i i chW y» % ; T4 f 5reilag,9.8ebruarl934 184. Jahrgang Nr. 54 Lckes Blatt Gießener Anzeiger Was die presse erwartet Rechts- Das haben wir mit unse - send, meinte er: Paris. zum eine Zufriedenheit aller Franzosen im Jahre 1926 unter der Präsidentschaft Doumergues gemacht habe. Ulan rechnet damit, daß alle Fraktionsführer von herriot bis TNarin sich zur Älitarbeit in irgendeiner Form bereiterklären werden. Die Absage von Leon Blum ist jedoch zu erwarten. Die Mutmaßungen über die Besetzung der einzelnen Ministerien gehen stark auseinander. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Doumergue neben dem Ministerpräsidium vielleicht das Justizministerium, möglicherweise aber auch das Außenmini st e- r i u m übernimmt. Auch B a r t h o u und T a r - d i e u werden als Kandidaten für das letztere genannt. Die Betrauung des Marschalls P e t a i n mit dem Kriegsmini st erium kann als sicher ren Demonstrationen Das ist erschütternd." Das erschöpfte Paris. Von unserem -rt. Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, 7. Februar. Der Mann, nach dem alles als den Retter aus dem Chaos ries, der greise Doumergue, ehemals Frankreichs Staatspräsident, ist soeben aus Toulouse angekommen und hat ganz kurz sein Programm umrissen. Der schwarze Dienstag mit seiner Revolte der Unvernunft und Scheußlichkeiten liegt schwer aus den Gemütern; daß heute der Pöbel zu plündern versuchte und der übelste Janhagel sich als angeblicher Retter der Sauberkeit spitzbübisch gebärdete, hat die in jedem anständigen Franzosen schauplatzes". Dichte Mengen umstehen das Cafe Weber, das zu einem Verbandsplatz umgewandelt wurde. Krankenwagen kommen und gehen. Jeden Wagen begrüßt die Menge mit dem wütenden Ruf: „Assassins, assassins!" Gespenstig leuchten die zerbrochenen Fensterscheiben und die angebrannten Holzeinfassungen des Marineministeriums. Vor mir liegt die Place de la Concorde (Eintrachtsplatz), die in dieser Nacht ihrem Namen wenig Ehre macht. 400 Meter tief erstreckt sie sich bis zur Seine, bis zur Brücke, die zur Kammer führt. In der Mitte ragt der Obelisk dunkel gegen den Himmel vor. Neben ihm eine Feuerlohe. Ein Lastwagen, anscheinend ein Transportwagen der Polizei, ist von der Menge angezündet. Die Polizei schreitet nicht ein. Sie steht untätig und läßt sich mit unflätigen Schimpfworten belegen, ohne auch l nur mit der Miene zu zucken. Sie begnügt sich da- lore in der Hand versuchte einen Zug gegen die Place de la Convorde zu organisieren. Vergebliche Mühe. Als aber ein anderer mit einem erbeuteten Säbel eines Gardisten erschien, formierte sich unter Johlen ein Zug hinter ihm. Ich stand auf einer Bank, die bisher noch vom Feuer verschont geblieben war, neben mir zwei Engländer und zwei Franzosen. Die Engländer unterhielten sich lachend über den „Fun", aber einer der Franzosen sagte traurig: „Ich bin Kriegsteilnehmer und habe gegen Deutschland gekämpft. Wir hofften, unseren Kindern ein schönes, freies Frankreich zu erkämpfen. Aber das war ein Traum. Dieses Volk im Palais Bourbon (er meinte die Kammer) nimmt uns Frankreich." Auf den nächtlichen Demonstrationsspuk wei- überläßt den Platz und die Champs-Elysees den Manifestanten. Ich begab mich auf den Platz in eine Horde jungen Volkes, das sich damit vergnügte, Steine zu sammeln und Stücke aus dem Asphalt zu brechen. Die traditionellen Waffen der Demonstranten, die eisernen Gitter der Bäume, waren'vorsorglich schon am Tage vorher von der Stadt entfernt worden. Eine Abteilung ©art)e Republicaine zu Pferde zog vorbei. Unter wüstem Gejohle ergoß sich ein Steinhagel auf die Reiter, die im Galopp daoonpreschten, kehrt machten und gegen die Menge anritten. Die Attacke war eine Farce. Zehn Schritt vor der Menge, die die Soldaten mit Johlen und Steinen empfing, hielt die Abteilung an und machte wieder kehrt. Zwei, die schärfer vorgeprescht waren, kamen in Bedrängnis. Einer.wurde vom Pferde gerissen. Das Pferd galoppierte davon, und der Reiter lief mit gezogenem Säbel unter dem Gelächter des Pöbels seinen Kameraden nach. So wurde in dieser Nacht ein Stück Autorität nach dem andern vertan. In den Champs-Elysees das gleiche Bild. Kein Polizist die ganzen tausend Meter bis zum Rand Point zu sehen. Nur das Palais des Präsidenten der Republik war stark gesichert. Herr Lebrun, der keine 300 Meter entfernt wohnt, dürfte in dieser Nacht schlecht geschlafen haben. Die Straße war dem Mob freigegeben. Ueberall bemühte man sich, Barrikaden zu errichten, aus Bänken und Kiosken Feuer anzuzünden, und ein begeistertes Bravo begrüßte jeden solchen „Erfolg". Ein junger Mann mit einer Triko- Berittene republikanische Garde vor einem brennenden Uaoen am Domevaro ^eoapop. von kommunistischen Haufen geplündert und Dann in Brand gesteckt worden war. egroh. Mehl, ineben ehende tschast. Misse Mon- i) am rocken- 95 bis 75 bis pez. 0 ! 27,90 50 bis kizen- Soya- 16,30 chnitzel oggen« 2 Mk. kt. müse iischem ährend at und en sich nkohl. digend. is 450 25 bis fpan.); w bis er 50 EO, ; Roli bis 1 Spinat, hwarz- Sirfina, ohl 12 is Am Ranba« ;r der Zerlauf 14 bis Aepfel, blond, Zlut 12 dis 18, nratnm 10 bis 1, Me bis 15; >is 17; nicht gewollt. icruri" V 47,30 12,447 3,053 168-37 65,47 58,6 67' 13,035 0,675, 2,593 58,31 21. 16.^ 81. 33. 8118 0,773 0.Z S,6Z 11.86 man, werden nicht zögern, wenn der Befehl Angriff kommt. In einer Ecke des Platzes große Abteilung der städtischen Polizei, in großen Haufen, ohne Ordnung, in freundschaftlichem Verkehr mit der Menge. Sie, raunt man, ist auf der Seite des „Volkes". Weiter die Rue Royale entlang nach der Place de la Concorde, dem Mittelpunkt des „Kriegs- kt. ihr war er, 226 23 bis bis 29, Kälber, i ruhig- genommen werden können. Ein Teil der blätter erwartet aber einschneidendere Maßnahmen. „Echo de Paris" erklärt, die nationale Einigung von heute ist nicht mehr die von 1914 oder 1926. Vor allem sind saubere Männer notwendig, aber auch neue Männer, die mit neuen kühnen Methoden arbeiten. Wir brauchen Persönlichkeiten, die entschlossen sind, dem Land nach zwei Richtungen hin die notwendige Genugtuung zu geben: 1. Bestrafung aller in den Sta- visky-Skandal verwickelten Personen ohne Ansehen der Partei, 2. Bestrafung aller der für die abscheulichen Morde vom Dienstag Verantwortlichen. Wenn das nicht geschieht, wird sich die Straße erneut rühren — Die Rechtsblätter fordern u. a. die Wiedereinsetzung Chiappes als Polizeipräfekt von Heute abend stehen neue Llnruhen bevor. Sozialisten und Kommunisten bereiten Protestkundgebungen und Generalstreik vor P a r i s , 9. Febr. (DNB.-Funkfpruch.) Die Stadt wies am Donnerstag wieder das alltägliche Straßenbild auf. Wären nicht die vielen zerschlagenen Fensterscheiben, zertrümmerten Straßenlaternen und ausgerissenen Eisengitter, so würde kaum noch etwas auf die blutigen Zusammenstöße vom Dienstag und das gewissenlose Treiben lichtscheuer Elemente und der Kommunisten am Mittwochabend hindeuten. Die Zusammenstöße vom Mittwoch dürfen nicht als politische Kundgebungen betrachtet werden. Sie waren das Werk unsauberer Burschen, die die Gelegenheit ausnutzten, um zu zerstören, zu plündern und zu verbrennen, was ihnen in die Hände fiel. Auf den Champs-Elysees, in der Rue Tronchet und besonders in der Rue de Tivoli hausten diese Banden wie die Verbrecher. Unzählige Geschäfte sind geplündert worden. Die Polizei wurde jedesmal mit Revol- v e r s ch ü s s e n empfangen. Es ist ein Wunder, daß nicht mehr Tote zu beklagen sind. Staffelfahrer auf Motorrädern brachten den Plünderern immer neue Befehle. Eine Fensterscheibe nach der anderen ging in Trümmer. Das Gesindel ging sogar soweit, harmlose Kraftfahrer anzuhalten und von ihnen Lösegelder bis zu 10 0 0 Francs z u erpressen. Die verständigeren Elemente haben sich am Mittwoch allgemein zurückgehalten. Die Nachricht von der grundsätzlichen Annahme der Regierungsbildung durch den ehemaligen Staatspräsidenten Doumergue hat eine ft a r t e Beruhigung gebracht. So sind Donnerstag abend und die Nacht zum Freitag in Paris und in der Provinz, wo nur aus Lyon ernste Zusammenstöße gemeldet wurden, Verhältnis- mäßig ruhig verlaufen. Die Polizei setzte die Jagd auf lichtscheues Gesindel, das feine Beutezüge fortzusetzen versuchte, fort. Zu ernsteren Zusammenstößen ist es jedoch nicht gekommen. Für heute abend wird dagegen erneut m i t Unruhen gerechnet, weil die Kommunisten und Sozialisten auf dem Platz der Republik eine große Protestkundgebung abzuhalten gedenken. Außer einem verstärkten Polizeiaufgebot stehen militärische Abteilungen zum Eingreifen bereit. Der 24ftünbige, für Montag angesetzte Proteststreik wird von den französischen Gewerkschaften beider Richtung methodisch vorbereitet. Die dem Allgemeinen Arbeiterverband angeschlossenen Vereinigungen der Beamten, Postbeamten, Lehrer usw. haben sich bereits bereiterklärt, die Streikparole zu befolgen. Nur die christlichen Gewerkschaften verhalten sich ablehnend. Als Technische Nothilfe sind 150 Mann des Maschinenpersonals der Kriegsmarine angefordert worden, die bereits aus Brest nach Paris unterwegs sind, um überall dort eingreifen zu können, wo die Befolgung der Streikparole es erforderlich machen Kammersihung ohne Abgeordnete. Paris, 8. Febr. (DNB.) Am Donnerstag fand derForm halber eine Kammerfitzung statt. Auf der Tagesordnung standen die längst überholten Entwürfe für die Gesetze über den Untersuchungsausschuß und den HaushaUsplan. Der Kammerprä- gellen, und die des Fliegergenerals Guillemin als Luftsahrtminister als wahrscheinlich. Als Kriegsmarineminister wird Admiral Lacaze genannt Als aussichtsreichster Anwärter für das Innenministerium gilt Senator $ arraut, obwohl das „Eche de Paris" auch die Betrauung von E h i a p p e für möglich hält. Auch Laval wird genannt. Besonders vermerkt fei die Behauptung des Blattes, dah T a r d i e u und herriot sich geeinigt hätten, nicht persönlich in die Regierung zu gehen, da sie so Doumergues Aufgabe erleichtern wollten. Andere Blätter glauben, dah man Tardieu das Ministerium für öffentliche Arbeiten und herriot das Unterrichtsministerium anbieten wolle. Die pariser Blutnacht. Bericht eines Augenzeugen. - Der Mob regiert die Straße. Die Presse steht den Bemühungen Doumergues außerordentlich wohlwollend gegenüber. Auch die radikal-sozialistischen Blätter treten für ihn ein in der Ueberzeugung, daß er ein überzeugter Republikaner sei. Die s o z i a l i st i s ch e u n d kommu - nistische Presse dagegen bezieht bereits Kampfstellung gegen das „faschistische" Kabinett Doumergue und ruft zur Einigung der Arbeiterklasse gegen die Bedrohung ihrer Freiheiten auf. Der Aufgabenkreis ber neuen Regierung kann und darf nach Ansicht vieler Blätter nur ein beschränkter sein: Sanierung der Finanzen, Verabschiedung des Staatshaushalts, Prüfung der außenpolitischen Lage, so daß es für den Au g e n- blick unmöglich sei, an die Auflösung der Kammer zu denken. Die Frage einer tiefareifen- den Reform dürfte erst später in Angriff ruhenden bürgerlichen Ordnungsinstinkte wachgerufen. Etwa wie nach der Robespierezeit oder nach der Februarrevolution von 1848, als im Juli die Blusenmänner Barrikaden bauten und in mehrtägiger Straßenschlacht der Republikaner Cavaig- nac. so sehr Republikaner, daß Napoleon III. ihn nach dem Staatsstreich verbannte, die Roten niederwarf, wobei etwa 8000 Pariser ins Straßen- pf(öfter bissen. Und war nicht auch bei der Kommune von 1871 zunächst Rot und Rechts vereint, bis die scheußlichsten Mordtaten die Trennung zwischen Rotmord und Bürgerlichkeit herbeiführten und die Generäle Douay und Gallifet die Kommunards vernichteten? Damals sind mehr als 11. 000 Kommunisten gefallen. Ader seitdem saß der rote Schrecken in jedem französischen Citoyenherz, bis« eine unglaublich schlechte Staatsführung jetzt wieder Barrikadenkämpfe entfesselte. Jedoch die Zeit der Barrikadenromantik ist vorbei. Als unter Napoleon III. Bürgermeister Haußmann, der auch nicht frei von Korruption war, die alten Pariser Gäßchen zerstörte und die breiten Boulevards anlegte, schrie die Linke, er und der Kaiser wollten nur aus strategischen Gründen breite, schußfreie Straßen anlegen, um mit dem Säbel und den Kanonen und Bajonetten Frankreich zu regieren. Der rote Vulkan konnte 1871 diese Straßen nicht ständig mit seiner Lava überfluten, von ihnen aus wurden die Brandstifter niebergemorfen, unb auch biesmal scheiterte der Barrikadenbau im freigelegten Viertel um die Kammer, die Ministerien auf ber Place be la Con- corbe und in der Rue Royal. Die unbewaffneten Frsntkämpfer, die mit ihren Ehrenzeichen demonstrieren wollten, und ihre Armstümpfe gegen bi Kammerzelebritäten schwangen, sind durch eine nervöse Polizei und Garden niebergefäbelt und über- ritten worden, die brutale Niedrigkeit der Bürgerkriege entlud sich in souveränem Unverstand hüben und drüben. Was die rote Hefe anrichtete, darf man zwar nicht den ehrlichen Frontsoldaten anrechnen, aber baß Daladier als Ministerpräsibent indirekt, als Sieger in ber Kammer unb auf ber Straße, sich moralisch selbst entleibte, war ein Ausfluß ber immanenten Gerechtigkeit, ein Trost für das niebergeschmetterte Frankreich, bas nach ben konvulsivischen Zuckungen unb Herzkrampfen jetzt fo matt ist, um willig zunächst einem einzigen Mann zu folgen. Aber schon sitzt neben ber Trauer um die Toten, ber Wut unb ber Resignation, ber französische Skeptizismus als Gevatter. Er hat vielfach in Frankreich Tatversuche zerfressen, unb der Bvlksaufruhr wurde dann vielleicht nur mit einigen tragikomischen Szenen wirksam bleiben. Als in ber großen französischen Revolution ein junger Mann em Taschentuch benutzte, schrie bie Menge: „An bie Laterne. Er m ein Aristokrat." Nach einigem Strauben ergab sich ber Jüngling in sein Schicksal, sagte aber: Wenn ich hänge, werbet ihr auch nicht besser sehen'" Worauf bie Pöbelwut sich in Lachen wandelte unb ben Stutzer entwischen ließ Liegt auch diesmal die Bolkswut neben plötzlichem Verrauchen Der Schrei nach Aenderung neben der Erkenntnis, daß neue Männer auch nicht die Masten erleuchten werden, vernünftig zu handeln und die Werckie zu unterstützen, die das innen- und außerpoltifch feft- gefahrene Frankreich vornehmen muß, um nicht zurückzubleiben? ©er Retter. Baris, 9. Febr. (BJiB. Funkspruch.) Die Blot- uenpressc rechne! bestimmt damit, dah Doumergue spätestens am heutigen Aachmittag sein S°b>- nett zusammen haben wird. Er wird ein Kabinett der ü s s-n tl i ch e n w ° h t s ° h r t der nationalen Einigung und der Dura triebe ns bilden, wenn man einigen Blätlcrn Glauben schenken darf Icheint Doumergue mit einer fertigen Liste nach Pans gekommen zu |ein, ans dec dem „Echo de Pans Zufolge auch nVe nt M a ppc (V Vn n enm7nffler gestanden haben soll. Bei den Besprechungen durste Doumergue aus gewisse Schw.erigke..en gest°^n fein. — Doumergue werde, so sagt der jm i „Petit Parisien" bie F r ak t io n sv o rs i he n- den persönlich um ihre Mitarbeit b i t len. Falls biese sich weigern sollten, werbe er ihnen vorschlagen, bie Fraktionsgenossen zu benennen, bie nach ihrer Ansicht für ben Eintritt in bie Regierung in Betracht kämen. Doumergue werde es also ebenso machen, roie es poincare zur Doumergue bildet das Kabinett des Burgfriedens. Alle Iraktionsführer von Herriot bis Marin zur Mitarbeit bereit.—Hohe Militärs erhalten die drei Wehrminisierien. Noch weiß man nicht genau, wieviel Opfer die i Blutnacht in Paris gefordert hat. Die amtlichen ! Stellen geben keine Auskunft und infolgedessen lau- « fen bie roilbeften Gerüchte in ber Stabt um. Don einer Ruhe in Paris kann man nicht sprechen. Es I ist mehr e i n Z u st a n b b e r E r s ch ö p f u n g, ber < ben Aufregungen ber blutigen Dienstagnacht gefolgt ist. Unter ber äußerlichen Ruhe zittert bie Erregung । weiter, unb man weiß nicht, was die kommenden Tage bringen werden. Ueber den Verlauf der blutigen Zwischenfälle veröffentlicht ein Berliner Blatt : den anschaulichen Bericht eines Augenzeugen, dem wir folgendes entnehmen: Wuchtig und ernst ragt die Kathedrale L a Mabe l e i n e, mehr eine Ruhmeshalle, als ein Gotteshaus, in bie Nacht. Als ich aus ber Station ber Metro herausstieg, empfing mich ohrenbetau- benber Lärm. Polizeiautos flitzten vorbei. Die Menge brüllte im Rhythmus: „assassins, assassins! („Mörber!") Es war schon nach elf Uhr Pariser Zeit aber zu Tausenb en wogte bie Menge auf ben großen Boulevarbs. Unbeweglich starr hielt eine Abteilung Garbe Republicaine zu Pferbe vor bem Portal ber Mabeleine. Dunkel leuchten ihre Raupenhelme Neben ihnen eine Abteilung Garbe Mobile zu! ftufc mit den schwarzen Stahlhelmen auf bem Kops.I.— ......-•,------- u- v- - - , Auf'sie konzentriert sich ber Haß, benn sie, bas weiß mit, bie Uebergange ber Seme zu sperren unb es iDivfjviier EzeMz WZ infolge höherer Gewalt — w < ** nützige Anzeigen sowie em« SM Seneral-Anzciger für Gderhessen Zranttur/am^main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- und Steindruckerei R.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 im Textteil 12 Rps. je mm sident richtete an d i e einzigen beiden Ab- geordneten, die anwesend waren, die Frage, ob sie etwas dagegen hätten, daß die Kammer erst wieder einberufen würde, wenn es ihm notwendig erscheine. Widerspruch wurde nicht laut. Oie neue Landeskirche Hessen-Nassau. Zusammentritt des Landeskirchenrats in Darmstadt. LPD. D a r m st a d t. 8. Febr. heute vormittag trat in Darmstadt, das bis zur endgültigen Entscheidung Sih der Kirchenregierung bleibt, der neue Landeskirchenrat zusammen, der aus dem Landesbischof Lic. Dr. Dietrich (Wiesbaden), Landeskirchenrat Walther (Wiesbaden) und Pfarrer 0 l f f (Badenheim bei Mainz) als Theologen, Amtsgerichtsrat Kipper (Wiesbaden) als Juristen und Studienrat Dr. Heydt (Mainz) als Laienmitglied besteht. Die Mitglieder des Landeskirchenrats führen den Titel Oberlandeskirchenrat. Amtsgerichtsrat Kipper (Wiesbaden) wurde zum Oberlandeskirchenpräsidenten mit den Funktionen eines Präsidenten der neuen Kirchenkanzlei bestellt. Ls wird betont, daß die Beurlaubung von Prälat D. Dr. Diehl und des Vizepräsidenten Dahlem nur als vorläufig zu betrachten ist. 3n den nächsten Tagen wird der Landesbischof mit einem Aufruf an die Oeffentlich- keit treten. Wie die „Darmstädter Zeitung" mitteilt, wird an der verwaltungsstruklur hinsichtlich der Einteilung in Dekanate nichts geändert. Für unser engeres hessisches Gxbiet treten an Stelle der Su- perintendenturen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen die entsprechenden Propsteien, zu denen noch solche in Wiesbaden und Frankfurt hinzutreten. Die Propstei Frankfurt wird durch einige Orte im Taunusgebiek erweitert. Vermögensverwaltungsstellen gibt es künftig nur in Darmstadt und Wiesbaden, wobei Frankfurt fortan von Wiesbaden mitverwallet wird. Die Stellung der Pröpste gegenüber der der früheren Superintendenten ändert sich insofern, als fie nicht mehr dem Landeskirchenrat angehören. feierliche Eröffnung des preußischen Landeserbhofgerichtes. Celle, 8. Febr. (DNB.) Das Landeserbhofgericht trat am Donnerstag im Celler Schloß zu feiner e r - ft e n Sitzung zusammen, die den Charakter einer eindrucksvollen Feier trug. An dem Festakt nahmen u. a. der preußische Justizminister K e r r l sowie zahlreiche Vertreter der Partei, des Rechtswesens und der Behörden teil. Eingeleitet wurde die Sitzung durch eine Trauer feier für den bei einem Flugzeugunfall ums Leben gekommenen Staatsrat Wagemann, der zum Präsidenten des Landeserbhofgerichtes auserfehen war. Oberlandesgerichtspräfident von G a r f f e n, der mit der Führung der Geschäfte des Präsidenten des Landeserbhofgerichtes beauftragt ist, würdigte die Arbeit des Staatsrats Wagemann. Dann nahm der preußische Justizminister, der Schöpfer des deutschen Erbhofgerichtes, das Wort zu einer großen Ansprache, in der er u. a. ausführte: Die Schaffung dieses Erbhofgesetzes war meine schönste Tätigkeit. Wer dieses Gesetz noch nicht zu schätzen weiß, der kennt seinen Sinn nicht, denn das eine steht fest: in jedem Volke gab es einen Stand, auf dem d i e Nation s i ch aufbauen muß, und dieser Stand ist der dauern ft an b. Nur solange dieser Bauernstand gesund bleibt, nur solange Blut und Boden unlöslich verbunden sind, nur solange kann ein Volk bestehen als Nation. Größte Möglichkeiten für -en Arbeitsdienst. Eine Unterredung mit Staatssekretär Hierl Berlin, 8. Febr. (DNB.) Der Reichsarbeits- führer Staatssekretär Hier! gewährte einem Mitarbeiter des „Angriff" eine Unterredung über den Arbeitsdienst, der folgendes zu entnehmen ist: Während der Arbeitsdienst im Jahre 1932 nur 26 602 882 Tagewerke leisten konnte, hat er mit durchschnittlich 228 778 Mann im Jahre 1933 nicht weniger als 68 754 984 Tagewerke geleistet. Von diesen Tagewerken entfielen allein fast 29 Millionen auf Bodenbewässerung, 10 Millionen auf Verkehrsverbesserung und mehr als 4,5 Millionen auf Forst- arbeiten und über 3 Millionen auf Arbeiten zu S'edlungszwecken. Der Reichsarbeitsführer äußerte sich dann über Zwei immer klarer in Erscheinung tretende hemmende Momente: 1. die zu schwache Besetzung des Kulturbauamtes, das die vom Arbeitsdienst angeregten Arbeiten zu organisieren habe, so daß sich unliebsame Verzögerungen ergeben und 2. die Vielheit der Behörden, mit denen verhandelt werden müsse. Der Reichs- arbeitsführer wandte sich des weiteren mit Entschiedenheit gegen verschiedene Gerüchte, die von Unverantwortlichen in Umlauf gesetzt worden seien. Es sei da behauptet worden, daß der Arbeitsdienst einer anderen Organisation ange- gl ledert werden solle. Dieses Gerücht entbehre jeglicher Grundlage. Der Arbeitsdienst, aus der nationalsozialistischen Bewegung heraus geboren, bleibe ein Glied der Bewegung, aber seine Selbständigkeit, seine eigenen Gesetze und eigenen Lebensformen seien für ihn lebensnotwendig. Staatssekretär Hier! äußerte sich sodann abschließend in kurzen Worten über die Zukunft des Arbeitsdienstes. Im Augenblick fei für die 250000 Freiwilligen Arbeit für Jahre hinaus f i dj e r g e ft e 111. Der Arbeitsvorrat in Deutschland sei aber unendlich größer. In einer besonderen Abteilung der Arbeitsoienstführung, die sich mit der reinen Erfassung der Arbeitsmoglich- keiten befasse, habe man einen Arbeitsvorrat fest- gestellt, der für 500000 auf 20 Jahre genügen würde. Führertagung des BNSOZ. und der Rechtsfront. Berlin, 9. Febr. (DNB.) Wie der „Völkische Beobachter" meldet, fand kürzlich in Berlin eine Fuhrertagung des BNSDJ. und der Deutschen Rechtsfront unter Leitung des Reichsjuristenführers Reichsjustizkommissar Dr. Frank statt. Aus dem Generalbericht des Reichsgeschäftsführers Dr. Heuber wurde festgestellt, daß nunmehr die Mitgliederzahl der Deutschen Rechtsfront und des BNSDJ. das mehr als dreißigfache des Mitgliederbestandes vom 30. Januar 1933 beträgt. Sodann wurde das Arbeitsprogramm des BNSDJ. für das neue Jahr besprochen. Dr. Frank betonte dabei, daß der Schulungs- arbeit die besondere Aufmerksamkeit zu gelten habe. Der Kampf um das deutsche Recht werde mit Energie weitergeführt. Die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend. Nürnberg, 8. Febr. (DNB., Reichsjugend. PJarE-e.r ß ? $n gab der Presse Aufklärung über Die (ringlieoerung der evangelischen Jugend in die Nachdem sich der Nationalsozialismus eine ^"gend geschaffen habe und der Kirche all die Arbeit abnehme, die diese sehr wohl an Dolks- tum und Staat, das heißt an den Nationalsozialis- mus abgeben könne, verzichte sie damit nur auf Ar- H»hCn' Wesen nicht entsprechen und gebe das Recht zur staatspolitischen Erziehung ohne weiteres der HI., sowie sie ihrerseits den An- spruch erhebe, dieser Jugend das Evangelium sagen zu können. Der Vertrag gebe die Möglichkeit, die evangelische Jugendarbeit so zu ordnen, daß auch der Totalitätsanspruch der Kirche an Große Polizeiaktion gegen die Wiener Marxisten. Umfangreiche Waffenfunde beim verbotenen Sozialistischen Schutzbund. Wien. 8.Febr. (DRV.) Die wiener Polizei- direklion hat eine großangelegle Säuberungs- aktion gegen den verbotenen Sozialistisch - Republikanischen Schutzbund eingeleilet. Rach der amtlichen Darstellung hat der Republikanische Schutzbund in letzter Zeit wieder eine umfangreiche Tätigkeit entfaltet und Waffen und Munition in großen Mengen bereitgestellt. Bei der Haussuchung ist es zur V e - schlagnahme von Maschinengewehren, Gewehren, Munition, Handgranaten und Sprengkörpern gekommen, die nach Sachverständigenaussagen genügt hätten, ein ganzes Stadtviertel in die Luft zu fprengen. Der Bericht erklärt, es handele sich hierbei um einen unerhört verbrecherischen Anschlag bolschewistischmarxistischer Elemente gegen die Sicherheit des Staates. 3m Zusammenhang damit seien zahlreiche Verhaftungen leitender Funktionäre des ehemaligen Schutzbundes durchgeführt worden. Die Arbeiterschaft wird gewarnt, sich aufputsch'en und zu Demonstrationen mißbrauchen zu lassen. Auch gegen die S o z i a l i st i s ch e Partei ist die Polizeiaktion ausgedehnt worden. Das Gebäude des „Vorwärts" wird in der Rächt polizeilich überwacht. Ferner ist in den Abendstunden von einem lleberfallkommando der Polizei das sozialistische Parteisekretariat beseht und eine eingehende Haussuchung vorgenommen worden, hierbei sind auch die Schreibtische der sozialistischen Abgeordneten und Rationalräte geöffnet und durchsucht worden. 3n der Arbeiterschaft soll wegen des scharfen Vorgehens der Polizei große Erregung herrschen und mit einem Streik gedroht worden fein. Oer Bericht her Reichsanstalt. Berlin, 8. Febr. (DRV.) Der planmäßige Einsatz der Arbeilsbeschaffungsmaßnahmen zum Ausgleich der winterlichen Saisonschwankungen führte im 3anuar zu einem guten Erfolg. Während in früheren 3ahren in diesem Monat unter dem Einfluß der Entlassungen aus den Außenberufen die Arbeitslosenzahl zu steigen pflegte, gelang es in diesem 3ahr, allerdings stark begünstigt durch die milde Witterung, die Arbellslofenzahl in beträchtlichem Umfang zu senken. Der Rückgang betrug 285 000, so daß die im Dezember eingetretene Zunahme von rund 344 000 zum großen Teil wieder ausgeglichen ist. 3nsgesamt wurden bei den Arbeitsämtern 3 774 000 Arbeitslose gezählt, das sind rund 2 239 000 weniger als am gleichen Stichtag des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen in den Außenberufen ist in diesem Wintermonat um rund 140 000 zurück- gegangen. So wurden z. B. i m Baugewerbe und den von ihm abhängigen Wirtschaftszweigen Ende Januar 110 000 Arbeitslose weniger gezählt als zu Beginn des Monats. Ein Teil dieser Entlastung ist auf die großen öffentlichen Arbei- t e n wie Autostraßenbau und die zahlreichen N o t- standsarbeiten zurückzuführen, die im Januar durch die Gunst der Witterung weiter ausgedehnt werden konnten. Die übliche winterliche Arbeitsruhe im Hochbau und feinen Nebenzweigen wurde durch die zahlreichen Anregungen zu Umbau- und Jnftandsetzungsarbeiten stark gemildert. Daß sich über diesen von der Regierung herbeigeführten Antrieb hinaus auch die privaten Wirtschaftskräfte zu regen beginnen, zeigt die Entwicklung der Zahl der mehr von der Konjunktur abhängigen Berufsgruppen. In diesen Berufsgruppen ist ein Rückgang der Arbeitslosen um rund 144 000 eingetreten. Träger dieser günstigen Entwicklung waren in der Hauptsache das Eisen- und Metallge werbe, das Holzgewerbe und das Spinn st offgewerbe. Im Einklang mit der Entwicklung der Arbeitslosenzahl zeigte sich auch in den Unter st ü t - zungseinrichtungen der Reicksan st alt und der öffentlichen Fürsorge eine entsprechende Entlastung. Die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung ging auf 549192, in der Krisenunterstützung auf 1 155 806 zurück. Arbeitslose anerkannte Wohl- fahrtserwerbslose wurden von den Arbeitsämtern 1 317 873 gezählt, das sind 93 681 weniger als am 31. Dezember 1933. Die Zahl der N o t- ft unbearbeitet nahm im Januar um rund 138 000 zu. Insgesamt wurden bei den durch die Man nimmt an, daß die Polizeiaktion gegen den sozialistischen Wehrverband auf die Forderung von leitenden Heimwehrkreisen zurückzuführen ist. Viel bemerkt wurde, daß diese Aktion gerade während der Abwesenheit des Bundeskanzlers Dollfuß eingeleitet worden ist. Oas Ergebnis des Budapester Besuchs. Budapest, 8. Febr. (DNB.) Das Ungarische Telegraphen-Korrespondenzbüro meldet: „Die österreichischen und ungarischen Staatsmänner haben sämtliche die beiden Länder interessierenden Fragen besprochen und als Ergebnis der Verhandlungen mit der größten Befriedigung festgestellt, daß i n allen Fragen volles Einverständnis zwischen den beiden Staaten besteht. Es wurde beschlossen, sowohl auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet bie bisherige Politik fort = zusetzen, bie vom Gesichtspunkt ber beiben Län- ber aus bisher befriebigenbe unb günstige Ergebnisse gezeitigt hat und die es ermöglicht, daß die beiden Staaten auch in Zukunft in allen Fragen, die gemeinsame Interessen berühren, sich gegenseitig unter st ützen unb Zusammenwirken. Der weitere Ausbau sowohl ber politischen wie auch ber wirtschaftlichen Zusammenarbeit bient nicht nur ben Interessen ber beiden Länder, sondern auch denen des europäischen Friedens." Reichsverweser h o r t h y verlieh Bundeskanzler Dollfuß das Großkreuz des ungarischen Verdienstkreuzes, die höchste ungarische Auszeichnung. Dem österreichischen Minister Hornbostel und dem österreichischen Gesandten in Ungarn Baron hennet wurde das ungarische Derbienftkreuz 1. Klasse überreicht. Reichsanstalt geförderten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen am 31. Januar 414 274 Notstandsarbeiter gezählt. Der Rückgang ber Arbeitslosen verteilt sich bis auf eine Ausnahme auf alle Landes- arbeitsamtsbezirke. Oer Rückschlag her Frostperiohe überwuuheu. Erläuterungen des Präsidenten Syrup. Im Anschluß an ben offiziellen Bericht der Reichs- anftalt machte Präsident Dr. S y r u p vor der Presse bemerkenswerte Ausführungen: Im Jahre 1933 konnte erfreulicherweise vom Januar bis November jeder Monatsbericht ber Reichsanstalt eine Berminberung der Arbeitslosenzahl melden. Von 6 014 000 Arbeitslosen im Januar 1933 waren wir auf 3 715 000 im November 1933 gefallen. Für die F r o ft p e r i o b e waren Rückschläge zu erwarten, ßanganbauernbe Froftperioden legen in weitem Maße bie Außenarbeiten still, bie Arbeitskräfte werden in großer Zahl entlassen unb somit ordnungsmäßig als Arbeitslose gezählt, auch wenn bie Sicherheit besteht, baß sie bei Beendi- gung des Frostes wieder ihre verlassenen Arbeitsplätze einnehmen können. In ber Tat brachte uns ber Dezember mit seinem langen unb heftigen Frost das unabwendbare An st eigen ber A r - b e i t s l o s i g k e i t. Die Zahl ber Arbeitslosen stieg zwar nicht so stark wie in früheren Jahren, aber doch um 340 000. Daß es sich bei diesem Dezemberzugang ganz überwiegend um Saisonein- flüsse, um Auswirkung won Naturkräften gehandelt hat, das beweist nun der neue Bericht ber Reichsanstalt. Im Gegensatz zu dem winterharten Dezember war der Januar milde. Die Arbeiter, die im Dezember ihre Außenarbeits- plätze aufgeben mußten, konnten im Januar ihre Beschäftigung wieder aufnehmen. Die Arbeitslofenzahl ging um 285 000 zurück. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen, die Ende Dezember die 4-Millionengren.ze leicht überschritten hatte, sank wieder unter 3% Millionen. Wir können unb wollen uns dieses Erfolges erfreuen, aber wir müssen uns trotzdem die Möglichkeit vor Augen halten, daß ein scharfer und langanbauernber Frost im Monat Februar nochmals einen Rückschlag bringen kann. Aber auch dieser Rückschlag, falls er kommen sollte, ist dann ein Ergebnis elementarer Kräfte und zeitlich begrenzt. Die große Linie des Arbeits- kampfes wird von ben winterlichen Einflüssen nicht berührt. Die währenb ber sommerlichen Arbeitsschlacht gewonnene Stellung wirb in diesem Winter trotz aller jahreszeitlichen Einflüsse gehalten unb gefestigt werben unb von diesem Stand aus wird im Frühjahr der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit feinen Fortgang nehmen. alle Getauften wieder zur Geltung komme. Am 4. März werde voraussichtlich ber feierliche Akt ber ©inglieberung erfolgen, ber mit gemeinsamem Gottesbienst eingeleitet werbe Zu bem anschließenben Festakt werbe ber Reichs- jugenbsührer unb ber Reichsbischof über alle deutschen Senber sprechen. rungen genug gegen Einbrüche 'm das Lohn- unb Gehaltsnioeau getroffen feien, so sei boch eine stete Nachprüfung ber effektiven Einkommen geradezu eine zwingenbe Pflicht. Demnach würbe also an bie Stelle ber bisherigen Tarifstatistik künftig eine sehr aktive Lohn- unb Gehaltsstatistik treten müssen, wobei befonberer Wert darauf zu legen sei, festzustellen, ob bie in bem Gesetz vorgesehene Le!» stungsbezahlung sich überall burchsetzt. Stellt mehr Lehrlinge ein! Ein Appell Dr. Lehs an die Wirtschaft. Berlin, 8. Febr. (DNB.) Der Reichsführer der Deutschen Arbeitsfront erläßt an bie Wirtschaft einen Aufruf, in bem es u. a. heißt: Das Gesetz zur Drbnung ber nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 hat ben deutschen Unternehmer zum Führer seines Betriebes gemacht. Zu bem Einsatz seines Führerkönnens ist damit als höhere, sittliche Aufgabe eine Führerverpflichtung getreten. Die S ch u l u n g d e s Nachwuchses im weitesten Sinne bes Wortes ist Sache solcher Führerverpflichtung. Es geht nicht an, daß bie schulentlassene Jugend auf der Straße liegt; es ist für das politisch geeinte Volk unerträglich, daß junge arbeitswillige Menschen ohne Beschäftigung bleiben ober in ihrem schlecht unb recht erworbenen Arbeitskönnen verkümmern. Was man an ber Arbeitsjugenb verabsäumt, wirb am Gesamtvolk gesündigt. Darum appelliere ich an das nationale Gewissen ber deutschen Wirtschaft, daß fie in Erfüllung ihrer Führerpflicht in diesem Frühjahr mehr Lehrlinge einstellt, als es im Augenblick notwendig erscheint. Ich appelliere an das nationale Gewissen ber Wirtschaft, baß sie nicht nur für bas Fortkommen unb UnterkommenderJugend sorgt, bie ihre Lehre abgeschlossen haben, sondern daß sie darüber hinaus durch Einrichtung von „Vor lehr en" und „Nachleh- r e n" sich derer annimmt, bie bisher keine Ausbildung genossen ober in ber Vollendung ihrer Ausbildung infolge der Wirtschaftsnot gehemmt wurden. Quarfiermeifferamf in der GA. unter Geldte. Berlin, 9. Febr. (DNB.) Der Stabschef ber SA. erläßt nach der „Kreuzzeitung" folgenden Befehl: „Im Stad des Obersten SA.-Führers wird ein Quartiermeisteramt (Qu) errichtet. Chef: Obergruppenführer S e l d t e. Das Quartiermeisteramt hat alle wirtschaftlichen unb Für - sorgeangelegenheiten, soweit sie nicht in das Arbeitsgebiet bes Verwaltungsamtes gehören, zu bearbeiten. Daneben wirkt es bei ben Vorarbeiten zum Einsatz ber SA.- Reserve II (im Korreferat mit Führungsamt, Oberstlanbesführer II unb Abteilung für Arbeitsbienst), bes Arbeits - bien st e s unb ber Technischen Nothilfe mit. Glieberung unb Zusammensetzung bes Stabes melbet Obergruppenführer Selbte möglichst um- gehenb Vn bie Oberste SA.-Führung. Der Stabschef (gez.) Röhm." Das Urteil im Gereke-Prozeß aufgehoben. Leipzig, 8. Febr. (DNB.) Das Reichsgericht hob in Abweichung von den Anträgen bes Reichsanwaltes bas Urteil bes Lanbgerichts I Berlin vom 16. Juni 1933 insoweit auf, als ber frühere Reichs- fommiffar für Arbeitsbeschaffung, Dr. Gereke, wegen fortgesetzter Untreue unb ber Verbanbs- sekretär Freygang wegen Beihilfe hierzu zu 2’/2 Jahren bzw. 4 Monaten Gefängnis verurteilt finb unb bas Verfahren gegen biefe Angeklagten im Falle bes Hindenburg-Wahlfonds auf Grunb des Straffreiheitgefetzes eingestellt ist. Die Sache wirb zu nochmaliger Verhanblung unb Entfcheibung an bie Darin stanz z u - rückverwiefen. In ben Entfcheidungsgründen würbe betont, baß das angefochtene Urteil in tatsächlicher unb rechtlicher Hinsicht lückenhaft sei, so baß es bem Reichsgericht feine Grundlage für eine abschließende rechtliche Würbigung biete. Jnsbefonbere litten bie Feststellungen über das Rechtsverhältnis Dr. Gerekes zu bem jeweiligen Besitzer ber Verbanbszeitschrift „Die Landgemeinde" an Unklarheiten. Das angefochtene Urteil begnüge sich, mit summarischen Feststellungen. Auch bie bisherigen Feststellungen über bie Anwerbung ber Amnestie lasse eine Nachprüfung nicht barüber zu, ob bie Voraussetzungen für eine Nieberschlagung des Verfahrens aus politischen Motiven im Falle des Hinbenburg-Wahlfonbs gegeben seien. Oer neue Kurs in Spanien. Vertrauensvotum für Lerroux. M a b r i b, 8. Febr. (DNB.) In namentlicher Abstimmung hat das Parlament der Regierung Lerroux mit 235 gegen 54 Stimmen basier« trauen ausgesprochen. In der politischen Aus- spräche forderte der Führer ber Katholischen Volks- Aktion Eil Nobles ein schärferes Vorgehen ber Regierung gegen ben täglich mehr um sich greifenden Anarchismus, anbernfalls seine Partei, bie bekanntlich mit den Radikalen bie Hauptstütze dieses Kabinetts bildet, der Regierung ihr Vertrauen entziehen müsse. Der Innenminister wandte sich gegen bie Wühlarbeit ber Sozialdemokratie. Er erklärte, daß bei deren Weiterdauer zu überlegen sei, ob bie sozial- demokratische Partei nicht als außerhalb des Gesetzes stehend proklamiert werden solle. Die Antwort-des ehemaligen Ministers unb Sozialistenführers Prieto war bie offene Erklärung, daß mit allen Mitteln auf die Revolution hinge- arbeitet werde. Oie Arbeitslosenkurve sinkt wieder Oer milde Januar wirkt sich günstig aus. — Beträchtliche Zunahme der Zahl der Beschäftigten. Sehaltserhebungen bei denAngestellten Berlin, 8. Febr. (VdZ.) Nachdem das Statistische Reichsamt bereits seit Jahren die Arbeitseinkommen der Arbeiter in einigen Industrien regelmäßig feststellt, sollen nunmehr auch bie Ein- kommensoerhältnisse ber AngesteIlten b e r u f e burch eine umfaffenbe Untersuchung ermittelt werben. Als erste Erhebung biefer Art wirb für ben Februar eine Gehaltserhebung i m Bankgewerbe burchgeführt. In den Fragekarten werben für (eben Angestellten ber Gesamt- verbienst im Februar, die Steuerabzüge, bie Sozialzulagen, sowie bie Beiträge zur Sozialversicherung festgestellt- Der Jnformationsbienst schreibt bazu: Der Erhebung komme eine befonbere Bebeutung zu, ba mit bem Inkrafttreten bes Gesetzes zur Drbnung ber nationalen Arbeit bie Tarifverträge in ihrer alten Form ablaufen. Obschon SicheEin neuartiges britisches Kampfflugzeug als Abwehrwaffe. London, 8. Febr. (DNB.) Die Blätter schenken einer Mitteilung eines Unterhausrnitgliedes vorn gestrigen Mittwoch über ein neuartiges* Kampfflugzeug große Beachtung. Es wird mitgeteilt, daß dieses Flugzeug „wie ein Fahrstuhl" steigen und in kurzer Zeit die erforderliche Höhe erreichen könne, um einen feindlichen Luftüberfall abzuweh- ren. Drei Flugzeuge dieses Typs kosteten ebensoviel wie ein Bombenflugzeug. Als weiterer Vorzug dieser neuen Maschine wirb der Umstand angefühM. daß sie keinen großen Flugradius habe und nicht genügend Bomben mit sich führen könne, um ein feindliches Land anzugreifen, daß sie also nur als Verteidigungswaffe Wert habe, als solche allerdings sehr großen Wert. Hagel md Schnee, Gewitter undSturmflut Aus aller Welt der Geschädigten geschrieben 136 000 Mark angenommen zu haben, die ihm von n der B e schuld igte n,lden- Mitangeklagten gezahlt wurden. Die Mltange- 0 worden, sondern von Bei Wiindsein:Penaten-Creme stürz mit einer Geschwindigkeit von 29 bis 31 Sekundenmeter dahin. Deutscher FischkutterimSturm gesunken In der Nähe des Hoheweg-Leuchtturmes geriet, wie aus Bremen gemeldet wird, der Fischkutter „Condor" aus Wilhelmshaven in Seenot. Das Schiff ist untergegangen. Ein Mitglied der Besatzung namens K u n i konnte von dem Kabeldampfer „Norderney" aufgefischt werden. Heber das Schicksal der restlichen Besatzung ist noch nichts bekannt. Zn Schweden und Dänemark. Heber Dänemark tritt der gewaltige Sturm in Begleitung von Gewittern mit Hagel und Schneefällen auf. Heberall wurden Hauser abgedeckt, Bäume und Schornsteine umgerissen. In Kopenhagen riß der Sturm viele Dachziegel los und drückte Fenster ein, so daß der Verkehr auf den Straßen zeitweise stillgelegt werden mußte. In einem Vorort wurde ein Mann von einem umstürzenden Baum erschlagen. In Randers auf Jütland durchschlug ein umgewehter Schornstein das Dach eines Hauses und tötete eine im Bett liegende Greisin. Auf dem Silkebergsee in Jütland kenterte ein Fischerboot, wobei ein Fischer ertrank. Bei Roskilde stürzte ein Wirtschaftsgebäude ein, wobei über 18 Kühe erschlagen wurden. Durch Windhosen wurden in verschiedenen Landesteilen drei Windmühlen umgeweht. Heber Südschweden tobte am Donnerstag ein heftiger Sturm, der bedeutenden Sachschaden verursachte. In Malmö stürzte ein Schornstein au einen Schuppen. Zwei in der dort untergebrachten Tischlerei beschäftigte Personen wurden auf der Stelle getötet. So sieht die Unschuld aus. Für allegorische Figuren wählt man in der Regel weibliche Gestalten, aber doch jugendliche. Auch Frau Justitia, die mit verbundenen Augen die Waage hält, ist anscheinend eine Dame in den besten Jahren. Wer die Unschuld in Person kennenlernen wollte, mußte dieser Tage vor das Berliner Schöffengericht gehen, wo von der Anklagebank aus eine Frau den Richtern zurief: „Heber Ihnen steht noch ein höherer Richter und vor Ihnen steht die Unschuld!' Abgesehen davon, daß diese Hnschuld in Person schon 69 Lebensjahre hinter sich hat, wirkt ihre Beteuerung eigenartig, wenn man ihre unschuldige Vergangenheit betrachtet. Von ihren fast 70 Lebensjahren hat sie die Hälfte, nicht weniger als 34 Jahre hinter Zuchthaus- undGefangnis- mauern verbracht. Jetzt ^tte ste ihre Zimmer- wirtin um die Ersparnisse von 160 Mark betrogen. Die Vermieterin benachrichtigte die Polizei, bei der eines Tages eine Postkarte, unterschrieben mit dem Namen der Vermieterin, einlief, auf der zu lesen war: „Ich habe m i d) geirrt mit dem Diebstahl ich nehme die Anzeige deswegen zuruck . Die Karte war aber nicht von r Französische Propaganda im Saargebiet Französische Neutralität bei Licht besehen. Das Berliner Schöffengericht verurteilte den Angeklagten Franz K l a u s ch wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung und Hrkundenunterdrückung. Kl. hatte es auf raffinierte Weise verstanden, sich den Posten eines Betriebszellenkassenwarte s zu erschleichen. Er hatte vorgetäuscht, daß er Mitglied der NSDAP, sei, obwohl er s ch o n s e i t langem der Partei nicht mehr ange- hört. In seiner Eigenschaft als Kassenwart u n - terschlug er mehrere hundert Mark, die er in leichtsinniger Gesellschaft durchbrachte. Bei einer Kassenrevision verstand es der Angeklagte, durch geschickt ausgeführte Fälschungen von Quittungen seine Verfehlungen zu vertuschen. Klausch wurde zu einem Jahr zwei Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Vorsitzende erklärte, das Volk würde kein Verständnis dafür haben, wenn das Gericht feine Pflicht nicht erfülle, darüber zu wachen, daß der Parteiaufbau durchgeführt werden könne und nicht von verbrecherischen Elementen gefährdet und gestört werde. Vier Mexikaner von Banditen ermordet. Aus Mexiko wird berichtet, daß der Bürgermeister von Guadalasara und drei seiner Freunde von Banditen in einen Hinterhalt gelockt und e r m o r - d e t wurden. Das Verbrechen, das große Erregung hervorgerufen hat, wird auf politische Beweggründe zurückgeführt. Wettervoraussage. Die Skandinavienstörung ist schnell östlich abgewandert, und kräftiger Barometeranstieg hat von Westen her eingesetzt. Da noch vorwiegend westliche Luftzufuhr herrscht, tritt zeitweise wechselhafte Bewölkung auf, doch bleibt es im wesentlichen trocken, und unter dem Einfluß des hohen Druckes wird auch Aufklaren zustande kommen. Dabei gehen nachts infolge der Ausstrahlungen die Temperaturen bis unter den Geftierpunkt zurück. Aussichten für Samstag: Leicht wechselnd-bewölkt mit Aufklaren, nachts wieder kälter, trocken. Aussichten für Sonntag: Teils wolkig, teils aufklarend, Nachtfrost, trocken. Lufttemperaturen am 8. Februar: mittags 5,5 Grad Celsius, abends 5,1 Grad; am 9. Februar: morgens 2,1 Grad. Maximum 6,5 Grad, Minimum 1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Februar: abends —0,2 Grad; am 9. Februar: morgens —0,2 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer % Stunden. Amtliche Wintersportnachrichlen. Vogelsberg. Hoherodskopf: Dunstig, — 6 Grad, 55 bis 60 cm Schnee, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. H e r ch e n • Hainer Höhe: Heiter, — 2 Grad, 25 cm Schnee, Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, Sportmöglichkeit gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11 700. Druck und Verlag: Brühl'sche Hniversitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. wartete mit einer 75prozentigen Wahlbeteiligung. Diese Arbeitsgemeinschaft trat dann Ende 1932 bei den Gemeindewahlen hervor und erhielt sage und chreibe von allen abgegebenen Stimmen 0,4 Prozent, während 99,6 Prozent Stimmen für die deut- chen Parteien abgegeben wurden. In dieser „Arbeitsgemeinschaft" sitzt kein einziger Saarländer, ihre Geschäfte werden von ftanzösischen Beamten der Grubendirektion in Gemeinsamkeit mit dem Separatisten-Klüngel besorgt. Das Treiben der Sozialisten-Clique um Matz Braun ist hinlänglich bekannt und schon mehr wie einmal charakterisiert worden. Den Bestrebungen der Grubendirektion dienen dann noch frankophile Bergarbeiter-Organisationen, die aber an der eigentlichen Saarbevölkerung keinerlei Rückhalt haben. Auf wirtschaftlichem Gebiete besorgt die Geschäfte der französischen Propaganda die „Vereinigung der französiischen Industriellen und Kaufleute des Saargebiets", die aber in Wirklichkeit gegen die Interessen der Saarwirtschaft arbeitet und tatsächlich rein politische Zwecke verfolgt. Außerdem versucht die ftanzösische Propaganda, sich noch durch eine Reihe von „unpolitischen" und „neutralen" Organisationen zu tarnen, die aber in Wirklichkeit inParis ihren Sitz haben. Auch auf kulturellem Gebiete werden alle möglichen und unmöglichen Versuche gemacht, Einfluß zu gewinnen. Frankreich läßt sich offenbar die Propaganda etwas kosten. Mit der Herausgabe von Zeitungen, die in deutscher Sprache erscheinen, hat die französische Propaganda bisher im Saargebiet sehr schlechte Geschäfte gemacht. So schlechte Geschäfte, daß diese Zeitungen vor Jahren schon ihr Erscheinen wieder einstellen mußten. Jetzt ist man erneut zur Zeitungspropaganda überaegangen. Da haben wir den „Neuen Saar - Kurier" mit den Ablegern „St. Jngberter Abendpost", „Neunkircher Abend- post" und „Friedrichstal-Bildstocker Nachrichten", die zweifellos im Dienste der französischen Saarpropaganda stehen. Das „Saarlouiser Jour- n a l" befindet sich im Besitz einer überwiegend ftanzösischen Gesellschaft; außerdem sind noch zu nennen eine Zeitung, die „Chroni k", ein „Generalanzeiger" und selbstverständlich die Marxistenpresse, nämlich die „V o l k s st i m m e und die „Deutsche Freihei t". Auch andere literarische Produkte dienen der französischen Propaganda. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem Hm- fang des Organisationsapparates der ftanzösischen Saarpropaganda. Aber schon dieser kleine Ausschnitt genügt, um zu beweisen, daß alles andere richtig ist, nur nicht die Behauptung des französischen Abgeordneten Fribourg, Frankreich enthalte sich aller Beeinflussungsversuche, um die unbedingte Neutralität der Abstimmung sicherzustellen. Wie in Wirklichkeit diese Neutralität Frankreichs aussieht, davon redet schon allein der kurze Abriß, den wir soeben aus der französischen Propagandaküche gegeben haben, eine mehr als deutliche Sprache. Die französischen Propagandisten sind mehr denn je an der Arbeit, im Kampfe gegen das Saardeutschtum; es kann aber schon heute kein Zweifel sein, daß sie bei der deutschen Saarbevölkerung auf Granit beißen werden. klagten sind zum Teil Vertreter großer Firmen. Der Angeklagte I f f, Direktor der Zweigniederlassung Hannover der Kohle-Aktiengesellschaft Magdeburg, wurde roegen aktiver Bestechung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, ein Angeklagter erhielt 1000 Mk. Geldstrafe bzw. vier Monate Gefängnis, drei weitere Angeklagte 300 Mk. Geldstrafe bzw. zwei Monate Gefängnis. Gegen den letzten Angeklagten wurde das Verfahren eingestellt. Der erste planmäßige Luftpostflug nach Südamerika. Mit der Ankunft des Dornier-Wal D 2399 „Taifun" der Deutschen Lufthansa in Natal (Brasilien), wo er um 17.08 Hhr (MEZ.) eintraf, ist der erste Flug im planmäßigen Luftpostdie nst über den Südatlantik beendet worden. Dieser Flug hatte am 3. Februar morgens 9 Hhr mit dem Start des Heinkel-Schnellflugzeugs He 70 in Stuttgart zur ersten Etappe nach Sevilla begonnen. Von dort wurde die Erstpost nach Las Palmas und schließlich nach Bathurst (Britisch-Gambien) gebracht, wo die eigentliche Atlantik-Strecke begann. Am Mittwochmorgen 4.05 Hhr wurde der „Taifun" unter Führung von Flugkapitän Blankenburg von Bord des Flugstützpunktes „Westfalen" m i t d e m H e i n - kel-Katapult abgeschossen, um sodann 17.08 Hhr in Natal zu landen. Das Ziel des 13 900 Kilometer langen Flugweges ist Buenos Aires, das nunmehr von den deutschen Flugzeugen des Brasilianischen Syndicato Condor in Rio erreicht werden muß. Nach Bekanntwerden der Landung des „Taifun" in Brasilien sandte der Reichsluftfahrtminister Göring ein Telegramm an den brasilianischen Außenminister. SA.-Kameradschaft. Kurz vor Vollendung seines 52. Lebensjahres starb in Beuthen der SA.-Sturmführer Ernst K i s z y s k o an den Folgen eines Gallenleidens. Als drei Tage vor feiner Operation eine Blutübertragung erforderlich wurde, meldeten sich im Krankenhaus 31 Angehörige seines Sturmes, die ihrem Führer durch Hingabe ihres Blutes helfen wollten. Einer von ihnen, der Sturmmann Word- z i k, der der gleichen Blutgruppe angehört, wurde zur Blutübertragung herangezogen. Aber auch dieses selbstlose Opfer konnte den Sturmführer nicht mehr retten. Waffensludenlen unterstützen das Winlerhilfswerk. Die am 29. Januar in allen Hochschulstädten vom Allgemeinen Deutschen Waffenring im Einvernehmen mit der Deutschen Studentenschaft veranstaltete Weihestunde ergab einen Heberschuß von mehr als 2 0 0 0 0 Mark; davon brachte die Berliner Weihestunde im Sportpalast allein über 13 000 Mark ein. Sturmführer Lang- hoff, der Führer des Allgemeinen Deutschen Waffenringes, konnte am Tage der Verkündung der neuen Studentenverfassung in der Berliner Philharmonie dem Führer persönlich einen Scheck über 20 000 Mark überreichen mit der Bitte, diese Summe als Beweis des Tatwillens der deutschen Waffenstudenten anzunehmen und darüber zur Linderung allgemeiner Not zu verfügen. Eisenbahnunglück in Frankreich. — 3 Tote, 40 Verletzte. Umneit des Bahnhofs Lens rammte ein Güterzug einen Personenzug mit Bergarbeitern, der von Lille unterwegs war. Der letzte Wagen des Personenzuges wurde völlig zerstört. Dabei sind drei Bergarbeiter ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten beträgt etwa 40, darunter befinden sich zahlreiche Schwerverletzte. Ein falscher Nationalsozialist. Das Staatspresseamt teilt mit: Der erste Ober- spielleiter der Kölner Städtischen Bühnen, Franz । Everth, der zukünftige Generalintendant des Hessischen Landestheaters in Darmstadt, hat auf persönliche Einladung des Präsidenten der Reichs- Theaterkammer, Ministerialrat Laubinger, den ehrenvollen Auftrag erhalten, für die Organisation „Kraft durch Freuoe" im Großen Schauspielhaus Berlin, Theater des Volkes, das Gustav-Wasa- Drama „Alle gegen einen — einer für alle", des Münchener Schriftstellers Pg. Forster-Burggraf zu inszenieren. Süddeutsche Nationalfestspiele im Sommer 1934. Um den wichtigsten deutschen Landschaftsbühnen einen bedeutsamen kulturellen Hintergrund zu geben, haben sich, wie die Landesstelle Bayern des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda mitteilt, die Städte Weißenburg und Wunsiedel m Bayern und Rudolstadt in Thüringen geeinigt, ihre Theater in einen gemeinschaftlichen Betrieb zu vereinigen. Dadurch wird es möglich sein, wahrend der Monate Mai bis September mindestens 30 Berufs- fchaufpieler zu beschäftigen. Dem Kuratorium dieser vereinigten N a t i o n a l f e st s p i e l e von Rudolstadt, Weißenburg und Wunsiedel gehört u. a. auch Ministerialrat Otto Laubinger, der Präsident der Reichstheaterkammer an. Bildhauer August kraus f. Der mit der stellvertretenden Wahrnehmung des Amtes des Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste beauftragte Bildhauer Professor August K r a u s ist in Berlin im Alter von 65 Jahren durch Herzschlag verschieden. Hanns Iahst verläßt Berlin. Wie der „Völkische Beobachter" meldet, wird der Dramatiker Hanns Johst, um in lebendiger Beziehung mit der Entwicklung des europäischen Theaterwesens zu bleiben, eine Reise m die wich- Hgsten Kulturländer unternehmen Die Reise ist aus eine Dauer von 6 Wochen beabsichtigt. Hanns Johst gedenkt im März seine - gesammelten Erfahrungen der Bewegung von neuem zur Verfügung zu stellen. Die Arbeit der Deutschen Akademie. Im Berliner Freundeskreis der D e u t s ch e n Akademie sprach der Senator der Akademie, Vizepräsident des Reichstages, Staatsrat Dr. von k anläßlich der Zusammenkunft der Förderer Ler die ÄX öl' Deutschen Akademie seit bet Gründung. Staatsrat von Stauß, der selbst zu den Gründern der Akademie gehört, konnte Näheres über die Entstehung berichten zu einer ^.ayerev u die antmationale W-WUW ISSiffil Sprachwerbung im Auslano e , weiterhin die Fürsorge für die hohen Ästigen B - dürfnisse des Auslandsdeutschtums und die £ Ziehungen zu führenden Persönlichkeiten des Aus- landes pflegt. Gerade heute, wo eine feindliche Au landspropaganda das neue Deutschland m gehchf g- fter Weise verleumdet, gewinnt die Deutsche. zira Lernte, die im Sinne eines wahren Kulturdienstes nur die Leistung für sich sprechen laßt, die aller größte Bedeutung. Im außenpolitischen Ausschuß der ftanzösischen Kammer ist kürzlich über das Saargebiet gesprochen worden; dabei hat ein Abgeordneter gegen die angeblich „maßlose" deutsche Propaganda Stellung genommen und allen Ernstes behauptet, Frankreich enthalte sich im Saargebiet aller Be- einflussungsoersuche, um die unbedingte Neutralität der Abstimmung sicherzustellen. Daran ist natürlich kein wahres Wort. Wir erinnern uns aus der Besatzungszeit, in welchem Maße damals d i e Franzosen Propaganda trieben. Allerdings standen die Taten der französischen Besatzung im umgekehrten Verhältnis zu ihren schönen Worten; die ganze Propaganda scheiterte zudem an dem entschiedenen Willen der deutschen Bevölkerung. Es kann schon jetzt gesagt werden, daß das an der Saar nicht anders sein wird. Angesichts der Behauptung des Abgeordneten Fribourg im französischen Kammerausschuß sei aber in großen Zügen einmal dargelegt, daß genau das Gegenteil von dem richtig ist, was der Abgeordnete erklärt hat. Die Zentrale, die seinerzeit in Paris zum Zwecke der französischen Propaganda im Rheinland ins Leben gerufen wurde und die auch in inniger Fühlungnahme mit der damaligen Separatistenbewegung stand, besteht auch heute noch und hat sich augenblicklich als Hauptziel die Propaganda im Saargebiet ausersehen. So behandelt der sogenannte „Ausschuß für das linke Rheinufer" jetzt die Saarfrage im Zusammenhang mit besonderen Spezial-Organisationen. Da gibt es einen „Französischen Saarverei n", der die dauernde Aufrechterhaltung des politischen und wirtschaftlichen Einflusses Frankreichs im Saargebiet bezweckt, woraus ganz deutlich hervorgeht, daß der Gedanke der Autonomie des Saargebietes keine saarländische Pflanze ist, sondern von den annexio- nistischen französischen Saar-Organisationen propagiert wird. Im Mittelpunkt der französischen Saarpropaganda steht die Bergwerks-Direktion des Sa arge b i e t e s , der die Verwendung der Gelder für die Propaganda obliegt. Es ist ja bekannt, daß die Grubenverwaltung des Saargebiets vor allem stärksten Druck auf Die Arbeitnehmer der Saargruben auszuüben versucht. Ja, man kann geradezu von einem Terror sprechen. Gerade aus dieser Ecke heraus wird die Parole „Das Saargebiet den Saarländern!" zu propagieren versucht, obwohl die Saarländer nichts sehnlicher als die Heimkehr in die Gemeinschaft des deutschen Vaterlandes wünschen. Die verschiedensten Einrichtungen im Saargebiet sind auf die französische Propaganda zurückzuführen. Es gab sogar politische Parteien im Dien st e der Saar-Autonomie, die aber bisher kläglich Fiasko gemacht haben. Als Kartell- Organisation verschiedener vornehmlich wirtschaftlicher Verbände hat man vor drei Jahren die „A r - beltsgemeinschaft zur Wahrnehmung saarländischer Interessen" gegründet, wobei man behauptet hat, es würden sich deren Mitglieder aus allen sozialen, gesellschaftlichen und weltanschaulichen Schichten der Saarbevölkerung zusammensetzen. Als dann 1932 es zur Landeswahl kam, proklamierte diese sogenannte Arbeitsgemeinschaft Wahlenthaltung: die deutsche Saarbevölkerung ant- eben jener Hnschuld in Person. Sie wurde jetzt wieder zu zwei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Was ist das Leben ohne Aulosport? Der Direktor des königlich-ungarischen Automobilklubs, Edmund D e g h y hat sich vergiftet. In seinem Abschiedsbrief gibt er als Grund seines Selbstmordes an, daß er infolge hochgradiger Blutarmut sich dem Automobilsport nicht mehr widmen könne. Ohne Automobilsport bedeute ihm das Leben aber nichts. Vestechungsprozeh in Detmold. — Selbstmord des hauplangeklagken. Der in Detmold verhandelte große Bestechungs- Prozeß gegen den früheren Direktor des Elektrizitätswerkes in Lemgo, Nolte, brachte bei Eröffnung der Verhandlung eine Heberrafchung. Der Vorsitzende teilte mit, daß der Hauptangeklagte Nolte, als die Beamten des Gerichtsgefängniffes ihn hätten vorführen wollen, in feiner Zelle erhängt aufgefunden worden ist. Direktor Nolte war beschuldigt, Bestechungsgelder im Gesamtbetrag von etwa Gäbelllirren in Moskau. „Unser Schwert ist geschärft." — „Die Rote Armee wartet nur auf den Befehl.. R e v a l, 8. Febr. (DNB.) Auf dem Kommunistischen Parteitag in Moskau sprach am Donnerstag der Oberstkommandierende der Roten Armee im Fernen Osten Blücher. Er legte ein Bekenntnis zu Stalin und zur Politik der Partei ab und betonte, daß die gesamte russische Armee nur ai>f den Befehl warte und fertig sei für den Fall, daß Rußland angegriffen würde. Die Rote Armee werde ihre Pflicht erfüllen, ohne mit der Wimper zu zucken. Anläßlich der für Freitag vorgesehenen P a r a d e b e r Roten Armee zu Ehren des 17. Parteikongresses erläßt der Kriegs- und Revolu- tionsrat einen Armeebefehl, m dem es u. a. heißt .Angesichts des 17. Parteikongreffes bekundet die Rote Armee ihre unbedingte Treue zur Sache des Sozialismus, ihre Kampfbereitschaft und ihre Bereitschaft, in jedem Augenblick und gegen jeden Feind auszuziehen, um die sozialistische Heimat siegreich zu schützen — Die Rote Armee ist die einzige Armee in der Welt, die nicht für den Imperialismus bestimmt ist, nicht für die Eroberung fremden Bodens. Zusammen mit dem ganzen Lande, zusammen mit der Partei ist die Rote 2Ifrmee bestrebt, den Frieden zu schützen. Aber unser Schwert ist geschärft und bereit, jeden zu treffen, der die friedliche Arbeit des sozialistischen Landes zu bedrohen versucht. Derjenige, der es wagen sollte, unsere Grenzen zu überschreiten, wird vernichtet werden." Kleine politische Nachrichten. Der Reichskanzler empfing eine Abordnung des Sächsischen Gemeindetages, die ihm den Ehrenbürgerbrief der sächsischen Gemeinden überreichte, und ferner den Bürgermeister von Pyrmont, der die Hrkunde der „Adolf-Hitler- Bad-Pyrmont-Stiftung" überbrachte. Während des ganzen Kurjahres werden sechs Volksgenossen in Bad Pyrmont kostenlos ausgenommen, verpflegt und ärztlich behandelt. Das Verfügungsrecht über die Stiftung hat der Reichskanzler der Gauleitung Groß- Berlin der NS.-Volkswohlfahrt übertragen. * Der Generalstaatsanwalt stellte im Röchling- Prozeß am Donnerstag folgende Strafanträge: Gegen Röchling als Täter eine Geldstrafe von 5000 Franken, gegen Hall als Gehilfen 500 Franken, gegen Dibo, Merfcher und H i l l m a n n je 75 Franken Geldstrafe. Die im Jahre 1873 gegründete christlich-konservative Zeitung „Der R e i ch s b o t e" hat jetzt ihr Erscheinen als Tageszeitung eingestellt. Das Blatt wird jedoch unter dem gleichen Namen vom 11. Februar ab als „Deutsch-evangelische Wochenschrift" fortgeführt. * In Rom ist ein Abkommen unterzeichnet worden, durch das die diplomatischen Beziehungen zwischen Ungarn und der Sowjetunion wiederhergestellt werden. Kunst und Wissenschaft. Ehrenvoller Auftrag an den künftigen Darmstädter Generalintendanten. Windstärke 10 und Wintergewitter über Berlin. Das S t u r m m e 11 e r, das seit Donnerstag ftüh ganz Norddeutschland Heimsucht, steigerte sich im Lause des Nachmittags über Berlin bis zu einer Durchschnittsstärke der Windgeschwindigkeit von 60 bis 70 Stundenkilometer. Es wurden sogar Böen bis zu 90 Stundenkilometer — Windstärke 10 — gemessen. Heber den westlichen Vororten brach ein Wintergewitter aus. Am stärksten machte sich der Sturm in den Außenbezirken der Reichs- Hauptstadt bemerkbar. Vielfach wurden Fußgänger vom Sturm einfach zur Seite geschleudert. Allenthalben wurde erheblicher Sachschaden angerichtet. Am schwersten heimgesucht wurde die Primus-Siedlung in Reinickendorf-Ost. Dort war die ganze Dachkonstruktion der Reihenhäuser in einer Lange von etwa 150 Meter vom Sturm losgerissen worden Balken, Dachpappe und andere Baumaterialien hagelten auf die Straße nieder. Auf Den Alarm Menschenleben in Gefahr" rückten mehrere Losch- zuge an. Unter Scheinwerferbeleuchtung gingen die Feuerwehrleute daran, die Trümmer zu beseitigen. Einsturz eines Iuntturmes. Dem schweren Sturm ist auf dem Flugplatz in Fuhlsbüttel bei Hamburg der westliche der beiden großen Funktürme zum Opfer gefallen. Der ganze Funkturm stürzte unter donnerahnlichem Krachen zu Boden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Der Schaden ist zwar erheblich, doch steht demgegenüber, daß ohnehin die Beseitigung dieser beiden Funktürme geplant war. Der Funkverkehr ist durch den Einsturz des Funkturmes nicht behindert. Die Böen brausten kurz vor dem Ein- Das gibt'» nur einmal — das kommt nicht wiederI Samstag, den 10. Februar 1934, abends 8.11 Uhr: Großeröffentl.Maskenball in sämtlichen Räumen der „Liebigshöhe“ Eintritt und Tanzen frei! Verzehrkarten pro Kopf 1.50 Mk. im Werte v. 3 Glas Bier oder andere Getränke berechtigen zum Eintritt. Vorverkauf von Karten im Lokal. so9d Sonntag, 11. Febr., steigt das alljährlich so beliebte Kinder-Kostümfest ■■■ mit allerlei Überraschungen. Anfang 4 Uhr. Ab abends 8 Uhr: Konzert mitTanz la Musik. Eintritt 50 Pfennig. Geschäftsd rucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei BrUhl, Schulstr. 7 nrrir»"« rY^rrrnrr-r-i | Verkäufe Wachsamer smöferijunö für 209Jlf.su verkaufen. 0657 Schanzenstr. 8. klarier, §liichenmöbel, Büfett, Kredenz und sonstiges sehr billig zu verkaufen 067« KirchstraKe 6. Das Raffel einer Krühlingsnacht Vornan von Gert Nothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Derlag, Halle, Saale 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Die Fürstin sah auf den vornehm geschnittenen Männerkopf, auf das Haar, das schlicht zurückgekämmt war. Sie erinnerte sich, daß damals au jenem Feste die Prinzessin Luise Marie eine unglückliche Liebe zu Graf Härtlingen im Herzen trug. Und von den vielen jungen Damen, die noch mit da waren, gar nicht zu reden. Kurze Zeit darauf hatte sie dann von seiner Vermählung gehört. Einiges Dunkel war darüber geblieben. Es hatte in dieser Ehe, vor allem, was die Herkunft der jungen Gräfin anbetraf, niemand so recht klargesehen. Und dann war auch keine Zeit, groß hineinzuleuchten, denn dann überstürzten sich sozusagen die Ereignisse, in deren Mittelpunkt der Graf von Härtlingen damals stand. „Ja, was ich noch sagen wollte, ich habe jetzt eine junge Schutzbefohlene bei mir. Ich freue mich; in bin nicht so allein und es ist ein wertvoller Mensch, der um mich ist", sagte die Fürstin wie nebenbei, und ihre beringte Hand schob die Schüssel mit dem goldbraunen Teegebäck etwas zur Seite. „Durchlaucht haben recht getan, ein junges Menschenkind zu sich zu nehmen. Alleinsein macht müde und alt." Ein helles Lächeln glitt über ihr Gesicht und machte es ordentlich jung. „Müde und alt? Ja, das wird man wohl, wenn man immer allein ist!" sagte sie nachdenklich. Dann setzte sie hinzu:. „Wahrscheinlich werde ich aber trotzdem bald wieder allein sein, denn die junge Dame wird sich doch schließlich auch einmal ein eigenes Heim gründen wollen; und ich denke schon, daß das gar nicht einmal so sehr lange mehr dauern wird. Sie ist sehr schön. Beinah könnte ich denken, sie fände auch vor dem verwöhnten Geschmack eines Grafen Härtlingen Gnade." Ein überraschtes Lächeln legte sich um seinen Mund. Dann sagte er: „Ich will nicht hoffen, daß ich mit aus der Heiratsliste prange? Es würde mir sehr leid tun, wenn ich mir die Gnade Eurer Durchlaucht verscherzen würde, denn ich — heirate nicht ein zweites Mal." Die Fürstin Kleven zog sich die Vase mit den La-France- b . ■ , f.' ' Wz " .. 1 Cigarren- f 11 V1KJUJI am Main ....................................................... n, Mk. 1000.— Bedarlsdechngs-Scheine kaufen Sie 1 kompl. Schlafzimmer in Eiche, gebeizt, mit pol. Mitteltüre, dazu 2 Patentmatratzen 2 Schonermatratzen 2 Kapokmatratzen 4 Kissen und 2 Deckbetten 1 Wohnzimmer in Eiche, gebeizt 1 Büfett oder 1 Schreibschrank 1 Tisch und 4 Polsterstühle 1 Küchenbüfett mit Tisch und 2 Stühlen bei Carl Stüdcralh Gießen, Asterweg 47. S618D iwiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiai - W ':' > j$fc; >■v;-' AiW'- MM l&U W M - »?! rM D^MxW PMM o# Är > Freitag, 9. Zebruar 1934 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Nr. 34 Zweites Blatt Vor 30 Ähren: Der ruMch-japamsche Krieg !iw Sachalin, qab die ostchinesische Bahn bis a-tsy (222 Kilometer südlich von Chardin) tums bestimmt. „Meinen ganzen Menschen hat kein | besten Seite. Auch seine nordischen Erzählungen, die anderer so ergriffen und durchdrungen, wie Jacob den Stil der Edda geschickt nachahmen, verdienen G'-imm" bekannte er, „weil er zugleich ein genia- noch heute Beachtung, besonders „Odhms Trost , ler Forscher und eine echt dichterische Natur war." in dem seine heroische Entsagungslehre am reinsten Grimms Deutsche Mythologie" las er immer wie- zum Ausdruck kommt Auch der Roman „Julian der bis" ich zuletzt alle Götter und Göttinnen, der Abtrünnige" besitzt seinen Wert, wahrend die int). an Wotan, den Wanderer... Oie Nacht der großen Liebe Reiches verzehrten. ■ es nie« auf« hm iefen ) sie pen, feine lfzu« ifote, von Volk." Wahl- feinem Verse, Neue Erkenntnisse über Michelangelo. Bei den neuesten Restaurierungsarbeiten in der Sixtinischen Kapelle und in der Paulinischen Kapelle ist man auf bemerkenswerte Entdeckungen gestoßen, über die Professor N o g a r a, der Leiter verschiedener Kunstanstalten Roms, und Professor B. Biagetti, der Direktor der Vatikanischen Bildergalerie, jetzt berichten. Schon vor vier Jahren hatte die Internationale Vereinigung zur Erforschung der Mittelmeer-Kulturen vorgejchlagen, eine Reihe von Photographien der Fresken Michelangelos im „Weltgericht" Herstellen zu lassen, ein Plan, der jedoch erst mit Unterstützung des Papstes im Jahre 1932 verwirklicht wurde. Im letzten Juli wurden in der Sixtinischen Kapelle diese photographischen Arbeiten weitergeführt und haben fehr interessante Einzelheiten aus dem Werk des großen Italieners, die dem bloßen Auge des Betrachters bisher unbemerkt blieben, zu Tage gebracht. Das in der Deckenmalerei entdeckte Bildnis Dantes ist jetzt nach Vergleich mit berühmten Gemälden von Giotto, Raffael und Vasari als solches bestätigt worden. Die gegenwärtigen Restaurierungsbemühungen um ,die Bekehrung des Paulus" und „die Kreuzigung Petri" in der Paulinen-Kapelle haben erwiesen, daß diese beiden berühmten Fresken von bisher unbekannter Hand in völlig unnötiger Weise übermalt worden sind. Professor Biagetti vermittelte einen lebendigen Eindruck von der Arbeitsweise und Maltechnik des großen Michelangelo. An der „Bekehrung des Paulus" arbeitete der Meister von Oktober oder November 1542 bis Juli 1545, also ungefähr 1000 Tage, während „die Kreuzigung Petri" im März 1546 begonnen und in der ersten Hälfte des Jahres 1550 beendet wurde. Die Kunstkritiker haben diese Werke Michelangelos vielfach, besonders in ihrem Verhältnis zueinander, nicht richtig eingeschätzt. Die „Bekehrung des Paulus" muß in ihrer Farbwirkung mit dem „Weltgericht" in eine Reihe gestellt werden; die „Kreuzigung Petri" ähnelt jedoch mehr dem Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle. Michelangelo zeigt sich dort, von jeder künstlerischen Erstarrung weit entfernt, auf der vollen Höhe seines Schaffens, das sich durchaus mit den Glanzwerken seiner Jugendzeit messen kann. Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Ro o s e v e l t, übernahm die Vermittlung. Am 5. September 1905 führten die Verhandlungen zum Frieden von Portsmouth. Rußland verlor Port Arthur, die Kwan-tung-Halbinsel und die Südhälfte von Sachalin, qab die ostchinesische Bahn bis Kwan-tschin-tsy (222 Kilometer südlich von Charbin) auf und verzichtete auf seinen Einfluß in Korea, das unter japanische Herrschaft trat. Japan erreichte damit im wesentlichen alles, was ihm die europäischen Großmächte 1895 noch mit Erfolg streitig machen konnten. Das Fundament seiner überragenden Stellung in Ostasien war gelegt. Aufsatz „Der völkische Staat, biologisch gesehen". Das gleiche Heft der mit vielen schönen und sorg- vielgelesenen „Kleinen Romane aus der Völkerwanderung" zu eilfertig und nachlässig gearbeitet Auf diesem Fundament errichtet die aufstrebende Jnselmacht in unseren Tagen, ein Menschenalter nachdem es endgültig auf dem ostasiatischen Festlande Fuß faßte, seine'die anderen Großmächte ausschließende Vorherrschaft in Ostasien. Schon heute wird die japanische See von Japan allein beherrscht. Nicht viel bleibt noch zu tun, damit die japanische Front dem Festland, dem Westen gegenüber lückenlos geschlossen ist und man sich in Tokio den eigentlich wesentlichen Zielen der Kettx Oahn. Zu seinem 100. Geburtstage. Von Or. Friedrich Spreen. Das höchste Gut des Mannes ift fein Dieses Wort hatte Felix Dahn zu seinem svruch erwählt. Es war ein Vers aus Drama „Deutsche Treue". Und die letzten die er überhaupt geschrieben hat waren eine Abwandlung dieser Strophe. Am 27. Dezember 1911 Doch über das vielgestaltige, in unermüdlichem Fleiß geschaffene dichterische und wissenschaftliche Werk erhob sich in immer monumentaleren Linien das Bild seiner Persönlichkeit. Der „alte Dahn", der schon in Königsberg in seinem wehenden Odins- mcintel und breiten Schlapphut als wunderbare Erscheinung angestaunt worden war, wurde in Breslau zu einem Wahrzeichen deutschen Geistes. Wenn er so dahinschritt, immer noch mit jugendlichem Feuer, dann erschien er wie ein Prophet der ewigen Vaterlandsliebe, gemahnte an jenen höchsten der alten Götter, an die er immer geglaubt, cn der, „bis ich zuletzt alle ----- ----- - - - Manen, Riesen, Lichtelben, Dunkeleiben Naturgeister nicht etwa nur glaubte, sondern sah, und um mich her wehen, blitzen, donnern raunen walten, wirken und weben hörte. Mit diesem lebendigen Sich-Einleben in die germanische Religion und Welt erwuchs ihm aus dem Studium von Grimms „Deutschen Rechtsaltertümern zugleich feine Liebe zum deutschen Recht, in dem er mit seinem Meister das Walten und Gestalten der deutschen Volksseele fühlte. Was der Forscher aus der Geschichte der Germanen von ihren Anfängen bis zur Gründung des Frankenreiches mit unendlichem Fleiß zusammentrug und in zahlreichen gelehrten Werken, vor allem in seiner elfbändigen Lebensarbeit „Die Könige der Germanen wissenschaftlich darstellte, das bevölkerte feine Phantasie mit zahllosen Gestalten und Bildern, die er in seinen nicht minder umfangreichen dichterischen Schöpfungen zum Leben erweckte. Gewiß ist manches davon nicht künstlerisch durchgeformt bezeichnet er sich doch selbst bescheiden als einen Dichter dritten Ranges, aber alles was er geschrieben hat, erhalt seinen Wert durch die reine Gesinnung, die die Triebkraft seines Wesens bildete. Wenngleich Dahns Hauptdichtungen erst nach 1870 erschienen, fo finh sie doch in der Zeit empfangen worden, da sich die besten Deutschen in der Sehnsucht nach einer neuen Größe ihres Vaterlandes, nach der Einigung des Rollenträgern sind Odemar, Gülstorff, Meyrink und Walter Groß in kleineren Aufgaben beschäftigt. — Der Film' läuft seit gestern im Lichtspielhaus; das Beiprogramm bringt u. a. den Vorspann zu einem Lustspielfilm mit Franziska Gaal unter der anmutigen Überschrift „Gruß und Kuß, Veronika". Zeitschriften. — „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaft und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar P r o ch n o w. Preis vierteljährlich 2,50 Mk., einzeln 1 Mk. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Schon lange haben einzelne Forscher gesehen, wie die Entwicklung von Technik und Lebenshaltung zu einer Verschlechterung der Erblinien im Volkskörper und damit zu einer Schädigung des Volkes und seiner Kultur führten. Wenn wir hören, wie an der Mordung der besten Erblinien die alten Kulturen zugrunde gegangen sind, werden wir die Maßnahmen der Ausmerze und Auslese begrüßen, die der völkische Staat zu bevölkerungspolitischen Maßnahmen auswertet. Heber diese Tatsachen und Zukunftsaufgaben schreibt im neuen Heft Prof. Eugen Fischer, der Rektor der Universität Berlin, in dem al **. ederl tÜhr: stephan. Prächtige Bilder von einer holländischen Kolonie des Kormorans bringt Ministerialrat Dr. für die europäischen Generäle damals noch unerklärlicher Vorgang, der in der Ueberlegenheit der Verteidigung über den Angreifer und der Erschöpfung beider Gegner seine Ursache hatte. Die Japaner warfen dann die Russen — nachdem sie am 1. Januar 1905 Port Arthur genommen hatten — in den Schlachten bei Sandepu (25./28.Januar) und bei Mukden (21. Februar bis 10. Marz) weiter zurück, ohne das russische Heer außer Gefecht fetzen zu können. Die baltische russische Flotte hatte inzwischen den Marsch nach Ostasien angetreten, um den Japanern die Seeherrschaft streitig zu machen, ein von vornherein aussichtsloses Unternehmen. Admiral Togo vernichtete sie in der Schlacht bei Tsushima am 27. Mai 1905. Die russische Regierung zeigte sich nach diesen Schlägen geneigt, in Friedensverhandlungen emzu- treten, obwohl das rusische Heer noch operationsfähig war. Aber die Aussicht, noch einen irgendwie ins Gewicht fallenden Vorteil zu erringen, war gering; besonders aber verlangte die außerordentlich kritische innerpolitische Lage eine rasche Liquidierung des ostasiatischen Unternehmens. Der Dahn war im wesentlichen Epiker; feine reine Lyrik ist unbedeutend; seinen Dramen fehlt kraftvolle Komposition und Steigerung. Aber in der Ballade hat er todestrotziges Heldentum, germanische Treue und Opferbereitschaft, den schwert- frohen Klang deutschen Weltgefühls vortrefflich gestaltet. Vor allem aber bewies er sein lebendiges Erzählertalent in seinen historischen Romanen die aus tiefer Kenntnis der Geschichte dem deutschen Volke die Vorbilder einer großen Vergangenheit vor Augen stellten wollten. Der „Kamp um Rom ist aus der Beschäftigung mit dem Untergang der Ostgoten erwachsen, den er auch in seinen „Königen der Germanen" behandelte. Mehr als zwanzig Jahre hat er daran gearbeitet, wollte fogar bas nod) nicht fertige Buch vernichten, und nur feine Gattin Therese rettete die Handschrift vor dem Flammentode. Die Anlage und die Charakteristik zeigen den Phantasie, den Farbenglanz und Schuster in einem Beitrag über diesen jetzt bei uns recht seltenen Vogel. Andere Beiträge der vielseitigen Zeitschrift behandeln die Färbungen und Zeichnungen der Säugetierhaut, die Herstellung lebenswahrer Tierplastiken nach dem Paraffinverfahren, die Messung hoher Temperaturen, das Verbellen von Hunden, die Nahrungswahl der Waldohreule, das Umdrucken von Farbenfilmen, Feuchtigkeitsmessung, Krebsbehandlung, die Strahlungs- durchlässigkeit der Haut u. a. Eine Zeitschrift, die in fo hervorragender inhaltreicher und äußerer Ausstattung und Vielseitigkeit eine Fülle von Wissen vermittelt wie der „Naturforscher", verdient auf« nierksamste Beachtung jedes gebildeten und bildungshungrigen Menschen. dichtete er: 1 Das höchste Gut des Mannes ist fein Volk; ] Dock dieses Volk ist formlos, rechtlos, schutzlos j Dem Feind, dem Nachbar hilflos preisgegeben: i Dem Volk Gestalt und Schutz gibt erst derStaat, , Drum sei das höchste Gut des Volks fein Staat. । Dahn der mit solchem Jubel das neue Deutsche Reich begrüßt, hatte mit wachsendem Kummer und Qorn erkannt, daß die Entwicklung dieses zweiten Reiches der Deutschen nicht die Erfüllung gebracht hatte- er hoffte auf ein drittes Reich in bem der deutsche Staat zu machtvoller Einheit stch verkor- vern werde So erscheint uns der Dichter des Kampfes um R o m", der sein ganzes Leben hie Flamme der Vaterlandsliebe durch die wach,en- zsfexSS £ Ä [eine. Sinfluffe. au gangenbe t nernuttelte. 3 t Das mn i kurzem erschienenen SoItMUsgau- Größe nod; LerÄ'H-rze^der W W= Buntes Allerlei. Ist die Erde blau? Das kommt doch ganz darauf an, wo und wann man die Erde betrachtet. Fährt man auf dem Dampfer, rings um sich nur das Wasser, dann ist ie zweifellos blau, im Frühling aber kommt sie einem grün vor, an Wintertagen zweifellos weiß und an Regentagen sicher grau. Ein amerikanischer Professor, ein Professor der Astronomie, der die Erde ja überhaupt nicht so betrachtet, als sei er mit daran beteiligt, sondern nur als einen Stern der Sterne, hat behauptet, die Erde sei ein schöner blauschimmernder Stern. Er beweist die Theorie mit der Behauptung, daß die Erde sich des Mondes wie eines Spiegels bedient. Denn der Mond empfängt nicht nur die von der Erde zurückgeworfenen Sonnenstrahlen, sondern gibt auch seinerseits die Erdstrahlen wie ein großer Spiegel an die Erde zurück. Könnten wir also auf dem Mond stehen und die Erde betrachten, dann würde sie funkeln wie ein blauer Diamant. Sein ganzes Leben lang hat der Professor über die Frage der Farbe der Erdstrahlen studiert und ist nun endlich zu diesem Ergebnis gekommen. Die Wissenschaft ift zweifellos um einen großen Schritt vorwärtsgekommen. Und am Fasching werden wir alle blau sein, weil es unsere Mutter Erde ja auch ist. wurde du- jröBte Erlebnis seiner Jug-u^ „E ue tiefere Vaterlandsliebe, als bas deutsche Herz r Dahns sie empsund, ist mir w, der b-g«g^ net", hui einmal der große Stnntsr-chtl-r Zorn von ihm getagt. Der Ä Mn^murie m feiner Weltanschauung bahn durch den Wird::.- Das Fundament japanischer Weltgeltung Zum Ausbruch des russisch-japanischen Krieges am S Februar 1904. Don K. L v Oerhen, Oberst a. D. Arn 9. Februar 1904 wurde die Welt von der Nachricht überrascht, daß die japanische Flotte ohne vorherige Kriegserklärung die russische Flotte aus derReedevonPortArthur überfallen und mehrere Schiffe außer Gefecht gesetzt habe. Damit ging die Seeherrschaft im Fernen Osten an Japan über, und das japanische Heer konnte auf das afia- tische Festland übergesetzt werden. Seit Jahrhunder- ten strebt Japan nach dem Festlande. Der Besitz der Mandschurei ist für das Jnselreich eine geopolitische Notwendigkeit. Japan ist ein Einfuhr- land und findet — wenn auch kein Siedlunasland — fast alles, was es für seine Rüstungsindustrie braucht, in der rohstoffreichen Mandschurei. In dem chinesisch-japanischen Kriege 1894/95 ging es um den Besitz von Korea. Im Frieden von Shimonoseki mußte Japan vor dem gemeinsamen Einspruch Rußlands, Frankreichs und Deutschlands wieder vom Festland zurückweichen. Rußland besetzte Port-Arthur, England Weiheiwai. Die Seefestung Port-Arthur, die einer der japanischen Seemacht ebenbürtigen russischen Flotte als Stützpunkt diente, empfanden die Japaner ebenso als eine schwere Bedrohung ihrer nationalen Wohlfahrt wie die wirtschaftliche Erschließung und Ausbeutung der Mandschurei durch die Russen. Der ja- panichen Diplomatie gelang es in den nächsten Jahren, Rußland in Ostasien zu isolieren und sich durch ein Bündnis mit England vor dem Eingriff dritter Mächte in den bevorstehenden Krieg mit Rußland zu sichern. Rußland befand sich damals im Anfang des Jahrhunderts dem japanischen Angriff gegenüber militärisch in ähnlich schwieriger Lage, wie heute die Sowjet-Union. Gewiß waren seine militärischen Machtmittel vor 30 Jahren erheblicher, auch besonders das Stärkeverhältnis dem Heere und der Flotte des Mikado gegenüber günstiger als heute. Aber bamas wie jetzt war die große Entfernung, die das Zentrum der russischen Macht vom Fernen Osten trennte, ein fast unüberwindliches Hemmnis. Der Transport der Streitkräfte aus den westlichen russischen Provinzen nach Mukden dauerte 40 Tage. Die sibirische Eisenbahn war noch durch den Baikalsee unterbrochen. Die Umgehungs- bahn wurde erst während des Krieges fertiggestellt. So überquerten die russischen Truppenteile im Fußmarsch den See, solange er im Winter eine trag» fähige Eisdecke trug. In der wärmeren Jahreszeit wurden sie in Schiffen übergesetzt. In jedem Falle entstand ein großer Zeitverlust. Den Oberbefehl im Osten führte Admiral A l e x e - j e w. Unter und neben ihm in nicht völlig geklärtem Kommandoverhältnis befehligte der Kriegsminister K u r o p a t k i n die Armee. Die japanischen Operationen leitete der Generalstabschef Marschall I a - magnata von Tokio aus. Den Oberbefehl auf dem Festtande führte Marschall Ojama mit seinem Generalstabschef Ko d a m a. Die vier japanischen Armeen kommandierten die Generäle Kuroki, Oku, N o g i und N o d z u, die sich sämtlich tm mandschurischen Kriege einen Namen machten. Den Japanern gelang es zunächst der russischen unentschlossenen Führung gegenüber, die Russen aus der koreanischen Halbinsel nach der Mandschurei zurückzudrängen und das von General Stössel verteidigte Port Arthur einzuschliehen. General N o g i leitete die Belagerung, deren Entsatz durch die Russen wegen des Verlustes der Schlacht a m Schaho ebenso mißlang wie der Durchbruch der russischen Flotte durch die japanische Blockadelime. Dabei wurde die russische ostasiatische Flotte m der Seeschlacht bei Port Arthur vernichtet. Nach der Schlacht am Schaho standen sich die beiden Heere wochenlang eingegraben gegenüber _em japanischen Politik zuwenden kann; der Schaf- ungvon Siedlungs - undLebensraum ür den überquellenden Bevölkerungsüberschuß, der nur im Süden und Osten gefunden werden kann. Erst jetzt reift die Ernte, welche zu gewinnen in den Jahren 1904/05 120 000 Japaner willig ihr Leben ließen für die Größe und Wohlfahrt ihres Volkes. Dor dreißig Jahren, im Februar 1904, brach der russisch-japanische Krieg aus, ber zum erstem mal der Welt zeigte, daß in Japan eine Großmacht herangewachsen war, die es nut einer ber alten Großmächte aufnehmen konnte. Rußlanb verlor ben Krieg unb wußte Japan große Gebietsteile abtreten. Damals begann Japan feine Expansionspolitik auf bem af.atychen Fest- Ian b, die jetzt wiederum zu schweren Konflikten mit Rußland geführt Hat. — Unsere Bilder zeigen oben: Japanische Truppen landen auf der Halbinsel fitautung m der Nahe von Port Aickdur — In der Mitte rechts: General N o g i, der Erstürmer von Port Arthur. — Unten: Der Hafen von Port Arthur mit russischem Kreuzer im Dock. Dies ist ein Film der Deutschen Universal, zu dem Kathrin Holland ein an das berühmte „Butterfly"-Motiv anklingendes Drehbuch geschrieben hat. Doch spielt die Handlung nicht im Fernen Osten, sondern am Goldenen Horn. Ein Kreuzer läuft zu , „ , . . tunem Besuch in den Hafen von Stambul ein, und sam gedruckten Bildern geschmückten Zeitschrift zeigt, einer seiner Offiziere erlebt an Land ein Mär-! wie der uns aus vielen Sammlungen vertraute chen wie aus Tausendundeiner Nacht: eine sehr Faustkeil als Picke zum Ausheben der Tierfang- bittersüße Liebesgeschichte, in der das kurze Glück gruben benutzt worden ist (Derf. Prof. Quiring). einer flüchtigen Begegnung und ein von schmerz-, Wie unsere Getreidesorten durch planmäßige Züch- lichem Verzicht beschatteter Abschied den Rhythmus tung den wechselnden Anforderungen der Böden der romantisch-lyrischen Handlung bestimmen. Der! und Klimate und den Zielen des Benutzers ange- Regisseur Geza von Bolvary hat den Film auf glichen worden find, zeigt Dr. Kattermann, Weihen- eine opernhaft idyllische und melodramatische Weise w—««— inszeniert, anfänglich ein wenig umständlich und schleppend, später mit scharfen theatralischen Akzenten. Die orientalische Landschaft ist mit malerischen Bildern stimmunggebend einbezogen, und Robert Stolz hat eine einschmeichelnde und weiche Musik dazu geschrieben. Jarmila Novotna, vor einigen Jahren als ausgehender Stern der Berliner Oper sehr gefeiert, spielt die schöne, elegante, ein wenig tofette Frau Thormaelen und singt mit einem wunderbar leichten Ansatz ziervoll und glockenrein ihr Liebes- und Abschiedslied mit dem Refrain „So eine Stunde kommt nur einmal im Leben". Gustav Fröhlich ist ein sympathischer, frischer, junger Dffjiier, dem die knappe unb kleidsame Uniform prächtig zu Gesicht steht. Christiane G ra u t o f f: eine zärtliche kleine Liebhaberin. Von den übrigen Wirtschaft. Oie Abschlüsse des SiemenS-KonzernS Der letzte Teil des Geschäftsjahres 1932/33 und auch der bisher abgelaufene Teil des neuen Geschäftsjahres zeigte wieder Bestellungen, die nicht unerheblich über den Fabrikationsziffern lagen und daher die Gewähr einer erhöhten Beschäftigung im laufenden Jahre bieten Die Gesellschaft ist in der Lage, auch ihre Bestände wieder zu erhöhen, was weiter zur Vermehrung der Arbeitsgelegenheit beiträgt. In den letzten Monaten hat sich die Beschäftigung der Werke durch die allgemeine Belebung des Jnlandgeschäftes und durch die Arbeiten für die Rundfunksaison gehoben. Man glaubt jedoch, mit einem weiteren Rückgang des Auslandgeschäftes rechnen zu können. Bei Siemens & Halske und Siemens-Schuckert und den von ihnen kontrollierten Gesellschaften waren Ende des Geschäftsjahres 79 000 Mann beschäftigt, davon im Jn- lande 61 000. Wie mitgeteilt, ergibt sich für 1932/33 ein Reingewinn von 6,14 (6,97) Millionen Mark, der sich durch den Dortrag von 2,89 (2,22) Mill, auf 9,03 (9,19) Mill, erhöht. Der GV. am 7. 3. wird vorgeschlagen, wieder 7 o. H. Dividende zu verteilen und 2,76 (2,89) Mill. Mark oorzutragen. Bei der Siemens - Schuckertwerke AG. hat sich bis Ende des Geschäftsjahres (30,9) die Erhöhung des Auftragseingangs noch nicht in einer Steigerung des verrechneten Umsatzes ausgewirkt, er ging vielmehr gegenüber dem vorhergehenden Geschäftsjahre weiter zurück. Der entstandene Verlust wird aus den Rücklagen gedeckt. Im Ausland- gcschäft gestalteten sich die Verhältnisse weniger günstig. Die Arbeitsbeschaffungspläne der Elektrizitätswerke, sowie die Ersatz- und Erneuerungsbeschaffungen unter Ausnutzung der Steuererleichterungen werden sich erst im neuen Jahre auswirken. Das Schaltanlagengeschäft war 1932/33 recht lebhaft. Von den Beteiligungsgesellschaften hat die Bergmann - Elektrizitäts-Werke AG. ihre Neuorganisation durchgeführt und entwickelt sich befriedigend. * Die Devisen-Höch st betrüge im März. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat angeordnet, daß der Grundbetrag der allgemeinen Genehmigungen für die Wareneinfuhr im Monat März 1934 nur bis zur Höhe von 50 v. H. in Anspruch genommen werden darf. * Einstweiliger Ausfall der Goldpreis f e st s e tz u n g. Um den Geschäften auf Feingoldbasis eine feste Grundlage zu geben, wird bekanntlich täglich durch die Reichsbank der Londoner Goldpreis in Reichsmark errechnet. Seit Beginn dieser Woche ist diese Errechnung eingestellt worden, da die amerikanische Goldpolitik am Londoner Goldmarkt Verhältnisse geschaffen hat, die zur Zeit nicht als normal anzusehen sind. Es hat sich infolge der starken Nachfrage nach Gold in London ein Agio ergeben, so daß bei Zugrundelegung des tatsächlich erzielten Goldpreises in London in Mark umgerechnet ebenfalls ein überwerteter Markpreis errechnet wüvde. Es schweben zur Zeit Verhandlungen darüber, wie einer solchen Divergenz aus dem Wege gegangen werden kann. Bis zur Erzielung des Ergebnisses dieser Verhandlungen dürfte daher auch weiterhin die Errechnung des Goldpreises ausgesetzt werden. Man darf jedoch damit rechnen, daß die entsprechenden Bestimmungen in Kürze in Kraft treten. * 1 22 758 Personen - Automobile st e ue ra b ge l ö st. Von der Krastfahrzeugsteuer- Ablösung, die im ganzen eine Summe von 53,5 Millionen Mark erbracht hat, haben, wie die Zeitschrift „Kraftverkehrs-Wirtschaft" berichtet, 122 758 Personenwagen, das sind 15 v. H. der steuerpflichtigen Kraftwagen, Gebrauch gemacht. Das Ablösungsergebnis sei also nicht nur dem aufgekommenen Steuerablösungsbetrag nach, sondern auch rein stückzahlmäßig außerordentlich bedeutsam. frankfurter Börse. INitlagsbörse abgeschwächt. Frankfurt a. M., 8. Febr. Die Börse hatte wenig Umsätze. Es machte sich etwas Abgabeneigung bemerkbar, einmal um die jetzigen hohen Kurse zu Gewinnverkäufen auszunutzen, und dann infolge einer Zurückhaltung, da besonders auf Spezialgebieten des Rentenmarktes Glattstellungsbedürfnis bestand. Reichsmark-Obligationen werden jetzt an- geliefert, wodurch die Mitläuferschaft aus Geld- beschaffungsbründen verkaufte. Widerstandsfähig blieb die Börse trotz der Geschäftsstille, da von der wirtschaftspolitischen Seite her größere Anregungen vorlagen. Die Abschlüsse im Siemens-Konzern, die beachtliche Erhöhung der Spareinlagen und die Berichte über die Koylenmarktlage wurden mit Befriedigung vermerkt. Farbenindustrie setzten behauptet ein. Elektrowerte bröckelten leicht ab, wobei die zur Vorsicht mahnende Erklärung der AEG.-Derwaltung mitsprach. AEG. 0,65 v. H., Bekula und Gesfürel je 0,50 v. H. gedrückt, Siemens behauptet. Von Montanwerten Oer Freund der Kriegsblinden. Oie deutsche Schäferhündin der brauchbarste Iührerhund. Durch Kriegsverletzung wurden viele deutsche Männer des Augenlichts beraubt. Diese unglücklichen Opfer des Weltkriegs haben sich zu einem Bund erblindeter Krieger zusammengeschlossen. Im Einvernehmen mit den Versorgungsamtern wurde vom Verein für deutsche Schäferhunde eine Ausbildungsstelle für Blindenführ- hunde ins Leben gerufen, die unendlich viel Segen unter den Kriegsblinden gestiftet hat, indem sie den Blinden sorgfältig ausgebildete Führer gab, die Hunde. Diese Führer-Hundeschule feierte letzt ihr zehnjähriges Bestehen. 3300 Blinde, davon etwa 1800 Kriegsblinde, besitzen heute in einem gut ausgebildeten Schäferhund einen selbstlosen Freund und Helfer. 1200 dieser Hunde sind in der Potsdamer Schule ausgebildet worden. Die Zahl der in der Ausbildung begriffenen Hunde betrügt ständig 50. Bevor ein Hund in die Ausbildung kommt, bedarf er natürlich einer sorgfältigen Prüfung auf Eignung. Die deutsche Schäfer Hündin hat sich als der brauchbarste Führerhund erwiesen. Das weibliche Tier zeigt sich im Charakter zuverlässiger und anschmiegsamer als das männliche. Nach der Auswahl der Jungtiere beginnt die Ausbildung, zunächst mit den Üblichen Gehorsamsübungen, apportieren, fetzen, legen und Laut geben. Dann beginnen die Spezialübungen für die Blindenführung, das Treppensteigen, das Ueberqueren von belebten Straßen, von Straßenbahngleifen, das Signalisieren von plötzlichen Erhöhungen ober Vertiefungen, durch Setzen, wenn der Blinde vom Bürgersteig auf den Fahrdann tritt und umgekehrt, das Zusammentreffen mit Kraftwagen und Motorrädern usw. Ist diese allgemeine Ausbildung der Hunde beendet, dann beginnt die Sonderausbildung Ö e s Blinden mit seinem Hund. Das ist der schwierigste Teil, denn beide Partner müssen sich aufeinander einftellen, es muß sowohl Rücksicht genommen werden auf Charakter und Temperament des Herrn, wie auf Charakter und Temperament des Hundes. Nervösen Menschen wird ein besonders ruhiges Tier gegeben. Der Blindenhund soll etwa ein Drittel der Größe seines Herrn haben. Körperlich behinderte Blinde, z. B. einarmige, müssen eine besondere Ausbildung in der Behandlung des Hundes erhalten. Am Schluß des Ausbildungslehrgangs erfolgt eine Prüfung der Hunde durch eine Kommission. Die Tiere gehen damit in das Eigentum des Reichsfiskus über. Seit Bestehen der Anstalt werden monatlich neun bis zehn Kriegsblinde mit Führerhunden versorgt. Der Verein für Deutsche Schäferhunde hat vor einiger Zeit in Potsdam noch eine zweite Anstalt für Friedensblinde errichtet. Die Potsdamer Führerhundfchulen haben in den Jahren ihres Bestehens unendlichen Segen gestiftet. Die hier geleistete Arbeit wird nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland voll gewürdigt. Der in Deutschland geborene Gedanke, Blinden Führerhunde zu geben, ist überall im Ausland aufaegrif- fen worden, aber aus allen Ländern, aus Frankreich, Oesterreich, Holland, der Tschechoslowakei, aus Italien und Amerika werden in Deutschland ausgebildete Tiere verlangt. Der „blaue Kulkuü" ist nicht mehr Der Kuckuck ist ein Vogel eigener Art. Einmal ist er in Brehms Tierleben verzeichnet und benimmt sich richtig wie ein Vogel, ruft im Walde und läßt die großen und kleinen Kinder fragen: „Kuckuck, Kuckuck, sag mir bald, wieviel Jahre werd' ich alt". Oder er ist ein Glücksbringer, wie es im Hessischen eine alte Bauernregel gibt: „Wenn der Kuckuck ruft, gibt es Speck und Wurst." Dann aber finden wir den Namen dieses Vogels noch ein zweites Mal, und zwar in den Gesetzestexten für die preußische Ordnung des Gerichtsoollzieherwesens aus dem Jahre 1879. Zwar wird er dort nicht gerade genannt, aber im Volksmunde hat der Adler, das Hoheitszeichen des Staates, auf den Pfandmarken der Gerichtsbehörden, sehr bald den Namen des „blauen Kuckuck" bekommen. Der eigentliche Geburtstag dieses behördlichen Tierchens steht nicht aanz fest. Aber immerhin ist schon um die Jahrhundertwende so ungefähr in jeder Ausgabe der Witzblätter, die etwas auf sich hielten, von ihm irgendwie die Rede gewesen. Mancher Studentenulk hat sich in der Vorkriegszeit dieses populären Vogels bemächtigt, der, ursprünglich eine preußische Einrichtung, bald zum Gemeingut des ganzen Volkes wurde. Nach dem Kriege, in den Jahren der Inflation und stets sich mehr zersetzenden Moral, bekam der Name des „blauen Kuckuck" einen etwas bitteren Beigeschmack. Sjat es doch in diesen Zeiten Tage ♦ ♦ ♦ gegeben, an denen ein Obergerichtsvollzieher mehr als zweitausend (!) Kuckucke „unterbringen" mußte. Daß die Schulden höher wurden als das bare Vermögen, wurde in weiten Kreisen der Bevölkerung immer mehr zur alltäglichen Erscheinung. Manche ehrliche Standuhr, einstmals der Stolz der aussteuernden Schwiegermutter, wurde so über Nacht und unverhofft zur „Kuckucksuhr". Mit ihrem Galadiner anläßlich irgendeiner Premiere, das die Brüder Rotter einstmals in Berlin gaben und an dem damalige hohe Regierungsmitglieder wacker mithiel- ten, bei dem aber unter den silbernen Dorlegeschüsseln und leder- und seidenbespannten Sesseln jeweils der „blaue Kuckuck" klebte, Haden sie zweifellos den „Vogel abgeschossen". Die gesetzliche Bestimmung verlangt ja, daß die Pfandmarke sichtbar an dem gepfändeten Gegenstand anzubringen ist. So wird uns der Abschied von dem Kuckuck dieser Art nicht so sehr schwer. Einstmals ein vielbewitzelter Vogel, wurde der „blaue Kuckuck" schließlich zu dem Spiegel eines korrupten Systems und einer verlorengegangenen Moral. Damit wird aber die Pfandmarke nichts vollends verschwinden. Das neue Pfandzeichen wird nach den Bestimmungen des preußischen Ju- stizministers das Hoheitszeichen des Staates nicht wieder bekommen, sondern nüchtern und sachlich lediglich den Namen der Behörde und des vollziehenden Beamten in weißer Schrift auf blauem Grunde tragen. gewannen Phönix 0,25 v. H., Stahlverein 0,40 v. H., Rhein. Braunkohlen 0,13 v. H., Ilse Genußscheine 1 v. H., während Klöckner und Mansfeld je 0,25 d. H. und Mannesmann 0,40 v. H. verloren. Schifffahrtswerte blieben schwach, Hapag 1,13 v. H., Norddeutscher Lloyd 0,90 v. H. niedriger, auch Reichs- bahn-VA. mit 113 nur knapp gehalten. Im einzelnen lagen Reichsbankanteile 0,75 v. H. höher, dagegen L. Tietz in Reaktion auf die bisherige Steigerung um 1,13 v. H. schwächer. Am Rentenmarkte waren Neubesitz lebhafter und 10 Pf. höher, Altbesitz 0,50 v. H. niedriger. Späte Reichsschuldbuchforderungen setzten mit 94,40 v. H. behauptet ein. Reichsmark-Anleihen, wie erwähnt, gedrückt und zwar um 0,50 bis 1 v. H. Stahlverein- Bonds zogen 1,13 v. H. an. Im Verlaufe blieb das Geschäft an allen Märkten recht still. Die Kursbildunq war sehr uneinheitlich, zunächst überwogen meist Abschwächungen um 0,50 bis 1 v. H., so bei AKU., AEG., Daimler, Schuckert, Gelsenkirchen, Harpener und Reichsbank. Später traten einige Erholungen ein, ganz besonders bei Schiffahrtsaktien, von denen Norddeutscher Lloyd von 28,65 auf 31,13 v. H. und Hapag von 27,13 auf 28,25 v. H. befestigt waren. Ferner waren AEG. um 0,50 v. H., AKU. um 0,75 v. H. erholt, während Farbenindustrie eine Erhöhung von 0,40 v. H. wieder abgaben. Don sonst noch notierten Papieren büßten Lahmeyer 1,50 v. H., Südd. Zucker und AG. für Verkehrswesen je 1,25 v. H. ein. Am Kassamarkt lagen insbesondere Bankaktien matt, VO-Bank 64,75 (—1,25 v. H.), Dresdner Bank 67,75 (—1,50 v. H.), Commerzbank 52 (—1,50 v. H.). Jndustriewerte lagen uneinheitlich, Seil- inbuftrie Wolff um 5 v. H. auf 28 v. H. erhöht. Am Rentenmarkte unterlagen deutsche Anleihen mehrfachen Schwankungen, Altbesitz 97,13 bis 97,40 bis 97,13, Neubesitz 19,50 bis 19,30 bis 19,40, späte Reichsschuldbuchforoerungen verloren 0,13 v. H., auch Reichsmark-Obligationen gaben weitere bis 0,25 v. H. nach. Staats- und Länderanleihen lagen uneinheitlich, 6 v. H. Reichsanleihe von 27 0,65 v. H. höher, dagegen Hessen weiter abbröckelnd. Stadtanleihen gaben bis 0,65 v. H. nach. Der Pfandbriefmarkt tendierte eher nach unten, wobei sich Rückgänge bis 0,50 v. H. ergaben Abendbörse: still. Die Abendbörse litt unter Auftragsmangel und eröffnete nahezu in geschäftsloser Haltung. Die Grundtendenz blieb aber widerstandskräftig, wobei die Verringerung der Arbeitslosen um 285 000 Personen entgegen der Saisontendenz von Einfluß war. Im allgemeinen blieben die Berliner Schluß- kurse etwa behauptet, teilweise bröckelten sie auch um Bruchteile eines Prozentes ab, denen jedoch ebensolche Erhöhungen gegenüberstanden. Am Rentenmarkt setzten Neudesitzanleihe mit 19,40 v. H. unverändert ein. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an und nennenswerte Kursoerschiebungen traten nicht ein. Schiffahrtsaktien blieben auf der erholten Schlußbasis gut behauptet. Lediglich am Anleihemarkt gaben Altbesitz 0,25 v. H. und Stahlverein-Bonds 0,40 v. H. nach. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren zu 94 v. H. gut behauptet. Neubesitz waren später leicht angeboten. Von Auslandrenten bröckelten Schweiz. Bundesbahn-Anleihen etwas ab. U. a. notierten: Neubefitzanleihe 19,40, Altbesitzanleihe 97, 6proz. Stahlverein-Bonds 71, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,65, 4proz. Schweiz. Bundes- bahn von 1912 136,25, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn von 1912 130,50, Reichsbank 165, Buderus 74, Gelsenkirchen 60, Hprpener 89,50, Mannesmann 62,25, Phönix 47,75, Rheinstahl 87,75, Stahlverein 40,65, Aku 45,75, Bernberg 45,75, AEG. 29,75, Be- fula 123,25, Daimler 44, Deutsche Erdöl 105,50, Scheideanstalt 177,50, Licht & Kraft 101,50, IG.- Farben 126,75, Gesfürel 94,25, Holzmann 66,25, Lahmeyer 113,50, Metallgesellschaft 73,50, Schuckert 100,50, Reichsbahn-VA. 113, Hapag 28,75, Lloyd 31,25. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 8. Febr. Auftrieb: Rinder insgesamt 54 (gegen 37 am letzten Donnerstagmarkt) Kälber 930 (931), Schafe 226 (394), darunter be- fanden sich 169 (288) Hämmel. Schweine 850 (562). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 43 bis 45, b) 36 bis 42), c) 30 bis 33, d) 25 bis 29; Lämmer und Hämmel: bl) Stallmast- hämmel 31 bis 32, c) mittlere Mastlämmer 28 bis 30, d) geringere Lämmer und Hämmel 25 bis 27; Schafe: e) beste 27 bis 28, f) mittlere 24 bis 26, g) geringe 20 bis 23; Schweine: a) 47 bis 48, b) 44 bis 47, c) 44 bis 47, d) 40 bis 46, e) 35 bis 42. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagmarkt blieben Kälber, Hämmel und Schafe behauptet, hingegen büßten Schweine 2 bis 3 Mark ein. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine schleppend, Ueberftanb (96 Stück). Fleischgroßmarkt: Beschickung: 1180 Viertel Rindfleisch, 134 ganze Kälber, 37 ganze Schafe, 789 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 52, II 42 bis 50. Bullenfleisch 45 bis 50. Kuhfleisch II 34 bis 40, III 24 bis 30. Kalbfleisch II 60 bis 68, III 48 bis 60. Hammelfleisch 60 bis 68. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang des Fleifchgroßmarktes: ruhig. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 8.Februar. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,85 bis 19,90 Mark, per Februar Bezirk 9 19,35, Bezirk 10 19,55, Bezirk 11 19,85; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 16,90 bis 17, per Februar Bezirk 8 16,30, Bezirk 9 16,60; Hafer (inländischer) 15,50 bis 15,75 (stetig); Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19 (ruhig); Futtergerste 17; Mais (La Plata, im Sack) 19,25 bis 19,50; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Rapskuchen 14,50; Sojaschrot (prompt) 15 bis 15,25; Palmkuchen 15,50; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 17,75; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 10; Rohmelasse 8,50; Wiesenheu (loses) 6,40 bis 6,80; Rotkleeheu 6,80 bis 7; Luzernekleeheu 8 bis 8,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2,20 bis 2,40, Hafer-Gerste 1.80 bis 2; geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Februar 29,70, per März 30; Weizenmehl (Spezial 0, aus Jnlandweizen) per Februar 28,20, per März 28,50 (ruhig); Roggen- mehl (norddeutsches, 70/60 v.H., prompt) 22,50 bis 24; Roggenmehl (Pfälzer und süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25 (ruhig); Weizenkleie (feine, mit Sack) 10,50, (grobe, mit Sack) 11; Roggenkleie 10,50 bis 11,25; Weizenfuttermehl 11,75; Roggenfuttermehl 11,50 bis 12,50; Weizennachmehl 15 bis 15,25 Mark. Tendenz: ruhig. Allgäuer Butter- und Käsebörse. Kempten, 7. Febr. Allgäuer Molkereibutter erste Qualität 125 — (letzte Notiz 125,—), Allgäuer Molkereibutter 123,— (123,—), Sennbutter 116,— (116,—), Bauernbutter 86,— (86,—), Rahmeinkauf bei 42,5 Prozent Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 123,— (123,—), Allgäuer Weichkäse mit 20 Prozent Fettgehalt, grüne Ware 23,— bis 26,— (23,— bis 26,—), Marktlage: normal. Allgäuer Emmenthaler mit 45 Prozent Fettgehalt: erste Sorte 70,— bis 72,— (70,— bis 72,—), do. zweite Sorte 65,— bis 67,— (65,— bis 67,—). Marktlage unverändert. Kölner Bnttermartt. * Köln, 6. Febr. Die Festsetzung der Butter- preise an der Kölner Warenbörse erfolgt in Zukunft nur noch einmal in der Woche, und zwar Freitags. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsdankdiskonl 4 v. H Lombardzinsfuß 5 v. H. Datum •% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 6% ehern.7% 5)1. tReid)6anl. d. 1929 6Xi% Doung-Anleihe Don 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti AuSIos.-Rechten ............ Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (tücfjahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold N. 12.................. 6*4% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltaui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Ausloj.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mUAuSlos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hpp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 «% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 $Xi% ehem. 4Xi% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu..Psandbriefe....... 6Xi% ehem. 4Xi% Rheinische Hyp.-Bank-Ltou.-Goldpfe. 6% ehem. 8% Pr. LanveSpfand- briesanstalt, Psandbriese R. 19 6% ebcm. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs 4% Oesterretchtsche Goldrrnte.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente D. 1910 4X»% desgl. von 1913 ........ 6% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I................. Frontluri u. 2)1. Lerlin Schluß- hirt Gchlußk. Abendbörse Schluß- kure Schlußk. Mittag- börse 7-2- | 8-2. 7-2- 8-2- 94,65 95,25 95 95 100,1 100,13 100,1 100,13 94,25 94,13 94,25 93,5 97,65 97 97,5 97,25 19,4 19,4 19,1 19,4 94,25 93,9 94,25 94,25 92 92,25 92 — 92,25 91,9 — — 94,5 94 — — 95,65 95,5 96 95,75 92,75 92,5 — — 92,75 92,25 — — 91,75 91,25 — — 92,25 92 — — 94 94 94 94 94 94 94 94 97,1 97,1 97,1 97,1 20,5 20 21 — 1 1,25 1,05 7 6,4 6,5 6,5 — 6,13 6,13 6,13 — — 6,7 6,13 — 7,75 8,2 8 6,25 6,13 6,15 6,15 6,1 6,1 — 6,25 Frankfurt a.Pl. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 7-2- 8-2- 7-2- 8-2- 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Xi%Ru män.vereinb.Rentev.1913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8 34% Anatolier ............... Vamdurg-Amerika-Pakei .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff......... o Norddeutscher Lloyd ......... o fl.QJ. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prival-Bank ... o Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft............... 0 Dresdner Bank............. q RetchSbank ................ j2 «-E.G.................... o Bekula............ Aektt- Lieferungsgelellscha'st... 6 Licht und Kraft g Felten L Guilleaume......... o Gesellsch.s.Elekrr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 schuckert L Co............... 5 Siemens L Halske........... 7 Lahmeyer L So............. 10 6,1 5,2 4,13 27,75 28,25 29,25 65,25 93,5 54 66 67,75 165,75 31 124,5 97 102,5 95 94,5 101,5 145 115 74,13 105,5 59,75 90 145 110,75 60,5 62,5 6,1 5,25 7,05 4,25 28 28,75 31,25 64 93,25 52 64,75 66,25 165 29,75 123,25 96,75 101,5 59,75 94,25 100,5 145 113,5 I 74 105,5 60 i i 111,75 60,25 I 62,25 5 7,25 4,2 28 27,9 21,25 29,4 65,5 93,5 54 66 68,5 164,75 31,25 124,13 96,25 102,25 60 95 94,5 101,65 145,25 115 74,4 105,25 60 90 71,75 145,5 112 60,25 62,5 6,3 4,9 7,25 4,15 28 28,5 22 30,75 63,5 93,75 52 64,75 66,25 165 30 123,25 96 102,13 59,5 94,65 101 144,5 Buderus ................... 0 Deutsche örböl ......... 4 113,5 74 105,25 60,65 89,75 72,25 145 112 60,65 62,5 Gelsenkirchener.............. ö Harpener ................0 Hoesch Eisen—Köln-Nevesse» .. c Ilse Bergbau .............. g Ilse Bergbau Genüsse........e Klöcknerwerke .............. 0 Mannesmann-Rbbrev........c । Frantiuri a. M. Äerlm Schluß- lure Schlußk. Abend- _b-L- Schlußkurs Gchlußk. Minag- börtz. Datum 7.2. 8-2- 7-2- 8-2- Marisfelder Bergbau....... . 0 33 32,65 33 32,25 Kokswerke ............. . 0 — ——- 87 87,5 Phönix Bergbau........... 47 47,75 47,13 47,9 Rheinische Braunkohlen .... 10 199,5 199,65 200,25 199,75 Rheinstahl ............ . 0 88,13 87,75 87,65 87,25 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 40 40,65 40,13 40,75 Otavi Minen ............ . 0 14,5 13,5 14,13 14 Kaliwerke Aschersleben...... . 6 115,25 115,5 115 116 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 116 115,5 117 116 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7H 154 155 155 155,75 I. ®. Farben-Jnoustrte..... .. 7 127,25 126,75 127,13 126,9 Scheid'eanstalt............. .. V 177,5 177,5 — —— Goldschmidt .............. .. 0 53,25 52,5 53,5 52,75 RütgerSwerke ............. .. 0 53,65 52,75 53,5 54 Metallgesellschast........... .. 0 73,5 73,5 73,5 73,5 Philipp Holzmann ......... .. 0 67 66,25 67,25 66,25 Zementwerk Heidelberg .... .. 0 86,25 86 - Lementwerk Karlstadt....... .. 0 98 98 - Schultheis Patzen Hofer ..... .. 0 — — 95,13 95,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 47 45,75 47 46,5 Bemberg................. .. 0 45,75 45,75 46,75 46,5 Zellstoff Waldhos .......... .. 0 48,4 48 48 47,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 37,5 37,5 37,75 38,25 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 115 115,5 Daimler Motoren .......... .. 0 44,5 44 44,5 44 Deutsche Linoleum ......... .. 0 47,5 47,13 47,5 47 Orenstetn & Koppel........ .. 0 — — 63,5 62 Leonhard Tietz ............ .. 0 22,5 21,4 21,9 21,25 Lhade .................... ..IC 164,5 — 164,5 — Aeru mulatoren-Fabrkk...... .. 0 179 179 179 179 Lonti-Gummt............. .. 0 152,5 152 152,25 152 Gritzner.................. .. 0 1 25,75 1 25,4 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 72,75 72,5 1 — Süddeutscher Zucker ....... .. 8 182,5 1 181,25 1 181,5 Devisenmarkt Berlin — Jumffurl a. M 7.Februar 8.Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Ärie Geld Zrie Helfi ngfor».. 5,734 5,746 5,664 5,676 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 12,427 12,447 12,427 12,447 Budapest ... — — — — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,03 168,37 167,83 168,17 Oslo....... 65,33 65,47 64,49 64,61 Kopenhagen. 58,04 58,16 57,29 57,41 Stockholm... 67,03 67,17 66,18 66,32 London ..... 13,005 13,035 12,805 12,835 Buenos Aires 0,671 0,675 0,660 0,664 Reu hort .... 2,587 2,593 2,557 2,563 Brüssel..... 58,19 58,31 58,14 58,26 Italien..... 21,95 21,99 21,93 21,97 Paris...... 16,41 16,45 16,42 16,46 Schweiz .... 80,94 81,10 80,72 80,88 Spanien.... 33,92 33,98 33,87 33,93 Danzig..... 81,32 81,48 81,32 81,48 Japan...... 0,771 0,773 0,764 0,766 Rio de Ian. . 0,215 0,217 0,214 0,216 Jugoslawien. Lissabon.... 5,664 5,676 5,664 5,676 11,84 11,86 11,69 11,71 Banknoten. Äerltn, 8-Februar Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,51 2,53 Belgische Noten.................. 57,98 58,22 57 04 Englische Noten ................. 12'76 12^82 Französische Noten............... 16,38 16,44 Holländische Notssn............... 167,41 168,09 Italienische Noten................ 21,81 21,89 Norwegische Noten .............. 64,32 64,58 Deutsch Lesterreich, i 100 Schilling Rumänische Note«............... — — Schwedische Noten............... 66 2^ Schweizer Noten................. 80,54 80^86 Spanische Noten................. 33 87 Ungarische Note» ................ — Hr. 34 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OderlMn)Freitag, 9. Zebruar 1934 ---------------!--------------------------------------------- Rückkehr der 2. Kompanie aus Berlin. I t Der Zug läuft ein. Die Kapelle spielt zur Begrüßung einen Marsch. .. V; H 4 c 7 « ... j - k- HD 8L LK —WT- '< -- Der Bataillonskommandeur Major von Wachter begrüßt die zurückgekehrte Kompanie mit einer kurzen Ansprache. — (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) Aus -er provinzialhaupistadt. 1 O W . 4^. < w | Landesplanung. a) Auf dem Marsch vom Bahnhof in die Stadt. Jung und alt begleiten die Soldaten. Im Kafernenhos: Vorbeimarsch am Kompaniechef Hauptmann Schiel. der evangelischen und katholischen Kirche: 9 Prozent des Einkommensteuerbetrages (Steuerabzugs) und 4 Pf. auf je 100 Mark Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundbesitzes nach der hessischen staatlichen Grundsteuer. Hierzu tritt sowohl bei der evangelischen, als auch bei der katholischen Kirche eine Kopfsteuer (Kirchnotgeld) im Jahresbetrag von 2 Mark, die von allen Angehörigen der beiden Kirchen erhoben wird, die zu Beginn des Rechnungsjahres 1934 das 25. Lebensjahr vollendet haben. Die neuen Kirchensteuern in Hessen. In einem Ausschreiben der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum an die hessischen Kreisämter über die R e l i g i 0 n s- gesellschaftssteuerfürdasRechnungs- fahr 19 34 wird angeordnet: Die Besteuerungsgrundlagen für die R e l i - gionsgesellfchaftssteuer 19 3 4 der evangelischen, katholischen und altkatholischen Kirche sind: a) das Ergebnis der Einkommensteuerveranlagung 1933 b) die im Kalenderjahr 1933 einbehaltene Lohnsteuer, c) der Wert des land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundbesitzes nach der hessischen staatlichen Grundsteuer. Als Religionsgesellschaftssteuer (Landeskirchensteuer) haben wir für das Rechnungsjahr 1934 folgende Steuersätze genehmigt: v 0 n K a i s e r den vorbildlichen Eifer und die treue Pflichterfüllung der hessischen Truppe. Run sind unsere Soldaten wieder tn ihre Garm- on zurückgekehrt, und der Dienst wird sich jetzt für ie wieder im altgewohnten Rhythmus vollziehen. Gegen Gabotageveriuche am Aufbau der Milchwirtschaft! Von gewissenloser Seite wird aus eigennützigen Gründen versucht, mittels Flugblattverteilung an Milcherzeuger den Aufbau der Milchwirtschaft absichtlich zu stören. In diesen Flugblättern fuhrt man aus dem Zusammenhang herausgenommene Telle von Reden und Zeitungsartikeln an und will so den Anschein erwecken, als sei die Neufassung des Milchae etzes und die Anordnungen des Reichskommissars für die Milchwirtschaft für die Milcherzeu- aer ohne Bedeutung. Die Absichten der Herausgeber dieser Flugblätter, die aus durchsichtigen Gründen weder den Namen des Verfassers noch des Druckers tragen, sind eigennütziger Art. Solche Flugblätter stören den Neuaufbau m der Milchwirtschaft. Es ist bezeichnend, daß derartige Flugblätter bei einem betriebsamen jüdischen Handzentrifugenhändler beschlagnahmt werden konnten. Die Staatspolizei hat sich bereits dieser Angelegenheit angenommen. Ich weise ausdrücklich darauf hm, daß die Anordnungen und Maßnahmen, die für den Neuaufbau der Milchwirtschaft herausgegeben werden, für alle Milcherzeuger, die Milch in Verkehr bringen, Gültigkeit haben. Ein jeder Milcherzeuger ist verpflichtet, sich in den wirtschaftlichen Aufbau einzugliedern. Ich werde gegen alle diejenigen, die versuchen, die Durchführung dieser außerordentlich wichtigen Ausbauarbeiten zu sabotieren, mit aller Scharfe und mit allen Mitteln vorgehen. Der Neuaufbau der Milchwirtschaft wird nicht im Interefte von Einzelpersonen, sondern zum Wohle der Gesamtheit des deutschen Volkes vorgenommen. Frankfurt a. M., den 6. Hornung (Februar) 1934. Der Beauftragte des Reichskommissars für den Milchversorgungsoerband Rhem-Mam. gez.: Birkenholz. b) der a l t k a t h 0 l i s ch e n Kirche: 10 Prozent des Einkommensteuerbetrags (Steuerabzugs) und 4 Pf. auf je 100 Mark Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutz-' ten Grundbesitzes nach der hessischen staatlichen Grundsteuer. Kreisbeinebszellenabteilung Gießen. Folgende Schulungskurse fallen aus: Gießen: Samstag, 10. Februar; Grünberg: 14. Februar. Die Schulungskurse finden wieder statt: Freitag, 16. Februar in Grünberg; Samstag, 17. Februar in Gießen. Heil Hitler! Kreisbetriebszellenabteilung. Gez.: Hahn, Kreisbetriebszellenschulungsleiter. NSL8. Kreis Gießen. Arbeitsgemeinschaft Eugenik. Samstag, 10. Februar 1934, 15.30 Uhr, spricht Professor Hofmann im Physiksaal der Goethe- schule über das Sterilisierungsgesetz. Gäste sind willkommen! Der Kreisarbeitsleiter: Professor Hofmann. Der Kreisobmann: N e b e l i n g. Ortsgruppe Gießen-Süd. Nächsten Mittwoch, 14. Februar, 20,15 Uhr im Katholischen Vereinshaus öffentliche Versammlung der Ortsgruppe Gießen-Süd mit Vortrag von Universitätsprofessor Dr. Mayer über „Die geschichtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich". Der Besuch dieser Veranstaltung wird sämtlichen Parteigenossen zur Pflicht gemacht. Der Eintritt ist frei. Neuzeitliche Hundfunkentstörungen. Auf Veranlassung des Kreisfunkwartes für den Kreis Gießen in Verbindung mit dem Reichsoerband deutscher Funkhändler, Ortsgruppe Gießen, fand — wie man uns berichtet — am Mittwoch eine Versammlung statt, die sich mit der Frage der neuzeitlichen Rundfunkentstörungen und mit dem „Tag des Deutschen Rundfunks" am 11. Februar beschäftigte. Zu der Versammlung waren u. a. die Mitglieder des Verbandes der deutschen Elektroinstallateure, Vertreter der Reichspost und des Elektrizitätswerks, ferner die Funkwarte aus dem Kreise Gießen mit dem Kreisfunkwart Dörr an der Spitze erschienen. Nach der Begrüßung durch den Beauftragten Ruhl von der Ortsgruppe Gießen des Reichsver- bandes deutscher Funkhändler, der auf den Zweck und die Ziele der Versammlung hinwies, hielt Oberingenieur S ch u k r a f t von der Firma Siemens & Halske einen technischen Vortrag. Die Ausführungen des Redners waren — wie man uns be- richtet — sehr lehrreich, und seine praktischen Vorführungen brachten den Beweis, daß wir im Rundfunk heute so weit fortgeschritten sind, daß bei richtiger Anwendung der notwendigen Maßnahmen ein reiner Rundfunkempfang möglich ist. Die Demonstrationen bewiesen, daß mit geringen Ausgaben die entsprechenden Störquellen störfrei gemacht werden können. Das in diesen Tagen zu erwartende Gesetz werde die Handhabe dazu geben, daß auch bei dem Monatsversammlung. — Ortsgruppe Gießen-Ost, 20 Uhr; Schulungsabend für die Politischen Leiter Don 3R. Schwarz, Gartenarchitekt, Gießen, in der Geschäftsstelle. Die 2 Kompanie unseres Bataillons, die während der vergangenen drei Monate beim Wachregiment in Berlin Dienst tat, ist gestern mittag wieder in Gießen eiiuetroffen. Die Soldaten wurden wieder mit ge- Mhnter Herzlichkeit empfangen Piele Einwohner hatten sich an der Verladerampe beim Guterbahnhof an der Harnmstrahe eingefunden und harrten trotz ®nb uÄtter bcr Ankunft ber So,baten. Der gui lief pünktlich um 1134 Uhr ein. Das Aus- leb'n ber Wagen vollzog sich rasch unb balb tauben »nnnidiaften unb Wagen abmarschbereit. Der Spielmannszug unb bie Musikkapelle (efcten fid) an bie Spitze ber Kompanie, unb unter Begleitung °ter stattlichen Menschenmenge „marschierte bie finwanie in bie Stabt ein. UeberaU in ben Straßen (tauben bie Menschen in großer Zahl, m den Wen waren bie Kinber an ben Fenstern, um dm Vorbeimarsch nicht zu versäumen, viele junge Pente marschierten vorneweg unb nebenher mit unb überall roo bie Musik unb bie Trommeln erklangst, würben bie Fenster °ufgeri ,en. Die Ant°eü- pa-ie^war 5uß-rorbenUich"stark unb bewies wieber !^ichafben^genie^em^mnitklbär^nach bem Ein- d/ S^’^nmit einer kurzen Ansprache begrüßte. . Die 2. Kompanie hatte in Bersin kernen si.chten lauft. Von Berlin aus erlebigte bie Kompanie iit Gefechtsschießen auf bem Exerzierplatz Dobenfe, bie Mannschaften stauben viel Wache vor bem Sechspräfibentenpalais zogen als W 'i”»'11“ Se chsehrenmal Unter ben Lmben ««!- al5 Uheeukompanie bei ber jüngsten ®*>ff^ufe^agung mb auherbem auch bei bem großen berliner lieit umier Bekanntlich stellte bie Truppe auch die «h-eukompanie zum Neuiahrsempfang beim stleich irifibenten. Den Mannschaften war ferner G tgmheit gegeben, bie Museen unb bie Theate »Hin zu besuchen. Am letzten Sonn ag bes 23er- 1t r Aufenthaltes würben bie historischen Statten b Potsbam besucht. Bei ber Abschiebsansprache Ul.mte bet Chef bes Berliner Wachregiments Oberst Deutschland als ein dichtbevölkertes Land braucht zur Erhaltung seiner landschaftlichen Eigenart die Landesplanung. Die Landesplanung umfaßt alle Wirtschaftsfaktoren, die in irgend einer Beziehung zur deutschen Landschaft stehen. Bauindustrie, Eisenindustrie, Fabriken aller Art, Verkehrsnetze mit allen Verkehrseinrichtungen, wie Kanäle, Straßennetze, das gewaltige Eisenbahnnetz, die menschlichen Siedlungen der Großstädte und Dörfer bis zum Einzelgehöft, ie alle bestimmen heute das Bild der deutschen Landschaft. Drei erdgebundene Bevölkerungsgruppen, die Landwirtschaft, der Gartenbau und bie deutsche Forstwirtschaft, haben die hohe Aufgabe, Mittler zwischen der Technik und der deutschen Landschaft zu sein. Die Landwirtschaft formte im Laufe der Jahrhunderte das heutige landwirtschaftlich besiedelte und vegetativ bebaute Gebiet Deutschlands. Der Gartenbau formte durch die Grüngestaltung das Siedlungsgebiet mit allen verkehrstechnischen Einrichtungen in Stadt und Land. Die Forstwirtschaft erhielt und formte das deutsche Waldgebiet. Alle drei sind nun in ihrer Arbeit zusammengefaßt, um das hohe Werk der deutschen Landschaftsgestaltung, verbunden mit der Landesplanung, in die Gegenwart und Zukunft hinein zu erweitern und zu vollenden; An diesem Werk arbeiten weiter mit die deutschen Wander- und Verkehrsvereine, der Heimatbund für Landschaft und Volkstum, kurz alle die deutschen Menschen im deutschen Staat, die eng verbunden mit der Heimat sich der hohen Verantwortung bewußt sind, die die deutsche Heimat an jeden deutschen Volksgenossen stellt. In der Vereinigung „Kraft durch Freude" ist dieser Heimatgedanke so tark vertreten, wie es im nationalsozialistischen Staat nur möglich ist. Tausend deutsche Arbeiter haben jetzt die Möglichkeit, die deutsche Heimat kennen zu lernen. Sie sind aus der Steinwüste Berlins nach Bayern abgereist. Sie lernen dieses schöne Gebirgsland und seine Menschen kennen; die Volksverbindung von Mensch zu Mensch zwischen Nord und Süd ist angebahnt. Ihnen wird das Herz aufgehen für die deutsche Landschaft. Aus ihnen heraus werden die Gedanken der Heimat- liebe neue Früchte tragen zum Wohl des Ganzen. Deutschland ist in seinen Gebieten so verschieden, daß auch die einzelnen landschaftlichen Gegenden verschieden in der Landesplanung erfaßt werden müssen. _ Folgende Forderungen stellt die hessische Landschaft an uns, die wir sie bewohnen. Baut die Städte in einheitlichem harmonischen Rhythmus in aufgelöster Bauform, baut die gartengrüne deutsche Stadt. Baut die Stadtrandsiedlung in gleicher Art, denn der deutsche Hand- und Geistesarbeiter hat ein Recht auf gartengrünes Wohnen. Miggesche Betongärten und Maysche Zellenreihenbauten find der geistige und körperliche Tod der Bewohner. Schafft innerhalb der Städte und Siedlungen wirkliche Volksparks mit Rasenflächen und Planschbecken, daß alt und jung innerhalb der Stadtgrenzen Erholung und Freude finden. (In Gießen ist nicht eine einzige Rasenfläche als Spielwiese mit Planschbecken und Kinderspielgeräten vorhanden, die vorhandenen sind unzulänglich und nach Schema angelegt.) Sport- und Spielplätze müssen grüngestaltet sein, eine Aufgabe, die sich in unserer Stadt wahrlich lohnen wird. Die Trieb-Sportplätze sind mit dem Dolkshallengelände alles andere, als landschaftlich harmonisch. Stadtzentrum, Stadtrandgebiete und umgebende Landschaft müssen verkehrstechnisch zweckmäßig, aber harmonisch grüngestaltet sein, bis die weitere ländliche Landschaft die letzten Ausläufer der Städte in Siedlungs- und Verkehrsverbindungen in sich aufnimmt. Der Stadt- und Siedlungsgarten, auch der auf flachem Land sei, wie eine Wohnung, praktisch, aber wohnlich für jede Einzelfamilie. Verbannt die schreiende Reklame aus harmonischen Landschaftsgebieten. Erweitert die Schutzgebiete für Wild und Vogelwelt und für die heimische Flora. Bei allen gewaltsamen technischen Eingriffen in irgend einen Teil der Landschaft, wie Meliorationen, Regulierungen, Brückenbau und Verkopplung landwirtschaftlicher Gebiete, muß die landschaftliche Eigenart berücksichtigt und, wenn möglich, schonend neu durch Grüngestaltung wiederhergestellt werden. Die deutsche Landschaft will der Spiegel deutscher Seele sein! Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Bob macht sich gesund". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die Nacht der großen Liebe". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Tiger Hai". — VHC.: 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld» Rundfunk ein besserer Empfang für die Zukunft er* reicht werde. Nach dem Vortrag fand eine lebhafte Aussprache statt über die Möglichkeit zusätzlicher Arbeitsbeschaffung durch Entstörungsarbeiten. Erfreulicherweise ist durch das gute Zusammenarbeiten der Behörden mit dem Kreissunkwart und den Verbänden erreicht, daß auch die großen Entstörungen der Gießener Straßenbahn nunmehr endlich in die Wege geleitet werden. Was die früheren jahrelangen Verhandlungen nicht fertiggebracht haben, vollkommene Einmütigkeit darüber zu erzielen, daß die Gießener Straßenbahn entstört werden muß, ist an diesem Abend einen großen Schritt vorwärtsaekommen. Es wurde beschlossen, unter dem Vorsitz Des Kreis- funkwartes diese Angelegenheit den einzelnen Verbänden und Behörden sofort in Vorschlag zu bringen, damit weitere Rundfunkhörer gewonnen werden können und damit den schon vorhandenen Rundfunkhörern ein besserer Empfang gewährleistet wird. Zum Schluß wies der Beauftragte des Reichs- verbandes Deutscher Funkhändler E. D., Ortsgruppe Gießen, noch auf die Bedeutung des 11. Februar als „Tag des deutschen Rundfunks" hin. Mit „Sieg-Heil" auf unseren Führer Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. ♦♦ Der Bedarf der Landespolizei gedeckt. Das Staatspresseamt teilt mit: Bewerbungen von Abiturienten um Einstellung in die Landespolizei können im Jahre 1934 keine Berücksichtigung finden, da der Bedarf an diesen Bewerbern für längere Zeit gedeckt ist. SiaaisministerFung an Oberbürgermeister Or. Keller. Von der Pressestelle der Bürgermeisterei Gießen wird uns das nachstehende Schreiben des hessischen Staatsmini st ers an Oberbürgermeister Dr. Keller mitgeteilt: Der Staatsminister. Darmstadt, den 5. Februar 1934. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister! Ich bestätige ergebenst den Eingang Ihres gefälligen Schreibens vom 6. Januar 1934, durch das Sie mitteilen, daß Sie am 1. April l. I. in den Ruhestand treten. In der großen Spanne Zeit von über 27 Jahren haben Sie Ihre besten Kräfte dem Wohle Der Provinzialhauptstadt Gießen und ihrer Bevölkerung gewidmet. Während voller 20 Jahre standen Sie diesem aufstrebenden Gemeinwesen, das Die dabei durch schwerste Zeiten hindurch zu führen hatten, als Oberbürgermeister vor. Wenn die Stadt Gießen weniger als andere Städte unter den Nöten der Nachkriegszeit gelitten hat, so verdankt sie dies gewiß auch Ihrer Tatkraft und Ihrer umsichtigen Leitung. Der Stadtrat hat durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Sie, verehrter Herr Oberbürgermeister, Ihre Verdienste in schöner Weise gewürdigt. Gerne spreche auch ich Ihnen für die langjährigen treuen Dienste meine Anerkennung aus. Zugleich danke ich Ihnen für die guten Wünsche, die Sie mir mit Ihrem gefälligen Schreiben vom 6 v. M. freundlichst übermittelt haben. Möge es Ihnen vergönnt sein, den nach arbeitsreicher Amtszeit wohlverdienten Ruhestand viele Jahre hindurch zu genießen und sich dabei des weiteren Aufstiegs unseres wiedererwachten deutschen Volkes zu erfreuen. Heil Hitler! gez. Jung. „Llnsere Genossenschaften in Staat und Wirtschaft." Der Konsumverein Gießen und Umgegend veranstaltete gestern abend in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine Mitglieder-Versamm- lung. Nach einigen flotten Märschen, gespielt von der Musikkapelle Des Marinesturms Gießen, unD kurzen Eröffnungsworten Des Versammlungsleiters Pg. Dietz sprach die pg. Or. phil. Emmy Wagner-Hamburg über Das Thema „Unjere Genossenschaften in Staat und Wirts cha f t". Zu Beginn ihrer Ausführungen wies Die Rednerin auf Die grunNegenDe Umgestaltung unD NeubilDung Der Verbrauchergenossenschaften hin. Die jetzt i n Die Deutsche Arbeitsfront eingegliedert seien. Damit seien die Genossenschaften im neuen Staate gleichberechtigt. Sie seien dem Staate eng verbunden, sie ständen fester denn je im Staate, sie seien auch nicht Selbstzweck, sondern sie seien ein Instrument zur Durchführung des Wirtfchafts- Programms der nationalfozialistischen Regierung und zum Kampf gegen den liberalistischen Kapitalismus. Der Gedanke Der Volksgemeinschaft sei bei Kriegsausbruch geboren, er fei aber in Den Nachkriegsjahren Durch vielerlei Einflüsse zurückgeDrängt worDen. Nachdem Der Nationalsozialismus nun Die Macht ergriffen habe, gelte es, Den Gedanken der Volksgemeinschaft Durchzuführen. Es beginne jetzt das Ringen um Den Deutschen Sozialismus. Jegliche Jnteressenpolitik habe zu verschwin- Den. Die Verbrauchergenossenschaften müßten mit dazu helfen, Die großen GeDanken unseres Führers Adolf Hitler auf Dem Gebiete Der Wirtschaft, Des Sozialen unD im Alltagsleben Durchzuführen. Dabei müßten sich Die Genossenschafter ebenfalls als tap» fere GarDe zur Durchführung des Programms Des Führers Adolf Hitler, zur Schaffung einer echten nationalsozialistischen Volkswirtschaft, erweisen. ADolf Hitler habe nie ein Wort gegen Die Verbrauchergenossenschaften gesagt oDer geschrieben, ebenso sei im nationalsozialistischen Programm, Den 25 Punkten, nichts gegen Die Verbrauchergenossenschaften gesagt. Es werbe vielmehr die Brechung der Zinsknechtschaft erstrebt. Die Genossenschaften hätten bereits Den Beweis erbracht, daß eine gesunde Wirtschaft möglich sei. Der Führer wolle den deutschen Sozialismus aufrichten. Dabei mühten ihm die Verbrauchergenossenschaften helfen. Am 12. November v.J. standen 95 v. H. hinter der Regierung, und man fühle nun die Verpflichtung, Denen Die HanD zu reichen, Die sich zum Programm Des Nationalsozialismus bekannt haben Unser Führer sei Dem ganzen Volke geschenkt, und jeder Volksgenosse sei ihm bei seiner Arbeit für Den Deut- schen Sozialismus willkommen. Die nationalsozialistische Erziehung der Genossenschafter und die so- ziale Revolution müßten fortschreiten. Der Ratio- nalsozialismus werde Die nationale unD Die soziale Frage lösen, da er sie von Der ideellen unD nicht wie früher Die Marxisten, nur von Der materiellen Seite anfasse. Das Ziel sei Die Schaffung gesunder sozialer Verhältnisse. Jeder Volksgenosse solle sich als Glied der Volksgemeinschaft fühlen; in diesem Rahmen würden alle Erfüllung finden. Der G e - meinschaftsgedanke rief in alter Zeit die Gilden und Zünfte hervor, Die Kultur Des Mittelalters hatte ungeheure Kraft in sich. Die Gröhe eines Volkes beruhe auf der Grundlage der Volksgemeinschaft. Zeiten Der Not, Der Mißernte, Des Hungers führten einst zur Gründung Der Genossenschaften, unD aus Diesen kleinen Anfängen sei Die gewaltige GEG. entstanden, die auch im Kriege und im Frieden hinsichtlich der Dolksernährung Großes geleistet habe, was auch von hohen Militärs unD. vom Führer Der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, anerkannt worden fei. Auch Die Deutschen im Auslande hätten Verbrauchergenossenschaften, Die Dem Deutschtum im Auslande eine große Stütze seien. Der Mittelstand sehe zu Unrecht in Den Genossenschaften immer nur eine Konkurrenz. Oertlich sollten EinzelhänDler und Genossenschaften sich verständigen und zusammenftehen. Jede dieser Gruppen habe ihre Mission und ihre Berechtigung im Staate. Die Verbrauchergenossenschaften seien für die minderbemittelten Volksgenossen unentbehrlich; sie sollen aber nicht Feinde, sondern Vundesge- nossen des Mittelstandes sein, um gemeinsam die Auswüchse des Kapitalismus zu verhindern und ungesunde Preisgestaltung zu regulieren. Die Genossenschaften seien heute kein reiner Zweckverband, sie verfolgten hohe ideale Ziele: Stützung in Der Not, Bereitsein zu Opfern und wm Dienst gegenseitiger Lebenshilfe. Erforderlich sei die Erziehung Der Frauen z u guten Nationalsozialistinnen. Dann merDe auch Die Frauenfrage Dereinst ihre Lösung finden. Der Nationalsozialismus werde auch hier die große Wende bringen. „Gemeinnutz vor Eigennutz!" sei schon immer Der GrundgeDanke Der Verbrauchergenossenschaft gewesen. Die Rednerin richtete zum Schluß Die Bitte an Die Zuhörer, Die verschiedenen Aufgabengebiete unD Wirtschaftsfragen Durchzuarbeiten und Die Idee des Nationalsozialismus von Mensch zu Mensch weiterzutragen. Die Genossenschafter hatten dafür zu sorgen, dah der Rationalsozialismus immer fester in den Herzen der Volksgenossen Platz greife. Dann würden auch etwaige Versuche von liberal!* stisch-marxistischer Seite her uns nichts anhaben können. Pg. Dietz dankte der Vortragenden für ihre beifällig aufgenommenen Ausführungen und forderte die Besucher auf, die neuen Lehren in die Tat um» zusetzen und Die noch bestehenDen Gegensätze zu überbrücken. Herr Appel von der Deutschen „Volksfürforge" in Hamburg gab anschließend ein Bild über Den privaten Versicherungsschutz unD stellte diesem die Tätigkeit Der „Dolkssürsorge" gegenüber. Herr Schneider sprach Dann ein kurzes Schlußwort. Die Musikkapelle schloß mit dem Badenweiler Marsch Die Veranstaltung. proseffor Dr. Lauiensachs koreanische Reise Die GesellschaftfürErd-und Völkerkunde vereinigte gestern abend Mitglieder und Gäste zu einem Vortragsabend in der Neuen Aula der Universität. Nach einigen einleitenden Worten von Prof. Dr. Kluthe sprach Prof. Dr. Lauten fach über seine Reisen in Korea. auflöse. Der südliche Teil Koreas sei Halbinsel, Japan zugewandt, an seiner Westseite sehr aufgelöst und von vielen Inseln vorgelagert, im Osten aber Aars begrenzt. Rückgrat Des Landes sei ein hoher Gebirgszug, der viele Flüsse nach Westen zu Tal schicke. In den Flußniederungen sei das Land reich besiedelt. In seinen weiteren Ausführungen kennzeichnete Der Redner Die geographische Situation Koreas in Inselwelten und wandte sich dann Der Schilderung |emer Reisen zu, die ihn kreuz unD quer Durch das Land führten. 15 500 Kilometer Durch Korea. , etroa 7% Monaten habe er auf vier verschiedenen Reisen insgesamt 15 500 Kilometer teils per Eisenbahn, per Schiff, mit Pferden, im Kraft- F*'! aud) du Fuß zurückgelegt, mitten ^°be bem südlichen, die zweite Dem hlm ^nfiA°rrY galten, die Dritte habe ihn auf Dem .Falu-Fluß nach Dem Norden geführt, unD u. a. auch einigen Inseln gegolten habe. Die Reise |ei zum Teil sehr schwierig ge* Die Japaner seien, so begann er, wohl ein sehr gastfreundliches, aber auch ein sehr mißtrauisches Volk Dann, wenn es sich um seine nationalen Belange handle. Noch nie sei es einem nichtjapani- scheu Geologen oder irgendeinem anderen Wissenschaftler erlaubt gewesen, ohne Aufsicht in Ländern 3'U forschen, Die unter japanischer Oberhoheit stünden. So sei Korea noch heute eines Der unbekannte- ften ßänDer. Auch er habe in Korea nicht ohne Begleitung eines japanischen Geheimpolizisten reifen können, habe aber trotzDem alle möglichen Förderungen erfahren, Die feiner Arbeit sehr dienlich gewesen fei. Korea sei, gemessen an Asiens Raum, ein kleines Land. Der Einfluß Koreas gehe aber weit über seine Grenzen hinaus. Korea liege im „engräumigen Asien", da, wo sich Asien in Inseln 2000 3800 2500 1500 12300 T DerGaupalleiiag am 24.und 25. Februar x W ei 20 Vüchertisch und B Erweiterung Der Wasserleitungen Ebernhahn und Sessenbach und Umlegungen von Wasserleitungs-Kanalrohrleitungen in Ransbach Erweiterung der städtischen Kanalisation, Geisenheim Ergänzung der Wasserleilungsanlagen in Den Gemeinden Markershaufen und Schemmern Instandsetzung des Mühlbachs, Herstellen einer Dränage, Rieder-Saulheim Programm: Aufforstungsarbeiten, Kreis Fulda ii. h 88 e n b । War au machtun, iterge' 10259 mi mn befi Nrankfui itbmmtei Mren 3 !^e 3u Wer 20 iung Des wrtnaite Qub no M mit o "ogelsbi Ja St< noch iverksl berg Die Men wei Maus, da I die mc M 3m w Führe Main, I r Wwerbr ■fepimtti In Ne Hitler schafft Arbeit! Weitere Maßnahmen im Reinhardt-Programm betr. Arbeitsbeschaffung im Rhein-Main-Gebiet: Nord-Korea sei sehr waldreich. In Den höheren Lagen finde man auch noch Urwald, der sich besonders im Frühjahr in zauberhafter Farbenpracht dar- biete. In Nordkorea werde in vielfältiger Weise Trockenfeldgewächfe-Bau, bei zwei und dreifachem Zwischenbau, betrieben. Eine große Rolle spielen die Hirse und der Buchweizen. Bezeichnend für die Stellung der Frau fei es, daß sie noch vor dem Pflug gehen müsse. Unter Räubern in Rordkorea. Das Gebiet an der Grenze Nordkorea-Mandschurei sei auf weiten Flächen unbewohnt, von Räubern beherrscht, und man könne sich nicht ohne Gefahr in diese Gegend wagen. Hin und wieder würden zwar japanische Polizeistreifen eingesetzt, die mit Maschinengewehren ausgerüstet seien, er (Redner) habe aber keine Gelegenheit gehabt, sich einer sol* chen Streife anzuschließen, so daß er es unternehmen mußte, auf eigene Faust in Die berüchtigte Gegend vorzustoßen. Er habe dabei sechsmal Begegnungen mit Räubern gehabt, zweimal sei er aber doch in die Hände von Räubern gefallen und ausgeraubt worden, aber durch Die Geschicklichkeit Des Dolmetschers unD durch Befolgung Der von japanischer Seite gegebenen Ratschläge gut Davon gekommen. Im allgemeinen sei es bei Den Räubern üblich, hohe Lösegelder zu verlangen. Zum Schluß führte der Redner feine Zuhörer noch im Geiste in das Gebiet eines erloschenen riesigen Vulkans und an ein unbewohntes buddhistisches Kloster in dieser Landschaft, zu dem die Gläubigen aus Nord und Süd pilgern, um hier das Göttliche zu verehren. Der Vortrag, Der mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, brachte gleichzeitig eine Fülle von Lichtbildern, die zum größten Teil vom Redner selbst ausgenommen waren und in sehr feiner Weise das gesprochene Wort ergänzten. Der Rundfunk wird am 22., 23. und 24 Februar in der Stunde der Nation von 19 bis 20 Uhr auf die Vereidigung Hinweisen, und zwar folgendermaßen: 22. Februar von 19 bis 20 Uhr: Ein Hörspiel, welches den Kampf, den der unbekannte Pg und Der kleine Politische Leiter in der Vergangenheit zu führen hatte, zeigt. 23. Februar von 19 bis 20 Uhr- Rede des Stabsleiters der Obersten Leitung der PO. Dr. Robert Ley. 24. Februar von 19 bis Uhr spricht Pg. Alfred Rosenberg. Tagewerke: 2500 ä8aM jen 10 > etwa .nterstei ierhalb sofort :n oen ;liu5 Wil 1^5 Reh Metzle < Ulen wo 'Hungen luchände SWn a Mchn' Mbcrs tii Warte 9 Ilies. E Ahrsch nb ip 9 t Laö wicht' nahm Der iben. : geroer r der 'ins e imm. jungt : 1. 3n iMjonn. I 2. 3n Durfte iihungi rben. D «Bübin stelle wirb Die Dari kämm Die für d-' iDcrfsf1 Wuchem, 8,50 Mk 138.2O M Buchen! U20 bis I "Uf 1. ( w Mk ■ Sxj ! SpbetD K’nmiun l°jWun lirf>tanl Mn (F hMi |,6 gS- Ss* te: LPD. Frankfurt a. M., 8. Febr. Der Parteitag des Gaues Hessen-Nassau wird im gesamten Gau-Gebiet treisröeife abgehalten. Die Vereidigung findet in den 38 Kreisstädten des Gaues statt. Die Vereidigung der Politischen Leiter, Hitlerjugend-Führer und Führer- innen des Bundes deutscher Mädel findet gemein- sam durch den Stellvertreter Des Führers, Pg. Heß, bzw. den Reichsjugendführer Baldur v. Schi rach mittels Rundfunkübertragung von München aus statt. Vor Beginn dieser Reichssendung von München aus erfolgt um 9,45 Uhr am 2 5. Februar eine Rundfunkübertragung von Frankfurt a. M. für Das Gaugebiet Hessen-Nassau und zwar: 1. Ansprache des Gebietsführers Pg. Kramer an die HJ.-Führer, 2. der Gau-Organisationsleiter meldet dem Gauleiter: „Die gesamten Politischen Leiter des Gaues Hessen-Nassau angetreten in 38 Kreis- ftäöten", 3. Appell des Gauleiters an die Politischen Leiter. Am 2 4. Februar finden in Frankfurt a. M. verschiedene Sondertagungen statt, und zwar der Kreispersonalamtsleiter, Der NS.-Hago-Amtsleiter, der landwirtschaftlichen Kreisfachberater, der Kreis- amtsleiter des Amtes für Beamte, der Kreisschulungsleiter und der Kreisgerichtsvorsitzenden. Am gleichen Tage findet eine Partei grün- bungsfeier der alten Garde des Gaues Hessen-Nassau in Frankfurt a. M. statt. Es finden eine Reihe von festlichen Veranstaltungen statt, bei Denen auch Der Gauleiter sprechen wird. Der alten GarDe, soweit sie für Die Verewigung am Sonntag, 25. Februar, in Frage kommt, steht es frei, an Der Vereidigung der Politischen Leiter (gegen Vorzeigung Des vorläufigen Ausweises) im Kreis Frankfurt a. M. oDer in Den zuständigen Kreisen teilzunehmen. Für diejenigen Parteigenossen, die an der Partei-Gründungsfeier des Gaues in Frankfurt a. M. nicht teilnehmen können, finden örtlich im gesamten Gaugebiet Konzerte, Deutsche Abende, Theater- und Festaufführunqen unter Mitwirkung Der Organisation „Kraft Durch Freude" statt. Disziplin, höchster Geschlossenheit unb einfafofreubiger Bereitschaft. Die To- gung, welche in Den Vormittagsstunden begann, fanb gegen 18 Uhr ihren Höhepunkt in einer großen Partei» und staatspolitifchen Rede Des Gauleiters. Aufruf des Treuhänders der Arbeit Nr. Lüer. Frankfurt a. M.» 8. Febr. (LPD.) In Rr. 3 Der „Rhein-Mainifchen Virtfchaflszeitung" veröffentlicht der Treuhänder Der Arbeit für Das Wirtschaftsgebiet Hessen, handelskammerpräsi- Deut Dr. Lüer, folgenden Aufruf: „Das Gesetz zur Ordnung Der national en Arbeit ist ein neues Geschenk besonderer Art: je ehrlicher das Streben zu aufbauender Mitarbeit und je reiner die nationalsozialistische Gesinnung derer ist, die in dem (Seifte des neuen Gesetzes zu wirken berufen sind, in desto reicherem Maße wird es seine fegens- vollenAusstrahlungen über dieVolks- gemeinfchaft ausbreiten. Seber Unternehmer, Arbeiter und Angestellte wird nach der feierlichen Uebergabe des Gesetzes au das arbeitende Volk zu erweisen haben, ob ihn bet erste Abschnitt unserer Revolu ion zu einem Menschen mit sozialistischer Geistes- Haltung geformt hat; zu einem Volksgenossen, der innerhalb des Kraftfeldes wirtschaftlicher Spannungen den ihm gebührenden Platz und die ihm gemäße Einstellung zu denjenigen Aufgaben ein- zunehmen weih, die ihm Betriebs- unb Volksgemeinschaft überantworten. Darum fordere ich Führer und Gefolgschaft aller Betriebe des Wirtschaftsgebietes Hessen auf, schon jetzt ihre n a t i o n a l f o z i al i st i s che Weltanschauung Tag für Tag praktisch unter Beweis zu stellen, durch ein handeln, daß würdig ist der neuen Ordnung unserer n a t i o n a l en Arbeit und damit des Wollens feines Schöpfers, unseres Führers. heil Hitler! gez. Lüer, Treuhänder der Arbeit. Die Einkommen st euererklär un- Körperschafts st euererklärung 1 9 3 4. Nach Dem Einkommen- unD Körperschafts' stcuergefetz und Den neuesten Erlassen mit Den amtlichen in ZweifarbenDruck ausgeführten Musterformularen einer Zusammenstellung aller abzugs- fähigen und nichtabzugsfähigen Beträge, Dem neuen Einkommensteuertarif und ausführlichen Erläuterungen für Die Praxis, 8. SonDerDruck 1934, aus Dem EilDienst Der Deutschen Steuerzeitung, Preis kartoniert 1,50 Mark. JnDuftrieverlag Spaelh 8- ßinDe, Berlin W 35. — (30) — In Diesen Tagen ist Die Steuererklärung für Das Jahr 1933 einzureichen. Dafür finD eine Reihe neuer Bestimmungen maßgebend; wir nennen nur Die über Die Ein» stellung von Hausgehilfinnen unb Die Steuerermä« ßigungen für Instandsetzungen, Luftschutz, Arbeits- spende usw. Ebenso bedarf Die Ehestandshilfe Dec Veranlagten besondere Beachtung. Alle Diese Fragen sind in dem vorliegenden Heft erschöpfend uiw klar verständlich erörtert. Das beigegebene ausgefüllte Formular einer Steuererklärung erleichtert den Gebrauch. Auch die Tabelle für Die Einkommensteuer ist zur Feststellung der Steuer unentbehrliH- Große Kreisleiteriayung in Frankfurt a. M. LPD. Frankfurt a. M., 8. Febr. Die am Donnerstag in Frankfurt a. M. im ältesten Partei- lokal der NSDAP, abgehaltene Tagung der Kreisleiter des Gaues gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Auftakt des großen Gau- Parteitages, der am 24. und 25. Februar ftattfinden wird. Die vom Gau - Inspekteur Regierungsrat Reiner geleitete Tagung wurde vom Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger eröffnet. Die Amts^ walter Der Gauleitung, Der Stabsführung Der HI und der (Baumalter der Feierabendorganisation -Kraft durch Freude" legten die grundsätzlichen Maßnahmen zur würdigen Ausgestaltung der großen Vereidigung der Politischen Leiter fest. Sowohl diese Richtlinien, wie in besonderem Maße auch Der das engere Führerkorps des Gaues Hessen- Nassau erfüllende Geist lassen schon jetzt ahnen, daß dieser erste dezentralisiert veranstaltete Gautag zu einem einzigartigen Erlebnis werden wird. Alle Kräfte der Organisation und der Technik werden eingesetzt zur wuchtigen Demonstration stärkster wesen. Manches Hochwasser habe Das Vorwärts- kommen erschwert. Die Straßen seien in sehr schlechtem Zustande. Fußreisen führten öfters durch mit Schutt angefüllte Flußbette, Die Reisen mit Ponys seien sehr umständlich gewesen, weil der Koreaner dem Pferde eine so große Sorgfalt angedeihen lasse, daß eine Reis« dadurch erheblich behindert werde. Das Klima. Korea, als Zwischenlage zwischen dem asiatischen Raume und der asiatischen Jnselgirlande, sei in klimatischer Hinsicht mannigfachen Einflüssen ausgesetzt. Der Nordmonsum im Winter bringe oft strenge Kälte (die im Norden häufig bei 30 Grad unter Null liege), Dabei aber nur sehr geringe Nieder- schläge. Im Sommer schaffe Der Seemonsum von SüDen her eine wahre Gewächshausatmosphäre unD bringe reiche NieDerschläge. Die Regenfälle seien innerhalb kurzer Zeit oft so reichlich, Daß Die Flußläufe um das 100- bis lOOOfadje ihrer üblichen Wassermenge anschwellen. In klimatischer Hinsicht fei Korea beherrscht von einem lebhaften Gegenspiel kontinentaler unD ozeanischer Kräfte. Rassische Unterschiede in Der Bevölkerung. Die Lage Koreas beDinge auch Unterschiede in rassischer Hinsicht. Man unterscheide befonDers zwei Gruppen: lana^ unD breitgesichtige Menschen. Der langgesichtige Mensch, hochgewachsen und zierlich, fei der eigentliche koreanische Typ; der breitgesichtige, kleinere als der mehr japanische Typ anzusprechen. Fünf religiöse Kulturen. Aelteste religiöse Kultur in Korea sei der nord- asiatische Schamanismus, ein Glaube an Geister, Denen man mit allerlei Mitteln entgegen» trete. So sehe man häufig an Den Ausgängen koreanischer Dörfer Die Geisterabwehrpfähle, zum Teil neuesten Datums. Der Geisterglaube sei auch heute noch sehr lebendig. Neuerer Art sei der B u d d h i s - m u 5 in Korea. Die buddhistischen Tempel und Kloster zeichneten sich durch besonders künstlerische und prächtige Ausstattung aus. Der Redner wußte eine feine Legende von der Einführung des Buddhismus in Korea zu erzählen. Don China her fei ferner die Lehre des Konfuzius in das Land getragen worden, und mit ihr der hochentwickelte Ahnenkult. Seitdem das Land im Besitze der Japaner fei, habe auch der japanische S h i n t o i s - mus Eingang gefunden. Auch die christliche Religion fei in Korea aufgenommen worden und werde dort insbesondere durch Den Bischof Sauer (aus FulDa) in einem ansehnlichen deutschen Kloster vertreten. Prof. Dr. L a u t e n s a ch schilderte Dann Die koreanische HauptstaDt Keijo, ihre Lage, Den Charakter Der StaDt, Der bereits nicht unwesentlich von westlicher Zivilisation mitbestimmt werDe. Das wirtschaftliche Leben. Um Das wirtschaftliche Leben Koreas habe sich Japan bisher schon sehr verDient gemacht. Man sei bemüht um Die Aufforstung Der WälDer, um Die Hebung unD Intensivierung Der Reiskultur, um die Holzverwertung und um noch manches andere mehr. Oberhessen ti) 1500 1300 LPD. Bad-Nauheim, 8. Febr. In der Bade- Vekanntmachungen des Personalamtes b) Verwaltungspolizei. am •biete S In K! ng“ « heil st nmerptr 9 tu nalio besonder luenhn also;" le in to rufen stst fegens kauf gewarnt. Kleine Strafkammer Gießen tt »t»«1 Obstbaumpflege dienende Notstandsar- beiten durchgeführt. Die Beschäftigung einer 12 Mann zählenden Gruppe von Arbeitern besteht darin, alle Obstbäume der Gemarkung einer gründ- Back, Darmstadt, zum Polizeihauptmann, mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an; die Polizei-Hauptwachtmeister Wilfried M a ch o l z, Darmstadt, zum Pol.-Leutnant, und Jean Kohlberger, Darmstadt, zum Pol.-Hauptwacht- meister unter Berufung in das Beamtenverhältnis; beide mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an. Kom. Pol.-Direktor Dr. Ludwig Käß, Offenbach, zum Polizei-Direktor unter Berufung in das Beamtenverhältnis, mit Wirkung vom 16. Januar 1934 an; Kom. Leiter des Pol.-Amts Bad-Nauheim, Martin Lutter, unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Leiter dieses Amtes mit der Dienstbezeichnung „Regierungsrat", mit Wirkung vom 16. Januar 1934 an; Wn enen n buddhii )ie Tie hier k lll Qllfc fülle d: i Redl ler M Ilebertragen wurde: 15. Januar 1934: dem Berufsschullehrer Heinrich D e r n zu Butzbach, Kreis Friedberg, mit Wirkung vom 9. Januar 1934 bis auf weiteres die ehrenamtliche Leitung der Berufsschule da- dem verschafften die Odenwalder Mundart und M? geschmackvollen Odenwälder Trachten dem Einakter einen vollen Erfolg. Äilderdiebstahl im Frankfurter Historischen Museum. ein, * I t>nf‘£ es * selbst; am 29. Januar 1934: der Lehrerin Karoline Müller zu Darmstadt eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Beerfelden, Kreis Erbach, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an; am 31. Januar 1934: dem Reallehrer Heinrich U h l und der Reallehrerin Dora G e r i s ch, beide an der Anstalt für Geistesschwache „Alice- stift" zu Darmstadt, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Februar 1934 an. 3n den Ruhestand verseht wurde: auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste der Vorstand des Betriebsamts bei dem Hessischen Staatsbad Bad- Nauheim, Oberbaurat Eugen B e r ck zu Bad- Nauheim, mit Wirkung vom 1. April 1934. Entlassen wurde: am 32. Dezember 1933: der Rechnungsrat bei der Ministerialabteilung le (Landwirtschaft) Heinrich Eidmann auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Dezember 1933 aus dem hessischen Staatsdienst. kamen den bedrängten evangelischen Glaubens- llnd Volksbrüdern in Oesterreich zugute. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 6. Febr. Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms werden gegenwärtig in der hiesigen Gemarkung der Obstbaumzucht und höhkic chd. ■ A «fach ieleiü für \ »orbt> »i« Rallbx GefL würb- die k lRedur iner st interni rüchlix l er oh mb qe hkeit V i japai n gefür bern i M jeitint Sie b öegam r große Leiters Angestel >5 Gesehen, ob ü }u eine Geiste! lksgenoste cher 5p$ ib die 'S gaben ® bs. mC* Cß i ch, 9. Febr. Am kommenden Montage 12. Febr., findet der Sicher F a st n a ch t s - M a r k t (Schaf-, Schweine- und Krämermarkt) statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei hingewiefen. Kreis Friedberg. K Münzenberg, 7. Febr. In unserer Gemeinde beging das Winterhrlfswerk den ersten Jahrestag der Machtübernahme durch Adolf Hitler mit einer kleinen Feier. Vor den vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen würdigte der Ortsführer der Winterhilfe, Pg. Psurrer Lenz, das verflossene Jahr, in dem ein tatkräftiges Regiment grandiose Taten getan .das Volk geeint, b e Arbeitslosigkeit erfolgreich bekämpft, der Not der Armen sich angenommen und des Reiches Ansehen nach außen mächtig erhöht hat. Anschließend erhielt jede zu betreuende Familie zwei Gutscheine, auf je 1 Zentner Braunkohlenbrikett lautend, und Lebensmittelscheine im Werte von je 1 Mark. Die Anzahl der Scheine pro Familie wurde bestimmt nach 2/3 der Kopfzahl einer Familie. Abends fanden m jeder der beiden Gemeinden (Münzenberg und Trais- Münzenberg) F e ft g 0 t t e s d i e n ft e statt, die in beiden Gemeinden von allen Mitglieder aller Organisationen der Bewegung (SA., SA.-R., PO-, HI-, BdM., JV., NSBO. u. a.) besucht waren. Mit zahlreichen Gemeindegliedern bildeten diese eine protze Festgemeinde. Der Ortsgeistliche legte der Festpredigt den Text zugrunde: Joh. 8, Vers 34 und 36 ■ „<5o euch nun der Sohn frei macht, fo seid i^r redjt frei. Die Predigt rief der dankbaren Gemeinde das Bekenntnis zu: „Meine Politik heißt Deutschland! Meine Religion heißt Christus! Die Kollekten Angeklagten verworfen. Srieffaften der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. G. in £. 1. Das Anerbengericht für den hiesigen Bezirk befindet sich in den Räumen des Amtsgerichts Gießen und ist diesem angegliedert. 2. Bei der Kriegsanleiheaufwertung müssen diejenigen, welche Auslosungsrechte besitzen, sich mit der Zahlung solange gedulden, bis sie bei der Auslosung gezogen werden. Es ist sehr leicht möglich, daß die Besttzer von Kriegsanleihe mit Auslosungsrechten den" Tag der Auslosung gar nicht erleben, so daß deshalb die aufgewertete Anleihe erst den Erben des derzeitigen Besitzers zufällt. Im Gegensatz hierzu haben die Besitzer von Kriegsanleihestücken, die Vorzugsrente erhalten, den Vorteil, daß sie jährlich einen bestimmten Betrag erhalten. 3. Ein eigenhändiges Testament ist auch dann gültig, wenn es zu Hause aufbewahrt und nicht bei Gericht hinterlegt wird. Die Unterschrift müßte in diesem Falle als echt nachgewiesen werden, falls sie von einem der Erben bestritten werden sollte. ;| ‘x Wieseck, 8. Febr. Auf der gestrigen Holz- vcrsteigerung wurden wesentlich höhere Steife erzielt, als auf der vorhergehenden Versteifung, auf der keine so große Nachfrage herrschte, kr den Raummeter Fichtenscheit wurden T50 bis 4 Mark be^It, für Kiefernscheit 6 bis 7 Mk., für Ki chenscheit 10 bis 11 Mk., für Larchenscheit 3 bis 330 Mk. Für den Raummeter Fichtenknuppel 3 bis TO Mk., für Eichenknüppel 4 bis 4,50 Mk., für »ichenknüppel 7,50 bis 8,50 Mk Für Buchenreifer UO bis 1,50 Mk. Das Stück Fichtederbstangen(kam cur 1. Klasse 1 Mk., 2. Klasse 0,80 Mk., 3 Klasse 0,(0 Mk. Die Versteigerung fand in den Distrikten Lm Schrei" und „Badenburger Wäldchen des Ge- m.^ndewaldes statt. - Am Dienstag hatte die NSBO bei Gastwirt A. Döbus zu einer Der- ■ s mmtunn mit Schulungsab-nd -Mgelnd-n. I ÜSBO.-Führer Ißg. E. Jung er°^Jle.i.e,^Lc ®.?r’ h-nmlunq und begrüßte die neuen Mitglieder der Ir-utlch-n Arbeitssront". In lungeren Ausfuhrun- ei. tarn et sodann auf Fragen der Volkswirtschaft foen Entwicklung und deren Bedeutung ur d llr^eit au ivrechen. Kassenwart K. Werner ver li3 besonders interessierende Auszuge des Gesetzes te- Nationalen Arbeit. Pg. 3 u n q f jünaften koluß nochmals kurz die Innenpolitik, ihre jüngste Klsetze der Reichsreform usw. und die auch nn ili sland immer deutlicher spürbar werdende dEe fli ßenpolitik, deren Wert besonders im deutsch-po hi chm Vertrag klar zum len Hinweis auf die am andern Tag f fji mvorführung und einem dreifachen „Sieg cur den Führer wurde die Verfammlung^gefch^^^ Frankfurt a. M., 8. Febr. (LPDll Ende Januar d. I. ist aus dem Prehnschen Kabinett des hiesigen Historischen Museums ein kleinesBild entwendet worden. Es handelt sich um ein Bild aus dem 17. Jahrhundert. Es stellt das Kopfbild eines Mannes mit langem blonden Haupthaar, Schnurrbart und Spitzbart, dar. Der Kopf ist etwas nach rechts gewandt. Antiquitätenhändler und einschlägige Geschäfte werden vor An- Zwei Einwohner von Steinbach sollten sich eines Betruges schuldig gemacht haben, indem der Vater dem Sohn, der arbeitslos war, ein Befchäftigunas- Verhältnis bescheinigte, das in Wirklichkeit nicht bestand. Auf diese Weise wollte man dem Sohn die Erwerbslosenunterstützung verschaffen. Von der Vorinstanz wurden die Angeklagten mangels Beweises f r e i g e s p r 0 ch e n. Die gegen dieses Urteil seitens der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung wurde gestern kostenpflichtig verworfen. Ein Reisevertreter aus Kassel veranlaßte einen Landwirt aus Ettingshausen, angeblich durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, eine Bestellung über Futtermittel aufzugeben. Er sollte nämlich erklärt haben, der Pfarrer hätte ihm ebenfalls einen Auftrag erteilt. Das Amtsgericht Laubach verurteilte den Reisevertreter zu 50 Mark Geldstrafe. Das Berufungsgericht erachtete eine Vorspiegelung falscher Tatsachen nicht für erwiesen und sprach den Angeklagten von Kosten und Strafe frei. Wegen versuchter Nötigung erhielt ein 26jähriger Autounternehmer aus Herbstein vom Amtsgericht in Lauterbach zwei Monate Gefängnis. Der Angeklagte schrieb einem Kaufmann einen Brief, in dem er ihn ersuchte, eine angebliche Forderung zu begleichen, andernfalls er mit einigen Hitlerleuten und Schutzpolizei käme. Was es dann gebe, könne er sich wohl denken. Entsprechend dem Antrag des Vertreters der Anklage wurde die Berufung des Aufhebung der Handwerkskammer- 1 livenstellen Oarmstadk und Friedberg | barmftaiit, 8. Febr. (LPD.) Der S)c|[W| Snatsrninister hat durch Verordnung vorn 6. 2. 34 nd) Anhörung Der Hessischen Handwerker die Hand- mrkskammernebenstellen Darmstadt und Fried- birg vom 1. Februar 1934 an aufgehoben. Oie dem Bezirk der Handwerkskammernebenstelle F i e d b e r g unterstellten Kreise Friedberg und Bidingen werden der Handwerkskammerneben- stille Offenbach a. M., der Kreis Schotten KD~b her Handwerkskammernebenstelle Gießen geteilt. , „ Die Aufgaben der Handwerkskammernebenstelle Da r m ft a d t werden von der Hessischen Handwerks- t(immer Darmstadt (Hauptstelle) übernommen Die Hessische Handwerkskammer ist ermächtigt, fü bie Durchführung der Aufhebung der Hand- m"kskammernebenstellen besondere Anordnungen 311 treffen. NSLB., Kreis Schotten. Ls finden folgende Bezirkskonferenzen statt: !. In Ulrichstein am 17. Februar bei Behr- mimn. Beginn 14.30 Uhr. . . In Gedern am 21. Februar in der Volksschule zu Gedern. Beginn 14 Uhr. Neuorganisation der Bad-Nauheimer Verkehrswerbung. Krim.-Sekretär Josef Petermann, Bensheim, zum Polizeimeister, mit Wirkung vom 16. Januar 1934 an; Pol.-Hauptwachtm. Paul R e i n z, Offenbach a. M., zum Polizeimeister; Pol.-Hauptwachtm. Josef Raumacker, Offenbach ■ am Main, zum Polizeimeister; der Alex Hoffmann zu Darmstadt zum Polizei- Hauptwachtmeister; der Helmut von Foullon zu Worms zum Poli- zeimeister, unter Berufung in das Beamtenver- hältnis; sämtlich mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an. e) Gendarmerie. Gendarmerie-Hauptwachtm. Ludwig T r i p p e l, Mainz, zum Gend.-Meister, mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an. IL Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamlentums. a) Der Kriminalpolizeirat Felix Steigerwald zu Mainz wird mit Wirkung vorn 1. Mai 1934 auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt. b) Der Polizeidirektor Hermann B a ch zu Offenbach a. M. wird auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit Wirkung vom 16. Januar 1934 zum Regie- rungsrat ernannt. rtl«'"' S ’ig Iler «jj leueC. S sidspunkten. Öin Reh im Walde bei Bad-Nauheim gerissen. Rad-Nauheim, 8. Febr. (LPD.) Montag ggxen 10 Uhr hörten Waldarbeiter, die in der Nahe dy etwa 5 Kilometer von der Stadt entfernten Mntersteins beschäftigt waren, einen Kilometer innerhalb des Forsthauses ein Reh klagen. Als sii sofort den Lauten nachgingen, fanden sie ein so- ebtn verendetes Reh. Förster Bellos vom Forst- hqiis Winterstein nahm sofort die Untersuchung vor. Dis Reh, ein Kitzbock, lag mit durchbissener Ähle am Boden. Es muß also von vorn ange- falen worden sein. Außerdem zeigte es starke Verlesungen im Genick und an den Lauschern. Diese Wstände lassen ebenso wie die Spuren auf dem Aiden auf einen heftigen Kamps schließen, ftrfter Bellos konnte auch die Spur des Rehmör- do s eine Strecke weit verfolgen. Sie hatte eine fierte Ähnlichkeit mit der eines großen Fuch - fjes. Es kann sich also um einen solchen oder, was lv tzrscheinlicher ist, um einen wildernden H» n d handeln. Das Dater-Bender-Heim im Jahre 1933. i. Herchenhain, 8. Febr. Das 23 ater = A»nder - Heim auf der Herchenhainer Hohe ui; r auch im abgelaufenen Jahre mit 2202 Ueber- ncchtungen die be st de suchte Jugendher- l ( r g e in Oberhessen. Das Heim wurde von 1219 männlichen und 943 weiblichen Jungwande- lem besucht, die in der Hauptsache aus den Städten dmnkfurt, Büdingen, Offenbach und Gießen flammten. 609 der in der Bleibe Uebernachtenden Deren Volksschüler, 762 höhere Schüler, 288 son- ftjre Jugendliche unter 20 Jahren, 543 Besucher $>r 20 Jahre. Am 1. April Ü.J. geht die Verwal- furtq des Heims in die Hände eines neuen Haus- res Walters über, der von dem Vogelsberger Hohen- (T|ltb noch bestimmt wird. Das Vater-Bender-Heim ist mit allem Inventar nach wie vor Eigentum des ik geisberger Höhen-Clubs. ^auvtreis Greftcn. — Im Saale der Wiesecker Lichtspiele veranstaltete die NSDAP, mit ihren Organisationen zwei stark besuchte Filmvorführungen, die interessante Bilder und Berichte aus vergangenen Feiertagen des nationalsozialistischen Deutschlands zeigten. Man sah und hörte u. a. den Führer, den Reichsinnen- minister und den Reichsjuqendführer v. Schirach. — . . ■ -.- t Sie fiausfamml u n fl b es E i n t ° p I g e r i ch- Reinigung zu unterziehen. Sie t>om Kreiste- ->m Sonntag erbrachte hier den Betrag von ->cht Alsfeld geleitete Durchtuhrung dieser Arbeiten 286 Mark mirö bis gegen Ende Marz beendet sein. Dann wird 8 Alten-Buseck, 8. Febr. Sie (Eintopf- ^em Spritzen der Bäume begonnen - Sonngericht - Sammlung für Februar, die von tag °bend fand m der Gastwirtschaft „Zur Krone den Politischen Leitern und Amtswaltern durch- die diesiahrige Generaloersammtung des hiesigen geführt wurde, erbrachte 61,30 Mark. K r , e g e r v e r e, n s statt. Der erste Führer Ka- <5 A Nendorf a. d. Lumda, 7. Febr. Am merad Hch. S ch a fe r hieß die Teilnehmer w.llkom- vergangenen Sonntagnachmittag hielt die hiesige chen und gedachte sodann des im verflossenen Ver- Freiwillige Feuerwehr in der Wirtschaft «nsjabr verschiedenen letzten Mveteranen Kirtorss Bergen ihre Jahreshauptversammlung Hermann S > eg f r i ei). Ser erste Führer gab einen ab. Ser erste Kommandant Kehr leitete die Ber- Rückblick auf das bedeu ungsoolle Jahr der natw- sarnrnlung. Aus Den von ihm erstatteten Jahres- nalsozialistischen Revolution^. erwähnte zur Pflege bericht ging hervor, daß die Wehr am Anfang des der Volksgemeinschaft und schloß mit dem Gelöbnis Jahres 52 aktive Mitglieder zählt. Außer der Be-zutatbere.ter Mitarbeit am Aufbau des Dritten fichtigung am 16. Juni durch den Kreisfeuerwehr- Reiches. Die Jahresrechnung 1933 wurde von dem inspektor Bouffier hielt die Wehr noch vier Rechner L. S ch o m b e r t vorgetragen. Nach Pru- Uebungen ab, ferner trat die Wehr zur Bekämp- f^n9 jourbe dem Rechner Entlastung erteilt. Mit der jung eines Waldbrandes am 1. April in Tätigkeit. Parole „em Führer, em Volk, ein Vaterland und Der Frühjahrsfeuerwehrtag am 19. April in Grün- emern dreifachen -Sieg-Heil! auf den Reichspra- berg, sowie der Landesfeuerwehrtag am 3. Juli in sidenten Generalfeldmarschall v o nHind e n d u x g Schotten wurden ebenfalls besucht. Die von dem und unseren Volkskanzler Adolf Hitler schloß der Rechner Christian Bergen vorgetragene Jahres- Veremsfuhrer die Versammlung. rechnung gab zu keinen Beanstandungen Veran- ss. Grebenau, 6. Febr. Dieser Tage hielt der lassuna; sie schloß mit einem kleinen Ueberschuß ab. Gesangverein „Eintracht" Grebenau Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Zu Rech- in der Schule seine Generalversammlung nungsprüfern für das Jahr 1934 wurden die Karne- ab. Der Vereinswalter, Förster H e r b o l d, gab zu- raden Wilh. Römer und Heinr. Faulstich be- nächst einen Rückblick auf das abgelaufene Dereins- ftimmt. Der Vorstand der Wehr setzt sich wie folgt jahr und streifte dabei kurz die Veränderungen im zusammen: Hch. Kehr IL, 1. Kommandant; Johs. deutschen Sängerleben. Nachdem durch ein Mitglied Benner V., 2. Kommandant; Chr. B e r g e n, des Vereins sämtliche Belege geprüft und alles ord- Rechner; Friedr. Römer, Schriftführer; Heinr. nungsgemäß und richtig befunden wurde, konnte Pfeiffer, Steigerführer; Ludw. M u h l y, Füh- dem Rechner Entlastung erteilt werden. Als Schrift- rer der 1.Spritze; Wilh. Römer, Führer der wart wurde Hans Wagner (Wallersdorf), als 2. Spritze; Heinr. Faulst ich IL, Hydrantenführer. Rechner Johannes Schwärze! (Grebenau) und Sodann wurde beschlossen, das fünfjährige Be- als Vereinsdiener Heinrich Meißgeier (Gre- stehen der Wehr durch eine kleine Feier zu begehen, benau) bestimmt. — Am letzten Sonntag hielt in Nachdem der 1. Kommandant noch verschiedene unserer Kirche ein Missionar von dar Leipziger Mis- neue Verordnungen über das Feuerlöschwesen und sionsgesellschaft, der über 27 Jahre im früheren besonders über den Luftschutz bekanntgegeben Deutsch-Ostafrika gewirkt hat, einen Missions- hatte, schloß er die Versammlung mit einem drei- gottesbienft Die Kollekte brachte den Betrag fachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler. von etwa 30 RM. Am Nachmittag wurden von den * Harbach, 9. Febr. Die z w e i t ä l t e st e Konfirmanden in unserer Gemeinde einige Missions- Bürgerin in unserem Orte, Anna Marie D ö - schriften verkauft. Am Abend wurden in der Kirche ring, begeht heute in körperlicher und geistiger sehr schöne Lichtbilder von Landschaft, Tieren und Frische ihren 8 9. Geburtstag. Eingeborenen in Aftika gezeigt. = ©rünberg, 8. Febr. Im Hotel Hirsch hielt toreiä Srtlöttßtt dieser Tage der hiesige Obst- und Garten- Syrers bauoerein feine Hauptversammlung ab. Obst- y Gedern, 7. Febr. Der Gesangverein bauinspektor R ent sch (Friedberg) sprach über „Lieder kranz" 1842 veranstaltete am per- , Schädlingsbekämpfung im Obst- und Gemüsebau", gangenen Sonntagabend in ber- Turnhalle einen Der Vortrag, sowie auch die rege Aussprache brach- deutschen Liederabend, der sehr gut besucht war. ten viel Wissenswertes, da der Redner auf Grund Das schöne und mit lebhaftem Beifall aufgenompraktischer Erfahrungen wertvolle Winke geben mene Programm brachte in seinem ersten Teil konnte. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß hauptsächlich Lieder vaterländischen Inhalts, wäh- der Verein auch im vergangenen Jahre wiederum renb der zweite Teil ganz dem Volkslied gewidmet eine rege Tätigkeit entfaltete: Spritzen der Obst- war. Recht beifällig wurden auch vier Lieder des bäume durch seinen Vereinsbaumwart Fuchs Kirchenchores ausgenommen. Eine feine Abwechs- (Göbelnrod), gemeinsamen Bezug von Torf, Kalk hing brachten vierhändige Klaoiervorträge. Einen und Unkrautbekämpfungsmittel, sowie Herstellung guten Abschluß fand das Programm mit dem oon Süßmost wozu bei Mitglied Stammler packenden Liedevspiel „Der Krischdernchesbam von eine eigene Anlage besteht, die sich reger Benutzung Ph. Buxbaum; die Rollen waren gut besetzt, außer- erfreut. Der Verein erhielt vom Kreisobstbauverein' Gießen eine Prämie von 20 Mark, da er zu den drei bestgeleiteten Vereinen des Kreises zählt. Als großer Verlust wurde es empfunden, daß der rührige Vorsitzende des Vereins infolge feiner Versetzung zur Landesbauernkammer nach Darmstadt i < Beförderungen. fein Amt niederlegen mußte. Durch die vom land- wirtschaftlichen Fachberater im Dezember vorge- *) Screi*'7°'*5fP. l? * M nommene Gleichschaltung wurde Studienrat Sey- Polizeihauptmann Karl Philippi, Darmstadt, bald zum Führer des Vereins bestimmt; Stell- zum Polizeimajor, mit Wirkung von 1. Januar Vertreter ist Fabrikant Gg. Allmendinger, 1934 an; Rechner und Schriftführer Rentner Chr. S ch w e i ß - und Polizeihauptmann Karl T e n d e r i n g; aus qutb Beisitzer sind Landwirtschaftsrat Dr.Lehr Hagen zum Polizeihauptmann bei der Hessischen und Fabrikant Heinr. Schmidt III. Die Mitglie- Landespolizei, mit Wirkung vom 1. Februar derzahl beträgt 117. Für gute Obstanlagen wurden 1934-an; im veraanaenen Jahre ausgezeichnet Ernst S t e i n die Polizeioberleutnants Friedrich Hesse und Karl und Karl Dörr. Den Schluß der Versammlung **---™ bildete eine Freiverlosung von Blumenzwiebeln, Beerensträuchern und Buschrosen unter den anwesenden Mitgliedern. Als nächste Veranstaltung ist ein Vortrag über Frühjahrsdüngung geplant. (T) Grüningen, 8. Febr. Bei der zweiten Versteigerung von Brennholz aus Dem Markwald wurden folgende Preise erzielt: Buchen- scheite 20 bis 23 Mark, Buchenknuppel 16 bis 18, Buchenstöcke 7 bis 8, Eichenscheite 14 bis 16, Eichen- knüppel 12 bis» 14, Fichteknuppel 8 bis 9 Mark je zwei Raummeter. Buchenreisig 8 bis 9, Elchenrelstg sechs Meter 5 bis 7 Mark; Fichtenrechg zehn Meter 9 bis 10 Mark; Stöcke 4 bis 6 Meter je zwei Raum- Pol.-Derw.-Obersekr. Adolf Hof, Darmstadt, zum Pol.-Derw.-Inspektor; Pol.-Verw.-Obersekr. Philipp H i l l g ä r t n e r, Darmstadt, zum Pol.-Verw.-Jnspektor; Pol.-Verw.-Obersekr. Hans Vogel, Darmstadt, zum Pol.-Derw.-Jnspektor; Pol.-Verw.-Praktikant Richard Mink, Darmstadt, zum Pol.-Verw.-Obersekretär; sämtlich mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an. c) Kriminalpolizei. Krim.-Sekretär Peter Schnellbacher, Darmstadt, zum Krim.-Kommissar, mit Wirkung vom 1. Dezember 1933 an; Krim.-Pol.-Meister Friedrich Eichenauer, Darmstadt, zum Krim.-Kommissar; Krim.-Pol.-Meister Paul Müller, Offenbach a. M., zum Krim.-Kommissar; Krim.-Pol.-Meister Heinrich Keimp, Darmstadt, zum Pol.-Kommissar; Krim.-Hauptwachtm. Karl K o r e ll, Darpiftabt, zum Krim.-Pol.-Meister; sämtliche mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an. d) Einzeldienstpolizei. Kom. Kommissar Wilhelm Kissel, Friedberg,zum Pol.-Kommissar unter Berufung in das Beamtenverhältnis, mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an; Kom. Kommissar Heinrich Jäger, Offenbach am Main, zum Pol.-Kommissar unter Berufung in das Beamtenverhältnis, mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an; pt Bad-Nauheim vollzog sich eine außerordent- li wichtige Neugründung. Vom alten Verkehrsver- e nahm man Abschied, und der neue Verein f r Derkehrswerbung wurde aus der Taufe geloben. In der aus diesem Anlaß veranstalteten irgerversammlung entwickelte der Ortsgruppen- er der NSDAP. Götz als Führer des neuen reins ein großzügiges Verkehrspro- a m m. Als ein besonderes Plus der Verkehrs- _ rbung wird sich nach ihrer Vollendung dieFrei- l itzt bühne auswirken, da die Bad-Nauheimer F tspiele mit der beabsichtigten Einzigartigkeit der Darstellung kommenden Stücke bald ein Haupt- Miehungspunkt für alle deutschen Menschen sein w rben. Die Bestrebungen um einen Flugplatz so en weitergeführt werden aus der Erwägung he aus, daß Bad-Nauheim als internationales Bad an die modernen Verkehrslinien angeschlossen fein ntß. Im weiteren Verlauf der Kundgebung sprach d Führer des Landesverkehrsverbandes Rhein- Urin, T r e f z - Darmstadt, über Fragen der 23er» kerswerbung unter nationalen und lokalen Ge- Während 1932 in Los Angeles am olympischen Eishockey-Turnier nur v!er Mannschaften teilnoh-, dieser etwa um 35 Grad geneigten men - Kanada, USA, Polen und Deutschland — ^'?ufbahn erhalt der^Sprmger, besonders wenn hat nicht den Anlage ist die neuen Schanze Sicherheit bei Föhneinbruch und gleichen festen Untergrund. Ein weiterer Vorzug der neuen umfassende Arena. Mit den von der abgetragenen Erdmassen ist nämlich 1931 kamen dann die Welt- und die Europa- Meisterschaften in Krynica zum Austrag. Diesmal gelang den Kanadiern nur ein knapper 2.0-Sieg über die Vereinigten Staaten, während Oesterreich mit Glück den Titel des Europameisters gewann. Noch herrschte Kanada, aber längst nicht mehr so unumschränkt wie in den früheren Jahren, hatten doch die Schweden sogar 0:0 gegen die Kanadier gespielt. Deutschland verteidigte die Europameisterschaft nicht. und Kanada vor USA und Deutschland Olympiasieger wurde, gelangte die Europameisterschaft wieder selbständig zur Durchführung. Sie war ursprünglich nach Prag vergeben worden, Berlin blieb, wie es hieß, in Reserve. Der tschechische Verband verzichtete bann; so kam die Europameisterschaft 1932 doch in Berlin zur Entscheidung und wurde von den Schweden gewonnen. Dafür richtete Prag die letztjährigen Titelkämpfe um die Welt- und die Europa-Meisterschaft aus, deren Ereignis die Entfpiel-Niederlage Kanadas gegen die Vereinigten Staaten war. Europameister wurde die Tschechoslowakei. heule haben die Kanadier die Glorie der Unbesiegbarkeit vollkommen eingebußt, nachdem sie, die für Kanada die Weltmeisterschaft wiederholen sollen, nicht nur mäßig gegen europäische Mannschaften abgeschnitten haben, sondern selbst Niederlagen erlitten. Auch die USA.-Vertreter können den Europäern keine Wunderdinge mehr vormachen. Der Maßstab des europäischen Eishockeysports ist strenger geworden. 90-m-Sprünge ermöglicht. Der Schanzen, tisch ist wie ein Haus groß und birgt in seinem In. neren Unterstandsraum für alles Gerät, einen Raum zum Wachsen der Sprungski und was sonst zum Betrieb einer solchen Anlage gehört. Der Schanzentisch selbst ist verstellbar. Angelaufen wird von einem etwa vierzig Meter hohen, auf ge. wachsenern Boden erbauten hölzernen Turm. Durch diese Erhöhung wird im ganzen von der Turmspitze bis zum Schanzentisch auf einer Grundlinie von 76 Meter Länge ein Höhenunterschied von 43 Meter Die Olympischen Feste schreiten mit der Zeit voran. Eine jede Veranstaltung muß ihren Vorgänger übertreffen. Es gilt, immer geeignetere und der Entwicklung der Leistungen entsprechendere Wettkampfanlagen für die Olympischen Spiele zu schaffen. So bemühen sich auch die deutschen Veranstalter, für die IV. Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen den heutigen Bob- und Skileistungen gemäß Wettkampfbahnen und Sprungschanzen herzustellen. Die neue Bobbahn am Rießersee hat ihre Feuerprobe bereits bestanden. Die neue Sprungschanze am Gudiberg ist dem Betrieb übergeben worden. Nach sorgfältiger Prüfung aller Möglichkeiten hatte sich das Olympische Komitee für die IV. Winterspiele zum Neubau der Schanze entschlossen, die gleichlaufend zum alten Sprunghügel westlich davon in den Steilhang gebaut worden ist. Maßgebend für die Wahl war vor allem die Schneesicherheit. Der Ausgang der Partnachklamm ist ein kalter Winkel, an dem man erfahrungsgemäß vis in das Frühjahr hinein mit Schnee rechnen kann. Die gleichfalls sehr schöne, ursprünglich in Aussicht genommene Kochelbergschanze gewährt nicht die gleiche während im Osten sowohl die Tribüne der alten Schanze wie auch der halbkreisförmige Hang des Berges ein gewaltiges Amphitheater ergibt, zu dem noch die Plätze kommen, die voraussichtlich für die Eisbahn am Fuße des Berges eingerichtet werden. Das ergibt ein Skistadion für 100 000 Menschen^ wie es mit Ausnahme der Holmenkollen-Anlage nirgends auf der Welt bisher vorhanden ist. Und alle diese Hunderttausend können gut sehen, weil eine allzu nahe, in den Aufspruna gerückte Zuschauerlinie vermieden ist. Das prachtvolle Panorama von der Alpspitze und Zugspitze über den Waxenstein und Wang bis zu den Bergen oberhalb Mittenwald erhöht die Großartigkeit des sportlichen Kampfplatzes. Die Schanze selbst ist so konstruiert, daß sie „ ... , eine weit nach Westen ausholende Tribüne ausgefchüttet worden. 1924 in Mailand gewann aber Frankreich — damit zum erstenmal — durch einen Sieg im Schlußspiel über Schweden. Die Tschechoslowakei wurde 1925 in der Tatra zum fünftenmal Europameister, 1926 in Davos mußte sie den Titel aber an die Schweiz abtreten. Aus eigenem Boden, 1927 in Wien, eroberte sich Oesterreich den Titel, Deutschland, das zum erstenmal nach dem Kriege wieder teilnahm, belegte hinter Belgien den dritten Platz. Kanada war auch 1928 beim olympischen Eishockeyturnier in St. Moritz nicht zu schlagen, Europameister wurde als beste europäische Mannschaft des Olympiaturniers Schweden. Wie überlegen die Kanadier waren, lassen ihre Torziffern von St. Moritz erkennen: gegen die Schweiz 13:0, gegen England 14:0, gegen Schweden 11:0. Und bei der anschließenden Europareise war es nicht viel anders. Nachdem 1929 in Budapest die Tschechoslowakei den Europatitel errungen hatte, wurde 1930 in Berlin Deutschland zum ersten Wale Europameister. Jrn denkwürdigen Schlußspiel wurde die Schweiz 2:1 geschlagen, das siegbringende Tor fiel erst im letzten Drittel. Im Weltmeisterschaftsturnier in Cha- monix siegte — natürlich — wieder Kanada. Nicht immer haben die bisher in der Geschichte des Eishockeysports ausgetragenenen Europa- Meisterschafts- und später dazu Weltmeisterschaftskämpfe diesen Titel so verdient wie das Eishockey- Turnier in Mailand. Erst in den letzten Jahren hat der Eishockeysport, befruchtet von dem Können der Kanadier, die eine Zeitlang einen geradezu sagenhaften Ruhm genossen, in Europa einen starken Aufschwung genommen. Als die erste Europameisterschaft der Internationalen Eishockeyliga im Jahre 1910 ausgetragen und von einer englischen Mannschaft gewonnen wurde, als im Jahre darauf Berlin Schauplatz der Eishockeykämpfe um einen so stolzen Titel war, beteiligten sich nur einige Mannschaften an diesen Kämpfen. In Berlin starteten damals vier Teams, von denen das böhmische vor der Schweiz, Deutschland und Belgien gewann. 1912 in Prag waren es sogar nur drei Mannschaften: Deutschland, Oesterreich und Böhmen. Nach einem Sieg über Oesterreich spielten die Böhmen gegen Deutschland 2:2, wurden aber auf Einspruch Deutschlands infolge der Annullierung der Meisterschaft nicht Titelträger. Wieder auf deutschem Boden, nämlich in München, wurde die nächstjährige Europa-Meisterschaft durchgeführt und überraschenderweise von den Belgiern vor den Böhmen, Deutschland und Oesterreich gewonnen. In der letzten Vorkriegs-Meisterschaft, 1914 wieder in Berlin, konnten die Böhmen ihren Sieg aus dem Jahre 1911 dann doch wiederholen. In den ersten zehn Jahren der Nachkriegszeit beherrschten unter den europäischen Mannschaften vor allem die Tschechoslowakei und Schweden das Feld. Die Wunder-Mannschaft des Eishockeysports kam aber von Ueberfee. 1920 holte sich Kanada im Rahmen der Olympischen Spiele die Weltmeisterschaft vor den Vereinigten Staaten, inoffizieller Europameister wurde als beste europäische Mannschaft die Tschechoslowakei vor Schweden. Deutschland war in diesem wie in den nächsten Jahren nicht beteiligt. Durch einen einzigen Sieg konnte 1921 in Stockholm Schweden die Europameisterschaft gewinnen, da sich außer Schweden nur die Tschechoslowakei um den Titel bewarb. 1922 in St. Moritz revanchierte sich dann die Tschechoslowakei durch einen Sieg vor der Schweiz und Schweden. 1923 in Antwerpen starteten schon fünf Mannschaften, wieder siegte Schweden. Kanada blieb unbesiegbar — auch 1924 beim Olympischen Eishockeyturnier, wieder vor den Vereinigten Staaten. Dann erst placierten sich die europäischen Nationen, England vor Schweden. Die Europameisterschaft am Berg Jsel in Jnsbruck (82 m) und Sigmund i Ruud in der Westschweiz (86 m) erreicht worden ist. Wer einen solchen 80-Meter-Sprung erzielt, fällt, senkrecht gemessen, 42 Meter in die Tiefe, also um die Höhe eines stattlichen Kirchturms. Die Aufsprungbahn hat eine Länge von 140 m, der Schanzentisch selbst steht 65 m über der Ebene, der Springer durchmißt also mit seinem Sprunge von der Turmspitze bis zur Ebene eine Fallhöhe von insgesamt 108 m. Als Auslauf stehen ihm 120 m zur Verfügung. Die gewaltige Anlage liegt, in ihrer Gesamtheit staunen- erregend, wie ein wahrer Mammut da, und die Springer können auf ihr die Leistungsfähigkeit unbegrenzt beweisen. Die daneben liegende alte Schanze, auf der man bisher die 50-m-Grenze erreichen konnte, wird gleichfalls ausgebaut, und zwar so, daß darauf 60 m gesprungen werden können. Es ist beabsichtigt, diese Schanze bei den Olympi- schen Spielen für den kombinierten Lauf (Langlauf und Sprunglauf), die neue Schanze dagegen für die Spezialisten des reinen Spunglauses zu Der« wenden. Mit der Fertigstellung der Anlage ist ein Sportplatz geschaffen, der der großen Feier der Olympischen Spiele einen würdigen Rahmen bietet. Deutscher Eishockey-Sieg über Frankreich. Deutschlands Eishockeyspieler haben sich bei den Weltmeisterschaften in Mailand den zweiten Platz in der Gruppe II hinter Kanada erkämpft. Während die deutsche Mannschaft am Mittwochabend den Kanadiern mit 0:6 unterlag, schlug sie am Donnerstag einwandfrei die französische Mannschaft mit 4:0 (2:0, 0:0, 2:0). Um in die Endrunde zu kommen, hat Deutschland nun noch ein Ausscheidungsspiel gegen den Zweiten der Gruppe I, voraussichtlich gegen die Tschechoslowakei, auszutragen. Anny Stolte schwimmt Rekord. Einen neuen deutschen Darnen-Schwirnrnrekord gab es am Mittwochabend in Düsseldorf. Die Düsseldorferin Anny Stolte schwamm im Kampfe gegen Elfriede Sasserath (Rheydt) im 100-Meter- Rückenschwimmen mit 1:25,6 einen neuen deutschen Rekord heraus. Die alte Marke hielt Frl. Sasserath mit 1:26,2. 9Jl.-$pOTt Eishockey-Geschichte in Titelkämpfen. Welt- und Europa-Meisterschasten. sie in ganzer Länge ausgenutzt wird, die notwen- bige Absprungschnelligkeit von 22 bis 23 m in der Sekunde und damit eine Geschwindigkeit von 80 km und mehr für den Sprung. Dieses Schnellzugstempo ermöglicht dem Springer eine Sprungweite von 80 m und mehr, wie sie schon von Birger Ruud Die Olympia-Schanze am Gndiberg Oie Mammutschanze bei Garmisch-Partenkirchen. 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Die Gemeinde Wißmar versteigert am Wontag, Februar b. 3., von vormittags 9 Uhr ab, bei Gastwirt Bittendorf aus den Distrikten 13 Toter- mann, 25 Stümpfe und 26 Kaltenbach: 8130 5 rm Eichen-Nutzrollen, 2 m lang 850 rm Buchen-Scheit und -Knüppel 1300 rm Buchen-Reifer Fichten-Derb- und Reiserholzstangen nach Bedarf. Anfang mit Distr. 25. Wißmar, den 8. Februar 1934. Der Ortsbürgermeister: B e st. WERBEDRUCKSACHEN ® Brühl'sche Druckerei Zwangsversteigerung Am Wontag, dem 26. Februar 1934, vormittags 10 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 221, das im Grundbuche von Gießen zu % der Franz Lösch Ehefrau Frieda, geb. Roll, in Gießen zugeschriebene Anwesen Neustadt 47 und 49 Flur I, Jlr. 1000 = % von 1797 qm hofreite, Zeschätzt = % = 22 187,50 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht aus« gehängt. 504. Gießen, den 11. Januar 1934. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Wagner, Ortsgerichtsvorsteher. 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