m. Jahrgang Eichener Anzeiger Ze n. § 4- Wege zur Verständigung der Völker Das deutsch-französische Jugendtreffen. eine die <1 die seit ad)t Tagen in einem vornehmen Hotel wohnte, ist seit Samstag früh mit ihren Kindern verschwunden. Die hotelvecwattung erklärt, erst durch die in den Räumen der Frau Stra- visky vorgenommene Haussuchung erfahren zu haben, daß es sich um die Ehefrau des Betrügers handele. Sie habe sich als Frau Simon in die Gastliste eingetragen. B e r l i n, 6. Jan. (DNB.) Auf dem vom Sohlberg- Kreis veranstalteten deutsch-französischen Jugendtreffen sprach Hajo von Haden, der Führer der Berliner Studentenschaft, über das Thema „Jugend und Sozialismus". Im Arbeitsdienst und im SA.- Dienst habe die junge Mannschaft die Lolkskamerad- schaft gefunden, die dem Dritten Reich die Kraft gibt. Um zu sich selbst zu kommen, habe Deutschland sich vom Judentum befreien müssen, das auf vielen Gebieten ungünstige Einflüsse ausgeübt habe. Der Schriftsteller Pierre l a R o ch e l l e antwortete mit einem Dortrag über das Autoritätsgefühl bei der französischen Jugend. Frankreich fühle sich nicht als Sieger, denn es habe allzu viele Wunden empfangen. Auch drüben gebe es Leute, die die konservative Statik in ihrem Lande bedauern. Die deutsche sol- er selbst gut. Der düng eingestellt Die eingestellten Kriminalbeamten sind sämtlich im Reiche fristlos entlassen worden, teils werden sie von der Staatsanwaltschaft gesucht. Am ersten Weihnachts- feiertags hat der französische Direktor des Inneren Heimburg, dem die Polizei untersteht, zwei der Emigranten mit ihren Familien zu sich in die Wohnung eingeladen. Außerdem erhielten sie noch eine besondere Weihnachtsgratifikation, deren Höhe 1500 Franken betragen soll, während die übrigen Beamten der Landeskriminalpolizei eine Gratifikation von nur 300 Franken erhalten haben. Es wäre interessant, von der Regierungskommission zu erfahren, welche besonderen Verdienste die aus Deutschland geflüchteten Emigranten haben, daß sie mit derartig hohen Gratifikationen und mit so ehrenden Einladungen bedacht werden. noch nicht verstehen könne, so müsse er es doch vertrauensvoll glauben. Der Präsident der Reichsschristums- kammer Kans Friedrich Blunck begann mit der Frage nach den Gegensätzen. „Ich glaube, daß unsere europäische Rasse, die man in der letzten Zeit allzusehr zu nivellieren suchte, vom Schöpfer so vielfältig gestaltet wurde, um unsere Völker wirklich zu ihren Anstrengungen um Erhaltung von Wesen und Seinsform zu zwingen, die ob unseres Eifers vielleicht lächelnd vom Schöpfer geschaut werden. Aber gewiß lobt er auch sie, die chr Volk so leidenschaftlich lieben und ihm durch die aus der Landschaft, aus der Rasse und aus der Ueberlieferung gewachsenen Kräfte das Antlitz zu prägen wünschen. Freuen wir uns also über Unterschiedlichkeiten, die fruchtbar werden können." Es könnte überraschend eine jener schönen Zeiten des Wetteifers einsetzen, die zwischen Deutschland und Frankreich immer so fruchtbar waren. Zum Schluß betonte Blunck das natürliche Recht, die Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Der- ~ " (gez.) Ludwig Müller, Reichsbischof. Krise, die v i e l e r n sl e r ist, als alles andere: Krise der Rloral. Genug der Skandale! Der Bürgermeister von Bayonne verhastet. 'eutschland^ nicht durch Theorien, sondern durch eine verjüngte Rasse seiner Führer den Sozialismus verwirklichen wolle. Wenn der französische Rationalismus das auch Wird Herriot Frankreichs Außenminister? Umbildung des Kabinetts Chautemps als Folge des Bayonner Skandals Eine Vermnnng des Reichsdischoss zur Mederherstellnng geordneter Zustände in der Evangelischen Kirche. wesen sei. Auf der Gvur Straviskys? Paris, 8. Jan. (DRV. Funkspruch.) Stra- visky soll sich, wie ,Malin" berichtet, am 1. und 2. Januar in einer Villa in der tiefverschneilen Ortschaft S e r v o z (Savoyen) aufgehalten haben und am 3. Januar weitergereist sein. Rian glaube, ihn heute dingfest zu machen. Die E b e f r a u Straviskys, Emigranten in der saarländischen Polizei. Trier, 6. Jan. (DRB.) Die Regierungskom- mission des Saargebietes hat, nachdem die luxemburgische Regierung es abgelehnt hat, Beamte für die saarländische Geheimpolizei zur Verfügung zu stellen, deutsche Emigranten in der saarländischen Polizei zur besonderen Verwen- Das Gesetz betreffend die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Beamten der Landeskirchen vom 16.November 1933, und das vorläufige Kirchengesetz betreffend die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Beamten der Landeskirchen vom 8. Dezember 1933, und das Kirchengesetz betreffend Beilegung kirchenpolitischer Streitfälle vom 8. Dezember 1933 werden außer Kraft gesetzt. § 5. Verbreitung von Schriften, insbesondere durch Flugblätter oder Rundschreiben, angreifen, machen sich der Verletzung der ihnen obliegenden Amtspflichten schuldig. Die Eingabe von Vorstellungen auf dem hierzu vorgeschriebenen Wege bleibt unberührt. § 3. Gegen kirchliche Amtsträger, die den Vorschriften der §§ 1 und 2 zuwiderhandeln, ist unter sofortiger vorläufiger Enthebung vom Amte unverzüglich das förmliche Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Entfernung aus dem Amte einzuleiten. Für die Dauer der vorläufigen Amtsenthebung ist vorbehaltlich weitergehender Bestimmungen der Disziplinargesetze das Einkommen um mindestens ein Drittel zu für« Berlin, 6. Jan. (DNB.) Der Reichsbischof hat, wie der Eo. Pressedienst meldet, am 4. Januar folgende Verordnung über die Wiederher st ellung geordneter Zu stände in der Deutschen Evangelischen Kirche erlassen: Die kirchenpolitischen Kämpfe zerstören Frieden und Einigung in der Kirche, sie zerrütten die notwendige Verbundenheit der evangelischen Kirche mit dem nationalsozialistischen Staat und gefährden sowohl die Verkündigung des Evangeliums als auch die neuerrungene Volkseinheit. Zur Sicherung der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche und zur Wiederherstellung geordneter Zustände verordne ich daher unter Vorbehalt weiterer Maßnahmen in verantwortlicher Ausübung des mir verfassungsmäßig zustehenden Führeramtes auf Grund des Art. 6 Abf. 1 der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche: § 1. Der Gottesdienst dient ausschließlich der Verkündung des lauteren Evangeliums. Der Mißbrauch des Gottesdienstes zum Zwecke kirchenpolitischer Auseinandersetzungen gleichviel in welcher Form hat zu unterbleiben. Freigabe sowie Benutzung der Gotteshäuser und sonstigen kirchlichen Räume zu kirchenpoliti- schenKundgebungen jeder Art wird unter- Paris, 6. Jan. (DRV. Funkspruch.) Als politische Lösung des Krachs von Vayonne oder richtiger gesagt, der Angelegenheit Stravisky, glaubt ein großer Teil der Presse für heute den Rücktritt des Kolonialmini st ers Dallmier ankündigen zu können, der nach dem am Rachmiltag zusammentretenden Kabinettsrat amtlich werden dürfte. „Echo de Paris" meint, daß Ministerpräsident Chautemps als Rachfolger Dalimiers wieder einen radikalen Abgeordneten berufen werde, aber auch die Rlöglichkeit des Gesamt- r ü ck t r i t t s der Regierung wird nicht von der Hand gewiesen und vom „Petit Parifien" sogar für wahrscheinlich gehallen. In diesem Falle, so erklärt das offiziöse Blatt, wie übrigens auch der „Excel- sior", würde Chautemps noch heute abend e i n neues Kabinett bilden und mit ihm am Dienstag vor das Parlament treten. Falls herriot sich zum Eintritt in die neue Regierung bereit erklären sollte, würde Paul-Boncour unter Umständen ihm das Außenministerium überlassen und selber das Justizministerium übernehmen, während dem bisherigen Justizminister R a y n a l d y das Sozial- Ressort übertragen werde. Die Presse fordert Ministerpräsident Chautemps auf, mit unbeirrbarer Strenge gegen die Schuldigen vorzugehen. Die radikale Zeitung „Republique" verlangt schleunige Verabschiedung eines Gesetzes zum Schuhe der kleinen Sparer. Auch „Lre Rouvelle", die sich auf den Standpunkt her- riots stellt, daß die gerichtliche Untersuchung ihren Weg gehen müsse und nicht auf das politische Gebiet hinübergezerrt werden dürfe, schreibt: Cs besteht spielen zu können. Die Regierung Anghelescu hat nur ein kurzes Dasein gehabt. Ein Konflikt zwischen den Altliberalen und der Krone war es, der den neuen Mann ans Ruder brachte, der zwar sofort scharfe gesetzliche Mittel gegen den Terror anwandte, aber nicht als geeignet galt, sich mit harter Hand dauernd durchzusetzen. König Carol hat an seiner Stelle den Führer der jungen Richtung der liberalen Partei, Georges Tatarescu berufen, der ein enger Freund des ermordeten Ministerpräsidenten Duca war und als einer der fähigsten Politiker des Landes gilt. Er war auch an dem letzten Wahlabkommen der Regierungspartei mit den deutschen Minderheiten führend beteiligt. Zweifellos ist der stärkste Mann hinter den Kulissen der Außenminister T i t u l e s c u , der von St. Moritz aus seine Bedingungen diktierte; die dann offenbar auch vom König und vom Kabinett angenommen worden sind, denn erst daraufhin hat er sich in Marsch gesetzt. Titulescu ist der Mann der Zukunft. Er bestimmt die politische Linie Rumäniens, und da er ein ausgesprochener Fran- zosensreund ist, brauchen wir uns keinen Illusionen darüber hinzugeben, auf welcher Seite Rumänien in der nächsten Zeit zu finden sein wird. Es gab — vor einigen Monaten — eine kurze Zeit, wo die Hoffnung bestand, daß der wirtschaftliche Zwang Rumänien aus dem französischen Fahrwasser herausführen würde. Damals konnte mit der Möglichkeit einer völligen Neuorientierung des Balkans gerechnet werden. Heute ist davon nicht mehr die Rede König Carol hat dieselben L i b e r a l e n, die ihn vom Thron ausgeschlossen hatten, wieder an die Regierung gebracht, und di-,- Liberalen, die Bor-' treter des saturierten Bürgertums, die Vertreter auch der Bankwelt, sind rein französisch orientiert. Frankreich kann sich in der nächsten Zeit auf seinen Bundesgenossen verlassen, solange bis der wirtschaftlicheKatzenjammer kommt, der früher oder später unvermeidlich ist. Denn alle politischen Liebenswürdigkeiten täuschen nicht darüber hinweg, daß Rumänien seinen Exportüberschuß a n Frankreich nicht loswerden kann daß stine innere Lage immer schwieriger wird, solange es nicht den entscheidenden Schritt tut, um sich den deutschen Markt wieder zu eröffnen. Die Krise muß sich immer mehr in die Tiefe fressen, einerlei, ob von den Liberalen die alte Garde oder die iunae Richtung sich am Ruder behauptet. Entscheidend bleibt eben allein, ob die Regierung die Srnfi hat f i di aus den französischen Fe sein'zu lösen und ihre Politik ausschließ- Uch „ach d-n rumänischen Internen zu °r'°nt.or°n. Aber danach (W <•« nnr h.r «.rfrt aus beste Ordnung zwischen den europäischen Völkern wie zwischen den Menschen zu erträumen. „Erzählen Sie, daß wir auf Ihre Antwort warten mit dem Willen und mit der Hoffnung, daß unsere Völker einmal als Freunde nebeneinanderstehen möchten, aber auch mit dem Willen zum Wettkampf um Preis und Kranz in der Dichtung Europas". Eine spontane Antwort auf diesen deutschen Appell gab der französische Dichter Pierre L a Rochelle. Er stellte fest, daß Frankreich eine Sättigung seines nationalen Geistes erreicht habe und nun nach Verbindung mit dem europäischen Geist suche. Dem Franzosen sei die Mystik der natürlichen Grenzen eigen auf Grund feiner plastischen Veranlagung. Dagegen begründe Deutschland das Reich auf Sprache und Rasse. Aufgabe der Schriftsteller sei es nun, auch die deutsche Art in Frankreich verständlich zu machen. Das könne durch die Erkenntnis der Verschiedenheiten, die in Frankreich selbst bestehen, gefördert werden. Eine besondere Verpflichtung habe in dieser Beziehung der germanische Nordfranzose, Schriftsteller wie er, Rimbaud usw. haben dies auch schon erkannt. Die Literatur des neuen Deutschlands werde drüben starkes Interesse finden. Diese Worte von La Rochelle über bas nordische Element als Bindeglied zwischen beiden Völkern machte auf die Vertreter des jungen Deutschlands und Frankreichs einen tiefen Eindruck. Das Berliner Treffen des Sohlberg-Kreifes wurde mit einem Tee abgeschlossen, zu dem Professor R e m m e ins Hegel-Haus eingeladen hatte. In der Schlußansprache wurde zum Ausdruck gebracht, daß beide Völker ihre Verschiedenheiten anerken« nen müssen. Durch das Berliner Treffen habe man auf beiden Seiten den festen Willen gestärkt, auf der Grundlage der Ehre, der Gleichberechtigung und des Friedens zusammenzuarbeiten. D"» Sohlberg-Kreis wird getreu feiner Ueberlieferung und feines Auftrages von der Reichsiugendführung die Beziehungen der Jugend beider Nationen auch weiterhin pflegen. jRumämeit In Rumänien ist eine Sinje ausgebrochen, die sich schon lange antünuigte. Rumänien gehört zu denjenigen wandern Europas, in denen ö i e Wirtschaftskrise am hartnäckig st en und verheerend st en gewirkt und vor allem die Staatsfinanzen stark zerrüttet hat. Unter den verschiedenen Regierungen, die in den letzten Jahren die Geschicke des Landes zu leiten hatten, |mö immer wieder Ansätze zu den durch die Umstände gebotenen Reformen gemacht worden, doch hat der Erfolg den Erwartungen nicht entsprochen und statt einer Besserung war nur eine fortschreitende Verschärfung der wirtschaftlichen Lage mit all ihren politischen und sozialen Auswirkungen sestzustellen. Die N a t i o n a i z a r a n i st e n , die mit einjähriger Unterbrechung feit 1929 Regierungspartei waren, hatten zulegt im eigenen Lager so starke Gegensätze aufguroeijen, daß von dem revolutionären Schwung, mit dem diese Partei seinerzeit die Macht übernommen hatte, nichts mehr übrig geblieben war. Ihre Regierung wurde im November g e ft ü r g t, nicht vom Parlament, in dem sie eine Zweidrittelmehrheit besaß, sondern von derjenigen Instanz, die sich gerade in Rumänien als unerläßliches Korrektiv der Schwächen des parlamentarischen Systems erwiesen hat, von der Krone. Der König berief Mitte November eine liberale Regierung unter Führung von Jon Duca, ein Entschluß, der die endgültige Aussöhnung Carols II. mit den ehemaligen Gegnern feiner Rückkehr und zugleich eine freundschaftliche Geste gegenüber dem verbündeten Frankreich bedeutete. Inzwischen hatten sich außerhalb des Parlaments Gruppen gebildet, die von den alten Mechoden keine Rettung mehr erwarten und gegen die Vertreter des bisherigen politischen Lebens ein unüberwindliches Mißtrauen hegen. Das neue Kabinett hatte sofort den Kampf mit der in der Öffentlichkeit sehr aktiv gewordenen Opposition aufzu- nehmen, der sich als folgenschwerer erwies, als die Kammerwahlen vom 19. Dezember mit ihrer starken Mehrheit für die Regierung. Eine der am meisten genannten Gruppen war d i e Eiserne Garde (Garda de fer), eine seit Jahren bestehende, typisch rumänische Bewegung mit stark antisemitischen Tendenzen, die in Rumänien bekanntlich keine neue Erscheinung sind. Mit dem Nationalsozialismus deutscher Prägung haben alle diese Gruppen — das muß gegenüber den Unterstellungen in der französischen Presse betont werden — nicht das gering ft e z u tun, geschweige denn daß Fäden herüber und hinüber liefen, wie man in Paris aus durchsichtigen Gründen behauptet. Nach den Wahlen, die diesen Gruppen eine Enttäuschung brachten und ihre Erbitterung gegen die Regierung steigerten, wandte sich die Unzufriedenheit gegen die eigenen Führer und nach dem Verbot und der Auflösung der eigentlichen Organisationen gewann der terroristische Wille völlig die Oberhand. So ist das Attentat auf b e n Ministerpräsidenten Duca nicht einmal die Angelegenheit einer Partei, sondern die Tat einzelner Leute, die eine historische Rolle glaubten Paris, 7.Jan. (DNB.) Der Bayonner Finanzskandal zieht immer weitere Kreise. Im Zusammenhang mit einer Haussuchung in den Büro- räumen der Zeitung „L a Volont 6" weiß „Echo de Paris" über Verbindungen zu berichten, die zwischen Stravisky und der „Volonte" bestanden. Im Dezember 1932 habe, so behauptet „Echo de Paris", die „Volontä" ihren Inseratenteil pauschal an eine Stravisky-Grün- düng, die Sapiens-Gesellschaft, verpachtet gegen die Verpflichtung, daß die Sapiens-Gesellschaft sämtliche für die Herausgabe der Zeitung „Volont6" nötigen Ausgaben übernimmt. Als im Juli 1933 die Sapiens diese Verpflichtung nicht mehr eingehalten habe, sie sie gerichtlich liquidiert worden. In Bayonne haben Pariser Pressevertreter den Bürgermeister und Abgeordneten G a r a t noch in der Nacht um Stellungnahme zu den Anschuldigungen Tissiers gebeten. Garat hat im Laufe der ziemlich peinlichen nächtlichen Unterredung dann auch zugegeben, daß er mehrmals seine Beziehungen habe spielen lassen, um eine Klageerhebung seitens der Versicherungsgesellschaften zu verhüten, die Kassenscheine des Bayonner Leihhauses besaßen, deren Einlösung Schwierigkeiten bereitete. Vom Untersuchungsrichter wurde die Verhaftung des Bürgermeisters Garat angeordnet. Der Untersuchungsrichter hat gegen Garat folgende Anschuldigungen erhoben: Diebstahl, Fälschung, Verwendung gefälschter Dokumente, Unterschlagung von Schriftstücken bzw. offiziellen Mitteln, Betrug und Mithilfe, Vertrauensmißbrauch und Hehlerei. Büraermeister Garat ist Sonntagabend bereits im städtischen Gefängnis eingeliefert worden. Stravisky droht mit einer Liste kompromittierter Personen. sagt. § 2. Kirchliche Amtsträger, die das Kirchenregi-1 fünbung in Kraft, ment und besten Maßnahmen öffentlich ober burcfj1 Itr 6 Grttes Blatt M. Zahrgang Montag. 8. Zannar 1054 OX A&*4* AM M**AA* AM (Bienener Familienblätter fl IfflA W W WW ^5» Grundpreise für 1 mm höhe Heimat >m Bild Die Scholle ■ KHÄ W M W M W »Hfl W H V M W W W / M W W M M jF W für Anzeigen von 22 mm -M-"- Qnvhvllvl ZlIHvlUvl ZsZ Auch bei Nichterscheinen ® A ® Ermäßigte Grundpreise, von einzelnen Nummern f VeF Stellen-, Vereins-, gemein- infolge höherer Gewalt M < < nützige Anzeigen sowie ein. MM General-Anzeiger für Nberhessen LranN?m Main'lI6s6 Druck uni) Verlag: vriihl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R. Lange in Siesten. Schriftle-tung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r im T-xtteil 12 Rpf. je mm Paris, 8. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die^roha- dusche Sportauffassung verstehe listische „Action Frankste" will von einem Gerücht Redner erkannte an, daß Deuts wissen, wonach Ministerpräsident Chautemps am Samstag von einem Verbindungsmann Straviskys aufgesucht sein soll. Es handele sich um einen bekannten Rechtsanwalt und Politiker, der mit dem Direktor der „Volonte", Du- barry, eng befreundet fei. Durch diesen Mittelsmann habe Stravisky dem Ministerpräsidenten mitteilen lassen, daß er bereit fei, sich gegen gewisse Zusicherungen dem Gericht zu stellen. Aber er habe gleichzeitig anbeuten lassen, baß er im Besitze einer Liste kompromittierter Persönlichkeiten sei, bie nicht weniger a l s 180 Namen enthalte. Das sozialistische Abenb- biatt „L'Avpel" behauptet, es scheine festzustehen, daß der Polizeipräsibent von Paris, Chiappe, noch vor wenigen Tagen Gast von Stravisky ge- Das System auf -er Anklagebank. Nie Htntergrün-e -es Bayonner Leihhausfkan-als. ders an — würden sich die gekennzeichneten Gren« zen am schärfsten bemerkbar machen. Hier liege die wesentliche Schwierigkeit für die im neuen Jahr zu treffende Entscheidung. Man müsse sich übeff eines klar sein, daß nicht alle Hemmnisse mit einem Schlage beseitigt werden könnten. Unter -em Schutz -es Systems verlangen, als sich bluffen zu lassen. Denn wir wol- lassen, haben ihn, ohne daß dieser viel zu tun brauchte, geradezu in Milsette aus Luft- und Tüllspitze. Etwa 100 Spitzenher- steller wurden mit Aufträgen bedacht. Automatenmaschinen dürfen bei der Herstellung nicht verwendet werden. erste Milllonen-Krach. Er hatte Bankiers und Wechselagenten um die runde Summe von 20 Millionen Franken betrogen. Diese Affäre, die damals viel Staub aufwirbelte, die die ganzen ersten Seiten der Boulevardblätter beherrschte, die dem „schönen Alexander" den Beinamen des „Königs der Gauner" einbrachte, die während der nächsten Jahre immer wieder vor Gericht kommen sollte, aber von Termin zu Termin vertagt wurde, und die nun am kommenden 26. Januar zur Verhandlung kommen soll, dieser Millionenbetrug sollte den verantwortlichen Persönlichkeiten nicht bekannt gewesen sein? Nicht weniger als zwölfmal wurde HvudertZahre deutsche Mrlschastsemheit. DerHeichsfinanzmmisteraufder Hundertjahrfeier der Gründung des Zollvereins Vom Winterhilfwerk find für Februar fünf _____ Honen Anfteckabzeichen auf Plauener Spitzen im Gesamtwerte von 300 000 Mk. bestellt worden. Durch diesen Auftrag bekommt die dar-- niederliegende Plauener Spitzenindustrie einen beachtenswerten Auftrieb. Das Abzeichen ist eine Rosa naiv, zu glauben, daß all die Parlamentarier, Minister und Finanziers, die mit ihm zu Mittag speisten ihre Empfehlung mitgaben, sich mit i^m vor ausländischen Regierungen zeinten, keine Ahnung von der Vergangenheit dieses Schwindlers, gehabt hätten? Als im Jahre 1930 in dem Städtchen Bayonne ein Leihhaus gegründet wurde, entsprach dies einem nicht gerade dringenden Bedürfnis. Zwei Freunde Straoifkys, Tissier und Cohen, wurden zu Direktoren bzw. Sachverständigen dieses Instituts ernannt, das von städtischer wie von staatlicher Seite kontrolliert werden sollte. Der Bürgermeister von Bayonne und radikale Abgeordnete G a r a t übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat. Er traf sich oft mit Stravisky im Pariser Claridge- Hotel, kannte ihn also zur Genüge. Es war ihm Millionen fragen sich heute, wie es möglich war: ... Daß Stravisky nach seiner Haftentlassung neue Gesellschaften gründen konnte? ... Daß er mit diesen Gesellschaften, in deren leitende Stellen er sehr klugerweise sehr hochgestellte Persönlichkeiten, mit Vorliebe Ritter der Ehrenlegion, berief weiterhin funkle" Geschäfte machen konnte? ... Daß er in den höchsten Kreisen Einlaß fand, daß er in Stresa während der Wirtschaftskonferenz mit Ministern verschiedener Staaten zusammen speiste, daß er, mit Empfehlungsschreiben des französischen Außenministeriums bewaffnet und von einem französischen radikal-sozialistischen Abgeordneten flankiert, vor einem Jahre in Budapest von Ministern und anderen hohen Persönlichkeiten empfangen wurde? ... Daß er, trotzdem er system zu schaffen. So hätten Bayern, Württemberg und 1818 auch Preußen ihre sämtlichen Binnenzölle aufgehoben. Der Minister würdigte bann die Verdienste des preußischen Finanzministers Motz. Die glückliche Ausgestaltung des preußischen Zollsystems ließ immer mehr Kleinstaaten sich dem preußischen Zollsystem anschließen. Im Jahre 1828 begannen unter tätiger Vermittlung des Buchhändlers Freiherrn v. Cotta Verhandlungen mit Süddeutschland, die den Keim zu der späteren Zolleinigung legten. Die Brücke über den Main war damit geschlagen. Der Minister schilderte bann bie weitere Entwicklung, die der Bildung des Deutschen Zollvereins voran- ging. Motz selbst erlebte die Erfüllung seiner Pläne nicht mehr, da er schon 1830 starb. Am 1. Januar 1834 trat der Deutsche Zollverein in Kraft. Die inneren deutschen Schlagbäume fielen, und ein neues Glied war in die lange Kette der Zeiten eingefügt, die den Markgrafenstaat der Hohenzollern bis zur Kaiserkrone hinaufführten. Uns, schloß der Minister, die wir im vergangenen Jahr den Aufbruch des Volks mit heißer Freude erlebt haben, ist die Gründung des Zollvereins, dieser Durchbruch aus der Enge in die Weite kein totes geschichtliches Ereignis. Er ist vielmehr symbolisch für das Geschehnis unserer Tage und ein Ansporn, in unserem Leben und in unserer Tagesarbeit rechte Mitarbeiter im Dritten Reich zu werden, das Adolf Hitler uns geschenkt hat. — Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler schloß Graf Schwerin von Krosigk seine Festrede. Das Dinterhilfsabzelchen für Februar auf Plauener Spitzen. len den politischen Persönlichkeiten, die meill auf oud) bekannt, daß Stravisky wertvolle Edelsteine von der Linken stehen und der Radikal-Sozialistiscben bem Bayonner Institut beleihen ließ. Die Betrüge- Partei angehören, auf Grund der schweren !reien wurden auf höchst einfache Weise vorgenom- klagen, die gegen sie von ihren politischen Gegnern wen: Tissier standen Blancobons zur Verfü- erhoben werden, nicht nachsagen, daß' sie sich mit ftung. Sie lauteten auf 500 oder 1000 Franken. Die Stravisky bereichert hätten: das scheint nicht der Scheine selbst wurden von Tissier auf 500000 Fall zu sein, ab->r sie haben sichbluffenlassen Franken oder 1 Million Franken u m - w i e k l e i n e K i n d e r. Sie haben sich in geradezu geschrieben und mit diesen Beträgen diskontiert, unverständlicher Weise mit einem Verbrecher einge- $n den Büchern erschienen natürlich nur die rich - ....... hne daß dieser viel zu tuntigen kleinen Beträge. Den UeberschUß er- den Himm"l oehoben. Wer ist hielt Stravisky. Wenn dieser selbst Edelsteine ..... ~ ' “• zur Beleihung brachte, so wurden ebenfalls die Von unserem A.E.-Korrespondenien. Paris, 6. Jan. Die „Republik der Kameraden", dieses „System" des sich gegenseitig in die Hände-Arbeitens, das der Parlamentarismus in Frankreich unter vor- herrschendem Einfluß der Radikalsozialisten aus den Idealen der dritten Republik gemacht hat, wird heute durch den S t r a v i s k y - S k a n d a l der größten Belastungsprobe seit der Panama-Affäre aus- gesetzt. Nicht als ob wir den Hanau-, den Oustric- Skandal, die Affären der Aero-Postale und der „Transatlantique , dieser größten französischen Schiff- fahrtsgesellschast, vergessen würden! Diese Affären haben sicherlich zur Untergrabung des „Systems" manches beigetragen. Aber der Stoß, den der Skandal des Crsdit Municipal von Bayonne, eines privaten, aber unter städtischer und staal- licher Oberaufsicht stehenden Leihhauses, dem herrschenden „System" gegeben hat, ist so stark, daß seine Gegner, bie täglich zahlreicher werden, mit einem fast bestialischen Zynismus in dieser Wunde herumwühlen, als ob es sich nur noch darum handle, einen kranken Körper langsam, aber umso sicherer, verenden zu lassen. Es spricht für die Langmut und den konservativen Gei st des französischen Bürgers, der in der „dritten Republik", auch in deren heutiger Form, immer noch das A und O des Menschentums schlechthin erblickt, daß dieses „faule System", wie sich heute Blätter der äußersten Rechten und Linken ausdrücken, noch nicht so faul ist, daß man für die nächste Zukunft seinen Sturz Voraussagen kann. Das spricht aber auch für den materiellen Reichtum, dessen sich die französische Volksgemeinschaft erfreute, daß haute, fast zwanzig Jahre nach Kriegsbeginn, man immer noch nicht von einer „Verarmung" des französischen Volks sprechen kann, obwohl es Milliarden und aber Milliarden verloren hat. Stravisky, der allen Polizeistationen Europas, die in ihren Akten sein Lichtbild besaßen als notorischer Betrüger und Schwindler seit Jahren bekannt war, erkannte als Heller Kopf sehr schnell, daß das „System" die schönsten Gelegenheiten für die verwegensten „Kombinationen" bot. Aber er wäre wohl niemals bekannt geworden, wenn er sich, wie Hunderte und tausende seiner Kollegen, mit verhältnißmäßig kleinen „Kombinationen" zufrieden gegeben hätte. Nein, er ging von der Erwägung aus, je stärker man zuschlägt, je selbstbewußter man au stritt, je größer und mächtiger man erscheint, umso gefügiaer und williger das „System" ist, dessen kleine „Großen", aus denen es sich in der Mehrzahl zusammensetzt, nichts anderes Oie Bayonner Gchwin-elaffäre Die Empfehlungen -es Herrn Ministers. die gerichtliche Verhandlung vertagt. Ja, Stravisky wurde, nachdem er 1927 und 1928 etwa zwöl Monate in Haft war, wegen seines „schlechten" Gesundheitsstandes auf freien Fuß gesetzt. Wer hat gegen Wetter und Wind, gegen die besten Advokaten von Paris, diese zwölf Vertagungen des Prozesses, die Freilassung des notorisch bekannten Schwindlers erwirkt? Wäre dies einem „gewöhnlichen Sterblichen" gelungen, der statt 20 Millionen nur 2000 Franken erschwindelt hat? Hätte ein „gewöhnlicher Sterblicher" sich auch weiterhin mit sehr offiziellen Geschäften abgeben können? Vö kerbnn-sgehätter. Ein ganz bestimmter Personenkreis würde Trauer- - flor anlegen, wenn eines Tages der Völkerbund für . immer keine Pforten schließen müßte. Das find die ■ Angestellten und Beauftragten dieser Institution vom > Direktor hinab bis zum letzten Boten. Gerade die . leitenden Angestellten mit ihren engeren Mitarbei- > lern hatten es verstanden, sich Verträge zuzuschanzen, i die ihnen Einnahmen brachten, wie sie Inhaber weit« ■ bekannter Firmen nicht zu verzeichnen haben. Eine I neue Höchstleistung auf diesem Gebiet hat jetzt der Lei- : ter des zugunsten der deutschen Emigranten vom ‘ Völkerbund ins Leben gerufenen Hilfswerks zustande i gebracht. Dieser Herr, namens Macdonald, den i man sich aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika verschrieb, ist bis heute durch irgendwelche Taten nicht aufgefallen, was bei den Emigranten besonderes Mißfallen ausgelöst hat. Dafür hat Mr. Macdonald zuerst einmal sein Hilfswerk auf eine vernünftige finanzielle Plattform gestellt, wobei der Begriff „vernünftig" sich mit dem deckt, was man in den Kreisen der Völkerbundsbureaukratie unter „ausreichender" Bezahlung für die anstrengende Ar- beit versteht. Macdonald hat also zunächst einmal 400 000 Franken gefordert. Sich selbst hat er ein Gehalt von 80 000 Franken zugebilligt, daneben aber den Ersatz aller Reiseunkosten, obwohl in den 80 000 Franken schon 20 000 Franken für derartige Zwecke enthalten sind. Sein Generalsekretär bezieht 30 000, sein erster Direktor 25 000, sein zweiter Direktor 15 000 und seine Privatsekretärin 15 000 Schweizer Franken. Das sind nette Summen, die auf diese Weise allein für Gehälter zusammenkommen. Was wird man erst verlangen, wenn das Komitee anfängt, sich ernsthaft um die Emigranten zu bemühen. Aber in Genf versteht man nur eins: stattliche Summen einzukassieren, ansonsten gibt man ich weiter keine Mühe, die gestellten Aufgaben zu losen. Das neue rumänische Kabinett Titulescu bleibt Außenminister. Bukarest, 7. Jan. (DNB.) Außenminister T i t u I e s c u hat sich nunmehr bereit erklärt, das Außenmini st enum im Kabinett Tata- re s c u beizubehalten. Titulescu soll als Bedingung für feinen Eintritt in das Kabinett Tatarescu den Rücktritt des Kriegsmini ft ers U i c a, sowie die Ersetzung des Pariser rumänt- chen Gesandten Cesianu gestellt haben. Titulescu soll weiter gefordert haben, daß verschiedene Veränderungen auf hohen Verwaltungsposten, vor allem im Gendarmerie-, Polizei- und Sicherheitswesen, vorgenommen werden. An Stelle des Generals Uica soll General Antonescu Kriegsminister werden. Dieser war bisher Delegierter Rumäniens auf der Abrüstungskonferenz und gilt "ls Vertra-^r Titulescus. Änsch»in"nd steht die Forderung Titulescus nach einem Wechsel im Kriegsministerium mit seiner Politik in der Abrüstungs- frage in Verbindung. Der Pariser Gesandte Cesianu soll zum Hofmarschall bestellt werden. Damit ist die rumänische Regierungskrise, die durch die Ermordung Ducas ausgelöst wurde, endgültig beigelegt. Die Uebernahme des Außenministeriums durch Titulescu bedeutet, daß der bisherige außenpolitische Kurs Rumäniens weiterge steuert wird. Da Titulescu außerdem der Vertreter jener Richtung im Kabinett war, die von jeher ein scharfes Vorgehen gegen die „Eiserne Garde" und andere rechtsradikale Strömungen gefordert hatte, und auch Ministerpräsident Tatarescu selbst mehrmals zum Ausdruck gebracht hat, daß er mit allen Mitteln gegen den Radikalismus vorgehen werde, ist nunmehr auch der innenpolitische Kurs der Regierung eindeutig festgelegt. Hungerstreik im österreichischen ~ Konzentrationslager. Wien, 7. Jan. (DNB.) Sämtliche Insassen des Konzentrationslagers Wollersdorf sind in den Hunaerstreik getreten. Diese Tatsache wurde dadurch bekannt, daß von dem Krankenhaus in Wiener-Neustadt an die Wiener Psychiatrische Klinik das Ersuchen gerichtet wurde, 90 Plätze frei- zumachen. Es wurden jedoch nur sechs Personen m die Klinik eingeliefert, und zwar drei Nationalsozialisten und drei Kommunisten. Nur diese Klinik hat Praxis in der Zwangsernährung. Es verlautet, daß die in die Klinik eingelieferten Insassen des Konzentrationslagers unter dem Zureden der Aerzte den Hungerstteik auf gegeben hatten. Sie werden von vier Polizeibeamten bewacht, die. Instituten anlegen würden. An die Versicherungsgesellschaften ist ein ähnliches Schreiben gegangen. Stravisky und seine Strohmänner schlugen aus diesen Briefen ein Kapital, das mit einer halben Milliarde Franken nicht zu hoch gegriffen scheint. Dalimier, der in der gegenwärtigen Regierung Chau- temps die Kolonien verwaltet, befindet sich also in einer denkbar peinlichen Lage, seine „Richtigstel- lung", die er dieser Tage veröffentlichte, klang wenig überzeugend. Gewiß darf man mit Bestimmtheit annehmen, daß Dalimier beim Schreiben dieser Briefe die Zusammenhänge nicht klar erkannte, daß er sich vielmehr durch die hohen Protektionen, die Stravisky umgaben, bluffen ließ. Aber das kann einen verantwortlichen Staatsmann nicht freisprechen, kaum entschuldigen. Die freunde. Ganz Paris spricht heute von den mächtigen „Freunde n", die Stravisky hatte. Der Abgeordnete G a r a t wehrt sich zwar wie der Teufel, daß er von den Betrügereien seines Direktors etwas gewußt habe, aber er selbst hat — aus welchen Gründen? — Forderungen anderer Aufsichtsratsmitglieder, gewissen Gerüchten nachzugehen und die Buchhaltung des Instituts zu prüfen, mehrmals abschlägig beantwortet. Der Pariser radikal-sozialistische Abgeordnete Bonnaure besuchte sehr häufig Stravisky im Claridge-Hotel. Ein früherer französischer Botschafter, dessen Name heute in aller Munde ist, war Vorsitzender einer Gesellschaft Straviskys. Andere klingende Namen werden genannt. Wer weiß heute schon, wo Wahrheit auf« nört und Dichtung anfängt? Stravisky selbst ist und bleibt verschwunden! Es ist Tatsache, daß er einige Stunden vor Ausbruch des Skandals gewarnt wurde. Die mächtigen Protektoren hatten keine Veranlassung, Sttavisky der Polizei und damit der Oeffentlichkeit euszuliefern. Bei einem Prozeß konnte er zuviel ausplaudern. Also ließ „man" ihn laufen. „Man" ist letzten Endes das „S y st e m", das der eigentliche Angeklagte in diesem Riesenbetrugsskandal ist. Die Eintrittsbedingungen in -en Freiwilligen Arbeitsdienst Berlin, 6. Jan. (DNB.) Der Reichsbeaufttagte für den nationalsozialistischen freiwilligen Arbeitsdienst, Oberst a. D. H i e r l, hat jetzt die Bedingungen für die Ausnahme in den Freiwilligen Arbeitsdienst bekanntgegeben. Danach werden nur Bewerber eingestellt, die das 17. Lebensjahr bereits vollendet und das 25. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Die Bewerbungen können persönlich bei den Meldeämtern für den Freiwilligen Arbeitsdienst abgegeben werden. Dabei hat sich der Bewerber einwandfrei über feine Person auszuweisen. Jugendliche, die entsprechende Papiere nicht beizubringen vermögen, müssen durch Familienangehörige oder amtsbekannte Personen ausgewiesen werden. Die Einstellungen zum Freiwilligen Arbeitsdienst erfolgen bis zum 15. eines jeden Monats zum nächstfälligen Monatsersten. Bei Annahme verpflichtet sich der Bewerber durch seine Unterschrift zu einer ununterbrochenen Dienstzeit von sechs Monaten. Bei der Einstellung hat er ein feierliches Gelöbnis abzulegen, daß er feine ganze Kraft einsetzt, um am Aufbau des nationalsozialistischen Staates mitzu- arbeiten, den Anweisungen seiner Führer zu gehorchen und die ihm übertragenen Aufgaben gewissenhaft und nach besten Kräften auszuführen. Des ferneren verpflichtet er sich, durch gesittetes Betragen und tadellose Führung in und außer Dienst, sich der Ehre würdig zu erweisen, dem Arbeitsdienst anzugehören und die Tracht des Arbeitsdienstes als Ehrenkleid zu tragen, sowie allen Angehörigen des deutschen Arbeitsdienstes, die mit ihm im gleichen Ehrendienst für Volk und Vaterland arbeiten, ein treuer Kamerad zu fein. Berlin, 6. Jan. (DNB.) Zur Feier des denkwürdigen Tages, an dem vor hundert Jahren der Deutsche Zollverein geschaffen und damit als Vorläufer der politischen Einigung ein einheitliches Zollband um die deutschen Länder gelegt wurde, sand am Samstagabend eine Festveranstaltung bei Kroll statt. Ministerialdirektor E r n st erinnerte in seiner Begrüßungsansprache an die 50-Jahrseier des Zollvereins. Damals habe sich die Feier aus ein Staatsdiner beschränkt. Die Oeffentlichkeit fei durch diese Erinnerung wenig oder gar nicht bewegt gewesen. Heute nach abermals 50 Jahren feierte aber an historischer Stätte.neben dem Staat mit außerordentlicher Anteilnahme auch das deutsche Volk, und zwar deshalb, weil es heute aus feinem gefährlichen Schlaf erwacht sei und in feinem wiedergefundenen nationalen Fühlen die volle Resonnanz für das große Geschehen der Vergangenheit besitze, die unser Führer uns weist. Als zweiter Redner gedachte der Reichsfach- fchaftswart Oberzollinspektor M e h l i n g der aufreibenden Tätigkeit der Zollbeamtenschaft. Der Bun- desgeschäftsführer der NSDAP. imSaargebiet Überbrachte sodann unter dem Jubel der Versammlung im Namen des Staatsrats Spaniol die herzlichsten Treuegrüße der Saardeutschen. Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krofiak erinnerte an die bösen Jahre nach den Freiheitskriegen, der Zelt tiefer Enttäuschung über das Schel- Lern des nationalen Einheitsgedankens. I n Preußen hätten damals nicht weniger als einige 60 verschiedene Zoll- und Akzise-Tarife bestanden mit ebenso zahlreichen Zollschranken und Zollgrenzen innerhalb der preußischen Gebiete. So wie in Preußen sei es in fast allen deutschen Staaten gewesen. Die Dringlichkeit einer Ordnung der Verhältnisse habe die Regle- rungen der größeren Bundesstaaten veranlaßt, we- nigstens für ihre Gebiete ein einheitliches Zoll- mehrfach wegen Falfchfpieles aus französischen Kasinos ausgewiesen wurde, immer wieder dort Eingang fand? ... Daß die Anfragen des Kasinodirektors von Cannes, dem Stravisky, als er des Spielsaales verwiesen werden sollte, eine Karte der französischen Geheimpolizei vorzeigte, unbeantwortet blieben? ... Daß die Berichte gewisser Polizeikommissäre, in denen Stravisky als der größten Betrügereien fähig, als ein Schwindler gana großen Formates geschildert wurde, ohne Folge, und die Forderungen der Polizei, Stravisky zu verhaften, unbeantwortet blieben? ... Daß der Riesenbetrug des CrSdit Municipal von Bayonne viele Monate hin durch durch fortgesetzt werden konnte, obgleich bereits im letzten Jahre von verschiedenen Seiten ernste Warnungen kamen? Die Steuerreform als Entlastung der Wirtschaft. Ausführungen des Neichsfinanzministers Grafen Schwerin von Krosigk. Berlin, 6. Jan. (DNB.) Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk schreibt in einem Artikel über die Aufgaben der Finanzpolitik u a., daß sich die zusätzliche Arbeitsbeschaffung im neuen Jahr im wesentlichen auf die Fortführung des großen Werkes der Reichs- autobahnen werde beschränken können. Die Hauptaufgabe der Finanzpolitik werde darin bestehen, das Ziel der Lösung der Wirtschaft aus der Krisenerstarrung weiter zu verfolgen. Der Weg zu diesem Ziel führe über eine allmähliche Ent- lastung des einzelnen Unternehmens. Zur bevorstehenden Steuerreform erklärt der Minister, die verantwortungsvolle Entscheidung, vor die das Reiechsfinanzministerium gestellt sei, sei die, wie weit mit der Entlastung gegangen werden könne, ohne die Grundlagen einer gesunden Finanzpolitik zu erschüttern. Seien daher der Steuerreform von vornherein gewisse Grenzen gezogen, so ließen sich doch auch in einem beschränk ten Rahmen bestimmte notwendige Ziele erreichen. Die Berücksichtigung bevölkerungspolitischer Grundsätze, die im vergangenen Jahr in der Ehestandshilfe eine erste Regelung gefunden hätten, werde eine wichtige Rolle bei der Steuerreform spielen. Die technische Vereinfachung durch verständliche Fassung der Gesetze und durch Zusammenfassung der aus allen Reichs-, Landes- und Gemeindesteuern sich ergebenden Pflichten der Steuererklärung und -Zahlung werde eine zweite wesentliche Aufgabe fein. Bei der dritten Aufgabe, einen allmählichen Abbau, insbesondere der in den Krisenjahren neu geschaffenen zusätzlichen Belastungen, eintreten zu lassen — auf diese „Steuervereinfachung" komme es naturgemäß dem Steuerpflichtigen beson- Scheine gefälscht, die er dann an dritter Stelle diskontierte. Da die Scheine erst in zwei Jahren fällig waren, konnten die Betrügereien in aller Ruhe bis in die jünofte Zeit fortgesetzt werden. Hauptankäufer dieser gefälschten Dons waren die französi- ' schen Versicherungsgesellschaften, die ’XItt ounner ulftcotnontt : für etwa 170 Millionen Franken Verluste erleiden Straviskys Lebensroman — die Geschichtet '^ . . ... . .. , pinrä Wieder fragt man sich, wie bie e Gesell cha ten emes ^cywmvlers. Iso'che Millionenbeträge aufkaufen konnten. Die ein- Sascha Alexander, alias Stravisky, im Jahre Wachste Ueberlegunq hätte ihnen sagen müssen, daß 1886 in Sobodka bei Kiew geboren, landete eines j ein einfaches Leihhaus in Bayonne doch n'cht Hun- Tages lange vor dem Krieg in Frankreich, via berte von Millionen umsetzen konnte. Aber sie waren Marseille. Er lebte schon vor dem Krieg von Mit- ' ja gewissermaßen von bemdamaligen'Ar- teln recht zweifelhafter Herkunft. Die Polizei mußte beitsminifter Dalimier aufgefordert sich öfters mit ihm beschäftigen. Er ließ fich worden, die Bons aufzukaustn. Dalimier hat an den naturalisieren und hatte 1914 schon genügend Angeklagten Tissier einen offiziellen Brief geschrie- Verbindungen, die es ihm ermöglichten, den Krieg ben, in dem er ihm erklärt, wie sehr er es begrüßen in Zivil mitzumachen. Nach einigen weiteren würde, wenn die Kassen der Sozialversicherungen Betrügereien kleineren Formats kam 1926 der' einen Teil ihrer Fonds in Kassenscheinen von Leih' um die Sache weniger auffällig zu machen, Zivil- kleider tragen. * der dem Willen des swdenten den Geschebnisien "der Gegenwart durch j ^umentöX bes Frischen Minister-. Schr-ikrLnpse aus und wurde schließlich non ihrem hr bewußtes Unpolitischsein fremd gegenuberstanden. fib ' Siebert und des Münchener Oberbur- Anwa» aus dem Saale getragen Auch d^-^rau Der Redner gedachte der Betätigung der jungen '„Meisters fticf)ler. des Per er» wurde non einem Ju tizwachtmeister 1 r fi r n t. s n 11 v it L 4 ft fönlicher Natur gehandelt habe. Sühne für eine kommunistische Bluttat. Einsatz der besten ____ ....... lerischen Willen hier eine der neuen deutschen Jugend würdige Bühne geschaffen hat. Obetberghauptmann W i n n a ck e r widerlegte die oft vertretene Auffassung, als ob die Korps- 1. <. m r Sav rUönonmnrt nl! r fr rasten", so schloß der Vortragende, „bis wir diesen Dienst am Vaterland erre'.cht haben, unserem Vaterland, unserem Reichspräsidenten und unserem Führer ein dreifaches Sieg-Heil!" An Reichskanzler Adolf Hitler wurde fotgenbeä Telegramm gesandt: „Die aus Anlaß des Reichs- treffens Kösener Korpsstudenten im Geist national- sozialistischer Kameradschaft versammelten mehr als 2000 deutschen Wasfenstudenten aus allen Verban- den geloben aufs Reue ihrem geliebten Führer b e ° dingungslos- Treue, dw zu beweisen sie jederzeit bereit sind, wenn ihr Führer, wenn das Vaterland sie ruft. Kösener EC.-Verband, Dr. 142 Todesopfer auf der Aelsongrube in Offegg Verhaftung des leitenden Ingenieurs. — Oie Schuldfrage. — Kommunistische Streikparolen. Deutsche Segelfliegerexpedltion nach Südamerika. Unter Unterstützung des Reichsluftfahrtministe- riums, der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und des Preußischen Ministeriums der Arbeit und Wirtschaft führt der Deutsche Luftverkehrsverband in der nächsten Zeit in Südamerika eine großangelegte Expedition zur Erforschung des Segelflugs in den Tropen durch. Wie die „Hessische Landeszeitung" dazu erfährt, hat die Leitung dieser Forschungsexpedition der Leiter des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflua, Professor Dr. Walter Georgi von der Technischen Hochschule Darmstadt, übernommen. Ihn begleiten die bekannten Segelflieger Peter Riedel, Wolf H i r t h , Heini D i t t m a r und die Fliegerin Hanna Reit sch. Wissenschaftlicher Mitarbeiter ist außer dem Leiter noch Dipl.-Jng. Hardt vom Deutschen Forschungsinstutut. Unter den Maschinen befinden sich Fafnir", „Condor" und „Grunau-Baby 2 . Haupttätigkeitsgebiet sind Brasilien und Argentinien Zweck der Forschungsreise ist die Erkundung'der thermischen Aufwinde in den Tropen, denm durch die Stärke der Sonneneinstrahlung dort besondere Bedeutung für die Erkennung neuer Möglichkeiten für den Segelflug zukommt Auch sollen die Witterungsverhältnisse rm allgemeinen für die Zwecke des Ssgelflugs erforscht und bes er ausgenutzt werden. Jedenfals erschließt sich mit dieser Forschungsreise den Teilnehmern und dem Leiter der Expedition ein dankbares Arbeitsfeld Georg Schmückte im Dichtertreis. Der bekannte Dichter Georg Schmückte, Gau- kutturwart der NSDAP, für u"b Hohenzollern, wurde von Reichsminister Dr. Goebbels in den Dichterkreis berufen unter gleichzeitiger Verleihung der Dichternadel. Georg Schmückte ist u. a. der Verfasser des bei Strecker und Schröder in «Stuttgart Öen Bauernkriegsromans „Engel Hilsenfperg , Berlin, 5. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, gewährte dem Vertreter eines Schweizer Blattes eine Unterredung, in der er zahlreiche in der Schweiz verbreitete Irrtümer, Vorurteile und ausländische Lügennachrichten über die nationalsozialistische Bewegung in Deutschland mit überzeugender Klarheit und Eindeutigkeit zurückwies oder richtig stellte. Auf die Frage, ob es richtig sei, daß das national ozialistische Deutschland unmöglich Sympathien für die demokratische Schweiz gewinnen könnte, antwortete der Stellvertreter des Führers, daß Deutschland seine Sympathien zu anderen Böltern nicht von deren Staatsform abhängig mache. Eine Veränderung der deutschen Sympathie zur Schweiz sei durch den Wechsel im deutschen Regierungssystem deshalb nicht eingetreten. Der Pressevertreter wies dann auf den großen Eindruck hin, den das Ergebnis der Reichstag s w a h l e n in der Schweiz hervorgerufen habe und fragte den Stellvertreter des Führers, ob etwas Wahres daran sei, daß, wie immer noch behauptet werde, Terror und Angst die Leute zur Wahlurne getrieben haben. Rudolf Heß wies diese Behauptung energisch zurück und erklärte, daß die Wahl vom 12. November bekanntlich a l s freie und geheime Wahl durchgeführt worden sei. Im weiteren Verlaufe der Unterredung bezeichnete der Stellvertreter des Führers die in der Schweiz verbreiteten Gerüchte, ein Ziel der nationalsozialistischen Politik sei die Einverleibung der deutschen Schweiz in das Reich, als eine der vielen von antideutschen Pro- Blunck." Die Melodien der deutschen Sender In der Rächt zum 15. Januar. Entsprechend dem Luzerner Wellenplan werden die Sender der einzelnen Lander in Der Nacht zum 15. Januar auf die neuen Wellen um« aestellt Damit sich in dieser Nacht die einzelnen europäischen Rundfunksender leichter verständigen können, ist für jeden einzelnen Sender eine betontere charakteristische Melodie bestimmt worden, die zu wiederholten Malen durchgegeben wird. Damit ist den Hörern die Möglichkeit gegeben worden, ihre Tabellen abzustimmen. Die deutschen Sender behalten selbstverständlich ihre alten Pausenzeichen. Die Melodien werden in der Zeit vom 14. Januar 23 Uhr bis zum 15. Januar 8 Uhr vormittags durchgeaeben. . Für Königswusterhausen, Berlin und Königsberg sind Volksweisen bestimmt worden, nämlich für die sämtlich beschuldigt waren, durch vorsätzliche Verbreitung unwahrer Gerüchte das Ansehen der nationalsozialistischen Bewegung und von Führern der NSDAP, geschädigt zu haben. Professor Dr. Memmesheimer wurde zu vier Mo- naten, Professor Bossert, Kaufmann Arensmeyer und die Kontoristin Frank zu je drei Monaten G e - f ä n g n i s verurteilt, die Kontoristin Nolde erhielt an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnis- Koon zwei Monaten 3000 Mark Geldstrafe. Die rteilungen erfolgten wegen Vergehens gegen die Notverordnung vom 21. März 1933 zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der Wilhelm K u b e als den besten Bauernroman bezeichnet hat. Sein neues Drama „Dämonen über uns" wird am 27. Januar am Württembergischen Staatstheater uraufgeführt. Aus aller Welt. Neichstreffen des Kösener (56. Berlin, 6. Jan. (DNB.) Am Samstag fand in den Tennishallen das Reichstreffen des Kösener SC. tatt Unter den Gästen sah man u. a. Staatssekre- ärfiammers von der Reichskanzlei, Staatssekretär Clausen vom Preußischen Wirtschaftsministerium, Staatssekretär L a n d f r i e d vom Preußi- chen Finanzministerium, Ministerialdirektor K o p k e vom Auswärtigen Amt, ferner Vertreter des Reichs- wehrministeriums und der Berliner Hochschulen. Der Führer des Kösener SC.-Derbandes, Rechtsanwalt Dr. Max B l u n ck, bezeichnete als Sinn des Reichstreffens das Einvernehmen zwischen Jungen und Alten, Führern und Geführten, um aus gegenseitigem Gedankenaustausch zu lernen und zu gewinnen. , , , . ,.. Die Teilnehmer am Schulungslager sollten auf die Universität zurückkehren mit dem Gelöbnis, durch Dienst am deutschen Korpsstudententum dem gesamten deutschen Volk zu dienen. Aus dem GemelNichafts- willen heraus sei die Nationalsozialistische Gemeinschaft Korpsstudentischer Verbände ins Leben ge- Wie erst heute bekannt wird, war am Freitagabend Bundeskanzler Dr. Dollfuß mit seiner Familie in Gaming (Niederösterreich) eingetroffen. Während dieses Aufenthaltes wurde d i e Li chtleitung unbrauchbar gemacht und die Wasserleitung des Ortes in die Luft gesprengt. Zu gleicher Zeit explodierten zahlreiche Papierböller. Als es schließlich nach mehreren Stunden gelungen war, eine Notbeleuchtung einzurichten, sah man, daß in sämtlichen Straßen gestanzte Hakenkreuze ausgeschüttet waren. Der Bundeskanzler verlies bald darauf den Ort. Oie chinesischen Wirren ein gutes Geschäft der Rüstunqsindus ri?. Schanghai, 7. Jan. (DNB.) Die „China Weekly Review" schreibt, für England, Amerika, Frankreich und die Tschechoslowakei seien die Wirren in China ein gutes Geschäft. Dom August 1932 bis August 1933 habe England 46 Millionen Patronen, ungezählte Maschinengewehre und Kampfwagen geliefert. In der letzten Zeit habe Nanking in den Bereinigten Staaten für 200 000 Pfund Maschinengewehre und Kriegsmunition bestellt. Man erwarte die Lie- fernunq von 35 Tanks und zwei Flugzeugen mit je zwei Maschinengewehren. Auch Japan sei gut mit chinesischen Aufträgen versehen und führe für etwa 400 Millionen Pen jährlich Waffen und Munition nach China ein. Oer Gran-Shaco-Krreg beginnt wieder Paris, 8. Jan. (DNB.-Funkspruch) Nach einer Agenturmeldung haben die paraga panischen Truppen, nachdem die Verlängerung des Waffen st ill st andes mit Bolivien abgelehnt wurde, ihren Vormarsch wieder ausgenommen. Die Völkerbundsdelegation hofft immer noch, neue kriegerische Verwicklungen verhindern zu können. Sie hat in einer Note an die paraguayanische Regierung jedoch erklärt, daß sie im Falle weiterer Feindseligkeiten ihren Dermitt- lungsversuch einstellen werde. Kunst und Wissenschaft. Gedächtnisfeier für Philipp Reis, den Erfinder des Telephons. Zu Ehren des 100. Geburtstages des Erfinders des Fernsprechers fand in Gelnhausen an dem vor 50 Jahren errichteten Denkmal für Philipp Reis ein schlichter Festakt statt. Bürgermeister Dr. Wilke, der die Gedenkansprache hielt, verwies darauf, daß die Ungunst der Witterung die berufenen Stellen veranlaßt habe, eine größere und würdigere, der Bedeutung des Reisschen Lebenswerks entsprechende Feierlichkeit erst nach Eintritt geeigneten Wetters, wenn Gelnhausen etwas zu bieten habe, zu veranstalten und hierzu die Vertreter der Wissenschaft und der Behörden einzuladen. Dennoch wolle man den Gedenktag nicht ohne sichtbares Zeichen vergehen lassen. Reis sei der Mann, dem allen Anzweifelungen zum Trotz das Verdienst gebühre, den Fernsprecher allein erfunden zu haben. Der Redner setzte sich für die Priorität der Reisschen Erfindung ein und behauptete, daß Reis, wenn er ein Geschäftemacher gewesen wäre, mit feiner Erfindung weiter gekommen sei. Zweifelsfrei sei seine Abstammung, denn er tarn aus einer der ältesten Gelnhäuser Familien. Mit dem Gelöbnis, des großen Erfinders jederzeit in Treue zu gedenken, legte der Bürgermeister für die Stadt einen Kranz nieder. Anschließend wurde die Reis-Gedächtnis- Ausstellung in den Räumen des neuen Gelnhäuser Heimat-Museums eröffnet, das damit gleichzeitig feine Weihe erhielt. Uraufführung „Langemarck" im Preußischen Theater der Jugend. Im Preußischen Theater der Jugend in Berlin sand die Uraufführung des Schaui.viels „Lange- m a r ck—Der Opfergang Der deutschenJugenD" eine Gemeinschaftsarbeit von Edgar Kahn und Max Monako statt. Beide Verfasser haben aus dem reichhaltigen Stoff des großen nationalen Erlebens ein eindrucksvolles und theatersicheres Werk geschaffen. Sie haben mit diesem Schauspiel das hohe Lied der Treue, der Kameradschaft und einer Volksgemeinschaft auf die Bühne gebracht, wie sie zwanzig Jahre nach ßangemarct endlich zur Wirklichkeit wurde. Das Werk hält sich fern von jedem öden Hurrapatriotismus und wird in echt nationalsozialistischem Sinne auch dem Gegner gerecht. Tief ergriffen dankten Die Zuschauer, unter Denen sich auch Kultusminister R u st und Staatskommissar H i n - k e l befanden, minutenlang den Darstellern, den Verfassern und dem Intendanten Herbert Maisch, Führers entsprechend, durch den Kräfte und oen ernsten fünft» a ▲ r * Ihineinzuziehen, Es bestehe die Erwartung, daß er Deutschland und die Schwerz, tewss Oer Stellvertreter des Führers stellt die Lügen der Hetzpropaganda richtig. 9“= w,uba6gb <,5 etraj0.y«bn eine Tour auf Den etwa 1000 m hohen Hochwechfel. Infolge eines plötzlichen Schneesturmes, verbunDen mit großer Kälte, mußte Der Knabe Den Aufstieg auf geb en. WährenD die anderen zum Schutzhaus eilten, um eine Rettungskolonne herbeizurufen, bettete Der Kaufmann, Der selbst am Ende seiner Kräfte war, Den Knaben in Den Schnee und legte sich ein Unglück. Der 20jährige Skiläufer Glatzl kolonne fand den Knaben tot auf. Der Kaufmann Königswusterhausen „Heb’ immer Treu und Red- wurde mit schweren Frostschäden ins Krankenhaus lichkeit", für Berlin „Gold und Silber lieb' ich sehr" eingeliefert. und für Königsberg „Horch, was kommt von brau- Todessturz beim Sfiroeftlauf. An ^S"und "L unb Bei btr Austragung her Skimeist-rschaften von ,O Du mein Edelweiß", für Leipzig „In einem tot. Die V^anstaltung wurde abgebrochen, kühlen Grunde", für Hamburg „Auf der Reeper- Aufregende Gerichtsverhandlung gegen einen Perser bahn", für Heilsberg das Masurenlied („Wild flutet in Berlin. der See"), für Hannover „Die lustigen Drei", für 3^ her Verhandlung gegen den persischen Staats- Nürnberg „Glühwürmchen-Idyll" und für Augsburg angehörigen Mordakay Zähe vor dem Ser- „Die kleine Garde". liner Schöffengericht kam es zu aufregenden Zwi-> Der älteste SA.-Mann Deutschlands feiert seine schenfällen. Der Perser hatte am 28. November v. J. goldene Hochzeit. in einem Juwelengeschäft in der Friedrichstraße Die Der ältefte SA -Mann DeutschlanDs, der Verkäuferin Marta K a h l — angeblich wegen ge- ffhren-TruDDiübrer Geora Munzel in schäftlicher Streitigkeiten — mit einem Steinbohrer ÄZ SÄÄ”«Ä gfiU*? und schwer «rletzt Der B-r.r-ter der aeiftiaer Arische Das Fest seiner aoIDenen Hoch- Verkäuferin, Die sich Dem Vorfahren als Jeeben aeit9 2)ie Straßen in Der Nachbarschaft Der Woh- klägertn angeschlossen hatte, bezeichnete Die Angaben nung Des Jubilars hatten mit Hakenkreuzfahnen so Des Persers als unwahr und erklärte, daß nach reich geflaggt wie sonst nur an hohen Festtagen, seiner Auffassung em R a u b m o r d v e r s u ch vor Die SA -Kameraden des Neunzigjährigen trugen I liege. Er beantragte sodann die 93ertagung Der 23er» X Daäu bd^Den*1 Ghr^ntag Mmibers^ festlich zu I Handlung, da die Nebenklägerin, Die wahrend Der gestalten^ Als Vater Münze! mit feiner Gattin zum ganzen Verhandlung schluchzte und am ga^en Festgottesdienst fuhr, zogen etwa 400 Mann SA. Leide zitterte, bei Dem Ueberfall emen Nervenschock mit flinaenöem Spiel mit, unD HI. bilDete Spalier, davongetragen habe unter dessen Folgen sie noch Lm F-stq°te?dUnst n^hm u. m auch b-r stellver- heute leibe Als der Borschende hieran.an dr tretenDe ©auleiter 91 i p p o I b teil. Unter Den Ge- Nebenklägerin die Frage achtete, ob sie der Ver- schenken die Dem Jubilar zugeftellt würben, besin- Handlung folgen könne, brach diese in gellende ajenien, uie u » 0 PlAroiPrämnfo mm unb wurde chliekllck von ihrem Die Verwaltung Der Nelsongrube Ossegg gibt als enDgültige Zahl Der ToDesopf er Der Katastrophe 142 an. In Der Grube haben 140 Bergleute Den ToD gefunDen, zwei starben über Tage. Der leitenbe Betriebsingenieur Der Nelfongrube, Dr. Beysser, ist verhaftet morDen. Die Untersuchungskommission, Die an Der Klärung Der SchulDf rage arbeitet, hat eine große Anzahl von Bergleuten, Betriebsleitern unD sonstigen Angestellten vernommen. Der verhaftete Betriebsingenieur Beysser würbe in Das Kreisgerichtsgefängnis eingeliefert. Aus Der Arbeiterschaft waren gegen Beysser schwere AnschulDigungen erhoben worDen. Er soll nicht nur ein harter Vorgesetzter gewesen sein, fonDern er wird vor allem für Die Den Betrieb gefährDenDen Sparmaßnahmen verantwortlich gemacht. GeneralDirektor Locker erklärte Pressevertretern, Beysser habe viele Jahre zur vollsten ZufneDenheit Den Dienst versehen. Daß er streng gegen Die Arbeiterschaft war, habe man gewußt. Jetzt werben gegen ihn begreiflicherweise große Vorwürfe erhoben. «So wird behauptet, er habe 16 Personen, die nur mit der Entfernung von Kohlenstaub beschäftigt waren, entlassen. Beysser hat Löcker gegen- Im Prozeß wegen der Ermordung des Polizei, über diese Anschuldigungen als Märchen ertlart. bauPtroa^^)tmel^^er5 ß a u t e nm an n, Der am 12. Die Berieselungsanlagen waren in Ordnung. Von Oktober 1932 m einer Schutzhutte ^ ^^eckthal außerordentlichen Rationalisierungsmaßnahmen in Park von Kommunisten erschossen wurde, wurde der Grube ist der Leitung nichts bekannt. Der Hauptangeklagte ^rm sch er wegen DOÜenDe Die Kommunisten versuchen Die Ausgabe von ten Totschlaas zu ^beuslanglicher Zuch Streikparolen. Für Den gestrigen Sonntag hatten hausstrafe unD, Ehrenrechtsoerlust verurteilt, sie eine Revierversammlung nach Brux einberrufen. Der Angeklagte Prinz wurdewegen versuchten Die OenDarmerie hatte Den Ort umstellt. Als trotz- MorDes SU 15 Jahren Zuchthaus Der Angeklagte Dem eine Versammlung zustanDe kam, wurDe sie Jung zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. Das B aufgelöst. Darauf fanD in Dem Ort Herrlich ohne fahren gegen Die übrigen Drei Angeklagten wurDe Kenntnis Der BehorDen später eine zweite Versamm- auf GrunD Des Amnestiegesetzes vom 20. Dezember hing statt. Es hatten sich etwa 300 Delegierte von 1932 eingestellt. 35 Schichten eingefunDen. Auch MitglieDer nichtkom- Jm Schneesiurm erfroren. munistischer Gewerkschaften verschieDenster Richtung $er Kaufmann Beir er aus Wiener Neustadt hatten sich eingefunDen. In einer Entschließung unternahm mit fünf Erwachsenen und dem elf- wurde Enlassun g und strenge Be ftr a f ung jährigen Sohn des Landgerichtsrates Dr. Baer th aller am Unglück verantwortlichen Personen, vor«'-' ----- allem Des Betriebsleiters unD Die Abberufung Der Gendarmerie und Des Militärs aus Dem Kohlenrevier geforDert. Anläßlich Der heute (Montag) ftatt» finDenDen BeerDigung wurDe zu einer KunD- gebung aufgerufen. Es werben aus Der Umgebung weitere 150 Mann OenDarmerie zusammengezogen. gen Tagen von Kairo nach 2BaDi ^alfa geflogen vucuu'^u»lr war, hat feinen Flug fortgesetzt unD ist in Khartum Wettervoraussage. gelanDet. Durch Die im NorDen vorüberziehenDen TiefDruck- Neuer Fluggeschwinbigkeilsrekord. gebiete fließt fortgesetzt ozeanische Luft nach Dem Der französische Flieger Massotte hat Den FestlanD, Die besonDers im nörDlichen Teile Des GeschwinDigkeits-WeltrekorD für Den Reiches milDernD unD störend einwirkt. Bei uns 1000-Kilometer-Flug auf 358,158 Stundenkilometer wird wohl Durch Die Warmluft neblige Bewölkung verbessert. Sein Flugzeug legte Die 1000 Kilo- verursacht werDen, Doch Dürfte es infolge Des hohen nvter in 2,47:31 StunDen zurück. Die beste Druckes vorerst kaum zu NieDerschlägen kommen. Zeit für 100 Kilometer erreichte er mit Bei aufttarenber Nacht gehen Die Temperaturen 16 Minuten 50 Sekungen, Das heiß mit einem weiterhin unter Den Gefrierpunkt zurück. StunDenDurchschnitt von 360 Kilometer. Der bis- Aussichten für Dienstag: Neblig-wolkig herige RekorD für 1000 Kilometer wurDe von Dem mit vorübergehenDem Aufklaren, nachts noch leichter französischen Flieger D e I m o 11 e mit 334 StunDen- Frost, meist trocken. kilometern gehalten. Aussichten für Mittwoch: Keine roefent- Rekordfahrt des Deutschen Segelschiffes „Padua" liche Aenderung Der Wetterlage. von Hamburg nach Australien. m au»ft,^n?iper' h i Ä ™ ÄmTuar _ , ’ (BraD Celsius, abenDs —1,8 Grad: am o. yanuar. Das Hamburger Segelschiff „PaDuo hat die PJ U5 1_28 @rab; Maximum —0.6 Grad, Mi- B'Ä ÄftSÄ SS"» sä äA“ war von Dem ftanzösischen Segelschiff „Crillon" Amtliche Wintersportnachrichten. aufgestellt worDen. Vogelsberg. HoheroDskopf: Klar, —8 Freies Geleit für einen flüchtigen Milan- GraD, 30 cm Schnee, Pulverschnee, Sportmoglich- geklagten. feit sehr gut. In Dem vor einem Berliner Gericht verhandelten -------———----" Wirtschaftsprozeß Hallström erklärte der Vor- Hauptschrlftleiter: Dr. Friedr. W'lh. Lange schende daß Bemühungen im Gange seien, den Verantwortlich 1"r Politik Dr. §riedr. Wilh. Lange, Mitangeklagten Dr. jur. Fränkel, Der sich Durch für Feuilleton Dr. H. Thynot: für Den übrigen Tei Die Flucht n a ch P a r i s Dem Zugriff der deut- Ernst Blumschein uni) für Den Anzeigenteil i. V. schen Behörden entzogen hatte, in Das Verfahren Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.. 11700. gegen ihn durchgesuyrr rouroe. JJurcy oie- .... q.~. I sen Beschluß hat das Gericht Dem Angeschuldigten pagandazentralen im Ausland verbreiteten iS ui» Fankel Die Möglichkeit gegeben, sich zu rehabilitie- ge nn ach richten. Kem ernschafter Mensch ™ r ;Qa5 er glaubt, unschuldig von Der Staatsan- DeutschlanD Denke Daran, Die Unabhängigkeit anbe- ^^schast verfolgt zu werden. Es ist somit in das rer Staaten auch nur anzutasten. Auch die m fran» creie Tunesien des Angeschuldigten gegeben, sich zösischen Zeitungen verbreitete Behauptungs von uater Ausnutzung des ihm zugesicherten freien Ge- einem D u r ch m a r f ch p l a n Des deutschen (eit5 ben deutschen Strafoersalgungsbehörden zur Generalstabes Durch Die Schweiz im rZalle ^Mosen Klärung Des Sachverhalts zu stellen, ober eines Deutsch-französischen Krieges beweise leDiglich, nad) roie DOr im sicheren Paris zu bleiben, wo Die StörenfrieDe Der Absicht Hitlers, eine öfcfänanisftrofen WunS (Europas h°rb°izuführ°n zu suchen ,m . ASDAP. Der Pressevertreter gab Dann Der fteuDigen Ueber- » rafchung Ausdruck, Die Die FrieDensgedan- Das DortmunDer SonDergericht verhandelte im ken Des Reichskanzlers in der Schweiz aus» Essener Schwurgerichtssaal gegen Den Chefarzt der gelöst haben und sagte, man zweifle nicht, daß sie städtischen Hautklinik Prosessor Dr Alois Men,, e h r l i ch a - m e i n t seien, aber man behaupte, daß m e S h e I m - r, den Chefarzt der städtischen Kinder- maßgebende Unter süh rer in der nationalsozill- klinik, Professor Dr. Otto Bossert, den Kauf. Mischen Bewegung Anhänger einer starken Rü- mann Heinz Arensmeyer uno Die bewen Kon- stungs- unD Revanchepolitik seien. Auch Diese Mei- toriftinnen Charlotte Frank unD Mana N o l D e, nung kennzeichnete Rudols H-b als eine Aus.'-- Wirkung Der Hetz- unD Gräuelpropaganda, Die Die erlogene Behauptung aufgestellt hübe, es beftänDen zwischen Dem Führer unD maß- gebenDen Unterführern Meinungsverschiebenheiten. „In DeutschlanD", erklärte Heß, „führt nach freiem Entschluß Der Deutschen nur einer, unD Das ist ADolf Hitle r." Zum Schluß erklärte Rudolf Heß auf Die Frage, ob Die geistige Freiheit in DeutschlanD nicht beDroht sei, ob auf kulturellem Gebiet nicht zuviel reglementiert roerDe: Wir reglementieren nicht Die Kunst unD . . Die Kultur, wir ziehen ihr vielmehr schütz e nD e heimtückischer Angriffe gegen Die Regierung Der na« Grenzwälle, Die sie vor Zersplitterung unD tionalen Erhebung und wegen übler Nachrede nach damit vor Unfruchtbarkeit bewahren. § 286 des StGB. — 5n der Urteilsbegründung * wurde betont, daß der Vorsatz nur bei der Angeklagten Frank zu bejahen sei, nicht aber bei den an- deren Angeklagten. Diese hätten aber über alle Maßen grob fahrlässig gehandelt. Der Schutz des § 193 habe den Angeklagten nicht zugebilligt werden können, da es sich nicht um Angelegenheiten per» Ijvonnes Geheimnis Roman von Klothilde von Stegmann ilrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag Hatte (Saale) 27 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Dann wandte sich Matzow mit besorgter Miene an den Arzt: „Ist Seeburgs Zustand irgendwie bedenklich, Herr Doktor?" „Nein, ich glaube nicht." „Gottlob", sagte Matzow erleichtert. „Seeburg steht mir nahe. Ich schätze ihn außerordentlich hoch. Der Kriminalkommissar Werbe! sah auf: „Ich bitte, dafür zu sorgen, daß niemand die Wohnung verläßt. Im Zimmer hier bleibt alles unberührt. Wer hat diesen Kaffee zubereitet?" „Das bin ich gewesen", sagte Irene, die leichenblaß und zitternd im Zimmer stand und besorgt Seeburgs Züge beobachtete. — „Wir wollen methodisch vorgehen", sagte Kriminalkommissar Werbe!. „Ich werde zunächst noch einige Beamte Herkommen lassen. Ich bitte, gnädige Frau, geben Sie mir ein Verzeichnis aller zum Haushalt gehörender Personen und sämtliche vorhandenen Wohnungsschlüssel." Dann wandte er sich an Legationsrat von Matzow: „Herr Legationsrat, wünschen Sie der Untersuchung in dienstlicher Eigenschaft beizuwohnen?" „Ich habe dazu bisher keinen Auftrag", erwiderte Matzow. „Ich nehme an, daß Sie das Telephon hier als gesperrt betrachten. Ich bitte um Erlaubnis zu seiner Benutzung." „Selbstverständlich steht Ihnen die Benutzung frei. — Welchen juristischen Tatbestand würden Sie für gegeben halten, Herr Legationsrat, wenn sich jemand unrechtmäßig an dem Dokument, das Sie an sich genommen haben, zu schaffen gemacht hat?" „Landesverrat oder Spionage", war Matzows kurze Antwort. „Also, ich bitte Sie, noch wenige Minuten hier- zubleiben, Herr Legationsrat. Ich muß meine Behörde Ihrer dienstlichen Auskunft entsprechend benachrichtigen." Werbel ging zum Tischapparat und nahm den Hörer ans Ohr: „Polizeipräsidium. Bitte Herrn Oberregierungsrat Tönnies. Hier Kriminalkommissar Werbel. Der Legationsrat des Auswärtigen Amts Freiherr von Seeburg ist in seiner Wohnung Maaßenstraße 164 nach Zuführung eines Betäubungsmittels im Schlafzustand aufgesunden worden. Das Auswärtige Amt hat Meldung erstattet und Herrn Legationsrat von Matzow dienstlich hierher gesandt. Ich habe den Fall in Vertretung des abwesenden Kriminaldirektors Doktor Miller übernommen. Nach der dienstlichen Auskunft Herrn von Matzows ist Landesverrat oder Spionage in Betracht zu ziehen. Wichtige Aktenstücke hat Herr von Matzow an sich genommen. Zur gründlichen Untersuchung erbitte ich drei Beamte in Zivil. Ich bitte um weitere Anweisungen und um Weitergabe der Meldung." Werbel beantwortete die telephonisch gegebenen Weisungen nur mit einem kurzen: „Jawohl, Herr Oberregierungsrat!", und legte den Hörer wieder auf. „Wann wird Herr von Seeburg vernehmungsfähig fein, Herr Sanitätsrat?" „Das Bewußtsein dürfte in etwa einer Stunde wiederkehren. Da der Puls gut ist, tun wir am besten, den Patienten schlafen zu lassen. Ich bleibe zunächst hier, um bei etwaigen Komplikationen zur Hand zu sein." Auf die drei Frauen hatten die Ereignisse des Vormittags in ganz verschiedener Weise gewirkt. Frau von Merten jammerte leise vor sich hin, über das Unglück, daß man dem armen Herrn von Seeburg etwas habe zufügen wollen, und daß so etwas in ihrem Hause passieren müsse. Berta nahm trotz aller inneren Anteilnahme an Seeburgs Ergehen das Geschehene wie eine unabwendbare Schicksalsfügung hin. Gründe und Zusammenhänge waren ihr weit weniger wichtig als Tatsachen. Irene aber, die zuerst vor Schreck und Aufregung fast gelähmt war und immer wieder nur versucht hatte, Seeburg behilflich zu sein, hatte ihre Lethargie erst überwinden können, als der Arzt mit voller Bestimmtheit Seeburgs Zustand für ungefährlich erklärte. Von diesem Augenblick an versuchte sie, sich nützlich zu machen. Das Verbot des Polizeikommissars bereitete ihrem Tätigkeitsdrang jedoch sofort ein Ende. Mit auffallender Schärfe wandte sich Werbel an Irene: „Fräulein von Merten, ich muß Sie und auch Ihre Frau Mutter und das Mädchen dringend bitten, hier nichts anzurühren und das Zimmer nicht zu verlassen. Auch die Benutzung des Fernsprechers kann ich nicht gestatten." „Wenn ich hierbleiben soll, Herr Kommissar, muß ich doch wenigstens im Bureau Bescheid sagen, daß ich nicht kommen kann." „Auch das kann ich vorläufig nicht erlauben. Das hat Zeit." Es klingelte. Werbel ordnete an, daß Berta aufmachen solle. Er blieb in der geöffneten Tür von Seeburgs Zimmer stehen, um zu beobachten. Es waren die von ihm angeforderten drei Beamten. Werbel gab seine Anordnungen. Ein Wachtmeister postierte sich in Seeburgs Zimmer, der andere in der Diele. Werbel selbst nahm mit Oberwachtmeister Kussek eine flüchtige Besichtigung aller Räume vor. Dann ließ Werbel Frau von Merten in die Diele rufen. Dort hatte er einen Tisch unter die Mittelbeleuchtung gestellt, die noch eingeschaltet war. Er ließ sich vor dem bereitgelegten Schreibmaterial nieder und begann zunächst mit der Vernehmung Frau von Mertens, die, ganz vernichtet vor Aufregung, sich in dem ihr hlngeschobenen Sessel nke- derlieh. Nach Feststellung der Personalien und Aufnahme des Verzeichnisses sämtlicher zur Wohnung gehörender Personen begann Werbel mit Einzelfragen. Als er erfuhr, daß Frau von Merten am vergangenen Tage mit Berta nachmittags und abends fortgewesen war, notierte er die Adresse der Schwester in Potsdam. „Wer hat den Kaffee zubereitet, und wer hat Herrn v. Seeburg zuletzt gesehen oder gesprochen?" wollte Werbel wissen. „Den Kaffee hat meine Tochter Irene zubereitet. Wer den Herrn Baron zuletzt gesehen hat, weiß ich nicht." „Warten Sie, bitte, in der Küche oder in Ihrem Zimmer, bis ich die anderen Räume freigeben kann. Aber lassen Sie die Türen offen und alles genau so liegen, wie es jetzt liegt. Fehring, rufen Sie erst das Mädchen, und halten Sie sich dann in der Küche auf, bis ich rufe." Bertas Aussagen deckten sich genau mit denen Frau von Mertens. Auch sie wurde zum Schluß mit den gleichen Weisungen hinausgeschickt. Nun begann die Vernehmung Irenes. „Sie haben gestern für Herrn von Seeburg Kaffee gekocht. Woher haben Sie den Kaffee dazu genommen?" „Aus der Kaffeebüchse in der Küche." „Haben Sie irgend etwas dem Kaffee zugesetzt?" „Nein, wir nehmen nie einen Zusatz. Nur reinen Kaffee." „Das meine ich nicht. Huben Sie irgend etwas in den Kaffee hineingetan?" „Nein." „War außer Ihnen, während Sie den Kaffee kochten, jemand in der Küche?" „Nein." „Wie erklären Sie sich denn, daß Herr von Seeburg betäubt worden ist?" „Ich kann es mir gar nicht erklären. Sie glauben doch nicht etwa ..." „Stellen Sie, bitte, keine Fragen an mich, sondern beantworten Sie meine Fragen: Wer hat den Kaffee in Seeburgs Zimmer getragen?" „Ich selbst." „War außer Seeburg noch jemand im Zimmer?" „Nein, niemand." „Haben Sie Herrn von Seeburg noch gesprochen, nachdem Sie den Kaffee hingestellt hatten." „Nein." „Auch nicht gesehen?" „Nein." „Ist jemand nach Ihnen in Seeburgs Zimmer gegangen? Oder hat Herr von Seeburg das Zimmer nachher noch einmal verlassen?" „Solange ich zu Hause war, meines Wissens nicht." „Sie sind also dann noch fortgegangen? Wann und wohin?" „Ich muß Ihnen das erzählen, Herr Kommissar. Ich wurde ..." „Bitte, beantworten Sie zunächst genau meine Fragen. Die Erzählungen kommen später. Mfd wann haben Sie die Wohnung verlassen?" „Um zehn Uhr zwanzig." „Wohin gingen Sie?" „Ich kann Ihnen das nur im Zufammenhana erzählen, Herr Kommissar. Mit dieser Fragerei kommen wir nicht weiter." Irene hatte ihre Scheu überwunden. Wie unangenehm, diesem fremden Menschen alles erzählen zu müssen. Aber es half nichts. Wenn doch Doktor Miller daaewesen wäre! Alles wäre viel leichter gewesen. Wenn er doch nur käme. Er war See- burgs Freund. Und er kannte auch sie. Vielleicht hätte er das Rätsel entwirren können. Angstvoll horchte Irene nach Seeburgs Zimmer. Dort war es noch immer still. Nur der Arzt und Herr von Matzow sprachen gedämpft. Also schien Seeburg noch nicht zu sich gekommen zu sein. Wer- bels Stimme riß Irene aus ihren Gedanken: „Sie wollten etwas erzählen — ich warte." Irene schrak zusammen. Ja, richtig! Diese furchtbare Nacht?! „Gegen zehn Uhr klingelte das Telephon. Herr Direktor Friedrich ließ mir angeblich sagen ..." „Warum angeblich?" unterbrach Werbel. „Und wer ist Direktor Friedrich?" „Das werden Sie gleich hören, Herr Kommissar. Also Direktor Friedrich von der Filmgesellschaft, bei der ich arbeite, ließ mir angeblich sagen, ich solle zur Nachtaufnahme nach Treptow kommen; er schicke ein Auto. Das Auto kam pünktlich nach zwanzig Minuten. Ein roter Opelwagen. Ich stieg ein. Der Wagen fuhr schnell los! Den Weg nach Treptow ins Atelier kenne ich, weil ich dort schon zweimal war. — Zu meinem Erstaunen fuhr der Wagen aber weiter. Ich glaubte zunächst an einen Irrtum und klopfte an die Vorderscheibe. Der Führer hielt aber nicht, sondern bescheunigte das Tempo. Nun dachte ich, er hätte die Gewalt über den Wagen verloren, und kauerte mich zusammen, um bei einem Zusammenstoß nicht verletzt zu werden. Aber als in Schöneweide das Auto ganz scharf links abbog, merkte ich, daß der Chauffeur den Wagen in der Gewalt hatte. Nun faßte mich Angst, ich schrie um Hilfe. Bei dem Gewitterregen jedoch waren fast keine Menschen auf der Straße, so daß mein Schreien sinnlos war. Aber der Fahrer und sein Begleiter mußten mich gehört haben. Was sie vor hatten, verstand ich nicht. Der Wagen raste weiter. Wir kamen in einen Wald. Nach einigem Hin-und-her-Fahren hielt der Wagen plötzlich. Der Chauffeur und der Mitfahrer stiegen ab. Ich zitterte am ganzen Körper vor Aufregung und stieg trotz des strömenden Regens widerstandslos aus, als der Fahrer mich dazu aufforderte. Ich fragte, was das alles zu bedeuten hätte. Zur Antwort bekam ich: .Das wissen wir auch nicht. Wir sollten Sie hierherfahren. Weiter nichts. Hier müssen Sie aussteiqen/ Ich beschwor die beiden Männer, mich in der Nacht und bei diesem Unwetter nicht allein hier im Walde zu lassen. Immer hieß es: Mir können nicht anders; wir müssen unseren Auftrag ausführen/ (Fortsetzung folgt.) kath. Pfarrkirche dort. 105D Die Beisetzung findet statt am Mittwoch, den 10. Januar, um 15 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes in Gießen aus. Das feierliche Seelenamt ist am gleichen Tage, 7.30 Uhr, in der Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. med. Wilhelm May Tony Schulte, geb. May Dr. med. Franz Schulte Helma May, geb. Schulte. Oberhausen (Rhld.), Gießen, Bad Ems, Neuß, 6. Januar 1934. (Lothringer Str. 143, Stöckmannstr. 117) j Statt jeder besonderen Anzeige. In der Frühe des Dreikönigstaßes starb in Oberhausen unsere liebe, gute Mutter, Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Frau Wilhelmine May geb. Kilbinger nach kurzer, schwerer Krankheit im 73. Lebensjahre, versehen mit den hL Sterbesakramenten. doch mu s) es erst geschlachtet Bevor Sie es schlachten, kommen Sie aber bitte zu mir. Sehen Sie sich unverbindlich mein reichhaltiges Lager in Fleisch- Räucher- und Aufbewahrungs-Apparaten in Ruhe an. — Die Apparate bieten gegenüber den gemauerten Räucherkammern viele Vorteile. Sie sparen Platz und Gewicht, erfordern keine baupolizeiliche Genehmigung, garantieren einen unbedingten Schutz gegen jedes Ungeziefer, erhöhen die Haltbarkeit der Fleisch- und Wurstwaren durch bessere Luftzirkulation und sind außerdem transportabel Ein solcher Apparat macht die Hausschlachtung zu einer wirklichen Freude. — Sie bekommen ihn schon für wenig Geld bei J. B. HÄUSER 7856 A Gießen - Am Oswaldsgarten - Ruf Nr. 2145-2146 | Vermietungen | Frdl. geräumige 4-Zimni.-Wohnung in gutem Hause, 3. Etage, Stadt- zentr., mit heller geräumig.Küche. Speiset., Boden- und Kellerraum, zum 1. April zu vermieten. Sehr. Ang. u. 106D an den Gieß. Anz. Ä. Zimmer sof.z.vm. andgr.- Phil.-Platz 12 Ir. Illlllllllllllllllllllllllllll mit oi26 Lagerräumen ver 1. April zu vermieten. Schanzenstr. 6. Illllllllllllllllllllllilllll' | Mietgesuche | Wohnung mit Dampfheiz. gesucht. Schristl. Angeb.u.0130an den Gieß. Anz. Gießen. Limburg, 8. Januar 1934. Isaac Süsskind im Alter von 90 Jahren nach kurzem Leiden sanft entschlafen. Krofdorf, den 6. Januar 1934. 113 D Die Beerdigung findet Dienstag, 9. Januar. 15% Uhr. in Fulda statt Am Samstag ist unser geliebter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel In tiefem Schmerz: Die trauernden Hinterbliebenen. Heute morgen entschlief unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Dorette Austerlitz geb. Levi im 73. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Januar, nachmittags 3% Uhr, auf dem Neuen Israelitischen Friedhof statt. Blumenspenden dankend verbeten. 3-1-Wn, v. ruhig. Mieter gesucht (2 Personen). Stadtmitte bevorzugt. Schriftliche Angebote unt. 0122 an den Gießener Anzeiger. Illlllllllllllllilllllllllllli LeeresZioimer part., sev. Ging., Nähe Balmh., v. sof.gesucht. Schr. Angeü. unt. 0121 an d. Gieß. Anz. Illlllllllllllllllllllllllllll illeiomädcheD für gepflegten Haushalt (Bügeln, Waschen, Kochen), 7 bis 19 Uhr, sofort gesucht. 115D Bergstraße 15 p Bekanntmachung. Wegen Baumfällungen muß die elektrische Straßenbeleuchtung in der Hardtallee für etwa 10 Tage unterbrochen werden. Gießen, den 6. Januar 1934. Städt. Hoch- und Tiefbauamt: Gravert.(102D Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Am Samstag, dem 13. Januar 1934, um 14.30 findet im Restaurant „Bayerischer Hof" zu Gießen eine dienjtliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer des Kreises statt. (mC Wir können TexliL Verkäufern eine Lebensexistenz bieten. Damr bürgt der Name unseres Hauses und unsere Kollektion. Emlge Bezirke in Oberhessen und vessen-Nassau sind reif zur Besetzung.-Dasweisenwir nach durch die wirklichen Kunden- u. Umsatzzablen. Und mit den Umsätzen unserer alten Vertreter beweisen nur, was bei uns im Durchicknitt verdient wird. Jeden Vertreter bilden wir auf unsere Kosten im Werk aus. - Große Bündelmutter inHerren- u. Damenttoff., Wäsche u. Aus- tteuerwaren werden geliefert. Wir fertigen auch Herreuklei- düng und Wäsche nach Maß. Wir wend, uns dir. a. Familien. Senden Sie uns sofort handgeschriebenen, lückenlosen LebenslnuLZeugnisabschriften, Bild u. Referenzen. Wir stellen nur Arier ein. 103v Ang. unt. 8. S. 1780 durch Koch& Dltinxberg, 6. m. d. H., Köln Rh. Volkshochschule Von heute ab Fortsetzung der Kurse. — Der Kurs Deutsche Musik (Musiklebrer Bauer) beginnt am Freitag, 12. Fanuar, 20.15 Uhr, Singsaal der Oberrealschule (Ging. Bismarckstraße). wD Junger,tüchtiger ehrlicher mD Bäckergeselle sofort gesucht. Caf6Dern Großen-Linden Solides, tüchtig. 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Ammon Don Karl (Nachdruck verboten.) agszeit kreuze ich mit meiner Fünf- Wiese, auf der sich ein Karussell Um die Mittag Das Karussell Don Hans Bauer. und Verständigung zu fördern. Das ist eine sehr trübselige Bilanz. Niemand bei uns freut sich darüber Jeder bei uns wird wünschen, daß man auf diesen Wegen wirklich zu Lösungen gekommen wäre, die Zeiten besser und friedlicher, friedenssicherer vor allem geworden wären, als sie seit Abschluss des Weltkrieges sind. Aber diese Bilanz ist eine Tatsache! Man beseitigt sie nicht, indem man sie übersieht, sondern sie zwingt zu Schlussfolgerungen und Handlungen, wie Deutschland sie mit Recht vollzogen hat. Keiner Ausführung bedarf es, daß, wenn die Be- $ Beethovens Streichquartette stehen wohl unter seinen sämtlichen Werken seinem mnersten persönlichen Erleben am allernächsten. Oft ist m seiner Scha fensreihe dem Streichquartett die letzte Zusammenfassung einer durchlebten Schaffensperiode bet ihm vorbehalten. Zumal die letzten.Quartette sind der Schlussstein im Rückblick auf em Leben des Kampfes und des Ueberwindens. Allerpersonlichste griffe Verantwortlichkeit und Schuld herangezogen werden, diese Verantwortlichkeit und Schuld auf Frankreich fällt. Mit' einer unbeschreiblichen Starrheit lehnt es ab, die Veränderungen in der Welt zu sehen, die mit den Friedensverträgen und ihrer Durchführung und dann mit der weltwirtschaftlichen Krise gekommen sind, da sind und wirken. Auf alle Weise sucht Frankreich seine Machtstellung zu halten und steht nun den Entscheidungen in der Abrüstungsfrage gegenüber, die das Als ich noch ein kleiner Junge war, erzählte mir meine Mutter viel von Gelnhausen. Dort war ihr Großvater Thurn- und Taxischer Postmeister gewesen und hatte einen riesigen Stall gehabt, denn in Gelnhausen gab es neue Pferde für die Post von Gedanken werden hier bestimmend für das Gestalten, und in der Abstraktion des Stiles stößt er vor über seine eigne Zeitlichkeit hinaus. Fast möchte man in dem ^-Dur-Quartett die Stimme dessen zu vernehmen, der nach Ueberwindung des Lebens von hoher, geistiger Warte Ausschau hält. So erstand der erste Satz in jener Mischung von Nachdenklichkeit und geläuterter Heiterkeit m klanglicher Klarheit durch das Wendlinq-Quartett. Das Scherzo erhob sich aus abwägendem Synkopenrhythmus im Erwachsen durch Versetzen des Skalenmotivs zu immer eindringlicher gesteigerten Ausbrüchen der Eigenwilligkeit Klanglich versonnen, den Blick nach innen und aufwärts gewandt, wurde das Lento assai durch die klangliche Wiedergabe ährigen eine Wiese, auf der sich ein Karussell etabliert hat, dessen Besitzer betätigungslos, gelangweilt vor seinem Eigentum steht. Meine Kleine ist hingerissen von dem wunderbaren Anblick und sie bittet inbrünstig, fahren zu renz am 21. Januar an ja unweigerlich bringen wird. In dem Zustand wie heute wird die Rüstungsfrage in Europa ganz bestimmt nicht verbleiben. Dem steht Frankreich gegenüber mit einem zweifelnden England, einem gegen es gerichteten Italien und mit einem Polen, das mit Deutschland direkt spricht, und doch auch selbst in seiner Krise seines innenpolitischen Seins steht. Wie wird diese Krise im neuen Jahre ausgehen? Welche Wege wind das französische Volk suchen, das als solches den Krieg sicherlich nicht will, im letzten Jahre ja auch eine zweifellos vorhandene Kriegs- pnrtei nicht hat Oberwasser gewinnen lassen und das gleichwohl seine Machtstellung behaupten will, die — woran wir doch wieder erinnern müssen — im Kriegsausgang nicht Frankfurt a. M. zu besuchen. Reis wollte nunmehr auf das Politechnikum — so hieß damals die Technische Hochschule — in Karlsruhe, aber sein Vormund war anderer Ansicht und gab ihn am 1. März 1851 als kaufmännischen Lehrling in die Farbwarengroßhandlung von Johann Friedrich Keyersdorf in Frankfurt a. M., wo er es schon im Jahre 1854 zum Lagerverwalter brachte. Während dieser Frankfurter Zeit bildete er sich selbst weiter und zwar hauptsächlich in Mathematik, Physik, Mechanik und Chemie, nebenbei trieb er Turnen und pflegte den Gesang. Bei einem Besuch bei seinem früheren Schulleiter Garnier in Friedrichsdorf hielt ihn dieser als Lehrer in seiner Anstalt fest. Er heiratete dort die Tochter seines früheren Vormundes aus Gelnhausen, Margarete, geborene Schmidt, die ihm einen Sohn und eine Tochter schenkte. In dieser glücklichen Zeit, etwa 1860, grub Philipp Reis einen Gedanken aus, den er schon mit 18 Jahren gehabt hat, daß es möglich sein müsse, die menschliche Sprache über Telegraphendrähte zu leiten. Er konnte das Ergebnis seiner Arbeit im Physikalischen Verein in Frankfurt a. M. am 26. Ok- tober 1861 einer größeren Versammlung vorfüh- ren, bei der es chm gelang, Töne und gesprochene Wörter zu übermitteln, wenn auch mangechaft. leider wurde Reis bald krank und konnte seine Erfindung, obwohl er noch mehrere Fernsprecher gebaut hat, nicht bis zur vollkommenen Brauchbarkeit entwickeln. Er starb schon mit 40 Jahren am 14. Januar 1874 in banger Sorge um das Schicksal seiner Lieben, denn er hatte sein Vermögen für seine Versuche geopfert. Kurz vor seinem Tode sagte er: „Ich habe der Welt eine große Erfindung geschenkt, anderen muß ich überlassen, sie weiterzuführen." Philipp Reis ging bei seinen Versuchen von den Vorgängen im menschlichen Ohre aus Er wußte, wie das Trommelfell unseres Ohres durch die es treffenden Schallwellen zum Mitschwingen gebracht wird und hatte auch eine Vorstellung davon, wie sich die Schwingungen des Trommelfells durch das Arbeiten der Gehörknöchelchen auf die Gehörnerven übertragen und so im Gehirn als Töne empfunden werden. Er schnitzte sich deshalb ein Ohr aus Holz und bildete sowohl das Trommelfell in Gestalt einer ausgespannten Haut, wie auch die Gehörknöchelchen durch kleine Metallfedern nach, die lose aufeinander ruhten, lieber diese Federn leitete er einen elektrischen Strom aus einer galvanischen Batterie und machte diesen Strom in einer Vorrichtung hörbar, die im Jahre 1837 von P ag e erfunden morgen war: Es war eine Stricknadel, um die eine Drahtspule gelegt war. Wenn man durch diese Spule einen zerhackten Gleichstrom oder einen Wechselstrom schickt, so gibt die Stricknadel dem Zeitmaß der Stromunterbrechungen oder -schwan- kungen entsprechende Töne wieder, aber nur schwach. Um die Töne etwas zu verstärken, setzte Reis die Spule mit der Stricknadel auf einen Schallkasten von der Form einer Zigarrenkiste für 25 Zigarren. tigkeiten der Staaten beizulegen, liegt zutage — der Kampf in der Mandschurei, der Krieg in Süd- Bilanz der Welipoliiik. Don £)r. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Äerun Kürzlich ist das bekannte politische Jahrbuch der „Neuen helvetistijchen Gesellschaft" für die Schweiz Portugal dazu einlädt, weil lhre Interessen bort| auch berührt werden, ändert das nichts daran, daß es eine Konferenz außereuropäischer Mächte sein wird. An ihr wird Rußland gleichberechtigt teil- nehmen, das in diesem Sinne eine außereuropäische Macht ist und in Washington 1921/22 nicht anwesend war. Man spielt in Rußland sogar schon mit dem Gedanken, daß im Fall eines Ungriffs einer imperialistischen Macht auf die Sowjetunion diese nicht auf die Möglichkeit eines Bündnisses mit einer anderen Macht verzichten werde, d. h. also, daß man in Rußland sogar an die Möglichkeit eines Bündnisses zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten im Fall eines japanischen Angriffs dächte. Das sind nur Seifenblasen, aber sie zeigen, wie die Situation sich verändert hat, die mit dem japanischen Vorstoß auf Mukden im Spätherbst 1931 heraufbeschworen wurde. Es ist wahrscheinlich, daß sie sich ohne kriegerischen Zusammenstoß dort löst. Aber der Völkerbund wird daran kein oder nur ein sehr geringes Verdienst haben. Japan ist aus ihm ausgetreten, Amerika und Rußland waren nie dabei; Amerika wird ihm nun erst recht nicht beitreten, mag zur Zeit auch Moskau aus seiner bedrängten Lage heraus etwas mit ihm liebäugeln. So wird zunächst für 1934 Europa s i ch selb st überlassen sein W>rd es den Weg finden zu einer vernünftigen Revision von Zuständen, die die „Friedens"verträge eben nicht als friedlich geschaffen haben und die darum zwangsläufig immer grösste Konflikts- ja Kriegsgefahren in sich schließen? Wird es möglich fein, wenn die Unruhe von heute sich etwas beruhigt hat, wenn man überall die wahre Bedeutung der deutschen nationalen Umwälzung und ihrer Friedenspolitik erkannt hat, dazu zu kommen, Artikel aus den Friedensverträgen zu streichen, die gar nicht aus dem Willen zum Frieden geboren sind und darum den Krieg in sich tragen müssen? Oder wird die plan- und befin- nugslose Weise, die in den letzten Jahren die Abrüstungsgespräche nur als Wortgefechte behandelte und die'militärische Rüstung immer höher trieb, weiter die Signatur der europäischen Politik bleiben und dann in sich eine Spannung erhalten und steigern, die schließlich einmal zur Explosion führen muß? Das ist der Ausblick für 1 9 3 4. Das Das ist nur ein schlagendes Beispiel für eine Lage, die verschiedenartig mehr oder minder stark von Finnland und Estland im Norden bis nach Spanien im Süden, von England bis nach Griechenland und der Türkei in Europa festzustellen ist. Ja, das hat das Jahr 1933 gebracht: den Durchbruch neuer Gedanken und Forderungen über Staat und Wirtschaft, Rasse und Raum, Führung und gegliederte Masse, all bies Neue, bas mit Wucht das Zeitalter des Liberalismus zum Teil abgelöst, zum Teil in hoffnungslose Defensive gedrängt hat Es ist sehr lehrreich und interessant, daß alles einschließlich natürlich der Vorgänge in Nordamerika zu verfolgen, vor allem vergleichend zu betrachten Für die große Politik aber wird dadurch die so oft beobachtete Folgerung verschärft: Denn das ist das weitere Kennzeichen des Jahres 1933, daß die einzelnen Völker und Staaten sich auf ihre eigenen Bedürfnisse b e - sonnen haben. Sie haben nicht einfach alle Verbindungen mit der Außenwelt zerrissen, wie es Rußland im November 1917 tat, aber die verbindenden Fäden sind zunehmend schwächer geworden, AU Boden gefallen, an manchen Stellen allerdings auch zerrissen, wie mit dem Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund. Die internationale Politik, die internationale Zusammenarbeit, wo sie auch gepflegt wurde, ist immer schwächer, lethargischer, stagnierender geworden Europa ist in dieser Beziehung in der Sackgasse! Das Fiasko der Weltwirtschaftskonferenz als des Versuchs, die wirtschaftliche Not durch internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zu überwinden, liegt zutage Das Fiasko des Völkerbundes als des Versuchs, durch eine internationale Rechts- und Friedensordnung Strei- Art auch sonst beweisen das zur Genüge. Das Fiasko der Abrüstungskonferenz „ gleichfalls zutage als eines Versuchs, durch internationale Zusammenarbeit die Rüstungen zu bin den zu vermindern, dadurch die Friedensbereitschaft zu einem Akt der Weihe. Das Finale hat Beethoven als em Selbstbekenntnis aufqefasst in der Gegenüberstellung der Erwägungen „Muß es sein?" „Es muß sein! . die im Notenbild ihre symbolische Ausprägung erfuhren. Er läßt uns hier erfahren, wie er sich m das Unvermeidliche zu schicken weiß; nicht Erbitterung erweckt die zwingende Notwendigkeit m 'bm sondern ’aft möchte es dünken, daß er sein unabänderliches Geschickt mit Ergebenheit, ja, mit $)umor zu tragen weiß. Das war auch der Sinn der Ausdeutung, die das Wendling-Quartett diesem Satze gab. Wenn man die große Zahl der Brahms - Feiern des vergangenen Jahres verfolgt hat und dabei, fei es im Konzertsaal fei es im Rundfunk, die leider in so geringer Zahl vorhandenen Streichquartette von Joh. Brahms zu Horen bekam eins konnte man dabei zweifellos erkennen: so klar und mit solcher inneren Wärme erfaßt (jat manbas A-Moll-Quartett (op 51 Nr 2) nicht zu hören bekommen wie diesmal Die Ansatzpunkte der musikalischen Entwicklung treten bet Brahms nur dem sichtlich hervor, der ihn mit innerer Liebe zu erfassen und nachzugestalten versucht. Von solchem tiefgründigen Nachschürfen zeugte das Klangwerden der gestrigen Veranstaltung; das war Brahms m seiner nordischen Herbheit, aber auch in der Tiefgründigkeit seines Fühlens. B Das 6-Dur-Quartett (op. 76, Nr. 1) von Haydn entstammt der letzten Schaffensperiode des Meisters. In der Feinheit der thematischen Durchdringung offenbart es im ersten Satz eine dem Ohr leicht eingängige Durchsichtigkeit. Das Adagio sostenuto nahm durch feine klangliche Schönheit und innere Tiefe den ^orer gefangen; die solistifch geführte erste Violine sei h er ebenso besonders hervorgehoben wie auch die fein diffe- renzirrte dynmnitche Ablchatt,erung des Satzes. Prickelnd, sprühend das Presto, reizvoll in feinem Die Technische Nothilfe hat sich in den Dienst des Luftschutzgedankens gestellt und zum Zwecke der Werbung und zur anschaulichen Demonstration an der Ecke Sonnenstraße-Kreuzplatz die Attrappe einer 1000 = kg = <5prengbombe, einer Fliegerbombe, aufgestellt. Die Bombe trägt die Aufschrift „Luftschutz tut not!" — „Bist Du schon Mitglied des Reichsluftschutzbundes?" (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Oer Erfinder des Kernsprechers 3um 100. Geburtstage von Philipp Reis. Gießener Konzrriverein. IV. Konzert: Das Wendling-Quartett. Wiederum wurde das Wendling-Quartett stürmisch gefeiert; die Hervorrufe wollten kaum ein Ende nehmen. Und das mit Recht. Wie es schon so oft hier ausgesprochen werden konnte, bestätigte es sich diesmal aufs Neue: in jeder Hinsicht wird man das Wendling-Quartett in die vorderste Reihe der prominenten Quartettvereinigungen eingliedern müssen. Ein geschlossenerer Klangkörper, als chn jetzt dieses Quartett darstellt, wird auch bei den anderen namhaften Fachvertretern schwerlich aufzufinden sein. Gleichwertigkeit des Klanges in Wärme, Schönheit und dynamischer Modulationsfähigkeit ist hier jedem einzelnen Jnstrumentalvertreter eigen. Keine Stimme versucht, irgendwie den Rahmen des Quartetts zu sprengen, in den Vordergrund zu treten auf Kosten der anderen Mitwirkenden; hier ist jeder ein vollendeter Künsller seines Gebiets und meistert seinen Part mit ausgeprägter musikalischer Individualität. Dieses Strömen des musikalischen Vorganges ist in solcher Unmittelbarfeit und ursprünglicher Nm turhaftigkeit nur dadurch möglich, daß sich hier vier Musikernaturen zusammengefunden haben, die im Drange des Musikerlebens und Musikgestaltens sich innerlich so nahe gekommen sind, daß es scheint, als vermöchte der eine dem anderen in das Innere zu schauen, ihn in seiner letzten Absicht zu erkennen und so in inniger Verbundenheit des musikalischen Erleben den lebenswarmen Pulsschlag des Werkes wachwerden zu lassen. Sie erscheint etwas bloß gekonnt oder gar gewollt, immer wieder bestätigt sich der Eindruck: so und nicht anders muß es fein. Irgendwelche Auseinandersetzung über die Auffassung dieser oder jener Stelle, zu der man bei anderen Vereinigungen Veranlassung haben konnte, ja durch die Ueberspitzung des Ausdruckes dazu oft herausgefordert wird, erübrigt sich beim Wendling-Quartett angesichts der organischen Gefugtheit beim Erwecken des musikalischen Gesamtvorganges. Das zeigte sich bei B e e t h o v e ns letztem Quartett (op. 135) ebenso wie bei Brahms und Dieser Mann, Philipp Reis, war am 7. Januar 1834 geboren; er war schon früh Waise. Sein Vater, ein Bäckermeister, starb schon als Philipp 16 Monate, seine Mutter als er 10 Jahre alt war. Bereits auf der Bürgerschule in Gelnhausen, die er vom 6. Jahre an besuchte, zeigte er besondere Begabung für Sprachen und Naturwissenschaften. Sem Vormund schickte ihn deshalb im Alter von elf Jahren auf die Garnierfche Schule in Friedrichsdorf bei Homburg v. d. H., wo er drei Jahre blieb, um dann zwei Jahre das Haffelfche Institut m zum Jahre 1934 erschienen. Das ist ungemein lehrreich dafür, wie die neuen Gedanken un» o o a_o ferer Tage, das neue Zeitalter der Staats- j Jahr 1934 vom Wiederzufammentritt der Konfe- unb Wirtfchaftsauffafsung, in dem wir leben und - * kämpfen, auch in solchen Staaten wühlt, die eigentlich bis vor kurzem mehr wie glückliche Jnjeln, behaglich und gesättigt und fern von den Kämpfen unruhiger Nachbarn leben konnten. Das Bild im ganzen ist düster, mehr noch als das: was über Wirtschaft, Finanzen, Stadt und Land, Demokratie, Völkerbund ufrxj. berichtet wird, ist defensiv, zweifelnd, müde. Dafür haben wir hier die Erörterung des sog. Problems der „Fronten", also der Bewegung, die aus dem Volk, namentlich der Jugend heraus gegen die alten Parteien angeht, dort die positive Forderung, die Mängel des heutigen Systems durch ein „korporatives Wirtschaftssystem" zu beseitigen. Der Gedanke der Korporation erklingt und mit der Forderung etwa einer „totalitären Solidarität" eines „oolkssolidaren Geistes" klingen dürfen „ . Ich kläre Käte auf, daß ich ihr gewiß eine Karusselfahrt gönnte, es mir aber durchaus an Zeit gebräche, und sie deshalb Verzicht leisten müsse. Indes, das Mädel denkt nicht daran, sich meiner besseren Einsicht zu Öffnen und versucht, es nunmehr, nachdem das Bitten nicht verfing, mit ihrem Heulgesicht. Die Sache endet, wie sie anders kaum enden konnte: ich gebe nach, wir lenken den Schritt nach dem Karussell Käte reißt sich von meiner Hand los, wartet irgendwelche Zeremonien nicht ab, sondern setzt sich sogleich auf einen in Pferdegestalt gebrachten Holzklotz. Ich frage nach dem Preis. „Fünf Pfennig." Ein erschwinglicher, ein bescheidener Preis. Ich entrichte ihn. Aber wenn ich mir vorgestellt hatte, daß nun die Fahrt rasch vonstatten gehe, so habe ich mich geirrt. Der Besitzer trift keinerlei Anstalten, das Karussell in Bewegung zu setzen. Ich mache ihn darauf aufmerksam, daß ich es eilig habe und frage bescheiden für wann ich wohl mit einer Inbetriebnahme feiner Maschine rechnen dürfe. Er murrt, daß das Karussell erst von mindestens fünf Personen in Anspruch genommen sein müsse, ehe die Fahrt für ihn sinnvoll sei. Ich empöre mich und rechne ihm vor, daß ich mich dann unter Umständen noch eine halbe Stunde gedulden müsse. Ob er ernstlich glaube, daß ich nichts anderes zu tun habe, als hier zu warten. Der Karussellbeherrscher stellt die, wenn auch nicht sehr kundenfreundlich, so doch berechtigte Gegenfrage, ob ich ihm zumuten wolle, für kärgliche fünf Pfennig fünf Minuten lang das schwere Karussell zu schieben. Mir liege fern, ihm Unbilliges zuzumuten, erwidere ich, während mein Kind strahlenden Antlitzes ihr Pferdchen auf- und niederwippt, aber anderer- seits müsse er sich schließlich selbst sagen, daß ich mich nicht darauf einlassen könne, zu lauern, bis weitere Kundschaft käme. Den Besitzer kümmert mein Einwand nicht. Er verbeißt sich darein, mir auseinanderzusetzen, daß andere als Sammelfahrten für ihn nicht in Betracht kämen. Wohin sollte er sonst kommen! Es dämmert mir, daß hier das Motiv für einen interessanten Rechtsstreit gegeben ist, der kaum schon einen Präzedenzfall hat und einmal bis zum Reichsgericht durchgeführt werden müßte. Gegenwärtig interessiert mich allerdings weniger die juristische Theorie als die konkrete Praxis dieser Angelegen- heit. Es eilt mir. Ich muß fort. Es ist ganz un- möglich, daß ich jetzt hier meine Zeit verplempere. Ich bin entschlossen, mein Geld schwimmen zu lassen, winke meiner Tochter und fordere sie auf, das ungastliche Pferd zu verlassen. Woraufhin sie in ein herzzerreißendes Weinen ausbricht und Hände und Füße um den Holzklotz krampft. Die Zeit geht hin. Betätiqungslos steht der Karuffellbefitzer. Verbiestert schielt meine Fünfjährige. Zu Hause werde ich erwartet. Ratlos blicke ich in der Gegend umher. Eine Schar kleiner Mädchen kommt über die Wiese. Ich zwinge meiner NNene Freundlichkeit auf und frage die Kleinen, ob sie nicht einmal unentgeltlich Karussell fahren möchten. Sie stecken die Köpfe zusammen, tuscheln miteinander und schleichen sich dann mißtrauisch fort. Gewiß sind sie von ihren Eltern gewarnt worden, auf Erwachsene herein- zufallen, die ihnen Geschenke und Vergünstigungen anbieten, aber schlimme Absichten damit verfolgen. Da kocht in mir Zorn hoch. Und dieser Zorn läßt es nicht zu, daß ich dem Karusiellbesitzer etwa einen Zuschlagsbetraa anbiete, vielmehr schlage ich ihm vor, mich die Arbeit des Karussell-Schiebens leisten zu lassen Er ist einverstanden. Ich mache mich an die Arbeit Quiekend bebt das Karussell in seinem Gestell Pferde, Wagen, Ochsen, Schiffe kommen in Bewegung. Selbstverständlich geschieht auch das ganz und gar Unwahrscheinliche: Einer meiner Bekannten, demgegenüber ich Grund habe, auf eine gewisse Repräsentation zu halten, kreuzt die Wiese, sieht mich schwitzend durch den inneren Kreis stampfen, grüßt reserviert und denkt sich sein Teil. Aber was ist alle Peinlichkeit, allq ungewohnte Mühe und aller Aerger über die versäumte Seit gegen die Riesenfreude meines Mädchens, das, mit das Tempo vorschreibend, glückstrahlend auf dem Pferde thront und dessen innere Achtung vor mir, einem Manne, der überraschenderweise sogar ein richtiges, großes Karussell meistern kann, unvorstellbar gestiegen ist. - rjpgf würdigen Mann aus Gelnhausen, der den sonder- • * baren Gedanken hatte, über Drähte zu sprechen, t.:nJ unb der diesen Gedanken, wenn auch nach unseren heutigen Begriffen in sehr unvollkommener Weise, in die Tat umgesetzt hat. Trio. Wie es aber auch bei Haydn aus dämoni- cher Hintergründigkeit aufzuckt, das zeigte das Finale. Es wird allen ein unvergeßlicher Augenblick sein, wie sich dieser Satz mit seinem anfänglichen Drängen in O-Moll nach der Fermate zu lichtem, lebensbejahendem Dur erhellte. Dr. H. .. . durch die französische Kraft errungen selbst hier Ideen an, die man bisher als rückstän- worden ist? In dieser Frage liegt die Frage an die big ober gefährlich abwies und bie in Italien Entwicklung ber europäischen Politik für 1934. Sie und Deutschland solche Macht gewonnen haben. | ift ganz bestimmt nicht ohne Gefahren. Schwerlich gibt es in einem Lande Europas größere einflußreiche Greife, die bewusst einen Krieg wollen. Aber in der Politik liegen die Dinge nicht so einfach. Sie gewinnen oft ein eigenes Schwergewicht, werden stärker als die leitenden Staatsmänner. Währenddem geht draußen sehr Großes vor. Es kann uns ziemlich gleichgültig sein, was sich in Afrika und in Südamerika abfnielt. Nicht gleichgültig sind die Vorgänge im Fernen Osten, die durch die Anerkennung Russlands von feiten ber Vereinigten Staaten einen ganz neuen Aspekt erhalten haben. Hier zeichnet das Jahr 1934 am Horizonte ab die Umrisse einer neuen fernöstlichen unb pazifischen We11konferenz, beren Entscheidungen an bie Stelle ber Beschlüsse ber Washington-Konferenz von 1921 bis 1922 treten würden. Es wird eine Verständigung angestrebt ....... — .. werden über Mandschurei und China, über Flotten- deutsche Volk aber hat die Gedanken unb die Li- rüftuna und Völkerrecht, in einem weltweiten Rah- nien und den Willen in sich aufgenommen, bem men an besten Rändern höchstens einige europäische Frieden und der Verständigung in diesem gequälten Großmächte beteiligt sind. England in erster Linie, und zerwühlten Kontinent zu menen. Frankreich aber auch wenn man Holland und' Wirtschaft der haben bis zur Decke, war in dichten Tabaksqualm gehüllt, den vier kartenspielende Männer vorn am Tisch aus Mund und Pfeifen bliesen; die Fenster waren nach alter Gewohnheit alle gut geschlos. sen; die Stubenwärme mochte etwa 22 Grad besagen haben. In dieser überheizten, tabakrauchigen Stube mit ihrer völlig verbrauchten Luft lag in einer Wiege am Ofen ein etwa acht Monate altes, hörbar röchelndes Kind, tief im Federbettchen ringe- mummelt, während auf der Ofenbank drei kränklich aussehende Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren saßen. etwa 3 v. S). zurück, wobei Realisationen der Spekulation eine Rolle spielten. Im Verlaufe erfolgten Rückdeckungen und eine gewisse Erholung. Aktien lagen uneinheitlich. Meist gebessert waren Montanwerke, wo Gelsenkirchen' 0,75 v. K, Phönix 0,90 v. H., Mannesmann 0,65 und Harpe- ner 0,50 v. H. anzogen. Besonders fest lagen Schifffahrtswerte, die für Hamburger Rechnung in größerem Umfange aus dem Markte genommen wurden. Rordd. Lloyd gewannen 2 v. H., Hapag 1 v. H. Don sonstigen Transportanstalten lagen Allg. Lokal und Kraft 1,50 v. H. höher, dagegen Reichsbahn-DA. 0,25 v. H. niedriger. Der Verlauf brachte bei relativ lebhaften Umsätzen meist Befestigungen um durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H., so bei Montan- und Elektrowerten. Siemens plus 1,50 v. H., ferner AG. für Verkehrswesen plus 2 v. H., Aku plus 1,65 v. H., Holzmann plus 1 v. H., anderseits aber Scheideanstalt nach Minus-Ankündigung 3 v. H. schwächer. Schiffahrtswerte setzten ihre Aufwärtsbewegung stärker fort, Hapag bis 32,50 v. H. (insgesamt plus 5 v. H.), Rordd. Lloyd bis 33,50 (insgesamt plus 4,75 v. H.). Die Börse schloß meist zu den höchsten Tageskursen. Am Kassamarkt waren neben einigen Jndustriewer- ten, besonders wieder Hypothekenbankaktien gesucht und teilweise bis 2 v. H. fester. Reichsanleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen zogen bis zu 0,50 v. H., Reichsmark-Obliga- tionen etwa bis zu 2 v. H. an. Der Pfandbriefmarkt hatte etwas ruhigeres Geschäft bei ziemlich gut behaupteten Kursen. Einzelne Liquidationspfandbriefe etwas fester. Äon Kommunal-Obligationen die der Frankfurter Institute 0,50 v. H. niedriger. Stadtanleihen konnten sich meist noch befestigen, Länderund Staatsanleihen wiesen nur geringe Veränderungen auf. Von fremden Werten lagen Schweiz. Bundesbahnen bis zu 5 v. H. schwächer. Tagesgeld weiter leichter, Satz 3,25 v. H. nach 3,50 v. H. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 6. Jan. Das Buttergeschäft beschränkte sich weiterhin nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfs. Deutsche Butter ist im Verhältnis zur Nachfrage ausreichend angeboten, während aus dem Ausland nur wenig Ware zur Verfügung steht, da die Kontingente meist erschöpft und i bißchen Rücksicht auf meistens anwesende Kinder, 1 d. h. lüftet öfters für ein paar Minuten und 1 die Bäuerin sorge dafür, daß die kleine Jugend des Abends bald ins Bett, aber, falls es die Verhältnisse gestatten, in einen anderen geheizten und gemütlichen Aufenthaltsraum gebracht wird. Man komme nicht mit der bequemen Ausrede, die „schon an sich besser ernährten" Bauernkinder seien ja den ganzen Sommer über wieder an der guten, frisck)en Luft, und so könne ihnen der winterliche Aufenthalt in rauchiger Stube nicht viel schaden; das holten sie wieder ein usw. Wer so spricht, nur um seiner Rauchleidenschaft zu fröhnen, versündigt sich an unserer ländlichen Jugend und somit an unserem gesamten Volk. Wer weiß, wie es um den allgemeinen Ernährungs- und Gesurrdheits- zustand unseres Landvolkes in Wirklichkeit bestellt ist er müßte vielerorts besser fein! — der wird es begrüßen, wenn Fehler und Gleichgültigkeit in ber Erziehung unserer Landjugend aufgedeckt werden und alles getan wird, um unserem Landvolk die körperliche Tüchtigkeit zu erhalten und, wo sie nicht mehr vorhanden ist, ihm sie wieder zurückzu- erobern. Gewiß, dazu sind auch größere Kochkenntnisse nötig. Die Bäuerin sollte dem Kochen viel mehr Zeit widmen können, damit die kostbaren Nährwerte der Eigenerzeunisse noch gründlicher für den Selbstoerbrauch nutzbar gemacht werden können. Es gibt Landfrauen, um deren Tisch eine Schar kräftiger, pausbackiger, von lachender Lebenslust erfüllter Kinder sitzen, die beim Essen ordentlich „ein» hauen", gerade weil es die echte, derbe, bäuerliche Hausmannskost ohne jede Geschmackverkünstelung ist. Dann kommt man in das nächste Bauernhaus und sieht, obwohl dieselben Nahrungsmittel an Menge und Güte zur Verfügung stehen, bleiche, magere, unluftige und zimperliche Kinder, die keinen rechten Appetit entwickeln und auch in der Schule nicht so recht vorwärts kommen. Geht man diesem Uebelstand auf den Grund, so entdeckt man gewöhnlich schwere Fehler bei ber Zubereitung ber Speisen. Tritt zu allem hinzu noch Schlaf und Aufenthalt der Kinder in schlecht gelüfteten, raucherfüllten und überheizten Räumen, also in völlig verbrauchter ßuft, so treten die schweren, sog. Mangelkrankhei» ten und nicht selten frühzeitiges Siechtum bei den Kinder auf. Das war natürlich eine sehr wenig leistungsfähige Vorrichtung. Reis hat verschiedentlich versucht, sie au verbessern; er hat auch im Jahre 1862 einen Fernhörer geschaffen, den er mit einem verbesserten Geber am 11. Mai 1862 bei Mitgliedern des Freien Deutschen Hochstiftes in Frankfurt a. M. vorgeführt hat. Mit diesem Hörer war Reis au dem richtigen Wege. Leider hat er diesen Weg nicht bis zu Ende verfolgt und fand so nicht die Lösung, auf die zwei Jahre nach seinem Tode Graham Bell kam. Auch beim Geber war Reis von der richtigen Lösung nicht weit entfernt. Die Anordnung, die er be- Mich packte die Wut über diese geradezu sträfliche Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit jungen Menschenleben gegenüber, und ich sagte den Erwachsenen denn auch schonungslos meine Meinung, was zur Folge hatte, daß die Männer ihre Pfeifen beiseite legten und aufmerksam meinen Worten lauschten. Als ich nachher von ber hilflosen Bäuerin hörte, daß des Winters fast jeden Abend ihre Stube so verqualmt wäre, konnte ich ihr auch mit ziemlich großer Sicherheit sagen, warum ihre Kinder, worüber sie sich schon wiederholt bei mir beklagte, so blaß und kümmerlich aussehen und auch bas kleinste nicht recht gebeten will. Ihr hohlwangiger Mann war ein leidenschaftlicher Raucher, ber von morgens bis abends seine Pfeife am liebsten nicht einmal aus dem Munde nehmen möchte und, vor die Wahl zwischen Frühstück und Pfeife gestellt ohne Bedenken die Pfeife vorzieht. Und in der Tat' die Kinder dieser Familie sind in der Entwicklung ganz auffallend zurück, unzweifelhaft deshalb weil sie, besonders des Winters, Tag und Nacht sehr viel in schlechter Luft atmen mußten. Es fallt mir nicht ein, dem Bauern das Rauchen verübeln zu wollen. „Ein Pfeifchen in Ehren, wer kann's verwehren?" Verwehren will es niemand! Der Bauer braucht und will sein Vergnügen ebenso wie der Städter. Was ich zum Ausdruck bringen will, ist die dringende Mahnung an die Männer auf dem Lande: wenn ihr beim Kartenspielen nicht ohne Rauchen sein könnt, so nehmt wenigstens ein bte neuen Verträge noch nicht in Kraft getreten sind. Die Preise waren gegen die Vorwoche unverändert. Deutsche Markenbutter 145 bis 148, holländische und dänische Markenbutter etwa 148 bis 152 Mark. Die Preise sind Großhandelsverkaufspreise und verstehen sich per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. Frankfurter Cierrnarkt. Frankfurt a. M., 6. Jan. Das noch in ber Vorwoche ziemlich lebhafte Geschäft kam in der abgelaufenen Woche fast zum Erliegen. Die Zufuhren sind weiterhin im Ansteigen begriffen, doch lagen die Preise ziemlich unverändert. Aus dem Osten sind die Lieferungen fast unterbunden. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M.: deutsche Frischeier Kl. 8 13'/», Kl. A 13, Kl. B 12, Kl. C IO1/». Holländer und Flandern Kl. S 13, Kl. A 12'/r, Kl. B ll'/r. Kl. C 10. Bulgaren ca. IOV2 Pfennig. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 8. Januar. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1539 Rinder (494 Ochsen, 110 Bullen, 480 Kühe, 451 Färsen), 466 Käl- ber, 194 Schafe, 4276 Schweine. Es kosteten: Ochsen 22 bis 31 Mark, Bullen 22 bis 30, Kühe 12 bis 28, Färsen (Kalbinnen) 21 bis 32, Kälber 20 bis 41, Hammel 20 bis 28, Schafe 16 bis 21, Schweine 42 bis 50 Mark. — Marktverkauf: ruhig. Südwestdeutscher ^undholzmarkt. Gegenwärtig liegt am südwestdeutschen Rundholzmarkt eine besonders große Nachfrage nach hochwertigen Forlen vor, auch Mastenhvlz war leicht gefragt. Lebhaft war das Geschäft am Laubstammholzmarkt, besonders für Rotbuche und Eiche. Der Schwellenmarkt verkaufte sich bei alten Preisen langsam aus, das rege Interesse für Papierholz blieb bestehen. Für Nadelstammholz ist ein stärkerer Preisaufschwung in Südwestdeutschland eingetreten, so zogen Fichten und Weißtannen in südwestdeutschen Bezirken zwischen 20 bis 28 Prozent, in ber Rheinpfalz gegen 10 Prozent an. Die Steigerungen bewegen sich in der Mitte wohl bei 15 bis 20 Prozent, eine Ueberfpannung der Preise bürste nicht oorliegen. Insgesamt ist bie Lage am Rundholzmarkt für den Waldbesitz heute günstig zu beurteilen. Oie öffentlichen Lebensversicherungsanstalten im Lahre 1933. Die im Verbände öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen, auf dem Territorialprinzip aufgebauten, öffentlichen Lebensversicherungsanstalten können in dem abgelaufenen Jahr auf eine Entwicklung zurückblicken, bie sich von der der letzten Krisenjahre wesentlich abhebt. Der Rückgang des Kapitalversicherungsbestandes, der eines der besonderen Merkmale des Jahres 1932 war, ist im Jahre 1933 zum Still- stand gekommen. Die Antragseraebnisse haben sich gegenüber dem Vorjahre fortlaufend gebessert und erreichten bis Ende November eine Summe von 182,18 Millionen Mark gegenüber 174,17 Millionen Mark in der gleichen Zeitspanne des Jahres 1932. Der vorzeitige Abgang hat sich in erträglichen Grenzen gehalten. Die Rückkäufe gehen bei den öffentlichen Lebensversicherungen langsam aber sicher zurück, und bei einer Reihe von Anstalten konnte festgestellt werden, daß das Vertrauen, welches die Neuordnung ber politischen unb wirtschaftlichen Verhältnisse und die Hand in Hand hiermit einhergehende Wiederbelebung ber Wirtschaft im Gefolge hatte, auch die Versicherten zur Aufrechterhaltung oder Erneuerung ihrer Versicherungen bestimmt. Dor allem trifft diese Beobachtung für die freien Berufe, für den Handel und das Gewerbe zu. Die Sterblichkeit ist günstig verlaufen. In den ersten drei Vierteljahren wurden rund 10 Millionen Mark für Sterbefälle in der Todesfallversicherung gezahlt. Seit der Stabilisierung der Währung sind über 75 Millionen Mark für Sterbefälle gezahlt worden. Die öffentlichen Lebensversicherungsanstalten haben alle verfügbaren Mittel dem Kapitalmarkt zur Verfügung und sie in den Dienst des Mittelstands in Stadt und Land gestellt. An langfristigen Kapitalanlagen (Hypothekarkredite, Darlehen an öffent- liche Körperschaften, Wertpapiere, Policedarlehen) wurden in den ersten zehn Monaten des abgelaufenen Jahres mehr als 40 Millionen Mark zur Ver- ' fügung gestellt. Der Bestand an langfristigen Kapitalanlagen beläuft sich bei den öffentlichen Lebensversicherungsanstalten auf über 330 Millionen Mark. Zur Verbesserung der Lage des Hypothekenschuldners und zur Forderung der auf allgemeine Zins- senkung gerichteten Ziele der nationalsozialistischen i Regierung sind die Zinssätze für den gesamten ' Hypothekenbestand der öffentlichen Lebensversicherungsanstalten vom 1. Januar 1934 ab einschließ- : l'ch eines laufenden Verwaltungskostenbeitrages auf I 5,5 v. H. herabgesetzt worden. I Die Entwicklung des abgelaufenen Jahres läßt e ein wesentlich günstigeres Bild erkennen als oorlc Jahresfrist. Der Verlauf des Geschäftes bei den öffentlichen Lebensversicherungsanstalten im Jahre 1933 zeigt auch, daß der Pessimismus, der sich in den Vorjahren lähmend auf die Entwicklung der Wirtschaft legte, durch die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung überwunden ist. An seine Stelle ist ein von dem Vertrauen zu den Maßnahmen der Regierung getragener Wirtschaftsoptimismus getreten, und es läßt sich deutlich erkennen, daß wir uns in einer steten Aufwärtsbewegung befinden. * Die Indexziffer der Großhandels, preise für den 3. Januar ist mit 96,2 gegenüber der Vorwoche (96,1) um wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 93,2 (minus 0,2 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,5 (plus 0,3 v. H.) und industrielle Fertigwaren 113,9 (plus 0,1 v. H.), davon Produktionsmittel 114,0 (plus 0,1 v. H.) und Konsum- aüter 113,8 (plus 0,1 v. H.). Für den Monatsdurch- chnitt Dezember 1933 stellt sich die Großhandels- Indexziffer auf 96,2 (plus 0,2 v. H.). frankfurter Börse Widerstandsfähig, später fester. Frankfurt a. M., 6. Jan. Die Wochenschluß- borse setzte im großen und ganzen gut behauptet ein. Es erfolgten auf Grund der starken Steigerungen an den Vortagen zum Teil Gewinnverkäufe der Bankkundschaft und Realisationen der Mitläuferschaft an der Börse, anderseits lagen jedoch auch wieder beachtliche Anlagekäufe vor. Besonders blieben Renten unter Bevorzugung der Reichsanleihen fest. Immer noch ist es die Hoffnung auf die baldige Konversion, und dann fand die Börse eine kräftige Stütze in der gemeldeten Neuordnung des Stickstoff-Syndikates und in den verschiedensten Wirtschaftsbericht-'n, die von weiterer Konjunkturbelebung sprechen. Die Altbesitzanleihe lag 0,38 v. H., Neubesitz 0,10 v. H. fester. Nicht ganz behauptet setzten späte Reichsschuldbuchforderungen ein, auch Stahlverein-Bonbs lagen 0,75 v. H. schwä- cher. Die Reichsmark-Obligationen fielen durchweg Neulich, an einem Sonntagnachmittag, kam ich als bäuerliche Haushaltsberaterin in das Haus eines mittelgroßen Bauern. Beim Eintritt in bie niebriae Bauernkinder im Tabaksqualm Lon Marianne Dietrich. * Auslandsauftrag f ü r b i e Siemens- Schuckertwerke. Die Siemens-Schuckertwerke haben für drei irländische Zuckerfabriken die ge- amten Luftpumpen und Kohlensäurepumpen einschließlich der zugehörigen Elektromotoren in Bestellung erhalten. Es handelt sich um einen der bedeutendsten Aufträge dieser Art. Auf Grund der großen technischen Leistungsfähigkeit der Siemens- Schuckertwerke auf dem zuckertechnischen Spezialgebiet wurde für diese Auslandsbestellung ein Preis erzielt, der dem zu leistenden Arbeitsaufwand entspricht. treibende Geist, der seine eigene Erfindung nicht nur ersonnen und geschaffen, sondern sie auch, solange er die Kraft batu hatte, unermüdlich verbes- ert hat. Schon allein Der Gedanke, über Drähte zu sprechen, war damals etwas ganz Unerhörtes, und wir dürfen uns nicht zu sehr darüber wundern, daß eine physikalische Zeitschrift von hohem Rang Reis ihre Spalten verschloß, weil sie das Sprechen über Drähte für ganz unmöglich erklärte. Dieselbe Zeit- chrift hat übrigens auch die Aufnahme des Gesetzes über die Erhaltung der Kraft seinem Entdecker Rodert Mayer abgelehnt, das bis heute die uner- chütterte und wohl auch für immer unerschütterbare Grundlage der Physik bildet. Philipp Reis befand sich also in sehr guter Gesellschaft. Das also war Philipp Reis, der Mann, der den Grund dazu gelegt hat, daß heute eines Menschen Stimme über den ganzen Erdball reicht, und der dadurch die Länder näher aneinander zu rücken begonnen hat. sollte, weil die Berührungsstellen zwischen seinen Metallfedern sehr bald oxidierten und daher für den Stromübergang ähnliche Eigenschaften annah- men, wie sie Kohlestückchen haben. Die Erfindung des Fernsprechers ist Reis vielfach ftreitig gemacht worden, namentlich weil erst Graham Bell dem Fernhörer die Gestalt gegeben f)at, die er grundsätzlich noch heute hat. Aber die Erfindung von Graham Bell ist doch nur eine Vervollkommnung und eine weitere Durchbildung der Gedanken, die Philipp Reis nicht nur < ' ' ' dem die er auch in die Tat umgesetzt h' Fernsprecher von Philipp Reis. Links der Geber, rechts der Stricknadelempfänger von Page. Beim Geber oben waagerecht die schwingende Haut mit den Metallplättchen, links der Sprechtrichter zum Hineinsprechen. nutzte, hatte den Nachteil, daß der Batteriestrom manchmal ganz unterbrochen wurde, so daß die Sprache schnarrte, während eine solche Vorrichtung, wie wir heute wissen, so gebaut fein muß, daß sie den Strom nie unterbricht, sondern ihn nur in seiner Stärke schwanken läßt. Hätte Reis statt der Metallfedern Kohlestückchen verwendet, so wäre er zweifellos der Erfinder des Mikrophons geworden, bas noch heute diese Aufgabe erfüllt. Aber darauf kam er eben leider nicht. Immerhin aber wirkte fein Geber nicht so unvollkommen, wie man denken -bildung der Stube schlug es mich förmlich zurück: der Raum gehabt, son- glich einer Räucherkammer; anfänglich waren über . , ■ u-,-v- )«t. Deshalb Haupt keine Gegenstände zu sehen; alles, vom Fuß- Haben mir Deutschen alle Veranlassung, daran fest- ------ =-- v• — - - ö ö auhalten, daß nicht der Amerikaner Graham Bett, sondern Philipp Reis aus Gelnhausen ber wirkliche Erfinder des Fernsprechers ist. Es ist natürlich sehr leicht, hinterher zu sagen, Reis hätte dies oder jenes besser machen sollen, aber nach dem damaligen Stande der Technik war das kaum möglich. Es ist ja auch keiner von den zahllosen großen Physikern, denen Reis seine Erfindung vorgefuhrt hat, weitergekommen als er. Immer war e r der Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papiere.' angeführten Ziffern geben Oie Hohe bei zuletz, ve.chiosjenen Dividende an - Re.chsbankdiskoni 4 o H dranl'u jJt Ser1 tronf'u r 0 JJl 9 Ttin Irannur u. Di Hern SMlun» lurS Schluß». Abend' börse <5d)lup» fure Schlupf mittag» börse c^chluv- furt <*id)iuB.. Abend» bäh' Schluß. rure ed)lutif. JJllrtag» börse Schluv- für» (vmluvt Abend- börfc Schlud» iure tfdflußf Uhnaa dSrse ■Dahin 5.1 6-1 5.1 6 i Datum 5.1 1 6 ' 5-1 61 Dalum 5.i 4.1 5.1 •% Deutsche sHeldwanleibe v 1927 •% ehern.7% Tt.rRetdivanl d. 1929 6^1% öuunfl.iMnleihe oun 1930 Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit Auelvs.-Rechten Desgl ohne Auslo,.-Rechte «% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rüdgahlb 108%) 6% peil UanDe6banl Darmstadt Gold >R 12 6Vi% Hess LanbeS-Hypotbeken- bau, Darmstadt Via ul vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm Sammelabl Anleihe Serie l mit Auslos.-Rechten 6% ehern 8% »Zranks Hyp.-Bank Tvidvse 15 unkündbar bie 1935 < % ebem 7% Franks Hyp.-Bank ®ulovfe Ifl unkündbar bis 1936 W'o ehern 4'/.% .Zranks tzyp.- Bank'Liqu.-Pfandbriefe 6Vi% ebem 4ty% Rheinische Hyp-Bank-lltau-Boldpse • % ebem 8% Pr llanveSpsand» oriefünftali, Pfandbriefe R ,9 • % ebem 7% Pr Vandespsand- brieianftali, Pfandbriefe R io Eteuerautich BerrechnunaSkurS 4% Oetlerrelchiiche Hvldrente 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Äoldrente 4% Ungarische Staatsrenre v 1910 4K% desgl. von 1913 6% abgeil Äoldmepkaner von 99 4% türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1 ................... 95,5 '9,9 96 94,4 18.05 94,5 <3.75 93 94,13 94 94 3,6 93,5 4 94 96,4 16,5 0,80 5,05 4,8 1,75 6,4 5,35 6,5 95,5 99.90 95,13 94,9 18,55 94,25 93,75 92,5 93,65 94 94 93,9 94,25 94 94 96,5 17,25 5 4,80 4,90 5,3 95,13 '9,9 96 94,25 18.05 94.5 3.25 94,5 94 94 6,4 J,90 5,25 1.85 6,6 1,15 5 »4 95,13 100 95,5 94.75 118,35 94 94 94 96,5 19 5,20 7 4% desgl. Serie II 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/,%R>rmän.oereinb.Renteo.l9l3 4% Rumänische oeroinh. Rente . Anatolier Vamvurg.>AmerUa»Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 Han ja-Dampfschiff o Norddeutscher Lloyd .. o A-G. für Berlebrswesen Akt. 0 berliner Handelsgesellschaft 4 Commerz- und Privar-Bank 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft ............ o Dresdner Bank.............. o Reichsbank .............. zg A.E.G........... o Bekula ..........’ .......Q •Sleta Lieferungsgesellschaft . 6 Vldu und Kraft 6 gelten & Guilleaume o ?J,ef.^iUnIetne6mun6 6 «beinifdje Elektrizität 6 »chuckert «Co < Siemens L Halske... ...... 7 Lohmener L To.........V.’.IO Buderus ............. 0 Deutsche Erdöl ............. 4 Gelsenkirchener ............ 0 Harpener ... 0 tzoeich Eisen-Köln-Reuessen . 0 Ilse Bergbau .... g Ille Bergbau Genüsse ........ « Klocknerwerke ......... q Mannesmann-RS br« ......^ y i,55 4 3,3 ,7.6 27,5 '8,75 61,5 88 16 14,75 58,5 '67.5 6,5 123 -1,5 99,5 54,5 0,25 93 104 '48,5 '14,5 73 104,25 59,25 89 141 08,5 60 63.13 5,45 4 6,65 3,«0 27,75 32,5 33,5 64 88,25 46,25 55 59,5 167.5 27,9 123,25 91,5 99,4 54 90,75 92,13 104,5 149,5 115 73,75 104,5 60 90 108 60,4 63,75 5,3 0 3,25 27.9 27,4 22,5 '3,65 99.5 61 88 16 4,75 59,5 '67.5 6,25 >21,5 90 98.75 53,75 90,5 33,5 103 '48,5 114.5 73,25 103,25 59.25 89 67,9 141 •08.5 60 63,13 4 3,30 32,5 25 17,65 33,75 63,9 88 46,25 55 59,5 167.5 27 65 122,9 91 99,5 53,9 91,25 92,65 105 150 114.75 74,25 104,75 60 89,5 68,25 141 108 60,4 63,5 ManSfelder Bergbau........ 0 Kokswerke 0 Phontr Bergbau ......... 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstal-,I 0 Bereinigte Stahlwerke........ 0 Liao, Minen 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzderfurtb _____ 7 V, 0- G. Aarben-IndusMe....... 7 ScheideannaU............... 9 Goldschmidt ............... 0 Rürgerswerke ............... 0 Metallgesellschaft...... 0 Philipp Hohmann .......... 0 Zementwerk Heidelberg ......0 Lern entwert Karlstadt ....... 0 Schultheis Payenhvsel .. 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg 0 Zellstoff Waldhos .......... 0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas 7 Daimler Motoren ........... 0 Deutsche Linoleum.......«... 0 Oren stein & Koppel ......... 0 Leonhard Tietz .......... 0 Lbave 10 6laumulatoren»RabrfI........ 0 Lonis-Gummi ...... 0 Gridnel...... 01 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker .........8| 27,5 45,75 99.75 90 8,13 12,5 117 '19,5 156 12/,7b 192 •9,25 53,9 68,5 10 12,9 47 50,5 <6.75 37 16 144,5 186,25 21,7 I 188,75 1 29,25 46,75 199,5 89,75 38,75 11,75 113,75 117 154 127,75 189,5 48 54,5 68,75 83S 43 46,5 49,5 36.75 38 47 15,5 141,5 185,5 151,75 n| 1881 77.75 87 16,13 200 89,9 17,75 12 117 H9,25 155 127 19.13 54.25 69 96 41 46,5 19,5 38 115 6,5 46 60 15,75 145,25 184 151.75 -1 188 I 29 88,4 46,5 199,5 90,25 38,5 11.65 116,5 117,5 153 128,5 49 54,5 67 71 97 42,5 47 50,25 115,25 37,9 47 63 16,13 141,5 153 20,5 186,75 Lombardzmsfuß 5 o. H Dcoifenmarfl Berlin — Frankfurt a Hl 5. Januar 6.Januar Ämt»rt" Jtoncrunu | 3ne AkMliMr ffleb' honerun. 1 ."rir Helsingfo«.. 6,014 6,026 6,034 6,046 Wien .... 47,35 47,45 47,2b 47,35 Prag ..... 12,44 12,46 12,45 12,47 Budapest ... — — «ofja ..... 3,047 3,053 o,04/ 3,053 Holland ... '68,23 168,57 68 58 168 92 Oslo .... Kopenhagen. 68,28 68,42 68,63 68,77 60,69 60,81 60,99 61,ii Llockholm 70,08 70,22 70,48 70,62 London 13,59 13,62 13,685 13,715 Buenos Aires 0,637 0,641 0,636 0,64Q fleunort 2,642 2,64t ',677 ,683 Brüssel..... 58,14 58,26 58.27 58,36 Italien .... 22,01 22,05 22,03 22,07 Paris ..... 16,42 16.46 16,42 16.46 schwetz ... 81,07 81,23 81,17 81,33 Spanien.... 34,57 34,63 <4,52 34,58 Danzig .... 81,52 81,68 81,49 81 .65 .3avan ..... 0,817 0,819 0,819 0,821 :)ito de Ian. Zugoslawten. Lissabon .... 0,226 5,664 12,39 0,228 5,676 12,41 0,226 5,664 12,46 0,228 5,676 12,48 Vanknoten. Berlin, 6-Januar (Aeld r Ttoel * Amerikanische Noten.............. 2,63 2,65 58,32 Belgische Noten ................ 58,08 60,73 60,97 13 70 Englische Noten ................. 13,64 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,38 168,16 21,91 68,46 16'14 Italienische Noten .............. Norwegische Noten ............. '68 84 21,99 68.74 Deutsch Lesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten ............. Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Dpanische Noten................. 70,31 80,99 34,38 70,59 81,31 Ungarische Not« ............... 34,52 Nr. 6 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Montag. 8.Zanuar 193< Oie Ltralinda-Chronik. Die Lleberschwemmungskatastrophe im Elsaß. ■ w.«i MWFAG Vvmä - SfFtvVW.TO Ult'WS PF. A/At AT w/vo SV/VKW IV. X>r X>ia „X'r'S'iSVO.. t»VW> P AV/VDPfD AArO /vh!a«w ano t'wwsprtQosFiifiA. äaf IS A/61 #voi’>o.s$x Ajvo fi-f-rr. ,ao$r< isa.^Aiooj tobwomaX - A . CM» VV 4 tf r» / OI*M /VXIA/ AV/V i A J F:Oki\ /V\OT t MlX 4rt^ A/VO / S'Ä? VVA f /A . $.;T VA^ClfAFTAX /CtU j T£W VS 6L5 fotfr Afr h>Ar A ('Atl M , VPWOW K’FÄA» IR ! aaM n^o afid rouiMiX1 ,pX>vrA n VOOA^ X M AlnF/VM VFDAF VA ' vAAß? X ta a/av r rr/ vi* ur$a X a 6 e a aa vr W^w/Vßr^' faaafhf vrr. sa Awsf^a Xv >** ,3r .;Vv v *'= v/rs? ri?VA . Xt, und die Präsidenten der hessischen Gerichte. Der Gauführer erklärte, nachdem die innere Organisation des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen in der Rechtsfront und im Rechtsstand geschaffen wäre, sei auf diesem Gebiet ein gewisser Abschluß erreicht. Jetzt müsse die Verbindung des Rechts mit dem Volk vertieft und neugestaltet werden im Zeichen „ein Volk — ein R e ch t". Die Glückwünsche der Landeshauptstadt überbrachte Oberbürgermeister Dr. Mülle r. Der Gauführer des Oberlandesgerichtsbezirks Naumburg und Generalinspekteur der Reichsleitung des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen übermittelte die Grüße des Reichsjustizkommissars Dr. Frank. Er umriß die Aufgaben des BNSDJ. in großen Zügen und betonte, es fei Aufgabe für jeden der Rechtsfront angehörenden deutschen Menschen, ein hundertprozentiger Nationalsozialist zu werden. Darauf sprach der Oberregierungsrat im Reichsjustizministerium R. Sch raut, Mitglied der Akademie für deutsches Recht und stellvertretender Reichsgeschäftsführer des BNSDJ., über das Thema „Blutgebundenes Recht" Er verbreitete sich zunächst über die Begriffe Rasse und Recht und erwähnte die Schaffung der rasse- rechtlichen Gesetze in der Gesetzgebung des neuen Reiches Man dürfe nicht mit übertriebenen Hoffnungen auf eine nun rasch einsetzende Reform des gesamten deutschen Rechtswesens rechnen, denn es gelte, das gesamte deutsche Rechtsgut mit neuem Geist zu erfüllen, insbesondere die zivilrechtlichen und strafrechtlichen Vorstellungen miteinander in Einklang zu bringen Das neue deutsche Recht müsse von Grund auf schöpferisch neu gestaltet werden; bas bedürfe einer langjährigen gründlichen Arbeit, zu der alle Mitglieder des *63X51)3. aufgerufen seien. Der nationalsozialistische Geist müsse die Gerichtssäle und die Verhandlungen beherrschen. Wenn jeder mitarbeite, dann werde der Jurist im neuen Reich einen äußerst wichtigen Faktor darstellen, und das Vertrauen zum Juristenstand werde wiederkehren. Mit allen Kräften wolle der BNSDJ. am Werk des Führers Mitarbeiten durch die Schaffung eines im Volksempfinden verwurzelten deutschen Rechts. Am Abend fand eine große öffentliche Kundgebung statt. Der Gauführer Pg. A m e n d gab seiner Freude Ausdruck, daß eine so große Zahl Berufsgenossen erschienen sei. Besonders begrüßte er die Vertreter der Regierung, der Stadtverwaltung, die Dekane der Universitäten Gießen, Frankfurt am Main, Marburg und der Technischen Hochschule Darmstadt, sowie die Führer der nationalsozialistischen Bewegung. Rechtsanwalt und Notar Dr. E. N o a ck (Halle), der Gauführer des BNSDJ., Gau OLG.-Bezirk Naumburg und Generalinspekteur der Reichsleitung des BNSDJ., hielt ein Referat über „GtaatsrechtticheGedankenausHitlers ,Mein Kampfs" Er führte u. a. aus: Ein eigenartiger Zustand habe sich in den letzten Monaten herauskristallisiert. Berufene und unberufene Vertreter von Fachgebieten erklären, wenn sie die Feder ergreifen: „Was ich hier schreibe, entspricht der nationalsozialistischen Weltanschauung." Als Schriftleiter der juristischen Wochenschrift wundere er sich über solche Behauptungen. Er erinnere sich der Zeit, da er mit ganzen 30 nationalsozialistischen Juristen allein war. Er habe mit den Seinen immer gekämpft und gerungen aus den Worten des Führers: nicht einmal I als Kämpfer behaupteten sie damals: „So ist es im nationalsozialistischen Geist". Diele, die heute! von diesem Geist sprechen und schreiben, müsien sich ihn erst anerziehen. Ls gibt eine weltliche Bibel des National- fojialismus: Adolf Hitlers „Mein Kampf und einen Katechismus: Das Parteiprogramm. Alles muß mit den Worten des Führers belegt werden können, aus seinen goldenen Worten muß man schöpfen. Der Staat im nationalsozialistischen Sinne kann nicht aus Begriffen der vergangenen Epoche definiert werden. Die Definition des Staates war früher bei jedem Universitätsprofeffor, in jedem Lehrbuch eine andere. Diesen Zustand kritisierte der Führer mit trefflichen Worten. Je unmöglicher ein Staat geschaffen ist, desto gekünstelter ist seine Definition. Der Zweck war früher: Erhaltung der Staatsgewalt auf jeden Fall. Ein Gemengsel ethi- scher und sittlicher Werte wurde durcheinandergeworfen. Auch die Juristen haben sich in der vergangenen Periode gewunden wie die Aale, weil sie nicht anerkennen wollten, daß der Staat in feiner früheren Form nicht lebensfähig war. Den Staat nicht als ein höheres Lebewesen, sondern als das Sekundäre dem Volk gegenüber zu betrachten, lehrt Adolf Hitler. Die rassische, blutgebundene Einheit steht an erster Stelle. Der Führer definiert den Staat ganz eindeutig. Das Volkstum muß vor allem gesichert werden. Der Staat ist die organische Zusammenfassung der deutschen Volksgenossen innerhalb des Staatsgebietes. Die nationalsozialistische Weltanschauung sieht als primäres die Volksgemeinschaft an, als Sekundäres den Staat. Das ist gerade umgekehrt, wie früher. Bei den alten lideralistischen Grundrechten vergaß man ganz und gor die Grundpflichten. In den Vordergrund zu stellen sind die Pflichten der Gemeinschaft gegenüber. Diese Gemeinschaft hat im Mittelpunkt zu stehen. Von einem materiellen hat man zu einem ideellen Standpunkt zu kommen. Dabei kommen wir mitten in den Begriff des deutschen Sozialismus. Der oberste Wirtschaftsgrundsatz muß in die Verfassung hineinwachsen. Der Sozialismus im Nationalsozialismus unterscheidet sich bei weitem von dem Sozialismus des Marxismus. Kampf für das Wohl d e r Gemeinschaft, das ist deutscher So- z i a l i s m u s. Die Wirtschaft dient der Gesamtheit. Wir wollen im Kampf das egoistische Ich besiegen. Bevor man eine Handlung ausführt, ist zu fragen: Liegt sie im Interesse der Allgemeinheit? Wenn'das nicht der Fall ist, hat diese Handlung zu unterbleiben Das ist der Gedanke der Volksgemeinschaft. Früher verstanden der Arbeiter des Kopfes und der Hand einander nicht. Heute ist es gut, wenn im Ar- beitsbienfttager die Jugend sieht, was die Arbeit der Faust wert ist. Umgekehrt muß der Arbeiter der Faust die Gedankenarbeit und Jdeenarbeit des Arbeiters des Kopfes für die Gesamtheit richtig erkennen. Der Zweck des Staates ist die Erhaltung der Rasse. Dieses Ziel muß alle einheitlich beherrschen. Die Totalität unseres Zieles erzeugt die Unitarität unserer Gedankenrichtungen. Damit ist der Parlamentarismus überwunden Der Redner erinnerte bann an die Halbheit der Parlamente. Halb war die Politik nach außen, halb die Polenpolitik, die Lösung der elsaß-lothringischen Fragen. Der Halbheit erlag auch unser Heer. Daher 'der Zorn des Führers gegen den Parlamentarismus und fein Sieg über den Parlamentarismus. Der Parlamentarismus war für alle die Flucht aus der Verant- wortung. An feine Stelle tritt der Führergedanke, das Führerprinzip. Es gibt im nationalsözialisti- scheu Staat nur verantwortungsvolle Personen. Die Entscheidung trifft ein Mann: ihm stehen nur Berater zur Seite. Verantwortlichkeit nach oben, Autorität nach unten, nur so kommen wir wieder zum Aufstieg. Im Führer finden mir unendlich viele staatsrechtliche Gedanken. Selbst wenn man aber auf allen diesen Grundlagen ein umfassendes Recht nufbauca würde, müßte es als Menschenwerk Lücken aufweisen Wir können die Lücken nur beseitigen durch Erziehungsarbeit am Volk, und wir Juristen durch Erziehung an uns f e l b ft Menschen, die im materialistischen Staat groß wurden, haben guten Willen; aber unsere Jugend, der Nachwuchs, die jungen Referendare, müssen arbeiten, kämpfen um die große Idee. Diese Jugend wird dann die Idee des Führers restlos verwirklichen. Mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Liod fand die Kundgebung ihren Abschluß. Der zweite Tag. LPD. D a r m st a d t, 7. Jan. Der Erste Hessische Juristentag brachte am Sonntagmorgen zunächst einen Amtswalterappell, bei dem die angetretenen Amtswalter dem Gauführer gemeldet und vorgestellt wurden; ihnen wurde der Dank der Reichsleitung für ihre Tätigkeit übermittelt. Bemerkenswert ist, daß in Hessen dem BNSDJ. gegenüber Januar 1933, wo es nur 24 Mann waren, jetzt 1200 Juristen, das ist etwa die Hälfte aller hessischen Juristen, angehören. Um auf der Tagung auch einem Hessen das Wort zu geben, hatte man Oberlandesgerichtsrat Dr. Fuchs (Darmstadt) um einen Vortrag gebeten. Bei der Erörterung des Themas Rechtsentwickelung und Rechtsgestaltung stellte der Redner den Merkmalen des uns wesensfremden römischen Rechts die Vorzüge des deutschen Rechts gegenüber. Nach römischem Recht komme zuerst der Staat, nach deutschem zuerst die Volksgemeinschaft; das deutsche Recht kenne Stände in Gedenket der hungernden Vögel! organischer Form, das römische Recht nur die gleiche Masse von Untertanen. Es sei Aufgabe des zu schaffenden deutschen Rechts, die im Volksgeist wurzelnde Spannung zwischen Seele und Verstand auf einer höheren Ebene in Ganzheit auszugleichen. Zum Schluß forderte Dr. Fuchs von dem Richter, daß er volksverbunden und eine Persönlichkeit sei und in voller Unabhängigkeit fein Amt ausübe. Sitzungen des Junsten-Nachwuchses. In die Tagung war eine Sitzung der Referendare und Assessoren eingefügt, wobei Assessor Sender mitteilte, daß alle hessischen Referendare dem BNSDJ. angehören und SA.- oder SS.-Männer sind. • Das Referat für die Jugend hielt Affeffor Vier- heller (Mainz) in ebenso knapper, wie temperamentvoller Form. Er verlangte von der Jugend Ehrfurcht vor dem wertvollen Ueberlieferungsgut deutscher Geschichte, forderte, den jugendlichen Sturm- und Erneuerungsgeist wachzuhalten und rief den jungen Juristen zu, „tüchtig, fähig und aus dem Volke" zu fein. Nach einem Führerwort könne der Boden der Justiz kein anderer fein, als der Boden der Existenz der Nation. Der Gauführer beglückwünschte den Sprecher wie die Jugend, daß es ihr vergönnt sei, mit unverbrauchter Kraft am Neuaufbau des Reiches mitwirken zu können. Das Schlußreferat hielt am Nachmittag der Leiter der Reichspropagandastelle Hessen, Pg. Trefz, der die Fragen »Volk und Führung", „Volk und Recht, behandelte. Es sei die verantwortungsvolle Aufgabe der Juristen, ein Recht zu schaffen, das im Vertrauen des Volkes zum Führer stecke. Man müsse zuerst ein guter Volksgenosse und Nationalsozialist sein, ehe man Jurist fei. Dazu fei die Eingliederung in die Volksa"meinscha't nötig. Wie der Arbeiter leine marxistischen, so hätten die bürgerlichen Kreise ihre liberalistiich-kapitalistisch'n Vorurteile zu überwinden. Je schneller das geschehe, um so besser sei es ’"ür das Deutsche Volk und seine Zukunst. Entscheidend sei der völlige Einsatz und die Hingabe an die nationalsozialistische Idee, der unerschütterliche Glaube an den Führer. Nachdem der lebhafte Beifall verrauscht war, beschlossen die Klänge des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes die eindrucksreiche Erste Hessische Juristentagung. Aus der Provinzialhaupisiadi. Es geht wieder bergan. Die Wintersonnenwende, der Tag, an dem die Sonne sich am 22. Dezember am weitesten nach Süden von dem Aequator entfernte, um sich ihm nun wieder in aufsteigender Bahn zu nähern, liegt jetzt schon eine Zeit hinter uns. Aeußerlich scheint diese Tatsache noch wenig Ausdruck zu finden. Und doch beginnen, bei genauerem Hinsehen, die Nächte schon aanL allmählich wieder kürzer zu werden, und die Dämmerung scheint sich zu verringern, um damit den Tag kaum merklich vorerst zu verlängern. Auch das freundlichere Lächeln der Wintersonne ist weder eine optische, noch eine Gefühlstäuschung, wenn in den Mittagsstunden die Umwelt uns weniger grimmig anblickt, als es in den Tagen der Jahreswende war, an denen es manchmal überhaupt nicht heller Tag werden wollte. Doch „Gut Ding will Weile haben", und es wäre zum mindesten voreilig, wollte man schon jetzt das Segel der Hoffnung, daß der Winter überstanden fei, am Großmast hissen. Denn der Winter ist ein wetterwendiger Geselle. Der weißbärtige Griesgram hat, wie die meisten alten Herren, seine Launen, er ist mit warmem Unterzeug und mit Vorsicht zu genießen. Der leuchtende Sonnenwagen wird in langsamer Fahrt die Kurve aufwärts nehmen. Jeder Anstieg, soll er die Erreichung eines Zieles verbürgen, muß sich schrittweise vollziehen und ohne übereilte Hast. Mit der abgezirkelten Gleichmäßigkeit eines Uhrwerkes, dessen Stettgkeit den unbeirrbaren Ablauf ewiger Gesetze in der Natur zu versinnbildlichen geeignet ist, des Weges und des Zieles bewußt, muß jeder Anstieg vor sich gehen. Nur eine planmäßige Entwicklung, die alle Möglichkeiten nach ihrem inneren Wert abzuschätzen und in eine zukünftige Gestaltung vorausberechnend einzufügen vermag, nur ein solcher Anstieg wird den Einsatz und die restlose Ausnutzung aller verfügbaren Kräfte lohnen, und wird jene innere Befriedigung schenken, die Weg und Mühen vergilt. Steile Aufstiege, wie sie die Rekordsucht der verflossenen Zeit begünftigte und feierte, die häufig aus dem Dunkel des Unbekannten in die grelle Helle der Tagesberühmtheiten aufschossen, bedeuteten fast immer nur einen rafch vergehenden Erfolg und endeten mit einem umso jäheren Sturz in das Nichts der Vergessenheit. Sie waren Raubbau an vorhandenen Anlagen, obeMächliche und sinnwidrige Hoch- fonftruftion'en, die unter ihrer eigenen kurzsichtigen und deshalb fehlerhaften Statik zusammenbrachen. Es geht wieder berganI Ein neues Jahr ist zu großer Fahrt ausgelaufen. Ein neuer Frühling in der Natur und in dem Leben unseres Volkes winkt von den Gestaden, auf die das Schiff Kurs halten wird. Wie bis zum Lenz noch mancher Sturm und Frost, das erwachend Leben in der Flur niederzuhalten, über die Erde fegen und sich legen wird, so wird auch noch manche Welle gegen den festen Willen des Einzelnen und den Willen der Gemeinschaft anbranden. Wenn alle Mann über und unter Deck ihre Pflicht tun, dann wird es drinnen und draußen mit unserer Volksgemeinschaft weiter bergan gehen, dem Platz an der Sonne zu. Wer hat einen ausländischen Kinder- lustba^lon Sekunden? In letzter Zeit sind verschiedentlich Kinderluftballons mit angehängten Karten, u. a. in der Gegend von Heppenheim, gelandet. Die Finder, die die dem Ballon angehängte Karte an die darauf angegebene Adresse zurückschickten, erhielten zu ihrer großen Ueberraschung Postsendungen aus Süd- fr a n k re i ch . mit deutschen und französischen Begleitschreiben. Wie das Staatspresseamt mitteilt, hat jeder, der einen derartigen ausländischen Kinder- luftballon findet, diesen sofort der zuständigen Polizeibehörde abzuliefern. Am Stage uns OienirstunSen der hessischen Staatsbehörden. Das Staatspresseamt teilt mit: Die Fülle von Gesetzen und Anordnungen, die sich aus der politischen Umstellung auf allen Gebieten ergibt, sowie Eingaben und Beschwerden aller Art, nehmen die Behörden so stark in Anspruch, daß der Verkehr mit dem Publikum auf die festgesetzten Sprechstunden unbedingt beschränkt werden muß. Nur in den dringendsten Ausnahmefällen können für die Zukunft Volksgenossen außerhalb der Sprechstunden empfangen werden. Die Sprechstunden müssen unter allen Umständen eingehalten werden, da sonst eine pünktliche und rasche Erledigung der laufenden Arbeiten unmöglich ist. Die Sprechstunden des Staatsministers und der Ministerialabteilungen sind Samstag von 8.30 bis 13 Uhr. An Oberhestens Hitlerjugend und Jungvolk. Kameraden! Am heutigen Tage verlasse ich Oberhessen, um in der Pfalz eine neue Aufgabe zu übernehmen. Stets werde ich gern der Tage und Jahre denken, die ich mit Euch zusammen verlebt habe. Die harte Zeit des Kampfes wird mir immer ebenso nahe fein, wie das vergangene Jahr des Sieges mit all feinen großen Tagen. Am lebendigsten aber wird mir der Geist Eurer Kameradschaft und die siegesgewisse Strenge Eures jungen Lebens bleiben. Wichtiger aber als jede Erinnerung scheint mir an diesem die Gewißheit, daß wir uns auf einander verlassen können. Heil Hitler! Friedberg, den 8. Januar 1934. Euer Rupprecht Hainer. Oer Fremdenverkehr in den hessischen Städten im Sommer 1933. Im Fremdenbesuch stand unter den hessischen Städten im vergangenen Sommer an der Spitze die Stadt Mainz mit 42 611 Besuchern. Die erste Schlacht im Kampfe gegen hunger und Kälte ist durch Einsatz aller zur Verfügung stehenden Kräfte sämtlicher Organisationen für unser Kreisgebiet in vorbildlicher Weife geschlagen worden. Allen Beteiligten, Spendern und Helfern, hierfür Anerkennung und Dank! Der zweite Angriff, den wir ebenso siegreich beenden müssen, steht uns bevor. Jeder hat seinen Wann zu stehen, jeder muß nach seinen Kräften spenden undopfern! Die Volksgenossen in den Städten, die in der tage sind, werden hierdurch aufgefordert, sich an der in der Zeit vom 9. bis 14. Januar stattfindenden Kleider- und WS chesammlung recht rege zu beteiligen. Die gesammelten Sachen sollen der Landbevölkerung zugute kommen, weil die Sachen von den dort notleidenden Volksgenossen dringend benötigt werden. Das Land hat auch ein Recht auf die Hilfe der S tad t, weil es durch Hergabe von Kartoffeln, Getreide, Kuchen und Gebäck geholfen hat. Entsprechende Aufrufe über Tag und Stunde der Abholung werden durch die Ortsgruppenwalter hier an diefer Stelle bekanntgemacht. Bom 16. Januar ab findet eine zweit: Pfundsammlung statt. Es folgen Darmstadt mH 25 664, Bingen 23 185, Bad-Nauheim 21216, Gießen 12721, Worms 9632, Michelstadt 6545, Offenbach 4845, Lindenfels i. O. 4354, Bad Wimpfen 3683, Heppenheim 3443, Lauterbach 2877, König i. O. 2858, Ingen- heim a. d. B. 2582. Ganz anders stellt sich die Reihenfolge dar nach der Zahl der U e b e r • nachtungen. Hier steht Bad-Nauheim mit 442 492 weitaus an der Spitze. Da Mainz keine Uebernachtungen angegeben hat, folgen Bingen mit 40 450, Darmstadt 36 273, Bad König i. O. 34 821, Bad Salzhausen 30 613, Jugenheim 27 875, Lindenfels 27 686, Gießen 27 149, Bad Wimpfen 12 812, Michelstadt 12 627, Worms 10 268, Auerbach 8637, Vielbrunn i. O. 8321, Reichelsheim i. O. 7650, Seeheim 7254, Offenbach 5823, Heppenheim 4996 und Wald-Michelbach 4840. Größere Fahrgeschwindigkeit auf Nebenstrecken. Aus eine Eingabe des stellvertretenden Führers des Wssterwaldvereins an die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. um Erzielung größerer Fahrgeschwindigkeit auf den Westerwaldstrecken hat die Frankfurter Direktion folgendes geantwortet: Die Fahngefchwindigkeit und Aufenthalte der Züge auf sämtlichen Nebenstrecken unseres Bezirks werden gegenwärtig nachgeprüft. Voraussichtlich wird zum 15. Mai 1934 auf fast allen Nebenbahnstrecken mit einer zum Teil wesentlich geringeren Fahrtdauer gerechnet werden können. Vorsicht bei der Aufbewahrung gütiger Flüssigkeiten. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Vielfach werden sowhl im Haushalt, als im Gewerbebetrieb Gefäße, die zur Aufnahme von Nahrungs- und Genußmitteln bestimmt sind, wie Wein-, Bier- und Mineralwasserflascken, zur Aufbewahrung giftigerFlüssigkeiten benutzt, die im Haushalt oder im Gewerbebetrieb Verwendung finden sollen (z. B. Salzsäure, Salpetersäure, Karbolsäure, lich ein großer Bedarf vorhanden ist. Ich richte daher schon jetzt an sämtliche Haushaltungen die Bitte, Pfundpakete mit Lebensrnitteln bereitzuhalten. Um eine rasche und einwandfreie Verteilung vornehmen zu können, wird es zweckmäßig sein, die Pakete mit einer Aufschrift über den Inhalt zu versehen. „Gewinnt die zweite Schlacht, seid Sozialisten der Tat; Soldaten im Kampfe gegen hunger und Kälte." heil Hitler! Gez.: Klöß, Kreisführer des DHW. Gez.: W o h a u p t, Kreisgeschäftsführer des WHW. Aufruf des WinierhrlfswerkS an dre deutschen ©t stungen. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 bittet die Verwaltungen aller deutschen Stiftungen, die im Jahre 1933 und in den vorigen Jahren Ausschüttungen nicht vorgenommen haben, die Erträgnisse ihrer Stiftungen der Reichsführung des Winterhilfswerkes Berlin, Reichstag, bekanntzugeben. Soweit dies möglich ist, sollen die gesamten Erträgnisse dieser Stiftungen dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt werden, damit auf diese Weise brach- Diese Sammlung muß ebenfalls wieder einen guten liegendes Volksvermögen zum Kampf gegen hunger Erfolg bringen, da für Lebensrnittel selbsiversiänd-1 und Kälte eingesetzt werden kann. Ausruf üum zweiten Abschnitt des MnierMwettes! Kreisführung Gießen. Mieder etwas sehr Sonderbares, Er fraß — Neues VVM Kampf gegen die Ma'aria. r 1 di niinn er n£> in otnom ’n, nmtrnnf W-kerbunde- hat sich MWIZWfflä’Ä in iffigfte Kontrolle hat sich gezeigt, daß im Jahre 1933 geborenen 48 Kindern unter den nur zwei von Malaria befallen wurden, also sichere nffo ©rnnPo 9rhmm betragen wurde wenn man Neuinfektionen zeigten, alle Kranken ordnungsgemäß behandelte. Es wur- 0 ö Sibiriens neuer Haken. in ,,-üa io) ja nun den Auftrag o iziell habe, kann zu, der Strunk aeböre dem fierrn aanj Er hole fich " .fTpl ^gen oiejes jo wen verorenere lietoen ich es Ihnen ruhig sagen. Ich wußte, daß ich den nurtäglich ein knTeil^^oon ab. 91a ick will die! d.urchzufuhren, wurden in Hamburg, m^ber j peH^ibn"auf Te?' GHa^an hin' Mit' abgehEen^durch die A^e^der Malaria- ..Menschenkind'" ftm.nfo hör tThof 1 hroi Ä^^genden^ und ließ und so wird jetzt ein Malaria-Kursus in Singapore Ja, das war nicht sehr anständig von mir. Aber „Was ist das?" fragte der Chef. „Das find — verbotene Früchte!" lächelte Kay. „Wie kommen Sie zu den Dingern?" „Da ich ja nun den Auftrag offiziell habe, kann richtigen Speckbauch. Trotzdem lebte Carrelo vegetarisch. Jeden Tag ging er in einen Gemüse- oder Obstladen und kaufte sich seine Mahlzeiten ein. Boh- „Schade", erwiderte Kay, „daß Sie Carrelos Gesicht bei der Verhaftung nicht gesehen haben. Ich erklärte ihm, ich würde natürlich dafür Sorge tragen, daß er im Gefängnis seinen geregelten Lebenswandel weiterführen dürfe. Wir würden ihm nur vegetarische Kost reichen lassen. Er sah mich so wütend an, daß ich längst eine Leiche wäre, wenn Blicke taten könnten ..." „Wie man’s nimmt. Carrelo lebte streng vegetarisch. Es wunderte mich. Muß ich schon sagen. Carrelo hat, wenn Sie sich vielleicht erinnern, einen zwanzig Stück davon abgeschnitten. Ja, erwiderte der Verkäufer und warf mir einen wütenden Blick die Steine geschaffen, man brachte in der Haut der Bananen seine Schnitte an, steckte die Steine in das drei Stück in meiner Tasche verschwinden." „Aber, mein lieber Kay!" ein Mund ^geführt. Die Ochininversorgung der Welt Rußland hat seit langen Jahren die Erschließung Der Ver- n„ unzureichend, und man hat versucht, Sibiriens auf dem Wege durch das Nördliche Eis- kauft? schnitt fie van einem“StrunE ab. der links in monnen^n ritten ’ffrinfe“au?"r weitgehend gefördert. Allein über di? Mün- einer Ecke hing. Ich verlangte auch Bananen. Der j Sim« hn* J n J?-af ™n0en 1,0,1 06 uni> J-Mei hat man sibirische .711“““ veeu.uH, uuruuj Verkäufer ging an einen Strunk, der rechts hing. aräfateTOennÄri.« Üblich , Waren bis zu 100 000 Tannen ausgeführt. Neuer. Vor ihm lagen sieben große funkelnde Diamanten, Nein, sagte ich, ich möchte von dem Strunk dort Hnb mU9 L t billigeren Stoffe- notwendig dings ist Rußlands Arbeit darauf gerichtet, außer wundervollem Feuer blitzend und funkelnd. links. Die seien unverkäuflich, erwiderte der Ver- ffien hu*3“' den Flußgebieten Ob und Jenissei auch die noch ylsna hncv frnnto hör fCkof «• • r » ,.. . uuien. vjrORe jiDf i HUnoen teRt man nut nnn A; i4. r: _ s.. n , .... ' Verbotene Früchte. Von Kurt l/üetlrfe Der Chef trommelte nervös mit einem Bleistift auf die ischreibtgcypwtte. „Ich erteile Ihnen hiermit den Auftrag, sich um die Diamantensache zu bekümmern. Ich verhehle Ihnen nicht, büß Sie unser ' | lAk Vtll (J 1 L J ll M UlUC H, und so wird jetzt ein Malaria-Kursus in Singapore stattfinden. Ein neuer wissenschaftlicher Mittelpunkt ist in der Versuchsstation zur Malaria-Bekämpfung geschaffen worden, über deren Ziele und Arbeiten Claus Schilling in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet. Hier wird die Wirkfamkeit der verschiedenen Methoden erforscht, und die Ergebnisse werden für die Praxis ausgewertet. Die erste Versuchsreihe bezog sich auf das Schwein- furttjer Grün, das, in feiner Verteilung auf die vmiuu uci uu wquj.ujic uik j/uriu un öpieic icuic, jiuuiuucii, ^uuciuiuilh, öujuiöci, .HUiuunuueil ,.. .7— < ™ . < J ' rtweimui tvraMM ’lSlOSmOCDin. Wahrend M hat- Sie wissen, Carrelo ist ein ehemaliger Zucht- und Deutsches Beefsteak. In ungeahnten Mengen. Der Ausbreitung der Malaria in den Torps die Malaria keinen Rückgang zeigte haben Häusler, der wegen schweren Betrugs und Erpref- Nur Gemüse oder Obst aß er nicht dazu. Der Herr Landern beschäftigt und Erhebungen an- die Fälle in Posada beträchtlich abqenommm und fung geleiten hat. Der Bursche ist jetzt 1° vorsichtig Vegetarier. Komisch, —° <•*- —" ---•- stellt Uber bte Cb.n.n.Mrn«» h.. ... > ... ---------mm-n- UN? geworden, daß wir ihm überhaupt nicht beikommen *" können. Wo bekommt Carrelo die Diamanten her? „Menschenskind!" staunte der Chef. „Reden Sie!" „Nun, nachdem ich das Problem gelöst habe, war es ja eigentlich gar kein Problem. Kinderleicht. Sehr VU3 ™ un|lutl0ig öun Illir. ^er baf? irfJ an 61, Ä ra9 dowlt an, ich hatte ja damals noch keinen offiziellen Auftrag ... daß ich Carrelo beobachten ließ. Ich ließ mir genau Ich nahm die Bananen mit nach Haufe, schnitt sie Tageslauf beschreiben Minute für Minute, auf und fand darin — diese sieben hübschen Diaman- du?ch^manch"s^Wisie?sMrte."°"^ d°. ten. Dagmar mir,kü- Sache klar. In Holland.wurden „Und was war davon das Wissenswerteste? lyettschen Präparate Vlasrnochin und Atebnn. Um den Kampf gegen dieses so weit verbreitete Leiden I "Daß Carrelo vegetarisch lebte." i weiche Fleisch der Frucht und klebte die Haut wieder Oberfläche stehender Gewässer ausgestreut, von den „Wie? Aber das ist doch seine Privatangelegen- mit einem besonderen Bindemittel zu. Der Obstladen im Wasser lebenden Larven der die Malaria über- ! heit/" ist die Vermittlungsstelle für Diamanten ..." I tragenden Anopheles-Mücken gefreßen wird und sie „Wie man’s nimmt. Carrelo lebte streng vege- Der Ches stieß ein brüllendes Gelächter aus. > tötet. Man weiß jetzt genau, wo diese wertvolle weiter östlich liegende Lena wirtschaftlich zu erschließen. Die Vorarbeiten sind schon weit gediehen. Durch Flugzeuge wird ein recht guter Eissicherungs- dienst durchgeführt, der es gestattet, den Schiffen den günstigsten Kurs zu melden. In der Nähe der Lena-Mündung soll nunmehr ein Hafen gebaut werden. In diesem Jahre wird man damit beginnen, im Frühjahr 1935 will man den Hasen fertig haben und ihn in Betrieb nehmen. Wiederum ist durch Flugzeuge der günstigste Platz für die Hafen- anlage festgestellt worden; schon jetzt sind Menschen auf dem Wege nach der Lena-Mündung, um möglichst bald mit den Arbeiten anfangen zu können. Mit einem Sägewerk, das den Holzreichtum der sibirischen Wälder verarbeiten wird, soll eine neue Fischkonservenindustrie erstehen, weil sich für den Fischfang im Großen gerade hier besonders gute Möglichkeiten bieten. Dämpfung zu ihrer Verfügung stehen. Dabei ergab können. Wo bekommt Carrelo die Diamanten her?, Der Chef zog die Augenbrauen hoch- ,Na ich «n $Be“bebajL an jährlich etwa Cs ist rätfelhaft. Wir haben feine Post überwachen weiß noch gar nichts - Kilogramm betragen wurde,------- laßen, wir haben monatelang jeden seiner Schritte, „Als ich heraus hatte daß Carrelo aar kein Veae. h“ X“.“““ ,^nungsgemus oeyanoeue. rrs wur- beobachten lasten — und wir find noch genau jo weit tarier war wußte ich Bejcheid Ich legte m r eines letzten Jahr von den Regierungen der w!°°°-her. Ich zweifle manchmal da7°n, ob Carrelo Tages rin- Maske an und ging gleich nad) Ca“"“ kommenden Länder nur 156 280 Kilo- 1I in fein Obstgeschäft. Er kaufte Möhren, t "" Mag lächelte. I Spargel und fünfundzwanzig Bananen. Dann griff er m die Tasche feines Mantels und f" ' — - - • holte etwas heraus. Er warf es auf den Tisch. ( Der Ches starrte verblüfft darauf. s letzter Einsatz sind. Gelingt es Ihnen nichl, diese .... Gajmuggelaffdre aufzudecken, so weiß ich nicht, wer nen, Blurnenkohft Spinat, aber auch Feigen, Datteln sie aufoecken soll." , und Bananen. Was der Mensch an Bananen Der* Kay lächelte. > zehrt hat, können Sie sich kaum DOiftctten. Ja, so „Um die Sache noch einmal kurz zu wiederholen", war das. Carrelo kaufte sich seine vegetarischen fuhr der Chef fort, „also — aus Holland werden Mahlzeiten, brachte fie nach Hause und tat dort etwas ß Mengen von geschliffenen Diamanten nach Sonderbares damit. Nachdem er dieses Sonderbare .ch.and geschmuggelt. Der gesamte Juwelen- damit getan hatte, fuhr er in einen anderen handel liegt uns seit zwei Jahren in den Ohren. Er Stadtteil." ' . Was machte er da?" wird ruiniert durch die Ueberschwcmmung des Marktes. Wir haben alles getan, um Spuren zu , , „ entdecken, wir wissen aber lediglich eins: Daß Tho- Verzeihung — er aß in einem Restaurant Hammel-1 mas Earrelo bei der Geschichte die Hand im Spiele keule, Rouladen, Sauerbraten, Schnitzel, Karbonaden wn uD ci muji uuqu. -„r," „z ----. r vü 7 »ic yuue in Pv ava veiracyincy aoqe . ), was? Na, und damit war ja , "ber d ,e Chinin-Mengen die zu ihrer Be- als zuverlässigste Kontrolle hat sich das Problem bereits gelöst." rampsuna zu ihrer Ver.uauna stehen. Daher ernah s ° ^noo ' Der Chef stieß ein brüllendes Gelächter aus. , v r „Verhaften habe ich ihn auch schon lassen", sagte Methode angewendet werden kann und unter roel- Kay. chen Bedingungen sie versagt. Eine andere Kampf- „Sie sind ein frecher Bursche", lachte der Chef, lorm ist die Verwandlung von Lagunen mit Süß- „ein ganz famoser frecher Bursche." । wasser in solche mit Salzgehalt durch Anlegung ~' - - - - — - - eines Durchstichs zum Meer, wie dies in Durazzo geschehen ist; die Anopheles, die im süßen Wasser gebrütet hatten, verschwanden unter dem Einfluß des Salzes vollständig. Neuerdings ist man auch an diesem Institut dazu übergegangen, mit Hilfe des deutschen Präparates Plasmochin die im Blut befindlichen Parasiten zu „sterilisieren". In zwei benachbarten Dörfern Posada und Torpe wurde folgender Versuch angestellt: in Torp6 wurden nur die Malaria-Kranken mit Chinin behandelt; in Po- faba erhielt die ganze Bevölkerung zweimal wöchentlich während der Fieberzeit von Juni bis Oktober S.Upori Erneuerung des deutschen Rechts Kußball des Sonntags Auf Einladung des Kommandeurs unseres Bataillons sprach am Freitagabend im Offiziersheim in der Aeughauskaserne vor den Dinieren der Standorte Gießen und Marburg und einem großen Kreise geladener Gäste der Gießener Universi- tätsprosessor Dr. Bley über das Thema „E r - Neuerung des deutschen Rechts". darum, das Judentum auszuscheiden, weil es für das deutsche Volk fremd und mit unserem Blut unvereinbar sei. Diese Abscheidung des Judentums bringe natürlich gewisse Härten mit sich, aber sie sei notwendig für das deutsche Volk, denn für uns seien Erster Grundsatz müsse sein, die nordische Rasse zu pflegen. Was heute an wahrer menschlicher Kultur auf der Erde vorzufinden sei, sei arischer, nordischer Herkunft. Wenn der nordische Mensch aus- geschaltet würde, so würde in absehbarer Zeit au unserer Erde tiefstes kulturelles Dunkel herrschen. Der Arier sei der Kulturbegründer. Deshalb müsse das Blut der nordischen Rasse nicht nur erhalten, sondern vermehrt werden. Davon hänge Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes ab. Regulierbar sei die Erbmasse nur von der Eheschließung her. Hier gelte es Einfluß zu nehmen. Voraussetzung für irgendwelche Einflußnahme sei die Erkennung der Erbanlagen der Ehegatten. Der Staat habe nicht die Absicht, die Freiheit der Gattenwahl zu beschränken. Der Staat habe aber die Möglichkeit, eine Gruppe von in allen Teilen besonders geeigneten Menschen auszuwählen und ihr unter bestimmten Voraussetzungen die Wahlfreiheit zu lassen. Der Staat könne also Auslesegruppen schaffen. Da die Gattenwahl vom TNanne ausgehe, müsse die Heranwachsende männliche Jugend so erzogen werden, daß sie den rechten Blick für wertvolles Frauentum bekomme. unter der Führung Adolf Hitlers, der in bewundernswerter Weise und Sicherheit immer den deutsche Volk nicht finden, denn sie kannte ja nur die EinAelperlönlichkeit. Auf diesem Baden erwuchsen in der Wirtschaft die Jnteressentenverbände, im polnischen Leben die Klassen. Demgegenüber hat der Nationalsozialismus das Volk gefunden; er geht nicht vom Staate aus, sondern vom Volke. Das Volk ist ihm eine naturgegebene Gröhe, während dem Liberalismus das Volk nur eine juristische Gröhe war. Der Redner kam sodann auf den R a s s e g e d a n- k e n in der Neugestaltung des Staates und des Rechts zu sprechen, behandelte hierbei in aroßen Zügen die grundlegenden Merkmale der Rallen- politik und betonte nachdrücklich, wer den Gedanken der Rasse nicht anerkenne, könne in keiner Weise Nationalsozialist sein. Die Geschichte beweise klar und ein- dringlich, daß durch die Herrschaft des nordischen Menschen Kulturen und Reiche geschaffen wurden, daß nur auf diesem Wege die wertvollsten volklichen und ideellen Güter der Nation erschlossen werden könnten. Auch im Recht und seiner Wissenschaft mülle der Rallegedanke die maßgebliche Stellung erbalten. Im Recht des deutschen Volkes müsse der nordische Geist zum Ausdruck kommen und ge- pfleat werden um eine klare Scheidung von den ralleiremden Menschen herbeizuführen. Es gehe jetzt Rasie und Volkstum ein höherwertigerer Begriff als der einzelne Jude. Die Lösung aller dieser Aufgaben werde nach strengem Rechtsgesichtspunkt vor sich gehen, der Boden des Rechts werde hierbei in keiner Weise verlassen werden. Der völkischen Erhaltung und Förderung diene vor allem auch die Neugestaltung unseres Vo- denrechts, wie es jetzt schon im Lrbhofrecht zum Ausdruck komme. Auf der gleichen Linie liege die allmähliche Ausschaltung aller lebensunwertigen Elemente durch entsprechende 2Nah- nahmen der Gesetzgebung (Sterilisation usw.) Der Redner kam dann auf die Erfordernisse des Hanau 93 Borussia Fulda SC. 03 Kassel Kurhessen Kassel VfB. Friedberg Hessen Hersfeld Spielverein Kassel Spoxt Kasiel Kurhessen Marburg Chattia Kassel Die Ergebnisse der Bezirksklasse. Von den angesetzten fünf Spielen der Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen mußten zwei Spiele ausfallen. Der Waldlportvlaß ließ eine Austragung des Kamkes gegen Bad-Nauheim nicht zu und die Gäste mußten unverrichteter Sache abziehen. Auch den vielen erschienenen Zuschauern blieb nichts anderes übrig. Das Sviel Ockershausen gegen Butzbach konnte auch nicht ausaetragen werden. Die Ergebnisse der übrigen drei Spiele: Marburg G"rmania — Spielvereinigung 1900 3:1. Weblar — Lallar 8:0. Watzenborn-Steinberg — Groß-Karben 5:1. Gpielver-einiqung 1900 (Hießen Germania Marburg — 1900 Giehen 3:1 (1:1). Die Spielausfälle in der Gruppe Oberhessen bewiesen, daß die Sportplätze mehr Schlittschuhbahnen aleichen als Fußballfeldern. Auch der Germanen- Platz in Marburg war vereist. Es wurde aber et- was Sand in die Tore gestreut und das Treffen Germania gegen 1900 wurde durchgeführt. Bei den Gießenern hatte man in Anbetracht des mehrfachen Ersabes, kaum eine Aussicht auf Sieg. Der Verlauf des Spieles bewies aber das Gegenteil. Die Blauweißen fanden sich schnell zusammen und diktierten den Spielverlauf. Das Schlußdreieck war sehr sicher. Mittelläufer Heilmann beherrschte das Mittelfeld. Der Angriff der Gießener war schwach beseht. Es mangelte vor allem an der Schußkraft. 1900 Gießen war bis zum Wechsel bestimmt zwei bis drei Tore besser. Während Germania in bester Aufstelluna antrat, hatte 1900 nur Balser; Zeiler, Lippert: Grün- wald, Heilmann, Heinbach; Luft, Günther, Schmelz, Victor Schlarb (den seitherigen Torwart) und Koch zur Verfügung. Das Spiel stellte an die Körperbeherrschung der Spieler große Anforderunaen. Das Treffen wurde sehr fair ausgetragen. Schiedsrichter Boß (Wallau) leitete ausgezeichnet. Mit dem Anstoß entwickelte sich ein spannendes Spiel. Die flachere und genauere Zusammenarbeit der Gieße- n»r wirkte llch recht vorteilhaft aus. Nach etwa zehn Minuten Spieldauer blieb Lust nach Kamps mit Zur Anwendung solcher Mittel sei der Staat nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, wenn der rassische Aufbau unseres Volkes garantiert werden olle. Die SS. sei die Schutzgarde des Führers; sie sei auf dem Grund der Treue und des Gehorsams dem Führer gegenüber auf geb aut. Der SS.-Mann habe vor der Eingehung einer Verlobung die notwendigen Voraussetzungen zu einer begrüßenswerten Ehe nachzuweisen. Er habe ferner den Nachweis zu erbringen, daß er vom beruflichen Können her im- tande ist, die erforderlichen wirtschaftlichen Unterlagen für eine Ehe beizubringen. Die SS.-Nlilglieder müßten sich einer eingehenden raffenbiologifchen, charakterlichen, gesundheitlichen und sittlichen Untersuchung unterziehen. Es werde außerdem ein bestimmtes Mindestmaß körperlicher Leistung verlangt. Die SS.-Anwärter würden in dieser Hinsicht einer besonders strengen Prüfung unterzogen. Die erforderlichen Unterlagen ür den weiblichen Teil müsse der Hausarzt beb bringen. Für beide Teile seien außerdem Bürgen zu stellen. Der SS.-Mann, der sich verloben wolle, bedürfe hierzu der Genehmigung. Werde die Genehmigung versagt, so stehe der Betreffende vor der e . HcHUIIUIlCIl. II ^«I“ XJ--- -- brachte der Bataillonskommandeur, nIWachter, in herzlichen Worten zum Ausdruck. Versammlung der Fördernden Mglieder der SS Aufgaben und Bestimmung der In diesem Zusammenhänge wies der Vortragende vor allem auch auf den R e i ch s f e i e r t a g d e s 1 M a i hin, durch den das deutsche Volk zu einer geschlossenen Einheit gemacht wurde. Am Schlüsse seiner etwa einftünbiqen Rede streifte der Vortragende unter dem Gesichtswinkel seines Themas noch einige Hauptfragen der Wirtschaftsgestaltung, wie Erportwesen, Binnenmarktfragen usw., und hob abschließend die gewal- tige Bedeutung hervor, die dem nat'onalsozialisti- schen Gedankenaut bei der weiteren Neugestaltung des deutschen Rechts im Dritten Reich als maßgebende Grundlage eigen ist. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Den Dank der Zuhörer an den Redner - - ■ • ~ ------Major von Die Punktekämpfe in Nordhessen. Neue Siege von hancm und Friedberg. Im Gau Nordhessen gab es am ersten Sonntag des neuen Jahres in der Gauliga im allgemeinen die erwarteten Ergebnisse. Lediglich der Sieg Kur- Hessen Marburgs mit 1:0 über Sport Kassel kam etwas überraschend, wenn man auch mit einer Energieleistung der Marburger gerechnet hatte. Hanau 93 fertigte den Tabellenletzten und sicheren Abstiegskandidaten Chattia Kassel mit 3:0 ab und führt nunmehr die Tabelle allein an. Aber im Hintergrund taucht immer mehr Borussia Fulda auf, die diesmal beim Spielverein Kassel mit 3:0 siegreich blieb und heute schon nach Verlustpunkten gerechnet die erste Stelle einnimmt. Friedbergs l:0-Sieg über Kurhessen Kassel ist recht erfreulich. Die Tabelle. Der Vortragende ging von einer kurzen Rückschau auf den gewaltigen deutschen Umbruch durch die nationalfozialistrsche Revolution aus, die nicht einen Umschwung, sondern eine nationale Welten- wende gebracht habe. Dieser Wandel der Dinge durch den Nationalsozialismus habe seinen Ausgangspunkt im Weltkrieg, denn draußen an der Front fei der vom Nationalsozialismus vertretene Gemeinschaftsgedanke zum ersten Male allen kämpfenden deutschen Volksgenossen einge-1 hämmert worden. Der Redner beleuchtete sodann । die Epoche des Liberalismus. Er kam dabei zu dem richtigen Weg gehe, sei beseelt vom Führergedanken, im Gegensatz zu dem Parlamentarismus der überwundenen Epoche. An der maßgeblichen Herrschaft des Führergedankens ändere auch die Tatsache der Reichstagswahlen nichts, denn dabei habe es sich um nichts anderes gehandelt als um die Befragung des Volkes, der Gefolgschaft, die zum Führer gehöre wie der Führer zu ihr. Weiter betonte der Redner, der deutsche Sozialismus Adolf Hitlers fei nicht identisch mit Wirtschaft, sondern er sei vor allem eine Frage der geistigen Haltung, im Gegen- sah zum Sozialismus des Marxismus und zum Kapitalismus. Der SS.-Sturmbann IV/33 (SS.-Standarte) vereinigte am Samstag eine stattliche Anzahl der För- dernden Mitglieder zu einer Versammlung im Caft Leib die mit flotten Weisen der Hauskapelle der SS' und mit herzlichen Worten der Begrüßung durch den Sturmhauptführer Nickel eingeleitet wurde. Sturmhauptführer N i ck e l wies darauf hm, daß der Abend den Auftakt einer Reihe von Vortragsabenden darstelle. Sodann sprach d-r Abt°ilunasl°it-r des Rasse- unb Sieblunqsumtes der SS., B-rl.n, Pg. Waches Zieqler (ber qleichzeiti« bem Stabe b-s Reichs- bauernführers angehört), über dch Aufgaben und besonderen Bestimmungen der SS. Semen Ausführungen fei folgendes entnommen: Die vergangene Epoche habe die Fürsorge für ben minderwertigen Menschen >n »erhangmsvollem Ausmaß in ben Vordergrunb gestellt dem rassisch wertvollen Teil unserer Vslksqemeinschast aber keinerlei wesentliches Augenmerk zngewandt. Um so n.ehr habe man heute bie Pslicht, d,e notwendigen Folgerungen aus dieser Sachlage zu ziehen. Das wissen um die Vererbungsgesehe verpflichte. den gegnerischen Verteidigern Sieger unb erzielte mit flachem Schrägschuß die Führung für 1900. Schmelz konnte nach schönem Freispiel getäuscht den herausgelaufenen Torwart nicht bezwingen, auch Koch verfehlte tadellos freigestellt das sichere Ziel mehrmals. Kurz vor der Pause fiel aus einem Eckball der Ausgleich. Nochmals bot sich für die Blauweißen eine große Chance, als alle Germanen eine Flanke von links verfehlten. Günther und Lust nutzten aber auch diese große Situation bei verlassenem Tor nicht aus. Halbzeit 1:1! Erneut sah man nach Wiederbeginn eine ausgeglichene Begegnung, obwohl die Gießener Zusammenarbeit im Sturm schlechter geworden ist. Ein Fehler von Lippert, der sonst in bester Verfassung war, führte zum Führungstreffer für den Platzverein. Die dadurch geschaffene Verwirrung führte zu aufregenden Szenen im Gießener Strafraum. Die brenzlichsten Sachen wurden gebannt, nur ein Fernschuß in die äußerste Ecke sand sein Ziel. Damit stand das Spiel 3:1 für die Marburger. Noch einmal war bann auch den Gießenern das Glück hold, als ein Germane aus nächster Nähe das Ziel verfehlte. Aber auch Schmelz schoß noch einmal den weit herausgelaufenen Torwart an unb fetzte einen weiteren Schuß aus nächster Nähe daneben. Ein Unentschieden wäre der gerechte Spielausgang gewesen. Wißmar I — 1900 II 3:3 (1:1). Das Resultat kennzeichnet die beiderseitigen Leistungen. Auch hier waren viele Ersatzleute in den Reiben der Gießener, die zudem wieder einmal nur 10 Mann im Feld hatten. Der alatte Schnee- boden ließ kein richtiges Spiel aufkommen. Mit dem Schlußpfiff lenkte Kraft (1900) eine vom Torwart bereits verfehlte Flanke an die Latte unb vergab bamit den Sieg der Gießener. ,FE Teutonia"Watzenborn-Steinberg Watzenborn- Steinberg — Spv. Grohkarben 5:1 (2:0). Im ersten Spiele der Nachrunde erkämpften die Teutonen einen überzeugenden 5:1-Sieg. Dor vielen Zuschauern wurde ein in jeder Phase hinreißender, fesselnder Kamps geboten. Trotz des teilweise vereisten Spielfeldes wurde in äußerst flottem Tempo gespielt, es sah aber am Anfang nicht nach einem so überzeugenden Siege der einen oder anderen Mannschaft aus. Bis zur 30. Minute sah man völlig verteiltes Spiel. Ein verhängter Strafstoß aus 25 Meter Entfernung, vom Linksaußen getreten, brachte die Gastgeber in Führung. Großkarben war verblüfft, versuchte aber mit aller Energie gleichzuziehen. Durch befreiende Abschläge der Hintermannschaft brachten die Teutonen ihren Sturm wieder in den Gästestrafraum, und hier kam es zum „Hand". Der Elfmeterball wurde von Fett unhaltbar verwandelt. Nach der Pause verschärftes Tempo! Die Gäste geben das Spiel keineswegs verloren, doch die Teutonen verhinderten durch zähen Einsatz jeden Erfolg. Auch war der Gästesturm von Pech verfolgt. Beide Verteidiger und Happel im Tor verstanden sich sehr gut und stoppten die wuchtigen Angriffe immer wieder. Endlich gab es wieder einen weiten Abschlag; Lang, erstmals als Mittelstürmer, stand auf der Lauer, legte den Ball vor. Ein (Bäfteuertei- hioer gab auf den Tormann und dieser ließ ben Ball unter den Händen ins Tor rollen. Durch Selbsttor 3:0! Die nun folgenden Minuten sahen die Gäste wieder verstärkt im Angriff. Der neu für den verletzten Wehrum eingestellte Verteidiger Schmandt, nationalsozialistischen Total itäts- staates zu sprechen, wobei er hervorhob, daß ber totale Staat bie gewachsene G e - meinschaft aller beutschen Menschen _____________________ ..... „ darstelle. Er legte hierbei bie Beziehungen zwi- Eraebnis, daß die liberalistische Politik in Staat schen dem Staat und dem deutschen Einzelmenschen und Wirtschaft geistig und moralisch nur einen \ dar und betonte, daß auch im totalen Staat die Trümmerhaufen erbrachte, der sich auch im Recht aus- freie Betätigung des Einzelnen durch- wirken mußte. Das Recht sei in jener Zeit ein Recht aus gegeben sei, insbesondere auch die Wissen- der Cliauen unb der Klassen geworden; nicht daß schäft und ihre Lehre nicht gehemmt würden, aber ber deutsche Richter ein Klassen- unb Cliguenrecyt überall dort, wo die nationalsozialistischen gepflegt habe, aber in der Rechtsauslegung Grundgedanken in Frage stünden, natür- und im Kampf um das Recht feien diese Ge- lich auch der Wissenschaft und der Kunst Grenzen sichtspunkte in den Vordergrund aeschoden worden, gezogen seien. Der nationalsozialistische totale Staat Die liberalistische Idee des Rechts konnte das —v - CK:;u----- f'rt- Lysol, Salmiakgeist, Sublimatlösung u. bgL), ohne daß Vorkehrungen getroffen werden, durch die der Gefahr einer Verwechselung des giftigen Inhaltes der Gefäße mit einem Nahrungs- oder Genußmittel qorgedeugt wird. Infolge dieses auf Unkenntnis und Unachtsamkeit, auf Gleichgültigkeit oder Rücksichtslosigkeit zurückzuführenden Verfahrens sind schon häufig Personen, die aus Versehen aus solchen Flaschen getrunken haben, schwer erkrankt oder gestorben. Ebenso wie es Gifthändlern verboten ist, Gifte in Trink- oder Kochgefäßen ober in solchen Flaschen ober Krügen abzugeben, deren tform ober Bezeichnung die Gefahr einer Verwechselung des Inhalts mit Nahrungs- oder Genußmitteln herbeizuführen geeignet ist, muß auch demjenigen, der giftige Flüssigkeiten im Besitz hat, um sie im Haushalt oder Gewerbe zu verwenden, schon im Hinblick auf seine zivil- und strafrechtliche Verantwortlichkeit dringend empfohlen werden, die gleiche Vorsicht bei ihrer Aufbewahrung obwalten zu lassen. Bornotrzcn. — Tageskalender für Montag: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, 20.15 Uhr, Neue Aula, Lichtbilderoortrag von Dr. Paul Rohrbach über „Afrika 1933 und die deutsche Kolonialfrage". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heute Nacht gehts los". — Deutsche Stenografenschaft, 19 Uhr, Pestalozzischule, Wernerwall, Eröffnung eine» Anfänger-Lehrgangs. — Aus dem Stadttheaterbüro wird mitgeteilt: Morgen, Dienstag, Wiederholung des Lustspiels „Der Herr Senator" von Schönthan und Kadeldurg. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Volkshochschule macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, baß ihre Kurse von heute ab wieder ausgenommen werden. Der Kurs „Deutsche Musik" beginnt am Freitag, 12. Januar. (Siehe heutige Anzeige.) * ♦* Die heutige öffentliche Sitzung des S t a b t r a t s, die um 18 Uhr im Stadtratsitzungssaale beginnt, wird sich, wie aus einer Nachtrags-Tagesordnung hervorgeht, u. a. noch mit folgenden Vorlagen zu beschäftigen haben: Bürgersteuer 1934, Erhebung einer Filialsteuer und einer Warenhaussteuer, Uebernahme eines Fehlbetrages des Volkshallevereins, Errichtung von 14 Einfamilienhäusern durch die Stadt am Anneröder Weg, Verbesserung der Straßenbeleuchtung in der Frankfurter Straße, Aufnahme von Darlehen zur Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms (Umbau ber Kläranlage, Fertigstellung des inneren Ausbaues der Pestalozzischule, Gasrohrverstärkungen). ** Aufgerufene Zehnmarkscheine. Die vor einigen Tagen In einer Mitteilung des Reichsbankdirektoriums zur Einlösung aufgerufenen Zehn- martfcheine sind nicht, wie in jener Meldung zu lesen war, die vom 11. Dezember 1924 datierten Scheine, sondern es handelt sich dabei um die Ausgabe der Zehnmarkscheine vom 11. Oktober 1 9 2 4. Mit Ablauf des 31. Januar 1934 verlieren diese Scheine ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel. ** Versendet kein Geld in gewöhnlichen ober eingeschriebenen Briefen! Immer wieder läßt sich das Publikum dazu verleiten — so teilt die Oberpostdirektion Darmstadt mit —, bares Geld oder Wertsachen in gewöhnlichen ober eingeschriebenen Briesen zu versenden. Es bietet hierdurch ungetreuen Elementen innerhalb und außerhalb der Postbeamtenschaft Anreiz und Gelegenheit, sich auf eine verhältnismäßig bequeme und leichte Weise Geld zu verschaffen. Den Schaden trägt in der Regel der Absender; denn wird der Geldinhalt der Briefe entwendet, so erhält er bei gewöhnlichen Briefen Überhaupt keinen und bei eingeschriebenen Briefen nur dann Ersatz, wenn der ganze Brief, also der Brief mitsamt dem Geldinhalt, in Verlust geraten ist. Wird der Einschreibebrief dagegen nur seines Wertinhalts beraubt, so zahlt die Deutsche Reichspost nach den Bestimmungen des Postgesetzes keinen Ersatz, Darum versendet kein Geld in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen! Die einzig richtige Art, Geld zu verschicken, ist Postanweisung, Zahlkarte oder Geldbrief. Wahl, auf die Eingehung ber Verlobung zu verzichten, oder aus der SS. auszutreten. Die Erfordernisse der Erhebungen über die Ahnen gehen bei einem SS.-Mann weit über jene hinaus, die ein Beamter beibringen müsse. In engster Verbindung mit dem rassischen Problem stehe das Problem der deutschen Siedlungs- polilik. Es sei kein Zufall, daß der Reichsbauernführer zu- gleich der Chef des Rasse- und Siedlungsamtes fei. Für die Siedlung, insbesondere im deutschen Osten, könne nur der wertvollste deutsche Mensch in Betracht gezogen werden. Für alle mit diesen Fragen in Verbindung stehenden Arbeiten müsse eine breite Basis vorhanden sein. Wenn das Werk gelingen solle, so bedürfe es nicht nur aller ideellen Bereitschaft. sondern auch der materiellen Grundlage. In diesem Sinne an der Erneuerung Deutschlands in weitschauendem Geiste mitwirken zu können, sei dankbare Aufgabe der fördernden Mitglieder der SS. (Lebhafter Beifall!) Im weiteren Verlaufe der Versammlung gelangten noch die bisher eingegangenen Mitgliedsbücher und Wzeichen zur Verteilung. Oie Tagung der Kreisschwimmwarte. Gauschwirnrnwart Sauer begrüßte um 10.30 Uhr die anwesenden Kreisschwimmwarte und überbrachte bie Neujahrsgrüße des Gauführers A n b r 6 (Hersfeld) und zugleich die Grütze des Gau-Ober- turnwartes Paul, der leider verhindert war, an der Tagung teilzunehmen. Der Gauschwirnrnwart gab sodann Aufklärung über die Aufgaben der Kreisschwimmwarte und betonte, daß vorläufig an den Richtlinien der DT. festzuhalten und der Breitenarbeit im Schwimmen ein besonderes Augenmerk zu schenken sei. Die Kreisschwimmwarte haben dafür zu sorgen, daß mit dem DSV. in kamerad- chaftlichem Einvernehmen gearbeitet wird, ohne jedoch die Eigenart der DT. anzutasten. Für den Bäderbau im Gaugebiet haben sich die Kreisschwimmwarte besonders einzusetzen (haupt- ächlich in kleinen Orten) und haben den beab- ichtigten Bau von Bädern stets an ben Gau- chwimmwart zu melden. In den politischen Kreisen inb nach Möglichkeit Obleute einzusetzen, die sich )en schwimmerischen Belangen und dem Bäderbau besonders widmen müssen. Die Kreisschwimmwarte haben weiter die Aufgabe, in ihren Kreisen Werbeveranstaltungen durchzuführen, für die DLRG. zu arbeiten und den Gauschwimmwart über alle Geschehnisse im Kreise auf schnellstem Wege zu unterrichten. Eine lebhafte Aussprache entwickelt sich über bie Abnahme des Turn- und Sportabzeichens. Die Kreisschwimmwarte sind sich darüber einig, daß die Abnahme des Turn- und Sportabzeichens durch Mitglieder der DT. in strenger und genauer Weise durchgeführt werden muß. Nach eingehender Beratung über verschiedene technische Fragen wurde der ® a u f d) m i m m • ausschuß gewählt, der sich nunmehr aus dem Gauschwimmwart Sauer, Kreisschwimm- wart Döring (Gelnhausen) und Kreisschwimm» wart Zeller (Corbach) zusammensetzt. Der Fachwort für Wasserfahren unb ber Obmann für Wasserball werden vom Gauschwimmwart noch ernannt. Nach einer weiteren Aussprache über Lehrgänge und Veranstaltungen im Jahre 1934 schloß der Gauschwimmwart bie Tagung mit dem Wunsche, daß im neuen Reiche und im neuen Gaugebiet mit unermüdlichem Eifer und turnerischer Begeisterung für die DT. gearbeitet wird. Ottawa Ghamrocks siegen 4:0. Zum dritten Male innerhalb eines kurzen Zeit- raumes trat am Donnerstagabend die kanadische Eishockey-Mannschaft der Ottawa Shamrocks in München gegen den deutschen Meister SC. Rießer» fee an. 4000 Zuschauer erlebten einen rassigen Kampf, der nach anfänglich tapferem Widerstand der Bayern mit einem 4:0-Siege (0:0, 2:0, 2:0) ber Kanadier endete. Gchön-Nichli in Brüssel nur Zweite. Die deutsch-schweizerische Kombination Schön» Richli hat ihre führende Position im Brüsseler Sechstagerennen, die sie fast drei Tage lang innehatte, doch nicht bis zum Schluß behaupten können. Nach aufregenden Jagden in der letzten Nacht und am Freitag gelang den Holländern Pijnenburg» Wals noch in der letzten halben Stunde überraschend ein Rundengewinn, der ihnen ben Sieg einbrachte. 13 37:16 20:6 12 41:11 19:3 13 26:19 18:8 13 35:26 16:10 14 29:29 16:12 13 15:18 12:14 14 22:31 11:17 12 24:38 9:15 13 28:43 7:19 13 18:42 2:24 Mhlschrlsbriefmarken für die DeuWe AoWe Unentsch. Verl. Pkte. Spvg. 1900 Gießen 4 3 Tv. Hachenburg Turnerschaft Gießen 0 Zum Kampf gegen hunger unü Kälte Eiskunstläufen. * — Interessant ist, daß eine ganze Anzahl am Berliner Frühbörse. geführt haben yuucu \ ---- I z I / * x nnrr»m (z-r- Ludwig Bernheim mit Wirkung vom 1. April 1934 im Snter'ffe des Dienstes in den Ruhestand Mark gegen Verein Tv. Wetzlar 1 0 1 0 1 2 2 6 9 8 7 0 Tore 34:23 20:19 23:27 17:27 Spreümunven der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstaß nachmittag gefchiosfen. Anzeigenaufkräge sind lediglich an die Geschäfts stelle zu richten.__________________ Bekanntmachungen des personaiamts. In den Ruhestand verseht wurden: 29. Dezember 1933 bei der Ministevialabteilung I d der Staatsrat Gustav Balser, sowie die Ministerialräte Dr. Heinrich Weber (Forstabteilung) und Heinrich Eugen Wagner; Kabel 5,1175. Kircblicke Jlatbritbfen. Evangelische Gemeinden. Montag, den 8. Januar. Wirkung vom 1. April 1934. Auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurde am 29. Dezember 1933 der Oberregierungsrat bei der Mini- sterialabteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft) Dr. jur. Ausstellung dürfte für England eine deutung gewinnen wie — In allernächster Zeit wird ein Schiff den Hafen von London nach den Cocos-Jnseln im Stillen Ozean mit dem Auftrag verlassen, dort nach Gold und anderen Schätzen in einem Wert von ungefähr 150 Millionen Mark zu suchen, die während des 17. Jahrhunderts von Seeräubern vergraben worden sein sollen. Immer wieder haben phantastische Erzählungen von ungeheuren verborgenen Kostbarkeiten auf den Cocos-Jnseln die Abenteurerlust und den Unternehmungsgeist der Menschen angeregt. Jetzt aber soll zum ersten Mal eine Expedition den Spuren nachgehen, ganz ohne Romantik, getragen von dem Geschäftsgeist eines großen englischen Hauses und mit den Instrumenten und Apparaten der modernsten Technik ausgerüstet. Man will nicht nach geheimen Zeichen und verborgenen Botschaften sahn- bei einer Schatzsuche gebraucht worden sein. Es ist eine Vorkehrung zur Suche nach Mineralien auf elektro-maqnetischem Wege bis zu einer Tiefe von ungefähr 400 Meter. Die Mitglieder des Unterneh- mens sind der Auffassung, daß man sich wegen der inzwischen eingetretenen Landrutsche bis auf eine solche Tiefe einstellen muß. Die Expedition steht Der Eishockey-Weltmeister, die Massachusetts Rangers, konnte in Oxford beim Kampf gegen eine englische Auswahlmannschaft nur einen knappen Sieg von 2:0 (1:0, 0:0, 1:0) erzielen. an dieser Expedition teilnehmen zu dürfen. Die unternehmungslustigen Amazonen waren zu allem bereit, sie wollten kochen, nähen und die schmutzigsten Arbeiten an Bord verrichten, nur um mit dabei sein zu können. Man hat aber doch auf sie verzichtet. ferner der Ministerialrat bei der Ministerialabtei- teilung 3 Ludwig Klump und der Oberregie- runasrat bei der Hessischen Landespolizeischule zu Darmstadt Rudolf Lautefchläger; sämtlich auf ihr Nachsuchen unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns mit Wirkung vom 1. April 1934; der Landgerichtsrat bei dem Landgericht Darmstadt Dr. Paul Langenbach auf Nachsuchen mit der Redner — ist das Jahr der deutschen Kampf- - piele. Die kampffpiele sollen und werden nicht nur ein Fest der deutschen Turn- und Sportorgani- sation sein, sie sollen ein Fest und eine heer- schau bester deutscher Jugendkraft darstellen, die kämpft und ringt um Entwicklung und Vollendung, die mit Energie und zähem Fleiß sich auch vorbereitet auf die große Aufgabe, die ihr das Jahr 1936 mit den Olympischen Spielen in Berlin bringt. Auch hier ist die Vertretung Deutschlands nicht nur eine Sache der Turner und Sportler, sie ist eine Sache der Nation. Der Reichssportführer hielt dieser Tage einen Rundfunkvortrag, der unter dem Thema „Rückblick und Ausblick" stand. Er führte u. a. aus: Die Organisation des Sports ist noch nicht endgültig abgeschlossen, darüber müssen wir uns klar sein. Noch stärker und intensiver muß die Gesamtverwaltung des deutschen Sport- und Turnlebens nicht nur in die Sorgen und Note, sondern auch in die großen Erziehungsaufgaben der deutschen Sportorganisation eingreifen, wenn sie als Funktionsstelle des Staates ihre Aufgaben erfüllen will. Wer Führer fein will im deutschen Sport- und Turnleben, muh aus sich heraus die Qualität dafür mitbringen, denn heute sehen die jungen deutschen Menschen draußen bei der SA., der SS., der Hitlerjugend, was Autorität des Führers aus Kampfjahren heraus über Revolutionszeiten hinweg für den Aufbau des Staates alles vermag. Es möge sich mancher ein Beispiel nehmen an jungen Kräften, die, wenn auch impulsiv und nicht immer unter Innehaltung strengster Formen, die Menschen an sich heranziehen und sich für sie einsetzen. Ich warne alle die Bequemen und fordere die sog. „Nur- führer" auf, das sind alle diejenigen, welche gern als Führer erscheinen, aber nicht führen können, ehebaldigst im Jahre 1934 für immer abzutre- t e n. Bekennen wir doch eines: das nationalsozialistische Sport- und Turnleben wird sich nur halten, ausbauen und entwickeln können, wenn nut den rechten Führern im Staate unsere Leibeserziehung von allen anerkannt wird, auch von denen, die vorher Sport und Turnen gewissermaßen als em unnötiges Gebiet ansahen. In kürze werde lch mit dem Reichsjugendführer den erforderlichen Einbau der Sporl- jugend in die Hitlerjugend endgültig durch- Buntes Allerlei. Englische Malerei in neuem Licht. Lollar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 11. Januar. Daubringen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Freitag, den 12. Januar. Mainzlar. 20 Uhr: Bibelstunde. Gew. 4 Rückblick und Ausblick Ein Rundfunkvortrag des Reichssportführers. Berlin, 8. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Im vorbörslichen Berliner Efsekten-Frühverkehr waren noch keine Kurse zu hören. Man rechnet aber angesichts der weiter zuversichtlichen Berichte aus der Wirtschaft und des unverminderten Anlagebedarfs am Rentenmarkt mit einem Anhalten der freundlichen Grund stimmung. Beachtung findet die weitere Absatzerhöhung im rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat, sowie die erneute Abnahme der Haldenbestände. Auch die Neuordnung im Stickstoff- syndikat bleibt ein anregendes Element, ebenso die Auslandsaufträge für Siemens & Schuckert. Valuten waren wenig verändert. Dollar gegen 2,6, 7,5, London gegen Mark 13,6, London den. Aber sie waren nun einmal um diese Zeit die Schöpfer einer englischen Weltmode. Immerhin wird das Finale durch ein wundervolles Damen- bildnis von Alfred Stevens gerettet werden, das noch im letzten Augenblick ausgenommen wurde. Dr. H. S. Oer (Schatzgräber von heute. der sich sehr gut einsührte, macht in letzter Abwehr Hand und so kam Großkarben zu feinem einzigen aber bestimmt verdienten Erfolg. Es folgt eine minutenlange Drangperiode der Gäste. Steinbergs linker Läufer klärte stets klar durch befreienden Abschlag. Der Linksaußen gab eine gute Flanke und blitzschnell vorstürmend verbesserte Lang auf 4:1. Kurz vor Schluß konnte Fett auf gute Vorlage von Lang auf 5:1 erhöhen. Das Spiel wurde recht temperamentvoll geführt. Es siegte der begeisternde Elan, gepaart mit recht ansprechendem Können. Jeder Spieler erfüllte seine Pflicht. Trotz aller Härte stand das Spiel auf beachtlicher Stufe. Mus anderen Gauen. Es geht nun allmählich den Entscheidungen entgegen. Im Gau S Ü d w e st gab es diesmal durchweg Favoritensiege zu melden. Die Offenbacher Kickers behaupteten sich als Tabellenführer durch einen 3-1- (1:0) Sieg über Mainz 05. Der FK. Pirmasens schob sich durch einen 4:2 (2:2) Sieg über die viel zu hart spielende Elf des SV. Wiesbaden an die zweite Stelle vor, und Frankfurts Mannschaften erzielten einen Doppelerfolg. Der FSV. kehrte aus Worms mit einem 2:1-Sieg über AO. heim, und die Eintracht bewies durch ihren 5:1 (2:0) Erfolg über die tüchtige Mannschaft von Borussia Neunkirchen, daß sie nun tatsächlich wieder „im Kommen" ist. , , In Bayern hat sich Schweinfurt 05 durch einen 1:0 (0:0) Sieg über die SpVg. Fürth an der Spitze behauptet. Der Tabellenzweite München 60, der Würzburg 04 4:0 schlug, steht aber um einen Verlustpunkt günstiger. Der „Club' und die „Bayern" kamen zu hohen Siegen. Die Bayern besiegten am Samstag den FC. München 6:1 und der 1. FC. Nürnberg erreichte gegen Wacker München ein 6:2. Fortuna Düsseldorf und Salke 04, die Endspieltellnehmer der Deutschen Fußballmeisterschaft, erlitten am Sonntag bei Punktespielen neue Niederlagen. Fortuna unterlag auf eigenem Platz gegen Borussia M.-Gladbach 2:3 und Schalke wurde in Hüsten 2:1 (2:0) geschlagen. Ungarns Fußballmeister in Stuttgart und Ulm. Ferenczvaros Budapest landete am Samstag vor 12 000 Zuschauern in einem Freundschaftsspiele gegen die Stuttgarter Kickers einen verdienten Sieg mit 2:0 (0:0) Toren. Die Ungarn weilten am Sonntag in Ulm und schlugen eine Ulmer Stadtmann- schaft überzeugend mit 5:2 Toren. 8000 Menschen wohnten dem Spiele bei. Kurze Sportnotizen. 140 000 Reichsmark haben die deutschen Fußball-Vereine in ihren Spielen zugunsten der Winterhilfe aufgebracht. * Schmelings nächster Kamps gegen King Levinsky ist jetzt gesichert. Nach einer amerikanischen Meldung haben die Jnteressenvertreter der beiden Boxer jetzt den Vertrag für den 16. Februar unterzeichnet. * Den besten Sprung beim Dreikönigstags- Springen auf der Kochelbergschanze bei Partenkirchen erzielte der Einheimische Eisgruber mit 60 Meter in Klasse 2, während der Sieger der Hauptklasse, Matthias Wörndle, in feinem besten Sprung nur auf 51 Meter kam. Edith Michaelis-Berlin gewann in Zakopane (Polen) ein stark besetztes internationales Handball im Gau XII der OT. 1900 II — Tv. Burkhardsfelden I 4:7 (3:1). Eine unerwartete Niederlage mußte 1900s zweite Garnitur durch die Gäste, über die man im Vorspiel überlegener Sieger geblieben war, hinnehmen. Während die Blauweißen in der ersten Spielhälfte das Heft noch in der Hand hatten und sich eine 3:1-Füh- rung sichern konnten, waren sie nach Halbzeit dem Elan der Turner, die sich auf dem vereisten Gelände weit besser zurechtfanden, nicht gewachsen. Allerdings muß man der Gießener Mannschaft zugute halten, daß sie sichtlich vom Pech verfolgt war. Mindestens ein halbes Dutzend Würfe ging an die Latte. Die erste Mannschaft blieb ohne Spiel, da ihr Verbandsspielgegner, die Gießener Turnerschaft, auf die Punkte kampflos verzichtete. Damit ist die Runde der Gauligaspiele in der Staffel Gießen beendet. Wie nachstehende Tabelle zeigt, hat der Turnverein Wetzlar mit einem Punkt Vorsprung die Spitze halten können. Die 1900er dürften in erster Linie durch den unglücklichen Start in Hachenburg um die Meisterschaft gekommen sein. lich wird die Tagung umrahmt durch eine Schau deutscher Erzeugnisse, die den Beweis erbringen soll, daß der heimische Gartenbau auch im Winter dem Verbraucher jeden Wunsch erfüllen kann. Oie Erdausschachtungsarbeiten am Mainzer Tunnel beendet. LPD. Mainz, 5. Jan. Die Erdausschachtungsarbeiten am Mainzer Tunnel, der auf eine Länge von 330 Meter freigelegt ist, sind nun beendet. Etwa 350 000 Kubikmeter Erde wurden dabei aufgeräumt. in her en alif di en $ Äurutaef chi cb tc b aHteüen Die den, die vielleicht von den Piraten hinterlassen sein in der englischen Kunstgeschichte barftell n D e Schätze von den Inkas und hk Berliner Ärlmnd-rt- non der berühmten Kathedrale in Lima raubten. 1905 für Deuttchland Damals Das fiauptinftrument, auf dessen Derwenimng man Kunst des 19 3ahrbunber" in die größten Hoffnungen setzt, M mE - oorher versetzt. Gartenbautagung in Frankfurt. Die Fachschaft Gartenbau im Landarbeiter-Vep- banb tritt am 14. Januar im Palmengarten zu Frankfurt zu einer aroßen Tagung aller im Bezirk beider Hessen beschäftigten Gärtner zusammen. Wenn in den vergangenen Monaten eifrig an dem Aufbau und der inneren Organisation gearbeitet worden ist, so tritt an diesem Tag zum ersten Male die Fachschaft Gartenbau mit ihren Zielen und Zwecken an die Öffentlichkeit. Seit Bestehen des Gärtnerberufes wird diese Tagung den Unternehmer und Arbeitnehmer in einer Front zeigen im gegenseitigen Bemühen, ihrem Berufsstand, und damit dem gesamten deutschen Volk, zu helfen. Aeußer- unb betone hierbei, VuD ----- ------- gen und meiner ganzen Spannkraft bemühen werde, dem in der Hitlerjugend versammelten jugendlichen nationalsozialistischen Nachwuchs als Reichssportführer alles zu geben, was im Rahmen meiner Arbeitsaufgaben möglich und nötig ist. Ich werde es als meine höchste Ausgabe ansehen, als Führer des Deutschen Sport- und Turnlebens von meiner Stelle aus die Uebersicht über alle zu behalten, die die Leibeserziehung im Staate leiten und über die, die sie ausüben. Als für dieses Gebiet allein Verant- worllicher bitte ich alle, die dieses herrliche Kulturgut als ein notwendiges Mittel zur Gesundung unseres gesamten Volkes ansehen, mit mir gemeinsam zu arbeiten, ohne Ansehen ihrer Stellung im Staate, ohne Rücksicht auf ihre eigenen Wünsche, sondern nur aus der Ueberzeugung, baß wir damit unserem Volke dienen. Das Jahr 1934 — so schloß Die größte Ausstellung britischer Kunst, die jemals gezeigt wurde, wurde im Burlington House in London eröffnet. Diese Schau wird, wie die berufene Kritik bereits feststellt, einen Markstein in der Bewertung des englischen Kunstschaffens und Kreises. Eine ähnliche Umwertung der Werte ist besonders für die englische Kunst des 18. Jahrhunderts zu erwarten. Wenn auch das Ansehen der berühmten Meister, wie Hogarth, Reynolds, Rae- bum, nicht erschüttert werden kann, so wird doch die einzigartige Größe Gainsboroughs überwältigend hervortreten, und man wird erkennen, daß schon seine frühesten Damenporträts, ebenso wie seine Meisterlandschaft „Der Heuwagen", zu den genialsten Leistungen der Malerei überhaupt gehören. Neben ihm wird der bisher weniger gewürdigte Richard Wilson die ihm gebührende Stellung als Vorläufer Con st ables und Turners in der Geschichte der englischen Landschaftsmalerei erhalten; aber seine Porträts werden auch zeigen, daß er als Menschengestalter hinter keinem der berühmten Meister des 18. Jahrhunderts in England zurückstand. Eine außerordentliche Ueber- raschung werden die sogenannten „Sport-Maler" barbieten, bie sich in Sammlerkreisen in ber letzten Zeit wachsender Beliebtheit erfreuten. Man wird erkennen, daß ein gutes Sportbild von Georae Stubbs ober Ben Marshall sehr viel mehr zum Ruhm ber britischen Kunst beiträgt als ein gleichgültiges Porträt von R o m n e y ober Höppner. Aber man wirb auch mit Bewunderung bemerken, daß diese Sportmaler nicht nur Pferde und Hunde meisterhaft gestalteten, sondern daß sie auch Menschen und Landschaft großartig Wiedergaben. Dies ist besonders bei George Stubbs (1724 bis 1806) der Fall, der in seiner Farbengebung dem Delfter Vermeer näher kommt als irgend ein anderer englischer Maler. Unter den Landschaftern dürfte C o t m a n das größte Aufsehen erregen, denn feine plastische Raumgestaltung nimmt in mancher Hinsicht schon den Stil Cezannes voraus. Wenn die Schau „etwa um 1860" mit den Präraffaeliten schließt, so ist bas gerabe kein glücklicher Ausklang, unb bie Brüsseler Ausstellung englischer Kunst von 1929 ist gerade durch die Präraffaeliten um ihre Wirkung gebracht wor- Ausstellung von L___ , trat die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts m ein ganz neues Licht. Man entdeckte Werte, von denen man vorher kaum etwas geahnt hatte. Während Meister, die bei Lebzeiten vom Publikum verhätschelt worden waren, in ber Versenkung ver- schwanben, stiegen anbere zur Unsterblichkeit empor, bie vorher kaum ben besten Kennern bekannt waren. So offenbarte sich damals bas Wunder der roman-. t~-g- dem'Befehl'von zwei" bekannten und erfahre- Philipp Otto Runge, dl- überragende Schanhe Ernest eine aanre An-Uibl SIS « ........ » Lichtspielhaus, Gießen Heute Montag bis Mittwoch eine entzückende Kriminal- Komödie: Heute nacht geht s los I (Zigeuner der Nacht) ■ mit der Bombenbesetzung I Jenny Jugo j Paul Kemp, Paul Heidemann, I Hans Brausewetter, A.Polntner E Im Beiprogramm: i. Der Große Sankt Bernhard ■ Kulturfilm 2. Johann-Strauß-Fantasie i0< c j Neuausgabe zu 10.- Reichsmark Adreßbuch Stadt und Kreis Gießen Garantiert rein. IlinlNig IPfd. IM. 0128 Gründ. Str. 79. 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