züge wurden scharf. Er spielte mit der Tollkühnheit des Verzweifelten, aber er verlor. Was sollte das werden? Doktor Wangenheim war klug genug, um zu überrechnen, daß die Werke daheim diese ungeheure Belastung seines Privatkontos nicht aushalten konnten. Schon begann er, vorsichtig mahnende Briefe seines alten Direktors ungeöffnet liegen zu lassen... schon stieg manchmal eine Angst in ihm auf, daß die gefährlich hohen Summen, die er hier bereits verspielt hatte, dem Werk seines Vaters Verderben bringen mußten. Scham überkam ihn. Wie schlecht hatte er das Erbe feiner Vorfahren gehütet! Müde und doch bis in die feinsten Nervenbahnen erregt, lag er in den Kiffen feines Hotelbettes. Wieder hatte er bis zum Morgen gespielt — und verloren. Wenn sich das Glück nicht bald wieder ihm zuwandte, war er ein verlorener Mann. Arbeiter und Angestellte wurden brotlos — durch seinen Leichtsinn. Immer wieder kreisten diese Gedanken in seinem Kopfe, und immer wieder mahnte ihn die Stimme des Gewissens. Da klopfte es. Ein Boy überbrachte ihm ein Telegramm. Er riß es auf. „Anwesenheit hier dringend notwendig. Lage sehr gespannt. Sofort eingreifen." Das Telegramm flog auf den Schreibtisch. Alle Lauheit, alle Unentschlossenheit fiel von ihm ab. Da stand das Bild seines Vaters. Lag in seinen gütigen Augen nicht ein unerträglicher Vorwurf? Jetzt wußte Doktor Wangenheim — er mußte sofort heimkehren. Länder und Meere hatte er durchstreift, ohne eine Spur von Rosemarie zu finden. Hier hatte er sich betäuben wollen. Nun kam das grausame Erwachen. Hastig rüstete er sich zur Abreise. Er hatte hier nichts mehr zu gewinnen — nur noch zu verlieren. Am Abend ging sein Zug. Ein letztes Mal trank er seinen Nachmittagskaffee unter den rauschenden Palmen von Monte Carlo. Leuchtende Blumen umdufteten ihn. Wie eine große blaue Glocke spannte sich der Himmel über das märchenschöne Land und das ewig rauschende Meer. Langsam kam der Abend. Schon glühte im Garten des Kasinos wieder die feenhafte Beleuchtung auf. Schon lockten die hellen Fenster der Spielsäle wieder wie die rätseltiefen Augen einer Sphinx. Aber über Wolfgang Wangenheim hatten sie keine Macht mehr. Mit eisernem Wollen hatte er sich freigemacht, hatte sich losgerungen aus den gefährlichen Klauen des Lasters. Und während sich im Kasino wieder die Spielsäle füllten, während Hunderte in Angst und Gier das Spiel verfolgten, fuhr er mit klaren Augen und unbeugsamer Entschlossenheit der Heimat zu. Er mußte wieder aufrichten, was zu zerfallen drohte, und in erlösender Arbeit Vergessen finden. ♦ Doktor Wangenheim war wieder zu Hause. Es gab Aufsichtsratssitzungen und Konferenzen über Konferenzen, die ihn nicht zur Ruhe kommen lie- ßen. Die Lage der Wangenheimschen Werke war angespannter, als er es geahnt hatte. Noch war nicht alles verloren. Aber es mußten schnell durchgreifende Umstellungen vorgenommen werden. Die Summen, die Doktor Wangenheim für sich privat verbraucht hatte, machten sich erschrek- kend bemerkbar. Tag und Nacht arbeitete er. Kaum daß er die paar notwendigen Besuche in seinem Bekanntenkreise gemacht hatte. Auch bei Delbrücks hatte er sich bis jetzt nicht sehen lassen. Aber lange konnte es nicht Geheimnis bleiben, daß das Weltunternehmen sehr unsicher stand, und die Familie des Geheimrats Delbrück nahm ehrlichen Anteil an dem Schicksal ihres jungen Freundes. Besonders der alte Delbrück, der Wangenheim wie seinen Sohn liebte und noch immer die heimliche Hoffnung nährte, ihn einmal zum Schwiegersohn zu bekommen, trug sich mit dem ernsten Gedanken, ihm seine freundschaftliche Hilfe anzubieten. Vielleicht konnte man auf diese Weise die Beziehungen der beiden Familien etwas festigen und durch das Band der Dankbarkeit Wolfgang Wangenheim unmerklich mit der Familie Delbrück verknüpfen. Auch gestern beim Abendessen waren zwischen Renate Delbrück und ihren Eltern diese Dinge durchgesprochen worden, und man war zu dem Entschluß gekommen, einen entscheidenden Schritt zu tun. Gleich morgen früh wollte Geheimrat Delbrück den jungen Wangenheim aufsuchen und mit ihm sprechen. Er war ein äußerst geschickter Diplomat in solchen Angelegenheiten und würde schon alles so biegen, daß es recht harmlos und unauffällig erschien. Doktor Wangenheim, der schon seit den frühen Morgenstunden in seinem Privatbüro arbeitete, war nicht wenig erstaunt, als ihm Geheimrat Delbrück gemeldet wurde. Er hatte ja noch nicht einmal nach seiner Rückkehr bei Delbrücks Besuch gemacht. Aber in seiner herzlichen, jovialen Art begrüßte Delbrück den Heimgekehrten und sagte, sein Weg habe ihn eben hier vorübergeführt, da habe er sich den Weltenbumler einmal aus allernächster Nähe ansehen wollen. Delbrück war aufs höchste überrascht gewesen, als er Wangenheim angesehen hatte. Der sah ja alles andere als erholt aus. Was hatte der Junge nur getrieben, daß fein Gesicht jetzt diesen müden, abgespannten Ausdruck trug? (Fortsetzung folgt.) B"><9e MITTELMEERREISEN mit dem deutschen M.S. „MONTE ROSA** FAHRPREIS ICrt — einschlleßl.voller von RM 1*1 U« an Verpflegung OSTERN IM WESTLICHEN MITTELMEER 22. März ab Hamburg — 10. April in Genua Ober Lleiebon, Casablanca, Barcelona, Neapel (Rom, Capri, Pompeji, Paestum), Ajaccio, Vlllefranche (Nizza) ÄGYPTEN. PALÄSTINA. SYRIEN 12. April ab Genua — 4. Mal In Venedig Ober Pelermo. Port Said (Ägypten),Halfa(PalHtlna,Trane* jordanlen, Syrien), Beirut (Syrien), Rhodos, Corhi,Cattaro griechenland-tOrkei-sOditalien 7 Mal ab Venedig — 27. Mai In Genua Ober Cattaro, Cortu, Itea (Delphi), KaUkolon (Olympia), Nauplla fTlryna, Mykeni, Merton). PhalOroo (Athen, Eleuale), Konstantinopel, Rhodos, Catania (Aetna, Taormina), Messina, Neapel (Rom, Capri, Pompeji, Paestum SODITALIEN, MAROKKO, S0OSPANIEN 28. Mal ab Genua — 16. Juni In Hamburg Kostenlose Auskunft und Drucksachen durch die HAMBURG-SO DA MERIKANISCHE DAMPFSCHIFFFAHRTS-GESELLSCHAFT Vertretung Gießen: Wilhelm Moeser, Seltersweg 38 Vogtsche Privat Handelsschulen Gießen Herborn Beginn des neuen Schuljahres 16. April Einjährige Höhere Handelsschule für Schüler mit Obersekunda- und Prima-Reife Zweijährige Handelsschule für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: mittlere Reife (früher Einjähr.-Examen genannt) Abendkurse für Berufstätige in Maschinenschreiben, Stenographie und allen Handelsfächern. Anmeldungen und Auskünfte: in Gießen jederzeit im Schulgebäude Goethestr. 32 in Herborn vormittags von 8—1 i472a im Schulgebäude Schlageterstr. 11 Lichtspielhaus* Gießen Heute und morgen Sonntag: Anny Ondra in ihrem tollen Lustspiel Das verliebte Hotel MllllUMIUIIIIlMlllllllillllllllllllllilllllltMlllllllllllllllllll Astor ia-Lichtspiele Bis Sonntag einschließlich: Harry Piel usa c Die Welt ohne Maske Die Hintersitze liegen vor der Hinterachse Die wichtigsten Vorzüge t • «Opel - Synchron - Federung • • Unabhängigkeit von Lenkung und Federung • Größtmögliche Verringerung der unabgefederten Massen • Größte Kurvensicherheit durch zwangsläufige Stabilisierung • Vorzügliche Spinhaftung durch Vermeidung voh Radpendelungen • Tiefe Lage des Gesamtschwerpunktes • Richtige Gewichtsverteilung • Hydraulische Bremsen • Vierganggetriebe • Fallstromvergaser • Sehr geräumige Karosserie • Reichhaltige Ausstattung • Zugfreie Entlüftung • Großer Kofferraum • Eingeschlossenes Reserverad PREISE von RM 2650.« bis 4800.- AB WERK RÜSSELSHEIM AM MAIN OB«'A-G*Adam weXrdV0"9earbeife ^UT-ht werden m h-. p ., Auftrage E,ngangei erledigt' n,°Ige ihres Die »Opel-Synchron-Federung« schaltet die unangenehmen und ermüdenden Nickschwingungen aus Fahrer und Insassen sind nach weiten Tagesstrecken so frisch wie am Anfang der Fahrt. Die überaus sorgfältige Abfederung »verschluckt« die Unebenheiten der Straße, und die Lenkung ist von der Federung gänzlich unbeeinflußt. Jeder Automobilfreund sollte die Gelegenheit wahmehmen, diese Wagen zur Probe zu fahren, denn sie verkörpern einen ungeahnten Fortschritt, der neue Begriffe für Fahreigenschaften,Fahrkomfort und Fahrsicherheit aufsielll. Eine Probefahrt gibt Gelegenheit, dieVorzüge dieser Neukonstruktion, die Schönheit und Bequemlichkeit der Karosserie und die Kraft und zuverlässige Dauerleistung der vorbildlich wirtschaftlichen Motoren aus eigener Erfahrung kennen zu lernen. ______ Fortfchritt ■ ■■ ■ V. ■ ' ■/ ' - ■ fahrcigcnfthaftm Fahrkomfort, fahrfiduduit OPEL 1,3 LITER UND 6 ZYLINDER mit» Opd-dynchton-fetictung« ■ UEüe-tiltimiiier bakterientötendl Abso- such ül hervorragend bewährt bei iRheuma^Oicht M.1.29 mit Nußbaum abgesetzt Kuchen, Speisezimmer Divans und alle Einzelmöbel empfiehlt zu günstigen Preisen Friedrich Schmidt Möbelfabrikation und Lager Trais »Horloff 1419d Abschlags • Zahlungen nach Vereinbarung Ehestandsdarleliensscfaglne werden angenommen. Geschäftshaus in gut. Lage günstig zu verkauf. Schr. Ang. u. 1494V a.d.G.Anz. *0' Der Mann muß hinaus ... das ist mal ein Hauptmerkmal des großen 1468 A Ostern-Hausputzes Gründlich und schnell geht die Sache vonstatten,wenn Sie für die Reinigung des Fußbodens mein bewährtes Drowol verwenden. Drowol kostet das Ltr. 75 Pfennig, bei 5 Ltr. 70 Pfennig, und reinigt alle Fußböden im Augenblick. Bohnerwachs, allerbeste Qualität 2-Pfund-Dose 1.3) Mk. 1-Pfund- Dose -.70 Mk. Bohnerwachs, II. Qualität 1-Pfund-Dose -.50 Mk. Waschbenzin, allerbeste nichtriechende Qual. . Liter........ 78 Pf. Aufnehmer, großes Tuch .. .39 Pf. Oberschal-Seife, Riegel.....40 Pf. Alles für den Hausputz kaufen Sie am besten in Bausch u. Bogen bei Drogerie Krensplatz 40 Nr. 59 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Samstag, 10. Mrz19Z§ etwa seine täglichen Waschungen unterlassen, weil er Wassergeld zahlen muß, oder weil die Seife etwas kostet? Ganz gewiß nicht. Wem aber seine Bäume lieb und wert sind, ob sie nun im freien Felde oder im gehegten Garten stehen, will das Beste von ihnen haben: gute Erträgnisse und gesundes Ob st. Kann er beides von Bäumen verlangen, die nicht von Moosen und Flechten gereinigt sind, die keine glatte Rinde, sondern eine dicke Borke haben, unter der alles Ungeziefer überwintert: Blutenstecher, Blattflöhe, Blutläuse, Schildläuse, Spinnmilben, Raupen der Gespinstmotte, des Apfelwicklers und was sich sonst noch aufzählen ließe? Die bevorstehende oder bereits begonnene IDin- tersprihung der Obstbäume mit Obstbaum- karbolineum bildet allein die Grundlage einer planmäßigen Schädlingsbekämpfung und tötet die überwinternden Eier der Blattläuse, Vlatt- flöhe, Apfelblattfauger, Frostspanner, Ringel- fpinner, Kirschblütenmotten usw. Durch die neue Polizeiverordnung vom 26. Februar 1934 ist die Obstbaumpflege im Kreise Gießen unter heilsamen gesetzlichen Zwang gestellt worden. So weit das bei der vorgeschrittenen Jahreszeit noch möglich ist, wird die Spritzung nunmehr unverzüglich vorgenommen werden. Arbeitsamt Gießen im Interesse der Arbeitslosenbeschäftigung der Sache angenommen. Die Instandsetzung der Obstbaumbestände zur Erlangung brauchbarer und konkurrenzfähiger Ernten, damit zur Verringerung ausländischer Einfuhr, sowie die Förderung der deutschen Volksernährung werden etwa 20 bis 30 derzeit noch beschäftigungslosen Volksgenossen auf etliche Wochen Beschäftigung geben. Zu diesem Zwecke ist vom Arbeitsamt Gießen ein Antrag auf Gewährung eines namhaften Zuschusses an dgs Landesarbeitsamt in Frankfurt a. M. gerichtet worden. Die Gewährung dieses Zuschusses darf mit Bestimmtheit erwartet werden. Zwecks Durchführung der Schädlingsbekämpfung im Obstbau auf Grund obiger Verordnung find alle Obstbäume abzukrahen, zu bürsten und zu reinigen. Die Baumkronen sind sachgemäß zu lichten und vor allem auch von allen dürren Aesten zu befreien. Zur Durchführung oder Duldung dieser Maßnahmen sind die Besitzer (Eigentümer) der Obstbäume oder die Nutzungsberechtigten (Pächter usw.) bezw. deren Vertreter verpflichtet. Die Notwendigkeit und der Umfang der Maßnahmen wird von einer Kommission geprüft, welcher der Bürgermeister oder sein Vertreter, der örtliche Führer für Obstbau, der Ortsbauernführer, ein Baumwärter und zwei vom Kreisbauernführer, am Obstbau interessierte Bauern oder Landwirte Die Pflege der Obstbäume in der Gemarkung Gießen Schon seit Jahren bemühten sich einsichtsvolle Obstbaumbesitzer darum, eine einheitlich durch- geführte Obstbaumpflege zu erreichen. In Gießen hat es sich in dankenswerter Weise die Hauptstelle für Pflanzenschutz am Landwirtschaftlichen Institut der Universität angelegen sein lassen, diese Bestrebungen in jeder Weise zu fördern. Leider stießen diese, wenn auch nicht gerade auf offenen Widerstand, so doch auf recht geringes Wohlwollen solcher Stellen, die in erster Linie dazu berufen gewesen wären, sich mit aller Kraft für eine zwangsweise Einführung der Schutzbespritzung der Obstbäume und aller hiermit in Zusammenhang stehender Maßnahmen einzusetzen. So kam es, daß bei der ersten freiwilligen Winterspritzung der Obstbäume vor drei Jahren von etwas über 20 000 Obstbäumen der Gemarkung deren nur 8000 gespritzt wurden, daß diese Zahl vor zwei Jahren auf etwas über 5000 Bäume sank und daß, von den Spritzungen einzelner Baumanlagen abgesehen, die Winterspritzung im vergangenen Jahre leider ganz unterblieb. 3m nationalsozialistischen Staat ist das nun anders geworden. Eigenbrötelei und Selbstsucht bringen niemals allgemeinen Nutzen. 7vo nun gar hohe volkswirtschaftliche Werte auf dem Spiele stehen, wie beispielsweise beim deutschen Obstbau, kann es nicht dem einzelnen Baumbesiher überlassen bleiben, zu entschei- den, ob er das $ einige dazu beitragen will, seine Bäume in gehöriger Weise zu pflegen, sondern er muß, so ihm der Sinn hierfür fehlt, augehören. Von allen Baumbesitzern usw. darf erwartet werden, daß sie den vorgesehenen Arbeiten im eigenen . o___y___o und im allgemeinen Interesse volles V er- " Trägerin der zu leistenden Arbeiten ist dielständnis entgegenbringen und sowohl Stadt Gießen mit dem ihr zur Verfügung dem mit der Aufsicht betrauten Feldschutz-, als auch gestellten Personal. . dem Spritzpersonal jedes wünschenswerte In dankenswerter Weise hat sich aber auch das E n t g e g e n t o m m e n zeigen. Aus der Provinzialhauptstadt. zur Erfüllung feiner Pflichten angehalten werden. Wer das Glück hat, ein Stück deutscher Erde sein Eigen zu nennen und es nutzen zu dürfen, um aus ihm wie aus einem klaren Borne, stets neue Lebenskräfte zu schöpfen, wie das Millionen von Mitmenschen leider nicht beschieden ist, wer Blumen und Früchte ziehen kann, muß sich als Verwalter eines Gnadengeschenks fühlen und danach sein Handeln einrichten. Neben der hohen sittlichen Freude am Obstbau liegt aber auch ein greifbarer materieller Nutzen. Jedem deutschen Menschen alltäglich feinen deutschen Apfel! Wie weit sind wir, leider, noch von der Erfüllung dieser Forderung entfernt. Statt dessen wandern alljährlich Hunderte von Millionen deutscher Mark ins Ausland, weil das Inland noch nicht genügend fachlich geschult, volkswirtschaftlich und national noch nicht genügend erzogen ist. Vollkommen verfehlt wär es, die Einfuhr ausländischen Obstes irgendwelcher Art mit deutschen gesetzlichen Zollmaßnahmen zu bekämpfen. Zwangsmaßnahmen des Auslandes und neuer Kampf gegen Deutschland wären die unausbleibliche Folge. Nein, Selbsthilfe durch größere und artmäßig vorzüglichere Ödster,zeugung kann uns allein helfen. Fort deshalb mit allen alten Baumftrünken, die den Platz versperren und die die Brut- siälten des Ungeziefers find, fort mit allen kaum genießbaren und schlecht haltbaren Sorten, die dem Baumbesiher nur ein Aerger sind! heran aber an den Fachberater, an den sachverständigen Baumschulbesiher, der für die Sortenechtheit und die tadellose Beschaffenheit seiner Iungbäume einsteht und heran an die niemals ruhen sollende Verbesserung der Obstbaumbestände! Und darum erst recht heran an die ordnungsmäßige, regelmäßige Vaumpflege. Die Erfahrung ist der beste Lehrmeister. Sie lehrt, daß die verhältnismäßig geringen Kosten der Baum- pflege sich dutzendfach bezahlt machen. Wird jemand Das Himmelsblau wird stark und rein Es ist noch gar nicht lange her, als ich am Fenster stand und hinausschaute in ein wüstes Sturmwetter. Regen und Schnee schlugen an die Scheiben. Auf der Straße war niemand zu sehen. Neben mir standen “in paar Zimmerpflanzen, die hier im Schutz der Wärme an das Licht gestellt worden waren. Sie grünten und blühten. Während ich sie betrachtete und an das Wetter draußen dachte, sah ich auf einem großen bunten Blatt ein kleines Tierchen sitzen. Es war ein Marienkäferchen. Es war der erste Frühlingbote. Ganz flink kletterte es auf den Pflanzen hin und her. Dann klappte es feine Flügel auf und flog höher. Mit diesem kleinen Wesen wehte auf "einmal ein Stück Leben, ein Stück vom kommenden Frühling in das Zimmer. Wiesen mit leuchtenden Blumen, grüne Getreidefelder und rauschende Wälder erstanden vor meinem Auge. Das Schneetreiben draußen war vergessen. Ich wandte mich zurück ins Zimmer und hatte meine Freude an. dem kleinen Käfer. Der Tag war erhellt. Mochte es auch noch so arg stürmen, ich hatte die Gewißheit in der Hand, daß nun bald der Frühling kommt. — Und es dauerte nur noch einige Wochen. Die Sonne vollbrachte das Wunder. Ein Duft vom kommenden Frühling liegt über dem Lande. Noch sieht man kaum etwas, aber man fühlt es. Es bereitet sich etwas vor, jeder Sonnenstrahl schiebt es weiter vor. Die Meisen versuchen ihren ersten Gesang, die Bienen summen schon im hellen Schein. Die Frühlingssonne nimmt der Landschaft die Härte, die Schärfe. Noch stehen die Bäume kahl und starr. Schwarz heben sie sich gegen den klaren Himmel ab. Die Aeste, einst gebeugt von der Last der lachenden Früchte, hängen nach unten. Ader wir wissen, daß unter der rauhen Rinde das Leben schon fließt, daß der Saft steigt und ein Dehnen und Strecken durch die Zweige geht. Jetzt ist die Zeit gekommen, um hinauszuwandern in die erwachende Natur. Jeder einzelne Bote der kommenden Jahreszeit ist uns willkommen. Wir grüßen die zarten Weidenkätzchen, die sich aus der dunkelbraunen Hülle herausgewagt haben, wir streicheln ihr zartes Fellchen. Lange wirds nimmer dauern, dann leuchten sie im tiefsten Gelb und geben den Bienen ihren Blütenstaub zum Füttern des jungen Nachwuchses. Auch am Haselbusch hängen die länglichen Kätzchen. Jeder Windzug löst bei ihnen eine Wolke von Blütenstaub. Und wenn man genauer zuschaut, dann bemerkt man auch die roten, weiblichen Blüten an den Enden der Zweige, wie sie bereit stehen, um den Blütenstaub zu empfangen. Da muß man immer wieder stehen bleiben. Hier wird der neue Frühling geboren. Hier pulst das Leben. Später, wenn alles blüht und duftet, werden wir verwirrt von der Fülle des Reichtums.. Jetzt aber schauen wir hinein in die Geheimnisse der Natur. Wenn mir eine schwellende Knospe aufbrechen, sehen wir schon, wohl verpackt und ordentlich aufgerollt, die zarten Blättchen und Bluten. Wir schauen in das Herz der Dinge. D^s ist das Schöne in diesen Tagen. Wir wissen wohl, daß noch Stürme und Fröste kommen können, daß ;ber launenhafte April noch zu erscheinen hat, aber beim Anblick der erwachenden Natur vergessen wir dies alles. Wir freuen uns nur, daß wieder einmal ein Winter zu Ende geht. Durch die Menschenherzen ein Stürmen weht, und die Kraft, die tot und versteinert steht, gebannt in Stumpfheit, in Träge gefangen, die reckt sich und atmet in jähem Verlangen ... (Maria Kahle.) Keine Lehrstellenvermittlung durch die Schulen. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen der EinladungenfürdenGauteiter Ich erhalte in letzter Zeit so viele Einladungen zur Teilnahme an Gedenkfeiern, Eröffnung von Ausstellungen und Besichtigungen zu Terminen, die in meiner Arbeitseinteilung keine Berücksichtigung mehr finden können. Es wird mir nach wie vor nicht möglich fein, allen Einladungen Folge zu leisten. Um eine Einladung berücksichtigen zu können, muh ich bitten, diese mindestens vier Wochen vor der beabsichtigten Veranstaltung zur Kenntnis zu geben, damit ich gegebenenfalls eine Teilnahme möglich machen kann. Gez.: Sprenger. höheren Lehranstalten und die Kreis- und Stadt- schulämter eine Verfügung über die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung gerichtet, in der unter Hinweis auf ein früheres Ausschreiben betont wird, daß nach den gegebenen Richtlinien alle Schulen sich der Lehrstellenvermittlungen irgendwelcher Art zu enthalten haben. Lehrmeister, die sich an die Schule wenden, ebenso Lehrstellensuchende, müssen an die Berufsberatung verwiesen werden. Zum Gammelsonntag am 11. März. Wahr ist, daß die Straßensammlungen sich häu« fen, wahr ist aber auch, daß d i e Not in unserem Volke noch groß ist. Jeder prüfe sich vor seinem Gewissen am 11. März, ob er für seine bedrängten Volksgenossen in Wahrheit schon geopfert habe. Der Sozialismus ist Volksgemeinschaft. Wenn der Volksgenosse hungert, ist kein Opfer zu groß. Die Gauführung des WHW. Kaust morgen die Märzplakette! Der Verkauf der Wärz-Plakette für die Winterhilfe findet am morgigen Sonntag im kreise Gießen zum Preise von 10 Pfennig pro Stück statt. 3m Hinblick auf die immer noch große Not ist bei dem Verkauf der Plakette selbstverständlich der Opferfreudigkeit nach oben hin keinerlei Grenze gesetzt. Der Preis von 10 Pfennig stellt nur die Winde st grenze dar. Wer einen höheren Betrag bezahlt, kann sich mit Genugtuung sagen, daß er eine gute T a t in dem Kampfe gegen hunger und Kälte vollbracht hat! Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34. Kreisführung Gießen. Von der Gießener Frauenschaft wurden aus eigenen Mitteln, unter Leitung der Führerin, Pgn. Ilse W r e d e , nachstehende Kleidungsstücke gespendet bzw. angefertigt und dem Gießener Win- terhilfswerk zur Verfügung gestellt: 15 Herrenhemden, 7 Frauenkleider, 21 Kinderkleider, 58 Knabensporthemden, 22 Herrenunterhosen, 120 Paar Frauen-, Herren- und Kinderstrümpfe, 18 Paar Damenhandschuhe, 12 Meter Wäschestoff, 2 Frottierhandtücher, 1 Unterjacke, 1 Kinderjäckchen, 26 Leib- und Seelunterhofen, 19 Damenschlüpfer, 4 Unterröcke, 5 Hemden, 24 Schürzen, 8 Kinderunterhofen, 2 Paar Gamaschen, 2 Mützen, 1 Knabenanzug, 2 Spielhöschen und 1 Kindermantel. Diese Opferwilligkeit, sowie selbstlose Einsetzung zur Linderung der Not unter den Hilfsbedürftigen sei den Frauenvereinen und ähnlichen Organisationen zur Nachahmung empfohlen! Heil Hitler! gez.: K1 ö ß, Kreisführer des WHW. F. d. R. gez.: M o ha u p t, Kreisgeschäftsführer des WHW. Thomas und Wisi. Aus einer Kinderstube. Von JRuff) Schaumann. Dies sind kleine Striche um Thomas und Wisi, nicht anders, als Vogelzehlein sie im Schnee hinterlassen. Vöglein, die bald davonfliegen, Schnee den die Sonne bald schmilzt. Ostervöglein, Schnee, Sonne, die ihr in Gottes Hand ruht, fallt mir nimmer aus Gottes Hand! Wocki - Wocki. Es war Thomas, und Thomas war alleine da. Ein Jahr und ein wenig darüber. Er war klein und war zart. Aus klein und zart zusammen wird zärtlich. Nichts war, das Thomas störte, gut zu fein. So war er ein kleiner freundlicher Sohn. Ach, er baute so gern. Er hatte so kleine Klötze und so eckige Steine, rot wie sein eigenes Röckchen, das man ihm über das graue Kittelchen tat, sollte er auf die Straße gehen, blau wie Mutters Kleid, gelb wie die Sonne. Er hatte fein Bauzeug und eine große Geduld, und es wurden viele Häuser für Thomas durch Thomas, es waren Häuser zum Wohnen, so dachte er, er saß vor seinem Haus: „Mein Haus", sagte der kleine Junge, „Vaters Haus", sagte er wieder, es war so viel kleiner als er. Thomas hatte auch Tiere und Bäume und eine seltsame Sprache, die aus ihm selber war. Er sagte: „Galgal" und das sollte Schildkröte heißen. Er sagte „Wocki-Wocki", das find die Enten, die im Park auf dem See und die aus Holz oder Ton. Er schrie: „velos", das heißt: schnell, und: „fralax", das heißt: böse. Es waren noch nicht viel „Fralax" in seinem kleinen Leben. Thomas stellt feine Tiere auf und feine Baume. Er denkt, er wäre mit ihnen allem, em kleiner Adam im Paradies, bevor Gott die Eva geschickt. Er sitzt mit gekreuzten Beinen, er sitzt so heute noch oft, ein winziger Muselmann. Er bringt em Bäumchen auf feinen runden hölzernen Fuß. Es wackelt ein wenig, dann steht es still. Unb er stellt zwei Enten unter das Bäumchen. „Bäumchen, Blühbäumchen", sagt Thomas, „macht rausche, rausche Blätterlein. Zwei Wocki-Wocki", er stellt ihre Schnäbel dicht zueinander, „zwei Wocki-Wocki küssen sich" — der kleine Junge sinnt über den Ausdruck aller Liebe nach — „küssen sich wie Vater und Mutter." Die Wiege. Und bann ist alles anbers als sonst. Es ist, baß man nicht ruft, sagt ober singt: Thomas, wo ist denn Thomas? Es ist, daß nian durch alle Zimmer geht, schnell aber leise, daß man den Thomas wohl sieht und doch nicht sagt: „Thomas, was machen wir jetzt miteinander?" Es ist, daß der Vater fröhlich ist und die Mutter so blaß in ihrem großen Bett mit dem hölzernen Himmel. All die Kissen unter ihrem Kopf sind weiß, sie ist noch weißer. Sie allein aber sagt zu ihm: „Thomas", aber ihre Augen gehen dabei durch die offene Türe in die Kammer nebenan, als wäre dort irgend etwas, zu dem sie gehört. Oder das zu Thomas gehört. Unb es fehlt boch gar nichts an ihm. Seine Schuh hat er an unb bie kurzen Socken, unb bie Hafenfchlippchen unb bas Ding, bas nicht Kittel, noch schon „richtige" Hose ist. Vater sagt „Säckchen" bazu. Die Mutter schaut so sehr nach biesem anberen Zimmer, unb Thomas läuft biefen suchen- ben Augen nach wie zwei grauen Vögeln, bie leise fingen. Er läuft burch bie große offene Tür, ber sehr kleine Bursch. Er hat seinen lichtgrünen Nock an unb noch sehr bünne Beinchen. Vater sagt: „Heu- pferb". Das kleine Heupferb springt in bie Kammer. Darin ist es über alles still. Die große Sonne kommt über ben Fenstersims an bem Walb von Vaters Büchern vorbei unb ist boch so leise, wie ber kleine Thomas in seinen Hasenschlippchen es niemals vermag, fast hört man Mutters Augenvögel in biefer Stille noch fingen. Dem kleinen Heupferb ist bang. Die Wiese bieses Zimmers ist nicht bie Wiese von sonst, sie buftet nicht mehr nach Büchern unb Tinte unb weißem Papier unb bem Bohnerwachs ber Marie, barüber ber Vater so schilt. Sie buftet ganz anbers. Unb ein frember blauer Kasten ist ba, mit Blumen bemalt unb mt Dingern barunter wie an Thomas Schaukelpferb. Unb ber Kasten ist offen. Thomas wirb ganz blaß. Sein kleines Herz tut ihm weh. Er weiß noch nicht, baß ein Herz in ihm ist, er ment, was wehtut, ist alles rundum: Der blaue Kasten, bie Wiegenbretter, bie Kissen im Kasten barin unb bas kleine Gesicht auj ben Kissen. Dies kleine Gesicht, es hat bie Augen zu unb ist boch keine Puppe. Es macht Schn.äuflein wie bie Hasen bes Jnvaliben brüben in ihrem bretternen Stall, es ist bennod) kein Hase. Die Sonne streichelt es sanft. Thomas stößt nach ber Sonne. Mitten burch bie Sonne stürzt bas kleine blasse Heupferb zu feiner Mutter herein, tief in ihre Hänbe unb Arme. „Nein", sagt es, „nein". „Doch", sagt bie Mutter, „boch", unb sie küßt ihren kleinen Sohn, „nicht so laut, Schwesterchen Wisi schläft." Thomas horcht auf. „Wewe", antwortet er auf bas neue Wort. „Weweh", sagt er bann unb weint bitterlich in Mutters kühle Finger hinein. Thomas ist nun nicht meh allein. Wifi. Ach, Wisi mag so gern essen. Wenn sie morgens aufwacht, sagt sie gleich: „Was gibt es heute zu essen?" Unb sie ißt alles, ißt alles, was man ihr gibt. Manchmal aber nimmt sie sich selber, unb bas barf man nicht. Unb Wisi erhält eine Strafe, aber nicht mit bem Essen unb ihrem herrlichen Hunger, benn, was Gott gibt, barf ber Mensch nicht roieber entziehen. Reis mit Aepfeln ist gut, unb Butterbrot ist sehr herrlich unb Sträußelkuchen ist ein Fest. Unb bie Suppe am Sonntag mit gelbem Stich unb grauem Kloß! Essen ist wunberschön. Eben jetzt wirb roieber gebacken, unb Vater singt mit Thomas allerlei Lieber. Thomas singt so stark, wie ber Vater singt, unb macht seinen kleinen Munb babei, wie ber Vater ihn macht unb verbirgt bie braunen Hellen Augen unter ben gerunzelten Brauen, weil ber Vater so schaut, wenn er singt. Die Mutter hat ein Lieb, bas müssen bie beiben „Männer" ihr immer roieber fingen, weil es bie Mutter so lieb hat. Das hebt an: Still, still ... Aber Mutter wartet immer auf ben anberen Vers, bann wirb ihr Gesicht so wie in ber Frühe bie Sonne im Morgenrot an bie Wcmb ber Kinber- ftube kommt. Unb Thomas unb Vater singen: „Groß, groß, groß, bie Lieb ist übergroß" — Mutters Gesicht ist schon roieber wie bie Frühe, wenn bie Sonne erscheint. Wisi hat bas Lieb schon oft gehört, sie kann es nun lang, sie will Mutter auch Freube machen, Freube roie Essen, Essen ist boch so schön, ihr kleines runbes Gesicht wirb auch roie ein Morgenrot, wenn bie Schüssel erscheint. Immer sagt Wisi bann: „Noch mal", auch bie Mutter sagt setzt: „Bitte, noch mal", unb Thomal unb Vater singen: „Still, still" ... unb nun kommt ber britte Vers: „Groß, groß ..." — Mutter soll sich freuen, bie kleine Wifi stimmt ein: „Kloß, Kloß, Kloß, bie Lieb ist über Kloß!" — Zeitschriften. — Im Märzheft ber „Zeitroenb e" (Verlag H. C. Beck München unb Berlin) zeigt Grünbier, baß bie friebfertige Außenpolitik bes nationalsozialistischen Deutschlanb kein taktisches Augenblicksmanöver ist, fonbern mit innerer Notroenbigkeit aus bem nationalsozialistischen Ethos unb bem völkischen Staatsgebanken heroorroächst. Die Erkenntnis, baß hier eine neue politische Gesinnung am Werk ist, baß ber Gebanke einer aufrichtigen Verstänbigung von Volk zu Volk eine selbstverstänb- liche unb notroenbige Folge bes völkischen Staats- gebanfens ist, diese Erkenntnis ist ben Staatsmännern bes 3U Enbe gehenben imperialistisch^ Zeitalters nur schwer zugänglich. — Freilich: „Das Wettrüsten in ber Welt geht weiter"; hierüber unterrichtet militärisch knapp unb klar eine „RaM bemerfung bes gleichen Heftes. — Christian Keyßer greift resolut in eine anbere jetzt viel umstrittene Frage: „Altes Testament unb .heutige Zeit". — Noch eine britte große Gegenwartsfrage schließlich kommt in bem Heft zur Sprache: bas Verhältnis von Kirche unb Staat. Klar unb fachlich legt Rubolf Oeschey Luthers Urteil über sie bar. Zwischen biefen Beiträgen finbet sich bie Fortsetzung von Hilbur Dixelius' Roman „Die Sünberin" unb ein graziöses humorvolles Märchen bes elsässischen Dichters E. Reinacher „Der Taschenspiegel". — Westermanns Monatshefte bringen im Märzheft einen beachtlichen Artikel von Dr. Paul Joseph Cremers „Danziger Künstler", ber bas künstlerische unb geistige Bilb ber besten Maler Danzigs zeigt, unter benen bie stärksten Begabungen ber ostbeutschen Kunst überhaupt zu finben finb. Diese Kunst aus ber Seele bes beutschen Ostraums trägt ben Stempel fortschrittlicher Könnerschaft. Weiter ist aus bem Heft besonbers hervorzuheben ber Aufsatz von Dr. Johann von Seers: „Polen unb Deutschlanb in ber geistigen Berührung". Der Verfasser sucht zum 'Polenabkommen kulturelle Gebauten beizutragen, um zu zeigen, auf welchen Gebieten sich bie beiben Nachbarvölker bisher berührt haben. Die Novelle „Zwischen Traum unb Tag" von Georg von ber Gabelentz behanbelt ein Liebeserlebnis, bas mit seltsamen seelischen Fäben zwischen ber Wirklichkeit unb bem Ueberwirklichen versponnen ist. In bem farbigen Beitrag: „Bühnenbiiber von Hugo Asbach fr." werben neue Szenenentwürfe für Oper unb Schauspiel, barunter Mussolinis Schauspiel „Hunbert Tage", gezeigt. — Eine große Vorschau auf bie kommenbe Mobe gibt die Leipziger Illustrirte Zeitung in ihrer neuesten Nummer. Ueber dreißig Modelle in Photo und Zeichnung geben zusammen mit dem erklärenden Text ein umfassendes Bild der künftigen Modegestaltung. Neben der reichen künstlerischen Ausstattung bietet bas Heft eine Würbigung bes Malers Rubolf Schramm, Zittau, ber jetzt 60 Jahre alt würbe. Beiträge über Erbbebenforschung unb über Echtheitsprüfung bei Wertgegenständen bringen außer dem guten Unterhaltungsteil einen reichhal- tigen und vielseitigen Lesestoff. Ein Theaterbilb- bericht, Aufnahmen aus dem Variets, Bilder der Zeit und eine ausführliche Literaturecke mit einem Aufsatz von Will Vesper „Zeitwende in der Dick)- hing" tragen bei zu einer Vielgestaltigkeit des Heftes. Ortsgruppe Sießen-Süd. Oeffenttiche Versammlung der Ortsgruppe am Mittwoch, 14. März, pünktlich um 20 Uhr, im (Safe Leib. Ls spricht der Gaupresseamtsleiter P g. Woweries, Frankfurt. Anschließend Aufführung des Schauspiels „Volk ohne Heimat" durch die Spielschar des DHV. Der Besuch der Veranstaltung ist für alle p g. Pflicht. Alle übrigen Volksgenossen sind herzlich eingeladen. Programme, die als Eintrittskarten gelten, find zu 10 und 20 Pfennig bei allen Amtswaltern der Ortsgruppe zu erhalten. Ewald, Propagandaleiteri Generalversammlung der Dolksbank Gießen e.G.m.b.H. Diese dem Ländlichen Genossenschaftsverdand Rhein-Main-Neckar in Frankfurt a. M. angeschlossene Kreditgenossenschaft hielt am Mittwoch ihre ordentliche Generalversammlung ab, die von 230 Genossen besucht mar. Den Vorsitz führte Herr Seltmann (Heuchelheim). Aus oem Geschäftsbericht interessieren besonders folgende Angaben: Die Zahl der Genossen beträgt 500. Der Umsatz ist um 1,4 Mill, auf 19,1 Mill. Mark gestiegen. Die Einlagen betragen 583 418 Mark, die Reserven 41026 Mark, die Geschäftsguthaben der Genossen 125 016 Mark. Bei einer Bilanzsumme von 825 329 Mark wurde ein Reingewinn von 6612 Mark erzielt, der zu einer 4prozeniigen Dividende und zur Stärkung der Reserven Verwendung findet. Zweidrittel der Mitglieder wohnen auf dem Lande. Das Fundament der Bank ist der Bauernstand, der auch im Dritten Reich wieder mehr in den Vordergrund tritt. Es sind aber auch zirka 200 Geschäftsleute, Beamte, Angestellte und Arbeiter beteiligt, und zwar vorwiegend solche, die Beziehungen zum Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das verliebte Hotel". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die W«lt ohne Maske". — Eisenbahn-Verein, 20 Uhr, Kath. Vereinshaus, Unterhaltungs- und Werbeadend. — Turnverein von 1846, 20.30 Uhr, „Postkeller", ordentliche Hauptversammlung. — Fünfziger-Bereinigung 1880/1930, 20.30 Uhr, Cafe Leib, Fahnen- Uebergabe. — NSLB. Kreis Gießen, 15.30 Uhr, Turnhalle der Oberrealschule, Kreisversammlung der Fachschaft „Höhere Schule". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater 19 bis 22 Uhr: „Die gold'ne Meisterin". — Gießener Konzertverein, 17 Uhr, Universitäts-Aula, Klavierabend: Professor Wilhelm Backhaus. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, 3. Jahresausstellung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Das verliebte Hotel". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Welt ohne Maske" — Bienenzüchter, 14 Uhr, „Aquarium", Kreisschulungsversammlung. — Evangelischer Bund, 20 Uhr, Stadtkirche, Vortragsabend. — Schachklub 1858, 14.30 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Wettspiel gegen Bad-Nauheim. — Ev. Stadtmission, Löberstraße 14, 20.15 Uhr, Vortrag „Die glückliche 2. Ehe". — Hotel Schütz, 10 bis 19 Uhr: Kunst-Ausstellung. — Aus dem Stadttheaterbüro: Morgen, Sonntag, die Operette „Die gold'ne Meisterin" von Eyßler. — Dienstag, 13. März, Lustspiel „Schneider Wibbel". — Mittwoch, 14. März, Lustspiel „Schneider Wibbel". — Freitag, 16. März, Operette „Der verlorene Walzer". — Sonntag, 18. März, Operette „Der verlorene Walzer". (Siehe heutige Anzeige.) — Der Schachklub 18 58 Gießen trägt morgen im Haus der Deutschen Arbeitsfront ein Wettspiel gegen Bad-Nauheim aus. (Siehe heutige Anzeige!) — Der Bauersche Gesangverein veranstaltet am Samstag, 17. März, ein Jubiläumskonzert anläßliche seines 70. Stiftungsfestes. (Siehe heutige Anzeige.) ein Volkstag der Inneren Mission sein. Es sollen in dieser Zeit für die Innere Mission, für Gemeindekrankenstationen, Kinderschulen, Vereine und Anstalten, die im Dienste der brüderlichen Hilfe an notleidenden Volksgenossen stehen, Gaben gesammelt werden. Infolge mancherlei anderer vordringlicher Aufgaben mußte das große Liebeswerk der inneren Mission in Deutschland, das schon unendlichen Segen gestiftet hat, im vergangenen Winter zurücktreten. Zur Erhaltung der volksnotwendigen Arbeit wird jedoch in der geplanten und genehmigten Werbewoche aufgerufen werden. ** Wiedersehensfeier alter Solda - t e n. Die Kameradschaft des ehern. Res. Inf. R e g t s. 4 41 veranstaltet am 5. und 6. Mai in Gelnhausen ihre erste Wiedersehensfeier der alten Regimentskameraden. Näheres über die Veranstaltung ist durch Kamerad Bommersheim- Bettenhausen, Post Lich-Land, zu erfahren, der auch Anmeldungen entgegennimmt. ** Vortrag über Erdstrahlen. Gestern abend sprach im Caf6 Leib Major a. D. Söding über das Thema: „Die negativen elektrischen Erdstrahlen und ihre Einwirkung auf den menschlichen, tierischen und pflanzlichen Organismus." Die Ansichten über Erdstrahlen seien — so führte der Redner u. a. aus — sehr heftig umstritten gewesen, ja die Erdstrahlen seien geleugnet worden. Von Strahlen sei in den vergangenen Jahrzehnten viel geredet worden, die Erdstrahlen aber seien erst seit neuerer Zeit bekannt und in ihren Wirkungen beobachtet. Längst bekannt sei es, daß man über Wasseradern, die sich als besonders gute Leiter der Erdstrahlen erwiesen, immer schlecht schlafe. Auch Erdspalten seien gute Leiter. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem Herkommen der Erdstrahlen aus der Magma, den Methoden ihrer Feststellung durch die Wünschelrute, die aber nur in der Hand des zum Wünschelrutengänger prädestinierten Menschen Wasserläufe und Erdspalten aufzeige. Auf jedes Metallvorkommen im Erdboden schlage die Wünschelrute anders aus. fen. 22.40: Zwischenprogramm. 23: Das hohe & Tenors singen auf Schallplatten. 24 bis 1: Nachtmusik. Dienstag, 13. Marz. 6.05 Uhr: Gymnastik. 7.10: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Unter Tieren." Zum Todestag von Manfred Kyber. 17.45: Lieder von Hugo Wolf. Gesungen von Ly Hofmann. 18: „Wie sieht es heute in der deutschen Wirtschaft aus?" Berichte. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50 Sozialdienst. 19: Stunde der Nation: „Bayerisches Salz". 20.10: „Tafelrunde in Sanssouci." Ein Spiel im Jahre 1752. 21: Russische Musik. 22.15: Du muß wissen. 22.40 Zwischenprdgramm. 23: Hugo Wolf zum Gedächtnis. 23 bis 24: Nachtmusik. Amtsgericht Gießen. Ein in Gießen wohnhafter Mann erhielt zwei Strafbefehle in Höhe von 20 und 12 Mark, weil er in der Gemarkung Gießen mehrmals Obst gestohlen haben sollte. In der gestrigen Hauptoerhandlung wurde der Angeklagte freigesprochen. Schöffengericht Gießen. Zwei Männer aus Heldenbergen wurden in erster Instanz zu je 10 Mark Geldstrafe wegen Unterschlagung, einer der Angeklagten wegen Hausfriedensbruchs außerdem zu 15 Mark verurteilt. Die gestrige Berufungsverhandlung ergab folgendes Bild: Die Angeklagten hatten eine Hockschar auf dem Felde gefunden. Der Eigentümer sandte wiederholt seinen Knecht zur Abholung. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Angeklagten den Eigentümer aufforoerten, die Hockschar selbst abzuholen. Damit fehlt ein wesentliches Moment der Unterschlagung, nämlich die Aneignungsabsicht, und es Wirksame Verkaussweebung Ohne umfassende Werbung kein gesteigerter Verkauf! Mit Ihren Osterangeboten müssen Sie an jede Familie, an Mann und Frau, an Jungens und Mädels herankommen, soweit sie überhaupt kn der Stadt einkaufen können. Dieses Ziel erreichen Sie mit Ihrer Anzeigenwerbung in der Heimatzeitung,- sie ist die Zeitung der Familie, sie wird von jedermann gerne gelesen. Dieses Vertrauensverhältnis überträgt sich auch auf Ihre Werbeanzeigen. Oie beiden Samstagsnummern des Gießener Anzeigers vom 17. und 24. März werden als Osterwerbung in jeder Familie Gießens, in jedem Hause des Kreises und des benachbarten Lahn- und Biebertals verbreitet werden. Ss erhält also die Heimatzeitung zu den beiden Sonntagen vor Ostern jede Familie, auch diejenige, die auf Eigenhaltung des Gießener Anzeigers verzichten muß. - Nützen Sie diese außerordentliche und billige Werbegelegenheit fite das lOftevgeschäft Land haben. In der Generalversammlung sitzen von jeher Städter und Bauern nebeneinander, weil sie wissen, daß hier die Volksgemeinschaft gepflegt und nach alten genossenschaftlichen Grundsätzen besonders der wirtschaftlich Schwache betreut wird. In dem ausführlichen Bericht behandelte Direktor Hartmann die politischen und wirtschaftlichen Erneuerungen, das große Reformwerk des Führers und Reichskanzlers Hitler und Reichsbauernführers D a r r 6 und zog eine Parallele zwischen Nationalsozialismus und Genossenschaftswesen. Ferner wurden die aktuellen Fragen im Spar- und Kreditgeschäft besprochen. Drei Mitglieder der Verwaltung (Jäger, V o l k m a n n , Doll) sind freiwillig zurückgetreten, weil sie auch in ihrer Dorfgenossenschaft führend tätig sind. Der Direktor dankte den drei Herren für ihre langjährige treue Mitarbeit. Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck wurde 3um Vorsitzenden des Auffichtsrates, Geschäftsführer Fritz (Heuchelheim) von der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft wurde in den Aufsichtsrat und Mol- kereibesitzer Hans Grieb (Gießen) in den Vorstand gewählt. Nach 2^stündigen Verhandlungen wurde die Versammlung mit einer Ehrung unseres Dolkskanzlers geschlossen. polizeibencht. In den Geschäftsräumen der Hitler-Jugend im Asterweg wurde ein Einbruchsdiebstahl begangen, wobei eine Stahlkassette mit holzfarbigem Anstrich in der Größe 10:15:7 Zentimeter entwendet wurde. Aus einem Keller in der Roonstraße wurden mittels Einbruchs mehrere Flaschen Wein gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen an die hiesige Kriminalpolizeistelle, Zimmer 5, erbeten. Mehrere in letzter Zeit begangene Fgbrraddieb- stähle konnten durch die Feststellung der Täter auf- geklärt werden. Bei den Tätern handelt es sich um Schüler, die noch im strafunmündigen Alter stehen. Zwei Herrenfahrräder und ein Damenfahrrad wurden den Geschädigten zurückgegeben. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n , 10. März. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,39 Mark. Kochbutter 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf , Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 8, Wirsing, das Pfund (gelb) 15 bis 20, (grün) 20 bis 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 30 bis 35 Pf, Feldsalat 1 bis 1,20 Mark, Zwiebeln 10 bis 12 Pf, Meerrettich 35 bis 45, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3 Mk., Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 15 bis 25, junge Hähne 80, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. «ornotizen. — Tages kalender für Samstag: Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr: „Das Konzert". — ** Justizperfonalle. Der Justizinspektor bei dem Amtsgericht in Gießen, Wilhelm Klaus, wurde durch den Herrn Reichsstatthalter in Hessen auf Vorschlag der Hessischen Regierung mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an zum Ob'erjustizinspek- tor bei dem Amtsgericht in Vilbel ernannt ** Eine Aenderung der Müllabfuhr- Gebührenordnung durch eine Ergänzung wird von der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Letzte Brennholzoer st eiaerungen der Stadt Gießen werden von der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Eine öffentliche Mahnung richtet die Gießener Stadtkasse im heutigen Anzeigenteil an säumige Zahler. Es fei besonders darauf hingewiesen. ** Den Einbau der Ga r te n w a s ferme s s e r betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Gas- und Wasserwerkes Gießen im heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** DieSchweinezwischenzählung, die am 5. März in den beiden hiesigen Polizeibezirken durchgeführt wurde, ermittelte im Polizeibezirk I 256, im Polizeibezirk II 195, insgesamt also 451 Schweine. Nichtbeschaupfllchtige Hausschlachtungen wurden für den Zeitraum vom 1. Dezember 1933 bis 28. Februar d. I. 14 gezählt. ** Das Museum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Eine Kundgebung der NS. - Frau- enschaft Gießen für alle vier Ortsgruppen findet am nächsten Montag, 20.15 Uhr, im Saale der Liebigshöhe statt. Zu der Kundgebung sind auch die dem Deutschen Frauenwerk angehörenden Verbände eingeladen. ** Die Gewerbeschule Gießen und ihre Nebenanstalt geben jedem handwerklich Vorgebildeten oder auch solchen, die infolge Mangels an Lehroder Ausbildungsstellen sich zunächst fachlich vorbereiten wollen, Gelegenheit zur Ausbildung. Auch können in den Lehrwerkstätten und Laboratorien praktische Kenntnisse erworben oder vertieft werden. In Frage kommen vor allem Maurer, Zimmerer, Schreiner, Maler, Autoschlosser, Maschinenschlosser und Elektriker. Man beachte die heutige Anzeige. ** Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den städtischen Waldungen kosteten Eichenschei- a 2. Klasse 7 Mark je Raummeter, Kiefern- fö£0Cr 1Ä 6 Mark. 2. Stoffe 5 Murk, Fichten- Weiter 1 »taffe 6 Work. 2. Stoffe 4 Mark, Eichen- tnuppet 1. Stoffe 6,50 Mark, 2. Klasse 6 Mark, Kie- KnU.PP». Klasse 5,50 Mark, FichtenknÜppel 4 Mark, Bwkenkniippel 7,20 Mark je Raummeter; Kiefernreisig 13 Mark je 100 Wellen; Fichtenderb- m?n0.en I ,1' J’20 Mark fe Stück, 2. Klasse 0,90 Mark und 3. Klasse 0,60 Mark. EPch. Allgemeine deutsch- Gamm- lUnA.r .Innere Mission. In ganz Deutschland wird m der Zeit pom 14 bis 20. April An vielen Beispielen kam der Vorttagende dann auf die Wirkungen der Erdstrahlen in gesundheitlicher Beziehung zu sprechen, referierte über die Möglichkeiten, den Gefahren zu begegnen, zeigte an Hand von Zeichnungen, wie schon durch ein Verrücken des Bettes eines Krankes oder Krankheitsanfälligen aus der Zone der Erdftrahlen Besserung ja sogar Heilung innerhalb kürzester Zeit möglich sein solle. Er betonte, daß Kranheitserscheinungen naturgemäß nicht allein von Erdftrahlen hervorgerufen würden, sondern auch durch die Lebenshaltung, durch die Ernährung usw. Weiter erörterte er die Auswirkungen der Erdftrahlen auf den tierischen und pflanzlichen Organismus. Mit Hilfe von Entstrahlungsapparaten könne man den Wirkungen der Erdstrahlen entgegentreten. In regem Gedankenaustausch, mit kritischen Fragen verschiedener Zuhörer, mit kritischen Aeußerungen eines jungen Geologen, der auf Grund einer geologischen Fachzeitschrift zum Thema sprach, sowie mit praktischen Demonstrationen mit der Wünschelrute im Saale sand der Vortragsabend, zu dem der Verkehrsverein und der Hausbesitzerverein eingeladen hatten, seinen Abschluß. JRunöfunfprogratnm. Sonntag 11. März. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.25: Gymnastik. 8.45: Evangelische Morgenfeier. 9.30: Fröhliche Morgenlieder. 10: Katholische Morgenfeier. 10.45: Stunde des Chorgesangs. Ausführung: Gesangverein „Liederkranz", Ruppertenrod. 11.30: Österreichische Volksmusik. 12: Mittagskonzert. 12.50: Militärkonzert. 13.10: Sang und Klang aus Oesterreich. 14: „Prinz Eugen." Don Rudolf Knappman. 14.10: Horbericht vom Treffen der Arbeiterjugend in Essen. 14.30: Stunde des Landes. Das Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse. 15: Konzert. 16: Kinderstunde „Der kleine Mozart". Hörbild. 17: Nachmittagskonzert. 18: „Bei den Fledermäusen im Winterquartier." Horbericht aus den 300 Meter tiefen Stollen der Burg Hohensolms 18.30: Uhr Von Luxemburg: Fußball-Länderspiel Deutschland — Luxemburg. Horbericht. 19: Fröhliches Zwischenspiel. 19.30: Reichssendung: Musik aus Oesterreich. 22.15: Du mußt wissen. 22.40: Freiburg: Beim Scheibenschlagen im Schwarzwald. Horbericht. 1 bis 2: Nachtmusik. Ulonfag, 12. März. 6 05 Uhr: Gymnastik. 7.10: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Liedes: „Robert Schumann". 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: „Typen deutscher Geschichtsphilosophie', Vorttag. 17.45: Klaviermusik. 18: Stunde der Jugend: „In der Heimat des Führers". 18.25: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Von Leipzig: Stunde der Nation. Johannes Brahms: Fünfzehn Romanzen. 2010- Konzert. 21.15: „Deutschland und die Deutsche Front an der Saar" Horbericht. 22.15: Du mußt wis- mußte Freisprechung erfolgen. Bezüglich des Hausfriedensbruches, den sich der Angeklagte anläßlich eines Besuches im Nachbarhause zu Schulden kommen ließ, wurde das Urteil der Vorinstanz aufrechterhalten. Kunst und Wissenschaft. „Ländlicher Totentanz", eine Funkdichtung. Die Reichssendeleitung teilt mit: Der Deutschlandfender hat eine neue Funkdichtung „Ländlicher Totentanz" von Bruno Nelissen- H a k e n zur Uraufführung angenommen. Das Stück stellt die Schicksale der Höfe eines Dorfes dar und wird besonders interessant durch die Einfügung neuer Volkslieder, in denen heutige Probleme des Bauerntums in volksliedhafter Form behandelt werden. Großer Erfolg des deutschen Pianisten Gieseking in Washington. Auf Einladung des deutschen Botschafters Dr. Luther gab der Pianist Walter Gieseking in der deutschen Botschaft in Washington in Anwesenheit des Kriegsministers und anderer Mitglieder des amerikanischen Kabinetts sowie des italienischen und japanischen Botschafters, weiterer Mitglieder des diplomatischen Korps und der Wafhing. toner Gesellschaft ein Konzert. Er erzielte großen Erfolg. Die Zuhörer zwangen ihn durch begeisterte Beifallskundgebungen zu mehreren Zugaben. Die Absetzung des Films „Katharina die Große". Auf Grund der bei der Berliner Erstaufführung des Filmes „Katharina die Große" oorge- kommenen Demonstrationen hat der PräsLent der Reichsfilmkammer Vorsorge getroffen, daß weitere Vorführungen des Films mit der jüdischen Darstellerin Elisabeth Bergner nicht mehr stattfinden. Der Film, der von der deutschen Bevölkerung in entschiedener Form abgelehnt wurde, ist vom Spielplan abgefetzt worden. Kirche und Schule. Htreis Wetzlar. O Hochelheim , 8. März. Pfarrer Schneider von hier, der in den Hunsrück versetzt worden ist, hielt dieser Tage im Rahmen einer Ab- schiedsfeier der evangelischen Gemeinschaft und der Frauenhilfe im evangelischen Dereinshaus feine Abschiedspredigt. Posaunenvortrag und ein Lied des Frauenchores eröffneten die Feier. Pfarrer Koch (Lützellinden) wies in einer einleitenden Ansprache auf die Treue und Gewissenhaftigkeit im Dienst hin mit der Pfarrer Schneider fein Amt während seiner 7^jährigen Tätigkeit in der Gemeinde ausgeübt hatte. Pfarrer Schneider dankte in feiner Abschiedspredigt der Gemeinde. Der Leiter der evan- gelischen Gemeinschaft, Maurermeister Schuster e dem Scheidenden den herzlichsten Dank der inschaft aus. Für die Frauenhilfe sprach Frau Witwe Jung. Chorgesänge des Frauen- und des gemischten Chores und ein Abfchiedsgedicht des Frauenvereins, von einer Schülerin vorgetragen« umrahmten die Ansprachen. „Die Stimme seines Herrn." Der deutsche Schäferhund ist treuester Zreund. April 1899! Freunde der Kynologie hatten sich in Karlsruhe zu einer Ausstellung von Hunden aller Rassen ausgeschwungen. Unter ihnen fällt die kleine Gruppe einer mittelgroßen, meist in grauer Wolfsfarbe vertretenen Rasse bald auf, da der Ausdruck überaus intelligent, der ganze Hund sehr beweglich ist, unentwegt seinem Herrn folgt und größte Treue und Anhänglichkeit verrät. Man hat diese Hunde noch wenig gesehen. Auf Ausstellungen erschienen sie in geringer Zahl, in der Stadt gab es wenige Vertreter. . , r. ri Wer hatte Gelegenheit, diese Rasse bei mtenswster Arbeit auf den Hängen der schwäbischen Alm, den Fluren Thüringens und Sachsens zu beobachten? Wie der Hund dort arbeitete, unermüdlich, aus- Hunger und Kälte richten sich nicht nach dem Kalender! Doppelte Opfer sind im Monat März notwendig! dauernd, hatten nur wenige gesehen, und die es sahen, hatte er sich zu Freunden „gearbeitet". In Karlsruhe waren solche Freunde dieser Hunderasse erschienen und hatten es sich zur Aufgabe gestellt, sich dieser Arbeitsrasse anzunehmen. Damit war die Gründung des Vereins für deutsche Schäferhunde (SV.) beschlossen. Die Gründer hatten es sich damals sicherlich nicht träumen lassen, daß chre Bewegung einstmals die größte auf diesem Gebiete in Deutschland werden würde. Ziel war, diesen urdeutschen Arbeitshund den Mitmenschen zugänglich und nutzbar zu machen. Aeußeres und Charaktereigenschaften des Schäferhundes erleichterten den Gründern wesentlich die gestellte Aufgabe, denn bald hatte der Schäferhund gezeigt, daß er nicht nur bei seinem Urberuf, dem Hüte- und Wachdienst, zu gebrauchen war, sondern daß er die Eigenschaften in hervorragender weise befaß, die ihn befähigten, fast auf allen Gebieten, auf denen der Mensch sich den Hund nutzbar gemacht hat, verwendet zu werden. In Deutschland wurde damals mehr noch als heute die „Hundelei" von vielen als Spielerei und mit scheelen Augen als überflüssig angesehen. Daher kam auch oft die nicht zu verstehende scharfe Besteuerung. Das verdroß aber die Freunde des deutschen Schäferhundes nicht, ihr Ziel unbeirrt zu verfolgen. Sie wußten, daß nur durch zielbewußte Zucht, verbunden mit dem Herausholen und der Festigung der im Schäferhund ruhenden Eigen- schäften die Rasse zu fördern ist. Um grundlegende Unterlagen festzuhalten, wurde gleich nach der Gründung des Vereins das erforderliche Zuchtbuch angelegt, in dem nicht nur die reinrassigen älteren Schäferhunde Aufnahme fanden, sondern bald wurde die Rasse in ihren Einzeltieren im Wurfe erfaßt, der auch heute noch im Alter von 8 Wochen zu melden und einzutragen ist. Erfolge auf Ausstellungen, Schauen und Prüfungen aller Art, wie Preishüten, Jugendoeranlagungsprüfun- gen, Zuchtprüfungen, Schutzbund-, Polizeihund-, Suchhund-, Meldehund- und Sanitätshundprüfungen, wurden von jeher sorgfältig nach eingehender Prüfung der Unterlagen gebucht sowie Anlage und Leistung der Einzeltiere, die für den Weiterbau der Zucht in Frage kommen, der Nachwelt erhalten. Polizei und Heer wurden dann auch bald auf den Schäferhund aufmerksam und ließen sich seine Brauchbarkeit nicht entgehen. So war es eine Selbstverständlichkeit, daß der Hund nach und nach immer weitere Kreise in seinen Bann zog und der Mitgliederbestand des SV. bald von einigen Hundert in die Tausende stieg. Nach löjähriger Aufbauarbeit kam der Weltkrieg. Aus dem kleinen Häuflein von 1899 war einer der mächtigsten kynologischen Vereine geworden. Die viel belächelte „Hundelei" zeigte bald, wie sie auch Dienst am Vaterland leisten konnte. Auf Anregung des Vorstandes wurden im Laufe des Weltkrieges über 20 000 deutsche Schäferhunde aus den Reihen der Vereinsmitglieder dem Vaterland kostenlos zur Verfügung gestellt. Was die Hunde alles geleistet haben, können die bezeugen, die Gelegenheit hatten, die Arbeit dieser Tiere als Posten-, Wach-, Patronen-, Kabel-, Sani- täts- und Meldehunde zu erleben und zu beachten. Wie mancher von den Soldaten verdankt sein Leben diesem treuen, vierbeinigen Kampfgefährten in großer Zeit. Wie vielen Familien ist der Vater, Bruder, Ernährer, Sohn, durch die Kampfarbeit des Hundes erhalten geblieben! Das Weltringen ging zu Ende. Wohl war der Bestand an deutschen Schäferhunden im Kriege zusummengeschmolzen. Die Bewegung aber war gewachsen. Freund und Feind hatten den Wert des Schäferhundes durch seine im Kriege gezeigte Brauchbarkeit und Genügsamkeit voll erkannt, und als Folge setzte bald der Siegeszug dieses Hundes durch die ganze Welt ein. heule finden wir den Schäferhund in allen fünf Erdkeilen vertreten. und jährlich werden noch größere Mengen von guten Hunden zu den höchsten Preisen, die für die Siegerexemplare in die fünfstelligen Zahlen gehen, gekauft und ausge-führt. Preise in vierstelligen Zahlen sind an der Tagesordnung. Eine gewisse Befruchtung der Wirtschaft und Schaffung von Devisen, wenn auch in verringertem Umfange im Verhältnis zur großen Allgemeinwirtschaft, darf nicht verkannt werden. Man sah ein, daß nur durch zielbewußte Zucht auf gute Anlagen und Leistungen in einem vollendeten Gebrauchshundegebäude große Werke geschaffen werden können. Der Verein für deutsche Schäferhunde führte daher vor 12 Jahren als erster Zuchtverein einer Hunderasse die Körung ein, und lehnte sich hierbei an die landwirtschaftlichen Körungen auf dem Gebiete der Pferde- und anderen Zuchtarten an. Der Erfolg blieb nicht aus. Die erfolgreichsten Tiere, die besonderen Wert besitzen und auch vom Auslande bevorzugt gekauft werden, entstammen durchweg der Körzucht. Roch heule verfügt der SV. über elwa 15 000 Mitglieder aus aller Welt, schützte in seiner Organisation über 40 000 Zwingernamen, trug über 450 000 rein gezüchtete Deutsche Schäferhunde in sein Zuchtbuch ein, hält im Jahre über 100 Schauen und Ausstellungen ab, prüft auf über 1000 Veranstaltungen verschiedenster Art Wesen, Eigenschaften und Leistungen seiner Zuchtprodukte, fördert die Ausbildung der Tiere auf über 800 Uebungsplätzen der Gruppen, von denen sich etwa 900 in 30 Landesverbände organisiert haben, unterhält mit den größten kynologischen Gebilden des Auslandes durch Gegenseitigkeitsverträge die beste Fühlung. Auch unsere Führer haben sich den deutschen Schäferhund als Beschützer und Hausgenossen erkoren. Unser allverehrter Reichspräsident zeichnet als Ehrenmitglied des SD. und unser Volkskanzler Adolf Hitler ist schon langjähriges orgentliches Mitglied des Vereins für deutsche Schäferhunde. Vornehmste Aufgabe der Vereinsleitung und ihrer Unterorgane ist und bleibt die Pflege der guten Beziehungen zu den einzelnen Behörden, die wiederum ihr Verständnis für die Bestrebungen durch Unterstützung der Veranstaltungen bei jeder größeren Gelegenheit kund tun. Welche wirtschaftlichen Werte und Vorteile die Bewegung mit an hervorragender Stelle schaffen hilft, geht aus Zusammenstellungen hervor, die besagen, daß aus Ergebnissen durch deutsche Hundezucht und -Haltung, Umsätze, die an Milliarden heranreichen, geschaffen werden. Die Deutsche Reichsbahn besoldet allein 1800 Lokomotivführerfamilien aus den Einnahmen der Hundebeförderung. Der Umsatz bei der Post, durch Eewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck Derbofen 25. Hiehungstag 8. März 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 ®etoinne gu 5000 M. 21657 22234 305532 8 (Gewinn« zu 3000 M. 231321 2,0309 2-0442 387066 8 Gewinn« io 2000 M. 1167 502b 44320 314197 18 Gewinne -u 1000 M. 25874 47466 95795 154536 214942 316885 328398 331983 3'3575 60 Gewinne zu 500 9T(. 34770 45264 50691 60750 73655 75671 83550 87435 98714 111860 120169 121950 150769 153355 170982 189004 198189 234982 249660 268157 279451 24023 300364 320942 326783 336976 376887 381709 392509 395001 420 Gewinne zu 300 W. 82 8720 12595 12781 16490 18119 19291 22273 23212 25860 25873 26588 29636 30203 35580 35805 36773 37632 42951 45571 52934 54233 57014 57997 64505 66758 68449 69027 69734 71532 73438 74545 75256 75421 77295 84727 92204 96101 96440 96895 96981 98108 98402 98546 100974 101441 103070 103438 106932 107674 108822 109424 110344 111682 112154 118118 119436 119715 127671 135841 136759 140761 141207 142849 146152 146223 149539 150046 150487 150808 150929 158265 169340 162886 163148 165928 166744 169201 169959 170011 171726 181857 183005 183612 184933 187067 191044 196755 198802 201201 202825 204323 204974 205563 207945 208548 212077 212223 212892 213387 217956 220224 223143 223311 227919 230115 232431 232912 237358 240138 244256 247618 248624 252565 253776 254033 264649 254848 254924 256338 263586 259642 260749 261834 264285 266689 267391 268047 269206 269826 272384 276379 277144 278150 279367 280983 284564 286333 286777 287082 288135 291497 293016 294114 295071 297639 299068 299915 300137 300920 300943 302826 304187 304767 305852 309802 310418 314879 315175 315849 316252 316769 319310 323994 324847 325199 330172 330727 330819 333734 333884 335489 340568 341106 341834 344069 350446 350707 361532 365800 356580 350169 360678 361592 364428 364843 369584 372002 372157 373224 375927 377169 377419 37* * * * * 6 7 8566 379347 379619 380072 381396 383337 385866 387216 388006 388447 389039 391216 391289 393357 395499 398406 399605 8. März 1934 25. Ziehungstag ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 it-u gezogen 8 Gewinn. 8u 2000 M. 95100 141357 151531 296853 182926 20 Gew'nno »u 1000 M. 122747 175738 199502 210100 269588 242571 311000 387635 376027 50 Gewinne m 500 M. 14236 65381 75371 104796 110244 147992 149334 171186 171493 174991 196242 197794 225618 227042 228174 236032 237374 250322 262434 264581 287028 367605 390577 374489 2/3232 320 Gewinne zu 300 M. 1751 9833 10735 17129 17732 17846 22049 26128 26251 27645 32318 39183 40198 47588 50810 54800 54826 55487 57087 64261 65166 65593 66731 73912 79375 80329 86797 88569 91253 92020 100376 100585 107816 112307 112325 112437 113524 114064 114315 116351 118275 119633 125660 123194 126276 127717 132356 132500 133115 133739 137733 137847 140630 147835 148623 148781 155405 155909 155981 162050 171519 171722 172722 176625 179258 184068 184874 191802 192046 193981 198045 203113 203291 205641 206924 210611 213992 214473 214480 216477 216902 219009 220773 225225 226614 233938 236334 236726 237311 241965 2327.5 243612 244101 244498 247716 247927 249900 250050 250062 251225 251842 254940 255055 260023 261807 262552 278935 285576 286349 287556 290680 291420 291769 294117 294729 294919 297408 298824 299602 301720 303674 304156 304630 305388 305469 306281 306503 310409 312817 313131 314560 320060 320971 322910 324632 328188 333563 334303 334892 340111 341668 345654 353452 353576 369829 370540 371594 372568 375222 375823 375949 377416 377913 381219 385177 387102 389060 395443 396175 392610 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Ölummer in den beiden Abteilungen I und II: 15770 58475 77709 84027 87286 180104 183788 279003 317519 339803 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu ]« 30000, 2 zu je 1OO00, 32 zu e 5000, 50 zu je 3000, 66 -u je 2000, 128 zu je 1000, 394 zu je 500, 2522 ’u je 300 und 100 Tagesprämien zu je 1Ü00 Mark. Gut beraten... U MKW vW-'h zu werden ist eine unerläßliche ।Vorbedingung für angenehmes Reisen. In der fachmännischen Schulung und vielseitigen Ausbildung des Personals der Hamburg-Amerika Linie, das gewohnt ist, auf die Wünsche jedes Fahrgastes einzugehen, liegt Gewähr für Ihre Zufriedenheit. Gs reist sich gut mit den Schiffen der HAMBURG-AMERIKA LINIE Vertretung in Gießen dg: Hapag-Reisebüro Kreger, Seltersweg 89 1310 V Grau. WeBtelk liefert preiswert 01291 Kalkwerk Schlierbach, Bieber, Telephon Rodheim 8. 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Soilux - Verlag, Hanau a. M.. Postfach 915 3' ■ i Hanauer? „Hohensonne" si**• < 6 1 N'v z 5 • vua r.< o r • tu : dssn umfangreichen Briefwechsel und Iunghunde- persand geht in viele Millionen. Die Befruchtung der Eisen-, der Futtermittel-, der Unterkunfts- und Versandbehälterindustrle und des hiermit verbundenen Gewerbes ist eine gewaltige. Bessere Aufmerksamkeit diesem großen Werte schaffenden Wirtschaftszweig — denn zu einem solchen ist die deutsche Hundehaltung angewachsen — ist Gedenket derhungerndenVögel! daher unbedingt am Platze. Diese Ausführungen sollten auch denen zu denken geben, die bisher immer noch für die vielen Hundefreunde, welche im Verkehr mit ihren vierfüßigen Freunden nach Erholung und Ablenkung vom Ernst des Alltages suchen und fanden, ein herablassendes Lächeln nur übrig hatten, den Wert dieser Liebhaberei aber noch nicht erkannt haben. Verein für De u tsch e Sch ä f e rHunde (SD.) Fachgruppe Gießen und Umgegend. Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen des Arbeils- befchaffungsprogramms im Rhein-Main-Gebiet: Maßnahme: Tagewerke: Instandsetzung gemeindeeigener Gebäude, wie Wohn- und Verwaltungsgebäude, Schulen und Renovierung von Brücken durch Gemeinde Lorsch 1566 Ausführung Hochbau- und maschinentechnischer Instandsehungsarbeiten an städtischen Gebäuden durch Stadt Wiesbaden 2500 Kirchenerweiterungsbauten nach den Plänen der Denkmalpflege durch katholische Kirchcngemeinde K l e i n - K rotze n b u r g 5775 Steinbeschaffungen an verschiedenen Landstraßenstrecken für Umbau einer Brücke, den Einbau einer Tränkstreudecke und Pflasterung durch Bezirksverband des Regierungsbezirks Kassel 15100 Anschluß der Gemeinde Oberdünzebach an die Wasserleitung der Stadt Eschwege durch Landkreis Eschwege 1870 Dränierung von Grundstücken im Harbfeld durch Gemeinde Kohden 1000 Versorgungsleitungen, Sand- bzw. Lava- krohenwäscherei, Transformatorenstation durch Stadt Mainz 1800 Erweiterung der Gemeindewasserleitung Oberbrechen durch Kreis Limburg 2500 Erneuerung der Wasserrohrleitung vom Meißner nach Reichensachsen durch Landkreis Eschwege 3300 Wochenbericht »om Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das Schlachtviehgeschäst nahm in der abgelaufenen Woche wohl einen ruhigen Verlauf, preismäßig war es aber befriedigend. Es verblieb kein Ueber- stand. Die Zutriebe waren unregelmäßig, hielten sich jedoch ziemlich normal. Am Rindermarkt nahm das Geschäft einen ruhigen Verlauf, der Auftrieb von 1245 (minus 116) Stück wurde ausverkauft. Die Preise zogen bis auf Färsen, die unverändert blieben, durchweg, auch für geringere Tiere, um 1 Mark an. Am Schweinemarkt gaben die Preise um etwa 1 Mark nach, die Beschickung mit 4683 (gegen 4518) Stück wurde jedoch untergebracht. In fetten Tieren war das Geschäft etwas lebhafter. Kälber wurden nach ruhigem Handel geräumt. Der Auftrieb betrug 1619 gegen 1526 Stück. Gute Kälber lagen 1 Mark höher, geringe gaben dagegen 1 bis 2 Mark nach. Lämmer, Hämmel und Schafe konnten ihre Preise auf Grund der schwachen Zufuhr (133 gegen 440 Stück) um durchweg 1 bis 2 Mark weiter erhöhen. Nach anfangs ruhigem, später aber lebhaftem Geschäft wurde der Markt ausverkaust. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nochmiNaa geschloffen Mein 01312 2650 Laubach, den 5. März 1934 1451 D 19” 26" 29” 36" gesetzt werden. 1448V 1436 A GIESSEN Gardinen 14830 14820 1934 zu Nr. St. M. lb 14 897 wie folgt geändert: Wellen Eichenreisig 2. Kl. 11 Doppeler WILHELM BRAUNS GMBH QJJ ED LI N BL' R G Es wird Für die rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm Buchenknüppel Eichenknüppel Kiefernknüppel Fichtenknüppel Erlenknüppel i 9,7 15,0 10,1 berger Straße, Försterei Gießen: 1,5 rm Buchenscheiter 1. Kl. bezweckt, Ihnen die Schönheit meiner neuen Frühjahrsmäntel vorAugen zu führen. 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März 1934, 9% Uhr beginnend, aus den Abt. 4a und 5a (Stolzenmorgen) und 27, 42 Kannst Du Neues nicht erwerben Mußt Du Dir das Alte färben ! und zwar mit ■■ ■ ■■ ben usw.) beträgt die Gebühr für je ein großes Müllgefäß = 30 Rpf. und für je ein kleines'Müllgefäß = 18 Rpf. Die Wassermesserschächte müssen sich bis zu obengenanntem Zeitpunkt in gereinigtem Zustande befinden, andernfalls das Reinigen der Schächte durch uns besonders berechnet wird. Gießen, am 10. März 1934. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Braubach. IFr&8Si&s®s,t©n©S "Faf eEilc^meg, die früheste, geibHeischlge Delikates- und Sa!at-Kar2oCffal. Tafelkönig Ist nicht nur die früheste, sondern auch in Qualität und Aussehen die allerseinste Speisekartosfel. Tafeliccnlg überiraf in jeder Beziehung die Holländer Ersteling durch frühe Reise, Todes-Anzeige. Am Freitag früh verschied plötzlich und unerwartet unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Vogel, geb Bott im Alter von 80 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Letzlk MWWMWMUMll m RM MWWW.1M. A. Mittwoch, den 14. März 1934, 9% Uhr beginnend, aus den Abt. 55, 71, 72, 74 und 100 (Stadtwald) und aus dem Erlenwäldchen an der Schiffen- 65,1 38,0 2,4 2,1 57,1 0,4 25,2 18,7 615 Das Selbstfärben ist denkbar einfach und lohnt sich immer. Es kostet ja nur wenige Pfennige! Wie's gemacht wird, sagt Ihnen ausführlich neues Färbelehrbuch. Sie erhalten dieses farbenfreudige Büchlein kostenlos und unverbindlich in allen Fachgeschäften, wo jgtagffir Haushaltfarben zu kaufen sind (Drogerien, Landapotheken usw.) — Auf Wunsch portofrei von uns direkt» Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis 19. März 1934 einschließlich gemahnt: Schulgeld für die Hessische Studienanstalt für Januar 1934, Wohnungsmiete aus städtischen Häusern usw. für Januar 1934, Bürgersteuer 1. Rate 1934, 5. Ziel Gemeinde-, Kreis- und Provinzial-Um- lagen einschließlich Sondergebäudesteuer 1933 sowie die nachträglich für 1933 und früher Jahre veranlagten und bis 25. Januar 1934 zu zahlenden Beträge. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Elisabeth Wink Gießen, März 1934. § 1. § 4 neu hinzugefügt: nuar 1934 und mit Genehmigung des Hessischen Staatsministeriums (Ministerialabteilung lb) vom 8. Februar 1934 zu Nr. St. M. lb 14 897 wie folgt § 2. Dieser Nachtrag zur Gebührenordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1934 in Kraft. 1463C Gießen, den 6. März 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Nachtrag zur Gebührenordnung, betreffend die Erhebung von Gebühren für die Müllabfuhr in der Stadt Gießen. Die Gebührenordnung, betreffend die Erhebung von Gebühren für die Müllabfuhr in der Stadt Gießen wird auf Beschluß des Stadtrates vom 8. Ja- 1,6 64,3 28,1 38,9 10,0 150 130 150 1,1 16,1 93 3 3 Statt Karten! Für die mir in so reichem Maße übersandten Glückwünsche und Blumenspenden anläßlich meines 70. Geburtstages spreche ich auf diesem Wege allen meinen herzlichsten Dank aus 01265 Zakob Koch/Gariensiraße^i Gießen, den 10. März 1934 Bei den Steuerzahlungen werden die vorgeschriebenen Verzugszinsen erhoben. Wegschaffung der gewerblichen Abfälle (aus Hotels und sonstigen kleineren Gewerbebetrie- Bekanntmachung. Mit dem Einbau der Gartenwassermesser wird in Kürze begonnen. Gartenbesitzer und Pächter, deren Gärten Wasseranschluß haben, werden ersucht, die Anmeldung bis zum 25. März b. 3. in unserem Verwaltungsgebäude, Zimmer 5, vorzunehmen. Bei Versäumung der Anmeldung zum genannten Termin kann der Messer nur unter erheblichen Mehrkosten Danksagung Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes Johannes Lotz Rechner der Bezirkssparkasse Laubach sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sage ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Ganz besonders danke ich Herrn Pfarrer Kornmann lür die trostreichen Worte, den Kameraden, den Vereinen, der Bezirkssparkasse, sowie dem Sparkassen- und Giro - verband für die letzten Ehningen und Kranzniederlegungen am Grabe. Gleichzeitig danke ich noch auf diesem Wege der Stadtschwester Else für ihre aufopfernde und liebenswürdige Pflege, sowie dem Arzt Herrn Dr. Philippi für seine unermüdliche Mühe und Arbeit Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Lotz, geb. Molch er WölWSgeWeffLL renom. Firmen, beherrscht die Kolonialw.-, Feinkost-, Fisch-, Wild- u. Gestügelbranche vollk., suchtStellg.alsFiliall.,I.Verk. od.GeschäftSf., wo ev. spätere Uebernalnne d. Gesch. möglich. Gell.Zuschr. erb.-öeinr.Ganv, Filialleiter, Lauscha in Thür. Angesehene VerlichernnOsOelelüdiail MIVerMr gegen hohe Provisionen eventl. feste Zuschüsse Offerten an i44w General-Agentur A.Salzmann Frankfurt a. M. Oberlindau Nr. 11 und 43 (Stadtwald), Försterei Rödgen: Eichenscheiter 1. und 2. Kl.' Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag ■ Berlin-Lichterfelde Für alle Liebe und wohltuende Teilnahme beim Heimgang meines treuen Vaters Georg Wink Schuhmachermeister sage ich auf diesem Wege allen innigen Dank. Güte und höchste Erträge (150 Ztr. pro Morgen keine Seltenheit). TafelkBnig eignet sich zum Ankeimcn und gedeiht auf allen Böden. Herr K. Re Hing, Neustadt, schreibt: Die Kartoffel Tafel- kCnlg. welche ich von Ihnen AMMten bin. mit 5-Sitz.- Limousine. 01325 Karl Lorenz Telephon 3287. aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Vegetarisches Speisehaus Eilen Bahnhofstr. 56, empfiehlt sich für Mittag- und Abendtisch. Das Lokal kann auch für Abendzusammenkünfte zur Verfüg, gestellt werd. 01330 llllllllllllllllllllllllllllll istdas bewährte Nervenaufbau- mittel. 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März MH Die Heerschau der deutschen Automobil -Zndustne in Vertin. Deutsche Krastsahrt. Gedanken zur ^utofcbau Berlin 1934. Don prof. Oppermann, stellv Kvrpssüftrer des NSM.undErsten Vizepräsidenten des DDAC Der Explosionsmotor erfüllte den Wunschtraum der Menschheit, Raum und Zeit meistern zu können. Während bei Eisenbahn und Schiffahrt Abreise und Ankunft fahrplanmäßig Gorgeschrieben werden, bestimmt beim Kraftfahrzeug der Mensch nach eigenem Ermessen Zeit und Ziel. Mit dieser individuellen Verkehrsfreiheit und seinen sonstigen Vorzügen erschloß der Explosionsmotor die Welt; er brachte Menschen uni) Länder einander näher und wurde schließlich das bevorzugte Verkehrsmittel. Die ersten Automobilisten, voran Daimler und Benz, waren Pioniere des zwanzigsten Jahrhunderts. Die damaligen Launen der Besitzenden zwangen sie, Luxusgefährte herzustellen, die sich von den alten Prunkkutschen vielfach nur dadurch unterschieden, daß die Deichsel fehlte und an ihr die Pferde. Erst nach zeitraubenden Umwegen gelangte man zu weniger kuriosen Gebilden und endlich zu praktischen Gebrauchsfahrzeugen. Auch der Rennwagen erlebte seine Wandlung: aus Sensation wurde Sport. Langstrecken- und sonstige Prüfungsfahrten boten Erfahrungen die den Konstrukteur und die Industrie zu Verbesserungen anregten. Kaum erstarkt und zuverlässig geworden, bestand der Motor in dem Großen Kriege seine Feuerprobe. Inflation und Mißwirtschaft drosselten zwar seinen Siegeslauf. Aber unser Befreier Adolf Hitler legte auch hier die Hand an den richtigen Hebel:' 1933 wurde das Jahr der N e u- gebürt deutscher Kraftfahrt! So verursachte des Führers Tat eine Wende von unabsehbarer Bedeutung: Senkung der Preise und der Lasten, Steigerung des Vertrauens und der Fahrerfreude ermöglichten 1933 verdoppelten Fahrzeugabsatz. Mehr rollende Räder auf den Landstraßen — mehr Leben in den Werkstätten! Der Impuls des Führers pflanzt sich fort: für den neuen Kraftfahrer arbeitet der neue Monteur, für das neue Fließband schafft die neue Gießerei, für den neuen Treibstoff der lange arbeitslos gewesene Kumpel. Zwanzig erwachende Schlote zünden zwanzig andere an, ein anspringendes Montageband läßt mehrere Vulkanisieröfen Reifen erzeugen. Die Autoindustrie wird zur e n t s ch e i d e n - den S ch lü s s e l w i r t s ch a f t der neuen Zeit! Imposante Aufmärsche der Motor-SA. bringen das Kraftfahrzeug in das Blickfeld der Massen. Hühn- leinscher Geist eint im RSKK. und DDAC. die Kraftfahrer und durchdringt den Sport. Die ersten „Zweitausend Kilometer" vom Dünkel zum Volk, vom Luxus zum Werkzeug, vom Startum zum unbekannten Fahrer werden zu einer Sache begeisterter Millionen. Der Motor erobert das Volk! Mehr Verkehr und erhöhte Geschwindigkeit erfordern auf den Landstraßen ihre eigenen Gesetze. Der Führer entscheidet. Volksgenossen greifen zum Spaten. Arbeit und Brot — neue Straßen einer neuen Zeit! Breite Autobahnen entstehen von Grenze zu Grenze, verbindend Menschen und Orte, erschließend deutsche Landschaften. Eine Großtat, grundlegend noch für eine fernere Zukunft. Ein Werk von geschichtlicher Bedeutung. Die Romantik des Wanderers weicht auf den Hauptstrecken dem raumerfassenden Erlebnis des Kraftfahrers. Der Sang des Motors führt uns hinaus aus den Gedanken und Sorgen des Alltags. Er führt uns zurück zur Natur, aus der wir erholt zur Wirkungsstätte heimkehren. Eisenbahn ist Cisenweg, Straße bleibt Landschaft! Autodroschken, Omnibusse und große Ausflugswagen stehen tausendfach für die Allgemeinheit bereit. Lastzüge, Sanitäts-, Feuerwehr- und sonstige Nutzfahrzeuge erweisen sich als Diener der Wirtschaft und Wohltäter der Menschen. Es gibt kaum noch einen Beruf oder Zweck, der nicht in irgendeiner Beziehung zum Kraftfahrzeug steht. Alle Erwerbsschichten werden seine Nutznießer. Die vom 8. bis 18. März in Berlin ftattfinbenbe Automobil-Aus st ellung ist deshalb eine Angelegenheit der ganzen Nation. Was kurzsichtiger Unverstand, der des Fortschrittes menschlichen Geistes unwürdig war, vierzehn Jahre lang versäumt und was des'Führers Tat aus der Enge befreit hat, das dringt nun endlich vorwärts: befruchtend das gesamte Wirtschaftsleben! Daher darf die Autoschau nicht lediglich die Neugier befriedigen; vielmehr soll sie anspornen zum massenhaften Ankauf neuer Fahrzeuge. Befolgen wir den Ruf des Führers: „Du mußt aus Einsicht und Vertrauen alles tun, was Arbeit schaffen kann!" Gerade die Kraftfahrt macht uns den Entschluß zur Tat so leicht, denn: wer „Motor fährt", hat mehr vom Leben! Beruflich und persönlich. _ ,. , Deutschlands Motorisierung wurde eine Schicksalsfrage — auch aus wehrpolitischen Gründen. 3p jeder Hißsicht und auf allen Gebieten beeinflußt sie unsere Zukunft. Wo regerer Verkehr, da ist auch mehr Leben. Wo mehr Leben, da gedeiht das Volk. Nicht im Gleichmut, sondern im Lebendigsein entsteht neue Kraft. Kraft und Kraftfahrt: Zeichen des Dritten Reiches, Wille des Führers und Tat des deutschen Volkes! Ein Auto träumt am Kaiserdamm Betrachtungen eines deutschen Kraftfahrzeugs Von Or. G. Baumgart Zwischen hunderten größerer und kleinerer Brüder und Vettern, auf seinem geschmackvoll her- gerichteten Stand, steht in einer der weiten Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin das Kraftfahrzeug Modell 1934 und harrt seines Käufers. Ruhig und gelassen, denn es stammt aus gutem deutschem Hause und ist sich seines Wertes voll bewußt. Träumend und sorglos laßt es den breiten, endlosen Strom der Ausstellungsbesucher an sich vorbeifluten. Es hat nicht mehr, wie seine Vorfahren, bange Zweifel um seine Zukunft, denn es weiß, daß heute neben ihm ein warmherziger Freund und Förderer steht, der die Macht besitzt, ihm zu seinem Recht zu verhelfen und ihm feinen Weg in das Leven der Menschen, in das deutsche Volk hinein zu bahnen. . Es ist derselbe Freund, der es bereits von den drückenden und hemmenden Steuerfesseln befreit hat und der alle Verehrer des Motors, die deutschen Kraftfahrer, zusammengeführt und aus ihnen zwei einzigartige mächtige Schutztruppen, das NSKK. mit der Motor-SA. und den DDAC. geschaffen hat. Diese Organisationen werden schon dafür sorgen, daß das deutsche Modell 1934 mit seinem zukünftigen Herrn und Besitzer unangefochten seine Straße ziehen kann. Ja, richtig, die Straßen! Welcher Art werden sie wohl sein, über die man später hinwegsausen wird? Nun, da hat der noch zu erwartende Käufer wohl auch ein Wörtchen mitzureden. Ob er ein Städter sein wird oder ein Landbewohner? Beides hat seine großen Vorteile und Reize. Als Stadtfahrzeug könnte man beispielsweise im interessanten Straßenverkehr vor allem seine große Wendigkeit und Bremssicherheit vorteilhaft zur Geltung bringen und zeigen, daß kein noch so schlüpfriger Rutschasphalt einen aus der Fahrbahn schleudern kann. Als Landfahrzeug aber würde sich besonders der ruhige, stetige Lauf des Motors und feine große Kraftreserve an Bergen zeigen, und die tadellose Federung und die bequemen Polster würden alle Unebenheiten der Straßen verschwinden lassen. Das heißt, viele Unebenheiten wird es ja in Deutschland bald nicht mehr geben, dafür wird schon der neue Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen sorgen. Denn für ihn gibt es ja keine Straßen-Zuständigkeitsgrenzen innerhalb des Dritten Reiches mehr. Ganz gleich, ob Landes-, Provinzial- oder Kreisstraßen, für ihn sind es alle deutsche Straßen, die in Zukunft nach einheitlichen Richtlinien ausgebaut und unterhalten werden. Wenn nur erst die erste der herrlichen Reichsautobahnen fertig wäre, damit man auf ihr in windschneller Dauerfahrt zeigen kann, was man zu leisten vermag. Dann wird es übrigens auch vollkommen gleichgültig fein, ob man als Stadt- oder Landfahrzeug gekauft wird, denn Stadt und Land werden ja durch die neuen Autobahnen verkehrstechnifch einander so nahe gebracht, daß der Städter sich fast als Landbewohner fühlen kann und umgekehrt. Und bald würde man auch nicht mehr so viel Angst zu haben brauchen vor verbogenen Stoßstangen, eingebeulten Kotflügeln und häßlichen Schrammen in dem schönen glatten Lackmantel, denn es wird ja bald eine einheitliche Reichs- Straßenverkehrsordnung geben, und auch das bisherige Kraftfahrzeugrecht soll vollkommen neu und zweckmäßig gestaltet werden. — Man kann also ruhig in die Zukunft blicken und sich darüber freuen, daß man ein deutsches Kraftfahrzeug ist. Und das schlanke Modell 1934 reckt und streckt sich stolz, läßt seinen Lack glänzen, seine verchromten Teile blitzen und wippt vergnügt ein wenig in feinen Schwingachsen. Am Abend desselben Tages aber trägt es bereits stolz ein kleines weißes Schild, auf dem schwarz gedruckt steht: „Verkauft". Und dieses kleine Wort „verkauft" hat eine große Bedeutung. Denn es zeigt an, daß ein Kreis von Menschen stolz, erfreut und zufrieden ist oder es doch sein könnte: Der Käufer, der Verkäufer, die Autofabrikanten und die Arbeiter in all den Betrieben, in denen an dem Entstehen dieses Kraftfahrzeuges — von der Erzeugung der Rohstoffe bis zum Anziehen der letzten Schraubenmutter an dem fertigen Erzeugnis — gearbeitet wurde. Das Wort „verkauft" heißt zugleich „ro e i t e r b a u e n !" ARDiS Ws-Mss M ! ä V/V'-A DM v# tRK .4 Die großartige Parade deutscherWertarbeit Ein Rundgung durch die Ausstellung. — VerbefferunA und Verbilligung. Der deutsche Volkswagen auf dem Marsch. Von unserem berliner D.-Mitarbeiter. In der Mitte: Blick in eine der riesigen Hallen am Berliner Kaiser dämm kurz vor der Eröffnung. Darüber und darunter: Einige der intereffanteften Neuerscheinungen im deutschen Automobilbau. — Oben links: Magirus-Sattelschlepper für Gütertransporte. Daneben: Das neue Adler-Trumpf-Kabriolett mit vier Fenstern. — Unten links: Zweistöckiger Stromlinien» Autobus mit Führersitz in der ersten Etage, die Karosserie ist hergestellt von Gebrüder Ludewig, Essen, _ Unten rechts: Der 200-?8-Maybach-Stromlinienwagen. Besser und treffender konnte der Aufschwung, den die Motorisierung in Deutschland im letzten Jahre genommen hat, nicht ausgedrückt werden, als es durch die große internationale Automobil- und Motorrad-Schau in Berlin geschehen ist. Hier wird der konstruktive Fortschritt, feit Jahren in Deutschland entwickelt und vorwärtsgetrieben, für jeden sichtbar, lieb er aü ist die großzügige Förderung zu spüren, die Adolf Hitler der deutschen Kraftfahrzeug-Wirtschaft angedeihen ließ. Dabei ist zu einem großen Teil auf die Anforderungen Rücksicht genommen worden, die die kommenden Autobahnen an die Wagen stellen. Man bringt also heute schon den starken und schnellen Wagen, der die restlose Entwicklung der durch diese Anlage ermöglichten Geschwindigkeiten gewährleistet. Die andere hauptsächliche Grundtendenz, die sich auf der Autoschau bemerkbar macht, zielt daraus hin, durch Verbesserung und Verbilligung der kleinen Fahrzeuge das Auto in das Volk zu bringen. Die Automobilwirtschaft will wahrhaft volksverbunden werden. Diese neue Sinngebung im deutschen Autoschasfen wird nicht besser gekennzeichnet als durch das Plakat, das für die diesjährige Schau werben soll. Es zeigt den Arm eines Arbeiters, der sich aus Werkhallen und rauchenden Schloten zum Himmel reckt und das Fahrgestell eines Wagens hochhebt. Erinnern wir uns an das Plakat aus dem Vorjahre, das mit dem Bild eines Luxus-Sport-Zweifitzers und eines mondänen Paares noch ganz aus der Zeit stammt, in der das Auto das Vorrecht, ja geradezu das Kennzeichen einer gehobenen Schicht war, so werden wir den Gegensatz zum Heute doppelt empfinden. Wurde damals der Luxus betont, so steht heute der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund. Der vielleicht interessanteste Teil der Automobil- Ausstellung ist die Schau der Kleinst- und Kleinwagen. Auf diesem Gebiet hat man ganz erstaunliche Fortschritte gemacht und Fahrzeuge geschaffen, die äußerst preiswert in Anschaffung und Betrieb sind. Einen der billigsten Kleinstwagen sieht man bei Framo. Der vierrädrige „Pikkolo" mit einem 3OO-ccm-Motor und zwei Notsitzen, der sich aus einem primitiven Dreirad entwickelt hat, stellt heute einen durchaus soliden Wagen dar, der seine 60 Kilometer Geschwindigkeit und etwas Gepäckraum hat. Für 1225 Mark kann man ihn erwerben. Ein ähnliches Fahrzeug bringt die neue Firma Bun - gartz. Der Zweisitzer kostet 1500 Mark. Nur 40 Mark mehr braucht man für den ungleich komfortableren Standard- Superior auszugeben, der feine 80 Kilometer läuft. Ein gut durchkonstruiertes Fahrzeug, bei dem, wie bei sämtlichen Kleinstwagen der Motor hinten liegt, ist der Hansa 400= und 5OO-Viersitzer, für den 1680 Mark angemessen sind. Dieser Wagen ist technisch und in Bezug auf die Formgebung besonders interessant. Bei den Einliter-Wagen kann man zwischen einfachen und komfortablen, schon bewährten und neu konstruierten Typen wählen. Ein 1,2-Liter -Opel ist schon zu dem phantastisch niedrigen Preis von 1880 Mark zu haben. Von der Auto-Union wird eine viersitzige Limousine mit bewährter Maschine für 1865 Mark gezeigt. Sogar ein Stromlinienwagen ist unter den Kleinfahrzeugen vertreten, der DKW. Typ Schwebeklasse. Er hat außer der Schwingachse hinten auch noch eine vordere Schwingachse erhalten und eine viersitzige Kabrio-Limousinen- Karosserie. Dieser neue Wagen bietet in Straßenlage, Geräumigkeit, Federung, Schnelligkeit und Schönheit der Linie ganz Einzigartiges. Trotz vorn- liegenden Motors wurde eine gute ärodynamische Form des Wagens erzielt, gleichzeitig konnten aber auch alle Sitze zwischen die Achsen, also in den bestgefederten Raum, verlegt werden. Dadurch wurden ungewöhnlich günstige Raumverhältnisse erreicht. Die Geräumigkeit der neuen Kraftwagen verdient ein ganz besonderes Lob. Dadurch, daß in den letzten Jahren der Schwerpunkt niedriger gelegt wurde, übertrieb man vielfach und legte des guten Aussehens halber bas Fahrzeugdach noch niedriger, als es dem gesenkten Fußboden entsprach. Jetzt ist der Raum nach allen drei Dimensionen wieder geweitet worden. Das Dach tonnte ohne Beeinträchtigung der Schönheit erhöht werden, durch Vergrößerung des Radstandes oder durch Vorsetzen des Motors gewann man vorne Raum, und der Stromliniengedanke sorgte für die Sitzbreite. Selbst Kleinwagen sind heute geräumiger, als es noch vor wenigen Jahren kostbare Fahr, zeuge waren. Dieses Prinzip kommt unter anderem bei dem „Trumpf-Junior" der Adler-Werke zum Ausdruck, dessen Jnnenraum fast die gleichen Ausmaße wie beim „Trumpf-Senior" aufweist. Auch sonst ist der Einliter-Wagen konstruktiv seinem größeren Bruder ähnlich, macht einen sehr gefälligen Eindruck und wird als einsitzige Kabrio-Limousine für 2650 Mark geliefert. Außergewöhnlich schnittig in der Linienführung und farbig besonders schön ist der neue Hansa 1,1 Liter ausgefallen, der über Zentralkastenrahmen, Schwingachsen vorn und hinten und Hinterradantrieb verfügt. Als revolutionärste Konstruktion der Mittelklasse dürfte wohl der neue Mercedes-Benz „Typ 130" angesprochen werden. Trotz seines nicht gerade volkstümlichen Preises — die Jnnenlenker-Limousine kostet 3375 Mark — möchte er gerne noch als Volkswagen angesprochen werden. Er ist ein für weite Kreise bestimmtes Gebrauchsfahrzeug von hoher Qualität. Das Interessante und Neue an der Konstruktion ist der Heckmotor. Obwohl bereits bei den ersten Daimler-Wagen und den ersten Benz-Wagen der Motor nach hinten verlegt worden war, bedeutet diese Konstruktion heute tatsächlich eine umwälzende Neuheit, die mehrere wesentliche Vorteile mit sich bringt. Zunächst konnte wie bei dem DKW.-Typ Schwebeklasse der ganze Platz für die Fahrgäste zwischen die Achsen gelegt werden, so daß das Fahrzeug überraschend geräumig und der Fahrkomfort erheblich gesteigert wurde. Sodann bilden Motor, Kupplung, Getriebe und Differentiale ein einziges, leicht zugängliches Aggregat, das in einer Gabel am Ende des Rohrchassis gelagert ist. Dazu kommt die tiefe Schwerpunktlage, die direkte Lenkung und die breite Spurweite, und alle diese Vorzüge schaffen überraschende Annehmlichkeiten. Wahre Volkswagen sind die Opelfahrzeuge, die im Verhältnis zu dem gebotenen Gegenwert noch billiger und noch besser und schöner geworden sind. Hier füllt die gekapselte Vorderrad-Einzelabfederung auf, die den Namen Synchrom-Federung hat und die einen bedeutenden Schritt vorwärts darstellt. Mehrere deutsche Werke haben ihren Stolz darein gesetzt, ihr Programm sowohl nach unten wie nach oben abzurunden. So bringen die Adler- Werke außer dem sparsamen und billigen „Trumpf-Junior" mit dem 3-Liter-Typ „Diplomat" einen neuen großen Wagen heraus, der wie alle Adler-Erzeugnisse geschmackvoll karossiert, schnell und zuverlässig ist. Dieser Wagen ist bereits für d i e Autobahnen gedacht. Der Autobahn-Typ der S t o e w e r - W e r k e ist die Neukonstruktion des 2,5 Liter „Greis", die durch viele durchdachte Einzelheiten auffällt. Die Hinterachse ist ähnlich wie die Opel-Vorderachse mit wagerechter Spiralfeder ausgerüstet, während die eigentliche Achse beim „Greif" ein ganzes Stück hinter dem Achsenkörper liegt. So wird eine Abschwächung der von der Straße ausgehenden Stöße erzielt, indem nämlich der lange Hebel des Rades nur einen kurzen Federhebel in Bewegung fetzt. Damit hat die Sv iralfederung eine fo vorteilhafte Gestalt erlangt, daß sie Aussicht hat, als kommende Standard-Bauweife angefprochen zu werden. Der Mercedes -4,9-Liter-Achtzylinder soll die märchenhafte Geschwindigkeit von 19 0 Kilometer erreichen, allerdings mit einer ganz neuen Stromlinienkarosserie. Stromlinienmagen sind gleichfalls der „Zeppelin" von Maybach und der 3-Liter -Tatra, bei dem die Maschine im Heck liegt, der Führersitz in der Mitte angeordnet ist und vorn und hinten drei Sitze nebeneinander liegen. Dieser Wagen wird mit 12 000 Mark allerdings nur ein Wunschtraum der meisten Ausstellungsbesucher bleiben. Da die Ausstellung international ist, sind eine ziemlich große Anzahl ausländischer Firmen der Einladung gefolgt. Sie zeigen hochwertige und schöne Fahrzeuge. Man kann aber die erfreuliche Feststellung machen, wie wundervoll sich die deutsche Arbeit im Rahmen der ausländischen Wettbewerber darstellt und wie gerade in den besten Erzeugnissen des Auslandes der deutsche Einfluß zu erkennen ist. Lastwagen. Die Krupp-La st wagenfabrik überrascht durch einen neuartigen luftgekühlten Zweitaktdiesel. Die Erfolge mit dem luftgekühlten Viertaktdiefel berechtigen zu der Erwartung, daß auch der Zweitakter dem Dieselbetrieb neue Wege öffnen wird. Der zweiachsige Strom linien^Dmnlbue hat bei Versuchsfahrten mit einem 65-?8-Motor big 100 km/std. geschafft. Der andere neue Krupp- Omnibus mit Niederrahmen-Fahrgestell und 60=PS» Krupp-Junkers-Diesel hat mit 201/100 km bemerkenswert niedrigen Brennstoffverbrauch. Auf geringes Eisengewicht und möglichst niedrige Lade- hohe lst bet dem neuen 5-t-Fahrqestell geachtet, das mit einem 12O-P8-Vierzylindermotor, Krupp-Junkers, 60 km/std. fährt. HENSCHEL-Di ESEL-DREIACHSER/ TYP 36 J 3 Die Firma Henschel & Sohn AG., Kassel, zeigt entsprechend der Verschiebung des Bedarfs von schweren zu leichteren Lastwagen ein neues 2^-1-Fahrgestell mit 60-?8-Henschel- Lanova-Dieselmotor. Ebenfalls neu ist em Henschel-2^-t-Chassis mit modernem Omnibus - Aufbau der Firma Trutz, Coburg, für 25 Sitzplätze, sowie ein geländegängiges 3- bis 4-t- Fahrgestell mit zwei angetriebenen Achsen (Durchtrieb), eine Type, die von der Deutschen Reichsbahn für den Bau der Reichsautobahnen bestellt wurde. Ein Kernstück des Henschel- Verkaufsprogramms ist der 5-t-Last- wagen, der in einem modernen Chassis mit 100-?8- Dieselmotor mit Drehmoment - Regelung gezeigt wird. Das Getriebe des 5-1-Henfchel-Lastwagens ist ein 5-Gang-Getriebe, das entweder mit Berggang oder mit Schnellgang geliefert wird. Die beiden 5 - Gang - Getriebe werden ebenfalls offen gezeigt. Wuchtig ist das große Dreiachser-Fahrgestell, das für 8 bi 10 1 Nutzlast vorgesehen ist. Das Fahrgestell hat einen starken 125-?8-Henschel-Lanova- Dieselmotor, der ebenfalls nach dem Luftspeicher- Lerfahren arbeitet und Drehmoment-Regelung besitzt. Ein großer Omnibus auf dem gleichen Dreiachs-Fahrgestell, der außerhalb der Halle steht, beweist, daß Henschel auch für das Gebiet der großen Omnibusse gut aussehende und moderne Diesel- Fahrgestelle liefert. Lin neuer Trumps der deutschen Auto-Industrie. t >>a •¥ > Manfred von Brauchitsch am Steuer des neuen Mercedes-Benz-Rennwagens, mit dem er auf der Autostraße zwischen Mailand und Varese jetzt Versuchsfahrten unternimmt. Der Wagen soll bereits Geschwindigkeiten bis zu 300 km/Std. erreicht haben. Deutsches Mtorrad 1934 billiger und besser. Von Edmund Wegerich. Für den am Motorrade Interessierten steht augenblicklich die Frage, was es für ihn auf der Berliner Ausstellung Neues geben wird, im Vordergründe. Drei Dinge find es vor allem, die das deutsche Motorrad „Ausgabe 1934" besonders auszeichnen werden. Da ist erstens die Betonung der Touren- maschine mit hervorragender Geländegängigkeit, weiter als zweites das verstärkte Auftreten von Mehrzylinderkonstruktionen und Kardanantrieben und drittens überraschend gedrückte P reis e. Das letztere ist besonders wichtig, entspricht es doch den Richtlinien des Führers für die Motorisierung des ganzen deutschen Volkes. Die Preise unserer Motorräder mögen bisher manchem sehr hoch erschienen fein. Vergefsen wurde dabei, daß unsere meisten Maschinen hinsichtlich Materialauswahl, Fertigung, Konstruktion und Leistungsfähigkeit gewissermaßen „kleine Maybachs" waren und sind, ein Moment, das eben immer irgendwie im Preise zum Ausdruck kommen muß. Trotzdem hat man die schon im vorigen Fahre teilweise stark ermäßigten Preise diesmal noch mehr gedrückt in der bestimmten Erwartung, den dadurch entstehenden Ausfall wieder durch erhöhten Absatz wettmachen zu können. Steht das Preisproblem natürlich im Vordergründe, so kann die k o n st r u k t i v e F r a g e damit doch wohl in einem Atemzuge genannt werden. Wie bereits bemerkt, marschiert im deutschen- Motorradbau die Mehrzylindermaschine. Die Annehmlichkeit einer überaus geschmeidigen Antriebskraft und eines möglichst gleichförmigen Drehmomentes sind so groß, daß die Nachteile einer gewissen Komplikation und kleinen Verteuerung in der Herstellung beim sachkundigen Käufer überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Wir haben schon immer die vorbildlichen Zweizylinderkonstruktionen von BMW mit angeblocktem Getriebe und Kardanantrieb gehabt. Die großen BMW-Maschinen können bleiben, wie sie sind. Sie und ebenso die seit einigen Jahren vorhandenen Einzylinder-Kardanmaschinen dieser Fabrik haben kleine Feinheiten aufgesetzt bekommen, besonders die 400er, die als Geländesport- Modell herauskommt. Z ü n d a p p sei hier genannt, weil diese Fabrik ebenfalls seit einigen Jahren die Block-Kardan- Konstruktion und den Mehrzylindermotor bevorzugt. Die jetzt fertige Vierzylinder-Maschine mit 800 ccm Hubvolumen ist ein Werk von höchster Geschmeidigkeit und Geräuschlosigkeit. Ebenfalls Mehrzylindermaschinen baut seit Jahren Victoria. Die große 600er mit horizontal gegenläufigem Zweizylinder, eine Sport- und Geländemaschine hohen Grades, hat einen kleineren Bruder bekommen, eine Zweizylinder-500er, bei der die schräg nach vorn im Rahmen liegenden Zylinder parallel stehen und in einem Block vereinigt sind. Ventile seitlich gesteuert von gemeinsamer Nockenwelle aus, alle Kettentriebe sorgfältig verkapselt und im permanenten Oelbad laufend, wobei die seitliche Verkleidung der ganzen Maschine mit rasch abzunehmenden Blechen besonders auffällt. Einen neuen Vertreter der Kardan-Klasse bringt Triumph mit einem gediegenen, führerscheinfreien Zweitakter, Getriebe mit vier Gängen angeblockt und Batteriezündlichtanlage organisch in den Motor eingeordnet. Ein feines Stück Werk- mannsarbeit! Nicht vergessen sei das VKW-Programm, schon weil es die größten Preis-Ueberraschungen bringt. Die wassergekühlte 500er-Zweizylinder mit Umkehrspülung dürfte unter diesen Umständen schlanken Absatz finden. Aber auch das lOO-ccm-Motorrad, ein Gegenstück zum Volksempfänger, mit angeblocktem Dreiganggetriebe, Umkehrspülung und vollständiger Lichtanlage wird ein Schlager werden. Zu den deutschen Nationalmarken zählt zweifellos auch NSU. Da sind vor allem wieder die schönen kapfgesteuerten Modelle, die in diesem Jahre durch Anblockung des bisher getrennten Getriebes eine Verfeinerung erfuhren. Die 500er-Stößelftangen- maschine hat jetzt sogar vier Gänge erhalten. Die Sport-200er hat mit Rücksicht auf den Sport und die Ausfuhr eine vergrößerte Schwestermaschine in der 250er erhalten. Diese Maschine läßt wohl keinen Wunsch des sportlich eingestellten Fahrers, der mit seinen Mitteln haushälterisch umgehen muß, unbefriedigt. Sehr preiswert im dl8I^-Programm ist endlich die 200-ccw-Zweitakt-Maschine. Lev Auffd)tDung tar Rutsch 36523 74-64-6 9898* 17? 1931 trl Dau.t|qlarz6 F —----"2/— mag en > Die Wirksamkeit der von der nationalen Regierung zur Belebung der Kraftverkehrswirtschafl getroffenen umwälzenden Maßnahmen geht aus dem obigen Bilde eindeutig hervor. Die Zulassungen von Personenwagen im Jahre 1933 liegen wesentlich höher als 1931 und 1932 Beachtlich ist hierbei, wie sehr der Absatzanteil ausländischer Kraftfahrzeuge auf dem deutschen Kraftfahrzeugmarkt von Jahr zu Jahr abgenommen hat. Olympia-Vorbereitung bei der MG. Die Mannschaften der GRG. nach dem Siege im Vorrennen gegen die Berliner Rudergesellschaft 1884 auf der Breslauer Meisterschaftsregatta im Jahre 1933. — Von links nach rechts: K. Timpe,H. Neuroth, W. Becker, C. Georgi, Steuermann Loh (fitzend), F. Weinhold, W. Flimm, Gg. Hartmann und H. Noll. Die Gießener Rudergesellschaft konnte im Jahre 1933 nicht weniger denn 30 Siege erringen und war damit der erfolgreichste deutsche Ruderverein. Wie wir schon vor einiger Zeit kurz berichtet hatten, ist der Achter der Gießener Rudergesellschaft von 1877 zum Verbandsachter berufen worden Mit der Ernennung zum Verdandsachter ist die GRG. in die Kerntruppe der deutschen Ruderei aufgerückt. Der Zweck dieser Einrichtung ist, nach den Erfahrungen der letzten Olympischen Spiele von 1928 und 1932 möglichst frühzeitig eine Elite hervorragender Könner zur Hand zu haben. Man darf schon heute auf das Zusammentreffen dieser Spitzenmannschaften auf den von dem Deutschen Ruderverband zu bestimmenden Großregatten gespannt sein, da naturgemäß diese Mannschaften bestrebt sein werden, ihre bisher gezeigten Leistungen noch weiter zu verbessern. Die GRG. ist sich dieser hohen Ehre und Aufgabe bewußt und hat deshalb schon am vergangenen Samstag ihre Ruderer zum strengen Training verpflichtet. Gleichzeitig wurde der neuverpflichtete Ruderlehrer und Trainer Herr Surf Rrahm aus Mainz-Kaste! in sein Amt eingesührt. Herr Brahrn, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Rennruderer der Mainz-Kasteler RG. (Sieger in über 50 erstklassigen Vierer- und Achter- Rennen) war die letzten drei Jahre erfolgreich bei der Frankfurter RG. „Germania" als Trainer tätig Er dürfte auf Grund seines praktischen und theoretischen Könnens der geeignete Mann sein, die Mannschaft zu diesen hohen Zielen zu führen. — Die vorjährige Besatzung des großen Achters (H. N o l l, G. Hartmann, W. Flimm, F. Weinhold,' C. Georgi, W. Becker, H, Neuroth, K. Timpe, St.: H. Loh) hat sich restlos wieder zur Verfügung gestellt, mit einer einzigen Ausnahme, der aus beruflichen Gründen unabkömmlich ist, doch ist unter dem guten Nachwuchs sehr brauchbares Material vorhanden, so daß die Besetzung dieses Postens keine Schwierigkeit bedeuten wird. — Die ärztliche Ueberwachung der Mannschaft, die bei diesen hohen Anforderungen sehr wichtig '.st, liegt in den bewährten Händen des Universitäts-Sportarztes Dr. Karl Wagner, der sich schon im Vorjahre in den Dienst der guten Sache gestellt hat und auch auf den diesjährigen Regatten der ärztliche Begleiter der Mannschaft sein wird. Die täglichen regelmäßigen Uebungssahrten haben schon Anfang der Woche begonnen. Es sollte sich kein sportinteressierter Gießener die Gelegenheit entgehen lassen, die Mannschaft bei ihrer vorbereitenden Arbeit für diese große Aufgabe während eines Spazierganges am Spätnachmittag an der Lahn zu beobachten. Siebener Ruderklub Hassia. Der Gießener Ruderklub Hassia ist auch zu seinem Teil für die kommende Rudersaison gerüstet. Das Bootsmaterial ist überholt, das Motorboot startbereit. Das Training kann auch hier beginnen. Die Mannschaften, die im vorigen Jahre den Verein vertraten und sich einem regelmäßigen Training unterzogen, werden voraussichtlich auch in diesem Jahre wieder im Boot sitzen. Der Verein hofft, den Achter des Vorjahres wieder in der gleichen Besetzung auf das Wasser zu bringen, ebenfalls einen Vierer zu besetzen, während zwei Mann im Einer trainieren werden. Das Training der Mannschaften liegt auch in diesem Jahre wieder in der Hand des bewährten Ruderlehrers G r a e f. Der Gießener Ruderklub Hassia wird sich selbstverständlich an dem am 15. April auf der Lahn stattfindenden gemeinsamen Anrudern beteiligen. Der Verein Rudersport 1943 beginnt die Saison unter einem ungünstigen Stern. Die Mannschaften, die im vorigen Jahre im Boot saßen, sind durch berufliche Inanspruchnahme völlig auseinandergerissen worden, so daß es dem Verein vorerst nicht möglich sein wird, einen Achter auf das Wasser zu bringen. Das Bootsmaterial ist in besten Zustand gebracht worden, bie Werbearbeit für den schönen Rudersport wird auch im Verein Rudersport 1913 fortgesetzt werden, so daß zu gegebener Zeit auch seine Farben in den Wettbewerben der bevorstehenden Saison vertreten fein werden. Deutsch-Tangermünde startet nicht mehr? Aus Tangermünde kommt die Nachricht, daß einer der erfolgreichsten Einer-Ruderer des vergangenen Jahres und einer unserer aussichtsreichsten Olympiakandidaten, Hans Deutsch, im kommenden Sommer nicht mehr an den Start gehen wird. Der junge Deutsch, der bekanntlich 1933 den Holland-Becher gewinnen konnte, ist beruflich an einen Ort versetzt worden, wo ihm ein geregeltes Training unmöglich ist. Es ist jedoch zu hoffen, daß Deutsch seine Ruderlaufbahn noch nicht endgültig abgeschlossen hat. Aus dem Tumgau Nordhefsen (DT.) Lehrgangsarbeit im Frauenturnen. In unserer Stadt findet heute und morgen ein Lehrgang im Frauenturnen statt, an dem außer den Kreisfrauenturnwarten und den Kreisführerin- nen für Frauen und Mädchen aus jedem Turnkreis noch einige befähigte Turnerinnen teilnehmen werden. Die Leitung der Lehrarbeit liegt in Händen von Gaufrauenturnwart L Klent- Friedberg und der Gauführerin für Frauen und Mädchen, Friedel K a st e n - Stromberg. Einen breiten Raum in der Unterweisung nehmen neben Singen und Tanzen, Schulungsvorträgen, Frei- unb Keulenübungen bie Hebungen für bas Gymnastikabzeichen ein. Um die deutsche Boxmeisterschast im Schwergewicht. Der deutsche Schwergewichtsmeister im Boxen, Vincenz Hower, verteidigte am Freitagabend seinen Titel geaen Hein Müller mit Erfolg und blieb nach 12 Runden überlegener Punktsieger. mit von Wirtschaft An der eine feste aber auf Publikum Iußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Die Fußballmannschaft des Turnvereins Kinzenbach fährt morgen zu einem Gesellschaftsspiel nach Krofdorf. Obwohl sich die Mannschaft am Sonntag gegen Waldgirmes recht gut schlug, wird sie gegen die Krofdorfer, die mehr Spielerfahrung besitzen, kaum aufkommen können und lediglich auf ein günstiges Abschneiden bedacht sein müssen. Handball der Gp.-Dg. 1900. Turn- und Sportverein Buhbach in Gießen. Die erste Handballmannfchaft der Spielvereinigung 1900 empfängt morgen einen beachtenswerten Gegner, nämlich die erste Elf des Turn- und Sportvereins Butzbach. Die Gäste haben, schon immer mit an führender Stelle im heimischen Handball gestanden. Durch ihr wuchtiges und schnelles Spiel sind sie stets gefährlich. Die 1900er, die Ersatz einstellen, müssen von Anfang an auf der Hut sein. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorauszusagen. LVahenborn-Sleinberg empfängt Germania Marburg. Abendbörse: sehr still. Abendbörse herrschte bei Eröffnung wohl Grundstimmung vor, das Geschäft war allen Marktgebieten sehr gering. Bom fehlten Aufträge fast vollkommen, wäh; gut behauptet. Am Rentenmarkt war das Geschäft etwas vernachlässigt. Deutsche Anleihen bröckelten leicht ab, so Altbesitz um 0,25 v. H. und Neubesitz um 5 Pf. Späte Reichsschuldbuchforderungen aber gewannen 0,13 v. H., und Stahlverein-Bonds im Hinblick auf den nahenden Endtermin in Sachen Stahlverein- ein-Bonds lagen 1,40 v. H. fester. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft am Aktienmarkt weiter lebhaft. Deutsche Erdöl gewannen 1,25 v. H., Gelsenkirchen 1,65 v. H., Stahlverein 1 v. H. und Phönix 0,90 v. H. Bon Elektrowerten waren AEG. schwankend ohne größere Veränderung. Daimler konnten noch 0,40 v. H. profitieren. Die übrigen Aktienwerte lagen gut gehalten, außer Farben die 0,50 v. H. nachgaben. Weiter vernachlässigt blieb der Rentenmarkt. Späte Schuldbücher verloren 0,25 v. H., Neubesitz 10 Pf. Altbesitz lagen unverändert. Staats- und Länderanleihen waren ruhig, dagegen erhielt sich Nachfrage nach Stadtanleihen, die bis 1 v. H. gewannen^ Am Pfandbriefmarkt waren Goldpfandbriefe gut gehalten, Liquidationspfandbriefe lagen schwankend bei Abweichungen bis 0,25 v. H. Kom- munal-Obligationen zogen durchschnittlich 0,25 v. H., Meininger 0,75 v. H. an. Am Auslandsrentenmarkt waren Rumänien weiter gesucht und bis 0,40 v. H. höher. , . Am Kassamarkt blieben Bad Salzschlirf, Ludwigshafener Walzmühle gesucht, während Klein, Schanz- lin weiter angeboten blieben. Tagesgeld stellte sich auf unverändert 4 v. H. Gegen Schluß der Börse bröckelten die Kurse überwiegend leicht ab, etwas stärker Lahmeyer (— 2v. H.), Farbenindustrie (— 1,25 v. H.), im übrigen hielten sich die Rückgänge im Ausmaße von 0,25'bis 0,50 v. H. Kali Aschersleben waren nach schwächerer Eröffnung später gut erholt. Nachbörse: IG. Farben 136,65, Ältbesitz 96,50, Neubesitz 20,80. Auslandroggen, die sie in der Zeit vom 1. August 1932 bis 31. Juli 1933 im Monatsdurchschnitt verarbeitet haben, für eigene 'Rechnung ständig auf Lager zu halten. Bon dem Zeitpunkt an, in dem die Grundkontingente zugeteilt worden sind, hat jedes Mitglied bis auf weiteres mindestens die doppelte Menge seines Monatskontingents an Jnland- roggen der Ernte 1933 für eigene Rechnung auf Lager zu halten, die weder verkauft noch zur Deckung des laufenden Bedarfs herangezogen werden darf. Monatskontingent ist der monatliche Durchschnitt des zugeteilten Grundkontingents. Die eingelagerten Mengen müssen der wirtschaftlichen Vereinigung gemeldet werden. Kommt eine Mühle diesen Verpflichtungen nicht nach, so hat sie empfindliche Strafen zu gewärtigen. Die Deutsche Reichsbahn im Januar. Der Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn brachte im Januar gegenüber dem gleichen Monat der beiden letzten Jahre eine erhebliche Zunahme. Der Rückgang nach dem Weihnachtsgeschäft betrug 6,6 vH. gegenüber 7 bis 14,5 v. H. in früheren Jahren. Der Personenverkehr war in den ersten Januartagen infolge des zurückflutenden Fest- und Ferienoerkehrs noch recht lebhaft. Im Berufsverkehr zeigte sich stärkere Nachfrage nach Netz-, Bezirks-, Bezirksteilmonatskarten. Der Ausflug- und Wochenendverkehr blieb schwach, zumal sich auch der Wintersportverkehr nicht zu den erhofften Ausmaßen entwickelte. Die Zahl der geleisteten Zugkilometer betrug insgesamt 53,54 (Dezember: 53,20), die der Wagenachskilometer 1 953,42 (1 996,97) Mill. Die Betriebseinnahmen stellten sich auf 239,06 (275,74) Mill, und waren rund 29 Millionen höher als im Januar 1933. Die Ausgaben beliefen sich auf 260,9 Mill., so daß sich gegenüber der Betriebseinnahme eine Mehrausgabe von 21,9 Mill, ergibt. Der Personalbestand betrug im Januar 615 384 Köpfe gegen 613 883 im Dezember 1933, der Mehrbedarf ist vorwiegend auf Einstellung von Dienstanfängern zurückzuführen. Die EinlagerungSpflicht der Mühlen. Vom Beauftragten des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft bei der wirtschaftlichen Vereinigung für Roggen- und Weizenmühlen wird in einer Bekanntmachung im „Reichsanzeiger" darauf hingewiesen, daß die Roggen und Weizen verarbeitenden Mühlen, die Mitglied der wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen sind, die Verpflichtung haben, solange die Grundkontingente noch nicht zugeteilt worden sind, mindestens 150 Prozent der Menge in Inland- und Starke Abnahme Der W Weil imAbrim 3m Landesarbeitsamtsbezirk Heften 25000 Arbeitslose wieder in Arbeit und Brot gebracht. Hoffentlich hat das Selbstvertrauen der Elf Watzenborn-Steinberg durch den Ausgang des Kampfes auf dem Platz der Spielvereinigung keinen allzuheftigen Stoß erlitten. Sonst wäre das Spiel Nach der amtlichen Terminlifte find am morgigen Sonntag sämtliche Mannschaften der Bezirksgruppe Oberhessen im Kamps. Folgende Begegnungen sind vorgesehen: Butzbach — VfB. Gießen Groß-Karben — 1900 Gießen Ockershausen — Wetzlar Steinberg — Marburg Lollar — Bad-Nauheim. Obgleich die Frage um die Meisterschaft entschie- den fein dürfte und Bad-Nauheim van der Spitze nicht mehr zu verdrängen sein wird^ so entbehren doch auch die Spiele des morgigen Sonntags nicht des Interesses. , In Gießen ist diesmal' Ruhe. Keines der. Bezirks- klasienfpiele wird hier ausgetragen. Beide hiesige Mannschaften müssen nach auswärts. vfv. spielt gegen VsR. Butzbach auf dem Platz des Gegners und wird einen harten Strauß zu bestehen haben. Der Tabellenerste hat in seinem Spiel gegen Butzbach schlechte Erfahrung machen müssen und für die Grünweißen wird es sich sehr empfehlen, sich zusammenzureißen, wenn die Punkte nicht in Butzbach bleiben sollen. Die Grünweißen befinden sich gegenwärtig in recht ansprechender Form und sollten eigentlich einen Sieg, wenn er auch knapp ausfällt, mit nach Haufe bringen können. Ein Sieg über Butzbach könnte, vorausgesetzt, daß auch die 1900er ihr Spiel in Groß- Karben für sich entscheiden können, die Mannschaft in der Tabelle etwas mehr in die Mitte bringen. 1900 in Groß-Karben. Es sollte der Mannschaft der Spielvereinigung nach den in den letzten Spielen gezeigten Leistungen nicht allzu schwer fallen, den Gastgebern das Nachsehen zu geben. Groß-Karben hat einen Formrückgang aufzuweisen, der den ehemals nicht ungefährlichen Gegner etwas zurückgeworfen hat. Die Spiel- vcreinigung hat erst am vergangenen Sonntag bewiesen, daß sie durchaus produktiv Zusammenarbeiten kann und dadurch um so mehr verpflichtet ist, gegen den bestimmt nicht schwereren Gegner zu gewinnen, auch wenn das Spiel auf fremdem Boden ausgetragen wird. Wenn sich die Blauweißen nicht das Spielsystem der Gäste aufdrängen und sich dadurch verwirren lassen, müßte der Kampf ir.;t klarem Toruntersiched gewonnen werden. Frankfurter Lbst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 9. März. Arn Gemüse» markt herrschte weiterhin starkes Angebot in ausländischem Blumenkohl, Spinat und Salat. In den übrigen Gemüsearten hielten sich die Zufuhren in normalen Bahnen. Die Preise für Rot- und Weißkraut sowie für Wirsing und Zwiebeln sind gestiegen, sonst lagen sie unverändert. Das Geschäft war lebhaft. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 12 bis 18 Stück, 400 bis 500 (ital.); Eskarol, Steige 18 bis 40 Stück, 250 bis 300 (ital.): Feldsalat 70 bis 80; Gewürze!, großes Bündel, 40 bis 50; Karotten 6 bis 8; Erdkohlraben 3 bis 5; Kopfsalat, Steige 24 Stück, 325 bis 450 (span.); Schlüpfer (Treibhaus) 80 bis 90; Lattich (Treibhaus) 50 bis 70; Lauch 3 bis 8; Meerrettich 12 bis 25; Rosenkohl 23 bis 25; Rote Rüben 4 bis 9; Rotkraut 68/< bis 9, holl. 5V2 bis 9; Sellerie, je nach Große, 5 bis 25; Spinat 18 bis 20, ital. 17 bis 18; Weiß- kraut 6V2 bis 9, holl. 7V2 bis 9; Wirsing, spitz, 16 bis 20, rund 12 bis 15, holl. 7 bis 9; Winterkohl 15; Weiße Rüben 8 bis 10; Zwiebeln, 50 Kilogramm, 600. Bei Obst und Südfrüchten blieben die Zufuhren gut. Außer Apfelsinen, die im Preise etwas nachgaben, ergaben sich keine Veränderungen. Der Verkauf war zufriedenstellend. Es erzielten: Aepfel I 25 bis 30, II 16 bis 20, Wirtschaftsapfel 12 bis 14, amerik. Aepfel, rot, Kiste etwa 40 Pfd., 800 bis 950, do. gelb 1000 bis 1200; Apfelsinen, blond, 11 bis 15 (span.), Blut 14 bis 17 (span.), Apfelsinen, blond, 15 bis 16 (ital.), Blut 18 bis 20 (ital.); Bananen, Kiste 12,5 Kilogramm, 550 (Jam.); Tafelbirnen, Kiste etwa 40 Pfd., 1400 (amcnt), Eßbirnen 15 bis 18 (deutsche), Kochbirnen 6 bis 9; Mandarinen 14 bis 16 (span.); Zitronen, Korb 50 Kilogramm, 800. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 9. März. Je 100 Kilo loko-Großhan- dels-Einstandspreis notierten in Mark: Weizen 19,70, Roggen 16,90, Hafer 15,50 bis 15,75, Braugerste 17,60 bis 18, Industriegerfte 17,25, Malzkeime 13,25 bis 13,50, Weizenmehl, füdd., Spez. 0 30,10, Roggenmehl, 0- bis 60proz., nordd., 23 bis 23,50, dasselbe, südd., 24, Weizenkleie, fein 10,30 bis 10,40, grob, 10,80 bis 10,90, Roggenkleie 10,30 bis 11, Weizenfuttermehl 11,50 bis 11,60, Biertreber 15,25 bis 15,50, Sojaschrot 15,40, Trockenschnitzel 9,65. Tendenz: Brotgetreide gehalten, Ha- . fer fest, Futtermittel unverändert. Das Geschäft , war im allgemeinen ruhig. * Umfangreiche neue Aufträge der Deutsch-Amerikanischen Petroleum- Gesells cha f t. In dem Bestreben, die Maßnahmen der Reichsregierung in ihrem Kamps gegen die Arbeitslosigkeit wirkungsvoll zu unterstützen, hat die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft in diesen Tagen umfangreiche, zusätzliche Aufträge der deutschen' Wirtschaft zugeführt. Es handelt sich im wesentlichen um Umbauten verschiedener Standard-Tankschiffe. Die Gesamtaufträge belaufen sich auf rund 3 Millionen Mark. Etwa 2000 Arbeiter erhalten dadurch allein bei den Werften für längere Zeit Arbeit. Frankfurter Börse. Miltagsbörse: fest. Frankfurt a. M. 9. März. Nach dem bereits lebhaften Geschäft an der Abendbörse eröffnete auch der heutige Mittagsverkehr mit reger Beteiligung von Publikum und Spekulation. Wie gestern bereits, so waren auch heute wieder einige Spezial- werte bevorzugt, so u. a. Autowerte und IG. Farben, wobei letztere durch die Belebung des Automobilgeschäftes von erhöhtem Treibstoffabsatz pro- itieren dürften. Diese Spezialbewegungen gaben )em gesamten Markt eine gesunde Stütze, so daß ich das Kursbild fester gestalten konnte. Die Aus- ührungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in der heutigen General-Versammlung der Reichsbank über die offene Kapitalpolitik wurden beachtet. Am Automarkt waren lebhafte Umsätze, ohne daß Daimler einen größeren Kursgewinn verzeichnen konnte (plus 0,25 0. H.), Adlerwerke Kleyer erhöhten sich um 0,50 auf 52 v. H. Am Chemiemarkt gemahnen IG. Farben im ganzen 1 v. H., daneben waren auch Scheideanstalt 1,25 v. H. und Metallgesellschaft 0,50 v. H. fester. Elektrowerte lagen nicht ganz einheitlich; während Gessürel 1,13 v. H. und AEG. 0,50 0. H. gewinnen konnten, bröckelten Siemens unter Berücksichtigung des Dividendenabganges 1 v. H., Elektr. Lieferungen 0,75 v. H. und Schuckert 0,40 0. H. sowie Rhein. Elektro 1 v. H. ab. Auch Montanwerte zeigten keine einheitliche Kursgestaltung, jedoch überwogen, besonders im Verlause, Kurssteigerungen von 0,50 bis 1 v. H., lediglich Ilse Genuß gaben 1,25 v. H. nach. Verkehrsund Schiffahrtsaktien lagen bis 0,90 v. H. fester. Von Einzelwerten tendierten Kunstseide Aku 2,25 v. H. höher, Reichsbankanteile gingen um 0,75 v. H. zurück, Zellstoffwerte und Gement Heidelberg lagen Wball in der Vezirksklaffe Gruppe Obecheffeu Die Spiele des Sonntags. LPD. F r a n k f u r t a. M., 9. März. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Bereits im Monat Februar konnten im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen außerordentlich gute Erfolge als Auftakt zum zweiten Abschnitt der Arbeitsschlacht erreicht werden. 3m IRonaf Februar verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um 24 627 und ging damit auf 187 128 insgesamt zurück. Das bedeutet seit Beginn der Uebernahme der Regierungsgewalt durch den Führer, daß seit Ende Januar 1933 im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen ein Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um rund 145 000 oder 43,7 v. h. zu verzeichnen ist, so daß beinahe die Hälfte der im vergangenen Winter vorhandenen Arbeitslosen wieder in Arbeit und Brot gebracht worden ist. Der jetzt erreichte Stand der Arbeitslosen im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen ist weit günstiger als er zu Beginn dieses Winters war. Selbst in den Wintermonaten, nämlich von Ende November 1933 bis Ende Februar 1934, konnten starke arbeitspolitische Erfolge erzielt werden, da ausgangs des Winters renb die Kulisse im Hinblick auf den Wochenschluß und in gewissem Maße auch wegen der Entwicklung des neuesten Reichsbankausweises Zuruckhaltung bekundete. Die weitere starke Entlastung des Arbeitsmarktes im Monat Februar um 400 000 Personen hinterließ einen günstigen Eindruck, vermochte aber keine Belebung des Geschäfts herbeizufuhren, vielmehr war die Zurückhaltung im Verlaufe bei allerdings gut behaupteten Kursen noch ausgeprägten Die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schlutz chon bei Beginn gut gehalten, teilweise konnten ich auch Befestigungen um 0,25 bis 0,50 v. H. durch» etzen, so u. a. bei IG. Farben. Der Rentenmarkt lag fast ohne Interesse. Deutsche Anleihen sowie Stahlverein-Bonds bröckelten etwas ab, relativ matt lagen späte Reichsschuldbuchorderungen mit 94 bis 94,25 nach heute Mittag 94,65. Pfandbriefe und Stadtanleihen blieben gut behauptet. Fremde Werte lagen ruhig. gegen Marburg von vornherein verloren, gleichwohl man von den Marburgern in der jüngsten Zeit keine überragenden Leistungen sah. Anderseits hat die Erfahrung gelehrt, daß sich die Teutonen auf eigenem Platz immer besser behaupten und mit ganz anderem Geiste kämpfen, als vor fremdem Publikum. Die Gastgeber haben Gelegenheit, ihren bisher recht guten Ruf im Spiel gegen den Tabellendritten als doch zu Recht bestehend zu beweisen. Das Spiel Ockershausen — Wetzlar ist in seinem Ausgang nicht vorauszusagen. Die Chancen auf einen knappen Sieg sind den Gastgebern zuzurechnen. Das Spiel Bad-Nauheim gegen Lollar, des Tabellenersten gegen den Tabellenletzten wird in seinem Ausgang kaum fraglich sein. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I. — Lich I. Am morgigen Sonntag empfängt der neue Meister der Kreisklasse, SD. 1920 Heuchelheim, im letzten Spiel der Derbandsrunde die 1. Mannschaft des VfR. Lich. Der SV. 1920, der anfangs einen sehr guten Start hatte, zeigte in den letzten Spielen einen merklichen Formrückgang. Für das Spiel gegen Lich hat man deshalb wieder die Aufstellung der ersten Verbandsspiele gewählt und hofft, die Verbandsspielrunde mit einem Siege abzuschließen. Das Vorspiel in Lich endete nach einem harten Kampf mit 4:2 für Heuchelheim. Die 2. Manschaft spielt ebenfalls gegen Lich und dürfte über ihren Gegner, der II. des VfR., den Sieg davontragen. Die 1. Jugend spielt gegen die Jugend des gleichen Vereins. die Zahl der Arbeitslosen um rund 28 000 niedriger liegt, als zu Beginn dieses Winters. Damit haben wir einen außerordentlich günstigen Ausgangsstand für die neue Arbeits- schlacht erreicht. Die Besserung, die im Monat Februar erzielt werden konnte, erstreckt sich auf alle Arbeitsamtsbezirke und alle wichtigeren Berufszweige. Sie ist nicht allein auf die Durchführung der Jnstand- setzungsarbeiten und anderer Außenarbeiten zurückzuführen, vielmehr ergibt sich aus den von den Arbeitsämtern gemeldeten Zahlen auch eine weitere konjunkturelle Belebung in den wichtigsten Berufsgruppen. Die Unterstützungseinrichtungen westen gleichfalls eine starke Entlastung auf. In der Arbeits- losenverficherung und Krisenfürsorge ging die Zahl der Unterstützungsempfänger im Monat Februar um über 11 000 auf zusammen rund 77 000 zurück. Eine besonders starke Entlastung westen auch die Zahlen der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen auf. Sie gingen um rund 12 200 auf rund 69 200 zurück. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. 100,1 93,75 94,25 94 93,9 92,75 92,5 92,75 92 91,5 95,9 96 96 95,75 93 93,25 94,75 93 93,25 92 92,13 Banknoten. 92,9 92,5 94 94 94 94 0 156,5 9,13 28,9 6,65 178,78 toanat6mann»8totara 0 6,7 95 100,1 93,75 96,65 20,75 96,9 20,95 96,7 20,8 183 157 182,75 156,5 100 94 o 0 78,25 109,75 65,5 97 33 132 103 108 61,75 103,5 106 153 123 25 165 65,78 81,16 34,18 78,4 110 65,65 96,65 76,25 139,75 119.75 67,5 69,75 94 97,13 80,25 109,5 67,13 96,5 76.4 138 118 68 70,5 94 97,13 97 21,05 100,1 94 94 97,13 33,5 131,75 103,25 107,5 62 104 95,25 105,75 145 121 57 52,75 57,13 52,25 24 94 97,13 A.E.G. . Bekulo. 79,75 109,75 67 96 33,4 131,25 103,25 107,75 62 103,9 95,13 106,75 145,75 122,25 33 131,75 102,75 107,75 62,25 103 96 105,75 152 122 103,75 60 58,13 54 44 122,75 55,75 52,13 72,75 24,65 166 183 156,5 <öut>enu» ..... Deutsche Erdöl Gelsenkirchen« 138,5 118,25 68 70.13 18,75 1,4 6,75 16,6 6,6 8,75 6,65 6,7 61 59 54,5 44,5 63 59 54,5 44,5 Rheinische Elektrizität Schurke« S Co. Siemens & Halske... Lahmes« L Lo..... 19 1,4 6,7 6.81 6,6 8,65 19 1,4 6,8 6,5 0 0 0 6 6 0 6 . 5 . 7 10 118 68,5 69,9 105,25 62,75 58,5 54,13 44,9 123 57,25 52 72 24 18,75 1,4 6,7 6,6 6,6 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a ZR. 4% Oesterretchilche Goldrenre.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Elektr. Aeferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ... 6 Fetten & Guilleaume........ 0 Geiellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Harpen«................. Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Philipp Hohmann .... Zementwerk Heidelberg Lemenlwerk Karlstadt.. Grttzn« — O| 28,5 I Mainkraftwerke Höchst a.M— 41 77,5 Süddeutscher Zucker 8| 177 I e% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 6% ehem.7% Tt. Retchsanl. v. 1929 5¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. DeSgl. ohne Auslos.-Rechte..... 6% ehem.8% Hess. Bollsstaat 1929 (rüctzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.............- - 6y.% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt ßiqui ...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten , ■ ■ - Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mitAuslos.-Recliten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 »¥*% ehem. *¥,% Franks. HYP-- Bank-Liqu.-Pfandoriefe 6y.% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe. 6% ehem. 8% *pi. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs Schultheis Patzenhofer 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemderg............. 0 Zellstoff Waldhos 0 Zellstoff Aschassenburg 0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ......0 Orenstein & Koppel 0 Leonhard Tietz ...... 0 khade......................10 Akkumulatoren-Fabrik ....... 0 Lonti^öummt............... 0 2,485 58,47 56,86 12,745 16,52 169,14 21,48 64,13 29 1 28,13 1 77,5 - 176,51 — I angeführten Zistern geben Die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an — Reichsbankdiskoni 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H. Die hinter den Papieren Jranfrun a. Ul. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 8-3 9.d- 8.3- 9. Frankiun a. M. Berlin Franksuri a. M. Berlin t Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Minag« börsc Datum 8.3- 9 3 8-3 9-o. Datum 8.3. 93. 8.3. 9-3. 6,7 6,75 5,35 6,8 6,8 Mansfeld« Bergbau .. ....... 0 40 39,5 39,9 79 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,13 5,13 5,4 ....... o _ 90,9 91 Phönix Bergbau...... 52.9 52,9 4i4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7.5 7.6 7,4 ....... 0 52,5 53 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,45 31,75 4,55 31,5 4,55 31,13 4,55 31,4 Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ....... ..... 10 ....... 0 200 91,75 202 92 200 91,5 202 92,13 Bereinigte Stahlwerke. .......0 44,5 45,5 44,75 45 29,65 Olavi Minen ..... .......0 15,9 15,9 15,75 16 yamvurg-Amertka-Pakel ..... 0 29,13 — 29,25 Kaliwerke Aschersleben. ....... 6 120,25 120 118,25 120 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 30 28,75 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth ....... 5 120 119 120 120,5 Hansa-Dampfschiff..........0 —— — —— — ..... IV. 151 153 153 153,75 Norddeutscher Lloyd ........ 0 34,65 34 34 34 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank . 0 71 96 51 71,5 96,25 51 70,25 96 51 71 96 51 I. G. Farden-JnduftNe Scheideanstalt........ ....... 7 .......9 ....... 0 137 183.75 63 137,25 184,5 62 135,9 63 136,75 62 Deutsche Barst und Discoaw- Gesellschafi................ 0 65,25 66,5 168 64,5 66,5 167,25 65,25 66,5 167,25 64,5 66,5 167,25 Rütgerswerke ........ Metallgeiellschaft...... .......0 .......0 59,25 86 59,4 58,75 85,75 59,4 86,75 Reichsbank ........... 12 8. Mörz 9-März Amtliche Notierung Seid | Brie Amtliche Notierung Geld | Brie Helstngfow.. 5,624 5,636 5 624 5,636 Men ...... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 10,40 Budapest ... — — — — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,78 169,12 168,88 169,22 Oslo ...... 64,09 64,21 64,04 64,16 Kopenhagen. Stockholm... 56,94 57,06 56,89 57,01 65,73 65,87 65,68 65,82 London ..... 12,745 12,775 12,73 12,76 Buenos Aires 0,628 0,632 0,632 0,637 Neuyorl.... 2,512 2,518 2,512 2,518 Brüssel..... 58,41 58,53 58,39 58,51 Italien..... 21,54 21,58 21,52 21,56 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweb .... 80,92 81,08 81,02 81,18 Spanien.... 34,18 34,24 34,13 34,24 Danzig..... 81,73 81,89 81,72 81,88 Aapan ...... 0,752 0,754 0,751 0,753 Rio de Jan. . 0,212 0,214 0,212 0,214 ^ngostawteu. 5,664 5,676 5,664 5,676 Liiiabo» .... 11,61 11,63 11,60 11,62 Berlin, 9.März Geld Amerikanische i)loteu.............. 2,465 Belgische Noten.................. 58,23 Dänische Noten ................. 56,64 Englische Noten ......... ....... 12,685 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,46 168,46 Italienische Noten............... 21,40 Norwegische Noten .............. 63,87 Deutsch Oesterreichs i 100 Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Notea............... 65,52 Schweizer Notea................. 80,84 Spanische Notea................. 34,04 Hugarischd ÄOtfll nimtrittttrrt Mantel- und Kostüm STOFFE Handel Bank Industrie breit (engl. Art), I) m 3.60, 3.50,3.20, A.lU Gemusterte Mantelstoffe, 150 cm in sehr aparten Melangen per Rufnummer 4174 Seltersweß Nr. 52 Katalog im Laden frei! 1440D 4.70 per m breit, schöne geschlossene 11 QQ ............. perm 0.98, U.00 FERTIG UND O Kunstseiden-Serge, 140 cm breit, gute haltbare 1.52 Önach mass Ware in richtigen Farben per m 8 Hur r» Tage I 1532 A Jubiläums Konzert I »95 u bei Gastwirt Hormann aus Anlaß des 70. Stiftungsfestes 1473 A mOBERGiH. Henny Porten 0 OberhessischerKunstverein 1499 D begrüßen 1487 C 1465 D Fried. 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