Nr. 210 Erstes Blatt 184. Jahrgang Samstag, 8. September 1934 (Er)d)ernt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: $ranffurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Mit den unzähligen Sonderzügen, die in diesen Tagen Hunderttausende von Volksgenossen, Angehörige aller nationalsozialistischen Organisationen, nach Nürnberg bringen, wandern auch Blicke und Gedanken der Daheimgebliebenen nach des Deutschen Reiches Schatzkästlein, in dessen Mauern nun zum vierten Mal der Parteitag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zusammengetreten ist, um aus dem Munde des Führers und seiner engsten Mitarbeiter Berichte über die erfolgreiche Arbeit des vergangenen Jahres und richtungweisende Parolen für die Zukunft entgegenzunehmen. Aber wie aus der Partei das Volk, aus dem Parteiführer das Staatsoberhaupt geworden ist, so aus dem Parteitag der Nationalkongreß der Deutschen oder mit einem Wort von Rudolf Heß ein politisches Konzil, das dank Heiner aus dem Vertrauen des Volkes erwachsenen Autorität, dank des ihm vom Volk gewordenen Auftrags als Führerhierarchie des neuen Staates das gegebene Forum ist, vor dem der Führer und Reichskanzler in Rückblick und Ausschau das Grundlegende der Partei und Staat tragenden Weltanschauung eindeutig und bindend herausstellt, um daraus die Aufgaben obzuleiten, deren Inangriffnahme das kommende Jahr von Volk und Führung erwartet. Hier auf dem nationalsozialistischen Parteikongreß erfährt bas Volk die Richtlinien seines künftigen politischen Lebens. Diese Richtlinien aber gibt der Führer. In lapidarer Kürze und nicht zu überbietender Klarheit hören wir mit diesen Worten aus dem Munde des Stellvertreters des Führers das Staatsgrundgesetz des neuen Reiches, dessen selbstverständliche Ergänzung das Gesetz der Totalität ist, das alle Maßnahmen der nationalsozialistischen Führung leitet. Aber dieses Gesetz begründet keine Diktatur. In der ständigen Wechselwirkung zwischen Volk und Führung liegt das Geheimnis dieser neuen Verfassung, die eine echte Volksherrschaft begründet, denn das Volk herrscht durch seinen einmütig erkorenen Führer, dem es Vollmacht erteilt hat, in seinem Namen das Regiment auszuüben. ,Zhre Stärke gab dem Volk neuen Glauben — des Volkes Glaube macht Sie stark. Sie find Deutschland: Wenn Sie handeln, handelt die Nation. — Wenn Sie richten, richtet das Volk!" Diese Worte aus der Eröffnungsansprache des Stellvertreters des Führers künden das Einssein von Volk und Führung, das aus der bezwingenden Persönlichkeit Adolf Hitlers erwuchs, nun aber zum tragenden Prinzip des neuen Staatsgebäudes erhoben worden ist. Hier liegt ein wesentlicher Punkt für den lieber* gang von der Revolution zur Evolution, von dem der Führer zu Beginn seiner weitgespannten und eindringlich formulierten Proklamation sprach. Klar und scharf betonte er, daß die nationalsozialistische Revolution als revolutionärer Vorgang abgeschlossen sei und alles erfüllt habe, was von ihr erhofft werden konnte. Die Revolution habe nur die Voraussetzung für neues Leben zu schaffen, den Weg zu einer neuen dauernden und besseren Ordnung zu ebnen. Wenn nicht eine Idee der Revolution ein Ziel setzt, führt sie zur Anarchie. Wie diese Idee nicht der Einsicht der revolutionären Masse, son- dern der intuitiven Erkenntnis eines Einzelnen entspringt, so haben nach dem Sieg der Revolution auch dieser Einzelne und der engste Kreis seiner Mitarbeiter die Aufgabe, die Idee in die Wirklichkeit umzusetzen, für die die revolutionäre Masse gekämpft und geopfert hat. Hieraus leitet Adolf Hitler mit Recht den Auftrag der Nation her, das nationalsozialistische Programm Tat werden zu lassen. „Der Nationalsozialismus ist eine Weltanschauung. Ihre Verwirklichung steht meilenweit über jedem Akt einer reinen Inbesitznahme der Staatsgewalt... Die letzte Verwirklichung des nationalsozialistischen Staates ist daher leider abhängig von der Durchführung der nationalsozialistischen Erziehung unseres Volkes." In diesen Feststellungen des Führers schwingt wiederum mit als Grundakkord nationalsozialistischer Staatsführung das unwägbare Fluidum der wechselseitigen Befruchtung zwischen Volk und Führung. „Alles irdische Glück liegt nur im Menschen selbst, es ist daher falsch, von dieser Well mehr zu erwarten, als wir selbst zu geben bereit sind." Um diese Bereitschaft geht es und so wird der Führer zum Erzieher seines Volkes. Wie ernst und umfassend der Führer diese Aufgabe der Erziehung des Volkes zu neuen Lebens- formen nimmt, zeigt seine große Rede auf der Kulturtagung des Parteikongresses. Aus her unbeirrbar sicheren Erkenntnis des wahrhaft künstlerischen Menschen entwickelte hier der Führer die kulturelle Linie des neuen Reiches. Die Larve, die sich eine an sich selbst irre gewordene, unsichere und damit unfruchtbare Zeit mit der Ausplünderung vergangener Jahrtausende in Mode und Stil vorgebunden hatte, muß einer Kultur weichen, die aus der durch Blut und Rasse bedingten völkischen Eigenart den Antrieb zu künstlerischem Schaffen empfängt. Hier fielen die goldenen Worte „Deutsch sein, heißt klar sein" und „Kunst verpflichtet zur Wahrhaftigkeit." Was dem inneren Wesenskern des einzelnen Künstlers wie des Volkes entspricht, ist wahr und echt. Aufgabe einer nationalsozialistischen Kunsterziehung ist es zwar nicht, Genies zu züchten, die nur die Vorsehung den Völkern schenkt, aber wohl muß her gesunde Instinkt unseres Volkes in Schutz genommen werden, sowohl vor den Maniriertheiten unfähiger Stümper, als auch vor dem Stil-Firlefanz, den man heute als „teutsche Kunst" dem Volk ^aufdringlich anpreist. „Der souveräne Geist", so sagte ,/Alle für einen und jeder für alle!" Oes Führers Parole. — Großartige Demonstration für die Geschlossenheit der Partei. 180000 Amtswalter vor dem Führer. Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Bis zum Freitagmittag brachten rund 200 Sonderzüge aus allen Teilen Deutschlands die politischen Leiter der Parteiorganisation nach Nürnberg. Vom Gauleiter bis zum Hauswart sind 180 000 Männer des gewaltigen Parteiapparates erschienen, jene Männer, deren oft unbeachteten Kleinarbeit, deren stets opferbereitem, unermüdlichem Einsatz das Werden des großen Ganzen mit zu verdanken ist, ohne die, das darf man wohl sagen, der Nationalsozialismus niemals jene, das ganze Volk umspannende Bewegung geworden wäre. Denn sie sind in vorbildlichem Pflichteifer und in unerschütterlicher Treue, getragen von dem Gedanken und geleitet von dem Willen des Führers, in den langen Kampfjahren treppauf, treppab gelaufen. Sie haben in den Betrieben und in ihren Wohnbezirken, stets umlauert von marxistischem Gesindel, jene Kleinpropaganda getrieben, die das Gedankengut des Nationalsozialismus zum Gedankengut des ganzen Volkes werden ließ. Sie haben oft Stellung und Brot verloren, und unter den Todesopfern des deutschen Freiheitskampfes ist mancher Träger der hellbraunen Uniformen, die heute dem Stadtbild Nürnbergs eine besondere Note geben. Nun stehen die unabsehbaren Kolonnen, nach Gauen geordnet, auf der Zeppelinwiese. Mitten durch das gewaltige Aufgebot schreitet der Füh - r e r zu der von Scheinwerfern übergossenen Tribüne, auf dem ganzen Wege von Kundgebungen begeisterter Verehrung begleitet. Dann schallt ihm der Gruß der 181 000 Amtswalter entgegen. Unter den Klängen des bayerischen Fahnenmarsches ziehen die 21 0 0 0 Fahnen in 13 Säulen in die frei- gelassenen Felder zwischen den Aufmarschierten. Wie sich in den blinkenden Spitzen der Fahnen die Abendsonne spiegelt, und das Meer der Fahnen beim Gedenken an die Toten des Krieges und der Bewegung senken, während die Hunderttausende stumm und ergriffen die Häupter entblößen — das ist ein Augenblick, der diese treuen Friedenssoldaten Adolf Hitlers die Mühsal dieses Tages vergessen läßt. Der Führer spricht. Der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, bittet den Führer, seiner PO. die Marschrichtuna für das neue Jahr zu geben. Im grellen Lichtkegel der gewaltigen Scheinwerfer steht nun Adolf Hitler vor den 181000 Männern, die nach den eigenen Worten des Führers nichts als der Drang ihres Herzens nach Nürnberg rief. Ihnen erklärt der Führer: Politische Leiter! Vor einem Jahre trafen wir uns zum erstenmal auf diesem Felde, zum ersten Generalappell der politischen Leiter der nationalsozialistischen Bewegung und nationalsozialistischen Partei. Ein gewaltiger Anblick und ein gewaltiger Eindruck war es damals. Seit diesen zwölf Monaten hat sich das Gefüge der Bewegung, die in Ihnen ihre Leiter sieht, mächtig g e • f e ft i g t. Nicht nur zahlenmäßig ist sie gewachsen, sondern auch innerlich ist sie erhärtet wvr- jben. Ich weiß, daß dieses gewaltige Werk nur ge- ■ lingen konnte dank b e r Mitarbeit s o vieler bisher unbekannter Volksgenossen, die in ihrem Kreise denselben Lebensweg beschritten haben, den auch wir hinter uns zurücklegten: Aus dem Unbekannten, Namenlosen hinein in das Volk zu einem Namen, der in seiner Zelle, in seinem Block, in seiner Gruppe, in seinem Gau nicht nur bekannt ist, sondern in Ehren genannt wird. Ich danke all diesen Männern für ihre Arbeit, und insoderheit Ihnen, Parteigenosse Ley, für Ihre unermüdliche idealistische Tätigkeit im Dienst des Aufbaues einer wirklich das ganze deutsche Volk umfassenden und es festhaltenden Bewegung. (Stürmische Beifallsrufe.) Wenn wir die unermeßliche Arbeit überdenken, die geleistet werden mußte, um vom Nichts zu diesem heutigen Bild zu kommen, das Sie hier vor sich sehen, bann verstehen wir die Gröhe der Verpflichtung, die uns die Verheißung dieses Gewordenen, so mühsam Erkämpften auferlegt. Es würde ein Frevel sein, wenn wir jemals sinken liehen, was mit so viel Arbeit, so viel Sorgen, fo viel Opfern und so viel Not erkämpft und errungen werden muhte. (Stürmische Heilrufe.) Nein! Die Bewegung, sie lebt und steht felsenfest gegründet. Und so lange auch nur einer von uns atmen kann, wirb er biefer Bewegung seine Kräfte leihen unb für sie eintreten, so wie in ben Jahren, bie hinter uns liegen. 2Nan kann nicht bem untreu werden, was einem ganzen Leben Inhalt, Sinn unb Zweck gegeben hat. (Brausende Beifallsrufe.) Treue und Kameradschasthaden uns groß gemacht Es war eine große Not und ein gewaltiges Gebot, die uns ergriffen. Es wird so etwas nicht aus Nichts getan, wenn diesem Werk nicht ein großer Befehl zugrundeliegt. Und den Befehl gab uns kein irdischer Vorgesetzter, den gab uns der Gott, der unser Volk geschaffen hat, (tosender Beifall) und der nicht wollen kann, daß sein Werk zugrundegeht, nur weil ein Geschlecht schwach geworden war. Zu sehr hängen wir alle an dieser unermeßlichen Arbeit und ihrem herrlichen Ergebnis, als daß wir in unserer Pflichterfüllung in der Zukunft wankend werden könnten. Aber es ist notwendig, daß wir in äußerster Klarheit und über dieser zum Bewußtsein bringen, was uns groß gemacht hat, auf daß wir nie das vergessen, was uns allein groß erhalten kann. (Minutenlange Beifallskundgebungen.) Es war bie grenzenlose Treue z u unser em Volk unb aus ihr abgeleitet bie Treue zu unserer Bewegung. Es war bie Treue untereinanber, es war eine nie zer- brechenbe Kameradschaft, es war Gehorsam, Folgsamkeit, Bescheidenheit, es war Aufopferung, Bereitwilligkeit für unser 3beal, benn sonst wäre biefes Wunder nie gekommen. (Heilrufe) Wir stehen heute hier, 200 000 von ben fast einer Million sind versammelt. 200 000 Männer, bie nichts hergerufen hat, als bas Gebot ihres Herzens. (Stürmischer, sich immer erneuernder Beifall.) Es war die große Not unseres Volkes, die uns einst ergriffen hat und die uns zusammenführte im ■ :? w MM Z-'if v.z. «MW NW s Der Führer begrüßt den Reichswehrminister von Blomberg. der Führer, „wird tief hineingreifen in die Gesamtsumme einer artmäßig verwandten Kulturleistung der Jahrtausende und wird dennoch feinem künstlerischen Willen und Wollen geschlossen Ausdruck verleihen." „Das künstlerische 'Schaffen eines produktiven Zeitalters kennt keinen Stil. Es findet aus blutmäßig verwandten alten oder aus weltanschaulich verbundenen Zeiten unb wenigen assimilierten Fremden die Brücke zu neuen Ausgaben". Von Gott begnadete schöpferische Geister brauchen keine Bevormundung und keine Rezepte. Pflicht des nationalsozialistischen Reiches ist es nur, wenn Gottes Gnade in einem solchen Genie sichtbar wird, ihm auch die Aufträge der Nation zu geben, um die Kunst wieder in'lebendige Beziehung zum Volk zu bringen. Das Volk wird auch hier wieder in den Mittelpunkt gerückt. Ihm eine neue Welt der Schönheit zu erschließen, die der Führer prophetisch ankündigt, ist Sinn und Zweck der Kulturpolitik des Dritten Reiches. Erzieherisch sind auch die politischen Aufgaben, die der Führer sich und seinem Volke für das kommende Jahr gestellt hat. Das Zusammenwachsen von Partei und Staat legt den zur Führung Berufenen nach den Worten des Führers die Verpflichtung auf, dem Volk Vorbild zu sein in Treue und Gehorsam, Opferwilligkeit und Bescheidenheit. Die Gliederungen der Partei sollen eine einzige verschworene Gemeinschaft werden, deren unerschütterliche Treue und Loyalität der unverrückbare Eckpfeiler des nationalsozialistischen Staates ist. Und von diesem Bollwerk aus soll der Angriff Dorgetragen werden zur Gewinnung jener Volksgenossen, die noch nicht den Weg zum Nationalsozialismus gefunden haben. Von hier aus soll auch die Vertrauensbasis im Volke gestärkt und verbreitert werden. Glaube an sich selbst, Zähigkeit und Beharrlichkeit, die Tugenden, die den Führer selbst groß gemacht und seine Bewegung trotz. Not und Enttäuschung, Verrat und Abfall in beispiellosem Anstieg zum Sieae geführt haben, es sind die gleichen Tugenden, die der Führer heute seinem Volke predigt, um es stark zu machen für den Weg, der vor uns liegt. Wenn die ausländischen Gäste von diesem deutschen Nationalkongreß in Nürnberg die Erkenntnis mitnehmen möchten, daß das deutsche Volk mit seinem Führer zusammengeschweißt ist auf Gedeih und Verderb, daß Haß und Verleumdung jenseits der Grenzen die Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen nur fester kittet, so würde man das schon als Gewinn buchen. Aber leider scheint es noch lange nicht so weit zu fein. Freilich in einigen Hirnen dämmert schon etwas von den Zusammenhängen zwischen außenpolitischer Bedrückung und dem inneren Reinigungsbad, dem sich Deutschland unterworfen hat. So schreiben z. B. die „Basler Nachrichten": „War es eine verhängnisvoll kurzsichtige Politik, dem demokratischen Deutschland sein nationales Recht fünfzehn Jahre lang zu versagen, mit dem Resultat, daß die deutsche Demokratie daran kaputt gemacht wurde, so ist feine Verweigerung gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland nicht minder kurzsichtig. Hier liegt eine der stärksten Quellen der Macht des Nationalsozialismus. Je mehr die Aussicht auf eine anständige, ehrenhafte Bereinigung des deutschen Verlangens verdaut wird, je feindseliger die Welt sich dagegen stellt, je einsamer es um Deutschland wird, um fo stärker bäumt sich dagegen das nationale Gefühl auf, um so mehr schweißt man damit das deutsche Volk zusammen, um fo mehr sammelt man damit seine ungeheure Mehrheit, fo kritisch sonst Einzeldinge beurteilt werden mögen, um die nationalsozialistische Führung als den Repräsentanten der Nation, der nationalen Ehre und Gefühle." — Aber solche Stimmen der Einsicht sind selten genug. In der großen Presse Englands und Frankreichs feiern auch heute noch Mißtrauen und Uebelwollen, Unverstand und offener Haß wahre Orgien der Völkerverhetzung. Des Führers Worte, daß die deutsche Nation ohne Haß und Rachsucht gegen Andere Friede und Freundschaft auch mit denen suche, die uns vor 15 Jahren noch als Feinde gegenüberstanden, werden totgeschwiegen oder argwöhnisch bekrittelt. Statt dessen muß die stramme Disziplin der in Nürnberg aufmarschierenden Massen dazu herhalten, um für ängstliche Gemüter unter den französischen und englischen Zeitungslesern das Gespenst eines kriegslüsternen Germaniens mit grellen Farben hinzumalen. Selbst der Arbeitsdienst mit seinen geschulterten Spaten erregt Argwohn. Man faselt von Ersatz für die allgemeine Wehrpflicht, wenn man sich auch des ausgezeichneten Eindrucks nicht zu entziehen vermag, den unsere jungen Pioniere der Arbeit, wahre Soldaten des Friedens, auf jeden Beobachter machen. Aber es ist schon so, wie der Führer in seiner Proklamation gesagt hat: „Es sind nicht die Völker, die Streit und Krieg wünschen, sondern kleine Elianen internationaler Hetzer, deren Interesse es ist, Kriege zu machen, an Kriegen zu verdienen, aber niemals in Kriegen zu kämpfen". Wir empfehlen Engländern und Franzosen, die sich von ihrer Presse in Argwohn und Mißtrauen gegen das seiner friedlichen Aufbauarbeit nachgehende deutsche Volk hineinhetzen lassen, die Lektüre der Berichte über die Untersuchungen des amerikanischen Senatsausschusses über die internationale Verfilzung der Rüstungsindustrie. Sie sind in mancher Beziehung interessant und lehrreich. Das „Geschäft mit dem Tode" blüht heute mehr denn je. Es wäre dem Weltfrieden sicherlich mehr damit gedient, den Handlangern dieses schmutzigen Geschäfts auf Die Finger' zu klopfen, als friedliche Demonstrationen innerer Gesundung und nationalen Aufbauwillens ebenss töricht wie böswillig zu verdächtigen. ■ Kampf und Ringen und uns groß werden ließ. Daher können das alle die nicht verstehen, die nicht die gleiche Not in ihrem Volke gelitten haben. (Begeisterte Zustimmungskundgebungen der Massen.) Ihnen erscheint es rätselhaft und geheimnisvoll, was diese Hunderttausende immer zusammenführt, das sie Not, Leid und Entbehrung ertragen läßt. Sie können sich das nicht anders denken als durch einen staatlichen Befehl. Sie irren sich! Richt der Staat befiehlt uns, sondern wir befehlen den Staat! (Die Massen jubeln dem Führer in unbeschreiblicher Begeisterung zu.) Richt der Staat hat uns geschaffen, sondern wir schaffen uns den Staat. (Erneute langanhaltende Beifallskundgebungen.) Denn wir mögen dem einen Partei fei, dem anderen Organisa- . tion, dem dritten etwas anderes, in Wahrheit sind wir das deutsche Volk! (Stürmische Heilrufe.) Cs kann keine bessere Repräsentanz finden als in seinen opferbereitesten und kämpf- entschlossensten Wannern. Wir wissen, daß dieser Kampf auch in der Zukunft nie ein Ende nehmen wird. Auch für ein Volk gilt das Gebot: Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es stets aufs neue! Und was wir errungen haben im Kampf, werden wir stets im neuen Kampf bewahren! (Stürmischer Beifall.) Denn wir wissen, daß das Werden einer Völkerschaft nicht von ungefähr kommt. Wenn ein Volk zerrissen ist, in Klassen zerspalten, sich gegenseitig nicht mehr versteht und nicht mehr begreift, dann genügt es nicht, daß einzelne die Einsicht der Schädlichkeit dieses Umstandes haben. Notwendig ist es dann, daß diese aus der Erkenntnis des Möglichen die richtigen Konsequenzen ziehen, d. h. zusammenstehen aus allen Ständen, allen Berufen, allen Klassen, allen Schichten und eine Marschkolonne bilden. (Stürmischer Beifall.) Dann wird Trommel zu Trommel, Fahne zu Fahne, dann wird zur Gruppe die Gruppe, zum Gau der Gau und dänn wird endlich dieser gewaltigen Kolonne die geeinte Nation nachfolgen. Das früher zerrissene Volk, es wird dann in diesen Kolonnen seine Führung suchen, es wird dieser Führung dann gehorchen. Und die Führung hat die Pflicht, nie zu vergessen, daß sie Führung ist, weil sich in ihr alles das verkörpert, was sie selbst im Volke sehen wird. (Beifall.) „Alles für Deutschland!" sei unser Gelöbnis. v So wollen wir denn in dieser Abendstunde ouf diesem weiten Feld uns und dem deutschen Volk wieder das Gelöbnis ablegen, daß wir in den kommenden 12 Monaten an uns arbeiten wollen, um uns immer noch bester zu machen, damit das deutsche Volk mit Recht in uns feine Regierung steht. (Stürmische - Heilrufe.) wir wollen die großen Grundsätze unseres Kampfes, die uns in den Jahren des Ringens um die Macht begleitet haben, uns erneut ins Gedächtnis zurückrufen und uns ihnen verschwören. Treue, Gehorsam, Disziplin, Opferwilligkeit, Kameradschaft, Bescheidenheit, das sollen die Prinzipien fein, die immer mehr unser Lebensgebot zu werden haben. Dann braucht uns nicht bange zu fein um die Zukunft der Bewegung, die Zukunft der Partei, die Zukunft des Deutschen Reiches. (Stürmischer Beifall.) Ein Volk, daß durch solche Klammern gehalten wird, kann auch nicht der böse Wille einer anderen Welt zunichte machen. Es wird seine Fahnen wie der Ritter ohne Furcht und Tadel vor sich hertragen, niemandem zu Leide, aber auch nicht dem eigenen Volke zum Schaden. (Begeisterte Beifallsstürme.) Es wird jedem die Hand bereitwillig geben, zum Frieden und zur friedlichen Arbeit. Es wird sich aber auch gegen jene wehren, die glauben, Freiheit und gleiches Recht einem solchen Volk obsprechen zu können. (Stürmische Zustimmung und Heilrufe.) Tüese Bewegung wird dann als die wahrhaftige Führerin des Deutschen Volkes in Erscheinung treten unter dem herrlichen Begriff: „Alle für einen und feder für alle!" (Minutenlange Heilrufe.) Sie wird dann, wie schon öfter in der deutschen Geschichte erwiesen, unser Volk wieder zu seiner Größe, seiner Freiheit und seinem natürlichen Wohlergehen zurückführen können. wir alle sind nur Diener an diesem großen werk der deutschen Ration (stürmischer Beifall), wollen unser eigenes Ich gebührlich zu- rücksehen gegenüber dem, was Deutschland erfordert, wollen selbst nicht vor Deutschland stehen, sondern dieses Deutschland führen, solange nicht Bessere an unsere Stelle treten, wir wollen aber auch wissen, daß heute und morgen in Deutschland nichts Besseres ist und sein wird. (Tosender, minutenlanger Beifall.) Denn mehr als sich aufopfern für fein Volk wird niemand können, das aber soll stets unser eigenes Gelöbnis fein. (Die Fahnenträger heben die Fahnen, die Masten jubeln dem Führer minutenlang zu.) Auch wenn wir vergehen müssen, muß Deutschland bestehen. (Brausender Beifall.) Auch wenn uns im einzelnen das Schicksal plagen sollte, muß Deutschland leben. (Anhaltende Heilrufe.) Auch wenn wir Rot und Sorge auf uns zu nehmen haben, Deutschland muß sein trotz Sorgen und Rot. So sei unser Gelöbnis an diesem Abend: In feder Stunde, an jedem Tag nur zu denken an Deutschland, an Volk und Reich, an unsere große Ration. Unfer deutsches Volk Siegheil! (Das Feld der Hunderttausende ist minutenlang erfüllt von einem brausenden Orkan des Beifalls und des Jubels.) Die Amlswalier huldigen dem Führer. Oer Zackeizug durch die nächtlichen Straßen Nürnbergs. Als Adolf Hitler aeendet hat, bringt der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, ein mit unbeschreiblichem Jubel aufgenommenes Siegheil auf den Führer aus, das im Deutschland- und Horst-Wessel-Lied ausklingt. Dann formierten sich auf dem breiten Mittelweg zunächst die Fackel abordnungen und die für den Fackelzug bestimmten Teilnehmer. Scheinwerfer huschten über das Feld. In ihrem Scheine blitzten die Musikinstrumente der Spielmannszüge und Kapellen auf, sah man unabsehbar, unendlich sich ausdehnend ein einziges braunes Feld, abgeqrenzt nach allen Seiten durch die dunkle Welle der Baumalleen. Dom Kommandoturm erhielten die einzelnen Gaue noch Anweisungen für den Abmarschweg. Dann ertönte das Kommando: „Weitermachen!", das von hunderttausenden von Keblen jubelnd begrüßt wurde. Auf dem weiten Feld setzte flotte Marschmusik und fröhlicher Gesang ein. Immer mehr Gaue rückten ab, immer mehr entfernten sich die Feuerketten der marschierenden Kolonnen. Der ganze Graben vom Hauptbahnhof an der Wohnung des Führers vorbei bis zum Plärrer in einer Ausdehnung von fast IVi Kilometern ist am Abend ein einziges Meer von Menschen. Auf beiden Seiten der Straße ist kein Durchkom- men. Auf den Balkons und Fenstern und auf Häuserdächern und der Mauer des Grabens stehen, sitzen, hängen und kauern sie. Aus dem Dunkel der Grabenseite hebt sich das angestrahlte Germanische Museum, das seine vielfarbigen Fahnentücher in reizvollen Bündeln drapiert hat, auf der einen, das Frauentor auf der anderen Seite wunderhübsch heraus. Scheinwerfer spielen von den Dächern. An Fenstern und Simsen reihen sich die Jlluminationslämpchen. Die Lichtträger des Bah n- hofsvorplatzes tauchen die Tribüne, von der aus der Führer die Huldigung seiner PO. entgegennimmt, in Tageshelle. In dieser Lichterslut wirkt der Fahnen- und Girlandenschmuck doppelt eindringlich. Einer Feuerflamme gleich naht der Zug der Fackelträger, der die ganze Straßenbreite ein- nimmt. An der Spitze marschiert der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, vor der Reichsleitung und dem ersten Spielmanns- und Musikzug. Der Führer, der auf einem hohen Podium gegenüber der Tribüne im Lichtkegel der Scheinwerfer steht, nimmt die Meldung des Stabsleiters entgegen und dankt dann ohne Unterlaß seinen treuen Helfern, die, die alten Kampflieder singend, nahen, stolzen und freudig erfüllten Herzens die Feuerbrände hinter den Fahnen tragend, für die sie gekämpft und gelitten, gedarbt und gestritten und die sie auch zum endlichen Siege getragen haben. Die ganze Straße glüht und strahlt, die Fackeln leuchten, die Stadt Durchzittert der Wirbel Der Trommeln, das Gellen der Querpfeifen, die mitreißende Marschmusik, der frohe Gesang der Freiheitslieder, die die Menge freudigen Herzens mitsingt. Eine volle Stunde zog Die Feuersäule am Führer vorüber, der jetzt ganz langsam nach allen Seiten grüßend und winkend zurück in seine Wohnung fährt. Langsam verliert sich der Feuerschein in der Ferne. Die Menschenmassen überfluten die Straßen, überwältigt von diesen unauslöschlichen Eindrücken. Don weither aber klingt es wie Triumphgesang in den nächtlichen Himmel und wird von allen Lippen mitgesungen: Wenn wir schreiten Seit' an Seite Und die alten Lieder singen Fühlen wir, es muß gelingen Mit uns zieht die neue Zeit Mit uns zieht ein neuer Geist. Auslandsstimmen zum Äeichsparieitag. Paris, 8. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Die Be- richte über den weiteren Verlauf des Parteitages stimmen darin überein, daß man der Welt kein eindrucksvolleres Schauspiel bieten könne. Der Aufmarsch vom Freitag mit anschließendem Fackelzug veranlaßt den Sonderberlcht- erstatteter des „I o u r n a I" zu folgender Betrachtung: „Ein Tag wie dieser muh bei den Zuschauern einen dauerhaften Eindruck erwecken. Welche Inszenierung! Wenn, wie man hier versichert, Dr. Goebbels dahinter steckt, kann man ihm Das Lob, genial zu sein, nicht verweigern." „Es ist wahr", schreibt andererseits der Sonderberichterstatter des „Figaro", „das, was wir hier sehen, ist niemals, solange die Welt steht, geboten worden: eine ganze Nation in Uniform, eine Nation von Milizsoldaten mit einer Kraftentfaltung, Die bei weitem jede Ausdruckmöglichkeit übersteigt. Ich bin mit vielen SA.- Männern ins Gespräch gekommen. Daß sie von jedem K r i e g s g e d a n k e n weit entfernt sind, erscheint mir wahrscheinlich. Aber welchen Wert können solche privaten Meinungsäußerungen haben. Was für uns in Frankreich gilt und was wir kühl ins Auge fasten müssen, ist die A u s - bilduna des Menschenmaterials, über die Deutschland verfügt, und nicht, was dieses Menschenmaterial denken mag." Die englische Presse berichtet über den Aufmarsch der Politischen Leiter in Nürnberg und die Rede des Führers sehr ausführlich. Besonders hervorgehoben wird der tiefe Eindruck, den der großartige Fackelzug am Freitagabend überall hinterließ. Die gesamte Presse veröffentlicht Bilder von den Kundgebungen des Parteitages. Aus der Führerrede werden die Stellen hervorgehoben, in denen Hitler erklärt, daß Deutschland allen denen, die Frieden wünschen, die Hand der Freund- reiche, daß es aber denjenigen, die die Unabhängigkeit Deutschlands nicht anerkennen wollten und Deutschland die Gleichberechtigung verwei- derten, starken Widerstand bieten werde. „Times" Überschreibt ihre Meldung: „Der Ruf Hitlers. Deutschland und bte Welt." »Daily Telegraph" berichtet, daß der große Fackelzug am Freitagabend d i e eindrucksvollste der gesamten Riesenkundgebungen gerne- sen sei, die bisher in Nürnberg stattfanden. „Die Wucht von unerhörter Größe, die durch diesen Strom von Fackeln tragender Männer erzeugt wurde, ist noch niemals Überboten worden." Der Berichterstatter der „Morning Post" schreibt: Noch niemals zuvor in der Geschichte der Welt haben so viele Leute einem einzel- nen Menschen Ergebenheit geschworen, wie Im Deutschland der Gegenwart» DieRaistagung des Völkerbundes eröffnet. Barthou sucht den Nüssen die Tür zu öffnen. Genf, 7. Sept. (DNB.) Die 8. Tagung des Völkerbundsrats wurde heute vormittag unter Vorsitz des tschechoslowakischen Außenministers Bene sch zunächst mit einer geheimen Sitzung eröffnet, in der eine erste Fühlungnahme der Ratsvertreter stattfand und gleichzeitig einige interne und geschäftsordnungsmäßige Fragen erledigt wurden. Darauf fand eine öffentliche Sitzung statt. Auf der Tagesordnung fehlten aber noch alle wichtigen Fragen, da erst umfangreiche Vorbesprechungen nötig sind, ehe an die wesentlichen Fragen herangegangen werden kann. Barthou verhandelte mit dem polnischen Außenminister Beck und mit dem argentinischen Dölkerbundsvertreter. Es liegt auf der Hand, daß es sich dabei um die Stellungnahme dieser beiden Mächte zum Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund und vor allem zur Frage der Zuerteilung eines ständigen Ratssitzes an die Sowjetunion gehandelt hat. Ohne jeden Zweifel hat der französische Außenminister versucht, diese beiden Staaten für den französischen Standpunkt zu gewinnen. Es ist bezeichnend, daß sich der französische Außenminister schon jetzt an die beiden Staaten gewendet hat, die dem Vernehmen nach im Dölkerbundsrat noch Widerstand gegen die französischen Pläne leisten und Deren Ablehnung auch verhindert, daß der Völkerbundsrat Die Vollversammlung hinsichtlich Rußlands schon vor vollendete Tatsachen stellt. Welches Ergebnis diese Unterredungen gehabt haben, steht noch nicht fest. Paris ist optimistisch. Angeblich leistet nur Polen noch schwachen Widerstand. Paris, 8. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Die Pari- fer Presse vertritt die Anschauung, daß die Bemüh- Hungen Barthous in Genf, um Den Eintritt Sowjet- rußlands in den Völkerbund und die Erteilung eines ständigen Ratssitzes zu sichern, von Erfolg ae- frönt fein werden. Ein Berichterstatter glaubt, daß Barthou bte Bedenken Portugals und Argentiniens bereits zerstreut habe und daß auch der polnische Außenminister B e cf in feiner zweistündigen Aussprache mit Barthou am Freitag sich weniger „widerspenstig" gezeigt habe als man ur» ich weniger „widerspenstig gezeigt habe als man ur- prünglich hätte annehmen fönnen. „Petit Parisien chreibt, Polen werde sich nicht direkt Der Aufnahme Rußlands in den Völkerbund und in den Völkerbundsrat widersetzen, aber anscheinend wolle es bte Gelegenheit benutzen, um f i ch von ben Min ° derheitenverträgen z u befreien, bie u. a. auch auf Sowjetrußlanb Anwendung finden würden. Ein derartiger Schritt Polens wäre freilich besonders unangebracht in dem Augenblick, in dem man über den Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund verhandle. Beck scheine erst mit Marschall Pilsudski Fühlung nehmen zu wollen. Im übrigen halten es die Blätter für wahrscheinlich, daß Die in Genf versammelten Mächte an Sowjetrußland eine Einladung zum Beitritt ergehen lassen werden. „Oeuvre" behauptet, daß schon bie notwenbigen Unterschriften für eine Erklärung gesammelt werben würben, bie bei Eröffnung ber Völkerbunbsversammlung am kommenden Montag zur Verlesung kommen werde. Unter diesen Umständen werde Litwinow am 18. September in ben Völkerbund ein- ziehen. Auch der ständige R a t s s i tz für Sowjetrußland fei gesichert. In Dölkerbundskreisen erwarte man von Der Teilnahme Sowjetrußlands eine vollständige Aenderung auf Dem europäischen Schachbrett. Erst dann würden die Verhandlungen über den Ostpakt wirklich beginnen. Oie Türkei wünscht einen nichtständigen Ratssitz. Genf, 6. Sept. (DNB.) Die Türkei hat ihre Kandidatur für einen der freiwerdenden nichtständigen Sitze tm Rat angemeldet. Die Türkei erhebt Anspruch auf den bisher von China innegehabten Sitz. Die Türkei ist an sich ein europäischer Staat, obgleich ein großer Teil ihres Gebietes in Asien liegt. Die Dertellung der Sitze nach Kontinenten hat aber keine juristische Grundlage. Persien will seinen eigenen Anspruch auf einen Ratssitz zugunsten ber Türkei zurückziehen. Jedoch scheint China eine Wiederwahl anzuskleben mit dem Hinweis darauf, daß die zweitgrößte ostasiatische Macht dem Völkerbund sernblsibt. Der Versuch einer Annäherung zwischen Paris und Rom. Bisher noch keine greifbaren Ergebnisse.—Oas Rüstungsproblem der schwierigste Punkt. Paris, 8. Sept. (DNB. Funkspruch.) Havas berichtet aus Genf, daß die französisch-italienischen Verhandlungen, wie Außenminister Barthou selbst erklärt habe, noch zu keinem Abschluß geführt hätten; trotz des lebhaften Wunsches, den Frankreich nach Verwirklichung einer solchen Entente hege, müsse man feststellen, daß die hierüber verbreiteten Gerüchte verfrüht seien. Gegenwärtig würden in Rom zwischen Staatssekretär S u v i ch und dem französischen Botschaf- t e r Verhandlungen geführt. Beide Regierungen seien der Ansicht, daß ber Besuch Barthous bei Mussolini, der grundsätzlich auf die zweite Oktoberhälfte festgesetzt sei, das Ergebnis dieser Verhandlungen besiegeln solle. Der gegenwärtige Stand Der französisch-italienischen Beziehungen lasse sich folgendermaßen um« reißen: Als Aktivposten einer Verständigung zwi- schen beiden Völkern sei eine fühlbare Besserung der Atmosphäre zu verzeichnen. Ferner sei das gemeinsame Vorgehen in Der Frage des Eintritts Sowjetrußlands in den Völkerbund und Die Zustimmung Italiens zum Ost Pakt hervorzuheben. Desgleichen sei eine fühlbare Annäherung der Auffassungen beider Länder über die internationale Garantie zum Schutze der Unabhängigkeit Oesterreichs und über die mit der wirtschaftlichen Organisation des Donauraumes zusammenhängenden Fragen festzustellen. Was jedoch die Frage der „Aufrüstung" Deutschlands anlange, Jo sei bisher fein ausreichender Anhaltspunkt für eine wirkliche Annäherung ber französischen und der italienischen Auffassung zu erkennen. Die französische Regierung halte an Dem Standpunkt fest. Den sie in ihrer Note vom 17. April vertreten habe. Sie weigere sich also, die „unter Mißachtung der Verträge vollzogene deutsche Aufrüstung" (!!) x\i legalisieren. Jedoch scheine die Frage angebracht, ob die italienische Regierung ihrerseits ihrem Memorandum vom 4. Januar treubleibe, in Dem eine Heraufsetzung der Deutschen Streitkräfte befürwortet werde, wogegen das gegenwärtige Rü- stungsnioeau der vertraglich nicht abgerüsteten Mächte erhalten bleiben solle. Abgesehen von diesen allgemeinen Problemen würden gegenwärtig zwei besondere Fragen geprüft, und zwar Die Grenzziehung im Westen von Libyen und das Statut der Italiener in Tunis. Diese Verhandlungen machten bereits gute Fortschritte, seien aber noch nicht zum Abschluß gekommen. Wie denkt man in England? London, 8. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse ist ber Ansicht, bah sich bie italienisch-französischen Beziehungen rasch besserten. Die „Times" schreibt, Frankreich unb Italien seien sehr besorgt wegen ber Wiederaufrüstung Deutschlanbs unb kritisiert in schulmeisterlichem Ton ben Austritt Deutschlanbs aus bem Völkerbund, muß aber schließlich boch auf bie großen Schwierigkeiten Hinweisen, die einer wirklichen französisch-italienischen Einigung noch im Wege stehen. Besonders werben babei bie Beziehungen zwischen Frankreich und Südslawien yervorgehoben, die durch eine rasche Annäherung Frankreichs an Italien starke Einbuße erleiden würden. „Times" schreibt auch, es sei unwahrscheinlich, daß eine Einigung über bie Flotten- stär k e Italiens unb Frankreichs erzielt werbe. „Daily Telegraph" melbet aus Rom, bah Mussolini ben Franzosen keineswegs feine Politik, die auf bie Revision bes Versailler Vertrages hin- drangt aufgebeu werde. De« Ducs werde feine Stellungnahme nicht änbern und sich bas Recht ber Beweisführung Vorbehalten, baß Deutschland ein gewisses Maß der Wiederauf- r ü ft u n g zugeftanden werden müsse. — Die liberale „News C h r o n i c l e" warnt energisch vor irgendeiner Kombination, die sich gegen Deutschland richten würde. Durch ein Militärbündnis mit Italien würde Frankreich u. a. mit einem Schlage die englischen Verpflichtungen aus dem Locarnover- trage zerstören und der englischen Freundschaft oerluftig gehen. Die öffentliche Meinung Englands werde niemals einer britischen Regierung gestatten, das englische Volk in eine Verschwörung für Die Einkreisung Deutschlands in einen Ring von Stahl zu verwickeln. Römische Lleberheblichkeiien. Eine Mussolini-Rede. Bari, 7. Sept. (DNB.) Mussolini hielt bei der Eröffnung Der Messe vor etwa 300 000 Personen eine Ansprache, in Der er u. a. erklärte: „Das italienische Volk hat in seiner 3000jährigen Geschichte genügenD Beweise für eine rechtliche, politische unb soziale Organisation gegeben. An den Ufern des Mittelländischen Meeres sind bedeutende Philosophien, Religionen unb Werke ber Dichtkunst sowie ein Reich entstanden, das in ber Geschichte aller zivilisierten Volker unvergängliche Spuren hinterlassen hat. 3000 Jahre Geschichte erlauben es uns, mit souveränem Mitleid auf gewisse Lehren zu schauen, die jenseits ber Alpen von ber Nachkommenschaft von Menschen vertreten werden. Die noch keine Schrift kannten, um bie Geschichte ihres Lebens zu Papier zu bringen zu einer Zeit, in ber Rom einen Cäsar, einen Birgil unb einen Augustus hatte." ♦ Hierzu bemerkt das DNB.: Gegen den Grundgedanken dieser Worte läßt sich vieles sinwenden. Beschränken wir uns darauf, zu sagen, daß es nicht daraus ankommt, ob ber Beginn ber Gejchichte eines Volkes früher ober später liegt. Das Alleinentschei- benbe ist, was ein Volk während ber Gesamtheit seiner Geschichte leistet. Auch die brei» tausendjährige Geschichte Italiens weist nicht nur Höhepunkte, sonbern auch Tiefen auf. Hierüber zu polemisieren, ist fruchtlos. Jede große Nation wird nicht nur stolz sein auf ihre eigene Vergangen' heit, sondern auch gerecht in der Anerkennung der Lei st ungen einer anderen Nation, wie unser Führer noch soeben in seiner Proklamation in Nürnberg zum Ausdruck gebracht hat. Oie Geschäfte der Rüstungsindustrie. Englisch-amerikanischer Weitlauf in Polen und der Türkei. W a f h i n g t o n, 7. Sept. (DNB.) Die Vernehmung vor Dem Unterausschuß Des Bundessenats über Die Rüstungsindustrie zeitigte am Freitag wieder interessante Ergebnisse. So wurde u. a. festgestellt, daß ein amerikanischer Marineof fi' zi er im November 1932 der columbiani schen Regierung durch den columbianischen Generalkonsul in Neuyork Derteidigungspläne für die kolumbianische Pazifikküste gegen einen Ueberfall der peruanischen Flotte geliefert hat und ihr dabei Waffenbestellun- gen bei dem amerikanischen Rüstungskonzern Drigge Drbnance and Engineering Co. anomtzfohleu K für Dos Eisenbahnunglück auf dem Glas- Interualionale Büroausstellung in Berlin. Mte Gegenbeweis fei die Tatsache, daß der 2ln» j in nur 100 bis 200 Meter Höhe fliegen müssen, fciil der Beamten und Angestellten innerhalb des ■ um dem starken Gegenwind auszuweichen. Der Als erster der E u r o p a r u n d f l i e g e r traf Freitag um 17.10 Uhr der Deutsche Jungk in Paris ein, dem eine Minute später Francke folgte. Um 17.58 erreichten Gedgowd (Polen) und B a l c e r den Landeplatz. Im ganzen sind bis 18.38 Uhr 18 Flugzeuge gelandet. Seidemann erklärte, er habe von Berlin nach Paris fast ständig gesamten deutschen Erwerbslebens ständig gestiegen, ist. Der Redner wies ferner darauf hin, daß im ersten Halbjahr d. I. 25 000 deutsche Schreib- und Rechenmaschinen im Werte von insgesamt 5 Millionen Mark im Welthandel abaesetzt wurden. So seien diese Erzeugnisse ein wichtiger Exportartikel, der zugleich geeignet fei, eine besondere wirtschaftliche Werbekraft für den Hersteller und sein Heimatland auszuüben. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß die Ausstellung im friedlichen Wettbewerb über die Grenzen hinweg Brücken zu neuer wirtschaftlicher Gemeinschaftsarbeit der europäischen Völker bauen helfen möge. Lola Schröter in Hamburg eingelroffen. Die bekannte Segelfliegerin Lola Schröter, die sich auf einem Flug durch Deutschland befindet, ist von Hannover kommend im Hamburger Flughafen glatt gelandet. 24 Luropaflieger in Paris. Tagung des Amtes für Volksgesundheit. Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Das Amt sondern um eine amtlich beeinflußte Fühlungnahme handelte. Der Vorschlag wurde in der nordischen Öffentlichkeit auch lebhaft besprochen. Die praktischen Wirtschaftler waren sowohl dafür als dagegen, aber diejenigen, die dafür eintraten, dürften in der Mehrzahl gewesen sein. Jedenfalls hat jetzt die schwedische Regierung durch ihren Außenmini- ster die ba malige Fühlungnahme offiziell wiederholt. In einer öffentlichen Rede hat er den Vorschlag für ein wirtschaftliches Zusammengehen gemacht. Da die Verwirklichung eines wirtschaftlichen Skandinavismus' selbstverständlich Bedeutung über die nordischen Landesgrenzen hinaus hat, soll hier über die Ziele dieser Bestrebungen kurz berichtet werden: Der Wunsch der Befürworter einer gemeinsamen skandinavischen Wirtschaftspolitik geht dahin, die drei nordischen Länder, evtl, aber auch Finnland mit einbezogen, zu einem möglichst g e - schlossenen Wirtschaftsgebiet zu machen. Nach innen soll die Wirtschaft der einzelnen Länder einander angepaßt werden, was in der Praxis heißt, daß das Gebiet möglichst selb st - versorgend gemacht werden soll. Dabei wird ein Abbau der Zollschranken angeftrebt. Bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten und bei Lieferungsaufträgen sollen die Industrien der skandinavischen Länder gleich nach den eigenen Industrien berücksichtigt werden. Nach außen sollen die Länder bei wirtschaftspolitischen Verhandlungen gemeinsam auftreten. Ein solches gemeinsame Auftreten gab es bis zu einem gewissen Grade ja schon bei den letzten Verhandlungen mit England, und da sich dieses als sehr wertvoll erwies, will man es künftighin gern ausbauen und fest umriffen sehen. Weiter soll jede Konkurrenz aufden ausländischen Märkten unterbleiben. Bei der Gewinnung oder dem Aufarbeiten neuer Märkte soll ebenfalls gemeinsam vorgegangen werden. Es versteht sich von selbst, daß ein geschlossenes skandinavisches Wirtschaftsgebiet größere Aussichten hat, selbstversorgend zu sein und die ausländische Konkurrenz' auszuschalten. Die Rede des schwedischen Außenministers hat deshalb auch einen leb» haften Widerhall in den anderen skandinavischen Ländern gefunden. Der norwegische Regierungschef hat die schwedischen Anregungen lebhaft begrüßt, ebenso der dänische Handelsminister. Allerdings ist in den parlamentarisch regierten Staaten ein weiter Weg vom Vorschlag bis zur Durchführung zu- rückzulegen, auch wenn es sich wie hier um eine Initiative der Regierung handelt. Man hat deshalb den Wirtschaftlern schon empfohlen, sich gruppenweise zu einer ersten Zusammenarbeit zusam- menzuschließen. Die einzelnen Wirtschaftszweige sollen jeder für sich die Möglichkeit zu einem allgemeinen skandinavischen Zusammengehen nach innen und außen untersuchen und diesbezügliche Vorschläge ausarbeiten. Eine Zusammenarbeit zwischen einzelnen der skandinavischen Jndustriegruppen ist übrigens bereits mit gutem Erfolg eingeleitet worden. Eine solche besteht ganz oder teilweise seit einiger Zeit innerhalb der nordischen Holz- und Holz- stofsindustrien, der Schiffahrt u. a. m. Der wirtschaftliche Skandinavismus wird natürlich stark durch gegenwärtige Wirtschaftspolitik gewisser Staaten gefördert. In dem Augenblick freilich, wo diese von ihren Selbstversorgungsbestrebungen ablassen oder die Absperrung ihrer Märkte lockern, wird man auch in Skandinavien feinen Wert mehr auf die Abschließung seines Wirtschaftsraumes legen. Der Kampf gegen den Krebs. Eine Erklärung Dr. von Brehmers. — Diskussion der Behandlungsmethoden Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Stockholm, September 1934. Skandinavismus nennt man in den nordischen Ländern eine Bewegung, die ein innigeres Zusammengehen von Schweden, Nor- wegen und Dänemark zum Ziel hat. Sie entstand in dem lichtblauen romantischen Zeitalter, und hatte anfänglich sehr weitgehende Ziele. Sie wollte nicht nur einen Krieg zwischen den Brudervölkern unmöglich machen, sondern auch e i n Bündnis auf G e d e ih und Verderb gegen etwaige ausländische Feinde schaffen. Aber in dem Konflikt zwischen Dänemark und Preußen von 18 6 4 zerbrach der politische Skandinavismus an der nüchternen, den Machtoer- hältnifsen angepaßten Neutralitätspolitik der damaligen schwedischen Regierung. Nach diesem Schiffbruch konzentrierten idealistische Förderer des skandinavischen Gedankens ihre Bestrebungen auf das kulturelle und wirtschaftliche Gebiet. Hier ist sehr viel geleistet worden. Kulturell wurden die drei skandinavischen Völker einander näher gebracht und auf wirtschaftlichem Gebiet wurde seinerzeit eine Münz- und Postalunion gegründet. Der Bruch zwischen Schweden und Norwegen im Jahre 1 905 brachte den kulturellen Skandinavismus für eine Zeitlang zum Stillstand und während des Weltkrieges zerbrach auch die Münzunion, da die dänische und norwegische Valuta stark herabgesetzt wurde, während Schweden, an der Goldbasis festhielt. Der große Eieg führte die skandinavischen Staaten in einer gemeinsamen Neutralitätspolitik doch zusammen und seither entwickelt sich auch das kulturelle Zusammengehen. Neue Vorstöße für ein innigeres Zusammenarbeiten auf dem wirtschaftlichen, aber auch auf politischem Gebiet wurden ebenfalls gemacht, sie sind bisher jedoch im Sand verlausen. Wirtschaftlich gingen die Interessen der einzelnen Staaten stark auseinander, und zu einem politischen Bündnis war vor allem Schweden nicht zu haben, weil es befürchtete, Verpflichtungen übernehmen zu müssen, die in keinem Verhältnis zu einem fraglichen Nutzen standen. In der allerletzten Zeit aber hat der wirtschaftliche Skandinavismus doch starken Wind in die Segel bekommen. Wie ehedem der Weltkrieg die nordischen Staaten zu einer gemeinsamen Neutralitätspolitik zusammenführte, ist es jetzt die Welt- Wirtschaftskrise, die sie auf wirtschaftlichem Gebiet zusammenführt. Es sind vor allem die Kontingentierungspolitik und die Selbstversorgungsbestrebungen Englands und anderer Länder, die die skandinavischen Staaten zur Zusammenarbeit veranlassen. Die Begrenzung der ausländischen Absatzmärkte zwingt sie zu einem Umbau der eigenen Wirtschaft und zu einer Umorientierung ihrer diesbezüglichen Politik. Die Verwirklichung eines wirtschaftlichen Skandinavismus ist um so nähergerückt, als die Initiative dazu diesmal von Schweden ausgeht, dem Staat, der früher biefen Bestrebungen kühl oder ablehnend gegenüberftanb. Schon am Anfang des Jahres hielt der angesehene schwedische Natlonalökonom Professor Nils Wohlin einen Vortrag vor dänischen Wirtschaftlern in Kopenhagen, in dem er für eine innige Zusammenarbeit der Wirtschaft der skandinavischen Länder eintrat und den Grundriß dafür vorlegte. Da Professor Wohlin gute Beziehungen zu der gegenwärtigen schwedischen Regierung unterhielt, war man zu der Annahme berechtigt, daß es sich hier nicht um das Theoretisieren eines Privatmannes, hat. Ferner wurde festgestellt, daß das amertka- nische Kriegsmini st erium die Waffenlieferungen der amerikanischen Rüstungskonzerne ins Ausland stark u n t e r st ü tz t, um die Rüstungsindustrie weiter auszubauen und zu diesem Zweck sogar den Kreuzer „Raleiah" nach der Türkei entsandt, um der türkischen Regierung die neuesten Flugzeugabwehrgeschütze vorführen zu lassen. Weiter ergab sich, daß b i e englische R e- g i e r u n g im Jahre 1932 durch ihren Botschafter m Washington gegen die Ausführung einer Lieferung von Flugzeugabwehrgeschützen nach Polen durch Amerika (ein Auftrag im Werte von fünf Millionen Dollars) intervenierte, um den Auftrag englischen Firmen zu verschaffen. Die Vernehmungen ergaben im einzelnen, daß die internationalen Rüstungskonzerne in Polen mit gr o - feen Be ft echungs summen gearbeitet haben, während sie in der Türkei mit Halbweltdamen arbeiteten, nachdem Kemal Pascha die hauptsächlichsten Schmiergeldempfänger hatte aufhängen lassen Die Enthüllungen vor dem Untersuchungsausschuß -es amerikanischen Senats werden, wie „Daily Herold" wissen will, ein Nachspiel im enali- schen Parlament haben. Abgeordnete der Liberalen Partei, der Arbeiterpartei und sogar konservative Mitglieder dürsten der Regierung dringend nahelegen, eine eingehende Untersuchung über das Verhalten der englischen Muni- tionsindustrie anzustellen. Man werde an* regen, daß entweder eine königliche Kommission die öffentlichen Verhandlungen führe, oder aber daß ein besonderer Gerichtshöf von der Art der berühmten Parnell-Kommission eingesetzt werde. Die Untersuchungen in Washington hätten genügend Beweise geliefert, daß britische Firmen an Geschäften teilgenommen hät- len, die vollkommen auf Bestechung gegründet gewesen seien, und daß z. B. Direktoren englischer Waffen- und Munitionsfabriken bei Erzielung von Aufträgen durch Freunde in der Admiralität unterstützt worden seien. Vielen Leuten sei ein Licht über den großen, zur Zeit im Gange befindlichen englischen Rüstungs- s e l d z u g aufgegangen. In den Berliner Ausstellungshallen wurde die internationale Büroausstellung (Iba) feierlich eröffnet. In feiner Eröffnungsansprache zerstreute der Präsident des Werberates der beut* fäjen Wirtschaft, Ministerialbirektor Reicharb, vor üem bie Befürchtung, baß bie Büromaschinen-Jn» iuftrie Angestellte von ihren Arbeitsplätzen verbrün- pn unb bie Erwerbslosigkeit erhöhen kann. Der teste Gegenbeweis fei bie Tatsache, baß ber An- Berlin, 7. Sept. (DNB.) Regierungsrat Dr. von Brehmer läßt zu ben letzten Veröffentlichungen der Tagespresse über seine wissenschaftliche Arbeit in der „Medizinischen Welt" Nr. 34 Dom 25. August über bas Krebsproblem folgenbe Erklärung veröffentlichen: Bei ber Bebeutung ber Frage: Ist Krebs eine Erregerkrankheit ober nicht? war vorauszusehen, baß viele Meinungen b a f ü r unb b a - gegen auftreten würben. Ich muß es ablehnen, in ber Tagespresse wissenschaftliche Diskussionen zu führen; bafür ist bie Fachpresse ba. Selbstverstänb- lich halte ich bie von mir in ber „Mebizinischen Welt" veröffentlichten Ergebnisse meiner Forschung in vollem Umfange aufrecht unb das um so mehr, als die fast zweijährige (Überprüfung des außerordentlich schweren Problems in der gleichen Zeitschrift niebergelegt ist und von Herrn Professor Schilling sowie von den bekannten Bakteriologen Dr. Börner und Dr. Janke zum Teil überprüft unb bestätigt wurde. Auch bin ich jederzeit bereit, wissenschaftlich meine Forschungsergebnisse zu demonstrieren; im übrigen ist auf Grund meiner sehr eingehenden Veröffentlichungen jeder dazu Berufene in der Lage, selbst bas von mir Veröffentlichte experimentell richtig nachzuprüfen unb zu beurteilen. Deutsche Stein ist enbgültig aus bem Wettbewerb ausgeschieben. Von Paris aus geht die Strecke des Fluges über Bordeaux, Pau, Madrid, Sevilla nach Afrika. Hunderte von Zuschauern empfingen die Europaflieger auf bem Flugplatz Orly bei Paris. Das Wetter hätte für bie Flieger nicht besser sein können. Nur wenige kleine Wölkchen ftanben am Himmel. Am Freitagabend trafen noch weitere fünf Europaflugzeuge ein, so daß insgesamt 24 Europamaschinen in der französischen Hauptstadt übernachteten. Speidel, ber Stellvertreter bes beutschen Militärattaches in Paris, begrüßte feine Lanbsleute unb begleitete sie zu einem Empfang, ben ber Aeroklub von Frankreich zu Ehren ber Teilnehmer bes Europarunbfluges veranstaltete. halber Posttarif für Liebesbriefe in Venezuela. In Venezuela hat man Verstänbnis für korrespondierende Liebespaare, für die ein einzigartiges Gesetz vorbereitet wird. Danach sollen alle Postsendungen, die zwischen Verlobten unb Verheirateten beförbert werben, nur ben halben Posttarif kosten. Von biefer Regelung sind roeber Briefe, noch Pakete, noch Telegramme ausgenommen. Es handelt sich nicht etwa um einen Scherz, sondern um die richtige Folge der Erkenntnis, daß Verlobte und Verheiratete die besten Kunden der Post sind unb baß man den Volksgesundheit hielt im Katharinenbau eine Tagung ab. Heber bas Thema „Gesundheit, Rasse unb Weltanschauung" sprachen Pg. Dr. Bartels (Berlin), Dr. Wagner, Hausü- amstleiter im Stabe bes Stellvertreters bes Führers, sowie Dr. Wilhelm Groß. Der Leiter bes Rassenpolitischen Amtes ber NSDAP. Dr. Bartels wies barauf hin, baß bie Aufgabe bes Nationalsozialisten über bas Allgemeine hinaus fei ben un» terschieblichen Wert bes einzelnen Volksgenossen in ben Mittelpunkt seiner Betreuung zu stellen, ben Wertvollen unb Erbgesunben zu höchster gefunb- heitlicher Leistung zu förbern unb ihn dazu zu erziehen, seinem Volke unb feiner Familie freiwillig jedes Opfer zu bringen. Pg. Dr. W. Groß (Berlin) legte die rein weltanschaulichen Voraussetzungen und Folgerungen dar, bie sich aus ben bem Nationalsozialisten schon selbstverständlich geworbenen rassenpolitischen Grunbanschauungen ergeben. Bei allen Völkern wirb um bie gleiche Grundfrage gestritten. Um die Ablösung eines unbiologischen Weltbildes durch eine Anschauung, bie bie Werte des Blutes unb ber erblichen Gebunbenheit in ben Mittelpunkt rückt. Der Nationalsozialismus überwindet in feinem rassischen Denken ben Gegensatz von Leib unb Seele, auf bem bisher bie Weltanschauung aufbaute. Er lehrt bie Einheit unb Ganz- heil bes lebenbigen Lebens. Gesandter von papen in Nürnberg. Saarbrücken, 7. Sept. (DNB.) Der deutsche Gesandte und bevollmächtigte Minister in Wien, Franz von Papen, hat am Freitag um 10 Uhr Saarbrücken im Sonderflugzeug verlassen, um sich zum Reichsparteitag der NSDAP, nach Nürnberg zu begeben. Er ist dort gegen 11 Uhr gelandet. Wirtschaftlicher Skandinavismus Von unserem G B.-Äerichiersiatter. In ber weiteren Diskussion zum Krebsproblem auf ber Frankfurter Internationalen Wissenschaftlichen Woche sprachen zunächst Professor Dr. H o l f e l b e r (Frankfurt) unb Professor Dr. von Eicken (Berlin) über bie Krebsbehanblunc mit Röntgen- unb Rabiumstrahlen. Besonders mi der letzten Methode hat Professor Dr. v. Eicken (früher in Gießen) bei Kehlkopfkrebsen überraschende Erfolge erzielt. Professor Dr. Schmieden (Frankfurt) äußerte sich aus seinen Erfahrungen dahingehend, daß bie Behanblungserfolge bei Sarkomen unb anberen Geschwülsten größer bei ber Anwendung von Rabiumstrahlen seien. Bei Magenkrebsen aber sei operative Methobe unbebingt oorzuziehen. Außerbem spiele bie Bestrahlung für bie Nach- behanblung eine große Rolle. Dieser Ansicht schlossen sich weitgehenb auch die Professoren Martin (Göttingen) unb Wintz (Erlangen) an. Professor Schmieben gab bann bekannt, daß bie I. G. Farbeninbuftrie baran arbeite, das Ficherasche Heilmittel zu verbessern. Professor Stepp (München) wies in einem Vortrag darauf hin, daß die Widerstandskraft des Organismus gegen Krebsgefahr wesentlich durch Zuführung von Vitaminen und zwar in erster ßinie durch bie Vitamine C unb D erhöht werbe. Hower Hauptbahnhof hat weitere Opfer geforbert. Zwei Frauen unb ein Lokomotivheizer sind im Krankenhaus ihren Verletzungen erlebe n. Damit erhöht sich die Totenzahl auf fünf. Oie Ursache bes Unglücks ist noch nicht geklärt. Es cheint sich um ein Versagen oder Schabhaftwerben tiiner Kreuzungsweiche zu handeln. Kunst und Wissenschaft. ' Das hessische Landeslheater eröffnet feine 125. Spielzeit. Am 9. September wirb bas Hessische Lan - bestheater in Darmstabt nach zwei Monaten Ferien seine Pforten zum ersten Male roieber öffnen. Die Spielzeit 1934/35, bie an biefem Tage be- i ginnt, ist bebeutungsooll burch bas Jubiläum bes :125jährigen Bestehens, bas das Lanbes- itheater in ihrem Verlauf feiern wirb. Im Mai 1810 »erhob nämlich Großherzog Lubwig I. bie bamalige iDpern- unb Schauspielbühne zum „Großherzoglichen lHoftheater", besten glanzvolle Tradition sich, nachdem es zum Kriegsende zum „Hessischen Lanbes- ltheater" umgewandelt wurde, bis heute ununterbrochen fortgesetzt hat. Das Landestheater wird feine Dubiläumsfpielzeit durch eine Reihe besonderer Der- oanftaltungen festlich ausgestalten. So ist u. a. für ftie Mitte ber Spielzeit eine Festwoche vorgesehen, in der klassische Werke der deutschen Musik und Dichtung zur Aufführung kommen. Die Eröffnungsvorstellung der Oper bringt Wagners „Meistersinger^ in neuer Einstudierung und Ausstattung. Por der Aufführung wird als Vertreter bes Reichspro- paganbaminifteriums ber Präfibent ber Reichsthea- iierrammer, Ministerialrat Otto Laubinger, eine Ansprache halten. Das Schauspiel eröffnet mit einer Ausführung von Goethes „Egmont", ebenfalls in Wleueinftubierung unb -Ausstattung. Aus aller Well. Drei weitere Todesopfer des Glasgower Eisenbahnunglücks. besten Kunden entgegenkommen muffe. Der Reichs- post zur Nachahmung empfohlen. Das Dürkheimer Faß. Das größte Faß ber Welt, bas neu errichtete Dürkheimer Faß, welches ben äußeren Rahmen für eine in seinem Innern besinbliche Gastwirtschaft barstellt, ist jetzt seiner Bestimmung übergeben worben. Die Konstruktion bes Fasses zeigt feine Abweichung vom Bau eines normalen Weinfasses. Der obere Spunb bient ber Belichtung unb Lüftung. Die Länge bes Riefenfasses beträgt 15 Meter, ber Durchmesser 13,5 Meter unb ber Rauminhalt 1,7 Millionen Liter. Der größte INann will heiraten. Mit der „Größe" ist die Körperlänge von Ali Ismael gemeint, ber 2,80 Meter mißt. Er hat bas Alleinsein satt unb hat als moberner Türke eine Heiratsanzeige aufgesetzt, worin er bem eine Belohnung verspricht, der ihm eine paffenbe Frau zu- führt. Damit meinte er natürlich eine zu seiner Größe paffenbe Dame, bie mindestens 2 Meter hoch sein muß. Außerbem muß sie auch gut kochen können und diese Kunst wird sie stark in Anspruch nehmen, denn Ali ist mit Verlaub zu sagen ein Vielfraß. 2,80 Meter wollen ernährt fein, keine Kleinigkeit. Die Chronik meldet nicht, ob er ben Wunsch feiner Träume gefunden hat, doch ist es sehr wahrscheinlich. Wie keine zweite wird dann diese Glückliche zu ihrem Mann hinaufschauen können. Buntes Allerlei. Victor Hugo macht Verse im Omnibus. Der greife Dichter Victor Hugo, bem bie Neu- belebung ber bichterischen Sprache Frankreichs zu oerbanfen ist, pflegte mit Vorliebe endlose Omni- busfahrten zu unternehmen, um sich inspirieren zu lassen. Fast nie hatte er bei feinen poetischen Ausflügen ein bestimmtes Ziel, er fuhr um des Fahrens willen und um die Menschen zu beobachten, die auf den Straßen wandelten und die an den verfchiebenen Haltestellen das damals beliebteste Pariser Verkehrsmittel bestiegen ober verließen. Zuweilen kam es bann vor, baß Hugo während ber Fahrt fein Notizbuch hervorzog unb anfing. Verse aufzuschreiben, bie ihm in ben Sinn kamen. Sehr erstaunt konnte er bann aufblicken, wenn ber Schaffner ihn nach ftunbenlanger Fahrt barauf aufmerksam machte, daß bas Enbziel erreicht sei, und erst langsam kam er wieder in die Gegenwart zurück. Einmal geschah es, daß eine junge hübsche Frau den Omnibus bestieg und an Victor Hugo oorbeiging, um ben einzigen noch leeren Platz zu erreichen. Da hielt ber Omnibus plötzlich an, es gab einen heftigen Ruck, unb bie junge Dame fiel auf ben Schoß des greifen Poeten, der gerade in feine Verse vertieft war und eben nach einer Wei- terführung eines Motivs suchte. Verwirrt unb errötend flüsterte die Dame: „Ich bitte Sie vielmals um Verzeihung, mein Herr." Mit freudigem Lächeln aber erwiderte ber Dichter: „Aber bitte sehr, anäbige Frau, ich habe Ihnen zu banken. Sie schenkten mir Ihre Zuneigung gerabe im rechten Augenblick." Unb während die Dame Platz nahm, schrieb er lächelnd fein Gedicht zu Ende. Eine neue Llrwaldbahn in Afrika. In Betrieb gestellt wurde vor kurzem Afrikas neueste Eisenbahnstrecke, die in einer Länge von rund 500 Kilometer von Pointe Noire nach Braza- ville in Französisch-Aequatorial-Aftika führte. Der Bau der neuen Linie, die durch sehr schwieriges Gelände und durch dichtesten Urwald führt, hat sehr lange Zeit gekostet und Unsummen verschlungen. Die Ausgangsstation an ber Küste, Pointe Noire, ist habet sozusagen aus bem Nichts entstauben. Den Belgiern ift bie neue Eisenbahnstrecke ein Dorn im Auge, wjro sie doch nunmehr ben gesamten Güter» oerkehr bes französischen Kolonialgebietes an sich Ziehen, ber bisher notgedrungen auf der belgischen Kongobahn abgewickelt werden mußte, liegt die Endstation Brazaville doch unmittelbar gegenüber bem belgischen Leopoldville am Kongo. Auf ber belgischen Linie Boma-Leopoldsville vollzog sich bisher bie gesamte Ein- und Ausfuhr des Hinterlandes von Brazaville. In Belgien geht man daher mit der Absicht um, ben Kongo bei Leopolbsoille durch eine Verbindungsbahn nach Brazaville zu überbrücken. Nie Verkehrssünden des Fußgängers. In Neuyork wurden in ben Straßenbahnen und anberen Verkehrsfahrzeugen öffentliche Warnungstafeln angebracht, bie ben Fußgänger einbringlid) auf seine Fahrlässigkeit im Verkehrstrubel aufmerk- am machen. Folgenber Text wird auf diese Weise den Fahrzeugbenutzern eingeprägt: „Die Derkehrs- gefahren für den Reisenden unb Passanten liegen nicht beim Benutzen ber Untergrundbahnen, der Straßenbahnen unb Omnibusse, fonbern vor allem im Benehmen ber Fußgänger. In ben ersten sechs Monaten bes Jahres 1934 würben bie meisten Un- älle durch falsches Ueberqueren bes Fahr- bamms veranlaßt. Beim Ueberqueren ohne Rücksicht auf bie Lichtsignale würbe 91 Menschen getötet und 2402 verletzt; beim Ueberqueren bes Fahrdammes an falschen Stellen würbe 86 Tobesopfer geforbert unb 3069 verwunbet; burch anbere falsche Straßenüberschreitungen würben weitere 68 Personen getötet unb 2067 verletzt. Du wirst länger leben unb weniger zu leiben haben, wenn Du bie Straßen bort überquerst, wo es bie Vorschrift bestimmt unb wo Dir Lichtsignale ben Weg weisen. Der Polizei- präfibent." Wettervoraussage. Noch immer steht unser Wetter unter bem Einlaß des sich in nord-südlicher Richtung über Deutsch- lanb erstreckenden Hochdruckrückens, so daß es weiterhin fpätsommerlich warm bleibt. Da aber vom Ozean eine kräftige Störung vorrückt, wird späterhin vorübergehend Bewölkung und auch Neigung zu Gewitterbildungen aufkommen, ohne daß der Gesamtwitterungscharakter dadurch wesentlich geändert wird. Aussichten für Sonntag: Dunstig und leicht bewölkt mit Aufheiterung, warm unb trocken. Aussichten für Montag: Vorübergehenb tärfer bewölkt, aber noch meist trocken. Lufttemperaturen am 7. September, mittags: 25,4 Grad Celsius, abends 15,2 Grad; am 8. September, morgens: 11,6 Grad. Maximum 25,8 Grad, Mini- mum 8,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. September, abends 20,4 Grad, am 8. Sept., morgens: 15,2 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer 91 It Stunben. Hauptschristleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Derantworllich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, ür Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. &D&. lömtüch ta Gieren, bis bis bis gemäß niedrig! 5177A *ty- a1W X ■^C»v Gießener Anzeiger Massives An die WWgedek Doppeischlafzimm. von Zeit 19-20 19-20 An guter Sdftaf Die Zeitung mit ihren Anzeigen wird nicht nur vom Bezieher, sondern auch von seiner ganzen Familie gelesen. Wenn Einkäufe und Anschaffungen im Familienkreise besprochen werden, liegt die Heimatzeitung vor und ihr Anzeigenteil wird zu Rate gezogen. Der Bezieher rechnet mit den Anzeigen im Interessiert es Sie WM Steumasen 21-22 Diktat 140 bis 180 Silben 21-22 Diktat 200 bis 240 Silben 21-22 Diktat 260 bis 300 Silben Vorteile der Anzeigenwerbung! Betr.: Die Regelung der örtlichen Frischmilchmärkte. Im nachstehenden gibt das Kreisamt den Bürgern meistereien des Kreises eine Anordnung des Bezirksbauernführers bekannt. Diese Anordnung ist zu befolgen. Sie ist in ortsüblicher Weise bekanntzumachen und zum Aushang zu bringen. Reichsnährstand. Bezirksbauernschaft Schotten. Betr.: Wie oben. Gemäß § 3 der Bekanntmachung vom 2. August 1934 ordne ich hiermit an: Frischmilch darf nur gegen Gutschein verkauft werden. Der Verbraucher kann die Gutscheine gegen Barzahlung bei dem zuständigen Ortsbauernführer kaufen. Der Gutschein entspricht einem Liter Milch. Der Verbraucher erhält gegen Hingabe des Gutscheins von dem Milcherzeuger seine Milch. Der Milcherzeuger hat die Gutscheine bei dem zuständigen Ortsbauernführer abzuliefern und erhält hierfür den örtlich festgesetzten Preis für einen Liter Milch. Die Ortsbauernführer des Kreises sind bereits in diesbezüglichem Sinne von mir angewiesen. Gez.: Straub, Bezirksbauernführer. Mittwoch, den 12. September 1934, von 10.30 12 Uhr im Kreisbezirkskrankenhaus in Gedern. 2. Für den Bezirk Laubach: Dienstag, den 18. September 1934, von 10 12 Uhr im Rathaus in Laubach. 3. Für den Bezirk Ulrichstein: Mittwoch, den 26. September 1934, von 10.30 bis 12 Uhr im Städtischen Krankenhaus in Schotten. Die Bürgermeistereien wollen den Termin der für ihre Gemeinde in Betracht kommenden Beratungsstunde drei Tage vorher ortsüblich bekanntgeben und die ihnen bekannten Lungenkranken noch besonders darauf Hinweisen. Moren Armband zwischen Bahnhofstr.u.Selters- weg. Abzugeben g. Belohn. 52391) Seltersweg 44 I Obstverfleigerung in Grüningen. Mittwoch, den 12. September, wird das Gemeindeobst (Zwetschen,,2lepsel und Birnen) versteigert. Anfang: vormittags 9 Uhr. 5233V Grüningen, den 8. September 1934. Hessische Bürgermeisterei Grüningen. Euler. Perfektes, arbeitsames Mädchen mit nur erstklass. Zeugn., d. kinderlieb u. zuverlässig ist, g. guten Lohn z. 1. Okt. gesucht. [04374 Kaiserallee 3 I. 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Ebenso müssen Heugabeln und ähnliche Geräte, sofern sie beim Radfahren getragen werden, mit einer entsprechenden Schutzvorrichtung versehen sein. § 2. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften des § 1 werden mit Geldstrafe bis zu 150,— RM., im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. ist für jeden eine wunderbare Kräftigung. Warum aber können Sie nachts nicht schlafen, warum fühlen Sie sich matt und elend? Weil Ihre Nerven versagen. m Doppelherz macht die “ u Nerven widerstandsfa* WWb hig u.erhält sie gesund. Bei Schlaflosigkeit, Nervenschwäche, Erschöpftsein und sonstigen Schwächezuständen gib* es kein besseres Kräftigung*’ mittel als Doppelherz. Flasche 1,95 RM, 3,70 RM, 4,65 RM, Doppelherz-Dragees 1,50 “M. Zu haben in den nachstehenden Drogerien: C. Seibel, Frankf. Str., 0. WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtL Filialen. Lanbach: Sohns-Lau* bacher Drogerie K. Klein. la Düngekalk billigst. [so56D C. Nübfamen, Fernsvr. 3659. 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Im Gpiegel der Rechenschaftsberichte auf dem Nürnberger parieckongreß. Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Bei strahlend schönem Sonnenwetter wurde die Freitagtagung des Parteikongresses in feierlicher Weise eröffnet. Wieder war die Halle bis auf den letzten Platz besetzt und stauten sich die Massen auf den Anmarschwegen des Führers und der führenden Persönlichkeiten der NSDAP. Ein Fanjarenklang. Die Menge erhebt sich: Der Führer kommt! t Unter den begeisterten Heil-Rufen von fast 30 000 Kongreßteilnehmern schreitet er durch den Mittel- Hang der Halle, um dann auf der Führertribüne Platz zu nehmen. Nach dem Einmarsch der Standarten leitet das Reichssinfonieorchester unter Pg. Franz Adam den Kongreß mit der „Coriolan"- Ouvertüre von Beethoven ein. Dann spricht der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hetz, die Eröffnungsworte: „Der Kongreß nimmt seinen Fortgang." Das Wort hat Sr. Todt, der Generalinspektor des deutschen Straßenwesens. Nach einleitenden Worten über die Vorgeschichte 5es Baues der Reichsautobahnen berichtete Dr. Todt über den Stand der Arbeiten: Mit !»em Bau der Reichsautobahnen ist an 51 Stellen im Reich begonnen worden. Heute schon sind 52 000 Mann auf den Baustellen und weitere 100 000 Mann in den Lieferwerken bei der Baustoffindustrie, :ei den Brückenbauanstalten oder sonst durch das irft beginnende Werk beschäftigt. Bis zum Ende des Zahres wird die Gesamtzahl der Beschäf- ligten eine Viertelmillion erreicht haben. Für den Ausbau des gesamten Netzes ist e in Zeitraum von sieben Jahren vorgesehen, während dessen die Zahl der Beschäftigten gleich- tleibt. Beim Ausbau des allgemeinen S t rase n n e tz e s sind im Jahre 1934 rund 200 000 Arbeiter beschäftigt, so daß schon im ersten Jahre >er Durchführung unseres Straßenbauprogramms innähernd eine halbe Million Men- Id) e n Arbeit und Verdienst finden. Nach lern Plan des Führers entsteht ein geschlossenes Ületz von 7000 Kilometer Reichsautobahnen, das mnz Deutschland weitmaschig überzieht. Außer den pr Zeit im Bau befindlichen 1500 Kilometer werden ii diesen Wochen weitere 1000 Kilometer freigegeben. Die Teilstrecken Frankfurt a. 211. — Darmstadt und München — Holzkirchen z. 2Z. werden schon in diesem Winter befahrbar. 1935 werden rund 300 Kilometer fertig und im Jahre 1937 werden große Fernverbindungen mit einer Gesamtlänge von 2700 Kilometer in Betrieb sein. Auf dem Gebiet des allgemeinen Straßenbaues Int das Jahr 1934 vor allem den Anfang der Bau- rbeit an der gigantischen Alpen st raße ge- l'acht, die mit einem Teilstück von 20 Kilometer Lunge im Frühjahr begonnen und heute schon lgefahrbar ist. Verkehrspolitisch sei das ('Straßenbauprogramm Bestandteil des großen M o- torisierungsprogramms des Derkehrs- v^sens. Was im Reich an Straßenbau geschaffen v irb, soll auch noch den nachfolgenden (' enerationen zur Nutznießung zur Verfü- oiing stehen. Die Reichsautobahnen, die Straßen oolf Hitlers, werden ein bleibendes Denk- r a I nationalsozialistischen W o l le n s s n. Sie werden zum technischen Ausdruck des r itisnalsozialistischen Reichs und werden mit der (ssch chte des nationalsozialistischen Deutschlands esenso untrennbar verbunden sein, wie die Straßen 9ums mit dem Begriff des römischen Imperiums. Ins große Straßenbauprogramm des Führers war b” erste ganz große Maßnahme, die der Führer ich feinem Regierungsantritt aufgegriffen hat. Es ir.iß die erste Maßnahme nicht nur in der Zeit, [nbern auch in der Leistung werden. Die gwße Aufgabe, die uns der Führer stellte, muß so Möst werden, daß nicht nur wir, sondern auch noch di-' nachfolgenden Generationen des werdenden na- li: nalsoziallstischen Reiches mit ewiger Anerken- r. ng diese Straßen die „Straßen Adolf Hitlers" wnnen werden. Die Rechenschaftslegung des Hauptamtsleiters tv. Todt wurde häufig von Beifallskundgebungen lltterbrochen. Als der Führer dem Generalinspektor dmch einen Händedruck für seine wertvolle Arbeit r diesem Werk, das für Jahrhunderte bestimmt ist, bcnfte, wollten die Beifallsrufe kein Ende nehmen. Der Stellvertreter des Führers erteilte sodann ks Wort dem Reichsbauemsührer A. Waller Darrs. Für den Nationalsozialismus stellt das Bauern- iu-n die Grundlage für einen organischen Aufbau de" übrigen Wirtschaft dar. Die Aufgabe für den Mionalsozialismus, das deutsche Bauerntum zu reden, war schwer, weil sie ohne zusätzliche 3-lastung der Kaufkraft des wirtschaftlich iir ganzen kranken deutschen Volkes versucht werde mußte. So gibt es in der ganzen Wirtschafts- ced)id)te kein größeres und eindringlicheres Sei» ‘p für die Anwendung des Grundsatzes: „Ge- Ri innutz geht vor Eigennutz" als im Verzicht des »ätschen Bauerntums auf eine Erhöhung des Siotpreifes in diesem Jahre. Leitgedanke der 3 juernpolitit im neuen Reich bleibt, die bereits Innerhalb eines Jahres um etwa 800 Millionen Ä irk gesteigerten Verkaufserlöse der Land» Mschaft gegenüber ihrem Tiefstand zu halten tbir weiter zu steigern, aber nur soweit tir? allgemeine Erhöhung des Volkseinkommens diese Steigerung ohne zusätzliche ISeiaftung des Verbrauchers zuläßt. Auch durch eine k nfung der Ausgaben war die Agrar» Llltif des neuen Reiches bestrebt, dem Bauern |)oo auf andere Weife eine fühlbare Entlastung zu rnchaffen, die sich allein durch Steuersenkungen |'r. auf 387 Millionen Mark beläuft. Imfer Einrechnung der Steigerung der Verkaufserlöse ergibt sich eine Gesamtver- brsserung in einem Jahre um fast 12 Milliarden Mark. Deutliche An- solchen einer beginnenden Gesundung des knuernturns sind der starke Rückgang r Zwangsversteigerungen landwirtschaftlicher Grundstücke und die Verdoppelung der Spareinlagen bei den genossenschaftlichen Dorfkafsen im Jahre 1933 gegenüber dem Vorjahre. Durch die materielle Entlastung der Landwirtschaft sind auch anregende Wirkungen aus die gesamte übrige Wirtschaft ausgegangen. Während die Landwirtschaft am tiefsten Punkt der Krise anfangs 1933 mehr Erwerbstätige umfaßte als Industrie und Handwerk, dürfte sich das Verhältnis heute so verschoben haben, daß fast ein Gleichgewicht in der Zahl der Erwerbstätigen in Landwirtschaft einerseits, Industrie und Handwerk anderseits besteht. Selbst unter der Voraussetzung, daß der gesamte Nahrungsmittelbedarf des deutschen Volkes ausreichend sichergestellt sein muß, reicht die neue Ernte zur Versorgung des Volkes mit Brotgetreide aus, ohne daß auf das Ausland zürückgegriffen zu werden braucht. Das deutsche Bauerntum ist bereit, jede beliebige Menge landwirtschaftlicher Erzeugnisse des Auslandes hereinzulassen, wenn ihre Bezahlung durch eine entsprechende Ausfuhr deutscher Erzeugnisse sichergestellt wird. Daß dies keine graue Theorie ist, hat der Abschluß der Handelsverträge mit Holland, Südslawien usw. gezeigt. Der Nationalsozialismus hat damit die völlig festgefahrenen handelspolitischen Verhältnisse in Europa'aufgelockert, so daß nunmehr eine sinnvolle Ordnung der europäischen Wirtschaft Platz greifen kann. Nach dem Reichsbauernführer spricht der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Hauptamtsletter Reinhardt. Er weist einleitend darauf hin, daß die Arbeitslosigkeit nach den ersten 18 Monaten nur noch 2,4 Millionen beträgt. Es wird gelingen, die Arbeitslosigkeit in wenigen Jahren s o gut wie zu beseitigen. Die Maßnahmen im Kampfe um die Verminderung der Arbeitslosigkeit sind finanzpolitischer, steuerpolitischer und arbeitsmarktpolitischer Art. Von den ersteren hat das Arbeitsbeschaf- f u n g s g e s e tz die gewaltige Arbeitsschlacht ein geleitet, die noch im vollen Gange ist. Durch das Gesetz zur Errichtung der Reichsautobahnen werden unzählige Unternehmungen Aufträge über Aufträge erhalten. Durch das G e - bäudeinstandsetzungsgesetz hat eine gewaltige Belebung aller Zweige der deutschen Wirtschaft eingesetzt. Durch das Gemeindeum- schuldungsgesetz ist allen d en Gemeinden eine Erleichterung geworden, die wegen ihrer kurzfristigen Verschuldung notleidend geworden waren oder in absehbarer Zeit notleidend zu werden drohten. Don steuerpolitischen Maßnahmen war die erste, die auf Anordnung des Führers Gesetz wurde: Die Befreiung der Personenkraftfahr- zeuge von der Kraftfahrzeugsteuer. Nach wenigen Wochen wird das neue Einkommen st euergefetz erscheinen. Es enthält eine Bestimmung, wonach Steuerfreiheit für jegliche beweglichen Gegenstände des gewerblichen oder landwirtschaftlichen Anlagekapitals, deren betriebe« gewöhnliche Nutzungsdauer erfahrungsgemäß zehn Jahre nicht übersteigt, erlangt werden kann. Weitere Maßnahmen zur Verminderung der Arbeitslosigkeit find das Gesetz über die Steuerbefreiung von -neuerrichteten Kleinwohnungen und Eigenheimen, die Senkung der Umsatz st euer der Landwirtschaft um 50 v. H. und der Grund- ft e u e r der Landwirtschaft um 25 o. H. und das neue Umsatz st euergesetz, das ab 1. Januar 1935 in Kraft treten wird. Danach wird die Umsatzsteuer für den Binnengrohhandel auf einheitlich Vs o. H. festzusetzen sein. In dem Gesetz zur Förderung der Eheschließungen schließlich ist der Gedanke der Verminderung der Arbeitslosigkeit mit den großen bevölkerungsvoli- tischen Gedanken verbunden worden. Durch dieses Gesetz ist bis heute bereits eine Entlastung des Arbeitsmarktes um 400 000 erreicht worden. Der Erfolg aller bisherigen Maßnahmen spiegelt sich in aller Eindeutigkeit in den Zahlen über das Auskommen an Steuern, Abgaben und sozialen Versicherungsabgaben. Umsätze und Volkseinkommen bewegen sich unentwegt nach oben. Die Ergiebigkeit der Steuerquellen und der Beitragsquellen wird von Monat zu Monat größer. Die Sozialpolitik im Adolf-Hitler-Staat ist nicht nur darauf abgestellt, die Arbeitslosigkeit zu vermindern, sondern auch darauf, die Kaufkraft und damit den Lebenshaltungsstand der arbeitenden Volksgenossen zu erhöhen. Wir denken nicht daran, uns mit den diesjährigen Erfolgen zu bescheiden. Wenn alle Volksgenossen und Volksgenossinnen im Rahmen der Richtlinien des Führers ihre Pflicht tun, dann können wir der Zukunft frohen Mutes und voller Zuversicht entgegensehen. ♦ Die temperamentvollen Ausführungen Reinhardts riefen immer wieder die begeisterte Zuftim- mung des Kongresses hervor, insbesondere seine eingehende Darstellung des bisherigen Erfolges des Gesetzes über die Gewährung von Ehestandsdarlehen fand großen Beifall. Die bei dieser Gelegenheit von ihm eingeschaltete Bemerkung, daß die Ehestandsdarlehen nicht zuletzt auch eine Mehrbeschäftigung der Spielwarenindu- st r i e nach sich ziehen würden, wurde mit stür - mischer Heiterkeit ausgenommen. Das ausführliche Zahlenmaterial, mit dem Staatssekretär Reinhardt die Verminderung der Arbeitslosigkeit belegte, ließ die ungeheure Größe, aber auch die grandiosen Erfolge des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit erkennen. Der Parteikongreß folgte diesen Ausführungen mit wachsendem Interesse. Reinhardts Versicherung, daß es auch gelingen würde, den Rest der Arbeitslosigkeit zu überwinden und das Ziel der wirtschaftlichen und sozialen Gesundung zu erreichen, ging fast unter in den stürmischen Beifallskundgebungen der Menge, die erneut anstiegen, als der Führer Hauptamtsleiter Reinhardt für feine Arbeit durch einen Händedruck dankte. Alfred Rosenberg spricht dann über das Thema „Der Aufbruch der Jugend in der Welt". Das neu an« gestrebte Gleichgewicht der rassischen und staatlichen Kräfte auf diesem Erdball hat ein neues Gesicht des Heranwachsenden Geschlechts geformt. Für die Äugend ergab sich ein zweifacher Entscheidungsweg: Entweder den Ideen vor 1914 mit doppelter Energie zu folgen, oder aber den Mut zu schöpfen, aus den Forderungen unserer Zeit heraus d e n Staat der Zukunft mit erbauen zu helfen. Die Staaten, in denen so oder so bestimmte Folgerungen aus dem Zusammenbruch gezogen wurden, sind vor allem die Türkei, Rußland, Italien und Deutschland. Die Jugend in der Türkei wächst in neuer Form heran und rückt dieses Land in den Kreis wichtiger weltpolitischer Betrachtungen. Sowjetrußland entwickelte sich zu einer immer schärfer werdenden politischen Diktatur, in der eine kleine Herrscherschicht, ausgerüstet mit allen technischen Waffen des 20. Jahrhunderts, viels Dutzende von Millionen Menschen zu furchtbarer Fronarbeit zwingt. Im faschistischen Italien haben wir mit stärkstem Interesse verfolgt, wie eine energische aroße Persönlichkeit als Ausdruck eines jungen Geschlechts einen neuen Staat formte. Dem Streben nach Wiedergeburt des altrömischen Wesens gemäß ist hier die Volks- und Jugenderziehung vom Staate her geleitet worden.' Die Gestaltung der Jugend wurde unmittelbar aus der feststehenden staatlichen Schöpfung abgeleitet. Der Nationalsozialismus fühlt sich stark genug, um über den Ereignissen des Tages die geschichtliche Situation, in welcher die um neue Lebensformen ringenden Völker stehen, niemals zu vergessen, und er weiß, daß die Erziehung großer Völker nicht eine Angelegenheit weniger Jahre, sondern vieler, vieler 'Jahrzehnte ist. Sodann wandte sich Rosenberg dem national- sozialistischen Deutschland zu. Der Nationalsozialismus hat es verstanden, daß die Begriffe Individuum und Persönlichkeit entgegengesetzt sind, daß Massenhaftigkeit nichts mit Volkheit zu tun hat und daß das von allen Bindungen gelöste Individuum der gestaltlosen Masse gehört. Das Geheimnis des nationalsozialistischen Erfolges liegt neben dem unerschütterlichen Glauben an den Führer in der Tatsache des Willens aller Deutscher begründet, sich nicht als Privatversonen zu fühlen, sondern sich überall zu bekennen als Diener bestimmter Gemeinschaften. Auf den Schultern der deutschen Jugend ruht heute schon eine Verantwortung, wie kaum ein anderes junges Geschlecht sie zu tragen hatte. Diese Jugend soll eingeführt werden in den Glauben des Sozialismus als Weltanschauung und soll begreifen, daß schwere Arbeit eine Ehre und Pflicht für sie darstellt und nicht einen Mißbrauch ihrer Rechte. Unsere deutsche Jugend hat möglichst früh teilzunehmen an unserer sozialen Arbeit, an dem Kampf um Deutschlands Freiheit und Gleichberechtigung und an dem Kampf um die innere Ausgestaltung des deutschen Menschen. Wer einmal die alten'Schicksalsmächte überwunden hat, der wird als Erster imstande fein, d i e besten Grundlagen für eine neue Welt zu schaffen. ♦ Rosenbergs Ausführungen fanden den lebhaften Beifall der Versammlung. Dann vertagte der Stellvertreter des Führers den Kongreß auf Sonntag nachmittag, auf dem bei Anwesenheit des Führers die Reichsleiter Feder, Frank und Hierl sprechen werden. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches verließ der Führer die Kongreßhalle, umbrandet von den stürmischen Heilrufen der begeisterten Bevölkerung, die auf dem Wege zur Stadt die Straßen dicht umsäumt hielt. Die Kriegsopfer auf dem Reichs-Vattettag. Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Mit dem festlichen Kaisermarsch von Richard Wagner wurde am Nachmittag des Freitag die Tagung der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung im Kultur- vereinshaus eröffnet, der neben vielen Ehrengästen auch Reichsminister S e l d t e beiwohnte. Der Reichskriegsopfer-Führer, Pg. Hans Oberf int) ober wies in feinem Rechenschaftsbericht darauf bin, daß ein Soldat, der im Kriege als Held bezeichnet wurde, in sich die Verpflichtung trage, das heroische Leben des Frontsoldaten dem ganzen Volke vor - z ule den. Soldatische Gesinnung dauere über Krieg und Frieden hinaus, sie äußere sich am vornehmsten in der Unterordnung des Einzelnen unter die Interessen der Gesamtheit,' in Disziplin und dem Dienen am Ganzen schlechthin. In dieser Auffassung habe Deutschland drei große Vorbilder: Friedrich den Großen, den verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg und den vom ganzen Volk auf den Schild gehobenen Frontsolda- ten Adolf Hitler. Das unter Adolf Hitler geeinte deutsche Volk sei sich nun auch seiner Pflichten den Kriegsopfern gegenüber bewußt geworden. Zehntausende, darunter auch Schwerverletzte, hätten wieder Brot gefunden. Heimstätten seien ihnen errichtet worden, in der Regierung und in den Parteistellen sei man an der Arbeit, t>em Werk die gesetzliche Krönung zu geben. Von den zukünftigen Ausgaben 'der NSKOV. hob der Reichskriegsopfer-Führer den Kampf um die (Ehre und das Recht Deutschlands in der Welt hervor. Die Gegner von ehedem, an deren Tavfer- keit- die deutschen Frontsoldaten mit Hochachtung zurückdenken, seien zweifellos mit der gleichen Achtung vor dem deutschen Soldaten zurückgekehrt. Diese Achtung müsse und werde Brücken schlagen, diese Achtung der Soldaten voreinander werde zwangsläufig die Achtung der Völker erzwingen. Wir geloben, so schloß her Reich«- kriegsovser-Führer, unserem Führer Treue und Gefolgschaft, damit -das Sterben und Bluten deutscher Soldaten seinen Sinn behalten kann. Wer kann das Khrenkrenz des Welt- krieaes benniraapn? Berlin, 7. Sept. (DNB.) Nachdem nunmehr die Anträge auf Verleihung des Ehrenkreuzes des Weltkrieges gestellt werden können, tauchen immer wieder Fragen auf, wer dieses Ehrenkreuz für sich beantragen kann. Für einen gefallenen verheirateten Kriegsteilnehmer kann, wie mir nnn unterrichteter Seite erfahren, sowohl der Witwe wie den Eltern des Kriegsteilnehmers das Kreuz bewilligt werden. Der Vorbeimarsch des Arbeitsdienstes vor dem Führer auf dem Adolf-Hitler-Platz. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Der Führer bei feiner großen Rede auf der Kulturtagung im Apollotheater. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) < % ' .. :s Das Rohstoffproblem und die technische Forschung. IP. Oie Wissenschaft vom Leder. Bon Professor Or. W. Großmann, Direktor des Kaiser-Wlhelm.Znstiiutel für Bederforschung, Dresden. Der Erfinder der Dampfmaschine, des Phono- oraphen und des Luftschiffes find in aller Mund. Aber niemand nennt uns den oder die Erfinder der er ft en Fellbekleidung oder würdigt auch nur den geistigen Schöpfungsakt jener primitiven Urmenschen, welche den Gedanken ausdachten, ihre eigene Haut durch das Fell eines erlegten Jagd- tieres vor Kälte und Beschädigung zu schützen. Und doch sind solche Erfindungen nicht nur die ältesten, sondern auch die für die Erhaltung und Ausbreitung des Menschengeschlechts nachhaltigsten geblieben. — Es ist aber ein weiter Weg von jenen primitiven Völkern, welche im Familienkreis Tierfelle durch langwieriges Kauen mit den Zähnen oder durch Klopfen mit Steinen herrichteten, bis zu den modernen Riesenbetrieben, die täglich viele Tausende von Großtierhäuten mit Maschinen verarbeiten. Und es ist ein ebenso großer Schritt von jenem alten T y ch i o s in Hyle, der von Homer als Derfertiaer des siebenhäutigen Kampfschildes des Ajax besungen wird, „hoch berühmt in des Leders Bereitung", bis zu jenen farbenprächtigen Gebrauchs- und Luxusgegenständen, die unser Kunst- gewerbe aus allen möglichen Tierhäuten herstellt, und die so gar nicht mehr „ledern" aussehen. Heute kann sich der Gerber nicht mehr zufriedengeben mit roher Empirie und ererbten Rezepten, sondern er verlangt nach wissenschaftlich fundierter gründlicher Materialkenntnis, um darauf eine rationelle Materialbearbsitung aufzubauen. Gerade die deutsche Forschung hat auf diesem Gebiete in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielen können. Im Folgendem soll die Rede sein von einigen gerade heute aktuellen Problemen und Ergebnissen der Forschung auf dem Gebiete der Leder- industrie. Hier ist die der Forschung gestellte Aufgabe deswegen besonders ernst und verantwortungsvoll, weil Deutschland bisher die wichtigsten A u s - gangsmaterialien der Lederindustrie, nämlich sowohl Häute und Felle, wie auch Gerbstoffe e i n f ü h r e n mußte, während anderseits die Ausfuhr der Fertig- und Halbfertigerzeugnis s e der Liderindustrie ein erhebliches A k t i v u m der deutschen Wirtschaft darstellt. Don den wichtigsten Pflanzengerbstoffen sind die Gerbstoffe der Eiche und Fichte einheimischen Ursprungs, während Quebracho, Mimosa, Mangrooenrinde usw. von tropischen und subtropischen Ländern geliefert werden. Die Aufgabe, die wertvollen und bisher viel benutzten ausländischen Gerbstoffe durch einheimische zu ersetzen, wird daher schon seit langem bearbeitet. Künstliche Gerbstoffe. Als synthetische Gerbstoffe, deren Verwendung vor allem in der Kriegszeit und in der ersten Nachkriegszeit ausgearbeitet worden ist, kommen u. a. eine Reihe verschiedenartiger aus Steinkohlenteer gewonnener Sulfosäuren in Frage. Ein völliger Ersatz pflanzlicher Gerbstoffe ist allerdings mit diesen Produkten nicht zu erreichen, aber sie erleichtern die Gerbung und erlauben es, mit weit geringeren Mengen an pflanzlichen Gerbstoffen auszukommen. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den Gerbextrakten aus Fichtenrinde sowie bei der als schwerverwertbares Abfallprodukt unserer Papierfabriken in großer Menge zur Verfügung stehenden soge- * Vgl. den ersten Aufsatz dieser Reihe in Nr. 204 des Gießener Anzeigers vom 1. September. nannten „S u l f i t a b l a u g e". Das Problem, die Gerbung allein mit Sulfitablauge ohne Verwendung sonstiger pflanzlicher Gerbstoffe durchzuführen, ist viel bearbeitet worden, harrt aber noch einer wirklich idealen Lösung. Statt Chromleder - Eisenleder. Schon Ende des vorigen Jahrhunderts hat man gelernt, die vegetabilischen Gerbstoffe durch anorganische Gerbmittel zu ersetzen, unter denen die Verbindungen des Chroms große Bedeutung erlangt haben. Z. B. wird ein erheblicher Teil des Oberleders heute in der ganzen Welt mit Chrom gegerbt. Chrom ist aber ein immerhin verhältnismäßig teures Element, das an sich in Deutschland nicht vorkommt, wenn auch gewisse Mengen davon in unserer Teerfarbenindustrie als Abfallprodukte anfallen. Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, das Chrom durch das chemisch nahe verwandte Eisen zu ersetzen, und es ist lange bekannt, daß eine Gerbung mit Eisensalzen prinzipiell möglich ist. Der praktischen Durchführung dieses Gedankens haben sich aber zunächst erhebliche Hindernisse in den Weg gestellt. Die Eigenschaften der eisengegerbten Leder sind bei geeigneter Gerbweise an sich nicht ungünstig, aber es hat sich zunächst gezeigt, daß die meisten Leder dieser Art in bezug auf ihre Lagerbeständigkeit zu wünschen übrig ließen. Es ist aber gelungen, Mittel und Wege zu finden, um diese ungünstigen Wirkungen des Eisens auszuschalten und durch Eisengerbung sowohl Sohlleder wie Oberleder zu erhalten, die hohen Ansprüchen genügen und sich als vollkommen lagerfest erweisen. Die Arbeit des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Lederforschung in Dresden hat wesentlichen Anteil an diesem Fortschritt. Es gibt noch keine künstliche Haut. Ein Blick auf die Außenhandelsstatistik zeigt, daß unser Bedarf an Häuten und Fellen von der einheimischen Landwirtschaft kaum zur Hälfte gedeckt werden kann und daß ein Vielfaches der für die Gerbstoffeinfuhr erforderlichen Summe für die Einfuhr ausländischer Häute und Felle aufgewandt wexden mutz. Man könnte demnach versucht sein, die Suche nach Ersatz st offen für die natürliche tierische Haut unter den zeitgemäßen Aufgaben der Lederforschung an die erste Stelle zu setzen. Die Besonderheiten der tierischen Haut bringen es mit sich, daß die Verhältnisse hier doch nicht ganz einfach liegen. Die tierische Haut muß den Körper vor mechanischen und physikalischen Einflüssen der Umwelt, wie Verletzungen, Kälte, -Nässe usw. schützen, und außerdem den Kampf gegen Krankheitserreger und Parasiten aller Art führen. Daneben vermittelt sie aber einen außerordentlich intensiven und feingeregelten Stoff- und Wärmeaustausch mit der Umwelt. Sie ähnelt demnach nicht einer Gummihülle, sondern sie ist ein hochorganisiertes, lebendes, atmendes Organ, das in seinem wunderbar zweckmäßigen Ausbau durchaus einzigartig ist. Auch für das Endprodukt, das Leder, das große mechanische und chemische Widerstandsfähigkeit mit hoher Luftdurchlässigkeit vereinigen soll, sind diese Eigenschaften durchaus wesentlich. Das Problem, die tierische Haut durch einen Ersatzstoff vollwertig zu ersetzen, dürfte daher nicht von heute auf morgen lösbar fein. Schadenverhütung verbessert Rohstofflage. Es gibt aber andere und wohl rascher zum Erfolg führende Wege, um die Rohstoffversorgung der deutschen Lederindustrie zu unterstützen. Es ist viel zu wenig bekannt, daß der deutschen Volkswirtschaft alljährlich Häutematerial im Werte von vielen Millionen Reichsmark durch S ch ä d e n der verschiedensten Art verlorengehen. Diese Schädigungen beginnen schon beim lebenden Trer. Allein der durch die Dasselfliege verursachte Häuteschaden wird in Deutschland auf etwa sechs bis acht Millionen Reichsmark im Jahr veran- chlagt. Hier wird das Ende des vergangenen Iah- res erlassene Dasselgesetz bald wirksame Abhilfe chasfen. Zu dem Dasselschaden kommen andere Parasitenschäden der verschiedensten Art, z. B. Schädigungen durch Milbenerkrankungen, Läuse, Zecken, Haarpilzerkrankungen, aber auch durch unsaubere oder unsachgemäße Haltung und Behandlung des Viehes, z. B Stacheldraht und Darnenrisse, Brand- und Farbzeichen, Geschirrdruck, Wunden und Narben der verschiedensten Art, Striegelrisse, Mistflecken usw., schließlich durch Unachtsamkeit beim Ab - häuten der Schlachttiere („Schnittfehler ). Leider werden diese Schäden, die gerade heute u n - bedingt vermieden werden müßten, immer noch zu wenig beachtet. Der Kampf gegen die Konservierungsfchäden. Ehe die Häute verarbeitet werden, werden sie gewöhnlich längere Zeit in gesalzenem Zustand gelagert. Hierbei entstehen die sogenannten Konservierungsschäden, die auf Fäulniserscheinun- gen infolge ungeeigneter Methoden der Konservierung ober deren unsachgemäße Handhabung berufen. Alle diese Schäden zeichnen sich am fertigen Leder ab und sie bedeuten nicht nur für den Gerber, sondern für die gesamte Volkswirtschaft einen schweren Verlust. Das Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Lederforschung hat auch diese Schäden eingehend untersucht und geeignete Konservierungsmethoden ausgearbeitet, die feit einer Reihe von Jahren in großem Mahstabe in verschiedenen deutschen Schlachthäusern erprobt werden. Die Ergebnisse dieser jetzt besonders aktuellen Bestrebungen sind heute schon unbedingt erkennbar. Zum Tor des Ostens. Don unserem nach Tokio entsandten R. W.-Äerichterstatter.* (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Singapore, August. In Colombo war unsere Zeki leider nur recht kurz bemessen. Wir muhten uns daher auf die Besichtigung der Stadt selbst und des Singhalesen- oorfes Mount Lavinia beschränken. Bei längerem Aufenthalt hätten wir nicht versäumt, mit der Bahn oder einem Auto zur alten Königsstadt Kandy in den Bergen zu fahren, um unterwegs einen der schönsten botan i sch en Gärten der Welt, den „Royal Botanic Gardens Peradeniya“ zu besichtigen. Aehnliche Anlagen, allerdings in verkleinertem Maße, gibt es fast in jeder Stadt Ostindiens, und man muß den Engländern zugestehen, daß sie ihren „Settlements“ Form und Farbe zu geben wissen. Das darf uns aber auch nicht hindern, immer wieder den brutalen Vernichtungseidzug Englands gegen das über- eeifche Deutschtum ins Gedächtnis zu rufen, der ich noch heute überall fühlbar macht. Wo einst Hunderte von deutschen Kaufleuten, Dutzende großer deut cher Firmen ansässig waren, müssen heute einige wenige Vertreter einst blühender großer Warenhäuser wieder von unten her aufzubauen suchen. Aber man macht dem Deutschen das Leben wirklich nicht leicht. Besonders erschwerend ist die feindselige Haltung der Engländer, die darauf abzielt, auch die Deutschen als „nicht ganz vollwertig" hinzustellen. „Second dass“ — ist das Schlaa- wort, und das bedeutet: eine Gesellschaftsschicht zweiten Ranaes. Jeder, der im Fernen Osten gelebt hat, wird wissen, wie gefährlich sich derartige Kampfmethoden für die Betroffenen auswirken können. Das erinnert durchaus an die Kriegszeiten, als man deutsche Gefangene von Eingeborenen überwachen oder gar mißhandeln ließ: als man 1920 in Shanghai deutsche Familien von chinesischer Polizei auf die Transportschiffe bringen und wie lebenslängliche Deportierte unter unwürdiger Behandlung in die Heimat zurückführen ließ. Das Häuflein der Ausländsdeutschen verliert nicht gern viele Worte darüber, wie sehr es gelernt hat, daß alle persönlichen Beziehungen in dem Augenblick versagen, wenn die Politik zu sprechen beginnt: Der tadellose Gentleman, der eifersüchtig über die strikte Innehaltung seiner genau geregelten Tageszeiten wacht, der aber im Geschäftsleben keinen Wett- kampf liebt, wird zu einem kaltberechnenden und rücksichtslosen Gegner, wenn das Interesse des britischen Empire es verlangt. Es ist nützlich, diese Tatsachen nicht aus den Augen zu lassen... In Colombo leben heute vierzehn Deutsche, in Penang fünf, in Singapore etwa achtzig. Günstiger liegen die Verhältnisse auf den Philippinen ober in Holländisch-Jndien. In Soerabaya auf Java sind noch rund fünfhundert Deutsche ansässig, in Manila (Philippinen) etwa dreihundert. * Dgl. auch die Aufsätze in Nr. 198 des G. A. vom 25. Slug, und Nr. 204 des G. A vom 1. Sept. Bei der augenblicklichen Wirtschaftslage wird es schwer fein, in absehbarer Zeit an eine Verstärkung unseres überseeischen Einflusses zu denken. Die Konkurrenz des englischen Pfundes, des amerikanischen Dollars und des japanischen Pen hat gerade im Osten so scharfe Formen angenommen, daß vorläufig ein Ausgleich der Wirtschaften nicht möglich erscheint. Wer in Port Said mit deutscher Mark, italienischer Lira ober einem kleinen Rest Schweizer Franken gelandet ist, der gibt es in Shanghai bestimmt auf, durch die vielen auf- und abgeroerteten Gelbforten hinburchfinben zu wollen. Also, wie war bas boch noch? Man hat eine englische Zehnschillingnote, zwei ©traitsbollars und bret amerikanische Dollars in ber Hanb unb geht aus, Einkäufe in Manila zu machen, wo ber Peso einen halben amerikanischen Dollar wert ist. Man muß einen ganzen Kursbogen im Kopf haben, um bem eifrig rechnenben Geschäftsmann folgen zu können. Und am Schluß stellt man meist doch einen nicht wieder einzubringenden 93 e r l u ft fest, den man auf das Konto „Uebriges" schreiben muß, so- fern man nicht um feinen Lebensmut gebracht werden will. Schlimm wird es aber erst i n H o n g- fong und Shanghai, wenn chinesische Dollars geheimen Gesetzen einer Rechenmaschine mit Küael- chen rechts und links unterworfen sind. Das ist Der Beginn jener Zeit der „squeezes“, die wie eine geheime Steuer auf dem Privatvermögen ruhen Scheinbar unbeteiligte Menschen, heimliche Rechner und unheimliche Menschenkenner treffen blitzschnell eine Einschätzung deiner Abgabewilligkeit und finden immer den richtigen „squeeze“ —- sei er nun auf Mark, Dollars, Pfunde ober Schillinge, (Bulben, Franks ober Pesos abgestellt. Wo bu auch immer Gelb ausgeben willst, in ßäben, Bazaren, Bars, Autos, Rickschas, Museen usw. — immer sorgst du für ben Lebensunterhalt einer Gruppe von Männern, die Zigaretten rauchen, Betelnuß kauen ober nahrhaftem Knoblauchgenuß frönen. Sich gegen ben „squeeze“ zur Wehr setzen zu wollen, erregt günstigenfalls nur bie Heiterkeit aller Umherstehenden. Aber wir müssen weiter nach Penang, denn die Reise ist noch weit. Hinter Singapore liegt Nordborneo, wo die Engländer einen ergiebigen Oeldesitz haben. Dann folgt Manila, und endlich sind wir in China, an dessen Eingangspforte Hongkong liegt, das wieder ein- mal den Engländern gehört. Der Monsun machte unserem Schiff auch hinter Colombo zu schaffen, aber die meisten Reifenden sind nun schon richtige Seebären mit dem schwankenden, in ben Knien wippenben Gang bes Matrosen geworben. Man freut sich über bie heranrollenben Wogen unb. über bie Wassermassen, die sich über das Dor- oder Hinterschiff wälzen, um mit schäumendem Getöse durch die Reeling zurückzufluten. Dem richtigen Seemann, der in hohen Wasserstiefeln an den Haltetauen über die Ladedecks torkelt, ist ein bißchen „Wasser über Bord" Lebensinhalt. Sein Appetit erfährt jeden- Oer alte Baum. Don Hermann Hesse. Wenn man lange allein gelebt hat und älter wird, beginnt man merkwürdig anhänglich an Dinge zu werden. Seit vielen Jahren hat meine tägliche Gesellschaft, mein dauernder Umgang nicht mehr aus Menschen bestanden. Zwar fehlt es mir nicht ganz an Freunden unb an Freundinnen, aber ber Umgang mit ihnen ist eine festliche, nicht alltägliche Angelegenheit: bas bauernbe unb täaliche Zusammenleben mit Menschen habe ich verlernt. Ich lebe allein, unb so kommt es, baß im kleinen unb alltäglichen Umgang an bie Stelle der Menschen für mich mehr unb mehr bie Dinge getreten finb. Der Stock, mit bem ich spazieren gehe, bie Tasse, aus ber ich meine Milch trinke, bie Vase auf meinem Tisch, bie Schale mit Obst, ber Aschenbecher, die Stehlampe mit dem grünen Schirm, ber kleine inbische Krischna aus gelber Bronze, bie Silber an ber Wanb unb, um bas Beste nicht zu vergessen, bie vielen Bücher an ben Wänben meiner kleinen Wohnung, sie finb es, die mir beim Aufwachen unb Einschlafen, beim Essen unb Arbeiten, an guten unb bösen Tagen Gesellschaft leisten, bie für mich vertraute Gesichter haben unb mir die angenehme Illusion von Heimat und Zuhausesein geben. Noch sehr viele andre Gegenstände zählen zu meinen Vertrauten, Dinge, deren Sehen und Anfühlen, deren stummer Dienst, deren stumme Sprache mir lieb ist und unentbehrlich scheint, unb wenn eins dieser Dinge mich verläßt unb von mir geht, wenn eine alte Schale zerbricht, wenn eine Vase herunterfällt, wenn ein Taschenmesser verloren geht, bann finb es Verluste für mich, bann muß ich Abschieb nehmen und mich einen Augenblick besinnen und ihnen einen Nachruf widmen. Auch mein Arbeitszimmer mit feinen etwas schiefen Wänden, feiner alten, ganz verblaßten Goldtapete, mit den vielen Sprüngen im Bewurf der Decke gehört zu meinen Kameraden und Freunden. Es ist ein schönes Zimmer: ich wäre verloren, wenn es mir genommen würde. Aber das schönste an ihm ist bas Loch, bas auf ben kleinen Balkon hinausführt. Von ba aus sehe ich nicht nur ben See von Lugano bis nach San Mammetta, mit ben Buchten unb Bergen unb ben Dutzenben von fernen unb nahen Dörfern, fonbern ich sehe (unb bas ist mir bas liebste baran) auf einen alten, stillen, verzauberten Garten hinab, wo alte, ehrwürdige Bäume sich im Wind und Regen wiegen, wo auf schmalen, steil abfallenden Terrassen schöne hohe Palmen, schöne üppige Kamelien, Rhododendren, Magnolien stehen, wo die Eibe, die Blutbuche, die inbische Weibe, die hohe, immergrüne Sommermagnolie wächst. Dieser Blick aus meinem Zimmer, | diese Terrassen, diese Gebüsche und Bäume gehören noch mehr als die Zimmer und Gegenstände zu mir und meinem Leben, obwohl sie nicht mein Eigentum sind, sie sind mein eigentlicher Freundeskreis, meine Nächsten, mit ihnen lebe ich, sie halten zu mir. Unb wenn ich einen Blick über diesen Garten werfe, so gibt er mir nicht bloß bas, was er bem entzückten ober gleichgültigen Blick jedes Fremden gibt, sondern unendlich viel mehr, denn dies Bild ist mir durch Jahre und Jahre zu jeder Stunde des Tages und der Nacht, bei jeder Jahreszeit und Witterung vertraut, das Laub jedes Baumes sowie seine Blüte und Frucht ist mir in jedem Zustand seines Werdens und Einfterbens wohlbekannt, jeder ist mein Freund, von jedem weiß ich die Geheimnisse, die nur ich und sonst niemand weiß. Einen dieser Bäume verlieren, heißt für mich einen Freund verlieren. Im Frühling gibt es eine Zeit, da ist der Garten brennend rot von der Kamelienblüte, und zu Anfang Juni blühen die Palmen, und hoch in den Bäumen klettern überall die blauen Glyzinien. Aber die indische Weide, ein kleiner, fremdartiger Baum, der trotz seiner Kleinheit uralt ausfieht und das halbe Jahr zu frieren scheint, die indische Weide traut sich erst im Sommer mit ihren kleinen Blättern hervor, und zu blühen wagt sie erst in der Mitte des Augusts. Der schönste aber von all diesen Bäumen ist nicht mehr da, er ist dieser Tage vom Sturm abgebrochen worden. Ich sehe ihn liegen, er ist noch nicht weggeschafft, einen schweren, alten Riesen mit geknicktem unb zerschlissenem Stamm, unb sehe an der Stelle, wo er stand, eine große breite Lücke, durch die der ferne Kastanienwald und einige bisher unsichtbare Hütten hereinschauen. Es war ein Judasbaum, jener Baum, an dem der Verräter des Heilands sich erhängt hat, aber man sah ihm diese beklommene Herkunft nicht an, o nein, er war der schönste Baum des Gartens, und eigentlich war es seinetwegen, daß ich vor manchen Jahren einst diese Wohnung hier aemietet habe. Ich kam damals, als der Krieg ^u Ende war, allein und als Flüchtling in diese Gegend, mein bisheriges Leben war gescheitert, und ich suchte eine Unterkunft, um hier zu arbeiten und nachzu- denken unb die zerstörte Welt mir von innen her wieder aufzubauen, und als ich meine jetzige Wohnung anschaute, gefiel sie mir nicht übel, den Ausschlag aber gab der Augenblick, wo die Wirtin mich auf den kleinen Balkon führte. Da lag plötzlich unter mir der Garten Klingsors, unb mitten bar in I leuchtete hellrosig blühenb ein gewaltiger Saurii, nach besten Namen ich sofort fragte, unb siehe, es war ber Jubasbaum, unb Jahr für Jahr hat er seither im Mai geblüht, Millionen von rosigen Blüten, bie bicht an ber Rinbe sitzen, ähnlich etwa wie beim Seibelbast, unb ber Blüte folgte später bas hellgrüne Laub, unb noch später hingen tn biesem Laub bunteipurpur und geheimnisvoll in dichter Menge die Schoten. Wenn man ein Wörterbuch über den Judasbaum befragt, bann erfährt man natürlich nicht viel Gescheites. Von Jubas unb Heilanb fein Wort! Dafür steht ba, baß dieser Baum zur Gattung der Leguminosen gehöre und Cercis siliquastrum genannt werde, daß seine Heimat Südeuropa fei und daß er da und dort als Zierstrauch vorkomme. Man nenne ihn übrigens auch „falsches Johannisbrot". Das ist, was im Lexikon über meinen Baum steht. Weiß ©ott, wie da der echte Judas und der falsche Johannes durcheinander geraten finb! Aber wenn ich bas Wort „Zierstrauch" lese, muß ich lachen. Zierstrauch! Ein Baum war es, ein Riese von einem Baum, mit einem Stamm so bitt, wie ich es auch in meinen besten Zeiten nie gewesen bin, unb sein Wipfel stieg aus ber tiefen Gartenschlucht beinahe zur Höhe meines Balkönchens herauf, er war ein Prachtstück, ein wahrer Mastbaum! Ich hätte nidjt unter diesem „Zierstrauch" stehen mögen, als er neulich im Sturm zusammenbrach und einstürzte wie ein alter Leuchtturm. Es war ohnehin keine gute Zeit. Der Sommer war plötzlich krank geworden, und man fühlte fein Sterben voraus, und am ersten herbstlichen Regentag mußte ich meinen liebsten Freund (keinen Baum, ach, sondern einen Menschen) zu Grabe tragen, und seither war ich, bei schon kühlen Nächten und häufigem Regen, nicht mehr richtig warm geworden und trug mich schon mit Abreisegedanken. Es roch nach Herbst, es roch nach Tod. Und nun kommt da eines Nachts ein wilder, lauer Südfturm geblasen, reißt die Weinberge wüst zusammen, schmeißt Schornsteine um und nimmt, noch in den letzten Stunden, auch noch meinen lieben Baum mit. Ich weiß noch, wie ich als Knabe unb Jüngling es liebte, wenn in herrlichen romantischen Erzählungen von Hauff oder Hoffmann die Aequi- noftiaiftürme so unheimlich bliesen! Genau so war es, so schwer, so unheimlich, so wild und beengend preßte sich der dicke warme Wind, als tarne er aus der Wüste her, in unser friedliches Tal und richtete ba feinen Unfug an. Es war eine häßliche Nacht, keine Minute Schlaf, außer ben kleinen Kindern hat im ganzen Dorf kein Mensch ein Auge zugetan, unb am Morgen lagen bie zerbrochenen Ziegel, bie zerschlagenen Fenstergläser, die geknickten Weinstocke da. Für mich ist das Unersetzliche ber Judasbaum. Es wird zwar ein junger Bruder nachgepflanzt werden, dafür ist gesorgt: aber bis er auch nur halb so stattlich werden wird wie sein Vorgänger, werde ich längst nicht mehr da fein. Als ich neulich im fließenden Herbstregen einen lieben Freund begraben habe und den Sarg in das nasse Loch verschwinden sah, da gab es einen Trost: er hatte Ruhe gefunden: er war dieser Welt entrückt, die es nicht gut mit ihm gemeint hatte. Beim Judasbaum habe ich diesen Trost nicht. Wir armen Menschen können, wenn einer unsrer Brüder begraben wird, etwa sagen: „Nun, er hat es gut, im Grund ist er ja zu beneiden." Bei meinem Baum kann ich das nicht sagen. Er wollte ganz gewiß nicht sterben, er hat bis in sein hohes Aller hinein Jahr für Jahr überschwenglich unb prahlend seine Millionen von strahlenben Blüten getrieben, hat sie froh unb geschäftig in Früchte verwanbelt, hat bie grünen Schoten der Früchte erst braun, bann purpurn gefärbt unb hat niemals jemanden, ben er sterben sah, um feinen Tob beneibet. Vermutlich hielt er wenig von uns Menschen. Jetzt liegt feine riesige Leiche im Garten und hat im Fallen noch ganze Volker von kleineren und jüngeren Gewächsen zu Tode gedrückt. Weinbau an der Saale. In früheren Jahrzehnten gab es an ber Saale einen ziemlich ausgedehnten Weinbau. Zu Beginn bes zwanzigsten Jahrhunberts verschwanb er in den meisten Gegenden bis auf geringe Reste. Noch "V Jahre 1884 wurden in der Flur Camburg amiha) nicht weniger als 34 375 Weinstöcke gezählt. thüringische Regierung ist neuerdings eifrig bemüht' ben Saale-Weinbau roieber zu frischem Leben zu erwecken. Die ©runblage bilben ber Kreisweinberg bei Kaatschen, ein solcher bei Wichmar und enn dritter, ber bei Sieglitz im Entstehen ist. Pinguin-Eier und Walroß auf der Speisenkarte. Auf der Speisenkarte eines berühmten Londoner Restaurants findet man als Neuheit jetzt 91,e' genbe Fische. Sie wurden kürzlich nach Eng' land gebracht unb hier versuchsweise ^übereilet sollen köstlich schmecken. Auch Pinguin-Eie gelten neuerbings als Delikatesse. In Rußlanb wir man in nächster Zeit sehr viel Walfisch unb roßfleisch essen, bas, um ber drohenben Hungersno in Rußland zu steuern, zur Zeit in Wladiwostok 3 Konserven verarbeitet wird. niedergehenden Sonne den Eindruck gewaltiger Ku- lissen mit theatralischen Beleuchtungseffekten. Mit einbrechender Dunkelheit, die in den tropischen Ländern nach kurzer Dämmerung kaum einen lieber« gang von Nacht und Tag kennt, leuchten auf den Spitzen der Berge, aus vorgeschobenen Landzungen oder auf einsamen Inseln die Wegweiser für den Seefahrer auf: Leuchttürme, Leucht- und Blinkfeuer, die weite Lichtkreise in regelmäßigen Zeiten durch die Nacht senden. Man muß einige Nachtstunden an Deck verbringen, um die Schönheiten des tropischen Himmels auf sich wirken zu lassen, der durch die grenzenlose Weite des Meeres noch ge» wattiger und unergründlicher auf uns wirkt. Das uns so vertraute Sternbild des großen Bären steht dicht über dem Horizont, der Polarstern verschwindet in der Unendlichkeit. Dafür tauchen auf der anderen Seite neue Bilder aus dem Weltenraum auf: Das Kreuz des Südens, das südliche Dreieck, der gewaltige Canopus und der Skorpion. Unvergeßlich für den Ostasienfahrer sind aber die Nächte, in denen das Schiff im hellsten Grün leuchtende Wellen aufwirft unK in weiter Ferne alle Wogenkämme grünleuchtende Kronen tragen. Derartige Eindrücke lassen dann auch alle Mühseligkeiten der tropisch-feuchten Hitze, des Monsuns und des Samums vergessen, der die Fahrt durch das Rote Meer so unerträglich machte. älls erfreuliche Steigerungen: und der Labskaus chmeckt ihm dann noch einmal so gut, wenn er für (inen sich wiegenden Magen bestimmt ist. Unver- tesserliche Landratten freilich werden nie das Der» ^eh->n und immer wieder zu Tee und Zwieback ihre Zuflucht nehmen. Endlich kamen mir an die Nordspitze von Sumatra. Wir betreten dort gewissermaßen holländischen Boden. Wer sich eine Vorstellung von der Größe Niederländisch-Jndiens machen will, der pergegenroärtige sich, daß das Königreich der Nie- terlanbe in dem nördlichsten Zipfel Sumatras Zlatz hat und daß der gesamte holländische Besitz in Ostindien sechzigmal so groß ist wie das uropäische Mutterland. Unsere Fahrt geht zwischen der Küste von Su- natra und der Insel hindurch, auf der sich der wich- rge Kohlenhafen ©ab ang befindet. Die sich wei- l2r nach Norden erstreckenden Inselgruppen der Mobaren und Andamanen, die im weiten Bogen ler Malakkastraße vorgelagert sind, gehören — wie lUc strategisch irgendwie wichtigen Punkte — den Engländern. Die Fahrt zwischen diesen Inseln und [er Küste gehört zu den schönsten Teilen der Reise rad? Ostasien. Die Inseln ragen wie gewaltige Serge mit starker Bewaldung aus dem Meere em- 'er und erwecken in ihrer Vielgestaltigkeit der Lüsten und ihrem Farbenreichtum der auf- und M dem neuen Zeppelin ins Innere Brasiliens. Großzügige Pläne für eine Forschungsexpedition Dr. Eckeners mit deutschen und brasilianischen Gelehrten in die Urwälder Südamerikas. Don unserem P.B.-Korrespondenten. Rio de Janeiro, August 1934. Schon vor Fahren plante Dr. Eckener, den in Bau befindlichen Zeppelin in den Dienst i>r wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Jnter- t jen Brasiliens zu stellen, das als erstes Land die Bedeutung des modernsten Verkehrsmittels der Delt in ihrem vollen Umfange erkannt und die tun Deutschland eingeleitete Uebersee-Ver- kindung Brasilien —Europa nach Kräf- in gefördert hatte. Brasilien ist einer der wenigen kroß-Staaten, der auf seiner Landkarte noch recht tiifangreiche weiße Flecke hat. Ein großer teil der riesigen Bodenschätze, die das Land besitzt, i. deshalb heute noch völlig unbekannt. Den wirk- lil)en Reichtum der brasilianischen Flora an wirt- gastlich wichtigem Pflanzenmaterial kennt man i^halb noch nicht. Die Möglichkeiten der Verkehrs- i'chließung des zukunftsvollen brasilianischen Hin- rlanöes sind deshalb noch nicht erforscht. Rätsel c weben schließlich auch über den zweifellos vor- h ndenen steinernen und lebenden Resten der Vorgeschichte Brasiliens und Südamerikas, b» von entscheidender Bedeutung für die Borgest ichte der ganzen Menschheit sind. Den Zeppelin für eine Erkundung dieses „un- bfannten Brasiliens" dienstbar zu machen, schlug I". Eckener vor mehreren Jahren schon interessier- tm brasilianischen Kreisen vor. Seine Idee steht fyiute vor der Verwirklichung. Im letzten Jahr ijtfcen die Bestrebungen wissenschaftlicher und wirkst,östlicher Zusammenarbeit zwischen Deutschland irib Brasilien sich besonders stark verdichtet. Unter F: hrung von Prof. V a g e l e r entsandte Deutsch- Icib eine wissenschaftliche Studien- li mrnission, um Möglichkeiten der deutschen Lrdlung in Brasilien und engerer Wirtschaftsde- ülhungen zwischen beiden Ländern zu untersuchen. %id) Beendigung einer langen Expeditionsreise bc Kommission durch Parana übernahm das bra- siianische Landwirtschaftsministerium den Leiter b~ Kommission als bodenkundlichen Sachverstän- i b;jen und Professor an der Landwirtschaftlichen i chschule in Rio de Janeiro. Die so erreichte enge £ chlungnahme zwischen deutscher und brasiliani- ; (ter Wissenschaft führte notwendig zu einer W i e- d raufnahme der alten Pläne Dr. Eckeners, st" die sich nun bei der brasilianischen Regierung G neral Rondon besonders warm einsetzte. ,®:neral Rondon ist als Leiter des Jndianerschutzes 1116 der Grenzkommission der brasilianischen Regierung zweifellos der beste Kenner des bra- Aus dem Rückzug. Don Karl Benno von Mechow. Eben erscheinen in der bekannten „Kleinen Bücherei" des Verlages Albert Langen - Georg Müller, München, drei neue Bändchen, in denen das große Geschehen desKrieges dichterisch beschworen wird. Mit Erlaubnis des Verlages bringen wir aus der Erzählung „Sorgenfrei" von Karl Benno von Mechow das Anfangs-Kapitel. Der Winter begann mit Stürmen, mit Regen und j icinee, indessen der Kriea in sich verfiel. War es r-zlich, war es vor dreihundert Jahren? Darum eit es hier nicht. Ein Krieg endete, er brach aus- runder wie ein mürbes Gefäß, das dem Schicksal tu.- den Händen gefallen war. Uber um ihn geht es hier nicht, es geht um Men- i)in: Friedrich Ramm und seine in verborgener :tHe blühende Frau, sie lebten und sie starben am let en, wie es ihnen bestimmt war. 3oie Scherben des großen Krieges rollten über die Jcte, viel Schutt deckte die hoffenden Felder; aus I?t baltischen Ländern zogen die deutschen Trup- $?r ab. &ie eilten ihrer Heimat entgegen und sahen sich lid:t mehr um. In großen und kleinen Haufen mar- foiftrten sie, flüchtend die einen, in soldatischer Zucht re anderen, alle jedoch eilend und von einem einig n Wunsche getrieben. Dieser Wunsch war das ^anmanbo ihrer armen und atemlosen Reise, ein n'zeres kannten sie nicht. (üe sah eg vor sich, was das Ihrige war: Haus, sriu, Kinder und Leden. Was sie hinter sich ließen, kir werte sie nicht. Ttzr Marsch war schwer, die Gefahren liefen hin- Lc ihnen her, kamen ihnen zuvor und fielen sie von lr Seite an. Die deutsche Grenze war noch fern, kcum ihrem sehnsüchtigen Gedanken erreichbar. Die flijen waren hinter ihnen her und bedrohten ihre Zcuken. Aufständrsche saßen in allen Dörfern und LicDten, schossen aus den Häusern und sperrten istm das Quartier. An der Küste Estlands beglei- tue ein Geschwader, das aus Kronstadt gekommen Jn„ ihren Zug und warf schwere Granaten weit N das Innere des Landes. Eie trafen nichts, die dort auf ihren Schiffen, -leicht konnten sie mit ihren großen Kanonen t richtig schießen, die rotbemützten Helden der lÜchen Revolution. Nicht erinnerlich, daß auch noch in das fliehende Heer Wunden schlugen. 2bf- das Gurgeln und Poltern ihrer schweren Grasilianischen Hinterlandes. Durch seine Vermittlung interessierte sich bald auch der brasilianische Generalstab für den vorgeschlagenen Forschungsflug des Zeppelin. Die Kontrollkommission für Expeditionen, die von der brasilianischen Regierung vor kurzem gegründet worden war, erteilte dem Flugplan daher im Juli dieses Jahres ihre volle Zustimmung. Der brasilianische Bundespräsident selbst nahm an der Idee so starken Anteil, daß er persönlich die sonst nicht übliche Gegenzeichnung der Expeditionslizenz vornahm. Die Vorarbeiten zu • der Flugexpedition haben deshalb schon begonnen. «Da es die Reichweite des Zeppelin erlaubt, der Forschungsreise eine Ausdehnung zu geben, wie es ein derartiges Unternehmen bisher noch nie erreichen konnte, liegt ditz Reiseroute erst in ihren Grundzügen fest. Der Gesamtflug umfaßt etwa 26 OOO Kilometer und zerfallt in drei Etappen von 8000 bis 9000 Kilometer, die sämtlich in Rio de Janeiro ihren Ausgang nehmen. Die erste Flugschleife führt durch die unbekannten Regionen des Amazonas- ged i e t e s. Der Zeppelin wird dabei die auf jedem andern Weg völlig unzugänglichen Sumpfgebiete des Amazonas und feiner Nebenflüsse überfliegen. In dem weltberühmten Orchideen- Gebiet des Rio Madeira wird die Gondel zu bisher undurchführbaren Einzeluntersuchungen eine Landung vornehmen. Schließlich soll der Zeppelin in dem riesigen Anfluggebiet zwischen Bahia und dem Amazonas die dort vereinzelt schon entdeckten, aber bann nie wieder aufgefundenen alten Ruinen st ädte feststellen, so z. B. das bekannte S i n c p o r a. Durch die Einzeluntersuchungen von der Gondel aus können dabei kulturhistorisch entscheidende Festellungen über Alter und Entstehung dieser Stadtruinen gemacht werden. Die Mittelschleife, die Zentralbrafilien umfaßt, wird zweifellos einen der Höhepunkte der Reise bringen. Der „Vater" des brasilianischen Jndianerschutzes, General Rondon, wird in Motto Grosso eine Zusammenkunft aller erfaßbaren Indianer st ämme durchführen Im Goldminengebiet Motto Grossos wird auch die Suche noch den sagenhaften Marthyrios begonnen, in denen der Forscher F a w c e 11 verschwunden ist. Man wird die Städte und Wohnsitze, die Faw- cett in diesen Regionen vermutete, zu finden suchen. Ein altes Volk soll dort sitzen, ferner befinden sich dort auch angeblich Steindenkmäler ähnlich denen, naten herrschte gewaltig über dem Lande und erschütterte manches flüchtende Herz. Der fliehende Mensch ist von allen armen Menschen der ärmste, — aus jedem Busch neben dem Wege wächst ihm eine Gefahr, der Schrei einer Krähe läßt seinen Atem stocken. Er bedarf keines Gewitters. Ihm genügt der leiseste Wind. Ihm genügt, daß in den Lüften ein seltsamer Aufruhr ist und schwere Granaten ihre Wege rauschen. Er bezieht alles auf sich, er verstummt, er hastet gebeugt und augenlos über seine Straßen. Schlecht steht es um den fliehenden Menschen, denn sein Herz ist ohne Trost. Sein Herz ist jeder Schönheit, jeder. Güte verschlossen, ist Kälte und Ichsucht wie erloschen. Wer ihm eine Blume wiese, über den würde er lachen. — Dennoch geschah es, daß in einer der einsam ziehenden Kolonnen ein Mann zu einem Manne von der Liebe sprach. Es mar ein Trupp Reiter. Er gehörte nicht zu denen, die ohne Anhalt und Besinnung eilten, immer nur eilten, nicht zu denen, die das von der Führung bestimmte Nachtquartier in wilder Sorge überliefen, die auf den Schlaf verzichteten, um nur immer im Laufen zu bleiben, die von jeder Minute verlangten, daß sie durch sie der Heimat um einige Schritte näher gebracht würden. Es war ein Zug Dragoner, er ritt gemessen wie im Frieden, langen Schritt und kurzen Trab, auf Lucke und die Lanzen auf der Lende. Sie waren nicht fröhlich, aber es fielen Ihnen auch keine Tränen in den Bart. Sie waren auf dem Marsch, wie sie €5 oft gewesen. Es ist der Marsch durch das Leben: einmal vor, einmal zurück. Einmal wird er enden. Der Führer, ein Leutnant, ritt mit dem Sergeanten an der Queue, denn hinten war der Feind. Sie waren Nachsicherung, sie waren die letzten des heimwärtsziehenden Heeres. Eine Brücke hatten sie gehalten und dann gesprengt. Nun holten sie langsam auf. Und im Winde ihres herbstlichen Reitens, auf einer leeren in Nässe ertrinkenden Straße, unter dem fern über die kahlen Länder brausenden Orgel- ton der Schiffsgranaten erzählte dieser Leutnant ein privates Stücklein seines Lebens. Er sprach zu feinem bärtigen Sergeanten von einer Liebe. Nein, das tat er wohl nicht, und man konnte nicht finden,'daß er sich etwa schamlos entdeckte, sich als Führer lächerlich machte, sich als Mensch etwas vergab. Nichts dergleichen, das Wort Liebe kam gar nicht aus seinem Munde. Er redete dürre Sätze, einen nach dem anderen, wie man im Militärischen spricht, wie man Meldung gibt von einer Erkundung am Feind, von der Krankheit eines Pferdes. So sprach er, nachlässig und in kurzen Sätzen. Es die man auf der Osterinsel gefunden hat. Neben den Spuren Fawcetts werden auch die des deutschen Jndianersorschers Schmidt verfolgt werden, der sich wie Dr. Ritter auf den Galapagosinseln von der Zivilisation freiwillig zurückzog, um mit den Indianern Motto Grossos zusammenzuleben. Er soll dort Häuptling eines kriegerischen Stammes fein und trotz seines Alters von mehr als sechzig Jahren schon die zweite Jndianerfrau geheiratet haben. Den Wohnsitzen von noch unbekannten Eingeborenenstämmen forscht die Expedition gleichfalls nach. Man wird versuchen, endlich das Rätsel der weißen Indianer zu löfem Im Gebiet zwischen den Flüssen Tingu und Taoajöz sollen die Zwergvölker der Pygmäen aufgespürt werden, deren Wohnsitze zwar ungefähr bekannt sind, die aber trotzdem noch niemals von einem Weißen aufgefunden wurden. Die Mittelschleife über Zentralbrafilien bringt schließlich die Ueberfliegung des reichsten Diamantengebietes der Erde am Rio dos Mortos, Rio Araguaya und am Rio Tocontins. Die letzte Flugschleife über dem südlichen B r a s i l i e n , welche die Expedition abschließen wird, führt zwar zu einem großen Teil über bekannte und dicht besiedelte Gebiete, darunter auch die deutschen Siedlungen. Allein die zum ersten Male erfolgende Ueberfliegung sämtlicher Zonen des reichsten Kaffeegebietes der Erde wird ein ungewöhnliches Erlebnis darstellen, ebenso wie die Ueberfliegung der riesigen Wasserfälle Brasiliens, der Jguassu-Fälle, und der Sete Quell as, der schwer zugänglichen größten Wasserfälle der Welt, die eine Gewalt von 10 Millionen PS. besitzen. In interessante prähistorische Gebiete führt der Flug über die Kampflandschaften und die große Höhlen st adt bei Curityba. Weiter südlich werden im Innern auch noch wenig erforschte Gegenden berührt. Dabei soll hauptsächlich im Urwaldgebiet des Uruguay-Flusses nach einer dort vermuteten Siedlungsstätte gesucht werden, wobei es sich wahrscheinlich um die Reste einer alten I e s u i t e n st a ll t handelt. Die Spuren der Jesuitensiedlung in den Südstaaten werden auch in Parana verfolgt, wo der berühmten „Villa Rica" ein Besuch ab gestattet wird, die einstmals eine von den Jesuiten angelegte blühende Stadt mit 200 0 0 0 Einwohnern war. Die Einzelheiten dieses „Fahrplanes" müssen in den kommenden Monaten erst ausgearbeitet werden, wobei die Erfahrungen und Wünsche des brasilianischen Generalstabs natürlich eine besondere Rolle spielen. Weiter muß für jede einzelne Schleife sorgfältig die technisch günstigste Anflugroute ausgewählt werden. Besonders bei dem Flug nach Motto Grosso hat der Zeppelin ganz außerorllent- liche Höhenunterschiede zu überwinden, wozu eine möglichst gleichmäßig langsam ansteigende Route ausfindig gemocht werden muß. Neben eingehendem Kartenstudium ist dazu eine Reihe besonderer Flugzeug-Erkundigungen notwendig. Endlich wird 'Ser Reiseplan sich auch nach den Sonderbedürfnissen der einzelnen Fachreferenten richten und auf die Erfahrungen und Ergebnisse früherer Expeditionen Rücksicht nehmen. Außerdem wird für den Flug ein besonderer Wetterdienst organisiert werden. In Südbrasilien werden auch in verschiedenen Flugplätzen entsprechende Vorkehrungen für Zwischenlandungen des Zeppelin getroffen. Hessischer Evangelischer Kirchengemeindetag. Lindenfels, 7. Sept. (LPD.) Am 1. und 2. September fand in Lindenfels eine vorn Hessischen Evangelischen Gemeindetag veranstaltete Kirchengemeindetagung statt. Von nah und fern waren die Vertreter der Kirchengemeinden herbeigeeilt. Den Vorsitz führte Professor Dr. Matthes (Darmstadt). Den ersten Hauptoortrag hielt Pfarrer W e iß (Darmstadt) über „Die evangelische Kirche und die dritte Konfession'". Den zweiten Hauptoortrag hatte der Vorsitzende des Gemeindetages in Hessen, Professor Dr. Matthes, übernommen. Er sprach über „Das Wesen der Kirche und ihr Wirken zum Aufbau lebendiger Gemeinden und des Volkstums". In geistvollen und längeren Ausführungen ging der Redner auf das Wesen der Kirche und die kennzeichnenden Eigenschaften einer kirchlichen Ge- fuftfdiutj Selbftrdiuts! WERDE MITGLIED IM J Reidis-üiftfdiuUbunh B^Wdies ist nationale n. PFLICHT! meinschast ein. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unser aller. Einander dienen, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat. Kinder des einen Vaters im Himmel. Die selbst« verständliche Forderung: Herz und Herz vereint zusammen, zum Aufbau lebendiger, wahrer Gemeinden. Die anschließende Aussprache ergänzte die Gedanken der Vorträge. Zugunfall bei Bahnhof Dieburg. Dieburg, 7. Sept. (LPD.) Beim Ausfahren aus dem Bahnhof Dieburg entgleiste gestern nachmittag die L o k o m o t i v e des fahrplanmäßig um 17.34 Uhr den Dieburger Bahnhof verlassenden Personenzuges 3625. Der Packwagen wurde durch den heftigen Ruck, der durch die Entgleisung verursacht wurde, quergestellt, die anderen Wagen blieben in den Schienen. Die Lokomotive stürzte um unb grub sich in den Schotter des Oberbaus. Don den mitfahrenden Personen wurde niemand verletzt. Die Strecke war jedoch durch die umgestürzte Lokomotive bis in die Nacht hinem versperrt, so daß der Verkehr durch Pendelfahrten aufrechterhalten werden mußte. Die Ursachen des Unfalls bedürfen noch der Klärung. Fest steyt lediglich, daß das Personal keine Schuld trifft Preußen. Zwei Einbrecher in Frankfurt verhaftet LPD. Frankfurt, 7. Sept. In den letzten Wochen wurden in Frankfurt mehrere Geschäftseinbrüche verübt. Die Ermittlungen ergaben, daß als Täter der als Einbrecher bei der Polizei bekannte 23jährige Leo G a tz und fein ebenfalls 23jähriger Bruder Anton Gatz in Frage kämen. Beide hielten sich feit Wochen unangemeldet in Frankfurt auf. Gestern abend konnten Polizeibeamte den langgesuchten „Leo" aufftöbern und ihn festnehmen. Der Verbrecher, der von den Beamten auf der Kaiserstraße gesehen wurde, versuchte zunächst zu fliehen und konnte erst nach einer aufregenden Jagd unter Beteiligung von Passanten festgenommen werden. Ebenfalls heute nacht wurde einige Zeit später Anton Gatz festgenommen. Beide haben bis jetzt jede Aussage verweigert und auch ihr bisheriges Versteck nicht angegeben, wo sie vermutlich die Beute ihrer letzten Raubzüge aufbewahren. Kreis Marburg. If Marburg, 7. Sept. Auf der Landstraße Cölbe — Bürgeln stießen zwei Motorradfahrer in voller Fahrt zusammen. Beide wurden mit z. T. erheblichen Verletzungen — einer erlitt einen schweren Schädelbruch — in die Marburger Klinik gebracht. Ferner wurde ein Autofahrer, der in der Nähe von Fronhaufen (Lahn) verunglückt war, mit schweren Verletzungen eingeliefert. Daten für Sonntag, 9. September. 9 n. CH. (9. bis 11.): Schlacht im Teutoburger Wald; — 1737: der Naturforscher Luigi Galvani in Bologna geboren (gestorben 1798). ist möglich, daß der Sergeant aus diesem Gerelle von Liebe gar nichts erfuhr. Er spitzte nicht die Ohren, er schmunzelte nicht; er schaute dienstlich llrein und sagte Jawohl. Wir aber, die wir davon wissen, hören zwischen den Worten einen fernen, zarten Klang. Wir finden zwischen der Dürre eine fremde Lieblichkeit versteckt; ja, wir erbeben leise vor einem Gefühl und ahnen von seiner nachschwingenden Kraft und von einer jäh aufbrennenben Sorge. Das war es, was d^r Sergeant an schlichter Tatsächlichkeit erfuhr: „Bartels", sagte der Leutnant, „bald .kommen wir an einen Kreuzweg. — Kreuzweg, ein doppelsinniges Wort. Unsere Straße geht geradeaus, wir haben da nichts weiter zu überlegen. Wir biegen aber doch nach Norden ab und reiten ans Meer. So denke ich, Sergeant. Wir reiten nur eine Stunde, nicht mehr, und dann sind wir am Ziel. — Da ist ein Gut am Meer, ein riesiges Haus, gewissermaßen ein Schloß. Aber das ist nicht unser Ziel. Auch der Herr, dem es gehört, geht uns nichts an. Nein, wir wollen fein Hungerstündlein und keinen Schritt abseits der Straße vergeuden, um einem reichen Manne sein Vermögen zu retten. Sergeant, es geht hier nicht um Geld und toten Besitz. Um ein schutzloses Leden geht es. Schutzloses Leven! Wir sahen gestern, wie es endet. Wir tarnen zu spät und ritten vorbei und konnten sie nicht einmal mehr begraben. Was mar es in Erro dort? Nicht mehr und nicht weniger, als was jetzt überall geschieht in diesem Land, das wir verlassen müssen: die Aufständischen kamen, brannten das Haus nieder, hetzten das Vieh auf die Felder und erschlugen den Besitzer. Auch seine Frau haben sie getötet und sein Kind. Ein Menschenkind — und eine Frau, die nicht weniger schuldlos war... Sochschulnacbnchten. Geheimrat Professor Dr. Wilhelm W a e tz o l d t, bis Juli 1933 Generaldirektor der Staatlichen Museen in Berlin, ist als Ordinarius für Kunstgeschichte an die Universität Halle-Wittenberg berufen worden. Er übernimmt dort den durch den Abgang von Professor Frankel verwaisten Lehrstuhl, den er bereits von 1912 bis 1920, vor seiner Berufung als Vortragender Rat in bas Preußische Kultusministerium, innegehabt hat. Geh. Rat Waetzold tritt fein Lehramt in Halle mit dem kommenden Winter-Semester an. Der Kampf mit dem Schwertfisch. Angeln unb Fischen stehen im allgemeinen in dem Ruf des geruhsamsten Sports und sollen, was die Witzblätter aller Zonen gern zum Gegenstand ihres Spottes nehmen, geradezu geeignet fein, ungeduldige Gemüter mit Warten und Langeweile vertraut zu machen. Aber auch Angler haben neben den kleinen Freuden unb Leiden die ihnen täglich wiberfahren, ihre großen Abenteuer, die sich getrost mit den Sensationen einer Jagd auf dem Fe st Ian de messen konnten. So erlebte kürzlich ein Sportfischer in ber kanadischen Provinz Neuschott- lanb einen gefährlichen Zusammenstoß mit einem Schwertfisch, der ihn in eine äußerst bedrohliche Lage brachte, ja ihm um ein Haar bas Leben gekostet hätte. Nun sind Schwertfische, die Verwandten der harmloseren Makrele, allerdings beachtenswerte Gegner, die nicht mit sich spaßen lassen, wenn sie sich angegriffen fühlen. Der Schwertfisch verwendet seinen schwertförmigen, mit scharfen Rändern versehenen zahnlosen Fortsatz des Oberkiefers als gefährliche Waffe. Während der Fisch selber bet einem Gewicht bis über 300 Kilogramm eine Länge von drei bis fünf Metern erreicht, können Ujre „Schwerter" bis nahezu zwei Meter lang fein. Der kanadische Sportstscher hatte es mit einem derartigen Tier zu tun, das den Ruf eines äußerst geschickten Schwimmers besitzt. Der Angler war äußerst erfreut, als seine Harpune einen Prachtkerl von Schwertfisch getroffen hatte; ihm wurde aber bald unheimlich zu Mut, als sich sein Boot in rasender Fahrt vorwärtsbewegte, nachdem der gefangene Fisch die Leine festangezogen hatte. Eine Weile ging es in atemberaubendem Tempo über das Wasser dahin, bis die Seine riß. Damit war das Abenteuer aber nicht zu Ende. Plötzlich erzitterte das Boot in einem furchtbaren Stoß, und das schimmernde Schwert des ergrimmten Tieres bohrte sich durch die Seitenplanke. Dreimal versuchte der Schwertfisch, seinem Verfolger auf diese Weise zu Leibe zu gehen. Und beim dritten Mal war der Anprall tatsächlich so heftig, daß das kleine Boot zum Kippen gebracht wurde. In höchster Derz^n versuchte der Mann, sich auf den Kiel be r f j f ö f Don den Fahrzeugs zu retten, was ihm letzen wirb uns vielen Anstrengungen gelang, währens)!- der Landwirt- aufeerbem noch gegen seinen unermü-Tierzucht an un- wehren mußte. Nach einer Zeit, bie r a e m e r wurde eine Ewigkeit dünkte, schwamm der ©mnunq seiner dem von. Zum Glück konnte der hilflos a1 ausgezeichneten Treibende von Fischern aufgenommtftober 1934 an in zufällig des Weges kamen. — -i Frankfurter it an der Unioer« Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen. Herbstfahrt über drei Flüsse. Don Peter Bauer. Rheinab auf Wiesbaden zu. Durch das dichte Weißarau des Morgennebels, hinter dem sich die Landschaft nur ahnen läßt, bohren sich die Lichtaugen unseres Wagens angestrengt Meter um Meter Raum, und unermüdlich pendeln die Wischer auf der Stirnscheibe. Einzelne Häuser an der Straße hinter Worms grüßen mit einem Stück Fassade ohne Dach und Umrisse. Aber allmählich wird der Boden hell und schimmert von der Nässe der fallenden und verdehenden Schwaden. Im Wildwuchs am Wegsaum hängen die Netze der Spinnen wie böses Zauberwerk aus magischen Kreisen und Gittern. Terrassenförmig hinangestuftes Weinaelände taucht auf, von unten nach oben sich entschleiernd. Die endlosen Kolonnen der in Reihen und Abständen ausgerichteten Rebstöcke, die schon geplündert sind und fahl und rostbraun gesprenkeltes Laub zeigen, werden durch graues und gelbliches Gemäuer zu einzelnen Wingerten abgeteilt und eingeschachtelt. Die Gärten der Gipfel verhüllen sich noch. Dort haben sich Himmel und Erde noch nicht voneinander gelöst. Auch über dem Rhein mischt sich Nebel mit Wasser und Himmel in eins. Gespensterhaft, mit verschwommenen Umrissen, gleiten die schwarzen Schiffskörper eines Schleppzuges talwärts. Aber schließlich säubert die Sonne die - Atmosphäre. Helle Strahlen spielen über den Straßen der Dörfer, die berauschend nach Most riechen. Zuweilen weht von einem gartenher grüßenden Birn- oder Apfelbaumast ein fahles Blatt und flattert hilflos fallend wie ein todwundes Vögelchen vor unsere Räder. In Mainz überqueren wir den Strom über die sanft gewölbte geräumig verbreiterte Brücke hinweg. Durch Alleen und Wälder. In Wiesbaden beherrschen Autos und Autobusse, an Stelle abgeschaffter Elektrischen, die Straßen, die vielfach mit vornehmen Vorgärten und Fassaden an bessere Tage erinnern. Hinter der Stadt öffnen Alleen und Wälder ihre verschwiegenen Wege, oft säumerisch verschlungen, träumerisch verschnörkelt, zu erquickendem Lustwandel durch die lärmferne Abgeschiedenheit einer anmutreichen Natur. Wundervoll hat der Herbst die Laubwipfel getönt und ihre Blättervielfalt aufeinander abgestimmt. Aus den zahlreichen Nüancen zwischen noch tiefem und schon verblaßtem Grün leuchtet es zitronenfarben und goldgelb, beige und kupfern, rostrot und erdbraun. Der Todestanz des Laubes hat begonnen. Für jeden Stamm sterben Tausende von Blättern, Verladern opferfroh, damit der Wald lebe. Ernst und düster heben sich von diesem wilden Farbenrausch die Tannen- und Kiefernforste ab. Letztere erinnern mit ihren hohen schlanken Stämmen und den schirmartig entfalteten Kronen an südliche Pinien. Aus der kühlen Dämmerung ihrer immerwährenden Schatten weht es wie Ewigkeitshauch. Das Zwergengeschlecht der Pilze liebt diese Atmosphäre. Der winzige Ziegenbart züngelt goldgelb wie mit zierlichen Flämmchen aus dem polsteroicken Nadelboden. Gelegentlich ziehen sich die Wälder weiter vom Weg zurück und überlassen einer Wiese das Gelände, die den leisen Wassern eines weiden- umbüschten Bächleins lauscht. Heber d i e Lahn. Später wechseln gelbblühende Rapsfelder in jähem Kontrast mit den braunen Schollen oktober- lich umgepflügten Fluren und vereinzelten noch grün bebüschelten Rübenäckern. Bald taucht der siebentürmige Sankt Georgs-Dom von Limburg auf. Wir sind im Nassauer Land, wie auch einige blau-gelbe Fahnen einer festlich geschmückten Dorfstraße bestätigen. Der Taunus liegt hinter uns, der Westerwald rückt näher. Schöne Fachwerkhäuser säumen die engen Gäßchen Limburgs, die zum Domberg hinanklettern. Ein mächtiger Kalkfelsen hebt die stolze Burg Gottes neben dem Lahnufer hoch über die Stadt und das weite Tal empor. Den gewaltigen Eindruck des Aeußern vermag leider die Jnnenschau nicht zu steigern, wie etwa beim Wormser Dom, vielmehr engen und drücken eine Unzahl von Gewölben und Pfeilern den Raum derart, daß man sich des Gefühls nicht erwehren kann, hier habe man sich zum Zwecke „einer organischen Verbindung des romanischen und gotischen Stiles in höchster Vollendung" mehr von der Lust am Bauen als von der Absicht einer idealen Raumgestaltung leiten lassen. Im Domschatz werden das Siegeskreuz des Kaisers Konstantin, der Stab des heiligen Petrus und einige andere ehrwürdige Kostbarkeiten gezeigt, lieber eine auf dicken romanischen Pfeilern ruhende Brücke rollen wir ans jenseitige Lahnufer. Herbstzeitlosen und Wacholder. Die korallenroten Beerensträucher der Ebereschen, die eine zeitlang Spalier stehen, glänzen in der Sonne. Amseln scheinen diese Leckerbissen noch nicht entdeckt zu haben. Aus dem Grün der Wiese lugen, regellos hineingetupft, die Ulanen Tulpengesichter der Herbstzeitlosen. In der Nähe wirken sie blaß- bläulich wie die frierenden Lippen eines Kindes. Stellenweise überraschen sie sogar mit sehr selten vorkommenden weißen Blüten. Wacholdersträuche künden rauhere Zonen an. Manche wachsen baumartig hoch und schlank empor, andere sind niedrig und ihrer Strauchnatur treu geblieben. Aber alle tragen die Zweige aufrecht wie die Lichthalter eines vielarmigen Leuchters. Die immergrünen Nadeln schimmern blaugrau. Die kleinen schwarzen Beeren liefern den vorzüglichen Extrakt zu dem von Westerwäldern so geschätzten, auf der ersten Silbe betonten „Wacholder". Als Räuchermittel auf den Ofen gelegt verbreitet das bratende Fruchtfleisch einen aromatischen Duft, aus Herbheit und Süße köstlich gemischt. Auf den weitgeschwungenen Höhen fallen vereinzelt ragende Tannenforste auf. Sie sind von den Taldörfern als Sturmbrecher und Schutzwälle errichtet. Westerwälder Weiden. Man sieht es den kleinen, gedrungenen und stämmigen Gestalten der braunen und braunweiß gescheckten Kühe an, daß sie einer zähen und strapazenfähigen Rasse angehören. Sie müssen ja vor allem auch Zugvieh sein, und es gibt keine anderen Wege aus den Taldörfern hinaus als holperige und steinige Steige. Die gemächlich weidenden und wie- derkäuenden Tiere fühlen sich auf den einsamen Hochtriften so sicher wie daheim in ihrem Stall. Es kümmert sie nicht, daß wir dicht an ihnen vorüberfahren. Selbst einzelne Außenseiter, die sich wohl einbilden das beste Gras gefunden zu haben, heben noch nicht einmal das rupfende Maul vom Boden weg. Aber den kleinen Hunden hören sie doch, die sie entrüstet bellend in die Gemeinschaft zurückhetzen. Als wir in stark gekurvten Serpentinen langsam talwärts steuern, holen wir einen Holzwagen voll riesiger Baumstämme ein, der knarrend und ächzend mit geketteten Hinterrädern bergab rutscht. Wir halten uns in respektvollem Abstand von den bedrohlichen Stangen und rollen im Schneckentempo hinterdrein, da der schmale Weg ein Ueberholen unmöglich macht. Der etwas düstere Eindruck, den die Beschieferung der Dächer und oft auch der Wetterseiten der kleinen Häuser von weitem hervorruft, wird durch den weißen Kalkanstrich des Gemäuers zwischen dem schwarzen Gebälk zu einem freundlichen Ernst gemildert. Hier wird sich hart gemüht, der Scholle den kargen Ertrag abzuringen. 3m Siegtal. Während es am Rhein nach Most duftete, riechen hier die Straßen nach verbranntem Kartoffelkraut. UeberaU ballt sich dicker Qualm über den Aeckern. Mannshoch stehen die prall gefüllten Säcke. Da werden die Kühe, wenn sie heimkommen, noch einmal zum Einholen hinausmüssen. Einige kleine Bäche tummeln sich in launischen Bögen und Windungen durch Wiesengelände der Sieg zu, die selber, übermütig rauschend den Lauf eines Trunkenen nachahmt. Bald ist sie auf der einen Seite des Weges, bald auf der andern, dann wieder schlüpft sie unter der Eisenbahn durch, die eben aus einem Tunnel herauskam und einige Augenblicke später schon wieder mit langgezogenem Pfiff verrät, daß sie von neuem in einen Berg fährt. Unerwartet drängen sich die harten Konturen der Eisenindustriebetriebe und Hütten in die weichen Linien der Landschaft: Schacht- und Fördertürme, Hochöfen, Krane und andere Eisengerüste tauchen auf von den schwarzen Fahnen rauchender Schlote überflaggt. Hoch über dem Städtchen Siegen ragt das als Heimatmuseum dienende Schloß, in dem vor allem die reichen Sammlungen gußeiserner Grab- und Ofenplatten mit biblischen Darstellungen als siegerländische Erfindungen zum Teil aus dem 15. Jahrhundert äußerst interessant und wertvoll sind. In den abseits gelegenen Dörfern vergißt man rasch das rauhe Tun der Industrie. Da liegen die Gehöfte einzeln im Grünen. Gänse watscheln unbekümmert über die Gäßchen. Hähne krähen. In bunten Gruppen füllen Dahlien die Gärten. Es riecht nach eingekellerten Kartoffeln, nach Stallvieh und Dung. Eine kleine Kirche läutet Mittag. Die Leute weisen uns freundlich ans Ziel. Hier ist gut sein. Hier lassen wir den Wagen unter Dach rollen. Wanderfahrten. Oberscheld — 3rrscheldetal — Trlngensteln — Herbornseelbach — Herborn. Wir fahren mit Sonntagskarte über Dillenburg (hier umsteigen) nach dem, mitten im Schelderwald reizvoll gelegenen Oberscheld, um von hier dem, mit einem blauen Strich bezeichneten, viel gewundenen lieblichen Tal der Tringensteiner- oder Jrr- schelde aufwärts zu gehen. In etwa zwei Stunden erreichen wir, nachdem uns am Ende des Tales ein kräftiger Anstieg auf die Höhe gebracht hat, das hoch und malerisch gelegene Tringenstein, von dessen, das Dorf überragenden Burgruine man einen herrlichen Rundblick hat. Eine Orientierungstafel gibt uns nähere Auskunft. Von künstlerischer Hand ist daneben bas Modell der ehemaligen Burg in Miniatur errichtet. Unser Weitermarsch führt uns nunmehr grünen Strichen nach, auf der Hohen Straße, einem alten Höhenweg, entlang und bietet prächtige Ausblicke. Namentlich fesselt der Blick auf Dünsberg, Helfholz, Hohensolms und Altenberg, sowie auf das hinter uns liegende Tringenstein und das tief im Grunde gelegene Oberndorf. An der Eisernen Hand (Wegweiser) vorüber gelangen wir nach etwa dreistündiger, überaus lohnender Wanderung nach Herbornseelbach, wo wir rasten können und in weiteren dreiviertel Stunden nach unserem Endziel Herborn. Gießen — Schiffenberg — Hohe Warte — Fernewald — Großen-Buseck. Diese Wanderfahrt, die zum größten Teil durch Wald führt, beginnen wir hinter dem Alten Friedhof. Wir gehen den Alten Steinbacher bzw. Schis- fenberger Weg entlang, der uns alsbald in unseren schönen Stadtwald bringt. Nach gut einstündiger Wanderung gelangen wir nach dem hoch über dem Wald gelegenen ehemaligen Kloster Schiffenberg. Vor dem Eingangstor, wie auch von der Terrasse erschließen sich uns prächtige Blicke. Nunmehr folgen wir gelben Punkten in nordöstlicher Richtung, die uns, wiederum durch schönen Waldbestand, auf die Licher Straße führen. Hier verlassen wir das Zeichen, wenden uns rechts, kommen am Lumpenmannsbrunnen und Forsthaus Hochwart vorüber und treffen hinter der 13. Schneise blaue Punkte, denen wir nach links folgen. Wir sind jetzt in dem großen Walddistrikt Fernewald, der sich durch seine tiefe Stille und Einsamkeit auszeichnet. Nach knapp zweistündigem Gange kommen wir in der Nähe der Ganseburg auf die Grünberger Straße, überschreiten diese und erreichen bald darauf unser Endziel Großen-Buseck. Gesamtwanderung 4XA Stunden. Rundfunkprogramm. Sonntag, 9. September. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. 10.15: Chorgesang. 10.45: Der Volksschriftsteller Heinrich Mohr. 11: Hausmusik. Eröffnung einer Sendereihe Zur Pflege der Hausmusik und zur Anregung des Laien-Musizierens. 11.30: Reichsparteitag 1934 in Nürnberg. Stimmungsbericht vom Aufmarsch zum Appell in der Luitpold-Arena, anschließend Vorbeimarsch der SA. und SS. vor dem Führer am Adolf-Hitler-Platz. 17: Nachmittagskonzert. 18.15: Vom Derkhemer Worschtmarkt. Ein heiterer Funkbericht. 18.40: Bauernkultur und Bauernrecht. Ein Viergespräch. 19: Auslanddeutsche Sendung! Hörfolge. Sportnachrichten. 19.30: Reichssendung: Reichsparteitag 1934 in Nürnberg: Appell der SA. und SS in der Luitpold-Arena. 21: Konzert des NS.-Sinfonie-Orchesters. 22: Funkbericht von den Leichtathletik-Europameisterschaften in Turin. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Sport. 23: Nachtmusik. Wontag, 10. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.30: Eigene Sendung. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des Schlesischen Gau-Symphonie-Orchesters. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14 30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Fritz Michel liest aus feiner Gedichtfolge: „Im dritten Reich". 15.25: Drei Bücher zu Fragen der Zeit. 15.35: Hausarbeit kann die beste Gymnastik fein! Eine Plauderei — und auch praktische Ratschläge. 16: Rachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: Die alten Germanen bei Tacitus. Ünioerfitätsprofeffor Dr. Hans Naumann (Bonn). 17.45: Tonfilmschlager. 18: Reichssendung: Reichsparteitag 1934 in Nürnberg. Fortsetzung und Schluß des Parteikongresses. Es spricht der Führer. 19: Heil Deutschland! 19.30: Saar-Umschau. 19.45: Das Leben spricht. Soziales Funkbild. 20: Nachrichten. 21: Kammermusik. Balladen von Carl Loewe. 21.45: Rhein - mainische Brücken erzählen. Hörfolge. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... 22 45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Dienstag, 11. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 655: Frühkonzert des Philharmonischen Orchesters. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.45: Eigene Sendung. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des Leipziger Instrumental-Quartetts. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: NachrichAlbach. 8.30: gottesdienst mit Christenlehre. Landesjugendtag; Kollekte. — Steinbach. 10: Lan- desjugendtag; Kollekte. — Llch. 9.30: StiftsdeclM Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Studienrat Dr. Un« verzagt-Gießen. — Virklar. 14: Stiftsdechant Kahn. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Haufen. 10: Gottesdienst. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst; Kollekte; 20: Gemeindefeier. — Dettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Hungen. 9.30: Gottesdienst zum Jugendsonntag; 19.30: Äbendfeier. — Langd: 13: Gottesdienst zuni Jugendsonntag. — Beltershain: 9. Gottesdienst; Kollekte. — Veilsberg 10.45: Gottesdienst, Kollekte. — Harbach. 10.45: Jugendgottesdienst auf den Veitsberg. — Dirberg. 13.30: Gottesdienst; Kollekte. — Ober-Gleen: 10: Jugendgottesdienst (Mitwirkung eines Jugend- und Posaunenchors); 11.10: Christenlehre. — Kirtorf. 12.10: Christenlehre; 12.30: Hauptgottesdienst mit hl. Taufe; 19.30: Mis« sionsabendgottesdienst mit Gedächtnis der im September 1914 Gefallenen. — Erbenhausen. 14: Hauptgottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 8. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 9. Sept. 16. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Komniu- nion; Militärgottesdienst; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht; 15: Versammlung der Jungfrauenkongregation. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Llch. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 10. September. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 12. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Oeffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leit* fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Schäffer, Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Wertheim. Apotheke: Pelikanapotheke. ten. 15.10: Für die Frau! 15.50: Kunstbericht bei Woche. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Aus Walt und Flur.17.45: Klassische Cello-Musik. 18: Mit welchem Erfolg arbeiten die deutschen Betriebe? Ein Quer-Durchschnitt durch Industrie-Bilanzen de- Jahres 1933. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit 18.25: Italienischer Sprachuntericht. 18.50: Arbeite, der Faust: Fritz Woike spricht eigene Gedichte. 19: Abendmusik. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten 20.10: Unterhaltungskonzert. 22.20: Nachrichten Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 9. September. 15. nach Trinitatis. (Jugend-Sonntag.) Gießen. Stadlkirche. 8 Uhr: Fällt aus; 9.30: Pfarrvikar Balz; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde; Pfarrvikar Balz; 20: Jugendfeierstunde — Johanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Militär- gottesdienst; anschließend Christenlehre für die Neu- fonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: PH-, Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Petrusgemeinde; 20: Gemeinde-Jugendfeier. — Saal der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wieseck. 9.30: Pfr. Sattler; Kollekte; 10.45: Kinderkirche. — Al- len-Buseck. 10: ©emeinbejugenbgottesbienft; Kollekte; 19.30: Liturgische Abendfeier; Kollekte. — Großen-Buseck. 10.30: Festgottesdienst (Eröffnung des Konfirmandenunterrichts), Schülerchor, Kollekte; 20: Jugendfeier; Kirchen- und Posaunenchor; Kollekte. — Oppenrod. 8.30: Eröffnung des Konfir- mandenunterrichts; Kollekte; 19: Jugendfeier; Kollekte. — Kirchberg. 10: Feier des kirchlichen Jugend- sonntags; Kollekte für kirchliche Jugendarbeit, 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Wainz- lar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda.: 10: Hauptgottesdienst (Kollekte für die evangelische Jugendarbeit); 13: Katechismuslehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst (Eröffnung des Konfirmandenunterrichts); Kollekte für die kirchliche Jugendarbeit; 11: Kindergottesdienst (1. Abteilung); 13: Kindergottesdienst (2. Abteilung). — Klein-Linden. 9: Festgottesdienst zum Landesjugendsonntag und Christenlehre für die männliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst; 20: Liturgische Abendfeier „Sein Wort bleibt". — Watzenborn-Steinberg. 10: Haupt- Sommerkur Nervös - Erschöpfte Spezlalkuranstalt Hofheim I.Taunus 4 bei Frankfurt a. M. Telefon 214 / L o. II. Klane / Ermäßigte Preise Prospekte durch S.-R. Dr. M. Schulze-Kahlem Nervenarzt Sonniger Luftkurort, 3G3 hotfi. MeüutgJ Kreis Marburg la Pension, Person vroTag3M. (Kinder b. 2 Mark). Auskunft Schwester Oberin, Katbol. Schwesternhaus Erholungsheim Eichhof, Lauterbach (Hessen), 10 Minut. von Bad Salzschlirf, am Südostabhang des Eich- bergs m. großen, in die Waldungen des Eichbergs übergehend. Parkanlagen. Neuzeitliches Schwimmbad in nächster Nähe. Ruhige, sonnig'tHöhenlagen sichern beste Erholung — Volle Pension mit 4 Mahlzeit^ RM. 3.50. [3484D Sommer-Aufenthalt aoeeD i.waldr.Geg .biet. trefft. Erf. 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Philipp Hördts Werk „Der Durchbruch der Volk- kannte höchstes Heldentum, weil die Liebe zu Volk heil und die Schule". Der Redner gedachte zunächst bis auf weiteres verboten. Ausge- Volkstums, feine Untermifcbung mit art- und vaffe- diefem Verbot ist das Fallobst, das! fremden Elementen unter Umständen dessen Unter- Gemäß Anordnung der Reichsjugendführung sind Ünterschdetten^r7°Die Millimeter nicht in ehrenden Worten des Menschen Hördt, der den Durchbruch zur Volkheit, für die er gekämpft, nicht mehr erlebt hat. Er gab sodann einen Ueberblick über die philosophischen Richtungen und kam mit Hördt zu dem Ergebnis, daß es notwendig ist, neben dem Lernen, das gerade heute nicht mehr entbehrt werden kann, die Jugend hineinzustellen in das volle Leben der Gemeinschaft. Da die Fragen des Gemeinschaftslebens politischer Natur sind, muß die Schule politisiert und ausgerichtet werden auf Volk und Staat. Die Bedingungen für die Exi- stenz des Phänomens Schule wurden nachgewiesen, die Revolutionen der Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf die Schule besprochen. Ausblicke auf die Umgestaltung des französischen Schulwesens durch die große Revolution, des russischen durch den Bolschewismus führten zur Geschichte des deutschen Bildungswesens und dessen Kritik. Insbesondere wurde die im 18. Jahrhundert herrschende Auffassung, daß vom Einzel-Jch der Aufschwung unmittelbar zur Menschheit führe, scharf abgelehnt, dagegen die These vertreten, daß es keinen XLijp „Mensch an sich" gibt, sondern nur Menschen, die die körperlichen und geistigen Merkmale einer ganz bestimmten Menschengruppe wesenhaft an sich tragen. Deshalb muß das Volkstum im Mittelpunkt aller Erwägungen stehen. Echtes Volkstum führt von selbst zur Ablehnung imperialistischer Eroberungspolitik, da die Vergrößerung eines Staates auf Kosten des Gestern nachmittag und heute in den frühesten Morgenstunden erlebte unsere Stadt die Abfahrt der SS. und der SA. zum Reichsparteitag in Nürnberg. Den schwarzen und den braunen Kampfern des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wurde auch bei dieser Gelegenheit von zahlreichen Volksgenossen bekundet, wie stark die Sympathie ist, die man ihnen entgegenbringt. Die Formationen des Abschnittes 30 der SS. waren seit einigen Tagen in der Turnhalle in Heuchelheim einquartiert, von wo aus gestern nachmittag der Abmarsch zum Gießener Bahnhof angetreten wurde. Der Marsch ging von Heuchelheim durch die Rodheimer Straße, dann — in Abänderung der gestern angekündigten Marschstraßen Nach kurzen Mitteilungen des Kreisfachschaftsleiters sprach Studienrat Erich Schmidt über tum, nicht zu dem Heldentum, das Worte und Ruhm sucht, sondern schweigend durch sich selbst spricht! Deutscher Volksgenosse! Der Lebenswille deines Volkes geht dich selbst an! Die deutsche Fliegerei kennt nur eines: dein Volk! hilfst du ihr, dann hilfst du auch deinem Volke! Werde witglied im Deutschen Luftsport-Verband! Anmeldungen bei der Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952. Verkaufsverbot für Winteräpfel Gießen, Asterweg 27, für die obengenannte Zeit geschlossen. Dringende Angelegenheiten können nur nach vorherigem schriftlichem Gesuch behandelt werden. — durch die Neustadt, untere Bahnhofstraße, Kap- lansgasse, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebig- straße, obere Bahnhofstraße zum Bahnhof. Die Formationen standen unter dem Kommando des SS.- Oberführers Unger-Kassel. Unter Vorantritt der SS.-Standartenkapelle 83 marschierten die schwarzen Kolonnen strammen Schrittes, ihre ehrwürdigen Fahnen voran, durch die Straßen, dabei begleitet von einer ansehnlichen Menschenmenge, die den Fahnen und den Kolonnen gerne ihren Gruß darbrachte. Auf dem Bahnhofsplatz hatte sich ebenfalls eine stattliche Menschenmenge versammelt, die mit großem Interesse dem Abrucken der Formationen zum Zuge und dann auch der Abfahrt zusah. Die Nürnbergfahrer der SA. - Standarte 11 6 traten heute früh um 4 Uhr im Hofe des Standartengebäudes am Landgraf-Philipp-Platz an. Mit ihnen versammelten sich die Nürnbergfahrer der Standarte 254, die gestern abend gegen 19.30 Uhr von Lauterbach hier angekommen waren und nach der Ueberführung ihrer Sturmfahnen in das Standartengebäude Quartier bei hiesigen SA.- Die Nürnbergfahrer der SS. in der oberen Bahnhofstraße am Bahnhofsplatz (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Der „Deutsche Reichsanzeiger" Nr. 208 vom 6. September veröffentlicht eine Anordnung des Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen über ein Verkaufsver- bot für Winteräpfel. Danach ist der Kleinverkauf, das Feilbieten und Feilhalten von Winteräpfeln auf Wochenmärkten, in Ladengeschäften und im und Vaterland zur größten Tat befähigte, weil es um Sein oder Nichtsein des Volkes ging. Die Novemberrevolte 1918 verleugnete Heldentum und den Willen zu ihm und machte Feigheit, Lüge, Verrat zu „Tugenden" eines großen Volkes. Bis Adolf Hitler den Lebenswillen einer ganzen Nation wieder zum Erwachen brachte. Fliegen ist ewig ungebrochener Wille zur Tat und damit zum Helden- ein, dann wird von den Nürnbergfahrern der Marsch zum Zeltlager Langwasser angetreten. Heil Hitler! Die Bannführung 116 der HI.: I. A.: W i l l i H a n k e, Bannschulungsleiter. Wille zum Heldentum. Heldentum: entweder ist es im Menschen tief verankert oder nicht! Ein „Vielleicht" kennt Heldentum nicht! Es ist unerhörter Kraftquell im Kampf um eine große Sache und für eine große Sache! Heldentum wohnt immer da, wo nur Kampf eine Entscheidung bringen kann. Ueberall findet es sich: dort im Kampf mit den Sorgen des Lebens, hier im Kampf gegen die Natur und ihre Gewalten; tausendfältig begleitet es den Weg des Menschen, der Völker! Durch Amnestie von Strafe befreit. Auf Anfrage bei der hiesigen Iustizpressestelle nach dem bisherigen Ergebnis der Amnestie auf Grund des Gnadengesetzes, das die Reichsregierung anläßlich der Vereinigung des Amtes des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers in der Hand des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler erlassen hat, hören wir, daß bei den Gießener Gerichtsbehörden bisher rund 3000 Personen durch die Amnestie begnadigt wurden. Die Nachprüfung wei- terer Anklagen ist im Gange, und es ist wahrscheinlich, daß sich die Zahl der Amnestierten noch etwas erhöhen wird. NSLB., Fachschaft 2 (Höhere Schule ) ** Personalien. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Die am 27. Juni 1933 nach § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 ausgesprochene Dienstentlassung des Oberarztes bei der Landes- Heil- und Pflegeanstalt „Philippshofpital" bei God- delau, Medizinalrat Dr. Adolf Schneider, wurde durch Urkunde von 29. August 1934 in eine Ruhe- ftandsversetzung nach § 6 des gleichen Gesetzes umgewandelt. — Die nach § 4 des Reichsgesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 erfolgte Entlassung des Oberstudiendirektors Ludwig Poepperling, ehemals Stu- d i e n r a t an dem Adam-Karrillon-Gymnasium zu Mainz, wird zurückgenommen. Die von der Hessi- schen Regierung unterm 28. April 1933 nach § 5 21bf. 1 des gleichen Gesetzes ausgesprochene Versetzung an das Adam-Karrillon-Gymnasium in Mainz bleibt aufrecht erhalten. — Die nach § 4 des Reichsgesetz vom 7. April 1933 erfolgte Dienst- entlassung des ordentlichen Professors in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Gießen Dr. Paul M o m b e r t wird in eine Ruhestandsversetzung nach § 6 des gleichen Gesetzes umgewandelt. — Der Polizei-Chefarzt Dr. med. Hermann Gal - I u s zu Darmstadt wurde gemäß Artikel 17 des Gesetzes über die Schutzpolizei vom 20. Juli 1923 auf seinen Antrag mit Wirkung vom 1. August 1934 aus dem Hessischen Staatsdienst entlassen. ** Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird unmitgeteilt: Der ordentliche Professor der Landwirtschaft mit dem Lehrauftrag für Tierzucht an unsrer Universität, Dr. Hermann K r a e m e r, wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen ausgezeichneten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 an in den Ruhestand versetzt. ** Lehrauftrag an der Frankfurter Universität. Der Prioatüozent an der Uniosr, Kameraden bezogen hatten. Ferner waren noch die Nürnbergfahrer der Motor standarte 14 7 Zum Abmarsch angetreten. Pünktlich um 4 Uhr standen die drei Gruppen zum Marsch bereit, an der Spitze den Musikzug der Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann und die Fahnengruppe der Standarte 116. Die Standarte 254 führte an ihrer Spitze ebenfalls die Fahnengruppe mit sich. Wenige Minuten nach 4 Uhr gab der Führer der Standarte 116, Obersturmbannführer Lutter, den Befehl zum Abmarsch, der unter seinem Kommando, mit klingendem Spiel voran, über den Brandplatz durch die Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Bahnhofstraße zum Bahnhof erfolgte. Zahlreiche Volksgenossen, die sich schon am Standartengebäude zur Begrüßung der abrückenden SA. eingefunden hatten, gaben den braunen Kolonnen das Geleite zum Bahnhof und verweillen in der Bahnhofshalle bzw. auf dem Bahnsteig bis zur Abfahrt. Am Bahnhofsplatz, gegenüber vom Cafe Schwarz, schwenkte der Musikzug 116 nach links ein, um bei schneidiger Marschmusik die abrückenden Formationen vorbei- marschieren zu lassen. In kurzer Zeit war dann die Bahnsteigsperre passiert, die Nürnbergfahrer hatten im Handumdrehen den auf Bahnsteig 1 stehenden Sonderzug bestiegen, während der Musikzug auf dem Bahnsteig Aufstellung nahm und hier bis zur Abfahrt des Zuges noch durch mehrere flotte Marsche erfreute. Nachdem Standartenführer L u t- ter wenige Minuten vor der Abfahrt noch einmal den Sonderzug abgeschritten hatte, um sich von der ordnungsmäßigen Verladung zu überzeugen, dann ebenfalls den Sonderzug bestieg, ging punkt 5 Uhr, roie vorgesehen, unter herzlichen Abschiedsrufen der gang herbeiführen kann. Indessen wird die Zukunft eines Volkes nicht durch den Nachwuchs an sich gesichert, vielmehr gilt es, den aus Blut und Bluterbe erstandenen Rohstoff mit dem geistigen Gehalt des Volkstums zu erfüllen. In dem durch kriegerische Erfolge verblendeten Bismarckreich war die seelische Nationalwerdung nicht genügend gesichert. Wesensfremde Einrichtungen und Grundsätze haben in den Zeiten der Not feinen Untergang de- -schleunigt. An uns ergeht die Mahnung, das Versäumte nachzuholen, immer mit dem einen Ziel im Auge: Deutschland! Neues Schmuckstück der peiruskapelle Die Petruskapelle, die jüngste evangelifche Gottesdienststätte Gießens, ist dieser Tage um ein wesentliches Stück in ihrer inneren Ausstattung bereichert worden. Der Frauenverein der Petrus- gemeinde hat ein schönes Lutherbild gestiftet, das an der Nordwand der Kapelle feinen Platz gefunden hat. Es handelt sich um das bekannte Bild von Karl Bauer (Luther mit beiden Händen die Bibel umklammernd), das, von einer hiesigen Kunsthandlung äußerst geschmackvoll gerahmt, eine Zierde und ein Schmuckstück der Kapelle darstellt. Wenn ■bie Petruskapelle auch klein ist und die Enge des Raumes besonders an Festtagen von der Gemeinde schmerzlich empfunden wird, so ist ihre innere Ausstattung, die durch das Lutherbild nun eine so wesentliche Ergänzung erfahren hat, doch durchaus würdig und weihevoll zu nennen. Erwähnt sei noch, daß in diesem Jahre auch zwei neue Altarbeklei- dungen durch den Frauenverein der Gemeinde beschafft wurden. Lernt stenographieren Die Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen, schreibt uns: Die Kurzschrift bis zur wirklichen Beherrschung zu erlernen, ist das Gebot der Stunde, denn von allen Behörden und allen Wirtschaftszweigen wird ihre Kenntnis als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Es ist also ganz undenkbar, daß heute noch jemand ohne sie auskommt. Wer die Absicht hat, die Kurzschrift zu erlernen bzw. sich in ihr zu vervollkommnen, fei auf den am Montag, 10. September, in der Pestalozzischule beginnenden Anfängerlehrgang der Deutschen Stenographenschaft aufmerksam gemacht. Der Vervollkommnung dienen die am gleichen Abend beginnenden acht weiteren Fortbildungs-, Redeschrift- und Diktatkurse. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 8. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klaffe S 11, Klaffe A 10'/-, Klaffe B 10, Klaffe C 91/’, Klaffe D 8V-, Wirsing (grün), das Pfund 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 dis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 30 bis 40, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 15, Zwiebeln 12, Meerrettich 50 bis 70, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln, das Pfund 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 12 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 4, Pfirsiche 15 bis 30, Brombeeren 30, Preißelbeeren 35, Birnen 8 bis 12, Zwetschen 8 bis 10, Mirabellen 15 bis 18, junge Hähne 75 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 80 bis 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken, 100 Stück 50 bis 70, Endivien, das Stück 10 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, Bündel 10 Pf. <>orii Veiten Aus Oer Provinzialhauptstadt. Herbst. Von Reinhold Braun. O du liebe Herbstgebärde, daß ich deiner inne werde: Still und klar in feiner Welt reifen, wo man hingestellt! Und das Glück dann, tief und rein: Schenkend ein Beschenkter fein! Mit Weib und Kindern stand ich unter einem blühenden Obstbaum im Frühling. Wie unter einem weißen Zelte standen wir, das ganz von Sonne durchlichtet war. Es ist ein wohltuendes Beginnen und kann für das Herz bedeutsam fein, besonders bann, wenn es in einer Gemeinsamkeit geschieht, in einen blühenden Baum hinaufzuschauen. Als der Herbst da war, taten wir das Gleiche. Jetzt aber mußten wir uns bücken, um unter den Baum zu treten, so tief hingen seine Aeste herab; denn schwer war er mit Früchten beloben. Die Jungen und wir sahen: Was der Baum versprochen, das hielt er. Wohl hatten unsere Treue und Pflege dabei das Ihre getan. Aber was hätten sie genützt, wenn der Baum nicht gewollt hätte. Und wenn Gottes Segen nicht gewesen wäre! Wind stürmte daher. Die fruchtschweren Aeste wiegten sich hin und her. Es war wie eine Gebärde ber Bedachtsamkeit, wie man sie auch an reifen Menschen erleben kann, wenn sie in einem Schicksals-Sturme stehen. Ost sind Oberflächlich-Betrach- tende schnell mit dem Worte dabei und nennen es: Schwerfällig. Ich wies meine zum Nachsinnen willige Jugend auf das besondere in diesem Jahre augenfällige Niederhängen der Zweige hin. Welch ein Gewicht trug jeder Ast! Welch eine kraftvolle Biegsamheit offenbarte jeder! Bei den Menschen nennen wir es oft leichthin: Schlaffheit! Und es ist doch manchmal nur eine edle Klugheit, die Klugheit einer zähen, bis ins Mark gefunden Liebe. Wenn wir uns doch mehr Mühe geben wollten, tiefer zu blicken und zu sehen, wie schwer mancher zu tragen hat! Er macht kein Aufhebens davon und gleicht in seinem Stillsein dem fruchtschweren Aste. Ein das Heldische erstrebende Zeitalter liebt insgemein nicht das Wort: Demut. Aber gibt es nicht auch eine Demut der Kraft! Eine starke, lichte Demut des Reifseins! Eine Demut, die innerer Größe entspringt! Nicht die Hochfahrenden schaffen die großen Werke, sondern die Gottesmutigen. Gottesmut und Demut aber hängen aufs innigste zusammen. Ihr lieben Jungen, ihr sagt „Frühling!" zu eurem Leben! Sagt es hell und stark und mit reinen Sinnen! Zeigt euch wert eures Lebens- Lenzes! Freut euch feiner! Sehrt, Vater und Mutter und viele ihrer Freunde sagen nun schon „Herbst" zum Leden ... „Gott hat Herbst gesagt!" So wird es auch in eurem Leben einmal sein. Fröhlich wollen wir, eure Eltern, „Herbst!" sagen, weil es Gottes Wille und unseres Lebens Gesetz ist. — Es ist einem Menschen nicht gut und steht ihm nicht wohl an, im Herbst des Daseins immer noch den Frühling darstellen zu wollen oder ihm nach- — Tageskalender für Samstag. NS.» Knegsopferoersorgung, 20.30 Uhr, Cafe Leib, Mit- gllederoersammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Die Csardasfürstin". — Deutsche Steno- arafenschaft, 20 Uhr, Karlsruhe, Familienfest. — Aquarien- und Zierfischverein, 9 bis 21 Uhr, Hotel Köhler, Werbeschau. — Cafe-Restaurant Rheingold, 20 Uhr, Unterhaltungs-Konzert. — Tageskalender für Sonntag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Csardasfürstin". — Lukas-Gemeinde, „Liebigshöhe", 15 Uhr, Gemeinde- tag. — Aquarien- und Zierfischverein, Hotel Köhler, 9 bis 21 Uhr, Werbeschau. — Cafe-Restaurant Rheingold, ab 17 Uhr, Unterhaltungs-Konzert. — i Hotel Hindenburg, 15 Uhr, Schach-Wettkampf Gie- ßen^-Wetzlar. — Schützenverein Gießen, ab 15 Uhr, Becherschießen. Liebigshöhe, 20 Uhr, Tanz. — Der Kreis-Obst- und Gartenbau« verein^ Gießen hält am Samstag nächster Woche, 15. Septynber, feine Hauptversammlung ab. Näheres in der heutigen Anzeige. von Gartenbauerzeugnissen .... v ... für ihr Gebiet als Winterapfel in Betracht kommenden Aepfelsorten bekannt. Gleichzeitig werden sie durch diese Anordnung ermächtigt, innerhalb ihres Gebietes Termine festzufetzen, vor denen Winteräpfel bestimmter wichtiger Sorten nicht geerntet werden dürfen. zutrauern. Aber es ist auch wider den Geist, im Frühling schon mit Reife prahlen zu wollen, die keine ist. Alles hat feine Zeit, und für alles kommt die Zeit. Alles muß wachsen und den Sturm erfahren und mancherlei Glut. Daß jeder fröhlich gegenwärtig fei in feiner Jahreszeit! Das baut am besten einen Charakter, baut am besten eine Gemeinschaft und ein Volk. Jeder Jahreszeit des Lebens und der Lebenden ihre Ehre! Jeder Jahreszeit fei mit Ehrfurcht begegnet! Reicht einander die Hände, wie wir es tun, die lieben Jungen und wir, unter dem gesegneten Baum ... Letzte Mahnung zur Bekämpfung des Gtraßenlärms. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns geschrieben: Die mit der Verkehrs-Erziehungswoche verbundene Bekämpfung des Straßenlärms hat kaum einen Erfolg gehabt. Immer noch ertönt besonders das ohrenbetäubende Auspuffgeknatter der Motorräder und frieinlieferroagen; teilweise noch stärker als bisher. Das muh seht aushörent wer nicht von selbst Rücksicht auf die Allgemeinheit nehmen will, muh dazu gezwungen werden. Den Eigentümern bzw. Fahrern aller Kraftfahrzeuge wird hiermit letzte Frist gegeben, um ihre Fahrzeuge in einen ordnungsgemäßen Zustand zu bringen, so daß sie keinen übermäßigen Lärm mehr machen. Von Ende September ab wird die Polizei besonders auf diesen Punkt achten und streng gegen Verstöße vor- gehen, wenn nötig, werden die betroffenen Fahrzeuge bis zur Beseitigung der Mängel außer Betrieb gesetzt werden. Die Schuldigen haben empfindliche Strafen zu erwarten. Behörden und Erholungsreisen mit „Kraft durch Freude". Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum gibt folgenden Erlaß an sämtliche unterstellten Behörden bekannt: Der Herr Reichsminister der Finanzen hat angeordnet, daß den Teilnehmern an Erholungsreisen der Organisation „Kraft durch Freude" der benötigte Urlaub auf den tarifmäßigen Erholungsurlaub anzurechnen ist. Daher kommen nur solche Arbeiter, Angestellte usw. als Teilnehmer in Frage, denen noch ein entsprechender tarifmäßiger Erholungsurlaub im laufenden Rechnungsjahr zur 'Verfügung steht. Eine Anrechnung auf den für das lUrlaubsjahr 1935 zustehenden tarifmäßigen Erholungsurlaub ist nicht angängig, da die zusätzliche Bewährung von Urlaub in einem Urlaubsjahr auf Kosten des folgenden mit den dienstlichen Belangen »richt vereinbar ist. Deutsche Arbeitsfront. ns. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Kreis Gießen. Hamburg-Seefahrt vom 8. bis 16. September. Tat wird nicht geboren aus Zögern, Zagen und Furcht, sondern nur aus dem Willen zu ihr! Heldentum ist immer nur Tat. Deshalb kann man den Willen zum Heldentum durch Erziehung stärken Die Karten für diese Fahrt müssen sofort bei uns »bgeholt werden. Der Zua fährt am Samstag, 3. September, ab Bahnhof Gießen, 22.32 Uhr Bahnsteig I. Schwarzwald.-Fahrt vom 15. bis 23. September. , nur xuoajennu Die Fahrtkosten von 28,50 Mark sind baldigst aus Strahenhandel tnferer Geschäftsstelle einzuzahlen, Inommen von tag des i. Zu dem Warum noch Technische Aothilfe? Oberhessen Jugend- und posaunenfest der Oberhessischen Gemeinschaften. Bücheriisch. — Nürnberg als kulturelles Erleb' n i s. Ein Führer durch Nürnberg. 116 Seiten ftflrt mit 4 Wanderkarten und 20 Photos, kart. 2,— Mk. Buchoerlag Erich Spandel, Nürnberg. — (841) Das Büchlein soll nicht den Charakter des üblichen offiziellen Führers tragen; es handelt sich hier nicht um eine simple Aufreihung der Sehenswürdigkeiten. Sein Inhalt will in der Sprache der persönlich erlebten Schilderung zum Auge, zu Verstand und Ge- müt sprechen Nicht auf Vollständigkeit wurde Wert gelegt. Auch ist von gelehrten Erklärungen Abstand genommen worden. Der Leser wird an Hand von vier geschickt verteilten Wanderplänen geführt. Diese Pläne verhindern lästiges Hin- und Herblättern, sie werden herausgeklappt, und alles, was auf ihnen verzeichnet ist, ist in dem vorangestellten Text enthalten. Das Büchlein führt durch Nürnbergs engste Gassen und malerische Höfe, zu den berühmte' sten Chörlein und Erkern, lenkt den Blick auf Wt fanbauten, auf die Burg, das Rathaus und W Stadtmauer. So wird Nürnberg, mit feiner fahl' hundertealten ruhmreichen Geschichte, mit seinem schier unerschöpflichen Reichtum an Werken dec Kunst, zu einem unvergeßlichen Erlebnis. An um fang, Ausstattung und Inhalt gemessen, ist der Preis von 2,— Mark angemessen zu nennen. — Das Hausbuch. Bilder aus dem deutschen Mittelalter von einem unbekannten Meister, Her« ausgeqeben von Richard Graul. Insel-Verlag 3U Leipzig. Insel-Bücherei Nr. 452. In farbigem Papp band 80 Pfennig. — (310) — Einen überraschenden kulturgeschichtlichen Einblick in die Lebensführung und den Lebensgenuß des deutschen Bürgertum im Ausgang des 15. Jahrhunderts bieten die der, die das vorliegende Bändchen der Insel-Lucy rei vereinigt. Der Name des Meisters, der Diei Stiche und Zeichnungen geschaffen hat, ist un kannt. Seine Kunst verdient es aber, über o engeren Kreis der Kenner hinaus zum /Bolte o sprechen, von dessen Vergangenheit sie em 1° redtes Zeugnis gibt» Wer deutsches Leben des- oi gehenden Mittelalters fennenlernen will, wird diesem schönen Büchlein mehr erfahren als au» vielen Beschreibungen. 75 Pf. Schnellzugzuschlag: über Frankfurt o.M. 2. Klasse 2 Mark, 3. Klasse 1 Mark; über Koblenz-- Bingerbrück 2. Klasse 3 Mark, 3. Klasse 1,50 Mark. ** Fahrpreisermäßigungen der Reichsbahn zum Verbandstaa des Westdeutschen Skiverbandes. Zu dem vom 22. bis 23. September in Köln stattfindenden Verbandstag des Westdeutschen Skiverbandes gibt die Reichsbahn bei der Fahrkartenausgabe Gießen Sonntagsrückfahrkarten, gültig ab Gießen aus. Gültigkeit: Hinfahrt vom 22. September 0 Uhr bis Ausführungen mit ganzer Aufmerksamkeit. Schließ, lich gaben noch einige Prediger, die in Oberhessen ihre neuen Arbeitsfelder finden, Glaubenszeugnisse. Die Feier stand unter außerordentlicher Weihe; auch das Wetter half zum vollen Gelingen mit. Für alle Teilnehmer dürfte das Fest von nachhaltigem Eindruck gewesen sein. Herbst-pferdemarkt in Friedberg. Die Bürgermeisterei Friedberg kündigt in unse- rem heutigen Anzeigenteil den Herbst-Pferdernarkt mit Prämiierung in Friedberg für Dienstag, den 9. Oktober, an. Anmeldungen zur Prämiierung werden bis zum Prämiierungstage angenommen. Weiteres in der Anzeige. Landkreis Gießen. 00 Klein.Linden, 7.Sept. Die Schweine, zählung am 4. September in unserer Gemeinde hatte folgendes Ergebnis: Zuchteber und Zuchtsauen: ferne, Ferkel bis zu acht Wochen alt: 57, Schweine bis zu einem halben Jahr alt: 348, ältere Schweine: keine, mithin insgesamt 405. An Kälbern wurden im Juni 11, im Juli 5 und im August 17 geboren. * Allendorf (Lahn), 8. Sept. Der Ichahrrge Mechaniker-Lehrling Walter Dick von hier kam gestern unglücklich zu Fall, erlitt einen Unter« chenkelbruch des linken Beines und mußte tn )ie Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * Hausen, 8. Sept. Der Arbeiter Ludwig Happel von hier erlitt bei seiner Arbeit einen Unfall dadurch, daß er ausglitt und mit einem Arm gegen ein Messer fiel. MU s ch w e- r en Schnittoerletzungen muhte er in die Chirurgische Klinik übergesiihrt werden. * Harbach, 7. Sept. Dieser Tage wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Hebamme Anna Elisabethe Wenzel zu Grabe getragen. Die Verstorbene hat ihr Amt 43 Jahre lang mit größter Gewissenhaftigkeit ausgeübt und in dieser Zeit über 400 Kindern in die Welt verhalfen. Pfarrer Volz hielt die Grabrede, in der er von der Pflicht zur Dankbarkeit der Verstorbenen gegenüber sprach. _ , * Grünberg, 8. Sept. Der 60 Jahre alte Kaufmann Karl Handstein von hier mußte mit mehreren R i p p e n b r ü ch e n, bie er bet einem unglücklichen Sturz erlitt, in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * Hungen, 7. Sept. Bei der S ch w e r n e z w t- schenzählung in unserer Stadt wurden ermittelt: 2 Eber, 42 Zuchtsauen, 160 Ferkel unter acht Wochen alt, 284 Ferkel im Alter von acht Wochen bis ein halbes Jahr, 171 Ferkel über einem halben Jahr alt, insgesamt also 659 Schweine. Kreis Alsfeld. # Aus dem Ohmtal, 7. Sept. Bei dem schönen Nachsommerwetter hat die Grummet« ernte eine starke Beschleunigung erfahren. Die Ernteergebnisse sind allerdings sehr gering, so daß mehrere Wiesenerträge auf einen Wagen geladen werden können. Die Qualität des Futters ist gut. — Mit dem Brechen von Obst wird hier und dort schon begonnen, insbesondere sind es die Zwischen, die in diesem Jahre bedeutend früher reiften. Der Behang der Zwetschenbäume ist zufriedenstellend, auch findet man nicht so viel wurmige Früchte, wie bei dem trockenen Wetter anzunehmen war. st. Kirtorf, 7. Sept. Nach Jahren fand hier wieder ein Misfionsfest der Heidenmis - s i o n statt. Im gut besuchten Gottesdienst gab Missionar Blümer ein klares Bild oon seinen. Kämpfen und Wirken in Deutsch-Ostafrika. Bereut am Vormittag hatte Missionar Blümer den Kindern der Kindergottesdienste von Kirtorf und Ober- : Gleen von den 'Heidenkindern erzählt. Die Konfir- : manben hatten viel Liebe und Sorgfalt auf die würdige Ausschmückung des Gotteshauses verwen« , bet. Der unermüdliche Posaunenchor wirkte während der kirchlichen Feier wie auch bei der Nach» Versammlung mit. Nach einleitenden Worten des Ortspfarrers M o-n n a r d sprach Dekan A11 • ’ wohn aus Wahlen über die Not auf den Mif- fionsfelbern und die Aufgaben, die der Heimat gestellt sind. Missionar Blümer gab eine (Säuberung von seinen Erfahrungen, Kämpfen und Freuben in Deutsch-Ostafrika. Der Ortsgeistliche beschloß bie Veranstaltung. O Bernsburg, 7. Sept. Das hiesige Gust a v - A b ol f - F e st g-eftaltete sich zu einem ein- drucksvollen Bekenntnis für den evangelischen Glauben. Die Beteiligung war überaus stark. Ein- geleitet wurde bie Feier durch den Posaunenchor Kirtorf. Ansprachen wurden gehalten von Pfarrer K n e 11 (Herbstein), Pfarrer Kalbhenn (Maul- bach) und dem Ortsgeistlichen Pfarrer Hitzing. Die Kollekte brachte ein erfreuliches Ergebnis. 23. September 24 Uhr; Rückfahrt vom 22 September 12 Uhr bis 24. September 12 Uhr (Antritt der Rückfahrt). Am 22. September dürfen Karten zur Benutzung vor 12 Uhr nur ausgegeben werden gegen Vorlage der Mitgliedskarte des Westdeutschen Skiverbandes, oder einer Bescheinigung eines Vereins des Westdeutschen Skiverbandes über die Teilnahme an der Veranstaltung. Fahrpreis für Hm- und Rückfahrt 3. Klasse 9 Mark, 2. Klasse 13 Mark. Bei Benutzung von Schnell- und Eilzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. * Watzenborn-Steinberg, 6. Sept. Am vergangenen Sonntag feierten die Oberhessi- fchen Gemeinschaften ihr alljährliches I a h- resfeft, zu dem alle nähere Umgegend kommt. In feiner Weise hatte diesmal die L a n d e s k i r ch- liche Gemeinschaft zu Watzenborn die Vorbereitung getroffen. Schon zu früher Stunde wurden die Einwohner durch Choralspiel des Posaunenchors geweckt und begrüßt. Alsdann wurde es schnell lebendig; denn es galt die vielen Gäste zu empfangen. Und es muß gesagt werden, daß die meisten Familien des Dorfes in herzlicher Freundlichkeit der hiesigen Gemein- schäft halfen, den gestellten Anforderungen gerecht zu werden. . . _ Nach den Proben der vereinigten Gesang- und Posaunenchöre, von denen letztere ein besonderes Lob verdienen, fand um 10 Uhr der Festgottes- dienst im Freien statt. Den Festplatz, der sehr gut inmitten der malerisch gelegenen Dörfer aufgebaut mar, hatte man mit Transparenten geschmückt, deren Hauptbekenntnis gipfelte in den Worten „Jesus siegt in aller Welt". Pfarrer Eckart von St. Chrischona (Basel) hielt die Festpredigt über Lukas 5, 1 ff. mit dem Thema „Die Begegnung mit JZus . 3ur Fe st Versammlung am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug unter den Klängen christlicher Marschmusik der Posaunenchore durch das Dorf. In dieser Versammlung tarn nun Gesang und Musik zu ihrem besonderen Rechte; denn Christen folgen in echter Freude dein Bibelworte Sin- get und spielet dem Herrn". Predwer Peters (Mücke) begrüßte als Senior der Gemeinschaften die fast 40Ö0töpfige Gemeinde. Alsdann sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer Staubach; er gedachte der Dienstbereitschaft und treuen Verbundenheit der landeskirchlichen Gemeinschaft mit der Stirdje unb bem gottesdienstlichen Leben der Gemeinde. Der Fest- Prediger des Morgens hielt dann den Hauptvortrag über bas Thema „Lebendiger Glaube und fein Beweis". Dabei zeigte er bas Ziel der Gemeinschasts- bemegung, nämlich baß „jeder Christ ein M^stonar fein müsse" in seiner Familie, im Berufe für Kirche und Volk, M ßefamte Versammlung folgte den die Technische Nothilfe in Kraft. Bei dieser Gelegen- heit spreche ich allen Nothelfern den Dank der Reichsregierung für ihre in schweren Jahren dem Volk und Staat geleisteten Dienste aus. Ich gebe der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß bie Not- Helferschaft im nationalsozialistischen Staate im Wetteifer mit den anderen nationalen Verbanden ihre letzte Kraft im Dienste für das Vaterland ein- Me^steht es heute mit dem technischen Dienst? Streiks und Aussperrungen kommen wohl mcht mehr in Frage. Wie aber sollen rasch Notstände m lebenswichtigen Betrieben, wie Eisenbahn-, Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerken, beseitigt werden, wenn in einem außenpolitischen Konflikt die Belegschaft eines solchen Werkes durch Bombenabwurf und dergleichen arbeitsunfähig gemacht wird? Hier z. B. hat die TN. mit ihrem technischen Dienst ein- zusetzen. A Jlun zur zweiten: der Gas- und Luft- schuhabteilung. wie der Name schon sagt, dient diese Abteilung zur Beseitigung von Notständen, die durch Ausströmen giftiger Gase, Abwurf von Brand-, Brifanz- oder Gasbomben hervorgerufen werden. Sie hat im Einfahfalle folgende Einheiten zu stellen: Bergungstrupps zur Befreiung verschütteter, Jnstandfehungs- trupps zur Wiederherstellung zerstörter Straßen und Brücken und zur Niederlegung oder Abstützung beschädigter Bauteile. Ferner stellt sie Fachkräfte zur Wiederherstellung zerstörter Leitungen für Wasser, Gas und Elektrizität, ebenso für die Entgiftung vergasten Geländes. Auch müssen ausgebildete hilfsmannschafteu für die Feuerwehr bereitstehen. Jeder Volksgenosse überlege sich einmal, über wie viele Brücken z. B. er am Tage geht. Oder man stelle sich die Folgen vor, die durch den Einschlag einer 1000 Kilogramm schweren Vrisanzbombe auf die Straße einer Stadt entstehen. Wie viele Häuser, Straßen und mit diesen Elektrizitäts-, Gas- und Wasserleitungen, Kanäle, Fernsprechkabel usw. werden beschädigt ober zerstört! Jeder denkende Volksgenosse wird einsehen, daß schon jetzt eine Organisation vorhanden fein muß, die die entstehenden Notstände und die Folgen derselben beseitigen hilft. Ihre Nothelfergesinnung bei Katastrophen infolge höherer Gewalt konnte bie TN. im Juni unb Juli b.J. bei ben zahlreichen Walb-, Moor- unb Heidebränden an 30 Gefahrenstellen burch bie Tat erneut beweisen. Es haben 22 Ortsgruppen mit insgesamt 1070 Nothelfern mitgewirkt. Daneben leistete eine Reihe anberer Ortsgruppen bei anberen Unglücken wirksame Katastrophenhilfe. Zum Schluß sei noch eine anbere Tätigkeit erwähnt, bie zwar nicht in ben amtlichen Richtlinien vorgesehen ist, aber trotzbem von vielen Nothelfern verrichtet wirb. Dies ist bie tatkräftige Mithilfe bei ben Auf gben der NSV. unb beim Winterhilfswerk. Der Reichsfuhrer bes Winterhilfswerkes Hilgens elb richtete an bie Reichsführung ber TN. folgenbes Dankschreiben: „Nach Abschluß bes WHW. Des beutschen Volkes , 1933/34 möchte ich Ihnen unb Ihren Unterorganisationen für bie im WHW. geleistete Arbeit herz- , lich banken. Wenn es möglich war, bas Ziel biefes . großen sozialen Hilfswerkes zu - -eichen unb m i biefem Winter ntemanb hungern unb frieren zu lassen, bann hat auch Ihre Mitarbeit dazu erheb- t lich beigetragen. Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen ■ dies auszubrücken, unb ich bitte Sie, meinen Dank • auch Ihren Unterorganisationen zu übermitteln. Polizeiverordnung zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. * Schotten, 7. Sept. Das Kreisamt Schotten hat mit Zustimmung bes Kreisausschusses unb mit Genehmigung bes Hessischen Staatsministeriums für ben Kreis Schotten eine Polizeiverorbnung zur Bekämpfung ber Schwarzarbeit erlassen, in ber mit Wirkung vorn 8. September ab olgenbes bestimmt wirb: „Wer Personen, von benen er weiß ober wissen muß, baß sie Erwerbslosenunterstützung beziehen, gegen Entgelt beschäftigt, wirb mit Geldstrafe bis zu 150 RM. bestraft. _ Diese Bestimmungen gelten nicht, sofern Personen beschäftigt werben, bie bem Arbeitgeber von einem Arbeitsamte zugewiesen sinb, ober deren Beschäftigung ber Arbeitgeber bem zustänbigen Arbeitsamt unter Angabe bes vereinbarten Lohnes ange« zeigt hat." Heimat- und Trachtenfest in Homberg. * Homberg, 8. Sept. Die Stadt Homberg läbt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einem Heimat- und Trachtenfest am 15. und 16. September in Homberg ein. Die Vorbereitungen zu diesem Fest in dem reizvollen Landstädtchen im Ohmtale sind mit aller Sorgfalt getroffen. Am Samstag, 15. September, nimmt das Fest mit Vorführungen ber einzelnen Trachtengruppen seinen Anfang. Am Sonntag, 16. September, wird ein Festzug mit mehreren Musikkapellen durch die Straßen der Stadt Homberg gehen, in bem folgendes gezeigt werden soll: Gruppe 1: Reichsnährstand, Gruppe 2: Die Jahreszeiten, Gruppe 3: Die Trachten, Gruppe 4: Handel unb Gewerbe. In bem Zuge werden auch Festwagen mitgeführt. Auf den Bahn- trecken bis nach Kirchhain, Lauterbach-Nord, Nie- derjossa, Hungen und Lollar werden Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben mit tarifmäßiger Geltungsdauer oon Samstagmittag 12 Uhr bis Montagmittag 12 Uhr. Am Sonntag, 16. September, verkehren außerdem zwei Sonderzüge: 1. Burg- unb Nieder- gcmünben ab 9.46 Uhr, Homberg ab 9.58 Uhr, Kirchhain an 10.24 Uhr. 2. Kirchhain ab 10.34 Uhr, Homberg ab 11 Uhr, Burg- unb Niadergemünden aa U43 Ufo , - - Diese Frage wird oft an TN.-Führer und Not- belfer gestellt. Die Antwort ergibt sich aus den von dem Herrn Reichsinnenminister Dr. Frick er- . lassenen neuen Richtlinien für die £31. Ser crftß . Satz hierin lautet: „Die Technische Nothilfe ist ein i Machtmittel bes Staates". Ohne an ben Maßnahmen der Reichsregierung = bewußt nörgeln zu wollen, sagen manche Dolk^ - genossen: „Ja, wozu benn eigentlich, es wirb doch । heute nicht mehr gestreikt!" Diese Leute sind, trotz öffentlicher Bekanntgabe ber neuen Richtlinien für । bie TN. und aufklärender Artikel in fast allen Tageszeitungen, immer noch nicht genügend über Zweck und Ziele der TN. unterrichtet. In ben Richtlinien heißt es: „Sie gliedert sich in ben technischen Dienst zur Beseitigung von Rotständen in lebenswichtigen Betrieben, ben (Bas- unb Luftschuhbienst zur Durchführung bestimmter Aufgaben innerhalb bes zivilen Luftschutzes. Gleichzeitig steht sie zur. Hilfeleistung bei Katastrophen infolge höherer Gewalt jeberzeit zur Verfügung. Betrachten wir uns zunächst einmal den technischen Dienst. Diese Abteilung machte die TN. unpopulär. Ihre Aufgabe bestand darin, bei eintretenden Streiks usw. die Notstandsarbeiten in lebenswichtigen Betrieben aufrechtzuerhalten und dort einzugreifen, wo es um die Erhaltung von Dolksvermogen ging. Innerhalb dieser Notstands- arbeiten wurden Bergwerke vor dem Ersaufen gerettet, Krankenhäuser, Anstalten und Städte mit dem für eine Notbeleuchtung notwendigen Strom beliefert, bie Belegschaften anberer Werke burch Belieferung mit Strom vor zwangsläufigen Feier- schichten bewahrt, tote Volksgenossen beerbigt, Ernten eingebracht, Schiffe nut Lebensmitteln entloben unb baburd) unermeßliche Werte bem beut- chen Volke erhalten. Beim Versuch ber KPD. im Jahre 1923, ben Druck ber Rentenbankscheine durch Streik in der Reichsdruckerei zu unterbinden, um durch das dann unvermeidliche Chaos zum Ziele zu kommen, war es wiederum bie TN., bie einsprang unb bas Unglück abwendete. Unser verstorbener Generalfeldmarschall unb Reichspräsident von Hinbenburg urteilte da- mals: „Die Technische Rothilfe ist eine unerläßliche Selbsthilfe in jetziger trauriger Zeit. Ohne ihr tatkräftiges, von Nächsten- unb Vaterlandsliebe zeugendes Wirken würde uns unendliche Gefahr drohen. Denen, die sie mutig und selbstlos abwenden, gebührt der Dank aller wahren Vaterlandsfreunde." Die Prediger des Klassenkampfes dagegen legten diese Arbeiten als Streikbruch aus. Die Nothelfer erhielten Namen wie „Streikbrecher", „Arbeiter- oerräter", „Kapitalistenhunde" usw. Ja, selbst heute gibt es noch Leute, bie ber TN. immer noch nach- agen, sie sei eine Organisation zum Wohle ber Kapitalisten gewesen, ohne baran zu denken, daß diese Einschätzung von denselben Hetzern stammt, die ihnen in früheren Jahren von ber Internationale unb anberen schönen Dingen vorgeschwarmt haben. Wer sich heute als Nationalsozialist ausgibt unb bie Worte „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" im Munde führt und noch nicht wissen will, daß bie TN. seit 15 Jahren bereits nach biefem Grunbsatz hanbelt, setzt sich ber Gefahr aus, als einer von benen erkannt zu werben, bie sich von : dem früheren marxistischen Einfluß noch nicht völlig , befreit haben. ... . Der Herr Reichsminister des Innern verfugte Mit - 9tr. IA 5400/7.10. vom 19. Oktober 1933: „Hier , durch setze ich die anliegenden neuen Richtlinien für ** VHC. Gießen. Man berichtet uns: Alljährlich im Herbst gedenkt ber VHC. auf der Herchenhainer Höhe feiner im Weltkrieg gefallenen Brüber. Die Sep- tembermanberung bes Zweiavereins führte deshalb dorthin. Nach Bahnfahrt bis Schotten ging es mit dem roten Kreuz auf guter Landstraße durch ein Wie- {cntal, das von der Nidda durchflossen wird, über Rudingshain und bann über bie Höhe, die eine jchöne Aussicht auf das anmutige Dörfchen und auf Schotten gestattet, an ber' Schneeschuhhütte der Reichswehr vorbei nach dem „Horst", einem herrlichen Hochwald. Mächtige Basaltblöcke liegen auf beiden Seiten des Waldweges, besonders aber auch an und in ber Nidda, die hier als wildes Bächlein über Stein und Stamm eilt. Immer weiter durch schöne, ruhige Wälder führte die Wanderung bis zum Hoherooskopf und von da, nach längerer Rast, an bem Hitler-Stein vorbei mit dem gelben Kreuz nach der Herchenhainer Höhe, die ebenso wie der Hoherodskopf eine umfassende und mannigfaltige Aussicht bietet. Nach der Gefallenengedenkfeier erfolgte von Hartmannshain die Rückreise mit dem Zug. ** Fahrpreisermäßigungen der Reichsbahn zur Rheinischen Grenzlandschau in Bad Kreuznach. Vom Bahnhof Gießen wirb uns mitgeteilt: Zur Rheinischen Grenzlanbschau in Bab Kreuznach gibt bie Reichsbahn von allen Fahrkartenausgaben im Umkreis von 200 Kilometer um Bab Kreuznach Sonntagsrückfahrkarten aus. Gültigkeit: Hinfahrt: vorn 15 September 0 Uhr bis 18. September 24 Uhr. Rückfahrt: vom 15. September 12 Uhr bis 18. September 24 Uhr. Die Karten gelten nur bann zur Rückfahrt, wenn sie auf ber Rückseite von ber Aus- stellungskasse abgestempelt sinb. Der Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt über Frankfurt a. M. ab Gi e- feen beträgt: 2. Klasse 11,60 Mark, 3. Klasse 7,90 Mark; über Koblenz—Bingerbrück 2. Klasse 15,20 Mark, 3. Klasse 10,40 Mark. Bei Benutzung von Eil- und Schnellzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Eilzugzuschlag: über Frankfurt am Main 2. Klasse 1 Mk., 3. Klasse 50 Pf.; über Koblenz-Ämgerbrück L-KlaM 1,50 MM, ** Elternversammlung der Schiller- schule. Man berichtet uns: Durch eine hessische ministerielle Verfügung wurden nach den Sommerferien die an den Volksschulen bestehenden „E-- Klassen" (kostenloser Unterricht für begabte Volks- schiller in fremdsprachlichen und sonstigen Fächern) überraschend aufgehoben. Mit dieser Tatsache beschäftigte sich am Mittwochabend im „Aquarium" eine Versammlung von Eltern der durch diese Maßnahme betroffenen Schüler ber Schillerschule. Es würbe hierbei allgemein ber Wunsch geäußert, im Interesse ber Kinber eine Fortsetzung bes begonnenen Unterrichts anzustreben. Die Versammlung beschloß baher, an bas Hessische Ministerium in Darmftabt bie Anfrage zu richten, ob unb unter welchen Umständen eine weitere Fortsetzung der „E-Klassen" möglich märe. fität Gießen Dr. Wilhelm C l a ß ist von dem Herrn preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und : Volksbildung beauftragt worden, auch im Wintersemester 1934/35 in ber rechtswissenschaftlichen Fa- fultät der Universität Frankfurt a.M. bas Straf- recht unb ben Strafprozeß in Vorlesungen unb Hebungen zu vertreten. *♦ Katholischer A n st -a l t s g e i st l i ch e r in Butzbach. Zum katholischen Anstaltsgeistlichen 1 bei der Zellenstrafanstalt in Butzbach wurde ab 1. September der Pfarrverwalter Wilhelm Krieger, ber zuvor über vier Jahre als Kaplan an der Sankt-Joseph-Pfarrei zu Mainz segensreich ge- wirkt hatte, durch bas Hessische Staatsministermm ernannt. ** Justizpersonalie. Die Justizpressestelle für die Provinz Oberhessen teilt uns mit: Am 1. September 1934 ist Herr Oberassistent Karl K r e n F e 1 (Bübingen) im Alter von 59 Jahren in den Ruhestand getreten. Aus diesem Anlaß fand im Amtsgericht Büdingen eine kleine Feier statt, bet der dte langjährigen treuen Dienste des Beamten und sein im nationalen Interesse bekundeter Opfersinn Würdigung und Anerkennung fanden. Ein ge- meinschaftliches Geschenk an Herrn Krenkel b(totes die Verbundenheit bes Amtsgerichts mit bem Scheidenden; es soll im hoffentlich glücklichen Ruhe- stand ihm Freude machen. ** Versetzungen im Forstdienst. Das Personalamt des Hessischen Staatsministers gibt bekannt: Versetzt wurden: Die Förster Otto 211 • b u s zu Viernheim in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Treis a. d. Lda. des Forstamts Gießen, Valentin B a s s e n a u e r zu Groß-Gerau in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Ober- Qlmer Forsthaus des Forstamts Mainz, Adam Bormuth zu Dudenhofen in gleicher Dienst- eigenschaft in die Försterei Frankenstein des- Forstamts Eberstadt, Heinrich Förster zu Aliendorf an der Lumda in gleicher Diensteigenschaft m ine Försterei Viernheim des Forstamts Viernheim, Karl Funk zu Wohnbach in gleicher Dienstergenschast in die Försterei Bellersheim des Forstamts Lich, Heinrich Ruppert zu Viernheim in gleicher Diensteigenschaft in die Fötzterei Seulberger-Mark des Forstamts Ober-EschbacA sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1934. ** Schulpersonalie. liebertragen wurde dem Lehrer Heinrich Bitsch zu Harbach (Kreis Gießen) eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Oppenrod (Kreis Gießen) mit Wirkung vorn Tage des Dienstantritts an. ** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Vergebungsausschreiben auswärtiger staatlicher Anstalten. Die Industrie- und Handelskammer Gießen macht darauf aufmerksam, daß bei ihr Vergebungsausschreiben auswärtiger Anstalten des Hessischen Staates vorliegen, über die Interessenten Auskunft erteilt wird. *♦ Das Fundsachenverzeichnis. Don der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Das Verzeichnis über die im Monat August gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur ber Polizeibirektion, Lanbgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werben. Die Empfangsberechtigten werben aufgeforbert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Funbburo während der Dienststunden geltend zu machen. ** Verkehrsunfall. Heute früh ereignete sich an bem Bahnübergang Ecke Gnauthstraße unb Schiffenberger Weg ein Verkehrsunfall, bei bem ein junger Mann von hier erheblich zu Schaben kam. An jener Stelle würbe ber auf seinem Fahrrab zur Arbeitsstätte strebende 21 Jahre alte Willy P a u s ch, Crednerstraße 20 wohnhaft, von einem Motorradfahrer angefahren, so daß er stürzte. 2)abei trug der bedauernswerte junge Mann erhebliche Kopfverletzungen und einen Bruch des linken Unterschenkels davon. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte ihn nach der Chirurgischen Klinik. 5.J.-fpor/ vor- nachmittag geschlossen. ihr die Auch die 2. Mannschaft wird am Sonntag erstes Verbandsspiel erledigen. Gegner ist 2. Mannschaft des FC. „Teutonia" Steinberg. Sportverein 1920 Heuchelheim. Werde Mitglied im Deutschen Lustsport,verbandk 1,97 Meter Vierter vor Ladewig mit 1,85 Meter. Den ersten Weltrekord gab es im Speerwerfen. Auch hier dominierte Finnland mit seinem unüberbietbaren M. I ä r v i n e n, der den Weltrekord mit seiner Siegerleistung von 76,10 Meter auf 76,66 Meter schraubte. Weimann kam mit 65,69 Meter auf den sechsten Platz. Die 1500 Meter holte sich der Favorit B e c c a l i mit klarem Vorsprung in 3 :55,2. Schaumburg ver- schenkte den dritten Platz und wurde nur Vierter. Finnische Domäne war auch der 10 000-Meter- Lauf, den Salminen in 31 :02,6 vor seinem Landsmann Askola gewann. Syring gab bei 7500 Meter auf. Sprechstunden der Redaktion. Wegner (Halle) Europameister! Als erste Entscheidung wurde der Stabhochsprung ausgetragen. Der Hallenser Wegner und der Schwede Ljungberg waren die beiden einzigen, die 4 Meter übersprangen, beide scheiterten an 4,05 Meter. Im Stichkampf setzte sich der gleichmäßige Wegner siegreich durch und wurde Europameister vor dem Schweden. Die welkeren Meister. Als einziger bezwang der Finne Kotkas die klassische 2-Meter-Grenze im Hochsprung und holte sich damit den Titel. Weinkötz wurde mit Die erste Mannschaft des Sportv. Heuchelheim empfängt am morgigen Sonntag die erst- Elf vom VfB. Krofdorf-Gleiberg zum Derbandsspiel Die Sie Liiropa-Mflerschasten der Leichtalhleleu feierliche Eröffnung in Turin.—Wegner Europameister. Die zwei Ersten der drei 400-Meter-Vorläufe gelangten in die Entscheidung. Gleich im ersten Vorlauf stand Metzner (Frankfurt) im Kampf. Er gewann sicher in 48,3 Sekunden vor Rabaglino 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag (Italien). nachmittag geschlossen. In prachtvollem Fahnenschmuck präsentiert sich das Mussolini-Stadion in Turin, als am Freitagmittag vor nur 3000 Zuschauern der feierliche Einmarsch der 22 an den Europa-Meisterschaftskämpfen teilnehmenden Nationen erfolgte. Don der Ehrentribüne herab hielt der Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes, Sigurd Edstrom, eine kurze Ansprache, nach der er die Kämpfe für eröffnet erklärte. Am Vormittag hatten ledialich Ausscheidungswettkämpfe stattgefunden, die unsere deutschen Vertreter sämtlich überstanden, und zwar Wegner den Stabhochsprung und Schaumburg die 1500 Meter. Der Nachmittag brachte neben weiteren Vor- und Zwischenentscheidungen die ersten fünf Europameisterschaften. Borchmeyer und Hornberger im Endlauf. Für die kurzen Strecke über 10 0 Meter wurden bereits die Endlaufteilnehmer festgestellt. Im ersten Vorlaus lief Borchmeyer als Zweiter hinter dem Schweizer Haenni (11,1). Hornberger gewann seinen Vorlauf in 11,1. Insgesamt kamen aus den vier Vorläufen die drei Ersten in die Zwischen- laufe. Auch bei diesen setzten sich die beiden Deutschen erfolgreich durch. Beide Male belegten sie ausreichende Plätze. Im Endlauf sind daher: Sir, Borchmeyer und Osendarp (Holland), ferner Berger, Haenni und Hornberger. 110 Meter Hürden mit Wegener. Schon in den Dorläufen für die 110 Meter Hürden schied der Frankfurter Welscher, der nur Vierter wurde, aus. Wegener (Berlin) belegte dagegen im ersten Vorlauf hinter dem Ungarn Kovacs den zweiten Platz und gewann seinen Zwischenlauf überlegen in 14,9. Mehner über 400 Meter dabei. Bienenkörbe als Hochzeitsgeschenl. Um die Heiratslust anzuregen gewährt man beute den Neuvermählten manche Vergünstigungen. Zn Italien bekommen sie nicht nur besonders billige Fahrkarten für ihre Hochzeitsreisen, sondern werden sogar vom Papst empfangen. Eine origi- n-elle Prämie hat jetzt der Bürgermeister des ungarischen Ortes Kiskunhalas sich für die jungen Frauen ausgedacht. Jede Braut erhält an ihrem Hochzeitstage einen Bienenkorb geschenkt. Das soll nicht etwa eine Erinnerung sein an die Körbe, die sie nun nicht mehr austeilen kann, sondern es ist eine nützliche Gabe, deren symbolischer Gehalt nicht zu verkennen ist. Der Bürgermeister von Kis- kunhalas ist auf diesen Gedanken wohl dadurch gebracht worden, daß die Herstellung oön Bienenkörben eine in seinem Ort gepflegte Hausindustrie ist und er daher Über eine reiche Auswahl verfügt. Außerdem ist die Bienenzucht ein wichtiger Zweig der ungarischen Landwirtschaft, und die Süße des Honias kann vielleicht als Anspielung auf die Wonnen der jungen Ehe gedeutet werden. Anderseits kann man bekanntlich von der Diene Fleiß lernen; doch sollen sich die jungen Eheleute die Wut einer zornigen Biene bei eventuellen Auseinandersetzungen nicht zum Muster nehmen. Der Ehemann wird, wenn er philosophisch angelegt ist, sein Los preisen, das ihn davor bewahrt, der Gemahl einer Bienen- königin zu werden, da ihm in diesem Fall ein rüber Tod in Aussicht stände. So hat das originelle Hochzeitsgeschenk des ungarischen Bürgermeisters in mancher Hinsicht Wert und einen tiefe- ren Sinn. Kröhfch aus der OT. ausgeschlossen. Gelegentlich einer Besprechung der DT.-Gauführer in Berlin befaßte man sich auch mit der Angelegenheit des Turnfestsiegers Kurt Krotz sch, der vor einiger Zeit wegen fortgesetzt unturnerischen Verhaltens bis 31. März 1935 geschwärzt worden war, Nun ist Kröüsch ganz aus der Deutschen Turnerschaft ausgeschlossen worden. Schachturnier Gießen 1858-Wehlar Der Schachklub Gießen 1858 veranstaltet am morgigen Sonntag ein Schachturnier gegen Wetz- lar. Die Gießener werden in ausgezeichneter Besetzung den Wettbewerb bestreiten, denn die alte Schlagkraft ist noch im Klub vorhanden. Das Ergebnis wird von beiden Seiten mit großer Spannung erwartet. Das Turnier wird im Hotel Hindenburg ausaetragen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Warschau—Paris, erste Etappe des Europa-Rundflugs. In Gruppen von je fünf Flugzeugen und mit einem Abstand von fünf Minuten starteten am greitag früh 32 Flugzeuge zur ersten Etappe des Europarundflugs, die Zwangslandungen in Königsberg, Berlin, Köln, Brüssel und Paris vorschrieb. Pünktlich um 5 Uhr erfolgte der Aufflug in Warschau. Um 6.08 Uhr traf der deutsche Francke als Erster in Königsberg ein. In kurzen Abständen folgten die anderen. In Berlin wartete auf dem Tempelhofer Feld eine große Zuschauermenge. Francke war auch hier der Erste. Eine Viertelstunde später landete Junck. Der Pole Plonczynski fand einen Magnetschaden, der eine längere Reparatur bedingte. Der Deutsche Stein und einer der aussichtsreichsten Teilnehmer, Karpinski- Polen, hatten auf dem Weg nach Berlin notlanden müssen. Nur noch 29 Maschinen erhoben sich zum Flug nach Köln. In Köln ging Junck als Erster nieder. Francke landete wenig später. Nun gab es ein ständiges Gehen und Kommen. Zwischen den eintreffenden Maschinen erhoben sich bereits Abgefertigte zum Weiterflug nach Brüssel. Junck und Francke trafen auch zuerst in Brüs - fei ein, gefolgt von Morzik und Dftertamp. Stein mußte aufgeben. Auch in Paris, wo eine vielköpfige Menschenmenge wartete, behielten die beiden Deutschen Junck und Francke ihre führende Position bei. Dagegen hatten sich zwischen sie und ihre nachfolgenden Kameraden Osterkamp, Morzik, Krüger und Oblt. Seidemann die beiden Polen Gedgow und Balcer eingeschoben. Spkelvereinigung 1900 Gießen. 1900 — VSE. Sinn. Am morgigen Sonntag tritt nun die hiesige Bezirksklasse in die Meisterschaftssaison ein. (55 geht wieder um Punkte. Die Spiele ziehen sonderbarer Weise das Publikum ganz anders in ihren Bann, als das beste Gesellschaftsspiel. Die Spielvereinigung 1900 empfängt auf eigenem Platz die erste Elf vom Ballschel-Club Sinn, eine kampfkräftige Mannschaft. Die ©inner sind den Gießenern vor allen Dingen körperlich überlegen und haben auch die größere Schnelligkeit. Außerdem wird nicht lanae mit dem Ball manöveriert sondern geschossen. Das gleiche sollten die Blau- weißen auch einmal beherzigen. Die letzten Freundschaftsspiele waren in dieser Hinsicht katastrophal Was hilft die größte Feldüberlegenheit, wenn sie nicht in Treffern zum Ausdruck kommt. Tore entscheiden! Don der Ligaelf der Spielvereinigung 1900 neh- men Torwart Schlarb und Schmelz am Reichsparteitag feil. Für Schlarb steht Balser zwischen den Pfosten. In der Verteidigung wird neben Lippert (der übrigens am 16. September 1934 in her Gaunachwuchsclf gegen die Stadtelf Hannover mitwirkt) Zeiler erstmals wieder auf den Plan treten. Die Läuferreihe wird mit Heinbach, Heilmann und Langsdorf ihren Mann stehen. Der Sturm steht von links nach rechts mit Dörr, Roth, Koch, Hammer und Wilhelmi. Schiedsrichter D e 1 ß - Nauborn sollte dafür sorgen, daß das Spiel in sportlichem Rahmen bleibt. VfR. Lich I. — 1900 II. Das zweite Spiel führt die Gießener nach Lich. Alten Erfahrungen gemäß ist dort nicht viel zu gewinnen, besonders, wenn die Blauweißen fein besseres Spiel liefern, wie am Sonntag. 1900 III — Tv. Treis a. d. £ba. I. Aaste sind dieses Jahr in die Kreisklasse aufge- stiegen, und verfugen über gutes Spielermaterial. Ver Ausgang dieses Treffens ist nicht vorherzu- sagen, man sollte jedoch annehmen, daß die Hiesigen den Vorteil des eigenen Platzes zu schätzen wissen. — Die zweite Mannschaft spielt in Vetzberg und sollte dort einen Sieg landen können. Dor dem Treffen der 1. Mannschaften tritt die erste Jugend gegen die gleiche von Krofdorf-Gleiberg an. Kußballabteüung des Tv. Kinzenbach. Zum ersten Verbandsspiel erwartet die erste Mannschaft des Tv. Kinzenbach am morgigen Sonntag die Zweite des VfB. Krofdorf-Gleiberg. Da sich beide Mannschaften noch nicht gegenüberstanden, ist nicht vorauszusagen, wer den Sieger stellen wird. Volksiurn-Mannschoffskampf in Lollar Ein Volksturn - Mannschaftskampf zwischen den Turnvereinen Heuchelheim, Kinzenbach und Lollar wird am morgigen Sonntag auf dem Waldsportplatz in Lollar zum zweiten Male ausgetragen. Die erste Austragung in Kinzenbach brachte schöne Ergebnisse und konnte durch einige Spitzenleistungen vom Tv. Lollar gewonnen werden. Es sind besonders in den Laufkonkurrenzen heftige Kämpfe zu erwarten. Der 100-Meter-Lauf und die 4X100-Meter-Staffel werden Lollar wertvolle Punkte bringen, auf der 800-Meter-Strecke wird Heuchelheim nicht zu schlagen sein. In den Lauf- und Springkonkurrenzen sind im Vorkampf von den einzelnen Mannschaften ebenfalls schöne Leistungen gezeigt worden. (6,74 Meter Weitsprung, 48,96 Meter Speerwurf, 59,10 Meter Keulenwurf u. a.) Der Ausgang des Kampfes ist, da ziemlich gleichwertige Kräfte im Wettbewerb liegen, nicht vorauszusagen. Altersturnen in Braunfels. Das herrlich gelegene Braunfels mit seinem stolzen Schlosse und seinen vielen sonstigen Schönheiten ist am morgigen Sonntag, 9. September, das Wanderziel der Turner. Dort findet das Alterstreffen des 8. Kreises Lahn-Dill statt. Dieses Turnen soll sich aber nicht auf den 8. Kreis beschränken, vielmehr sollen auch die Turn- brüder der Nachbarkreise nach Braunfels kommen, um dort einige frohe Stunden mit Turnerkameraden zu verleben. Man rechnet mit einem starken Besuch durch die Vereine des Kreises Lahn-Dill und hofft, daß neben den Wettkämpfern auch eine große Zahl von Gästen Braunfels besuchen wird uitb beim Turnen der Aelteren nicht fehlen will.' Buntes Allerlei. Aus der Geschichte des Fußballs. Das Fußballspiel ist seiner Herkunft nach ein uralt englisches Spiel, das dort schon zur Zeit der Romer bekannt war. Es wurde mit einem leberober stoffüberzogenen Ball, der mit Flocken gefüllt war, und „harpastum" hieß, und einem „follis" . genannten Instrument gespielt. Zeugnisse für die &es Fußballspiels in England finden UH schon im Jahre 1175. In seiner Geschichte von London berichtet nämlich William Fitzstephan, daß die jungen Leute der Stadt das wohlbekannte Ballspiel stets nach dem Essen spielten; daß es sich hier um den Fußball handelt, geht aus den näheren Angaben des Chronisten deutlich hervor. Der Fußball ist also mehrere Jahrhunderte älter als das andere Nationalspiel der Engländer, das Cricket. Die Gesetze des Spiels wurden nicht allzu sehr be- achtet, und die großen Fußballkämpfe endeten zuweilen in allgemeinen wüsten Schlägereien. Wer wollte, konnte am Spiel teilnehmen; die Zahl bet Teilnehmer war unbeschränkt. Da ein solch allgemeines Fußballspiel oft ernsthafte Konflikte schuf, würben halb strenge Verbote des Spiels erlassen. Eduard II. untersagte im Jahre 1314 das Spiel unter Androhung der Gefängnisstrafe; als Grund wurde angegeben: „Der große Lärm, so in her* Stadt verursacht wird, wenn sich viele um die großen Bälle drängen u.ib stoßen, woburch viel Hehles entstehen kann, was Gott verhüten möge." Aber alle biefe Erlasse konnten bas Fußballspiel nicht ausrotten. 1315 wurde allen Gerichtsbeamten befohlen, „solch eitle Praktiken", wie das Fußballspiel schonungslos zu unterdrücken, weil „die Geschicklichkeit und Hebung im Bogenschießen fast völlig vernachlässigt wird, um solcher unnützer und ungesetzlicher Spiele willen." Auch Richard II. und seine Nachfolger wendeten sich verschiedentlich S „Fußball, Tennis und andere Spiele", und gten hohe Strafen für die Spieler an. Aber diese fortgesetzte Verfolgung hatte keine merkbare Wirkung, das Volk trotzte den Strafen und blieb bei dem Spiel. Jakob III. von Schottland hielt es sogar für notwendig, das sofortige Eingreifen seiner Beamten mit der Waffe anzubefehlen, wenn irgendwo sußballspielende Leute angetroffen werden sollten. Aus Shakespeares Zeit ist uns das Ur- l teil eines Gerichtshofes in Middlesex erhalten, irt dem eine Anzahl Personen streng bestraft wurden, weil sie „mit unbekannten UebeÜätern zu etwa Hundert vereinigt, in höchst ungesetzlicher Weise ein gewisses Spiel gespielt Haden, genannt Fußball, durch welches ungesetzliche Spiel unter ihnen ein schlimmer Tumult entstand, der Mord und schweres Unglück im Gefolge hatte." Stubbs nennt in feinet „Zergliederung der Mißbräuche im englischen Reich" den Fußball ein teuflisches Vergnügen, das zu Mord, Totschlag und manch anderem Hebel führe. Im 18. Jahrhundert geriet das Spiel allmählich in Vergessenheit und zu Anfang des 19. Jahrhunderts war es als Volksspiel fast ganz verschwunden. Nun entdeckte die vornehme Gesellschaft das Fußballspiel für sich, das sie solange verachtet hatte. In den vornehmen Schulen des Landes wurde den Knaben das Spiel gelehrt; 1855 entstand der erste Fußballklub und 1883 die große Football Association. Heute besitzt der Fußball wieder höchste Volkstümlichkeit, und es ist nicht mehr nötig, durch Gesetze gegen Ausschreitungen beim Spiel vorzugehen. . Erstes Derbandsspiel des DfB.-Tieichsbahn. Naunheim — VfV.-Relchsbahn Gießen. Am Sonntag bestreitet die Liga ihr erstes Verbandsspiel in der Spielserie 1934/35. Nach gründlicher Vorbereitung in der Sperre trifft sie in Naunheim auf einen Gegner, der schon in früheren fahren durch seine Erfolge von sich reden machte. Die Spielstärke dieser Mannschaft, deren beste Kräfte der Linksaußen und der Mittelstürmer sind, hat sich auf der gleichen Hohe erhalten. Die Resultate nach der Spielsperre beweisen dies. Voraussetzung für einen Erfolg der Gießener ist, daß die Mannschaft sich auf die gegebenen Platzverhältnisse einstellt und von der ersten bis zur letzten Minute zu kämpfen weiß. Die Spielleitung sollte in guten Händen liegen. Hie dritte Mannschaft fährt nach Londorf zu einem Gegner, der hier ziemlich unbekannt ist, so daß der Kampf als offen bezeichnet werden muß. Die Resultate der beiden letzten Spiele sollten der Mannschaft die Mahnung sein, daß Tore und nicht die Technik ein Spiel entscheidet. Fußball im Turnverein Wieseck. Wiefeck II. — Spv. Lich II. Zum ersten Verbandsspiele empfängt die zweite Mannschaft des Turnvereins Wiefeck auf eigenem Platze die zweite Mannschaft des Sportvereins Lich. Die Gastgeber sollten in diesem ersten Derbands- spiele die ersten Punkte für sich behalten. Auch die neu erstandene dritte Elf hat auf eigenem Platze zum Verbandesspiele die erste Mannschaft von Alten-Buseck zum Gegner und wird wohl die Punkte den Gästen überlassen müssen. Die erste Mannschaft hätte zum ersten Spiele gegen DsB.-Reichsbahn II. auf dem Waldsportplatz antreten müssen, das Spiel wurde jedoch abgesagt und Wieseck die Punkte kampflos zugesprochen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Spvg. Leihgestern die gleiche des FC. Grünberg zum ersten Verbandsspiel. Wenn die Leihgesterner das erste Verbandsspiel in derselben Form wie in den ersten Spielen der neuen Saison bestreiten, so dürften ihnen Sieg und Punkte nicht zu nehmen sein. Der Grünberger Gegner darf aber nicht unterschätzt werden. Man erwartet aber doch einen Sieg der Platzelf. 1900 III hat im ersten Spiel den Neuling Treis zum Gegner, der als Gastmannschaft an den Verbandsspielen teilnimmt. Beide Gegner stellen viel junge Leute ins Feld. Der Ausgang ist nicht auszusagen. Cermann Gering W7 fä; . Das Deutsche Volk muß ein Volk vonZliegern werden! Nach dem Essen nicht vergessen W Bullrich-Salz 5196 A Schafmaül in Wetzlar RM.4.80. 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Vierzehntes Kapitel. __ Am nächsten Nachmittag lernte Frau Westkamp die junge Donata Olden kennen. In dem großen, niedrigen Wohnzimmer des alten Hauses, in dem schon so viele Gärtner Westkamp gelebt, und in dem so liebe, altväterliche Möbel standen, reichten sich die beiden zum ersten Male die Hände, fühlten auf den ersten Blick warme Zuneigung füreinander. Donata wanderte dann später an Detlefs Seite durch den großen Garten. Sie schritten über schmale Fußpfade, und Donata lächelte: „Das ist doch alles so endlos weit — ich ahnte ja nicht, daß ihr so viel Land besitzt. Ich begreife nur nicht, weshalb du so bescheiden tust, so als wenn du zu den kleinen Leuten gehörtest. In meinen Augen bist du eher ein Großgrundbesitzer." Er nickte vergnügt. „Bitte, behalte nur den schmeichelhaften Eindruck von Westkamps Gärtnerei." Er legte seine Hand auf ihren Arm. „Mädel, du verstehst ja nichts von der Sache, aber glaube mir, wir sind nichts Besonderes. Natürlich, unser Grund und Boden hat ganz anständige Ausdehnung, aber das Haus ist hypothekenüberlastet, und der Grund und Boden hängt mit dran. Wenn da einmal etwas mit den Zinsen nicht klappt, frißt das Haus das Land ringsum mit auf. Wir müssen uns tüchtig abrackern, um uns die Gefahr immer möglichst fernzuhalten, und sie ist uns schon ein paarmal ganz bedrohlich nahegekommen." Er sah sie zärtlich an. „Bist so ein liebes, goldechtes Mädel! Es ist ein großes Glück, daß du mir gehören willst, und dafür will ich alle Kraft aufbieten, damit das alles hier frei wird von dem Druck. Arbeiten will ich unermüdlich, damit dir, Liebstes, keine so schweren Sorgen nahekommen sollen, wie sie Mutter hat durchmachen müssen." Er atmete tief den feuchten, starken Geruch ein, der dem Acker entquoll. „Ich glaube, die Arbeit wird mir zum Spiel, wenn du erst für immer da drüben in dem alten Haus bei uns wohnst — eine Freude wird sie und ein großer Segen." Unfern waren zwei Frauen damit beschäftigt, Kartoffeln zu buddeln. Sie warfen neugierige Blicke auf Donata Olden, die so schlank und fein und vor- nehm aussah in dem grünen Tuchkostüm mit der winzigen Maulwurfkrawatte. Eine sagte zur anderen: ______________________ da lag alles einfach. Sobald sie sich aber in die Tochter eines berühmten Komponisten verwandeln würde, sähe alles anders aus. Dann rückte die Person von Donatas Bater ganz unvermittelt in eine andere Gesellschaftssphäre ein und seine Familie mit ihm. Dann käme Donata mit anderen Herren zusammen, und ihre Schönheit war von eigener Art, daß sie auffallen mußte. . Er fühlte die eifersüchtigen Gedanken rote Dolch- spitzen, die alle nach seinem Herzen zielten. Er schämte sich seines Wunsches und empfand ihn doch tief und inbrünstig. Er wünschte Werner Olden einen Mißerfolg, wünschte, daß seine Symphonie am Aufführungstage unbeachtet verklänge für immer, damit Donata die Tochter des schlichten Bornheimer Musiklehrers bliebe, die Tochter eines unbekannten Mannes. Fünfzehntes Kapitel. „Freut mich, Sie kennenzulernen, Herr Westkamp." Werner Olden schüttelte die Hand des Besuchers, der ihn an Gröhe noch etwas überragte. Er sah ihn sich genau an, musterte ihn vom Kopf bis zu den Fußen. Fast etwas zu scharf war die Muste- rung. Detlef Westkamp jedenfalls spürte den Blick peinlich, die blauen Augen waren wie stahlfunkelnde Lichter und hatten etwas Unbequemes, gingen durch einen hindurch wie Röntgenstrahlen, fand Detlef Westkamp. Donatas Mutter in ihrer mädchenhaften Zierlichkeit und den blassen, leicht versältelten Zugen gefiel ihm besser. Ihr mütterliches Lächeln wärmte. „Scheinen ja ein ganz netter Kerl, Westkamp!" Damit drückte ihn der Herr des Hauses auf einen Stuhl nieder. „Meinem Mädel gefallen Sie, und da müssen wir uns eben auch anfreunden — nicht wahr?" Es klang alles so gönnerhaft, schien es dem Jüngeren, aber er lächelte verbindlich. Man kann sich die Menschen nicht so kneten, wie man sie gern haben möchte!, dachte er. Man plauderte über dies und jenes, und habet kam man auch auf die Taler zu sprechen. Werner Olden erzählte ihre Geschichte, die Detlef Westkamp ja schon von Donata gehört hatte. Frau Olden meinte: „Meines Mannes Großvater, der Juwelenhändler, soll noch kurz vor seinem Tode aus dem Ausland eine Menge Juwelen mitgebracht haben, Brillanten, Rubinen, Perlen und was weiß ich. Man möchte fast glauben, er hätte die Steine in den Main geworfen, damit sie nicht in die Hände seiner armen jungen Frau und seines Sohnes kommen sollten." Sie seufzte. „Man hätte manchmal was davon haben mögen." Sie erhob sich. „Ich will in die Küche gehen, entschuldigen Sie mich ein halbes Stündchen, Herr Westkamp! Nachher trinken wir ein Täßchen Tee zusammen, und du, Donata, decke bitte den Tisch." „Ob d-» dem Detlef sei Mädch- Is? DI- paßt aber net hier enei, dees is aane, wo tns UöeftenD paßt, aroer net zwischen Kartoffele un Kohl! Und sie, „die wo ins Westend paßt", lächelte eben: „Ich freue mich schon darauf, dir später, wenn wir erst verheiratet sein werden, helfen zu dürfen. Ich möchte eine echte Gärtnersfrau werden, rote deine Mutter eine geworden ist." Er nahm ihre Hände ganz fest in seine beiden ^0,Mädel, ich danke dir für das liebe Wort. Du vaßt zu mir, als ob ich dich beim lieben Herrgott Droben eigens bestellt hätte." Sie gingen zurück, und er zeigte ihr die Dahlien, seine Lieblinge, die hoch und stolz unb bunt aus dichten Blätterbüschen grüßten. So em bchchen unnahbar, so wie Königinnen, die sich huldvoll ihren treuen Untertanen zuneigen. ,Ich habe eine besondere Vorliebe für Dahlien , lächelte sie und umfaßte eine große lachsfarbene Blute sanft mit zwei behutsamen Fingern. „Dahlien mag ich so überaus gern, und ich finde, sie passen zu dir, Donata. Wenn ich cm Maler wäre, würde ich dich so malen, so wie du jetzt dastehst..." Sie lachte. „Du bist ein Schwärmer und Phantast, Detlef!" Sie wurde ernst. „Höre lieber, was ich dir noch erzählen muß. Ich habe es mir noch als gute Neuigkeit bis zuletzt aufgehoben. Also das Neueste: Vater möchte dich kennenlernen. Kannst morgen schon kommen, Detlef, wenn du willst. Je eher, desto besser. Ich bin froh, wenn die Heimlichkeit zwischen uns beiden zu Ende ist." Er pflichtete ihr bei. . N „Ich auch, Donata, ich auch — glaube es mir. Und als sie sich dann wieder in dem großen, niedrigen Wohnzimmer befanden und Frau Charlotte bei ihnen sah, berichtete Donata von dem Erfolg des Vaters. Von feinen vielen zerronnenen Künstlerträumen, die sich nun vielleicht erfüllen würden. Sie sagte stolz: „Ich glaube an Vaters Genie; [eine Symphonie ist wundervoll. Ich bin überzeugt, daß ihn die Auf- führung über Nacht berühmt macht." War es nicht, als glitte ein Schatten über Detlef Wesikamps Stirn? War es nicht, als erlösche der frohe Schein in feinen Augen? Donata blickte ihn forschend an. „Fehlt dir etwas, Detlef? Du siehst mit einem Male so ganz anders aus." „Bewahre, mir fehlt nichts", gab er zurück und kämpfte mit aller Gewalt gegen das seltsame Gefühl an, das ihn ganz plötzlich hinterrücks wie ein Wegelagerer überfallen. Solange Donata die Tochter des unbekannten Bornheimer Musiklehrers war, paßte sie zu ihm — Sie verließ das Zimmer, und Donata ging mtt ihr. Ä , Der Hausherr bot dem Gast Zigarren an, auch Zigaretten. Beide bedienten sich. Der Meliere zündete sich eine Zigarre an, der Jüngere hatte eine Zigarette vorgezogen. Sie saßen sich beide am Tisch gegenüber, und Werner Olden zeigte auf einen Kasten seines Schreibtisches. „Da sind die Taler drin — ich werde sie Ihnen jetzt zeigen. Vielleicht können Sie ihr Rätsel lösen. Wenn's auch weiter keinen tieferen Sinn haben wird, ist man doch neugierig, was das Gerourschtel der unübersetzbaren Worte darauf bedeutet. Es sind griechische Buchstaben, aber Worte, die es im Griechischen nicht gibt." Er erhob sich, doch auf halbem Wege fiel ihm etwas ein. „Entschuldigen Sie auch mich auf kurze 3eit!*3d) muh meine Frau daran erinnern, daß kein Rum mehr im Haufe ist — und ich kriege keinen Tee ohne 'nen ordentlichen Schuh Rum hinunter. Donata soll schnell mal hinüber in die Wirtschaft flitzen. Er verließ das Zimmer, und Detlef Westkamp blieb wohl fünf Minuten lang allein. Er blickte sich um. Die Ausstattung des Zimmers hatte manches gemeinsam mit Mutters Wohnzimmer. Das etwas Altmodische und doch Behagliche. Dennoch wirkte der Raum hier anders. Das machte das Klavier und die große Beethovenbüste, das breite Notenregal und das Bild Richard Wagners. Auch die Luft hier war anders. Drüben im Gärtnerhause roch es immer nach Kräutern, und auf Mutters Schreibtisch lagen ständig Samenproben, die einen etwas stumpfen Duft verbreiteten. Jetzt kehrte der Hausherr zurück, lächelte. „Bis wir Tee trinken, werde ich Ihnen etwas Vorspielen." Sein Kops ruckte steif in den Nacken. „Aus meiner Symphonie. Donata hat Ihnen vielleicht schon erzählt, daß meine Symphonie ,Die wilde Jagd< noch vor Weihnachten zur Aufführung kommt." Daß er ihm die Taler zeigen wollte, schien Werner Olden vergessen zu haben!, dachte der Jüngere, als er höflich erwiderte, er hätte allerdings von Donata gehört, daß die Symphonie zur Aufführung käme, und er freue sich, etwas daraus zu lernen. Werner Olden nahm am Instrument Platz und griff in die Tasten. Detlef Westkamp lauschte, anfangs von dem Vorurteil befangen, daß er doch nicht allzuviel von solcher Musik verstände. Aber bald mußte er aufhorchen, ob er wollte ober nicht. Man brauchte nicht musikalisch geschult zu sein, um zu verstehen, was die Musik ausdrückte. Dazu war sie zu klar und deutlich. Sie malte ja in Tönen, wie ein Maler in Farben malt. llnterseuge in allen Formen und Größen für Damen, Herren und Kinder Neue, sehr hübsche, wollene Jfcleiderstoffe ’€.5löfn&<€o. _______5243 A Bücher von den Wundern der Kleinwelt Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. IM Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegcner, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3 90, geb. RM.4.80. DleMIkroskople. Eine Einführung in gemeinverständlicher Darstellung von ir. W. Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktafeln nach photogr. Aufnahmen des Verfassers. RM. 3.60. Einfachste Lebensformen desTier- und Pflanzenreichs. 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X O \ erziehung sich dazu zwingen muß, einmal mit äußerster Sparsamkeit das ihm übergebene Material zu bearbeiten, zum anderen darauf zu achten, daß auch das kleinste Abfallteilchen in irgendeines Form wieder zur Verwertung gelangt. Notwendig ist dazu aber eine ausreichende Schulung der einzelnen Arbeiter, deren geeignete Durchführung eine wesentliche Aufgabe der Betriebsführer sei wird. Aber nicht nur im großen Industrie- oder Gewerbebetrieb soll dieser Kampf gegen Materialver- geudung durchgeführt werden, ebenso wichtig ist sein Einsatz in den Kleinbetrieben. Wenn auch hier im einzelnen kleinen Betrieb die Summe des an Material Ersparten nicht so groß ist, so wird doch durch die Vielzahl der kleinen Betriebe insgesamt wieder eine Materialsumme erspart werden können, über deren eindrucksvolle Größe mancher Volksgenosse sich nicht klar sein wird. Und was für den Kleinbetrieb gilt, gilt in jeder Hinsicht auch für den Bauernhof. Die Gefahr der Material- Vergeudung ist bei den kleinen und kleinsten Be- trieben wahrscheinlich noch größer, als bei den Werken größeren Umfanges. Manchmal ist es allein die Geringfügigkeit der vergeudeten Materialien, die dann, „weil es sich nicht lohnt", dem Wirtschafts, kreislauf verloren gehen. And doch soll sich jeder Volksgenosse klar darüber sein, daß aus vielen kleinsten Linzelleil- chen insgesamt wieder eine Menge wird, welche die aus dem Ausland eingeführte Rohstoffmenge um manchen Waggon vermindern kann. . wurde von der Freiwilligen Sani- latskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht." Fast täglich sind diese Worte in den Meldungen unseres Blattes zu lesen. Sie haben ihren Ursprung in einem bedauerlichen Ereignis im Leben eines Menschen und künden die Hilfsbereitschaft einer vorbildlichen Organisation der Nächstenliebe, der Freiwilligen S a n i t ä t s k o l o n n e vom Roten Kreuz Gießen. Seit über dreißig Jahren wirkt die Sanitäts- kolonne, im November 1903 gegründet, in segensreicher Weise unter der Flagge des Roten Kreuzes. Beim ersten Unterrichtsabend im November 1903 meldeten sich 52 Mitglieder aus allen Berufs- und Altersklassen. In den folgenden Jahren sank die Mitgliederzahl, bis sie im Jahre 1908 den tiefsten Stand mit 36 erreichte. Don 1909 an war das Interesse an der Sanitäterarbeit wieder im Steigen begriffen, so daß die Mitgliederzahl bis zum Jahre 1913 auf 60 anwuchs. Während des Krieges waren die meisten Mitglieder zum Heeresdienst eingezogen, die Zahl der in Gießen verbliebenen Mitglieder schwankte zwischen 40 und 60. Nach dem Kriege wurde mit aller Tatkraft der Neuaufbau der Sanitätskolonne in Angriff genommen; mit 73 Mitgliedern wurde im Jahre 1921 gearbeitet, bis 1924 trat ein erneuter Rückgang auf 59 ein, von da ab stieg dann die Mitgliederzahl ständig, über 90 im Jahre 1927, bis auf 130 in der Gegenwart. Kolonnenärzte waren von 1903 bis 1905 Stabsarzt Dr. Ehrlich, 1906 bis 1907 Oberarzt Dr. Flath, 1907 bis 1914 Dr. med. Schäffer, 1912 Stabsarzt Dr. Krankenhagen, feit 1921 Dr. med. Gros, seit 1926 Dr. med. Neumann-Spenge l, seit 1931 Regierungs-Medizinalrat Dr. Kortüm; die drei letztgenannten Herren sind auch heute noch Kolonnenärzte. Kolonnenführer waren von 1903—1904 Brauereibesitzer Fö rtsch, von 1905 bis 1911 Bahnassistent G Brück, von 1912 bis 1921 Amtsgehilfe Heinr. Balser, seit 1921 und zur Zeit noch Heilgehilfe L Kratz. Seit März 1921 hat die Kolonne ihr Depot im unteren Stock des Hauses Sonnenstraße 2, am Kanzleiberg. Hier war es ihr möglich, sämtliche Geräte und die Verleihanstalt für Bedarfsgegenstände der Krankenpflege unterzubringen ferner einen großen Raum für Versammlungen, Uebungs- und Unterrichtsabende herzurichten. Von diesem Depot aus konnte die Kolonne eine von Jahr zu Jahr immer mehr anwachsende Tä- itigkeit im Dienste der leidenden Menschheit entfalten. Mit der Einrichtung der Verleihanstalt für Bedarfsgegenstände der Kran- ck e n p f l e g e kam die Leitung der Sanitätskolonne »einem dringenden Bedürfnis der geringer bemittel- tien Bevölkerung entgegen, für die es häufig un- vnäglich ist, die nötigen Materialien selbst anzuschaf- ffen. Es handelt sich dabei natürlich nur um solche oGegenstände, die bei der Krankenpflege g e braucht «verden, nicht aber um solche, die man v e r braucht. Wegen eine ganz geringe Gebühr werden in Erfüllung dieser Aufgabe Krankenfahrstühle, Wasser- Riffen, Luftkissen, Eisbeutel, Fieberthermometer, Krücken, Schienen usw. usw. ausgeliehen. Auf diesem Wege hat die Sanitätskolonne schon vielen Familien die Pflege ihrer Kranken wesentlich erleich- ert. Daneben wuchs die Inanspruchnahme der .»WMM Großer Rettungskasten. rankentransporteinrichtung von Jahr j Jahr immer mehr an. Zur einwandfreien Er- s illung dieser Aufgabe mußte die Kolonne im Laufe [ter Jahre neben den durch Menschenkraft beweg- lchn Fahrgeräten noch mehrere Kraftfahrzeuge in ■ Siienft stellen, wobei sie darauf sah, daß ihre Kran- kintransportautos immer den neuesten Anforderun- g! n des Sanitätsdienstes entsprechend eingerichtet niirben. Es vergeht kaum ein Tag, an dem gerade drser Teil des Kolonnendienstes nicht mehrere la le in Anspruch genommen wird. Dabei erstreckt sitz der Transportdienst nicht nur auf das Gebiet b-ir Stadt Gießen und deren nähere Umgebung, l'cnhern auch auf die ganze Provinz Oberhessen, ja läufig sogar auf weite Entfernungen; erst in jüng- fhtr Zeit hatte unsere Sanitätskolonne mit ihren urtrefflich ausgestatteten Sanitätsautos wieder L.ankentransporte nach Kissingen, Hannover usw. ^szusühren. Die Inanspruchnahme der Kolonnen- einrichtungen für derartige Ferntransporte, wie auch ihre häufige Heranziehung zu Krankentransporten aus allen Teilen der Provinz Oberhessen und der benachbarten preußischen Gebiete ist Beweis dafür, wie sehr die von ihrer Führung tatkräftig und vorbildlich ausgebildete und ausgerüstete Kolonne allenthalben geschätzt wird. Neben diesen Aufgaben geht die vielfältige Hilfeleistung der Kolonne bei Unfällen, Krankheiten usw. in kleinerem Rahmen ununterbrochen mit Einsatz aller Menschenkraft und Materialhilfe einher. Wie ausgedehnt der Dienst der Gießener Sanitätskolonne seit ihrer Neuorganisation im Jahre 1921 bis heute sich gestaltet hat, beweisen einige wenige Zahlen: Seit 1921 bis jetzt verzeichnet die Kolonne über 4 1 0 0 0 Hilfe- lei ft ungen, 17 860 Transporte von Kranken und Verletzten, davon nahezu 500 Transporte von Jnfektionskranken und rund 900 Transporte von Nerven- und Geisteskranken, ferner rund 3800 Ausleihungen von von Krankenpflegegeräten. Weitere Aufgaben erblickte die Kolonne in der Ausbildung ihrer Mitglieder im Rettungsschwimmen, in der Tätigkeit als Hilfsdesinfektoren, als Hilfskrankenpfleger und im allgemeinen Rettungsdienst. Wie vielseitig die Möglichkeiten der Hilfeleistung durch die Gießener Sanitätskolonne find, lehrt ein Blick auf ihren Gerätebefitz. Die Kolonne hat u. a. zur Verfügung: 4 Sanitätsautos, 4 fahrbare Krankentragen, 10 Krankenfahchühle, 20 Kranken- tragen, eine Anzahl großer Rettungskasten und Verbandtornister, 2 Rettungskasten, deren Inhalt nur für Aerzte bei Hilfeleistungen bestimmt ist, alle modernen Schutzgeräte zur Rettung von Gasgefährdeten (u. a. 3 Sauerstoffapparate, 1 Wiederbelebungsapparat), 1 großes elektrisches Scheinwerfergerät und einige Benzin-Glühlampen zur Verwendung bei großen Unfällen in der Nacht. Die Verleihanstalt für Bedarfsgegenstände der Krankenpflege ist mit einer großen Anzahl Geräte der verschiedensten Art ausgerüstet. Eine Vorichtung zur Desinfektion der gebrauchten tragbaren Krankenpflegegeräte ist dem Depot angegliedert. Die Krankenautos werden durch einen Desinfektionsapparat, der in den Wagen gestellt wird, nach jedem Transport von Jnfektionskranken gereinigt. Einer der Hauptträger dieses Kampfes gegen die Materialvergeudung ist außerdem die deutsche Hausfrau. Ein großer Teil der deutschen Wa- renmenge geht durch die Hände der Hausfrau. Und wenn die in jedem einzelnen Haushalt nutzlos vertanen Sachwerte auch noch so gering sind, so überlege man sich doch, was diese Menge bedeutet, wenn man sie 15 Millionen mal vermehrt. 15 Millionen Haushaltungen gibt es in Deutschland und an diesen 15 Millionen Stellen kann zum Gelingen dieses 100-Tage-Kampfes wesentlich beigetragen werden. Wie oft muß man es erleben, daß ein Stück Tuch irgendwelcher Art einfach ins Feuer geworfen wird, daß unter Umständen ganze Bekleidungsstücke, nur weil sie alt und unansehnlich geworden sind, vernichtet werden. Hier setzt deine Aufgabe ein, deut- sche Hausfrau! Richts darf mehr vernichtet werden. Immer wieder gilt es, darüber zu wachen, daß auch das kleinste Stückchen Abfall irgendwie wieder verwertet wird. Dabei wird auch der in letzter Zeit fast verschwundene, in früherer Zeit bei den Kindern so beliebte „Lumpensammler" wieder in Tätigkeit treten. Wer hätte je gedacht, daß diesem Manne noch einmal eine solche Bedeutung zukommen würde. Wie notwendig die Zielsetzung des Kampfes gegen Materialvergeudung ist, sollen uns die folgenden Zahlen beweisen: Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind folgende Rohstoff- mengen eingeführt worden: 213000 Tonnen Baumwolle, 119 000 Tonnen Wolle, 112 000 Tonnen Flachs, Hanf und Jute, 244 000 Tonnen Kupfer, 123 000 Tonnen Zink, 35 000 Tonnen Kautschuk, 1 086 000 Tonnen Mineralöle u. a. m. Angesichts dieser Zahlen ist jede weitere Kommentierung des 100-Tage-Kampfes gegen Materialvergeudung unnötig. Jeder deutsche Volksgenosse sollte seinen Stolz darin setzen, die g r ö ß t m ö g 1 i ch st e Leistungsfähigkeit deutscher Volks, kraft unter eindrucksvollen Beweis zu stellen! Nicht wegwerfen! WertvottesVotksgut! Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Wenn man den Wert der täglich unnötiger Weise verlvrengehenden Rohstoffteile in der gesamten industriellen Erzeugung, im Handel und Verkehr zu- arnmenrechnen könnte, würde man auf eine Zahl kommen, die jedem Volksgenossen unfaßbar erscheinen müßte. Denn es ist doch tatsächlich so — und diese Fälle ereignen sich täglich, ja stündlich in jedem Betrieb, in jeder Werkstatt, in jedem Haushalt — daß etwas weggeworfen wird, was noch wertvoll ist, daß Werkstoffteile verschwendet und nicht nutzbringend verwandt werden. In Industrie und Hand- werk, Handel und Gewerbe und vor allem auch im Haushalt sind noch Organisationsfehler anzutreffen, die eine verschwenderische Verwertung des Materi- als begünstigen und die unbedingt abgestellt werden müssen. Wir müssen heute dafür sorgen, sei es durch eine verbesserte Organisation in den Betrieben, sei es durch persönliche Aufmerksamkeit in jedem einzel- nen Fall, daß Roh- und Werkstoffe nicht verschwendet werden, sondern daß, um nur ein Beispiel herauszugreifen, nur so viel Draht von der Rolle abgeschnitten wird, als für die Arbeit notroenbig ist. Das setzt natürlich voraus, daß sich eher Volksgenosse mit diesen Ueberlegungen be- chäftigt und daß er ernsthaft prüft, wo eine 23er» chwendung von Material oorliegt. W i r haben keinerlei Anlaß, Material zu ver- geuden. Das heißt aber nicht, daß wir an Material sparen sollen, da wo es notwendig ist, sondern mit diesem Aufruf, der in den nächsten Tagen durch ämtliche Tageszeitungen gehen wird, beabsichtigt die Gesellschaft für Organifation* E. 23. lediglich, Verlustquellen aufzuspüren und sie sofort zu chließen. Hundert Tage sollen diesem Zweck dienen! Hundert Tage lang soll jeder Volksgenosse an seinem ihm in der Wirtschaft zugewiesenen Platze Mitarbeiten, daß der Auf wand vermindert und damit eine Steigerung der Lei. stungsfähigkeit erreicht wird. Die Industrie- und Handelskammer Gießen steht den Firmen des Bezirks mit Auskunft und Material zur Verfügung. Hundert Tage Kampf gegen b i e M a . terialoergeubung, Mitarbeit i st na« tionale Pflicht! Daten für Samstag, 8. September. 1767: ber Dichter August Wilhelm von Schlegel in Hannover geboren (gestorben 1845); — 1778: ber Dichter Clemens Brentano in Ehrenbreitstein geboren (gestorben 1842); — 1804: ber Dichter Ebuard Mörike in Lubwigsburg geboren (gestorben 1875); — 1831: ber Dichter Wilhelm Raabe in Eschers- Hausen geboren (gestorben 1910). Die Sanitätsautos der Gießener Kolonne lOO-Tage-KampfgegenMienalverschleiideriing Von Wilhelm Spieker. Entgegen jeder Vernunft und trotz aller Erklärungen ber nationalsozialistischen Regierung über ihre Bereitwilligkeit, an der Ordnung der wirtschaftlichen Beziehungen der einzelnen Länder untereinander mitzuarbeiten, hat das Ausland nichts unversucht gelassen, um die deutsche Abhängigkeit von mancherlei ausländischen Rohstoffen in einer geradezu hohnsprechenden Art für sich auszunutzen. Die deutsche Regierung ist frei von jeder Sentimentalität. Sie weiß, daß es das oberste Gebot jeder Regierung ist, zuerst für das Wohl der Angehörigen des eigenen Volkes zu sorgen. Trotzdem gibt es immer Mittel und Wege, einen Ausgleich zwischen den Interessen ber einzelnen Länder untereinanber zu finden. Aber man muß angesichts ber Haltung weitester Kreise des Auslandes annehmen, daß sie alau- ben, Deutschland immer noch als oielbegehrtes Ausbeutungsobjekt betrachten zu können. Ja, es scheint die mehr ober weniger geheime, stille Hoffnung mancher Länber zu fein, daß bie gewaltige völkische Erneuerung in Deutschland an ben wirtschaftlichen Schwierigkeiten zerbrechen werbe, unb daß, je mehr Schwierigkeiten man Deutschland in dieser Hinsicht bereite, desto eher der Zusammenbruch des nationalsozialistischen Staates zu erwarten sei. 2Uan hat eingesehen, baß der deutsche Staat von heute inerlich so fest geschloffen ist, daß innerpolitische Schwierigkeiten einfach nicht mehr möglich sind. Und so schenkt man willig Emigrantenkreise Gehör, die mit allen Mitteln gemeinster Sabotage die Ausfuhr deutscher waren ins Ausland verhindern wollen. Gegenüber allen Maßnahmen des Auslandes aber, die geeignet sind, die deutsche Ausfuhr zu erschweren, hat der Kanzler des Deutschen Reiches eindeutig erklärt, daß dann das deutsche Volk sich aus eigener Kraft helfen werde und durch das Genie und die Tatkraft seiner Erfinder und durch den unbändigen willen seiner Angehörigen Mittel und Wege finden werde, sich von der Rohstoffzufuhr aus dem Auslande unabhängig zu machen, sobald seine Ehre und sein Lebensinteresse solches erfordern würden. Das Ausland hat es nicht anders gewollt, denn es hat durch den Boykott deutscher Ausfuhrwaren diese Stellungnahme herausgefordert. Ohne Ausfuhr ist eine Bezahlung ausländischer Rohstoffe nicht möglich. Allein die Erklärung des Kanzlers hat bewirkt, daß manche Wirtschaftskreise im Auslande sich endlich darüber klar geworden sind, daß es auch für sie ein verteufelt schlechtes Geschäft bedeuten würde, wenn sie sich durch den Boykott deutscher Ausfuhrwaren um das eigene Geschäft der Rohstoffliefe- rungen nach Deutschland bringen würden. Gegenüber den aber immer noch erfolgenden Angriffen und Boykottmaßnahmen sieht sich das Volk zur S e l b st h i l f e gezwungen. Darum wird von der „Gesellschaft für Organisation" in diesen Tagen ein Kampf eingeleitet, der 10 0 Tage hindurch systemtisch jede Materialvergeudung verhindern soll. Die „Gesellschaft für Organisation" hat zu diesem Zweck Richtlinien herausgegeben, die jeder Betrieb sich anforbern kann. Auf Grund genauer Erhebun- gen soll während dieser 100 Tage festgestellt werden, welche Materialmengen erspart werden können, die sonst nutzlos vergeudet werden. In erster Linie ist dabei an die größeren Industrie- und Gewerbebetriebe gedacht. Bei den riesigen Materialmengen, die Tag für Tag in den Großbetrieben verarbeitet werden, kann es nicht schwer sein, Mengen einzusparen, die zusammengerechnet unsere Einfuhr nicht unwesentlich ver- mindern. » Angesichts der angespannten Lage der wirtschaft in aller wett ist es unbedingt notwendig, daß wir in unserer deutschen wirtschaft alle Verlustquellen verstopfen, die irgendwie werte nutzlos verschwinden lassen. In der Hauptsache wird die Durchführung des 100- Tage-Kampfes auf den Schultern des einzelnen Arbeiters liegen, der durch straffste Selbst Zeiifragen des Mittelstandes. Neue Arbeitsethik. Don Or Carl Weltthor. Der Nationalsozialismus hat den Gemeinschaftsgeist, der — wenigstens theoretisch — vom marri- stischen Sozialismus gefordert wurde, mit der selbst- verantwortlichen Tätigkeit des privaten Unternehmers verbunden. Wirtschaftlicher Eigennutz soll nicht mehr die Haupttriebkraft sein, weder bei einzelnen Unternehmern, noch bei der Belegschaft, oder der Gesamten Arbeiterschaft. Dielen schien es so, als önne eine Abkehr von marxistischen Ideen nur zum ungehemmten Individualismus zurückführen. Der Nationalsozialismus lehnt es jedoch entschieden ab, daß „der Gesamtnutzen die Summe aller Einzelheiten" sein soll. Er reißt den Nur-Derdienern, die ihren Vorteil gemeinnützig verkleideten, das moralische Mäntelchen herunter und zwingt sie zu wählen zwischen Eingliederung in die Gemeinschaft und der Räumung der bisher innegehabten Führerstelle. So klar die Scheidung begrifflich ist, so schwierig ist sie praktisch. Es ist daher unvermeidlich, daß die Meinungen auseinandergehen und daß sich häufig nicht die besseren Gründe, sondern die größere Macht durchsetzt. Mit einem äußeren Angleichen der Betätigung an das neue Ideal ist es natürlich nicht getan. Es muß zu einer völligen Umstellung der Anschauungen und der Handlungen kommen. Dieser Prozeß ist langwierig. Noch steht der wirtschaftliche Erfolg des Einzelnen, gleichgültig wie er errungen ist, hoch im Kurs. Einkommen- und Vermögens- Unterschiede sind nicht umsonst jahrzehnte- ja jahrhundertelang das wichtigste klassenbildende Moment gewesen. Jetzt ist die Auflockerung planmäßig in Angriff genommen worden, und zwar von unten. Gibt man den Menschen, die in einem Betrieb Zusammenarbeiten, die Möglichkeit, sich außerberuflich zu sehen und zu sprechen, so können Beziehungen von Mensch zu Mensch entstehen, die nach der früheren gesellschaftlichen Ordnung ausgeschlossen waren. Selbst unter denjenigen, die sich ehrlich der neuen Arbeitsethik hingeben, gibt es viele, die in ihre alte Dorstellungswelt zurückfallen und ihrem sozialen Instinkt — oder eiaentlich: ihrem sozialen Dünkel — die Zügel schießen lassen, wenn sie es sich leisten zu können glauben. Es ist deshalb unerläßlich, daß jeder Einzelne sich Gelegenheit verschafft, mit den Menschen aus anderen sozialen Lagern per- sönlichen Umgang zu pflegen. Selbstverständlich darf dabei keine überschwengliche, oder heuchlerische Anbiederei herauskommen. Nach wie vor muß es die Möglichkeit geben, daß Menschen, die nicht zueinander passen, einander meiden und zueinander achtungsvolle Distanz halten. Aber wenn sich auch nur wenige zueinanderfinden, so ist das von gar nicht hoch genug einzuschätzendem Nutzen für das Gemeinschaftsleben in einem Volk. Für tüchtige, wertvolle Menschen gibt es einen unbedingt richtigen Maßstab dafür, ob man gegenüber seinen Auftraggebern oder gegenüber seiner ungeschriebenen Pflicht recht gehandelt hat: das eigene Gewissen. Damit ist Unbehagen wegen geringen Nutzeffekts der geleisteten Arbeit durchaus ver- einbar. Aber erfolgreiche und erfolglose Tage lösen einander ab; man wird daraus Trost herleiten können, wenn man eines Tagewerks nicht recht froh wird und verlorenen oder halbverlorenen Stunden nachtrauert. Je mehr Einzelmenschen in solche höhere Wertung ihrer Pflicht und ihrer Leistung hineinge- zogen werden, auf desto festerem Boden ruht die neue Arbeitsethik. Selbstverständlich darf hierbei nicht das Vorzeichen umschlagen. Eine Ueberspan- nung der Arbeitsleistung etwa bei gleichzeitiger planmäßiger Einschränkung des Lebensgenusses ist kein erstrebenswertes Ziel. Die neue deutsche Arbeitsethik ist eine erfreuende, das Leben bejahende, aber keine verdrießliche, das Leben verneinende Ethik. Wer den Menschen anhält, sich mit seinem Käme- roden zu vertragen, darf ihm keine Waffen in die Hand geben, mit denen er ihn bekämpfen kann. Das ist der Grund, warum die Regierung Hitler vor nunmehr l1/< Jahren die Gewerkschaften auflöste unb die Unternehmeroerbände außer Funktion setzte, soweit sie Arbeitgeberverbände waren. In den letz- ten Jahrzehnten bestand die Tendenz, die Festlegung der Arbeitsbedingungen in immer höhere Sphären zu verlegen. Nachdem sich einmal der „kollektive Arbeitsvertrag" durchgesetzt hotte, war das Ziel der Reichstarif. So wurden zahlreiche Unternehmungen in ein Prokrustesbett eingespannt, an dem sie zu» arunde gingen. Selbst wo Unternehmer und Be- legschaft vollauf bereit waren, auf einem ermäßigten Lohnstand den Betrieb fortzufetzen, nur um die Schließung zu vermeiden, standen die starren Bestimmungen des Reichstorifs entgegen. Die Vertretungen der Arbeiter taten nichts dagegen, weil sie es grundsätzlich vermieden, einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zuzustimmen; die Arbeitgeberverbände ließen es sich gern gefallen, wenn ein Konkurrenzbetrieb ausschied. Die Menschen von Fleisch und Blut wurden durch starre Paragraphen daran gehindert, als Kameraden zu handeln und das gemeinsame Werk unter den möglichen Bedingungen fortzusetzen. Die Kritiker der neuen Ordnung haben von einer Atomisierung des Arbeitsverhältnisses gesprochen. Wenn auch in der neuen Arbeitsethik das Leistungs- vrinzip einen gesicherten Platz einnimmt, so denkt doch in der Praxis niemand daran, etwa innerhalb eines Betriebes jede einzelne Arbeitskraft individuell zu werten. Es find sogar Vorkehrungen getroffen, daß für ganze Gebietsteile und Branchen einheitliche Regelungen vorgenommen werden können, wenn die Praxis sie erfordert. Die Regel soll aber sein, daß sich Führer und Gefolgschaft innerhalb der Betriebe einigen und erst dann die Entscheidung einer übergeordneten Stelle anrufen, wenn alle Verständigungsmöglichkeiten erschöpft sind. Das soll nur die Ausnahme sein. Die Beteiligten sollen es immer mehr als Mangel, ja als Verstoß gegen ihre betriebliche Kameradschaftspflicht ansehen lernen, wenn sie zur Erzielung einer Einigung über das Arbeitsverhältnis den Treuhänder anrufen müssen. Der anstelle des ausgeschiedenen Generaldirektors Keßler mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Führers der deutschen Wirtschaft beauftragte bisherige stellvertretende Führer Grafvon der Goltz hat in einem Aufruf erklärt, daß die neue Wirtschaftsorganisation es entschieden ablehne, dem Arbeitgeber irgendwelche sozialpolitische Hilfsstellung au geben. Ebenso erfülle die Deutsche Arbeitsfront keine sozialpolitische Funktionen im Interesse der Arbeiter und Angestellten. Wenn vielfach noch andere Anschauungen bestehen, so erklärt sich dies daraus, daß in der Arbeitsfront das Gros der Mit- glieder selbstverständlich Arbeitnehmer sind, und daß die eigentliche Wirtschaftsorganisation mit ihren 13 Fachoerbänden überwiegend aus Betriebsführern, also Unternehmern, zusammengesetzt ist. Vielmehr pflegt die Deutsche Arbeitsfront die Betriebskameradschaft für sämtliche in der Wirtschaft tätige Personenkreise, während die Wirtschaftsorganisation der Heranbildung einer einwandfreien Führerschicht und der Bearbeitung wirtschaftspolitischen Fragen dient. Der Uebergang von überlebten Formen zu neuen Gebilden bringt Schwierigkeiten und Schmerzen. Wer diese Begleiterscheinungen zum Anlaß nimmt, um das Neue etwa als undurchführbar zu bezeich- nen, muß es sich gefallen lassen, daß man ihn bei > 4, 4* t W A Don Deichshandwerlss Im neuen Reich hat das Handwerk viel von sich reden gemacht. Es veranstaltete im letzten Oktober eine große Werbewoche. Ueberall gingen die Handwerker auf die Straße und machten große Umzüge, die mit ihren bunten Trachten und Zeichen die tausendjährige Tradition des deutschen ^Handwerks zeigten. „Deine Hand dem Handwerk", das war die Losung, die damals Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt dem deutschen Volke auf den Weg gab. Auf der großen Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbeit" schuf das Handwerk sich eine eigene Halle; dort stauten sich die Menschen vor den zahlreichen Werkstätten, um den Volksgenossen aus dem Handwerk bei ihrer Arbeit zuzusehen. Inzwischen hatten wir auch in der Politik weithin sichtbare Handwerksereignisse erlebt: der Reichs st and des deutschen Handwerks war gegründet, und als erste Wirtschaftsgruppe erhielt dos Handwerk einen nationalsozialistischen Reichsführer. Dies alles kann falsch verstanden werden: man könnte die Demonstration als das Wesen der neuen Handwerkspolitik auffassen. Das wäre ein schlimmer Irrtum: es hieße den Aufmarsch mit dem Weg und dem Ziel verwechseln. Der Aufmarsch war nötig. Es galt, die Handwerker selbst bis ins letzte Dorf aus ihrer müden Verzagtheit aufzurütteln. Es kam weiter darauf an, das deutsche Volk wieder an das Dasein des Handwerks, und zwar eines erwachten, zukunftsfreudigen Handwerks, zu erinnern. So mußten wir uns vor das Volk stellen und ihm zurufen: „Wir Handwerker sind noch da: acht Millionen Meister, Gesellen und Lehrlinge in 1,5 Millionen Betrieben, mit unseren Familien ein Achtel des deutschen Volkes im Reiche! Wir haben das schlimme Jahrhundert der liberalistischen Gewerbefreiheit überstanden! Wir haben den ganzen Hexensabbat von Raffaier, Schundproduktion, Qualitätsbetrug und schlechtem Publikumsgeschmack hinter uns gelassen! Wir sind erwacht und haben den Pessimismus überwunden. Wir haben erkannt, daß die Zeit nicht mehr gegen uns steht, sondern mit uns geht. Wir haben Tritt gefaßt und marschieren in eine bessere Zukunft! Wir wissen, daß uns die neue Zeit besondere Aufgaben stellt, wir wollen an diesen Aufgaben wachsen und wieder der Handwerksstand werden, den das deutsche Volk braucht." Die Zeit des öffentlichen Aufmarsches ist vorüber. Das Handwerk ist jetzt in einen Abschnitt der stillen, emsigen, weitschauenden Kleinarbeit eingetreten. Es baut sich seine chm gemäße Organisation. Es erhält dazu den Auftrag durch eine neue Gesetzgebung, die ihm mehr gilt, als Generationen von Handwerkerfüyrern an unerfüllten Hoffnungen mit ins Grab genommen hatten. Das Handwerk wird jetzt in öffentlich-rechtlichen Pflichtinnungen zusammengefaßt. Jeder handwerkliche Betriebsinhaber muß ihnen angehören. Dadurch werden auch diejenigen erfaßt, geleitet, erzogen und über» | wacht, die bisher durch schlechte und unpünktliche Arbeit den Ruf des Handwerks geschädigt haben. Das Handwerk erhält seine eigene Ehrenge- richtsbarkeit. Sie soll Verletzungen der Stan- desehre und Verstöße gegen den Gemeingeist ahnden. Hierzu gehört auch ausdrücklich Uebervorteilung des Kunden und unlauterer Wettbewerb. Man hat behauptet, der neue Aufbau müsse ein kostspieliges bürokratisches Gebilde werden. Das Gegenteil ist richtig. Die Organisation, die bisher wild gewachsen war, wird jetzt einfach und straff gestaltet. Ueberflüssige Geschäftsstellen werden aufgegeben, andere zusammengelegt. Das vermindert Bürokosten, Schreibwerk und Reisen. Weiter wird an Werbungskosten gespart. Pflichtorganisa- Don Mancher nennt den Bauern rückständig, weil er nicht gleich mit Begeisterung an jede neue landwirtschaftliche Methode herangeht. Was ihn von der Einführung einer Neuerung abhält, ist nichts weiter als Klugheit oder, wie der Volksmund sagt, „Bauernschlauheit". Der Bauer denkt nicht daran, das Versuchskaninchen für andere zu spielen und seine harte Arbeit und sein schwer erworbenes Geld für technische Dinge auf» zuwenden, deren Arbeitsmethode er nicht beherrscht, und über die längere Erfahrungen in der Praxis bisher fehlen. Wer inmitten bäuerlicher Betriebe einen fortschrittlichen Besitz bewirtschaftet und sich nicht scheut, selbst neue Erfindungen auszuprobieren, auch persönliche Fühlung mit den angrenzenden Bauern hat, der wird die Erfahrung machen, daß alle Nachbarn, ohne große Neugier zu zeigen, unauffällig scharf beobachten, wie eine neue Maschine arbeitet, wie das neue Saatgut einschlägt, der neue Kunstdünger wirkt usw. Ist die Ernte gekommen und wird das betreffende Versuchsfeld gemäht, so hört man allmählich die eine oder die andere Aeußerung aus bäuerlichen Kreisen, selten zustimmend, nie ganz ablehnend, sondern a b - wartend! Steht das Getreide gut, so fallen Worte wie: „das Wetter war recht günstig, oder „der Regen kam zur rechten Zeit", häufig auch, wenn dieses gar nicht stimmt. Handelt es sich um die Beurteilung eines neuen Gerätes, dann heißt es „recht gute Arbeit, aber die späteren Reparaturen wer- den doch wohl sehr kostspielig sein". Bewährt sich nun aber im Laufe der Jahre die neue Maschine, die neue Kunstdüngermischung, das neue Saatgut, dann findet man allmählich auf den Dörfern all die gleichen Dinge in mehr oder weniger großem Ausmaß wieder. Der Bauer steht auf dem richtigen Standpunkt, daß jede neue der Durchführung übergeht. Es ist nicht verwunderlich, wenn es Jahre und Jahrzehnte dauert, dis der neue Geist der Führergeneration in Fleisch und Blut übergegangen ist; es wäre sogar unverständlich, wenn die neue Arbeitsethik, die ja doch aus neuer Gesinnung fließen soll, in wenigen Monaten eine Anschauungswelt verdrängen würde, die sich Jahrzehnte lang eingefressen hat. Es gilt, Geduld und Vertrauen zu bewahren und sich weder durch pessimistische Kritik, noch auch durch gelegentliche Rückschläge beirren zu lassen! (ihrer W. G. Schmidt. Honen haben es nicht nötig, mit erheblichen Agita- Honsfonds um neue Mitglieder zu kämpfen. Es wird künftig mit geringeren Kosten weit mehr fruchtbare Arbeit für das Handwerk geleistet werden können als früher. So sind wir bestrebt, Reibungen und Leerlauf auszuschalten. Unsere OrganisaHon ist kein Selbstzweck, sondern soll zwei höheren Zielen Dienen: einmal der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung ein lebendiges und leistungsfähiges Organ zu schaffen,.zweitens das Handwerk zu einem Stande von höchster kultureller, wirtschaftlicher und technischer Leistung und zuverlässiger, gemeinnütziger, nationalsozialistischer Haltung zu entwickeln. Demonstration und Organisation — ich gebrauche hier mit Absicht diese Fremdwörter — sind keine Hauptsachen, sondern nur Begleiterscheinungen; sie sind nur Strecken auf dem Wege zu einem neuen blühenden Handwerkerstand. Dieser Weg führt nicht über krämerhafte Interessenvertretung, sondern über schrittweise Verwirklichung des alten deutschen Handwerksgedankens. Das Handwerk .soll wieder zu seinem eigentlichen Wesen geführt werden, bann wird es auch seinen wirtschaftlichen Lebensraum im deutschen Volke haben. Dieses eigentliche Handwerkswesen ist zunächst eine kulturelle und erst in zweiter Linie eine wirtschaftliche Angelegenheit. Handwerklich arbeiten heißt seine Sache so gut und schön wie möglich machen, nicht um des Veroienstes willen, sondern aus Freude am Werk. Handwerklich arbeiten heißt etwas Einmaliges gestalten, an dem der Besitzer seine Freude hat, weil es durch die Arbeit des Meisters beseelt wurde. Handwerklich arbeiten heißt nicht, Formen und Entwürfe kopieren, die nicht zu unserer Zeit, zu dem Werkstoff und zu dem Zweck des Werkstückes passen, sondern aus der Verbundenheit mit Volk und Heimat und aus dem Erleben der Zeit heraus die rechte Form suchen und finden, ohne Künstlerhochmut, aber mit künstlerischem Gewissen. Handwerksarbeit heißt, kurz gesagt, beseelte Wertarbeit. Ich kenne die bequemen Einwände der Skeptiker gegen eine solche Handwerksauffassung. Sie sind alle nicht stichhaltig. Denn unser Begriff von Handwerksarbeit verträgt sich durchaus mit moderner Technik und Geschäftsgebarung. Er kann mehr ober weniger in jebem Hanbwerksberuf fruchtbar gemacht werden. Er wird dem Handwerk immer mehr lohnenden Absatz ermöglichen. Denn der deutsche Mensch ist anders als das amerikanische Publikum mit seinem Standardgeschmack, er muß nur wieder zu sich selbst zurückfinden. Er ist auf dem besten Wege, das Echte, Gediegene, Gesunde, Dauerhafte und Beseelte wieder schätzen zu lernen. Ebenso wie der Verbraucher ist auch der Handwerker dabei, sich umzustellen, wo er es noch nötig hat. Alle Organisationsarbeit im Handwerk hat den Zweck, diese Umstellung überall durchzusetzen, und bann von Generation zu Generation bie Leistung unb ben gemeinnützigen Charakter der Handwerker zu heben. Es ist kein Zufall, daß gerade jetzt eine Schulungsaktion des Deutschen Handwerksinstitutes unter der Losung „Wertarbeit, Wirtschaftlichkeit und Arbeitsethos" eine Zustimmung unb Aufnahmebereitschaft finbet, wie sie vor dem 30. Januar 1933 nicht zu beobachten war. Das Hanbwerk vertritt den Gedanken der Qualität der Arbeit und der Qualität des Menschen. Aus seiner Wesensart und den Notwendigkeiten seines Daseinskampfes heraus geht es damit denselben Weg, der aus ben gleichen Grün- ben bem ganzen deutschen Volke in allen seinen Bestrebungen unb Einrichtungen vom Schicksal gewiesen ist. wartet ab! fr von König. Sache er st grünblichst ausprobiert werben muß. Er trägt auch keine Bedenken, ähnliche Dinge in seiner Wirtschaft aufzunehmen, wenn sie sich in der Praxis ausreichend bewährt haben; denn jetzt fällt für ihn das Risiko für Ausgaben unwirtschaftlicher Art weg. Soll man diese Taktik Rückständigkeit nennen? Sie entspricht nur der inneren Einstellung des Dauern, der sich im • Laufe der Jahrzehnte nur langsam ändert unb sich stets persönlich erst G e - wißheit über alle Dinge verschafft, bevor er sie sich zu eigen macht. Betrachtet man einmal von dieser Seite unsere bäuerlichen Betriebe und ihre Einstellung zur landwirtschaftlichen Technik, so wird klar, wie schwer dort Erfolge mit Neuerungen zu erzielen, sie einzuführen sind. Man muß doch zugeben, daß die gewaltigen Fortschritte der Technik in ben letzten Jahrzehnten schon für den studierten Menschen überwältigend sind, und es ist auch bekannt, daß der Landwirtschaft überstürzte Mechanisierungen oft große materielle Schäden zugefügt haben. Das Pendel schlug zu weit nach der einen Seite aus, um jetzt oft zu weit nach der anderen Richtung zu gehen, so daß heute viele Bauern wenig ober nichts von landwirtschaftlichen Neuerungen mehr wissen wollen. Der Bauer hat in den meisten Fällen als vorsichtiger Mann Gewehr bei Fuß gestanden und ist zufrieden weggetreten, als viele landwirtschaftlichen Betriebe infolge falscher Mechanisierung zu sam- menbrachen. Er empfand aber nicht etwa Freude über ihren Zusammenbruch, sondern es gewährte ihm eine innerliche Befriedigung, daß sein Grundsatz des Abwartens, wie schon oft im Laufe der Geschichte, richtig war. Nur durch den praktischen Erfolg, den er mit eigenen Augen jahrelang beurteilen und verfolgen kann, ist der Bauer zu einem wirklich guten Freund der Technik zu machen. Man kann durch Wort und Schrift den Boden vorbereiten, dadurch Verständnis und In- teresse wecken, aber zum Kauf bekommt man die Masse der Kleinbauern dadurch noch lange nicht. Die Aufgabe der Stellen, die eine Neueinführung beabsichtigen, kann nur bann gelöst werben unb ist auch nur bann erfolgversprechend, wenn fortschrittliche Betriebe, bie inmitten bäuerlicher Gegenden liegen, die Erfindun - gen ausprobieren und bei der Mechanisierung und allen anderen Neueinführungen unterstützt werden. Sind die Versuche von Erfolg gekrönt, so muß das betreffende Gerät an Ort unb Stelle jahrelang weiter arbeiten, wird bann aber a a n 5 von felbft Eingang in die anderen Wirtschaften finden. Wir brauchen daher möglichst viele Bei pielswirtschaften, kleinere, mittlere unb große. Das idealste wäre es, wenn in jedem Kirchspiel je eine vorhanden wäre. Der Umfang der Wirtschaft müßte davon abhängig gemacht werden, welche Besitzgröße in dem betreffenden Bezirk überwiegt. Ebenso muß die Art der Bewirtschaftung dieser modernen Betriebe genau ben gegebenen Verhältnissen angepaßt sein. Dabei dürfen sie wieder direkte, noch indirekte Staats- ober andere Zuschüsse erhalten, fonibern derartige Beispielswirtschaften müssen aus sich f e I b ft heraus bestehen können. Die gründliche theoretische unb praktische Ausbilbung bes betreffenden Leiters muß den Erfolg in erster Linie verbürgen. Diesem kann aber dadurch geholfen werden, baß ihm die Erkenntnisse der Wissenschaft und die Erfahrungen der Praxis mühe- und kostenlos zugänglich gemacht werden. Das geschieht am besten in der Weise, daß anerkannte Praktiker dem Leiter der Beispielwirtschaft bei der Umstellung behilflich sind und ihm die zu beschreitenden Wege weisen und ebnen, sei es, daß Saatgutzüchter ihm den Nachbau ihrer Sorten übertragen, fei es, daß neue Maschinen unb Geräte auf feinem Hofe jahrelang geprüft werden. Wird auf diese Weise auf die Umgebung ein- gewirkt, bann ist der Erfolg sicher, wenn es auch Jahre dauert, bis bie übrigen bäuerlichen Wirtschaften ihren Betrieb auf ähnliche Weise umgestellt haben. Herstellungskosten von Gebäuden bei zinslosen Tilgungsdarlehen. Der Reichsfinanzhof hat für Einkommensteuerzwecke zu der Frage der Herstellungskosten eines Gebäudes, wenn der Bauherr zinslose oder gering verzinsliche langfristige Tilgungsbarlehen erhalten hat, in einigen Urteilen Stellung genommen. In diesen Urteilen unterscheidet der Reichsfinanzhof zwischen Grundstücken, deren Herstellung im Rahmen eines gewerblichen Betriebs erfolgt ist (Häuser, • die zu einem Betriebsvermögen gehören) und Neubauten, die als Grundvermögen anzusehen sind. Bei letzteren sind die Einkünfte als Einkommen aus Vermietung und Verpachtung zur Einkommensteuer heranzuziehen. In dem Urteil vom 8. November 1933, das ein zu einem Betriebsvermögen zählendes Grundstück betrifft, führt der Reichsfinanzhof u. a. aus: „Der Senat hat in feiner Entscheidung vom 23. Juni 1933 zur Frage der Herstellungskosten eines Gebäudes, wenn der Bauherr zinslose lang- friftige Tilgungsdarlehen erhalten hot, nach Anhörung der Spitzenverbände grundsätzlich Stellung genommen. Er hat ausgeführt, daß bei Berechnung der Herstellungskosten der geringere Wert der Belastung durch das Darlehen zu berücksichtigen ist. Er ging von der Erwägung aus, daß mit der Gewährung eines niedrig ober gar nicht zu verzinsen- den Darlehens für den Darlehensempfänger — also für den Bauherrn — ein Vorteil vorhanden ist, der aber mit der Verpflichtung belastet ist, einen Bau auszuführen und Mieten zu beanspruchen, die niedriger find als die üblichen für Neubauten geltenden Mieten. Die Entscheidung zeigt, daß es nicht angängig ist, den Neubau ohne Rücksicht auf das unmittelbar mit der Ertragsfähigkeit des Grundstücks zusammenhängende Darlehen zu bewerten. Würde man dem Steuerpflichtigen gestatten, einerseits den vollen Bauaufwand als Herstellungskosten zu aktivieren und anderseits die niedrig ober gar nicht zu verzinsende Darlehensschulb voll zu passivieren, dann könnte er bei alleiniger Betrachtung des Grundstückswerts entweder nach Fertigstellung des Baues oder zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt durch Zurückgehen auf den niedrigeren gemeinen Wert einen Buchverlust herbeiführen, bem jede innere Berechtigung fehlt. Zur Erläuterung der verschiedenen Auswirkungen soll ein Beispiel angenommen werden, wonach der Bauaufwand 70 000 Mark beträgt, der mit 35 000 Mark Eigenkapital unb mit einem unverzinslichen, in 50 Jahren gleichmäßig zu tilgenden Darlehen von 35 000 Mark aufgebracht worden ist. Der angemessene Grundstücksreinertrag soll 5 v. H. betragen. Die Höhe der Mieten ist durch den Darlehnsgeber beschränkt. Der Unternehmer ist trotz beschränkter Miethöhe, solange er außer der angemessenen Verzinsung für sein Eigenkapital auch die Tilgungsraten von den Mietern vereinnahmt, mehr oder weniger nur Durchgangsstelle für die Tilgung des Darlehens. Er zahlt jährlich 700 Mark an ben Dar» lehnsgeber, bie er von den Mietern — außer seiner Rente — vereinnahmt hat. Für die Ansetzung eines Barwerts erscheint bei unverzinslichen, in gleichen Raten zu tilgenden, sehr langfristigen Darlehen kein Raum. Das Darlehen ist in voller Höhe von den Baukosten des Hauses abzusetzen. Die durch die Einsetzung bes Barwertes u. a. gewollte gleich' mäßige Verteilung der Kosten ergibt sich bereits durch die vertraglich festgelegten gleichen Dl' gungsraten. Es erscheint daher gerechtfertigt, die unverzinslichen Darlehen ebenso in voller Höhe von den Baukosten (70 000 Mark) abzusetzen, wie die verlorenen Bauzuschüsse. Denn in beiden Fällen handelt es sich um einen Vorteil des Bauherrn, der bei Fertigstellung des Baues noch nicht realisiert ist. Im obigen Beispiel wären also die Herstellungskosten mit 35 000 Mark anzusetzen. Da' gegen kann nicht außerdem die Hypothek mit 35 000 Mark als Passivum berücksichtigt werden. Denn bann würde gerade bas eintreten, was der Senat vermeiden wollte: Im Baujahre würde ein ungerechtfertigter Verlust von 35 000 Mark erscheinen können, und in ben folgenden 50 Jahre" würden bie Gewinne um bie Tilgungsraten von je 700 Mark zu hoch ausgewiesen. Die Ertragsfähig' feit bes Hauses ist aber in diesem Beispiel — gleich- bleibende Verhältnisse vorausgesetzt — im ersten Jahre die gleiche wie im fünfzigsten Jahre. Aus Zweckmäßigkeitsgründen — nämlich um ben fern eiligen Stand der Tilgung erkennen zu können-- und mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, alle Schulden in der Bilanz aufzusühren, ist Zwar die Hypo- chek mit 35 000 Mark in ben Passiven einzusetzeN, Ohne Gewähr Nachdruck verboten 26. Ziehungstag 6. September 1934 78801 178603 181496 Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 'Arles Berlin, 7-September (Sielb Bank 74,75, Dresdner Bank 77,25, Gelsenkirchen 62, Harpener 104,50, Mannesmann 71,50, Phönix 12013 24097 36389 65192 70398 83567 95162 14477 27017 37898 69788 71781 84375 102331 118586 128694 136617 156381 170058 187758 199773 214036 235035 247740 257612 264057 271814 278371 302671 325265 336269 348552 367239 375468 382326 14657 27522 46477 60730 72699 85864 102612 120963 128774 139797 158124 174112 194046 201239 221641 236999 248920 258072 264502 273261 279797 309683 328148 336652 360235 367432 375678 382829 233635 299123 374241 6607 16812 29402 45970 60784 77827 86762 236488 316539 376525 8742 16961 31388 48169 64616 78848 90648 141054 198648 248791 323519 382120 300 M. 10380 20108 33266 60019 65758 81721 93167 118390 126895 135831 150001 169363 183702 195975 208796 234023 247616 256409 263320 269569 278328 298724 324128 335023 339839 360331 372748 381769 107662 124752 135424 145952 162986 183124 195588 208411 232373 246979 254060 262358 267810 277674 298501 320504 332002 339531 358600 370455 381550 396967 161518 208278 265509 342559 387142 1577 1 11218 21430 33348 55189 66630 82870 94587 104417 123179 130371 139806 159012 176032 194257 204600 222312 240190 249670 258455 264507 274891 283147 311901 330163 337127 355728 368315 376660 386554 104728 124080 134776 144060 162935 176217 194679 207940 230735 245761 251261 260983 267731 275532 286312 315943 331236 338269 358156 368470 376971 387728 211952 116005 67757 154717 261713 25701 94807 173486 226391 278043 368542 1 4025 hältnisse des Schuldners zu durchsuchen, soweit der Zweck der Vollstreckung dies erfordert. Er ist auch befugt, die verschlossenen Haustüren, Zimmertüren und Behältnisse entweder selbst zu öffnen oder durch einen Fachrn nn öffnen zu lassen. Hausfriedensbruch liegt daher nicht vor. Im Fragefalle wird der Gerichtsvollzieher Sie wiederholt vergeblich aufgesucht haben, und als er Sie bei seinem letzten Dortsein abermals nicht antraf, zur Pfändung geschritten jein. Auf alle Fälle ist sein Vorgehen rechtlich nicht zu beanstanden. kehrswesen 0,75 v. H. gewannen. Höher eröffneten noch u. o.: Westdeutsche Kaufhof (plus 1 v. H.), Deutsche Linoleum (plus 0,65 v. H ), Cement Heidelberg (plus 1 v. H.), Holzmann (plus 0,75 v. H.). Reichsbankanteile lagen mit 156 v. H. unverändert, werten galten Wayß & Freytag 83, Kleyer 38. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95,50, 6 v. H. Stahl- verein 79,65, 4,50 o. H. Oefterr. Goldrente 43,25, 5 v. H. innere Mexikaner 6 bis 6,25, 5 v. H. do. äußere 12,50, 4 v. H. Goldmexikaner 8,50, 3 o. H. Silber 5,40, Braubank 114, Commerzbank 67, DD= und nur knapp gehalten. Das Hauptgeschäft lag bei mexikanischen Anleihen, die bei erneut steigenden Kursen relativ lebhafte Umsätze verzeichneten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) W. R. in B. Der Gerichtsvollzieher ist gesetzlicher Vorschrift gemäß befugt, die Wohnung und die Be- Gewlnnauszug 5. Klaffe 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie des Be- sich des Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämlen zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 10798 77528 87854 107455 157158 214744 221695 252280 349819 390157 Im Gewinnrade verblieben: 80 Tagesprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 4 zu 10000, 20 zu 5000, 40 zu 3000, 90 zu 2000, 186 zu 1000, 482 zu 500, 1900 zu 800 M. 3n der heutigen Vormittagszkehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen i 170564 • l 215955 1 » 267763 ! I 360593 ; ! 390916 1693 3163 „Es ist Nicht angängig, bei der Ermittlung Einkommens aus Vermietung auch denjenigen trag als Ausgabe zu berücksichtigen, um den der Wert des Darlehens wegen Heranrückens Fälligkeitstermins jährlich erhöht. Denn das hätte die Vornahme eines Vermögensvergleichs zur Vor- bei gleichfalls anziehenden Kursen lebhafter um. und Mannesmann je 1 v. $)., Harpener, Klöckner j Man handelte z. B. 1902er Russen mit 1,45 bis und Rheinstahl je 0,50 v. H. fester, Phönix und 1,50, Gulden-Russen mit 1,35 bis 1,40 und Russen- Otavi Minen lagen behauptet. Recht fest lagen am Südwest mit 1,70. Bon sonstigen Freioerkehrs- Kunstseidemarkt Bemberg mit plus 2,50 v. H., ~ AKU. hingegen nur behauptet. Schiffahrtspapiere bröckelten um 0,25 v. H. ab, während AG. für Der- Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 8 Gewinne zu 3000 M. 78233 237464 272423 26 Gewinne zu 2000 M. 49421 123727 268454 156111 210492 222491 231349 252500 266957 267364 347709 377678 380282 392085 32 Gewinne zu 1000 M. 29536 56077 68053 96037 153461 154602 168341 172175 172429 214372 288832 305717 318003 382455 399151 92 Gewinne zu 500 M. 6854 20907 35861 389688 3 84331 88469 93640 93665 104005 112146 114267 127368 127647 128650 167560 173601 178833 181495 202598 208640 210137 210761 221442 223157 223236 226174 234404 240793 249380 251753 287667 288517 288623 297740 297966 317666 331331 337947 339912 344836 355250 365133 373645 381625 387970 388895 395668 312 Gewinne zu 300 M. 968 2655 3114 3656 7527 8872 11110 12960 13943 16118 17267 18661 22901 22992 28915 29621 29803 33217 33920 34783 37825 40644 42443 43971 60220 51903 61936 57159 68538 60997 61096 62926 67030 70294 72179 74406 75194 77944 80725 81305 83675 88109 91766 94837 102880 104862 111134 112770 116610 116567 123546 132972 133659 136868 139566 139634 141759 145112 145724 152699 162762 157730 162369 165697 166250 168836 169272 169884 171665 180492 187347 189962 191115 203538 210368 211184 215901 216684 216893 218236 219943 220361 221853 223171 224392 225504 228764 230352 237342 239324 239494 241930 242370 242872 244694 247101 248166 251204 265899 26151? 262725 264818 273816 275814 279334 280028 282701 283934 284055 284762 287345 288378 297994 298886 302289 306565 309698 310713 317273 317926 318415 320615 320863 327433 330612 336012 337853 338703 338858 339428 340845 342637 342732 349188 351843 352979 354761 355073 355214 357720 361056 361181 369244 371195 374623 375419 375755 380796 382261 382878 384102 390449 390492 392351 394322 397956 20 Tagesprämien. ^•ran.iun a. JJi. z>ern .QU. di . -Jv. <9en. x ‘.vranMun a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- Mrfe Schluß« lurs Schlußk. Mittag- börse Echluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag« börse Schluß» kurs Schluß!. Abend» börse Schluß, kurs Schlußk. Mittag, börse 'Datum . 6.9. | 7.9. 6-9. 7-9. Datum 6.9. 7-9. 6-9. 7-9. Datum 6-9. 7-9- 6-9- 7.9. 6% Deutsö 6%el)em.7 5*/2% Sou Deutsche Auslos..' Desgl. ohn 6% ehem.L (rückzahl 6% Hess. Gold R. he Reichsanleche v. 1927 %Tt. ReichSanl. v. 1929 ng-Anleihe von 1930 .. Anl.-Ablös.-Schuld mit Rechten ............. 94,75 92,75 95,25 92,25 89,5 89,75 97,25 97,75 90,25 90,25 90,13 91 93 93 101,4 30,5 1,1 7,55 7 7 12,25 8 94,75 93,25 95,5 92,75 89,75 89,75 97,25 98,25 90,25 90,25 90,5 91,5 93 93 101,5 31 1,1 7,5 6,9 7 13 12,5 8 1 1 £ 1 1 £ 12 ->S iS 1 1 | 1 S 1 1 I § !-» iSiiS 95 93,5 95,65 92,75 89,5 97,75 93 93 101,5 31 7,45 7 7 1L9 4% desgl. Serie 11 .... 8,1 4,2 6,75 4 36,75 26,25 30,25 72,25 94,5 66 73,75 76,5 156 27,75 146,5 102,5 114 77,5 112,5 102 96,25 148,25 87,4 115,25 61,5 105 129,65 78 71,72 8,1 4,25 6,75 4 36,5 26,5 30,5 73,25 95,5 67 74,75 77,25 156 27,75 146,9 102,25 116,75 78,4 113,5 103 97,75 149 124 88 116,5 62 104,5 131,25 78,5 71,5 4 36,65 26,75 30,25 72,5 96 65,75 73,75 76,5 155,9 27,65 146,75 102,5 114,25 78 112,75 96,5 148,5 124 88 115,5 61,65 104,75 72,25 170,5 131 78 72 4,3 6,8 4,05 36,5 26,75 26 30,4 73 96,25 66,75 74 76,5 155 27,65 146,65 102,5 117,25 77 113,25 97,75 148,75 124,65 88,5 116 61,75 104 72,9 172 131,5 78,25 71,5 Mansfelder Bergbau......... 0 Kokswerke.................. 0 Phönix Bergbau............. 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl.................. 0 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7ys I. G. Farben-Jndustrie....... 7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 0 Rütgerswerke ...............0 Metallgesellschast.............0 48 245 41,4 14,25 128 128,25 163 147,13 220,5 93,75 42,25 Rfl 77,4 47,75 245 90,5 40,75 14,25 128 126,5 162 146,65 221 94,75 42,75 78 100,5 48 90,13 40,9 14,13 128,5 129,65 163,5 147,25 94,4 42,65 87,5 114,25 66,13 142,75 47 63 127 48,65 58 84 26,25 215 177 131 27,5 1 185,781 77,4 102,13 47,75 246,5 90,25 40,75 14,13 129 129 162 146,9 95 42,65 81 113,5 64,25 143,5 46,75 63,25 128 48,9 58,5 83,4 27,25 213,25 179,25 130,5 27,5 185 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 414,%Ruman.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 *4% Anatolier .... e Aüslos.-Rechte...... % Hess. Bolksstaat 1929 6. 102%)............ Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 '21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconw« Gesellschaft................ 0 Dresdner Bank..............0 Landesbank Darmstadt 12......... &Vi% He banl Da Oberhessen Auslos.. Deutsche fi leche Se 6% ebem. Goidpfe G% ehem. Goldpse 5%% eher Bank-Li I>yt% ehk Hyp.-Bo 6% ehem. briesanst 6% ehem. briefansti Steuerguts 4% Oesterr 4,20% Oes 4% llngari 4% Ungari 4'/r% desg 5% abgest. 4% Türktsck 4% Türktsck Serie I. f. Landes-Hypotheken» rmstadt Liaui......... Provinz-Anleihe mit »echten ...... omm. Sammelabl. Äw ne 1 mit Auslos.»Rechten 8% Franks. Hyp.-Bank 15 unkündbar bis 1935 7% Franks. Hyp.-Bank 16 unkündbar bis 1936 n. 4’/,% Franks. Hyp.- w -Pfandbriefe....... Philipp Holz mann...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhos ............0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Orenstetn L Koppel..........0 Leonhard Tietz .............. 0 Chade......................10 Accumulatoren.Fabrik........0 Conti-Gummi...............0 Gritzner....................01 Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4 Süddeutscher Zucker 8| Retchsbank ................ 12 A.E.S......................0 Bekula.....................0 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............6 Fellen & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Eiellr.Unteruehmung. 5 Rheinische Elektrizität ...... 5 Schuckert L Co............... 5 Siemens L Halske............ 7 LahmeyerLCo............. 10 Buderus ................... 0 Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener.................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhren...... 0 79,25 128,5 65,75 47 63 49 58 26,5 215 131,25 78,5 186,51 80,5 108 128,5 64,5 72 46,5 63,25 48,65 58,65 27,5 213 130 27,41 79 186 I m. 4V.% Rheinische nk»Ligu.-Goldpfe..... 8% Pr. Landespfant^ ilt, Pfandbriefe R. 19 7% Pr. Landespfand; ilt, Pfandbriefe R. 10 ch. Verrechnungskurs.. eichtsche Goldrente.... erretchische Silberrente che Goldrente....... ch'e Staatsrente v. 1910 Goldmexikaner von 99 e Zollanleihe von 1911 e Bagdadbahn. Anleche 8-September 7-September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 1 Ärie' Geld 1 Lrlel Buenos Airer 0,671 0,675 0,666 0,670 Brüssel..... 58,545 58,665 58,545 58,665 Rio de Jan. . 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,37 55,49 55,33 55,45 Danzig..... 82,02 82,18 82,02 82,18 London ..... 12-40 12,43 12,39 12,42 Helsingsors.. 5,47 5,48 5,465 5,475 Paris ...... 16,50 16,54 16.50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,70 21,74 21,68 21,72 Japan ...... 0,741 0,743 0,741 0,743 Jugoslawien. 5,694 5,706 5,714 5,726 Oslo..... : 62,32 62,44 62,27 62,39 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,255 11,275 11,245 11,265 Stockholm... 63,94 64,06 63,89 64,01 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... — — Neuyork... 2,482 2,486 2,484 2,488 Amerikanische Roten.............. 2,436 2,456 Belgische Noten.................. 58,385 58,625 Dänische Noten ................. 55,18 55,40 Englische Noten ................. 12,355 12,395 Französische Noten............... 16,46 Holländische Noten............... Italienische Noten................ 2h 56 ^2L64 Norwegische Noten .............. 62,11 62,35 Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,72 63,98 Schweizer Noten................. 81,49 81,81 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 34,18 34£2 Statt Karten! Baumwoll waren 2/10 Glas etnschl. Steuer u.Vedienung .41 Groß-Felda sOberh essen) Gießen, Äergstraße 1 s. September 1934 5197 D Stoffspezialhaus Bernard Gießen ■ Plockstraße Nummer 14-16 5237D Gastwirt Gommevlad Lichtbildern mit hochinteressanten 5235 D ^chachLM Wieseck H ü Sonntacr. d. 9. Spntp.mhnr Sonntag, d. 9. September 5221D Für Ihr Heim Ein Jahr am Werk EinJahrArbeitufrfolg Einsätzen und Fransen m Volle, ca. 112 cm br., in modernen m 1.60 ca.150 cm br.,in neuen modernen Dessins, m Tülle, weiß und creme,moderneMuster, neue Gewebe m von schäft mitgeholfen. 5238A Dekorationen von —f > 3. Gratisverlosung an die Mitglieder. 0.30,0.15 0.75,0.50 Samstag, den 15. September-. Heimat-Abend Sonntag, den 16. September: Trachtenfestzug Große Kundgebung,Volksvorführungen, Tanz 1.75,1.10 1.90,0.95 1.75,1.10 nur an besilmmken Tagen--- nein - - das ganze Iahr wollen wir mit unserem Wein werben! führen wir jetzt infolge unserer erweiterten Geschäftsräume in einer noch größeren Auswahl. Sie finden: 120 cm br., i. fein., mod. Farbstellg., m Stores am Meter, mit schönen ElektretechRik, Hasch.-,Auto- und Flugzeugbau, Fliegerlager Lehrfabrik für Praktikanten Pastellfarben. 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Gießen, Seltersweg 17 - Das große Spezialhaus für Herren- und Knaben-Kleidung 5236 A TORPEDO nur RM. 188.- schon für 4189d 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausens Co. Bahnhofstrabe fießenüb.Hotel Schütz im Svelen Es ladet ein Grosser Sauen-Vorlrag Kreis-Ohst-onil GarteDbooverein Gieh Samstag, den 15. September 1934, nachm. 3l/9 Uhr» im „Kath. Vereinshaus“ zu Gießen (Liebigstraße)i Hauptversammlung Vogtsche Handelsschulen Gießen-Herborn Anmeldung: Goethestr.32 Oktober-Beginn 4241 a Halbjahres-Kurse Monatlich RM. 20.00 ..eine Nebenkosten Arbeitslose zahlen nur 50% Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzVoüt&Co., Gießen Seltersweg 44 476ca Sonntag, den 9. September, 15 Uhr Wettkampf 52040 Gießen-Wetzlax im Saale Hotel „Hindenburg“ Gardinen und H.Lehmbecker- Gießen Früher: Haus der Handarbeit - Seltersweg 73 WWW Staufenberg zwischen (hessen uMarburgi Veueru Sonntag, den S. September 1934 TammuM In den Morgenstunden des 9. September 1933 fielen die Vorhänge............ Die Firma Manfred Volz eröffnete als erstes deutsches Geschäft nach der nationalen Erhebung ihre Tore. Am 9. September 1934 denken wir zurück an die viele Mühe und Arbeit. Erst klein, dann immer leistungsfähiger werdend, sind wir heute über Stadt und Land bekannt. An unserm Freudentage danken Personal und wir allen unseren Kunden für ihre Unterstützung. Auch Sie haben durch Ihren Einkauf zu unserem Erfolge beigetragen und somit tatkräftig am Wiederaufbau der deutschen Wirt- Landhausgardine weiß und bunt gemustert.....m Spannstoffe und Etamlne weiß und creme, ca. 150 cm br., m Dekorations-Stoffe, K’seide, Klein-Linden Gasthaus „zmMWnWe" Morgen Sonntag, 9. September Aachkirmes — Anfang 4 Uhr — MufikMitgliederdesJnf.-Regt.15 Es ladet freundlichst ein 5224 d Franz Rathenow. Homberg, Oberheffen die perle des OhmtaleS rüst euch zu seinem AMMÄt- ARV am 15. und 16. September 1934 Druckschriften In Heftform in gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswertI Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Waldeslust am Flughafen 52igD Sonntag, 9. September, ab 4 Uhr Salooorctier-taMi mit Blasquartett-Einlagen (Mitglieder der ReiGhswehrkapelle) Wie erhält sich die Trau jung und schön bis ins hohe Alter? Warum verblühen viele Trauen so früh? Aus dem Inhalt: Klippen der Schönheit in jedem Lebensalter. Warum bleiben andere immer schön? Die Tragik deS Alterns. Ursachen des Verfalls. Das Geheimnis des ewig Jugendlichen. Die ältere Frau als anziehende Persönlichkeit. Warum kann man ihr Alternicht erraten? Figurenpflegewerdender Mütter. Die gepflegte Frau wird überall bevorzugt. Arbeitsfreude und Lebensfreude können gesteigert werden. Was verleiht tragende Äberlegenheitsgefühle? Ihr Körper ist Ihr Schicksal! Jede Frau wird aufgeklärt und belehrt ■für das ganze fernere Leben Welch begeisterte Aufnahme die Vorträge fanden, geht auS den vielen Zuschriften an die Vortragenden und Veranstalter, Thalhsia Paul Garms Ohnbfr., Leipzig, hervor, in denen es unter anderem heißt: Frau A.Maltererin Waldmünchen. Die Reisedame hat aber auch wunderbar gesprochen, irs waren bei uns schon mehr Vortrage, noch me waren die Leute so begeistert. — Frau Ida Knobloch in Freiburg, Schlesien: Auch Fhre Lichtbilder beim Vortrag gefielen mir sehr gut, zeigten sie doch im Bilde, wie alle Schaden, oft durch Unkenntnis verursacht, wieder gutgemacht werden können. Jugendliche haben leinen Zutritt1 “Eintritt frei! Vortragsbeginn: nachm. */t4 Uhr, abends */,8 Uhrl Keine Heilkunde Montag, Den 10. September 1934 „Hotel Prinz Carl" Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand derVereins- angelegenheiten. 2. Vorträge desLandwirtschaftskammerrats Pfeiner, Frankfurt a. M., über die Einstellung der Landesbauernschaft zur Förderung des Obstbaues, wid desGarten bauinspektor s Kentsch, Friedberg, über die Einrichtung von Obstmärkten in Oberhessen. 13. Gratisverlosung an die Mitglieder. siei0 1.30.. Das „zweite" Jahr beginnt. Es findet uns wiederan der Arbeit. Wir werden leistungsfähiger sein in Pflichterfüllung und im Dienste an unserer Kundschaft. In diesem Sinne bitten wir weiter um das Vertrauen. Gießen, Bahnhofstraße Nr. 2-4 Ihre ECucBtc