Nr. 235 Erstes Blatt 184. Jahrgang Montag, 8. Oktober ch34 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehen postMeckkonto: jironlturt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitatsVuch- und Zteindruckerei R.Lange in Gießen. Zchristle lung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis b'/^UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 60 Rpf.,Plahvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Katatonischer Separatisienaufsiand in Barcelona niedergeschlagen. Das Militär versagt sich den Aufrührern. - Die Zentralregrerung Herr der Lage. Dre Geparatistensührer verhaftet. Madrid. 8. Off. (DNV. Funkspruch). Die Er- elgniffe in Spanien haben sich am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag überstürzt. Am Samstagnachmiltag war der Mini st er rat zusammengetreten und hatte beschlossen, sich am Dienstag dem Parlament vorzustellen. Valencia Oviedo0 r? 7 0 K.r^ Eibar V. Saragossa^^ Gegen 20 Uhr brach in Madrid, nachdem der Tag ziemlich ruhig verlaufen war, ein neuer Großangriff der Marxisten los. In allen Stadtvierteln setzte heftiges Gewehrfeuer ein. Polizei und Militär hatten in den mangelhaft beleuchteten Strahen schwere und vertu streiche Kämpfe zu bestehen, indessen ist es den Marxisten nicht gelungen, die Oberhand zu ge- winnen. Dagegen gestaltete sich die Lage in Barcelona für die Regierung Lerroux außerordentlich ernst. Der Präsident der General-Junta von Katalonien. Companys, rief um 20.17 Uhr vom Balkon des Regierungsgebäudes die selbständige katalanische Republik aus. Außerdem bildete sich in Barcelona eine provisorische spanische Zenlralregierung unter Führung des früheren spanischen Ministerpräsidenten A z a n a, die sich die Aufgabe gefetzt hat, Spanien in eine Föderativ-Republik umzuwandeln. Angesichts dieser bedrohlichen Lage verhängte der Staatspräsident um 23.20 Uhr den Kriegszustand über das gesamte Staatsgebiet, einschließlich Katalonien.Außerdem wurde die Schließung sämtlicher Grenzen angeordnet. Roch in der Nacht erhielten die in Cartagena liegenden Flotteneinheilen den Befehl, nach Barcelona in See zu gehen, und zahlreiche Truppenabteilungen wurden gegen die separatistischen Aufrührer in Marsch gesetzt. darunter zwei Bataillone Fremdenlegion, die in Algeciras eingetroffen waren. Em mißglücktes Spiel. Zur Vorgeschichte des Separatistenaufstandes in Katalonien werden folgende Einzelheiten bekannt: Nachdem die gesetzmäßige katalanische Regierung (Generalidad) am Freitag, also am ersten Tag der in ganz Spanien ausgebrochenen revolutionären Aufstandsbewegung, immer wieder die Madrider Zentralregierung ihrer Zuverlässigkeit versichert hatte, und dabei nicht müde wurde zu betonen, daß sie die Ordnung in Katalonien unter allen Umständep aufrechterhalten würde, gingen schon am Sams- taamittag Gerüchte um, rbonach die Generalidad em doppeltes Spiel mit der Madrider Regierung getrieben habe. Wie sich herausstellte, sollten die Beteuerungen der Generalidad dazu dienen, Madrid in Sicherheit zu wiegen, damit inzwischen die völlige Abschließung und Isolierung Kataloniens vom übrigen Spanien in Szene gesetzt werden könnte. Diese war auch am Samstagabend restlos durchgefuhrt. Zu diesem Zeilpunkt war sowohl jeder Eisenbahnverkehr als auch der Telephon- und Telegraphenverkehr an den kalaloulschen Grenzen stillgelegl worden. Gleichzeitig hatten sich die Separatisten geschickt über die wichtigsten Punkte verteilt, so daß die Generalidad nun ohne weitere Gefahr den Abfall von Spanien erklären zu können glaubt. So erfolgte denn auch am späten Samstagabend durch den Vorsitzenden der Generalidad die Unabhängigkeitserklärung Kataloniens und die Ausrufung der freien katatonischen Republik. Gleichzeitig rief man die .. s p a n i s ch e f ö d e - rative Republik" aus und ernannte zu ihrem Präsidenten Azana, den Rlinisler- präsidenten der letzten halbmarxistischen Regierungen der Jahre 1932/33. Dieser erklärte nun seinerseits die Madrider Regierung für illegal und abgeseht. Der Präsident der Generalidad, Companys, erschien auf dem Balkon des Palais der Generalidad und verlas unter dem Beifall der Menge einen Aufruf, in dem es heißt: Katalanier! Die monarchistischen und fascistischen Kräfte haben die Negierung übernommen, um die Republik zu zerstören. Alle guten Republikaner sind aufgestanden, um die Zerstörung der Republik zu verhindern. Katalonien kann dem ganzen spanischen Volk, das für eine Freiheit kämpft, seine Solidarität nicht ver- veigern. Katalonien bricht alle Beziehungen zu den panischen Regierungsstellen ab. Die Generalidad hatte nun allerdings bei ihrem hochverräterischen Spiel einen schweren Feh - l e r gemacht. In ihrer maßlosen Selbstüberhebung glaubte sie sich des Heeres, soweit es in Katalonien garnisoniert ist, und der Polizeivöllig sicher. Als nun die Madrider Regierung als Antwort auf die Abfallerklärung Kataloniens sofort den Kriegszu st a n d über das ganze spanische Staatsgebiet verhängte, ließ man den Befehlshaber der dortigen Militärstreitkräfte in das Regierungsgebäude der Generalidad kommen, um seine Stellungnahme zu erfahren. General Datei bat sich eine Stunde Bedenkzeit aus, die er sofort dazu benutzte, um die gesamte Garnison von Bar- tanische Regierungsgebäude angeseht und das Gebäude mit Mörsern beschossen hatten. In zahlreichen Stadtteilen von Barcelona fanden in den Morgenstunden des Sonntags noch lebhafte Schießereien zwischen den spanischen Regierungstruppen und den bewaffneten Aufständischen statt, man rechnet aber damit, daß die Truppen, die von Militärflugzeugen unterstützt werden, überall die Oberhand gewinnen werden. EmunruhigerSonniagmMdrid Energischer Kampf gegen den Generalstreik M a d r i d, 8. Okt. (DNB.) In den Abendstunden des Sonntags verübten Anarchisten und Iungsözia- listen in verschiedenen Teilen Madrids erneut zahlreiche Ueberfälle auf Polizeistreifen und Militärposten. Dabei kam es zu heftigen Feuergefechte n, in deren Verlauf wieder eine Reihe von Menschen ihr Leben lassen mußte, und zahlreiche Verwundete festaestellt wurden. Bei den Schießereien nahmen die Angreifer auch die Villa des Ministerpräsidenten unter Feuer. Der linksbürgerliche Bürgermeister von Madrid und zahlreiche marxistische Gemeinderäte wurden wegen Sabotage der Regierungsmaßnahmen a b g e s e tz t. Der Minister ohne Portefeuille Mar - »3 ■ . M w • • • 4 y V x -MM tz i t x > ' ix Generalstreiks für ganz Gewalttätige Streikende werden von Polizisten verhaftet — ein Bild von einem öer früheren Generalstreiks. Es ist zu befürchten, daß solche Szenen sich jetzt wiederholen, nachdem die Sozialisten und die Syndikalisten die Bekanntgabe der neuen Ministerliste nut der Ausrufung des Generalstreiks für ganz Spanien beantwortet haben. celona zu alarmieren. Eine weitere Stunde später waren die spanischen Batterien an den wichtigsten Plätzen aufgefahren. Maschinengewehre in Stellunggebrach t und die wichtigsten Gebäude, darunter die Generalidad. militärisch beseht. Der spanische General und die ihm unterstellten Truppen haben vorbildlich ihre Pflicht erfüllt. Als der Präsident der sogenannten „Katalanischen Republik" diese unerwartete Wendung sah und ihm außerdem gemeldet wurde, daß auch der größte Teil der katalanischen Polizei gemeinsame Sache mit dem Militär machte, begann er im Rundfunk in halbstündigen Abständen stark gefärbte Berichte über die Gesamtlage herauszubringen und die gesamte Bevölkerung Kataloniens zu den Waffen zu rufen. Der Sender in Barcelona wechselte zwischen Tanzmusik und dem Spielen der Nationalhymne ab, wobei er zwischendurch fortgesetzt in die Welt rief: „Siegen oder st e r - b e n". Azana hoffte vor allem auf die Hilfe der syndikalistischen Landarbeiterorganisationen, die seit langem von ihm selbst bewaffnet und ausgebildet waren, und die neben den separatistischen Escamots eine Art katalanische Sturmtrupps bildeten. Der separatistische Aufstand in Katalonien ist sodann überraschend schnell vollkommen zusammengebrochen. Die katalanische Regierung hat sich, obwohl sie im Rundfunk immer wieder erklärt hatte, daß sie „siegen oder sterben" wolle, am Sonntag um 6.15 Uhr den Regierungs- truppen des Generals Batet ergeben. Die gesamte Regierung, der Bürgermeister von Barcelona, die TNitglieder der Stadtverwaltung und der Oberbefehlshaber der katalanischen Streitkräfte wurden verhaftet, nachdem die spanischen Regierungstruppen im Morgengrauen zu einem Generalangriff auf das kata- tinez de Velasco wurde zum Regierungskommissar im Madrider Rathaus ernannt. Die Streikbewegung dauert ziemlich unverändert an. Die Regierung hat deshalb den Befehl erlassen, daß am Montagmorgen überall d i e Arbeit wieder ausgenommen werden muß, falls die Streikenden nicht ihre Arbeitsplätze verlieren wollen. Sowohl die f a s ch i st i s ch e Organisation wie auch die o a n i f i e r te Jugend der katholischen Volksaktion sind in hervorragender Weise überall da eingesprungen, wo durch den Streik wichtige Arbeitskräfte äusfielen. Vermutlich werden diese Kräfte die Marxisten immer mehr aus den Betrieben verdrängen. Auch im Norden r och schwere Kämpfe mit Aufständischen. Madrid, 7. Okt. (DNB.) Der zweite große Unruheherd der letzten Tage, das Kohlengebiet von A st u r i e n , wo die verhetzte Arbeiterschaft den Kommunismus ausgerufen hatte, steht auch bereits kurz vor der Unterwerfung. Militär- aufqebote haben das ganze Gebiet abgesperrt. Die Säuberungsaktion macht gute Fortschritte. Die Schwierigkeiten des bergigen Geländes verlangsamen jedoch den Vormarsch. Aus den übrigen spanischen Provinzen werden örtliche Aktionen aufständischer Elemente gemeldet, die sich zumeist in entlegeneren Dörfern abspielten. Dabei wurden 10 Polizeiposten erschossen und mehrere Kirchen niedergebrannt. Motorisierte Polizeikräfte haben auch in diesen Gegenden die Staatsautorität wiederhergestellt. In der Provinz Leon (Nordwestspanien) sollen revolutionäre Minenarbeiter mehrere Villen niedergebrannt haben. Im asturischen Kohlenbecken, wo neue Truppen, die durch Kriegsschiffe im Hafen von Aviles ausgebootet worden waren, sollen ge- mcinfam mit den bereits im Minengebiet befindlichen Streitkräften einen konzentrischen Angriff durchführen, die Ordnung wiederhergestellt haben. Verlustziffern sind nicht bekannt. Aus der Provinz Galicien (Nordwestspanien) liegen Nachrichten vor, wonach auch dort in verschiedenen Orten versucht worden sei, eine galicische Republik auszurufen. Polizei und Militär hätten die Staatsautorität ohne besondere Anstrengung aufrechterhalten können. Besonders gespannt soll die Lage in Bilbao (Biscaya) sein, wo die Marxisten auf Unterstützung separatstischer Banden rechneten. In mehreren Dörfern sei der Kommunismus ausgerufen worden, mehrere Polizeibeamte feien überfallen worden; vier Beamte sollen getötet worden fein. Azana verhaftet? Die Rädelsführer werden vor ein Kriegsgericht gestellt. Paris, 8. Okt. (DNB. Funkspruch.) Nach einer bisher nicht bestätigten Meldung des „Matin" sollen der frühere spanische Ministerpräsident Azana und drei katalanische Führer bei Barcelona verhaftet worden sein, als sie gerade im Begriffe standen, sich an Bord eines kleines Dampfers nach Frankreich einzuschiffen. Der Präsident von Katalonien, Companys, hat nach feiner Verhaftung erklärt, erübernehmedie ganze Verantwortung für das, was innerhalb der Genera- lidgd vor sich gegangen sei. Der B ü r g e r m e i st e r von Barcelona, der ebenfalls verhaftet wurde, hat seinerseits die Verantwortung für alles, was im Rathaus vor sich ging, übernommen. Wie aus Barcelona weiter verlautet, sind die R e- aierungstruppen ziemlich erschöp ft. Als Verstärkung werden in Barcelona ein Bataillon Infanterie, eine Kompanie Fremdenlegion und ein Flugzeuggeschwader erwartet. Verschiedene Torpedobootszerstörer liegen im Hafen. Weitere Kriegsschiffe sind angekündigt. Mit der Verwaltung der Generalidad Katalonien ist ein Obers^ und mit der Leitung der Stadtverwaltung ein Major beauftragt worden. An Bord des Dampfers „Uruguay" ist ein Kriegsgericht zur Aburteilung der hochverräterischen Mitglieder der früheren katalanischen Regierung zusammengetreten. Obwohl die spanische Verfassung die Todesstrafe abgeschafft hat, sehen die Kriegsartikel, die bei Kriegszustand maßgebend sind, die Todesstrafe vor. Es ist also nicht ausgeschlossen, daß die Rädelsführer erschossen werden. Begeisterte Kundgebungen für Ministerpräsident Lerroux. Wie die Telegraphenagentur Fabra meldet, wurde Ministerpräsident Lerroux aus Anlaß der erfolgreichen Niederwerfung des Separatistenaufstandes in Katalonien von der Bevölkerung Madrids begeistert gefeiert. Zehntausende von Menschen füllten die Straßen der Innenstadt, und als Ministerpräsident Lerroux sich von seiner-Wohnung in das Innenministerium begeben wollte, wurde sein Wagen derart von der jubelnden Menge umdrängt, daß der Ministerpräsident nur mit Mühe das Ministerium erreichen konnte. Die gleichen Begeisterungsstürme umbrandeten Lerroux, als er sich z u einem Besuch des Staatspräsiden - t e n nach dem Nationalpalast begab. In den Außenbezirken waren vor allem die Truppen das Ziel der Freudenausbrüche der Menge. Die Provinzialbehörden übermitteln zahlreiche Kundgebungen, in denen die Bevölkerung ihreTreuezu r R e g i e- r u n g und ihre Freude über das Verschwinden des revolutionären Spuks zum Ausdruck bringt. EmgliederungderArtamanen- heweguna in die Hitlerjugend. Güstrow (Mecklenburg), 8. Okt. (DNB.) In Güstrow wurde im Rahmen einer großen Kundgebung die Artamanenbewegung in die Hitlerjugend eingegliedert. Die Artamanen waren einst in den Nachkriegsjahren d i e Vorkämpfer für d i s Idee des deutschen Bauerntums. Sie waren die Pioniere des Nationalsozialismus auf dem Lande und haben gleichzeitig über die damaligen Parteien hinweg die Volksgemeinschaft der schaffenden Deutschen aus Stadt und Land in die Tat umgesetzt. Sie werden nunmehr in der großen Gemeinschaft der Hitlerjugend ihre segensreichen Arbeit zum Besten der deutschen Jugend f o r t s e tz e n. Auf dem Schützenplatz in Güstrow hielt vor etwa 800 Artamanen und mehreren Tausend Hitlerjungen zunächst der bisherige Bundesführer der Artamanenbewegung,tfer nunmehr als Unterbann« sichrer dem Sozialen Wnt der Reichsjugendführung angehört, Alfred Woyirfch, eine Ansprache, in Das Wiesbadener Landestreifen der Devtschen Arbeitsfront. Erster gemeinsamer Appell aller Werktätigen des Gaues Hessen-Nassau. LPD. Wiesbaden, 7. Okt. Das Landestreffen der Amtsleiter und Amtswalter der Deutschen A r b e i t s f r o n t d e s G a u e s Hessen-Nassau ist die erste Kundgebung die- er Art in Deutschland. Für die schon am Sa ms- a g zu einem Appell eingetroffenen Arbertskame- raden fanden am Abend an verschiedenen Stellen große Veranstaltungen statt, die alle überfüllt waren. Im Kurhaus fand die Aufführung des Fest- vieles Weckruf der Arbeit" von Till Kalfer-Wie- derstein starken Beifall, gleichfalls der Bunte Abend, den der Reichssender Frankfurt a M. m den Sa- len der Stadthalle veranstaltete. Echtes Volkstreiben herrschte im Stadion Unter den Eichen. Am Sonntagmorgen vollzog sich der Aufmarsch der Amtswalter dank der straffen Organisation m mustergültiger Ordnung. Außer den Tagungsteilnehmer strömten unübersehbare Menschenmassen nach dem ehemaligen Exerzierplatz. Die sinnvolle Ausschmückung des Platzes durch den Kunstmaler Adolf Presber erhöhte den Eindruck des weihevollen Bildes dieser Riesenversammlung. Als Landsobmann Becker, Frankfurt a. M., dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley meldete, daß rund 80 000 Amtswalter mit über 1000 Fahnen angetreten seien, bot der Riesenplatz kam noch eine Lücke. Beim Einmarsch der Fahnen brach die Sonne siegreich durchs Gewölk und überflutete den Platz mit strahlendem Glanz. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger begrüßte sodann die Versammelten. Wenn man rückschauend die Zerrüttung der Wirtschaft, den Zerfall in zahllose Verbände, das Gewirr der Gewerkschaften betrachte, dann müßten heute auch viele den Kops schütteln, die damals aktiv in diesen Organisationen gestanden hätten. Dann könne man ermessen, wie das Ziel des Führers Adolf Hitler immer mehr erreicht werde, das gesamte Volk zu einer Einheit zusammenzuschwei ß e n Wer hätte es noch vor zwei Jahren geglaubt, daß die Gegensätze in den Betrieben zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sich restlos überwinden lassen würden. Das sei d a s G r ö ß t e, was geleistet worden sei, daß die V o l k s g e m e l n s ch a f t u b e r- all bestehe, wo schaffende deutsche Menschen ihrer Arbeit nachging en. Diese Gemeinschaft der Werktätigen sei so grandios, daß man sie manchmal noch kaum erfassen könne. Alle vor kurzem noch bestehenden Gegensätze seien heute restlos überwunden worden. Dennoch stehe man e r st am Anfang. Der Führer hätte nach der letzten Volksabstimmung erklärt, daß nun auch noch die letzten 10 Prozent für die nationalsozialistische Weltanschauung gewonnen werden müßten. Das sei die wichtig st e Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront, der größten Organisation aller Schaffenden in der Welt überhaupt. Die nationalsozialistische Weltanschauung müsse bis; an den letzten Volksgenossen herangetragen werden und in ihm zur Tat werden. Alles andere müsse gegenüber diesen Aufgabe zurücktreten. Darum seid ihr euch, die ihr in der Wirtschaft, in diesem wichtigen Teile des Volkslebens, steht, bewußt, daß ihr allein in der Lage seid, eure Aufgaben zu erfüllen, wenn ihr alle Zeit gläubig zum Nationalsozialismus und zu* seinem Führer Adolf Hitler aufschaut. Heil! Die Gemeinschaft aller Schaffenden. der er u. a. ausführte: Heute am Tage des Bun- destreffens schließen wir unsere selbständige Tätigkeit al5 nationalsozialistischer Vortrupp im Bauerntum auf dem Acker und gliedern uns ein in die nationalsozialistische Jugendfront. Dann sprach, von jubelnden Hellrufen begrüßt, Reichsjugendführer Baldur von Schirach zu feinen Kameraden: Es ist nicht das erste Mal, daß ein großer Jugendbund in die Millionenbewegung der Hitlerjugend eingefügt wird. Aber es ist bestimmt das erste Mal, daß eine Eingliederung i n solchem Gei st e vor sich geht. Denn innerlich sind die Artamanen längst ein Bestandteil der nationalsozialistischen Bewegung. In der Land Hilfe, so führte der Reichsjugendführer weiter aus, liegt eine große verpflichtende Aufgabe für euch Artamanen. eine Aufgabe der Führung, eine Aufgabe der Formung und hier werdet ihr auch eingesetzt, in der Zukunft und werdet ringen müssen mit den Menschen, die innerlich vielleicht noch nicht ganz zu uns gehören, die aber zu uns gehö. n müssen. Der „Deutsche Tag^ in Reuyork. Ein einmütiges Bekenntnis zum neuen Reich Ne uy o r k, 7. Okt. (DNB.) Das Deutschtum in den Vereinigten Staaten gestaltete den diesjährigen „D e u l s ch e n Tag" in dem mit schwarz- weih-roten und Hakenkreuzflaggen reich geschmückten Madison Square Gard en zu einem überwältigenden Bekenntnis für das neue Deutschland Adolf Hitlers, lieber 20 000 Menschen füllten die weiten Räume. Eine Abordnung des N S D F B. (Stahlhelm) mit einem Spiel- rnannszug sowie Abordnungen der amerikanischen Frontkämpferoerbände, die ebenfalls mit ihren Musikkapellen erschienen waren, belebten das Bild und sorgten durch flotte Marschmusik für die Unterhaltung der Anwesenden Die Kundgebung wurde durch Generalkonsul Borchers eröffnet, der nach Verlesung eines Grußtelegramms von Präsident Roosevelt die Glückwünsche des deutschen Botschafters Dr. Luther überbrachte. Anschließend Unterstrichen zahlreiche Redner, darunter C. K. Froehlich, der Präsident der vereinigten deutschen Verbände, Henry Spier, der Porsitzende der neugegrundeten „Dawo", die den Kampf gegen den deutschfeindlichen Boykott in den Vereinigten Staaten ausgenommen hat, sowie Hubert S ch n u ch, der Bundesleiter der Vereinigung der Freunde des neuen Deutschland, die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bande zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Aus den Reden ging übereinstimmend hervor, daß das Amerika-Deütscbtum jeht endlich beginnt, sich unter dem Eindruck der durch Adolf Hitler verwirklichten deutschen Einheit zu einem machtvollen Block zusammenzuschließen. Die ersten Auswirkungen dieses Zusammenschlusses haben zu der erfolgreichen Abwehr des deutschfeindlichen Boykotts und zur Gründung der „German-American Intependent Voters Leage“ geführt, die die Aufgabe hat, d i e Snterefffen der Deutschamerikaner bei den amerikanischen Wahlen zu ver- treten. Die diesjährige Feier erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Tatsache, daß sich im Gegensatz zum Vorjahre alle in Frage kommenden deutschen Verbände unter der Hakenkreuzflagge zusammengefunden haben. Die Versammlung nahm nach Beendigung der Festreden einstimmig ein Huldigungskabel an den Führerund Reichskanzler an, worauf die Feier mit dem Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied und anschließendem großen Zapfenstreich ihr Ende fand. Hessische Lehrer besuchen die Jugendherbergen des Ahein-Main-Gebietes. Vor einigen Tagen fand eine Besichtigungsfahrt der Obmänner des NS. -Lehrerbundes, durch die Jugendherbergen des Rhein-Main-Gebietes statt. Es wurden die Jugendherbergen Schloßborn, Limburg, Camp, Diez, Lorch, Rüdesheim, Mainz Zwingenberg, Heppenheim und Miltenberg besucht. Die Teilnehmer, unter denen sich die Herren der Preußigen Regierung Wiesbaden und des hessischen Staatsministeriums befanden, sprachen sich in anerkennendster Weise über die bisher vom Jugendherbergsverband geleistete Arbeit aus und versprachen, noch mehr als bisher das Werk zu unterstützen. — Als äußeres Zeichen ihrer Anerkennung melden sich alle noch nicht dem Jugendherbergsverband angehörigen Teilnehmer als Mitglieder an. Die Auswirkung der Arveits- beschaffungsmaßnahnie in Hessen. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront pg. Dr. Ley von jubelnden Beifall begrüßt, führte dann in einer großen Rede u. a. aus: Es ist das erstemal, daß in einem Bezirk der Arbeitsfront die verantwortlichen Männer im Betriebe und die Werktätigen sich zu einem gemeinsamen Appell zusammengefunden haben im Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit für das Los und das Schicksal derer, die ihnen anvertraut sind. Das wäre vor zwei Jahren natürlich unmöglich gewesen. Es gibt fein Land der Erde, wo der Klassenkampf und der Klassenhaß, Standesdünkel und all die Vorurteile derart ausgemerzt und ausgerottet worden find wie in Deutschland. Täuschen wir uns aber nicht darüber, daß es bei vielen nur eine Äußerlichkeit ist, und daß wir darum ununterbrochen darüber machen müssen, daß diese äußere Form, in die wir nun die Menschen hineingebracht haben, auch zum Lebensinhalt dieser Menschen wird. Wenn eines die Richtigkeit unseres handelns bestätigt, so ist es die Tatsache, daß der Arbeiter nach allen Berichten, die ich bekomme, und wie ich durch eigne Prüfung festgestellt habe, heute nahezu re st los auf dem Boden der Arbeitsfront un>d damit des Nationalsozialismus steht. Ich höre immer wieder: Ja, bas ist eigentlich d i e Sehnsucht gewesen, die wir gehabt haben, und wir sind froh, daß es endlich so geworden ist. Der Arbeiter ist erst zögernd gekommen, ja vielleicht erst aus Angst. Man zerschlug ihm die Gewerkschaften, ein Gebäude, das er sich mit vielen Opfern aufgebaut hatte. Man muß verstehen, daß ihm das sehr schmerzlich war, als er nun beobachten mußte, daß der nationalsozialistische Staat erklärte: Arbeiter, das ist alles grundfalsch, das können wir nicht dulden! Es ist ein Wunder, daß der deutsche Arbeiter daran nicht zerbrochen ist. Nein, der deutsche Arbeiter verzweifelte nicht. Im Gegenteil. Erst vielleicht war er verängstigt; er wußte nicht recht, was er mit uns machen sollte. Dann war er abwartend, vielleicht neugierig, einmal zu sehen, was denn nun diese Menschen machen werden. Und dann kam seine Ehrlichkeit zum Durchbruch, sein anständiger Mensch. Ja, der deutsche Arbeiter ist ehrlich und auch anständig, wie es niemanden in der Welt gibt. Die Arbeiter bejah- ten uns und sagten: Wir beobachten, daß diese Männer fleißig sind; wir sehen, daß diese Männer chaffen. Wir wissen noch nicht, ob sie recht haben. Wir wollen einmal abwarten; aber sie sorgen sich um uns, sie bekümmern sich um uns. Sie lassen uns nicht wie ein Freiwild der Willkür ausgesetzt. Anständigkeit, Ehrlichkeit und Bescheidenheit: das sind die Tugenden, die den deutschen Arbeite auszeichnen. So kam er und bat: Nehmt uns auf in eure Reihen; wir wollen mitarbeiten. Das ist ein Wunder, ein großes erhabenes Wunder, und wir wollen demütig dem Schicksal dafür dankbar sein, daß es den deutschen Arbeiter wieder unserem Volke zurückgegeben hat. Nicht ganz so der Unternehmer. Er war abwartender, auch in einzelnen Teilen feindseliger, und er verstand es natürlich auch, bas klüger zu tarnen, und wenn ich in der Arbeitsfront Schwierigkeiten gehabt habe, so habe ich sie nicht von feiten der Arbeiter gehabt, nein, einige wenige Schichten des Unternehmertums waren es. Und wenn ich trotzdem in meinem letzten Aufruf sagte, daß es mich mit Freude und Stolz erfüllt, heute nach einem Jahr feststellen zu können, daß nicht allein der deutsche Arbeiter zur Arbeitsfront gekommen ist, sondern daß sich b e r e i t s 6 0 bis 70 v. H. der Unternehmer in allen Gauen gemeldet haben, die freudig mitgehen und marschieren, in manchen sogar 80 v. H., in einzelnen fast alle, so ist das ein nicht geringer Erfolg. Was wäre unsere Arbeitsfront ohne den Zusammenschluß aller schaffenden Menschen. Sie wäre ja grundsätzlich nichts Neues gewesen, wenn es nur gelungen wäre, die 169 Arbeitnehmerverbände zusammenzuschließen und die 46 Arbeitgeberverbände zu vereinheitlichen. Sie hätten sich genau so feindselig gegenübergestanden wie früher. Wir durften uns daher mit der organisatorischen Vereinheitlichung nicht begnügen, vielmehr war es notwendig, daß die Wenschen wieder zu- sammengeführl wurden, damit sie sich wieder kennen und achten und ehren lernten. Wir müssen die Volksgemeinschaft nicht nur wünschen, wir müssen sie auch täglich üben, genau so wie der Soldat nur durch tägliches Exerzieren zum Soldaten wird und nicht dadurch, daß man ihm von soldatischen Tugenden erzähl' Wir müssen solange üben, bis das Zusammenstehen und Zusammenhalten aller Volksgenossen jedem Einzelnen Bedürfnis ist. Es gibt noch einige, die nicht mitmachen wollen. Da muß man so lange drillen, bis der Letzte nutrnacht. Es darf in keinem Betrieb einen deutschen UJiann geben, der nicht in der Gemeinschaft entweder der Partei oder der Deutschen Arbeitsfront organisiert wäre. Man sage mir nicht, man müsse dem Men- schen doch die persönliche Freiheit lassen- Zch dm der Meinung, daß man die h ö ch st e F r e i h e i t in der Welt in der Kameradschaft mit ■feinen Mitmenschen findet. ^^Sozialismus ist keine Angelegenheit des ewigen Forderns und Verlangens, sondern er ist eine Angelegenheit des Beispiels und de 5^0 t e n e n s. Man soll sich nicht Sozialist nennen, wenn man nicht selber bereit ist, dem Anderen alles das zu tun, was man von der Gemeinschaft selber fordert. Wer also auch nur ein Iota von der Gemeinschaft mehr verlangt, als er bereit ist dem Volke zu geben, ist ein Betrüger und Verbrecher. In der Sitzung der Treuhänder 6abe er beob- achtet, daß alle in diesem Jahr ihrer Tätigkeit erkannt hatten, daß die soziale Frage keine Lohn- und Magenfrage ist, sondern eine Frage der anständigen Behandlung der Menschen untereinander. Ich habe immer gesagt, es ist eine Frage der Erziehung; die Lohnfrage regelt sich von selber. Es wird einmal die Zeit kommen, wo nicht der Arbeiter nach Tarifverträgen schreien wird, sondern der Unternehmer. Jetzt ist die Zeit schon da, denn wir haben gegenwärtig eine Konjunkturzeit; es geht überall aufwärts, selbst wenn wir Rückenschläge hier und da erfahren. Wir beobachten jetzt, daß wir nicht über ge* nirgend Facharbeiter verfügen und dadurch in der Entwicklung gehemmt sind. Aber nur sehen auch, daß natürlich infolgedessen der Lohn heute bereits hinaufgeht. Man kann das ebensowenig mit Verträgen ordnen, wie man früher das Sinken des Lohnes durch Verträge ordnen konnte. EsisteineFragevonAngebotundNach- frage. Vertrauensleute! Eure Arbeit ist es, allen Menschen der Gefolgschaft immer wieder klar zu machen, daß sie nun ihre Forderungen nicht ins Unermeßliche steigern, weil dann die Ge- fahr besteht, daß, wenn Rückschläge kommen, die Krisenerscheinungen um so größer sein wer- d e n. Alles ist eine Frage der Erziehung. Viel wich- tiger ist, und nun wende ich mich an die Unternehmer: wenn du willst, daß deine Gefolgschaft nun diese Zeit der Konjunktur nicht ausnutzen soll, sondern vertrauensvoll mit dir zusammenarbeiten soll, dann mußt du dich so als Führer zeigen, daß deine Gefolgschaft für alle Zeit mit dir durch dick und dünn geht. Es müsse erkannt werden, daß der Betrieb wohl formal das Eigentum des einzelnen ist, daß aber tatsächlich in der Praxis der Betrieb die Schutz- und Trutzburg aller Menschen sei, die darin beschäftigt feien. Führer und Gefolgschaft hätten aber zu erkennen, wie überaus wichtig es sei, diese Burg gemeinsam gegenüber dem Schicksal zu verteidigen. Dr. Ley warnte alle, die da glaubten, unser heiliges Wollen sabotieren oder gar durchkreuzen zu können; sie würden die Härte des nationalsozialistischen Staates zu fühlen bekommen. Zum Schluß richtete Dr. Ley an die Versammelten den eindringlichen Appell, daß jeder Volksgenofse die Empfindung haben müsse, dah wir ehrlich und wahr mit ihm sind. Eines könne er versichern: Alle verantwortlichen Stellen des Reiches und der Partei seien sich in drei Dingen einig: erstens, dah die Preise unter allen Umständen zu halten seien, zweitens, daß die Löhne nicht absinken dürften, und drittens, daß sie sich mit allen Kräften für die S t a b i l i t ä t u n f e r e r Währung einsehen. Dr. Ley nahm hierauf die Weihe von 114 neuen Fahnen vor, worauf das Lied vom guten Kameraden erklang. Wir sind nichts, das Volk ist alles, was wir besitzen, besitzt das Volk. Der von Dr. Ley auf Adolf Hitler ausgebrachte Ruf wurde jubelnd von den Masten aufgenommen, die ganz unter dem Eindruck der temperamentvollen und hinreißenden Worte des Redners das Horst-Westel-Lied anstimmten. Als Dr. Ley und Gauleiter Sprenger nach dem Ausmarsch der Fahnen im Wagen den Platz verließen, brachte die Menge, die im tiefen Spalier die Fahrstraße säumte, ihnen begeisterte Huldigungen dar. ii i ■ ■ ' । ii ■■ LPD. Darmstadt, 6. Okt. Die Erteilung der Vorbescheide über die Bewilligung von Reichszuschüssen ist jetzt nahezu abgeschlossen. Dabei ist es von Interesse zu erfahren, daß bis zum 31. August 1934 in Hessen 65 261 Anträge auf Bewilligung von Reichszuschüssen genehmigt worden sind. Der den Antragstellern zur Verfügung gestellte Betrag beläuft sich auf 12 938 617 Mark. Dadurch sind dem hessischen Handwerk Aufträge für 53 347 461 RM. zugeführt worden. Französifch-türkischerFlottenzwischenfall I st a n b u l, 7. Okt. (DRV.) Bereits seit einigen Tagen war die Ankunft von zwei der modernsten und größten französischen Torpedoboolszerstörer, „G u e p a r b“ und „L a s s a r t", angemeldet, die in Istanbul einen amtlichen Besuch machen wollten. Beide Schiffe haben unterdesfen im Wittelmeer gekreuzt und wollten vorher den Hafen Smyrna anlaufen. Dieser Hafen gehört aber zu den von der türkischen Regierung offiziell als Kriegshafen erklärten Plätzen, zu denen jede Annäherung Fremder ausdrücklich verboten ist. Die beiden französischen Einheiten sollen trotzdem versucht haben, den Hafen anzulaufen, der Besuch soll jedoch durch mehrere scharfe Schüsse der türkischen Landbatterie verhindert worden sein, auf die von französischer Seite ebenfalls mit Schüssen geantwortet sein soll. Deutschlands Ehrengaben zu den Firdusi-Feiern in Persien. Der deutsche Gesandte in Teheran überreichte dem persischen Ministerpräsidenten F u r u g i aus Anlaß der Firdusi-Feier das Diplom eines Ehrendoktors der Universität Berlin, dem Kultusminister H i k m a t und dem persischen Gesandten in London A l a die Ehrenmitgliedschaft der Morgenländischen Gesellschaft sowie eine wertvolle Bücherspende deutscher Werke über den Iran. Regierungserfolg' -ei -en Gemeindewahlen in Frankreich. Einbußen der Radikassozialisten.-Keine Erfolge der marxistischen Einheitsfront P a r i s, 8. Okt. (DNB.) Am Sonntag gegen 23.30 Uhr (MEZ.) lag in Paris etwa ein Fünftel der WahlergebrMse für die Generalratswahlen vor, und zwar von ral8 zu besetzenden Posten 287 Ergebnisse, von denen 242 endgültig gewählt und 45 zur Nachwahl gestellt werden müssen. Ausscheiden Gewählt Konservative 14 15 ( '+ i) Republikaner 34 41 ( + 7) Linksrepublikaner 47 50 ( ;+ 3) Unabhängige Radikale 17 17 ( - ) Radikalsozialisten 110 99 ( — 11) Republikan. Sozialisten 9 10 ( ;+ 1) Sozialistische Partei 9 7 1 2) Kommunisten 2 3 I !+ 1) Aus dem vorläufigen Ergebnisse geht hervor, daß die Radikalsozialisten die stärksten V e r l u st e erlitten haben, und zwar zu Gunsten der Rechten und nicht, wie man erwartet hatte, zu Gunsten der Sozialisten. Wiedergewählt worden sind bisher zu Mitgliedern des Generalrats die Mi- nifter Sarraut, Marquet, Blandin sowie der ehemalige Ministerpräsident Poincarö, der ehemalige radikalsozialistische Minister Pierre Cot und der rechtsgerichtete Abgeordnete Mandel sowie der radikalsozialistische Vizepräsident der Kammer, Delbos. Da zur Zeit des Redaktionsschlusses der Pariser Zeitungen noch nicht einmal die Hälfte der Ergebnisse der in über 3000 Bezirken Frankreichs abgehaltenen Kantonalwahlen vorlag, sind die Kommentare zu dem Wahlausfall noch u n b e ft i m m t gehalten. Es hat aber den Anschein, als ob — allgemein gesprochen — die politische Richtung Doumergues einen Erfolg davongetragen hat, d. h. daß die bürgerliche Mitte verstärkt worden ist. Man muß aber immer wieder hervorheben, daß dies der erste Eindruck auf Grund unvollständiger Ergebnisse ist und daß sich die Lage nicht nur nach Maßgabe der weiteren Ergebnisse des ersten Wahltages, sondern auch auf Grund der Stichwahlergebnisse am kommenden Sonntag, wo die Wahlbündnisse eine Rolle spielen, ändern kann. „I o u r n a l" schreibt, die Behauptung sei keineswegs kühn, daß die Frucht der marxistischen und kommuni st ischen Einheitsfront nicht gereift fei. Die Front des gesunden Menschenverstandes und der Vernunft habe standgehalten. Auch für die Stichwahlen würden die Anhänger der Einheitsfront keine besseren Aussichten haben. Der „M a t i n" spricht ebenfalls von einem Mißerfolg der gemeinsamen Front, der auch bei der Stichwahl bestätigt werden dürfte. Dieses Wahlergebnis fei ein ausgesprochener Erfolg für d e n Ministerpräsidenten Doumergue. * Seit den Tagen der Großen Revolution ist Frankreich in neunzig Departements gegliedert, die wieder in etwa 600 Arrondissements untergeteilt sind. Jedes Arrondissement schickt einen Abgeordneten in die Kammer. Wie für ganz Frankreich die „Chambre des Deputes“, so gibt es in jedem Departement einen „Conseil g£- n£ral“ und in jedem Arrondissement einen „Conseil d'arrondissement“. Der „Generalrat" entspricht den ehemaligen Provinziallandtagen, der „Arrondisfementsrat" den Kreistagen in den preußischen Provinzen. Die Abgeordneten zu den Generalräten und Arrondissementsräten werden in 3027 kleinen Wahlbezirken, den jo genannten „Cantons“, gewählt. Von diesen Bezirken stammt auch der Name: „K a n t o n a l w a h l e n". Die General- und Arrondissementsräte werden auf sechs Jahre gewählt, mit der Maßgabe, daß alle drei Jahre die Hälfte der Mandate erneuert wird. Es sind diesmal dis Mandate derjenigen Abgeordneten abgelaufen, dis im Oktober 1928 gewählt worden waren. Die letzten Kantonalwahlen haben am 18. und 25. Oktober 1931 stattgefunden und wurden damals als eine Art Generalprobe für die Kammerwahlen, die im Frühjahr 1932 folgten, gewertet. Auch diesmal kommt ihnen eine starke politische Bedeutung zu, da sie Rückschlüsse auf die Einstellung des französischen Volkes zu der gegenwärtigen Regierung Doumergue zulassen. Die Kantonalwablen werden allerdings stark durch örtliche Belange beeinflußt und kennen nicht dieselben parteipolitischen Gesichtspunkte, wie die Wahlen zur Kammer. Weder die Arrondissementsräte noch die Generalräte haben an sich etwas mit Parteipolitik zu tun. Die Generalräte des Departements treten zweimal jährlich zu einer vierzehntägigen Sitzungsperiode zusammen, um das Budget zu beraten und die Finanzverwaltung des vom Staat eingesetzten Präfekten (bei uns Oberpräsidenten) zu kontrollieren. Gegen Ende der Tagung pflegen Die Generalräte jedoch, entgegen dem Protest des Präfekten, der dann den Versammlungssaal verläßt, ein parteipolitisches Bekenntnis abzulegen, sich also als eine Kammer im Kleinen aufzuführen. Der politische Einschlag der Generalräte hat auch noch andere Gründe. Der Senat, das französische Oberhaus, wird in der Hauptsache von den Abgeordneten der Generalräte gewählt, die also in diesem Falle als politische Wahlmänner auftreten. Da ferner fast sämtliche Kammes abgeordneten gleichzeitig in den General« raten sitzen, wird die Parteipolitik zwangsläufig auch in diese getragen. So kommt es, daß die Kantonalwahlen trotz ihres ursprünglich rein lokalen Charakters doch als Gradmesser für die innenpolitischen Strömungen angesehen werden. 1517 Arrondissementsratssitze und 1480 Generalratssitze (im Seine-Departement wird gesondert gewählt) sind diesmal neu zu besetzen. Im e r st e n Wahlgang entscheidet die absolute Mehrheit, d. h. diejenigen Kandidaten sind gewählt, die mindestens die Hälfte der in einem Kanton abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen konnten. In den meisten Kantonen bleiben die Bewerber gewöhnlich unter dieser Hälfte. In diesem Fall ist ein zweiter Wahl gang erforderlich, der am nächsten Sonntag stattfinden wird. Im zweiten Wahlgang entscheidet die relative Mehrheit, d. h. derjenige hat den Sieg davongetragen, der in einem Kanton die meisten Stimmen für sich gewinnt, auch wenn diese längst nicht die Hälfte der Borgen Eröffnung durch den Führer. Erste Arbeitstagung des Winterhilfswerks. Berlin, 6. Okt. (DNB.) Mit der Eröffnung des Winterhilfswerkes 1934/35, die durch den Führer und Reichskanzler und durch Reichsminister Dr. G o e b b e l s am Dienstag, dem 9. Oktober, um 12 Uhr, im Rahmen einer A r - beitssitzung des R e i ch s b e i r a t e s des Winterhilfswerkes erfolgt, beginnt der diesjährige Kampf gegen Hunger und Kälte. Auher den Mitgliedern des Beirates sind zu dieser Versammlung im Reichstagssitzungssaal fast ausnahmslos diejenigen Volkskreise durch Delegationen geladen worden, die in unmittelbarer Beziehung zum Winterhilfswerk stehen. Es werden also außer sämtlichen Gauamtswaltern der NSV., die mit ihren engsten Mitarbeitern aus dem ganzen Reich zu einer ersten Besprechung über das Winterhilfswerk 1934/35 zusammentreten, zahlreiche freiwillige Helfer und Sammler aus den Berliner Ortsgruppen geladen. Auch aus den Kreisen der vom Winterhilfswerk betreuten Arbeitslosen, Kleinrentner und sonstigen Unter» stützungsbedürftigen werden aus jeder Ortsgruppe einige Vertreter hinzugezogen. Schließlich werden auch die Beamten, Ange st eilten und Arbeiter, die durch ihre Spenden zum Gelingen des Winterhilfswerkes erheblich beitragen, durch Delegationen vertreten sein. Die Eröffnung des Winterhilfswerkes 1934/35 ist keine Feier und keine Festlichkeit, sondern eine ernste Arbeitstagung. Denn noch viel mehr als im letzten Jahre muß in den bevorstehenden schweren Monaten das Winterhilfswerk zur tiefempfundenen Herzenssache des ganzen Volkes werden. Nicht durch Druck oder Zwang, nicht aus lästiger Verpflichtung soll ge- DJIB. Berlin, 6.Oft. Zwischen dem Reichsführer des Nationalsozialistischen Arbeitsdienstes, Staatssekretär h i e r (, und dem Stabsteiter der PO. und Führer der DAF., Reichsleiter Dr. Ley, ist eine Vereinbarung getroffen worden, deren wesentlichen Inhalt wir folgend wiedergeben: 1. Der gesamte Führernachwuchs der PO. und der DAF. muh zukünftig durch die Schule des Arbeitsdienstes gehen. Für alle nach dem 31. Dezember 1914 geborenen Führer-Anwärter der PO. und der DAF. ist der Arbeitsdienst- Paß die unerläßliche Voraussetzung für die Zulassung zur Führer- Laufbahn. Für die in der Zeit vom 1. Januar 1911 bis 31. Dezember 1914 geborenen Führer-Anwärter der PO. und der DAF. ist der Arbeitsdienst-Paß nach- z u h o l e n, soweit die Aufnahmefähigkeit der Organisation des Arbeitsdienstes dieses ermöglicht. 2. Die Arbeitsdienstzeit beträgt künftig ausnahmslos ein Jahr, für die vor dem 1. Januar 1915 Geborenen ein halbes Jahr. z. Die Einstellung erfolgt erstmals zum 1. November 1934 auf Grund der von der Reichsleitung des Arbeitsdienstes dem Stabsleiter der PÖ. und Führer der DAF. eingereichten Bedarfsanzeige. Heber das Einberufungsverfahren erfolgen Ausführungsbestimmungen. 4. Die aus dem Arbeitsdienst ausscheidenden Führer - Anwärter erhalten eine eingehende abschließende Beurteilung mit besonderer Würdigung ihrer voraussichtlichen Führereignu n g. 5. Der Führer der Arbeitsfront trifft Anord- nungen, daß die nach beendigter Arbeitsdienstzeit abgegebenen Stimmen ausmachen. Während im ersten Wahlgang die Parteien getrennt marschieren, pflegen sie sich für den zweiten Wahlgang zu verbünden, um im gegenseitigen Austausch ihre Kandidaten durchzubringen. Die innenpolitischen Verhältnisse in Frankreich haben sich in den letzten Monaten auf einen Kampf der beiden großen Fronten, der „Front national“ und der „Front c o m m u n“, zugespitzt. Hinter der „Front national“ stehen die Parteien und Verbände, welche die Regierung D o u m e r g u e stützen. Die 1480 Generalratssitze, die jetzt neu besetzt werden sollen, waren bisher zu 51 Prozent in den Händen von Abgeordneten, die zu den unbedingten Anhängern Doumergues gehörten. Don den übrigen 49 Prozent waren der größte Teil Radikalsoziale und der kleinere Teil Sozialisten. Inwieweit sich dieses Bild verschieben wird, das entscheidet erst der nächste Wahlsonntag am 14. Oktooer. opfert werden. Vielmehr wird der vom Führer ausgesprochene Gedanke der nationalen Soliba- rität des ganzen deutschen Volkes, durch den der klassenkämpferische Begriff der sog. internationalen Solidarität des Proletariats ersetzt worden ist, zum Leitgedanken des neuen Winterhilfswerkes gemacht worden. Der tiefe Gehalt und Sinn dieser richtig verstandenen und erlebten nationalen Solidarität muß jedem Volksgenossen im Lauf der Wintermonate in Fleisch und Blut übergehen. Dann braucht uns um das Winterhilfswerk 1934/35 nicht bange zu sein. Daß Abordnungen der freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer, deren Zahl für das gesamte Reichsgebiet etwa anderthalb Millionen beträat, und die täglich viele Stunden ihre Arbeitskraft in den Dienst der guten Sache stellten, zum Eröffnungsakt hinzugezogen werden, beweist die Bedeutung ihrer Leistung, die in Ziffern ausgedrückt eine gewaltige Summe ergeben würde. Wenn man für den einzelnen Helfer auch nur vier Stunden täglicher freiwilliger und ehrenamtlicher Arbeit rechnet, und das ist sicher nicht zu hoch gegriffen, so ergibt sich für das Gesamtheer eine Arbeitsleistung von einer Milliarde Stunden, die in Geldwert umgerechnet eine Leistung von rund 400 Millionen Mark ergeben würde. Aus diesen Ziffern allein ist die ungeheure Bedeutung dieser freiwilligen Mitarbeiter erkenntlich, denen der gewaltige Erfolg des Vorjahres in besonderem Maße zu verdanken ist. Zugleich mit dem Auftakt zum Winterhilfswerk 1934 wird auch der Rechenschaftsbericht über die Arbeit des vergangenen Jahres erstattet, von dem schon heute gesagt werden kann, daß die bis ins kleinste buchmäßig aufgeführten Zahlen den Nörgeleien gegenüber dem Winterhilfswerk die Spitze abbrechen werden, um so mehr, als dadurch zahlenmäßig belegt wird, daß die Vermal- tungskosten überhaupt nicht ins Gewicht fallen. ausscheidenden Führer und Arbeltsmänner des Arbeitsdienstes möglichst sofort Arbeitsplätze in der Wirtschaft erhalten. Die Vereinbarung zeigt, welche große erzieherische Bedeutung dem Arbeitsdienst von den maßgebenden Parteistellen zugesprochen wird. Reichsaroeitsführer Hierl und sein Arbeitsdienst können stolz auf diese Dokumentierung ihrer Leistung sein. Wer ihn kennt, weiß aber auch, daß er in dieser Dokumentierung nur den Ansporn erblickt, den Arbeitsdienst in Haltung und Gesinnung, Leistung und Tat noch weiter zu entwickeln getreu seinem Grundsatz: „Still arbeiten und Leistung zeigen, Haltung haben und treu sein!" Die Vereinbarung bringt außerdem noch eine bedeutungsvolle Feststellung, die im Interesse der jungen Arbeitsmänner auf das Lebhafteste zu begrüßen ist und für die der Arbeitsdienst dem Reichsleiter Dr. Ley nur aufrichtig dankbar fein kann. Die Vereinbarung besagt nämlich, daß die Arbeitsfront sich darum bemühen wird, die aus dem Dienst für Volk und Staat ausfcheidenden Arbeitsmänner möglich ft sofort in Arbeit zu bringen. Damit wird Hem Arbeitsdienst eine große Sorge abgenommen, und es wird eine Handlung der Gerechtigkeit vollzogen, indem den jungen Männern, die ein Jahr mit dem Spaten an deutscher Erde für Deutschland werkten, der Weg ins Leben geöffnet wird. Im ganzen genommen ist dieser Akt ein Schritt vorwärts zur allgemeinen Arbeitsdienstpflicht, die aus dem Volke heraus sich zu gestalten beginnt, so daß die Schaffung ihrer gesetzlichen Grundlage nur noch eine Frage absehbarer Zeit ist; ein Schritt vorwärts zum Heil und Segen des nationalsozialistischen Aufbaues und des deutschen Volkes, ein Schritt, zu dem man den beiden Männern, Reichsleiter Dr. Ley und Reichsarbeitsführer Hierl, nur I aufrichtig Glück wünschen kann. Freundschaft ist, daß man d i e Tapferkeitdes italienifchen Heeres nicht im geringsten bezweifelt, das fein Blut in den Schützengräben des Karst, von Mazedonien und von Bligny vergossen hat, das für den gemeinsamen Sieg über 600 000 Tote opferte, wobei dieser Sieg gemeinsam erst im Juni an den Ufern des Piave erfochten wurde. Immerhin können wir, die wir uns stark fühlen und es auch sind, nochmals die Möglichkeit einer Verständigung bieten, für die bestimmte Voraussetzungen bestehen. Wir haben d i e Unabhängigkeit der österreichischen Republik verteidigt und werden sie weiter verteidigen, eine Unabhängigkeit, die durch das Blut eines Bundeskanzlers geweiht worden ist, der klein von Gestalt, aber groß im Charakter und im Herzen war. Wer behauptet, daß Italien Eroberungsabsichten hegt ober der Republik eine Art Protektorat auferlegen werde, ist entweder über die Tatsachen nicht auf dem laufenden ober er lügt wissentlich. Das gibt mir Gelegenheit zu betonen, daß die Entwicklung der europäischen Geschichte ohne Deutschland nicht bentbar ist, aber daß es notwendig ist, daß einige deutsche Strömungen nicht den Eindruck erwecken, daß es Deutschland ist, welches sich dem Lauf der europäischen Geschichte entziehen will. Unsere Beziehungen mit der Schweiz sind ausge- zeichnet und werden so bleiben. Wir wollen nur, daß der italienische Charakter des Ein Rückblick auf die Kölner Saarausstellung. Von Or. Walther Cariellieri, Direktor des Saarwirischastsarchivs, Saarbrücken. Mit der Volksabstimmung im Saargebiet ist die Rückkehr der S a a r w i r t s ch a f t in die deutsche Volkswirtschaft in die nächste Nähe gerückt. Angesichts des Umstandes, bah ba- mit bas brittgrößte Kohlenrevier u n b bas zweitgrößte Stahlrevier Deuts ch- lanbs in bie Grenzen bes Vaterlanbes roieber einbezvgen wirb, erhebt sich naturgemäß bie Frage: Wie hat bie Saarwirtsg-aft in ben 15 Jahren ber Abtrennunng sich entwickelt unb was vermag sie heute zu leisten? Eine ebenso klare wie erschövfenbe Antwort auf biefe Frage erteilte bie große Ausstellung „Deutsche Saar" in Köln. Was bort in ber riesigen Osthalle bes Ausstellungsgebäubes in Köln- Deutz über bie Saarwirtschaft zusammengetragen war, von Bergbau unb Landwirtschaft angefangen über Industrie und Handwerk bis zu Handel und Verkehr, ist nach Uebersichtlichkeit, Vollzähligkeit unb Einbringlichkeit wohl kaum zu übertreffen. Die Tatsache, baß die Liste ber Aussteller allein in ber Abteilung Jnbustrie, Hanbel unb Verkehr über 100 Einzelfirmen unb eine Reihe nur kollektiv aus- fteUenber Fachgruppen aufwies, eine Zahl, bie sich aufs hoppelte erhöht, wenn man bie in ben Fachgruppen zusammenbeschlossenen Einzelfirmen berücksichtigt, spricht für sich unb gewinnt besonbers an Bebeutung, wenn man ihr bie Zahl ber Saarfirmen gegenüberstellt, bie einige Monate zuvor auf einer französischen Messe ausgestellt haben, nämlich in Lyon, wo außer ber französischen Saargrubenverwaltung unb ber Franko-saarländi- schenHanbelskammer insgesamt sechs Saar- firmen vertreten waren. Deutlicher kann bie von ber Saarwirtschaft für 1935 eingefchlagene Richtung nicht illustriert werben. Wenn Reichsminister Dr. Goebbels bei ber von 5000 Gästen aus bem Saargebiet unb Rheinlanb besuchten Eröffnungsfeier am 26. August ben Sinn unb Zweck der Kölner Saarausstellung dahin kennzeichnete, „in unwiderleglichen Zeugnissen d i e Zugehörigkeit des Saargebietes zu Deutschland eindeutig zu manifestieren", so ist dieses Zeugnis durch die Ausstellung der Saar- wirtschaft voll und ganz erbracht. Allem voran steht die Tatsache, die auch das Motto für bie Wirt- schaftshalle abgegeben hat, bah ber schaffende Mensch an der Saar deutsch ist. 200000 deutsche Arbeiter und Angestellte finden ihr Brot in der Saarwirtschaft, mit ihren Familien drei Viertel ber Gesamtbevölkerung. Ein umfangreiches, in sehr lebenbige Formen gefleibetes Ausstellungsmaterial erbrachte ben Nachweis, baß bie Saar- wirtschaft auch unter bem Diktat von Versailles ein untrennbarer Bestandteil der deutschen Volkswirtschaft geblieben ist und ohne Zusammenhang mit dem deutschen Mutterland nicht leben kann. Das gilt für die Industrie, die den Großteil ihrer Erzeugnisse nach wie vor im übrigen Deutschland absetzt, wie für ben Hanbel, ber mit bem lebenswichtigen Bezug beutscher Waren steht unb fällt, für bie Landwirtschaft, die nur innerhalb der deutschen Zollgrenzen gedeihen kann, wie, für das Handwerk. Don besonderer Eindringlichkeit war das durch Großphotos veranschaulichte Bild der I a h r e s l e i st u n a. der Saarwirtschaft, von der Erzeugung der Kohlengruben, Hochöfen und Stahlwerke angefangen über Glas- und Keramikwaren, Steine und Erden, Nebenprodukte ufw. bis zu Ferngas und Elektrizität. Die Saarwirtschaft erzeugt jährlich: 13 000 000 Tonnen Steinkohle, 2 000 000 Tonnen Roheisen, 2 000 000 Tonnen Rohstahl, 1 700 000 Tonnen Walzwerkerzeugnisse, 2 200 000 Tonnen Koks, 2 200 000 Tonnen Kokereinebenprodukte (Teer, Ammoniak, Benzol), 300 000 Tonnen Thomasmehl, 100 000 Tonnen Maschinen, Eisen-, Stahl- unb Gußwaren, 4 000 000 Quabratmeter Tafel-(Fenster-)glas, 75 000 Tonnen keramische Erzeugnisse, 750 000 Tonnen sonstige Steine unb Erben, 1000 000 Hektoliter Eier, 500 000 000 Stück Zigaretten unb Zigarren, 900 000 000 Kilorvattstunben elektrischer Strom, 10 000 BOO Kubikmeter Ferngas, 20 000 000 Tonnen beförberte Güter, 100 000 000 beförberte Personen (Eisen- unb Straßenbahn). Wirkungsvoll ergänzt war biefe Bilberreihe burch eine Darstellung bes Anteils ber Saar« wirtschaft an ber beutschen Volks- wirtscyast. Währenb das Saargebiet mit feiner Fläche nur 0,4 v. H. unb mit seiner Bevölkerung nur 1,3 v. H. Gesarntbeutschlanbs (einschließlich ber Saar) ausmacht, liefert seine Jnbustrie runb ein Kantons Tessin gewahrt unb gestärkt werbe, unb baß nicht nur in unserem Interesse, fonbern vor allem im Interesse unb für bie Zukunft ber schweizerischen Republik. Es besteht kein Zweifel, baß seit wenigens einem Jahre unsere Beziehungen zu Frankreich erheblich gebessert firvb. Unb wenn wir durch Abkommen erreichen, was wir denken, wirb das sehr nützlich und furchtbringenb sein so- wohl für bie beiden Länder als auch im allgemeinen Interesse Europas. Die Verbesserung ber Beziehungen zwischen den Völkern Europas ist um so nützlicher, als bie Abrüstungskonferenz gescheitert ist. Ihr werdet also hier nicht überrascht sein, daß wir heute entschlossen auf ber volist ä n b i g e n militärischen Ausbildung bes Volkes bestehen. Was bie sichere ober unsichere Zukunft betrifft, so steht eine Tatsache unerschütterlich fest, nämlich unsere Leibenschaft, unser Glaube und unser Wille. Wenn sie den wahren Frieden bringt, unb ben er- sprießlichen Frieden, ber von Gerechtigkeit begleitet sein muß, werben wir unsere Gewehrlaufe mit Oel- zweigen schmücken können. Aber wenn bas nicht zu- trifft, so könnt ihr sicher sein, baß wir als Männer, bie im Zeichen bes Liktorenbündels stehen, notfalls die Spitzen unserer Bajonette mit den Lorbeeren unb Eichenblättern aller Siege schmücken werben. Zehntel ber deutschen Steinkohlen» förberung unb Nebenprobuktengewinnung, e i n Fünftel ber beutschen Eisen- unb Stahlgewinnung sowie ber Tafelglaserzeugung unb über ein Drittel ber beutschen Keramerzeugung. Charakteristisch für bas inbustrielle Saargebiet ist bie Ber- wurzeluna bes schaffenben Menschen mit ber Scholle, Die im Typus bes „Bergmannsbauern" ihren lebenbigften Ausbruck finbet unb in ber Ausstellung von verschiebensten Seiten beleuchtet würbe. Auch bie Betreuung bes Arbeiters in ber Fabrik unb in ber Freizeit burch bie „Anstalt für Arbeitskunbe" in Saarbrücken bürste ge- rabe heutzutage aktuelles Interesse beansprucht haben. Wie bie Saarwirtschaft im einzelnen sich in ber Nachkriegszeit entwickelt hat unb was sie yeute zu leisten vermag, würbe von ben verschiedenen Abteilungen höchst anschaulich vor Augen geführt. Die Sonderstellung des Saarbergbaues unter französischer Verwaltung wurde bereits durch die umflorten Fahnen der ehemaligen preußischen Berg» inspektionen symbolisch zum Ausdruck gebracht. Daß dieses Fundament der Saarwirtschaft unter der Nachkriegsverwaltuna keinen Ausbau, sondern im Gegenteil einen Abbau erfahren hat, wirb durch die Statistiken erhärtet, die den Rückgang von Förderung und Belegschaft weit unter Vorkriegs st and aufzeigen und zugleich die Größe ber nach 1935 zu löfenben Aufgabe klarmachen. Bei Betrachtung ber zwischen bem Saargebiet unb Lothringen eingetretenen Verschiebungen der Förderziffern muß man sich freilich an Hand der Warndtskizze vor Augen halten, daß die unter der Grenze hinweg betriebene Förderung aus dem Warndt fast 3 Millionen Tonnen jährlich erreicht hat, die rechtmäßig dem Saargebiet unb nicht Lothringen gutzuschreiben wäre. Das großartigste Bilb ber Ausstellung gewährte bie Saarinbuftrie. Die fünf großen Eisenhütten unb alle namhaften Werke ber roeiteroer- arbeitenben Jnbustrie zeigten mit ihren hochwertigen Qualitätserzeugnissen, baß sie sich unter ben ungeheuer erschwerten ßebensbebingungen ber । Nachkriegszeit, trotz Verlust ber Rohstoffbasis in Lothringen, trotz Zoll- unb Währungsschwierig- ! feiten nicht nur z u behaupten verstanben haben, sondern auf verschiedensten Gebieten neue, erfolgreiche Wege gegangen sind, sei es auf dem Gebiet der Hüttentecynik, der Erzaufbereitung ober Kokserzeugung, ber Stahlverfeinerung, ber Nebenprobuktengewinnung, bes Maschinenbaues ober ber Eisenkonstruktion. Die Olasinbuftrie I stellte ihre Leistungsfähigkeit in Tafelglas, Weiß- i hohl- unb Preßglas unter Beweis, währenb bie I Flafchenglasinbustrie an ber Saar in ber Nach- \ kriegszeit bekanntlich zum Erliegen gekommen ist. Die Keraminbustrie zeigte in gefälligster Anordnung ihre weltbekannten Erzeugnisse, auch bie anschließenbe Jnbustrie ber Steine unb Erben erzielte eine sehr gute Wirkung. Von ganz befonberem Interesse für ben Besucher war fobann bie mittlere unb kleine Inbu» ft r i e bes Saargebietes, über bereu Entstehung und Bedeutung man sich außerhalb bes Saargebietes oielerorten noch keine richtige Vorstellung macht unb bie im Hinblick auf bie bevorstehend Rückglieberung befonbere Beachtung verdient. Bei seinem Rundgange durch die Ausstellung hat ber Führer gerabe für biefe Jnbustriezweiae lebhaftestes Interesse befunbet unb alle Stände persönlich in Augenschein genommen. Da waren bie zu Gruppen zusammengeschlossenen Werke ber Emaille- unb Blechwareninbustrie, ber Eisen- unb Stahl- roareninbuftrie, ber Gießereien unb Maschinenfabriken, ber chemisch-technischen wie ber elektrotechnischen Jnbustrie mit ihrem mannigfaltigen Erzeugungsprogramm, Werke, bie zum erheblichen Teil erst unter ber Zollabschnürung ber Nachkriegszeit entstauben finb unb sich bie Versorgung bes Saar« marftes mit Waren beutscher Qualität unb beut« scheu Geschmacks zur Aufgabe gesetzt haben. Sis haben ben Vergleich mit ben Waren aus bem übrigen Deutschland nicht zu scheuen und haben sich damit Existenzberechtigung auch über 1935 hinaus erworben. Das gleiche gilt für bie Nahrungs- uni) Genuhmittelinbustrie, bie Tabak-, 3igarren- und Zigaretteninbustrie, bie Brau- unb Mühleninbu« ftrie, bie Holz-, Leber-, Schuh-, Papier-, Karto« nagen- sowie Textiliubustrie, bie in gerabezu über« raschenber Weise bartun, wie bie Erzeugung beß Saarinbuftrie sich nach ber Seite ber Berbraudjs« güter hin entwickelt hat. Die Stäube bes Saar- hanbels, ber wirkungsvoll ben ausschließlich beutschen Charakter seiner Geschäfte zur Dar« stellung brachte, der saarländischen Berkehrsunter- nehmuugen, insbesondere ber Straßenbahnen, bes Auto- unb Luftverkehrs unb bes Hanbwerks mit sehenswerten hanbwerklichen Spitzenleistungen rundeten das Gesamtbild der Saarwirtschaft wirkungs« voll ab. Keiner wird die Ausstellung verlassen, ohne ein lebendiges Bild von der Größe und Leistung der Saarwirtschaft empfangen zu haben. Ohne Deutschland eine Entwicklung der europäischen Geschichte undenkbar. Mussolini spricht zur weltpolitischen Lage. Mailand, 6. Okt. (DNB.) Auf bem Domplatz unb ben umliegenden Straßen und Plätzen hörten etwa eine halbe Million Personen eine Rede Mussolinis an. Er erklärte u. a.: Der Foschis- mus strebt auf wirtschaftlichem Gebiet eine höhere soziale Gerechtigkeit an. Sie bedeutet sichere Arbeit, gerechten Lohn und ein würdiges fteim Wenn das letzte Jahrhundert jenes der Macht bes Kapitals war, so wird das 20. Jahrhundert jenes der Macht unb bes Ruhmes ber Arbeit sein. Hrfi faae euch, baß es ber mobernen Wissenschaft gelungen ist, bie Möglichkeit bes Reichtum e s z u vervielfältigen. Born Staate untersucht unb kontrolliert, muß bie Wissenschaft bas anbere Problem zu lösen, jenes ber Verteilung bes Reichtumes, bamit sich bas wiber- finnige unb grausame Schauspiel bes Elenbs inmitten bes Ueberflusses nicht wieberholt. Mussolini gab bann einen „Runbblick" auf bie ßänber, bie an Italien grenzen, unb benen gegenüber es eine Haltung einnehmen müsse, die nicht Gleichgültigkeit sein könne, sondern entweder Feindschaft oder Freundschaft. Es ist offensichtlich, daß keine großen Möglichkeiten bestehen, un- fere Beziehungen zu Sübflaroien zu verbessern, wenn diese Nachbarn fortfahren, in ihren Zeitungen tobende Polemiken zu bringen, bie uns im Innersten verletzen. Die erste Bebingung einer Politik ber Das Winterhilfswerk Herzenssache des ganzen Volkes, praktische Verwirklichung der nationalen Solidarität. Der Weg zum Führer in PO. und DAF. führt durch den Arbeitsdienst. Grundlegende Vereinbarung zwischen Stabsleiter OrLey undVeichSführerHierl Was leistet die Gaarwirtschafi? Bedeutsamer Anteil an der deutschen Gesamt-Volkswirtschafi. 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Der Reichsführer des Handels und Führer der rhein-mainischen Wirtschaft, Prof. Dr. Carl L ü er, begrüßte die Vertreter der Organisationen und die ausländischen Gäste. Die Tatsache, daß Deutschlands wirtschaftliche Lage zu gewissenhaftester Disposition über alle vorhandenen Güter und Kräfte zwinge, sei Mahnung, Aufwand und Ertrag gewissenhaft gegeneinander abzuwägen. Die nationalsozialistische Staatsführung habe eine Stellung inne, von der aus sie objektiv zwischen Nutzen und Schaden unterscheiden könne. Diese Tatsache dränge zur Entscheidung auf allen Gebieten auch des Wirtschaftslebens. Eine solche Entscheidung sei bei der hier eröffneten Schau nur zu ihren Gunsten zu fällen. Nicht propagandistische Zwecke oder übertriebenes Repräsentationsbedürfnis hätten die Ika entstehen lassen, sondern allein Bedürfnisse der Praxis und die Notwendigkeit der ständigen Verbesserungen der koch- und küchentechnischen Verfahren. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. K r e b s dankte namens der Stadt für die herzliche Begrüßung und die Arbeit der Ausstellungsleitung und der Berufsverbände, die es ermöglicht hätten, die Kochkunstausstellung in Frankfurt zu veranstalten. Mit besonderer Freude könne er hervorheben, daß auch in diesem Jahr ausländische Küchenmannschaften erschienen seien, um an dem Wettbewerb um die Herstellung des besten Gerichts teilzunehmen. Der Oberbürgermeister eröffnete die Ausstellung mit dem Wunsche, daß sie für alle Beteiligten ein großer ideeller und wirtschaftlicher Erfolg werde. An den Festakt schloß sich ein R u n d g a n g durch die Ausstellung an. keiner aber auch die sich daraus ergebende Verpflichtung übersehen, zur reibungslosen Wiederumstellung der Saarwirtschaft auf den deutschen Markt des Seine zu tun. Aus aller Welt. Raubmord um 20 RM. — Das Opfer auf die Schienen geworfen. Dieser Tage hörten Bewohner eines Dorfes bei Eberbach unweit von Heidelberg laute Hilferufe vom jenseitigen Ufer des Neckar. Erft später fand man auf dem Bahnkörper zwischen Eberbach und Hirschhorn eine männliche Leiche. Es handelt sich um einen 54 Jahre alten Mann aus Leipzig, der sich auf der Wanderschaft befand und am Abend vorher in Begleitung eines zweiten Mannes und einer Frauensperson zwischen Neckarhausen und Hirschhorn gesehen wurde, wobei er ein Fahrrad mit sich führte. Das Rad, das wahrscheinlich gestohlen war, hatte der Tote am Abend in Hirschhorn für 20 RM. verkauft. Da bei der Leiche kein Geld gefunden wurde, liegt zweifellos ein Rau b- m o r d vor. Als Täter kommen die erwähnten beiden Personen in Frage, die die Leiche um einen Selbstmord vorzutäuschen, auf den Bahnkörper schafften. Die Leiche wies neben Schlagwunden auch Würgespuren auf. Die mutmaßlichen Täter sind noch nicht gefaßt. Spritweber zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. In dem Devisenschieber-Prozeß gegen S.pritweber und Genossen verkündete die IV. Große Strafkammer des Berliner Landgerichtes das Urteil. Das Verfahren gegen den Mitangeklagten Anders wurde auf Grund der Amnestie eingestellt und bei den übrigen Angeklagten unter Verwerfung der von ihnen eingelegten Berufungen die Strafen auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wesentlich e r h ö h t. Es erhielten wegen fortgesetzten Devisenverbrechens in einem Fall und Beihilfe zu einem Devisenverbrechen in einem anderen Falle Hermann Weber 5 Jahre Zuchthaus und 90 000 RM. Geldstrafe, Markus Fr eifer fünf Jahre Zuchthaus und 105 000 Mark Geldstrafe, Trompetter. fünf Jahre Zuchthaus und 60 000 Mark Geldstrafe, der Angeklagte Dube st er wegen Devisenverbrechens ein Jahr neun Monate Zuchthaus und 10 000 Mark Geldstrafe, sowie der Angeklagte Arndt wegen fortgesetzten vorsätzlichen Deoisenvergehens unter Einbeziehung einer früheren Strafe eine Gesamtstrafe von 3 Jahren Gefängnis. Weber, Freiser und Trompetter wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre, Dubester auf fünf Jahre abgesprochen. 750 000 Mark werden dem Staat für verfallen erklärt und eingezogen. Für diesen Betrag haftet Freiser in voller Höhe. Weber dagegen nur in Höhe von 500 000 Mark. Acht Stunden treibend in der Nordsee. Der Kapitän des deutschen Dampfers „Wildenfels" hat zu dem bereits gemeldeten Untergang des belgischen Dampfers „Charles Jose" ausgesagt, daß nur der Kapitän des belgischen Dampfers aus dem auf den Wellen treibenden Rettungsboot geborgen werden konnte. Der Gerettete berichtete, daß fein Schiff bei außerordentlich schlechtem Wetter untergegangen sei. Er selbst habe über a'ch t Stunden in der Nordsee getrieben, bevor ihn die Besatzung der „Wildenfels" an Bord genommen habe. Gasvergiftung im Brunnenschacht. — Zwei Todesopfer. Bei dem unweit von Wankendorf gelegenen Dorf Obendorf (Holstein) ereignete sich ein schweres Brunn en Unglück, dem zwei junge Menschenleben zum Opfer fielen. Der 25jährige Schlotse l d t aus Wankendorf und der 22jähr. Schmiedegeselle W o e l k aus Neumünster sollten auf dem Grundstück eines Landwirtes eine Pumpe aufstellen. Sie stiegen in einen dort befindlichen Brunnen ein, und zwar zunächst Woelk und dann, als dieser nicht zurückkam, Schlotseldt. Als auch dieser dann kein Lebenszeichen mehr von sich gab, benachrichtigte man die Gendarmerie. Ein Feuerwehrmann, der zunächst mit einer Gasmaske einstieg, wurde sofort bewußtlos und mußte auf der Stelle emporgezogen werden. Später stieg ein zweiter Feuerwehrmann ein. Ihm gelang es, die beiden auf dem Brunnenboden liegenden Leute anzuseilen, so daß sie emporgezogen werden konnten. An eine Rettung war nicht mehr zu denken. Bei beiden war der Tod infolge Gasvergiftung feit geraumer Zeit eingetreten. Ueberkochender Teer verursacht einen Riesenbrand. Zwei Berliner Fabriken eingeäscherl. In der Nacht zum Montag war in der Asphalt- und Dachpappenfabrik beim Lehrter Güterbahnhof in Berlin beim Kochen von Steinkohlenteer Teer übergelaufen und in die Feuerstelle gelaufen. Bevor noch die Schaumlöscher in Tätigkeit gesetzt werden konnten, schlugen 10 Meter lange Stichflammen zum Dach empor. Im selben Augenblick stand der ganze Dachstuhl in Flammen. Panikartig verließen die Arbeiter das brennende Gebäude. Als die Feuerwehr mit sieben Zügen erschien, fand sie ein einziges Flammenmeer vor, da der Teer inzwischen wie ein brennender Strom nach allen Seiten des Teerkochraumes auseinandergeflossen war und viele Hundert Rollen fertiger Dachpappe entzündet hatte. Da die nächste Wasserstelle mehrere hundert Meter entfernt lag, konnten sich die Flammen auch auf das anschließende Gelände einer Fassaden-Putzfabrik weiterfressen. Auch der Dachstuhl dieses Gebäudes wurde vernichtet. Erst nach dreistündiger Tätigkeit konnte die Feuerwehr die Gewalt des Feuers brechen. Der Schaden ist erheblich. 33 Tote bei einem Bootsunglück auf dem Marmarameer. Ein großes Motorboot, das dem regelmäßigen Personenverkehr über das Marmarameer diente, ist bei den Prinzeninseln mit einem Dampfer z u - fammengeftofjen. Dabei sind nach den bisherigen Feststellungen 33 Menschen ums Leben gekommen. Das Motorboot wurde hauptsächlich von Bauern und Handwerkern benutzt. Der Zusammenstoß mit dem Dampfer erfolgte in der Mv -renimmmerung. Der- Kapitän des Dampfers und die Besatzung des Motorbootes wurden verhaftet. Drei Tote, zwei Schwerverletzte bei einem Autounglück. Wie das „Chemnitzer Tageblatt" berichtet, ereignete sich auf der Staatsstraße Schwarzenberg— Grünhain ein folgenschweres Kraftwagenunglück, das drei Todesopfer forderte. Beim Einbiegen in die Kurve vor Grünhain fuhr ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagen über den Abhang und überschlug sich. Zwei Personen waren auf der Stelle tot, eine dritte starb noch am Abend. Zwei weitere Passagiere mußten mit schweren Verletzungen ins Bezirkskrankenhaus Schwarzenberg eingeliefert werden. Oktoberfestkehräus in München. Auch der letzte Oktoberfest-Sonntag hielt, was schon der Anfang des Festes versprochen hatte: Wieder war ein Rekordbesuch zu verzeichnen.Aus allen deutschen Gauen waren die Volksgenossen in Massen herbeigeeilt, und rund 150 000 Menschen dürften sich auf der Festwiese getroffen haben. Mit Sonder- zügen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" waren allein nochmals 40 000 Volksgenossen nach München gekommen. Recht regen Besuches erfreute sich auch die Polizeihunde-Vorführung. Reges Leben herrschte auf den Schiebständen, wo die Endkämpfe um die Meisterschaft stattfanden. Den glänzenden sportlichen Verlauf des diesjährigen Oktoberfeftschie- ßens bewies schon die starke Anteilnahme mit 2881 Schützen. Die Verkehrswerbearbeit der Stadt Alsfeld. J) Alsfeld, 6. Okt. Dieser Tage hielt der hiesige Verkehrs- und Verschönerungsverein seine Mitgliederversammlung ab. Der Vereinsführer, Rektor Rohrbach, gab nach einleitenden Begrüßungsworten verschiedene Aende- rungen organisatorischer Art bekannt. An Stelle des aufgelösten Landesverbandes Hessen ist nunmehr der Landesverkehrsverband Rhein-Main getreten, dem in Oberhessen der Gebietsausschuß Vogelsberg und der Gebietsausschuß Oberhessen- Wetterau angehören. Der Verband betrachtet es als seine Hauptaufgabe, das gesamte Rhein-Main-Ge- biet dem Fremdenverkehr zu erschließen und das Verkehrsgewerbe tatkräftig zu unterstützen. Der Landesverband habe für die Werbung im Großen zu sorgen, während den Verkehrsvereinen die den örtlichen Verhältnissen anzup.assende Kleinarbeit obliege. Der Vereinsführer gab darauf einen lieber« blick über die vom Alsfelder Verkehrs- und Verschönerungsverein im verflossenen Vereinsjahr geleistete Arbeit. Die Werbung sei mit Hilfe von Prospekten, von Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften und mit dem neuen Werbepoststempel des hiesigen Postamts, der sich als recht wirksam erwiesen habe, betrieben worden. Die verschiedensten Verbände hatten Alsfeld zum Tagungsort gewählt. Am Schluß feiner Ausführungen dankte Rektor Rohrbach den Ausschüssen des Vereins für ihre mit großer Hingebung geleistete Arbeit. Neber die Arbeiten des Verschönerungsau s f ch u f f e s sprach an Stelle des verhinderten Stadtbaumeisters ebenfalls der Vereinsführer. Die städtischen Anlagen sind weiterhin verbessert und verschönert worden. Eine neue und wichtige Aufgabe sei die Herstellung eines neuen Stadtplanes zum Aushang am Bahnhof; ferner müsse im Sinne einer verantwortungsbewußten Denkmalspflege die baldige Erneuerung des Neurath-Haufes in Angriff genommen werden. Obertelegraphenbauführer Emrich erstattete den Bericht des V e r k e h r s a u s f ch u f f e s. Ein großer und erfreulicher Fortschritt fei die im letzten Jahre in Angriff genommene Verbesserung des hiesigen Straßennetzes, sowie der wichtigsten Zugangs- und Durchgangsstraßen, die durch Kleinpflaster und Teerdecken den gesamten Verkehr erleichtern und angenehmer gestalten. Neber die weitere Verbesserung des Eisenbahnfahrplanes sind verschiedene Wünsche von der Eisenbahndirektion leider noch nicht verwirklicht worden; vor allem wird das gewünschte Eilzug-Paar auf der Strecke Gießen— Fulda noch auf sich warten lassen. Auf der Strecke Alsfeld—Nieder-Aula—Hersfeld hat sich das eingelegte Triebwagen-Zugpaar am Sonntagnachmittag, das von den Ausflüglern sehr begrüßt worden war, gut bewährt. Den schon länger propagierten Bahnprojekten Alsfeld—Treysa und Alsfeld—Schotten will die Reichsbahn aus wirtschaftlichen Gründen vorläufig nicht nähertreten. Die aus privater Initiative geschaffene Femautvbus - Verbindung Fulda—Alsfeld—Essen (Ruhrgebiet) hat einen leb. hasten Anklang gefunden und stellt eine rasche Ver. binbung mit dem rheinisch-westfälischen Industriegebiet her. Der Vorsitzende des Werbeausschusses, Herr Hans Jakob Bücking, berichtete über die Werbetätigkeit des Vereins. Erfeulicherweise fei im letzten Jahre ein Mitgliederzuwachs zu verzeichnen gewesen, doch dürften Werbung für Mitgliederzu- wachs und Fremdenbesuch keinen Augenblick er- lahmen. Als weitere Werbemaßnahmen sind dis Erneuerung des Führers durch Alsfeld, ferner Zei- tungs- und Rundfunkreklame, die Anbringung von Werbeschildern und -Plakaten, Gasthäuser- und Zim- mernachweis vorgesehen. Rechner S e i p p e l trug die Rechnung vor. Das Vereinsvermögen betrug am Schlüsse des Ver« einsjahres 1947,85 Mark. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt und für feine Mühewaltung gedankt. Der Vereinsführer schloß nach Besprechung verschiedener kleinerer Anregungen die Mitgliederversammlung mit dem Wunsche, daß der Verein auch im neuen Wirkungsjahr erfreuliche und wertvolle Arbeit für die engere Heimat leisten möge. In das Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler stimmte die Versammlung begeistert ein. Wettervoraussage. Das kräftige Hochdruckgebiet, das mit seinem Kern sehr schnell von der Biskaya nordostwärts wanderte, erstreckte sich heute morgen von Mittel- dis Ostdeutschland. Da in diesem Gebiet die Temperaturen recht niedrig sind, wird das Hoch seine Lage kaum ändern, so daß das heitere und trockene Wetter fortbesteht. Bei meist klarem Himmel werden sich die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht noch verschärfen, wobei vereinzelt mit leichtem Frost zu rechnen ist. Aussichten für Dienstag: Stellenweise Frühnebel, tagsüber meist heiter, nachts recht frisch, vereinzelt leichter Frost, trocken. Lufttemperaturen am 7. Oktober: mittags 15,2 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 8. Oktober: morgens 4,7 Grad. Maximum 15,3 Grad, Minimum 3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Oktober: abends 12,5 Grad; am 8. Oktober: morgens 9,4 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen- Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch^ und Steindruckerei R Lange. K -G.. sämtlich in Gießen [Stellenangebote jüngerer Verkäufe Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Lamm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzeiger üauerbrenner Marke Juno, gut erhalten,billig zu verkaufen. 04955 Goethcstr. 67 II. Kopier-Maschine in beit. Zuüand billigst z. verkauf. Emil PistöF Nachl. Marktstr. 10. Keine Ursprungszeugnisse, andern nur Zeugnis abiditiften dem Be werbungsichreiben bei legen! — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ber meidung von Seelüften auf der 'Rücpeite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! [ Mietgesuche | KL möbl. Zimmer m.Küchenbentzg. ges.Schr.Ang. u. 04858 a. d.G.A. für Last- und Personenwagen für sofortgesucht. Bedingungguter Wagenvsteger, Autoschlosser bevorzugt. Schr.Angeb.uni. 04853 a. d. G. A. Isolierlehrling gesucht. Zeugnis und Lebenslauf. Schr.Angeb.unt. 04854 a. d. G. A. Ich suche zum baldmöglichsten Eintritt einen äußerst seriösen Herrn, welcher sich als Reise-Verkäufer unn Besuch von Landkundschaft besonders eignet und der auf diesem Gebiet aufgrund bisheriger Tätigkeit routiniert und äußerst zuverlässig ist. Schriftl. Angebote in. Bild, Gehaltsansvrüchen und Zeugnisabschriften unter 5871D an den Gießener Anzeiger. Im I. Stock unseres Bankgebäudes werden ab 1. Dezember zwei sehr große > sseiD Büroräume frei. 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Oktober 1924 — starb an den Folgen der Malaria einer unser bekanntesten Forschungsreisenden und Ethnologen, Theodor Koch-Grünberg, während einer Expedition zu südamerikanischen Indianern. Koch-Grünberg hat sich zuerst durch die Teilnahme an der Tingu-Ex- pedition 1898 bis 1900 einen Namen gemacht, 1911 bis 1913 bereiste er Nordbrasilien und Venezuela, 1915 wurde er Direktor am Lindenmuseum zu Stuttgart. Dem anläßlich seines zehnten Todestages von seiner Witwe herausgegebenen fesselnden Reisewerk „Am R o r o i m a. Bei meinen Freunden, den Indianern vom rosigen Fels" (F. A. Brockhaus, Leipzig) entnehmen wir folgenden Abschnitt: einem fliehenden Ziel, nach den Schwälbchen, die über den Dorfplatz hin und her streichen Ich beteilige mich auch wohl selbst an dem Wettschießen, " sie lachen mich vergnügt aus, wenn sie es Ich spiele mit Indianerkindern Bei meinen Freunden, den Indianern vom rosigen Felo. Don Theodor Koch-Grünberg. Leib faßt. Ein größerer Knabe stellt den Jaguar dar. Auf seinen zwei Händen und einem Bein, das andere Bein als Schweif hochgestreckt, hüpft er knurrend vor der Kette herum. Die Kinder schwenken die Kette hin und her und singen im Rhythmus: „Kai-ku-schi ma-gele ta-pe-wai!" („Ich sagte es schon, daß dies ein Jaguar sei!") Plötzlich springt der Knabe, der den Jaguar darstellt, auf und sucht das letzte Kind zu Haschen, indem er bald rechts, bald links an der Kette entlang läuft. Die andern suchen ihn durch Abwehren und rasches Hinundher- schwenken daran zu hindern, wobei bisweilen die Kleinsten, die den Schluß der Kette bilden, zum allgemeinen Jubel zu Boden purzeln. Gelingt es ihm nicht, so muß er auf seinen Platz zurückkehren und die Sache nochmals versuchen. Gelingt es ihm, so schleppt er den Gefanaenen im Triumph als Beute weg. In dieser Weise geht es fort, bis auch das letzte Kind gefangen ist. Die Teilnehmer an der sie die merkwürdigsten Namen geben. Freilich gehört schon indianische Phantasie dazu, um Aehnlich- keiten mit Tieren, Pflanzen, menschlichen Körperteilen usw herauszufinden Ich schlage mit ihnen den leichten Ball, der aus den Deckblättern des Maiskolbens verfertigt ist. Oft sehe ich den Knaben zu, wenn sie mit Bogen und Pfeil oder mit dem kleinen Blasrohr aus die Scheibe schießen oder nach Meine besten Freunde sind die Kinder. An manchen Tagen habe ich dreißig Stück der kleinen braunen Gesellschaft in meiner Hütte. Sie schauen gespannt zu, was ;ft treibe, und machen leise flüsternd ihre Bemerkungen dazu. Sie stören mich nicht. Sie warten, bis ich mich zu ihnen wende. Ich gebe ihnen eine Torpedopfeife. Ich halte ihnen die Ticktack-Taschenuhr ans Ohr, und sie wollen auch das Tierchen sehen, das drinnen spricht. Ich lasse sie durch die Lupe schauen und hole dann mit diesem Zauberinstrument die brennende Sonne herunter. Ich zeige ihnen ein großes Tierbilderbuch und erkläre den künftigen Jägern die Tiere aus einer anderen Welt, den haushohen Elefanten, das Kamel mit dem merkwürdigen Buckel und die Giraffe mit dem langen Hals, die das Laub von den hohen Bäumen zupfen kann Ich setze mich wieder zum Schreiben nieder und beobachte verstohlen, wie ein älterer Knabe den Kleinen die Bilder genau in derselben Weise erklärt. Er hat gut aufgepaßt Eine Gruppe hat sich abgesondert und spielt eifrig mit einem großen Brummkreisel. Die Sonne sinkt. Ich erhebe mich und schlage das Badetuch über den Arm Die Sitzung ist beendet. Sie kommen aus mich zugetrippelt und reichen mir zum Abschied die Händchen. „Ataponteng moyi!" sagen die Knaben, die angehenden Männer. „Ataponteng pipi!" sagen die Mädchen. „Ich will schlafen gehen, mein Bruder!" Wenn sie die erste Scheu vor dem Fremden überwunden haben, sind diese Kinder das zutraulichste, llustigste Völkchen, das man sich nur denken kann. Auf (jeden meiner Späße gehen sie mit Jubel ein, aber sie arten nie aus. Sie sind gefällig und höflich gegen mich und von der größten Eintracht unter sich. Gebe ich einem von ihnen ein Stück Schokolade, sofort teilt er es mit den übrigen. Nie habe ich gesehen. Daß sich zwei zankten oder gar prügelten. Freilich .gehen ihnen die Eltern darin mit gutem Beispiel voran und sind in dieser Beziehung auch die besten Lehrmeister für einen Europäer. Aeußerst selten ivird das Jndianerkind von den Eltern mit harten Worten, angefahren oder gar gezüchtigt, und doch find diese nackten, braunen Kinder auch nach unseren Begriffen wohlerzogen — solange sie mit unserer sog „Zivilisation" sehr wenig oder gar keine Berührung haben Geraten sie unter den ständigen Einfluß oder gar in die Dienstbarkeit der Weißen, welcher Gattung diese auch angehören, dann werden diese harmlos fröhlichen und dabei taktvollen Kinder finster und verschlossen oder zudringlich und frech. Der natürliche Schmelz ist dahin. Die Kinder und ich sind Freunde. Sie zeigen mir stolz ihre einfachen Spielsachen, die sie sich i'elbft verfertigen oder von ihren Eltern und älteren Geschwistern erhalten. Sie zeigen mir auch die zahlreichen „Fadenspiele": durch kunstvolles Jnein- anderschlingen eines, selten zweier unendlicher Fäden bringen sie verschiedene Figuren hervor, denen Sie kennen ihn schon: er hört auf den aparten Dornamen Reginald, ist zweifellos ein begabter Mensch,Kunstmaler von Beruf, hat eine ungewöhnlich hübsche Frau namens Barbara und ein Töchterchen Lilly. . ein guter Mensch, meinetwegen, aber auch ein halber Mensch,- ein Mann mit Wünschen, ohne Willen jedoch .fo sagt Herr Strombett von ihm. Außerdem ist Zurrhelm in heftiger Geldverlegenheit- na, das ist uns allen schon passiert und ist bei einem Maler nicht einmal etwas Besonderes — leider, leider! Aber an dem verhängnisvollen Abend bei Konsul Finkendey hat Zurrhelm, wie Sie sich gewiß erinnern werden, auf kurze Zeit das Haus verlassen. was nur von Wenigen bemerkt wurde: an jenem verhängnisvollen und ereignisreichen Abend, an dem der kostbare Perlenschmuck der Frau Konsulin spurlos verschwand. Trauen Sie Herrn Zurrhelm einen Diebstahl zu? Halten Sie ihn für verdächtig? Eine schwierige Frage, nicht wahr? Noch eins: erinnern Sie sich daran, daß Zurrhelm an diesem Abend auffallend spitze Schuhe trug? Das ist, wie Sie in der heutigen Fortsetzung des Nomans „Das Halsband" in den Familienblättern lesen werden,, nicht ohne schwerwiegende Bedeutung. Überlegen Sie sich bitte den Fall: 3t£at er das SKalsßand gestoßlen? besser können. Ich lasse die Knaben um die Wette laufen: immer sind sie mit Leidenschaft bei der Sache. Ein bildhübscher Taulipang mit langem, flatterndem Haar und großen, wilden Augen, der Sieger, erhält den ersten Preis, ein wunderschönes rotes Kopftuch. Als Trostpreise verteile ich „Baaderbrezeln", die mir meine kleine Tochter für die „guten Indianer" mitgegeben hat. Auch der Häuptling ißt gern davon. In den kühlen Abendstunden oder in schönen Vollmondnächten führen mir die Kinder stundenlang Gesellschaftsspiele vor. Sie sind mannigfacher Art und recht unterhaltend. In erster Linie sind es Tierspiele Eins der beliebtesten ist das Spiel des Jaguars, Kaikuschi. Knaben und Mädchen bilden eine lange Kette hintereinander, indem eins das andere mit beiden Armen um den Januars, wie Hirsch, Wildschwein, Goldhase, Wasserschwein u. a. In weitem Umkreis um die Spielenden sitzen m malerischen Gruppen stolze Mütter und erwachsene Mädchen und regen durch Zurufe die Kleinen immer wieder zu neuen Spielen an. Sie lieben den Weißen, der von weit her in ihr Land kam, der so ganz anders ist als die mischblütigen Brasilianer, die von Zeit zu Zeit ihr Dorf besuchen und die jungen Burschen mit sich führen in ihre Dienste, jo daß sie erst nach Jahren zurückkehren und nichts mehr wissen wollen von den alten Sitten. Sie lieben den Weißen, weil er sich nicht mehr dünkt als sie, weil er mit ihnen lebt wie einer der Ihrigen, mit ihnen jagt, mit ihnen trinkt, mit ihnen tanzt. Front junge Wissenschaft. Oer wissenschaftliche Arbeitsplan der Deutschen Studentenschaft. Don Dr. F. A. Six. Studentenschaft hat ihre Arbeit um die Gestaltung einer nationalsozialistischen Hochschule nicht begonnen in einem neuen Wissenschaftsprogramm, sondern mit der Erziehung eines natio- nastozlalistischen studentischen Nachwuchses. Solange der Student nicht selbst im Kampf seines Volkes gestanden hatte, solange er nicht neben dem einfachen Volksgenossen das tiefste Erlebnis aus der Not feines Volkes, das der Volksgemeinschaft gewonnen hatte, konnte er auch nicht mit neuen Wertsetzungen auf die Hochschule kommen. Die Deutsche Studentenschaft hat aus dieser Erkenntnis auch nicht teilgenommen an dem Gerede um Krise und Begriff der Wissenschaft und die Smndeutung der deutschen Universität, sondern hat den Angriff auf die liberale Hochschule ausgenommen durch die Neuformung des jungen Studenten. In einigen grundsätzlichen Entscheidungen, die ohne Mithilfe der Hochschule, zum Teil gegen sie, gefällt wurden, mit der Durchfüh- runa der studentischen Arbeitsdienstpflicht, dem Landdienst und der Erntehilfe, sowie der Kameradschaftserziehung hat sie die nationalsozialistischen Grundlagen der zukünftigen studentischen Erziehung verwirklicht und die Voraussetzung eines tatsäch- lichen Arbeitseinsatzes in der Wissenschaft geschaffen. Der Student mußte erst in der einfachen Bewährung seiner Person neben dem Arbeiter und Bauern in dem Arbeitsdienst stehen,' er mußte weiterhin auf der Hochschule durch die Gemeinschaft des Kameradschaftshauses als geschlossene Mannschaft eingesetzt werden, bevor er aus diesen Kampferlebnissen weiter vorstoßen konnte. Durch diese Erziehungsformen und die sich aus ihr ergebende Lebenshaltung des deutschen Studenten waren nun die Grundlagen geschaffen für die wissenschaftliche Zielsetzung. Wenn die Deutsche Studentenschaft in ihrem Kampfe um eine nationalsozialistische Hochschule und in der Durchdringung der Wissenschaft zu klaren Ergebnissen kommen will, so darf sie nicht stehen bleiben bei der Ablehnung der bisherigen Form der Hochschule. Die Studentenschaft kann heute zu einer nationalsozialistischen Wissenschaft nur kommen, wenn sie die liberale von innen her überwunden hat. Aus diesem Grunde wird die erste Forderung der Zukunft sein: Aneignung des Fachwissens. Hinein in die Seminare und die Forschungsinstitute! Heran an die Arbeit in der deut- jchen Wissenschaft! Der deutsche Student soll damit nicht reuig und bekehrt zum alten Wissenschaftsbetrieb zurückgeführt werden, er muß vielmehr aus dieser Arbeit die geschichtliche Lage der Wissenschaft und die Notwendigkeit einer vollständigen Wendung aus dem Geist des Nationalsozialismus erkennen, um die neuen Grundlagen selbst zu fassen und zu festigen. Er muß den Schein nationalsozialistischer Wissenschaftlichkeit überwinden, der sich darin erschöpft, liberalen Inhalt mit nationalsozialistischen Formen zu Überdecken, und dabei der letzten Verpflichtung einer klaren völkischen Ausrichtung ausweicht Die klare Folgerung liegt darin, der deutschen Hochschule eine politische Aufgabe zu stellen. Die Deutsche Studentenschaft sieht die Aufgabe der deutschen Hochschule in der Landschaft. Es hat sich ergeben, daß die Hochschule heute keine Verbindung zu einem politischen Raum besitzt. Sie hat sich in gerader Linie von der Arbeit des gesamten Volkes gelöst. Die wesentlichen technischen und chemischen Erfindungen, die sonstigen geistigen Durchbrüche werden heute großenteils außerhalb der Hochschule in den privaten Laboratorien und Arbeitsstätten gemacht. Die Bewegung, der Staat, die Wissenschaft haben bis heute noch keine Antwort auf diese ober jene aus dem Arbeitsrhythmus und'dem Lebenskampf des deutschen Volkes gestellte Regensomitag. ' Don Hedda Woldsen Rrrrr rasselt der Wecker. 6 Uhr morgens. Ein Iriff, altgewohnt, noch im Halbschlaf wird das - narrende Ding unter die Bettdecke gestopft. Fünf Minuten drehe ich mich noch wohlig im Bett. Beim langsamen Aufwachen höre ich's tropfen, nein rauschen. Nanu, Regen? Raus aus dem Bett und ans Fenster Ach, du liebe Zeit, unsere schöne Tour zur Möllentalklamm. Wie schade Ein bißchen wollte ich iiaurig werden. Aber, ach was: Jst's nicht auch chön, mal einen Sonntag zu faulenzen? Begeistert ivieder rein ins Bett und nochmal zwei Stunden geschlafen, wo man doch sonst jeden Tag so früh heraus muß um pünktlich im Dienst zu sein. — * Wißt Ihr, die Ihr jeden Tag so viel Zeit habt, t)Q5 es heißt, sich genießerisch langsam anzuziehen? An den Schubfächern zu kramen und hier und da t in bissel Ordnung zu machen? Und wenn man dann :crtig ist, mal nicht im Stehen das Frühstück herun- lerzustürzen, immer die Augen auf der Uhr, daß es p noch auf die Straßenbahn reicht! Nun sitze ich wunderbar gemütlich und finde, daß ter Tee so ganz anders als sonst schmeckt, so richtig lach Sonntag Gutes Grammophon, du hast lange genug ae- schlafen. Das Adagio aus dem Violinkonzert in Es- Our von Johann Sebastian Bach soll meine Mvr- : enandacht sein, und andere Sachen von Bach, Zeethoven und Mozart und wie sie alle heißen, meine Plattenfreunde. Ganz still sitze ich und träume «abei Sonntagmorgen still und behaglich * Schon lange wollte ich Briefe ordnen, und Helga muß eine Antwort haben, und Anneliese — meine hefte Freundin noch von der Schule her — hat ein Kindchen bekommen und ich denke mir schnell aus, wie glücklich sie jetzt sein wird. Gut, daß ich sie so I eb Hube, sonst würde ich sie jetzt beneiden. * Neue Briefe, ältere und ganz alte liegen in trautem Durcheinander zusammen. Man hat ja kaum Leit, seine täglichen Sachen in Ordnung zu halten rmb' an den Sonnensonntagen muß man doch an Ire Luft. Wie nett mein alter Jugendfreund Leopold tDch schreibt: jeder Satz gibt etwas zum Nachdenken. I nd Martin, ach, daß er jetzt so weit fort ist, der trnfe und frohste Kamerad. Ob er wohl noch an die Ehrten im kleinen Fiat durchs Wallis denkt? Das S'arzissenfest in Montreux, Der See lag in unglaub- lch schönem Licht, die ganze Stadt war ein Duft. Lbends fuhren wir zurück, ein schweres Gewitter kam auf und der Wind spielte Fangball mit dem Wägelchen und warf es von einer Straßenseite zur andern. Im Val d’Annivier, von Viktor Hugo in feinen schönsten Liedern besungen, die Weinprobe bei kleinen Bauern: Ein kalter Keller, ein paar Fässer Wein von denen allen wir kosten mußten, Käje so groß wie Wagenräder, alte Zinngeschirre und geschnitzte Löffel, die wir geschenkt bekamen. Martin erzählte vom heiligen Jahr in Rom, und die frommen Bauern hörten begeistert zu. Als ich aber wieder an die heiße Julisonne kam... Na, Martin hat nicht schlecht gelacht Grüne, rote, gelbe Bändchen haben die verschiedenen Briefpäckchen, in denen so viele Gedanken, Wünsche und Grüße verborgen liegen Wenn der Pullover zu Margas Geburtstag fertig werden soll, müßte ich doch heute ein Stück daran stricken. Da kann man so schön an unsere gemeinsamen Streiche denken, ans Bäumeklettern, an die Schlachten auf dem Heuboden, an die ganze schöne Jugend auf dem Gut. An wilde Morgenritte ohne Sattel mit fliegenden Zöpfen: unsere gute alte Jm- mel rannte immer entsetzt hin und her, wie die gackernde und flatternde Rückenmutter, wenn unser Kater Daniel in den Hühnerhof geschlichen kam. Papa nachher nach Ernst ringend: Mit einem strafenden und einem oergnügt blinzelnden Auge gab er uns einen Klaps, „Rangen, Rangen, wenn das mal nicht ein schlechtes Ende nimmt, Ihr sollt doch junge Damen werden!" * Bum, Bum: — Himmel: Schon zwei Uhr, da muß ich aber schnell zu Mittag essen. Ein großes Stück ist der Pull gewachsen und vor lauter Sinnen habe ich alles um mich vergessen. Bei Tisch fällt mir ein: Meine Kollegin Christa wollte doch so gern den dritten Band von der Tagebuch-Trilogie der Alexandra Rachmanova „Milchfrau in Ottakring" haben. Das will ich heute noch auslesen und es ihr morgen früh mitbringen. ♦ Wie schön, daß ich noch Keks von Muttis letztem lieben Paket habe und von Freund Bob die Schokolade, die ich bekam, weil ich ihm eine Arbeit über Plastiken tippte Mit den Leckereien, dem Buch und einer Decke kuschele ich mich auf meine Couch und finde es herrlich Vergessen ijt, daß ich Sonne trinken und Bergluft atmen wollte. Das Mit-mir- allein-sein hat mich ganz gefangen genommen. Wer doch auch so schreiben könnte wie die Rachmanova: Tagebuchform: So natürlich so lebendig Es fangt schon an dunkel zu werden, wie ich auf- atmend und etwas betrübt das Buch fortlege; es geht mir jedesmal so, wenn mich ein Buch gefesselt hat: Ich bin traurig, wenn es zu Ende ist * Wenn man zu viel Zeit hat, hat man immerzu Hunger. Es ist doch noch viel zu früh zum Abendbrot, aber was geht mich die Zeit an, wenn's mir bloß schmeckt. Kaltes Ei, Milch, Käsebrot und eine Tanzmusik als Tafelkonzert. Jede Platte weckt eine bestimmte Erinnerung an luftige Abende mit den Studenten in Freiburg. Vergnügt summend gehe ich früh ins Bett. Schön war der heimelige Sonntag: Ich denke nett an den guten alten Petrus, der bestimmt heute nur Verwünschungen gehört hat, von denen, die schlechter Laune waren und Langeweile hatten am Regensonntag. M i r hat er ein Geschenk damit gemacht. Dampferfahrt vor 125 Jahren. In einem und einem viertel Jahrhundert hat sich die Dampfschiffahrt die ganze Welt erobert. Ein Bild der ersten Dampferfahrt unter Führung des Erbauers Robert F u 11 o n ruft alle die Schwierigkeiten wieder ins Gedächtnis, die jene epochemachende Erfindung zu überwinden hatte. Nachdem Fulton seine ersten Probefahrten gemacht hatte, war er sich über die Bedeutung seiner Erfindung für den Verkehr im klaren und suchte nun sogleich zwischen Neuyork und Albany eine feste Verbindung mit seinem Dampfschiff einzurichten, deren Abfahrts- und Ankunftszeiten genau festgesetzt wurden. Zum erstenmal strebte dieser Künstler und Träumer, der sich bisher nur mit der Ausführung feiner genialen Ideen beschäftigt, einen materiellen Nutzen seiner Erfindung an. In den ersten Tagen des Septembers 1807 brachte die „Albany Gazette" die erste Ankündigung eines Dampfschiffverkehrs: „Das ,Nvrd-Fluß-Dampfbvof wird die Anlegestelle um 9 Uhr am Freitag verlassen morgens und am Sonnabend um 9 Uhr abends in Älbany eintreffen. Man wird an Bord an Nahrung und Bequemlichkeit alles finden, was man nur wünscht. Die Fahrpreise betragen: nach Newburgh drei Dollar bei vierzehnstündiger Fahrt, nach Eso'pus fünf Dollar bei zwanzigstündiger Fahrt, nach Albany sieben Dollar bei sechsundreißigstün- diger Fahrt." Dierundzwanzig wagemutige Reisende meldeten sich auf diese Annonce hin und fanden sich am 7. September 1807 frümorgens ein, um sich an Bord des Dampfers „Clermont" einzuschiffen. Viele Leute erfüllte diese neue Einrichtung mit großer Furcht. Ein angstvoller Vater schickte einen seiner Freunde noch nach dem Kai, um seinen Sohn zum letztenmal anflehen zu lassen, von dieser Reise abzusehen: „John, willst du dein Leben um einer solchen Sache willen aufs Spiel setzen? Ich wiederhole dir, es ist die entsetzlichste Erfindung, die es gibt, und dein Vater schickt mich, um dich unter allen Umständen daran zu verhindern." Aber John ließ sich nicht erweichen und stieg mit den anderen an Bord, und eine große Menge erfüllte den Kai. Die Sache verzögerte sich etwas; es funktionierte nicht alles richtig, und erst nach einiger Zeit wurde das Signal zur Abfahrt ae- geben. Spöttische Bemerkungen regneten von allen Seiten auf die Passagiere ein, aber die ruhige und feste Stimme Fultons übertönte den Lärm. Endlich stieg der Rauch zischend empor, die Räder liehen ungeheure Wasserstrahlen aufwirbeln, und in dem allgemeinen Hurra- und Beifallsgeschrei verloren sich die letzten Bemerkungen der Spötter. Die Reise war eine einzige lange Triumphfahrt; die Ufer des Hudson waren mit Menschen dicht besetzt; Boote erwarteten überall mit Ungeduld die Vorbeifahrt des „Clermont", der mit endlosen Jubelrufen begrüßt wurde. Bei Hawerstraw-Bay näherte sich ein wackerer Mann in einem Kahn und bat um die Erlaubnis, an Bard zu kommen; man warf ihm ein Seil zu und zog ihn hinauf. Es war ein Müller, der erklärte, er hätte noch niemals eine Mühle über das Wasser fahren sehen, und er wolle sich überzeugen, was das sei. Fulton ließ ihm die Maschinerie zeigen und den Mechanismus des Triebwerkes erklären. Als er alles besichtigt hätte, wollte er auch noch die Mühlsteine sehen; man antwortete, daß das ein Geheimnis wäre, und ein Spaßvogel unter den Passagieren fügte hinzu, er solle nur eine tüchtige Ladung Getreide an Bord bringen, dann würde er schon das Mehl herausstieben sehen. Die Garnison von West-Point empfing die kühnen Reisenden begeistert, ebenso die Bevölkerung der Städte, an denen man vorbeikam. Endlich langte die „Clermont" in Albany an, vier Stunden vor der festgesetzten Zeit. Oocbfcbulnodiricbfen. Professor Dr. Friedrich Meggendorfer von der Universität Hamburg wurde vom 1. Oktober d. I. an zum Ordinarius für Psychiatrie an der Universität Erlangen als Nachfolger von Geh. Rat Professor Dr. Specht ernannt. Der frühere Ordinarius für Römisches und Bürgerliches Recht an der Universität Freiburg, Professor Dr. Andreas Scharz, der seinerzeit auf Grund des § 3 der Berussbeamtengejetzes in den Ruhestand versetzt wurde, hat einen Ruf auf da» Ordinariat für Zivilrecht an der Universität Kon» ft a n t i n o p e l erhalten. Frage erhalten. Der Staat und die Träger des öffentlichen Lebens wenden sich gar nicht mehr an diese Hochschule. Es wird daher die wichtiaste Auf- gäbe der Zukunft sein, die deutsche Hochschule wieder * n das Leben und den Kampf des deutschen Boltes hineinzu st eilen und sie unmittelbar in Verbindung mit der Landschaft xu bringen. In der Durchsetzung dieses Zieles ist die Deutsche Studentenschaft angewiesen auf die Hilfe der nationalsozialistischen Dozentenschaft und auf die Unterstützung der entscheidenden Persönlichkeiten in Partei und Staat. Ausgenommen wurde diese Arbeit in ihren ersten Ansätzen bereits durch die Hochschulkreise der Deutschen Studentenschaft, wie sie sich in dem Niedersächsischen Hochschulkreis in Göttingen und der Politischen Hochschulgemeinschaft in Königsberg bereits herausgebildet haben. Die Arbeitsform dieser Hochschulkreise liegt in der wissenschaftlichen Untersuchung und praktischen Mitarbeit für Fragen der Landesplanung und dem praktischen Einsatz der Fachschaften der Deutschen Studentenschaft in den dazu notwendigen Vorarbeiten für die Umsiedlung, die Jndustrieverlagerung, der Herstellung eines gesunden Verhältnisses zwischen Stadt und Land, der Arbeitslosenfrage usw. Es könnte eingewendet werden, daß diese Arbeit nur in dem Rahmen der Volkswirtschaft liegt. Jedoch gehen diese Fragen über das Wissenschaftsgebiet der Volkswirtschaft hinaus und sprengen die Fakultätsgrenzen, indem Arbeitsmöglichkeiten gegeben werden für alle Fachschaften. Die angeschnittenen Fragen werden nur in sinnvollem Zusammenhang aufgegriffen werden können, indem sie ähnlich der volkswirtschaftlichen Aufgabenstellung von der juristischen und der kulturellen Seite bearbeitet werden. In gleicher Weise sind diese Aufgaben der Medizin, der Nassenhygiene, der Erziehungswissenschaft und Technik gegeben. Die Einsatzmogllchkei- ten, die heute noch nicht für die Gesamtheit der Studentenschaft, sondern nur für ihre besten und aufbauwilligsten Kräfte in enaster Zusammenarbeit mit den maßgebenden Persönlichkeiten in Wissenschaft und Politik bestehen, führen den deutschen Studenten damit in der Hochschule der Zukunft zu einer engen Bezogenheit auf das politische Leben und schaffen ein neues Schwergewicht der deutschen Wissenschaft. Die Durchführung der Arbeit liegt nach diesen Plänen in den einzelnen Studentenschaften, in den Hochschulreifen selbst. Aufgabe der Führung der Deutschen Studentenschaft wird es dabei sein, die einzelnen Arbeitsergebnisse auszuwerten und für die Verbindung der Hochschule und dem Austausch der Erfahrungen Sorge zu tragen. Aus diesem Grund wird erstmalig im Frühjahr 1935 die F r u h - jahrshochschule der Deutschen Stu» denten sch oft durchgeführt werden, um emeBe- standsaufnahme der Wissenschaftsarbeit der putschen Studentenschaft vorzunehmen und neue Anregungen zu empfangen. In ihr sollen nicht nur die aus der rein wissenschaftlichen Arbeit kommenden besten Kräfte aus Dozentenschaft und Studenten- schäft zu Worte kommen, sondern auch diejenigen Männer, die in Politik und Landschaft praktische Ar- beit geleistet haben. In diesem Arbeitskreis soll da- mit die gemeinsame Grundlage nationalsozialistischen wissenschaftlichen Denkens erarbeitet und eine Ebene geschaffen werden, von der aus in den Landschaften des Reiches neue Vorstöße und neue Zielsetzungen unternommen werden. In gleicher Richtung liegt die Herausgabe einer Schriftenreihe der Deutschen Studentenschaft „Front junge Wissenschaft", welche die besten wissenschaftlichen Arbeiten von Studenten erfassen wird, Arbeiten, die veranlaßt sind von der Wendung derWisseschaftzumVolk und deren politischer Gehalt eine neue Wissenschaft her- ausstellt. Alle Maßnahmen der Deutschen Studentenschaft in der Wissenschaftsarboit sind nicht nebeneinandergestellt, sondern laufen sinnvoll zusammen in dem Ringen um eine neue Hoschule. Die Deutsche Studentenschaft hat ihr Schwergewicht auf die Wissenschaftsarbeit gelegt, in dem Ziel, den alten Wissenschaftsbetrieb der Fakultätenhochschule zu überwinden und zugleich durch die nüchternen und praktische Arbeit im Kleinen der deutschen Universität wieder die Achtung des deutschen Volkes als einer geistigen und politischen Kraftquelle der Nation zu verschaffen. Wirtschaft. Devisenbewirtschaftung! Anmeldung von Sperrguthaben. Gemäß der Bekanntmachung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung vom 27. September 1934 sind alle Guthaben von ausländischen und saarländischen Kunden, welche deoisenrechtlichen Be- schränkungen unterworfen sind (Sperrguthaben), der zuständigen Reichsbankanstalt auf Vordrucken anzuzeigen. Das Reichsbank-Direktorium weist besonders darauf hin, daß die Zweigniederlassungen wie selbständige Anstalten zu behandeln sind. Wenn die Sperrguthaben bei Zweigniederlassungen geführt werden, sind sie bei der für die Zweigniederlassung zuständigen Reichsbankanstalt anzuzeigen, nicht etwa bei der Reichsbankanstalt der Zentrale. Maßgebend für die Anzeige ist der Stand vom 27. September 1934. Auf die Vorstellungen der Wirtschafts- gruppe Privates Bankgewerbe — Zentraloerband des deutschen Bank- und Bankiersgewerbes (e. 23.), hat das Reichsbankdirektorium sich damit einverstanden erklärt, daß zur Vermeidung von Verzögerungen und Mehrarbeit in besonderen Ausnahmefällen als Stichtag auch der 29. September 1934 angenommen werden kann, da an diesem sowieso die Feststellung für den Monatsdurchschnitt vorgenommen wird. Es wird aber erwartet, daß, falls von dieser Erlaubnis Gebrauch gemacht wird, bei Guthaben, für welche sich gerade am 28. und 29. September 1934 besonders große Veränderungen vollzogen haben, dieser Umstand bei der Anzeige mit angegeben wird. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Umsatztätigkeit am Frankfurter Getreidegroßmarkt ist weiterhin minimal. Nennenswerte Nachfrage hat sich auf den meisten Gebieten nicht gezeigt, ausgenommen der F u t t e r m i t t e l m a r k t, an dem das Konsuminteresse nach Hafer und Futtergerste unvermindert anhält, ohne daß hierfür das entsprechende Angebot vorlag. Trotz der in diesem Monat höheren Festpreise haben die Zufuhren der Landwirtschaft keine Vermehrung erfahren. Am Weizenmarkt gestaltete sich das Angebot verhältnismäßig reichlich, ohne aber drängend zu fein. Der Absatz an die Mühlen blieb infolge des nur schwachen Mehlgeschäftes unbedeutend, zumal die Schwierigkeiten in der Einlagerung fortbestehen. Roggen hatte relativ knappes-Angebot, die Nachfrage der Klein- und Mittelmühlen konnte aber befriedigt werden, um so mehr als die Großmühlen als Käufer kaum auftreten. Braugerste liegt im hiesigen Bezirk geschäftslos. Jndustriegerste findet ebenfalls kaum Interesse. Am K r a f t f u t t e r m i t t e l m a r k t hat die Nachfrage nach ölhaltigen Futtermitteln zugenommen-, die Umsätze waren aber beschränkt, weil die Oelmühlen nur kleinste Mengen zuteilten. Besonders Erdnußkuchen, Helle Kokoskuchen, Leinkuchen sowie Soyaschrot sind gesucht. In Mühlenabfällen ist das Geschäft erheblich ruhiger geworden. Die Preise wurden entspre- chend der höheren Festpreise für das Rohmaterial bei Kleie etwas heraufgesetzt, auch ölhaltige Futtermittel lagen um 20 Pf. pro 100 Kilogramm teurer. Am M e h l m a r k t stockte das Geschäft wiederum fast vollkommen. Brotfabriken und Bäcker klagen sehr über geringen Verbrauch und führen dies auf die Obstzeit zurück. Da sie zudem noch mit Vorräten versehen sind, deckten sie nur für den notwendigsten Bedarf. Die Weizenmehlpreise wurden um 0,25 RM. auf 27,15 RM plus 0,50 RM. Fracht- ausgleich für die Preisgebiete W XIII und XVI erhöht, während Roggenmehle unverändert notierten (RXIII 23,35, R XV 23,75 + 0,50). * ♦ Der Bergbau an der Lahn und im D i l l g e b i e t. Im Bergbau an der Lahn und Dill zeigen Förderungs-, Absatz- und Belegschaftszahlen steigende Tendenz. Der Absatz übersteigt die Förderung um etwa 10 v. H., wodurch bei den seit Jahren angehäuften Vorräten eine Abnahme, sowie eine finanzielle Entlastung der Gruben eingetreten ist. Mit den Tiefbohrungen zur besseren Erkenntnis des geologischen Aufbaues der Lahn- und Dillmulde wurde begonnen. Zur Zeit befinden sich drei Schächte im Abtäufen. Das Niederbringen von zwei weiteren Schächten ist geplant. Die Verhandlungen zwischen dem Bergbau der Bergbehörde über Festlegung der Bedingungen für die Verwendung der Staatszuschüsse stehen kurz vor dem Abschluß. Frankfurter Börse. Frankfurter Börse ruhig. Frankfurt a. M., 6. Oft. Die Börse zeigte am Wochenschluß recht stilles Geschäft, da sich die Umsätze hauptsächlich innerhalb der Kulisse abwickelten, während das Publikum sich fernhielt. Das Hauptinteresse konzentrierte sich weiterhin auf den Markt der festverzinslichen Werte, während Aktien noch uneinheitlich lagen. Am Rentenmarkt waren besonders wieder Kommunal-Umschuldung im Vordergrund und bei lebhaften Umsätzen notierten sie nahezu 1 v. H. über gestern abend. Auch Reichsaltbesitz, späte Reichsschuldbuchforderungen und Reichsmark-Obli- gationen blieben gefragt und lagen 0,25 v. H. fester. Für Pfandbriefe bestand wohl weitere Nachfrage, die Kurse dürften sich aber kaum wesentlich verändern. In Weiterwirkung der Meldung über eine bevorstehende Regelung des mexikanischen Schuldendienstes blieben Mexikaner lebhaft und die Kurse der Abenbörse waren gut behauptet, teilweise auch noch etwas erhöht. Am Aktienmarkt waren Farbenindustrie und Siemens erneut schwach, wobei man Abgaben des Auslandes vermutete. Farben verloren 1,13 v. H., Siemens 2,50 v. H. Montanwerte bröckelten über- wiegend bis 0,50 v. H. ab, Rhein. Braunkohlen ver- loren 1 v. H. Der Elektromarkt brachte gleichfalls meist bis zu 0,50 v. H. niedrigere Kurse. Reichsbankanteile und Schiffahrtswerte sowie Zellstoff Aschaffenburg blieben etwa behauptet, dagegen gaben Moenus Maschinen 1,50 v. H., Scheideanstalt 1 v. H. Cement Heidelberg 0,40 v. H. nach. Deutsche Erdöl konnten ihre Erholung der Abenbörse nicht voll behaupten. Etwas fester lagen Westdeutsche Kaufhof mit plus 1 v. H., Kunstseide AKU. mit plus 0,65 o. H. und Thüringer Lieferung mit plus 0,50 v. H. Im Verlaufe war das Geschäft sowohl am Aktien- wie am Rentenmarkt etwas ruhiger. Renten konnten ihre höchsten Kurse voll behaupten. Der Aktienmarkt wurde hiervon etwas beeinflußt und zeigte fast allgemein leichte Erholungen. Die später notierten Werte wiesen meist unveränderte bzw. leicht gebesserte Kurse auf. Die Gesamtstimmung kann man als freundlich bezeichnen. Weiter abgeschwächt waren nur Scheideanstalt (— 1 v. H.). Am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfandbriefe zumeist unverändert. Nass. Landesbank und Pfälz. Hyp. Bank waren etwas fester. Liquidationspfand, briefe erhöhten sich durchweg _um 0,25 und 0,50 v. H. Auch Kommunal-Obligationen lagen im gleichen Ausmaß höher. Sehr fest lagen fast sämtliche Stadtanleihen, die durchschnittlich um 1 bis 1,50 v. H. anzogen, 6 v. H. Frankfurter v. 1926 gewannen sogar 2 v. H. (80). Mexikanische Anleihen lagen später ruhig und nur knapp gehalten. Anatolier Eisenbahn zogen um 1 o.H. auf 36,50 v.H. an, ferner waren Schweizer Bundesbahnen weiter befestigt. Am Kassamarkt erhielt sich das Interesse für Hypothekenbankaktien, auch einige Jndustriepapiere zogen weiter an. Tagesgeld unverändert 3 v. H. Im weiteren Verlauf traten Renten, besonders Altbesitz, die bis auf 99,50 (98,65) anzogen, wieder stark hervor. Aktien blieben dagegen vernachlässigt. Etwas fester waren Schiffahrtswerte sowie Kunstseide AKU. Die Börse schloß für Renten in sehr fester Haltnug. — Nachbörse: Altbesitz 99,50 bis 100. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Oktober. (Vorb-ericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1418 Rinder (474 Ochsen, 137 Bullen, 450 Kühe, 357 Färsen), 472 Kälber, 87 Schafe, 4268 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 26 bis 37 Mark, Bullen 23 bis 35, Kühe 12 bis 34, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 37, Kälber 28 bis 52, Hämmel 32 bis 35, Schafe 30 bis 33, Schweine 43 bis 53 Mark. — Markt- verlauf: Rinder und Kälber mittelmäßig, Hämmel, Schafe und Schweine rege. Obecheffen. Buhbach - Licher Eisenbahn. *Butzbach,8. Oft. Aus Anlaß des Friedberger Herbstmarktes werden am Dienstag, 9. Oktober, von allen Bahnhöfen des Streckenabschnittes Lich-Süd —Griedel —Steinfurth nach Bad- Nauheim-Nord verbilligte, nur für den Lösungstag gültige Rückfahrkarten nach Bad-Nau- bsim-Nord ausgegeben, wie sie sonst Sonntags als Ausflugskarten zur Ausgabe gelangen. Landkreis (Rieften. u. Klein-Linden, 7.Oft. In seiner Mitgliederversammlung beschloß der hiesige Geflügelzuchtverein, im Januar 1935 eine lokale jWerbeschau abzuhalten. Ferner wurde die inzwischen erfolgte Anschaffung einer Kalkspritze zum Desinfizieren der Geflügelställe gutgeheißen. Die Spritze soll nur für Mitglieder des Vereins, und zwar gegen ein kleines Entgelt zur Verfügung stehen. (D Gröningen, 7. Ott. Am Freitag feierte-das Ehepaar Christian Euler und Frau Katharine, geb. Engel, das Fest der goldenen Hochzeit. Die Eheleute erfreuen sich noch körperlicher und geistiger Frische. Herr Euler ist in den Kreisen der Gießener Bevölkerung als Butter-, Eier- und Kartoffelhändler eine bekannte Persönlichkeit. — Steinbach,?. Oft. Die feierliche Fahnenweihe der Ortsgruppe Steinbach der NSDAP., umfassend die Orte Steinbach, Albach und Garbenteich, fand heute Abend im Saale der Wirtschaft Görlach statt. Außer der Partei und ihren Unterorganisationen und der SA. waren zahlreiche Freunde aus Gießen und der Nachbarschaft erschienen, so daß der geräumige Saal überfüllt war. Die Steinbacher Kapelle verschönte die Feier mit ihren Weisen? Nach Ankunft des Kreis- l e i t e r s fand der Einzug der Fahnen statt. Ein Massenchor der Steinbacher Gesangvereine eröffnete die Weihe. Nach dem gemeinsamen Lied „Volk ans Gewehr" begrüßte der Ortsgruppenleiter die Versammlung und übergab das Wort dem Kreisleiter Klo ft ermann. Der Kreisleiter sprach in seiner mit großem Beifall aufgenommenen Rede über das Symbol „Blut, Ehre, Kampf" und weihte die Fahne, die er dem Fahnenträger, Pg. Karl Horn, übergab. Mit dem Horst-Wessel-Lied klang die Feier aus. Der Ortsgruppenleiter, Pg. Rink, schloß den offiziellen Teil der Feier nach dem Auszug der Fahnen. Anschließend fand noch eine gemütliche Nachfeier mit harmonischem Verlaufe statt. ex) Bersrod, 7. Ott. Von der Gaufilmst e l l e der NSDAP, wurde im Saale der Wirtschaft Hofmann der Tonfilm „Der Schimmelreiter" aufgeführt. Der Film ist nach der Mannten Novelle von Theodor Storm „Der Schimmelreiter" gedreht. Er zeigt, was eine Dorfgemeinschaft unter sicherer Führung zu leisten vermag und versinnbildlicht die Bedeutung der Voltsgemeinschaft. Im Beiprogramm wurden die Bedingungen zur Erlangung des Reichssportabzeichens anschaulich vor Augen geführt, weiterhin wurde ein Querschnitt aus den Jahren 1900 bis 1917 gezeigt, wobei wohl die Einweihung des Völkerfchlachtdenkmals im Jahre 1913 eine der schönsten und bedeutsamsten Darstellungen waren. Am Vormittag war der Film für die Schule aufgeführt worden. Kreis Friedberg. H Münzenberg, 7. Okt. Die von der Reichs- leitung der NSDAP, durch Vermittlung des Zentralausschusses für Innere Mission erhaltene Genehmigung, in der Zeit vom 23. September bis 7. Oktober für Zwecke der Inneren Mission Sach» und Naturalspenden sammeln zu können, wurde vom Pfarramt Münzenberg und Trais - Münzenberg zum Anlaß einer Kartoffelsammlung für das Diakonissenhaus Elisabethenstift in Darmstadt genommen. Die durch den Pfarrer und die Schüler durchgeführte Sammlung ergab in Münzenberg vierzig Sack, in Trais-Münzenberg £0 Sack Kartoffeln. Kreis Büdingen. h. Nidda, 7. Okt. Die diesjährige Obstbaumzählung auf Baumstücken, an Straßen und in Kleingärten ergab hier folgendes Resultat: Aepfelbäume 8310 Stück, Birnbäume 917, Zwet- schenbäume 3912, Süßkirschen 430, Sauerkirschen 110, Reineclauden 127, Mirabellen 260, Pfirsiche 116, Walnußbäume 142, Aprikosen 27. Auch ergab es eine stattliche Zahl von Bäumen, denen die Axt an die Wurzel gelegt werden muß. — Die Obsternte ging in diesem Jahre infolge des guten Wetters veryältnismäßig rasch zu Ende. Händler aus dem Ruhrgebiet kauften wiederholt in den letzten Tagen auserlesene Brechäpsel, wie Landsberger und Baumanns Reinetten, sowie Goldparmänen u. a. je Zentner zu sieben Mark, für Schauer von Boskop und Reinette von Blenheim jedoch 8 Mark je Zentner. Kreis Schotten. ? U l s a, 7. Okt. Bereits während des Sommers war in der Jagdhütte der Friedberger Jäger Frick und Reuß ein nächtlicher Einbruch verübt worden, wobei die Spitzbuben es besonders auf Kleidungsstücke, Stiefel, Bettwäsche abgesehen hatten, auch eine Taschenuhr wurde mitgenommen. Leider sind die Täter bis heute nicht erwischt worden. Nun wurde in der gleichen Hütte dieser Tage wiederum eingebrochen, und wieder haben die Diebe alles, was ihnen brauchbar erschien, mit- gehen heißen. Da in der Gegen noch mehr Jagdhütten auf die gleiche Weise heimgesucht worden sind, so fcheint man es hier mit Spezialisten auf diesem Gebiet zu tun zu haben. Hoffentlich gelingt es der Polizei bald, den Gaunern das Handwerk zu legen. -r- Rainrod, 7. Okt. Die Pfla st erarbeiten an dem Straßenteil Schotten-Rainrod, der mit Kleinpflaster versehen wird, schreiten nur langsam fort, da das Pflastererhandwerk zur Seit so stark beschäftigt ist, daß keine Hilfskräfte aufzutreiben sind. Man hofft, durch Fertigstellung anderer oberhessischer Straßen freiwerdende Arbeitskräfte baldigst heranzuziehen, um die Arbeit beschleunigt fortführen zu können. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 'Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% etjcm.7% Dt.Reichsanl.v..l92S 5’/»% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.«Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechie...... 6% efcm.8% Hess. BollSstaat 1929 (rüttzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 571% Hess. Landes-Hypotheken» bank Darmstadt ßfqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mitAuslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hhp.«Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 671% ehem. 472% Franks. Hyp.. Bank°Liqu.-Psandoriefe....... 57i% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterreichische Goldrente..., 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 47i% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Srannun a. .Ui. Berlin Schluß« kuts Schluß!. Abendbörse Schluß« turs Schlußk. Mittagbörse 5-10. 6-10. 5-10. 6.10. 94,75 95 95,25 95,25 — — — 92,25 92,65 93 93,25 98,5 99,5 98,4 99,75 — — — 94,75 95 94,6 95 92,75 93 92,5 '93 91,75 92 — — — — — — 102 104,25 102,25 — 93 93 93 93,5 93 93 — — 92,9 93,9 — — 93 94 — — — 94,25 94,25 94,25 — 94,25 94,25 94,25 101,75 101,75 101,75 101,75 _ _ 29,25 29 1,35 1,3 1,3 — 7,45 7,75 7,7 7,9 7 7,15 7 7,25 7,13 7,25 — 7,15 15,25 15,13 14,5 14,9 — — — ■— 8 8 — — «yranfiuri a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 5.10. 6-10 5-10. 6-10. 4% desgl. Serie 11............. 8 8 — — 6% Numan, vereinh. Rente v. 1903 4,9 4,8 *—1 4,8 4^,%Rumün.vereinh.Rentev.lS13 7,1 7,13 7,15 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,4 4,3 4,3 4,25 2^% Anatolier ............... 35,5 36,65 36 37,25 Hamburg-Amerika-Paket .....o 26,25 27,13 26 f Hamburg-Südam. Dampfschiff. O — — — —— Hansa-Danipfschiff...........o <— — — ■— Norddeutscher Lloyd .........O 29 29,75 29 29,5 AG. für Verkehrswesen Akt. .. 0 80 80,75 80,25 81 Berllner Handelsgesellschaft ... 4 96. 95,5 95,5 96 Commerz, und Privat-Bank... 0 66,75 66,75 66,75 66,75 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................o 70 70 70 70 Dresdner Bank..............o 72,5 72 72,5 72 Reichsbank .................. 144,25 144 144,25 144,25 A.E.G....................... 29,4 29,25 29,4 29,4 Bekula...................... 143.25 143 143,4 144 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 104,5 103,75 104,5 104,25 Licht und Kraft .............q 119,5 119,5 118,5 120 Felten & Guilleaume.........0 79,4 79,5 79 79,65 Unternehmung. 5 109,25 109,5 109,4 109,25 Rheinische Elektrizität ....... 5 103,25 — 104 100 Schutte« L Eo............... 5 93,75 93,5 93,5 93 Siemens L Halske............7 143 143 144,5 142 LahmeyerLLo............... 122,25 122,25 122,75 122,9 Buderus .................... 86 85,5 86 85,25 Deutsche Erdöl ............... 108,5 108,25 107,75 107,5 Gelsenkirchener.......... 0 64,25 64,5 64,13 64,75 Harpencr.................... 105 104,5 104,25 105,25 Hoesch Eisen—Köln-Ncuessen .. 0 — — 75 75,75 Ilse Bergbau ................ Ilse Bergbau Genüsse........6 116,5 118,5 118,25 156 119,5 Klücknerwerke ...............0 75,75 76 76 76,5 Mannesmann-Röhren........ 0 76,75 76,13 76,4 76 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 5-10- 6-10. 5-10- 6.10 Marisfelder Bergbau....... .. 0 — — 77,75 77,25 KokSwerke................ .. 0 e— — 97,4 97,75 Phönix Bergbau........... .. 0 49,25 50 49,25 49,9 Rheinische Braunkohlen .... . 10 233 232 234 233 Rheinstahl................ .. 0 91,75 91,5 92 91,25 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 42,75 42,75 42,5 42,75 Otavi Minen ............. .. 0 13,25 13,13 13,25 13,4 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 121,25 120,5 121,75 120 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 120,25 120,75 120 Kaliwerke Salzdetfurth..... *171 155 152 153,5 152 9. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 142,13 141,5 142,25 141,65 Scheideanstalt............. .. 9 218 216 Goldschmidt .............. .. 0 92 92,25 92 92,65 RütgerSwerke............. .. Ü 40,5 40,9 40,5 41,25 Metallgesellschaft........... .. 0 86 86 86 Philipp Holzmann......... .. 0 1 0 80,5 117,75 83 82 Cementwerk Hallstadt."...... .. 0 132,5 132,5 Schultheis Patzenhofer..... .. 0 — — 109,25 108,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Ü 64,25 65,75 63,75 65,4 Bemberg................. .. 0 63 63,5 126,5 129 Zellstoff Waldhof.......... .. 0 49 48 49 48,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 66,75 66,5 65,75 66,25 Dessauer Gas............. .. 7 —— — 124,5 123,25 .. 0 49,9 50,5 50,13 Deutsche Linoleum......... .. 0 60 60,75 59,25 61,4 Orenstein & Koppel........ .. 0 —— — 88 88,65 Leonhard Tietz............ .. 0 31,75 32,75 31,65 32,75 Chade .................... ..10 217 221,5 216 224 Aeeumulatoren-Fabrik...... .. 0 175 — 172,5 173 Eonti-Gummt............. .. 0 131 131 131 131 Gritzner.................. .. 0 $1 31,25 30 75 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 78,5 78,75 Süddeutscher Zucker....... .. 8 190 190 190 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L Banknoten. 5-Oktober 6-Okiober Amtliche Notierung Amtliche Notierung (T-elf Briet Geld 1 Brie. Buenos Aire- 0,644 0,648 0,644 0,648 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Ian. 0,204 0,206 0,204 0,206 'Zr- 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,25 54,35 54,27 54,37 Danzig..... 81,18 81,34 81,18 81,34 London ..... 12,15 12,18 12,15 12,18 Heljingfors.. 5,365 5,375 5,365 5,375 . Paris ...... 16,39 16,43 16,39 16,43 Holland .... 168,43 168,77 168,48 168,82 Italien..... 21,45 21,49 21,45 21,49 0,712 0,714 0,710 0,712 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo.....: 61,04 61,16 61,06 61,18 48 95 49,05 48-95 49,05 Lissabon.... 11,03 11,05 11,03 11,05 Stockholm... 62,66 62,78 62,67 62,79 1 Schweiz .... 81,17 81,33 81,12 81.28 Spanien.... 34,00 34,06 33,97 34,03 Prag....... 10,37 10,39 10,37 10,39 Budapest ... — —- Reuyork... 2,470 2,474 2,470 2,474 Berlin, 6-Oktober i Geld 3rleCL Amerikanische Noten.............. 2,422 2,442 Belgische Noten.................. 58,01 58,25 DänischeMoten ................. 54,11 54,33 Englische Noten ................. 12,115 12,155 Französische Noten............... 16,35 16,41 Holländische Noten............... 168,06 168,74 Italienische Noten................ 21,33 21,41 Norwegische Noten .............. 60,90 61,14 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... —— —■ Schwedische Noten............... 62,50 62,76 Schweizer Noten................. 80,94 81,26 Spanische Noten................. 33,83 33,97 Ungarische Noten................ Montag, 8. Oktober 1934 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ui. 235 Drittes Blatt 12000 Benschen durch die Nugmeisterschast Neselers begeistert. Der gestrige Großstugtag in Gießen ein voller Erfolg. - Auf -er ganzen Linie hervorragende stugfportliche Leistungen. tionskolonnen und Trains XVIII A.-K. und seins Kriegstruppenteile, werden zur Teilnahme an diesen beiden großen Wiederseyensfeiern aufgefordert. Die Anmeldungen zu den Festlichkeiten haben schnellstens zu erfolgen. Für Feldartillerie-Regiment 27 an Major Henke, Wiesbaden, Tennelbach- straße 67, in Frankfurt an Hans Dahlem, Mainzer Landstraße 143; für Feldartillerie-Regi- ment 63 an Oscar Kramer, Frankfurt a. M., Textorstraße 72; für Reserve-Feldartillerie-Regiment 21 an Dr. T h ü r e , Frankfurt a. M., Eschers- heimer Landstraße 107; für Reserve-Feldartillerie- Regiment 56 an Hans Schlegel milch, Frankfurt a. M.-Unterliederbach, de Nidderweg 4. Die Angehörigen der Ersatzregimenter werden gebeten, ihre Anmeldung an einer der vorgenannten Kameraden zu vollziehen. Wiedersehensfeier des Fufeartillerieregiments Generlafeldzeugmeister. Das Staatspresseamt teilt mit: In den Tagen vom 13. bis 15. Oktober 1934 feiert das S(3 Flugzeug des Weltmeisters tm Kunstflug Gerhard Fieseler unmittelbar vor dem Aufstieg zu den Kunstflügen. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) ■ g;e|.> t hatte; hier spielten sich bei dem Kampf um dir Fahrmöglichkeit zum Teil Szenen ab, bei denen namentlich um die Kinder angst und bange nöi-to. einige Wagen mehr hätten zweifellos gute für "den rascheren Transport der Fahrgäste flieht und auch die Einnahmemöglichkeiten für die zum Fahren bei vielen vorhanden war, die notgedrungen laufen mußten. Auf dem Flughafengelände vor dem F l u g c a f 6 hatten Tausende in weitem offenem Viereck um den Platz der Flugzeuge herum Aufstellung genommen. Weitere Tausende hatten sich an den Waldrändern in der „W aldeslu st" und dabei, oder entlang der Landstraße aufgestellt, nachdem die ununterbrochen fahrende lange Kette von Automobilen und Motorrädern auf die vorgesehenen Abstellplätze abgeleitet worden war. Es war ein eindrucksvolles Bild, die großen Menschenmassen auf dem Marsche und dann im Flughafen massiert zu sehen, ein Bild, das überzeugend bewieß, wie außerordentlich groß das Interesse in Gießen und in der Umgegend — aus der viele Besucher mit Fahrzeugen aller Art und zu Fuß gekommen waren — an der Fliegerei ist. Als Vertreter des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger — infolge einer schmerzhaften Sehnenzerrung am linken Fußgelenk war es dem Gauleiter und Reichsstatthalter nur mit große Mühe möglich, zum Landestreffen der DAF. nach Wiesbaden zu kommen, den Besuch aller übrigen Veranstaltungen mußte er sich infolge seines Leidens versagen — war der stellvertretende Gauleiter Regierungsrat Reiner erschienen, ferner waren u. a. Kreisleiter und Kreisdirektor K l o st e r m a n n an der Spitze von zahlreichen politischen Leitern, der Führer der Standarte 116, Obersturmbannführer Lutter mit dem Standartenadjutanten Sturmbannführer M ü n k e r, als Vertreter der Flieger- Landesgruppe VII Süd-West des DLV. Fliegerkommandant S ch a e d e l - Darmstadt, zugegen. Pünktlich um 15 Uhr nahm die Flugsportoeran- staltung ihren Anfang. Zunächst konnte man einen Begrüßungsflug bewundern, bei dem drei Flugzeuge der Darmstädter Fliegerkette in Prächtiger sportlicher Disziplin und Ordnung, ausgerichtet wie an einer Schnur, mehrmals den Flughafen umkreisten, um schließlich sich in fächerartiger Form zu teilen, wobei die einzelnen Flieger ihre Darbietungen mit verschiedenen Figurenflügen, wie Loopings, Rollen, Kehren usw. abschlossen. Dann ließ sich der Segelflieger Dr. I a n ck e (Gießen) von einem Motorflieger Hochschleppen, um nach dem Ausklinken in schönem Flug seine Kurven zu ziehen und so genau zu landen, daß er am westlichen Rande des Flugplatzes den Boden wieder berührte. Hierauf sah man mit Freude die Darmstädter Flie- gerkette wieder in ausgezeichneter fliegerischer Form. Eine herrliche Leistung vollbrachte anschließend der bekannte Darmstädter Segelflieger F i s ch e r mit seinen Kunstflügen auf dem „Rhön-Bussard". Fischer ließ sich zunächst auch von einem Motorflugzeug Hochschleppen und machte sich dann selbständig. Unter atemloser Spannung der Zuschauer zeigte er mit dem Segelflugzeug Kehren, Spiralen und Loopings, letztere mehrmals hintereinander, die einfach staunens- und bewundernswert waren; derartige Leistungen im Seglflugzeug hat man noch vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten. Wer Augenzeuge dieser großartigen sportlichen Leistung war, muß zugeben, daß der glänzende sportliche Ruf Fischers als Segelflieger seine gute Begründung hat. Rach mehreren Flügen mit Ballonrammen zeigte Schwarmführer Maier, der früher als Fluglehrer im Gießener Flughafen weilte, auf einem Flugzeug „Fieseler F 5" Kunstflüge, die ebenfalls 4inb mit Recht gewaltiges Staunen deK Menschenmenge auslösten. Maier übertraf dabei bei weitem die fliegerischen Leistungen, die man früher im Gießener Flughafen von ihm sehen konnte, er zeigte, daß er seitdem flugsportlich in bester Weise weiter gewachsen ist. Roch während Maier seine Fliegerkunst zeigte, wurde die Maschine des Weltkunstflugmeisters Fieseler fertig gemacht, der sich dann unter gewaltigster Spannung der riesigen ! Menschenmenge mit ferner Maschine in die Luft erhob. Unb was man nun erlebte, übertraf in | weitem Ausmaß die Höchstgespanntesten Erwartungen, die man auf Grund der Vorankündigungen an das Fliegen dieses Weltmeisters geknüpft hatte. Es war geradezu ein Wunder der Flugkunst, das Fieseler hier vor den Tausenden von Augenzeugen, die lautlos und mit größter Aufmerksamkeit die einzelnen Phasen des Fluges verfolgten, zeigte. In steilem Flug, in einem Winkel von etwa 80 bis 90 Grad, stürmte Fieseler mit seiner Maschine zum Himmel empor, um schließlich aus dem Kulminationspunkt sozusagen auf der Stelle zu wenden und dann seine verschiedenen Figuren- flüge, darunter auch seinen berühmten Looping nach vorne, anzuschließen. Daneben standen in vollendeter Meisterschaft die Sturzflüge mit abgestelltem Motor, ferner die Rückenflüge, das Tru- ;n den letzten Tagen der vorigen Woche sah es Kraftomnibusse^ besser^ausgenutzt,^da das Bedürfnis eh mulmig aus um das Gelingen des geplanten °'~1* u......"""" Snohflugtages in Gießen. Tagelang Regen in! immer wieder Regen. Der Führer der Flieger- )rsgruppe Gießen, Oberregierungsrat Dr. S ch ö n- ) o s, in dessen Händen die organisatorische Lei- urg des großen Flugsportunternehmens lag, machte id tagelang sehr ernste Sorgen wegen dieses ganz in! gar nicht passenden Wetters. Und in der Tat aasen diese Sorgen reichlich begründet. Noch am tag, ja am Samstagoormittag, standen die .A'tteraktien sehr faul", aber der Führer der fliZer-Ortsgruppe hatte sich doch zu dem Ent- ' lhljß durchgerungen, die Veranstaltung unter । lUi'i Umständen steigen zu lassen. Am Samstag- icurmittag kamen noch einige Regenstüber, aber iia brummten schon die Motoren der Fliegerkette ! ierrFlieger-Landesgruppe VII Süd-West des DLV. ibc der Stadt und machten darauf aufmerksam, i>os das große flugsportliche Ereignis auf dem Gie- fc r Flughafen durchgeführt werde. Der Sams- istgJbend mit feinem sternenklaren Himmel kündete iitni Wendung des Wetters zum Besseren an, die irh ulicherweise nicht enttäuschte. 8ln Sonntagvormittag wurde es immer deut- Hfdjr, daß der Flugtag von der Wetterseite her imir einem guten Stern stehen und sich nicht f Mn meisten Vorgängern der früheren Jahre, die fift alle verregneten, anschließen würde. Um die Hitngsstunde "trat sogar ausgesprochenes Schön- ri(t!”r ein, das einen angenehmen Herbstnachmittag r»il ffreundlichem Sonnenschein brachte. Bei diesem per er setzte eine Massenwanderung im iwl-ften Sinne des Wortes zum Gießener Flug- ljchngelänbe und den angrenzenden Waldrändern kin.Tausende waren zu Fuß, mit der Straßenbahn, in raftfahrzeugen aller Art und auf Fahrrädern i|ritcroeg5. Die Mittagszüge der Reichsbahn timten aus allen Richtungen schätzungsweise mehr (Isiiroeitaufenb Personen nach Gießen. Zur Heim- tiefrberung mußten die Abendzüge mit besonderen $ hrtärfungeroagen ausgerüstet werden. Die Straff bahn fuhr mit Einsatz aller verfügbaren Waten — leider stehen zur Zeit einige, die durch ^kksehrsunfälle beschädigt wurden, zur Reparatur rtod im Depot — meist schon vom Bahnhof aus mitibem selten benutzten Schild „Besetzt" nach Fe: Dolkshalle; unterwegs an den Haltestellen war- tif?: viele Männer und Frauen und Kinder ver- c«d!»ch auf die Möglichkeit zur Mitfahrt, so daß ffc viele doch noch zum Fußmarsch entschlossen. $£n Der Volkshalle gab es Stürme und Kämpfe il nie leider nur wenigen Kraftomnibusse, tiü je Reichspost bei diesem Massenandrang bereit- Dtr itelloertretende Gauleiter Regierungsrat Rein-er (ichs im Bild) und der Kreisleiter und Gießener 5ivi idirektor Kloster mann (links) sehen mit f TCdliger Spannung den Fliegern zu. — (Aufnahme: 1 y Vboto-Pfaff.) dein, die Rollen, der Turnflug, die vielfachen Loopings, die Kehren und vieles andere; es war eine solche Fülle glänzenden fliegerischen Könnens, wie man sie sowohl hinsichtlich der Zahl der Figuren, wie auch der wunderbaren Präzision und der Vielfältigkeit nach hier noch nicht zu sehen bekommen hat. Weltmeister Fieselers Fliegen war für die riesige Menschenmenge eilt einzigartiges und unvergeßliches Erlebnis, eine bisher in Gießen noch niemals gesehene fliegerische Spitzenleistung, die als wirkliche hohe Schule des Kunstflugs hier unvergeßlich sein wird. Gewaltiae Beifallssalven brachten dem Meister der Luft im Kunstflug nach seiner Landung den herzlichen Dank und die volle Anerkennung der Menschenmenge überzeugend zum Ausdruck, mit frohem Lachen und freundlichem Grüßen nach allen Seiten hin dankte Meister Fieseler für die Ehrung. Anschließend stieg die Gießener Fliegerin Frl. Mendel in einem Flugzeug zu ansehnlicher Höhe auf, um mit dem Fallschirm abzuspringen. Der Fallschirmabsprung gelang ausgezeichnet, die Fliegerin landete wohlbehalten am Westrande des Flugplatzgeländes, wo sie mit einem Kraftwagen abgeholt und durch die beifallsfreudige Menge zum Startgelände zurückgebracht wurde, von wo aus sie sofort mit einem Segelflugzeug im Schlepp eines Motorflugzeuges zum Segelflug aufstiea. Mit ihrer glücklichen Landung hatte das wertvolle flugsportliche Programm und damit die Veranstaltung felbst ihren Abschluß gesunden. Unmittelbar vorher war Weltmeister Fieseler nach herzlicher Verabschiedung in seinem Flugzeug abgeflogen. Die Veranstaltung, die von schätzungsweise m i n- bestens 12 000 Personen besucht war, stellt sich nach jeher Richtung hin als ein voller E r - folg bar. Der organisatorische Leiter, Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s, unb alle feine Mitarbeiter unb Mithelfer — barunter auch bie im Absperr- bienft unb im Kartenverkauf tätigen Kameraben ber SA. unb des Arbeitsdienstes, ebenso die Flieger- ftürme und -horste — wie auch die Flieger selbst können die glänzende Veranstaltung als einen ft arten Gewinn für d i e Sacke ber Fliegerei verbuchen. Weltmeister Fieseler im Rückenflug über bem Gießener Flughafen. — (Ausnahme: Photo-Pfaff.) Unterhaltung mit Fieseler. Fliegerkapitän Fieseler äußerte sich zu einem unserer Mitarbeiter auf Befragen, baß er ben schon vor bem Wettkampf in Paris gefaßten Entschluß, an bem Wettbewerb um bie W e l t m e i st e r s ch a s t im Kunstflug nichtmehr teilzunehmen, aufrechterhalte. Auf ben Vorhalt, baß es bebauerlich wäre, wenn Deutschlanb bann seine Führung an einen anberen Staat abgeben müßte, antwortete Fieseler bebächtig, baß dieser Entschluß für ihn nicht sehr leicht geworden sei. Nach seinem Dafürhalten würde dann Frankreich durch Fieselers stärksten Konkurrenten Detroit die Führung übernehmen, da dem deutschen Nachwuchs die Hebung fehlt. „Aber ich kann schließlich nicht solange warten, bis unser Nachwuchs soweit ist" gibt Fieseler nachdenklich zur Antwort. Dabei sprach er von seinem Erlebnis beim letzten Wettkampf in Paris, bei dem sich seine Traggurte losgelöst hatten, so daß er nur von einem Ersatzgurt gehalten seine kühnen Hebungen mit dem Kopf nach unten ausführen konnte. So behindert konnte er nur langsamer seine Schleifen ziehen, und der Laie kann sich vorstellen, wie dieser Mann nur durch den Einsatz von ungeheurer Willenskraft, Mut und Heberwindung, sich mit den Händen feftflammernb, seine Hebungen beendete, ohne daß Die Zuschauer auf der Erde die Größe dieses allen Gefahren trotzenden Wagnisses ahnten. Heute lächelt Meister Fieseler darüber wie ein Feldgrauer, der den Schrecknillen -es Krieges heil entronnen ist. Fieseler zollte dem Gießener Flugplatz, noch mehr aber der Gießener Fliegergruppe, Anerkennung und Lob für das Wagnis einer so großen Flugveranstaltung. Er war erfreut über das große Interesse, das eine so zahlreiche Zuschauerschaft seinen Vorführungen entgegenbrachte. „Wir haben nur ein Leben", so sagte er, „und das müssen wir ganz ausnützen." Darum will er feine reichen Erfahrungen jetzt nur noch der Flug- zeugkonftruktion und feiner Flugzeugfabrik zuwenden. In Gießen hat er zum vorletzten Male seine hohe Schule des Kunstfluges gezeigt, die er nur' noch am Sonntag, 21. Oktober, noch einmal in Frankfurt a. M. zeigen will. Fliegerkapitän Fieseler begrüßte sehr freundlich Geheimrat König, den bekannten Vorkämpfer des Flugsportes in Gießen und des Flughafenbaues. Heber seinen Eindruck über den Gießener Flughafen von Geheimrat König befragt, erklärte Flugmeister Fieseler die Flughafenanlage für ausgezeichnet und fügte lächelnd hinzu, „nur leider zu Hein." Nach kurzem Händedruck rief Fieseler schon aus dem Flugzeug heraus sein „Auf Wiedersehen Herr Professor!" dem alten Herrn zu, der erfreut zum Abschied winkte. Der Meister begrüßte auch Polizeihauptwacht- meister Dietz von der Luftpolizei, dem er für sachgemäße und verständnisvolle Mitarbeit bankte und mit dem zusammen er sich photographieren liefe. Weltmeister Fieseler in Unterhaltung mit Kettenführer Zahn (in der Mitte) und Kettenführer ' ° Balluf (links). - Aufnahme: Photo-Pfaff.) Selharlillenftentreffen in Wiesbaden und Mainz. Vom 20. bis 22. Oktober veranstaltet das Feldartillerieregiment 27 mit seinen Tochter-Regimentern und Kriegsformationen in Wiesbaden eine große Wiedersehensfeier, verbunden mit der Weihe des Denkmals für die Gefallenen. Zur Erinnerung an dem Tag, an dem vor 25 Jahren der Mainzer Verein ehemaliger 63er gegründet wurde, findet am 20. Oktober 1934 in Mainz ein Jubilaumsfest des Regimentsverbandes ehemaliger 63er statt. Hiermit wird die Weihe einer neuen Fahne verbunden fein. Alle Kameraden, die einst diesen stolzen Regimentern angehört haben, ob im Krieg oder im Frieden, ob in einem der beiden aktiven Regimenter ober in einer ihrer Kriegsformationen, den Re erve - Feldartillerie-Regimentern 21 und 56, Feldartillerie-Regiment 92, 111, 260, Landwehr- Feldartillerie-Regiment 15 ober Munitionskolonnen, sowie ber Regimenter F.-A.-R. 233, 235, 237, 248, 249, 265, 278, 302, Ref.-F.-A.-R. 5 unb 36, Murn- Sirischastsgesinnung und Mrischastsgestaltung T <1 Vortrag in der Deutschen Angestelltenschaft. Interessen nicht entgegenstehen. innert mit dem Reichsbund Volkstum und Heimat sehr gut möglich. Es wurde daher beschlossen, die Hei. Wlsk matvereinigung Schiffenberg weiter bestehen zu. rugisch Nachdruck verbotenl 8. Fortsetzung. war es, das war nicht abzuleugnen. Und wenn dann । -- die Mama Kulick mit der dickbauchigen Kaffeekanne! und den frifeben Brötcben die Atiihp hpfrnt hnnn 1 * Generalfeldzeug- 3 in Mainz in anläßlich seiner abgerissen oder sonstwie beschädigt. Die legte sich dann faul aufs Sofa und sah ihr zu. Aber gemütlich mein Halsband still der Zofe gegeben, die mit biffl verheultem Gesicht an mir vorüberschlich, und bin wieder gegangen. Habe obendrein vergessen zu sagen,: daß die Blumen und der Schmuck für die gnädix« Frau bestimmt sind. Und nicht etwa für die 3ofu Na, sie wird es sich doch wohl gedacht haben, bis Kleine. Ich bin davon. Hu! Es ist doch besser, nwin sieht eine schöne Frau immer nur in der TtosL Da ist sie am schönsten. Man betet sie an, um diu Mode mitzumachen und andere Männer zu tränte, und dann heiratet man mal irgendein liebes, treu«: Ding. Was meinst du?" „Die Berani kommt vielleicht aus sehr mißlichsi Verhältnissen. Wenn ein Mensch sich dann einte' im Zorn vergißt, färbt die Kinderstube immer ß bißchen ab. Das ist nun mal so. Aber ich kenn Fraußn, die beim Theater sind, vielleicht auch frühe: waren — das sind feine, stille Frauen. Es gibt M überall auch Ausnahmen." „Und auf diese Ausnahmen muß ich fliegen - warum denn nicht? Immer ich, damit du dann etM' zum Lachen haft! Du — ich glaube, die Mila Kra>Ä „Denken kann man viel, sagen wenig." Die Berani dachte nach, dann hatte sie sich entschieden: Mila Kranz, die einen geheimnisvollen Kreis um sich zog und nur diesem großen schönen Menschen, diesem Rittergutsbesitzer Arndt von Berken, gestattet hatte, sich ihr zu nähern! Berten! Den sie, die Berani, selbst glühend begehrte! Sein Freund Udo Bodenstein! Was galt ihr dieser? Nichts, Absolut nichts! Aber dieser Berken schien gar nicht zu wissen, welch eine Erscheinung er war. Das Interesse der Kranz hätte es ihm eigentlich beweisen müssen, aber der Mann schien gar nicht eitel. Nicht im geringsten. Und so ganz wohl schien der sich in einer freien Umgebung auch nicht zu fühlen. Das tat aber zunächst nichts zur Sache. Vorläufig galt es, die Mila Kranz zu kränken, indem man ihr ihr Ebenbild verjüngt und bezaubernd ent« gegenstellte. Und die Berani freute sich auf diesen Streich, den sie der Rivalin spielen wollte. Wenn aber Arndt von Berken sah, welch köstliches Geschöpf diese Kleine hier war — was dann? Nun, dann hatte sie der Mila Kranz den Liebes- - träum zerstört! Dann war es auch- gut so! Im Herzen der Berani war ein unbändiger Haß auf die Mila Kranz, seit sie wußte, daß die Männer anfingen, ihr zu Füßen zu liegen. War sie, die Berani, nicht bis jetzt unumschränkte Herrscherin über die Männer gewesen? Und wo kam diese blonde Mila eigentlich her? Sie war plötzlich da, man gab ihr sofort erste Rollen, und ein neuer Liebling des Publikums war erstanden! Sie war eine Russin! Kam von einem großen Pariser Theater! Soviel hatte sie, die Berani, in Erfahrung gebracht. Wenn Arndt von Berken sich für dieses junge Mädchen hier interessieren würde? Die Berani spann sich ein in diesen Gedanken, fand ihn absurd. Aber es genügte ja, wenn die Herren plötzlich diese kleine Schönheit sahen. Und Herren waren wandelbar. Wer wußte das besser als sie, die berühmte Berani, die einmal als kleine Nähmamsell zu Madame Celle in deren Modesalon gelaufen war und dort in der Woche zwölf Mark verdiente. Und die daheim von einem betrunkenen Vater geschlagen wurde! Das wußte niemand! Und würde nie ein Mensch erfahren! Genau so wenig, wie jemand nie etwas über ihren Weg zur Höhe erfahren würde. Und die Berani spann ihre Gedanken weiter. Immer weiter. Und sie starrte dabei Käthe Randolf letztes II Derer B tzeite Ü sollte II" An I Wetzl »auch lassen. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde beschlossen, zusammen mit dem Reichsbund Volk-, tum und Heimat am 4. November eine Veranstaltung auf dem Schiffenberg durchzuführen, bei her eine Führung durch das Kloster Schiffenberg buch Regierungsbaurat Kuhlmann (Gießen) vorgk» sehen ist. Außerdem wird Dr. W a l l b r a ch (Güßen) einen Vortrag über die Geschichte des Schi', fenbergs halten. Anschließend ist eine Familienzu. sammenkunft vorgesehen. Es wurden dann noch die weiteren Aufgabe, der Heimatoereinigung besprochen und den ein» zelnen Ortsgruppen empfohlen, im Laufe des Winters eine eifrige Tätigkeit zu entfalten. Insbesondere sollen Heimatlieder, Volkstänze usw. gepflegt und bei Veranstaltungen der Heimatvereinigunz Verwendung finden. Weiter wurde vom Vereinsführer noch barauij hingewiesen, daß in der Umgebung des Schiffen- berge und auf den Wegen dorthin 14 Bänke, die! zum Teil stark beschädigt waren, von der Heimo!-- Bereinigung unter Aufwendung bedeutender Mittel hergerichtet wurden. Polizeibericht. Diebstähle. In den letzten Tagen des September 1934 muAt einem Arbeiter, der an einem Umbau beschäftigt ist, aus einem Jackett, das er in einem im Kellergeschoß liegenden Aufenthaltsraum abgelegt hatte, eine Armbanduhr entwendet. Es handelt sich um ein« rechteckige, verchromte Uhr mit Metallarmband, di« Stunden auf dem Zifferblatt sind durch gewöhnlich« Striche gekennzeichnet. — Außerdem wurde aus einer Badeanstalt eine silberne Damenarmbandud' mit gelbem Zifferblatt, deutschen Zahlen uita schwarzem Ripsband sowie ein Ring aus schwarzeiki Haaren, das mit schmalen Goldstreifen umwickelt ist, und aus einem Hausflur ein weißer zusammenklappbarer Kindersvortwagen ohne Seitenwände, enb« wendet. Der Wagen ist ohne Federung und schwarz eingefaßt. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, wollen die Kriminalpolizeistelle benachrichtigen. N, - Tor, > die ’ * batte W 2 M-' xoiede nrachl E W iM J tnad)1 I Wrtt 114. D’ ■ machr 1 u* iibemi hW tttonnh Als Auftakt der Winterbildungsarbeit hatte die Berufsgemeinschaft der Kaufmannsgehifien, Orts- qruppe Gießen, ihre Mitglieder zur Monatsver- iammlung eingeladen. Nach Begrüßung der Be° rufstameraben burch Pg. Gesekus sprach pg. Privatdozent Dr. Kruse über das Themas „W i r t s ch a s t s g e , i n n u n g und W irisch a fts gest al tu ng Er betonte einleitend wie notwendig die Behandlung des Themas im Kreise der Angestellten fei und wies darauf hin, daß die Schwierigkeiten des Aufbauwerkes vielfach unterschätzt würden. Es komme auch nicht darauf an, wirtschaftspolitische Wunsche vorzutragen, die das Ringen der Regierung erschweren aber andererseits darf sich niemand einbilden, daß die Entwicklung um 21 Jahre zurückgedreht werden solle. Auch die neue Wirtschaft werbe mit dem neuen Menschen entstehen. Richtige Wirtschaftsgesinnung könne nur aus klarer Anschauung der Dinge hervorgehen. Der Redner erläuterte den Begriff der Wirtschaft nach liberaler Auffassung und leitete in klarer logischer Weise die Folgen der Auswirkungen ab, die entstehen müssen, wenn die Rentabilität das einzige Steuerungsmittel ist. Er zeigte als Folge die Jagd nach dem Geld, das Ruhelose im Menschen, das Unbefriedigtsein. Ferner schilderte er die Auswirkung des Kampfes um den Absatz im In- und Ausland. Die unsichere weltwirtschaftliche Lage Deutschlands vor dem Kriege zeigte sich in den planlos zerstreuten Bezugs- und Absatzländern, zu denen die Verbindung durch unsere Kriegsflotte im Ernstfall nicht gesichert werden konnte. Schließlich erläuterte er die Auswirkungen auf die Wirtschaftsorganisationen. Den liberalen Begriff stellt er dann den Wirt- schaftsbegriff des Nationalsozialismus gegenüber. Er behandelte das Verhältnis von Volk, Staat und Wirtschaft, Letztes ist nur eine besondere Organi- 71 ; 19 3'n nrfte , Mtzlc Bibern wollen »(teil «oerei !Die o jchwi x beffc X ben i 6tei; n auf illeidjt Weid lÄurch ränget «Den g unodf w IIM auf 6:k Mmch Mtzi ' p-Rm 5 Wen' ii-tnn \ Myb ivpiest BW „Olga, könnte Frau Berani nicht einen ganz bestimmten Zweck mit ihrer Freundlichkeit uns gegenüber verbinden?" „Sehr wohl möglich! Die Berani verbindet nämlich immer einen Zweck mit allem, was sie tut. Aber das kann uns ja ganz gleich fein. Schließlich müssen wir ihr dankbar sein, man braucht beim Film Gönner genau so gut wie wo anders. Und sie hat uns unsere Rollen besorgt, sie wird auch weiterhin dafür sorgen, daß wir beschäftigt werden — also hab' keine dummen Gedanken! Und roeihii Angenommen, wir dienten ihr in diesem Falle der Eulladung für morgen abend wirklich nur einem Zweck — was geht es uns an, wenn sie nun mal -ihren Spaß daran hat? Laß nur! Es ist nichts Schlimmes." Sorglos tanzte Olga Schieber durch die Stube. Sie hatte wieder ihren knallroten Dorhang-Morgen- rock an und fühlte sich in diesem schlampigen Zustande äußerst wohl. Käthe aber trug ein dunkles Kleid und ein weißes Schürzchen darüber. Sie stichelte wieder an irgendeinem Kleide für Olga, denn da war immer etwas reinen '■Ülr, hü in Li I3i<6( ÄK Nllehl II -kn ir "an S Wje; Die 2 Maten, Müßt. "Ich gebe übermorgen ein kleines Fest. Sie beide roar e5 noch viel, viel gemütlicher, sind herzlichst dazu eingeladen." ' h™ a»k»n x»r u, Olga lächelte dankbar zur Berani hin. Käthe aber dachte: Was soll das alles? Diese schöne Frau verbindet doch einen Zweck damit, daß sie uns einlädt? ßener HI. als einem sichtbaren Zeichen der auße. ren und inneren Haltung eines jeden einzelnen Hitler-Jungen und demzufolge 'des gesamten Unter» bannes, und jeder arbeitet im kommenden Winter mit neuem Eifer an den Aufgaben und dem Dienst des Winterhalbjahres. Wg. Ausschußsitzung der Heimatvereinigung Schiffenberg. ehemalige Fußarüllerleregiment meister (Brandenburglsches) Nr. Mainz eine Wiedersehensfeier _ , . Gründung vor 70 Jahren, verbunden mit der Einweihung eines Ehrendenkmals. Der hessische Staatsminister ist damit einverstanden, daß den Beamten, Behördenangestellten und Arbeitern, die frühere Angehörige dieses Regimentes sind, zur Teilnahme an den Veranstaltungen für Montag, 15. Oktober 1934, auf Antrag der erforderliche Urlaub mit Fortzahlung der Gehalts- und Lohnbezüge und ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub gewährt wird, jedoch nur insoweit, als dienstliche gerade Frankfurt, wo in den Jahren des Kampfes so sehr viel Schwierigkeiten überall zu überwinden und zu begegnen waren. Es ist deshalb ein besonderes Vertrauen des Gebietsführers unserem ober- hessischen Bann 116 gegenüber, wenn er Bannführer Ernst Heim die Führung übergab, Führer und Erzieher unserer deutschen Jugend zu sein, Führer in politischer und weltanschaulicher Hinsicht unserem Vaterland zum Dienst. Gleichzeitig mit Bannführer Ernst Heim übernimmt die Führung des Unterbannes 1/116 (Gießen) dessen Adjutant Helmut Schulz. Am gestrigen Sonntag wurde der Unterbann 1/116 an Scharführer Helmut Schulz auf dem Trieb übergeben. Im offenen Viereck waren die vier Gießener Gefolgschaften angetreten. Bannführer Heim sprach einige Worte, ermahnte zu disziplinierter und genauester Dienstauffassung und übergab den Unterbann 1/116 an Scharführer Helmut Schulz. Mit dem Lied der Jugend „Vorwärts..." endet diese kurze feierliche Uebergabe. Der Vormittag war anschließend dem Sport gewidmet. Die einzelnen Gefolgschaften wurden zu kleineren Gruppen zufammengestellt, die dann die verfchiedensten Dinge trieben: Kugelstoßen, Ballweitwerfen, Tauziehen, Prellen, Schleuderball, Stafettenläufe und anderes mehr brachten besondere Abwechslung und angenehmeren Dienst. Jede dieser verschiedenen Gruppen wechselte nach geraumer Zeit mit ihrer Beschäftigung ab. Der Morgen endete in einem Gefangswettstreit der vier Gefolgschaften. Gegen zwölf marschierte der Unterbann geschlossen in die Stadt zurück. Der gestrige Sonntag war der erste Tag unter der neuen Führung. Und dieser Tag begann sogleich mit neuem Geist und neueren Aufgaben. Ein neuer Geist wird einziehen in die Reihen der Gie- fationsform des Volkes. Die Aufgabe der Wirtschaft bestehen darin: 1. die Existenz des Volkes zu sichern, 2. feine schöpferischen Kräfte zur Entfaltung zu bringen. Die Wirtschaft darf daher nicht wild wachsen, sondern muß der Politik untergeordnet werden. Politik ist nichts anderes als oberste Gefamtführung des Volkes. Die Verbundenheit des Volkes als Blutsgemein« schaft erfordert: 1. Heimatrecht, daher die Verbundenheit mit Grund und Boden; jedem fein Eigenheim. 2. Arbeit und Auskommen; ohne soziale Ge- rechtigkeit keine dauerhafte Volksgemeinschaft. Die eherne Formel, in welcher das Wirtschaftsprogramm des Nationalsozialismus zusammengefaßt ist, lautet „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Es handelt sich hier nicht nur um eine Redensart, die allein ge» fühlsmätzig verwirklicht werden kann, sondern sie bedarf klarer Verlegungen und Vorstellungen. Der Redner erklärte daher drei wichtige Begriffe: 1. Rentabilität als abstrakte Meßzahl. 2. Wirtschaft- lichkeit als Materialvergleichsgröße. 3. Gemeinwirtschaftlichkeit, die vier Erfordernisse zu erfüllen hat: Wirtschaftlichkeit, Verhältnismäßigkeit, Zielgemäßheit und Nachhaltigkeit. Aus diesen Gegenüberstellungen lassen sich leicht die notwendigen Folgerungen in Bezug auf die Neugestaltung der Wirtschaft ziehen. Der Redner wies darauf hin, welche große Vorarbeiten die Regierung bereits geleistet hat und zeigte die Verpflichtung aller Volksgenossen, sich zu schulen, um die richtige Gesinnung zu gewinnen. Mit einem Generalstab allein läßt sich keine Schlacht gewinnen, man bedarf tüchtiger Offiziere und der Unterführer. Genau so in der Wirtschaft. Daher die dringende Forderung für die Berufenen, sich ernstlich um die Aneignung des notwendigen Wissens zu bemühen. Es ist Aufgabe der deutschen Arbeitsfront, für den Führer die nötigen Soldaten und Offiziere im wirtschaftlichen Sinne auszubilden. Die Heimatoereinigung Schiffenberg hielt am Samstagnachmittag auf dem Schiffenberg eine Aus. schußfitzung ab, zu der Vertreter der Ortsgruppen Garbenteich, Gießen, Hausen, Klein-Linden, Stein, bach und Watzenborn-Steinberg erschienen waren. Nach kurzer Begrüßung durch den Vereinsführer, Oberforstmeister Nicolaus, wurde von diesem erneut die Frage aufgeworfen, ob durch die Grün- düng des Reichsbundes Volkstum und Heimat, dem die Heimatvereinigung Schiffenberg als korporg. tives Mitglied angehört, das Weiterbestehen der letzteren ratsam erscheine. In der eingehenden Au;, spräche, an der sich die Herren Dr. Hamm, A Müller, H. Kirchner, Dr. Michel (Gießen), Lehrer Rau (Klein-Linden) und Bürgermeister Schäfer (Watzenborn-Steinberg) beteiligten, kam zum Ausdruck, daß die Heimatvereinigung Schij. fenberg neben den allgemeinen Bestrebungen spe. zielle Aufgaben zur Pflege der Schönheiten des Schiffenbergs und feiner Umgebung zu erfüllen habe, die im Reichsbund Volkstum und Heima^ dessen Tätigkeit allgemeine Aufgaben umfasse, ni$ im gleichen Maße durchgeführt werden könnte. Außerdem stoße auch die Ueberführung der gesamter Mitglieder der Heimatvereinigung in den Reichs, bunt) auf Schwierigkeiten. Dagegen sei ein Zusarn menarbeiten der Heimatvereinigung Schiffendem die ist nicht so! Die ist stiller und vornehmer. fc ja, deswegen hat sie sich ja auch sofort den Haß te Berani zugezogen. Und morgen abend sind wir te v .... .. ' y ------- der Berani! Sie gibt ein Fest. Und paß auf, w unö den Brötchen die Stube betrat, dann süß und liebenswürdig sie da sein wird zu ihttü Käthe, die kleine, schöne, scheue Käthe war auf einmal seltsam hellsichtig geworden. Und sie sah Olga ängstlich an. Die aber war glücklich. Sie vertraute der schönen Frau rückhaltlos. Sie fuhren im Auto der Berani nach Hause. Der Portier empfing sie augenzwinkernd und nichtswürdig lächelnd. Aber sie erwiderten nur freundlich seinen Gruß und schlüpften rasch an ihm vorüber. Sie bekamen am anderen Tage ihre Rollen zu- geftellt und die genaue Zeitangabe, wann sie sich im j Atelier zu den Aufnahmen einzufinden hatten. Und Käthe dachte gar nicht an Herrn Hilpert. Olga aber sagte froh: „Nun hat der Hilpert etwas abgekriegt. Jetzt hat er was! Das freut mich." Käthe aber dachte: Wir werden hier in etwas mit hineingeriffen. Wenn ich nur wüßte, was es ist? Aber ich fühle es, daß wir irgendeinen Weg schrei- ten, weil es der Berani fo gefällt. Und sie verbindet einen Zweck — einen ganz bestimmten Zweck verbindet sie damit. — Da sagte auf einmal Olga Schieden „Weißt du, wem du ganz ähnlich sahst, als wir gestern abend bei der Berani saßen? Der Mila Kranz! Ja, ganz und gar siehst du ihr ähnlich. Natürlich nicht in diesem Fähnchen hier. Sondern nur, wenn du fo angezogen bist wie am gestrigen Abend." Käthe sagte leist: Aus der Provinzialhauptstadt. Deutscher Herbst bringt deutsche Trauben. Wenn man den Speisezettel des Bauern mit dem Speisezettel des Städters vergleicht, fo tritt bet dem Bauern als Eigentümlichkeit besonders in Erscheinung, daß er entsprechend der Jahreszeit und entsprechend der Ernte, die seine Gegend ihm gibt, auch seine Kost einrichtet. Beim Städter dagegen beobachten wir vielfach, daß er sich ganz unabhängig von diesen naturgegebenen Dingen ernährt. . Seinen Grund hat das äußerlich gesehen darin, daß der Städter unabhängig vom Boden feine Nahrung bezieht und demgemäß auf das angewiesen ist, was ihm sein Verkäufer anbietet, während der Bauer in unmittelbarer Verbindung mit seinem Acker und seinem Feld das für sich herausholt, was ihm diese gerade geben. Wenn wir die Delikateßladen der Stadt sehen, so können wir mitten im Winter die schönsten Früchte sehen, die bei uns in dieser Jahreszeit gar nicht reifen. Wir müssen es sogar manchmal erleben, daß zu Zeiten, wo bei uns die fruchte reifen, fremde Ware die eigenen Erzeugnisse vom Markte drängt. „ So konnte man in der letzten Zelt wiederholt feststellen, daß jetzt, wo in Deutschland die Trauben gereift sind, neben unseren eigenen Trauben immer wieder ausländische feilgeboten wurden. Dabei brauchen wir diese Trauben doch gar nicht, denn sie können uns ja gar nichts besonderes geben und wenn wir volkswirtschaftlich denken, fügen sie uns fast — man möchte sagen — Schaden zu. Unsere deutsche Traube, die als Eßobst sich in den letzten Jahren unbedingt eingeführt hat, hat einen • ganz besonders kräftigen Geschmack. Sie ist nicht unangenehm süß und hat außerdem noch einen sehr aromatischen Geschmack, der dem fremden Gewächs vielfach fehlt. Die Schalen unserer deutschen Traube find nicht so derb, wie die der eingeführten Trauben. Selbstverständlich bedingt die dünnere Schale eine wesentlich größere Bekömmlichkeit der gegessenen Frucht. Wie schon so oft von anderen Früchten berichtet, find auch die aus dem Ausland gelieferten Trauben nicht fo ausgereift, wie unsere einheimischen. Unsere einheimischen haben demnach ohne Zweifel den Vorzug, daß sie infolge der vollständigen Reife auch in ihrer Zusammensetzung als vollwertig gelten müssen. Vergleichen wir eine frisch geschnittene deutsche Traube mit einer vom Ausland gelieferten, fo fällt uns von vornherein der Unterschied in der Saftsülle bei der Betrachtung des Stengels auf; die aus dem fremden Lande gelieferten Trauben haben zumeist recht faftarme, oft sogar vertrocknete Stiele. Wenn wir bann ferner noch den volkswirtschaftlichen Gesichtspunkt in Betracht ziehen, daß die bei uns gewachsenen Trauben jederzeit, wenn sie nicht als Eßtrauben abgesetzt werden können, noch zur Weinherftellung verwendet werden können, während das bei den ausländischen Trauben nicht der Fall ist, so kann das für uns Deutsche nur wiederum ein Ansporn sein, den Genuß von Trauben allein auf unsere deutschen Früchte zu beschränken. Daneben muß immerhin in Betracht gezogen werden, daß der Genuß der Trauben auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus außerordentlich wertvoll ist und daß wir gerade in der Traube eine Frucht ich mich der schönen blonden Mila Kranz nähtzNl Was meinst du.dazu?" „Eine gefeierte Künstlerin kann jeder verehren" sagte Arndt. „Hach! Als ob es dir egal wäre. Du liebst Frau nämlich, mein lieber Arndt." „Und?" „Na ja, was geht es mich an? Du wirst tu' Sachen schon allein ordnen, das weiß ich ja", fflT der andere kleinlaut. Er stand auf, rannte im mer hin und her. „Möchtest du dich nicht lieber setzen?" „Gleich. Warte mal, ich wollte dir nämlich et®1' sagen." „Bitte!" . „Die Berani hat sich für mich nämlich nicht fjB’ Minuten lang interessiert, sondern nur für dich- -Ach!" x .» „Ja? Ich weiß es genau. Und nun mach ich J J mehr mit. Ueberall, wo man mit dir hingeht, man dich, und unsereiner gibt den Hanswurst " Man kann sich noch so sehr mit Blumen und r| ftigen Geschenken strapazieren." Arndt lachte. „Nun sei aber still! Warum heißt du denn überall der hübsche, tolle Bodenstein?" (Fortsetzung folgt!) „Ich bin gründlich enttäuscht." Udo von Bodenstein lag lang auf der Chaiselongue im Hotel „Kaiserhof" in seinem Zimmer und sagte es zu dem Freund, der am Fenster lehnte und ihn lächelnd ansah. „Was hast du denn? Was ist denn geschehen?" „Nichts weiter, als daß die schone Berani wie ein Marktweib fluchen kann." „Aber Udo!" „Und es stimmt doch! Du kannst meinen Namen noch einmal [o strafend aussprechen — ich bin enttäuscht. Und das maßlos." „Na, dann erzähle, mein Lieber!" „Also, ich komme gestern mit Blumen beladen in der Tiergartenvilla an. Der Portier grinst nieder- trächtig, und droben scheint der Teufel los zu fein. Ich gehe trotzdem rauf und höre — erlaß mir, was ich hörte. Ich ...! Arndt, ein Weibsteufel ist das. Und hast du sie in ,Frau Beate' gesehen, die wundervolle schwarze Berani? Ja? Hast du sie gesehen? Dann ist's ja gut. Dann kannst du dir wenigstens ein Bild machen, wie sich eine Frau verstellen kann. Frau Beate war ein Engel an Sanftmut und Güte, und die Berani war ein Teufel an Zorn und Wut. Nee du, lieber nich? Ich habe meine Blumen und haben, die in besonders reichem Umfange wichtige Nährstoffe enthält. Diese Nährstoffe sind aber nur bei völlig ausgereiften Früchten vorhanden, also um es noch einmal zu wiederholen: bei unseren in der Heimat ausgereiften Beeren. Daß die Trauben vielfach zu diätischen Kuren benutzt werden, ist ja allgemein bekannt. Es ist deshalb ganz berechtigt, wenn man bei der allgemeinen Aufforderung, nur deutsches Obst, deutsche Gemüse, deutsche Früchte zu genießen und zu verwerten, die deutsche Traube, die bisher vielfach noch etwas stiefmütterlich behandelt worden ist, besonders hervorhebt. Gewöhnen wir uns erst einmal wieder daran, gemäß der Jahreszeit und gemäß unserem Heimatboden zu leben, fo wie es der Bauer an und für sich im großen ganzen immer getan hat, dann werden derartige Aufforderungen überflüssig werden. Führerwechsei im Baun 116 der Hitlerjugend. In der Führung des Bannes 116 der Hitler-Jugend erfolgte ein Wechsel. Der seither mit der Führung des Bannes 116 beauftragte Gefolgfchaftsführer Otto Häuser wurde vom Gebietsführer Kramer auf vier Monate zwecks Durchführung eines Schulexamens beurlaubt An feiner Stelle wurde Bannführer Ernst Heim mit der Führung betraut. Heim steht heute feit sechs Jahren in den Reihen der Hitler-Jugend. Unermüdliche Arbeit, Fleiß, genaueste und exakte Dienstauffassung sicherten ihm in diesen Jahren große Erfolge. In Frankfurt führte er bis jetzt den Bann 81. Bannnführer Ernst Heim kann sehr stolz fein auf feine Arbeit und seinen Wirkungskreis in Frankfurt, denn dieser Bann 81 war immer einer der besten Banne im Gebiet Hessen-Nassau, Mutier SB) i'Wt, ftitijj) i: ;? P MM MU. Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). ?lcl' mel Qemutiid)er. Gästen. Na, mir macht sie nichts mehr vor, ich len» Und das Leben der Großstadt brauste unten dahin. | ne nun genau." §*eIm?^Crn s^Cc' ?iU^ den Dächern, da öffneten sich j „Suche dir etwas anderes, was du anbei' die Manfardenfenfter und sehnsüchtige Augen blick- kannst!" riet Arndt von Berken gefühllos. ten nach dem Himrnel I „Werde ich! Verlaß dich darauf. Vielleicht wer» Wenn es doch recht bald wieder Frühling würde!......... " * - --- * 5. Kapitel. in das junge Gesicht. Käthe sah an sich herab. War etwas nicht recht an ihr? Warum sah die Filmdiva sie plötzlich so.böse an, und sie war doch bisher so sehr freundlich zu ihr gewesen? Als Küthe wieder aufsah, da lächelte die Berani ihr zu. Ihre feine, schlanke Hand mit den wundervollen Ringen hob den Kelch den beiden Mädchen entgegen. „Auf unsere Zukunft! Daß wir glücklich sind! Alle drei!" Und die Kelche klangen hell aneinander. Aber Käthe dachte: Ob — ob — der Arndt — ob er mich jetzt ein bißchen hübsch fände, wenn er mich sehen konnte? — Und sie sah ganz deutlich den dunklen, großen Mann vor sich, horte die tiefe, schone Stimme. „Woran dachten Sie denn soeben?" Die Berani beugte sich fragend vor. „Oh, ich hatte — ich dachte eben an jemand, den ich einmal in der Eisenbahn kennenlernte." „Ach so! Eine Bekanntschaft. Spann sie sich fort?" „Nein! Es war ja auch gar nichts. Nur ich — ich war gewiß töricht, noch daran zu denken", sagte! Käthe hastig. alte Eisenbahnarbeiter Willy Lingenfelder aus er Sonntagsverkehr im tag, 18. November, in den Räumen der O h n h o t. Aus Anlaß des Landes- Handelslehranstalt Gießen, Liebigstraße scheu Arbeitsfront in Wiesbaden Schriftliche Anmeldungen find bis späteste cvx • 1 i . .... A ....X CYXI X... ...... t • • .f.___ (Y\ XLava itr: gjehener B a spätestens 12. No- ent en SJl.-fpOTt DOl Turnertreffen in Schotten mb, । anb ■ be- Der Spielverlauf. im inli^ nit mb ■itr- iffe •*! ff K w >r i )aN r en WC Ns. )ei| " Silberne Hochzeit. Der Oberpostsekretär gal Queckbürner und Frau, geb. Wagner, Dihelmstraße 69, können am morgigen Dienstag, ). (hoher, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. ** Lebhafter Tv. Weimar wieder geschlagen. Im Gau Nordhessen mußte der Gaumeister Tv. iellar nach seiner Niederlage gegen Gießen nun jd beim Neuling Kirchbauna die Punkte abgeben. 1,30 Mark. a ... ** B e i der Einwinterung von Frisch- gemüse werden oft viele Fehler gemacht, die schon bald nach erfolgter Einkellerung zur Verderbnis derselben führen. Nicht für alle Gemusearten ist die übliche Einkellerung die geeignete Aufbewahrung. Viel besser fährt man meistens mit der Einmietung solcher Vorräte im Freiland, soweit man solche Gemüsearten nicht überhaupt auch wintersüber da beläßt, wo sie heranwuchsen. Anweisungen zur geeigneten Ueberwinterung von Frischgemüse- arteu der verschiedensten Art gibt an jedermann kostenlos gegen Einsendung des einfachen Briefportos die Hauptstelle für Pflanzenschutz, Gießen, Senckenbergstraße 17. W sn , 5$ isbri 9ePä ich boi rchß nie, heil 3J Die zweite Halbzeit. Die zweite Halbzeit begann mit verteiltem Fel^ spiel, aber schon bald gewann der Platzverein durch flachere Zusammenarbeit wieder Uebergewlcht. Prächtig unterstützt durch die Läuferreihe rollte Angriff auf Angriff auf das DfB.-Tor. Oft waren alle Gegner überspielt, aber Schwan im Tor der Grun- weißen gab sich alle Mühe, diesem Ansturm standzuhalten, wobei ihm das Glück zur Seite stand. Einen scharfen 16-Meter-Schuß von Horz konnte er nur abschlagen. Der sofortige Nachschuh von Dorr (1000) ging aber auf den Mann. Ein feines IDreiinnenfpiel von Schmelz, Heilmann und Horz ließ Letzteren zum Schuß kommen, aber wieder ging ber freiab- gegebene Schuß auf den Mann und von da zur Ecke. Dann aber wurde Schwan bezwungen, als er beim Herauslaufen zu Fall gekommen war. Wil- y rK i ho • es, b 1 inland in die Breslauer Gegend zurück bzw. iDT Hamburg-Altona und Berlin zur Erholung icö Oberwefel und Eller an der Mosel. *c Rindviehmarkt in Gießen. Am notigen Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutzvieh) Ncrkt statt. Der nächste Schweinemarkt wird am !4. Oktober abgehalten. (Siehe heutige Bekannt- Nichung!) Beim Reitturnier verunglückt. Bei )er gestrigen Reitturnier in Friedberg anläßlich des lorigen Herbst-Pferdemarktes kam leider der be« lante Gießener Reitlehrer Ludwig S ch ö m b s mit Pferd so unglücklich zu Sturz, daß er mit WIM Schlüfselbeinbruch von der Friedberger Sa- Mtskolonne vom Roten Kreuz der hiesigen Chirac schen Klinik zugeführt werden mußte. ,c Bei Streckenbauarbeiten schwer je ungluckt. Bei Arbeiten an der Bahnstrecke Sikßen-Rödgen verunglückte der zu einem auswär- ign Bauzug ber Reichsbahn gehörige 20 Jahre Aus dem Spielverlauf: Die deutsche Mannschaft wurde durch das Los begünstigt, sie konnte in der ersten Halbzeit mit dem starken Wind und der Sonne im Rücken spielen. Der glatte Boden bereitete den großen und schweren Leuten unserer Mannschaft viel Schwierigkeiten. Trotzdem rollte aber Angriff auf Angriff gegen das dänische Tor, und wenn es hier etwas zu bemängeln gab, so war es, daß zu wenig geschossen wurde. Nur ein Treffer, den der Wormser Linksaußen Fath eineinhalb Minuten vor der Pause schoß, war die Ausbeute der durchweg überlegen durch« geführten ersten Halbzeit. Nach der Pause kamen die Dänen durch den Halbrechten L u n d st e n in der zehnten Minute zum Ausgleich. Riesiger Jubel belohnte die Leistung, und die Dänen wurden in der Folge stark von ihren Landsleuten angefeuert. Die Situation war teilweise recht kritisch, und man atmete erleichtert auf, als Fath den zweiten Treffer schoß. Bald darauf fiel durch den Ham- brrger Rohwedder das dritte Tor, aber die Dänen kamen durch ihren schlecht bewachten Links- außen Stoltz wieder auf 3:2 heran. Die deutsche Elf hatte nun recht bange Minuten zu überstehen, Szepan half eifrig in der Verteidigung mit und mehr als einmal schien es, als solle das Spiel noch einen unentschiedenen Ausgang nehmen. Vier Minuten vor Schluß schoß Hohmann auf gutes Zuspiel Lehners den erlösenden vierten Treffer und in der Schlußminute unternahm Fath einen glänzenden Alleingang, umspielte mehrere Dänen und schoß zum fünften Treffer ein. Fath und Hohmann waren in ber zweiten Halbzeit durch Verletzungen an der Entfaltung ihres vollen Könnens gehindert. Winters der Vorbereitung für die völkische Aussprache gelten, wurden kurz besprochen und auf die entsprechenden Fragen in der „Deutschkunde" des Reichsdietwarts hingewiesen. Für die Ausgestaltung der Dietabende und der völkischen Abende konnten wertvolle Anregungen gegeben werden. Als Vertreter der Turnerschaft bzw. des Reichsbundes für Leibesübungen in ber Kreisringführung des Reichs- bunbes „Volkstum unb Heimat" würben bestimmt: für den Kreis Schotten Lehrer Becker- Ober- Seemen, für den Kreis Bübingen Lehrer D ö p p - Kefenrob, für ben Kreis Friebberg Lehrer S ch w i ck e r t • Unter-Mörlen. Gemeinsam war ber Tagung der Altersturner unb ber Dietwarte ein wohlverlaufener Karne- rad schaftsab end am Samstag, ben DT.- Unterkreisführer Oberforstmeister Deuster (Schotten) leitete. Nach herzlichen Worten bes Willkommens burch Bürgermeister M e n g e I, ber in feiner Weise ben tieferen Sinn beutschen Turnertums aufzeigte, sprach Kreisbietwart S ch w i ck e r t über „Fr. L. Jahn unb ber Nationalsozialismus" unb gebachte zum Schluß feiner Ausführungen ber beutschen turnbrüber in Oesterreich unb an ber Saar. Wirkungsvoll waren die musikalischen Darbietungen ber Gesangsriege des Tv. Schotten unb einer SA- Kapelle, ferner bie turnerischen Vorführungen bes Tv. Schotten unb bie vom Tv. Nieber-Mörlen gestellten völkischen Gruppen aus der Kampfzeit. Gemeinsam war auch ber Schluß ber Tagungen am Sonntag. Unioersitäts-Turn- unb Sportlehrer Robert Braun (Frankfurt a. M), langjähriger Schwirnrnwart ber DT. behanbelte in sehr an- sprechenber Weise „Die Bebeufung des Attersturnens". Er gab einen interessanten Blick in bie Geschichte bes Altersturnens unb wies bann beffen gefunb- heitlichen Wert unb beffen soziale Bebeutung über- zeugenb nach. Nach einem gemeinsamen Mittagessen führte Oberforstmeister D e u st e r bie Teilnehmer auf einzig schönen Wegen, „Runb um Schotten", unb bann nahmen bie Turnersleute Abschied von ber schönen Bergstabt, bie roieber einmal bewiesen hat, baß sie in hohem Maße eine gastliche Stabt ist. Tennissensaiion: von ßromtn schlägt Niißlein. Der beutsche Meister Gottsrieb von (Tramm schlug ben Weltmeister ber Tennislehrer, Nüßlein, in vier Sätzen mit 5:7, 6:3, 6:3, 6:1. Preußen. 4935 wieder Grenzqangfast in Biedenkopf. LPD. Biebenkopf, 6. Oft. Eine ber wenigen Stäbte, in benen sich ein uralter Volks- brauch, bas G r e n z g a n g f e st, erhalten bat unb bieses seit Jahrhunberten gefeiert wirb, ist B,e- benkopf. Diese Grenzgänge waren im Mittelalter nötig zur Sicherstellung unb Ueberwachung ber Ge- markungsgrenzen unb würben burch bie Gerichts- unb Verwaltungsbehörben vorgenommen. Sie waren von befonberer Bebeutung, da man über Kartenmaterial noch nicht verfügte. In Biedenkopf wird der Grenzgang alle sieben Jahre gefeiert und ist zum wahren Volksfest geworden, das seinem Grundgedanken nach noch dasselbe wie vor Jahrhunderten geblieben ist. Gefängnis für Hühnerdiebe. LPD. Wetzlar, 6. Okt. Im Jahre 1932 wurden die Besitzer der am Stadtrand gelegenen Hühner- e liier 1 mifci in ei- . mmei ft iffer nni ar tei Im großen ganzen gesehen brachte dieses Treffen keine überhebende Leistungen. VfB.-Reichsbahn ist in seinen Leistungen sehr zurückgegangen. 1900s junge Elf sollte zu größeren Taten berufen sein. Der 4:0-«Sieg über den Lokalgegner war verdient, auch in der Höhe des Ergebnisses. Schiedsrichter Müller (Hanau 93) stand dem Treffen in ausgezeichneter Weife vor. Beide Mannfchajten unterstützten ihn durch ein wirklich faires Spiel. Die Spiele der Bezirköklaffe Gießen-Oill. 1900 — VfB. 4:0 (3:0). Frohnhausen — Naun- fliege annC :ila» >hniel n ch! ib wü vember oinzureichen. Nähere Auskünfte erteilt die Kammer. (Siehe Anzeige.) ♦* Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn zum Grünberger Gallusmarkt. Zu dem am 17. unb 18. Oktober in Grunberg statt- finbenben Gallusmarkt werben von allen Fahr- fartenausaaben ber nachstehenden Strecken Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben: Butzbach—Gießen— Fronhaufen, Wetzlar—Lollar—Grünberg, Gießen— Alsfeld, Wetzlar—Gießen, Mücke—Hungen, Hungen Gießen. Gültigkeit: Hinfahrt vom 16. Oktober, 12 Uhr, bis 18. Oktober. Rückfahrt vom 16. Oktober, 12 Uhr, bis 18. Oktober, 24 Uhr. (Spätester Antritt der Rückreise.) Fahrpreis für Hin- unb Rückfahrt ab Gießen 2. Klaffe 1,90 Mark, 3. Klaffe Deutschland schlägt Dänemark 5:2 (1:0) Verdienter, zu hoch ausgefallener Sieg vor 28000 Zuschauern. Qtj k .k w ' i * i,i leit 6/4 i für^ lifiri I I In ihrem siebten ßänberfampf gegen Dänemark kam bie beutsche Fußball - Nationalmannschaft am Sonntag in Kopenhagen zum britten Siege. Mit 5:2 (1:0) würben bie Dänen, bie bisher alle Spiele in ihrer Hauptstabt für sich entschieben hatten, zwar oerbient, zahlenmäßig aber zu hoch bezwungen. Die beutsche Mannschaft hatte nach ber Pause beim Stande von 3 :2 ähnlich wie vor Wochen in Warschau recht bange Minuten zu über« stehen und erst zum Ende wurde der Kampf entschieden. Im Kopenhagener Idrettsparken hatten sich schon lange vor Beginn des Kampfes 28 000 Zuschauer eingefunden. Das Spiel war von sonnigem Herbstwetter begünstigt, der Platz selbst war allerdings durch die Niederschläge der letzten Wochen recht glatt und nicht gut bespielbar. Unter den zahlreichen Ehrengästen bemerkte man auch den dänischen König, der sich in der Pause beide Mannschaften vorstellen ließ und jeden Spieler mit Handschlag begrüßte. Beim Einmarsch ber beiben Mannschaften machten sich einige Störenfriebe bemerkbar, bie als bie beutsche Mannschaft ihren Gruß entbot, unb bie Musik bas Horst-Wessel-Lieb spielte, burch Pfiffe bie Veranstaltung zu stören suchten. In bem ehrlichen unb begeisterten Beifall ber objektiven Massen ging biefer Versuch aber unter. Die beiben Mannschaften traten in der angekün- bigten Aufstellung wie folgt an: Deutschland: Buchloh; Janes, Schwartz, Grämlich, Szepan, Zielinski; Lehner, Hohmann, Conen, Rohwedder, Fath. Dänemark: S. Jensen; F. Tarp, V. Larsen; E. Nielsen, Skelmose, O. Jürgensen; Christensen, Lunbsten, P. Jürgensen, Ulbaler, Stoltz. Schiebs- richter war der Schwebe Baeckstrüm. n>irfj bitte refens der Deutschen Arbeitsfront mlehrten, aus ben Richtungen Burg- unb Nieder- MÜnben, Dillenburg, Wetzlar unb Lollar—Lon- )or—Grünberg kommenb, vier Sonberzüge mit je 1003 Teilnehmern nach Wiesbaben unb zurück. Die nehmer von Gießen unb Umgebung fuhren in )er Nacht zum Sonntag um 3.51 Uhr von Gießen 16. Sie trafen in ber vergangenen Nacht 4.22 Uhr older in Gießen ein. Drei weitere Sonberzüge )Td)ten Angehörige ber Deutschen Arbeitsfront NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude") aus bem I auf. ■ । auf; -,ich» I Aordhessische Handball-Gauiiga. 1900 gewinnt in kasselBettenhausen 9:4. zweiten auswärtigen Verbandsspiel — das rfi wurde bekanntlich gegen ben Gaumeister Tv. Bcsiar 4:3 gewonnen — kam 1900s Gauligaelf ifllc mals zu einem klaren Sieg und zwei wert- »I-n Punkten. Dem Gegner, Turn- unb Sport- Jtrin Kassel-Bettenhaufen, stellten sich bie Spiel« lerinigungsleute in ber vorgesehenen Aufstellung. Bi bes öfteren kamen bie Gießener zu Anfang in ber Aufregung einige Ecken verwirkt. Eine bavon gab Heilmann (1900) exakt zur Mitte. Blitzschnell tauchte bort ber blonbe Horz (2/15) auf, besten eleganter Kopfball allen Gegnern bas Nachsehen gab. Das Spiel steht 4:0 für 1900. Vom Wieberanstaß an wirb VfB. sehr agrefsiv, währenb man in ben Hinteren Reihen ber Blauweißen, in Anbetracht bes gesicherten Sieges, sorgloser spielte und das hätte leicht zum Verhängnis führen können. Wenigstens war für die Leute vom Waldsportplatz die Gelegenheit gegeben, mindestens zu einem Gegentreffer zu kommen. Das Spiel der Grünweißen war aber viel zu hoch und ungenau. Diesem Stil waren 1900*5 Schlußleute gewachsen, wenn auch durch schlechte unb wenig befreienbe Abschläge der VfB. zeitweise etwas drängte. Zwischendurch machte 1900 , einige raumgreifende Flügelangriffe, die gefährliche heim 1:0 (0:0). Steinberg — Wetzlar 2:4 (1:2). Situationen schufen, besonders da der Ball flach s Bissenberg— Sinn 63 (2:0). G r o ß e n s a f t (Kreis Hühnfeld), der zur Zeit mit dem Bauzug zu Arbeiten auf der Fuldaer Strecke im Bahnhof Gießen stationiert ist, schwer. Der bedauernswerte junge Mann mußte mit einer Brustquetschung und Nippenbrüchen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ** Herb st- Stenographenprüfung. Wie aus der heutigen Anzeige ber Industrie« und Han« belsfammer Gießen hervorgeht, finbet bie diesjährige Herbstprüfung für Geschäftsstenographen am «Sonntag, 18. November, in den Räumen der Oeffentlichen ...... ~ " rt.-c.s-r*-- a, statt. Der Turnkreis Wetterau-Vogelsberg führte zum Wochenende in Schotten zwei wichtige Veranstaltungen durch. Es trafen sich daselbst die Altersturner, denen am Samstag und «Sonntag eine sehr anregende praktische Belehrung in neuzeitlichem Turnen der älteren Männer geboten wurde. Der abwechslungsreiche Lehrgang brachte u. a. «Singen (Kreisoberturnwart Dr. <5^ e g e r t, Stockheim), Gehen und Körperschule (Kreismännerturnwart Eschenfelder, Büdingen), Gemeinturnen an den Geräten (Unterkreis-Turnwart Fink, Dorheim), Laufschule (Dr. Sitgert), Partnergymna- stik (Jugendtumwart Betz, Kefenrod), Spiele (Turnlehrer Robert Braun, Frankfurt a. M.). Gleichzeitig tagten die Dietwarte des Turn- kreikreises unter Leitung von Kreisdietwart Sch w ick er t (Nieder-Mörlen) in der gastlichen Vogelsberger Kreisstadt; sie nahmen am «Samstag am Turnen ber Altersturner teil, währenb ber Sonntag ber Einführung in das Dietroefen galt. Es «sprach zunächst Stubienrat Dietz (Bad-Nauheim) in tiefschürfender Weise über „Das Wesen deutschen Turnertums und bie Stellung der Leibeserziehung im Dritten Reich". Ausgehend von ber Bebeutung Fr. L. Jahns für unsere Zeit, stellte er heraus, daß Leibeserziehung die Erziehung des ganzen Menschen vom Leibe aus sei. Wo die Leibesübung richtig angelegt und betrieben werde, stähle sie nicht nur den Körper, sondern er« strecke ihren Einfluß auch auf Seele und Charakter, Gesundheit und Leistungsfähigkeit unseres Volkes zu erhalten und zu mehren. Die im Reichsbund für Leibesübungen vereinigten Turn und Sportoerbänbe feien nicht dazu da, das perfönle Wohlergehen von Privatleuten zu fördern. Die Leibesübungen bildeten vielmehr einen wichtigen Bestandteil unseres Volkslebens unb seien ein grunblegenber Bestandteil des nationalsozialistischen Erziehungssystems. Lehrer Becker (Oberseemen) sprach über „Führer und Gefolgschaft". Er zeichnete treffend das Bild des Vereinsführers unserer Tage, der nicht immer die ihm anvertraute hohe Aufgabe ernst genug nehme; nur ein zäher Willensmensch, der sich mit ganzer Kraft seinem Führeramt hingebe, könne dem großen Ziele bienen das bem Reichsbunb für LeibeHbungen gesetzt' fei: mit bazu beizutragen, bem Nationalsozia- lismus zum Siege zu verhelfen. Der DT.-Gaupreste- wart Oßwalb, ber die Grüße der Gauführung, insbesondere die des ©auoberturnroarts Paul (Gießen) überbrachte und von der wichtigen Ent- scheidung Kenntnis gab, daß Gießen im Ernte- monb nächsten Jahres das erste Turnfest des Gaues Nordhessen erhält, sprach über „Dietroart unb Presse", babei ausführenb, baß turnerische PrAearbeit, wenn sie ber Natur, bem Leben, bem Volkstum unb ber Heimat nahebleibe, im besten Sinne bes Wortes Dietarbeit fei unb von vielen Heimat- zeitungen schon in vorbilblicher Weise gefordert werbe. . cvx. . , Kreisbietwart S ch w i ck e r t«Nieber-Morlen behanbelte bie praktische Dietarbeit im Verein. Er wies babei auf bie Zusammenarbeit mit bem Reichsbund „Volkstum unb Heimat" hin unb machte bekannt mit ben neuesten Anorbnungen bes Reichs« bieftroarts, wonach es im kommenden Jahre kein Wetturnen geben dürfe, bei dem nicht die völkische Aussprache als Teil des Wettkampfes angefeht werde. Die Arbeitsstoffe, die im Laufe des Herbstes unb Die Kirchbaunaer Turner siegten mit 9:5. Tabellenführer ist jetzt der vorjährige Kasseler Staffelmeister Tuspo 86/09 mit 6:0 Punkten. Die Kasseler schlugen ihren Lokalgegner Turngemeinbe mit 10:5 Toren. In den zweiten Platz teilten sich Tv. Eschwege, Spvg. 1900 Gießen unb Tura Kassel. Vogelsberg-Geländefahrt am 21. Oktober. Der DDAC. Gau 3 Hessen und das NSKK. Mvtvrbrigade Hessen veranstalten gemeinsam am 21. Oktober die Vogelsberg-Geländefahrt. Diese Gauveranstaltuna besteht in einer Geländefahrt über etwa 60 Kilometer mit Start und Ziel in Schotten. Nennberechtigt sind die Inhaber eines nationalen Fahrerausweifes bzw. einer internationalen Fahrerlizenz, gültig für 1934, soweit sie im Bereich des Gaues 3 bzw. ber Motorbrigade Hessen ansässig sind. Nennende, bie ihren Kraftwagen nicht selbst fahren, benötigen die Be- werberlizenz. Fabrikfahrer sind nicht zugelassen. Ausweis- und Lizenzfahrer werben gemeinsam ge' wertet. Außerbem können Dreiermannschaften genannt werben von ben Formationen bes NSKK., ber Wehrmacht, ber Polizei unb ben Ortsgruppen bes DDAC. Gau 3. Die Teilnehmer haben bie etwa 60 Kilometer lange Strecke genau in ber vollstän- big abgefterften unb mit Pfeilen kenntlich gemachten Richtung zurückzulegen. Die Wertung erfolgt auf Grunb ber erzielten Durchschnittsgefchwinbig- feit, ein Minbestburchfchnitt wirb nicht vorgefchrie- ben. Die Punkte, bie jeber Fahrer zuerkannt bekommt, werben vielmehr in Abhängigkeit zu ber Bestleistung in jeder Klaffe gebracht. In die Wertung kommen alle Fahrer, bie bie Zeit bes Besten ihrer Klaffe um nicht mehr als 30 Minuten überschreiten. Mannschaften, von benen ein Fahrer aus« scheibet, werben in ber Wertung nicht mehr be- rücksichtigt, ba ja ihre Einheit gesprengt ist. Die besten Teilnehmer können bagegen noch als Einzelfahrer gewertet werben. Nennungsschluh ist enb° gültig am 13. Oktober. DDAC.-Mitglieber richten ihre Melbung an bie. Gaugeschäftsstelle Frankfurt am Main, Goetheplatz 5, Mitglieder bes NSKK. reichen sie auf bem Dienstweg an bie Motorbrigabe Hessen ein. mehr vom Spiel. Eine Ecke in der 33. Minute für bie Spieloereinigung brach ben Bann. Aus bem Getümmel vor bem Tor konnte Dörr burch Kopfball, unhaltbar für ben Tormann, verwanbeln. Das zweite Tor fiel bereits zwei Minuten später, Horz schoß, obwohl er hart bebrängt war, aus ziemlicher Entfernung auf bas Tor. Schwan startete ben Bruchteil einer Sefunbe zu spät. In ber Folge gab es auch für Balser einige schwierige Situationen. Kurz vor Halbzeit hatte er einen Ball gerabe noch mit ben Fingerspitzen zur Ecke abwehren können. Die Ecke vermochten bie Gäste aber nicht auszu- nützen. Die VfB.er hatten kurz barauf noch eine Chance, ber Ball wurde aber darüber gejagt. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff kam Schmelz ausgezeichnet durch und schoß aus etwa 20 Meter Entfernung entschlossen ein. 3:01 Halbzeitstand! Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Die VfB.er hatten bisher keine besonderen Leistungen aufzuweisen. Sie spielten reichlich hoch und planloser, als man es bisher von ihnen gewohnt mar. : will en kamen demgegenüber nur zu wenigen ! dichbrüchen, vermochten sich vor dem Tore aber i ffh durchzusetzen. Ecken für 1900 unb für VfB. I Hielten nichts ein. Einmal gab es eine anhaltenb llriixije Situation vor bem VfB.-Tor. In ber all« । wi inen Aufregung tarnen roeber bie Stürmer j )<; Platzvereins, noch bie Verteibiger bes (Saft’ Mk s 2Um befreienben Schuß. Enblich erst gelang «iSLseutheu er, bie Gefahr zu beseitigen. Allmählich ärt m sich bie Grünweißen besser. Es gab in ber I» Minute einen Strafstoß für VfB., ber aber ba- i Mxn ging. r Kampf vollzog sich in ber Folge mehr in 'fciclfelbmitte. 1900 hatte aber immer noch etwas helmi nutzte die Gelegenheit und Schmelz lenkte ein. Allerbings fanb biefer schöne Treffer burch ben Spielleiter keine Anerkennung. Beiberseits würben von Mann zu Mann wanderte. Mehrfach unterbrach ber Schiebsrichter burch Abfeitsentscheibunaen. Mit einem letzten Ansturm ber Blauweißen, Der noch einen Eckball einbrachte, enbete ber faire Kampf. . Die erste Halbzeit. Dere‘ Le erste Viertelstunbe staub zunächst völlig ..A . Fi Mn ber Felbüberlegenheit ber Spieloereinigung 1 1 BOL Es gab verschiebens Angriffe auf bas VfB.« bie sehr gefährlich werben konnten, wenn nicht i lli» üBerteibigung ber Grünweißen alles aufgeboten iilctii-n, um bie Gegner nicht zu Erfolgen kommen , p Assen. In sauberer Kombinationsarbeit kamen )i Wlauweißen vier- bis fünfmal kurz hinterein- iiDir vor bas Heiligtum ber Gegner. Die Grün- Bornottzen. Tageskalender für Montag: Orts- jniope Gießen-Nord, 20.30 Uhr im Caf6 Leib: )esentliche Kundgebung. — Lichtspielhaus, Bahn- lostraße: „Polarstürme". chi»er ins «Spiel. Bei Bettenhausen klappte es ief:r und nach etwa fünf Minuten hieß es 1:0 für )ei Platzverein. Jedoch ließ der Ausgleich, den Slimes durch schonen Wurf besorgte, nicht lange m sich warten. Die Gastgeber blieben weiterhin Iddi im Vorteil und gingen erneut in Front. Den ^Iiachstand von 2:2 stellte aber kurz darauf Krüger illirig Strafwurf her. Jetzt wurden die 1900er ton« iiiif benb und Krüger, in bester Wurflaune, zwang 1 )en guten Bettenhausener Hüter bis zum Wechsel m ti ilod dreimal zur Kapitulation. In ber zweiten bdb'jeit gingen bie Blauweißen sofort forsch ins M Jfcui. Betz, gut freigefpielt, behnte ben Vorsprung nif6:2 Tore aus. Nun machte bie Bettenhausener ILo nschaft, bie auf allen Posten gleichmäßig gut tlle^t war, letztmals verzweifelte Anstrengungen, i'em «Spiel eine Wenbung zu geben. Tatsächlich ffcün bas Bemühen von Erfolg gekrönt zu werben, Lerr bie Gießener würben zurückgebrängt unb bie !r!a,besitzer erzielten ein brittes Gegentor. In biefer Opi lphase leistete bas Gießener Verteidigungsdreieck (Co::; Birkenstock, Funke) gute Abwehrarbeit. ! Rabi stellte sich jeboch heraus, baß Bettenhausen fein Pulver verschossen hatte. Das reifere unb |[ü|' gere Spiel ber 1900er kam jetzt immer besser iiirGeltung. Zunächst erzielte ber Ersatzmann Jung, iierjid) gut anließ, Nummer sieben. Für bie beiben jh| n Tore zeichneten bann Steines unb Schüler uj:’ jsermtwortlich. Durch einen Deckungsfehler stellte gr-: sReioenhausen bas 9.4-Resultat her. — Der Erfolg )ie, 1 bU' unb bürste für bie 1900er Mannschaft ein ibtr. iperiDoUer Rückhalt für bie weiteren Kämpfe sein. Ins Spiel nahm entgegen mancher Erwartung ninn völlig einbeutigen Ausgang. Die Spielver- 11 ii: ung 1900 hat gegenwärtig bie bessere Mann- ü alt Das Treffen bewies es fast in jeber Phase. e Mannschaften traten mit geringen Aenberun- i in ben gemelbeten Aufstellungen an. Lebiglich in im Sturm ber 1900er an Stelle von Hammer ni; 2/15. auf halblinks. Bei VfB. ftanb Leutheuser r Stelle von Mattern. Wenn er sich auch nach icer Genesung noch nicht voll einsetzen tonnte, ianb er boch überraschenb gut {einen Mann. ie Mannschaften würben, als sie bas Feld beatm, von den etwa 800 Zuschauern herzlich nz 4:0 für die Gpielvereinigung4900 Oer Lokalkampf Epielvereinigung 1900 — VfB.-Ueichsbahn. MUH * <• . ' " -y2. „'. *V>? ' i 'L- * - . MM •v , .. ■/'■" fc * , M • #'-< zV‘ . • '■'->’ /'•'-v: ■ > , < ■,*• J£21 a) raden ganz besonders herzlich willkommen geheißen. Kameradschaftliches Beisammensein. Nachmittags verlas Hauptrnan Töpelmann noch die Schilderung des Auszuges des mobilen Land. sturm-Jnfanterie-Bataillons aus Gießen, die wir in unserer Samstagsausgebe veröffentlichten. 93er. schiebens musikalische Darbietungen der Kapelle, ge. meinsam gesungene Lieder, zwei Lieddarbietungen des Kameraden Leutnant Dahmer aus Wiesbaden und humorvolle Rezitationen des Kameraden Zecher aus Großen-Buseck unterhielten die Käme, raden ausgezeichnet. Kamerad Dr. Herrnanny (Darmstadt) dankte dem Kameraden Hauptmann Am Nachmittag vereinigte die eigentliche Wiedersehensfeier die Kameraden, etwa 350 an der Zahl, im Saale des Caf6 Leib. Angeregteste Unterhaltung ließ die Stunden wie im Fluge vergehen. Mitglieder des SA.-Musikzuges der Stan- geburt. Uns aber haben die gefallenen Kameraden, die toten Helden den Weg gewiesen, der zur Höhe führt. Die beste Ehrung und die würdigste Trauer um unsere geliebten Kameraden ist die, daß wir in ihrem Sinne leben, daß wir als Helden zwar nicht auf dem Schlachtielde, sondern im täglichen Leben für unsere Familie, für deutsche Brüder, für unser Bolt unser Leben hingeben. Dann gibt es aus der blutigen Saat eine reiche, köstliche Ernte, dann ersteht ein freies, starkes, glückliches Deutschland. Wir grüßen unsere toten Kameraden und die der Nachkriegszeit und geloben ihnen in dieser Feierstunde: „Wir folgen euch nach", und „Alles für Deutschland!" Sodann legte Kamerad Hauptmann Töpel- mann- Gießen mit kurzen herzlichen Worten des Gedenkens an die teuren Toten am Blumenhügel des Ehrenfriedhofes einen prächtigen Kranz nieder. Der Bauerfche Gesangverein beschloß mit dem Liede „Das Heldengrab" die Feier. Dieses Lied rowrbe in einzigartig schöner Harmonie von Wort und Melodie dem Charakter der ernsten Feier völlig gerecht und hinterließ sicherlich bei allen Kameraden einen tiefen Eindruck. Ueberflüssig ist es fast, zu sagen, daß sich die Sänger um beste Wiedergabe bemühten. Im Laufe des Bormittags wurde übrigens die Ehrenkameradin, Frl. Otto aus Köln, die sich zu der Wiedersehensfeier eingefunden hatte, durch die Ueberreichung eines Blumenstraußes geehrt. Frl. Otto hatte, das sei zum besonderen Verständnis erwähnt, im Laufe der Kriegsjahre vielen Kameraden des Bataillons große Freude durch ihre vielen Liebesgabenpakete bereitet. Oftmals wurde im Laufe der Unterhaltung ihrer gedacht. Die edle Spenderin wurde aus Anlaß des Wiedersehens von den Käme- päsiefürSaarabstimnmngSberechtigte. Amtlich wird folgendes bekanntgegeben: Reichsangehörigen, die die Ausstellung eines'Passes mit der Begründung beantragen, daß sie sich zur Abstimmung in das Saargebiet begeben wollen, wird der Reisevah von den zuständigen Paßbehörden vom 15. 0 L tober 1 93 4 ab gebührenfrei mit einer Geltungsdauer bis zum 15. Februar 1935 ausgestellt, wenn sie glaubhaft nachweifen, daß sie abstimmungsberechtigt find. Die Glaubhaftmachung kann z.V. erfolgen durch Vorlage einer vescheini. der Antragsteller in die Abstimmungs- liste eingetragen oder fein Antrag auf Eintragung in die Abstimmungsliste bei der saarländischen Abstimmungsbehörde eingegangen ist; b) der Saarmeldestelle seines jetzigen Wohnsitzes (Polizeirevier oder Einwohnermeldeamt), dah der Antragsteller in die Saarkartei ein- getragen ist. Töpelmann für seine Bemühungen um die Wieder, sehensfeier und erinnerte an eine Zeit, in der sich mancher Kamerad zu nächtlicher Stunde aus dem Dorfe schleichen mußte, wenn er zu seinem Batail- lonstag kommen wollte. Die Wiedersehensfeiern dienten nicht nur der Kameradschaft, sondern auch immer dem Gedanken, die Wehrhaftigkeit in das Volk zu tragen. e Aus aller Welt. Ostpreuhenfahrt und Hindenburg-Gedenkstunde des DDAE. und RSSK. gung der saarländischen Abstimmungsbehörde, das; barte 116 warteten mit guten musikalischen Dar^' bietungen auf. < Kamerad Hauptmann Töpelmann hielt eine kurze Ansprache, in ber er zunächst bie : Kameraden, bie keinen Zeitaufwand, keine Mühe unb auch bie Unkosten nicht scheuten hierherzukom- . men, herzlich willkommen hieß. Leiber, so führte er ' u. a. aus, wachse die Zahl derer, die zur großen Ar- mee abberufen werde, immer mehr an. Er erinnerte | sodann an verschiedene Kameraden, die im Laufe der j vergangenen letzten zwei Jahre verstorben sind. Die ( Freude über das Wiedersehen ber Kameraben sei, , so fuhr er fort, allgemein unb groß. Die große Gemeinschaft, bie im Felbe bestauben habe, werbe burch bieses Wiebersehen neu lebenbig und kräftig ; aufgefrischt. Viele Kameraden, die heute nicht hier j sein könnten, bedauerten sehr, dem Kreise der Kameraden ferne bleiben zu müssen. Viele von ihnen schrieben und ließen herzlich grüßen. Jeder der Kameraden müsse sich vornehmen, den alle zwei Jahre stattfindenden Kameradschaftstag zu besuchen. Die immer mehr zeitlich in die Ferne rückende ‘ Waffenbrüderschaft dürften wir nie vergessen, ; und je weiter sie in die Ferne rückte, desto enger < müßten sich die Kameraden zusammenfchllehen. ; Noch zehrten wir alle von den Erinnerungen jener ! großen Zeit. Seit dem letzten Zusammensein habe i sich in unserem Deutschen Reiche manches geändert. ! Die alten Soldaten standen stets treu zum Vater- ' lande, sie würden es auch fürderhin tun und treu 1 zum Führer stehen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler schloß der Redner seine nut dankbarem Beifall aufgenommene An- : spräche. Gemeinsam und begeistert fangen die Ka- 1 Am 6. und 7. Oktober fand die traditionelle Ostpreuhenfahrt statt, die vom NSKK. unb dem DDAE. gemeinsam durchgeführt wird. 3m Laufe des ersten Tages dieser großen motorspot/- lichen Veranstaltung fand im Ehrenhof des Tanm- berg-Denkmals eine stille Gedenkstunde fit den verewigten Generalfeldmarschall und Reichs- Präsidenten von Hindenburg statt. Ein Ehtrn- sturm aus sämtlichen Formationen des NSKK. in Ostpreußen mit allen Standarten hatte vor dem Sarge Aufstellung genommen, und Obergruppew führer Hühnlein legte mit einer kurzen Ansprache einen großen Kranz am Sarge nieder. Er hob die Bedeutung der Stunde hervor. Die Ost- preußenfahrt sei auch ein Dienst am deut/chen Volke. Dann legte Brigadeführer von Waid- Hausen namens des NSKK. einen zweiten Kranz nieder, ebenso der Präsident der DDAE. Schulungsarbeit im Obergebiet West. — 200 koch- und Rähkurse. Das Soziale Amt des Obergebietes West hält bie- Schulung der Referentinnen für Bauerntum für eine der wichtigsten Aufgaben. In den großen ländlichen Bezirken des Gebietes Kurhessen ist die Arbeit bereits in Angriff genommen worden. Die 6.-Referentinnen in den Sozialen j Aemtern der Unterbanne sind gleichzeitig Referentinnen für weibliche Jugend in den Kreisbauernschaften. Ihre Schulung wird in her Bauernhochschule zu Landau und in der Dbergau- schule Kassel durchgeführt. Am 1. Oktober haben im Bezirk Rheinland 200 Koch- und Nähkurse begonnen, an denen über 5000 berufstätige Mädel teilnehmen. dem der Geist der Opfer der Front sprach, so wurde s meraben die ersten Verse des Deutschlandliedes unb er Führer unb Fürsprecher, der das deutsche Volk des Horst-Wessel-Liedes. Im weiteren Verlaufe des erweckte, der Begeisterung, Liebe zu Volk und ---t n n o i m n n n »a* Heimat in den Herzen entfachte, den Willen zur Todesbereitschaft forderte. Genau so wie mancher Kamerad unseres Landsturmbataillons, genau so wie viele deutsche Brüder für ein hohes Ziel starben, so starben nach dem Krieg viele deutsche Brü- der der Freikorps, des Stahlhelm, Brüder im Braunhemd den Opfertod für Deutschlands Wieder- Landsturm-Kameraden feiern Wiedersehen verurteilt. Der Vertreter der Anklage hatte sogar eine zweijährige Zuchthausstrafe beantragt. Das Gegärten und Kaninchenställe durch zahlreiche Diebstähle beunruhigt und erheblich geschädigt. Trotz der polizeilichen Ermittlungen konnte von den Tätern keine Spur gesunden werden. Die Diebstähle wären vermutlich nie geklärt worden, wenn nicht jetzt die Frau des einen Täters wegen ehelicher Zwistigkeiten Anzeige erstattet hätte. Die Frau gab an, sie wolle sich durch diese Anzeige an ihrem Manne rächen, der sie mißhandelt habe. Die beiden noch verhältnismäßig jugendlichen Täter wurden zu je e in Jahr und sechs Monaten Gefängnis richt gab diesem Antrag aber nicht statt, da es m der verhältnismäßig langen Arbeitslosigkeit unb ber wirtschaftlichen Notlage ber beiben Täter Milde- rungsgrünbe sah. Kreis Wetzlar. (T) Krofborf, 7. Oft. Am Donnerstag verstarb ber älteste männliche E l n w o h n e r unseres Ortes Karl N i cf e l im Alter von 87 Jahren. Der Verstorbene war Veteran von 1870/71. — Nunmehr lebt hier noch ein Kriegsteilnehmer aus jener Zeit, Philipp Krombach, ber sich guter Gesunbhelt unb Rüstigkeit erfreut. Hauptmann d. L. a. D. Töpelmann legt im Zu einem kamerabschaftlichen Wiebersehen trafen sich am Samstag unb am Sonntag bie ehemaligen Angehörigen des mobilen Lanbsturm - Infanterie - Bataillons Gießen (XVIII/9) in unserer Sabt. Zahlreich hatten sich die Kameraden schon am Samstagnachmittag eingefunden. Am Abend traf man sich bereits zu einer gemütlichen Vorfeier im Restaurant Kobel und verbrachte einige unterhaltsame Stunden mit dem Austausch gemeinsamer (Erinnerungen aus den Jahren des Feldzuges. Die kameradschaftlichen Bande, durch die sie sich alle vereinigt fühlten, waren schnell wieder gefestigt. Der Abend in seiner Gesamtheit nahm den denkbar schönsten Verlauf Am Sonntagmorgen fand im Ehrenfriedhof der Gefallenen des Weltkrieges im Friedhof am Rodberg eine würdige Gefallenen-Gedenkfeier statt. Der Bauerfche Gesangverein gab unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Pros. Dr. Temesvary mit dem Choral „Heilig, heilig" der Feier den ernsten Auftakt. Klar klang die getragene Melodie in den herbstlichen Morgen. Im Anschluß daran hielt Kamerad Lehrer Wehrheim eine eindrucksvolle Ansprache, der wir folgendes entnehmen: Dor wenigen Tagen waren zwei Jahrzehnte vergangen, daß unser Landsturmbataillon ins Feld rückte. Doch sollen diese 20 Jahre keineswegs in das Meer der Vergessenheit gesunken sein. Unsere Heimgegangenen Kameraden haben es wahrlich verdient, nicht vergessen zu werden. Wie viele großen Männer, wie viele einzelne Volksgenossen haben da bauen helfen, bis das Dritte Reich kommen konnte. Dazu gehören auch unsere lieben Kameraden, die in Feindesland ihr Leben ließen und diejenigen Kameraden, die an den Folgen von Verwundung und infolge der gewaltigen Strapazen ihr Leben aushauchten. Heute nach 20 Jahren haben wir eine Wiedersehensfeier. Gemeinsames Erleben draußen in Fein- Ehrenfriedhof der Gefallenen einen Kranz nieder. desland in Not und Todesgrauen, das schweißt die Menschenherzen zusammen, wir sind Kriegskameraden, Waffenbrüder. Wir gehören als Kameraden zusammen. Eine Welt des Zusammengehörens liegt in der schlichten Frage: „Weißt du noch?" Unsere heutige Feier soll der Pflege edler Kameradschaft gewidmet sein. Doch bei dieser Wiedersehensfeier kommen nur die Lebenden zusammen. Aber hinter diesen Lebenden ragt ein Kreuz hoch empor und mahnt uns an unsere lieben, toten Kameraden. Infolgedessen haben wir uns zu einer ernsten Feierstunde an geweihter Stätte, auf dem Gottesacker, zusammengefunden, um ihrer in Treue und Liebe zu gedenken, um unsere innige Verbundenheit mit ihnen zu bekunden, um ihre Taten aufs neue in unser Gedächtnis zurückzurufen, ihnen zu danken. Unser geliebter Führer und Reichskanzler hat uns aus dem Herzen gesprochen, als er im vorigen Herbst vor der Feldherrnhalle in München das stolze Wort sagte: Ihr habt doch gesiegt. Diese Opfer mußten gebracht werden, damit unser deutsches Volk leben kann. So bekommt das große Sterben einen Sinn: Durch den Tod neues Leben, ein Sterben unb ein 9Ä?rben, wie es uns bie Natur lehrt. Hinter bem Tobe steht bas Leben Das Leben ber Völker, wenn wir zurückblicken, wirb immer roieber gerettet über Gräber hinweg. Dieses Sterben unb Werben ist ein ewiges Naturgesetz Unsere Kameraben finb ben Helbentob gestorben für uns, für unser beutsches Volk So wie unsere gefallenen unb toten Kameraden Opfer gebracht haben, hat das deutsche Volk den Weg des Einstehens für den deutschen Bruder, den Weg des Opferns gewählt. Wer hat nun diese Gedanken des Opferns in das Volk hineingetragen, ihm den Weg neu erhellt, das Erwachen Deutschlands veranlaßt? Kein anderer als unser Führer und Reichskanzler. Und gerade dadurch, daß unser Adolf Hitler der Retter Deutschlands wurde, wurde die Düfertat unserer Kameraden erst ins rechte Licht gerückt, wurde ihr Heldentod zum größten Segen für unser deutsches Volk Unser Führer war es, aus Runkel (Lahn), den 8. Oktober 1934. 04851 5867 L> ftduWhttaM v 6:17. Oktober 19M Festhalle / Haus -er Moden 5866 0 "465/ Die Beisetzung findet auf dem Familienbegräbnis in Greiz i. V. statt Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wW abzusehen. In Stockholm verschied jäh an einer Blutvergiftung unsere geliebte einzige Tochter und Schwester llllllllllllllllllllllllllllli ZwecksBekümpsungoer Schwarzarbeit können Arbeits-Angebote von Handwerkern nur mit Namensnennung o. unter Vorlage desÄcwerbenochweiies au genommen werben. Lerlaa »esGiebenerAnzeiger- llllllllllllllllllllllllllllll Ala Allzeigen-Aktiengefellschad Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und ZeitschrWi GkeSen / Sthulftvatze # Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen Margarethe Amend, geb. Herbert für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Amend, Bahnhofsvorsteher, und Kinder Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen.- Familie Paul Spies. Lang-Göns, den 6. Oktober 1934. Die Beerdigung findet Dienstagnachmittag, 1% Uhr, in Lang-Göns statt Dr. phil, Irmgard Günther In tiefstem Leid: Prof. Dr. Ernst Günther u. Frau Ernst-Eckardt Günther Hanss-Georg Günther. Gießen, den 7. Oktober 1934. Bekanntmachung. Dienstag, den 9. Oktober 1934, findet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 7 dis 8 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 5870C Nächster Schweinemarkt Mittwoch, den 24. Oktober 1934. Gießen, den 6. Oktober 1934. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. _ ^^lcklMüomle Jfodüiimft Zustellung Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser innigstgeliebtes Töchterchen, Schwester, Schwägerin und Enkel Elli Spies im Alter von 15 Jahren nach langem schweren Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Größte u. fachlich bedeutendste Kvchkunftausftellunv -er Welt HervstGtenographen peüfuns 1Q34 Am Sonntag, dem 18Jiot>.1934, vorm.9tlhr, findet in den Räumen der Öffentlichen Handelslehranstalt Gießen, Liebigstraße 16, die Herbstprüfung fürGeschästsfienographen statt. Schriftliche Anmeldungen bis spätestens 12. November d. 3- bei der unterzeichneten Kammer. Die Prüfungsgebühr beträgt RM. 2.—, für Erwerbslose RH,—, und ist mit derAnmeldung einzusenden. Anmeldevordrucke sind bei der Kammer erhältlich. Industrie« und Handelskammer Gießen