Nr. 8 Erstes Blatt M. Jahrgang Mittwoch. 10. Januar M4 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Eie euer Familienblatter Heimat m Bild - DieLcholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsvrechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen posischectlonto: KranNurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 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Ministerpräsident Lhautemps erstattete Bericht über den bisherigen Verlauf des Finanzskandals von Bayonne und erklärte. datz er bereit fei, in der Kammer diesofor - tige Bera.tung der diesbezüglichen Interpellationsanträge anzunehmen. Lhautemps verlas sodann das Rücktrittsschreiben des bisherigen Kolonialministers D a t i tn i e r, das vom Staatspräsidenten an- genommen wurde. Der Ministerpräsident unterbreitete dem Staatspräsidenten ferner die Ernennung des bisherigen Arbeitsministers Lamoureux zum Kolonialminister. des bisherigen Handelsmarineministers J r o t zum Arbeitsminister und des bisherigen Unterstaatssekretärs im Innenministerium B e r t r a n d zum handetsmarineminister. Auch diese Ernennungen wurden vom Staatspräsidenten angenommen. Alle übrigen Ministerien bleiben unverändert. Lhautemps stellt sich der Kammer Kundgebungen vor dem Palais Bourbon. Paris, 10. Ian. (DNB.) Der Fall Stavisky ist in den Wandelgängen der Kammer das Gesprächsthema des Tages. Für Donnerstag macht man sich auf eine st ü r m i s ch e Sitzung gefaßt. Die Lage der Regierung wird als nicht beneidenswert bezeichnet, weil sich nicht nur von rechts, sondern auch von links eine scharfe Opposition fühlbar macht. Während die Rechte zweifellos a u f den Sturz der Regierunghinarbeit et, richtet sich der Vorstoß ber Sozialisten gegen d i e Polizei, und zwar insbesondere gegen den Pariser Polizeipräsidenten C h i a p p e. Wenn man berücksichtigt, daß die Regierung nur noch anderthalb Tage Zeit hat, um die Wogen der Aufregung zu glätten, so scheint die Skepsis verständlich, die in parlamentarischen Kreisen hinsichtlich der Gesamt- laae der Regierung besteht. Anläßlich der Wiedereröffnung derPar- lamentsfeffion waren am Dienstagnachmittag um das Kammer- und Senatsgebäude verstärkte polizeiliche Absperrungsmaßnahmen getroffen worden, da man befürchtete, daß es wegen der Stavifky-Affäre zu Kundgebungen kommen könnte. Extremistische Gruppen hatten nämlich ihre Anhänger aufgefordert, vor dem Kammergebäude zu demonstrieren. Die Zufahrtsstraßen wurden in großem Umkreis abgesperrt und der Fußgängerverkehr in den zum Kammergebäude führenden Hauptstraßen genau konrolliert. Kurz vor Beendigung der Kammersitzung kam es vor dem Palais Bourbon zu Zusammen st ößen zwischen Camelots du R o i und Polizei, die die Camelots an Kundgebungen verhindern wollte. Mitglieder der Action francaise hatten in die Straßenbahnschienen Knallpatronen versteckt, die beim Vorüberfahren der Straßenbahn explodierten und einige Aufregung hervorriefen. Diese Verwirrung benutzten die Camelots du Roi, um sich zu sammeln. Berittene Polizei schritt ein und konnte die Camelots zwischen zwei Sperrketten abdrängen. Anhänger der Action francaise flüchteten sich darauf in die nächstgelegenen Hausflure. Während die Polizei schätzungsweise 250 Manifestanten verhaftete, veranstalteten die anderen Camelots e i n Pfeifkonzert. Die ganze Szene war für den Film wie geschaffen und wurde von den Kinooperateuren, die in Erwartung solcher Szenen erschienen waren, eifrig gekurbelt. Am abend war am Kammergebäude die Ruhe wieder hergestellt. Oie Untersuchung der Stavisky-Affare. Paris, 10. Ian. (DNB.) Die Untersuchung in der Angelegenheit Stavisky geht mit Hochdruck weiter. In Chamonix erfolgte am Dienstag die O b - duktion der Leich- S t a o i s k y s , bei der die Gerichtsärzte auf Selbstmord schlossen. Vor der Leichenöffnung wurden zur einwandfreien Per- fonalfeststellung Fingerabdrücke von dem Toten genommen. In der Villa, in der Stavisky sich das Leben nahm, wurde ein verschlossener Umschlag mit der Aufschrift gefunden „M einer geliebt en Frau zu überreich e n". Man nimmt an, daß dieser Umschlag das Testament des Betrügers enthält und daß er darin außerdem von seinem Entschluß Mitteilung macht, sich das Leben zu nehmen. Der Briefumschlag wurde zu den Akten gegeben. Der Privatsekretär des Ministerpräsidenten beschuldigt. Chautemps dementiert. Paris, 10. Ian. (DNB.) Die nationalistische Liberte greift den Privatsekretär des französischen Ministerpräsidenten, Andrae Dubois, scharf an. Das Blatt schreibt: „Im Innenministerium, in der nach st en Umgebung des Ministerpräsidenten, finden wir eigentümliche Helfershelfer, die geeignet waren, den Erfolg des letzten Unternehmens Staoiskys zu Erleichtern, das unter dem Namen „Autonome Kasse für große internationale Arbeiten" bekannt ist. Wir finden unter den Verwaltungsratsmitgliedern dieser Kasse den Privatsekretär des Ministerpräsidenten, Andrae Dubois, dessen Tätigkeit sich nur auf seinen Sitz im Aufsichtsrat beschränkte. Wir sind in der Lage behaupten zu können, daß Dubois kürzlich an alle Landräte ein Schreiben mit seiner Unterschrift sandte und sie aufforderte, ihren Einfluß dahin geitenb zu machen, daß die Genossenschaften die Anleihe der Autonomen Kasse zeichnen mögen. Dieses Rundschreiben war auf Briefpapier mit dem Kopfaufdruck des Innenministeriums geschrieben Man erzählt, daß Dubois als Verwaltungsratsmitglied ein jährliches Einkommen von 90000 Franks hatte. Außerdem hat Dubois in einem Schreiben an den damaligen Landrat des Departements Loire, Jouve, einen wenige Tage später verhafteten Schwindler empfohlen. Jouve ist telephonisch aufgefordert worden, dieses Schreiben unverzüglich dem Innenministerium wieder zuzustellen. Das Blatt schließt mit der Frage: Kannte der Ministerpräsident den Der- waltungsratsposten seines Privatsekretärs und war er über die verschiedenen Schriftstücke unterrichtet? Das Ministerpräsidium dementiert diese .durch die Liberte verbreitete Nachricht. Dem Blatt scheine dabei eine Verwechselung mit einem London, 10. Ian. (DNB.-Funkspruch.) Wie „Times" hört, hat Henderson noch keine Einladung zu der für den 22. Januar in Aussicht genommenen Sitzung des Abrüstungsbüros ergehen lassen. Es fei möglich, daß die Sitzung um eine oder zwei Wochen aufgeschoben wird, da die deutsch-französische Aussprache und andere Besprechungen noch immer im Gange seien. Demnach müsse als zweifelhaft gelten, ob eine Sitzung des Büros irgendwelchen Wert habe, bevor eine endgültige Grundlage für eine Verständigung gefunden worden fei. „Times" will wissen, daß die letzte französische Denkschrift in London als ein großer Fortschritt gilt, jedoch sei die Haltung der deutschen Regierung gegenüber ber Denkschrift noch nicht bekannt. Einen weiteren Grund für den Aufschub bilde der Umstand, daß Norman Davis dringend wünsche, an der Bürositzung teilzu- ii e h m e n , aber Schwierigkeiten habe, rechtzeitig zur Stelle zu sein. „Morning Post" zufolge fährt Macdonald am Freitag nach Sandringham, um dem König über die derzeitige Haltung seines Kabinetts in der Abrüstungsfrage zu unterrichten. heute nachmittag werden die in London anwesenden Mitglieder des Abrüstungsausschusses des Kabinetts zur angekündigten Sitzung zusammentreten. amtlichen Unternehmen unterlaufen zu sein, das der Förderung großer öffentlicher Arbeiten diene und in dem der Kabinettschef Dubois ehrenamtlich tätig war. Oer Brunnen wird zugedeckt. Ein Gesetz zum Schutze der französischen Sparer. Paris, 10. Ian. (DNB.) Auf Vorschlag des Ju- stizministers hat der heutige Ministerrat beschlossen, in der Kammer am Donnerstag einen Gesetzentwurf einzubringen, der es Personen, die die Sparer geschädigt haben, verbietet, mit Wertpapieren zu handeln. Wer des Diebstahls, des Betruges und des Vertrauensmißbrauches für schuldig erklärt wird, darf danach, wenn seine Tat die Sparer geschädigt hat oder auch nur schädigen könnte, nicht mehr mit Wertpapieren handeln und auch nicht Angestellter in einem Betriebe sein, der sich mit dem Wertpapierhandel beschäftigt. Das Gericht soll bei der Verurteilung gleichzeitig über den Ausschluß vom Wertpapierhandel befinden und eine einstweilige Verfügung in diesem Sinne erlassen können. Zuwiderhandlungen sollten mit drei Monaten bis zwei Jahren Gefängnis und Geldstrafe von 1000 dis 10 000 Franken geahndet werden. Italien für militäriche Gleichberechtigung Deutschlands Besuch des französischen Botschafters bei Mussolini. Paris, 10.Ian. (DNB.-Funkspruch.) Mussolini hat am Dienstag den französischen Botschafter empfangen, um ihn über seine Aussprache mit Sir John Simon zu unterrichten. „Matin" meldet, daß der Duce erneut den Wunsch seiner Regierung betont habe, möglich st schnell zu einem, wenn auch bescheidenen Abrüstungsabkommen auf einer für alle Länder annehmbaren Grundlage zu gelangen. England halte im allgemeinen an der Grundlage des Macdonald-Planes fest. Italien trete für die allgemeine Beibehaltung der Rüstungen auf ihren gegenwärtigen Stand und die praktische Durchführung der militärischen Gleichberechtigung für Deutschland ein. Die englische Auffassung habe sich also in Rom nicht durchsetzen können. Der Völkerbundsreformplan trete gegenwärtig etwas in den Hintergrund. Wahrscheinlich werde Italien keine entsprechenden Vorschläge machen. Frankreichs SaargMe. Don Dr Karl Mehrmann, Geschäftsführer des Äundes Deutscher Westen GD. Frankreichs erstes Wort ist Sicherheit, Einverleibung sein nächster Gedanke. Die französische Politik denkt immer nur strategisch, auch da, wo sie vorgibt, sich mit wirtschaftlichen Vorteilen begnügen zu wollen. An der Saar stellt das Versailler Statut das Wirtschaftliche ganz entschieden in den Vordergrund und regelt von hier aus den ganzen Staatsund Völkerrechtszustand des Kohlenbeckens für den Zeitraum von fünfzehn Jahren. Um Frankreich nun eine Entschädigung zu bieten für die durch die Kriegszerstörungen bewirkte Lahmlegung der Bergwerke in Nordfrankreich, wurden ihm die Saargruben als Eigentum übergeben. Oer Re chslagsbrandsttfier van der Lubbe bingerrchtei. Leipzig, 10. Ian. (DRV. Funkspruch.) Die durch das Urteil des IV. Strafsenats des Reichsgerichts vom 23. Dezember 1933 gegen den Maurer Marinus van der Lubbe aus Leyden (Holland) erkannte Todesstrafe ist, da der Herr Reichspräsident von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht hat, heute um 7.30 Uhr in einem Hose des Landgerichtsgebäudes zu Leipzig mittels Fallbeil vollstreckt worden. Und wiederum: Um dem neuen, dem französischen Eigentümer die ungestörte Ausbeutung seines Besitzes zu sichern, wurde das ganzeSaar- decken mit der gesamten Einwohnerschaft aus der Reichsverwaltung herausgelöst und einer Regt e r u n g s k o m m i s s i o n des Völkerbundes unterstellt. Einer angeblichen unparteiischen Kommission. In Wirklichkeit aber hat in den dreizehn Jahren ihres Bestehens Frankreich stets den entscheidenden Einfluß gehabt. Wir wissen, daß die Völkerbundsverwaltung durch die in Genf eingesetzte Kommission für Clemenceau nur ein Notbehelf und als Provisorium gedacht war. Erst als er trotz seines Schwindels mit der Existenz von 150 000 Saarfranzosen Wilsons und Lloyd Georges Widerstand gegen eine sofortige Einverleibung in Frankreich nicht hatte brechen können, fand er sich in das Probeabenteuer, 15 Jahre lang die Saarbewohner aus der deutschen Verwaltung auszuschalten, sie in dieser Zeit über die Segnungen einer Fremdherrschaft aufzuklären und sie dann über das dauernde Weiterbestehen der Dölkerbunds- regierung, oder über Unterschlupf in Frankreich oder — zuletzt! — über die Heimkehr unter die deutsche Verwaltung a b ft i m m e n zu lassen. Selbst in diesem, für Frankreich äußersten, ungünstigen Fall blieb das Eigentumsrecht Frankreichs an den Gruben noch bestehen. Das Deutsche Reich war diktatgemäß genötigt, die Bergwerke besonders zurückzukaufen. Das ist nach französischer Behauptung auch heute noch der Fall, obwohl die nordfranzösische Kohlenproduktion schon seit acht Jahren mit deutschen Reparationsgeldern in einem Maße wiederhergestellt und ausgebaut ist, daß ihr Ergebnis das der Vorkriegszeit weit übersteigt. Frankreich hat also läng st schon keinen moralischen und seit dem Haager Abkommen, das auch die Rückgabe der Saargruben in die Reparationsregelung mit einschließt, auch keinen s u r i st i s ch e n Anspruch auf den Weiterbefitz der Gruben. Daß es Frankreich gar nicht auf den wirtschaftlichen Wert der Ausbeutung der Saarbergwerke ankommt, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß es die Förderung dort beispielsweise im Jahre 1931 um 14 v. H. zurückgehen ließ, um diejenige in Frankreich stabil erhalten zu können. Trotzdem will es sich seinen aus dem Versailler Diktat heraeleiteten Anspruch auch nach der Rückkehr des Saargebietes an bas Reich nicht einmal abkaufen lassen. Es will selbst bann Miteigentümer bleiben. Bekanntlich sinb bie Saar- aruben* überroiegcnb preußisches unb bayrisches Staatseigentum. Auf ber Pariser Saarkonferenz von 1930 forberte aber Frankreich, baß bie Saarbergwerke privatisiert unb bann internationalisiert werben sollten: bazu solle eine Gesellschaft mit beut» schem unb französischem Privatkavital gebilbct werben. Warum legt Frankreich für alle Fälle dem Miteigentum an’ ben Gruben so großen Wert bei, wenn es schon jetzt in ber vollen Ausnutzung eine Schäbigung ber französischen Koblenwirtschast sieht? Weil es um die Bergwirtschaft seine Herrschaft an ber Saar kristallisiert hat. Man sehe sich einmal bie Landkarte des deutschen Westens an, wie sie in Versailles geschaffen wurde. Der linksrheinische Bogen des Reichsgebietes wird von einem Festungssystem von unüberwindlicher Stärke und von ber barin massierten Einbruchs» armee von Elsaß-Lothringen her bis nach bem an bas oerbünbetc Belgien geschenkte Eupen-Malmeby umklammert. Dieser linksrheinische Bogen, aber auch der auf ber rechten Rheinseite vorgelagerte 50» Kilometer-Streifen sind wehr- und schutzloses Glacis ber französisch - belgischen Ostfestung. Aus bieser entmilitarisierten Nheinzone ist im äußersten Sübwestbeutschlanb, an ber Saar, noch ein Stück reichsbeutschen Lanbes heraus» geschnitten unb in fremb? Verwaltung gegeben, die überwiegend nach französischem Interesse orientiert Reue Richtlinien für den Schutz des Cmzelhandels Berlin, 9.Jan. (DbZ.) Der Reichswirtschafts- minifter hat neue Richtlinien für bie Handhabung des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels aufgestellt. Bei ber Entscheibung darüber, ob ein neuer Einzelhanbelsbetrieb zugelassen werden soll oder nicht, sollen die Interessen des Haus- und Grundbesitzes berücksichtigt werden, der durch bie wirtschaftliche Entwicklung nicht minder betroffen sei als ber Einzelhanbel. In vielen Fällen ist bie Anhörung ber gesetzlichen Berussoertretungen bes Handwerks, bes Einzelhandels usw. Dorgefd)rieben ober wenigstens empfehlenswert. Die Richtlinien geben genauere Begriffsbestimmungen ber Warenhäuser unb Kaufhäuser. Verkaufsstellen, in benen zwar Waren mehrerer, nicht zusammengehörenber Warengattungen, aber feine Lebensmittel feilgehalten werben, sind nicht als „Warenhäuser", sonbern als Kaufhäuser anzusehen unb fallen beshalb nicht unter bie Verbote ber Verordnung über ben Abbau ber selbständigen Handwerksbetriebe in Warenhäusern. Eine vorsichtige Anwendung dieser Bestimmungen hält der Minister im übrigen insbesondere auf dem Lande für geboten, wo bie räumliche Vereinigung eines Gemischtwarengeschäftes mit einem Hanbwerks- betrieb nicht ausschließe, baß es sich um zwei von bem gleichen Unternehmer getrennt geführte Betriebe handele, welche in keinem engeren Zusammenhang miteinander ständen. In diesen Fällen würde bie Weiterführung bes Hanbwerksbetriebes nach wie vor erlaubt sein. Das gleiche gilt für bie in länblichen Verhältnissen vielfach vorkommenbe Verbinbung eines Warengeschäftes unb einer S ch a n k w i r t s ch a f t als selbständige Betriebe in ber Person eines Unternehmers. Das Verbot optischer Arbeiten in Warenhäusern erfaßt auch die Abgabe fertiger Brillen mit Ausnahme von Sonnen- und anderen Schutzbrillen. Dagegen betrachtet der Reichswirtschaftsminister bie Herstellung von Speiseeis nicht als ausgesprochen handwerkliche Leistung, er will sie also auch in Warenhäusern zulassen. Der Reichswirtschaftsminister macht weiter bar- auf aufmerksam, baß für alle Fälle, in benen eine neue Verkaufs st eile in Räumen errichtet werben soll, die am 14. Mai 1933 bereits vor- hanben ober im Bau waren, keine B e - bürfnisprüfung mehr vorgeschrieben ist, sonbern lediglich zu prüfen ist, ob bie Gefährdung einer in unmittelbarer Nähe liegenden Verkaufsstelle zu befürchten ist. Eine solche Gefährbung sei nur anzunehmen, wenn ber zu befürchtenbe Umsatzrückgang bei Berücksichtigung ber Verhältnisse ber Branche bie Weiterführung des bestehenden Geschäfts in Frage stellen würbe. Eine Prüfung ber Vermögensverhältnisse, die zu einer Berücksichtigung ohnehin bereits gefährdeter, nicht mehr gesunbungsfähiger Betriebe führen würbe, entspreche bagegen nicht bem Sinn dieser Bestimmung. Dem Einzelhanbel solle Schutz gegen j e b e weitere Hebers etzung gewährt werben, es sollen aber nicht künstlich lebensfähige Betriebe erhalten werben, woburch eine Gesundung bes Einzelhandels nur verzögert würbe. Neuordnung der preußischen Handwerker- und Kunstgewerbeschulen. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Der preußische Minister für Wirtschaft unb Arbeit Dr. Schmitt hat für bie ihm unterftetjenben 32 preußischen Hanb- werker- unb Kunstgewerbeschulen neue Vorschriften erlassen. Die Hanbwerker- und Kunstgewerbeschulen sinb banach künftig streng von ben Berufsschulen unb ben Akabemien unterschie- b e n. Zu ben Hanbwerker- unb Kunstgewerbeschulen sinb in Zukunft nur Schüler zuzulassen, bie eine brei - bis vierjährige praktische Tätigkeit als Gesellen nachweisen können. Die Ausbilbung von hanbwerksfremben Dilettanten an den Handwerker- und Kunstgewerbeschulen ist u n st a 11 h a f t. Wird die Sitzung des Genfer Abrüstungsbüros verschoben? ist und in der Frankreich mit seiner Kohlenwirt- schast die gesamte Saarindustrie beherrscht. Der Saarwinkel ist für Frankreich die Bresche, in der es sich im deutschen Reichsgebiet auf rheinischem Boden wirtschaftlich und politisch eingenistet hat. Es ist entschlossen, sich aus dieser Stellung nicht durch eine bloße Volksabstimmung herausdrängen zu lassen. Seit Jahren erwägen die französischen Saarpolitiker Pläne über Pläne, wie der französische Einfluß an der Saar gesichert werden könne. Die früher ostentativ ausgesprochene, aber selbst von ihren Trägern nie ernst geglaubte Hoffnung, die Saarbevölkerung könne sich für den Uebergang in den französischen Staat aussprechen, ist heute gänzlich aufgegeben. Die Vorgänge bei der Niederwald- Kundgebung, die Verschmelzung aller Saarparteien in der Deutschen Front, deren Zuwachs selbst aus sozialdemokratischem und kommunistischem Lager kommt, redet eine zu vernehmbare Sprache. D i e Saar gehört Deutschland. Das ist auch die Erkenntnis der zahlreichen Grüppchen, die unter stets neuem Namen in Paris und an der Saar für die Erhaltung der französischen Herrschaft werben. Zeitweilig hat man in Frankreich wohl noch von einer Teilung des Saarbeckens gesprochen, wobei es für selbstverständlich erklärt wird, daß der kohlenwirtschaftlich —, aber auch militärpolitisch wichtigste Teil, der Warndt, an den lothringischen Nachbarn fallen müsse. Aber auch dieser Teilungsprozeß auf Grund der Volksabstimmung ist heute nicht mehr zu erwarten, da gerade im Warndt der Uebertritt in die Deutsche Front selbst aus den marxistischen Parteien bemerkenswerte Fortschritte macht. So muß denn die Saarpolitik in Frankreich ihre Karte auf die andere Möglichkeit setzen: die Saar unter V ö l k e r b u n d s r e g i m e n t zu erhalten. Daß auch dafür bei der Saaranwohnerschaft keine Neigung besteht, diese Tatsache wird einfach beiseite geschoben. Um so mehr klammert sich die französische Hoffnung an den Umstand, daß leider nicht die Abstimmung der Bevölkerung schon über die künftige Saarzugehörigkeit bestimmt, sondern erst die vom Völkerbund zu treffende Entscheidung, da er das Abstimmungsergebnis nur als Wunsch der Saarbevölkerung zu werten genötigt ist. Die französischen Pläne gehen in folgender Richtung: entweder soll der völkerrechtliche Zustand s o bleiben wie er ist; d. h. also Verwaltung des Saargebietes durch eine Regierungskommission des Völkerhundes mit vorherrschender Mitbestimmung Frankreichs. Oder: es soll an der Saar e i n „neutraler" Völkerbunds st aat errichtet werden, der sogar durch die Verlegung von Genf nach Saarbrücken zum Sitz des Völkerbundes (nckch dem Muster des römischen Kirchenstaates) erhoben würde. Oder: Herstellung- eines Saarfrei st aa- t e s unter Völkerbundsprotektorat nach Danziger Vorbild. In allen Fällen arbeitet die deutschgegnerische Saarpropaganda mit der für die Ideologie des Völkerbundes berechneten Behauptung, zwischen Deutschland und Frankreich müsse eine „neutrale" Zone zu gegenseitiger Sicherheit (als ob die entmilitarisierte Rheinzone nicht schon leider Gottes da wäre) und als Schauplatz geistigen Ringens zwischen den großen Nachbarn, als Brücke wirtschaftlichen und kulturellen Güteraustausches eingeschaltet werden. Wir brauchen eine solche Völker- und staatsrechtliche Mißgeburt wirklich nicht. Wenn Frankreich sie für nötig hält, mag es eine neutrale Zone auf elsaß-lothringischem Boden einrichten, wo die Bevölkerung sowieso die Autonomie begehrt. Wie in Wirklichkeit ein neutraler Sammelplatz für die ringenden Geister aussehen würde, das läßt die Tatsache deutlich werden, daß Frankreich heute schon in Sorge ist, wohin mit den Lügenhetzern, die als Emigranten aus Deutschland geflohen sind. Für sie soll eine Schutzzone an der Saar erhalten bleiben, wo die auch im Innern Frankreichs unwillkommenen Emigranten gewissermaßen territorial kaserniert werden. Uns ist das schöne Saarland und seine tapfere Bevölkerung zu gut dafür. Glücklicherweise zeigt die französische Sorge, daß selbst die französischen Propagandisten nicht davon überzeugt sind, daß das Saargebiet ein neutraler Völkerbund — oder ein Freistaat werden wird. Deutsche Erziehergemeiuschaff. DNB. B e r l in , 9. Jan. Am 9. Januar 1934 hat im Reichsministerium des Innern unter Vorsitz des Reichsführers, Senator Dr. von Hoff, eine Beratung des Führerrings der DEG. stattgefunden, die sich mit der Entwicklung der organisatorischen Lage in den letzten Wochen und mit der am gleichen Taae veröffentlichten Verfügung des Reichsleiters des NSLB. beschäftigte. Im Anschluß daran fand ein Empfang beim Herrn Reichsminister des Innern, Dr. F r i ck, statt, in dessen Verlauf dieser in Uebereinstimmung mit dem Führer und Reichskanzler an seiner bisherigen Stellungnahme in der Frage der Organisation der deutschen Erziehergemeinschaft festbielt. Danach ist die DEG. nach wie vor die vom Reichsminister des Innern anerkannte Organisation der Reichsfachverbände auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts. Zur Klärung der noch offenen Fragen stellte der Minister für die nächste Zeit eine. B e - sprechung mit den maßgebenden Parte i st e l l e n in Aussicht und ersucht die DEG., ihm baldigst Vorschläge füreine weitere Aus- g e st a l t u n g der Organisation der deutschen Erzieher im Sinne seiner oben wiedergegebenen Auffassung zu unterbreiten. Ständischer Aufbau und Reichsreform Berlin, 9. Jan. (DNB.) Der Stabsleiter der PO., Dr. Robert Ley, hat folgende Verordnung erlassen: „Ich mache hiermit entsprechend dem Willen des Führers erneut allen Gauleitern zur Plicht, die Neubildung von angeblich ständi- schen Organisationen sowie Verlautbarungen schriftlicher oder mündlicher Art ü b e r ständischen Aufbau zu verhindern. Die Vorbereitung des ständischen Aufbaues ist ausschließlich Sache des Amtes für st ä n d i s ch e n Aufbau der NSDAP., dessen Verlautbarungen allein von Bedeutung sind. Gesetzlich verankert und parteiamtlich anerkannt sind nur Reichsnährstand und Reichskulturkamme r." * Dr. Ley gibt weiter folgendes bekannt: In der letzten Zeit laufen Meldungen ein, daß Parteigenossen, auch in führender Stellung, sich öffentlich in Wort und Schrift mit der zukünftigen Reichs- r e f o r m beschäftigen. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat Mich gebeten, mitzuteilen, daß jedem Parteigenossen in Zukunft bei strengster Strafe untersagt ist, sich in Wort und Schrift öffentlich mit Fragen der Reichsreform zu befassen. Verhinderter Anschlag gegen den japanischen Ministerpräsidenten. Tokio, 9. Jan. (DNB.) Am Dienstag versuchte ein Japaner, offenbar in der Absicht, den M i n i - sterpräsidenten Saito zu ermorden, in die Wohnung Saitos einzudringen. Die Wache nahm jedoch noch rechtzeitig den Eindringling fest. Man fand bei ihm eine Waffe und einen Brief. Der Schreiber des Briefes führt aus, er wolle den japanischen Ministerpräsidenten töten, da so ein alter Mann wie Saito in den heutigen Zeiten nicht die japanische Politik erfolgreich leiten könne. Außerdem habe Saito den nationalen Willen des japanischen Volkes geschwächt. Der Festgenommene, der ins Polizeipräsidium ein- geiiefert wurde, verweigerte bisher jede Aussage. Es ist nicht der erste Vorgang dieser Art. Viele bekannte Persönlichkeiten des politischen Lebens sind in Japan in letzter Zeit das Opfer nationalistischer Verschwörer geworden. Wir erinnern nur an die Ermordung des Ministerpräsidenten Jnukai, dessen Mörder eben erst im Mittelpunkt eines Riesenprozesses standen, der die Sympathien weitester Kreise des japanischen Volkes auf der Seite der Verschwörer sah. Nicht daß sie den Mord billigten, wohl aber die Argumente würdigten. Immer wieder kann man in Japan hören, daß die Unfähiakeit und Untätigkeit der Regierung und der politischen Führer das japanische Volk in ein nationales Unglück hineinmanövriert. Die Kreise, denen auch die Mörder Jnukais entstammen, wünschen ober durchaus keine Politik des bewaffneten Friedens, der jeden Augenblick zu Explosionen führen kann, aber den Gegnern Japans nur Zeit gibt, sich gegen Japan zusammenzuschließen; sie treten für ein sofortiges Losbrechen ein, um Prag, 9. Jan. (DNB.) Auf der Prager Burg wurde am Dienstag die erste Vollsitzung des Wirtschaftsrates der Kleinen Entente von Außenminister Dr. B e n e s ch eröffnet. In seiner Ansprache betonte Benesch, der Sinn der Kleinen Entente bestehe darin, daß die ihr angeschlossenen Staaten künftig Herren ihres Schicksals seien und nicht zulassen wollen, daß die übrigen Staaten, die größer und mächtiger sind als sie, um sie feilschen. Da es nicht möglich gewesen sei, der Kleinen Entente auf politischem Gebiet beizukommen, seien Versuche unternommen worden, sie auf wirtschaftlichem Gebiet zu treffen. Wenn es uns morgen gelingt, erklärte Dr. Benesch, aus der Kleinen Entente einen wirtschaftlichen Organismus zu machen, dann werden sie über uns herfallen, um uns die Verwirklichung dessen vorzuwerfen, was sie selbst als unmöglich, wenn nicht gar als lächerlich erklärten. Die Sitzung des Ständigen Rats der Kleinen Entente vom l.Juni 1933 hat einen konkreten Plan der Zusammenarbeit aufgestellt, und unsere heutige Versammlung hat den Zweck, der internationalen öffentlichen Meinung zu zeigen, daß unsere Bemühungen nicht vergeblich waren und daß schließlich ein Weg zur definitiven Bildung eines neuen internationalen Wirtschaftsorganismus in Mitteleuropa gefunden wurde, der natürlich auch segensreiche Wirkungen auf die Nachbarn unserer Staaten haben wird. Der Zweck der Wirtschaftskonferenz der Kleinen Entente, die in Prag dieser Tage Zusammentritt, wird im Pariser „Journal" mit hinreichender Offenheit besprochen. Die Zukunft Mitteleuropas,! so heißt es da, beherrscht diese Konferenz, deren1 Ausgabe darin besteht, endlich die wirtschaftliche Zu-! sammenarbeit Rumäniens, Südslawiens und der Tschechoslowakei zu verwirklichen. Das Hauptargument der Gegner ist, daß die Kleine Entente im Laufe von zehn Jahren es nicht zustande- brachte, sich wirtschaftlich zu organisieren, woraus zu folgern sei, daß die Liquidation des Habsburger Reiches ein unhaltbare Lage geschaffen habe, und daß zur Wiederherstellung der. wirtschaftlichen Einheit im Donaubecken eine Re vision geboten sei. Gegenwärtig stehen sich zwei, Auffassungen scharf gegenüber. Nach der französischen Auffassung sollen Italien und die Kleine! Saarbrücken, 9. Jan. (DNB.) Auf die Beschwerde der Deutschen Front über die Politik der Regierungskommission des Saargebiets hat diese jetzt in eingehenden Ausführungen geantwortet. In dieser Antwort versucht die Saarregierung ihr Verhalten durch den Hinweis zu rechtfertigen, daß die Zahl der von Nationalsozialisten begangenen „Terrorakte" im letzten Vierteljahr zugenommen habe, und daß der Saarregierung täglich Klagen aus den verschiedensten Teilen der Bevölkerung unterbreitet würden. Es gehe nicht an, die Verantwortung für diese Ausschreitungen sogenannten unverantwortlichen Elementen zuzuschieben. Die Antwort drückt dann das außerordentliche Bedauern der Regierungskommission aus, daß die Herren Röchling und Levacher, die seit 14 Jahren eng mit dem politischen Leben des Saargebietes verbunden seien, die Eingabe der Deutschen Front mitunterzeichnet und ihre Parteien kürzlich nach langem Zögern der NSDAP, unterstellt hatten. * Die Regierungskommission befaßt sich dann mit oer Frage der Versammlungsverbote und r!£°nt' geschlossene Versammlungen grundsätz- uH erlaubt seien. Wegen zahlreicher Zwischenfälle !^ooch seien nicht nur die geschlossenen national» WZlaustlschen, sondern auch die kommunistischen -uerlammlungen, also für beide „extremen Parteien", verboten worden. Die NSDAP, 'aber, heißt es in öer Antwort weiter, versuche die Verbote zu um- u C1s Jn^em f*e unter der Bezeichnung „Eltern- abende „Heimatabende" usw. Versammlunaen üeran|talte, in deren Verlauf einflußreiche Mit- die Widerfacher zu Boden zu werfen und überall Japans siegreiche Feldzeichen aufzupflanzen. Auch der Mann, den die Wache des Ministerpräsidenten Saito verhaftet hat, hat bei seiner Vernehmung gegen Saito ähnliche Vorwürfe erhoben wie die Mörder Jnukais gegen ihr Opfer. Dabei ist der starke Mann der Tokioter Regierung weder der Ministerpräsident noch der Außenminister sondern der Kriegsmini st er Araki, der äußerst zielbewußt vorgeht und dem man nachsagt, daß er keinen Augenblick zögern würde, die Gunst der Stunde zu nutzen, um den nationalen Willen der Japaner zu erfüllen. Gegen ihn richten sich auch alle Angriffe der Russen, die ihn richtig einschätzen. Trotzdem areifen übereifrige Nationalisten immer wieder zur Waffe, um das japanische Volk von politischen Persönlichkeiten zu befreien, die nach ihrer Ansicht zu wenig Rückgrat zeigen. China protestiert gegen eine mandschurische Monarchie. Schanghai, 9. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Wangtschingwei erklärte in einer Sitzung des chinesischen Kabinetts, daß die bevorstehende Ausrufung der mandschurischen Monarchie durch Puji die japanisch-chinesischen Verhandlungen sehr erschweren würde. Die chinesische Regierung lehne es nach wie vor ab, eine mandschurische Monarchie anzuerkennen. Sie stehe noch immer auf dem Standpunkt, daß die Mandschurei wie im Süden so auch im Norden ein untrennbarer Teil der chinesischen Republik sei. Entente für eine Mächtegruppierung mit Oesterreich und Ungarn als Abwehr gegen den Anschluß gewonnen werben. Nach italienischer Auffassung soll die Kleine Entente zerschlagen und Deutschland geschont werden. Ist es möglich, Italien für den französischen Standpunkt zu gewinnen? Diese Hoffnung wurde bei dem letzten Aufenthalt Dr. Beneschs in Paris zum Ausdruck gebracht. Die einzige Aussicht, sie zu verwirklichen, liegt darin, den wirtschaftlichen Block der Kleinen Entente derart aufzubauen, daß man zwangsläufig mit ihm rechnen muß. Das ist eine sehr schöne Aufgabe für die unter Beneschs Vorsitz in Prag zusammentretende Konferenz. Der Barkanpakt. Wie wird sich Bulgarien stellen? Rom, 8. Jan. (DNB.) Bei einem Empfang von Vertretern der internationalen Presse erklärte der griechische Außenminister M a x i m o s, das Ziel des geplanten Balkanpakts sei nicht etwa die Bildung eines Balkanstaatenbundes, sondern die F e - stigung des gegenwärtigen Status quo auf dem Balkan. Ein Ausgang Bulgariens zum Aegäischen Meer, so fügte Maximos auf Befragen hinzu, würde den bestehenden Verträgen widersprechen. Griechenland sei aber bereit, Bulgarien weitgehende Erleichterungen für feinen Güterumschlag in einem ägäischen Hofen zu gewähren und hoffe, daß Bulgarien, mit dem vor kurzem in Athen über die bestehenden finanziellen und wirtschaftlichen Streitpunkte freundschaftliche Verhandlungen stattgefunden hätten, sich von den gleichen Grundsätzen friedlicher Zusammenarbeit werde leiten lassen. Nach der Auffassung des griechischen Außenministers, der heute von Rom noch London reist, hat der Balkanpakt nichts mit der Kleinen Entente zu tun. Albanien stehe vorerst den Verhandlungen um den Abschluß eines Balkanpaktes fern. Zunächst sollten ihm nur Griechenland, Südslawien, Rumänien und die Türkei anqehören. Er stelle mit Genugtuung fest, daß Mussolini der Auffassung zustimme. Sein» Politik stimme mit den Bemühungen um eine bessere Garantierung des allgemeinen Friedens überein. glieder der Partei das Wort ergriffen hätten, um über politische Ereignisse zu sprechen. In der Antwort der Regierungskommission wird zum Schluß betont, daß die Regierung keine Bestimmungen der Notverordnungen zu bereuen ober abzuschwächen brauche, zu deren Erlaß sie vor einigen Wochen gezwungen worden sei. Sie habe dos feste Vertrauen, daß sie die Lage meistern werde; sie vertraue auch auf die tatkräftige Unterstützung des Völkerbundes, die der Regierung noch niemals gefehlt habe. Schließlich wird in der Denkschrift noch festgestellt, daß sie die Zustimmung sämtlicher Mitglieder der Saarkommission gefunden habe. Nur das saarländische Mitglied habe seinen abweichenden Standpunkt beibehalten. * Dieser Bericht der Regierungskommission an die Adresse des Völkerbunds iffgefragenoonau5- gesprochenem Haß gegen die nationalsozialistische Bewegung, was nicht zu verwundern ist, wenn man weiß, daß der in der Regierungskommission beschäftigte, in Deutschland seit einiger Zeit strafrechtlich verfolgte frühere Oberregierungsrat R i h e l an der Abfassung des Berichts maßgeblich beteiligt ist. Das allein kennzeichnet die Tendenz und auch die Dokumente, auf die sich die Denkschrift stützt. Die Unterlagen, einseitig zusammengesiellt, sind kürzlich von einem anderen, ebenfalls von der Regierungskommission an- gestellten Emigranten namens Lehnert in seiner Eigenschaft als Polizeikommissar in Neunkirchen sichergestellt worden. Obwohl diese Dokumente erst jetzt bekannt geworden sind, versucht die Regierungskommission mit ihnen nachträglich ihre seinerzeitigen Verordnungen zu rechtfertigen. Unverhohlen geht aus jedem Wort der Denkschrift die Verärgerung darüber hervor, daß das bewußteDeutsch- tum an der Saar sich gemäß der Neuordnung der Dinge in Deutschland ohne Unterschied der Partei mit dem Nationalsozialismus in der Deutschen $ront zusammengefunden hat. Der Versuch der Denkschrift, trotz dieser Einigung die Führer der früheren Parteien gegen den Nationalsozialismus auszuspielen, zeigt am besten, wie wenig Sinn die Regierungskommission für die geistige und vaterländische Einigung im Reich und an der Saar ausbringt. Allein der Umstand, daß die Regierungskommission bei ihren Maßregeln Nationalsozialismus und Kommunismus als „extreme Parteien" aneinander gleich stellt, genügt als Zeugnis für die subjektive Einstellung der Regierungskommission. Sie glaubt, die Förderung der Beziehungen des Saardeutschtums mit dem Reich als gesetzwidrige Machenschaften einer politischen Partei brandmarken zu können, die sich auf ihre „auswärtigen Beziehungen" berufen. Auch das ist ein Zeichen für die mangelnde Objektivität der Saarregierung; denn laut Saarstatut ist die Saarregierung als Treuhänder einer Bevölkerung eingesetzt, die auch heute nicht ihre deutsche Staatsangehörigkeit verloren hat. Das deutsche Volk an der Saar wird trotz dieser Provozierung durch eine ihm aufgedrungene, landfremde Regierungskommission sich in seiner vorbildlichen Ruhe und feinem Ordnungssinn nicht wankend machen lassen. Alle wenig verschleierten Versuche, die Saarbevölkerung in ihrer Einigkeit zu erschüttern, werden sie nur noch fester zusammenschließen im Kampf um die Wiedervereinigung mit dem deutschen Vaterlande, lande. Der steckbrieflich gesuchte Ober- regreruugsrat Ritzel als Handlanger der Gaarkommüfion. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Das Deutsche Kriminalpolizeiblatt bringt auf der Seite 1649 noch einmal ein Bild des steckbrieflich gesuchten Oberregierungsrates a. D. Heinrich Ritzel mit dem Ersuchen um sofortige Verhaftung. Es handelt sich dabei um den ehemaligen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, Oberregierungsrat an der Provinzialdirektion Oberhessen und am Kreisamt Gießen, Heinrich Ritzel, der sich nach der Machtergreifung durch die Regierung der nationalen Revolution der Verfolgung wegen krimineller Delikte durch die Flucht in das Saargebiet entzogen bat und dort mit anderen Emigranten, darunter M a ch t s (früher in Darmstadt) und L a u r i o 11 e (früher in Butzbach) eine eifrige Hetztätigkeit gegen das Deutschtum entfaltet. Ritzel ist in diesen Tagen mit den anderen genannten ehemaligen Polizeibeamten von der Saarkommission in die Kriminalpolizei des Saargebietes eingestellt worden und wird nun also auch in amtlicher Eigenschaft auf die deutsche Beamtenschaft losgelassen. Ritzel, der wegen ein^s schweren Vergehens steckbrieflich gesucht wird, ist der besondere Vertrauensmann des Franzosen Heimburger in der Rsgierungs- kommission. Ritzel hat auch die Denkschrift der Regierungskommission für den Völkerbund als Entlastungsschrift gegen die Beschwerde der Deutschen Front verfaßt. Schon aus diesen Tatsachen allein kann man den Wert des Materials und die Art der Verwendung erkennen. Der Vorgang wirft ein bezeichnendes Licht auf die „unparteiische" Tätigkeit der Regierungskommission des Saargebietes. Die Wahrheit dringt durch. Stimmen der Vernunft unter den französischen Frontkämpfern. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Während die „große" französische Presse sich von Emigranten zu einer Kampagne gegen die Rückgabe des Saargebiets bestimmen läßt, mehren sich die Stimmen vernünftiger Franzosen, die sich der G e f a h r d i e - ses Treibens wohl bewußt sind. Es handelt sich dabei keineswegs um Pazifisten oder um elsässische Autonomisten, sondern um Franzosen und Front- kämpfer. Vor uns liegt ein Leitartikel der Wochenzeitschrift „Le C r i de Lyon" vom 15. Dezember, in dem der Herausgeber R. Meunier unter der bezeichnenden Ueberschrift „Le point noir“ (Der dunkle Punkt) mit bemerkenswerter Offenheit d i e wirkliche Lage an der Saar behandelt. Wir müssen es diesem ehrlichen Franzosen hoch anrechnen, ro°nn er z. B. wörtlich sagt: „Das Saargebiet ist u n b e ft r eitbar deutsches Land; seine Bewohner sind immer noch Deutsche. Nachdem unsere Literatur uns seit Jahrzehnten die Treue der Elsässer für Frankreich gerühmt hat, müssen wir vor der Vaterlandsliebe der Saarländer die gleiche Achtung haben. 15Jahre Fremdherrschaft haben diese Liebe nur immer stärker gemacht. Vielleicht wird man uns darum für schlechte Franzosen halten, aber wir können nicht eine Sache fördern, die ein großer Fehler zu werden droht. Wir alten Frontkämpfer dürfen wohl noch den Mund aufmachen, damit hier nicht ein unüber ft eigbares Hindernis für die deutsch-französische Verständiaung aufgerichtet wird, das nur dem englischen Geschäftspatriotismus dient. Die Arbeitslosenstatistik hieb- und stichfest. Präsident Sprup weist Verdächtigungen des Auslands zurück. Berlin, 9 Jan. (DNB.) In einem Aufsatz im „Wirtschaftsring" weist der Präsident der Reichs- anstatt für Arbeitslosen-vennittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. S y r u p , die immer wieder im Ausland auftauchenden Verdächtigungen gegen die Arbeitslosenstatistik entschieden zurück. Syrup sagt: Die Reichsanstatt kann die volle Gewähr für die gemeldeten Zahlen übernehmen. Sie kann dies um so mehr, als die gemeldeten Zahlen nach verschiedenen Methoden auf fahrlässige Unstimmigkeiten kontrolliert werden. Unter den 21/4 Millionen im Laufe des Sommers ausaeschie- denen Arbeitslosen befanden sich mehr als 2 Millionen unterstützts Arbeitslose und nur V< Million Arbeitsloser, die nicht unterstützt wurden. Dr. Syrup weist ferner darauf hin, daß die von der Die Kleine Entente als Stnrnihock Frankreichs gegen den Anschluß. Benesch will die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Oonauraum organisieren Der Haßseldzng gegen die deulsche Einheitsfront an der Saar. Oie Regierungskommission verfälscht die Tatsachen. - Emigranten als Hellershelfer der Landfremden. Vor zehnIahren. Unsere Reichswehr im Kampf gegen roten Terror in Sachsen und Thüringen. Arbeitslosen-Statistik völlig unabhängige Zählung der Krankenkassen ergibt, daß die Zahl der in der Wirtschast beschäftigten Arbeitnehmer im ersten Kampfabschnitt nicht nur um 2V< Millionen, sondern darüber hinaus um 300000 Arbeitnehmer mehr gestiegen ist. Die Reichsanstalt würde sich nie dazu verstehen können, unrichtige Zahlen über die Lage des Arbeitsmarktes zu geben. Der Kampf des nächsten Sommers, schreibt Dr. Syrup weiter, wird sich in erster Linie gegen die Hochburgen der Arbeitslosigkeit richten müssen, die Großstädte und Jndustrie- bezirke. „Hilfszug Bayern." Eine vorbildliche Stiftung der Beamtenschaft für Katastrophenhilfe. F r a n k f u r t a. M., 9. Jan. (LPD.) Das G a u - Presseamt teilt mit: In jüngster Zeit emgetre- tene große Katastrophen haben gezeigt, daß trotz sofort ergriffener Hilfsmaßnahmen in vielen Fällen selbst unter Einsatz ungeheurer Opfer nur ungenügende Hilfe gebracht werden konnte. Diese Tatsache hat das Amt für Beamte der NSDAP, unter Führung seines Amtsleiters Pg. Neef und dessen Stabsleiter Pg. R e u f ch bewogen, für eine ständige, schnellstens zur Verfügung'stehende Hilfseinrichtung einzutreten. Bei der kürzlich in München stattgefundenen Führertagung der NSDAP, konnte Pg. Neef den von allen führenden Persönlichkeiten unserer Bewegung mit Beifall aufgenommenen „Hilfszug Bayern" vorführen, dessen Entstehung der Opferbereitschaft und Volksverbundenheit aller nationalsozialistischen deutschen Beamten zu verdanken ist. Der Zug wurde der NS. - Volkswohlfahrt zur Verfügung gestellt und gibt die Möglichkeit, in Zukunft bei einqetretenen Katastrophen den betroffenen Volksgenossen ausreichende, ja beste Hilfe zu bringen. Es sei nur erwähnt, daß die technische Einrichtung des Hilfszuges derart vollkommen ist, daß i n einem Tage 30 000 warme Verpflegungs-Portionen und außerdem 20 000 Liter heiße Getränke hergestellt werden können. Selbst eine Großschlächterei mit eigener Kühlanlage ist vorhanden. Ein Operations - undRevier- wagen sowie Werkstatt- und Pionierwagen lassen den Hilfszug als wahres technisches Wunderwerk erscheinen. Jeder einzelne deutsche Beamte ist stolz darauf, ein solches Werk mit ermöglicht zu haben, hat doch der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Pg. Heß durch seinen persönlichen Dank an Pg. Neef den Opfergeist der deutschen Beamtenschaft anerkennend gewürdigt, hat der Stabsleiter der PO. Pg. Dr. Ley doch das vorbildliche Beispiel als für die Deutsche Arbeitsfront nachahmenswert bezeichnet. Und die Bitte der deutschen Beamten an alle Volksgenossen: Lernt einsehen, daß wir nichts anderes fein wollen und sind als Volksgenossen. Die GA. Die Bezeichnung der SA. und ihrer Untergliederungen. Berlin, 8. Jan. In einem Runderlaß des Obersten SA.-Führers heißt es über die Bezeichnung der SA. und ihrer Untergliederungen u. a.i Die gesamte SA., d. h., alle der Obersten SA.-Führung unterstellten Gliederungen werden in dem Begriff „Die SA." zusammen- gefaßt. Zur SA. gehören daher: Die eigentliche oder aktive SA. Sie setzt sich aus SA. und SS. zusammen, die SA.-Reserve I und II, das NSKK. — SA., SS., SAR. I, SAR II und NSKK. bezeichnet man als Gliederungen der SA. Der S A. - M a n n ist die Bezeichnung f ü r a l l e Angehörigen der der Obersten S 21. - Führung unterstellten Gliederungen. Die Mehrzahl von SA.-Mann heißt SA.-Männer, nicht SA.-Leute. Der SA.-Mann kann daneben noch bezeichnet werden als SS.-Mann, SAR.-Mann, NSKK.-Mann. Der SA.-Mann kann sein: S A. - Führer (vom Sturmführer einschl. aufwärts), SA.-Unterführer (vorn Scharführer einschl. bis Obertruppsührer einschl.), und SA.-Mann (Rottenführer, Sturmmann, SA.-Mann). Daneben kann auch die Bezeichnung SS.- (SAR.-, NSKK.-) Führer und -Unterführer verwendet werden. Alle noch nicht endgültig eingereihten oder überführten Angehörige der SA., SS., SAR. und NSKK. tragen die Bezeichnung S A. - Anwärter (SS.-, SAR.-, NSKK.-Anwärter). Alle Gliederungen der SA. (SA., SS., SAR. und NSKK.) bestehen aus Einheiten. Die niedrigste Einheit ist der Sturm, — Sturmbann, Standarte usw. bis zur Obergruppe (Oberstlandesverband) werden ebenfalls als Einheiten bezeichnet. Bei Trupps und Scharen spricht man von Untereinheiten. Hitlerjugend und DDA. Der Wille zu kameradschaftlicher Zusammenarbeit. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland (DDA.) und die Hitlerjugend geben folgende Erklärung ab: Die Eigenart der volksdeutschen Arbeit erfordert besondere Organisationsformen. Um die reichsdeut- fchen Schulen an ihr zu beteiligen, bestehen a n d e n Schulen Stützpunkte der VDA.- Arbeit, die getragen werden von Lehrern, Eltern und Schülern. Diese Schülergemeinschaften sollen Vorkämpfer sein für die volksdeutschen Opferaufgaben und Bildungsaufgaben im Rahmen der gesamten Deutschtumsarbeit. Sie wenden sich mit ihrer Forderung an die gesamte Schuljugend (Im tätigen Dienst kann ein Fünftel der Schülerschaft ^Die Hitlerjugend wird den VDA. darin unterstützen, insbesondere bei großen Sammlungen (Opferwoche) und Veranstaltungen, wie dem Fest der deutschen Schule. Die Hitlerjugend wird ihre Mitglieder für den Dienst in den B D A. - Gemeinschaften gegebenenfalls beurlauben Der DDA. beteiligt sich maßgeblich an der volksdeutschen Schulung innerhalb der Hitlerjugend. Um die einheitliche Formung der deutschen Jugend zu sichern, sollen die jugendlichen Führer der DDA.-Schulgemeinschaften, wie auch ihre Mitglieder, möglichst auch Angehörige der Hitlerjugend fern Für die kameradschaftliche Zusammenarbeit sind die Unterführer verantwortlich. Zn Schuhhast genommen. DNB. M ü n ch e n, 9. Jan. Der Hauptbelastungszeuge tm Prozeß gegen den Seminardirektor Roßberg e r, Präfekt Hartl, der nach der Verurteilung Rohberqers am 5. Januar wegen Greuelpro- paganda verschwunden war, ist am Dienstag früh nach umfangreichen Ermittlungen von der Der Winter 19 23/24 brachte unserem Vaterlande bei den an sich schon trostlosen Zeitumständen eine besondere Erschütterung. Der hemmungslose Parlamentarismus hatte in Sachsen und Thüringen Verhältnisse geschaffen, die den Zu- ammenhalt des deutschen Volksganzen in schwere Gefahr brachten. In diesen Ländern hatten die linksradikalen Elemente die Gewalt an sich gerissen und gefährdeten die Reichsverfassung. Zur Wiederherstellung geordneter Zustände war dem damaligen Chef der Heeresleitung General von S e e ck t die Vollmacht übertragen worden, mit Hilfe des Reichsheeres dem kommunistischen Treiben ein Ende zu machen. Mitteldeutschland stand noch unter dem Eindruck der Taten des Mordbrenners Max Hölz, und die ordnungsliebende Bevölkerung atmete auf, als die Wehrmacht in mehreren Kolonnen in Sachen und Thüringen einrückte. Man hatte mit bewaffnetem Widerstand gerechnet. Das überraschende und planmäßig durchgesührte Erscheinen der Truppe wirkte aber derart, daß es nur zu kaum nennenswerten Zusammenstößen zwischen der Wehrmacht und irregeleiteten Anhängern der kommunistisch- marxistischen Hetzer kam. Diese „Führer" hatten ich, als sie merkten, ihre Betätigung wird gefährlich, schnell durch Ausreise — zumeist nach der Tschechoslowakei — in Sicherheit gebracht. Sie entgingen leider der gerichtlichen Verfolgung. Wir wollen nicht vergessen, daß die Wehrmacht im Winter 1923/24 nach dem Kriege sich zum drittenmal einsetzte, um uns vor den von Rußland aus geleiteten kommunistischen Umsturzbestrebungen zu befreien. Der Kampf gegen Spartakus, besonders in Berlin, und die Niederwerfung des Aufstandes im Ruhrgebiet hatte schwere blutige Opfer gekostet, die der Allgemeinheit gar nich^ bekannt geworden ind. Stets eingedenk der Treue zum Vaterlande hatten sich Offiziere, Kompanien, Freikorps und die Reichswehrmacht auf das Tapferste eingesetzt, um deutsches Wesen, deutsches Gut und deutsches Recht zu schützen und unser Volkstum vor gänzlichem Zerfall zu bewahren. Damals war der Gegner im Besitz großer Mengen von Waffen und Munition, selbst von Geschützen schwersten Kalibers. Trotzdem gelang es der militärischen Führung, in verhältnismäßig kurzer Zeit den Widerstand der Aufrührer zu bxechen. Die Kampfmittel in Sachsen und Thüringen waren durch die Entwaffnung unseres Gesamtvolkes erheblich geringer als in den Zeiten bis 1921, und deshalb verlief das militärische Unternehmen in den beiden Ländern glücklicherweise fast unblutig. Dafür konnte eine ausgiebige V e r s o r g u n g s t ä t i g- feit für d i e bedürftige Bevölkerung durch die Truppe einsetzen. Wie auch jetzt bet der Winterhilfe, verschaffte die Truppe durch Werbung und Sammlung Mittel für Heizung und Verpflegung, die bei dem strengen Winter besonders >dank- bar angenommen wurden. Die Polizeigewalt lag in beiden Ländern in der Hand der Truppe, bis Regierungen gebildet waren, die der Reichsleitung die Gewähr boten, gesetzmäßige Zustände zu erhalten. Als einer der letzten von den eingerückten Truppenteilen verließ das Gießener Grenadier- Bataillon im März 1924 Weimar, wo es zuletzt in Unterkunft lag. Wien, 9. Jan. (DNB.) Unter dem Vorsitz Starhembergs traten sämtliche Bun - desführer der Heimwehr zu vertraulichen Besprechungen zusammen in denen über die grund- ätzliche Haltung der Heimwehrführung zu dem ver- chärften Kampf der Regierung gegen die National- ozialisten beraten wurde. Es kam auch zu einer längeren Unterredung zwischen Bundeskanzler Dr. Dollfuß und Starhemberg. Bei den Besprechungen zwischen Dollfuß und Starhemberg soll es sich um die Frage handeln, wie weit der Kampf der Regierung gegen die Nationalsozialisten auf die voll- tändige Unterstützung der Heimatjchutzführer in den Ländern rechnen kann. Bekannt ist, daß seit langem innerhalb derHeim- wehr verschiedenartige Strömungen herrschen und in den grundsätzlichen politischen Fragen vielfach weitgehende Meinungsverschiedenheiten bestehen. Bezeichnend hierfür ist die Erklärung des stellvertretenden Landesführers von Niederosterreich, daß dse „Vaterländische Front" des Bundeskanzlers immer häufiger gegen alle Grundsorderungen einer saschistischen Erneuerung verstoße und heute nichts anderes sei, als eine Maske für die absterbende C h r i st l i ch - S o z i a l e Partei. Die „Vaterländische Front" sei nur eine Front der Parteipolitiker aus Angst vor den Nationalsozialisten. Es werde jedoch nicht mehr gelingen, den demokratischen und liberalen Kurs in Oesterreich unter anderemNamen zu retten. DieE:n- heitsfront aller jungen nationalen, faschistischen Strafte in Oesterreich wachse. In diesem Kampfe gebe es kein Kompromiß innerhalb der Heimwehren. Die Führertagung des Heimatschutzes wurde abgebrochen und vertagt. Die Landesführer wurden angewiesen, sich in Wien zur Fortsetzung der Beratungen bereit zu halten. Die Aussetzung der Tagung gilt, wie verlautet, weiteren Aussprachen des Bundesführers Starhemberg mit Bundeskanzler Dollfuß über die von der Regierung zu verfolgende Politik, worüber die Hei- matschutzführer eine grundsätzliche Entscheidung erwarten. Aus der Unterbrechung der Führertagung kann geschlossen werden, daß die bisherigen Gegensätze innerhalb des Heimatschutzes gegenüber der Reqierungspolitik noch keineswegs überbrückt sind und somit neue Versuche gemacht werden sollen, eine geschlossene Halt u n g der Heimatschutzführer im Kampf gegen die na ionalfo- zialistische Bewegung zu ermöglichen. Vielleicht ist auch die Annahme nicht fehl, daß man auf Seiten Erfreulicherweise ist seither die Wehrmacht zu Öen Zwecken nicht wieder eingesetzt worden. Die ^swehr als Träger der Ueberlteferung des großartigsten Heeres, das je die Welt erlebt hat, als politisch unberührter Organismus im Volksganzen, als der durch Gesinnung, Ausbildung und Manneszucht gekennzeichnete Machtfaktor des Staates stand und steht Gott sei Dank makellos in den Geschehnissen unserer Volksentwicklung da, und wir können überzeugt sein, daß es so bleibt. Die Wehrmacht kommt n u.r für das Verhinderndes Entstehens und die Niederwerfung offenen Aufruhrs in Frage. Bei dem, im Vergleich zu der Zeit gleich nach dem Kriege geringen Vorhandensein kampfkräftiger Waffen in Händen der Bevölkerung bestand in den vergangenen zehn Jahren keine Besorgnis, daß offener Aufruhr irgend welchen Erfolg gehabt hätte. Die Wehrmacht wäre in kürzester Zeit Herr der Lage gewesen. Da sich das Heer von politischen Strömungen fernhielt und weiter fernhalten muß, fehlt ihm die propagandistische und belehrende Einwirkung auf die Bevölkerung zur Verhinderung staatsfeindlicher und volksbedrohender Bestrebungen. Es ist der klugen Führung der nationalsozialistischen Bewegung durch unseren Volksführer und Kanzler gelungen, solche Bestrebungen immer mehr zu unterbinden und dem Reichsheere ein Eingreifen zu ersparen. Wie hoch der Kanzler den Wert des deutschen Heeres — gemeint ist allerdings die alte kaiserliche Armee — einschätzt, geht aus seinen Aussprüchen in „Mein Kampf" hervor: „Das deutsche Heer war die gewaltigste Waffe im Dienste der Freiheit der deutschen Nation und der Ernährer ihrer Kinder", und „Was das deutsche Volk dem Heere verdankt, läßt sich kurz zusammenfassen in ein einziges Wort, nämlich: „Alles". Der Nachfolger der deutschen Armee des Weltkrieges, unsere Reichswehr, wird sich dieser Anerkennung auch würdig erweisen und das sein und bleiben, was eine Wehrmacht im Staate fein muß, Ü i e ultima ratio der Staatsgewalt. Albert Lehsten kennzeichnet in folgenden schlichten Versen charakteristisch die Seele des Reichswehrsoldaten, der von Ueberhebung frei, dessen Haupteigenschaft aber unbeirrbares Pflichtgefühl ist: Warum ich noch trage das feldgraue Kleid, Niemand zu Liebe, niemand zu Leid, Weil mir im Herzen der Glaube noch lebt, Einst sich Deutschland wieder erhebt! Abzuschütteln in alter Kraft, Not und Knechtschaft, Trübsal und Haft! Warum ich noch trage das feldgraue Kleid, Niemand zu Liede, niemand zu Leid, Retten gilt es den alten Geist, Geist eines Zielen, Seydlitz und Kleist! Geist, der nicht trachtet nach Geld oder Tand, Der im Kampf sich verzehret fürs Vaterland. Drum trag' ich voll Stolz noch das feldgraue Kleid, Niemand zu Liebe, niemand zu Leid, Drum red' ich der Jugend von Mars-la-Tour, Drum streif ich mit ihr durch Wald und Flur, Darum reit’ ich voran ihr, mag's wettern, mag's fchnein, Und, will es einst Gott, in den Feind hinein! des Heimatschutzes die Wirkung des neuen Kampfes der Regierung gegen die Nationalsozialisten erst abroarten will. Oie Fremdenindustrie am Erliegen. Wien, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) Infolge des Ausfalles des Fremdenverkehrs durch die 1000= Mark-Sperre sieht sich die österreichische Bundesregierung veranlaßt, eine zweite Notverordnung zur Hilfeleistung für die notleidende Fremdenverkehrsindustrie zu erlassen. Die Verordnung setzt fest, daß diejenigen Fremdenverkehrsbetriebe, welche ohne ihr Verschulden außerstande sind, aus den Betriebseinnahmen die laufenden Betriebsausgaben, sowie die fälligen Kapitalrückzahlungen und Zinsen der Jnveftitionskredite, die vor. dem I.Mai.1933 ausgenommen wurden, zu decken, die Aufsicht über ihre Geschäftsführung beauftragen können. Ein solcher Antrag hat die Wirkung, daß weder der Konkurs eröffnet, noch ein Pfand- oder Befriedigungsrecht erworben werden kann. Die Tiroler Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie hat einstimmig, eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Wir Tiroler haben bewußt einen ausschlaggebenden Anteil unserer Wirtschaft von einer Befruchtung abhängig gemacht, die uns nur unser großes Bruderland bieten kann. Aber nicht nur wirtschaftlich hat unser gesamtdeutsches Denken und Handeln Ausdruck gefunden. In Tirol haben schon vor 13 Jahren 98 v. H. der Bevölkerung in einer Volksabstimmung ben Zusammenschluß mit dem Deutschen Reich gefordert. Dies geschah zu einer Zeit, in der dort die innerpolitischen Verhältnisse wahrlich in der Tiroler Bevölkerung noch nicht den Wunsch rege machen konnten, ihnen auch bei uns Heimatrecht zu verleihen. Wir aber hörten damals s o gut wie heute auf die Stimme des Blutes, und so war Tirol auch das Land, in dem die ersten Bekenner jener Grundsätze, die heute im Deutschen Reich herrschen, Asyl suchten vor der Aechtung in ihrem Vaterlande. Heute aber werden f a st nur mir Tiroler von der Einreisesperre des Deutschen Reiches vernichtend betroffen. — Am Schluß der Entschließung werden von der österreichischen Regierung energische Taten verlangt, um die durch die politische Lage entstandene schwere Krise im Lande Tirol zu mildern. Katholische Geistlichkeit und neuer Staat. Stuttgart, 9. Januar. (DNB.) Bischof Dr. S p r o l l (Rottenburg) sprach in Stuttgart vor Geistlichen über „Die Aufgaben der Zeit". Er erklärte, daß die katholischen Geistlichen sich positiv zum neuen Staat [teilten und alles anerkannten, was der neue Staat auf verschiedenen Gebieten erstrebe und erreicht habe. „Wir halten dem Staate die Treue und erfüllen auch die Verpflichtung des Artikels 32 des Konkordats, der das Verbot parteipolitischer Tätigkeit des Klerus enthält. Wir wollen nicht das Rad der Zeit zurückdrehen." In einer Entschließung, die auch der württembergifchen Regierung übermittelt wurde, wird betont, daß der katholische Klerus keine staatsfeindlichen Elemente unter sich dulde und daß er sich durchaus positiv zur neuen Staatsgewalt stelle, da dies dem katholischen Gewissen und den Weisungen der Kirche entspreche. Oie evangelische Kirche und ihre Landgemeinden. Berlin, 9. Jan. (DNB.) In diesen Tagen hat der Deutsche Dorfkirchen -Verband, der seit 26 Jahren in allen Teilen des Deutschen Reiches an einer heimatlich volkstümlichen Gestaltung der Evangelischen Kirche gearbeitet hat, durch seinen Reichsführer, den ostpreußischen Bauern- und Siedlungspfarrer Richard P a l u k, den Eintritt in das Deutsche evangelische Männerwerk vollzogen. Der Dorfkirchenverband wird seine Aufgabe, die im Bauerntum immer wieder neuaufbrechenden Kräfte deutschen Volkswillens in der Kirche mit der Botschaft des Evangeliums zu durchdringen und Wege zu echter Standes- und Dorfgemeinschaft zu bahnen, in engster Zusammenarbeit mit der Deutschen Evangelischen Kirche weiterverfolgen. Or. Stange nicht Mitglied der NSDAP. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Zu dem vom Reichsjugendführer eingeleiteten Ausschlußverfahren gegen den durch den Reichsbischof seines Amtes enthobenen Reichsführer der Evangelischen Jugend Dr. Erich Stange teilt der Vorsitzende des Reichsuntersuchungs- und Schlichtungsausschusses der NSDAP. Reichsleiter Major Buch mit, daß Stange satzungsgemäß niemals Mitglied der NSDAP, war. Es erscheint erneut notwendig, darauf hinzuweisen, daß nicht alle Personen, die das Parteiabzeichen tragen, unbedingt Angehörige der NSDAP, sind. Oie Strafanträge im Maikowski-prozeß Berlin, 9. Jan. (DNB.) Im Maikowski-Prozeß stellte der Staatsanwalt heute nachmittag gegen die 53 kommunistischen Angeklagten die Strafanträge. Er beantragte gegen d i e drei Haupt- räoelsführer die Höchststrafe von 15 Jahren Zuchthaus, gegen weitere Angeklagte zwölf, elf, acht und drei Jahre Zuchthaus. Gegen sieben Angeklagte wurden je zehn Jahre Gefängnis beantragt. Die Strafanträge gegen die übrigen Angeklagten bewegen sich zwischen sechs Monaten und neun Jahren Gefängnis. Aus aller Welt. London wieder im Hebel. — Drei Tote, 15 Verletzte. Außergewöhnlich dichter Nebel führte in London wiederum zu mehreren schweren Verkehrs- Unfällen, bei denen drei Personen getötet und über 15 verletzt wurden. In einem Falle stießen zwei Omnibusse zusammen, wobei sieben Personen Verwundungen erlitten. An vielen Stellen Londons war der Nebel so dicht, daß Fechfackeln zur Regelung des Verkehrs benutzt werden mußten. Auch die Schiffahrt auf dem Kanal wurde stark behindert. Fürstliche Gaste in München. Aus Anlaß der Hochzeit des Grafen T o e r r i n g mit der Prinzessin Elisabeth von Griechenland sind zahlreiche Gäste in München eingetroffen, unter ihnen König Georg von Griechenland mit Gefolge, Prinz Nikolaus von Griechenland mit Familie, Prinz Peter von Griechenland, Prinz Paul von Südslawien, die Erbprinzen Hohenlohe-Langenburg und Leiningen. Die Kronprinzessin Cäcilie, der König von Rumänien und der Kronprinz von Italien werden ebenfalls in München erwartet. Die Trauung findet am Mittwoch in Seefeld statt. Reichsstätthalter Ritter von Epp hat dem König Georg von Griechenland einen kurzen Besuch abgestattet. Koblenz erhalt ein Vefahnngs- und ©arnifon- Muscum. In Koblenz hat in maßgebenden Kreisen der Plan, durch den Umbau der zum Schloß gehörenden Reithalle und der anschließenden Stallgebäude ein Garnison- und Besatzungs-Museum zu erstellen, jetzt greifbare Gestalt angenommen. Für das Besatzungsmuseum sind umfangreiche Materialsammlungen angelegt. Auch für das Garnison- Museum werden sich die Stadtverwaltung, die kameradschaftlichen Vereine usw. bemühen, das Material zusammenzutragen. Vor diesem Museum soll ein Garnison-Denkmal erstehen. Die Arbeiten fallen bis Ende Herbst d. I. beendet sein. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich über dem Kontinent noch verstärkt und wird für die Gestaltung der Wetterlage bestimmend sein. Wohl bildet sich weiterhin neblige Bewölkung, doch wird sich auch zeitweise infolge zusammensinkender Luft im Hoch der Himmel 'aufklaren. Der Nachtfrost dauert weiter fort, wird sich sogar stellenweise noch etwas verschärfen. Aussichten für Donnerstag: Nachts weiterhin Frost, neblig-wolkig mit Aufklaren, trocken. Aussichten für Freitag: Im wesentlichen noch Fortdauer der Wetterlage. Lufttemperaturen am 9. Januar: mittags 0,8 Grad Celsius, abends —0,8 Grad; am 10. Januar: morgens —3,7 Grad. Maximum 0,9 Grad, Minimum —4,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Januar abends —0,3 Grad, am 10. Januar, morgens —0,4 Grad Celsius. Amtliche Winlersportnachrichten. Vogelsberg, Hoherodskopf: Klar, minus 8 Grad, 30 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. Sehr schöne Winterlandschaft. Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Friedr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V. Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.: 11700. Polizei gefunden worden. Präfekt Hartl befand sich in derartig zerrüttetem Nerven- und Gemütszustand, daß eine Vernehmung noch nicht möglich war. Er wurde zusei nerpersönlichenSicherh eit in S ch u tz h a f t g e n o m m e n , in der er jede Bequemlichkeit genießt und in seiner Bewegungsfreiheit nur soweit eingeengt ist, als die Sorge für die Sicherheit seiner Person von Anschlägen auf Leben und Gesundheit erfordert. Der Grund für die Flucht Hartls ist darin zu juchen, daß Hartl nach der Verurteilung Roßbergers eine Flut anonymer K a r- ten und Schmähbriefe erhalten hatte, die ihn zum Selbstmord treiben sollten oder ihm den gewaltsamen Tod androhten. Der Stadtpfarrer von Traunstein, geistlicher Rat Joseph S t e l z l e, wurde aus Veranlassung der Politischen Polizei zu seiner persönlichen Sicherheit in S ch u tz h a f t genommen, da er durch seine Predigt am Dreikönigstage eine tiefe Empörung in der Traunsteiner Bevölkerung hervorgerufen hatte. Heimwehr und Dollfuß-Kurs. Jonnes Geheimnis Roman von Klothilde von Stegmann Llrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (Saale) 29 Fortsetzung Nachdruck verboten! „Regen Sie sich nicht auf, Seeburg. Hier ist das Schriftstück. Was mich wundert, ist nur, daß es aus der Mappe herausgerissen ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sie das gemacht haben?" Heftig kam Seeburgs Antwort: „Nein, hab' ich auch nicht! Sie wissen doch, wie wichtig die Sache ist. Aber wer hat es denn herausgerissen?" Werbet trat wieder dicht an Seeburg heran: „Um das festzustellen, bin ich hier, Herr Legationsrat. Und um festzustellen, wer Ihnen den Schlaftrunk in den Kaffee getan hat... Haben Sie einen Verdacht?" In Seeburgs Gesicht spiegelten sich widerstrebende Empfindungen. Seme Augen wurden matt und glanzlos Die Lippen preßten sich aufeinander. Und langsam stieg eine Röte in seine Stirn. Ohne Werbe! zu beachten, fragte er: „Matzow, sind Sie sicher, daß nichts Wesentliches fehlt?" „Aber, lieber Seeburg, ich habe doch die Akten noch gestern in der Hand gehabt. Sie können sich darauf verlassen, daß nichts fortgekommen ist. Ich habe genau nachgeprüft. Das einzig Rätselhafte ist für mich, daß dieses Schriftstück herausgerissen ist..." „Herr Kommissar", jetzt erst wandte sich Seeburg an Werbel, „Sie haben mich gefragt, ob ich einen Verdacht habe? Nein, ich habe keinen Verdacht!" Man sah es Werbel an, daß diese Antwort ihm unerwartet kam. Der Arzt mischte sich jetzt ein: „Der Patient muß jetzt etwas Ruhe haben. Wir wollen uns zurückziehen. Vielleicht kann Fräulein von Merten bei ihm bleiben. Ich komme in einer halben Stunde wieder heran. Herr von Seeburg braucht jetzt nichts als etwas Ruhe." Werbel überlegte einen Moment. „Natürlich kann Fräulein von Merten bei ihm bleiben. — Fräulein von Merten", rief er laut. Irene kam blaß und zitternd. „Fräulein von Merten, der Herr Sanitätsrat muß fort. Würden Sie eine Weile hier bei unserem Patienten bleiben?" „Gern, wenn Sie es gestatten?" Irene warf einen scheuen Blick auf den Kommissar, dann auf Seeburg, der erschöpft, mit geschlossenen Augen, dalag. „Ich gestatte es. Nur muß ich Sie bitten, dies Zimmer hier nicht zu verlassen, und zu klingeln, falls Sie Unterstützung brauchen, damit ein Beamter kommt." , Matzow versprach, sofort nach Dienstschluß Seeburg wieder aufzusuchen, und die drei Herren verließen das Zimmer. Irene setzte sich leise neben Seeburg. Sie hörte an seinem ruhigen und leisen Atmen, daß er schlief. Aber er schlief wie ein Genesender, nicht wie ein Kranker. Mit einem schmerzvollen und befreiten Lächeln bewachte Irene den Schlaf des geliebten Mannes. Im Zimmer nebenan hörte sie das Telephon läuten. Gemurmel einer Männerstimme gab die Antwort. Die Vorsaaltür schlug zu, jetzt gingen wohl Matzow und Doktor Fritsche. Zum ersten Male seit ihrer nächtlichen Fahrt konnte Irene die Ereignisse der letzten Nacht in Ruhe überdenken. Zwei Minuten mochte Seeburg fest geschlafen haben. Dann fuhr er in die Höhe. Irene trat zu ihm. „Sie hier, Fräulein Irene? Ich bin noch immer etwas wirr. Liebes Fräulein Irene, wollen Sie mir einen großen Gefallen tun?" „Aber natürlich, Herr von Seeburg! Sagen Sie mir nur, was ich tun soll!" Seebura flüsterte: „Nicht darüber sprechen, Fräulein von Merten! Gehen Sie ganz leise bis zur Tür neben meinem Schreibtisch. Werbel darf nichts merken. Sehen Sie, ob die Tür zu Aoonnes Zimmer verschlossen ist." Irene zuckte unter einem jähen Schreck zusammen. Mit einem Ausdruck tiefen Leides ging sie leise zur Derbindungstür. Sie drückte auf die Klinke. Die Tür gab nach. Gespannt war Seeburg ihren Bewegungen gefolgt. Als er das Oeffnen der Tür sah, kam ein weher Laut von seinen Lippen. „Wissen Sie, Fräulein von Merten, wo Fräulein Dumont ist?" Leise erwiderte Irene: „Berta sagte mir, daß sie heute überraschend zeitig fortgegangen ist." Unhörbar hatte Irene die Tür wieder geschlossen und flüsterte, blutrot übergossen: „Der Zimmerschlüssel steckt bei Fräulein Dumont. Soll ich ihn herausziehen und von hier aus abschließen?" „Ja, tun Sie das, Fräulein von Merten, und haben Sie vielen Dank. Aber ich bitte Sie, schweigen Sie darüber. Ich erkläre Ihnen alles später, wenn ich es erst selbst verstehe." Es klopfte an die Tür. Hastig steckte Irene den Schlüssel in die Tasche ihres Morgenkleides. Kommissar Werbel sah ins Zimmer. „Ah, Sie sind munter, Herr von Seeburg? Der Arzt hat eine Krankenschwester geschickt, die Sie betreuen soll. Sie wird Fräulein von Merten ablösen." Dk Hille gegen Gicltf und Rheumalisnins Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Uebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe: Vor einem Jahre bekam ich Jschiasleiden und war so weit, daß ich ohne Stock kaum noch gehen konnte. Da las ich etwas von Gichtosint. Als ich eine Woche diese Kur durchgemacht hatte, konnte ich schon den Stock in die Ecke stellen. Nach vier Wochen war ich vollständig geheilt und konnte die schwerste Arbeit in der Landwirtschaft mitmachen. Auch bei Wetterumschlag spüre ■ ich nichts mehr. Ich gehe in landwirtschaftliche Stellung, welches mir früher meine Gesundheit nicht erlaubte. Ich danke Ihnen für die erfolgreiche Kur usw. A. Z. in B. Ich kann nicht umhin, Ihnen meinen herzlichsten Dank für die ausgezeichnete Wirkung der Gichtosint- Tabletten bei Rheumaleiden auszusprechen. Ich bin 19. JlüptieL Kriminalkommissar Werbel hatte mit seinen Gehilfen inzwischen eine eingehende Tätigkeit entfaltet. Zunächst hatte er die beiden Vorderzimmer eingehend inspiziert, aber nichts Verdächtiges finden können. Im Zimmer Wafsiliews waren ihm die vielen photographischen Abzüge ausgefallen. An den Landschaftsaufnahmen aus der Umgegend Berlins hatte Werbel kein Interesse. In Bertas Zimmer sah man nur flüchtig hinein. Die Nebenräume und die Küche dagegen wurden einer genaueren Untersuchung gewürdigt, natürlich ergebnislos. Gründlicher sah sich Werbel in Irenes Zimmer um. Dem geübten Blick des Kriminalisten fiel es auf, daß die weiße Decke, die auf dem Toilettentisch lag, eine leichte Erhöhung zeigte. Werbel fühlte, als er die Stelle abtastete, daß Papiere unter die Decke geschoben waren. „Wachtmeister Schulz, räumen Sie mal behutsam diese Flasche und diese Schälchen beiseite. So, nun schlagen Sie die Decke zurück! Halt. Nicht anfassen." Ein dünner Briefumschlag war frei geworden. Werbel zog ein Blatt Papier aus der Tasche, mit dem er sorgsam das Kuvert aufnahm, ohne es mit den Fingern zu berühren. Unter den neugierigen Blicken des Wachtmeisters Schulz öffnete er, immer unter Beobachtung der gleichen Vorsichtsmaßregeln, den nicht verschlossenen Umschlag. Hauchdünne Papiere kamen zum Vorschein, die, in Größe eines Visitbildformats, photographische Kopien zeigten. Das war auf den ersten Blick ersichtlich, denn die Ränder waren heller. Eins der Blätter war leicht beschädigt. Im Zimmer von Wassiljew hatte Werbel ein starkes Vergrößerungsglas gesehen. Schnell holte er es herbei und stellte dann sofort eine telephonische Verbindung mit dem Auswärtigen Amt her. Dort verlangte er Herrn von Matzow, der sich auch sofort meldete. Werbel sprach sichtlich aufgeregt. „Herr Legationsrat, hier ist Kriminalkommissar Werbel in der Mert^nschen Wohnung!" Matzow unterbrach sofort mit der Frage: „Geht es Seeburg etwa schlechter?" „Nein, nein, keineswegs! Es ist etwas anderes. Sie sprachen vorhin von einem wichtigen Aktenstück, das auffallenderweise aus der Mappe herausgerissen war. Sie bezeichneten es als so wichtig, daß Sie es auch mir nicht zeigen wollten!" „Ja! Was ist damit?" Verhaltener Triumph klang aus Werbels Stimme: „Eine photographische Verkleinerung eben dieses Aktenstücks habe ich gerade gefunden. Die beiden Heftlöcher sind auch auf der Photographie als eingerissen erkenntlich. Das photographierte Schriftstück beginnt mit den Worten: „In Anwesenheit der nachstehenden Vertreter des Auswärtigen Amts und des Reichswehrministeriums fand heute am 12. November..." alle Schmerzen los, ja selbst die Schwellungen im Hüft- und Kniegelenk sind verschwunden, und kann bei meinem Alter von 64 Jahren jetzt bei jedem Wetter täglich Fußmärsche von drei bis vier Stunden ohne Unterbrechung unternehmen und ohne hernach Schmerzen oder Anstrengungen zu verspüren. F. L. in G. Gichtosint hat mir sehr gute? Dienste getan. Der letzte Rheumaanfall im Januar tf. I. war nach kurzem Gebrauch der Trinkkur behoben. Ich habe nach zehnjährigem Leiden einen angenehmen Winter verleben dürfen, wofür ich Ihnen von Herzen dankbar bin. O. I. in F. „Lesen Sie nicht weiter, Herr Kommissar! Deran« lassen Sie sofort die Sicherstellung der Photographien. Ich werde augenblicklich dem Herrn Minister oder seinem Stellvertreter dienstlich Meldung erstatten, und entweder ich oder ein anderer Vertreter des Auswärtigen Amts wird sofort zur Tatstelle kommen. Mir ist zwar die ganze Geschichte unerfindlich oder — wo haben Sie denn den Fund gemacht?" „Im Zimmer Fräulein von Mertens, von der ja auch offensichtlich die ganze Sache ausgeht. Sie hat dem Freiherrn von Seeburg im Kaffee ein Betäubungsmittel gegeben und dann die Papiere entwendet. Ich werde mir sofort die Genehmigung zur Festnahme telephonisch erbitten." „Ich glaube, Sie sind auf dem Holzwege Herr Kommissar! Erklären kann ich mir die Sache zwar nicht, aber ich holte Fräulein von Merten keines- falls für die Täterin. Unternehmen Sie nur nichts Voreiliges, ehe ich dort bin." Werbel hängte an, rief sofort bei dem Polizeipräsidium an und erstattete dort kurzen telephonischen Bericht. Er erhielt die Ermächtigung, alles Geeignete zu unternehmen. Man würde sobald als möglich auch vom Präsidium aus einen höheren Beamten entsenden. Sorgfältig brachten Werbel und Wachtmeister Schulz den Briefumschlag wieder an seinen Platz, legten die Decke gerade und stellten die kleinen Toilettengegenstände so darauf, daß der Tisch völlig unberührt schien. Dann wurde Wachtmeister Schulz zum Protokollführen an den Tisch gesetzt und Irene hereingerufen. Nachdem sie Platz genommen hatte, sagte Werbel in - harmlosem Ton: „Fräulein von Merten, ich habe Sie vorhin gebeten, ein offenes Geständnis abzulegen. Haben Sie sich inzwischen meine Frage überlegt? Wollen Sie nicht durch eine 'offene Aussage Ihre Lage verbessern?" Ruhig und mit fester Stimme kam die Antwort Irenes: „Haben Sie Ihren unsinnigen Verdacht gegen mich immer noch nicht aufgegeben? Ich bin keine Giftmischerin, und ich könnte mir auch nicht vorstellen, aus welchem Grunde ich Herrn von Seeburg ein Betäubungsmittel geben sollte?" „Vielleicht gab es im Zimmer des Herrn Legationsrats Schriftstücke, die Sie oder andere interessierten?" „Mich bestimmt nicht!" Und ungeduldig setzte Irene hinzu: „Es fehlen ja auch gar keine Schriftstücke!" „Fein ausgedacht! Fräulein von Merten, es fehlt tatsächlich nichts. Beschäftigen Sie sich eigentlich auch mit Photographie?" Erstaunt sah Irene Werbel an. „Vor vielen Jahren habe ich mal einen kleinen billigen Apparat gehabt, mit dem ich Aufnahmen machte. Aber ich weiß gar nicht mehr, wo er hin- ' gekommen ist." (Fortsetzung folgt.) Solche Briefe besitze ich über 15 000 (notariell beglaubigt), und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirksam kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure dient das Gichtosint. Sie können kostenlos und portofrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung erhalten, wenn Sie Ihre Adresse senden an: Gichtosint-Kontor, Berlin SW Nr. 235, Friedrichstraße 237. Erhältlich in allen Apotheken. (150V Friedrich Frey im 57. Lebensjahr. Im Namen der tieftrauernden Angehörigen: Karl Frey. ■'IbJ Lollar, den 9. Januar 1934. Stellenangebote Mädchen MM das selbständig " „Victoria" Eberstadt, den 8. Januar 1934. 158 Die Beerdigung findet Donnerstag, 11. Januar, nachm. 1% Uhr statt Geschäfts-Übernahme Gießen, den 8. Januar 1934 • 37 D Fritz Hendrich, Gießen, Kirchenpl.8 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Margarethe Holler, geb. Neusel. heute vormittag 11% Uhr nach längerem schweren Leiden im Alter von 75 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. V.H.C.Gießen Freitag,12.Jannar 8l/o Uhr Monats-Versammlung (Hauptversammlung im Hopfeld) Sonntag, 14. Jan. Wanderung , siebe Ausbang. DHV. Ortsgr. Gießen. Monats-1580 Versammlung 10. Januar 1934 fällt aus! My-Eei* neu, für Auto, billig zu verkauf. Kühr, oi57 Braugasse 7 für dortig. Bezirksfiliale als Generalvertreter gesucht. Hoher dauernderVer- dienst. Beruf gl. (kostenlos). Gehring LCo. G. m. b. H. ttnkel/Rh 410. Das seither von Herrn L. TEITLER, Gießen, Kirchenplatz 8, betriebene Weiß waren- u. Trikotagengeschäft habe ich heute übernommen. Es wird mein Bestreben sein, einen jeden meiner Kunden durch reelle Bedienung in jeder Hinsicht zufriedenzustellen. Ich bitte daher um geneigten Zuspruch. .Ilie tgesn c h e. 4-5-ZimmerWohnunß per 1. Febr. ob. später zu mieten gesucht. Part. ob. 1. Stock bevorzugt. Sehr. Ang. mit Preisangabe unt. Nr. 2686 an Annonc.-Exped. Germer&Wagner, Neuenweg 50. lt3 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Vaters, desWerksättenvorst. i. R. 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Dietz nach kurzem, schwerem Leiden plötzlich und unerwartet in die Ewigkeit abzurufen. 153D Nr. 8 Zweites Blatt Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, IV.Zanuar 1934 nuten an den nächsten Laternen. Ein Offizier vom Dienst, Zeuge dieser Ereignisse, auf Bänken und ’ Hunger! Die De- gegen den Krieg, die Schieber und Deputierten aus Zum Bahnhof!" von der Menge Truppe verhaß- Marne gekämpft haben, stehen Stühlen und sprühen Haßreden gegen hie unfähige Regierung, Kriegsgewinnler. zurück. „Auf nach Paris! Holt die dem Parlament!" „Zum Bahnhof! schrillt eine Stimme, hundertfach ausgenommen. det. Die Stabsoffiziere sind hochgesprungen. Sie starren den Adjutanten an, als ob er den Verstand verloren hätte. „Diese Hunde!" knirscht ein Generalstabsoffizier. „Wir haben keine Truppen in der stieben. Oie Bahnstrecke sperren! Im Quartier der Division ist um diese Stunde Frankreichs schwerste Stunde. -Aufruhr in Soissons. - „Wir werden nicht marschieren/' - Belagerung der Meuterer. Syndikalist. „Poincare will keinen Frieden mit Deutschland!" — „Die Generäle wollen die Blutoffensive fortsetzen!" — „Heute nacht sollen wir marschieren", tönt es in wilden Zurufen aus der Menge. „W i r werden nicht m a r f ch i e r e n", ruft ein Unteroffizier mit geballter Faust . . . „Zum Bahnhof,zumBahnhest, Zwei Stunden vor dem Abmarsch — es ist 23 Uhr — sind die engen Gassen, in denen sich die Mannschaftsquartiere befinden, voll von Soldaten. Eine Kantine mit Weinvorräten ist geplündert worden, und der Alkohol hat die Stimmung bis zur Siedehitze erregt. Da rattert es die Straße hoch. Rufe und Gebrüll ertönen. Zwei Lastwagen, besetzt mit Mannschaften des 17. und 36. Regiments, biegen um die Ecke. Bon dem ersten Wagen wehen rote Fahnen. „Kameraden, marschiert nicht!" gellt es in die Masse. , Macht es wie wir. Werft die Lastwagen um, zerschneidet die Reifen! Nieder mit dem Krieg!" „Nieder mit dem Krieg!" donnert es Der Aufruhr tobt. Ein bei der ter Regimentsarzt läuft den Meuterern in die Arme. Er wird zu Boden geschlagen und bleibt schwerverletzt auf der Schwelle eines Hauses liegen. Dem bewaffneten Haufen stellen sich an einer Straßenkreuzung drei Feldgendarme entgegen. Bei ihrem Anblick sehen die Meuterer roten Nebel vor den Augen. Das sind diese Leuteschinder, diese Angeber, diese Etappenhengste mit dem anmaßenden schroffen Ton, ihrer frechen Ueberheblichkeit, hie hem Frontsoldaten tausendfach das Leben vergällen. Die Gendarmen kommen gar nicht dazu, ihre Pistolen zu entsichern, da sind sie ihnen schon aus der Hand geschlagen, prasseln Hiebe auf sie nieder, werden — keiner weiß, woher sie plötzlich kommen — Stricke von „Unsere Weiber krepieren vor putierten mästen sich!" ruft ein finsterer Soldat, ein Der Alfred-Protte-Derlag Potsdain^ bringt Hand zu Hand gereicht, und unter Gebrüll und Ge- in dem Buch „Frankreichs schwerste stunde" johle hängen die Unglücklichen nach wenigen Mi- von Rolf Bathe einen hochinteressanten^ Beitrag zur'Geschichte des Weltkrieges. Der । v,lll UUIH ^leiift, otuyt Verfasser schildert in seinem Buche aus Grund > jst roie von Furien gepeitscht zum Stabsquartier eingehender Quellenforschung und bisher un- geeilt und berichtet in fliegender Hast das Ge- veröffentlichten Tatsachenmaterials die große s'chehene. Der Regimentskommandeur hat schon den Gefahr, in der sich Frankreich im Jahr 1Ü17 1 ^örer von der Gabel gerissen. Kein Laut. Die durch die Meuterei der Armee an der Front Drähte sind zerschnitten. Der Adjutant stürzt und den Aufruhr im Jnnenlande befand. Wir; $urn Pferdestall. Ein Gaul ist in Minuten gesattelt, entnehmen deni Buche mit Erlaubnis des prescht auf Nebenwegen davon, daß die Funken Verlages eine Schilderung über die Meuterer, — - die Mitte Mai 1917 an der Front bei Sois- nengewehrabteilungen der Bahnlinie zu. | Auf dem Bahnhof von Soissons haben sich die Meuterer aus einen bereitstehenden Zug geworfen, die Abteile gestürmt, die Dächer besetzt und das Bahnpersonal mit vorgehaltenen Waffen gezwungen, den Zug abzulassen. Unter dem Gesang revolutionärer Lieder und dem Knattern von Flinten- schüsseu, die in die Luft gejagt werden, setzt sich der Zug auf der Pariser Strecke in Bewegung. „Wir schießen euch in Fetzen!" Dort, wo die Bahn am Walde von Villers Cotte- ret scharf nach Westen abbiegt, zieht der Lokomotivführer plötzlich die Bremsen. Schwere Steine und Baumstämme versperren die Gleise. Ehe die Meuterer sich von ihrer Ueberraschung erholt Haben, knattern rechts und links der Bahnlinie zwei Maschinengewehre. Die Garben gehen nicht sehr hoch über den Köpfen der auf den Dächern hockenden Mannschaften hinweg. Jetzt erst sehen die Meuterer die im Halbkreis aufgestellten Maschinengewehre, sehen im Zwielicht des grauen Morgens die Stahlhelme der im Anschlag liegenden Schützenlinien. Ein Offizier sprengt dicht an den Zug heran: „Ergebt euch!" ruft er mit schneidender Stimme. „Ist der Zug nicht in zwei Minuten geräumt, schießen wir euch in Fetzen!" Die Mannschaften in den Hinteren Wagen des Zuges, die dicht am Waldrand halten, werfen sich mit der Waffe in der Hand in das Gehölz und verschanzen sich. Sie werden b r e,i Tage b e - lagert, bis der Hunger sie zur Uebergabe zwingt. Der größte Teil der überrumpelten Meuterer aber sons erfolgte. Gärung aufhalten", ruft der Dioisionsgeneral verzweifelt. Die Leitung zu der Kavalleriedioision, die zwischen Soissons und Paris in Quartier liegt, ist noch in Ordnung. Der Kavalleriekommandeur, der durch den Anruf aus dem Schlaf gescheucht wird, glaubt zu träumen, als er hört, daß feine Regimenter sofort die Ba hm st recken nach Paris sperren müssen, um einen Zug mit Meuterern abzufangen; aber die harren, drängenden Worte des Jnfanteriegenerals am anderen Ende der Leitung sagen ihm, daß es sich hier um eine blutig ernste Angelegenheit handelt. — Schon eine Viertelstunde später gellen die Alarmsignale durch die Quartiere der Kürassierregimenter, und nach einer Stunde traben die Schwadronen mit den berittenen Maschi- ber ganze Stab versammelt. Die Herren sitzen vor bem In der süblichen Vorstabt von Soissons liegt 9)littc ; Mbmarjd) plaudernd beisammen, rauchen noch eine Mai eine Brigade in Ruhe, darunter das Infante- Zigarette und trinken ein Glas Wein, als, ohne rieregiment 370. Die Abmarschbefehle zur Front sind; eine Anmeldung abzuwarten, der Regimentsadju- bekanntgegeben. Schon seit Tagen herrscht eine । tont schweißtriefend mit verklebten Haaren herein- dumpfe Gärung in der Truppe. Am Abend vor . stürzt und mit keuchendem Atem den Aufruhr rnel- üem Abmarsch finden in den Quartieren Versa mm- langen statt. Es sind nicht die jungen Rekruten, die soeben ins Feld gekommenen jüngsten Jahrgänge, die das große Wort führen. Alte Soldaten |t«u:>u||iOrei. ... — mit harten Gesichtern und fanatischen Augen, unter । Nähe, die eingreifen können. Nur die Kavallerie ihnen Korporäle und Sergeanten, die schon an der | bei Villers Lotteret kann diese Irrsinnigen noch kommt mit erhobenen Händen aus den Abteilen gewankt und von den Dächern der Waggons gekrochen. Der. Rausch des nächtlichen Aufruhrs ist verflogen. In dem grauen kalten Licht des Morgens, beim Anblick der blinkenden Helme und der drohenden Gewehrläufe, Überschleicht sie eine Ahnung ihres Schicksals. In dumpfem Schweigen lassen sie sich zusammentreiben. Nur einer ruft mit heiserer Stimme den Kürassieren entgegen: „Schämt ihr erd) nicht? Habt ihr überhaupt schon etwas vom Kriege gesehen?" Ein Capitaine springt dazwischen. Der Mann wird sofort gebunden und beiseite geführt. Einige Minuten später peitschen in naher Entfernung Schüsse durch die Luft. Die gefangenen Meuterer zucken zusammen. Eine Gruppe Kürassiere kommt schweigend zur Bahnstrecke zurückmarschiert. Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Iernsprechkundendienst. Wie bereits bekanntgegeben, hat die Deutsche Reichspost den Fernsprechkundendienst (KO-Dienst) auch im Ortsfernsprechnetz Gießen eingeführt. Die Einrichtung ermöglicht es allen Fernsprechteilnehmern, die während ihrer Abwesenheit vom Büro, der Wohnung usw. für sie eingehenden Fernsprechanrufe festzuhalten. Auch in Fällen, in denen dem auf dem Büro usw. befindlichen Personal die Entgegennahme aller oder gewisser Anrufe nicht überlassen werden soll, kann der KV- Dienst mit der Vertretung des Inhabers des Fern- sprechanschlusies betraut werden. Die Aufträge, um die es sich hier handelt — Entgegennahme von Anrufen und g. F. Bescheiderteilung an die Anrufer nach Anweisung des Auftraggebers —, werden als A-Aufträge bezeichnet. Im folgenden soll an einem Beispiel die Anwendungsmöglichkeit erläutert werden: Herr A muß sein Büro oder feine Wohnung auf unbestimmte Zeit verlassen. Während seiner Abwesenheit soll der KV-Dienst die für feinen Anschluß eingehenden Anrufe aus der Stadt und anderen Orten — ober auch nur einen ganz bestimmten Anruf — entgegennehmen. Herr A wählt mittels ber Nummernscheibe „04". Der KV-Dienst melbet sich, fragt Herrn A nach seiner Nummer unb bittet ihn, zunächst roieber einzuhängen. Dieses Verfahren ist zur Verhütung von Mißbrauch unb bamit von Schäbigungen ber Teilnehmer eingeführt worben. Nachbem Herr A vom KO-Dienst roieber angerufen roorben ist, erteilt er ben Auftrag. Er will nach seiner Rückkehr bie Aufzeichnungen fernmünb- lich abforbern, kann aber auch verlangen, baß ber Kv-Dienst ihn zu gewissen Zeiten anruft, um ihm bie eingegangenen Anrufe mitzuteilen. Zur Entgegennahme ber Anrufe, bie für ben A n- ruf er kostenfrei ist, muß ber Anschluß bes Auftraggebers auf bie KV-Stelle umgeschaltet werben. Die Umschaltung ist jeboch ber Art, baß bie Anrufe auch beim Teilnehmer eingehen. Dies hat ben Vorteil, baß ber Anschluß — trotz Umschaltung — für ben Teilnehmer immer benutzbar bleibt. Falls Anrufer Nachrichten für ben Auftraggeber hinterlassen, werben bie Nachrichten zu ben für Aufträge allgemein festgesetzten Gebühren als neue Aufträge behandelt. Diese Gebühren hat ber Anrufer zu bezahlen. Da Herr A aber nicht wünscht, baß seine Kunben mit ben KV-Gebühren belastet werben, bezeichnet er seinen A-Auftrag gleichzeitig als RP= Auftrag unb übernimmt bamit bie Verpflichtung, bie KV-Gebühren für alle von ben Anrufern für ihn bestimmten Nachrichten zu bezahlen. Währenb ber Abwesenheit bes Herrn A finb brei Anrufe, barunter einer von Frankfurt (Main) eingegangen, bie ber Kv-Dienst Herrn A nun zuspricht. Einer ber Anrufer, Herr B in Frankfurt, hat Herrn A mitteilen lassen, baß er seinen sofortigen Anruf erbittet. Damit ist ber Auftrag nun er- lebiqt. Was hat Herr A nun zu bezahlen? Als Auftrag- unb Umschaltgebühr zahlt er je 20 Pf. unb für bie Uebermittlung ber Rufnummer unb bes Namens von je brei Anrufern 10 Pf. Sprech- unb Schreibgebühr. Der Auftrag kostet also 50 Pf. Hinzu kommt bie Ortsgesprächsgebühr für bie Anrufe nach ber KV-Stelle (04) unb g. F. bie Ortsgesprächsgebühr für bie Anrufe nach bem Auftraggeber hin, wenn ber Auftraggeber gewünscht hat, baß bie KV-Stelle ihm zu bestimmten Zeiten bie eingegangenen Anrufs mitteilt. Ferner hat er für bie Nachricht bes Herrn B (KP-Auftrag) bie Auftragsgebühr — 20 Pf. — unb bie Sprech- unb Schreibgebühr für bie Nachricht — 10 Pf. — zu entrichten. Bau von Radfahrwegen. Die Zentralstelle für Radfahrwege ist beim Generalinspektor für das beutsche Straßenwesen vorstellig geworden mit ber Bitte, beim Bau von Radfahrwegen behilflich zu sein. Darauf ist eine Mitteilung an die preußischen Provinzen und an bie Länder ergangen, wonach die Finanzierung von solchen Radfahrwegen, die der Entlastung von Landstraßen dienen, in Zukunft Sache der Wegeunterhaltungspflichtigen für bie durch den Bau der Radfahrwege entlastenden Landstraßen sein kann, zumal in vielen Fällen durch ben Bau eines besonderen Radfahrweges eine Verbreiterung der Landstraßen erspart werden kann. Die Planung ber Radfahrwege muß nach wie vor Sache der Interessenten sein. Als Interessenten dürften die Vereine für Radfahrwege, die an vielen Orten im Reich bestehen, aufzufassen sein. Da die Zentralstelle für Radfahrwege ohne Zweifel über umfangreiche Erfahrungen im Bau von Radfahrwegen verfügt, find alle Anträge der örtlichen Stellen der Zentralstelle für Radfahrwege einzureichen. Diese übersendet bie Entwurfsunterlagen nebst Lage- plan an bie Straßenbaubehörde des Landes oder der Provinz. Nach Prüfung des Projektes ist es alsdann an den Generalinspektor für bas beutsche Straßenwesen einzusenden. Nach grundsätzlicher Genehmigung des Bauvorhabens erfolgt die Ausführung ber Radfahrwege durch bas für den fraglichen Bezirk in Betracht kommende Bauamt. Dis Kosten ber Planung find von den Interessenten für ben Bau von Radfahrwegen zu tragen. Ein Zuschuß für Radfahrwege, bie bem Ausflugverkehr dienen, und keine Entlastung einer öffentlichen Straße mit sich bringen, ist grundsätzlich ausgeschlossen. Für den Bau dieser Wege sind vielmehr bie Vereine für Radfahrwege auf den Weg der Selbsthilfe angewiesen. Die Bereitstellung von Mitteln für ben Bau von Radfahrwegen aus Mitteln des laufenden Rechnungsjahres ist nid)t möglich. Es ist jedoch in Aussicht genommen, im Rahmen des Winterprogramms, zweiter Teil, einen, wenn auch geringen, Betrag bereitzustellen, so baß im Laufe des Winters der Bau von Radfahrwegen in Angriff genommen werden könnte. Bei der Aufstellung des Bauplans für bas kommende Rechnungsjahr ist auf Anordnung des Ge- neralinfpektors zu prüfen, ob es notwendig und angebracht ist, im Rahmen ber Straßenbauarbeiten einen bescheidenen Betrag für den Bau solcher Radfahrwege, bie vorhandene Landstraßen entlasten, vorzusehen. Es steht also zu erwarten, das bereits in nächster Zeit Anträge auf ben Bau von Radfahrwegen eingereicht werden. Daten für Mittwoch, IV.Januar. 1797: die Dichterin Anette von Droste-Hülshoff auf Haus Hülshoff bei Münster (Westfalen) geboren (gestorben 1848); — 1920: Inkrafttreten des Versailler Vertrages; — 1920: die Provinz Posen wird an den Freistaat Polen abgetreten. = ■ ZinTUri'I uuiuu r—/ — ' . . < „Der Tierschutzverein hat in den letzten Tagen wieder zahlreid)e geblendete Vögel, deren Augen noch bluteten, beschlagnahmt und die Besitzer in Strafe genommen." Das Gesetz, das die Blendung der Vögel verbietet, ist noch so frisch wie die Wunden unserer armen gefieberten Sänger, man darf gar nicht daran denken, wie es vorher war. Man kann schwermütig werden bei der Vorstellung, wie es im Innern des Landes zugehen muß, wenn schon in der scharf 6e- obachteten Hauptstadt alle paar Tage oder Wochen solche Gemütsathleten gefaßt werden, die den Rotkehlchen und Stieglitzen mit einer glühenden Nadel die Augen ausstechen, um die todtraurigen Sänger der ewigen Finsternis zum Anlocken anderer Opfer zu mißbrauchen. Mussolini tut ja das Menschenmögliche, um solche Barbareien zu verhüten, aber er hat einen schweren Stand angesichts der Unmasse der Vogeljäger. Wird doch bis jetzt m. bie höchst- gebildeten Kreise hinauf das Abknallen der Singvögel verteidigt, ja, als gesunder Sport gepriesen. In den Zeitungen diskutiert man über die Frage, ob sich das Blendgesetz auf alle Vögel beziehe oder ob Ausnahmen zugelassen seien. Daß die Sing- vöq-l für bie Landwirtschaft schädlich seien, ist ein bequemes Dogma der Vogeljäger. Die Tierschutzvereine kämpfen einen heroischen Kamps, von dessen Gefährlichkeit wir uns offenbar keine Rechenfchaft ablegen, denn sonst könnte es nicht so sein, daß ßie paar Tierfreunde jeglicher Geldmittel bar sind. Wer sich erkühnt, die Vögel in Schutz zu nehmen, wer aar auf Jagdverbote pocht, gilt bei den „Je- weil man den Waldhüter erschlagen fand. Und schon meldet man aus einer benachbarten Ortschaft, daß andere den Flurwächter am Hellen Tage niedermachten, weil er sie auf verbotener Jagd ertappte. Unter „Jagd" versteht man in Italien! naturgemäß nur die Vogeljagd, da es (abgesehen von den eingehegten Wildpärken) in freier Wildbahn so viel wie keine anderen Tiere mehr gibt. Denn jeder darf schießen wo und was er will, selbst in fremden Privatgärten. Die malerischen Hirten der Campagna werden uns immer von den Romantikern hingestrichen, wie sie traumverloren am Stab lehnen; in Wirklichkeit hat jeder einen Schießprügel umhängen, und des Knallens ist kein Ende. Wer das beklagt, wer sich der „Stimmen des Himmels" erbarmt, darf von Glück sagen, wenn er nur verspottet wird. Unbegreiflich scheint das, wenn man sich erinnert, daß ja gerade Italien das Land des heiligen Tierfreundes Franziskus ist, es das gegebene Vogelparadies fein — könnte. Wie es Capri bald fein wird, wo der Duce den Zugvögeln eine Freistatt schuf. Brief aus Nom. 23 on Dr. Gustav W Eberlein. Rom, im Januar. Das kann man zwischen dem ersten italienischen Muttertag, der nun alle Jahre am Heiligen Abend wiederholt werden soll, und den hochpolitischen Besuchen bei Mussolini in den römischen Zeitungen lesen. „Am Sonntagmorgen stürzte in der Via Monza ein armes, schon vor Wunden sieches Pferd und brach sich ein Glied. Als der Besitzer sich davon überzeugt hqtte, daß er das ausgemergelte Geschöpf nicht weiter ausnützen konnte, schlug er es furchtbar und ließ es dann so liegen. Einige Mitleidige riefen den Tierschutzverein an, aber der konnte auch nichts anderes tun, als einen Mann hinzuschicken und das Pferd abschießen zu lassen. Das Tier blieb liegen, denn der Tierschutzverein hat keinerlei Mittel, um gestürzten Pferden auf die Beine zu helfen." Und auf der gleichen Zeitungsseite lieft man weiter: Weniger Mitleid braucht man mit anderen Wandervögeln zu haben, den blondmähnigen deutschen Bettlern, die leider nicht bloß die Landstraßen, sondern mit Vorliebe die eleganten Straßen der Städte Heimsuchen. Die Krachlederne auf ber Via delMmpero —die Groteske wäre zum Lachen, wenn sie nicht so traurig wäre. Früher spottete man in Deutschland über die italienischen Scherenschleifer und die Neapolitaner Gipsfigurenhändler, jetzt halten germanische „Weltreifende" in Neapel die Hand hin. Schamlos von einem zum andern. Sie legen Bettelkarten auf die Tische der Straßencafes und sammeln. Sie produzieren sich mit „Kunststücken", sie la sen sich von mitleidigen Automobilisten unterwegs im Straßengraben aufgreifen und werden schon nicht mehr rot, wenn ihnen ein schmieriger Kellner bie geschenkten Spaghetti hinwirft wie einem Aus atzigen. Die .Fußwanberer" geraten auf biefe Fechtbruber- weise tatsächlich nicht selten bis in ben Orient, wo sie streckenweise schon zu einer ßanbplage gewor- ^Es^war°hohe Zeit, baß bie deutschen Behörden bas Tragen bes Braunhembes im Auslanb ver- boten, denn unverständige Wanderer hätten es >n Mißkredit bringen können; es wäre aber höchste Zeit, ben Wanberunfug 3« unterbmben Es sollte an ber beutschen Grenze nicht heißen: Du barfft bloß 200 Mark mit hinübernehmen fonbern bie Bestimmung sollte lauten: Du mußt mmbeftens 200 Mark haben. In ber Schweiz hat man schon einen . Anfang bamit gemacht, ber sich bewahrte. In Italien zierwege. Keine Fußwege. Es gibt nur Lanbstraßen, auf benen man fährt. Wer sich baran nicht halten will, sollte sich bann minbeftens nicht rounbern, wenn er Unannehmlichkeiten hat. Uebrigens ist auch Schwarzfahren nicht empfehlenswert. Einen Berliner haben sie gestern in Pistoja vom Dach eines Eisenbahnwagens, auf bem er es sich seit bem Brenner „bequem" gemacht hatte, heruntergeholt. Nun brummt er unb muß für die Fahrt in den schönen Süden außerdem 400 Lire zahlen. Dabei kostet es zweiter Klasse nach Rom jetzt normalerweise nur 60 Lire, denn bis tief in den Frühling hinein gibt es 70 v. H. Ermäßigung. * Das macht bie Revolutionsausstellung, bie bann ein ftänbiges Heim auf ber Prachtstraße zwischen Kolosseum unb Palazzo Venezia erhalten soll. Mussolini hat einen Wettbewerb ausgeschrieben für bas Haus bes Fascio, unb bamit ift ber Traum ber mobernen Architekten, bem Kolosseum etwas Ebenbürtiges an bie Seite zu stellen, in Erfüllung gegangen. Der Faschismus forbert bie Jahrtausenbe in bie Schranken, bas Rom Mussolinis mißt sich mit bem Rom bes Augustus. Ein Plan, ber bang machen kann. Denn nun muß unb wirb ber gewaltige Streit um bie neue Kunst zum Austrage kommen, jetzt gilt es nicht mehr, mit Theorien in ben Zeitungen zu fechten, jetzt heißt es, Farbe zu bekennen, eine Tat zu tun. Die Geister finb in ben letzten Jahren mit einer Heftigkeit aufeinanber gestoßen, bie Großes gebären ober in einen unauslöschbaren Irrtum versinken kann. Wer benkt nicht sogleich an bas in Einzelheiten gar nicht so schlechte, in seiner schaum- weißen fonbitorfjaften Gesamtheit aber so furchtbare Nationalbenkmal, bas bereits bie Via delHm- pero einleitet? Im Hintergrunb harrt fchweigenb unb granbios bas rote Ungeheuer ber Flavier. Was wirb nun bazwischen entstehen? Neben ben Stand- bilbern ber Cäsaren, inmitten ber hinrcihenben Trümmer ber Fora? Novecento! hallt ber Ruf durch ganz Italien, Stil bes zwanzigsten Jahrhunberts! Unb man baut unb baut wie — in Berlin. Professor Munoz ist von rounberbarer Ehrlichkeit: er berounbcrt bie „mobernen Bauformen", sogar bas beutsche Wort dafür gebrauchenb, meint aber sehr richtig, baß man an biefer historischen Stelle nicht ebenfalls einfach in Nachahmerei verfallen bürfe. Die Mo- berniften unter Führung bes Akabemikers P i a - c e n t i n i proklamieren hingegen ben neuen Stil als Inkarnation bes neuen Regime unb wollen etwas ganz Mobernes, wenn auch ebenso Gewaltiges wie bas Kolosseum. Hoffen wir also, baß nicht etwas Deutschmodernes unb nicht etwas Latein- modernes erstehe, sondern etwas Römisches. Oruckfehler-Luchss. Unter den Schrecken unb Plagen, gegen die auf dieser Erde kein unfehlbar wirkendes Kraut gewachsen ist, steht ber Druckfehler-Teufel gewiß nicht an letzter Stelle. Ein Buch, eine Zeitschrift ober eine Zeitung mögen noch so sorgfältig hergestellt roorben sein, es werben sich doch hin unb roieber Druckfehler eingeschlichen haben, bie sich auch dem schärfsten Auge listig entziehen. Nun müssen aber die teils entsetzten, teils aber nur verwunderten Verleger unb Verfasser feststellen, daß es eine kleine Anzahl von Menschen mit Luchsaugen gibt, die unnachsichtig auch die geringsten Fehler aufspürt, die geradezu von einer Jagdleidenschaft ergriffen ist, die ihre Entdeckungen nicht etwa nur so beiläufig, nur für sich macht, sondern die peinlichst genau eine Abrechnung darüber führt und dieses Sündenregister häufig "mit einem verständlichen Triumphgefühl bem zerknirschten Verleger ober Verfasser überreicht und mit Recht Dank und Anerkennung erwartet. Einer dieser mit mikroskopischen Augen bewaffneten Leser ist ein Geistlicher in Yorkshire, ber nun für mehrere bekannte Schriftsteller regelmäßig bie Korrekturen liest unb so aus einem Steckenpferd einen Beruf gemacht hat. Ein anderer literarischer Druckfehler- Luchs ist ein amerikanischer Buchhändler, den Ber- navd Shaw einmal den „Fürsten der Korrektur- lefer" genannt hat, nachdem dieser in einem seiner eigenen Bücher etwa 100 Druckfehler aufgeftöbert hatte. Dieser Mann hat die Bekämpfung des Druckfehlerteufels aus Liebhaberei betrieben und dafür Dankbriefe von 300 berühmten Autoren vieler Länder erhalten. ßocMthulnadiridtfen. Professor Dr. Emil Wehrle, Ordinarius für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, ist zum ordentlichen Professor in ber Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät ber Universität Marburg ernannt roorben. Auf Grunb bes § 3 bes Gesetzes zur Wieder- herstellung bes Bekufsbeamtentums ist ber orbent« liche Professor für englische Philologie an ber Universität Frankfurt a. M., Dr. Rudolf J mel- mann, in ben Ruhestand versetzt roorben. Die nichtplanmäßigen ao. Professoren in ber mebizinischen Fakultät ber Universität München Dr. M. Jsserlin (Psychiatrie) unb Dr. Sy Saenger (Gynäkologie unb Geburtshilfe) würben auf Grund des § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit sofortiger Wirkung aus bem bayrischen Staatsdienst entlassen. Die Entwicklung von Gießen 730 2200 400 1620 1432 5500 1360 2800 Attersfürsorge durch Gparkapital ? steuerliche Befreiungen versagt. Wenn vor Eigennutz" vornehmster Grundsatz sei und nächster Zeit die Reichsregierung, wie sie bleibe. Kein Stand könne ohne den andern leben, — Tageskalender für Mittwoch: Stadt- Eicherrstöcke 5 Mark je Rm. eingezogen. Der Mann wurde in Schutzhaft .nommen. Rohrreinigung und Versorgung von Kleinsiedlungen mit Trinkwasser in Harleshausen An- und ge- Städtische Holzversteigerung. Die gestrige Hol^versteigerung der Stadt Gießen erbrachte folgende Durchschnittspreise: Buchenscheite 1. Kl. 10.50 Mark je Rm., Eichenscheite 1. Kl. 7,50 Mark je Rm., Eichenscheite 2. Klasse 6 Mark je Rm., Buchenknüppel 7,50 bis 8 Mark je Rm.. Eichen- 3m Verlaufe der Ermittelungen wurden bei einer Person in Watzenborn-Steinberg eine größere zahl kommunistische Broschüren beschlagnahmt 2830 2334 ü- Wirtschaftskrise und Ueberbesteuerung haben in den letzten Jahren zahlreiche Sparkapitalien vernichtet, die der Alterversorgung der mittelständischen Bevölkerung dienen sollten. Dieses Kapital fehlt jetzt beim Wiederaufbau der Wirtschaft. Es muß vorläufig durch staatliche Kredite ersetzt werden, die bekanntlich teilweise nur durch Vorgriffe auf künftige Steuererträge ermöglicht worden sind. Der andauernde Kapitalbedarf der deutschen Wirtschaft wird aber künftig nur dadurch befriedigt werden können, daß man die Bildung neuen Sparkapitals ördert. Zugleich erfordert die'Altersversorgung des elbftändigen Mittelstandes, der nicht der staatlichen Sozialversicherung untersteht, eine Begünstigung der Neubildung von Sparkapitalien in den Händen dieser Bevölkerungsschichten. Außerdem läßt auch die steuerliche Gerechtigkeit einen Ausgleich der hohen Sozialoersicherungsleistungen zugunsten der nichtoersicherten, aber nicht weniger einer Sicherung im Alter bedürfenden Mittelschichten notwendig er- cheinen. Was geschieht heute, um die Ansammlung von Sparkapital durch steuerliche Begünstigungen und Befreiungen zu erleichtern? Nach dem Einkommenteuergesetz hat der Steuerpflichtige das Recht, einen Pauschalbetrag für Sonderleistüngen von seinem Einkommen in Abzug zu bringen, der steuerfrei bleibt. Aber zu diesen Sonderleistungen, für die der ledige Steuerpflichtige 480 Mark jährlich, der verheiratete darüber hinaus noch je 100 Mark für die Ehefrau, sowie 'für jedes minderjährige Kind von einem Einkommen in Abzug bringen darf, gehören die Beiträge zu den Berufsvertretungen, die Ausgaben für Fortbildung im Beruf, die Kirchensteuern und die Beiträge der Sozialversicherten. Für die Altersversorgung der Selbständigen bleiben hier keine oder höchstens ganz minimale Steuerabzugsteile übrig. Nur diejenigen Steuerpflichtigen, die eine Lebensversicherung abgeschlossen oder Spareinlagen unter Sperrung des Kapitals auf 20 Jahre zurückgelegt haben, dürfen einen Betrag von 600 W. Hachenburger (Beienheim) 258 Punkte, 16. H. Gießer (Friedberg) 243 Punkte, je ein Ehrenpreis, kleine silberne Medaille. Zum Verständnis für den Leser, besonders den Nichteingeweihten, sei noch kurz mitgeteilt, wie die Leistungen der kleinen Konkurrenzsänger festgestellt werden Ein jeder Züchter stellt einen Stamm, d. h. vier Vögel. Das Los entscheidet jedesmal, welcher Stamm vorgenommen wird. Zeder Stamm kommt in ein separates Zimmer, in dem nur die Preisrichter sind, und bekommt eine halbe Stunde Seit, sein Können zu zeigen. Die einzelnen Strophen oder Touren des Kanarienliedes werden nach einer bestimmten Skala in ganz Deutschland einheitlich nach Punkten bewertet. Aber auch Fehltouren oder mißklingende Töne werden nach Punkten gemessen. Die Punkte für schlechte Touren oder Fehler werden von den Punkten für gute Leistungen abgezogen, und so entsteht das Endresultat. Großes Gewicht wird auf Reinheit des Liedes, auf Tiefe, ruhigen und klangvollen Vortrag gelegt, sowie Stammesharmonie. •tfo r notigen — Aus dem Stadttheaterbüro wird mitgeteilt: Heute zum ersten Male als Opernabend mit eigenem Ensemble des Stadttheaters die beiden Opern-Einakter „Der betrogene Kadi" von Gluck und „Die Nürnberger Puppe" von Adam. (Siehe gestrige Anzeige.) — Morgen, Donnerstag, Deutsche Bühne, Reihe 1, das Lustspiel „Der Herr Senator" von Schönthan und Kadelburg. (Siehe heutige Anzeige.) * ** Univerfitätspersonalie. Privat- wzent Dr Appel von der Hessischen Hauptstelle ■ für Pflanzenschutz, der Leiter des hessischen Pflan- zenschutzdienftes, ist mit der Amtsbezeichnung „Pro-st essor" mit Wirkung vom 1. April ab zum Direktor )es Instituts für Pflanzenkrankheiten bei den preu- sischen landwirtschaftlichen Versuchs- und For-! chungsanstalten in Landsberg a. d. Warthe ernannt worden mußte. Die Vermutung, daß es sich bei diesem Dränage und Vachregullerungen Gemeinde Haus um das älteste in der Stadt handle, gründe Lohrheim sich auf die Besonderheit der Balkenkonstruktion, Aufforstung In der Obersörsterei Reichen- die darin bestehe, daß die Balken nicht verzapft, ' sondern überplattet waren. Weiter vermochte ber ’ K w. . Redner noch einen Teil des Verlaufes der ältesten Entwässerung von Acker- und Wiesen- Stadtmauer nachzuweisen, und zwar ebenfalls an ländereien Gemeinde Kilianstädten der Schloßgasse, wo (unmittelbar in der Nähe des Entwässerung eines Ortsteils durch Ka- alten Hochstätterschen Hauses) nicht nur Mauer- nalisierung und Entwässerung von fundamente der alten Stadtmauer, sondern auch Wiesen Hüttengesäß die Fundamente eines stattlichen Turmes mit zwei Verbesserung der Trinkwasserversorgung, Meter dicken Mauern (Durchmesser 10 Meter, lichte 1 Weite 6 Meter) bloßgelegt werden konnten. Nachdem der Redner verschiedene Daten der Entwick- ** Werkmeisteroersammluna in Gie» ■ ßen. Die am Sonntag im „Hause der Arbeit" abgehaltene Werkmeisteroersammlung der Ortsgruppe Gießen war stark besucht. Der zweite Ortsgruppenleiter Kollege Schmidt, begrüßte die Besucher Mark, sowie weitere 250 Mark für die Ehefrau und und gedachte des verstorbenen Kollegen Schmidt für jedes minderjährige Kind von jhrem Steuer- (Krofdorf), dessen Andenken in üblicher Weise ge- einkommen absetzen. ehrt wurde. Der Schriftführer Koll. Puppe ver* Die Möglichkeiten, Teile des Einkommens steuer- IQ5 darauf den Jahresbericht für 1933. 3m Anschluß frei zur Altersversorgung zu verwenden, sind also daran hielt Ortsgruppenleiter Koll. Bartholo- für den wirtschaftlich Selbständigen heute viel zu m ö u s einen Vortrag über die Geschehnisse des ab« eng begrenzt. Der Abschluß einer Lebensversicherung gelaufenen und die Aufgaben des neuen Jahres, oder die Ansammlung gesperrter Sparbeträge eig- welches er als „das Jahr des Aufbaues" bezeichnen sich nicht für jedermann. Es gibt noch viele aete. Wenn das gesteckte Ziel erreicht werden solle, andere Wege der Vorsorge für das Alter, wie z. B. Hßi es in Zukunft noch dringender als bisher er* das Sparen bei einer Bausparkasse zum Zwecke der forderlich, daß für jeden Deutschen, sei er Unterneh- späteren Errichtung eines Eigenheims. Aber allen wer oder Arbeiter, Bauer oder Angestellter, Hand- diesen anderen Methoden der Alterssicherung wer- werter oder Beamter, das Wort „Gemeinnutz geht den heute steuerliche Befreiungen versagt. Wenn vor Eigennutz" vornehmster Grundsatz sei und . Boden zur Entladun M Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln'25,' kam, wobei verhängnisvollerweise der Schuß in Kund 3 bis 3V- Pf der Zentner den Oberschenkel drang, während der Unterleib un- bis 3, Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis verletzt blieb. Möglicherweise hatte sich auch durch Hahne ?5, suppenden Fall infolge eines unglücklichen Zufalles die 70, Ganse 65 bis 70 Blumenkohl, das Stück Sicherung des Gewehres verschoben, da der Ver- ?0.bls 80,. Enbivlen 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sei* unglückte ein sehr vorsichtiger Jäger war. Icrie 10 bls 30 lung der Stadt in Erinnerung gebracht und verschiedene auch äußerlich sichtbare Mauerteile der alten Stadtmauer im Bilde gezeigt hatte, nachdem Der Kampfbund der Architekten und 3ngenieure, Ortsgruppe Gießen, hielt gestern abend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen 3nstituts eine Vortrags- Veranstaltung ab, die von Bürgermeister Dr. Hamm mit herzlichen Worten der Begrüßung und mit geschäftlichen Mitteilungen eröffnet wurde. Sodann sprach Stadtbaurat G r a o e r t über das Thema: „Die Entstehung der Stadt Gießen", insbesondere hierbei über die bauliche Entwicklung des Stadtbildes in frühester Zeit. Der Redner führte seine Zuhörer im Geiste in der Geschichte um über 1000 Fahre zurück, schilderte die Landschaft um jene Zeit, die sich damals als Waldlandschaft bargeboten habe, in ber es nur wenige Lichtblicke in Form von Wiesen in bem Tal ber Lahn unb an ben Bachläufen gegeben habe. Sieblungen feien schon um bas 8. 3ahrhunbert, also zur .Seit Karls bes Großen, in unserem Gebiete vorhanden gewesen. Sie seien in ganz bestimmter Höhe angelegt gewesen, weil insbesondere die Gefahren des Hochwassers berücksichtigt werden mußten. Als die Urzellen der Stadt Gießen seien die damaligen Siedlungen Selters, Achstadt und Croppach zu bezeichnen. 3n seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit den verschiedenen zahlreichen Wasserläufen unserer engsten Heimat (die der Stadt ben Namen gaben), kennzeichnete insbesondre ben Verlauf ber Wiefeck entsprechen!) ben verschiebenen Regulierungen unb kam bann auf bie Gefamtform ber Stabt zu sprechen, bie ja baher in nächster Zeit bie Reichsregierung, wie sie bleibe. Kein Stand könne ohne den andern leben, bereits in Aussicht gestellt hat, nach der zu erwar- jeder sei auf den anderen angewiesen. Für Egoistenden Zunahme der Steuereingänge daran gehen wus und Standesdünkel fei ebensowenig Platz im wird, steuerliche Erleichterungen aller Art zu ge- neuen Reich, als für Schmarotzer- und Ausbeuterwähren, um die Kapitalbildung systematisch zu für- tum. Zeder müsse in seinem Mitmenschen den deut- dern, so wird sie vor allem die steuerlichen Be- schen Volksgenossen sehen und achten. Die vor* freiungen zugunsten der Ansammlung von Erspar- trefflichen Ausführungen fanden stärksten Beifall, nissen solcher Steuerpflichtiger, für die keine Alters- Anschließend an seinen Vortrag gab Kollege Bar* Versorgung besteht, insbesondere also des selbständi- tholomäus bekannt, daß er infolge anderwei* gen Mittelstandes, erheblich erweitern müssen. Ze- tiger starker Inanspruchnahme leider gezwungen sei, dem Steuerzahler, der weder Beamter ist, noch der bas Amt bes Ortsgruppenleiters in andere Hände Sozialversicherung untersteht, sollte künftig die Mög- zu legen. Selbstverständlich werde das seither be« lichkeit gegeben werden, angemessene Teile seines standene gute Verhältnis zur Ortsgruppe bzw. zu Einkommens für das Alter zurückzulegen. Diese seinen Kollegen stets das gleiche bleiben. Zum Orts- Rücklagen müssen von der Steuer befreit werden, gruppenleiter wurde daraufhin der seitherige zweite damit ein genügend starker Anreiz zum Sparen, Ortsgruppenleiter Koll. Karl Schmidt (Launs- rnöglichst sogar ein gewisser Sparzwang vorhanden bach) und als dessen Stellvertreter Koll. Wob k er ist. Die Förderung jeder Form der Spartätigkeit (Heuchelheim) bestimmt. Mit einem dreifachen und der Kapitalbildung ist das beste Mittel, um der „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler fand deutschen Wirtschaft wieder die Betriebskapitalien die Versammlung, die durch schöne Konzertstücke und zu verschaffen, deren sie bei zunehmender Belebung flotte Märsche der Theaterkapelle festlich umrahmt in steigendem Maße bedürfen wird. Man leistet wurde, ihren Abschluß. daher auch der produktiven Wirtschaft den denkbar ** Den Straßenbahnverkehr nach größten Dienst, wenn man durch eine richtige bem Neuen Friebhof betrifft eine Bekannt- Steuerpolitik bie Neuansammlung von Sparkapital rnachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf begünstigt. bie wir besonbers aufmerksam machen. ----- ** Ordnung unb Sauberkeit in den Zügen. Von der Reichsbahn wird mitgeteilt: Aus -------------------------------— den Kreisen des reisenden Publikums wird erneut ** D i e Allgemeine Ortskrankenkasse^uf die Rücksichtslosigkeit solcher Reisenden hinge- Gießen teilt im heutigen Anzeigenteil mit, daß wiesen, die ohne schützende Unterlage ihre Füße mit die den Arbeitgebern noch nicht zugestellten Znoa- ber beschmutzten Fußbekleidung auf Bänke und Pol- lidenkarten in der Zeit vom 10. bis 16. Januar stßr legen, unbekümmert darum, daß die Kleidung im Büro der Kasse abgeholt werden können. (Siehe anderer Reisender beschmutzt, oder die Einrichtung Bekanntmachung.) der Wagen beschädigt wird. Durch eine Verständnis* ** D e r Iagdunfall bei Saasen. Ueber volle Mitarbeit aller Reisenden bei der Bekämpfung den tragischen Unglücksfall auf der Jagd bei Saasen, dieser leider immer noch weit verbreiteten Unsitte bem am Donnerstag voriger Woche ber Mühlen- würde die Reichsbahn in ihrem Streben nach Aufbesitzer Wilhelm Moser von hier zum Opfer fiel, rechterhaltung von Ordnung und Sauberkeit we- ging uns gestern folgende Mitteilung zu: Der Un-1 fentlich unterstützt werden, und mancher Reisende glücksfall ereignete sich bei einer Treibjagd in der würde dadurch, ohne daß die Reichsbahn selbst zu Nähe von Saasen im Forstbezirk I des Forstamts schärferen Maßnahmen schreiten müßte, zu etwas Grünberg gegen 15 Uhr. Als das letzte Waldtreiben wehr Rücksichtnahme auf feine Mitreisenden und auf soeben beendet und adgeblasen war und die Schützen bas Eigentum der Reichsbahn, das ja zugleich auch von ihren Ständen gingen, fiel der Verhängnis- Eigentum der Allgemeinheit ist, erzogen werden volle Schuß als einziger dieses Treibens. (Ein' so- Eonnen- fort in Richtung dieses Schusses entsandter Treiber- Gießener WochenmarktVreise. junge sah den Verunglückten an einer Böschung mp es m .__... liegen und rief bie anberen Jagbteilnehmer Ijerbei. |marM fnfteten- ^r alsbann eiligst aus Saasen herangeholte Arzt Hrj?arf legte einen Notoerbanb an. Daraus würbe ber Ver- 95 snt Mark, Matte 20, bis unglückte auf einer Bahre nach Saasen getragen, A'' 14 worauf bie Verbringung burch bas Sanitätsauto ->^f"^d 15 bis 18, nach Gießen in bie Klinik erfolgen konnte. An-1 lus12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe scheinend ereianefe sich das Unaluck dadurch, daß ^0, Rote Nuben 10, Spinat 25 bis 30, Unter- „Sraff durch Freude" nimmt die Arbeit auf. Die (Saureferenten der Feierabendorganisation „Kraft durch Freude" traten am Montag in Frankfurt a. M. zu ihrer ersten Arbeitstagung zusammen. Nachdem die organisatorischen Vorarbeiten zum größten Teil abgeschlossen sind, werden nunmehr die einzelnen Referenten für ihr Sondergebiet die Arbeit aufnehmen. Ueber die gewaltigen Pläne, deren Durchführung im Laufe des Jahres beabsichtigt ist, kann erst in den nächsten Wochen genaueres gesagt werden. Hitler-Jugend. Führerlagung bes Gebietes Hessen-Nassau in Frankfurt a. 7N. am 11. Januar. Die Führer ber Hitlerjugend unb bes Jungvolks vom Gefolgschaftsführer unb Fähnleinführer aufwärts treffen sich am 11. Januar zu einer Führertagung bes Gebietes Hessen-Nassau in Frankfurt am Main. Das Gebiet Hessen-Nassau umfaßt bie Oberbanne I: Frankfurt a. M., II: Limburg, III: Starkenburg, IV: Ober Hessen, V: Rheinpfalz. Zu dieser Führertagung, die unter Leitung des Gebietsführers Walter Kramer steht, erscheint der Obergebietsführer West Hartmann Laute r b ach er, der Sonderbeauftragte des Reichsjugendführers. Der Obergebietsführer wird den Führern des jungen Deutschlands Ziel und Richtlinien des Kampfabschnittes 1934 geben. Vormittags 10 Uhr ist im Adolf-Hitler-Haus eine Tagung angesetzt, zu der alle Oberbann-, Oberjungbann-, Bann- und Jungbann-Führer erscheinen. . Die Schulungsleiter der Banne und Oberbanne finden sich 11.30 Uhr zu einer Besprechung in der Geschäftsstelle des Oberbannes I, Frankfurt a. M., Wiesenhüttenplatz 30, ein. Die Leiter der Abteilung Presse und Propaganda erhalten um 14 Uhr an dem gleichen Ort Richtlinien über die Pressearbeit im Gebiet 13. Heil Hitler! Der Führer des Gebietes Hessen-Nassau m. d. F. b. gez.: Kramer, Oberbannführer. F.d.R.: Willi Ruder, Leiter der Abteilung Schulung, Presse, Propaganda. Derbandsmeisterschast im oberhessischen Kanariensport Der Verband der Kanarienzuchtver- eine für Oberheffen, das Lahn- und Dillgebiet, Sitz Gießen, trug am Samstag und Sonntag im Restaurant „Zum Auerhahnbräu" die Ver- bandsmeifterfchaft der Zucht für das Jahr 1933 aus. Dem Verband gehören die Kanarienzuchtver- eine Marburg, Gießen, Wetzlar, Limburg, Bad- Nauheim und Friedberg an. Nachdem bereits im Dezember in den einzelnen Vereinen die Vorprüfungen ftattgefunben hatten, wurden nunmehr die 20 besten Stämme zur Feststellung des Verbands- meifters einberufen. Die Prämiierung erfolgte durch die beiden Preisrichter Fr. H e l b fn g (Frankfurt am Main) und Fr. Hartz (Auerbach in Hessen) Den Sieg trug diesmal der Stamm von Karl Becker (Gießen) mit 330 Punkten davon. Er erhielt die Meisterschaftsplakette, den 1. Ehrenpreis, die große goldene Medaille und Sonderehrenpreis für beste Knorre und Diplom. 2. wurde Heinz Schmidt (Bad-Nauheim) mit 321 Punkten, Ehrenpreis, große goldene Medaille: 3. K. Schmitt (Marburg) 309 Punkte, 4. Heinr. Schmidt (Gießen) 306 Punkte, 5. K. Preuße (Marburg) 303 Punkte, je ein Ehrenpreis, kleine goldene Medaille: 6. H. Beyer (Friedberg) 300 Punkte, 7. R F r e n z e l (Gießen) 297 Punkte, 8 W. Reichhold (Friedberg) 294 Punkte, je ein Ehrenpreis, große silberne Medaille: 9. Heinr. Becker (Gießen) 294 Punkte, 10. P. Kluge (Bad-Nauheim) 290 Punkte, 11 H. Schul (Hattenrod) 288 Punkte, 12. H. Maar (Gießen) 282 Punkte, 13. W. Weidmann (Fripdderg) 276 Punkte, 14. Aug. Hatz (Gießen) 261 Punkte, 15. Hiller schafft Arbeit! Weitere bewilligte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen . ihn Rhein-Wain-Gebiet: wesen sei, als sie von verschiedenen Heimatforschern Aufforstung in der Gemarkung (örofj- (insbesondere von Schenk zu Schweinsberg) ange- Oppertshausen nommen worden war. Gleichzeitig wies Baurat Dränage von Ackerländereien Gravert die Umrißlinien der alten Stadt nach, Profilerweiterung des Ortenberggrabens wie sie sich um die Wende des 13. Jahrhunderts mit Errichtung von hochwasserfreien habe darbieten müssen. Der Marktplatz habe von Schutzdämmen Anfang an in feiner dreieckigen Form als Mittel- Lnfmälleruna von Grundstücken dunst punkt der Stadt bestanden. Mit besonderem Inter- ^ntwasierung von Vrunvstucken ouny esse folgte man den Darlegungen über das mut- Dranage in S ch wa d e n r 0 d maßlich älteste Haus der Stadt Gießen, das Haus Ausführung eines Drehstromkabels zum Schloßgasse 13, das wegen Baufälligkeit im Dezem- Neubau des Städtischen Krankenhauses ber des vergangenen Jahres abgebrochen werden Vad-Nauheim theater, 20 bis 22 Uhr, „Der betrogene Kadi" und' ch^e^ ereignete sich das UnalLck dadurch daß 10' Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unten , Die Nürnberger Puppe" — Lichtspielhaus, Bahn-, Herr Möfer^ beim Verlassen seines Standes an S bis 8' Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl h ''n L^b' 20.30 Uhr, > der Böschung zu Fall und das Gewehr durch die ''M ^0 bis 1,50 Mark, Zwiebeln fen nu" 9n X“6 Orl^rupp- Wucht bes Aufpralls am " ' " ' ' 1111 fc“ Rn ---------- Gießen-Ost, 20.30 Uhr, „Stadt L-ich , Zellenabend * - • der Zelle 2. Beurlaubung zu Ausbildungskursen. Das Kreisschulamt Gießen macht die ihm unterstellten Lehrkräfte in den Landgemeinden des Kreises Gießen auf die nachstehende Verfügung des Hessischen Staatsministers aufmerksam: Beamte, Angestellte und Arbeiter im Staatsdienst können zu Amtswalterkursen, soweit diese parteiamtlichen Charakter tragen, und zu Sonderkursen der SA., SS. und HI. beurlaubt werden, wenn die Gesuche rechtzeitig zur Vorlage gelangen. Dem Urlaubsgesuch ist in jedem Falle das Einberufungsschreiben beizufügen. Für geeignete Vertretung ist zu sorgen, ohne daß dem Staate Mehrkosten entstehen. Die Dienstgeschäfte dürfen durch die Beurlaubung nicht notleiden. Eine Anrechnung dieser Urlaubszeit auf den normalen Urlaub findet nicht statt. Zn den Ruhestand versetzt. Von der Bürgermeisterei Gießen geht uns Je nachstehende Mitteilung zu: Der Direktor des Städtischen Elektrizitätswerks Adolf S t o 11 e ist, laut Urkunde des Herrn Reichsstatthalters, mit Wirkung vom 1. April 1934 gemä § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs veamtentums in den Ruhestand versetzt worden. Bericht der Gtaatspolizeistelle «ließen. Der von Krofdorf aus flüchtig gegangene Kommunist Ludwig Schleenbecker, auf den wir bereits hingewiesen hoben, ist immer noch nicht ergriffen. Er tfeibt sich, nach Angaben verschiedener Personen, noch im Kreise Gießen und Wetzlar herum. Die Bevölkerung wird wiederholt zur Mitfahndung aufgefordert Flugblätter, wie von Schleenbecker verbreitet, sind am Montag auch in Gießen in Erscheinung getreten. In der Nacht vom 8. auf 9. Januar wurden durch SS., SA. und Polizei gemeinfam im Kreise Wetzlar und in Gießen wegen Verbreitung hochverräterischer Flugblätter zehn Personen festgenommen. Die Haupttäter wurden zur eingehenden Aufklärung nach Gießen übergeführt, weil die in Wißmar von Hand zu Hand zur Verbreitung gekommenen Flugblätter durch den Kommunisten Ernst Walldorf, geboren am 19. April 1894 zu Gießen und wohnhaft daselbst, den Gesinnungsgenossen in die Hände gegeben wurden. Auch die Ehefrau des Walldorf mußte festgenommen werden, weil sie in die Sache verwickelt ist und im Monat April oder Mai 1933 bereits ein Flugblatt den Hauptbeteiligten zur Kenntnis brachte. Die in Gießen inhaftierten fünf Täter, worunter sich auch das Ehepaar Walldorf befindet, werden der Staatsanwaltschaft zwecks Beantragung von Haftbefehlen wegen Vorbereitung zum Hochverrat vorgeführt. Haftbefehl wird zweifellos vom Richter ausgestellt werden. von der Wiefeck, wie der Vortragende an Hand alten Stadtmauer im Bilde gezeigt hatte, nachdem | von zahlreichen sehr instruktiven Karten nachweisen er ferner auch in übersichtlicher Rekonstruktion die konnte, wesentlich beeinflußt wurde. Der Redner Form der Stadt um das Jahr 1750 nachgewiesen, stelle für einen evangelischen Lehrer an der beschäftigte sich sodann eingehend mit der Burg- fand der interessante, sehr beifällig aufgenommene Volksschule in Meiches Kreis Schotten (Dienst* mannenburg und wies auch hier, an Hand von Vortrag feinen Abschluß. wohnung ist vorhanden und frei) ** Freie Lehrer st eilen. Wie die Ministe- rialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und ShnfMeFtifi# Volkstum bekanntgibt, find erledigt: die Lehrerftelle «UllVgcrillU VJICptll. für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Wegen Diebstahls und Unterschlagung hatte sich Weickartshain, Kreis Gießen (Dienstwohnung ein zur Zeit hier in Untersuchungshaft fitzendes ift frei; der Lehrer soll möglichst den Organisten- Mädchen aus einem Orte im Kreise Gießen zu ver- dienst versehen können): die Lehrerstelle für einen antworten. Die Anklage fegte ihr zur Last, einem evangelischen Lehrer an der Volksschule in Har- alten Mann, der sie bei sich aufgenommen hatte b a ch , Kreis Gießen (Dienstwohnung ist vorhanden eine Hofe unb Wurst weggenommen, außerdem und beziehbar): eine Lehrerftelle für einen evan- Geld, das man ihr zur Begleichung von Milchfchul* gelischen Lehrer an der Volksschule in A l t e n - den anvertraute, für sich verbraucht zu haben. Die ? UJ e ?rlis . ?^ßen (Dienstwohnung ist vor- Angeklagte war in der gestrigen Hauptverhandluna Händen und beziehbar): die Schulstelle für einen in allen Punkten geständig. Entsprechend dem An- evangelischen Lehrer ander Volksschule in Al- trag des Amtsanwalts erkannte das Gericht auf l e r t s 6 a u f e n , ^reis (Biegen (Dienstwohnung iftpier Wochen Gefängnis unter Anrechnung m n/h/r Jur ßlTlßn evangelischen Leh- von 20 Tagen erlittener Untersuchungshaft rer an der Volksschule in Bersrod, Kreis Gießen Ein kaufmännischer Angestellter erhielt einen (Dienstwohnung ist vorhanden und beziehbar) die Strafbefehl über 25 Mark, da er am 14 August VlllkqslÜn?- iir e’ne,l eDan$eIl[d)en Lehrer an der vorigen Jahres, ohne einen Führerschein zu besitzen Kreis Gießen die Ortsstraße von Heuchelheim passierte Jn An- knüppel 6 Mark je Rm'^^chVmeisig 3.'Kt 15 Mark PehS e nen^elÄi^n bQe^ar); betra^ Arbeitslosigkeit des Angeklagten setzte Oberheffen Landkreis Gietzen. □ ß au bad), 9.Jan. Als Festort für den dies- abend ©Jlxfport Der« Preußen Vor großen Ereignissen im Mnterspott 6 i hat einen il Ör n her vor ergehenden Reich-fnartfuhr-r non T sch ammerunh *yföss».w-->"*$*" i*v"xsaffTmt x + Kinzenbach, 9. Jan. Der G e s a n g v e r - VC l CUHIH ------ / _ •' ' ' . wsadeten Zigarren bei sich. Bei den anschließenden Vernehmungen^ergab sich, daß an den Diebstählen ein „Fortuna" hielt am Samstag seine Haupt- An- Das Hunger und Kälte bedrohen die Familie. Opfert für das Winterhilfswerk! setzung von gemeindlichen Gebäuden erstrecken, wird annähernd der Betrag von 10 000 Mk. dem Handwerk über die Wintermonate zugeführt. Desgleichen. wird mit Ergänzungen von Kanal und Neubau von I Abend ab. Der Saal des Pg. Schwöb el war überfüllt. Die Feier wurde durch schneidige Marschmusik, die von Mitgliedern der Standartenkapelle ausgeführt wurde, eingeleitet. Ortsgruppenleiter Nau hieß die Teilnehmer willkommen und sprach über den Sinn der Veranstaltung. Den Höhepunkt des Abends bildete ein Theaterstück aus den Tagen des Kampfes gegen den roten Terror, in dem die Auswirkungen des Parteienzwistes vor Augen geführt wurden. Sodann hielt der stellv. Kreisleiter Pg. Hopfenmüller (Gießen) eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Das vergangene Jahr sei eines der bedeutungsvollsten und schicksalsreichsten in der deutschen Geschichte gewesen. Nun gelte es weiter zu bauen, nachdem das Fundament zum neuen Deutschen Reich gelegt sei. Alle müßten mithelfen, daß jeder deutsche Volksgenosse über die geniale Führung unseres Volkskanzlers Adolf Hit- Handball im Gau XII der DT. Während in der Gauklasse bereits in der Mannschaft des Turnvereins Wetzlar der diesjährige Meister feststeht, finden in der Bezirks- und Kreisklasse erst jetzt die ersten Spiele zur endgültigen Klärung nach den Gruppenmeistern statt. Die Begegnungen der Kreisklasse des vergangenen Sonntags trugen sämtlich den Stempel harter Punktekämpfe, blieben aber immer im sportlichen Rahmen. dienten Siege aus. Krofdorf — Hochelheim 4:4. Eintopfgericht wurden 40,20 Mark gespendet (D Weitershain, 9. Jan. Bei starker Beteiligung hielt am Sonntag der SA. - Trupp II des Sturmes 5/116 einen Deutschen Dorlar — Aßlar 8:1. Das Spiel zeigte gute Leistungen der Platzbesitzer, dessen Sturm allmählich wieder Tore zu schießen versteht. Die Gäste enttäuschten etwas und boten nur schwachen Widerstand. Tv. Lang-Göns I — O$(L I 11:5 (5:1). Die 1. Handballmannschaft des Tv. Lang-Göns hatte am Sonntag die 1. des OSC. Gießen in einem Freundschaftsspiel zu Gast. Die Gießener traten nur mit 10 Mann an, stellten aber trotzdem eine eifrige Mannschaft ins Feld, mußten aber nach kurzer Spieldauer bald einsehen, daß sie gegen die Turnerelf keinen Sieg erringen konnten. Vom Anpfiff ab gab es beiderseits forsche Angriffe, doch konnte sich der einheimische Sturm besser durchsetzen. Bei verkürzter Halbzeit hieß es bereits 5:1 für den Platzbesitzer. In der 2. Hälfte sah man ungefähr dasselbe Spiel, doch versuchten nun die Gäste, mit aller Energie das Resultat zu verbessern. Das gelang auch. Die Platzbesitzer ließen in der Gewißheit ihres Sieges nach. * Launsbach, 9. Jan. Am Sonntag hielt der Turnverein Launsbach seine diesjährige Generalversammlung ab. Der 1. Führer eröffnete die Versammlung und gedachte zunächst der Toten des vergangenen Jahres, die in üblicher Weise geehrt wurden. Aus dem Geschäftsbericht, dem Kassenbericht und den Berichten der einzelnen Fachwarte war zu ersehen, daß man mit Befriedigung auf das vergangene Jahr zurückblicken konnte. Der Verein feiert in diesem Jahre fein 40jähriges Bestehen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler und unseren Reichspräsident von Hindenburg, sowie auf den —Lt:-V— von Tschammer und Osten । ler aufgeklärt werde. Jedermann müsse seine ganze J Kraft einsetzen, damit das Werk des Führers gelinge. Das gelte besonders auch für das Winterhilfswerk. Hierbei solle nicht nur eine Spende von dem Uebersluß gegeben, sondern ein spürbares Opfer gebracht werden. Mit einem dreifachen „Sieg- Beide Mannschaften gelten gleichfalls als wärter auf den Titel eines Gruppenmeisters. Spiel wurde erbittert durchgeführt und sah die Platzbesitzer besser als am letzten Sonntag gegen Atzbach. Das Unentschieden entspricht den Leistungen und ist als gerecht zu bezeichnen. In der 8 - K l a s s e der Gruppe Wetzlar steht Dorlar unangefochten an der Spitze. die erste Sitzung des Gemeinderats in feiner Zusammensetzung auf Grund des neuen Gemeindeverfassungsgesetzes statt, an der Kreisbaumeister Flender (Wetzlar) und Inspektor Schneider vom Kulturbauamt in Dillenburg teilnahmen. Es wurde über die Vergebung der in der Gemarkung in großem Umfange geplanten Drainagearbeiten verhandelt. Nach der Beratung durch den Gemeinderat beschloß der Ortsbürgermeister, die Dränagearbeiten dem Unternehmer O. R ü s p e l e r von hier, zum Preise seines Angebots in Höhe von 16 854,30 Mark zu übertragen. Durch die Ausführung der Arbeiten wird eine größere Anzahl Arbeiter auf längere Dauer wieder Beschäftigung finden. — Nachdem Förster Schweitzer voll hier die Försterprüfung abgelegt hat, wurde er vom Regierungspräsidenten - in Wiesbaden zum G e - meinbeförfter auf Lebenszeit für den Förstereibezirk Niederkleen, bestehend aus den Gemeinden Niederkleen, Dornholzhausen und Hochelheim, Kreis Alsfew. st. Kirtorf, 9.Jan. Bei der Haussammlung vom Eintopfgericht am Sonntag wurde ein Betrag von 25,75 Mark aufgebracht. In Lehrbach betrug das Ergebnis 14,75 Mark. Die Leerung der in den Verkaufsläden aufgestellten Sammelbüchsen für das Winterhilfswerk erbrachte hier für den Monat Dezember 9,05 Mark. Die am 1. Januar vorgenommene Neujahrssammlung ergab hier den Betrag von 2,70 Mark, in Lehrbach 3,06 Mark. LPD. Mainz, 9. Jan. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, eine Diebesbande festzunehmen, die im Laufe des vergangenen Jahres in Mainz und Frankfurt a.M. in Warenhäusern fortgesetzt D i e b st ä h l e beging. In der Sache sind bis jetzt s i e b e n P e r s o n e n f e st genommen worden, die als Diebe und Hehler überführt werden konnten. Die Diebe, unter denen sich drei Frauen befinden, gingen raffiniert ans Werk, arbeiteten Hand in Hand und hatten ihre ____ - . Hehler vor den Warenhäusern stehen, die sofort das (y Niederweidbach, 9. Jan. Am Samstag- Diebesgut in Empfang nahmen und verbargen. Die stießen auf der vereisten Straße zwischen I weiteren Ermittlungen sind noch im Gange. $ Alt en-Bus eck, 9. Jan. Die hiesige Orts gruppenden c der NSDAP., die bisher der Ortsgruppe Großen-Buseck angehörte, wurde nunmehr in eine selbständige Ortsgruppe umgewandelt. Die Zellen Rödgen und Trohe sind der' Ortsgruppe Alten-Buseck angegliedert. Zum Ortsgruppenleiter wurde Heinrich Freund ernannt. — Das Ergebnis der Sammlung aus dem Eintopfgericht für Januar betrug 56,85 Mk. Die Sammlung wurde diesmal durch die NS- Frauenschast vorgenommen. Lollar, 9. Dez. In der letzten Se me inb e» $ tat,i' DDm 'vergangenen Jahre entnehmen ratsfitjuna bildet- d°n Hauptpunkt der Tag--. mir fo[ 'enbes. 25 Kinder wurden getauft, 15 Kinder ordnung die Ärb -, tsb e I ch a s s u n g Dem Rufe wurden konfirmiert (4 Knaben und 11 Mädchen», der Regierung ist man auch hier m t Eifer gefotzt 8 $aare murben getraut unb 22 Gemeindeglieder und hat nn Rahmen der Arbeitsbeschasfung gro- beerbi t Ber Gottesdienst wurde von 44 664 Per- ßere 2lrbeitsprojefte n Angriff genommen. Für fnnpn ähpfurht Dnr«üübnitt4aottesdienstbeluck Arbeiten, die sich auf Umbau, Anbau und Instand F r a n k f u r t a. M., 9. Jan. (LPD.) Seit einiger Zeit war in allen Stadtteilen von Frankstirt a.M. eine Schaufen st er-Einbrecherban de am Werk, die fast in jeder Nacht Schaufenster einschlug und die Auslagen teilweise entwendete Die Mitglieder der Bande stahlen alles, was ihnen in die Hände fiel. Nach längeren Beobachtungen und Ermittlungen wurde festgestellt, daß die Tater bzw. deren Abnehmer das Diebesgut in berüchtigten Lokalen der Innenstadt an den Mann brachten. Bei den Beobachtungen gelang es vor einigen ~agen, eine dieser Personen auf der Straße festzunehmen. Heil!" auf den Führer und Dolkskanzler schloß der Redner seine Ausführungen. Im weiteren Verlaufe des Abends folgten Theaterstücke und Gebichtoor- träge, Darbietungen des Gesangvereins, sowie flott gespielte Weisen der Musikkapelle, die mit großem i Beifall aufgenommen wurden. ! > Holzheim, 9. Jan. Aus der kirchlichen eine Anzahl von Personen beteiligt war. Im Lause des gleichen Tages konnten diese Personen in ihren Schlupfwinkeln aufgespürt und f e ft g e n o m m e n werden. Ein Teil der bei den Diebstählen erbeuteten Gegenstände konnte sichergestellt werden. Es handelt sich um die erst vor kurzem aus der Strafanstalt entlassenen Heinrich S ch i m p 1 e r und Anton Fischer. Als Hehler wurden festgenommen Philipp Martin und Ernst H e g e r i ch. Sie wurden sämtlich dem Richter vorgesührt. Der Luchs im oberen Westerwald? LPD. Bach (W e st e r w a l d), 9. Jan. Bei einem Reviergang sand der Jagdaufseher Pfeifer in dem hiesigen Jagdbezirk auf einer Wiese in der Nähe des Waldes einen frisch gerissenen Kitzbock. Das Wild war noch warm und hatte eine nicht bedeutende Verletzung im Gelenk des linken Vorderlaufs: der Kopf war vom Halse abgerissen, und man konnte an der Fundstelle an dem aufgescharrten Boden deutlich feststellen, daß an diesem Platz mit dem Wild ein heftiger Kampf stattgefunden hatte. Irgendwelche Anschneidestellen waren an dem Rehbock nicht festzustellen. Gestern fand nun ein Jagdhüter in demselben Revier an einem Futterplatz wieder ein gerissenes Reh, ebenfalls ohne Kopf mit ähnlichen Verletzungen am Vorderlauf, aber sonst vollkommen unverletzt. Welcher Räuber treibt hier sein Unwesen? Sollte etwa der Luchs, der in den oberhessischen Wäldern sein Unwesen trieb, nun den Westerwald heimsuchen? Die Jäger des Westerwaldes werden gebeten, aufmerksame Beobachtungen in ihren Revieren anzustellen und mitzuteilen, wenn etwa ähnliche Falle beobachtet werden konnten. ,Slicte Wcttlar Kreis Büdingen. Qj Nidda, 9. Jan. Die Eintopfgericht- Sammlung vom vergangenen Sonntag erbrachte in der Stadt Nidda den Betrag von 327 Mk. und in der gesamten Ortsgruppe des WHW. die Summe von 512 Mark. — Auf der vereisten Straße kam dieser Tage der P o st k r a f t ro a a e n, der die dem hiesigen Postamt angeschlossenen Ortschaften befährt, ins Rutschen und fuhr gegen e ine n Baum. Der Wagen wurde so schwer beschädigt, daß er abgeschleppt werden mußte. Menschenleben kamen zum Glück nicht zu Schaden. — Dr. Karl Braun von hier ist als Geschäftsführer der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Büdingen bestellt worden. — Von drei Arbeitskolonnen zu je acht Mann werden gegenwärtig im Wege der Notstandsarbeit die Ob st bäume planmäßig in st and gesetzt. Kreis Schotten. sonen besucht. Der Durchschnittsgottesdienstbesuch betrug 73,43 v. H. wöchentlich. 1578 Personen nah- ■ men am heiligen Abendmahl teil. Es sind dies 180,13 | v. H. An Gaben wurden geopfert 6680 Mark. Die Gaben umgerechnet auf den Kopf der Einwohner ergeben 5,50 Mark. — In dem Filialdorf Dorf- Gill wurden 7 Kinder getauft, konfirmiert wurden 7 Kinder (4 Knaben und 3 Mädchen), 2 Paare wurden getraut und 5 Personen wurden beerdigt. Der Gottesdienst wurde von 15 935 Personen besucht. Am heiligen Abendmahl nahmen 670 Personen teil. An Gaben wurden 3092 Mark geopfert. Die Gaben umgerechnet auf den Kopf der Einwohner ergeben in Dorf-Gill rund 7 Mark. । d rfammlung im Vereinslokal Peusch ab. Der sichrer Schäfer gab den Jahresbericht bekannt, dem zu entnehmen war, daß der Verein sich mit gutem Erfolg an dem Kritiksingen in Krumbach beteiligte und auch an einigen Festlichkeiten in benachbarten Orten teilgenommen hatte. Die Kasse wies einen befriedigenden Abschluß aus. Bei der Berufung des Vorstandes trat der bisherige Führer Schäfer zurück, an feiner Stelle wurde der langjährige verdiente Vorsitzende W. Schmidt zum Führer bestimmt. Weitere Aenderungen ergaben sich nicht. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil! auf den Volkskanzler und auf das Vaterland, sowie mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. — Die Freiwillige Feuerwehr vereinigte ihre Mitglieder zur ersten Hauptversammlung. Der Verein hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens sehr gut entwickelt. Der größte Teil der Mitglieder ist aktiv. Feuerwehrhauptmann" Heinrich B r ü cf erstattete zunächst Bericht über die bisherige Tätigkeit der Wehr und die Arbeit bei der Löschung von Bränden. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes wurde t die Versammlung geschlossen. 5 Großrechtenbach, 9. Jan. Landjägermei- 1 (ter Kartell von hier fand am Sonntag vormittag im Straßengraben an der Provinzialstraße : Klein-Rechtenbach—Niederkleen ein herrenloses ■ Fahrrad (Marke Hefra, Fabriknummer 258 101). 1 Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Fahrrad von ' einem Diebstahl herrührt. cxD Niederkleen, 9. Jan. Am Freitag fand Salvarsanschieber und -diebe festgenommen. LPD. Frankfurt a.M., 9. Jan. Die Krimi- nalpolizei brachte vor einiger Zeit in Erfahrung, daß von noch nicht bekannten Personen Salvar - s a n angeboten wurde. Nach einem vergeblichen Versuch, die Ware ins Saargebiet zu schmuggeln, sollte das Salvarsan an einen gewissen Brodstein aus Berlin, der zu diesem Zwecke nach hier gekommen war, verkauft werden. Die Verhandlungen zwischen B. und den Schiebern erfolgten in einem hiesigen Hotel und führten bald zu einem schnellen Abschluß. Als die Schieber mit der Ware vor dem Hotel eintrafen, stellte sich der Käufer nach kurzen Verhandlungen als Kriminalbeamter vor. Die Beteiligten wurden fest- genommen und eingeliefert. Beschlagnahmt wurden ein Handkoffer mit ca. 100 0 Ampullen Salvarsan. Salvarsan ist im freien Handel nicht erhältlich, es wird nur gegen Rezepte in Apotheken verkauft. Es stand somit fest, daß die Ware aus einer strafbaren Handlung herrührte. Die nach der Festnahme der Schieber sofort vorgenommenen Durchsuchungen lenkten den Verdacht der Haupttäterschaft auf Den 54jährigen Hausburschen Josef Renner. Renner wurde in der gleichen Nacht ermittelt und feftgenömmen. Er gibt zu, das Salvarsan g e st o h l e n zu haben. Bei den Fest- genommenen handelt es sich um folgende Personen: Gottlieb S t u r m, 36 Jahre alt, Robert Zane11i, 21 Jahre alt, Walter Huth, 28 Jahre alt, Philipp Hessel, 44 Jahre alt, sämtlich aus Höchst. Schaufenstereinbrecher in Frankfurt festgenommen. Ahbach — Heuchelheim 4:2. Die Platzbesitzer haben gleichfalls gute Aussichten für einen der ersten Plätze und lieferten daher auch einen Kampf, der die Wichtigkeit der zu vergebenden Punkte deutlich werden ließ. Ueberrascht haben auch die Gäste, die sich seit den letzten Spielen bestimmt verbessert haben und wieder an ihr früheres Können anknüpften. Atzbach nutzte indessen den Vorteil des eignen Platzes zu einem — Oberweidbach und Weidenhausen zwei Autos derart zusammen, daß beide in Reparatur gegeben werden muhten. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Bischoffen, 9.Jan. Am Samstagabend hielt das hiesige Jungvolk unter Leitung ihres Führers Hermann Schneider einen Jungvolkabend ab. Nach einer Begrüßungsansprache des Jungmannführers Oskar B o ck, der über die Ziele des Jungvolkes sprach und einen Appell an die Eltern richtete, ihre Jungen in das Jungvolk zu schicken, wechselten Sprechchöre, Gesänge und Deklamationen in bunter Reihenfolge ab. Ein Theaterstückchen wurde beifällig ausgenommen. Besonders erwähnenswert ist noch ein luftiger Einakter, der von einigen Jungen selbständig ausgedacht und aufgeführt wurde und wahre Lachsalven auslöste. Mit einem gemütlichen Beisammensein wurde die wvhlgelungene Veranstaltung abgeschlossen. Gemeingefährlicher Betrüger verurteilt Darmstadt, 9. Jan. (LPD.) In mehrtägiger Verhandlung wurde vor der Großen Strafkammer gegen den Friseur Gustav Adolf Weiß aus Darmstadt wegen Betrugs inneun Fällen, wegen Unterschlagung und Untreue verhandelt. Der Angeklagte war früher Geschäftsleiter des NS.- Winterhilfswerks und Scharführer beim Sturm 1/115. Er hatte ihm anvertraute Gelder unterschlagen und Spenden für den Sturm für sich verbraucht. Da der Angeklagte bereits mehrfach vorbestraft ist, wurde er vom Gericht zu drei Jahren Zuchthaus und 210 Mark Geldstrafe verurteilt. Gleichzeitig sprach das Gericht auch die Sicherheitsverwahrung gegen ihn aus und erkannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren ab. Der Angeklagte wurde deshalb so scharf angefaßt, weil er in ganz gemeiner Weise das Ehrenkleid, das er trug, entehrt und die ihm übertragene Vertrauensstellung zu seinem eigenen Vorteil ausgenutzt hat. Warenhaus-Diebesbande ermittelt. $ür die Winterkampfspiele bereit.... Im Berliner Büro des Reichssportführers fand am Dienstag eine Zusammenkunft statt, an der neben dem Reichssportführer, den Vertretern der deutschen WintersPortverbände, der Presse und des Films auch Braunschweigs Ministerpräsident Klag- g e s und d«e Bürgermeister Der Harzer Wintersportorte Braunlage und Schierke teilnahmen. Reichssportführer von Tschammer und Osten gab bekannt, daß sich die Anlagen an Den Harzer Kampfstätten in bester Verfassung befänben unD einen sportgerechten Verlauf gewährleisten. Bei Der Tagung murDe bekanntgegeben, Daß Die Drei vom DSV. verpflichteten norwegischen Skitrainer Kaar- b i), Raabe unD Lingson an Den fkisportlichen Wettbewerben außer Konkurrenz teilnehmen. Die beiben Oesterreicher Anton Seelos unb Otto Lantschner werben für bie Farben beutscher Vereine an ben Start gehen. Die (Eröffnung der Olympia-Bobbahn. Die Olympia-Bobbahn bet Garmisch-Partenkirchen wirb am 20. Januar mit ber Internationalen Bobwoche, deren Abschluß unb Höhepunkt bie Weltmeisterschaft im Viererbob ist, eröffnet. Am Eröffnungstage wirb ber Kampf um ben Martineau- Pokal ausgetragen, zu bem ber Berliner Schlittschuhclub mehrere Mannschaften gemelbet hat. Für Die Weltmeisterschaft liegen Melbungen aus Deutsch- lanD, Frankreich, Rumänien unD Der Schweiz vor. Olympia-Vorbereitung im Skisport. Das Allgäu ist zur Zeit Schauplatz großer Skikurse. Bei Nesselwang unterrichtet seit Dienstag Der Norweger Raabe Die Allgäuer Läufer unb einige Vertreter bes Goslarer Jäger-Bataillons in einem Olympiakursus unb Lubwig Böck wirb in Der Nähe seines Sportheims Dem Diesjährigen Schneelaufkursus Der Deutschen Turnschule vorstehen. Zur bayrischen Eishockey - M e i st erschüft ist vorn CSV. Füssen, Der sich im EnDspiel vom SC. Rießersee unentschieben mit 1:1 trennte, gegen bie Gültigkeit bes ausgleidjenben Treffers, ber nach Verlängerung fiel, Protest eingelegt worben. 211 s Vorprobe zu ben Deutschen Skimeistcr- schaften werben am 20. unb 21. Januar bie Meisterschaften ber beutschen Skigaue ausaetragen, bie trabitionsgemäß unter ben Namen ber früheren Lanbesverbänbe abgewickelt werben. wichtigen Straßen gegen bie Arbeitslosigkeit vorgegangen. Die letzteren Arbeiten, welche über 3000 Tagewerke betragen, bürsten manchen schon lange erwerbslosen Volksgenossen roieber in Arbeit bringen. Auch burch ben allgemeinen Wieberaufstieg unserer Wirtschaft finb bei ben hiesigen Buberus'schen Eisenwerken Neueinstellungen vorgenommen worden. Durch bie Holzhauerei werben ebenfalls einige Erwerbslose für bie nächsten Wochen Beschäftigung finben. Bei eintretenber günstiger Witterung, welche Die rasche Inangriffnahme ber geplanten Arbeiten ermöglichen wirb, bürste bie Zett nicht mehr fern sein, wo bie Gemeinbe Lollar frei von Arbeitslosen sein wirb. Hier zeigt sich roieber, baß, wenn mit Der nötigen Energie an bie Arbeitsbeschaffung herangegangen wirb, auch etwas geschaffen werben kann. Die Arbeiten würben auf Grunb ber Angebote ben hiesigen Baugeschäften Lemmer unb Deibel zu gemeinsamer Ausführung übertragen. Es würben bann Fußballabteilung des Sportvereins Wieseck. Wieseck I — VfB. Liga-Reserve 7:1. Auf bem Wiesecker Sportplatz stauben sich beibe Mannschaften im Freunbschaftsspiele gegenüber. Trotzbern ber Platz stellenweise sehr glatt war, leg= hn beibe Mannschaften ein flottes Spiel vor. Wieseck, in gänzlich oeränberter Aufstellung, zeigte nach langer Zeit roieber einmal eine geschlossene Leistung, bie unbebingt Erfolge bringen mußte. Auch bie Gäste strengten sich sehr an, jeboch würbe bie Leistung einzelner guter Kräfte burch bas Versagen anberer Spieler zunichte gemacht. Schon vom Spielbeginn an lag Wieseck etwas im Vorteil. Nach wenigen Minuten schon fiel bas Führungstor. VfB. ging nun stärker aus sich heraus, war jeboch vor bem Tore zu unbeholfen. Wieseck erhöhte halb auf 3:0, bann erst kamen bie Gäste zu ihrem einzigen Erfolg. Nach Seitenwechsel lag Gießen etwas im Vorteil, konnte jeboch zu keinem Erfolge mehr kommen. Bis zur Mitte ber zweiten Halbzeit war bas Spiel völlig ausgeglichen. Wieseck gewann bann mehr unb mehr bie Oberhand unb erhöhte auf 7:1 Tore. Vorher ftanben sich bie ersten Jugenbmannschaf- fen beiber Vereine gegenüber. Auch in biejem Spiele mußte sich bie körperlich stärkere Elf bem technisch besseren Spiel ber Gastgeber beugen unb eine knappe aber sichere 2:1-Nieberlage hinnehmen. Die zweite Mannschaft trat auf bem Walbsportplatz ber gleichen Elf bes VfB. zum Freunbschafts- fpiel gegenüber. Das Spiel würbe unter schwierigsten Platzverhältnissen ausgetragen unb enbete mit einem Siege von 2:1 Toren für bie Gastgeber. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — Garbenteich I 9:0. Das Ergebnis spricht für sich. Währenb ber ersten Halbzeit vermochten bie Gäste noch Wiberstanb zu leisten. Die zweite Spielhälfte ftanb jeboch ganz im Zeichen ber Heuchelheimer. Angriff auf Angriff würbe vor bas Garbenteicher Tor getragen unb Die neun Treffer fielen in kurzen ZeitabstänDen. Die Umstellung Der einheimischen Mannschaft hat sich bei Diesem Spiel bewährt, nur Das Zusammenspiel zwischen Flügelleuten unD Jnnensturm muß noch besser roerDen. Die Gäste oerDienen ein Lob insofern, als sie trotz Der hohen NieDerlage, bis zum Schluß Des Spieles, unverDrossen kämpften. — Vorher spielte Die 2. Mannschaft gegen Die 1. Mannschaft von Vetzberg 4:1. ernannt. Kreis Bicvenkops. noch einige Angelegenheiten beraten, wobei u. a. Laubach, 9. Jan. Als Festort für den biester SA. weitgehenbste Unterstützung gewährt würbe, jährigen Oberhessischen Schäfertag, der Das ehemalige Hassia-Jugendheim, bas um 4. Februar Jtattfinbet, würbe Laubach bestimmt, von ber Gemeinbe käuflich erworben würbe, wirb — Bei der am Freitag in ben gräflichen Waldung ei am kommenden Sonntag den F o r m a t i o n e n abgehaltenen Hochwildjagd erlegte G r a der NSDAP, übergeben und wird den Namen Georg Friedrich einen kapitalen Hirsch (Zehn- d es Führers tragen. • enber). — Der Landwirt Karl Vonderheid < Weickartshain, 9.Jan. Bei der am konnte am Sonntag seinen 8 5. Geburtstag Sonntag durchgeführten Haussammlung vom begehen. — Auf der Nationalen Deutschen Geflügel- ' p ’ ‘ v •< MM»' SM HM »v s;. rr• . 1 1 7 1 ^icujuny vui3iiu;c y i uyuerregr lag u ul fl k | o 5. Die Ten- dokr t Ss.:» i^^^^orenen-Frage und betont, denz war, da kaum neue Anregungen Vorlagen a b - rhmnrÖA*2 ber b5r °^ne wartend, zumal die Kurserlöse der lebten Woche W erbtfu6'ni±t tud)t'Jm nunmehr Unterkunft am Rentenmark? gefunden mu6 rAk ^llch lst. Der weiße Siedler Haden dürften. Trotzdem scheint sich hier und da noch m Ll $ Schwarzen bedienen aber der Glaube immer etwas Anlaaebedarf für Renton an aPinon tn riums, if Spielzeit 1933/34 Lonystraße 18. 148Ü Geh zur Firma Abermann \ 95 C nur 182.- RM. schon fürmtl.RM.7.90 Franz Vogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 6735Ä Von der Filmka inner als „besonders wertvoll“ anerkannt • ^^emzelnen Straßenzüge müssen architektor einheitlich durchgeführt werden. Die Errichtung von Seiten- und Hinterqebäu auf den noch nicht bebauten Grundstücken der ocke 21 25 ist verboten. Stallungen und Kr wagenschuppen, sofern sie dem eigenen Bedarf AZohnungsinhaber dienen, können auf Antraa nehmlgt werden; die Ausführung derselben muß doch der Bauweise des Hauptgebäudes anaep werden. Paul Rohrbach, der bekannte Kolonialpoli- tiker, der kürzlich von einer Studienreise durch unsere alten Kolonien und einige afrikanische Nachbargebiete zurückgekehrt ist, berichtet über seine Eindrücke in den „Preußischen Jahrbüchern" und gibt einer Ueberzeugung Ausdruck, daß wir in nicht an .lunger Zeit wieder Kolonien haben werden. Als das Zentralproblem der afrikani chen Siedluna nPloirhnof or Stn ____er____ v . . P 2lm Balutamarkt wurde der Dollar mit 2,6925 qe- gellte sich auf 13,68, London gegen MUvCl u,UoZD. Berlin, 10. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der vor- börsliche Frühoerkehr lag umsatzlos. Die Ten- Die Entfernung der Gebäude von der Nachborgrenze auf den zu bebauenden Grundstücken hat l oer zweigeschossigen Bauweise mindestens 3 m u der der dreigeschossigen Bauweise mindestens 4 m betragen. ^luf Öen @runöftürfen im Baublock 1 entlang d Gnauthstraße dürfen die Hinteren Gebäudeteile nie m.e9r als 18 m von der Straßenfluchtlinie entfer immer etwas Anlagebedarf für Renten zu zeigen, so daß die Gesamttendenz weiter freundlich ist zumal das Publikum an seinem Besitz festhält. Interesse bestand für Neubesitz, die mit etwa 19,4750 bis 19,50 zu hören waren. Farben taxierte man mit n. auswärts, oie? KräuterhansJung Fachg. f. echt. Honig Gießen in d. Schulstr Netzen, den 9. Januar 1934. Vorsitzende des Markvorstandesr Nicolaus, Oberforstmeister. Der Ufa-Triumph der V'-iv.r -cauuiuii3, Heide-, Wiesen- usw. Tracht.Pfü. 1.3l>Mk.Bersand Das versunkene Tonfilmauto geborgen. Der Seehauser Feuerwehr ist es gelungen, das in den Staffelsee ein gebrochene und untergegangene Aufnahmeauto einer Filmgesell- chaft ziemlich unversehrt zu bergen. Schon am Montagnachmittag hatte man versucht, den Wagen aus dem Wasser zu holen, da aber der Anker brach mußte über Nacht erst ein stärkerer geschmiedet werden. Die Apparate im Innern des Wagens waren zum größten Teil in wasserdichten Koffern unter- aebracht, so daß auch sie wenig Schaden erlitten Am Nachmittag konnte der Wagen nach München abgeschleppt werden. Zwei Todesopfer bei einem TNolorradunfall. In einer unübersichtlichen Kurve nahe dem Byhle- guhrer See bei Kottbus fuhr das Motorrad des Fleischers Jöllner, auf dessen Soziussitz der Bahnhofswirt Winzer aus Straupitz saß, auf einen Holzfuhrwagen. Beide Motorradfahrer wurden so schwer verletzt, daß sie bald danach starben. Buntes Allerlei. Lob der deutschen Kolonisten. Ungarns Mannschaft wird erst in Frankfurt aufgestellt. Die am Sonntag in Stuttgart durch den Begleiter ~?5 .Budapest aufgestellte ungarische Mann- fchaft für den Landerkampf gegen Deutschland ist mä)t endgültig Der Ungarische Fußballverband hat jetzt eine Expedition von 15 Spielern zusammenge- 't.E, aus denen erst an Ort und Stelle die endgültige Mannschaft aufgestellt wird. Kurze Eportnohzen. np?£nn%faiL3£er Hitler ZUM Magdebur- g^-Ao. leafportfest am 20. Januar einen Ehrenpreis geftiftet der vom Veranstalter für die 3X1000- Meter-Staffel ausgesetzt wurde. Lichtspielhaus • Gießen Heute Mittwoch PREMIERE! Ein Ereignis von ganz außergewöhnlicher Bedeutung! Die wir von der Leitung des Mnlerhilfswerks 1933/34 hören, beläuft sich der Ertrag der Geldsamm- iung vom Eintopfgericht am vergangenen Sonntag in der Stadt Gießen auf 4053,55 Mark. Berliner Krühdörse. um dadurch ihre Kaufkraft und Kaufbereitschaft für europäische Waren zu haben. Die Schwarzen bekommen alle möglichen Schulen, ihr Selbstbewußt- i sein wird durch die rechtliche Gleichstellung mit den > Weißen gehoben, ihre Häuptlinge werden bevor- i Zugt. Aber die verstärkte Steuer- und Kaufkraft der ; Eingeborenen kommt weniger der englischen Ware i als den billigen japanischen Schleuderprodukten zu- gute. Mit diesem System entzieht man aber der weißen Siedlung den Boden, und englische Pflanzer im ehemaligen Deutsch-Ostafrika ' lassen sogar den Stoßseufzer hören: „Es wäre wahrhaftig besser, die Deutschen kämen bald wieder!" Rohrbach schließt hieran einen Vergleich zwischen der deutschen und der englischen Kolonisation und meint, daß es nicht nur die deutschen Beamten und Offiziere, sondern such die deutschen Pflanzer und Angestellten besser verstanden hätten, mit den (Eingeborenen umzugehen, als die Engländer: „Der Schwarze spürt beim Engländer nicht das menschliche, hinter aller Strenge hervorschauende Verständnis, das der Deutsche ihm zeigt." Der Neger ist von Natur pfiffig und hat Sinn für Humor. Diese Tonart hatten viele deutsche Berwaltungsbeamten und Militärs im Verkehr mit den Schwarzen glänzend heraus. Dem Engländer ist sie dem Eingeborenen gegenüber fremd. Darum sagt der Schwarze: „Die Deutschen haben harte Hände und weiche Herzen, die Engländer haben weiche Hände und harte Herzen!" Wer in Ostafrika reift, wird oft hören, daß deutsche Pflanzer selbst für geringeren Lohn leichter Arbeiter bekommen als englische. Ich habe es selbst erlebt, daß ein englischer Forstbeam- ter, um Träger zu erhalten, die Vermittlung eines deutschen Pflanzers erbitten mußte ... Wollte man bie Schwarzen fragen, wen sie zu Herren haben wollten, sie würden weit üb'er die Grenzen unserer aten Schutzgebiete hinaus rufen: Die Deutschen! Die Deutschen! Als im Frühjahr 1933 ein deutsches Konsulat in Daressalam eingerichtet und die beiden Flaggen gehißt wurden, sammelten sich die Schwarzen den ganzen Tag über vor dem Konsulatsgebäude, zeigten auf Schwarz-Weiß-Rot und riefen m ihrer Sprache: „Unsere Flagge, unsere Flagge! Gott hat sie gebracht!" Letzte Nachricht. Oie Eintopfgericht-Geldsammlnng in Gießen. Bekanntmachung. Durch Verfügung des Hessischen Staatsministe- ™u™5' Ib Innern, vom 4. 9.1933 zu Nr. M. d. I. 38271 ist der Bebauungsplan und die Ortsbausatzung für das Gebiet zwischen Ludwigstraße. Ludwigsplatz, Kaiserallee, Altem Friedhof und Eisenbahnlinie Gießen-Gelnhausen genehmigt worden. ci„7Crff ?n un& bie Ortsbausatzung liegt für die Interessenten aus dem Städtischen Hoch- und Tief- bauamt, Afterweg 9, zur Einsicht offen. 152C Gießen, den 9. Januar 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. tetr.: Straßenbahnverkehr nach dem Neuen Jrieb- hof. 154D Mit Wirkung ab Mittwoch, den 10. Januar d.J., Kren probeweise bis auf weiteres die Wagen ach dem Neuen Friedhof ab Marktplatz Mittwochs nö Sonntags von 13.07 bis 16.07 Uhr. Der letzte Zagen ab Neuer Friedhof fährt 16.27 Uhr. oner^aIl) £.iefer Seit verkehren die Wagen nur s Wiefecker Weg. Gießen, den 9. Januar 1934. Direktion der Städtischen Straßenbahn: Braubach. Brennhoiz-Versteigerung. Auf den bereits bebauten Grundstücken ist die i nebtung von Seiten- und Hintergebäuden nur Rahmen der bisherigen Bestimmungen und nur Kleingewerbebetriebe, die nicht unter 8 1 fallen, zulässig. Die Grundstücke innerhalb der dreigeschossi Bauwelle dürfen nicht mehr als 5/10 und bei ( grundsiucken nicht mehr als 8/i0 ihrer Gesamtste bebaut werden. In dem Gebiet mit zweigeschossi Bebauung darf die Ausnutzungsziffer nicht mehr /i0 und bei Eckgrundstücken nicht mehr als 4/io be tragen. Bei Gruppenbauten kann die zulässige Be bauung der Grundstücke um */10 erhöht werden ..ei. .. bauben innerhalb der zweigeschossigen Bau weye dürfen im Dachgeschoß nur Räume, die zu der unteren Stockwerken gehören, ausgebaut werden. Du hrr^*n?r Abständiger Dachgeschoßwohnungen in dreigeschossigen Hausern bedarf der besonderen nehmigung der Bürgermeisterei. Ans^.Gebäude müssen in ihren Grundrissen und Ansichten allseitig gut durchgebildet und tomsch einwandfrei sein. § Z. ihr^r’ß? „Olts&aufat5.un9 tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. und i^bausatzungen vom 10. 7.1907, 23.5.1910 uno 12. 7.1910 werden hierdurch aufgehoben. Gießen, den 10. Januar 1934. ---^M5Icheisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Ortsdausatzung gir bas (gebiet zwischen Ludwigstraße, Ludwiqsplak ftpan eCV2, '1 Kl - 13,2 II. Kl., Esche I.Kl. 1,3, Kiefer I.Kl. 1,2, Fichte II. Kl. 2,8. 1 enoU?p^Buche I.Kl. 119, Hainbuche I.Kl. U. Eiche I.Kl. 47, II. Kl. 1,8, Linbe 1,6 I.Kl., Fichte 1,7 I. unb II. Kl. Stammteifig, rm; 12 Hainbuche, 4 Weymouths- iÄ^.Is'rechg, rm: 400 Buche, 16 Hainbuche, Stockholz, rm: 92,2 Buche, 16,8 Eiche y.< Flehte. ’ * Brauchst du einen Zimmermann? ®s °mpfohl?nP b^°Hoh einzusehen' Ur. 8 Drittes Blatt Mittwoch, 1U. Zanuar 193< Gießener Anzeiger (General-Anzeiger jur Gderheften, Wirtschaft Günstige kaufmännische Stellenmarkst fSMgfc läge auch im Äezemder 1933. Gedenket der hungernden Vögel! auch Belegschaft von Dezember So erfreulich Januar April Juni September November Opel: 5988 6655 6296 7766 6360 10070 6329 10001 6198 10000 6357 10000 Adler: 2023 2443 2586 3218 2893 3378 2681 3763 2227 3877 2270 3906 einstellungen vornehmen konnten, stellten für die Werkstattschreibereien und Lohnbüros hauptsächlich nur weibliche Hilfskräfte ein. Die Unterbringung alter Parteikämpfer machte dagegen, soweit sie beruflich erfahren sind, weitere Fortschritte. Der Gesamtabschluß des Arbeitsergebnisses der kaufmännischen Stellenvermittlung im DHV. für das Jahr 1933 läßt vom Beginn des Frühjahres an eine so stetige Aufwärtsentwicklung erkennen, daß mit Sicherheit auf eine weitere Besserung im Jahre 1934 geschlossen werden darf. * * Devisenhöchst betrage im Februar. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat angeordnet, daß der Grundbetrag der allgemeinen Genehmigungen für die Wareneinfuhr im Monat Februar nur bis zur Höhe von 50 Prozent in Anspruch genommen werden darf. * Lebhaftes Geschäft in Schatzanweisungen. Die Nachfrage nach Schatzanweisungen und Reichswechseln war an der gestrigen Börse wieder außerordentlich lebhaft. Auch die 2V2-- jährigen Schatzanweisungen per 15. Januar 1935, ine zu 4Vz 0. H. aufgelegt wurden, konnten ausverkauft werden, so daß gestern bereits mit dem Verkauf eines neuen Abschnittes per 15. Februar dende verteilen. * Deutsche Gold- und Silber , ch e i denn st alt vor m. Roeßler. Frankfurt a. M. Die GB. gevehmiote den Abschluß für 1932/33 mit wieder 9 v. H. Dividende. Die Verwaltung erklärte auf Aktionärsanfrage, daß das letzte Kefcbäftsiabr recht gut war, auch das laufende fei noch gut. Trotzdem müsse man den Geschäftsbericht etwas zurückhaltend abfassen, denn die Scheideanstalt hänge rem Umfange eigene Industrien errichtet, eine Gefahr, die in Deutschland noch nicht genug erkannt werde. Das laufende Jahr bringe wahrscheinlich ein etwas schlechteres, aber immerhin noch gutes Er- 1932 1933 1932 1933 1932 1933 1932 1933 1932 1933 1932 1933 Röhr: 194 223 226 285 246 399 225 512 220 544 224 547 die Kraft- Rhein-Maimsche Automobilindustlie enilajiel den Arbeiismarki. meist wohl unverändert. Aktien lagen uneinheitlich und überwiegend vernachlässigt. Farbenindustrie bewegten sich zwischen 127,13 (127,25) bis 127,50. Deutsche Erdöl 0,50 v. H., Scheideanstalt trotz der vorsichtigen Aeußeruna m der heutigen Generalversammlung 0,50 v. H. höher. Sehr fest waren Südd. Zucker mit 2,25 v. H. Steigerung. Am Elektromarkt waren AEG. mit einer Erhöhung um 1 v. H. sehr beachtet, daneben Siemens 1 v. H., aber Bekula 1 v. H., Schuckert 0,75 v. H. und Gesfürel 0,25 v. H. leichter. Am Montanmarkt war das Bild uneinheitlich, auch waren die Umätze weniger groß. Rbeinbraun lagen 1,50 v. H., Laurahütte 0,25 v. H., Ilse Genuß 1 v. H., Mansfeld 0,40 v. H., Buderus 0.50 v. H. höher, während Mannesmann 1 v. H., Klöckner 0 50 0. H., Ilse ©tamm nach Pause 1.50 v. H. und Gelsenkirchen 0,25 v. H. verloren. Schiffahrtswerte bröckelten ab, so Hapag um 0,25 v. H. und Nordd. Lloyd um 0.75 v. H. Auch Kunstseidewerte etwas leichter, Aku (— 0,75 v. H.). Reichsbankanteile 1 v. H. schwächer, Daimler Motoren plus 0,25 v. H. 1 9 33. Der Auftrieb erfaßte auch die Hilfsindustrien der Autobranche, etwa die Reifen- und die Zubehör- industrle, ging auf deren Lieferfirmen über und führte zu Resultaten, die zahlenmäßig schwer darzustellen sind, die aber in ihrer Bedeutung recht hoch eingeschäht werden müssen. Die Automobilindustrie hat also die Erwartungen nicht enttäuscht, die gehegt wurden, als man bei ihr den Hebel zur Herbeiführung einer echten Konjunktur ansehte. Darüber hinaus scheint sich gegenwärtig bei ihr ein äußerst wichtiger Prozeß zu vollziehen: der Umbau von der saisonbedingten zur s a i s 0 n l 0 s e n Industrie. Sollte sich diese Vermutung bestätigen und an Stelle des bisherigen Wechsels von angespannter > Beschäftigung und Auftragsmangel eine gleichmäßige Ausnutzung der Fabrikanlage treten, so wäre dem Wirtschaftszweig schon durch die verbesserten Dispositionsmöglichkeiten bedeutende Aussichten zu weiterer Entfaltung gegeben. reichen dürfte. frankfurter Börse. INittagsbörse: uneinheitlich. zögernd ein, im Laufe des Vormittags entwickelte er sich jedoch zufriedenstellend. Gegen Mittag dürfte etwa die Hälfte der Tiere ihren Besitzer gewechselt haben. Die Preise zogen an und bewegten sich zwischen 600 bis 750 Mark für leichtere Zugpferde und 900 bis 1050 Mark für schwerere Tiere und Pferde norddeutschen Schlages. Schlachttiere waren im Verhältnis zur Nachfrage wenig angetrieben. Hinhermarff in Ziehen Auf dem gestrigen Rinder-(Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 557 Stück Großvieh, 121 Fresser und 134 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milchkühe oder hochtragende Kühe, 1. Qualität.- 280 bis 400 Mark; 2. Qualität, 180 bis 220, 3. Qualität 100 fahrzeugfabriken nur einen Teil — , - v - , - - jener Steuermilderung vom Fruhiahr Frankfurt a. M., 9. Jan. Wenn sich das Tempo der Anlagekäufe seit den ersten Tagen des Januar etwas verlangsamt hat, so kommt überraschenderweise doch immer und immer wieder ziemlich beachtliches neues Anlagebedürfnis für festverzinsliche Werte an der Börse zum Vorschein. Die Kurse von hochstehenden Renten werden verschiedentlich getauscht in niedriger stehende Papiere. Durch solche Tauschoperationen setzten späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,65 v. H., Neubesitzanleihe um 15 Pf. niedriger ein, während Altbesitz gut behauptet war. Außerordentlich lebhaft und fest waren dagegen Reichsmark-Obligationen und einige Dollar- Bonds, die 1 bis 2 v. H. anzogen, darüber hinaus gewannen 6 Prozent Preußen (57) 3 v. H. Man hörte Rhein-Elbe-Union mit 86, Bewag mit 85,50 und Rentenbank-Kreditanstalt mit 86 v. H. Auslandsrenten geschäftslos. Für Pfandbriefe bestand immer noch Nachfrage, doch blieben die Kurse zu- gebnis. * Brot- und Keksfabrik O ft Hafen die Auswirkungen auf schon allein sind, so bilden sie doch der segensreichen Folgen Im Verlaufe bröckelten, ausgehend vom Farbenmarkt, wo Material in etwas größerem Umfange an^eboten wurde, die Kurse meist bis 1 v. H. ab. 5>G. Farb"n notierten bei 126,50 (127,50), AEG. 28 — noch 29, Harvener 90,65 — nach 91, Stahlverein 38 nach 38,25 und Reichsbank 163,50 nach 165. Auch Schiffahrtswerte oaben weiter nach, so Havag um 0,65 v. H. auf 31 v. H. und Nordd. Llod um ca. 0.75 v. H. auf 32,13 v. H. Andererseits befestigte sich Deutsche Erdöl nochmals um 0,75 v. H., gaben'aber später um 0,25 v. H. nach. Gegenüber gestern lagen Ebadeaktien mit 138 um 3 Mk. schwo- ch°r Während Neubefitz zu 19.10 behauvtet blieb, bröckelten Altbefitz 0,50 und fpätc Neichsschuldbuch- forderung um 0,25 v. H. ab. Gegen Börsenschluß entwickelte sich m der Neubesitzanleihe wieder eine Sonderbeweguna: d-r Kurs stieg bei lebhaften Umsätzen bis auf 19,50, auch Altbesitz und sväte Schuldbücher zogen davon bis zu 0 40 v. H. Nutzen. Aktien bliebm hingegen ver- nochläfsiat und schloffen un-rholt. Vfondbriefe waren teilweise behauvtet, teilw"ife um 0,25 bis 0,50 v. n fester, ebenso Kommunal-Obligationen. Stadtanl-n- hen waren überwiea-nd bis zu 1 v. H., 6 v. H. Dormftadt n. 26 und 28 ie 1.50 v. H.. 6 v. H. w"rt- b-ftbndia Frankfurt v. 26 1,40 v.H.. Heidelberg Gold v. 26 ca. 2 v. H. fester, dagegen Mainzer v. 28 1935 begonnen wurde. * Die Marktlage für Tabakwaren im Dezember. Nach den Erhebungen des Reichsverbandes der Handelsvertreter des Tabak- gewerbes (RHT.) war das Geschäft mit Tabakwaren im Dezember nicht überall einheitlich, eine 1 an sich übliche Erscheinung in diesem Monat. Während in einigen Bezirken die Umsätze die gleichen waren, wie im November, lagen in anderen Bezirken die Umsätze etwas höher. Infolge der Anregung der Kauflust durch die Dertrauensstarkung wär, allgemein genommen, das eiaentliche Weihnachtsgeschäft lebhafter und die Umsätze höher als im Jahre 1932. Wenn auch billige Preislagen in Zigarren bevorzugt wurden, so konnte doch beobachtet werden, daß auch bessere Preislagen zum Fest gekauft wurden. Beim Rauchtabakqeschaft waren die Veränderungen unwesentlich, die Umsätze entsprachen ungefähr dem Vormonat. Der Zigarettenumfatz war günstiger als im November. D-n Hauptanteil hatten weiterhin die 3'/s- und 2'/2-Pf.-Preislaaen. In der 4-Pf.-Preislage wurde ein arößerer Umsatz beobachtet. * Schöfferhof-Binding-Bürgerbrau AG., Frankfurt a. M. Die zum Braubank- Konzern aehörende Schöfferhof-Bindina-Büroerbrän AG. in Frankfurt wird für 1932/33 auf RM. 6 Millionen Stammkapital wieder 12 v. H. Divi- 0,75 v. H. niedriger. Staats- und Länderanleihen lagen kaum verändert. Abendbörse: ruhig. Die Abendbörse nahm einen recht ruhigen Verlauf, doch war die Stimmung nicht unfreundlich. Infolge des nur kleinen Eingangs von Kundenaufgaben zeigte auch die Kulisse keine nennenswerte Aktivität. Etwas größer war die Nachfrage nach deutschen Anleihen, von denen Neubesitz ihren hohen Mittagsschluß um weitere 5 Pf. verbesserten, auch Altbesitz lagen geringfügig höher. Dagegen waren päte Reichsschuldbuchforderungen vernachlässigt und mit 94,4 v. H. nur knapp behauptet. Reichsmark-Obligationen und Dollar-Bonds ruhiger bei behaupteten Kursen. Don Aktien setzten IG. Farben zunächst unverändert ein, waren aber später bei kleinstem Umsatz um 0,25 v. H. freundlicher. Im übrigen blieben die Berliner Schlußkurse behauptet. Elektr. Lieferungen kamen im Verlaufe um 1,50 v. H. fester zur Notiz. Der weitere Verlauf blieb ruhig. Farbenindustrie bröckelten 0,25 v. H. ab, auch deutsche Anleihen konnten ihre Anfangsgewinne nicht behaupten, Altbesitz lagen sogar 0,25 v. H. niedriger. Pfandbriefe blieben auf Mittagsbasis unverändert. Von Stadtanleihen kamen 6/7 v. H. Stadt Frankfurt von 1926 mit 85,25 nach zweitägiger Pause um 3 v. H. niedriger zur Notiz. Fremde Werte lagen geschäftslos. Ü. a. wurden notiert: Neubefitzanleihe 19,50 bis 19,40, Altbefitzanleihe 94,90 bis 94,65, Schutzgebiete alle Jahrgänge 9,35, Reichsbank 163,50, Dresdner Bank 60, Buderus 75,25, Harpener 90,50, Mannesmann 61,75, Phönix 46, Rheinftabl 89,25, AKU. 42, AEG. 28,13, Bekula 121,50, Bemberg 45,75, Conti Gummi 155, Daimler 38. Scheideanstalt 190, Elektr. Lieferungen 92,25, IG. Farben 126,75 bis 127 bis 126.75, Gesfürel 89,75, Holz- mann 71, Metallgefellfchaft 66, Rhein. Elektro Mannheim 93. Schuckert 104.25, Siemens 1^8, Südd. Zucker 192, Reichsbahn-VA. 109,75, AG. für Verkehrswesen 66, Hapag 30,75, Nordd. Lloyd 31,75. Franks '•r erT ma. t. , Frankfurta. M., 9. Jan. Der erste diesjährige Pferdemarkt hatte einen mittleren Auftrieb von nur etwa 250 Pferden. Der Handel setzte zunächst Einer der ersten Ansatzpunkte nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik war bekanntlich die Automobilindustrie. Seit langen Jahren hatten die Industrie und alle am Kraftverkehr Beteiligten gegen die Kraftfahrzeugsteuer Sturm gelaufen, die die Motorisierung Deutschlands künstlich einengte und damit einen erheblichen Teil des vorhandenen Bedarfs an Kraftfahrzeugen nicht zur Auswirkung kommen ließ. Als nun im vorigen Frühjahr die Steuer für Neuwagen aufgehoben und die Ablösungsmöglichkeit für Altwagen geschaffen wurde, war man sick bewußt, daß diese Maßnahme nicht allein den Automobilfabriken und -Händlern sowie den Fahrzeughaltern zugute kommen werde, sondern daß der erwartete Mehrabsatz auch zu einer kräftigen Entlastung des Arbeitsmarktes führen müsse. wenn man jetzt, am Abschluß des für die Auto- Mobilindustrie so bedeutsamen Jahres, die Beleg- schaftscntwrcklung der drei Automobilfabriken im Rhein-Main-Gebiet (Opel. Adler. Röhr) betrachtet. so ist zunächst festzustellen, daß die auf- wärtssteigende Kurve jene ganze Zeit über nicht umgebogen wurde. Die Zahl der Beschäftigten lag ständig über der Vergleichszeit von 1932. Dabei ist zu beachten, daß auch die Summe der L 0 h n st u n d e n die im Vorjahre geleisteten durchweg ü b e r ft i e g. Demnach wurde nicht etwa nur eine gleichbleibende Lohnsumme auf eine vermehrte Arbeiterzahl verteilt, vielmehr konnten die einzelnen Arbeiter ihr Einkommen aufrechterhalten und zum großen Teil steigern. So wurde bei O p e l im Jahre 1933 durchschnittlich fünf bis sechs Tage (1932: zwei bis drei Tage) in der Woche gearbeitet, und Adler hielt eine Arbeitszeit von etwa 40 Stunden in der Woche aufrecht. • Sehr beachtlich ist auch, daß diese Belegschaften nach Erreichung des sommerlichen Höhepunktes keine Verminderung erfuhren. Noch im Jahre 1932 brachten Spätsommer und Herbst Entlassungen und Betriebseinschränkungen, und erst im Dezember nahm man in Vorbereitung des Frühjahrsgeschasts neue Einstellungen vor. 3m veraangenen Jahre dagegen vermehrte Adler seine Belegschaft von 3uli bis Dezember G. m. b. H., Frankfurt a. M. in Konkurs, die Brot- und Keksfabrik Osthafen G. m. b.H., Frankfurt a. M., ist am 29. Dezember v. Js. der Konkurs eröffnet worden. Der Hauptbetrieb im Ost- Hafen wurde stillgelegt, dagegen wurden die Zweigbetriebe im Hermesweg und der Weismüllerstraße von der neu gegründeten Osthafen-Feinbäckerei G. m. b. H. (Kapital 30 000 Mk.) übernommen und in Gang gehalten. Die Ueberfchuldung ist ziemlich hoch; soweit sich gegenwärtig übersehen läßt, sind einschließlich einer durch Grundstücke nicht voll gedeckten Hypothekenbelastung von 330 000 Mk. Verpflichtungen von insgesamt über eine Million vorhanden. Für die freien Gläubiger ist wohl kaum mit einer Konkursquote zu rechnen, da die Masse nur schwerlich für die bevorrechtigten Gläubiger aus- bis 150; b) Schlachtkühe: 1. Qualität. 100 bis 230; 2. Qualität 40 bis 100; c) Rinder, bks^jahng, 50 bis 100, bis 2jährig 70 bis 150; tragend 170 bis 300; d) Kälber, das Pfund Lebendgewicht 18 bis 25 Pfennig. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktoerlauf: schleppend. Mainzer Schlachtviehmartt. Mainz, 9. Jan. Auftrieb: 33 Ochsen, 9 Bullen, 527 Kühe oder Färsen, 332 Kälber und 764 Schweine. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen 26 bis 31, 21 bis 25; Bullen 23 bis 26; Kühe 23 bis 28, 18 bis 22, Id bis 16; Färsen 23 bis 24. Kälber 34 bis 38, 25 dis 31, 18 bis 24. Schafe nicht notiert. Schweine 50 bis 52, 48 bis 52, 47 bis 51. Marktverlauf: Rinder ruhig, langsam geräumt. Kälber schleppend, ausverkauft. Schweine mäßig belebt, Ueberstand. Kölner Buttermarkt. Köln, 9. Jan. Deutsche Markenbutter 133 bis 136 (zuletzt 133 bis 136); deutsche Molkereibutter, 1. Qualität, 132 (132), deutsche Molkereibutter, 2. Qualität, 127 (127); deutsche Molkereibutter, 3. Qualität, nicht notiert. Die Preise sind Großem- l'aufspreise in Mark für je 100 Pfund ab Versandstation einschließlich Faß. um fast 500 2Hann, und auch Rühr stellte in der zweiten Jahreshälfte etwa 170 Ulann neu ein. Opel hielt die Zahl seiner Arbeiter und Angestellten in diesem Zeitabschnitt annähernd konstant. Nach den Beobachtungen der kaufmännischen Stellenvermittlung im Deutschen Handlungsgehilfen- Verband ist die Stellenmarktlage auch im Dezember von einem starken Vertrauen in die Wiedergesun- dunq der Wirtschaft beherrscht. Ganz im Gegensatz zur Gewohnheit früherer Jahre, von der auch aus- gesprochene Konjunkturzeiten keine Ausnahme mach-' "eoer ten er।olgten noch unmittelbar von dem Fest Ein- - ™nt Stellungen in beachtenswertem Umfange. Erfreulich ist daß an dem Optimismus nunmehr auch das westliche Industriegebiet stärker beteiligt ist, als in den letzten Monaten. In Nordweftdeutschland, namentlich in den Hansastädten, freilich ist — bedingt durch das Darniederliegen hauptsächlich des Export-, Reederei- und Speditionsgeschäfts — nunmehr eine leicht rückläufige Entwicklung der Vermittlungstätigkeit eingetreten; doch ist in der Bewerberbewegung auch hier kein Grund zur Besorgnis vorhanden. Der Neuzugang gekündigter Bewerber ist, wie überall im Reich, außerordentlich gering. Branchenmäßig am günstigsten waren das Bank- und Versicherungsgewerbe, die Textilindustrie und — allerdings nur teilweise — der Textilhandel. Ausgesprochen gute Vermittlungsmöglichkeiten bestanden im Lebensmitteleinzelhandel. Die Kauf- und Warenhäuser haben in der Mehrzahl enttäuscht insofern, als sie für das Weihnachtsgeschäft doch wieder überwiegend weibliche Aushilfskräfte eingestellt haben. Auch großindustrielle Werke, die in nennenswertem Umfange Arbeiter- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdlskoni 4 0 H Senin ftrancfur a. 2)1. Berlin Datum | 8-1. 8-1. Datum 8-1. | 9.1. 8.1. Datum 29 29 94,5 95 93,75 93,75 127,4 126,75 93 92,5 o 89,75 94 93,45 70,5 70 94 94,4 94,4 94 92,9 92,75 93,75 94 94 94 o 0 153 21,5 1 21,25 ! 71,5 i| 190 1 ol vj» uyuuu Ilse Bergbau Genüsse 193 8| 94,65 19,40 49,25 53,25 65,5 94,65 99,9 95.25 o o 12 38,25 46,75 115,5 151,5 38 47,5 71 83 91 48,75 54,13 66,5 94 96.7 18,5 0,80 5,15 94 96,9 o o 0 0 0 0 0 0 0 0 7 0 0 0 0 10 0 0 7 9 0 0 0 :l 42,5 47 49,5 36,75 15,75 138 187,5 155 96,5 41,65 46,25 49,5 115,9 38,65 46,5 62 15,5 61,25 15,75 136,5 4,9 7,2 5,3 Gchiuß- furd o 0 21,13 71,5 192 15,75 141 186,5 157 Schluß- lurs 127,25 189,5 49 54 66 95 19,25 94.65 99,95 95 126,75 190 49 53,25 66 28,75 89,25 46 199,5 89,13 37,75 11,9 113 114,5 152 97 41,65 45,75 47,75 37 114,5 38,5 46 199,5 89,25 38 12 46,5 198 90,5 38,4 12 114,5 116 152,5 Klöcknerwerke Mannesmann-Slübre« 18,5 0,80 5 4,85 4,90 7,15 5,35 Buberur .... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener (Schlußkurs 28,9 88,5 46,65 197 90,75 39 12 114.25 115 152,5 70,5 83,5 91 3. (S. Sarden-JndustNe Scheideanstalt........ Goldschmidt RsttgerSwerke Metallgeiellschaft Grttzner Mainkrastwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker ...... 4% desgl. Serie II 6% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4*/2%>Riimän.öereinh.:Henteu.l913 4% Rumänische vereint). Rente - 2V4% Anatolier ............. Mansselder Bergbau .. Kokowerke •... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otcwi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt . vamvurg-Amertka-Paket ... Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa-Dampfschiff Norddeutscher Lloyd •21.®. für Verkehrswesen Mt. .. Berliner Handelsgesellschaft - Commerz, und Prival-Bank Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank ..... Reichsbank 42 45,75 49,5 35,75 :!■ . 0 10 :S . 0 . 5 . 5 Die hinter den Papieren anfteführlen Zittern »eben die fiobe de, ^uiehi venhiohenen Dividende an 4% Oelterrelchtsche Goldrente 4/20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Vj% desgl. von 1913 6% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serte ...................... Schultheis Payenhvser -Aku tAllgemeine Kunstseide) . Bemberg ........ Zellstoff Waldhos Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ........... Daimler Motoren ...... Deutsche Linoleum Orenstein L Koppel Leonhard Tietz ............. Lbave.....■ ■ • • ■ ........ Aecumulatoren-Fabrik ...... Lonti-Gumml.............. 6% Deutsche Reichsanlethe v 1927 6% ehem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 5Vr% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablöj.-Schuld mit Auslos.-Rechten Desgl. ohne Ausios.-Rechte ..... 6% ehem.8% Hess. Bvlksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) - ■ ■ 6% Hess- Landesbank Darmstadt Gold R. 12 . 6>/2% Hess Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltaui Vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten o Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 6% ehem 7% Franks. Hyp.-Bank Gvldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6%% ehem. 4'/,% Srankf Hyv - Bank-Ligu.-Psondbriese 6V,% ehem 4’/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpfe. 6% ehem. 8% Pr LandeSpsand- briefanstalt, Psandbriefe R 19 6% ehem. 7% Pr Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch Berrechnungskur- (Schlußk Dlmag- börse 9-1. ..........................0 Bekula..................... 0 Elektr. Lteferungsgesellschast... 6 Licht und Kraft ... 6 Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert L Co............6 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L ............ l0 Harpener .........9 Hvesch Eisen—Köln-Reuessea .. 0 Hlse Bergbau ~ ........ ® Schluß! Mittag- börse 9-1. ;tranrruci u. M SM'uß- UL kurs börse cSchluel- Abend» borst- 9-1. SranHur a. M Aerlln Schluß« (r>d)iufi.. Schluß- cschlußk. Mistaq- kurs börse börse 8-1. 9-1. 8.1. 9.1. 5,5 5,4 — 5,25 4 4 — 4,10 6,65 6,65 — 6,40 3,35 3,35 3,30 3,35 27,25 26,75 — 26,70 31,9 30,75 31,75 31 — 27,75 —— — — 17 —— 33,5 31,75 33,5 32,65 67 66 66,75 65,75 88 88 88 88,25 46,25 47 46,25 47 56,25 57,5 56,25 57,5 60 60 60 60 166 163,5 166 163,5 28 28,13 28,13 28,5 123 121,5 122,65 121 91,25 92,25 90,5 91 99.5 99,75 100 99,9 53,5 53,75 54,25 54 90,25 89,75 90 89,75 91,5 93 93,25 93,5 105 104,25 105 103.75 148 148 148 149 114 113 114 114 75,25 75,25 76 75,25 105 106 105 104,75 60 59,5 60,25 59,5 91 90,5 91,75 91 — 69,75 69,25 — 139,5 — 139 07.5 108,5 107,75 108 60,5 59,75 60,5 59,75 63,5 61,75 63,25 61,65 95 100 95 94,75 100 94,9 94,75 94,8 18,90 19,45 95 95 93,5 93,5 - - - - 94 — - - - - - - - 94 94 94 94 96,7 96,9 _ — — 5,2 5,20 5 — 4,9 7,13 7,13 5,40 5,40 5,40 5,25 Lombardzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a 2H. 8.Januar g.Zanuar Amtliche Roneruna Amtliche Rotieruna Nrie Gel>-> Frif Helstngsor».. 6,054 6,066 6,044 6,056 •Wien ...... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 12,465 12,485 12,46 12,48 Budapest ... — — — — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,73 169,07 168,73 169,07 D61o ..... 68,78 68,92 68,73 68,87 Kopenhagen. 61,09 61,21 61,04 61,16 Stockholm... 70,58 70,72 70,53 70,67 London ..... 13,69 13,72 13,685 13,715 Buenos Aires 0,637 0,64 0,640 0,644 Reunork .... 2,692 2,69! 7,692 2,698 Brüssel..... 58,24 58,36 58.26 58.38 Italien..... 21,98 22,02 22,01 22,05 16,41 16.45 16.41 16,45 Schweiz .... 81,22 81,3k 81,17 81,33 Spanien.... 34,57 34,63 34,57 34,63 Danzig..... 81 ,49 81,65 81,49 81.65 .Zavan...... 0,819 0,821 0,817 0,819 Rio de Ian. 0,226 0,228 0,226 0.228 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon .... 12,46 12,48 12,46 12,48 Banknoten. Berlin, 9.Januar Geld Briet Amerikanische Roten.............. 2,645 58,10 2,665 58.34 60,78 61,02 13,64 13,70 16,37 16,43 Holländische Roten........ 168,31 168,99 21.89 21,97 68,56 68,84 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Roten........ — — 70.36 70,64 80.99 81,31 34,43 34,57 Aus dem Reiche der Krau Ziehung der Hausfrauen zum richtigen Einkauf und zum richtigen Verbrauch, in der Weckung des Verständnisses für die Aufgaben der Verbraucher gegenüber der deutschen Landwirtschaft, eine energische Abkehr von aller Auslandsware, Verständnis für die Bedürfnisse des Mittelstandes. Ueber solche Erziehungsarbeit hinaus aber hat der große Zusammenschluß der Hausfrauenvereine ver- mocht, in der „Versuchsstelle für Hauswirtschaft des die Möglichkeit fehlt, ins Freie zu gehen, muß der Balkon, der Garten oder das geöffnete Fenster zum Ersatz werden. 13 Uhr: Wieder wie oben. Im Winter das Kind in ein gut gelüftetes, warmes Zimmer stellen. Im Sommer die Fenster öffnen und möglichst viel Licht und Sonne hineinlassen, ohne daß das Köpfchen von Zug oder Sonnenlicht getroffen wird. Schlafen lassen. 16 Uhr: Aufnehmen und alles wieder wie oben. Zurück ins frisch gemachte, saubere Bettchen. Allein lassen. 19 Uhr: Das Kind in berK sauberen Wanne in Wasser von 35 Grad Celsius fünf Minuten lang baden und gut abtrocknen. Unterleib einkremen und pudern. Gesichtsreinigung wie oben. Finger- und Fußnägel müssen mit einem stumpfen, hölzernen» Gegenstand gesäubert werden. Frische Wäsche, bis zu sechs Wochen Nabelbinde. Windeln und nicht zu fest einpacken. Nahrung geben und allein lassen. 21 Uhr: Wieder alles wie oben, doch ohne Reinigung des Gesichtes. Dann zurück in das saubere Bettchen. Schlafen lassen bis zum Morgen. Auch wenn es schreit, nicht hochnehmen. Die Gesundheit der Bäuerin — eine Kraftquelle der Nation. Ein systematisches Studium des Gefundheitsoer- hältnisses der Bevölkerung ist die notwendige Grundlage für die biologischen Reformen, die jetzt in Angriff genommen werden. Dabei wird es sich in erster Linie um die Erfassung des Landvolkes handeln, denn dieses ist im Sinne der erbbiologischen Gesichtspunkte, die „natürliche" Bevölkerung, während die Stadtbewohner eine mehr oder weniger „künstliche" Bevölkerung darstellen. Sind doch die Lebensbedingungen der Stadtmenschen mehr oder weniger abhängig von der durch die Zusammendrängung Und ich glaube, wenn man die Erwachsenen ernsthaft fragte, so möchten sie alleine wegen des Rechtes auf Süßigkeiten oftmals gerne wieder Kinder fein. Jedenfalls die Frauen bestimmt. Vielleicht hat Ta- gore, der Weise, nicht nur an die kleinen Kinder der Welt gedacht, als er in seiner reizenden Geschichte schrieb: „Wenn ich deinen verlangenden Händchen Süßigkeiten reiche, weiß ich, warum Honig in dem Kelch der Blume ist und warum Früchte heimlich mit süßem Saft gefüllt sind." „Trösters" immer unpädagogisch und ein klein wenig leichtsinnig vor. — Seitdem ich aber diese reizende Geschichte des weisen Inders kenne, finde ich die „Tröster" selbst sehr weise und zähle mich auch noch oft zu dem Kreise der in dieser Geschichte verteidigten Kinder: Und jetzt kann ich es ja auch, ohne einen Vorwurf zu erwarten, sagen: mir war der „Tröster" meiner Jungens immer sehr verständlich. Nicht aus Pädagogik, sondern aus dem Gefühl und der Erfahrung. Süße Speisen, Süßigkeiten in mancherlei Form sind für Kinder körperliches Bedürfnis. Sie müssen regelmäßig, wenn auch verständig (nicht vor dem Mittagessen) ihnen gewährt werden. Ich bin sogar geneigt, die Auffassung des Linderliebenden Inders junge Hausfrau, aus der ihr einige kleine Hinweise aus dem Gebiet der Erfahrung helfen mögen. Kein frisches Brot im Hause! Da verzieht der Herr Gemahl das Gesicht und ist ärgerlich. Der Fehler wird durch das Rösten von dünnen Brotscheiben gut gemacht. Man schneide vom alten Brot mit einem scharfen Messer feine Plättchen, lege sie auf eine Asbestplatte und wende sie häufig um^ vorher befeuchtet, schmecken sie noch besser. So lassen sich auch alte Brötchen in frische verwandeln. Der Kaffee schmeckt ihm nicht. Ja, den teuersten Kaffee kann man nicht kaufen. Also müssen es die billigeren Sorten auch tun. Gewiß! Aber legen Sie die Bohnen auf eine heiße Herdplatte, etwas weißes Papier darunter, der Kaffee schmeckt wunderbar, wenn er bald darauf gemahlen und bereitet wird. B a ck o b st schmeckt vorzüglich, wenn anstatt des Zuckers ein Löffel Sirup zum Süßen verwendet wird. Fleischbrühe in wenigen Minuten wird am kräftigsten, wenn sie aus Schabefleisch bereitet wird. Fleisch, das in kleine Würfel geschnitten ist, ergibt gleichfalls in zehn Minuten eine vorzügliche Fleischbrühe. Aus dem Fleisch können später Klopse gemacht werden. Gelbe Erbsen, Linsen, grüne Erbsen, weiße Bohnen, vielfach zu Eintopfgerichten gebraucht, kochen schnell weich, wenn sie mit einer Prise Natron i auf das Feuer gebracht werden. Sie sind dann auch! sehr leicht verdaulich. Wenn das Herdfeuer nur schwächlich brennt, streue man eine Handvoll Kochsalz hinein, um die Flammen zur hellen Glut anzufachen. Der vergessene N a ch t i s ch , den der Herr Gemahl stark vermißt, weil ihm ein wenig Süßigkeit Bedürfnis ist, wird schnell ersetzt, wenn man einige Aepfel reibt, mit Zucker bestreut, mit Zitronensaft beträufelt und mit einem Schuß süßer Milch übergießt. Dazu einige Plätzchen reichen. Das F r ü h st ü ck s e i platzt beim Kochen, weil es ein Kalkei ist. Mit einer spitzen Nadel in die beiden gegenüberliegenden Seiten stechen, und das Ei, zur Vorsicht mit kaltem Wasser aufgesetzt, bleibt beim Kochen ganz. Läuft auch nicht etwa aus, wie man denken könnte. Der Käse ist trocken geworden. Ein Uebergießen mit frischer, ungekochter Milch gibt ihm seine ursprüngliche Frische zurück. Damit er nicht schimmelt, auf der Bühne der Großen kann ein Theaterschwert aus Holz sein, aber ein Stab läßt sich nicht mehr als Schwert ansehen, während das Kind ihn ohne weiteres als Waffe hinnimmt. Wie beim Spielzeug ist auch beim kindlichen Theater-Requistt ein Zuviel an Realismus eher störend. Wie die reich ausgestatteten Puppenhäuser selten die Phantasie angeregt haben, so ist auch das Puppentheater, das nie Schöpfung der Kinder selbst ist, eher ein Abglanz der richtigen Bühne, der im Kinde keine schöpferische Gestaltung hervorruft. Gewiß haben die Puppentheater, wie das Beispiel Goethes zeigt, häufig den Weg zur Theaterkunst geebnet, doch am wohl- sten fühlen sich die Kleinen, wenn sie nicht an eine enge Bühne gebunden sind, sondern selbst die Umwelt gestalten können. Doch achtet man genau auf gewisse Einzelheiten: ein Vorhang ist unbedingt nötig, die Teilung von Zuschauerraum und Bühne wird streng innegehalten. Jede Beobachtung des kindlichen Theaterspiels' zeigt, daß die Kleinen sich viel leichter, intensiver und folgerichtiger in die fremde Vorstellungswelt hineinversetzen als die Erwachsenen. Durch dieses leidenschaftliche „Mitgehen" wird es dem Großen schwer, die Wirkung auf sein kleines Publikum zu berechnen. Durch Zufall hervorgerufene Einzelheiten, wie ein plötzlich umfallender Krug, können Helles Entzücken auslösen, während zu krasser Realismus gefährlich ist. Als bei einer vorzüglichen Kindervorstellung der Darsteller des Kasperle die Angst vor der Hinrichtung möglichst grotesk vorführte, liefen viele Kinder weinend hinaus. Sie konnten erst beruhigt werden, als man sie daran erinnerte, öafj das alles nur Theater, nicht Wirklichkeit sei. Veim Kinde stellt sich eben die stärkste Wirkung der Bühne, den Schein in Sein zu verwandeln, sehr viel hemmungsloser ein als beim Großen. Daher kann man zwischen Theaterspiel der Kinder und den höchsten Leistungen der Schauspielkunst eine enge Beziehung erkennen. fb.' dürfnis der Kinder ist, sondern wesenhaft zu ihnen gehört als seelisches Bedürfnis. Sie werden dadurch froher beim Spiel. Es gehört zu ihrer schönen, mit Geheimnissen und Märchen erfüllten Welt, sie sehnen sich — wie es mein Fünfjähriger einmal als Wort entdeckte — nach einem „Tröster", wenn sie müde oder traurig oder erschreckt von der oft märchenlosen großen Welt sind. Reichsverbandes Deutscher Haussrauenveretne" tn Leipzig eine Einrichtung zu schaffen, deren Prüfungsergebnisse nicht nur dem deutschen Verbraucher eine Garantie für die Güte der gekauften Gegenstände gewährt, sondern auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, im Auslande deutschen Erzeugnissen den Weg bereitet. Wie die Familie zu ihrer glücklichen Entfaltung des Zusammenwirkens von Frau und Mann bedarf, so muß auch im Staat der Zusammenfassung der deutschen Familien, die Stimme der Hausfrau und Mutter die Möglichkeit haben, gehört zu werden. Die Aufgabe der Hausfrauenbewegung war von Anbeginn der Dienst an den deutschen Familien, ihr Ziel die restlose Erfüllung der Hausfrauenpflichten gegen Volk und Vaterland. D^bys Stundenplan. ,Jedes Baby sollte einen Stundenplan bekommen für sein kleines Leben. Den hat es so bitter nötig wie sein warmes Röckchen. Und die Mutter hat auch etwas Gutes davon: wenn Baby seine Ordnung hat, ist es brav und schreit weniger als bei einem ungeregelten Dasein. B i s zum fünften Monat: 7 Uhr: Hochnehmen. Frisch windeln. Augen, Mund und Nase mit feuchtem, reinem Wattenbausch säubern, Trinken lassen. Gründliche Reinigung. Frische Wäsche anziehen und ins Bettchen zurücklegen. Schlafen lassen. 11 Uhr: Alles geftau wie oben. Dann in die frische Luft bringen. In der kalten Jahreszeit genügt eine knappe Stunde, im Sommer sollte man die Spazierfahrt möglichst lang ausdehnen. Wo Der „Tröster". Von Frau Gchloßmann-Lönnies. 23.21. Es gibt ein ganz reizendes Büchlein von dem indischen Weisen Rabindranath lagere, „Der zunehmende Mond". In kleinen zärtlichen Geschichten und Märchen werden darin wichtige pädagogische Fragen zwischen Mutter und Kind behandelt. Zwei der Geschichten behandeln das gleiche. Sie heißen „Wann und Warum" und „Die Verleumdung". Weil zwei Sätze dieser Geschichten wichtig sind für die meine, will ich sie hier gleich nennen: „Mein Kind, wenn ich deinen verlangenden Händchen Süßigkeiten reiche, weiß ich, warum Honig in dem Kelch der Blume ist und warum Früchte heimlich mit süßem Saft gefüllt sind. — Jeder weiß, wie du Süßigkeiten liebst, nennen sie dich darum naschhaft, o pfui, wie würden sie dann uns nennen, die dich lieben." — Wenn meine Jungens heiß gespielt, müde von Schularbeiten oder Turnen zu mir kommen, dann fragen sie mich oft stürmisch bittend: „Mutti, hast du nicht einen richtigen schönen Tröster?" Glommt auch abends im Bett oder beim Mittagsschlaf ober nach bem Baben ober sonst mal biese Frage vor. Dieser „Tröster" bedeutet ein Stück Schokolade ober einen Rest süßer Speise ober einen kleinen Kuchen — jedenfalls immer etwas Süßes. Ich habe biefen „Trösterwunsch" ber Kinder. immer beachtet. Sie sind sonst nicht anspruchsvoll und naschhaft. Sie essen mit rechtem Bubenhunger Schwarzbrot und Gemüse und alles, was auf den Tisch kommt. Aber trotzdem hatte ich immer so ein kleines Gefühl des Vorwürfs, weil man mir als Kind immer gesagt hatte, daß Süßigkeiten wohl mal eine ganz große Belohnung sind ober ein Geschenk, aber boch kein richtiges, für-Kinder notwendiges Nahrungsmittel. Ich kam mir bei ber Bewilligung des erbetenen 3utige Hausfrau in Verlegenheit. Eine große Zahl von jungen Hausfrauen hat bis- .9er f?n ber Maschine gesessen, Bücher geführt, als Verkäuferinnen gearbeitet. In ihrem eigenen Haushalt klappt noch nicht alles so gut, was kein Beweis gegen ihre Tüchtigkeit ist, sondern nur von einem Mangel an Erfahrungen erzählt. Sie kann daher leicht in Verlegenheit kommen, die ärbeitsfreudige, Los von der pariser Mode! Von Willi Wille. VA. Von jeher hat die deutsche Frau besonders Gefallen an der Stickerei bekundet, das sie bei Ausschmückung ihrer Häuslichkeit und der Verzie- rung ihrer Gewänder lebhaft zum Ausdruck brachte. Einst wurde in den Klöstern und Kemenaten, den Bürger- und Bauernstuben genau so emsig gestickt, wie jetzt in den neuzeitlichen Werkstätten. Die Trachtenkunde liefert uns den Beweis, daß ein Festkleid ohne Stickerei überhaupt nicht denkbar war, ob es nun fü» eine oberbayerische Bäuerin ober eine hanseatische Patrizierin bestimmt war. Und gar an der Hofrobe war die Stickerei nun vollends nicht zu entbehren. Hier bemächtigte sie sich sogar — besonders in den Tagen des prachtliebenden Rokoko — der männlichen Tracht. Kostbare Museumsstücke, zahlreiche Stiche und Modekupfer zeugen beredt von der Schönheit und Eigenprägung deutscher Stickereierzeugnisse. Man kann an ihnen genau verfolgen, wie sich der Sinn für Farbe und Linienführung nach und nach höher entwickelte, bis Mensch, Landschaft und Kleid eine harmonische Einheit bildeten. So entstand im Laufe der Jahrhunderte aus dem Hausfleiß eine Volkskunst, deren Ruf weit über die Grenzen der Heimat hinaus- brang. Deutsche Stickerei war ein Begriff geworden — und ein Wirtschaftsfaktor! Besonders in den letzten Jahrzehnten, als es der deutschen Frau nicht mehr vergönnt war, ausschließlich das heimische Feuer zu hüten, als sie hinaus ging in den Berufskampf und es ihr damit unmöglich wurde, ihren Bedarf an Stickerei durch eigene Handfertigkeiten zu decken, erwies es sich als sehr erfreulich, daß eine handwerklich und künstlerisch geschulte Zunft imstande war, ihre Wünsche so persönlich wie nur denkbar, zu erfüllen. Verhältnismäßig rasch lernte die arbeitende Frau, sich dieser Hilfe zu bedienen, so daß eine Industrie aufblühen konnte, die zahlreiche Familien im ganzen Reich ernährte. Selbst die kritische Zeit des Krieges wurde, trotz Material- und Absatzmangel verhältnismäßig gut überstanden, weil in jenen Tagen die deutsche Frau deutsch empfand und handelte. Dann aber begann mit dem erneuten Einsetzen des Pariser Modenwettbewerbs der Leidensweg des Stickereigewerbes. Gewisse Kreise ber Konfektion, denen an einer Pflege ber deutschen Mode weder im kulturellen, noch im kaufmännischen Sinne gelegen war, wußten die Entstehung eines völkischen M o d e ft i I s, der von gutgesinnten Künstlern — als unserer Art gemäß — wieder und wieder ange- strebt wurde, mit Nachdruck zu verhindern. So kam es, daß die deutsche Frau unter Aufgabe ihrer Eigenprägung wieder unter das französische Modendiktat kam, daß sie sich ber vordem so hochgeschätzten Stickerei, die Paris aus irgendwelchen Gründen in den letzten Jahren ablehnte, entfremden ließ. Die Zeiten der Selbstzerstörung sind gottlob vorüber. Das Deutsche Mode-Amt wird alles daran fetzen, auch dem deutschen Stickereihandwerk die helfende Hand zu reichen. Dabei ist aber die Mitarbeit der deutschen Frau unentbehrlich. Wenn sie Kleider mit Stickereischmuck verlangt, so wird man dafür sorgen, daß sie solche in den Verkaufsstätten findet. Sie hilft dadurch nicht nur mit am Wiederaufbau einer wertvollen Heimindustrie, sondern sie tut sich selbst den besten Gefallen, denn ein gesticktes Kleid entspricht dem Wesen der deutschen Frau. Entstehung und Aufgaben der städtischen Hausfrauenorganisationen Von Olga Friedemann. wird ein Stückchen Zucker unter die Glocke neben den Käse gelegt. Letzter Rat: Nur nicht bange werben. Es gibt immer kleine Hilfsmittel. Schü. Deutsches Gemüse im Winter. In einem Lanb, in bem die gütige Natur das ganze Jahr über das schönste Obst und Gemüse spendet, ist es vergleichsweise einfach, den Küchenzettel zusammenzustellen. Von der deutschen Haus- fran verlangt man größere Fähigkeiten: das Wintergemüse, will man nicht die Ernährung allein auf Konserven stellen, erfordert eine grundsätzliche Veränderung der Speisenfolge. Grünkohl und Rosey- kohl, zumal bann, wenn sie bas Frostgewand umhüllt, bieten mit ihrem Vitamingehalt eine ausge- Zeichnete Ergänzung zu der Nöstkartoffel. Das Rotkraut und der Weißkohl, gleichfalls starke Vitamin- besitzer, erhöhen ihren Wert durch die Beigabe einiger roher Aepfel und etwas Wein. Allerlei Gemüsepasteten aus Haferflocken und geraspelten Rüben stehen der Frau Köchin gern zur Verfügung, namentlich wenn sie das lebhafte Verlangen bekundet, gleichzeitig ein paar unscheinbare Fleischreste auf anständige Weise um die Ecke zu bringen. Die dicke Sellerieknolle wirbt um Zuneigung, wenn es sich um erfrischende und appetitanregende Salate handelt. Sie wird ihr gern geschenkt, und auch zu Gemüsen darf sie ihre pikanten Reize anbiefen. Der Wirsingkohl, den man nicht durch unvernünftiges Kochen feiner Schmackhaftigkeit berauben soll, wird geschnitten und bann in Butter ohne Wasser- zutat gedämpft, um schließlich mit Reibekäse oder -brot bestreut zu werden. Die Teltower oder märkischen Rübchen spielen als Beigabe zu Fleisch und Geflügel eine hervorragende Rolle. Die roten Rüben verfeinern die Rindfleischbrühe. Die Rettiche sind stets eine beliebte Zukost zum Butterbrot und genießen noch den Vorzug größter Bekömmlichkeit. Der Kartoffelsalat mit Aepfeln, Porree, roten Rüben und Sellerie, mit Nüssen überschüttet, ist recht geeignet, die guten Geister des Appetits zu wecken. Vor allen Dingen darf nie, auch nicht nach Weihnachten, der Apfel vergessen werden. Mit dem Bratapfel verbinden sich bis ins hohe Alter alle Kindheitserinnerungen an warmes Zimmer und Gemütlichkeit, Kmder spielen Theater. Im spielenden Kinde hat Schiller den wahren Künstler sehen wollen. Es scheint, daß dies für die Schauspielkunst wenigstens zutrifft, denn das Kind ist in gewissem Sinne der ideale Mime, wie es auch der ideale Zuschauer ist. Gerade heute, da das Theater der deutschen Jugend ersteht, ist es von besonderer Wichtigkeit, sich mit dem Verhältnis der Heranwachsenden zur Bühne zu beschäftigen. In ferner vor kurzem erschienenen inhaltsreichen „Weltgeschichte des Theaters" bringt Joseph Gregor eine Fülle von Beobachtungen zu diesem Thema. In der Gabe der Illusion, die im leichten Sich- hmeinversetzen in die Welt des Scheins liegt, ist das Kind dem Erwachsenen zweifellos überlegen. Wenn dem primitiven Kinde ein Maiskolben als Pappe dient, so tut das Badethermometer, wie G r o o s beobachtet hat, beim zivilisierten Kinde denselben Dienst, und seine Schnur stellt einen prachtvollen Zopf dar. Das Kind unterhält sich mit der Puppe und äußert ihr gegenüber überschwengliche Gefühle in Liebe und Zorn. Sand und Gras sind Speisen, der Stab ein Pferd usw. Die Phantasie der Kleinen schafft auch bereits die Umrisse einer Theaterdekoration, wenn z. B. beim „Eisenbahnspielen" die Stuhlreihe den Zug darstellt' Handelt es sich um eine Nordpolfahrt, so werden dieselben Stühle umqestürzt, damit sie „niedriger wirken", um als Schlitten gelten zu können. Die Jacken werden umgedreht, um durch ihre rauhere Innenseite die notwendigen Pelze vorzutäuschen. Damit ist auch das Bühnenkostüm entdeckt. Das Verkleiden spielt beim Kinde überhaupt eine große Rolle. Es ist der geborene Schauspieler, der sich rasch in den Doktor oder in den Kaufmann, in den Prinzen, die Prinzessin oder eine phantastische Marchenfigur verwandelt. Aber nicht nur eine, auch mehrere Persönlichkeiten werden gleichzeitig vorge- führt und der kleine Mime offenbart damit feine „Fähigkeit des Proteus", deren kein großer Schauspieler entbehren kann. Die Requisiten müssen eine gewisse Ähnlichkeit mit der Natur aufweisen. So eilt z. B. ein vierjähriges Mädchen, das „Telephonieren" spielt, nachdem es in den echten Apparat eine Frage hineingerufen hat, zur Fensterschnur, um aus deren muschelförmiger Quaste die — gleichfalls selbst gegebene — Antwort „abzuhören". Das Kind geht darin viel weiter als dec Erwachsene: großer Mengen bestimmten Umwelt, während der Lauer viel weniger vom Milieu abhängig ist und sich daher in viel natürlicherer Form entwickeln kann. Der Anfang zu einer solchen Bestandsaufnahme der Volksgesundheit ist jetzt mit einem Werk gemacht worden, in dem E. Meier und F. Rott die Gesundheitsverhältnisse der weiblichen Landbevölkerung untersucht haben, und zwar wurden die Forschungen an drei ausgewählten Siedlungen im Osten, Westen und Süden des Reiches durchgeführt. Wie Dr. H. Göllner in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" ausführt, ist damit zum ersten Male an das Kernproblem der biologischen Bevölkerungsvorgänge herangegangen worden, und zwar erweist sich, daß das Bauerntum vom gesundheitspolitischen Standpunkt aus die vorzüglichste ländliche Lebensform darstellt. In der Bauernschaft aber ist es der weibliche Teil, der die wichtigste Kraftquelle der Nation darstellt, da die gesunde Nachkommenschaft im hohen Maße von der Gesundheit der Mütter abhängt. Es ergab sich in allen drei Gebieten, daß die Geburtenzahlen hoch sind und die Kindersterblichkeit die günstige Vermehrung nicht ernstlich behindern kann. Die gesundheitliche Tüchtigkeit der Bevölkerung wurde in zwei Untersuchungsvorgängen geprüft: zunächst am Bilde der Mutterschafts-Leistung und dann durch die biologische Gesundheits- und Erkrankungs-Statistik. Es ergab sich, daß die Sterblichkeit in den jüngsten 2lltersklafsen große Unterschiede aufweist, aber mit zunehmendem Alter sich ausgleicht. Durch diese Ar- beit ist am. Landvolk, das der Gesundsheits-Stati- stik bisher fast unzugänglich war, ein gesundheitliches Zustandsbild von großer Klarheit gewonnen. Diese biologische Grundlegung führt auch zu neuen praktischen Folgerungen. Die augenblicklichen Einflüsse der Arbeit und der sonstigen Umwelt werden im Zusammenhang der größeren biologischen Abläufe gesehen und die Gesundheitsführung wird in erster Linie auf diese hingelenkt. Wenn man im Zusammenhang mit den verschiedenen „Bewegungen" während des letzten Jahrhunderts auch von einer Hausfrauenbewegung spricht, so fragt man unwillkürlich nach der Ursache für eine solche. Der Grund zur Organisation derHaussrauen ist in der wirtschaftlichen Entwicklung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu suchen. Der ansteigende Wohlstand zu jener Zeit führte zur Vermehrung der hauswirtschaftlichen Hilfskräfte in den einzelnen Familien. Die Hauswirtschaft wurde, da die Frauen und Mädchen in das Berufsleben drängten, zu einer niederen Beschäftigung, die dem Personal überlassen blieb. Die Hauswirtschaft liche Erziehung der Töchter durch die Mütter hörte aus, in weiten Kreisen war die Hausfrau selbst ihrem eigentlichen Beruf, der Hauswirtschaft, entfremdet. Die wieder erwachende Selbstbesinnung der deutschen Hausfrau auf den eigenen Wert, der innere Zwang zur Umkehr auf diesem Weg, zur Wiedereroberung der eigentlichen Domäne der deutschen Hausfrau, der Hauswirtschaft, war schon vor dem Krieg der eigentliche Anstoß zu der „Bewegung" der städtischen Hausfrauen. Die schweren Ernährungssorgen, die der Krieg über die deutschen Familien brachte, beorderten die Zusammenschlüsse der Hausfrauen, die dann im Jahre 1915 im Reichsoerband Deutscher Hausfrauenvereine zusammengefaßt und unter eine einheitliche Leitung gestellt wurden. Die eigene, von den Hausfrauen instinktiv emp- undene Erkenntnis der mangelhaften Vorbildung ür den verantwortungsvollen hauswirtschaftlichen Beruf, wurde durch die Erfahrungen des Krieges und die Forderungen der Volkswirtschaftswifsen- schaft in erschreckender Weise betätigt. Schulungs- und Fortbildungskurse für alle hauswirtschaftlichen Berufstätigen, Hausfrauen und Hausgehilfinnen und den hauswirtschaftlichen Nachwuchs bildeten seit jener Zeit einen festen Programmpunkt in den Arbeitsgebieten der Hausfrauenvereine. Die Lösung dieser Aufgabe war besonders schwierig in einer Zeit, in. der weder das deutsche Volk noch die deutschen Familien finanziell in der Lage waren, eine sorgfältige schulische hauswirtschaftliche Ausbildung der jungen Töchter zu ermöglichen. Man half sich, indem man die Erfahrungen und das praktische Können der noch vorhandenen erfahrenen Hausfrauen für diese Aufgaben mobilisierte und die häusliche Lehre mit ihren Aufstiegsmöglichkeiten schuf. Den jungen, vielfach aus fremden Berufen kommenden Hausfrauen wurd'e in der Meisterausbildung ein Weg gezeigt, der zugleich $ur sorgfältigsten Vertiefung ihres Wissens und Könnens, wie zu der Möglichkeit führte, dieselben Vorteile zu erlangen, die dem strebsamen Lehrling offen stehen. Die Durchführung einer systematisch geregelten Berufsausbildung für die hauswirtschaftlichen Berufe, die alle ihre Krönung in bem Beruf der Hausfrau und Mutter finden, blieb seit dem a.....a., M1,ucl5 Jahre 1924 der Kernpunkt in den Aufgabengebieten zu teilen, der ja in seiner Geschichte erklären möchte, der städtischen Hausfrauenvereine. Die Arbeiten auf \ daß Süßigkeiten zu essen nicht nur körperliches Be- diesem Gebiet schufen enge Beziehungen zu ben c u -r' r *■ neuesten Mitarbeiterinnen ber Hausfrauen, den Hausgehilfinnen unb den oerschiebenen 2£rten von Hausangestellten. Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf bem Gebiet der Hauswirtschaft sind seit dem Jahr 1924 in dem ,^auptausschuß für haus- wirtschaftliche Berufsausbildung" zusammengeschlossen. Eine für sie besonders bedeutsame Aufgabe sahen die städtischen Hausfrauenvereine in der Er-