M Dienrtag, 9. Oktober 1934 184. Jahrgang Hr. 236 Erster Blatt Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bteßener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis Z'/^Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1mm höht für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Test- anzeigen von70mm Breite 60Npf.,Plahvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« niitzige Anzeigen sowie einspaltige Gclegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei« Gietzener Anzeiger Seneral-Anzeiger für ©bcrljcffen .. Sronf?urfltf?m la Landnöten. Die Tage werden zusehends kürzer. Langsam rüstet sich der Winter, um in unser Land einzurücken. Er ist für denjenigen, der keinen wärmenden Mantel besitzt, der mit zerrissenem Schuhwerk durch Schnee und Schmutz waten und dessen Ofen aus Mangel an Brennstoffen kalt bleiben muh, kein angenehmer Zeitgenosse. Doch soviel Angst und Krauen wie einst vermag der Winter heute nicht mehr zu verbreiten. Denn s ch o n e i n m a l hat ihm das ganze deutsche Volk unterschiedslos zu verstehen gegeben, daß es nicht gewillt ist, die bedürftigen Volksgenossen preiszugeben. Wie ein Mann stand das Volk im vergangenen Winter zusammen, brachte Kleidungsstücke, Lebensmittel und Kohlen im Werte von rund 320 Millionen Mark auf und verteilte sie an 18 Millionen Männer, Frauen und Kinder. Achtunggebietend war das nationalsoizalistische Winterhilfswerk, das jeden Deutschen aufrief, seinen Willen zum Sozialismus der Tat unter Beweis zu stellen. Das mißtönende Gekrächz einer uns bösartig gegenüberstehenden Auslandpresse begleitete zunächst das Entstehen und Werden dieses Hilfswerkes. Doch bald wurde auch das Ausland von der unvergleichlichen Kraftanstrengung unserer Nation gepackt und mitgerissen, so daß man schließlich mit der ehrlichen Anerkennung nicht mehr zurückhalten konnte. Wieviel Freude haben die Gaben verbreitet und wieviel mehr haben sie im ganzen Volke das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Berufe und Schichten gestärkt! Es ist wohl nicht übertrieben, wenn man feststellt, daß die nationalsozialistische Bewegung im letzten Winter die größte Schlacht für die Volksgemeinschaft schlug und auch den größt en Sieg an ihre Fahnen heften konnte. Wieder sind wir soweit, uns von neuem zu rüsten. Die Arbeitsbeschaffung hat eine Unzahl ^Hilfsbedürftiger so weit gekräftigt, daß sie von sich aus schon ihr Scherflein beisteuern können. Aber noch leben in den Großstädten, auf den Dörfern, in Hinterhäusern, Kellern und Lauben Volksgenossen in gewaltiger Zahl, die von ihrer Arbeitslosenunterstützung oder ihrer Sozialrente gerade nur das Allernotwendigste bestreiten können. Zum wärmen- iden Kleidungsstück, zum Zentner Kohlen oder einem -Sack Kartoffeln reicht es nicht. Aber sie werden ihren Mantel und ihren Anzug, ihre Briketts und ihr Lebensmittblpaket erhalten, weil das deutsche Volk heute entschlossener denn je ist, für jeden einzelnen alles einzusetzen, zu spenden and zu opfern und von neuem das Banner der Volksgemeinschaft aufzupflanzen. Das deutsche Winterhilfswerk ist eine nationale Verpflichtung, der sich niemand entziehen wird. Alles steht bis auf den letzten Mann bereit, einzuspringen für den hilfsbedürftigen Nächsten und nicht wankend zu iverden in dem Schwur: Wir helfen! ♦ In diesen Tagen ist in aller Stille ein Erinne- rungstag vorüberaegangen, der ein Wort des Gedenkens verdient. Um die Quartalswende sind nämlich genau fünfzehn Jahre vergangen, seitdem das alte deutsche Feldheer end- NÜltig a u f g e l ö st wurde. Wenn auch das erste Gesetz über die Aufstellung der Reichswehr einige Monate früher erlassen ist, so betrachtet sich bei dem motwendigen und starken Sinn für die Tradition die Reichswehr als eine organische Fortsetzung des alten Heeres, das in Ehren den Kampf gegen eine Welt von Feinden bestanden hat. Die Fortsetzung dieser Tradition ist nie in der Reichswehr als äußere Angelegenheit aufgefaht iDoröen, sondern sie war eine innerliche Notwendigkeit. Sie war es um so mehr, als durch den Machtspruch von Versailles der im Volke stets lebendig gebliebene Gedanke der allgemeinen Wehrpflicht vernichtet werden sollte. Vieles, was wir an inneren Unruhen und in der Aufspal- üung des deutschen Volkes in den letzten fünfzehn Jahren erlebt haben, wäre unterblieben, wenn der ^roße Gemeinschaftsgedanke der allgemeinen Wehr- . pflicht in erneuerter Form feine Verwirklichung hätte finden können. Als die Männer, die die Reichswehr schufen, ihr Werk begannen, standen sie vor allerschwersten Aufgaben. Das Diktat von Versailles brachte mehr Bindungen als nur die Bindung an die äußere Form. Da war vor allem die Gefahr, daß i i nfolge der langjährigen Verpflichtungen die Reichswehr als ein Staat im Staat gelten konnte. Diese lJefahr ist von der Reichswehr selbst gebannt roor- t)en, und zwar aus der klaren Erkenntnis heraus, daß gerade ein kleines Heer nicht ein Leben hinter abgeschlossenen Mauern führen konnte, sondern daß (die Notwendigkeit bestand, ein solches Heer m t t allen Teilen des Volkes zu verwursteln. Die Führer der Reichswehr haben ihren Willen oft genug zu erkennen gegeben, mit jedem gufammenzuarbeiten, der überhaupt den Wehrwu- । en und hie Notwendigkeit der Landesverteidigung —...i man jetzt zurückblickt, so muß man agen, daß gerade die Sozialdemokraten von allen guten Geistern verlassen gewesen waren, daß sie gerade nicht in den ersten und schwersten Jahren des Aufbaues eine positive Einstellung zur Reichswehr finden konnten. Das hätte allerdings auch ein Aufgeben der internationalen Wunschträume be- veutet und die Entwicklung zu einer Deutschen Ar- oeiterpartei vorausgesetzt. Statt dessen wurden Schwierigkeiten kleinster Art Über Gebühr aufge- i»auscht. Man vergaß, daß gerade Männer wertvollster Art nicht von heute auf morgen tinen Wandel grundsätzlicher Anschauungen vor- lehmen konnten, man vergaß, daß Gesinnungs- Imechtung sich immer und zu allen Zeiten rächen wird ja man vergaß, daß in der jungen Reichs- wehr' Männer wirkten, deren Leitgedanke nichts anderes mor ofa bna SHnUrfonh Kompensations-Abkommen In den Jahren des Aufbaues hat sich die Reichswehr unabhängig von jeder Parteipolitik gehalten und unabhängig von jeder Parteipolitik halten müssen. Wie die Parteipolitik, der der Mut zur Verantwortung fehlte, sich auswirken mußte, dafür nur ein Beispiel: Wenn man heute an die Entwicklung dieser Jahre zurückdenkt, so ist es unbegreiflich, daß einmal der Bau eines Panzerschiffes zum Angelpunkt der deutschen Jnnen- volitik werden konnte. Das Reichskabinett hatte den Bau dieses Panzerschiffes bewilligt, dann aber nicht den Mut gefunden, vor dem Volk in aller Klarheit dafür einzustehen. — Diese Dinge sollen nicht gesagt werden, um Klüfte aufzureihen, sondern um die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, die gezogen werden müssen. Die Bestimmungen des Versailler Diktats, die auch nach der rein militärischen Seite als eine Schwächung der Reichswehr gedacht waren, ahben sich zu einem Teil anders ausgewirkt, als man es in Versailles hoffte. Die militärischen Erfahrungen des Weltkrieges find in der Reichswehr so verwendet worden, wie sie nur verwendet werden konnten. Die Anforderungen, die an die jungen Reichswehrangehörigen gestellt wurden, sind stets sehr groß gewesen, und zwar sowohl nach der innerlichen, charakterlichen als nach der äußerlichen, militärischen Ausbildung. Man hat es aber vor allem verstanden, das Berufsethos des Soldaten wachzuhalten und zu stärken. Soldat sein, bedeutet „dienen" für das Dolksganze schlechthin. Und nun hat die Reichswehr das ganz große Glück gehabt, daß in den entscheidenden Jahren als oberster Befehlshaber ein Mann an ihrer Spitze stand, der wortwörtlich eine Verkörperung des soldatischen Ideals bedeutete, und dessen Geist auch jetzt, da der Mann von uns gegangen ist, in der Reichswehr lebendig ist und stets lebendig bleiben wird. Die verehrenswürdige Gestalt des großen Feldmarschalls war der lebendige Ausdruck einer Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. So führt^auch der Weg der Reichswehr organisch in das Dritte Reich. Die großen Gedanken des Nationalsozialismus, nämlich die Gedanken der Volksgemeinschaft und der Führerverantwortung sind in der Reichswehr von jeher gepflegt worden, ja, man kann wohl sagen, — und der Führer und Reichskanzler hat es in seiner letzten Reichstagrede auch ähnlich ausgedrückt, — daß die Reichswehr den Nationalsozialismus praktisch v o r g e l e b t hat. , . „ . Die Ziele der Reichswehr sind bei allen Wand- und einer „Auflockerung" des zwischenstaatlichen Austausches durch einen wachsenden Rohstoffbedarf, Kompensations-Abkommen und ähnliche Maßnahmen. Besonders stark hat sich die Nachfrage nach denjenigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen belebt, die d e r I n d u st r i e als Rohstoffe dienen. Es sind infolgedessen bei Erzeugnissen, wie Wolle, Baumwolle, Jute, Sisal, Kautschuk und zum leiL aud) bei Fleisch an den Weltmärkten erhebliche Preissteigerungen eingetreten. Die Kaufkraft aller Agrarprodukte ist seit Mitte 1932 um rund 24 v. H., die der landwirtschaftlich erzeugten industriellen Rohstoffe sogar um 65 v. H. lungen der Zeit stets die gleichen geblieben: diese Ziele haben nie Anlaß gegeben, friedensstörend zu wirken. Nur die Gleichberechtigung Deutschlands und die Sicherheit seiner Grenzen können für jetzt und alle Zukunft die Gewähr für einen wirklichen und ehrlichen Frieden bieten. * lleberall in der Welt sind während der letzten Jahre große Anstrengungen gemacht worden, um die Wirtschaftskrise und besonders die Agrarkrise zu überwinden. Das Institut für Konjunkturforschung bringt in dem soeben erschienenen Vierteljahresheft eine Abhandlung über die Entwicklung der Lage der Landwirtschaft im Ausland. Es wird festaestettt, daß sich in der Welt die Lage der Landwirtschaft erstmalig im Jahre 1933/34 verbessert hat als Folge i n d u st r i e f ordernder Maßnahmen, die mit einer Steigerung der industriellen Kaufkraft verbunden waren, direkter Subventionen für die Landwirtschaft Landwirtschaft eingetreten. In Kanada konnte mit Hilfe der agrarpolitischen Maßnahmen lediglich eine Verschlechterung in der Lage der Landwirtschaft verhindert werden. Die Landwirtschaft in Südosteuropa und Südamerika konnte keine so günstigen Ergebnisse erzielen wie z. B. Australien und Neuseeland, da der für diese Länder besonders wichtige Weizen preis sich nur wenig veränderte. Durch den Rückgang der Weizenvorräte und die Anbau- flächenbeschränkung haben sich aber die Aussichten auch für diese Länder verbessert. Einigen südosteuropäischen Ländern, wie Ungarn und S ü b • slawien, gelang es, durch neue Handelsverträge ihre Agrarausfuhr wenigstens teilweise sicherzu- stellen. Die auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln angewiesenen Länder, wie Deutschland, Großbritannien und die Schweiz, haben ihre Landwirtschaft weitgehend gefördert, um den heimischen Markt in verstärktem Umfang mit selbsterzeugten Gütern zu versorgen. Doch wurde auch durch die Ankurbelung der Jndustriewirtschast der Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse begünstigt. In der Schweiz wurde nach den Angaben von Professor Laur im Jahr 1933 zum erstenmal wieder ein Reinertrag erzielt. Auch in England konnte die Landwirtschaft infolge der zahlreichen agrar- politischen Maßnahmenn und der neuen Marktordnung ihre Erzeugung ausdehnen und dabei die Einnahmen erhöhen. Die französische Landwirtschaft befindet sich noch immer in einer schweren Krisis, da die Deflationspolltik einen Aufschwung verhinderte und durch die Schutzmaßnahmen nur das Schlimmste verhindert werden konnte. Am schlechtesten schneidet die Landwirtschaft derjenigen Länder ab, die sich stark auf die Erzeugung und Ausfuhr landwirtschaftlicher Beredtungs- erzeugnisse eingestellt haben. Die wichtigsten Bezieher landwirtschaftlicher Veredlungserzeugnisse, wie Deutschland und England, gehen immer mehr dazu über, einen wachsenden Anteil des Bedarfs aus eigener Scholle au decken. Infolge der strukturellen Veränderungen der Weltwirtschaft, die einen sinkenden internationalen Verkehr mit landwirtschaftlichen Deredlungserzeugnissen mit sich bringt, müssen die Aussichten für die Land- wirtschaft typischer Veredlungsländer, wie Holland und Dänemark, als einigermaßen u n - günstig angesehen werden. Nur mit Hilfe ausgedehnter staatlicher Hilfsmaßnahmen war es in diesen Ländern möglich, die Lage der Landwirtschaft einigermaßen erträglich zu gestalten. gestiegen. Es ist klar, daß sich bei einer solchen Preisent. Wicklung, durch die vor allem die landwirtschaftlichen Rohstoffe begünstigt wurden, die Lage der Landwirtschaft vor allem in den Ländern verbessern mußte, welche den Weltmarkt mit agrarischen Rohstoffen beliefern. Wir finden daher z. T. recht erhebliche Steigerungen der landwirtschaftlichen Einnahmen in manchen lieber- eelänbern. So hat sich z. B. der Erlös aus der Wollfchnur in Australien um 47 v. H. gegenüber dem Vorjahr erhöht. Auch die Fleifchpreife sind zum Teil beträchtlich gestiegen. Schaffleisch kostet nur noch etwa 10 v. H., Rindfleisch etwa ein Drittel weniger als im Jahre 1929. Auch Neuseeland erzielte 1934 im Durchschnitt höhere Exportpreise als im Vorjahr. In den Vereinigten Staaten ist infolge der agrarpolitischen Maßnahmen der Roosevelt-Regierung, vor allem aber auch infolge der währungspolitischen Maßnahmen eine beachtliche Erhöhung der Verkaufserlöse der Fortdauer der Kämpfe gegen die Aufständischen in Spanien. Die Revolutionsmacher von Barcelona hatten die elbftänöige katalanische Republik unter der Devise ausgerufen: Siegen oder sterben. Sie haben weder gesiegt, noch sind sie gestorben. Vielmehr haben sie sofort kapituliert, als sie in der Ferne den Kanonendonner der von der Madrider Zentral- regierung ausgefanbten Kriegsschiffe vernahmen, und einer ihrer bedeutendsten Führer, der frühere Ministerpräsident Azana, hatte frühzeitig das Ha- enpanier ergriffen, um feine werte Persönlichkeit in Sicherheit zu bringen. Es scheint ein auf den Marxisten und Separatisten aller Länder ruhendes Verhängnis zu jein, daß ihre „Führereigenschaften" lediglich theoretischen Wert besitzen, im Ernstfälle aber kläglich versagen. Sv wie sich noch heute im Saargebiet die Separatisten im trauten Verein mit den Roten um Frankreichs Gunst bemühen, o dürfte auch die katalanische Nebenregierung ihre Hoffnungen auf sranzöjische Hilfe gesetzt haben. Daß dieje Annahme nicht unbegründet ist, beweist die Persönlichkeit A z a n a s zur Genüge. Unter seiner Staatspräsidentschaft wurden jene Pläne erörtert, die es Frankreich gestatten sollten, eine schwarzen nordafrikanischen Truppen auf dem icheren Landwege über Spanien an die europäische Front zu schaffen. Eine selbständige katalanische Republik, zu der auch die Inselgruppe der Balearen gehören würde, müßte für Frankreich eine außerordentliche Stärkung feiner Position im Mittelmeer herbeijühren. Der große politische und kulturelle Einfluß, den Frankreich zweifellos in Barcelona besitzt, würde sich in einer direkten Bedrohung der englischen Schiffahrtslinien durch das Mittelmeer und in einer beträchtlichen Einengung der italienischen Machtsphäre auswirken. Daß diese Gefahren einstweilen abgewendet sind, verdankt die Zentralregierung in Madrid vor allem der Unfähigkeit der leitenden Revolutionäre. Soll der Erfolg der Regierung aber zu einer dauernden Festigung des Staatsgefüges ausgebaut werden, so wird das Kabinett Lerroux dem Fatalismus feiner Vorgänger abfchwören und die Seuche der marxistischen und separatistischen Umsturzpropaganda mit äußerte r Energie bekämpfen müssen. Wiederausflackern des Aufruhrs in Madrid. Lerroux droht mit schärfsten Maßnahmen. Madrid, 9. DFL (DNB.) In den späten Nach- mittoigsstunden des Montag hat sich die Lage in Madrid wieder verschlechtert. Schlagartig etzte an verschiedenen Punkten der Hauptstadt ein heftiges Gewehr- und Pistolenfeuer ein. Die UeberfäUe galten vor allen Dingen Poli^ei- und Militärpatrouillen und verkehrswichtigen Gebäuden. Die Feuerüberfälle der Aufständischen haben in den Abend st un de n des Montags m i t voller Planmäßigkeit ihren Fortgang genommen. Der in den amtlichen, durch Rundfunk veröffentlichten Regierungserklärungen zum Ausdruck kommende Optimismus scheint also nicht ganz berechtigt zu (ein. Der Ministerrat, der seit Montag nachmittag unter Vorsitz des Ministerpräsidenten stattgefunden hat, war um Mitternacht beendet. In den Besprechungen kam zum Ausdruck, daß Ministerpräsident Lerroux nicht vor der Anw en- düng der aller schärf st en Maßnahmen zurückschrecken werde, wenn es zur Erhaltung des spanischen Staates notwendig fei. Er wolle sich weder durch den Kleinkrieg der Marxisten, noch durch anderweitige Druckmittel im Interesse des Vaterlandes von dem ihm vorgezeichneten Weg abbringen lassen. Deshalb werde sich auch am heutigen Dienstag Sie Regierung dem Parlament ü o r ft e H e n , das von diesem Tage an seine regelmäßigen Sitzungen abzuhalten haben werde. Auf die Frage von Pressevertretern, ob in Barcelona schon auf Grund der Kriegsartikel einige Todesurteile vollstreckt worden seien, entgegnete der Ministerpräsident, daß dies nicht der Fall sei und daß in jedem dieser Fälle zuerst der Präsident der Republik befragt werden müsse. Lerroux setzte aber hinzu, daß er entschlossen fei, mit aller Energie von den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zur Durchsetzung der Staatsautorität Gebrauch zu machen. Auch in der Provinz noch überall heftige Kampfe. Metzeleien und Brandstiftungen der Aufrührer. Zuverlässige Nachrichten von außerhalb über dis Lage im ü b r i g en Spanien hereinzubekom- men, ist fast unmöglich. Die Bevölkerung ist einzig und allein auf die von der Zentralregierung von Zeit zu Zeit durch Rundfunk befanntgegebe- nen kurzen Lageberichte angewiesen, die im Gegensatz zu den im Umlauf befindlichen Gerüchten b e • ruhigend lauten. Man hört daß in zahlreichen Städten und Ortschaften wieder vollkommen normale Zustä nde herrschen sollen und sogar die Arbeit in den Fabriken zum Teil wieder ausgenommen wurde. der Umstürzler mit einem Nach der Niederwerfung des Aufstandes werden verhaftete Führer Lastwagen fortgeschafft. e r - ledigt sein. ä m t e r eingeführt. Dieses Werk Bismarcks das soll wir der Hoffnung narb seine werde. Winterhilfswerk nicht zu gefährden. Ein deutsch-polnisches Wirischastsabkommen. Die Verschiedenartigkeit der Entwicklungsstufen entsprechend wurden die L e i st u n g s a b z e i ch e n, Entscheidung überprüfen Nachrichten-Archivmaterials. Späterhin beschlagnahmte die Polizei auch seinen Briefwechsel mit dem Deutschen Nachrichtenbüro, sein gesamtes Handelsarchiv, sowie sonstige Briefschaften. Am 26. September wurde Dr. Bianchi zum er st en und einzigen Ma l verhört. Er konnte anstandslos jede gewünschte Aufklärung geben. Erst am 1. Oktober war es Dr. Bianchi möglich, einen Vertreter des Mailänder Generalkonsulats zu sprechen. Dr. Bianchi wurde bis zum 3. Oktober im Mailänder Gefängnis festgehalten. Am Morgen dieses Tages wurde Dr. Bianchi zur Quäftur geführt, wo ihm eröffnet wurde, daß er a u s g e w i e f e n sei und unverzüglich Italien zu verlassen habe. Trotz seines Befragens wurde ihm auch jetzt eine Erklärung über die Gründe der gegen ihn verhängten Maßnahmen nicht gegeben. Dr. Bianchi wurde von einem Kriminalbeamten bis an die Schweizer Grenze begleitet. Am ein erbgefundes Volk. Eine Ansprache des Reichsinnenministers an die Standesbeamten. Berlin, 8. Okt. (DNB.) An der Verwaltungsakademie Berlin begann unter dem Leitsatz „V o m Standesamt zum Sippenamt" die „Verwaltungswissenschaftliche Woche für Standesbeamte". Die Eröffnungsansprache hielt der Reichsminister des Innern, Dr. F r i ck. Er führte u. a. aus: Nichts kann — wenn man uns nicht mißverstehen will — so unsere friedliche Absicht und den Willen zu aufbauender Leistung beweisen wie die Bevölkerungspolitik, die wir und wie wir sie eingeleitet haben. Der Aufstieg eines Volkes zu einer innerlich starken Nation kann nur geschehen, wenn alle die Kräfte unwirksam geworden sind, deren Ziel es ist, die klare Linie der Entwicklung zu stören. Deshalb scheiden wir deutsches Blut vom fremden Bluteinfluß, weil wir die Volksge- gemeinfchaft als Blutsgemeinschaft sehen. Die Rassengesetzgebung soll uns den Weg frei machen, um eine dauerhaft gegründete Zukunft aufbauen zu können. Wir wenden uns dabei nicht gegen diesen oder jenen, sondern gegen die falsche Richtung, in der die Entwicklung zu gehen drohen, wir sehen als Objekt unseres Handelns immer dasVolk als Ganzes, als Volksgemeinschaft, als Organismus. Uns geht der Gemeinnutz vor Eigennutz. Dieser Grundsatz gibt uns das Recht und legt uns die Pflicht auf, o lM e A n - seh en der Person gerecht das durchzuführen, was wir um des Volkes willen tun müssen. Vor genau 60 Jahren wurden zuerst in Preußen, bald darauf im ganzen Reich die Standes- Japan in australischen Gewässern. London, 9. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Daily herald" meldet in großer Aufmachung aus Brisbane: 38 Mann der Besatzung eines japanischen Schiffes überfielen die britische Insel haggerston in der Torres-Straße, der Meerenge zwischen der Nordspihe Australiens und Neuguinea. Die japanische Mannschaft landete, als die Ansiedler die Insel vorübergehend verlassen hatten, um Einkäufe zu machen. Bei ihrer Rückkehr sahen die Ansiedler, daß die Japaner die Landungsbrücke zerstört, Häuser geplündert und Kokosnußplantagen in Brand gesteckt hatten. „Daily herald" fügt hinzu, die Maßnahmen, die die australische Bundesregierung bisher zum Schuhe von Ansiedlern in einzelnen Außenposten getroffen habe, seien anscheinend ungenügend. Seit langer Zeit herrsche zunehmende Unruhe über die japanische Betätigung in den Gewässern um Neuguinea herum. Japanische Kaufahrteischiffe und Fischerfahrzeuge zeigten ein auffallendes Interesse für Gebiete, die weder für den handel noch für die Fischerei Bedeutung hätten, die aber strategisch wichtig seien. Wiederholt sei in der Straße von Torres das Erscheinen japanischer U-Boote gemeldet worden. st e n erlaubt. Auf irgendwelchen Schleichwegen erreichten sie das Dach der Deutschen Bo t - schäft und hißten dort eine weiße Fahne mit der Inschrift: Laßt Thälmann frei! Da der deutsche Botschafter von London abwesend ist, war die deutsche Flagge nicht aufgezogen. Heute, Montag, kurz vor 15 Uhr, bemerkte ein Mitglied der deutschen Botschaft eine weiße Fahne mit roter Inschrift. Die Fahne wurde sofort herunter- geholt. Das Gebäude der Botschaft wurde daraufhin genau nach dem Täter untersucht. Es ließ sich jedoch noch kein Anhaltspunkt dafür finden wie die Eindringlinge auf das Dach gelangt sind, ohne entdeckt zu werden. Man vermutet, daß sie von einem Nachbarhaus auf das Botschaftsdach gestiegen sind. Die Polizei wurde sofort von dem Vorfall unterrichtet und hat umfassende Maßnahmen zur Feststellung der Tater getroffen. Aus Italien ausgewiesen. Berlin, 8. Okt. Am 22. September wurde in Mailand der f ü r d a s D e u t s ch e N a ch r i ch t e n- b ür o tätige reichsdeutsche Staatsangehörige Dr. Wilhelm Bianchi von der italienischen Geheimen Staatspolizei verhaftet. Zunächst wurde er zur Quäftur gebracht und von dort aus ohne jede weitere Erklärung in das Mailänder Gefängnis eingeliefert. Gleichzeitig beschlagnahmte die Polizei einen Teil seines Vom Standesamt zum Gippenamt Oer Standesbeamte im Dienst der Bevölkerungspolitik. Warschau, 8. Okt. (DNB.) Besprechungen zu» scheu der deutschen und der polnischen Wirtschafts' abordnung über eine Ausweitung des deutsch-polnischen Warenaustausches haben zur Paraphierung einer Vereinbarung ge' führt. In früheren Besprechungen war die Möglich' feit des Bezuges bestimmter polnischer Ian&' wirtschaftlicher Erzeugnisse durch Deutschland geprüft worden. Jetzt stand die Frage der (Segenlei st ungen Polens auf dem biete der Wareneinfuhr aus Deutschland für d:» deutsche Bereitschaft, polnische Gänse, Eier. Butter und Holz, abzunehmen, im Vorder' gründ. Diese Gegenleistungen umfassen deutsche Industrie- und L a n d w i r ts ch a f t s e r' Zeugnisse, wobei für einige dieser Waren oi meistbegünstigten Vertrag szollsatz" Oie deutsch-ungarische Freundschaft. Reichserziehungsrninister Rust in Budapest. B u d a p e st, 8. Okt. (DNB.) Reichserziehungs- minister Rust legte am Montagvormittag t n Begleitung des ungarischen Kultusministers und des deutschen Gesandten von Mackensen, der SA.-Unisorm trug, an dem ungarischen Heldendenkmal einen Kranz nieder. Vorher hatte der Reichsminister seinem Gastgeber, dem ungarischen Kultusminister Vornan, einen Besuch abgestattet und war anschließend von Erzherzog Joseph in seinem Palast auf der Burg empfangen worden. Kultusminister Dr. Vornan gab ein Frühstück, an dem u. a. auch Ministerpräsident Gömbös teilnahm, ferner der Budapester deutsche Gesandte von Mackensen und viele andere hervorragende Persönlichkeiten des wissenschaftlichen, politischen, künstlerischen und gesellschaftlichen Lebens. Während des Frühstücks wurden zwischen dem ungarischen Kultusminister H o m a n und Reichserziehungsminister Rust Ansprachen ausgetauscht, in denen die beide Völker verbindende Freundschaft und kulturelle Zusammenarbeit zum Ausdruck kam. Eine freche Herausforderung. London, 8. Okt. (DNB.) Eine freche Herausforderung haben sich Londoner Komuni- hervorgerufen, der beweist, daß der Senat offenbar nicht im Namen der Studentenschaft gesprochen, sondern seine Entscheidung auf Grund von Einflüssen anderer Kreise getroffen habe, die wohl in den Reihen der Gegner des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland zu suchen sind. Vorbehaltlich einer späteren sachlichen Widerlegung der vorgebrachten Beweisgründe für die Ablehnung hat Dr. H a n f ft a e n g e I eine vorläufige Erklärung an die Pressebüros hinausgegeben, in der er wiederholt, daß sein Angebot einen Faktor hätte bilden sollen in dem wichtigen Werden geistiger,, wissenschaftlicher und menschlicher Wechselbeziehungen zwischen Amerika und Deutschland und gleichzeitig betont, daß es bestehen bleibe. Er gibt auch Ausdruck, daß der Senat von Har- Eine gesunde deutsche Jugend Leistungsbuch und Leistungsabzeichen der Hitlerjugend. Oie Filmtheater im Dienste des Winterhilfswerks. Berlin, 8. Okt. (DNB.) Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Die Propaganda für das Winterhilfswerk nimmt ihren Anfang. Die deutschen Filrntheaterbesitzec haben sich bereitwillig in den Dienst der Propagandaaktion gestellt und werden in jeder Vorstellung mehrere Diapositive und Schallplatten zum Winterhilfswerk k o st e n ‘ los zur Vorführung bringen. Es wird daher angeordnet, daß 1. mit dem II.Oktober 1934 abends fämtlichö bisher kostenlos vorgeführten Diapositive aus den Filmtheatern zurückzuziehen sind. 2. Anträge auf kostenlose Vorführung von Diapositiven, die durch irgendwelche Organisationen gestellt werden, nicht berück' s i ch t i g t werden können, um die Propaganda für ftiger Hinsicht und gesundheitlicher und staatsrechtlicher Beziehung von Bedeutung werden kann. Das, was wir an den einzelnen Menschen beachten, werden wir ebenso zur Beurteilung der Blutsverwandten benutzen. Denn nicht allein die Gesundheit des Einzelnen, sondern den Erbwert einer Sippe wünschen wir festzustellen. Fügen wir der Personenstandsurkunde e i n Sippenblatt hinzu, rücken wir den Einzelnen aus seiner Einzelheit heraus in den Zusammenhang seiner Sippe, so schaffen wir eine Grundlage, die es uns möglich macht, tiefer in den Menschen hineinzusehen. Die großen Aufgaben, die den durch das Gesetz zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens entstehenden Gesundheitsämtern zufallen werden, müssen ergänzt werden durch den Ausbau der Standesämter zu Sippenämtern. Sie, meine Herren Standesbeamten, haben feit Erlaß des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums eine Fülle von Mehrarbeit leisten müssen. Anstatt Ihnen aber jetzt eine Ruhepause versprechen zu können, muß ich Ihnen in Zukunft noch größere Pflichten übertragen. Ich muß die Erwartung aussprechen, daß Ihnen dieses Mehr nicht als Last erscheint, sondern als Anerkennung, die einzige Anerkennung, die es tm nationalsozialistischen Deutschland gibt. In Asturien sollen die dort in Kriegsschiffen angekommenen Truppen mit Erfolg gegen die Aufständischen vorgehen und nach und nach in die von ihnen besetzten Minengebiete, ein strategisch für die Streikenden sehr günstiges Gelände, Vordringen. Reuter berichtet, daß in Asturien ein Lastkraftwagen mit 52 Soldaten von Aufstän ° - dischen durch Dynamit in die Luft gesprengt worden sei. Sämtliche 52 Soldaten seien getötet worden. — Nach einer weiteren Reuter-Meldung habe General Batet den bei Barcelona liegenden Kriegsschiffen Befehl erteilt, vier Barackenlager, in die sich Aufständische geflüchtet hatten, mit Bomben zu belegen. Zwei dieser Lager ständen in Brand, die Aufständischen seien von den Flammen eingeschlossen. Den Aufständischen in den beiden anderen Lagern sei gestattet worden, diese zu verlassen unter der Bedingung, daß sie sich sofort ergeben. — Aus S e - villa meldet Reuter, daß Anarchisten und Sozialisten gemeinsame Sache machten und den Streik erklärt hätten. Die historische Trinitatis- kirche sei von Streikenden in Brand gesteckt worden. Weiter hört man, daß die Aufständischen in Santa Catalina (Nordspanien) sich nach einem anhaltenden Bombardement durch den Kreuzer „Libertad", der auf die in den Bergen befindlichen Stellungen der Revolutionäre ein anhaltendes Feuer eröffnet hatte, mit den Waffen e r - geben haben. Zu einem schweren Feuergefecht ist es in Villa Nova y Gelttu (Provinz Barcelona) gekommen, wo die Revolutionäre das dortige Rathaus zu erstürmen versuchten. Bei diesem Angriff gab es sechs Tote auf feiten der Aufständischen und neun Verwiöidete. In demselben Ort wurde eine Kirche in Brand gesteckt, die völlig niederbrannte. Der Pfarrer wurde ermordet. Die Aufständischen sollen in der Ortschaft B a r r u e l o (Katalonien) fürchterlich gehn u ft haben. Sie sollen die Polizeikasernen in die Luft gesprengt und sogar die Famillenangehörigen der Polizeibeamten niedergemetzelt haben. Dasselbe Schicksal soll ein Waisenhaus erfahren haben, das von religiösen Schwestern betreut wurde. Sämtliche Schwestern und auch einige der Waisenkinder sollen dabei ums Leben gekommen sein. Die Abrechnung mit den Äebellensichrern. Azana geflohen, die übrigen vor ein Kriegsgericht gestellt. Der Eisenbahnverkehr zwischen Barcelona und dem übrigen Spanien soll sich wieder normal abwickeln. Lediglich mit Asturien sei der Personenzugverkehr noch nicht wieder aufgenommen worden. Im Rundfunk wurde nochmals amtlich mitgeteilt, daß die Regierung alle hier zur Verfügung stehenden Kräfte heranziehen werde, um den Aufstand vollständig zu unterdrücken. Gerüchtweise verlautet, daß der frühere spanische sozialdemokratische Finanzminister P r i e t o , der ebenfalls in die Aufstandsbewegung verwickelt ist, von den Behörden verhaftet worden fei. Dem ehemaligen Ministerpräsidenten Azana ist es jedoch gelungen, zusammen mit zwei Mitgliedern der Generalidad und einem linksbürgerlichen Politiker im Flugzeug nach Frankreich zu entkommen. Eine im Pariser „Journal" wiedergegebene Meldung besagt, daß Präsident Companys und die übrigen verhafteten katalanischen Stadträte von einem an Bord des Dampfers „Uruguay" tagenden Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden seien. Die Bestätigung der Urteile durch die Madride- Regierung stehe noch aus. Arztes oder die besondere Betreuung seiner Führer braucht. Denn es ist zum Prinzip erhoben worden, nicht nur das Können, sondern auch das Versagen — besonders das körperliche Versagen — der Jungen planmäßig aufzuzeichnen. Wenn ein Junge nicht in der Lage ist, die Leistungen seiner Jahresklasse zu erfüllen, so wird damit bekundet, daß er körperlich nichtinOrd- n u n g ist, und daß der Arzt nachsehen muß, wie dieser körperliche Fehler behoben werden kann. Deshalb ist in dem Leistungsbuch, das jeder Junge bekommt, gleichzeitig eine Tafel für ärztliche Untersuchung vorgesehen. Damit wird das Leistungsbuch zu einem Gesundheits- Gebiete im stillen geschaffen. Nicht weniger als eine Million HJ.-Angehörige haben sich so im fried, lichen Kampfe gemessen. Und bald dürfte diese Form das ganze Millionenheer der deutschen Jugend erfaßt haben. Leistungsabzeichen und Leistungsbuch werden zu den Symbolen der neuen Zeit; das eine als Wertmesser besonderer Tüchtigkeit, das andere zur Kontrolle der Mitarbeit und der För» berung des einzelnen. Oer Führer besichtigt die Festung Landsberg. Landsberg (Lech), 8. Okt. (DNB.) Der Führer stattete der Festungshaftabteilung der Strafanstalt Landsberg am Lech überraschend einen Besuch ab. In dieser' Anstalt hat der Führer vor genau zehn Jahren einen Teil der Festungshaft verbracht, zu der er vorn sogenannten Dolks- gericht München nach dem Erhebungsversuch vom 9. November 1923 verurteilt worden war. Vom 11. November 1923 ab befanden sich der Führer und viele seiner Mitkämpfer in der Strafanstalt Landsberg am Lech, und erst der 20. Dezember 1924 öffnete nach Erlaß der Amnestie dem Führer, der Silvestertag seinen letzten Mitkämpfern die Festungs- tore. Der Führer war bei seinem Besuch in der Festungshaftanstalt von zwei seiner damaligen Mitgefangenen begleitet, dem jetzigen Oberführer und ständigen Begleiter des Fuh. rers Julius Schaub und dem heutigen Stadtrat und SS.-Standartenführer Maurice- München. Der Führer besichtigte eingehend den Festungshaftbau, die F e ft u n g s h a f t ft u b e, in der er damals untergebracht war, und die Zellen feiner Mitgefangenen und Mitkämpfer Rudolf Heß, Kriebel, Maurice, Schaub u. a. Die Zellen find heute nicht mehr belegt, sondern befinden sich i n ihrem einstigen Zu st and. lieber der Tür zur Zelle 7 ist eine Gedenktafel angebracht, der Vorraum ist mit Blumen geschmückt. Zelle und Vor. raum sind zur Besichtigung freigegeben. Der Führer trug sich in das aufgelegte Besucherbuch ein und begrüßte dann zwei Straf, anftaltsbeamte, die schon vor zehnJah- r e n in der Anstalt tätig waren. Auf der Rückfahrt durch das wunderhübsche alte Städtchen Landsberg wurde der Führer auf dem Marktplatz von einer vielhundertköpfigen Menschenmenge begrüßt. Oie Ablehnung eines Stipendiums. Berlin, 6. Okt. (DNB.) Der Auslandspresse- ches der NSDAP., Dr. H a n f st a e n g e l, der mut« lerlicherseits amerikanischer Abstammung ist und in den Jahren 1905 bis 1909 an der Harvard- Universität in Cambridge (Massachusetts) studierte, hatte anläßlich einer Amerikareise in diesem Frühjahr dem Präsidenten der Harvard-Universität, Conant, das Anerbieten gemacht, ein Stipendium im Werte von 1 0 0 0 Dollar in Re- gistermark für einen Harvard-Studenten zu stiften, damit dieser für ein Jahr ü München studieren könne. Dr. Hansstaengel lich sich dabei von dem Gedanken leiten, daß durch einen solchen Austausch zur Verständigung der geistigen Schichten der beiden Völker wesentlich beigetragen würde. Sein Angebot wurde indessen von dem Senat der Universität abgelehnt. In dem Antwortschreiben des Präsidenten Conant heißt es zur Begründung dieses Schrittes u. a.: „Wir sind nicht gewillt, eine Stiftung anzunehmen, von jemand, der bis zur Stunde in so enger Beziehung zu der Führung einer politischen Partei gestanden hat, die den Universitäten in Deutschland durch Maßnahmen Schaden zugefügt hat, durch die Prinzipien angetastet werden, die für uns Amerikaner sowie für die Universitäten der ganzen Well fundamental find." Diese befremdende Entscheidung des UniversMs» senats hat unter der Studentenschaft der Harvard-Universität einen Entrüstungssturm Auch für die Heranbildung des Führer- nachwuchfes find die beiden Leistungsmesser eine wertvolle Ergänzung. Denn bei der Inspektion und bei der Kontrolle wird man sofort nach der Zahl der in einer Gruppe vorhandenen Lei- stungsabzeichen ermessen können, in welchem Maße der Führer dazu imstande war, die. iym anvertrauten Jungen vorwärtszubringen. Ein Blick in die Leistungsbücher wird das Urteil ergänzen und bestätigen. Neben der Einzelerziehung wird der nationalsozialistische Mannschaftsgei st durch besondere Hebungen gefördert, die schließlich zu Wettkämpfen der besten Mannschaft aus den höheren Ordnungen der Organisation — also etwa von Gebiet zu Gebiet — führen. Schon im vergangenen Jahre wurde Großes auf diesem maß an Können darstellen, in drei Stufen gegliedert: es gibt ein schwarzes Zeichen für das 16. Lebensjahr, ein bronzenes und silbernes für das 17. uno 18. Lebensjahr. Damit wird erreicht, daß der junge Mensch immer aufs neue zu einer Erhöhung seiner körperlichen Ertüchtigung angespornt wird und daß nach Absolvierung der HJ.-Zeit eine abgeschlossene Ausbildung in allen betriebenen Arten der körperlichen Schulung erreicht ist. Erziehung zur Leistung. Bon unserer Berliner Redaktion. „Körperliche Ertüchtigung ist keine Privatsache des einzelnen. Die nationalsozialistische Bewegung befiehlt den ganzen Deutschen zu ihrem Dienst. Dein Körper gehört deiner Nation, denn ihr verdankst du dein Dasein. Du bist ihr für deinen Körper verantwortlich. Erfülle die Forderungen dieses Leistungsbuches, und du erfüllst eine Pflicht gegen dein deutsches Volk!" — So leitet der Reichsjugendführer ein kleines grünes Büchlein ein, das den schlichten Namen „L e i - stungsbuch der Hitler-Jugend" trägt und an dessen Titelblatt die bedeutungsvollen Worte „Auszeichnung für vielseitige Leistungen" stehen. Man würde gar nicht auf den Gedanken kommen, daß damit eine umwälzende Aenderuna im Leben der deutschen Jugend vorbereitet und ourchgeführt wird, und dock ist es so. Zusammen mit dem neu- geschaffenen Leistungsabzeichen wird das Leistungsbuch zum Symbol der deutschen Jugendarbeit erhoben, die heute schon mehr als sechs Millionen Jugendlicher erfaßt und die in Zukunft jeden geistig und körperlich gesunden Menschen in seiner Entwicklungszeit betreuen wird. uns jetzt als Unterbau für das dienen, was in Zukunft und für die Zukunft aufzeichnen müssen. Denn das wichtigste und wesentlichste für alle Beoölkerungspolitik in der Zukunft wird die Aufgabe fein, alles zusammenzutragen, was für die Bewertung des Einzelnen in körperlicher und geb paß für den Jungen. Das Leistungsbuch ist ferner ein Dienstausweis -für Beteiligung, z. B. an Führer- und Sonderlehrgängen, an sportlichen Wettbewerben usw. Es ist also ein Jugendpaß, der beim Uebertritt in andere Organisationen eine Grundlage für die Uebemahme .des Jugendlichen und einen Ausweis für feine Betätigung im neuen Staat bildet. Die körperliche Erziehung erstreckt sich auf Leibesübungen, Geländesport und Kleinkaliberschießen; daneben werden die Mitglieder der großen Jugendorganisation in die Weltanschauung des Nationalsozialismus eingeführt. Das Pensum, das zu bewältigen ist, wurde der Leistungsfähigkeit des breiten Durchschnitts angepafjt und ist je nach den örtlichen Sebinguiigen — Stadt oder Land —. verschieden. Es sollen nicht Einzelrekorde gezüchtet werden, sondern es ist an eine Breitenarbeit gedacht, bei der möglichst viele eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit und Können erreichen. Die Bedingungen sind so angesetzt, daß jeder Junge, gleichgültig, ob aus der Stadt oder vom Lande, dieses Abzeichen erringen kann. Es sind folgende Verpflichtungen zu erfüllen: 1. Leibesübungen, und zwar der Lauf (100 Meter, 3000 Meter), Weitsprung, Keulenweitwerfen und Kugelstoßen, Schwimmen, Keulenzielwerfen. 2. Geländesport (Schilderung von Bodenformen, Bodenbedeckungen, Kartenkunde, Beobachtung, Sehübungen, Entfernungsschätzen, Meldewesen, Tarnung und Geländeausnutzung). 3. Kleinkaliberschießen. Die Verhaftung Dr. Bianchis, der sich weit über die Grenzen Mailands hinaus größter Beliebtheit erfreut, und feine Ausweisung aus Italien hat in den deutschen Kreisen Italiens lebhaftes Befremden ausgelöft. Die Angelegenheit des Dr. Bianchi, dem ohne Zweifel schwerstes Unrecht z u g e f ü g t wurde, und dessen einwandfreie Haltung als deutscher Pressevertreter über allem Zweifel erhaben ist, wird zweifellos hiermit nicht Die Reichsjugendführung hat im vergangenen Jahr ein vielfältiges Allerlei der verschiedenartigsten Jugendorganisationen von ebenso verschiedenartiger Qualität übernommen. Es war ihr — wie am Montag in der Pressekonferenz der Reichsregierung durch den zuständigen Referenten erklärt wurde — nicht möglich, diese heterogene Masse jetzt schon durch einen allgemeingültigen Dienstplan zu erfassen. Und so ist man auf den Gedanken Ze- p « u » u u ö e i u; e i, kommen, den Ehrgeiz der Jungen und ihrer Füh- die im Gegensatz zu den Leistungsbüchern Aus- rer durch d i e Einführung eines solchen zeichnu n g e n für ein zu erreichendes Mindest- Leistungsabzeich^ns anzuspornen und gleich- ~'sC' *“ s“"‘ zeitig als Dienstausweis das geschilderte L e i - stungsbuch zu schaffen, das fortlaufend geführt wird und gestattet, jede einzelne Phase der Entwicklung des jungen Menschen während seiner Zugehörigkeit zum Jungvolk oder zur Hitler-Jugend genau zu verfolgen; eine Uebersicht über seine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten; zu wissen, wie sich die Erziehung auf ihn auswirkt und wie und wo er d i e Hilfe des B I LD Nr.3 Kunst und Wissenschaft Mafchinenexport schafft Devisen. Gute Entwicklung des Auslandsgeschäfts der deutschen Maschinenindustrie Maschinen ein. Die Hauptabsatzländer für deutsche Maschinen sind — wenn man von Sowjetrußland absieht, dessen Auftragspolitik ja immer in engem Zusammenhänge mit schwer zu lösenden Finanzie- rungs- und Kreditfragen steht — zur Zeit Frankreich, England, die Niederlande, Italien und die Schweiz. Starke Steigerungen gegenüber dem Vorjahr weist der deutsche Maschinenexport nach Südafrika, Griechenland, der Türkei, Jugoslawien und China, ferner aber auch der nach den Vereinigten Staaten, nach Ungarn und Finnland auf. Stärker rückgängig sind dagegen die Maschinenbezüge Mexikos und Belgiens. Insgesamt war die deutsche Maschinenausfuhr, wenn man die nach Sowjetrußland ausschaltet, im ersten Halbjahr 1934 um 16,4 Millionen Mark oder u m 9,1 Zwei italienische Aerzte weilen in Kairo, um den Gesundheitszustand des erkrankten Königs Fuad zu überwachen. Nunmehr ist auch Professor Bergmann aus Deutschland drahtlich an das Krankenbett des ägyptischen Königs gerufen worden. Titulescu fordert weitere Bedenkzeit B u k a r e ft, 8. Okt. (DNB.) Titulescu wurde in dreistündiger Audienz von König Carol empfangen. Er begab sich dann zum Ministerpräsidenten T a t a r e s c u, mit dem er die Besprechungen aufnahm. Nachdem auch Ministerpräsident Tatarescu vom König in einer längeren Audienz empfangen worden war, bot er Titulescu das Außenministerium in seinem Kabinett an. Das Angebot wurde in besonders entgegenkommender und herzlicher Form gehalten. Trotzdem entschied sich Titulescu noch nicht und bat um eine Bedenkzeit bis Mittwoch. hingen in der Ausstellung selbst hervorgeht, sind zweifellos die Konstruktionen der deutschen Autoindustrie der Glanzpunkt des diesjährigen Autosalons. Nicht zuletzt find die A u t o - union- und Mercedes-Benz-Sieae in fast allen großen Rennen des Jahres der Grund, daß die Äusstellungsftände der deutschen Wagen ständig von zahlreichen Besuchern umdrängt sind. Der Mercedes-Benz-Typ 500 wird als technisch vollendetster und schönster Wagen des Salons bezeichnet. Im Zusammenhang mit diesem Werturteil macht die Pariser Presse, vor allem das größte und ganz Frankreich beherrschende Sportblatt „L ' A u t o", aufmerksam, auf die „klare und bewußte Unterstützung, mit der Deutschlands Führer und die Regierung die Autoindustrie fördern". Deutschlands offensichtliche Ueberlegenheit im Autobau solle für Frankreich anspornende Mahnung sein, denn die deutschen Wagen hätten das französische Erzeugnis nicht nur auf der Rennbahn, sondern auch in der technischen und geschmackliche Vervollkommnung des Ge b r a uch swa g e n s weit überflügelt. Es gebe keinen Wagen des diesjährigen Salons, der dem Spitzenerzeugnis der Daimler- Benz-Werke ebenbürtig an die Seite gestellt werden könne. Vom Deutschen Bachfeft in Bremen. Die Neue Deutsche Bachgesellschaft Leipzig hat in Anerkennung der Meisterschaft des bremischen Domorganisten Richard L i e s ch e und seines weitberühmten Domchors ihr 21. Deutsches Bach- f e ft dieses Jahr nach Bremen verlegt. Mit einer Motette im Dom fand das Fest seine feierliche Eröffnung. Boehms Präludium und Fuge für Orgel C-Dur bildete den Auftakt der Motette. Sethus Calvifius, ein Amtsoorgänger Bachs an der Leipziger Thomaskirche, folgte mit seinem achtstimmigen Doppelchor „Zion spricht". Nach Michael Praeto- rius' „Mitten wir im Leben", einem Werk für Doppelchor mit Begleitung von Barockinstrumenten, kam die Motette „Befiehl Du Deine Wege" von Bachs Schwiegersohn Altnikol zu Gehör, und schließlich Bachs Motette „Komm Jesu, komm". Anschließend fand in der „Glocke" die erste Mitgliederversammlung der Neuen Bachgesellschaft statt, die sich mit organisatorischen und geschäftlichen Fragen befaßte. Ein Kantatenabend im Dom vervollständigte das Festprogramm des ersten Tages. Der dritte Tag des B a ch - F e st e s in Bremen wurde mit einer Würdigung des Werkes Johann Sebastian Bachs durch den Dichter Wilhelm S cha e- f e r eingeleitet. Anders als Beethoven, dessen Musik die Sprache eines Menschen in seinem Aufruhr, in seinem Leiden, in seinen Kämpfen um die innere Klarheit spreche, sei Bach noch ein mittelalterlich gläubiger Mensch, der Künstler und Verherrliche Gottes. Johann Sebastian Bach stehe zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit mit ihrem Gedanken an die „Geburt der Persönlichkeit". Der Choral sei wie ein Gebet der Gemeinschaft. Der Thomaskantor habe sich schon von Berufs wegen nur um das „wir" zu kümmern gehabt. Sein Ich habe abseits stehen bleiben müssen. Er sei nicht der Schöpfer seiner Musik, sondern — wie er selbst sagte — der Finder einer Wissenschaft von der Sphären- oder Weltmusik. Bachs Musik könne sehr dazu beitragen, die neue Gläubigkeit des Menschen zu vertiefen. Keiner habe der Gläubigkeit gewaltiger musikalischer Ausdruck verliehen als Bach. Die Bach-Gesellschaft aber müsse die Gralshüterin seines Schaffens bleiben. Einen Höhepunkt bildete die Kammermusik tn der ehrwürdigen Halle des alten Rathauses. Regierender Bürgermeister Dr. Markert überbrachte der neuen Bach-Gesellschaft und ihren Gästen den Willkommengruß. Das Bach-Fest fand mit der gewaltigen H-moll- Messe seinen feierlichen Abschluß. „Der hessische Bauer im Kampf um Acker und Hof". Das Ende vergangenen Jahres im Verlag Emil Roth-Gießen erschienene Buch von Schmahl- Seipel „Entwicklung der völkischen Bewegung", das die geschichtliche Darstellung der antisemitischen Bauernbewegung in Hessen auf Grund bisher unbekannter ministerieller Akten und Urkunden in lebendiger Darstellung mit der Entwicklung der nationalsozialistischen Bauernbewegung in unserem Heimatlande bis zum Siege der nationalsozialistischen Revolution verbindet, wird in Kürze als Volk g‘a rks- gabe unter dem Titel „Der hessische Bauer zugestanden werden. Deutscherseits ist für Holz die Meistbegünstigung zugesagt worden. Um die Schwierigkeiten zu überwinden, die sich aus der derzeitigen deutschen Devisenlage ergeben, ist vereinbart worden, daß die Ein- und Ausfuhr sich auf dem Wege privater Verrechnung vollziehen |oll. Auf polnischer Seite wird die Verrechnung durch die Polnische Kompensations-Handelsgesellschaft, auf deutscher Seite durch den Eingetragenen Verein „Deutsch-Polnische Handelskammer" in Bres- lau und Berlin vorgenommen werden. Die deutschen Waren, die auf Grund dieser Vereinbarung nach Polen ausgeführt werden können, sind in einer umfangreichen Liste niedergelegt, aus der als wichtigste genannt seien: Zuchtvieh, Sämereien, Weine, Chemikalien, Metall-, : Galalith-, Glas- und kosmetische Waren. Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter des Führers gibt bekannt: „Der im Dienstrange eines Hauptamtseiters im Stabe des Stellvertreters des Führers tätige Generalinspektor Pg. Dr.-Jng. Todt übernimmt am 1. Oktober 1934 als Sachbearbeiter nußer den Fragen des Straßenwesens die für die Motorisierung des Verkehrswesens einschlägigen Fragen." ♦ Der Gebietsführer und Leiter der Abteilung Rundfunk der Reichsjugendführung Pg. Karl Cerff 3 tfl zum Referenten für Jugendfunkexportintensiv. Don besonders großer Bedeu- ung aber ist es, daß sich die von dem Konjunktur- jatjr 1934 um lö,4 Millionen Marr ooer ui linstitut festgestellte andauernde Belebung des Ma-1 d. H. höher als im ersten Halbjahr 1933. Die Weltgeltung des deutschen Maschinenbaues sichert ihm auch für die Zukunft einen hohen Exportstand, der gegen Handelshemmungen verhältnismäßig widerstandsfähig ist, weil es sich teilweise um Spezialkonstruktionen handelt, bei denen es meist auf Qualität mehr ankommt als auf den Preis. Die hohe Ertragsfähigkeit der deutschen Maschinenindustrie in bezug auf ausländische Devisen läßt ihren Verbrauch an ausländischen Rohstoffen verhältnismäßig bedeutungslos erscheinen und erleichtert auch die Lösung des Rohstoffproblems der Jnlandsproduktion. Eine Steigerung des Exports deutscher Qualitätserzeugnisse wird die Rohstoffschwierigkeiten am leichtesten und schnellsten überwinden helfen. Das deutsche Auto im Mittelpunkt der pariser Autoschau. Der 28. Pariser Autosalon hat mit dem Besuch des französischen Staatspräsidenten und zahlreicher Regierungsmitglieder den offiziellen Auftakt genommen. Diese internationale Autoschau, das größte Ereignis der Pariser Saison, vereint im Ausstellungssaal des Grand Palais die Schöpfungen aller bekannten Autofirmen der Welt. Wie nun sowohl aus Pariser Pressestimmen, wie auch aus Beobach-. fragen bei der Abteilung Rundfunk Kulturpolitische Rundfunkarbeit der Reichspropagandaleitung bestellt worden. Der französisch-türkische Flottenzwischenfall in Smyrna ist zur Zufriedenheit beider Länder vollkommen b e i g e l e g t worden. Der Zwischenfall ist darauf zurückzuführen, daß der französische Admiral von dem Verbot, den türkischen Kriegshafen Smyrna anzulaufen, nicht rechtzeitig hat benachrichtigt werden können. im Kampf um Acker und Hof" zu dem niedrigen Preis von 2,80 RM. in Kartonumschlag neu herausgegeben. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Die Schauspielerin Rosa Bertens f. In Berlin ist die Schauspielerin Rosa Bertens an einer Lungenentzündung g e st o r b e n. Sie ist seit Jahren nicht mehr aufgetreten, war aber in ihrer Glanzzeit eine der namhaftesten und befähigtesten deutschen Darstellerinnen. Von Wien kam sie, eine Schülerin Sonnenthals, über Nürnberg, Köln und Petersburg nach Berlin, wo sie am Les- singtheater und am Deutschen Theater wirkte und durch eine große Anzahl klassischer und moderner ' Rollen berühmt wurde. Sie war eine Heroine großen Stils, mit hervorragenden organischen Mitteln begabt, und hat auch in naturalistischen Rollen (Strindberg, Hauptmann) unvergeßliche Frauengestalten geschaffen. Deutsche Bücherspene für eine Bibliothek in Schanghai. Generalkonsul Kriebel in Schanghai übergab 3000 von der Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaft g e st i f t e t e B ü ch e r der im Neuaufbau begriffenen orientalischen Bibliothek. Die im Stadtteil Chapei gelegene Bibliothek war 1932 während der Kämpfe mit den Japanern völlig niedergebrannt'; rund 470 000 Bücher, darunter viele wertvolle chinesische historische Schriften, sind dabei zugrunde gegangen. Anknüpfend an das Hakenkreuz als Symbol der nordischen Sonne und an das chinesische Hoheitszeichen, das die Sonne darstellt, betonte Kriebel den Wert deutsch-chinesischer Zusammenarbeit. Changyuenchi, der Präsident der Bibliothek, und andere chinesische Redner gaben Toren Dank an Deutschland Ausdruck, das als erstes Land ein Geschenk zum Wiederaufbau der Bibliothek machte. Der Präsident der Orientalischen Bibliothek in Schanghai überreichte dem deutschen Generalkonsul Kriebel ein Stück der chinesischen Enzyklopädie als Gegengabe. Der Generalkonsul wurde gebeten, das chinesische Werk an die deutschen wissenschaftlichen Gesellschaften weiter zu leiten. Elly Beinhorn erlebt Mexiko. Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn startete von Mexiko-Stadt nach Mazatlan, wo sie glatt landete. Sie hat die rund 850 Kilometer lange Strecke Mexiko—Mazatlan in viereinhalb Stunden zurückgelegt. Zu diesem Fluge drahtete sie: „In viereinhalb Stunden zwei verschiedene Welten — von Hauptstadt mit beginnenden Nachtfrösten über 4H00-Meter-Pässe herunter an glühende Pazifikküste mit 40 Grad Hitze im Schatten."__________________ Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Der neueste Vierteljahrsbericht des Instituts für Konjunkturforschung kommt auf Grund eingehender Untersuchungen der in der deutschen Wirtschaft kur Zeit vorhandenen Entwicklungstendenzen zu iiem Ergebnis, daß sich Produktion und Beschäfti- zung nach wie vor auf hohem Stande halten. Das *ft um so bemerkenswerter, als andererseits in der Konjunkturentwicklung des Auslandes Stockungs- 11 rfdjeinungen und Rückschläge festgestellt werden müssen. Für die Beurteilung der weiteren Aussich- i Laubach,Oberb. Bäckerlehrling gesucht. 588cD Paul Wenz Bäckerei und Konditorei Lich er Straße 29. [Stellengesuche] SttllMW sehr flott und sauber arbeitend, sucht stundenw. Beschäftigung. Schr. Ang. unter 04878 a.d.G.A. Fl. ebrl. Mädchen m.seyrgut.langj. Zeugn. sucht bis l.ll.Stelle i.bess. Pr.-Haush.Schr. '2lng.unt.F.A.523 (5885V)a.d.G.A. | Verkäufe Reiseschreibmaschine Remington neuwertig preiswert abzugeben. Anzusehen 04371 Möbelhaus Koos Gießen Schulstraße 6. mit dem Winterschnitt der Obstbäume. 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Doch sicher nicht nur Furcht meines, seiner Art nach schon ziemlich ruhigen und großen Vögelchens, das die beiden kleinen Eindringlinge Der Film läuft nur noch heute. Das Beiprogramm, das vom Lichtspielhaus dazu ausgewählt wurde, ist diesmal besonders reichhaltig: man sieht je einen Vorspann zu'dem amerikanischen Film „Die große Zarin" mit Marlene Dietrich und zu dem Schmugglerfilm „Schüsse an der Grenze", ferner ein Lustspiel, dann einen Land-' wie er da, den Hals weit vorgestreckt, mit erschreckten Augen, sonst aber ruhig, weil er mich in der der Nacht. Endlich drehe ich das Licht im Zimmer an und trete vorsichtig an sein Bauer. Sofort ist mein Tierchen ruhig, nur sein kleines Herz klopft noch ungestüm. Nach einigen beruhigenden Worten schließt er aber wieder seine Aeuglein. In der nächsten, ebenso wolkenlosen Mondnacht, um dieselbe Zeit, wiederholt sich seine sonderbare Unruhe, der ich, wie auch in den nächstfolgenden Nächten, nicht auf der Grund zu kommen vermag. An einem hellen, freundlichen Nachmittag jedoch, der sich solcher Nacht anschloß, sitze ich in meinem Zimmer am Schreibtisch und arbeite. Tiefe Stille ringsum. Nur eine einsame Fliege summt Unwillkürlich blicke ich einmal von meinem Schreiben auf und zu meinem Vogel hin. Ich sehe. ’M edt rou Gyuk im Vogelbauer. 23on Margarete Aaenselt Es ist ein Uhr nachts. Wie allabendlich trete ich noch einmal an das eine offene Fenster meines Wohnzimmers. Im Licht des Vollmonds ruhen mein Heimatstädtchen, mein Elternhaus, sein Garten und daneben das Stück alter, hoher Stadtmauer, die während vieler Jahrzehnte zahlreichen Stürmen und Bränden getrotzt hat. In vollen Zügen trinke ich die Reinheit und Wärme der Nacht in mich hinein. Stark duften Gaisblatt und Jasmin, der hauchfeine Geruch, der sich jetzt erschließenden kleinen Blüten der echten Weinreben an meinem Vaterhause. Nachtluft und Blütenduft ziehen auch herein nwp en. Lang spricht zu den Arbeitsmännern. daraus zu erklären, sie für ihre Ideale, die sie in dem Farbenstudententum gepflegt hätten, augenblicklich etwas schwarz sehen. Trotzdem würden sie durchaus nicht ablehnend der Neugestaltung der Deutschen Studentenschaft gegenüberstehen. denn einen Teil der Ideale, die heute im Arbeitsdienst der Studenten gepflegt würden, hätten früher die Studenten auch erstrebt. Das Volksverbundensein aber, das heute im Vordergrund stände, sei ihnen erst später, vor zwanzig Jahren, zum Bewußtsein gekommen. Jetzt merke jeder, daß wir am Anfang von etwas Neuem seien. Riesengroße Verantwortung bedeute dies für alle, die das Neue mitbauen helfen wollten, ganz besonders auch für den Akademiker. Vor allem müsse wieder la u ter st e Wahrheitsliebe und Pflichtbewußtsein geübt werden, denn die Geschichte beweise, daß nichts von Bestand war, das nicht von diesen Tugenden getragen worden sei. Jede Staatsform zerfiel und zerfalle, wenn sie nicht das sei, was sie zu sein vorgebe. Eine Monarchie müsse untergehen, wenn sie sich mit Demokratie infiziere; eine Demokratie sei dem Untergang geweiht, wenn anstelle der Volksherrschaft Jnteressencliquen träten. Dabei zeige jede Staatsform, die wir aus. „poiarstürme." Dieser Film, dem Aufnahmen der Trenkerschen Arktis-Expedition „Rus des Nordens" zugrundeliegen, beginnt wie die meisten der zahlreichen Berg- und Schneefilme Trenkers mit einem Skirennen im Alpenland, geht aber dann schnell in die eigentliche Handlung über, wechselt den Schauplatz und wandelt etwa auf den Spuren des Fanck-Fil- mes „SOS Eisberg". Eine Expedition ist in der Arktis verschollen, eine Hilfsexpedition wird ausgerüstet, das Schiff stößt nach Norden vor, friert im Packeis ein, zwei Männer mit Schlitten und Hunden machen sich auf, die Verschollenen im ewigen Eis zu suchen. Die Schicksale dieser beiden bilden das eigentliche Kernstück der Handlung, die gegen Ende sogar noch einen Einschlag ins Kriminelle erhält; die Lösung erfolgt zuletzt in einer Doppeldarstellung von Bild und Wort. Der Film — Aufnahmeleitung Dr. Holsboer — ist eine starke Leistung, die sich durch ihre saubere, ganz realistische Aufnahmetechnik und sehr schöne, klare Bilder sympathisch kennzeichnet. Die Handlung ist spannend, dra- matiich und heroisch in Thema und Haltung; auch wo dem Zuschauer der Zusammenhang vielleicht nicht sofort in allen Einzelheiten klar wird, setzt sich die eindringliche Photographie und die einfache, unposierte Gebärde aller Darsteller, die außer T r e n - k e r selbst und Holsboer (aus dem Fanck-Film „SOS Eisberg" bekannt), im Programm übrigens nicht namentlich aufgeführt werden, immer wieder durch. Trenkers Eignung für dergleichen Stoffe ist ja oft genug erprobt, und seine Leistung ist auch hier wieder überzeugend, sympathisch und schlicht. Die Gerichtsverhandlung zuletzt schwächt allerdings für unser Empfinden den Gesamteindruck ein wenig ab. Die Aufklärung des Dramas in der Einsamkeit des großen weißen Schweigens hätte auch anderweitig — ohne Einbuße an Spannung — erfolgen können. Daß Fälle dieser und ähnlicher Art in der Wirklichkeit oft genug vorgekommen sind, weiß jeder, der sich in die Geschichte der Polarforschung ein wenig vertieft hat. (Wir erinnern in diesem Zusammenhang an die ausgezeichnete Darstellung „Der Ruf des Nordens" von H. H. Houben, auf die früher bereits hier aufmerksam gemacht wurde.) Zweites Arbeitsdienst-Gtudenientreffen in Angersbach bei Lauterbach. zu- her zu. its. 19er Le. ich beit gen ien iller M sonnte! enh leit SM eck bi 34* 'M »!• Kreisdirektor und Kreisleiter pg. Or. Am Samstag und Sonntag fand in Angers- bach bei Lauterbach das zweite Treffen der zur Zeit im Arbeitsdienst befindlichen Abiturienten und Studenten der Abteilungen 223/1, 2, 3, 5, 6, 7, 224/2 und 6 statt. Im Ortsgruppenheim der Ortsgruppe der NSDAP. Angersbach trafen im Laufe des Samstag nachmittag ungefähr 90 Arbeitsmänner ein, um bei dieser Zusammenkunft sich Aufklärung und Rat für ihr nun bald beginnendes Studium zu holen. Unterfeldmeister Erdmann vom Arbeitsgau XXII, der auch das erste Treffen in Gießen am letzten Wochenende leitete, hatte auch dieses Treffen organisiert. Nach kurzer Begrüßung durch Unterfeldmeister Erdmann hielt Kreisleiter Dr. Lang einen Vortrag über „Der Akademiker im Dritten R e i ch". Der Redner begrüßte zunächst als Kreisdirektor, Kreisleiter und als geborener Angersbacher die Arbeitsmänner in den Mauern von Angersbach. Dann kam er auf den Unterschied zwischen den früheren und den heutigen Studenten zu sprechen und führte weiter ungefähr folgendes aus: Wenn die alten Akademiker bei der jetzigen Neugestaltung der Studentenschaft fremd und abwartend gegenüberständen, so sei das hauptsächlich Verein ;DSCbs IIIIII1J Tischlein decköich - Knüppel aus dem Gack! Unpolitischer Brief aus der Reichshauptstadt Von Or. Theodor Biegler. ____ aber verschwand es ebenso wie das erste durch eine ungewollte Bewegung von mir. Der nächtliche Spuk war dahin. Er kehrte nicht wieder. beinahe unter seine bunten Flügel nehmen könnte, ist der Grund seines ungewöhnlichen Gebarens. Nein! Er faßt es offenbar nicht — und sie finden es so selbstverständlich — daß sie das Futter nehmen da, wo es sich ihnen bietet. Noch dazu, wenn es so graziös und zierlich geschieht wie durch sie. — Aber da geschah noch etwas viel Unglaublicheres. Eine unbeabsichtigte Handbewegung meinerseits verscheuchte die beiden ebenso kecken wie kleinen Räuber, und zum zunächst offensichtlichen Entsetzen meines Vögelchens saßen sie in der nächsten Sekunde dicht neben ihm auf seinem Stäbchen. Einer zu seiner linken, der andere zu seiner rechten Seite, wie schutzsuchend bei ihm. Nicht einer von den Dreien wagte sich zu rühren. Jeder fürchtete sichtlich die unmittelbare Nähe des anderen. Mein Dompfaff förmlich erstarrt, wie ein Pascha wider in ihrer Mitte. Leider war meine Kamera Dunkelkammer, und so konnte ich dieses und eigenartige Bild nicht dauernd feststoben, und wo der tolle Otto einen „kippte", darauf konnte man bauen. Viele kleinere und kleinste Lokale gibt es noch in Berlin, die durch Künstlerstammtische berühmt wurden. Unmöglich, sie alle aufzuzählen. Im zaubrigen Dunst der vorgerückten Stunde erzitterten die Wände von den Lachsalven ungestümer Temperamente, vom Wortgepolter erhitzter Köpfe, von den elementaren Ausbrüchen einer ungezügelten Lebensund Schaffensfreude. In all diesen Lokalen bei Aenne M a e n z, bei Frau Schwanebeck gegenüber der Skala, bei Henry Bender, überall wo Dichter und Schauspieler, Tänzerinnen, Akrobaten und Jongleure, Seiltänzer und Dompteure verkehrten oder verkehren, sind die Wände mit den ulkigsten und originellsten Photos weltberühmter Künstler gespickt. Seht, wie die „gute, alte Zeit" noch lebendig ist! Man muß nur, will man sie finden, den richtigen „Riecher" haben ... Neues Leben blüht... Die City, vor dem Krieg berühmt durch ein prunkvoll rauschendes, farbenfreudiges Geschäfts- und Vergnügungsleben, erholt sich nach und nach von dem Starrkrampf der letzten Jahre. Der Westen hatte die City totgeschlagen. Sie knipste ihre Lichter aus, verdunkelte ihre Fassaden und stellte sich leblos. Eines Tages aber kamen die Maurer und Zimmerleute, die Maler und Anstreicher mit Spitzhacke Spaten, mit frischen Farben und neuen Tapeten, um die alte, vergessene City zu „restaurieren". Und der Erfolg? Vor kurzem sind eine Reihe alter, berühmter Gaststätten im neuen Glanz erstanden, darunter das Admiralcafs in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße und das weit über die Grenzen Berlins bekannte Wein- und Speiselokal F. W. B o r ch a r d t, wo neben manchen Prominenten der Bank- und Finanzwelt auch Bismarck öfter zu sehen war. Ein riesiges, volkstümliches Vergnügungshaus, das „Atlantis", eröffnet Gustav Steinmeier in den ehemaligen Räumen des „Palais de danse" und des „Pavillon Mascotte". Die City erwacht. Aus den klassischen Räumen blüht das berühmte neue Leben, es geht wieder aufwärts, Herrschaften, ein Lokal nach dem anderen öffnet die Pforten, hereinspaziert, nur hereinspaziert, die City lebt, es lebe die City! schaftsbericht „Der Fluß", welcher den Main von der Quelle bis zur Mündung begleitet, endlich die vielseitig interessierende, neue Wochenschau der Ufa. Die Apotheke im Theater. „Die starken Erschütterungen, welche unser Stück auf das Nervensystem hervorbringt, haben die Direktion veranlaßt, im Foyer des Theaters eine Apotheke unterzubringen, wo die Damen Salze, Essig und andere niederschlagende Mittel bereitfinden werden." Dieser eigenartige Vermerk ist auf dem Theaterzettel eines Pariser Theaters vom Jahre 1790 zu lesen. Die Ursache zu dieser Einrichtung einer Apotheke in einem Theaterfoyer hat Kotzebue gegeben, dessen Stück „Menschenhaß und Reue" auf seinem Siegeszug auch nach Paris gelangte und in einer Uebersetzung von Madame Mole gespielt wurde. Der Regisseur der „Comedie Fran^aise“, Florence, setzte das Stück in Szene, aber da er sich nicht verhehlen konnte, daß das französische Publikum dem Stück ziemlich skeptisch gegenüberstehen würde, griff er zu ebenso originellen wie wirksamen Mitteln, um die Menge in das Theater zu locken Zunächst ließ er bald nach Erscheinen der ersten Ankündigung des Stückes die Mitteilung verbreiten, daß für die ersten zehn Abende sämtliche Billets bereits vergriffen wären. Während dieser ganzen Zeit wurde der Theatersaal mit Freibilletlern gefüllt, und als die zehn Tage herum waren, sprach man in ganz Paris nur noch und dem kolossalen Beifall, den „Menschenhaß" und Reue" errungen hatte, und in kurzer Zeit waren, jetzt aber in Wirklichkeit, die Billets für die nächsten 60 Vorstellungen total vergriffen. Allein der ehrgeizige Regisseur begnügte sich mit diesem Erfolge noch lange nicht. Um die Wirkung des rührseligen Stückes auf das Publikum zu erhöhen, plazierte er an jedem Abend drei bis vier gut instruierte Freundinnen unter die Zuschauer, mit der Verpflichtung, an besonders effektvollen Stellen ohnmächtig zu werden. Und da die Damen der damaligen Gesellschaft in ihrer Empfindsamkeit nicht Zurückbleiben wollten und bald massenweise gleichfalls Ohnmacht bekamen, konnte sich die Direktion bald die drei „Probierdamen" sparen, denn es zeigte sich, daß eine Dame, die das Zeichen zur Ohnmacht gab, vollkommen genügte. Bald war auch dieses überflüssig, denn es wurde Mode und gehörte sozusagen zum guten Ton, daß man bei „Menschenhaß und Reue" in Ohnmacht siel. „Menschenhaß und Reue" erlebte in kurzer Zeit über hundert Aufführungen, und die Apotheke war ebenso besucht wie das Theater und erbrachte zu den Kasseneinnahmen noch einen beträchtlichen Nebengewinn. uaf fldljd; •M isse- * lutw .'tti „Bei einem Wirte wundermild.." A propos Knüppel: „Knüppel" ist in Berlin die Bezeichnung für eine gewisse Sorte von Brötchen. Dies nebenbei. Also: das große Wort haben in diesen Tagen die G a st w i r t e, die Hoteliers, die Bäcker und Konditoren. 700 Hoteliers, lauter Künstler ihres Faches hervorragende Taktiker der Kochkunst, Klassiker der Bratpfanne und des Wohlbehagens sind in Berlin zusammengekommen im Zeichen des Fremdenverkehrs, der Völkerversöhnung, der Verständigung. Wenn der alte L u c u l l u s das erlebt hätte, wie würde diesem klassischen Feinschmecker das Wasser im Munde zusammenlaufen! Die Gastronomen beherrschen Berlin. In der Krolloper hat ein festlicher Empfang stattgefunden. Am Kaiserdamm zeigen die Gastwirte den Fortschritt und die Entwicklung ihrer wohlschmeckenden Kunst. Das Schlaraffenland soll, wie mir kürzlich ein prominenter Feinschmecker versichert hat, im Vergleich dazu so dürr und reizlos sein wie die Wüste Sahara. Wenn wir die Größe des Anlasses bedenken, ist es mir schicklich, in diesem Berliner Brief von nichts anderem zu reden als von den Dingen, die Magen und Bauch betreffen. Es soll eine Huldigung sein für die, die sich einem so humanen Beruf verschrieben haben, um uns das Dasein durch bezaubernde Küchendüfte und lockende Federbetten zu verschönern. Leute, die dafür sorgen, wie wir am besten essen und schlafen können, sollen uns herzlich willkommen sein. Was mich betrifft, ich würde, ohne mit der Wimper zu zucken, dem Erfinder des Wiener Schnitzels ein Denkmal fetzen. Hoteliers, Wirte, Konditoren find Künstler. Es ist manchmal schwieriger, eine gute Torte zu backen als ein schlechtes Drama zu schreiben. Es gibt Kochkünstler, die aus schöpferischem Drang neue Gerichte komponieren, Symphonien des Gaumens. Diese Männer haben Phantasie und Fingerspitzengefühl, eine sensible, empfindsame Zunge und eine unvergleichliche Spürnase. Willkommen, ihr Dirigenten des Kochlöffels, ihr Meister der vollen, dampfenden Schüsseln, ihr Mixer der edelsten Gewürze! Die Musi? unseres knurrenden Magens begleitet euren Einzua! Schwelger und Miheffer. Manche sagen, der Berliner habe wenig Sinn für die kleinen Wonnen des langsamen, behaglichen Essens. Der kleine Moritz bildet sich ein, jeder Berliner sei eine Art rasender Reporter, der auf rasselnder Rolltreppe zwischen zwei richtigen Telephongesprächen seine Bc-ckwurst verschlingt. Zweifellos, solche rasenden Blitzesser gibt es. In der einen Hand halten sie die Aktentasche, mit der anderen führen sie die Bockwurst zum Mund. Das macht, weil die Mittagspause zu kurz ist. Für diese Bedauernswerten sind die zahllosen Aschingerbetriebe ein wahres Dorado, dort drängen sie sich um die hohen, runden Stehtische, schlürfen hastig die so volkstümlichen „Löffelerbsen mit Spe ck", das Nationalgericht der kleinen Angestellten, und essen ein Brötchen nach dem andern, denn die Brötchen, mein Herr, sind bei Alchinger gratis! Aschinaer ist darum b°r beliebte Treffpunkt der rasenden Blitzesser, das Wurstparadies der Leute, die keine Zeit haben. Das soll beileibe nicht heißen, daß die Gemütlichkeit ausqestorben wäre. Oh, es gibt in Berlin eine ganze Reihe ausgesprochener Stammtischlokale, in denen schon unsere Großväter einen kräftigen Korn hinter die Binde gossen. Es gibt eine Menge solcher „S i tz l o k a l e", viele versteckte, verschwiegene, urgemütliche und urfidele Weinstuben und Bierhallen, die eine alte, vollbärtiqe Tradition haben. Gaststätten mit dem Edelrost einer berühmten Vergangenheit, Lokale, in denen sich echte Klassiker die un- der Geschichte kennen, Zeiten und Männer auf, die stets leuchtend und groß dagestanden hätten. Die Ursache dafür fänden wir darin, daß da alles geführt und getragen worden sei von Wahrheitsliebe und Pflichtbewußtsein in höchstem Ausmaße. Der Nationalsozialismus habe das marxistisch-liberali- stische Zeitalter abgelöst, der Wurm der Unwahrhaftigkeit habe dieses System reif zum Zerfall gemacht. Denn der Liberalismus mit feiner Parole: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!" stelle im Gegensatz hierzu die Befriedigung des eigenen Jchs in den Mittelpunkt des Geschehens. Wo bleibe da Freiheit, wo sei Gleichheit, wo Brüderlichkeit? Ferner habe der Marxismus, der doch sozialistisch sein wollte, sich in der Führung mit dem Kapitalismus, der als internationaler Kapitalismus der Todfeind des Sozialismus fei, verbunden. Wir sähen also, daß alles, was in sich die Lüge trage, dem Untergang verfallen fei. Wir wollten den nationalsozialistischen Staat nun aufbauen. Da müsse man sich erst klar dar-' über fein, was eigentlich Sozialismus sei. Der Sozialismus werde dann erst im deutschen Volke eine Selbstverständlichkeit, wenn der Gleichklang im Blute des deutschen Volkes her- gestellt sei. An Stelle der früheren Regierungssysteme trete das Führerprinzip voller Verantwortung und voller schwerster Aufgaben. Wir hätten nun den nationalsozialistischen Staat und hätten klar erkannt, daß der Natinonalsozialis- mus nichts Vorhandenes, sondern etwas Gewolltes, Werdendes sei. Jetzt begönnen wir den Bau, jetzt gingen wir ans Werk. Deshalb müsse die Tat dem Wort entsprechen. Das Wort müsse der Wille zur Tat gewesen fein. Nur dann werde der Führung die Gefolgschaft bleiben. Streng müsse die Führung darauf achten, daß in der Sache selbst sich kein Widerspruch einschleiche, sonst werde der von diesem Wurm der Bnwahrhaftigkeit infizierte Bau, trotz besten Willens, morsch werden. Schärfste Sachkritik und strengste Selbstprüfung, unbedingte Treue und Wahrheit müßten oberstes Gesetz für alles und in allem sein. Nur so könne Deutschland wieder aufgebaut werden. Der junge deutsche Akademiker lerne im Arbeitsdienst das Wesen der Volksverbundenheit nicht nur lieben, sondern er erkenne hierin auch die Voraussetzung für seine ganze Tätigkeit im Leben, wo er auch stehe. Er werde dann nicht nur instinktmäßig geführt von seinem deutschen Blute, das Richtige zu tun, sondern als gefestigter Charakter auch klar das Richtige zu erkennen. Er werde dann zum Führer werden und in Kameradentreue zu seiner Gefolgschaft stehen, die sein vorbildliches Leben und Arbei- t en dann auch mit Treue belohne. Nur so werde das neue Deutschland geschaffen, aufgebaut in unbedingter Wahrheit, gepaart mit höchstem Pflichtgefühl. Wir müßten wahr bleiben bis zuletzt. Wenn wir nicht standhielten, wenn Unrecht siege, dann seien wir verloren. Jeder einzelne müsse sich so betragen, daß er vor sich selb st Respekt haben müsse. So werde Deutschland stark und dauernd werden, dann könne es ihm auch nicht an dem Segen Gottes fehlen. Es gebe einen Gott, einen gerechten Gott. Möge der Segen dieses Herrgottes immer über Deutschland stehen!" Starker Beifall belohnte den Redner. Nach diesem Vortrag schloß sich eine Aussprache an, bei der die Abiturienten aus ihren Erfahrungen im Arbeitsdienst berichteten. Am Abend fand dann im Ortsgruppenheim ein ' Kameradschaftsabend statt, bei dem u. a. Gästen Kreisdirektor Dr. Lang und der Bürgermeister von Angersbach Pg. Fehl zugegen waren. Im Verlaufe dieses von echtem Kameradschaftsgeist getragenen Abends dankte der Gaureferent, Unterfeldmeister Erdmann, im Namen seiner Kameraden der Gemeinde Angersbach für die gastfreundliche Aufnahme der Abiturienten und Studenten. ins Zimmer. t ---- ---- - .....| An feinem zweiten, geschloffenen Fenster steht Nähe weiß, wie hypnotisiert auf eine Stelle seines das Bauer meines kleinen Lieblings, eines Dom- Bauers, und zwar auf den Futternapf, starrt, pfaffen. Völlig verwahrlost war das Tierchen, dessen Neugierig geworden, erhebe ich mich, trete unhörbar Weibchen bereits wegen ungenügender Pflege ein- zu ihm hin, und erblicke zwei ganz junge, winzige gegangen war, als ich ihn mir einst von feiner, Mäuse in dem Napf. Völlig ungeniert sitzen sie auf Herrin, die nie für das Tierchen Zeit hatte, erbat. — s;-* Nach kurzer Zeit verständnisvoller Betreuung erkannte man ihn kaum wieder. Sein Gefieder glänzte, er war vergnügt und von rührend dankbarer Zutraulichkeit. Auch meinen Vater, der ihm oft Früchte aus dem Garten brachte, liebte er. Trat ich aber nach längerem Wegbleiben in die Tür, reckte er sich, so weit es nur ging. Seine runden, schwarzen Aeuglein hatten bald erspäht, ob ich ihm Walderdbeeren Blau- oder Preißelbeeren mitbrachte und sie ihm in sein Futternäpfchen legte. Doch nicht zu bändigen war er, wenn ich ihm die Beeren an ihren Stengeln und Kraut, dazu noch frisches Tannengrün mit jungen Zapfen aus dem Walde mitgebracht hatte. Schmückte ich fein Bauer damit, kannte feine Seligkeit keine Grenzen. Heut, in der herrlichen Nacht, fitzt der kleine Kerl dicht am Gitter feines Bauers, mit dem Köpfchen in den Federn, und schläft. Nu» manchmal zwitschert er fast unhörbar vor sich him als träume er vom verlorenen Weibchen oder vom Wald. Ich gehe nun durch das von meinem Arbeitszimmer nur durch einen Vorhang getrennte Schlafzimmer, und begebe mich auch zur Ruhe. Plötzlich erwache ich aber durch ein fortgesetztes ängstliches Piepen, durch eindringliche Ruse meines Dompfaffen, durch sein unruhiges, scheues Hin- und Herflattern im Bauer. Ich stehe auf, gehe leise in das Nebenzimmer und lausche, ob sich ein her aufziehendes Gewitter ankündigt, das ihn seltsamer Weise stets ängstlich macht. Doch wolkenlos ist der Vollmondhimmel Nichts stört den stillen Zauber sterbliche Gurgel spülten. Im Gegensatz zu den modernen Stehlokalen der hastenden Blitzesser sind diese traulichen Stätten Oasen der Ruhe und Behaglichkeit mitten im verwirrenden Trubel der Großstadt. Hotelgast Lessing. Warensie zum Beispiel schon mal im „Nußbaum"? Der „Nußbaum" ist die älteste Gaststätte Berlins. Oder im „König von Portugal"? Dort ist vor langer Zeit, als man noch Perücken trug und der Westen Berlins aus Roggen- und Welzenfeldern bestand, ein Mann abgestiegen, der Lessing hieß, mit Vornamen Gotthold Ephraim, von Beruf Schriftsteller. Er verlangte die Zimmerschlüssel, sperrte sich ein und schrieb und schrieb, denn damals gab es, wenn ich mich nicht irre noch keine Schreibmaschine. Als Herr Lessing das Hotel wieder verließ, entfernte er sich als Klassiker. Er hatte nämlich seine „Minna" geschrieben, die „M inna von Barn- h e l m". Berühmt sind auch die alten Weinstuben Lutter und Wegener. Dort hatte E. T. A. Hoffmann seine genialen Schwipse, Visionen und Einfälle, er zechte mit seinen Freunden und seine erhitzte Phantasie verdunstete in allerhand krausen, unsterblichen Wahngebilden. Der berühmte Schauspieler M a t k o w s k y, der Mann mit dem schönsten Pathos von Berlin und Umgebung, betrank sich, wenn der Weltschmerz gleich einer wilden Brandung an seine Seele donnerte, mit Vorliebe bei Siechen in der Behrenstraße. Er war ein wackerer, unverwüstlicher Zecher, und aus dem Alkohol holte er Kraft und Antrieb für den Schwung seiner großen, klassischen Monologe. Otto Erich H a r t l e b e n wieder hatte eine verhängnisvolle Vorliebe für das „Schwarze Ferkel". Im „Schwarzen Ferkel" knisterten und knatterten seine Geistesblitze, daß die Kellner entsetzt zur Seite Nur allzu rasch beschloß der Zapfenstreich dieses Zusammensein. Oie Äorträge am Sonntag. Am Sonntagmorgen sprach als erster der Fachamtsleiter der Gießener Studentenschaft cand. agr. Ludwig greife über das Thema: „Der Einsatz der Studenten an der Hochschule" und über „Die Fachschaftsarbei t". Seine von echtem revolutionären Kampfgeist getragenen Ausführungen fanden ungeteilten Beifall. Heber „die studentische Kameradschaftserziehung" referierte dann der Kameradschaftsführer der Universität Gießen, Gerhard P a l l m a n n. Ausgehend von den ersten studentischen Arbeitsdienstlagern leitete der Redner über zu den Fragen Kameradschaftshaus und Wohnkameradschaften, wobei er besonders auf das Verhältnis „Student und Arbeiter" zu sprechen kam. Ueber „die Wahl des Hochschulortes" sprach dann Pg. H. F. Schuster, der besonders zum Besuch von Universitäten, die in Kleinstädten und dadurch eng mit Heimat und Volkstum verbunden seien, mahnte. „Berufsberatung im Dritten Reich" war das Thema des letzten Vortrages, den Dr. Klaus vom Arbeitsamt Frankfurt hielt. An Hand von praktischen Beispielen zeigte der Redner, daß es bei der Berufsberatung vor allem auf die Interessen der Gemeinschaft ankomme und nicht mehr auf die Vorteile des einzelnen. Rach dem Mittagessen war ein gemeinsamer Ausmarsch in die herrliche Umgebung von Lauterbach, wo unter Führung von Kreisleiter Dr. Lang und Kreispropagandaleiter Schaf den Arbeitsmännern die uralten deutschen Eichen auf dem Hainich, die Hünenaräber und Denkmäler stolzer deutscher Vergangenheit gezeigt wurden. Doller Zufriedenheit über alles Erlebte verließen die Abiturienten den schönen Vogelsberg. Herbstmarkt in Friedberg. * Friedberg, 7. Okt. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung fand am Samstagmittag beim Kriegerdenkmal auf der Kaiferstraße die übliche Eröffnung des Friedberger Herbstmarktes statt. Vertreter der Stadt, der Partei, Abteilungen Ser SA. und HI. nahmen daran teil. Rach einem Marsch der Standartenkapelle 222 unter Musikzugführer Pilger ging unter Böllerschüssen die historische Marktfahne von Friedberg am Maste hoch: sie wird während der Dauer des Herbstmarktes gehißt bleiben. Der Marktmeister ©immer und seine Gehilfen, hoch zu Roß in alten Amtstrachten, mit dem historischen Stander der Stadt Friedberg boten ein prächtiges Bild. Bürgermeister Dr. S e y d hielt die Begrüßungsansprache, in der er auf die herzliche Verbundenheit zwischen Stadt und Land hinwies, wie sie in diesem Wetterauer Markt zum Ausdruck komme. Beigeordneter Jordis wies als Vertreter tes Derkehrsausschusses auf die wirtschaftliche Bedeutung des Marktes hin und dankte allen, die an der diesjährigen Ausgestaltung des Marktes mitgewirkt hätten. Der M a r k t p o l i z i st, in entsprechendem alten Gewand mit der große Schelle in der Hand, verlas sodann das von Wilhelm Philipps verfaßte Marktprogramm in gereimter Wetterauer Mundart: Kaa Stadt macht unferm Fribberg nooch de Herbstmakt un tee Bauerndoog, die mir, mir losse u(n)s beneide, d'r Werreraa unn u(n)s bereibe. Anschließend an diese Markteröffnung traf am Bahnhof der VfB. Dillingen ein, herzlich begrüßt. Eaarkundgebung Am Abend fand im großen Saale des Hotel Trapp anläßlich der Anwesenheit des VfB. Dillingen, der am Nachmittag gegen den VfB. Friedberg ein Fußballspiel ausgetragen hatte, das die Gäste unverdient 5:2 verloren, eine Saarkundgebung statt. Nach dem Hermann-Göring-Marsch der Standarten- ta pelle unter Musikzugführer Pilger folgte der „Grufe an die'Saar (Worte von W. Philipps, Friedberg; Tonsatz von Paul Buchwald, Gießen). Bürgermeister Dr. Seyb hieß die Saarländer aufs herzlichste in der alten Freien Reichsstadt willkommen. Er wies darauf hin, daß die Bevölkerung der Saar in ihrem Kampfe um die Freiheit und das Deutschtum die Liebe und Hilfe des ganzen deutschen Volkes hinter sich habe. Unter großem Beifall der Versammelten gab Dr. Seyb bekannt, daß der Stadtrat zur Erinnerung an die Anwesenheit der Saargäste beschlossen habe, mit gleichem Tage die Wil Helm st raße in Saar st raße umzubenennen. Beigeordneter Jordis überreichte den Gästen im Auftrag des Vereins für Verkehrswerbung ein Bild des Führers. Der Führer des Bundes der Saarvereine für Friedberg, Philippi, wies darauf hin, daß im Kreise Friedberg von 240 Saarabstimmungsberech- tigten allein 60 irgendwie in Beziehungen zu Dillingen stehen, sei es, daß sie dort geboren seien, oder dort gewohnt haben. Er schilderte dann in tiefschürfenden Ausführungen die Leiden des Saargebietes. Nach dem Liede „Deutsch ist die Saar" nahm der Vorsitzende des VfB. Dillingen, Bürger, das Wort. Er erinnerte an die bekannte Rede Barthous vor vierzehn Tagen und die darauf im ganzen Saargebiet erfolgten Protestkundgebungen der Bevölkerung. Der Versailler Vertrag sehe drei Möglichkeiten nach der Abst mmung vor: 1. Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes, 2. Eingliederung des Saargebietes an Frankreich ober 3. an Deutschland. Für das Saargebiet gebe es nur die eine Entscheidung: entweder zu Frankreich, ober zu Deutsch- lanb (Beifall). Im Jahre 1913 hätten nach einer Statistik von 800 000 Einwohnern ganze 83 Franzosen im Saar geb ist gewohnt. Clemenceau habe dann bet ben Frietensverhanblungen gegenüber Wilson das Märchen von den 150 000 im Saargebiet lebenden Franzosen erfunden. Bis zur Abstimmung seien es noch 99 Tage. Der Redner schloß mit den Worten: „Brüder im Reich, wir schwören euch: wir bleiben feft, mir halten stand, es lebe unser Vaterland!" Mit dem Horst- Wessel-Lied war die Saarkundgebung beendet. Heimatabend Löns-Lieder, gesungen vom Gesangverein „Lieter- kranz", leiteten über zu einem Hessischen Heimatabend. Nach Proben oberhessischer Dorfmusik (Standartenkapelle) und einigen gemeinsam gesungenen Liedern folgte ein Wetterauer Heimatspiel „Heimatluft" von W. P h i l i p p s (Friedberg), dem bekannten Heimatdichter. Das Spiel, bei dem Schüler und Schülerinnen der Augustiner-Schule und der Volkstanzkreis der Turngemeinde mitwirkten, zeigt einen Schäfer auf dem Felde, zu dem sich eine frohe Wandergruppe gesellt, musiziert und Volkstänze tanzt. Sehr eindrucksvoll war das Auftreten und die „Abfuhr" eines „Stadtfratzes". Reicher Beifall belohnte am Schluß Verfasser und Darsteller. Bei Volkstänzen und deutschen Tänzen verlebte man noch einige schöne Stunden in zwanglosem Beieinandersein. SA -Hext-- und Fahr-Turnier. Pünktlich um 14 Uhr stand am Sonntag die SA. auf der Seewiese angetreten. Leider waren Reichsstatthalter Sprenger und Brigadeführer Schmidt, die ihr Erscheinen zugesagt hatten, verhindert. SA.- Reserve-Standartenführer Sarnes schritt unter den Klängen eines Präsentiermarsches die Front ab. Darauf wickelte sich ein recht abwechslungsreiches und interessantes Programm ab. Es wurden ansprechende Leistungen gezeigt. Das Programm sah Vielseitigkeitsprüfungen, Jagdspringen, Dressurprüfungen, Schaufahren im Kutschwagen und Gruppenspringen vor. In der Dressurprüfung Klasse A b konnte sich Eckard Weil vom Reit- und Fahrklub Gießen den 2. Preis holen auf dem 4jährigen braunen Wallach „Ecco" (Besitzer L. S ch ö m b s). In der Dressurprüfung Klasse L belegte L. S ch ö mbs vom Reitersturm 6 Gießen auf dem Hjährigen Schimmelwallach „Kreuzritter" den 3. Platz. Besonderes Aufsehen erregten Vorführungen des Trupps Eschbach im Reitersturm Friedberg und eine Schaunummer von Mitgliedern des Reitersturmes 6 Gießen. Leider ging der Tag nicht ohne Unfall vorüber. Beim Jagdspringen der Klasse L verunglückte L. Schömbs (Gießen) auf dem 11jährigen braunen Wallach „Attila". Das Tier war zu kurz abgekommen beim Sprung, warf mit den Knien das Hindernis um, warf feinen Reiter ab, kam selbst zu Fall, und zwar unglücklicherweise auf den am Boden Liegenden. Sanitäter leisteten die erste Hilfe. Erfreulicherweise konnte bald bekanntgegeben werden, daß die Verletzungen von L. Schömbs nicht schwerwiegender Art waren. Auch dem Pferd ist bei dem Sturz nichts geschehen. Oer weitere Verlaus des Herbstmarktes Der Montag steht vor: Gespannparaden und Zugleistungen durch Kraftmeßwagen. Der Dienstag bringt den Friedberger Herbstpferdemarkt mit einer ' Bauernkundgebung am Abend, auf der Landesbauernführer Dr. Wagner sprechen wird. Am Mittwoch findet der Schweinemarkt statt. Dabei wird in traditioneller Weise wieder ein Ochs am Spieß geröstet. Während der ganzen Herbsttage ist auf der „Freiheit" vor der Burg ein Juxplatz geschaffen worden. Zahlreiche Bauern aus der Wet- terau sind in unserer Stadt zusammengekommen und geben der Stadt ein ländliches Gepräge. Stadt und Land — Hand in Hand! Wirtschaft. Frankfurter Börse. Mttagsbörfe: Renten weiter fest. Frankfurt a. M., 8. Okt. Auch zu Beginn der neuen Woche stand der Rentenmarkt im Vordergrund. Sowohl Publikum, als auch die Kulisse bekundeten wieder lebhaftes Interesse. Die Umsätze in den einschlägigen Werten erreichten wieder ein beachtliches Ausmaß. Bereits vorbörslich fanden bei erhöhten Kursen größere Abschlüsse statt. Besonders lebhaft wurden im Anschluß an den Samstagsschlußverkehr Reichsaltbesitz umgesetzt, die den Pari-Kurs noch um 0,40 v. H. überschritten (am Samstag 99,50 bis 100). Ferner wurde die Kommunal-Umschuldungsanleihe 0,40 v. H. hoher bewertet, späte Reichsschuldbuchforderunaen zogen auf 96,25 (96), 6 v. H. Stahloerein-Bonds auf 81 bis 81,25 (80,25) an. Reichsmark-Obligationen aus umgetauschten Dollar-Bonds lagen von 0,50 bis 1 v. H. fester. Reichsbahn-VA. notierten mit 112,65 v. H. wohl unverändert, hatten aber ebenfalls lebhafte Umsätze aufzuweisen. Obwohl sich das Interesse ganz überwiegend auf den festverzinslichen Markt verlagert hat, lag auch der Aktienmarkt nach den letzttägigen Rückschlägen nicht unfreundlich, aber sehr ruhig. Die Kursbildung war weiterhin uneinheitlich, wobei aber doch meist Besserungen eintraten. Fest lagen Reichsbankanteile und Harpener Bergbau mit je + 2 o. H., überdurchschnittlich gedrückt waren andererseits Rhein. Braunkohlen mit —3 v. H. Farbenindustrie eröffneten mit 141 (141,50), zogen aber später wieder auf 141,25 v. H. an. Scheideanstalt gewannen 0,50 v.H., Deutsche Erdöl 0,25 v. H. Elektrowerte zeigten Abweichungen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten, so AEG. (—0,13 v. H.), Ges- fürel (—0,50 v. H.), dagegen Bekula (+ 0,50 v. H.) und Mainkraft (4- 0,25 v. H.) Siemens, Schuckert und Licht & Kraft eröffneten unverändert. Montan- werte, wie Gelsenkirchen, Stahlverein, Buderus, Mannesmann zogen von 0,25 bis 0,50 v. H. an, Rheinstahl gaben aber 0,75 v. H. nach. Aschaffenburger Zellstoff und Zellstoff Waldhof gewannen je 1 v. H., Schiffahrtspapiere lagen behauptet. Im einzelnen setzten ein: Westdeutsche Kaufhof 33,40 (32,75), Moenus Maschinen 76,50 (76,25). Von fremden Werten lagen Silbermexikaner etwa behauptet, Ung. Goldrente 7,95 (7,75). Im Verlaufe blieb das Rentengeschäft sehr lebhaft, besonders in Reichsaltbesitz, die bis auf 101,24 v. H. (100,25) anzogen, auch Kommunal-Umschul- dung nochmals plus 0,25 v. H. während die variablen Werte ruhigeres Geschäft hatten. Außerordentlich fest verkehrten Liquidationspfandbriefe, Kom- munabObligationen und Stadtanleihen, die teilweise über 2 v. H. höher lagen. Goldpfandbriefe waren etwas ruhiger, aber gleichfalls um 0,25 bis 0,50 v. H. höher. Industrie-Obligationen waren auch fest und bis 1 v. H. höher. Don Ausländern gingen Goldmexikaner von 1899 um 0,40 v. H. auf 14,75 v. H. zurück, Salonik Monastir stiegen auf 6,50 (6). Der Aktienmarkt blieb im ganzen ruhig, war aber meist etwas freundlicher. Lebhafter gingen Farbenindustrie um, die bis auf 141,75 v. H. anstiegen, ferner waren Westdeutsche Kaufhof, Schifffahrtswerte und einzelne Montanakticn bis zu 0,75 v. H. höher, dagegen AG. für Verkehr 0,75 v. H., Scheideanstalt 0,50 v. H. und Schuckert 1 v. H. schwächer. Fest zur Notiz tarnen noch Holzmann (plus 1,50 v. H.). Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse freundlich. An ter Abendbörse nahm die Umsatztätigkeit kein größeres Ausmaß an, immerhin zeigte sich für den deutschen Rentenmarkt erneut Interesse, nachdem im Mittagsschlußverkehr leichte Rückgänge eingetreten waren. Besonders Reichsaltbesitz traten wieder in den Vordergrund, eröffneten mit 100,50 (100,20) und zogen bald darauf auf 100,75 v. H. an. Daneben erhielt sich Interesse für Kommunal-Umschuldung und für Reichsmark-Anleihen aus umgetauschten Dollar- Bonds bei eher etwas festeren Kursen. Sehr ruhig lagen dagegen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96 bis 96,13. Pfandbriefe blieben voll behauptet, vereinzelt ergaben sich weitere Erhöhungen um etwa 0,25 v. H. Äuch Stadtanleihen blieben beachtet. An den Aktienmärkten ergaben sich feine besondere Veränderungen, die Berliner Schlußkurse blieben zumeist gut behauptet. Etwas höher notierten u. a. Farbeni'ndustrie, wogegen Kunstserde Aku angeboten waren und 1,13 v.H. verloren und im Freiverkehr weiter nachließen. Don lokalen Papieren verloren Scheiteanstalt 1 v. H. Am Kassamarkt waren Hypotheke,lvankaktien weiter befestigt. Im Verlause flaute das Rentengeschäft merklich ab, die Kurse blieben jedoch behauptet, nur Alt- besitz gaben 0,13 v.H. nach. U. a. notierten: Altbesitz 100,50 bis 100,75 bis 100,65, 6proz. Stahl- oerein 80,75, 6proz. Frankf. Hyp.-Bank R 1—4 93,75, 6proz. do. Gold-Komm. R II und III 90, 5proz. äußere Goldmexikaner 14,90, Frankf. Hyp.-Bank- Aktien 82, Pfälz. Hyp. Bank 83 rat., Reichsbank 146 25, Gelsenkirchen 65,40, Harpener 107, Mannesmann 76, Mansfeld 78,75, Phönix 50, Rheinftahl 90,75, Aku 63,50, AEG. 29,13, Bemberg 64,50 bis 65, Daimler 50,50, Scheiteanstalt 215, Licht und Kraft 120,25, IG.-Farben 141,50 bis 141,65, Ges- fürel 109,75, Holzmann 82, Rheag 100, Schuckert 92,50, Westdeutsche Kaufhof 34,25, Südd. Zucker 190,50, Reichsbahn-VA. 112,75, AG. für Verkehr 80, Hapag 27,75, Nordd. Lloyd 30,13. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Okt. Das Angebot in Weizen ist kleiner geworden, reicht aber bei der nur schwachen Kaufmeinung der Großmühlen vollkommen aus. Roggen findet seitens der Provinz- mühlen stärkere Beachtung bei kleinem Angebot. Hafer und Futtergerste sind für die vorhandene Nachfrage ebenso wie ölhaltige Futtermittel nur unzureichend offeriert. Von Mühlennachfabrikaten bleiben Nachmeyle gesucht, während Kleie ruhigen Markt hat. Das Mehlgeschäft zeigte Ansätze zu leichter Belebung aus dem Konsum heraus, ohne daß größere Abschlüsse bekannt wurden Für Roggenmehle wurden die Preise etwas heraufgesetzt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 200, W XIII 204, W XVI 208; Roggen RIX 160, RXIII 164, R XV 168; Futtergerste GIX 162, G XI 165, G XII 167; Hafer H XIII 160, H XIV 162; Weizenmehl Type 790 W XIII und W XVI 27,15; Roggenmehl Type 997 RXIII 23,60; R XV 24 (für alle Mehlpreise kommen 0,50 Mark Frachtausgleich hinzu); Weizennachmehl 16,25; Weizenfuttermehl 12,50; Weizenkleie WXIII 10,40, W XVI 10,60; Roggen- fleie RXIII 9,60, R XV 9,84; Sojaschrot 13; Palm- kuchen 13,30; Erdnußkuchen 14,50; Treber 17,25 bis 17,35; Heu 11; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 3,75 bis 3,85. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3 Mark, gelbfleischige hiesige Gegend 2,90 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Okt. Auftrieb: Rinder 1415 (gegen 1385 am letzten Montagsmarkt) da- von 472 Ochsen, 137 Bullen, 449 Kühe und 357 Färsen. Dem Schlachthof direkt zugeführt: 3 Kühe. Kälber 472 (502), Schafe 87 (41), Schweine 4268 (3946). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen b) 35 bis 37, c) 31 bis 34, d) 27 bis 30. Bullen a) 35 bis 36, b) 33 bis 34, c) 30 bis 32, d) 25 bis 29. Kühe a) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 25 bis 31, d) 14 bis 24. Färsen a) 38, b) 34 bis 37, c) 30 bis 33, d) 25 bis 29. Kälber a) 48 bis 54, b) 41 bis 47, c) 35 bis 40, d) 26 bis 34. Lämmer und Hämmel b2) 35 bis 36, c) 31 bis 34. Schafe nicht notiert. Schweine al) 53, a2) 52 bis 53, b) 52 bis 53, c) 50 bis 53, d) 47 bis 52, gl) 48 bis 51, g2) 45 bis 47. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Rinder etwa 1 bis 2, gute Kälber bis 4, Hämmel um 1 bis 2 RM. an, Schweine blieben unverändert. Marktverlauf: Rinder mittelmäßig, geringer Ueberftanb. Kälber rege, ausverkauft. Schweine sehr rege, ausverkauft. Ueberftanb: 16 Rinber, bavon 8 Ochsen, 4 Kühe unb 4 Färsen. Großhanbelspreise für Fleisch- unb Fettwaren. Beschickung: 625 Viertel Rindfleisch, 72 ganze Kälber, 6 ganze Hämmel und 247 Schweinehälften. Preise für 50 Kilogramm in RM.: Ochsenfleisch b) 50 bis 60. Bullenfleisch b 54 bis 56. Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40. Färsenfleisch b 56 bis 60. Kalbfleisch b) 64 bis 68, c) 56 bis 62. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 73. Fettwaren: roher Speck unter 7 Zentimeter 80 bis 82, Flomen 90. Marktverlauf: lebhaft. Rundfunkprogramm. Mittwoch. 10. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen- spruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus bem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II, Johann Strauß. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: dreimal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 18: Was wollen wir eigentlich in der Stratosphäre? Ein Zwiegespräch. 18.20: Aus Zeit unb Leben. 18.45: Bunte Stunde. 19.45: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung. 20.35: Stunde der jungen Nation: „Rasse". 21: Chopin-Konzert. 21.30: Tanzmusik. Tanzkapelle Franz Hauck. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an^ Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M Sranhurt a.J-’i. Berlin Berlin .vransiui. u. JJI. Ben. ■jraihiuri a. JJi. «B* AS tur* börie 8. Oktober SÜ ey AS kurs börfe kurs [bgrfe 6.Oktober kurs börse börse' Datum 6-10. 8 10 6-10. 8-10 6-10. | 8-10- Datum 6-10. 6-10. 1 8-10 Dalum 95 95 93,5 92,65 99,75 j 100,20 100,65 99,5 27 27,75 27,13 95,25 95 95 95 93 93 93,25 93 92 94 106 106 104,25 93,75 ,65 93,5 93 93 93,65 93 94,5 93,9 95 94 94,25 94,25 94,25 29,25 29 O| 8, BI 64 94,25 101,75 o 0 0 0 0 0 .10 . 0 0 62,42 80,95 33,85 94,25 101,75 94,25 101,75 94,25 101,75 0 0 0 0 0 4 0 85,5 108,25 64,5 104,5 29,75 80,75 95,5 66,75 70 72 144 28,13 25,13 30 80,5 96 67,5 8 0 0 62,68 81,27 33,99 il 2,422 58,01 54,04 12,10 16,35 168,06 21,33 60,82 93,5 143 122,25 29,5 81 96 66,75 86 109 65,5 107 76,5 152 119,13 76,75 75,9 29,25 143 103,75 119,5 79,5 109,5 118,5 76 76,13 30,13 80 96 67,9 119 76,25 76 29,25 143,65 103,75 120 79,25 110 100 92,75 143 122,9 4% desgl. Serie II 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische veroinh. Rente .. 2 Ve.% Anatolier............... Ham burg°A merika-P aket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschtff........... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... 86 109,25 65,4 107 70 72 144,25 85,25 107,5 64,75 105,25 75,75 156 119,5 76,5 76 70,25 73 146,75 70,25 73 146,25 4,8 7,15 4,25 37,25 4,3 36,65 93,25 93,75 Grttzner Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker ....... . /r% Frankf. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbrtcfe....... 671% ehem. 4*/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergulsch. Verrechnungskurs.. Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Mansselder Bergbau .. Kokswerke........... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Vereinigte Stahlwerke. Otavt Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstcin L Koppel .. Leonhard Tietz...... Chade .............. Aecumulatoren-Fabrik Conti-Gummt....... Schultheis Pahenhofer 0 Aku ('Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................. 0 Zellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Gas .. Buderus 0 Deutsche Erdöl 4 Gelsenkirchener 0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Rohren •••••••• 0 Elektr. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Straft ............. 6 Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität 5 Schuckert L Co............... 5 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Co.............10 Schluß. L« fur<* börse 6-10- | 8-10 95,25 95,25 Amtliche Jloüerung Amtliche Notierung (Seit Briei Geld Brie> Buenos Aires 0,644 0,648 0,646 0,650 Brüssel----- 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,27 54,37 54,20 54,30 Danzig..... 81,18 81,34 81,20 81,36 London ..... 12,15 12,18 12,135 12,165 Helsingfors.. 5,365 5,375 5,36 5,37 Paris ...... 16,39 16,43 16,39 16,43 Holland .... 168,48 168,82 168,48 168,82 Italien..... 21,45 21,49 21,45 21,49 0,710 0,712 0,710 0,712 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo.....: 61,06 61,18 60,98 61,10 48-95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,03 11,05 11,015 11,035 Stockholm... 62,67 62,79 62,59 62,71 Schweiz .... 81,12 81,28 81,13 81,29 Spanien.... 33,97 34,03 33,99 34,05 10 37 10,39 10,37 10.39 Budapest ... Neuyork... 2,470 2,474 2,470 2,474 e Banknoten. - Berlin, 8 Oktober Geld Brief__ — 78,75 77,25 79 —— —— 97,75 98,4 50 50 49,9 50,13 232 230 233 230 91,5 90,75 91,25 90,4 42,75 43 42,75 43 13,13 13,25 13,4 13,25 120,5 120,25 120 120 — — 120 119 152 154 152 154 141,5 141,65 141,65 141.4 216 215 — — 92,25 93,25 92,65 93 40,9 41,5 41,25 41,5 86 85,9 86,5 85,75 81 82 82 82,25 117 - - 132,5 132,5 - _ _ 108,75 108,5 65,75 63,5 65,4 64,65 63,5 65 129 129 48 49 48,5 49 66,5 67,5 66,25 67 — —— 123,25 123,5 50,5 50,5 50,25 50,4 60,75 61,65 61,4 61,5 — —— 88,65 90,5 32,75 34,25 32,75 34 221,5 220 224 219 —— — 173 —-- 131 131,13 131 131,25 31 i ___________ I 30,75 I 30,5 78,75 79,25 - 190 I 190,5 1 190 I - ltt. 236 Drittes Blatt Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen)Dienstag, 9. Oktober (934 MM MlW. Roman von Gert Rothberq Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Ach, sieh mal an! Hübsch und toll! Wie niedlich! >as hat man schon von mir gesagt, wie ich ein ^hnjahriger Lümmel war. Und dabei scheint es nun jär immer bleiben zu sollen. Hübsch und toll! Natürlich, damit andere Leute was zum Lachen haben, f'ort liegt der Hase im Pfeffer, daß du es weißt. L der du? Ja, du! Du hast was an dir — Himmel- lnnnerwetter, wäre ich eine Frau, ich würde auch nicht wählen zwischen Arndt von Berken und dem ibernen Udo Bodenstein — kannst es mir glauben, rein Lieber." „Du bist ja verrückt." „Natürlich! Wenn einer schon mal zu einer klaren § elbsterkenntnis gekommen ist, dann ist er immer rrrüdt Er ist bloß ein hübscher, toller Kerl, wenn | r sich blödsinnig aufführt. Laß gut sein. Wozu mit t r streiten? Du hast recht mit allem, was du gesagt lost, und was du nicht gesagt hast, das stimmt auch, fcag lieber, was wir heute anfangen wollen! Fahren r ir ins Theater ober gehen wir in den Herderklub Oer ziehst du es vor, zu bummeln und uns dann ii^endwohin treiben zu lassen?" „Ich habe Briefe zu schreiben und würde oor- z«ehen, später unten im Speisesaal zu essen, Dieb dicht anschließend noch ein bißchen zu raudjen und eine gute Flasche zu trinken und dann zeitig schlafen 311 gehen. Dreiundzwanzig Uhr wird es trotzdem tierben." v , „Allmächtiger, wie bie Wickelkinber! Ich kann richt schlafen. Ich gehe bann eben allein." „Du bleibst mit hier unb schläfst bich aus. Morgen ooenb wirb es sicherlich sehr spät werben. „Gut, bann bleibe ich eben hier. Aber — na, es i: ja alles gleich Ich gehe also einstweilen em bißchen in bie Halle. Briefe habe ich kein, zu schrei- t:m. Sie sinb alle daheim froh, wenn sie von mir Nichts hören und sehen." Er machte sich an seinem Kleiberschrank zu schaffen, tmb Arnbt v^ 1 Berken ging zur Tür, buchte: ferner Kerl, bu! Du armer Kerl! Deine ganzen !nmmheiten unb Tollheiten entspringen ja nur enem einsamen Herzen. Als ob ich bas nicht schon Icmgft wüßte! — Noch ein paar launige Worte, bann ging Arndt n m Berken hinaus. Und der luftige Udo von Boden- m(.,n dachte: Siehst du, Muttel, seid bu starbst, hab' ici kein Zuhause mehr. Unb nun ist es boch recht gut, kft sich ber Arnbt ein bissel um mich kümmert. Sehr h t ist bas Unb wenn mir eines Tages ein liebes, ItHnes Ding in ben Weg läuft, bann werde ich es heiraten und ein braver, treuer Kerl werden. Was kommt denn schon bei dem ganzen Xrottelleben heraus? Nichts. Absolut nichts! Ueberhaupt dann nicht, wenn man so leichtsinnig ist wie ich. Der Arndt, ja der! Der weiß immer, was er will, der entgleist nicht. Der kann Abenteuer haben, so Diel er will. Aber er entgleist nicht, und das ist immer die Hauptsache. Aber ich? Na, es täf schon bitter not, wenn solch ein Mädel käme und mich ganz fest bei der Hand nähme. Und sagen würde: So, mein Bub, nun mal schön brav, sonst gibt’s was. Du wirst daheim bleiben, wir werden gemeinsam schaffen, und am Jahresende werden wir uns gemeinsam über das freuen, was wir geschafft haben. Und wenn dann noch zwei Kinderchen da wären, bann wäre bas Glück vollkommen! — Wirklich, er sehnte sich mit aller Macht nach einem gemütlichen Heim — er, ber tolle Bobenstein! Wenn bas seine Freunbe wüßten! Die kannten ihn ja alle nicht. Ihn kannte nur ganz genau Arnbt von Berken. Unb ber war ihm ja auch von allen ber liebste. Bobenstein zog sich an, ging bann in bie Halle hinunter, war zehn Minuten später schon wieber in seinem Fahrwasser unb liebäugelte mit einem hübschen Mäbel, bas sittsam neben Vater unb Mutter saß unb hinter einer Zeitung spitzbübisch hervorlugte. Bobenstein klemmte unternehmungslustig bas Monokel ein, unb nun entspann sich ein Flirt, ber nicht von Pappe war. Aber auf einmal kam bie sorgsame Mama bahinter Sie äugte scharf zu bem Missetäter herüber, gab ber Tochter einen Klaps, worauf bie hinter ber einen Seite ber Zeitung verschwanb unb hinter ber anbern wieber hervorlugte. Die Mama machte bem Missetäter Augen, in benen beutlich zu lesen war: Nicht mal in einem erstklassigen Hotel ist man vor solchen Lümmeln geschützt! Das las also Ubo in ben Augen biefer aufgebrachten Mama Dann horte er aber auch noch zum Ueberfluß bie Dame sagen: „Oskar, bu wirst bir ben Kerl bort brüben einmal oorbinben, aber orbentlich Ich gehe mit Else aufs Zimmer. Sie hat auch Augen gemacht; sie soll was erleben." Oskar schien kurzsichtig zu sein. Er blinzelte hierhin unb borthin, unb meinte bann: „Welchen meinst bu, liebes Annchen!" Annchen bezeichnete ihm genau ben Missetäter unb ging bann mit ber Tochter bavon. Letztere wagte nicht mehr herüberzusehen, was Ubo sehr bebauerte. Das Mäbel gefiel ihm wirklich. Allerliebst war sie. Unb es waren solch folibe Leute Gutsbesitzer sicherlich auch. Natürlich, es war ja bie Grüne Woche! Da kamen sie ja von überall her, diese Leute. Wenn es schief ging, traf er noch seinen Dater. Denn der alte Herr war auch immer zur Grünen Woche nach Berlin gefahren. Aber die Frau Stiefmama war da auch mit Puh! Ja, also er hatte einen direkten Heißhunger nach einem lieben Mädel, das der schönen Berani nicht im geringsten ähnelte! Soweit war er! Und er schaute noch immer bedauernd hinter ben beiben Damen her, als ein bicker, blonber Herr mit Brille sich an seinem Tische aufpflanzte, sich vor- stellte: „Gutsbesitzer Keller. Mein Herr, ich möchte Ihnen gern etwas sagen." „Ubo von Bobenstein. Stehe zu Diensten." „Bobenstein? Doch nicht ber einzige Sohn von Artur Bobenstein, ber auf Giesmar sitzt unb seinen Kohl baut?" „Derselbe, Herr Keller." „Nee, wie mich bas freut! Nee, aber so was! Sie gestatten boch, lieber Bobenstein?" „Bitte, lieber 5err Keller!" Die Herren saßen nach einer Stunbe noch beisammen, hatten sich eine Flasche Wein kommen lassen, rauchten unb waren kreuzfibel. I Der armen Else war inbessen broben eine saftige Ohrfeige verabreicht worben. Die junge Dame 1 meinte. Wo ihr boch ber Herr so sehr gefallen hatte, !unb sie hatte boch auch sonst noch nie nach einem Herrn gesehen. Die Mama stanb am Fenster unb sah verbrossen auf bie Straße hinunter. Unb um sie war j bie Ruhe bes vornehmen Hotels. Es klopfte. Ein Hotelboy. Er richtete aus: Eine Empfehlung von Herrn Keller, unb bie Damen möchten boch noch ein bißchen herunter« kommen. Es wäre so nett unten." „Danke! Wir können jetzt nicht kommen. Ich lasse jeboch Herrn Keller bitten, in einer halben Stunbe hier zu sein, ba wir Einkäufe besorgen müssen." „Jawohl, gnädige Frau." Die Tür schloß sich geräuschlos. Nach genau einer halben Stunbe kam Herr Keller. Mit weinseligen Augen blickte er seine Frau an. „Hast bu bem Frechen bie gebührenden Worte gesagt?" forschte sie streng. Du hattest bich mächtig geirrt, liebes Annchen. Der ist gar nicht frech. Das ist nämlich ber einzige Sohn meines Freunbes Bobenstein. Hm! Da siehst bu, wie man sich irren kann. Unb ich habe ihn für morgen eingelaben, sich uns ein bißchen anzuschließen. Aber morgen kann er nicht, er hat etwas anberes vor, unb kann da nicht mehr zurück, so gern er es auch täte. Nun geht er heute mit uns in ben Abmiralspalast. Ich lasse eben Karten besorgen Unb — ber Junge ist schwerreich! Unb er interessiert sich mächtig für unsere Else." Frau Anna Keller warf einen reuevollen Blick auf ihre Tochter. Aber bie Ohrfeige ließ sich leiber nicht mehr ungeschehen machen. Unb Else lachte ja auch schon wieder. „Wer konnte denn bas wissen", sagte Frau Keller ein bißchen verlegen. Weihe der ersten Marine-Eturmfabne ben Einheiten auf einen Tag zu einer Feier zusa menzufassen. Für ben Marine-Sturmbann Gieß Dießen ben Dekanen unb Nach ber Vereidigung beim gemeinsamen Gesang bes Horst-Wessel-Liebes. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) Mittagspause an ber Lahn. tät ober seinem Stellvertreter, ben Probekanen" ber Standarte 116, Obersturmbannführer Lutter, ber Standartenabjutant, Sturmbannführer Mün - ker, ber Führer bes SS.-Sturmdannes, SS.» Sturmführer H a i n b a ch, der Abjutant ber Motor- staffel I M 147, sowie weitere Vertreter ber SS. unb SA. erschienen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den obersten SA.-Führer Adolf Hitler schloß die Kameradschaftsfeier und damit dieser für den Marine-Sturmbann Gießen bedeutungsvollen Tag. Aus der proviuzialhaupisiadi. Die Verfassung der Hessischen Landesuniversiiät. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum veröffentlicht die nachstehende Bekanntmachung: Die Verfassung der Hessischen Landesuniversität Gießen vom 13. Oktober 1933 — Hessisches Regierungsblatt Nr. 27, Seite 223 — wird wie folgt geändert: In § 9, Satz 1, werden die Worte „dem Obmann der nationalsozialistischen Hochschullehrerschaft" gestrichen und durch die Worte „dem Führer der Dozentenschaft der Universität" ersetzt § 9, Satz 1, lautet nunmehr: „Der Senat besteht aus dem Rektor, dem Kanzler, dem Führer der Dozentenschaft der Universi- in der Turnhalle am Dsroalbsgarten zu einer eindrucksvollen Kameradschastsfeier. Sturmbannführer Mettenheimer begrüßte bie erschienenen SA.-Kameraben unb gab {einer Freube borüber Ausbruck, baß es zum ersten Male möglich sei, alle zum Gießener Marine-Sturmbann gehören« § 17, Satz 1, erhält vor bem Strichpunkt folgen» ben Zusatz: „unb ber Vertreter ber Dozentenschaft ber Universität," § 17, Satz 1, lautet nunmehr: „Mitglieber ber Fakultät sinb alle Professoren unb Privatbozenten biefer Fakultät unb ber Vertreter ber Dozentenschaft ber Universität; sie können insgesamt ober einzeln vom Dekan zur Beratung zugezogen werben." ißoriwtificn. — Tageskalenber f ü r Dienstag: Stadttheater, 20 Uhr bis 22.15 Uhr: „Krach um Vereidigung der GA -Männer des Marine-Gtunnvannes Gießen fahne einzustehen. Nach Verlesung ber Eibes- firmel burch ben Stanbortälteften Lutter sprachen bie Marine - SA. - Männer mit erhöbe«' ner Rechten ben Schwur: „I ch gelobe e s", ben sie anschließenb burch Berührung ber neugewechten i Fahne bekräftigten. In einer Ehrenpause, wäl)renb ber bie Kapelle bas Lieb vom guten Kameraben I spielte, gebuchte man der gefallenen Kameraden. Standartenführer Lutter ermahnte bann bie 23er» eibigten zur restlosen Erfüllung ber Pflichten bes SA'-Mannes unb ber befonberen Aufgaben, bie ber Marine-SA. als einer Sonberformation innerhalb ber SA. erwachsen. Die Marine-SA habe mit bie Aufgabe, im deutschen Volke die Liebe zur See, zum Meere wieder zu wecken und fördern. Die SA. wolle kein Waffenträger sein, sie sei Träger der nationalsozialistischen Idee. Wer sich in die SA. eingereiht, ber habe zum Ausbruck gebracht, baß er sich freiwillig für biefe Ibee einsetzen wolle, mit seinem ganzen Ich, wenn es fein müsse mit bem Leben. Wer sich empfinbungsgemäß zu unserer Ibee bekenne, ber brauche nur auf unseren Führer Abolf Hitler zu sehen und das Vorbilb nachzuleben, das er uns gibt. Mit einem breifachen Sieg-Heil auf ben obersten SA.-Führer unb Führer bes Deutschen Volkes, Abolf Hitler unb mit bem Horst-Wesfel- Linb fanb bie weihevolle Feier ihren Abschluß. An bie feierliche Einbringung bes Felbzeichens ber Stanbarte 116 im ©tanbcirtengebäube schloß sich ein Marsch bes Sturmbannes burch bie Straßen ber Stadt an, ber mit einem Vorbeimarsch ber Einheiten vor bem Führer bes Marine-Sturmbannes enbigte. Die Einheiten würben dann in den an der Lahn liegenden Standquartieren (Bootshaus des Vereins! Rudersport und Marine-Bootshaus) aus der Feld- i küche verpflegt und vereinigten sich am Nachmittag Am Sonntag fand die V e r e t b i g u n g ber zum Marine-Sturmbann Gießen gehörenden Einheiten, sowie die Weihe der ersten Ma- N e.St# rmfabne statt. Mit flottem Spiel bes Marine-Stürmbann-Musikzuges, zu bem ber Spielmannszug ber Stanbarte 116 getreten war, erfolgte kr Marsch nach bem Trieb. Auf bem Platz vor ber Volkshalle ließ ber Fiih- • er bes Marine-Sturmbannes Gießen, Oberscharführer Mettenheimer, zur Melbung an ben Be- eichsführer ber Gruppe Hessen ber Marine-SA., Obersturmführer D 0 ebel antreten, ber in Begleitung bes Marinebereichs-Funkreferenten, Sturmfüh- :ier von R 0 t s m a n n, erschienen war. Oer Führer der Standarte 116, Obersturmbannführer Lutter, «er in Begleitung bes Stanbartenabjutanten Sturmbannführers fünfer erschienen war, begrüßte so- . ann bie SA -Männer bes Marine-Sturmbannes i nb nahm in seiner Eigenschaft als Stanborts- illtester bie Weihe ber Sturmfahne mb bie Vereib igung der SA. - Män- • e r vor Der Führer der Standarte wies in f-iner Ansprache daraus hin, daß die Fahnen von i her das Wahrzeichen wehrhafter Männer gewesen j. ien; aber während die Fahnen früher oft pomp- hft ausgestattet gewesen, eine die andere über» hietenö, seien die Fahnen des Dritten Reiches, ism Wunsche des Führers entsprechend, alle gleich itnb einheitlich, weil wir ja alle in dem gleichen j ampfe um das einheitliche Ziel stünden. Standar- i nführer Lutter weihte sodann die erste Marine- Goturmfabne durch Berührung mit der Standarte 'N6 und übergab darauf die Sturmfahne mit der (rmahnung, stets voll und ganz für die Sturm- Habe die Feier eine besondere Bedeutung insofern, als die Weihe und die Verleihung der ersten Sturmfahne, die die erfte* Marine - Sturmfahne im Bereiche der Gruvpe Hessen überhaupt sei, wohl auch als eine Anerkennung ber in rund einem Jahre geleisteten Arbeit im Rahmen der gesamten SA. angesehen werden dürfe. Mit der Mahnung, die wahre SA.-Kameradschaft, wie sie die einzelnen Stürme schon immer pflegten, nun auch innerhalb bes Sturmbannes zu vertiefen, unb mit bem Wunsche, baß bie anwesenben SA.-Männer einige recht angenehme Stunben ber Kamerabschaft verleben möchten, schloß Sturmbannführer Mettenheimer seine Ansprache Den Hauptteil ber anschließenben Unterhaltung bestritt programmäßig ber Musikzug bes Marine- Sturmbannes unter Leitung von Musikzugführer Deuber. Die Darbietungen an schneibigen Märschen unb Ouvertüren, wie auch als Einlagen bie Tenorsolis, bie Post im Walbe u. a., würben von ben SA.-Kameraben mit begeistertem Beifall bebau kt Eine Ueberraschung boten bie unerwarteten Darbietungen eines „Schifferklavier"-Quartetts bes Marburger Sturmes und der kombinierten „Bord- Kapelle" des Limburger Sturmes, ferner die humoristischen Dorträge eines Aneghörigen des Wetzlarer Sturmes unb bie unter Begleitung ber Kapelle gezeigten Grotesk- unb Walzertänze eines Angehörigen bes Sturmes II Gießen, sowie bie vom Lehrsturm Gießen gebrachte „BüHnen-Attraktion", bei ber bie mitwirkenben Kameraben in humoristischer Weise mit sportlichen unb gymnastischen Darbietungen aufwarteten. Alle Vorführungen fanben großen ' Beifall Zu biefer Nachmittagsfeier, ber auch ber Marinebereichs - Funkreferent Stürmführer von i o t s m a n n beiwohnte, waren ferner ber Führer „Man sollte eben vorsichtiger sein. Unb es war gut von mir, baß ich nicht gleich wie ein Wüterich auf ben netten Kerl einbrang. Nett ist er nämlich wirklich." So! Die Sache war in Drbnung. Unb bie Kellers ließen bann ben Gatten unb Vater schlafen. Ihn in biefer fibelen Weinlaune mit in bie Geschäfte zu schleppen, war nicht angebracht. Er ulkte bann bie Leute an, unb manchmal hatte man ba noch ben schönsten Aerger. Also ließ man ihn hier gemütlich schlafen. Er war sowieso gewöhnt, am Nachmittag ein Nickerchen zu machen. Unb Mutter unb Tochter gingen allein. Am Abenb trat Ubo von Bobenstein zu seinem Freunbe Arnbt ins Zimmer. Fertig angezogen, im eleganten Abenbanzug. Arnbt lächelte. „Du bleibst also nicht mit baheim! Wohin, wenn man fragen barf?" „Mit meinen zukünftigen Schwiegereltern unb meiner zukünftigen Frau in ben Abmiralspalast." „Kannst bu beine Witze nicht morgen machen?" „Wieso Witze? Wenn ich bir sagen würbe: Bleib baheim, Freunberl, ich hab' was vor. Mich hat eine schöne Frau zum Tee geloben — bann würbest bu boch auch sofort Verstänbnis bafür haben. Warum jetzt nicht?" tat ber anbere beleibigt. Arnbt lächelte. „Dann erzähle kurz." „Kann ich nicht. Dauert zu lange. Ich erzähle bir morgen." „Soll ich mich anschließen? Das heißt, höflich unb freunbschaftlich bist bu gerabe nicht. Du hättest mich boch aufforbern können?" Ubo Bobenstein machte erschrockene Augen. „Um bes Himmels willen! Dich! Nein! Kann ich nicht! Die Mama würbe sofort feststellen, baß bis kleine Else boch eher bich zu nehmen hat als mich. Nichts zu machen! Dich kann ich nicht brauchen heute abenb. Du gefällst ber Mama bestimmt viel besser als ich, wenn sie uns nebeneinander sieht." „Du bist tatsächlich verrückt!" „Bloß verliebt." „Kann zuweilen auf eins herauskommen", sagte Arndt trocken. „Ich liebe ein kleines, blondes Mädel. Ganz unverdorben und süß ist sie. Einzige Tochter von Guts» besitzer Keller, ber mit seiner Familie hier mit im Hotel wohnt. Ich höbe solche Sehnsucht nach solibem Boben. Kann bu mich verstehen? Ich möchte 'raus aus allem, was mich bisher umgeben bat.* Arnbt trat zu bem Freunbe, sah ihm einbringlich in bie Augen, sagte: „Ubo, ist's auch keine bloße Laune? Mach bu nicht erst ein junges Menschenkinb unglücklich, wenn btt meinst, baß es nicht sestsitzt bei bir, bioses Solid« scin-Wollen!" (Fortsetzung folgt!) Ausruf zur Sammlung für das Mnierhilfswerk vom 10. bis 14. Oktober 1934. i vom 10. bis 14. Oktober 1934. ho sicher der Gießener Samslagfahrer begeben. l 9 An die Ortswarte freiwilligen Entschluß geschehen. Bisher seien in Spar- und Arbeitsgemeinschaft, die seit 1930 d C der bell d b d b( he M Dl iti D D Dc Ai „Kraft durch Freude", Orts- und Zellenwaller der DAF. Hört die Rede des Führers am 9. Oktober 1934, mittags 12 Llhr. Heil Hitler! Auch in diesem Iahr wird der Nationalsozialismus wieder ein großzügiges Winterhilfswerk durchführen, um den noch notleidenden Volksgenossen zu Helsen. Oie Winterhilfe ist auf dem Gedanken gegenseitiger Opferbereitschafi ausgebaut. Getreu dem nationalsozialistischen Grundsatz soll der Volksgenosse, der in Arbeit und Brot steht, seinem arbeitslosen notleidenden Bruder helfen, d.h. für ihn Opfer bringen. Im letzten Winter war die Opferbereitschafi des deutschen Volkes hervorragend. Jeder einzelne Volksgenosse hat bewiesen, daß er den Sinn der Volksgemeinschaft verstanden hat. In diesen Tagen hat der Führer wieder das ganze deutsche Volk zum Kampf gegen „Hunger und Kälte" aufgerufen. Wieder wird das deutsche Volk in einer Opfer« bereitschast ohnegleichen zu seinen bedürftigen Volksgenossen stehen, zu denen, die durch die Sünden und Fehler marxistischer-liberalistischer „Weltpolitiker" um Arbeit und Brot und dadurch in Not und Glend gekommen sind. Oer Führer weiß, daß wir ihm alle wieder folgen und ihm helfen werden, sein großes Werk zu vollenden. Und wir versprechen, ihm nachzusolgen. Denn ein Ideal kann die Menschheit wieder zusammensühren, das größer ist als das, das sie im Laufe der Iahrzehnte auseinandergeführt hat: Oer Geist -er nationalsozialistischen Volksgemeinschaft! Deshalb: Auf zur Tat! Gebt alle zur ersten Straßensammlung in der Zeit Die Gießener DAK. in Wiesbaden Erinnerungen an das Landestreffen. NSDAP. Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Gießen gez. K l ö ß, Kreisamtsleiter. gez. H a i n b a ch, stellv. Kreisamtsleiter. stehe, schon 1400 Sparverträge abgeschlossen worden. Der Sparfonds belaufe sich bereits auf 350 000 Mark. Neben der rein wirtschaftlichen Förderung soll den jungen Mitgliedern die Möglichkeit gegeben werden, sich' in ihrem Können weiter auszubilden. Aeltere Kollegen würden sich für die Bildungsarbeit gerne zur Verfügung stellen. Die „Spara" soll übrigens nicht lediglich eine Angelegenheit der Edeka, sondern ein Kind des gesamten Berufsstandes sein. Die Jugend aber werde sich ihre Zukunft erkämpfen müssen, die Spara werde ihr wertvolles Hilfsmittel im Kampfe sein. Eines Tages werde nicht mehr vom „Krämer" die Rede sein, sondern der Kaufmann werde wieder ein „königlicher Kaufmann" sein, wenn alle Berufsangehörigen ihren Beruf nicht nur als eine Arbeitsgelegenheit, sondern als Berufung und ethische Mission auffassen. Der Redner fand für seine Ausführungen lebhaften Beifall. Nach einer kurzen Aussprache wurde die Ortsgruppe Gießen der Spar- und Arbeitsgemeinschaft der Jungkaufleute gegründet, der nahezu alle anwesenden Jüngkaufleute beitraten. Herr Maternus gab im Auftrag der Edeka Gießen bekannt, daß die Genossenschaft für die Bestreitung der ersten Ausgaben der Arbeitsgemein- ** G o l d e n e H o ch z e i t. Der Feldpolizeimeistek i. R. Theodor Kliff müll er und seine Ehefrau Anna, geb. Friedrich, Steinstraße 42, II., können am Freitag, 12. Oktober, in völliger geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Das Jubelpaar ist außerdem seit 50 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Eine Achtzigjährige. Frau Marie Krombach Wwe., Kaplansgasse 25, kann am morgigen Mittwoch in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern. ** Eine Sechsundachtzigjährige. Am morgigen Mittwoch, 10. Oktober, feiert Frau Katharina Hahn Wwe., Schiffenberger Weg 39, in geistiger und körperlicher Frische ihren 86. Geburtstag. Die Jubilarin wohnt seit 30 Jahren im gleichen Hause und ist, ebenfalls seit 30 Jghren, treue Leserin des Gießener Anzeigers. ** Auf gehobene Straßensperren. Auf der Provinzialstraßenstrecke Klein-Linden — Dutenhofen und in den Ortsdurchfahrten von Klein- Linden, Grohen-Linden, Lang-Göns, Nieder-Weisel, Nieder-Mörlen, Ober-Wöllstadt und Kloppenheim sind die Straßensperren wieder aufgehoben worden. In Kirch-Göns und Pohl-Göns besteht die Orts» durchsahrtensperre vorläufig noch weiter. ** Den Arm gebrochen. Der achtjährige Sohn des Arbeiters L e u n i n g , Wolkengasse 17, kam dieser Tage so unglücklich zu Fall, daß er einen Bruch des linken Armes erlitt und in ärztliche Behandlung gegeben werden muhte. ♦* Praktische Vogelhege im Obstbcu trägt bekanntlich viel zur Verminderung von Schad- lingen bei, wenn sie sachgemäß betrieben wird. Die beste Zeit, damit zu beginnen, ist der Herbst. Sn den jetzt ausgehängten Nistkasten suchen die gesellig umherstreifenden Meisenarten Unterschlupf gegen die Unbilden des Winters, und noch im Herbst beginnende Notfütterung hält sie fest, wo man ihrer Hilfe am dringlichsten bedarf. Wo sie aber den Winter hindurch solchen Schutz und Ernährung finden, bleiben sie gern auch Sommers über zum Brüten und vertilgen dann bei der Aufzucht der Jungen Insekten in erheblicher Zahl. Unsere Wirtschaftslage verlangt Dogelhege durch Selbsthilfe. Hierüber erteilt kostenlos nähere Auskunft gegen Einsendung des einfachen Briefportos die Haupt- stelle für Pflanzenschutz, Gießen, Senckenbergstr. 17. schäft einen Betrag von 50 Mark zur Verfügung stelle. Als Obmann für die Ortsgruppe wurde Hert Z e l z e r bestimmt. Bereits in der kommenden Woche soll mit der Arbeit begonnen werden. Gießener Wochrnmarktpreise. * Gießen, 9. Okt. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 9 bis 10, (inländische, Kühlhaus) 9 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15 Pf., der Zentner 7 bis 9 Mark, Weißkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 5 bis 6 Mark, Rotkraut, das Pfund 12 bis 15 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15, (gelb) 15, Unterkohlrabi 8 bis 10, Rosen- kohl 30, Feldsalat 80, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 6 bis 8, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 35, Kartoffeln, das Pfund 4'/- Pf., der Zentner 4 Mark, Preiselbeeren, das Pfund 35 Pf. Aepfel, das Pfund 7 bis 15 Pf., der Zentner 8 bis 14 Mark, Birnen, das Pfund 8 bis 15 Pf., Zwetschen 15, Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 80 bis 85, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf. den, zum Teil mit ihren Angehörigen, begaben sich zunächst zu ihrem Standquartier, um hier die Quartierscheine in Empfang zu nehmen: jeder Teilnehmer wurde gut untergebracht. Wiesbaden stand im Flaggenschmuck. Man hatte alles getan, um den Gästen einen würdigen Empfang zu bereiten. Das Landestreffen wurde eröffnet mit einem Amtswalterappell der Kreiswalter der DAF. und der NS.-Hago. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete einen Kameradschaftsabend. Im übrigen war das Programm des Tages sehr reichhaltig und stand zur freien Auswahl der Gäste. 3n Gruppen zogen die Gießener durch die Straßen; die eine zum Kurhaus, die andere zum Volksfest, eine andere ins „Paulinen- fchlößchen". Großer Bunter Abend des Reichssenders Frankfurt unter Mitwirkung des Landes-Sinfonie-Orchesters. Der Sonntag nahm schon zu früher Morgenstunde mit der Durchfahrt der Sonderzüge auf dem Gießener Bahnhof seinen Anfang. Die M u - sikkapelle der HI. war mit einem der ersten Sonderzüge nach Wiesbaden befördert worden. Der Haupttransport erfolgte jedoch mit dem Sonderzug um 4.04 Uhr. Durch die dunklen Straßen unserer Stadt eilten die Fahrtteilnehmer zum Bahnhof. Trotz der frühen Morgenstunde hatte schon lange vor Abfahrt des Zuges eine große Menschenmenge auf dem Bahnsteig Aufstellung genommen, die in disziplinierter Ordnung sich auf die vorhandenen Plätze verteilte, und ohne jede Störung verließ pünktlich zur festgesetzten Minute der lange Sonderzug den Bahnhof Gießen. Gegen 7 Uhr traf man in Wiesbaden ein.. Hier herrschte schon reges Treiben. Aus anderen Teilen des Gaues waren bereits verschiedene Kreise eingetroffen, die singend durch die Straßen zogen, ihrem Standquartier au. Unter Vorantritt einer Musikkapelle setzte sich Iber kreis Gießen, in Zwölferreihen gegliedert, ebenfalls in Bewegung, um zu seinem Standquartier an der Luisenstrahe zu gelangen, hier- Jolanthe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Polar- ftürme". . . , — Die Dortragsverelnigung (Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein und Deutsche Angestelltenschaft) bittet uns, an dieser Stelle nochmals auf den morgen Abend in der Neuen Aula stattfindenden Lichtbildervortrag von Hans Helfritz Das Chikago der Wüste" hinzuweisen. (Siehe heutige Anzeige!) NSDAP., Amt für Beamte. Kreis Gießen. Schulungsveranstaltung des RDB., Kreis Gießen, am Freitag, 12. Oktober, um 20 Uhr, im Cafe Leib. Es spricht Kreisbeamtenschulungsleiter Pg. G. Ulrich über: „Von Rousseau zu Hitle r". Vollzähliges Erscheinen der Barnten im Kreis Gießen wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Ich weise darauf hin, daß durch ministerielle Verfügung den Beamten, gleichgültig, ob sie dem RDB. angehören oder nicht, die Teilnahme an den Schulungsveranstaltungen zur Pflicht gemacht worden ist. Fachschaftsfahnen sind mitzubringen. Gäste willkommen. Heil Hitler! Gez. Heß, Amtsleiter. F. d. R.: Ulrich, Kreisbeamtenschulungsleiter. NSDAP. - Amt für Volkswohlfahrt. Kreisamtsleitung Gießen. An sämtliche Ortsgruppen- und Stühpunktamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen. Die Ortsgruppen- und Stützpunktamtsleiter werden hiermit ersucht, für die am Mittwoch, 10. Oktober, beginnende Sammelaktion, dis Abzeichen hier in Empfang zu nehmen. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Sachen bis spätestens Mittwoch morgen abgeholt sein müssen. Heil Hitler! F. d. R. W. H a i n b a ch, gez.: Kloß, stellv. Kreisamtsleiter. Kreisamtsleiter. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Eine Ortsgruppen - Mitglieder - Versammlung für die Angehörigen aller Organisationen der Ortsgruppe Giehen-Süd findet am kommenden Samstag, 13. Oktober, 20.30 Uhr, im großen Saale des Studentenhauses statt. Kreispropagandaleiter Pg. Schmelz spricht über „Das Erlebnis von Nürnberg". Zu der Versammlung werden die Mitglieder aller Unterorganisationen der Ortsgruppe erwartet. Die NS.-Frauen schäft Gießen-Ost hat am nächsten Donnerstag, 11. Oktober, 20.15 Uhr, im Schützenhaus ihren Ortsgruppenabend. Liederbücher sind mitzubringen. Von der NS. - Frauenschaft Gießen- Mitte wird darauf hingewiesen, daß die Sprechstunde von jetzt ab jeden Dienstag von 18 bis 19 Uhr in der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, statt- findet. Das H i l s s w e r k „Mutter und Kind" der Ortsgruppe Mitte hält die Sprechstunde an jedem Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im gleichen Geschäftszimmer ab. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Dinge des täglichen Gebrauchs unter einem großen Aufwand von Worten und demonstrativen Versuchen ausgebvten werden. An den großen Zuckerbuden stehen die Kinder mit begehrlichen Blicken und stets ist die Freude groß, wenn Vater oder Mutter den Geldbeutel zücken. Ständig sind auch jene kleinen fliegenden Stände umlagert, an denen es die bunten Luftballons gibt und die kleinen Puppen, Affen und Neger, an einem Gummifaden befestigt, verkauft werden. Diese Scherzartikel erfreuen sich seit Jahrzehnten bei jung und alt einer uneingeschränkten Beliebtheit. Allgemein groß ist die mit Bedauern seltsam gemischte Schadenfreude, wenn sich einer der prallen bunten Ballons in die Luft erhebt, und bald dem Blickfeld entschwindet. Es bedarf kaum einer besonderen Erwähnung, daß auch wieder viele Schaugeschäfte, Karussells usw. das Bild beleben. Die Wasserrutschbahn hat es besonders der Jugend angetan. Sie umlagert in großen Scharen das Wasserbecken, aus dem immer wieder hohe, breite Wasserfahnen emporgejagt werden, wenn einer der Wagen aus stattlicher Höhe in die Wasserbahn gleitet. Das russische Rad ift stark frequentiert und auch der kleine Affenzirkus, der auf dem Messeplatz seine bescheidene aber völlig ausreichende Arena aufgebaut hat, findet lebhaften Zuspruch. Die Glücksbude, an der man die bunten Pudel gewinnen kann und, wenn es hoch kommt, auch einen kleinen Geschenkkorb, ist stets von einer großen Jnteressentenschar belagert, und jeder einzelne möchte nur allzugerne seine Nummer aus- gerufen hören. Schießbude, Kasperltheater, Eispaläste, Bratwurststand, eine lustige Radrennbahn und was es dergleichen auf Messen mehr gibt, runden das bunte Bild. Die Herbstmesse war am Sonntag außerordentlich stark besucht und auch am gestrigen Montag nahmen viele Einwohner unserer Stadt und der Umgebung Gelegenheit, mit Kind und Kegel die Messe zu vesuchen. Das Wetter ist den Geschäftsleuten auf Oswalsgarten bisher günstig gewesen. Unberufen! Toi, toi, toi... Durch Selbsthilfe zur Selbständigkeit. Gestern abend fand im Kaufmännischen Vereinshaus auf Veranlassung der Edeka-Großhandels e. G. m. b. H. Gießen eine Versammlung statt, zu der sich neben den Mitgliedern der Genossenschaft auch eine Anzahl junger kaufmännischer Angestellter eingefunden hatten, für die diese Versammlung von besonderer Bedeutung war. Herr Maternus eröffnete die Versammlung und erteilte sofort dem Referenten, dem Bezirksobmann der Spar- und Arbeitsgemeinschaft der Jungkaufleute des Kolonialwaren- und Feinkost-Einzelhandels e. V., Herrn Jäger- Frankfurt a. M., das Wort. Der Redner führte u. a. aus, wie sehr gerade in der Branche des Kolonialwaren- und des Feinkost- Einzelhandels der Existenzkampf für den Einzelnen schwer geworden sei, nachdem sich die großkapitalistischen Unternehmungen auch im Einzelhandel breit machten und dem Einzelhändler die Existenzbasis immer mehr schmälerten. Die Gefahren, die dem Berufsstand drohten seien aber gerade noch rechtzeitig erkannt worden. Der wirtschaftliche Zusammenschluß in der Edeka sei vorbildlich in seiner Organisation und diese Organisation sei zum Rückgrat ihrer Angehörigen geworden. Notwendig sei aber jetzt vor allem die Lösung des Nachwuchsproblems. Hier mußte ebenfalls zur Selbsthilfe geschritten werden. Es gelte, dem fähigen Nachwuchs im Kaufmannsgehilfenstande den Weg zur Selbständitz- keit zu ebnen. Die Edeka habe auch hier die Initiative ergriffen und die Spar- und Arbeitsgemein- jchaft der Jungkaufleute geschaffen. Der Redner gab sodann im einzelnen die Bedingungen über die Zugehörigkeit zu dieser Sparund Arbeitsgemeinschaft bekannt. Er betonte, daß jungen Leuten, die hohe berufliche Kenntnisse und auch die notwendigen menschlichen Qualitäten aufzuweisen hätten, die Gelegenheit durch diese Sparund Arbeitsgemeinschaft gegeben werde, eines Tages ein Geschäft zu übernehmen, Darlehen auf Grund ihrer bisherigen Spartätigkeit zu erhalten und sich damit selbständig zu machen. Bestimmend für die Kreditgabe (durch die Edekabank) sei der Wert der Persönlichkeit. Gleichzeitig solle erreicht werden, daß dem Berufe auf diese Weise fremde Elemente ferne gehalten würden. Neue Geschäfte sollten aber nicht eröffnet werden. Der Beitritt zur Spar- und Arbeitsgemeinschaft sollte nur aus dem nach und nach fanden sich auch die anderen ein, und bald gab es überall ein frohes Begrüßen und herzliches Händeschütteln. Nachdem für das leibliche Wohl gesorgt und dec Zeitpunkt des Anmarsches zum Festplatz gekommen war, nahm man wiederum in Zwölferreihen Ausstellung. In guter Ordnung, unter Vorantritt der HJ.-Musikkapelle, setzte sich der stattliche Zug in Bewegung. Beim Eintreffen auf dem Festplatz hatten die Teilnehmer des Kreises Gießen besonderes Glück. Gießen nahm in unmittelbarer Nähe der Festtribüne Aufstellung. Diele Teilnehmer hatten somit den Vorzug, den Anmarsch der Fahnengruppen aus nächster Nähe zu sehen und auch die Vorgänge auf der Tribüne deutlich beobachten zu können. Nach dec Kundgebung auf dem Wiesbadener Exerzierplatz begab man sich ins Standquartier zurück, wo gegen Zahlung einer kleinen Gebühr ein vorzügliches Eintopfgericht verabreicht wurde. Zwanglos faßen dir Gießener Volksgenossen und die Kameraden aus dem Kreise zusammen, jeder eifrig bemüht, seine Riesenportion zu vertilgen und damit den mächtigen Hunger, der sich wohl bei jedem inzwischen eingestellt hatte, zu bannen. Kreisbetriebszellenwaltec Wagner und sein Stellvertreter Hahn, Abordnungen der HI. und des BdM., saßen ebenfalls vor ihren Pappschüsseln und ließen es sich gut schmecken. Die Musikkapelle der HI. machte die Tafelmusik und fand reichen Beifall. Der Nachmiltag war den Sehenswürdigkeiten der schönen Stadt gewidmet. Die herrlichen Baudenkmäler, das schöne Kurhaus, der Koch- brunnen und der Neroberg waren das Ziel vieler Gießener. Aber auch Biebrich, Mainz und die Umgebung wurden viel besucht. Jeder fand das für ihn Interessanteste, und allenthalben sah man nur fröhliche Menschen. Der Abend brachte wiederum zahlreiche lieber- raschunqen und Anregungen. Es war wirklich etams i los in Wiesbaden. Die Stadt der „eleganten Welt von gestern hatte allen Volksgenossen im Reiche Ü)re Tore geöffnet, Feuerwerk, Volksfest und PaulineN' schlößchen waren die Hauptanziehungspunkte für ine Gießener: mancher vermochte sich aber nicht von dem gemütlichen bayerischen Oktoberfest zu trennen und erst in später Abendstunde kam er zu dem Eiw schluß, jetzt endlich doch zum Bahnhof zu Hier fand sich denn nach und nach auch alles