Dienstag, 9. Zanuar 1954 184. Jahrgang Giehener Anzeiger Staviskys Flucht aus Paris Paris, 8. Ian. (DNB.) lieber die Flucht Sta- vifkys aus Paris am Weihnachtsabend sickern jetzt Einzelheiten durch. Picaglio, der als Stavijkys Freund a n d e r Z e i t u n g „V o l o n t e" arbeitete, wurde am 23. Dezember von Stavisky angerufen. Stavisky fragte ihn, ob er, wie alle Jahre, seinen Weihnachtsurlaub in seiner Villa in Cervoz verbringen werde. Als Picaglio bejahte, antwortete Stavisky, daß er sich ihm anschließen werde. Am 24. Dezember verließen sie im Auto Paris, übernachteten in Fontainebleau und fuhren am 28. Dezember nach Dijon weiter. Sie unterbrachen jedoch wegen schachten Wetters ihre Autofahrt und fuhren mit der Eisenbahn weiter. Da die Zentralheizung der Villa Picaglios in Cervoz nicht in Ordnung war, mietete Picaglio in feinem Namen eine Nachbarvilla. Er verließ am 28. Dezember Cervoz wieder. Nach seiner Ankunft in Paris erfuhr er von dem Haftbefehl gegen Stavisky. Paris, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Echo de Paris" berichtet aus Madrid, daß Stavisky im Juli 1932 auch in Spanien einen groß angelegten Betrug vollführen wollte. Mit Hilfe einflußreicher Persönlichkeiten habe er in Madrid die Gründung einer Landwirtschaftlichen Kreditbank mit einem Kapital von 500 Millionen Pesetas geplant. Sein eigener Anteil habe 50 Millionen betragen sollen. Die Verträge seien bereits fertiggestellt gewesen, als ein Mitglied des Derwaltungs- rats, "durch eine Aeußerung Staoiskys mißtrauisch gemacht, die sofortige An Zahlung seines Anteils gefordert habe. Stavifkv fei darauf Als der verhaftete Direktor des Credit Municipal von Bayonne, Tiffier, von dem Selbstmord Staviskys hörte, soll er auegerufen haben: „Das ist unmöglich. Ein Mann wie Stavisky bringt sich nicht um." Auch der Rechtsbeistand Tissier' teilt diese Auffassung und erwartet eine gerichtsärztliche Untersuchung. Die Rachrichl von dem Selbstmord fand nicht überall Glauben. In vielen Kreisen wurde von einem Vertuschungsmanöver der Polizei gesprochen, die einen für viele Persönlichkeiten stark belastenden Mann habe verschwinden lassen wollen. Der sozialistische „Populaire" und die kommunistische „humanite sind natürlich lebhaft bemüht, den Fall Stavisky in ihrem Sinn propagandistisch auszuwerten. Dazu gehöre es wohl auch, wenn von ihnen behauptet wird, Stavisky habe als Polizeispitzel gearbeitet. Dabei habe er in vieles Einblick gewinnen können. Ieht, wo er unbequem werde, habe man l h n beseitigen wollen. 3a, die Urheber dieser Information versteigen sich sogar zu der Behauptung, daß zwei Polizei- beamte in aller Stille mit der Mission betraut worden seien, Stavisky ins Jenseits zu befördern. Man habe einen Selb st mord nur vorgetäuscht. „Aber", so fährt das Blatt fort, „wie der Selbstmord des Reinac nicht den Panamaskandal verhindert hat, und ebenso wie der Selbstmord des Obersten Henry die Dreyfuß-Asfäre nicht zu verstecken vermochte, dürfte auch der sogenannte Selbstmord Staviskys nicht den Bayonner Skandal vertuschen." Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8' /zUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm «Breite 7 Rpf., für Textanzeigen DonVOmm Breite 60 Rps.,Platzvorschrift oder schwieriger 5atz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein- den sie mich nicht kriege n." Picaglio reifte nach Paris zurück, nachdem er Stavisky erklärt hatte, das er ihn nicht anzeigen werde, weil Stavisky sich während einer Krankheit seiner Tochter gegenüber sehr gefällig gezeigt hatte. Stavisky wollte auch Spanien beglücken. Paris, S.Ian. (DRV.) Der Riesenbetrüger Stavisky hat am Montag in einer von ihm gemieteten Villa in Ehamonix einen Selbstmordversuch unternommen, indem er sich eine kugel durch den Kopf jagte. In der Rächt zum Dienstag ist er der schweren Schuhverlehung, die er sich beigebracht hat, erlegen. Stavisky reiste in Begleitung eines übel beleumundeten und mehrfach vorbestraften Mannes, dessen Rame noch nicht bekanntgegeben worden ist. Während Stavisky sich bereits einen ge- fälschten Pah besorgt Halle, was seine Flucht erleichterte, reiste sein Begleiter auf seinen richtigen Ramen. Polizeibeamte verfolgten deshalb auch zunächst die Spur des Letzteren, die nach Ehamonix zu einer Villa führte. Die Beamten umstellten das Haus, während der Besitzer versuchte, sich Einlaß zu verschaffen. Er überstieg die Gartenmauer und klopfte an die Verandatür, ohne Antwort zu erhalten. Während er eine Fensterscheibe eindrückte, um den Riegel des Fensters zu öffnen, ertönte ein Schuh. Bald darauf fand man Stavisky röchelnd in einem der Zimmer liegen. Der Arzt stellte den Ein- und Aus- schuh am Kopf fest und erklärte, dah Stavisky nur noch wenige Stunden am Leben bleiben könnte. ♦ Paris, 8. Jan. (DNB.) Kolonialminister D a l i- m i e r hat Montag abend dem Ministerpräsidenten Chautemps sein Rücktrittsschreiben überreichen lassen. Ministerpräsident Chautemps hat den Rücktritt angenommen. In dem Rücktrittschreiben nimmt Dalimier auf die einmütige Bestätigung Bezug die der Kabinettsrat der völligen Kor- r ek't heit seinerHandlung gezollt habe, und hebt hervor, daß ihm in der ganzen Angelegenheit kein Vorwurf gemacht werden könne. „Ich biete Ihnen, Herr Ministerpräsident", so heißt es dann weiter, „meinen Rücktritt an. Ich will nicht das Risiko übernehmen, daß meine Handlung als Arbeitsminister 1932 selbst ungerechtfertigter Weise Ihrer jetzigen Regierung zum Vorwurf gemacht werde. Ich lege Wert auf die erneute Feststellung, daß Sie zu keinem Zeitpunkt meinen Rücktritt gefordert haben. In dem Antwortschreiben des Ministerpräsidenten Chautemps heißt es nach einem Hinweis auf die Tatjache, daß der Kabinettsrat einmütig d i e Gutgläubigkeit Dalimie rs anerkannt hat: „Wir find der Ansicht, daß Sie nach völliger Entlastung Ihrer etwaigen moralischen Verantwortung sich Ihre politische Freiheit wieder nehmen müssen, um sich gegen ungerechte Angriffe zu verteidigen. Ich kann mich mit dem Ausdruck des Bedauerns über Ihren Entschluß vor Ihren Beweggründen nur beugen, und ich versichere Sie nochmals meiner freundlichen Achtung. Der durch den Rücktritt Dalimiers freigewordene Posten des Kolonialmini st ers wird nach allgemeiner Auffassung Arbeitsminister Lamoureux übertragen werden, während der Minister für die Handelsmarine F r o t das Arbeitsministerium übernehmen und selbst durch den Unterstaatssekretar im Innenministerium Bertrand ersetzt werden dürfte. Der halbamtliche „Petit Parisien will die Möglichkeit einer großen Kabinettsumbll- freie Regierung. Die Vereinigten Staaten seien niemals Anhänger der Isolierung in Handelsangelegen, heilen gewesen. Aber in allen politischen Dingen seien die Amerikaner Anhänger der Iso» (ierung und würden es hoffentlich auch immer bleiben. Die Führer der Nation sollten sich a b - feits von europäischen Streitigkeiten halten. Die Vaterlandsliebe müsse so angefeuert werden, daß dem aus mannigfaltigen Teilen gemischten amerikanischen Volke ein edler Stolz auf ihr Land eingeflöht werde. Oie Abrüstung. Sir John Simon erstattet dem Ministerpräsidenten Bericht. London, 8. Jan. (DNB.) Ministerpräsident M a c d o n a l d ist aus Schottland nach London zu- rückaekehrt. Er hatte heute vormittag eine lange Besprechung mit Sir John Simon über den gegenwärtigen Stand der Abrüstungsfrage. Der britische Außenminister hat Macdonald ausführlich über seine Besprechungen in '.Rom und Paris Be- richt erstattet. Entgegen den bisherigen Erwartungen meldet Reuter, dah für die nächsten Tage weder mit einer Kabinettssitzung noch mit einer Sitzung des Abrüstungsausschusses des Kabinetts zu rechnen ist, d>e speziell die Abrüstungsfrage zu beraten hatten. Diese Verschiebung sei nicht etwa so aufzufassen, alt ob man die Abrüstungsfrage weniger tatkräftig w-i- ter behandele, sondern weil man der Ansicht sei, daß die Zeit der Verhandlungen zur gegenseitigen Unterrichtung der Regierungen noch nicht abgeschlossen sei. Diese Verhandlungen wären noch das nicht das Entscheidende, sie haben vor der Hand noch Raum genug. Für sie geht es um Lebensfragen ganz anderer Art. Beide sind sie bei der Grenzverteilung Südamerikas sehr schlecht weg- gefommen. Sie sind eingeklemmt zwischen ihre Nachbarn ohne eigenen Zuga n g zu m Meere. Paraguay hat wenigstens noch die Möglichkeit, durch den schiffbaren Strom, von dem es feinen Namen hat, unmittelbaren Anschluß an den Weltverkehr zu finden. Bolivien dagegen — übrigens eins der Länder mit dem relativ stärksten Ausfuhrüberschuß — ist von allen Seiten eingeengt und auf den guten Willen feiner Nachbarn angewiesen, wenn es den Anschluß an die Weltwirtschaft nicht verpassen will. Das war nicht immer so, es hatte ursprünglich einen Ausgang zum Stillen Ozean. Nach dem unglücklich verlaufenen „Salpeterkrieg aber, den es zusammen mit Peru gegen Chile führte verlor es seinen Hafen und war nun vollständig auf die Hochebene zurückgedrückt. Kem Wunder, daß es nun aus dieser Gefahr einer wirtschaftlichen Erstickung nach der anderen Seite drückte und von Paraguay die Abtretung des Chaco-Gebietes forderte, mit dem auch Bolivien wenigstens an die großen Binnenwasier- strahen Südamerikas Anschluß gefunden hatte. Paraguay wieder lehnte das ab, nicht nur aus Prestigegründen, sondern auch weil dann seine Hauptstadt unmittelbar an die neue Grenze gekommen wäre, also unter ständiger Bedrohung gelegen hatte. Im Hintergründe sprechen dabei noch starke wirtschaftliche Interessen mit, die in die Richtung der Vereinigten Staaten weisen. Man nimmt an, daß in dem strittigen Objekt große OeIvorrate vorhanden sind, dah in ihm also Zukunstsmoglich- Nr. 7 Erstes Blatt Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsvrechanschlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen poftschecktonto: Zrontsurt am Main liose feiten von unvorstellbarer Ausdehnung schlummern. Und deshalb sind es wohl auch nicht zuletzt dl e amerikanischen Banken gewesen, die diesen ganzen Krieg finanziert haben. Bolivien war dabei von vornherein in der ungünstigen Lage, well die an sich schon großen Schwierigkeiten Des Klimas seine Position als Angreifer gefährdeten, und diesen örtlichen Nachteilen ist es nun auch zum Opfer gefallen, obwohl es nach der Bevölkerungszahl viel stärker ist. Das ganze Problem beruht dann, daß die Aufteilung des alten spanischen Kolonialbesitzes in vernünftigen Formen bisher noch nicht gelungen ist. Wir haben in den letzten Jahren ja auch noch andere kriegerische Auseinandersetzungen in Südamerika erlebt; aber in einem Lande, wo Tausende von Quadratkilometern schließlich noch keine Rolle spielen, wo zudem bei ruhiger Ueberlegung die wirtschaftlichen Interessen mehr miteinander als gegeneinander gehen, sollten eigentlich doch die Voraussetzungen geschaffen fein, zu einer befriedigenden Verständigung zu kommen. Senator Borah für politische Isolierung. Amerika soll abseits von europäischen Streitigkeiten bleiben. N e u y o r k, 9. Jan. (Reuter. Funkspruch.) In einer Rede vor,dem Senatsausschuß für auswärtige SUnaeleqenfreiten fugte Senator Borat), Isolierung bedeute in Wahrheit Freiheit des handelns und Unabhängigkeit des Urteils. Sie bedeute nicht Bereinfamung für eine Seit Jahr und Tag fchon herrscht — trotz des Völkerbundes und trotz eifriger Bemuhunaen der amerikanischen Staaten . 3 ™11 4 c ,n $ a r guay und B ° N ° i - n e>n Krieg tief im Urwald. Er ! di eint fetzt mit einem Erfolge Paraguays geendet zu haben, das einen vollständigen Sieg m t der Gefangennahme von dreizehn Regimentern melden konnte Die unter der Vermittlung des Pan- orbnuna der Gebiete, um die es hier geht. Immerhin ift 9bas Kampfobjekt, das Gebiet des Chaco Boreal umfangreich genug, um. wenn es einmal kultiviert ist viele Millionen Menschen aufzunehmen ist jedenfalls um ein Vielfaches großer als die Gebiets die Deutschland in dem Versailler Vertrag ^^Für^die^"kriegführenden Parteien selbst aber ist glauben. v Das Echo, das das Treffen bisher in der französischen Presse findet, ist äußerst gering; meistenteils begnügt man sich mit einem unkommentierten Bericht. Einzig und allein die Emigrantenpresse widmet der Zusammenkunft fpaltenlange Artikel. Aus jeder Zeil spürt man die Angst, daß diese Jugend aus Deutschland mit einem anderen Bild und einer anderen Auffassung von Nationalsozialismus zurückkehren könnte, als es die Emi- grantenpresfe zu zeichnen sich bemühte. So wird aus dieser ängstlichen Aufregung der Emigranten der Wert und die Wichtigkeit des Treffens offenbar. Hier kehrt eine Gruppe von Menschen nach Frankreich zurück, die Deutschland ohne di e E m i g r ante n b r i l l e gesehen und die erlebt hat, daß die deutsche Jugend nicht nach Krieg und Revanche schreit sondern daß sie ohne plumpe und ehrlose Anbiederung zu einer ehrenvollen Verständigung mit dem alten „Erbfeind" bereit ist. Auf der anderen Seite aber darf das Gewicht eines derartigen Treffens nicht überschätzt werden. Die Wirklichkeit der großen Politik mit ihren noch immer offenen Gegensätzen wird in absehbarer Zeit kaum durch den guten guten Willen der Jugend der beiden Völker beeinflußt werden, es fei denn, es gelänge der französischen Jugend, die Deutschland noch immer erniedrigende und entwürdigende Zwangs- ordnung von Versailles zu liquidieren. Oer Hauptschuldige im Bayonner Leihhausskandal verübt Selbstmord. Oie Polizei entdeckt Stavisky in Ehamonix. - Oer Betrüger erschossen aufgefunden. Mißtrauen in Paris. düng noch nicht völlig ausschalten und spricht in diesem Zusammenhang wieder van der Möglichkeit einer Uebernahme des Außenministeriums durch Herrivt. In 5 Fahren 19 mal vertagt. Wie Stavisky seine Prozesse zu verschleppen verstand. Paris, 9. Jan. (DNB.) Der Generalstaatsanwalt hat am Montag eine eingehende Untersuchung darüber angestellt, wie es Vorkommen konnte, daß der Prozeß, der gegen Stavisky seit 5 Jahren vor der 13. Pariser Strafkammer anhängig ist, nicht weniger als 19 M a l zur Verhandlung anberaumt und ebenso oft wieder a u f später verschoben worden ist. In diesen 5 Jahren standen vier verschiedene Präsidenten der 13. Strafkammer vor. Zwei von ihnen sind inzwischen gestorben, 5 Staatsanwälte hatten den Fall nacheinander in ihren Händen. Als die Angelegenheit im Juni des vergangenen Jahres zum letztenmal zur Verhandlung anberaumt war, erschienen weder der Angeklagte noch die Privatkläger noch die Zeugen. Die Rechtsanwälte Staviskys legten ein ärztliches Gutachten vor, wonach Stavisky leicht geistesgestört fein sollte. — Die nächste Verhandlung in diesem verschleppten Prozeß gegen Stavisky war auf den 26. Januar d. I. angefetzt worden. Als Anwalt Staviskys wäre dann der radikale Abgeordnete Hesse vor Gericht erschienen. Da Abgeordneter Hesse Vizepräsident der Kammer ist und am heutigen Dienstag bei Wiederzusammentritt des Parlaments das Präsidium neu gewählt werden muß, nimmt man an, daß sich der Abgeordnete Hesse unter diesen Umständen nicht wieder um den Posten eines Vizepräsidenten der Kammer bewerben wird. Rücktritt Oalimiers. Bleibt es bei einer Personalverschiebung im Kabinett Chautemps? Landnöten. Jenes Wort „EinEuropaderaufrechten Daterlände r", das man dem Film „A m H i m- mel Europas" zum Geleit mitgegeben hat, könnte man auch als Motto dem gegenroärtia in Berlin stattfindenden d e u t s ch - f r a n z ö f i f ch e n Jugendtreffen mitgeben. Auf dieser vom Sol- bergfreis einberufenen und von der Hitlerjugend geleiteten Veranstaltung trifft sich die Jugend zweier, seit Jahrhunderten miteinander im Kampfe liegenden Nationen, um sich vorurteilslos und ohne Scheuklappen kennen und vielleicht verstehen zu lernen. Wir Deutschen stehen erfahrungsgemäß derartigen Veranstaltungen skeptisch gegenüber. Wir erinnern uns an die unzähligen Versuche, die vor allem die deutsche Jugend in dem vergangenen Jahrzehnt in dieser Richtung gemacht hat und die trotz der denkbar größten Aufrichtigkeit auf beiden Seiten immer wieder im Sande verlaufen sind. Wir erinnern uns auch des greifen Mac Sagnier, der mit feiner „Jeune Rspubliquö" einer der mutigsten Vorkämpfer auf französischer Seite war und der sich besonders mit seinem Bemühen um das Verständnis der deutschen Jugend verdient gemacht hat. Trotzdem dürften die schlechten Erfahrungen des letzten Jahrzehnts nicht ohne weiteres übertragbar und maßgeblich fein für das augenblicklich stattftn- dende deutsch-französische Jugendtreffen. Man muß nämlich berücksichtigen, daß damals eine pazifistische ober vornehmlich konfessionell eingestellte Jugend die Brücken zu unserem westlichen Nachbarland zu schlagen versuchte und es dabei oft an Vorsicht fehlen ließ, während hier und heute derselbe Versuch von einer bewußt nationalistischen Jugend gewagt wird. In den Begrüßungsanspra- chen betonten sowohl die französischen Delegierten wie die deutschen Vertreter, daß sie grundsätzlich jede Form eines würdelosen Pazifismus ablehnten, und daß sie sich von vornherein der völkischen eigenarten und der nationalen Grenzen bewußt sein wollten. Aber gerade darum, w e i l sie zu ihrem eigenen Volk in einem Verhältnis der bedingungslosen Bejahung stünden, darum seien sie auch innerlich bereit und willens, den Werten fremder Nationen und Volkstümer Achtung und Verständnis entgegenzubringen. ,, . Nach dem bisherigen Verlauf des Treffens scheint sich tatsächlich unter diesen Voraussetzungen eine fruchtbare Zusammenarbeit anzubahnen und zu entwickeln. Vor allem die am dritten Tage des Treffens stattgefundene Debatte über „Jugend und Sozialismus", bei der von deutscher Seite Hajo von Hadeln, der Führer der Berliner Studentenschaft und von französischer Seite der Schriftsteller Pierre DrienlaRochelle sprachen, ist in dieser Hinsicht bemerkenswert gewesen. Symptomatisch für die Grenzen einer möglichen Verständigung waren dabei vor allem die Sätze des französischen Vertreters, die konkret auf den von Hadeln herausgestellten Sozialismus der deutschen Jugend Bezug nahmen. „Wir anerkennen", so anroortete la Rochelle, „daß Deutschland nicht durch Theorien, sondern durch eine verjüngte Rasse seiner Führer den Sozialismus verwirklichen will Werm der französische Nationalismus das auch noch nicht verstehen kann, so muß er es doch vertrauensvoll Er reifte schleunigst wieder zurück imb überbrad)te i W* Zinteiis om Stavisky biefe Nachricht. Stavisky erwiderte darauf: auf Nimmerwiederfeyn oer,cywu.u mit dem Revolver spielend: „Lebendig wer-j nützige Anzeigen sowie ein- General-Anzeiger sur «erhessen -Z-W Vereins- u.Tageskalender Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfitätsvuch- und Steindruckerei H. fange in Sietzen. Schristle'tung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 im T-xtt-ii 12 Ryf. j- mm nicht so weit gediehen, daß die geplanten Sitzungen des Kabinetts und des Kabinettsausfchusfes nützliche Ergebnisse bringen könnten. Abrüstung und politische Entspannung blieben Endziel der britischen Politik. Oie Katastrophe im Tkelson- Gchacht. Neue Berhaftungen.-Dreizehn Todesopfer beigesetzt. Ossegg, 8.Ian. (DNB.) Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurden Montag nachmittag außer Generaldirektor Locker Betriebsdirektor Dr. ing. K a r l i k sowie drei Ingenieure, ein Obersteiger und ein Steiger verhaftet. Unter ungeheurer Beteiligung der Bevölkerung, der Behörden und verschiedener Verbände wurden die 13 geborgenen Toten des entsetzlichen Grubenunglücks in Ossegg zu Grabe getragen. Die Särge waren auf dem Marktplatz aufgebahrt worden. Von dort bewegte sich der Trauerzug durch das Spalier der Vereine von Ossegg nach dem Friedhof. Nach Ossega waren Sonderzüge eingelegt worden, die Tausende zu den Trauerfeierlichkeiten heranbeforderten. Zum Zeichen der Trauer waren alle Geschäfte geschlossen. Als sich der lange Trauerzug in Bewegung setzte, ertönten für eine volle Stunde die Sirenen der Fabriken und Zechen. Laternen auf Straßen und Plätzen wurden entzündet. Die Särge wurden nicht in einem Massengrabe, sondern in acht einzelnen Gräbern und in fünf Familiengräbern beigesetzt. Am offenen Grabe sprach für die Stadtgemeinde Ossegg der deutsche Bürgermeister Bürger und sein tschechischer Vertreter, S i p l, sowie Vertreter der Arbeiteroerbände. In Prag wurde ebenfalls zum Zeichen der Trauer für eine Stunde die Straßenbeleuchtung entzündet und der Verkehr um 15 Uhr für eine Minute stillgelegt. Die Fußgänger blieben entblößten Hauptes stehen. Sämtliche Gruben des nordwestböhmischen Kohlenreviers haben am Montag wegen der Trauerfeierlichkeiten nicht gearbeitet. Die Zahl ber Hinterbliebenen der 142 verunglückten Bergleute der Nelsonschächte beträgt 126 Witwen und 194 Kinder. Das jüngste Todesopfer war 21, das älteste 55 Jahre. Ledig waren 13, verwitwet 3, verheiratet 126. Eines der Opfer hinterließ 6 und eines 7 Kinder. Bisher sind an Stiftungen 2 Millionen tschechischer Kronen eingelaufen. Doüsliß kündigt verschärften Kamps gegen die nativnalsozialifttsche Bewegung an. GinAufruf derRegierung als Auflagenachricht.-Kommentare verpresse verboten Wien, 8. Jan. (DNB.) Das Kabinett trat heute nachmittag unter dem Vorsitz des Bundeskanzler Dollfuß zu einem außerordentlichen Kabinettsrat zusammen, in dem ausschließlich neue Abwehrmaßnahmen gegen bie an« wachsenbe national sozialistische B e - w e g u n g in Oesterreich erörtert wurden. Es wurde der Erlaß eines Aufrufs der Bundesregierung an das österreichische Volk beschlossen, der der Presse als „Pflichtnachricht" zum Abdruck übermittelt wirb. Das Kabinett hat in der Sitzung, wie es in ber amtlichen Mitteilung heißt, „einen Bericht über bie in den letzten Tagen besonders verschärfte und offensichtlich organisierte nationalsozialistische Agitationstätigkei entgegenaenommen, die mit zahlreichen Terrorakten verbunoen war. Die hierdurch notwendig gewordenen Maßnahmen hätten die einhellige Billigung des Ministerrats gefunden. Der Aufruf „An Oesterreichs Volk" spricht davon, daß sich die Bundesregierung bisher auf eine maßvolle Abwehr beschränkt habe, in der Hoffnung, es werde endlich „Vernunft über Wahnsinn den Sieg davontragen." Aus dieser Erwägung sei in den Weihnachts- und Neujahrstagen auch eine Reihe von Gnadenakten vorgenom- rnen worden. Die daran geknüpften Hoffnungen seien vergeblich gewesen. In den letzten Tagen seien nicht weniger als 140 „Sprengstoisanschläge" in allen Teilen des Bundesgebiets verübt worden. Die Bundesregierung hat beschlossen, .nunmehr mit allen, auch den schärf st en Mitteln, diesen Akten des Terrors ein für allemal ein Ende zu setzen. Mit dem heutigen Tage seien daher st arke Abteilungen des Freiwilligen Schutzkorps aufgeboten worden, die gemeinsam mit der Polizei und Gendarmerie alle Versuche, dieses „verbrecherische Treiben" fortzufetzen, zunichte machen würden. Dem Aufruf ist außerdem ein entsprechender Kommentar der Politischen Korrespondenz gleichfalls als Pflichtnachricht beigefügt. In ihr wirb ebenfalls das „Entgegenkommen", das ber österreichische Bundespräsibent burch verschiedene Gnadenakte bewiesen habe, besonders hervorgehoben. Diese seien von den „staatsfeindlichen Elementen" schlecht aelohnt worden. Mit Beginn des neuen Jahres habe eine verstärkte Terroraktion eingesetzt, die bis heute unvermindert anhalte. Wiederum wird von nicht weniger als über 140 Sprengstoffanschlägen in allen Bundesländern gesprochen, in bie offenbar auch alle Knallfrösche und Papierböller eingerechnet worden sind. Dazu käme eine große Zahl von Aktionen gegen Dergnügungs-' lokale und Gaststätten, Geschäfte, wo Tränengasbomben geworfen worden seien und mehr als 100 größere Einzelfälle „bübischer Ueberschreitungen" durch Beschmieren von Gebäuden, Hissen von Hakenkreuzfahnen, Ausstreuen von Hakenkreuzen, Propagandaschriften usw. Alles in allem eine Auslese, die das Verhältnis zwischen ber Regierung Dollfuß und der österreichischen Bevölkerung nur zu klar beleuchtet. Jede Aeußerung zu dem Beschluß des Ministerrates zur Abwehr der nationalsozialistischen Tätigkeit ist der Presse strengstensverboten. Die Zeitungen sind sogar nochmals darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Auflagenachrichten über den Aufruf der Bundesreaierung an das österreichische Volk nicht als solches gekennzeichnet werden darf. Von ber Auslegung ber Bestimmung, die aber ausdrücklich dahin geht, daß zustimmende Aeußerungen nicht als verbotene Zusätze zu dieser Nachricht auf- gefaßt werden, haben nicht einmal alle dem ^Regime Dollfuß nahestehende Blätter Gebrauch gemacht. Die christlich-soziale „R e i ch s p o st" natürlich glaubt wieder einmal von dem Ende des Nationalsozialismus in Oesterreich sprechen zu können. Die amtliche „W i e n e r Leitung7' gibt dem österreichischen Nationalsozialismus wenigstens einen Fanatismus zu, ber einer besseren Sache roürbig wäre. Sie ruft zu einer Art heiligem Krieg auf unb erklärt, wer sich in biefem heiligen Feldzug abseits stelle, der exkommuniziere sich selbst aus dem österreichischen Staatsverbanb. Die „Neue Freie Presse" meint, es zeige sich, baß nicht einmal bas Stand- recht, das doch auch für Sachbeschädigung angewandt werden soll, daß nicht einmal diese Waffe, die härteste und die unerbittlichste, die eine Regierung au gebrauchen vermöge, imstande fei, die Nationalsozialisten von ihrem Plan abzuhalten. Die organisaionschen Grundlagen des ASLV. Bayreuth, 8.Jan. (DNB.) Der ReichsleiterI des Nationalsozialistischen Lehrerdundes, Staatsminister S ch e m m , teilt mit: Am 4. Januar wurde in der Reichsleiter- und Amtsleitertaguna der PO. die endgültige Festlegung der organisatorischen Grundlagen des NSLB. zum; Abschluß gebracht. Der Leiter der PO., Pg Dr. I Ley, würdigte vollauf die gewaltige Zukunstsauf- gabe des NSLB. Er muß in allen feinen Gliederungen eine durchaus zuverlässige, schlagkräftige, im Dienste des Nationalsozialismus stehende Organisation sein. In vollster Anerkennung unb Würdigung dieser Notwendigkeiten fand Die von der Obersten Leitung der VO. am 13. Dezember 1933 erlassene Verfügung Üoer das nationalsozialistische1 Erziehungsleben sinngemäß Auslegung. ! Diese Ausführungsbestimmungen bringen klar unb deutlich noch einmal das schon am 8. Dezember 1933 in einer von Dr. Frick, Rudolf Heß, Dr. Ley,1 Dr. Schmitt unb Schemm unterzeichneten Verfügung erlassene Verbot zum Ausdruck, nach welchem ein Wiederaufleben aufgelöster ober in Auflösung befinblidjer Verbände unbedingt verboten ist. Die gesamten Mitglieder des NSLB. (neun Zehntel aller Erzieher Deutschlands) stellen die gleichgeschaltete, aus den früheren Organisationen gebildete Gesamterzieherorganisation, eben den NSLB. Die Mitglieder des NSLB., die zu gleicher Zeit e i n g e t r a •. gene Mitglieder ber NSDAP, sinb, wer-! dm laut Verfügung im Amt für Erzieher (NSLA) innerhalb des NSLB. zusammengefaßt. Diese Verfügung ist im Licht ber Totalität ber nationalsozialistischen Staatsidee unb im Hinblick auf die vom Führer so oft betonte Totalität ber Erziehungsidee auch eine Selbstverständlichkeit. Sie sichert die Einheit des deutschen Erziehungsgedankens unb verneint bas bunte Vielerlei der in der libsralistischen Zeit bestehenden Lehrerorganisationen mit den verschiedensten, teils parteilichen, teils materiellen, teils beruflichen, teils standespolitischen Interessen Der NSLB. erklärt nachdrücklich wiederholt, daß sich seine Aufgaben auf der ideellen, völkischen, na- s tionalsozialistischen, sachlichen unb päbagoqischen Ebene befinden. Niemals werden im NSLB.1 im Hinblick auf feine hohe Erziebunqsaufaabe ft a n- despolitische, materielle unb wirtschaft- liche Fragen bominierenbe Kraft besitzen können. Wir verkünden das absolute Primat der na-! tionalsozialistischen Weltanschauung auf allen Gebieten der Organisation des NSLB. Wir wissen auch, daß bie Proklamierung bes Primats der na« j tionalsozialistischen Weltanschauung bie Facharbeit bezüglich ihrer Qualität steigern wird Unter Hinweis auf die Verfügung vom 8. De- zember 1933 unb die Ausführungsbestimmungen! vom 4. 1. 1934 wirb in ber Verfügung der Reichsleitung ber NSLB. zum Schluß betont, daß mit diesen beiden Verlautbarungen, welche die Unterschriften ber hierfür zuständigen Führer tragen, nun nach langen und schwierigen Verhandlungen unb vielen Mißverstänbnissen endgültig für jeden Leiter ber verschiebenen Gliederungen bes NSLB. bie notwendigen Klarheiten geschaffen werben. Eine Verfügung Or. Leys. München, 8. Jan. (DNB.) Von ber PO. ist folgende Verfügung getroffen worden: 1. Der NSLB. ist die parteiamtliche Organisation des deutschen Erzieherlebens. Er umfaßt alle als Mitglieder im NSLB. organisierten Erzieher. 2. Die in ihm befindlichen eingeschriebenen Mitglieder der NSDAP, sind im Amt für Erzieher (NSLF.) zusammengefaßt und erhalten ihren gesonderten Ausweis (Mitgliedsbuch). 3. Die vom NSLB. getroffene Gliederung der Gaue, Kreise unb Ortsgruppen sowie die entsprechend gegliederte Facharbeit der Abteilung „Erziehung und Unterricht" gelten als zuständig. 4. Nochmals wird die Rückbildung ausgelöster oder in Auflösung befindlicher Verbände strengstens verboten. 5. Selbständige, in den NSLB. als Fachschaften nicht eingegliederte wissenschaftliche Fachverbände können mit den gleichlaufenden Fachschaften des NSLB. zum Zwecke der Verwertung ihrer Leistungen in Verbindung treten. München, 4. Januar 1934 gez. Dr. Robert Ley. NSLB. und Reichsbund Oeulscher Beamten. Berlin, 8. Jan. (DNB.) Der Reichsführer des NSLB., Hans Schemm gibt bekannt: Auf Grund einer Vereinbarung mit dem Führer der Beamten- organifation, Neef, gilt im Hinblick auf bie organisatorische Verankerung von Erziehern innerhalb bes Reichsbundes Deutscher B e - amten die Bestimmung, daß Erzieher Deutschlands, die gewillt sind, innerhalb bes Reichsbundes Deutscher Beamten irgendeine Aufgabe ober ein Amt zu übernehmen, Mitglieder des NSLB. sein müssen. Der Reichsbund Deutscher Beamten lehnt mit Rücksicht auf die in München getroffenen Abmachungen jeden deutschen Erzieher als Mitglied ab, der nicht Mitglied des NSLB. ist. Daraus ergibt sich,,daß jeder deutsche Erzieher in erster Linie die Aufgabe hat, feine Mitgliedschaft beim NSLB. zu erwerben. Die Verhütung erbkranken Nachwuchses. Ministerialrat Dr. Gütt über die Durchführung des neuen Gesetzes. Berlin, 8. Jan. (DNB.) Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses ist bekanntlich am 1. Januar in Kraft getreten. Der zuständige '.Referent im Reichsmimsterium des Innern, Ministerialrat Dr. Gütt, sprach in einer Pressebesprechung über die Durchführung bes Gesetzes, insbesondere über das Gerichtsverfahren. Die Rechtsprechung soll aufgebaut fein auf biologischem Denken, wobei es unmöglich ist, alles in juristifche Formeln zu fassen. Das neue Recht soll nicht formalistisch ober losgelöst vom Menschen fein, fonbern es soll ber Erhaltung bes Lebens und der Erhaltung unserer Art und Rasse dienen. Bei ber Beurteilung bes Einzelfalles werden Richter und Aerzte verantwortungsbewußt immer von zwei Voraussetzungen ausgehen: 1. Die Sterilisierung ist nur zulässig, wenn bie Krankheit ärztlich einroanbfrei feftgeftellt ist, und wenn 2. bas Erbgesunbheitsgericht nach freier B e« weiswürdigung zu dem Ergebnis kommt, daß die Nachkommen mit großer Wahrscheinlichkeit erbkrank sein werden. Dabei ist bie ethische Grundlage einer solchen Entscheidung eindeutig und klar: Es soll in der Zukunft erbkranker Nachwuchs nicht mehr entstehen, die Familie vor unendlichem Leid, bie Allgemeinheit aber vor neuer Belastung bewahrt werden. Sofern dieses Ziel auf andere Weise erreichbar ist, hält der Gesetzgeber die Anwendung des Eingriffs nicht für unbedingt notwendig. Es sollen darum Personen, die sowieso als bauernd anstaltsbedürftig verwahrt werden, nicht ft e r i I i f i e r t werben, wie es auch unbedenklich erscheint, von (Eingriffen abzusehen, wenn Erbkranke jich freiwillig in einer 21 n ft a 11 verwahren lassen. Wenn Gefahr für das Leben besteht, kann ber Eingriff unterbleiben. Grundsätzlich finden auf das Verfahren vor dem Erbgesundheitsgericht die Vorschriften ber Freiwilligen Gerichtsbarkeit Anwendung. Es sind eine ganze Reihe von Bestimmungen geschaffen worden, um jeden Mißgriff auszuschließen. Besonders hervorzuheben ist, daß das Gesamturteil immer nur nach sachlichen medizinischen Grundsäken unb nach den Erfahrungen der ärztlichen Wissenschaft zu fällen ist. Die Amtsärzte und Gerichte werden die Fälle nach ihrer Dringlichkeit zu de« handeln haben. So wäre es z. B. nicht sinngemäß, jetzt schon sofort Anstaltsinsassen zu sterilisieren, die vielleicht erst nach einem Jahr aus der Anstalt entlassen werden, ober mit Schulkindern zu beginnen, bei denen bie Gefahr der Erzeugung erbkranker Nachkommen nicht dringend zu befürchten ist. Dr. Gütt erklärte zum Schluß, baß mit ber Sterilisierung ber erbkranken Perjonen allein bie Gesundheit unseres Volkes nicht zu sichern fei, wenn es nicht gelänge, bie erbgefunben Familien zu fördern und die für die Erhaltung unseres Bestandes notwendige Zahl gesunder Kinder zu gewährleisten. Diesbezügliche positive Maßnahmen der Reichsregierung seien in Vorbereitung. Die Bluttat in her Rächt zum 31. Januar. Die Anklage gegen die Mörder des Sturmführers Maikowfki und des Polizeioberwachtmeisters Zaur.tz. Berlin, 8. Jan. (DNB.) Der Maikowski-Prazeß ist nach zwölf Verhandlungswochen in fein Schluß- ftahium getreten. Heute begann die Abrechnung des Staatsanwaltes mit den kommunistijchen Verbrechern, die in der hi st arischen Nacht zum 31. Januar 1933 die SA. - Männer bes Sturms 33 in ber Wallstraße in Charlottenburg überfielen. Bei diesem feigen, planmäßig vorbereiteten Feuerüberfall waren bie Sturmfüyrer Mai- ko w i k i unb ber Polizeioberwachtmeister Zauritz erschossen worden. Der Staatsanwalt erklärte u. a.: Es ist kein bloßer Zufall, daß gerade am 30. Januar der Angriff auf den Sturm 33 erfolgt ist. Nach der Ernennung des Führers der nationalsozialistischen Bewegung zum Reichskanzler bestand für die Kommune die letzte Möglichkeit, unter Umständen doch noch den Bürgerkrieg herbeizuführen. Es erging daher der Befehl zum Alarmzustand und zur Organisierung des politischen Massenstreiks gegen die „Hitler-Diktatur". Es wurde offen darüber gesprochen: „Heute abend gibt es in der Wallstraße dicke Luft." Als von einem Meldefahrer berichtet wurde, die SA. sei in der, Wallstraße, stürmte alles auf die Straße. Schlagartig setzte der Angriff der Kommunisten auf den SA.-Sturm ein. Schon zu Beginn ber Schießerei wurden der Polizeibeamte Zauritz unb ber Sturmführer Maikowfki löblich verwundet. Der Staatsanwalt erklärte bann, er halte die Angeklagten Rossel, Fleschenberg. Leese, Churazi und Plessow des versuchten Mordes für üb er führt. Zehn Angeklagte hätten sich der Rädelsführerschaft beim Landfriedensbruch schuldig gemacht. Strafbar gemacht Hütten sich alle 53 Angeklagten. Der Oberstaatsanwalt warf bann die Frage auf: „Warum werden die Angeklagten nicht beschuldigt, den Sturmführer Maikowfki unb ben Polizeibeamten Zauritz ermorbet zu haben? Darauf ist leider die enttäuschende Antwort zu geben: Es ift durch die Ermittlungen nicht nachgewiesen, daß einer der Angeklagten bie Löbliche Kugel auf die Erschossenen gefeuert habe. Die zur Zeit ber Tat bestehenden gesetzlichen Bestimmungen geben leider keine Handhabe, die Angeklagten zum Tode zu verurteilen. Ganz anders wäre es, wenn sie nur eine halbe Stunde später, am 31. Januar 1933, die Tat begangen hätten. Dann hätten sie die Todesstrafe verwirkt. Der Staatsanwalt ging auf bie Verteidigung ber Angeklagten während der Verhandlungen ein, die in der Hauptsache darin bestanden habe, jede Planmäßigkeit des Uederfalles abzuleugnen. Kaum jeweils fei fo viel gelogen worden, wie bei diesen Verhandlungen. Den Angeklagten Chorazy bezeichnete ber Staatsanwalt als den größten Rowdy in diesem Prozeß. Der Angeklagte Plessow, der ursprünglich wegen schweren Landfriebensbruches unb unbefugter Waffenführung angeklagt war unb gegen ben nachträglich die Anklage auch auf versuchten Mord ausgedehnt worden ist, habe bei ber kommunistischen Führung ein besonderes Vertrau n genossen. Merkwürdig sei, daß dieser Angeklagte, der während ber Dauer der Verhandlung mehrfach Krampfanfälle erlitten habe, einen Führerschein besessen habe unb ben politischen Anforderungen, die von feiten ber Kommune an ihn gestellt worben seien, sich stets gewachsen gezeigt habe. Pflege von Vo kslum und Hemai. Auch eine Ausgabe der Arbeitsfront. Berlin, 9. Jan. (VdZ.) Unter ben Aemtern bes neugeschaffenen Werkes „Kraft burch Freude" der Deutschen Arbeitsfront befindet sich ein Amt im Ausbau, dessen Ausgabe unb Bedeutung bereits durch feinen Namen gegeben ist: bas Amt für „Volkstum unb Heima t". Sein Leiter Werner Haverbeck hält für das Entscheidende, daß ber einfache Volksgenosse aus Ar- ■ beiter- und Bauerntum in den ihm gegebenen Mog- 1 lichkeiten unb Formen ein echtes Leben führt unb selbst mitgestaltet, anstatt irgendwelche Kultur nachzuerleben. Das Amt ist eingeteilt worden in Fachgebiete, die den großen Gesamtbereich vertreten. Es sind vor allem die drei großen Arbeitsgruppen zusammengefaßt worden: Das Erbe (Heimatschutz, Naturschutz, Denkmalspflege), bas Leben (Volkstum, Volkstanz, Laienspiel), b i e Fo rm e n g e st a l t u ng (Volkskunst, Gartenpflege), dann u. a. die Abteilungen für Volksmusik, Volks- tumstunbe, Volksbilbungsarbeit, Brauchtumspflege, Handwerkskultur. Mit der Durchführung dieser Aufgabe wird vom Amt „Volkstum unb Heimat" eine umfaffenbe Schulung im Verlauf biefes Jahres burchgeführt werden. In den Heimen der Arbeitsfront werden mehrwöchige Schulungskurse für die Lehrkräfte abgehalten werden, die bann wiederum in der Schulungsarbeit ber Arbeitsfront wie in der praktischen Arbeit der NS.-Gemeinschaft zum Einsatz gelangen können. * Don her Fabrikarbeiterin zur Hausgehilfin Berlin, 7. Jan. (Ddz.) Die Deutsche Arbeitsfront hat eine große Umjchulungsaktion eingeleitet, um die vielen Fabrikarbeiter rinnen, die ben Arbeitsmarkt belasten, in anderen ausgesprochenen Frauenberufen unterzubringen. Im Vordergrund dieser Bestrebungen steht die Umschulung ber Fabrikarbeiterin auf ben Beruf der Hausgehilfin. Unter Mitwirkung der NS.- Frauenschaft und ber Hausfrauenverbände ist eine Propagandaaktion eingeleitet worden, um ben Hausfrauen klarzumachen, daß es ihre Pflicht ist, die Arbeitsbeschaffung durch Einstellung einer Hausgehilfin zu fördern. Der Oberbürgermeister von Berlin hat zur Unterstützung dieser Aktion angeordnet, daß solche Mädchen und Frauen die fehlenden Bekleid u n g s st ü ck e für ihren neuen Beruf aus Wohlfahrtsmitteln erhalten sollen, wenn sie sie aus eigenen Mitteln nicht beschaffen können. Oie Neuordnung des evangelischen Zugenewerkes. Berlin, 8. Jan. (DNB.) Der Jugendführer der deutschen evangelischen Kirche, Zahn, hat folgende Bevollmächtigte zur Durchführung ber Neuordnung des evangelischen Jugendwerkes und ber Eingliebe- rung in die HI- ernannt: Für das Obergebiet West (im besonderen die Gebiete Ruhr-Niederrhein, Mittelrhein und Westmark) den Provinzial- Jugendpfarrer Dr. Voß (Düsseldorf). Für das Gebiet M i t t e l r h e i n Provinzial-Jugendpfarrep Bergmann (Magdeburg); für das Gebiet O st - land: Provinzial-Jugendpfarrer Engelbrecht (Königsberg); für das Gebiet Ku,rhessen: Landes-Jugendpfarrer von der Au, Darmstadt; für das Gebiet Hannover (insbesondere Braun- schweig): Pfarrer Mikner (Braunschweig); für das Gebiet Ostsee: Pfarrer Richnow, Finkenwalde bei Stettin. Gin evangelischer Pfarrer verhaftet. Dortmund, 9. Jan. (DNB.) Auf Anordnung des Geheimen Staatspolizeiamtes wurde der evangelische Pfarrer Bueltemeier in Dortmund» Martn in Schutzhaft genommen. Pfarrer Bueltemeier hat sich schon im Sommer bes Vorjahres durch beleidigende Aeußerungen gegen den Kultusminister Rust unangenehm bemerkbar gemacht. Damals entging er nur einer empfindlichen Bestrafung, weil der Minister keinen Strafantrag gestellt hatte. Ein Einschreiten der Behörden ließ sich aber nicht mehr vermeiden, als der Pfarrer den ihm anvertrauten Konfirmanden die Anwendung des deutschen Grußes beim Betreten ber Unterrichtsräume untersagte unb durch Rundschreiben bas zwischen bem Reichsbischof und dem Führer ber Hitler-Jugend durchgeführte Einigungswerk der Jugend zu sabotieren versuchte. Oienftentlaffung von Beamten bei strafrechtlicher Verurteilung B e r I i n , 9. Jan. (VdZ.) Das Preußische Staatsministerium hat ein Gesetz beschlossen, wonach in allen Fällen, in Denen gegen einen Beamten in ber Zeit vor dem 2.Juli 1933 rechtskräftig auf Gefängnis- oder Festungshaft von mehr als einjährig erDauer, ober auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt wurde, der Beamte mit der Rechtskraft des Urteils fein 21 m t verloren hat. Zugleich werden die Bestimmungen, in ben bisherigen Gesetzen über bas Dienststrafrecht ber nichtrichterlichen und richterlichen Beamten aufgehoben, bie einer Durchführung ber neuen Bestimmungen unb bem neuen Geiste bes Berufsbeamtentums im nationalfoziaN* stifchen Staat entgegenftehen. Diese Bestimmungen machten es notroenbig, baß auch beim Vo.rliegen einer strafgerichtlichen Verurteilung von mehr als Achtung — Achtung Aus aller Welt. juuk'i «vviii ---- . „ 2Ha;;en, die nicht auszuweichen vermochten, erdrucki. geheuren G^rmge oer uus ^n'Qon Per-! Am 7.Januar tagte in Berlin der außerorbenb metten Machen wurde ein ganzn yau^n rw p I f Vertreters der Reichsnotgemein, onen zu Boden geworfen und von naq;oruaenoen . Deutscher A 4^_r „ „-.Axt inu>i*pn nprmothfeTL erdrückt. L^aJ.1 . Iul|?7 .. Berlin, 6. Jan. (DRB.) Erfahrungsgemäß werden im Frühjahr in erheblichem Umfang Kraftfahrzeuge wieder in Betrieb genommen, die hauptsächlich aus Ersparnisgründen zeitweilig nickt verwendet und bei der Zulassungsstelle ab- gemeldet worden sind. Bisher war die erneute Inbetriebnahme dann verhältnismäßig einfach, wenn das Fahrzeug nicht mehr als 8 Mo- ...... hatte. War dieser Zeitraum te es einer W i e d e r h o - dem Auswärtigen Amt und Botschafter Troja- nowsky geregelt werden. ♦ Die chinesischen Regierungstruppen haben die Trupven der aufständischen Provinz Fukien m der Räbe von Futschau geschlagen. Eine Brigade der aufständischen 19. Armee hat sich kampflos ergeben. „DNB" Panik in Kio'o - 70 Tote, S6 Verletzte T o r i o, s. Jan. (DRV.) Bei der Verabschiedung von zum Frontdienst eingezogenen Marinerekruten ereignete sich auf dem Bahnhof von Kioto eine furchtbare Maffenpanik, bei der 70 Menschen getötet und 56 verletzt wurden. 3n dem ungeheuren Gedränge der auf dem Bahnhof versam- hier spricht -asOeutscheNachrichtenbüro Ein Besuch in Deutschlands neuer Telegraphenagentur. Pressefest im Rhein-Main-Gau. Als großes gesellschaftliches Ereignis dieses Winters veranstaltet der Rhein-Ma in - Verband der Deutschen Presse in Zusammenarbeit mit dem Verein Frankfurter Presse am 20.Januar in sämtlichen Räumen des Frankfurter Zoologischen Gartens einen „Abend der Frankfurter Presse". Da der Führer mehrfach die Bedeutung der Presse für den Ausbau des nationalsozialistischen Staates hervorge- hoben hat, kommt dieser ersten Presseveranstaltung im Rhein-Main-Gau unter der neuen Führung besondere Bedeutung zu. Sie findet ihren Ausdruck in der tatkräftigen Unterstützung durch den Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger den Oberbürgermeister, die Partei und die Behörden. Das materielle Ergebnis soll vor allem die sozialen Einrichtungen des Reichsverbandes der Deutschen Presse stärken helfen Diesem wohltätigen Zweck des Abends haben sich in dankenswerter Weife Frau Sprenger, Frau K re b s und Frau Linder und Frau W o w er i e s zur Verfügung gestellt. Sie werden eine Tombola leiten, deren Lose von „Zei- tungsjungen" verkauft werden. Auch die Tanzlustigen werden voll und ganz auf ihre Rechnung kommen. Unter den mitwirkenden Musikkapellen sei die unseres G i e ß e n e r R e i ch s w e h r b a t a i l - Ions unter Leitung des Obermusikmeisters K r a u h e besonders genannt. geführt sein. Beginn des Münchner Faschings. Mit einem Festball im Deutschen Theater begann der Münchener Fasching des Jahres 1934. Den Höhepunkt bildete die Thronbesteigung des Prinzen Karneval Egid I., die in frohester Faschingslaune und im Beisein seines närrischen Hofstaates vor sich ging. Der Leiter des Ausschusses „Münchener Fasching", Stadtrat Reinhard, überreichte dem Prinzen Egid und dem Präsidenten der Rarhalla den Großkomturorden der Stadt München, wobei er dem Fasching die Devise mit auf den Weg gab: Für Freude und Hilfsbereitschaft. Dem Fest wohnte auch der Münchener Oberbürgermeister Fiehler bei. Die erste Fabrikeinweihung 1934. In der Reichshauptstadt wurde eine neue Fabrik feierlich eingeweiht — wohl die erste Fabrikeinweihung im neuen Jahr —, die in vieler nate stillgelegen l, überschritten, so bedurfte es einer W lungdesZulassungsverfahrens mit all seinen Umständlichkeiten und Kosten: ja sogar über die Kosten der ersten Zulassung hinaus war in der Regel das Gutachten eines Sachverständigen über die Vorschriftsmäßigkeit des Fahrzeuges erforderlich, während bei der ersten Zulassung eine entsprechende Bescheinigung der Fabrik genügte. Das soll nun geändert werden, und zwar so rechtzeitig, daß die demnächst wieder in Betrieb kommenden Fahrzeuge schon ohne Rücksicht auf den Zeitraum ihrer zurückliegenden Ruhe im vereinfachten Verfahren wieder benutzt werden können. Eine endgültige Regelung wird allerdings erst im Zuge der grundlegenden Umgestaltung der Vorschriften vorgenommen werden. einem Jahr Gefängnis usw. noch ein langer Jnstanzenzug im Wege des Disziplinarverfahrens einzuhalten war, ehe die Dienstentlassung selbst strafrechtlich schwer verurteilter Beamten erfolgen konnte. Es war sogar die Möglichkeit einer Verjährung eines solchem disziplinarrechtlichen Einschreitens nach der strafrichterlichen Verurteilung vorgesehen. Diese überholten Bestimmungen sind aufgehoben worden. Des Führers Dank an Walter Oarr6. B e r l i n, 8. Jan. (DRB.) Zu Beginn der neuen Jahresarbeit hat Reichskanzler Adolf Hitler an den Reichsernährungsmini st er und ReichsbauernführerDarrS folgendes persönliche Schreiben gerichtet: „Lieber Parteigenosse DarrL! Der Nationalsozialismus sieht in einem gesunden Ba u e r n t u m die Basis der materiellen und physischen Forterhaltung der Nation. Sie, mein lieber Parteigenosse Dcirrö,haben von mir einst die Aufgabe gestellt erhalten, diese Erkenntnis im Zuge der nationalsozialistischen Revolution zu verwirklichen. Die Eingliederung der Millionenmasse der deutschen Bauernschaft in unsere Bewegung war in erster Linie Ihr Werk. Sie haben damit wesentlich geholfen, die Voraussetzungen zu schaffen für die legale Eroberung der Macht in Deutschland durch den Nationalsozialismus. Am Ab-schluß des Jahres der nationalsozialistischen Revolution drängt es mich daher. Ihnen, mein lieber Parteigenosse DarrL, aus ganzem Herzen für die außerordentlichen Verdienste zu danken, die Sie sich um das deutsche Bauerntum und damit um die nationalsozialistische Bewegung und die Zukunft des deutschen Volkes erworben haben. In herzlicher Freundschaft und dankbarer Würdigung. Ihr Adolf Hitler." Eine Abteilung presse in der obersten SA.-Führung. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Im Stabe der obersten SA.-Führung ist eine neue Abteilung Presse eingerichtet worden. Zum Abteilungschef ist mit Wirkung vom 15. Januar 1934 vom Chef des Stabes der Brigadeführer Wilhelm Weiß, Chef vom Dienst des „Völkischen Beobachters", ernannt worden. Ein Sonderreferat „I n f o r m a t i o n" übernimmt als Referent der Oberführer Gerhard Binz, der damit vom Stabe der Gruppe Berlin- Brandenburg in den Stab der obersten SA.-Füh- rung versetzt wird. Der Pressereferent Obersturmführer Joseph Bosch übernimmt in der neuen Abteilung das Referat P r e s s e st e l l e. Weitere Erleichterung her Autohaltung Die Zuladung von Nichtaiiern zu akademischen Prüfungen. Berlin, 8.3an. (B5123:) Amtlich: Zur Klärung von Zweifeln, die darüber entstanden find, ob d i e zum weiteren Studium zugelassenen Studierenden nichtarischer Abstammung ohne befand e r e Bedingungen als zu den akademischen Prüfungen (Diplom-, Doktor-Prufun- gen usw.) zugelassen werden dürfen, hat der preußische Kultusminister Rust bestimmt, daß diejenigen Reichsdeutschen nichtarischer Abstammung unbeschränkt zugelassen werden, deren Vater im Wettkriege an der Front für das Deutsche Reich ober feine Verbündeten gekämpft haben, sowie Abkömmlinge aus Ehen, die vor Inkrafttreten des Reichsgesetzes gegen die Ueberfüllung deutscher Schulen und Hochschulen vom 25. April 1933 geschlossen sind, wenn ein Elternteil oder zwei Großeltern arischer Abkunft sind. Ferner sind zu den Prüfungen zugelassen diejenigen Studierenden nichtarischer Abstammung, die entweder zum Studium selb st z u g e l a s s e n sind, ober denen das weitere Studium gestattet ist und zwar auf Grund des Aus- fübrungserlaffes des preußischen Kultusministers vom 16. Juni 1933 zur Ausführung des Gesetzes gegen die Ueberfüllung der deutschen Schulen und Hochschulen vom 23. April 1933. Diejenigen Studierenden nichtarischer Abstammung, die bei Durchführung des erwähnten Ausführungserlasses vom 16. Juni 1933 bereits exmatrikuliert waren und die sonstigen Voraussetzungen zu einer Zulassung erfüllen, können auf Antrag mit Genehmigung des preußischen Kultusministers zu den Prüfungen zugelassen werden. Allgemein a u s geschlossen von der Ablegung von Prüfungen sind alle diejenigen Studierenden arischer ober nicht- arischer Abstammung, die aus der Liste der Studierenden gestrichen werden mutzten. Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hetz, gibt bekannt: „Allen, di- mir aus Anlaß meiner Weibnachtsrede an die Ausländsdeutsche n und des Jahreswechfels Grüße oder Glückwunsch- übersandten, sage ich aus diesem Wege aus- richtigen Dank." * In der ersten Sißung des Senats nach den Weih nachtsserien legte Mussolini den G.setzentwurf für die Verfassung der Korporationen vor. Der Entwurs wird durch einen Sonderaus- schuß des Senats geprüft werden. Der erste Botschafter der Sowjetunion in Washington, Trojanowsky, wurde vom Präsident Roosevelt zur E n t g e g e n n a h M es«ei ne s Beglaubigungsschreibens empfangen. Die Frage einer Liquidierung der russischen Schulden an Amerika wird demnächst in Washington zwischen Wettervoraussage. Während im nördlichen Deutschland infolge der Störungsausläufer Temperaturen von über 0 Grad gemessen werden, hat Mittel- und Süddeutschland im Bereich des hohen Druckes Frost zu verzeichnen. Da das Barometer über dem Kontinent angcstiegen ist, hat sich der hohe Druck gekräftigt und wird auch noch bestimmend für unser Wetter sein. Neben Dunst- und Wolkenbildungen tritt daher auch Aufklaren ein, und nachts gehen die Temperaturen weiterhin unter den Gefrierpunkt zurück. Bei Island ist allerdings wieder ein kräfttges Tief erschienen, das sich späterhin bemerkbar machen dürfte. Aussichten für Mittwoch: Teils dunstig und bewölkt, teils aufklarend, nachts leichter Frost, trocken. m Aussichten für Donnerstag: Bewölkungszunahme und etwas milder. Lufttemperaturen am 8. Januar: mittags —1,2 Grad Celsius, abends —0,7 Grad; am 9. Januar: morgens —0,1 Grad. Maximum —0,1 Grad, Minimum — 35 Grad. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Januar: abends —0,2 Grad: am 9. Januar: morgens —0,3 Grad Celsius. Amtliche winterfportnochrichten. Vogelsberg. H o h e r o d s k o p f: Klar, —7 Grad, 30 cm Pulverschnee: Sportmöglichkeit sehr gut. _________ Aerzte, der anerkannten Jungärzte-Örganisation Deutschlands, unter dem Vorsitz ihres Führers und Gründers Professor L e - j e u ne (Köln). Die Bundesleitung selbst hatte den Antrag auf Auflösung mit der Begründung gestellt, die in kurzer Zeit zu erwartende Reichsärztekammer könne die Belange des ärztlichen Nachwuchses als Behörde besser und wirksamer vertreten, als die Reichsnotgemeinschaft Deutscher Aerzte dazu in der Lage sei. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Liquidation muß bis zum 31. März durch- Waffenstudentische Weihestunde. Am 29. Januar 1934 veranstalten die im A l l g e - meinen deutschen Waffenring zusammengeschlossenen Verbände in allen deutschen Hochschulstädten eine gemeinsame Weihestunde, die dem Gedenken an die vor einem Jahr erfolgte Machtübernahme durch den Führer der nationalsozialisti- schsn Bewegung gewidmet ist. Diese große Kund- gebung wird in ihrer Geschlossenheit dem nunmehr einmütigen Wollen und Handeln des gesamten deutschen Waffenstudententums Ausdruck geben. Für Berlin findet die Weihestunde im Sportpalast statt. Union nationaler Schriftsteller. Auf der Tagung der deutschen Gruppe des Pen- Klubs, die in Berlin zusammentrat, wurde, wie angekündigt, die „Union nationaler Schrift- stelle r" gegründet. Zum Präsidenten der neuen Union wurde Hanns I o h st gewählt. Reichsnotgemeinfchaft Deutscher Aerzte löst sich auf. Berlin klappern die Typen aufs Papier, wie von Geisterhand bewegt... Jetzt geht es umgekehrt: die Pariser Meldung wird hier auf eine Fern- chreibmaschine getippt, und alle Maschinen im Reich, die an das Fernschreibnetz angeschlossen sind, klappern den Text der Pariser Meldung herunter. So hat eine Reihe großer deutscher Blätter, noch während die Meldung drahtlos ausgenommen wird, bereits die schriftliche Bestättgung zur Kontrolle in der Hand. Ein drittes Durchschlagsblatt wandert in eine andere Schreibstube. Hier tippt man nicht auf Papier, sondern auf Metallmatrizen. Sie gehen sofort in die Druckerei — dorthin, wo d i e „Zeitung für Zeitungen" hergestellt wird. Kleine Wägelchen rattern mit den fertig gedruckten Vapierstößen in die Expedition. In kürzester Zeit sino die Exemplare geheftet, gefalzt, kuvertiert. Schon warten große Postsäcke auf die Kuvertstöße. Auf jedem Sack ist Nummer und Abfahrtsminute des O-Zugs zu lesen, für den die Sendung bestimmt ist. Radfahrer aufen zum Bahnhof, auf Den Bahnsteig, und wer- en den Sack in den Postwagen. Ein paar Stunden päter liegt das gedruckte Exemplar der Meldung auf dem Tisch der Redaktion des Gießener Anzeigers. Das vierte Durchschlagsblatt der Meldung landet in der Telephonredaktion, wo der Text wiederum vervielfältigt und in große, dicke Mappen gelegt wird. Jede Mappe trägt den Namen einer der Zeitungen im Reich, die zu bestimmten Stunden — zum jeweiligen Redaktionsschluß — die letzten Meldungen durch den Fernsprecher erhalten wollen. Ein Dutzend Telephonkabinen steht zur Verfügung: drinnen sitzen die Beamten des DNB. und diktieren der Stenotypistin am andern Ende der Leitung in München ober Königsberg, Breslau oder Stuttgart Wort für Wort, Zeile für Zelle, Blatt für Blatt aus der dicken Mappe. Die fünfte und letzte Möglichkeit, eine Meldung weiterzugeben, bietet ein Schrank mit vielen Fächern, der in einem Gang des DNB. aufgestellt ist. Jedes Fach trägt die Aufschrift einer Berliner Zeitung oder der Berliner Schriftleitung einer Zeitung im Reich, die sich ihre Nachrichten durch Boten abholen läßt. Die Exemplare mit der Meldung werden in die Fächer verteilt, Radfahrer kommen mit Aktenmappen, leeren ihr Fach und sausen wieder zurück in die Redaktionsstuben ... Ganz oben, dicht unter dem Dach, ist der Funkempfangsraum des DNB. Unsere Meldung, die wir auf dem Weg vom Ereignis bis zur Zeitungsredaktion quer durch das große Nachrichtenbüro verfolgten, ist von einer der vielen auswärtigen Vertretungen des DNB. telephonisch durchgegeben worden; hier oben werden jene Nachrichten empfangen, die bis von den Antipoden her das Ohr Deutschlands erreichen wollen. Ein 12-Röhren- Apparat speziell für den Empfang überseeischer drahtloser Telegramme auf Wellen über 3000 Meter Länge eingerichtet, wird von einem Beamten bedient, der die gemorst ankommenden Zeichen sofort auf der Maschine heruntertippt. Hier ist ununterbrochen Dienst, aber auch das Mikrophon des DNB., vor dem die Funksprecher sich alle paar Stunden ablösen, ist fast dauernd in Betrieb: 21 Stunden am Tag! Nur von 3 bis 6 Uhr morgens ist „Funkstille". Etwa 70 Funkgespräche werden alltäglich erledigt — alles, was in der Welt vorgeht, von der politischen Konferenz bis zum Fußballresultat, wird berichtet. Hier gibt es keinen Feiertag und selten eine Atempause — die Zeit eilt vorwärts, der Erdball ist in Bewegung, in jeder Sekunde geschehen wichtige und merk- würdige Dinge: die Rotationsmaschinen warten auf den Augenblick, da sie ihre Riefenrollen Papier fressen und bedruckt wieder ausspeien sollen --und um weniges später hat die Meldung ihr Ziel erreicht: uns alle, das Millionenheer der deutschen Leser. Egon Larsen. Seit einigen Tagen werden unsere Leser bemerkt haben, daß unsere politischen Meldungen statt bisher mit WTB. oder TU. mit dem neuen Korrespondenzzeichen DNB. gekennzeichnet werden. Das „D e u t sch e Nachri ch t e n b ü r o", das aus der Verschmelzung von Wolffs Telegraphischem Büro mit der Telegraphen-Union hervorgegangen ist, hat als einzige große deutsche Nachrichtenagentur zu arbeiten begonnen. Unserem Mitarbeiter wurde ein Besuch in den Arbeitsräumen des „DNB." gestattet, das von nun an die Versorgung der gesamten deutschen Presse mit Nachrichten aus aller Welt durchführt. „Hallo — hallo — Berlin? Hier Paris... Wichtige Meldung ... bitte den Chef v o i.i Dien st." In der Chefredaktion leuchtet auf einer Tafel das Wort „Paris" auf. Der diensthabende Schriftleiter nimmt den Telephonhörer ab. „Ja — Paris? Was gibt es? ... Gut, geben Sie's gleich durch. Ich lasse umlegen. — Hallo, Zentrale! Bitte das Pariser Gespräch zur Ausnahme in die Kabine." Der Chef vom Dienst legt den Hörer auf, wendet sich zu seinen Mitarbeitern. „Meine Herren, eine äußerst wichtige Meldung. Soeben wird aus Paris berichtet ..." Während der Schriftleiter die frisch eingetroffene „Sensation" bekanntgibt, tritt einer der Herren vor ein Mikrophon neben dem Platz des Chefs und chattet es ein. Und Sekunden später tönt seine Stimme aus einem Dutzend Lautsprecher in allen wichtigen Räumen dieses Hauses in der Berliner Charlottenstraße: „Achtung, hier Redaktion... Soeben wird aus Paris gemeldet..." Gleichzeitig drückt der Chef vom Dienst auf einen Knopf. Und am anderen Ende des Hauses leuchtet eine kleine Lampe auf. Sie befindet sich auf dem Pult des Funkfprechers. Gerade hat er die letzten Börsenkurse ins Mikrophon gesprochen, ein Sonderkabel hat sie nach Königswusterhausen geleitet und von dort wurden sie über den eigenen Sender des „Deutschen Nachrichtenbüros" in den Aether gefunkt. Jetzt läßt der Funksprecher eine kleine Pause eintreten. Dann sagt er an: „Achtung — Achtung — hier ist das Deutsche Nachrichtenbüro. Bitte bleiben Sie am Hörer. In wenigen Minuten werden wir eine wichtige Meldung durchgeben." Inzwischen sitzt eine gewandte Stenotypistin in der Telephonkadine Nr. 8, den Kopfhörer an den Ohren, die eine Hand an der Stoppuhr, die andere gleitet blitzschnell über den Stenogramm» block und nimmt den Wortlaut der Meldung auf, die das Pariser Büro des DNB. übermittelt. „Schluß?" „Schluß!" Die Stenotypistin drückt auf die Stoppuhr, nimmt den Kopfhörer ab und eilt an ihre Schreibmaschine. In wenigen Minuten ist die Meldung getippt. Ein Bote steht schon bereit, nimmt die Bogen ab, läuft zur Rohrpost zentrale, steckt die Blätter in eine Hülse und übergibt sie dem zischenden Rohr. Sekunden später: der Chef vom Dienst hat die Blätter auf seinem Tisch liegen. Die Meldung wird redigiert. Der knappe „Telephon- Stil" bekommt rundere Form, mit ein paar Worten erhält die kurze Meldung Farbe und Eindringlichkeit. Wieder zischen die Saugvostrohre. Schon liegt das Blatt auf dem Pult des Funkfprechers, der Die Meldung durchzusagen beginnt, wahrend in Hunderten von Redaktionen im ganzen Reich, so z. B. auch in der des Gießener Anzeigers, die Ste- notyvistinnen vor ihren Schreibmaschinen fitzen, ben Kovshörer an den Ohren, die Nachricht tippend... Ein Durchschlag Des Blattes ist ins gern - schreiberzimmer geroanbert. Hier steht ein halbes Dutzenb jener merkwürbigen Maschinen, bie von alleine schreiben... Jrgenbwo in Köln ober Frankfurt ober Hamburg sitzt jemanb an der „korre- fponbierenben" Fernschreibmaschine, unb hier m Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Friebr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H. Thyriot: für ben übrigen Teil Ernst Blumschein unb für ben Anzeigenteil i. V. Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.: 11700. Hinsicht von befonberer Bebeutung ist. Bei Der neuen Fabrik hanDelt es sich um ein Werk Der Hollerith-Maschinengesellschaft, Die nach ihrem be- onDeren System vor allem Maschinen für Die mo- Derne Massenstatistik herstellt. In Der Regel wird bei ben Volks-, Besucher- unb Betriebszählungen mit berartigen Maschinen gearbeitet. Der Bedarf an diesen Maschinen ist stark gestiegen, da künftig die Regierung im Nahmen ihrer großen Ausbau- plane bestimmte statistische Zählungen schneller benötigt, als sie bisher Durchgeführt roerben konnten. Als Vertreter Des Führers Der Arbeitsfront wies RuDoph Schmeer u. a. auf Die wirtschaftliche BeDeutung Des neuen Werkes hin, in Dem über 600 Volksgenossen ihre Arbeit fanden. Es sei zu hoffen. Daß sich ihre Zahl in absehbarer Zeit verboppeln werbe. Im übrigen ist ber Betrieb auch in sozialpolitischer Beziehung bebeutsam, ba für bie Arbeiter ein Künbigunasschutz auf bie Dauer von 24 Tagen eftgelegt ist. Äußerbem ist ben Arbeitern ein mindestens IStägiger Urlaub bewilligt worden. Selbstmord des Erbauers des Wasserkraftwerkes von Urbeis. Wie der „Petit Parisien" meldet, hat Scherrer, der die Pläne des Wasserkraftwerkes von Urbeis entworfen hat, in Mülhausen Selbstmord begangen. Scherrer war 60 Jahre alt. Giflmordverfuch am eigenen Schwager. Unter Dem Verdacht des versuchten Giftmordes ist ein in Hamburg ansässiger Händler festgenommen worden. Im März v. I. bekam Der Schwager des Verhafteten, ber im Krankenhaus lag, von unbekannter Seite ein Paket mit Kuchen. Er aß ben Kuchen unb verlor zwei Tage später bie Haare. Vier Wochen später würbe er blinb. Die Untersuchung ergab, baß sich in bem Kuchen Rattengift befunden hatte. Dor einigen Wochen erhielt ber Unglückliche bann eine Postkarte ohne Angabe des Absenders. Sie war mit Druckbuchstaben geschrieben, unb ber Schreiber bebauerte, baß es zu wenig Gift gewesen sei, so daß ber Empfänger am Leben geblieben sei. Die Ermittlungen lenkten den Verdacht auf ben Händler, in dessen Besitz sich bei seiner Festnahme noch mehr Rattengift und auch einige weitere mit verstellter Hand geschriebene Postkarten befanden. Sechs Todesopfer eines Lastkraftwagenungtticks in Italien. Bei der Stadt S e g n i hat sich ein folgenschweres Kraftwagenunglück ereignet, bei bem sechs Arbeiter ums Leben kamen unb 14 verletzt würben. Der Kraftwagen hatte sich überschlagen unb war in eine tiefe Schlucht gestürzt. Versagen ber Bremsen soll bie Ursache bes Unglücks sein. Zwei rumänische Bauern von Wölfen zerrissen. Bei Klausenburg wurden vier rumänische Bauern auf dem Heimwege von Wolfen überfallen. Zwei wurden von den Wolfen zerrissen; die beiden anderen konnten sich retten. Zwei berüchtigte Gangsters erschossen. Der berüchttgste Gangster Frank Schäfer wurde in ber 7. Avenue in Neunork von einer Kraftdroschke aus erschossen. Aus Chikago wird berichtet, daß der Menschenräuber Jack K l u t a s von ber Polizei in seinem Landhaus überrumpelt und, da er sich zu verteidigen suchte, erschossen wurde. Sieben Spießgesellen wurden nach heftiger Gegenwehr festgenommen. Ein Vorrat von Schußwaffen, darunter mehrere Maschinengewehre, Tränengasbomben, und Munition wurden in dem Hause gefunden und mit Beschlag belegt. Ein Tonfttm-Auto im Eis eingebrochen. Ein Auto ber Foxfilm-Gesellschaft fuhr, wie aus Murnau (Oberbayern) gemelbet wirb, mit vollstän- biger Aufnahmeausrüftung auf ben Staffelsee, um ben Eislauf-Olympiakurs zu photographieren. Dicht am Ufer brach bas Auto plötzlich ein. Dem Chauffeur gelang es, im letzten Augenblick sich burch bas Wagenfenster zu retten. Der Wagen versank innerhalb weniger Sekungen unb liegt in einer Tiefe von 13 Meter. Der Schaben beträgt 16 000 Mark, Da sich bie gesamte Tonfilmapparatur im Auto be- finbet. । Reichswehrfoldat in einer Lawine tödlich verunglückt. Als vier Augsburger Reichswehrsoldaten auf einer Skiabfahrt etwa 1800 Meter hoch sich auf 1 ben Schnippenköpfen bei Fischen im Allgäu be» 1 fanben, trat ber zweite Mann ber Partie, der 22 - Jahre alte Oberschütze der 6. Kompanie des Augs- i burger Reichswehrbataillons, Anton Fahren» > schon, plötzlich ein Schneebrett los, mit dem er ! mehrere hundert Meter den Hang hinabsauste, 1 während es den drei Kameraden des Verunglückten ' gelang, sich vor den abrutschenden Schneemassen > noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die ■ Lawine hatte eine Länge von etwa 40 Metern . unb eine Tiefe von etwa 5 Metern. Die brei Käme» raben machten sich sofort zusammen mit Münche- nern unb Augsburgern Skiläufern an bie Ber» 1 gungsarbeit. Nach mehrstünbiger Tätigkeit konnte : ber Verschüttete zwar geborgen werben, boch war 1 er bereits t o t. Der Verunglückte stammt aus Jller» : tissen. Ijvonnes Geheimnis Roman von Klothilde von Stegmann Llrheberrechtsschuh: Fünf-Türme-Derlag Halle (Saale) 28 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Ich bot ihnen Geld. Da lachten die beiden mich aus. Als ich in sie drang, mir zu fugen, wer ihnen Len Auftrag gegeben habe, mich hierherzufahren, statt nach dem Filmatelier in Treptow, sahen sie mich verständnislos an. Don einem Filmatelier wüßten sie beide nichts. Sie hätten zuerst geglaubt, ich wüßte, worum es sich handle. Aber sie könnten sich nicht helfen, sie müßten zurück. Mitnehmen dürften sie mich nicht. Auch wo ich wäre, wollten sie mir nicht sagen Es sei ihnen überhaupt verboten worden, mit mir zu sprechen. Ehe ich noch überlegen konnte, sprangen beide in den Wagen Dann fuhren sie ab und ließen mich bei dem Gewitter mitten im Walde allein. Ich habe versucht, eine Bahn oder einen Ort zu erreichen Aber ich habe mich gründlich verlaufen. Gegen sechs Uhr früh erst kam ich auf eine Chaussee. Radfahrer, die ich anrief, zeigten mir den Weg nach dem Bahnhof Köpenick. Don dort bin ich nach Hause gefahren, nachdem ich mich etwas erholt hatte. Der Wald, in dem ich herumgeirrt bin, soll die Wuhlheide gewesen sein, sagte mir ein Arbeiter, der mir den Weg zeigte." Werbe! hatte schweigend zugehört. „Sind Sie jetzt mit Ihrer Erzählung fertig?" Als Irene erschöpft nickte, fuhr er fort: „Das, was Sie da erzählt haben, ist sehr nett ausgedacht. Es wäre ein schönes Alibi. Aber die ganze Geschichte hat einen Fehler. Sie haben keine Zeugen für Ihr Alibi. Oder können Sie Zeugen nennen?" „Ich weiß nicht, was Sie mit dem Alibi wollen", stammelte Irene. „Zeugen habe ich natürlich nicht. Welchen Zweck die ganze nächtliche Fahrt hatte, begreife ich auch jetzt noch nicht." Scharf erwiderte Kommissar Werbet: „Der Zweck ist mir schon klar. Die rührende Geschichte sollte wohl beweisen, daß Sie an der Vergiftung Seeburgs unschuldig seien, weil Sie in der Nacht nicht zu "Hause gewesen. Aber" — Werbels Stimme wurde kalt und schneidend — „Sie haben zweierlei übersehen: Erstens glaubt Ihnen die ganze Erzählung kein Mensch. Bleiben Sie ruhig sitzen", warf er ein, als Irene empört auffuhr, „diese Entführungsgeschichte ist doch zu kindisch ausgedacht. Und wenn sie wahr wäre, würde sie auch keine Entlastung sein. Daß Sie den Kaffee zubereitet haben, daß Sie ihn zu Herrn von Seeburg hin- eingetragen haben, das haben Sie bereits zuge-, fassen könnte! Eben hatte sie doch irgend etwas'zukehren. Hastig wandte er sich an Herrn von sagen wollen, etwas sehr Wichtiges. Aber sie konnte tionsrat, könnten Sie mir vielleicht schon einige sehen ja selbst, daß Sie auf diesem Wege nicht wei- .Sie waren nicht ganz wohl, lieber Seeburg. Blick mit ein Mal- auf die mit der Linken Seeburgs Kopf stützte. Die Wirkung was eigentlich los war?" Matzow verständigte sich durch einen dem Kommissar. „Lieber Seeburg, ist Ihnen mit B 518 heur passiert?" Seeburg fuhr auf. „Was ist damit — ist es nicht da?" Matzow klopfte Seebura beruhigend Nur das Sprechen fiel ihm zunächst schwer. Die Zunge wollte noch nicht recht gehorchen. Sein Blick Seeburg, den der Arzt und Matzow inzwischen ins Bett gebracht hatten, sah mit leeren Blicken Fragen beantworten?" Seeburg nickte mit dem Kopfe. Dann aber empfand sie die grausame Folgerichtigkeit seiner Schlußfolgerungen. Daß sie falsch wanderte erstaunt im Zimmer umher, blieb dann wieder an Matzow haften, und nach einigen vergeblichen Versuchen formten sich deutlich die Worte: „Was ist los, Matzow — wieso sind Sie hier? Was ist denn mit mir? Ich hab so ein dumpfes Gefühl im Kopfe." Matzow nahm Seeburgs Hand, und während er sie hielt, sagte er langsam: Schulter. Er schlug eine Mappe auf, die er aus feiner Aktentasche nahm und hielt sie Seeburg hin. lFortsetzung folgt.) zu beweisen, wie unsinnig dieser Verdacht war, das war das Schwierige. Wenn man es für möglich hielt, daß sie, Irene von Merten, Seeburg betäuben oder vergiften wollte, dann waren alle anderen Schlüffe daraus folgerichtig. Kommissar Werbe!, der einen Augenblick geschwiegen hatte, änderte jetzt seinen Ton. Er sah, daß das junge Mädchen dem Zusammenbrechen nahe war. Freundlicher sprach er auf Irene ein: „Fräulein von Merten, es ist ja glücklicherweise noch gut abgegangen Herrn von Seeburg ist nichts um sich. Erst als Doktor Fritsche mit lauter Stimme seinen Namen rief, blieb sein Blick auf Legationsrat von Matzow haften. Nachdem er die laut gegebene Aufforderung Doktor Fritsches, tief Luft geben. Daß Herr von Seeburg selbst etwas in den Kaffee getan hat, dafür liegen keine Anzeichen vor. Da der Kaffee aber neben ihm auf dem Schreibtisch stand, kann das kaum ein Dritter getan haben. Das hätte Seeburg sehen müssen. Also muß das Schlafmittel vorher hineingetan worden sein. Da nun nach Ihrer eigenen Angabe außer Ihnen niemand in der Küche war, kann das doch niemand anders getan haben als Sie! Sie find daher dringend verdächtig, entweder des Dergiftungsversuchs an dem Legationsrat von Seeburg oder zum mindestens der Beihilfe. Wozu die garye Sache moniert worden ist, werden wir ja noch festzustellen haben. Ein bestimmter Verdacht ist ja schon von Herrn von Matzow geäußert worden. Ich habe daher die Pflicht, Sie bis zur weiteren Aufklärung festzuhalten." Irene hatte Werbe! fassungslos angehört. Nach dem ersten Versuch, ihn entrüstet zu unterbrechen, schienen ihr die Vermutungen des Kommissars so grotesk, daß sie ihm ins Gesicht lachen, wollte. Bei Matzows Worten belebte sich Seeburgs Gesicht allmählich. Er trank ein Medikament, das Doktor Fritsche ihm an den Mund hielt, indem er terkommen. Also sprechen Sie doch ganz offen — vielleicht läßt sich dann noch manches einrenken. Hat Sie jemand angestiftet, Herrn von Seeburg zu betäuben? Oder wollten Sie sich an ihm rächen? Hat er Ihnen vielleicht Hoffnungen gemacht, die nicht erfüllt wurden? Sehen Sie mal, ich würde Eifersucht als Motiv annehmen, wenn nicht die Sache mit dem Aktenstück dazukäme. Wem haben Sie das gezeigt? Ist es nicht besser. Sie erzählen mir alles ganz offen?" Kriminalbeamter ihr gegenüber, gewiß ein klar denkender und verständiger Mann, und setzte ihr in dürren Worten auseinander: sie sei eine Verbrecherin! Giftattentat, Dokumente, Seeburg — es war Matzow: „Ich hab' doch Pariere hier. Hier sind fremde Leute im Zimmer... „Keine Sorge, Seeburg — das Wichtigste habe ich an mich genommen. Es fehlt nichts. Der Herr hier ist Kriminalkommissar Werbel. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen." Die Medizin schien ihre Wirkung weiter auszuüben. Denn Seeburgs Stimme hatte fast ihre normale Stärke wieder. „Ich verstehe noch nicht recht, Matzow — ich hab' doch lange arbeiten wollen. Ich weiß gar nicht, wie ich ins Bett gekommen bin. Was will denn der Herr dort?" „Kriminalkommissar Werbel — — Herr Lega- in Ihrem Zimmer?" „Nein, nachher war niemand hier. Ich habe ja auch die Zimmertür von innen abgeschlossen!" Werbel blickte erstaunt auf. „Erinnern Sie sich dessen genau, Herr von Seeburg?" „Haben Sie den Kaffee gleich nach dem Abschließen getrunken? Oder vorher?" „Ist das ein Verhör, Herr Kommissar?" „Kein Gedanke, Herr Baron. Es sollen nur einige Tatsachen festgestellt werden, und Sie sollen uns dabei behilflich sein." „Was soll festgestellt werden?" „Das werden Sie gleich hören, Herr Baron. Aber es liegt mir daran, erst Ihre Antworten zu haben. Also, was geschah, nachdem Sie den Kaffee getrunken hatten?" Man merkte, wie Seeburg sich anstrengte, eine richtige Schilderung zu geben. „Ich weiß, daß ich zugeschlossen habe. Dann hab' ich mich hingesetzt, um zu arbeiten, und hätte beinah den Kaffee vergessen. Nach fünf Minuten sah ich das Geschirr stehen und trank hastig eine Tasse. Der Kaffee schmeckte nicht gut. Ich dachte, weil er nicht mehr warm wäre. Und dann, ja-- ich weiß nichts weiter! Aber nun möchte ich wissen, sich plötzlich nicht darauf besinnen. Wieder, wie aus weiter Ferne, drang die Stimme des Kommissars Werbel an ihr Ohr: „Also, Fraulein von Merten, Sie wollten mir doch jetzt erzählen, wie Sie zu der Tat gekommen sind." Mit matter Stimme kam Irenes Antwort: „Ich weiß nicht, wer es getan hat, und ich weiß nicht, weswegen. Ich weiß nur das eine, daß ich es nicht war. Dieser Verdacht ist abscheulich." Werbel blickte Irene ärgerlich an: „Also Sie wollen nichts gestehen. Sie erschweren sich Ihre Lage nur selbst." Dann winkte Werbe! den Beamten heran: „Oberwachtmeister Kussek, nehmen Sie jetzt zunächst einmal eine gründliche Durchsuchung der hinteren Räume vor. Die Dorderzimmer werden wir dann gemeinschaftlich nachsehen. — Was gibt es?" wandte sich Werbel an den Wachtmeister Schulz, der die Tür von Seeburgs Zimmer geöffnet hatte. Ernstliches geschehen. Wollen Sie nicht lieber ganz offen erzählen, warum Sie es getan haben? Durch v—....... ein Geständnis erleichtern Sie Ihre Lage. Und Sie1 ZU holen, befolgt hatte, wurde er vollends wach.1 SaUa« SaIUSi- Kac. ctOa^a „:1 Wnr hn« finrpdipn fiof ihm umnrhft frhmor '7>io wie ein Spuk. Ihr Kopf war ganz benommen. Kein . ... ______________o____ri __________ Wunder nach diesem Morgen und der vorange- schien sofort einzutreten. Seeburg atmete ein paar- gangenen Nacht. Wenn sie nur einen Gedanken mal tief. Plötzlich schien die Erinnerung wieder- „Also, Herr Legationsrat, Fräulein von Merten hat Ihnen gestern abend Kaffee ins Zimmer gebracht. War nach Fräulein von Merten noch jemaub Mit einer unsagbar traurigen Bewegung strich Das hat aber nichts auf sich. Ich bin hergekommen, Irene über die schmerzende Stirn. Wie müde sie um zu sehen, wie es Ihnen geht. Der Herr hier, auf einmal war! Wie dumm das alles! Da saß ein Sanitätsrat Fritsche, hat Ihre Behandlung über- Kriminalbeamter ihr gegenüber, gewiß ein klar nommen." ,..... -Herr Doktor Fritsche läßt sagen, daß Herr von waren — wer wußte das besser als Irene? Aber Seeburg jetzt langsam zu sich kommt. Sie möchten ...... “ • ' ■ doch jetzt auch hereinkommen, Herr Kommissar." | Werbel erhob sich schnell. Auch Irene war aufgesprungen und wollte in Seeburgs Zimmer eilen. „Hier herein dürfen Sie nicht. Bleiben Sie hier in der Diele, bis wir mit der Vernehmung fortfahren können. Schulz, Sie bleiben gleichfalls hier und passen auf." MAGG Dir zeigen erfreut die Geburt eines zweiten Zungen an Werner Wittich und Frau Mar^e Wittich, geb.Hahn New-Orleans, den 27. Dezember 1933 (9014 West Stteat) ____________________________________________________131 D MoH), Den 10. Januar M WM, ■ Ml WW | Lichtspielhaus Gießen Heute letzter Tag: Jenny Jugo — Pani Kemp in der Kriminal-Komödie: i24c Heute nacht geht’s los! Morgen Mittwoch ein Ereignis von außergewöbnl. Bedeutung: Hans Albers in: Flüchtlinge T7h Milchvieh- rW Auktion des Insterburg. Herdbuchverein« von hochtrag. u. fr.schmelkenden ostpr. Milchküh. u. Hindern in Friedberg AlteBahnhofstr. lO^vorm.lV/aühr, veranst.von d. Nntzvlehbeschatfnng e. G. m. b. H.. Frankfurt am Main Freitag,den 12 Jan.1934. Reichhai ige Auswahl gesunder Leistungstiere! Besichtigung ab 8. Januar erbeten. 130V | Vermietungen Große 2 LWohnung Möbliertes Zimmer MlM.b8 2.5(011 5 Zimmer, Bad, Balkon, Zubehör auf den 1. Avril anderweit ui vermieten. Anzus. zwischen 11-1 u. 3-5 Uhr. Näber. Alicepstr.43. 19p Bade;., Balkon, Nähe Kliniken z. l.Febr. zu verm. Schr. Ang. unt. 0131 n. d. G. A. 1 oder 2 Betten, auch leer, sos. zu vermieten. Oui Am Kugelberg 33. Am MM, dem 10. Januar abends 8.3V Uhr, im CafS Leib Konzert ausgeführt von der G.A-Kapelle IZR. 116 Leitung: Musikzugführ. Herrmann Eintritt: 50 Pfennig. 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Er hatte eine Tagesordnung zu erledigen, die außerordentlich umfangreich war und die bei der Anwendung der in früheren Jahren üblichen Praxis eine oiesstündige Sitzung mit allerlei Roden gebracht hätte, durch die das Ergebnis aber auch nicht anders geworden wäre als in der heutigen Sitzung, in der der gesamte Beratungsstoff in vorbildlicher sachlicher Arbeit innerhalb eines Zeitraumes von etwa 20 Minuten erledigt wurde. Abgesehen von dem Iahresrückblick und -Ausblick des nationalsozialistischen Fraktionsführers Hahn gab es in der Sitzung, im Gegensatz zu früher, keinerlei Reden, da man sich mit Recht auf den Standpunkt stellte, daß ja alle Vorlagen in dem Kreise der Kommissionen und der Fraktion sachlich ausreichend vorbereitet und geklärt waren und infolgedessen Reden zum Fenster hinaus keinerlei Berechtigung haben. Durch diese begrüßenswerte Arbeitsweise hat der Stadtrat sich selbst Zeit gespart und der Stadtkasse die Kosten für die Beleuchtung des Sitzungssaales stark ermäßigt, beides Dinge, die sehr zu beachten sind. Und niemand wird behaupten können, daß unter diesem abgekürzten Verfahren die sachliche Güte der Arbeit notgelitten hätte! Der Jahresrückblick und -ausblick des Fraktionsführers Hahn gibt der Bürgerschaft ein bemerkenswertes Bild von dem bedeutsamen Wandel der Dinge, der auch für die grundstürzende Umstellung unserer kommunalpolitischen Verhältnisse maßgeblich war. Die scharfe Abrechnung des Fraktionsführers Hahn mit dem Bolschewismus und seinen intellektuellen Wegbereitern in der großstädtischen Asphaltpresse und ihren Mitläufern im Schrifttum der Provinz möchten wir in diesem Zusammenhang als besonders treffend unterstreichen, da auch wir uns immer in entschiedener Gegnerschaft gegen diese geistige Zersetzung unseres deutschen Volkstums wußten und gegen den von Herrn Hahn treffend charakterisierten bolschewistischen Literatenklüngel stets in schärfstem Kampf gelegen haben. Ferner ging aus der Rede des Fraktionsführers in eindrucksvoller Weise hervor, wie ernst die nationalsozialistische Fraktion ihre schwere kommunalpolitische Aufgabe auffaßt, wie sorgsam und umsichtig sie bemüht ist, die Geschicke unseres Gemeinwe,ens nach besten Möglichkeiten zu gestalten, und wie sehr sie bei dieser Sachlage berechtigten Anspruch darauf erheben kann, von allen deutschen Volksgenossen unserer Stadt eifrig unterstützt zu werden. Daß die verständnisvolle Unterstützung und Mitarbeit aus der Bürgerschaft notwendig ist, beweisen die von Herrn Hahn erörterten Probleme, die wir unseren Mitbürgern zum ernsten Nachdenken und zur Stärkung ihres Willens zur Mitarbeit angelegentlich empfehlen. Erwähnt sei noch, daß der Fraktionsführer in der heutigen Sitzung die Bürgerschaft von der Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den Direktor der Städtischen Elektrizitätswerke in Kenntnis setzte. Sitzungsbericht. Anwesend von der VerwaUung Oberbürgermeister Dr. Keller und komm. Beigeordneter Bartholomäus. Bürgermeister Dr. Hamm war durch anderweitige dienstliche Inanspruchnahme verhindert, an der Sitzung teilzunehmen. Zunächst wurde Verwältungspraktikant Wahl, den die nationalsozialistische Fraktion zum Schriftführer des Stadtrats bestimmt hatte, vom Oberbürgermeister für dieses Amt feierlich vereidigt. — Hierauf sprach der AS.-Fraktionsführer Hahn Art. Zerfall trat ein, wie er für ein sterbliches Volk 4 Zum ersten Male im neuen Jahre treten wir heute zusammen. Ein Jahr liegt hinter uns, das vielleicht das bedeutsamste in der ganzen deutschen Geschichte ist. Wir müssen wahrhaft von Dank erfüllt sein, daß wir es erleben gehendst ungelernte Arbeiter beschäftigt werden kön- nen, haben wir uns entschlossen, dringende Verstär- | kungen des Rohrnetzes des Gaswerkes vorzunehmen. Zu diesem Zwecke wurden 50 000 Mk. Das Erbe, das Hitler übernahm, war wahrlich alles andere als erfreulich. Aber mit unverbrauchter Schaffensfreude und Schwungkraft begann er die Aufbauarbeit. Und uns fiel die ehrenvolle Aufgabe zu, einen kleinen Teil dazu beitragen zu dürfen. 3n erster Linie haben wir dabei unser Augenmerk auf die Behebung der Arbeitslosigkeit gerichtet. nicht typischer sein konnte. Das erst vor 60 Jahren von Bismarck in feste Formen gebrachte Staatsgebilde drohte auseinanderzusprengen. Denn immer mehr spitzten sich die Gegensätze zwischen Horden und Süden zu, und es bestand die Gefahr, daß sich die süddeutschen Staaten von dem übrigen Deutschland loslösten. Noch schlimmer war aber der rasch um sich greifende Bolschewismus. Er hatte nicht nur bereits den Arbeiter erfaßt, sondern auch unsere Intellektuellen. In den schöngeistigen Zirkeln, insbesondere denen der Großstädte, gehörte es einfach zum guten Ton, bolschewistische Ideen zu vertreten. Wer hierin nicht mitmachte, galt als rückständig und geistlos. Alles was gute, deutsche, bodenständige und ehrlich arbeitende Kunst war, wurde unterdrückt oder verfiel der Lächerlichkeit. Jüdische Journalisten vom Schlaa- "ines Alfred Kerr und Julius Bab, die alles Deutsche, alles Verehrungswürdige, alles Heilige in den Dreck zogen, wurden von der Provinzpresse als Götzen angesehen. Was diese Lumpen für gut hielten, wurde von den geistvollen Tintenspritzern der Provinz rückhaltlos aus grenzenloser Dummheit nachgebetet. Nicht nur der Inhalt, nein auch der Aufbau und die Form ihrer Artikel wurde wiedergegeben bzw nachgeahmt. Das Schrifttum, das nicht den Pazifismus v-rtrat oder van Perversitäten strotzte, das nicht die Mutter zur Dirne und den Held zum Feigling machte fand kein Verständnis bei ihnen Systematisch gingen die fremdartigen Elemente in unserem armen Vater- lande vor um alles an Leib und Seele zu vergiften und es dem kommenden Bolschewismus gefügig zu machen. Wie in unserem Geistesleben, so sah es auch auf dem Wirtschaftsgebiet aus. Auch hier drückte der Jude dem ganzen Gepräge seinen Stemper auf Durch die Banken kontrollierte er noch die wenigen Werke, die nicht in seinem Besitz waren, und durch das Warenhaus vernichtete er den gesamten mittleren Kausmannsstand Unter der gefällmen Maske eines Wohltäters machte er feine Geschäfte und steckte ungeheure Gewinne ein. Die vielen Kor- ruvUonsskandale der letzten Jahre, beidenen fremd- rassige Elemente in hervorragendem Mähe beteiligt waren, sind noch zu sehr in unser aller Gedächtnis, so daß ich sie nicht zu erwähnen brauche Durch diese ganzen Geschehnisse war das Volk aufgewühlt und zerrissen. Es entstand ein Kampf Ml er gegen alle, bei dem sich unsere Bewegung durch die überragende Politik und nicht zum wenigsten durch die Uneigennützigkeit und Lauterkeit unseres Führers durchsetzte. Zu der gleichen Zeit wird auch mit dem Umbau der Kläranlage angefangen werden. Diese Anlage war veraltet und hat öfters zu Beschwerden von Anwohnern des Südviertels und von Fischereipächtern der Lahn Anlaß gegeben. Auch dieses Darlehen in Höhe von 69 000 Mark wird ebenfalls bei der Oeffa aufgenommen, und zwar v. H. verzinslich und 1,66 v. H. halbjährlich tilgbar. Auch sonst hat sich die Bautätigkeit nach unserer Machtübernahme erheblich belebt. Heben den vielen mit Reichszuschüssen vorgenommenen 3n- burften. Noch zu der gleichen Zeit des vergangenen Jahres stand das Volk verzweifelt da. Denn nicht genug damit, daß es einen Krieg verloren hatte, und zwar einen Krieg, den man seines ungeheuren Aus- zwar einen Krieg, den man seines ungeheuren Aus- Es wurde vor einiger Zeit mit den Kleinwoh - maßes wegen den Weltkrieg nannte; nicht genug 'nungsbauten am Anneröder Weg be- damit, daß uns im sogenannten darauffolgenden gönnen, die bald zu Ende geführt sein werden. Die Frieden, der aber nichts anderes als eine Fort- frühere A l i c e n s ch u l e wurde so umgebaut, daß setzung des Krieges mit anderen Mitteln bedeutete, fünf neue Wohnungen entstanden. Die Arbeiten zur im Westen und Osten, im Norden und Süden ur- ; Fertigstellung des inneren Ausbaues der P e st a - deutsches Land geraubt wurde, daß uns Tribute! l o z z i s ch u l e sind bereits in Angriff genommen bis zum Weißbluten auferlegt wurden, daß wir ent- worden. Ein Kredit von 191 000 Mark ist dafür bei ehrende Sanktionen über uns ergehen lassen muß- der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten ten, daß wir wirtschaftlich geknebelt und nieder- (Oeffa) aufgenommen worden. Das Darlehen ist gehalten wurden, daß man uns im Versailler Der- mit 4 Prozent jährlich zu verzinsen und vom 1. Ok- trag außerdem in unserer Ehre schändete und auf. tober 1934 ab mit 1,66 Prozent halbjährlichen Tilden nachfolgenden internationalen Kongressen als gungsbeträgen vom ursprünglichen Darlehensnenn- Prügelknaben behandelte. Diesem allen leistete ein betrag zuzüglich ersparter Zinsen zu tilgen. Da von vergangenes System teils unbewußt und teils auch, der Regierung großer Wert auf die Vornahme von soweit es sich um in der Mitte und links stehende i Tiefbauten gelegt wird, weil hierbei auch weit- Parteien gehandelt hatte, sogar bewußt Hilfe und I gehendst ungelernte Arbeiter beschäftigt werden kön- trieb damit einen Volksverrat schlimmster standsehungsarbeilen find im 3ahre 1933 mehr Heubauten von privater Seite erstellt worden als 1932. Auch die Aussichten für das nächste Jahr sind in dieser Hinsicht außerordentlich günstig. Daneben ist noch die Schaffung einer Siedlung in Gemeinschaft mit dem Nassauischen Heimstättenverein, dem Nachfolger der Wohnungssürforgegesellfchaft, geplant. Vom Staat und Reich werden hierzu Mittel zur Verfügung gestellt. Es kommen dabei 22 Wohnungen für kinderreiche Familien, für Kurzarbeiter und Erwerbslose in Betracht. Dazu ist ein Kapital von 2500 Mark erforderlich, das vom Heimftätten- verein zur Verfügung gestellt wird, 500 Mark müssen von den Beziehern der Wohnungen aufgebracht werden. Dafür ist es möglich, diese Gebäude nach und nach in den Besitz der Bezieher zu überführen. Die Stadt hat weiterhin verschiedene Straßen neu hergerichtet. Für die Instandsetzung des Volks- b a d e 5 sind 3000 Mark aufgewandt worden, für die Verbesserung der Straßenbeleuchtung in der Frankfurter Straße 3200 Mark. Größere Anschaffungen wurden gemacht für eine Zusatz- maschine zur Ladung der Akkumulatorenbatterie des Elektrizitätswerkes mit einem Kostenaufwand von 16 000 Mark und für den Einbau eines Dieselmotors in einen städtischen Müllwagen mit 7000 Mark. Für die Verbesserung an den Feuerschutzeinrichtungen des Stadttheaters wurden 1535 Mark erforderlich, da im Theatergebäude bekanntlich sehr wertvolle Gegenstände des ausreichenden Feuerschutzes bedürfen. Zur Abhaltung von Schweinemärkten wurde die Anschaffung von 60 auswechselbaren Schweinekoben mit einem Gesamtbetrag von 1200 Mark erforderlich. Im Lause des letzten halben Jahres mußten wir auch an die Heufestfehung von Steuern herantreten. Bei der Bürgersteuer waren wir gezwungen, den gleichen Satz wie im Vorjahre vor- zusehe». Wir verkennen nicht, daß die Steuer in Nimmt es da wunder, wenn der Untergang vorzunehmen. Zu diesem Zwecke wurden 50 000 Mk. des deutschen Volkes besiegelt zu sein schien, Darlehen zu 5 Prozent bei halbjähriger Tilgung wenn wir unmittelbar davor standen, ausgelöscht von 2,28 Prozent bei der vorgenannten Gesellschaft zu werden, wie so viele Kulturvölker vor uns. Ein beantragt. Mit den Arbeiten wird im März d. I. ------- • * r' - m-rf begonnen werden. dieser Höhe sehr unsozial ist, aber wenn wir nicht bei dem gleichen Satze wie im Vorjahre geblieben wären, hätten wir keinen Reichszuschuß für unsere Wohlfahrtserwerbslosen bekommen, der sich auf 65 000 Mk. beläuft. Deshalb sind wir gezwungen, die Bürgersteuer in der alten Höhe zu erheben. Wenn auch inzwischen mancherlei Abgänge eingetreten sind, so wird aber bei dieser Steuer doch kein Ausfall zu erwarten sein, weil in diesem Jahre die Reichswehrangehörigen mit besteuert werden. Bei der Neufestsetzung der H u n d e st e u e r mußten wir ebenfalls bei dem alten Satze bleiben. Wir waren gegen jede Erhöhung dieser Steuer, weil bekanntlich jede Steuererhöhung eine Verminderung im Steuerertrag bringt. Aber wir haben auch von einer Steuerermäßigung abgesehen, zumal ja der Hundebesitz immerhin ein gewisser Luxus ist. Die F i l i a l ft e u e r haben wir weder in der vollen Höhe vorgesehen, die Warenhaus st euer wurde zu dem gleichen Satze beschlossen. Durch die neuen gesetzlichen Bestimmungen mußte eine Ermäßigung der Schlachthofg- b ü h r e n erfolgen, da es nicht gestattet ist, daß aus diesen Gebühren Gewinne erzielt werden. Aus den Schlachtgebühren erzielte Ueberschüsse können nur noch für die Erneuerung Verwendung finden, sie müssen also dem Erneuerungsfonds zugeführt werden. Die Herabsetzung der Schlachthofgebühren macht eine Minderung von etwa 20 000 Mark aus. Diese Ermäßigung wird sich aber nicht auf die Fleischpreise auswirken, da die Gebührensenkung auf das Pfund Fleisch noch nicht einen Pfennig ausmacht. Beim Etat ist ein besonderes Schmerzenskind unser Stadttheaker. Es ist damit zu rechnen, daß wir mit den eingesetzten Mitteln nicht auskommen. In erster Linie ist daran der schon unter dem früheren Stadtrat mit Darmstadt abgeschlossene Vertrag schuld. Diese Spielzeit in Darmstadt hat sich als ein Fiasko herausgestellt, sie wird aber künftig in Fortfall kommen. Dagegen wurde von uns eine sehr tatkräftige Werbung für das Stadttheater vorgenommen. Insbesondere hat sich Beigeordneter Bartholomäus in sehr reger Weise in den Dienst dieser Sache gestellt, er hat die Deutsche Bühne aufgezogen und dafür bis jetzt schon rund 1200 Mitglieder geworben. Diese Werbung wird auch weiterhin fortgesetzt werden. Es ist zu hoffen, daß auf diesem Wege für das Theater noch weitere Erfolge erreicht werden. Der Vertrag mit dem Intendanten ist von uns auf ein Jahr verlängert worden. Beim Theater wurde die Veranstaltung von Konzerten neu eingeführt. Wir haben ein kleines Orchester für das Theater geschaffen, das einmal im Monat spielen wird Der Straßenbahnbetrieb wird einen höheren Fehlbetrag bringen, als wir erwartet hatten. Es ist daher möglich, daß wir wieder, wie schon früher, nur noch eine Linie der Straßenbahn laufen lassen und bie Linie Bahnhof st raße e i n f p a r e n müssen. Es ist dies eine Maßnahme, durch welche die Geschäftswelt zum Teil geschädigt werden dürfte, aber wir kommen nicht darum herum, wenn wir einen höheren Fehlbetrag vermeiden, wollen, zumal die Straßenbahn auch weiterhin ein Zuschußbetrieb bleibt. In diesem Zusammenhang will ich mitteilen, daß wir uns gezwungen sahen, ein Disziplinarverfahren gegen den Leiter des städtischen Elektrizitätswerkes zu erheben. Er hat in so außerordentlich großzügiger Weise gewirtschaftet, daß er alles andere war, als ein pflichtbewußter Beamter. Wir waren daher gezwungen, gegen ihn disziplinarisch vorzugehen, werden das rücksichtslos auch weiterhin tun. Inwieweit und ob er sich auch noch strafrechtlich verantwortlich gemacht hat, wird sich noch zeigen. Wir werden der Bürgerschaft über den Ausgang des Verfahrens weitere Mitteilung zugehen lassen. Die Stelle eines Oberingenieurs beim Elektrizitätswerk ist von uns ausgeschrieben worden. 250 Bewerber haben sich darauf gemeldet. 30 Bewerber sind in die engere Wahl gekommen, und noch im Laufe dieser Woche werden wir die Auswahl treffen. Wie die Bürgerschaft aus den Zeitungen ersehen hat, werden wir demnächst auch unseren Oberbürgermeister verlieren. Wir sehen ihn nur ungern von uns scheiden, nachdem er sich in 20 Jahre langer Tätigkeit um unsere Stadt sehr verdient gemacht hat. Auch wir haben ihn in der kurzen Zeit unseres Zusammenarbeitens als einen geraden, aufrechten Charakter schätzen gelernt. Wir werden uns demnächst in öffentlicher Sitzung von ihm verabschieden, ich möchte heute dieser Sitzung nicht vorgreifen. Zum Schluß möchte ich noch herzlichen Dank allen meinen Mitarbeitern aussprechen. Ich kann mit Freuden sagen, daß wir immer glücklich zusammengearbeitet haben, da mir uns vorteilhaft ergänzten und jeder von uns bestrebt war, das Beste für das Wohl der Allgemeinheit zu leisten. Wenn wir auch die verschiedensten Interessen zu vertreten hatten, nämlich die des Arbeiters, Handwerkers, Kaufmanns und Beamten, so war dies leicht für uns, denn über uns stand die Idee des Nationalsozialismus. Schließlich heiße ich noch unser neues Stadtratsmitglied Wagner herzlich willkommen und hoffe, daß er sich ebenso glücklich in unsere Mitte einfügen wird. DieErledigungderTagesordnung Heues Stadtratsmitglied. Durch Ernennung zum komm. Beigeordneten ist Stadtratsmitglied Bartholomäus aus dem Stadtrat ausgefchieden. Als fein Mandatsnachfolger im Stadtrat wurde der Verforgungsanwärter Hermann Wagner vom Oberbürgermeister in fein Amt eingeführt und feierlich verpflichtet. Die Hiederschlagung uneinbringlicher Außenstände von 1930 wurde an Hand eine spezifizierten Liste beschlossen. Die Rechnung der Stadtkasse für 1930, die in der Betriebsrechnung mit 6 902 461,78 Mark Einnahmen und mit 6 644 029,62 Mark Ausgaben, in der Vermögensrechnung mit 3 783 767,26 Mark Einnahmen und mit 3 645 559,50 Mark Ausgaben abschließt, wurde gutgeheißen. Baugesuche. Antragsgemäß befürwortet wurden folgende Baugesuche: Wilhelm Henrich zur Errichtung eines Wohnhauses in der Beethovenstraße; Phil Muhl zur Errichtung eines Einfamilienhauses in der Posener Straße ; Gebr. Karl und Adolf M ö h l zur Errichtung eines Hintergebäudes auf dem Grundstück Kaplansgasse 16; Wilhelm Schmidt zum Umbau der Scheuer im Altenfeldweg zu einem Wohnhaus; H. W. Rinn zur Errichtung eines Um- und Anbaues Plockstraße 5; Ludwig Klingler zur Errichtung eines Anbaues Bahnhofstraße 52; Wilhelm Lange, Thomastraße 27, Errichtung einer Autogarage. Wohnungen im ehemaligen Alice-Schulgebäude. Entsprechend einem Vorschlag des Wohlfahrts- Ausschusses wurde für die Errichtung von fünf Wohnungen im ehemaligen Alice-Schulgebäude in der Kirchstraße ein Kredit von 5500 Mark bewilligt. Die Müllabfuhrgebühren. Ein Nachtrag zur Erhebung der Müllabfuhrgebühren wurde genehmigt. Feldbereinigung Rödgen. Die mit der Feldbereinigungsgesellschaft Rödgen getroffene Vereinbarung vom 7. November 1933 hinsichtlich der Gemarkungsgrenzregulierung und der damit verbundene Geländeaustaufch wurden genehmigt. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. Der Firma C. Rübfamen wurde die Ausführung von Asphaltarbeiten zum Preise von 10 138 Mark übertragen. Für den Ausbau der Pestalozzischule wurden die Erd- und Maurerarbeiten an die Firma M. Adermann in Gießen zu ihrem Angebotspreise von 8 677,85 Mark übertragen. Die inneren Verputzarbeiten wurden an die Firma G. Christ. Schmidt »n Gießen zu ihren Angebotspreisen von 8 138 Mark vergeben. Dieselmotoreneinbau in Müllwagen. Der Einbau eines Dieselmotors in den städtischen Müllwagen Nr. 1 wurde genehmigt und die erforderlichen Kosten in Höhe von 7000 Mark bereit- gestellt. Luftverkehrsverband Rhein-Main L. V. Der Erwerb der Mitgliedschaft des Luftverkehrsverbandes Rhein-Main wurde genehmigt Rechnung der Straßenbahn für 1931. Die in Einnahme und in Ausgabe mit 252 951,42 Mark abschließende Rechnung der städtischen Straßenbahn für 1931 wurde genehmigt Rechnung des Elektrizitätswerkes für 1931. Die in Einnahme mit 2 187 114,65 Mark und in Ausgabe mit 2 186 700,87 Mark abschließende Rechnung des städtischen Elektrizitätswerkes für das Rechnungsjahr 1931 wurde nicht beanstandet. Umstellung des Ortsnetzes von Annerod. Die für die Umstellung des Stromoersorgungs- netzes der Gemeinde Annerod entstehenden Kosten in Höhe von 7700 Mark find zu Lasten des Voranschlages des Elektrizitätswerkes für Rechnungsjahr 1933 zu verrechnen. Die Lieferung des benötigten 50 kVH.-Transformators wurde der Firma Sachsenwerk, Licht- und Kraftaktiengesellschaft, Frankfurt a. M., zum Angebotspreis von 665 Mark übertragen. Zusahmaschine für die Akkumulatorenbatterie des Elektrizitätswerkes. Die Beschaffung der benötigten Zufatzmafchine wurde genehmigt. Die Lieferung der Maschine, bestehend aus einem Drehstrommotor und aus einem gleichgroßen Gleichstromgenerator, mit einer Leistung von etwa 300 kW bei 300 Volt und 1000 Amp., wurde der mindestfordernden Firma, der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft, Zweigniederlassung in Frankfurt a. M., zu ihrem Angebotspreise von 16 006 Mark einschließlich Fracht, Verpackung, Anfuhr und Montage übertragen. Rechnungen des Gaswerks, Wasserwerks und des Volksbades Die in Einnahme mit 1 046 543,83 Mk. und in Ausgabe mit 1041 675,29 Mk. abschließende Rechnung des städtischen Gaswerkes für 19 31 wurde nicht beanstandet. Die in Einnahme mit 547 545,56 Mk. und in Ausgabe mit 544 298,20 Mk. abschließende Rechnung des städtischen Wasserwerkes für 19 31 wurde ebenfalls nicht beanstandet. Die in Einnahme und in Ausgabe mit 62 369,24 Mk. abschließende Rechnung des städtischen Dolksbades für 19 3 1 wurde gleichfalls gut- geheißen. Gasrohrverstärkungen. Die Arbeiten zur Herstellung der Rohrgräben für die Gasrohroerstärkung im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms wurden an die Firmen Otto Weimer, Faber, Schnepp & Weimer, Pfaff & Co. und Georg Becker, sämtlich in Gießen, zu ihren Angebotspreisen vergeben. Die Firma Otto Weimer erhält die Ausführung der Gräben am Ludwigs- platz und in der Goethestraße. Die übrigen Arbeiten werden den anderen drei Firmen zugeschlagen; sie haben sich untereinander zu verständigen. Jnstandsehungsarbeiten im Volksbad. Für den Neuanstrich im Volksbad wurde ein Betrag von 3000 Mk. bewilligt. Bürgersleuer 1934. Die Bürgersteuer wird für das Jahr 1934 in Höhe von 500 v. H. des Reichssatzes erhoben. Filialsteuer und Warenhaussteuer. Die auf Grund des Ausschreibens des Hessischen Staatsministeriums geänderten Ortssatzungen über die Erhebung einer Filialsteuer und einer Warenhaus st euer für das Rechnungsjahr 1933 in der Stadt Gießen wurden genehmigt. Volkshalle-Vereln. Der Fehlbetrag des Dolkshalle-Vereins für das Geschäftsjahr 1932 mit insgesamt 18 023,97 Mark wird auf die Stad^kasse übernommen, und zwar mit 12140,56 Mark endgültig und mit 5883,41 Mark oorlagsweise. Die im vorigen Jahre von dem Fehlbetrag des Geschäftsjahres 1931 bereits vorlagsweise bewilligten 5835,25 Mark werden endgültig auf die Stadtkasse übernommen. Errichtung von 14 Einfamilienhäusern. Für die Errichtung von 14 Einfamilienhäusern durch die Stadt Gießen Am Anneröder Wea 21 bis 47 wurde die Befreiung von § 26 des Ortsbaustatuts vom 6. Juli 1888 erteilt und die Befreiung von den §§ 5 und 18 des Ortsbaustatuts vom 6. Juli 1888 befürwortet. Instandsetzung der Helzkestelanlage In der Oberr^alschme. Der im Voranschlag 1933 vorgesehene Kredit für die bauliche Unterhaltung der Oberrealschule wurde um 400 Mark erweitert. Zur Abh .ltung von Eberversteigerungen. Die Anschaffung von 60 auseinandernehmbaren Schweinebuchten zur Abhaltung von Eberversteiae- rungen wurde genehmigt. Der erforderliche Kredit von 1200 Mark wurde zu Lasten des Reservefonds bewilligt. Die Stadtverwaltung wurde ermächtigt, den Beschluß sofort wirksam werden zu lassen. Verbesserung der Straßenbeleuchtung in der Frankfurter Straße. Für die Erweiterung und Verbesserung der Straßenbeleuchtung in der Frankfurter Straße wurde ein Betrag von 3200 Mk. aus den Mitteln des Reservefonds genehmigt. Die durch diese Erweiterung entstehenden Mehrkosten für Unterhaltung und Betrieb wurden übernommen. Die Uniformen der Freiwilligen Feuerwehr. Der im Voranschlag für 1933 für Unterhaltung der Uniformen der Gießener Freiwilligen Feuerwehr vorgesehene Kredit von 420 Mark wurde um 20 Mark auf 440 Mark erweitert. Umbau der Kläranlage. Der Aufnahme eines Darlehens von 60 000 Mk. für den Umbau der Kläranlage bei der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG. in Berlin (Oeffa) wurde zugestimmt. Das Darlehen ist mit 4 Prozent jährlich zu verzinsen und vom 1. April 1934 ab mit 1,66 Prozent halbjährlichen Tilgungsbeträgen vom ursprünglichen Darlehensbetrag zuzüglich ersparter Zinsen zu tilgen. Verbesserung des Feuerschutzes im Stadttheater. Für den Einbau einer selbsttätigen Feuermelde- Anlage im Stadttheater wurde ein Nachtragskredit von 1535 Mark bewilligt. Gasrohrverstärkungen. Die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 50 000 Mark für Gasrohrverstärkungen in Gießen bei der „Oeffa" Berlin, verzinslich mit 5 v. H. und tilgbar vom 1. Oktober 1934 ab mit halbjährlich 2,28 v. H. des ursprünglichen Darlehensnennbetrages zuzüglich Zinsersparnis, wurde genehmigt. Anpflanzung von Kirschbäumen. Für die weitere Anlage des neu anzulegenden Obstbaumstückes am Philosophenwald werden rund 400 Mark benötigt, die zu Lasten des Reservefonds 1933 zu verrechnen sind. Die SchlachthohGebuhrenordnung. Der Gebührenordnung für den städtischen Schlachthof Gießen und dem zugehörigen Gebührentarif wurde zugestimmt. Konzessionsgefuche. Seltersweg 3. Nach der Berichterstattung durch Beigeordneten Bartholomäus wurden die nachstehenden Konzessionsgesuche genehmigt: Geschwister Hans und Frieda Hemstege, Dammstraße 29; Gustav Loh, Erfrischungsbäusch"n Marburger Straße; Karl Teigler, Ludwigstraße 62; Ida Wilde, Bahnhosstraße 56; Paul Schupp, Krofdorfer 1,66 Prozent halbjährlichen Tilgungsbeträgen vom Straße 11. Abgelehnt wurden di" Gesuche von ursprünglichen Darlehensnennbetrag zuzüglich er- * Heinrich Dippel, Horst-Wessel-Wall 64, und Karl sparter Zinsen zu tilgen. iSchneid er Ehefrau, Fertigstellung der Peslalozzlschule. Der Aufnahme eines Darlehens von 191 000 Mk. für die Fertigstellung des inneren Ausbaues der Pestalozzischule bei der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG. in Berlin (Oeffa) wurde zugestlmmt. Das Darlehen ist mit 4 Prozent jährlich zu verzinsen und vom 1. Oktober 1934 ab mit Wirtschast. Starke Zunahme des Schweinebestaudes. Die Juni-Schweinezählung hat für das Deutsche Reich insgesamt einen Bestand von 23,86 Millionen Stück Schweine ergeben. Gegenüber der Dezemberzählung 1932 weist dieser Bestand die beachtliche Steigerung um eine Million Smck oder 4,50 v. H. auf. Der Bestand an schlachtreifen Schweinen ist nur um 2 v. H. größer. Dagegen haben die Bestände an jungen Schweinen um 4,50 v. H., an Ferkeln um 6 v. H., an trächtigen Sauen um 10,50 v.H. und von diesen die trächtigen Jungsauen sogar um fast 18 v.H. zugenommen. Das Schweineangebot im Jahre 1934 wird also zunächst noch wenig, dann aber in zunehmendem Maße über dem der Vor- iahreszeit liegen. Dementsprechend werden sich in den nächsten Monaten die bisherigen Preise voraussichtlich nicht wesentlich ändern. Eine große Gefahr bildet die erhebliche Zunahme der trächtigen Jungsauen. Die infolge der Verringerung der Arbeitslosigkeit und durch die Fettbewirtschäftung gefestigten Schweinepreise lassen sich nur halten, wenn nicht mehr, sondern wenn möglichst viel schwere Schweine an den Markt kommen. Vor einer Aufblähung der Schweinehaltung muß dringend gewarnt werden! * ♦ Deutsche Motoren für ausländische Tankschiffe. Die Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg (MAN) Augsburg, erhielt durch Vermittlung der Rhenania Ossag-Mlneralölwerke AG. Hamburg, einen Auftrag auf Lieferung von 4 Schiffsdieselmotoren von je 3500 PS Leistung. Die Maschinen sind bestimmt für die Tankschiffe, welche die Shell-Gruppe in Deutschland bauen läßt, und für ein weiteres Shell-Tankscbifs, das auf einer holländischen Werft gebaut roiro. frankfurter Börse. INittagsbörfe: schwankend. Frankfurt a. M., 8. Jan. Zum Wochenbeginn eröffnete die Börse nach einem lebhaften und befestigten Frühoerkehr eine Kleinigkeit leichter, jedoch hielten sich die ersten Notizen auf den Sams- tagsschlußkursen behauptet. Die Teilnahme des Publikums am Börsengeschäft zeigte gegenüber der Vorwoche ein"n gewissen Rückgang, auch die Kulisse übte im Hinblick auf die außenpolitische Situation etwas Zurückhaltung. Daher hielt sich die Um- satztätigkeit in bescheidenen Grenzen. Wenn dennoch die Tendenz behauptet war, so ist dies auf eine ganze Reihe von günstigen Momenten zurückzuführen. So gaben die zuversichtlichen Berichte aus der Wirtschaft, wie die weitere Absatzerhöhungen im Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat, sowie die weitere Abnahme der Haldenbestände einen Rückhalt. Auch die Neuordnung des Stickstoff-Syndikats wirkte etwas nach. Am Rentenmarkt hielt die freundliche Grund- ftimmuno weiter an. Es zeigte sich ein unvermindertes Anlagebedürfnis. Altbesitzanleihe gewannen 0,25 v. H., Neubesitzanleihe 0,15 v. H. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 94,65 v. H. behauptet. Umgetauschte Dollar-Bonds waren weiterhin fest und erzielten Kursgewinne bis zu 1 v. H. Der A k 11 e n m a r k zeigte uneinheitliche Kursgestaltung. Die Unterschiede betrugen nach beiden Seiten ca. 1 v. H. Bei kleinsten Umsätzen gewannen IG. Farben 0,25 v. H., Deutsche Erdöl 0,50 v. H. Montanwerte bis 0,75 v. H. freundlicher, nur Mannesmann um 0,50 v. H. und Phönix um 0,13 v. H. ermäßigt. Elektrowerte abweichend: Bekula und Lahmeyer bis 0,50 v. H. höher, Siemens 1,50 v. H., Gesfürel und AEG. je 0,25 v. H. niedriger. Schifs- fahrtswerte lagen nach den starken Steigerungen vom Samstag vernachlässigt und gingen bis zu 0,40 v. H. zurück. Verkehrswerte freundlich, AG. für Verkehr 0,75 v. H. Reichsbahn-VA. 0,13 v.H. .höher. Im einzelnen: Daimler plus 0 65 v.H., Zement Heidelberg und Zellstoff Waldhof unverändert. Im Verlaufe gaben die Kurse sowohl am Renten- als auch am Aktienmärkte nach, bei letzteren sogar teilweise bis zu 1 v. H. und darüber. Später machte sich jedoch fast auf der ganzen Linie eine Erholung bemerkbar, so u. a bei IG. Farben 128 bis 126,50 bis 127,50, Harpener 90,75 bis 90,25 bis 91,50, Rheinstahl 90,50 bis 89,50 bis 90,50, Schuckert 104,50 bis 104 bis 105, Siemens 148 bis 147 bis 148, fest lagen AG. für Verkehr 64,75 bis 64,25 bis 66,50, Nordd. Lloyd 33,40 bis 34,25, andererseits blieben unerholt Mannesmann 63,25 bis 62,75, Stahlverein 39,40 bis 38,40, Kali Aschersleben 115 bis 114,50, Reichsbank 166,50 bis 166, Hapag 32,13 bis 32,50 bis 32 und Bekula 123,50 bis 122,75. Altbesih notierten 95,13 bis 94,75 bis 94,90, Neubesitz 18,70 bis 18,60 bis 18,80, 6proz. Stahlverein 72,90 bis 71,50. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleiner gewordenem Geschäft ziemlich behauptet. Liquidationspfandbriefe jedoch meist 0,25 bis 0,50 v. H. nachgebend. Stadtanleihen uneinheitlich, 6proz. Mainz 87 (plus 2 v. H.), andererseits 6proz. wertbeständige Stadt Frankfurt v. 26,7850 (plus 1,50 v. H.). Don fremden Werten zeigten Schweiz. Bundesbahnen eine geringe Erholung. Tagesgeld war zu 3 nach 3,25 v. H. weiter erleichtert. Abendbörse: lebhaft. Die Abendbörse verzeichnete Im Anschluß an die feste Nachbörse sehr lebhafte Umsätze in deutschen Reichsanleihen, vor allem in DieMeilsmMage mSeffenLndei933 LPD. Frankfurt a. M., 8.Jan. Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes Hessen teilt mit: Ende Dezember wurden im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen 225 257 Arbeitslose gezählt, gegenüber 215 194 am 30. November 1933. Die Zahl der Arbeitslosen hat demnach um rund 10 000 oder 4,7 v. H. des Standes vom Ende November zugenommen. Diese Zunahme war in Anbetracht des Anfang Dezember einsetzenden Frostwetters vorauszusehen. Infolge der Kälte mußten viele Außenarbeiten, auch eine größere Anzahl von Notstandsarbeiten und auf Grund der Arbeitsbeschaffungsprogramme der Reichsregierung in Durchführung begriffenen Maßnahmen, vorübergehend eingestellt werden. Dadurch nahm besonders in den Saison-Außenberufen (Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, Baugewerbe und ungelernte Arbeiter) die Zahl der Arbeitslosen beträchtlich zu, und zwar um fast 14 000, während die meisten übrigen Berufsgruppen — u. a. die Forstwirtschaft, das Metallgewerbe, sowie die Angestelltenberufe — auch weiterhin noch aufnahme- fäyig blieben. Die durch die Jahreszeit bedingte Velastung des Arbeitsmarktes trat deshalb auch nicht in dem Umfange wie in früheren Jahren in Erscheinung. Jrn Vorjahre verschlechterte sich die Arbeitsrnarkk- lage in fast allen Berufsgruppen bereits seit Mitte Oktober, so daß bis zum Jahresende die Zahl der Arbeitslosen schon um rund 27 500 angestiegen war. Die weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes ist zu einem gewissen Grade abhängig von der Witterung; wenn frostfreies Wetter eintritt, können die unterbrochenen Arbeiten sofort wieder ausgenommen werden, so daß dann auch wieder eine Entlastung des Arbeitsmarktes zu erwarten ist. In der Arbeitslosenversicherung wurden Ende Dezember 29 633, -in der Krisenfürsorge 61 025, in beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen 90 658 Hauptunterstützungsempfänger gezählt. Da wie bereits erwähnt, eine Anzahl Notstandsarbeiten des Frostes wegen eingestellt werden mußten, wurden Ende Dezember nur noch bei 541 Maßnahmen 15 256 Notftandsarbeiter beschäftigt, während Ende November an 766 Maßnahmen mit 24 890 beschäs- tigten Notstandsarbeitern gearbeitet wurde. Die Zahl der laufenden Notstandsarbeiten war also Ende Dezember um 255, die der beschäftigten Notstandsarbeiter um 9634 niedriger, als zu Monatsanfang. Nach der vorläufigen Meldung der Arbeitsämter betrug die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen insgesamt 81969, davon waren 9324 Frauen. der Neubesitzanleihe, die gegen den Berliner Schluß um 0,25 v. H. anzog und später weitere 10 Pf. höher lag. Don der Kundschaft lagen beachtliche Kauforders vor, daneben betätigte sich die Spekulation in starkem Maße am Geschäft. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen etwas ruhiger, aber ebenfalls um je 0,25 v. H. fester. Aktien lagen gegen Renten vernachlässigt, aber nicht unfreundlich. Farbenindustrie eröffneten 0,13 v. H. niedriger, im übrigen blieben die Schlußkurse gut behauptet. Weiter befestigt waren AG. für Verkehrswesen (4-0,25 v. H.). Im weiteren Verlaufe fanden in der Neubesitzanleihe noch recht lebhafte Umsätze statt, gegen Schluß der Börse, trat dann eine Beruhigung ein. Auf den übrigen Renten- und Aktiengebieten waren keine nennenswerte Veränderungen festzustellen. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,13 bis 19,25, Altbesitzanleihe 95, Schutzgebietsanleihe 9,35, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 72,13, Reichsbank 166, Buderus 75,25, Harpener 91, Mannesmann 63,50, Phönix 46,50, Laurahütte 20,75 bis 21,50, Aku 42,50, AEG. 28,40 bis 28, Conti Gummi 157, Licht & Kraft 99,50, IG. Farben 127,25, Holzmann 70,50, Lahmeyer 114, Schuckert 105, Siemens 148, Reichs- bahn-DA. 110,13, AG. für Verkehr 67, Nordd. Lloyd 33,50. RTattthtrf'W Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Jan. Der Getreidegroßmarkt verkehrte bei kaum veränderten Preisen gegenüber der Vorwoche in stetiger Haltung. Das Angebot in Roggen war knapper, in Weizen mehr als ausreichend. Braugerste lag gedrückt und 2,50 । Mk. per Tonne niedriger. Futtermittel waren teil« ■ weise weiter leicht ermäßigt, im großen und ganzen I aber gut gehalten. Das Mehlgeschäft nahm bei um I veränderten Preisen einen sehr ruhigen Verlauf. : Weiz"n 197, Roggen 172,50 bis 173.50, Braugerste 177,50 bis 180. Hafer 145 bis 147,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29,10 bis 29,65, do. । ohne 27,60 bis 28,15, Roggenmehl 0 bis 60 Prozent 23,50 bis 24, do. südd. Spez. 0 24, Weizenkleie 10.85, j Weizenfuttermehl 12, Roogenkleie 10,75, Soyaschrot Preisvergleich gegen die Vorwoche gaben Rinder und Kälber je 1 Mark nach, Hämmel waren um 1 Mark höher, während Schweine 2 bis 3 Mark zurückgingen. Marktverlauf: Rinder schleppend, großer Ueberstand (215 Stück), Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine schleppend, großer Ueberstand (433 Stück). Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1054 Vierte! Rindfleisch, 18 ganze Kälber, keine Hämmel und Schafe, 277 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch 50 bis 54, 46 bis 50. Bullenfleisch 48 bis 52. Kuhfleisch 35 bis 40, 25 bis 32. Kalbfleisch 60 bis 70, 52 bis 60. Hammel- und Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch 65 bis 70. Geschäftsgang des Fleischgroß- Marktes: ruhig. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 8.Januar. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 20 bis 20,10 Mark, per Januar Bezirk 9 19,20, Bezirk 10 19,40, Bezirk 11 19,70 (stetig); Sommerweizen (80 kg) 20,10 bis 20,30; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 17 bis 17,25, per Januar Bezirk 9 16.40, Bezirk 8 16,10 (stetig); Hafer (inländischer) 15 (ftetig); Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19 (stetig); Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Futtergerste (inländische) 17,25 bis 17,50; Mais (La Plata, im Sack) 20; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17 (stetig); Soiaschrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14,50; Palmkuchen 15,50 bis 15,75; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 17,75; Malzkeime 14,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 10; Steffenschnitzel 11,25; Rohmelasse 8,50; Wiesenheu (loses) 6,60 bis 7; Rotkleeheu 6,80 bis 7,20; Luzernekleeheu 8 bis 8,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweize :) per Januar 29,40. per Februar 29,70, per März 30. Aiesensprengung 115,35 bis 15,45, Palmkuchen 15,60 bis 15 80. Erd- ! nußkuchen 16,75 bis 17,10, Treber 17,65 bis 17,75, Trockenschnitzel 10,25 bis 10,40, Heu fest 7 (nach 6,50 bis 6,70), Weizen- und Roogenstroh drahtgepreßt 2 20 bis 2,30, do. gebündelt 2 bis 2,10. Kartoffel: Industrie hiesiger Gegend 2,60 bis । 2,65 Mk. (zuletzt 2,70) per 50 Kilogramm bei Wag- i gonbezug. Tendenz ruhiger. Getreidetendenz: stetig. 1 Der Preis für Weizen- und Roogenmehl versteht sich entsprechend der neuen Mühlenbedingungen, ohne Skonto. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Jan. Auftrieb: Rinder insgesamt 1539 (gegen 1171 in der Vorwoche), darunter befanden sich 495 Ochsen, 110 Bullen, 483 Kühe und 451 Färsen. Kälber 466 (826). Schafe 194 (270) und Schweine 2276 (2784). Notiert wurde oro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen 30 bis 31, 27 bis 29, 24 bis 26, 21 bis 23. Bullen: 29 bis 30, 27 bis 28, 24 bis 26, 20 bis 23. Kühe: 27 bis 28, 24 bis 26, 18 bis 23, 12 bis 17. Färsen: 31, 29 bis 30, 24 bis 28, 21 bis 23. Kälber Sonderklasse gestrichen, andere Kälber: 38 bis 41, 32 bis 37, 26 bis 31, 20 bis 25. Lämmer, Hammel und Schake: Weidemasthämmel 27 bis 29, 24 bis 26, 21 bis 23. Schafe 14 bis 17. Schweine: 48 bis 50, 46 bis 50, 42 bis 49, 40 bis 46, Sauen 35 bis 42. Im in einem Hinterländer Arünsteinbrnch. ][ Gladenbach, 8. Jan. In dem zu den Eiserfelder Sreinwerken bei Morns- Hausen a. d. Dautphe gehörigen G r ü n st e i n - druck; wurde am Samstag eine gewaltige Felssprengung vorgenommen, welcher neben den Geschäftsleitern der Steinwerke auch Landrat P ö n i sch aus Biedenkopf mit mehreren Kreisbeamten, Vertretern der Berufsgenossenschaft und zahlreiche Einwohner der umliegenden Ortschaften beiwohnten. In schwieriger Arbeit hatten die Steinbrucharbeiter einen Stollen von 8 Meter Länge mit einem Winkel von drei Metern in die Felswand des Steinbruches gebohrt und mit 13% Zentnern Ammonit geladen. Diese gewaltige Sprengladung wurde auf elektrischem Wege gegen 10.30 Uhr zur Explosion gebracht. Mit weithin hörbarer Detonation barst öie angebohrte Fels- wand auseinander, zentnerschwere Fels- j b r o cf e n flogen bis auf eine Entfernung von 50 ' Metern durch dis Luft. Insgesamt wurden durch die Riesensprengung etwa 1500 Kubikmeter Grün st ein zum Abtransport ge- l ö st. Nach dem Abtransport der Grünsteinmassen, welche gegenwärtig einen sehr guten Absatz haben, ist für März eine weitere große Sprengung geplant. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt deichlvsfenen Dividende an — Reichsbankdiskoni 4 v H Lombardzins^uß 5 v H. vran ui j.'i tfer tranhur a m Berlin ftran.iur a. D öeril. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M Schluß- hir< «Schluß!. Abend- börie (Sdtluti» tute c^chlußk mittag, börsr Schluß« hir4 ed)iUB>. Abend- böri Schiuß- tur» ^chlußk. Di lag- börse (Schluß- turs Schlug. Abend- börs- Schluß- lurs (rxnlUBf Dl mag börjr 6. Januar 8-Januar Amtliche -Honcrunu ,fei | JVie Amtliche Xniierunn 'Oitu n 61 8 I 6.1 8-1 Datum 6.1 8 ' 6.1 8-1 'Datum 6.1 8-' 6.1- 8.1 (Äflb Frif 6% Deutsche tHeldioanlelbe v 1927 6%ebein.7% Tl. iHeidieanl. d. 1929 6*-i% Sounfl-tinleibe von 1930 Deutsche --tnl.-Ablöi.-Schuld mit 4uöIo|.«Rechten Desgl ohne fluelüi.-fReditr •% ebem.8% Heil, Wolftftaat 1929 (tudjablb 102%) 6% Hejj Landesbank Darmstadt ®ulö >H 12 6*A% Hell Landes-Hypotheken- baut Darmstadt t'laul Cberbelfen Provinz-Anleihe mit Auslol.-Rechten Deutsche Komm Lammelabl. tin> leihe Serif 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehein 8% Frankl Hyp.-Bank ®ulöpfe 15 unkündbar bi* 1935 <% ehem 7% Franks Hyp.-Bank Golbvse 16 unkündbar bis 1036 $¥i% ehem 4Vt% Frankl Hup.- Bank-Ltau.-Pfandbriefe 6H % ehem 4ty% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-lSoldvfe 6% ehem 8% Pr Landespsand- briefanftall, Pfandbriefe R 19 6% ehem 7% Pr Landespfand, briefanftall, Pfandbriefe R 10 tzteuerautsch Perrechnunas^urS 4% Oetterreichtlchr Svldrente 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v 1910 4V»% vesgl. von 1913 6% abgefi Goldmexikaner von 99 4% liirkische Zollanleihe von 1911 Bagdadbahn-Anlethe 95,5 99.90 95,13 94,9 18.55 94,25 93,75 92,5 93,65 S4 94 93,9 4,25 “4 94 46,5 17,25 5 4,80 4,90 5,3 94,65 99,9 95.25 95 19.25 94,5 93,75 92,5 94 94 94 92,75 94 94 94 96,7 18,5 0,80 5,15 4,9 7,2 5,3 95,13 100 95,5 94,75 18,35 94 94 94 96.5 19 r.20 1 95 100 95 94.75 18,90 95 93,5 94 94 94 96,7 5,2 7,13 5,40 5,40 4% desgl. Serie II 5% Rumän. vereint). Rente v. 1908 4^,%Rumän.vereinh.Renteo.lS18 <% Rumänische vercinh. Rente 2Vi% Anatolier ............. pamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 Hansa-Dam vfjchiff ... 0 Norddeutscher Lloyd ....... 0 A.G. für Berkelirswesen Akt. 0 Berliner Handelsgesellschaft 4 Sommer», und Prlvat-Bank 0 Deutsche Pank und Disconto- GeseUschafr............... o Dresdner Ban!..............0 ReichSbant ............... 12 A.G.G..................... 0 Bekula..................... 0 Ejektr Lieferungsgesellschaft.. 6 Licht und Kraft g «reiten & Guilleaume 0 »k^"!^''-^iektr.Unternehmung 6 Rheinische (SlehrtUtib ... 5 »chucker, SlLv ........ 5 LiemensS Halske........ 7 Lahmeyer & (Jo..........’*/l0 Buderus .......... 0 Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener ............' q harpener q Voesch Eisen—Köln-Neuesten .. 0 alle Bergbau g Jlie Bergbau Genüsse........4 Klöcknerwerke .......... C Lianaesmanu-Röbren......... 5.45 4 6,65 3.40 27.75 32,5 93,5 64 88,25 46.25 55 59,5 • 67.5 27,9 •23,25 91.5 99,4 54 0,75 2,13 104.5 149,5 115 73,75 •04,5 60 90 108 60,4 63,75 5.5 4 6,65 3,35 27.25 31,9 33,5 67 88 46,25 56.25 60 166 28 123 91,25 99.5 53,5 90,25 91,5 105 148 114 75,25 105 60 91 107.5 60.6 63,5 4 ,30 32,5 25 17,65 33,75 63,9 88 46,25 55 59,5 167.5 27 65 122,9 91 99,5 53,9 91,25 92,65 105 150 114.75 74,25 104,75 60 89,5 68,25 141 108 60,4 63,5 3,30 31,75 27,75 17 33,5 66,75 88 46,25 56,25 60 166 28,13 122,65 90,5 100 54.25 90 93,25 105 148 114 76 105 60,25 91,75 69,75 107.75 60,5 63,25 Manaselder Bergbau......... 0 Kokswerke 0 Phontz Bergbau ........... 0 Rheinische Braunkohlen .... 10 Rhelnstadl 0 Bereinigte Stahlwerke........ 0 Ltavi Minen 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y, 3. G. Farben-JndusMe....... 7 Scheideanstall...............v Goldschmidt ......... 0 Rütgerswerke ...... 0 MetallgeieUschatt........ 0 Philipp Holzmann ....... 0 Zementwerk Heidelberg ......0 Zementwerk Karlstadt ....... 0 Schultheis Patzenhofer ...... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg 0 Zellstoff Waldhof .......... 0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas 7 Daimler Motoren ...........0 Deutsche Linoleum ........... 0 Lrenstein & Koppel .......... 0 Leonhard Tietz ............ 0 ZhaDe 10 Acru m uiatoren-flabrü........ 0 Lonti-Gummr............... 0 Grlhner....................0 Mainkraftwerke Höchs) 4 Süddeutscher Zucker ....... 8 99,25 46,75 199,5 89,75 38,75 11.75 113,75 117 154 127,75 189,5 48 54,5 68.75 °H 43 46,5 49,5 6,75 38 47 15,5 141,5 185,5 151,75 71 188 29 46,5 198 90,5 38,4 12 114,5 116 152,5 127.25 189,5 49 54 66 70,5 "i? 42,5 47 49,5 36.75 38,25 46,75 15,75 141 186,5 157 21,25 71,5 190 29 88,d 46,5 199,5 °0,25 38,5 11,65 116.5 117,5 15? 128,5 49 54,5 67 97 42,5 47 »0,25 H5,25 37,9 47 63 16.13 141,5 153 20,5 186,75 28,9 88,5 46,65 197 90.75 39 12 114 25 115 152.5 127,4 48.75 54,13 66.5 70 96,5 41,65 46.25 49.5 115,9 38,65 46,5 62 15,5 15 ISO Helstngfor». Men .... Brag ...... Budave- ... Sofia .... Öollanb .... O«lo ..... Kopenhagen Stockholm London . . Buenos Aires Neuyork .... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig .... 3aoan ..... Rio de Jan. . Jugoslawien. Lissabon.... 8 6,034 47,2o 12,45 J,04/ 68.58 68,63 60,99 70,48 13,685 0,636 ,677 58.27 22,03 16,42 81,17 4,52 81,49 0,819 0,226 5,664 12,46 erlin, 8-Janus 6,046 47,35 12,47 3,05? '68.92 68,77 61,11 70,62 13,715 0,640 ,683 58,36 22,07 16.46 81,33 14,58 81,65 0,821 0,228 5,676 12,48 SanfnoleiL r 1 6,054 47,20 12,465 3,047 168,73 68,78 61,09 70,58 13,69 0,637 2,692 58,24 21,98 16,41 81,22 34,57 81,49 0,319 0,226 5,664 12,46 (Selb 6,066 47,30 12-485 3,053 169,07 68.92 61,21 70,72 13,72 0,641 2,698 58,36 22,02 16,45 81,38 34,63 81,65 0,821 0,228 5,676 12,48 "M' — Amerikanische Noten.............. Belgische Violen ................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten .............. Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 2,645 58,08 60,83 13,645 16,37 ■68,31 21,86 68,61 70,41 81,04 34,43 2,665 58,32 61.07 13,705 16,43 168,99 21,94 68,88 70,69 81,36 34,57 Dienstag, Y.Zanuar 1954 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. Z Drittes Blatt % 14 ■ - '?y ;> SL M M 13. 14. Mllionenbetrügers Etavisky Werner Albold, Gießen, Marktplatz 17: „Im 34. 15. 39. 40. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 6. 7. 29. 8. 30. 9. 31. 32. Spiele erhalten: Margot Becker, Gießen, Bahnhofstraße 37; Hans Schuchardt, Gießen, Stephanstraße 11; Arno Keller, Krofdorf, Gieße« ner Straße 315a; Margarete Bolz, Lich Garben« teicher Weg 5; Luise Henkelmann, Heuchelheim, Wilhelmstraße 66; Hildegard Ranft, Gießen, Am Wingert 2; Otto Stephan, Großen-Buseck, Bismarckstraße 32; Albert Freitag, Heuchelheim, Marktstraße 33; Anneliese Kratz, Gießen, Diez- straße 11; Walter Herget, Gießen. Riegelpfad 70; Marie S ch^ fer, Hausen, Steinbacher Straße 2; Otto Gärtner, Gießen, Ludwigstraße 59; Horst Braun, Gießen, Wiesenstraße 4: Liselotte Schäfer, Leihgestern, Bahnhofstraße 49; Sude Feick, Gießen, Im Gartfeld 17; Erna Habermehl, Gießen, Weserstraße 201; W. Kuntzemuller, Gießen, Grünberger Straße 52; Else Pfeiffer, Wieseck, Pbisolophenstraße 22; Otto Bausch» Langsdorf. Weidengasse 16; Lore Büttner, Gießen, Friedrichstraße 10; Hildegard Hevding, Gießen. Am Rahrungsberg 16- Gertrud Schäfer, Wieseck. Iungfernstraße 7: Willi H e n a st. Gießen, Alicenstraße 36: Gertrud Kardaun, Gießen Gut- fleischstraße 2; Gretel Berg, Gießen Am Riegel- nfnb 60: Emma Kehl. Klein-Linden, Schulstraße 3; Willi Jung, Holzb-im, Adolf-Hitler-Straße 10; Liselotte ©immer. Gießen, Marburger Straße 98; zu bewerten । Die Buben und Mädchen aus der Stadt können ihre Gewinne in der Redaktion des Gießener Anzeigers, Gießen, Schulstraße 7, 1. Stock, abholen, und zwar am morgigen Mittwoch, dem 10. I a- nuar, und am Donnerstag, dem 11. Januar, jeweils in der Zeit von 16 bis 18 Uhr. Die Abholzeit muß eingehalten werden. Die Preisträger von den Landorten erhalten die Preise in den Karl-Hans Förster, Gießen, Wilhelmstraße Nr. 80: „Einmetersiebenundneunzig". Kurt H ä u j e r , Gießen, Riegelpfad 96: „Weiter mit 20 PS". Stunden über Afrika". Adalbert Bender, Rodheim an der Bieber, Adolf-Hitler-Straße 42: „Deutscher Soldaten- Ein Messer und ein' Gabel Bracht' mir das Christkindlein, Da grub mir meinen Namen Der Herr Graveur hinein. Der Maler Firmenschilder malt — Wird er dafür wohl gut bezahlt? Will man sich im Bilde sehn, Muß man zum Photographen gehn. Der Schriftsetzer macht mir besondere Freude, Ihn kenn' ich persönlich, auch ohne Kopf heute; Herr Mandler, ein Jünger von Gutenberg, Bei unserm „GA." — wohnt Kugelberg! Metzger wird der Mann genannt Mit dem Hackbeil in der Hand. Seine Würste schmecken fein, Ganz besonders die vom Schwein. Ach, du lieber, guter Geist, S ch u st e r , bleib' bei deinem Leist'. Mit Spinnrad und der Dreherei, Jst's leider mit der Zeit vorbei. Ach, Autofahren tu ich gern — Doch Reparieren liegt mir fern. Das überlasse ich dem Mann, Dem Autoschlosser, der es kann. Das köstliche Naß, das Bier wie der Wein, Die gehören in das Faß vom Küfer hinein. Beschlossen sei die Reihe der Verse mit einem Aus- spruch eines kleinen Mädchens: Nun hab ich mich so sehr gemüht, (Wie wohl der Rätselonkel sieht!) Drum höre, bei der Verteilung der Preise Bedenke auch mich — so bitte ich leise! Und nun lassen wir die Namen der Preisträger folgen. In Anbetracht der stattlichen Anzahl der schönen und richtigen Lösungen haben wir uns in diesem Jahre entschlossen, recht vielen Kindern Preise zukommen zu lassen. Neben den ursprünglich vorgesehenen Buchpreisen kommen auch noch Preise in Form von Spielen zur Verteilung, die sicherlich allen Empfängern große Freude machen werden. Es sei noch erwähnt, daß sich der Rätselonkel nur schweren Herzens entschließen konnte, auch einigen Einsendern einen Preis zuzusprechen, die in ihren Lösungen zwar einen Fehler hatten, sich aber im «übrigen sehr um die schöne Ausstattung ihrer Losung bemüht haben. Der Preis ist somit mehr als eine besondere Anerkennung für die fleißige Arbeit germanische Kultur". Helga Dreyer, Gießen, Wetzsteinstraße 4: „Bernd und Brunhilde". Helmuth Lehmann, Gießen, Karl-Vogt- Straße 21: „Wilhelm von Oranien". nächsten Tagen zugeschickt. Oie preisträaer. Preise erhalten die nachstehenden Einsender: 1. Margarete und Günter S t a l l m a n n , Allen- dorf a. d. Lda.: „Das Hitlerbuch der deutschen Jugend". 2. Elli K a m b e i tz, Lich, Hüttengasse 3: „Deutsche in aller Welt". 3. Werner Hartmann, Gießen, Wilsonstraße 3: „Sechs Jungens tippeln zum Himalaja". 4. Hilde I a n z , Gießen, Wilhelmstr. 54: „Deutschland, Deutschland über alles". 5. Gertrud Jung, Holzheim, Hauptstraße 6: „180 Eis vergraben". 35. Erich Sommer, Rodheim a. d. Bieber, Burgstraße 20: „Seeabenteuer". 36. Helmut Mandler, Launsbach, Alte Gießener Straße 193: „HI. marschiert". 37. Helmuth Brück, Leihgestern. Bahnhofstr. 12: „Luftschiff voraus!". 38. Erika Diesel, Gießen, Ebelstraße 26: „Alt- „Schaffende Hände." Das Ergebnis unserer Weihnachts-Preisaufgabe 1933. kalender" Irmgard Seibel, Gießen, Roonstraße 22: „Lies erhält den Führerschein". Hermann U h r h a n , Gießen, Jheringstraße 9: „Bremsklötze weg". _ .. , Jnaeborg und Lieselotte S e i b o l d , Grunberg (Hessen), Theo-Koch-Straße 9: „Ina geht ihren eigenen Weg". , . 10. Karl Mülter, Hausen bei Gießen, Gießener Straße 1: „Soldat in den Wolken". 11 Margot Pfeiffer, Gießen, Weserstraße 23: „Dienst am Deutschtum" 12. Elly S ch u b e ck e r , Krofdorf, Gießener Straße Nr. 314: „Daß Urwaldmädel". Die Durchsicht der vielen Hunderte der eingegan-I genen Lösungen unserer Weihnachtspreisaufgabe 1933 war für den Rätselonkel diesmal eine große« Freude. Erstens hatte er allen Anlaß dazu wegen I der großen Zahl von Einsendungen, zum zweiten aber deshalb, weil sich die meisten Einsender wirk-1 lich große Mühe um die Auflösung der Aufgabe gegeben haben. Vor allem die Form vieler Einsen-1 düngen verriet, daß sich sehr viele Buben und Ma-l dels recht eifrig mit den Bildern beschäftigt haben. Noch niemals haben wir bei den bisherigen Preis- oufgaben so viele Lösungen in Versform erhalten, wie diesmal. Es sind viele gute Verse gemacht worden Viele andere haben zum Farbstift gegriffen und durch Verzierung oder Zeichnungen, die das Handwerkszeug der verschiedenen Handwerker darstellten, ihre Lösungen hübsch ausgestaltet. Andere haben ganze Büchlein gemacht, die Bilder sauber hinein- geklebt und die Lösung jeweils darunter geschrieben. Viele haben dem Rätselonkel gleichzeitig ein gutes neues Jahr gewünscht. Er läßt allen recht herzlich dafür danken. Die richtige Losung. 1. Hustchmied, 2. Seiler, 3. Klempner, 4. Schreiner, 5 Buchbinder, 6. Wagner, 7. Töpfer, 8 Schneider, 9. Glaser (Bilderrahmer), 10. Optiker, 11. Friseur, 12. Uhrmacher, 13. Goldschmied, 14. Bäcker, 15. Schleifer, 16. Graveur, 17. Maler, 18. Photograph, 19. Setzer, 20. Metzger, 21. Schuhmacher, 22. Drechsler, 23. Autoschlosser, 24. Küfer. So, nun kann jeder Junge und jedes Mädchen nachsehen, was in der eingesandten Lösung falsch und richtig war! Um einen kleinen Einblick in die Art der eingegangenen Lösungen zu geben, seien nachstehend den verschiedensten Einsendungen von Buben und Mädchen Verszeilen entnommen, die eine besonders liebevolle Beschäftigung mit der Preisaufgabe erkennen lassen. Zunächst stellt einer der kleinen Einsender folgende | Vorrede voraus: Es war nicht leicht, das muß ich sagen, Einmal wollt' ich fast verzagen; Dann hat es mir große Freude gemacht, Als ich doch alles zusammengebracht. Nun, lieber Rätselonkel, ich bitte schön: Laß auch mich einmal bei den Preisträgern stehn. Und nun die einzelnen Lösungen: Hier ist ein Schmied. Er beschlägt ein Pferd. Er schmiedet Stahl und Eisen, Der Mann ist ehrenwert. Wer hat Muttis Wäscheleine so schön gedreht? • Das war der S e i l e r, der sein Handwerk versteht! Der Spengler bringt das Dachkandel an. Damit das Wasser gut ablaufen kann. Der Schreiner sorgt für ein schönes Heim, Er macht die Möbel modern und fein. Der Buchbinder, seht und habet acht, Aus losen Blättern Bücher macht. Mit Sorgfalt der Wagner arbeiten muß, Will er nicht ernten des Fuhrmanns Verdruß. Der Töpfer aus dem Hessenland Ist uns aus „Heimat im Bild" bekannt. Es dreht der Fuß und formt die Hand, Noch lebt der deutsche Töpferstand. Hier seht Ihr das tapfere Schneiderlein, Es näht den Rock gar modern und fein. Das Bild von unserem Führer fein, Das rahmt mir schnell der Glaser ein. Ist Großmutters Brille mal entzwei, Macht sie der O p t i k e r , eins, zwei, drei. Ob Bubikopf, ob langen Bart, Der Friseur, er weiß für alle Rat. Wenn im Haus die Uhr nicht geht. Und der Zeiger stille steht, Geht man zum Uhrmacher hin, Der macht 'ne neue Feder rin ... Der Goldschmied macht fürs Mägdelein Den Schmuck und Ring gar zart und fein. Den Nickelsmann, gar zart und lecker, Macht uns zum Nickelstag der Bäcker. Ein Schleifer hier ist dieser Mann, Der Messer, Scheren schleifen kann. Den Messerschmied man ihn auch nennt, Er schärft und schleift mit beiden Händ'. „Der rote Kampfflieger". Ferdinand und Ilse ©ommerlab, Großen- Buseck, Kaiserstraße 16. „Deutscher Kalender". Christa v o n H e r f f, Gießen, Moltkestraße 27: „St.-Georg-Kalender". Ernst H ö r r, Gießen, Wernerwall 47: „Mit der Flimmerkiste ins Affenland". Berta Rau, Gießen, In Löbers Hof 7: „Blo- digs Alpenkalender". Erich Seipp, Heuchelheim, Kinzenbacher Str. Nr. 23: „Gunther Plüschow". Hans-Hasso Schmidt, Manderscheid in der Eifel (Oberförsterei): „Mit 20 PS und Leuchtpistole". Helene Lange, Gießen, Seltersweg 67: „Hunde- und Katzenkalender 1934". Richard Eichholz, Gießen, Bismarckstraße 28: „Unsere Marine im Weltkrieg". Liesel Bingel, Gießen, Walltorstraße 42: „Kultur und Natur". Karl-Heinz Rohrbach, Wieseck, Philosophen- straße 21: „Vom Segelschiffsjungen zum Lloyd- kapitän". „ . Karl Pauly, Gießen, Gnauthstraße 13: „Drei Männer suchen Gold". Irmgard Werner, Gießen, Neuenweg 52: „Deutsche Urwaldwildnis". Irmgard Ullrich, Gießen, Wilsonstraße 10: „Das lustige Kinderbuch". ... - - .. . . ~ _ 33. Annemarie Meyer, Rodheim an der Bieber, Ernst Jung, Watzenborn-Stemberg, Hermann- Adolf-Hitler-Straße 46: „Die Tierwelt der deut- Göring-Straße 12; Karl Bing, Hungen, Niddaer scheu Landschaft". ! Straße 3. Liesel Link, Gießen, Wilsonstr. 10: wenn man will, sagt Günter". 16. Hildegard Stein, Garbenteich, Bergstraße 6: „Die neue Heimat". 17. Wolfram Jrnfried Häuser, Gießen, Welcker- straße 8: „Der Radiodetektiv". 18. Henn. Buchacker, Gießen, Löberstr. 23: „Deutsche Geschichte nationalsozialistisch gesehen". i. Walter Jung, Leihgestern, Kreuzgasse 13: Oben: Frau Stavisky, die Gattin des Schwindlers, vor ihrem bei einem Schönheitswettbewerb in Cannes preisgekrönten Wagen. — Unten: Die erregte Menge v o r d e m Leihhaus in Bayonne, dessen zu Hunderten von Millionen ausgegebenen Schuldverschreibungen sich jetzt als wertlos herausstellten. W' K r k-------.....— afrikanische Kaffee deutscher Farmer im europäischen Handel; in Deutschland könne er aber nur über England bezogen werden. Die gegenwärtige Wirtschaftslage der Farmer fei nicht erfreulich. Das Kaffeeaufkommen werde zwar untergebracht, bringe, aber nur niedrigen Preis. Trotzdem fei eine kleine Diese Sammlung muß ebenfalls wieder einen guten Rente möglich. Erfolg bringen, da für Lebensmittel felbstverstand- Der Kaffeebau werde auch ferner lohnend sein. Der Sonntag für den Stoffwechsel. Der Farmer und Siedler müsse aber in jedem Falle berücksichtigen, daß eine Kafseeplantage eine Reihe 23on Med. Franz Höchberg, hnhe^blaonnen verlvreckeÄr re^ckt au*ten"Er^ Schönheitspflege darf nicht nur mit Wässern und'neben ist das flüssige Obst wichtig bei sportlicher fnM 9Rprbfi?h mit\em^ ©ebanfen^\er^ Siebfuna in Salben, sondern muß auch von innen her betrieben Betätigung als Spender von Muskelkraft. Es gibt 2 5 . h i s I werben Ein geregelter Stoffwechsel und Austausch kein anderes Nahrungsmittel, das so schnell, so 3 0 Oft» ft f Äi‘ia 'n lu s a f rikani d" Säfte ist die Vorbedingung für eine schöne und nachdrücklich und unmittelbar den Muskeln energie- fL. nerfünen Ser Farmer müsse gesunde Haut. Die natürlichen Heilmittel kommen spendende Kraft zur Verfügung stellt, wie die im Deut-1 unmer mehr zur Geltung. Eine trockene statistische Fruchtsaft enthaltenden Zuckerarten. Se? SeuffAe fei Don 3aW gibt darüber Aufschluß. Vor fünf Jahren be-s Auch in der Sprechstunde des Arztes spielt das h?n n^rnpmSn1' ™fAähf sie warben trug der Jahresverbrauch unvergorener Obstsäfte in flüssige Obst eine immer wichtigere Rolle. Es be- eAm^mP^rnt leien anaefehen ^die ^Erinneruna Deutschland zwei Millionen, heute etwa 20 Mil- lastet den Magen nur sehr gering bei Appetitlosig. ™$h£ 3heiÄ feit noch immerb fehr lebenbia Ilicnßn Liter. Die Zeit ist vorbei, in der die Brun-s keif; es regt die Verdauungstätigkeit an, wie kaum ©rä&fp ffhre^ei ^s fü? ^nen kbroarAen Einaebo- nenverwaltung eines berühmten Kurortes noch ein anderes Mittel, wenn man morgen in nuchter- S 1 \ n n pl hnhi unfpj p p H n m marnend das Verbot von Rohkost in den Aufschrif- nem SuftanD K bis -/,» Liter innerhalb meniaei knrh L n ' W ßettom' ten ber in die ganze Welt versandten Flaschen ihres ^ür bie ©rünbuna einer fiarm feien wie schon Brunnenwassers abdrucken ließ. Obst ist heute em erwähnt, mindestens 100 Hektar Land nötig. Ost- 6b«res Nahr- und Hellmittel geworde^^ toränftbbleiben können lim%?efes Ausmaß der wert (Kaloriengehalt) ist nicht sehr erheblich, jeden-’ lbrungXefeöfoOn^^enm?rUb?n zufe'ssemm^e das Land verkehrstechnisch erst voll' erschlossen werden. Mmeralstoffe oder Nahrsalze enthalten. Wenn sie D'r praktischen Verwirklichung des Gedankens, Ost- mir fie' n'rikn Pnnn» deutschen B"völkerunasüberschuß auf- [le. doch IN einer Mischung vorhanden, wie wir sie bei den tierischen Nahrungsmitteln, den Gemüsen SJlXfpOTt so- Ernste deutsche Olympia-Vorbereitung der Einheimische 21. Urban in 55:15 Min. Fr!. Cranz, Frl. Resch und Frl. Grasegger gehen am kommenden Wochenende beim dritten internationalen kombinierten Abfahrts- und Slalomlauf des Schweizer Damen-Ski-Clubs in Grindelwald an den Start. Ueber 5000 Meter hatte der Deutsche Meister S a n d n e r (München) keine ernsthaften Widersacher. Er war allen seinen Gegnern glatt überlegen, lediglich der Berliner Games ließ Hoffnungen aufkommen. Neben diesen beiden Läufern gefielen noch der südwestdeutsche Meister Reisch und der Berliner Seelicke. Am Samstag erfuhr das Training infolge des weichen Eises eine Unterbrechung. Um die Läufer zu beschäftigen, veranstaltete man einen längeren Reisemarsch. Die Kur- Spenden für die NS.-Bolkswohlfahrt werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen. Geschäftsstellenführer U h l und der Bezirksführer II Happ. Letzterer eröffnete die Tagung mit einem Hinweis auf die Bedeutung dieser Tagung. Nach einem Vortrag des Schiedsrichterreferenten über die Ansetzung der Schiedsrichter und deren Aus- und Weiterbildung, verwies der Gaujugendwart nochmals auf die ergangenen Richtlinien betr. Ausbildung der Jugend zu Schiedsrichtern. Der Gauführer überreichte dann dem früheren Bezirksführer H. Engelter die goldene Ehrennadel der Deutschen Sportbehörde, die diese ihm für seine langjährige aufopfernde und erfolgreiche Tätigkeit verliehen hatte. In kurzen Worten schilderte er dann die infolge der Umorganisation geleistete ungeheure Arbeit, die besonders in unserm Gau zu erledigen war. Auf der Bundestagung in Hannover habe er zu seiner Freude hören können, daß unser Gau verwaltungstechnisch und namentlich in finanzieller Hinsicht fast an erster Stelle rangiere. In treffenden Worten hob nun der Landesbeauftragte den gesunden Kern der Turn- und Sportbewegung hervor, der schon stets in ihr gewohnt habe. Wenn auch manches in der bisherigen Bewegung weichen und verschwinden, sowie vieles umgelernt werden mußte, so beweise die Anerkennung der Bewegung durch den höchsten Führer, daß sie stets ein gewichtiger Faktor unserer Volksgemeinschaft und Ertüchtigung bleiben werde. Jeder müsse aber bedenken, daß der Sport jetzt Sache der Nation, Dienst an Volk und Vaterland sei, wer noch andere Ideen verfechte, solle lieber freiwillig gehen. Wenn zur Zeit auch noch gewisse Schwierigkeiten für eine geregelte Aus- und Durchführung gerade des Fußballspieles bestehen würden, so sei hier eine Klärung in kurzer Zeit zu erwarten. Jedenfalls lägen unsere Belange bei dem Reichssportkommissar in besten Händen und deshalb könnten wir vertrauensvoll und ruhig den kommenden Dingen entgegen- Das Skispringen in Bayrisch-Zell brachte außer Konkurrenz Sprünge von 48 Meter der beiden Norweger K a a r b y und Raabe. Die Bestleistung des Tages vollbrachte mit 223,5 und Sprüngen von 40,45 Meter Dietl- München. Den Abfahrtslauf holte sich der Münchner Kreisy (Kl. 2) mit der Taqesbestzeit von 3:41 Min., während in Klasse 1 Pellkofer - Bayrisch-Zell als Sieger mit 4:12 weit hinter dieser Zeit zurückblieb. Das Pokalspringen in Brotterode stand im Zeichen des Jungmannen O. Weisheit, der 59,5 Meter sprang. Deutsche Eiskunstläufer gastierten in Polen. Während von den Damen die Berlinerin Edich Michaelis vor Fr. P. Schmidt- Berlin den Unter der Leitung des ehemaligen deutschen Meisters N e u st i f t e r (München) wurde auf dem Staffelsee bei Murnau der Olympiakursus der deut- und in Karlsruhe... Der Gau Baden des DSV. hielt am Samstagabend in Karlsruhe sein erstes Olympia-Prüfungs- schwimmen ab, an dem sich auch Schwimmer der DT. und der DJK. beteiligten. Besonders wertvoll waren die Leistungen der Damen, die zwei neue badische Rekorde aufstellten. Fräulein Blatt- m a n n vom DSV. Freiburg kam über 200 Meter Brust nahe an die internationale Marke heran. Auch die Herren zeigten recht ansprechende Zeiten auf, wenn auch keine neuen Bestleistungen herauskamen. Olympia-Kursus der Eisschnelläufer. Die Ausscheidungswettkämpfe in Krumm- „Die Legende vom vertauschten Sohn." Das Hessische Landesthegter in Darmstadt bringt am 25. Februar die Oper „Die Legende vom rung übernimmt Generalintendant Dr. Rolf P r a s ch. Deutsche Gesellschaft für innere Medizin. Die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin hält ihre 46. Tagung vom 9. bis 12. April in Wiesbaden unter dem Vorsitz von Professor Dr. S ch i t t e n * Helm (Kiel) ab. Das wissenschaftliche Programm des Kongresses sieht folgende Referate vor: Die heutige Erblehre in ihrer Anwendung auf den Menschen (Professor Eugen Fischer, Berlin). — Allgemeine Erbpathologie (Professor Freiherr von V e r s ch u e r, Berlin). — Spezielle Erbpathologie innerer und Nerven-Krankheiten (Professor Otto Naegeli, Zürich). — Die Bedeutung und die Reichweite des Lokalisationsprinzips im Nervensystem (Professor Dr. Otfried F o e r st e r, Breslau). — Physiologie und Chemie der Sexualhormone (Professor 21. Butenandt, Danzig). — Normale und krankhafte Ovarialfunktion (Professor Robert Schröder, Kiel). — Am 12. April findet eine gemeinsame Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin mit der Gesellschaft für Verdau- ungs- und Stoffwechselkrankheiten statt. Vorläufiges Programm: Stepp, Breslau: Ueber den gegenwärtigen Stand der Vitaminlehre. — Romin - ger, Kiel: Die Bedeutung des O-Vitamins für Stoffwechsel und Ernährung. — Abderhalden, Halle: Fortschritte in der Physiologie der Ernäh. rung, insbesondere auf dem Gebiete des intermediären Stoffwechsels. — Grafe, Würzburg: Fortschritte in der Pathologie der Ernährung. — Von Tyszka, Hamburg: Volkswirtschaft und Ernährung. — Wirth, Frankfurt: Organisation der Ernährung im Krankenhaus. — Mangold, Berlin: Erfahrungen aus der Tierernährung über Ernährungswirkungen beim Menschen. Hoffnungen für die Olympischen Spiele berechtigen. Kunst und Wissenschaft. Bei den Bobrennen in Schierke fuhren Winkel/Werner-Schierke auf Bob „Burggraf" in 1,49 die schnellste Zeit heraus. Im Zweierbob siegten die Einheimischen Walbaum/Gruhl in 2:12,8. Schnelle Zeiten gab es in S ch r e i b e r h a u, wo im Viererbob Ullrich/Kluqe auf Bob „Lotte" in 1:25,5 siegreich blieben, während im Zweierbob Frey- Führersitzung des Gaues XII (Aordheffen). Der Landesbeauftragle für Hessen des Reichssportkommissars in Gießen. Die Kreisführer mit ihren Fußballfachwarten Schwimmerprüfungen in Frankfurt leistungen nur recht schwachen Durchschnitt. Die besten Leistungen zeigte der Nachwuchs sowohl bei den Damen wie auch bei den Herren. Nur in weniaen Fällen konnten sich die bisherigen Könner durchsetzen. Leider vermißte man den Mittelstrecken- N ch-A,chb°rg Sieger. Er bewältigte 61. 61 und 53 bzw 6^.gewonnen wurden. Im Brusd Herbert Chapman, der berühmte Manager des Londoner Meisterclubs Arsenal, ist in London im Alter von erst 55 Jahren an einer Lungenentzündung plötzlich gestorben. Chapman war eine der markantesten Erscheinungen im europäischen Fußballsport. Josef Pöttinger hat das Training von 23 Auswahlspielern des Gaues Brandenburg übernommen. Pöttinger soll die Spieler für den am 21. Januar stattfindenden Fußballkampf Berlin gegen Prag vorbereiten. * 7 13 5 3 9 Aktive umfaßt die von der Faschistischen Partei in Italien geleitete Sportorganisation nach der letzten Zählung. Lorenzer auf Bob „Schneckensteln" tn 3:08,2 trium- chierten. In Hahnenklee gewann der Berliner Peinelt mit Lotze den Jubiläumswanderpokal des Bobklubs Hahnenklee mit einer Zeit von 3:19,5 für Die 1500 Meter lange Strecke. In einem Eishockeyspiel in Schierke schlug der WSD. Braunlage den SV. Schierke knapp mit 3:2. Der Eishockey-Weltmeister, die Massachusetts Rangers, waren bei ihrem Spiel in Oxford nicht in der besten Form. Gegen eine Auswahlelf der Engländer siegten sie nur knapp mit 2:0 (1:0, 0:0, 1:0). Kurze Sportnotizen. D i e diesjährigen Leichtathletik- Europameisterschaften wurden in Rom nunmehr terminlich genau festgelegt. Sie finden in der Zeit vom 7. bis 9. September in Turin statt. Eingeladen sind 27 Nationen, die ihre Teilnehmerzahl bis zum 20. Mai gemeldet haben müssen. ♦ Fünf deutsche Abfahrtslauferinnen und zwar Hadi Pfeiffer-Lantschner, Frau Bader, wie die Vereinsführer der Gauliga- und Bezirksklassenvereine des Bezirkes II 'Daren vom Gauführer am Sonntag zu einer Besprechung ins Cafä Ebel gerufen, an der auch der Landesbeauftragte für Hessen, Herr Meister aus Kassel teilnahm. Von der Gauleitung waren anwesend der Gauführer Stud.- Rat Riemann, der Gaufußballwart H. Weber mit feinem Schiedsrichterreferenten Wingen- fett), der Gaujugendwart Vondran, sowie der ___r «.ufupirc fl-c-gen niugien (le tn tTuT oi. Dlarrusmmrenykrns oerDrad)T einen Randstein gefahren und auf die Straßen- werden. Es handelt sich bei den Verunglückten um bahnschienen gestürzt. Die beiden Verunglückten den Arbeiter Wilhelm Schmidt aus Griesheim waren schon fast steif gefroren, als man sie und den Arzt Dr. Wilhelm Achenbach, der aus fand. Der Unfall muß sich demnach bereits mehrere dem Westerwald stammt und sich auf der Durchreise Stunden vorher ereignet haben. Mit schweren, nach Oppenheim befand. Schädelbrüchen und Gehirnerschütterungen | ersten Platz belegte, wurde der Berliner Laß bei v...r , den Herren hinter dem Polen Biston und dem , schen Eisschnell-Läufer eröffnet Den Auftakt bildete Ungarn Dadas nur Dritter. Gleichfalls einen drit- ein Training in Rudeln über die langen Strecken, ten Platz belegte das Ehepaar Krümling im Paar- " ' "— ~ ~ " laufen, wo die Polen Frl. Bilcowna/Kowalsky siegreich blieben. Ul w . UJXJ VQW. XJ . wy-Zf-x vjvivviuivu U/Uivvii. 'VIH schwimmen holte sich ein Vierzehnjähriger über , , -L «x l ' 200 Meter in der guten Zeit von 3:02,9 Min. den hub^ Iahen Heinz Ermel-Bruckeberg mit Note dritten Platz. Das Springen kam über gute Mittel- 698,35 ui der Kombination als Sieger Ermel ge- t(a|fe nid)t hinaus, auch die Leistungen der Damen 7°"" den Sprunglauf mit Note 340,6 (42 43 uni> waren nicht über dem Mittelmaß, lediglich die 42's mu6tlL a£er-tm l8=S'I°meter=Cang(auf, Springerin Kapp (DT.) war gut in Form. Im al,mC-n gering ben Steg abtreten Wasserball schlug der Bezirk Südhessen den Bezirk Bei einem Langlauf m Bad Reinerz ftegie Pfalz-Saar überlegen 10:2 (4:2). hör" IrmnottTufi+xo 9l 11 r fi n m im • 1 c: «m ~ u ° ' ' sehen. Anschließend referierte ber Gaufußballwart über spieltechnische Angelegenheiten. In einer allgemeinen Aussprache trugen dann die Vereinsführer Wünsche und neue Anregungen vor. Kurze Aufklärungen und Hinweise auf ergangene Bestimmungen ergaben bann immer eine vollkommene Uebereinstimmung der beiderseitigen Ansichten. Am Nachmittag tagte die Gauleitung nur mit den Kreisführern im Beisein des Landesbeauftragten, der sich lebhaft an der internen Besprechung beteiligte. Wohl alle Fragen, die von besonderer Bedeutung in dem Gau sind, wurden berührt, so die finanzielle Belastung und besonders die Frage des Nachwuchses der Vereine. Die lebhafte Aussprache, die viele wertvolle Anregungen für eine erfolgversprechende Weiterarbeit gab, bewies, daß die Vertretung der Interessen des DFB. bei den Kreisführern in besten Händen ist. Oer Wintersport am Wochenende. . Der Wintersport hatte am Wochenende allenthalben wieder Hochbetrieb zu verzeichnen. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Lang- und Sprunglauf-Konkurrenz in Johann-Georgen st adt, wo der sächsische Altmeister Ewald Scherbaum- Aschberg in 55:14 ganz überlegen gewann. Da ' meister' Wi11hauer am Start. Die Sprinter- <*... — v------. — Scherbaum auch im Sprunglauf einen guten Platz strecke gewann der Offenbacher Maus, während v e r t a u f ch t e n S o h n" von G. Francesco Ma- belegte, sicherte er sich den Sieg in der Komblnatwu 200 und 400 Meter von den Jugendlichen lipi er o zur süddeutschen Erstaufführung, als mit Note 622,7. Im Sprunglauf wurde P. S ch a d - Struck (Offenbach) und Henrich (Frankfurt) zweite Bühne nach der Welturaufführung. Die ..... R, ” • -----•' musikalische Leitung liegt in Händen des Ober- leiters der Oper Karl F r i d e r i ch, die Jnfzenie- susteilnehmer befinden sich durchweg in guter Verfassung. Nach einer Aeußerung des Kursusleiters , N e u ft i f t e r glaubt dieser in der Annahme nicht Das Prüfungsschwimmen des Gaues XIII des' fehlzugehen, daß sich unter den Teilnehmern des DSV. in der gut besuchten Frankfurter Schwimm- Kursus Teilnehmer befinden, die zu den besten Halle brachte neben einigen überragenden Einzel- ' *' ' ~ - Karl Kerber Gießen (RodheimerStr.54), Alzenau,Metternich-Koblenz,den8 Januarl934 133 D Billiges Thaga-Angebot! wmelden. 120 d Gießen (Steinstraße 68), den 7. Januar 1934. 132 D Nach kurzem, schwerem Leiden entschlief sanft mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 10. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Beileidsbesuche sind nicht erwünscht im fast vollendeten 74. Lebensjahre, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten Geschänsdrucksachefl Rechnungen Briefbiatter Briefumschlag» Postkarten Geschaftskarten bei Brflhl, Schulstr. 7 4 16 Opel- Limousine billig zu verkauf. Lollar, 0152 Hauptstraße 60. Die Beisetzung findet in aller Stille statt — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen Prachtvolle süße Apfelsinen. 3 Pfd. nur 47 Zitronen 6 Stück nur 25 Bananen, I. Sorte Pfund nur 28 i Erstklass. gebr., aber gut erhalt. ItelOrlemen a. Fabrikbetrieb billig abzugeben. Schriftl. Anfrag. ter 127D an Gieß. Anzeig. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Christina Kerber, geb. Grebel Karl Kerber und Familie Anton Wagner, Gießen Labnftraße 15. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigstgeliebte. gute, treu- sorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwägerin und Tante Frau Katharina Dehe Ww., geb.Gunst nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, im 71. Lebensjahre zu sich zu nehmen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Ld.N.: Therese Deh6. Gießen (Marburg Str. 56). Treis/Mosel. München, Hamburg, Diez/Lahn, Köln, Koblenz, Vallendar, den 7. Januar 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Januar, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 122D Seelenamt Donnerstag, den 11. Januar, vormittags 7% Uhr. £lfl«:öation öetBfirgeroereinlgung SWen- Doulen, Sieben. Wer noch Forderungen an die BürgervereinigungSachsenhausen hat, hat dies bis zum 14. Januar 1934 bei dem Unterzeichneten an- Notverk.8 28Ford Lim., i.s.g. Zust., fürRM.850.-ru verkauf. Off.an F. Thörner, Frankfurt a. M.,Hinden- tiurgatr. 144. 128v Verkäufe ~] I Paar Ski „Hikory“ vreisw. zu verk. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. O15U nnnoooQüQüQüooo lliikknm, öen 10. jammt 1934 nachmittags 2 Uhr versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Bum Löwen" zwangsweise gegen Barzahlung: 1. Tische, Sofas, Chaiselongues, Sessel, Schreibtische, Büfetrs, eine Kredenz, 1 Konsolschrank, iBertito, 1 Bücherschrank, 1 Pianino, einen Wäscheschrank, 1 Kleiderschrank, 1 Sviegelschrank, 1 Eisschrank, 1 Spiegel, 2 Uhren, 2 Grammophone, 1 Radioapparat. 1 Ladentheke, ISchnellwaage, IRegistrier- kasse, Nähmaschinen, Schreibmaschinen, 1 Klebepresse, 1 weißer emaillierter Küchenherd, 200 Miit- beetfenster, 1 Klappkamera, 1 Rollfilm (Ernemann), 80Flaschen Rotwein, 1 größere Partie Bücher und Kunfimavpen. 2. Bestimmt: 1 Sofa, 1 größere Partie Pfeifen u. Mutzen, Pinsel, Seife und Schwämme. mD Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16, Telephon 3383. Unsere innigstgeliebte Tochter. Schwester, Nichte und Kusine Helma Velten ist heute, im 22. Lebensjahre, von uns geschieden. In stetem Gedenken 1 Familie August Velten. 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