Samstag, 10. Februar 1934 184. Jahrgang Nr. 35 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis Z'/gUhr des Vormittags Grundpreise für 1mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 60Rps.,Platzvorschrist oder schwieriger Latz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige löelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. 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Die Männer des Zentrums verlassen das Kabinett, das nun ein ganz nach links orientiertes Gesicht erhält. Die Antwort der öffentlichen Meinung auf diesen allzu parlamentarischen Coup ist der Zug der Frontkämpfer zum Palais Bourbon und die Blutnacht des 6. Februar. Während das Kabinett Daladier in der Kammer mit Hilfe der Sozialisten eine Mehrheit erhält, entscheidet sich auf der Straße bereits sein Schicksal. Dala- dier, der eine Zusammenfassung der politischen Kräfte gewollt hatte, hatte sich in einen eindeutig gegen Rechts gerichteten Kurs hineinmanövriert. Er zieht aus diesem Mißerfolg die Folgerungen und tritt, „um weiteres Blutvergießen zu vermeiden", mit seinem Kabinett zurück. Nun muß der siebzigjährige Doumergue, ehemaliger Präsident der Republik und mehrfacher Minister, dessen Popularität unbestritten ist, den Retter aus der Not spielen. Sem Ziel ist die Stabilisierung eines politischen Burgfriedens, der ihm und einem von den Führern der großen politischen Gruppen von Rechts bis Links gebildeten Kabinett die Möglichkeit zu durchgreifenden Reformen gibt. Von der eingefchüchterten Kammer wird er alles verlangen können. Denn vor ihr steht zum ersten Mal seit bald sechzig Jahren die Drohung mit dem Auflösungsdekret, mit dem Doumergue winken wird, sobald die Kammer ihm Schwierigkeiten machen sollte. Das beleuchtet das Außergewöhnliche der politischen Lage. Denn seitdem der sich als Platzhalter der Monarchie fühlende Marschall-Präsident Mac Mahon 1877 die Kammer auflöste, um die Konservative Partei gegen die Republikaner wieder zur Macht zu bringen, worüber er allerdings selber zu Fall gekommen rst, haftet der Kammerauflösung, die verfassungsmäßig der Präsident mit Zustimmung des Senats vornehmen kann, der Geruch des Staatsstreiches an und man hat von diesem letzten Hilfsmittel seitdem nie mehr Gebrauch gemacht. Doumergue wird vermutlich nicht davor zurückschrecken, aber er wird Neuwahlen wohl erst ausschreiben, wenn : die Erregung über die blutigen Ereignisse dieser ; Tage verebbt sind. Dam Ergebnis dieser Wahlen > wird es dann abhängen, ob Frankreich imstande sein t wird, verfassungsmäßig eine Reform seines Regie- f rungssystems durchzuführen, die die Auswüchse und i Verfallserscheinungen beseitigt, ohne die Grundsätze > zu verletzen. Zwei Polizisten wurden mit schweren Bauchverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Um 23 Uhr verlegten die Manifestanten ihr Tätigkeitsfeld mehr auf die Boulevards. Das Rathaus des 11. pariser Bezirks wurde von ihnen umzingelt und die Fensterscheiben eingeschtagen. Doch konnte das Gebäude durch heranrückende Polizei schnell entsetzt werden. An die St. - A mbroise - kirche wurde von den Kommunisten Feuer gelegt; der Brand konnte jedoch bald gelöscht werden. Polizeistreifen durchziehen die verschiedensten Stadtviertel, um Gruppenbildungen zu verhindern. Alle irgendwie verdächtige Personen werden angehalten und auf Waffen untersucht. Der autonome B e» amtenoerbanb hatte seine Anhänger ausge» fordert, sich an den kommunistischen Kundgebungen zu beteiligen. In geschlossenem Zuge zogen 800 Mitglieder dem Platz der Republik zu; sie wurden unterwegs von einem starken polizeilichen Absperrungsgürtel aufgehalten undvertrie- b e n. Hierbei sind viele Teilnehmer verletzt worden. Der Polizeiordnungsdienst ist nach Mitternacht wieder aufgehoben worden. Die kommunistische Revolte, als die die Unruhen am Freitag anzu- sprechen sind, ist niedergeschlagen roor- verössentlicht eine Erklärung, in der mit Bedauern festgestellt wird, daß die Regierung Doumergue nur ein Behelssmi11el ohne Bestand und eine Einigung der Parteien ohne geheiligten Charakter sei. V,n ihr säßen hochachtbare Persönlichkeiten zusammen mit politischen Geschäftemachern und Neusozi- a l i ft e n , die der roten Fahne dienten. Es handele sich also nur um einen Notverband für d i e schwärenden Wunde. „Wir wollen diesen Notverband nicht abreißen", heißt es in der Erklärung weiter, „aber wir bleiben auf der Hut und machen uns bereit, das fressende Geschwür, das bald aufbrechen wird, vollends zu säubern." Die Erklärung schließt mit einem Aufruf an die Feuer- kreuzler, sich bereit zu halten „für den Rus des Vaterlandes an die ehemaligen Frontkämpfer'. Oie Kabinettsliste. p a r i s, 9. Febr. (havas.) Der mit der Kabinettsbildung beauftragte ehemalige Präsident der Republik Gaston Doumergue hat folgende Minister- liste bekanntgegeben: Ministerpräsident: Gaston Doumergue. Staatsminister: Andre Tardieu, Abgeordneter der republikanischen Mitte. Staatsminister: h e r r i o t, radikalsozialistischer Abgeordneter. Auswärtige Angelegenheiten: Barthou, Senator der demokratischen und radikalen Bereinigung. Justiz: C h e r o n, Senator (parteilos). Inneres: Satt auf, Senator (Radikalsozialist). Krieg: Marschall p 6 t a i n. Kriegsmarine: p i e t r i, Abgeordneter der demokratischen Linken. Luftfahrt: General De na in. Finanzen: Germain Martin, radikalsozialistischer Abgeordneter. Unterricht: Berthod, radikalsozialifilscher Abgeordneter. handel: Lamoureux, radikalsoziaNstischer Abgeordneter. Landwirtschaft: Queuille, radikalsozialiftischer Abgeordneter. Oeffentliche Arbeiten: Flandin, Abgeordneter der demokratischen Linken. Arbeit: Marquet, neusozialistischer Abgeord- neter. Handelsmarine: B e r t r a n d. Kolonien: Laval, Senator (parteilos). Volkswohlfahrt: Marin: Abgeordneter der demokratischen Vereinigung. Pensionen: RivoNet, ehemaliger Frontkämpfer (Richtparlamentarier). Post: Mal lärm 6. Ooumergues Kabinett der öffentlichen Wohlfahrt Oie Regierung vereinigt Männer aller Gruppen von der Rechten Marins bis zu den Reufoziallsten.-Herriot und Tardieu Minister ohne Portefeuille.-Barthou Außenminister, Ministerpräsident Doumergue stellte dem Prast- benten ber Republik Freitagabend seine Minister- kolleqen vor. Beim Verlassen bes Elysäes erklärte ber Ministerpräsibent, bie neuen Minister würben ihre Aernter noch heut e ü b e r n e h m e n. Er werbe sich als Ministerpräsibent im Gebaube bes Außenministeriums nieberlassen. Am Samstagnach- mittag finbet im Quai b'Orsay ber erste Äabinetts» rat statt. Die Regierung wirb sich am na d) |t e n Paris, 10. Febr. (DNB.) An verschiebenen Punkten ber Stabt ereigneten sich am Freitagabenb heftige Zwischenfälle. Kommunistische Kunbgeber setzten ber Auslösung ihrer Züge durch die Polizei Widerstand entgegen. Zn den östlichen Dororts- straßen, namentlich am Boulevard Bellevllle, behaupteten die Kommunisten sich auf ber Straße. Aus den Fenstern wurde bie Polizei mit Blumentöpfen heftig beworfen. Auch in den Q st b a h n h o f brangen Demonstranten ein unb begannen dort zu plündern. Polizei und Feuerwehr eilten herbei, unb es kam zu heftigen Zusammenstößen. Manifestanten haben bie in ber bärtigen Gegenb gelegene S t. Iosefskirche in Brand ge st eckt. Um Mitternacht ist es der Polizei überall gelungen, der Ansammlungen und der Aufstands- versuche Herr zu werden. Rur an der Porte S t. M a r t i n, wo die Kommunisten ihr Hauptquartier ausgeschlagen zu haben scheinen, war es unmöglich, ein Lokal auszuheben, aus dem sie fortwährend mit Waffen und Lebensrnitteln versorgt wurden. Die Polizei mußte dreimal gegen sich immer wieder bildende Gruppen von 50 bis 100 Mann anrücken, bie von ber Schußwaffe Gebrauch machten. Auf beiden Seiten werden zahlreiche Verletzte gemeldet. publik geleitet. Die Väter ber „action fran<;aise hatten nach einem klugen Wort Walter F r a n k s, bem wir ein grunblegenbes Werk über Nationalismus unb Demokratie im Frankreich ber Srithm Republik oerbanten, ihren Jungem nicht Dolche, fonbern Febern in bie Hanb gegeben. Weber Karres noch Maurras ober Daubet haben es vermocht, bie Massen zu erreichen Niemanb von ihnen hat bis heute bie Fähigkeit aktiver politischer Ge- Haltung bewiesen, bie in Italien einen lNussouni, in Deutschlanb einen Abvif Hitler zur politischen Macht geführt hat. .. , Der „action frangaise“ unb bem 1925 von ihr ab- gefpaltenen französischen Faschismus einerseits, wie bem nicht minber bebeutungslosen Kommunismus gegenüber hat sich die große Mehret des französischen Volkes noch immer für das Festhalten an der staatlichen Willensbildung mittels des demokratischen Majoritätsprinzips entschieden. Der Staat soll nichts anderes sein ^s die Bürgerschaft und der von ihr beauftragte Unterhändler ist der Abgeordnete, der mit aller Macht ausgestattet sein soll, um die Interessen seiner Wähler wahrnehmen zu können. Das persönliche Verhältnis des Abgeordneten zu seinen Wählern, das in Frankreich nicht durch straffe Parteiorganisationen und Fraktionszwang durchbrochen wird, macht den Abgeordneten selber, nicht die Partei, zum Angelpunkt des politischen Systems. Daher resultiert denn auch die Emp indlichkeit des Bürgers für politische Korrup- tionsaffären wie den Staviskyskanbal, der ja nicht nur hohe Beamte, sondern auch eine Reche von Abgeordneten schwer belastete. Der der Verwaltung gegenüber stets mißtrauische Citoyen sieht sich schmählich getäuscht, wenn er erfahren muß, daß der Abgeordnete, den er mit der Kontrolle der Verwaltung beauftragt hat, mit denen unter einer Decke steckt, die aus der Politik em Geschäft machten. Wenn nun bie Empörung des Burgers über den Korruptionssumpf, den der Staviskyskandal auf- gedeckt hat, sich in einer Weise Luft macht, bie an bie ©runbfeften des Staatssystems zu rütteln scheint, so Dürften die Ursachen für diesen ungewöhnlichen Ausbruch ber po »tischen Leidenschaften wohl in der Nervosität zu suchen fein. Die anae- sichts Der außen» wie innenpolitischen Lage Die • Franzosen erfaßt hat unD Den Rus «ach einer „Regierung Det starken HanD oerftanD ■ lieft erscheinen läßt. ... m ! Das Werk Clemenceaus unD Pomcar^sDie mVer- . sailles errichtete unb Durch Die rücksichtslose Politik , Der Nachkriegsjahre gesicherte Hegemonie , Frank» • reichs im kontinentalen Europa, steht heute n ch . mehr unerjchüttert Da. Die Solidarität Der Siegermächte von 1918 ist längst Dahin. Die BunDesgenos- | jen von einst haben ihre eigenen Sorgen unD be- i greifen immer weniger Das BeDürsnis Des bis an ' Die Zähne bewaffneten, von einem uneinnehm- i baren Festungsgürtel umgebenen Frankreich nach : weiteren Sicherheiten unb Garantien für bie Erhaltung bes Status quo. Die Vasallen im Osten unb Sübosten, einst als Klammer zur ewigen Nieber- haltung ber Besiegten gebucht, gehen ihre eigenen Wege unb schließlich schafft Die nationalsozialistische Revolution in DeutschlanD aus einem Demoralisierten, an seiner Zukunft verzweifelnDen Volk eine selbstbewußte Nation, Die ihr Lebensrecht forDert. Dieser oeränDerten außenpolitischen Lage sieht sich Frankreich in einer inneren Verfassung gegenüber, Die keineswegs Der robusten Kraft entspricht, mit Der man nach außen hin graDe in Diesem Augenblick gern auftreten möchte. Obwohl Frankreich Dank seiner günstigen wirtschaftlichen Struktur von allen Großmächten am wenigsten von Der Weltwirtschafts- krisis zu spüren bekommen hat, sieht es heute Doch in vielen Zweigen Der französischen Wirtschaft keineswegs rosig aus. Schlimmer noch ist Die Lage Der Staatsfinanzen. SeitDem Der Strom Der Deutschen Tributzahlungen versiegt ist unD Der französische Steuerzahler in höchsteigener Person für Die ungeheuren Rüstungsausgaben aufkommen muß, Die Die gänzlich unbegrünDete, aber von einer profitgierigen : RüstungsinDustrie unD Der ihr hörigen Presse im- . rner roieDer genährte Furcht vor einer Deutschen : Revanche ihm auferlegt hat, feitDem laborierte jebe . Regierung an bem Loch im Staatssäckel, ohne ben I Mut zu finben, burch brakonische Steuer- unb Spar- ) mahnahmen ben Haushalt auszugleichen. j Dabei würbe infolge Der Zusammensetzung Der - Kammer, in Der sich rechts unD links ziemlich Die Waage halten, eine Kabinettsbildung immer schwieriger, je schneller Die Regierungen sich verbrauchten. Da Die Sozialisten Läon Blums eine VerbinDung mit bürgerlichen Parteien stets abgelehnt hatten, waren Die RaDikalsozialisten Herriots immer auf eine Unterstützung von Gruppen Der Mitte angewiesen. Nicht anDers lag es auf Der Rechten. Nachdem Das Kabinett Chautemps über Den Sta- viskyskanDal zu Fall gekommen war, hatte Dala - Dier eine Regierung zu bilDen versucht, Die von Den eigenen RaDikalsozialisten bis zur Gruppe Tar- bieu hinübergriff. Aber sein Kriegsminister Oberst Fabry, ber ber Tarbieu-Gruppe angehörte, würbe von seiner Partei ausgeschlossen, auf bie 66 Stimmen ber Linksrepublikaner Tarbieus war also nicht zu zählen. Da machte Dalabier mitten im Kampf bie kühne Schwenkung, Die seinem Kabinett bas Leben kosten sollte. Er wanbte sich um Unter- Oie starke Hand. Die ungemein brastischen Vorgänge in Paris, Die mit Dem Stavisky-SkanDal begannen unD in Der Blutnacht vom 6. Februar ihren Höhepunkt erreichten, könnten Die Meinung aufkommen lassen, als ob sich Frankreich am VorabenD Der Revolution befänDe, aber nichts Deutet in Wahrheit Darauf hin. Daß Die Franzosen von einem tiefgreifenDen geistigen Umbruch ergriffen seien, ähnlich Dem, wie ihn etwa DeutschlanD in Den Dem DenfmürDigen 30. Januar 1933 vorausgegangenen beiDen Jahren Durchgekämpft hat. Die berechtigte Empörung Des , in wirtschaftlich mageren Jahren in puncto GelD besonDers empfinDlichen Steuerzahlers über gewisse Korruptionserscheinungen Des Demokratisch - parla- 1 mentarischen Systems hatte eine Atmosphäre geschaffen, Die Die verschieDensten extremen politischen Gruppen, einzeln beDeutungslos unD ohne jeDe Gemeinsamkeit in Programm unD Ziel, für ihre rein propaganDistischen Zwecke auszuschlachten versucht haben. Man ist also, wie Das Der geheiligten TraDition Des Pariser Pflasters unD Dem Temperament Der Pariser entsprach, auf Die Straße gegangen als ehrbarer Bürger, Der feinem Deputierten einmal vor Augen führen wollte, Daß er nicht länger Lust habe, seine sauer erworbenen Spargroschen Dem Moloch Korruption in Den Rachen zu werfen. Erst als Die Kammer Die Warnung nicht zu begreifen schien unD nun politische Agitatoren raDikalster, wenn auch ganz entgegengesetzter Färbung Den Demonstrationen Stoßkraft unD Richtung gaben, wurDe Die Sache ernst unD sie enDete in Der Katastrophe Der Schreckensnacht Des 6. Februar, als Die zur Unterstützung Der Polizei aufgebotene republikanische GarDe keinen Spaß oerftanD unD sich gegen bie rücksichtslos vorgehenben Demonstranten mit ber Waffe wehrte. So arteten bie Demonstrationen für Sauberkeit unb Drbnung im Staatsleben in erbitterte Straßenkämpfe politischer Extremisten unb schließlich in wüste Plünberungen Des Janhagels unD lichtscheuen DerbrechergesmDels Der WeltstaDt aus. Diese Orgien eines zügellos ge- worDenen Pöbels haben Den um seinen Besitz bangenDen, Ruhe unD DrDnung liebenDen Bürger von Paris gewiß schneller zur Besinnung gebracht, als Das scharfe Auftreten Der Polizei, Die auch unbewaffnet DemonftrierenDe Frontkämpfer nicht geschont hatte unD Damit zur Verschärfung Der Lage erheblich beigetragen hatte. Ein scharfer Beobachter Der politischen Psyche seines Volkes behauptet. Daß neben Der Bejahung der Volkssouveränität in Den meisten Franzosen Der Dritten Republik als zäher Rest aus Der Vergangenheit eine unverbesserliche Neigung zum Absolutismus unD Die immerwährenDe Sehnsucht nach einer Regierung Der starken HanD lebe. Dieser latente Antiparlamentarismus wirkt natürlich paraDox in einem LanDe, Das ja geraDe Den Parlamentarismus über alles setzen wollte. Im Gegensatz zur parlamentarischen Auffassung Der Republik, welche bie Autorität als Gefahr betrachtet, halt ber Bonapar- Hsmus qerabe bie autoritative Regierungsform innerhalb des republikanischen Systems für Das Richtige unb biefer Geist lebt frei von Orgarufatio- nen im sranzosischim Volk fort, um 3«‘ 3“ 2»it in eruptiven Manifestationen an die Ober, «ach- zu kommen. Das sind keine G-dank-ngang-, di- aus der augenblicklichen Lag- Frankreichs ge- kolaert sind, fonbern Betrachtungen, die Jahre zurückliegen und nur in den Vorgängen der letzten Tage ihre Bestätigung gefunden haben. Sie sind also die beste Warnung, di-fe Ereignisse etwa als einmalige revolutionäre Erscheinungen auszufassen, die einen grundlegenden Wandel der politischen An- schauungen in Frankreich und einen Wechsel politischen Systems ankundig-n konnten Was hier -tmas summarisch als „Bonapartismus bezeichnet wurde, ist im Lause der wechselvollen Geschichte der dritten Republik stets bann in Erscheinung getreten wenn es durch Skandalasfären offenbar wurde^ daß die Kammer ihr Amt als Vollzugsorgan der Volks- fouveränität allzu kratz zu privaten Geschäften mißbraucht hatte. Aber nicht einmal der Panama- standal, noch die Dreyfusaffare haben vermocht, den antiparlamentarifchen Kräften zu einer polih- fthen Macht von Dauer zu verhelfen. Die R o y a I i ft e n ber äußersten Rechten fmb in Der Literatur steckengeblleben. Maurice Bar r ö s Charles Maurras unD Läon DauDet, Der Sohn Des berühmteren Alphonse, haben m Den Kreisen Der französischen Intelligenz einen nige» rinnen Einfluß gehabt, aber wenn man sie auch als gefftreiche Schriftsteller schätzte als Poll ikerstan- Den sie niemals ernsthaft zur Debatte. Als sie be- Ä? ä'ÄÄ °°rli°h b« “^'3^ ML-LWH men nennt Maurras di- Aufgabe der geistigen Esite des französischen Volkes deren E ob S täF&Etä der nationalistischen unb ant,Parlamentär,,chen Up Position, Erst langsam wieder vermach e st- sch wieder Gehör zu schaffen durch, die En-ndung der Leitung „L’Action Fran?aise“ 1908 und die gi-i-y zeitige Aufstellung einer ungemein rührigen Propagandatruppe aus Stuöcnten jungen und Angestellten, der „camelots du ro! . rer krieg hob bie Männer ber „action 'runkse zu-iN-r volitilchen Macht, Poincarö debiente sich ihrer, um seine Gegner Coillaux und Malvy SU stürzen. Aber wie schon in den vorausgegangenen Jahren WU die günstige Stunde der Machtergreifung versaumü Aus der von der „action fran{a,se“ -ntf-ff-lt-n ftrifis stieg Elemenceau als Diktator empor, der nationalistische Strom wurde in das Bett der Re> Schwere kommuMche Revolie Mag nach! von der Polizei niedergeschlagen. Zwei Kirchen in Brand gesteckt. — 800 Verhaftungen. — 32 Polizisten vei^eht. Donnerstag bem Parlament oorstel - 1 e n. ,.f. Das neue Kabinett umfaß vier Senatoren, zwölf Abgeorbnete unb vier Nichtparlamentarier. Hinter ben vier Senatoren sinb zwei Mitglieber ber Demokratischen Linken, ein Mitglieb ber Demokratischen unb Rabikalen Vereinigung unb ein parteiloser Senator. Von ben zwölf Abgeorbneten, bie bem Kabinett angehören, sinb fünf Rabikalsozialisten, ein Neusozialist, zwei Mitglieber ber Rabikalen Linken, zwei Linksrepublikaner, ein Mitglieb ber Repu- blikaniscken Mitte unb ein Mitglieb ber Republikanischen Verenigung. Oie Fronckämpser warten ab Paris, 10. Febr. (DNB.-Funksproch.) Der Vor- sitzenbe ber Frontkämpfervereinigung „Feuerkreuz' den. Zu einem heftigen Zusammenstoß, bei dem vierzig Personen durch Schüsse und hiebe verletzt wurden, kam es kurz vor TNitk^rnacht a n einem Untergrundbahnhof, als die Kommunisten eine Barrikade zu errichten versuchten, die von der Polizei im Sturm genommen wurde. Auch am Nordbahnhof, in den sich einige Trupps von Demonstranten geflüchtet hatten, kam es um Mitternacht zu einer Schießerei. Die Polizei setzte 200 Kommunisten nach, die sich in einem Untergrundbahnhof geflüchtet hatten und überwältigte sie nach lebhaftem Kampf. Etwa 23 Polizisten sind verletzt worden. Die Zahl der Verhafteten wird mit 800 angegeben. Die Zahl der verwundeten Kommunisten scheint sehr hoch zu sein. Die pariser presse begrüßt das neue Kabinett. Scharfe Kritik nur in den Blättern der äußersten Linken. Paris, 10. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Die Begeisterung der bürgerlichen Presse über die Betrauung Doumergues ist jetzt, da das Kabinett gebildet ist, etwas abgeschwächt, wenigstens bei den Blättern, die aus der Verteilung der Äemter den Einfluß der parteipolitischen Führung ersehen wollen. Das Kabinett findet im großen und ganzen eine freundliche Presse bei den bürgerlichen Blättern, die es jedoch nur als eine Ruhe und Ordnung verbürgende Uebergangserfcheinung ansehen. Die sozialistische und kommuni st ische Presse kündigt offene Feindschaft an. Die Bildung der Regierung Doumergues, so schreibt der „M a t i n", wird von den meisten Franzosen mit Genugtuung ausgenommen werden. Sie werden wieder Vertrau en fassen. Doumer- gue ist zur Durchführung seiner Aufgabe, die keineswegs sehr leicht war, da die Parteien sich wieder zu regen begannen, zu beglückwünschen. Roch einen Tag länger und die Parteien hätten Bedingungen gestellt. Aber die Vernunft der Führer hat über diej Verblendung der Parteien gesiegt. Das Kabinett kann als Konzentration sämtlicher republikanischen Parteien gelten. Das Blatt herriots, „E r e N o u v e l l e ", schreibt, viele seit langem schwebende ernste außen- und innerpolitische Fragen würden endlich ihre Lösung finden. Der Waffenstillstand im Parlament sei vollzogen. Ein aus starken und erfahrenen, dem Staatsinteresse und dem öffentlichen Wohl ergebenen Männern bestehendes Ministerium sei gebildet worden. Es sei höchste Zeit, daß unter ihrer Leitung Frankreich sich in Ordnung und Frieden an die Arbeit begebe. Das „E ch o d e P a r i s" würde es begrüßt haben, wenn man mehr jüngere Kräfte in die Regierung genommen hätte. Das erzielte Ergebnis lasse sich nur verstehen, wenn man an die Lage vom Dienstagabend denke, an dem das Land beinahe unter'das Joch einer blutigen Linksdiktatur geraten wäre. Das Ministerium Doumergues fei das allerletzte Bollwerk gegen diese Gefahr, aber auch der letzte Versuch mit einem legal durchgeführten Parlamentarismus. Das Blatt bezeichnet die Auflösung der Kammer und eine Reform der Verfassung als notwendig. — „Figar o" glaubt, daß die Zusammensetzung der Regierung weite Kreise enttäuschen werde. An Stelle eines großen Ministeriums sei ein Uebergangskabinett zustandegekommen, das allerdings die Ordnung auf der Straße wiederherstellen und die blutigen Meutereien verhindern werde. Im Parteiorgan „P o p u l a i r e" erklärt Leon Blum, daß die Regierung Doumergue als W i e - derherstellung des nationalen Blocks zu gelten habe. Wieder einmal sei die Reaktion durch die Fehler und durch die Fahnenflucht der radikalsozialistischen Regierung begünstigt worden. Die Sozialisten hätten diesen Regierungen im Kampfe niemals ihre Unterstützung verweigert, doch hätten diese Regierungen sich s e l b st a u f gegeben. Das werde die Sozialistische Partei sich sehr lange merken müssen. Die neuen Männer. Staatsminister Andr6 Tardieu ist in Paris 1876 geboren. Er widmete sich ursprünglich der diplomatischen Laufbahn und war u. a. Attachä an der französischen Botschaft in Berlin. Von 1899 bis 1902 war er unter Waldeck- Rousseau Sekretär des Ministerpräsidiums. Dann betätigte er sich als außenpolitischer Redakteur des „Temps" und wurde 1914 zum Abgeordneten gewählt. Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg wurde er als Oberkommissar nach den Vereinigten Staaten entsandt, um dort als Verbindungsoffizier die gegenseitige Zusammenarbeit zu organisieren. Nach dem Waffenstillstand gehörte er dem Kabinett Clemenceau als Minister für die befreiten Gebiete an und nahm als solcher an den Friedensverhandlungen teil. Später gründete er das „Echo National" und sicherte sich in der letzten Zeit die Spalten der „Liberty". Als Innenminister tat er sich durch Unterdrückung der kommunistischen Unruhen hervor. 1929 und 1930 war er dreimal Ministerpräsident. Tardieu war besonders den Sozialisten stets ein Dorn im Auge. Staatsminister Herriot wurde 1872 geboren. Er war Gymnasiallehrer in Lyon und wurde 1905 dort Bürgermeister. 1912 wurde er Senator, übernahm jedoch nach dem Kriege die Führung der Radikalsozialistischen Partei in der Kammer. 1924 bildete er ein Kabinett des Linkskartells das jedoch schon nach einem Jahre über die Finanzfrage stürzte. Dem Kabinett Poincars von 1926 gehörte er als Unterrichtsminister an. Nach seinem Rücktritt war er wieder Bürgermeister von Lyon. Nach dem großen Wahlerfolg der Linksparteien vom Mai 1932 bildete Herriot die neue Regierung, in der er das Außenministerium selber übernahm. Er stürzte im Dezember des gleichen Jahres, als die Kammer die Kriegsschuldenzahlungen an Amerika ablehnte. Innenminister Sarraut wurde 1882 in Bordeaux geboren und wählte ebenfalls die Laufbahn des Rechtsanwalts. 1902 bis 1924 war er Mitglied der Kammer als radikalsozialistischer Abgeordneter und wurde 1926 in den Senat gewählt. 1906 wurde er Unterstaatssekretär im Innenministerium und behielt dieses Amt unter Clemenceau bis 1909. Nachdem er unter Briand bis 1910 Untersiaatsfekretär im Kriegsministerium gewesen war, ging er als Generalgouverneur nach Jndochina. 1926 trat er, nachdem er in der Zwischenzeit Unterrichtsni nister, Kolonialminister und abermals Generalgouverneur von Jndochina sowie Botschafter in Ankara gewesen war, als I n n e n m i n i st e r in die von Poincare gebildete Regierung der Nationalen Union ein und blieb in diesem Amt, bis er auf Grund eines Beschlusses der Radikalsozialistischen Partei im Novem- vember 1928 aus der Regierung austrat. Später war Sarraut abwechselnd Marine- und Kolo n i a l m i n i st e r, bis er selbst eines der Ueber- gangskabinette des vergangenen Jahres bildete. Er ist Mitbesitzer der führenden radikalsozialistischen Provinzzeitung „La Depeche de Toulouse". Außenminister Louis Barthou ist 1862 in den Pyrenäen geboren und wurde Rechtsanwalt. 1889 zum Abgeordneten gewählt, ist er seither häufig Minister gewesen, von 1894 bis 1895 Arbeitsminister, von 1896 bis 1898 Innenminister, von 1906 bis 1909 Minister für öffentliche Arbeiten, später Justizminister, im Jahre 1913 Ministerpräsident und Unterrichtsminister, 1921 Kriegsminister. 1922 wurde er zum Senator gewählt. Er vertrat 1921 Frankreich auf der Genfer Konferenz. Ferner war er später Präsident der Reparationskommission. 1930 war er im Kabinett Steeg Kriegsminister. Barthou gehört der demokratischen und radikalen Vereinigung des Senats an. Krieasminister Marschall petain wurde 1856 geboren, er war Jnfanterieoffizier, sollte kurz vor dem Kriege mit 58 Jahren als Oberst verabschiedet werden, tat sich jedoch dann in den ersten Kämpfen des Weltkrieges derart hervor, daß er noch zu Beginn der Marneschlacht an die Spitze der 5.Infanterie-Division gestellt wurde. Schänder Sommer 1915 sah ihn als Oberbefehlshaber der Zweiten Armee und im Frühjahr 1916 löste er die Ltusgabe, das bereits für verloren gehaltene Ver- dun zu retten. Nach der mißglückten' Nivelle-Offen- stve im April 1917 wurde Pstain Oberbefehlshaber der gesamten französischen Armeen und Marschall von Frankreich. 1922 wurde er Generalinspekteur und Vorsitzender des Obersten Kriegsrates. 1925 ordnete er die Verhältnisse in Marokko, 1931 wurde er Generalissimus der Luftverteidigung. Main erklärte zur Betrauung mit dem Amt des Kriegsministers, daß er ausschließlich Soldat sei und er sich daher nur um die Organisierung des Heeres kümmern werde. Kolonialminister Pierre Laval ist vor allem durch seine beiden Regierungen in den Jahren 1931 und 1932 bekannt geworden, die u. a. auch seine Reise nach den Vereinigten Staaten und ■VW" " seinen Besuch in Berlin brachten. Er verfolgte in wirtschaftlicher Hinsicht eine ähnliche Politik wie die beiden Regierungen Tardieu, während er in außenpolitischer Hinsicht das Werk Briands nach eigenen Ideen fortzusetzen versuchte. Zur Zeit Lavals wurde u. a. der deutsch-französische Ausschuß geschaffen. i Zinanzminister Germain-Martin ist 1872 geboren und war Professor an der Pariser Rechtsfakultät. Er gehört der Kammer seit 1928 als Mitglied der radikalen Linken an. Er war Unterstaatssekretär und später Finanzminister unter Herriot. Er gehört der französischen Abordnung beim Völkerbund an und war Mitglied der fran- ; zösischen Abordnung auf der Konferenz von Stresa. ' Zustizminister Henry Cheron ist 1867 geboren und begann seine politische Laufbahn ebenfalls als Rechtsanwalt. Er gehörte von! 1906 bis 1907 der Kammer an und seitdem un-| unterbrochen dem Senat. Ursprünglich war er Mit-! glied der Großrepublikanischen Vereinigung, ist jetzt aber parteilos. Cheron hat bereits mehreren Ka- binetten als Minister unter Clemenceau, Briands Barthou, Poincare und Paul-Boncour angehört.! Er gilt als Fachmann für Haushaltsfragen. Cheron ist Bürgermeister von Lisieux. Marineminister pietri ist seit 1924 Abgeordneter. Er war Unterstaatssekretär und Finanzminister im Kabinett Briand- Caillaux, Kolonialminister im Kabinett Tardieu, Haushaltsminister in beiden Kabinetten Laval und Minister für die Landesverteidigung im dritten Kabinett Tardieu. Pietri gilt als besonders sachverständig für alle Finanz- und Haushaltsfragen. Arbeitsminister Pierre EtienneFlandin ist 1889 in Paris geboren. Ursprünglich Rechtsanwalt, wurde er 1914 in die Kammer gewählt. Er war mehrfach Unterstaatssekretär und Minister, und zwar für Luftfahrt, Finanzen, Handel und Postwesen und gehört zu den Führern der Republikanischen Linken. Er ist auch Präsident der Alliance Democratique. Gesundheitsminister Louis Marin ist einer der bekanntesten Abgeordneten der Rechten, der sich häufia als scharfer Gegner Deutschlands be- tätigt hat. Auch er ist schon früher Minister gewesen. U. a. gehörte er als Vertreter der Rechten mit Tardieu und Bokanowski zusammen dem von Poincarö gebildeten Kabinett der Rettung des Franken an. Er wurde im Jahre 1871 geboren. Sozialminister Adrienne Marquet ist einer der Führer der Neusozialisten, der in besonders hohem Maße zur Trennung von den Alt- Sozialisten Leon Blums beigetragen hat und ständig für eine Zusammenarbeit mit der Regierung eingetreten ist. Landwirtschastsminister Oueuille ist 1884 geboren und von Hause aus Arzt. 1912 wurde er Bürgermeister seines Heimatortes und 1914 erstmalig Deputierter. 1920 wurde er Staats sekretär im Landwirtschaftsministerium, 1924 im Kabinett Herriot Landwirtschaftsminister, was er auch unter Poincar6 blieb. 1928 schied er auf Beschluß der Radikalsozialistischen Partei aus dem Kabinett Poincarö -aus. Im Kabinett Herriot von 1932 wurde er Postminister und in den folgenden Regierungen, Paul-Boncour und Daladier, wieder Landwirtschaftsminister. Handelsminister Lamoureux wurde 1888 geboren und ist Rechtsanwalt. Seit 1919 gehört er der Kammer an und ist als Generalberichterstatter für das Budget bekannt geworden. 1933 war er zum ersten Male Minister im Kabinett Daladier. Oie Aussichten für den Abrüstungsplan gesunken. Die Londoner Presse zum neuen französischen Kabinett. London, 10. Febr. (DNB.-Funkspruch.) lieber das neue französische Kabinett schreibt der „Daily Telegraph , wäre es falsch, das Kabinett Doumergue als Kriegskabinett zu bezeichnen. Vielmehr könne man es sowohl in innenpolitischer wie in außenpolitischer Hinsicht eine „Safety-First-Kabi- nett" nennen. Die Aussichten der Annahme der vollen englischen Abrüstungsvor- schlüge durch Frankreich seien allerdings unter einer solchen Regierung schwächer denn je. Möglicherweise sei das Höchste, wozu Doumergue und seine Kollegen ihre Zustimmung im gegenwärtigen Zeitpunkt geben könnten, der italienische Plan für die Begrenzung der festländischen Armeen auf dem gegenwärtigen Stand. Der liberale „News Chronicle" bedauert, daß die englische Regierung das neue französische Kabinett sofort mit der Verfügung von schweren Vergeltungszöllen auf französische Waren begrüßt hat. Der Pariser Berichterstatter des sozialistischen „Daily Herold" betont, daß die vier wichtig- st e n Mitglieder des neuen französischen Kabinetts, nämlich Doumergue, Herriot, Tardieu und Barthou, energisch gegen jegliches Aufrüstungszugeständnis an Deutschland seien. „Daily Expreß" glaubt nicht, daß die AußenpolM Barthous von der bisherigen französischen Außenpolitik abweichen werde. Die Wendung zum „autoritären" Kurs in Oesterreich. Oie Heimwehrführer beim Bundeskanzler. — Oie Landeshauptleute in den Bundesländern sollen Statthalter werden. — Ausschaltung der Parlamente. Noch kein Schritt in Genf. Wien, 9. Febr. (DNB.) Bundeskanzler Dollfuß empfina den Bundesführer der Heimwehren, Starhemverg, den Bundeskommissar S t e i d - l e und eine Reihe von Heimwehrführern. Die Konferenz des Bundeskanzlers mit den Landeshauptleuten über die Forderungen der Heimwehren nach Durchführung des autoritären Regierungskurses in den Bundesländern ist auf Montag verschoben worden. In der Regierungspresse wird erklärt, daß das erste Stadium zur Durchführung des neuen autoritären Kurses bereits abgeschlossen sei. Eine durchgreifende neue Gestaltung des gesamten öffentlichen Lebens stehe bevor. Die Regierung plane angeblich, die Landeshauptleute zu Statthaltern zu ernennen, die unmittelbar dem Bundeskanzler unter st ellt würden und die ohne die hinderlichen Länderparlamente gemeinsam mit einem engeren beratenden Ausschuß die Führung in den Bundesländern Übernehmen sollen. Die notwendigen Entscheidungen über diese grundlegende Verfassungsreform liegen allein beim Bundeskanzler Dollfuß. Die Regierung ist Freitag abend zu einem Ministerrat zusammengetreten, auf dem angeblich nur laufende Angelegenheiten behandelt werden. Entgegen Pressemeldungen wird mit einer baldigen Entscheidung Über die Einleitung des Völkerbundsverfahrens gegen Deutschland nicht gerechnet. Ebenso werden die Meldungen von der Ueberreidjung eines Memorandums der österreichischen Regierung in Rom, Paris und London als unzutreffend bezeichnet. Das Klagematerial für den Völkerbund fei bisher noch keineswegs endgültig fertiggefteUt und bedürfe einer gründlichen juristischen und technischen Prüfung, die jetzt nach der Rückkehr des Bundeskanzlers aus Budapest beginnen soll. Bei dem in der ausländischen Presse gemeldeten Schritt der österreichischen Gesandten bei den Großmächten soll es sich vielmehr nur um eine vorläufige Unter- richtung der Regierungen über das angebliche „Beweismaterial" gegen Deutschland gehandelt haben. Ferner wird daraus hingewiesen, daß Bundeskanzler Dollfuß vom Ministerrat die Vollmacht erhalten habe, nach Rücksprache mit den Großmächten das ihnen geeignet erscheinende Verfahren einzuleiten. Man glaubt daher in Wien, daß die Regierung zunächstdieZustimmung der Großmächte zu dem geplanten Vorgehen der österreichischen Regierung abwarten will, bevor die Anrufung des Völkerbundes erfolgt. Der Valkanpakt in Athen unterzeichnet. Athen, 9. Febr. (DNB.) Der V a l k a n p a k t ist am Freitag hier von den Außenministern Rumäniens, Griechenlands, der Türkei und Südsla- wiens unterzeichnet worden. Er zerfällt in eine Präambel und drei Artikel. Sein Inhalt läßt sich dahin zusammenfaffen, daß die vier unterzeichneten Länder sich gegenseitig ihre Balkangrenzen garantieren. Sie verpflichteten sich, ohne vorherige gegenseitige Mitteilung keinerlei Aktion gegen jeden a n - deren Balkan st aat, der'das Akommen nicht unterzeichnet hat, zu unternehmen; desgleichen ohne Zustimmung der anderen vertragsschließenden Parteien keinerlei politische Verpflichtung einem anderen Balkanstaat gegenüber zu übernehmen. Das Abkommen tritt mit der Unterzeichnung in Kraft. Jeder andere Balkanstaat kann ihm beitreten, nachdem sein Antrag auf Beitritt durch die vertragschließenden Parteien einer wohlwollenden Prüfung unterzogen worden ist. In der Präambel heißt es u. a., daß der Pakt abgeschlossen fei, um zur Festigung desFrie - d e n s auf dem Balkan beizutragen. Die vertragschließenden Parteien seien fest entschlossen, die Achtung der bereits bestehenden vertraglichen Verpflichtungen und die Aufrechterhaltung der gegenwärtig auf dem Balkan herrschenden territorialen Ordnung zu sichern. Der griechische Ministerpräsident Tsaldaris veranstaltete ein Bankett, bei dem der griechische Außenminister Maxim o s u. a. ausführte: Die beteiligten Regierungen hätten alles getan, was sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen verwirklichen lasse. Die vier Regierungen hätten den Vertrag auf der festen Grundlage der be- rechtigtenVerteidigungihrergemein- samen Interessen aufgebeflit. Den Ausgangspunkt habe die Achtung des Rechts auf einen Platz auf der Erde gebildet. Dieses Recht fei unbestreitbar, da es die Vorbedingung für ein Vertrauen auf Zusammenarbeit sei. Ein ßanb, das Zwei- s e l an der UnantaftbarEeit feines G e - bi et es zulasfe, sei undenkbar. Dieses Recht sei auch notwendig, weil es nichts Besseres für den gemeinsamen Frieden gebe als die Betonung des Willens, das materielle und moralische Erbe, das '^c*. zweistündiger l n i aß die ibineti rgel> a r en d i e von Opfer der der deutschen 156 000 RM. Dietrich u. a., daß die Beurlaubung des Prälaten D. D r. D r. Diehl, wie andere personelle Maßnahmen — so auch die Beurlaubung von Vizepräsident Dr. Dahlem — im Zuge des Neuaufbaues der Landeskirche Nassau-Hessen getroffen werden mußte. Solche Maßnahmen er- chienen wohl bedauerlich und hart, sie seien aber nach dem Wegfall der alten Landeskirchen notwendig geworden. lieber die Leitgedanken seiner Amtsführung erklärte der Landesbischof, daß er im Einvernehmen mit Reichsbischof Dr. Müller den Grundsatz vertrete, daß die Kirche dem neuen Staate nicht neutral gegenüberzustehen hat, sondern an den Gesamtgeschicken des Volkes teilzunehmen hat. Darüber hinaus sei sein Ziel, die Kirche zu befrieden und jeder Beunruhigung entgegenzuwirken, ebenso wie dem Ueberwuchern des Streites theologischer Schulmeinungen, um aus den kirchenpolitischen Kämpfen herauszukommen zu einer positiven Verkündigung des Evangeliums nach reformatorischen Maß st üben. Als wichtigste Aufgabe bleibe den Pfarrern vorbehalten: Predigt, Seelsorge, Hausbesuch und Hilfe für die Bedrängten. Er sei gewillt, zwischen Kirche und Staat keine Kluft aufkommen zu lassen und dafür zu sorgen, daß nicht unter dem Deckmantel des Glaubens oder unter Berufung auf den Glauben eine solche Kluft aufgerissen werden könnte. Die Arbeiten am kirchlichen Jugendwerk würden einem Bevollmächtigten übertragen, damit Anfang März die Uebergabe erfolgen könne. Der Führerrat des Hessenbundes hat bereits den Beschluß gefaßt, den Vertrag über die Neuordnung des Evangelischen Jugendwerks und Eingliederung in die Hitler-Jugend vom 19. Dezember 1933 auf Grund der Genehmigung vom 30. Januar 1934 wird. Ausnahmen können nur im Einzelfalle auf begründeten Antrag vom Präsidenten der Reichs- pressekammer bewilligt werden. Der neuelandesbischos Messen undAaffau gibt die Richtlinien seiner Amtssührung bekannt. stischen htig- Kabi' i und luf* seien. Kufc liebet .Daily Dou- ilmehi oie in -Kabi- lhme Dor> unter n je. nergue gegen- al i e« tlänbi- schärfste Maßregeln gegen gewissenlose Börsenmakler und einschneidende Vorschriften sowohl für die Kundenberatung wie für die Spekulation in Wertpapieren, Getreide und Baumwolle fordert. Mehrere hohe Beamte der Regierung Hoover sind teils bereits angeklagt, teils zur Aeußerung aufgefordert worden. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskanzler empfing den Kardinalerzbischof von Köln in x— mlbigeit . 881« Wand Ibungen 0 r a n= im, P°' jeidjnel i bisher bedürfe in Prii' kanzlet in del ir öfter* iaek>W ehanbe» ,ß Sun* it be; Keinen01 n 28^ 1 in unS Sorgep sl, bevor B e r l i n , 8. Febr. Wie der Amtliche Preußische i Pressedienst mitteilt, hat Kultusminister R u st an die medizinischen Fakultäten der preußischen Uni- । versitäten einen Erlaß über die Umgestaltung der Studienpläne für Mediziner gerichtet. Es werde davon auszugehen sein, daß in keinem Fall die in der Prüfungsordnung vorgesehene Pflicht stundenzahl überschrit- te n werde. Wenn beispielsweise ein einsemestriger Besuch einer Vorlesung vorgeschrieben sei, erscheine es nicht angängig, daß der Stoff in zwei Semestern, also in der doppelten Stundenzahl, vorgetragen werde. Die Vorlesungen seien in diesen Fällen so umzuqestalten, daß ohne Vermehrung der Stundenzahl des einen Semesters eine hinreichende Ueber- sicht über das ganze Stoffgebiet gegeben werde. Es gelte das in entsprechender Weise auch f u r d l e Kliniken, bei denen auch ein häufigerer Besuch, als in der Prüfungsordnung vorgesehen, nicht verlangt werden dürfe. Eine Verminderungder Pf licht stundenzahl um 30 v. H. werde schon auf diesem Wege zu erreichen fein. Bei der Neuordnung müsse zum Ausdruck kommen, daß nicht alle Fächer für die Ausbildung des praktischen Arztes gleiche Bedeutung hatten. Im vorklinischen Studium seien die Stundenzahlen für die naturwissenschaftlichen Fächer stark zu reduzieren. Der Minister erwartet, daß die Fachvertreter der Physik, Chemie, Zoologie, Botanik den Stoff für die Mediziner in einer besonderen Vorlesung vortragen. Soweit das nicht möglich erscheine, würden für die Abhaltung dieser Vorlesungen und der entsprechenden Prüfungen besondere Dozenten dem preußischen Mim,ter des Innern vorzuschlagen sein. Im k l 1 n 11 ch e n Studium müßten neben der inneren, chtrurgi- scheu, Frauen- und Kinderklinik und der pathalogi- scheu Anatomie alle a n d e r en Fa che r ft art ruriicktreten. Es könne nicht die Ausgabe des klinischen Unterrichts sein, S p - 31 all st - n , n allen Einzelfächern heranzubilden Der Minister ersucht, die sich daraus ergebenden Abänderungen rigoros durchzuführen. Die Dekane seien für die Durchführung Der Präsident der Reichspressekammer, Aman n. hat eine Verordnung erlassen, durch die die Frist, während der Zeitungen und Zeitschriften nicht gegründet werden dürfen, vorläufig b i s zum 3 0. September 1934 verlängert Halbjährige Dienstpflicht für angehende Studenten. Berlin, 9.Febr. (VdZ.) Die Deutsche Sluden- lenschafl führt eine halbjährige Dienst- pflicht für alle diejenigen Abiturienten durch, die Ostern 1 934 die Hochschulreife erhol- ten und zu studieren beabsichtigen, keiner dieser Abiturienten kann sich an einer deut- schen Hochschule immatrikulieren lassen, wenn er nicht schon seiner Dienstpflicht genügt hat. Abiturienten, die nicht zu studieren beabsich- tigen, werden von der Dienstpflicht nicht betroffen. Der Dienst beginnt am5. TNai. Er umfaßt vier Monate Arbeitsdienst und sechs Wochen S A. - L a g e r d i e n st. Die Arbeitsdienstpflicht wird in den nächsten Tagen a u ch f ü r alle Abiturientinnen ausgesprochen werden, die Ostern 1934 die Hochschulreife erhalten und studieren wollen. Präsident Roosevelt geht gegen die Korruption vor. Washington, 10. Febr. (DNB.) Präsident Roosevelt hat sämtliche Vertrage über die Beförderung von Jnlandspost auf dem Luftwege urzer- hand aufgehoben mit der Begründung, es bestehe hinreichender Verdacht, daß B e t r ü g e r e i e n u n b Bestechungen vorgekommen seien. Roosevelt hat den Kriegsminister angewiesen, einstweilen die Luftpost zu übernehmen. Ferner verlangte der Pra- stü-nt vom guftyminifter di- sofortige Verfolgung aller Beamten und Firmen, die m Verdacht standen, beider Belieferung der Ar m e e die Regierung betrogen zu haben. Schließlich sandte er dem Kongreß eine Botschaft, in der er Audienz. Als weitere Spende für Arbeit wurde dem Führer durch die Geschichte und Gerechtigkeit im Lande vereinigt, sei, zu verteidigen. Dies sei weder eine böswillige noch aggressive Absicht gegen andere Länder. Eine solche Annahme wäre töricht und, hieße die wahren Absichten verkennen und anderen Ländern Pläne 3Ul schreiben, die sie sicher nicht hätten. Maximos schloß, er zweifle nicht daran, daß a l l e a n d e - ren Balkanländer sich bald von äer Aufrichtigkeit und dem guten Willen der vertragschließenden sowie von dem Vorteil dieses Vertrages überzeugen würden. Das Ende der Iustizhoheit der Länder. Künftig Auftragsverwaltungen des Reichs Berlin, 9. Febr. (DNB.) Der Reichsminister der Justiz, Dr. G ü r t n e r, hat am 6. Februar an die Landesjustizverwaltungen folgenden Erlaß gedichtet: . ... ... Mit den Hoheitsrechten der Lander ist auch die I u st i z Hoheit auf das Reich übergegangen. Seit dem 30. Januar d.J. gibt es nur noch e i n e Justiz im Deutschen Reich. Hiermit stehen wir auch im Rechtsleben der Nation an einer Wende von geschichtlicher Bedeutung; für die Lande s j u st i z v e r w a l t u n g e n hat der letzte Abschnitt ihrer jahrhundertelangen Entwicklung und Arbeit begonnen. Blicken wir zurück auf ihr Wirken, so erkennen wir die Größe dessen, was sie für das Vaterland geleistet haben. Wenn die deutsche Justiz — von trüben Zeiten abgesehen — das Vertrauen genoß, unbestechlich und mit Gerechtigkeitssinn zu walten, wenn dke deutsche Justiz auch irn Auslande in hohem Ansehen und in dem ehrenden Rufe unerschütterlicher Zuverlässigkeit stand, so ist dies überwiegend das Verdien st der Rechtspflege gewesen. Dies in der jetzigen Stunde vor aller Welt anzuerkennen, ist der Neichsregierung eine ehrenvolle Pflicht. Damit, daß mit dem Inkrafttreten des Gesetzes vom 30.Januar d.J. das Reich Träger der alsbald durchzuführen. Die Vereinheitlichungsbestrebungen in unserem Kirchengebiet werden natürlich noch einige Zeit der Vorbereitung bedürfen. So ist, auf weitere Sicht gesehen, eine Reform des theologischen Seminarwesens zu erwarten. Sie wird aber — wie alle Maßnahmen — immer im Rahmen der Reichskirche erfolgen. In seinen abschließenden Worten betonte Der Landesbischof noch einmal nachdrücklich, daß für Kirchenpolitik die Zeit nicht geeignet sei. Auch in Wiesbaden habe er die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen unterbunden. General von Horns letzte Fahrt. B e r l i n, 9. Febr. (DNB.) Der langjährige Führer des Kysfhäuserbundes, General der Artillerie von Horn, wurde Freitag nachmittag auf dem Jnvalidenfriedhof zur letzten Ruhestätte getragen. Unübersehbar waren die Kränze, die dem Verstorbenen als letzte Grüße auf Den Sarg gelegt wurden. Um 15 Uhr fand in der bis auf den letzten Platz gefüllten Gnadenkirche eine Trauerfeier statt. Erfurchtsvoll grüßten die Anwesenden durch Erheben von den Plätzen die Witwe des Verstorbenen, und noch einmal erhoben sich die Trauergäste, als der greise Feldmarschall von Mackensen erscheint und zum dritten Male, als Vizekanzler von P a p e n als Vertreter des Reichskanzlers Adolf Hitler dem Toten die letzte Ehre erweist. Nach der Gedächtnisrede des Geistlichen wurde der Sarg von Reichswehrsoldaten aus der Kirche getragen. Auf dem Wege zum Jnvalidenfriedhof bildete die Ehrenkompagnie des Kyffhäuferbundes von Berlin-Brandenburg das Ehrenspalier, und am Ende der Scharnhorststraße entboten 2000Kyffhäuserf ahnen aus allen Lande s t e i l e n Deutschlands ihrem ehemaligen Führer den letzten Gruß. Am Grabe hielt der Pfarrer der Gnadenkirche eine kurze Gedenkrede, dann wurde der Sarg in die Gruft gelassen, die Fahnen senkten sich, das Lied Auch die evangelische Kirche nimmt an diesem gewaltigen Umschwung teil. Nicht nur, weil sie Gott und dem Führer unauslöschlichen Dank schuldet, sondern auch, weil sie sich dem Schicksal Deutschlands gegenüber nicht neutral verhalten kann. Die Kirche hat es freilich zunächst mit den alten ewigen Wahrheiten zu tun, mit dem Evangelium von Jesus Christus, mit dem Reiche Gottes, mit Schöpfung, Erlösung und Heiligtum, mit Sünde und Gnade, Tod und Auferstehung. Das sind Dinge, die noch über allem Wechsel der Zeiten stehen, für die unsere Völker gekämpft und gelitten haben und für die auch wir unser Leben einzusetzen bereit sind. Aber dieselbe Kirche steht auch auf Erden und damit in ihrem Volk. Sie muß in die Geschichte ihres Volkes eingehen und sich in Form und Sprache auch dem irdischen Wechsel unterwerfen. Das Christentum wie das Dritte Reich sind beide das Schicksal des deut- chen Volkes. Die größten Zeiten unserer deutschen Geschichte waren ständig mit der alten Frage, der Frage nach Gott und Ewigkeit verbunden. Darum darf es keine Kluft zwischen enangelisch e r und Volksbewegung geben. Kirche und Volk müssen sich aufs neue Wege bahnen und sich besser verstehen lernen als bisher. Beide müssen endlich erkennen, was sie seit alters- her einander verdanken. Für die Kirche heißt es: Es kommt nicht auf die unevangelische Ueberspitzung theologischer Schulgedanken und die Hervorkehrung konfessioneller Unterschiede an, wofür das Volk kern Verständnis hat, sondern aufdie Verkündung des Evangeliums. Es kommt nicht auf die Beschäftigung mit Kirchenpolitik an, sondern auf die Hilfe an bedrängten Volksgenossen. Durch das Vertrauen des Herrn Reichsbischofs bin ich zum Landesbischof der evangelisch e n L a n d e s k i r ch e N a s s a u - He s s e n be- rufen worden. Ich übernehme dieses Amt rm Bewußtsein meiner Verantwortung und mit der Bitte um Gottes Beistand. Ich bin nunmehr verpflichtet, über unsere Landeskirche und ihre bekenntmsmaßige Grundlage, wie sie ihr in der Reichskirchenverfassung Artikel 1 gewährleistet sind, zu wachen. Ich bin ferner verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die Kirche dem Staat den Dienst leisten kann, den der Staat mit Recht von ihr zum Wohle des Volksganzen er« vom guten Kameraden erscholl und drei Ehrensalven donnerten über das Grab hinweg. Stabschef Röhm erließ für den Verstorbenen einen Nachruf, in dem es hieß: Als die SA. m jahrelangem Kumpf die unselige Parteiherrschaft überwunden und Volk nud Staat im nationalsozialistischen Deutschland verschmolzen hatte, führte General vonHorn das Dreimillionen- Heer des Kyffhäuferbundes ge sch losen dem Führer der Deutschen, Adolf Hitler, zu. Das wird immer sein Verdienst bleiben. Aufrecht und pflichttreu diente er feinem Vaterlande als Soldat, bis wenige Tage vor feinem Tode fein schweres Leiden chn zwäng, die Führung des Reichskriegerbundes „kyss- häuser" abzugeben. Verhaftungen im Moskauer Büro der Frankfurter Metallgesellschaft. Moskau, 9. Febr. (DNB.) Das von der Me- tallqesellschaft AG. in Frankfurt a. M. und deren drei Tochtergesellschaften in Moskau unterhaltene und dort seit 1928 registrierte Montageburo wurde durch die Sowietbehörden geschlossen. Das gesamte Personal einschließlich des Leiters wurde verhaftet. Eine offizielle Benachrlchtung der Metallgesellschaft durch die Sowjetbehorden ist nicht erfolgt. Es gelang bisher nicht, die Grunde für biefe Maßnahmen zu erfahren. Ein Grußworf an Geistliche und Kirchenvolk. LPD. Darmstadt, 9. Febr. Im „Gesetz- und Verordnungsblatt" der evangelischen Landeskirche Nassau und Hessen, das in Darmstadt, dem vorläufigen Amtssitz, ausgegeben wird, gibt Landesbischof Dr. Dietrich das folgende Grutzwort bekannt, das am kommenden Sonntag im Haupt- und Nebengottesdienst verlesen werden wird: Gott hat an unserem Volk ein großes Wunder getan. In entscheidender Stunde hat er uns a l s sein Werkzeug den Führer gesandt. Die Mächte der Finsternis, die unsere höchsten Güter mit Vernichtung bedrohten, sind niedergeworfen, an Stelle von Unordnung, Hader und Klassenhaß eine je ft gefügte Einheit getreten. In kurzer Zeit find unerhörte Leistungen im Neuaufbau eines ganzen Volkes vollbracht worden. Wir stehen mitten drin, daß dieses Machtvolle geschehe. warten darf. In diesem Sinne grüße ich die Geistlichen und Gemeinden unserer Landeskirche und chließe mich mit ihnen zusammen in der Bitte: „ „Hilf Deinem Volke und segne Dein Erbe (Psalm 28, 9). Landesbischof Sie. Dr. Dietrich bestimmte den Amtsbereich seiner bisherigen Pfarrtelle zu feinem kirchlichen Sprengel. Befriedung der Kirche. Eine Unterredung mit Landesbischof Dietrich. Darmstadt, 9. Febr. In einer Unterredung mit dem Schriftleiter der „Darmstädter Zeitung'' erklärte der neuernannte Landesbischof Lic. D. Aus aller Wett. Wildernde Hunde als Rehmörder. Nach einer Mitteilung der „Deutschen Jäger- zeitung" vom 2. Februar sind bei Augsburg in letzter Zeit 23 Rehe wildernden Hunden zum Opfer gefallen. Deckeneinsturz in einer Fabrik. — 3 Tote, 2 Verletzte. In der Färberei der Textilfabrik Sochor in Königinhof in Böhmen stürzte eine Betondecke ein, wobei der Ingenieur Paul H e m m y und zwei Arbei- ter den Tod fanden. Zwei Arbeiter wurden verletzt. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt. Wettervoraussage. Im Grenzbereich zwischen hohem Druck im Süden und einem kräftigen Tiefdruckgebiet im Norden Herr- schen in Deutschland vorwiegend westliche Winde, so- daß ozeanische Luft zufließt. Unter ihrem Einfluß gestaltet sich das Wetter wechselhaft, neben Bewol- kung setzt auch Aufklaren ein, mit Niederschlägen ist bei uns infolge des hohen Barometerstandes aber kaum zu rechnen. Auch die Temperaturen verhalten sich schwankend und dürften nachts etwas unter den Gefrierpunkt zurückgehen. . Aussichten für Sonntag: Wechselnd wol- kig mit Aufklaren, meist trocken, Temperaturen stellenweise nachts etwas unter Null. Aussichten für Montag: Weiterhin teils bewölkt, teils aufklarend, Temperaturen wenig verändert. ~ _ Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags o,7 Grad, abends 2,3 Grad; am 10. Februar: morgens 1,2 Grad Celsius. Maximum 7,2 Grad, Minimum 0'5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9'. Februar: abends —0,1 Grad; am 10. Februar: morgens —0,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Neblig, — 6 Grad, 50 bis 55 cm Pulverschnee, am Hang verharscht, Sportmöglichkeit gut. Herchenhainer Höhe: Neblig, —4 Grad, 25 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut. Sauerland. Winterberg: Nebel, — 2 Grad, 40 cm Schnee, Rauhreif, Sportmöglichkeit gut. Schwarzwald. Feldberg: Klar, — 4 Grad, HO cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit mäßig. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, , —6 Grad, 40 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit . sehr gut._______________________________ i Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck, verantwortlich für den Inhalt der ! Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck 1 und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und ) Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Justizhoheit geworden ist, ist eine einheitliche Reichsjustiz noch nicht geschaffen. Ihr das Haus zu bauen, in dem sie hinfort heimisch sein soll, ist Aufgabe der nächsten Zeit. Die Schwierigkeiten, die die Vereinheitlichung der Justizverwaltung bieten, dürfen nicht unterschätzt werden; leitender Gesichtspunkt wird und muß bleiben, d i e Justiz vor jeder Erschütterung.! u bewahren. Erst wenn das Reichsjustizministerium das einheitliche Justizverwaltungsrecht geschaffen und, soweit notwendig, eine weitere Vereinheitlichung d e s materiellen Rechts vorgenommen haben wird, kann das neue Haus bezogen werden. Bis dahin führen die Landesjustizverwaltungen die Geschäfte als Auftragsverwaltungen nach dem Gesetz vom 30. Januar d. I. und den Durchführungsvorschriften weiter. Das Ziel bleibt bas alte: dem deutschen Volke ein deutsches Recht und eine volksnahe Rechtsprechung! Umgestaltung des medizinischen Studiums in Preußen. A e r z t e s ch a f t ein Betrag von überreicht. Für die dadurch zum Ausdruck gebrachte Verbundenheit mit den notleidenden Volksgenossen hat der Kanzler der Aerzteschaft zum Dank sein Bild in silbernem Rahmen übersandt. $ fei < kt>t. kfurt/Main Frankenallee 139-149, Fernr. 75241-42. Verkaufsdienst Gießen; In Firma Kraftfahrzeug-Reparatur Neils & Kraft, Gießen, Marburg. Str. 68, Fernr. 2749 Daimler-Benz A.G. 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Anschließend nachmittags 4 Uhr werden folgende Holzsortimente auf dem Submissionsweg vergeben: Langholz: Fichte la 129 Stück, 20,01 fm; 1b 114 Stück, 36,77 fm; 2a 81 Stück, 47,59 fm; 2b 47 Stück, 43,98 fm; 3a 18 Stück, 25,60 fm; 3b 10 Stück, 14,52 fm; Kiefer 2a 3 Stück, 1,89 fm; 2b 10 Stück, 7,27 fm; Abschn.: Kiefer 2b 2 Stück, 1,08 fm. Mädchen aus gut. Farn., in ungek. Stell., sucht z. 15. 3. od. 1. 4. Stellung. Am liebsten bei l^bis 2 Kindern. Schr. Ang. unt. 0715 a. d. G. A. 3451ml- MlMg mit Zubehör,per 1. 4. 1934 (evtl, später) von zah- lungsfäh. Mieter gesucht. Schriftl. Ang.unt.869I)a. d. Gieß. Anzeig. Zum Rindviehmarkt wird Riederungs- und Fleckvieh aufgetrieben. Langholz, Eiche Kl. 2 1 Stück, 0,44 fm; Kl. 3 1 Stück, 1,21 fm, N; Abschn. Kl. 4 2 Stück, 1,24 fm, A; Kl. 2 7 Stück, 2,66 fm, N; Kl. 3 4 Stück, 4,92 fm, N; Kl. 5 1 Stück, 0,98 fm, N. Langholz: Buche Kl.5 1 Stück, 2,56 fm, A; Abschn. Kl. 3 1 Stück, 0,57 fm, N; SU 4 10 Stück, 10,66 fm, N; Kl. 5 3 Stück, 5,19 fm, N. Langholz: Kiefer Kl. 4a 1 Stück, 1,89 fm, A; Kl. 3a 4 Stück, 3,38 fm, N; Kl. 3b 5 Stuck, 5,52 fm, N; Abschn. Kl. 3a 1 Stück, 0,51 fm, A; Kl. 3b 1 Stück, 0,91 fm, A; Kl. 2b 2 Stück, 1,08 fm, N; Kl. 3a 3 Stück, 1,68 fm, N; Kl. 3b 3 Stück, 2,45 fm, N; Kl. 4a 1 Stück, 0,97 fm, N. Langholz: Fichte Kl. 4a 1 Stück, 2,24 fm, A; Abschn. Kl. 3 und 4a 3 Stück, 3,09 fm, A; Kl. 4b 1 Stück, 1,99 fm, A; Kl. 5a 1 Stück, 2,22 fm, A. Derbstangen: Fichte 212 Stück 1. SU; 282 Stück 2. SU; 332 Stück 3. SU 2-3-Zm.-Wohn. von Ehepaar sof. ob. 1. 3. gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0682 an b. Gieß. Anzeiger. 2 Zimmer mit Küche u.Zu- beh. (Zentralh.) in ein. Neubau nach Süden an alleinsteh.Dame zu vm. Schriftl. Angeb. unt. 0697 an d. Gieb-Anz. eereS Itaüi'iL-Zimmer mit Kabinett an einzelne Person zu vermiet, oees Frankf.Str.12lI. MMm ZWMs-VWeMkt mit Prämiierung am Dienstag, dem 6. März 1934. Zur Prämiierung werden Jährlings- und zweijährige Fohlen sowie dreijährige Stuten, Jahrgang 1931, und Stuten mit zwei oder mehreren Nachkommen des Arbeits- und Wagenschlags in Besitz von Landwirten und Händlern zugelassen. Im Interesse der Vermeidung etwaiger Marktstörungen wird den nichtarischen Händlern empfohlen, vom Markt fernzubleiben. Die Pferdeprämiierung, für welche wertvolle Preise zur Verfügung stehen, erfolgt unter Mitwirkung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, Bauernkammer, des Landespferdezuchtvereins und des Wetterauer Reitervereins e. V. Prämiierungsplan und Anmeldeformulare sind auf der Bürgermeisterei erhältlich. Anmeldungen können bis zum Markttag erfolgen. Anmeldungen zur Ausstellung von landwirtschast- lichen Geräten gelegentlich des Marktes haben während der gleichen Frist zu geschehen. Stieööerger BinöDleD- unö Sfljroeinemntlt am Mittwoch, dem 7. März 1934. Schöne 4- evtl. 5-Zimmer- Wohnung mitZentralheiz., inmitt. b. 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Während dieser Zeit können Einwendungen schrift» lich oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei vor- gebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Massenheim, den 9. Februar 1934. Hessische Bürgermeisterei. 819D Jacobi. Holzsubmission Die Gemeinde Oppenrod verkauft im Wege schriftlichen Angebots: Fichteu-Langholz. 8720 Los 1. la-Klasie 44 Stück = 7,99 fm „ 2. 1b- „ 90 „ = 32,26 „ „ 3. 2a- „ 71 „ = 45,24 „ „ 4. 2b- „ 37 „ = 40,57 „ „ 5. 3a- „ 10 „ = 14,29 „ „ 6. 3b- „ 3 „ = 4,94 „ 7. 4a- „ 1 „ = 2,64 „ 8. Eichen-Abschnitte 3. Kl. 1 Stück = 0,47 fm ;; 9. „ 4. „ 2 „ = 1,52 „ Sämtliches Holz ist ohne Rinde gemessen. Angebote sind getrennt nach Sortiment und Losen bis spätestens Mittwoch, ben 14. Februar, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Derkaufsbedingungen eingesehen werden können. Oppenrod, den 8. Februar 1934. Hessische Bürgermeisterei Oppenrod. Kloos. Holzversteigerungen der Fürst zu Solrns-Lichschen Oberförsterei Lich. Montag, 12. Februar: hohler (Südseite): rm Scheitholz: Bu. 190, Ei. 107, Kie. 16; Knüppel: Bu. 66, Ei. 77, Nadel 13; Stockh.: Bu. 53, Ei. 60; Reiskn.: Ei. 90; Wellen (Reish.): Bu. 3300, Ei. 600 (dabei gute Forstwellen). — fm Schnittholz: Ei. (4. u. 5. Kl.) 39, Bu. (4.) 8, Kie. (3. u. 4.) 8; Wagnerholz: Ei. 5; Sick. Derbstangen: Fi. (2. u. 3. Kl.) 200; Bohnen- stangen 1000; 26 rm Stangen in Schichthaufen, 24 rm Gartenpfosten 713D Zusammenkunft: 9% Uhr: Straße Lich—Garbenteich (Waldeingang). Dienstag. 13. Februar.- Mönchwald, Meilbach: rm Scheitholz:'Bu. 127, Ei. u. a. 18, Kie. 50, Fi. 11; Knüppel: Bu. 128, Ei. 34, Kie. 30, Fi. 12; Stockh.: Bu. 6; Reiskn.: Ei. 12; Wellen (Reish.): Bu. u. Ei. 2300 (dabei gute Forstwellen). — fm Schnittholz: Ei. (6. Kl.) 2; Stck. Derbstangen: Fi. (1.—3.) 200; 26 rm gute Stangen in Schichthaufen, 24 rm Gartenpfosten und Weidepfähle. Zusammenkunft: 10 Uhr: Meilbachpflanzgarten. Letzte Versteigerung: 19.2. Hard. Letzte Holzversteigerung der Fürst zu Solrns-Lichschen Oberförsterei Lich. Montag, 19. Februar, Hard: rm Scheitholz: Bu. 163, Ei. 8, Kie. 14; Knüppel: Bu. 28, Ei. 7, Nadel 34; Stockh.: Bu. 54, Ei. 6; Wellen (Reish.): Bu. 3100, Ei. 130; fm Schnittholz: Ei. (4. u. 5. Kl.) 4; Bauholz: Fi. (langschaftig: la-—2b-Kl.) 70; Stück ausgesuchte Derbstangen: Fi. 1. Kl. 60, 2. Kl. 160, 3. Kl. 400, Bohnenstangen 300. Zusammenkunft 9% Uhr: Waldeingang bei Köln- Hausen. 868D Fischerei-Verpachtung Die Unterzeichnete verpachtet am Montag, dem 26. d.M., vormittags 11 Uhr, in der Freiherrlichen Rentkammer, Forstabteilung, Lauterbach (Hessen) öffentlich meistbietend ca. 7,8 km Forellen-Fischerei in den Gemarkungen Stockhausen, Wünsch.nmoos, Zahmen, Steinfurt und Schlechtenwegen auf die Pachtdauer von 12 Jahren. Wegen Besichtigung der Fischerei wolle man sich an den Freiherrlichen Förster Müller in Zahmen, Post Grebenhain (Kreis Lauterbach) wenden. 834D Pachtbedingungen sind bei der unterzeichneten Stelle einzusehen. Lauterbach (Hessen), den 2. Februar 1934. Freiherrlich Riedeselsche Rentkammer. Forstabteilung. Vereine Ihre Geschäfts- Drucksachen •teilen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugniesen.Man etelltelch die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I BrühPsche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Darlehen bill. d. „Fides" Zweckspar A.G. Gen.-Ag. Gieb., Franks. Str. 43. Unt. Reichsauss. Mitarb. gesucht. IweSsBekÜmpfungder Schwarzarbeit können Arbeits-Angebote von Handwerkern nur mit Tiomensnennung u. unter Vorlage besSewerbenachweiies ausgenommen werben. Verlag besSteßeuerAnzeiger» Gebildetes Frl. aus heft. 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Ur. 55 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) Zamstag, 10. ßebruar 1934 machen böse Gesichter, und ein Traum scheint aus- von 20 000 Kilometer Länge, Elektrifizierung ganzer Linien, Legung von 9500 Kilometer zweiter Gleise, Vermehrung des Lokomotioparks von 20 000 auf 24 000 Stück, neue Bahnbauten zwischen dem Donezgebiet und Moskau, zwischen Moskau nach dem Uralgebiet sowie dem Fernen Osten, Schaffung neuer Binnenschiffahrtswege durch den Moskau- Wolga-Kanal und Wolga-Don-Kanal — immerhin ein aufschlußreiches Programm. Für die Gebrauchsmittel-Jndustrie, also für die Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigen Gegen st änden des täglichen Bedarfs, find 16,1 Milliarden Rubel angesetzt gegenüber 3,5 Milliarden im ersten Plan. Man ersieht daraus, wie groß der Warenhunger in Sowjetrußland tatsächlich ist. Wenn auch anteilmäßig die sogenannte Leichtindustrie an der allgemeinen Erhöhung der Gesamtproduktion von 43 auf 103 Milliarden nur mäßig beteiligt ist, so bedeutet der Aufwand im neuen Plan doch eine Steigerung von 4V2 mal gegenüber dem ersten Plan. Freilich weisen auf den 'ersten Blick auch die Eisen- und Stahlproduktion sowie der Maschinenbau hundertprozentige und mehr Steigerungen auf. Dieses Soll : wird aber erfahrungsgemäß sehr problematisch bleiben, denn schon im letzten Jahr des ersten Plans sind die Planziffern hier nur zu 50, 40, ja, in der Gußeisen-Produktion sogar nur zu 3 6 v. y. all begeistert empfangen, Abschiedsreisen ins Innere durchführt. Ein Soldat und Edelmann, das zeigt der erste Blick. Während der ersten schweren Jahre mußte mit eiserner Hand regiert werden, — aber dann trat, bester altrömischer Tradition gemäß, a n die Stelle des Schwertes der Pflug. Badoglio kann mit Stolz auf sein Werk zurückblicken. Weiteste Strecken des Landes, vor allem in Tripolitanien, mehr und mehr aber auch in der Cyrenaika, die als noch nicht so weit entwickelt wie der andere Teil der Syrie, einem besonderen Vizegouvernement untersteht, sind urbar gemacht. Die arabische Lundwirtschaftskultur, die sich im allgemeinen auf wenige Feldfrüchte, auf Oel- und Dattelzucht beschränkte, wurde abgelöst durch eine bewußte landwirtschaftliche Planung, die nach den modernsten wissenschaftlichen Gesichtspunkten arbeitet. Die Wanderdünen, die immer und immer sende von Kolonisten aus den Abruzzen hier hingezogen, in neuen sauberen Häusern untergebracht und ihnen eine Existenzmöglichkeit verschafft, die sie im Heimatland nicht finden konnten. Ein Besuch in der Staatlichen Tabakfabrik in Tripoli ließ an praktischen Beispielen erkennen, wie ausbaufähig diese neue Produktion ist. Zwar erreicht der lybische Tabak wohl noch nicht die Güte des ägyptischen. Aber die beiden Spitzenleistungen der Staatlichen Zigarettenfabrik „Rose von Garian" und „Leptis Magna" können jede Konkurrenz mit besten makedonischen Zigaretten eingehen. Originell ist im übrigen dabei, daß Italien selbst sich recht weitgehend gegen die Tabakerzeugnisse seiner eigenen Kolonie abschlieht. Sie unterliegen dort ebenso einer Verzollung und natürlich auch dem Monopol, wie jeder andere Tabak. Dafür aber hat Italien mit Polen einen Wirtschaftsvertrag geschlossen, in dem der Tabak eine sehr wichtige bedeutsame Rolle spielt. Das polnische Tabak-Monopol ist nämlich völlig in der Hand der Italiener. Mit dem Tabakanbau ist nicht nur neue landwirt- chaftliche Siedlungsmöglichkeit geschaffen worden, sondern er gibt auch neue industrielle Arbeitsstätten, die der für die Tabakbehandlung recht befähigten Eingeborenenbevölkerung in erster Linie zugute kommen. Die Einrichtungen der gouvernementalen Tabakfabrik können sich nach jeder Richtung hin, auch was Arbeitsschutz und Arbeitshygiene anbelangt, mit jedem europäischen Unternehmen messen. Die'Säle der berühmten Tabakfabrik in Sevilla wirken düster und verkommen gegenüber diesen lichten, von fröhlichem Mädchenlachen erfüllten Arbeitsräumen. Für die Industrialisierung des Landes sind überhaupt noch unbegrenzte Möglichkeiten geboten. Es gibt eine Reihe von Bodenschätzen hier, die noch nicht so recht zur Nutzung gekommen sind. Badoglio legte offenbar den Hauptwert auf die landwirtschaftliche Kolonisation, die Bewässerung und den Straßenbau, die in der Tat auch eine bedeutsame Leistung darstellen, um so mehr als sie bis tief in die Wüste hieinge- trieben wurden. Zwar sind Handel und Industrie deshalb nicht zu kurz gekommen, aber sie sind das hauptsächliche Gebiet, auf das Marschall Balbo während seiner Amtszeit neben den militärischen und fliegerischen Dingen, seine Arbeit verlegen wird. Immerhin veranstaltet Tripolis nun schon im achten Jahr regelmäßige Messen, die auf einem eigenen Gelände in monumentalen Bauten abgehalten werden. Um sich eine Vorstellung von der Ausdehnung wieder das bebaute Land bedrohten, sind nach vorbildlichen Einrichtungen der Versuchssarm Sidi Mesri bei Tripolis durch Bepflanzung festgelegt worden. Große Obstplantagen, Rebengelände, Mandel- und Maulbeeranlagen bringen heute bereits erstaunliche Ergebnisse. Auf der Hochfläche von Garian, etwa 300 Kilometer von Tripolis entfernt, — ein für den Touristen besonders interessantes Gebiet — sind Tabakpflanzungen ins Leben gerufen worden, die wohl das Vorbildlichste sind, was an kolonialer Betätigung geleistet werden kann. Nach einem feststehenden Plan werden Tau- Suchen. Suchen. Kapitän Phipps kreuzt über den großen Meeresarm, in den die Flüsse Parana und Uruguay ihre Wasser ergießen. Die Stelle, wo die ,r___in hrmprr in den Säckel. Mit Feuereifer machte sich Phipps, von neuen Hoffnungen beseelt, ans Werk. Seine Kenntnisse als Zimmermann kamen ihm zustatten. Ein großer hölzerner Kasten wurde angefertigt, der sich konisch nach unten erweiterte. Die untere Seite blieb offen Aber in einer gewissen Höhe, die mit dem Stande des eindringenden Wassers übereinstimmte, wurde im Innern des Kastens ein Aufgang eingebaut, auf dem sich die arbeitenden Taucher bewegen sollten. So konnten sie, kalkulierte Phipps, bequem alle Gegenstände erreichen, die an der Tauchstelle auf dem Meeresboden lagen. „ j An einem windstillen Tage ließ man die Taucher- I glocke, mit Eisenblöcken beschwert, in die Themse Eine Glocke fällt ms Wasser. Von Victor Klages. i. wieder aufrichten dürfen. Er freute sich seines Glucks,« und als ihm die Botschaft wurde, daß ein Seemann, der sonderbare Pläne im Kopfe habe, vorgelassen zu werden wünsche, gab er den Weg frei. You never can teil — man kann nie wissen — ist eine alte Stalins zweiter plan. Von unserem 7r.-Äerich1erstaüer. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, Februar. Entdeckungsfahrt nach Tripolis Lybiens Aufbau und Entwicklung unter der italienischen Trikolore. Von unserem Sonderberichterstatter Alfred W. Kames Schon tauchen an Steuerbord die Kapverdischen Inseln auf. Da packt ein Ereignis den Kapitän Phipps, läßt ihn nicht mehr los, und wirbelnde Lichter tanzen von neuem vor feinen träumenden Augen. Was geschah? Eine Glocke fiel ins Wasser. Nichts weiter. William Phipps will seinem Diener läuten. Eine messingene Handglocke mit hölzernem Stiel steht auf dem Kästchen vor seinem Bett, und neben dem Kästchen steht ein kleiner Bottich, in dem er sich am Abend die Füße gewaschen. Phipps erwacht, Morgenmüdigkeit in den Gliedern. Will zur Glocke greifen. Sie fällt, hinein in den Bottich. Sie fällt so seltsam, daß sie aufrecht im Wasser teht. Und als der Kapitän sie herausfischt, sieht ?r mit Verwunderung: die Höhlung der Glocke ist trocken, nur ein schmaler Streifen an der Innenseite des Glockenmundes ist benetzt worden. Die Schätze der Fregatte. Eine Glocke taucht hinunter zum Meeresgrund, Luft und Trockenheit ist in ihr, Menschen können darin arbeiten, das Gold bergen. . So entdeckte William Phipps das Prinzip der Taucherglocke. Und trug es jubelnd nach Hause. IV. Karl II. war ungnädig. Ein König, der einen hergelaufenen Seemann zum Kapitän gemacht hatte, damit er ihm Gold bringe, und der sich leeren Händen gegenübersieht, kann nicht anders als ungnädig sein. Von der Glocke wollte er nichts wissen. Alberne Fantastereien! Geschwätz des Erfolglosen, der um Frist buhlt und sich neue Aufträge verschaffen will. Geschlagen stand William Phipps. Die Höflinge weideten sich an seiner Niederlage. Nur Einer nicht. Als der Kapitän, der nun keiner mehr war, das Schloß verließ, fühlte er eine Hand auf der Schulter. Der Herzog von Albemarle hatte die Genialität des Glockengedankens erfaßt und bot feine Hilfe an. Er tat einen tiefen Griff Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tripolis, Ende Januar 1934. Auch der zweite Plan ist seiner Anlage nach gigantisch zu nennen, wenn auch m seinem Mittelpunkt die Bedürfnisse der Menschenmassen stehen, für die erträgliche Lebensmoglichkeiten geschaffen werden sollen. Sollte der erste Plan die Grundlage der Industrialisierung schaffen, so ist der Zwecks ^Unhrimlich lastete die Stille nachdem Phipps geendet Jetzt mußte es sich entscheiden. Erfüllung oder Niederbruch. Die Höflinge lächelten. Ihnen war es ein heiteres Spiel, dessen Ausgang kaum zweifelhaft sein konnte. Als aber der König sich erhob lächelten sie nicht mehr. Wenige Worte nur sagte der König. Wie Brandungsgetöse sprangen sie an gegen William Phipps, mühsam tat er seinen Kniefall mühsamer karn er wieder auf die Beine, denn die Welt drehte aus den Angeln. . . ., Karl II hatte ihn zum Kapitän eines Kriegsschiffes ernannt, mit dem Auftrag, die Schätze der spanischen Seeräuberfregatte vom Grunde des Rio de la Plata her-auszuholen. Man schrieb das Jahr 1662. III. Vorbei, das leuchtende Licht hat sich hinter schwarzen Wolken verkrochen; Nacht lagert um den verzweifelten Kapitän. Durch die Nacht stoßt ine drohend Faust eines Kcmigs, der Gott) erwarte Das 9 Aber Phipps gibt nicht auf. Wenn der Pampero heult, reißt er an den Brassen und Geitauen und singt den Chanty, als sei er nicht der K^itan, sondern fein Bootsmann. Er will das Schiff finden, will heimkehren mit einer Last von Gold. Es ist alles nutzlos. Die Mienen ber Matrosen verfinstern sich von Stunde zu Stunde. Jetzt stehen sie vor ihm, mit Beilen und Handspeichen bewaffnet. Fordern die Umkehr. Wenn er nicht willig^ ist, werden sie ihn zu Boden schlagen, und die Fische des Silberstroms werden sich an ihm delektieren. Phipps läßt das Ruder Herumwerfen und nimmt Kurs nach Querholz am — Uruguay ihre zvunti -..... -- - der Schätze, die reich beladene Schiffe,^panifd)e Fregatte gesunken, ist alcht zu finden. oer ' ö mit sich hinabgenommen i 2ßod)cn schon dauert diese Kreuzfahrt, die Matrosen — . ... et____ nut .' . -■> zn.ri.ti-- ___S Trmtm frhotnf «llici- fann. Das ist die erste seiner Ausgaben. Die zweite, sachlichere und wichtigere, ist die Verabschiedung des zweiten Fünfjahresplans. Auch seine Einzelheiten liegen seit langem fest, seine Durchführung ist in vollem Gange, ja, das erste Jahr des zweiten Planes ist bereits vorüber, nachdem der erste Plan bekanntlich auf vier Jahre herabgesetzt worden war. Da die bisherigen Ziffernergebmsie aber einen großen Unterschied zwischen Theorie und Wirklichkeit erkennen lassen, hat man vor seiner sachlichen Durchberatung die Parteisäuberung einge- schoben, um sich die notwendigen Blitzableiter — bezeichnenderweise zum ersten Male aus der Partei selbst heraus — für die „noch nicht genügenden Erfolge" zu schaffen. Denn obwohl Stalins großer Bericht vor„ dem Kongreß von der sowjetamtlichen „Jswestiia a»s eine „neue Bereicherung der Schatzkammer der sowjetrussischen Wirtschaftssiege" gefeiert wird, obwohl der Diktator selbst von Erfolgen spricht, „die einem zu Kops steigen können", lassen Ziffern und Tatsachen erkennen, daß der zweite Fünijahresplan gezwungen ist, im großen und ganzen die Vollendung der Aufgaben seines Vorgängers zu uber- zweiten die Gebrauchsgüter-Jndustrie. Da aber der erste Fünfjahresplan noch heute nicht erfüllt ist, sind neue erhebliche Investitionen nötig, um auch wirklich die Basis zu schaffen, auf der weitergebaut werden kann. Keine Neubauten in der Schwerindustrie, in den Metallwerken und im Maschinenbau, sondern nur Vollendung der Bauten des ersten Planes, dafür Vermehrung der Bautätigkeit in der Konsumindustrie, erhöhte Aufwendungen in der Landwirtschaft und im Transport. Allein zur Vollendung der im ersten Plan vorgesehenen Jndustriewerke braucht man noch gewaltige Kapitalien, und die erhöhte Aufmerksamkeit, die man besonders dem Transport widmet, ist ein Beweis, welche katastrophalen Folgen die Unterschätzung dieses Zweiges der Volkswirtschaft gehabt hat. Erneuerung des Oberbaues auf Strecken Unmittelbar nach den Trauertagen, die vom 21. bis 23. Januar zur Erinnerung an Lenins Tod für die ganze Sowjetunion angesetzt waren, trat oer 17. Kongreß der Kommunistischen Pa r- t e i zusammen. Seit Sommer 1930 hat keine derartige Tagung stattgefunden. Die letzten Jahre des Stalin-Regimes find also ohne gewaltsame Erschütterungen innerhalb der Partei verflossen. Die Opposition wagt sich nicht hervor, nachdem ihre prominentesten Vertreter entweder bedeutungslos oder des Landes verwiesen worden sind. Wenn fetzt dennoch schon halb vergessene Namen, wie Sinawfew und Bucharin, auftreten, die neue Treueerklarungen ab- gcben und wieder einmal „aus dem Bauch angc- krvchen kommen", wie der Diktator seinerzeit pro- pheieit hatte, so sind das Gewohnheiten des Diktators, dessen Macht nur gemehrt werden kann, wenn die ehemals gefürchteten Gegner heute versichern, untertänige Handlanger der Parteileitung geworden zu sein. — Wie weiland die siegreichen römischen Eaesaren ihre besiegten Feinde vor ihrem Triumphwagen hertrieben, so spiegelt sich die Eigenliebe des roten Zaren, der über ein Sechstel der Erdoberfläche gebietet, in den hilflos gestammelten Reueworten seiner gestürzten Gegner. Das ist aber nur Beiwerk. Die sachliche Betonung dieses Kongresses liegt auf dem Abschluß der großen Säuberungsaktion und m unmittelbarem Zusammenhang hiermit auf dem zweiten Fünfjahresplan, der von dem Kongreß verabschiedet wurde. Der eiserne Säuberungsbesen der GPU. hatte 3/< Millionen der Parteimitglieder das politische Leben gekostet. Aus der Partei ausgeschlossen zu werden ist schlimmer, als ihr nie angehört zu haben. Diese Leute müssen durch . ein raffiniert ausgedachtes Fegefeuer der kommunistischen Läuterung gehen, wenn sie je wieder anständige Genossen werden wollen. Der Termin des Zusammentritts des Kongresses ist eigens auf die Zeit nach dem Abschluß dieser Generalsäuberung gelegt worden. Er hätte nicht einen Tag früher zusammentreten können; denn wie im Herbst 1932 seine Tagung verschoben wurde, weil damals die Opposition in voller Blüte stand, so hat man auch jetzt gewartet, bis man den abschließenden Bericht über die durchgeführte Säuberung gutheißen lassen Man könnte sich nach dem Besuch des Eingeborenenviertels von Tripolis hinsetzen und über „Tripolis ohne die Italiener" schreiben. Tatsächlich ist es so, daß das italienische Regime die Eingeborenen so weit als möglich sich selbst, ihren eigenen Sitten und Gebräuchen überläßt. So erhält sich ihre Eigenart, so beginnen sie mehr und mehr, die Kolonialherrschaft nicht mehr als eine feindliche Macht zu empfinden, und so werden denn auch wohl mit der Zeit die Wunden vernarben, die Krieg und Aufstand geschlagen haben. Wenn man bedenkt, daß es erst wenige Jahre her ist, da vor allem in der Cyrenaika die Kämpfe mit den Senussi tobten und wenn man heute noch von den Berbfestungen im Innern die Galgen herunterwinken sieht, so ist es einfach bewundernswert, was die Italiener an fried- ‘ 2_.’ 'es Landes geleistet haben. Bei einem Besuch'im Gouvernementspalast sprach An diesem Abend begann ein merkwürdiger Ge- bag Teer und nassem Tauwert. den Tag über hatte es geregnet, nun war englische Redensart. .. , Phipps war nicht geblendet vorn Glanz dieses Hofes Es gab ein Licht, das stärker leuchtete. Er ... sprach mit der Kraft, die Ueberzeugung und em über hatte es geregnet "un war^ Ipr^ verliehen. Das Lächeln der Abend geworden, und die Themse ^a yi^ i[)n nicht. Und auch der König Rblvvs saß auf 1 ni(ht \ur Seite, wo die belustigten Ratgeber standen; er sah William Phipps fest ins Auge und erfüllt worden. Der Mittelpunkt des zweiten Plans ist, wie betont, der Mensch. Daß der Kollektivbauer, der ein Getreide zu staatlichen Preisen abliefern muß, sich auf dem Markt keinen Pflug, keinen Kochtopf Finanzfrage und nicht nur eine Frage des organisatorischen und technischen Könnens, sondern schließlich auch eine Frage der physischen Möglichkeiten. Eine gewaltige Steigerung des Reallohns der breitesten Schichten ist versprochen worden. Dieses Versprechen kann aber nur gehalten werden, wenn der Staat die Mittel besitzt, das heißt wenn Werte geschaffen werden. Hier hapert es aber sowohl am Können, wie an der praktischen Möglichkeit. Ertragssteigerung der Arbeit, bessere Ernährung, Heranbildung der „technischen Kadres", Finanzierung durch Verlängerung des Hungerkredits — ein Glied greift ins andere, und es entsteht der circulus vitiosus, aus dem ein Entrinnen selbst einem Stalin bestenfalls in Jahren und nur unter schwersten Opfern möglich sein wird. Um einmal d Honen tz-ttar, aljo um 23 i>. H. gestiegen, während der Ertrag von 801 Millionen Zentner auf »98 Millionen Zentner, also nur um 12 v. H. zugenommen hat. Das bedeutet, daß mit der zuneh- m e n d e n K o l l e k t i v i e r u n g e i n st a n d i g e s Sinken der Erträgnisse Hand in Hand geht. Und die katastrophale Hungersnot, die heute auch von den amtlichen Stellen nicht mehr geleugnet wird, läßt kaum den Schluß einer Intensivierung in aosehbarer Zeit zu. Wie also will man die Erträgnisse der landwirtschaftlichen Erzeu- . gung bis 1937 verdoppeln? Niemand wird aber behaupten, daß diese Erscheinung des unlöslichen Widerspruchs zwischen Plan und Wirklichkeit sich nur auf die Landwirtschaft beschränkt, daß sie nicht vielmehr f ü r a l 1 e Z w e i g e der Volkswirtschaft ohne Ausnahme Geltung hat. Das Wollen der zentralen Planstellen und der Moskauer Herrscher ist das eine — die volkswirtschaft- und kein Kopftuch für seine Frau kaufen kann, ist nd)er Durchdringung dieses Landes geleistet haben, ein Zustand, der auch nach her Ueberzeugung der Bei einem Besuch im Gouvernementspalast sprach Moskauer Machthaber nicht andauern kann, wenn jch &en Marschall Badoglio, der jetzt sein Amt sich im Bewußtsein des Muschik nicht die Ueberzeu- an Marschall Balbo übergibt und zur Zeit, über- gung festsetzen soll, daß die ganze Planwirtschaft <----- ein Loch hat ... Die poltische Richtung des ganzen zweiten Fünfjahresplans wird damit o fenbar. Dazu gehört auch das erstrebte Ideal einer auf den eilten Blick gewaltigen Vermehrung der landwirtschaftlichen Erzeugung und einer Steigerung der Lebenshaltung der Bevölkerung. Bis 1937 soll die Landwirtschaft ihre Produktion verdoppelt i haben. Es ist aber außerdem die Gründung einer Nahrungsmittelindustrie vorgesehen, besonders der Bau großer Konservenfabriken und Fleischindustrien nach Chikagoer Muster, für die man amerikanische Facharbeiter nach Rußland bringen will. Dabei mag als besonders interessant die Tatsache gelten, daß auch der Ferue Osten eine Industrie erhalten soll, die im Falle eines Krieges die Versorgung großer Armeen sicherstellen soll. Wenn Stalins Rechenschaftsbericht über die Planwirtschaft von 1928 bis 1933 auch bestrebt war, auf die Teilnehmer des Kongresses, die aus den entferntesten Ecken des Riesenreiches für wenige Tage nach Moskau gekommen find, durch fein Feuerwerk von Milliardenzahlen zu wirken, so lieh er doch bereits die schwachen Stellen erkennen. Der Plan ist in der offiziellen Sprache ein Muß, feine Ziffern find lauter kategorische Imperative — die ersten fünf Jahre Planerfahrungen haben aber gelehrt, daß er nur ein ftrebensroertes Ideal sein soll. Denn seine Durchführung ist nicht nur eine versuchen! Gedanken aus der Nacht. Er wanderte mit dem Lag nicht an in den Tag und rmeder in ine unfern der Küste, der Mündung des Rio.dela -P1 ' e5 hieß, daß ein spanisches feeraubersch sf^v feien? Gin Goldberge in einem Bauch ' ^cick, machte leuchtendes Licht ging aU5Wi(li{inl Phipps trunken, den einfachen Seemann William WWV’3 riß ihn fort zu einer Tat. Karl II., König non TEritannie^und Irland, hatte viel Sinn für bas Gold. Das a J @oIb drohte, Kriege standen vor der Tur, er ro & brauchen. Ich werde zum König gehen, , - Phipps, und luchte !°m° b-st-n Kleid^ (,Qtte Dem König war woh^ Grst or z z-rf.jcffa(5 in, yenoe yauii eine» jvu.uy», w. --- ---- er, nach manchen Wechselfallen des Sch | hämische Lachen der Höflinge zieht mit dem Wind .. London einziehen und die Herrfchafl uer einem Querholz, lauschte dem fernen Spuklaut, der. irHeinem Schädel erwachte. Wirklich: es war em^ Klingen. Tausende, Millionen von Dukaten rollten^ n,iVrübUerrd,eCinmnie- es mar schon eine ganze Zeit Seitbem — hatte er nur das Kreischen hp^mmermannstäge und das Klopsen der $)änv ^pr^m Obr gehabt. Es behagte ihm nicht. Draußen araße Meer, lockend auch bann, wenn es, «7au mu?r°°; das Meer rief nach Phipps, und ^Er^hatt^stch^hennngeschlagenb^aus^den Schissen, rD'S- “ fein. Großer Reichtum .. gusruhenb in ber Ä”;t Äfii; * gedachte au c.- - , - im Sturm Z-^prungen > f e5 au, man an? Lageslicht zu holen hinab. Zitternd vor Erregung wartete Phipps, an Bord bes Schiffes, auf bas Ergebnis. Es war über« rafchenb. Die Taucher arbeiteten mühelos unb er« lebigten alle Aufgaben, bie ihnen gestellt worben waren. König Karl II. bewilligte ein neues Kriegsschiff, unb Phipps segelte zum zweitenmal nach byn Rio be la Plata. V. Dasselbe Mißgeschick. Von ber spanischen Fregatte keine Spur zu finben. Mächtig fluten bie Wasser bes Silberstroms ins offene Meer, treiben bas Schiff bes Kapitäns Phipps an ber Küste entlang, ein Schiff, über bem ber Tob schwebt. Denn wieber- um nur mit einem Sack voll Enttäuschungen nach Lonbon zurückzukehren — — nein, bas will er nicht, bieser Kapitän. Lieber ein Stück Blei in ben bummen Kopf, ber von Unerhörtem träumte. lieber ben Meereshorizont steigt bie aufgehenbe Sonne, tiefrot. Phipps benft an eine Kanonenkugel, bie rollt, unb bie Kugel wälzt sich im Blut, unb eine bitte Blutbahn läßt sie hinter sich. Da liegen unser Wünsche, unsere Erwartungen. Breitgewälzt von ber mörberischen Kugel, bie hernieberfällt aus dem Irgendwo. Traurig wandert der Blick des Kapitäns Phipps über die See. Da gewahrt er etwas, das ihn herausreißt aus seinen trübsinnigen Quälereien. Ein langes Pflanzengeschling schaukelt auf der Oberfläche des Wassers, die Strömung zerrt daran, aber es bewegt sich nicht von der Stelle. Also ist das grüne Zeug am Meeresboden angewachsen? Unmöglich. Hier lotete man Tiefen, die diese Annahme völlig ausschalten. Also ...? Kapitän Phipps, ber Mann mit ben wunber- barften Ahnungen, pfeift bie Bootsleute. Er selbst {Dringt ins Boot, — pull away, boys, pull away! So ungebulbig war er nie. Phipps hat recht. Die Pflanzensträhnen sinb nur Maske. Sie umkleiben ein schwimmenbes Stück Holl, unb an bem Holz ist ein Tau, bas hinabführt in bie bunflen Grünbe unter Wasser, unb an bem Tau hängt bie gesuchte Fregatte ... Sofort beginnt bie Taucherglocke zu arbeiten. Innerhalb einiger Wochen hat Phipps PUllionen- merte an Golb unb Silber aus bem Seeräuberschiff geborgen. Triumphierenb kehrt er heim. Unb bas Enbe ist wie im Märchen: William Phipps, ber ehemalige Zimmermann, wirb von ; König Karl II. in ben erblichen Abelsstanb erhoben , unb zum Gouverneur von Massachusetts ernannt. Er würbe kein Gouverneur in Amerika geworben sein, wenn nicht eine Glocke ins Wasser gefallen - wäre. Die Ergebnisse der letzen Obstbaumzählung Geschichten aus aller Welt Der Bestand in Oberheffen Bestand an tragbaren Obstbaumen in Oberhessen. 'iQrft <^Ov\Ä' iXXeXt&AHOMu ^amaaSA- aUUc!* Obstbäume nachgepflanzt wurden, wohl aber sehr viele eingegangen sind. Dazu kommen die Nachwir. kungen der kalten Winter von 1917, 1923/24 und 1928/29, wo ungezählte Obstbäume zu Grunde gegangen sind. Erwägt man ferner, daß gegenwärtig 10 Prozent aller Ob st bäume als abgängig angesehen werden können, so kommt man zu dem Schluß, daß wir auch der Zahl nach noch viel zu wenig Obstbäume besitzen, um mit dem von Jahr zu Jahr zunehmendem Obslver- brauch Schritt halten zu können. Vor allem fehlt es in den Baumstücken, Umpflanzungen und Straßen an jenen altehrwürdigen Obst- baumriesen, die in einigermaßen günstigen Obstjahren 10 bis 12 und mehr Zentner Obst lieferten. Diese Massenträger sterben mehr und mehr aus. Was nachgepflanzt wird, ist meist kurzlebig und schon im Zurückgehen begriffen, wenn ein wüchsiger Eifer- oder Matapfel in das tragfähige Alter kam. In den Gärten sieht es in dieser Hinsicht am schlimmsten aus. Man möchte am liebsten schon im zweiten Jahre nach der Pflanzung korbweise holen können. Das kann man niemand verdenken, auf die Versorgung der Obstmärkte aber wirkt sich dieser Zustand ungünstig aus, denn die frühtragenden Sorten sind schon nach 15 Jahren im Zurückgehen begriffen. Für mald ganze einige schiede Mit l Nauh den d in w dings Watze die g bad) werti Aus der nachstehenden Tabelle, die eine Ueber- sicht über die ob st baulichen Verhältnisse Oberhessens gibt, ist vor allem ersichtlich, daß unsere Provinz ein ausgesprochenes Anbau- gebiet für Aepfel ist. In den höheren Lagen werden vorwiegend Wirt- schafts-, in dem besseren Boden der Wetterau aber auch vorzügliche Tafeläpfel gezogen Die der Anzahl der Bäume nach zweitwichtigste Obstart ist die Hauszwetsche, deren Früchte früher unreif gepflückt in Schiffsladungen nach England ausgeführt wurden. Diese Ausfuhr ist kaum noch nennenswert, aber auch die Zahl der Bäume ist wegen Frostschäden stark im Zurückgehen. Bemerkenswert ist die große Anzahl tragbarer Süßkirschen, Mirabellen und Pfirsiche im Kreise Friedberg, die an den sonnigen Taunus-Abhängen vortrefflich gedeihen. Dieser Kreis ist der und der Bedeutung dieser auch für europäische Ausfuhrländer und damit nicht zuletzt für Deutschland wichtigen Veranstaltungen machen zu können, sei hier eine Reihe Angaben über die vorjährige Messe gemacht. Die Zahl der Aussteller betrug 1511 in einem abgeschlossenen Raum von rund 52 000 Quadratmeter. Von fremden Staaten waren u. a. Belgien, Luxemburg, Ungarn und Aegypten offiziell vertreten. Deutschland fehlte noch, aber man darf wohl hoffen, daß die wiederauflebende Initiative der deutschen Wirtschaft im neuen Reich auch zu neuer Pionierarbeit fügten wird. Ehemals war Tripolis der wichtigste Einfuhrhafen für das innere Afrika. In den Wirren feiner Geschichte und vor allem unter türkischer Verwaltung hat es diesen Vorrang abgeben müssen, aber es ist das offen erklärte Ziel der Italiener, Tripolis die alte beherrschende Handels st el- lung in Afrika wiederzugeben. Es ist geplant, den 5)afen nach den modernsten europäischen Gesichtspunkten auszubauen. Wenn die Franzosen ihre Trans-Sahara-Bahn schaffen, so spricht in Lydien alles dafür, daß man sich hier nicht etwa auf eine Eisenbahnkonkurrenz einzulassen gewillt ist. Man baut Autostraßen und ist gewiß, daß der Motorisierung des Transportes die Zukunft gehört. Dabei dürfte infolge der besonderen Verhältnisse, vor allem mit Rücksicht auf die häufigen Sandstürme mit der Zeit der Oelmotor den Benzinmotor völlig verdrängen. Man sollte meinen, daß in einer Kolonie mit so vorbildlicher Verwaltung und derartigen Zukunftsmöglichkeiten sich auch viele Deutsche angesiedelt hätten, denen die Heimat unter den Nachkriegsverhältnissen keine Existenz mehr bot. Das aber ist nicht Größere Süßkirschen-Anpslanzungen, meist auf Gemeindeländereien, die bisher nur als Schafweide dienten, find in folgenden 26 Ortschaften nach»dem Kriege entstanden. Die Zahl der auf diese Weise gesetzten Bäume beträgt über 6000 Stück. Grünberg besitzt hiervon 860, Lauter 630, Betten- hausen 400, Saasen 340, Obbornhofen 300, Bellersheim 270, Steinheim 270, Langd 230, Langsdorf 200. Weniger als 200, aber mehr als 100 sind gepflanzt in Beuern, Birklar, Geilshausen, Göbelnrod, Großen-Buseck, Grüningen, Holzheim, Lich, Münster, Muschenheim, Niederbessingen, Nonnen- rod, Oppenrod, Queckborn, Röthges, Watzenborn- Steinberg, Wieseck. Diese Zahlen können als erfreulicher Anfang auf dem Dege zur Erhöhung der Gemeinde- Einnahmen durch Kirschenanpflanzung belrachlet werden. Damit die jungen Bäume sich nicht durch vorzeitige Fruchtbarkeit erschöpfen und verkrüppeln, muß nur für Düngung und Fernhalten der schwarzen Kirschblattlaus durch Winterspritzung gesorgt werden. Au fcenet derer auf t spielt dem hat । Man ßolla könnc die 1 der s Qllo. Im Jahre 1932 wurde im gesamten Reichsgebiet eine Obstbaumzählung durchgeführt, welche nach den Zählungen der Jahre 1900 und 1913 die dritte ihrer Art war. Es sollte ermittelt werden, ob der Bestand an Obstbäumen ausreiche, um die deutschen Märkte mit Jnlandsobst zu versorgen. Gezählt wurden in Millionen an Bäumen von Aepfeln 69,2, Birnen 26, Kirschen 9, von anderem Steinobst 26 oder in runder Zahl 140 Millionen trag« fähiger und nicht tragbarer Obstbäume. Die entsprechenden Zahlen für unser Hessenland lauten nach den Mitteilungen des Hessischen Landesstatistischen Amts 1933, Nr. 2, wie folgt: Aepfel 2,2, Birnen 1,1, Kirschen 0,26, anderes Steinobst, einschließlich Aprikosen und Pfirsich 1,1. Insgesamt wurden gezählt 3 600 000 tragbare und 1 164 000 noch nicht tragbarer Obstbäume. Dieser Zahl von 4 765 000 steht das Ergebnis aus Hessen im Jahre 1913 mit 6138 000 Bäumen gegenüber, was ein Weniger von etwa l*/< Million ergibt. Die Richtigkeit dieses Ergebnisses dürfte anzuzweifeln fein. Selbst wenn angenommen wird, daß die meisten Besitzer von Obstbäumen aus Steuerfurcht im Jahre 1932 die Anzahl ihrer Bäume viel zu niedrig angegeben haben, wozu vor dem Kriege keinerlei Veranlassung vorlag, so bleibt doch zu bedenken, daß während der Jahre von 1914 bis zum Ende der Inflation im Herbst 1924 kaum schließlich eine regelrechte Prügelei im Gange war. Da der Verkehr m dieser Straße und allmählich auch in dem ganzen Stadtviertel zu stocken begann, sah die Polizei sich zum Eingreifen genötigt. Die Straßen wurden gesäubert, und einige Polizeibeamte drangen in die Wohnung des Millionärs Ramos ein, um die Ursache dieses Banknotenregens festzustellen. Da stellte es sich heraus, daß Herr Ramos tatsächlich selber sein gutes Geld höchst eigenhändig zum Fenster hinausgeworfen hatte. Als im die Polizeibeamten deshalb Vorhaltungen machten, wurde der merkwürdige Spender grob und erklärte, wenn er fein Geld ausgeben wolle, so sei das seine Angelegenheit und ebenso sei es seine Sache, w i e er dieses Geld ausgebe. Die Polizei aber ginge das überhaupt nichts an. Sprachs und warf mit großer Geste gleich ein ganzes Bündel Taufend-Drachmen- b. Rom. Sitzt da auf dem Pincio in Rom eine junge holländische Malerin mit Staffelei und Farben, um am frühen Morgen die Stadt der sieben Hügel, wie sie sich langsam aus dem Nebel herausschält, zu malen. Regen beginnt und stört ihre Arbeit. So ucht sie Unterschlupf in einem der Kioske nahe dem benachbarten Weiher, in dessen Mitte sich eine alte Wasseruhr erhebt. Sinnend sitzt sie da und schaut aus das grüne, stille Wasser. Doch plötzlich stockt ihr der Atem. Unter der kleinen Brücke, die das Ufer des Weihers mit der Wasseruhr verbindet, bewegt sich deutlich ein undefinierbares Lebewesen. Es gurgelt und schnauft und stößt merkwürdige Laute aus. Der jungen Malerin will das Herz zerspringen. Palette und Farbkasten entfallen ihren zitternden Händen, mit letzter Anstrengung rafft sie sich auf und stürmt mit gellenden Rufen „Ein Ungeheuer! Ein Ungeheuer!" durch den morgenfrühen Park, bis sie, gänzlich erschöpft, einem Wärter in die Hände läuft. — Der holt sich einen zweiten beherzten Mann, und mutig, in respektvollem Abstand oon der Malerin gefolgt, steigen die beiden zum Weiher hinab. Da bewegt sich wirklich etwas unter der Brücke, und es entpuppt sich plötzlich als ein Mensch aus Fleisch und Blut, der tief im Wasser steht, und nun den beiden wütend zuruft, sie sollten ihn ja in Frieden lassen, denn er wolle feststellen, wieviel Uhr es sei. Der Arme, ein friedlicher römischer Schuhmacher, der in der Nacht dem Wein zu rege zugesprochen hotte, hatte auf dem nächtlichen Heimweg Zweifel an der Richtigkeit feiner Taschenuhr bekommen — und cm Vergleich mit der Wasseruhr sollte die Sache klarstellen. Um aber jeden Irrtum auszuschließen, war er dabei ins Wasser gestiegen. — Nun ist er empört, daß man ihn füt ein Ungeheuer gehalten h?'. — und eine junge holländische Malerin ist beschämt, daß ganz Rom über ihre Entdeckung lacht. Er wirft sein Geld zum Fenster hinaus. Das Geld liegt auf der Straße. Man braucht "sich nur zu bucken, um es aufzuheben. So wenigstens war es kürzlich in der griechischen Hafenstadt Patras. ,/ngen da die braven Hellenen auf einer der be- lebteften Straßen der Stadt gemächlich ihres Weges, als plötzlich aus dem Fenster eines Hauses, >N,i)em her griechische Millionär Ramos wohnt, eimge Taufend-Drachmen-Scheine auf die Straße der Passanten bückten sich begreif- ücherwelse nach diesem seltenen Manna, hoben die n»r«aU-f Ä Ickten sie, als niemand „Hallo!" e niaer SpH9» Runzelnd in die Tasche. Und nach dem9^ä>-^logen wieder em paar Banknoten aus m Fenster auf die Straße. bemaÄnteJi(J diese seltsame Kunde von Agenden Gelde schnell herum- 9lad) kurzer Zeit war sckon eine riesige wrfflmmJS ? DOrf b?m $aIais des Millionärs «uiemen neuen Banknotensegen neue^*Pi'n»nb ^sachlich: immer wieder flatterten »“Ä1nL?utble Straße, gute, echte griechische Banknoten Wie das nun immer so ist, gab es bald hl™ nlhC ^gerei um die Geldscheine. Einer suchte dem andern den kostbaren Fang zu entreißen. Bis ; 1348, Lumda 1332, Göbelnrod 1306, Winnerod 1234, Rüdingshausen 1223, Albach 1046. Gemeinden, in denen auffallend viel noch nicht tragbare, entweder junge oder erst kürzlich umgepfropfte Obstbäume festgestellt wurden, sind: Lang-Göns 3561, Lich 3337, Watzenborn-Steinberg 3313, Leihgestern 2949, Wieseck 2898, Grüningen 2486, Saubringen 2470, Al- ten-Buseck 2408, Grünberg 2399, Langsdorf 2208, Heuchelheim 2098, Villingen 1945, Holzheim 1871, Londorf 1824, Beuern 1782, Hungen 1738, Saasen 1598, Treis a. d. Lda. 1562, Bellersheim 1556, Klein-Linden 1477, Steinheim 1464, Mainzlar 1389, Obbornhofen 1355, Bersrod 1349, Lauter 1336, Ra» bertshaufen 1318, Steinbach 1224. Man wird vielleicht nicht fehlgehen, wenn angenommen wird, daß in diesen Gemeinden die Obstbaumzucht besonders gepflegt wird. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) „Mit dem Gürtel, mit dem Schleier.. k Madras. Dicht verschleiert gehen die Mädchen in Indien in die Ehe. Der dichte Schleier ist Mode. Und wer etwas auf sich und feine Braut hält, der kauft ihr einen recht dichten Schleier zur Hochzeit ... Auch jener heiratslustige Chauffeur in Calicut hielt etwas auf sich. Es war eine schöne, eine feierliche Trauung. Aber vier Tage danach erschien der Chauffeur als gebrochener und tief bekümmerter Mann bei dem Trauamt und forderte die Scheidung seiner Ehe: Jene Frau, die unter dem dichten Schleier verborgen war, sei in Wirklichkeit die viel ältere Schwester seiner Braut gewesen, zu der er beim besten Willen nicht in Liebe zu entbrennen vermöge. Die Behörden stutzten und ordneten eine Untersuchung an. Und es ergab sich, daß der Chauffeur die Wahrheit gesprochen hatte. Nun ist es kein Kinderspiel, eine Ehe zu scheiden in Indien. Und um dieser Notwendigkeit zu entgehen, ordneten die Behörden an, daß die beiden Frauen oorgeführt würden. Das geschah denn auch. Und die Richter fällten das immerhin bemerkenswerte Urteil: der Chauffeur habe keinen Grund, sich über fein Schicksal zu beklagen, denn feine ihm fälschlich angetraute Frau fei zwar ein wenig älter, aber durchaus nicht häßlicher als die Schwester. Und so bleibt es denn dabei. Aber man sagt, daß neuerdings die dicken Schleier aus der Mode kommen sollen, nachdem dieser Fall sich herumgesprochen hat. Das große Los zu früh gewonnen! (—) London. Bei einer Hospitalslotterie erstand der zwölf- jährige Cecil Munn für sein Vermögen von zwei Penny ein Los, auf das er — den ersten Preis erhielt: eine elegante Limousine. Ein Wagen, wie man ihn sich sonst nur im Traum vorzustellen wagt. Man wird verstehen, daß dem Knaben das Herz im Leibe hüpfte vor Freude. Gute 145 Pfund war sein Auto wert! Aber dann kam die Enttäuschung: Das englische Gesetz bestimmt, daß ein Engländer erst einen Wagen fahren darf, wenn er das siebzehnte Lebensjahr erreicht hat. Da half also kein Betteln und kein Bitten. Das Auto darf dem jungen Gewinner nicht verabreicht werden. Man muß es fünf Jahre lang aufbewahren. Dabei ergeben sich nun zwei Fragen: Wer bezahlt die bis dahin fälligen Garagekosten, — und werden die Leute nicht lachen, das „uralte Automodell" daherfahren zu sehen, wenn der kleine Cecil alt genug geworden ist, um glücklich zu sein? Das teilte Abendessen. m v. Kopenhagen. Fitje Rasmussen, ein junger Verkäufer, schlenderte eines Abends durch die erleuchteten Straßen der Stadt. Vor einem Speisehaus blieb er stehen, um sich die leckeren Dinge am Schaufenster anzu- cben. Kurz entschlossen trat er ein und wählte sich seine Lieblmgsspeisen aus. Derweilen schaute er durch die zarte Gardine auf das bunte Hin und A)cr das draußen vorüberzog. Er war mit sich zu- frieben unb gönnte sich diesen leiblichen Genuß, der fast an Verschwendung grenzte. JIIs sein Magen sich sträubte, noch weitere Lecker- biffen aufzunehmen, gehorchte Fitje einer inneren Shimne unb rief ben Ober. Er griff in bie Tasche, LC ö" Zücken — da merkte er zu feinem Entsetzen daß er unfreiwillig zum Zechpreller wer- den mußte wenn ihm jetzt nicht ein glücklicher Ein- faU zu Hilfe käme. Jedenfalls hätte er nicht eine S Krone bei sich. Er entschuldigte sich bei dem , der etwas ironisch auf ihn herablächelte, uno oat darum mit dem Wirt Rücksprache nehmen zu dürfen. — Sein Wunsch wurde gewährt. Fitje Rasmussen raffte sich auf und ging in das Kontor des würdigen Herrn Wirtes. Sie kamen überein, daß der geldlose Gast diesmal mit seinem Lotterielos bezahlen sollte, das er anfällig bei fick hatte. Fitje verließ frohgemut die „Statte des Grauens , holte dann seine Brieftasche von zu Hause unb machte sich noch einen vergnügten, ausgedehnten Abend. Ja, und das Los? Das wurde mit einem deträcht- l'chen Gewinn gezogen. Als Fitje das erfuhr, wollte er gegen den abgeschlossenen Handel Einspruch er- heben. Natürlich war das nicht mehr möglich Denn der Gastwirt hätte bei diesem Geschäft ebenso gut um seine Zeche kommen können, wenn das Los eine Niete geworden wäre. ?rrQ5 hätte sich der gute Junge vorher überlegen müssen.. Bei dem Gedanken an dieses teuere Abend- eHen wird dem armen Fitje Rasmussen noch heute ' ganz schwindlig. Ein fideles Gefängnis. e, . rb Budapest. 3n öer ungQrifdjen Stobt Malacka wurde der i i ™ Gefängnisses, Zalesnak, verhaftet und , der Prehburger Staatsanwaltschaft eingeliefert, weil er mit den Insassen, soweit diese begütert waren eme allzu lebhafte Freundschaft unterhiell. Nicht , nur der Umstand, daß er die Gefangenen gegen i Zahlung von kleinen und größeren Geldsummen zeitweilig beurlaubte, hat zu seiner Festnahme geführt, sondern vornehmlich auch die Tatsache, daß er unter Hinzuziehung seiner „besseren" Strafgefangenen im Gefängnis Zechgelage veranstaltete. Bei Beobachtung seiner Lebensführung kam die Gendarmerie zu allem Ueberfluß auch noch zu der Feststellung, daß der treue Hüter des Gefängnisses ein langgesuchter Wilderer war. Dies konnte die Gendarmerie unter Hinweis auf ein Festmahl im Gefängnis klarstellen, bei dem ein erwilderter Hirsch verspeist wurde, dessen Herkunft ohne weiteres nachzuweisen war. Der festgenommene Gefängnisinspektor wird nun wohl keinen anderen Wunsch haben dürfen, als in die Obhut eines gleicherart menfchen- fteundlichen „Kollegen" zu gelangen. Die Hunde des Dschingis Khan. (A. S.) Istanbul. Eine kleine, unscheinbare Lokalnotiz in der Konstantinopeler Presse deckt die letzten Spuren eines Dramas auf: „Das abermalige Ueberhandnehmen des Unwesens der wilden Hunde zwingt die Behörden, wieder entsprechende energische Schritte zu unternehmen." Man erinnert sich, wie vor etlichen Jahren die herrenlosen Hunde der türkischen Metropole am Goldnen Horn zusammengetrieben und auf einer einsamen Insel ausgesetzt wurden. Jene wilden Hunde, oon denen die Sage zu erzählen weiß, daß sie aus dem großen Lager des Eroberers Dschingis Khan stammten. Die Horden des mongolischen Selbstherrschers zerstoben in alle Winde. Nichts blieb übrig oon einem riesigen Reich, das so schnell verging, wie es entstanden war. Nur die Hunde sind geblieben, ihre späten Nachkömmlinge scheinen unverwüstlich zu sein — wie die Treue dieses ersten und vielleicht besten Freundes der Menschen unter den Lebewesen auf dieser Erde. Das Ungeheuer. Noten zum Fenster hinaus. Als die Beamten daraufhin das übrige Geld beschlagnahmen wollten stürzte sich Ramos voll Wut auf die Polizisten' raffte die Banknoten an sich und zerriß sie, ehe er daran gehindert werden konnte. Dabei rief er in leidenschaftlicher Wut: „Dieses schmutzige Papier diese unnütze Bürde!" Als die Beamten sahen, daß sie nichts ausrichten konnten, machten sie sich schien- nigft aus dem Staube. Soweit bisher festgestellt wurde, hat der wunderliche Herr Banknoten im Werte von mehr als hunderttausend Drachmen auf die Straße geworfen. Allerdings scheint die Angelegenheit doch noch ein ernstes Nachspiel erhalten zu sollen. Die Familienangehörigen des Herrn Ramos behaupten nämlich, der Millionär fei nicht ganz normal — und das wollen wir ihnen gerne glauben. obstreichste. An zweiter Stelle steht der Kreis G i eßen. Nahezu die gleiche Anzahl gezählter Bäume hat der Kreis Büdingen aufzuweisen. Wie in ganz Hessen, so ist auch bei uns der kaum nennenswerte Anbau der Aprikose zu Gunsten der Pfirsichkultur stark in der Abnahme begriffen. Die meisten Walnußbäume sind im Kreise Büdingen anzutreffen. In allen größeren Städten im ehemaligen Hessen wurden nur diejenigen Obstbäume gezählt, welche außerhalb der Stadt auf landwirtschaftlich bebautem Gelände stehen. Nur in Gießen sind auch die Obstbäume der Haus- und Kleingärten gezählt worden. Unter der auf diese Weise sich ergebenden Zahl von 22 600 Stück befinden sich sehr viel Busch- und Spalierbäume auf Zwergunterlagen. Die Bestände an tragbaren Obffbäumen in den einzelnen Gemeinden des Kreises Gießen ergeben sich aus folgender interessanter Zusammenstellung. Voran steht Lich mit 12 000 Stück. Mehr als 8000 besitzen: Heuchelheim 8748, Grün- ber 8543, Lang-Göns 8466. Mehr als 7000: Alten-Buseck 7830, Großen-Buseck 7791, Grüningen 7046. Mehr als 5000: Hungen 5665, Wieseck 5315, Villingen 5232, Großen-Linden 5131, Bellersheim 5104 Watzenborn-Steinberg 5038, Obbornhofen 5013. Mehr als 4000: Leihgestern 4958, Langsdorf 4950, Lauter 4859, Steinbach 4699, Beuern 4530, Mu- ^chenheim 4368, Reiskirchen 4112, Allendorf (Lda.) Mehr als 3000: Rödgen 3899, Saasen 3699, Holzheim 3646, Bettenhausen 3558, Londorf 3478 Burkhardsfelden 3435, Lollar 3100, Klein-Linden 3074 Annerod 3063. Mehr als 2000: Queckborn 2937, Oberhöraern 2829, Staufenberg 2732, Eberstadt 2669, Lanad 2547, Nonnenroth 2264, Dorf-Gill 2477, Daubringen 2476, Treis a. d. Lda. 2471, Hattenrod 2469, Bers- rod 2467, Harbach 2446, Ettingshausen 2437, Rodhelm a. d. Horloff 2260, Allendorf a d. Lahn 2184 Steinheim 2059. lieber 1000 sind: in Utphe 1980, Stangenrod 1968 Inheiden 1919, Mainzlar 1882, Birklar 1814* ^nLrfa?5f)?in 1807' Münster 1806, Lindenstruth 1805, Hausen 1795, Garbenteich 1790, Nieder-Bes- mgen 1791, Beltershain 1771, Kesselbach 1694, Wei- tershenn 1661, Climbach 1631, Geilshausen 1625 Wges 1582 Rabertshausen 1554, Odenhausen 1523, Oppenrod 1476, Trais-Horloff 1435, Rutters- haufen 1393, Remhardshain 1384, Ober-Bessingen' der Fall. Cs sind sogar erstaunUch wenig Deutsche hier in Tripolis, obwohl die italienischen Behörden einer maßvollen deutschen Einwanderung guter Kräfte sicherlich keine Schwierigkeiten gemacht hätten, da sie die hervorragenden Fähigkeiten deutscher Kolonisation hoch zu schätzen wissen. Aber doch gibt es hier geradezu einen Beispielstyp des in aller Welt geschätzten deutschen Kolonialpioniers, und das ist ausgerechnet der deutsche — Konsul. Ein sächsischer Ingenieur, der schon vor dem Kriege in Mailand lebte und der sich auch schon vor dem Kriege eine auf den ersten Blick etwas eigentümlich anmutende Lebensaufgabe gestellt hatte. Konsul Schubert hat eine Anzahl von — Bierbrauereien eingerichtet und sich durch eine solche Einrichtung u. a. auch das Wohlwollen des abessinischen Königs erworben. Bier und Pionierarbeit, wie verträgt sich das? Sehr gut, denn tatsächlich hat die tripolitani- sche Bierbrauerei, die sich nach dem altrömischen Namen der Stadt „Oea" nennt, das ganze Land bis weit in das noch nicht kolonisierte Gebiet im Innern wie mit einem Netz von kleinen Bieroerkaufsstellen überzogen, die nun die Versammlungsorte der Kolonisten darstellen, ihren Zusammenhalt fördern und sicher auch dazu beitragen, das Verhältnis zwischen den Kolonisten und Eingeborenen immer freundschaftlicher zu gestalten. Man könnte viel über bie Anfänge, Entwicklung, die Erfahrungen und Ergebnisse dieser Pionierarbeit berichten. Konsul Schubert forderte mich auf, mit seinem Sohne die beim Jahreswechsel notwendige Kontroll- und Abrechnungsfahrten zu unternehmen und so ging es denn in einem Planwagenauto auf große Fahrt kreuz und quer durchs Land um Lybien kennenzulernen. Kreis Aepfel Birnen Süß- Z hen s a IS) Haus- zwetschen Mira- bellen Sonstige Pflaumen Aprikosen Pfirsich Walnüsse Summa Gießen 125527 39060 7579 1623 92422 2400 4700 139 556 1355 275300 Friedberg 187336 42118 19106 1656 64965 9320 8230 1094 1929 1676 337400 Büdingen 197336 20826 9386 1280 31396 2516 2655 177 496 1896 267900 Alsfeld 38897 14194 1846 1389 38420 701 2760 5 71 343 98600 Schotten 38759 12259 3345 743 25050 599 1177 19 94 1316 83300 Lauterbach 22703 6730 1009 1196 13819 659 2075 14 65 104 35300 Zusammen 610500 135100 24200 7880 266000 16100 20600 1440 3200 6690 1098800 - ein- Rundfunkprogramm mufft. Montag. 12. Februar. Am morgigen Sonntag finden zwei interessante Im G ’ M • B • H • M In Watzenborn-Steinberg stehen die ersten Mannschaften von Ockershausen und Watzenborn-Stem- berg im Kampf um die Punkte gegenüber. Die Gäste aus Ockershausen lieferten in letzter Zeit überzeugende Spiele und siegten gegen Lollar und Butzbach hoch. Die „Teutonen" werden sich sehr anstrengen müssen, wenn sie als Sieger aus diesem Spiel hervorgehen wollen. Sollten sie sich zu einer einheitlichen Leistung zusammenfinden, der altbe- 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: „Jose» litos Tod". 12: Mittagskonzert: Fröhliche Musik. 13.10: Hörbericht von den ?I8-Skimeisterschaften (von St. Moritz). 13.35: Märsche und Walzer. 14.30: Stunde der Jugend: „Till Eulenspiegel". 15.15: Lernt morsen! 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.35: Stegreifsendung. 19: Stunde der Nation: Neuere deutsche Komponisten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: „Ritter Pasman", komische Oper von Johann Strauß. 22.30: Schlußbericht von VfB. Gießen — Germania Marburg Lollar — Spieloereinigung 1900 Bad-Nauheim — Wetzlar Watzenborn-Steinberg — Ockershausen. Butzbach — Großkarben. die eigenen Mannschaften auch den Gießener Fußballern zuwenden. Insgesamt stehen sich 4 Gießener und 4 Lollarer Mannschaften im Kampf um die Punkte gegenüber. Watzenborn-Steinberg — Ockershausen. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: „Columbus". 12: Katzenmusik und Katerdichtung. 13.35: Mittagskonzert. 14.30: 3 X15 Minuten aus dem 7.10 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 13.55: Vom Mainzer Rosenmontagszug, Hörbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Kleiner Faschingsrummel. 17.45: „Zum 100. Todestag Friedrich Schloier- machers", Vortrag. 18: Stunde der Jugend. 19: Stunde der Nation, Querschnitt durch eine Münchner Fafchingsnacht. 20: Griff ins Heute. 20.10: „Ballsirenen", Faschingspotpourri. 21.10: „Stoßt an', eine feuchtfröhliche Faschingslaune. 22.45: Eine Viertelstunde Pfälzisch. 23: Nur noch 24 Stunden, ein Potpourri. 24 bis 2 Uhr: Tanzmusik. Dienstag, 13. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 13.35: Von Masken und Mummenschanz. 14.40: Stunde der Frau: Eine Schwarzwälder Bauernhochzeit. 15.10: Ede rettet die Lackfabrik, Kurzhörspiel. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Tanz um Leben und Tod, Funkmelodram. 17.50: Stunde der Jugend, Kinder-Fastnacht. 19: Stunde der Nation (von Köln): Altrheinischer Karneval. 20: Griff ins Heute. 20.10 bis 24: Großer bunter Karnevalsabend des Südwestfunks. 24 bis 1: Faschings-Kehraus. Mittwoch, 14. Februar. Krofdorf-Gleiberg — Vetzberg. Morgen weilt Vetzberg zum Verbandsspiel in Krofdorf-Gleiberg. Das Vorspiel endete mit einem 8:3-Sieg der Krofdorfer. Ob es den Krofdorfern diesmal gelingen wird, den Sieg ebenso sicher zu erringen, ist fraglich. Vor diesem Spiel empfangt Krofdorfs II. die gleiche von Hermannstem zum j Freundschaftsspiel. I Sandball der Sp.-Vg. 1900 Germania Warburg in Gießen. Germania Marburg liegt gegenwärtig mit Bad- Nauheim in der Spitzengruppe der Tabelle. In Marburg mußten die VfBer eine eindeutige Niederlage von 5:0 Toren hinnehmen, traten damals aber stärk ersatzgeschwächt an und verloren zweifellos nur auf Grund dieser Tatsache so eindeutig. Für den Sonntag stellt der Verein die stärkste Mannschaft ins Feld. Wenn die Mannschaft den notigen Siegeswillen aufbringt, sollte man mit einem knappen Siege der Grünweißen rechnen dürfen. Schiedsrichter: R ü b n e r - Hanau. 1900*5 Liga fährt nach Lollar. Für den morgigen Sonntag ist also wieder mal die Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen auf der ganzen Linie aufgeboten. Der Spielplan verzeichnet einige interessante Begegnungen. Es stehen sich verschiedentlich gleichwertige Mannschaften gegenüber. Mit einigem Interesse sieht man dem Spiel Bad- Nauheim — Wetzlar entgegen. Die Gastgeber werden das Spiel zwar für sich zu entscheiden wissen, in welcher Höhe und in welcher Form das aller» ,.....o v_,........., dings geschehen wird ist nicht vorauszusagen, kannte Siegeswillen und die zähe Ausdauer wieder Watzenborn-Steinberg empfängt auf eigenem Platz vorhanden sein, so dürfte es, verbunden mit dem die gefährliche Mannschaft von Ockershausen. Butz-...... bad)' und Großkarben stehen sich als durchaus gleichwertige Mannschaften gegenüber. Ein Bericht. 19: Stunde der Nation: Arbeiter, hör zu — Der Platz an der Maschine, Hörspiel. 20: Griff ins Heute. 20.10: „Die Nase des Heiligen", Funkballade. 20.45: Sinfonie Nr. 4, f-Moll, op. 36 von Tschaikowsky. 21.30: „Jenseits der Meere", Auslanddeutsche Dichtung und Musik. 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Unterhaltungskonzert. 24 bis 1: Nachtmusik. Donnerstag, 15. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Blasmusik aus der Zeug- hauskaserne Ulm. 13.35: Mittagskonzert. 14.40: Km- derstunde. 16 bis 17.45: Nachmittagskonzert. 17.45: „Zum 130. Todestage Immanuel Kants". Vortrag. 18' „Die Spitzenwerkstatt des Vogtlandes", Hör- bericht. 19: Stunde der Nation: Kleine Abendmusik. 20: Griff ins Heute. 20.10: „Don Pasquale", Komische Oper von Gartano Donizetti (aus dem Hessischen Landestheater Darmstudt). 22.45: „An den Grabstätten der alemannischen Urahnen". 23: Aeltere Tanzmusik. 23.40: Sieben Kammerlieder für Bariton und Klaoierquintett. 24 bis 1: Nachtmusik. Freitag, 16. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 13.35: Die deutsche Oper nach Wagner. 14.40: Stunde der Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.45: „Hausbesitzer, helft Arbeit beschaffen!" Zwiegespräch. 18: Stunde der Jugend. 19: Stunde der Nation: Huldigung an Hermann Stehr. Zum 70. Geburtstage des Dichters. 20: Griff ins Heute. 20.10: Umtausch gestattet, ein Wunschprogramm. 21.45: „Aufbau und Ziele der Reichskammer der bildenden Künste". 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Umtausch gestattet. 24 bis 1: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Der Durchbruch zum antiken Mythos im 19. Jahrhundert, Vortrag. An- schließend: Musik. Samstag, 17. Februar. Lautschner und Christi Cranz siegen. Der zweite Tag der Deutschen Ski-Meister s ch a f t e n in Berchtesgaden brachte am Donnerstag die Abfahrtsläufe für Herren und Damen. Ein Punkteverlust in Lollar wäre kaum tragbar Don den Lollarern weiß man, daß sie fiel)। mit aller Energie einsetzen und sich gut aus der Affäre zu ziehen bemüht sein werden. Kirsch von Fnedberg- Fauerbach ist als Schiedsrichter bestellt. Untere Mannschaften. Sonntag, 11. Februar. lag des Rundfunks. 6.35 Uhr: Stuttgarter Mineral-Hasenkonzert. 8: Kasperle wird Sendeleiter. 8.05: Narrenwecken. 8.20: „Die Heimkehr des Odysseus" aber „Wie sage ich's meinem Weibe". 9: Evangelische Morgenfeier. 10.45: Tristan und Isolde Vorspiel „Liebesnacht und Liebestod". 9.45 bis 10.30: Katholische Morgenfeier. 11 25' , Du wahrer Gott und Davids Sohn", Kantate von I. S. Bach. 12: Heitere Musik aus allen Ländern. 14.30: Großes Kapitel der Zeit. 14.40: „Die Stunde des Mundwerks" und die „Stunde des Stadtwirts" (unpraktische Ratschläge). 14.50: Süd gegen Südwest. 15.10: Kasperle beantwortet Horer- zuschriften. 15.30: Heitere Musik aus allen Landern. 16.30: Drostlose Klänge. 18: Hundert Mikrophone erzählen. 19: Mainzer Fremdensitzung. 20: Fasching rund um den Funk. 22.30: Wir machen unfern Dreck alleene. 22.50: Inventur-Ausverkauf. 1 bis 2: Tanz- Senderbezirk. 16: Nn'chmittagskonzert. 17.45: Aus den ?ISSkimeist-rschaften. 23: Tanzmusik 24: Der Zeit und Leben. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Schwarzwald im Winter, Hörbild mit Musik. 1 bis Wie weit sind wir heute mit dem Raketenflug?" 2: Tanzmusik. Auch die unteren Mannschaften der beiden Gießener Vereine sind beschäftigt. Die 2. der Spielvereinigung hat gegen die 2. Mannschaft von Lollar auf dem Platz des Gegners anzutreten. Die 3. Elf fpieit gegen Bieber 1. Die 1. Jugend fP«It auf eigenem Platz gegen die Jugend von Llch, die 2. Jugend ha^ gegen Bieber 1. Jugend anzutreten Die 3. Mannschaft des VfB. hat die 3. Mannschaft von Lollar zu Gast und sollte sich einen Sieg sichern können. Die 1. Jugend der Grünweißen hat gegen Se i. Jugend von Lollar anzutreten. Das Interesse ^ukballanhänger in Lollar wird sich diesmal °l,° auf her flauen Linie neben dem Interesie für Gruppe errungen. Die bekannte Mannschaft des Polizeisportvereins Butzbach zog mit 18:3 Öen Kürzeren und auch die Turnaememde Friedberg mußte durch eine 10 : 4 Niederlage die Überlegenheit der Pohlgönser anerkennen. Die 1900er werden unter diesen Umständen sehr auf der Hut sein müssen, wenn sie nicht den guten Eindruck der letzten Spiele verwischen wollen. . ... Das Verbandsspiel gegen den OSE. wird sich zu einem harten Kampf gestalten. Der Sieger ist schwer vorauszusaflen. Technisch dürften die Gegner Gleichwertig fein. Die wuchtigere Mannschaft wird wohl der ÖSE. ins Feld stellen. Abfahrtsläufe in Serchtesaaden. Fußball -es Sonntags Spiele der Bezirksklaffe. schon oft gezeigten spielerischen Können, möglich sein, für die 3:2-Niederlage in Ockershausen Revanche l zu nehmen. Das Resultat des Spieles ist ausschlag- I gebend dafür, ob die Teutonen auch weiterhin 'einen achtbaren Mittelplatz in der Tabelle einnehmen oder weiter zurückfallen. Kurze Sportnotizen. Eine Einladung nach Polen haben die deutschen Eishockeyspieler erhalten. Sie sollen Spiele in Warschau, Posen, Krakau, Lodz und in Krynica austragen. I n Wengen nahmen am Freitag unter deutscher Beteiligung die Akademischen Welt-Winterspiele ihren Anfang. Im Langlauf, den der Japaner Jigoshi gewann, belegten die deutschen Teilnehmer gute Plätze. Im Abfahrtslauf gab es aber einen deutschen Sieg durch den Münchener JEaoer Kreisey. Auch der zweite Platz fiel durch Dr. Detter-Freiburg an Deutschland. Die französischen Reiter, die am Reitturnier in Berlin beteiligt waren, haben sich nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat sehr lobend über ihre Aufnahme in Deutschland ausgesprochen. Besonderes Lob zollen die Franzosen dem deutschen Publikum für sein objektives Verhalten. ♦ Ein Fußballspiel in der Halle zwischen dem westdeutschen Meister Schalke 04 und einer Dortmunder Stadtmannschaft kommt am 18. Februar beim Dortmunder Hallensportfest zur Durchführung. Zum Berufsspieler erklärt wurde der alte Fürther Fußballspieler Andreas Franz, der zuletzt beim DfR. Heilbronn wirkte, wegen Verstoßes (gegen die Amateurbestimmungen. Der VfR. Heilbronn wurde aus dem gleichen Anlaß bis zum 30. Juni disqualifiziert. Man rechnet in Heilbronn mit der Auflösung des Vereins. Ergebnisse: Slalom der Damen: 1 Ehr. 2. Käthe Grasegger 2:39,9, 3. Lisa Re ch 2.42,7, 2. Käthe Grasegger 2:39,9, 3. Lisa Resch 2.47,7, 4. Frl. Streif 2:44,2, 5. Frl. Ackermann 3.07,3. Gesamtergebnis Abfahrt-Slalom: 1. Frl. Crantz (Freiburg), 200 Punkte - 17-Kilometer-Langlauf, Herren: 1. W. Bogner (Traunstein) 1.29,09 2 H. Leupold (Breslau), 1:30,10, 3. 5r..,^i(er (garten» kirchen), 1:31,52, 4. W. Motz (München), 1,32,20, 5. von Kaufmann (Bayrisch-Zell), 1,34,17. Reichsjugendskitag im Gau XII/XIIL Großes Treffen im Vogelsberg. Am Sonntag findet der R e i ch s j u g e n d s k i - tag des Deutschen Ski Verbundes statt. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Gau XII/X11I, der frühere Verband Mitteldeutscher Skivereine, seine Jugendwettläufe im Vogelsberg. Die jugendlichen Teilnehmer (etwa 120 an der 3^hl aus Frankfurt, Bingen, Friedberg, Bad-Nauheim, Wetzlar, Betzdorf, Grünberg, Alsfeld, Lauterbach, Fulda, Schotten, Schmitten i. Taunus, Butzbach, Marburg und Gießen) treffen sich bereits am Samstag im Vater- Bender-Heim auf der Herchenhainer Hohe zu einem Lichtbildervortrag und zu einem zünftigen Skihut- tenabend. Am Sonntag finden auf dem Hoherods- kopf die Wettkämpfe in drei Altersklassen für Jungens und Mädchen von 12 bis 18 Jahren statt. Für Mädchen werden Abfahrtsläufe und für die Jungens Abfahrts- und Sprungläufe veranstaltet. Alle Teilnehmer werden am Nachmittag ihre Kräfte im Geschicklichkeitslaufen messen, bei dem es mehr auf Gewandtheit, denn auf skitechnisches Können ankommt. Unter den Gemeldeten befinden sich einige sehr begabte Skiläufer und -Springer, so daß mit guten Leistungen zu rechnen ist. 7000 Mark für die Winterhilfe. Bei dem am Sonntag beendeten Internationalen Berliner Reitturnier wurde während der ganzen Dauer der Veranstaltung für die Winterhilfe gesammelt. Diese Sammlung hat erfreulicherweise die stattliche Summe von 7 0 0 0 Mark ergeben. und keine Heilwirkungen verursachen. Deshalb schmeckt die Oberst fast so, als ob Überhaupt kein Papier vorhanden sei . . _ »i/»pr-Ziearette mit dem neutral schmeckenden ist die einzige » " • Das Wetter zeigte wieder einmal kein allzu freundliches Gesicht und auf dem Watzmann, dem Schauplatz der Abfahrtsläufe, tobte sogar ein schwerer Sturm. Die Rennleitung hatte sich daher entschließen müssen, den Start für beide Fahrten tiefer zu legen und die Strecken auf 4200 (Herren) bzw. 2600 Meter (Damen) zu verkürzen. Sieger des Herrenlaufes wurde der Innsbrucker Lantfchner in 5:36,4 vor Anton See los (Garmisch), während in der Konkurrenz der Damen wieder einmal Frl. Cranz (Freiburg) überragte. Am Ziel sah man wieder zahlreiche Vertreter der Reichsregierung, so Arbeitsminister Seldte und den Herrn Reichssportführer. Die Ergebnisse: Damen-Abfahrt: 1. Christ! Cranz (Frei- burg-Br.) 5:00 Min., 2. Lisa Resch (Partenkirchen) 5:45,1, 3. Lotte Bader (Feldberg-Schw.) 6:01,2, 4. Käthe Grasecker (Partenkirchen) 6:03,2, 5. List Schwarz (Berchtesgaden) 6:29,1. Herren-Abfahrt: 1. Lantfchner (Innsbruck) 5:36,4 Min., 2. A. Seelos (Garmifch) 5:45,4, 3. Friedl Däuber (Berchtesgaden) 6:01,2, 4. R. Woerndle (Partenkirchen) 6:03,1, 5. Fr. Pfnuer (Schellenberg) 6:13,2. Damen-Glalom — 17 Klm. Langlauf. Die Weister: Frl. Crantz und Willy Bogner. Die deutschen Ski-Meisterschaften in Berchtesgaden haben am Freitag in Frl. Christi Crantz ihre erste Meisterin gefunden. Die Freiburgerin gewann am Freitag nach ihrem Siege im Abfahrtslauf auch den Slalom in ganz überlegener Weise vor Frl. Grasegger und wurde damit mit der Höchstpunktzahl von 200 deutsche Meisterin in der Kombination Abfahrt-Slalom, die zum ersten Male bei einer deutschen Ski-Meisterschaft ausgetragen wurde. Hauptereignis des Tages war der 1 7 - K i l o - meter-Langlauf, zu dem sich nicht weniger als 250 Läufer eingefunden hatten. Der Kampfspielsieger Willi Bogner (Traunstein) stellte auch hier seinen Mann. Er war als 58. gestartet, holte in fabelhaftem Lauf eine ganze Reihe von Gegnern auf der schweren Strecke ein und passierte schließlich bas Ziel in der in Anbetracht des starken Föhns hervorragenden Zeit von 1:29,09. Der Breslauer H. Leupold und Franz Reiser (Partenkirchen) placierten sich als Nächste. Im Kampf um die Heeres - Meisterschaft für Hoch- und Mittelgebirgstruppen erwies sich der Oberpionier Seeweg vom Pionier-Bataillon VII München als der Beste. (Name ges. gesch.) sind die bisher üblich W gewesenen Zusätze zur Erhöhung der Glimmfähigkeit ersetzt worden durch Stoffe, die den Rauchgenuß erhöhen Es sollte keinen Zweifel daran geben, daß die1 Am morgigen Sonntag finden zwei interessante Blauweißen aus Lollar einen Sieg mit nach Haufe Handballtreffen ftatL Die erste Mannschaft der bringen. Wenn sich auch die Lollarer sehr anstrengen Spielvereinigung 1900 empfangt zum Freu^öschafts- und alle Körperkraft und verfügbare Technik em- spiel den Tv. Pohlgons, wahrend die zweite ©arm-1 k^^en merben fT^o^Iten die Gießener doch dank ihrer tur zum Verbandsspiel gegen den Olympischen Mieren tedmitdien Durchbildung den Sieg erringen Sport-Club antritt. . fönnen Voraussetzung ist natürlich, daß die Mann-, To. Pohlgöns dessen Mannschaft m den letzten ickakt der Spielvereinigunq etwas mehr Selbftver- Jahren über das Können eines Landvereins f)mau5= Nauen an den Tag legt, als es bisher der Fall war.! ragte, ist zur Zeit besonders gut in Forim Die Eine Mannschaft m der so viele Einzelkönner stehen,, Mannschaft spielt in der Bezirksklasse unö> Jjat in sollte sich langst zu einer Einheit gefunden haben. > zwischen unangefochten die Meisterschaft ihrer I . Oo(fA>- mnro fmim frnnhnr. fUrnnno pminnpn. Die bekannte Mannschaft des PbeI A S T O R I A • e»oeMAtH(R Das Rätsel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Rothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Was aber sollte er denn nun eigentlich tun? Sollte er der Fürstin die Augen öffnen über ihre „Schutzbefohlene". „Sie ist vor mir und dem Leben, das sie an meiner Seite erwartete, geflohen. Sie ist rein und schuldlos, meine kleine Gertraude." Hatte nicht so ähnlich ihr Vater gesagt? Und was wollte er, Härtlingen, denn da tun? Diesem jungen Geschöpf den sicheren Zufluchtsort nehmen? Denn wenn die Fürstin alles wußte, dann würde sie die kleine Gertraude doch nicht länger bei sich dulden? Oder wußte sie eben doch alles? Als hätte sie seine Gedanken erraten, so sagte Gertraude in sein Schweigen hinein: „Durchlaucht weiß alles. Ich habe nichts verschwiegen — nichts. Wenn Sie es für nötig erachten, Herr Graf, so sprechen Sie doch noch einmal über all die Geschehnisse, die Sie mit der Familie Schwarzkoppen verbanden, mit der Frau Fürstin." Er sah sie an, die aufgestanden war und nun zu ihm emporblickte. Jetzt sah er auch, daß sie etwas kleiner war als gelia, daß sie ihm selbst kaum bis zur Schulter »-eichte. Jetzt war er beinah fassungslos. Die Fürstin Kleven wußte alles?! Und trotzdem nahm sie Gertraude Schwarzkoppen in dieser gütigen vornehmen Weise bei sich auf? „Herr Graf! Ich nehme das Geld nicht an. Mein Vater mag es ehrlich gewonnen haben oder nicht. Ich möchte, daß mit diesem Geld die große Schuld meines Vaters wieder etwas gutgemacht wird. Könnte man nicht ein Heim für Obdachlose errichten? Oder könnte man diese Summe einem solchen schon vorhandenen Heim zur Verfügung stellen? Bitte, raten Sie mir doch, Herr Graf! Ich bin in solchen Dingen nicht erfahren, und ich weiß ja auch nicht, wie hoch diese Summe ist, die mein Vater mir hinterließ." Immer klarer wurde es ihm, daß dieses schöne kleine Mädel ganz und gar aus der Art dieser leichtsinnigen Schwarzkoppens geschlagen zu sein schien. „Ihr Herr Vater war aber glücklich, Ihnen ein kleines Vermögen hinterlassen zu können!" sagte er unschlüssig. „Bitte, verwenden Sie das Geld für irgendeine öffentliche Fürsorge." Er verbeugte sich. „Ich würde es tun, aber es ist eine Rechtsfrage. Wer ist eigentlich Ihr Vormund?" „Niemand! Denn bis heute wußte ich ja nicht einmal, daß mein Vater iowischen verstorben ist", sagte sie tonlos. „Ja — diese Frage muß aber doch geregelt werden! Wie alt sind Sie eigentlich, Fräulein Schwarzkoppen?" „Ich werde in kurzer Zeit neunzehn Jahre." Er lächelte ein bißchen weich, und Gertraude sah ihn atemlos an; dann sagte Härtlingen: „Sehr jung! Es ist gut so, daß Sie hier bei der Frau Fürstin Kleven vor allen Gefahren, die einem jungen, schönen Mädchen drohen, geborgen sind. Ich werde morgen einmal in die Stadt fahren und einen Rechtsanwalt aufsuchen. Vielleicht übernimmt die Fürstin diese Vormundschaft; es ist ja nur für kurze Zeit." Gertraude senkte den goldblonden Kopf. Dieser Anblick des blonden, gesenkten Kopfes machte ihn plötzlich rasend. Dicht trat er vor Gertraude hin: „Fräulein Schwarzkoppen, wissen Sie, daß Sie Ihrer Schwester zum Verwechseln ähnlich sind und daß mich diese Aehnlichkeit innerlich aufwühlt? Sie werden es begreiflich finden, wenn ich — wenn ich Sie meide, soweit es irgend angeht", keuchte er. Das blasse Gesicht hob sich zu ihm, dessen Augen sie zornig anglühten. „Ich wußte es, daß Sie bereuen würden, hierhergekommen zu sein; aber die Frau Fürstin meinte, ich — hätte doch nichts — mit dieser Vergangenheit zu tun." Da überkam den Mann Beschämung. Tiefste Beschämung. Was ließ er es denn diesem reinen, schönen Geschöpf entgelten, daß sie Lelias Schwester war? Gertraude sagte leise: „Trotzdem haben Sie recht, wenn Sie den Haß, den Sie gegen meine Familie hegen, auch mit auf mich übertragen. Ich habe Sie — ja — auch — betrogen." „Sie? Mich betrogen? Wieso? Wir kannten uns doch bisher nicht?" Und von Gertraudes Lippen rang es sich zwischen einem verlorenen Lächeln: „Sie haben recht, wir kannten uns ja bisher nicht!" Ehe er noch etwas antworten konnte, trat die Fürstin, liebenswürdig lächelnd, wieder herein. „Ja, ich wußte, daß Sie inzwischen Gesellschaft erhalten hatten, lieber Graf! Mein Jean sagte es mir. Und da habe ich gleich inzwischen noch eine sehr wichtige Angelegenheit mit erledigt, die ich beinah vergessen hätte. Aber das ist ja meine Sache. — Sie stehen beide, anstatt es sich gemütlich zu machen?" Der Blick der Fürstin traf fragend in denjenigen Gertraudes. Die alte Dame spürte die Aufregung, in der sich die beiden Menschen befanden, und es war ihr darum zu tun, ihnen Gelegenheit zu geben, sich wieder zu beruhigen. Wie würde es enden? Graf Härtlingen war schwer erregt; er konnte es jetzt noch nicht verbergen. Wenn es doch möglich wäre, daß noch alles gut wurde? Ein belangloses Gespräch anzufangen, hätte zu absichtlich ausgesehen. So sagte die Fürstin nur leichthin: „Was sagen Sie zu der Ueberraschung, lieber Graf? Sie hätten es sich wohl kaum träumen lassen, Ihre kleine Schwägerin hier bei mir vorzufinden?" „Nein, das konnte ich nicht erwarten", sagte er zwischen den Zähnen; aber fein Blick brannte auf dem weißen Nacken Gertraudes. Die Fürstin sah es, und ein zufriedenes Lächeln stahl sich um ihren Mund. Härtlingen sagte: „Selbstverständlich habe ich mich gefreut, meine kleine Schwägerin kennenzulernen." Einiges Hin und Her ergab dann die Frage, was mit dem Geld zu geschehen hätte, das Guido Schwarzkoppen für feine Tochter bestimmt hatte. Die Fürstin erklärte nach einigem Nachdenken, sie werde ihren alten Rechtsbeistand, den Justizrat Heber, bitten, in den nächsten Tagen doch einmal zu ihr nach Kleven zu kommen. Da könnte das alles ja sehr gut besprochen werden, und dann könnte man ja auch gleich die Vormundschaftsfrage regeln. Daß sie übrigens daran nicht schon längst gedacht habe. Sie werde eben doch alt und vergeßlich, was dieser Fall deutlich beweise. Die Fürstin sagte es lächelnd, aber ihr teilnehmender Blick ruhte dabei auf Gertraudes beängstigend blassem Gesicht. Gertraudes Herz schlug laut und flatternd. Der Anblick des braunen Männer- gefichts, das sie so sehr liebte, ging über ihre Kraft. Sie wußte es schon jetzt, sie hatte sich zu viel zu- gemutet. Und — er haßte sie! Haßte sie, weil sie Lelias Ebenbild war! Konnte es anders sein? Ganz folgerichtig kam es, wie es kommen mußte und wie sie es geahnt hatte. Das allgemeine Gespräch zwischen der Fürstin und Graf Härtlingen, die sich später über verschiedene festliche Veranstaltungen unterhielten, ließ sie völlig teilnahmslos dabeisitzen. Die Fürstin strich ihr nur ab und zu über die blonden Locken. Dann blickte Härtlingen kurz auf diesen jetzt wieder tief gesenkten Kopf, um den Blick sofort wieder einem anderen Gegenstand zuzuwenden. Aber beide, Härtlingen sowie Gertraude, waren froh, als die Fürstin dieses Beisammensein beendete. Aber so viel stand für die Fürstin fest, daß Gertraude unter diesem Zusammensein viel härter leiden mußte als der Mann, dem ja vorerst nichts weiter zugemutet worden war, als daß er sich seiner Schwägerin gegenüber als Kavalier benahm und es sie nicht entgelten ließ, was ihre Schwester ihm einst angetan hatte. Was die nächste Zukunft brachte, ging aus dem heutigen Beisammensein noch keineswegs hervor. Das war auch durchaus nicht zu verlangen, daß man da jetzt schon klar sah. Aber daß Graf Härtlingen durch den Anblick des schönen Mädchens schwer erschüttert war, so viel wußte die Fürstin, und das ließ ihr die Hoffnung, daß doch vielleicht noch alles gut werden tonnte. 12. Kapitel. Tage waren vergangen. Graf Härtlingen hatte sich einigen Herren enger angeschlossen und mied ein Zusammensein mit Gertraude Schwarzkoppen, soviel es anging, ohne daß ihm ein Vorwurf gemacht werden konnte. Die Fürstin versuchte nicht, noch einmal mit ihm über die Vergangenheit zu sprechen, und er dankte es ihr wirklich von ganzem Herzen. Doch mit der Ruhe, zu der er sich immerhin im letzten Jahre durchgerungen hatte, sah es übel aus. 'Er wunderte sich nicht, aber er zürnte dem Schicksal, daß es ihm die blonde Frau in den Weg geführt hatte. Voll zornigen Schmerzes fühlte er, wie jein Blut sich regte beim Anblick der kleinen Ger^ traude, wie er anfing, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verschmelzen, wie er dem eigenartigen Zauber Gertraudes unterlag, wie er damals beim ersten Sehen dem Zauber Lelias unterlegen war. War es nicht bitterste Ironie, daß das Sehnen in ihm emporwuchs, mit aller Macht, daß alle Frauen, die hier in Kleven weilten, zu nichts zerrannen neben Gertraudes junger, blonder Schönheit? In feinem Zimmer ballte er die Hände. „Es ist wie ein Fluch! Ich komme nicht los von Lelia, die sich in ihrer Schönheit in ihrer Schwester wiederholt", murmelte er. Dann lief er mit großen Schritten in feinem Zimmer hin und her. „Abreisen! Es ist das Beste. Was soll ich hier? Was hat die Fürstin für eine Absicht damit verbunden, daß sie mich jetzt nach Kleven bat? Was versprach sie sich davon?" Finsteres Mißtrauen kam wieder in ihm hoch. Wenn Gertraude Schwarzkoppen eine ebenso gute Schauspielerin wäre wie ihre Schwester Lelia, die einen Mann wie ihn so täuschen konnte über den wahren Wert ihrer Persönlichkeit? Wenn Gertraude mit ihrem Hiersein einen ganz besonderen Zweck verfolgte? Einen Zweck, in dessen Mittelpunkt er stand? „Ich hasse sie! Sie und ihre tote Schwester. Ein zweites Mal unterliege ich dem verfluchten Zauber nicht!" Graf Härtlingen keuchte es, stand am Fenster und blickte hinunter in den Park, wo die Fürstin, auf Gertraude gestützt, spazierenging. (Fortsetzung folgt.) z//v ' 'TT sEW V'*\tv -v. sagt jeder — der NORA hört • Lautstarker Fernempfang • herrlichste Klangfülle («Noraton») • höchste Selektivität sind vollendet vereinigt im Nora-Empfänger / In sämtlichen Fachgeschäften erhältlich NO RA 200 ab RM15O.wm.R.Z NORA321 ab RM220e*m.R. (sämtl.m. eingeb. dynam.Lautspr.) Oberhessischer Kunstverein IL Jahresausstellung vom 11. Febr. bis 4. März 1934 im Turmhaus am Brand platz 3 mitteldeutsche Maler Fritz Neuenhahn-Weimar (Aquarell) Georg Kühn'Freiberg i. Sa. (Kohle) Franz Huth-Weimar (Pastell) Besuchszeiten: Sonntags von 11-13 Uhr, Dientags, Mittwochs Donnerstags u. Samstags von 16 — 17 Uhr. Samstags ist allg. Volkstag mit freiem Eintritt _____________________________ 829 D Gasthaus „ZnrdeulschenEiclie" Klein-Linden Sonntag, den 11.Februar: 848o öffentlicher Tanz Anfang 4 Uhr nachmittags. Dienstag, den 13.Februar, anfang abends8Uhr: Großer Fastnachtsbummel Es ladet freundlichst ein Franz Rathenow. Der blaue Festanzug ist für die Arbeitsfront bestimmt. Am 1. Mai 1934 soll jeder Angehörige der Arbeitsfront beim Aufmarsch mit dem blauen Festanzug versehen sein. Der nationalsozialistische Führer der Schneider-Pflichtinnung für Stadt und Kreis Gießen ersucht alle Arbeitsfrontier, zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung das notleidende Schneiderhandwerk dadurch zu unterstützen, daß sie sich jetzt schon entschließen, den Auftrag ihrem Schneider zu übertragen. Die Reichszeugmeisterei hat die Herstellung nach einheitlichen Richtlinien in Bezug auf Qualität des Stoffes und der Zutaten, sowie der Preise festgelegt. Ernst Hartmann 830 A Mercedes Kleinschreibmaschine nur 182.— RM. schon fürmtl.RM.7.90 Franz Vogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 5735/x lllllllllllllllllllllllllllll Detektiv K. Gerz Bad-Nauheim Kurslraße 17, erleb. alle vertrauliche Privat- und Geschäftsangelegenheiten, wie Auskünfte, Beob- achtungen, Er- lnittelungen,Be- schassungvonBe- weismaterial in Straf-und Zivil- vroz., streng diskret. Svrechst.: 9-12^2 u. 3-6 Uhr. miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiib Das beliebte 793d Rosenmontags Konzert! Ausgeführt von der Kapelle des 1. Bataillons Infanterie - Regiments Nr. 15, unter Leitung des Herrn Obermusikmeisters E. KRAU SSE, im Cafe Leib Eintritt 50 Pfennig / Anfang 8 Uhr Kein Kappenverkauf. Kartenvorverkauf Cafe Leib Stadt Mainz Faschings - Dienstag im Hotel Prinz Carl in sämtlichen neuen Räumen die große Prinz-Carl-Redoute Barbetrieb—Sektbülett — 2Tanzflächen. Einlaß nur gegen Verzehrkarten zu RM.2.-,die imHotelbüro abgegeben werden 0701 Rosenmontag, abends 7 Uhr 0728 karneval. Konzert Am Samstag, Montag und Dienstag: 0713 Stimmungs-Konzert im Postkeller Gute Besetzung. Bis4Uhr nachts geöffnet Wenn Sie die Faschings-Tage fröhliche Stunden verleben wollen, dann besuchen Sie das O7o? Cale-RestRheWö Ab heute abend 8 Uhr Stimmungs-Konzert Sektbude — Bockbier Bis 4 Uhr nachts geöffnet! Turnverein von 1846 Gießen Sonntag, den 11. Februar 1934 in der Turnhalle am Oswaldsgarten Großes karnevalistisches WerWer Semmeln e.u. Konzert Heute abend 8.11 Uhr Hochstimmung Samstag Sonntag Montag Dienstag im StadtKaffee _________________________________0698 Caf6 Restaurant BiirOerbof, Plockstr. 5 An all. Tagen bis morgens Betrieb Hotel Hindenburg Verzehrkarten 1.50 Mk. Telephon 3945 820 D Ihre Geschäfts-Drucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Ge- echäftskarten Ihres Hauses beurteilt. — Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Druckarbeiten. Wir bieten eie Ihnen I Brühl’sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Zumliowen Neuen weg 28 853 d Samstag bis 4 Uhr nachts geöffnet Sonntag — Montag — Dienstag das firohe FatdiiDgstreiljen • Sonntag, Montag nnd Dienstag: Das firobe Fascbinfislreiben Montag-u.Dienstagnachm.: Kinder-Kosttimfest _________________________________________________824 D Stadt Laalerbacb Lieber Straße 57 oes? Heute abend: KaDDen-Sitzunfi mit Konzert! Geöffnet bis 4 Uhr nachts. 1MM Neustadt 27, J. Friesleben. Bahnhofstraße 48. 836Ö Im Sause Oes 825 D ®efellf(8oft5oeteins,5onoenl(rflBe Saalöffnung: 15 Uhr. Anfang 16.01 Uhr. Eintrittskarten zu RM. 050 (auch für Nichtmitglieder) in den Vor verkauf ss teil en: Ernst Jung, Seltersweg 29, L. Bepler, Bahnhofstraße 11, G. Wahl, Samstag, 10. Zebruar 1934 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Overheffen) Nr. 35 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt das be- wir ganz der Fall zu sein. Es wäre sehr wichtig, m einer Höhe von etwa 23 Kilometer die Wirkung des Ozons auf die Strahlung zu erforschen. Hier soll nämlich Wärme von 30 und mehr Graden herrschen. Den zweiten Vortrag hielt Viktor M a s u ch, der über die wissenschaftlichen Ergebnisse einer Höhenfahrt im Jahre 1933 berichtete. Zum Schluß wurde der verunglückte russischen Höhenflieger gebucht. Professor Süring glaubt, daß sich das Ventil des Ballons beim Abstieg von selbst geöffnet habe. Dadurch sei das Gas schnell entwichen und der rapide Sturz eingetreten. Die Metallgondel sei dann außerordentlich heftig auf den Boden aufge- schlagen und habe den Tod der Flieger verursacht. Möglich sei auch, daß der Ballon vereist war. Bei einem Ballon von A n d r 6 betrug bei einer Höhenfahrt dieser Eisansatz 1000 Kilogramm. Das Gewicht machte der Ballonfahrt damals ein vorzeitiges Ende. Am ll.Sebruor opferst Du für das tägliche Brot armer Volksgenoffen. Erwirb die Plakette des Winterhilfswerks 1934! denken ohne das heilige, tapfere Lachen und weife Lächeln! muß dabei unbedingt gewährleistet fein. Die 'Benennung der Sachverständigen erfolgt durch die zu- Einer für Alle". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die Nacht der großen Liebe". — Astoria-Licht- fpiele, Seltersweg, „Tiger Hai". — Bauerfcher Gesangverein, Klub, Maskenball. — Liebigshöhe, öffentlicher Maskenball. — Cafe Amend, Bunter Abend mit Tanz. — Kindergruppe Gießen-Nord, 14 Uhr, Jugendherberge, Asterweg, Kinderstunde für die Jungens. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19 bis 22 Uhr, „Die gold'ne Meisterin. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, 2. Jahresausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die Nacht der großen Liebe". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Tiger Hai". — Physiologisches Institut, 11.30 Uhr, öffentlicher Vortrag über Physiolo-gie. — Spielvereinigung 1900, Stadt Wetzlar, 20.30 Uhr, Familienabend. — Turnverein v. 1846, Turnhalle am Oswaldsgarten, 16 Uhr, karnevalistisches Ködert. — Liebigshöhe, 16 Uhr, Kinder-Kostümfest, ab 20 Uhr Konzert mit Tanz. — Ortsgruppe Gießen-Nord, 10 Uhr, Aquarium, wichtige Sitzung aller Stabs- und Amtsleiter der Ortsgruppe. — DerOberheffischeKun st verein zeigt unter dem Titel „Drei mitteldeutsche Maler" vom Sonntag ab seine 2. Jahresausstellung. (Siehe heutige Anzeige.) DerTurnverein 1864 Gießen veranstaltet am kommenden Sonntag ein karnevalistisches Konzert (Siehe heutige Anzeige). Kreisbetriebszellenabteilung Gießen. Folgende Schulungskurse fallen aus: Gießen. Samstag, 10. Februar; Grünberg: 14. Februar. Die Schulungskurse finden wieder statt: Freitag, 16. Februar in Grünberg; Samstag, 17. Februar in Gießen. Heil Hitler! Kreisbetriebszellenabteilung. Gez.: Hahn, Kreisbetriebszellenschulungsleiter. KSAI /BezirkGießen (nörifl. Oberh.) Schulungs- und Sprechabend am Mittwoch, 14. Februar, 20.30 Uhr pünktlich, im Caf 6 Ebel, Burggraben (im 1. Stock). Es spricht: Parteigenosse Professor Dr. Hummel, der Kanzler der Universität Gießen, über: „Mar- xismus, Liberalismus, Nationalsozia l i s m u s". Erscheinen ist Pflicht für alle Mitglieder, insbesondere für die, die nicht Mitglieder der NSDAP, sind. Gäste willkommen. Bezirksleitung Gießen: gez. Kurz Bericht derKriminalpolizeistelleGießen Fahrraddiebftähle. In der Marburger Straße wurde am 18. Januar ein Herrenfahrrad, Marke „E. A. K.", Fabriknummer 1212, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen mit ken und schellenklingenden Narrheiten, zu seiner feinen Geistigkeit und Seelensonnigkeit. Welch' eine köstliche, bunte Welt! Laßt uns wie fröhlich Erwachte die holde Buntheit genießen, daß unser Herz sich voll Kraft und Helle trinke, voll Heimweg zur großen Mutter Deutschland deutet auch Heimweg zum lieben, deutschen Humor, seinen Zartheiten und Grobheiten, seinen Schwän- Schwung und unversieglichen Mut! Unser deutsches Vorwärts und Aufwärts sei durchschwungen von unserm Lachen! Nur so finden heim zum Helden in unserer Brust! Werkstoff zugelasfen werden kann, wenn diese Mehr- kosten volkswirtschaftlich vertretbar sind; hierbei ist der Verwendung heimischer Natur- te ine besonderes Augenmerk zuzuwenden. Zur Hebung des Absatzes von Flachs, dessen Anbau zur Förderung der deutschen Landwirtschaft äußerst erwünscht ist, wird auf eine Mit- teUung des Reichswirtschaftsministers aufmerksam gemacht, der Rechnung zu tragen ist. Sie besagt, daß der Flachsabsatz erheblich gesteigert werden könnte, wenn bei der Beschaffung von Uniformen, Dienstkleidung und sonstigen Ausrüstungsgegenstan- den Leinengewebe in größerem Umfange verwendet werden dürften. Insbesondere ist hierbei an eine verstärkte Verwendung von Seinen- drillichanzügen zu denken. Die Mitwirkung der Verufsvertretungen, die nach der Reichsverdingungsordnung möglich ist. bezieht sich auch auf die Zuziehung bei Prüfung der geforderten Preise und Stundenlohn- sähe. In Anbetracht der „Subrnifsionsblüten" sollen es sich die Baubehörden „angelegen fein lassen bei irgendwie zweifelhaften und schwierigen Anschlags- pofitionen Sachverständige der Berufsvertretung zur eindeutigen und erschöpfenden Beschreibung der Leistung beratend zu hören, wodurch dann auch nachträgliche Einwendungen von Unternehmern gegen die Fassung der Ausschreibungsunterlagen, insbesondere des Verdingungsanschlags, zuruckge- wiesen werden können". Den Baubehörden wird empfohlen, namentlich bei größeren und schwierigeren Arbeitsvergebungen Vertrauensleute des Handwerks zur Ermittlung des der geforderten Leistung entsprechenden Preises beratend zuzuziehen, bevor die Angebote eröffnet und die Preise der Bewerber bekannt geworden sind. Die Einhaltung der Bestimmung, daß die zugezogenen Sachverständigen weder mittelbar noch unmittelbar an der betreffenden Umgebung beteiligt fein dürfen. fischen Staatsdienst. 1 Umgewandelt wurde am 29. Januar 1934 die auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums erfolgte Dienstentlassung mit Wirkung vom 1. Juli 1933 des außerordentlichen Professors für theoretische Physik an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Dr. Johann , Baerwald in eine Ruhestandsversetzung gemäß § 6 des vorgenannten Gesetzes. Oie Verwendung von Instrumenten beim Sesangunterricht in den Schulen. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen der höheren Schulen und an die Kreis- und Stadtschulämter folgendes Ausschreiben gerichtet: Das schönste Instrument ist die menschliche Stimme. Dementsprechend ist der Musikunterricht in den Schulen hauptsächlich Gesangsunterricht. Dabei ist den Schülern die Notenkenntnis beizubringen und das Absingen vom Blatt vorzubereiten. Es empfiehlt sich, nicht an den gewohnten „Schul- liedern" kleben zu bleiben, weil sie althergebracht sind; sie sind oft musikalisch minderwertig. Altes Liedgut ist daher in neuer Form nach Art unserer Jugendsingbewegung heranzuziehen. Auch hier muß ein heroischer Zug in den Vordergrund treten. Gestützt und ausgestaltet kann der Gesangunterricht werden durch Musikinstrumente aller Art. Ein reines Mundharmonika-Orchester wirkt auf die Dauer ermüdend und ist in seiner musikalischen Wirkung begrenzt. Eine Mischung von Mundharmonika und Ziehharmonika mit (Block-) Flöten ist zu empfehlen. Im allgemeinen muß es genügen, die Instrumente im Rahmen des Gesangunterrichts heranzuziehen, auch wenn es gilt, Schulfeiern auszugestalten. Bei weitergehenden Bedürfnissen ist ein Orchester außerhalb des schulischen Rahmens nur insoweit zugelassen, als es die Schüler nicht belastet und nicht zu viel Unruhe in das Schulleben hineinträgt. r , , _ . Unter Hinweis auf die katastrophale Lage der deutschen Musikinstrumenten-Jndustrie empfehlen wir Ihnen, beim Einkauf von Instrumenten aller Art stets selbst nur deutsche Marken zu wählen und in und außerhalb der Schule immer wieder aus diese Seite nationaler Pflicht nachdrücklichst aufmerksam zu machen. Ringshausen. ’4$ov notigen — Tageskalenderfür Samstag: Stadt- ! theater, 20 bis 22.45 Uhr, „Alle gegen Einen — Der liebe, alte Humor im neuen Deutschland. Von Reinhold Braun. Laßt mir nur vorn Lachen nicht! Lachen auch ist eine Pflicht! Lachen hilft allweil im Leben, hilft beim schwersten Steineheben, hilft beim Kämpfen und beim Wachen; Kameraden müssen lachen! Lachen ist wie Osterlicht! Laßt mir nur vom Lachen nicht! In der Basilika der schönen Klosterruine von Maulbronn stand ich, das edle Schnitzwerk an dem ehrwürdigen Chorgefühl betrachtend. Wie humorig waren diese Meisterschnitzer! Welches Können, welche Weisheit, welch' eine Ueberlegenheit des Gemütes sprachen aus dem wundervollen Geranke der Figuren! Gestalt gewordener Humor! Das alles im geweihten Raume, in dem nicht allzu fern von dieser Frohsinns-Kunst der ergrei- seinen Weg nicht gemacht haben, so lehnt er beide Arme freundlich auf die Brüstung des Fensters und ragt: ,, .. ,, , „Was schrei'm Sie'n da? Sie schrei m wohl für n ^Seitdem verhandele ich immer wieder mit meiner Frau. Ich sage zu ihr: „Nimm du die Ecke!" Aber sie nimmt sie nicht. Oie ersten Stratosphärenflieger erzählen. Die Ballongruppe der Fliegerlandesgruppe XIV des deutschen Luftsportverbandes, der frühere Berliner Verein für Luftschiffahrt, hatte zu einem interessanten Vortragsabend eingeladen. Es sollte aus der Stratosphäre berichtet werden, ein Vortrag, der mit Rücksicht auf die Katastrophe des russischen Ballons „Stratostat" besonderes Interesse fand. Professor S ü r i n g, der am 31. Juli 1901 zusammen mit Professor Berson den ersten Freiballonaufstieg in die Stratosphäre gemacht hat und die fast 30 Jahre lang nicht wieder erreichte Höhe von 10 800 Meter gewann, bezeichnete die Stratosphäre als das „offene Fahrwasser" für den Höhenflieger. Hier kann man fahren und fliegen, wie man will. Ungehindert von großen atmosphärischen Storungen können die schnellsten Flüge ausgeführt werden. In Höhen unter zehn bis zwölf Kilometer bildet sich Warmluft durch Verteilung der Sonnenwärme von der Erde aus. Darüber liegt die Stratosphäre, die eine in sich gleichmäßige Luftschicht ist In diese Schicht sind außer Professor Süring der Amerikaner Gray, der beim Abstieg den Tod fand, gelangt Professor Piccard, der 16 und 16,94 Kilometer erreichte, Settle mit 17 Kilometer und die Russen mit 18,6 und 22 Kilometer Höhe. Neue Pläne haben die Amerikaner, die mehrere Höhenballone bauen, Engländer, Spanier, die Russen und die Oesterreicher. Deutschland, das lange die Führung in der Erforschung der hohen Luftschichten gehabt hat, gibt sich vorläufig mit den Erfolgen des Prof. Rege n e r (Stuttgart) zufrieden, der mit unbemannten Ballonen, die mit selbstschreibenden Meßgeräten ausgerüstet sind, schon bis in 35 Kilometer Höhe vorge- brungen ist. Noch immer sinb bie Freiballonfahrten unentbehrlich für die Forschung. Im Vorbergrunb steht bie Erforschung ber Strahlung. Es erscheint als ziemlich sicher bewiesen, baß es sich nicht um Wellen-, fonbern um Stoffstrahlung hanbelt. Auch bie birefte Sonnenstrahlung muß noch weiter er- forscht werben, lieber bie Zusammensetzung der Luft ist man noch im Ungewissen. Theoretisch müßte der Sauerstoffgehalt abnehmen, aber das scheint nicht Sonne blitzt durch Wolkenwand! Freu' dich, lache, liebes Land! Hessische Personalien. Ernannt wurde am 25. Januar 1934 der Professor an der Hochschule für Lehrerbildung in Frankfurt a. M. Dr. Gerhard Pfähler zum ordentlichen Professor für Psychologie und Pädagogik an der Landesunioersität in Gießen mit Wirkung vom 1. März 1934 an. Entlassen wurde am 6. Februar 1934 auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums der Kreisdirektor in Bingen Adolph Freiherr von Gemmingen- Homberg mit sofortiger Wirkung aus dem hef- Haus, ganz allgemein, der drückt auf den Knopf, der am untersten liegt, und das ist meine r. Es kommt Der Milchmann, es kommt der Flei- scherjunge, es kommen Gemüsehändler, Bäcker, Bettler Lieferanten und Besucher kommen, Vertreter und sallche Irrtümer, Settelverteiler und Brieß träger, Zigeuner zum Wahrsagen und hundertfach fach solche bisher nie von mir erahnte Funktionäre bes täglichen Lebens. Und alle drücken ste auf meinen Knopf. Es könnte ja fein, daß ich nicht öffne. Aber bie Menschen sinb scharfäugig wie bte Luchse, unb wenn ie merken, daß ich nicht offne, so sehen sie boch, baß ich da sitze, und also klopfen sie mit knöcherner Faust an mein Fenster und schelten mich noch aus, daß ich nicht eilig herbeigesprungen sei, ihnen zu offnen. Manche allerdings sind freundlichen Gemüts und strahlen mich an, als wollten ste sagen. „Wir nehmen es dir nicht übel; du hast nicht gewollt, aber nun wirst du wohl müssen!" Unb nun weiß ich, was ich alles brauchen sollte. „Brauchen Sie Seife?" „Brauchen Sie Nähnabeln. Sogar mit Kuchen kommen sie hausieren. Einen habe ich angeblafft. „Sehen Sie nicht, baß ich zu tun habe? Wie können Sie sich erlauben, mich hier aus ber Arbeit herauszuklopfen?" , , Aber bas war ein sonnverbrannter Analphabet mit treuen, schonen Augen unb einer entwafsnen- ben Gutgläubigkeit des Herzens. „Och", sagte er, „nun machen Sie man nicht! Sie sitzen doch bloß unb schreiben!" Denn für ihn ist das so: Wenn er sitzr und schreibt, und es käme jemand unb riefe ihn ab, ei, ba legte er flugs bie Feber hin unb schriebe nach- her weiter Daß ihm der Teufel in die Gedärme führe! Hineinführe unb bann brin bliebe, jawohl, unb von ba an ohne Pause jahrelang rauf unb runter. Das benfe ich. Unb während man begleichen denkt, lächelt man freundlich, denn so ist es Sitte m Europa. Den Schaden, den der Mann nur gemacht hat, den macht er sowieso nicht wieder gut Ich frage: „Und was wollen Sie denn nun!* Och" sagt er und sieht mich vertrauensvoll und notvoll an, „hier hat doch früher eine ^amilieBuch- meier gewohnt. Wo wohnt die denn setzt? Wissen Smibea5f'Qnn ich das wissen? Die Wohnung hat , lange leergestanden, und ich bin von abwärts zu- gezogen Das ist nun nichts mit mir und der Aus- ' kunit ins Gespräch aber sind wir doch gekommen, . und für nichts und wieder nichts will der Mann DieVergebung staatlicher Aufträge Staatsminister Jung gibt Richtlinien. Oie vergnügliche Ecke. i Son Zelix Riemkasten. Als ich die Wohnung zu sehen bekam, in der ich ' jetzt wohne, erfüllte mich augenblicklich eine große Freude, denn die Wohnung war schon. Das schönste an der Wohnung war der vorspringende Erker, der zwei Fenster hat, von denen das eine schräg nach vorn und das andere schräg nach hinten hin- ausgeht. Zwischen diesen zwo Fenstern tut fid) eine Ecke auf, und in der Ecke tat ich meinen Betrieb auf Ich muß hier erläutern: Ich schreibe Bucher, mein Betrieb wird maschinell betrieben, ich sitze, falls ich nicht anderw-it beschäftigt bin, m Mer Ecke und schreibe auf der Maschine Und soweit schon und soweit gut. Meine Frau sagte sofort: So schon hast du noch nie einen Arbeitsplatz gehabt! Und hätte ihn gern für ihren Nähtisch gehabt aber das gibt es nicht, den Platz, den brauche ich.) Eine herrliche Fensterecke meine Damen und Herren! Jedes Mädchen, jebe junge Frau, alles kann vom Fenster aus gesehen werben Man steht bie Leute kommen und kann ihnen noch lange nachsehen ob sie einen hübschen Gang fjaben, unö so :iVr m>nn kann auch winken, vom Fenster aus. ° Und ™vn, was entscheidend ist, die Wohnung liegt im Erdgeschoß. Und hier wendet stch alles zum vorbei, der nicht 9inauL|ltV‘ frhreibt Damit KtsÄÄ "**'***■ sä Sä i-trAr« Ueberlaufen bringen wird, lst der ^2 Flinke, ein Patenthaus mit einer Haustur ohn Am Eingang hängt eftie Garnitur von Klmgelknop fen, und wer einen Hausbewohner fP^Gontaft' drückt auf den Knopf, der Knopf druckt aist den Kontakt und das übrige besorgt die Elektr^ nicht zu dem und jenem will, sondern nur Das Regierungsorgan, die „Darmstädter Zeitung", behandelt in einem Aufsatz die Vergeb-ung lautlicher Aufträge und schreibt u. a.: In einem Ausschreiben des Staatsministers Jung an alle staatlichen Behörden werden die Richtlinien zur Beachtung mitgeteilt, die für die Vergebung öffentlicher Aufträge bindend sind. 3n der Regel soll den Verträgen, bie für Rechnung des Staates abgefcfjloffen werden, eine öffentliche Ausschreibung vorhergehen. Eine Abweichung von dieser Regel ist nur in Fällen gerechtfertigt, die in der Reichsverdmgungs- orbnung erläutert werben. Bei der Vergebung öffentlicher Aufträge sind mittlere und kleinere Unternehmer möglich st weitgehend zu berücksichtigen. In Ergänzung seines früheren Ausschreibens be- stimmt der Staatsminister bezüglich der Bevorzugung deutsch er Arbeit und deutscher Erzeugnisse, daß bei allen Beschaffungen bet ber Auswahl ber Firmen und bei ber Auftragserteilung in erster Linie Firmen zu berücksichtigen sinb, beren Inhaber ober Beteiligte deutschen Stammes sinb. In Zweifelsfällen ist bie zustan- bige Hanbels- ober Hanbwerkskammer um Auskunft zu ersuchen. Besonbere Bestimmungen bienen ber Absahförberung für beulsches Bauholz. Auch für bie Beschaffung von Sperrholz, bei bem auf geeignete Auslanbsholzer nicht ganz verzichtet werben kann, gilt, baß bas aus deutschem Holz in Deutfchlanb hergeftellte vor bem ausländischen aber in Deutschland hergestellten und dieses wieder dem vorgezogen wird, bei dem Ursprung und Verarbeitung im Ausland liegt. Die Hilfe für bas Sleinmehgewerbe Zeitschriften — „Ständisches Leben", Blätter für organische Gesellschafts- und Wirtschaftslehre. Heft 1, IV. Jahrgang. Erneuerungs-Verlag, Berlin-Wilmers- borf 1, Berliner Straße 6/7. — In oorliegenbem Heft ber von Prof. Dr. Othmar Spann (Wien) herausgegebenen Zeitschrift führt u. a. Prof. Dr. Wilhelm A n b r e a e, ber kürzlich nach Gießen berufene Schüler Othrnar Spanns, in feinem Beitrage „Volkswirtschaftspolitik als Wissenschaft" aus, baß bie Theorie auch bas Besonbere zu behanbeln habe. Das eben ist bie Aufgabe ber Volkswirtschaftspolitik als Wissenschaft. Anbreae behandelt bie staatliche Wirtschaftspolitik im Altertum, im Mittel- alter unb im Merkantilismus. Alle biefe zeichnen sich baburch aus, baß bas theoretische Erkennen im Dienste ber Gestaltung von Geselftchaft, Staat unb Wirtschaft steht. Prof. Anbreae wirb in ben nächsten Heften bes „Ständischen Lebens" seine Betrachtungen bis xur Behanblung einer nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik führen. Die Zeitschrift „Neues D o 1 k", Blätter bes Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik unb Rassen- pflege, veröffentlicht in ihrem Februarheft einen erschütternden unb beschämenben Bilbbericht über bie Nachkommen farbiger Angehöriger ber ehemaligen Besatzungsarmee, lieber biefen bedeutungsvollen Bericht hinaus enthält das Heft wiederum zahlreiche Bilder, die in aufrüttelnder Wahrhaftigkeit zum Ausdruck bringen, was bie wenigsten von uns wissen. Außerdem enthält die Zeitschrift wertvollen Un- terhaltunasstoff, sie ist vom Verlag „Neues Volk", Berlin W 35, Potsdamer Straße 118 B, zum Vierteljahrs-Preise von 75 Pf. zu beziehen. fenbe Cruzifixus fein Haupt im Sterben neigte. Dort bas Kunstwerk des unerhörten Ernstes, hier bie Kunstwerklein voll lächelnder Gleichnishaftigkeit! Und beides unter einem Dach! So will's auch das Leben: Zum höchsten Ernste , oUen sich das reife Lachen, bas weise Lächeln ge= teilen! Beides gehört zum echten, reichen Lebendig- ein, zum rechten Klang des Lebens insgemein. Aus beiden formt sich die Meisterschaft des Herzens, formt sich auch die des deutschen Lebens, das seit langem Jo bitter-ernste Züge trägt. Der Weg ins Dritte Reich will auch, daß Lachen auf ihm klinge, das heiter-helle Lachen des deutschen Menschen! Ohne das Sonnenwunder des Humors ist uns das neue Deutschland nicht vorstellbar. Wo Kameradschaft herrschen soll, muß das Lachen eine Heimstatt haben. Und ein helles Gesicht mitten in aller Bedrängnis durch Not und Entbehrung ist eine Tat, die ebenbürtig sich der Tausendfalt der anderen Taten einreiht. Ohne den Willen zum Lachen gibt es keinen echten Lebenswillen. Ohne den Willen zum heiligen, tapferen Lachen gibt es keinen Willen zur Nation! Wer unser Mitwanderer sein will, muß mit uns lachen können! Eine helle, starke Zukunft ist noch nie ernörgelt, oder ermüdert worden. Duckmäuser und Nörgler aber sind der Ballast einer Nation. Ein Volk, dem bas Gnadengeschenk einer solchen Auferstehung warb wie uns, hat allen Grund, trotz der ernsten Gegenwart, fröhlich zu sein und sich Stunden echter, reiner Fröhlichkeit zu bereiten. Denn solche bedeutet zugleich Dankbarkeit! Jetzt, da der Weg zu ben Quellen unseres Volkstums unb bem beutschen Wesensgrunde und damit zum deutschen Herzen wieder frei ist, ist auch der Weg zum wahren Humor wieder frei. Keine undeutsche, zersetzende Witzigkeit ist mehr am Werke. Der Marxismus kannte nur die „Zugluft des Witzes". Dem Herzenslachen war er der größte Feind. , , .. Dagegen ist der Nationalsozialismus, wesenhaft und schöpferisch erfaßt, ohne das herzensvolle, echt menschliche Lachen nicht denkbar. Die Liebe ist seine bewegende Kraft. Kann man sich aber wahre Liebe ist schon früher von Staatsminister Jung eingelel- tet worden durch ein Ausschreiben vom 18. August, bas auf bie Notwenbigkeit ber Unterstützung des Steinmetzgewerbes hinwies, damit die große und reiche handwerkliche Tradition in diesem Gewerbe ür die Zukunft erhalten bleibe. Nunmehr wird weiter bestimmt, daß die im Einzelfalle als Zweckdienlich befundene Verwendung von Hau- ober Werksteinen bei Bauten auch unter Hinnahme . . von Mehrkosten gegenüber einem anberen staubige Berufsvertretung. grünen Streifen, graue Bereifung, deutsche Lenkstange, schwarzer Kettenschutzkasten und Äetriebe- schaltung und am 7. Februar vor dem Schuhhaus Darrs ein Herrenfahrrad, Marke „Kuxmann", Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen mit schwarzen Streifen, rote neue Bereifung, gewöhnliche Lenkstange mit schwarzen Griffen, Radlaufglocke, schwarzer Schutzkasten und Gepäckträger, gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizeistelle. Erwerb einer Mähmaschine auf betrügerische Weise. Am 16. Januar hat ein junger Mann von Gießen eine neue, versenkbare Nähmaschine, Marke „Mundlos", Original Viktoria, mit der Fabriknummer 8301 C29, durch betrügerische Manipulationen in seinen Besitz gebracht und anschließend Weiterverkauf!. Der Käufer wird ersucht, um Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, der Kriminalpolizeistelle Nachricht zu geben. OberheMche Gesellschaft für Natur- unt> Heilkunde. Am Mittwoch fand im Anatomischen Institut eine gemeinsame Sitzung der naturwissenschaftlichen Abteilung der genannten Gesellschaft und der Entomologenvereinigung Gießen-Wetzlar statt. Professor Max Dirigier sprach über „Die Borkenkäfer unserer Waldbäume" Das Thema wurde gewählt in Hinblick auf den Unv stand, daß die Borkenkäfer zu jenen Insekten gehören, deren Beobachtung nicht nur in der sommerlichen Schwärm- und Fortpflanzungszeit, sondern auch auf Waldbegehungen im Winter möglich ist. Das hängt mit der eigenartigen Brutpflege und Ernährungsweise dieser Tiere zusammen: die weiblichen Käfer bohren sich in die Rinde unserer Waldbäume ein und fressen hier, teils mehr in der Bast-, teils mehr in der Splintregion, einen „Muttergang", in welchem die Eier abgelegt werden. Die aus den Eiern kommenden Larven nagen zu ihrer Ernährung von diesem Muttergang aus ihre „Larvengänge". Aus der Zahl der von der Einbohrstelle ausgehenden Muttergänge ist zu erkennen, ob die betreffende Art in Monogamie oder Polygamie lebt. Unter den wichtigsten Borkenkäferarten an Kiefer und Fichte ist der „Riesenbastkäfer" hervorzuheben, dessen Brutfraßbild sich dadurch von denjenigen anderer Arten unterscheidet, daß seine Larven in aemeinsamer Front einen sogenannten Larvenfamiliengang fressen. Im Anschluß an die Lichtbildervorführung der hauptsächlichsten Kiefern- und Fichtenbewohner aus dieser Käforfamilie behandelte der Vortragende den durch sie verursachten Schaden: normalerweise sind die Borkenkäfer „Sekundärschädlinge", indem sie zumeist nur Bäume angreifen, die durch irgendeine vorausaehende anderweitige Schädigung in ihren Lebensfunktionen bereits mehr oder minder herabgesetzt sind. Bei Massenvermehrungen greifen sie jedoch auch gesunde Bäume primär an. Auch der „Nachfraß" der Jungkäfer, welcher der Ausreifung der Geschlechtsorgane dient, ist in manchen Fällen eine empfindliche Primärschädigung, wie z. B. das Verschneiden der Kiefernkronen durch die beiden „Waldgärtner". An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an, sowie eine Demonstration von Borkenkäfern und deren typischen Fraßstücken. Hierauf folgte die Besichtigung von zwei Käfersammlungen. Während die eine — von Herrn Prof. Henneberg geschaffen — Käfer aller Familien umgreift, ist die andere eine Spezialsammlung, die sich auf einige Familien der Laufkäfer beschränkt und diese in einer Vollständigkeit aufführt, wie sie kaum in den größten Museen zu finden ist. Die in erfreulich großer Anzahl erschienenen Zuhörer, zu denen sich bei der Besichtigung der Sammlungen noch die Mitglieder des Gießener Aquarien- und Zierfischvereins gesellten, brachten dem Vortrag und den Demonstrationen größtes Interesse entgegen. Hauptversammlung des Hubertus. Die Jahreshauptversammlung des „Hubertus", Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, E. 23.", war, wie man uns berichtet, gut besucht und nahm zunächst den Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden, August Pascoe lDutenhofen), entgegen. Er legte Rechenschaft von einem sehr arbeits- und erfolgreichen Jahre ab. Zahlreiche Vortragsabende zur weidmännischen Weiterbildung der Mitglieder, Uebungs- und Preisschießen, eine Verbandsgebrauchsprüfung, mit 22 Hunden eine der am besten beschickten in Deutschland, eine Verbandsjugendprü- fung, Hubertusfeier mit Ausstellung und eine Fülle von Kleinarbeit zeichnen neben der Verwendung von Vereinsmitteln zur Hebung der Fafanenbestände am klarsten die vielseitige Tätigkeit während des vergangenen Jahres. Sie konnte sich auch der Anerkennung und Unterstützung neuer Mitglieder erfreuen, da die Mitgliederzahl von 153 auf 186 stieg. Der von Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg erstattete Kassenbericht wies gesunde Verhältnisse nach. Konnte bei der Hubertusfeier der 1. Vorsitzende bereits bei seiner Begrüßung der staatlichen Neuordnung in Deutschland der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch die jagdlichen Verhältnisse dadurch grundlegend geändert und gebessert würden, so sah die Versammlung freudig diese Hoffnung durch das Erscheinen des preußischen Jagdgesetzes vom 18. Januar 1934 bestätigt. Bringt es doch zum ersten Male die Anerkennung vieler Grundsätze weidmännischen Jagens durch das Gesetz, für die der Verein seit Jahren folgerichtig und unbeirrt durch alle möglichen Einflüsse gekämpft hat. Eine bessere Anerkennung der Richtigkeit seiner Arbeit und ihrer alleinigen Blickrichtung auf die Interessen des Weidwerks konnte ihm nicht werden. Welche Folgen die Uebertragung der preußischen Vorschriften auf die übrigen Länder und das Reich für die bestehenden freiwilligen Zusammenschlüsse von Jägern haben wird, ist noch nicht ausgesprochen. Jedenfalls wird auch hier nicht alles bleiben können und dürfen, wie es war. In dieser Erkenntnis lehnte die Versammlung auf Vorschlag des Vorstandes eine Neuwahl ab, beauftragte vielmehr den Vorstand in seiner erprobten Zusammensetzung, sowie alle Ausschüsse und den Ehrenrat auf ein weiteres Jahr und gab dem Vorstand völlige Handlungsfreiheit, hinsichtlich der Neuordnuna des Jagdwesens diejenigen verbindlichen Entschlüsse und Abmachungen zu treffen, die er für nötig halte. Das Arbeitsprogramm 1934 bewegt sich im erprobten Rahmen der Vorjahre, Beiträge und Versicherungsprämien (die in jeder Hinsicht den neuen gesetzlichen Anforderungen entsprechens blieben unverändert. Gietzener Wochenrnarktpreise * Gießen, 10. Febr. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,05 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11, Wirsing (gelb), das Pfund 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 30 Pf- Feldsalat 1,— bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf- Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 25, Kartoffeln 3 bis 3%, der Zentner 2,80 bis 3,— Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 20 Pf., Birnen 15 bis 20, junge Hähne 75 bis 80, Suppenhühner 65 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 60, Salat 30, Endivien 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 10 bis 20 Pf. * * Universitäts-Gottesdienst. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Am Sonntag, 11. Februar, 9.30 Uhr, findet ein Universitäts-Gottesdienst gemeinsam mit dem Gemeinde-Gottesdienst in der Stadtkirche statt. Die Predigt hält Repetent Lic. Dr. Sch 1 ink. * * Das Museum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. * * Spende für d i e Winterhilfe Die Altersvereinigung 1869/1919 stiftete anläßlich ihres 65. Geburtsjahres dem Winterhilfswerk den Betrag von 50 Mark. ** Sonntags ° Rückfahrkarten zum Mainzer Karneval. Vom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Aus Anlaß des Mainzer Karnevals werden von den Bahnhöfen der Strecke Gießen—Frankfurt Sonntags-Rückfahrkarten nach Mainz-Hbf., Mainz-Süd und Mainz-Kaste! ausgegeben. Hinfahrt: vom 10. Februar 0 Uhr bis 13. Februar 24 Uhr (Beendigung der Hinfahrt). Rückfahrt: vom 10. Februar bis 14. Februar 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Amtsgericht Gietzen. Ein Bettler aus Elfaß-Lothringen belästigte durch Bettelei die Einwohner von Großen-Bufeck in der frechsten Weife. Die Tatsache, daß unsere jetzige Regierung alle Maßnahmen ergreift, um jeden deutschen Volksgenossen vor Hunger und Kälte zu schützen, veranlaßte das Gericht, gegen den Angeklagten auf vier Wochen Haft zu erkennen Ein Autofahrer kam mit feinem Wagen vom Cafs Hettler in Richtung Theater. Als er sah, daß in entgegengesetzter Richtung ein Motorradfahrer kam, schnitt er die Kurve nach der Goethestraße, um noch an dem Motorradfahrer vorbeizukommen. Durch den heftigen Anprall, der sich aber doch ereignete, wurde Der Motorradfahrer so schwer verletzt, daß er wahrscheinlich lebenslänglich Invalide sein wird. Nachdem der Vertreter der Anklage einen Monat Gefängnis beantragt hatte, erkannte das Gericht an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat auf 12 0 M k. Geldstrafe. Erste Vollversammlung derWustrie- und Handelskammer Gießen. lieber den Verlaus der nichtöffentlichen Vollversammlung der Kammer vom 5. Februar berichtet die Industrie- und Handelskammer auszugsweise folgendes: Die Sitzung wurde von dem Vorsitzenden Dr. Pauly geleitet, der in dem knappen, aber inhaltsreichen Rückblick auf das vergangene Jahr die Auswirkungen des politischen Umbruchs auf das Wirtschaftsleben hervorhob und darauf hinwies, daß die Kammern heute mehr denn je wichtige Aufgaben im Rahmen der Volksgemeinschaft zu erfüllen hätten. Diese Aufgaben, neben den der Kammer bisher schon durch Gesetz und Herkommen zustehenden, bedingen eine stärkere Aktivität, die vor allem darin zum Ausdruck kommen muß, daß die Kammer nicht erst dann in Erscheinung tritt, wenn sich gewisse Störungen im Wirtriellen Tätigkeit, die ihr durch das Gesetz schon von jeher übertragen sei, gerecht zu werden. Der Syndikus referierte sodann über die preußische Gesetzesnovelle vom 28. Dezember 1933, die eine Einbeziehung auch der nicht im Handelsregister ober in der Handwerksrolle eingetragenen sogenannten Kleingewerbetreibenden in d i e Handelskammer vorsieht. Damit wird in Preußen — in Hessen ist eine entsprechende Gesetzesvorlage in Bearbeitung — endlich ein Zustand beseitigt, der von diesen Gewerbetreibenden schon immer als unrichtig empfunden wurde. Die Tätigkeit der Kammer kommt ja letzten Endes allen Gewerbetreibenden, ob sie im Handelsregister eingetragen sind, oder nicht, zugute. Die Zusammenfassung sämtlicher Gewerbetreibender in einer Linzeihandelsvertretung wird daher ebenso, geeignet sein, organisatorischen Leerlauf und Doppelarbeit zu verhüten, als die zukünftige energische Interessenvertretung des Handels schlechthin im nationalsozialistischen Staat zu gewährleisten. Die örtlichen Organisationen des Einzelhandels werden also in der Handwerkskammer aufgehen und in Zukunft — das ist das Ziel — wird auch nur e i n Beitrag von diesen Kleingewerbetreibenden erhoben werden. Eine weitere wichtige, in dem Abänderungsgesetz enthaltene und auch für Hessen vorgesehene Bestimmung betrifft die Erhebung des Mindestbei- t r a g s (Grundbeitrag), der auf bis zu 12 Mark jährlich festgesetzt werden kann. Dieser Mindestbeitrag wird für die neu zur Kammer kommenden Kleingewerbetreibenden auf einen Höchstbetrag von bis zu 6 Mark beschränkt werden. lieber das Einzelhandelsschutzgesetz und seine Durchführung in einem besonders schwierigen Fall entspann sich nach dem ausführlichen Referat, das von dem Kammermitglied Lipp- Hardt, Alsfeld, erstattet wurde, eine aufschlußreiche Aussprache. Die Frage der Unterbringung der Abiturienten wurde eingehend besprochen. Die Industrie- und Handelskammer wird sich bemühen, diese, denen der Weg zur Hochschule oder zu einer anderen akademischen Laufbahn durch die neuen Maßnahmen der Reichsregierung nicht mehr offensteht, foweit als irgend möglich im Benehmen mit dem Arbeitsamt in geeigneten Lehrstellen unterzubringen, wobei die Tatsache, daß auch von den Volks- und Mittelschulen dieses Jahr mehr Schüler als bisher zur Entlassung kommen, stärkste Aufmerksamkeit verdient. Nach Beratung verschiedener weiterer Punkte wiß Or. Pauly in eindringlichen Worten auf die großen Aufgaben hin, die in der Wirtschaft noch der Losung harren. Wenn es auch den unermüdlichen Anstrengungen der durch den Volkskanzler geführten Regierung zu danken sei, daß die Zahl der Arbeitslosen innerhalb eines Jahres von 6 Millionen auf 4 Millionen heruntergedrückt werden konnte, so sei doch die fortgesetzte Anspannung aller Kräfte notwendig um das Ziel, das in dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft liege, zu erreichen. Die erste Jahresabschluß-Sitzung im neuen Reich wurde mit einem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. fchaftsleben herausgestellt haben. Dr. Pauly berichtete sodann kurz über die Arbeit der Kammer im abaelaufenen Jahr, die umfangreicher war als in früheren Zeiten. Das Ein - zelhandelsfchutzgefetz, das dem mittel- ständischen Einzelhandel zugute kommen soll, gab Veranlassung zu zahlreichen Gutachten, die auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen unter Würdigung und Betonung der nationalsozialistischen Ziele, Stärkt die Notleidenden im Glauben an ihr Volk! Bringt Euer Opfer für das Winterhilfswerk ! die mit diesem Gesetz verfolgt werden, erstattet wurden. Der für das Gießener Wirtschaftsgebiet • wichtigen Zigarrenindustrie wurde besondere ] Aufmerksamkeit gewidmet. Die Gründung des Rhein -Mainischer^ Industrie- und Handelstages und der' von diesem ins Leben gerufenen Organisationen, s wie Einzelhandelsamt, Rhein-Mainischer Garantieverband, Zentralstelle für Berg- und Hüttenbau, Arbeitsbeschaffungsausschuß, Elektro-Gas-Front, ermöglichten es der Kammer, die Interessen der Wirtschaft ihres Gebietes im größeren Rahmen wirkungsvoll zu vertreten und im besonderen Maße für das Arbeitsbeschaffungsprogramm einzutreten. Durch intensive Zusammenarbeit mit den maßgebenden Behörden konnte die Kammer die hiesigen Jndustriefirmen verschiedentlich fördern und ihrerseits zur Minderung der Arbeitslosigkeit beitragen. Die unter Führung der Kammer erfolgte Errichtung einer Fachgruppe für die Oberhessische Vasaltindustrie hat eine ausreichende Beschäftigung dieses Wirtschaftszweiges auch im Winter gesichert. Dr. Pauly gedachte sodann mit anerkennenden Worten der Tätigkeit des nach 28jähriger Arbeit in der Kammer zum 1. Januar dieses Jahres in den Ruhestand getretenen früheren Syndikus Dr. W. Zeidler, als dessen Nachfolger Dr. Keim, früher Syndikus an der Frankfurter Kammer, ein- getreten sei. Or. Keim berichtete in längeren Ausführungen über die grundsätzlichen Aufgaben, die die Handelskammern im neuen Staat zu erfüllen hätten und betonte, daß sie sich hierbei nicht nur starr an die Vorschriften und gesetzlichen Bestimmungen, die für ihre Tätigkeit die rechtliche Grundlage bilden, zu halten hätten, sondern daß sie bei dieser ihrer Arbeit die Ziele nationalsozialistischer Weltanschauung und Wirtschaftsdenkens stets im Auge behalten mühten. Die Handelskammer des neuen Reichs fei keine formalistisch arbeitende Behördeninstanz mehr, son- oern ein lebendiger Organismus, der feine Kräfte aus der engen Verflechtung mit Männern der Wirtschaft gewinne und diese Kräfte dazu benutzen müsse, die Wirtschaft anzuregen, zu fordern und auch, wenn es nottut, zu schützen. Gerade aus dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung werde die Handelskammer in der kommenden Arbeitsschlacht ebenso wie in den letzten Monaten des abgelaufenen Jahres in vorderster Linie stehen und sich bemühen, am Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft tatkräftig mitzuarbeiten. Auch für sie gelte das Wort, das für den Staat geprägt wurde: ..Der Staat soll die Wirtschaft führen, aber keine Wirtschaft treiben!" Im engsten Einvernehmen mit dem Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, dem Präsidenten des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstags Dr. Lüer, werde sie alles daransetzen, dieser hohen Ausgabe neben der rein mate- Oberheffen. Landkreis Gietzen. OO Klein-Linden, 9. Febr. Am Donnerstag abend sprach Reiseschwester Lydia vom Schwestern- und Mutterhaus Nonnenweier im Saale der Kleinkinderschule bei starkem Besuch der Frauen und Mütter unserer Gemeinde über das Thema „E h r- furchtund Liebe im K i n b e s l e b e n". Die Rednerin ermahnte die Eltern zur Wahrheitsliebe dem Kinde gegenüber und zu klaren, bestimmten Linien in der Erziehung. Sie ergänzte ihre Ausführungen durch Beispiele aus dem Leben. Gemeinsam gesungene Lieder umrahmten die Feierstunde, die der Ortspfarrer mit herzlichen Dankesworten an die Rednerin schloß. * Lang-Gons, 9. Febr. Unter Mitwirkung der Gießener Standartenkapelle, des Gesangvereins „Germania"-Lang-Göns und der Hitlerjugend veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, einen Deutschen Abend, der eine Fülle von Darbietungen ernster und heiterer Art brachte. Die Begrüßungsansprache hielt der Scharführer M ü 1 - 1 e r von der Hitlerjugend. Kreispropagandaleiter Pg. H. Schmelz hielt eine längere Ansprache, in der er sich mit der deutschen Jugend und ihren großen Aufgaben für die Zukunft der Nation beschäftigte. Die zahlreichen Zuhörer dankten mit lebhaftem Beifall. Im Verlaufe des Abends horte man verschiedene frischgesungene Lieder der Hitlerjugend und gesangliche Darbietungen des Gefangvereins „Germania". Der zweite Teil des Abends wurde von der Hitlerjugend mit einer Reihe lustiger Vorträge bestritten. U. a. gelangte ein Militärschwank zur Aufführung, der die Zuhörer in die Zeit vor dem Kriege zurückversetzte und herzliches Lachen auslöste. Zum Schlüsse dankte Ortsgruppenleiter Karl W e n- z e l allen denen, die sich für die Ausgestaltung und das gute Gelingen des Abends eingesetzt haben. Die Gießener Standartenkapelle füllte die Pausen mit schneidiger Musik und beschloß den wohlgelungenen Abend mit einem Marsch. z. Wagenbom-Steinberg, 9. Febr. Die N S. - H a g o , der etwa 40 Mitglieder angehören, hielt in der Gastwirtschaft „Zur goldenen Nuß" eine Mitgliederversammlung ab. Der Führer, Buchbinder Heinrich S ch m a n d t, wies auf die Notwendigkeit des Ausbaues der Organisation hin, damit sie dem Handwerk und dem Gewerbe von Nutzen sein könne. Dies könne aber erst erreicht werden, wenn alle Handwerker und Gewerbetreibenden der Ortsgruppe angehören und sich im nationalsozialistischen Sinne zur Volksgemeinschaft gefunden haben. Notwendig sei ferner die Schulung der Mitglieder im nationalsozialistischen Sinne. Anschließend folgte eine rege Ausjprache. Zum Kassierer wurde der Metzger Karl Phi'lipp bestimmt, zum Propagandawart der Weißbinder Karl Weiß III., zum Pressewart der Weißbinder Karl P i tz. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. # Lollar, 9. Febr. Der Turn- und G e - sangverein Lollar hielt dieser Tage im Gasthaus „Zum Schwanen" seine Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß der Verein im verflossenen Geschäftsjahr Gutes geleistet und eifrig das deutsche Lied gepflegt hat. Der Verein besteht aus insgejamt 144 "Mitgliedern (90 aktive Sänger und Sängerinnen, 7 Ehrenmitglieder und 47 passive Mitglieder). Die Führerschaft des Vereins fetzt sich wie folgt zusammen: Vereins- walter: Ph. H a r b u s ch , Stellvertreter: R. K re- biehl; Schriftwart: L. Hettche, Stellvertreter: Karl Heuser; Schatzmeister: Ernst W e inrich , Stellvertreter: Hans Alffen; Chorleiter: Berufsschullehrer Julius Eberle; Beisitzer: Martin T a u b e r t, Frau Greta Färber, Frau Herta Heuser, Fräulein Lotte Walter. Zeugwart: Heinrich Färber. Als Vereinsdiener wurde Fritz H a s s e l b a ch und als Fahnenträger Karl Muth bestimmt. Für ständigen Gesangstundenbesuch wurden mit der „Sänger-Ehrennadel" (einjährig) ausgezeichnet: Ludwig F o r b a ch , Ludwig Hettche, und ^räulein B r u s i u s. Der Vereinswalter Ph' Harbusch gab sodann die Veranstaltungen für 1934 bekannt. Nach Erledigung des Kassenberichtes wurde Bericht erstattet über die Bundestagung in Gießen und die Hessische Sängertagung in Bingen. Zum Schluß gab der Vereinswalter einen kurzen Ueberdlick über die Geschichte des Vereins seit der Gründung und ermahnte die Sänger, auch weiterhin dem Verein treu zu bleiben. — Am Sonntag hielt der hiesige Veteranen - und Kriegerverein im Vereinslokal „Zum Schwanen" seine Jahreshauptversammlung ab. Nach der Eröffnung durch den Führer M. Taubert ehrte man die im verflossenen Jahre verstorbenen Kameraden. Nach dem Jahresbericht ernannte der 1. Führer die Kameraden Christoph R i n g l e b , Balthasar Nuhn, Karl Sehrt, Ludwig Rohrbach VII. und Ludwig Fuchs I. zu Ehrenmitgliedern. Eine weitere Ehrung wurde dem Kameraden Christoph Ringle b für 40jährige Vereinszugehörigkeit zuteil. Aus dem Kassenbericht ging hervor, daß der Verein für das Winterhilfswerk 50 Mark, für die Spende der Nationalen Arbeit 50 Mark, für den SA.-Sturm 3/116 50 Mark und für den SA.-R.-Sturm 36/116 ebenfalls 50 Mark gestiftet hat. Das 90iährige Bestehen des Vereins in diesem Jahre soll in würdiger Form begangen werden. Der Vereinsführer gedachte in einer kurzen Ansprache der Führer unseres Vaterlandes und brachte ein dreifaches „Sieg- Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler aus. Das Deutschlandlied und das Horst-Wefsel-Lied beschlossen die Versammlung. <£ Hungen, 8. Febr. Der Turnverein 1848 Hungen hielt gestern abend bei Mitglied August Seibert Ww. feine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer Adolf Steller gedachte zunächst mit ehrenden Worten der Toten des großen Krieges, der Freiheitskämpfer der NSDAP, und der im verflossenen Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder. Im Anschluß hieran .'rstat- tete er den Jahresbericht. Er hob insbesondere noch einmal die großen Ereignisse des Jahres 1933 hervor, die mit dem Sieg der nationalsozialistischen Bewegung ihren Anfang nahmen. Wenn auch in turnerischer Beziehung der Verein eine schwere Zeit durchlebte, so sei doch kein Grund vorhanden, deshalb mit Zagen in das neue Turnjahr hineinzugehen. Im Gegenteil, man könne mit wohlbegründeter Hoffnung der kommenden Zeit entgegensehen, wo die Hallen und Uebungsplätze der edlen und herrlichen Turnsache wieder eine Stätte des munteren und fröhlichen Treibens im Sinne eines Friedrich Ludwig Jahn würden. Die anschließende Rechnungsablage durch den Turner Hch. Frutig ergab an Einnahmen 966,84 Mk., an Ausgaben 947,61 Mk., somit einen Kasjenbestand von 19,23 Mk. Als Rechnungsprüfer werden die Turner Wilhelm Ebersohn und Albert Wieder st ein bestimmt. Nach Erledigung verschiedener Anträge und Fragen aus der Versammlung wies der Vereinsführer darauf hin, daß eine vorschriftsmäßige Abmeldung von dem Verein, die rechtsverbindlich ist, nur ein Vierteljahr vor Jahresschluß erfolgen kann. Mit einem Gut- Heil auf die großen Führer des Vaterlandes und mit einem Turnerliede konnte der Vereinsführer die Versammlung schließen. I Utphe, 9. Febr. Dieser Tage siedelte Lehrer Arnold von hier nach seiner neuen Wirkungsstätte Großen-Linden über. Er war nahezu zwölf Jahre in unserer Gemeinde als Lehrer tätig. Am Abend vor seinem Weggang veranstalteten der Schulvorstand, die Gemeindeverwaltung, die Schüler und der Gesangverein „Loreley" ihm eine A b - schiedsfeier. Lehrer Bauer gab einen Ueber- blick über die Tätigkeit des Scheidenden in Schule und Gemeinde, Bürgermeister Dietz hob besonders das schone Verhältnis hervor, das stets zwischen der Schulleitung und der Gemeinde bestanden habe. Der Vorsitzende des Gesangvereins, Wilhelm Bornmann, dankte Lehrer Arnold für seine Mitarbeit im Verein, besonders beim letzten Sängerfest. Umrahmt war die Feier von mehreren Choren des Gesangvereins und zweistimmigen Liedern der Ober- klasse. Zum Schlüsse dankte ßefjrer Arnold der Versammlung für die schöne Feier und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Beziehungen zwischen seiner Familie und unserer Gemeinde, zumal er ja nicht allzu weit wegzöge, auch fernerhin erhalten bleiben möchten. V .rnirrii - cOölli; hervorragend bewährt bei Rheuma * Gicht Kopfschmerzen Ischias. Hexenschuß und Erkältungskrankheiten. Stark harn- säurelösendbakterientötend! Absolut unschädlich! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt M.1.29 Schon für .50 monatl. - bei Abnahme einer Lieferung zu RM. 3 -aller 2 Monate - erwerben Sie das bekannte botanische Pracht, und Standardwerk: Die Pflanzenwelt derdeulschenHeimal und der angrenzenden Gebiete 3n Naturaufnahmen dargestellt u. beschrieben von Or. KurtHueck. 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Die deutsche Revolution hat nicht ihren Abschluß gefunden, sondern sie geht weiter und wendet sich in diesem Jahre an unseren innersten Menschen selbst. Alle aufopfernde Hingabe von Hunderten und Tausenden wäre umsonst, wenn diese Revolution nicht bis ins Innerste hinein ihte Vollendung finden würde. Es gilt, den nationalsozialistischen M e n - schen zu schaffen, der die Gewähr gibt, daß diese Revolution den Ewigkeitswert besitzt, den der Führer in diese Bewegung hineinlegen will. So betrachten wir uns in der Hitlerjugend, die den Namen des Führers trägt, als die bescheidenen Arbeiter an diesem Ziel. Und allen, die vielleicht hinwegsehen möchten über diesen Schwung der deutschen Jugend, sagen wir: diese Revolution wäre keine Revolution, wenn sie nicht eine Revolution der Jugend wäre. Am Donnerstagabend fand in Friedberg im Saale des Hotel Trapp der mit großer Spannung erwartete Kulturabend der Hitlerjugend des Bannes 254 statt. Im ganzen Gebiet Hessen-Nassau finden zur Zeit Kulturabende der einzelnen Banne statt. Die Banne, die die besten Kulturabende veranstalten, deren jeden der Gebietsführer besucht, werden besonders ausgezeichnet werden. Es darf hier gleich vorausgeschickt werden, daß der in Friedberg am Donnerstag gezeigte Abend in jeder Weise als wohlgelungen bezeichnet werden kann. Obwohl erst zwei Tage vorher für diesen Abend geworben wurde, mußten sehr viele Leute wieder umkehren, weil sie keinen Platz mehr fanden, und im Saale selbst war man froh, wenn man Und möchte die Bewegung Adolf Hitlers tausend und mehr Jahre alt sein: die deutsche Jugend wird dafür sorgen, daß diese Bewegung a u ch nach tausend Jahren genau s o jung und genau s o kraftvoll und genau so alles in ihren Bann ziehend sein wird, wie heute. D i e junge Front wird immer weiter marschieren ohne Rücksicht auf das Wohl und Wehe des einzelnen, als Wiener einer Idee und damit als echte deutsche Sozialisten der Ta t. Wir kennen nichts anderes als den Führer und Deutschland! Tosender Beifall dankte dem Gebietsführer für seine Worte, die den Jungen aus der Seele gesprochen waren. Nach einer kurzen Pause zeigte die Spielschar das Laienspiel „Beowulf" von Otto Bruder. Der Eindruck dieses Stückes war gewaltig. Wenn auch alle Spieler ihr Bestes hergegeben hatten, so muß doch besondere Anerkennung finden das Spiel des Darstellers des Beowulf, eines Jungvolk- jungen aus Bad-Nauheim, der in diesen Minuten auf der Bühne alles Persönliche abgestreift hatte und dessen Stimme in dem Saal Widerhall fand, wie die Stimme eines Propheten. Ein Sprechchor „Fahnenschwur" von Baldur von Schirach und anschließend das Lied der Hitlerjugend „Vorwärts, Vorwärts ..beschloß diesen Abend. behalten. Eine Tellersammlung zum Besten der Winternothilfe brachte einen ansehnlichen Betrag ein. Kreis Wetzlar herangerückt war. Direktor Menken (Kinzenbach), der Führer des Gleibergvereins, sprach in seinem Schlußwort den Dank an die Mitwirkenden aus und forderte zu verstärktem Eintritt in unseren Heimatverein, den Gleibergverein, auf. Seine Worte klangen aus in einem „Sieg-Heil" auf Führer und Vaterland, worauf mit dem ersten Vers des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes geantwortet wurde. Voll und ganz befriedigt — auch die ausgebauten Räume waren in der Pause eingehend besichtigt worden — ging man auseinander, um diesen inhaltsreichen Abend noch lange in Erinnerung zu Gegr. 1870. — Telefon 2287. 85od Kreis Biedenkopf. Weidenhausen, 9. Febr. Arn Sonntag veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP. Weitz e n h a u s e n einen Deutschen Abend im Saale des 'Pg- Jakob R i tz. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Jung hielt die Begrüßungsansprache. Sodann gelangte das Drama „Albert Leo Schlageter" zur Ausführung. Ein Opernsänger der Wiesbadener Oper verschönte den Abend mit einigen Liedern. Auch der Männergesangverein Weidenhausen wirkte mit. DDDDD D □□□□□ D □DDDD Krattwaaen-Vertretunaen: Otto Faber, Gießen, Mühlstraße 22, Ruf 3096. — Kraftwagen-Verkaufsbüro Kraftwagen ver a Frankfurt am Main, Schumannstraße L, Ruf 71878, 466V Maße, gepflegt wird. Nach kurzen Worten des Bannführers Dille- muth sprach, von stürmischem Beifall begrüßt, Gebietsführer Malter Kramer, MdR 11. a. führte er aus: Diese Revolution wird nicht an Aeuß erlich keilen haften bleiben, sondern alles muß von dem Gesichtspunkt ausgehen, bis ins innerste Herz hinein den Gedanken des Neuen und Revolutionären zu tragen und d i e nationalsozialistische Revolution vor - | Saub. Brand ------------1 f. Küchenheizung, Zimmeröfen, Heizungsanl. Perl-Koks, ca. 8 15 mm Küronur» Zentner RM. 0.80 Separiert.koks,ca.l5/40mmKdrnnng Zentner RN. 1.40 frei Keller, bei Abnahme von zusammen mindest. 15 Ztr. Brennstoffe beliebig. Sort. Unterlo Ztr. pro Ztr. 9 Pf. mehr. 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Am Mitt- wochabend hielt die hiesige Ortsgruppe der NSVW. unter Leitung ihres Ortsfuhrers Ge- werbejchullehrer Karl Reeh, auf dem Rathause ihre erste Mitgliederversammlung ab, die von fast allen Mitgliedern besucht war. Nach einem kurzen Begrüßungswort des Versammlungsleiters machte Lieser Mitteilung über die neuesten Bestimmungen der Gau- bzw. Kreisleitung der NSVW., die sur jedes einzelne Mitglied, sowie auch für die ganze Organisation ein reiches Arbeitsfeld erschließen. Diese Arbeit werde sich, nachdem 'nunmehr das große Winterhilfswerk der NSDAP, vor seinem Abschluß stehe, zunächst auf eine rege Betätigung im bevölkerungspolitischen Aufklärungsfeldzug zu erstrecken haben, der nach dem Willen des Führers zunächst vordringliche Aufgabe aller dazu berufenen Kreise sei. Die gesamte Aufklärungsarbeit müsse planmäßig und zielbewußt geführt werden, solle ihr ein Ender olg beschieden sein. Insbesondere ergehe an alle Vereinsführer die dringende Aufforderung, in ihren Vereinen dafür zu sorgen, daß möglichst alle Mitglieder auch Mitglied der NSVW. werden, zumal ein großes Arbeitsfeld viele schaffende Hande benötige. Die nachfolgenden Ausführungen des Ver- ammlungsleiters über die bevölkerungspolitischen und sozialpolitischen Pläne und Maßnahmen der Reichsregierung wurden von der Versammlung mit großem Interesse entgegengenommen, insbesondere auch die Ankündigung, daß weitere Vortrage dieser Art folgen werden. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten und der Bekanntgabe, daß künftig an jedem 1. Mittwoch im Monat am gleichen Orte eine Mitgliederversammlung der NSVW. stattfinden werde, schloß der Versammlungsleiter mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer die anregend verlaufene Sitzung. rein ifglieb upt‘ Wolf Borten impser nsjahr ,-rftab e noch 13 her' stifchen uch re Zeit i, des« [geben, indeter n, wo i he"' mteren riedrich nung^ iab an i* s Rech' Eber' [ M en daraal on h«" rtelB i es a" jrer Lehrer rfuns5' mW i M ten,^ e Äb' liebel' 60* solides Sol, L K 'l - i-!„ noch einen Stehplatz erwischte. Pünktlich um 20 Uhr erschien der Gebietsführer Kramer mit seinem Stab in Begleitung des Oberbannführers von Oberhessen, Walter Blu - menröber. Unter den Klängen des Marsches „Alte Kameraden" marschierten die Fahnen ein, zogen an der Bühne vorbei und nahmen Aufstellung auf der mit Fahnen der Hitlerjugend und des Jungvolks überreich geschmückten Seitenloge. Das Orchester unter Leitung seines Dirigenten Harras (Bad-Nauheim) war in seinen Leistungen ganz hervorragend und mußte sich immer zu neuen Zugaben entschließen. Im übrigen bot dieser Abend mit Absicht etwas ganz Neues und verzichtete auf die traditionelle Ausgestaltung solcher oder ähnlicher Abende, wie sie bisher üblich waren. Jungen standen wie eine Maner auf der Stilbühne und liehen im Sprechchor den Eindruck einer geschlossenen neuen jungen Front erstehen, die im Leben vielleicht noch etwas unerfahren, dafür aber um so entschlosseneren Willens ist. Minuten schulmäßige Heimatkunde" fanden besonderen Anklang. Gleiberglieder und andere gemeinsame Gesänge umrahmten das Ganze. Lieder der Damen Graßler (Mutter und Töchter), mit verständnisvoller Begleitung am Klavier von Herrn Hans Gerlach (Nodheiin), ernteten großen Beifall, wie auch die Darbietungen der Herren Theurer, Graßler und Moskwa. Der letzte Teil des Programms mit seinem heiteren Einschlag brachte die Zuhörer in fröhlichste Stimmung, die recht dazu angetan war, die Sorgen des Alltags eine Weile zu vergessen, so daß zum allgemeinen Bedauern die Mitternachtsstunde viel zu schnell Die mittlere Reife erhalten Volksschüler und Schüler höherer Schulen durch den Besuch der 880 d öffentlichen Handelslehranstalt Gießen, Llebigstraße 16 Anmeld, täglich von 8-12 Uhr Smrse der das Bäckerbandwerk erlernen will, sucht geeignete Lehrstelle. Schriftliche Angebote, unter 8780 an den Gießener Anzeiger erbeten. Es war ein guter Gedanke, einmal die gesamte ■ Bevölkerung von Krofdorf und Gleiberg ! zu einem gemeinsamen Zusammensein auf die Heimatburg einzuladen. Lange vor Beginn der Veranstaltung am Donnerstagabend waren der Kaisersaal und die beiden angrenzenden großen Räume in drangvoller Fülle besetzt. Ein besonderes Lob muß den Gleibergern gezollt werden, die in erstaunlich hoher Zahl erschienen waren, nachdem die meisten von ihnen jahrelang die Burg nicht mehr betreten hatten. Die Wirkung der politischen Umwälzung macht sich, wie allenthalben, auch hier erfreulicherweise immer mehr bemerkbar. Dazu kommt noch die Tatsache, daß der Gleiberg durch seinen Umbau für die nun bald beginnenden Schulungskurse aller Art mehr denn je im Brennpunkt des öffentlichen Interesses steht, was den Einheimischen mit Stolz erfüllen und ihm seine Heimat viel liebenswerter machen muß. Anknüpfend an ein Gedicht „Preis dem Gleiberg" eröffnete das Vorstandsmitglied des Glei-1 bergvereins Lehrer Praß (Krofdorf) den Abend mit einer Begrüßungsansprache, in der er Burg Gleiberg als das Wahrzeichen unserer Heimat pries, den fast tausendjährigen trotzig-wuchtigen Turm in symbolischen Deutungen zum Menschenleben brachte und der noch vielen Generationen zukünftig ein Künder der neuen Zeit in Deutschland sein möchte, in dessen allernächsten Bereich die große Zahl der herbeigeeilten Einwohner in ernstem und heiterem Ton in echt heimischer Gemütlichkeit beisammen sein wollen. Es sei ein erhebendes Gefühl, festzustellen, wie der Gedanke der Volksgemeinschaft Fuß gefaßt habe und wie bas in dieser Veranstaltung in bester Weise zum Ausdruck käme. Mit einem Hinweis auf die demnäch- ftige Inbetriebnahme der Schulungsräume und auf die daran geknüpften Hoffnungen, einerseits für Volk und Staat, anderseits auch für den Ort und seine Bewohner im besonderen, schloß Redner mit einem kräftig aufgenommenen „Sieg-Heil" auf den Führer und den Reichspräsidenten. Das sorgfältig vorbereitete und zusammengestellte Programm unter der Trilogie: Vaterland, Heimat, Frohsinn gelangte unter Leitung von Lehrer Praß mit Schwung zur Durchführung. Die seit einiger Zeit in Krofdorf gastierende Bereinigung deutscher Künstler, deren Theatervorstellungen sich infolge ihrer Qualität eines guten Besuches erfreuen, stellte sich uneigennützig vollzählig in den Dienst des Abends, und ihren Darbietungen ernster und heiterer Art war großer Erfolg beschieden. Befaßte sich der erste Tell des Programms vorwiegend mit auf die neue Zeit eingestellten vaterländischen Gedichtvorträgen, so brachte der zweite Teil Dichtungen, zum Teil unbekannter Art, über den Gleiberg, zu denen Lehrer Praß die verbindenden Worte sprach und die geschichtlichen Erläuterungen gab; seine „Zehn WieseM Sonntag, d. ▲ 11. Februar und M II ■■41 Fastnacht- Dienstag delAMlAniam Bei Erkältungen: 1—2 Eßlöffel Biomalz in heißer Milch verrührt. Das löst wunderbar und schafft schnell Besserung! VerlangenSie das Biomalz» Kochbuch gratis von den Biomalz-Werken, Teltow. EsbringtJhnenvielNutzen! Wie Biomalzsorten In Apotheken und Drogerien zu haben. Eine Singschar erntete mit ihren abwechslungsreichen Darbietungen reichen Beifall. Zuerst brachte sie Fahrtenlieder und Jungenlieder zu Gehör, darauf auch schwierigere Sachen, wie Kanons und dergleichen Eine Turnriege wartete mit recht ansprechenden Leistungen auf und zeigte, daß auch dieser Sport in der Hitlerjugend in weitgehendstem Ich suche für Bezirk Hessen-Nassau und Oberhessen Keifenden in Oefen, Herden und Kesselöfen, sowie für mein Eisemvaren-, Werkzeug-, Bau- und Möbelbeschlägegeschäft einen tüchtigen jüngeren SevVau-ev welcher gute Branchekenntnisse besitzt und mit Handwerker-Kundschaft umzugehenweitz. Für die erstere Stelle bitte ich, daß sich nur Herren melden, die in H.-N. u. Oberh. nachw. in diesem Artikel mit Erfolg gereift haben. Bewerbungen mit Bild, lückenlosen Zeugnisabschriften und Gehaltsansvrüchen unt. 8140 an den Gießener Anzeiger erbeten. D □□□□□I [□□□□□ I zum Erfolg! Tüchtige jüngere DtMttin von Spezialgeschäft gesucht. 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In tiefer Trauer: Kath. Volkmann, geb Hartmann Familie Franz Volkmann I. Familie Otto Volkmann II. Familie Otto Hofmann IV. Familie Artur Volkmann . . Pfd. -.74 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust unserer teuren unvergeßlichen Entschlafenen, der uns so schwer betroffen, sowie für die vielen Beileidsbezeugungen in Worten und Taten, sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. I. N. d. Hinterbliebenen: Ludwig Schaum II. Klein-Linden, den 9. Februar 1934. 818 D Nachruf Am 4. d. M. starb unerwartet unser lieber Kamerad HerrAndr.GeorgRenker Wir werden dem Entschlafenen, der dem Verein seit der Gründung angehörte, ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung fand in Laubach statt. Verein ehern 116 er. Gestern abend verschied nach langem schweren Leiden unsere gute, treue Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Katharine Vom end, geb. Preis Die Beerdigung findet in aller Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen Niederlassung! Habe mich in Gießen als Natur-Heilkundiger niedergelassen u3i3 Sprechstunden: Wilhelmstraße 41 pari, von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr Reinhard Rein Am 8. Februar, nachmittags 6 Uhr, verschied plötzlich und unerwartet nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Volkmann III. im 65. Lebensjahr. viele gmse Eiei* in dieser Jahreszeit? Dann füttert der Hühnerhalter bestimmt das in Deutschland meist gekaufte Kraftfutter Selten günstige Gelegenbeitsküiifel 4 16 PS Opel Lim. 275.— Mk. 4/20 PS Renault Lim. 4türig 375.- Mk. 6/20 PS Adler Limousine 4türig 450.- Mk. 8/28 PS Ford Lim. 950.— Mk. 10/45 PS Adler Standard 4türig 550.- Mk. 1% To. Ford Kasten-Liefer- KAISERS» Aschaffenburg den 11. 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Line englische Theater-Ausführung in Vertin zugunsten des MnterhilsSiverks Msche Kostümvorschläge für den Fasching Der Elsässischer Bauer erbt 17 Millionen Dollar Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgefellfchafl Berlin W 8, Behrensstrahe 21/22, sowie auf deren Rerchs- bankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". Das alte Schloß von Celle, in dem soeben das neugebildete preußische Landeserbhofgericht seine Sitzungen aufgenommen hat. Dr. Oskar S t ä b e l ist nach Verkündung des neuen Studentenrechts vom Reichsinnenminister Dr. Frick zum Reichsschaftsführer der Studierenden an den deutschen Hochschulen und Fachschulen ernannt worden. 1808 nach Amerika ausgewandert und dort 1885 als Millionär gestorben. Wäre der Prozeß zwei Jahre früher entschieden worden, wäre der Wert der Erbschaft fast doppelt so groß gewesen. B v Eine Gruppe von Phantafiekostümen der Textil- uni ___Bauer Joseph aus dem Elsaß ist jetzt nach langen Ermittlungen und Prozessen eines amerikanischen Rechtsanwalts zum Haupterben einer Hinterlassenschaft in Höhe von 17 Millionen Dollar erklärt worden. Ein Vorfahre dieses Bauern war Oben: Panzerwagen durchfahren die Straßen. — Unten: Jnfanterieabteilung wird auf einem der großen Boulevards im Zentrum aus Feldküchen gespeist. Eine Szene aus der amerikanischen Komödie „Nichts als Wahrheit" die unter dem Protektorat des enqliichen Botfchasters unb feiner Göttin in Berlin non Mitgliedern der britischen Kolonie des engi \ > 'jugnnften des Winterhilsswerks aufgesnhrt wird. Die Strafanträge im Gladenbacher Prozeß. ][ Marburg, 9. Febr. In dem Prozeß gegen die Viehhändler Adolf und Felix Adler aus Gladenbach fand, nachdem gestern in Gladenbach die Beweisaufnahme geschlossen worden war, heute im Sitzungssaale des hiesigen Landgericbts das Plädoyer des Staatsanwalts statt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft kam, nachdem er die aus schnöder Gewinnsucht betriebenen Betrügereien der Angeklagten beleuchtet hatte, zu folgenden Strafanträgen: Gegen Adolf Adler (Vater) wegen Betrugs in fünf Fällen und Diebstahls in einem Falle vier Jahre Gefängnis, 5000 Mark Geldstrafe oder weitere 500 Tage Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust, gegen Felix Adler (Sohn) wegen Betrugs in zwölf Fällen fünf Jahre Gefängnis, 210 0 Mark Geldstrafe oder 210 Tage G e - f ä n g n i s und drei Jahre Ehrverlust. Beiden Angeklagten sollen 195 Tage Untersuchungshaft angerechnet werden. Das Urteil ist am Samstag zu erwarten. Ein wütender Bulle richtet schweres Unheil an. Die Tochter getötet, Vater und Sohn erheblich verletzt. Marburg, 9. Febr. (LPD.) Als in dem Dorfe Anzefahr bei Kirchhain der Landwirt Lauer auf seinem Hof einen Bullen vorführen wollte, wurde dieser wütend, drang auf seinen Herrn ein und schleuderte ihn unter die Sämaschine. Sohn und Tochter des Landwirts, welche ihrem Vater zu Hilfe eilen wollten, wurden gleich- k falls von dem wütenden Tier angegriffen. Die IT o ch t e r wurde dabei umgerannt und von dem Bullen mit Hörnern und Hufen so schwer verletzt, daß sie nach wenigen Minuten verstarb. Ihr Bruder ergriff die Flucht über einen Garte n z a u n, wurde jedoch vom Bullen verso lat, der den Zaun durch brach. Hinzu- eilenoe Nachbarn konnten schließlich den jungen Mann retten, indem sie das Tier einfingen. Dis Verletzungen von Vater und Sohn sind erhebliche ■ Zum Tage des deutschen Rundfunks. Wie kommt eine Funküberkragung zustande? Von Max Fischer. Nachdruck verboten! Verschiedene Leser haben den Wunsch geäußert, einmal zu erfahren, wie eigentlich eine Funkübertragung zustande kommt. Nun. dazu gibt es viele Wege. Gewöhnlich ist die Sache ja so, daß ein im Besprechungsraum aufgestelltes Reißmikrophon — das bekannte Mikrophon mit dem in einem Ring hängenden Marmorblock — besprochen wird. Die dadurch im Mikrophon entstehenden Stromschwankungen werden zunächst etwas verstärkt und dann durch eine Fernsprechdoppelleitung in einem unterirdischen Kabel zum Sender geleitet, wo sie elektromagnetischen Wellen aufgedrückt und von der Antenne ausgestrahlt werden (Bild 1). Eigentlich ist leitungen über Hunderte von Kilometer miteinander verbunden. Man kann also von einem Besprechungsraum oder von jeder beliebigen anderen Stelle aus nicht nur den eigenen Sender, sondern auch über diese Fernleitungen eine beliebige Zahl von anderen Sendern besprechen (Bild 5). In den amt Fernsprech- Besprechung Sender Besprechung des Senders mit einem Reißmikrophon über das Fernsprechamt. Sender Reiß- । mikrophon Besprechungsraum Besprechung des Senders vom Besprechungsraum aus. dies schon eine Uebertragung, denn der Besprechungsraum befindet sich ja gewöhnlich in der Stadt,, der Sender aber außerhalb der Stadt. Nun haben die Sender unmittelbare Kabeladern zu allen den Stellen, von denen aus häufig Ueber- tragungen stattfinden, z. B. zur Oper, zum Schau- spielhaus, in die großen Musikcafes und Konzertsäle, zu häufig benutzten Sportplätzen, Rennbahnen usw. (Bild 2). Die Schaltung ist dann nicht anders, wie bei der Besprechung des Senders vom Funkhause aus, nur benutzt man im Opernhaus mehrere Mikrophone sowohl im Orchester als auch auf der Bühne, weil sonst die dem Mikrophon benachbarten Musikinstrumente usw. im Vergleich zu den ferneren zu laut gehört würden. Es kommt nun aber auch häufig vor, daß man den Sender von einer Stelle aus besprechen will, Opernübertragung. Sender Oper usw. von der aus keine unmittelbare Leitung zum Sender führt. In diesem Falle legt man das Mikrophon mit seinem Verstärker an eine zum Ortsfernsprechamt führende Doppelleitung und läßt sie auf dem Fernsprechamt in der üblichen Weise mit einer zum Sender führenden Doppelleitung verbinden, genau so, wie sich jeder Sprechgast mit jedem anderen Sprechgast verbinden lassen kann (Bild 3). Es ist aber dabei nicht unbedingt notwendig, daß man an die Besprechungsstelle ein Reißmikrophon bringt, man kann den Sender vielmehr auch von jedem Fernsprechapparat aus besprechen (Bild 4). Wie die Besprechungsräume der Sender mit den wichtigsten Stellen in der Stadt verbunden sind, so sind sie auch unter sich durch unmittelbare Fernneueren Fernsprechkabeln werden hierzu zwei Drähte des sogenannten Kernvierers benutzt, also zwei von vier Drähten, die in der Mitte des Kabels liegen und von einem besonderen Metallmantel umgeben sind. Dieser Metallmantel verhindert es, daß Privatgespräche aus den übrigen im Kabel liegenden Leitungen in die zur Rundfunkübertragung dienende Doppelleitung oindringen. Die Kabel sind zwar ganz allgemein so gebaut, daß aus einer Leitung geführte Gespräche auf den anderen nicht mitgehört werden. Ganz kann man aber die sogenannte Induktion fast nicht vermeiden, aber ihr Rest schadet auch gewöhnlich nichts, weil er so schwach ist, daß die dadurch in den Fernsprechern der Sprechgäste erzeugten Schallwellen nicht mehr Besprechung des Senders von einer gewöhnlichen Sprechstelle aus. Fernsprech- Sender amt gehört werden. Beim Rundfunk werden aber die elektrischen Ströme ganz ungeheuer verstärkt, und zwar natürlich nicht nur die, die man über die Leitung übermitteln will, sondern auch alle anderen, also auch die, die durch Induktion unterwegs auf die Rundfunkübertragung übergegangen sind. Die Folge d von wäre, daß auch diese Gespräche vom Sender ausgestrahlt würden, so daß man mitten in den Rundfunkdarbietungen alle möglichen Privatgespräche mithören würde. Dies würde nicht nur den Empfang stören, sondern auch gegen das Telegraphengeheimnis verstoßen, unter das ja auch die Gespräche fallen. Deshalb also hat man durch den Metallmantel des Kernvierers einen besonderen Schutz gegen solche Vorkommnisse geschaffen. Es werden nun aber auch Uebertragungen von Plätzen notwendig, für die nicht immer eine besondere Rundfunkübertragungsleitung nach einem fernen Sender zur Verfügung steht. Soll man z. B. hören, wie der Zeppelin in Friedrichshafen aufsteigt oder landet, so wird man die Uebertragung auf einer gewöhnlichen Fernsprech-Fernleitung bis Stuttgart leiten (Bild 6), und von dort dann durch die Kernvierer auf die übrigen deutschen Sender, die die Uebertragung verbreiten wollen. Alle diese Uebertragungen finden aber nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch auf Entser- Sender “TE Sender Sender Besprechungsraum =n— Besprechung mehrerer Sender von einem Besprechungsraum aus. nungen statt, die weit über die Reichsgrenzen hinausgreifen. Die Uebertragungen zwischen Deutschland, Polen, Ungarn, England usw. gehen in der geschilderten Weise über die Fernkabel, in die natürlich zahlreiche Verstärkerämter — etwa alle 150 Kilometer eines — eingeschaltet sind. Wenn wir aber eine Uebertragung aus Amerika oder z. B. aus Niederländisch-Jndien hören, so gehen diese Uebertragungen nicht nur über den Drahtweg sie werden vielmehr vom Sendeort durch einen Funk- sender — jetzt meist einen Kurzwellensender — gesandt und irgendwo in Deutschland mit einem Funkempfänger ausgenommen (Bild 7). Beim Empfänger werden die den Kurzwellen aufgedrückten elektrischen Reize — also die in elektrische Stromschwankungen umgesetzte Musik oder Sprache — den Wellen abgenommen und zum Sender geleitet, ohne hierzu in Schallwellen umgesetzt zu werden. Beim Sender werden sie von neuem den elektromagnetischen Wellen aufgedrückt, die der Sender ausstrahlt. Sie können natürlich vom Empfänger oder einem Sender aus auch über Fernleitungen, also nunmehr auf Draht, auf andere Sender weitergegeben werden. Man sieht also, daß in den letzten Jahren für die Rundfunkübertragung sehr viel geschehen ist, und daß ihr ein durch ganz Europa laufendes Drahtnetz mit unzähligen Verzweigungen in feine und feinste Aeste dient. Daß diese Uebertragung auch technisch ganz erheblich verbessert worden ist, dis haben wir alle miterlebt, wenn es uns auch nicht immer zum Bewußtsein kommt. Es ist ja heute schon beinahe erreicht, daß man kaum mehr unter- scheiden kann, ob eine Sendung vom eigenen Orts- Uebertragung auf dem Funkwege. Sender Funkempfänger sender ausgeht, oder von einem tausend oder mehr Kilometer entfernten Ort. Das ist hauptsächlich eben durch eine besondere Pupinisierung erreicht worden, das heißt durch die Einschaltung von solchen Spulen in die Kernvierer, die die Leitung nicht nur für die Sprache verbessern, wie dies bei den gewöhnlichen Fernleitungen der Fall ist, sondern sie auch für die Musikübertragung geeignet machen, II w Der Rundfunk im neuen Deutschland. Oben links: Der Volksempfänger, der als zweckmäßigstes und billigstes Fernempfangs* gerät heute 600 000 deutschen Familien den Genuß der Rundfunkdarbietungen gestattet. — Oben rechts: Die gewaltigen Kühlanlagen für die Röhren des neuen Großsenders Berlin-Tegel. — Unten links: Gigantische Senderöhren, wie sie zur Erzeugung der modernen hochenergetischen Wellen benötigt werden. — Unten rechts: Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, der der Pflege des deutschen Rundfunks besondere Aufmerksamkeit angedeihen läßt. Funk-Karneval! Ein Blick hinter die Kulissen. „Kraft durch Freude", diese Losung spannt seit Wochen Hunderttausende, Millionen von Herzen in frohe Erwartung. Der 11. Februar, der Tag des Rundfunks, wird das gesamte deutsche Volk erfassen. Durch den Aether werden die Wellen Freude über Freude ausstrahlen in alle Häuser, in alle Hütten. Aus dem Faschingserlebnis heraus wird der Rundfunk ein Programm gestalten, das Licht in den Alltag trägt, wie grau er auch immer fein mag. Es wird ein Faschingserlebnis werden, gebunden an deutsches Brauchtum, deutsches Spiel, ein Fafthing in echter, unverfälschter Fröhlichkeit. Die Gestalter sind bei der Arbeit. In den Ausstellungshallen am Berliner Kaiserdamm klingt es wider vom Hämmern und Sägen. Dort arbeiten der Techniker mit dem Zimmermann, der Tapezierer mit dem Beleuchter. Man errichtet Tanzflächen und Bühnen, baut Lautsprecher, stellt Mikrophone auf, legt Kabel und Leitungen, und alle, die bei der Arbeit sind, tun diese Arbeit mit Begeisterung, mit Freude, mit einer Hingabe ohnegleichen, und in den Funkhäusern jagt eine Regiesitzung die andere, löst eine Besprechung die andere ab. — Im Berliner Funkhaus wacht Oberspielleiter H a i n i s ch über die Grundstimmung der gesamten Abendveranstaltung in den Ausstellungshallen ab 20 Uhr. Alles mutz echt sein, alles muß wahr sein, und die Veranstaltungen in allen sechs Hallen sollen zeigen, daß sie von" gleichem Wesen, gleicher Art sind, und zwei Stunden hindurch muß sich Hochstimmung an Hochstimmung reihen. Hier gibt es kein Oedland, hier blüht und blinkt allüberall in jeder Stunde der „Götterfunke" Freude. In kleineren Kreisen arbeiten die einzelnen Leiter der Ausstellungshallen, jeder gestaltet ein anderes Programm, jeder fügt auf feine Art die Freude ein, und doch variiert jeder die Grundmelodie; denn alles zusammen bildet erst den Fasching des Rundfunks, der über alle Sender geht und in alle Säle übertragen wird, wo Menschen festlich Fastnacht feiern wollen. Der Gesamtplan ist entworfen, die Aufträge sind verteilt; zum Teil sind die Arbeiten bereits eingegangen. Tausend Aenderungen müssen vorgenommen werden; denn was 1500 Menschen schaffen, muß aus einem Geiste, aus einem Guß sein. In den Sendesälen hantieren ungefähr 15 „Stoßtrupps". Da gibt es Fahnenschwinger, Reigentänze r, Bändertänze (original bayrisch) und Singquartette; hier zeigen Zauberer Kunststücke, dort ringen Sprechkünstler um Meisterleistungen. Und wieder andere Aufgaben: Kostüme müssen bestellt werden, Friseure müssen zur Stelle sein und Saalpolizei, Feuerwehr; kurzum 1500 Menschen aus allen Berufen, vom Dichter zum Zimmermann, vom Techniker zum Musiker: alles schafft im Dienst an der Gemeinschaft aus dem Willen zur Freude! Diese ganze Arbeit wird zusammenfliehen zum „Fasching um den Rundfunk", der Krönung des Programms vom 11. Februar. Die bei allen Großtaten des deutschen Rundfunks beroärte Funkwarte-Organisation sichert das Mit- erleben im Reich; sie organisiert Parallelveranstaltungen in Tausenden von Sälen, sie läßt — wie in den Berliner Ausstellungshallen — zugleich auch in den Sälen vortanzen, vorsingen, fahnenschwingen usw. So werden die Feste von Millionen zusammenklingen zu einem Fest der Freude, angeregt und organisiert durch die Reichsrundfunkkammer, gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsfront, gestaltet durch die Männer des Rundfunks und mitgeftaltet und miterlebt von allen, die guten Willens sind. Hallo, Hallo, hier ist 6er Afrikasender ... In diesen Tagen hat der deutsche Kurzwellen- ender m Zeesen seine Tätigkeit als Richtstrah- l e n s e n d e r für die einzelnen Erdteile aufgenommen. Bislang arbeiteten wir lediglich nach Nordamerika mit einer Richtantenne. Die anderen Erdteile wurden mit einem gemeinsamen Rund- strahler bedient, der seine Energien gleichzeitig nach allen Richtungen hin ausstrahlte. Der Vorteil der neuen Anlage liegt darin, daß die Richtstrahlantenne die Sendeenergien in einem kegelförmigen Bündel unter einem bestimmten Winkel ausstrahlt, etwa wie das Bild eines aufgeklappten Zirkels. Die Dipolen, bas sind die besonders abgestimmten Antennendrähte, sind so ungeordnet, daß auch wirklich nur in einer Richtung Die Sendeenergien in den Aether hinausgehen und nicht etwa in der entgegengesetzten Richtung. Eine zweite Sicherung dafür ist in der Anordnung von sogenannten Reflektor-Dipolen gefunden worden, die nicht allein die ausgestrahlten Energien in der gewünschten Richtung festhalten und verdichten, sondern darüber hinaus eine größere Sendeintensität innerhalb des Strahlenkegels erreichen. Durch eine sinnreiche Einrichtung sind die Sende- und Reflektordipole um die eigene Achse bis zu 180 Grad zu drehen. Der Richtstrahler ist also auch in der genau entgegengesetz- t e n Richtung mit der gleichen Zuverlässigkeit einzusetzen. Diese Umkehrungsmöglichkeit wird in nächster Zeit auch in der Praxis zur Anwendung kommen. Der Bau eines Richtstrahlers nach Mittelamerika, der in der Umkehrung gleichzeitig Australien erreichen kann, ist bereits vorgesehen. Heute haben wir neben dem alten „Nordamerika-Sender", der das 'Gebiet von Kanada bis zum Panamakanal erfaßt, vor allem den wichtigen „A f r i k a f e n d e r" für das gesamte Gebiet der ehemaligen deutschen Kolonien und der südafrikanischen Union, während der „A s i e n s e n d e r" den Fernen Osten von Japan bis Niederländisch-Jndien erschließt. Endlich reicht der „S ü d a m e r i k a s e n d e r" bis zu der nördlichsten Spitze Brasiliens. Wenn dann auch der „Mittelamerikasender" fertiggestellt ist, bann wirb ber ganze Erbball lückenlos burch bie Richtstrahler bes beutschen Kurzwellenfunks umschlossen sein. Heber die hervorragenbe technische Leistung hinaus haben biese Richtstrahlensenber aber für uns eine hohe welt- unb volkspolitische Bebeutung. Das junge Dritte Reich muß sich heute gegen eine Welt von Mißtrauen, Verkennung unb Äerleumbung behaupten. Wie ungemein wichtig es babei ist, baß ber beutsche Funk bie ganze Welt „bebienen" kann, baß er gewissermaßen bas Ohr ber Welt erreicht, liegt auf ber Hand Größer noch ist bie Aufgabe bes deutschen Kurzwellenfunks im Dienst unserer völkisch-nationalen Politik. Von hundert Millionen Deutschen lebt ein starkes Drittel außerhalb ber beutschen Lanbesgrenzen. Wir wissen, baß unsere Auslanbsbeutschen zu ben besten unb am meisten mit Blut unb Heimat oerbunbenen Bestand- teilen unseres Volkes zählen. Es gilt, sie nicht nur nicht zu verlieren, sonbern sie immer roieber und immer mehr mit den Vorgängen im Mutterland, mit dem geistigen und kulturellen Leben unseres Volkes in Verbindung zu bringen und dieses Band ständig zu verstärken, seit wir durch den Rundfunk die technischen Voraussetzungen erfüllen können. Die Wirkungsmöglichkeit liegt hier gleicherweise auf beiden Seiten, sei es in der Sendung, die einen lebendigen und wirklichkeitsnahen Spiegel des völkischen und geistigen Lebens zu geben hat, sei es draußen im Empfang, der unseren deutschen Brüdern und Schwestern in aller Welt die Heimat für Stunden näherbringen kann — ein großes, alle Deutschen des Erdballs umschließendes Band. pf. 600000 Volksempfänger. Die deutsche Funkindustrie hat in einer Sitzung mit der Reichsrundfunkkammer die weitere Auflage von 10 0 0 0 0 Volksempfängern beschlossen. Damit hat der Volksempfänger in 5V2 Monaten eine Gesamtauflage von 600 000 Stück erreicht. Es ist erfreulich, daß diese Neuauflage zum „Tag des Rundfunks" erforderlich wird, der der Tag der großen Volkstümlichkeit des deutschen Rundfunks werden soll. Außerdem beweist die unaufhörlich steigende Zahl der Auflagen des Volksempfängers, daß die Rundfunkpropaganda der nationalsozialistischen Rundfunkführung und der Reichsrundfunkkammer einen greifbaren Widerhall in den breiten Schichten unseres Volkes finbet. Immer mehr gewinnt bie Erkenntnis Raum, baß Runbfunkhören für jeben Volksgenossen eine staatspolitische Notwendigkeit ist, wenn er sich nicht selbst sowohl auf politischem wie auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet, von dem Gesamtleben der Nation ausschließen will. — 600 000 Volksempfänger zeugen zugleich von der wachsenden Gesundung der deutschen Funkwirtschaft, die ebenfalls auf die Durchschlagskraft ber nationalsozialistischen Rund- funkpropaganba zurückzuführen ist. forbmmgen stellten sich auf etwa 94,25 bis 94,50 196,75, Metallgesellschast 75 Schuckert d Reichsmark-Anleihen waren erneut um etwa I mens 145,50, Subb. Zucker 1 , *-• ^95 M6 o Äftigl man nannte u. a. LWE. 82,50 Reichsbahn-Varzugsakt.-n 112,75, bis 83,50, Rhein-Elbe-Union 84,50 bis 85,50, 1947er Frankfurter Obst- uitb Gemusemarkt. Stahlverein 76,75 bis 77,75. Staats- und Lander- » . f t a 9. Febr. Am Gemüsemarkt nnlpihpn weiter rubia und kaum verändert, ledig- ,, 0 r.'.. rorJnnfnM unb Feldsalat wie- fernamf Fernsprech- fernamt Besprechung in B in A die an die Leitungen höhere Ansprüche stellt als die Wirtschaft und auch das lebhafte Stickstoffaeschäft irn ir wurde beachtet. In außenpolitischer Hinsicht aus. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Ml. 9.2. 8.2. 9.2. 8-2- Datum 95,75 94 94 97,1 100,1 93,25 97,9 19,75 94,25 100,13 93,5 97,25 19,4 94,25 0 0 0 0 110,5 61 64 30,25 124 96,75 102,9 60,5 96,5 93,5 102 145,5 113,5 75 106,4 62 90,5 73 109,75 60,75 63,75 45,5 45,75 47 37,5 46 47 23,25 160,5 179 153,25 0 0 12 30,25 123,75 96,25 103,13 60 96,75 102,25 145,5 113 74,5 106 62,5 91 0 0 0 0 0 7 0 0 0 0 10 0 0 Schluß- kurs 0 0 6 6 Schluß», in i nag- börse 6uDrn» ... Deutsch« ErdS! Gelsenkirchen er . 0 . 0 . 0 10 . 0 . 0 . 0 . b 6 IV, .. 7 S .. 0 .. 0 .. 0 :l 111,75 60,25 62,25 29,75 123,25 96,75 101,5 59,75 94,25 100,5 145 113,5 74 105,5 60 89,5 33,13 87,9 48,5 200,5 88,65 41,25 14,75 116 114 154,9 127,65 52,3 53,75 74,9 68,5 91,4 93,5 95,65 92,25 92,25 91 91,75 94 94 97,1 19 1,05 6,25 6 5,9 6,13 6,2 1,05 6,5 6,13 6,13 8 6,15 6,25 Das Getreidegeschäft hat auch in der ersten Februar-Woche keine Belebung erfahren. Im großen und ganzen ist die Marktlage gegenüber der Vorwoche wenig verändert. Nach wie vor bildet das schwache Mehlge- schäft ein starkes Hemmnis, so daß das Angebot in Brotfrucht weiter überwiegt. Der Mehlkonventionspreis ist für den Februar um 30 Pf. pro Sack erhöht worden, so daß sich die Preise jetzt wie folgt stellen: Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29,40 bis 29,95, do. ohne 27,90 bis 28,45 Mark pro 100 Kilogramm. Roggenmehl blieb zu 23,50 bis 24 Mark für 0- bis 60prozentige Ausmahlung und zu 24 Mark für südd. Spez. 0 unverändert. Auch Weizen und Roggen hatten unverän- 33 49,25 199,5 89,25 41,5 14 116 155 128 177,5 52 53,75 75 67,5 86 98 100,13 94,13 97 19,4 93,9 92,25 91,9 94 95,5 92,5 92,25 91,25 92 94 94 97,1 20 1 6,4 6,13 7,75 6,13 6,1 Weitere günstige Arbeitsmarkttage in Hessen-Nassau. Sender t für den Bezirk des Landesarbeiisamls Hessen bei Beginn der dritten Etappe der Arbeit-- schlacht im kommenden Frühjahr mit einem außergewöhnlich günstigen Ausgangsstand za rechnen. 45,75 45,75 48 37,5 44 47,13 214 179 152 Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt 30 123,25 96 102,13 59,5 94,65 101 144,5 113,5 74 105,25 60,65 89,75 72,25 145 112 60,65 62,5 Besprechung des Senders über eine Teilnehmerleitung durch Vermittlung des Ortsamtes und des Fernamtes des Besprechungsortes über eine gewöhnliche Fernleitung und durch das Fernamt des Sendeortes. 94 94 97,1 20 1,2 6,35 6 5,75 8,05 6,3 6,4 97 46,4 45,9 47,5 36,75 117 45,75 47,25 65 23 164 177 153,75 25,75 184 100,1 94,1 97,9 19,7 94,4 92,25 Das größere Geschäft bei Beginn der Börse hatte * t. roo Altbesitz 0,50 v. H. 95,5 46,5 46,5 47,75 38,25 115,5 44 47 62 21,25 179 152 25,4 181,5 fähig lagen. Ra uh futtermittel neigten zur Schwache, Heu ftidb. 6,50 bis 6,75 (minus 0,25 Mark), Weizen- und Roqgenstroh drahtgepreht und gebündelt 1,90 bis 2 Mark (minus 20 Pfennig). Wochenbericht vom frankfurter Gchlachtviebmarkt Helstngfor».. Wien ..... Prag ...... BudapeK ... Sofia ...... Holland .... Cilo ...... Kopenhagen • Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyort.... Brüssel Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Ian. . Jugoslawin. Lissabon .... ^'uß'-l Schluß- ^1 ft* Sprachenübertragung. . Wenn man dies darstellt, so erscheint es ganz einfach und selbstverständlich, denn die gewaltige Entwicklung der Technik hat uns eben das Wundern abgewöhnt. Um zu verstehen, welche geistige Umstellung und welche Ueberwindung von Hemmungen zur Schaffung dieser geradezu weltumspannenden Anlagen notwendig waren, müssen wir uns einmal um etwa zehn Jahre zuruckver-. ^l,en,lpen öiimme uoer uen gangen vsiuu setzen. Wenn damals jemand gesagt hätte, man s nen anderer Menschen hörbar zu machen. 32,25 87,5 47,9 199,75 87.25 40,75 14 116 116 155,75 126,9 52,75 54 73,5 I 66,25 01 25,75 I -I gJlaTnhafttoerfe Höchst a.®ü.. 4| 72,5 72,75 I Süddeutscher Zucker .....— 8| 181,25 I 184 I pendem Geschäft verblieb Ueberstand. Es erzielten Ochsen 24 bis 33, Bullen 23 bis 30, Kühe 13 bis 27 und Färsen 23 bis 33 Mark. Am Kälbermarkt zeigte der Auftrieb mit 1375 (gegen 1461) Stück nur wenig Veränderung, auch die Preise blieben auf der erhöhten Dorwochenbasis gut behauptet. Gute, schwere Tiere waren gefragt. Rach mittelmäßigem Handel wurde ausverkauft. Lämmer, Hammel und Schafe verzeichneten auf Grund der erheblich schwächeren Zufuhr (310 gegen 613 Stück) eine kräftige Erholung. Bei mittelmäßigem Geschäftsgang zeigten die Preise eine Erhöhung um 2 bis 3 Mark: der Markt wurde geräumt. Hammel 25 bis 32, Schafe 20 bis 28. Frankfurter Börse. Mttagsbörse freundlich. anleihen weiter ruhig und kaum verändert, leoig- lich 5,50 v. H. Pounganleihe nachgebend. Don Stadtanleihen waren Darmstädter gesucht und gestrichen Geld, die übrigen kaum verändert. Der Pfandbrief- markt lag fast ohne Geschäft, Goldpfandbriefe behauptet, dagegen Liquidationspfandbriefe 0,25 v. H. und Kommunal-Obligationen 0,13 v. H. niedriger. Don fremden Werten gaben 4 0. H. Rumänen, Ungar. Goldanleihe und Mexikaner bis 0,13 vH. nach, dagegen waren Monopol-Rumänen um 1,50 v. H. auf 34,50 v. H. erhöht. — Tagesgeld etwas gefragt und 3,50 v. H. Reiten & Guilleaume......0 Gesellsch.f.Elektt.Unternehmung. 6 Rheinische Elcktrtzttät ....... 6 Schocken L Co.............6 Siemens L Halske 7 Lahmes« L Lo........••••• 1° 0 32,65 47,75 199,65 87,75 40,65 13,5 115,5 115,5 155 126,75 177,5 52,5 52,75 73,5 66,25 I 86 98 1 Frankfurts M., 9. Febr. (LPD.) Die Pr-ste- stelle des Landesarbeitsamts H-if-n teilt mit: Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk des Landesarbeitsamts hellen lag Ende Januar d. I. um 13 562 niedriger als Ende Dezember 1933. Infolge des plötzlichen und tarken Kälteeinbruchs im Monat Dezember v. «y, der während des ganzen Monats angehalten ha te^ ! hatte sich eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um rund iq 000 ergeben. Die Entwicklung im Januar ist im Verhältnis jur Detterlage daher als äußerst günstig zu bezeichnen, da nicht nur die im Dezember erfolgte Zunahme der Zahl der Arbeitslosen ausgeglichen ist, sondern sich darüber hinaus eine weitere beträchtliche Abnahme ergeben hat. Die im Dezember vorübergehend eingestellten Außenarbeiten konnten im Januar zum größten Teil wieder ausgenommen und dazu neue Maßnahmen aus den Arbeitsbeschaffung^ der Reichsregierung und der wertschaffenden Arbeits- losenfürsorge begonnen werden. Die Zahl der m Außenarbeiten beschäftigten Notstands- arbeitet lag daher Ende Januar gegenüber Ende Dezember wieder um fast 10 000 höher Die günstige Entwicklung im Januar ergibt sich aber nicht allein aus einer Wiederaufnahme von Außenarbeiten. Auch in den konjunkturell beeinflußten Berufen ist eine weitere stärkere Abnahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen: so nahm die Arbeitslosigkeit allein in der Metallindustrie um rund 3250 ab. Es wurden Ende Januar im Bezirk des Landes- arbeitsamts Hessen 211 824 Arbeitslose gezahlt, da- von waren 33 701 ober 15,9 v.H. Frauen. Im Vergleich zum gleichen Zettpunkt des Dorzahres liegt die Zahl der Arbeitslosen um rund 120 700 oder 36,3 v. H. niedriger. Diese Zahlen für Ende Januar zeigen damit noch ein günstigeres Bill) als nach dem Stande von Ende November 1933. Da : nicht anzunehmen ist, daß der in den Sommer- und Herbstmonaten erreichte günstige Stand in diesem , Winter noch wesentlich beeinflußt wird, ist Am Aktienmarkt eröffneten IG. Farben und Deutsche Erdöl gut behauptet. Montanwerte lagen meist etwas niedriger, so gaben Klöckner und Phönix je 0,7-5 v. H., Mansfelder 0,65 v.H., Ilse Genuß 1,13 v. H. nach, nur Harpener gewannen 0,40 v. H. und Rheinstahl 0,25 v. H. Auch Elektrowerte waren uneinheitlich, Gesfürel + 0,75 v. H., Schlickert + 0 25 d H., dagegen Siemens und Lahmeyer je — 0',50 v. H., Bekula —0,25 v.H. Transportwerte wiesen ebenfalls unregelmäßige Kursbildung auf, Nordd. Lloijd und Reichsbahn-VA. je —0,50 v. H., Hapag gewannen 0,13 v. H. und Allg. Lokal 8c Kraft 113 vH. Im einzelnen waren Reichsbankanteile 1' v. H. und Daimler Motoren 0,25 v. H. höher. In der zweiten Börsenstunde trat eine weitere Befestigung ein, besonders Montanaktien wurden von ihr erfaßt. So zogen Gelsenkirchen von 59,75 auf 62,25, Klöckner von 59,50 auf 61 v. H., Phönix von 47 auf 48,50, Rheinstahl von 88 auf 89,50 an, außerdem waren Farbenindustrie 1 v. H., Daimler 1 50 v. H., Gesfürel 1 v. H., AEG. 0,50 v. H., Sie- mens 0,75 v.H. und Südd. Zucker sowie Nordd. Lloyd um je 1,50 v. H. fester. Am Kassamarkt er- gaben sich nur geringfügige Veränderungen eine Reihe von Papieren waren mangels Materials ge- , strichen Geld, fo u. a. Faber & Schleicher und Schramm Lack sowie Gebr. Fahr, die mit 112 v. H. : nach vorgestern 107,25 v. H. taxiert wurden Am Rentenmarkt erhöhten sich Altbesitz um weitere 0,40 v. H. auf 97,90 v. H., Neubesltz au 19,75 nach 19,60, später bröckelten sie jedoch leicht ab 97.65 bzw. 19,70 v. H. Späte Reichsschuldbuch. werde teure Leitungen von Tausenden von Kilometer Länge bereitstellen, nur um Musik übertragen zu können — ich glaube, er wäre für verrückt erklärt worden, und doch möchten wir heute diese Anlagen nicht mehr missen, denn abgesehen von der Bereicherung unseres Lebens, die sie uns geben, sind sie sicher geeignet, unser Selbstbewußt- sein zu erhöhen: denn es ist und bleibt doch eine wunderschöne Sache, daß es gelungen ist, eines Menschen Stimme über den ganzen Erdball Millio- roaren die Preise für Rosenkohl und Feldsalat wie- der rückläufig, nachdem sie am Dienstag dieser Woche leicht angezogen hatten; im übrigen traten keine Veränderungen ein. Die Zufuhren wa^n all» gemein gut, das Geschäft gestaltete sich L" neben- stellend. Blumenkohl, Steige 12 unb 18 1otud, 350 bis 450 ital.; Eskarol, Steige 18, 24 und>32Stuck 225 bis 300 ital.; bieselbe Steige mit 18 unbi 24 Stück, 300 bis 450 span.. Feldsalat 80 bis 100, Gewürze! große Bündel, 30 bis 40; Karotten 5,5 bis 8; ^ndustriekartoffeln, per 50 Silo 300 bis 325; Kohlrabi, unter, 5 bis 6; Köpftalat Sterne 350 bis 450 span.: Lauch 3 bis 6; Meerrettich l ,20 bis 25, II 12 bis 15, Rosenkohl 22 bis 25 20 bis 22 holl.. Rote Rüben 4 bis 7, Rotkraut 4,5 bis 7, 6 bis 7 holl., Sellerie je nach Gröhe 5 bis ^Spinat /« Kilogramm brutto 18 bis 22 ital., Schwarzwur« xeln 12 bis 18, Weißkraut 5,5 bis 6, 5 bis 6 boü., Tßirlina spitz 14 bis 15, rund 11 bis 12, Winterkohl 13 bis 15, Weiße Rüben 6 bis 8, Zwiebeln 6. In O b st u n d S ü d f r ü ch t e war allgemein gutes Angebot. Bei kaum veränderten Preisen war das Geschäft mäßig. Aepfel I 20 bis 25, II 15 bis 18, Wirtschaftsäpfel 11 bis 13 Aepfel amerik., Kiste ca 40 Pfd 750 bis 950, Apfelsinen blond 10 bis 17 span , kernlos 12,5 bis 18, Blut 12 bis 15 fpan., blond 10 bis 15 ital., Blut 20 bis 21 ital., Birnen I 15 bis 20, II 10 bis 12, Kochbirnen 4 bis 7 Birnen amerik., Kiste ca. 40 Pfd. 1300, Erdnüsse 13 bis 15, Mandarinen 12 bis 18 span., Zitronen Korb, ca. 280 Stück Inhalt 400. Mainzer Getreidemarkt. Mainz. 9. Febr. Je 100 kg lata Mainz (Graß- Handels-Einstandspreis) notierten bei rucklaustger Tendenz in Mark: Weizen R°gg°n Hafer 14,60 bis 14,85, Braugerste 17,50 bis 18, 3n- ; buftriegerfte 17,25, Malzkeime 14, Weizenmehl sudd , Spez. 0 30,10, Rogaenmehl 0 bis 60proz. nordd 23 l bis 23,50, südd. 24 bis 24,50, Weizenkleie fein 10,90 . do. grob 11,40, Roggenkleie 10,75 bis 11,50, 2öei > zenfuttermehl 12, Biertreber 16,50 bis 16,75, Soya- - schrot 15,15, Trockenschnitzel 9,75. $ranrfun a. Dl | Berlin Harpen« .....•••••••• Ho eich Eisen—Kölo-Neuefte« Ilse Bergbau ■ • Ilse Bergbau Genüsse KI öckn «werke Clanntlmann»R66re8 —— Abendbörse: fest. Die Abendbörse erfuhr in Fortsetzung der Tendenz des Mittagsverkehrs eine weitere Befestigung. Die Umsatztätigkeit war auf Grund von emge- troffenen Kundenorders relativ lebhaft, da auch die Kulisse recht regen Anteil am Geschäft nahm. Die Berliner Schlußkurse konnten sich bei Eröffnung der Abendbörse meist um 0,25 bis 0,50 v. H. erhöhen, wobei das Hauptinteresse weiterhin den Bergwerksaktien galt. Auch IG. Farben, Daimler Motoren und einige andere Werte waren beachtet. Am Rentenmarkt'bestand besonderes Jntöresse nach der Neubesitzanleihe, die mit 19,80 v. H. um 10 Pf. hoher einfetzte, nachdem sie vorbörslich fchon mit 19,85 v. H. gehandelt worden war. Altbefitz und spate Reichsschuldbuchforderungen lagen gut behauptet. Im Verlause wurde das Geschäft tm Hinblick aus das Wochenende stiller und die Kurse bröckelten hier und da eine Kleinigkeit ab, die Stimmung blieb aber durchaus zuversichtlich. Lie Börse schätz überwiegend mit Kursbesserungen um 0,25 bis 0,75 v. H. im Vergleich zum Berliner Schluß, Südd. Zucker gewannen 1 v. H. Die Neubesitzanleihe war ruhiger und ging nachbörslich zwischen 19,70 bis :19,80 i um. Ü. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,80 bis 19,75, Altbesitzanleihe 97,90, Schutzgebietsanleihe 9,70, Reichsbankanteile 166,50, Buderus 74,50, Gelsenkirchen 62,50, Harpener 91, Klöckner 61, Mannesmann 64, Phönix 49,25 bis 49, Rheinstahl 89,25, Stahl- verein 41,50, AEG. 30,25, Bekula 123,75 Chade Lit. A—C 160,50, Daimler 45,75 bis 46, Licht & Kraft 103,13, IG. Farbenindustrie 128, Gesfürel •o/ Deutsche Reichsanleihe v. 1927 •%t6em.r,/0 Dt.RetchSanI.v.iS2S ci/ o/ dioung-Anlethe von 19»O Wche Ani.-WUft..SchuId mÜ AuSlos.«Rechten . ■ • ..... 6%UShU2anbe8ban! Darmstadt 6*4%b Seit2 LandeS-Hypotheken- bau! Darmstsdt Ltqui ■■ Oberhessen Provinz-Anleih» mU Luslos.«Rechten ■ Deutsche Komm. Eammelabl. »n« leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% eh em. &% Hyp.-Ban! Doldpse. 15 unkündbar bis 1935 ehem 7% Franks. Hhp 'Bank Aoldpfe. 16 unkündbar bis 1938 6%% ehem. *V,% Franks Htzv^ tzänk-Liqu^Psandbriese • ■ ty.% ehem V/t% Rheinische Lvp.-Bank-Ltqu.-«oldpse «0/ ebem. 8% Pr LandeSpsand» ^'LrLsanstalt, Pfandbriefe R 19 <% ehem. 7% Pr Lande»psani>. Vfanftali, Pfandbriefe R. 10 Gteuergutsch DerrechnunaSkur« KÄä™»-« 4% Dürki che Zostanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbaha-Anleihe ..................... Datum 4% deSgl. Serie 11 ...........- 5% Rumän. oeretnh. Rente v. 1903 SN%RumLn.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. t%% Anatoli« ....... Hamvurg-Amerika-Paket .... 0 Hamburg-Südam. Dampfschisf 0 Hansa-Dampfschyt.......0 Norddeutscher Lloyd 0 A.G. sür Verkehrswesen Akt. .. 0 Berlin« Handelsgesellschast . I Commerz, und Privat-Bank ... 0 iierte Preise, Weizen 195 bis 196, Roggen 172,50 Frankfurt a. M., 9. Febr. Jrn Gegensatz zu bis 173 Mark per Tonne. Iben Vortagen war das Geschäft an der heutigen G e r ft e lag fast umsatzlos, sowohl für Brau« als Börse etwas lebhafter. Das Publikum ist mit Aus- auch für Futterzwecke, Braugerste notierte unver- trägen, besonders am Rentenmarkt, hervorgetreten, ändert 175 bis 177,50 Mark. - unb auch bie Kulisse ging in größerem Umfange Infolge bes schwachen Brotgetreideabsatzes hat das Neuengagements ein, so baß sich bte Tendenz, nach- Angebot von Hafer eine leichte Verstärkung er- dem die ersten Kurse meist etwas gedrückt waren, fahren dem nicht, wie noch in der Vorwoche, der freundlich entwickeln konnte. Eine Anregung ging entsprechende Absatz gegenüberstand. Die Notiz ging von der günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt um 1 Mark auf 146 bis 148 per Tonne zurück. ; ——k -•'*? x~; im Die freundlichere ©runbftimmung am Fu t ter- Januar wurde beachtet. In außenpolitischer Hmsicyl m i 11 e l m a r 11 kam preismäßig nicht zum Aus-: machte bie Beruhigung in Pans unb bte bevordruck, vielmehr ergaben sich infolge bes ausreiche.n- stehende Bildung einer neuen Regierung einen den Angebots bei einigen Artikeln weitere Ab- guten Eindruck. schwächungen. Der Absatz in sofortiger Ware war $a5 größere Geschäft bei Beginn der Börse hatte relativ gut, während auf Lieferung fo gut wie nichts ber Rentenmarkt, wo Altbefitz 0,50 v. H. verkauft wurde. Weizenkleie lag mit 10,40 um 20 hoher eröffnete. Neubesitz waren nach unverander- Pfennig, Palmkuchen mit 15,15 um 35 Pf., Trocken- tem Beginn bei 19,60 um 20 Pf. höher, spate schnitzel mit 10 um 25 Pf. und Treber mit 16,85 Reichsschulbbuchsorderungen unb Stahlverem-Bonbs bis 16,75 gar 75 Pfennig.^ 100 Kilogramm niebri- (agcn behauptet. Reichsmark-Obligationen waren ger, während Sojaschrot trotz starken Angebots zu verhältnismäßig still, aber boch um 0,25 bis 0,50 15,20 unoeränbert blieb, ebenso wie Roggenkleie zu D- H gebessert. 10 50 bis 10,60, Weizenfuttermehl zu 11,50 unb Er'bnußkuchen zu 16,30 bis 17,20 Mark wiberftands- Deu^che Bank und Dis conto- Sesellfchast................ Dresdner Bank ............. Reichsbank A.S.G..................... Bekula Slektt. LieferungSgefellschaft... Licht und Kraft .... "S«tin, 9-Februar Amertkanifche Note».............. Belgische Roten............. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten ••••••••• Holländische Noten............... Italienische Noten ..... Norwegische Noten Deutsch Oesterreichs 6 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Note» ........... Schwei,« Noten................. Spanische Note» ........ Ungarische Not» ........... In der Arbeitslosenversicherung und Knsenfur- sorge wurden Ende Januar 88 299 Hauptunter- stützungsempfänger gezählt, das sind 2359 oder 2,7 vom Hundert weniger als zu Beginn des Monats. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen ging im gleichen Zeitraum um 7155 ober 8,3 v. H. auf 79 250 zurück. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung.) T D. G. Wird bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeuges der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt, so ist der Halter des Fahrzeuges Der- pflichtet, dem Verletzten den daraus entstandenen Schaden zu ersetzen, es sei denn, daß der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht worden ist. Diese Haftung des Kraftfahrzeughalters tritt gesetzlicher Bestimmung gemäß auch ohne Ver- chulden ein; liegt sogar ein Verschulden des Motorradfahrers vor, so greift die weiteraehende Haftung des Motorradfahrers auf Grund der Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches über unerlaubte Handlung Platz. Der Motorradfahrer ist nicht de- rechtigt, die Anerkennung feiner Haftung von dem Nachweis abhängig zu machen, daß der Verletzte ohne den Unfall arbeitsfähig geblieben wäre. Im Falle eines gerichtlichen Austrags der Streitigkeit find d i e Verhältnisse maßgebend, wie sie am Tage bes Unfalls bei dem Verletzten bestanden. Auf Grund des geschilderten Sachverhalts erscheint em gerichtliches Vorgehen auf alle Fälle erfolgversprechend. ______________________ Spenden für die 7lG-Dolkswohlfahri । werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen. Mansfeld« Bergbau....... Kokswerke ......... Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohlen .... Rheinstahl .....-....... Vereinigte Stahlwerke...... Otavi Minen ............ Kaliwerke Aschersleben Ka'twerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth g. ®. Farden-Invustrie Sch^ideanstall............. Goldschmidt ........ ..... RütgerSwerke .........•••• Metallgesellicbaft.....•••••• Philipp Hotzmann . Zementwerk Heidelberg .... Zementwerk Karlstadt....... Schultheis Payenhof« .... Aku (Mgemeine Kunstseide) Bemberg ............. gstoff Waldhos stoff Aschaffenburg iau« GaS ........... Daimler . Deutsche Linoleum.. ...... Orenstein L Koppel ....... Leonhard Tietz kbade.................... Arrumul atoren-Fabra ionti^Summt .......... Das Schlachtviehgeschäft nahm in der abgelaufenen Woche einen uneinheitlichen Verlauf. Die m der Vorwoche eingetretenen Preisbesserungen haben hier unb ba erheblich stärkere Zufuhren gebracht, währenb anberseits ber Konsum eher etwas nachließ Daher verblieb bei Rinbern unb Schweinen eÄinemarft mar bie Beschickung wider Ertrarten gro6, standen doch 5260 b.f). 1054 Stück mehr als in ber Vorwoche, zum Berkaus. Fette Schweine waren noch leiblich gefragt, ba- gegen hatten geringere Tiere infolge ber Ueberfub ?ung bes Fleischmarktes ungünstigere Absatzmoglich- feiten Nach schleppenbem Handel verblieben 290 Stück als Ueberstand. Die Preise gingen um 2 b s 3 Mark zurück und halten gegenwärtig bet 35 bis “ÄH Ä Ät'Ä Nachfrage, Ochsen und Färsen lagen um je 1 Mark höher, als in ber Vorwoche, bagegen gaben Kühe 1 Mark nach, Bullen blieben etwa behauptet Der j Auftrieb betrug 1402 gegen 1282 Stuck, nach schlep' Kurszeitel der Berliner und Frankfurier Börse. amt Frankfurt a.M Serlln Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schlußkurs Swlußk. Miiiag- börse 8.2. 9.2. 8.2. 9-2. 6,1 6,25 6,3 6,3 5,25 4,75 4,9 4,6 7,05 7,1 7,25 7,4 4,25 4,1 4,15 4,05 28 27,75 28 27,5 28,75 28,9 28,5 29 —— 22 — _ — — —— 31,25 32,25 30,75 32 64 65 63,5 65,5 93,25 93,75 93,75 94 52 52 52 52 64,75 65,25 64,75 65 66,25 66,5 66,25 66,5 165 166,5 165 166,9 Hrankiur« a. 51 8«1m Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- hu* Schlußk Mitia»> b-rsr Datum 8-2. 9-2. an R 8.2. 95 9-2. 95,4 8-Febmar g.Aebruar I Amtlich, Notierung \ (Kelh | Ärie Amtlich, Notierung Geld | Sriei 5,664 47,20 12,427 5,676 47,30 12,447 5,644 47,20 12,44 5,656 47,30 12,46 3,047 3,053 3,047 3,053 167,83 168,17 167,93 168,27 64,49 64,61 64,24 64,36 57,29 57,41 57,14 57,26 66,18 66,32 65,98 66,12 12,805 12,835 12,785 12,815 0,660 0,664 0,653 0,657 2,557 2,563 2,547 2.553 58,14 58,26 58,16 58,28 21,93 21,97 21,95 21,99 16,42 16,46 16,43 16,47 80,72 80,88 80,72 80,88 33,87 33,93 33,97 34,03 81,32 81,48 81,32 81.48 0,764 0,766 0,762 0/764 0,214 0,216 0,214 0,216 5,664 5,676 5,664 5,676 11,69 11,71 11,67 11,69 Banknoten. «eid Äries 2,50 2,52 58,00 58,24 56,89 57,11 12,74 12,80 16,39 16,45 167,51 168,19 21,83 21,91 64,07 64,33 — — w 65,82 66,08 80,54 80,86 33,83 33,97 —- — Aus aller Welt. Kältewelle im Offen der USA. Die Oft- und Norboststaaten werden seit Don- nerstag von einer ungewöhnlichen Kältewelle heimgesucht. Im Eisendahn- und Straßenbahnoer- kehr kam es vielfach zu erheblichen Störungen. Die Schiffahrt mutzte teilweise eingestellt werden. Am Freitag früh wurden in Neuyork etwa 2 4 Grad Celsius unter Null gemessen. Die Obdachlosenunterkünfte sind überfüllt. Die Notstandsarbeiten mutzten eingestellt werden. Etwa 80 000 Arbeitslose sind davon betroffen. Auch in Washington herrscht ungewöhnliche Kälte. Der Freitag war mit 24 Grad unter Null der kälteste Tag seit dem Fahre 1912. Die Folgen für die sonst an ein mäßiges subtropisches Klima gewohnte Bundeshauptstadt sind schwer. Mehrere Personen sind erfroren. Glatteis führte zu zahlreichen Unfällen. In den Gebirgsgenden erreichte das Thermometer einen noch tieferen Stand. In Highpoint (Neu-Jersey) wurden 4 0 Grad Kälte gemessen. Zum ersten Mal seit 60 Jahren ist der Ontario-See wieder zu- gefroren. — Infolge des außergewöhnlich strengen Frostes hat sich auf dem Hudson eine Eisdecke gebildet. Die „Berengaria", die mit einer Goldladung aus Europa in Neuyork eintraf, konnte erst noch mehrstündigem Warten in den Hafen einlaufen, nacydern Eisbrecher und Schleppdampfer eine Fahrrinne durch das Eis gebrochen hatten. Grotzfeuer in einer Klosteranstalt. — Brandstiftung einer verkrüppelten. In der Mädchenabteilung St. Maria der Heil- und Pflegeanstalt Ursberg bei Mindelheim (Schwaben) brach ein Brand aus, der rasch um sich griff. Der Mittelbau mit der Kapelle fiel dem Feuer zum Opfer. Sämtliche Kinder konnten gerettet werden. Die im Kloster selbst aus Schwestern gebildete Feuerwehr trat dabei zum ersten Male in Aktion. Der Brand wurde dann im Verein mit der SA. und dem Arbeitsdienst von Thannhausen mit fünf Motorspritzen bekämpft. Es handelt sich um Brandstiftung. Ein 31 Jahre altes, schwerverkrüppeltes tschechisches Mädchen, das jedoch geistig normal ist, hat das Feuer gelegt. Es hat die Tat bereits gestanden, lieber die Astotioe ist noch nichts bekannt. Schreckliches Ende einer Erholungsreise. Ein in Oberwiesenthal (Sachsen) zur Erholung weilendes Ehepaar aus Berlin war mit dem Rodelschlitten nach Tellerhäuser gefahren. Trotz mehrfacher Warnungen machten sich beide am Abend auf den Weg, um durch den Wald die Sachsenbaude zu erreichen. Dabei kamen sie vom Wege ab und irrten die ganze Nacht im Walde umher. In den Morgenstunden brach die Frau vor Erschöpfung zusammen. Der Mann versuchte Hilfe zu holen, verirrte sich aber von neuem. Er wurde spater von Gästen der Sachsenbaude aufgefunden. Die Frau fand man t o t an der Stelle, wo der Mann sie verlassen hatte. Der Mann liegt schwer krank darnieder. Es handelt sich um die Eheleute Wendel st adt aus Berlin, im Alter von etwa 30 Jahren. Schwere Bluttat eines Epileptikers. In Rodalben (Pfalz) ereignete sich eine schwere Bluttat. Der 28 Jahre alte Milchhändler Alois Helfrich griff in der Wohnung seiner Schwiegereltern während eines Disputs zum Messer und versetzte seiner Frau mehrere Stiche in Gesicht, Kopf und Hals. Dem Eingreifen des Schwiegervaters war es zu verdanken, daß der Wütende von feinem Opfer abließ. Helfrich begab sich alsdann in feine Wohnung. Ein Polizeibeamter, der zur Vernehmung schreiten wollte, wurde von Helfrich ebenfalls tätlich angegriffen und zu Boden geworfen. Der zu Hilfe eilende Lederarbeiter Arenth erhielt mit einem beilartigen Messer einen schweren Hieb auf den Hinterkopf. Polizei- und Gendarmeriebeamte konnten den Wüterich schließlich überwältigen. Der Rabiate, der selbst blutüberströmt war, unternahm dann nochmals einen Angriff gegen den herbei- gerufenen Arzt und konnte erst nach Anlegung einer Zwangsjacke nach Pirmasens transportiert werden. Helfrich leidet feit Jahren an epileptischen Anfällen. Dom Bund „Königin Luise". Die Pressestelle des Bundes „Königin Luise" veröffentlicht eine Erklärung, wonach der Bund vom 5. bis 7. Februar eine Arbeitstagung in Halle abgehalten hat, zu der alle Landesführerin- nen einberufen waren. Auf dieser Tagung erklärten zum Schluß die Führerinnen für sich und ihre Landesverbände, daß sie weiter geschlossen hinter dem Bund „Königin Luise" und seiner Bundesführerin Frau von Habe l n stünden, in unbedingter Treue ß u m Führer und dem nationalsozialisti- s ch e n Staat. Die Landesführerin von W e st - falen war zu der Sitzung nicht erschienen. Sie und einige ihrer Führerinnen haben am 8. Februar ihre Äemter niedergelegt. Für die freigewordenen Posten sind kommissarische Führerinnen in Westfalen ernannt worden. Mangel an deutschen Lehrern im Ausland. Das Auswärtige Amt hat dem preußischen Kultusminister mitgeteilt, daß für den Auslandsschuldienst nach wie vor großer Mangel an Volks - und M i 11 e l s ch u l l e h r e r n, vor allem evangelischer Konfession besteht, die die zweite Prüfung abgelegt und Erfahrung im technischen Unterricht haben. Sechs Todesopfer beim Brande eines chinesischen Elektrizitätswerkes. In Tsitfikar (Helungkiang) brannte das Elektrizitätswerk nieder. Sechs Arbeiter kamen bei dem Brande ums Leben. Die Behörden vermuten, daß es sich um einen Anschlag kommunistischer Chinesen handelt. Zwei Todesurteile wegen Kindesmordes. Der 20jährige Melker Paul Krüger wurde vom Rostocker Schwurgericht wegen Kind es mordes zum Tode verurteilt. Ein zweites Todesurteil wurde gegen den 24jährigen Motorschlosser Walter Kroll wegen Anstiftung zum Morde ausgesprochen. Dem Kroll war ein Kind, das er von seiner früheren Verlobten hatte, lästig geworden. Er hatte deshalb den Krüger veranlaßt, das Kind im Bett zu erwürgen. Das Hausmädchen Grete Albrecht und der Melker Gustav Sprettstößer wurden wegen Begünstigung zum Morde zu drei bzw. sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ein weiterer Angeklagter wurde freigesprochen. Mord aus Rache. Als der Landwirt R e t t i n g in Falkowitz bei Oppeln sich an einem der letzten Abende zum Abendessen niedersetzte, krachte plötzlich ein Schuß, der aus dem Garten durch das Fenster der Wohnstube abgegeben worden war. Retting brach töd- l i ch getroffen zusammen. Er hinterlaßt eine Frau und zehn Kinder. Nach den bisherigen Ermittelungen der Mordkommission handelt es sich wahrscheinlich um einen Racheakt. Don dem Täter fehlt jede Spur. tfircbtiche Jladirtdvfen Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. Februar. Estomihi. Stadtkirche. 9.30: Repetent Dr. Lic. Schiink (zugleich Universstütsaottesdienst); 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Pfarrassistent Balz. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 20: Dibeibesprechung im Io Hannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kmderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Pct«skapelle. 9.45: Pfr. Trapp. — Alten-Bufeck. 10 und 13: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst (die vier obersten Schulklassen); 13: Kindergottesdienst (die vier unteren Schulklassen. — Wieferf. 9.45: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 13.30: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt. — Langsdorf. 11: Hauptgot- tesdienft.; 19.30: Abendgottesdienft. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. Kirchen- Difitation; 9.45: Festgottesdienst, dazu Christenlehre; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. Zohannesfaal. Mittwoch, den 14. Februar, bis Sonntag, den 18. Februar, jedesmal 20 Uhr: Bibelstunde; Evangelist Gehring-Möttlingen. Montag, 12. Februar. Lollar. 20.30: Bibelstunde. Dienstag, den 13. Februar. Lollar. 20: Ev.-kirchl. Frauenverein. — Steinberg. 20: Ev.-kirchl. Frauenhilfe. Gewinnauszug 5. Klaffe 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 8. Februar 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« zu 5000 M. 347152 4 Gewinne ju 3000 M. 158608 346787 14 Gewinne zu 2000 M. 62737 62872 210467 225670 233884 281926 365300 22 Gewinne zu 1000 M. 70598 116075 117760 187120 225827 323875 364397 372540 383803 389129 391337 38 Gewinne »u 500 M. 6572 14903 29484 63579 70205 77140 81498 83967 85985 125365 138902 157265 228382 240308 266866 290098 301620 317137 361311 440 Gewinn« ,u 300 M. 276 1901 4686 4998 5115 5898 9218 11172 11217 14125 15839 17540 18734 20567 21274 22935 25096 25193 27349 30792 32868 33090 34658 34794 35534 36163 36256 37984 38932 43664 43893 44914 46226 46257 48035 49407 50263 54677 55060 58101 64281 67529 68291 70168 71462 71665 72068 76027 78800 79723 82878 83067 83385 88146 89149 92269 94962 96855 97665 102727 103734 106850 106979 108306 109446 112671 113155 114347 115070 119476 120415 120837 123757 126107 127282 128133 130258 133138 134280 136154 136365 136565 140005 142169 145132 149523 150863 153032 155196 156033 159244 160243 160350 162713 162934 163528 164046 165683 167183 168378 169057 171463 172149 172878 178826 179214 179624 180053 183324 184279 184862 185242 190204 190719 191974 193050 201871 203231 203693 204263 209355 210604 213311 217081 218830 219749 220558 223692 223701 227945 231413 232500 234054 234639 235095 235740 236152 237147 239195 240042 243504 246286 249003 249239 251220 255130 255208 255370 255788 257560 259259 263494 263866 264161 276896 278264 278410 279015 279779 279945 280732 287451 288486 290360 295187 298817 299989 300778 302426 306285 308697 310336 310826 311583 311947 318458 318634 319082 322482 325037 325477 327091 331762 334121 33485t 336991 338712 341675 341679 343983 348647 349501 350518 351186 352793 353819 355223 357220 359312 359772 364210 364379 365633 366184 370977 373823 375201 378216 381881 384434 384716 387636 392029 393870 394341 394794 396577 397013 397507 399381 Katholische Gemeinden. Samstag, den 10. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 11. Februar. Quinquagefima. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Stoipmunion; 9: Hochamt mit 'Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Dersammlung der Jungfrauen-Kongregation; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Pre- bigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 12. Februar. Laubach. 7.30: Messe. Oefsentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Neumann-Spengel, Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Hirschapotheke. 1. Ziehungstag 8. Februar 1934 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 306349 2 Gewinne zu 5000 M. 298468 14 Gewinns zu 3000 M. 58018 83707 83823 88640 234350 382743 396585 12 Gewinn« ,u 2000 M. 23444 25085 27104 32741 57928 358841 18 Gew nns zu 1000 M. 2270 29748 111086 237699 251569 262209 295197 296207 375425 52 Gewinne,u 500 M. 12686 20512 22438 22789 26896 40648 72666 76453 83235 167403 187146 195565 213833 215579 231452 243437 274445 275811 288699 299127 300710 302930 321290 358750 380099 381193 422 Gewinne zu 300 M. 117 3734 3983 5226 5557 6055 7760 8030 9782 11985 12064 12611 14444 15025 17130 19876 22630 22752 23784 24038 26909 27931 29952 33230 35029 35487 35688 36167 39807 39827 40128 42099 42733 45065 47219 48242 49858 49933 52072 52203 52720 53431 53859 56166 65944 67846 70081 75614 79876 81147 85353 85645 87373 90976 91833 92072 95102 95120 97573 97700 98297 102124 Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 104788 108304 105288 107114 107879 109915 107908 111130 108104 111414 109794 109815 112168 112481 115556 117549 119089 121884 127200 128259 130775 135799 138684 144813 145782 146250 150115 151867 161965 152934 155296 156569 157200 158019 158246 161033 162297 164894 165575 165333 166438 169808 172211 174190 177765 177886 180652 181310 182200 186868 188020 194868 195818 198317 201924 203860 206381 208687 209245 215525 215753 218039 223449 223956 228454 229986 236783 237178 237242 241341 244675 244967 246510 250515 253430 254783 259777 261122 264231 264912 265246 270847 270857 271876 274075 274582 279178 280428 284971 285603 287111 287534 288318 288653 288720 288360 289185 289849 294535 298771 301876 303065 305850 306538 307618 308020 310103 310321 316404 316422 316755 318587 323597 326128 329323 329373 334533 336196 337372 338419 342306 343048 343410 343735 346094 350832 350905 353236 353674 356242 360396 365781 366872 368994 374265 374610 377875 378635 383699 384103 384493 385743 390634 391249 393435 394802 396698 397071 20 Tagespramien. 398826 28575 33045 41254 50943 96694 159775 173486 259470 304847 371585 Im ©ennnnrabe verblieben: 2 Gewinne zu je 100 000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu e 5000 ', 8 zu je 80000, 12 zu je 20000, 38 zu je 10000 196 zu ie 5000, 382 zu je 3000. 574 u je 2000, 910 zu je 1000, 2910 zu je 500, 19138 zu je 300 und 580 Tagesprämien zu je 1000 Mark wissenhafte nimmt und niemals wieder aufgeben wird. Sie hebt auch Gemeinschaft zur pflege öes Lebensverflcherungsge-ankens. lV J. Bingenheimer, Gießen, Kajserallee 21 Masken- Kostüme zu verleiben. "726 Werften bauer, Wilbelmfrr. 8 n Sab ein Wort au» für andre! Möchte ein Gebildeter reiferen Alters, bis 50er, gleich mir dem Wunsche im Gedankent. geistig - seelischen Inhalt geben? M ögl. Erfüllung bitte unt. 0033 a.d. Gieß.A. Führende Lebensversicherungsgesellschast mit gangbaren und Spezial-Tarifen sucht tüchtigen, gutemp schienen Herrn für den Kreis Gießen und Wetzlar als Bezirks -Inspektor bei emwrechenden Bezügen Gute Aufstieg- Möglichkeitist gegeben. Bewerber, die bereits im Außendienst tätig waren und angeniesfene Erfolge nachweisen können, wollen ihre Bewerbungen mit Unterlagen richten unt F.0.178 an Koch AMunzbcrgG.m.b.H.,frankfurt er Kaiserstrafre 5. Mineralöle Die bekannte leistungsfähige Firma Oel-Rudolph G. m. b. H., Frankfurt a. 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