Irj57 Erster Blatt Jahrgang Montag, Muli MH l cscheint täglich, außer onntags und Feiertags eilagen: Die Illustrierte !iehener Familienblätter eimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: ! lit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 { ustellgebühr .. „ -.25 ' uch bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern nfolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe nter Sammelnummer 2251 lnschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: irantfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitalsvuch- und ZteindruSerei R.Lange in Giehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ein Friedensappell an die Frontkämpfer aller Welt. )er Stellvertreter des Führers an die Krontkameraden hüben und drüben. — Das deutsche Volk wird, wenn es angefallen trd, kämpfen, wie nie ein Volk um feine Freiheit kämpfte, aber der deutsche Frontsoldat und das Kabinett der Frontkämpfer in Deutschland wollen ehrlich Frieden und Verständigung mit allen Völkern. Königsberg, 8. Juli. (DNB.) Der Gaupartei- icg in Königsberg wurde am Samstag eröffnet mit nem Treffen der alten Garde der iSDAP. im Tiergarten. Kurz vor 18 Uhr traf auleiter Oberpräsident Koch im Tiergarten ein. ! n einer längeren Ansprache führte er u. a. aus, in en letzten Tagen hätten«Verbrecher und Meuterer ersucht, die Einheit zu zerschlagen. Er kenne k e i- en Unterschied zwischen SA., SS. und ; O. Der Ehrenschild der alten Garde sei blank. Als r an jenem Samstag mit dem Führer telephonisch esprochen habe, da habe er ihm erklären können: Ueber Ostpreußen brauchen wir nicht zu diskutie- t-n; dafür garantiert schon die alte Garde". Der Sonntagmorgen begann mit einem A u f - tiarsch und Gauappell in Zögershof. Etwa TOGO PO., HI. und Arbeitsdienst, dazu Flieger _nb ein Ehrensturmbann der SS. waren auf dem ^iesengelände vor der hohen Tribüne aufmarschiert. !»er Stellvertreter des Führers Reichs- «inisterRudolfHeß schritt in Begleitung des Bauleiters und der Führer der SA.-Obergruppe ^mrd des SS.-Oberabfchnittes die Fronten ab. Ju- t«lnd begrüßt bestieg er dann die Tribüne, von der * cus er eine Ansprache hielt, in der er u. a. erklärte, is sei auch die Meinung maßgeblicher Männer des Auslandes, daß Adolf Hitler am 30. Juni einen Krieg, vielleicht einen europäischen Lrieg, verhindert hat. Und es fei weiter I cher, daß die Entwicklung Deutschlands hingeführt Hätte letzten Endes zum Bolschewismus. jEs sei weiter möglich, und das möchten sich die i Staatsmänner der anderen Länder merken, daß die- i|er Bolschewismus nicht Halt gemacht hätte in d e r Grenze Deutschlands. Wir müßten unserem Führer danken, daß er durch sein männliches und soldatisches Handeln im rechten, vielleicht im letzten Augenblick all dies Unglück verhindert habe. Unser Dank solle noch mehr als b isher die Treue fein. Treue heiße Disziplin «nd Gehorsam. Wir hätten immer gesehen, wie ter Führer trotz unseres Zweifels letzthin recht be- h-alten habe. Am Nachmittag fand im Großen Schlageterhaus her Gaukongreß der politischen Leiter, HJ- Führer und Führer des NS.-Arbeitsdienstes Gau Ostpreußen statt. Nach kurzen Eröffnungsworten äes Gauleiters sprach der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß iaor den ostpreußischen Parteigenossen und über alle deutschen Sender. In seiner bedeutsamen Rede führte er u. a. aus: Sie alle wissen, daß es erst wenige Tage her ist, daß der Führer einen großen Entschluß in Härte und Energie durchführen mußte, um Deutschland und die nationalsozialistische Bewegung im letzten Augenblick vor Meuterern zu retten. Dor Meuterern, die beinahe schwerstes Unglück für Deutschland heraufbeschworen hätten. Der Tod der Rädelsführer hat den Kampf von Dolksgenossssen mit Volksgenossen verhindert. — E r war nötig, um des Lebens von Tausenden, wenn nicht Zehntausenden bester Deutscher willen, unter denen vielleicht sogar Frauen und Kinder gewesen wären. Der Führer war noch größer als die Größe der Gefahr. Mit der geplanten Revolte hatte der Stamm der alten SA. - Männer, durch deren Opfer und Mut die nationalsozialistische Bewegung groß geworden ist, überhaupt nichts zu tun. — Es war vielleicht nur eine kleine Schicht oberer Führer und reaktionärer intellektueller Urheber und Drahtzieher des Verrats. Der alte SA.2Nann wird feinen Dienst weiter unantastbar und treu für Führer und Volk leisten, wie bisher? Und ich warne mit derselben Schärfe, mit der ich mit meiner Kölner Rede dis nunmehr beseitigten Spieler mit dem Gedanken einer zweiten Revolution gewarnt habe', alle diejenigen, die glauben, sie könnten heute die SA. diffamieren? Als alter SM.* Führer muß ich mich schützend vor meine Kameraden in der S A., die einst mit die Träger des schweren Kampfes waren, stellen! So treu wie der alte SA.Wanu zum Führer sieht, steht der Führer zu seinen alten SA.-2Nännern. Der Führer hat die Schuldigen bestraft. Unser Verhältnis zur SA. Ist damit wieder das alte. Die SA. ist ein Teil der großen gemeinsamen Bewegung und genießt die gleiche Achtung, die wir jedem Teil unserer Bewegung entgegenbringen. Es hüte sich jeder, auch nur aus Ueberhebung auf einen SA.-2Nann herabzufehen. Ls hüte sich jeder, auch nur aus Leichtfertigkeit einen SA.- 2Hann mit den Verrätern gleichzuftellen: Der Führer hat gezeigt, daß er hart fein kann. Ls gibt nur einen TNaßsiab für die Wertung aller, die für Deutschland und die NSDAP. Dienst tun. — Das ist die hingabe, mit der der einzelne seine Pflicht in Treue und Disziplin erfüllt. Rudolf Heß gab bann einen chronologischen lieber» blick über bie Ereignisse in München unb Wiessee unb fuhr anschliehenb fort: Meine Parteigenossen! Nur ein Mensch mit solbatischer Energie konnte bie Leistung vollbringen, bie ber Führer am 30. Juni vollbracht hat. Nur ein solbatischer Mensch, ber keine Rücksicht kennt auf sich selbst unb zuerst von sich bie oberste Solbatentugenb verlangt, bie Disziplin, hat bie Kraft zu solcher Tat. Unser Volk hat bas Glück, heute vorwiegenb von Frontkämpfern geführt zu sein, von Frontkämpfern, welche bie Tugenben ber Front übertragen auf bie Staatsführung, bie ben Neubau bes Reiches errichten aus b e m Geiste ber Front heraus. Denn ber Geist ber Front war es, ber ben Nationalsozialismus schuf. In ber Front brachen angesichts bes alle bebrohenben Tabes Begriffe wie Stanbesbünkel unb Klassenbewußt- sein zusammen. In ber Front stieg bie über jebem Einzelschicksal stehenbe Sch i ck s a l sg eme inschaft riesengroß vor aller Augen auf. Aber noch eins stieg auf in dem Frontkämpfer bei aller (Erbitterung und aller Rücksichtslosigkeit des Kampfes: Das Gefühl einer gewissen inneren Verbundenheit mildem Frontkämpfer drüben jenseits des Niemandslandes, der glei- Der Widerhall im Ausland. Paris, 9. Juli. (DNB.-Funkfpruch.) Die Pariser Morgenpresse widmet ber großen Rebe bes Stellvertreters bes Führers Rubolf Heß breitesten Raum unb unterstreicht babei in erster Linie bie Ausführungen, bie bireft an bie Adresse Frankreichs gerichtet sind. Der „M a t i n" stellt fest, baß Rudolf Hetz zu ben über le gen» ft e n Führern bes neuen Deutschlanb gehöre, ber sich stets sehr zurückgehalten habe. Seine Ausführungen seien bebeutjam, weil sie viele Gebauten enthielten, von benen man annehmen könne, baß sie vorher grünblich mit b e m Führer burchgesprochen worben seien. Die französische Öffentlichkeit werbe sicher überrascht sein, nach ben Ereignissen vom 30. Juni plötzlich ben Bemühungen eines so vernünftigen außenpolitischen Aufbaues gegenüberzustehen. — „Echo be Paris" behauptet, baß sich an ben außenpolitischen Forberungen bes Reichskanzlers nichts geänbert habe, unterstreicht aber auch ben Aufruf an alle ehemaligen Frontkämpfer unb bie befonbere Hervorhebung ber französischen Kriegsteilnehmer. „Q u o t i b i e n " erklärt ben Aufruf an bie französischen Frontkämpfer als „verspäteten Pazifismus". Der rechtsftehenbe „Jour" warnt roieber einmal vor einem „politischen Manöver" ber beut- schen Regierung. Das Blatt möchte offenbar gern aus ben Worten an bie französischen Frontkämpfer eine Spekulation auf bie Gegensätze in ber französischen Innenpolitik konstruieren. Weiter führt bann ber Artikel aus: Kein Franzose weigere sich, biefe bewegten Worte anzuhören. Man erkenne auch in Frankreich ben moralischen Wert unb bie geschichtliche Bebeutung an, bie eine beutsch-französische Verstänbigung haben würbe. Man sei höchstens etwas enttäuscht, baß Heß ben Wert unb bie Bebeutung biefer Verstänbigung zu einer Sache von Pfennigen mache, inbem er erklärte, baß jeber Franzose unb jeber Deutsche aus einer solchen Verstänbigung ein erhöhtes Einkommen ziehen würbe. In Deutschlanb werbe immer wieber vergessen, baß man Frankreich nicht von ben Vorteilen einer Verstänbigung überzeugen müsse, fonbern bavon, baß eine solche Verstänbigung möglich sei. Deutschlanb müsse bas Vertrauen Frankreichs gewinnen. Heß fei bas noch nicht ganz gelungen. — „Excelfior" vertritt bie Ansicht, baß bie Rebe als Vorbote einer Aenberung ber Außenpolitik bes Reiches angesehen werben müsse. Man habe ben Einbruck, als ob biefer erste Schritt, ber in krassem Gegensatz zu ben letzten Angriffen gegen Frankreich stehe, als Auftakt für genauere Vorschläge anzusehen sei. Erste englische Stimmen. L o n b o n, 9. Juli (Funkspruch.) Die Rebe des Stellvertreters bes Führers Rubolf Heß in Königsberg finbet in ber englischen Presse allergrößte Beachtung. „Nationalsozialistische Aufforberung an bie Frontsolbaten ber Welt" und „Friedensangebot an Frankreich" lauten die Ueberschristen des „Daily Telegraf". — Die „Daily Mail" meldet: „Herr Heß setzte sich energisch für eine Einigung mit Frankreich ein, indem er sich auf die Tatsache berief, daß die Frontfolda- ten aller Länder den Frieden wün- s ch e n". Besonders beachtet werden die Aeußerun-, gen des Stellvertreters des Führers über Deuts ch- (anbs Verteidigungswillen gegen einen feindlichen Einfall, die als „W arnung an Frankreich" gedeutet werden. Die Blätter heben den ungeheuren Beifall hervor, mit dem diese Worte wie auch anderseits die Friedensaufforderung an Frankreich ausgenommen wurden. — Die „Times" sagt, bie Rebe von Heß sei bas Ereignis bes Tages unb roibmet ihr zwei Spalten bes Mittelblattes unter ber Ueberfchrift „Die Solbaten unb ber Friebe n". Das Blatt hebt hervor, baß bie Rebe mit einem zünbenben Appell für ben Frieben enbete. Eine klare Entscheidung vertagt. Wie siehen Kriegsteilnehmer und Aeusozialisien zum Kabinett Doumergue? Paris, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Tagung des Nationalrates ber Spitzenorganisation ber Kriegskeilnehrnerverbänbe würbe am Sonntag abenb abgeschlossen, ohne baß eine ber beiben hauptsächlichsten Fragen in klarer Form ent- schieben worben ist. Es handelte sich ursprünglich darum, festzustellen, ob ber Pensionsmini- fter Rivollet, der Vertreter ber Kriegsteilnehmer im Ministerium, tn ber Regierung bleiben solle ober nicht. Letzterer Beschluß hätte automatisch ein Mißtrauens- votum für die Regierung nach sich gezogen. Nach langatmiger Aussprache mürbe aber weder be reine noch ber anbere Beschluß gefaßt, sondern man einigte sich auf eine neutrale Formel, in ber bem Pensionsminister das volle Vertrauen ber Kriegsteilnehmer ausgesprochen wirb, ohne bie Frage seines Verbleibens m ber Regierung überhaupt zu berühren. Die ehemaligen Kriegsteilnehmer haben ferner eine Entschließung angenommen, in ber sie feststellten, bie bi e Regierung ihr Versprechen nicht ein» aelöft habe. Gleichzeitig wird ber Hoffnung Ausdruck gegeben, daß bas Versäumte u n v e r ^u g - lieb nachaeholt werbe. Sm übrigen ifl non ber gr°ßen Mehrheit der Wunsch ausgesprochen worden, baß sich die Mitglieder der Kriegsteilnehmervereinigung über ihre eigenen politischen Ansichten Hinwegsetzen müßten, um sich ganz in ben Dienst ber Forderungen ber Kriegsteilnehmer zu stellen. Dieser Wunsch ist durch die verschiedenen politischen Richtungen begründet, bie im Schoße ber Spitzenorganisation selbst vorhanden sinb. Der Pensionsminister, der auf ber Tagung erscheinen sollte, um eine bebeutenbe Erklärung der Regierung an bie Kriegsteilnehmer zu verlesen, ist plötzlich erkrankt unb mußte von seinem Vorhaben absehen. Während der ganzen Verhand» lungsbauer herrschte eine gespannte Stimmung, bie sich in mehr ober weniger scharfen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der linksgerichteten U n i o n F e b e r a l e und der mehr rechtsstehenben Union Nationale ausdrückte. Der Zentralrat ber sozialistischen Partei Frankreichs, b. h. ber N e u s o z i a l i st e n. hielt am Sonntag eine Sitzung ab, bie insofern eine gewisse Ähnlichkeit mit ber Tagung ber Kriegsteil- nehrnerverbänbe hatte, als es sich auch hier barum hanbelte, festzustellen, ob bie Mitarbeit bes Arbeitsrninisters Marguet in ber Re- g i e r u n g unter ben gegenwärtigen Umftänben wünschenswert sei ober nicht. Die Sitzung gewann noch an Bebeutung baburch, baß Arbeitsmimster Marguet persönlich erschienen war, um seinen Stanbpunkt zu oerteibigen, ber auf ein weiteres Zusammenarbeiten mit ber Regierung hinaus- lief. Einige Rebner, barunter ber bekannte Abgeordnete Renaubel sprachen sich für ben Austritt Marguets aus unb forberten bie Herstellung eines ausgesprochenen L i n k s k arte l l s. Die Beteiligung ber Neusozialisten an ber gegenwärtigen Regierung, so betonte Renaubel, mache eine Annäherung an bie Allgemeine Arbeitergewerkschaft sehr schwer. Anbere Rebner hingegen begrüßten bie bisherige Tätigkeit bes Arbeitsministers, bie ihre Krönung in ber Annahme bes großen Arbeitsplanes gefunben habe. Der Zentralrat nahm barauf mit großer Stimmenmehrheit eine Entschließung an, in ber ber Minister beglückwünscht unb ihm für feine Tätigkeit bas Vertrauen ausgesprochen wirb. Gleichzeitig stellt ber Zentralrat aber auch fest, baß bie Unabhängigkeit ber Neusozialisten niemals in Frage gestellt worben sei, unb baß bie Beteiligung Marquets an ber Regierung bie Verantwortlichkeit für bie Finanz- unb Außenpolitik biefer Regierung nicht auf bie Neufozialisten ausbehne. ches Leib trug, im gleichen Schlamm stand, von gleichen Tod bedroht wurde. Und dieses Gefühl der Verbundenheit ist bis heute geblieben. Ist es nicht so: Treffen sich Frontkämpfer — Gegner von einst — treffen sich auch in gleichen Erinnerungen gleiche Meinungen. Der Inhalt ihrer Gespräche ist der Weltkrieg, die Hoffnung hinter ihren Gesprächen ist der Friede. Und deshalb find die Frontkämpfer berufen, die Brücke des Verstehens und der Verständigung von Volk zu V?!k zu schlagen, wenn die Politiker den Weg nicht finden. Es ist kein Zufall, daß die Staaten, welche allein von Frontkämpfern maßgeblich geführt werben, Deutschland unb Italien, sich am stärksten bemühen, ben Frieden der Welt zu förbern. Unb es ist kein Zufall, daß bei dem Zusammentreffen ber Frontkämpfer Hitler unb Mussolini schnell ein. herzliches, persönliches Verhältnis herbeigeführt würbe. Mit unserem polnischen Nachbarn haben wir einen dem Frieden dienenben Dertragszustanb herbeigeführt, und auch dort leitet ein Solbat — Marschall Pilsubsti — bie Politik. Ebenso war auch i n F ra n k r e i ch die stärkste Resonanz auf Hitlers Bemühungen, eine Verständigung mit dem westlichen Nachbarn herbeizuführen, bei den Frontkämpfern dieses Landes fest- zustellen. / Wir Frontkämpfer wollen nicht, daß wieder eine unfähige Diplomatie uns in eine Katastrophe hineinstolpern läßt, deren Leidtragende wiederum Frontkämpfer find. Wir Soldaten auf allen Seiten fühlen uns frei von der Verantwortung für den letzten Krieg. Wir wollen gemeinsam kämpfen, eine neue Katastrophe zu verhindern. Wir, die wir gemeinsam im Kriege zerstörten, wollen gemeinsam bauen am Frieden: Es ist höchste Zeit, daß endlich eine wirkliche Verständigung zwischen den Völkern erzielt wird. Eine Verständigung, die auf gegenseitiger Achtung fußt, weil sie allein von Dauer sein kann — auf einer Achtung, wie sie ehemalige Frontsoldaten untereinander aus- zeichnet. Denn man gebe sich doch keinem Zweifel hin: Die meisten großen Staaten haben mehr denn je Kriegsmaterial angehäuft. Kriegsmaterial aber, daß der Gefahr der Veraltung unterliegt, und feit dem Weltkriege nicht zur Ruhe gekommen, sich mit höchstem Mißtrauen gegenüberstehende Volker sinb ein furchtbarer Z ü n b st o s f. Ein geringfügiger Anlaß, wie einst 1914 ber ungückliche Schuß in Serajewo — vielleicht aus ber Pistole eines Narren — kann genügen, um gegen den Willen der betroffenen Volker Millionenarmeen auf» einanderplatzen zu lassen. Wer am Weltkrieg teilnahm, hat eine Vorstellung von bem, was ein moberner Krieg heute mit seinen vervollkommneten Waffen bebeuten mürbe. Unb ich menbe mich an bie Kameraben ber Fronten bes Weltkrieges hüben unb brühen: Seib ehrlich! Gewiß, wir stauben einst braußen im stolzen Gefühl, wahrhafte Männer zu sein — Sol- baten, Kämpfer, losgelöst von ber Alltäglichkeit des früheren Lebens. Wir empfanben zeitweise vielleicht Freube an einem Dasein, bas in schroffem Gegensatz ftanb zur Verweichlichung, bie bie moberne Kultur unb Ueberfultur mit sich bringt. Wir fühlten uns als hochwertigere Menschen als bie, welche fern ben Fronten nichts zu tun hatten mit dem Schicksal ber Fronten. Wir fühlten uns als bie Ver- teibiger bes Lebens unserer Nationen, als bie Träger ihrer Zukunft. Aber seib ehrlich! Wir haben bas Grauen vor dem Tob gespürt. Wir haben ben Tob furchtbarer unb geballter gesehen als wohl je Menschen vor uns. Inmitten ber Leichenhügel unserer Kameraben schwanb uns bie letzte Hoffnung auf Leben. Wir sahen bas Elenb ber Flüchtlinge hinter uns. Wir sahen bie Witwen unb Waisen, bie Krüppel unb bie Leibenden, bie kränklichen Kinber, die hungernben Frauen baheim. Seib ehrlich! Hat nicht bann unb wann ein jeber von uns gefragt: Wozu bies alles? Muß es fein? Kann ber Menschheit bas in Zukunft nicht erspart werben!? Aber wir hielten aus * hüben unb brühen! Wir hielten aus als Männe« der Pflicht, der Disziplin, der Treue, als Männer, die Feigheit verabscheuen. Doch heute greife ich die Frage von damals auf und rufe sie anklagend in die Welt hinaus — als Frontkämpfer zu Frontkämpfern; als Führender eines Volkes zu den Führern der anderen Völker: Wuh es fein?! Können wir gemeinsam bei gutem Willen dies der Menschheit nicht ersparen?! Vielleicht fragt man mich: Warum erhebst Du Deine Stimme er ft heute? Warum schwiegst Du die vergangenen Jahre? Ich will die Antwort geben: Weil meine Stimme sich in Deutschland vermischt hätte mit den Stimmen von Verrätern am eigenen Volke — mit den Stimmen derer, die einst den deutschen Frontkämpfern in den Rücken fielen. Heute darf ich reden, weil ein Mann meines Volkes die EhrediesesVolkes vor der Welt wiederhergestellt hat. Heute darf ich reden, weil dieser Mann die Verräter an diesem Volke zum Schweigen gebracht hat. Heute darf ich reden, weil der tapfersten einer, Adolf Hitler, mich davor bewahrt, mißverstanden und mit Feiglingen auf eine Stufe gestellt zu werden. Heute muß ich reden, weil ich damit den Mann stütze, der versucht, die Welt im letzten Augenblick von der Katastrophe zu bewahren. heute erhebe Ich meine Stimme, weil ich gleichzeitig die Welt warnen will, das Deutschland von heute, das Deutschland des Friedens, zu verwechseln mit dem Deutschland von einst, dem Deutschland des Pazifismus! Denn das muh man wissen: Denn uns Frontkämpfer die Erinnerung an die Schrecken des Krieges noch tausendfach vor Augen steht, wenn die junge Nachkriegsgeneration den Krieg so wenig wie wir alten will — zu einem „Spaziergang- in unser Land steht der Weg nicht offen. Wie das französische Volk im großen Kriege jede handbreit Boden mit aller Kraft verteidigt hat und jeden Tag von neuem verteidigen würde — genau so würden wir Deutsche heute es tun. Der französische Frontsoldat besonders wird uns ver- ■x stehen, wenn wir jenen, die immer noch mit dem Gedanken eines Krieges spielen — den 1 natürlich andere an der Front führen müßten als die Hetzer — zurufen: Dan soll es wagen, uns anzufallen! Ulan soll es wagen, in das neue Deutschland einzumarschieren! Dann soll die Welt den Geist des neuen Deutschland kennenlernen. Es würde kämpfen, wie noch kaum je ein Volk um feine Freiheit gekämpft hat! Das französische Volk weiß, wie man den eigenen Boden verteidigt! Jedes Waldstück, jeder Hügel, jedes Gehöft müßte durch Blut erobert werden! Alte und Junge würden sich einkrallen in den Boden der Heimat. Mit einem Fanatismus sondergleichen würden sie sich zur Wehr setzen! Und wenn selbst die Ueberlegenheit moderner Waffen obsiegte, der Weg durch das Reich würde e i n Weg grauenhafter Opfer auch für den Eindringling fein, denn noch nie war ein Volk so erfüllt vom eigenen Recht und damit von der Pflicht, sich gegen Ueberfälle bis zum letzten zur Wehr zu setzen, wie heute unser Volk. Aber wir glauben es nicht, was Brunnenvergifter der internationalen Beziehungen uns suggerieren wollen, daß irgendein Volk den Frieden Deutschlands und damit den Frieden Europas, wenn nicht der Welt, neuerdings stören wollte. Wir glauben es insbesondere auch vom französischen Volke nicht. Denn wir wissen, daß auch dieses Volk Sehnsucht nach Frieden hat. Mit aufrichtiger Sympathie hat man in Deutschland — und gerade bei den Frontkämpfern Deutschlands — Stimmen französischer Frontkämpferorganisationen vernommen, die eine ehrliche Verständigung mit Deutschland fordern. Eine Forderung, die zweifellos der Kenntnis des wirklichen Gesichts des Krieges ebenso entspringt, wie der Achtung, welche Frankreichs Frontkämpfer aus soldatischem Gefühl heraus den Leistungen der deutschen Frontkämpfer entgegenbringen. Frankreichs Soldaten wissen, wie tapfer sich die Deutschen 4Vi Jahre gegen gewaltige Uebermacht schlugen. Ebenso wie der deutsche Frontkämpfer dem ftanzösischen Frontkämpfer seine Anerkennung für seine Tapferkeit nie versagen kann. Diese Tapferkeit findet ihren Ausdruck in der Tatsache, daß Frankreichs Armee den höchsten Blutzoll auf Seite der Alliierten brachte. Die Frontkämpfer wollen den Frieden. Die Völker wollen den Frieden. Deutschlands Regierung will den Frieden. And wenn uns Wort maßgeblicher Vertreter der französischen Regierung von Zelt zu Zeit ans Ohr Hingen, die, wenig dem Geiste der Verständigung entsprechen, so geben wir die Hoffnung nicht auf, daß trotz alledem auch Frankreichs Regierung den Frieden will. Wenn das französische Volk zweifellos den Frieden wünscht, so haben wir die Aeberzeugung, daß darüber hinaus selbst Frankreichs Regierungen keinen Krieg mit Deutschland wollen. Uni) wenn maßgebliche französische Vertreter nicht die Sprache des französischen Volkes uni) seiner Frontkämpfer sprechen, so dürfen deren Reden nicht einmal als Sinneskundgebung der Führung Frankreichs gewertet werden. Ein Franzose, der Volk und Politik seines Landes genau kennt, meinte zu mir: »Habt Mitleid mit uns! W i r regieren noch mit dem Parlamentarismus." Er wollte damit sagen, — daß Staatsmänner vielfach gezwungen sind, in ihren Roden nicht das zu sagen, was sie denken, sondern das, was Parlamentsmehrheiten zu hören wünschen. Parlamentsmehrheiten aber find, wie wir wissen, nicht Meinungsvertreterinnen des Volkes, sondern vielmehr Interessenvertretungen wirtschaftlicher und sonstiger Kräfte. Man darf die Ueberzegung haben, daß auch der französische Minister Bartho.u den Frieden mit Deutschland will, trotz mancher Redewendungen, die Verständigungsbereiten unschön ins Ohr Hingen. Ist doch Barthou ein Mann, der politischen Weitblick mit persönlicher Kultur verbindet, ja, der mit Stolz bekennt, ein besonderer Verehrer Richard Wagners und seiner Werke zu sein. Richt ohne Absicht dürfte er in Genf betont haben, daß er ein guter Kenner des deutschen G e i st e s l e b e n s ist. Es ist auf Grund dessen nicht ausgeschlossen, daß er letzten Endes doch geneigt wäre, in der internationalen Politik den deutschen Verhältnissen Rechnung zu tragen und so maßgeblich mitzmvirken an der Befriedung Europas. Die Geschichte wird männern, welche in fo schweren Zeilen der Völker die Verständigung zuwege brachten, und damit die Kultur retteten, sicherlich mehr Lorbeeren flechten, als männern, welche glauben, durch politische und militärische Angriffshandlungen Siege erringen zu können, ja die gar wirkliche Siege erringen. Die Völker selbst, denen sie den Frieden sichern, werden es Ihnen danken, denn die Arbeitslosigkeit mit ihrem sozialen Elend ist doch in erster Linie zurückzuführen auf zu geringen Güteraustausch zwischen den Staaten, der durch mangelndes Vertrauen immer behindert ist. Es ist unzweifelhaft, daß aus der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich nicht nur diese Staaten in ihrer Gesamtheit, sondern jeder einzelne innerhalb der beiden Völker — Nutzen iehen würde. Konkret gesprochen heißt das, jeder Franzose und jeder Deutsche erhielte auf die Dauer erhöhtes Einkommen oder erhöhten Lohn. Wahrhafter Friede und wirkliches Vertrauen zwischen den Völkern ermöglicht die Herabsetzung ihrer Rüstungen, die einen großen Teil des Einkommens der Völker und somit der einzelnen Volksgenossen heute beanspruchen. Immer wieder hat es Adolf Hiller betont, .daß Deutschland lediglich Gleichberechtigung auf allen Gebieten einschließlich denen der Rüstung wünscht. Nach Erzielung einer solchen Verständigung zwischen Deutschland und seinen Nachbarn kann Deutschland sich um so leichter mit dem Mindestmaß an Rüstung begnügen, welches nötig ist, um seine Sicherheit und damit den Frieden zu garantieren. Denn e i n praktisch wehrloses Land stellt eine G e - ahr für den Frieden dar. Seine Wehrlosigkeit verleitet nur zu leicht zu risikolosen „Spaziergängen" fremder Heere. Waffenlosigkeit eines einzelnen Volkes inmitten schwergerüsteter Völker kann der Anreiz sein für ehrgeizige Männer, billige Lorbeeren zu erringen, kann der Anreiz sein für Re- London, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Bei seiner Ankunft in London am Sonntagabend wurden der französische Außenminister Barthou und feine Begleiter von Außenminister Sir John Simon, dem Chef des Office, Sir Robert Vanfi11ard, und dem Londoner französischen Botschafter emp- angen. An den Besprechungen im Foreign Office werden sich englischerseits außer Sir John Simon der Lordsiegelbewahrer Eden und der stellvertretende Ministerpräsident Baldwin beteiligen. Die englische Presse bereitet Barthou einen kühlen Empfang. Uebereinstimmend erklären alle -Zeitungen, „ein Militärbündnis mit Frankreich kommt nicht in Frage". Selbst die „Daily Mail", die sich früher Monate lang für ein englisch-französisches Militärbündnis eingesetzt hatte, schweigt heute völlig davon und erklärt lediglich, „daß man Barthou mit größter Aufmerksamkeit z u h ö r e n" werde. „Daily Telegraph" bezeichnet es als unwahrscheinlich, daß man sich in Erörterungen über ein „Oft» locarno" ober über den Vorschlag einer besonderen englischen Erklärung für die Unverletzlichkeit Belgiens und der Niederlande ernstlich vertiefen werde. Dagegen würden die englischen und französischen Staatsmänner wohl ohne Zweifel ihre Ansichten über die letzten Ereignisse in Deutschland und ihre Bedeutung für die internationale Lage austauschen. Barthou sei auf jeden Fall bemüht, zum mindesten eine moralische Zustimmung oder Ermutigung Englands zu seinen Paktplänen London, 7. In«. (DRV.) Die Wochenzeitschrift „Rew Statesman and Ration" veröffentlicht einen „Schleichers politischer Traum“ überschriebenen Artikel eines Korrespondenten, „der in enger persönlicher Fühlung mit General von Schleicher gestanden hat.“ In diesem Artikel heißt es wörtlich: Drei Tage vor Schleichers Tod sprach ich in Paris mit einem Wanne, der sein besonderes Vertrauen besah. Dieser Wann sagte mir, Schleicher fei der festen Ansicht gewesen, daß jetzt die Zeit zum handeln gekommen sei. Er legte mir die Lage dar und das, was er als Heilmittel ansah: Einen kurzen Zeitraum militärischer Herrschaft, und dann das Soziale Reich. Rach weiterer Aufzählung der außenpolitischen Punkte des Programms Schleichers fährt der Korrespondent fort: Schleicher hatte Fühlung mit einflußreichen französischen Staatsmännern gesucht und gefunden. Ein einziges Ersuchen — und dies war grundsätzlich zugestanden worden — war die R ü ck - erstattung einiger verlorener deutscher Kolonien. Der Korrespondent erwähnt, daß er auf die Frage: „Aber Hitler muh doch voll bekannt sein, was im Gange ist; haben Sie keine Angst für Schleicher?“ vom Vertrauensmann Schleichers die Antwort erhielt: „Wan wird nicht wagen, ihn anzurühren.“ Oie Phantasien der Auslands- preffe. Wieder Lügenmeldungen widerlegt. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Ein gewisser Teil der Auslands- und Emigrantenpresse versucht immer noch die Vorgänge des 3 0. Juni und des 1.Juli in Deutschland zu riesigen Sensationen aufzubauschen und geschäftlich auszunützen. Es werden die seltsamsten Kombinationen zusammenphantasiert, unmögliche Behauptungen aufgestellt, die den Stempel Der Unwahrheit schon an der Stirn tragen. Dabei widersprechen sich die einzelnen Blätter gegenseitig. Angebliche Todeslisten werden verbreitet, die eine Fülle von Namen von Männern enthalten, die gesund und munter sind und wie immer ihrer Arbeit nachgehen. So meldete z. B. gestern ein großer Teil der Auslandpresse, daß der ehemalige Minister Treviranus er» gierungen, das eigene Volk abzulenken durch das außenpolitische Abenteuer eines Krieges. Gerade die alten Soldaten unter Ihnen, meine Parteigenossen, werden als einstige Soldaten bezeugen können, daß alte Frontsoldaten, zu denen ich mich selbst mit Stolz bekennen darf, den Frieden aus inner st er Uebe-rzeugung wünschen. Die Welt weiß insbesondere, daß der Frontkämpfer Adolf Hitler mit überraschender Offenheit seine wirklichen Gedanken ihr darlegt. Die Frontkämpfer in der Regierung Deutschlands wollen ehrlich Frieden und Verständigung. Ich appelliere an die Frontkämpfer in anderen Staaten, ebenso wie an die Gutwilligen in den Regierungen dieser Staaten, uns in diesem Ziele zu unterstützen. Ich richte diesen Appell von heiliger ostpreußi- scher Erde her an die Frontsoldaten der Welt, hier auf diesem deutschen Grenzland- boden begann einst das grohe Weltringen mit feinen furchtbaren Opfern mit seinen Opfern, von denen noch heute die kämpfenden Rationen sich nicht erholt haben. Es möge das historische Kampfgebiet, von dem aus ich hier spreche, den ernsten Friedensruf in feiner Wirkung erhöhen. An Deutschlands Ost - grenze garantieren verständnisvolle Pakte den Frieden der Bewohner großer Rachbar- ftaaten. Wögen auch die Regierungen der Völker an den anderen Grenzen unseres Reiches bald eine größere Sicherheit für ihre Volksgenossen in friedlichen Verträgen des Verstehens sehen statt in angehäuftem Kriegsmaterial, — das ist unsere Hoffnung. Im Gedenken feiner Toten, deren viele für Ostpreußen fielen, wird in Deutschland der Wille zum Frieden stets stark und mächtig fein! Die alten Soldaten der Front und die jungen Kämpfer für ein freies, stolzes und friedfertiges Reich grüßen den Frontkämpfer und ihren Führer Adolf Hitler. Grüßen wir alle ihn zugleich als den Kämpfer für den Frieden. Sieg-Heil! zu erhalten, damit diese unter dem Zeichen des Völkerbundes segeln könnten und man Frankreich nicht die Wiederbelebung der Bündnis- politik alten Stiles vorwerfen könnte. Auch die Flottenfrage werde wohl zur Sprache kommen. Es fei zu erwarten, daß Barthou die Regelung des zukünftigen Flotten st atuts für Deutschland für notwendig erklären werde, womit gleichzeitig eine Einladung Deutschlands zur nächstjährigen Flottenkonferenz verbunden sein würde. Die erste Rolle werde jedoch der französisch- italienische Flottenvertrag spielen. Man werde zwar keine neuen Bindungen mit Frankreich schaffen, aber die bestehenden Beziehungen könnten sehr wohl erweitert und verstärkt werden. Die Notwendigkeit für eine englisch-französische Zusammenarbeit sei noch niemals größer gewesen als jetzt. „Daily Expreß" begrüßt Barthou mit der Ankündigung „Nichts zu machen!" England dürfe nicht nur kein Bündnis mit Frankreich eingehen, sondern solle auch den „wahnsinnigen, verruchten" Locarno-Vertrag kündigen. Einzig Winston Churchill setzt sich für ein Bündnis ein. Sein Artikel in der „Daily Mail" unter der Ueberschrist „Wie ich den Frieden herbeiführen würde" strotzt von haßerfüllten Angriffen gegen Deutschland. Churchill spricht u. a. von dem „Wahnsinn der Gleichberechtigung" und fordert, daß sowohl Frankreich wie England energisch aufrüsten sollen. schossen worden sei. Heute muß der „Daily Expreß" mitteilen, daß Treviranus in Dorset (England) zur Erholung weilt. Beliebt sind augenblicklich auch Aufzeichnungen angeblicher Augenzeugen der Aktion in Wiessee und der Erschießungen. Dabei ist festzustellen, daß sich diese Augenzeugenberichte unterscheiden wie Feuer und Wasser. Schon daraus allein ergibt sich, daß sie nicht aus Deutschland st am men, sondern in den Auslandredaktionen fabriziert wor- ben sind. In diesen Augenzeugenberichten werden auch Teilnehmer an den Aktionen genannt, die vollkommen unbekannt sind. Die deutsche Oeffentlichkeit sieht mit Verachtung auf derartige Schmierereien herab, die nur dazu bestimmt sind, Deutschland zu verleumden und gegen es zu Hetzen. Wenn in gewissen Zeitungen des Auslandes dann noch behauptet wird, daß die große Begeisterung, die in Deutschland bis jetzt für den Führer geherrscht habe, sehr plötzlich geschwunden fei, fo kann demgegenüber nur die Tatsache festgestellt werden, daß die Begeisterung eher noch größer geworden ist benn gerade das harte Durchgreifen des Führers hat viele, die bisher noch etwas zögernd beiseite standen, zu begeisterten Anhängern des Führers und des Nationalsozialismus gemacht. Der Führer, der augenblicklich in Bayern weilt, ist auf feiner Fahrt durch Bayern in diesen Tagen von der Bevölkerung mit einer außerordentlichen B e - geisterung begrüßt worden. Ueberall fang man das Deutschlandlied und das Horst-Wesfel-Lied, und die Heilrufe der dichtgedrängten Menschenmenge wollten überhaupt kein Ende nehmen. Das aber ist die wahre Stimmung in Deutschland. Verbot schweizerischer Zeitungen. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Obwohl die Reichsregierung am 2. Juli amtlich erklärt hatte, daß die Aktion gegen die Hochverräter zum Abschluß gebracht worden ist, haben schweizerische Blätter in den letzten Tagen geradezu ungeheuerliche Lügenmeldungen über die Lage in Deutschland und die Niederschlagung des hochverräterischen Anschlages verbreitet. Ueberdies sind drei deutsche Zeitungen, ohne daß ihr Inhalt in irgend einer Weise beanstandet worden ist, in der Schweiz verboten worden. Die Reichsregierung hat sich daher gezwungen gesehen, die schweizerischen Zeitungen, die die übelste Hetze betrieben haben, nämlich die „Neue Züricher Zeitung", die „Baseler National^ei, t u n g" und den „Berner Dun d" für das deut, che Reichsgebiet auf die Dauer von fechz Monaten zu verbieten. Herzliche Dankkundgebungen für den Führer in Oberbayern. München, 8.3uli. Auf feiner Fahri von Berchtesgaden nach Wünchen wurden dem Führer am Sonntag überall und aus allen Kreisen der Bevölkerung außerordentliche Kundgebungen bereitet, in denen der Dank des Volkes für das tatkräftige, Staat und Volt rettende Handeln des Führers am 30. Juni Über- zeugend und rührend zum Ausdruck kam. Der Reichsinnenminister an die Polizei. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Reichsinnnenminister Dr. Frick hat an die Landesregierung zur Bekannt, gäbe an die Polizeibeamten folgenden Erlaß ge. richtet: Bei der Niederschlagung der Revolte meutern« der SA.-Führer hat die Polizei im Reich in all' ihren Sparten die von ihr erwarteten Aufgaben pflichtgemäß erfüllt. Sie hat damit zum ersten Male in aller Oeffentlichkeit bewiesen, daß sie in Verbun- denheit zum Volke die Befehle des Führers ober der von ihm Beauftragten rückhaltlos im national« ozialistischen Sinne zu erfüllen bereit und in der Lage ist. Ich spreche der Polizei im Reich hierfür meine volle Anerkennung aus. Eine Richtigstellung. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Wie eine Reihe von Anfragen beweist, sind durch eine verkürzte Wiedergabe der Rede, die Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntag, 24. Juni, auf dem Essener Gau» Parteitag hielt, hier und da M i ß v e r st ä n d. n i f f e entstanden. Um die darauf bezüglichen Briefe und Anfragen, die im Propagandaministerium eingelaufen sind, erschöpfend zu beantworten, gibt das Deutsche Nachrichten-Bureau den in Frage stehenden Passus dieser Rede unverkürzt wieder. Er lautet: „Wir haben bei den Reaktionären Der» chiedene Erscheinungsformen festzu» teilen, in denen sie aufzutreten pflegen. Sie tarnen ich meistens; sie treten, ohne intelligent zu sein, als Intellektuelle auf. Ohne den Bedürfnissen des Tages zu dienen, sind sie Journalisten; ohne die Kirche zu verteidigen tragen sie geistlich es Gewand, und hier und da benützen sie die Titel des Reserve Offiziers, ohne in Wirklichkeit etwas mit Soldatentum ober Offizier zu tun zu haben. Die breite Masse der zu diesem Stande Gehörigen lehnt solche Abtrünnlinge ab und weist es weit von sich, mit ihnen in einem Atem genannt zu werden. Man muß ein gutes Auge haben, um diese Menschen zu erkennen. Es sind ganz kleine bedeutungslose Cliquen, und es wäre absolut falsch, wenn der Nationalsozialismus sich mit ihnen auseinandersetzte. Er muß sich über sie mit dem Volk auseinandersetzen." Wie aus dieser wörtlichen Redewiedergabe ersichtlich ist, hat es Reichsminister Dr. Goebbels fern gelegen, diese hier genannten Stände an s i ch anzugreifen; im Gegenteil, er hat ausdrücklich betont, daß es sich um Abtrünnlinge der Stände handelt, die von diesen Ständen mit Recht wegen ihrer Sabotage des neuen Regimes ab« gelehnt werden. Abschluß der Erfurter Kirchentagung. Erfurt, 7.Juli. (DNB.) Der am Freitag in Erfurt zusammengetretene Verfassungsausschuß der Deutschen Evangelischen Kirche setzte am Samstag unter dem Vorsitz des Reichsbischofs feine Verhandlungen fort. In grundlegenden Vorträgen wurden die Fragen des künftigen Gemeindeaufbaues und die Aufgaben behandelt, die die Dynamik unserer Zeit der Kirche der Gegenwart stellt. Unter Wahrung des B e- kenntnifses und des geschichtlich Gewordenen werden die vorgesehenen Ausschüsse an den großen Ausgaben arbeiten. Eine Andacht von Professor D. Hirsch beschloß die Tagung. Klar und deutlich kam zum Ausdruck, daß die Evangelische Kirche an der Wende einer größeren Zeit ihre gewaltigen Aufgaben erkannt hat. Reichspräsident v. Hindenburg sandte dem Ausschuß folgendes Antworttelegramm: Den Mitgliedern des Verfassungsausschusses danke ich für ihr freundliches Meingedenken anläßlich ihrer ersten Tagung. Ich erwidere Ihre Grüße mit dem aufrichtigen Wunsch, daß Ihre Arbeiten derWieder- Herstellung des Friedens in der Deutschen Evangelischen Kirche dienen und den Bau der Evangelischen Reichskirche f e ft i g e n mögen, v. Hindenburg, Reichspräsident. Oie kommunistischen Unruhen in Holland greifen auf die Provinz über. Amsterdam, 8. Juli. (DNB.) In den ersten Abendstunden des Sonntags war in Amsterdam die Lage ruhig. Im Jordaan war es sogar auffällig still. Die Polizei hatte nur die wichtigsten Straßenkreuzungen mit starken Posten besetzt. Gegen 22 Uhr fuhren Lastkraftwagen mit Militär vor mehreren Häusern vor, worauf eine eingehende Durchsuchung nach Waffen vorgenommen wurde. Am späten Abend lebten die Unruhen an mehreren Stellen, vor allem im Hafenviertel Kattenburg, im sogenannten Indischen Quartier, und namentlich im nördlichen Stadtteil wieder auf. Dort versuchten Kommunisten erneut das Straßenpflaster aufzubrechen und Barrikaden zu bauen. Es kam wieder zu heftigen Schießereien, wobei eine Person getötet und mehrere verwundet wurden. Anzeichen dafür, daß die Straßentumulte nicht auf Amsterdam beschränkt bleiben würden, haben sich bestätigt. So gelang es kommunistischen Hetzern, sowohl in Rotterdam wie auch in Haarlem, der Hafenstadt Pmuiden und im Jndustrieort Krommenie Zusammenstöße zwischen unzufriedenen Elementen und der Polizei zu provozieren. Besonders in Rotterdam kam es im Anschluß an das Verbot zweier, von der Kommunistischen Partei und der Revolutionär-Sozialistischen Partei einberufenen Versammlungen zu ähnlichen Tumul« ten wie in Amsterdam. Die Straßenbeleuchtung wurde zertrümmert und an zahlreichen Stellen wurden Barrikaden aufgeworfen. Die Polizei war gezwungen, andauernd Salven gegen die Menge abzugeben. Die Unruhen flauten erst am Sonn- tagmorgen etwas ab. Die Regierung erwägt ein Barthou in London eingetroffen. Kühler Empfang in der presse. „Schleichers politischer Traum." Enthüllungen einer englischen Wochenschrift. 'M °h 1^ gen »etn. ÖQU5 Qß, 'und 1( 3uni ubr ul (V refQnr 1 Erlatz K fe meutcrr eiJ 'n (j ’ Habt ersten M 'N Derbii- uhrers 0&: lm nationc nnd in d>. ersür mein w • Reihe do; rZte Wiedn soebbeb nerTall 'erstand nchen SBrieJ sterium eit en, gibt be >ge stehend wieder. 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Nach zweitägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichtes Berlin wurde der Mörder des letzten afghanischen Gesandten in Berlin, der 34jährige afghanische Ingenieur Syed Kamal entsprechend dem Anträge des Staatsanwaltes w e - gen Mordes zum Tode verurteilt. Wie erinnerlich, hat der Angeklagte am 6. Juni v. I. den Gesandten, einen Bruder des damaligen Königs oon Afghanistan, im Treppenhaus des Gesandtschaftsgebäudes erschossen. Er batte unmittelbar nach der Tat ein umfassendes Geständnis abgelegt, dieses aber später widerrufen und angegeben, daß er durch eine Geste des Gesandten, die er als eine Kränkung aufgefaßt habe, in einen Erregungszustand versetzt worden und seiner Sinne nicht mehr mächtig gewesen sei. In diesem Zustande habe er den Schuß abgegeben. Das Gericht sah diese Darstellung durch die Beweisaufnahme als widerlegt an. Der von dem Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sandeck aus Berlin vorgetragenen Auffassung, daß das deutsche Gericht für die Aburteilung nicht zuständig sei, und daß auch aus anderen Rechtsgründen eine Verurteilung wegen Mordes nicht erfolgen könne, hat sich das Schwurgericht nicht angeschlossen. Der Verteidiger erklärte nach der Urteilsverkündung, daß der Angeklagte gegen das Urteil Revision einlegen wolle. Die afghanische Regierung hat auf die Durchführung der von der Reichsregierung bewilligten Auslieferung verzichtet. „Go schauten sie den -I.Mai." Gauleiter Sprenger eröffnet die Ausstellung von Bildern Heffen-Naffauischer Künstler. LPD. Frankfurt a. M., 8. Juli. Auf Anordnung des Gauleiters Sprenger hatte der Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen- Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung unb Propaganda Müller-Scheld während der Vorbereitungen zum 1. Mai 1934 alle schaffenden Künstler im Gau Hessen-Nassau aufgefordert, den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes in Bildern aller Art festzuhalten. Das Echo war uner- vartet stark. 167 Künstler aus allen Teilen des Gaues meldeten 274 Bilder an. Diese Werke sind jetzt im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. unter dem Titel „So schauten je den ersten Mai" ausgestellt. Zum Träger der jlusstellung wurde die Fachzelle für Künstler und ieiftige Arbeiter der NSBO. Groß-Frankfurt be= pimmt. Die feierliche Eröffnung der Ausstellung erfolgte m Sonntag vormittag. Während vor dem Städel ine HJ.-Kapelle schneidige Märsche spielte, ver- ammelten sich im Festsaal des Städels die gelade- 1 en Gäste. Rings im Saal hatten zahlreiche NSBO.- sahnen Aufstellung genommen. Der Leiter der sachzelle für Künstler und geistige Arbeiter Pg. )tto Müller eröffnete den Festakt. Gauleiter Sprenger ührte dann in seiner Eröffnungsansprache u. a. lus: So schauten sie den 1. Mai. Als ich dem Gau- »ropagandaleiter den Auftrag gab, diese Parole an ine Künstlerschaft heranzutragen, hatte ich einen guten Resonanzboden, denn viele Künst- ät hatten schon im vorigen Jahr von sich aus ben 1. Mai in Bildern festgehalten. Diese Ermunterung berechtigte mich zu der Anregung, denn gerade ür uns galt es schon zu Beginn des nationalsozialistischen Staatswirkens, dem deutschen Volk und ter Welt zu beweisen, daß die Vorwürfe, die man uns früher gemacht hatte, nämlich daß wir kunst- und kulturfeindlich seien, unberechtigt seien. Wir haben immer behauptet, der Nationalsozialismus ist keine Parteiangelegenheit, sondern der Na- lionalsozialismus ist eine Weltanschauung, und Adolf Hitler, als der Führer, sieht sich von Beginn seines Wirkens als nichts anderes an als der Träger dieser neuen Weltanschauung, die dem deutschen Volk gegeben werden mußte, wenn es nicht untergehen sollte. Die feierliche Proklamation des Führers auf der Kulturtagung des Parteitages im vorigen Jahr geht an die Grundtiefen des geistigen Schaffens des Volkes heran. Nationalsozialismus will also bestimmt Weltanschauung sein. Damit ist selbstverständlich verbunden gegenüber der Vergangenheit eine grundlegende Neuorientierung auf fast sämtlichen Gebieten des Volkslebens. Denn darüber sollte niemand im Zweifel sein, daß die nationalsozialistische Weltanschauung ihre Grundlage im Volksleben hat, daß nur der den Nationalsozialismus zu erfassen mag, dessen Erbgut rassisch-nordisch bedingt ist. Das ist keine Kampfansage an die andern Völker der Erde, sondern das ist die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben überhaupt. Wenn alle Völker diesem Grundsatz folgen, dann wird sich im kulturellen Wollen eine Parallele aller Völker ergeben. In der Vergangenheit, im Zeichen der Jnternationalität, bestand die Gefahr, die völkische Kunst zu verwischen und untergehen zu sehen. Unsere Aufgabe ist es, der Kunst wieder einen Boden zu schaffen, dessen Resonanzboden der einzelne Mensch, der mit gleichem Erbgut bedachte Mensch sein wird und sein muß. Der Künstler, der im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung zu schaffen gewillt ist, wird, selbst mit bestem rassischen Erbgut ausgeftattet, einen Gleich klang im Volk finden, einen Gleichklang, der ihm den Resonanzboden gibt zu höchster künstlerischer Leistung. Er wird also bas Leben des Volkes nicht von außen her als Objekt erfassen dürfen, sondern der Künstler muß sich fühlen als ein Glied des Ganzen, muß mit seinem Geistesleben im Volk wurzeln. Dann wird er sich durch die Art seines Schaffens, durch feine Leistungen alsbald abheben und herausheben und zu höchster künstlerischer Schaffenskraft emporsteigen. Die Kunst soll und darf nicht kommandiert werden, sondern der Künstler soll einen Ansporn erhalten zu seiner weiteren schöpseri- schen Tätigkeit. Das Volk aber muß durch seine Teilnahme geistig und in der Tat nun auch beweisen, daß es in der Lage ist, dem Künstler diesen Ansporn zu geben. So soll in Zukunft nicht nur der 1. Mai, sondern das neue völkische Leben im nationalsozialistischen Staat dem Künstler Anreiz geben und ihn zurückführen in das Geistesleben feines Volkes. Und aus diesem Anreiz heraus wird er im Gegensatz zur Vergangenheit auffteigen und zu höchster künstlerischer Leistung in der Lage sein, die auch in fernerer Zukunft kommenden Geschlechtern zeugen wird von der Kraft des Nationalsozialismus als neue Weltanschauung des deutschen Volkes. _ Mit einem Siegheil auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wesfel-Liedes schloß die kurze eindrucksvolle Feier. Ein Rundgang durch die Ausstellung gab den zahlreichen Gästen Gelegenheit, das Schaffen unserer heimischen KünsUer zu bewundern. Man konnte feststellen, daß schon eine ganze Reihe von Bildern einen Käufer gefunden haben. Und das soll ja mit der Zweck der Ausstellung sein, daß möglichst alle Bilder verkauft werden zum Segen unserer schaffenden Künstler. Die Ausstellung ist laufend wochentags von 10 bis 13 und von 15 bis 19 Uhr, an Sonntagen nur von 10 bis 113 Uhr geöffnet. WesenwaldbrändeinMeiHenburgund der Lausitz Millionenschäden in den Forsten. — Schwierige Löscharbeiten. Ortschaften nicht in Mitleidenschaft gezogen. Aussagen der Wetterpropheten ist vorläufig noch kein Ende der Hitze abzusehen, die seit 15 Tagen ununterbrochen andauert. Während des Wochenendes find Tausende von Menschen in- olge Hitzschlages zusa m m engebro- ch e n. Bisher werden fünf Todesopfer gemeldet. In allen Landesteilen find große Bufch-und Heidebrände ausgebrochen, die gemeinsam von Polizei, Militär und Feuerwehr bekämpft werden. Der berühmte Rhododendron-Wald des Lords Malmesbury bei Christchurch wurde durch einen Riesenbrand dem Erdboden gleichgemacht Infolge Wassermangels ist es beinahe unmöglich, die Brände wirkungsvoll zu bekämpfen. Auf dem englischen Truppenübungsplatz Adlers- h o t wurden 800 mit Stahlhelm und Gasmasken bewaffnete Soldaten zur Löschung von zwei großen Heidebränden herangezogen. Außenminister Sir Jon Simon und seine Frau beteiligten sich an der Bekämpfung eines Buschfeuers in der Nähe von Tadworth in der Grafschaft Sorrey. Die Kustenstadt St. Andrews in Fife wurde von einem Wirbel st urrn heimgesucht, der den ganzen Ort in eine Sandwolke hüllte. Das 20. Deutsche Bundes- schießen in Leipzig. Leipzig stand im Zeichen des 20. Deutschen Bundesschießens. Mehr als 1000 Fahnen waren am Samstag aus Anlaß der Uebergabe des Bundesbanners von Köln an die Feststadt Leipzig am Völkerschlachtdenkmal aufgestellt, lieber den Fahnen der Leipziger Studenten stak auf der Plattform vor dem Denkmal das Bundesbanner mit der Inschrift „Deutscher Schützenbund, gegründet zu Gotha 11. July 1861". Hier hatten auch die Ehrengäste Aufstellung genommen. Vor dieses farbenprächtige Bild rückte die Ehrenkompagnie der Reichswehr mit aufgepflanztem Seitengewehr und mit klingendem Spiel mit weithin schallender Begeisterung von den vielen Tausenden Anwesenden empfangen. „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" bildete die Einleitung zu dem feierlichen Akt der Uebergabe des Bundesbanners durch Oberbürgermeister Dr. Riefen -Köln in die Hände des Oberbürgermeisters Dr. G ö r d e 1 e r. Bundesführer Lorenz brachte dann das Hoheitszeichen des neuen Reiches am Bundesbanner an. Am Sonntag zog der Festzug der Schützen drei Stunden lang durch die mit Flaggen und Grün > reich geschmückte Stadt. In den Straßen standen unübersehbare Mengen von Schaulustigen, um dem 1 großartigen Schauspiel beizuwohnen. Am Augustus- Platz war eine 5000 Zuschauer fassende Tribüne errichtet worden, deren Plätze ausverkauft waren. Vertreter des Reichsheeres, des Reichsspvrtführers und der Stadt Leipzig wohnten dem Vorbeimarsch bei. Auch Reichsgerichtpräsident Dr. Sumte hatte sich eingefunden. Der reichgegliederte Festzug brachte eine große Anzahl künstlerisch ausgestalteter Bilder weift historischen Inhalts. Kunst und Wissenschaft. Die Marburger Festspiele. An Stelle von „Viel Lärm um nichts" hat sich die Festspielleitung entschlossen, bas reizende Lustspiel von Shakespeare „Das Wintermärchen" in den Spielplan aufzunehmen. Die Vorbereitungen hierfür sind bereits in vollem Gange. Die Erstaufführung des Wintermärchens erfolgt am Dienstag, 10. Juli, abends. Der Schluß der Spielzeit ist auf den 15. Juli festgesetzt. Falls noch starke Nachftage besteht, wird evtl, eine kurze Verlängerung der Festspiele in Aussicht genommen. Die endgültige Entscheidung der Festspielleitung steht noch aus. Mache« im Zeichen des 1 Waffentags der deutschen Kavallerie. In München fand der 4. Waffentag der deutschen Kavallerie statt. Am Samstagabend hatten sich im Stadion mit dem Reichsstatthalter Ritter von Epp eingefunden: Wehrkreiskommandant Generalleutnant Adam, der bayerische Ministerpräsident Siebert, Abordnungen der ungari« chen Armee, der bulgarische Militärattache in Berlin, Offiziere aller Waffengattungen, zum größten Teil in den farbenprächtigen Uniformen der Reiterregimenter der Vorkriegszeit, sowie Vertreter der Reichs- und Landesbehörden. Nachdem die Führer der einzelnen Standarten und mit die- en als Symbol der Verbundenheit der alten Armee mit der neuen Generation eine Abteilung SA. und ein SS.-Zug ins Stadion eingezogen waren, nahm Oberbürgermeister F i e h l e r das Wort zu einer Begrüßungsansprache, die in die Hoffnung ausklang, daß dieses Treffen dazu beitragen möge, den Ruhm der deutschen Armee in die Welt zu tragen. Der Vorsitzende und Gründer des Waffenringes, Schröder- Bochum erklärte, die alten Soldaten glauben wieder an eine Zukunft, weil sich der Sinn für Heldenverehrung wiedergefunden habe. In einer von flammender Begeisterung getragenen Rede betonte ein Vertreter des Saarlandes die unlösbare Schicksalsgemeinschaft des Saargebietes mit den übrigen deutschen Gebieten. Er gab der Erwartung Ausdruck, daß der nächste Waffentag im kommenden Jahre im Saargebiet abgehalten werden möge, und daß dann allen Kameraden Gelegenheit geboten sei, ein freies Saarland in einem freien Deutschen Reich zu grüßen. Dann erfolgte bei völliger Dunkelheit der Einmarsch der Reichswehr, deren Front der Reichsstatthalter Ritter von Epp und der Wehrkreiskommandant Generalleutnant Adam abschritten. Der Große Zapfenstreich klang aus in das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, das von den Anwesenden begeistert mitgesungen wurde. Im Verlaufe des Abends wurde nachstehendes Telegramm des Reichspräsidenten unter stürmischem Beifall der Zuschauermenge verlesen: „Sehr bedauernd, nicht unter Ihnen weilen zu können, sende ich allen Anwesenden kameradschaftliche G r ü ß e. Ich bin gewiß, daß alle alte Kavalleristen in soldatischem Geist, mit tiefer Heimatliebe und treuer Pflichterfüllung zum Vaterland stehen. (Gez.) v. Hindenburg, Feldmarschall." Aus dem Oberwiesenfeld entwickelte sich schon am frühen Morgen des Sonntags ein färben- prächtiges Bild. Ein Gerüst trug den festlich geschmückten Feldaltar, um den mit den Teilneh- mern des Waffenringtages eine Ehrenkompanie der Reichswehr Aufstellung genommen hatte. Wehrkreispfarrer 21nnijer hielt eine von echt mifttä- ri schein Geist getragene Ansprache und zelebrierte eine Feldmesse. Nach ihrer Beendigung nahm er die Weihe von sechs neuen Standarten von Regimentsvereinigungen vor. Der Führer des Waftenrings der deutschen Kavallerie, Schröder, ermahnte die mit neuen Standarten ausgestatteten Vereinigungen immer der Worte eingedenk zu sein: „Jederzeit bereit für des Reiches Herrlichkeit." Unter Leitung des Rittmeisters a. D. Hütchen- reuther erfolgte dann die Aufstellung zum F e ft • zug, den in Privatwagen und Postautobussen Altveteranen und Kriegsverletzte eröffneten, der die Standarten-Eskadoron bes Reiter- Regimentes 17 mit den zwölf Standarten der ehemalig königlich bayerischen Kavallerie-Regimenter folgten. Stürmisch begrüßt wurden die Kavallerie- Vereine der Saar, denen Aufschriften Dorange- tragen wurden „Die Saar ist und bleibt deutsch", „Deutsch die Saar immerdar". Es folgten dann Gruppen in den alten historischen Uniformen der bayerischen Reiter-Regimenter, angefangen von den Pappenheim-Kürasfieren von 1630, der kurfürstlichen Leibgarde mit Max Emanuel und seinen Arco- Kürassieren bis zum bayerischen Leibgarde-Grenadier- Regiment von 1914. Kriegervereine und Musikkorps beschlossen den eindrucksvollen Zug. Ein Riesenwaldbrand ist am letzten Samstagmittag im südöstlichen Mecklenburg aufgekom- tnen. Bei dem Waldbrand, der sich auf etwa 15 bis 20 Kilometer zwischen Waren und Neustrelitz rechts der Eisenbahn erstreckt, handelt es sich um eine Katastrophe, wie man sie in Deutschland noch kaum erlebt hat. Samstag nachmittag wurde die schwerbedrohte Ortschaft Speck durch die Bewohnerschaft geräumt. Das nahegelegene Granzin (Meck- lenburg-Strelitz) war durch das bereits auf 400 Meter herangekommene gewaltige Feuer in den Nachmittagsstunden schwer bedroht, doch drehte der Wind im letzten Augenblick unerwartet und trug die Flammen in eine andere Richtung. SA., SS., Motor-SA. und Arbeits- ib i e n ft wurden sofort zur Bekämpfung des Brandes eingesetzt. Sämtliche Warener Betriebe sind geschlossen worden, damit die Arbeiter sich an der Bekämpfung des Brandes beteiligen können. Feuerwehren aus der ganzen Umgegend sind zur Brandstelle geeilt. Auch die Berliner Feuerwehr ist z. T. eingesetzt. Sie hat 5000 m Schlauchleitungen geliefert. Die Gesamtleitung hat ein Berliner Branddirektor übernommen. Auch die Heranziehung von Reichswehr wurde erforderlich, da die Löschmannschaften fast völlig erschöpft waren und abgelöft werden mußten. Wie durch ein Wunder blieben mehrere innerhalb des Waldbrandgebietes liegende Ortschaften bisher fast völlig von den Flammen verschont. Am Sonntagnachmittag wurde gemeldet, daß das Feuer stehe, aber bei einbrechender Dunkelheit wurde die Bevölkerung durch neuen Alarm wieder zur Hilfe gerufen, da der Brand aufs neue entflammt ist. Nach einer kurz vor Mitternacht vorgenommenen Abschätzung hat das vom Feuer ergriffene Waldgebiet eine Ausdehnung von etwa 85 Quadratkilometer. Aeuherft wertvoller Baumbestand, der zum großen Teil erP vor einem Jahrzehnt angepflanzt worden war, ist vernichtet. Der zerstörte Waldbestand hat einen Wert von mehreren Millionen Mark. Wegen fahrlässiger Brandstiftung wurde der mit dem Hüten von Schafen betraute 35 Jahre alte Arbeiter Joers aus Charlottenhof dem Warener Amtsgerichtsgefängnis zugeführt. Er hatte feine noch brennende Pfeife auf einer nahe beim Walde gelegenen ausgedorrten Grasfläche entleert. Lieber 100 Morgen Walin der Niederlausitz vernichtet Zwischen Döbern und Groß-Kölzig im Kreise Sorau (Niederlausitz) bemerkten Bergarbeiter em dicht an der Braunkohlengrube „Conrad" aufgekommenes Feuer. Die gesamte Grubenbelegschaft machte sich daran, den im Entstehen begriffenen Brand zu löschen. Das Feuer wurde jedoch durch den herrschenden starken Wind in die Baumwipfel getragen und sprang von Baum zu Baum. Auf dem Boden fand es in dem trockenen Heidekraut und verdorrten Gras reiche Nahrung. Don dem Orte Groß-Kölzig wurde es nach dem etwa drei Kilometer entfernten Ort Döbern getragen und dann weiter bis nach der nächst Döbern gelegenen Bahnstation Friedrichshain. Hier gelang es endlich, nach dreistündiger an- qeftrenqter Tätigkeit, das Feuer zum Stehen zu bringen. Obwohl Arbeitsdienst aus den Kreisen Sorau unb Spremberg, Hunderte von freiwilligen Helfern und die gesamten Feuerwehren der Umgebung aufgeboten waren, mußte man machtlos zusehen, wie eine wertvolle Kiefernschonung nach der anderen Den Flammen zum Opfer fiel. Der Brand hatte eme Ausdehnung van sechs Kilometer und,-IN- liefe von einem Kilometer. Insgesamt sind über 100 Morgen zum Teil wertvollen Waldes vernichtet worden. Waldbrand auch im Grünewald. Arn Sonntag gegen 14 Uhr brach, wahrscheinlich durch die U n a ch t's a rn k e i t e i n e s Autofahrers ein Waldbrand aus. Die Feuerwehr gn mit 10 Löschzügen ein. Trotzdem wurden aber in kurzer Zeit etwa vier Hektar Wald eingeäschert, so daß nur noch die Baumstümpfe schwarz verkohlt dastehen. Rekordhitze in England. Große Busch- und Heidebrände. L 0 n d 0 n, 9. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die Hitze- welle die zur Zeit über England herrscht, erreichte während des Wochenendes ihre Höhepunkt. An manchen Orten wurde die für England außerordentlich hohe Temperatur von 32 Grad Celsius gemessen, die höchste Julitemperatur seit 41 Jahren. Nach 4042 V Marmelade aus Opekta Aus Früchten gewonnen Rezept 4 Pfd. Stachelbeeren, Himbeeren, entsteinte Pflaumen, Sauerkirschen, Pfirsiche oder Aprikosen usw. — einzeln oder in beliebiger Mischung — sehr gut zerkleinern und mit 4 Pfd. Zucker zum Kochen bringen. Hierauf 10 Minuten stark durchkochen, dann 1 Normalfiasche Opekta zu 86 Pfg. hinzu rühren und in Gläser füllen. — Ausführl. Rezepte sowie Etiketten für Ihre Marmeladengläser liegen JederFlasche bei. Trocken-Opekta (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwendet. Päckchen für 31/» Pfd. Marmelade 45 Pfg„ für Torten» überguß 23 Pfg. — Genaue Rezepte sind aufgedruckt. Achtung! Rundfunk! Sie hören während der Einmachzeit über alle deutschen Sender jede Woche den interessanten Lehrvortrag aus der Opekta-Küche „10 Minuten für die fortschrittliche Hausfrau". — Rezeptdurchgabe I Die genauen Sendezeiten ersehen Sie aus den Rundfunk-Zeitungen. TU-hh wenige* Zucke* MefuMen? Bei der Opekta-Koch- methode muß man auf jedes Pfund Frucht auch 1 Pfund Zucker nehmen. Trotz eindringlichster Warnung gibt es immer noch Hausfrauen, welche etwas Zucker „sparen" möchten. Aber das sollte man bei Opekta nicht tun; denn das Weglassen eines Pfündchens Zucker Ist kein Gewinn, sondern ein erheblicher Verlust nicht nur an Marmelade, sondern auch an Geld. Nach den Opekta-Rezepten erhält man mit einer Normalflasche Opekta zu 86 Pfennig aus 4 Pfand Früchten 4- 4 Pfund Zucker etwa S Pfund Marmelade dagegen aus 4 Pf und Früchten 4- 3 Pfand Zucker nur etwa 6 Pfund Marmelade Der Verlust an fertiger Marmelade beträgt also nicht nur 1 Pfund, sondern sogar etwa 2 Pfund. Wie kommt das wohl? Ganz einfachI Wenn man nämlich 1 Pfund Zucker weniger nimmt, muß es ja natürlich auch 1 Pfund Marmelade weniger geben. Ferner muß man dann aber auch 5 bis 10 Minuten Länger kochen, damit die Marmelade fest wird, wodurch gut und gerne noch ein weiteres halbes Pfund einkocht. Schließlich trocknet die „zuckersparende Marmelade auch nachher noch besonders stark ein, selbst wenn die Gläser mit Pergament oder Glashaut verschlossen sind. Nach einigen Wochen sind dann Im ganzen kaum noch 6 Pfund Marmelade, viel ach sogar noch weniger, übriggeblieben. Dort, wo man also glaubte, ein Pfund Zucker sparen zu können, hat man In Wirklichkeit zwei Pfund Marmelade weniger. Aus aller Welt. Der König von Siam besucht eine deutsche Jugendherberge. Das siamesische Königspaar besichtigte die größte größte märkische Jugendherberge Brunold-Haus i n Altenhof (Schorfheide). Der König sprach seine Bewunderung über die schöne Lage des Hauses aus und freute sich sehr, als er von frischen Jungen des Jungvolks und Mädels des BDM. stürmisch begrüßt wurde. Nach einer Besichtigung des Hauses die unter Führung des Gauführers Hirsch stattfand, und wobei der König alles mit großem Interesse ansah und verfolgte, war das Königspaar noch einige Zeit Gast der Jugendherberge. Englischer Kreuzerbesuch in Stettin. Der englische Kreuzer HMS. „Leander" traf von Schweden kommend in Stettin ein. Nach Festmachen des Kreuzers sanden Besuche des Vertreters des Wehrkreiskommandeurs, des englischen Marineattaches und des englischen Vizekonsuls an Bord des Schiffes statt. In den Mittagsstunden erfolgten die Gegenbesuche. Für die Zeit des Besuches der bis zum 16. Juli dauert, sind zahlreiche Veranstaltungen vorgesehen. Von Stettin aus wird der Kreuzer direkt nach England zurückkehren. Riesiger Warenhausbrand in einer französischen Stadt. In ßibourne brach in einem großen Warenhaus Feuer aus, das mit unglaublicher Geschwindigkeit um sich griff und beim Eintreffen der Feuerwehr bereits einen ganzen Gebäudekomplex von etwa 1000 Quadratmeter e r - faßt hatte. Die Hitze, die das Flammenmeer ausstrahlte, war so- groß, daß es der Feuerwehr nicht gelang, energisch durchzugreifen. Obgleich aus zwölf Rohren Wasser gegeben wurde, konnte nicht verhindert werden, daß die Flammen auf drei umliegende Wohnhäuser übergriffen und sie vollkommen in A s ch e legten. Auch vom Warenhaus ist nur das eiserne Gerüst übriggeblieben. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Der Sachschaden beläuft sich jedoch auf mehrere Millionen Franken. Lin ganzes Dorf eingeäschert. In der Sonntagnacht brach in dem französischen Dorf F i o n bei Paris ein Brand aus, der sich, vom Winde begünstigt, rasch auf alle zwanzig Wohnhäuser der Ortschaft ausdehnte. Die Feuerwehr stand dem Brand machtlos gegenüber. Die Bewohner mußten unter Mitnahme des notwendig st e n Eigentums flüchten. Es ist noch nicht bekannt, ob Opfer zu beklagen sind. Ein Gutshof auf Rügen durch Feuer vernichtet. Auf dem Gute Neuen darf des Freiherrn von der Lanken-Wakenitz brach ein Feuer aus. Das 1879 erbaute große Herrschaftshaus, der Kuh- und Pf erde stall sowie ein Sch weine stall und das Leutehaus brannten vollständig nieder. Es blieben von dem Feuer nur ein kleiner Schweinestall und der Schafstall verschont. Rund hundert Kühe kamen in den Flammen um, ferner sämtliche Schweine, einige Pferde und Federvieh. Ein Teil der Einrichtungsgegenstände aus dem Herrschaftshaus konnte geborgen werden. Der gesamte Gutshof bildet einen Trümmerhaufen. Durch die Wasserknappheit wurde die Arbeit der Feuerwehren sehr erschwert. Bis jetzt ist die Entstehungsursache des Brandes noch unbekannt. Försterfohn schießt nach 15 Jahren auf den Mörder seines Vaters. Im Olivaer Wald bei Danzig spielte sich ein eigenartiger Vorfall ab. Vor 15 Jahren war der Staatsförster Heusmann von einem Wilderer erschossen worden. Der Mörder Otto Kroll war zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden und ist kürzlich aus der Strafanstalt entlassen worden. Dieser Tage setzte sich nun der Sohn des Ermordeten, ohne seinen Namen zu nennen, mit Kroll in Verbindung, um über den Tod seines Vaters näheres zu erfahren. Beide trafen sich an der Mord- teile, wo ein Gedenkstein für den ermordeten Förster steht. In der Unterhaltung äußerte sich der Mörder überaus zynisch über seine Tat und erklärte u. a., daß er bedauere, nicht auch die Frau des Försters erschossen zu haben. Als daraufhin der junge Heusmann sich als Sohn des Ermordeten zu erkennen gab, griff Kroll in die Tasche, offenbar, um eine Waffe zu ziehen. Heusmann gas daraufhin, um seinem Gegner zuvorzukommen, mehrere Schüsse auf Kroll ab, die diesen am Hals und am rechten Arm verletzten. Blutiges Familiendrama in Paris. Ein blutiges Drama, in dessen Mittelpunkt der erste Gesandtschaftssekretär der Pariser Gesandtschaft von Peru steht, spielte sich in einem eleganten Wohnhaus im Zentrum der Stadt ab. Dort wohnte die Frau des Gesandtschaftssekretärs, mit der er in Scheidung lebte, und seine beiden erwachsenen Töchter. Am Sonntag, als sich die Familie gerade zu Tisch gesetzt hatte, erschien Garcia und gab ohne ein Wort zu sagen, mehrere Revolverschüsse auf seine Familie ab. Dann jagte er sich selbst eine Kugel in den Mund und stürzte sich in den Fahrstuhlschacht. Während der Mörder und Selbstmörder auf der Stelle tot war, wurden feine Töchter mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Seine Frau blieb unverletzt. Ein Benzinlankwagen auf offener Straße explodiert. Auf einer der südlichen Ausfallstraßen Roms explodierte am Samstag aus unbekannten Gründen ein Benzintankwagen. Das Brennende Benzin hüllte die Straße in ein Flammenmeer. Die Feuerwehr hatte stundenlang zu tun, um den Brand zu löschen.. Der Führer des Wagens und eine weitere Person erlitten schwere Brandwunden. Ueberfchwemmungen in Reuseeland. Außerordentlich schwere R e g e n f ä l l e , wie sie Neuseeland seit langem nicht erlebt hat, haben große Ueberfchwemmungen verursacht. In Nord-Auckland stehen viele Straßen unter Wasser. Die Eisenbahnlinien und Landstraßen sind auf weite Strecken überschwemmt. Mehrere Familien mußten in der Nacht mit Hilfe von Booten aus ihren unter Wasser stehenden Häusern geborgen werden. Tödlicher Unfall bei einem INotorbootrennen in Paris. Im Verlaufe des auf dem großen See des Bois de Bologne abgehaltenen N a ch t f e st e s , in dessen Rahmen Motorbootrennen stattfanden, ereignete sich ein tödlicher Unfall. Zwei Außenbordmotorboote, in denen drei Amerikaner Platz genommen hatten, stießen in voller Fahrt zusammen und gingen auf der Stelle unter. Zwei der Insassen konnten rechtzeitig gerettet werden, der Dritte hatte aber durch die Schraube so schwere Verletzungen erlitten, daß er kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Ein Feuerwehrleutnant, der mehreremale nach einem der Insassen getaucht war, zog sich ebenfalls so schwere Verletzungen zu, daß er in besorgniserregendem Zustande in das Krankenhaus geschafft werden mußte. Das „Achtuhrabendblall" in den Besitz der Belegschaft übergegangen. Das „Achtuhrabendblatt" veröffentlicht eine Erklärung der Belegschaft des Betriebes, in der es u. a. heißt: Mit dem heutigen Tage übernimmt dis Berliner Spätblatt-B etriebsgemeinschaft G. m. b. H. — die bisherige Gefolgschaft des „Achtuhrabendblattes" — die Herausgabe der Zeitung. Unsere Betriebsgemeinschaft hat von dem bisherigen Verleger sämtliche Rechte des „Achtuhrabendblattes" erworben, die auf die Betriebsgemeinschaft übergehen. Die Gesellschafter und Geschäftsführer der Achtuhrabendblatt-G. m. b. H. scheiden nach freundschaftlicher Verständigung aus der Zeitung aus. In einer weiteren Bemerkung teilt das Blatt dann mit, daß es nunmehr, wie der Titel verspricht, tatsächlich in der achten Abendstunde erscheinen wird und nicht mehr wie bisher am frühen Nachmittag. Das Nudeln (Stopfen) von Geflügel. Mit dem 1. Februar 1934 ist das Tierschutzgesetz vom 24. November 1933 mit Ausnahme des § 2 Nr. 8 und 11 in Kraft getreten. Nach § 2 Nr. 11 ist es verboten, Geflügel durch Stopfen (Nudeln) zur Futteraufnahme zu zwingen. Gemäß § 15 des Gesetzes wird der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Bestimmung vom Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft festgesetzt. Es soll dadurch interessierten Kreisen Zeit gegeben werden, sich auf das Verbot einzustellen. Wer aber beim Nudeln Tiere unnötig quält oder roh mißhandelt, wird schon jetzt nach den Bestimmungen des Gesetzes bestraft (Gefängnis bis zu 2 Jahren und Geldstrafe bis zu 10 000 RM. oder eine dieser Strafen). Es war bisher vielfach gebräuchlich, die Mast des Geflügels, namentlich der Gänse, dadurch zu beschleunigen, daß ihnen über den eigentlichen Nahrungsbedarf hinaus Nahrungsmittel in Form von Nudeln aus Roggen- oder anderem Mehl sowie von aufgeweichtem Mais ufw. gewaltsam in den Schlund gepfropft wurden. Die Nahrungsmittel werden dabei entweder mit der Hand oder durch Trichter, manchmal sogar mit besonderen Stopfmaschinen nach Art der Wurstfüllungsmaschi- nen in den Schlund gedrückt. Die Tiere werden bei dieser Art der Mast vielfach im Dunkeln und auf so engem Raum gehalten, daß ihnen jede Bewegungsmöglichkeit genommen ist. Das Verfahren wird namentlich deshalb geübt, um die sogenannte Fettleber der Gänse zu erzeugen, die zu Gänseleber- Pastete verarbeitet von Feinschmeckern besonders geschätzt wird. Einem verringerten Bedarf an Nahrungsmitteln infolge der verhinderten Bewegung steht bei dieser Mästungsart eine übergroße Zuführung an Nahrung gegenüber. Es kommt daher zu überreichen Fettablagerungen in der Unterhaut, in den Organen und namentlich in der Leber der so gemästeten Tiere, die oft um das Mehrfache des Normalen vergrößert und als krankhaft verändert anzusehen ist. Die Tiere leiden bei dieser Fütterungsweise selbstverständlich in ihrem Gesundheitszustand, so daß gegen Ende der Mast geringe Anlässe genügen, den plötzlichen Tod der Tiere herbeizuführen. In diesem Stadium müssen die Tiere besonders überwacht werden, um in dringenden Fällen sofort die Notschlachtung durchführen zu können. Diese Mästungsart hat von jeher den größten Unwillen tierliebender Kreise erregt, weil es sich hier um ein ausgesprochen tierquälerisches Verfahren handelt. Die völlige Verhinderung jeder Bewegung, die zwangsweise Zufuhr von Nahrungsmitteln, die ständige Ueberfütterung der Tiere bedeuten eine ununter, brochene Qual während der Mastzeit. Eine solche Quälerei läßt sich auch nicht durch den Hinweis darauf rechtfertigen, daß auf andere Weise eine Fettleber der Gänse nicht erzeugt werden kann. Im neuen Staat ist für eine Denkungsart kein Raum, die Tieren die Erduldung wochenlang fortgesetzter Quälereien zumutet, um einer kleinen Anzahl von Feinschmeckern einen kurzen Gaumengenuß zu bereiten. I Das Mästen des Geflügels an sich kann natürlich ebensowenig wie das Mästen anderer Tiere als Tierquälerei aufgefaßt werden. Das Geflügel ist besonders gefräßig, es wird die ihm gebotene schmackhafte Nahrung von selbst bis zur Grenze des Verdauungsvermögens aufnehmen. Die freiwillige Nahrungsaufnahme läßt sich noch steigern, wenn dke Tiere während der Dunkelheit bei fünft* licher Beleuchtung gehalten werden. Dadurch läßt sich das Geflügel, namentlich auch die Gänse, vollfleischig und ausreichend fett a u s m ä st e n. Da aber die Tiere zum Gedeihen auch Ruhe notwendig haben, und diese in der Dunkelheit am vollkommensten eintritt, liegt es sowohl im Interesse der Tiere als auch der Besitzer, die künstliche Beleuchtung nicht während der ganzen Nacht ununterbrochen wirken zu lassen. Durch das Verbot des Nudelns des Geflügels werden daher auch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus Nachteile nicht entstehen. Mit Rücksicht auf den durch die fortschreitende Aufklärung der Bevölkerung wachsenden Unwillen weiter Kreise gegen dieses tierquälerische Mästungsverfahren wird sich das Inkrafttreten des Verbotes nicht allzulange hinausschieben lassen. Die Geflügelhalter und Ge- flügelmäster sollten daher im eigenen Interesse schon jetzt ihre Geflügelmast so umstellen, daß die zwangsweise Zuführung von Nahrungsmitteln bei Geflügel unterbleibt. Preußen. Kreis Wetzlar. * R o d h e i m a. d. B., 8. Juli. Hier kam gestern ein junger Mann aus Garbenheim mit seinem Motorrad so heftig zum Sturz, daß er leider schwere innere Verletzungen erlitt und von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen der dortigen Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte. Wettervoraussage. Obwohl infolge der großen Hitze das Barometer langsam fcpttt, setzt sich der hohe Druck weiter durch und führt zur Fortdauer der Schönwetterlage. Späterhin dürften sich jedoch lokale gewitterhaste Störungen bemerkbar machen. Aussichten für Dienstag: Noch vielfach heiter, heiß und trocken. Aussichten für Mittwoch: Vorübergehend gewitterdrohende Bewölkung, sonst noch Fortdauer des sommerlichen Wetters. Lufttemperaturen am 8. Juli: mittags 28,9 Grad Celsius, abends 21,3 Grad; am 9. Juli: morgens 18,6 Grad. Maximum 30 Grad, Minimum 13,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Juli: abends 27,3 Grad; am 9. Juli: morgens 21,6 Grad. — Sonnenscheindauer 14% Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 4045 D Für die uns beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen in so reichem Mabe erwiesene Teilnahme sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Minna Schneider, geb. Benner Gießen, den 9. Juli 1934. 4043 D ■■ ee ■ ■ • bezw. an Ort n.Stelle (Bekannt- AIlCACCnUlBVMMnC gäbe in obg. Lokal), zwangsweise W will» gegen Barzahl. versteig, werden: e. V., Gießen 4048 D am Donnerstag, dem 12. Juli 1934, abends 8 Uhr (20 Uhr) im Schulgebäude Steinstraße 10 Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht; 2. Rechnungsablage; 3. Wahl des Vorstandes; 4. Verschiedenes. Der 1. Vorsitzende: Schelborn, Obers tu diendir. Lieh, den 6. Juli 1934. Die Beerdigung findet Montag, den 9. Juli, nachmittags 374 Uhr, in Lieh statt Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, die treusorgende Mutter ihrer Kinder, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Gertrud Zimmer, geb. Glaser nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im 43. Lebensjahr, heute zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Zimmer, Forstmeister ?gen Barzahl. veriterg. werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Ladenkassen, Schnellwaagen, Stoffe, Kassenschränke, 1 Schuhmacherausputz-, 1 Näh-, Einladung zur ordentlichen Generalversammlung des Werbe-Drucksachen liefert Brühl’sche Druckerei Dienstag, lO.iXuli, 14 Uhr, sollen im „Löwen" hier, Neuenweg 28 1 Bohr-, 1 Roto- u. Schreibmaschine, Radios, Pelzmützen, Teppiche, 1 Greif - Abziehapparat, Toilettengarnituren, 1 Motor, bestimmt: lRegistrierkasse,Waren- schränke, Regale u. Theken (noch neu), 1 Flügel. 404»d Scharmann Gerichtsvollzieher k. A., Gießen, Walltorstrabe 48, Telephon 3108 •3’ Gießen - Schulsiraße 1 II1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIN 3998 A !llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!llllllllllllllllllllll!llll!ll!lll!llllllll!lllll> 7 Giehen, G.m.b.H. Die Gefchäftsleitung Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, Schulstr. Jüngere, tüchtige hiesige Verkäuferin zum 1. September gesucht Vorstellung zwischen 8 bis 9 Uhr abends erwünscht. I Sdiulze / Kreuzpl ____________________________4046D Ala Anzeigen-Aktiengesellschafi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften mit Hans Bransewetter, Fritz Kämpers, Erhard Siedel, Paul Westermeier, Käthe Haak, Agnes Straub, Liselott Schaak, Carsta Löck, Herrn. Speelmans, Werner Schott, Fritz Odemar, Friedr. Ettel. Musik: Herb.Windt. Regie: Heinz Paul. Ein köstlicher Film mit goldenem Humor, eines in seiner Grundtendenz ernsten Stoffes nach dem gleichgamigen Theaterstück von Ernst Graff. — Vorher: Gutes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 3965 a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Wird das verderben? Die Juli-Hitze kann Speise und Trank verderben, wenn sie nicht geschützt werden. Frisch und schmackhaft bleibt alles in einem Eisschrank Und ob Ihr Haushalt groß oder klein ist: den passenden Eisschrank zu einem erschwinglichen Preise bekommen Sie bei Unfere Mitglieder werden aufgefordert, bis zum 25. Juli 1934 ihre Markenkarten nebst den Anteilkarten bei ihren Verteilungsfteilen abzuliefern VerbrauMenoflenfchatt BücherfürdenVogelfreund Die Vögel Mitteleuropas in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch aufgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet von Dr. Oskar und Frau Magdalena Heinroth. Mit 159 Färb- und 352 Schwarztafeln. 4 Bände in Halbleder gebunden RM. 270.—, in Ganzleinen gebunden RM. 235.—. — Bezug auch in 100 Lieferungen (davon 80 je RM.2.50 und 20 je RM.3.-») möglich. — Verlangen Sie Angebot und Probelieferung! Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer von P. F. Weckmann-Wittenburg. Einführender Text von Prof. Dr. F. Dietrich. Mit 64 Kunstdrucktafeln. 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'mangrein Tanten Ääit: Gläs-r erhoben, den noch oerborgenen Jnsossen ein verstimmen umeinander, jubeln auf, verwehen, setzen vor erbte den mit gs 28,9 morgens 1$ 13,1 Erad.- am 8. 3uft ns 21,6 0rd itieren. Aus der noch verschleierten Waldtiefe sprüht plötz- Gott singt. Beflissen stürzt der Gans-Wirt an den Wagenschlag, seine Troddelmütze schwenkend, die drei Freunde jedoch treten zum Zaune und singen, die dringende Einladung auf fein Besitztum für sie und vor allem, vor allem für Schubert. „Und haben Sie alle vielen Dank! Bessere Boten könnt' uns das liebe Wien nicht entgegenfchicken! Leben Sie wohl miteincmd!" Dann singt das Waldhorn keck hinaus in den Sonntag, und die Räder rollen ... wieder an. Jählings erwacht der Wald ringsum, alle Vogel- MV.en jubilieren verzückt los. Dem Feldrain enttauchen die Sänger; schützend gebt die Magd ihre Hand über die Augen und lächelt über die vertraute Schau: den stutzerhaften Großen, den hellockigen Schmächtigen und den groß- Topfigen, rundlichen Kleinen. „Dös Weaner Kleeblatt! kommt daher, Herr Schwager", ruft sie aufkichernd hinter sich in die ggerabe sich öffnende Krugtür. „Jessas, sind die früh zu Weg heut!" antwortet »aus der kühlen Tiefe des Flurs des Wirts lachende Stimme. „Ja, und zu Fuß, Herr Schwager. Der Schober, ider narrische, tragt einen weißen Sonnenschirm, der Schwind hat die Zupfgeigen umgetan, und der Schubert-Franzl trollt wieder weit hintendrein." Flugs verschwindet sie im Hause und kehrt wieder mit dem blühweißen Tischtuche, das sie wie eine Salutfahne aufwirbeln läßt. Ein Jodler ist bie Antwort und wirft vielfältiges Echo von den Hängen und dem Handwerk sind fast 9 Millionen ober 62 v. H. der Erwerbstätigen beschäftigt, im Handel und Verkehr dagegen nur 5,4 Millionen oder rd. 38 v. H. Und von der installierten Kraftmaschinenleistung entfallen 23,3 Millionen PS oder 94 v. H. auf die Industrie und nur 1,5 Millionen oder 6 v. H. auf Handel und Verkehr. Die überragende Bedeutung der Gütererzeugung für die Gewerbewirtschaft Deutschlands kommt in diesen Zahlen zum Ausdruck, während die Güterverteilung in unserem Lande im Gegensatz zu anderen Ländern, wie z. B. England und den Niederlanden, demgegenüber mehr zurücktritt. Freilich ist, wie schon oben bemerkt, die in den Kraftfahrzeugen installierte Maschinenleistung nicht eingeschlossen. Würde man auch diese als mechanisierte Kraft zu der Maschinenleistung zuzählen — neben Kraftfahrzeugen auch Eisenbahnen und Schiffe — so würde sich die gesamte in der Gewerbewirtschaft installierte mechanische Kraft auf 62,3 Millionen PS erhöhen, von denen 39 Millionen PS auf Handel und Verkehr entfallen. Dann ständen allerdings hinsichtlich der motorisierten Kraft Handel und Verkehr an erster Stelle. In der Gütererzeugung nehmen die drei aroßen Gewerbegruppen, die die Mittel zur Befriedigung der unmittelbarsten menschlichen Bedürfnisse bereitstellen: Nahrung, Bekleidung und Wohnung den größten Raum ein. Sie umfassen mehr als vier Fünftel der zu Industrie und Handwerk überhaupt gehörenden Betriebe und nahezu zwei Drittel der beschäftigten Personen. Dieser geringere Personenanteil deutet schon auf den handwerklichen Charakter weiter Teile dieser Wirtschaftszweige hin. Aus dem starken handwerklichen Gepräge dieser Gewerbezweige er- Vor fünfzig Jahren: Am 14. Juli 1884 wurdZ auf Anordnung des Kaiserlichen Kommissars Dr. N a ch t i g a l durch ein Kommando des Kanonenbootes „Möwe" diedeutscheFlagge inKamerungehißt und damit bas Kamerungebiet unter den Schutz des Deutschen Reichs gestellt. (Nach einer Skizze des an ber Flaggenhissung beteiligten Leutnants z. S. Ma n d t.) Das Apfelsingen. Von ^urf Bock, GOS. Die blauen Schatten sinken von den Wiener Bergen, der goldene Glorienschein steht wie gestanzt iiber der weichgeschwungenen Silhouette der Gipfel. Unter bie blütenverfchneiten Obstbäume kuschelt sich die „Goldene Gans", der Dorskrug nahe bei Klosterneuburg. Weithin klingt durch die sonntägliche Feierfrühe der Schall ber aufprallenden, von unsichtbarer Hand aufgestoßenen Fensterläden. Eine Magd tritt aus der Gartentür, die Arme »oller Blumen, bamit die eingerammten Tische zu König Prajadhipok im Gespräch mit einem Arbeitsdienstfreiwilligen der Potsdamer Ausbildungsabteilung an der Baustelle der Kriegsbeschädigten-Siedlung. — Rechts: Königin Rambai Barni, die auch hier ihren Gatten begleitete. zurück. Und kaum prangt der beste Laubenplatz im gastlichen Schmucke, da steht auch schon der Malersmann an der Pforte, läßt die Gitarre, am Hals gefaßt, schwingen, daß die Akkorde wie Glockentöne schallen zu den Liedesworten: 1 erlitt un! vom Rote, I'schen Kliss s Saromeie weiter bur: önrvetterlagl gewitterig Noch oielfaij iorübergehH 'ä) Sortbaiü' Helm Lange briet) WM W. Lange, ß ^eißenleita ifjalt ber 9CS±on tritt Moritz Schwind vor, bie Klampfen •• Brust gedrückt, und hebt freiweg an: „D laß mich nur von ferne stehn, nach deinem lieben Fenster sehn, von ferne, ganz von ferne! Du blondes Köpfchen, komm hervor! Hervor aus eurem runden Tor, ihr blauen Morgensterne! Nun schüttelt ab der Träume Flor, und hebt euch frisch und frei empor in Gotteshellen Morgen! Willkommen. Und zuerst erscheint ein weißhaariger Herr, hilft dann seiner Frau heraus, und hintendrein kommt das Lenzwunder, — die Tochter. Im himmelblauen Reifrock. Reckt die Arme, schaut ringsum, schüttelt das schimmernde Gelock und winkt unbekümmert den Sängern einen Dank. Im Garten sodann erfolgt zeremoniöse Vorstellung aus der sich ergibt, daß die Familie von ihrem steiermärkischen Gute her zu Wiener Verwandten auf längeren Besuch unterwegs sich befindet. Nachbarlich wird gedeckt, und munter gehen Geplauder, Zuruf und Trunkbescheid von Tisch zu Tisch. Da hebt die Tochter aus der überquellenden Schale den schönsten Apfel: Nun lassen Sie mich, meine Herren, die graue Schulmeistergeschichte vom goldenen Apfel des Paris einmal umkehren, zum wahrenden Andenken an diesen herrlichen Tag und unser kurzes Begegnen. Diesen lebfrischen Apfel schenken wir dem von Ihnen dreien, der uns das schönste Liedel singt!" Begeistert springen bie Freunde auf, nur ber Franzi bleibt hocken und murmelt verlegen: „Aber ich hab' heut kein bifferl Singstimme ..." Da spielst du uns halt dein Lied auf dem Spinett, da hinterm offenen Fenster", wird er nieder- Kunper*. er, Käthe t Schaak. iß, Werner r. EtteL inzPaaL ptn Siivor, rit»ek '°° on*he Und mit Kling und Klang setzen sich die drei zu munterem Becherlupf, — der Anstieg war weit, beschwerlich und ein rechter Durstwecker. Frische Semmeln, Butter, Honig, Schinken werden herausgezaubert, der Schmaus von manchem Loblied auf den Wirt, die Berge und Klosterneuburg unterbrochen. Wirt, Wirtin und Magd laufen her und hin, stehen fröhlich mit den Fröhlichen am Gartengatter. Sie überhören alle völlig das Räderrvllen und fahren überrascht herum, als draußen, fo nahebei, des Postillons Waldhorn ein schmetterndes Grüßhandel verhält sich zum Einzelhandel gemeßen an der Zahl der Betriebe wie 1:6, gemessen an der Zahl der Personen wie 1:3. In welcher Weise hat sich nun in den letzten acht Jahren, seit der Zählung von 1925, bie gewerbliche Struktur Deutschlands geändert? — Der wirtschaftliche Niedergang, der in der gewaltigen Zunahme der Arbeitslosen seinen sichtbarsten Ausdruck fand, tritt natürlich auch in den Zahlen der Gewerbebetriebe und der beschäftigten Personen in Erscheinung. Und zwar sehen wir hier eine auf den ersten Anblick vielleicht verblüffende Tatsache: Die Zahl der im Gewerbewesen beschäftigten Personen hat zwar, wie zu erwarten, stark a b - genommen, sie ist von 18,4 Millionen 1925 auf 14,4 Millionen 1933 gesunken, die Zahl der Gewerbebetriebe hat fich dagegen um rd. 75 000 erhöht. Freilich erstreckt sich diese Zunahme in der Hauptsache auf Gewerbezweige mit handwerklichem und kleingewerblichem Einschlag, und sie. dürste vor allem daraus zurückzuführen sein, daß eine Anzahl der durch die Krise arbeitslos gewordenen Arbeitnehmer versucht hat, sich s e I b - ständig zu machen. Gütererzeugung und Güter- Verteilung zeigen hinsichtlich der in den letzten Jahren eingetretenen Veränderungen recht erhebliche Unterschiede. Erstere scheint von der Krise weit schärfer betroffen; denn während im Güterverteilungsapparat 1933 noch nahezu ebenso viel Personen beschäftigt werden wie 1925, ist in Industrie und Handwerk die Zahl der beschäftigten Personen um mehr als ein Drittel gesunken. Innerhalb der Gütererzeugung weisen zunächst die Gewerbezweige, die vornehmlich auf den Export eingestellt waren, den größten Rückgang auf. So hat der Zusammenbruch der weltwirtschaftlichen Austausch- Herr Mode. Die Männer, die sonst fo gern alle Erfindungen und Schöpfungen für sich beanspruchen, sind auf dem Gebiet der Mode merkwürdig bescheiden, vielleicht weil sie fürchten, daß ihre umfassende Tätigkeit in einem von ihnen als ausgesprochen fraulich bezeichneten Bereich als unmännlich hingestellt werden könnte. Und doch ist es eigentlich nicht richtig, sich die £tobe weiblich vorzustellen, wenn man berücksichtigt, wer seit je an ihrer Entwicklung gearbeitet hat und wer immer wieder unermüdlich neue Formen ersinnt, die bann allerbings von ber Frauenwelt in alle Welt hinaus getragen werden. Zweifellos kommt dem Mann auch in der weiblichen Mode eine große, ja vielleicht entscheidende Rolle zu. Noch heute sind die Leiter führender Modehäuser häufig Männer, wenn sie auch ihre Namen aus verständlichen Gründen gern hinter dem reizvollen Pseudonym einer ihrer Modistinnen verbergen. Sie fühlen sich in allen Einzelheiten ber Frauenkleidung durchaus zu Hause; vielfach bestimmt ein Mann bie Linie ber Figur unb entscheibet barüber, ob bie Röcke kurz ober lang getragen werben sollen, ob diese ober jene Farbe ihre Herrschaft antritt unb noch vieles mehr. Der Juwelier hat ein ausschlag- gebenbes Wörtchen bei ber Gestaltung bes Schmucks mitzusprechen, unb auch in ber Kosmetik kann man sich, wenn man sich an die Wirklichkeit hält, das Symbol der Mode durchaus in männlicher Gestalt oorstellen. Schließlich wird ja auch noch die Frisur, die im Reich der weiblichen Schönheit eine große Rolle spielt, von Männerhänden geformt. Die berühmten Haarkünstler des 18. Jahrhunderts, die vom Haar aus geradezu die Mode bestimmten und wichtige Neuerungen in der Kleiderfrage herbeiführten, sind ein schlagender Beweis für diese entscheidende Stellung des Mannes auf einem Gebiet, das mit stillschweigendem Einverständnis beider Geschlechter stets gern als ein echt weibliches bezeichnet worden ist. Am Hofe der Fürsten ist es auch der Oberzeremonienmeister gewesen, der die Länge der Schleppe und die Tiefe des Dekolletes vorfchrieb. Der Mann sollte sich also ruhig zu diesem Werk bekennen; er müßte dafür allerdings auf bas weiblich ausgenutzte Vergnügen verzichten, von ber Mode ber Dame als von einer Laune bes schwachen Geschlechts zu sprechen. Die schon norliegenben Ergebnisse ber umfänglichen gewerblichen Betriebszählung vom Sommer 1933 vermitteln ein Bilb von bem gegenwärtigen J.uftanb bes Gewerbes in unserem Vaterland unb er Veränderungen seit der letzten Zählung im J Bommer 1925. Auf den ersten Blick fällt bie || arte Mechanisierung unb Motorisierung unseres Gewerbes auf: Währenb bie Zahl : leer gewerblichen Betriebe 3,5 Millionen, bie in Urnen beschäftigte Personalzahl 14,4 Millionen be- ! trägt, stellt sich die installierte Kraftmaschinenleistung musschließlich Mechanisierung der Verkehrsmittel wie Eisenbahn, Kraftfahrzeuge) auf 24,8 Millionen P*S (Pferdestärke). Nimmt man an, daß ein PS ter Leistung von 10 menschlichen Arbeitskräften imtspräche, so ständen den 14,4 Millionen mensch- ! chen Kräften fast 250 Millionen eiserner Gesel- fen gegenüber. Auf eine menschliche Arbeitskraft imtfailen also beinahe 20 motorisierter „Roboter . Vas ist zwar ein nur grober, aber doch sinnfälliger Ausdruck dafür, wieweit die Mechanisierung und Motorifierung unseres Gewerbes heute vorgeschrit- 'len ist. Teilt man das gesamte Gewerbewesen in einer- ssits Industrie und Handwerk, d. h. also Güter- i rzeugung, andererseits Handel und Verkehr, .Iso Güterverteilung auf, so besteht hinsicht- isrch der Zahl der Betriebe kein sehr großer Unter - chied zwischen beiden: 1,9 Millionen ober rb. 53 p. H. ber Betriebe gehören zu ersteren, 1,6 Millionen ober 47 v. H. zu letzterer Abteilung. Ein großer Unterschieb zwischen beiben Abteilungen bestehl da- g egen hinsichtlich ber beschäftigten Personen unb noch weit mehr hinsichtlich ber Kraft- I e i ft u n g ber Maschinen. In ber Jnbustrie Ifreund i “ndZkirund nd H RM- Zj’jH 100 ■°b,‘ Nitnr; ir8°|cL,tr von -SB# b” f VO« T 0>T , ßiutü- i $tfl Ä’ö klärt es sich auch, baß sie nur ein Drittel ber in Jnbustrie unb Hanbwerk installierten Kraft- mafd)inenleiftung auf sich vereinigen. Eine weit stärkere Motorisierung zeigen Bergbau, Hütteninbustrie, Maschinenbau unb elektrotechnische Inbustrie. Auf biese, bie wichtigsten Grunbstosfe unb Probuktionsmitte! herstellenben Gewerbegruppen entfällt runb bie Hälfte ber gesamten Kraftmaschinenleistung. Dagegen umfassen biese Gruppen nur ein fünftel des Personals von Jnbustrie unb Hanbwerk. Diese Gegenüberstellung zeigt bie grund- sätzlich anbere gewerbliche Struktur ber Probuk- tionsmittelinbustrie: viel Maschinen, weniger Personen- unb ber Konsumtionsgüter erzeugenden Gewerbe: viel Beschäftigte bei verhältnismäßig geringer Motorisierung. Eine Wirtschaftspolitik, bie einer zu starken Mechanisierung unseres Gewerbes entgegenwirken soll, muß also barauf bebacht sein, burch Steigerung ber Kaufkraft ber großen Massen bie Konsumtionsgüter erzeugenben Gewerbe zu förbern. Unb bie Maßnahmen ber nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik finb auch auf bieses Ziel gerichtet (Stärkung bes Hanbwerker- unb Bauernstanbes, Arbeitsbeschaffungspolitik, Winterhilfswerk usw.) In ber Güterverteilung nimmt ber W a - renhanbel ben breitesten Raum ein. Neun Zehntel ber im Hanbel unb Verkehr vvrhanbenen Betriebe unb mehr als zwei Drittel ber beschäftigten Personen entfallen auf ben Großhanbel, ben Einzelhanbel unb bas Gaststättenwesen. Das Verkehrswesen bleibt mit seiner Betriebszahl zwar weit hinter bem Warenhanbel zurück, beschäftigt aber immerhin ein Viertel ber im Handel unb Verkehr insgesamt tätigen Personen. Der Groß- „Drei Fläschle unb brei Becherlein für mich und die zwei Freunde mein, und willst du uns Gesellin sein, willkommen sei, blond's Mägdelein! — ben vierten Becher leib’ i nit, bu trinkst aus allen breien mit--" Still unb versonnen stapft Schubert hinter Uebermütigen her, schon naht ber Gans-Wirt bem Wein. Die Lerche wirbelt in ber Luft, unb aus bem tiefen Herzen ruft bie Liebe Leib unb Sorgen." Laut bankt ihm ber Beifall. Nun stellt sich Schober gewanbt unb sehr bewußt in Positur, unb hingerissen lauscht bie Runbe ber vollen, geschulten, strahlenb schönen Stimme: „Nur wer bie Sehnsucht kennt, weiß, was ich leibe, allein unb abgetrennt von aller Freube, seh ich ans Firmament nach jener Seite. Ach, ber mich liebt unb kennt, ist in ber Weite ..." Es tritt jene feierliche Stille ein, bie echtestes Lob ist: Ergriffenheit. Nun greifen leise, getragene Töne hinter ihnen bie Melodie des Liedes auf, wandeln sie spielerisch, rauschen silbern auf und ab, jubeln, riefeln, perlen selig umeinander, — wiegende Waldeswipfel träumen hinein, der Bach tänzelt klar, schäumend über moosiges Gestein, — wirbelnd überstürzen sich die Läufe, enden in aufjauchzender Lust. Sprachlos stehen erst alle, dann gehen sie ans Fenster, hinter dem sie Schubert noch versunken auf dem Schemel sitzen sehen. „Und was war dies für ein unerhörtes Lied?" „Ja, sag, Franzi, gelt, bas ist was Nelles?" „Na, woher benn", stottert ber und windet sich hilflos, „war denn dös ein Liedl? Fiel mir halt so ein eben, — ich dacht an bie Fischerl heut früh im Bach brunten. Aisbann nennen wir's eben: Die Forelle, bas Liebl, net wahr?" „Wie, Sie haben das hier, eben, so einfach heraus, aus sich heraus, phantasiert? Da sinb's ja ein Komponist! Ein großer noch bazu!" staunt ber Gutsherr. . „Stimmt schon", meint gemütlich Franz von Schober, „unser Franzi hat schon viele Lieber komponiert, meist mit Gitarresatz, neuerlich auch Goethes „Erlkönig", unb ben haben wir Freunbe allgernein- sam sogar brücken lassen". „Unb nun will Dia belli, ber Wiener Musikverleger, Lieberhefte von ihm herausbringen", fällt Moritz Schwinb eifrig ein. Unb als bas Mäbchen fragt: „Dann sind wohl bie zwei Lieber vorhin auch von Ihnen, Herr Schubert?", bejahen für ihn bie Freunbe. „Ja, alsbann —", lächelt sie unb springt ins Haus — Unb legt ben Apfel vor Schubert auf bie Tasten. Unb eh bie Eltern unb Freunbe norm Fenster es recht gewahr werben, schenkt sie bem Fassungslosen einen scheuen, schnellen Kuß auf bie geneigte Stirn. Eilt hinaus, in den Wagen. Der Postillon hebt das Horn. Rasch noch gibt der Gutsherr ben Freunden eine r.^untd 4^ .,Qhn. ? Mi 5 nTnQtürlü Äre Ql Mel p ' gebotet, ,UV< Ah! ÄNett b« fünf M lä Vd n n der Dun /b s°lvo! b's'tzer, ;5er ganze, Andpunk Rücksicht Q[ . der Bevo' trci1e n wird Mange hin * und A fresse d>e jwangs, In bei & 10100. W s-Atz- mb] ießen ir Gießen. Veränderungen in Deutschlands gewerblicher Struktur. Üon Dr. K. A. von Tyszka, Professor der Staaiswissenschasten an der Universität Hamburg. - K' fjwl Die Kommunisten-Llnmhen in Amsterdam Wirtschaft Aufgerissenes Strahenpflaster — umgebrochene Baume — ein Bild der Verwüstung aus dem Amsterdamer Arbeiterviertel De Jordaan, wo kommunistische Elemente anläßlich der beab- jichtigten Kürzung der Arbeitslosenunterstützung gegen die Staatsordnung revoltierten. Waldbrand im Taunus. LPD. Oberursel, 8. Juli. Heute mittag brach am Sandplacken ein Waldbrand aus. Der Brand wurde erst bemerkt, als er schon weit vorgeschritten war. Bald stand eine große Fichten« schonung von 2'A» Hektar in Flammen. Wassermangel behinderte die Löscharbeiten. Man mußte sich darauf beschränken, die umliegenden Waldstücke vor dem Uebergreifen des Feuers zn schützen. Die Schonung wurde vollständig vernichtet« Die gemein, Otto L rischen nissenha, Surfei betljenfti 27. Juli Der Lai Harrer zu M« thergem am 2.Ü auf feir Tießen über sei fanat 6 gegeben (Ml Die, meinsair Vereins von her „Erza ein. Z AUhr, tuts bei Besuch ,,NTBr heimisch 3u| Adolf Wiegert. Zur selben Zeit, da König Richard im Leichtgewicht thronte, erschien ein neuer Mann--Adolf Boxer-Schicksale Erinnerungen an die »Alte Gardes Don Oswald Richter. Unter den deutschen Boxern, die etnst berühmt waren und heute vergessen sind, waren die bekanntesten Raujoks, Wiegert, Prenzel und Brei- tensträter. Namen, die in der Geschichte des Boxsports unsterblich sein werden. Seltsamerweise waren die vier an der Westfront Dort im Pulverrauch, im Todeshauch verlernten sie die Furcht. Seltsamerweise kamen die vier in englische Gefangenschaft. Dort erlernten sie das Boxen. Nach dem Kriege kamen sie nach Deutschland zurück und brachten hier den Boxsport zur Blüte. Durch den Krieg waren diese Kämpfer hart geworden', als Soldaten hatten sie die Disziplin in sich, bis zum letzten Augenblick, selbst auf verlorenem Posten auszuharren. Ich kann mich nicht entsinnen, daß damals tief geschlagen wurde; ich kann mich auch nicht entsinnen, daß Naujoks, Wiegert, Prenzel oder Breitensträter einen Kampf aufgaben. Ich habe mit Wiegert, Diener, Breitensträter und Schmeling vor ihren Kämpfen trainiert. Ich weih, wie gewissenhaft diese Boxer sich vorbereiten. Von den vier alten Meistern sind nur zwei übriggebüe- ben. Alle vier haben ihr Schicksal, das sie wieder abtreten ließ von der Bühne der Welt, die ihnen der Boxring war. König Richard. König? Ja, König. Sieben Jahre hielt er den Titel eines Deutschen Leichtgewichtmeisters. Es gibt nur wenige, die sich seiner großen Zeiten erinn^n können. Wenige, die wissen, was aus König Richard geworden ist. Damals ein Kämpfer, der jeden Gegner besiegte, jeden Gegner annahm, bis das Schicksal ihn zu Boden schlug. Nach sieben Jahren wurde er entthront. Fritz Ensel schlug ihn in ein paar mörderischen Runden ko., so schwer, daß Kömg Richard sich von dieser Niederlage nicht mehr erholte. Am Führer olle bit gerufer Wb schäft i lQnimer diesen i der Rill Kampfe öetöegm Am { teils au N get Meren Mim 1 $enau nod) h ss°h » Armbii Miere die Ri öQs jr eiozels lange durch Mani: !°h m N Kr Lieber deute, jufun S \ St, Nit IS' 'm. J S"rnf( fcierli4e.r 06* atm Lnkleni & iTiber deri Eid)« M ,,ll W"1f" MZachstuiii UestilNwUii ’ Reisende »er Sense' Wackers hc Heben, der ' Wiigke't se Entkeimten Drhattung Krde iMM roiirde, m Zechten ä Lob sie n" . erliegen n . oben gell' I' ihnen ein ,' üllung,!' ! jen sich 3l ,,roter Mo Höögel bri Muse ur sdaß ihner j Senge, Ikenlosem Junb Hai ger Dog Fingern grauen weht b< herüber v in die | die ari ; iadenei und E ! Preis Nacht wird lockern Heue Dieses Gesetz ist nicht mehr, wie das Gesetz zur Sicherung der Getreidepreise, auf die besonderen Verhältnisse des gerade vorliegenden Getreidewirtschaftsjahres ab gestellt, sondern bedeutet eine grundlegende Festlegung der Getreidewirtschaft auf la"ge Sicht. Nicht mehr das Verständnis und die Vcrkaufsdisziplin des einzelnen bestimmen, welche Mengen von Getreide an welchem Zeitpunkt abgeliefert werden; was der esselte. . 20 000 Menschen verstummten, wenn ! den Ring betrat. Mit einer leichten, fluchtigen Verbeugung begrüßte er die Masse, dann wandte er sich seinem Gegner zu. Ein kurzer Handschlag, em feines Lächeln war sein „Sichvorstellen". Ruhig ging er dann in eine Ecke, zog seinen schlohweißen Pullover aus und stand einige Sekunden regungslos wie eine Statue. Wenn der Gong ertönte, griff Kurt Prenzel in seltsamer Kampfhaltung seinen Gegner an. Lasch hingen seine Arme herunter, sprungweise ging er vorwärts, dabei unverwandt seinen Gegner ansehend. Es wirkte, als wenn eine Schlange, ihr Opfer hypnotisierend, anstarrt, um dann plötzlich anzupacken. Auch Kurt Prenzels Gegner liefen unruhig umher — kein System lag im Angriff. Zögernd kamen die Schläge. Und Kurt Prenzel schob sich schrittweise näher heran, dabei die Schläge blitzschnell abduckend. Jetzt war er fast in Körpernähe des anderen. Immer noch hingen die Arme herunter. Aber plötzlich — wie aus einer Pistole geschossen — flogen die Fäuste. Und Kurt Prenzel traf wie ein guter Schütze haarscharf die griff er aus Verzweiflung zu den Boxhandschuyen. Kinnspitze seines Gegners. Es war immer der- ko\ Zr wurde im Nebenkampf von einem 10 Jahre Kurt.Prenzel war om schöner deutscher Mei £ iünaeren Gegner nach Punkten geschlagen. König Darum kam er auch m andere Kreist, kam zum Richard wird wohl nie wieder im Ring erscheinen. Film, lernte die Schauspielerin Fern AndkK ken« Deutsche Ständewoche in Vutzbach Eröffnung der Braunen Messe. Jahre vergingen; man hörte nichts mehr von König Richard. Die Zeit ging weiter. König Richard blieb verschollen. Aber eines Tages — im Berliner Sportpalast — entdeckte ich ihn. Es war kurz vor einem Eishockeywettkampf. Die Bahn wurde gesäubert. Unter den Arbeitern gewahrte ich einen Menschen, der nicht auf die Scherze seiner Kollegen einging, sondern still, in sich gekehrt, mit einem großen Schieber den Schnee von der Bahn entfernte. Jetzt lief er dicht an mir vorbei. Leider konnte ich sein Gesicht nicht erkennen. Aber eines fiel mir auf. Auf schlanken Hüften ein breiter Rücken, ihn krönten gigantische Schultern. In seltsamem Kontrast die schlanken Beine, die spielend den Schieber vor sich herschoben. Unter den Klängen des Gladiatorenmarsches betraten die Eishockeymannschaften das Spielfeld. Als das Kampflied erklang, stand der Mann in meiner Nähe. Ich sah sein 'Gesicht--Er blickte starr zur Mitte des Spielfeldes. Ja, es war Richard Naujoks — — König Richard stand da. Jetzt verstehe ich auch feinen Blick. Dort in der Mitte stand sonst der Ring, dort hatte er gekämpft — sieben Jahre lang deutscher Meister — und wenn das Kampflied ertönte, verließ er als Sieger, umjubelt von der Masse — den Ring. Und heute--schlimmer konnte wohl kein König stürzen. Jetzt blickt er um sich. Kemer von den Zuschauern erkannte ihn. Still geht er hinaus. Seine Schritte sind schwer; es ist ein alter Mann, der jetzt dort schreitet. Verordnung muß das Schlachtvieh auf den 33 Vieh- großmärkten nach Lebendgewicht gehandelt und über jeden Verkauf ein Schluhschein ausgestellt werden Die Preise für Schlachtvieh werden von dem Marktbeauftragten nach Anhörung eines Preisfeststellungsausschusses festgestellt, soweit nicht Preise auf Grund des § 19 der Verordnung vom 9. Juni 1934 festgesetzt worden sind. Für sämtliche Vieh- gattungen (Rindvieh, Kälber, Schafe und Schweine) werden einheitliche Schlachtwertklassen vorgeschrieben. Außerdem wird der Marktbeauftragte ermächtigt, die Einreihung des Schlachtviehs in Schlachtwertklassen durch von ihm zu bildende Ausschüsse, die sich aus je einem Bauern (Landwirt), einem Schlachter (Großschlachter) und einem Händler (Agenten) zusammensetzen, anzuordnen. Die Verordnung tritt am 1. August 1934 in Kraft. Oie Börienruhe am Samstag. Die deutschen Börsen blieben am Samstag wieder für jeden Verkehr geschlossen. In den Berliner Bank- und Börsenbüros wurden auf Grund eines stillschweigenden Übereinkommens keinerlei Umsätze getätigt. pb. B u tz b a ch, 8. Juli. Die B r a un e M e s f e, zu deren Unterbringung man die Schulsäle der Weidig - Oberrealschule, der Volksschule und die Räume der Turnhalle, sowie die Höfe der Schulen benutzt hat, wurde heute Vormittag in feierlicher Weise eröffnet. Nach einem einleitenden Musikstück sprach zuerst der Kreisleiter der NS.-Hago Pg. Dillenburger. Er erläuterte tn eingehender Weise den Sinn und Zweck der Braunen Messe und der Ständewoche; sie sollen Ideen verwirklichen, den Schöpferund Arbeitsgeist anregen, Werte schaffen und am Aufbau mithelfen. Seither hätten wir in Deutschland wohl große Kopfe gehabt, die aber nur im Eigennutz tätig gewesen seien Der Nationalsozialismus fasse dies anders auf, die Wirtschaft habe dem Volke zu dienen und nicht umgekehrt Die Ständewoche solle ein Bindeglied vom Bauerntum bis zur I Kulturkammer und ein solches zwischen Hersteller und Verbraucher sein Sodann begrüßte Bürgermeister Dr. Scheller die Erschienenen, rief ihnen ein Willkommen in Butzbach zu, und sprach gleichzeitig allen Mitarbeitern Dank aus für die Mühewaltung. Er betonte, daß die Braune Messe nicht nur eine Verkaufsmesse sein solle, sondern den Besuchern auch zeigen solle, welche Industrien in der kleinen Landstadt vorhanden seien. So seien drei große Schuhfabriken, eine für den Bau landwirtschaftlicher Maschinen, eine Nudelfabrik, ein Schweißwerk usw. hier am Platze. Die Industrie bilde eine große Wirtschaftszelle in der bäuerlichen Umgebung, und gewissermaßen eine Schicksalsgemeinschaft zwischen Stadt und Land, da die Arbeiter durchweg in der Umgebung beheimatet und dadurch auch bodenständig seien. Ortsgruppenleiter Forstassessor Schneider betonte, daß hier zunächst die wirtschaftlichen Interessen in den Vordergrund zu stellen seien, jedoch habe auch der politische Leiter etwas zu sagen. Er I zog dann einen Vergleich zwischen den Zeiten des Marxismus, wo Lethargie, Friedhofsruhe und Ar^ beitslosigkeit geherrscht haben, und der Zeit nach im Schwergewicht. Er ist der einzige von der alten Garde, der sich in das andere Lager binuberrettete und heute ohne Sorgen leben kann. Die anderen sind vergessen, aber Hans Breitensträter, den blon- den Hans, kennt heute jeder Boxsportanhanger Ob Breitensträter gewann, ob er verlor, immer hatte er die Gunst der Masse. Es mag wohl daran liegen, daß er den deutschen Typ verkörperte — groß, hellblond, blauäugig und unsagbar mutig, Seine Gegner konnten ihm noch so überlegen sein, konnten ihn zehnmal zu Boden geschlagen haben — — der blonde Hans stand immer wieder auf und suchte in den wildesten Schlagwechseln feinen Gegner zu de- siegen. Breitensträter verlor viele Kämpfe entscheidend; aber seine Niederlagen schüttelte er ab, er ließ sich nicht unterliegen. Nach langen Jahren verließ er erst das Kampffeld. Ein stärkerer Gegner hatte sich ihm gegenübergestellt--die Zeit. Rundfunkprogramm. Dienstag, 10. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Von Bad Ems: Frühkonzert des Staatl. Kurorchesters Bad Ems. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 9.45: Eigene Sendung. 10: Nachrichten. 10.54: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12. Mittagskonzert. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Von Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten 14.40: Stunde der Frau. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 17: Dom Deutschlandsender: Jugendsportstunde. Das Reichsjugendabzeichen der HI. und des BdM. 17.15: Deutsche Kraftwagen im Kamps um den großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. 17.35: Schrammelmusik. 18: Nordisches Sternenwissen vor 4000 Jahren. Ein Vortrag von Dr. C. G. Cornelius (Frankfurt a. M.) 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Polnische Volkslieder. 19.30: Der sterbende Berg Ar- beilsbilder aus einem Steinbruch. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Deutsches Orgelkonzert. 20.45: Instrumentalmusik von Alfred von Beckerath. 21.05: Unterhaltungskonzert. 22: Kleine Unterhal« tung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Lieder und Klaviermusik von Kleinmeistern der Romantik. 24 bis 1: Nachtmusik. der Machtübernahme durch den Nationalsozialist mus. Kreisleiter Seipel- Fauerbach v. d. H., der als letzter Redner sprach, nahm Bezug auf die Zeit, da Millionen nicht mehr arbeiteten, die Schlote nicht mehr rauchten, die Handwerker keine Arbeit mehr hatten, bis dann Adolf Hitler erschien und das Problem der Arbeitslosigkeit löste, das die vorhergehenden Regierungen nicht zu lösen vermochten. Der Beginn des Aufstiegs sei gut. das Volk müsse aber den angebahnten Weg mitgehen und nicht nur Kritik üben, sondern die Grundsätze des Nationalsozialismus anerkennen, denn der So- zialismus von heute sei ein ganz anderer, als der marxistische. Der Mensch sei die Krone der Wirtschaft, und nicht die Wirtschaft die Krone. Der freien Initiative sei die Bahn offen, jedoch seien die Interessen des Volkes und des Staates voranzu- stellen und nicht die der Wirtschaftler. In diesem Sinne sei auch die Braune Messe aufzufassen die mithelfen solle bei der Entwickeluna der Wirtschaft Butzbachs. Er wünschte der Messe einen guten Erfolg und erklärte sie dann für eröffnet. Nach Dankesworten an den Führer Adolf Hitler und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes begaben sich die Teilnehmer in die verschiedenen Abteilungen der Messe, die einen sehr guten Eindruck machten. Wir werden darüber noch berichten. ♦ Neben der Eröffnung der Braunen Messe stand der Sonntag im Zeichen des Bauern. Bei einer großen Bauernkundgebung auf dem Marktplatz sprachen der Landesbauerttführer Dr. Wag- ner und Ministerialrat Ringshausen. Im Anschluß daran wurde ein Festspiel des Bauern- dichters Gg. H e ß-Leihgestern auf geführt. Den Ab- schluß des Eröffnungstages bildete eine festliche Illumination des Marktplatzes. Am Mittwoch folgt der Hessische Dichter- tag, für den ein reichhaltiges Programm zusom- mengestellt ist. beziehungen die Zahl der Beschäftigten in der Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie um fast Die Hälfte (47 v. H.) verringert, in der elektrotechnischen Industrie und ebenso in der Eisen- und Stahlgewinnung ist ein Rückgang um je über 25 v. H. zu verzeichnen. Aber auch die Zerstörung der Kaufkraft im inneren Markt hat die Beschäftigtenzahl einer Anzahl Gewerbegruppen stark zurück- gehen lassen, so in der Textilindustrie um 45 v. H., in der Papierindustrie um 23 v. H. Die Güterverteilung (Handel und Verkehr) zeigt eine starke Abnahme der beschäftigten Personen beim Großhandel (um 22 v. H., dagegen eine Zunahme von über 14 v. H. beim Einzelhandel und auch eine Zunahme des Personals im Gaststättenwesen um 9 v. H.; letztere mag zum Teil durch die Zunahme der Bevölkerungszahl in jenen Jahren bedingt gewesen sein. Von Interesse ist schließlich noch die Feststellung, daß zwar die Gesamtzahl der im Gewerbe tätigen Frauen zurückgegangen ist, nämlich von 4,7 Millionen 1925 auf 4,1 Millio- roürbe, bereits jetzt ohne Kenntnis der kommenden Bestimmungen Verkäufe für d i e kommende Ernte abzuschließen. Derartige Vorverkäufe können dem einzelnen einen wesentlichen Schaden zufügen. Oie Preisfeststellung auf den Großviehmärkten. Der Reichsernährungsminister hat eine Verordnung über die Preisfeststellung und die Einreihung von Schlachtvieh in Schlachtwertklassen auf den Viehgroßmärkten erlassen. Diese Verordnung gilt für die 33 Schlachtviehmärkte, die den Beschränkungen nach dem Gesetz über den Verkehr mit Tieren und tierischen Erzeugnissen vom 23. März 1934 unterliegen und in die Regelung gemäß der 1. Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh vom 9. Juni 1934 einbezogen worden sind. Hiermit ist ein großer Schritt zu einer einheitlichen Regelung des Verkehrs mit Schlachtvieh auf den großen Schlachwiehmärktea getan worden. Nach der nen 1933; ihr Anteil an den gewerbetätigen Per- nen. Nach kurzer Zeit heirateten sie beide. Kurt sonen hat sich dagegen von 25 o. H. au 28 v. H. Prenzel fing an zu filmen, nahm es mit seinem erhöht. Die Tendenz der letzten Jahre, die billigere Beruf nicht mehr so genau. Frauenarbeit vorzuziehen, der jetzt durch die Maß- Dann kam sein Kampf gegen Teed Ttoorc (Eng nahmen der neuen Regierung ein Riegel vorgescho- land), der sich nicht durch die Art von Kurt Prenzel den ist ist also unverkennbar. einschüchtern lieh, sondern den Kampf von Anfang an Ein Vergleich der Kraftmaschinenverwendung 1933 diktierte. In der 12. Runde gab Kurt Prenzel zer- und 1925 zeigt die fortschreitende M e ch a - schlagen — innerlich gebrochen auf. Einige Zeit nisierung in jenen Jahren. In Industrie und später wurde seine Ehe geschieden. Noch einmal ver- Nandwerk ist die installierte Maschinenkraftleistung suchte er sich im Boxen — er mürbe geschlagen, von 18,6 Millionen PS auf 23,3 Millionen PS ged Mit seinem letzten Gelds fuhr .Kurt Prenzelnach stiegen die Zahl der Betriebe mit Maschinenkraft- Amerika und wurde dort Droschken chaufseur. Verwendung von 443 000 oder 23 v. H. aller Be- Dann kamen Nachrichten von ihm, daß er wieder triebe auf 582 000 oder 31 v. H. Besonders starke boxe. Dreimal gewann er. Seinen vierten Kampf Zunahmen der installierten Kraftmaschinenleistung verlor er entscheidend. zeigen die chemische Industrie, das Nahrungs- und Kurt Prenzel wird wohl nie wieder die Hand- Genuhmittelgewerbe, das Baugewerbe und die schuhe anziehen. Wasser-, Gas- und Elektrizitätsgewinnung. Auch m Breitensträter. Der Güterverteilung hat die Kraftmaschinenverwen-1 . — , buna erheblich zugenommen. Zur selben Zeit, da Naujoks, Wiegert und Prenzel $ ---- I kämpften, war Hans Breitensträter deutscher Meister Ärmer König Richard! Und dann versuchte er es noch einmal. Vielleicht Verzweiflung zu den Boxhandschuhen, -n Nebenkampf von einem 10 Jahre König I i einen. • ÜBiegert I Zuerst waren sie Gegner. Beide kämpften um Feine Vorverkäufe ohne KeNNtlliS den Titel eines Weltergewichtsmeisters 20 Runden lang--unentschieden. Dann wurde Adolf Wie- ver Neuen Feupretfe. gert schwerer — er kam ins Mittelgewicht, wo er Der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes teilt sich nach einiger Zeit den Titel holte. König Richard und Adolf wurden Freunde. Seltsam wie sehr sich schrittweise vorgehenden Aufbau einer ihr Lebensweg ähnelte. Genau w,e König Richard bäuerlichen Agrarpolitik ist dem Gesetz — wurde Adolf entthront. Hein Domgorgen schlug 9g l1 ’ J9 Getr^depreise vom 29. Septem- damals Ad^s W-gerl in dre Rundenurchtbar zur S.cherung । ZWs Ges-b ist nicht mehr, mit das Zesttz zur trauen zu sich. Für lange Zeit zog er die Handschuhe aus. Und als er nach Jahren sie wieder anzog, da war es wohl Nacht um ihn. Aus bitterster Not getrieben — verlassen von allen Freunden — erschien er im Ring. Im Ring?--Ja, es ist wohl auch etn Ring unweit des Sportpalastes. Auf dem Schöneberger Rummel kämpfte Adolf Wiegert 3BieiTf^^etdeV^bUefern"fott, wird ihm in diesem sehr mögen ihn wohl die Worte ^troffenSaljr vorgeschrieben. Genau so ist auch nicht mehr zerrissen haben, wenn der Ausrufer ihn vorstellte,tßertei(unq ^ee Brotgetreides zur Mühle ober ihn anpries: „Meine Damen und Herren, treten <5ie ^ärferei der freien Willkür ausgesetzt, sondern näher! Heute boxt be, uns im Ring d'e Sensa- 3^ Möglichkeiten, notfalls einzu- tion der Sensationen: Wiegert, der Boxmei- u„b das Getreide über bestimmte Stellen zu fter von Deutschland irn Mittelgewicht. Adolf Wie- damit unter allen Umständen die Versorgung 9ert !al)j!ann über die Menschen hinweg, die ü?n jebem Zeitpunkt sichergestellt ist. In Anbetracht wie ein Wundertier anstarrten, und sah zum Sport- Dorräte von rund zwei Millionen Tonnen Brotpalast hinüber Es war wohl die Jrome des Schick-• ift bi^s iSer^it möglich. Noch wichtiger als sals, daß Adolf Wiegert feine 5ßiei)ergd>urt auf 9.? ^Mgung der Ablieferung, sowie der Vertei- einem Rummelplatz feiern mußte Das Geld das v ' » » , « Tatsache, daß es •* - *" • ‘wU" $ampf allem aus_ Es ist einleuchtend, daß die Festsetzung der Men- mUH grenzet. gen, die von den einzelnen Betrieben abzuliefern Durch ihn bekam der Boxsport in Deutschland sinb, sowie die Festsetzung der Preise erst erfolgen Geltung durch ihn wurden die hohen Kamps- xonn, wenn eine Uebersicht über den Ausfall der dörsen bis 15 000 Mark gezahlt. Wenn Kurt Ernte vorhanden ist. Die erste Erntevorschätzung Prenzel boxte, war der Sportpalast ausverkauft, liegt jetzt vor, so daß Die Ausführungsbestimmungen 20 000 Menschen standen in feinem Bann. Viel-1 wm Getreidegrundgesetz und im besonderen das leicht war es seine elegante Art, vielleicht sein Ablieferungssoll der Betriebe, wie die Festpreise Kampfttil, durch den er seine Anhänger an sich schon in kürzester Zeit festgelegt werden können, - " ' ganz unbeschadet der Tatsache, daß der endgültige Kurt Prenzel Ausfall der Ernte gewisse kleine Korrekturen der ' abzuliefernden Menge erbringen kann. Aus diesem Grunde ergibt sich ohne weiteres, daß es einen außerordentlichen Leichtsinn darstellen Heiden) r ließ \i •ES*' batte b,% 'n dl» ln9et.* J" W " gkc- 9. Seit- ' r°nn(t! luchtes "°!i°ziali; d ft, d« i,9 auf mieten, fr ’erter km "er erftyc löste, dL J lösen Der e> gut, bas 9 witgehk! Grundstz un der rer, als bt ■ der Win itone. Dv och seien dü e5 ooranju 2n dieser zufassen, fc *r Wirtschr einen gute fnet. Adolf M des begäbe- Abteilung! ruck machte- Messe ftar. n. Lei eint f dem Mack • Dr. Wag usen. ?v des Bauen hrt. Den fc ne fe ft Hi rßes. e Dichte, ramm zulae )en 33 Biekt- yinbett unt -gestelll wen )en von bcir M3 Preisfes! nicht Pre! I vom 9.3u- imtliche Diti in» Schwein n norgeldjrif tragt« ernwi 5 in W: de Ausschü" mirt), eiiu' nem en. Die «p ^roft mstag. amstaß Berliner $® nd eines ft- jerlei UmH mm. s: Sn-H'°R Ä* jer't W’ ** "S15J5 * ;„her: 3“9el< 'nderSZ"! Stfli Orgelto^.i SK ie «-Ä. tf u n d ® jt 00- ».'K in»l« ° Ilr. 157 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 9.3UÜ1954 Aus der Provinzialhauptstadt. greifende Saaten. Im sommerlichen Sonnenschein durch die reifen- tn Kornfelder zu gehen, ist immer ein festlich- eierlicher Gang. Golden wiegen sich Halme und ehren im leichten Wind zueinander, und der heiße dem, der der Erde entsteigt, ist wie ein beklommenes Atmen unter der Last der Frucht, die sie auf chwankem Stengel tragen. Wenn dieses Meer von unklem Altgold bis zu fahlem Weiß überblickt, dann scheint ein filigranfein gesponnenes Tischtuch iber den Plan gebreitet zu sein, auf dem uns das ägliche Brot gewachsen ist. Im Abendglockenläuten chwingen die nahen und verwehten Töne wie die >oten des Herrgotts über die Felder hin, und es will dünken, als ob sie jedem einzelnen Halm zu- aunten, daß die Zeit der Erfüllung da ist, die ihr Üachstum vollendet, die ihr Dasein seiner endlichen Bestimmung zuführt. Reifende Saaten sind mehr als Kornfrüchte, die er Sense, Dreschmaschine, des Mahlgangs und des Zäckers harren. Sie sind, oder sollten doch für 'den, der vorüberschreitet, von gleichnishafter Sinn- iltigteit sein. Als kleines Korn im Boden gesenkt, ntkeimten ihm Wurzeln und Stock zum Halm, zur Erhaltung und zum Hochwachsen, ungewiß, ob die Erbe immer die Kraft zu vollem Gedeihen spenden oürde, ungewiß, ob des Himmels Huld stets zur echten Zeit niederträufeln würde, ungewiß auch, b sie nicht einem Wüten der Elemente vorzeitig irliegen müßten. Ganz auf sich und den Segen von oben gestellt, konnte jede Stunde und jeder Tag ihnen ein plötzliches Schicksal zuteilen, das nicht Er- üllung, sondern Vernichtung war. Kostgänger setzen sich zu Füßen an ihren Tisch, Kornblumen und roter Mohn teilten mit ihnen Sonne und Scholle, 3ögel brüteten zwischen ihrem Halmgestrüpp, und Mäuse und Maulwürfe hießen sie auf der Hut sein, daß ihnen nicht der Lebensfaden zerrissen wurde. Sengende Sonne liegt über der Flur. In wol- renlosem Blau wölbt sich der Himmel über Baum ind Halm und Strauch. Ab und an irrt ein trä- jer Dogelruf durch die Stille. Mit besonders zagen Fingern zieht am Abend die Dämmerung ihre jrauen Schleier über alle Dinge. Don dem Hain «eht der Duft des Jasmins berauschend schwer herüber. Aus Busch und Hecke zieht eine linde Luft m die sommerabendlichen Dorfgassen ein und läßt hie arbeitsmüden Menschen träumen; von hochbe- ।ebenen Erntewagen, von flatternben Erntesträußen unb Erntekränzen, von bem Segen, ber ber Mühe Preis geworben ist, ber manche sorgenbeschwerte Nacht und manchen bangen Tag belohnen soll. Bald wird der Pflug den Boden zu neuer Bereitschaft ockern. Neuer Pfarrer an der Luihergemeiude zu Gießen. Die evangelische Pfarrstelle an der Luther- zemeinde, die seit 14. September 1927 mit Pfarrer Otto Lenz besetzt war, wurde seit der kommissa- "ischen Entsendung ihres Pfarrers an das Diako- Menhaus Elisabethenftift in Darmstadt von Pfarrer Zucker versehen. Pfarrer Lenz wird am Elisa- vethenstift, dessen zweiter Pfarrer er schon vom *7. Juli 1912 bis 1. September 1917 war, bleiben. Der Landesbischof hat zu seinem Nachfolger den Pfarrer Ludwig A n t h e s von der Bergkirche zu Wiesbaden ernannt. Der neue Pfarrer der Lu- > hergemeinde ist am 8. Juni 1883 geboren und wurde nm 2. Mai 1909 ordiniert. In Wiesbaden wirkte er nuf seiner letzten Stelle seit 1928. Seinen Dienst in Meßen wird er am 1. August antreten. Näheres über seine Einführung, mit der das Evangelische Dekanat Gießen beauftragt wurde, wird noch bekanntgegeben werden. NS. Bund deutscher Technik (früher KDAZ ) Bez.-Ltg. Sietzen. Die „Gießener chemische Gesellschaft" lädt, ge- llneinsam mit dem „Bezirksverein Oberhessen des Wereins Deutscher Chemiker", zu einem Vortrag von Herrn Dr. Siedler- Griesheim a. M. über „Erzaufbereitung durch Flotation" «ein. Der Vortrag findet am Freitag, 13. Juli, 20 Uhr, im großen Hörsaal des Chemischen Instituts der Universität, Ludwigstraße 21, statt. Der Besuch des Vortrags wird allen Mitgliedern des „NSBDT.", die sich für die Verwertung unserer lheimischen Erzlager interessieren, bestens empfohlen. Zusammenkunft der „Alten Garde der Hitlerjugend" in Gießen. Arn vorigen Freitag und Samstag hatte der Führer des Bannes 116 der HI., Otto Häuser, .alle diejenigen Hitlerjungen Oberhessens zusammengerufen, die vor 1931 der HI. angehörten. Hauptzweck dieser Zusammenkunft war, in alter Kameradschaft und Freundschaft einige nette Stunden zusammen zu sein, Erinnerungen auszutauschen und diesen Zusammenhalt wieder zu erneuern, der doch der Rückhalt unserer Bewegung in den Jahren des Kampfes war und der der Kern unserer Jugendbewegung für alle Zeiten fein soll. Am Freitagabend trafen sich ungefähr 50 Jungen, teils aus der Hitlerjugend, teils aus dem Jungvolk, um gemeinsam nach dem Schiffenberg zu marschieren. Alle sind Führer von Einheiten, aber an diesem Abend wurden alle Rangabzeichen abgelegt. Genau so wie früher sollte es sein, als man noch keine Abzeichen tragen konnte, ja, als man froh war, wenn man auf dem weißen Hemd die Armbinde mit dem Hakenkreuz tragen durfte. Im hinteren Hof des Schiffenbergs waren die Zelte für die Nacht aufgeschlagen. Holzstöße lagen bereit für das Lagerfeuer der Nacht. Und überall sah man einzelne Gruppen träge im Gras liegen, Erinnerungen austauschen, Freunde untereinander, die sich lange nicht sahen, die auch von früher Zeit her durch Kameradschaft und auch vielleicht Blutbande zusammengeschweißt waren. Auf allen Gesichtern sah man Freude. Man setzte oder legte sich dann im Kreis um das Lagerfeuer, fang Lieder, alte Lieder vom Kampf der Vergangenheit, die man heute nicht mehr hört, und Lieder vom Kampf der Zukunft. Eine kzirze Ansprache vom Bannführer, dann wurde irgend ein Junggenosfe wahllos bestimmt, der erzählen mußte. Und wenn er dann erzählte von Erlebnissen der Kampfjahre, von schönen unb weniger schönen Stunben, von allen möglichen Streichen ber bamaügen Zeit, Immer aber in Be- tounberung bieses großen Kamerabschaftsgeistes, dann glühten die Gesichter der Jungen in Begeiste- . rung, Denn es war ja dasselbe und gleiche Erleben für sie alle. Und keine schönere Freude konnte dieser „Alten Garde" oberhessischer Hitlerjugend bereitet werden, als noch spät abends der Gebietsführer Walter Kramer und Oberbannführer Walter Blumenröder kamen und bis Mitternacht im Kreise ihrer Jungen am Lagerfeuer weilten, in Erinnerung an vergangene Zeit. In später Nachtstunde gedachte man der Toten des Weltkrieges und der 22 Toten unserer Bewegung, als einem Fanal für den Kampf der Zukunft. Verlängerter Ladenschluß in den hessischen Landgemeinden. Auf Grund des § 10 ber Verordnung über die Regelung der Arbeitszeit der Angestellten vom 18. März 1919 und der §§ 14 und 15 der Verordnung über die Arbeitszeit vom 14. April 1927 wurde vom Hessischen Staatsminister für offene Verkaufsstellen in Gemeinden mit vorwiegend landwirtschafttreibender Bevölkerung der Ladenschluß für die Zeil bis Ende September 1934 auf 21 Uhr festgesetzt. Angestellte und Arbeiter dürfen in ber Zeit von 19 bis 21 Uhr nicht beschäftigt werben. NG.-Gemeinschaft„Kraft durchFreude" Kreis Gießen. Gleibergfesi im neuen Geist. Das alljährlich auf ber Burg ftattfinbenbe Gleibe r g f e ft soll in biesem Jahre am 15. Juli in einem besonderen Nahmen gefeiert werben baburch, baß bie NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" im Verein mit bem nationalsozialistischen Stubenten- bunb unb bem Gleibergoerein bie Ausgestaltung übernommen hat. Jebes freie Plätzchen ber Unter« unb Oberburg unb ber engeren Umgebung wirb zweckentsprechenb ausgenutzt, um bem zu erwartenden Besuch aus allen Kreisen ber Bevölkerung gerecht zu werben. Um 15 Uhr wirb bas Fest burch eine Kapelle vorn Bergfried aus mit einem geistlichen Lied an« geblasen, dem dann gemeinsam zu singende Volkslieder der Studenten aus dem Gießener Kameradschaftshaus folgen. Der bestens bekannte oberhesti- fche Heimatdichter Georg Heß stellt sich in den Dienst des Ganzen. Für Unterhaltung ist auch sonstwie genügend gesorgt, besonders dürfen die Kinder auf ihre Rechnung kommen; für die u. a. ein Kasperltheater Unterhaltung bringen wird. Bei der Abendunterhaltung, die wiederum vom Bergfried aus mit zwei Volksliedern begonnen wird, hält der Hochschulgruppenführer Edler von G r a e v e die Ansprache. Nach einem Sprechchor spielt die Musikgemeinschaft der Arbeiter und Studenten Mozarts „Kleine Nachtmusik". Als Krönung des Ganzen ist ein großes Feuerwerk von der Plattform des Turmes vorgesehen. Wenn das Wetter günstig ist, dürfte diese Veranstaltung im Geiste der neuen Zeit ein starker Impuls werden, die Bande des alten Gleibergs, des Wahrzeichens unserer Heimat, zu der engeren und weiteren Umgebung aufs neue zu festigen. Kreistagung des Kreises Mein-Main der Deutschen Studentenschaft auf dem Gleiberg. Am gestrigen Sonntag fand auf dem Gleiberg die konstituierende Tagung Des Kreises Rhein-Main der Deutschen Studentenschaft statt. Die Studenten- schaftsführer und Amtsleiter waren vollzählig er- chienen, um die neuen Aufgaben des neugegründeten Kreises entgegenzunehmen. Kommissarischer Kreisleiter ist der Reichsinspekteur der Deutschen Studentenschaft Bernhard Edler von Graeve. Einen ausführlichen Bericht über diese Tagung werden wir in der morgigen Ausgabe bringen. Hohe Strafen für Unterlassung der Anmeldung zum Michsnährstand. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Verordnung erlassen, durch die für die Betriebe des Landhandels und der Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die sich nicht zum Reichsnährstand anmelden, hohe Strafen festgesetzt werden. Auf Grund der öffentlichen Aufforderung des Reichsbauernführers vom 25. Juni 1934 zur Anmeldung der Betriebe des Landhandels und der Be- unb Verarbeitung lanb« wirtschaftlicher Erzeugnisse haben sich bie Inhaber der in dieser Aufforderung bezeichneten Betriebe bis zum 15 August 1934 bei der zuständigen Kreis- bauernschast unter Benutzung eines besonderen Vordrucks anzumelden Wer der vom Reichsbauernfuh- rer erlassenen Aufforderung nicht nachkommt, wird mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Ist au Grund dieser Vorschrift rechtskräftig auf Strafe erkannt worden, so kann der Reichsbauernfuhrer die Fortführung des nicht angemeldeten Betriebes unterfagen. Die Polizeibehörden haben auf Ersuchen des Reichsbauernführers die für die Schließung des Betriebes notwendigen Maßnahmen durchzuführen. rnu tuen. — Tageskalender für Montag: NS.« Lehrerbund Gießen-Stadt, Abteilung Höhere Schule, Fachschaft für neuere Sprachen: l6 Uhr Oberrealschule, Sitzung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die vier Musketiere". , — Der Sparerbund in Gießen veranstaltet am morgigen Dienstag eine öffentliche Der- ammlung im Gasthaus „Hindenburg . Der Landesverbandsführer des Sparerbundes, Ministerprastdent a D Pro Dr. Werner, wird über das Thema Warum deutscher Sparerbund?" sprechen. Der Eintritt zu dieser Versammlung ist frei. (Siehe Anzeige vom Samstag.) * ** Justizpersonalie. Ernannt wurde der Staatsanwalt Ludwig Fi s ch e r in Gießen mit Wirkung vom 1. Juni 1934 zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Butzbach. ** Arbeitsjubiläum. Am morgigen 10. Juli kann Herr Obermonteur Franz E 11 e r m e i e r fein 25 Arbeitsjubiläum bei der Firma Jng. Heinrich Brinkmann, Jngenieurbureau, Gießen, begehen. ** Das Tragen nachträglich verliehener Orden für Verdienste im Weltkriege Um Zweifeln zu begegnen, gibt das Reichsminifterium des Innern bekannt, daß zu den zugelassenen Orden auch die in der Nachkriegszeit rechtmäßig mit Besitzzeugms verliehenen Orden für Verdienste im Weltkriege — das EK. I und II sowie das Verdienstkreuz für Krieg — gehören, und daher nach wie vor getragen werden dürfen. ** Unglücfsfall beim Baden. Der siebzehn Jahre alte Schüler W. Sch. von hier zog sich beim Baden in der Lahn eine schmerzhafte Verletzung des Fußes zu, die feine Ueberführung in die Chirurgische Klinik erforderlich machte. ** Reichstreffen der ostdeutschen Heimatverbände in Gelsenkirchen. Die Ortsgruppe Gießen des Bundes heimattreuer Schleier teilt uns mit: Vom 14. bis 16. Juli findet in Zelfenkirchen ein Reichstreffen der ostdeutschen Hei- matverbände statt, bei denen die neuen Ziele und Aufgaben der ostdeutschen Heimatverbände durch den Beauftragten des Führers verkündet werden. Zu dieser Tagung fährt ein Sonderzug ber Reichsbahn ab Frankfurt a. M. am 14. Juli gegen 9 Uhr vormittags über Gießen, Wetzlar unb Siegen. Ankunft in Gelsenkirchen gegen 15 Uhr. Rückfahrt ab Gelsenkirchen am 16. Juli gegen 18 Uhr. Nähere Auskünfte burch bie Fahrkartenausgaben ber Reichsbahn. Genaue Abfahrtszeit ab Frankfurt am Main unb ben herabgesetzten Fahrpreis erfährt man durch die Ortsgruppen. Es können auch andere Volksgenossen, die an der Kundgebung teilnehmen wollen, mitfahren. Auskunft unb Plaketten Tel. 4098 Stubentenpsarrer Sucker in Gießen. ** Kein Gelb in gewöhnliche Briefe e i n l e g e n ! Die einzig richtige Art, Gelb mit ber Post zu verschicken, ist bie mit Postanweisung, Zahlkarte ober Gelbbrief. Wer einen größeren Zahlungsverkehr unterhält, bem kann nur bringenb bie Einrichtung eines Postscheckkontos empfohlen werben. Er hat bann nur nötig, eine kostenlose Ueberweisung ober einen Scheck auszuschreiben unb ben gelben Scheckbrief, mit 5 Pf. frankiert, in ben Der erste Tag ber 29. Gießener Ruberregatta, über bie wir im heutigen Sportteil ausführlich berichten, klang in einem Begrüßungsabenb aus, ber insbesondere den Gästen von der Saar zu Ehren veranstaltet wurde. Der Führer der GNG von 1877 Heinrich Hochblätter hieß alle Teilnehmer herzlich willkommen, insbe- ondere begrüßte er den Kreisinspekteur der NSDAP. Gießen-Stadt, Oberbürgermeister Ritter, und betonte, durch fein Erscheinen werde von der Stabt« Verwaltung bewiesen, bah bie Stabt Gießen sich bem Gießener Sportleben unb insbesonbere auch bem Rudersport verbunden fühle; er begrüßte ferner die weiteren anwesenden Mitglieder der Stadtverwaltung, die Vertreter der Standarte 116 und des Nationalsozialistischen Frontkämpfer-Bundes. Sein Gruß galt nicht zuletzt den vielen auswärtigen Ruderern und hier wieder besonders den Gästen von der Saar Die große Saarkundgebung in Saarbrücken, die vor einigen Wochen aus Anlaß der Saarbrückener Regatta ftattgefunben habe, fei ihm (Redner) noch in bester Erinnerung, habe er doch dabei Gelegenheit gehabt, alle die Schwierigkeiten kennenzulernen, unter denen die Saarbevölkerung jetzt noch leben müsse, und gleichzeitig auch die Begeisterung erlebt, mit der sie zum deutschen Vaterlande stehe wachten bald die Fesseln fallen, die das deutsche Saarland noch vom Mutterlands ferne halten! Zum Schluffe gab der Redner feiner Freude darüber Ausdruck, daß die Ruderer von der Saar die weite-Reise nicht scheuten, um an der Gießener Regatta teilzunehmen Nachdem Herr H o ch st ä t« t e r noch die Damen begrüßt hatte, die zum ersten Male am Begrüßungsabend zur Regatta teilnahmen, schloß er seine Ansprache mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf die Gäste, in das die Mitglieder des Vereins freudig einstimmten. Oberbürgermeister Witter entbot den Gästen, insbesondere den Deutschen von der Saar, die Grüße der Stadt Gießen. Die Stadtverwaltung verfolge mit Freude das sportliche Leben in der Stadt, und man freue sich auch darüber, daß die sportliche Betätigung dazu beitrage, Volksgenossen aus anderen Gauen und Landschaften und anderen Gegenden unserer Heimat kennenzulernen. Wir alle müßten, wenn wir für unsere Heimat einstehen sollen, unser Vaterland in der Heimat kennen und lieben lernen. Sehr freue man sich darüber, daß auch jene Volksgenossen zur Heimat zurückfanden, die früher dem Phantom des Marxismus nachjagten und die Heimat einst verleugneten. Eine besondere Freude sei es, daß die Brüder von der Saar die weite Reise nicht scheuten, um nach Gießen zu kommen und hier einige frohe Stunden zu verleben. Er (Redner) kenne den Kampf, der wäh- nächsten Briefkasten zu werfen. Diese einfachen und sicheren Geldversendungsarten werden aber von einem großen Teil des Publikums nicht benutzt. Vor der Versendung von Geld in gewöhnlichen Briefen wird dringend gewarnt. Für in Verlust geratene Einschreibbriefe werden höchstens 40 Mark Ersatz geleistet, für beraubte Einschreibbriefe besteht dagegen keinerlei Haftung. Bei Verlust oder Beraubung gewöhnlicher Briefe haben Absender unb Empfänger immer ben Schaben zu tragen, weil bie Post nicht haftet. ** Nicht mit vollem Magen baden! Die Mahnung „Bade nicht mit vollem Magen!" wird leider nicht immer beachtet. Die Jugend rennt, kaum ist der letzte Bissen hinunter, spornstreichs ins Wasser. Unmittelbar nach bem Essen liegt bie Gefahr in ber Neigung zum Erbrechen, verursacht burch den ungewohnten Druck des Wassers auf ben Magen, hartes Aufschlagen bei Sprüngen, jähem Temperaturwechsel unb anberem. Erbrechen unter Wasser ist aber gleichbebeutenb mit Ertrinken. Die im Magen befindlichen Speisen können nicht herausgebracht werben, bie Luftröhre preßt sich zu und bas Schicksal bes Schwimmers ist besiegelt. Auch wenn sich ber Kopf bes Schwimmers über Wasser befinbet, genügen oft Schwinbelanfälle, ober bas Gefühl ber Hilflosigkeit, um bas Unglück zu oollenben. Kommt bann noch ber Kopf einen Augenblick unter Wasser, so ist das Verhängnis umso schneller ba. Es sollte sich niemanb über ber« artige Bebenken hinwegsetzen in bem Glauben, baß er über einen gesunden Magen verfügt. In Auaen- blicken der Gefahr ist ein voller Magen ein Hin- I bernis, besten sich bie Natur zu entledigen sucht. rend langer Jahre im besetzten Gebiet habe geführt werden müssen. Auch die Saar kämpfe einen schweren Kampf, aber sie kämpfe ihn zusammen mit dem ganzen deutschen Volke. Der Tag sei nicht mehr ferne, da die Saar wieder deutsch sein werde. Der Versailler Vertrag, das Werk von Hasardeuren, habe keine Gültigkeit mehr. Deutschland werde sich sein Recht in der Welt erringen und dieses Recht zu verteidigen wissen. Die Tugenden bes beutschen Volkes würben sich burch- setzen, ber Sieg werbe errungen mit frieblichen Mitteln. Der Sieg werbe errungen entsprechend dem Wort des Führers Adolf Hitler: „Die Voraussetzung jeglichen Erfolges ist der Wille und der Wut zur Wahrhaftigkeit!" Der Nationalsozialismus werde dem Volk ein Dasein schaffen, das es verdiene. In ber Erinnerung an bie Taten bes Weltkrieges werbe es nicht dulden, in Knechtschaft verharre-n zu müssen. Der deutsche Soldat habe im Weltkrieg gegen eine zehnfache Uebermacht von Feinden gekämpft und sich behauptet, weil er kämpfte um Heimat unb Vaterland in idealistischem Sinne. Die ehemaligen Feinbe aber führten den Kampf um materieller Dinge unb um ben Gedanken ber Revanche willen. Der Führer habe sich behauptet gegen alles, was sich gegen Deutschland gerichtet habe, er habe unerhörte Schwierigkeiten überwunden, und es werde ihm gelingen, auch die Brüder von der Saar zum 23aterlaube zurückzuholen. Treue unb Charakter feien mehr •mert, als alle materiellen Güter. Im Sport müßten sich mehr unb mehr, so fuhr ber Rebner fort, neue Gedanken anbahnen. Es gehe nicht mehr an, daß Zehntaufende von Zuschauern Zeugen eines Kampfes zwischen zwei wännern seien, wie es häufig in der vergangenen liberalistischen Zeit der Fall gewesen fei, vielmehr müßten heule willionen deutscher Volksgenossen im sportlichen Leben flehen und so mithelfen, durch die Gesunderhaltung des eigenen Körpers der Zukunft der Ration zu dienen. An bie große Aufgabe, bie hier zu erfüllen fei, müßten wir gehen im unverrückbaren Glauben an ben Führer Abolf Hitler. Er werde dem deutschen Volke jene Sendung geben, zu der es berufen fei. Die Arbeit, die das deutsche Volk an sich leiste, werde einst der Welt zugute kommen, und der Spruch werde zur Wirklichkeit werden: „An deutschem Wesen wird die Welt genesen!" Die Saarbrüder seien gebeten, ben Geist ber Treue und bes Deutschtums mit nach Hause zu nehmen, unb auch ben Glauben unb das Wissen darum, daß in Deutschland alles in Kreisinspekteur für Gießen-Stadt 1 KÄ fein# Alljprachk M 1 i K' Die deutsche Volksgemeinschaft unter Adolf Hitlers Führung. Begrüßungsabend bei der Gießener Mdergesellschaft. / bester Ordnung sei und der Wille wirke, der das Saarland wieder deutsch wissen wolle. Unentwegt werde das Ziel verfolgt, allen deutschen Volksgenossen Arbeit und Brot zu geben. Erst wenn jeder Deutsche Arbeit und Brot habe, könne man sich auch für den Menschheitsgedanken einsehen. Immer müßten wir uns das Wort vor Augen halten: „Erst kommt mein Volk und dann die andern vielen, erst meine Heimat, dann die Welt!" Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf unser geliebtes Vaterland und den Führer Adolf Hitler beschloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache. Anschließend wurden gemeinsam das Horst-Wessel- und das Saarlied gesungen. Der Vertreter der Saardeutschen Schillen (Saarbrücken) wies in einer Ansprache darauf hin, daß das vergangene Regime keine Zeit gefunden habe, sich um das Ausla'ndsdeutschtum zu kümmern. Die Saardeutschen und insbesondere die Ruderer hätten es in den vergangenen Jahren oft empfinden müssen, daß im Zentrum Deutschlands und auch in Süddeutschland ein erschreckendes Unverständnis über die wahre Lage im Saargebiet geherrscht habe. Die Bevölkerung im ehemals besetzten Rheinland habe unzweifelhaft ungeheuer unter der fremden Willkür zu leiden gehabt, aber auch im Saarge- giet habe der Saardeutsche noch immer unter dem Druck der Unfreiheit gestanden. Der Saarländer habe es tagtäglich erfahren müssen, wie schwer es sei, unter französischer Herrschaft leben zu müssen. Am schwersten aber habe es immer der S a a r - bergmann gehabt. Er sei ausgenutzt bis zum äußersten. Bei verringerter Belegschaft sei in den Bergwerken eine ungeheure Leistungssteigerung erzwungen worden, die den Bergmann in allen Fasern belaste. Wer die wenigen Monate, die das Saarland noch von dem Heimatlande trenne, würden auch vorübergehen. Die deutsche Bevölkerung an der Saar sei in der Deutschen Front zusammengeschlossen und Halle, trotz aller Provokation und Bedrückung, äußerste Disziplin. Ausschlaggebend sei, daß alles Zusammenhalte, denn nur dann würden auch die kommenden schweren Monate überwunden werden. Mit einem dreifachen „Hipp-Hipp-Hurra!" auf das deutsche Vaterland und auf die Stadt Gießen beschloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen. , , Die restlichen Stunden des Abends verbrachte man in bester kameradschaftlicher Unterhaltung. Gemeinsam wurden noch verschiedene Lieder gesungen, bis die Uhr die Ruderer, die am Sonntag wieder zum Wettkampf antreten mußten, zum Aufbruch I mahnte. Jubiläums-Hauptversammlung der Baugenossenschaft 1894. Unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden H. Schneider hielt die Baugenossenschaft 1894 e. G. m. b.H. Gießen anläßlich ihres vierzigjährigen Bestehens am Samstagabend eine Jubiläums-Hauptversammlung ab. Reben vielen Mitgliedern nahmen auch Vertreter anderer Gießener Si-edlungsgenossenschaften an der Jubiläumstagung teil. Der Aufsichtsratsvorsitzende H. Schneider leitete die Versammlung mit einer F e st a n - spräche ein, in der er einen umfassenden Rückblick auf die Entwicklung der Baugenossenschaft während der verflossenen vier Jahrzehnte gab. Wir werden über diese Schilderung eines bedeutsamen Stückes der Gießener Lokalgeschichte noch näher berichten. Heute sei nur schon vermerkt, daß dem jetzigen Vorsitzenden des Vorstandes, Justizinspektor Allendörfer, für 15jährige Mitarbeit im Vorstand, und dem Architekten der Genossenschaft und Vorstandsmitglied Gustav Hamann für 40jahrlge Mitarbeit, also seit Bestehen der Genossenschaft, herzlicher Dank ausgesprochen wurde. Herrn Hamann wurde als äußeres Zeichen des Dankes für seine vierzigjährige Tätigkeit für die Baugenossenschaft eine Ehrengabe in Gestalt einer Porzellanfigur überreicht. hervorgehoben sei heule auch schon, daß die Baugenossenschaft 1894 von 1894 bis 1934 insgesamt 141 Einfamilienhäuser und 31 Mehrfamilienhäuser mit 155 Wohnungen, zusammen also 296 Wohnungen erstellt hat. An Genossenschaftler wurden 44 Einfamilienhäuser verkauft, weiterhin ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen, sa daß am Jubiläumstage noch 127 Häuser mit zusammen 247 Wohnungen den Besitzstand der Genossenschaft darstellen. Der Festansprache folgte, nach einer kurzen Pause, die Erledigung der geschäftlichen Tagesordnung. Em Antrag mehrerer Mitglieder, die in der Bilanz von 1933 verzeichnete Aufwertung s - R u ck l a g e in Höhe von 32 719,67 RM. aufzulosen und die Summe anteilmäßig auf die hierbei in Betracht kommenden Genossenschaftsmitglieder zu verteilen bzw. gutzuschreiben, wurde zur Beratung nicht zu- gelassen, da er nicht den Vorschriften der Satzungen entsprechend eingereicht war. Der Vorsitzende des Vorstandes, Justlzmspektor Allendörfer, berichtete hierauf über das Geschäftsjahr 193 3. Er teilte u. a. mit, daß die aus der Zeit der früheren Verwaltung fehlenden Geschäftsbücher bis jetzt immer noch nicht beigebracht sind und wohl auch nicht mehr aufgefunden werden. Die Angelegenheit Wolfer, um die es sich hier» bei handelt, sei aber im Lauf. Eine Reihe von finanziellen D i f f e r e n z p u n k t e n aus der Zeit der ftüheren Verwaltung werde auch noch aufgeklärt werden müssen, ob und inwieweit noch Rückgriffe auf frühere Vorstandsmitglieder nötig sein würden, sei abzuwarten, lieber die Mitgliederbewegung im Jahre 1933 wurde berichtet: Am Anfang des Geschäftsjahres zählte die Genossenschaft 789 Mitglieder mit 1140 Anteilen, 30 Mitglieder mit 30 Anteilen kamen hinzu, 22 Mitglieder mit 22 Anteilen schieden aus, so daß am Ende des Geschäftsjahres ein Bestand von 7 9 7 Mitgliedern mit 1148 Anteilen vorhanden war. Eine ganze Reihe von Mitgliedern, die nur verschwindend geringe Einzahlungen geleistet haben und dadurch ihre Jnteressenlosigkeit an der Genossenschaft bekundeten, solle aus der Mitgliederliste ausgemerzt werden. Der wirtschaftliche Stand der Baugenossenschaft fei gesund, die Abschreibungen am Grundbesitz seien noch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus vorgenommen worden. Der Redner berichtete dann über Mietpreis- fenkungen und gab die dafür maßgebenden Gesichtspunkte des Vorstandes und Aufsichtsrates bekannt. Weiter teilte er mit, daß die Baugenossenschaft im Jahre 1933 ungefähr 30000 Mark für Jnstandsetzungs - und Ergänzungsar- beiten ausgegeben und dadurch die Arbeitsbeschaffungspläne der Reichsregierung kräftig unterstützt habe. Wenn die Lage am Geldmarkt im nächsten Jahre besser und der Zinsfuß gesenkt werde, dann werde die Baugenossenschaft selbstverständlich weiter bauen; sie habe noch eigenes Gelände und könne noch bauen, sobald das Geld dafür zu annehmbaren Bedingungen zu beschaffen sei. Zum Schluß wandte sich der Redner gegen die Untervermietungen in den Genossenschafts- Häusern, wobei er betonte, die Wohnungen seien für die Genossenschaftsmitglieder erbaut, aber nicht ür Untervermietungen in dem jetzt vielfach festgestellten Ausmaß, wo ganze Familien in Untermiete in den Genossenschaftshäusern wohnen und dadurch die Wohnungen viel schneller abgenutzt werden, als beim üblichen Gebrauch. — An den Bericht schloß sich eine kurze Aussprache an. Sodann nahm die Versammlung den Bericht des Rechners Hahn über dieRechnungvonl933 entgegen. Der Reingewinn im Jahre 1933 beläuft sich nach reichlichen Abschreibungen auf 17 642,40 Mark. Die aus der Zeit der früheren Verwaltung übernommene erhebliche Schuldenlast konnte noch nicht ganz abgedeckt werden, der Vorstand hoffe aber, diese Schulden bis zur nächsten Rechnungsablage abgetragen zu haben. Insbesondere handele es sich dabei um Zinsrückstände bei der Stadt Gießen. Die laufenden Verbindlichkeiten seien alle rechtzeitig bezahlt worden, insbesondere würden die Verbindlichkeiten bei Lieferanten und Handwerkern immer schnellstens bezahlt, damit diese auch ihren Verpflichtungen nachkommen könnten. Zur Förderung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen habe die Genossenschaft große Reparaturarbeiten und Anschaffungen vorgenommen. Hinsichtlich der Aufwertungsrücklage hätten der Vorstand und der Aufsichtsrat beschlossen, dieses Konto aufzuheben und den Betrag auf die Hilfsrücklage zu übertragen. Ein großer Teil der Genossenschaftsmitglieder sei leider noch stark mit der Einzahlung der Anteilsbeiträge im Rückstand; diesen Verpflichtungen müsse schneller als bisher nachgekommen werden. 10 Einzelhäuser in der Danziger Straße und am Alten Steinbacher Weg seien an die Bewohner überschrieben worden. Die Belastung der Genossenschaftshäuser belief sich im Iahre 1933 auf 1 933 364,31 Mark, im Jahre 1934 auf 1 918 755,81 Mark. Der Wert der Genossenschaftsgrundstücke beziffert sich auf 2 861 216,58 Mark, das Reinvermögen der Ge- ,in die gesetzliche Rücklage, 5985,03 Mark an die j 5)ilfsrücklage, 4657,37 Mark als 4-v.H.-Divi- dende zur Verteilung. Den Bericht des A u f s i ch t s r a t s erstattete dessen Vorsitzender H. S ch n e i d e r. Er sprach dem Vorstand Dank und Anerkennung für seine orgfältige Geschäftsführung im verflossenen Jahr aus. Zu der bekannten Angelegenheit des früheren Geschäftsführers Wölfer teilte er u. a. mit, bie Sache sei der Staatsanwaltschaft zur weiteren Um tersuchung übergeben worden. Die Genossenschaft ei bis heute noch nicht im Besitz der früheren Ge- chäftsbücher, die von Wölfer geführt wurden. Nach der Ueberzeugung des Aufsichtsrates und Vorstandes sei der frühere Vorsitzende des Vor- tandes Fourier an dem Fehlen der Bucher | chuldlos. Fourier habe nur den Fahler begangen, daß er vor der Uebergabe der Geschäfte an I die neue Verwaltung keine Inventur gemacht habe. Moralisch sei aber Herr Fourier rehabilitiert. Wö l f e r habe dagegen in seiner Geschäftsführung außerordentlich leichtsinnig gehandelt. Hinsichtlich der von zwei früheren Vorstandsmitgliedern ohne Vorstandsbeschluß an einen Gießener Einwohner gewährten Hypothek von 12 000 Mark werde, obwohl inzwischen eine weitere Sicherung für die Forderung der Genossenschaft erreicht sei, an der Regreßpflicht des früheren Vorstands und Aufsichts- rats festgehalten, bis die Genossenschaft ihr Geld habe. Da die Angelegenheit jetzt in den Händen der Staatsanwaltschaft liege, wolle er nicht mehr mitteilen, um nicht in ein schwebendes Verfahren einzugreifen. Herr Fourier betonte anschließend zu der Frage des Verschwindens der früheren Geschäftsbücher erneut, er habe von Wölfer, dem er in vollstem Maße vertraute, kein einziges Buch empfangen und die Bücher auch durch persönliches Vorsprechen am jetzigen Wohnorte Wöl- fers in Kassel nicht auffinden können. Er (Redner) habe die Bücher, die von Wölfer geführt wurden, nie gesehen, zumal die Revisoren immer die Vorzüglichkeit der Buchführung betont hätten. Der Bericht des Aufsichtsrates wurde von der Versammlung genehmigt. Dem neuen Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Sommerfest der Gießener SiudeMenschast nossenschaft beläuft sich auf 313 940,77 Mark. Die Bilanz für 1933 schließt in Aktiva und Passiva mit je 2 365 803,03 Mark, die Gewinn- und Verlustrechnung in Soll und Haben mit je 179 574,73 Mark ab. — Jrn Anschluß an den Bericht fand eine kurze Aussprache über die Frage der Verwendung der Aufwertungs-Rücklage statt, wobei die Verwaltung auf ihrem Standpunkt beharrte, während von der Opposition weitere Schritte angefünbigt wurden. Nach der Bekanntgabe der Revisions- berichte, die über die Verwaltungsarbeit der neuen Genossenschaftsleitung ohne jeden Einwand urteilen, wurden die Bilanz und der Geschäftsbericht einstimmig genehmigt. Die Verteilung des Reingewinns von 17 642,40 Mark würbe wie folgt beschlossen: 7000 Mark Dem alten Vorstand und Aufsichtsrat, der die Geschäfte vom 1. Januar bis 30. Juni 1933 noch führte, wurde durch Mehrheitsbeschluß die Entlastung verweigert. Bei den turnusmäßigen Wahlen zum Auftichts- rat wurde dessen Vorsitzender Heinrich Schneider einstimmig wiedergewählt, ebenso einstimmig neugewählt wurde das Genossenschaftsmitglied Deibel. Schließlich wurden noch einige formelle Satzungsänderungen einstimmig genehmigt. Nachdem die Protokollniederschrift gutgeheißen war, fand dis Versammlung mit dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer Adolf Hitler und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes ihren Abschluß. Am Sonntagabend fand in sämtlichen Räumen des Gießener Studentenhauses das beliebte und bekannte alljährliche Sommerfest der Gießener Studentenschaft zu Gunsten der studentischen Fürsorge statt. Schon einige Tage vorher wurde das Haus für diesen Abend in zweckentsprechender Art eingerichtet. Leider ließ der Besuch am Anfang des Festes etwas zu wünschen übrig, doch als alles im rechten Gange war, war das Studentenhaus zur Befriedigung besetzt. Dozenten und Studentenschaft hatten sich in großer Anzahl versammelt, um einige frohe Stunden gemeinsam zu verleben. Ein richtiges Volksfest konnte man dort verbringen, denn für Unterhaltung, Essen und Trinken war bestens gesorgt. Wie auf einem Jahrmarkt waren die verschiedenen Buden und Stände zu sehen. Die Studenten verstanden es meisterhaft, sich in dieses Milieu zu stellen. So beobachtete man u. a. einen Schießstand, Ballwurf-Stand und Bier- Zelte. Ein Schuldturm und die „Hölle" sorgten dafür, daß manchem Teilnehmer das Portemonnaie leichter wurde. In dem Weindorf sah man die rheinischen Gäste in bester Stimmung. Sorgen und Alltagsgedanken wurden in der Sektbar total vernichtet. Fast in jedem Raum spielte eine Kapelle zum Tanze auf, so kam auch die tanzfreudige Jugend zu ihrem Recht. Dazwischen war reichlich Gelegenheit geboten, aus der Küche Meister Kiesels manchen Leckerbissen zu vertilgen. Für die Freunde des Apfelweins und des Kaffees war ebenso Vorsorge getroffen, denn an dem Apfelweinstand und an dem Stand Kaffee und Kuchen waren unaufhörlich Gäste zu sehen. Das Programm des Abends war, wie immer, sehr reichhaltig und abwechslungsreich. Ein fabelhafter Ansager gab dem frohen Publikum das Programm bekannt. Zuerst führte Frl. Haase p» d° B» wV A-nZ fixier« Der Fro Der See' r imJ Inen * wenig ve! neue, die Don GP jialbeweg Grund do Gternenhi »arstellt. 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Der Krämer fühlte sich veranlaßt, mit dem Fremden mehrere Worte zu sprechen und gab zu verstehen, daß ihn die ungebührlich lange Betrachtung seines reichlich ausgestatteten Riechorganes sattsam verdrieße. . Aber wie erstaunte der karge Mann, als ihm der Fremde mit größter Höflichkeit zur Antwort gab: ' „Sie werden über meine Ihnen etwas beleidigend vorkommende Betrachtung Ihrer stattlichen Nase nicht mehr zürnen, wenn Sie meine Rechtfertigung gehört haben. Ich bin der Agent einer großen Nasenhandlung und reise im Auftrage eines Handelshauses, um die stattlichsten Nasen zu kaufen. Ihre Nase ist nun — ohne Schmeichelei — die schönste und erhabenste, welche mir bisher vorgekommen ist. Auch habe ich bereits einen schonen Vorrat von Nasen aus allen Ständen; aber Ihre Nase wäre mein Triumpf und die Zierde des ganzen Warenlagers!" r m . Voll Zweifel, was er sich von dieser Rede denken solle, schwieg der Krämer ein Weilchen, und der Nasenkäufer fuhr deshalb fort: „Sie scheinen an meinen Worten zu zweifeln? O, sprechen Sie nur die Summe aus, welche Ihnen genügend wäre für diesen Schmuck - für diese Königin aller Nasen, fordern Sie dafür, was Sie wollen! „Aber mein Herr", rief der Krämer unwillig, „wie kann man eine Nase verkaufen, wenn man "o^vom Leben ist keine Rede" sprach der Nasen- händler. „Solange Sie leben, behalten Sie 31)re Nase in Frieden, erst nach Ihrem Tode tritt die Handlung in deren Alleinbesitz. Ich biete Ihnen hundert Taler in klingender Münze für die Nase und bin nur der Besitzer, wenn Sie gestorben ftnö; so behalten Sie ja die Nase durchs ganze Leben! Dem geizigen Krämer schien es jetzt ein^uleuch- len, daß er ja auf diese Weise einen unerhört vorteilhaften Handel schließen könnte; er fragte vorsichtig den Nasenhändler: „Wenn ich nun Ihren Wunsch erfülle und den Handel abschließe, erhalte ich sodann von Ihnen die genannte Summe?" „Sobald Sie vor der Gesellschaft hier, die als Zeuge für mich und Sie gültig ist, den Handel redlich abmachen, erhalten Sie die hundert Taler!" Fröhlich rief der Krämer: „Ja, ich bin mit Ihrem Angebot vollkommen zufrieden. Sie sollen nach meinem Tode die gekaufte Nase haben!" „Schön, der Handel ist abgeschlossen, aber ich habe noch eine Bedingung zu machen, nämlich wegen des Reugeldes, dennn es könnte Sie oder mich der Handel gereuen; daher wird festgesetzt, daß derjenige, welcher von uns beiden sein Wort zurücknimmt, vom ganzen Handel nur ablassen kann, wenn er dem anderen zehn Taler Reugeld bezahlt!" Vergnügt rief der Krämer: „Damit bin ich gern einverstanden!" „Nun gut, die ganze Gesellschaft ist Zeuge, und ich fordere die Herren auf, über Erfüllung der festgesetzten Bedingung immer zu wachen." Mit schwer unterdrücktem Lachen gelobten das die Anwesenden, die dem seltsamen Handel gelauscht hatten. Der Nasenhändler war froher Laune und flüsterte dem Kellner zu, er solle das Bestellte bringen. Der Kellner entfernte sich und kehrte bald mit einem Brenneisen, das glühte, in der Hand zurück, das ihm der Reisende abnahm. Damit fuhr er schnell nach der Nase des Krämers, der er- schrocken zurückwich. Als er wütend nach der Ursache der Mißhandlung, die seiner Nase zugedacht war, fragen wollte, stand der Nasenkäufer mit d^m glühenden Eisen schon wieder neben ihm und bat ihn freundlich, er solle seine Nase ein Weilchen herhalten, weil er sie, die er doch gekauft fjabe, mit dem Stempel seiner Firma bezeichnen müsse, um sie wiederzuerkennen. Der Krämer geriet in Zorn und verbat sich ein solches Ansinnen, allein der Nasenhändler bestand auf seinem erkauften Rechte und rief die zu Zeugen gebetene Gesellschaft um Beistand an. Alle traten auf feine Seite und behaupteten, daß er im Rechte sei. Was sollte der geizige Krämer tun? Nach langem, vergeblichen Sträuben mußte er sich doch entschließen — da er seine Nase unbezeichnet behalten wollte — von dem geschlossenen Handel zurückzutreten und dem Nasenkäufer zehn Taler Reugeld zu bezahlen. Mit lauten Verwünschungen über feinen Verlust verließ der geizige Krämer den Gast- baf, in dem man seine Habsucht so derb gestraft ljatte. Der Nasenagent aber war ein luftiger Vogel, der sich mit der Gesellschaft verschworen halle, den geizigen Krämer zu prellen. Kaum war der Geizhals fort, begann die ganze Gesellschaft erst recht lustig zu werden. Es wurde so lange getrunken, bis des Krämers zehn Taler im Besitze des Gastwirtes waren. Aber der Krämer mied von nun an ängstlich bas ihm so gefährlich gewordene Gasthaus, was sich der Wirt nicht sehr zu Herzen nahm, da der geizige Kunde beinahe nichts zu verdienen gegeben hatte, während die lustige Gesellschaft sehr oft bei ihm einkehrte. „Das Tier im Bild." Der Kampfbund für deutsche Kultur veranstaltet gegenwärtig im Ausstellungsraum des Oberhessischen Kunstvereins im Turmhaus am Brandplatz eine Ausstellung unter dem Titel „Das Tier im Bild". Die Ausstellung bringt in übersichtlicher Anordnung eine stattliche Reihe von Zeichnungen, Aquarellen, Oelgemälden, Radierungen, Plastiken in Bronce, Terrakotta usw., für die das Tier in seiner Vielfalt der Art und der Lebensäußerungen zum Gegenstand künstlerischen Nachschaffens wurde. Die Schau umfaßt Arbeiten von etwa 20, meist Frankfurter Künstlerinnen und Künstlern, deren jede und jeder auf seine Art das Tier wieder- gab. Zunächst wird sicherlich jedem der Besucher die starke und bestimmte Eigenart des Künstlers Fahrenbruch auffallen, der ja den Lesern unserer Zeitung schon in einer sehr charakteristischen Arbeit im Wandkalender des GA. vom Jahre 1931 bekanntgeworden ist. Unter feinen Arbeiten tritt besonders der „Toskanische Eselreiter" hervor, ein Oel- gemälde, das die ganze urwüchsige Kraft des Künstlers beweist. Feine Tierstudien und Kunstblätter (Wort und Bild glücklich verbunden) in weiser Auswahl, verdienen liebevolle Aufmerksamkeit. Mit sehr vielen Arbeiten, Oelgemälden in großem Format, vielen Zeichnungen und Aquarellen ist G r ö g e r ch e n vertreten, der sich als sehr vielseiti- ger Künstler erweist. Die Plastiken aus seiner Hand sind sehr lebendig. Biringer zeigt einige künstlerisch recht gute Plaketten. Dischler faßt in seinen Blättern mit klarem Strich das Wesentliche der Formen des Tierkörpers zusammen. Inge D i n a n t verrät in einer sehr zarten zeichnerischen Manier eine sichere künstlerische Auffassung. Die Radierungen von Fritsche gefallen sehr gut. Broncen von Kippe stellen das Tier lebendig bewegt dar. Gönner hat eine Reihe von Aquarellen ausgestellt, die in ihrer minutiös sorgfältigen Art nahezu als naturwissenschaftliches Material betrachtet werden können. P. Kratz, der ebenfalls viele Arbeiten zur Ausstellung beigesteuert hat, gefällt besonders mit seinen Plastiken. Eine starke Eigenart spricht aus dem Oelgemälde „Flamingo-Wiese" von Müller v. Albrecht. Seine Technik besticht dabei besonders. Moufang und Quin haben einige feine Plastiken beigesteuert. ' Von Eisel-Ruhland allen vor allem die kräftig angelegten Tuschezeichnungen auf. Ferner sind zu nennen die Arbeiten von Lefebre, Trinkewitz, Wallstätter, Bischof (Hitler- büfte), Luckhardt, Marie Rumpf und Justin. Die Künstler, die in der Hauptsache Tiere aus dem Zoo Wiedergaben, hatten dankbare Objekte. Elefanten, Löwen, Tiger, Panther und Bären, Pferde, Esel und Kamele, Krokodile, Affen, Paviane und Hunde, Antilopen, Zebras und Gnus, Nashörner und Büffel, Wölfe und Schafe, Reiher und Flamingos usw. hatten die Künstler zu ihrem Schäften angeregt. Das Ergebnis, das in der Ausstellung vorliegt, ist recht erfreulich. N. Kunst und Wissenschaft. Die Vorbereitungen für den Angriff auf den Nanga Parbat. Dem Drahtlosen Dienst ist ein weiterer Bericht von der deutschen Himalajaexpedition zugegangen. Hieronimus hat das Hauptlager auf den schneefreien Moränenhügel verlegt. Dort blühen, in einer Höhe von 3600 Meter, jetzt Alpenblu- men, darunter auch Edelweiß. Hieronimus veranlaßte auch, daß 14 Baltikulis wenigstens bis zum Lager 4, also bis 5800 Meter Höhe, dienen. Dadurch werden die überstark beanspruchten Darjeeling - Träger entlastet. Aschenbrenner und Welzenbach erreichten mit acht Trägern das Lager 5 in 6200 Meter Höhe Das Lager konnte aber wegen dichten Nebels noch nicht endgültig errichtet werden. Sämtliche notwendigen Lasten werden inzwischen nach Lager 4 geschafft, dem eigentlichen Standlager für den letzten Angriff auf den Naga Parbat. Merkel, Schneider, Bechthold, Müllritter und Captain Frier haben den westlichen Chongra-Peak erstiegen, der 6600 Meter hoch ist. Sie haben dort bei schönem Wetter den Weg zum Ziel e i n s e h e n können. Auch Wieland und Captain Sangsten haben den Chongra-Peak bereits bezwungen. Die Spitzengruppe ist an der Arbeit, über das Lager 5, also über 6200 Meter hinaus zu spuren. Alle Tellneh- mer sind guten Mutes. mit H Alle Fuy antu Ne, $ari Sie A Ach S Lo, „Pi «4 s* wini Li, W\ 5ßor verkl man Stuni quer bi Mhrie hatte er einem von A, Vor lieh Li M dem K winkte ,.Me Unfall geben wollen dringe wohl | gesucht möchte Lou °°s ih, öffnete . -De 'h-'Divj. Kolonialkundgebung in Gießen : US fuhr die iofort nai f.e am 14. Juli auch von diesem ) e n ten, eiien Solotanz vor, der allgemein Beifall fand. $19 Kameradschaftshaus der Gießener Studenten- staft brachte eine lustige Jnstruktionsstunde, darauf tcnzte Frl. Haase wieder einen formvollendeten Eolotanz. Nach einigen Tänzen produzierte sich der Ansager mit dem Gedicht „Eskimo und Eskimo", chofür er reichen Beifall erntete. Auch bei diesem Sommerfest fehlte Herr Hub vom Gießener Stadttheater nicht und erheiterte die Besucher mit einem Qouplet: „Komm, Liebchen, wir trinken Brüderschaft". Eine Gießener Korporation führte dann ehe Biermimik auf. Am Schlüsse des eigentlichen Programms zeigte Frl. Haase noch eine Groteske, Wofür sie wiederum reichen Beifall erntete. Die Pausen wurden durch Tanzmusik der Kapelle Nu sch sehr dezent ausgefüllt. Einige „Polizisten" skrgten dafür, daß alles in den richtigen Grenzen r wie irniw ch. Ein foM Mikum dl- gr!. 'nen konnte. Noch im gleichen Jahre wurde in Tsingtau die deutsche Flagge gehißt, und am August auch in Südwest-Afrika in der späteren Züderitzbucht. Damit war ein Gebiet, dreimal so . roß wie das frühere Deutschland, von rund 1,5 Millionen Quadratkilometer in deutschen Besitz gekommen worden. Bismarck gab durch ein Tele- vramm dem Botschafter in England den Auftrag, i er englischen Regierung mitzuteilen, daß die Bedungen des Kaufmanns Lüderitz (Südwest) als in ter deutschem Schutz anzusehen seien. In Togo unb Kamerun bestanden schon früher Faktoreien des Kaufmanns und Reeders Woermann, während in Südwest der Bremer Kaufmann Lüderitz das Zand durch Kaufverträge mit den eingeborenen Häuptlingen erworben hatte. Unter den Pionieren, >ie alles für die Gewinnung der Kolonien eingesetzt haben, ist neben dem Kaufmann Lüderitz verlief und brachten „Zuwiderhandelnde" entweder in den „Schuldturm" oder in die „Hölle" ganz unten bei der Heizung, wo sie ihre Vergehen schwer büßen mußten. Wenn früher das Fest in der Gießener Volkshalle bei größerer Beteiligung verlief, so stand doch dieses Sommerfest unter dem Zeichen echter, nationalsozialistischer Volksgemeinschaft. Es ging zu Ende in echter Harmonie und herzlicher Kameradschaft. Hoffentlich brachte es auch dem Gießener Studentenwerk den erwünschten Erfolg. Die Beteiligung aus den Kreisen unserer Büraer- schaft an dieser Veranstaltung hätte noch besser fein dürfen. Das diesjährige Sommerfest schloß sich würdig an die vergangenen Veranstaltungen der Studentenhilfe an. 'irs?rrouroB auch Dr. Nachtigall zu nennen, der sich als Arzt in Algier niedergelassen hatte und von der Regierung mit Sonderaufträgen betraut worden war. Als Konsul in Tunis erschien er dann mit dem Kanonenboot in Togo, Kamerun und Südwest- Afrika, auf dem der Leutnant zur See, Graf Spee, Dienst tat, der spätere Befehlshaber des deutschen Geschwaders bei den Falklandsinseln, der Dr. Nachtigal bei den Unternehmungen ins Innere des Landes begleitete. Hierbei zogen sich beide schwere Erkrankungen zu. Während Graf Spee noch gerettet werden konnte, erlag Dr. Nachtigal 1885 dieser Krankheit. Lüderitz war mit einem einzigen Mann auf einer Expedition in See gegangen, wovon er nicht wieder zurückkam. Ohne daß der teilende Staatsmann einen Auftrag gegeben hatte, waren große Teile eines fremden Landes in unseren Besitz gelangt. Das war nur möglich geworden durch den Hanseaten- und Wikinger-Geist, der diese Menschen beseelte und den wir brauchen, wenn wir nicht untergehen wollen. Lüderitz und Bachtigal waren besessen von der Idee. Kolonien in Afrika zu schaffen, und sie haben es unter schwersten Umständen erreicht. Glauben und Einsatz dafür, diesen Besitz wieder zu erringen, das sind wir ihnen schuldig. Wenn wir von Kolonien sprechen, sind wir nicht nur von romantischen, sondern von dem sehr realen Gedanken erfüllt, daß die 15 000 deutschen Volksgenossen in unseren früheren Kolonien ärztliche und Schulfürsorge verlangen und ver- langen müssen, um sich als Angehörige eines Kulturvolkes halten zu können. Wir haben aber auch den bestimmten Gedanken der Einheit des deutschen Volkstums im Auge, der aus dem Erlebnis des Weltkriegs gewonnen ober uns gewaltsam eingeprägt worben ist. Daburch wirb uns bewußt, baß diese Menschen in Afrika uns nahestehen, als wären sie ständig unter uns. Drüben ist es in sehr vielen Fällen anders als bei uns. Heute ist der größte Teil unserer früheren Kolonien als Mandat oder Eigentum in fremden Händen. Wenn diese Lande jemanden gehören, so gehören sie uns und keinem anderen. Sie wurden uns unter falschen Vorwänden ab- genommen. and und $iü Hölle" forgiti PorteMkmi sah man ii q borgen unb a ’iar total oer« { eine ftapeile" tan^teubige war reichlich Keiftet ftiefels. r die Freund- r ebenso Doi' weinstand uni waren unauf* Demgegenüber führte der Vortragende Aussprüche englischer, aber auch neutraler Männer die bewundernd und anerkennend von der b e at, der die 3 uni 1933 beschlich die Fähigkeit der Kolonisation s daß nur solche Tüchtigkeit diese Länder zu Aufblühen bringen konnte, lieber das Ansehen, das der Deutsche' unter den Schwarzen genießt, spricht ch Kamerun, wo Land Besitz neh- heiraten? Wie konntest du das Mädchen heiraten, da wir beide doch noch nicht geschieden sind?" Siemen lachte höhnisch auf. „Aber ich wollte dich ja gerade um die Scheidung bitten, damit die Heirat mit dieser kleinen Norwegerin ermöglicht wurde. Du siehst, ich bin ehrsam und bürgerlich geworden. Aber nun hat es ja keinen Sinn mehr. Nun, gut! So mußt du noch eine Weile mitmachen!" Er sah sie lauernd an. „Ich mache nicht mehr mit!" sagte Lou sehr ruhig. „Ich habe das Leben der Lüge und Unsauberkeit satt! Auf mich rechne nicht mehr!" „Nun", sagte er leichthin, „du wirst es dir noch überlegen. Wir wollen erst einmal trinken. Sei doch so gut und gib mir einmal aus meinem Mantel die Zigaretten heraus." Sie ging gehorsam an den Kleiderhaken. Was war denn mit Liewen, daß er ihre Aufsässigkeit so ruhig hinnahm? Irgend etwas stimmte da nicht. Unwillkürlich sah sie in den Spiegel, der über der Kommode neben dem Kleiderhaken hing. Da sah sie, wie Liewen die Gläser voll schenkte unb nun hastig in bas eine Glas etwas aus einem kleinen Büchschen schüttete. Ein eisiger Schauer fuhr ihr ins Blut. Nun wußte sie, was Liewen so ruhig, beinah sreundlich sprechen ließ. Nun wußte sie es. Aber sie floh nicht. Mit ruhigen Hänben nahm sie bie golbene Zigarettentasche; es war noch bie gleiche, bie sie ihm einst geschenkt, bamals, als sie ihm gefolgt war — blind, wie in einer Verzauberung. „Dem fürs Leben!" stand auf der Innenseite... Ja!, dachte sie erschauernd. Dein fürs Leben. Aber auch dein für den Tod! Sie ergriff den schlanken Kelch nut dem goldigen Wein, den er ihr reichte: „Auf dein Wohl, Lou!" sagte Liewen, und sah sie" mit Raubtieraugen an. Da hob sie den Kelch und blickte ihm in die Augen, als sähe sie ihn sum ersten Male — und die ganze Verruchtheit seines Gesichtes. Die trübe Leidenschaft, die sie zu seiner Sklavin gemacht, fiel ab, wie em lästiges Gewand. Frei stand sie da und sah ihn an, ohne Liebe, ohne Haß, mit einer tödlichen Gleichgültigkeit „Ich trinke", sagte sie, „ich trinke denn ich habe genug unb will nicht mehr leben! Du glaubst mich w überlisten —, aber biesen letzten Triumph gönne ich dir nicht. Dich wirb bie Strafe auch einmal ereilen. Ich brauche nicht mehr barauf zu warten unb bies Leben weiterzuschleppen, dies Leben, das ich allzulange deiner Gnade überantwortet habe. Aber Gott wird mir in Wahrheit gnädig fein, wenn ich diesen Wein trinke — obwohl er vergiftet ist" Ehe Liewen eine Bewegung machen konnte, hatte sie den Wein getrunken und sank tot zu Boden. Mit einem Blick sah Liewen auf die Tote, ging leise zur Tür, öffnete sie — da — er prallte zurück. Schritte klangen auf dem Gang, kamen naher. Er wollte die Tür zuschlagen, aber ein Fuß stellte sich dazwischen — ein Pistolenlauf war dicht vor ihm: schäft. Angriff -7- Alpend i-roni* * -«"L n rud)len.^ ur rennb bc h*. „ich! SS? W viele Arbeit." fällt befonbtf igenart fort je“ von iM- )t dabei befßf en einige W >l-Ruhlas ten TuscheZetz n bie ArbJ Bischof M | > Fustin. iche J re Objek t Bären, Paviane u" Der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See und der Frauenbund der Deutschen Kolo- 5 algesellschaft veranstalteten am Samstag gemein- fern im schön geschmückten Saal der „Liebigshöhe" einen Kolonial-Abend, der leider viel zu venig besucht war. Von der Bühne grüßte die neue, bie sogenannte „Petersflagge", bie Ritter ton Epp, ber Reichsführer der Deutschen Kolo- üialbewegung, eingeführt hat unb bie auf weißem 5rund bas schwarze Kreuz bes ©übens mit bem Sternenhimmel Afrikas im rechten oberen Feld hrfteüt. Die Namensbänber unserer früheren Be- fäungen erinnerten daran, daß nicht verloren fein larf, was uns einmal gehörte. Die Kapelle ber SA.-R. unter Musikzugführer -ermann schuf mit ihren ausgezeichneten Dar- Hetungen ben forschen Rhythmus unserer schönen Nilitärmärsche. Der von Frl. Kellner formschön mrgetragene Vorspruch ließ bie Erinnerung an pnes blühenbe unb große Kolonialreich, verteilt cuf brei Erbteile, wachwerben, bas deutsche Tathast in Treue erschloß unb in dem sich deutsche Volksgenossen eine neue Heimat schufen. Das stolze Flaggenlied schuf die Ueberleitung zu km packenden und aufrüttelnden Vortrag des zweiten Vorsitzenden des Marine-Offiziersverbandes, Kontteadmiral a. D. Lühow iber „Die deutsche Kolonialbewegung", jur (Erinnerung an den Tag, an dem vor 50 Iah- len die schwarzweißrote Flagge zum ersten Male lin Afrika gehißt worden war. Es war am 5. Juli .884, als der bekannte Afrikaforscher Dr. Nachti- |! a l mit dem Kanonenboot „Möve" unter Korvettenkapitän Hoffmann in Bagida erschien und IIne deutsche Flagge hißte. Derselbe feierliche Akt ■ ourbe am barauffolgenben Tage in Lome, ber I bäteren Hauptstadt Togos, wiederholt. Von hier enb„ zu d° frühere, von Wöls« Je,.n einzig h ^rch pet, •Morte W Er (Redkin •hrt würbet 1 immer bi batten. irbe von de en Borste ntlastung e; Was mein einst war... Vornan von Klothilde von Gtegmann. Vrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) Schluß. Zwanzig st es Kapitel. Stunbenlang hatte Liewen ben Wagen kreuz unb euer burch das Land jagen lassen, bis er seine Fährte genügend verwischt glaubte. Schweigend hatte er im Wagen gesessen und nur ab und zu mit einem einzigen Blick Lou gestreift, die, gelähmt von Angst, neben ihm saß. Vor einem einsamen Berg-Gasthaus am Wege ließ Liewen endlich halten. „Fahre den Wagen in die Garage!" befahl er dem Kreolen. „Wir rasten ein paar Stunden!" Er winkte Lou herrisch, auszusteigen. „Meine Frau und ich haben einen kleinen Wagen- Anfall gehabt!" sagte Liewen zu dem Wirt. „Bitte, geben Sie uns für heute nacht ein Zimmer. Wir wollen uns waschen und ein wenig ausruhen. Und bringen Sie uns zu essen und zu trinken. Du gehst wohl vor, meine Liebe!" wandte er sich mit ausgesuchter Höflichkeit an Lou. „Ich komme gleich, möchte nur etwas zum Speisen auswählen." Lou nickte stumm unb folgte einem Mädchen, tbas ihr ein großes, einfaches, aber sauberes Zimmer öffnete. „Werben bie Herrschaften damit zufrieden fein?" fragte sie diensteifrig. Lou nickte mit müdem Lächeln, und das Mädchen -verschwand. Kaum hatte Lou sich notdürftig von (Schmutz und Staub des Falls gereinigt, als Liewen lhereinkam, gefolgt von einem Kellner, der einen kleinen kalten Imbiß hereinbrachte. Liewen trat inzwischen auf den Balkon, als «wollte er die Aussicht genießen. Er sprach kein !Wort. Als aber bie Schritte des Kellners draußen 'verklungen waren, schloß Liewen die Tür ab und 'wandte sich mit funkelnden Augen zu Lou. „Das war eine Komödie, meine Beste!" sagte er mit zischender Stimme. lieber Lou war eine seltsame Ruhe gekommen. !Alle Furcht war fort. Wovor hatte sie eigentlich Furcht? Vor Liewen? Aber was konnte er ihr noch antun, nachdem er ihr Herz zertreten, ihren Stolz gebeugt, ihr Leben vernichtet? Es gab keine Marter, die er ihr nicht schon angetan hatte. Nein! Sie brauchte keine Furcht mehr zu haben. „Ja! Es war eine Komödie!" wiederholte sie. „Ich wollte nicht, daß noch ein unschuldiger Mensch dein Opfer wurde. Es ist genug an Celia und mir und denen, die ich nicht kenne." „Woher weißt du, daß dies kleine Mädchen ein Opfer geworden wäre? Vielleicht liebte ich sie... Ich wollte sie heiraten!" Lou sah Liewen mit einem großen Blick an: „Lieben — du? Du kannst ja niemanden anders lieben als dich unb deine Gier nach Geld. Und um Aufsicht» ich Schnei so einftimmi schastsmitglii! teile Satzum Nachdem i ar, fanb k. )eil-Rufen er dem Gesai i-Liedes ihr Qs 1* Q: mit, k lle«n i|, " »utb$ ut . «s " b-«q “iWftt t hu, "h'n * 6'nwol)!, »erbe, ol für ei- an b; 'n «r ®(t fanden bt f.lnehr mb röhren etj die Heldentat ber Askari unter Lettow - Vorbeck deutlich für sich, dafür zeugen auch die sich jetzt ständig häufenden Anfragen der Schwarzen, wann wohl die Deutschen wieder zurückkämen, und manches Erlebnis ehemaliger Offiziere, wie das des Admirals B e t h g e in Tsingtau, der als Zivilist gebeten wird, die Front der aus eigenem Antrieb gestellten Ehrenkompanie abzuschreiten, ober bie Tatsache, daß die Schwarzen zu Tausenden meilenweit laufen und tagelang lieber warten, als die Flagge der anlaufenden deutschen Schisse zu verfehlen. Die Schreiben der Schwarzen, u. a. von 200 Häuptlingen, an den König von Spanien, aus Samoa an den Prinzen von Wales und an den Reichstag, Kamerun, bzw. Samoa müßten unbedingt wieder deutsch werden, beweisen nur zu gut, daß der Schwarze den Deutschen nicht vergessen hat. Mit allerlei Schikane versucht man, den Deutschen das Leben schwer zu machen. So ist in Südwest, obwohl von drei immer zwei deutsch sprechen können, die deutsche Sprache nicht als Amtssprache zugelassen. Jeder Europäer braucht nur zwei Jahre im Lande zu sein, um das Bürger- und damit das Wahlrecht zu erhalten. Der Deutsche muß fünf Jahre warten. Dort herrscht auch das buri- sche Recht, anstatt ein solches, das dem Deutschen angemessen ist. Die Schulverhältnisse sind sehr im Argen, da nur Privatschulen vorhanden sind, die 1930 keinen Pfennig Unterstützung durch die Verwaltung erhielten. Darum mangelt es an einem geordneten Schulunterricht, während den Häuptlingssöhnen Unterstützung für eine Halbbildung gewährt wird. In Ostafrika sind diese Verhältnisse etwas besser geworden. Auch die ärztliche Fürsorge läßt sehr zu wünschen übrig. Die Deutschen müssen weite Wege bis zum nächsten Arzt, oder zur nächsten Krankenstativn zurücklegen, so daß sie oftmals allein für die Reise unerschwingliche Unkosten aufbringen müssen. Dazu kommen Naturkatastrophen, der Schaden infolge ausbleibenden Regens, die Folgen ber Wirtschaftskrise und schließlich eine Ueberbesetzung der Verwaltungsstellen, so daß die Verwaltung außerordentlich hohe Abgaben erfordert. Daß unter solchen Umständen die Existenz der Farmer bedroht ist, ist erklärlich. Sie halten aber für uns wichtige Posten, und sie haben als Angehörige einer Kulturnation das Recht auf ein anständiges Leben. Vom Ausland wurde bestätigt daß Deutschland Kolonien braucht. Die Tore Deutschlands zur Wett müssen ausgehalten werden. Adolf Hitlers Aussprüche lassen keinen Zweifel darüber, daß er den kolonialen Gedanken gutheißt. Die Tatsachen, daß wir 1929 gegenüber 1913 = 100 000 Tonnen Baumwolle weniger, aber 150 Millionen Mark mehr, an Kaffee 20 000 Tonnen weniger eingeführt, aber 150 Millionen Mark mehr bezahlen mußten, beweisen, wie dringend wir Kolonien brauchen. Wir brauchen diese Lande aber auch für die Ausdehnung unserer Bevölkerung, denn entgegen anderen Ansichten ist eine Besiedelung durchaus möglich. Lord Rotherme r e hat kürzlich die Rückgabe der deutschen Kolonien aus Gründen der Klugheit und Einsicht, des Rechtes und der Wahrheit in Vorschlag gebracht. Es liegt nun an den Deutschen selbst, zusammenzustehen und den Deutschen in den Kolonien zu helfen, damit sie in ihrer Vorpostenstellung ausharren können, damit ihnen ärztliche Fürsorge, ihren Kindern er« .zieherische Betreuung zuteil wird, damit sie unb ihre Kinder Gelegenheit bekommen, einmal im Mutterland neue Kraft zu schöpfen. Es ist unbedingt erforderlich, daß wir uns mit dem kolonialen Gedanken vertraut machen und den Willen erfüllen, der, im geeigneten Augenblick vom richtigen Mann erfaßt, dazu führen wird und muß, daß wir unsere Kolonien wie derbe- kommen. Der Vortragende schloß seine fesselnden Ausführungen mit dem Hinweis auf die Forderung des Vaterlandes an jeden Einzelnen zur Mitarbeit im Sinne des Führers. Sein Sieg-Heil auf ben Führer fand freudige Bejahung. Der erste Vers des Deutschland- und bes Horst-Wessel-Liedes beschlossen den ersten Teil des Abends. Frl. Maja von Rabenau führte dann mit einigen ihrer Schülerinnen vier Tänze auf. Eine Verlosung überraschte mit schonen und praktischen Geschenken. Der Abend hinterließ einen starken Eindruck. Oberheffen. Schwere Bluttat bei Butzbach. * Butzbach, 9. Juli. (Eigene Meldung des Gießener Anzeigers.) Gestern abend ereignete sich zwischen dem Forsthaus bei ßämmersborf und dem Dorfe Espa ein tragischer Vorfall, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Drei junge Leute aus Espa, die vorher den Abend in dem Forsthaus beim Glase Mer verbracht hatten, machten sich gemeinschaftlich auf ben Heimweg. Dabei kam es, anscheinenb infolge von Hänseleien, zwischen zwei jungen Leuten zu einem Wortwechsel, in besten Verlauf ber eine junge Mann seinen Gefährten, ben etwa 21 Jahre alten Arbeiter unb Kleinlandwirt Karl Schäfer aus Espa erstach. Der Täter wurde noch in ber Nacht verhaftet unb hierher in Gewahrsam gebracht, während die Leiche bes Erstochenen bem Friedhof in Butzbach zugeführt wurde. Landkreis Gietzen. ♦ Lollar, 7. Juli. Der 22 Jahre alte Schlosser Heinrich Schmidt von hier zog sich heute eine schwere Verletzung bes rechten Fußes zu, bie seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik zu Gießen notwendig machte. * Beuern, 7.Juli. Bei der Arbeit verunglückte der 47 Jahre alte Maurer Philipp Kumpf von hier. Der Mann erlitt einen Bruch der linken Hand unb mußte sich in bie Chirurgische Klinik zu Gießen in Behandlung begeben. ♦ Bellersheim, 9. Juli. Am Samstag würbe ein E i n b r u ch in der hiesigen P o st h i l f s ft e 11 e verübt. Dem Täter, bem bie Genbarmerie bereits auf ber Spur ist, finb babei etwa 32 Mark Bargelb in die Hänbe gefallen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 9.Juli. Um 10 Uhr mar folgende Marktlage: Doraustrieb: 1335 Rinder (450 Ochsen, 124 Bullen, 396 Kühe, 365 Färsen), 633 Käl- ber, 65 Schafe, 3439 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 24 bis 35 Mark, Bullen 21 bis 30, Kühe 12 bis 30, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 35, Kälber 24 bis 35, Hämmel 30 bis 35, Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 50, a2) Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 45, sonstige 35 bis 47 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine lebhaft/ „Hände hoch!" sagten die Gendarmen. Mit einem wilden Satz überrannte er den einen, wollte fliehen — da peitschte es kurz hinter ihm auf. Er warf die Arme in die Luft und fiel schwer aufs Gesicht. Die Kugel hatte ihn gut getroffen. ♦ Wochen waren vergangen. (Ebele, von Sofia unb einer Schwester treu gepflegt, war körperlich roieber gefunbet. Sieber seelisch war sie nicht bie, bie sie gewesen. Es war, als schliefe ihr Geist, als wäre er burch bie Schrecken, benen er ausgesetzt gewesen, in eine tiefe Apathie verfallen. (Ebele erkannte bie Menschen nicht, die um sie waren; sie erkannte sogar Malte nicht. Alle ihre Sinne schienen betäubt. Sie ging umher, geführt von der Krankenschwester. Sie nahm willig die Nahrung, die man ihr reichte — aber sie sprach kein Wort und sah nur immer mit angstvoll grübelnden Augen vor sich hin. So oft auch Malte in feiner Verzweiflung versuchte, sie aus diesem lethargischen Zustand durch liebevolle Worte herauszureißen — es gelang ihm nicht. (Ebele sah ihn wie verwunbert an, unb roieber kam bies angstvoll Grübelnbe in ihre Augen. Auf Sofias Wunsch war ein berühmter Professor ber Nervenheilkunbe aus Wien herübergekommen, um bie Kranke zu untersuchen. „Es gibt zwei Möglichkeiten", sagte er hinterher zu Malte unb Sofia, „bie eine ist die einer Verletzung des Gehirns, und sie würde eine sehr ungünstige Prognose ergeben —, die andere Möglichkeit, von der ich noch hoffen möchte, daß sie die richtige Diagnose ist, wäre die: die Seele der Kranken hat die letzten furchtbaren Erinnerungen von sich abgedrängt, um nicht immer an das Schreckliche erinnert zu werden, das hinter ihr liegt. Um dies zu können, hat die Seele der Kranken über eine Art Vergeßlichkeit auch für die Menschen miterzeugt, die in der letzten Zeit mit der Kranken zusammengekommen sind. Ich möchte das alles als eine Art Schutzwehr der Seele bezeichnen. Aber diese Schutzwehr muß einmal durchbrochen werden. Die Kranke muß sich einmal mit den Ereignissen innerlich auseinandersetzen, um mit ihnen fertig zu werden. Oft erzielt man ein Wiedererwachen des Bewußtseins, wenn man an eine weit zurückliegende (Erinnerung, an eine tiefgreifende Kindheitserinnerung anknüpft. Wenn Ihnen da etwas einfiele", wandte sich der berühmte Arzt an Malte. „Das wäre ein Versuch, der mir noch aussichtsreich erscheinen würde." Da hatte Maltes Gesicht sich plötzlich erhellt. „Vielleicht gibt es einen Weg, Herr Professor!" Malte war nach dem Gespräch mit dem berühmten Arzt für ein paar Tage verreist, ohne daß (Ebele seine Abwesenheit mit Bewußtsein ausgenommen hätte. Zwischen Furcht unb Hoffnung wartete Sofia auf seine Wieberkehr. Sie hatte (Ebele von Herzen lieogewonnen, unb sie hoffte innig, baß ihre schlafende Seele wieder erwachen würde. Denn sie wußte von Lou de Lormes Opfertod unb bem (Enbe Siemens. Unb sie hatte ehrliche Tränen um biefe unglückliche Frau gemeint. Es mar ein strahlenber Sommermorgen. Ebele ruhte auf ber Loggia. Ihre Hänbe lagen untätig, schmal unb blaß im Schoß. Sie sah mit grübelnden Augen vor sich hin. Neben ihr saß Sofia und blickte unruhig auf die Tür. Jetzt öffnete sich diese Tür leise. Schwester Gerttuds Gesicht erschien — unb neben ihr Maltes Kopf. Ebele hatte nichts gesehen noch gehört. Da tönte es leise unb silbern, rnie mit einer fernen Geisterstimme, aus bem Nebenraum. Durch Ebeles Körper ging ein heftiger Ruck. Sie richtete sich auf, meit offen blickten bie Augen. Die Hänbe hielt sie in höchster (Erregung an bie Schläfen gepreßt. Sie erhob sich, roie von einer unsichtbaren Hanb geführt: „Das Lieb, bas Lieb!" stammelte sie. „Meine Spieluhr! Meine Kinbheit!" Wie von den sanften Tönen gezogen, schritt sie roeiter. „Aus ber Jugenbzeit, aus ber Jugenbzeit, klingt ein Lieb mir immerbar...", fang es silbern unb zart — mit meit geöffneten Armen schritt (Ebele vormärts — burch die Tür. „Malte!" schrie sie auf und fiel kraftlos in feine Arme, die sich ihr in unendlicher Liebe und unendlichem Glück entgegenstreckten. „O mie liegt someit, o roie liegt so weit!" fang es zart mit holder Geisterstimme, fang es zwei Liebenden, die sich in den Armen hielten, um sich nie wieder zu trennen. Das kleine Spielwerk tönte weiter. Der Mond ging am Himmel auf, das Schiffchen schwankte über die Welle, die kleine Dame breitete sehnsüchtig die Arme aus... Nun war Stille. Aber die beiden Liebenden hörten nichts mehr — Zeit und Raum waren für sie vergessen. Es war ein heller, lichter Sommertag, an dem (Ebele und Malte als Jungvermählte auf Swanebloe ankamen. Der alte Kersten öffnete ihnen als erster die Tür. „Möge Gottes Segen aus ben jungen Herrschaften ruhen!" sagte er feierlich, unb geleitete sie in bas Wohnzimmer, das, von Blumenduft durchzogen, in der warmen Abendsonne lag. Sonne glänzte auf den alten Möbeln, den alten Bildern. Sonne lag auf der kleinen Spieluhr, die mitten auf dem Kaminsims stand. „Soll ich sie anstellen, Edele?" fragte Malte lächelnd. „Ja!" flüsterte Edele, unb ein feuchter Schimmer kam in ihre Augen. „Immer, wenn ich sie höre, will ich banken dafür, wie glücklich ich wurde, unb an bie denken, die mein Glück mit ihrem Tode bezahlte." Leise legte Malte Ebeles Kopf an seine Brust, rührte mit ber Hanb an bas Spielwerk ber kleinen Spieluhr: „Aus ber Jugendzeit", fang die kleine Spieluhr ihr träumerisches Lied von Glück und Vergehen. Aber für die beiden Menschen hier, die sich ge« fanden, war das Glück Gegenwart, blühende, leuchtende Gegenwart. Ende! — Oie 29.Gießener Ruderregatta. Die von der Gießener Rudergesellschaft von 1877 auch in diesem Jahre wieder ausgerichtete 29. Ruder-Regatta auf der Lahn stand im Zeichen des etwas warmen, aber prächtigen Sommerwetters und brachte recht guten Sport. Die zahlreichen Meldungen wurden fast alle erfüllt, zu bedauern war nur, daß der hauptsächlichste Gegner des Verbandsachters der GRG. die Renngemeinschaft Leipzig (RG. Wiking und RV. Sturmvogel) nicht am Start erscheinen konnte. Dadurch mußte das Rennen um den Ersten Achter am Samstag ausfallen. Der Sieg wurde der GRG. zugesprochen. Der Große Achter wurde in seiner Bedeutung dadurch herabgemindert, daß die Mannschaft des Ruderklubs Limburg 1907 nicht als gleichwertiger Gegner angesehen werden konnte. Die Anzahl der Siege verteilte sich auf die favorisierten Vereine recht gleichmäßig. Sehr gut gefielen die Mannschaften von der Saar und die Fechenheimer, auch Hellas Offenbach ruderte lehr gut. Wenig glücklich gestalteten sich die Starts Münch und H. Hochstätter vor dem Offenbacher Ruder- und Schwimm-Verein durch das Ziel. Die Siegermannschaft ruderte einen tadellosen Stil. 1. Renngemeinschaft Gießen 6:00,8; 2. Offenbacher Ruder- und Schwimmoerein 6:06,2; 3. Wetzlarer RE. 6:25 Minuten. Erster Doppelzweier: Der Sieg fiel an die Bamberger Bayerwaltes und Schmitt (6:39,8), da Timpe und Georgi (GRG.) bei etwa 1000 Meter aufgaben. Vierer: (4. Senior-Vierer): Hellas Offenbach errang einen erwarteten Sieg. Limburger RCl. 1907 lag zwei Längen zurück. Wassersportverein Beuel, im Vorrennen sehr gut, endete im geschlagenen Feld. 1. „Hellas" Offenbach 7:12,7; 2. Limburger RCl. 1907 7:17,4; 3. Wassersportverein Beuel 7:25,6 Min. ZweiterJungmann-Vierer: Der GRG. war in diesem Rennen kein Sieg beschieden. Die Mannschaft endete sogar nur auf dem dritten Platz. Rüsselsheim siegte überlegen gegen den Offenbacher Ruder- und Schwimmverein 3:50,1 Min.; 3. Kölner RCl. von 1931 3:53 Min. Die Zeit wurde, da zweimal gestartet werden mußte, nur für die 1000- Meter-Strecke gestoppt. Rennen für Damen: Die Damen der GRG. konnten sich gegen den Vierer des Frauen- Rudervereins „Freiweg" Frankfurt nicht behaupten. Die Strecke führte über 800 Meter. 1. Frauen- Ruderverein „Freiweg" Frankfurt 2:82 Min.; 2. GRG. 3:08 Min. Leichtgewichts-Vierer: Die Gießener „Haffia" konnte sich leider auch hier nicht durchsetzen. Sie fuhren das Rennen aber in tadellosem Stil aus. 1. RCl. „Germania" Köln 7:00,4 Min.; 2. Gießener RCl. „Hassia" 7:19,2 Min. Zweiter Junior-Vierer: Die Renngemeinschaft Gießen mußte in einem scharfen Rennen den Sieg der Mannschaft von Wiesbaden- Biebrich überlassen. 1. RG. Wiesbaden-Biebrich Der Achter der Renngemeinschaft Gießen (GRG. und Verein Rudersport) das erste Mal siegreich. i ' ..... Das letzte Rennen der Regatta: Der GRG.-Verbandsachter siegt überlegen gegen den Limburger RC. 1907. r Die Mannschaft der Renngemeinschaft Gießen. Friedel I ö d t erringt im Einer endgültig den Lahnpokal. des Gießener Ruderklubs „Hassia". Die Mannschaften waren von Pech geradezu verfolgt. Die Renngemeinschaft Gießen (GRG. und Verein Rudersport 1913) errangen einen sehr schön erkämpften Sieg im Trostachter. Friedel I ö d t sicherte sich im Ersten Einer endgültig den Lahnpokal im Kampf gegen den Bamberger Bayerwaltes. Der erste Vierer ging erstmalig an den Limburger RKl. 1907. Im Großen Achter siegte, wie es nicht anders zu erwarten war, der Verbandsachter der GRG. Die Organisation der Regatta war vorzüglich. Am Samstag gab es nur geringfügige Verspätungen. Am Sonntag wurden die Rennen fast sämtlich auf die Minute pünktlich gestartet. Am Start und am Ziel, wie in der Regattaleitung waren wiederum die seit langen Jahren bewährten Kräfte am Werk. Ein Begrüßungsabend am Samstag, der insbesondere den Gästen von der Saar galt, nahm einen sehr eindrucksvollen Verlauf. Die Preisverteilung und Siegerehrung beschlossen die Regatta. Oer Verlauf der kennen — die Ergebnisse. Die Rennen des Samstags. ZweiterEiner: Das Rennen mußte zweimal gestartet werden. Die Entscheidung fiel zwischen Schmitt (Bamberg) und Glier (Wetzlar). Schmitt erwies sich als der etwas bessere und ließ Glier im Ziel mit l1/2 Längen hinter sich. 1. C. Schmitt, RCl. Bamberg, 7:13 Min.; 2. Glier, Wetzlarer RCl. 1880, 7:16,4 Minuten. Lahn-Achter: Der Mannschaft der GRG. (Derbandsachter) war das Rennen nicht zu nehmen. Sie führten fast auf der ganzen Strecke und lagen im Ziel eine gute Länge vor. 1. GRG. 5:43 Min.; 2. Limburger RCl. 5:49,8 Minuten. Den Ersten Vierer „ohne" machten die Saarbrückener unter sich aus. Beide Mannschaften steuerten nicht gerade glücklich; „Undine" lag insbesondere zum Schluß im Schmeißwasser der „Saar" und verlor viel Terrain. „Saar" siegte mit drei Längen Vorsprung. 1. „Saar" Saarbrücken 6:21,8 Min..' 2. „Undine" Saarbrücken 6:27 Min. Erster Jungmann-Vierer: Das Rennen gewann die Saarbrückener „Undine" mit einem klaren Vorsprung von drei Längen vor dem Kölner RCl. von 1931. 1. Saarbrückener RG. „Undine" 6:41,4 Minuten; 2. Kölner RCl. 1931 6:49 Minuten. Erster Jungmann-Einer: Bartsch von „Undine" Saarbrücken siegte mit drei Längen Vorsprung. Piro (Cochem) und Olbermann (Wiesbaden- Biebrich) lieferten sich einen harten Kampf um den zweiten Platz. 1. Bartsch „Undine" Saarbrücken, 7:14,4 Min.; 2. Piro, Cochemer RG., 7:21 Min.; 3. Olbermann, RG. Wiesbaden - Biebrich, 7:28,8 Minuten. Trost-Achter: Dieses Rennen brachte der Gießener Renngemeinschaft ihren ersten, vielbejubelten und prächtig errungenen Sieg. Mit V/2 Längen Vorsprung ging die Mannschaft E. Meister, Becker, Rübsamen, Seipp, Schmidt, Fr. Meister, Justin, Vierer. 1. „Undine" Rüsselsheim 6:46,8; 2. Offenbacher RuSchw.-V. 6:54,8; 3. GRG. 6:37,2 Min. Erster Junior-Achter: Die Fechenheimer siegten überlegen in glänzendem Stil. 1. Fechenheimer RG. 1910 5:44,8 Min.; 2. Kölner RCl. von 1931, 6:15,8 Minuten. Der Erste Achter fiel der GRG. kamplos als Sieg zu, da der Gegner, Renngemeinschaft Leipzig, nicht erschienen war. Die Nennen des Sonntags. Er st er Junior-Einer: Schmitt-Bamberg gab im Vorrennen auf, Piro-Cochem schied aus; im Hauptrennen mußte Glier-Wetzlar vom Schiedsrichter wegen Behinderung ausgeschlossen werden, so daß die Entscheidung zwischen Hoffmann-Mainz und Bartsch, „Undine" Saarbrücken, lag. Der Mainzer siegte in der Zeit von 7:01,0 Minuten. Erster Junior-Vierer: Wiesbaden-Biebrich und die beiden Kölner Vereine bestritten das Rennen, das die Wiesbadener in schönem Stil knapp vor Kölner RCl. „Germania" für sich entschieden. 1. RC. Wiesbaden-Biebrich 6:32,0 Min.; 2. RCl. „Germania" Köln 6:33,0 Min.; 3. Kölner RCl. 1931 6:47,4 Min. Adolf - Fischer - Gedächtnisrennen: Hier gab es einen interessanten Lokalkampf zwischen den Mannschaften der GRG., des Gießener Ruderclubs „Hassia" und des Wetzlarer RCl. 1880. GRG. übernahm vom Start an leicht die Führung, „Hassia" gab aber bei 1000 Meter auf. Die GRG. führte bei dieser Markierung mit etwa einem halben Meter Länge. Wetzlar holte dann auf, und es entspann sich ein harter Bord-an-Bord-Kampf. Wetzlar übernahm dann bis etwa 400 Meter vor dem Ziel die Führung, mußte aber in der Folge der Mannschaft der GRG. mit 3/< Längen im Ziel den Sieg überlassen. Wetzlar unterlag sehr ehrenvoll. 1. GRG. 6:39,6 Min.; 2. Wetzlarer RCl. 1880 6:41,2 Min. Erster Vierer: Den Sieg errang der Limburger RCl. 1907 gegen „Germania" Frankfurt, da „Saar^ Saarbrücken bei 1000 Meter aufgegeben hatte. 1. Limburger RCl. 1907 6:21,4 Min.; 2. „Germania" Frankfurt 6:22,3 Min. (Luftkastenlänge zurück). Er st er Einer um den Lahnpokal: Jödt, der nur wenig trainieren konnte, errang gegen den Bamberger Bayerwaltes mit 2V2 Längen einen sicheren und überlegenen Sieg. Der Lahnpokal ist damit endgültig in seinen Besitz übergegangen. Der Bamberger versteuerte sich viel und geriet dadurch sehr in das Hintertreffen. 1. Friedel Jödt (GRG.) 7:06,0 Min.; 2. Bayerwaltes, RCl. Bamberg, 7:10,4 Min. Dritter Vierer: Die Offenbacher entschieden das Rennen völlig klar für sich. 1. „Hellas" Offenbach (ohne Zeit), 2. Kölner RCl. „Germania" plus 4,2 Sek.; 3. Marburger RV. plus 19,4 Sek. Erster Jungmann-Achter: „Undine" Saarbrücken entschied das Rennen nach einem rassigen Kampf gegen Offenbacher R. u. Schw. V. mit nur einem halben Meter Vorsprung für sich. 1. Saarbrücker „Undine" 3:50 Min.; 2. Offenbacher 6:35,1 Min.; 2. Renngemeinschaft Gießen 6:36,3 Min. Akademischer Vierer: 1. Universität Frankfurt; 2. Weilburger RV. Tro st-Vierer: Ein sicherer Sieg der Offenbacher! 1. „Hellas" Offenbach 6:48 Min.; 2. Wetzlarer RCl. 1880 6:56,4 Min.; 3. Limburger RG. 1920 7:17,2 Min. Dritter Achter: Im Ziel gab es einen außerordentlich harten Kampf zwischen dem ersten und dem zweiten Boot. 1. Fechenheimer RG. 1910 5:51,7 Min.; 2. Frankfurter „Germania" 5:53,4 Min.; 3. „Hellas" Offenbach 6:00,0 Min. Ermunterungs-Vierer: „Hassia" Gießen und „Undine" Rüsselsheim bestritten das Rennen. Bei 800 Meter lagen die Hiesigen etwa eine halbe Länge in Front, sie standen aber nicht die ganze Strecke durch und muten sich im Ziel mit einer Länge geschlagen bekennen. 1. RG. „Undine" Rüsselsheim 6:47,0 Min.; 2. Gießener RCl. „Hassia" 6:50 Min. Großer Achter: Der letzte Wettbewerb des Tages brachte den erwarteten Sieg des Gießener Verbandsachters. Der Sieg stand nie in Frage. Drei Längen vor den Limburgern passierten die Gießener in vorzüglichem Stil und noch in bester Verfaffung das Zielband. 1. GRG. 5:47 Min.; 2. Limburger RCl. 1907. Deutsche Rudersiege in Henley. Am Schlußtage der klassischen Henley-Regatta wurden vor Tausenden von Zuschauern die Entscheidungen im Zweier ohne Steuermann um die Silver-^oblets und im Einer um die Diamond- Sculls ausgetragen. Im Zweier 0. St. triumphierten die Berliner Braun-Möller (Wiking) im Endlauf über die englischen Brüder Bigland (Royal Chester-Klub) mit IV4 Längen in 8:09, während die Diamond-Sculls wie schon 1932, eine Beute des Berliners Dr. Herbert B u h tz in 8:10 wurden. Mit dieser Zeit, die den bestehenden Rekord erreichte, wurde der Amerikaner Rutherford sicher geschlagen. Fußball im Reich. Zwischenrunde um den Kampfspiel-Pokal: Frankfurt: Gau Südwest — Gau Sachsen 2:1 (1:1) Augsburg: Gau Bayern — Gau Nord- Hessen 5:1 (3:1) Elberfeld: Gau Niederrhein — Gau Baden 1:0 (0:0) n. V. Hamburg: Gau Nordmark — Gau Mittelrhein 5:2 (0:1). Deutsche Hochschul-Meislerschaft: Endspiel in Berlin: Universität Berlin — Universität Münster 3:4 (2:2) n. V. Faustball im Gau XII der DT. Am Sonntagoormittag fanden hier die Gruppen- Vorspiele zur Kreismeisterschaft in der A= und B= Klasse im Faustball statt. Bei herrlichem Sommerwetter hatten sich alle Mannschaften eingefunden. Auf vier Spielplätzen konnten die spannenden Spiele vor zahlreichen Zuschauern stattfinden. Jede Mannschaft hatte drei Spiele auszutragen. Die Tabellen zeigen folgendes Ergebnis: A-Klafse. Handball. Gew. Ünentsch. Verl. Punkte Holzheim I 3 0 0 6:0 Hausen 2 0 1 4:2 Garbenteich 1 0 2 2:4 Grüningen 0 0 3 0:6 B-Klasse. Gew. Ünentsch. Verl. Punkte Holzheim II 2 1 0 5:1 Lang-Göns 2 0 1 4:2 Lich 1 1 1 3:3 Grüningen II 0 0 3 0:6 „Wingolf" Gießen —VfB. Reichsbahn Gießen 18:6 Das erste Handballspiel einer Korporationsmannschaft gegen einen Stadtverein nach dem Bündnis NSBO. und Studentenschaft fand am Samstag abend auf dem Waldsportplatz statt. Nur wenige Zuschauer hatten sich eingefunden, als kurz nach 18 Uhr der Schiedsrichter B i r k e n st 0 ck (1900) den Ball frei gab. Schnell hasten sich die Studenten gefunden und waren in schönem Kombinationsspiel gleich von Beginn an dauernd vor dem Tor der Reichsbahnmannschaft. Die Erfolge blieben nicht aus. Zehn Minuten vor Halbzeit kamen, als es schon 6:0 für Wingolf stand, die Reichsbahnleute erst zu ihrem ersten Treffer; Torchancen hatten sie vorher schon zu verzeichnen, diese blieben aber zumeist ungenützt oder wurden von Zeiß (Wingolf) gehalten. Nach dem ersten Tor der kombinierten Reichsbahnmannschaft, fanden sich diese besser zusammen und konnten bis zur Halbzeit noch zweimal einsenden. Mit 7:3 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause spielte VfB.-Reichsbahn mit der Sonne und konnte gleich auf 7:4 erhöhen. Doch bald hatten sich die Wingolfer an das Gegenlicht gewöhnt und waren wieder vor dem Tor der Gegner. Zwei gut kombinierte Durchbrüche, zwei Fernwürfe und ein Eckball erhöhten nach kurzer Zeit ben Sieg der Studenten auf 12:4. Nun spielten die beiden Mannschaften in gleicher Form. Nur hatten die Wingolfer den Vorteil, daß sie einen wurfsicheren Mittelstürmer hatten, der zusammen mit dem Halbrechten noch manches unhaltbare Tor warf, während die Stadtmannschaft, selbst nach Tormannwechsel und Umstellung nur noch zweimal zu Treffern kam. Mancher Ball ging hart an der Latte der Wingolfer vorbei. Nach dem sehr fairen, von echtem Sportgeist getragenem Spiel pfiff der Unparteiische das Spiel ab mit einem Resultat 18:6 für Wingolf. Die Mannschaft Wingolf war angetreten mit: Zeiß; Schäddel, Henning; Bruckmann, Reitz, Goethe; Guttadin, Göllner, Stein, Straub, Don- dorf; und DfB.-Reichsbahn mit: Goldschmidt; Krausch, Bischoff; Becker, Knetsch, Möll; Matewski, Gries, Herbert, Jakob, Rinn. Abschluß in Wimbledon. Die All-England-Tennismeisterschaften wurden am Samstag im Beisein des Königspaares in Wimbledon abgeschlossen. Auch im Dameneinzel fiel der Titel nach England. Der Engländerin Dorothy R 0 u n d gelang es die Favoritin Helen Jacobs (Amerika) in drei Sätzen mit 6:2, 5:7, 6:3 zu schlagen. Einen weiteren Erfolg feierte Frl. Round im Gemischten Doppel. Mit ihrem englischen Partner Austin konnte sie die ebenfalls rein englische Kombination Sheperd->Barron-Austin 3:6, 6:4, 6:0 besiegen. Im Damendoppel triumphierten die Titelverteidiger Mathieu-Ryan (Frankreich-USA.) über das gleichfalls französisch-amerikanische Paar An- drus-Henrotin mit 6:3, 6:3. Frl. Ryan errang damit ihren 19. Wimbledon-Titel. Einen amerika- schen Sieg gab es im Herrendoppel, wo es den jungen Lott-Stoefen gelang, die Franzosen Boro- tra-Brugnon glatt mit 6:2, 6:3, 6:4 zu schlagen. Kurze Sportnotizen. Die V. Etappe der Tour de France führte am Samstag von Belfort über 293 Kilometer nach Evian. Es gab wieder eine Massenankunft von 22 Fahrern, von denen der Franzose Le Greves in 9:47,16 St. vor seinem Landsmann Speicher, dem Italiener Cazzulani, dem Franzosen A Magne und dem italienischen Einzelfahrer Morelli als Erster das Ziel erreichte. Der Schweinfurter Geyer wurde gemeinsam mit weiteren 16 Fahrern auf den 6. Platz gesetzt. Der Welt bester Leichtathlet ist der Hamburger Hans-Heinrich Sievert, der im Rahmen der Leichtathletikmeisterschaften des Gaues Nordmark einen neuen Weltrekord im Zehnkampf, der Krone der leichtathletischen Hebungen, aufstellte. Der Hamburger erreichte 8790,46 Punkte und Übertraf damit den bei den Olympischen Spielen in Los Angeles von dem Amerikaner Bausch aufgestellte« Rekord von 8462,230 Punkten um rund 328 Punkts W |- r ) ' Fred Perry, England (rechts), und Jack Craw- fort), Australien, nach ihrem Endspiel um die Meisterschaft im Herren-Einzel, in dem Perry den Titelverteidiger in drei Sätzen glatt schlug und damit zum erstenmal seit 25 Jahren den stolzen Titel eines Wimbledon-Meisters wieder für England eroberte. jr.M Ba'tsü W t über d Au Gemei minist Nr. St [r;. Sti Die 6 giii der 61 Tigent! Stadt 1 frtr.: Der § liüiber 1! ßchenzr Aus d Gieße' In d hem Am I fc;0110) l M- H.! &’e" rid ,Mei einige Wntl< fciien E'rufte! b' k ,69f‘e sjur Einj . Emm »er Osje Wründei Laut Angebot W beutj( M beide < ein Fr mou, öQ6 W Milli Micken.' 22 lQt bei 2® Mißt Menuild Wö)Qttne Miegen auf QUe tz