M. 156 Erstes Blatt Samstag, 7.)uli 18<. Jahrgang Giehener Anzeiger 3 3 mtematisch Gerüchte über bevorstehende politische Umwälzungen in Deutschland verbreiten lassen und Dagegen kam es im nördlichen Stadtteil <4 o c? 0 0 v k R » V •* V s o v s s S L S s S * s K c s s s <5 o Ö " 59 K ö • 5 - •9 * s? Paris, 6. Juli. (DNB.) Vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kammer erklärte Außenminister B a r t h o u, daß- er sich weigere, in eine Erörterung der gegen Frankreich gelegentlich der letzten deutschen Ereignisse geführten Kampagne einzutreten. Nichts von alledem, was über die ihm zugeschriebene persönliche Rolle behauptet werde, s e i w a h r. Er würde sich herabwürdigen, wollte er solche lächerlichen Angaben ernst nehmen. Der Politik Frankreichs liege der Wille zu Grunde, nach Möglichkeiten und Garantien für den Frieden zu suchen. Sie bleibe m i t dem Völkerbund verwachsen als dem einzigen Hort des Rechtes gegen die Gewalt. Diese Politik habe die Noten und Handlungen der französischen Regierung beeinflußt. Frankreich bleibe der These der Rüstungsbeschränkungen und der Herabsetzung der Rüstungen treu, die von einer wirklichen Sicherheit begleitet würden. Der Minister sprach hieraus über seine Reisen nach Rumänien und Südslawien. Es handele sich um eine Ergänzung der Besuche, die er zuvor Polen und der Tschechoslowakei abgestattet habe. Ueberall seien die Bündnisse und freundschaftlichen Beziehungen enger gestaltet worden. Sie dienten dem Frieden im Rahmen des Völkerbundes. Eine solche Politik sei weder exklusiv nach aggressiv. Sie verfolge nicht dep Zweck, einen Mächteblock einem anderen Block gegenüberzustellen, sondern arbeite für die europäische Zusammenarbeit. Die Formel von den Möglichkeiten und Garantien für den Frieden, die überall gesucht und entwickelt werden müßten, wandte der Außenminister auch auf die Verhandlungen an, die mit Sowjetrußland und anderen interessierten Staaten geführt werden. Diese Verhandlungen, so erklärte er, seien noch nicht soweit gediehen, daß sie Angaben im einzelnen gestatteten. Er sei am 7. Juni von Macdonald eingeladen worden, nach London zu kommen, um dort das Einvernehmen zwischen beiden Regierungen, das sich in Genf gezeigt habe, zu festigen und auszubauen. Wenn man von diesen Besprechungen auch keine unmittelbaren Ergebnisse erwarten könne, würden sie doch bewirken, das gute Einvernehmen zu bekräftigen, das eine der wichtigsten Bedingungen für den Frieden sei. lament oder seinen Kabinettskollegen gegenüber das Bestehen irgendwelcher Bindungen oder gar Verpflichtungen abstreiten konnte. Denn er wußte genau, wie ungemein empfindlich die öffentliche Meinung seines Landes trotz des von der britischen Presse kräftig geschürten Deutschenhasses auf die Wahrung der Entschlußfreiheit im Falle eines po- litischen Konflikts der Festlandsmächte bedacht war. Daß dies heute nach den Erfahrungen des Welt- krieges in noch verstärktem Maße der Fall ist, erleben wir ja in diesen Tagen. Es fragt sich nur, ob die Kritik der öffentlichen Meinung in Eng and heute mehr Gewicht hat, als damals. Jedenfalls wird sie die Augen offen halten müssen, wenn sie verhindern will, daß das Britische Reich durch die Vertraulichkeiten seiner Militärs mit Generalstaben anderer Länder über Nacht seine Handlungsfreiheit einbüßt. IN ililär st reifen in die Häuser ein und nahmen verdächtige Elemente fest, die sich auf den Dächern aufgehalten hatten. Bei mehreren verhafteten wurden Schußwaffen gefunden. Infolge des starken INilitär- und Polizeiaufgebots gelang es dem Pöbel nicht, die Straßenbeleuchtung zu zerstören. Die Straßen waren so gut wie menschenleer, da überall der energische Befehl, ruhig in den A m st e r d a m, 7. Iuli (DNB.) In den Abendstunden des Freitags wiederholten sich an verschiedenen Stellen der Stadt die Ausschreitungen aufrührerischer Elemente. So wurde in der Spaardammer Straat ein Straßenbahnwagen umgeworfen und auf ihm die rote Flagge gehißt. An anderer Stelle wurde ein Straßenbahnzug zum Entgleisen gebracht, herbeigeeilten Polizeistreifen gelang es aber sofort, die aufsässige INenge zu zerstreuen. Das allgemeine Interesse konzentrierte sich auch am Freitagabend wieder auf den I o r d a a n , in dem jedoch diesmal fo starke INilitär- und Polizeikräfte zufammengezogen waren, daß die Behörden im Gegensatz zum Vorabend der Lage völlig Herr waren. Nur einmal mußte in der Nähe des Noordermarkt das INafchinengewehr eines INi- litärautos in Aktion treten. Wiederholt drangen in dem eine Abteilung INarine-Infanterle Pa- trouillendiensie ausführte, im Laufe des Abends zu heftigen Straßenkämpfen zwischen einer zahlreichen INenge und der Polizei, die bald durch INilitärabteilungen verstärkt wurde. Sanitätsautomobile fuhren hin und her, um die Verwundeten zu bergen. Auch hier wurde aber amfpätenAbend der Widerstand gänzlich gebrochen. Seit INitternacht beherrschten INilitär und Polizei das Strahenbild vollkommen. Zur Niederkämpfung der Aufrührer hat der Umstand wesentlich beigetragen, daß INilitär und Polizei rück- fichtslos von den Waffen Gebrauch machten. Bis zur ersten INorgenstunde des Samstags zählte man zwei Tote und elf Schwerverletzte. Auf Anordnung des Bürgermeisters wurde die Bürgerwehr alarmiert, die zur Bewachung der öffentlichen Gebäude und Werke eingesetzt ist. Ferner wurde eine Kompanie Infanterie aus Amorsfoort nach Amsterdam dirigiert, um hier vorläufig in Reserve gehalten zu werden. * Wer jemals gelaubt hat, daß mit der Anerkennung der Sowjetunion und der Einführung normaler diplomatischer Beziehungen zwischen Moskau und zahlreichen Hauptstädten der Welt gleichzeitig auch der Gedanke der b o l- schewistischen Weltrevolution begraben worden wäre, der hat sich einer schlimmen Selbsttäuschung hingegeben. Gerade in letzter D & » s- e Frankreich sucht nur Sicherheitsgarantien. Barthou vor Dem Auswärtigen Kammerausfchuß über seine politischen Reisen. sondern auch der Besuch Weygands in England keinerlei politische Bedeutung habe und daß bei diesen Besuchen keinerlei Ehrenverpflichtung eingegangen worden sei, wie dies bei den Besuchen vor 1914 der Fall gewesen sei. Baldwin erwiderte, daß hinter diesen Besuchen nichts verborgen sei. „Echo de Paris" warnt vorübertriebenenHoffnungen. Paris, 7. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Im Hinblick auf die bevorstehende Londoner Reise Bar- thou's warnt das „Echo de Paris" nochmals vor übertriebenen Hoffnungen ober übertriebenen Plänen. Barthou müsse sich hüten, in London irgendwelche Wünsche vorzubringen. Er müsse sich auf eine Darstellung der französischen zutreten, um zu begreifen, daß sein Schicksal mit dem der Völker verbunden sei, die sich dem Alldeutschtum in den Weg stellen. Barthou möge den Versuch unterlassen, England zu einer Zusammenarbeit z u zwingen. Der einzige Wunsch Frankreichs sei, daß England aufhören möge, sich der Verteidigungspolitik in den Weg zu stellen, deren Lasten es selbst nicht tragen wolle. Riesengewinne einer französischen Sprengstofffabr'k Paris, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das „Oeuvre" teilt aus dem Jahresbericht der franzäsi- IS’r'S’A«? 12,0:3 3 Cf ■dcpqt-o et "'5* E o & b 1 0 2 bSöo” La t=5=f Q"? ZTkk" 3id?=| »o33 2 er o V 3 «J Vj) s3- UpM : r. cr3 e ro c S« 3 '2-2-2 y JZ3 y V* ® * «3^ n 5 E fillt Np । "3"Or < i 3-« wieder geraunt und gewispert worden war, di die Rebellen nun in wahnsinniger Verblendung hie) Ueberheblichkeit heraufführen wollten, weil sie hrzfichtig und selbstsüchtig sich von der ersten Re- wöution die Erreichung anderer Ziele versprochen jlitten, als sie der Führer in klarer Erkenntnis der Nitwendigkeiten und Möglichkeiten gesteckt hatte. schen Gesellschaft zur Herstellung von Cheddit-Explo- sivstoffen mit, daß diese Firma, die über ein Stammkapital von 1 600 000 Franken verfüge, im Berichtsjahr über sechs Millionen Franken Abschreibungen vorgenommen hat, 1 800 000 Auffassung von der Lage beschränken. Nur. Franken Gewinn verzeichnet. Dies würde die Der- die Ereignisse konnten das englische Volk bestimmen teilung einer Dividende von 100 v. H. ge« aus seiner Isolierung und passiven Haltung heraus-. statten. krs^eint täglich, außer A 'wriT A Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags ASpr V W W ▼ für die Mittagsnummer Heimat im Bild-Die Scholle H IW MW W H Grundpreise für l mm hohe .ssä. tll|VKr Ulf I /111lilr I k-W's von einzelnen Nummern MM Ermatzigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt A •• ze*. < < aa Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Oberhessen sssb lichten: Anzeiger Siehrn U w | | I I gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. znntturt am Main liess Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch- und Sleindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 M-ng-nabschlüsi-Staffel 8 nahe sind? (Ernft Wesner. und die Geständnisse der Verhafteten bestätigen in vollem Umfange den Verdacht, daß die Farmerrevolte von Anfang Juli nur ein Teil in der Reihe der geplanten Aufstände war, die auf die B o l - chewisierung Chiles abzielten. dique wußten und daß sie infolgedessen keines- wegs belastet sind?" »Nein, die SA. braucht sich wirklich nicht zu schämen, weil ein kleiner Kreis ihrer bisherigen Führer zu Verrätern wurde. Sie sollte von jenen nur mißbraucht werden, steht aber heute makellos da. 2Nit Stolz kann ich sagen, daß die gesamte S2L sauber ist und demnächst wieder mit erhobenem Haupt das Braunhemd tragen kann. Der Führer steht selbstverständlich treu zu ihr und liebt sie. Wäre sein Verhältnis zu ihr auch nur ein bißchen getrübt, er hätte sie ja auflösen können. Oder er hätte nicht die alte Garde damit beauftragt, dort, wo noch etwas faul sein sollte, für gründliche Säuberung zu sorgen. Auf die Frage, ob von der ehemaligen obersten SA.-Führung nicht absichtlich politisch unzuverlässige Elemente von den Kommunisten, Sozialdemokraten, Deutschnationalen und aus dem Stennes-Lager in der SA. ausgenommen worden sind, erklärt der Chef des Stabes, daß er dies nicht unbedingt bejahen möchte. Er fei allerdings der Meinung, daß einige der nun gerichteten früheren SA.-Führer die Aufnahme solcher Elemente gewünscht hätten, um dadurch Unzufrie- dene in der SA. zu sammeln. „Wie wird sich nun in Zukunft dasVerhält- nis zwischen der SA. und den Schuß- staffeln gestalten?" „Es soll wie bisher zwischen diesen Formationen ein rein kameradschaftliches Verhält- n i s herrschen. Beide werden auch zukünftig getrennt ihren Aufgaben nachgehen und sie getrennt zu lösen haben." Heber die Neuorganisation der SA. kann der neue Chef des Stabes heute natürlich noch keine näheren Angaben machen. Er gibt allerdings mit aller Bestimmtheit seiner Ueberzengung Ausdruck, daß eine Neuorganisation durchgeführt werden muß und durchge- . Was wir- aus -er GA? Eine Unterredung mit dem neuen Ehef des Stabes. Zett haben sich überall kommunistische Aufstandsversuche in erschreckendem Maße gehäuft, und man muß denjenigen recht geben, die die Regelmäßigkeit und Planmäßigkeit dieser Bürgerkriegsoersuche au die Anweisungen der kommunistischen Zentrale, der Komintern in Moskau, zurückführen. Mit Vorliebe scheinen sich die roten Hetzer neuerdings jene Staaten für ihr blutiges Gewerbe auszusuchen, die bis heute allgemein als Hort der liberalen Demokratie und des Parlamentarismus gelten. Die Schweiz, Spanien, Frankreich wurden heimgesucht, und nun ist es das reiche, ruhige Holland, dessen Bürger überraschend durch die knatternden Salven der Polizei aus dem nächtlichen Schlaf gerissen wurden. Daß ausgerechnet das behäbige A m - ft e r d a m zum Schauplatz wütender Straßenkämpfe wurde, ist um so bezeichnender, als die Niederlande eine starke kommunistische Bewegung bisher nicht gekannt haben. Das hatte einmal seinen Grund in dem allgemeinen Wohlstand, dessen sich das Land infolge seines reichen Kolonialbesitzes und der angesammelten materiellen Reserven erfreuen konnte, und andererseits in der zahlenmäßigen Stärke des marxistischen Rivalen, der Sozialdemokratie, die hier, wie in allen Demokratien des Westens, eine weit größere Bedeutung gewann, als die Moskauer Internationale. Die Tatsache, daß die holländischen Kommunisten die bevorstehende erstmalige Kürzung der Arbeitslosenunterstützungen zum Vorwand ihrer Aktion nehmen konnten, ist aber ein beredtes Zeichen dafür, daß auch die Niederlande die tiefgreifende Wirkung der Weltwirtschafts- k r i s e verspürt haben. Der Außenhandel ist stark zusammengeschrumpft, wozu nicht am wenigsten das Dumping der japanischen Ausfuhrhänüler beitragen hat. Die kluge Staatsführung der holländischen Regierung konnte bisher eine dramatische Zuspitzung der innerpolitischen Verhältnisse vermeiden. Aber es mußte schon bedenklich stimmen, daß sich der sonst bewährte Ministerpräsident Dr. C o l i j n dazu bereit fand, bei seinem Vorgehen gegen radikale politische Bewegungen den Kommunismus mit dem Faschismus auf die gleiche Stufe zu stellen. Die Liste von Parteien, denen Staatsangestellte nicht angehören dürfen, umfaßt kommunistische und syndikalistische Gruppen ebenso wie die „National- Sozialistische Bewegung" des Ingenieurs Mustert und die „Dinasos". Der Holländer ist von Natur aus Individualist. Aber auch er verfiel, als er das Wehen einer neuen Zeit verspürte und sich zur Verhütung von „Verstößen" gegen die Gesetze der parlamentarischen Demokratie zu schärferen autoritären Maßnahmen gedrängt sah, in denselben Fehler, dem auch die Schweiz und andere Hochburgen der Demokratie unterliegen: Er wollte den Liberalismus verteidigen, aber er führte diese Weltanschauung durch seine eigene Handlungsweise ad absurdum. Er kämpfte gegen den Kommunismus, aber er unterdrückte gleichzeitig jene Geisteshaltung, die diesen Kampf zuerst und wegen ihrer inneren Ueberlegenheit mit Erfolg ausgenommen hatte. Auch Holland muß den geistigen Umschichtungsprozeß durchleben, der heute fast alle Völker der Erde ergriffen hat. nern. Er hat fast immer in der Stille gearbeitet, er war dabei seiner Zeit um vieles voraus. Das hat seine Gründe in der besonderen Art der wissenschaftlichen Arbeit; schädlich daran war die Tatsache, daß eine gewisse Zersplitterung der Kräfte eintrat, daß für den besonderen Zweck nicht immer die erforderlichen und passenden Mittel eingesetzt werden konnten, so daß viele Arbeiten notgedrungen im Theoretischen erstickten. Wir werden es fortan besser machen, werden die Forscher und Forschungsanstalten innerhalb unserer Grenzen planmäßig ansetzen, sie in den Dienst zeitgemäßer Aufgaben zu stellen. Die Funktionen der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt und diejenigen der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft sind so auszuüben, daß sie für unser Vaterland wirksam werden. Wir haben die Mittel, um unsere großen Aufgaben Lurchzuführen, wir beschreiten die Wege, die zum gesetzten Ziel führen. Der eine ist sehr schnell zu begehen: ich beginne mit üer Organisation ei nes Fün f ja h resplans der deutschen Wissenschaft. Alle vorhandenen Stellen, die heute noch, jede für sich, zersplittert und daher vielleicht mit Verzögerung arbeiten, fassen wir zusammen und stellen ihnen die Aufgabe. Durch die Mittel, die uns aus der Notgemeinschaft ebenso wie aus der Physikalisch-Technischen Reichsanftalt zur Verfügung stehen, werden wir auch langwierige, zeitraubende und nicht immer gleich aussichtsvolle Arbeiten in Angriff nehmen können, die bisher unausgeführt blieben, obwohl jeder unserer Mitarbeiter spürte und wußte. Laß er Ergebnissen auf der Spur sei, die für die Menschheit von überaus großer Bedeutung sein könnten. Ein zweiter Weg, zu unseren Zielen zu gelangen, wird der sein, durch einen Neubau der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt eine Stätte zu schaffen, in der unsere Arbeit besonders wirksam gefördert werden kann. Wir errichten die neue Physikalisch-Technische Reichsanstalt — bet München wird sie stehen —, die das größte wissenschaftliche Forschungsinstitut der Welt sein dürfte. Aber das wäre ja nur eine Aeußerlichkeit. Wichtig ist es, für die Erfüllung unserer Aufgabe, daß wir in diesem Neubau alle Kräfte so einsetzen können, wie es der Zweck gebieterisch erfordert. Das zentrale Forschungsinstitut holt alle Mitarbeiter heran, die jetzt verstreut in Deutschland arbeiten, auch die Kaiser-Wil- Helm-Gesellschaft wird in den Dienst unserer Aufgabe mit einbezogen und nach Maßgabe besonderer Verhältnisse, nach besonderen Abkommen, ihre Erfahrungen und den Fleiß ihrer Forscher in einer großen Organisation einsetzen können. Die Pläne für den Neubau sind bereits abgeschlossen; wir werden unter der tatkräftigen Führung von Reichsminister Rust unverzüglich mit den Bauarbeiten beginnen, damit in spätestens fünf Jahren in etwa fünfzig großen Jnsti- tuten mit insgesamt dreihundert Laboratorien rund sechshundert wissenschaftliche Hilfskräfte und ebenso viele technische Kräfte mit den besten Einrichtungen durch Forschung und Prüfung der Wissenschaft und Wirtschaft dienen können. Wir wollen vor allem deutsche Web - st o f f e , also Faserstoffe, schaffen, die den ausländischen Erzeugnissen nicht nur gleichwertig, sondern überlegen sind. Ja, die technischen Vorarbeiten sind heute so weit gediehen, daß wir unseres Erfolges sicher sind. Die planmäßige Herstellung von neuen Webstoffen in großen Mengen durch deutsche Fabriken wird voraussichtlich bis zum Jahre 1939 durchgeführt sein, also auch wieder in rund fünf Jahren. Dann werden wir in der Lage sein, jährlich auf etwa eine Million Tonnen Rohstoffe für Webwaren, die bisher aus dem Ausland kamen, zu verzichten. Ein Künfjahresplan -er -eutfchen Forschung. Zusammenfassung aller Kräfte -er Wissenschaft für Lösung -es Rohstoffproblems. — 3n Ernährung nn- Beklei-nng, Treibstoffen nn- Schmierölen unabhängig vom Anslan-. - Ein neues großes wissenschaftliches Zentralforschungsinstitut bei München. (Sin Gespräch mit Professor Dr. Johannes Stark, Präsidenten der Physikalisch-Technischen Neichsanstali und der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft. Weiter: Wir können heute feststellen, daß es uns gelungen ist, Treib stosse und Schmieröle aus deutschen Rohstoffen, Len ausländischen Pro. butten gleichwertig, herzustellen. Die Aufgabe ist bereits praktisch gelöst. In fünf Jahren wer- den wir damit vom AuslanL unabhängig sein. Dann haben wir Deutschland mit einem Netz von Produktionsstätten überzogen, die jede erforderliche Menge von Treibstoffen und Schmierölen Herstellen. Endlich: Die dritte Aufgabe stellen wir der b i o. logisch-landwirtschaftlichen Forschung, Ihre Ergebnisse sind praktisch anzuwenden: das ist ja immer das Ziel unserer wissenschaftlichen Arbeit. Ich trete in meinem Aufgabenkreis dafür ein, daß Wissenschaftler und Praktiker zu, sammenarbeiten, hier also die Physikalisch, Technische Reichsanstalt und die Notgemeinschaft für die deutsche Wissenschaft zusammen mit dem Reichsnährstand. So gehen wir planmäßig ans Werk, um die landwirtschaftliche Produktion Deutschlands weitgehend vom Ausland freizumachen, um die Ansprüche unseres Volkes zur Ernährung und zur Erledigung der für die Industrie bestimmten Ar- beitsgebiete möglichst aus Eigenem zu befriedigen." „Sie lassen erkennen, Herr Präsident, daß sehr wesentliche Vorarbeiten für die Durchführung des Fünfjahresplanes der wissenschaftlich- technischen Forschung bereits gediehen sind. Die kommt es dann, daß nicht schon früher diese großartige Synthese zwischen wissenschaftlich- technischer Forschung und praktischer Arbeit verwirklicht wurde?" „Das ist dem Nationalsozialismus vor, behalten geblieben. Er hat durch Adolf Hitler zusammen mit Reichsminister Dr. Rust die Der» treter der Forschung, der Industrie und der Land- wirtschaft zu gemeinsameH Tätigkeit eingesetzt: Eine Gruppe stellt die Aufgabe, die andere erfüllt sie; die Forschung findet die Lösung eines Problems, und die Wirtschaft macht sie für Deutschland nützlich. Sie erkennen daraus, der Nationalsozialismus ist nicht wissenschaftsfeindlich. Allerdings ist er theorienfeindlich! Und aus dieser Einstellung heraus gelingt es ihm, auch das abgelegenste Forschungsgebiet des Wissenschaftlers für die Nation wichtig und nützlich zu machen." „Liegt darin nicht eine Gefahr für die Geisteswissenschaften, die am Ende behaupten könnten, sie würden stiefmütterlich behandelt?" „Ich kenne Adolf Hitler seit 1923; seit 1924 stehe ich mit ihm in persönlicher Verbindung. Aus dieser Kenntnis heraus darf ich es sagen: Deutschland wird sich auch für die Geisteswissenschaft mit gleicher Kraft, mit gleichem Willen einsetzen, unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß sie in Beziehung zum deutschen Volkstum stehen. Darauf kommt es an!" Das Wort eines Mannes, der in unermüdlicher Tätigkeit der ganzen Welt Respekt vor seiner Leistung abnötigte — im Jahre 1919 wurde ihm der Nobelpreis verliehen — ist der Abschluß eines Gespräches, dessen Inhalt stärkend und anspornend wirken muß. Dr. Johannes Stark hat viele Jahre an Hochschulen als Forscher und Lehrer gewirkt; er war wissenschaftlicher Berater großer industrieller Werke, Eigentümer und Leiter von Fabriken, er betätigte sich auch als Land- und Forstwirt und verband so in seiner Lebensarbeit stets die Forschung mit der Praxis. Ist sein Vorbild nicht geeignet, Vorstellungen von einem neuen deutschen Gelehrtentyp in uns zu erwecken, Vorstellungen von Männern, die alle wissenschaftliche Forschung zur Praxis werden lassen und daher volks- und lebens- ,Hch danke Dir herzlich für Deine Glückwünsche. Immer war Ler SA.-Mann treu und ift heute noch der alte, nachdem die Verräter gerichtet s i n d. So wie wir beide in den ersten Anfängen der Partei zusammenstanden, so werden wir auch in Zukunft immer zusammenstehen zum Wohle der Bewegung und all ihrer Gliederungen. Ein Block des Willens! Eine Geschlossenheit des Zieles! In treuer Verbundenheit Heil Hitler! Dein Viktor Lutze." Ueberraschend für die Allgemeinheit, aber auch für die wissenschaftliche Welt ist die Nachricht da: die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft erhält einen neuen Leiter. Fast zur gleichen Zeit fällt uns ein Bericht auf, der von dem Besuch des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, in der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt erzählt, deren Präsident Professor Dr. Johannes Stark, der neue Leiter der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft ist. Zusammenhänge müssen ergründet werden. Und so kommt der Besuch bei dem Leiter der beiden wissenschaftlichen Institute im Berliner Stadtschloß zustande. Professor Dr. Stark, der eben seinen 60. Geburtstag beging, ist bereit, Aufklärung über die Absichten zu geben, die zu seiner Berufung führten und ihm damit aber zugleich seine Aufgabe stellen. „Was bedeutet es, Herr Präsident, daß Sie zur Leitung der Nolgemeinschaft berufen wurden? Läßt sich aus dieser Berufung der Schluß ableiten, daß die Notgemeinschaft fortan stärker als bisher für besondere deutsche Forschungen eingesetzt werden soll?" Sie müssen das so verstehen: Die Physikalisch-Technische Reichsan st alt hat ihre besondere Aufgabe, die für die Praxis sicher recht bedeutungsvoll geworden ist, gut erfüllt. Fast neunzig Prozent aller Forschungen dieser größten deutschen wissenschaftlichen Anstalt sind für den Dienst an der Wirtschaft eingesetzt worden. Unsere deutsche Ausfuhr hatte gute Erfolge mit all den Erzeugnissen, die uns vorher zur Begutachtung eingereicht wurden. Ein Zeugnis der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt gilt zu meiner Freude und der aller meiner Mitarbeiter als ein Dokument, das im Ausland unbedingtes Vertrauen genießt. Diese Arbeit verdiente, ja forderte es im Interesse Deutschlands, noch fruchtbarer als bisher gemacht zu werden. In unserer Notzeit ist es von ungeheurer Wichtigkeit, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die Ergebnisse unserer Forschungen einheitlich für den Dienst an Deutschland eingesetzt werden." Zwei Aufgaben sind mir von unserem Führer gestellt worden, die ich mit den beiden Instituten zu erfüllen habe. Wir müssen einmal wertvolle Heimstoffe — so wollen wir in Zukunft die heimischen Rohstoffe nennen — unter Mitarbeit der deutschen Forschung finden und gebrauchsfähig machen. Der Grund dazu? Wir wollen unabhängig vom Ausland werden. Schon dieses Arbeitsgebiet, dessen Dringlichkeit jeder Beobachter unserer Wirtschaft sofort bestätigen wird, ist so ungeheuer bedeutungsvoll, daß eine einzige treibende Kraft dahinter stehen und verantwortlich sein muß. Dazu hat mich Adolf Hitler mit dem Reichsminister Dr. Rust ausgewählt. — Keinesfalls geringer zu schätzen dürfte die andere Aufgabe sein, die nämlich, unserer Industrie wissenschaftliche Mittel in die Hand zu geben, die sie befähigen, mit wirksamen Neuheiten der technischen Forschung auf dem Weltmarkt aufzutreten, die bisher noch nicht in der Welt erdacht oder gefunden worden sind. Und weiter: die deutsche Wissenschaft soll dazu eingesetzt werden, um unübertreffliche Qualitätsarbeiten zu erzeugen, die sonst nirgends auf dem Erdball zu erhalten sind." „Das alles klingt so einfach und so selbstverständlich, Herr Präsident, daß es schon wieder etwas gefährlich ist. Läßt sich das alles — ich möchte sagen — aus dem Boden stampfen, oder wird es nicht viel mehr unendlich langwieriger Vorarbeiten bedürfen, ehe das eine oder: das andere Ihrer Ziele zu erreichen ist?" „Dazu muß ich Sie an eine besondere Eigenschaft des deutschen Forschers und Wissenschaftlers erin- Dr. Goebbels an -en Ehef -es Stabes -er SA. Berlin, 6. Juli (DNB.) Zwischen Reichsminister Dr. Goebbels und dem Chef des Stabes der SA. Viktor Lutze, die beide schon in den ersten Anfängen der Bewegung im Ruhrgebiet zusammen gegen Den roten Terror gekämpft haben, and folgender Telegrammwechsel statt: „Ich freue mich. Dich als neuen Chef des Stabes der SA. begrüßen und beglückwünschen zu können. Ich sehe Deine erste Aufgabe darin, dafür Sorge zu tragen, daß nicht offene oder getarnte Gegner die Möglichkeit haben, ihre Abneigung gegen den Nationalsozialismus an unserer im Kern und in der Masse braven und tapferen SA. auszulassen. Denn die SA. in ihrer Gesamtheit, vor allem die alte Garde, mit der wir beide schon vor zehn Jahren im Ruhrgebiet Schulter an Schulter kämpften, hat mit dem Treuebruch der beseitigten Hochverräter nichts zu tun. Sie ist anständig und intakt geblieben und wird unter Dir als Chef des Stabes mit alter Bravour und Hingabe die Aufgaben meistern, die der Führer ihr, wie so oft in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft stellen wird. Dazu wünsche ich Dir und allen SA.-Kameraden Glück und vollen Erfolg. In alter Kameradschaft Heil Hitler Dein Joseph Goebbels." * Der Verfassungsausschuß -er Deutschen Evangelischen Kirche. (Erfurt, 6. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Am 6. Juli trat in Erfurt der Verfassungsausschuß der Deutschen Evangelischen Kirche zusammen. Auf Einladung des Reichsbischofs waren die Führer der Deutschen Landeskirchen, ihre Juristen und Professoren der Theologie erschienen. Um 16 Uhr eröffnete der Rechtsanwalt, Ministerialdirektor Jäger im Namen des Reichsbischofs die Tagung. In seinen grundsätzlichen Ausführungen stellte er fest, daß die Kirche im letzten und tiefsten, in dem, was ihr Leben ist, in der Ver- kündung Les Evangeliums keiner Verfassung und keines Gesetzes bedürfe .In der äußeren kirchlichen Ordnung, die in der Praxis notwendig sei, habe das Gesetz, die Verfassung, dem Leben der Kirche zu dienen. Es sei selbstverständlich, daß die im Ausschuß besprochenen Fragen ebenso wenig bindende Verhältnisse für die Teilnehmer darstellten, wie die Teilnahme an den Besprechungen eine Billigung der kirchlichen Entwicklungen der letzten Zeit sei. Wie unter diesen Bedingungen d i e kirchliche Opposition ihr Fernbleiben rechtfertigen könne, sei unerfindlich. Die Aufgabe des Verfassungsausschusses sei ver- trauensvolle Arbett zur Beratung der Verfassung. Professor Hirsch brachte sachliches Material über die kirchengeschichtliche Entwicklung der Derfassungs- frage, der Frage der kirchlichen Ordnung und des Verhältnisses zwischen evangelisch-lutherischer Kirche und der Staatsgewalt. , In der Diskussion, die eine Fülle ernster Gesichtspunkte zu allen gegenwärtigen Problemen der kirchlichen Lage brachten, wurde immer wieder in positivster Form d i e Frage nach dem Verhältnis zwilchen Bekenntnis und Verfassung, Kirchenverfassung und Staat, Autorität Der kirchlichen Führung und vor allem die Notwendigkeit des inneren Zusammenklangs zwischen der Dynamik des Nationalsozialismus und der Dynamik des evangelischen Christentums betont. Die Eingliederung der Evangelischen LandeskircheBadens in dieReichskirche abgelehnt. Karlsruhe, 7. Juli. (DNB.) Am Freitagnachmittag hat im früheren Landtagsgebäude in Karlsruhe die zweite öffentliche Sitzung der badischen evangelischen Landessynvde stattgefun- den. Das Programm sah in erster Linie Beratung und Abstimmung über das GesetzzurEinglie- be.rung der badischen Evangelischen Landeskirche in die Reichskirche vor. Nach etwa zweistündiger Aussprache stimmten 36 Abgeordnete für, 27 gegen die Eingliederung. Da die Zweidrittelmehrheit nicht erreicht ist, gilt der Antrag als abgelehnt. Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses stellten die Deutschen Christen den Antrag auf Einberufung des erweiterten Oberkirchenrates, der in seiner Sitzung die Auflösung der Landes- synode verfügte. Kommunistische Aufstandsversuche in Chile. N e u y o r k, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) In Santiago Le Chile wurden 200 Teilnehmer einer kommunistischen Versammlung verhaftet. In den Bureauräumen der Zeitung „La Opinion" wurde umfangreiches Belastungsmaterial gefunden. Die beschlagnahmten Dokumente Berlin, 6. Juli. (DNB.) Der Chef Les Stabes der SA., Viktor Lutze, wurde von einem Vertreter des „Angriffs" über die Zukunft der SA. befragt: „Mein Chef des Stabes, wußten Sie ebenso wie der Führer, Hermann Göring, Dr. Goebbels und einige andere aus der Umgebung des Kanzlers schon vor Wochen von der bevorstehenden Rebellion der ehemaligen SA.-Führer?" „Ich erfuhr von dem verräterischen Treiben Röhms und seiner Umgebung erst, als sich die Lage wirklich zugespitzt hatte. Ich wurde dann als einer der ältesten SA. - Führer Deutschlands, der übrigens auch schon seit langem Front gemacht hatte gegen die Linie der obersten SA.-Führung, vom Führer hinzu- gezogen, um bei der Niederschlagung der Rebellen mitzuwirken. Zu dem Kreis der Vertrauten und Freunde Röhms gehörte ich nie." „Kam die ehrenvolle Berufung zum Chef des Stabes der SA. für Sie überraschend?" „Ja, das war schon eine Ueberraschung für mich. Ich hatte niemals daran gedacht, daß ich einmal Chef des Stabes werden würde, vor allem deswegen nicht, weil ich auch nicht den Ehrgeiz hatte, es zu werden." „Glauben Sie, daß die Verräter mit ihren verbrecherischen Plänen bei der SA. irgendwie Aussicht auf Erfolg gehabt hätten, wenn der Führer dem Spuk nicht im letzten Augenblick ein jähes Ende gemacht hätte?" Der Chef des Stabes erklärt mit aller Entschiedenheit, daß kein SA. - Mann zu dem Verräter Röhm gestanden hätte. Bei dem ganzen Spuk handelte es sich lediglich um eine reine Führerrevolte. Und auch von den Führern war es nur ein ganz kleiner Kreis, der die Rebellion mitmachen wollte. „Ls ist also tatsächlich so, daß der einfache und unbekannte SA.-Wann und seine Führer nichts von dem seit Wochen vorbereiteten verräterischen Unternehmen der obersten Führer- O.. Schaft i. den en keines- der viel mit der Reichszentrale zu tun hatte, wurde wegen angeblichen Nervenleidens mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in das Erholungsheim am Wörther See verschickt. Gerlich gab zu seiner Verteidigung an, daß die Absicht bestanden hätte, den Amtmann zu „U e b e r w a ch u n g s z w e ck e n" zu verwenden. Es wären Klagen über die Oberschwester des Heims eingelaufen, deshalb hätte der erholungsbedürftige Amtmann einmal nach dem Rechten sehen sollen. h nichl 1° bisherigen sollte voll steht aber kann ich und dem- >upt das sl-hl liebt stk. ein W können« i( beaus- illle, für Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Reichsminister Dr. Goebbels, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, Reichsstatthalter Ritter von Epp und andere Parteiführer besichtigten die Landgewinnungsurbeiten und Deichbauten an der Westküste Schleswig-Hol st eins. Die Wagen passierten Freitag vormittag 9 Uhr Husum. Reichsminister Dr. Goebbels traf auf der Rückfahrt kurz vor 11 Uhr wieder in Husum ein. Der Minister wurde überall mit stürmischen Heilrufen begrüßt. ihr für fr ie am W stiefmulleck Oie historischen Aufgaben der GA. Rudolf Hetz fordert Wiederherstellung des altenBerhältnisses zwischenSA.undPartci. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß gewährte dem Chef vom Dienst der NSK. eine Unterredung, in der er mit Nachdruck erklärte: „Die Partei hat ihre alte SA. nicht vergessen, sie weiß, daß der. alte opferbereite kämpferische SA.-Mann nichts mit den gewissenlosen Meuterern an der Spitze der SA. zu tun hat. Ich werde als alter SA.Mann niemals zugeben, daß meine SA.- Kameraden von einst beschimpft und herabgesetzt werden." Rudolf Heß teilte mit, daß er an alle Organisationen der Bewegung den strengsten Befehl gegeben hat, in keiner Weise derSA. entgelten zu lassen, was einige Unverantwortliche an der Spitze verbrachen. Eingehend befaßte sich nun der Stellvertreter des Führers mit den Aufgaben, die der SA. innerhalb der Partei.gestellt sind. Er geht dabei von dem Pflichtenkreis aus, den die alte SA. in der Bewegung ausfüllte, und erinnerte daran, daß es der ursprüngliche Sinn der SA. gewesen sei, die Bewegung zu untermauern, i h r Werkzeug und ihr Schutz gegen alle gegnerische Bestrebungen zu sein. Wenn in der letzten Zeit diese Aufgaben durch die bisherige Führung gerade in ihr Gegenteil verkehrt worden seien, so sei heute die Zeit gekommen, in der dieses alte historische Verhältnis zwischen der S2ll und der übrigen Partei wiederhergestellt werde. Es gilt heute, die SA. zurückzuführen auf ihre alten Aufgaben, in denen sie einst groß geworden ist, in denen sie sich ihren geschichtlichen Ruhm erworben hat, und in denen sie für die nationalsozialistische Bewegung Ungeheures geleistet hat. Der SA.-Mann von morgen wird der Akti- pist der nationalsozialistischen Weltanschauung sein, wie es der alte SA.-Mann seit je gewesen und bis heute geblieben ist. Er muß seinen weltanschaulichen Katechismus ebenso im Kopf haben wie er zum aktiven kämpferischen Einsatz für die Partei bereit ist. Er soll in seinem ganzen Leben und Handeln den Nationalsozialisten dokumentieren. Er soll so Mitträger des nationalsozial i st ischen Gedankengutes gegenüber der kommenden Generation und zugleich ihr Vorbild sein. Der junge Staatsbürger, der durch die erste nationalsozialistische Erziehungsperiode, die Hitlerjugend, hindurchgegangen ist, soll in der SA. d i e l e tz t e Härtung im Dien st an der Bewegung erfahren, soll in ihr den Schmelztigel finden, der gerade in den Lebensjahren, in denen sich früher die Gegensätze zwischen den Klassen bei den Menschen endgültig herausbildeten, das Band der nationalsozialistischen Kameradschaft mit der Opferbereitschaft für die Volksgemeinschaft verbindet. Dazu wird die einheitliche politische Schulungsarbeit der Partei in Zukunft auch bei der SA. durch geführt werden. Die Partei wird in der SA. in Zukunft wieder das haben, was sie früher in ihr gehabt hat, ein machtvolles Instrument des Schutzes und der Kraft und dazu eine unersättliche Menschenschule ihres Führernachwuchses. Ltrlaubsbefehl! 3m Anschluß an die Anordnung des Chefs des Stabes der S2L vom 4. 3ult 1934 ordne ich an: 3m Rahmen der Gruppe Hessen besteht im allgemeinen für den llrlaubsmonat 3 u l i Verbot zum Tragen des D i e n st a n z u g e s. Davon werden nicht berührt diejenigen S2L- Zuhrer und -Männer, die während der Urlaubszeit dienstlich auf den $A.- Dienststellen tätig sind. Die Brigadeführer geben über die dafür in Frage kommenden besondere Anweisung. 3ch lege Wert darauf, daß der Urlaub in dem gegebenen Umfang nach Kräften aus- genuht wird, damit alle $A.-Führer und -Männer mit frischen Kräften nach dem Urlaub den Reuaufbau der $A. im Sinne unseres Führers betreiben können. Der Führer der Gruppe Hessen gez. 2L h. Beckerle, Gruppenführer. schlechten wirtschaftlichen Lage der breiten Masse ein großer Mangel an Bedarfsgeaen- ft ä n b e n aller Ä r t eingetreten ist, oessen Deckung in den nächsten Jahren gefördert und erreicht werden muß. So dürften sich die Senkung der Lohnsteuer und die Befreiung von der Arbeitslosenhilfe schon heute dahin auswirken, daß d i e Arbeitslosigkeit durch Belebung der betreffenden Wirtschaftszweige weiter zurückgeht. Ohne diese schon jetzt anerkennenswerte Hilfe zur Bestreitung der notwendigen Lebensbedürfnisse einer kinderreichen Familie zu unterschätzen, darf ich jedoch in diesem Zusammenhang erneut darauf Hinweisen, daß es trotzdem auch weiterhin unser Bestreben sein und bleiben muh, die Lebensbedürfnisse einer Familie mit ausreichender Kinderzahl durch Erhöhung des Rahrungsfpielraumes mehr und mehr sicherzustellen. Gerade bei der breiten Masse der Volksgenossen mit kleinem Lohn- und Arbeitseinkommen ist ein Ausgleich der Familienlasten die einzige Möglichkeit, um die Kinderaufzucht zu gewährleisten und die bestehende Rot in diesen Familien zu mildern. Wenn der Ausgleich in Prozenten des Einkommens geschaffen wird, so ist damit auch eine gewisse Gewähr geboten, dah eine Besserstellung nur wertvollen Familien und Gliedern unseres Volkes zugute kommen wird. Dabei will ich keineswegs verkennen, daß nach wie vor die Eltern aus Liebe zu ihren Kindern Opfer und Entsagungen werden auf sich nehmen müssen, die den Kinderlosen und Kinderarmen erspart bleiben. 3mmerhin wird jede auch schon geringe wirtschaftliche Entlastung der Familie dazu angetan sein, die seelische Einstellung unseres Volkes im Sinne der Erhaltung der Art und Rasse zu wandeln. Rur so wird es uns gelingen, die deutsche Familie und unser Volk entsprechend dem Ziel der nationalsozialistischen Bewegung mit der Heimat und dem deutschen Staat unlösbar zu verbinden. Da wir diesem Ziel durch die beabsichtigte bevölkerungspolitische Steuerreform näherkommen, danke ich Ihnen für die entscheidende Unterstützung bei der Durchsetzung bevölkerungspolitischer Ziele und darf Sie gleichzeitig bitten, Pg. Reinhard diesen Dank zu übermitteln." Bilder aus dem Hirtsiefer- Prozeß. Was bei der Kinderverschickung als bedürftig angesehen wurde. t e r Pu 7, 'ifürl'* Ifl'W' Idem »eil I ans 2^ rn- um K | f.n9 unb ir pimten j, FefriebigW Menl, di! |le Durchs Mschaftlh en sind. Ei früher dm ffenschastlh fcher Arbe 5 m u 5 oo: olf hitlt ast die $f: ld her Lau! 'gesetzt: Gir e erfüllt fu 5 Problem tschland iw alfogiolismi 15 ist er thL llung berat Forschung- ation wich: Der Herr Reichskanzler empfing einen der Begründer der Carl Schurz - Memoria Foundation und Oberlaender Trust, Henry Janssen, zu einer kurzen Unterredung. Nach der Unterredung überreichte der Herr Reichskanzler Henry Janssen ein Werk über die Geschichte des deutschen Handwerks. Der Herr Reichskanzler empfing ferner den deutschen Botschafter in Ankara Dr. von Rosenberg zum Vortrag und den Präsidenten des Reichs- Wirtschaftsgerichtes Dr. Willecke zur Meldung. An der Revolte unbeteiligt. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Im Zuge der Untersuchungen wurde u. a. durch eine untere Stelle auch Obergruppenführer von Killin- ger in Haft genommen. Auf Befehl des Führers wurde Pg. Killinger sofort wieder aus der Haft entlassen. Die Feststellungen ergaben, daß er in keinem Zusammenhang mit der hochverräterischen Revolte stand. Im Zuge der Untersuchungen anläßlich der hochverräterischen Revolte wurden u. a. verhaftet Fritz Günther von Tschirschky und B 0L g e n d o r ff Friedrich Karl von Savigny Margarete voy Stotzinges« führt werden wird, weil sie eben unbedingt notwendig ist. Ob in diesem Zuge eine zahlenmäßige Verringerung der Sturmabteilungen erfolgen wird, ist nicht ganz ausgeschlossen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß der Ehef des Stabes Luhe aus den braunen Formationen ein unbedingt sauberes und — was in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung ist — ein politisch zuverlässiges 3nstrument der Bewegung zu machen entschlossen ist. „Wird dann zukünftig jeder SA.-Wann Mitglied der RSDAP. sein müssen?" „3ch bin der Meinung, daß es auf die Dauer unumgänglich sein wird, daß der SA.-Mann, in erster Linie aber der SA.-Führer, Parteigenosse ist. Schließlich muh er, wenn er Garant einer Weltanschauung sein will, dieser nationalsozialistischen Bewegung mit haut und haar verschrieben sein." Der von dem früheren Stabschef verliehene Ehrendolch darf nach Entfernung des Namens des Verräters wieder getragen werden; genau so wie alle SA.-Männer ihren Dienftdolch tragen dürfen. Die Entscheidung darüber, ob die alten Kämpfer für ihre Verdienste einen Ersatz für den Ehrendolch erhalten, der dann von Adolf Hitler selbst und nicht wieder vom Chef des Stabes verliehen wird, liegt beim Führer selbst. Berlin, 6.Juli. (DNB.) Im Prozeß gegen —. früheren preußischen Wohlfahrtsminister Hirtsief e r wurden Fälle erörtert, die die unberechtigte Verschickung von Kindern zum Gegenstand haben. Es stellt sich heraus, daß im Jahre 1930 auf Empfehlung des Angeklagten Peter sderzwölf- jährige Sohn eines Ministerialrats aus dem Wohlfahrtsministerium zum Kuraufenthalt auf Kosten der Reichszentrale an den Rhein geschickt wurde. Obwohl der Vater des Jungen ein Monatseinkommen von 900 Mark bezog, wurde Hilfsbedürftigkeit angenommen. Die Reichszentrale bezahlte aber nicht nur die Fahrkarte des Zwölfjährigen, sondern auch noch die Fahrt und die K u r k o st e n f ü r die Mutter des Jungen, obwohl beide bei Verwandten wohnten. — Ein anderer Fall betrifft eine ebenfalls recht eigentümliche „Kinderverschickung". Es wurde die 19jährige Tochter eines Kaufmanns, der mit Gerlich und Peter befreundet war, auf Kosten der Reichszentrale m i t ihrer Mutter nach Davos verschickt. Die ganzen Kosten in Höhe von etwa 1000 Mark übernahm auch hier die Reichszentrale. — Ein Amtmann aus dem Verkehrsmini ft erium, Die bevölkerungspolitische Bedeutung der Steuerreform. Oie Kaufkraft der Familie wird gestärkt. — Ein Brief des Aeichsinnenministers. I& es m fei I fr" H Ka EMi, MU" Rn: bas • pen ärfe f“c ein, k eit 1924 P g. Aus diejr ' Deutsche esrvifjei 12BMen eit rraussetzun: S an!' unermMn >r seiner Stv llrbe ihm bn uß eines ®t- । anfporneii ■ Dielt Zahn irer gewirkt >r Industrie! n Fabriken irftmirt uu! s die Fei' ld nicht gf n deutsch« Hungen w rschung P und leben» L e s n e r. oberste" tischu"' sgenomln mochte-» er Äg hine fD& । llnzufr't Die Untersuchung ergab, daß zwischen ihnen und den Hochverrätern keine Beziehungen bestanden haben. Ihre Enthaftung wurde daher unverzüglich veranlaßt. Oie Verleihung der Amtskette an denReichshandwerksführer Berlin, 6. Juli (DNB.) Reichspräsident von Hindenburg hat, einem Wunsche des deutschen Handwerks entsprechend, eine „Führer-Amtskette des deutschen Handwerks" gestiftet (siehe Abbildung im gestrigen G. A.), die von dem Goldschmiedemeister Prof. Karl Berthold in Köln geschaffen worden ist und heute im Reichspräsidentenhause den Vertretern des deutschen Handwerks übergeben wurde. Im Auftrage des zur Zeit von Berlin abwesenden Herrn Reichspräsidenten empfing Staatssekretär Dr. Meißner die Vertreter des Reichsstandes des deutschen Handwerks, den Reichshandwerksführer Klempnermeister Schmidt, die Landeshandwerksführer Bäckermeister Magunia, Schornsteinfegermeister K a tz m a n n, Tischlermeister Bätzner sowie Dr. Schild vom Stabe des Reichshandwerksführers. In einer Ansprache führte Staatssekretär Dr. Meißner u.a. folgendes aus: Der Herr Reichspräsident habe sich entschlossen, eine Ehrenkette zu stiften, die vom Führer des deutschen Handwerks altem Brauche gemäß bei nationalen und dienstlichen Anlässen angelegt werden solle. Der Herr Reichspräsident habe weiter den Reichshandwerksführer ermächtigt, an verdiente Handwerksführer als besondere Auszeichnung A m t s k e 11 e n zu verleihen, welche der von deutscher Künstlerhand geschaffenen Fuhrer- amtsfette nachzubilden sind. Diese Ehrenkette solle ein Ausdruck der hohen Achtung sein, die der Herr Reichspräsident, als Ehrenmeister dem deutschen Handwerk seit vielen Jahren verbunden, dem Reichsstand des deutschen Handwerks und allen seinen Gliederungen stets entgegenbringt; sie solle aber gleichzeitig ein Sinnbild der hohen Bedeutung sein, welche das Handwerk für die gesamte deutsche Wirtschaft hat, und unsere Zuversicht kundtun, daß deutsches Handwerk wieder zu seinen alten Ehren kommt. Der Reichshandwerksführer sandte nach der lieber» reichung der Führeramtskette an den Reichs- Präsidenten nach Neudeck folgendes Telegramm: ,Hochzuverehrender Herr Reichspräsident! Aus Anlaß der heutigen Uederreichung der von Ihnen geschaffenen und verliehenen Führer-Amtskette des deutschen Handwerks an den Reichshandwerksfuhrer durch Ihren Staatssekretär Herrn Dr. Meißner spreche ich Ihnen als dem Ehrenmeister des deutschen Handwerks im Namen des gesamten deutschen Handwerks meinen tief empfundenen Dank und meine untertänigste Ehrerbietung aus. Das deutsche Handwerk, durch Jahrtausende mit der Geschichte des deutschen Volkes verbunden, wird es sich zur besonderen Aufgabe machen, n u r s o l ch e Handwerksführer Herausstellen, die würdig sind, die von Ihnen verliehene Führeramtskette zu tragen. Die deutschen Handwerksmeister werden mit Stolz auch in den kommenden Jahrhunderten durch die Fuhrer- Amtskette daran erinnert werden, daß der Generalfeldmarschall des Weltkrieges und Reichspräsident von Hindenburg als Ehrenmeister des deutschen Handwerks dem deutschen Handwerk in feinen schwersten Zeiten der vergangenen Jahre ein unermüdlicher Schirmherr u n d B e s ch ü tz e r gewesen ist. In Ergebenheit und Ehrerbietung W. G. Schmidt, Klempnermeister. Reichshandwerksführer." Berlin, 6. Juli. (DNB.) Reichsminister des Innern Dr. Frick hat an den Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr verehrter Herr Reichsminister! Staatssekretär Pg. Reinhard bat in München die in Ihrem Ministerium geplante S t e u e r r e - formpläne bekannt gegeben. Dabei haben Sie den bevölkerungspolitischen Forderungen, die ich bei der ersten Sitzung des Sachverständigenbeirats für Beoölkerungs- und Rassenpolitik am 28. Juni 1933 gestellt habe, weitgehend Rechnung getragen, wofür ich Ihnen als der für die bevölkerungspolitischen Maßnahmen zuständige Minister meinen besten Dank auszusprechen nicht verfehlen möchte. Ich erinnere dabei außer der Fö-rderung der Eheschließung, bif von Jhr^m Ministerium schon im vergangenen Sommer in Angriff genommen war, an die Erhöhung der Kinderermäßigung bei der Neuregelung der Einkommensteuer, wie an die Freibeträge für Kinder bei der künftigen Vermögens- und Erbschaftssteuergesetzgebung. Auch ist Staatssekretär Reinhard bereitwilligst einer Anregung des Leiters meiner Abteilung „Volksgesundheit" gefolgt, Familien mit Kindern von der Abgabe zur, Arbeitslosen Hilfe zu befreien, so daß schon heute Familien mit ein und zwei Kindern bei einem monatlichen Einkommen bis 500 RM. und Familien mit drei und mehr Kindern auch bei einem höheren Einkommen von 500 bis 3000 RM. monatlich von dieser Abgabe frei- gestellt sind. Dieser Weg, zunächst Abgaben ober Versicherungsbeiträge bei benjenigen zu senken, bie burch ben Unterhalt unb bie Aufzucht von Kinbern für bas Weiterbestehen unb bie Zukunft unseres Volkes sorgen, scheint mir ganz besonbers wertvoll unb berechtigt zu sein, ba er zunächst vielleicht bie einzige Möglichkeit barstellt, die Familie unb insonberheit bie kinberreiche Familie wirtschaftlich zu stützen. Aus biefem Grunbe begrüße ich ganz besonbers bie von Pg. Reinharb verkünbete Absicht, ab Frühjahr 1935 bie Beiträge für biß Arbeitslosenversicherung zu ermäßigen unb zunächst bamit zu beginnen, baß bie Arbeitnehmer mit einer größeren Kinberzahl, z. B. bei brei unb mehr Kinbern, vom Arbeitslosenversicherungsbeitrag ganz befreit werben sollen. Vor allen Dingen bin ich aber auch bavon überzeugt, baß biefe bevölkerungspolitische Steuerreform geeignet erscheint, bie Kaufkraft bet Familie allgemein zu erhöhen unb so ben inneren Wirtschaftsmarkt zu stärken. Es ist zweifellos richtig, baß gerabe in kinberreichen Familien infolge ber Der Bundesrat hat beschlossen, die Einfuhr und Verbreitung des „Angriff", des „Völkischen Beobachters" und der „Berliner Börse n z e i t u n g" in der Schweiz vorläufig für 14 Tage zu untersagen. Aus aller Welt. Rekordhlhe in Amerika. Die Ostküste Amerikas wird seit etwa 14 Tagen von einer Hitzewelle hei'mgesucht, die als die größte seit 19 01 bezeichnet werden kann. Am Freitag wurde in Neuyork bie höchste Temperatur mit 55 Grab Celsius in der Sonne bezw. 36 Grab Celsius im Schatten bei ungewöhnlich hoher Feuchtigkeit der Luft erreicht. Demgegenüber herrscht in ben bisherigen Dürregebieten Dakota unb Minnesota seit 14 Tagen Dauerregen, ber mit heftigem Sturm oerbunben ist. Der Sachschaden ist sehr beträchtlich. Nachts herrscht eine empsinblichs Kälte. In Michigan toben heftige Gewitterstürme. Fünf Menschenleben sind dem Unwetter dort bereits zum Opfer gefallen. Der „Tag der deutschen Rose" genehmigt. Für bie am 14. unb 15. Juli ftattftnbenbe Aktion „T a g ber beutschen R o s e", bie von ber Obersten Leitung ber PO., Amt für Volkswohlfahrt, in Verbinbung mit bem Reichsnährstanb unb ber Deutschen Gesellschaft für Gartenkulturen a l s Ausnahmefammlung b e s Deutschen Frauenwerkes für bas Hilfswerk Ä „Mutter unb Kinb" durchgeführt wird, ist 1 nunmehr die Genehmigung des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Heß, und des Reichs« finanzministeriums erteilt worden. Mißlungener Ausbruchsversuch dreier Schwerverbrecher. Drei Schwerverbrecher unternahmen den Versuch, aus der Strafanstalt Marburg an der Drau (Steiermark) zu entfliehen. Zwei von ihnen gelang es, ihre Zellen zu verlassen. Als sie auf dem Gang mit dem Wärter zusammentrafen, schlug einer der beiden mit einem Stein, ben er in ein Handtuch gehüllt hatte, mit solcher Wucht auf den Kopf des Wärters, daß der Beamte sofort zusammenbrach. Die beiden Sträflinge nahmen darauf dem Wärter die Schlüssel und den Degen ab und versuchten, gemeinsam mit dem dritten Häftling zu entfliehen. Ihre Flucht wurde jedoch von der Wachmannschaft der Strafanstalt verhindert, worauf einer ber Schwerverbrecher aus dem dritten Stock in den Hof sprang, wo er mit einem Schädelbruch liegen blieb. Der schwerverletzte Wärter ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Eine Konservenfabrik durch Brandstiftung vernichtet. In Mussidan im französischen Departement Dor- dogne ist eine Konservenfabrik ein Raub der Flammen geworden. 4000 Kisten mit insgesamt 200 000 Konservenbüchsen wurden vernichtet. Der Sachschaden beläuft sich auf eine Millionen Franken. Es liegt Brandstiftung vor. Zwei Arbeiter sind verhaftet worden. Einer soll bereits ein Geständnis abgelegt haben. „Graf Zeppelin" in Friedrichshafen. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Freitagabend von seiner dritten diesjährigen Südamerikafahrt, die bis Buenos Aires führte, nach Friedrichshafen zurückgekehrt und um 21 Uhr glatt gelandet Die Führung hatte Dr. Eckener. An Bord befanden sich 23 Passagiere. Befördert wurden 253 Kilogramm Post und 41 Kilogramm Fracht. Line ostpolnische Ortschaft eingeäschert. Durch ein Großfeuer wurde am Montag innerhalb von zwei Stunden die ganze Ortschaft Raszkutany in Ost polen eingeäschert. Verbrannt sind 63 Wohnhäuser unb 157 Wirt» schaftsgebäube. Auch ein Teil bes Viehs konnte nicht mehr gerettet werben; u. a. finb 300 Schweine mitverbrannt. 340 Bewohner bes Dorfes finb obbachlos geworben. Flugzeugunglück in England. Nachdem bereits am Donnerstag ein britisches Bombenflugzeug bei Hebungen über bem Flugplatz von Northolk abgestürzt unb in Brand geraten war, wobei zwei Insas f e n getötet würben, ereignete sich am Freitag früh ein neues Unglück. Ein großes Bombenflugzeug neuesten Typs stürzte bei einem Probeflug aus noch unbekannter Ursache in ber Nähe bes Flugplatzes Hey- f o r b aus ziemlich großer Höhe ab. Einer ber Insassen fanbbenlob, währenb bie an» bereu vier Mitglieber ber Besatzung mit leichteren Verletzungen bavon tarnen. Wettervoraussage. Da sich der hohe Druck weiter gekräftigt unb ausgebreitet hat, wirb unter seinem Einfluß das heiße Sommerwetter fortbestehen. Aussichten für Sonntag: Meist heiter« heiß und trocken. Aussichten für MontQg: Noch keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 6. Juli: mittags 24,6 Grad Celsius, abenbs 17,8 Grab; am 7. Juli: morgens 16,8 Grab. Maximum 26,2 Grab, Minimum 11,3 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juli: abenbs 25,2 Grad; am 7. Juli: morgens 19,4 Grab Celsius. — Sonnenscheindauer 15,2 Stunben. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: 3. 23.: Dr. Fr. W. Lange, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck unb Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts«Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, Ä.-©v sämtlich in Gießen« OaS siamesische Königspaar in Potsdam. Potsdam, 6. Juli. (DNB.) Das siamesische Königspaar besichtigte am Freitagnachmittag bie Sehenswürbigkeiten Potsbams. Zunächst ging bie Fahrt zur Arbeitsstätte bes Freiwilligen Arbeitsbien st es, wo praktische Arbeit beim Sieblungsbau gezeigt würbe. Legationssekretär von Mumm gab in Verbinbung mit ber Arbeitsbienstleitung bie nötigen Erklärungen. Anschließend) würbe bas Arbeitsbienstlager selbst besichtigt, wo bie Mannschaften im Hofe angetreten waren. Darnach bestiegen bie Gäste bie Kuppel bes Astro-Physikalischen Observatoriums unb besichtigten ben großen Doppelreflektor. Durch bie Straßen Potsbams ging bann bie Fahrt nach Sanssouci. Nach einer Runb- fahrt burch ben Park besuchte bas Königspaar bas Schloß, wo es längere Zeit im Sterbezimmer unb in ber Bibliothek bes großen Königs verweilte. Nach einem kleinen Imbiß kehrte bas Königspaar in bie Reichshauptftabt zurück. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident hat auf Vorschlag des Herrn Reichskanzlers im Zusammenhang mit der Ueberleitung des Freiwilligen Arbeitsdienstes vom Reichsarbeitsministerium auf das Reichsministerium des Innern den Reichsarbeitsminister Seldte von seinem Amt als Reichskommissar für ben Freiwilligen Arbeitsdienst entbunden und ben Staatssekretär Hier! zum Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst ernannt- Jttfved fftidncr Nur erstklassige Warenl Gießen, den den 7. Juli 1934. 4035 D Ijffl [Stellengesuche! 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Damit ist vielleicht schon alles gesagt. % it die Beherrscherin des Erdballs — aber ihr Eliron zeigt bedenkliche Rijse — er wackelt sogar cion recht spürbar. Und die in seinem Schatten whren, die haben es gespürt. Nicht einmal das äußere Bild dieser Ueber-Welt- tirbt ist unbeeinträchtigt geblieben. Freilich, West- nrnfier Abbey ist noch immer eine Walhalla des maischen Ruhmes auf allen Gebieten eines er» f,Mn Menschentums. Aber unter seinen Stein- 1 Q’fcn ruht inmitten von Königen, Gauverneu- bn, Marschällen und Dichtern der unbekannte Sol- itat — der Träger und das Gleichnis der Welt von wram. Und auf der Rasenfläche, die den Dom ungut, stehen noch vom Waffenstillstandstage die »ylzemen Gedächtniskreuze der britischen Regi- rttnkr. Sie erinnern an das größte Augenerlebnis, >«s der englische Krieger mit nach Hause brachte: >m Anblick der von Millionen roter Mohnblumen iAewucherten Schlachtfelder von der Pser bis zur Lmne und Marne, unter denen seine Kameraden Miren; denn sie sind umsteckt mit winzigen Holz» Mulm mit einer Mohnblume. Äsern unbekannten Soldaten gehört, die Zu- Mfi Britanniens — wenn es noch eine hat. Und m urb nur dann eine haben, wenn es dieser bunt» an Stimme lauscht: Ähr habt mich einem Wahn iqsp'ert. Dem Wahn, als könnten die weißen Völ- er I ben, wenn sie ihr eigenes Herz, Deutschland, Krisen und zertrampelt haben ... Ä se Stimme hört nur, wer mit feinem Ohr zu ousten versteht. Aber die Zeichen des Verfalls — ms ieht auch der flüchtige Wanderer. Es find die iMofsen leerstehenden und um Mieter und Käu» ei: sehenden Wohnungen, Läden, Häuser — über» iü ii London, im Gebrause der City, im vornehme Schweigen des Westens, im träumerischen Be- «ygtt der äußeren Boroughs. Es sind die un- ' Vorrat igsfoften, : MuL- geden. prechends Juli 1934, ibjugeben. tuts für allumbau niocrfität lucrarbei« 'eiten, 5. 7. Dach»' aseraibei» Torheiten, -s, 13. Li- TarbeitenJ iegen auf Tier 4, zur 2M ist überall gleich beklagenswert. 2« neue Deutschland marschiert mit seinem Vius-ocht-Gedanken vorläufig wenigstens ganz ein» kS an der Spitze der Zivilisation. Dikritt die zweite große Kirche Londons — die ^N.auls-Cathedral! Ihre gotische Vorgängerin überxigt auf Karten des mittelalterlichen London vMverrschend das Stadtbild. Der Anblick dieses »Men englischen Nationalheiligtums ist bezwin- giimt — durch jene kühle Herrscherhaftigkeit, die mit dem italischen Himmel zusammenglüht, im mtblgen Norden aber frieren macht. Und nun Hmt ein Kundiger und erzählt dir, daß dieser Hloale Bau, die nordische St. Peter, in ständiger MMrzgefahr schwebt. Der wäre nur vorzubeugen bittre völlige Neuaufrichtung der Kuppel — und blli3i fehlt das Geld. Man hat die Stützpfeiler un- btrhcht und festgestellt, daß sie schon von ihren Er- trliucn, den Reichen der City, nur for shöw gebaut Wien Bettler an allen Straßensäumen. B^fallszeichen trägt auch die Volksmenge, die Mi diese verkehrsdurchwimmelten Squares und sttds und Avenues füllt. Unendlich selten ist, MAßstens unter der jüngeren Generation, der der mini^ nirt ch englische Typ. Die Proletarisierung der 4025D ZüMtriebevölkerung im Bunde mit einer Hygiene, )te idet zu viel lebensunwürdiges Leben erhält und |nir Fortpflanzung anregt, hat die biologische Sfrtriblage des Jnselvolkes verderbt und einen )?a|j inner fall herbeigeführt, der erschreckt. Die ein« »iinuube Mode kommt dazu. Es ist heute ganz das- Mc ob man durch Menschenmassen in Berlin ober y»einort ober ßonbon ober Paris hinburchgeht. Das i, worum j elend? erjagen, iocht die itandsfö'i >gesund, Nerven* i undson- iden gibt jftigungs- Flosche 5RM. 1,50 Bestehenden rankf-str" 'M- tt u. sämtL ;olms-UU' nehmend. temerkb ibn u. [uw 6 [habet 0000 w Ml. ijlüntt««* “Ä sB flhabek d rnj^'unj. "LA Korbinian und der Rechenkünstler. Von Wilhelm von Hebra. ftr erste Teil ber Vorführung ist beendet. Der iUch nkünstler hat seine beträchtlichen Fähigkeiten in floplredjnen gezeigt und damit zuerst Erstaunen hetoo rgerufen, dann Gleichgültigkeit und schließlich fcbciroeile. Sis Stimmung des Publikum ist einigermaßen als der zweite Teil beginnt, den der Rechen- [MftCer mit den folgenden Worten einleitet: ,<2tzt werde ich eigenartige und lustige Dinge auf Uten Gebiete des Rechnens zeigen, wie sie sich im ^Mschen Leben ereignen können. Ich bitte den fljeriT, der mir zunächst sitzt, heraufzukommen." Korbinian sagt zu seinem Nachbarn: „Was wui iietn der daherglaffane Jahrmarktsgloiffi", besteigt Äbrr doch das Podium, setzt sich auf einen Stuhl Lirö lblickt den Rechenkünstler an, halb neugierigen, kB abweisenden Gesichts. fcitr Rechenkünstler sagt: |,$ Ifo, Sie brauchen einen neuen Hut." 1$ brauch koan Hut net." iß-ie sollen ja nur annehmen, daß Sie einen lltitn Hut brauchen." ko do net onehma, daß i an neichn Huat I »nch, wann i koan net brauch." 7Mellen Sie sich, bitte, vor, daß Sie sich beson- I i’t gut herausstaffieren wollen, um einem Mädchen j j (efallen, und daß Sie sich zu diesem Zweck einen lurnn Hut kaufen, ob Sie ihn gerade brauchen ober IM-" [I„5i wui koan Mabl net gefalln. Diese jungn Ifflkboa san ma z'bleeb." ,2*)ann sagen wir also, baß Sie einer reifen Frau IItalien wollen." „Hene gefall i sowieso, da brauch i koan neichn inat: net bazua." ,Gagen wir also, baß Sie nach München fahren, 1 ir. Sßermanbte zu besuchen, unb baß Sie dort be» 1 jor.tsrs nobel auftreten wollen." ,^ier Minka waar vielleicht so was meegli. I ht, ma aba grab vor ana Wochn an neichn Huat kct Den hab i no gaar net aufghabt. Der is no It Papiersackl brin, pfeigrab wia i ihn in Dorda- fllismwalb käst hab. Da wer i ma bo koan neichn &C7 net fafa. I bin bo koa Viech net." .Stellen Sie sich vor, daß Sie sich diesen Hut noch Ah gekauft haben, und daß Sie sich jetzt einen für M-chen kaufen wollen." hurbinians Stirnader schwillt an. ,£ans mi sei ja net dableckal Oda moanang viel- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) $amstag,7.3uli (934 waren, und im Innern mit Schotter gefüllt sind. Den hat man jetzt mit Beton ausgegossen und dadurch eine vorläufige Scheinfestigkeit erzielt. Architekturwerke sind Gleichnisse. Das ist ihre Bestimmung. Meine sonstigen Erlebnisse gruppieren sich um den Vortrag, den ich gehalten habe, vom deutschen Verein hierher gebeten. Thema: „Hindenburg und Hitler". Der Verein besteht aus 90 v. H. aus englischen Staatsangehörigen deutscher Abstammung. Der Vortrag war als großer Gesellschastsabend im Hyde-Park-Hotel aufgezogen. Der deutsche Botschafter Dr. von H o e s ch mit den Herren seines Stabs und ihren Damen befand sich unter den Gästen. Ein Bankett von 50 Gedecken schloß sich an. Ich hatte eine empfängliche und dankbare Hörerschaft und darf annehmen, daß meine Schilderung der heimischen Nachkriegsentwicklung mancherlei Besorgnisse und Irrtümer bei unseren Landsleuten und ihren britischen Freunden zerstören konnte. Im Anschluß an den Vortrag bekam ich mancherlei Einladungen und hatte Gelegenheit zu unzähligen aufschlußreichen Gesprächen. Die Engländer sind durch eigene Sorgen so stark in Anspruch genommen, daß sie die deutsche Entwicklung nicht aus objektivem, sondern aus äußer st verengertem Blickpunkt betrachten. Der Tiefstand des wirtschaftlichen Niedergangs scheint überwunden. Ännerpolitisch sieht man auf die geklärten und gefestigten deutschen Verhältnisse mit einem gewissen uneingestandenen Neide. Das Ministerium der nationalen Konzentration hat immerhin einen Marxisten als Vorsitzenden. Macdo- nald ist gewiß ein „guter Engländer", aber ber Sozialbemokrat in ihm ist noch besser. Eine unerhörte Steuerlast brückt bas englische Bürgertum, ohne ber Gesamtheit nennenswerte Vorteile zu schaffen. Die brutale Erbschaftssteuer unterhöhlt bas englische Privateigentum. Dies aber ist bas Rückgrat Britanniens unb seiner Dominions unb Kolonien. Es ist unmöglich, ein so verwickeltes Gebilbe wie bas Empire bürokratisch zu verwalten ohne Einsatz bes mächtigsten Lebensantriebes: bes Pri» vat-Jnteresses. Außenpolitisch ist ber Blick bes Englänbers völlig von Europa abgelenkt zu feinen fernöstlichen Herrschaftsgebieten, vor allem zum Stillen Ozean. Das japanische Dumping oerbrängt bie britische Einfuhr von einem Markt nach bem anberen. Gegen wen richtet sich ber Zusammenschluß Amerikas unb Rußlands? Wie, wenn beide Mächte, um mit bem aufftrebenben Japan schieblich-frieblich auseinanber« zukommen, ihm bie Auseinandersetzung mit einem — Dritten freigäben? Für biefe mögliche Inanspruchnahme braucht Englanb ein befriebetes Europa. Nur von biesem Stanbpunkt aus vermag es bie europäischen Fragen zu bewerten. Was für eine Bedeutung kann es in biesem roeltumfpannenben Zusammenhang ben innerbeutschen Fragen beimessen? So hört benn ber Englänber gerne, was zu glauben er sich nicht recht getraut: baß bie innerdeutschen Verhältnisse sich unerschütterlich verfestigt haben. Daß Hitlers Friebensbeteuerungen tiefernster Ausbruck einer gereiften Uebergeugung find. Daß auf Deutschlanbs Neutralität bei einer pazifischen Auseinandersetzung unbebingt zu rechnen ist. Für bie Frage einer enbgültigen Verstänbigung ber beiben verwanbten Nationen ist ein Hinbernis bie unweigerlich feststehenbe Tatsache, baß die ganze englische Nation noch heute fest von der Heber» zeugung burchbrungen ist, Deutschlanb, unb zwar der Kaiser, seine Ratgeber unb bie „Militärpartei", aber auch bas gesamte Volk habe ben Krieg 1914 gewollt unb mit allen Mitteln erzwungen. Wir seien nun einmal „Militaristen" und strebten nach ber Weltherrschaft. Weil wir im großen Kriege besiegt worben find, wollten wir es nicht mehr Wort haben, baß wir ihn angefangen. Aber wie wir heute alle kriegerische Absichten ber Vorkriegszeit ableugnen, so seien auch Hitlers Friebenskunb- gebungen nur als Maske zu bewerten, hinter ber sich ber alte teutonische Welteroberungsfuror versteckt ... Es ist noch viel zu tun für eine beutsche Außen- propaganba. Die nationalen Werte der Geschichte Von Geheimrat Dr. Hermann Oncken, o. ö. Professor der Geschichte an der Üniversttät Verlin. Wenn ein Volk tiefe unb grunbftürgenbe Erschütterungen in ber Gegenwart erlebt unb ein neues Funbarnent bes Lebens für bie Zukunft zu errichten sucht, bann beobachtet man immer wieber, baß sich ihm auch bas Bilb seiner geschichtlichen Vergangenheit wanbeit unb verschiebt. Solche Staublungen im nationalen Geschichtsbilbe vollziehen sich zu allen Zeiten, aber in revolutionären Zeiten nehmen sie ein heftigeres Tempo, einen gewaltsameren Charakter an. So ist es benn an sich ein natürlicher Vorgang, baß bie Erlebnisse, burch bie wir seit mehr als einem Jahre hinburch- schreiten, auch auf bas bisher geltenbe Verhältnis zu unserer Vergangenheit übergreifen, um es in ihrem Sinne umzugestalten unb zu erneuern; schon erheben sich vielerorts Stimmen, bie selbst ehrfürchtig anerkannte Werte, als wenn sich bas von heute auf morgen tun ließe, von ihrer früheren Höhe her- abstürzen möchten. Wieber einmal brängt sich einem bas Wort aus Goethes „Braut von Korinth" auf: „Keimt ein Glaube neu, wirb oft Lieb' unb Treu' wie ein böses Unkraut ausgerauft". Man ruft von vielen Seiten nach einer neuen Rangorbnung ber großen Gestalten der Nationalgefchichte, nach einer Umgruppierung ber entfcheibenben Ereignisse, ja ganze Epochen werben einer Umwertung unterzogen. So sieht sich mancher in einem Gebränge von Auseinanbersetzungen, in benen ber Laie sich nicht ohne weiteres zurechtfinbet. Es wirb babei nicht eigentlich bie geschichtliche Wissenschaft befragt, ober gar ber Befunb ber echten Quellen ftubiert — es hanbelt sich vor allem barum, bas innere Verhältnis ber beutschen Gesamtheit zu gewissen Grunb- tatsachen unserer Geschichte einer Revision zu unterziehen. Unb bamit werben wir alle vor bie Entscheibung gestellt, was in biesem Umwertungsprozeß, ber bie Nation fast unvermutet erfaßt hat, eine tiefere Berechtigung hat, unb an welchen Stellen ihm bvch wieber Schranken gesetzt find, bie kein Menschenwitz nieberlegen kann. Das Problem läßt sich nur burch Beispiele Der» beutlichen. Wenn bie Umwälzung, in ber wir stehen, sich ein ihr gemäßeres Bild ber Vergangenheit zu schaffen anstrebt, so geschieht bas einmal baburch, baß sie bas bisher geltenbe Bilb zu erweitern ober zu ergänzen sucht, sobann aber baburch, baß sie in bas bisherige Bilb anbere Wertakzente, eine neue Verteilung von Licht unb Schatten hineinträgt. Zunächst also, es rücken Zeiten in eine hellere Betrachtung, bie bisher mehr im Dunkel gelegen hatten. Indem bie Staatsführung sich bazu bekennt, überall bie ursprünglichen Wurzeln bes Volkstums au pflegen, wirb sie biefes beutsche Volkstum als solches zu bem vornehmsten Gegenstanbe ber historischen Forschung zu erheben trachten. So wirb man heute bie Anfänge dieses germanischen Volkstums, bereu Bruchstücke erst von ben neuen vorgeschichtlichen Stubien aufgeberft würben, in bas volle Licht ber Forschung hineinziehen unb deren Früchte ber Allgemeinheit zugänglich machen. Entsprechenb strebt man, innerhalb ber Entwicklung ber sicht3k ■' Dr. Erwin Sumte, ber Präsibent bes Reichsgerichts in Leipzig, feiert am heutigen 7. Juli feinen 60. Geburtstag. baren Nation, banach, sich nicht auf bie herrschen- ben politisch-geistigen Oberschichten zu beschränken, sonbern vor allem auch bie stillen unb unvergänglichen Tiefen zu erschließen, in benen zum Beispiel bas beutsche Bauerntum seine säkulare Arbeit in einem namenlosen Helbentum auf bem oater» limbischen Boden geleistet hat. Oder, es entspricht dem neuen Bilde, das unsere Zeit von dem Wesen und der Ausdehnung der Nation formt, eine wissenschaftliche Neigung, nicht nur den jeweiligen deutschen Staat und das in ihm lebende Volk zum Träger und Gegenstand der deutschen Nationalgeschichte zu machen, sondern dieses Volkstum selbst, in seinem ganzen über bie Staatsgrenzen hinausgreifenben Bereiche, in ben Mittelpunkt zu rücken. Unb schließlich, um ein Beispiel zu nennen, bas schon in bie Sphäre ber ethischen Wertungen übergreift, bie heroischen Momente im Ablauf ber beutschen Geschichte werben entsprechend der Haltung, die der Staat von heute bewußt nach innen und außen einnimmt, wieder stärker betont werden, als es zeitweilig geltender Ansicht entsprach. Wer wollte leugnen, daß auf solchen Wegen eine Vertiefung und Bereicherung des nationalen Geschichtsbildes erreichbar ist. Es liegt ja nicht so, daß die Forschung die eben berührten Richtungen gar nicht gepflegt hätte, sie ist vielmehr längst damit Dorangegangen, und es handelt sich häufig darum, diese Akzente in dem Geschichtsunterricht und in dem allgemeinen Geschichtsbewußtsein zugunsten neuer Einsichten bewußter zu verteilen. Daß solche Umstellungen zunächst auch mit Ueberfpannungen verbunden sein können, durch die das echte Bild der Ueberlieferung wieder getrübt ober verzerrt wirb, liegt auf ber Hanb, aber bie Dinge werben sich schon durch sich selber korrigieren: neue wissenschaftliche Erkenntnisse gehen in der Regel durch eine vorübergehende Phase der Uebertreibung hindurch. Man kann zum Beispiel auch die ältere deutsche Geschichte nicht vorwiegend als B a u e rage schichte aufbauen; neben dem mittelalterlichen Bauerntum steht das mittelalterliche Städte- wesen und die unabsehbare, reiche Kulturauswirkung, bie von biefer deutschen Stabt bes Mittelalters über halb Europa hinausgegangen ist. Es ist auch nicht erforberlich, bie stärkere Belichtung eines historischen Gegenstandes baburch eindrucksvoller zu gestalten, baß man sie mit Verdunkelungen anderer Gegenstände umgibt. In ber englischen Revolution bes 17. Jahrhunderts konnte man beobachten, baß bie sächsischen Untergrünbe des englischen Staates, die seit einem halben Jahrtausend von der normannischen Eroberung überdeckt waren, sich von neuem zu rühren begannen — und damit erweiterte sich auch das herkömmliche Geschichtsbild. Wir haben dazu ein Gegenbild, das leicht, daß i ma zweng eahn a allawei wieda was andas vorstoi, was ehana Sie mit eahnen saudummen Schädl z'sammdenken?" 1 „Ich bitte Sie, guter Mann .. .* „I bi koa guta Mo net, wann man oana koa Ruah net laßt." Korbinians Stirnader schwillt stärker an. Im Publikum werden Stimmen laut. „Dees is bei Sach unb geht eahm nix o." „Laß ba nix breirebn, Korbinian, obsb an Huat brauchst oba net." „Rechts- hast, baß bie net an ba Nasn umananba» sührn laßt do bem zuagroasten Bahzi." „Vom Hut wollen wir nicht mehr reben. Nehmen wir an, baß Sie mit mir in ein Geschäft gehen, um sich eine neue Leberhose zu kaufen." Korbinians Stirnaber schwillt noch stärker an. „Da brauck i eahna bazua, pfeigrab eahna, zum Ledahosn fafa!" . .. . „Aber ich meine boch eine Leberhose, rote sie auf bem Lanbe noch unbekannt ist, von ber allerneuesten norwegischen Art, aus breimal gegerbtem Renntier- leber." . „I soi ma ra Renntierledahosn fafa, wo bei uns be greeßte Depp woaß, baß a boarische Hosr» nuar aus a ra Gams- oba Hirschbeckn sei berf?" Korbinians Stirnaber ist bem Platzen nahe. Er geht auf ben Rechenfünstler zu, hebt bie rechte Hanb ... v .. Da springt ber Rechenkünstler burch em Fenster ins Freie unb warb nicht mehr gesehen. Seit diesem Abend steht Hinterstoi^enwald auf der schwarzen Liste der Artisten. Der Naturapostel auf Minnefahri. Dor ein paar Jahren noch konnten Naturapostel und Wanderprediger eine große Schar von gläubigen Anhängern um sich versammeln heute ist es füll um sie geworden, und wenn wirklich einmal wieder ein solch merkwürdiger Zeitgenos e inmitten einer Großstadt austaucht, so findet er au seinem einsamen Weg nur eine schau, und spottlustige Gesolg chaft So fand sich auch kürzlich mitten im Derkehrstrube an der Tower-Brücke in London em Naturapostel schnell von einer großen Menschenmenge umgeben, hie ihm auf Schritt und Tritt folgte und gern das billige Vergnügen einer solchen Abwechstung im Straßenleben der Weltstadt genoß. Das Aussehen des Mannes war aber auch ganz dazu angetan, Auf- (eben zu erregen. Er hatte eine blaue ärmellose Tunika an, die in einem welchen Kragen endete, der durck große weihe Knöpfe am chals geschloffen mar; darüber trug er einen meinroten Mantel und an I seinem Ledergürtel eine große Tasche von der gle,- i chetl Fgrbe, in Lek glle i-m« Habseligkesteg enthalten waren. Natürlich hatte er keine Strümpfe an, sondern seine Füße steckten sichtbar in offenen Sandalen. Gassenjungen, Müßiggänger und geschäftige Leute, die ihre Eile und ihr Ziel vergaßen, starrten ihn mit offenen Mäulern an und störten schließlich den Verkehr so sehr, daß ein Polizist herantrat und ihn aufforderte, beschleunigt weiterzugehen. Und nun entstand zur Belustigung der Zuschauer ein groteskes Zwiegespräch. „Ich warte auf eine Dame", entgegnete der Wanderer stolz dem Polizisten. „Mber Sie dürfen hier nicht mitten in der Straße stehenbleiben", wandte der Polizist ein. „So werde ich zunächst ein paar notwendige Einkäufe machen, und dann wieder hierher zurückkehren", entgegnete der Fremde würdevoll und fragte dann nach dem nächsten Pferde-Vermietungs-Geschäft, wo er Maiskolben für seine Mahlzeit erstehen könnte. Und mit düsterem Lächeln fügte er hinzu: „Ich werde dort auch einen Zügelriemen erstehen können, um damit den Freund meiner Frau dingfest machen zu können." Zunächst wurde allerdings er selbst dingfest gemacht, und bie Zuschauer erfuhren über bie verwickelte und höchst tragische Liebesgeschichte des Wanderers nichts weiter. Auch vor dem Richter gab er darüber keinen Bescheid. „Ich bin Cedric Carle, der Graf Potocki von Montalk", stellte er sich vor und fügte erklärend hinzu, es handle sich um einen polnischen Adelsnamen. Er sei allerdings nicht in Polen, sondern in Neuseeland geboren, aber glühender Royalist und Poet von Beruf. Und dann wiederholte sich das Frage- und Antwortspiel von ber Straße; er blieb babei, auf eine Dame gewartet zu haben, deren Namen er als Kavalier selbstverständlich nicht nennen könne, und daß er im übrigen einige Einkäufe besorgen wolle, und er zeigte sein gesamtes Barvermögen in Höhe von 35 Pfennigen vor. Nach seinem Kleid befragt, antwortete er, es sei gesund und schön, und er trage cs immer, er habe im übrigen auch kein anderes. Wegen Erregung öffentlicher Aergernisse wurde er zu 1 Pfund Geldstrafe ober fünf Tagen Gefängnis verurteilt; er legte Berufung ein. Die Ritterfahrt dieses Don Quichote nach seiner Dulcinea mit bem Troß von Neugierigen wird also ein Enbe nehmen, unb ßonbon« Strahenbild ist nun einen Farbenton ärmer. Zweifelhafte Tafelfreuden. Von ber märchenhaften Eßlust mancher Feinschmecker vergangener Jahrhunberte weiß die Kulturgeschichte viel Ergötzliches zu berichten. Aber diese Nimmersatten hatten auch ihren schweren Kummer, denn bei all ihrer auf Erfahrung wohlgegründeten Kenntnis der Speisen und ßerferbiffen der bama- kgtzü Seit, mußtA S5 doch HiöMDLN» dsb Pß von ben Kochkünstlern genasführt wurden. Von bem schönen Ansehen mancher ihrer ßieblingsspeisen haben sie sich in ihrem guten Geschmack irre machen lassen und so recht zweifelhafte Tafelfreuden genossen. Es war nämlich damals ein weitverbreiteter Brauch geworden, die Speisen, die noch nicht oder nicht mehr recht genießbar waren, ein wenig zu bemalen, damit sie schöner und appetitlicher aus» sahen. So erhielt oft ber Käse baburch ein appetitlicheres Aussehen unb vor allem am Obst erprobte ber Koch seine Malkünste. Wenn bie Aepfel noch grün waren, schminkte man ihnen mit roter Tusche prächtige rote Backen an; baneben würben sie schön gelb angemalt, bamit sie reif und saftig erschienen. Auch die Butter erhielt durch künstliche Mittel ein schönes leuchtendes Goldgelb, und mit Hilfe von Alaun gab man dem Kabeljau eine appetitliche bleiche weiße Farbe. Am liebsten aber betrieben bie Küchenmeister das lohnende Geschäft aus Wasser Wein zu machen, wobei sie nicht davor zurückschreckten, dem „Wein" Chemikalien zuzusetzen. So wackere Zecher bie großen Herren bes 14. und 15. Jahrhunderts auch waren, auf einen Pokal wirklich reinen natürlichen Weines konnten sie nicht mit Bestimmtheit rechnen. Die Weinfälschungen wurden mit solcher Gelassenheit und Frechheit vorgenommen, baß im Jahre 1371 in Paris ein strenger Erlaß erscheinen mußte, ber es unter Androhung schwerer Strafen verbot, dem Wein Gips, Kalk ober pulverisierten Marmor zuzusetzen. Aber die Meister von Küche und Keller kümmerten sich wenig um diese Verfügungen, die sie als einen ungebührlichen Eingriff in ihre Privilegien und als eine Herabsetzung ihrer Kunst in der Weinbehandlung betrachteten, und 1396 mußte der Prvfoß ber Kaufleute ein neues geharnischtes Dekret gegen bie Benutzung von Bleiglätte bei der Weinzubereitung erlassen. Ein früherer Erlaß weist mit melancholischer Bitterkeit darauf hin, baß bie Wein- unb Nahrungsmittelsälschung auf eine große Ueberlieferung zurückblicken könne, unb warnend wird ein Text des Plinius zitiert, ber von bem Kummer und den Sorgen der großen Herren handelt, die niemals für ihre Tafel einen wirklich reinen Wein finden können. Sogar dis Echtheit des biblisch bezeugten Rausches Noahs wurde angezweifelt, sicher sei auch er einer Weinfälschung zum Opfer gefallen. Aber man hatte in jenen guten alten Tagen einen gesunden Magen, bem ein wenig Gips, Kalk ober Bleiglätte wenig anhaben konnte. Hatte man sich aber ben Magen gründlich verdorben, so kurierte man ihn durch einige Mahlzeiten mit Ochsenbraten unb Hammelkeulen! Denn diese blieben ben Kranken vorbehalten, die sich an Geflügel und Fisch den Magen verdorben hatten. Heute macht man es gerade um- gekehrt! , w , auch wieder anders liegt. Cs ist eine Sache historischer Gerechtigkeit, wenn die Gestalt des Sachsen Widukind, so wenig wir auch von ihr wissen, «rnserm Geschlechte nähergebracht wird und so ein Ausgang einer Reihe erscheint, die mit Arminius dem Befreier einsetzt. Der Stammesherzog wird aber darum noch kein Nationalheld, auch wenn man chm zuliebe die Stellung Karls des Großen entsprechend verdunkelt. Die deutsche Geschichte beruht nun einmal auf der doppelten Tatsache, daß Karl der Große die christlichen Bayern und die heidnischen Sachsen in das Frankenreich hinein- gezwungen und damit den Kreis der Stämme abgeschlossen hat, aus dem ein deutscher Staat erwachsen sollte. Damit steht er für alle Zeiten am Eingangstor deutscher Geschichte. Daß Karl die Sachsen mit entsetzlicher Härte unterwarf, ist zugegeben. Aber vergessen wir nicht, daß diese getauften Sachsen im nächsten Menschenalter mit derselben blutigen Härte das heidnische Wendenland unterwarfen und den Zug nach dem Osten eröffneten. Denn auf diesen getauften Sachsen, unter denen, wir auch Sohn und Enkel Widukinds begegnen — nicht etwa auf den heidnischen Sachsen — beruht die große Leistung der Kolonisation des slawischen Landes jenseits der Elbe, und sie mußten sich von dem heidnischen Nordgermanentum gewaltsam abgelöst haben, um die Träger dieser historischen Mission werden zu können; während das heidnische Nordgermanentum, auf das Widukind sich immer wieder gestützt hatte, noch lange die deutschen Küsten mit Mord und Brand heimsuchte. So war nun einmal die Zeit. ♦ Ein anderes Beispiel: In unserer neueren Geschichte hat Friedrich der Große immer zu den leidenschaftlich umkämpften Gestalten gehört. Es konnte nicht anders sein, als daß die österreichische Geschichtsschreibung ihn lange mit erbittertem Haß verfolgte. Heute erst vermögen wir die Größe Friedrichs und Maria Theresias, der beiden Träger einer weltgeschichtlichen Rivalität, als Repräsentanten eines sie beide umfassenden Deutschtums, nebeneinander, auf derselben Ebene zu würdigen: sie sind beide nationales Besitztum. Das hat man selbst auf preußischem Boden dem großen König nicht zu allen Zeiten zugebilligt. In dem Befreiungskämpfe und der folgenden Zeit wurde seine Größe auch in Berlin in zwei verschiedenen Lagern angefochten, von den feurigen Häuptern der Nationalpartei, die an den Preußenkönig den Maßstab des Deutschtums, und an den absolutistischen Herrscher den Maßstab der Volksfreiheit legte — und in dem Kreis der Frommen, die an der irreligiösen Haltung Friedrichs Anstoß nahmen. So konnte Ern st Moritz Arndt 1813 schreiben: „Für seine Zeit war Friedrich der König, der Held, der Weise, der Große und einzige. Wir Teutschen, wenn wir uns als Volk ansehen, haben uns dieses Königs wenig zu erfreuen gehabt, ja keiner hat uns so geschadet, nicht nur scheinbar, sondern wirklich. Er zerstörte die Ehrfurcht vor Kaiser und Reich, und was er an die Stelle setzte, war nichts anderes, als der angestrengte und despotischste Soldatenstaat, voll der unleidlichsten, monarchistischen Aristokratie." In den frommen Kreisen der Gebrüder Gerlach, bis in die Gardeoffiziere hinein, war es eine Zeit- lang guter Ton, Friedrich den Großen nur als Friedrich den Zweiten zu bezeichnen, da er aus andern Gründen den Anspruch auf wahre Größe verwirkt habe. Gewiß ist der preußische Staat von den Männern der Reform und Befreiung von anderen Idealen aus erneuert worden, als sie von dem Großen König verkörpert wurden: aber ohne den feurigen Anhauch des Genies, der von ihm ausging, ohne die unsterblichen Werte der frideri- zianischen Tradition läßt sich der Wiederaufstieg auch nicht denken. Auch Bismarck ist sich dieser unersetzlichen Werte stets bewußt geblieben, und das stolzeste Wort seiner „Gedanken und Erinnerungen" ist jedenfalls der beiläufige Satz, die preußische Geschichte von 1786 bis 1862 sei eine Zeit verpaßter Gelegenheiten gewesen — vom Tode Friedrich des Großen bis zum Antritt seines Ministeriums! Freilich auch das Lebenswerk Bismarcks wird heute stärker in den Fluß des historischen Urteils einbezogen. Von heute aus gesehen, werden auch die zeitlichen Bedingtheiten und die sachlichen Unvollkommenheiten seiner Reichsordnung sichtbar. Seine weltgeschichtliche Leistung als solche aber wird in keiner Weise dadurch angefochten, daß mir heute über die Mittel und Ziele seiner Zeit hinwegschreiten und hinwegschreiten müssen: für meine Person möchte ich mich dazu bekennen, daß sich mir, je weiter die Forschung vorgedrungen ist, die Gestalt und das Werk Bismarcks um so mächtiger erhoben hat: und wenn das Wort Bismarcks von der Politik als der Kunst des Möglichen als des Opportunismus verdächtig verworfen wird, so möchte ich dem Kritiker raten, den ganzen Weg, den Bismarck an der Spitze des Staates von 1862 bis 1890 gegangen ist, an der Hand der geschichtlichen Quellen noch einmal zurückzulegen. * Die Geschichte eines großen Volkes ist ein ewiger und unsterblicher Besitz, stets in der Umdeutung begriffen, der Umwertung bedürftig, in den Fundamenten unantastbar, in den Ausläufern, bis in die Spitzen hinein, sich immer erneuernd, so wie das Leben selber, in einem Flusse, der niemals stille steht. So wird die Historie, um ein Wort Rankes zu gebrauchen, immer wieder umgeschrieben. Aber wenn sie den Impulsen der Gegenwart Folge leistet und ihren Gewinn daraus zieht, so wird sie doch immer wieder zu den reinen Quellen der Erkenntnis zurückkehren, um aus ihnen, mit geschärftem Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit, ein vertieftes Verständnis der nationalen Werte der Vergangenheit zu schöpfen. Sie kennt keine höhere Aufgabe und würde nicht mehr sie selber sein, wenn sie darauf Verzicht leistete. Zwei Jahre Zuchthaus wegen Hochverrats. LPD. D a r m st a d t, 6. Juli. Vor dem Strafsenat des Oberlandesgerichts hatte sich heute der vielfach vorbestrafte Josef Scotti aus Mainz- Kostheim wegen Hochverrats zu verantworten. Er hatte das berüchtigte Braunbuch weiterverbreitet und wurde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. — Wegen desselben Verbrechens waren drei Wormser angeklagt, die jedoch mangels Beweises freigesprochen wurden. Der vierte Angeklagte, Andreas Jonsdorffer, wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. ©.Jfxfpoit 2». 1846 bei der Zaustballmeisterschaft der Ortsgruppe West. Nach den Verbandsspielen innerhalb des Gaues Nordhessen, die den Gießenern als glänzenden Abschluß die Gaumeisterschaft einbrachten, führt der heutige Samstag sie mit den Meistern der Gaue IX, X und XI im Kampf um die Vertretung der Gruppe West in Nürnberg zusammen. Als Austragungsort dieser Spiele, die als Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft zu werten sind, da in Nürnberg nur die Sieger der vier Gaugruppen die Endrunde bestreiten, hat man Aachen gewählt, das zur gleichen Zeit das große Landesturnfest der Gaue X und XI der DT. durchführt. Die Gießener gehen mit guten Gewinnaussichten in diesen Kampf, nach den Spielen zu urteilen, die sie bei dem großen, reichsoffenen Turnier des JG.-Sportvereins Frankfurt am vergangenen Sonntag lieferten. Als Gegner stellen sich die Mannschaften von Stromberg, Merscheid und Kierspe. Der Turnverein 1846 hat für dieses letzte, hochwichtige Treffen, das feinen Faustballern die Zulassung zu den Deutschen Kampfspielen bringen kann, eine Mannschaft zur Stelle, die feit Jahren in unveränderter Aufstellung spielt und sich auf erfahrene, in unzähligen Spielen bewährte Kräfte stützt. Es spielen: Pfeffer I, Riexinger, Pfeffer II, Trapp, Loh I, Loh II. Gießener Leichtathleten bei den Saumeisterschaften in Kastel. Die Spielvereinigung 1900... Am kommenden Sonntag werden in den 16 deutschen Gauen die leichtathletischen Meisterschaften durchgeführt. Nordhefsen ermittelt seine Meister in Kassel auf der Hessen-Kampfbahn. Durch den gemeinschaftlichen Start von DSB. und DT. ist in diesem Jahr ganz besonders mit harten Kämpfen zu rechnen. Die Blauweißen stützen sich auf ihre bewährte Rennmannschaft, die allerdings nicht ganz komplett fahren kann, so fehlen u. a. Jung und Müller, ebenso kann Steines I seine Meisterschaft im Stabhochsprung nicht verteidigen. Dagegen werden Eldracher, Kilo und Gugel ihre vorjährigen Siege zu wiederholen versuchen, was ihnen der Papierform nach auch gelingen sollte. E l d r ach e r bestreitet 100 und 200 Meter. Bei letzterer Strecke greift auch Fr. Koch mit ganz guten Aussichten in den Kampf ein. Bepper - ling läuft diesesmal nur die 400 Meter und wird versuchen, feine jetzige Bestzeit zu verbessern. Peters bestreitet sowohl die 1000 Meter als auch die 800 Meter, wobei er auf sehr starke Kasseler Konkurrenz stößt, so Danz und Wilhelm von Hessen-Preußen. Baumstieger will sein Glück gegen Wal - perl über 1500 Meter versuchen, auf feine Leistung darf man gespannt sein. Die 4 mal 100 = Meter - Staffel wird in der Aufstellung Schmidt, Kilo, Koch, Eldracher gelaufen. Mit einem Sieg ist hier kaum zu rechnen, doch sollte die Zeit unter 45 Sekunden liegen. In den Sprüngen ist 1900 nur durch Schmidt im Dreisprung vertreten. Kilo sollte es nicht schwer fallen, das Diskuswerfen zu gewinnen. Seine feine Technik müßte ihm, in Verbindung mit etwas mehr Harte, zur deutschen Spitzengruppe, um die 45 Meter, auflaufen lassen. Gugel hat schon eine etwas schwerere Gegnerschaft, doch wird auch ihm der Sieg kaum zu nehmen sein. In der F r a u e n k l a s s e hat 1900 nur eine kleine Mannschaft zur Stelle, die in erster Linie auf ein gutes Abschneiden in der 4 mal 1 00-M eter = Staffel hofft. Gelaufen wird in der Aufstellung Wehling, Lippert, Diehl, Hublitz. Die Damen Hublitz und Diehl laufen 100 Meter bzw. 200 Meter. Im Weitsprung gesellt sich noch Frl. Wehling zu ihnen, während Frl. Lippert nur den Hochsprung bestreitet. Wenn auch die Gießenerinnen sich in letzter Zeit gut verbessert haben, so wird es ihnen doch schwer fallen, gegen die sehr starke Konkurrenz zu Erfolgen zu kommen. Immerhin kann mit Plätzen gerechnet werden. VfV.-Reichsbahn: Leichtathletik. Am morgigen Sonntag finden zum ersten Male die Meisterschaften des Gaues XII Nordhessen in Kassel statt Erhöhte Bedeutung kommt den Gaumeisterschaften diesmal zu, da an diesem Tage die Leichtathleten letztmalig ihre Berechtigung zur Teilnahme an den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg beweisen müssen. Harte Kämpfe und große Teilnehmerzahlen in allen Konkurrenzen sind deshalb zu erwarten. Es wird also nicht leicht sein, Erfolge zu erringen. Da die Leichtathleten des VfB./Reichsbahn bis jetzt in dieser Saison in ganz ausgezeichneter Form waren und manchen beachtenswerten Sieg nach Hause brachten, hat sich die Führung entschlossen, die besten Leichtathleten nach Kassel zu entsenden. Es werden starten: Sobe- z a f im 1000 und im 1500-Meter-Lauf. Rodri - guez geht über 100 und 200 Meter. Luh und M o h l bestreiten in erster Linie die Wurfkonkurrenzen. P i e h wird Speerwerfen. Günter S ch ä - f e r springt Hoch und Weit. Großes Gewicht legt der VfB./Reichsbahn auf die 4 mal 100 - Meter - Staffel. Die Staffel läuft mit Siegmund, R o - driguez, R. Fischer, O. Luh. Falls die Gießener gut wechseln, sollte man ihnen mindestens einen Platz zutrauen. Der erwartete Achtungserfolg wird aber doch sehr schwer zu erkämpfen fein. Faustball im Gau XII der DT. Am morgigen Sonntagvormittag finden inHolz- heim die Vorspiele zur Kreismeister- schäft im Faustball statt. In der ^.-Klasse spielen die Vereine Holzheim 1. Mannschaft, Grü- ningen 1., Garbenteich 1. und Hausen 1. Mannschaft. In der 8 - K l a s s e treffen sich Holzheim 2., Grü- ningen 2., Lang-Göns 1. und Lich 1. Mannschaft. Im Vorjahre konnte Holzheim sämtliche Meisterschaften erringen. Diesmal kann man im voraus keine Mannschaft als eventuellen Sieger nennen, weil durch die Neueinteilung der Kreise eine Vergleichsmöglichkeit nicht geboten war. Deutsche Rusersiege in Henley. Der zweite Tag der internationalen Henley- Ruder-Regatta auf der Themse hat am Donnerstag den drei beteiligten deutschen Sportlern schöne Siege gebracht. Recht erfreulich ist vor allem der abermalige Sieg des Berliners Dr. Buhtz, der in feinem Zwischenlauf zu den „Diamond Sculls" den Engländer Coles sicher in 8:38 Minuten hinter sich ließ. Die Deutschen Braun-Möller (Wiking Berlin) gestalteten ihren Vorlauf im Zweier „ohne" ebenfalls zu einem Erfolg über die Engländer C. Pal- mer-T. Voyland. Bei guten Wafserverhältnissen wurde am Freitag die Henley-Regatta auf der Themse fortgesetzt. Im Kampf um die „Diamond Sculls" konnte Dr. B u h tz - Deutschland seinen Gegner, den Tschechen Z a v e l glatt mit einer Länge in 8:22 Min. schlagen. Er trifft nun im Endlauf auf den Amerikaner Rutherford. Auch im Zweier ohne Steuermann gab es einen deutschen Sieg. Die Berliner Braun- Müller konnten Dokker-Jons-Amsterdam ganz überlegen in 8:35 Mn. besiegen. Die Deutschen bei der „Tour" von Pech verfolgt. Die 3. Etappe der Tour de France von Charleville nach Metz (161 Kilometer) ergab wiederum eine Massenankunft von 13 Fahrern. Im Endspurt siegte nach einer Fahrzeit von 5:01,55 der Die LS.Giepener Ruder-Regatta. Die Rennen des Sonntags. Die Gießener Ruder-Regatta, die sich bekanntlich über zwei Tage erstreckt, begann heute morgen mit den ersten Vorrennen: heute nachmittag werden bereits die ersten Entscheidungen fallen. Mit weiteren Dorrennen findet die Regatta morgen vormittag ihre Fortsetzung während in den Nachmittagsstunden die hauptsächlichen Entscheidungen fallen werden und die Regatta beschlossen wird. Die Rennen des heutigen Samstag würdigten wir bereits. Nachstehend sei kurz auf die einzelnen Renen des Sonntags eingegangen. Den Auftakt der Ereignisse am Sonntag bildet, wie am Samstag, wieder ein Einer-Rennen, der Erste Junior-Einer. Am Start sind wiederum C. Schmitt (Bamberg), Bartschs (Saarbrückener Undine), Piro (Cochem), Glier (Wetzlar) und außerdem W. Hoffmann (Mainzer RV.) zu erwarten. Die Entscheidung sollte zwischen Hoffmann und Schmitt fallen. Der Erste Junior-Vierer sieht die Mannschaft von Wiesbaden-Biebrich, RCl. „Germania" Köln und Kölner RCl. 1931 im Rennen. Drei als gleichwertig zu erachtende Mannschaften werden um den Sieg kämpfen. Das Adolf-Fischer-Gedächtnis-Re n- nen wird von Mannschaften unserer engeren Heimat bestritten und zwar von den Ruderern der GRG. des Gießener RCl. „Hassia" und des Wetzlarer RCl. 1880. Der Ausgang dieses Rennens ist nicht vorauszusagen. Der Erste Vierer um den Wanderpreis der Stadt Gießen — neben dem Großen Achter das Hauptsächlichste Rennen des Tages — wird von sechs Mannschaften umstritten sein. (Limburger RCl. 1907, GRG., „Saar" Saarbrücken, Frankfurter „Germania", Saarbrücker RG. „Undine" und Renn- gemeinschast Leipzig). Sämtliche Vereine haben chre besten Kräfte gemeldet. Auch hier ist eine Voraussage über den Ausgang des Rennens kaum möglich. Die Tagesform der einen oder anderen Mannschaft wird den Wettbewerb entscheiden. Im Rennen der Damen treffen die Gießenerinnen auf die Damen von Frauen-Ruder-Verein „Freiweg" Frankfurt a. M. Die Gäste gelten als recht gut und die Damen der GRG. werden sich dementsprechend einzustellen haben, wenn sie nicht die Zweiten fein wollen. Im Dritten Vierer, der von 5 Mannschaften bestritten werden wird, ist mit einem heftigen Duell zwischen der Mannschaft von „Hellas" Offenbach und des RCl. '„Germania" Köln zu rechnen. Für den Ersten Jungmann-Achter liegt die stattliche Meldung von 6 Booten vor. RG. „Undine" Saarbrücken, „Unbine" Rüsselsheim, Mainzer RV., Offenbacher Ruder- und Schwimmklub, Gießener RCl „Hassia" und Kölner RCl. 1931 sind beteiligt. Favorit ist die Mannschaft aus Rüsselsheim. „Undine" Saarbrücken und Köln 1931 sollten den Endlauf mitbestreiten. Im Einer um den Lahnpokal trifft der Gießener Friedel I ö d t auf den Bamberger H. Bayerwaltes. Ob sich Jödt behaupten kann, erscheint noch fraglich, da er in den letzten Monaten durch starke berufliche Inanspruchnahme nur wenig Zeit zum Training hatte. Im Leichtgewichts-Vierer trifft die Mannschaft des Gießener Ruderclubs „Hassia" 1906 auf die Vertretung von RCl. „Germania" Köln. Ein Sieg der Gießener wäre ein großer Erfolg. Hoffentlich bleibt der Sieg in Gießen. Im Zweiten Junior-Vierer starten vier Boote (Wiesbaden-Biebrich, „Germania" Köln, Kölner RCl. und Renngemeinschaft Leipzig). Der Sieger ist nicht vorauszusagen. Nach längerer Pause fand sich auch im Akademischen Vierer wieder einmal ein volles Feld. (Akademische Ruderverbindung Rheno-Frankonia, Universität Bonn und Universität Frankfurt a. M. haben zugesagt.) Bonn hat die besseren Aussichten. Für den Tro st- Vierer haben Limburger RG., Offenbacher Ruder- und Schwimmverein und Wetzlarer RCl. 1880 gemeldet. Ein offenes Rennen! Mit 6 Mannschaften ist der Dritte Achter sehr gut besetzt. Eschenheimer RG., Kölner RCl. 1931, Frankfurter RV. 1865, „Hellas" Offenbach, Frankfurter „Germania" und RCl. „Germania" Köln liegen im Rennen. „Hellas" Offenbach und Frankfurter „Germania" dürften dominieren. Im Ermunterungs-Vierer ist von den sechs gemeldeten Mannschaften im voraus keine als Sieger zu nennen. Den Höhepunkt und Abschluß der Regatta wird der Große Achter darstellen, für den die Verbandsachtermannschaft der GRG., die Mannschaft der Renngemeinschast Leipzig (Wicking und Sturmvogel), die schon am heutigen Samstag im Ersten Achter den Gießenern gegenüberzutreten hat, und die Mannschaft des Limburger RKl. gemeldet sind. Wenn auch die Limburger im vergangenen Jahre auf der Gießener Regatta sehr gut gefallen konnten, so wird kaum zu erwarten sein, daß sie in die Entscheidung zwischen der GRG. und der Renngemeinschaft Leipzig eingreifen werden. Der Verbandsachter der GRG. wird zu beweisen haben, was sie zu leisten vermag. Ueber den Verlauf der Rennen werden wir zu gegebener Zeit berichten. STURZ (nlchtouskihrzeugj 5262 SONSTIGE URSACHEN 4102 Wdenmtz .Öl DeM jnwnmenbn Lapebie mit einer Zeit von 7 :16 :27 Stund» 1074 EXPLOSIONEN ALLER ART 250 Meldungen liegen für die beiden Rahmen der Deutschen Kampfspiele zum AustrÄ kommenden Meisterschaftswettbewerbe im Radsai' ren vor. Zum Einer-Streckenfahren über 249,6 Ki^ Meter am 21. Juli liegen 112 Nennungen vor, wÄ' rend 23 Vereine mit je sechs Fahrern zur Meiste^ schäft im Vierer-Vereins-Mannschaftsfahren W 10Q Kilometer am 23, LuÜ gemeldet habem . @ 528 VERLETZ DURCH MASCWMSUWH EDTDINUEN 3^98 Hosen ' aetrage der P. ’ und A sowie ; kordel' !' und \ Mtze 948 GAS-U. RAUCHVERGIFTUNG nicht in bestem Zustand. Auch diesmal wieder waren die Deutschen ii Pech. Den Gebrüdern Wolke war es gelungen einige hundert Meter dem Felde zu entwischen, ur man rechnete schon mit dem ersten deutschen Eta? pensieg, als die beiden Brüder an eine geschlossei Bahnschranke kamen und so um ihre Chancen gi bracht wurden. Das übrige Feld konnte daduH — Dr. 1 oailles. IBerlag @i Miizleim Politischer < pMr Taj iflgniffe m Dom Stani hie Äußenp q-jaulert ir MHpMit Die Deutschen waren weit zurückgefallen, den 15 Platz belegte Stöpel als bester Deutscher. Kurze Sportnotizen. Die Olympia-Einladung für 19^ nach Berlin ist jetzt vom Chinesischen Landes-Spol» verband angenommen worden. Damit haben von S eingeladenen Nationen bisher 33 ihre TeilmW zugefagt. fc tzs> te Kie --us A l en dur^ Werkes i 3. Wn2 $ verden 100 0001 Ke 91®®' PtechMe' Der P. O.-Lei M die e Ruf drei find, dc P. O.-Le den, die besonder Der Ma ist zwei 1522 VERBREHNUNG,VE6BRUHjnzUNGEN VEDREHRSUNFBLLE 8725 Die vierte ©tappe der Radrundfahrt du tasL Frankreich, von Metz nach Belfort über 220 k -- bot den Fahrern diesmal große Schwierigkeitr । Bei der großen Hitze mußten sehr gebirgige Strecki ^en be5 überwunden werden, außerdem waren die Straß« Mein gegei iurchtboren ) Strammen ilftnn nicht Msgestellttt l«rte Mi 5«ereinbarur 'nen wahr« | I— b, Wibrecht Ei Aart, han H26)- m ün - »ch daß »ch aus De Eilte, „j Verfassers, Hre zu gi Ni dieser Mtion sich ton ist die Staates. ' Me zunr L Wns die ft J.U,S de Kelle @r d'sannnen! Alrelar fü p Werk, mitt m !Ä dhr. 8 Mo tag 111 Unoeti '» 51»li I kennen 1 ■ Werden • Hierl. Idieg^v 1(254) _ te \ ■ ban l m $0 *5 j an N egeis Nahezu 70 Menschen sterben täglich durch Unglücksfälle. Durch Unglückssäsie aller Art ver- Unglücken tödlich in Deutschland nahezu 70 Menschen an jedem Tage. In einer Woche also stirbt ein ganzes Dorf blühen» der gesunder Menschen au§< Im Laufe von 4 Jahren wird eine Großstadt entvölkert. Nur etwas über den dritten Teil fällt Verkehrsunfällen zum Opfer. Ueber ein Fünftel der tödlichen Unfälle wird durch Sturz aus Fenstern, von Gerüsten, in Baugruben usw. verursacht. Groß ist noch die Zahl der Ertrinkenden. Durchschnitt« lich ertrinken täglich in Deutschland 10 Menschen, und wenn man feststellt, daß der größte Teil dieser Menschen im Frühjahr und Sommer beim Baden im Freien verunglückt, so wird man nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß an jedem heißen Tage in Gesamtdeutschland über 100 Menschen ertrinken. Durch Verbrennen, Ver« brühen, Aetzungen sterben immerhin durchschnittlich täglich 4 Menschen in Deutschland. Durch den großen Aus- klärungsfelözug der NS.-VoFkswohlfahrt soll den Menschen klargemacht werben, welch ungeheuren Verluste die deutsche Volkswirtschaft durch diese Unglücksfälle, hat und soll den Volksgenosien gezeigt werden, wie man sich vor Schaden hüten kann. Franzose Lapebie vor R. Maes, Louviot, Martar und Speicher, während der Berliner Buse, ber fn als einziger Deutscher in der Spitzengruppe besah den siebenten Platz belegte. Die übrigen deutsch« Fahrer verloren sämtlich Zeit, Geyer und Ru Wolke befanden sich in der großen Verfolg« gruppe und wurden mit 14 Konkurrenten gemei« sam in 5:02,49 auf den 20. Rang gesetzt. Deutscher Volksgenosse, willst Du dieses Abzeichen tragen? Dann werde Mitglied einer Flieger-Ortsgrups und unterstütze dadurch die deutsche Segelfliegerti Jedes aktive und jedes fördernde Mitglied hat bw Recht, dieses Abzeichen zu tragen. Alle Mitglieder dieser Ortsgruppen kämpfen gemeinsam mit unsere» Reichsluftfahrtminister Göring fö™ den Ausbau der deutschen Sportflft g er ei! Deutscher Volksgenosse, hilf mit! Verde rnitglieil! Melde dich an bei der Geschäftsstelle der Fliegt Ortsgruppe Gießen, Kreisamt Gießen. wieder aufschließen. Eine aus acht Fahrern be^ hende Gruppe konnte geschlossen das Ziel erreicht, Im Endspurt siegte wieder einmal der Franz»!' flchtmig Oebensgchchv! 25000 Menschen verunglückten tödlich im Durchschnitt der Jahre 1928/51. fffh ~ DU) zügliche Gelegenheit gibt. Die durch unsere schnell- pelten Buchhaltung nach deutscher (italienischer) und lebige Zeit verursachte umfangreiche Produktion amerikanischer Art nötig ist, vermittelt es in leicht- ö < • r। <. •• < f. _ i s. i ,-HXMxf;4a..v vfof hnv fPrnffnnnnaniinm nu Aus aller Welt Vater in den Rhein geflohen und ertrunken. den Selbstunterricht bezeichnet werden, ’ziues, roas । vermißten ö« ÜC" 1 zur gründlichen Erlernung der einfachen und dop-l ser Tat veranlaßt hat, ist unbekannt. Frankfurter Marktberichte dem Polytechnischen Zentralverein in Würzburg den D;cnjtob;eicbcn -er P.0. der VLÜssp. Orhqruppenleit Zellenwart Abteilunqtieit Unt Abteilunqtieit Neues für -en Büchertisch Pferde Schafe Ziegen ou> Federvieh xsriui ©Uint/vi. uo ------ xiHWeniu ujc (U - mmbura 1934. Hanseatische Verlagsanstalt. Potsdam. Lieferungen 61 bis 65. Der Baseler — Die Schrift beweist, daß Günther wie Prjuatdozent Dr. P. V o s s e l e r beginnt seine Dar- n anderer der Jugend verbunden ist. Er rtelIunq ber Schweiz besonders aufschlußreich mit - m . r, <• r... ____c-I,, nnmn n n i rh n r f vi- Ci.Sfwnn mit ihrn-Tl niannia- Kirchliche Nachrichten Mitglied ha> lung. katholische Gemeinden. ßlockwart im Diensromuq preutzen. Sireie Wetzlar > ebenfalls ertrunken sind. 100 000 kleine Holzschuhe aus der Rhön. Die NSV. und die Rhönwerbestelle haben von Druckschriften und Büchern hat dazu geführt, daß deren Wert in den Augen des Lesers — sehr zu Unrecht — unterschätzt wird. Wer sich die geringe Mühe macht, seine Gedanken dem Herstellungsprozeß eines Werkes, wie es der Ala-Zeitungs- katalog ist, zuzuwenden, der erst wird den Wert dieses Buches in seiner vollen Bedeutung als wichtiger und unentbehrlicher Wirtschaftsfaktor der Werbung erkennen. — (297) — — Elektrowirtschaft. Ein Bildbericht von der Stromerzeugung bis zum Stromverbrauch. Von Dr.-Jng. Hanns Georg Voß. 64 Seiten Kunstdruckpapier. 40 Aufnahmen. Erschienen in der Sammlung „Das Bildgut". Fredebeul & Koenen, — Die Buchhaltung des Kaufmanns. Von Karl Bott. 24. Tausend. 104 Seiten. Kartoniert 1,80 RM. Hamburg 1934. — Hanseatische Verlagsanstalt. — (82) — Dieses bewährte Buch liegt nun bereits im 24. Tausend vor. Es hat eine Reihe wesentlicher Verbesserungen aufzuweisen und kann als eines der besten und billigsten Lehrbücher für den Selbstunterricht bezeichnet werden. Alles, was verständlicher Weise. Von der Eröffnungsbilanz aus- gehend, behandelt es ausführlich die einzelnen Konten und Buchungen, den Monats- und Jahresabschluß und die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen. Zur praktischen Durcharbeitung sind Geschäftsgänge mit den einzelnen Bilanzposten für den jeweiligen Monatsabschluß beigefügt. Besonders hervorzuheben ist ein letzter längerer Geschäftsgang, der die Originalbelege wiedergibt. <£ Rodheim a. d. B., 6. Juli. Ein seit Montag dieser Woche vermißter Einwohner aus Bieber wurde heute nachmittag in einer zum Kinzenbacher Forst gehörigen Tanncnschonung, etwa 50 Meter vom bekannten „Frauenkreuz" entfernt, erhängt aufgefunden. Auf Anordnung der hiesigen Polizeibehörde hatten sich etwa 120 Mann der Gemeinden Rodheim und Bieber zusammengefunden, um den Vermißten zu suchen. Was den Selbstmörder zu die- it DM» ir es gelm i entwischen, deutschen 6 eine geM ,re Thanm konnte Amttieiter > Är“ I Itiäij66 Mütte*. Blöd« wart- oiD. 1» m nah; J« ein b °h« i Laufe if entvölk« Teil |i! Hebet ti wird bin Brüsten, | M ist ne Lurchschnii Deutschlm feststellt, k n im FrL i im Frei! >t sehlaehk edem heitzi er 100 Mc ennen, $ irnmerb Menschen i roßen ft llswohlsatz icht weilt die deutft Inglücksst )ssen ßejei: Haden hüll Hauptgottesdienst; Kollekte; 13.30: Kindergottes, dienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; anschließend Christenlehre; 21: Frauenhilfe. — Langd. 13: Gottesdienst und Christenlehre. — Ober-Gleeu. 9: Km- dergottesdienst; Hauptgottesdienst und Christenlehre fallen des volksmissionarischen Festes in Kirtorf wegen aus. — Kirtorf. 10.15: Kindergottesdienst; 13 Festgottesdienst (Mitwirkung verschiedener Chöre) anläßlich des zweiten volksmissionarlschen Festes des Dekanats Alsfeld; 15: Rachversamm- Wochenbericht »om Sranffurfer Schlachtviehmarkt. Die Sorge der Landwirtschaft, wie sie ihr Vieh während der Herbst- und Wintermonate infolge der durch die Trockenheit herbeigesührten Futtermittel- knappheit durchhalten soll, besteht zwar noch fort, trotzdem ist die Hoffnung etwas zuversichtlicher geworden, nachdem nun doch in den meisten Gegenden kräftige Niederschläge erfolgt sind, die die Aussichten, besonders für die Hackfrüchte wesentlich gehoben haben. Die starken Zwangsverkaufe haben etwas nachgelassen und langsam setzt sich wieder eine bessere Preisbildung für Schlachtvieh durch. In dieser Woche, die auch mit .dem Monatsbeginn zusammenfiel, war der Absatz etwas besser, und die Märkte konnten bei mehr oder minder anziehenden Preisen geräumt werden. Der Rindermarkt war mit 1395 (gegen 1416 in der Vorwoche) beschickt. Nach ruhigem Han- jouoiot, Mk rBuse.de engruppe bf übrigen beit 'Jödlict 1/31/ K ainbfa^rt bi 4 über 22Ö ) ? Schwimme! . ebirgigeShe ren die Stic Starke Zunahme im Jahre 1933. Durch die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung für die Gesurr- düng des deutschen Bauerntums wurde es bereits im Jahre 1933 erreicht, daß sich der Viehbestand ganz bedeutend erhöht hat. Die Zahl der Milchkühe war Ende 1933 höher als je vorher in Deutschland und auch die Zahl der übrigen Rinder ist stark angestiegen. Nach dem Futterver- brauch bewertet wurden in Deutschland Ende 1933 etwa 400 000 Stück Rindvieh mehr gezählt als im Anfang des Jahres. Bei den Schweinen beträgt die Steigerung sogar über 1 Million Stück. Die Rekord- ernte des Jahres 1933 reichte aber aus, um den Futterbedarf zu decken, so datz der Einfuhrbedarf an Futtermitteln sogar stark zurückging. Der Bestand an Hühnern, der bis 1932 seit Beginn der landwirtschaftlichen Krise zurückgegangen war, wurde ebenfalls erstmalig wieder großer und erhöhte sich von 1932/33 um 2,8 Mil- Honen. At < * -tbt -tffl 7 L»,ff ♦ , Otf59(l n SP»1'1 Mi« M d« 5' Die Uniform der P.O.-Leiter. Der Dienstanzug der P. O.-Leiter, dessen Abzeichen für die einzelnen Rangstufen auf diesem Bilde gezeigt sind, darf nur von den P. O.-Leitern getragen werden, die den Dienstanzug besonders verliehen erhielten. Der Mantel zu der Uniform ist zweireihig, als Gesell- sschaftsanzug können zum braunen Rock lange schwarze Hosen mit schwarzen Biesen getragen werden. Den Rang der P. O.-Leiter geben Farbe und Abzeichen der Spiegel, sowie die Farbe der Mützen- kordell des Mützenbandes und der Paspellierung von Mützen und Kragen an. Aus Ludwigshafen wird berichtet: Zu einem s^genfchweren Streit kam es auf einem Schleppen, der unterhalb der Bootsüberfahrt an der Mler-Wilhelm-Straße vor Anker lag, zwischen dem Shifjssührer Zacke und feinem 28jährigen Sohn, d«n Matrosen Friedrich Zacke. Beide hatten sich in btürunkenem Zustande von Land an Bord begeben uud gerieten dort miteinander in Streit, angeblich, MÜ der junge Zacke seine Frau mißhandelt haben sollte. Im Verlauf der Auseinandersetzungen, die z« Tätlichkeiten führten, stürzte Friedrich Zacke über B-ord und ertrank. Nach Angaben der Frau des scille, Berlin) ist das Buch interessant und spannend von der ersten bis zur 250. Seite. . — Helmut Gaupp-Turgts: „Der Bieder m a n n". Roman. Im Propyläen-Verlag Berlin. Preis in Ganzleinen 4,50, broschiert 3,20 RM. — (80) — Ein junger Autor, der in Süddeutschland lebt und bisher nur kürzere Erzählungen veröffentlichte, legt hier seinen ersten Roman vor: die Geschichte eines Habsüchtigen. Aber der Notar Hutzenlaub, der in Stuttgart von 1849 lebt, ist tean gewöhnlicher Geizkragen. Haben und Halten bedeutet ihm nichts, für eigenen Besitz hat er nur Verachtung. Aber wenn er Geld, Grundbesitz, Silber, Gold, Schmuck eines anderen sieht, so findet er keine Ruhe, bis dieses Geld, dieses Land, dieses Silber und Gold, dieser Schmuck nicht mehr dem andern, sondern ihm gehört. Einen „Don Juan der Habsucht nennt ihn der Autor. Und ein „Genie der trockenen Gewalt". Denn der Notar ist nicht wählerisch in seinen Methoden! Der „Biedermann" ist sicherlich kein Buch für Leute, die leichte Zerstreuung suchen, sondern eine ernsthafte Talentprobe, die auf die weitere Entwicklung des Autors gespannt macht. — Handbuch der geographischen Wissenschaft. Herausgegeben von Unwersitats- profesor Dr. Fritz Klute (Gießen) unter Mitwir- kuna zahlreicher Gelehrter. Etwa 4000 größere Textbilder und Kärtchen, gegen 300 Farbenbilder, viele Kartenbeilagen. In Lieferungen zu je 2,40 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Athenawn m.b.H. tTätlichkeiten suyrten, jiurzie ^neoncy rb und ertrank. Nach Angaben der Fi trunkenen, der später bei Worms als Leiche ge- A » länbet wurde, soll Zacke seinem Sohn einen wuchtigen B | Msv>- E tunk wo Mutte* AbteJlunqslert Unt Abteilunqtieit ODTSGÖUPPENLEITUNG Spiegel'hcJlöraun Jtimelienjnqiblau Muätnöond - ne/IDrouner Stoff 19ß 1925 1927 1930 1935 W W M 1' Rindvieh . Schweine Auftrag gegeben, durch feine Holzf chnitz- chule in Bischofsheim unter Zuziehung der heimarbeitenden Schnitzer 100 000 kleine Holzschuhe Herstellen zu lassen, die im Juli zum Besten dieses Notstandsgebietes verkauft werden sollen. In fast allen Rhöndörfern sind jetzt die Schnitzer dabei, Tausende und Abertausende von niedlichen Rhönholzschuhen herzustellen. Hunderte von Familien sind dadurch für Wochen der augenblicklichen Sorge enthoben. Acht Jahre Zuchthaus für einen Spion. Der erste Strafsenat des Breslauer Oberlandesgerichts verurteilte am Montag einen Angeklagten wegen Spionage, sowie wegen Paßvergehens zu einer Gesamtstrafe von acht Jahren Zuchthaus, Stellung unter Polizeiaufsicht wurde für zulastig erklärt. Von der Verlobungsfeier in den Tod. Ein tragisches Derlobungsfeft erlebten zwei Familien in dem Pariser Vorort Colombes. Am Sonntag feierten sie eine Verlobung und unternahmen am Nachmittag eine Kahnpartie auf der Seine. Als sie um eine Insel fuhren, wurden sie plötzlich von einem Motorkahn gerammt. Von den Insassen des Bootes konnte sich nur der 25 Jahre alte Verlobte retten. Alle anderen ertranken, und zwar seine beiden 10 bzw. 12jährigen Brüder, seine 25 Jahre alte Kusine, seine 19 Jahre alte Braut und deren 16jähriger Bruder. Evangelische Gemeinden: Sonntag, 8. Juli. 6. nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Balz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirnnerten der Matthäusgerneinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinder- kirche für die Markusgerneinde; Pfr. Becker, y- Iohanneskirche. 8:. Pfr. Bechtolsheirner; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgerneinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bortrag von Schwester Anna Jensen über die Arbeit des deutschen Hilfsbundes für christliches Liebeswenk irn Orient im Johannesfaal. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Sucker; zugleich Christenlehre für die neutonfirmierten Mädchen der Luther gemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Sucker. - Pekruskapelle 8^30 Christenlehre für die neufonfirmierten Mädchen Der Petrusgemeinde. 9.30: Pfr. Trapp, 10.45: Ämter- fircbe für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst: Kollekte für bie Ostasienmission; 10.45: Christenlehre. — Alten- Vnseck. 10: Gottesdienst. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdrenst; Kollekte für die Ostasienmission; 11: Christerckehre. — Klein- Linden. 10: Festgottesdienst Wald zum 80. Jubiläum des Posaunenchors; 14.30: ^a)feier- Großen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst (Kollekte); 1130: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst (Kollekte); 9.30: Christenlehre. — Treis a. d. Lda.: 10: Hauptgottesdienst (Kchchwelhfest), Kollekte für die Kirchenheizung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre für bie männliche Jugend. " ^E^ar. 13.30. Gottesdienst. — Wahenborn-Slenü>erg. 8 45: Pfr. Reusch Leihgestern (Kollekte). - Garbenieich. 13. Gottesdienst: Pfr. i. R. Wolf-Gießen. Gottesdienst; Pfr. i. R. Wolf-Gießen. — Lich. 9.30. Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kinderkirche - Virklar. 14. Stiftsdechant Kahn. — Dieder-Bessingen. 13.30. Dfr Strack. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottes, dienst; 9.30; Hauptgottesdiensh. Langsdorf. 11; Das Geschäft in Brotgetreide ist ziemlich ausgeglichen und die Preise blieben weiterhin unverändert. Weizen in Waggonware war nur knapp angeboten und konnte zum Mühlenfestpreis glatt untergebracht werden, während Kahnware kaum verlangt wurde. Am Roggenmarkt blieb das Angebot klein, wo Knappheit und die Gefahr einer Preiserhöhung auftrat, gab die RfG. aus ihren Vorräten zum Mühlenfestpreis ab. Weizen notierte RM. 210.00, Roggen RM. 186.00 pro Tonne. Das Mehlgeschäft verlief in ruhigen Bahnen, es wurden wieder nur die üblichen Geschäfte zur Deckung des laufenden Bedarfs getätigt. Die Preise blieben unverändert. Jckfolge Festsetzung der Höchstpreise für K r a f t f u 11 e r m i 11 c l hat sich der Markt ziemlich beruhigt. Zu den Festpreisen lag seitens des Großhandels einiges Angebot vor, doch hielten sich die Käufer ziemlich zurück. Soyafchrot zur alsbaldigen Lieferung war jedoch laufend gefragt. Sks i ihre * 1934 ta ,,Durchführungs-B^ w.nÄ ?eUn»n Jnferenien wäre ohne ihn nicht denk- L 9 mn* bhem llmbrud) im Werbewesen und den f^hinaten grundlegenden Veränderungen firt? sich b« säerbunfltrribenbe cor fast «Lnzl.ch ’ ^orhältnüfen, in die einzufuhren der Zei- Samstag, den 7. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 8. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht; 15: Versammlung der Jung- frauen-Kongregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 9. Juli. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwochs den 11. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Oesfentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden ^O^u^mCaf^^^e:01^elefOn 2244/45, Notruf Tete- ^Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst S^tadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 ^SaVitätsfoIonne: Telefon 2500. Aerzte: Frau Dr.Marx, San.-Rat Dr.Schliep- hake. Zahnarzt: Dr. Fischer. Apotheke: Pelikanapotheke. del wurde bei um durchschnittlich um 1 Mark höheren Preisen der Markt nahezu geräumt. Das an- getriebene Vieh war von mittleren Qualität. Kälber erzielten für die geringen Tiere Besserungen bis 4 Mark, gute gewannen 1 Mark. Der Auftrieb von 1395 (1579) wurde nach mittelmäßigem Handel ausverkauft. Am Schweinemarkt war die Beschickung mit 4251 (4843) merklich schwächer, und bei etwas lebhafterem Geschäft ließen sich bis zu 5 Mark höhere Preise erzielen. Hämmel und Schafe hatten bei etwas größerem Zutrieb unveränderte Preise. DerdgutscheViehbestand einstund jetzt inMillionen Stück I 1&5 (12 ß0 18,*- 19? £=3 Zusammenlebens es vermag. - Konstantin Hier!, Oberst a. D., Staats- htretär für den Arbeitsdienst. Der Mann und «in Werk. Vorwort von Staatsminister Dr. 215. Sri rf. Mit 39 Originalphotos. Don Hans Hen- tilg Fchr. ©rote und Herbert Erb Broschier IQ RM. Brunnen-Verlag, Berkn SW h8. — (izyj - Der Arbeitsdienst ist eine große Erziehungs- orütalt für zehntausende junge deutsche Manner geworden, die in ihr Ehre und Seyen der Arbeit lemenlernen. Junge Männer, die früher ohne Aussicht dahinlebten, jemals in Arbeit zu kommen, die "»in unverschuldeter Erwerbslosigkeit ein sinn- uno ;r eckloses Dasein führten, stehen in der Front des l deitsdienstes, leisten Arbeit im Dienste des ganzen Volkes und lernen freiwillige Unteroronung Irtnen. Dieses Buch spricht von Geist und Leistung b@ Arbeitsdienstes und vom Leben, Kampf und Serben seines Schöpfers und Führers Konstantin h>erl. — Ludwig v. Wohl: Panik im Para- bi e s. Roman 250 Seiten. Verlag Scherl, Berlin 1254) — Ein buntes, vielseitiges Buch, unterhaltsam utd reich an hübschen Einfällen. Wer hätte sich noch nicht danach gesehnt, einmal allein auf einsamer fttfe! Robinson zu spielen?! Hier versucht es ein vanschlos unglücklicher Dollarmillionar — doch es Ikmmt anders: Er ist nicht allein auf feiner Insel! x-n beaeifternb unzioilisiertes Geschwisterpaar taucht uif und schon ist der Herr Millionär wieder der alte Snob — er will die beiden in Freiheit dres- sinrten Naturkinder zu Hause seinem Klub als Sen- larion vorführen. Doch wieder kommt es anders -- v.e es überhaupt immer in diesem Buche anders tommt als man denkt. Deshalb und durch den immer’ wechselnden Schauplatz (eine paradiesische Lurusjacht. USA. Japan, ML' - Dr. Otto Kriegk: Das Ende vonVer- o Iles. Die Außenpolitik des Dritten Reiches. ReiCag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./Berlm. gatjleinen 3,40 RM. — (213). — Kriegk der als -oMscher Schriftleiter und politischer Korrespondent mer Tageszeitungen fast alle außenpolitische Er- il°s isse von 1919 bis 1933 persönlich miterlebt und im Standpunkt der nationalen Opposition aus eyer M Außenpolitik dieser Jahre scharf bekämpft hat, n6aw Meutert in diesem Buche die Neuschöpfung der W-ttpolitik durch Adolf Hitler Er gibt eine Säuberung ber Entwicklung ber Politik von Ver- Wes, erörtert alle Fragen, bie sich aus dem Aus- trifc Deutfchlanbs aus bem Völkerbunb ergeben uno ?nimi(felt auf ber Grunblage ber außenpolitischen Men bes Reichskanzlers Gebauten über ben Zu- iermenbrud) der geistigen und materiellen Grund- [ooiu der Welt von Versailles nut der Schlutz- fB^rung, daß heute Deutschlands Kampf nicht mehr illen gegen Versailles, sondern vor allem gegen die furchtbaren Folgen geht, die sich dann aus dem Ziiammenbruch von Versailles ergeben muffen, turin nicht rechtzeitig nach dem von Adolf Hüter ^gestellten Gesetz der „Votkwerdung der Station forte Nationen Europas durch gleichberechtigte Btrcinbarungen untereinander die Grundlagen für eiten wahren Frieden schaffen. - „G e i st der I u ng m a n ns ch a f t< Don Mrecht Erich Günther. 59 Seiten. Kart. 1,50 Mrk. Hamburg 1934. Hanseatische Derlagsanstalt. - (26) — Die Schrift beweist, baß Gunryer ime ___ taum ein anderer der Jugend verbunden ist. Er vk-.ß, daß ber Geist dieser neuen Jungmannschaft 222^7 M aus Derbunbenhe.it mit den ewigen Kräften bes 2> Klkes geformt hat. Es war nicht das Ziel des Erfassers, eine wie immer geartete Erziehungs- letre zu geben, sondern an dem neuen Leben, das in dieser Zeit des Aufbruchs in der jungen Gene- laiicn sich durchsetzt, mitzuformen. Dieses neue ße» isse, lei ist die politische Jungmannschaft des völkischen Hiaates. Ihre Kraft ist einmal bie Kameradschaft, 1 NW U, zum Ausbruck eines neuen Geistes wird, zwei- ter s bie Freiwilligkeit, die in einem Maße zur Er- cegelfüt? fülung der letzten Pflicht bereit ift, tote eine 3 y 'J Stelle Grundlage irgendeiner Form jugendlichen Was mein einst war Roman von Klothilde von Stegmann. Urheberrechtsschutz: Fünf'Türme-Verlag Halle (S.) 24 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Es war am gleichen Morgen früh, als Edele aus dem Schlafe auffuhr. Sie hatte das Rattern eines Wagens auf dem Wege gehört. Ehe sie noch recht zur Besinnung kam, öffnete sich die Tür und Mademoiselle Celia kam eilig herein. „Machen Sie sich fertig, Kind, in einer halben Stunde sollen Sie fortfahren!" „Wohin?" fragte Edele erschreckt. Aber Celia sagte: „Ich habe keine Erlaubnis, darüber zu reden; beeilen Sie sich!" Sie griff schon nach Edeles Sachen. Als Edele ins Wohnzimmer kam, fuhr sie mit einem Aufschrei zurück — vor ihr stand Liewen. „Guten Morgen!" sagte er leichthin. „Warum erschrickst du denn so, kleines Mädchen? Ich bin gekommen, um dich aus deiner Einöde hier zu holen. Ich habe alle Papiere zusammen. Wir fahren gleich über die Grenze. — In Italien werden wir uns trauen lassen. Dann bist du meine Frau — und das Leben, nach dem du dich sehnst, das Leben in Freiheit und Luxus, kann beginnen." Edele wich an die Wand zurück. „Ich will nicht, ich will nicht, ich hasse Sie!" schrie sie und hob in angstvoller Abwehr die Arme gegen Liewen. Bisher war Liewen gegen Edeles Reize gleichgültig geblieben, war sie ihm nur eine Figur in seinem verbrecherischen Spiel, jetzt reizte ihre unverhüllte Angst seine Begierde. Schön, hinreißend schön sah Edele aus mit der Flut der goldenen Locken, den angstvollen blauen Kindesaugen in ihrer knospenden Jugend. Mit flackernden Augen maß er sie von Kopf bis Fuß. „So — du haßt mich, kleines Mädchen?" fragte er mit eisigem Hohn. „Aber was meinst du, wenn dieser Haß dich nur reizvoller macht? Du bist die erste Frau, die sich meinen Wünschen nicht fügen । will. Gerade das lockt mich." Er ging auf sie zu, langsam, ganz langsam, bog ' ihre Arme zusammen, als wären sie schwache Kindesarme — und plötzlich fühlte sie seine stählernen Hände um ihren Hals und seine Lippen ihren Mund suchen. Da kam eine wilde Kraft über das bis dahin willenlose Mädchen. Was nichts vermocht hatte, das vermochte oie Berührung dieser fremden, gehaßten Lippen. Jetzt kam die Erinnerung an jene Lippen, die sie zuerst berührt, an jenen scheuen und reinen Kuß, den ersten Kuß, den Malte ihr in dem Wintergarten des Hotels in Baden-Baden gegeben hatte. Jetzt war sie erwacht — und wußte, daß sie Malte liebte, ihn lieben würde in alle Ewigkeit. Sie stieß Liewen zurück, floh hinter den Tisch: „Sie können mich töten", schrie sie, „aber Sie können mich nicht zwingen. Ihnen anzugehören. Ich hasse Sie, und ich liebe — hören Sie es nur, ich liebe meinen Jugendfreund. Ich werde eher sterben, als mich Ihrem Willen zu unterwerfen." Eine eiskalte Wut sprang in den Augen Siemens auf: „Wir werden ja sehen, ob ich dich zwingen kann, kleine Katze!" Mit einem Fußtritt warf er den Tisch um, mit einem Sprung war er über das Hindernis weg. Mit einem gewaltigen Griff faßte er Edele, preßte sie fest wie in einen Schraubstock und trug sie die Treppe hinunter — trotz ihres Sträubens und Urn- sich-Schlagens — dem Wagen zu. Angstvoll, in eine Ecke gedrückt, stand Celia da und wagte sich nicht zu rühren, indessen der Kreole mit unbeweglichem Gesicht auf dem Chauffeursitz wartete und den Motor bereits laufen ließ. In dem Augenblick in dem Edele den Wagen erblickte, kam sie zur Besinnung. In ihrer wilden Empörung und Angst hatte sie den geheimen Brief jener Unbekannten ganz vergessen. Nun auf einmal besann sie sich. Die Rettung war vielleicht näher als sie glaubte. Es hieß, seine Kräfte zu bewahren, sie nicht in nutzlosem Kampf mit diesem Teufel zu verzetteln. Und nun handelte Edele auf einmal ganz kühl und bewußt. Ihr Körper, der sich soeben noch mit aller Kraft gegen die brutale Umschlingung Siemens gemehrt hatte, schien zusammenzusallen. Edele schloß die Augen, ließ den Kopf sinken, als hätte sie sich in ihr Schicksal ergeben. Es schien eine Ohnmächtige zu sein, die Siemen jetzt brutal in die Ecke des Wagens warf. „Sos!" Er machte dem Kreolen ein Zeichen. Der Wagen brauste aus dem kleinen Vorhof, den Weg hinab und in einem mörderischen Tempo die Serpentinenstraße entlang, der Grenze zu. Eine Viertelstunde mochte der Wagen so dahingesaust sein. Siemen saß im Wagen und drehte sich eine Zigarette, ab und zu einen Blick auf Edele rnerfend, die noch immer mit geschlossenen Augen in der Ecke lehnte. Doch unter den geschlossenen Sibern spähte Edele den Weg entlang. Sie mußte missen, wann der Viadukt sich nahte. Da mäßigte auch schon der Kreole seine rasende Fahrt — es schien eine Kurve zu kommen. Ein jähes Bremsen. Der Wagen stieg förmlich hoch, drehte sich, der Kreole stieß einen Fluch aus, riß am Steuer; knirschend zogen die Bremsen an, der Wagen hielt — aus einem Gebüsch am Wege war eine Frauengestalt gesprungen und gerade vor dem hart haltenden Wagen zu Fall gekommen. Was sich nun ereignete, war das Werk weniger Minuten. Der Kreole sprang vom Führersitz, Siemen aus dem Fond. Schon beugten sich beide Über die Frau am Boden, die sich aufrichtete und ein paar hastige Worte sagte, die Siemen zurücktaumeln ließen. In diesem Moment mar auch schon Edele mit einem Sprung zur anderen Seite heraus und rannte, rannte, was ihre Kräfte hergaben, nach der entgegengesetzten Richtung. Da hörte sie einen Wutschrei — es war Siemen, er hatte sie gesehen. Da schrie auch Edele auf, lief meiter, eine irre Angst trieb sie üormärts, blind lief sie — da, der Viadukt, da die Brücke. Sie hörte mie rasende Schritte hinter sich. Oder mar es das Knacken des Windes in den Bäumen? Da verlor sie die Ueberlegung, Wahnsinn ergriff ihr Gehirn — nur Rettung, Rettung vor dem Verfolger mar alles, mas sie denken konnte. Mit einem milden Aufschrei sprang sie von der Brücke hinab in den Abgrund. Siemen lauschte plötzlich, riß die Frau, die da vor ihm am Boden lag, auf. „Dormärts", sagte er heiser, „in den Wagen — es kommt jemand!" Er zog Sou de Sormes vormärts. Der Kreole sprang auf den Sitz, kurbelte an. Vom Wege hörte man das Sausen eines zweiten Wagens — hoch aufgerichtet sah man zmei Polizisten mit erhobenen Revolvern. Da roarf Siemen Sou de Sormes ins Auto, der Kreole gab Gas — ein scharfes Peitschen von Schüssen preschte hinter ihnen her. Aber sie erreichten den Wagen nicht, der in rasender Flucht davonfegte. Da bremste das Polizeiauto — mie ein Wahnsinniger sprang Malte heraus. Er hörte nicht auf die Zurufe der anderen, er lief, mie von einer ungeheuren Macht getrieben, nach der Richtung, in der Edele davongejagt war, und nun begann er die steile Felswand hinabzuklimmen, wie ein Schlafwandler, Stein für Stein, Tritt für Tritt. Er arbeitete sich hinunter mit Fingern und Zehen; schon bluteten die Hände, schon hingen die Schuhe in Fetzen, Schweiß und Blut strömten ihm über das Gesicht, auf das Staub und Steine herunterrieselten. Mit entsetzensstarren Augen sahen Alexander Demidoff und Sofia, sahen der Norweger und die Gendarmen von oben herab — machtlos zu folgen, machtlos zu warnen. Wie von einer magischen Kraft beseelt, kletterte Malte hinunter, hinunter, wo auf einem Felsvorsprung in einem Tannengebüsch der regungslose Körper Edeles hing. Endlich hatte er sie erreicht. Sie hatte sich mit den Kleidern in den Zweigen einer Tanne verfangen, die hier unten Wurzeln geschlagen hatte — ihr Kopf hing nach unten. Malte kauerte sich auf dem schmalen Vorsprung hin, riß sich die Jacke herunter und in Stücke, und band Edele mit ihnen fest an sich — dann zog er langsam, ganz langsam den Körper des Mädchens herab, bis er auf dem kleinen Felsvorsprung gebettet war. Ader als er sie in Sicherheit hatte, als er das geifterbleiche Gesicht sah, über das das Blut von einer tiefen Kopfwunde herabrieselte, glaubte er nicht anders, als Edele wäre tot. Das Auto, das ins Dorf zurückgefahren war, kehrte mit einer Rettungskolonne wieder. Zwei Bergsteiger kletterten mit Seilen und Verbandszeug hinunter. Sie fanden die Verunglückten. Neben Edele hockte Malte mit erloschenen Augen und murmelte nur immer wieder den Namen der Geliebten. Man trug Edele als erste hoch — und legte sie oben sanft ins Gras. Inzwischen war auf dem Motorrad auch der Dorfarzt herbeigeeilt. Angstvoll umstanden die anderen Insassen des Autos Edele, und Sofia konnte nur mühsam ihr Weinen bezwingen. I’ Der Arzt kniete bei dem Mädchen nieder j lauschte lange und aufmerksam am Herzen, sah er mit einem frohen Gesicht auf: „Sie lebt!" sagte er tröstend. „Nur eine |, schwere Ohnmacht. Was von inneren Verletze da ist, kann ich natürlich so nicht feststellen, z, wo Leben ist, ist Hoffnung." Eben brachte die Rettungsmannschaft auch herauf. Taumelnd ging er, auf die Retter M der Gruppe zu, in deren Mitte Edele wie tot £ Da trat Sofia auf ihn zu: „Sie dürfen hoffen. Malte Blomberg! Edele Sie sind ihr Retter. Sie wird leben." Malte sah die schöne Frau wie aus A Traum erwachend an. Dann auf einmal war mit seinen Kräften vorbei. Als hätte diese nur noch ausgereicht, dies eine Wort der Hoffm zu hören. Es waren zwei Ohnmächtige, die, den Rettern und dem Arzt in das Gasthaus „Z Hirsch" eingeliefert wurden, wo Seppl angfa auf Nachricht von dem Erfolg der Unternehmuii! wartete. Er war sehr enttäuscht, daß seine FreW die dunkle Dame, nicht mit zurückkam. Während der Arzt sich um die beiden h mächtigen bemühte, saß der Norweger mit ; Gendarmen im Postzimmer. Bald spielte der Di. nach allen Richtungen. Die Grenzstationen wuij von der Flucht Siemens benachrichtigt, das A; in dem er geflohen, genau beschrieben. Einer! Gendarmen eilte, unter Führung Seppls, hinzu dem bunten kleinen Hause, in dem Lien Edele gefangen gehalten. Die erschreckte Celia wurde verhaftet und un Bewachung ins Gefängnis überführt, wo sie q[ aussagte, was sie wußte. Da sie im übrigen ni weiter verdächtig erschien, erlaubte man ihr « dem kleinen Hause bis auf weiteres zu wohnll gab ihr eine Wache bei und verpflichtete sie, « zur endgültigen Klärung der Angelegenheit ben (11 nicht zu verlassen. Alexander Demidoff konnte den weiteren (Bell der Ereignisse nicht abwarten. Sein Urlaub n nur kurz. Er reifte ohne Sofia, die bat, sie > Pflege für Edele dazulassen. „Vielleicht braucht sie, wenn sie zu sich fomt eine weibliche, mitfühlende Seele", meinte | „Dann soll sie nicht ganz verlassen sein." Und Malte, der nach wenigen Stunden aus sei« Ohnmacht erwacht war und eine kurze Unterrebir mit Demidoff hatte, dankte dem jungen Paar | alles, was sie zur Rettung Edeles getan. „Da dürfen Sie höchstens meiner Frau bautet meinte Demiboff, „ober biefer tapferen Frau, ß be Sormes, um bie ich in großer Sorge bin. < hoffe nur, baß Siemen gefaßt mirb, ehe er sei Wut unb Rachsucht an Sou be Sormes auslafi kann. Nun, mir unb Sie, bleiben ja in Verbinde und ich höre auch durch Sofia von Ihnen. Gli auf!, mein Freund! Wie hat der Arzt gesagt?: $ Seben ist, da ist Hoffnung. Also müssen Sie c duldig und mutig sein." „(Das mill ich!" versprach Malte Blomberg, ir gab feinem neuen Freunde fest die Hand. (Schluß folgt.) Was Sie in Stoffen Indien, finden Sie bei Bernardi IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM Samstag, 7., und Sonntag, 8. Juli 1934 Ruder-Regatta Erstklassige Rennen / Volkstümliche Preise / Konzertübertragung Alles Nähere auf den Plakaten Samstag, 20.30 Uhr, Begrüßungsabend für die Gäste, besonders von der Saar. Es spricht Herr Oberbürgermeister Ritter. Wir laden hierzu Freunde und Mitglieder unserer Gesellschaft ein. 3951 D Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e.V. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW Bühnen-feftfpfclt Bayreuth 1934 fintrittspreife rar Ä: Meifterfinger und Parftfal (sAbenöe) RM 60,- ß: Der gefchloflene Ring (4 Abende) RM iso,- Paufdialpreife rar Hin- und Rückfahrt L. ober 3. Klaffe Schnellzug forole Unterkunft in besonders guten krivat- zlmmern, Frühftück und Bedienung bei Bahnfahrt L. Klaffe 3. Klaffe für Ä: (3 Tage Aufenthalt) RM 57,15 RM 43,15 für ß: (6 Tage Aufenthalt) RM 75,30 RM 61,30 Auskunft, Fahrkarten, Gutfchelne durch das MER- Relfebdro: Hapag-Reisebüro Kreger, Gießen Seltersweg 89 3997d Telephon 2396 Klaviere, 1 Harmoniums ro. sachgemäß u.vreisw. gestimmt u.rev. Utris, ßiehen. LudwiDstrabeSp. Teleph. 2403. Verkauft).neu u gebr. Klav. Achenbach- Garagen Wochenendhäuser, Schupp., F ahrradständer. zerleg- und versetzbar. 4018V Gebr. Achenbach GmbH. Weidenau/Sieg Postfach 150. Haribrennholz 1 Wagen, 5 Ztr. r>.- JIJC, Anmachholz,IWag G.- 513t heinfle- hacktes Anmachholz,ISackl tfJt frei Keller. msD Aul. Wellhöfer Marb. Str. 24. Lina Schwarz Sdmund Helbing Verlobte 03412 Gießen, ben 8. Iuli 1934. Steinstraße 23 Rodheimer Straße 51 Statt Karten! Zhre Vermählung geben bekannt Wilhelm Knetsch Oberleutnant im 15.3nf. ®n, .Seppis, t lln öem L V* und Ft wo sie L'm übrigen Man jk Dichtete fii 'egenheit k " Frau bar ’feren Frau, r Sorge bin nrb, ehe er Lomes au- ja in Serbin wn Ihnen. I Arzt gesagt?! ' müssen Ci- e Vlomberz e Hand. iai tannt 'arburg ch ihrer M lerlsamkeitB Vollmann MiD ichniill t» Juli 1934- tliftf' mnioj Lei» , fand- Leiterwuf Haushalt ü Saften In * ichieden.6r"! )reiswer* W läuser SW Ut. 156 Dritter Blatt Berkehrswünsche. Der Frankfurter Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs hat — wie wir am Donnerstag berichteten — bet dem Verwaltungsrat der Reichsbahn einen dankenswerten Vorstoß zur Verwirklichung dringender Verkehrswünsche des Rhein-Main-Gebietes unternommen. Dieser Schritt, für den man auch in Oberhessen dem Frankfurter Oberbürgermeister Anerkennung und Unterstützung schuldig ist, zielt auf die Einschaltung des Rhein-Main-Gebietes in den Schnelltriebwagenfernverkehr und auf die Einführung des Triebwagens im Bezirkseilverkehr hin. Bei der Schaffung der Schnelltriebwagenverbindun- gen im Fernverkehr soll nach den Frankfurter Wünschen u. a. ein Kurs nach Hannover- Hamburg, also über Gießen, eingerichtet werden, von dem man wohl annehmen darf, daß auch ein Halt in unserem Bahnknotenpunkt Gießen vorgesehen werden wird. Eine solche Schnellverbindung wäre natürlich für Gießen und für die Anschlußstrecken von großer Bedeutung. Deshalb wird man diese Frankfurter Bestrebungen von hier aus gerne unterstützen. Für den B e z i r k s e i l v e r k e h r for- dert Oberbürgermeister Dr. Krebs vor allem Eil- triebwagen-Verbindungen, die einer häufigeren und schnelleren Bedienung der Verkehrsbedürfnisse des Rhein-Main-Gebietes Rechnung tragen, die Großstadt auflockern, die Siedlung im nationalsozialistischem Geist fördern und die Landbewohner und Städter näher aneinanderbringen Dieses weitere Ziel einer kraftvoll Doranftrebenben Verkehrspolitik verdient von Oberhessen aus ebenfalls alle Förderung, damit es fo rasch wie möglich erreicht werden kann. Fahrplanverbesserungen durch die Einführung von Triebwagenoerbindungen sind ganz besonders auf den oberhessischen Strecken erforderlich. Hier klaffen in der Zugfolge auf allen Strecken so weiträumige Lücken, daß man geradezu von einem Fahrplan-Notstand sprechen kann. Aus der Strecke Gießen — Fulda gibt es, von Gießen aus, zwischen 8.40 und 12.44 Uhr keine Zugverbindung, die umgekehrte Richtung von Alsfeld nach Gießen ist in der Zeit von 11.02 bis 15.32 Uhr gleichfalls ohne jeden Zug. Die Strecke Gießen' — Gelnhausen bietet 1 von 8.33 bis 13.39 Uhr ebenfalls keine Fahrtmöglichkeit von Gießen bis Nidda, umgekehrt von Gelnhausen nach Gießen ist die Fahrplanlücke zwischen den Zügen 7.22 und 11.31 Uhr ab Gelnhausen, 9.32 und 13.04 Uhr an Gießen, ebenfalls recht groß. Auf der Lumdatalbahn liegen zwischen 6.20 und 10.37 und 15.16 Uhr ab Gießen, an Grünberg 7.21 bzw. 11.37 bzw. 16.16 Uhr, gleichfalls sehr weiträumige Spannen absoluter Verkehrsstille, in der umgekehrten Richtung von Grünberg über Londorf nach Gießen ist eine Fahrverbindung zwischen den Zügen 8.21 und 13.25 Uhr, ferner zwischen den Zügen um 17 bzw. 21.13 Uhr ab Grünberg auch nicht vorhanden. Die Strecke Friedberg — Hungen weist zwischen den Zügen 8.05 und 13.52 Uhr ab Friedberg, sowie 9.05 und 14.45 Uhr ab Hungen ebenfalls empfindlich große Lücken im Fahrplan auf Nicht besser sind die Verkehrsverhältnisse auf der Strecke Friedberg — Nidda, wo zwischen den Zügen 7.56 und 11.14 Uhr ab Friedberg bzw. 13.40 und 19.05 Uhr keinerlei Zugverbindung nach Nidda besteht, umgekehrt von Nidda nach Friedberg zwischen den Zügen 6.15, 10.30, 15.08 und 20.05 Uhr ein ebenso empfindlicher Mangel an Verkehrsmöglichkeiten vorhanden ist. Zur Ausfüllung dieser Lücken ist schon seit Jahren von den Verkehrsorganisationen Oberhessens die Indien st st ellung von Triebwagen bei der Reichsbahn beantragt worden. Leider sind alle diese Bemühungen bis heute ergebnislos geblieben. Der dankenswerte Schritt des Frankfurter Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs läßt nun in Öberhesfen erneut die Hoffnung aufkommen, daß durch den Einsatz der im Nationalsozialismus zusammengefaßten Macht auch eine Verbesserung der Fahrpläne auf den oberhessischen Strecken erzielt werden könnte. Für diese Verbesserung wird es gar nicht nötig sein, eine größere Anzahl von Triebwagen in Betrieb zu nehmen. Einige Wagen, die man von einem für den engeren Bezirk verkehrstechnisch günstig gelegenen Standort aus gewissermaßen auf eine Rundreise schicken kann, würden den Erfordernissen in ausreichender Weise genügen. Es wäre vielleicht möglich, zur Beseitigung der Fahrplanlücken einen Triebwagen von Gießen aus bis Alsfeld fahren zu lassen und ihn auf der Rückfahrt durch das L u m d a t a l zu führen. Eine andere Möglichkeit bestünde vielleicht darin, eine Triebwagen-Rundfahrt von Gießen bis Mücke, von dort über Laubach nach Hungen und anschließend über L i ch nach Gießen einzurichten. Don Friedberg aus könnte ein Triebwagen die Strecke Friedberg— Hungen, Hungen—Nidda, anschließend Nidda— Friedberg befahren und empfindliche Fahrplanlücken ausfüllen. In der gleichen Weise könnte wohl auch auf den Strecken Alsfel d—Niederaula, Niederaula—Salzschlirf, Salzschlirf— Lauterbach Alsfeld eine Verbesserung des Fahrplans herbeigeführt werden. Diese Triebwagen-Rundfahrten würden zweifellos dem Nahverkehr zwischen den jetzt weit auseinanderliegenden Zügen in ausreichender Weise dienen und damit allen Wünschen der Bevölkerung Rechnung tragen. Es handelt sich jetzt darum, im Rahmen der von Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs eingeleiteten Bestrebungen zur Verbesserung des Fahrplans im Rhein-Main-Gebiet auch die jahrelang vergeblich bei der Reichsbahn vorgebrachten Wünsche der Bevölkerung von Oberhessen nach zeitgemäßer Ausgestaltung des Nahverkehrs zur Geltung zu bringen. Wir sind uns klar darüber, daß dabei manche Schwierigkeiten in der richtigen Gestaltung des Fahrplans zu überwinden fein werden. Aber die nationalsozialistische Führung hat ja schon oft bewiesen, daß sie auch mit scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten in glücklicher Weise fertiggeworden ist. So darf man wohl in Oberhessen hoffen, daß sie auch Möglichkeiten finden wird, um die hier vorgebrachten Wünsche und Hoffnungen zur gedeihlichen Tat zu bringen und damit der Bevölkerung unserer engeren Heimat auch auf dem Gebiete des Eisenbahnverkehrs förderlich zu sein. Daten für Samstag, 7.Juli. 1531: der Bildhauer Tilman Riemenschneider in Würzburg gestorben (geb. 1468); — 1855: der Dichter Ludwig Ganghofer in Kaufbeuren geboren (gest 1920); — 1930: der schottische Romandichter Sir Conan Doyle in Crowdorough, Sussex, gestorben (geb. 1859). Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesien) $am$fog,7.3uIU934 Schafft Arbeit für das Vuchdruckgewerbe. Unterstützt die Notgemeinschast der deutschen Duchdruckereien! Das Volk hat den Kampf gegen das schwerste Nebel der Zeit ausgenommen, gegen die Arbeitslosigkeit. Es hat unter Führung Adolf Hitlers seine ganze Kraft für diesen Kamps eingesetzt mit dem Erfolg, daß die Arbeitslosigkeit bis jetzt schon auf ein Drittel vermindert wurde. Der Kampf geht weiter. Er muß vor allem auch in den Wirtschaftsgruppen weitergeführl werden, in denen noch keine fühlbare Verringerung der Arbeitslosigkeit eingetreten ist. hierzu gehört auch das Buchdruckgewerbe, auf dessen Notlage der Reichsarbeits- minisier vor kurzem die obersten Reichsbehörden, die Regierungen der Länder, die Reichs- leltung der NSDAP., das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront, die Reichskulturkammer und den Deutschen Gemeindetag in einem Rundschreiben hinwies. Dieser Appell des Reichsarbeitsministers hat zur Folge gehabt, daß für die Notlage des Buchdruckgewerbes bei behördlichen Stellen und auch bei Auftraggebern aus der Wirtschaft das Verständnis geweckt worden ist. Das Buchdruckgewerbe versucht aus eigener Kraft seiner Schwierigkeiten Herr zu werden. Zu diesem Zweck haben sich die deutschen Buchdruckereien zu einer Notgemeinschaft zusammengeschlossen, die heute bereits 11 000 Betriebe umfaßt. Aufgabe der Notgemeinschaft ist es, dem veryeerenden wirtschaftlichen Verfall im Buchdruckgewerbe entgegenzuwirken. Die Notaemeinschaft der deutschen Buchdruckereien hat die Anerkennung vieler behördlicher Stellen, die Unterstützung der Industrie- und Handelskammern, sowie der Handwerkskammern gefunden. Auch Auftragsgeber aus allen Teilen der Wirtschaft unterstützen die Bestrebungen der Notgemeinschaft. Um eine fühlbare Milderung der Noklage des Buchdruckgewerbes und Verringerung seiner Erwerbslosigkeit zu erreichen, ist es jedoch notwendig, daß bei allen Behörden und in allen Berufs- und Wirtschaftskreisen, bei denen Bedarf an Drucksachen besteht, dieser durch beschleunigte Auftragserteilung gedeckt wird. Eine solche planmäßige Arbeitsbeschaffung für das Buchdruckgewerbe und gleichzeitige Unterstützung der Notgemeinschaft der deutschen Buchdruckereien trägt dazu bei, das große Ziel unseres deutschen Volkes, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, auch in demjenigen Berufsstand zu erreichen, dessen Leistungen in früheren Jahren die stärkste Werbung für den deutschen Qualitätsgedanken darstellten. Aus der Provinzialhauptstadt. Umwertung der Werte. Als Studenten wanderten wir vor langen Jahren zu Pfingsten durch den Schwarzwald. Wir konnten uns an der Schönheit jener Berge nicht sattsehen. Wir priesen uns glücklich, daß unsere Augen all' diese Herrlichkeit schauen durften. Da sprach in unsere Fröhlichkeit hinein ein Mitwanderer das bittere Wort: „Wie bald ist diese Frühlingsherrlichkeit wieder im Eis erstarrt. Und wie bald ist auch unser Leben vorüber. Drum kann ich mich nicht so richtig an der Schönheit dieser Welt freuen." Viel später bin ich einmal auf See gefahren. Ein herrlicher Sonnenuntergang nach einem besonders leuchtenden Tage erregte unser Entzücken. Welch köstlicher Tag! jubelten wir. Da sprach ein Mitreisender: „Und wie bald kann es der letzte sein! Darum muß man jeden schönen Tag auskosten bis auf die letzte Freude!" In jenen beiden Worten ist die Stellung des Weltmenschen zur Schönheit dieser Erde klar gezeigt. Weil sie nur diese Welt kennen, diese ganz irdisch gesinnten Menschen, verfallen sie entweder dem Pessimismus, der sich nicht mehr freuen kann an der Herrlichkeit dieser Erde, oder der krassen Genußseligkeit, die da spricht: „Morgen können wir nicht mehr, darum laßt uns heute leben!" Aehnlich ist ihre Stellung zu Geld und Gut. Sie hängen daran. Und weil sie es nicht über ihr Leben hinaus festhalten können, entsagen sie entweder blutenden Herzens dem Götzen Geld, oder klammern sich bis zum letzten Atemzug mit allen Kräften an dies Phantom. Aehnlich ist auch die Stellung solcher Menschen zu Ehre und Macht. Für sie ist Ruhm und Ehre das höchste der menschlichen Güter. Und darum ist das Scheiden von ihnen ihre bitterste Qual. Im Evangelium vom reichen Mann und armen Lazarus wird uns solch ein ganz auf das Irdische eingestellter Mensch in dem reichen Mann gezeichnet. Er hält sich an die Güter dieses Lebens bis zuletzt. Sie sind sein Ein und Alles. Er kennt nichts Höheres als sie. Und der Tod trennt ihn unerbittlich von all diesen irdischen Werten und führt ihn dorthin, wohin der gottentfremdete Mensch gehört — in die Gottesferne, die wir mit dem Wort der Bibel „Hölle" nennen. Der arme Lazarus aber hat in all seinem Elend die Nichtigkeit der irdischen Güter beizeiten erkennen gelernt. Er hat seine Seele auf ewige Werte einstellen können. Er hat in seinem Elend dort vor der Tür des reichen Mannes den Wert über alle Werte — den Herrn der Ewigkeit — gefunden. Darum führt ihn der Tod hin zu diesem Herrn der Ewigkeit. Seine Seele, die sich schon in diesem irdischen Leben auf Gott gerüstet hat, schaut in der Ewigkeit den lebendigen Gott. So mahnt uns dieses Evangelium vom reichen Mann und armen Lazarus, eine Umwertung der Werte schon hier auf Erden zu vollziehen. Wir sollen Nichtiges nicht über alle Maßen wichtig nehmen, aber das Eine, was not tut, die Ewigkeit, sollen wir überaus ernst nehmen. Mit den Worten des Apostels: „Trachtet nach dem, was droben ist!", mit den Worten der frommen Liederdichterin: „Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein!" Nehmen wir diese Umwertung der Werte nicht selber vor, dann nimmt Gott sie in der Ewigkeit vor, und dann wehe dem, der nur auf irdische Werte baute und von irdischen Werten lebte! „Darum laßt doch in die Dinge der Zeit leuchten hinein die Ewigkeit! O wie würden dann so gerinne uns die kleinen alltäglichen Dinge, wenn die grafte Ewigkeit uns durchleuchtet die kleine Zeit." Mit solcher Umwertung der Werte tun wir uns schon für dies Leben den besten Dienst. Da ist die Schönbeit der Natur. Wir aenießen sie jetzt doppelt, d»nn sie wird uns zum Sinnbild der tausendmal schöneren Ewigkeit unseres Gottes. So hat es der Dichter Trojan verstanden, wenn er im Hinblick auf den Rosengarten im Tale und den Rosengarten auf Bergeshöbn und einen dritten in der Luft, aus Margenücht und Duft gewoben, ausruft: „Drei Rosengärten übereinander, wie das glüht! Mir ahnt es, daß darüber noch einer, der schönste, blüht!" Da ist Geld und Gut. Nun gebrauchen wir es als die Haushalter Gottes zum Besten unserer Mitmenschen. Da ist Ehre und Macht. Wenn sie Aibrechi Nürer. Ein deutsches Äildnis von Wilhelm Schäfer. Als Wohlgemut Meister der Nürnberger Schilderzunft war, brachte ein Goldschmied seinen Knaben zu ihm in die Werkstatt, weil der mit Eifer und Tränen zur Malerei wollte. Albrecht Dürer war er genannt, hielt fleißig die Lehre, obwohl die wilden Gesellen des Meisters den zärtlichen Lehrling mit Hochmut und Schabernack plagten. Nach seiner Lehre zog Albrecht Dürer gen Colmar, wo Martin Schongauer Meister der Stichelkunst war; er fand den Meister nicht mehr am Leben, aber er blieb als Geselle in Colmar, Straßburg und Basel und lernte so trefflich zeichnen, daß Menschen, Tiere und Bäume auf seinen Blättern leibhaftig dastanden. Daß er selber in Nürnberg Meister der Schilderzunft würde, rief ihn der Vater endlich zurück und hatte ihm auch schon die Hausfrau gesucht aus gutem Geschlecht. Aber der Sohn hob an zu ringen um reicheren Ruhm; er ließ die Frau und die Werkstatt und fuhr nach Venedig, begierig, die welschen Meister zu sehen und was sie mehr als die Deutschen vermöchten. Da sah er mit Staunen, wie gut sie den Bau des menschlichen Körpers und die Gesetze der Räumlichkeit kannten: rechte Körper recht in den Raum zu stellen nach ihrer Bedeutung, das schien ihm danach die Richtschnur, ein Meister zu werden wie sie. Aber er war kein Welscher, er mußte zurück in die Nürnberger Werkstatt und mußte durch Mühsal die Wegspur suchen, wo jene mit lächelnder Leichtigkeit gingen. Als er daheim war, fing er mit Holzschnitten an — Heiligenbilder machten sie so für die Messen, Bilder geschnitten in hölzerne Platten und abgedruckt auf geschöpftes Papier — er aber schnitt die vierzehn Blätter der Offenbarung Johannis. Da thronte inmitten der sieben Leuchter Christus hoch in den Wolken, seine Hand blitzte Sterne, aus dem Mund ging das zweischneidige Schwert; da kämpften die Geister im Himmel, und Michael traf den teuflischen Drachen; da ritten die grausigen Reiter zu viert durch die brausende Luft, den vierten Teil der Menschheit vernichtend. Wirr wie der Troß dieser Träume waren die Striche: zerknitterte Wolken mit schäumenden Rändern, geringelte Locken, zackige Faltengewänder, flatternde Engel und wehende Bäume füllten den schwarzwoißen Raum seiner Blätter, uns zuteil wird, nehmen wir sie aus Gottes Hand und gebrauchen sie zu Gottes Ehre. Und durch solchen Gebrauch der irdischen Gaben unseres Gottes wird unser Leben mehr und mehr umgewertet und umgewandelt für die Ewigkeit. Und die Oickmilch? Wir können dem Lobpreiser der Buttermilch nur dankbar sein, wenn er auf ein gutes und — billiges Volksnahrungsmittel hinweist. Wie ist es aber mit der „dicken Milch"? Verdient sie nicht auch unser Lob? Ich glaube sogar, daß sie die Buttermilch noch übertrifft an Aussehen und Geschmack. Aber darüber brauchen wir nicht zu streiten. Jedenfalls ist die Buttermilch, wenn wir genau nachprüfen, nichts weiter als geschlagene oder „geleierte" Dickmilch. Sie ist so dünn wie Milch, wie dünne Suppe und ißt sich auch so. Aber unsere liebe Dickmilch! Wenn da die Mutter einen Topf aus dem kühlen Keller holt, den Rahm abschöpft (man kann ihn natürlich auch darauf lassen und mitessen!) und dann die köstliche Milch in unsere Teller schüttet („gießt" kann man nicht sagen, denn die Masse ist gar zu dick!), daß die Brocken nur so fliegen! Das ist doch etwas für Kenner. Wie ein weißes Gebirge liegt sie im Teller, wie ein wogendes Meer. Man kann sie beinahe schneiden. Als Kind habe ich mir nie viel aus Dickmilch gemacht, weil wir im Sommer gar zu viel von ihr bekamen, freilich auch Buttermilch. Diese letztere sogar zum Mittagessen, dazu Kartoffeln und Eierpfannkuchen, aber auch in Form von Suppe. (Ja, man kann sogar sehr gute Buttermilchpfannkuchen backen.) Dickmilch gab es aber ausschließlich abends, oder wenn wir gerade am späten Nachmittag vom Felde kamen. Da stieg einer der Erwachsenen in den Keller und holte den richtigen Topf herauf. Das erquickte uns mehr als Kaffee, Wasser oder gar Bier. Nun herrschte einmal in unserem Dorfe eine böse Kinderkrankheit. Eins meiner Geschwister lag sterbenskrank darnieder. Der Arzt wußte keine Hilfe mehr. Da bestand mein Vater darauf, daß ein „Professor" aus der Stadt geholt wurde. Er kam und verordnete allerlei. Mein Bruder genas auch später wieder. Als der Professor aus der Krankenstube in unser Wohnzimmer trat, deckte meine Großmutter gerade den Tisch. Sie stellte zinnerne Teller auf, dazu einige Töpfe mit abgerahmter Dickmilch und einen Lalb Schwarzbrot. Ehe der Herr aus der Stadt Da war noch einmal die gotische Welt, der Altar von Jsenheim glühte hinter den Strichen; aber die Sehnsucht des Nürnbergers war auf die Klarheit gerichtet: wie der Mond aus dem Gewölk wollte das Werk seiner Hand in den Sternhimmel steigen. Der Sternhimmel stand, und der Mond stieg tapfer hinauf in die ewigen Räume, aber das krause Gewölk hing ihm an; bis der Tod seine Hand still legte, rang Albrecht Dürer um Klarheit und blieb in den Wolken der nebligen Wälder gehindert. Rechte Körper recht in den Raum zu stellen nach ihrer Bedeutung, das blieb seine Satzung: aber die Körper sperrten sich sehr, und der Raum schwand im Gedränge der Vielheit, bis seinem Alter das Bild der Apostel gelang. Dem evangelischen Wort gleich im Aufruhr der Tage standen sie da und füllten den Rahmen mit einfacher Größe: alles war recht, Körper und Raum und Bedeutung, nur das Gewand der Empfindung war auf welsche Weise gefärbt. Zwischen den Zeiten war seiner Seele die Weite verschüttet, Herkunft und Hingang rangen in all seiner Kunst um die Stärke, weil ihm kein Füllhorn der Gegenwart Ueberfluß schenkte. Niemals gelang ihm der Guß aus der glühenden Schmelze, wie er dem Altar Grünewalds Inbrunst, Grauen und Seligkeit gab. Aber wie Jakob zwang er den Segen, als er den Stichel ansetzte, die deutschesten Blätter in Kupfer zu graben. Den Ritter zuerst, wie er hinausritt von seiner Burg, Tod und Teufel zum Trotz den Kampfritt zu wagen: da saß er selber zu Roß und war ein Sinnbild der Zeit, die mit gepanzerten Fäusten dem Geist wider die falschen Gewalten das Wegrecht zu zwingen gedachte. Aber der Geist war in die Fesseln der Frage verstrickt; mit lahmen Flügeln der Melancholie saß die Mutter der Dinge und konnte der Faust des Ritters nicht folgen, weil ihre forschenden Augen den Irrweg erkannten: so war das zweite Blatt seiner Stiche. Aber das dritte war dies: im engen Gehäus faß der Greis und schrieb seine Blätter; da war der Tod nur noch ein Schädel, der im Abendlicht zwischen den Büchern und Kissen — der Arbeit und Ruhe — dem Dasein gehörte; Reineke Fuchs und der Löwe, Klugheit und Herrschergewalt lagen im Schlummer zu seinen Füßen, indessen die gläubige Einfalt ihr Tagewerk machte. Drei Blätter in Kupfer gestochen: aber die alte und neue Zeit, Herkunft und Eingang des Geistes, waren darin mit deutscher Seele geschrieben. zu seinem Hut griff, blieb er einen Augenblick stehen und sah nach dem Tisch. Dann sagte er: „Was essen Sie denn da?" „Dickmilch", antwortete meine Großmutter, „das gibt es eben immer abends." „Darf ich mitessen?" fragte der Stadtherr. Wir waren alle sprachlos. Ein so vornehmer Mann mit hellem Sommerrock und weißem Strohhut wollte die einfache Kost mit uns einnehmen. „Aber wir haben doch noch Wurst und Schinken. Das will ich gern holen, wenn Sie Hunger haben", sagte mein Vater. „Aber warum denn?" lachte der Professor. „Als Kind habe ich ja auch immer Dickmilch gegessen, und gar manchmal denke ich an diese Zeit zurück, wenn mir in der Stadt alles Mögliche zum Abendessen hingestellt wird. Gerade deshalb möchte ich heute einmal wieder dicke Milch, bei uns zu Hause sagt man «saure Milch', essen." Da wurde er natürlich mit Freuden eingeladen, und ich weiß es noch ganz gut, daß er sich den Teller mehrmals füllen ließ. Er aß die Dickmilch ohne Zucker und Zimt, wie wir alle und dankte nachher so von Herzen, wischte sich den Bart ab und lachte immer, während er sagte: „War das fein!" Ich war damals ein kleiner Knirps von etwa sechs Jahren. Aber ich habe mir alles genau gemerkt. So etwas vergißt man nicht so schnell. Und von da ab bekam ich beinahe Ehrfurcht vor der Dickmilch, weil der vornehme Mann, der doch meinen Bruder gesund gemacht hatte, sie auch so gern aß. Und so ist es geblieben bis auf den heutigen Tag. Dickmilch in der heißen Sommerzeit! Nichts Besseres gibt es! Und dabei braucht man keinen weiten Weg zu laufen. In Stadt und Land kann man sie bekommen. Die Hausfrau kann sie sich zu jeder Zeit Herstellen. Morgens werden einige ' "'r Milch mehr gekauft, in einen irdenen (nicht me> .lenen!) Topf gegossen und in der warmen Küche stehen gelassen. Dann aber, wenn sie dick geworden ist, muß sie in den kühlen Keller. Gaarkundgebungen. Saarkundgebungen dürfen nur noch mit Genehmigung der (Bauleitung durchgeführt werden. Alle derartige Veranstaltungen sind daher rechtzeitig der Kreispropagandaleitung zu melden, damit diese Genehmigung eingeholt wenden kann. Wo diese Genehmigung nicht vorliegt, ist jede öffentliche Kundgebung von der zuständigen politischen Leitung zu unterbinden. Kreisleitung Gießen der NSDAP. I. A.: Schmelz, Kreispropagandaleiter. Das Vermächtnis. Von Frank I. Braun. Herr von Bilsar hatte nicht mit der Absicht das Haus verlassen, die Kunstauktion Fabiani zu besuchen, aber er war ein derart leidenschaftlicher Sammler alter Stücke, daß er an dem Haus in der Kleiststraße doch nicht vorbeikam. Als er wieder nach Hause ging, folgte ihm in geringem Abstand ein Träger mit einem kleinen r nben Tisch, der neuesten Erwerbung Herrn von jilfars. Herr von Bilsar stellte den Tsich in die Mitte seines Zimmers und setzte sich bewundernd davor, als handle es sich um ein Oelgemälde. Der Kunsthändler hatte ihm versichert, er besaß es schriftlich, daß der Tisch aus dem Besitz des Grafen Solowsky aus dem Schloß bei Pernau stamme, das 1917 von Rotgardisten zum größten Teil zerstört worden war. Herr von Bilsar war so entzückt von seinem Erwerb, daß er den Tisch näherrückte und die gedrechselten Beine zu streicheln begann. Da geschah es. Zufälle lassen sich nicht erklären. Herr von Bilsar merkte, wie das eine Tischbein sich lockerte. Als er sich mit dem vermeintlichen Schaden näher befaßte, konnte er zu seinem Erstaunen das Tischbein abdrehen. Es wog schwer und fi' m aus der Hand. Herr von Bilsar mußte sich ai :ien Stuhl setzen. Der Mund blieb ihm offen. Z-5 Tischbein war hohl und aus der Höhlung waren etliche Goldstücke auf den Teppich gerqllt. Nachdem er sich gefaßt hatte, sah er seinen Fund genauer an. Es handelte sich um Goldrubel, die seiner Schätzung nach einige tausend Mark ausmachen mußten. Nach einigem Ueberlegen faßte er den Entschluß, an den Bürgermeister von Pernau zu schreiben und zu erfragen, was aus dem Herrn des Schlosses und also aus dem ursprünglichen Besitzer des Tisches und seines Schatzes geworden sei. Herr von Bilsar war ein wohlhabender und rechtlich denkender Mann. Es ging ihm nicht um das Geld, sondern viel eher darum, vielleicht Schicksal zu spielen oder wenigstens eine romantische Geschichte zu erleben. Der Brief ging ab und Herr von Bilsar wartete drei Tage voll Spannung, dann kam die Antwort. Der Bürgermeister von Pernau schrieb: Sehr geehrter Herr, auf Ihre Anfrage teile ich Ihnen ergebenst mit, daß das Schloß des Grafen Solowsky heute ein Jugenderziehungsheim beherbergt. Der letzte Besitzer des Schlosses war Graf Iwan Solowsky. Er wurde 1917 von Revolutionstruppen erschossen, da er sich weigerte« Schmuck und Geld heraus- Kreisbetriebszellenabteilung Gießen. Einzelmitglieder der DAF. Velr.: Kasse. Um den Gießener Einzelmitgliedern der DAF., die von den Kassierern nicht angetroffen werden, die Möglichkeit zu geben, ihre Beiträge bis ein« schließlich Juni zu bezahlen, werden für die einzel« nen Ortsgruppenbereiche am Donnerstag, dem 5. und 12. Juli, nachmittags zwischen 6 und 7 U h r Kassenstunden eingerichtet, und zwar: Ortsgruppe Gießen-Nord: bei Kasten« walter Fritz Geißler, Bahnhofstraße 621. Ortsgruppe Gießen-Mitte: bei Kassen« walter Max Hardt, Gießen, Haus der DAF., Schanzenstraße 18. Ortsgruppe Gießen-Süd: bei Kasten- walter Ernst Parr, Gießen, Haus der DAF., Schanzenstraße 18. Ortsgruppe Gießen - Ost: bei Kasten« walter Johann L i x f e l d , Gießen, Kaiserallee 57. Da ab 1. Juli 1934 neue Beitragssätze eingeführt werden, ist dies die letzte Möglichkeit, die benötigten Marken bis einschließlich Juni 19 3 4 zu erhalten. gez. Wagner, Kreisbetriebszellenobmann. F. d. R.: S ch w a b (Kaste). NS-Lehrerbund Gießen-Stadt. Abteilung Höhere Schule, Fachschaft für neuere Sprachen. Die nächste Sitzung der Arheitsgemeinschaft findet am Montag, 9. Juli, 16 Uhr, in der Ober-Realschule statt. Krauß, Fachschaftsleiter. Reichsbund Volkstum und Heimat. Mittwoch, 11. Juli, nimmt der RVH. an der Fahrt des NSLB. nach dem G l a u b e r g teil. Abfahrt von Gießen 13.39 Uhr. Fahrpreis 2,80 Mark. Anmeldung und Fahrgeld bis 10. Juli an Herrn Bender, Walltorstraße 14, erbeten. Frühkartoffeln in zwei Sortierungen. Der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes teilt zur besonderen Beachtung durch die Hausfrauen folgendes mit: Der Witterungsoerlauf der Monate Mai und Juni hat es mit sich gebracht, daß die Frühkartoffeln in diesem Jahre vielfach kleiner ausfallen als in anderen Jahren. Nach der bisher gültigen Vorschrift mußten Frühkartoffeln einen Querdurchmesser von mindestens 3,4 Zentimeter aufweisen. Um jedoch dem Verbraucher auch die kleiner ausfallenden Kartoffeln restlos zur Verfügung zu stellen, hat der Reichsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln angeordnet, daß vom 5. d. Mts. an im ganzen Reichsgebiet auch eine zweite Größenklasse in den Handel gebracht werden darf. Diese Größenklasse hat einen Querdurchmesser von 2,8 bis 3,4 Zentimeter und ist im übrigen den gleichen Qualitätsvorschriften wie die erste Größenklasse unterworfen. Auch für diese zweite Größenklasse wird jeweils ein Preis vom Reichsbeauftragten festgesetzt. Durch diese Regelung ist die Gewähr gegeben, daß alle anfallenden Frühkartoffelmengen restlos dem Verbraucher zur Dersügung gestellt werden. Dadurch, daß der Preis für die zweiten Größenklasse erheblich niedriger festgesetzt wird als der der ersten Klasse, ist allen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben, sich in ausreichendem Maße mit Frühkartoffeln zu versorgen. Ein Unterschied gegenüber der ersten Größenklasse besteht also nur in der Größe der Kartoffeln, während die zweite Klasse in der Güte der ersten Größenklasse durchaus gleichwertig ist. In einigen Gebieten des Reiches erfreuen sich diese kleinen Frühkartoffeln ganz besonderer Beliebtheit. Insbesondere die rheinische Hausfrau zieht vielfach diese kleinen Kartoffeln den größer anfallenden vor. Um den Verbraucher auf jeden Fall vor Ueber- vorteilung zu schützen, hat der Reichsbeauftragte weiterhin angeordnet, daß , diese zweite Größenklasse nur aus vorschriftsmäßigen, gekennzeichneten Säcken verkauft werden darf. Eine Vermischung von Größenklasse I und Größenklasse II ist unzulässig und wird bestraft. Die Hausfrau muß also beim Einkauf der Kartoffeln darauf achten, welche zugeben. Angehörige existieren unseres Wissens nicht außer einem Sohn, der als zehnjähriges Kind von Bediensteten nach Frankreich gerettet wurde und heute in Paris leben soll. Damit endete der Bericht. Herr von Bilsar schrieb an das Pariser Meldebüro und erbat die Adresse. Auch auf diesen Brief erhielt er nach kurzer Zeit Antwort. Den jungen Grafen gebe es nicht mehr; es war da nur der Kellner Alex Solowsky aus dem russischen Caf6 „Uspensky", dem das Geld wie eine Gabe des Himmels in den Schoß fiel, denn feine Frau sollte gerade ein Kind zur Welt bringen. Er schrieb einen so dankbaren Brief, daß Herr von Bilsar, wäre er ein anderer Mensch gewesen, sich hätte einbilden können, Almosen verteilt zu haben. So aber blieb ihm immerhin die Genugtuung, als Treuhänder des Zufalls ein Vermächtnis in die rechten Hände geleitet zu haben. Kunss und Wissenschaft. „So schauten sie den ersten Tttai.“ Die gewaltigen Eindrücke des 1. Mai haben nun ihren künstlerischen Niederschlag in einer Aus- stellung im Frankfurter Städel gefunden, die am kommenden Sonntag, 8. Juli,' vom Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger persönlich eröffnet wird. Die Fülle der Einsendungen ist dank der tatkräftigen Unterstützung der Ausstellung durch den Landespropagandaleiter Müller-Scheld so groß gewesen, daß die Jury, um die Säle des Städel nicht zu überlasten, ungefähr die Hälfte der Einsendungen hat zurückstellen müssen. Unter den Ausstellern ist Josef Correggio mit zwei Werken vertreten, von denen besonders sein „Aufmarsch der Fahnen" einen ungewöhnlichen starken Eindruck hinterläßt. Ferner finden wir Bilder des Frankfurter Altmeisters G u d d e und seiner Schülerin Rausch. Während viele Künstler einfach die Vorgänge des 1. Mai im Bild festhalten, hat der Hanauer Ewald ein ungewöhnlich fesselndes Gemälde von stark symbolischer Bedeutung geschaffen, das er mit „Ehrung der Arbeit durch den Führer" bezeichnet. Ausgezeichnete Graphiken haben Barto l m e s - Bad Homburg, M u l o t - Wiesbaden und Professor Ebers- Offenbach geliefert. Gegenüber dem Eingang zur Ausstellung grüßt uns der durch den bekannten Frankfurter Bildhauer Emil Hub charakteristisch wiedergegebene Kopf des Führers. Bei der Fülle der ausgestellten Werke, unter denen auch Altstadtbilder von intimem Reiz und ausgezeichnete Landschaftsbilder festzustellen sind, wird der Ausstellung sicherlich ein starkes Interesse entgegengebracht werden. Obmann, e). ta-t. d'r e" uls. ei» N '»i L^tz ? ®a(Ten. fer.otke 57. .""Sefüta ,e benötig, ni 1934 m>ft fin. bber-Neol. ostsleiter. Heimat $• an hei 9 teil. Ab- 2,80 Mark. Qn hem «Hingen, tandes teilt ^sfraiien Mai uni) uhkartoffeln Hen als in Itigen Vor- Querdurch, austveisen. kleiner aus. ung zu fiel, e Regelung ordnet, daß sgebiet auch del gebracht einen Quer- ter und ist chriften wie oird jeweils lesetzt. Durch m, daß alle 5 dem Der- m. Dadurch, klasse erheb- öer ersten glityeit gelt yrütjfar. ^enüber btr i ber (Stifte lasse 'm der 5 gleichwn- )es erfreuen besonderer je hausftau den größer । vor lieber- ;sbeaustragte ite Größen- mnzeichneten Vermischung II ist unzu- u muß also hten, welche Vissens nich! 85 Kind von nnirbe und irtfer Melde- diesen Brief Den jungen da nur der , Frau sollte schrieb einen sar, wäre er tte einbilden 0 Ober Mie Treuhänder rftin Si<* hast- lai." i haben nun ner jdel gefun' -HZ 'N»! ,e Säle des M ÄH ®e> E $ Führet LZL 6h«“er gK t>pf 5 «ni* m (int über die Herkunft der Räder unterrichtet war, muß wegen Körperverletzung zu 6 0 Mark Je verurteilt. Der Angeklagte fuhr mit örwnrton nnm fttitiorhrthnhnf tnrnmonh ■ Oberhessen zirk. Landkreis Giesten. Oberhessischer Feuerwehrtag in Bad-Nauheim. Bornonzen. — Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die weihe Majestät". — Deutsches Rotes Kreuz, Frauenverein für Deutsche über See, Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, „Liebigshöhe", 20 Uhr pünktlich, Kolo- nial-Abend. — Baugenossenschaft 1894, 20.15 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Jubiläums-Hauptversammlung. — Artillerie-Verein, 20.30 Uhr, Hessischer Hof, Pflichtversammlung. — Gießener Ruder-Gesellschaft 1877, Ruder-Regatta; 20.30: Be- - Bad --Nauheim, 6. Juli. Zum 28. Oberhessischen Feuerwehrtag, der in den Tagen vom 4. bis 6. 21 u g u ft dieses Jahres in Verbindung mit einem großen Feuerwehrfest in unserer hessischen Badestadt stattfindet, sind an die sämtlichen hessischen Wehren und die benachbarten preußischen Wehren rund 600 Einladungen hinausgegangen. Nach den bis jetzt bereits eingelaufenen Anmeldungen darf mit einer Beteiligung von 4000 Feuerwehrmänner gerechnet werden, einer Zahl, wie sie bisher wohl kaum ein Provinzialfeuerwehrtag zu verzeichnen hatte. Der herrlich am Taunusrand gelegene neue Bad-Nauheimer Waldfestplatz, der die große Veranstaltung aufnehmen wird, ist soweit fertiggestellt. Es gibt weit und breit wohl kaum eine schönere Stätte für die Abhaltung eiyes großen Volksfestes. Auch in den rührig arbeitenden Fest- . q. -, ausschüssen ist man ein gut Stück vorangekommen, *. ~ so daß sich in der letzten Sitzung des Hauptfestaus- schäft. Wie die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Luftsportverbandes uns mitteilt, muh bei der heuti- tigen Saarkundgebung der Gießener Rudergesellschaft von der geplanten Taufe eines Segelflugzeuges Abstand genommen werden, da die Ausmaße des Segelflugzeuges für den verhältnismäßig engen Raum vor dem Bootshaus zu groß find und unter schließt. Im Voranschlag für 1934 sind rund 867 Mark in Einnahme und Ausgabe vorgesehen. Obstbauinspektor Metternich erstattete sodann den Bericht über die Vereinstätigkeit im verflossenen Geschäftsjahr. Landeskammerrat Pfeiffer sprach über die Organisation der Landesbauernschaft und über Fragen der Obstkultur, Zum Rechner des Vereins wurde Kreiskassenrechner Eckel bestimmt. Der Vereinsvorsitzende gab die Anregung, von dem fest angelegten Vereinsvermögen einen Teil für die Durchführung von Blumenschmuck-Wettbewerben oder zur Beschaffung von Spritzen für die Schädlingsbekämpfung in eifrig arbeitenden Ortsgruppen zu verwenden. Förster Schott berichtete über Fragen und Aufgaben des Vogelschutzes. Eine Kreis- Obstausstellung wird für die nächste Zeit in Aussicht genommen. Die arbeitsreiche Versammlung wurde von dem Vorsitzenden mit dreimaligem Sieg- Heil auf den Führer geschlossen. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 6. Juli. Mit dem Austausch junger Leute für den Arbeitsdienst gegen die Einstellung älterer Volksgenossen in den Betrieb ist in der hiesigen Mechanischen Kleiderfabrik von Georg Dietrich Bücking begonnen worden. Für die erste Austauschmaßnahme kommen etwa 10 junge Volksgenossen in Betracht. (Deutscher Ostbund.) Die rege Beteiligung an der ersten Mitgliederversammlung bewies das stark ausgeprägte Heimatgefühl der Ostdeutschen auch hier in Gießen. Aus den hier bestehenden Vereinen, dem Deutschen Ostbund und der Vereinigung heimattreuer Oberschle- fier, ist nach mehrfacher Umorganisation der Bund heimattreuer Schlesier durch den Ostreferenten der Gauleitung Hessen-Nassau, der NSDAP., Pg. Wendt, bestimmt worden. Da dieser Bund alle Ostdeutschen (aus Memel, Danzig, West- und Ostpreußen, Posen Schlesien, einschließlich Oberschlesien und Hultschim) zusammenzuführen hat, trägt er den Untertitel „Deutscher Ostbund". Der mit der Neubildung beauftragte Schriftleiter Pg. Herbert K o st o r z gab einen Ueberblick auf die Vorarbeiten und berichtete über die Sitzung mit dem Beauftragten des Stellvertreters des Führers für die ostdeutschen Heimatoerbände, Standartenführer Dr. T r i e b e l (Berlin) in Frankfurt a. M. Das Hauptziel dieses zu den grenzpolitlschen Verbänden zählenden neuen Bundes ist, die Mitglieder in der nationalsozialistischen Weltanschauung zu erziehen, die Blickrichtung der deutschen Oeffentlich- keit nach den Grenzlanden zu weisen und für sie Propaganda durch Werbung für ihre Erzeugnisse im Sinne der volkspolitischen Aufgaben des Bundes zu treiben. Ein wichtiges Aufgabengebiet ist das planmäßige Eintreten für den Fremdenverkehr nach dem Osten und die Pflege des Heimatgedankens. Der Ortsgruppenleiter dankte den bisherigen Vorsitzenden, Postinspektor Beyer vom Ostbund und Tapezierer Ernst Motz von der V. h. Oberschlesier, ferner dem Kassenwart Sparkassenbeamten Hau en- st e i n , Apotheker Wronka (Großen-Linden), Ernst Motz und Kaufmann P o s ch m a n n , die sich in schicksalsschwerer Zeit für den bedrohten deutschen Osten eingesetzt hatten. Der Ortsgruppenleiter berief zu seinem Stellvertreter Landsmann Studentenpfarrer Surfer, zum Kassenwart Landsmann Hauen st ein, ferner in den Beirat die Ehrenmitglieder Ernst Motz und W r o n f a (Großen-Linden), sowie Frau K ö t t g e n. Es wurde auf den Besuch der vom VDA. betreuten Studiengruppe aus Ostoberschlesien am 9. Juli hingewiesen. Arn 14. und 15. Juli findet in Gelsenkirchen ein Reichstreffen der ostdeutschen Heimatverbände, vom 4. bis 6. August der Schlesier-Bundestag in Görlitz statt. Anschließend wurden die Vorbereitungen für die Verleihung des Ab- stimmungserinnerungs-Kreuzes besprochen. Landsmann Pfarrer Surfer sprach eindringliche Worte über die Heimatliebe und erinnerte treff- -Annerod, 6. Juli. Die milchwirtschaft- l i ch e Neuregelung hat sich in unserem Orte recht glücklich ausgewirkt. Die Zahlung der Milch erfolgt regelmäßig monatlich und vollzieht sich in bester Ordnung. Die Gemeinde hat es deshalb unternommen, die Milchbewirtschaftung dadurch zu fördern, daß sie an jeder Sammelstelle einfache Kühlanlagen in Form von Betonbecken errichten ließ, die von Springbrunnen bzw. von Pumpen mit fließendem Wasser gefüllt werden, in das die Milchkannen hineingestellt werden, bis sie zur Abholung gelangen. Durch diese Einrichtung ist keine Kanne sauerer Milch mehr geliefert worden. Der Milcherzeuger bleibt durch diese einfachen Kühlanlagen vor jedem Schaden geschützt. An den Sammelstellen sind auch Briefkästen angebracht worden, in die die Bestellzettel für Molkereierzeugnisse eingeworfen werden können. ♦ Klein-Linden, 7. Juli. Aus Anlaß des 80jährigen Bestehens des hiesigen Posaunenchors findet am morgigen Sonntag in unserem Orte ein P o s a u n e nf e st statt. Vormittags wird Feldgottesdienst abgehalten, bei dem i Pfarrer Timm (Herdorf) die Predigt halten wird. Nachmittags findet ebenfalls ein Gottesdienst statt; Missionar B l u m m e r von der Leipziger Mission, der Propst von Oberhessen, Knodt (Gießen), und Pfarrer Lenz werden sprechen. (Siehe heutige Anzeige.) )( Großen-Linden, 7. Juli. In unserem Orte leben noch viele alte Leute. Nicht weniger denn 24 Männer und Frauen haben das 80. Lebensjahr überschritten. Es sind dies: Katharina Wagner mit 90, Ph. Peppler IV. 89, Konrad Seth 88, Ludwig Menger 86, Witwe Horn 85, S. M e i e r 84, Gg. M ü l l e r 84, Klara Marx 84, Elisabeth Schmidt geb. Weigand 83, Elisabeth Schmidt geb. Menges 83, Sophia Menges 82, Elisabeth Dietz 82, Christina Pirr 82, Christina P e p p l e r geb. Stamm. 83, Balthasar S ch ä f e r 82, Gg. I u n g 82, Maria Velten 81, Konrad Mehl 81, Christina Stamm 80, Christina Peppler geb. Lang 80, Heinrich Wei- nanbt 80, Luise Weinandt 82, Adolf Wei- n a n d t 81 und Heinrich Degen I. mit 80 Jahren. > Holzheim, 6. Juli. Am Mittwoch fand hier das bekannte M i s s i o n s f e st der Pfarrei Holzheim - Dorf-Gill statt. Bei gutem Wetter hatten sich schätzungsweise 2500 bis 3000 Personen von nah und fern sowie die ganze Gemeinde auf dem Festplatz hinter der Kirche eingefunden. Als Festredner waren erschienen Propst Knodt (Gießen), die Pfarrer C h r i st i a n (Gambach), Köhler (Darmstadt), Rohrbach (Frankfurt) und Missionar Theiß (Lüdenscheid). Pfarrer Christian von Gambach leitete die Festoersammlung. Der Posaunenchor und der Gemischte Chor von Holzheim unter der Leitung ihres Dirigenten Wilhelm Engel erfreuten die Festteilnehmer durch Vorträge. Die Kollekte ergab den Betrag von rund 450 Mark. ? Reiskirchen, 7. Juli. Die A u s b e s s e - rungsarbeiten an unserer Kirche, die seit einiger Zeit einer Anzahl Volksgenossen Arbeit geben, gehen ihrem Ende zu. Die Kirche, die zum Teil noch aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammt, bedurfte dringender Reparaturarbeiten, dis jetzt grüßungsabend. (Pi7^,8w» 1ichu^.'A-'Ob^r7ndm-U°7F"üch = SÄ®« amPandÜ^ bereis ein dem Aufbnu ^des platz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung „Das Iier im roet)rtag ^urd Samstags in der Turnhalle der Dlld . — Manner- brauenvereimguna der Turngemeinde durch Branddirektor Braubach Matthausgememde, 15 Uhr, „Liebigshöhe , üarnis ((gie$eri) eröffnet. Der Sonntag bringt am Vor- lientag. Waldeslust, Sommernachtsball. mittag eine gemeinsam mit der Ortsgruppe des ♦♦ hör 9Q wi.hor. Reichsluftschutzbundes vorbereitete große Luft- S t r a ß en s p e rr e. Anläßlich der 29. Ruder kch^tzübung mit Brandangriff und am Regatta am 7. und 8. Juli wird bie ®ootS5hQ^miffQg den großen Festzug der Feuerwehren h a u s st r a ß e zwischen Bootshaus und der Unter-1.^ ^ren zahlreichen Fahnen, Spielmannszügen uhrung an der Ederstraße an denbeiden genann-Kapellen Daß dieser einheitliche Aufmarsch ^^.^6en von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangs- unserer Wehren in einer historischen Abteilung auch De“e^Lr ctr AfeoHfnorro 7>io den Werdegang unseres Feuerwehrwesens darstellen , 21 ufgehobene Straßens p ? * * e- Die ^em Festzug eine besondere Note. Die «uf. ?/r r P^oindtalftrabenftrede Homberg Feststadt rüstet heute schon für den großen Provin- Bußfeld verfugte Sperre ist wieder aufgehoben zjal-Feuerwehrtag. Parteiamtliche und Behörden- ^orden. . stellen, Städtisches Verkehrsamt und Freiwillige Keine Segelfluazeugtaufe bei der F^rwehr bemühen sich in edlem Wetteifer um a? k u^l b g e b_u n g b e r~ Ruber gesell-j ejne einbrucksvolle Gestaltung bes ihnen übertragenen Festes unb um einen gastlichen Empfang ber vielen Gäste aus bem großen rhein-mainischen Be- biesen Umftänben bie Aufstellung bes Segelflug-1 zeugs technisch nicht durchführbar ist. ♦* Eine öffentliche Mahnung zur Zah- hing von Kanal-, Straßenreinigunas- unb Müllabfuhrgebühren erläßt bie Stadtkasse in unserem heutigen Anzeigenteil. Es sei hiermit besonders auf die Bekanntmachung hingewiesen. — D i e Abgabe von Laub aus städtischen Waldungen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. — Viehmärkte In Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Der nächste Schweinemarkt wird am Mittwoch, 25. Juli, abgehalten. *■* Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. — Richtigstellung. In unserer gestrigen Notiz der Finanzamtspersonalie muß es nicht Regierungsrat, sondern richtig Regierungs- assessor Dr. Dexheimer heißen. — Promenadenkonzert des Stadt- theater- Orchesters. Man schreibt uns: Am heutigen Samstag findet von 18 bis 19 Uhr in den Anlagen am Stadttheater wieder ein Promenadenkonzert des Stadttheater-Orchesters unter Leitung von Konzertmeister K e r z i s n i k statt. Die von jetzt ab regelmäßig stattfindenden Konzerte scheinen sich großen Interesses und allgemeiner Beliebtheit zu erfreuen. Um auch den Musikfreunden, denen zu der bisherigen Zeit von 18 bis 19 Uhr der Besuch durch berufliche Inanspruchnahme unmöglich war, Gelegenheit zum Besuche zu bieten, werden die Konzerte von Mittwoch, 11. Juli, ab von 20 bis 21 Uhr stattfinden. Programm für Samstag, 7 Juli: „Sturmführer", Marsch-Ouvertüre zur Oper Oberon" von C. M. von Weber. „Schönbrunner Walzer" von I. Lanner. Fantasie über die Oper „Traviata" von Verdi-Tavan. Prolog zu „Bajazzo von Leoncavallo. Potpourri aus der Operette „Der Zigeunerbaron" von Joh. Strauß. Finnländischer Reitermarsch. , • ,, ** Gastspiel unseres Stadttheaters für „Kraft durch Freude" in Friedberg. Von der Organisation „Kraft durch Freude Ortsgruppe Friedberg wurde das Ensemble bes Stadttheaters Gießen nach Bud-Nauheim eingelaben, um dort mit der bekannten Gießener Besetzung das rheinische Lustspiel „Schneider Wibbel" von Müller-Schlösser unter Anton Neuhaus Spielleitung zur Aufführung zu bringen. Der Abend fand im großen Bühnensaal des Kurtheaters vor völlig aus- verkauftem Hause statt. Der spontane Beifall wahrend der Aufführung und der herzliche Dank bei i Schluß der Vorstellung war deutlicher Beweis für die Volkstümlichkeit des Stückes und die ausgezeich- i nete Leistung des gesamten Personals. — Umfangreiche Fahrraddieb stähle i sind in der letzten Zeit in Frankfurt a.M. verübt , morden Die Spitzbuben verkauften bie gestohlenen Räder an einen Mann aus Oberhessen, der sie bann - in unserer engeren Heimat, barunter auch im Kreise . Gießen abfetzte. Ob unb inwieweit dieser Maim fo bicht am Borbstein, baß er einen vom Dienst heimgehenben Beamten erfaßte, biefer zu Bob en geschleudert unb erheblich verletzt würbe. Aus bie Berufung bes Angeklagten würbe bas vorinstanzliche Urteil aufgehoben unb bie Gelbstrafe auf 100 Mark erhöht. Der Angeklagte hat außer- bem bie Kosten bes Verfahrens zu tragen. Wegen Beleibigung bes Bürgermeisters würbe ein Mann aus Beienheim vom Amtsgericht Fried» berg zu 60 Mark Gelb strafe verurteilt. Die gegen biefes Urteil von bem Angeklagten eingelegte Berufung würbe kostenpflichtig verworfen. Ein Mann aus Engelrob würbe wegen grober Beleibigung einer bärtigen Familie vom Amtsgericht Herbstein zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Berufung bes Angeklagten würbe kostenpflichtig verworfen. Amtsgericht Gießen. Wegen Einbruchsbiebstahls würbe ein Mann vvn hier zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte brach in ein Haus bes hiesigen Bergwerks ein, bas als Büro biente. Beim Packen | feines Tornisters würbe er überrascht. Der Staatsanwalt hatte wegen versuchten Einbruchs 2 Monate 1 Gefängnis beantragt. unb 11 in Kraft getreten. Nach § 2 Nr. 8 ist es verboten, einem Pferde die Schweifrübe zu kürzen (kupieren). Ausnahmen sind nur unter besonderen Bedingungen zugelassen, ier Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Verbotes wird gemäß § 15 bes Gesetzes vom Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Reichsmini- fier für Ernährung und Landwirtschaft festgesetzt werden. Die interessierten Kreise sollen dadurch Zeit gewinnen, sich auf das Verbot einzustellen. Trotz dieser aufschiebenden Bestimmung dürfen aber tierquälerische Mißbräuche, bie sich gelegentlich beim Kupieren der Pferde herausgebildet haben, schon jetzt nicht mehr geduldet werden. Der beim Kupieren ein Pferd unnötia quält oder wh mißhandelt, hat Bestrafung nach § 9 des Gesetzes zu gewärtigen (Gefängnis bis zu zwei Jahren unb Gelbstrafe bis zu 10 000 Mark ober eine biefer Strafen). Im übrigen ist für das Kupieren ber Pferde § 2 Nr. 9 des Gesetzes besonders zu beachten, wonach es verboten ist, an einem Tier in unsachgemäßer Weise oder ohne Betäubung einen schmerzhaften Eingriff vorzunehmen. Die Schweifrübe des Pferdes bildet in ihren Kno- )en die Fortsetzung und den Abschluß ber Wirbelsäule unb enthält neben Sehnen, Muskeln unb Blutgefäßen auch eine Anzahl empfindlicher Nerven. )as Kürzen ber Schweifrübe verursacht deshalb den sierden durch die Durchtrennung ber Gewebe und urch bas Abbrennen ber Wunbfläche zum Zwecke ier Blutstillung erhebliche Schmerzen. Es kommt ei unsachgemäßer Vornahme ber Operation häufig or, daß bie Durchtrennung nicht zwischen den oeichen Knorpeln ber Gelenke erfolgt, fonbern die Zchwanzwirbel mit Gewalt durchtrennt werden. Sei solchen Komplikationen werben Schwanzwirbeleile ober ganze Schwanzwirbel branbig ab gestoßen, leoor es zur Heilung kommt. Die Wundheilung ist m übrigen langwierig unb ebenfalls schmerzhaft, tuet) wenn sie normal verläuft. Weiterhin können Wundinfektionen aller Art eintreten, bie gesundheitliche Schädigungen unb bisweilen den Tob ber Liere im Gefolge haben können. Nicht selten wirb Starrkampf im Anschluß an das Kupieren beobachtet, ber immer sehr schmerzhaft ist unb in der Regel tödlich verläuft. Piele Pferde werden durch die schmerzhafte Operation unb durch die oft erforderliche Nachbehand- ung dauernd in ihrem Charakter geschädigt. Sie -»erben ängstlich ober bösartig unb damit nur be= chränkt verwendungsfähig. Durch das Kürzen des Sch,vanzes wird bas Pferd einer wichtigen Abwehrwaffe gegen I n - fetten beraubt unb dadurch einer lebens- jlänglichen Quälerei preisgegeben. Das Pferb sucht sich ber quälenden Insekten dann fort» aiährenb durch Zuckungen der Haut, durch Schütteln des Körpers, durch Anstreifen an feste und bewegliche Gegenstände, durch Schleudern des Kopfes unb Schlagen mit den Beinen zu erwehren. .Dadurch wirb Muskelkraft unnötig verbraucht, die Arbeitsleistung bes Tieres beeinträchtigt, sowie ein vorzeitiger Verbrauch bes Körpers begünstigt, da be- fonbers bie Knochen, Gelenke, Sehnen unb Bänder der Gliebmaßen, sowie die Hufe burch das ständige Schlagen unverhältnismäßig stark beansprucht und beschädigt werden. Auch die Futteraufnahme leidet unter der ständigen Beunruhigung. Schließlich werden kupierte Tiere infolge der fortdauernden Belästigung durch die Insekten vielfach nervös, so daß auch die öffentliche Sicherheit durch solche Pferde gefährdet werden kann. r. v In verschiedenen deutschen Landern sind schon heute kupierte Pferde von staatlichen Prämiierungen ausgeschlossen, ebenso wird die Heeresverwaltung vom Jahre 1935 ab kupierte Pferde nicht mehr ankaufen. Dies wird dazu beitragen, daß die Nachfrage nach tarierten Pferden aufhören wird. Bund heimattreuer Schlesier. eignete sich in der Bahnhofstraße, Ecke Wolkengaffe ____o—- ,.„u ein Zusammenstoß zwischen einem Autofahrer und pflichtmäßigen Zusammenschluß einem Motorradler. Dabei brach sich der Motorrad- durch den Unterbevollmächtigten fahrer einen Finger, ferner wurde feine Maschine ~ ~ ~~ 'so erheblich beschädigt, daß sie abgeschleppt werden aller Ostdeutschen durch den Unterbevollmächtigten fahrer einen Finger, ferner wurde feine Maschine des Führers bei der Gauleitung, Pg. W e n d t, so erheblich beschädigt, daß sie abgeschleppt werden hin und forderte zur Mitarbeit im Sinne Adolf muhte. Der Autofahrer setzte nach dem Zufammen- Hitlers auf. stoß seine Fahrt fort. Der gesellige Teil brachte einen lebhaften Aus- ** Schweine - Zwischenzählung am tausch von Heimaterinnerungen. 4. September. Der Reichsminister für Ernäh- Daten für Sonntag, 8. Juli. rung und Landwirtschaft hat für den 4. September 1838: Ferdinand Graf von Zeppelin in Konstanz 1?34 eine erneute Zählung der Schweine und in geboren (aeft 1917)- — 1855: der Polarforscher Verbindung damit eine Ermittlung 1. öer nufjt be» Sir William Edward Parry in Ems gestorben fchaupflichUgen Hausschlachtungen von Schweinen (qeb. 1790)- — 1865: der Geschichtsschreiber Hans / Monaten vom 1. Ium 1934 bis 31. Au^st Ferdinand tzclmolt in Bresben geboren (geft. 1929). E-J^berm der^bre, ^rhergehenben M . ^iqjener Wochenmarttprenc geordnet. * Gießen, 7. Juli. Auf dem heutigen Wochen- M markt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 bis fftlClftC vDiFdlldttlltlCr (StCpCtt. 2bV Meß°b“i 43b°is W UrMändttche) ®« Monn aus Gießen würbe vom hiesigen Klafft lk Skiffe A 1° Klasse ßj, Siaf'ft \ «y L | Ä vorn Giiterbchnhös kommend, Bund 10, Rote Rüben, das Pfund 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25 bis 30, (gelb) 25 bis 30, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 12, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte) 5% Pf., der Zentner 4,80 bis 5, (neue), das Pfund 9 bis 12, Himbeeren 20 bis 30, Kirschen 15 bis 25, Heidelbeeren 25 bis 30, Stachelbeeren 15, Johannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 40 bis 50, junge Hähne 70 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 60 bis 80 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch (Suppengrünes) 5, Rettich 10, Radieschen, das Bund 10 Pf. unter Leitung des Kulturbauamts Gießen durchgeführt wurden. Der Turm wurde vollständig umgedeckt, die Kirche außen überworfen und im Inneren vollständig neu hergerichtet. Am Sonntag, 15.Juli, findet nunmehr die Einweihung der Kirche statt. Ein gewaltiges Arbeitsbeschaftungs- programm wurde jetzt von der Provinz in die Wege geleitet. Die Straße nach Fulda, die bis vor Reiskirchen teils gepflastert und teils mit Asphalt bedeckt ist, wird nun durch den Ort selbst gepflastert und von Reiskirchen nach Grünberg vollständig neu hergerichtet und geteert. Eine große Anzahl Fuhrwerke ist täglich damit beschäftigt, aus den nahen Reiskirchner Steinbrüchen Klopf- und Pflastersteine an die Baustellen zu fahren. Dabei sind viele Arbeiter beschäftigt, so daß es in den anliegenden Ortschaften kaum noch Arbeitslose gibt. — Drei höchbetagte Einwohner von Reiskirchen begehen heute, morgen und übermorgen ihren Geburtstag. So wird heute die Frau Margarethe Schneider Wwe. 80 Jahre alt. Schon seit Jahrzehnten hat sie das „Backen spielen" über sich und wacht sorgfältig darüber, daß niemand „aus der Reihe fein Brot und feine Kuchen backt". Herr Lorenz Schäfer wird 70 Jahre alt unb am Montag wird Herr Philipp Walter auch 80 Jahre alt. Herr Walter war jahrelang am hiesigen Bahnhof als Bahnsteigschaffner beschäftigt und nur sein hohes Alter ließ ihn den geliebten Beruf aufgeben. Kreis Schotten. ♦ Schotten, 6. Juli. Der Kreis-Obst» und Gartenbauverein hielt unter dem Vorsitz von Kreisdirektor Z ü r tz seine Hauptversammlung im ..Hessischen Haus" ab. Die Versammlung genehmigte zunächst die Vereinsrechnung für 1933, die mit einem Ueberschuß von rund 167 Mark ab« gwßenklasse ihr angeboten wivd. Diese neue Be- s nunung kommt gleichmäßig dem Erzeuger von {mhkartofteln wie dem Verbraucher zugute. Der (rzeuger kann nunmehr auch die klein anfallenden $ artoffeln, wenn sie sonst in der Güte den An- s rächen genügen, an den Markt bringen, während der Hausfrau die Gelegenheit gegeben ist, auch kleinere, dafür aber billigere Frühkartoffeln auf den Tisch zu bringen. Das Kupieren von Pferden. Am 1. Februar 1934 ist das Tierschutzgesetz vom 24. November 1933 mit Ausnahme des § 2 Nr. 8 Rundfunkprogramm. Sonntag, 8. Juli. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. 10.15: Funkstille. 10.30: Stunde des Chorgesangs. 11.15: Bekenntnis zur Zeit. 11.30: Von Danzig: Abschlußkundgebung des Oflland-Turnfeftes in Danzig 1934. 12.10: Mittagskonzert I. 13: Mittagskonzert II. 14: „Kasperl als Sanitäter!" 15: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft. 15.10: Stunde des Landes. Dieses Jahr darf kein Pfund von dem deutschen Obst verkommen! Ein Gespräch. 15.40: Humor auf Schallplatten. 16: Nachmittagskonzert. 18: Die Kunst, sich zu unterhalten. Eine Funkszene. 18.20: Fröhliches Zwischenspiel. 19.15: Sportbericht. 19.30: Aus dem Opernhaus zu Frankfurt: Der Zigeunerbaron. Operette in drei Akten von Johann Strauß. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Fünf fröhliche Viertelstunden. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 9.3uli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde des Liedes: „Lieder unserer Zeit". 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Kurorchesters. 17.30: Uebertragung nach Stuttgart: Dom Werden der Saarlandschaft. Plauderei von Max Benfe. 17.45: Stunde der Jugend. 18.15: Das Leben spricht! 18.25: „Bunte Kulissen". Eine heitere Stunde. 19.30: Saar-Umschau. 19.40: Alfred Cortot spielt Balladen von Chopin. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation: Der Künstler spricht. Richard Wagner in eigenem Wort und Ton. 21.15: Opernkonzert. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Funkbericht vom Boxkampf Neusel gegen Peterson, London. 23.15: Operetten-Konzert. 24 bis 1: Nachtmusik. lich daran, was der deutsche Osten dem deutschen j i--------,-------,---- . - Volke an Dichtern, Denkern und Künstlern, aber erst durch die Untersuchung noch klargestellt werden, auch an Soldaten gebracht hat, und ermunterte zus ** V er k e h r s un f a l l.^Gestern^nachmittag er= weiterem Kampf im Sinne der Heimat. Landsmann K o st o r z wies zum^Schluß auf die Anordnung zum ] " Schnitt, hübsch und praktisch Stoffe. mO(jem un In schön.waldr.Geg.ffnd.Erholung- such. frdl. 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Von seiner Spitze aus hat man neue Fernblicke: gen Osten geht das Auge bis zur Wanger Spitze, und was geradeaus in fahlem Gelb in blauer Ferne verschwimmt, sind die Wanderdünen der Kurischen Nehrung, der dunkle Streifen ist der Nehrungswald. Nach Westen hin geht der Blick: da strebt über ein Wäldchen hinweg gegen das Himmelsblau der Leuchtturm von ^rüfterort. Westlich von Brüsterort. Wohl fehlt es nicht an Erhebungen, aber nach den großartigen Eindrücken, die wir in Klein-Kuhren empfingen, wirken sie nicht. Der Blick wird abgelenkt vom Landschaftlichen, und das Auge forscht nach Spuren, die auf Geschehnisse früherer Zeiten schließen lassen, und an solchen Zeugen fehlt es nicht. Wir sind im Lande des B e r n st e i n s. Das Gold der Ostsee hat in erster Linie dazu beigetragen, das Samland bekannt zu machen, lange, bevor man in der Welt von anderen altpreußischen Gebietsteilen wußte. Hierhin kamen noch vor den ersten Glaubensboten Kaufleute aus fernen Ländern, um das begehrte Produkt zu handeln. Und eine Erinnerung an die Blüte des Bernsteinhandels ist auch der Galgenberg am Eingang der Dirschkeimer Schlucht. Eine Erinnerung an die vielen Richtstätten, die sich längs der Küste fanden, ist dieser Berg; hier büßte mancher, der sich den Gesetzen des Landes nicht unterordnen wollte, seine Unbotmäßigkeit mit dem Tode. Denn der Diebstahl des begehrten Bernsteins, der dem Deutschen Ritterorden als Willkommene Einnahmequelle diente, wurde mit dem Galgen bestraft. Auf kahlem Strandberg erhebt sich südwestlich von Tenkitten ein gewaltiges eisernes Kreuz, das dem Andenken an den Märtyrertod des heiligen Adalbert dient. Hier soll der Heidenapostel, der erste Glaubensbote in Alt-Preußen, im Jahre 997 seine letzte Predigt gehalten haben. Infolge dieser Predigt wurde er ausgewiesen und bald darauf, da er die ihm gesetzte Frist überschritt, von den ihn verfolgenden Preußen in der Nähe von Pillau getötet. Reisewinke. 20 Sonderzüge nach Oberammergau bereits ausverkauft. Dies beweist das außerordentliche Interesse für diese besonders billigen Sonderzüge nach Oberbayern. Der Fahrpreis ist bei diesen Sonderzügen um 60 v. H. ermäßigt. Man kann die Rückfahrt allein ohne Aufschlag innerhalb von 30 Tagen durchführen. Gegen geringe Zuschläge kann man auch Umwege zurück befahren, so z. B. über. Lindau—Stuttgart oder Konstanz—Freiburg usw. Die Fahrkarten für die Sonderzüge werden aber nur zusammen mit einer Zusatzkarte abgegeben, die einen dreitägigen Aufenthalt in Oberammergau nebst dem Eintritt zu den Passionsspielen umfaßt, so daß jeder Sonderzugsteilnehmer also die Gewähr hat, daß er auch in Oberammergau Platz findet. Ab Gießen kann man sich noch durch Anmeldung beim Verkehrsbüro an den Sonderzügen (ab Frankfurt) 20. und 30. Juli, 6. August, 10. und 14. September beteiligen. Miseliieraiur. — Fahrten durch O st - und West Preußen. Reisevorschläge, herausgegeben vom Landes- verkehrsamr Ost- und Westpreußen, Königsberg Pr., Sommer 1934. XII und 116 Seiten. Im Ost-Europa- Verlag, Königsberg Pr. und Berlin W 35. — Das schon in dritter Auflage erschienene Büchlein faßt alles zusammen, was man für die Hinfahrt aus dem Reich und für die Reife und Wanderung in Ostpreußen selbst wissen sollte. Alle lohnenden Ausflugsorte der Küste und Niederung Ostpreußens, der herrlichen Wälder und Seen Masurens und des Oberlandes und aller anderen Gebiete einschließlich Danzigs sind in leicht ausführbaren Rundfahrten von kürzerer und längerer Dauer zusammengestellt, auch die Fahrkosten und geeignetsten Abfahrt- und Ankunftszeiten für Bahn, Schiff und Kraftomnibus zuverlässig verzeichnet. Jedes umständliche Nachschlagen im Kursbuch fällt also fort. Alle Angaben beruhen auf dem neuesten Stand, viele sind erweitert worden. Von den verschiedensten Orten der Provinz aus sind einhalb- bis zweitägige Ausflüge angeführt, ebenfalls mit genauer Angabe der Fahrzeiten, Entfernungen, Fahrkosten und Sehenswürdigkeiten. Ein Verzeichnis der besuchenswerten Orte mit kurzen historischen Angaben, einem Hinweis auf Gedenkstätten, Unterkünfte und Auskunftsmöglichkeiten schließt sich an. Auch eine farbige Übersichtskarte des Reisegebiets ist beb gegeben. Wirtschaft. Oie Einlagerungspflicht der Mühlen. Auf Grund einer Ermächtigung des Reichsernährungsministers wird für die Einlagerungspflicht der Mühlen folgendes angeordnet: Es ist statthaft, daß Mitglieder der Wirtschaftlichen Vereinigung an Stelle der Pflichteinlagerungsmenge für Roggen, die sie gemäß der Verordnung vom 5. November 1933 nach Maßgabe ihres Grundkontingents noch einlagern müßten, die gleiche Menge Jnlandsweizen einlagern oder an Stelle einer Einlagerung an die WV. den Betrag von 3 Mark je Tonne und Monat (10 Pf. je Tonne und Tag) zahlen. Diese Erleichterung wird nur solchen Mühlen gestattet, die der WV. den Nachweis erbringen, daß die Anschaffung der für sie erforderlichen Roggenmenge eine unbillige Härte bedeutet. Die Erleichterung muß in jedem Fall von der WV. ausdrücklich genehmigt werden. Die Genehmigung wird nur widerruflich erteilt. Im Falle des Widerrufs tritt die ursprüngliche Einlagerungspflicht von Roggen wieder in Kraft. Diese Regelung gilt nur für das Getreidewirtschaftsjahr 1933/34, nach dessen Ablauf eine Neuregelung, insbesondere durch eine neue Festsetzung des Geldbetrages, getroffen wird. Sobald die Genehmigung zur Ersatzeinlagerung oder zur Zahlung des Ablösungsbetrages erteilt ist, muß das Mitglied die entsprechende Menge Jnlandsweizen einlagern oder den Geldbetrag an die WV. abführen. Wird gegen diese Verpflichtung verstoßen, so gilt die Einlagerungspflicht gemäß der Verordnung als verletzt, eine Ordnungsstrafe kann verhängt werden, Landeskommnnalbank-Sirozentrale für Hessen. In ihrem Bericht über das letzte Geschäftsjahr konnte die Bank feststellen, daß sich in diesem Jahr vermöge der großzügig fortgesetzten und erweiterten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung mehr und mehr auch die finanzielle Lage der Gemeinden besserte. Es gelang, die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen erheblich zu senken. Im Geschäftsbezirk der Bank ist diese günstige Entwicklung vornehmlich zurückzuführen auf den Bau der Autostraße Frankfurt a. M.—Mannheim und die Durchführung der Riedentwäsferung sowie die Belebung wichtiger Industriezweige (Autoindustrie u. dgl.). Der Bestand an langfristigen Kommunal-Dar- lehen betrug bei der Bank Ende vorigen Jahres rund 98 400 000 RM. Zur Förderung der Entschuldung bevorzugte das Institut stets die Gewährung von Darlehen mit planmäßiger Tilgung. Von den vorgenannten 98 400 000 RM. entfallen 84 700 000 RM. auf Tilgungsdarlehen. Hinsichtlich der kurzfristigen Gemeindedarlehen hat die Bank Umschuldungsanträge hessischer Städte und Gemeinden, die bei ihr auf Grund des im Berichtsjahr ergangenen Gemeindeumschuldungsgesetzes gestellt waren, in weitgehendstem Umfange angenommen und damit diesen Darlehensnehmern zu einer Umwandlung kurzfristiger Fälligkeiten in langfristige Tilgungsdarlehen mit günstiger Verzinsung verhalfen. Der Umlauf an Jnlands-Goldschuldverschreibunaen des Instituts, die im ganzen Reichsgebiet mündelsicher sind, beziffert sich auf nahezu 50 000 000 RM. Die Bilanzsumme beträgt rund 194,4 Millionen RM. Bei der an die Bank angegliederten Bausparkasse liefen am Ende des Berichtsjahres 1467 Bausparverträge über 6 348 300 RM. * * Weitere Abnahme der in Hamburg aufliegenden Tonnage. Nach amtlicher Statistik lagen am 1. Juli nur noch 20 Seeschiffe mit 126 964 brt. im Hamburger Hafen auf, gegenüber 27 Seeschiffen mit 149 249 brt. am 1. Juni 1934. Frankfurter Börse. INittagsbörse: freundlich. Frankfurt a. M., 6. Juli. Die Börse war wohl weiterhin fest gestimmt, das Geschäft läßt aber immer noch zu wünschen übrig. Sowohl am Aktien- wie am Rentenmarkt lag nur kleine Publikumsnachfrage vor, während die Kulisse angesichts des Wochenschlusses keine größeren Neuengagements einging, zumal besondere Anregungen auch heute fehlten. Mit Befriedigung wurde aber auch die mit der Schweiz 'erfolgte Einigung in der Transferfrage zur Kenntnis genommen. Die Kursbildung war nicht ganz einheitlich, aber doch überwiegend nach oben gerichtet. Mehr in den Vordergrund rückte heute der Elektromarkt, an dem beachtliche Kursbesserungen eintraten. Besonders Tarifwerte waren gefragt. So gewannen Bekula 1 v. H., Licht und Kraft 2 v. H., Rhein. Elektro 1,90 v. H., ferner Siemens 1,50 v. H., AEG. 0,75 v. H., und Gesfürel 0,40 v. H., auch Elektr. Lieferungen waren nach ihrem kürzlichen Rückschlag um 2 v. H. erholt, nur Schuckert eröffneten um 0,75 v. H. leichter. Am Montanmarkt waren die Kurse größtenteils unverändert, etwas fester Buderus (plus 1 v. H ), Stahlverein (plus 0,40 v. H ), ferner zogen Kali Aschersleben um 2 v. H. an. Harpener gingen dagegen um 1,50 v. H. zurück. Chemieaktien lagen still, Farbenindustrie 0,50 v. H. niedriger, Metallgesellschaft leicht erhöht, Deutsche Erdöl ausschließlich Dividende behauptet. Zellstoffwerte lagen ruhiger und bis 0,75 v. H. leichter. Schiffahrts- und Transportwerte lagen behauptet. Sonst eröffneten u. a. Reichsbank 0,50 v. H., AKU. 0,40 v. H. und Daimler Motoren 0,65 v. H. höher. Am Rentenmarkt war die Stimmung überwiegend freundlich, die Umsätze blieben aber ebenfalls klein. Altbesitz, anleihe eröffneten 0,13 v. H. niedriger, während im übrigen meist leicht Besserungen von etwa 0,13 bis 0,25 v. H. zu verzeichnen waren. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft am Aktienmarkt fast vollkommen, doch erwiesen sich die Kurse gegenüber der kaum noch zu überbietenden Ge- schäftsstille als sehr widerstandsfähig. Sehr fest kamen Allgemeine Lokal und Kraft mit plus 3.50 v. H., ferner Scheideanstalt um 1,50 v. H. höher zur Notiz. Auch-am Rentenmarkt blieb die Lage ruhig bei gut behaupteten Kursen. Am Pfandbriefmarkt be- stand weiterhin kleine Nachfrage, so daß die Kurse in den meisten Fällen um 0,13 bis 0,25 v. H. an- zogen. Auch Stadtanleihen waren weiter beachtet und etwas freundlicher, ferner konnten sich von Staatsanleihen Hess. Volksstaat mäßig erhöhen. Der Auslandsrentenmarkt lag vollkommen geschäftslos. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert und sehr leicht. Abendbörse geschäftslos. Die letzte Abendbörse dieser Woche hatte zwar eine freundliche Grundstimmung, war aber auf allen Marktgebieten infolge des außerordentlichen Ordermangels nahezu geschäftslos. Die Kulisse übte stärkste Zurückhaltung. Indessen blieb das Kursniveau auf dem befestigten Stand der Berliner Mittagschlußbörse gut behauptet. Rheinstabl aller- dings waren angeboten und gaben 1 v. H. nach, auch Farbenindustrie bröckelten nach unverändertem Beginn im Verlaufe infolge der herrschenden Geschäftsstille etwas ab, während Schuckert ihren 0,40prozentigen Anfangsrückgang wieder ausglicken. Der Rentenmarkt stagnierte fast vollkommen, Altbesitzanleihe gaben um 0,13 v. H. nach, sonst ergaben sich keine Aenderungen. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 94,90, 6 v. H. Stahlverein 78,25, 5,50 v. H. Frankfurter Hyp. Bank Liquid. 88,75, Commerzbank 57,75, DD.-Bank 62,50, Dresdner Bank 65, Gelsenkirchen 59,50, Harpener 103,75, Kali Aschersleben 130, Mannesmann 64, Phönix 46, Rheinstahl 90,50, Stahlverein 40,25, AEG. 23,50, Bemberg 68,25, Chade 188,50, Gement Heidelberg 108,50, Conti Gummi 132,50, Daimler 48, Scheideanstalt 207,50, Licht und Kraft 109,50, Elektr. Lieferungen 84, IG. Farben 149,25 bis 149, Holzmann 61,25, Metallgesellschaft 86, Rheag 101,75, Schuckert 90,13 bis 90^50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 111,13, Hapag 26, Nordd. Lloyd 30,75. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 6. Juli. Die Zufuhren am Gemusemartt waren allgemein gut. Ausländische Tomaten sind stark angeboten. Für Erbsen, Gurken und Kopfsalat haben die Preise etwas angezogen, sonst blieben sie bei zufriedenstellendem Geschäft unverändert. Es erzielten: Blumenkohl 10 bis 40, Bohnen 14 bis 18, Erbsen 14 bis 16, Salatgurken 10 bis 35, holl. 18 bis 25, Einmachgurken 6, Karotten, Bündel 3 bis 5, Kartoffeln, Erstlinge 8, Kartoffeln, Böhms allerfrüheste gelbe 7,75, Kohl- rabi 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis 8, Rettich 5 bis 6, Rö- mischkohl 6 bis 8, Rote Rüben, Bündel 8 bis 10, Rotkraut (Früh) 10 bis 12, Svinat 12 bis 14, Schnittlauch 20, Tomaten (Treibhaus) 18 bis 22, Tomaten, holl. 18 bis 19, dieselben, ital. 9,5 bis 12, Weißkraut (Früh) 5 bis 6, Wirsing 6 bis 7, Zwiebeln mit Schloten, Bündel 4 bis 5, dieselben Pfälzer 7,75 bis 8, dieselben, ital. 7,50 bis 8. Am O b ft m a r f t blieben die Anlieferungen in Kirschen und Heidelbeeren weiter stark, ferner waren ausländische Pfirsiche reichlich angeboten, in den übrigen Obstarten verzeichnete man gute Zufuhren. Für Himbeeren haben sich die Preise leicht erhöht, sonst traten keine Veränderungen ein. In Heidelbeeren war der Absatz gut, in den übrigen Obstsorten befriedigend. Es erzielten: Aepfel, Kiste etwa 35 Pfund, 8,50 bis 9, auftraL, Sommeräpfel 14 bis 16, Aprikosen 14 bis 22, dieselben, ital. 16 bis 22, Birnen 10 bis 16, Heidelbeeren 17 bis 18, Himbeeren (Garten) 30 bis 35, Himbeeren (Preß) 20, Johannisbeeren 10 dis 12, Kirschen la 18 bis 20, I 12 bis 15, II 7 bis 10, Sauerkirschen 10 bis 14, Pfirsiche 14 bis 22, dieselben, ital. 17 bis 25, 'dieselben, span. 20, Stachelbeeren 8 bis 13, Zitronen, Kiste, 150 Stück, 4,50 bis 4,75 ital. Frankfurter Buttermarkt. Fran kf urt a. M., 6. Juli. Die Stimmung des Buttermarktes ist zwar freundlich, das Geschäft aber sehr ruhig. Es macht sich wohl kleine Kauflust bemerkbar, die aber nur auf bestimmte Sorten beschränkt ist. So ist besonders feine deutsche Molkereibutter gefragt, auch mittlere und billige Sorten finden einige Beachtung, während Markenbutter trotz der abnehmenden Zufuhren noch reichlich an- geboten wird, dem nicht die entsprechenden Anforderungen gegenüberstehen. Bei Anhalten der warmen Witterung glaubt man aber auch hier, mit einer Besserung rechnen zu können, zumal, wenn der Frischmilchverbrauch an Ausdehnung gewinnt. Die Großhandels-Einstandspreise blieben unverändert. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm ab Versandstation: Deutsche Markenbutter 127, feine deutsche Molkereibutter 123 bis 125. Frankfurter Eiernrarkt. Frankfurt a. M., 6. Juli. Die ruhige Ge- schäftslage hielt an, und trotz des Monatswechsels blieb der Absatz an den Konsum sehr klein. Die Obstzeit mit ihren sehr billigen Erzeugnissen beeinträchtigt das Eiergeschäst nicht unerheblich. Obgleich die Zufuhren nicht besonders groß sind, können sie auf Grund dieser Tatsache nicht ganz untergebracht werden. Für deutsche Eier blieben die letzten Preise in Geltung, wogegen Holländer und Dänen um je 0,25 Pfennig pro Stück zurückgingen. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischeier Klasse S 10, Kl. A 9,5, Kl. B 8,75, Kl. C 8,25, Kl. D 7,5. Holländer Kl. S 9,5, Kl. B 8,5, Dänen Kl. S 9,25, Kl. A 8,75, Kl. B 8,25. Fra , rter PscrDrmarkt. * Frankfurter Pferdemarkt. Zu dem am kommenden Montag stattfindenden Pferdemarkt sind wieder einiae Transporte ungarischer Arbeitspferde eingetroffen. Leichtere Laufpferde, vielleicht auch Ermeländer und Danziger Pferde, die meist mittelschwere Tiere sind, dürsten zu nicht allzu hohen Preisen zum Verkauf stehen. (Siehe heutige Anzeige.) Oie Ernieausslchien bei Getreide. Erste Dorschätzung nach dem Stand von Anfang Juli. Auf Grund der von den amtlichen Saatenstandsberichterstattern zu Anfang Juli angegebenen Schätzungen über d i e Getreideernte errechnen sich bei den Hauptgetreidearten folgende Durchschnittserträge je Hektar: Winterroggen 16,3 Doppelzentner (gegen 16,5 Doppelzentner im Mittel 1924 bis 1933), Sommerroggen 12,2 (12,1), Winterweizen 18,2 (20,5), Sommerweizen 16,8 (20,3), Spelz 12,1 (12,0), Wintergerste 21,1 (23,6), Sommer- gerfte 17,1 (18,6), Hafer 15,7 (18,6) Doppelzentner. Unter Zugrundelegung der Ende Mai festgestellten Anbauflächen wäre nach den zu Anfang Juli abgegebenen Schätzungen der amtlichen Berichterstatter eine Gesamternte an Roggen von etwa 7,27 Millionen Tonnen (gegen 7,52 Millionen Tonnen im Mittel 1924/33), Weizen und Spelz von 4,10 (3,88) Millionen Tonnen, Wintergerste von 641000 (442 000) Tonnen, Sommergerste von 2,27 (2,49), Hafer von rund 5,0 (6,38) Millionen Tonnen zu erwarten. Zwar bleibt die Getreideernte des Jahres 1934 gegenüber der ungewöhnlichen Rekordernte des Vorjahres nicht unerheblich zurück. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (1924/33) ergibt sich für Brotgetreide (d. h. für Roggen, Weizen, Spelz) eine Mittelernte, nämlich insgesamt 11,37 Millionen Tonnen, gegen 11,40 Millionen Tonnen im Mittel der letzten 10 Jahre. Auch bei Gerste kann im ganzen mit einer Mittelernte gerechnet werden (2,91 Millionen Tonnen gegen 2,93 Millionen Tonnen). Derhältnismähig ungünstig sind die Aussichten für die Haferernte; der nach dem derzeitigen Stand zu erwartende Ertrag bleibt gegenüber dem langjährigen Mittel um rund 22 v. H. zurück. Für die Beurteilung dieser Ergebnisse ist zu berücksichtigen, daß es sich hierbei um eine e r ft e Vorschätzung handelt, bei der das Getreide (zu Anfang Juli) fast durchweg noch auf dem Halme stand. Im übrigen kann ein normaler Witterungsverlauf der nächsten Wochen (vermehrte Niederschlagsmenge) noch gewisse Besserungen bringen, insbesondere für Hafer, dessen Ent- wickelungsperiode am spätesten abgeschlossen ist. Mainzer Getreidegrotzmarkt. Mainz, 6. Juli. Es notierten pro 100 Kilogramm: Weizen 20,70, Roggen 18,25, Hafer 20,50, Malzkeime 15,50 bis 15,75:, Weizenkleie fein 11,65 bis 11,80, do. grob 12,30, Roggenkleie 12,25 bis 12,75, Weizenfuttermehl 12,80 bis 12,90, Biertreber 16,75, Soyaschrot 16 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch losfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franlfur! a. 31. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußes Schlußk. Mittag- börse Datum 5.7. 6.7. 5.7. 1 6.7. •% Deutsche Reichsanleihe o. 1927 93 92,9 92,9 93 •% ebem.7% Dt. ReichSanl. v. 1929 — ■— — b¥i% Doung-Anieihe von 1930 .. 91,25 91,3 92,5 91 Deutsche Anl..Mlöi.-Schuld mst Auslos.-Rechten ............ 95 95 95 95 DeSgl. ohne AÜSloi.-Rechte...... 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 92 92 92 91,5 trückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt 89,25 89,25 Gold 12 ................ 89,25 •w 6y*% Hess. LandeS^Hypotheken» bank Darmstadt Liaui........ 88 88 — Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- 95 95,5 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten •% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 65,4 95,5 95 4 95,4 Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 1% ebem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 88,5 88,5 89 88,65 88,5 88,5 «•— — Wo ehem. Wo Frank,. Hyp^ Bank-Ltqiu-Bscmdortese....... 88,5 88,75 Wo ehem. Wo Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.^Soldpse. ... 89,75 89,75 ** — 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 91,5 91,5 91,5 91,5 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- brtefanstall, Pfandbriefe 8L 10 91,5 92,5 — 92,5 Steuergutich. Verrechnungskurs.. 101,2 101,2 101,2 101,25 4% Oesterretchische Soldrente... — _ 25 _ 4,20% Oesterretchische Stlberrente — 1,1 1,1 1,05 4% Ungarische Soldrente..... 7,35 7,4 7,4 7,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7 7,13 7,13 7,13 Wo desgi. von 1913 ........ 7 7,13 8,25 7,2 8,7 7,2 8.5 6% abgefL Goldmexikaner von 99 8,5 4% Türkische Zollunleihe von 1911 4% Türkische Ba^aodahwAnleihe 7,5 7,6 7,5 7,6 7,5 7,75 — Serie 1..................... Frankfurt a. M. Serlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 5.7. 6.7. 5-7. 6.7. 4% oesgl. Serie II .......... 7,7 7,7 — — 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,3 — •— 4^%Rumän.vereinli Rentev.1913 6,75 6,75 _ — 4% Rumänische vereinh. Rente 3,65 — 3,85 3,85 2)4% Anatolier ..... 33,5 34 34 34,25 vamvurg-Amertka-Paket ..... 0 26 26 25,9 25,9 Hamburg-Sübam. Dampfschiff. 0 24 Hanja-Dampfschtff........... 0 — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 30,65 30,75 30,5 30,75 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 63,25 63,5 62,9 62,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 89,6 89,5 90 90 Cammer-- und Privat-Bank .. 0 57,25 57,75 57,25 57,75 Deutsche Bank und Disconw- Gesellschaft................ 0 62 62,5 ■ 62 62,5 Dresdner Bank.............. 0 65 65 65 65 ReichSbanI ................ 12 154,5 155 154,8 155,4 A.G.G..................... 0 23 23,5 23 23,25 Bekula..................... 0 142 143 142,25 142,4 Tlektr. LieferungSgelelllchast... 6 77,75 84 79 85 Licht und Kraft _____ 6 108 109,5 108 109,5 Felten & Guilleaume....... 0 65,5 65,65 65,25 66 Gesellsch.f.EIektr.Unternehmung. 6 108 107,5 107,9 107,9 Rheinische Elektrizität ........ 5 100 101,75 100 102 Schuckert L Co............ 5 91 90,5 91 90,5 Siemens L Halske............ 7 148 149,5 148 150 Labmeyer LEo............. 10 118 118,5 119,25 Buderu» ................... 0 74 75 74,25 74,75 Deutsche Srdvl .............. 4 117,25 114,25 117 114,5 Gelsenkirchen ei.............. 0 59,75 59,5 59,75 59,65 Harpener................... n 105 103,75 103,75 103,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 — — 73,9 73 Alse Bergbau ............. 6 169,75 169,75 169,75 169,75 Jlje Bergbau Genüsse........ 6 129,75 129,25 129,25 128 Klöcknerwerke ............... 0 70,25 70,25 70,25 70,4 Mannes mauu-Röbm» ........ 0 64,13 64 63,75 64 Frankfun a. 31. Serlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Minaa- börse Datum 5.7. 6.7. 5.7- 6.7. Mansfeld« Bergbau .........0 Kokswerke .............. 0 Phönix Bergbau......... 0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl .................0 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavt Minen .............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% g. G. Farben-Jndustrie.......7 ScheideanstaU.......... 9 Goldschmidt ............. 0 RütgerSwerke....... 0 Metallgesellschaft.............0 Phlltpp Hol-mann...... 0 Zementwerk Heidelberg ......0 Zementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Payenhoser .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg ................0 Zellstoff Waldhos ............o Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ...............7 Daimler Motoren ............ 0 Deutsche Linoleum ...........o Oren stein L Koppel ..........o Leonhard Lieh .............o khade......................10 76,75 46,75 233,75 91,25 40 13,75 126,75 128 171 149,25 206 67 38,25 86 61,25 108,5 126,5 60,5 67,75 46,75 56 47,25 20 177 131,75 77,5 46 234,5 90,5 40,25 13,5 130 129,65 171 149 207,5 67,25 38,75 86 61,25 108 125,5 60,9 68,25 46 55,75 48 58,13 19,75 188,5 132,5 77,4 92,65 46 233,75 91 40 13,75 127 128,25 171,75 149 67,9 38,25 86 = 114 60,75 67,75 46 55,75 133 47 57,5 64 19,65 185,5 176 131,25 77,5 92,9 46,13 234,75 91,4 40,13 13,9 130 130,25 171,5 149,25 67,5 38,9 86,5 61,5 114,5 61 68 46,25 56,25 132 47,9 58 66,25 20,13 189 175,75 132,75 Aerumulatoren-FabrS........ o Lonti-Gummt...............o ©rtenei ............01 22 | 22 I 22,25 I 21,5 Diainlrnftroerte Höchst a.BU.. 41 70 l 70,25 1 — — Süddeutsch« Zuck« . »I 181 i 180 | 182,75 183 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt aBl. 5-Iult 6.3uli Amtliche Notierung Geld I Sriel Amtliche Geld Notierung I Srie Buenos Aires 0,598 0,602 0,598 0,602 Brüssel..... 58,58 58,70 58.65 58,77 Rio de Jan. . 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,59 56,71 56,54 56,66 Danzig..... 81,72 81,88 81,72 81,88 London ..... 12,67 12,70 12,655 12,685 Heliingfors.. 5,599 5,611 5,594 5,606 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,55 21,59 21,60 21,64 Japan ...... 0,749 0,751 0,749 0,751 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo.....: 63,66 63,78 63,59 63,71 Wien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Lissabon.... 11,53 11,55 11,52 11,54 Stockholm... 65,28 65, n 65,21 65,35 Schweiz .... 81,52 81,68 81,52 81,68 Spanten.... 34,30 34,36 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... —— — Neuyork.... 2,509 2,515 2,512 2,518 Banknoten. »erlln, 6. Juli 65,05 81.34 34,18 Selb 2,465 58,49 56,49 12,61 16,46 169,31 21,48 63,42 Amerikanische Notes Belgische Noten..... Dänische Noten .... Englische Noten .... Französische Noten .. Holländische Noten .. Italienische Noten. ...... Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling -rumänisch» Noten............... Schwedische Note» ............ Schweizer Noten.......... Spanische Note» ................ Ungarische Note» .........««»»»« 'Äriei 2,485 58,73 56,71 12,67 16,52 169,99 21,56 63,68 65,31 81.66 34,32 Lugen- und Hochschule Studentin im Vund Deutscher Badet je in Werte, die nur in sung, übernommene t. . Zu dem' ferdemarkt -r Arbeits« !, vielleicht die meist nicht allzu che heutige der Gemeinschaft des BDM. wachsen, umzuwandeln. Denn bei dieser von beiden Teilen anzustre- benden Zusammenarbeit muß die eine Tatsache klar erkannt werden: Der BDM. muß den Totalitätsanspruch aus die gesamte weibliche Jugend aller Kreise erheben! Nur in seiner Gemeinschaft können einzelne Fachgruppen zur vollen Auswirkung ihrer Kräfte kommen, und aus der fruchtbaren Zusammenarbeit aller können erst die Werte entstehen, die zum Aufbau unseres Volkes und seiner schöpferischen Leistung notwendig sind. Erst wenn eine Jugend in ihrer Gesamtheit Anteil an ehemals gesonderten Privilegien haben wird, kann von einer organischen, fördernden Eingliederung der einzelnen Gruppen in die Volksjugend gesprochen werden. Das BDM.-Mädel und die deutsche Studentin finden sich zur gemeinsamen Lösung ihrer Aufgahen für das Volksganze. 10 Yahre. einer Mit' m Tonnen ltnismäßig Haferernte: rtende Er> Mittels um ung dieser ich hierbei lt, bei der hweg noch i ein normen lvel' Besserun- essen Snt- [en ist. \k lt 100 M' lofer M sein lt?5 12,25 bis Iiertreber f A M Lbl5 io, P's 11 lb'5 22, K“*» 12, I vWiei r toi. Kn in [ner lva, r ’n den fuhren, "höht, f heidel- ? vbst. F bis P bis 22 kimbee. 20, 9o. b's 20, 'b's 14, 25, die- o’tronen, -^481 tf,73 5,71 lt 169-S 21-2 63.68 4 tt Der auslandsdeuische Student und das Reich Von H. Junges. a.2lt ull-____ fltrunÄ 58,77 0,186 3,053 56-66 81-88 12,685 5,606 16-54 17°-6{ 21,68 0,75 6,676 63-7 18,55 65.35 81,68 34-8 10.46 2,518 Hochschule und ihren Repräsentanten her auszugehen hat und alle Lebensgebiete befruchten sollte. Besonders dringlich erscheint es mir, die Universität ihrer Erziehungsaufgabe zurückzugewinnen. Dazu ist erforderlich, daß wieder eine echte Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden auf der Grundlage gemeinsamer Arbeit mit persönlicher Fühlung zwischen Dozenten und Studenten entsteht. Auf der Schule, im Arbeitslager, in der SA. usw. bildet heute der Gemeinschaftsgeist die Lebensbasis; auf der Universität klafft hier eine Lücke. Wie einerseits zu fördern ist, daß nicht die Dienstzeit bei der SA., im Arbeitslager usw. und die politische Schulung völlig außerhalb der Reichweite der Hochschule sich vollzieht, womöglich noch den Lehrbetrieb der letzteren empfindlich stört, so muß umgekehrt auch in der Universität der Gemeinschaftsgeist a u ft der Grundlage gemeinsamer Arbei't entstehen und aus jeder Arbeitsgruppe zugleich eine Erziehungsgemeinschaft werden. So kann die Universität, wenn sie dazu noch eine fundierte weltanschauliche Grundlage besitzt, wieder eine Stätte einer den ganzen Menschen erfassenden echten Bildung werden; das ganz zu Unrecht vom Liberalismus oft als rückständig bezeichnete Mittel- alter war in diesem Sinne durchaus modern. Daß schließlich moderne pädagogische Mittel zu benutzen nicht unter der Würde der Hochschule liegen darf, ist selbstverständlich. Die technischen Mängel des Unterrichts in den geisteswissenschaftlichen Fächern werden sich leicht beseitigen lassen. Mehr Frage und Antwort sowie Diskussionen an Stelle der stundenlangen Vorträge, bessere Ausnutzung der — aus berechtigten Gründen langen — akademischen Ferien durch die Studenten sind Forderungen, die schon längst ihrer Verwirklichung harren. Um an einem praktischen Versuch Möglichkeiten Alle Gruppen und Derufsschichten haben sich zur Mitarbeit im BDM. eingefunden. Die Arbeiterin besucht neben der Hausangestellten, das Büromädel neben der Schülerin die Heimabende; gemeinsam wird gelebt und geworben für das eine große Ziel: für unser Volk und Vaterland. Wie steht es mit der akademischen weiblichen Jugend? Sie stand oder steht bisher noch abseits. Wir wollen uns hier einmal über die Gründe dieses Fernstehens klar werden. Schon während der Ausbildung in ider Schule rückte das Mädel geistig von feiner gleichaltrigen Grundschulkameradin ab, wuchs über sie hinaus. Die Interessensphären erweiterten sich besonders dann, wenn das Mädel die Universität bezog. Der Hochschulort lag in den meisten Fällen von der Heimat in nicht geringer räumlicher Entfernung. Die lange Abwesenheit bedingte also zwangsläufig einen gewissen Abstand. Die Interessen der Studentin und die ihrer ehemaligen Schulkolleginnen gingen in vielen wichtigen Punkten auseinander; die jeweilige Tätigkeit stellte das Mädel in verschiedene Wirkungskreise hinein. Dabei prägten sich in einigen Fällen auch soziale Unterschiede 5us. So lagen die Verhältnisse bis zur nationalsozialistischen Revolution. Seitdem hat eine völlige Umschichtung stattgefunden. Die Studentin wurde von der Tätigkeit der „Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen" erfaßt. Eine umfangreiche Schulung setzte ein. Die Studentin wurde in die Organisation der Deutschen Studentenschaft eingebaut. In Seminaren und Instituten wurden Fachgruppenleiterinnen eingesetzt; Fachschaftsreferentin- nen entwickelten ihre Wirksamkeit. Vor allen Dingen fand die Studentin gemäß ihrer weiblichen Eigenart einen weiten Schaffenskreis bei der Mitarbeit im besonderen Maße auf die Zufuhr moralisch, wissenschaftlich und völkisch hochqualifizierter Kräfte angewiesen. So ist es erklärlich, daß die Zahl der an den deutschen Hochschulen oft unter größten Opfern studierenden Deutschen aus Schleswig, Eupen-Malmedy, Südtirol und vor allem aus Polen ständig im Wachsen begriffen ist. Besonders stark ist das Kontingent der Deutsch-Polen an der Universität Danzig. Unter dem Eindruck des Sieges der nationalen Revolution hat sich ihre Zahl im Wintersemester 1933/34 im Verhältnis zum Sommersemester 1933 nahezu verdoppelt. Erheblich ist auch die Zahl der Deutschpolen in Berlin und in Tübingen. In der Tschechoslowakei liegen die Verhältnisse etwas anders. Wenn der deutsch-böhmische Student auch heute noch, ja, selbst nach der nationalen Revolution ein seltener Gast an den deutschen Hochschulen ist, so ist damit nicht gesagt, daß er seine deutsche Aufgabe vernachlässigt. Vielmehr führt gerade er einen heroischen Kampf um die Erhaltung seiner deutschen Universität in Prag und es ist verständlich, daß er seine dortige Stellung nur ungern verläßt, um seinen Studien im Reich nachzugehen. Mit derselben opferbereiten Hingabe wie die Jungakademiker aus den abgetretenen Gebieten hat sich das deutsche Studententum aus den geschlossenen Siedlungsgebieten in Europa für sein Volkstum eingesetzt. Weder die Bolschewiken- oerfolgungen noch später di« Nadelstichpolitik einzelner Ostseerand st aaten vermochten das starke Deutschbewußtsein der Deutsch-Balten ins Wanken zu bringen. Vielmehr ist in ihren Jungakademikern deutsches Wesen und Kulturgut stets lebendig und aktiv geblieben. Das drückt sich in der Zahl der deutsch-baltischen Corps wie auch der Deutsch-Balten an unseren Hochschulen überhaupt deutlich aus. Entscheidende Bedeutung in dem großen Ringen um die Erhaltung volksdeutschen Gedankengutes in der Welt kommt den Studenten aus dem Deutsch- ryg be5 I Geschäft p Kaufte Sorten Ische Mol- Re Son pnbutter Ichl’ch an» |n Slnfon ber toan hier, mit Ql- wenn ! gewinnt. P unoer« ’togramm stier 127, zueignen. ,, . Offr. . Diese systematische Entbeut chungs- und Assinu- lationspolltik mußte so schließlich das Deutschtum feiner Führer fast völlig berauben. Solange nicht das ganze Volk im Reich nach den Brudern im Ausland rief und ihnen ihre mitgestaltende Aufgabe am kulturellen Neubau des Reiches zuwies, lief die studierende Jugend anderen Zielen nach. Erst der Weltkrieg schuf aus den Deutschen in den Grenzlanden und in den geschlossenen Siedlungsgebieten ein neues, widerstandsfähigeres Geschlecht. Im Reich und draußen wuchs die Sehnsucht nach der kulturellen Vereinigung aller Deut- chen immer mehr. Das Gefühl schicksalsverbun- bener Zusammengehörigkeit beseelte vor allem die Nachkriegsgeneratlon. Auch der auslandsdeutsche Junqakademiker begriff nun endlich die ihm von der Vorsehung gestellte Aufgabe. Der Zustrom der auslandsdeutschen Jugend zu den deutschen Universitäten wurde denn auch in den Jahren nach dem Kriege nach und nach starker, war dann eine Zeitlang den Schwankungen der Wirtschaftskrise unterworfen, um schließlich 1933 unter dem nachhaltigen Eindruck der nationalen Erhebung wieder mächtig anzuschwellen Wahrend der Angleichungsprozeß im Ueberseedeutschtum meist schon in der zweiten Generation sehr weit fortge- chritien war, hat das Grenzlanddeutschtum aus den abgetrennten Gebieten (Deutschböh- men Südtirol usw.) seit Kriegsende eine ständig wachsende Zahl von Studierenden an die deutschen Hochschulen entsandt. Da es einen erbitterten am Winterhilfswerk. Vier Stunden Näharbeit in jeder Woche, Opferkartenverkauf und Sammeln waren Pflicht für jede einzelne. Die so im nationalsozialistischen Sinne vorgebildete Studentin sucht nun ihren Weg in den Bund Deutscher Mädel! Schwierigkeiten verschiedenster Art tauchen auf, Jahre der Entfremdung stehen zwischen Jugend und Jugend, die Eingliederung in die Arbeit und in das Gruppenleben des BDM. heißt Vorurteile, berechtigte und unberechtigte, heißt Ablehnung überwinden. Das große Erziehungs- und Aufbauprogramm des BDM. sieht für die Durchführung einiger Teilgebiete fachlich vorgebildete Referentinnen vor! Das Betätigungsfeld für das akademisch geschulte Mädel ist damit im BDM. geschaffen, die glücklichste Lö- Wo in der Welt Menschen deutscher Zunye leben, ist in ihrer Mitte das deutsche Leben wieder zu neuer Blüte erstanden. Vor allem in den Jung- akademikern und Studenten des Auslandsdeutsch- tums ist ein stolzes Zusammenaehörigkeitsbewußt- fein zur großen deutschen Dolksfamilie erwacht. Dor dem Weltkrieg war der auslandsdeutsche Student als Typ an unseren Universitäten eine seltene Erscheinung. Meist ließ man dem jungen Akademiker deutscher Abstammung alle nur erdenklichen Erleichterungen angedeihen, wenn er nur im Gastlande und nicht in Deutschland seinen Studien oblag. Die Wertschätzung, die man seiner Arbeitskraft entgegenbrachte, wurde durch die Energie, mit der man aus feiner Brust jedes deutsche Empfinden und Kulturbewußtsein herauszureißen suchte, sattsam ausgeglichen. Die höchsten Staatsamter standen ihm offen, wenn er dazu bereit war, sein Volkstum zu verleugnen und danach trachtete, sich als ganzer Sohn des neuen Vaterlandes zu suhlen und sich die fremde Sprache und Kultur restlos am zur Wiedererstarkung der Lehraufgabe der Universität zu machen, habe ich mit zwei Assistenten vom 5. 3. bis 20. 4. dieses Jahres in dem im Naturschutzgebiet Nordsylts dicht am Meer gelegenen Noroseelager Klappholttal auf Sylt einen juristischen Repetitionskursus mit Studenten und Studentinnen der Berliner Universität ab» gehalten. Fern von jeglicher Störung durch Großstadt und Familie, stets unter dem selbstgewählten Zwang zur regelmäßigen Mitarbeit schuf die täglich achtstündige gemeinschaftliche Arbeit, das ständige Zusammenleben der Studenten untereinander und mit den Dozenten schnell den erstrebten Gemeinschaftsgeist aus der Berufsarbeit selbst heraus. Zugleich war ein Weg zur geeigneten Verwendung der akademischen Ferien gefunden wie auch ein Mittel, die Vorteile des heute von den meisten juristischen Studenten benutzten Privatrepetitors in Anwendung neuzeitlicher Unterrichtsmethoden auszunutzen. Es führt zu weit, diese neue Einrichtung hier näher zu beschreiben; es ge nüat die Feststellung, daß hier ein Versuch prak Uscher Hochschulreform sich so sehr bewährt hat daß vom 20. August bis 26. Oktober der zweite Teil des auf 16 Wochen berechneten Mepetitions- kurfus stattfinden und zugleich ein neuer juristischer Kursus weitere Teilnehmer, vielleicht auch von an deren Universitäten vereinigen soll. In derartigen kleineren Kreisen, die naturgemäß neben der fachlichen Arbeit bei Diskussionen allgemeiner Art, Spaziergängen usw. Gelegenheit für erzieherische Arbeit des Einzelnen bieten, kann viel von dem Geist entstehen, der Voraussetzung jeglicher Hochschulreform ist. Dazu könnte eine Einrichtung wie die als Vorbereitungsanftalt für jüngere Hochschullehrer in Kiel eingerichtete Dozentenaka d e m i e , sehr wohl einer Hochschulreform die Wege ebnen und manch einem früheren Mangel abhelfen, sofern man sie richtig ausnutzt. ’bige Ge. iswechicls klein. Tie sen beein- . Obgleich können sie tergebradjt len Preise nen um je > notierten Deutsche 1,75, MC, M B 8,5, 3m Geiste von 1815. Burschenschasteriagung in Jena. „Wir können keine Kosmopolitisten sein, eben weil wir Deutsche sein wollen. Zwar hat die Erfahrung gelehrt, wie sehr nach und nach, und zwar besonders durch die politische Zerstückelung unseres Volkes, dem Charakter der Deutschen eine Art Universalität sich angebildet hat, welche ihm leider durch das Ueberschätzen des Fremden in volkstümlicher Hinsicht so unsäglichen Schaden gebracht hat, und ein Volk, das einer Welt Gesetze vorschreiben und allen Nationen zum Muster hätte dienen können, zu sklavischen Nachahmern fremder Sitte gemacht hat. Aber mit dem Erwachen der Vaterlandsliebe hat sich uns die Uebergeugung aufgedrungen, daß aus uns selbst, aus unserem innersten Wesen auch die ganze Art und Sitte unseres äußeren Lebens sich entwickeln und gestalten müsse, und daß, wie aus der innersten Eigentümlichkeit des einzelnen der Charakter desselben sich entwickeln muß, so auch das Volk aus der Tiefe feines eigentümlichen Geistes seine äußere Bildung formen müsse..." . Mit diesen Worten — sie könnten wahrlich in unseren Tagen gesprochen sein — wandte sich 1818 b i e Burschenschaft v o n Jena in einem Sendschreiben an die Burschenschaften der anderen Universitäten. Eine junge Bewegung ging über die Hochschulen, geboren aus dem Geist der zurückgekehrten Frontkämpfer, genährt durch die Enttäuschung über die mangelhaft geistige und politische Auswertung des militärischen Erfolges der Freiheitskriege. Großdeutsche politische Einigung ohne Störung wertvollen kulturellen Sondergutes, Politisierung der Studenten, Wehrhaftigkeit aller Deutschen, Ueberwindung der Standesunterschiede, Schaffung einer volksverbundenen Hochschule waren ihre Forderungen. Von Jena nahm die Bewegung ihren Ausgang. Hier wurde im Gasthaus „Zur Tanne" am Ufer der Saale die Deutsche Burschenschaft am 12. Juni 1815 gegründet. Anläßlich der Feier des Gründungstages kamen in diesem Jahre die Sprecher der Burschenschaften aller Hochschulstädte in Jena zu einer Taguna zusammen, die von dem Geiste der nationalreoolutio* nären alten Burschenschaft getragen war. Der Bundesführer der deutschen Burschenschaft, Standartenführer Dr. Schwab, gab nach Erstattung eingehender hochschulpolitischer Berichte Richtlinien für die weitere Arbeit aus. Eine neue Generation wächst auf Deutschlands Hochschulen heran. Sie wird geformt durch Wissensdienst, Arbeitsdienst, Wehrdienst und Kameradschaftshaus. Die DB. hat alsbald nach Kriegsende eine umfassende politische Schulungsarbeit ausgenommen. Sie hat als erster Verband W e h r l a g e r aufgezogen und sich für die Durchführung wehrwissenschaftlicher und wehrpolitischer Erziehung in der gesamten Akademikerschaft mit der Tat eingesetzt. Sie hat unter Aufwendung großer Mittel ein eigenes Segelfliegerlager und eine eigene Motor- nicht abgeschliffen haben. Hinzu kommt noch das Nebeneinander der beiden Konfessionen. Die Siebenbürger Sachsen sind protestantisch, die Banater Schwaben dagegen katholisch. Arn schlimmsten war es zweifellos um das Deutschtum des Südostens unter der früheren ungarischen Oberhoheit bestellt. Ueberall, besonders in die führenden intelektuellen Schichten, hatte sich das schleichende, lockende Gift der Magyarisierung ein« gefressen. Ihr erstes Opfer war der auf ungarischen Universitäten studierende deutsche Jungakademiker, vor allem aus den Kreisen des Banater Schwabenstamms. Es war der gewandten ungarischen Kulturpropaganda ein leichtes, zwischen dem angeben« den deutsch-ungarischen Akademiker und dem Banater Bauern nahezu übersteigbare Mauern aufzurichten. Erst der Krieg und seine Folgeerscheinungen, die Zersplitterung der Deutschen unter die Oberhoheit von Rumänien und Jugoslawien — Ungarn behielt nur einen kleinen Rest — schufen hier Wandel. Vor allem waren es öie Siebenbürger wachsen, die sich als ein widerstandsfähiger, im teten Kampf mit ihrem ertragsarmen Boden hartgewordener Menschenschlag ihr Deutschtum auch mter ungarischer Oberhoheit Jahrhunderte hindurch unverfälscht erhalten hatten und nunmehr den Kampf um ihre deutsche Kultur erneut aufnehmen. Sie besaßen den nötigen moralischen Kräftevorrat )azu, denn sie hatten in ihrer Jugend das Heimweh nach dem Reich nie erlöschen lassen. Immer wieder trieb es diese zu den Universitäten der deutschen Heimat, um aus dem Quell deutscher Wissenschaft und deutschen Kulturbewußtseins neue Kräfte zur Erhaltung ihres Volkstums zu schöpfen. So rissen die kulturellen Beziehungen zwischen dem Reich und Siebenbürgen auch vor dem Kriege nie ab. Von diesem Geist legt die wachsende Zahl der Siebenbürger Studenten im Reich beredtes Zeugnis ab. Der Kriea hatte aber auch den Banater Studenten wieder zu seinem Volkstum zurückfinden lassen. Unter ungeheuren Opfern wirtschaftlicher und moralischer Natur setzte sich die gesamte deutsche Studentenschaft aller drei Staaten an die Spitze der Volkstumsbewegung und erfüllte sie mit ihrer ganzen jugendlichen Begeisterung. Energie und Tatkraft. Daneben aber galt es Schwierigkeiten de- vifen-, universitäts- und examenstechnischer Natur zu überwinden, von deren Ausmaßen sich der Reichsdeutsche kein Bild machen kann. Während es z. B. in Rumänien durch Ablegung der sogen. „Nostrifizierung", einer Ersatzstaatsprüfung, eine Möglichkeit gibt, wenigstens die gänzliche Nichtanrechnung der deutschen Examina zu vermeiden, erhält der deutsche Student Jugoslawiens meist nicht einmal die Studienerlaubnis, die für ein Studium in Deutschland vorgeschrieben ist, und damit auch keine Ausreiseerlaubnis. Die Studienerlaubnis wird lediglich für Theologen, bisher in vereinzelten Fällen auch für Tiermediziner gegeben. Trotz all dieser namenlosen Schwierigkeiten bringen unsere deutschen Studenten in heißer Liebe zum deutschen Volktsum und zur deutschen Kultur die größten Opfer. Die nationale Erhebung hat wieder die Flamme der alten Sehnsucht in ihnen entfacht und sie in immer größeren Scharen zu unseren Universitäten strömen lassen. Gegenüber dem Sam- merfemefter 1933 hat im Wintersemester 1933/34 sich ihre Zahl auf 3000 erhöht, also nahezu verdoppelt. Auch die vorbildliche Schulungs- und Aufklärungsarbeit, die ihre Reichsorganisation, der Bund Auslandsdeutscher Studierender, an unseren Hochschulen leistet, beweist, daß die „kleindeutsche" Ideologie von der lebenden Idee einer starken, kulturellen Verbundenheit abgelöst wurde. Kege M Hochschulreform. Von Or. Hans Peters, Professor an der Universität Berlin. Der Verfasser, seit langem als Vorkämpfer der Hochschulreform bekannt, hat einen Versuch gemacht, in einem wissenschaftlichen Ferienlager das Problem der Gemeinschaftsarbeit und der Hochschulerziehung zu lösen. Seine Erfahrungen und grundsätzlichen Anschauungen dürften besonderes Interesse beanspruchen. Jede Hochschulreform muß ausgehen von der Fkststelluna der Mängel. Diese werden heute sowohl in der wissenschaftlichen Arbeitsweise wie im Lehr- beirieb gesehen. Der F o r s ch u n g s t ä t i g k e i t unterer Hochschulen wird vorgeworfen, daß eine zu weitgehende Spezialisierung Platz gegriffen Hobe, die den Typ des universell Gebildeten fast ganz habe aussterben lassen und dem modernen Gelehrten zum Kärrner des Alltags mache. Der Vorwurf ist insofern unberechtigt, als angesichts der Verfeinerung der Arbeitsmethoden und des enormen Erkenntniszuwachses im letzten Jahrhundert ohne Spezialisierung eine Erweiterung unserer Kenntnisse kaum möglich ist; er ist aber berechtigt, wenn er den Mangel einer Gesamtschau, eines Ueberblicks über die Wissenschaft, ja selbst über dcs weitere Fachgebiet von einem festen Standort aus rügt. Die vielleicht dazu berufene Philosophie hat es nicht verstanden, die erstrebte Synthese oder gar nur den festen Blickpunkt zu finden. Ein Hauptssund dieses Fehlers liegt in dem seit dem Mittel- alter sich immer stärker ausbreitenden Mangel des (klaubens an absolute Wahrheiten und Werte sowie eines gemeinschaftlichen weltanschaulichen Bandes. Ellbst wer nicht den Liberalismus in allen seinen 1 rscheinungsformen verdammt, muß ihm hier die iltscheidende Schuld zuschreiben. Etwa um die