Nr. 58 Erstes Blatt 184. Jahrgang Zreitag.y. Marz 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Buch- und Zteindruckerei R. 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In den Ausstellungshallen am Kaiserdamm eröffnete heute mittag Reichskanzler Adolf Hitler in Gegenwart der Reichsregierung, namhafter Vertreter der Wirtschaft und des Diplomatischen Korps die diesjährige Automobil- und Motorradaus- ftellung Berlin 1934, auf der hauptsächlich deutsche Firmen mit ihren besten Erzeugnissen Der Führer bei der Besichtigung eines interessanten Standes. Im Hintergrund die Reichsminister Goering und Dr. Göbbels. werben, um im kommenden Jahr Zehntausenden deutscher Volksgenossen Arbeit und Brot zu vermitteln. Schon die Umgebung weist auf einen großen Tag hin. Lange Autokolonnen verstopfen fast die breite Fahrbahn des Kaiserdamms. An der Königin- Elisabeth-Straße steht Kopf an Kopf Motor-SA. Spalier. Der Festraum ist über und über mit Tannengrün und Blumen geschmückt. 3m Hintergrund steht, von Blumen und Blattgrün umrahmt, die Büste des Schirmherrn der Ausstellung* des Reichspräsidenten von Hindenburg, während darüber in Ueberlebensgröße ein Augenblicksbild vom Reichskanzler auf dem Nürnberger Parteitag herabgrüßt. Ringsherum haben Hunderte von Abordnungen der Motor- SA. Berlin-Brandenburg Aufstellung genommen. Punkt 11 Uhr ertönte, von der Adolf-Hitler-Leib- standartenkapelle gespielt, der Fanfarenmarsch. Adolf Hitler erscheint in Begleitung der Reichsregierung im Ehrenraum Unter den Anwesenden bemerkte man als Vertreter des Reichspräsidenten Staatssekretär Dr. Meißner weiter waren erschienen die R e i ch s m i n l st e r Freiherr von Neurath, Schwerin von Krosigk, Schnutt, Seldte, von Eltz-Rübenach, Goring Dr Goebbels, Heß, Röhm, Vertreter der Reichswehr, den Reichs- jugendführer B a l d u r v o n S ch t r a ch , den Fuh- rer der Motor-SA. und NSKK., Kronprinz Wil- Helm in der Uniform der Motor-SA., den Reichs- führer der SS. Himmler unb der Partei, der Wirtschaft und Industrie,die Botschafter von Frankreich, England und Stalin, f wie den Gesandten von Oesterreich. Als der Kanzler erschien wurde er von den Ehrengästen nut er- h°b°n°r Hand begrüßt und vom Präsidenten des RDA. Allmers zum Platz geleitet. Oer Präsident des Keichsverbandes der Automobilindustrie Geheimrat Or. Allmers hielt die Begrüßungsrede. Eingangsi dankte ^dern Reichspräsidenten für die Uebernahme der Schirm Herrschaft. Sodann verwies er aus oen ,v unaufhaltsamen Rückgang der Abs Bekenntnis Fahren 1930 bis 1932, dem nach dem Bettnmn des Führers zum Kraftwagen tn fe Der- ^^ngE^rr^LB cm» fchLß7M^°n°7er Ä ^wifche7«der ReichDrillens Hal die p o l i t i f ch e I d e o l o g i e der feit dem Zusammenbruch sich immer mehr und mehr durchsetzenden marxistischen Ideenwelt einen leider mehr als erfolgreichen Kampf für ein m ö g l i ch st primitives Ausmaß der Bedürfnisse geführt. Da nun der Theorie der Gleichheit zu allen Zeiten die Möglichkeit fehlte, die Aermsten auf das Niveau der Millionäre emporzuheben, versuchte sie dann aber wenigstens — prinzipienfest und dogmentreu — den Lebens- standard aller einheitlich nach der Tiefe zu drücken. Ein solches Ideal der Primitivität ist aber nicht nur kulturell gesehen ei n Rückschritt, sondern auch in seiner wirtschaftlichen Auswirkung von katastrophalen Folgen für ein Volk, das wie das deutsche von Geburt aus zu höherem bestimmt und durch einen jahrtausendlangen Wirtschaftsprozeß dafür organisiert und eingerichtet ist. So war es möglich, daß in unserem Volk noch in einer Zeit der Besitz eines Kraftwagens als Luxus galt, da in Amerika auf jeden fünften Einwohner, Frauen und Kinder eingerechnet, bereits ein Automobil kam. bahn und dem Kraftverkehr. Die Schaffung reiner Autobahnen werde an die Automobilindustrie große Anforderungen stellen, deshalb hätten zwei große Fabriken Rennwagen nach neuzeitlichen Erkenntnissen gebaut, die als Vorläufer schneller Gebrauchsfahrzeuge anzusehen seien. Die ersten Versuche hätten unerhörte Höchstleistungen ergeben. Werke der Motorradindustrie seien dem Beispiel gefolgt. 3m friedlichen Wettstreit der Nationen würden sie die deutschen Farben in aller Welt zum Siege führen. Die modernen deutschen Personenwagen mit unabhängig gefederten Rädern hätten mit ihren wundervollen Fahreigenschaften in der ganzen Welt Sensation erregt. Infolge der hohen Zollmauern der meisten Länder käme jedoch diese Tatsache unserem Export leider nur bedingt zugute. Dafür seien Lizenzen nach einer Reihe von Ländern verkauft worden. Dies sei ein schwacher Trost. Die Die Autoindustrie der Motor der Wirtschastsbete-ung Lieferwagenindustrie hätte die weltumspannende Führung auf dem Gebiet des Diesel- Motors erfolgreich auf die kleinen Nutzlasten der Lieferwagen ausdehnen können. Auch in der Motorradinduftrie, die es infolge des Wettbewerbs der kleinen Wagen schwerer gehabt habe, habe sich der Absatz verbessert. Die A r b eite r z a h l in der reinen Automobilindustrie hat sich verdoppelt. Sie sei auf 64 000 gestiegen. 3edoch bleibe, um Deutschland auf dieselbe Stufe der Motorisierung wie England und Frankreich zu bringen, noch viel nachzuholen. Noch 1300 000 Stück fehlten, um auf das gleiche Verhältnis wie in England zu kommen. Bezüglich Frankreichs feien es sogar 2 Millionen Stück. Am Schluß dankte der Präsident nochmals dem Führer, der nicht nur schöne Worte gesagt, sonderen einem ernsten Programm schlagartig Taten gewaltigsten Ausmaßes habe folgen lassen. Reichskanzler Adolf Hitler führte dann folgendes aus: Männer und Frauen! 3m Auftrage des Protektors der Deutschen 3nternationalen Automobil-Ausstellung, des Herrn Reichspräsidenten, übermittele ich dessen aufrichtige herzliche Glückwünsche zum heutigen Tag. Der Herr Reichspräsident hat mit großer Freude Kenntnis genommen von der Entwicklung des deutschen Kraftfahrwesens in den hinter uns liegenden 12 Monaten. Denn: die deutsche Automobil- und Motorradindustrie hat im wesentlichen d i e Hoffnungen erfüllt, die auf sie gesetzt wurden und auf sie gesetzt werden mußten. Als ich vor einem 3ahr die Ehre hatte, die erste Automobilausstellung im neuen Reich zu eröffnen, befand sich die deutsche Wirtschaft auf einem Tiefpunkt, der das Schlimmste befürchten ließ. Die Armee der Erwerbslosen, die Not ihrer Lebenshaltung, gaben den kategorischen Befehl, unter Verzicht auf alle wirtschaftlich-theoretischen 3llusionen und Phantasien die Maßnahmen durchzuführen, die allein noch geeignet sein konnten, dieser allgemeinen Not zu steuern. Dabei ergab eine eingehende Prüfung dieser Zustände und der Möglichkeit ihrer Behebung u. a. folgende eigenartige Tatsache: Während das deutsche Volk früher in der Entwicklung des Verkehrs stets mit an der Spitze marschierte, istesinderMotorisierung des Verkehrs in einer zunächst einfach unverständlichen weife zurückgeblieben. Auf rund 125 Millionen Einwohner kommen in den Vereinigten Staaten über 24 Millionen Kraftwagen. Anter Annahme ähnlicher allgemeiner Verhältnisse würde dies f ü r Deutschland eine Zahl von mehr als 12 Millionen Wagen bedeuten. Daß diese Voraussetzungen für Deutschland nicht zutresfen, ist uns allen bekannt. Allein auch im Verhältnis zu den westlichen großen europäischen Nachbarstaaten müßte Deutschland heute einen Bestand von rund 3 Millionen Kraftwagen besitzen. Tatsächlich laufen zur Zeit in Deutschland aber nur etwas über 500 000. Verkehrsbedürfnis ist in Deutschland, in einem Land mit einer so ungeheuren Industrialisierung, mit mehr als 50 Großstädten, sicher nicht kleiner, sondern mindestens genau s o groß wie in den angeführten Staaten. Die Gründe für diese eigenartige Erscheinung sind andere: Erstens hat die deutsche Automobilindustrie durch den Krieg jede nähere Berührung für die Dauer von fast einem halben Fahrzehnt mit den gleichen Industrien der übrigen Volker verloren. Dies ist für eine Produktion sehr schädlich, die e r ft i m 21 u f b a u b e g r i f f e n , nur durch ununterbrochenes Messen mit der sie bedrohenden Konkurrenz im Fluß der Entwicklung bleibt. Zweitens hat der furchtbare allgemeine wirtschaftliche Zusammenbruch der Nachkriegszeit auch an dieser Industrie seine verheerenden Wirkungen ausgeübt. Das Auw darf nicht mehr ein Luxus fein. Zu behaupten, daß dies dem allgememen Lebensstandard, dem wirtschaftlichen oder technischen Vermögen unseres Volkes entspräche, ist unsinnig. Das' Geheimrat Dr Allmers, der Präsident des Reichsoerbandes der deutschen Automobil- Industrie, begrüßt am Eingang der Ausstellung den K a n z l e r. Diese Mentalität aber hatte um so üblere Aus» Wirkungen, als sich aus ihr heraus zwei Erschein nungen ergaben: Die deutsche Automobilindstrie war selbst angesteckt von der Auffassung desluxu - riöfen Charakters dieses neuen Verkehrsmittels und brachte dies in ihren Produktionsprogrammen konstruktiv und preismäßig mehr oder weniger unklug zum Ausdruck. Die deutschen Regierungen aber bemühten sich ihrerseits, durch Maßnahmen der Besteuerung sowohl als der behördlich geleisteten Derkehrspolitik, den marxistischen Grundsätzen jeden neuen Luxusartikel gegenüber eindringlich Geltung zu verschaffen. Diesen vereinten Bemühungen mußte es gelingen, die Ausbreitung und Entwicklung des neuen Verkehrsmittels — wenn auch langsam, so doch sicher — abzuwürgen. Und es gelang ihnen! Das Jahr 1932 bedeutete hier ohne Zweifel den Höhepunkt der Auswirkung dieser Tendenzen und damit den Tiefpunkt der deutschen Automobilwirtschaft. Wenn aber irgendwo, dann mußte gerade hier zum entschlossenen Angriff des neuen Regiments angesetzt werden. In einer Zeit, da über sechs Millionen M e n - scheu erwerbslos waren, konnte die Wirt- chaftspolitik sich nicht mit Plänen und Projekten befassen, die normal, wenn überhaupt, nur schwer durchführbar sind, in einer solchen Krise aber geradezu als verbrecherische Illusionen gelten müssen. Hier mußte alles einem einzigen Befehl gehorchen: Schafft Arbeit! Auf welchem Gebiet kann aber vernünftigerweise mehr Arbeit geschaffen werden als dort, wo man am rückständigsten ist? Man prüfe und ermesse doch einmal die Bedeutung eines Bestands von 2,5 bis 3 Millionen Kraftwagen in Deutschland für unsere gesamte Volkswirtschaft. Abgesehen von der enormen direkten Arbeitsbelebung durch den Bau von jährlich 200 000 bis 300 000 Kraftwagen würden auch die indirekten Folgen ganz außerordentliche fein. Ein wirksamer Expo r t z. B. wird überhaupt nur dann möglich, wenn es uns gelingt, durch die höhe des garantierten deutschen Vinnenab- sahes Fabrikationszisfern zu erreichen, die unseren großen Werken die Möglichkeit geben, in der Preisgestaltung konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt aufzulreten. Denn die Frage des Exports deutscher Kraftwagen ist für uns in erster Linie nicht ein Problem des technischen Könnens oder der Gediegenheit unserer Arbeit, hier werden wir von niemand in der Welt geschlagen! Es ist aber klar, daß die enormen Produktionsziffern ausländischer Automobilfabriken eine andere Preisbildung ermöglichen als dies bei unseren so bescheidenen Serien der Fall sein kann. Man bedenke weiter die ungeheure Befruchtung der zahlreichen Nebenindustrien durch eine solche Entwicklung Angefangen von der Zubehörindustrie bis zum Bauhandwerk, das die neuen Garagen her- stellt, nimmt fast lückenlos b i e ganze Wirtschaft irgendwie an dieser Entwicklung einen nützlichen Anteil. Es kann gar keinen Zweifel geben, daß in dieser Industrie heute eine ungeheure Möglichkeit für die Ueberroinbung ber Arbeitslosigkeit unb bamit ber Not für viele, viele Hundert- taufenbe von beutschen Menschen liegt. Quelle der Freude und des Glücks. Allein nicht nur aus dieser rein wirtschaftlichen Erwägung will der nationalsozialistische Staat die Motorisierung unseres Verkehrs mit allen Mitteln fördern. Solange das Automobil nur ein Verkehrsmittel besonders begüterter Kreise bleibt, wird es schwer sein, ihm seinen früher nun einmal angehängten flaffenbetonenben und damit leider aber auch klassenspaltenden Charakter zu nehmen. Es ist aber ein bitteres Gefühl, von vornherein Millionen braver, fleißiger und tüchtiger Mitmenschen von der Benutzung eines Verkehrsinstrumentes ausgeschlossen zu wissen, das gerade für diese in ihren sonstigen Lebensmöglichkeiten beschränkteren Schichten nicht nur nützlich sein könnte, sondern ihnen vor allem auch an Sonn- und Feiertagen zur Quelle eines uns bekannten freudigen Glückes würde. Es ist daher der Wille der nationalsozialisti- schen Staatsführung, durch die Förderung des Automobilwefens nicht nur die Wirtschaft anzukurbeln und hunderttausenden von Menschen Arbeit und Brot zu geben, sondern damit auch immer größeren Massen unseres Volkes die Gelegenheit zu bieten, dieses modernste Verkehrsmittel zu erwerben. Wenn die Regierung ihrerseits aber alles tut und tun wird, um diese Entwicklung zu fördern, dann zweifelt sie nicht daran, daß auch die deutsche Wirtschaft ihre Pflicht erfüllt und die ernstesten Anstrengungen macht zur Erreichung dieses Zieles. Die Regierung wird das im vergangenen Jahr verkündete Programm beharrlich und konsequent weiterführen. Sie wird dem gesamten Kraft- fahrwesen den großen Impuls geben, der nötig ist, um die allgemeinen Vorurteile einerseits und die Trägheit andererseits zu überwinden. Sie wird versuchen, die direkte und indirekte A b - aabenentlaftung des Kraftwagenbesitzers weiter fortzuführen. Das Reich wird neben dem AusbaudesgewaltigenAutobahn- straßennetzes nunmehr auch der Verbesserung der bisherigen Hauptstraßen entschlossen sein praktisches Interesse zuwenden. Die Reichsregierung wird der Entwicklung des Automobilsports die höchste irgendwie mög* liche Förderung angedeihen lassen. Sie wird vor allem weiterfahren, dieses neueste Verkehrsmittel in eine enge Zweckverbindung zu bringen mit der bisherigen großen Verkehrsinstitution, der Reichsbahn. Das Problem der nationalen Sicherung und Herstellung des Brennstoffes wird gelost! Nach dem Volksempfänger auch das Volksauto. Venn wir wirklich die Kraftwagenbesiher in Deutschland in die Millionenzaht steigern wollen, dann kann dies nur gelingen, wenn w i r seinen Preis anpafsen dem finanziellen Leiftungsniveau der hierfür in Frage kommenden Millionenmasse der Käufer. Venn die deutsche Regierung wünscht, daß das deutsche Volk lebendigen Anteil am Kraftwagen nimmt, dann muß aber die Wirtschaft für das deutsche Volk auch den geeigneten Kraftwagen schaffen und bauen. Vor wenigen Monaten erst ist es der deutschen Industrie gelungen, durch die Fabrikation eines neuen Volksempfängers eine enorme Anzahl von Radioapparaten auf den Markt zu bringen und abzusehen. Ich möchte es nun als die bedeutendste Aufgabe für die deutsche Kraftwagenindustrie hinstellen, immer mehr den Wagen zu konstruieren, der ihr zwangsläufig eine Millionenschicht neuer Käufer erschließt. Denn nur, wenn es uns gelingt, die breiteste Masse für dieses neue Verkehrsmittel zu erobern, wird nicht nur der volkswirtschaftliche, auch der soziale Ruhen ein unbestreitbarer sein. Was die deutsche Industrie in den hinter uns Liegenden Jahren geleistet hat, ist bewunderungswürdig. Es gibt heute kein Land der Welt mit mehr Fortschritt in der Konstruktion neuer Automobile als Deutschland. Dom Kleinwagen bis zum modernsten Rennwagen, vom Lastwagen mit Dieselantrieb bis zum Motorrad sehen wir überall neue Wege einscylagen und wahrhaft ingenieuse Gedanken sich verwirklichen. Es ist bemerkenswert, daß diese Automobilschau nicht planmäßig vorbereitet wurde, sondern daß sie nur eine Stichprobe darstellt der Produktion unserer Industrie. Indem ich das deutsche Volk einlade, diese Stichprobe zu besichtigen und zu überprüfen, bin ich überzeugt, daß es in freudigem Stolz anerkennen wird, was seine Ingenieure, seine Kaufleute und seine Arbeiter wieder einmal geschaffen haben. Neue Arbeit für Millionen Volksgenossen. Ich möchte aber diese Stunde auch nicht vorübergehen lassen, ohne erneut die Aufmerksamkeit eines jeden Deutschen hinzulenken auf die große Millionenzahl derer, die auch heute noch nicht durch eigene Arbeit das tägliche Brot gefunden haben. Es ist die Pflicht eines jeden Deutschen, sich mit diesen Volksgenossen solidarisch zu erklären und durch fein eigenes handeln und Verhalten mitzuhelfen, neuen Arbeitern unseres Volks der Stirn und der Faust Betätigung und damit die Existenzmög- l i ch k e i t zu geben. Am 17. März jährt sich zum 100. Mal der Tag, da derKonstrukteur des ersten Autorno- b i l s das Licht der Welt erblickte. Neben Benz dürfen wir in Daimler nicht nur den Erfinder des ersten Automobilmotors sehen, sondern auch den Begründerder er st en und damit ältesten A u t o m o b i l fa b r i k der Welt. Welch eine gigantische Entwicklung seit jenem 16. September 1883, da zum ersten Mal ein Automobilmotor in der Welt unter Patentschutz genommen wurde, und heute? Wer kann daran zweifeln, daß es uns gelingen wird, diese wunderbare Entwicklung zum Nutzen unseres ganzen deutschen Volks weiter fortzuführen? Aber darüber hinaus sehen wir in diesem neuen Verkehrsmittel ein Element menschlicher Zusammenarbeit, das weit über die Grenzen eines einzelnen Volkes hinausreicht, die Völker verbindet. In einer Zeit, da wir alle keinen sehnlicheren Wunsch besitzen, als in friedlicher Arbeit gemeinsam mit den anderen Rationen die Wunden der letzten Jahrzehnte zu heilen, sind wir glücklich, dec ganzen Welt eine sichtbare Aufklärung zu geben über das Wesen der Probleme, die uns heute beschäftigen, und einen Beweis über die Fähigkeit, mit der wir sie meistern. So erkläre ich denn mit stolzer Freude die Internationale Automobil-Ausstellung 1934 in Berlin hiermit für eröffnet. Nach der Rede des Führers brachte der Präsident Allmers auf den Führer und das deutsche Vaterland ein dreifaches Sieg-Heil aus. Die Feierlichkeit schloß mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches begab sich der Kanzler mit einem Teil der geladenen Gäste zur Besichtigung in die Ausstellung. Ein neuer Emhetts-Metvettrag. Berlin, 7. März (DNB.) Zwischen den Führern des H a u s b e s i tz e s (Obersturmbannführer Tribius) und der Mieterschaft (Pg. Herrmann) ist über das neue Muster eines deutschen Mietvertrages eine Einigung herbeigeführt worden. Im Gegensatz zu den bisher gebräuchlichen Vertragsformularen enthält das neue Dertragsmufter klare Bestimmungen, die keinem Teile übermäßige, mit gesundem Rechtsempfinden unvereinbare Lei- stungen auferlegen. Der Zentralverband deutscher Haus- und Grundbesitzervereine e. V. und der Bund deutscher Mieteroereine e. V. werden die ihnen unterstellten Verbände anweisen, nur noch dieses neue Mietvertragsformular auszugeben und die bereits im Verkehr befindlichen Formulare nach Möglichkeit zurückzuziehen. Die Vermieter- und Mieterverbände sollen des weiteren auf ihre Mitglieder dahin einwirken, daß nur noch dieses deutsche Einheitsmietoertragsmuster beim Vertragsabschluß verwendet wird. Andererseits soll es den Parteien nicht verwehrt sein, zur Anpassung an den einzelnen Fall besondere ergänzende Vereinbarungen zu treffen. Der Zentral- England fordert Parität der Lustrüstungen. Eine aufschlußreiche Debatte. - Kritik an Deutschland, aber man meint Frankreich. Churchill erklärt, ohne Gleichberechtigung kein ausreichender Luftschutz. London, 8. März. (DNB.) 3m Unterhaus fand eine mit großer Spannung erwartete Auseinandersetzung über die ßuftrüftungen statt. „Die Zeit ist gekommen, wo wir es uns nicht länger leisten können, die Tatsache zu übersehen, daß alle Nationen zwar von Abrüstung reden, daß aber fast alle außer uns selbst ihre Luftrüstungen in starkem Maße erhöhen. Wenn andere Nationen nicht auf unseren Stand herunterkommen wollen, dann fordert unvermeidbar die Sicherheit Großbritanniens wie die des Britischen Reiches, daß wir bauen, um auf ihren Stand zu kommen." Diese Erklärung bildete den Kernpunkt einer Rede, mit der der Unterstaatssekretär für das Flugwesen Sir Philipp S a s s o o n im Unterhaus die Voranschläge für das Flugwesen begründete. Er legte dar, daß zwar die nominelle Erhöhung in der Kampfstärke der britischen Flugstreitkräfte vier Geschwader betragen wird, daß tatsächlich aber eine Erhöhung um sechs Geschwader stattfindet. Sas- soon betonte, die „bescheidene Ausgabenerhöhung" in den Voranschlägen begründend, daß darüber hinaus die dringende Notwendigkeit weiterer Maßnahmen weiteryin bestehen bleibt. Die Welt habe einen kritischen Punkt in der Frage der Abrüstung erreicht. Die Hoffnung auf eine befriedigende Vereinbarung auf der Abrüstungskonferenz habe sich nicht erfüllt. Die Gefahren, die unvermeidlicherweife ein unkontrolliertes Wettrüsten in der Luft im Gefolge haben würden, feien furchtbar. Wir können es uns nicht leisten, so erklärte Safsoon, eine Stellung ständiger Unterlegenheit einzunehmen. Wir haben klargestellt, daß Großbritannien, solange Luftstreitkräfte bestehen, P a - r it ät in der Lust besitzen muß, Wie auch immer diese Parität erzielt wird. England stehe indessen weiterhin zu seinem Abrüstungsmemorandum und beabsichtige nicht, im gegenwärtigen Stadium ein Bauprogramm vorzulegen, das die Einleitung für einen Luftrüstungswettbewerb sein könne. Oer Konservative Abg. Guest erklärte, die britischen Luftstreitkräfte seien völlig ungenügend für den Heimatschutz. Deutschland habe die Absicht, so rasch wie möglich wiederaufzurüsten und Oe st erreich zu annektieren. Es sei vollkommen klar, daß Italien dann eingreifen werde. Dies würde sehr weitreichende internationale Verwicklungen nach sich ziehen. 3n Frankreich werde es vielleicht in sechs Wochen eine Diktatur geben. England könne daher bei feinen Berechnungen über die internationale Verteidigung Frankreich nicht in dieselbe Kategorie stellen wie vor fünf Jahren. Man wisse jedoch, daß Deutschland etwas über 1000 Zivilflugzeuge besitze. Hier operierte Guest wieder mit der schon widerlegten Behauptung, daß diese Verkehrsmaschinen sehr leicht in Militärflugzeuge um- gewandelt werden könnten. Die Zahl der deutschen Flugzeugführer scheine fast „unberechenbar" zu fein. (!) Guest verwies auch auf die Zahl der Deutschen mit Flugzeugführerscheinen. Churchill stellte bann die bei ihm unerwartete Forderung auf, daß jedes Abkommen zwischen den Großmächten auf Gleichberechtigung begründet fein müsse, da es sonst nicht den geringsten Wert habe. Ein auf Gleichberechtigung begründetes Abkommen sei das einzige Mittel, um dicht bevölkerte Bezirke und große Städte, insbesondere London, zu schützen. Churchill bezeichnete die augenblickliche Lage als sehr gefährlich. England stehe in den Luftrüstungen an fünfter Stelle. Deutschland rüste rasch auf (!), und niemand werde es daran hindern. Deutschland sei in der Lage, mit großer Schnelligkeit eine mächtige Luftstreitkraft zu entwickeln. (?) Unter lautem Beifall erklärte Churchill: Keine Nation, die eine Rolle spiele wie England sie in der Welt spiele, habe das Recht, in einer so bedrohten Lage ohne genügenden Schutz zu verbleiben. Baldwin erklärt, die Lage fei ernst, man solle jedoch d i e Gefahren nicht übertreiben. Die Gefahren, von denen der konservative Abgeordnete Guest gesprochen habe, seien im Augenblick nicht aktuell, man müsse aber acht geben, daß sie nicht aktuell würden. Baldwin stimmte mit Churchill überein, daß sich die europäische Lage im letzten Jahr infolge verschiedener Umstände für England schwieriger gestaltet habe. Man müsse aber bedenken, daß der Grund, der Deutschland veranlasse, im gegenwärtigen Augenblick so besorgt um seine Gleichberechtigung in der Luft zu fein, dasselbe Gefühl der Besorgnis sei, das die Engländer wegen London empfinden. Dasselbe Gefühl ließe auch die Franzosen nicht mehr los. Wenn alle dieses Gefühl hätten, dann müßten ja Verbrecher in den Regierungen Europas sitzen, wenn man nicht vereinbaren könnte, d l e De» fürchtungen soweit wie möglich z u b e - ch r ä n f e n. Eine wirkliche Gefahr für den Frieden fei eine starke Luftmacht auf der einen Seite und ein wehrloses Land auf der anderen Seite. Die Welt fei noch nicht für eine internationale Polizeistreitkraft reif. Er habe noch keineswegs bie Hoffnung aufgegeben, daß eine Konvention ZU- standekomme, die die Gleichberechtigung in der Luft gewähre, was nach feiner Ansicht das erste Erfordernis zur Vermeidung der bestehenden Gefahr bilde. Wenn jedoch alle Bemühungen scheitern sollten, so rief Baldwin unter dem lauten Beifall des Hguses aus, fo werde jede Regierung Großbritanniens zusehen, daß Großbritannien in der Luft nicht länger den Ländern unterlegen fei, die sich in d e r Reichweite der britischen Küste be- finden. „Leber jede andere Lösung, als diese." Benesch protestiert scharf gegen die Möglichkeit einer Habsburger Restauration. Paris, 9. Würz. (DRB. Funkspruch.) Der Son- derberichlerstatter des „Petit Parifien" in Prag hatte eine Unterredung mit dem tschechoflowakifchen Außenminister Dr. B e n e s ch über die Frage der Wiedereinsetzung der Habsburger in Wien und Budapest. Benesch sagte, er sei mit Dollfuß und Fey der Ansicht, daß die Frage der Herstellung der Monarchie in Oesterreich eine internationale Frage sei, die im übrigen nicht aktuell sei. Sie gehöre deshalb auch nicht zu seinen gegenwärtigen oder fernen Sorgen. Aber gesetzt den Fall, daß morgen durch einen Putsch oder auf andere Weise die Habsburger wieder eingesetzt würden, so würde der tschechoslowakische Gesandte in Wien sofort zurückgerufen werden. Das gleiche gelte, das glaube er sagen zu können, auch vomrumänischen und südslawischen Gesandten. Die kleine Entente würde mit allen Mitteln sich der Wiedereinsetzung der Habsburger widersehen. Sie würde lieber jede andere Lösung annehmen als gerade diese, da die Herrschaft der Habsburger das Wiederaufleben aller Revisionsgelüste zur Folge hätte. Frankreich als Vermittler zwischen Italien und der Kleinen Entente. Paris, 7. März. (DNB.) Die Presse erklärt, daß gerade heute der Augenblick geeignet fei, m i t Italien zu einem günftigen Ausgleich zu gelangen. Frankreich könnte der Vermittler zwischen Italien und der Kleinen Entente sein. „Libertö" behauptet, Außenminister Barth ou habe sich am Dienstag mit Graf Chambrun, dem französischen Botschafter in Rom, über die Punkte unterhalten, in denen Frankreich und Italien einig feien. Das sei einmal die Unmöglichkeit einer weiteren Abrü - ftung Frankreichs, weiter die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit Oesterreichs und schließlich das gemeinsame Bemühen, die Wirtschaftslage im Donauraum zu heben, wobei sogar die Rückkehr zum Goldstandard erörter wird. Der „Intransigeant" bezeichnet Barthou als überzeugten Anhänger der französisch-italienischen Zusammenarbeit, der alles tun werde, um die neue Politik Roms nicht zu enttäuschen, ohne aber die traditionelle Freundschaft mit der Kleinen Entente zu stören. Deshalb bemühe sich Frank- reich auch bei der Kleinen Entente. So könnte das Werk Frankreichs von Bedeutung werden, wenn es zur Schaffung eines soliden Blockes Frankreichs, Italiens und der Kleinen Entente führen würde. „Information" schreibt, über die Notwendigkeit der österreichischen Unabhängigkeit seien Frankreich und Italien zwar völlig einig. Mussolini fordere aber, um der Kleinen Entente Zugeständnisse machen zu können, von Frankreich Zugeständnisse in der Abrüstungsfrage. Letzten Endes laufe also alles darauf hinaus, wer die Oberhand behalte. * „ $ e ft er Lloyd" vertritt die Auffassung, daß sich Frankreich heute mehr denn je in ber Donaufrage zu einem Zusammengehen mit Italien entschließen könne, da die in den Ländern der Kleinen Entente aufgetauchten inneren Gegensätze diese in ihrer Stellung als Großmacht erschüttert hätten. Das Blatt schildert die innerpolitischen Zustände Rumäniens und Südslawiens in äußerst trüben Farben und meint, daß Frankreich auf diese beiden Länder bei der Neuordnung des Donaubeckens nicht bauen könne. Die freundlichere Haltung der Tschechoslowakei Italien gegenüber, das Gerücht einer Romreise Beneschs, der große Audienzbetrieb am Quai d'Orsay, das alles seien Beweise dafür, daß Frankreich in der Donaufrage auf eine gemeinsame Plattform mit Italien kommen müßte, um auch Die Kleine Entente einer gemeinsamen französisch- italienischen Donaupolitik gefügig zu machen. Der liberale „Magyarorszag" hebt im Leitartikel hervor, daß nun der Jahrhunderte lange französisch-deutsche Grenzstreit zur Ruhe gekommen und der politische Schwerpunkt in das Donaubecken verschoben worden sei. „Nur wirtschaftliche Ziele." Italien wendet sich gegen falsche Gerüchte über die Dreierbesprechung. Rom, 8. März. (DNB.) In unterrichteten italienischen Kreisen gibt man seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß die Gerüchte über politische Ziele, die Italien mit der Dreierbesprechung in Rom verfolgen soll, nicht aufhören. In Rom wird mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß die Besprechungen ausschließlich und allein wirtschaftliche Ziele verfolgen. Wenn die Dreierzusammenkunft überhaupt eine politische Seite habe, so sei es eben nur die Tatsache selbst, daß die Regierungschefs von Ungarn und Oesterreich persönlich mit dem italienischen Regierungschef die Frage des wirtschaftlichen Wiederaufbaues im Donaubecken durchfprechen werden. Als Grundlage der Verhandlungen werde das italienische Donaumemorandum vom Herbst 1933 dienen, das eine wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht nur zwischen den drei genannten Staaten, sondern zwischen allen wirtschaftlich am Donaubecken interessierten Staaten vorsehe. verband Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine wird jedoch eine Liste derjenigen Vertragsklauseln veröffentlichen, die von den Hausbesitzern selbst als unsozial mißbilligt werden und deren vertragliche Vereinbarung den Mitgliedern untersagt sein soll. Belgien und die Abrüstung. Der Schreck vor der eigenen Courage. Brüssel, 8. März. (DNB.) Im Senat ergriff Außenminister Hymans nochmals das Wort, offenbar, um die Opposition in einem Teile der belgischen und französischen Presse gegen die außenpolitischen Erklärungen der Regierung zu beschwichtigen. Die Ausführungen Hymans am Donnerstag hielten sich in der Linie der früheren Erklärungen, wenn auch die Betonung des Einvernehmens mit Frankreich, insbesondere bezüglich der Sicherheitsforderungen, stärker als in der Brocquevilleschen Erklärung zum Ausdruck kam. Hymans führte u. a. aus: Die Regierung zähle auf den gefunden Sinn des belgischen Volkes. Niemand werde glauben, daß die Regierung eine Wiederaufrüstung Deutschlands zulassen wolle. Die Regierung habe nie etwas Aehnliches gesagt. Sie kenne zu sehr die Gefahr, die aus der Abschaffung der Verträge'hervorgehen würde. Belgiens Schutz ruhe auf dem Einvernehmen Frankreichs, Englands und Italiens. Die Regierung bemühe sich, dieses Einvernehmen zu sichern und ^usätzlicheSicherheitsgaran- t i c n zu erhalten. Belgien habe stets gefordert, daß die Rüstung Deutschlands in den Grenzen des Versailler Vertrages gehalten werde. Die Großmächte hätten jedoch selbst die Begrenzung der R ü ft u n g entsprechend den neuen Verhältnissen geändert. Wenn Belgien dagegen protestiert, so stände es allein. Ein solcher Protest würde außerdem noch das Einvernehmen der Großmächte durchkreuzen, an dem Belgien doch interessiert fei. Belgien sei in engem Kontokd mit den drei Mächten gebjieben. Man habe versucht, glauben zu machen, daß Belgien mit Frankreich bezüglich der Abrüstung uneins fei. Dem müsse er -ent« gegentreten. Es bestehe im Gegenteil volle Uebereinftimmung zwischen den bei» den Ländern über die Sicherheitsmaßnahmen, um die Wiederaufrüstung Deutschlands in vor- sichtigen Grenzen zu halten und ste einer wirksamen gegenseitigen allgemeinen Kontrolle zu unterziehen. Die beiden Länder seien auch einig darin, daß Sanktionen im Falle einer Verletzung des Abkommens ergriffen werden müßten, und zwar durch eine solidarische Aktion, um so eine illegale Aufrüstung Deutschlands zu verhindern. Dor einer Kabinettskrise in Belgien? London, 9. März. (DNB.-Funkspruch.) Der Brüsseler Vertreter der „Morning Post" berichtet, daß Ministerpräsident de Brocqueville vor seiner bekannten Senatserklärung telephonisch m i t dem französischen Außenminister und Großsiegelbewahrer Eden gesprochen habe. Der Korrespondent hält eine Kabinettskrise in Belgien für wahrscheinlich. Der Pariser Mitarbeiter des „New Chronicle" berichtet, Barthou habe seine Reise nach Brüssel aufgeschoben, da die französische Regierung nicht wünsche, daß der Besuch mit der Rede de Brocque- villes im Zusammenhang steht. Neuer Selbstmordversuch in der Stavisky-Affäre. Der Verteidiger Romagninos leidet an Verfolgungswahn. Paris, 9. März. (DNB. Funkfpruch.) Der bekannte und erfolgreiche Pariser Strafverteidiger, Rechtsanwalt Raymond h u b e r t, der jetzt die Verteidigung des Privatsekretärs $ ta- vifkys, Romagnino, übernommen hat, hat am Donnerstagvormittag, wie erst jetzt bekannt wird, einen geheimnisvollen Selbstmordversuch unternommen. Er stürzte sich unweit seiner Wohnung, nachdem er kurz vorher im Gefängnis eine einstündige Unterredung mit Romagnino gehabt hatte, voneiner Brückeiu die Se i n e. Zwei Polizelbeamte warfen ihm einen Rettungsring zu, den Hubert, schon halb bewußtlos, ergriff. Es gelang, ihn aus dem Wasser zu ziehen. Ec wusde in ein bei Paris gelegenes Sanatorium gebracht, dessen Name jedoch nicht bekanntgegeben wird. Hubert soll nach einer Lesart an Verfolgungswahnsinn leiden und schon mehrmals polizeilichen Schuh angeforderl haben. Am Mittwoch hatte er noch eine vierstündige Unterredung mit dem Untersuchungsrichter, der den Fall Stavisky bearbeitet. ♦ Auf Anweisung des Pariser Untersuchungsrichters ist gegen Henry Voix, der Stavisky auf feiner Flucht begleitet und darauf 45 Tage in Untersuchungshaft gesessen hatte, ein neuer Haftbefehl ergangen. Voix wird der Beihilfe zum Betrug und zur Hehler ei angeklagt. Er wurde in Chambsre, wo er sich am Donnerstag vor Gericht zu verantworten hatte, verhaftet. In verschiedenen Pariser Banken wurden am Donnerstagnachmittag Nachforschungen nach Stavisky-schecks angestellt, und tatsächlich 403 Schecks gefunden. Angeblich waren die Empfänger Personen, die keine große Rolle spielten oder spielen. Arbeiterpartei erhält die Mehrheit im Londoner Grasschafisrat. London, 9. März. (DNB.) Am Donnerstag fanden die Wahlen zum Londoner Grafschaf t s r a t statt, dessen Mitglieder ihr Amt drei Jahre hindurch ausüben. Der letzte Grafschaftsrat bestand aus 83 Konservativen, 25 Arbeiterparteilern unb 6 Liberalen. In den Morgenstunden waren 98 Ergebnisse der Wahlen bekannt. Danach waren gewählt 61 Arbeiterpartei! er und 3 7 Konservative Es steht bereits fest, daß die Ar - beiterp urteilet zum ersten Male mit ihren 61 Abgeordneten, die bis ietzt gewählt sind, di« Mehrheit erhalten haben. „Morning Post^ sagt, die Sozialisten hätten jeden Mann und jede Frau an die Wahlurne gebracht, während die Gegner der Sozialisten völlig teilnahmslos gewesen wären. Der arbeiterparteiliche „Daily Hevald" kündigt eine gründliche Aenderung in der Verwaltung der größten Gemeinde der Welt an. 1 Landnöten. Daß die Technik nicht Tyrannin, sondern Dienerin der Volkswohlfahrt sei, ist eine Erkenntnis gewesen, die im Maschinenzeitalter durch die Unmöglichkeit, das Problem der Verteilung zu lösen, nicht zur Wirklichkeit wurde. Im neuen Deutschland wird die Technisierung als Hilfsmittel betrachtet, um die Wohlfahrt der größtmöglichsten Zahl von Volksgenossen zu erreichen'. Und daraus ergibt sich die Ablehnung des Primitivitätsstandpunktes, wie sie abermals in vollster Klarheit durch Adolf Hitler bei der Eröffnung der Automobilausstel- l u n g verkündet wurde. Das Ziel neudeutscher Wirtschafts- und Kulturauffassung ist nicht die Schaffung einer grauen Masse Mensch, wie im moskowi- tischen Marxismus, sondern die Entproleta- risierung. Die Wege dazu sind niemals durch Doktrinen abgesteckt, sondern durch die jeweils sich ergebenden Bedingtheiten und Maßnahmen aus einer bestimmten politischen, ökonomischen und kulturellen Situation der Volksgesamtheit. Dieser Begriff ist das Primäre. Er ist ein Organisches, mit dem Sonderinteressen unvereinbar bleiben und naturgesetzlich abgestoßen werden müssen. Am Tage, da sich das Erlebnis von Potsdam des 21. März 1933 in unserer Erinnerung wieder- findet, diese symbolhafte Feier an historischer Stätte, wird die zweite Phase der Arbeits- schlacht beginnen; weitere zwei Millionen Arbeitslose sollen nicht nur wieder Arbeit und Brot zu den über zwei Millionen finden, die unter dem neuen Regiment bereits Beschäftigung erhielten, sondern sollen sich wieder als zugehörig fühlen zum großen Blutkreislauf innerhalb des deutschen Kultur- und Wirtschaftskörpers. Was Jahrzehnte in Scherben schlugen, konnte natürlich nicht in einem Jahr völlig geändert werden, was Generationen gegen das Einheitsgefühl sündigten, war nicht in jäher Wandlung zu beseitigen. Der deutsche Mensch muß erst in seine Aufgaben hineinwachsen, die deutsche Kultur sich organisch entwickeln, die neue deutsche Wirtschaftsform schöpferisch, ohne gewaltsame Eingriffe in die natürlichen Gesetze der Wirtschaft, gestaltet werden. Aber eins ist dabei schon jetzt offenbar geworden. Wirtschaft und Technik sind nicht die menschenbe- berrschenden Mächte, sondern sie werden durch die Menschen gestaltet. Die Kultur ist keine Folgeerscheinung Der Technik, sondern umgekehrt. Die Nutzbarmachung der Maschinen aller Art für materielle Zwecke bedeutete nicht den Anbruch einer neuen Kulturepoche, sondern eine Vermaterialisierung der Kultur. Einst, zu Beginn des Jndustriezeitalters, überbot man. sich in der Verherrlichung der rein technischen Errungenschaften. Niemals war im Raum der Menschen ein schnellerer Güterverkehr, ein Austausch der Reichtümer aller Nationen, des Gewerbefleißes und der Kunst möglich gewesen, als mit dem Einsetzen des Maschinenzeitalters. Aber das Verteilungsproblem wurde nicht gelöst, Freiheit und Vernunft der einzelnen allein konnten die ungeheuren Spannungen nicht überwinden, die durch die zunehmenden Unterschiede in der Gesellschaftsordnung entstanden und zu proletarischen Massenbewegungen führten. Das Verteilungsproblem war ungelöst geblieben und konnte durch Klassenkampftheorien überhaupt nicht gelöst werden, weil sie als Ziel ein Proletariat, also e i n Hinabdrücken des einzelnen und nicht ein Hin auf pflanzen, wie es Nietzsche verlangt hatte, erklärten. In der neuen deutschen Gesellschaftsordnung werden alle technischen Errungenschaften nur so weit, aber dann in größtem Maße, eingestellt, als sie die Lebenshaltung des einzelnen au verbessern geeignet sind. Wir wissen, daß eine gehobene Lebenshaltung auch die Organe für die Kultur und die Geistigkeit nicht generell, aber doch sehr häufig verfeinert. Em Lumpenproletariat altrömischer oder moskowitischer Färbung hat keine Ideale. Ein Arbeiter mit eigenem Heim, der sich nicht ausgeschlossen weiß vom nationalen Gesamtleben, sondern sich in einer neuen Arbeitswertung als Teilnehmer alles nationalen Geschehens empfindet, gelangt zur Menschenwürde. Dafür kämpft die Führung des neuen Deutschlands, weil sie sich darin trifft mit dem deutschen Volks- gofühl, das das Gegenteil eine r B er. proletarifierung will. Und dieses Wallen ist ein Beweis der ursprünglichen deutschen Krast. die nach Zeiten des Verfall-, des fresstnden Giftes der Arbeitslosigkeit und marxistischer Mißwirtschaft siegreich durchbrach. ... So ist, wie Adolf Hitler in ferner Eroffnungs- rebe betonte, auch ein Volksautomobil ein Zeichen für dieses Hinaufwollen. Nicht Luxuswagen f ü‘r wenige, sondern Millionen do n Wagen für die deutschen Masse n Daß bei einer Fortführung dieser gesunden Wirtschaftspolitik dieses Ziel erreicht werden kann, braucht nicht auch an dieser Stelle mit Zahlen belegt zu werden, aber es ist doch ein fundamentaler Unter» schied der neuen Wirtschaftsauffassung, wenn die Führung das Auto nicht als Luxus betrachtet sondern als Massenbedarfsartikel. Wenn allen die Kraft gegeben wird, im grauen Alltag und feiner Arbeit sich zu behaupten, dann entspricht dies durchaus der Idee einer lebendigen Volksgemeinschaft. * Die Bedeutung des mit Polen abgeschlossenen und schon am 15. März in Kraft tretenden Wirtschaftsabkommens wird überall anerkannt. Dabei ist die Tatsache dieses „Wirtschaftsfriedens", die Beendigung eines langjährigen wirtschaftlichen Kampfzustandes, in erster Linie ein politisches Ereignis. Die Auswirkung auf das wirtschaftliche Gebiet darf nicht überschätzt werden, wenigstens nicht für den jetzigen Zeitpunkt. Dafür aber zeigt das Warschauer Abkommen der ganzen Welt aufs Neue, daß die Reichsregierung fortfährt mit ihren Nachbarn durch direkte Verhandlungen gute Beziehungen herzustellen und daß sie sich nicht gescheut hat, dabei selbst das heiße Eisen der deutsch-pol- nischen Gegensätze anzufassen, an dem sich tm Lause des letzten Jahrzehnts gar viele Politiker Die Finger verbrannt haben. Auch jetzt handelt es sich noch nicht um einen regulären Handelsvertrag, sondern um ein P r o- t o k o l l, das eine Reihe von Punkten regelt und das im übrigen verschiedene Sonderoertrage oe Privatwirtschaft bestätigend zur Kenntnis • Eine kurzfristige Kündigungsklausel soll nicht o Hintertür .zum Berlaffen des Vertrages sondern die Möglichkeit zu baldigen Angleichw g . sobald sich Schwierigkeiten der Durchführung f einer der beiden Seiten zeigen sollten. Der punkt des Abkommens besteht ferner im 21 der beiderseitigen Kampfzo l l e un■ Beseitigung von Diskriminierungen. Für.ewige Waren, z. B. Butter, sind von deutscher Seite Kontingente bewilligt worden. Durch das Diktat von Versailles war Deutsch and zunächst gezwungen, eine bestimmte von Polen abzunehmen. 1825 fiel diese gefle, es mutzte ein Dertragszustand ^rgeffellt werben. Das war bis jetzt, trotz langwierigen Verhandlun gen, niemals gelungen. Im Gegenteil: die Gegensätze spitzten sich im Laufe der Jahre mehrfach zu: auf beiden Seiten entstanden Kampfzölle, Polens Zollsätze kamen bei einzelnen Waren praktisch einem Einfuhrverbot gleich. Im Jahre 1930 war zwischen Deutschland und Polen zwar ein Handels- oertrag abgeschlossen worden, der aber niemals ratifiziert werden konnte. Die Gegensätze zwischen beiden ©taten und die parlamentarische Opposition •n Deutschland wie in Polen stand der Ratifikation un Wege. Erst vor einigen Monaten gelang eine Einigung mit Polen auf gewissen Teilgebieten. Das neue Abkommen von Warschau ist nun zweifellos em großer Fortschritt. Vielleicht führt es im weite- ren Ausbau zu der von beiden Seiten gewünschten wirtschaftlichen Annäherung, die nicht unterschätzt werden kann, da es sich um zwei Nachbarländer mit 100 Millionen Einwohnern handelt. Der polnische Außenhandel ist allerdings stark zurückgegangen. 1924, noch in der Zeit des Aufbaus des neuen Polen, sind für rund 350 Millionen aus Deutschland gekauft und etwas mehr Don Polen nach Deutschland geliefert worden. Die Jahre der schweren Agrar-Krise nach 1929 ließen bas Handelsvolumen in Polen aber stark zusammenschrumpfen. Heute beträgt die polnische Einfuhr noch ein Drittel der früheren Höhe, die Ausfuhr ein Viertel. Der Export von deutscher Seite nach Polen macht noch etwa 19 Prozent der gesamtpolnischen Einfuhr aus (1924 waren es 35 Proz). Die Krise, gemeinsam mit dem Handelskrieg, hat also eine starke Schrumpfung geschaffen, aber die Beziehungen doch nicht ganz auslöschen können. Die Schwierigkeiten des Problemes lagen bei allen Polenverhandlungen in dem verschiedenen Charakter des beiderseitigen Exports. Polen will nach Deutschland einen Teil seines landwirtschaftlichen Ueberfchuffes liefern: also Butter, Roggen, Kartoffeln, Vieh, vor allem Schweine, aber aus den oberschlesischen Gruben auch Kohlen und Erze, aus seinen Wäldern Holz. Ganz anders ist die deutsche Ausfuhr nach Polen beschaffen, sie ist vielgestaltiger und schwerer zu übersehen: Maschinen, Apparate, Textilien, jedenfalls Fertigwaren. Das, was Polen anzubieten hatte, besitzt Deutschland selb st — man erinnert sich des Kampfes um das Schweine- und Kohlenkontingent 1930! Für Roggen ist bekanntlich vor einiger Zeit ein Abkommen zwischen Deutschland und Polen geschlossen worden, das wenigstens den Konkurrenzkampf zwischen beiden Ländern auf den wenigen dafür in Betracht kommenden Auslandsmärkten ausfchaltete. Im Laufe der 9 Jahre des Wirtschaftskrieges haben sich in beiden Ländern auch Aenderunaen vollzogen, die zu berücksichtigen waren. Inzwischen ist Gdingen ausgebaut und (neben Danzig) der Handelshafen der polnischen Ausfuhr geworden. Daher gehört ein Schiffahrtsabkommen, das zwischen den beiderseitigen Reedereien geschlossen wurde, zum wichtigsten Teile des Wirtschaftsfriedens. Deutschlands führende Stelle im Ostfeehandel bleibt dabei gewahrt, der polnischen Tonnage ist aber eine entsprechende Chance gegeben. Ob die polnische Waldwirtschaft heute billiger liefern kann, als Deutschland, wird sich in Kürze zeigen, ferner, ob der deutsche Maschinenmarkt die alte Stellung rasch wiedergewinnt. Einige große Aufträge find auf beiden Seiten bereits getätigt, betreffen aber nicht die Privatwirtschaft, die ihre Kundschaft in vielen Einzel-Unternehmungen suchen muß. Der Wirtschaftsfrieden zwischen Deutschland und Polen schließt sich politisch an das zehnjährige Freundschaftsabkommen zwischen beiden Mächten an. Darüber hinaus zeigt es den wirtschaftlichen Versuch, die Handelsbeziehungen beider Länder zunächst zu normalisieren, dann auszubauen und durch fernere Verhandlungen so zu gestalten, daß beide Teile daraus Vorteile gewinnen können. Oie Hausfrau als Verwalterin deutschen Volksvermögens. Staatssekretär Jeder fordert Erziehung zu volkswirtschaftlichem Denken. Berlin, 8. März. (DNB.) Die 52 Vereine der Zentrale der Hausfrauenvereine Groß-Berlin hielten unter Leitung von Frau von Papen eine Landesverbandstagung ab, auf der Staatssekretär Feder zu dem Thema „Hausfrau und Wirtschaft" Stellung nahm. Er ging aus von der Verantwortlichkeit der Frau für das vom Manne verdiente Geld; 60 bis 80 v. H. des Nationaleinkommens gingen auf diese Weise durch die Hände der Frau. Das zeige die Verantwortlichkeit, die der Frau auferlegt fei. Die richtige Verwendung des Geldes müsse daher erlernt werden. Die Gedankenlosigkeit oder das Unverständnis der früheren Regierungen habe dazu geführt, daß 1928 fast 4,2 Milliarden Mark für entbehrliche Lebensrnittel, die zum größten Teile auf deutschem Boden zu erzeugen seien, ins Ausland wanderten. Allein auf Obst, Gemüse und Südfrüchte entfielen 755 Millionen. Zu einer Zeit, wo die deutschen Geflügelfarmen um ihre Existenz gerungen hätten, feien für 294 Millionen Mark Eier eingeführt worden. Die Hausfrau solle sich Rechenschaft darüber ablegen, daß für jede 2000 Mark Einfuhr eine deutsche Arbeiterfamilie brot - l o e> werden würde. Wir brauchten Gemüse nicht zur Unzeit zu essen, sondern sollteM hierfür den Zeitpunkt wählen, wo es in genügenden Mengen auf deutschem Boden wachse. Als ein Erfolg der Erziehung fei es zu verbuchen, daß der übermäßige Verbrauch zu falschen Jahreszeiten heute bereits stark zurück gegangen sei. Die Einfuhrzahlen feien für Eier auf 78 Millionen, für Obst von 225 Millionen auf 113 Millionen, für Gemüse usw. von 138 auf 47 Millionen gesunken. Aehnlich verhalte es sich auch mit den Fertigfabrikaten. Habe doch hier, um nur ein Beispiel zu nennen, allein der Verbrauch von ausländischen Lippen st i f - t e n 12 Millionen Mark ins Ausland gezogen. Staatssekretär Feder betonte, daß es ihm fern läge, eine Ablehnung der ausländischen Fabrikate oder Erzeugnisse im allgemeinen zu verlangen. Es sei aber ein ftrenger Strich zwischen entbehrlichen Dingen und den notwendigen Einfuhrerzeugni s s en wie Rohstoffe usw. zu machen. Warenaustausch sei notwendig, und nichts sei zur Verbindung der Weltwirtschaft besser geeignet als ein lebhafter Warenaustausch, lieber allem aber stünde das Wort: Erst kommt mein Volk und dann die anderen. Line schweizerische Volksabstimmung über ein neues Ordmmgsgeseh. Basel, 7. März. (DNB.) Arn Sonntag steht das Schweizer Volk vor einer lebenswichtigen Entscheidung. Es hat darüber abzustimmen, ob es dem Bundesrat die gesetzliche Handhabe geben will, Öen Schutz der öffentlichen Ordnung zu ge- roährleiften, den er auf Grund des Gesetzes von 1853 infolge der veränderten Verhältnisse nicht mehr bewerkstelligen kann. Das neue Gesetz besteht aus zwölf Artikeln, wovon die ersten acht die eigentlichen Verbote enthalten. Danach wird derjenige bestraft, der durch Wort und Schrift zu einem Verbrechen oder Vergeh e n gegen den Staat und die öffentliche Ordnung auf fordert oder im Sinne des Landfriedensbruchs aneiner öffentlichen Zusammenrottung teilnimmt bei der Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Sachen begangen werden. Weiter wird die Armee davor geschützt, daß sie durch wissentllch unwahre Behaup- tungen verächtlich gemacht und daß ihre Dis- xiolin durchAufforderungzumUngehor- f am untergraben wird. Die Artikel 4 und 5 gewährleisten die Versammlungsfreiheit, unterbinden aber alle widerrechtlichen Demonstrationen. Artikel 6 untersagt die Anmaßung von staatlich e r Gewalt durch Vereinigungen oder Personen ober illegale Formationen, Artikel 7 die A n - sammlung von Waffen oder Munition, soweit dies nicht auf Anordnung eidgenössischer ober kantonaler Behörden ober mit deren Bewilligung geschieht. Artikel 8 gibt bem Bunbesrat bie Hand- hade, dagegen einzuschreiten, daß Ausländer auf schweizerischem Gebiet Amtshandlungen durchführen, daß hier Spitzeldienste zugunsten fremder Behörden getrieben oder daß in der Schweiz selbst Personen provoziert werden, wodurch die innere ober äußere Sicherheit ber Schweiz gefährbet wirb. Die bürgerlichen Parteien stehen geschlossen hinter ber Regierung. Die Erkenntnis ist stark, baß ber Kampf um bie Aufrechterhaltung der schweizerischen Demokratie geht. — Für bie Verwerfung bes Gesetzes werben bie Sozialbemo- kratische unb bie Kommuni st ische Partei, wobei aUerbings ber Gewerkschaftsbund nicht mitmacht. Ferner finb auch bie oerschiebenen „F ron. t e n" seine Gegner. Aus aller Well. Deutschen Rundfunk. Oesterreich-Tag im Wie bereits gemelbet, stellen alle beutschen Senil. März ausschließlich auf ber ihr Programm vom 11. Marz ausfcyuetziiI auf das Bruderland Oesterreich ab. Der Deutsche Rundfunk wird an diesem Tage n u r o st e r r e i ch i s ch e Meister in Musik und Wort und vornehmlich österreichische Künstler berücksichtigen. Bis auf zwei Reichsfendungen, eine aus München und eine aus Berlin wird jeder Sender ein eigenes Defter. reich'-Programm bringen. An Musikwerken Eden reine Orchefterwerke, Kammermusik, Kunst- fieber Dolkslieber unb Chorwerke berücksichtigt. Daneben kommen dramatische Dichtungen, Hörspiele und Vorträge zur Sendung. Lebhafter Protest gegen den Film „Katharina die Große". In Berlin fand im „Capitol am Zoo" die deutsche Uraufführung des in England hergestellten Films „Katharina die Große" statt, in dem bie Hauptrolle die jüdische Schauspielerin Elisabeth Bergner spielt und in dem ferner der jüdische Regisseur Paul Czinner die Regie fuhrt, der ebenso wie feine Frau Elisabeth Bergner tm vorigen Jahre aus Deutschland ausgewandert ist. Das Publikum nahm gegen den Film eine außerordent- lich scharf ablehnende Haltung ein und prote» ft i e r t e lebhaft gegen die Aufführung. Führerschulungswoche der deutschen Turnerschasten. Der Verband der Turnerschasten an deutschen Hochschulen veranstaltet vom 7. bis 11. März in Bao Blankenburg eine Führer» schulungswoche. Den einleitenden Vortrag hielt Assessor Krüger-Berlin über nationalsozialistische Außenpolitik. Professor Dr. K r i e ck, der Rektor der Universität Frankfurt, sprach über den Durchbruch der nationalsozialistischen Weltanschauung. Der dritte Redner, Dr. Friedrich Schinkel, behandelte das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen, wobei er besonders die Bedeutung der deutsch-polnischen Abkommen unterstrich. Im weiteren Verlauf der Tagung werden u. a. Staatsrat Spaniol, Professor Göring- Stuttgart und der Führer des Verbandes alter Turnerschasten, Dr. Wiedeburg, sprechen. Die Bluttat des Schützenkönigs. — Mord und Selbstmord aus Eifersucht. Der 25jährige Sohn Heinrich des Bauern M u e s aus Westereiden (Kreis Lippstadt in Westfalen) schoß aus Eifersucht der 20jährigen Tochter des Amtsvorstehers W i n e k e eine Kugel in den Kopf. Dann schoß er sich in die Schläfe. Beide waren sofort t o t. Der Täter wurde im vergangenen Jahr Schützenkönig. Die Erschossene war Schützenkönigin. Beraubt, auf die Schienen geworfen und mehrfach überfahren. Ein neuer geheimnisvoller Mord beschäftigt die französische Oeffentlichkeit. Aus der Eisenbahnstrecke St. Quentin—Paris ist die völlig verstümmelte Leiche des 44jährigen Pariser Handelsvertreters (Torun Gilles gefunden worden. Gilles be-fanö sich auf einer Geschäftsreise nach Brüssel, Augenscheinlich ist er in dem Nachtzuge, den er benutzte, ermordet und auf die Schienen geworfen worden. Mehrere Züge find über ihn hinweggebraust, bis schließlich der Führer eines Güterzuges den Leichnam entdeckte. Die Frau des Ermordeten berichtet, daß ihr Mann sich nach Brüssel begab, um dort eine fällige Zahlung von 60 000 Franken au leisten. Weder an der Grenzstation noch in Brüssel sind aber dss Gepäck, der Mantel und der Hut Gilles gefunden worden. Man vermutet deshalb, daß es sich um einen Raubmord handelt. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede Spur. Beamter der Rigaer Sowjethandelsvertretung spurlos verschwunden. Wie die Rigaer Blätter Übereinstimmend melden, ist wiederum ein Beamter der sowjetruffischen Handelsvertretung in Riga, namens Tenekin, verschwunden. Er soll bereits vor einigen Wochen aus Moskau die Aufforderung erhalten haben, unverzüglich zum Bericht nach Sowjetrußland zurückzukehren. Als Tenikin dem Befehl nicht Folge leistete, erhielt er eine zweite, noch strengere Anweisung, nach Moskau zu kommen, andernfalls gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden würde. Tenikin ist darauf aus Riga spurlos verschwunden. Wohl aus Furcht vor einer Verhaftung in Moskau dürfte Tenikin nach Westeuropa gefahren fein. Er wird von den Rusten beschuldigt, Unterschlagungen begangen zu haben. Erfolgreiche Versuche mit automatischem Stratosphärenballon in Rußland. Das Aerologische Institut der Sowjetunion hat in Sluzk in der Nähe von Leningrad Versuche mit der Hülle des neuen automatischen Stratosphärenballons vorgenommen, die erfolgreich verliefen. Die Ballonhülle erreichte eine Höhe von 17,5 Kilometern. Die mitgeführte automatische Rundfunkeinrichtung sandte Signale zur Erde, die gut gehört wurden. Nach Meinung der Fachleute wird der automatische Stratosphärenballon eine Höhe von 25. Kilometern erreichen können. ^ie Arbeitsdienstpflicht der (Studenten. Berlin, 8. Mürz (DNB.) Das Amt für Ar- beitsbienft der Deutschen Studentenschaft veröffentlicht die Durchführungsbestimmungen zum Diensthalbjahr 1934. Die Ardeitsdien st pflicht für bie Abiturienten, bie Ostern 1934 die Schule verlassen und nach Erlangung der Hochschulreife studieren wollen, müssen in der Zeit vom 5. Mai bis 25. Oktober 1934 vier Monate Ar- beitsbienft unb sechs Wochen Gelände- spart leisten, für bie Abiturientinnen ist eine Arbeitsbien st pflicht von 26 Wochen vorgesehen. Die Ableistung bieser Pflicht ist Voraussetzung für bie Immatrikulation an einer beutschen Hochschule. Von ber Arbeitsbienftpflicht ausgeschlossen finb Auslänber unb Nichtarier. Von der Dienstpflicht befreit können werden, wer für das Diensthalbjahr als untauglich befunden wird, wer katholische Theologie zu studieren beabsichtigt und wer ein Studium beabsichtigt, dem eine mindestens einjährige praktische Tätigkeit vorausgeht, in der er im Betriebe mit Arbeitern körperlich zusammenarbeitet und auch außerhalb der Arbeitszeit kameradschaftlich mit den Arbeitern zusammenlebt. Ausländsdeutsche Abiturienten können am Diensthalbjahr teilnehmen. Ein Zwang zur Ableistung darf bei ihnen nicht ausgeübt werden. Die Vorbildung der evangelischen Geistlichen. Berlin, 8. März. (DNB.) Wie kirchenamtlich mitgeteilt wird, sind die Beratungen des Geistlichen Ministeriums der Deutschen Evangelischen Kirche über die Vorbildung der Geistlichen einmütig und erfolgreich verlaufen. Um eintretende Mißverständnisse abzuwehren, wird ausdrücklich bemerkt, daß es sich hierbei nicht um die wissenschaftlich-theologische Vorbildung auf den Universitäten handelt, sondern um die praktische, pfarr- am tl i ch e Vorbildung, die in der Hand der Kirche selbst liegt. Wettervoraussage. Der hohe Druck verlagert sich südöstlich nach den Balkanländern hin, während die Störungstätigkeit im Westen zunimmt, lieber Frankreich hat sich ein Wirbel gebildet, der dort schon zu recht ergiebigen Niederschlägen geführt hat. Mit der Weiterentwicklung des Tiefs gelangt auch warme Luft in unseren Bezirk vor, so daß allgemeine Milderung bevorsteht. Dabei kommt es zu Dunst- und Wolkenbildungen, stellenweise auch au Niederschlägen, doch tritt zwischendurch noch Aufheiterung ein. Aussichten für Samstag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, im ganzen milder, zeitweise Neigung zu Niederschlägen. Aussichten für Sonntag: Etwas wechselhaftes, aber nicht gerade unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 8. März: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 0,5 Grad; am 9. März: morgens —1,3 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum —1,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8 März: abends 2,6 Grad: am 9. März: morgens 1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1% Stunden. Amtliche Wintersportnachrichten. Sauerland. Winterberg: Klar, — 2 Grad, 20 cm Pulverschnee; Sportmöglichkeit gut. Schwarzwald: Feldberg: Klar, — 5 Grad, 75 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. Alpen: Garmisch - P a r t e n k i r ch e n : Klar, — 4 Grad, 15 an Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Erfolg im lelitm ÄSMSS eine größere Rolle als Sie vielleicht denken. Menschen, die gepflegt aussehen, machen immer einen guten Eindruck. Schöne, gut gepflegte Zähne werden Ihnen helfen, schneller Sympathien zu gewinnen. Das ist ein Grund mehr, Ihre Zähne regelmäßig jeden Abend und Morgen mit Chlorodont zu pflegen. Der köstliche Pfefferminzgeschmack der Chlorodont-Zahnpaste erzeugt angenehmen Mundgeruch und gibt Ihnen das Gefühl von Frische und Sauberkeit. Tube 50 unb 80 Pfg. Rosemarie... Roman von Käthe Metzner. 11. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Alles um ihn war versunken. Er starrte und starrte mit großen Augen auf das Bildchen, bis Beheim es leise seinen Fingern entzog. „Na Waugenheim, hab ich nicht recht — ein wundervolles Köpfle — was? Man merkt, du bist Kenner und verstehst was von seltenen »Reklame- markerst." Die anderen lachten schallend auf. Aber Wangenheim entriß dem Jüngeren das Bildchen fast knabenhaft-ungestüm. „Du gibst mir das Bildchen, Günther! Bitte! Ich hab wirklich Interesse daran." Flehend klangen seine Worte, daß die anderen verdutzt aufhorchten. „Kannst du haben, Wolfgang, wenn dir so viel daran liegt!" Ahnten die Freunde, was in ihm vorging? Irgend eine Bewandtnis mit ihm und dem Bilde mußte sein: aber Wangenheim würde ihnen nie dieses Rätsels Lösung geben. Das wußten sie. Einer erfaßte blitzschnell die Situation. Er schenkte die Gläser von neuem ein, und in die herrliche Sommernacht hinaus erklang das alte Burschenlied „Der Graf zu Rüdesheim", in dessen Kehrreim „Und er saß und vergaß auf seiner Burg am Rhein seinen Schmerz und sein Herz beim Rüdesheimer Wein ..." alle tosend einstimmten. Auch Wangenheim, der in dieser Nacht so viel trank, daß er sein klares Bewußtsein verlor. Am anderen Morgen erwachte er sehr spät mit einem unheimlichen Brummschädel. Was war nur gestern gewesen? Warum hatte er so sinnlos getrunken, wie es sonst gar nicht seine Art war? Plötzlich tauchte die Erinnerung auf. Das Bild, das kleine Bild trug die Schuld. Er fühlte in feine Brusttasche. Da steckte es noch. Wut stieg in ihm auf. Warum hatte er es Beheim gestern abgenommen? Was sollte ihm das Bild eines fremden Mädchens, das Rosemaries Züge trug? Nein, er wollte es nicht noch einmal sehen. Mit zitternden Fingern zerriß er das unschuldige Stückchen Papier in kleine Fetzen, dann knüllte er es zusammen und warf es in weitem Bogen in den Rhein hinaus, dessen grüne Wasser es davontrugen. Das Bild war fort; aber das geistige Bild, das sich täglich, stündlich vor sein Auge drängte, das konnte er nicht Hinwegschleudern. Das begleitete ihn auf Schritt und Tritt. Das nagte an ihm, trieb ihn zur Nachtzeit von seinem Lager auf und machte ihn immer und immer wieder ruhelos. „Es muß etwas geschehen! Es muß etwas geschehen!" sagte er laut, und sein Gesicht hatte einen harten, verbissenen Ausdruck. „Was muß denn geschehen?" klang da plötzlich eine Stimme neben ihm. Doktor Wangenheim wurde es schwer, sich zusammenzureißen — offensichtlich sehr schwer. Aber es gelang. Bor ihm stand ein hochgewachsenes blondes Mädchen, kühl, schlank: Renate Delbrück. „Entschuldige mich, bitte, Renate! Aber wie kommst du so unvermutet hierher?" „Wir fahren eben nach Hause, Vater und ich. Wir waren ganz früh schon in Frankfurt. Vater hatte geschäftlich zu tun, und ich habe die Gelegenheit benutzt, ein paar Besorgungen zu machen. Weshalb ich komme? Ganz einfach, weil du unsere Einladung für heute abend wieder abgeschlagen hast, Wolf! Die Eltern haben dich nun wohl schon ein halb dutzendmal eingeladen. Du wirst nachgerade unhöflich, mein Lieber! Das wollte ich dir nur sagen, falls du es selbst noch nicht gemerkt haben solltest." „Ich wäre...?" Wolfgang Wangenheim wurde verlegen. Er wußte ganz genau, daß er sich allmählich in seinem Bekanntenkreise unmöglich machte. Das Trauerjahr war lange vorüber, und die Freunde warteten darauf, daß er sich wieder in der Gesellschaft blicken ließe. Ach, und es waren ja so viel heiratsfähige Töchter da, die alle auf den eleganten Wangenheim reflektierten. Renate Delbrück, die eine alte Kindesfreundschaft mit Wolfgang Wangenheim verband, liebte ihn schon so lange sie denken konnte. Doch sie hatte es immer verstanden, ihre innersten Empfindungen hinter einem kühlen, sicheren Auftreten zu verbergen. Wangenheim empfand nichts für Renate. Sie war ihm ein lieber, sympathischer Mensch, eine der Frauen, die seine volle Achtung genossen, und mit denen es sich gut Kamerad sein ließ. Aber nicht mehr. Das alles fühlte Renate, ohne indes den leisesten Versuch zu machen, ihr Verhältnis anders zu gestalten. In schmerzlicher Resignation hatte sie sich damit abgefunden, daß Wolfgang Wangenheim sie niemals zur Frau begehren würde, obgleich sie ihm so strahlend gern ihr Jawort gegeben hätte. Doch als sie nun den Ausdruck grimmigen Schmerzes auf feinem so schmal gewordenen Gesicht entdeckt hatte, ging sie das erste Mal in schwesterlicher Teilnahme über die sonnige Grenze ihres Verkehrs hinaus, indem sie warmherzig sagte: „Was ist mit dir Wolfgang? Glaubst du, ich sehe nicht, wie du dich immer mehr von uns allen zurückziehst? Du trägst etwas mit dir herum, das weiß ich. Willst du es mir nicht sagen?" Doktor Wangenheim lächelte. Ihre frauliche Zartheit rührte ihn. Wie lieb sie war in ihrer reinen Blondheit! Sie wäre ein guter Kamerad fürs Leben. Vielleicht fände man seine Ruhe bei ihr, dachte er plötzlich. „Es ist nichts mit mir, Renate? Gar nichts, was euch beunruhigen könnte. Ich habe vielleicht etwas zu viel gearbeitet. Du weißt, daß ich mich zu Lebzeiten meines Vaters um die Verwaltung der Werke nicht so sehr gekümmert habe. Es kam doch alles etwas zu plötzlich für mich, mit einem Schlage die ganze Verantwortung allein tragen zu müssen." „Um so eher ein Grund für dich, daß du mal ausspannst und wenigstens an Abend mal bei deinen Bekannten ein bissel auf andere Gedanken kommst", sagte sie freundlich und scheinbar beruhigt; aber mit dem feinen Instinkt der liebenden Frau fühlte sie, daß ein anderer Kummer sein Herz beschwerte — doch sie hatte kein Recht, zu fragen. Als sie gegangen war, nachdem er ehrenwörtlich für den heutigen Abend hatte zusagen müssen, versank Doktor Wangenheim in tiefes Grübeln. „Ich muß fertig werden, mit dem was gewesen ist. Ich will an Renate denken, will sie um ihre Hand bitten. Und dann will ich mir an ihrer Seite ein neues Glück erkämpfen", sagte er bestimmt. Glück?... Freundschaft war es, die ihn mit Renate verband. Freundschaft — aber keine Liebe.— Es war ein wunderschönes Gartenfest, das Konsul Delbrück anläßlich des Geburtstages seiner Frau gab. Bunte Lampions schufen eine märchenhafte Beleuchtung. An einer lichten Stelle des Parks war eine große Tanzfläche errichtet, auf der sich die jungen Leute zu den schmeichelnden Klängen einer ausgezeichneten Kapelle drehten. Wangenheims Erscheinen hatte allseitig große Freude erregt. Besonders die jungen Damen waren von seiner blendenden Erscheinung entzückt und machten ganz glückliche Augen, wenn er sie um einen Tanz bat. Gegen Renate war Doktor Wangenheim etwas unsicher. Er war mit sich ins Reine gekommen, daß er heute abend zwischen ihnen eine Entscheidung herbeiführen würde. Nicht einen Augenblick befürchtete er, daß sich Renate ihm versagen würde, und auch ihren Eltern, sehr feinen, liebenswürdigen Menschen, würde er herzlich willkommen sein. Zum ersten Male war er wieder der liebenswürdige, galante Gesellschafter, dessen zündende Worte Stimmung schufen und dessen frohes Lachen freudiges Echo fand. Renate beobachtete ihn unmerklich. Was war nur mit ihm vorgegangen? Heute mittag noch hatte sie ihn in dieser verzweifelten Stimmung gesehen, hatte wider Willen feine erbitterten Worte gehört: „Es muß etwas geschehen! Es muß etwas geschehen!" Ja, und nun geschah es schon. Sie fühlte wohl als einzige von allen hier, daß feine Fröhlichkeit nicht echt war, sondern daß sie einem harten Entschluß entsprang. Wolfgang mußte etwas sehr Schmerzliches erlebt haben, mit dem er um jeden Preis fertig werden wollte. Was war es? „Es kann nur eine Frau fein!" dachte sie und hörte, wie ihr Herz hämmerte. Da fühlte sie seine Blicke auf ihrem Gesicht. Sie schlug die Augen nicht auf. Schon ein paarmal hatte er sie heute abend so seltsam forschend angesehen, fast, als wenn er ihr etwas sagen wollte. Etwas sehr Ernstes. Wieder lockten die Geigen zum Tanz. Doktor Wangenheim verneigte sich vor der Tochter des Hauses. Ein Wiener Walzer. Die Instrumente jubelten und schluchzten. Fast lautlos glitten die Tanzenden über den Boden. Erinnerung wurde plötzlich in ihm wach. Das war der Walzer, den er damals in jener seligen Ballnacht mit Rosemarie getanzt hatte... (£in heißes Verlangen prickelte in seinem Blut auf. Er war ja noch jung. Und hielt er nicht auch heute wieder ein schönes, blondes Mädel im Arm das fein würde, wenn er nur ein Wort sagte? Rosemarie? Nein, Renate! Noch immer bebten die Geigen, warben und drängten... Renate hob die großen ruhigen Augen zu ihm auf, in denen jetzt ein Glanz seltsamer Erwartung lag. Da... Schon öffneten sich feine Lippen zum werbenden Wort. Aber die Musik brach ab. Der Tanz war zu Ende. Zufall? Schicksal? Noch in derselben Nacht packte Doktor Wangenheim seine Koffer. Er hatte ja alte, zuverlässige Leute in den Werken. Hier ging es auch ohne ihn. Er würde irgendwo hinfahren. Wohin? Das wußte er nicht. Es mußte ein Fleckchen Erde geben, auf dem das Kraut vergessen wuchs. Auch für ihn. * Marion Tinius war außer sich. Schon tausendmal hatte sie die Erkältung verwünscht, die sie an jenem Abend davon abgehalten hatte, das Gretchen zu spielen. Sie hatte sich am nächsten Tage die Kritiken kommen lassen, und wollte gerade, Konfekt knabbernd, den Reinfall ihrer Vertretung genießen, als ihr Gesicht mit einem Male ganz lang wurde. Statt des erwarteten Schreies nach der Tinius gab es spaltenlange Berichte über das unvergleichliche Spiel der Rosemarie Bergmann. Eine der führenden Zeitungen hatte geschrieben: „Helga Bergmanns Tochter spielt!" Die Tinius war Gift und Galle. Aber was half ihre schlechte Laune? „Kopf hoch und weiter!" hatte sie sich gesagt. Aber Enttäuschung auf Enttäuschung war gekommen. Marion Tinius mußte plötzlich die schmerzlichste Erfahrung ihres Lebens machen. Sie gefiel nicht mehr. Ihr Selbstbewußtfein sank. Mit Händen und Füßen wehrte sie sich. Denn wenn es erst so weit war, ging es unaufhaltsam bergab. Und das durfte nicht sein. Friseur, Zofe, Garderobiere... keiner hatte etwas zu lachen in diesen Tagen bei der Tinius. „Wenn das noch lange so anhält, landen wir alle im Jrrenhause", sagte das Personal mehr als einmal. Gab es denn nichts, gar nichts? Gab es denn kein Zaubermittelchen für die Tinius? Die Bergmann! Die Bergmann! Marion Tinius ahnte, daß sie gegen Rosemarie nicht aufkam. Sie schien tatsächlich hochbegabt, war bildschön, blutjung und — die Tochter der „großen Bergmann" dazu. lFortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Die im Februar 1934 stattgefundenen Brennholz- üerfteigerungen wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 12.2Här$ 1934 in Empfang zu nehmen. 1439C Gießen, den 8. März 1934. Bürgermeiste.rei Gießen. J.V.: Bartholomäus. Zwangsversteigerung K T32 Am 217onfag, dem 9. April 1934, vormittags 10.15 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude Gießen, Zimmer 221, folgende Grundstücke bzw. Grundstücksanteile versteigert: 14270 A. Grundbuch für Gießen Band IV, Blatt 190, auf den Namen: a) Sack, Heinrich, der Dritte, zu %, b) Sack, Emma, geb. Ulrich, dessen Ehefrau, zu % hofreite, Flur I, Nr. 555 (Marktstrahe 21) 56 qm, geschätzt 11635,— RM., Brandtaxe 15 430, — RM., Einheitswert = 10 500 RM. B. Grundbuch für Gießen Band I, Blatt 33, auf den Namen: a) Sack, Heinrich, der Dritte, zu 1/o, b) Sack, Emma, geb. Ulrich, dessen Ehefrau, zu 1/o Hofreitegrund, Flur I, Nr. 556, 20 qm, % = 200,— RM. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht aus- gehängt. Gießen, den 24. Januar 1934. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Wa g n e r, Ortsgerichtsoorsteher._________ Große Nutzholzversteigerung aus verschiedenen Forstorten der Förstereien Nieder- Ohmen, Werlau, Bernsfeld und Elpenrod am 15. wärz 1934, vormittags 9% Uhr, in der hörleschen Wirt- schäft zu Merlau. Stammholz: Güteklasse A. Kiefer (Buchscheer a und Kinnes 7): 3a-Kl. = 1,80, 3b-Kl. = 21,73, 4a-Kl. = 20,45, 4b--Kl. - 19,20, 5. Kl. = 5,01 fm. Lärche (Sinnes 13a): 3a-Kl. = 1,77, 3b-Kl. = 4,02, 4a-Kl. = 3,66, 4b-Kl. = 3,42 fm. Güteklasse N. Eiche: l.Kl. = 1,22, 2. Kl. = 10,85 (beides Wagnerholz), 4. Kl. = 5,23, 5. Kl. = 7,28, 6. Kl. - 8,53 fm (Glaserholz in Lichterwald 6). Esche (Mühlberg 4d): 2. Kl. 0,25, 3. Kl. = 1,61, 4. Kl. = 0,79 fm. Ahorn: 2. Kl. = 0,47 fm. Buche (Mühlberg 5, Haag la, Junger Zwilling 5 und 6): 3. Kl. = 0,79, 4. Kl. - 5,09, 5. Kl. = 3,53 fm. Fichte aus Gänsheege la, Eichheege, Linnes 2, 5a, 10, Kammerwald 10, Burgwald 9: 1u-Kl. = 1,90, Ib-Kl. = 10,66, 2a-Kl. = 15,46, 2b-Kl. = 11,36, 3a-Kl. = 29,66, 3b-Kl. = 34,03, 4a-Kl. = 25,72, 4b-Kl. = 12,54 fm. Kiefer aus Linnes 2, Linnes 7a. 11, Kammerwald 9, 11, Buchscheer-a: 2b-Kl. = 6,89 3a-Kl. = 38,51, 3b-Kl. = 30,90, 4a-Kl. = 14,77, 4b-Kl' = 5,31 fm. Lärche aus Linnenstruth 1, Burgwald 8, Linnes 13a, Pferdsbacherholz 2, Pfingstweide 4, Hainzenberg 11, 14: 2a-Kl. = 10,96, 2b-Kl. = 14,12 3b-Kl. = 7,97 fm. Güteklasse F. Fichte (Spitzen) aus Eichheege 3: 3a-Kl. = 3,09, 3b-Kl. = 7,82, 4a-Kl. = 5,95, 4b-Kl. = 6,96, 5. Kl. = 6,03 fm. Lärche aus Linnes 13a, Buchenkopf a: 2b-Kl. = 1,71, 3b-Kl = 1,29, 4b-Kl. = 1,04, 5. Kl. - 6,31 fm. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Das angebotene Nadelstammholz ist in den angegebenen Forstorten daran kenntlich, daß es nicht geschält ist. Nähere Auskunft erteilen die Förster der obengenannten Förstereien und die unterzeichnete Stelle. Personen, die ihre 1933er Domanialgefälle am 10. Februar 1934 nicht bezahlt haben, kann der Zuschlag nicht erteilt werden. Bei Zahlung nach dem 10. Februar 1934 empfiehlt sich Quittungsvorlage auf dem Forstamt und nicht in dem Versteigerungstermin. 1429V Grünberg, den 6. März 1934. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen: S u ß n c r. Landhaus-Gardinen, weiß mit Einsatz und Spitze 0.25 oder weiß mit farbigen Streifen Meter. 0.48, 0.38 Efamine, ca. 150 cm breit, sehr kräftige Qualität, 0.60 neue Muster Meter Store, Meterware, 225 cm hoch, mit Einsätzen und 1.10 Spitzen und Drillierfranzen Meter 2.95 Dekorationsstoff, ca. 120 cm breit, Rips-Jacquard, 1.45 moderne Muster Meter Scheibengardinen in gemustertem Tüll u. Etamine, mit Einsätzen und Spitzen Stück von 2 Uhr 1433D 1437 A Bienenzüchter des Kreises Gleflen. Sonutag,denll. dö.Mtö.,nachm. Frühjahrs Mäntelund Anzüge Sportanzüge, Sporthosen Regenbekleidung Echte Münchener Lodenmäntel für Herren und Damen Kleidsame neue Muster in größter Auswahl I Wirklich tragfähige bewährte Fabrikate I. Sehr niedrige Preise Umzugshalber billigzuverkaufen: Antiker eichener Kleiderschr., wß. Kleiderschr., wß. Tisck),Sitzstühlch. eins. Waschtisch, Erkerbank, Ein- machtövfe,aller- handKüchenger., Stühle, Fässer, Wäsche-Mangel, Fournier-Presse 85x95, Spiegel. Bilder, Herrenzimmer - Lüster, mod., Mk. 30.-, u. elektr. Lamp. Alirenstr. 181. Herren-Stoffe Damen-Stoffe für Mäntel und Kostüme Bekanntmachung. Wir geben den Arbeitgebern, welche für die Invalidenversicherung für das Jahr 1933 und die vorhergehenden Jahre noch Beiträge zu entrichten haben, bekannt, daß mir ab 10. März d. 3. hierfür keine Zahlungen mehr annehmen. 1442V Die säumigen Zahler haben wir der Landesversicherungsanstalt „Hessen" in Darmstadt mitgeteilt. Allgemeine Ortskrankenkasse für den kreis Gießen. Der Vorstand. I. A.: Jung, Geschäftsführer. Böhringer Gießen, Goethestraße 22 0.28 an Sehr gut erhalt, weiß, komplettes bett, fast neuer schwerer runder TW. Bilder, einfachere elektr. öeieultztungstöro. Wanduhr ufro. bill.zu verk. 01243 Wiesenstraßc 3. 1880/1930 Samst.,10.3.34 abends 8.30 Uhr, im (£af6 Leib Fahnen-Debergabe Zahlreiche Teil- nahme erw. n^p | Vereine""] larnoetetn non 1846, Sieben. Samstag, den 10. März 1934, 20.30 Uhr, im RestaurantPost- keller,Wageng.9 ordentliche Haupt- Versammlung. Vollzähligesund pünktl. Erschein, wird att.Mitglie- dern zur Pflicht gemacht. 1385O Der Vereinsf. ferner sämtliche Zubehörteile wie Gardinenleisten, Gardineneisen, Hohlstäbe, Ringband, Quasten usw., zu äußerst günstigen Preisen 99 LAU IE R & WO Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaes- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse desNaturtfeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Ehestands-Darlehen werden angenommen! 1431 A Vermietungen"! 2 gl. Zimmer und dr.Wohniüdje mit sep.Eingang (Teil einer groß. Wohnung), nahe Univ., an älter. Ehepaar z.verm. Schr.Ang. unter 01247 a.d.G.A. Verkäufe | Nähmasch., gut arb.,28-, desgl. Iverskb.Nähm.K tadelt. Zust. bitt, mit Gar. Reitz, Asterweg44.01252 llllllllllllllllllllllllllllli Nuhbaum« stamm etwa 1 Fstm., z. verkaufen. 01250 Herm.Von-Eiff, Grünberg Hess., Fritz-Hillestr.17. llllllllllllllllllllllllllllli Krelsschnlungs- Versammlung in «ließen inr Aanarium. Erscheinen istPflicht. Der gespendete Honig ist alsbald an mich abzuliefern. Bodenbcnder. stflonneoiei Gießen. 1-3,0 Samstag, 10. 3. 20—22.30 Uhr Deutsche Bühne Reihe 2: Gerade Mitgl.- Nummern u. freier Verkauf Das Konzert. Lustspiel in 3 Akten v. Hermann Bahr. Gi ebener Konzertverein Sonntag, 11. März, 17 Uhr, Univ.-Aula. Achtes Konzert n , Klavier-Abend Professor Wilhelm Bade haus Beethoven-Sonaten op 26 (mit demTrauermarsch) op,273(Mondschein)- op.54 F-Dur-op. 81a(Lebewohl) — op. 109 E-Dur Der Bechstein-Konzertflügel ist vom Pianohaus Schönau, Bahnhofstraße 76 Eintrittskarten: 1.50, 2.25 und 3RM. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus. Mitglieder der Deutschen Bühne und Erwerbslose 30 Pf. gegen Ausweis an der Abendkasse.i^p Zwangsversteigerung 5“33 Am Wontag, dem 9. April 1934, vormittags 10 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Gutfleisch- straße 11I, Zimmer 221, das im Erbbaugrundbuch für Gießen Band 85, Blatt 4860, eingetragene Erbbaurecht versteigert, und zwar von dem den Erbbauberechtigten: 1428V a) Völker, Hans, Architekt, zu % b) Völker, Hedwig, geb. Unverzagt, dessen Ehefrau, zu y zugeschriebenen Anwesen Flur V, Nr. 1642/io, hofreite und Grabgarten auf der Weiherde = 304 qm + 380 qm (Aul- weg 48). Betrag der Schätzung: 15 000 2HK. Die amtsrichterliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 17. Januar 1934. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: ________Wagner, Ortsgerichtsvorsteher.________ Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde Staufenberg sollen unter Hinweis auf die Reichsoerdingungsordnung nachfolgende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden: Los 1: Materiallieferungen: 20 cbm Stücksteine, 20 cbm Basaltpflastersteine, 45 cbm Basaltklopfsteine. Los 2: Herstellung von 370 qm Pflasteraufbruch, 330 qm Reihenpflaster und Gossenrinnen, 140 qm Grundbau, 1170 qm Eindeckung mit Klopfsteinen und Uebergründungs- material. Pläne und Bedingungen liegen bei uns zur Einsichtnahme offen, wo auch Leistungsverzeichniffe kostenlos zu haben sind. Eröffnung der Angebote Donnerstag, den 15. Wärz 1934, vormittags 10/4 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde, wo die Angebote in verschlossenem Umschlag mit dem entsprechenden Vermerk einzureichen sind. Zuschlagsfrist drei Wochen, freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. 1430V Gießen, den 6. März 1934. Kulturbauamt Gießen. ______H. Steinbach, Regierungsbaurat._____ Bekanntmachung! Die Fuhrleiftungen einschl. Fahren der Leichenwagen für die Zeit vom 1. April 1934 bis 31. März 1935 sollen in 8 Losen öffentlich vergeben werden. Verdingungstermin: 1445V Samstag, den 17. wärz 1934, vormittags 10 Uhr. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular sind rechtzeitig abzugeben. Zuschlags- und Bindefrist 3 Wochen. Gießen, den 8. März 1934. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt^ G r a v e r t. Zrei1ag,9.Mrz |93< Gietzener Anzeiger (General-AnzeigersürOberheffen) Kr. 58 Zweites Blatt Das ungeschriebene Gesetz der Wahrung „des Paar vor der Wohnung der Eltern der löraut uno entführten beide trotz sofortiger Verfolgung durch japanische Truppen ins Innere des Landes. Ge-1 e Äs Aus aller Welt DOS M M Lhk' hi"' ■ n lind oeil mir als irie Dar ßen ist. Das und des Meist Bezirkes ja meist iflt ge. B» fiel istafei ingt M in nert ei fr l, k >0d -hi >en ns Ge- und 16 sdi) ehe- aus Newtfchuang. Die Räuber griffen das junge Paar vor der Wohnung der Eltern der Braut und heimnisvolle Boten leiteten die Löseverhandlungen, brachten Briefe des Mädchens, die anfangs heroisch, dann später, als Monate vergingen, verzweifelte Rufe nach Befreiung zwischen den Zeilen trugen. Die Bande wechselte fortwährend ihren Aufenthalt. Sie schleppten ihre Opfer nachts in andere weltabgeschiedene Dörfer, in unwegsame Berggegenden. Japanische Kampfflugzeuge jagten nach den Räubern. Die Räuber forderten nebst unverschämten Summen in Goldwährung Kanonen und Maschinengewehre als L ö s e g e l d. Man erfuhr nie, wieso schließlich der Handel beendet wurde, die Geiseln kehrten elend und abgezehrt heim, nachdem der englische Generalkonsul in Mukden eine scharfe Rote an die Regierung gesandt hatte und ein englisches Kanonenboot in Newtfchuang erschienen war. Seit den letzten Kämpfen gibt es wieder religiös fanatisierte Banden, die in echt chinesischem Aberglauben überzeugt sind, durch den Genuß verbrannten gelben Papiers unverwundbar geworden zu sein. Sie stürmen, nur mit kurzen chinesischen Schwertern bewaffnet, gegen japanische Panzerzüge. Sie sind nicht unter das Banditentum zu rechnen, wenngleich sie auf ihren „Kreuzzügen" auch Konzessionen und Dörfer niederbrennen und plündern. Sie erinnern in vielem an die „Boxer" genannten grausamen Scharen, die in den Schicksals- taqen im Jahre 1900 die ganze Welt in atemloser Spannung hielten, als sie das Pekinger Gesandt- schaftsviertel durch Wochen belagerten und stürmten. Auch den energischen Aktionen der Japaner wird es wohl nicht gelingen, den „Chunchudsen" ganz zu vertilgen. Die weiten Ebenen und wilden Berge der Nordmandschurei sind ein Reservoir, aus dem der mit einer eigenen Romantik umgebene Räuber immer wieder hervorbrechen wird. sichts" führt dann zu Verhandlungen, beide Parteien verlassen zufrieden den Kampfplatz. Handelt es sich aber um einen Ueberfall durch eine fremde Bande, dann endet der meist kurze Kampf Die beste Erklärung der verworrenen Verhältnisse Chinas gibt die Erkenntnis, daß dieses riesige Reich mit seinen f ü n f h u n d e r t M i l l l o- nen Einwohnern sich in einer Struktur befindet, die den mittelalterlichen Zuständen Europas zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges gleicht. Dieser Vergleich gilt sinngemäß für alle Erschelnungen und Lebensäußerungen im heutigen China, ausgenommen natürlich die völlig unchmeßschen Verhältnisse in den Vertragshäfen und den ausländischen Konzessionen. Mittelalterliche Zustände. Die Mauer ist der beredste Ausdruck, das sinnfälligste Charakteristikum dieser Zustände: hinter ihr verbirgt sich das Reich: sie schließt Stadt und Dorf gegen das Land ab, ja jedes einzelne Haus versperrt sich hinter ihrem Schutz gegen die Welt ringsum. In den Städten wohnen die Zünfte in eigenen Gassen, die ihren Namen tragen; ängstlich schließen sich abends die schweren Stadttore vor den seit dreißig Jahren marschierenden Räuber- Heeren Man wird Räuber in China aus Verzweiflung, aus Ehrgeiz oder aus Liebe zu diesem Beruf; denn es ist ein Beruf, eine seit undenklichen Zeiten sanktionierte Institution des staatlichen Lebens. Man ist eben Räuber, so wie man auch Kaufmann, Bauer und Silberschmied werden kann. So war es, als aus den Ebenen Jnnerasiens Dschingis Khan nach Europa ritt, so blieb es unter den verschiedenen Kaiserdynastien, die geheimnisvoll hinter den roten Mauern der „Verbotenen Stadt" regierten, so ist es noch heute. Da wuchsen zwar amerikanisierte Städte an den Küsten, ein paar Eisenbahnen drangen wie böse Geister ins Land, es kamen die Missionare und brachten die Petroleumlampe, das Kreuz und den Kasten mit den springenden Bildern mit. Das alles sind kleine Inseln, ringsum blieb das Mittelalter, der Aberglaube, der Bonze und der Räuber. Letzterer, als eine der eigenartigsten Figuren auf der eigenartigen Bühne des chinesischen Volkslebens, verdient Beachtung. Banditismus ist ein Beruf. Die „Steuern" der Banditen. Es gibt Land- und Seeräuber. Der Landräuber — in Nordchina und der Mandschurei „Chun- chudse" genannt — erwirbt sich in seiner Provinz durch einige Raubtaten Volkstümlichkeit. Er hat dann meist einen klingenden Namen, der in aller Munde ist, und bald sammelt sich um ihn eine vorerst Meine Bande, die sich aus Deserteuren und Bauernsöhnen rekrutiert. Das ist der Stamm, die Berufsbande, die manchmal nach den landesüblichen großen Ueberschwemmungen und Hungersnöten starken Zustrom aus den verwüsteten Gebieten erhält. Der dieserart durch die eigene Not getriebene Bauer kehrt stets wieder nach erledigter Katastrophe zu seiner Scholle zurück: er ist aber nun immer wieder bereit, zu „seiner" Bande zurückzukehren, falls dies ihm nötig erscheint. Die Ban^e kgt im Umkreis ihrer Tätigkeit Steuern auf, die das Dorf immer, die Stadt manchmal zahlt. Durch diese Steuereintreibung übernimmt die Bande ihrerseits die Verpflichtung, „ihr" Gebiet vor den Uebergriffen fremder Banden zu schützen. Selten lehnt der Bauer sich auf. Dann bleibt das primitive Tor in der armseligen Lehmmauer des Dorfes geschlossen, ängstliche Wachen spähen über die öden Reisfeldersümpfe. Eines Nachts erscheint dann der Chunchudse; meist gibt es eine wütende Knallerei, viel Geschrei und Waffengerassel. Kampfflugzeuge suchen ein verschlepptes Liebespaar. Die Chunchudsen der Nordmandschurei. - Banditentum als Beruf. Von JR. E Strunk. c Mn rnst stell- d im eben s an iwP K 8(33 leijch- dbuch Elb- mit der ganzen Grausamkeit, der der Chinese fähig brennende Dorf sieht Orgien der Gewalt W. > bM )ii^ r6in' tchiO ,gbo e * ist dl-- iF Blutrausches. ignoriert der „Militärkommandant" des seine Hilfspflicht, denn erstens war es so, daß seine Truppe nur auf den Löh- Beeihoven-Gonaten. Zum Klavierkonzert von Backhaus. Beethovens Schaffen erscheint überaus stark in seiner Klaviermusik verwurzelt. Zeitweilig, namentlich in der ersten Werkperiode, weist der Klaviervirtuose Beethoven den Weg. Seine Fähigkeit zum Improvisieren war nach dem Urteil der Zeitgenossen für einen zweiten unerreichbar. Je stärkere Bindungen der Mensch Beethoven im Laufe der Entwicklung zu seinem Werk einnimmt, desto höher steigert sich die Klaviertechnik, die durch ihn ein wesentlich anderes Gesicht erhält als im vorausgegangenen Zeitalter Mozarts. Immer höher werden die Anforderungen, die der Meister an das Instrument stellt; in Verbindung mit Instrumentenmachern steckt er dem Klavierbau neue Ziele; er verlangt von dem Instrument größere Schallkraft und damit verbundene Tragkraft des Klanges; seinem Streben nach Vertiefung des Ausdruckes entsprechend, soll der Ton modulationsfähiger werden. Als Dokumente stärkster persönlicher Kündung ragen unter seinen Werken die Klaviersvna- t e n hervor, und Hans von Bülow nennt sie berechtigter Weise „das neue Testament", in Gegenüberstellung zu Joh. Seb. Bachs „Wohltemperiertem Klavier", dem alten Testament. Nicht der zünftige Zeitgenosse, gerade der weniger durch zeitgemäße Tradition belastete Kreis der Musikliebhaber fand zuerst den Weg zu der neuen Eigenart dieser Sonaten. In einem Briefe spricht Beethoven davon, daß die großen Pianisten seine Sonaten nicht seinem Wunsch entsprechend vortragen. Sie haben nur „Mechanik" oder „Affektation"; er vermißt aber bei ihnen die „wahre Pflege seiner Geisteskinder". So haben seine Sonaten bis in die Jetztzeit das höchste und erstrebenswerteste Ziel einer ernsten Betätigung in der Hausmusik dargestellt. Im Konzertsaal haben sich immer nur wenige Berufene dieser Werke angenommen; denn für -ben Podiumsvortrag dieser Sonaten sind neben vollendetem technischem Können höchste musikalische und geistige Reife unbedingt vorauszusetzen. In Berlin haben im Verlaus des letzten Konzertwinters zwei souveräne Beherrscher dieses Spezialgebietes es unternommen, das gesamte Sonatenwerk Beethovens zur Aufführung zu bringen: Frederic Lamond und Wilhelm Backhaus; jeder der beiden mit vollem Einsatz persönlicher Eigenart. Die ^s-Dur-Sonate (op. 26) leitet einen neuen Abschnitt der Sonatenkomposition ein. In den Oie Preisträger des Leserwettbewerbs „Mit Hitler in die Macht". Bei dem Leserwettbewerb „M i t H i t l e r i n d i e Macht" haben von den über 200 000 Einsendern 1069 das Richtige getroffen. Nach den Bedingungen war der ausgesetzte Preis von 1000 Mark bei mehreren richtigen Lösungen in fünf Preise zu je 200 Mark zu teilen und die Preisträger durch das Los zu ermitteln. Als Preis- träger wurden ausgelost: Ilse Hempel mann, Bad Oeynhausen, Alfred Klemm, Berlin W. 50, Frau Peter Rauften, Aldegund, Post Bullay, Herbert Langer, Bunzelwitz (Schles.), Alice Scott-Preston, Kunstmalerin, Berlin W. 50. Der Zentralverlag Franz Eher hat in Anbetracht der außerordentlich zahlreichen richtigen Lösungen hundert Exemplare des Werkes yon Dr. Otto Dietrich „Mit Hitler in die Macht" als weitere Preise zur Verfügung gestellt. Diesen Preisträgern werden ihre Preise unmittelbar zugesandt werden. Hochzeit des Prinzen Sigvarb mit Fräulein Pahek. Die Eheschließung zwischen dem Prinzen Sig- vard von Schweden und Fräulein Patzek aus Berlin-Wilmersdorf ist am Donnerstagmittag in London vollzogen worden. Schon in den frühen Morgenstunden hatte sich vor dem Standesamt eine riesige Zuschauermenge eingefunden, die von einem starken Polizeiaufgebot kaum in Schranken gehalten werden konnte. Als das Brautpaar endlich erschien, wurden ihm begeisterte Huldigungen dargebracht. Neue Mineralquelle in Vad Ems erbohrt. Bei Bohrungen im Kesselbrunnen in der Brunnenhalle von Bad Ems wurde Mineralwasser gefunden, das eine Temperatur von 50 Grad und Alkalitäten von 30,5 ergab. Es ist dies genau die gleiche mineralische Zusammensetzung, wie sie der frühere rühmlich bekannte Kesselbrunnen enthielt, dem Bad Ems seine Bedeutung als Welt- und „Das verliebte Hotel." So heißt ein Filmschwank der Bayerischen Filmgesellschaft m. b. H., in welchem Anny O n d r a wieder mal als ausgelassener Kobold ihr munteres Wesen treibt, sich in die absonderlichsten Kostüme steckt und tausend Verwirrungen stiftet, indem sie von einem hamburgischen Rummelplatz in ein ziemlich vornehmes Seebad verschlagen wird, um dort, kraft einer Erbschaft, das Hotel „Atlantic" in Besitz zu nehmen; dies führt zu ungeahnten Ueberraschun- gen, weil es leider in dem Badeort zwei Hotels „Atlantic" gibt, die aber außer dem Namen nichts miteinander gemein haben. Zu dieser mißverstandenen Erbschaft kommt noch eine Liebesgeschichte übers Kreuz, die erst nach langwierigem Hin und Her auf einem zünftigen Matrosenball zur allgemeinen Zufriedenheit ins rechte Geleise gebracht wird. Regie führt, wie immer bei Anny Ondra, die Tempo und Tonart angibt, Karl L a m a c. Sonst sind an diesem kuriosen Abenteuer in erster Linie Matthias Wiemann, Gülstorff, Ode- mar und Erika G l ä ß n e r beteiligt. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Das Beiprogramm bringt Winterbilder aus dem Allgäu, einen Kabarettfilm und eine bemerkenswert aktuelle Wochenschau mit Ausnahmen von den Beisetzungsfeierlichkeiten in Brüssel. vorausgegangenen Werken hatte sich Beethoven als Träger und Beherrscher der Traditionssorm, allerdings schon mit persönlicher Ausprägung, erwiesen. Jetzt bestimmt er die Form nach den Erfordernissen des Inhaltlichen. Daß er op. 26 mit einer Reihe von Variationen beginnt, darin mochte ihm Mozarts ^-Dur-Sonate den Weg gezeigt haben. Aber der weitere Aufbau erweist doch das Neue in der Gestaltung: die ersten beiden Variationen folgen in ihrer Figuration dem gegebenen Thema; die dritte in Moll läßt den kommenden Trauermarsch schon vorahnen; die vierte beutet das Thema nach der heiteren Seite aus; in der abschließenden fünften Veränderung zieht sich das Thema führend durch die lebhaft bewegten Nebenstimmen; sie schließt mit einer innigen Coda. Im Gegensatz zu der Kleinarbeit der Variationen spannt das „Scherzo" den melodischen und harmonischen Bogen erheblich weiter. Ein Trauermarsch voll packender Wucht führt in die düstere ^8-Moll-Sphäre; das lebendig beschwingte Finale gibt den lichten Ausklang. In dem als „M o n d s ch e i n s o n a t e" bekannten op. 27 Nr. 2 (Ci8-Mvll) löst sich Beethoven völlig von der bisherigen Formtradition und verlagert den Schwerpunkt dieses Werkes in das Finale. Dem düsteren elegischen Gesang des Ein- gangsadagios hat man die verschiedentlichste Deutung aus dem Leben Beethovens geben wollen. Dieser schmerzlichen Welt dissonanzenreicher Vorhalte fügt sich ein Allegretto als Lichtblick an, das in feinem Trio auf den vorausgegangenen Satz zurückweist. Um so stürmender drängt es in dem Presto agitato des Finale, das zwar in seiner Form der Tradition sich anschließt, sich aber zu Höhepunkten größten Impulses erhebt, als ein Seelengemälde von erschütterndster Anschaulichkeit. Wie Beethoven den Stil der Sonate immer mehr persönlich durchbildet, das läßt die zweisätzige Sonate op. 54 erkennen. Hier zieht sich ein menuettartiges Thema wie ein goldener Faden durch den ersten Satz; in seiner Gegenüberstellung zu hämmernden Oktaven wandelt es sich ab, indem es in feiner melodischen Kontur sich auflöst, mit dieser Eigenart in den späten Sonatenstil Beethovens vorfühlend. Das sich anschließende Alle- gretto-Finale kann als ein Gegenstück zum Schlußsatz in op. 26 angesehen werden; feine rhythmische Bewegtheit und sein geistiger Gehalt deuten auf diese Verwandtschaft. Die einzige Sonate, der Beethoven ein Programm unterlegt hat, ist o p. 81a (E s > 2) u r). Abschied, Abwesenheit und Rückkehr des Erzherzogs Rudolf gaben die Veranlassung zu diesen drei überaus stimmungsvollen Sätzen. Das „Lebewohl"- Thema des Adagio-Eingangs voller Wehmut wird für das nachfolgende Allegro als verhallender Scheideruf von ganz besonderer klanglicher Bedeutung. Das Andante espressivo gibt dem Trennungsschmerz mit seinem Gefühl des Verlassenseins Ausdruck. Zwar regt sich schon eine leise Hoffnung auf die Wiederkehr; sie wird zur Gewißheit in dem sich direkt anfügenden Finale, das in seinem glückhaften Jubel von Wiedersehensfreude überschäumt. Die E-Dur-Sonate (op. 109) aus dem Jahre 1820 steht am Eingang der drei letzten Sonaten. Ein beschwingtes Präludieren, dem zwei Adagioepisoden schwärmerisch Einhalt gebieten, führt zu einem impulsiven prestissimo mit stärkstem innerem Drängen. Als Ausdruck der Ruhe beginnt das Finale mit einem gesangvollen Thema innigsten Empfindens, das in einer Reihe von Variationen ausgedeutet wird in ausdrucksvoller Linie, in klanglicher Auflösung, in rhythmischer Beschwingtheit, in strenger Imitation. Die Schlußvariation läßt das Thema sich zunächst klanglich verflüchtigen, um dann das Ganze in feiner Originalgestalt abzuschließen. Dr. H. Schützenregimenter in einen Panzerzug verwandelt wurde, mußte der gelbe Bandit die Grundzüge der Taktik und Strategie lernen, um sein Handwerk ausüben zu können. Er verteidigte sich gegen die schrittweise vordringende Kultur wie ein erbittertes Raubtier. Seit dem russisch-japanischen Krieg und dem daraus resultierenden Zusammenbruch der russischen Vormachtstellung in der Mandschurei gedieh der Chunchudse in der schwächlichen Clanpolitik Chinas als politischer Faktor zu ungeahnter Blüte. Er beherrschte das Land. Der Chunchudse ist von den verschiedensten Generalen und Gouverneuren als Verbündeter aufgerufen worden. Er ist modern bewaffnet, so daß eigentlich eine Unterscheidung zwischen Rebellenarmee und Bande oft kaum noch gemacht werden kann. Das Ohr des Geraubten. Zwischendurch taucht immer wieder der echte Räuber, der nur aus der Gunst der Verhältnisse Vorteil zieht, auf. Mit beispielloser Kühnheit wählt sich der Chunchudse die Straßen der Fremdenviertel in Harbin oder Mukden zum Schauplatz seiner Ueberfäüe. Er holt sich am hellen Tag prominente Mitglieder dieser Kolonie vom Golfplatz, vom Jagdausflug ober aus der Villa am Flußufer und fordert hohe Lösegelder von der, für ihren guten Ruf besorgten neuen Regierung. Bei Verzögerungen in den Verhandlungen sendet die Bande ein Ohr oder einen Finger des Geraubten. Eine der wildesten Affären war die Verschleppung einer jungen Engländerin und ihres Bräutigams, eines Beamten der „British Tobacco Compagnie“ Zeitschriften. — „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow. Jahrgang X, Heft 12, 36 Seiten Text, 2 Tafeln . und 20 Textabbildungen. Preis vierteljährlich 2,50 Mark, einzeln 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — lieber die Bedeutung der Rauschgifte und besonders über die des Alkohols für den Volkskörper gibt Dr. med. et phil. Ingo Krumbiegel im Märzheft eine Uebersicht unter Benutzung auch der neueren Zahlen. Es wird ausgeführt, daß von den rund 800 Nachkommen einer Trinkerin über 700 wenigstens einmal mit dem Strafrichter in Berührung gekommen sind, daß davon 37 zum Tode verurteilt wurden, daß 342 Trinker waren und insgesamt durch die Sippschaft dieser Trinkerin dem Staate mehr als 12 Millionen Gerichtskosten erwachsen sind. Ein Schulbeispiel für die Berechtigung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Das gleiche Heft gibt Nachricht von den Verfahren, die Wachstumsdauer der Pflanzen durch kurze Einwirkungen auf die keimenden Samen erheblich abzukürzen, so daß z. B. Wintergetreide — erst im Frühjahr gesät — noch im gleichen Jahre zur Reife kommt. Für viele Liebhaber werden die Angaben von Dr. P. Michaelis vom Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Züchtungsforschung wertvoll fein, die die Entwicklung und Aufzucht der Orchideen betreffen. Prächtige Bilder und Tafeln veranschaulichen die Aufzucht. Reizvoll sind auch ibie Bilder von den Waben verwilderter Bienen und von den Anfängen der Bienenzucht mit den Ausführungen von Pros. Max D i n g I e r, Gießen. Heber die Kohlevorkommen der ganzen Welt berichtet ein Beitrag von Bergassessor Siegmund. Andere Aufsätze behandeln die neuesten Fortschritte auf dem Gebiet der Zeitmessung, die Verarbeitung von Kohle zu plastischen Massen, Fragen aus der Vogelzugforschung, tierseelenkundliche Beobachtungen auf" dem Geflügelhofe u. a. m. Wie immer zeichnet sich auch das vorliegende Heft des „Naturforscher" durch seine Reichhaltigkeit und prächtige Bebilderung aus. Alle Beiträge sind leicht verständlich gehalten, so daß sie jedem Naturfreund eine Fülle von Wissen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften und der Technik vermitteln. Die Zeitschrift, die im April ihren neuen Jahrgang beginnt, kann wärmstens empfohlen werden. nungslisten stand, die er dem Gouverneur einreichte, oder seine Soldaten hatten überhaupt keine Waffen. Die hatte irgendein „Machthaber" schon längst an die Armee der Nachbarprooinz ober gar an bie stärkste Banbe verkauft. Auch sagte bie Erfahrung, baß Truppen, bie zur Bekämpfung ber Chunchubsenbanben ausgerückt waren, nicht mehr heimkehrten, fonbern gleich selbst zu ben Banden übergingen, beim es schien aussichtsreicher, sich als Räuber einen Svlb zu holen, ben man als Solbat seit Monaten nicht mehr erhalten hatte. Staatlich sanktioniert. Aus biesen unb vielen anberen Grünben verftanb sich ber Gouverneur meist zu einer m i l b e n Tat« t i k gegenüber ben Banben, ja er suchte in langwierigen biplomatischen Verhanblungen sich bie Dienste ber Banbe zu sichern. Er legalisierte auf biese Art bie Banbe, bie nunmehr — ein Staat im Staate — als Gegenleistung einen bestimmten Prozentsatz ihrer Beute unb ihrer Steuereinkommen an ben „Gouverneur" sanbte. War nun ber Führer ber Banbe ehrgeizig und schlau, so stieg er über die Würde einer Leibwache im geeigneten Moment selbst in die Sänfte des Gouverneurs. Viele der bekannten Generäle und Machthaber des alten und neuen China find frühere Bandenführer. Daß es neben dieser Art staatlich sanktionierter Räuberei natürlich weitaus unbequemere gibt, hat China seiner Modernisierung zu verdanken. Der mit Maschinengewehr und Automobil „arbeitende" chinesische G a n g st e r in Schanghai oder Hongkong hat seine Methoden dem Chicago-Kollegen in den importierten Filmen abgelauscht; er verdirbt Romantik und Renommee seines Genossen im Innern des Landes. Kriegerischer Banditismus. Eine besondere Stellung hat stets der Chunchudse der Mandschurei eingenommen. Hier, besonders aber in der Nordmandschurei, also im Bereich der eben im Mittelpunkt allgemeinen Interesses stehenden Ostchinesischen Eisenbahn, um Harbin herum und im Tal des Sungari sowie in den Felshängen des Khingangebirges, gedieh an der Nahtstelle der weißen und gelben Rasse aufdenSchlacht- selbem ewiger Kriege eine befonbers kriegerische Form bes Banbitismus. Hier im gesetzlosen Hinterland der sibirischen Sträflingskolonien winkte dem flüchtigen Verbrecher aus den Strafbergwerken um Jakutsk und Jenissei, dem geächteten mongolischen Pferdedieb eine fast uneingeschränkte Freiheit unter dem blutigen Banner der mandschurischen Chunchudsenkavallerie. Auf ihren kleinen, unalaublich zähen Gäulen waren die Räuber dieses Landes in unausgesetzten Kämpfen mit den Kosaken des Zaren zu kriegs- tüchtigen Soldaten der Gesetzlosigkeit herangebildet. In diesem Niemandsland zwischen Weiß und Gelb, dessen Garnisonen stets schußbereite Vorposten waren, dessen Eisenbahnstationen Festungen sind, in dem jeder Postzug durch sibirische Kaiserbad verdankte. Die Auffindung der Quelle gibt berechtigten Anlaß zu ber Hoffnung, baß bas Bad jetzt wieder zu seiner Weltgeltung kommen wird. Es ist interessant, daß gerade heute die Arbeiten an dieser Stelle eingestellt werden sollten, falls sich wieder kein Ergebnis zeigen würde. Aus der andern Lahnseite gehen ebenfalls die erfolgversprechenden Bohrungen weiter. Motorradfahrer rast in eine SA.Kotonne. — Sechs Schwerverletzte. In Neusalz a. d. O. fuhr der Schiffseigner T l e tz e aus Kuffer mit feinem Motorrad in eine S A. - K o l o n n e, die nach hinten durch drei Fahrräder mit Katzenaugen gesichert war. Fünf SA.- Männer wurden schwer verletzt, doch besteht bei keinem Lebensgefahr. Tietze erlitt einen schweren Schädelbruch. Er dürste kaum mit dem Leben davonkommen. Schuld an dem Unglück hat Tietze, der auf einem geliehenen Motorrad fuhr, dessen Bremsen anders angeorbnet waren als bei seinem eigenen. Hinrichtung eines Mörders in Lübeck. Der Mörder des Handlungsgehilfen Meinen, der 1903 geborene F i ck, wurde in Lübeck durch Enthaupten hingerichtet. Er war zum Tode verurteilt worden, weil er gemeinsam mit einem gewissen Käding am 31. Juli 1932 den Handlungsgehilfen Meinen überfallen unb getötet hatte. Käding hatte Meinen burch schwere Messerstiche verletzt. Fick hatte ben am Boben Liegenden mit mehreren Schlägen mit einem Knüppel getötet. Fick unb Käbing waren Angehörige bes Reichsbanners, währenb Meinen Nationalsozialist war. Stürzender Kran bringt ein Lastschifs zum Sinken. Ein sonderbarer Unfall ereignete sich auf dem Rangiergleis des Miltenberger Bahnhofs am Ufer des Mains. Der Kran der Firma B r e u n i g wurde von ablaufenden Güterwagen erfaßt und auf ein zu entladendes Lastfchiff gestürzt, welches durch den Anprall und unter der ungeheuren Last des Kranes in dem dort sehr tiefen Wasser v e r - sank. Der Kranwärter, der noch rechtzeitig vor dem Sturz des Kranes auf das Schiff gesprungen war, wurde glücklicherweise von dem stürzenden Kran nicht getroffen und konnte sich von dem unter- geyenden Schiff noch zur rechten Zeit auf den Teil des Kranes retten, der über dem Wasser herausragte. Mit einigen Quetschungen wurde er ins Krankenhaus transportiert. Schlechtes Wetter erschwert die Bergung der „Tschetjuskin^'Besahung. Infolge äußerst ungünstiger Wetterverhältnisse konnten bisher noch keine weiteren Flüge von Kap Wellen zum Schmidt-Lager auf dem Eise unternommen werden. Der Dampfer „Stalingrad", der aus Petropawlowsk mit Flugzeugen und Brennstoffen unterwegs ist, geriet in schweren Sturm, so daß er die Fahrtrichtung ändern mußte. Der Dampfer „Smolensk", der gleichfalls Material zur Hilfeleistung für die „Tscheljuikin"- Leute geladen hat, ist in Petropawlowsk eingetrof- sen und wird bereits Freitag wieder nach Norden in See gehen. Ein dritter Dampfer ist nach Wladiwostok beordert worden, um von dort vier Propellerschlitten zu holen. Wie aus Kap Wellen gemeldet wird, sind die aus dem Schmidt-Lager geborgenen Frauen und Kinder in befriedigenden Räumen gut untergebracht worden. Sie sollen gesund und guten Mutes sein. Auch im Schmidt-Lager ist nach den letzten Meldungen alles wohlauf. Zwei Bergleute durch niedergehendes Gestein getötet. Auf dem Ditzthumschacht ter Mansfeld-AlZ. in Eisleben (Provinz Sacyfen) wurden die Bergleute Jo- hann Keiner aus Leimbach und Franz Schröder aus Groß-Orner durch unvermutet niedergehendes Gestein verschüttet. Obwohl die Rettungsarbeiten sofort ausgenommen wurden, konnten die Verunglückten nur als Leichen geborgen werden. Beide waren verheiratet. Schröder hatte keine Kinder, während Keiner außer ter Witwe drei unmündige Kinder hinterläßt. Wirtschaft. * Beschränkung in der Herstellung von Uhren und deren Bestandteilen. Der Reichswirtschaftsminister hat eine Anordnung erlassen, die die Herstellung von Uhren und deren Bestandteilen beschrankt. Anlaß zu dieser Anordnung bot die Gefahr, daß in der Uhrenindustrie trotz der 'hier bereits bestehenden starken Uebersetzung neue Kapitalien investiert würden. Der Gefahr weiterer Kapitalfehlleitung soll also entgegengetreten werden. Die Armbanduhren-Jndustrie wurde mit Rücksicht auf den weitgehenden Schutz, der ihr durch wirtschaftspolitische Maßnahmen anderer Art erst kürzlich gewährt worden ist, von der Anordnung ausgenommen. * Fortgesetztes Steigen der Belegschaftsziffer des Ruhrbergbaues. Die Belegschaft des Ruhrbergbaues weist seit dem Tiefstand im Mai 1933 mit 206 057 Mann eine fortgesetzte Steigerung auf. So liegt die Belegschaftsziffer von Ende Februar um mehr als 1100 Mann höher als Ende Januar, während bedingt durch schlechtere Abrufe von Hausbrandsorten der milden Witterung wegen der arbeitstägliche Absatz unter dem Vormonat gelegen hat. Bei einer für Ende Februar ermittelten Zahl von 219 370 Arbeitern ergibt sich seit Mai vorigen Jahres eine Belegschafts- zunayme von 13 bis 14 000 und seit dem Tiefstand im September 1932 eine solche von 23 bis 24 000 Mann. Man kann damit rechnen, daß z. Zt. durch Einlegen von Feierschichten mehr als 20 000 Mann über die augenblickliche Beschäftiaungsmöglichkeit hinaus von den Ruhrzechen in Arbeit gehalten werden. Frankfurter Börse. Mitlagsbörse: im Verlause wieder fest. , Frankfurt a. M., 8. März. Zu Beginn der heutigen Börse war die Tendenz am Rentenmarkt weiter fest, während Aktien überwiegend etwas schwächer einsetzten. Der Ordereingang seitens der Kundschaft war sehr gering, so daß die Kulisse in Anbetracht dieser Tatsache eher zu Glattstellungen neigte. Aus der Wirtschaft lagen wieder eine Reihe günstiger Nachrichten vor, besondere Beachtung aber wurde der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Zollfriedens zugewendet. Am R e n t e n m a r k t war zunächst wieder recht lebhaftes Geschäft in Neubesitzanleihe, so daß iich die Notiz auf 21 nach gestern Abend 20,45 d. S). teilte. Auf Grund einiger Gewinnabgaben bröckelte icr Kurs im Verlaufe allerdings auf 20,75 v. H. ab. Altbesitzanleihe, sowie auch späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit je plus 0,13 v. H. ebenfalls freundlich. Reichsmark-Obligationen hatten fast wieder kein Geschäft zu verzeichnen, dagegen konnten sich von Industrie-Obligationen 6prpz. Stahlverein-Bonds um 1,40 v. H. befestigen. Das mangelnde Interesse am Aktienmarkt und das geringe Geschäft ließen die Kurse meist abbröckeln. Besonders Montanwerte litten unter Kursdruck, so verloren Buderus ca. 2 v. H., Rheinstahl 1,50 v. H., Klöckner 1 v. H. und die übrigen Werte dieses Marktes lagen bis 0,75 v. H. niedriger, lediglich Phönix waren mit plus 0,25 v. H. gut gehalten. Am Chemiemarkt gaben IG. Farben bei kleinstem Umsatz 0,75 v. H., Metallgesellschaft 1 v. H. und Scheideanstalt 0,50 v. H. sowie Rüt- aerswerke 0,75 v. H. nach. Von Elektropapieren lagen Bekula 1,50 v. H., Schuckert 1,75 v. H., Ges- fürel 1,25 v. H. schwächer, Siemens und Felten bröckelten je 0,50 v. H. ab. Im einzelnen waren Verkehrs- und Zellstoffwerte gehalten, von Kunstseideaktien gewannen Aku 1 n. H. und Autowerte waren zunächst noch unverändert. Auf die Ausführungen des Führers zur Eröffnung der Automobilausstellung folgte im Verlaufe eine stärkere Nachfrage nach Autowerten. So konnten Daimler sich um 1,25 v. H. auf 56 v. H. und Adlerwerke Kleyer im Freiverkehr um 3 v. H. auf 51 v. H. befestigen. Durch diese Bewegung wurden auch die übrigen Aktienmärkte mitgezogen, und es gewannen Farbenindustrie 2 v. H., AEG. bei lebhafter Nachfrage 0,90 v. H., Schuckert 1,25 v. H., Gesfurel 0,90 v. H., Rheinftahl 1 o.H., Neichsbank 1,50 v. H. und Bemberg, die zu Beginn 1 v. H. verloren hatten, befestigten sich um 1,25 v. H. auf 58,25 v. H. Später wurden noch Deutsche Erdöl mit 1,50 o.H. Kursverlust notiert. Am Renten markt konnte Neubesitz den Verlust von 0,25 o. H. wieder ausgleichen und die Notiz auf wieder 21 v. H. stellen. Daneben gewannen Altbesitzanleihe noch 0,25 v. H., während späte Reichsschuldbuchforderungen (94,25 v. H.) keine Veränderung aufwiesen. Stahlverein-Bonds lagen etwas ruhiger und 0,13 v. H. leichter. Für Stadtanleihen war Interesse vorhanden, und die Kurse zogen bis 0,40 v. H. an. Staats- und Länderanleihen wiesen keine besonderen Veränderungen auf. Am Pfandbriefmarkt war die Lage allgemein freundlicher, Goldpfandbriefe zogen bis 0,40 v. H., Liquidationspfandbriefe bis 0,50 v. H. und Kom- munal-Obligationen bis 0,25 v. H. an. Fremde Werte lagen weiter still. Tagesgeld war wieder etwas gesucht und stellte sich auf 4 v. H. nach gestern 3,75 o. H. Abendbörse: fest. In Weiterwirkung der Rede des Reichskanzlers anläßlich der Eröffnung der Automobil-Ausstellung eröffnete die Abendbörse auf fast allen Marktgebieten mit einer festen Tendenz. Das Geschäft war in Spezialwerten ziemlich lebhaft, und die Kurse zeigten im Vergleich zum Berliner Schluß überwiegend Steigerungen um 0,50 bis 1 v. H. Bevorzugt waren neben Autowerten, wie Daimler und Adler- Kleyer, Farbenindustrie, Kunstseideaktien und die meisten Elektropapiere. Dagegen lagen Montanaktien sehr ruhig und nur behauptet, Phönix etwas fester. Im Verlaufe blieb die Haltung fest, bas Geschäft wurde allerdings ruhiger, Daimler und Far- beninbuftrie waren weiter etwas erhöht. Am Rentenmarkt erhielt sich lebhafte Nachfrage nach Neubesitzanleihe, die 15 Pf. anzog, auch Altbesitzanleihe, späte Reichsschuldbuchforderungen und Stahlvereinbonds waren um 0,13 bis 0,25 v. H. erhöht. Am Markte der festverzinslichen Werten blieben einige Stadtanleihen beachtet und meist ergaben sich Besserungen bis 0,50 v. H. Pfandbriefe lagen ruhig. Von fremden Werten lagen Rumänen etwas fester. U. a. notierten: Neubefitzanleihe 21,10 bis 21,00 bis 21,05, Altbefitzcmleihe 96,90 bis 97, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 77, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,50, 6 o. H. Stadt Mainz v. 28 84,50, 6 v. H. Baden-Baden v. 26 84, 6 v. H. Hanau Stadt v. 26 82,50, 5 v. H. vereinheitlichte Rumänen v. 1903 5,40, 4 v. H. Einheitsrumänen 4,50, VO-Bcmk 65,25, Reichsbank 168, Gelsenkirchen 65,50, Harpener 97, Mansfeld Bergbau 40, Phönix 52,75 bis 52,90, Rheinstahl 91,75,- Laurahütte 33, Stahlverein 44,50, Aku 61, Bemberg 59, AEG. 33—33,25, Bekula 132, Daimler 56,75 bis 57, Licht & Kraft 108, IG. Farben 136,75 bis 137, Schuckert 106, Siemens 153, L. Tietz 24,75 bis 25,13, Reichsbahn-Vorzugsaktien 113, Nordd. Lloyd 34,50 bis 34,65, Zellstoff Waldhof 54,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. März. Auftrieb: Rinder 84 (gegen 74 am letzten Donnerstagsmarkt), Kälber 1177 (1084), Schafe 120 (288), darunter 95 (194) Hämmel, Schweine 774 (790). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber Sonderklasse —, andere a) 44 bis 45, b) 38 bis 43, c) 33 bis 37, d) 25 bis 32. Lämmer und Hämmel b) Stallmasthämmel 35 bis 36, c) mittlere Mastlämmer und ältere Masthämmel 31 bis 34. Schafe e) beste 30 bis 31, f) mittlere 25 bis 29. Schweine a) -, b) 42 bis 46, c) 41 bis 46, d) 40 bis 44, e) 36 bis 41, f) —, Sauen 38 bis 43. Im Preisoergleich zum letzten Donnerstagsmarkt zogen gute Kälber und Hämmel je 1 Mark an, Schafe blieben unverändert, während Schweine und geringe Kälber je 1 Mark nachgaben. Marktverlauf: Kälber und Schweine ruhig, ausverkauft. Hämmel und Schafe rege, geräumt. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1012 Viertel Rindfleisch, 213V2 ganze Kälber, 2 ganze Hämmel hzw. Schafe, 642 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 54, II 44 bis 50. Bullenfleisch 46 bis 52. Kuhfleisch II 36 bis 44, III 24 bis 32. Kalbfleisch II 60 bis 70, III 50 bis 60. Hammelfleisch 65 bis 75, Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. SÄweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 8. März. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 604 Ferkel aufgetrieben. Bei lebhaftem Handel wurden bezahlt für 6 Wochen alte Tiere 12 bis 14 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 14 bis 18 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 18 bis 26 Mark. Friedberger Pferdemarkt. LPD. Friedberg, 8. März. Der Auftrieb zum Friedberger Pferdemarkt betrug 77 Pferde und 57 Fohlen. Bei gutem Geschäftsverlauf wurden bezahlt: Kaltblut 1. Klaffe 900 bis 1200 Mark, 2. Klaffe 700 bis 900 Mark, 3. Klaffe 250 bis 700 Mark, Warmblut 1. Klaffe 850 bis 1050 Mark, 2. Klaffe 600 bis 850 Mark, 3. Klaffe 200 bis 600 Mark, Schlacht- pferde 1. Qualität je Zentner 20 Mark, 2. Qualität 15 bis 18 Mark, 2^jähriae Fohlen 850 bis 1000 Mark, 1^jährige Fohlen 600 bis 800 Mark, Absatz- Fohlen 300 bis 450 Mark, einzelne auch 500 Mark. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 8. März. Weizen (inländischer, 76/77 kg frei Mannheim) 19,85 bis 20 Mark, per März Bezirk 9 19,50, per April Bezirk 10 19,70, per Mal Bezirk 11 20 (ruhig); Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 16,90 Bis 17, per März Bezirk 8 16,50, per April Bezirk 9 16,80 (ruhig); Hafer (inländischer) 15,75 bis 16 (stetig); Sommer- oerfte (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 18,50 (ruhig)-; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 18,50; Futtergerste 16,50 bis 17; Mais (im Sack) 19,25 bis 19,50; Erdnußkuchen (prompt) 16 75 bis 17; Sojaschrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14,50; Palmkuchen 15,25, Kokoskuchen 17 25; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 16; Malzkeime 14 bis 14,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 10; Rohmelasfe 8,50; Steffenschnitzel 11; Wiesenheu (loses) 6 bis 6,40; Rotkleeheu 6,40 bis 6,60 (ruhig); Lu^ernekleeheu 7 60 bis 7,80; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2,20 bis 2 40, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40 (ruhig)- Weizenmehl (Spezial 0, mit Austausch- weizen)' per März 29,70, per April 30; Weizenmehl (Spezial 0, aus Jnlandweizen) per März 28,20, per April 28,50 (ruhig); Rvggenmehl (70/60 v. H., norddeutsches, prompt) 22,25 bis 23,50; Roggenmehl (Pfälzer und süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25; Weizenkleie (feine, mit Sack) 10 bis 10,25, (grobe, mit Sack) 10,75; Roggenkleie 10,25 bis 11; Weizenfuttermehl 11,25 bis 11,50; Roggenfuttermehl 11,50 bis 12; Weizennachmehl 15 bis 15,25 Mark. — Tendenz: ruhig. Allgäuer Butter- und Käfebörse. Kempten, 7. März. Allgäuer Molkereibutter, 1. Qualität, 125 (letzte Notiz 125), Allgäuer Molkereibutter 123 (123), Sennbutter 116 (116), Bauernbutter 86 (86), Rahmeinkauf bis 43 Fetteinheiten ohne Duttermilchrückgabe 123 (123). Allgäuer Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt, arüne Ware unnotiert, (23 bis 26), Tendenz ruhig. Allgäuer Emmenthaler mit 45 v. H. Fetteinheiten, 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 dis 67 (65 bis 67), Marktlage sehr ruhig. Die Preise find Erzeugerpreise ab Lokal ober ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für ein Pfund. Die rhein-maimsche Mischast im Februar Der Rhein - Mainische Industrie - und Haydelstag charakterisiert die Wirtschaftslage seines Gebietes im Februar durch Wiedergabe eines Firmenberichts folgendermaßen: Es zeigen sich Auswirkungen einer allenthalben einsetzenden W i r t s cha f t s bete b u n g und des Vertrauens in die Sicherheit unserer politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Zurückhaltung, die nur zu lange von weiten Kreisen der Wirtschaft und vor allen Dingen auch seitens der kommunalen und staatlichen Betriebe gezeigt worden war, ist einer zuversichtlicheren Haltung gewichen, so daß die Geschäftslage vertrauensvoll beurteilt werden kann. Im einzelnen wird ausgeführt, daß der Erzbergbau im Lahn-Dillgebiet feine Lage durch die Frachtermäßigung für Brennstoff weiter gebessert habe. Der Beschäftigungsgrad der Basa ltind ft rie war im Westerwald etwas geringer, als in den Vormonaten, im Fuldaer Bezirk ruhte das Geschäft, saisonmäßig bedingt, fast ganz. Dagegen berichtet die Steinindustrie des Darmstädter Bezirks von einer außerordentlich günstigen Geschäftslage. Auch in der K a l k i n d u st r i e ist eine weitere Geschäftsbelebung eingetreten. Die Hart- fteininöuftrie konnte durch Entgegenkommen der Reichsbahn im Feberuar die volle Belegschaft durchhalten. Die Terrakotta-In du st rie verzeichnet gegenüber Januar eine leichte Belebung und erwartet weitere Besserung durch die Leipziger Messe. 3m Ittefaügeroerbe hak der Auftragseingang der Llsenhütteninduslrie unvermindert angehalten. Der Bedarf an gußeisernen Erzeugnissen für Wohnungsbau war infolge der befristeten Jnstanb- setzungszuschüsse außergewöhnlich lebhabt. Die Belegschaft nahm gegenüber dem Jahresende 1932 um rund 57 Prozent zu. In der Maschinenindu- st r i e zeigte sich lebhafte Anfragetätigkeit, die Auftragserteilung war allerdings sehr unterschiedlich. Das A u t o m o b i l g e s ch ä f t hat sich gegenüber Januar gehoben, wurde aber durch die bevorstehende Automobilausstellung beeinträchtigt. Der Fahrradverkauf belebt sich. Auftragseingang und Beschäftigung in der elektrotechnischen I n - d u ft r i e haben sich erfreulich gebessert, man rechnet mit weiterer Steigerung des Bedarfs. In der Edelmetall- und Schmuckwarenindu- ft r i e machte sich gegenüber dem Januar eine neue Belebung bemerkbar. Die ch e m i s ch e I n d u st r i e berichtet von einer gehaltenen bzw. gestiegenen Beschäftigung. Exportausfälle konnten größtenteils durch vermehrten Jnlandabfatz ausgeglichen werden. Die Lage im Baugewerbe war im wesentlichen unverändert. Im Bekleidungsgewerbe war das Geschäft sehr lebhaft infolge der Preissteigerung an den Rohstoffmärkten. Die Ausverkäufe hatten teilweise überraschend gute Ergebnisse. Auch die oberhessische Seinen- Industrie ist zufrieden. Die Lederindustrie klagt über Exportschwie- rigfeiten, berichtet aber über gute Aussichten im Jn- landgeschäft, namentlich für Ostern. Der Auftrieb in der M ö b e l i n d u ft r i e hat sich im Zusammenhang mit der vielfachen Sperrung Der Ehestandsdarlehen verlangsamt. Fühlbar gehoben hat sich der Schaumweinabsatz. Die B i en er b ra u e r e i e n klagen über Absatzmangel wegen der überhöhten Biersteuer. Der Lebensmitteleinzelhandel hatte im allgemeinen im Februar günstige Verkaufsmöglichkeiten, dagegen ließ der Umsatz des Schuheinzel Bändels zu wünschen übrig. Im Textileinzelhandel verlief der Berichtsmonat ruhig. Das Frankfurter Hotelgewerbe verzeichnet eine höhere Belegungsziffer als im Februar vorigen Jahres. Auch in Wiesbaden hat sich die Lage etwas gebessert. Feierstunde in Rüsselsheim. Opel-Belegschaft hört Eröffnungsfeier der Internationalen Automobilausstellung. LPD. Rüsselsheim, 8. März. Die Opel- werke hatten am Donnerstag während der Eröffnungsfeier der Internationalen Automobilaus- ftellung in Berlin den Betrieb ftillgelegt, um der Belegschaft die Möglichkeit zu geben, die Eröffnungsreden des Reichskanzlers Adolf Hitler und des Präsidenten des Reichsverbandes der Deutschen Automobilinduftrie mitzuhören. Sämtliche Arbeiter und Angestellten waren versammelt, als die Reden durch große Lautsprecher in allen Teilen des Werkes verbreitet wurden. Da der Raum nicht ausreichte, mußten zahlreiche Angehörige der Beleg- schäft von den Dächern der Werkgebäude aus der [Übertragung beiwohnen. Nach Schluß der lieber- tragung wurde von den Werksangehörigen gemein« Jam das Horft-Weffel-Lied und das Deutschlandlied angestimmt. Kirchliche Tidtbritbfen. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 9. März. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20 Uhr: Pas- fionsandacht; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 20: Paf- fionsandacht; Pfr. Trapp. — Iohanneskirche. 20: Bethelfilm. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Retchsbankdiskonr 4 o H Lombardztnsfuß 5 o. H. Berlin Zranklurl a.M. 8-März 7.2)idr3 furt börse Amtliche Dotierung Amtliche Dotierung Brie Geld (Äelö 7-3. 8-o. 7-3. Datum 93,9 93,9 93,75 93,75 92,5 92,75 92 92,5 91 91,5 0 93 95,75 95,8 95,5 96 93,25 92,75 93,25 92,5 91,5 92,13 92,5 92,25 Berlin, 8-März 94 94 94 94 19 18,5 0 6,6 6.65 6,7 6,7 geführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt betroffenen Dividende an 97,5 100.2 93.75 96,7 20,25 97,25 100 93,9 96,75 20,4 97.75 100,1 93,75 96.9 20,95 o o 6 6 0 0 0 0 0 3,053 169,12 64,21 57,06 65.87 12,775 0.632 2,518 58.53 21,58 16,54 81,08 34,24 81,89 0,754 0,214 5,676 11,63 98,13 100 94 Schluß- furd 94 97,13 94 97,13 94 97,13 94 97,13 97 '21,05 öubenn ................ Deutsche Erdöl .......... Gelsenkirchener ............ Harpener voesch Sis en—K öln -Neuesten Ilse Bergbau ........ Ilse Bergbau Genüsse fflödnenverte ......... Maaoesmaou-Röbreu .... S 75.4 76,25 — — 139,75 139,75 118,5 118 118 119.75 68,65 68.5 68,25 67,5 70 69,9 69,65 69,75 Geld Brief ' 2,465 2,485 58,25 58,49 56,69 56,91 12,70 12,76 16,46 16,52 163,36 169,04 21,42 21,50 63,92 64,19 — —— _ < 65,57 65,81 80,74 81,08 34,04 34,18 — — Sreltag.y.MrzMH Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Nr. 58 Drittes Blatt in Gießen. Adolph, Kreisarbeitsleiter. Leder muß die Hausplakette bis zum 10. März erworben haben! Gießener Parteiorganisation, ferner Standartenführer Lutter und fein Adjutant, Sturmbann- ührer Münker von der Standarte 116, Stan- lartenführer Schäfer- Butzbach von der Standarte 222, unter dem Kommando des Sturmbann- ührers S o l d a n der gesamte Reserve-Sturmbann 1/116, von der aktiven SA. ein Sturm des Sturmbanns II mit der Traditionsfahne, weiterhin alte Kampfgefährten des Verewigten erschienen. Kameraden. r K Die Einäscherung der sterblichen Ueberreste des Verewigten findet am heutigen Freitag auf dem Neuen Friedhof statt. Die Urne wird im Erbbegräbnis auf dem Alten Friedhof beigesetzt. Auf dem Neuen Friedhof fand gestern nachmittag die Trauerfeier für den am Sonntagabend verstorbenen Kgl. Preuß. Major a. D. Otto K e m p f f, der als Oberscharführer dem Sturm R 3/116 der Gießener SA. angehörte und Kämpfer der alten Garde mit der Mitgliedsnummer 85 580 war, statt. Zu der Trauerfeier waren die politischen Leiter der Große Strafkammer Gießen. Wegen Verstoß gegen den Paragraphen 3 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. März war der ehemalige Prioatdozent an der Landesuniversität, Dr. Georg Mayer, vom hiesigen Schöffengericht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte machte in einer hiesigen Wirtschaft in Gegenwart eines Mitgliedes der Kreisleitung abfällige Bemerkungen über die heutige Staatsgewalt. Auf die gegen das vorinstanzliche Urteil eingelegte Berufung wurde die Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe von 2 0 0 Mark umgewandelt. Das Berufungsgericht ging davon aus, daß .ber Angeklagte die Reichsregierung nicht beleidigen I wollte, daß ihm vielmehr nur Fahrlässigkeit zur Last zu legen ist. Der früher beim Deutschen Kurheim in Bad-Nauheim tätige 5). K. hatte sich seinerzeit wegen schwerer Aus der Provinzialhauptstadt. Berufswahl. Sturmbannführer S o l d a n spricht im Warnen der Gießener SA.-Reserve am Sarge. — (Aufnahme: Photo-Pfaff,Gießen.) Trauerfeier für Major a. D. Kempfs. Oie Gießener SA. gibt dem Kämpfer der alten Garde das letzte Geleit. Laß' dich am -lit.März nicht lumpen! Es ist eine alte Erfahrung, daß derjenige, der selbst Not und Mangel kennt, leichter bereit ist, anderen zu helfen. Diejenigen, denen es gut geht, brauchen nicht schlecht zu sein, sind aber manchmal gedankenlos, weil sie nicht wissen, wie es bei armen, kinderreichen Familien aussieht. Umgekehrt kann man beobachten, daß Familien mit Kindern häufiger mehr geben als kinderlose Leute. ; Es ist notwendig, daß noch mancher Volksgenosse, der aus Gedankenlosigkeit hartherzig geworden war, zum deutschen Sozialismus erzogen wird. Es ist moralische Pflicht, in Notzeiten derer zu gedenken, die ohne ihr Verschulden in Not geraten smd. Wenn am 11. März wiederum eine Strahen- sammlung stattfindet, dann muffen wir daran denken, daß Kälte und Mangel am 31. März nicht mit einem Schlage aufhören. Doppelte Opfer s i n d n o t w e n d i g , um den Kampf gegen hunger und Kälte zu gewinnen! Die Not im Volke ist groß. Auch das Opfer muh groh sein. Denkt am 11. März Blick in den Vorhof der Friedhofskapelle; der letzte Gruß an den Heimgegangenen. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Die Frage der Berufswahl war schon immer die schwerste Entscheidung, die man in seinem Leben zu treffen hatte. Vor allem, weil der Entschluß zu einer Zeit abverlangt wurde, in der die wenigsten । schon über sich selbst im klaren sein konnten. Von । den Fähigkeiten, die in jedem einzelnen ftglum* ; mern, war ja erst eine theoretische Probe aus das , Exempel gemacht worden. Sie waren zu wecken ver- , sucht worden, um sie in Erscheinung treten zu lassen und sie so erst einmal zu erkennen. Welche von diesen Erbanlagen die stärkste Auswirkung versprach, und die somit die Berufung oder die „Sendung des Betreffenden sein mußte, war mehr Gefühlssache, als der Ruf jener inneren Stimme die zum Glaubensbekenntnis an das Ich .Ed. Denn nur der Glaube an das Ich ist unerschütterlich und wird seinen Weg nehmen, der um das Ausmaß, also auch! um die Grenzen, der eigenen geistigen wie körperlichen Kraft weiß. Wer immer die Möglichst des „Umsattelns" im Hintergrund hielt, hatte sich von vorhinein nicht fest in den Sattel gesetzt, und sein Ritt war meist dementsprechend. , Das „Erkenne dich selbst!", bevor du dem Schicksal in die Hand nimmst, ist heute nicht mehr der Betrachtungsweise des einzelnen anheimgestellt. Der höhere Gesichtspunkt der Eignung für das Staats- qanze steht im Vordergrund. Berufe, die man nur erwählt, um ein Auskommen zu haben, oder um nicht vor der Welt als Drohne durch das Leben zu fchmarotzern, gibt es nicht mehr Denn in Zukunft wird jeder Beruf ein Brotberuf sein. Ein Beruf nämlich der nur dem Arbeit und Brot sichert, der ganze Arbeit zu leisten vermag. Die Pfründe und das Schielen auf die nächste Gehaltsklasse waren der Nährboden eines Proletariats, das durch einen verflachten Bildungsbegriff überhand nahm, weil er sich mit der mittelmäßigen Leistung zufrieden gab. Bildung aber will Bildner wachsen lassen, Bildner der Stirn und der Faust. Deshalb ist heute die Berufswahl auch eine Schicksalsfrage der Nation. Deshalb trifft der Staat schon die Vorsorge einer Auswahl und verlängert die Zeit der Entscheidung. Deshalb beraten die Arbeitsämter vor dem Antritt der Fahrt in den Ozean des Lebens. Das will auch der Sinn des Arbeitsdienstes sein: Wind um die Nase wehen zu lassen, die die Spreu von dem Weizen siebt Weil nur ein ganzer Kerl sich selbst meistert und so auch Wegbereiter zu neuem Anstieg der Nation werden kann. Auch in diesem Betracht geht Gemeinnutz vor Eigennutz. Denn nichts ist schwerer von dem Gegenteil zu überzeugen als das eigene Ich. Deshalb ist auch kein Sieg vollkommener als der, den man gegen sich für das Gemeinwohl errungen hat. Wer einen Berus ergreift, muß die Weihe der Kraft empfangen haben, die ihn befähigt, den Platz auszufüllen, auf dem er für fein Volk um den Platz ah der Sonne kämpfen soll. K. I. G. und Tod vorgemerkt, sondern auch sonstige wichtige Familienereignisse auf Urenkel und weiter überliefert. So war diese Bibel im doppeltem Sinne das wertvollste Buch der Familie. Der neu erwachte Sinn für Familienkunde sollte den alten schönen Brauch der F a m i.11 e n b i b e I wieder zu Ehren bringen. Auch die modernen „Stammbücher" sind nur ein sehr schwacher Ersatz hierfür. Denn die Familienbibel vereinigt die Ehrfurcht vor dem heiligen Geschehen der geistlichen Geschichte mit der im eignen Erleben. Jede neu gegründete Familie sollte darum Wert darauf legen, sich eine solide Familienbibel anzuschaffen. Oie Sparkaffen bei der Arbeitsbeschaffung. Die deutschen Sparkassen haben im Jahre 1933 einen überraschend starken Einlagenzuwachs gehabt, dessen Höhe einschließlich der Zinsgutschriften nicht weit hinter einer Milliarde Reichsmark blieben ist. Sie haben die ihnen neu zugeflossenen Gelder soweit irgend möglich dazu benutzt, neue Kredite herauszugeben. Freilich sind noch nicht überall die Spuren der Krise des Jahres 1931 verwischt, so daß noch nicht überall zu Neuausleichungen geschritten werden konnte, aber es ist doch recht beachtlich, wie stark von den Sparkassen die Belebung der Wirtschaft und damit die Verminderung der Arbeitslosigkeit schon unterstützt worden ist. Allein für die Instandsetzung und den Umbau von Wohnungen sind nach den bis letzt vorliegenden statistischen Ermittlungen mindestens 75 bis 80 Millionen Mark bewilligt worden. ™ . Es ist hierbei zu beachten, daß dieser Betrag ; durchaus nicht die Gesamtsumme der von den deut- Keine Mitgliedschaft in gesellschaftlichen Vereinigungen. Der Hessische Staatsminister hat an alle Staatsund Kommunalbehörden in Hessen folgenden Erlaß gerichtet: _ f. Das Leben des deutschen Menschen upb ebenso fein gesellschaftliches Leben wird heute, nachdem Staat und Partei zu einem Begriff geworden sind, allein noch von der NSDAP, umfaßt. Dem Rechnung tragend, muß empfohlen werden, daß staatliche und kommunale Beamte und Angestellte des Landes Hessen nicht Mitglieder eines Zwilkastnos, Bürgervereins, Klubs, Gesellschaftsvereins, einer Bürgergesellschaft ober ähnlicher Bereinigungen finb, bie nur rein gesellschaftlichen Zwecken bienen. Ausgenommen finb selbstverftänblich Turn-, Sport-, Gesang-, Kriegervereine, kurzum alle Bereinigungen, bereu Hauptzweck ein anberer ist, als nur sogenannte Geselligkeit zu pflegen. Jung. KOAL. Bezirksleitung Gießen. Nach ber Feier in ber Halle nahm bie SA. einer schlichten solbatischen Feier im Vorhof ber h Kapelle Abschieb von ihrem Kameraben. Der Re- , erve-Sturmbann unb ber aktive Sturm waren an I ben beiben Längsseiten bes Vorhofes in mehr- acher Tiefenglieberung aufmarschiert. Von bem engsten Kamerabenkreise bes Entschlafenen ((Sturm 1 R 3) würbe ber Sarg feierlich in bie Mitte bes Vorhofes gebracht, zu beiben Seiten nahmen bie Fahnen ber PO. unb ber SA. Aufstellung. Nach- bem bie Kapelle der SA.-Reserve ben Choral „Wie ie so sanft ruhen" gespielt hatte, feuerte eine Gewehrsektion bes Sturmes R 3 unter bem Kom-1 manbo bes Sturmführers Heß bem Heimgegangenen Kameraben als letzte folbatische Ehrung brei Salven über ben Sarg. Hierauf nahm Sturmführer H e ß im Namen bes Sturmes R 3, in besten Reihen Otto Kempfs als Gefolgsmann bes obersten SA.-Führers marschiert war, mit herzlichen Worten Abschieb von bem guten Kameraben. Er wies babei auf bie enge Verbunbenheit Otto Kempffs mit feinem Sturm unb ber ganzen SA. hin, erwähnte mit herzlichen Dankesworten bie unerschöpfliche Nächstenliebe unb stete große Hilfsbereitschaft des Heimgegangenen für alle Notleidenden, feine glühende Vaterlandsliebe und feine vorbildliche Pflichterfüllung. Er erinnerte weiter daran, daß die Fahne des Sturms R 3 einer Stiftung des Heimgegange- § nen zu verdanken fei, dessen Andenken im Sturm allezeit in Treue und Dankbarkeit fortleben werde. Der Führer des Sturmbanns R 1/116, Sturmbannführer Sold an, widmete sodann im Namen des Sturmbanns dem Kämpfer der alteji Garde im Kriege und im Freiheitskampfe der nationalsozialistischen Bewegung tiefempfundene Worte des Dankes und des Abschieds. Er rühmte dabei die Einfachheit und Bescheidenheit des Heimgegangenen, der frei von jedem Standesdünkel, aber vorbildlich in seiner Gesinnung der Volksgemeinschaft, feiner Vaterlandsliebe unb in feiner unerschütterlichen Treue zum Führer Aböls Hitler gewesen sei. Allezeit habe er für bie große Jbee bes Führers gekämpft unb freubig geopfert, auch in ber schwierigsten Zeit. Der Rebner wies ferner barauf hin, baß Otto Kempff im Jahre 1929 bie heutiye Tra- bitionsfahne ber SA. stiftete unb baburch bie Mitführung einer Fahne zum Reichsparteitag 1929 erst ermöglichte. Die Gießener SA. werbe niemals vergessen, was Otto Kempsf für sie getan unb geopfert unb was er im Dienste bes Führers allezeit geleistet habe. In ber Geschichte ber Gießener SA. werbe sein Name für immer unvergessen bleiben. Als äußere Zeichen ber Dankbarkeit würben vom Sturm R 3 unb vom Reserve-Sturmbann Kränze cm ber Bahre bes Entschlafenen niebergelegt. Wäh- renb sich bann bie Fahnen über ben Sarg senkten, spielte bie Kapelle ber SA.-Reserve als Abschluß ber einbrudsDollen Feier bas Lieb vom guten scheu Sparkassen neu gewährten Kredite darstellt, da sie ja auch noch anderweitige Darlehen an ben Mittelstand und an die schwächeren Bevölkerungs- kreise geben. In der Zeit bis zum 31. 3. 34, dem Ablauf der Jnstandsetzungshilse der Re^chsregierung, werden voraussichtlich mindestens weitere 20 Millionen dazukommen, so daß man mit rund 100 Millionen Mark Jnstandsetzungskrediten für die beutsche Bauwirtschast unb bie bamit zusammenhängenden Gewerbe rechnen kann. Da durch die an manchen Stellen lang anhaltende Frostperiode auch eine Anzahl von Ausnahmen (Gewährung von Jnstandsetzungskrediten nach dem 31. 3.) gemacht werden dürfen, so wird vielleicht der genannte Betrag auch noch in entsprechendem Rahmen überschritten werden. Soweit bisher eine Errechnung möglich ist, ergibt sich eine durchschnittliche Höhe für die Instandsetzungen von 1300 Mark, eine Ziffer, die den Mit- telstandscharakter der Ausleihungen erkennen läßt, trotzdem aber nicht darüber hinwegtäufchen darf, baß bie Sparkassen kleine unb kleinste Krebite herab bis zu 25 unb 20 Mark gewährt haben, unb zwar nicht als Seltenheit, sonbern relativ häufig. Die Sparkassen haben also roeber Mühe noch Arbeit gescheut, auch gerade den kleinsten Hausbesitzern bei der Instandsetzung zu helfen, um somit auch wieder dem Kleingewerbe der verschiedensten Art Arbeit zu geben. Daten für Freitag, 9. März. 1850: ber Generaloberst Josias von Heeringen in Kassel geboren; — 1879: Mutschmann, Reichsstatthalter in Sachsen geboren; — 1888: Kaiser Wilhelm I in Berlin gestorben; — 1918: ber Dichter Frank Webekind in München gestorben. Betr.: Arbeitsgemeinschaft Eugenik. Die Tagung ber Arbeitsgemeinschaft Eugenik mirb auf ©amstag, 17. März, 15.30 Uhr, verschoben. finf fmann, Nebeling, ■. Mrbeitsleiter. Kreisobmann. Hitler-Lugend, Bann 116 Gießen. Infolge technischer schwierigkeilen ist es am Sonntag unmöglich, die Rede des Reichs- > u g e n d f Ä h r e r s aus Esten durch den Rundfunk 3u übertragen. Sämtliche für den nächsten Sonntag geplanten Kundgebungen von der Hitlerjugend falten b a h e r aus. Der Führer des Bannes 116. Alfred häufer. Stammbaum und Familienbibel. EPH. In besonders mühseliger Arbeit werden gegenwärtig zum Nachweis arischer Abstammung in den Kirchenbüchern Nachforschungen gehalten. In früheren Zeiten wäre das vermutlich leichter gewesen, da jede Familie ihr Familienbuch mit allen nötigen Eintragungen in der Familienb i b e l besaß. Hier wurden nicht nur Geburten, Hochzeit Urkundenfälschung in Tateinheit mit Unterschlagung zu verantworten. Der Angeklagte hatte seit 1927 insgesamt 15 000 Mark an sich gebracht, was er durch Anfertigung falscher Wertpapiere, die dann bei der Bank eingelöst wurden, bewerkstelligte. Den größten Teil des Geldes verspielte er im Ausland. Er dachte auf diese Weise seine Schulden, die hauptsächlich in Bürgschaftsverpflichtungen für einen baltischen Baron bestanden, abzudecken. Das Gegenteil war jedoch der Fall. Das Schöffengericht verurteilte ihn zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Auf die Berufung des Angeklagten wurde das Urteil der Vvr- inftanz abgeändert und eine Gefängnis ft rafe von 1 Jahr zwei Monaten ausgesprochen. | Wegen Betruges wurde ein Mann aus Frankfurt a. M. vorgeführt, da er zu der vorigen Verhandlung ohne Grund ausblieb. Der Angeklagte, der für eine Versicherung tätig war, erklärte Alt- verficherten auf dem Lande, sie bekämen eine Aufwertung nur bann, wenn sie eine neue Versicherung eingingen. Er vereinbarte mit ben Versicherungsnehmern eine Dauer von einem Jahr. Als ber Vertrag geschloffen war, stellten bie Geschädigten fest, daß sie auf 15 Jahre verpflichtet waren. Unter Annahme mildernder Umstände — der Angeklagte ist noch nicht vorbestraft — erkannte das Gericht auf 50 Mark (Selb ft rafe. Der Vertreter der Anklage hatte zwei Wochen Gefängnis beantragt. Gegen den zur Zeit in Strafhaft sitzenden August Harz aus Löhnberg, ber schon 3 7 mal, meist wegen Diebstahls unb Betrugs, vorbestraft ist, würbe bie Sicherungsverwahrung ausgesprochen. Gegen einen Mann aus Bad-Nauheim lag ein Antrag auf Entmannung vor. Die Verhandlung wurde bis zur Erklärung eines Sachverständigen ausgesetzt. Bei der kirchlichen Feier in ber vollbesetzten Kapelle hielt Pfarrer Lenz, ein Schulkamerad und Jugendgefährte des Heimgegangenen, die Gedenkrede, in der er die Persönlichkeit des Entschlafenen auf ' Grund enger kameradschaftlicher Verbundenheit eindrucksvoll kennzeichnete. Eine Menge Kranze am Sarge legte Zeugnis ab für die hohe Wert- chätzung, die dem alten Soldaten und Gefolgsmann des Führers entgegengebracht wurde. daran! Die Gauführung des Winlerhilfswerks. Hitler-Lugend und Evangelische Lugend. EPH. Der Jugendpfarrer der Deutschen Evangelischen Kirche gibt folgendes bekannt: In Ausführung des zwischen dem Reichsbischof und dem Reichsjugendführer geschlossenen Abkommens wurde, entsprechend Ziffer 4 des Abkommens, der M o n t a g n a ch m i 11 a g und der Frei tag - nachmittag einer jeden Woche dem evangelischen Jugendwerk zur Betätigung in erzieherischer und kirchlicher Hinsicht zur Verfügung gestellt. An diesen Tagen ist für die Betätigung des Evangelischen Jugendwerkes also notwendigenfalls vom Dienst Iber Hitlerjugenb bzw. bes Bunbes beutscher Mabel Urlaub zu gewähren. Für bas Jungvolk unb bie Jungmäbchengruppen gilt bas gleiche entsprechend für den Montagnachmittag. Frauenschule in Gießen. Mit bem Abbau ber Oberfetunba ber Stubien- anftalt erfolgt gleichzeitig ab Ostern 1934 ber Aufbau ber ersten Klasse einer Frauenschule, bie vorläufig im Rahmen ber Aliceschule Gießen errichtet wirb. Die Lehrpläne, bie ben Schwerpunkt auf bie Ausbilbung ber Mäbchen zur zukünftigen Hausfrau unb Mutter legen, finb in ber Stubien- I anftalt Gießen ober in ber Aliceschule, Steinstr. 10, einzusehen. Bornotizen. — Tageskalenber für Freitag: Stabt- theater, 20 bis 23 Uhr: „Die goldene Meisterin". — «Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das verliebte Hotel". I— Astoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Die Welt ohne Maske". — Verkehrsverein/Hausbefitzerverein, 20 Uhr, Cafe Leib: Vortrag über „Die negativen elektrischen Erdstrahlen und ihre Einwirkung auf den menschlichen, tierischen und pflanzlichen Orga- I nismus". (nördliches Oberhessen). 1. Die fälligen Monatsbeitr ä g e und Rückstände sind sofort auf das n e u e Postscheckkonto des KDAJ., Bezirksleitung Gießen Nr. 6469 Postscheckamt Frankfurt a. M., zu überweisen. 2. Der Verkehrsverein Gießen e. 23. ladt zu einem Vortrage von Herrn Major a. D. S ö b i n g über Die neg. eleftr. Erbstrahlen, ihre Einwirkung auf ben menschlichen, tierischen unb pflanzlichen Drga= nismus", ein. Ort: Cafe Leib, 3 e 11: greitag, 9. d. M. 20 Uhr. Den Mitgliebern des KDAJ. wirb der Besuch bieses Vortrages über eine stark umstrittene Frage empfohlen. , 3. Der nächste Schulungs- unb Sprech - öbenb bes KDAJ. findet am Mittwoch 21. Marz, 20 30 Uhr im Cafe Ebel statt. Es spricht SA.-Kamerad Universitäts-Professor Dr. Bötticher über Die Ordnung der nationalen Arbeit (neues Arbeitsrecht, Arbeitsfront, Gesetz zum Schutz ber nationalen Arbeit usw) Ferner wird der Be- xirfsleiter über „ben Tag ber beutschen Technik in Leipzig berichten. Gäste finb willkommen. KDAJ. I Bezirksleitung Gießen, ged-: Kurz. ASLB., Kreis Gießen. Samstag, 10. März, 15-M Uhr Kreisner- fantmlung der S a d) | ä)a f t „ S) olje re <5 d, u 1 e " in der Turnhalle der Oberrealschule W AW -- » v: ÄäB» — ch Das Jungvolk sammelt Brot! Deutsches Jungvolk Oie Lastwagenbefiher helfen dem Jungvolk praktische Winke zur Berufswahl (/ans E. Hitler begonnen hat. SJL-^pott in die neue Autorennzeit blicken kann. sichtlich Schlechte Aussichten im Veamtendienst Drei länder Buse, während die Novizen erst nach den Ergebnissen der deutschen Berufsfahrer-Rennen genannt werden. Aus dem Lager des Autosports. Auch der TNercedes-Benz-Rennwagen läuft. Auch die zweite Neukonstruktion im deutschen Rennwagenbau, der Wagen der Mercedes-Benz- Werke, ist jetzt fertiggestellt worden. Die ersten Probefahrten des mit einem Achtzylinder-Reihenmotor von 3000 ccm mit Kompressor ausgestatteten Wagens sind zur vollen Zufriedenheit verlaufen, so daß Deutschland mit seinen neuen Wagen zuver- Offenbach helfen und Jreubc bereiten können. Meldungen sind bis spätestens Mittwoch, 1 4. M ä r z d. I., an die Kreisführung des Winter- Hilfswerkes, Gießen, Amtsgericht, Zimmer 202, Telephon 2297, zu richten. Ich hoffe von jedem Lasl- kraftwagenbesiher, daß er das Iungvolk im Kampfe gegen hunger und Kälte unterstützt und somit sein Teil an der großen Hilfsaktion des deutschen Volkes beiträgt. heil hitlerk gez. Kloß, Kreisführer des WHW. Neue Weltrekorde. neue Automobil-Weltrekorde hat der (Eng- Eyston bei einem Angriff auf den 48» Das deutsche Iungvolk hat sich dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt, um den Kamps gegen hunger und Kälte siegreich zu bestehen. Aus diesem Grunde führen unsere Jüngsten am Freitag, 16., und Samstag, 17. März, eine Brot- sammlung im ganzen Kreis Gießen durch. Uns aber fehlt die Möglichkeit, die gesammelten Brote, wie vorsehen, am Sonntag, 18. März 19 3 4, nach Offenbach zu schaffen. Ich richte deshalb an alle Lastwagenbefiher die Bitte: Stellt uns eure Wagen zur Verfügung, damit wir unseren hilfsbedürftigen Volksgenossen in Volksgenossen zum Wohle der Gesamtheit des deutschen Volkes. Die Einsammlung der gezeichneten Brote wird am Freitag, 16. März, und Samstag, 17. März vorgenommen. Ich bitte, dafür zu sorgen, daß die Brote in einigermaßen frischem Zustande (nicht zu trocken) sind. Damit diese Sammlung sich schnell und reibungslos vollzieht, bitte ich an den genannten Tagen die Spenden bereitzuhalten. Zeige jeder deutsche Volksgenosse an diesem Tage seine Verbundenheit mit dem Führer und dem Volke dadurch, daß der Nationalsozialismus für ihn nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern eine Tat der Opferbereitschaft und Gebefreudigkeit ist. heil Hitler! gez. Kloß, Kreisführer des WHW. Stunden-Weltrekord, den er am Donnerstag auf der Bahn von Linas Montlery bei Paris eröffnete, schon jetzt aufgestellt. 1000 Kilometer legte er in 6:05,31 Stunden (Stundenmittel 159,434 Kilometer), 2000 Kilometer in 12:38,18 Stunden (Stundenmittel 158,245 Kilometer) zurück. Den 12-Stundenrekord verbesserte Eyston auf 1898,15 Kilometer (Stunden- mittel 158,169 Kilometer). Bor Antritt feiner Fahrt schickte Eyston an Hans Stuck eine Gratulation zu den von dem Deutschen aufgestellten Weltrekorden, die Eyston vorher im Besitz hatte. Zum zweiten Male ruft die deutsche Iugend zum Kampfe gegen hunger und Kälte auf. Diesmal sind es die jüngsten und kleinsten Kämpfer Adolf Hitlers, die sich mit ihrer ganzen Kraft bereit erklärt haben, die Not derjenigen, denen das Schicksal Arbeitslosigkeit, Krankheit und Gebrechen auferlegt hat, durch eine Brotsammlung zu lindern. Das Iungvolk wird in den nächsten Tagen mit Listen von Tür zu Tür gehen, um die deutschen Volksgenossen auszusordern, sich in dieselben einzutragen. An die Bevölkerung ergeht daher die Bitte, diese Hitler-Jungen, die sich mit Einsatz ihrer ganzen Person in den Dienst der guten Sache gestellt haben, nicht abzuweisen und ihnen, die doch die Träger des neuen Staates werden sollen, mit dem guten Beispiel der Gebefreudigkeit voranzugehen. Das Jungvolk leistet diese aufopfernde Ar-. beit nicht für sich, sondern für seine bedürftigen! Sir Malcolm Campbell, der bekannte englische Automobilrennfahrer, ist jetzt in Kapstadt eingetroffen. Er will nach Windhuk (Südwestafrika) Weiterreisen und in der Wüste mit Hilfe von zwei Flugzeugen nach einem geeigneten Gelände für Schnelligkeitsrekorde forschen. Außerdem will er auf Goldsuche gehen und ist daher auch von Geologen begleitet. Ringkämpfe um die Mannschasts- meisterschast im Gau XII. 3m Rahmen der Vorbereitungen finden nun auch in Gießen wieder einmal Ringkämpfe statt und zwar um die Mannschaftsmeisterschaft Gau X11 Nordhessen (Deutscher Schwerathletikverband). Am Sonntag, 18. März muß der Verein für Körperkultur Alsfeld gegen den 1. Kraftsportklub 1893 Gießen in sieben Klassen zur Austragung der genannten Meisterschaften antreten. Der griechisch-römische Ringkampf, dieser alte, schöne Volkssport muß wieder zu Ehren kommen. Der Sport der „starken Männer" wird auch heute noch in manchen Kreisen des Volkes ganz zu Unrecht verkannt und auch nur darum, weil er in den letzten Jahren von gewissenlosen Elementen auf Messen und Märkten zum Zwecke eines mühelosen Gelderwerbes in den Staub gezogen wurde. Die Vereine im deutschen Schwerathletikverband sind sich ihrer hohen Aufgabe bewußt, einen so schönen Volkssport, wie der waffenlose Kampf Mann gegen Mann nicht allein zu pflegen, sondern auch zur vollen Blüte zu entfalten, damit Deutschland im edlen Wettstreit der Nationen wieder die Stellung einnimmt, die uns durch unsere hohen Lei« stungen gebührt. GerätemannschastSkampfinKinzenbach Am kommenden Sonntag erfährt ein Mannschaftskampf zwischen den Mannschaften der Vereine von Dutenhofen, Atzbach, Wißmar und Kinzenbach seine erste Austragung. Jede Mannschaft besteht aus 6 Turnern, die je eine Kürübung am Barren, Pferd und Reck, sowie zwei Turner-Freiübungen zu turnen haben. Außer Atzbach (erst am vergangenen Sonntag in einem Gerätemannschafts» kampf beteiligt) stehen sämtliche Mannschaften zum ersten Male in einem derartigen Kampf. Wer den Sieger stellen wird, ist unter den bestehenden Um- Tatsache einer festen Anstellung oder die Aussicht auf eine vielleicht später einmal zu erwartende Pension kann diese tägliche innere Belastung durch eine nicht zusagende Tätigkeit nicht ausgleichen. Die Zahl der Bewerbungen bei den einzelnen Behörden ist ins Ungemessene gewachsen, so daß nur im Ausnahmefall ein Jugendlicher tatsächlich auf seine Einberufung rechnen kann. Die Belastung, die den Behörden dadurch erwächst, wäre vermeidbar, wenn die jungen Leute sich über die tatsächliche Lage von vornherein klar wären. Es ist daher darauf hinzuweisen, daß die Zahl der Bewerbungen und der tatsächlichen Einstellungen im Jahre 1933 bei verschiedenen Oberpost- und Reichsbahndirektionen sich folgendermaßen darstellt: Oberpostdirektionsbezirk Darmstadt: Für die Laufbahn des Postsupernumerars 287 Bewerbungs- gefudje, 3 verfügbare Stellen: Postjungboten 34 bzw. 3. Oberpostdirektionsbezirk Kassel: Für die Laufbahn des Postsupernumerars 293 Bewerbungs- fluche, 3 verfügbare Stellen; Postjungboten 82 Reichsbahndirektion Frankfurt a. M.: Für Bei den anderen Behörden ist das Mißverhältnis zwischen Bewerbung und Einstellung nicht minder groß, d. h. also: Zurück von diesem falschen Weg! Die Jugendlichen müssen sich auf sich selbst und ihre Kraft besinnen. Es kann nicht angenommen werden, daß gerade die Jugend, die jetzt die Zeiten des Aufbruchs für die Neugestaltung des Reiches und den Beginn wirtschaftlichen Aufstiegs mierleben Darf, s o wenig Selbstvertrauen besitzt, daß sie nicht bereit und in der Lage ist, ihr Berufsschicksal auch ohne die von vornherein gegebene vermeintliche Sicherheit in der Beamtenlaufbahn zu gestalten. Es gilt für sie das Wort: „Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein!" die Laufbahn des Zivilfupernumerars 456 Bewerbungsgesuche, 10 verfügbare Stellen; technischen Dienstes 400 bzw. 6 (Für das Jahr 1934 liegen für 42 Stellen bereits 2000 Bewerbungen vor. Täglich melden sich 2 bis 3 Bewerber.); Reichsbahnjunghelfer 1300 bzw. 12. (Für das Jahr 1934 liegen für 15 Stellen bereits 600 Bewerbungen vor.) Reichsbahndirektion Kassel: Für die Laufbahn des Zivilfupernumerars 450 Bewerbungsgesuche, 4 verfügbare Stellen; technischen Dienstes 1800 bzw. 27; Reichsbahnjunghelfers 950 bzw. 12. Reichsbahndirektion Mainz: Für die Laufbahn des Zivilfupernumerars 350 Bewerbungsgesuche, 3 verfügbare Stellen; technischen Dienstes 660 bzw. 11 (Für das Jahr 1934 liegen bereits 1506 Bewerbungen vor. Voraussichtlich werden 32 Einstellungen erfolgen.); Reichsbahnjunghelfers 824 bzw. 10. (Für 1934 liegen für 12 zu besetzende Stellen 845 Bewerbungen vor.) Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes Hessen teilt mit: In erheblichem Umfang wird von den jugendlichen Schulentlassenen, insbesondere aus den höheren Lehranstalten, noch immer die Einstelluna in eine Beamtenstelle erstrebt. Die Hauptveranlassung hierzu ist in den seltensten Fällen die Neigung zu der in einer Behörde geforderten Arbeit, oder eine besondere hervortretende (Eignung zu den hier zu erledigenden Aufgaben. Meist steht hinter diesen Bewerbungen als einzige Triebkraft der Wunsch, bereits mit 18 oder 19 Jahren eine Lebensstellung zu bekommen, die von den Wirkschaftsschwankungen unabhängig macht und eine gewisse Sicherheit der Existenz gewährleistet. Diese Einstellung berührt durchaus un- jugendlich, da das schöne Vorrecht der Jugend Hoffnung und Wagemut ist. Was hilft es überdies demjenigen, der ganz ausnahmsweise vielleicht wirklich in eine Beamtenstelle hineinkommt, wenn ihm die von ihm geforderte Arbeit gar nicht liegt und er infolgedessen seinen Beruf als eine ständige neue Fron empfinden muß? Ein solcher Mensch wäre wahrscheinlich an einem anderen Platze sehr viel glücklicher geworden, der ihm feinen Anlagen gemäß Auswirkungsmöglichkeiten geboten hätte. Die In der Provinz Hessen - Nassau legen in diesen Tagen 1252 junge Männer und 469 junge Mädchen die Reifeprüfung ab, im Lande Hessen sind es 833 männliche und 298 weibliche Jugendliche. Von den insgesamt 2085 jungen Männern werden 810, von den 767 jungen Mädchen werden 90 zum Studium zugelassen werden. Für die restlichen 1275 männlichen und 677 weiblichen Reife- prüflinge ist jetzt die Frage zu entscheiden, welche Berufslaufbahn sie nun einschlagen wollen. Ein guter Teil von ihnen hat seinen Entschluß bereits gefaßt. Sehr erheblich ist aber doch immer noch der Prozentsatz derjenigen, der ziemlich ratlos der Sachlage gegenübersteht, nachdem der ursprünglich an- gestrebte akademische Beruf nicht mehr in Frage kommt. Von den männlichen Jugendlichen machen sich sehr viele jetzt Hoffnung darauf, in mittleren Veamtenstellungen unterzukommen. Die Aussichten für eine solche Laufbahn sind aber außerordentlich gering. Ls muß also mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß ein Zu- warten mit der Entscheidung hinsichtlich des Verufseintritts vollkommen zwecklos ist. Der (Eintritt in Lehrstellen wird vielmehr mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Je schneller daher Der Entschluß, in einen praktischen Beruf einzutreten, gefaßt wird, um so großer wird für Den einzelnen die Möglichkeit sein, in eine ihm gemäße Lehrstelle (Eingang zu finden. Die Auswahl, die an praktischen Berufen in Frage kommt, ist sehr viel größer, als der Abiturient zunächst glaubt. Da ist erst einmal die große Zahl Der kaufmännischen Berufe. Die Anforderungen, die sie an Den Berufsangehörigen stellen, sind durchaus verschieden, je nachdem ein Büro- oder ein Ber- taufsberuf ergriffen wird. Vielfach wird Der Eintritt in Den Verkauf von Den Abiturienten noch ab- gelehnt. Das geschieht durchaus zu Unrecht, da auch von dieser Tätigkeit aus ein Weiterkommen für tüchtige Kräfte gegeben ist. Es eröffnen sich hier Stellen als Abteilungschefs, als Filialleiter, Einkäufer, Reisender usw. Da gibt es spezielle Gebiete, wie etwa den Beruf Des Buchhändlers, oder Den Beruf des Drogisten; Berufe, für Die nach Der praktischen Lehrzeit noch eine Weiterbildungsmöglichkeit auf einer entsprechenden Fachschule gegeben ist. Für Den Drogisten kommt unter Umständen ein Uebergang in Großhandelsbetriebe in Frage. Ferner wäre zu nennen der technische Kaufmann, der nicht nur über gute kaufmännische, sondern auch über gute technische Kenntnisse verfügen muß; es sei etwa erinnert an Den Radiohändler oder an Die Autobranche. Ein dankenswertes Arbeitsfeld eröffnet sich für die Abiturienten in Speditions- oder Exportgeschäften, in Denen sie auch ihre Sprachkenntnisse besonders verwerten können. Aehnliches gilt für Die Berufslaufbahnen im Gaftwirtsgewerbe, bei Denen aüerDings auch von Der Pike auf angefangen werden muß. Der stärker mathematisch Begabte kann versuchen, in einer Versicherung unterzukommen. Als besonders bedauerlich muh es bezeichnet werden, daß nach wie vor die Abiturienten handwerkliche Berufe jo gut wie vollständig ablehnen. Für Den Eintritt von Abiturienten wären in Betracht zu ziehen etwa Die Kunsthandwerke, Deren Forderung zur Zeit wieder besonders angestrebt wird. Nach einer praktischen Lehrzeit könnte noch eine Kunstgewerbeschule zur weiteren Aus- und Fortbildung besucht werden. Das gilt etwa für den Schreiner, Der sich zum Architekten ausbilden will. Künstlerisch befähigte junge Leute können auch denken an eine Ausbildung zum Musterzeichner für Die Textil- und Tapeteninduftrie; sie können fick vorbereiten für den Beruf des Plakatmalers und können bei entsprechender kaufmännischer Befähigung und Vorbildung sich später als Werbefachmann betätigen. Außerdem wären zu nennen die Berufe des Feinmechanikers und Optikers, des Uhrmachers, des Buchdruckers, des Malers und Anstreichers ufw., die sämtlich durch den Besuch entsprechender Fachschulen zu leitender Tätigkeit führen können. Sofern der (Eintritt zunächst als Lehrling in einen Industriebetrieb erfolgt, erscheint aussichtsreich die Ausbildung als Werkzeugmacher, die für den Tüchtigen Die erste Stufe für Die Laufbahn Des Werkmeisters und Betriebsführers DarfteUen kann. In diesem Zusammenhang zu nennen wäre auch die, Fülle Der mittleren technischen Berufe, Die zunächst auch auf einer praktischen Lehrzeit aufgebaut find. Da gibt es den Ziegeleitechniker, Keramiktechniker, Glastechniker, Gießereitechniker, Heizungstechniker, Holztechniker, Textiltechniker, Färbereitechniker, Papiertechniker, Gerbereitechniker, Müllereitechniker ufw. Für die Angehörigen dieser tech- nischen Berufe schließt sich an die zwei- bis dreijährige praktische Ausbildung der Besuch einer mittleren technischen Lehranstalt an. In der Praxis wird zumeist keinerlei Unterschied zwischen einem auf diesem Wege vorgebildeten jungen Mann und einem Diplomingenieur, der von der Technischen Hochschule kommt, gemacht. Die Leistung allein entscheidet über die spätere Stellung im Betrieb. Vorbedingung für alle diese Berufe ist naturgemäß technisch-praktische Begabung. Stärkerem Interesse begegnen augenblicklich die Berufsmöglichkeiten in der Landwirtschaft. Bei der besonderen Aufmerksamkeit, die die Regierung gerade diesem Berufsstande zuwendet, werden kräftige junge Leute, die sich naturverbunden fühlen, hier aussichtsreiche Berufswege finden. Das gilt für die landwirtschaftlichen Berufe im engeren Sinne; das gilt in gewissem Umfang auch für die gärtnerifdjen Berufe, die bei entsprechender Weiterbildung Aufstiegsmöglichkeiten — Gartentechniker, Garteninspektor, Gartenarchitekt — eröffnen. Hier konnte nur ein gewisser Ausschnitt aus den in Betracht zu ziehenden Berufsgebieten gegeben werden. Denjenigen Abiturienten, die bisher noch keine Entscheidung getroffen haben, wird dringend empfohlen, sich durch die Berufsberatungsstelle des zuständigen Arbeitsamts Wege zur Eingliederung in das Berufsleben zeigen zu lassen. Das gleiche gilt für Die Abiturientinnen, für die eine große Zahl von rein fraulichen Berufen au hauswirtfchaftlichem, pflegerischem und erzieherischem Gebiet in Betracht gezogen werden kann. Göring-Wanderpreis für (Sportflieger. Der Reichsminister Der Luftfahrt Hermann G ö - ring stiftete einen wertvollen Wanderpreis für Die im Deutschen Luftsportverband zusammengeschlos- 1 enen Deutschen Sportslieger. Der Preis ist für Die befte Gemeinschaftsleistung ausgesetzt, Die im Rahmen Der Deutschlandflugwettbewerbe des DLB. von Besatzungen Der Flieger-Unter- und Flieger-Ortsgruppen vollbracht wird. Gewinner Des Preises ist Diejenige Gruppe, von Der Der im Wettbewerb siegreiche Flugzeug - Verband gemelDet wurde. (EnDgüItig wird Der Wanderpreis gewonnen, wenn eine Gruppe entweder zweimal hintereinander oDer Dreimal außer Der Reihe siegreich bleibt. Die Wettbewerbe um diesen Wanderpreis tragen Die Bezeichnung: „Deutschlandflug-Wettbewerb Des Deutschen Luftsportverbandes um Den Wanderpreis Des Herrn Reichsministers der Luftfahr G ö r i n g." Anläßlich Der Stiftung dieses Wanderpreises für unseren Flugsport richtete der Präsident des DLB., Fliegerkommodore Loerzer, an General Goring ein herzlich gehaltenes Dankschreiben. Keine Sportveranstaltungen am Karfreitag. Seit einigen Jahren setzt sich erfreulicherweise im deutschen Turn- und Sportbetrieb die Uebung durch, den Karfreitag von sportlichen Veranstaltungen nach Möglichkeit ganz frei zu lassen. Genau wie vor einem Jahr kam eine entsprechende Verordnung heraus. Dementsprechend werden auch am diesjährigen Karfreitag (30. März) Turn- und Sportveranstaltungen gewerblicher Art nicht stattfinden. Fußballmeisterfchaftsfpiele und Spiele mit ausländischen Mannschaften fallen ebenfalls unter das Verbot. Deutsche Kanufahrer in Polen. Der Deutsche Kanu-Verband im Deutschen Wasser- lsport-Verb and hat eine Einladung Des Polnischen Kanu-Verbandes zur Teilnahme an Den 1. Polnischen Langstrecken-Meisterschaften erhalten, die am 20. und 21. Mai 1954 auf Den Flüssen Dunajec, Nowy-Targ und Nowy-Sacz ausgetragen werden sollen. Desgleichen wurden deutsche Kanufahrer zur Teilnahme an einer Gesellschaftsfahrt auf den inter- effanteften polnischen Flüssen eingelaDen. Der Deutsche Kanuverband beabsichtigt, dieser Einladung Folge zu leisten und einige der besten deutschen Kanusportler zur Vertretung Deutschlands nach Polen zu entsenden. Die Äerbandsfahne der Radfahrer. Der Deutsche Radfahrer-Verband hat eine neue Fahne geschaffen, Die sehr schmuck aussieht, und die bald von allen Gauen, Bezirken und Vereinen bei allen Anlässen gezeigt wird, um darzutun, das es jetzt nur noch eine geeinte deutsche Radlerschaft gibt. Die neue Verbandsfahne ist weißrotweiß gestreift. Auf Dem roten mittleren Streifen befinben sich Das Abzeichen Der Radfahrer, ein Speichenrad, bas Symbol Der nationalen Erhebung und Die Anfangsbuchstaben DRV. D i e „National-Mannschaft der Straße n f a h r e r" wird erstmals beim Straßenrennen Berlin—Kottbus—Berlin am 8. April gebildet. Sie besteht dann bis zum nächsten Rennen aus Den zehn erstplazierten Fahrern dieser Prüfung. Die National-Mannschaft wird dann auf Kosten des Verbandes zum Rennen „Rund um Köln" geschickt. Die deutsche Mannschaft für die„Tour^. Die deutsche Mannschaft für die diesjährige Rundfahrt durch Frankreich, die bekanntlich zu den schwersten Straßenrennen der Welt zählt, wird sich diesmal aus vier bewährten Kräften und vier Neulingen zusammensetzen. „Die alte Garde" wird vertreten durch Stapel, Geyer, Thierbach und Die meisten denken beim Hören dieses Namens an Jungen in schwarzen Blusen, die im Sommer wie im Winter in kurzen Hosen herumlaufen, und von denen wieder andere Jungen, die nicht zu dieser Gemeinschaft gehören, behaupten, daß sie besser sein wollen als ihre Mitschüler. Und Die Mutter, die ihren Jungen im Jungvolk hat, erinnert sich an nasse Schuhe und schmutzige Strümpfe. Aber das letztere find eben nur weniger angenehme Begleiterscheinungen, die einem rechten Jungen nichts ausmachen. Aber wir im deutschen Jungvolk wollen nicht besser fein als unsere Kameraden, die noch nicht Den Weg §u uns gefunden haben; wir wollen nur Das sein, was wir sind: deutsche Jungen. Und unser Wollen besteht darin, dieses voll und ganz zu sein. Was eine artfremde Regierung, Die deshalb die Jugend nicht verstehen konnte, versuchte, ist ihr nicht gelungen und konnte ihr niemals gelingen, denn zum Sklaven ließ sich diese Jugend nicht machen! Sie hatte für die „weltbeglückenden Segnungen" jener Zeit kein Verständnis. Vergeblich versuchte man Dem Jungen seine Vorbilder, die Helden Der deutschen Geschichte, zu nehmen, indem man ihm andere „Vorbilder" entgegenhielt. Für diese Helden konnte sich die „verdorbene" Jugend nicht begeistern. Stärker als die Lockungen undeutscher Geschäftemacher war die Verbundenheit zu Blut und Boden der Vorfahren und das Vermächtnis ihrer Väter, die im großen Kriege gefalle« waren. Die deutsche Jugend, die ihr Eigenleben bedroht sah, erwachte. Der Kampf der Jugend begann. (Ein Vorbild, einen Führer vor Augen, dem nad^ufol- gen größte Ehre war, so entstand Die Hitler-Jugend, nach ihrem Führer genannt. So entstand das Jungvolk. Von staatlicher Seite bekämpft und von Der Schule verboten mit Der Begründung, daß Die Jungen verhetzt und mit Partei- politik überfüttert würden. Alles war Lüge, Denn mit Parteipolitik wollen 'wir nichts zu tun Haden. Und was den Radikalismus betrifft, Den man uns als etwas Schlechtes vorwarf, so bekennen wir uns nach wie vor zu ihm, Denn was wir wollen, das wollen wir radikal. Und mit Demselben Radikalismus bekämpfen wir alles Undeutsche, was sich uns in Den Weg stellt. Jungvolk ist stürmische Jugend. Es will hinaus aus der Stadtschwüle und hinein in die Wälder und Felder ihrer Heimat. Und mit klaren Augen will sie die alten Burgen, Zeugen stolzer deutscher Vergangenheit, beschauen. Jugend kennt keine feige Unentschlossenheit, entweder haßt oder liebt sie, nie aber bleibt sie neutral. Sie kennt keinen klafsenhah und Standesdünkel, denn es verbindet sie alle das Gesetz der blutbedingten Treue! Und einmal werden aus diesen Jungen Manner werden. Männer, die jedem ins Gesicht schauen können, ohne unehrlich zu werden. Und diese Männer werden einst vollenden, was unser Führer Adolf zwei schöne Erfolge im Gemischten Doppel. Oberheffen Ohne Gewähr Nachdruck verboten 24. Ziehungstag 7. März 1934 1784 10415 32532 42252 344 Gewinne zu 300 M. 2187 8426 10142 39358 119050 234069 263455 379856 126945 28782 7650 327167 221384 303107 122976 333232 264724 383409 149005 339115 36572 116720 213222 260907 343253 15654 D i e Rütt - Arena in Berlin/ die vor zwei Jahren das Opfer eines Großfeuers wurde, soll unter dem Namen „Süd-Arena" wieder neu aufgebaut werden. * Gottfried von ©ramm befindet sich als einziger deutscher Teilnehmer beim Internationalen Tennisturnier in Monte Carlo noch im Wettbewerb. Mit der Amerikanerin Miß Ryan als Partnerin 70937 143903 234947 271227 380920 81974 147686 236983 283993 398393 252185 10549 102921 179448 244815 285949 309246 21226 379 3805 251747 342558 6 Gewinn« zu 5000 M. 6 Gewinne zu 3000 M. 16 Gewinne ,u 2000 M. 156942 171874 297267 24 Gewinne -u 1000 M. 108360 193623 225826 345118 369688 60 Gewinne zu 500 QU. □ Laubach, 8. März. Die am 5. März vorgenommene Schweinezwischenzählung ergab hier 281 Tiere. Die Zahl der nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen von Schweinen in der Zeit vom 1. Dezember 1933 bis 28. Februar 1934 betrug 193. i Wetterfeld, 8. März. Hier fand ein Schulungsabend statt, bei dem Ortsgruppen» Gewmnauszug 5. Klaffe 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie lands Schicksalswende" sprach. In klaren Strichen schilderte er die Entwicklung der Lage Deutschlands seit dem 30. Januar 1933. Die Regierung hat seit- dem ein Werk vollbracht, auf das sie stolz sein kann: nun ist es Sache jedes einzelnen, das Seine zu tun zur Ueberwindung der Klassengegensätze und zur Herstellung der Volkgemeinschaft. — Künftig finden die Schulungsabende regelmäßig am er st en Montag im Monat statt. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß es sich hierbei nicht um eine beliebige Äbendunterhaltung handelt, sondern um eine Veranstaltung der Partei, an der sich jeder Deutsche zu beteiligen hat. Kreis Alsfeld. errang er mit 6:4, 3:6, 6:2 über Ridley-Aeschlimann und mit 6:8, 7:5, 6:3 über Thomas-Hines —: nach einer Meistermannschaft gleichzustellen. Unter diesen Umständen wird wohl der OSC. um eine Niederlage nicht herum können. Es sollte ihm jedoch bei kompletter Aufstellung immerhin möglich sein, die Soldaten zur Hergabe ihres Könnens zu zwingen. Kurze Gportnotizen. Fritz Schrader (Hildesheim), der bekannte Crawlschwimmer, ist nach Magdeburg übergesiedelt und dort dem Verein .^Hellas" beigetreten. Das Solitude-Rennen für Motorräder und Kleinwagen soll im Juli auf der bekannten Rennstrecke bei Stuttgart stattfinden. folgt demnächst. r Großen-Linden, 8. März. Der G e - m e i n d e r a t, unter Vorsitz des Bürgermeisters Lang, beschloß in seiner jüngsten Sitzung die Herstellung der unteren Bahnhofstraße und Nebengasse zwischen Falltor- und Frankfurter Straße. Die Steine für die Straßen werden in einem hiesigen Steinbruch gebrochen, die Walzarbeiten sollen dem Gießener Tiesbauamt übertragen werden. Man hofft, die Arbeiten, bei denen nur Wohlfahrtsempfänger beschäftigt werden, in aller Kürze zu beginnen und bis zum Kreisturnfest, das dieses Jahr in Großen-Linden stattfindet, fertigzustellen. <£ Weickartshain, 8. März. Dieser Tage fand in dem mit Hakenkreuzfahnen reich geschmückten Hock'schen Saal eine Versammlung der NSDAP, statt, an der auch die SAR. und die NS.-Frauenschaft geschlossen teilnahmen. Stützpunktleiter Melchior leitete die Kundgebung. Kreispropagandaleiter Schmelz- Gießen sprach in nahezu zweistündiger eindrucksvoller Rede über das Thema „Nationalsozialistische Politik einst und jetzt!" Er erinnerte u. a. an den Jahrestag der nationalen Erhebung, sprach über die Bewahrung des Bauernstandes vor dem völligen Zusammenbruch, über die Judenfrage und in temperamentvoller Weise über die Unterschiede im Reichstag von vor 10 Jahren und der Gegenwart. Jene Reichstage des vergangenen Systems hätten so „klare und deutliche" Gesetze erlassen, über die die Juristen 700 Seiten Erläuterung schreiben mußten. In weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Vortragende mit den verschiedenen Feiern, die im Laufe des Jahres 1933 abgehalten wurden, ferner mit dem gut organisierten und neutral durchgeführten Winterhilfswerk, mit dem Sinn der Kaiserdank-Ortsgruppe, mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit und den bisherigen Erfolgen der Außenpolitik des Reichskanzlers Adolf Hitler. Schließlich wies Kreispropagandaleiter Schmelz noch auf die gegenwärtigen Verhältnisse in Oesterreich hin. Seine Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel- Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß. — Bei der Haussammlung für das Eintopfgericht in unserem Orte wurden 40,40 Mark aufgebracht. Insgesamt wurden hier 288,95 Mark für das Eintopfgericht gespendet. Kreis Friedberg. + Butzbach, 8. März. Gestern abend gab das Stadttheater Gießen im großen Saale des „Hessischen Hofs" ein Gastspiel. Es wurde die Komödie „Wenn der Hahn kräht" (von Hinrichs) aufgeführt und fand im Rahmen der Deutschen Bühne, Ortsgruppe Butzbach, statt. Das Publikum dankte mit reichem Beifall. .ttrei* « sotten □ Laubach, 8. März. „Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, hielt im Saale des „Schützenhof" einen Schulungsabend ab. Nach Bekanntgabe einiger allgemeiner Anordnungen und Aufklärungen sprach Schulungsleiter Pg. Heinrich Braun über das Thema „Schulung und Parteidisziplin". Der Redner wies besonders barau hin, daß eine eingehende Schulung unter allen Volksgenossen erforderlich sei, damit jeder in die Idee des heutigen Deutschland hineinwachse. Saboteuren und unverantwortlichen Schwätzern, denen noch Disziplinlosigkeit anhafte, sei mit aller Schärfe zu begegnen. Jeder Deutsche müsse von innen heraus Nationalsozialist werden. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages erläuterte Pg. Braun die Begriffe „Führer und Führertum", die mit der heutigen Staatsauffassung unzertrennlich verbunden sind. Dabei müsse das rassepolitische Ziel als das ideale Bild einer nationalsozialistischen Volksordnung stets vor unseren Augen stehen. Die Rückkehr der früheren jüdischen Macht könne niemals mehr geduldet werden. Der Redner erntete mit seinen inhaltsreichen Darlegungen großen Beifall. xf Alsfeld, 5. März. Der Zweigverein Alsfeld des Vogelsberge rHohenclubs veranstaltete am Samstagabend im kleinen Saal des „Deutschen Hauses" einen Vortragsabend, mit dem das diesjährige Dekorierungsseft verbunden war. Es war dem Verein gelungen, Herrn Geh. Rat Professor Dr. S o m m e r (Gießen) für diese Veranstaltung zu gewinnen, der einen außerordentlich interessanten Lichtbildervortrad uder „N ibelungenwege undRennwege hielt. Der hervorragende, weithin bekannte Gießener Gelehrte gab den Zuhörern einen Einblick in seine tiefgründigen, jahrzehntelangen Forschungen, die er über diese Materie mit echt deutscher Gelehrtengründlichkeit angestellt hat, und die zu hochbedeut- amen und aufschlußreichen Ergebnissen für die Geschichte des deutschen Mittelalters geführt haben. In eingehender Weise behaickrelte Geh. Rat Sommer die Nibelungenstraße von Worms bis zur Etzelburg in Ungarn, wie sie im Nibelungenlied geschildert wird; er wies auf seine interessante Entdeckung hin, daß der Feldzug Karls des Großen gegen die Avaren im 9. Jahrhundert über genau die gleiche Heerstraße mit denselben Orten geführt habe. Dem Vortragenden ist es auch gelungen, den Ort der Etzelburg im Gebiet des ungarischen Erzgebirges wieder aufzufinden. Der zweite Teil des Vortrags war dem mittelalterlichen Verkehrsweg des mitteldeutschen Rennweges von Thüringen bis zum Rhein gewidmet, der vom Vortragenden ebenso eingehend erforscht wurde. Die hervorragenden Aus- fühvungen von Geh. Rat Sommer waren für alle Zuhörer ein Erlebnis. Lebhafter und herzlicher Beifall dankte dem Vortragenden. Eine stattliche Reihe von Lichtbildern und zahlreiches Kartenmate- rial und Bildwerke gaben den Zuhörern unmittelbare Anschaulichkeit. Der 1. Führer des Vereins, Bürgermeister Dr. Völsing, dankte im Namen des Vereins und der Anwesenden in herzlichen War- ten Herrn Geh. Rat Sommer für den außerordentlich anregenden und genußreichen Dortraa. Im Anschluß an den Vortrag nahm der 1. Führer die Verleihung der Wanderauszeichnungen vor, mit denen wieder eine größere Zahl fleißiger Wanderer ausgezeichnet werden konnte. Der Wandermeister erstattete den Wanderbericht des abgelaufenen Jahres. Heitere mundartliche Vorträge und musikalische Darbietungen der Herren Rechtsanwalt Dingel- dey (Violine), Forftasiessor Bähringer (Cello) und stud. mus. E. Völsing (Klavier) trugen zur weiteren Ausgestaltung des anregenden Abends bei. * Alsfeld, 8. März. Heute ereignete sich in unserer Stadt ein schwerer Unglücksfall. Die 22jährige Schwester Else Jost vom hiesigen Krankenhaus stürzte so unglücklich, daß sie mit schweren Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. —Merlau, 6.März. Dieser Tage hielt der hiesige Kriegerverein im Lokal Hörle seine Jahreshauptversammlung ab. Dereinswalter Hörle begrüßte die fast vollzählig erschienenen Kameraden. Nach dem Geschäfts- und Kassenbericht wurde durch den Vereinsführer der Vorstand in seiner bisherigen Form auch für weiterhin bestätigt. Eine Anzahl Kameraden wird an der Feier des 60jährigen Bestehens der Kriegerkameradschaft ,Hassia" teilnehmen. Das diesjährige Scheibenschießen soll am Himmelfahrtstage und an dem darauf folgenden Sonntag stattfinden. Der seitherige Schützenverein wurde nunmehr beitragspflichtig dem Verein angeschlossen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und den Dolkskanzler sowie mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. werden konnten. § Daubringen, 8. März. Dieser Tage fand die Gründungsversammlung der Ländlichen Bezugs- und Absatz-Genossenschaft Daubringen statt. Ortsbauernführer K. Grölz II. eröffnete die sehr gut besuchte Der- sammlung. Kreisbauernführer Dörrschuck gab dann in längeren Ausführungen ein eingehendes Bild der geplanten Neugründung, die für unsere ländliche Bevölkerung das eigentliche Wareninstitut werden wird. Derbandsrevisor Hartmann gab anschließend einen Überblick über die „technischen" Maßnahmen, die anläßlich der Ueberführung der , o________ . , „ .. Mitglieder seitheriger Organisationen in diese neue'schulungsleiter Pg. Braun-Laubach über „Deutsch. standen sehr schwer zu sagen. Man ist geneigt, an einen Sieg der Mannschaft von Atzbach zu glauben, wenn sie komplett antritt. Handball im Gau XII der NT. Zwei Aufstiegspiele zur Preisklasse. Nachdem sich die Mannschaften der Turnvereine von Lang-Göns, Ruttershausen, Holzheim und Dorlar bereits den Titel der 8-Klassen-Gruppen- meister gesichert haben, beginnen am kommenden Sonntag schon die Aufstiegsspiele in die Kreis- klasse A. In zwei Spielen — Lang-Göns gegen Ruttershausen und Holzheim gegen Dorlar — stehen sich Mannschaften von solidem Können geaen- über, deren Spielstärke sich gegeneinander sehr schlecht abwägen läßt, zumal sie sich noch nicht im Wettkampf gemessen haben. Wer den Sieger stellen wird, ist nicht vorauszusagen. Turnt). Großen-Linden I — 1. Komp. 15. Jnf.-Regl. Am Sonntag ist die Mannschaft der 1. Kompanie der Gießener Reichswehr beim Turnv. Großen- Linden zu Gast. Die Gäste stellen eine körperlich starke und gut trainierte Mannschaft dar, deren Spielstärke durch Ausdauer und Schnelligkeit bedingt ist. Wenn auch die Platzbesitzer um eine Niederlage nicht herumkommen werden, so sollten sie doch in der Lage sein, dem Gegner energischen Widerstand zu leisten. OSL. I — 2. Komp. 3R. 15 I. Für den Sonntagnachmittag hat sich die OSC.- Mannschaft einen starken Gegner verpflichtet. Man kann wohl sagen, daß die Elf (Meister des Berliner Wachregiments) zur Zeit in Gießen den besten Handball spielt. Die Soldaten sind ihrer Spielstärke NSLB., Kreis Schotten. Es finden folgende Bezirkskonferenzen statt: 1. InLaubach am 14. März um 15 Uhr. Von 14.15 dis 15 Uhr tagt die Arbeitsgemeinschaft „Turnen und Wehrsport". 2. In Schotten am 14. März um 14.30 Uhr im „Hessischen Haus". 3. In U l r i ch st e i n am 10. März um 14.30 Uhr bei Pfannstiel. 4. Am 17. März findet die Kreiskonferenz statt. Es spricht voraussichtlich Dr. Graf über „Erblehre". Hinrichtung in Buhbach. LPD. Butzbach, 8. März. Mittwoch 5.30 Uhr ist der Leo B u ch h o l z aus Eimsheim (Rheinhessen) auf dem Hofe der Zellenstrafanstalt Butzbach mittels Fallbeils h i n g e r i ch t e t worden. Buchholz hatte seine Geliebte ermordet und war vom Schwurgericht der Provinz Rheinhessen zum Tode verurteilt worden. Oer Lauterbacher Haushaltsplan für 1934. Lauterbach, 8. März. In der gestrigen Gemeinderatssitzung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Peter wurde der Haushaltsvoranschlag für das Rj. 1934 beraten und einstimmig genehmigt. Der Bürgermeister bemerkte, der Voranschlag sei nach nationalsozialistischen Gesichtspunkten ausgestellt, nach denen größte Sparsamkeit dort vorgesehen sei, wo Mittel gespart werden könnten, anderseits die entsprechenden Beträge da vorgesehen wurden, wo sie zum Aufbau des Vaterlandes angebracht erscheinen. Der Voranschlag schließt in der Betriebsrechnung mit 305 000 Mark in Einnahme und Ausgabe in der Dermögensrech- nung mit 18 230 Mark in Einnahme und Ausgabe ab. Der Voranschlag des städtischen Elektrizitätswerks beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 104 600 Mark. Der Umlagebedarf wurde auf 53 300 Mark festgesetzt und wird durch Grund- und Gebäudesteuer, Sondergebäudesteuer und Gewerbesteuer aufgebracht. Bürgermeister Peter betonte noch, daß die Lage der städtischen Finan- z e n r e ch t g ü n st i g ist, so daß die Einführung der Bürger st euer nicht erforderlich wird. Das Rechnungsjahr 1932 schloß in der Betriebsrechnung mit einem Rechnungsrest von 77 006 Mark, in der Dermögensrechnung mit einem Rech- nungsreft von 1225 Mark, die Rechnung des städtischen. Elektrizitätswerks mit einem Rechnungsrest von 25 540 Mark ab. Lanorrcis n. X Wieseck, 7. März. Die Evangelische FrauenhilfeWieseck, der frühere Evangelische Frauenverein, hielt gestern abend im kleinen Saale von Gastwirt H. Braun für seine Mitglieder einen äußerst gut besuchten Vortragsabend ab. 'Der Vorsitzende, Pfarrer Sattler, leitete die Veranstaltung und erteilte sofort der Rednerin Schwester Grete Quack vom Hessischen Landesverband für evangelische Jugendpflege das Wort. Ihr Thema lautete „Erziehung zu Gehorsam, Wahrhaftigkeit und Ehrfurcht", und sie verstand in feiner Weise, an Hand vieler Beispiele aus dem Leben, den dankbaren Zuhörern den Wert einer auf christlichem Boden begründeten Jugenderziehung zu veranschaulichen. Ihre von tiefem Ernst getragenen, aber auch oft mit frischem Humor durchsetzten Ausführungen ernteten starken Beifall, dem der Ortsgeistliche in herzlichen Dankesworten Ausdruck verlieh. § Großen-Bufeck, 7. März. Die Sammlung am Sonntag (Eintopfgericht) ergab für die gesamte Ortsgruppe 284,55 Mark. Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen: Großen-Buseck 118,05, Alten-Buseck 60,30, Rödgen 39,10, Burkhardsfelden 33,35, Oppenrod 18,85, Trohe 14,90 Mark. Weiter spendete der Kegelklub Alten- Buseck zum Winterhilfswerk einen Betrag von 16 Mark, so daß insgesamt 300,55 Mark abgeführt Genossenschaft notwendig werden. Die vom Verband erlassenen neuen genossenschaftlichen Bedingungen wurden bereits am Abend noch von zahlreichen Volksgenossen unterzeichnet, so daß die Genossenschaft gegründet ist. Die Wahl des Vorstandes er- Beim Kandahar-Rennen in Mürren (Schweiz) werden am Sonntag keine deutschen Skisportler an den Start gehen, da Cristel Cranz, Franz Pfnür und Dr. Vetter beruflich verhindert sind und unter diesen Umständen ein Start deutscher Teilnehmer vollkommen aussichtslos ist. 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und 11 16893 19482 25230 28682 30656 36596 36683 37866 39447 39720 40606 40903 49056 50065 55398 56213 59086 60319 60751 62241 64001 64965 65231 70230 72668 73103 75818 76854 78164 81690 82412 83810 83980 85346 86807 87037 88727 88843 88960 90276 95051 95521 96433 97116 100478 101578 109382 115989 120334 121859 123254 125247 129204 129408 131044 132381 133927 135294 136034 136317 137114 139855 152083 154409 155707 156911 158610 160139 160977 162539 162693 164286 164648 165893 166056 166671 171431 173162 174265 174399 177232 178113 182383 188483 188879 191050 191205 192718 194750 198437 199180 203524 205271 208953 212758 216787 223657 228337 231394 233593 234885 234974 237006 239091 239900 239971 240310 246965 249659 249997 257775 259441 259635 259861 260783 261557 261906 262791 263719 270521 273053 278331 283677 286978 288341 292367 295966 299175 307968 309044 309435 311569 314545 316180 322760 325960 327980 329376 332738 332949 334853 334922 337702 338812 342357 342925 343816 344358 344537 347355 352278 352934 353860 355043 359743 363393 365016 370212 374404 376866 378394 378757 381357 383851 386484 387688 388024 397780 7,5 Millionen dieser schönen Glasplaketten werden am 11. März für das Winterhilfswerk verkauft werden. * Fast 3000 Heimarbeiter aus dem Thüringer Wald haben sie hergestellt Den sanften Perlenglanz lieferten die Schuppen des pummerschen Ukeleifisches. Für Glasarbeiter und Fischer, Nadel- und Lackfabriken bedeuten diese Plaketten Arbeit und Brot In allen deutschen Landen helfen sie deutsche Volksgenossen vor Hunger und Kälte zu schützen! Helft alle mit! Sichert den Sieg der N.S.V.! 11. Nieder-Ohmen, 6. März. Der hiesige Obstbauverein hielt dieser Tage im Gasthaus Döll seine erste Versammlung ab. Dereinswalter Böck gab zunächst die Richtlinien des Kreisobstbauoereins bekannt und ernannte sodann Johannes Jost und Konrad Carle als Mitarbeiter, Hein- rich Seibert zum Schriftführer und August Lotz zum Kassenwart. Der Verein beschloß, sofort eine Obstbaumspritze anzuschaffen. — Der hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage im Lokal von Ziegenhain seine Generalversammlung ab. Der Führer Lehrer Schäfer begrüßte die Kameraden. Sodann wurde der Geschäfts- und Kassenbericht er- stattet. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Zu Ehrenmitgliedern wurden Dr. K i ß n e r, Bürgermeister Carle und Konrad Wurm ernannt. Mitglied Ludwig Reichel konnte für 40iährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Georg Kaiser wurde für 25jährige Mitgliedschaft geehrt. Der Verein zählt gegenwärtig 104 aktive und 4 passive Mitglieder. — Dieser Tage fand im Saale der Gastwirtschaft Döll eine Versammlung der Mil ch- absatzgenossenschaft statt. Nach der Eröffnung durch den landwirtschaftlichen Fachberater Eisenach sprach Pa. Weber über die Einrich- tung einer Milchverkaufsstelle. Der Umfana des Prioatmilchverbrauches in unserer Gemeinde dürfte sich auf etwa 200 Liter täglich belaufen. Zum Schluß der Versammlung wies der Rechner darauf hin, daß demnächst auch die Regelung der D i e h - Verwertung in eine bestimmte Form gebracht werde. st. Kirtorf, 6. März. Am Sonntagabend fand im Saale der Gastwirtschaft Becker eine Ion- filmveranstaltung statt, in der der bekannte Film „Hitlerjunge Quex" zur Aufführung gelangte. Die Vorstellung war außerordentlich gut besucht. SA.-Sturm 2/254, BdM. und NS.-Frauen- schäft nahmen geschlossen teil. Der Film hinterließ einen tiefen Eindruck. Die Veranstaltung brachte noch zwei weitere Filme, deren einer, ein Kulturfilm, das Leben der orientalischen Völker kennenlernen ließ. 24. Ziehungstag 7. März 1934 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« e« 5000 M. 376211 6 Gewinn« zu 3000 M. 104115 164756 312831 12 Gewinn« ,« 2000 M. 8101 28527 1737371 215954 369564 397160 6 Gewmne zu 1000 M. 76806 122428 170010 34 Gewinn« »u 500 M. 32599 47744 65293 67847 90972 135278 179423 187488 235292 269517 269800 280967 290186 317368 334119 338716 377163 332 Gewinn« ,u 300 M. 3195 5143 7209 7468 8544 10280 10570 11686 16062 16580 18370 21615 26199 28451 31335 32731 33556 34969 36053 36682 36968 40655 44382 ' 45023 45890 51595 53529 58839 60992 61060 i 62351 78897 81963 84629 84836 91184 94288 1 98238 103510 104964 107598 109079 109722 111030 111928 115020 119640 119773 121256 121482 121777 124169 126512 127450 128038 128550 133074 133498 141368 141606 148295 151380 156934 157906 159760 159827 160701 170413 173374 175151 176295 184591 190448 190933 200826 203053 205705 206386 207137 207310 210832 214554 214718 217014 217282 217877 220355 220541 230339 231306 235464 236764 239201 243874 244403 248551 249457 250389 251449 256113 257681 258653 260450 263553 264136 265942 268162 271234 271249 274686 276471 276906 277757 282608 282731 284225 287133 289085 289875 290269 291640 292390 297271 300288 300385 300869 301969 303364 309720 311635 312323 318854 320272 321352 324812 326900 335290 341048 343064 343504 343553 344570 347112 347884 347948 352183 366902 358120 360344 360707 360839 363685 364269 370285 374817 374862 377543 383419 383512 365268 399720 392637 393231 395090 396045 396798 20 Tagesprämken. Auf sede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 150912 157573 174607 235383 280523 307662 340528 341825 364065 392246 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 80000, 2 zu je 10000, 88 zu je 6000, 58 zu je 8000, 82 ?u je 2000, 166 zu je 1000, 504 zu je 500, 3262 zu je 300 und 120 Tagesprämien zu je 1000 Mark. Hessischer Landesverein vom ZRofen Kreuz. LPD. Darmstadt, 8. März. Im Motorhaus hielt gestern der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz seine ordentliche Hauptversammlung ab, zu der u. a. Dr. Welker als Vertreter des Staatsministeriums, Bürgermeister Haug als Vertreter des Darmstädter Oberbürgermeisters und der 516.= Dolkswohlfahrt erschienen waren. Der Geschäftsbericht des Präsidenten Geheimrat von Hahn ergab, daß auch in den letzten beiden Jahren das Rote Kreuz erhebliche Fortschritte gemacht hat. Der Rechenschaftsbericht und die üblichen Entlastungen wurden einstimmia genehmigt. Anschließend fand eine Sitzung des Landesausschusses statt, die unter dem Vorsitz der früheren Großherzogin von Hessen abgehalten wurde. Geschäftsbericht, Voranschlag für 1934, sowie die Entlastung wurden ebenfalls einstimmig genehmigt. Preußen. Kreis Wetzlar. < Wißmar, 8. März. Der hiesige Gesangverein „Germania" hielt am Sonntag einen Liederabend ab, mit dem gleichzeitig Konzert und Theateraufführung verbunden war. Vereins- wart Moos brachte in seiner Begrüßungsansprache zum Ausdruck, daß nunmehr auch im Wißmarer Sangesleben im Sinne der nationalsozialistischen Bewegung eine Wandlung eingetreten sei, indem die gesamte Sängerschaft von Wißmar sich zur Pflege des deutschen Liedes und zur Herbeiführung der Volksgemeinschaft im Gesangverein „Germania" zusammengefunden habe. Es sei das erstemal, daß die geeinten Sänger an die Oeffentlichkeit treten. Mit dem Sängergruß und mit einem Rheinlied wurde die Veranstaltung eingeleitet. Im ersten Teile des Abends kamen besonders vaterländische Lieder zum Vortrag, während der zweite Teil mehr dem Gedanken der engeren Heimat gewidmet war. Im weiteren Verlaufe des Abends gelangte em Theaterstück zur Aufführung, das mit großem Beifall ausgenommen wurde. Fräulein Gaby Pösch erfreute außerdem mit zwei Liedern, Herr Fritz S p e i e r trug mit einem Liedvortrag zur Verschönerung des Abends bei. Einheimische Musiker machten sich um den musikalischen Teil des Programms verdient. Die Zuhörer folgten den Darbietungen mit großer Aufmerksamkeit. Die gutbesuchte Veranstaltung, deren Reinertrag zum größten Teil dem Winterhilfswerk überwiesen wurde, nahm einen wohlgelungenen Verlauf. p. Bieber, 7. März. Die hiesige NSDAP, hielt am Sonntag zugunsten des Winterhilfswerkes einen Deutschen Abend ab, der im Saalbau Scherer eine stattliche Teilnehmerzahl vereinigte. Stützpunktleiter Pg. Lerch hielt die Begrüßungsansprache. Nach einem Vorspruch hielt Pg. Betz- Gießen (früher Wiesbaden) eine Rede, in der er es ausgezeichnet verstand, seinen Zuhörern den tieferen Sinn der Ereignisse der letzten Jahre darzustellen. Insbesondere stellte er dem Eigennutz den Gedanken "bes Gemeinnutzes gegenüber und wies auf die Einheit des Volkes hin, die nunmehr geschaffen worden sei, ohne Ansehen des Standes. Die Ansprache wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Anschließend wurden das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Im weiteren Verlaufe des Abends gelangte durch die Krofdorfer Theatergruppe „Die Regimentstochter" zur Aufführung. Die Darsteller fanden lebhaften Beifall. Die SA. trug durch einige lebende Bilder zur Verschönerung des Abends bei. Eine Musikkapelle unterhielt während der Pausen mit guter Musik. Lützellinden, 5. März. Am Samstag fand in der Gastwirtschaft Arnold eine Versammlung der vor kurzem ins Leben gerufenen Milchabsatzgenossenschaft G. m. b. H., Lang- Göns, zu der insgesamt etwa 14 Ortschaften gehören, statt. Nachdem in einer vorhergegangenen Versammlung rund 20 Mitglieder der Genossenschaft beigetreten waren, wurde jetzt der Vorstand gewählt. LOF. Heinr. Lenz verlas die Statuten und teilte mit, daß in nächster Zeit schon mit dem Bau der Molkerei zu rechnen sei. Zum Führer der Genossenschaft wurde LOF. Heinr. Lenz gewählt. Zweiter Führer wurde Joh. Kr"ombach, während der Kassierer noch nicht bestimmt werden konnte. In den Aussichtsrat wurden Fr. Engel, Friedrich Schmidt und Wilh. Altenheimer gewählt. Das Geschäftsanteil beträgt pro Kuh 10 Mark. — Die hier vom Jungvolk durchgeführte B r o t - fammlung für das W i n t e r h i l f s w e r k ergab 108 Laib Brot. Für das Eintopfgericht am vergangenen Sonntag wurden insgesamt 82 Mark gespendet. Die Sammlung am VDA.-Opfertag brachte 20 Mark. 0 Groß-Rechtenbach, 8. März. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, hielt am Sonntag im vollbesetzten Beplerschen Saal einen Deutschen Abend ab, der durch den Stützpunktleiter Lang mit einer Begrüßungsansprache eröffnet wurde. Er wies auf die grundlegende Wandlung der politischen Verhältnisse in unserem Vaterlande hin und betonte, daß die nationalsozialistische Revolution nicht eine Revolution gegen Menschen, sondern gegen eine Weltanschauung sei, die den Bedürfnissen der deutschen Seele nicht gerecht werden konnte. Nach einem Begrüßungsgedicht, gesprochen von Frl. Barthelt, und einem Vortrag des Männergesangoereins Groß-Rechtenbach (Leitung: Lehrer Spory) wurde von der Spielschar Hochelheim ein Theaterstück aufgeführt, das in dramatischer Weise den Kampf der Nationalsozialisten um den deutschen Menschen und die deutsche Seele schilderte. Ein zweites historisches Theaterstück, das in die Zeit Friedrichs des Großen zurückversetzte, aelangte ebenfalls zur Aufführung. Ein von SA.-Kameraden gestelltes lebendes Bild fariB, ebenso wie die beiden Aufführungen, stärksten Beifall. Mädchen des BdM. zeigten Volkstänze. Kreisleiter Haus wies in einer Ansprache auf die Bedeutung der Deutschen Abende hin und betonte, daß der Nationalsozialismus der deutschen Kultur die Wege geebnet habe. Der Gedanke des Kampfes fei aber auch für das Jahr 1934 auf die Fahne geschrieben. Gläubig und vertrauend wolle man auch jetzt in den Kampf gehen. Die deutsche Jugend werde das Werk zu vollenden haben. Stützpunkt« leiter Karl Sang dankte zum Schluß allen Mitwirkenden für ihren Opfersinn und brachte ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler aus. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beschlossen den Abend. Oberwesterwaldkreis. * Höhn, 8. März. Heute ereignete sich im hiesigen Bergwerk ein schwerer Unglücksfall. Der 24jährige Bergmann Hugo Zimmermann wurde im Stollen von einem vorbeifahrenden Motorwagen erfaßt, zu Boden geschleudert und so schwer verletzt, daß er sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. Der bedauernswerte Mann hat schwere innere und äußere Verletzungen erlitten. Sein Zustand ist sehr bedenklich. Kunst und Wissenschaft. Münchens Geburtstagsgeschenk für Richard Strauß. Bei einem Richard-Strauß-Festkonzert in der Münchener Tonhalle überbrachte Oberbürgermeister F i e h l e r dem Komponisten zu seinem bevorstehenden 7 0. Geburtstag die Glückwünsche seiner Vaterstadt. Da Strauß schon seit zehn Jahren Ehrenbürger von München ist, hat der Stadtrat als eine besondere Art der Ehrung beschlossen, dem Meister sein Porträt zu schenken; dabei soll ihm ausdrücklich die Wahl überlassen sein, von welchem Künstler er gemalt sein will. In seiner kurzen Dan- kesrede gab der Jubilar der Ueberzeugung Ausdruck, daß München unter der Führung Ado(f Hitlers einer neuen Blütezeit entgegengehe. Spreamunden ver Redaktion. 11.30 bi, 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen Nur 3 Sonntage bis Ostern Mo -'' MM li l M mWl ß MM , 11 D | '.:M --und was Sie auch an neuer Kleidung brauchen: Übergangs- Mantel, Straßen- oder Sportanzug --bei mir finden Sie eine enorm große Auswahl in qualitätsgeprüfter Kleidung u. überraschend niedrige Preise! Elegante Frühjahrs ■ Mäntel 25.- 33.- 45.- 53.- 65.- Straßen- oder Sport-Anzüge 23.- 29 - 38.- 46.- 57.- Jünglings- und Knoben-Kleidung sehr preiswert. Wir führen im Allein-Verkauf für ganz Oberhessen die weltberühmten deutschen Mantel-Fabrikate „ERES“ und „WISO“ das sind Mäntel für ganz hohe Ansprüche, für Reise, Straße Auto und Sport. Großstädtische Auswahl. 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Allein Hersteller:EngelavotbekeGießen. Zu baden in allen Avolbeken. m7a Land«, tasmrtmn e.G.m.b.fl. zu Wieseck Bilanz am 31. Dezember 1933. Vorstehende Jahresrechnung und Bilanz liegt acht Tage zur Einsicht der Mitglieder in der Geschäftsstelle, Kornblumenstraße 12, offen. 1444D Aktiva. RM. 1. Kasse 6070,40 2. Warenbestände: RM. Verk. I 11362,— Verk. II: 11028,42 22390,42 3. Außenstände: RM. Verk.I: 7002,06 Verk. II: 6089,61 13091,67 4. Immobilien 4000,— 5. Mobilien 1000,— 6. Beteiligung L. H. G. 500,— 7. Spar- und Dorschußverein Wieseck 200,45 Summa 47252,94 Passiva. RM. 1. Guthaben der Lieferanten 11535,63 2. Guthaben der L. H. G. 2681,55 3. Geschäftsguthaben der Mitglieder 2119,— 4. Betriebsrücklage 7500,— 5. Reservefonds 6342,61 6 Baufonds 7000,— 7. Gewinn 1933 10074,15 Summa 47252,94 Der Anffichtsrak. Der Vorstand. Generalversammlung Montag, den 19. März 1934, abends 8% Uhr, bei Gastwirt Ferdinand Döringer. Tagesordnung: 1. Vorlesung und Genehmigung der Bilanz 1933. 2. Verteilung des Reingewinns. 3. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrats. 4. Allgemeine Aussprache.