184. Jahrgang Gießener Anzeiger // Volk und Negierung rufen der Welt zu: Wir wollen nicht länger schutzlos bleiben 2. 4. 5. solcher wirklicher Ersatzstoffe hat oft große wirtschaftliche Umwälzungen mit sich gebracht und ist dann zum großen Segen für die Mensch- Mit dem Platt Amendement hatte Kuba aufgehört, ein unabhängiger Staat zu sein: aber nur nach wechseloollen Kämpfen, die viermal die Landung von amerikanischen Truppen erforderten, gelang es, die Kubaner dauernd zu unterwerfen und damit die völlige Durchdringung der reichen Insel „Das deutsche Volk hat keine Waffen, aber einen aus iMriger Aotzeit herausgeschmolzenen Lebenswillen der Insel, zur Erhaltung der Regierung, zum angemessenen Schutz des Lebens, Eigentums und der individuellen Freiheit wie zur Erfüllung der Verbindlichkeiten Kuba gegenüber zu intervenieren; Kuba verpflichtet sich, den Vereinigten Staaten zu seiner eigenen Verteidigung Land st recken zu verkaufen oder zu verpachten, die an besonders bezeichneten Orten als Kohle - oder als Marine st atio- nen erforderlich werden; Kuba verpflichtet sich, diesen Vertrag als ewig dauernd anzuerkennen. die kubanische Re-gierung darf keine öffentliche Schuld übernehmen, für deren Zinsendienst und angemessenen Tilgungsraten die gewöhnlichen Einkünfte der Insel nach Abzug der laufenden Verwaltungsausgaben nicht ausreichend wären; irrt und sicher auf seinen eigenen Kraftgefühlen steht, ein Volk, das heute die besten Arbeiter, die besten Ingenieure und auch die beste Regierung sein eigen nennt. Dieses Volk hat keine Waffen, keine Kanonen, keine Flugzeuge und keine Armee, die den Ar- meen der Westmächte ernsthaft gegenübertreten könnten. Aber dieses Volk hat etwas, was die anderen nicht besitzen. Einen aus 14jähriger Rot herausgeschmolzenen Lebenswillen. 60 Millionen stehen wie ein Mann hinter dem Führer. Es ist wirklich ein Volk der Einigkeit geworden, das sich zum erstenmal in seiner zweitausendjährigen Geschichte zu einer Ration zusammengeschlossen hat. Wenn beispielsweise heute der deutsche Arbeiter den Weg zurückgefunden hat in diese Volksgemeinschaft und wenn er heute neben dem Bauern als sicherster Schildwächter vor dem Regime des Nationalsozialismus steht, so nicht, weil wir die Reaktion verfechten, sondern weil der Arbeiter weiß, es ist wirklich eine sozialistische Ar» beiterbewegung am Ruder, und die Männer, die regieren, sind wirklich Männer des Volks. Wenn eine Regierung, die 60 Millionen hinter sich weiß, der Welt gegenüber erklärt: wir wollen nicht länger schutzlos bleiben, so klingt in den Worten dieser Regierung die Stimme eines ganzen Volkes mit, und diese Stimme wird nicht ungehörk in der Welt verhallen. Wir berufen uns nicht auf den starken Arm unserer Bewegung, sondern wollen uns immer auf das Volk berufen können. Deshalb stehen wir jetzt wieder im Volk und stehen dem Volk Rede und Antwort. Die Bewegung ist der unermüdliche Mittler zwischen Führer und Volk. Sie trägt auf Ihren Schultern Deutschlands Schicksal und so, wie wir die Partei immerdar aufs neue mit Kraft erfüllen, so schöpfen wir immerdar aus dieser Partei aufs neue Kraft. Sie kämpft den edlen, Kampf um das Leben und um die Neugestaltung der deutschen Nation. und ist dann zum großen Segen für die . , heit geworden. Es sei nur daran erinnert, daß die Anwendung mancher künstlichen Düngemittel, namentlich aber die des synthetischen S t i ck st o f f s, der deutschen Landwirtschaft zunächst durch die Absperrung der Zufuhr des Chilesalpeters ausgezwungen wurde, sich dann aber so ausgezeichnet bewährt hat, daß sich nicht nur Deutschland, sondern auch andere Länder dauernd von der Versorgung mit Chilesalpeter unabhängig machten. Die „Zmkerdose der Welt" wird unabhängig Die Vereinigten Staaten geben das Protektorat über Kuba auf. 3. Kuba erkennt den Vereinigten Staaten das Recht zu, für die Unabhängigkeit deutsche Volk, sich mehr als früher auf sich selbst zu stellen. Das bedeutet keinen Uebergang zu einer selbstgewählten Autarkie, die für ein so eng mit der Weltwirtschaft verflochtenes Land wie Deutschland keinen Reiz haben kann. Aber wir müssen aus den weltwirtschaftlichen Tendenzen, die ohne unser Zutun die Oberhand genommen haben, die Konsequenz ziehen, daß wir nicht von außen, sondern nur von unserer eigenen Leistung Hilfe zu erwarten haben. Das deutsche Rohstosf- problem kann nur auf dem Wege der.Selbsthilfe gelöst werden, nämlich dadurch, daß die deutsche Forschung der deutschen Wirtschaft die Ersatzstoffe liefert, die sie von der ausländischen Rohstosfzufuhr soweit unabhängig stellen, wie die vom Ausland uns ausgezwungene Devisennot es notwendig macht. Oie deutsche Afrikaschiffahrt. Die deutschen Schiffahrtsgesellschaften, die den Verkehr nach Afrika vermitteln, haben auch nach dem Verlust der deutschen Kolonien ihre bedeutende- Stellung in der Afrikaschiffahrt behauptet. Natürlich hat die Währungsabwertung, insbesondere das Absinken des Pfundkurses, die Wettbewerbslage der deutschen Gesellschaften — es handelt sich um die Woermann-Linie und die Deutsche Ostasnka-Lime — noch erheblich erschwert. Die beiden genannten deutschen Schiffahrtsgesellschaften, die in Hamburg ihren Sitz haben, mußten daher das Geschäftsjahr 1933 mit Verlust abschließen. Das ist nicht verwunderlich, denn die Schiffahrtsraten im Afrika- oerkehr müssen infolge des überwiegenden englischen Einflusses in Pfunden berechnet werden. Die deutschen Gesellschaften nehmen also entwertete Pfunde ein, während ihre Ausgaben vorwiegend in vollwertiger Mark-Währung erfolgen müssen. Die Verluste, die sie hierdurch im letzten Jahre erlitten haben, werden auf 6 Millionen Mark beziffert. Ein Teil dieser Verluste ist dadurch ausgeglichen worden, daß die Reichsregierung nach der politischen Erneuerung der deutschen Seeschiffahrt Mittel zur Verfügung gestellt hat, um sie für die Dalutaverluste zu entschädigen. Trotzdem schließt, wie schon erwähnt, sowohl die Woermonn- wie die Ostafrika-Linie das Geschäftsjahr 1933 mit Verlust ab. Eine verschärfte Konkurrenz wurde den deutschen Afrika-Reedereien durch die Subventionierung der italienischen Konkurrenzlinien geschaffen. Um den Wettbewerb bestehen zu können, werden die deutschen Linien neue und schnellere Schiffe in den Dienst stellen müssen. Hierdurch werden hoffentlich den deutschen Wersten erhöhte Neubauauftrüge zu- sließen. Forschung und Wirtschaft. Diele Leute haben noch immer eine schwer zu überwindende Abneigung gegen alle Ersatz- st o s f e. Sie denken dabei an manche minderwertigen Surrogate, deren Gebrauch in der Kriegszeit durch die Not den Konsumenten aufgezwungen wurde. Es ist selbstverständlich, daß nicht alle diese in kürzester Zeit improvisierten Noterzeugnisse wirklich brauchbare oder gar den fehlenden Materialien gleichwertige Ersatzstoffe waren. Aber man darf nicht daran vergessen, daß gerade auch in der Kriegszeit manche außerordentlich wertvollen Ersatzstoffe aus der Not heraus gefunden worden sind. Der beste Beweis für die hohe technische und volkswirtschaftliche Bedeutuna dieser Ersatzstoffe wurde dadurch erbracht, daß sie auch nach der Behebung der Notlage, der sie ihr Entstehen verdankten, beibehalten wurden. Die Erfindung Deutschlands Forschung wird das Rohstoffproblem, das heute im Brennpunkt aller wirtschafts- und finanzpolitischen Erörterungen steht, früher oder sväter endgültig lösen. Je schwieriger es das Ausland der deutschen Wirtschaft macht, ihren Bedarf an Rohstoffen, Fett und anderen heute noch unentbehrlichen Erzeugnissen überseeischer Lander zu decken, desto schneller wird die deutsche Wissenschaft dazu gelangen, dem deutschen Volke die Unabhängigkeit von diesen Zufuhren, die es nur mit den Erzeugnissen seiner eigenen Qualitätsarbeit zu bezahlen vermag, endgültig und für immer zu erringen. Wenn das Ausland sich weiter weigert, die deutschen Fertigwaren aufzunehmen, die Deutschland allein als Gegenwert für seine Rohstoffbezüge bieten kann, so macht es Deutschland die Versorgung mit diesen Rohstoffen unmöglich. Man nötigt das deutsche Volk dadurch geradezu, seiner Wissenschaft die lebenswichtige Aufgabe zu übertragen, es von den bisher verwendeten Rohstoffen unabhängig zu machen und ibm neue auf deutschem Boden gewinnbare zu verschaffen. Kein Zweifel, daß die auf allen Gebieten bewährte deutsche Wissenschaft diese Aufgabe zu bewältigen vermag. In diesen Tagen ist in Düsseldorf der Grundstein zu einem neuen deutschen Eisenfor- ch u n g s - I n st i t u t gelegt worden. Die Großindustriellen, die diese neue Forschungsstatte schufen haben sich damit au dem Grundsatz bekannt, daß die Wissenschaft der wirtschaftlichen Praxis neue Wege bahnt. Die enge Verbindung zwischen Forschung und Wirtschaft ist das Fundament deut- scher Leistung und deutschen Ausstiegs. Das neue Eisenforfchungsinstitut wird zunächst einmal das Wefen des industriellen Grundmetalls, des Eilens näher ergründen, als es bisher gelungen ist. Wenn wir unter Opfern von Gold und Dessen jede Tonne Eisenerz aus Frankreich Schweden Afrika usw. heremholen müssen, ist jede Methode, bei der Eisenerz gespart wird, ein un- mittelbarer wirtschaftlicher T°wmn .^de rn der Metallindustrie hat sich herausgestellt dah durch die Beimischung anderer S t o f f e das Eisen nicht entwertet, sondern im Gegenteil t m Wert geseigert wird. UeberaU dort, wo be- sonders hohe Ansprüche an das Eisen gestellt werden, finden nicht mehr Eisen und Stahl " mwer- mischtem Zustand, sondern Gemische Verwendung, die dem Eisen je nach Bedarf größere Harte größere Zähigkeit, höheres oder leichteres Gewicht verleihen. Die Abschließung der einzelnen Länder gegeneinander, die ein Kennzeichen des fortfajreuenöcn Verfalls der Weltwirtschaft ist, zwingt heute das Ein billiger Verzicht. Am 1.Januar 1899 räumten nach dem unglücklich verlaufenen Kriege mit den Vereinigten Staaten von Amerika die spanischen Trup- p c n d i e Insel Kuba. Die Regierung wurde dem Befehlshaber der amerikanischen Truppen übertragen, der im November 1900 eine gesetzgebende Versammlung nach Havanna einberief, die eine Verfassung für die scheinbar unabhängige Republik Kuba und einen Vertrag mit den Vereinigten Staaten entwerfen sollte. Unter dem Druck der amerikanischen Besatzung und nach längeren Rücksprachen mit dem Staatsdepartement in Washington kam schließlich der Vertrag zustande, der als sogenanntes Platt- Amendement bekannt geworden ist. Der Name stammt von einem Senator Platt aus Connecticut, der die Artikel des Vertrages zwischen den USA. und Kuba als Zusatz zum Gesetz über die Geldbewilligungen für das Heer vom 2. März 1901 vorschlug. Der Vertrag enthielt folgende Bedingungen: 1. Kuba darf niemals irgendeinen Vertrag mit irgendeiner fremden Macht schließen, wodurch seine Unabhängigkeit beeinträchtigt werden könnte; Aeichsminister Goebbels spricht zu 50000 Oberschlesiern. Gegen Miesmacher und Kritikaster. G l e i w i tz, 6. Juni. (DNB.) Gegen das Mies- rnachertum und das Nörglerturn sprach in Glei - w i tz Reichsminister Dr. Goebbels vor etwa 50 000 Volksgenossen aus dem gesamten Grenzland Oberschlesien. Bereits am frühen Nachmittag zogen die Zehntausende, die zum Teil in Sonderzügen nach Gleiwitz gekommen waren, -zum Preußenplatz und füllten nach und nach im Verein mit den Kolonnen der SA., SS., HI., des Arbeitsdienstes und anderer nationalsozialistischer Organisationen den weiten Platz. Eine riesige Tribüne für den Redner und die zahlreichen Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden Oberschlesiens sowie der nationalsozialischen Bewegung bildeten die eine Seite des großen Vierecks. Als Dr. Goebbels bei seinem Eintreffen durch die zwischen den Tausenden hindurchführende Gasse im Kraftwagen sich zur Tribüne begab, empfingen ihn nicht endenwollende Heilrufe. Or. Goebbels führte u. a. etwa aus: Wir hatten nicht die Möglichkeit, uns am 30. Januar 1933, als wir die Macht antraten, eine Erbschaft auszusuchen. Was wir übernahmen, war das zwangsläufige Ergebnis einer 14jährigen Bankrottpolitik. Wenn wir trotzdem diese Last auf unsere Schultern nahmen, so. gewiß nur dem deutschen Volk zuliebe, denn wir persönlich hatten ja keinen Vorteil davon. Wir haben deshalb auch wie keine Regierung vor uns das Recht, im Namen dieses Volkes zu sprechen. Denn unser System stetzt nicht auf Bajonettspitzen oder Kanonenläufen, sondern unser System ruht in der Liebe unseres Volkes, und niemand von uns wollte nur eine Stunde länger an der Spitze des Staates stehen, wenn er nicht mehr der Liebe und des Vertrauens des deutschen Volkes versichert fein könnte. Von diesem Bewußtsein erfüllt, haben wir nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, gegen alle die Cliquen und Sekten aufzutreten, die heute wiederum versuchen möchten, das Volk in seine alte Zerrissenheit zurückzuwerfen. Während wir wie in den Zelten unserer Opposition Rächte hindurch arbeiten und schuften, wie wir diesem Volke helfen können, sitzen diese feigen Kritikaster an den Biertischen und sabotieren die Arbeit, die wir geleistet haben. Sie sind bar jeder Verantwortung. Das sind die Helden, die während des Krieges am Biertisch Paris eroberten, aber wenn sie den Gestellungsbefehl bekamen, plötzlich Rheumatismus verspürten. Das sind dieselben, die sich heule zu gut dünken, mit einem SA.-Sturm mitzumarschieren, die aber an den Straßenrändern stehen und kleine Vergehen und Exzesse registrieren. Das sind dieselben, die, als die deutsche Revolution ausbrach, sich feige in ihre Mauselöcher zurückzogen und die jetzt, fußend auf unserer Gutmütigkeit, ihre Stunde wieder für gekommen erachten. Aber sie könnten sich getäuscht haben, denn unsere Gutmütigkeit ist nicht Schwäche. Wenn beispielsweise die Vertreter der Kirche uns vorwersen, daß wir einem neuen Heidentum zunei- gen, so können wir dazu nur antworten: Das sind fromme Phantasien von Menschen, die nur Aerger empfinden, daß sie so klang- und sanglos von der Bühne der Oeffentlichkeit verschwinden mußten. Wir haben den Grundsatz aufgestellt: Für die Politik der Politiker und für d i e Kirche der Herr Pastor. Ebenso wie wir nie auf den Gedanken kämen, von der Kanzel herab zu predigen, ebenso verbitten wir es uns, wenn die frommen Gottesmänner politische Führung beanspruchen. Als wir zum ersten Male als Regierung vor die Oeffentlichkeit traten, da erklärte der Führer: Ich habe vier Jahre Zeit nötig und nach vier Jahren bin ich bereit, vor dem Volke und der Welt Rechenschaft abzulegen. Wir wissen besser als jeder andere, wie vieles noch ungetan geblieben ist. Und niemand braucht uns zu sagen, daß wir einmal mit unseren Maßnahmen daneben geschlagen haben. Wir haben sogar den Mut das einzu- g e st e h e n. Die Kritikaster irren sich, wenn sie glauben, wir wären feige genug, gegen sie etwa die Polizei oder tye Armee aufzurufen. Nein, w i r appellieren an das Volk und wir find der Ueberzeugung, das Volk wird diesem Spuk im Handumdrehen ein Ende machen. Wenn z. B. heute von den Uebertlugen uns entgegengehalten wird, daß der deutsche Devisenvorrat zusammengeschrumpft fei, so geben wir das offen zu. Das kann sich jeder an fünf Fingern abzählen, daß wenn man vier Millionen Menschen wieder in den Arbeitsprozeß hineinführt, Rohmaterialien zum großen Teil eingeführt werden müssen und daß man diese eingeführten Rohmaterialien bezahlen muß. Wenn nun andererseits das internationale Judentum glaubt, durch eine internationale Boykotthetze uns allmählich den Weltmarkt abspenstig machen zu können, so sollen diese Vertreter des Weltkapitalismus nicht glauben, daß Geld auf die Dauer stärker wäre als Raffe und Willen und Entschlossenheit. Wir find der Ueberzeugung, jedes Unglück, das nicht als Schickfalsfchlag des Himmels über ein Volk hereinbricht, sondern von Menschen erdacht und ersonnen wurde, das kann auch immer von Menschen überwunden und b e se i t i g t werden. Und wenn diese Menschen, die entschlossen sind, ein Unglück zu überwinden, niemals müde werden, im Mut und im Durchstehvermögen und in der Kraft und in der Ausdauer, dann werden sie am Ende auch zum Ziele kommen. Das deutsche Volk ist ein Volk geworden, das unbe- Nie NS.-Schwesternschaft. München, 6. Juni. (DNB.) Wie der Reichs, ärzteführer Dr. Wagner im „Völkischen Beobachter" bekanntgibt, sind Anfragen betreffend Aufnahme i n b i e N S. - S ch w e st e r n s cha f t an das Mutterhaus der Braunen Schwestern „Rudolf. Heß-Krankenhaus" in Dresden zu richten Ausgenommen können in die NS.-Schwestern- schäft nur werden staa11ich geprüfte Schwe- jtern, die entweder selbst Parteigenossin- n e n sind oder die durch eine Bestätigung ihrer zuständigen Ortsgruppenleitung nachweisen, dcß ihre Familie vordem 3 0. Januar 19 3 3 nationalsozialistisch war (z. B. der Vater oder der Bruder in der SA.). Auch Anmeldungen als Schülerinnen bzw. Anwärterinnen für die NS.-Schwesternschaft werden nach wie vor verantwortlich vom Amt für Dolkswohl- fahrt bei der Obersten Leitung der PO. in Berlin mabrgenommen. Anträge auf Stellenbesetzung durch NS.-Schwestern, auf die Besetzung von Krankenhäusern usw. und deren Vertragsabschlüsse sind ebenso wie die Vertragsabschlüsse selbst nach wie vor Angelegenheit der NS.-Volkswohlfahrt. Die Tracht der NS.-Schwestern bleibt die bisherige, auch die Sch Western drösche bleibt unverändert. Ur. 130 Erstes Blatt 184. Jahrgang Donnerstag, r.Juni 1934 a€*a**am S” Gießener Familienblätter jflj H BI M mm Grundpreise für 1 mm hohe Heimat im Bild-Die Scholle ■ llw E 1 f Ä W BH® V W BH M > E W M JF W für Anzeigen von 22 mm IIJKIl ft® IIIl I ZI II ®Il illlCl 2? Lr V --mWg.e «runw:. MW General-Anzeiger für Oberhessen tid)ten: Anzeige Sietzen " I - behärdlich-AnzeigenSRpf. Sron’Ä'main 11688 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitätrVuch- und Steindruckerei H.tauge in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1 M-ng-nabichlüff-Staffel 8 Nicht jeder Kunststoff ist also minderwertig, und mit dem Begriff „Ersatz" wird ganz zu Unrecht eine gewisse Geringschätzung verbunden. Man denke nur daran, daß außer dem Kunststickstoff auch die synthetischen Farben, das Aluminium, die K u n st s e i d e, das B e n z o l u. a. ursprünglich Ersatzstoffe waren. Da sie sich aber den Stoffen, die sie ersetzen sollten, gleichwertig, ja manchmal sogar überlegen gezeigt haben, erlangten sie eine vollkommen selbständige Bedeutung und erwiesen damit ihren hohen Eigenwert. Manchmal haben sie bann sogar bie Stoffe, als deren Ersatz sie betrachtet wurden, ganz ober zum größten Teil verdrängt. Die deutsche Industrie hat auf dem Gebiete der Erfindung von brauchbaren Ersatzstoffen Bedeutendes geleistet. Die Menschheit verdankt ihr Errungenschaften van bleibendem Wert. Das ist vielleicht darauf zurückzuführen, daß Deutschland ein rohstoffarmes Land ist. Denn die Not ist sehr häufig die Mutter des technischen Fortschrittes. Nicht, mit Unrecht hat daher der Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt kürzlich in seiner ausgezeichneten Rede in Frankfurt angekündigt, die deutsche Technik werde durch die gegenwärtige Rohstoffknappheit nur zur Schaffung neuer Ersatzstoffe angeregt werden. Das deutsche Volk, so führte er aus, werde aus der Not eine Tugend machen, und diese neuen Erfindungen würden ihm dann für die Dauer eine größere Unabhängigkeit von den überseeischen Rohstoffquellen verschaffen. Derartige, aus der ^Notlage einer Nation geborenen Ersatzstofferfindungen pflegen tiefgehende und nachhaltig wirkende weltwirtschaftliche Umstellungen hevvorzurufen. Barthou weicht einer klaren Stellungnahme aus Die Engländer durchschauen das Spiel einen d e Die verlautet, Ich erinnere daran, daß ich gestern betont habe, dah man weder Bedingungen eben, lbwe - von i h m mutz land Brüssel, 6. Juni. (DNB.) Am Mittwoch blieb die Regierung in der Kammer bei der Abstimmung über zwei verschiedene Gesetzesvorlagen in der Minderheit. Es handelte sich um einen Entwurf zur Neuregelung der Familienunterstützung und um eine Vorlage über die Grenzpolizei. Wie verlautet, wird Ministerpräsident Graf de Brocqueville am Donnerstag dem König das RücktrittsgesuchdesGesamtkabinetts überreichen. Es wird angenommen, daß der König den Rücktritt des Kabinetts annehmen, aber den bisherigen Minnisterpräfidenten, der unverändert sein Vertrauen besitzt, wieder beauftragen ? n /D^n ^em Falle ist es nicht ausgeschlossen, daß Graf de Brocqueville die Gelegenheit benutzen wird, um bei der Neubildung den Forderungen der kenswert ist jedenfalls, daß die Maschinenfabriken und Apparatebauanstalten des Bezirks Düsseldorf neuerdings über eine Zunahme der russischen Anfragetätigkeit berichten. Die Nachfrage nach deutschen Waren scheint in Rußland nach wie vor recht lebhaft zu sein. Kabinettskrisis in Belgien. Graf de Brocqueville wird wahrscheinlich erneut beauftragt werden. Drohender Stahlarbeiierstreik in den Vereinigten Staaten. Deutsch la nd annehmen, noch solche auferlegen darf. Die Tür offen bleiben; es ist nötig, dah Deutsch- durch sie eintritt mit volständiger Gleichheit der Rechte, und indem es hier die Verantwortlichkeiten übernimmt, die dann gemeinsame sein werden. Die Abwesenheit Deutschlands ist kein Hindernis für die Fortsetzung der Arbeiten, aber die Anwesenheit Deutschlands würde den Arbeiten ihren wahren Charakter geben und würde es vielleicht ermöglichen, zu einer Lösung zu gelangen. Frankreich hat mit Deutschland Noten ausgetauscht, die im Augenblick nicht zur Zuständigkeit der Konferenz gehören, aber es ist möglich, daß die Regierungen in der Lage sind, auf Deutschland einzuwirken, um es zu bitten, die Schwelle zu überschreiten. Frankreich habe nichts dagegen einzuwenden, und um diesen Regierungen ihre volle Freiheit vorzubehalten, ift in der Entschließung der Satz über die besonderen Verhandlungen ein» gefügt worden. Sicherheit bleibt A und O der französischen Politik in Genf . « , in der Zusammensetzung des Ministeriums gefordert haben, zu entsprechen, indem er einen weiteren Wallonen ins Kabinett aufnimmt. Man hat den Eindruck, daß schon seit längerer Zeit von gewissen liberal-nationalistisch en Kreisen gegen das jetzige Kabinett, in dem die Flamen einen ziemlich bedeutenden Einfluß haben und dessen Außenpolitik gewissen Kreisen nicht gefällt, intrigiert worden Der Rücktritt des Kabinetts hat um so mehr überrascht, als die Regierung bei der Abstimmung über die Gesetzesvorlagen, bei denen es in der Minderheit geblieben ist, nicht bie Vertrauensfrage gestellt hatte. Schrumpfung des russischen Außenhandels. Sowjetrußlands Ausfuhr war im ersten Vierteljahr 1934 um 16,5 Millionen Rubel geringer als in dem entsprechenden Zeitabschnitt des Vor- jahres. Dieser Exportrückgang, der auf internationale Absatzschwierigkeiten zurückzuführen ist, zwang im Verein mit den aus früheren Warenbezügen entstandenen Schuldverpflichtungen die Sowjettegie- rung auch ihre Importe stark einzuschränken. Infolgedessen betrug die gesamte russischen Waren- einsuhr im ersten Quartal 1934 nur 49,5 Millionen Rubel gegenüber 83,4 Millionen Rubel im ersten Paris,?. Juni. (DNB.-Funkspruch.) „Ruhe nach dem Sturm. — Das Barometer beginnt wieder zu steigen". — So schreiben die französischen Berichterstatter aus Genf. Sie bezeichnen den von Barthou eikigebrachten Arbeitsplan als eine „positive kon- truktive Leistung," die den an Frankreichs Haltung Kritik Uebenben eine wohlverbiente Lehre erteile. Dabei wirb von ben Blättern unterstrichen, baß Barthou an ber französischen Sicher- heitsthese unbeirrt festhalte, baß er aber, um eine Verstänbigung mit Englanb zu ermöglichen, ben Gebauten, De u t s ch l a n b zur Rückkehr nach Genf zu bewegen, nicht ohne weiteres von ber Hand weise. Die Frage, ob unb wie man Deutschlanb für eine Rückkehr nach Genf gewinnen könnte, wirb vor allem vom „Oeuvre" erörtert, bas sich ben Verlauf ber Genfer Verhanblun- gen so bentt, baß man sich bis zum Freitag auf irgenbeine Formel geeinigt haben werbe. Daß Barthous Hauptgedanke gewesen ist, vor allem Englanb, Amerika unb Italien nicht $u verschnupfen, lassen bie Blätter unverblümt burchblicken. „Bevor man Genf verläßt, war es wesentlich", so schreibt bas „Oeuvre", Der Ausschluß von fünf Kösener CorpS. Frankfurt a. M., 6. Juni. (LPD.) Das ^^Eamt bes Köfener SC. teilt bem Deutschen Nachrichtenbüro mit: Durch bie beutsche Presse ist mitgeteilt worben, baß bie Deutsche Studentenschaft unb ber Allgemeine -0 * " * > ch e Waffenring, Corps, bie gern Köse- ner SC.-Verband angehören, wegen Nichtbefolqunq der Anordnung ber Deutschen Stubentenschaft unb des Allgemeinen Deutschen Waffenringes in ber Arierfrage ausgeschlossen haben, hierzu ist solgenbes zu bemerken: Der Allgemeine Deutsche Waffenring forbert die irntfernung nichtarifch versippter Angehöriger auch innerhalb der Alther- re n s ch a f te n aus den ihm, dem Allgemeinen Deutschen Waffenring, angeschlossenen roaffenftu» dentlschen Verbanden. Don insgesamt 104 reij5beut(d)en Köfener Corps haben 42 Corps überhaupt keine nichtarisch versippten Angehörigen, während 57 Corps ben Bestimmun- gen bes Allgemeinen Deutschen Waffenringes nachgekommen finb. Fünf KöfenerCorps mit je em ober zwei nichtarisch versippten Angehörigen haben sich geweigert, ber Anorbnung des Allgemeinen Deutschen Waffenringes nachzukommen mit ber Begrünbung, baß sie ihren nichtarifch Ver- sippten bie Treue zu brechen ablehnen. Den An- orbnungen bes Allgemeinen Deutschen Waffenringes nachkommenb, hat ber Führer bes Köfener SC.- Derbanbes diese Corps aus dem Köfener SC.-Verband ausgeschlossen. In Ver- folg dieser Maßnahme wurden die fünf Corps Borussia, Halle, Vandalia, Heidelberg, R h e n a n i a , Straßburg-Marburg, Suevia, München, und S u e d i a , Tübingen, auch aus ber Deutschen Studentenschaft und aus dem Allge« Die korrigierte Fassung. Nachträglich wurde im Pressesaal des Völkerbundsgebäudes eine Fassung der Erklärung Barthous verteilt, die bedeutend kürzer ist als die Erklärung im amtlichen Bericht der Informationsabteilung. Die offenbar auf Veranlassung der französischen Abordnung nachträglich verteilte Fassung enthält schon im ersten Teil der Erklärung gegenüber dem amtlichen Bericht des Völkerbundssekretariats leichte Aenderungen. Dor allem aber fehlt der zweite Teil, in bem von ber vollen Gleichheit ber Mächte d?e Rebe ist unb in ber betont wirb, baß bie Rückkehr Deutschlanbs ber Konferenz erst ihren wahren Charakter geben würbe, vollständig. Es ist bezeichnenb, baß man auf französischer Seite Wert barauf gelegt hat, von biefem zweiten Teil ber Erklärung, wie sie von ber Informationsabteilung bes Völkerbundssekretariats herausge- geben wurde, abzurücken. Es wird jetzt gesagt, daß dieser zweite Teil nicht zu der formulierten Erklärung Barthous gehört habe, sondern von ihm nur frei hinzugefügt worden sei. Im amtlichen Bericht der Informationsabteilung lief der Text weiter und nirgends war ein Unterschied sichtbar. Jedenfalls soll nach französischem Willen nur die jetzt nachträglich veröffentlichte kürzere unb sehr viel nüchterne Fassung als amtliche Erklärung gelten. ^nicht mit Englanb zu brechen unb in keiner ^eife unfere Haltung gegenüber* Deutschlanb z u änbern, ohne bes« ropgen gegen Deutschlanbs Rückkehr Opposition zu machen. Denn für eine Kon- ventton ober jebe anbere internationale Regelung 'st Deutschlanb unerläßlich. Die geschickte französische Entschließung hat bas ermöglicht unb die Atmosphäre klärt sich auf." Der „Motin" schreibt, wenn bas Büro der Ab- rustungskonferenz die Möglichkeit finde, einen Rebaktionsausfchuß einzufetzen, der fähig fei, eine Entschließung zu fassen, bie ber französischen S i ch e r h e i t s t h e s e Rechnung trage, werbe ber Völkerbund seine Daseinsberechtigung beweisen. Anbernfalls werbe man am Freitag ben englischen Defaitismus unterschreiben müssen, der sich mit be>.utLd)en Aufrüstung abfinbe. Das -Echo be Paris' vertritt ben Stanbpunkt, baß Varthous Vorschlag im Grunb genommen nichts anbere. tiefes Blatt unb mit ihm ber „Petit parifien sprechen von dem Stillstand der Verhandlungen, so baß am Freitag bie Konferenz w i e öas Hornberger Schießen ausgehen werde. ter ben Tiroler Bauern gewesen. Aller Voraussicht nach werbe bie Sommer saison mittelmäßig sein. Die Lanbwirtschaft werbe bei den gebrückten Preisen selbst bei einem günstigen Frembenverkehr nicht allzuvielen Nutzen ziehen können. Es müsse baher anbermeitig für Hilfe gesorgt «werben, vor allem burch große Arbeiten im Grenzgebiet, bas am meisten unter der deutschen Grenzsperre leide. Solche Arbeiten seien bereits in den der Regierung vorgelegten Notstands- Programmen festgelegt und auch zugesagt, bis- her aber nur in geringem Maße in Angriff genommen worden. Tirol sei durch die abnormen Verhältnisse mehr als jedes andere österreichische Bundesland in Mitleidenschaft gezogen. Es brauche dringend Hilfe. Das Blatt weist sodann darauf hin, daß ber Laubes- Hauptmann von Tirol nach Wien gereift fei, um an ben maßgebenden Stellen die Notlage des Landes Zur Sprache zu bringen und Hilfsmaßnahmen in die Wegs zu leiten. Neu york, 7. Juni. (DNB. Funkspruch.) Aussichten auf Verständigung gegenüber dem drohenden Stahlstreik werden sehr ungünstig beurteilt nachdem die Führer ber Stahlindustrie nach mehrstünbigen Verhanblungen mit bem Nira- Leiter Johnson die Hauptforderung der Gewerkschaftsvertreter auf Anerkennung eines kollektiven Arbeitsvertrages ab- gelehnt hatten. Die Entschiedenheit, mit der die Ablehnung erfolgt ist, läßt ein Nach- geben der Unternehmer nicht erwarten. Die Gewerkschaften beharren gleicherweise auf ihrem Standpunkt. In Washington erklärte die Abordnung ber Stahlarbeiter bem Arbeitsminister Per» fins, daß „bie ganze Hölle losbrechen werde", falls eine Verständigung mit den Arbeit- nehmern nicht bis zum 10. Juni erfolge. mit amerikanischem Kapital ficherzustellen. Kuba wird „die Zuckerdose der Welt" genannt. Nicht mit Unrecht; denn es erzeugt rund 30 Prozent des Rohrzuckers der gesamten Welt, und über Prozent seiner jährlichen Zuckerernte gehen nach I m K K sich IÖer irisch nach Rückkehr Deutschlands. - Frankreich druckt sich. - Erneute Vertagung der britischen Delegation war ganz anders. Sie begrüßt zwar naturgemäß die Erleichterung der Spannung der letzten Tage, war aber nicht ber Mei - n u n g, baß Barthous Entschließung irgenbetroas Zur Wiederaufnahme ausgiebiger unb fruchtbarer Verhanblungen beigetragen hat, an benen Deutsch, lanb teilnehmen könnte, unb bie sich auf einen Der- nünftigen Kompromiß grünben würben. Nach An- ficht ber britischen Delegation haben bie Franzosen lediglich ein Arbeitsprogramm für eine Reihe von Ausschüssen angeregt, an denen bie Deutschen unb infolgebessen auch die Italiener nicht teilnehmen werben, sie haben aber nichts getan, um ben grunblegenben Gegensatz zwischen ihnen selbst unb ben Deutschen, zwischen ber Abrüstung^ unb ber Sicher- heitsgruppe ber Konferenz zu beseitigen. Der Genfer Korresponbent ber „Morning Post" sagt: Barthou hat gestern in feiner Rebe in ge» schickter Weise bie Verantwortung bafür, Deutsch- lanb zur Rückkehr nach Genf zu bewegen, ber britischen Regierung zugeschoben. Dieser schlaue Schachzug bringe bie britische Re- gierung in eine peinliche Lage. Denn sie hat wäh- renb ber Beratungen ber letzten Woche bie beutsche Sache so energisch vertreten, baß es jetzt äußerst schwierig für sie ist, es abzulehnen, solche Verhanb- lungen zu führen. ßonbon, 7. Juni. (DNB. Funkfpruch.) In den Berichten der Blätter aus Genf wird betont, daß der gestrige Tag zwar keine positiven Ergebnisse gezeitigt habe, daß aber bie Atmosphäre beffer gern or ben sei, nachdem Barthou eine versöhnliche Rede gehalten habe. Henderson sei angeblich wieder hoffnungsvoll. Der Genfer Korrespondent der „Times" schreibt: Die französischen Delegierten haben erkannt, daß ie sich nach dem Zusammenstoß vom Dienstag in einer schwierigen Lage befanden und beschlossen da- )er, einen versöhnlichen Ton zu gebrauchen. Ent- prechend Hendersons Ersuchen brachten sie daher -ine Entschließung ein, bie äußerst g e - chickt ab gefaßt ist. Die Franzosen machen darin Henderson die größtmöglichen Zugeständnisse, ohne ihre Hauptt'hese preiszu daß die Arbeit der Konferenz sogar in____ enheit Deutschlands fortgesetzt werden könnte. Sie haben Hendersons drei wichtige Vor» chläge angenommen, halten aber die Sicherheit im Vordergrund und vermeiden es, einer Rückkehr Deutschlands zur Konferenz Wider- tand zu leisten ober sie herbeizuführen. Der Korresponbent fährt fort: In ber Umgebung henbersons würbe gestern Befriebigung über bie Besserung ber Atmosphäre ausaebrückt, bie als direktes Ergebnis seines entschieoenen Auftretens gegen Barthou betrachtet würbe. Die Auffassung Rubel ftanb eine Ausfuhr von 84,6 Millionen gegenüber. Besonbers stark würben bie russischen Bezüge von Maschinen, Apparten, elektrotechnischen Apparaten usw. verminbert. Rußlanb versuchte, seinen Bedarf an diesen Erzeugnissen burch seine erstarkte inländische Jnbustrie becken zu lassen. Wie weit bas gelungen ist, barüber gehen bie Meinungen in Rußlanb weit auseinanber. Lemer- im Herbst 1931 bie hau^tur^ache^Är Erregung un^ lu'n a^v eÄcka^/si^ar^e Einfuhrdrosse-1W a ll o n e n , bie seit bem Eintritt bes flämischen ior hon Timfnn iDou».» „„ fifrr... m _ r- < । I lung verschaffte sich Rußlanb eine aktive han -1 Ministers Cauvelaert immer wieber ■*5 — — !??^UNZ. .Dem Import von 49,5 Millionen „Ausgleich" in ber Zusammensetzung ais ]ie PO) oer en Abend in an- zupassen. „Gut" ist in der Reklame besser als das Beste PeLer. Oie Einführungspredigt des Landesbischofs. Horst-Wessel- und Deutschland-Liedes die eindrucksvolle Kundgebung abschloß. Die Tagung fand am Mittwoch abend durch einen Deutschen Abend in etwa zwei Stunden war der Bedauernswerte t o t. Seine Leiche konnte geborgen werden. Der zähe Sandschlamm hatte die Glieder des Unglücklichen eingeschnürt, so daß die Blutzirkulation ins Stocken kam und ein Herzschlag eintrat. Deihestunde in Hirschberg. — Segelflugzeuglaufe durch Jrau von Richthofen und Jrau Wessel. Anläßlich der Luftfahrtwerbewoche wurden auf dem Marktplatz in Hirschberg (Riesengebirge), wo sich Tausende von Menschen eingefunden hatten, zweiSegelflugzeuge getauft. Die Weihe- stunde erhielt besondere Bedeutung durch die Anwesenheit der Mütter des Kampffliegers Manfred von R i ch t h o f e n und des Vorkämpfers für das Dritte Reich Horst Wessel. Auf Veranlassung des Oberbürgermeisters waren auch zwei Hirschberger Mütter, deren Söhne für die Bewegung gefallen sind, und zwar Frau G o r n k o w s k i und Frau Tesche, eingeladen. Rach einem Marsch der Hirschberger Jägerkapelle und der Begrüßungsansprache durch den Schwarmführer von K ü st e r tauften Freifrau von Richthofen und Frau Wessel die Segelflugzeuge, die die Namen „Kamerad" und „Präsident Loerzer" erhielten. Mit dem Lied vom guten Kameraden klang die Feierstunde aus. Erster deutscher Gastslättenlag in Danzig. Nachdem im Rahmen des ersten deutschen Gaststättentages am Mittwochmorgen der Hotel- und Bäderausschuß sowie die Bahnhofswirte zu Sitzungen zusammengetreten waren, fand mittags im großen Saal des Zoppoter Kur- haiMs eine große öffentliche Kundgebung des Reichseinheitsoerbandes des deutschen Gaststättengewerbes statt, zu der über 1000 Vertreter aus allen Teilen des Reiches, darunter etwa 400 cu5 Ostpreußen, erschienen waren. Der Präsident des Reichseinheitsverbandes, Hermann G o e r k e, begrüßte insbesondere den Danziger Gauleiter der NSDAP., Slantsrat Albert F o r st e r und versicherte, daß der Reichseinheitsverband sich bemühen werde, alle Mitglieder mit nationalsozialistischem Geist zu erfüllen. Oberregierungsrat Michel überbrachte die Grüße der Reichsregierung. Das große Interesse, das die Reichsregierung dem Hotel- und Gaststättengewerbe entgegenbringe, möge man daraus ersehen, daß drei Reichsministerien Beauftragte zur Teilnahme an der Ta- Der Chef des französischen Generalstabes, General D e b e n e y, wird sich Ende Juni nach Warschau begeben, um das französisch-polnische Militärabkommen von 1921 zu erneuern und der neuen Lage -**- Feierliche Amtseinführung der hessischen Pröpste Bildung der neuen Landessynode Aassau-Hessen. meinen Deutscken Waffenring ausgeschlossen. Die Führung des Kösener SC.-Verbandes handelte bei den von ihr getroffenen Maßnahmen in voller Uebereinstimmung mit den Anordnungen des Führers der Deutschen Studentenschaft und des Führers des Allgemeinen Deutschen Waffenringes. Kleine politische Nachrichten. Im Namen der Polnischen Intellektuelle n - U n i o n hat Professor Zielinski Reichsminister Dr. G o eb b e l s zu einem Vortragnach War- schau e i n g e l a d e n. Dr. Goebbels wird dieser Einladung Folge leisten und in Warschau voraussichtlich am 13. Juni in der Aula der Warschauer Universität über die Ideologie des neuen Deutschlands sprechen. * In Wien wurde ein Vortrag des Vorsitzenden des Deutschen Klubs, Feldmarschalleujnant und Ma- ria-Theresien-Ritter Freiherr von Bardolff, über die militärische Lage Oesterreichs von der Sicherheitspolizei verboten. Angaben über die Gründe des Verbotes wurden abgelehnt. Aus aller Welt. Der Tale am Steuer. — Unfall oder Verbrechen? Ein schreckliches Unglück ereignete sich auf der Stullendorfser Straße nahe der Stadtgrenze von Bamberg. Dort geriet aus bisher noch unbekannter Ursache das Personenauto des Kinderwagenfabrikanten Rommel aus Hirschaid in Brand und wurde vollkommen zerstört. Der Besitzer, der den Wagen selbst lenkte, kam dabei ums Leben. Man fand den Unglücklichen nur noch als Gerippe am Steuer des ausgebrannten Wagens lehnend vor. Das Nürnberger „Achtuhrblatt" bringt dazu interessante Einzelheiten, die ein Augenzeuge, ein Nürnberger Ingenieur, mitteilt. Dieser befand sich mit Freunden im Kraftwagen auf der Heimfahrt nach Nürnberg. Als sie nachts Bambera passiert hatten, bemerkten sie den brennenden Wagen. Zwei Fußgänger, die in der Nähe standen, teilten mit, daß der Wagen bereits zehn Minuten brenne. Im Innern des Wagens müsse sich noch jemand befinden. Der eine der Fußgänger wollte Hupensignale vernommen haben. Der Wagen stand vorschriftsmäßig auf der rechten Straßenseite, so daß die Vermutung naheliegt, daß er schon vor Aus- bruch des Brandes aufgehalten worden war. Dadurch daß der Wagen hauptsächlich außen brannte, wurde auch der Eindruck erweckt, als fei er mit Benzin übergossen worden. Die Gummireifen waren noch unversehrt und platzten erst nach einiger Zeit. Das eine der beiden Vorderräder lag einen Meter weit von der Achse entfernt am Straßenrand. Die Achse selbst war weder verbogen noch beschädigt. Auf der Straße ließen sich auch keinerlei Brems- oder Streisspuren der radlosen Seinen Worten legte der Landesbischof die Verse des Apostels Paulus an Titus, aus dem 2. Kapitel zugrunde „Du aber rede wie sich ziemet nach der heilsamen Lehre". Der Landesbischof ging davon aus, daß nach den Festtagen der Kirche auch der Werktag sein Recht verlange. Nach den Jubelchören gelte es in der Kirche für den Alltag zu sorgen. Sorge aber heiße für den Pfarrer Seelsorge um die Menschen, die ihm anvertraut sind. Wo Sorge ist, da ist Arbeit, Mühe und Not. Das läßt sich mit der Krisis und dem Zwiespalt, in der sich unsere evangelische Kirche befindet, doppelt schwer verbinden. Wir sehnen uns nach der Ruhe der kirchlichen Arbeit, jetzt einmal wieder richtig Pfarrer sein zu dürfen, nicht nur Gesetze und Verordnungen erlassen und Gerüste aufbauen, sondern denen, die in dem Haus wohnen sollen, ein wohnliches Heim bereiten und ihnen den Weg zum Erlöser zeigen. „Sie haben bisher, meine Herren und Brüder, in Ihren Gemeinden als Pfarrer geroirtt und die Seelsorge gekannt. Sie sollen sie jetzt nicht mehr direkt, sondern indirekt üben, Seelsorge an den Seelsorgern. Dabei trösten wir uns dessen, daß wir wissen, daß es eine Berufung gibt. Wir könnten sonst unser Amt nicht eine Stunde länger führen. Nicht die äußere, sondern die innere Berufung durch Gott Ift beim geistlichen Amt das Entscheidende. Niemand kann es uns geben oder nehmen, es muß von oben gegeben werden. Bei allen Schwierigkeiten des Amtes soll unangefochten das Bild dessen vor uns stehen, der uns den Weg weist, Christus. Wir bauen einen Schatz aus alter Zeit übernommen, den es zu wahren gilt, die unverfälschte Lehre Alten und Neuen Testamentes. Das Wort Gottes gegenüber aller Gottlosigkeit zu sagen, ist das erste und letzte unseres Amtes. Wir wollen es nicht nur lehren, sondern auch leben. Im Umbruch unserer Zeit steht fest, wie Luther einmal sagt, die Entscheidung, die einst geschehen, die Erlösung, die angefangen hat, und der heilige Geist, der wirkt bis ans Ende der Tage. Die Zeiten des Umbruchs sind Zeiten des heiligen Geistes. Da wartet er auf Herzen, die empfänglich sind, vor ab im Amt eines Pfarrers und eines Propstes. Wir wollen aus dem Amt eine wahrhafte Berufung gestalten mit Hilfe Gottes und seines heiligen Geistes." Kunst und Wissenschaft. Ein amerikanischer Freund Deutschlands. Ganz plötzlich verstarb an den Folgen einer schweren Angina in einem B e r l i n e r H o t e l der bekannte amerikanische Historiker William Robert Shepherd im Alter von 63 Jahren. Prof. Shepherd war am Tage vorher vom Rektor der Berliner Universität zu einer Gastvorlesung in der alten Aula eingeladen worden. Jedoch mußte an Stelle des schon erkranktne Gastes Professor Dr. Friedrich Schönemann den Dortr.ag verlesen, der einen nachhaltigen Eindruck machte. Prof. Shepherd ist einer der wenigen amerikanischen Gelehrten, der schon seit dem Weltkriege s e i^n e Treue zum deutschen Volk ständig be- wiesen hat. Er ist für die deutsche Ehre eingetreten, als es Mut bedeutete, überhaupt ein gutes Wort über Deutschland zu sagen, und hat st e t s ritterliches Verständnis auch gegenüber dem neuen Deutschland gezeigt. Ein großer Freundeskreis, nicht nur im akademischen Berlin, sondern auch in den Kreisen der Deutschen Akademie in München, unter den Historikern Deutschlands, aber auch unter den Freunden Lateinamerikas, dessen besonders feinsinniger Kenner er war, betrauert den plötzlichen Tod des großen Gelehrten und charaktervollen Mannes. Ausgrabungsfunde beim Bau der Autostraße Frankfurt—Mannheim. Als der Plan auftauchte, eine große Autostraße von Frankfurt nach Mannheim zu bauen, dachte man daran, bei dieser Gelegenheit größere Ausgrabungen vorzunehmen. Was in den letzten Monaten zwischen der hessischen Grenze und der Linie Mannheim—Heidelberg ans Tageslicht gefördert wurde, hat alle Erwartungen übertroffen. Eine Siedlung der sog. „Bandkeramiker" war schon vor Jahren im Friedrichsfelder Wald entdeckt worden. Der Bau der Autobahn hat jetzt beim Straßen- hcimer Hof eine neue Fundstelle zutage gebracht: man fand Werkzeuge aus Stein und ein Rotfärbemittel. Etwa 800 verzierte Töpfe sind die'reiche Ausbeute aus der Bronzezeit. Man fand auch Spinnviertel, und eine besondere Ueberraschung war eine umfangreiche Anhäufung von Gefäßen. Rasiermesser und andere Bronzegeräte wurden gefunden. Bemerkenswert ist, daß sog. kultische Funde nicht gemacht wurden, auch die Latöne-Zeit gab nichts her. Erst aus der Zeit nach Christi Geburt mehren sich die Funde. Aus dem ersten Jahrhundert grub man römisches Geschirr aus. Eisengeräte und Waffen verraten die erste germanische Bevölkerung. Ein großer Teil der Funde befindet sich zur Zeit in der Münchener Ausstellung „Die Straße". Achse feststellen. Nach dem Erlöschen des Brandes sah man den Lenker in normaler Haltung total verbrannt am Steuer sitzen. Der Augenzeuge spricht die Vermutung aus, daß man es, nach den eigenartigen Umständen zu schließen, mit einem Verbrechen zu tun habe, und daß der Unglücksfall nur, vorgetäuscht worden sei. Die Kriminalpolizei Bamberg teilt mit, daß über die Entstehungsursache des Brandes noch nichts Endgültiges gesagt werden könne. Das Brandunglück in Aichhalden. — Der Familienvater als Brandstifter und Mörder? Die bisherige Untersuchung des Brandun - glücks in Äichhalden (Württ.) hat ergeben, daß der Besitzer des Anwesens, Karl Lambrecht, zwei Stunden vor dem Brand bei einem E i n - bruchdieb stahl in dem Hause eines Ziegeleiarbeiters ertappt, aber mit Rücksicht auf die von ihm geschilderte Notlage wieder freigelassen worden war. Die Ursache der Brandkatastrophe ist, einer späteren Meldung aus Oberndorf zufolge, nunmehr aufgeklärt. Die noch vermißten Kinderleichen sind geborgen worden. Der Vater Karl Lambrecht wurde in einem nahen Walde erhängt aufgefunden. Er stand im Verdacht, in letzter Zeit wiederholt kleinere Einbrüche und Diebstähle begangen zu haben. Zweifellos hat er sein eigenes Haus in Brand gesetzt. Man vermutet, daß er an der eigenen Familie zum Mörder wurde,'weil die Schädeldecken Schlagoerletzungen aufweisen sollen. Die Mordkommission hat ihre Tätigkeit noch nicht abgeschlossen. Der Tod im Brunnen. Ein seltsames Unglück ereignete sich in Rathe bei Oels (Schlesien). Bei dem Landwirt Wundrak sollte der Brunnen' geschlemmt werden. Als der 45jährige Hermann Paul auf einer Leiter in den Brunnen stieg, versank er im Sand des Untergrundes bis an die Knöchel. Er achtete zunächst nicht weiter darauf. Als er dann aber weiter sank, mußte er zu seinem Entsetzen feststellen, daß der Schlamm ihn festhielt und er sich nicht mehr her- ausarbeiten konnte. Er versank, schließlich bis zum Leib. Feuerwehr, Sanitäter und andere Helfer bemühten sich stundenlang vergeblich, den Unglücklichen aus seiner furchtbaren Lage zu befreien. Nach Oie Verpflichtung. Während sich die Gemeinde erhob und die Kirchenglocken erklangen, legten die Pröpste das Gelöbnis ab, ihr Amt führen zu wollen getreu ihrem Ordinationsgelübde, als Dienst an der Gemeinde und in Treue und Gehorsam gegenüber dem Reichsbifchof, der Landeskirche sowie dem Dritten Reich und seinem Führer. Nach dem Händedruck überreichte der Landesbischof den Pröpsten Dr. Friedrich Müller (Starkenburg), Karl Knodt (Oberhessen) und Otto Colin (Rheinhessen) das silberne Amtskreuz und ihre Ernennungsurkunde. Mit einm Gebet schloß die feierliche Einführungshandlung ab. Nach dem gemeinsamen Gesang der Gemeinde „Es ist das Heil uns kommen her" «hielt Propst Knodt die Predigt über den 2. Korintherbrief, Kapitel 1 Vers 24: „Nicht daß wir Herren seien über ihren Glauben, sondern wir sind Gehilfen ihrer Freude, denn ihr steht im Glauben." Er wies hin auf die Notwendigkeit und Schwierigkeit, das Wort dem Menschen von heute zu verkündigen. Die klare Lehre des Evangeliums darf nicht vor fremder Lehre zurückweichen, sie darf ebensowenig dem Menschen aufgezwungen werden. Nicht Herren des Glaubens, sondern Vermittler der Freude sollen die Träger des Amtes sein. Die Freude des Christen aber kommt aus dem Glauben, in dem er steht. Nach dem Gemeindegesang versah Propst Colin den Altardienst in der Schlußliturgie. Nach dem Kirchenchor „Es wolle Gott uns gnädig sein" beschloß der Auszug der Geistlichen und Gäste die weihevolle Stunde. Oie Bildung der neuen Landessynode. Anschließend fand die zweite Tagung der Lande s s y n o d e Nassau-Hessen im Synvdalgebäude statt. Sie war von ganz kurzer Dauer. Der Landesbischof eröffnete sie, indem er feststellte, daß die Geschäftsordnung der Mainzer Synode sinngemäß gelte und daß die Synode beschlußfähig sei. Nach der Verpflichtun.g der drei neueingetretenen Mitglieder erfolgte die Behandlung des einzigen Punktes der Tagesordnung, Bildung der neuen Landessynode gemäß Paragraph 2 des Kirchengesetzes über die Leitung der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen vom 7. Mai 1934. Der Synodalpräsident Kipper schlägt namens seiner Parteifreunde vor, folgende Herren zu Abgeordneten der Landessynode zu bestimmen: Dekan Sittel (Udenheim), Pfarrer Bürstlein (Offenbach), Oberstudiendirektor Prof. Dr. Faber (Friedberg), Oberfchulrat Großmann (Darmstadt), Oberbürgermeister Ritter (Gießen), Bürgermeister G ö ck e l (Langen), Dekan Jäger (Köpern), Stadtrat Dr. Fink (Wiesbaden), Freiherr von Krane (Wiesbaden), Gauinspekteur Kreisleiter Thiele (Biedenkopf), Oberstudienrat Dr. Franke (Frankfurt a. M.), Obersteuerinspek- tor Fleischer (Frankfurt a. M.). Da keine Einwendungen erhoben werden, gelten die Genannten als gewählt. Der Landesbischof gibt bekannt, daß er seinerseits folgende sechs Mitglieder beruft: Pfarrer Dr. Michel (Wiesbaden), Pfarrer Schulz (Naurod), Pfarrer Rohrbach (Frankfurt a. M.), Pfarrer Lenz (Münzenberg), Dekan Widmann (Schotten) und Oberbürgermeister Körbel (Worms). Der Landesbischof gibt bekannt, daß das Mitglied der theologischen Fakultät Gießen nach Vorschlag der Fakultät ernannt werde. Mit Gebet durch'Propst Colin und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer schloß die Synode. Der republikanische Parteitag der USA. wählte den Freund des früheren Präsidenten Hoover, Henry P. Fletcher aus Pennsyloanien, zum Parteiführer. Fletcher war Freiwilliger in Theodor Roosevelts Rauhreiter-Regiment, später im Konsulardienst in China und Portugal tätig. Anschließend übernahm er die- Botschafterposten in Chile, Italien und Mexiko. gung entsandt hätten. In gemeinsamer Arbeit werde man die Notlage des Gewerbes mindern können. Mit der Konzefsionierung aller Fremdenheime und Fremdenpensionen sei ein durchaus berechtigter Wunsch des Gaststättengewerbes erfüllt worden. Das Gaststättengewerbe nehme innerhalb der Wirtschaft eine Dorpostenstellung insofern ein, als es alle Zeichen eines Niederganges zuerst spüre, die Zeichen einer wirtschaftlichen Besserung aber zuletzt merke. Diesen Besonnderheiten werde die amtliche Wirtschaftspolitik Rechnung tragen. Als Vertreter des Einheitsoerbandes des Saar- aebietes betonte Saffe, daß es Hauptaufgabe der saarländischen Gastwirte sei, alles Wesensfremde aus den deutschen Gaststätten an der Saar fernzuhalten. Kein deutscher Gastwirt an der Saar habe feine Räumlichkeiten hergegeben zu irgendwelchen Veranstaltungen, die separatistischen Zwecken dienten. Daß das Saargebiet frei werde, dafür würde die heiße Vaterlandsliebe sorgen, die das ganze Saarvolk beseele. — Der Geschäftsführer der Handelskammer Berlin, S p l e 11 st ö ß e r, forderte eine verstärkte nationalsozialistische Schulung für die Gastwirte. Stadtrat Muß- Königsberg überbrachte anstelle des verhinderten Staatsministers Esser die Grüße des Präsidenten der Verkehrsverbände. Gauwalter Schöpwinkel - Düsseldorf brachte nach einem kurzen Schlußwort ein dreifaches begeistert aufgenommenes Sieg-Heil auf den Führer aus, worauf der gemeinsame Gesang des LPD. D a r m st a d t, 6. Juni. In Anwesenheit einer zahlreichen Gemeinde fand heute in der würdig ausgeschmückten Darmstädter Stadtkirche Die Amtseinführung der drei hessischen Pröpste für Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen durch Landesbischof Lic. Dr. Dietrich statt. Anwesend war als Vertreter der hessischen Regierung Ministerialrat Ringshausen sowie der Darmstädter Oberbürgermeister Kreisleiter W a m b o l d t. Vor dem mit Blumen und brennenden Kerzen geschmückten Altar stand eine Abordnung der SA. mit Sturmfahne. Nach dem feierlichen Einzug der Geistlichen betrat der Landesbischof mit den drei Pröpsten und den Mitgliedern der Kirchenregierung das Gotteshaus. Etwa 200 Geistliche aus dem Hessenland schlossen sich an. Nach dem Lied der Gemeinde „Nun bitten wir den heil- gen Geist" versah Landesbischof Lic. Dr. Diet - r i ch. selbst die besonders reiche Liturgie. Nach dem Kirchenchor „Komm heilger Geist, Herre Gott" folgte die feierliche Amtseinführung. Neben Dem Landesbischof standen auf den Stufen des Altars Oberkirchenrat D. Walter und die Pröpste von Frankfurt und Nassau, Trommershausen sämtlichen Räumen des Zoppoter Kurhauses ihr Ende. Gefährdung der Ernte durch die anhaltende Trockenheit in USA. Das amerikanische Landwirtschafts - Ministerium veröffentlicht einen Lagebericht, in dem erklärt wird, daß die Trockenheit in den Hauptgetreidegegenden die nationale Lebensmittelversorgung, hauptsächlich mit Weizen, Futtekgetreide und Heu, ernstlich gefährde, jedoch keine Hungers- n o t befürchten lasse. Der Weizen stehe schlechter als je in den letzten 25 Jahren. Das Vieh sei größtenteils zu schwach für den Transport und zu abgemagert zum Schlachten. Das Vieh st erben fei groß. Weitere schwere Verluste seien in den nächsten Wochen zu erwarten, selbst wenn Regen falle. Die Frühernte stehe im ganzen Lande schlecht und die anhaltende Dürre lasse Befürchtungen für die Späternte, besonders für Mais und Futtergetreide, aufkommen. Sturmschaden in Italien. In der Nähe von Civitavecchia entwurzelte ein heftiger G ewitter sturm an der Bahnlinie mehrere Bäume, warf sie auf die Gleise und brachte dadurch die Lokomotive eines Personenzuges zum Entgleisen. Menschen sind bei dem Unfall nicht zu Schaden gekommen, jedoch ist der Sachschaden beträchtlich. Der Eisenbahnverkehr konnte erst nach mehreren Stunden wieder ausgenommen werden. In der ganzen Umgebung wurden außerdem durch den Sturm die Telgraphenmasten um- gerissen, so daß längere Zeit keine Verbindung mit den Nachbarorten möglich war. Großfeuer auf der Danziger werft. Auf der Danziger Werft brach in der Nacht zum Donnerstag ein Magazinbrand aus, der sich zu einem Großfeuer entwickelte. Ein starkes Aufgebot der Danziger Feuerwehr arbeitete an der Bekämpfung des Brandes, der gegen morgen noch nicht gelöscht war. Schweres Einsturzunglück in Spanien. — Bisher 13 Tote. In Valencia stürzte -in der Nacht aus noch nicht festgestellter Ursache ein Mietshaus ein. Bis in die frühen Morgenstunden wurden 13 Leichen und zwei Sterbende geborgen. Man befürchtet, daß sich noch mehr Tote unter den Trümmern befinden. Eine Schülerschlacht in Innsbruck. Bei einer Abiturientenfeier, die auch von der Hochschülerschaft zahlreich besucht war, kam es zu einer regelrechten Saalschlacht zwischen nationalen und „vaterländischen" Schülern. Die Polizei trieb die Kämpfenden mit dem Gummiknüppel auseinander. Die Veranstaltung wurde geschlossen. Insgesamt wurden zehn Personen verletzt. Eine Reihe von Hoch- und Mittelschülern wurde verhaftet. Anschlag auf den früheren spanischen Ministerpräsidenten Berengner. In dem spanischen Orte Hernani bei San Sebastian wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Anschlag auf den letzten Minist.—iräsidenten der Monarchie, General Damaso Berenguer, verübt, der in Begleitung seines Bruders Fernando einen Straßenbahnwagen besteigen wollte. Die Kugeln der Syndikalisten verfehlten ihr Ziel und trafen den Bruder des früheren Ministerpräsidenten, der foforT t o t zusammenbrach. Die Täter sind unerkannt entkommen. „Windsor Lad" gewinnt das englische Derby. Das Rennen aller Rennen, das englische Derby, wurde am Mittwochnachmittag zum 155. Male in Epsom entschieden. Rund eine halbe Million' Zuschauer wohnten dem mit 8852 Pfund Sterling ausgestatteten Derby-Stakes über 2400 m bei. Das Rennen endete mit dem überraschenden Sieg des dem indischen Maharadscha von Rajpipla gehörenden dreijährigen Hengstes „Windsor Lad" unter Jockey Smirke. Zweiter wurde eine Länge zurück „ E a st o n " unter Englands Meisterjockey (Borbon Richards. Der heiße Favorit „Colombo" mußte sich mit dem dritten Platz begnügen. Am Start des Derbyfeldes standen 119 Pferde. Zwanzig Jahre Schlüchterner Tunnel. In diesen Tagen begeht die Bahnlinie Frankfurt—Hanau—Gelnhausen—Fulda—Bebra ein Jubiläum. Dor genau 20 Jahren wurde der von 1908 bis 1914 unter einem Kostenaufwand von 9,5 Millionen Reichsmark erbaute Schlüchterner Tun- n e l feiner Bestimmung übergeben. Der Tunnel hat eine Länge von 3575 Meter und kürzt durch günstige Ueberminbung ber Steigung bie Bahnstrecke Frankfurt—Bebra um ungefähr sieben Kilometer ab. Im Weltkrieg hat sich ber Schlüchterner Tunnel als von großem Vorteil für die Truppentransporte erwiesen. Der Schlüchterner Tunnel ist übrigens einer ber längsten Tunnels in Deutschlanb. Schwimmenerlernen und Schwimmferügkeit. Von 3. Ö Mertens, Gießen. Jedes Tier kann sich auf Grund seiner Körperbeschaffenheit ohne weiteres im Wasser fortbewegen. Wenn auch einige Tiere, wie z. B. Affen und Katzen eine starke Abneigung gegen das nasse Element haben und ihm entwöhnt sind, so könnten sie infolge einer übergroßen Angst darin zu Grunde gehen. Doch würde dies an der Eingangs erwähnten Tatsache nichts ändern. Ausnahmen bestätigen die Regel. Alle Tiere würden sich schwimmend im Wasser fortbewegen können, wenn sie unter den gleichen Umständen, wie auf dem Lande ihre Bewegungen und ihre Atmung fortsetzen. Betrachten wir z. B. den Hund beim Schwimmen, bei ihm fällt uns kaum ein Unterschied zwischen der Bewegung des Laufens und des Schwimmens auf, außer, daß er feine Bewegungen in letzterem Falle kräftiger ausführt. Und doch ist hier eine Abweichung vorhanden. Während der Hund sich am Lande vom Boden abdrückt, ähneln die Bewegungen im Wasser mehr einem Parademarsch. Fast alle Säugetiere schwimmen mit vorgestreckter erhobener Nase, wie ein witterungsnehmender Jagdhund, aber nicht etwa, weil [je bas andere Ufer wittern, sondern damit kein Wasser in die Nase dringt. Die Nasenschleimhäute, besonders die des Hundes sind noch empfindlicher als beim Menschen, der das Eindringen von Wasser in die Nase schon als äußerst unangenehm empfindet. Man beachte, da die Körperlage des Hundes beim Schwimmen genau dieselbe ist als wie beim Laufen. Hier liegt die Schwierigkeit für das Schwimmen beim Menschen. Fällt ein Hund ins Wasser und er „läuft weiter" schwimmt er auch gleichzeitig. Anders beim Menschen. Selbstverständlich könnte auch der schwimmunkundige Wensch unter gewissen Voraussetzungen ohne besondere Schwimmfertigkeit sich über Wasser halten, d. h. statisch schwimmen. Setzt der schwimmunkundige Mensch die gleichen Bewegungen wie auf dem Lande fort, taucht der Körper durch die Fallgeschwindigkeit unter, kommt durch den Auftrieb wieder hoch und schreit um Hilfe, indem er die Arme aus dem Wasser hebt, um instinktmäßig nach einem Halt zu suchen. Hierdurch und durch das Suchen mit den Beinen nach einem Grund, wird der Auftrieb geringer. Der Körper geht wieder unter, kommt aber bald wieder hoch, da er spezifisch leichter ist als Wasser. Die Arme find wieder aus dem Wasser gestreckt und der Ruf nach Hilfe erfolgt weiter. Die Beine gehen wieder unbewußt nach unten. Das wiederholt sich sooft, bis Speiseröhre und Magen sich mit Wasser gefüllt haben. Die Lubge ist durch das viele Einatmen und das zu wenige Ausatmen mit Luft voll- gepumpt. Durch den nun verstärkt auftretenden Stimmenritzenkrampf tritt eine Erstickung ein. Der Kältereiz, der Druck des Wassers auf die Organe, das Angstgefühl, reflektorische Nerveneinflüsse, das mit Gewalt zum Herzen strömende Blut spielt bei den Ertrinkungsvorgängen eine große Rolle. Jedoch soll dies, sowie die verschiedenen Arten des Ertrinkens hier nicht näher erläutert, sondern Wege gezeigt werden, die ein Ertrinken verhüten. Die beste und einfachste Hilfe ist das Schwimmen selbst, das gut erlernt werden will. Der nur bis zu den knieen oder halben Körper ins Dasser geht, wird niemals schwimmen lernen. Das schwierige bei der ganzen Schwimmerei ist eben, daß der Mensch eine andere Haltuno als beim Gehen einnehmen muß, gerade diese Umstellung ist nicht so leicht wie mancher sich das vorstellt. Wichtig ist zunächst, sich mit dem nassen Element vertraut zu machen. Man hole zuerst Luft und tauche in seichtem Wasser mit dem Kopf unter ohne die Nase zuzuhalten. Beim Schwimmen wird immer durch den Mund geatmet. Einmal kann man die Luft vom Wasser besser trennen, zum anderen ist es erforderlich, daß recht viel Luft die Lunge füllt. Wenn diese Tauchbewegung sitzt, mache man dasselbe noch ein paarmal mit geöffneten Augen. Es ist sehr wichtig, sämtliche Tauchbewegungen mit offen gehaltenen Augen durchzuführen. Kommt einem Anfänger beim Schwimmen eine Welle über den Kopf, so schließt er unwillkürlich die Augen und fängt an zu wischen. Die Hände die dem Anfänger unentbehrlich sind, werden dadurch in Anspruch genommen. Auch hier muß gelernt werden, daß es ohne wischen aeht. Das Augenzukneifen wird auch von manchen Anfängern als lästig empfunden. Man sieht, wie wichtig es ift, wenn bei den ersten Tauch- versuchen die Augen unter Wasser geöffnet werden. Eine weitere schöne Hilfe ist, sich in seichtem Wasser aufzuftellen, tief durch den Mund Luft zu holen und sich nach vorne ms Wasser fallen zu lassen. Wenn man Ruhe bewahrt, schwimmt der Körper, den man so lange treiben lassen kann, bis die Luft langsam ausgeatmet ist. Dann zieht man die Beine an den Bauch, drückt mit geschlossenen Händen gegen das Wasser und richtet sich unter gleichzeitiger Aufstellung der Füße auf den Boden wieder auf. Läßt man sich nach hinten fallen, kann man auf zwei Arten wieder aufstehen. Einmal wälzt man sich auf den Bauch und macht es so wie eben erwähnt, oder man rollt seinen Körper nach vorne zusammen, als ob man sich setzen wollte. Wenn man dann die Füße auf den Boden stellt, kann man sich leicht aufrichten. Dies alles sind Hebungen, die einen Anfänger mit dem Wasser vertraut machen. Das muß neben der Atmung als Hauptsache beim Schwimmenlernen beachtet werden. Was nützen die schönsten Bewegungen, wenn ich nicht weiß, wie ich mich im Wasser verhalten soll. Die kleinste Unregelmäßigkeit in der Bewegung des Wassers bringen den Anfänger in größte Verlegenheit. Hat er sich aber vorher mit dem Wasser vertraut gemacht und weiß, wie es unter Wasser aussieht, kann schon so leicht nichts passieren. Wäre die Atmung nicht, gäbe es keine Schwierigkeiten beim Schwimmenerlernen. Der Wasserdruck auf den Brustkorb beträgt etwa 5 bis 7 Pfund. Der Anfänger ist nun bestrebt, mit voller Lunge diesen Druck zu Überwinden. Dadurch atmet er zu wenig aus. Zu. der in den Lungengefähen aufgespeicherten verbrauchten Luft wird immer wieder neue Luft hinzugeatmet. Hierdurch aber wird die Lunge mit Luft überfüllt, es entsteht Sauerstoffmangel. Dadurch macht sich eine allgemeine Atemknappheit bemerkbar. Mattigkeit und Schwindelgefühl treten auf, das Herz fängt an zu rasen, trotzdem nur eine kurze Strecke zurückgelegt ist. Wenn der Anfänger durch fleißige Schwimmübungen richtig atmen gelernt hat, merkt er, wie leicht doch eigentlich das Schwimmen ist. Jetzt wäre es aber ein großer Fehler, nachdem das Schwimmen zur Fertigkeit geworden ist, mit den Hebungen aufzuhören. Tägliche Tauchversuche im tiefen Wasser, Abstößen von der Beckenwand und Treibenlassen des Körpers, einfache Sprünge bis 3um Kopfsprung gehören unbedingt zum „Freischwimmen". Selbstverständlich darf bei all diesen gesunden und schönen Hebungen das Ausdauerschwimmen nicht vergessen werden. Jeder gesunde Mensch kann schwimmen lernen, er braucht nur zu wollen. Die sportliche Betätigung ist zur Erhaltung eines gesunden Körpers für jeden werktätigen Menschen eine Selbstverständlichkeit. Hnser Führer Adolf Hitler sagt in seinem Buch „Mein Kampf", 2. Teil: „So wie lm allgemeinen die Voraussetzung geistiger Leistungsfähigkeit in der rassischen Qualität des gegebenen Wenschenmaterials liegt, so muß auch im einzelnen die Erziehung zu allererst die körperliche Gesundheit ins Auge fassen und fördern: denn, in der Masse genommen, wird sich ein gesunder kraftvoller Geist auch nur in einem gesunden kraftvollen Menschen befinden." Don allen Leibesübungen ist das Schwimmen eines der besten und gesundesten Mittel zur körperHauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: I. D.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeiaen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck uno Verlag: Brühl'sche Hniversitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G.. sämtlich in Gießen. lichen Ertüchtigung. Regelmäßiges Schwimmen stählt den Körper und macht ihn widerstandsfähig. Es müßte eigentlich jeder SA.- und SS.-Mann schwimmen können. Hitler-Jugend und Jungvolk müßten das Schwimmen pflichtmäßig treiben. Ein Sportsmann, der nicht schwimmen kann, ist kein ausgebildeter Sportler. Lerne Schwimmen, damit du dir selbst helfen kannst! Das während der Reichsfchwimmwoche erscheinende Heftchen „Schwimme richtig" wird ein wertvoller Beitrag für jeden Schwimmer, wie auch für diejenigen Volksgenossen sein, die die Schönheiten des Schwim* mens erst kennenlernen wollen. Das Rudols-Heß-Krankechaus in Dresden. SM X- .. U XW .TV! WM 4 LlLti MG-- 1 t3 il -MWWWM i H HM M < M • HW Das Stadtkrankenhaus in Dresden-Johannstadt wird künftig den Namen „Rudols-Heß-Kranken- haus, ärztliche Forschungsanstalt für natürliche Heilweise" tragen. Kunst uni) Wissenschaft. Internationale Zusammenarbeit der Komponisten.— Eine Anregung von Richard Strauß auf dem Wiesbadener Rlusikfest. In Wiesbaden ist im Rahmen des T o n k ü n stier f e st e s 1934 die Gründung des Ständischen Rates für d i e internationale Zusammenarbeit der Komponisten vollzogen worden. Auf die Einladung des Führers des Berufsstandes der deutschen Komponisten, Dr. Rich. Strauß, und des Vorsitzenden des Allgemeinen deutschen Musikvereins, Geheimrat Dr. Sigmund von H a u \ e g g e r hatten sich in Wiesbaden die Vertreter von Deutschland, Oesterreich, Dänemark, Finnland, Frankreich, Groß-Britannien, Island, Italien, Polen, Schweden, Schweiz und Tschechoslowakei versammelt und nach einer allgemeinen Aussprache einstimmig die nachstehenden Grundsätze einer internationalen Zusammenarbeit gutgeheißen: 1. Internationale Zusammenarbeit der Komponisten, um das Hrheber-Persönlichkeitsrecht zu schützen und den Schutz dieses Rechts zu entwickeln. — 2. Internationale Zusammenarbeit der Komponisten zum Schutze der berufsständischen Interessen der Komponisten. — 3. Internationale Zusammenarbeit der Komponisten für einen künstlerischen Austausch im größten Umfang von Nation zu Nation. Zur Verwirklichung dieser Grundsätze wurde der „Ständische Rat für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten" gegründet, zusammengesetzt aus je einem Delegierten für jedes Land. Dr. Richard Strauß, von bem die Anregung zur internationalen Zusammenarbeit der Komponisten ausgegangen war, wurde einstimmig zum Präsidenten des Rates gewählt. Ebenfalls einstimmig erfolgte die Wahl von Dr. Julius K o p f ch zum Generalsekretär. Auf Vorschlag des italienischen Vertreters L u a l d i wird die nächste Zusammenkunft des Ständischen Rats in Venedig gelegentlich des Dritten internationalen Musikfestes im September d. I. stattfinden. Bogoljubow gewinnt auch die 24. Partie. Die 24. Wettkampfpartie in Mannheim war wiederum ein Damengambit. Bogoljubow führte ein glänzendes Angriffsspiel. Aljechin machte in gefährdeter Stellung einen Fehler, der Boaolju- boros Vorteil unmittelbar verstärkte, so daß der Weltmeister im 39. Zuae a u f g e b e n mußte. Bo» goljubow hat also bei Den drei Mannheimer Par» tien 21/» Punkte gewonnen. Mannheim ist über» Haupt der einzige Kampfort, wo Bogoljubow überlegen war. Der Gesamtstand des Weltmeisterschaftskampfes ist 14:10 zu Gunsten von Dr. Aljechin. Wettervoraussage. Obwohl der Luftdruck von der Biskaya her kräftig anfteigt, führt eine Kette flacher Störungen von Irland über Norddeutschland bis nach Polen hin immer noch zu wechselhaftem Wetter mit vereinzelten schauerartigen Niederschlägen gewitterhafter Natur. Aussichten für Freitag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, mild, stellenweise geroitt« rige Niederschläge. Aussichten für Samstag: Fortdauer der Wetterlage. Lufttemperaturen am 6. Juni: mittags 17,5 Grad Celsius, abends 10,6 Grab; am 7. Juni: morgens 9,5 Grab. Maximum 18 Grab, Minimum 3 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juni: abends 15,2 Grab; am 7. Juni: morgens 12,1 Grab. — Nie- berschläge 5,7 mm. — Sonnenscheinbauer 2,4 Stunben. Lichtfpielhaus Giefaen Zu SlfiW Heute Donnerstag täglich 4, 6 u. 8.30 Uhr: Das irofje volkstümliche Schauspiel aus der schweren Zeit unseres Bruderlandes: auldeiSdianz Hauptrollen: Ursula Grablev, Hans Slawe Cyl dß Vofit, Mart Kupier, Hany Hardt Die Sehnsucht nach der Feme — und die Liebe zu Heimat und Boden — aus diesem Zwiespalt ekeln sich die Ereignisse dieses spannenden und schönen Films, Im Vorfilm-Programm: Die von Millionen Schallplatten und unzähligen Kundfunkvorträgen in der ganzen Welt bekannten C00IEDIAN HARMONISTS singen Volkslieder aus dem Hauptfilm. 34Uc Ferner: Ufa -To n - Wo ehe | Vermietungen]|| Mietgesuche | Beamter nut einem Kind suckt per sofort ober 1. Juli 3- oder 4-Zimmerwolmung Zwei möDl. SWWM mit Wvlmzimm. u. Bad zu verm. Hindenburg- wall 141. 1)2838 llllllllllllllllllllllllllllll Große Werkstatt m.Lagern.Büro Seltersweg61zu vermieten. Näh. A. Becker, Keplerstraße 9. 34210 Telephon 3804. Illllllllllllllllllllllllllllli Schr. Ang. unt. 3418Pa.b.G.A. 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Wichtiger noch: man benutzt dazu das Flug, zeug, das die Mindestfahrtdauer der Eisenbahn — neun Stunden — um mehr als die Hälfte abkürzt. Die Lufthansa hat mit der polnischen Luftverkehrsgesellschaft eine neue Linie begründet, die gemeinsam betrieben roirb; in weniger als vier Stunden gelangen wir von Berlin mit Zwischenlandung in Posen nach Warschau. Daß uns auch diese Zeit zu lang erscheint, und daß die beiden Gesellschaften bemüht sind, sie durch Einsatz von Neukonstruktionen erheblich herabzu- drücken — der Flug wird binnen Jahresfrist vielleicht kaum mehr als zweieinhalb Stunden dauern — das ist nur ein Zeichen für das Tempo, in dem unser Jahrhundert lebt. Die Welt ist durch den Flugverkehr kleiner geworden, die Staaten und Völker rücken einander näher in dem gleichen Maße, in dem große Entfernungen rasch überwunden werden können. Bisher führten alle deutschen Luftverkehrslinien, die nach dem Osten zielen, an Polen vorbei. Nur auf zeitraubenden Umwegen hätte man bis vor kurzem von Berlin nach Warschau oder umgekehrt gelangen können. Das ist nun anders geworden, und die von Anfang an lebhafte Benutzung der neuen Linie Berlin—Warschau beweist, wie sehr die Einrichtung dem tatsächlichen Bedürfnis entgegenkommt. Die neue Flugstrecke ist vielleicht mit die wichtigste Nutzanwendung aus dem deutsch-polnischen Vertrag. Denn der Sinn des Abkommens kann ja nur dann erfüllt werden, wenn zwei Nationen, die bis jetzt nicht nur durch eine 1000-Kilometer- Grenze, sondern mehr noch durch eine aus gegenseitiger Unkenntnis geborene Ablehnung voneinander getrennt waren, Gelegenheit haben, einander kennenzulernen und sich in ihren völkischen und staatlichen Lebensbedingungen zu begreifen. Die Fluglinie von Berlin nach Warschau kann hierzu wesentlich beitragen, namentlich dann, wenn die polnische Regierung sich dazu entschließt, bei der Ausstellung von Auslandpässen etwas großzügiger zu sein. Der Gast aus Polen, der bereit ist, Deutschland ohne Voreingenommenheit kennenzulernen, wird jederzeit im Reiche willkommen geheißen werden. Die polnischen Journalisten, die vor einiger Zeit im Reiche weilten, haben ja davon auch bereitwillig Zeugnis abgelegt. Freilich — auch dann bleiben noch genug Probleme, die nicht zuletzt durch das zeitliche Aneinanderrücken aufgeworfen werden. Wir hatten auf dem Fluge von Berlin nach Warschau ausgiebig Gelegenheit, sie zu studieren. Trotz der ausgezeichneten Aufklärungsarbeit des Luftschutzes und anderer berufener Stellen hat man in Deutschland noch viel zu wenig erfaßt, wie sehr die Reichshauptstadt ins Grenzgebiet gerückt ist. Mit unserer verhältnismäßig langsamen Verkehrsmaschine hatten wir bei etwa 160 Stundenkilometer Reisegeschwindigkeit die Reichsgrenze in kaum 60 Minuten erreicht, in weite- ren 30 Minuten den Posener Flughafen? Die Schlußfolgerungen, die sich daraus vom Standpunkt der Landesverteidigung ergeben, liegen auf der Hand. Sie wurden uns besonders sinnfällig gemacht durch zwei polnische Jagdeinsitzer französischer Bauart, die wir auf dem Flughafen von Posen sahen. Das ist die Kehrseite des zeitraffenden Luftverkehrs — Deutschlands Luftflanken sind ungeschützt, solange wir nicht die volle militärische Gleichberechtigung haben, solange wir nicht über eine Militärfliegerei verfügen, die wenigstens für eine wirksame A b - kehr im Kriegsfälle ausreicht. Auch sonst sind nach dem deutsch-polnischen Abkommen noch genug Ausgaben geblieben, die guten Willen und gegenseitiges Verständnis erfordern, wenn sie zum Nutzen für beide Nationen gelöst werden sollen. Der ehemalige Freikorpsmann denkt beim Studium der Streckenkarte zurück an die schweren Monate des Jahres 1919, in denen deutscher Boden und deutsche Menschen gegen polnische Aufständische zu schützen waren. Das Land zwischen Deutschen und Posen, der ganze Raum nördlich und südlich der Fluglinie ist gesättigt von Erinnerungen an die Kampfzeit von damals. Und wir wissen, daß hier auch heute noch H u n d e r t t a u s e n d e von Deutschen wohnen, die ihrem Volkstum treu geblieben sind, obwohl es ihnen seit Jahren nahezu unmöglich ist, auch nur besuchsweise ins Reich zu kommen. Gerade die einst deutschen Gebiete Polens leiden zudem unter der Wirtschaftskrise besonders schwer, da ihnen feit vielen Jahren der natürliche Absatzmarkt im Reich genommen ward. Der Zollkrieg zwischen dem Reich und Polen hat überhaupt sehr erhebliche Verwüstungen angerichtet, die nur allmählich mit gutem Willen wieder beseitigt werden können. So erfahren wir beispielsweise hier von kompetenter polnischer Seite, daß heute der britische Handel an der Spitze der polnischen Ein- und Ausfuhr steht, obwohl Polen und Deutschland auf 1000 Kilometer und mehr engste Nachbarn sind, und obwohl die Wirtschaft beider Länder seit Jahrzehnten innig miteinander verflochten ist. Selbstverständlich konnte sich England alle Vorteile einer entwerteten Valuta zunutze machen, und es ist ihm so gelungen, mit Unterstützung einer sehr geschickten Vertragspolitik einen erheblichen wirtschaftlichen Vorsprung in Polen zu erzielen, der durch die rein wirtschaftlichen Tatsachen und Gegebenheiten nicht gerechtfertigt ist. Der englische Handel hätte aber nicht soviel Vorteile erringen können, wenn er nicht durch das politische Verhältnis, wie es bis vor wenigen Monaten zwischen Berlin und Warschau bestand, erheblich unterstützt worden wäre. Wir werden uns bemühen müssen, weiträumiger zu denken. Auf dem 500-Kilometer-Flug von Berlin nach Warschau fällt es einem aus der Perspektive von 1500 Meter Höhe nicht schwer, sich vorzustellen, daß Deutschland und Polen im Grunde in d i e gleiche Großraumwirtschaft hineingehören, da sie sich in ihren ökonomischen Bedingungen und Voraussetzungen nahezu lückenlos ergänzen. Wie sehr das der Fall ist, haben ja die Jahre des Zollkriegs vielleicht am besten bewiesen. Denn trotz des wirtschaftlichen Kriegszustandes zwischen beiden Ländern war Deutschland immer einer der besten Abnehmer polnischer Erzeugnisse, wie es umgekehrt auch noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit an der Spitze der polnischen Einfuhr stand. Hier werden wir wieder an- setzen müssen, und wenn uns auch die kurzen Stunden unseres Besuches keine Möglichkeit ließen, die Möglichkeit einer Verdichtung der gegenseitigen Beziehungen näher zu untersuchen, so haben wir bud) den Eindruck, daß die verantwortlichen polnischen Stellen bereit sind, auch ihrerseits die Wege wieder zu ebnen. Knapp 500 Kilometer östlich von Berlin sitzen wir auf der Hotelterrasse an einer wundervollen Platzanlage, dem Pilsudskiplatz, auf dem sich noch nach dem Kriege eine orthodoxe Kathedrale als Wahrzeichen russischer Zwingherrschaft von ehedem erhob. Die Polen haben diese politische Kirche, die ein Fremdkörper in der Stadt war, gesprengt und damit den Zustand wiederhergestellt, wie er vor 200 Jahren etwa an dieser Stelle herrschte. Trotz aller unverkennbaren Zeichen des europäischen Ostens, die die polnische Hauptstadt in ihren Zügen aufweist, ist ihr Antlitz nach Westen gerichtet, und es ist der Ehrgeiz des jungen polnischen Nationalstaats, nicht nur nationalbewußt, sondern auch europäisch im besten Sinne zu jein. Ein vernünftiger, für beide Teile förderlicher Ausgleich zwischen dem Reich und Polen wird dazu am meisten bei tragen können. Sven Hedin, der Deutschenfreund. Aufregende Erlebnisse des berühmten schwedischen Forschers. Mit atemloser Spannung verfolgt die ganze Welt den Weg des schwedischen Forschers Sven Hedin, der mit seiner Expedition feit Jahren in der Inneren Mongolei arbeitet. Wie aus einem Telegramm des berühmten Gelehrten hervorgeht, ist er mit seinen getreuen Helfern in den Brennpunkt der Kämpfe zwischen dem Aufständischen- General Ma und chinesischen Truppen geraten. Die Leute der Sven Hedinschen Expedition wurden wie Gefangene behandelt, überstanden eine schwere Beschießung und waren Zeugen furchtbarer Plünderungsszenen. Die letzte Expedition? Wieder weilt Sven H e d i n mit einer Expedition in den unerforschten, rätselhaften Gebieten Jnner- asiens. Schon vor mehreren Jahrzehnten hat der berühmte schwedische Forscher und Gelehrte damit angefangen, dieses unbekannte Land zu erforschen. Man kann sich schwerlich ein gewaltigeres und eindrucksvolleres Lebenswerk vorstellen. Während seiner vieljährigen Forschungsreisen mußte Sven Hedin die fürchterlichsten Strapazen erdulden, hundertmal schwebte er in Lebensgefahr, hundertmal befand er sich mit feinen Expeditionsmitgliedern am Ende seiner Kräfte, hundertmal schien es, als würde er unter der Wucht der Entbehrungen zusammenbrechen. Aber immer wieder hat es dieser heldenhafte Forscher verstanden, neuen Mut zu schöpfen und feinen getreuen Helfern einen unerschütterlichen Glauben an ihre Mission einzuflößen. Es ist unmöglich, auch nur einen flüchtigen Ueberblick über die Forschungsreisen zu geben, die Sven Hedin im Laufe seines arbeitsreichen Lebens unternommen hat. Schon im Jahre 1885, als er noch unbekannt und mittellos war, wurde er von jenem dämonischen Forscherdrang befallen, der ihn nicht mehr freigeben sollte. Sven Hedin wanderte damals durch Persien und Mesopotamien. Bon diesem Zeitpunkt an war sein Leben eine einzige Aufeinanderfolge von wissenschaftlich bedeutsamen Expeditionen, welche die gesamte Welt in Bewunderung versetzten: nach und nach wurde ein Problem nach dem andern gelöst. Länder wurden erforscht, die nie vorher ein menschlicher Fuß betreten hatte, man untersuchte Gletscher und Seen, durchwanderte unter entsetzlichen Entbehrungen einsame Wüsten in glühender Sonnenhitze, entdeckte neue Gebirgsketten und 23 Salzseen, mit einem Wort: man erschloß mit den gewissenhaftesten wissenschaftlichen Methoden Gebiete, die noch völlig unbekannt waren. Rasch war der Name Sven Hedin in aller Munde. Er wurde mit Auszeichnungen überschüttet, die Welt bewunderte seine Unerschrockenheit, seinen Mut und seine (Energie. Man bewunderte aber auch die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Forschungsreisen. Was man früher von Zentralasien wußte, war herzlich wenig. Weite Strecken dieses Landes hat der schwedische Gelehrte der geographischen Wissenschaft erschlossen. „Mein Forscherwerk wäre nicht abgeschlossen, wenn ich nicht diese letzte große Expedition in das Innere Ostasiens hätte unternehmen können", so schrieb Sven Hedin vor einiger Zeit in einem Brief von feiner neuesten Forschungsfahrt nach Tarim, Lopnor und der Taklamakamwüste. Wird dies wirklich seine letzte Expedition fein? Wir erlauben uns, daran zu zweifeln, wenn auch Fräulein Alma Hedin erklärte, daß die Expedition ihres Bruders wahrscheinlich die letzte nach dem Innern Ostasiens bleiben werde. „Mein Bruder", sagte Fräulein Hedin, „wird auf dieser Reise seinen 6 9. Geburtstag feiern und da hat man eigentlich das Recht, zu einer weniger strapaziösen Lebensweise überzugehen." Lieber 20 Jahre auf Reifen. Sven Hedin hat feine erste Forschungsexpedition nach dem Innern Ostasiens vor 48 Jahren angetreten. Man hat ausgerechnet, daß der berühmte Termiten. Don Gg. Heß, Gießen. Als ich im Jahre 1907 zum erstenmal nach Deutsch- Ostafrika fuhr, erzählte man mir auf dem Dampfer alle möglichen und unmöglichen Geschichten aus dem schwarzen Erdteil, die ich teils gläubig, teils ungläubig hinnahm. Es hätte mir eigentlich gruseln müssen vor den vielen Schlangen, Löwen, Elefanten, Büffeln, Skorpionen, Moskitos, Wander- ameifen, Zecken, Ratten und Termiten. Ja, die alten Afrikaner hatten vieles erlebt und wußten uns Grünhörnern alles recht gefährlich hinzustellen. Besonders ein alter Pflanzer schien während seines langjährigen Aufenthalts in dem Affenland allerhand Gefahren bestanden und sehr schlechte Erfahrungen mit Termiten gemacht zu haben. „Als ich erst einige Wochen in Morogoro wohnte , sagte er, „da wußte ich genug von diesen lieben Tierchen. Eines Morgens griff ich nach meinen neuen Stiefeln, die unter dem Bett standen, da hatte ich die Schäften in der Hand und von den Sohlen war nur noch ein Häufchen Mehl vorhanden. Die Termiten hatten über Nacht taubere Arbeit verrichtet." „Aehnlich erging es mir mit zwei Koffern. Ich hatte sie in einer Ecke meines Schlafzimmers verstaut. Als ich sie eines Tags hochhob, hatten sie keine Böden mehr. Die Termiten hatten ihr Werk aetnn " Hans Sachs. Ein deutsches Dichterbildnis. Von Wilhelm Schäfer. Zu der Zeit, da Dürer fein köstliches Schilderwerk malte, da die Ratsherren, Humanisten und Zunftmeister die wachsamen Hüter der Bürgerschaft waren, da es noch Stadtfreiheit gab gegen die Frechheit der Fürsten, saß in seiner Schuhmacherwerkstatt zu Nürnberg der fröhliche Meister Hans Sachs. Er hatte als Jüngling den Meistergesang fleißig geübt und war auf der Wanderschaft eifrig gemeßen, die neuen Weifen zu lernen: nun galt er als Meister der Singschule, wie er ein Schuhmacher- meister war. Der aber im Meisterlied seinen Mund auf alle Töne zu spitzen verstand, hielt der Natur Augen und Ohren geöffnet, auch saß ihm ein fröhliches Weib auf der Diele, das ein anderes Mundspitzen Üb©o war der Meister Hans Sachs ein rechtschaffener Mann, der von den Sachen der Welt mancher- lei wußte; als er in redlichen Reimen davon zu erzählen begann, mußte das zierhafte Meisterlied erschrocken die Ohren zuhalten. r t Keifende Weiber und krätzige Bauern, fahrendes Volk und schlimme Gesellen, alles, was um den Meister Hans Sachs gemeine Wirklichkeit war, ließ er in spaßhaften Reimen spazieren. Aber der Spaß wurde fröhlicher Lärm, und die Frechheit sah manchmal hinein, wenn er sein Fast- nachtsspiel machte; da konnten die Spitzbuben recht die Bauern betrügen, die Dummen konnten von Herzen gemein und die Völler betrunken fern. Wenn dann der Meister Hans Sachs mit dem warnenden Finger hinzu kam, merkten die Zuschauer wohl, daß er schalkhaft mitlachte^ Der so fröhlich die Taglichkeit sah, wußte so war es immer gewesen: die Guten und Bosen, die Dummen und Schlauen, die Vornehmen und die Gemeinen füllten die Erde wje kalt und warm, wie Regen und Dürre, wie Flamme und Rauch; wo sie einander am hitzigsten trafen, war das Leben am liebsten geschäftig.' v . o ,, So las er die alten Berichte und sah das Leben nur als das Gestern an, darin das Heute geschah; und alles Heute war sein, ob es Salomo, Kaiser Karl oder die schöne Melusine genannt war. Aber der reichste Schatzhalter war ihm die Bibel: gleich Bilderbogen zoa er die alten Gestalten und ihre Handlungen ab, angemalt mit den Farben, die ihm die eigene Täglichkeit schenkte, und mit der fröhlichen Weisheit unterschrieben, die der Schuhmachermeister darin fand. So emsig suchte fein Eifer, daß ihm feiner entging, von Adam bis Archelaus; alle mußten aus feiner fröhlichen Feder neu in die Welt spazieren, und alle mußten zu Nürnberg im fränkischen Land noch einmal Wirklichkeit sein. (Er wurde in Fröhlichkeit alt und war noch als Greis ein fleißiger Schaffner, nur die Schuhmacherwerkstatt verließ er, an feinem Schreibpult zu sitzen. Und als ihm im achtzigsten Jahr seines Lebens die Sprache versagte, saß er noch immer an feinem Pult und las in den Büchern, die er kaum noch verstand. Nur in den Augen war noch das fröhliche Leben geblieben, und wer als Gast in feinen Altenteil trat, dem nickten sie schelmisch zu. „Und dann erst mein schöner Teppich. Mit mühsam erspartem Geld hatte ich ihn von einem alten Araber gekauft. Es war ein echter Perser. Wie wohnlich sah jetzt meine weißgetünchte Bude mit den selbstgefertigten Möbeln aus und wie freute ich mich, als ihn meirt Diener in meinem Wohnzimmer ausbreitete. Doch welch Mißgeschick! Am andern Morgen stürzte mein Diener Jussuf bin Ali in mein Schlafzimmer und schrie: „O Herr, die Termiten haben einige Löcher in deinen Teppich gefressen." Wie von einem Skorpion gestochen, sprang ich auf. Mein schöner Teppich, er war dahin. Ein harter Schlag für mich. Aber noch härter wurde ich getroffen, als mir einmal die halbe Decke meines Zimmers auf den Kopf fiel. Und das kam so. Während der großen Regenzeit sah ich am frühen Morgen eine dicke Spinne an der Zimmerdecke sitzen. Spinne am Morgen, Kummer und Sorgen, dachte ich. Weg mit dieser Unglücksbringerin! Ich nahm einen Speer und stach nach ihr. Die Spinne erkannte sofort die Gefahr und suchte sich zu retten. Ich stach nochmals und als ich wieder stoch, fiel mir ein großer Teil der Zimmerdecke auf den Kopf. Die Termiten hatten die Holzbalken stellenweise restlos aufgezehrt." Donnerwetter, kann der Kerl lügen, dachte ich damals, habe den Mann aber später innerlich um Verzeihung gebeten, als ich einige Monate in dem schwarzen Erdteil wohnte. Mit der Kenntnis dieser von anderen gemachten Erfahrungen, betrat ich zum erstenmal das Schutzgebiet. Wenn ich auch während meines Aufenthalts in Afrika nicht dieselben bitteren Erfahrungen mit Termiten machte, so habe ich mit diesen Tierchen doch allerhand erlebt. Sämtliche Holzmöbel in meiner Wohnung standen in kleinen Blechdosen, die mit etwas Petroleum gefüllt waren, damit die Termiten nicht an das Holz konnten. Holzkoffer und Stiefel wurden nicht auf den Boden gestellt. Teppiche aus Wolle wusden nicht ausgelegt. Als ich ein Monat im Lande war, machte ich die erste nähere Bekanntschaft mit Termiten. (Es war bei Beginn der großen Regenzeit. Die Luft war geschwängert vom Duft blühender Akazien in der Nähe meiner Wohnung. Ich saß abends recht gemütlich in einem Bombayliegesiuhl bei trautem Lampenschein in dem moskitosicheren Verschlag meiner Veranda und las eine spannende Geschichte. In dieser gemütlichen Siesta wurde ich aber bald gestört. Draußen zirpten Grillen in ohrenbetäubender Weise, und in meinem Käfig summte es plötzlich, als ob tausend Maikäfer einen Flugplatz bei mir eröffnet hätten. schwedische Forscher über 20 Jahre auf Reisen gewesen ist. Ist es da ein Wunder, wenn Innerasien zu seiner zweiten Heimat geworden ist? Die ungelösten Probleme, von denen dieses geheimnisvolle Land erfüllt ist, haben schon früh seins Phantasie beschäftigt. Wenn Sven Hedin neuerdings eine Expedition von acht Monaten unternahm, so lag der Grund darin, weil in Jnner- afien noch Hunderte von Fragen ihrer Lösung entgegenharren. Was sind auch dreißig Jahre eines noch so fruchtbaren Forscherlebens im Vergleich zu der unvorstellbaren Zeitspanne, in der sich die Entwicklung dieses Landes vollzogen hat! Vieles hat Sven Hedin erforscht, aber vieles bleibt noch zu erforschen. Noch ist zum Beispiel der östliche Teil der Taklamakamwüste ein Buch mit sieben Siegeln. Noch lockt das ungeklärte Geheimnis der „wandernden See n", noch wollen die Probleme der uralten Karawanenwege gelöst werden; auf denen vor 2000 Jahren chinesische Waren nach dem alten Rom kamen. Die chinesischen Behörden haben ein großes Interesse daran, daß diese alten, geheimnisvollen Karawanenstraßen Jnnerasiens auf- «- gefunden werden. Auf welche Weise vollzog sich im Altertum der Kulturaustausch von Osten nach Westen? Welche Wege wurden hierfür benutzt? Wäre es möglich, längs des uralten „S e i d e n w e g e s" eine moderne Autostraße anzulegen? Sven Hedin will alle diese Fragen beantworten. Das Geheimnis des wandernden Gees. Am interessantesten von all diesen Dingen ist zweifellos der „wandernde See". Ein See, der im Laufe der Zeit seinen ursprünglichen Standort verändert, der bald da, bald dort auftaucht? Wie ist dieses seltsame Phänomen zu erklären? Schon vor drei Jahrzehnten hat Sven Hedin die Behauptung aufgestellt, daß der Lobnorsee, von dem hier die Rede ist, wandert. Ein wandernder See? Es gab damals Diele, die der Behauptung des schwedischen Gelehrten mit einem überlegenen, ungläubigen Lächeln begegneten. Swen Hedin ließ jedoch nicht von seiner Heber- Beugung. Schon im Jahre 1896 stellte er fest, daß der See Lobnor großen Veränderungen unterworfen ist. Sven Hedin bezeichnete es selbst als einen der größten (Erfolge, als es einem feiner Mitarbeiter während der großen asiatischen Expedition, die im Jahre 1927 ihren Anfang nahm, gelang, das Lobnor- problem restlos zu lösen. Es war damit erwiesen, daß der See wirklich „wanderte". Die Ergebnisse der letzten sechsjährigen Expedition in Innerasien übertrafen alle Erwartungen. Alle Gelehrten kamen damals nach Peking zurück, als die Expedition beendet war. Schließlich meldete sich auch Dr. Niels A m b o 11, der sieben Monate in Chinesisch-Turkestan tätig war und dort in den Schnee- ftörmen seine Karawane von 85 Tieren verloren hatte, gerade als eine Rettungsexpedition aufbrechen wollte, um ihn zu suchen. Während dieser sechsjährigen Expedition wurden auf allen Gebieten überraschende Entdeckungen gemacht: fünfzigtausend Werkzeuge aus der jüngeren Steinzeit wurden unter anderem gefunden, Pfeilspitzen, Tongefäße, Haushaltsgegenstände und Schmuck; mehr als zehntausend Schriften, die ein 2111 e r d o n 2000 Jahren haben und auf Holzstreifen geschrieben sind. Unmöglich, auch nur einen Bruchteil all der interessanten Dinge aufzuzählen, die von der Expedition gefunden wurden. Die Wissenschaft erfuhr durch die sechsjährige Forschungsarbeit des schwedischen Gelehrten eine gewaltige Bereicherung. In einer Front von mehr als 4000 Kilometern durchforschte die Expedition beinahe die ganze mittelasiatische Wüste zwischen Edsin Gol und dem Pamir. Deutschland — Sven Hedins zweite Heimat. Wir haben allen Grund uns zu freuen, daß Sven Hedin den großen Gefahren, in welche die Expedition bei den Provinzkämpfen an der Grenze von Turkestan geraten ist, glücklich entronnen ist. Die Lage war manchmal, wie Sven Hedin selbst schilderte, außerordentlich brenzlich. Die Expe- Wie ein geölter Blitz sprang ich auf und da gewahrte ich in einer Ecke einen dicken Haufen Termiten, der mitten aus dem Zementfußboden zum Vorschein kam. Lange hornißähnliche Insekten flogen schwerfällig mit brummendem Geräusch von ihrem Stammvolk fort, um als Kolonisten Neuland zu besetzen. Sie hatten aber diesmal kein Glück. UeberaU stießen sie gegen das Drahtgeflecht und verloren ihre Flügeldecken, die viel zu schwach für ihren schweren Körper waren. Hilflos fielen sie auf den Boden, wo sie eine Beute meiner Boys wurden, die sie in ihre Feze sammelten, um sie sich später geröstet zu Gemüte zu führen. Die übrige Gesellschaft in Ameisengröße ohne Flügel, das sind die Arbeiter und Soldaten, versuchte dem Lichtschein meiner Lampe zu entrinnen, wurde aber mit Petroleum übergossen und vernichtet. Licht und Sonne meiden diese Tierchen. Bei ihnen spielt sich alles im Dunkln ab. Müssen sie aber notgedrungen durch Licht und Sonne hindurch, das für sie den sicheren Tod bedeuten würde, dann bauen sie sich lange Laufkanäle, die ziemlich dauerhaft sind. Diele Monate später hatte ich ein anderes (Erlebnis mit diesen Tierchen. Ich befand mich damals auf einer Dienstreise im Innern des Schutzgebiets, um Hüttensteuer einzuziehen. Bei dieser Gelegenheit übte ich unterwegs die Jagd aus und hatte dabei das Glück, zwei Geparde zu erlegen, deren Felle ich in meinem Lager zum Trocknen in die Sonne legen ließ. Zu meinem Schaden vergaßen meine Leute sie am Abend aufzuheben, was sich bitter rächte. Denn als ich sie am anderen Morgen einpacken ließ, hatten die Termiten beide Köpfe angefreffen. Tod und Verderben diesen Plagegeistern, wird jeder denken, der die oben geschilderten Begebnisse liest. Doch die lieben Tierchen haben auch gute Eigenschaften. So sind sie für den Boden von ungeheurem Wert. Aehnlich wie die Regenwürmer lockern sie die Humusschichten auf und machen faulende Früchte, abgestorbene Blätter und Holz dem Boden nutzbar. Ihre oft meterhoch über die Erde ragenden Wohnungen, die sogenannten Termitenhügel, sind lehmhaltig und liefern für die Negerhütten einen sehr guten Fußbodenbelag und Wandbewurs. Die Insekten selbst sind bei den (Eingeborenen ein geschätztes Nahrungsmittel, und es herrscht daher in den einzelnen Negerdörfchen ein geschäftiges Leben und Treiben, wenn die Schwärmtage der Termiten kommen. Dann ist Alt und Jung auf den Beinen und macht Jagd auf diesen Leckerbissen, der geröstet wie Krabben schmeckt. dition wurde von meuternden Soldaten umringt die auf die Autos ein heftiges Schnellfeuer abgaben. In Korla erlebte die Expedition die voll- ständige Plünderung der Stadt, die außerdem von Flugzeugen bombardiert wurde. Vier Autos wurden von den flüchtenden Truppen des Generals M a beschlagnahmt und die beiden schwedischen und mongolischen Autoführer waren gezwungen, die Wagen für Truppentransporte zu fahren. Sven Hedin befand sich sechzehn Tage und Nächte in größter Sorge über das Schicksal seiner Kameraden, bis sie endlich am 29. März wie durch ein Wunder wohlbehalten eintrafen. Das deutsche Volk hat Grund, die Expedition Sven Hedins mit seinen Segenswünschen zu begleiten. In schlimmen wie in guten Zeiten, immer hat der schwedische Gelehrte in unerschütterlicher Treue zu Deutschland gehalten, von dem er einst fruchtbare Anregungen empfing. Man erinnere sich daran, daß Sven Hedin einmal wörtlich geschrieben hat: „Ich wünsche den Helden des Krieges, auch den ältesten Veteranen mit Hindenburg an der Spitze, daß sie noch erleben mögen die Morgenröte des neuen Tages, da die Sonne noch einmal über ihrem Vaterlande leuchten wird!" W. Hillbring. Oer Elefant im Porzellanladen. Aus der vrovinzialhauptfladt. Sie Schnitter kommen. Die Schönheit der Wiesen leuchtet uns entgegen! Tausende und aber Tausende Blumen zieren den grünen Grund. Nicht lange dauert die Herrlichkeit. Noch ist nicht Erntezeit, noch wogen die Kornfelder im Sommerwind. Aber das Gras ist „reif". Die Schnitter kommen. Die Maschinen rasseln. Gräser und Blumen sinken unter dem unerbittlichen Stahl. Aber wir wissen, daß noch einmal in diesem Jahr neues Grün heroorsprießen wird. Und doch quillt etwas Wehmut beim Anblick der gemähten Wiesen in unserm Herzen auf. Kaum begonnen, sehen wir schon das Ende des Jahres. Die Sonne wird noch steigen, aber nicht mehr lange. Dann geht es wieder abwärts. Der Grasschnitt ist wie eine erste Mahnung vom ewigen Wechsel und Vergehen auf dieser Erde. „Was heut' noch frisch und grün dasteht, wird morgen weggemäht..." „Es ist ein Schnitter, der heißt Tod, hat Gewalt vom großen Gott. Heut' wetzt er das Messer, es geht schon viel besser, bald wird er drein schneiden, wir rnüssen's nur leiden. Hüt' dich, schön's Blümelein!" (Volkslied) Ganz anders sehen unsere Kinder die Heuernte an. Es ist hier noch so, wie es vor fünfzig Jahren war. Fast nichts hat sich geändert. Sonnenschein und Wind sind genau so nötig wie damals. Der Rechen tut seine Schuldigkeit. Wir wenden und setzen auf Kegel. Da können Kinder viel helfen. Am schönsten ist natürlich die Heimfahrt. So auf dem hochbeladenen Wagen zu sitzen und mit der Peitsche zu knallen, ist der Traum vieler Dorfkinder. Nun wird er erfüllt. Ich glaube, meine allersrüheste Jugenderinnerung fällt auch in die Zeit der Heuernte. Ich trug damals noch keine Hosen. (Wir Buben wurden ja auch viel länger in Röcken gehalten als heutzutage!) Unsere Wiese grenzte an einen Bahndamm. Als wir heimfahren wollten und mein Vater mich auf den Wagen gehoben hatte, pflückte er noch am Bahndamm ein Sträußchen reifer Erdbeeren und reichte sie mir mit der aroßen Heugabel hinauf auf den Wagen. Dieser Augenblick, diese ersten Erdbeeren auf dem Heu wagen, das ist wohl meine früheste, aber auch die angenehmste Jugenderinnerung. Im Duft des Heues zu liegen und noch Erdbeeren zu schmausen! Das ist für einen kleinen dreijährigen Jungen unvergeßlich. Sagt, wo kann es schöner sein als im Heu? Und der Wagen voll Heu der kommt von der Wiese, und oben drauf sitzt der Hans und die Liese. Die jodeln und juchzen und lachen alle beid', und das klingt durch den Abend, es ist eine Freud'! Und dem König sein Thron, der ist prächtig und weich, doch irn Heu zu sitzen, dem kommt doch nichts gleich! (Reimet) B. Nie Lotterie des deutschen Volkes. Jetzt wird im Rahmen der großen Frühjahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit die dritte nationalsozialistische Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung veranstaltet. Wieder besteht das Wesen dieser Lotterie darin, daß, wer ein Los kauft, sich nicht nur selbst, sondern auch anderen eine Freude macht, indem er zur Unterbringung der Arbeitslosen beiträgt. Gegenüber den beiden vergangenen Lotterien sind verschiedene Verbesserungen erfolgt. Der Gewinnplan zeigt nicht mehr den Übermäßig hohen Hauptgewinn, sondern viele, recht beträchtliche mittlere Gewinne an. Die Gewinnzahl ist darum fast um Deutsches Zugendfest am 23.3uml934. Die Gebietsführung der Hitler-Fuge n d teilt mit: In Anlehnung an die von der Geschäftsstelle des „Deutschen Iugendsestes" herausgegebenen Richt- (inten wurde für die Durchführung im Gebiet Hessen-Nassau der HI. mit der Ministerialabtei- lung Ila in Darmstadt für Hessen folgende Vereinbarung getroffen, die den Einheiten der Hitler-Iugend hiermit zur Kenntnis gebracht werden. Eine entsprechende Vereinbarung wird für den Regierungsbezirk Wiesbaden in die Wege geleitet. 1. Alle Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren beteiligen sich innerhalb ihrer Schulen an den Wettkämpfen. 2. Sämtliche Jugendliche über 14 Jahre führen bte Wettkämpfe unter Leitung der HI. durch. 3 Mannschaftskämpfe von Schulen finden nicht statt. Bei den Zehn- bis Vierzehnjährigen kämpfen die Jahrgänge einer Schule gegen gleichaltrige Jahrgänge einer anderen Schule. 4. Mannschaftskämpfe der Jugendlichen über 14 Fahre werden im Rahmen der Einheiten der HI. ausgetragen, lieber die Art der Wettkämpfe und Umrahmung durch andere Darbietungen ergehen an die Einheiten der HI. noch besondere Anordnungen. Es ist der Wunsch der deutschen Reichsregierung, daß die gesamte deutsche Jugend sich um die Zeit der Sommersonnenwende an diesem Jugendfest beteiligt. 50 Prozent gegenüber den vorjährigen Lotterien vermehrt worden und vielen kann sich nun eine Glückstür öffnen. AuspalieiamtlichenDekanntmachungen Der NSLB. des Kreises Gießen teilt mit, daß zur Reichsschwimmwoche ein Dreikampf veranstaltet wird, für den Minister Schemm, der Reichsleiter des NSLB. einen Preis gestiftet hat. Alle Schulen des Kreises, die diesen Dreikampf durchführen können, werden gebeten, einen Vertreter zu einer Besprechung, die am Samstag nachmittag um 5 Uhr in der Ober-Realschule Gießen stattfindet, zu entsenden. RG-Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Sießen-Süd. Am Montag, dem 11. d. M., 20 Uhr, findet im Hotel Hopfeld (Saal) eine Amtswalter-Sitzung statt, an der sämtliche Amtswalter der NSV. einschließlich der Sachbearbeiter teilzunehmen haben. Alte Ausweise sind gegen Empfangnahme der neuen zurückzugeben. gez.: Friedel, Ortsgruppenleiter. Reichsbund Volkstum und Heimat. „Kraft durch Freude." Der Reichsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen, unternimmt zusammen mit der NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Sonntag, 10. Juni, eine erdgeschichtliche Wanderung nach dem Frauenberg. Führung: Dr. Michel. Abfahrt Gießen 8.33 Uhr nach Friedelhausen. Von da ab 4 bis 5 Stunden Fußmarsch nach Frauenberg - Marburg. Rückfahrt von Marburg-Süd 16.40 Uhr. Ankunft in Gießen 17.15 Uhr. Die Eisenbahnfahrkosten betragen 1,10 Mark. Wer zu diesem ermäßigten Preis mitfahren will, wolle sich bei Dr. Michel, Weserstraße 4, anmelden, oder am Sonntag spätestens 8 Uhr am Bahnhof sein. Gäste willkommen! Elternabend der Hitlerjugend. Der Unterbann 1/116 Gießen veranstaltet am 16. Juni, abends 8.30 Uhr, im Cafe Leib seinen diesjährigen Elternabend, bei dem auch eine große Verlosung stattfindet. Das Programm, das gleichzeitig zum Eintritt berechtigt, erhalten Sie zum Preis von 40 Pf. von jedem Hitlerjungen. Der Programmverkauf beginnt am 11. Juni. Es findet keine Abendkasse statt. Deshalb sichere sich jeder rechtzeitig ein Programm für diesen reichhaltigen Abend. Der Führer des Unterbannes 1/116: m.d. F. b. Cla r i us, Scharführer. Rechtsberatung der Deutschen Arbeitsfront, Kreis Alsfeld. (Geschäftsstelle: Nieder-Ohmen, Kirschgartnerstr. 15. Telefon: Mücke 57.) Die Sprech st unden des Rechtsberaters Pg. Otto Hartmann finden vom Montag bis Samstag, nachmittags 3V- bis 7 Uhr (Mittwochs 3 bis 6 Uhr) in Alsfeld auf der Kreisleitung, Lutherstraße, statt. — Die Sprechstunden der Geschäftsführung werden vom Montag bis Freitag von 8% bis 1 Uhr, nachmittags von 3V2 bis 7 Uhr und Samstags von 8Vs bis 1 Uhr abgehalten. Heil Hitler! gez.: Otto Hartmann, Rechtsberater. Die Ausstellung von Reisepästen. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Mit Rücksicht auf die bald einsetzende Reisezeit ist es vorteilhaft, die Reisepässe rechtzeitig, spätestens 5 Wochentage vor Antritt der Reise, bei dem zuständigen Polizeibezirk zu beantragen, damit sie nach dieser Zeit auf der Polizeidirektion, Zimmer Nr. 40 (Paßstelle) in Empfang genommen werden können. Nur in ganz dringend gelagerten Fällen (schwere Erkrankung, Todesfall) kann die Ausstellung eines Passes in kürzerer Zeit vorgenommen werden. Bereits auf die Dauer von 5 Jahren ausgestellte Pässe werden mit Ablauf ungültig, eine Verlängerung ist nicht mehr möglich. Die Paßbilder müssen aus neuester Zeit sein, die Gleichheit der dargestellten Person mit dem Paßinhaber zweifelsfrei erkennen lassen und dürfen einen Stempel oder Teile eines solchen nicht tragen. Bei Beantragung muß die betreffende Person, auf die der Paß lauten soll, selbst erscheinen, auch die Abholung des Passes muß vom Inhaber auf der Polizeidirektion (Paßstelle) erfolgen, da eine eigenhändige Unterschrift zu leisten ist. Minderjährige bedürfen zur Ausstellung eines ?taffes der Einwilligung des gesetzlichen Vertreters Vaters ober gerichtlich bestellten Vormunds). Personen, welche noch nicht ein Jahr hier gemeldet sind, müssen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ihres letzten Aufenthaltsortes bei der Antragstellung oorlegen. Schwimmunterricht wird Pflichtfach in allen hessischen Schulen. Der Schwimmunterricht wird nach einer Verfügung der Ministerialadteilung für bas Bilbungs- wesen an allen hessischen Schulen, an benen bie notwendigen Voraussetzungen gegeben sind (Schwimmmöglichkeit und geeignete Schwimmlehrer), m i t sofortiger Wirkung a l s Lehrfach eingeführt. Der Unterricht wird in die Turn- und Spielstunden des 6. Schuljahres der Volksschule bzw. der Quarta der höheren Schule eingegliedert. Er umfaßt entweder eine Wochenstunde das ganze Jahr hindurch oder zwei Wochenstunden im Som- merhalbjahr, je nach den örtlichen Verhältnissen. Die für den Schwimmunterricht, nicht aber für sonstiges Baden und Schwimmen, entstehenden Kosten gehen als sachliche Ausgaben zu Lasten der Gemeinden. Um möglichst bald für alle Schulen die Voraussetzungen für einen geregelten Schwimmunterricht zu schaffen, meldet jedes Kreis- und Stadtschulamt sofort im Einvernehmen mit den Direktionen der höheren Schulen zwei bis drei geeignete Lehrkräfte (am besten geprüfte Schwimmlehrer). Sie werden in Kürze zu einer grundlegenden Besprechung zusammengefaßt. Vorsicht beim Kirschenpflücken und -esten Die Zeit der Kirschenernte ist da. Unter den vielen, die diese köstliche Frucht mit Freude und Behagen genießen, wird es nur wenigen bekannt sein, wie diese Frucht den Weg zu uns gefunden Llni> nun, Ellen? • Roman von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 25 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Na, und sonst wissen Sie ja Bescheid. Ich komme am Abend wieder. Wir können jetzt nichts weiter tun als aufheitern. Wiedersehn, Frau Zimmermann — Wiedersehn, Herr Caßler! Kopf hoch! Ihre kleine Kameradin wird bald wieder auf Deck fein." „Wirklich, Herr Professor?" „Unbedingt, mein junger Freund. Also, alles schön befolgen. Sollte etwas Unerwartetes eintreten, ich bin sofort da." Als der Arzt gegangen war, setzte unter größter Schonung der Kranken eine leise Hast ein. Das Zimmer verwandelte sich binnen kurzer Zeit in eine ganz vorschriftsmäßige Krankenstube. Es schien, als stände das unscheinbare Haus in der Nordstraße, das sich aus der uniformen Reihe der anderen durch nichts heraushob, plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Gegen Abend stieg noch ein anderer seltsamer Besucher mit seinem Begleiter die Treppen des Miethauses hinauf und fragte sich nach Ellen Ehlers durch: Der Untersuchungsrichter mit feinem Protokollführer. Caßler empfing ihn erstaunt: „Sie können Fräulein Ehlers nur mit Genehmigung des Nervenarztes Professor Glockmann sprechen, Herr Landgerichtsrat." „Wie besorgt Sie sind! Haben aber recht. Ich habe mich bereits mit dem Herrn in Verbindung gesetzt. Er wird gleich erscheinen. Vielleicht erübrigt sich auch alles, wenn Sie mir helfen können." „Wenn es in meiner Macht liegt, sehr gern Herr Landgerichtsrat." Der Untersuchungsrichter legte die Akten auf Caßlers Zeichentisch, während »hm sein Protokollführer einen Stuhl hinschob. „Wir sind leider an einem toten Punkt. Leider! Den Dieb der Aufzeichnungen haben wir gefaßt. Er hielt sich selbstsicher noch in Leipzig auf. Aber die Fingerabdrücke an der Waffe beweisen, daß er als Mörder nicht in Frage kommt. Ich bin ehrlich und offen zu Ihnen, Herr Caßler. Sie haben mein Vertrauen. Mehr kann ich Ihnen aber trotzdem nicht sagen. Haben Sie nun noch irgend eine Angabe zu machen, die Ihnen vielleicht bis jetzt entgangen ist?" „Ich wüßte nicht, Herr Richter. Leider nicht... So besteht für Herrn Doktor von Rakenius noch immer Gefahr?" Ein Achselzucken. Dienstgeheimnis. Bernd Caßler wurde unruhig. Ueberlegte ... Das wäre ja schrecklich. Professor Glockmann kam. „Wollen wir gleich hinübergehen? Vielleicht darf ich erst einmal mit der Kranken sprechen, Herr Landgerichtsrat?" „Aber natürlich — gern, Herr Professor!" Auf Ellens Gesicht zeigte sich beim Anblick des Untersuchungsrichters sofort wieder Erregung, dock Professor Glockmann griff schon freundlich nacfj ihrer Hand. „Guten Abend, Fräulein Ehlers. Ich wollte Sie doch noch einmal besuchen. Nun, wie geht es Ihnen?" Die tiefe, beruhigende Stimme des Arztes wirkte Wunder. Die Kranke sah auf und lächelte leicht und müde. „Danke, Herr Professor. Es geht besser. Ach Gott, ich will ja stark sein, aber — ist es denn noch immer nicht zu Ende? Dort steht der Richter wieder." „Er braucht Ihre Hilfe, Kind. Nur eine kleine Frage. Wird es Ihnen möglich fein, ihm zu antworten?" „Ja, ja! Ich muß stark fein. Nur der Kopf schmerzt noch so." Professor Glockmann blinkte dem Juristen zu. Mit leichter Verbeugung trat der Untersuchungsrichter an das Bett der Kranken. „Nur eine Frage, Fräulein Ehlers. Sie haben vielleicht den schwarzen Herrn einmal in Begleitung eines anderen gesehen?! Bitte, überlegen Sie ganz ruhig. Es könnte ein auffallend kräftig gebauter großer Mann gewesen sein." Da malte sich plötzlich furchtbares Erschrecken auf Ellens Gesicht: „Gott — Holm — Holm — Ernst Holm!" stieß sie beinah tonlos hervor. Die Umstehenden sahen sich erstaunt an. Der Arzt winkte. „Gehen Sie ins Nebenzimmer! — Gehen Sie!" Dann blieb er mit der Kranken und Schwester Linde allein. „Schwester, schnell! Geben Sie etwas Brom!" „Muttchen! Muttchen!" Die Kranke bäumte sich auf und stöhnte laut. Drüben machte Caßler weitere Angaben. Nun war ihm Holm auch wieder eingefallen. „Er ist Diplomingenieur und Betriebsleiter der Autowerke. Er wohnt jetzt in Ehlers' Haus. Mehr weiß ich auch nicht." „Danke Ihnen! Vielen Dank! Vielleicht läßt sich da eine Spur finden." Mit ernstem Gesicht ging der Untersuchungsrichter davon und ließ Bernd Caßler in schwerem Grübeln zurück. Er erinnerte sich genau dieses Holms. Die mächtige wuchtige Gestalt, das brutale Gesicht... Oh, wenn nur einem, so war diesem Menschen alles zuzutrauen ... Aber... Stumm, wie bei einer Totenwacht, saßen Frau Zimmermann und Bernd Caßler in der folgenden Nacht neben Schwester Linde am Bett der Kranken. Kein Wort siel. Nur durch Blicke und Zeichen verständigten sich die drei Menschen. Wachsbleich wie ohne Leben lag Ellen in ihren Kissen. Nur gegen Mitternacht schrie sie einmal grauenhaft auf: „Muttchen! Muttchen, laß dein Kind nicht allein...! Diese dunklen Männer! Was wollen sie nur alle von mir?" Die Schwester schickte wieder nach dem Arzt. Die gefürchtete Krise trat ein. Die Kranke wurde wieder ruhiger. Unheimlich ruhig. Zwanzigstes Kapitel. Lieblich und voll schmeichelnder Wärme lag der junge Frühlingsmorgen über dem Häusermeer der Weltstadt. Die Menschen gingen leichter und sorg- loser dahin und grüßten einander mit fröhlicherem Gesicht. Scherzworte flogen von jungen Handlungsgehilfen zu den Verkäuferinnen, die eilig ihren Arbeits- ftätten zuliefen. Um diese Zeit schon verließ Ellen Ehlers, noch immer von Schwester Linde sorglich betreut, in Bernd Caßlers Begleitung das Haus in der Nordstraße. Frau Zimmermann winkte ermunternd nach. Unten stiegen die drei in einen Wagen; ausdrücklich hatte der Arzt das befohlen. Dann fuhren sie davon. Der große Schwurgerichtssaal in dem riesigen Gerichtsgebäude erlebte einen seiner größten Tage. Ein unablässiges Raunen und Flüstern ging durch das Publikum, in dem manches markante Männergesicht auffiel. Bald schloß der Wachtmeister den Zuhörerraum. Er konnte die nach Hunderten Zählenden nicht mehr einlassen. In feierlichem Ernst erschienen die Herren des Gerichts, dann der Verteidiger und zuletzt — geführt von zwei Beamten — Doktor Olaf Olsen und Ernst Holm. Olsens Erscheinung löste allgemeines Gemurmel aus. Der Mann bewahrte auch in dieser Stunde vollkommen Haltung. Sein Aeußeres war, wie immer, mit peinlicher Sorgfalt gepflegt. Holm nahm neben ihm auf der Anklagebank Platz. Nicht als ein Besiegter — ein durch Liebe Besiegter. Vorn auf der Bank faß Geheimrat von Rakenius neben feiner Gattin. Sie hatten beide das Gesicht gesenkt. Endlich wurden die Zeugen eingelassen. Wie ein 21lp lasteten diese Sekunden auf den Herzen der Zuhörer. Ruth Hilliger saß neben ihrem Vater in der vordersten Reihe. Jetzt reckte sie sich. Doktor Rainer von Rakenius trat ein. Groß — unnahbar verbeugte er sich vor den Herren des Gerichts. Doch die Spanung löste sich noch immer nicht. Noch war die Kronzeugin nicht erschienen. Da — wieder öffnete sich die Tür. Eine liebliche Röte der Gesundheit auf den weichen Wangen, auf den leuchtend blonden Locken eine kleine, schwarze Trauerkappe, trat Ellen Ehlers ein. Sieghaft schön wie eine Königin. Hinter ihr, als achte er noch immer auf jeden ihrer Schritte, Bernd Caßler, der Getreue — der Kamerad. Aller Augen ruhten auf dem Mädchen, dessen Liebe, wie man wußte, einem Unschuldigen die Ehre gerettet hatte. Jetzt setzte sie sich. Man beobachtete jede Bewegung in ihrem Gesicht. Engelrein. Sie sah nicht einmal auf zu dem Manne, wegen dessen sie hier war, und der dicht neben ihr Platz genommen hatte. Als sie nur einmal beim Nennen ihres Namens den Kopf hob, traf sie messerscharf das Auge Holms. Haß und Wut sprühten. Unwilliges Rumoren im Zuschauerraum. „Bitte, Fräulein Ehlers, würden Sie einmal auf- stehen — ober geht es nicht?" Professor Glockmann fuhr auf. „Fch möchte bitten, die Zeugin im Sitzen zu vernehmen. Es liegt zwar keine akute Schwäche mehr vor, aber ..." ,Äch kann ganz gut stehen. Danke, Herr Professor!"' Ellen Ehlers hatte sich zur ganzen Schönheit ihrer Gestalt erhoben. Sie wankte nicht — nein, sie stand. Sie stand ja für den Mann, dem ihre große, treue Liebe gehörte. s Fortsetzung foLgQ hat. Der rSmische Feldherr Lukullus besiegt ums Jahr 70 v. Chr. feine Gegner Mithridates und Tigranes und eroberte ungeheures Beutematerial. Darunter befand sich auch ein Kirschenbäumchen, das er mit der ganzen Beute aus Kleinasien mit nach Rom brachte und in seinem eigenen Garten zu Casarus on Italien anpflanzte. Seine Gärtner entwickelten in der Pflege der Pflanze großes Geschick und dadurch, sowie durch Veredelung fand die Kirsche bald ihren Weg nach den übrigen Ländern in Europa. Als ihr Ursprung ist jedenfalls Klein- und Südasien anzusehen. Auch die Kirsche, die ebenso wie die Kartoffel aus einem fremden Erdteil nach Europa eingewandert ist, wurde anfänglich nicht sonderlich geschätzt, errang sich aber bald sehr große Beliebtheit und Heimatrecht. Mit dem Reifen der Kirschen muß auch wieder an einige Vorsichtsmaßregeln gedacht werden, -**n sich und andere vor Schaden zu bewahren. Zunächst sind es einmal die Unfälle und Verletzungen, die alljährlich beim Pflücken der Frucht Vorkommen, die zur Warnung Anlaß geben. Bei der Abnahme der Früchte prüfe man das Leiternmaterial vor feinem Gebrauch, gebe der Leiter einen sicheren Stand und versteife sich nicht darauf, auch die schier unerreichbaren Früchte an den äußersten Enden der Zweige noch zu pflücken. Denn erstens kann das sehr gefährlich werden und zweitens wollen die Spatzen und andere Vögel auch noch ein paar Kirschen haben. Sicherer läßt sich auf schwanker Leiter hantieren, wenn diese an mehreren Stellen angebunden ist. Diese Vorsichtsmaßregel verursacht nicht viel Arbeit und ist namentlich bei hohen Bäumen zu empfehlen. Weitere Gefahren drohen durch das unbedachte Ausspucken und Wegwerfen von Kirschenkernen an den Gehwegen, was nicht nur für alte und sonst gebrechliche Leute, sondern unter Umständen auch für ganz Gesunde zum Verhängnis werden kann. Die Kinder sollen auch dahin belehrt werden, die Kirschkerne nicht zu verschlucken. Sehr gefährlich ist es für klein und groß, unmittelbar nach dem Genuß von Kirschen Wasser ober andere Flüssigkeiten zu trinken. Betriebszählung her Lanh- unh Forstwirtschaft in Deutschlanh. Aus der großen Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1933 wird, wie das Rdz.-Büro meldet, nunmehr das endgültige Ergebnis der Zählung der in Deutschland vorhandenen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe bekanntgegeben. Gegenüber den vorläufigen Zahlen sind bei der endgültigen Ueberarbeitung des Materials im Deutschen Reich noch 7000 land- und forstwirtschaftliche Betriebe mehr ermittelt worden. Es hat also am 16. Juni 1933 im Deutschen Reich insgesamt 3 046 638 land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 0,5 ha Betriebsfläche gegeben. Die gesamte Fläche dieser Betriebe, also die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und gärtnerisch benutzten Flächen, Haus- und Hofflächen und die übrigen zum Betriebe gehörigen Flächen umfaßten im ganzen 41387 720 ha. Da die durch 93er» Messung ermittelte Gesamtfläche des Deutschen Reiches ohne Saargebiet 46,88 Millionen ha beträgt, wird von den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als 0,5 ha ein Anteil von etwa 88 v. H. dieser Gesamtfläche eingenommen. Die Übrigen 12 v. H. entfallen zum kleineren Teil auf Gärten und sonstige Kleinbetriebe bis zu einem halben Hektar bewirtschafteter Bodenfläche, ferner auf alle sonstigen Benutzungsarten, bebaute Grundstücke, Wege, Eisenbahngelände, auf Gewässer sowie unbenutzte Flächen. Jrn einzelnen sei noch hervorgehoben, daß von der Gesamtzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe mehr als ein Viertel eine Betriebsfläche zwischen 0,5 und 2 ha hat. Die mittelbäuerlichen Betriebe mit 5 bis 20 ha, die überwiegend als „Ackernahrung" zu betrachten find und hauptsächlich von der Familie bewirtschaftet werden, stellen mit 1070 Millionen Betrieben mehr als ein Drittel aller Betriebe dar, während ihre Fläche mit rund 10,63 Millionen ha etwa ein Viertel der gesamten Betriebsfläche ausmacht. Etwa ebensoviel Fläche besitzen die großbäuerlichen Betriebe, obwohl ihre Zahl nur 322 000 beträgt. Gickcncr Wochcnrnarktpreise * Gießen, 7. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing (grün) 15 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grün) 25 bis 35, (gelb) 40 bis 45, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 40 bis 50, Schwarzwurzeln 8 bis 10, Kartoffeln (alte), das Pfund 3% Pf., der Zentner 3,20 bis 3,30 Mark, (neue) das Pfund 12 Pf., Aepfel 20 bis 30 Kirschen 25 bis 30, Stachelbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 40 bis 55, junge Hähne 60 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 45, Salat 8 bis 10, Salatgurken 30 bis 45, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. Bornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zu Straßburg auf der Schanz". ** Sterbe fälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 31. Mai 1934 verstorben in unserer Stadt: 17. Ernst Fenner, Grenadier, 19 Jahre alt, Landgraf-Philipp-Platz 4; 20. Heinrich Schäfer, Rentner, 72 Jahre, Dammstraße 39; 21. Minna Emilie Benner, geb. Casper, 60 Jahre, Steinstr. 51; 26. Karoline Christiane Höpfner, geb. Pfeil, 75 Jahre, Bückingstr. 2; 26. Anna Elisadetha Schmoll, geb. Adami, Wwe., 70 Jahre, Stephanstraße 49; 27. Elisabetha Helferich, geb. Jung, Wwe., 68 Jahre, Kaplansgasse 15; 29. Christian Kaiser, Friseurmeister, 42 Jahre, Bruchstraße 3; 29. Luise Horn, geb. Laudon, Wwe., 68 Jahre, Horst-Wessel-Wall 25; 29. Siegfried Schäler, Kaufmann, 48 Jahre, Marktstraße 20. ** Industrie und Handel helfen der Landwirtschaft. Die Industrie- und Handelskammer Gießen sieht sich veranlaßt, alle ihr angeschlossenen industriellen und Handelsbetriebe nochmals dringlich darauf hinzuweisen, daß männliche und weibliche Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft nur mit vorheriger Zustimmung des Arbeitsamts eingestellt werden dürfen. Diese Bestimmung gilt auch für solche Personen, die innerhalb der letzten drei Jahre in lanowirtschaftlichen Berufen tätig waren. Zweck dieser Anoxdnung ist, „dem Bauern diejenigen Arbeitskräfte wieder zuzuführen, die er zur Einbringung der Ernte und zur Sicherung der Volksernährung dringend benötigt. ** Schwerre Motorradunfall. In der Nacht zum Mittwoch ereignete sich in der Marburger Straße ein schwerer Motorradunfall. Der etwa 20jährige Flugschüler Tllius, der mit feinem Motorrad von Marburg kam, stürzte aus bisher nicht geklarte Weise mit seinem Motorrad so schwer, daß er mit einer schweren Gehirnerschütterung in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte. Der Soziusfahrer erlitt keinerlei Schaden. ** 23 o m Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See, Ortsgruppe Gießen, erhalten wir folgende Zuschrift: Am 9. und 10. Juni tritt das deutsche Rote Kreuz vor die Oeffentlichkeit mit einer groß aufgezogenen Sammel- und Werbeaktion für alle Gebiete der Hilfe und Fürsorge an deutschen Volksgenossen. Unter den Sammelnden wird auch der zum deutschen Roten Kreuz gehörige Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See nicht fehlen. Tausende wertvollster deutscher Menschen haben sich, meist durch bittere Not gezwungen, fern der Heimat, zum größten Teil in unfern alten Kolonien, ein neues Leben gegründet. Dem Schutz des Vaterlandes weit entrückt, der Willkür fremder Machthaber preisgegeben, oft in ungünstigen gesundheitlichen und klimatischen Verhältnissen leben diese Deutschen in kleinen Siedlungen oder in völliger Einsamkeit und kämpfen treu und unerschütterlich für ihre Familie und ihr Deutschtum. Wenn noch so ernste Sorgen den einzelnen im engsten Vaterland bedrücken, wir dürfen nicht aufhören, diese starken Zellen bester deutscher Art in fernen Ländern zu schützen. Der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See hat die Aufgabe übernommen, durch Aussendung von erstklassig ausgebildeten, mit ärztlichem Material ausgerüsteten Schwestern unfern Deutschen über See, vornehmlich den Frauen und Kindern, wenigstens die dringlichste gesundheitliche Fürsorge zukommen zu lassen. Am 9. und 10. Juni muß das deutsche Volk den starken Willen zeigen, jede gesunde lebenskräftige deutsche Familie, auch in fernsten Ländern, zu stützen und zu fördern. Reichsschwimmwoche vom ll.bis 24.3imil934. Die Durchführung in Hessen. Das Staatspresseamt teilt mit: Unter der Parole „Schwimmen muß Allgemeingut des deutschen Volkes wer- d e n" wird in ganz Deutschland in der Zeit vom 17. bis 24. Juni eine Reichsschwimmwoche durchgeführt. Mit der Unterstützung des Reichsministeriums des Innern und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda wird der Deutsche Schwimmoerband in Gemeinschaft mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und der Deutschen Turnerschaft auf Anordnung des Herrn Reichssportführers die Reichsschwimmwoche zu einer gewaltigen Kundgebung und Werbeaktion für das Schwimmen gestalten. Außer den Schwimmern und Turnern werden alle Parteiorganisationen an den Veranstaltungen mitwirken, um die Bedeutung des Schwimmens für den Menschen dem letzten deutschen Volksgenossen klarzumachen, denn Schwimmen ist die schönste und gesündeste Leibesübung für den Menschen. Allein die bedauerliche Tatsache, daß in Deutschland jährlich Tausende den Tod durch Ertrinken erleiden, genügt, die Wichtigkeit des Schwimmens für den Menschen darzutun. Aus diesem Grunde geht der Generalangriff der Reichsschwimmwoche auf das Riesenheer der Nichtschwimmer. Die Zahl der Volksgenossen, die des Schwimmens unkundig sind, ist immer noch erschreckend groß. Sie zu erfassen ist die oberste Ausgabe der Reichsschwimmwoche. Unter der tatkräftigen Führung von Verwaltungsdirektor Löwer, dem Leiter des Personal-, Turn- und Sportamtes beim Hessischen Staats- minifterium, wird die Reichsschwimmwoche nicht nur in Darmstadt, sondern in ganz Hessen zu einer gewaltigen Kundgebung für das Schwimmen werden. Wenn auch erfreulicherweise in kleineren Städten und in vielen Orten in den letzten Jahren mehr und mehr Bäder gebaut wurden, so bleibt aber gerade auf dem Lande eine große und dankbare Aufgabe bestehen. „Baut Bäbet!“ ist eine der Parolen der Reichsschwimmwoche, die in dieser Beziehung ihre Aufgabe nicht verfehlen wird. Von allen hessischen Orten — wie in Starkenburg beispielsweise Neu-Isenburg, Sprendlingen, Langen, Ober-Ramstadt, Jugenheim, Heppenheim, Lichtenberg, Lindenfels, Michelstadt, Groß-Umstadt, in Oberhessen Grünberg, Nidda u. a. m. mit ihren schönen Bädern — muß der Ruf der Reichsschwimmwoche weiter in das Land bringen: „Jeder Deutsche ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter!" Hier müssen alle mithelfen, denn Leibesübungen sind im nationalsozialistischen Deutschland keine Privatsache mehr, sondern Sache des Staates, lieber alle kleinlichen Vereinsinteressen hinweg müssen Turner und Sportler mithelfen im Sinne unseres Führers am Neubau unseres Vaterlandes. Welch große Bedeutung der Führer selbst den Leibesübungen beimißt, das hat er mehr als einmal gesagt, am deutlichsten wohl anläßlich des großen deutschen Turnfestes voriges Jahr in Stuttgart. Ein starkes und gesundes Geschlecht heranzubilden, ist die höchste Pflicht des Dritten Reiches. Kann es eine bessere und gesündere Leibesübung als Schwimmen geben? Deshalb unterstützt alle die Ziele der Reichsschwimmwoche, helft mit, daß ihr Ziel erreicht wird: „Schwimmen muh Allgemeingut des deutschen Volkes werden!" Wunder der Elektrotechnik. Vortragsabend im KDAI. — Elektrizitäts-Erzeugung, -Verteilung und Verwertung. Die Bezirksleitung Gießen des K a m p f b u n - des der deutschen Architekten und Ingenieure hatte für gestern abend zu einem Vortragsabend in das Lichtspielhaus Seltersweg eingeladen. Der Einladung war zahlreich Folge geleistet worden. Das Lichtspielhaus war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Der Abend in feiner Gesamtheit brachte den Zuhörern eine große Fülle des Interessanten und ließ erkennen, welche ungeheure Fortschritte die Elektrotechnik in den letzten 50 Jahren gemacht hat. Wort und Bild vermittelten Großtaten deutschen Erfindergeistes und ließen wissen, daß der deutsche Geist, der in den Werken lebt, mit zäher Verbissenheit an Problemen arbeitete, von denen der Laie im allgemeinen kaum eine Ahnung hat. Diplom-Ingenieur Kurz eröffnete den Abend mit herzlichen Worten der Begrüßung an die Vertreter der NSDAP., der städtischen und staatlichen Behörden und schließlich an die Reichswehr, die ein starkes Interesse durch zahlreichen Besuch erkennen ließ. ' Als erster Redner sprach Dr.-Zng. A. Schliephake über die „Elektrizitäts-Erzeugun g". Es habe eine Zeit gegeben, so führte er u. a. aus, da Elektrizität als ein Luxus angesehen worden sei. Heute bedeute die Elektrizität ständigen Bedarf an Licht, Kraft und Wärme. B-deutungs- voll fei die Elektrizität ganz besonders seit dem Zeitpunkt geworden, da man auch das Land mit Strom versorgen konnte. Die Elektrizitätsversorgung sei dadurch aus einem privaten Jnteressen- kreis in ein öffentliches Interesse gerückt worden. Die nationale Erhebung lasse die Elektrizitätswirtschaft in neuem Lichte erscheinen, in freundlicherem Lichte für den Abnehmer. Die Entwicklung der Elektrizitätsversorgung habe am stärksten eingesetzt, als es gelang, den Strom bei hoher Spannung über weite Strecken zu leiten. Der erste Versuch in dieser Hinsicht sei im Jahre 1893 gemacht worden und zwar seien 200 PS von Lauffen am Neckar nach Frankfurt geleitet worden. Der Erfolg fei heftig angezweifelt gewesen, der Versuch habe aber ein glänzendes Ergebnis gezeitigt. Der geistige Vater des Versuches sei der unvergeßliche Oskar von Miller gewesen. Sein weitschauender Geist habe die Bedeutung der Kraftübertragung früh erkannt. In der Folge seien weitere große Leistungen entstanden, von denen nur Zschornewitz—Berlin (während des Krieges) und Köln—Bludenz genannt seien. Diese letztere große Leitung sei 1926 unter Spannung gesetzt worden. Das Sozialisierungsgesetz von 1919 habe der Entwicklung der Elektrizitätswerke Schranken gesetzt. Im Verlaufe der Jahre seien aber doch, zum Teil unter Heranziehung von Auslandskapital, große Werke entstanden, die Deutschland mit ihren Kraftnetzen überzogen. Es fand schließlich eine Konzentrierung auf sieben große Werke statt, die 75 v. H. der Erzeugung in Deutschland an sich rissen. Die Rheinisch-Westfalischen Elektrowerke und das Reichselektrowerk, die mit einer jährlichen Produktion von 2,8 bzw. 2,3 Milliarden Kilowattstunden arbeiteten, seien die größten in Europa. Die Preag erzeuge nur 0,5 Milliarden Kilowattstunden, das Werk mühte aber trotzdem schon den großen Werken zugehörig gerechnet werden. Das Gießener E-Werk gebe 0,01 Milliarden Kilowattstunden jährlich ab. Die Gräßenoerhältnisse der genannten Werke ließen sich an Hand dieser Zahlen klar erkennen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit den Rohstoffvorräten, auf denen die Produktion der E-Werke basiert. Feste Brennstoffe bildeten den Hauptanteil der Energiebasis. Nur 14 v. H. der Elektrizität würden durch Wasserkraft und 10 o. H. durch Gas erzeugt. 1913 habe noch die Steinkohle die Hauptenergiebasis dargestellt. Heute dominiere die Braunkohle. Es fei allerdings damit zu rechnen, daß die Braunkohlenvorkommen in etwa 100 Jahren erschöpft seien. Der Bau von Talsperren werde in den letzten Jahren für und wider diskutiert. Ausschlaggebend für die Errichtung eines Werkes sei immer die Wirtschaftlichkeit, ferner die Lage; schließlich spiele die Frage der Arbeitsbeschaffung eine Rolle. In Bayern bestünde gegenwärtig Wassermangel, der das Walchenseekraftwerk in Schwierigkeiten gebracht habe. Heftig fühlbarer Energiemangel sei aufgetreten. Neuartige Wasserturbinen ermöglichten es jetzt übrigens, große Talsperrenbauten zu vermeiden, da es mit diesen neuen Turbinen möglich sei, selbst geringe Gefälle wirtschaftlich auszu- nühen. Die Wirtschaftlichkeit eines Werkes errechne sich in der Hauptsache aus wenigen großen Faktoren: Jn- stallationskosten, Transportkosten für den Brennstoff, und die Fernleitungskosten. Größere Betriebssicherheit würden möglichst viele Werke garantieren. Nicht zuletzt deshalb sei man auch schon nach einem Millerschen Plan zur „Verbundwirtschaft" übergegangen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner eingehend mit der großen Frage der „Spitzendeckung", die für die Einrichtung der Werke maßgebend sei. Diese Spitzendeckung bedeute für die Werke eine große wirtschaftliche Belastung. Die Spitzendeckung werde im Laufe des Tages oft nur für ein bis zwei Stunden gefordert, die Maschinensätze müßten aber doch für diese Spitzendeckung beschafft sein, seien aber nicht voll ausgenützt. Der Redner erwähnte kurz die Möglichkeiten der Spitzendeckung auf rationellere Weise (Pumpspeicherwerk, Heranziehung von alten abgeschriebenen Werken usw.) In seinen abschließenden Ausführungen beschäftigte sich der Vortragende noch mit der Strompreisfrage. Eine wesentliche Strompreissenkung werde kaum in Frage kommen können. Die Tarife seien in Deutschland grundverschieden, so daß eine Einheitlichkeit sehr erwünscht erscheine. In Hessen seien in dieser Hinsicht bereits Anfänge zu verzeichnen. Kampfpreise zur Verdrängung des Gases seien unangebracht. Vielmehr fei ein Zusammengehen mit der Gasproduktion nötig. Die Kohle sei zu wertvoll, um von den E-Werken direkt verbraucht zu werden. Es müsse dahin kommen, daß in den E-Werken nur noch Koks herangezogen werde. Das Werk in Wolfersheim, do.'' auf dieser Basis arbeite, erscheine volkswirtschaftlich und energiewirtschaftlich glücklich. Die Elektrizitätswirtschaft sei mit der deutschen Energiewirtschaft in ihrer Gesamtheit auf das engste verknüpft. Aufgabe des Reiches werde es sein, diese Energiewirtschaft in ein organisches Ver- hältnis zueinander zu bringen. An Hand zahlreicher graphischer Darstellungen konnte der Redner seinen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag nach den verschiedensten Seiten hin vertiefen. Als zweiter Redner sprach Diplom-Ingenieur Kur; der an Hand vieler ausgezeichneter Lichtbilder ein „Elektrotechnisches Bilderbuch" vor Augen führte. Er schilderte die Entwicklung der Kraftstromtechnik vom Jahre 1880 an bis zum heutigen Tag und erläuterte in Wort und Bild die ältesten und die neuesten Maschinen. Er zeigte die ersten Stromerzeugungsgeräte, mit denen die Bogenlampen gespeist wurden und schilderte die Vervollkommnung so, wie sie sich in stetig fortschreitendem Maße vollzog. Der Redner nahm bei verschiedenen Bildern Bezug äuf die Ausführungen des ersten Vortragenden uno zeigte zu einigen von jenem erwähnten geschichtlichen Ereignissen Bilder, die von besonderer historischer Bedeutung waren. In vielen Bildern lernte man schließlich auch die riesigen Generatoren kennen, wie sie in den Großkraftwerken (Walchensee-Kraftwerk, Goldenberg-Werk, Golpa-Zschornewitz usw.) zur Aufstellung gelangten. Nicht weniger Haussammlung für den Lustsport! Von Montag bis Jreifag einschließlich werden Spenden zur Luftfahrt-Derbewoche in den Wohnungen abgeholt. Jeder Spender fördert den Aufbau! interessant waren die Bilder von dem Pumpspeicherwerk Herdecke, das insbesondere zur Spitzendeckung in Anspruch genommen wird und so arbeitet, daß zu Zeiten überschüssiger und nicht ab- genommener Kraft Wasser aus einem See in einen hoher gelegenen See gepumpt wird, um bann, wenn die Spitzendeckungsleistung gefordert wird, innerhalb einer verhältnismäßig kurzen Zeit wieder über die Turbinen zu stürzen. An Hand weiterer Bilder erklärte dann der Redner auch die Heranziehung von Dieselmotoren zur Spitzendeckung, da ja gerade der wirtschaftliche Dieselmotor durch seine stetige Einsatzbereitschaft ein wertvolles Hilfsmittel darstelle. Er sprach ferner von Gasmotoren, in denen das billige Hochofengas Verwendung finden und in elektrische Kraft umgewandelt werden kann. In weiteren speziellen Ausführungen beschäftigte sich Diplomingenieur Kurz noch mit den verschiedenen Arten von Umformungsgeräten und erläuterte die Arbeitsweise von Gleichrichtern, von Transformatoren, ferner die Handhabung von Schaltern für große Energien und hier insbesondere wieder von den Druckgasschaltern und Wasserschaltern in der Form, in der sie von der AEG. her- gestellt werden. Den großartigen Abschluß des Vortragsabends bildete ein Film der AEG., der unter dem Titel „Stromrichter" zunächst besonders die Herstellung und die Wirkungsweise der Quecksilberdampf-Gleichrichter schilderte und dann in seinem zweiten Teile auch noch die Wirkungsweise der Stromschalter für größte Energien, für Hunderttausende von Pferdestärken, erläuterte. Der Film, der eine Fülle ernstester wissenschaftlicher Arbeit in sich schloß, der zweifellos unter großen wirtschaftlichen Opfern und ebenso großen technischen Schwierigkeiten hergestellt worden sein dürfte, ließ erkennen, welche gigantischen Leistungen deutscher Jngenieurkunst aufgeboten werden mußten, um die Elektrotechnik zu jener Höhe zu führen, auf der sie sich heute nach einer nur verhältnismäßig kurzen, nur wenige Jahrzehnte langen Entwicklung befindet. Den außerordentlichen Vortragsabend schloß Diplom-Ingenieur Kurz mit herzlichen Worten des Dankes an die Zuhörer, für die große Aufmerksamkeit, die der immerhin schwierigen Materie entgegengebracht worden war. Vom Finden und vom Finderlohn. Vor kurzem ging durch die Tagespresse ein Bericht über eine Verhandlung vor dem Berliner Schöffengericht, in der ein Droschkenchauffeur wegen Fundunterschlagung unter Anklage stand. Die Witz- biattfigur des zersteuten Pofessors, der überall etwas vergißt und liegen läßt, wird weit in den Schatten gestellt von der reichen Fabrikantengattin, die im Jahre 1931 einen Juwelenschatz von ungeheurem Werte in der Autodroschke des Angeklagten hatte liegen lassen. Diamanten und Saphire, Brillanten und Rubine, Perlenkolliers und Armreife, Gold und Platin glitzerten vor den Augen des Chauffeurs, als er den von der Dame vergessenen Handkoffer öffnete. Der Lockung dieses gleißenden Schmuckes hatte er nicht widerstehen rönnen: er unterschlug den kostbaren Fund. Als sich nach der Verkündung des Urteils, das auf sechs Monate Gefängnis lautete, der Zuhörerraum leerte, konnte man immer wieder die Bemerkung hören: „Hätte doch der Dummkopf lieber den Fund zurückgegeben und seine 10 Prozent Finderlohn eingesteckt!" Diese Meinung, der Finder habe einen Anspruch auf den Finderlohn von 10 Prozent, ist zwar sehr verbreitet — aber falsch! Diese Belehrung erteilte auch der Beamte des Fundbüros dem ftud. phil. Helmut Krüger, der soeben eine gefundene Handtasche abgeliefert hatte. „Der gesetzliche Finderlohn", so erklärte er dem Finder, beträgt 5 Prozent bei Gegenständen im Werte bis zu 300 RM., von dem Mehrwert sogar nur 1 Prozent. Diese Handtasche durfte mit dem darin befindlichen Geld etwa 400 NM. wert fein. Sie hätten also einen Anspruch von 5 Prozent auf 300 RM. also 15 RM. und 1 Prozent von 100 RM. Mehrwert, im ganzen also einen Finderlohn von 16 RM. Stud. phil. Krüger, der während der letzten 30 Tage des Monats vollständig „abgebrannt" zu sein pflegte, war tief enttäuscht, wurde aber von dem Beamten damit getröstet, daß er nach Ablauf eines Jahres das Eigentum an der Tasche erwerben würde, falls sich die Eigentümerin nicht melden sollte. Außerdem habe er doch das Bewußtsein, als ehrlicher und anständiger Mensch gehandelt und sich nicht der Fundunterschlagung schuldig gemacht zu haben. Der „glückliche Finder" wurde verlegen. w M C 2 *5 ■•00 / vL» 1«20 Noch heute erwirb das Zeichen der Sportflieger! Jeder deutsche Volksgenosse kann es besitzen, wenn er Mitglied einer Flieger - Ortsgruppe wird. Kein Deutscher darf bei dieser Förderung unserer Sportfliegerei fehlen. Monatsbeitrag: Aktive Mitglieder 1— Mark, fördernde Mitglieder 2— Mark. Jedes Mitglied darf das Flieger-Abzeichen tragen. Anmeldungen an die Geschäftsstelle der Jlie- ger-Ortsgruppe Gießen, Kreisamt Gießen. Schließlich berichtete er dem Beamten, daß er sich vor etwa 2 Jahren dieser Straftat schuldig gemacht habe. Als er ein Portemonnaie mit 2 RM. Inhalt auf der Straße fand, sei er zu bequem gewesen, der Polizei Anzeige zu erstatten und habe die Geld- börse behalten. Er werde aber morgen noch einmal oorsprechen und . . . Der Beamte lachte. „Behalten Sie nur ruhig die „unterschlagene" Börse. Bei einem Kleinfund im Werte bis zu 3 RM. braucht niemand anders zu handeln als Sie es getan haben. Es bedarf keiner Anzeige bei der Polizei, sondern nur an den Verlierer. Da dieser Ihnen nicht bekannt ist, haben Sie nach Ablauf eines Jahres das Eigentum an Portemonnaie und Inhalt erworben." „Darf ich noch etwas fragen?" „Bitte, Sie sehen ja, der Andrang von Verlierern und Findern ist so stark, daß weit und breit keine Menschenseele zu erblicken ist". „Ein Freund von mir hatte vor einiger Zeit in einem Wartesaal eines Bahnhofs eine Brieftasche mit mehreren tausend Mark Inhalt gefunden. Er lieferte die Brieftasche bei dem Stationsvorsteher ab und freute sich schon riesig auf den Finderlohn. Er hat aber keinen Pfennig Finderlohn empfangen und das Eigentum an der Brieftasche nach einem Jahr auch nicht erworben. Woher kommt das?" „Ganz einfach. In diesem Falle handelt es sich um einen sogenannten „öffentlichen Fund". Wenn in den Geschäftsräumen eine Behörde — z. B. Post oder in den Beförderungsmitteln einer Behörde, in einer öffentlichen Verkehrsanstalt — z. B. Eisenbahn— etwas gefunden wird, so gelten dafür besondere Vorschriften. Der Finder, der keinen Anspruch auf Finderlohn hat, muß den Fund unverzüglich bei der betreffenden Behörde abliefern. Wenn sich kein Eigentümer meldet, so können die Sachen öffentlich versteigert werden. Nach drei Iah- ren fällt der Erlös nicht etwa dem Finder, sondern der Behörde oder Verkehrsanstalt zu." Rechtsanwalt Oppermann Bezirksfachgruppenleiter der Notare. LPD. Wetzlar, 5. Juni. Rechtsanwalt Oppermann, der kürzlich zum Bezirksfachgruppenleiter der Rechtsanwälte bestellt worden ist, ist durch Verfügung vom 29. Mai auch zum Bezirksfachgruppenleiter der Notare bestellt worden. Der Bezirk umfaßt das Gebiet des Landgerichts Limburg mit den Amtsgerichten Wetzlar, Braunfels, Ehringshausen, Hadamar, Camberg, Diez, Bad Ems, Marienberg, Nassau, Rennerod, Runkel und Weilburg. Rechtsanwalt Oppermann ist gleichzeitig zum stellvertretenden Bezirksobmann im NS.-Juristen- bund für den vorgenannten Bezirk bestellt. Reichsführer-GS. Himmler Samstag in Frankfurt. Frankfurt a. TL, 6. Juni (LPD.) Reichs- führer-SS. Himmler, der Führer der Schutzstaffeln und gleichzeitig Chef der Geheimen Staatspolizei, besichtigt am Samstag, dem 9. Juni, die 2. SS.- Standarte sowie alle Frankfurter SS.- Sonderformationen. Die Besichtigung findet um 15 Uhr auf dem Ostparkgelände in Frankfurt a. M. statt. Der Reichsführer-SS. wird anschließend, voraussichtlich gegen 17.15 Uhr, den Vorbeimarsch der Schutz st affeln am neuen Reichsbankgebäude (Taunusanlagen) abnehmen. Diesem Vorbeimarsch wohnen zahlreiche SA.- und SS.-Führer sowie Leiter der Parteidienststellen und die Spitzen sämtlicher Behörden bei. Größe Strafkammer Gießen. Ein Monn namens Julius K n e i ß aus Gries- heim wurde wegen fahrlässigen Falscheides zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte verschwieg anläßlich der Ableistung des Offenbarungseides wichtige Tatsachen. Ministerialrat Ringshausen gegen Nörgler und Miesmacher. Große Kundgebung in Friedberg. * Friedberg, 7. Juni. In der Reithalle fand gestern abend eine große Kundgebung gegen Nörgler und Miesmacher statt, bei der nach einleitenden Worten des Kreisleiters Seipel Ministerialrat Ringshausen das Wort ergriff zu etwa folgenden Ausführungen: Das Reich, das unser Führer geschaffen habe, ist die Hoffnung aller Deutschen seit einem Jahrtausend gewesen. Ein Urteil $u fällen über das Werk des Führers ist nicht in der Gegenwart, sondern erst in der Zukunft möglich. Der Führer hat das Ventil dieses „deutschen Instinktes" geöffnet. Heute ist nicht das angelernte, sondern das angestammte Wissen maßgebend. Viele „Führer" mit großem Wissen hat vor dem 30. Januar 1933 das deutsche Volk gehabt. Aber jeder hatte nur einen Blick für einen Teilabschnitt. Den größten Erfola aber hatte der Führer, weil er getragen von dieser uralten deutschen Sehnsucht des Volkes diesem Instinkt des deutschen Volkes den Weg freizumachen verstanden hat. So standen sich Instinkt und Weisheit gegenüber. Je klüger das Volk wurde, um so mehr Spaltungen mußte es erleben. Den damaligen „Führern" war nichts heilig. Sie wußten nichts von dem Geheimnis des deutschen Blutes. Der Weg vom Hirn bis zum Herzen war für sie unendlich weit. Gerade diese Kreise der Jntellek- tuellen standen bis zuletzt uns gegenüber. Diese Kreise haben sich nach dem Umsturz umgestellt, aber nicht, weil ihr Herz es so wollte, sondern aus berechnendem Verstand. Zuerst kam zu uns der einfache Mann aus dem Volke, der bereit war, sein Leben einzusehen für die Idee. Ein Jahr lang haben wir die Macht. Dieses eine Jahr hat genügt, alle den deutschen Gruß zu lehren. Wir geben dem Volke den Glauben an seine in ihm schlummernden Werte und suchen diese zu wecken. Wir werden unsere Kräfte aus unserer Jugend ergänzen. Die heutige Jugend stürmt und solche Jugend ist mir tausendmal lieber als die, die einem alten Klepper vergleichbar, durchs Leben schleicht. Wenn unsere Jugend heute schon ihr Stürmen verloren hätte, dann wäre das Blut unserer Toten in der Bewegung umsonst geflossen. Die Jugend führen kann nur, wer ihr vorangeht und nicht hintennachhinkt. Wer bereit ist, für sein Volk sein Leben zu opfern, der wird im Volke leben, und wenn er gleich stürbe. Das deutsche Volk hat im Weltkrieg gesiegt, weil es an sich selbst und sein Lebensrecht glaubte. Die Miesmacher aber glauben nur an die Stärke ihres Hirnkastens, und darum haben sie den Weltkrieg verloren. Ein Volk zu retten, das verpflichtet, beim Aerm- sten anzufangen. Christ sein und Deutscher sein kann man nicht fernen. Das muß angeboren sein von der Mutter Blut her. Parteien hat man gegründet. Wir hatten eine Wirtschaftspartei, aber die Wirtschaft fiel auseinander. Wir hatten Arbeiterparteien, aber die Arbeitslosigkeit nahm zu. Wir hatten christliche Parteien, und die Gottlosigkeit nahm zu. Was haben jene von 1918 getan? Sie haben „Friede" gerufen, und den Bürgerkrieg geschürt. Freiheit nannten sie ihre Friedfertigkeit. Landesverrat war parlamentarische Moral. Höchstes Ziel war: so viel verdienen, daß sie nicht mehr zu arbeiten brauchten. Die Nationalsozialisten aber kennen nur ein Ziel: unsere Pflicht gegenüber dem Volke. Wir werden ewig rufen: „Deutschland erwache!" Wenn jebt die SA. marschiert und das heilige Zeichen unseres Sieges über Deutschland flattert, dann spüren wir etwas von der tausendjährigen Kraft des deutschen Volkes, die nun, aufgeweckt durch unfern Führer, sich zu entfalten beainnt. Und freudig wird die Zukunft rufen, so freudig wie wir, und freudiger noch: „Es lebe der Führer und unser Volk! Heil Hitler!" (Lebhafter anhaltender Beifall!) Mrerlagimg her Hitlerjugend Hessen-Mau. Die von Gebietsführer Walter Kramer alle ein bis zwei Monate einberufene Führertagung der HI. des Gebietes Hessen-Nassau fand diesmal im Bereich des Oberbann III, und zwar in Mainz statt. In einem Saale des kurfürstlichen Schlosses begrüßte Oberbannführer Walter Bloch die Oberbann-, Oberjungbann-, Bann- und Jungbannführer, und gab der Hoffnung Aus- druck, daß diese Tagung ebenso richtungweisend sein möge für die weitere Pionier- und Aufbauarbeit der HI., wie die früheren Tagungen. Gebietsführer Walter Kramer eröffnete hierauf die Tagung und gab zuerst Kenntnis von der durch das Anwachsen der HI. notwendig gewordenen Teilung verschiedener Banne und Jungbanne. Er stellte deren neue Führer vor. Die weiteren Ausführungen beschäftigten sich dann um die Zeltlager, denen für die Gemeinschaftsarbeit der HI. eine große Bedeutung zukommt; um ihre Durchführung, Verpflegung, die sanitären Maßnahmen usw. 40 große Zelllager sind seil Pfingsten im Gebiet Hessen-Nassau errichtet worden, 20 weitere kommen im Monat Juni hinzu, 100 bis 200 Jugendgenossen werden jeweils acht Tage lang bei körperlicher und geistiger Gemeinschaftsschulung den „Lagerbetrieb" mitmachen. Jungarbeiter, Schüler, Handwerker und Angestellte werden sich acht Tage lang erholen, der Natur nahe sein, Körper und Geist stählen. Auf diese Weise sollen im Laufe der Jahre alle in der HI. und im Jungvolk organisierten Jugendlichen eine kurze Zeit aus dem Alltag herausgenommen und der Gemeinschaft der Kameraden bei Spiel und Sport zugeführt werden. „Aus eigener Kraft dies schaffen" will der Gebfetsführer als Leitspruch über allen Lagern sehen und warnt davor, den Fürsorgegedanken einreißen zu lassen. Der Lagerleiter muß ein ganzer Kerl sein, der fähig ist, jeweils acht Tage lang den Jungens Führer und Kamerad, Vorbild und Erzieher zu fein. Sportgeräte find in genügender Anzahl in jedem Lager vorhanden, die Verpflegung ist gut und ausreichend, die sanitären Hilfsmittel und -kräfte find allen Anforderungen gewachsen, die das flagerieben in dieser Hinsicht etwa stellen könnte. Das Fahrterlebnis ist nicht aus der Arbeit der HI. auszuschalten. An bestimmten Fahrtensonntagen wird der Führer mit seiner Kameradschaft ober Schar auf Fahrt gehen, nicht in der hündischen Art mit ein oder zwei Mann und zum Selbstzweck, sondern in der Gemeinschaft zum Zwecke der Erwanderung der deutschen Heimat. Bei all unseren Ausgaben und Arbeiten wollen wir trotz aller Anfeindungen stets die große Linie einhalten, nie es dahin kommen lassen, daß zwei Meinungen in der Gesamtbewegung der deutschen Jugend vorhanden sind, daß die verelnheitllchung zwischen allen Gliederungen ! der HI. immer mehr zum Ausdruck kommt." Die Ausführungen der Abteilungsleiter des (Gebietes am Nachmittag bewegten sich um die besonderen Aufgaben innerhalb der Organisation, der Bekleidung und Ausrüstung, der Personalfragen, des sozialen Amtes wie Jugendrecht, Jugendfürsorge, Gesundheitsführung, zusätzliche Berufsschulung usw., des Verwaltungsapparates, des Aerzte- und Feldschwerwesens innerhalb der HI., das im Hinblick auf die Zeltlager ganz besondere Bedeutung gewinnt. Die geistige und voltssportliche Schulung wurde eingehend erörtert und neue Richtlinien herausgegeben. Die Presse- und Propagandaarbeit wurde aufs ausführlichste besprochen. Der zu Ehren Schillers von der HI. durchgeführte Staffellauf, der von den fünf Obergebieten strahlenförmig nach Marbach führt, geht am 21. Juni durch unser Gebiet und wird auf einer Strecke von 100 Kilometern von 300 Läufern bestritten, die mit Fackeln Feuer der ewigen Flamme auf Kaiserswerth mit sich führen. Einen weiteren Punkt der Tagung bildete der Gebietsaufmarsch in Frankfurt a. M. am 25. und 26. August, der 60 000 Hitlerjungen aufmarschieren sehen und reges Zeugnis für den Gemeinschaftswillen der deutschen Jugend oblegen wird. Mit dem Gebietsaufmarsch verbunden wird eine hitler-Jugend-Ausstellung, ein Spiegelbild der Kampfzeit der HI., der Monate des Durchbruches, des Jahres des Aufbaues und der politisch-kulturellen Durchdringung der deutschen Jugend, eine lebendige Schau des Schaffens und künstlerischen Wirkens der jungen revolutionären Generation, eine Wegweisung ihres kommenden Tuns. < Der Gebietsführer forderte im Schlußwort dis Führer auf, ihre Jungen zu strengster Disziplin der Autorität des Staates, der Schule und des Elternhauses zu ermahnen, sich jeden Tag auf Einfachheit und Bescheidenheit zu prüfen, das Vertrauen des Volkes, von dem wir getragen find, nicht zu mißbrauchen, niemals vom Sozialismus zu reden, ohne sozialistisch zu handeln. Aus aller Wett. Stillegung der Llbschiffahrt. Infolge des schlechten Wasserstandes ist, wie aus Hamburg gemeldet wird, die Schiffahrt auf der Oberelbe und den Nebenflüssen offiziell eingestellt worden. Drei Tote bei einem Grubenunglück. In der Ziegler-Grube in Nürschau bei Pilsen explodierte aus unbekannten Gründen eine Sprengpatrone. Ein Werkführer und drei Arbeiter wurden schwer, eine Arbeiterin leicht verletzt. Drei Schwerverletzte sind im Krankenhaus geworben. Drei spanische Bauern durch Blitzschlag gelötet. Während eines heftigen Gewitters schlug in einem Dorfe in der Nähe von Santander der Blitz in mehrer? Häuser ein. Drei Bauern wurden durch den Blitzschlag getötet und vier Kinder schwer verletzt. Zuchthausrevolte in Amerika. In Nashville (Tennessee) entwaffneten drei Sträflinge, die im dortigen Zuchthaus eine lang» jährige Strafe verbüßen, den Wärter, bewaffneten sich und verbarrikadierten sich in einem Flügel des Zuchthauses. Dort hielten sie etwa sieben Stunden lang rund 100 Wärter und Polizisten in Schach. Erst als die Belagerer sich anschickten, den Teil des Zuchthauses zu stürmen, ergaben sich die Verbrecher. Bei dem Kampf ist einer der Sträflinge durch einen Schuß verwundet worden. Das berüchtigte Einbrecherpaar Sah in Kopenhagen verurteilt. Die Gebrüder Erich und Franz Saß sind von dem Kopenhagener Gericht zu drei Jahren G e • f ä n g n i s, zum Verlust der Ehrenrechte auf Lebensdauer und zur Ausweisung aus Dänemark verurteilt worden. Die Verurteilten haben durch ihren Verteidiger, Rechtsanwalt Cohn, Berufung eingelegt. In der Gerichtsverhandlung gegen die Gebrüder Erich und Franz Saß, die u. a. zweier Einbrüche und eines Einbruchsversuchs beschuldigt werden, hatte der Staatsanwalt u. a. ausgeführt, daß für die Täterschaft der Brüder viele überzeugende Beweise sprächen. 3413D Nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief sanft am 6. d. M. meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Oßwald, geb. Müller im Alter von 50 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Oßwald III., Maurermeister Elli Schreiner. Wieseck, den 7. Juni 1934. Die Beerdigung findet Freitag, den 8. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Lichtenauerweg 5, aus statt 3408 0 * Alleinverkauf NiederhanfeD&Co. Bahnhofstraße Menfib. Hotel Schätz 11111111111111 fiiii j ui ii 11111 Geschäftsdrucksachen Rechnungen BrlefbUtter Briefumschläge Postkarten Gescheftakarten bei Brühl, Schulstr. 7 llllllllllllllllllllllllllllll Die G. B. Germania I. A r G. Schäfer X. Am Dienstag, 5. Juni 1934, verschied unser Heber A. H. Studienassessor Walter Veite (aktiv S.-S. 26) Die Beerdigung findet am Freitag, dem 8. Juni, 15 Uhr, von der Friedhofskapelle In Lollar aus statt Bekanntmachung. Die Brennholzversteigeruna vom 28. Mai 1934 (Nr. 26) wurde genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 15. d. M. in Empfang zu nehmen. Gießen, den 5. Juni 1934. 34IOC Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. Abschrift! OeffenNiche Sitzung des Amtsgerichts. Gießen, den 15. Mai 1934. St. B. 12/34. Gegenwärtig: Amtsgerichtsdirektor Dr. Wickel, als Amtsrichter, Kanzleiassiftent Hof, als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle. privaiklagefache des Bierverleaers und Mineralwasserhändlers Wilhelm Michel in Gießen, Walltorstraße 71, Privat- klagers, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar Luley, Gießen, gegen den Ludwig Werner I. in wieseck, Angeklagten, wegen Beleidigung. Der Pr.-Beklagte Werner gibt folgende Erklärung ab: 3405D „Ich bedauere, gegen den Privatkläger den Vorwurf des Diebstahls erhoben zu haben. Ich nehme diesen Vorwurf zurück, nachdem ich mich davon überzeugt habe, daß dieser Vorwurf in keiner Weise berechtigt ist. Ich nehme auch die gegen den Privatkläger erhobenen formalen Beleidigungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Ich übernehme die Kosten des Verfahrens, soweit dasselbe gegen mich gerichtet ist. Ich verpflichte mich auch, diese Erklärung einmal in dem Gießener Anzeiger und in der Oberhessischen Tageszeitung öffentlich bekanntmachen zu lassen." Gez.: Dr. M i ck e l. Gez.: Hof. Für die auszugsweise Abschrift: Luley, Rechtsanwalt und Notar. Wir haben uns verlobt Klärchen Schedes Sharp Schmidt, Studienassessor Oppenheim (Rhein) z. 3- Äingen, Abolf-Hitter-Straße 43 3uni 1934 Lingen (Rhein) Rochusallee 16 3414 d Für die Verlobten Wenn Sie auch ein Geschenk zu machen haben, dann schenken Sie etwas Praktisches für den Haushalt. Damit machen Sie den Verlobten die größte Freude. Das passende und preiswerte Geschenk finden Sie bei «J. B. Häuser Am Oswaldsgarten imsa Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 bflOnerooflen”^^"* ^.svirt.a.i.d.hartnäck.Fäll.todsich. u.Gar.innerb.5-6Tg.restl.m.Wurz. beseit, d. Hühneraugen-Rapld. Best, etö.: Löwen-Drog. W.KilblngerüachLSeltersw.69 Karl ist stolz auf seine neue Kamera. 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Jahrzehntelange Zersplitterung in der deutschen Sport- und Turnbewegung vermochte es nicht, einen einheitlichen Geist, eine geschlossene Front und eine für gute sportliche und turnerische Leistungen notwendige Zusammenarbeit zu schaffen. Ein Jahr nationalsozialistischer Staatsführung hat auch diese deutsche Sport- und Turnbewegung in -feste Formen gegossen und — wenn auch 'noch nicht vollkommen — so doch mit dem praktischen Versuch, diese Bewegung einheitlich auszugestalten, durchaus erfreuliche Erfolge gehabt. In diesem Jahr sollen nun die Deutschen Kampsspiele in Nürnberg sichtbarer Ausdruck dieser Geschlossenheit sein; die Besten aus allen Gauen, aus allen Sportarten kommend, sollen sich in edlem Wettstreit messen, vor einer Masse sport- und turnbegeisterter deutscher Menschen, insbesondere der sportbegeisterten deutschen Jugend. Nicht um einer propagandistischen Wirkung willen rufe ich euch Sportler und Turner Deutschlands zu den Kampfspielen auf, sondern um euch aufzufordern, den Geist unserer Bewegung, der immer stärker und wirksamer in das Volksleben hineinstößt, durch die Geschlossenheit eures Auftretens zu stärken. Deshalb komme jeder, der es nur kann — es ist ja Ferienzeit! und nehme begeistert an den ablaufenden Wettkämpfen und sonstigen Veranstaltungen in der herrlichen Stadt Nürnberg teil. Ich gebe hierunter die durch die Großzügigkeit staatlicher und sonstiger Organisationen gebotenen Verbilligung der Reisen und des Aufenthalts bekannt und rufe auf zur regsten Teilnahme. Eins aber vergeßt nicht: schickt eure Jungens und Mädels, sie werden herrliche Tage in Nürnberg verleben! Von allen größeren Städten des Reiches werden Sonderzüge nach Nürnberg gehen, die jedem Besucher der Deutschen Kampfspiele eine 60prozentige Fahrpreisermäßigung geben. Für die Jugendlichen wird die Fahrpreisermäßigung sogar 75 v. h. betragen. Alle Einzelheiten über die Fahrzeiten der Sonderzüge und die von den einzelnen Stationen geltenden Preise werden in wenigen Tagen von der Reichsbahn durch Anschlag 'bekanntgegeben. Aber auch Unterkunft kann in Nürnberg bereits von 1 Mk. ab für die Nacht genommen werden. Unterkunft und Verpflegung im Massenlager für täglich 2,50 Mk., für Jugendliche im großen Zeltlager bereits für 1,50 Mark. Damit ist jedem die Möglichkeit gegeben, mit den denkbar geringsten Mitteln Nürnberg zu besuchen und Zeuge der Deutschen Kampfspiele zu sein. Und nun auf Wiedersehen bei den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg vom 23. bis 29. Juli 1934 Gez.: von Tschammer und Osten." Deutscher Ooppelsieg in Warschau. Oblt. Brandt und A. holst gewinnen den Armee-Preis Eine der Hauptprüfungen beim Internationalen Reitturnier war am Mittwoch der Preis der polnischen Armee, ein Zweipferdespringen über 18 Hindernisse auf einer 2100 Meter langen Bahn. Jeder der 31 Teilnehmer hatte zwei Pferde zu reiten, deren Fehler zusammengezählt wurden. Da es den ganzen Tag stark regnete, hatte man die Hindernisse etwas erleichtert, trotzdem war es sehr schwierig, auf der glitschigen Strecke die Pferde über die Hindernisse zu bringen. Umso höher ist der deutsche Erfolg zu bewerten. Zwei deutsche Teilnehmer, Oblt. Brandt auf Baron IV und Axel h o l st auf Egly, kamen als Einzige fehlerlos über den Kurs. Großer Beifall der leider nur geringen Zuschauerzahl belohnte diese meisterhafte Leistungen. Durch je vier Fehlerpunkte der zweiten Pferde, Tora bezw. Ahnherr, belegten beide Reiter mit gleicher Fehlerzahl den ersten Platz. Auch der dritte Platz fiel an Deutschland. Rittmeister M o m m steuerte Benno und Baccarat mit je acht Fehlern über die Bahn. Als Erfolg ist auch der siebente Platz von Oblt. Kurt hasse auf der Mohr und Olaf zu bewerten, der dafür zusammen mit zwei Franzosen eine Ehrenschleife erhielt. Deutschlands Fußballelf für Neapel. Die deutsche Mannschaft bestreitet am heutigen Donnerstag das letzte Spiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft, wo sie im Kampf um den dritten Platz mit Oesterreich in Neapel zusammentrifft. Für das zehnte Länderspiel der beiden Nation, en wurde die deutsche Elf wesentlich geändert So spielt Janes für haringer als rechter Verteidiger und Münzenberg nimmt die Stelle von Szepan als Mittelläufer ein, der dafür den Sturm anführen wird. Zu dem erst um 17.30 Uhr beginnenden Spiel wird folgende Mannschaft antreten: Tor: Jakob; Verteidiger: Janes, Busch; Läufer: Cie- linski, Münzenberg, Bender; Angriff: Lehner, Tonen, Szepan, Siffling, Heidemann. Schiedsrichter ist der Italiener C a r a r r o. Deutsche HußbaNmeisterschast 1934. Die Termine für die letzten Kämpfe um die Deutsche Fußballmeisterschaft konnten erst nach Klärung der Lage bei den Weltmeisterschaften be= fonntgegeben werden. Da Deutschland am 7. Juni in Neapel sein letztes Spiel bestreitet, wurde die Vorschlußrunde für den 17. Juni, das Endspiel für den 24. Juni angesetzt. Die Vorschlußrunde bestreiten: in Leipzig: 1. FC. Nürnberg — Viktoria 89 Berlin. in Düsseldorf: SV. Waldhof— FC. Schalke 04. Gchmeling qegen Neusel? Max S ch m e I i n g hat in einer Unterredung mit dem Hamburger Veranstalter, W. Rothenburg, sich bereiterklärt, gegen den bereits verpflichteten Walter Neusel zu kämpfen. Voraus- setzung ist jedoch, daß der Arzt ihm Starterlaubnis erteilt, da der Exweltmeister bekanntlich wegen einer noch nicht ausgeheilten Daumenverletzung pausieren muß. Schmeling will sogar sehr gern in Deutschland kämpfen, er legt dabei weniger Wert auf eine amerikanische Phantasiebörse. Es hängt also alles von dem ärztlichen Befund ab. Um den „Adolf-Hitler-Pokal" im Handball. Die Vorrunde am 17. Juni. Gleich den Fußballern wurde auch den Handballern im vergangenen Jahre vom Reichskanzler Adolf Hitler ein Pokal gestiftet, der von den I einzelnen Gauen umkämpft werden sollte. Diese Runde bildete die Fortsetzung der früheren Spiele der alten Landesverbände um den DSB.-Pokal. Im ersten Jahre waren die einzelnen Gaue nur durch Stadtmannschaften vertreten, von denen Magdeburg als Vertreter des Gaues Mitte den Endsieg über Wuppertal davontrug. Die Vorrunde für den zweiten Wettbewerb um den vom Gau Mitte verteidigten Pokal findet am 17. Juni statt, und zwar wurden folgende Paarungen festgelegt in: S t u 11 g a r t . Gau Württemberg — Gau Baden Leipzig: Gau Sachsen — Gau Bayern Krefeld: Gau Niederrhein — Gau Südwest Kassel: Gau Nordhessen — Gau Nordmark Breslau: Gau Schlesien — Gau Ostpreußen Stettin: Gau Pommern — Gau Mitte Braunschweig: Gau Niedersachsen — Gau Brandenburg Köln: Gau Mittelrhein — Gau Westfalen.- NGKK- und DDAC-Zielfahrt zur Kieler Woche. Nach langer Zeit wird in diesem Jahre wieder die Kieler Woche, eine der glanzvollsten Sportveranstaltungen der Vorkriegszeit, durchgeführt. Das NSKK. und der DDAC. veranstalten dorthin am Mittwoch, 20. Juni, gemeinsam eine Zielfahrt. Auf der Suche nach dem unbekannten Sportler. Durchführung In der Gruppe Gießen. Am Sonntag, 10. Juni 1934, 9.30 Uhr, findet im Auftrage des Reichssportführers zur Suche nach dem unbekannten Sportsmann in Gießen, veranstaltet von der Spielvereinigung 1900, der Tag des Kurzstrecklers und Springers statt. Folgende Wettbewerbe kommen zum Austrag: 100-, 200- und 400-Meter Lauf; 110 Meter Hürden; Hochsprung, Dreisprung und Stabhochsprung. Die Wettkämpfe werden nach den Bestimmungen und unter Aufsicht des Deutschen Leichtathletikverbandes ausgetraaen. Sie find offen für alle Deutsche, ohne Rücksicht auf irgendwelche Vereinsoder Verbandszugehörigkeit. Die Veranstaltung wird auf dem Sportplatz der Spieloereinigung an der Liebigshöhe ausgetragen. Meldegelder werden nicht erhoben. Meldungen find zu richten an W. Schmidt, Gießen, Grünberger Straße 54, werden jedoch auch noch zu Beginn der Kämpfe angenommen. hiermit ist allen Volksgenossen noch einmal Gelegenheit gegeben, selbst an den Vorbereitungsarbeiten zu den Olympischen Spielen 1936 teilzunehmen. Getreu dem Willen des Führers sollte die gesamte deutsche Jugend sich freudig dieser Prüfung unterziehen, damit jeder von sich sagen kann: „Ich habe meine Pflicht getan". Als Rahmenwettbewerbe finden Kämpfe der Olympia-Trainingsgemeinschaft statt. Gleichzeitig ist auch Gelegenheit gegeben, die Prüfungen zum Deutschen Turn- und Sportabzeichen abzulegen, hierzu bietet sich bereits die Möglichkeit am Samstag ab 17.30 Uhr auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900. Nurmi wieder am Start. Finnlands größter Läufer, Paavo Nurmi, bewies bei einem Sportfest in helfingfors, daß mit ihm immer noch zu rechnen ist. Er gewann ein 5000-Meter-Laufen in der guten Zeit von 15:05 Minuten mühelos. Auch die Zeit von ßnein a n e n über 3000 Meter von 8:49,3 ist ausgezeichnet. In den technischen Hebungen warteten die Finnen ebenfalls mit beachtlichen Leistungen auf. Kuntfi stieß die Kugel 15,65 Meter weit, Kotkas siegte im Diskuswerfen mit 46,11 Meter, und Suotonen warf den Hammer 48,50 Meter weit. Im Hochsprung entpupte sich in Kalima ein neues Talent, der es auf 1,91 Meter brachte. Kurze Eportnotizeu. Einen begeisterten Empfang erfuhren am Dienstag in Stutgart die beiden Mercedes- Benz-Fahrer Manfred von Brauchitfch und Fagioli. Im Rathaus zu Stuttgart wurde den beiden Fahrern die Ehrenplakette der Stadt Stuttgart überreicht. * Z u einem Triumphzug gestaltete sich die Heimkehr der schweizerischen Turner-Meistermannschaft von den Weltmeisterschaften in Budapest. Vom ersten Grenzstädtchen an bis nach Zürich, wo der offizielle Empfang stattfand, waren die Eidgenossen Gegenstand lebhaftester Begeisterung. Eine sehr gute Besetzung hat die am Sonntag stattfindende 54. Bad Emser Ruder-Regatta mit 368 Ruderern und 68 Booten aus 22 Vereinen gefunden. Am Start befinden sich eine ganze Reihe erstklassiger Mannschaften aus Süd- und Westdeutschland. * Die 6000-Kilometer-Fahrt für Automobile um den Goldpokal Mussolinis wurde jetzt beendet. Die Hälfte- der etwa 200 Teilnehmer erreichte nach den drei Etappen das Ziel, bei den vorhandenen Schwierigkeiten ein glänzender Durchschnitt. Die Deutschen schnitten recht erfolgreich ab, die deutschen Adler-Wagen sicherten sich den Team- Preis. Victoria. Von Johan Lnzian. Harm und Klaus, zwei junge Maler, lebten einmal einige Wochen zusammen in einer kleinen Stadt am Rhein. Es war Juni. In den Gärten grünte und blühte es. lieber dem Tal lag die milde weiche Luft. Das Siebengebirge und der rauschende Strom gaben der Landschaft heitere Bewegung. Harm verliebte sich in Victoria, die schön, aber leichtsinnig und flatterhaft mar. Es wurde ungemütlich zwischen ihnen. Victoria hier und Victoria dort, hieß es, in jedem Gespräch brachte er ihren Namen unter. Er kam spät abends in ihr gemeinsames Zimmer und pfiff leise vor sich hin. An einem Abend tat Klaus ihm den Gefallen und fragte ihn, wo er gewesen sei. „Wo ich war, fragst du noch? Meinst du, ich sitze einsam auf einer Bank und dichte den Mond an?" „Ach ja, richtig, du hast ja deine Victoria." „Einen Charme hat das Mädchen!" begann er und entwarf ein neues Gemälde von ihr. Klaus ließ ihn reden und dachte daran, daß er Victoria heute zufällig mit dem Sechs-Uhr-Zug nach Köln fahren gesehen hatte. Und sie war nicht etwa allein gefahren, o nein! Wenn ich es ihm jetzt sage, dachte er, würde er sich unglaublich blamiert Vorkommen. Klaus schwieg und gab durch tiefe Atemzüge zu verstehen, daß er über Harms Schilderungen eingeschlafen sei. Aber die Tatsache, daß Harm, sein Freund, sich vor ihm lächerlich machte und sich in eine Komödie verstrickte, schien ihr Zusammenleben ernstlich zu bedrohen. Klaus merkte, daß er seinen Freund liebte. Es schmerzte ihn, zu sehen, wie er sich selber herabsetzte. . Am anderen Nachmittag, als Harm sich wieder davongemacht hatte mit der nervösen hast, die er lachend als Verliebtheit ausgab, schlich Klaus ihm nach Harm verschwand im Garten der Villa, wo Victoria wohnte. Klaus ging vorsichtig naher und stellte sich hinter eine Hecke. Was sollte er nun unternehmen? Sollte er in die Villa einbrechen und ift seinem Beisein Victoria all die schonen Worte ins Gesicht schleudern, die er für sie bereit hatte. Da er zu keinem Entschluß kam, starrte er zornig zu dem offenen Fenster hinauf. Es klang lustiges Klavierspiel und Helles Lachen heraus. Dann trat Victoria ans Fenster. „Genug", hörte Klaus sie sagen. „Ich mag nicht mehr. Laß uns tteber em wenig spazierengehen zum Wald hinauf." — Nun drückte er sich an die Hecke und wartete. Die Haustür wurde geöffnet, er vernahm Schritte auf dem Kies. Dann sah er Victorias Helles, grünes Sommerkleid und neben ihr — einen fremden Mann. Sie gingen die Parkstraße hinunter. Der Fremde faßte Victoria unter den Arm und drückte sie verliebt an sich. Unter einem Parktor küßten sie sich. Dann gingen sie lachend weiter. — Gerade wollte Klaus hinter ihnen her, da sah er Harm schon mit großen Sprüngen den Beiden nachsetzen, er mußte genau wie Klaus im Garten versteckt gewesen sein. Armer Harm! dachte Klaus. Das muß dich schmerzen. Und er schlenderte heim. Aber unterwegs fiel ihm ein, daß er durch eine andere Straße, wenn er rasch liefe, zwischen Victoria mit ihrem Liebhaber und Harm gelangen könnte. Er wollte ihn von den beiden trennen, bas würde wieder Ordnung in dieses verzwickte Verhältnis bringen. — Klaus lief, wie er nur konnte. Und an der vermuteten Stelle prallte er mit Harm zusammen. Sie blieben beide außer Atem wie angewurzelt stehen. „Was machst du denn hier?" fragte Harm nach einer Weile und wurde rot bis unter die Haarwurzeln. Er sah flüchtig zum Wald hin, in dem Victorias grünes Kleid gerade unter- getaucht war. „Ich? Oh, ich wollte rasch noch zur Gärtnerei, ehe sie schließt, dort gibt es wundervolle Glaskirschen zu kaufen, ein herrliches Abendbrot!" „So." „Ja. Komm doch mit, Harm, wenn du nichts vor hast." „Nein, ich habe nichts vor, heute abend", sagte er leichthin. „Victoria fühlt sich nicht wohl. Sie ist krank." „So. Nun, bann bleiben wir heute beisammen, nicht wahr?" Sie tarnen zur Gärtnerei, kauften zwei Pfunb gelbroter, glänzender, praller Glaskirschen, setzten sich damit auf ein Mauerftück am Burggraben und hielten einanber die Kirschentüten hin. Die Luft war abendlich rot, schon wuchsen die violetten Schatten. Sie aßen zusammen die knackenden Früchte und spuckten die Kerne vergnügt in den Graben. „Wie wäre es, Harm, wenn wir ein paar Tage den Rhein hinaufwanderten, jetzt in der schönsten Zeit?" fragte Klaus. „Mensch, eine großartige Sache!" rief er und seine düstere Stirne wurde freier. „Wann meinst du?" „heute abend noch?" Harm schlug Klaus auf die Schulter. „Einverstanden!" rief er freudig. — „Mag Victoria meinen — ich gehe mit dir!" „Alter Harm!" lachte Klaus. „Komm!" Oer Thingplatz als Freilichtbühne. Das Theaterspiel unter freiem Himmel ist bei uns mehr als anderwärts gepflegt worden. Die beschnittenen Hecken, die Kulissen der Gartenbühne des Rokoko waren zwar nur eine Verpflanzung des Theaterbaus in die Natur, wobei allerdings durch die Gartenumrahmung eine stärkere Einheit zwischen Schauspielern und Zuschauern geschaffen wurde. Ein echtes Freilichttheater, das sich in der Landschaft selbst entfaltet, wurde nur von Goethe mit seiner berühmten Aufführung der „Fischerin" an den Ufern der Ulm versucht. Die Versuche des 20. Jahrhunderts, eine wahre Kunst der Freilichtbühne zu schaffen, konnten nicht zum Ziele führen, da sie nicht aus dem Gemeinschaftsgeist des Volkes hervorwuchsen. Erst jetzt ist die Stunde für die echte Volksbühne gekommen, die wichtige Fok- men aus dem Volksfest, der Versammlung, dem Aufmarsch und dem Umzug entnimmt. Das Drama als hohe Kunstform wird daher wohl dem geschlossenen Haus Vorbehalten bleiben, da es von dem Zufall der Natur und des Klimas unabhängig fein muß. Die Freilichtbühne dagegen ist der ideale Ausdruck des Volks-Schauspiels, dessen Rahmen jedoch nicht einfach der Landschaft entnommen werden kann, sondern künstlerisch geformt werden muß. Dafür bietet sich der gestaltete Thingplatz dar, wie er jetzt entsteht. Die Bedeutung dieser neuen Bühnenform betont Hans Brandenburg in einer der deutschen Bühne gewidmeten Nummer der „Süddeutschen Monatshefte". Er fordert, daß auch bei der Freilichtbühne der Architekt in entscheidender Weise mitwirke: „Er muß das Grundriß- und Schwingungssystem aller Bewegungsrichtungen festlegen, die im Spiel enthalten sind. Der Auftritt vom Schauraum aus wird nun wieder wichtig, er vor allem verschmilzt die Zuschauer dem Spiel, und für das Raumgefühl ist die Tiefenbetonung, die Bewegung auf die Tiefe zu, fast nach wichtiger, als die von der Tiefe her. Sodann sind die übrigen Dimensionen zu bauen un zu gliedern, vor allem auch die der höhe, denn Treppen und schiefe Ebenen gehören zum räumlichen Spiel. Die Bühne muß aus dem Spiel hervorgehen, aus allen feinen Möglichkeiten, aber dann muß sie es in Form und Grenze bannen, ihm halt gebieten und es dadurch steigern, so wie das Wasser erst am Fels empor- schäumc." Im allgemeinen wird man, um Spieler und Zuschauer zur Einheit zu verbinden, mit einfachsten Mitteln und meist mit den Hilfskräften des Arbeitsdienstes den Naturrahmen schaffen, in dem das Bühnenfpiel als vaterländisches Fest wirkt. Die Bühne selbst wird zu einer Dreigliederung gelangen müssen, nämlich zu einer Vorderbühne, die in den Schauraum vorspringt und durch den Chor die Verbindung mit dem Publikum herstellt, zu einer Mittelbühne, dem Spielplatz der Einzeldar- steller, und zu einer Erhöhung im Hintergrund, die besonders feierlichen Szenen vorbehalten bleibt. Nach TSLahren als Verbrecher entlarvt. Die Geschichte eines entflohenen Sträflings, der ein Vierteljahrhundert lang ein äußerlich rechtschaffenes und gutbürgerliches Leben führte und dann durch feine Fingerabdrücke entdeckt wurde, hat in ganz Kanada großes Aufsehen erregt. James Fahey wurde von der berittenen kanadischen Polizei im National-Park von Jasper, einem Naturschutzgebiet westlich von Edmonton, wegen Wilddieberei verhaftet. Dabei wurden wie üblich seine Fingerabdrücke genommen und nach der Hauptpolizei in Ottawa geschickt, hier enthüllten sie zum Erstaunen der Umwelt eine tragische Geschichte. Der Mann, so verrieten die Abdrücke — und er selbst gab es zu — war niemand anders als Frank Grig- roare, der fünfundzwanzig Jahre vorher aus dem amerikanischen Staatsgefängnis von Leavenworth in Kansas ausgebrochen war und von dem man seitdem nichts mehr gehört hatte. Grigware war als junger Mensch mit einigen andern wegen eines Raubüberfalls auf einen Zug verhaftet worden. Er wurde für schuldig befunden und zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Kurz darauf fand er Gelegenheit auszubrechen und kam glücklich nach Kanada, wo er sich unter dem Namen Fahey in Jasper niederließ. Er heiratete hier, hatte Kinder und war als ein ebenso fleißiger wie solider Bürger bekannt. Niemals außer durch das letzte Wilderer- Vergehen war er jemals mit den Gerichten zu- sammengestoßen. Er beteuerte nun freilich, daß er unschuldig an dem Verbrechen sei, dessentwegen er einst in Kansas verurteilt wurde. Seine Mitbürger zeugten für seine gute Führung, seine Frau machte für ihn Eingaben, und schließlich wandten sich die Bürger von Jasper an den Präsidenten der Vereinigten Staaten mit der Bitte, sein fünfundzwanzigjähriges untadelhastes Leben zu berücksich- Ligen und ihn zu begnadigen. Auch die gesetzgebende Körperschaft von Alberta trat für ihn ein und die ganze öffentliche Meinung zeigte für ihn große Sympathie. Die Regierung der Vereinigten Staaten, die bereits feine Auslieferung verlangt hatte, nahm unter diesen Umständen davon Abstand. Gegen eine Kaution von 10 000 Dollars wurde er auf freien Fuß gesetzt. Man hofft, daß die alte Geschichte niedergeschlagen werden wird. Ober-Hessen 6m schluh. Ätreie Alsfeld Wirtschaft Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben öle Hohe Del ^uiefli beld)lo||enen Dibiöenöe an — Reichsbavköiskoni 4 o H Lomdardzinsfuß ü o. H. Deollenmarft Berlin — Frankfurt a. M 3erlln $rünrrun q, 2J1. ^ranttun a. 2)1 hird bflrft 5-6 | 6-6- 5.6. 6.6. Philipp Holzmann O| Sementwerf Heidelberg ..•••. O| Xemeatwerf Karlstadt O| 62,65 62,25 Banknoten. 124,75 125,75 'I 74,751 «I «I i| 176 I 175,5 1 175,51 7,2 175 94 98,6 Schluß» kms 47,25 62,25 63,9 19,65 184 176,5 141 93,13 90,75 94 98,9 97,9 99,25 92,5 96,4 22,75 93,25 62,5 20 182 176 141,25 47 62 19,75 183 177,5 140 145,5 67 40,75 83,25 105,5 62,25 69,25 48,5 42 98 99,5 92,9 96,4 22,75 92,75 90,75 89,25 96,5 94,25 90,75 90,75 90 90,75 94 94 98,6 94,9 90,75 90,75 48,75 62 65,75 20 182 175 141,75 8,5 7,7 7,8 8,5 7 s 0 0 144,75 204 67 40,65 83,5 145,75 69 41,5 84 bei H blei nad stau für be in in daß Dei tön yek fee bei wo für häl wir run wa U nah, ßen des. »rt|net................... ölainftaftwede Höchst «.BU. €übberticf)et Ruder ....... bet wi pi um Dei es All! lidji alle. Gli< den au das oon tijct den nac lijd |dj( ot de ein sal W G' 8- w A 65,33 81,46 34,30 98 99,5 92,75 95,9 2,7 33 90,75 90 96,5 94,4 90.75 90,75 90 91,25 94 94 98,9 8,4 7,65 7,75 8,5 6,8 62,75 69,5 49 * Nieder-Ohmen, 5. Juni. Gestern abend spielte der Tonfilmwagen der NS. -Ge- m e i n s ch a f t „K r a f t d u r ch F r e u d e" im doU- besetzten Saale Ziegenhain, wo gleichzeitig am behauptet, Schweizer Bundesanleihen lagen weiter fest. Tagesgeld 3,50 v. 5). Frankfurter Börse behauptet. Frankfurt a. M., 6. Juni. Mit Ausnahme oon wenigen Spezialpapieren war das Geschäft an der Abendbörse klein, die Kundschaft war mit Aufträgen kaum im Markt. Indessen traten nennenswerte Abschwächungen nicht mehr ein und die Grundstimmung war durchaus freundlich. Im allgemeinen blieben die Berliner Schlußnotierungen behauptet. Etwas mehr Geschäft hatten IG.-Farben, die allerdings im Verlaufe bis auf 144,75 (—0,75 v. H.) zurückgingen. Am Montanmarkt unterlagen Mannesmann auf die Bilanzveröffentlichung hin einigen Schwankungen, sonst waren die 94,9 91 62 71 50,5 45,25 8,5 7,75 7,95 8,75 1,15 8,55 7,7 7,85 8,6 75,13 99,75 50,4 ! 228 97,13 43,13 15,13 112,5 114 154 147,25 ! 210 42 84 64,91 Eac VON Dal 1 bei reg, auj (Bet Es auf die sch, unb Ka tru lapa tlju halt aufs stell Nur lien Nah und Die bto del. lut wa $u der aus Ptt 105,75 I 61,5 70 49,9 45 Ausl Ausl 9mr hoch liche und gen der des kläi Au dur Aus ne ins! litifi laut an t®. Karden-Jnvustrie ch ei de anstaU Gvidschmidt .... RülgerSwerke iRetallfletellfdKrft...... Zrir 2,482 . 58,64 56,56 12,68 16,52 169.99 21,68 63,70 101,5 | 102,25 -1 128 <% »olbrente... 4,80% Oesterreichische ©Uberrenti 4% Ungarische Oolbtente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y.% deSgl. von 1918 ........ 6% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Dürkische Rollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Lnleihe Schluß. W Abend- behalten um 1 Uhr in Heuchelheim landete. Der Besuch in Wallertheim war ein Gegenbesuch, den die Heuchelheimer den Wallertheimern für ihren Besuch, der vor zwei Jahren stattfand, schuldig waren und dazu dienen sollte, die damals geknüpften freundschaftlichen Bande zu erneuern und zu festigen. Mit Freude denkt jeder Teilnehmer an den herrlichen Ausflug und an die große Gastfreundschaft in Wallertheim zurück. * Be'llersheim, 4. Juni. Die Fahnenweihe der Deutschen Arbeitsfront, die am vergangenen Sonntag hier stattfand, nahm einen würdigen Verlauf. Kurz nach Mittag erfolgte die Aufstellung des Festzuges, der sich unter den schneidigen Klängen oon Marschliedern durch die Ortsstraßen bewegte. Mädchen des BdM. trugen die Fahne zur Weihe. Nach dem Einzug in oen Saal, in dem die Weihe abgehalten wurde, sang man zunächst das Lied „Wir treten zum Beten". Sodann sprach Pg. Wagner und weihte im Anschluß an seine Ansprache die neue Fahne. Mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes fand die Feier ihren offiziellen Ab- öer Saatenstand im Deutschen Reich zu Anfang Juni. Die in der zweiten Maihälfte mehrfach eingetretenen Regenfälle reichten im allgemeinen nicht aus, um dem ausgetrockneten Boden hinreichende Feuchtigkeit zu geben. Auf leichteren Böden haben die Saaten bereits größeren Schaden erlitten. Auf schweren Böden machten sich Trockenheitsschäden wenig stark bemerkbar. Don den Getreidearten hat der Winterroagen, dessen Blüte in vielen Gegenden beendet ist, die Trockenheit ziemlich gut überstanden. Schlechter steht der Winterweizen, dessen Entwicklung bereits stark beeinträchtigt wurde. Das Sommergetreide hat bisher noch weniger gelitten, da sein Wasserbedarf in den ersten Stadien der Entwicklung noch nicht sehr groß ist. Recht gut beurteilt wird im allgemeinen der Stand von Raps und Rübsen. Die Hackfrüchte sind infolge der Trockenheit im Wachstum noch nicht fortgeschritten. öffneten Aschaffenburger Zellstoff 1,25 v. H. niedriger, dagegen Gement Heidelberg 0,50 v. H., Reichsbahnvorzugsaktien 0,25 v. H. freundlicher. Der Rentenmarkt lag widerstandsfähig. Neubesitz uno. 22,70 v. H., Altbesitz 0,13 v. H., Stahl- oerein-Bonds 0,75 v. H. höher, andererseits aber späte Reichsschuldbuchforderungen 0,65 v. H. und Neichsmarkanleihen 0,25 bis 0,50 v. H. leichter. Von fremden Werten zogen Ungarn leicht an. Im Verlaufe blieb die Haltung bei verhältnismäßig kleinem Geschäft uneinheitlich, wobei aber die Veränderungen kaum 0,50 bis 1 v. H. ausmachten. Sehr fest lagen Rhein. Braunkohlen mit plus 7 v. H., Ilse Stamm wurden weiterhin mit ca. 154 bis 155 v. H. taxiert, ferner waren Aku 1 v. H. höher und Schiffahrtsaktien ca. 0,50 v. H. erholt. Die später notierten Werte lagen ebenfalls uneinheitlich, wobei Bemberg 2 v. H^ Daimler 1,65 v. H. und Gesfürel 1,50 v. H. verloren. Farben galten 144,50 Br. nach vorübergehend 145,25 v. H. Deutsche Anleihen zeigten nur wenig Veränderung, auch der Pfandbriefmarkt lag bei kleinem Geschäft zumeist gut behauptet. Dagegen gingen Stadtanleihen überwiegend um 0,50 bis 1 v. H. zurück. Am Auslandsrentenmarkt blieben Mexikaner und Anatolier Schullhet» Payenhofer 0 ilhi «Allgemeine ftunftfdbt) .. 0 Bemberg 0 -ellltofs Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer Oktf ............ 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum .......... 0 vrenstein L Koppel...... 0 Leonhard Tiez ........... 0 khade .... ........ 10 Aerumulatoreu-Fabeü........o Isnti-flhnemi .............. 0 (Schluß. Minag- börse 6-6. 74,75 98,4 49 232,75 96,4 42,13 14,75 113,75 113.5 152,5 Kurse hier nur wenig verändert. Jrn Verlaufe erfuhr das Geschäft keine Belebung. Am Schiffahrtsaktienmarkt lagen Nordd. Lloyd etwas fester, ferner zogen Zellstoff Waldhof, Kali Aschersleben und Akkumulatoren von 0,50 bis 1 v. H. an. Am Rentenmarkt fanden Neubesitzanleihe etwas mehr Interesse, wobei man sowohl Hamburger als auch Berliner Käufe beobachtet haben wollte. Die übrigen Rentenkurse lagen bei kleinem Geschäft voll behauptet. Fremde Werte lagen still. U. a. notierten Neubesitzanleihe 22,75, Altbesitzan- leihe 96,40, Stahlverein-Bonds 73,50, DD-Bank 58,50, Dresdner Bank 63,50, Reichsbank 154, Gelsenkirchen 63, Harpener 98,40, Kali Aschersleben 114, Klöckner 70, Mannesmann 65,50 bis 65,25 bis 65,40, Phönix 49, Rheinstahl 96.40, Stahlverein 42,25, Akkkumulatvren 77,50, Bekula 136 65, Bemberg 69,50, Evnti Gummi 140. Deutsche Erdöl 119,25, IG.-Farben 145 bis 144.75, Gesfürel 100,75, Lahmeyer 117, Rütgerswerke 40,65, Schuckert 91.50, Siemens 139, Zellstoff Waldhof 49. AG. für Verkehr 65,75, Hapag 26,50, Nordd. Lloyd 32. Nachbörse: IG.-Farben 145, Neubesitz 22,80. Frankfurter Schlactnvtelwrartt Frankfurt a. M., 7. Juni. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 103 Rinder. 928 Kälber, 56 Schafe, 560 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 53 Mark, Härnmel 30 bis 36, Schafe 26 bis 33, Schweine 34 bis 42 Mark. — Marktverlauf bei allen Diehgattungen ruhig. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Fran kfurt a. M., 6. Juni. Arn G e rnüse- markt blieben die Zufuhren von Blumenkohl, Gurken, Karotten und Kopfsalat sowie Rettich stark. Das Spargel- und Erbsenanaebot war gut, neue deutsche Kartoffeln waren noch nicht am Markt. Die Preise für in- und ausländische Kartoffeln sind gestiegen, im übrigen waren sie allgemein gedrückt. Bei schleppendem Geschäft verblieb für Kopfsalat und Kohlrabi Ueberftanb. Es erzielten: Blumenkohl (Treibhaus) I 30 bis 40, II 15 bis 25; Bohnen (Treibhaus) 40 bis 50, do. ital. 5 Kilo 125 bis 140, Erbsen 15 bis 17; Salatgurken 10 bis 35, Einmach, gurten 10, Karotten, Bündel 5 bis 7; Kartoffeln, alte, 50 Kilo 425 bis 450, do. neue italienische lange 950 bis 1050, runde 650 bis 750; Kopfsalat 2 bis 4; Rettich, kleines Bündel 3 bis 5, do. Stück 3 bis 8; Kohlrabi 4 bis 6, Römischkohl 10; Spargeln I 25 bis 30, II 18 bis 22, III (Suppen) 10 bis 12; Spinat 8 bis 10, Frühwirsing 8 bis 10, Tomaten 33 bis 35 hell, do. deutsche (Treibhaus) 37 bis 40; Zwiebel mit Schloten 6 bis 8. Am Ob st markt war das Angebot sowohl in ausländischen Erzeugnissen als auch in Kirschen und Erdbeeren gut. Bei kaum veränderten Preisen war aber die Nachfrage unbefriedigend. Es erzielten: Erdbeeren I 40 bis 50, unsortiert 30 bis 35, II 22 bis 30, Walderbeeren 50 bis 60, Kirschen I 18 bis 25, II 12 bis 10, Aprikosen, ein halbes Kilo 20 bis 25 span., Pfirsiche, ein halbes Kilo 35 bis 40 span., Apfelsinen Blut 15 bis 16 span., do. 26 bis 27 yal., Aepel, Kiste etwa 40 Pfund, rote 750 bis 900 amerit, 800 bis 1000 austral., Stachelbeeren unreif 9 bis 10, Bananen, 12,5 Kilo, 500 bis 550 Jam., Zitronen, 150 Stück, 400. Die angegebenen Preise sind Großbezugspreise, sie sind, sofern nichts an- • deres angegeben, auf ein halbes Kilo bzw. Stück in Pfennigen umgerechnet. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Juni. Der Markt lag heute wesentlich ruhiger. In Hafer und Futtermitteln blieb das Angebot knapp, doch konnten sich die erhöhten Preise für einige ölhaltige Artikel nicht voll behaupten. Hafer und Kleie sowie Trockenschnitzel zogen indes weiter an, für Brotfrucht blieben die Preise unverändert, ebenso für Mehle. Es notierten: Weizen 207; Roggen 181,50; Haser 182,50 bis 185; Weizenmehl Type 563 Festpreisgebiet W X 28,90, do. Festpreisgebiet W VII 28,60; Roggenmehl Type 610 Festpreisgebiet R VIII und R VI 25,25; Weizenmehl IVB 16,50; Weizennach- mehl 15,50; Weizenfuttermehl 11,70 bis 11,80; Weizenkleie fein 10,75, mittel 11, grob 11,10 bis 11,25; Roggennachmehl 16,50; Roggenfuttermehl 12,25; Roggenkleie 11,40 bis 11,50; Sojaschrot 16; Palmkuchen 14,90 bis 15,10; Erdnußkuchen 16,75 bis 17; Treber 14,50; Trockenschnitzel 11,15; Weizen- und Roggenstroh 2 bis 2,20. Tendenz: behauptet, Heu ohne Angebot. Allgäuer Käsemarkt. Kempten, 6. Juni. Rahmeinkauf bei 42,5 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe (Preisfestsetzung der Milchversorgungsverbände Alpenland, Ober- und Unterland) 116 (116), Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt, grüne Ware (Richtpreise des Milchwirtschaftsverbanoes Allgäu) 19 (19). Tendenz: bessere Nachfrage. Allgäuer Emmerthaler mit 45 v. H. Fettgehalt (Richtpreise des Milchwirtschafts- verbandes Allgäu) 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67). Tendenz: etwas freundlicher. * Superposphatpreise gesenkt. Die I deutsche Superphosphatindustrie hat ihre Preise | für Superphosphat mit Wirkung ab 1. Juni 1934 ■ um rund 5 Prozent gesenkt. Außer dieser 5pro- | zentigen Preisermäßigung werden für Juni- und Julilieferungen Frühbezugsvergünstigungen ge- ■ währt, die für Bestellungen bis zum 16. Juni für Junilieferungen 5 RM. je 15 t auf Superphvsphat und bis zum 25. Juni für Julilieferungen 4 RM. je 15 t auf Superphvsphat betragen. Die allgemeinen Verkaufs- und Lieferungsbedingungen find unverändert. * Kupfer darf nur noch bedingt z u Freileitungen verwendet werden. Die Ueberwachungsstelle für unenble Metalle hat ungeordnet, daß Kupfer und dessen Legierungen (wie Freileitungsbronze) aus Rohmaterial und raffiniertem Metall zu Freileitungen (Blankmaterial) nicht mehr verarbeitet werden dürfen. Ausgenommen ist die Verarbeitung zu Fahrdrähten, Niederspannungs- Ortsleitungsnetzen und Mitteljpannungsleitungen (unter 30 KW) in den Querschnitten bis zu einschließlich 25 Milimeter. Das Verbot erstreckt sich auch auf die Weiterverarbeitung durch Dritte. Die Erstoerarbeiter der Rvhmetalle und raffinierten Metalle haben gegen Umgehungen des Verbotes auf diesem Wege Vorsorge zu treffen. Ausnahmen, insbesondere auch für schwebende Aufträge, sind seitens der Bauherren bei der Ueberwachungsstelle, Berlin, mit eingehender Begründung zu beantragen und bedürfen vor Inangriffnahme der Verarbeitung des Rohmetalls der Genehmigung der Ueberwachungsstelle. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 6. Juni. Die Börse zeigte heute erstmals nach der starken Aufwärtsbewegung der letzten Tage ein wesentlich ruhigeres Aussehen. Oer Landesbauernführer über dieFeldbereinigung in Oberheften. LPD. B ü b i n g e n, 6. Juni. Anläßlich einer Z u- fammenfunft der Bürgermeister des Kreises Büdingen sprach u. a. der Landes- bauernführer Dr. Wagner über die neuen Richtlinien in der Agrarpolitik, wobei er insbesondere auf die Meliorationsarbeiten und die Feldbereinigung in Oberhessen einging. Er betonte dabei die Erleichterung, die die neue Art der Feldbereinigung mit einem Landabzug von 7% Prozent für die Bauern bedeute, gegenüber der früheren Art, die neben einer 12prozentigen Landabgabe noch mit andern Unkosten verbunden gewesen sei. Die neue Art der Handhabung der Feldbereinigung sei ebenso wie das Reichserbyofgesetz und das Reichsnähr- standgefetz ein Zeichen dafür, daß die neue Regierung sich bemühe, das Los des Bauern zu erleichtern und seine Stellung innerhalb des deutschen Volkes zu sichern und zu festigen, wie es der Führer im Rahmen feines großen Dier- jahresprogramms wünsche und wolle. Aus diesem Grunde wandte sich der Landesbauernführer gegen die Miesmacher und Kritikaster und forderte sie auf, die Bemühungen und Bestrebungen der neuen Regierung anzuerkennen und sich die Zeit ins Gedächtnis zurückzurufen, in der man das Bauerntum um Hab und Gut habe bringen wollen. Die Versammlung schloß mit einem Treuegelöbnis für den Führer. Oer „Kraft durch Ireude"- Tonfilmwagen im Kreise Alsfeld. * Grebenau, 5. Juni. Zum ersten Male ist der „Kraft-durch-Freude"-Tonfilmwagen in unseren Kreis gekommen und brachte am vergangenen Sonntag eine Kinder- und Abendvorstellung im vollbesetzten Saale der Turnhalle zu Grebenau. Diele wundern sich, wenn dieser Wagen aus weiter Ferne zu uns kommt, zu uns in die entlegensten Dörfer und Orte. Dies ist ein Beweis, ein klarer und unwiderlegbarer Beweis, daß der neue Staat, den der Nationalsozialismus geboren hat, an alle denkt. Jeder soll Freude haben, ebenso wie er Arbeit hat. So zeigte man uns Grebenauern das Filmspiel „Die letzte Kompanie". Diese Filmarbeit stellt nur einen Bruchteil des ungeheuren Aufgabenbereiches der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" dar. „Kraft durch Freude" ist ein ganz neuer Begriff, der in der Geschichte auch noch niemals hervor'getreten ist, und der im Aufbau des nationalsozialistischen Staates vielleicht der Schlußstrich ist; denn durch die Verwirklichung dieses Begriffes werden alle Gebiete erfaßt, die in irgendeiner Form das Leben schön und lebenswert machen. Aus Dankbarkeit und Anerkennung brachte der Kreiswart der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Schlüsse der wohlgelungenen ersten Filmveranstaltung im Kreise Alsfeld ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf unseren Führer aus. Die Veranstaltung fand ihren Abschluß durch das Horst- Wessel-Lied. Landkreis (tiicftcn * Heuchelheim, 7. Juni. Der Gastwirt Ludw. Steinmü11er VII. von hier kann am heutigen Tage seinen 9 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist in weiten Kreisen gut bekannt und allgemein beliebt. ck. Heuchelheim, 6. Juni. Am vergangenen Samstag und Sonntag machte der hiesige e v a n - gelische Frauenverein Und der Kirchen- chor einen Ausflug nach Wallertheim in Rheinhessen, dem früheren Wirkungskreis unseres Ortspfarrers Weisel. Etwa HO Personen nahmen in drei Autobussen der Reichspost an dem Ausflug teil. Derselbe führte am Samstag früh von hier über Friedberg, Bad Homburg nach Wiesbaden, wo bei einem mehrstündigen. Aufenthalt die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt wurden. Von dort aus ging es über Mainz dem schönen Rhein entlang nach Bingen mit seinem schönen Blick auf das Niederwalddenkmal. Der ebenfalls mehrstündige Aufenthalt wurde von vielen Teilnehmern zu einer kurzen Dampferfahrt benutzt. Die Reife führte dann weiter nach Bad Kreuznach, das ebenfalls besichtigt wurde, nach dem Ziel Wallertheim. Hier waren die Heuchelheimer Gäste des dortigen evangelischen Frauenvereins und Kirchenchors. Abends fand eine stimmungsvolle Feier statt, welche die beiden Kirchenchöre sowie der Posaunenchor Wallertheim durch Vorträge verschönten. Am Sonntag wurde nach gemeinsamem Kirchgang ein Ausflug nach Gau-Bietigheim zur Besichtigung der Weinkellereien der Winzervereini- gung veranstaltet. Nach eingehender Besichtigung derselben und noch eingehenderer Probe des herrlichen Stosses wurde der Rückmarsch nach Wallertheim angetreten, von wo aus dann die Abfahrt gegen 19 Uhr erfolgte. Ueber Mainz, Frankfurt, Friedberg ging die Fahrt, bis alles wieder wohl- 5.6. I 98 . 99,6 , 92,5 ! Echlußk. Abend- börsc 6.6. TT? 49 233 96,4 42,25 14,25 114 114,75 Von der Kundschaft waren nennenswerte Kaufaufträge ausgeblieben, vielmehr wollte man seitens des Auslandes einige Verkäufe beobachtet haben. Die Kulisse bekundet« daher etwas Zurückhaltung und schritt auf den meisten Marktgebieten zu kleinen Ge- winnmitnahmeu, so daß das Kursbild ein zwar uneinheitliches, aber doch überwiegend abgeschwächtes Aussehen hatte. Indessen blieb die Grundstimmung freundlich, zumal aus der Wirtschaft günstige Nachrichten vorlagen, denen jedoch andererseits die verworrene Lage in Genf gegenüberstand. Farbenindustrie eröffnete mit 144,75 nach gestern abend 147,50 v. H., ferner gaben Th. Golöschmidt 1,75 v. H., Deag 0,25 v. H. nach, Scheideanstalt waren zu 210 v. H. angeboten. Montanaktien lagen meist von 0,50 bis 1 v. H. niedriger, darüber hinaus lagen Gelsenkirchen 2 v. H. und Buderus 1,50 v. H. schwächer, Harpener waren indes noch etwas höher, auch Ilse Bergbau waren stark gesucht und wurden mit 155 v. H. nach gestern Mittag 146,25 v. H. geschätzt. Kaliwerte zogen ebenfalls weiter an, und zwar - r' ieln um 0,75 Nachmittag eine Kindervorstellung stattfand. Der Tonfilmwagen zeigte den Film „Die letzte Kompanie". Eingeleitet wurde der Abend durch den Kul- tur- und Filmwart Pg. Schmoll, Elpenrod, der kurz Ziel und Zweck der Organisation umriß. Die Bilder des Filmes, die an den Augen der Besucher vorüberzogen, zeigten, wie sich der letzte feldgraue Soldat einsetzte für Volk und Vaterland, wie 13 deutsche Soldaten der Burgschen Kompanie ihr Leben damit bezahlten, um taufenden deutscher Ko- meraben das Leben gegen den feindlichen Angriff zu retten. Den Abschluß des Abends bildete die Ansprache des Kreisbetriebszellenobmannes Pg. Otto Hartmann, in der er dem Führer dankte, daß der deutsche Arbeiter der Stirn und der Faust in den Kinos nicht mehr Kunde und Opfer des Juden ist und nicht mehr das, was dem deutschen Menschen heilig ist, verunehrt wird. Heute sollen deutsche Filme dem deutschen Menschen das Leben unserer Zeit vermitteln, und die Schönheiten unseres deutschen Vaterlandes zeigen. Nicht zuletzt soll das hohe Lied der Arbeit durch den Film verkündet werden. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und dem Horst-Wessel-Lied fand die Veranstaltung ihren Abschluß. N. Merlau, 6. Juni. Heute morgen ereignete sich in unserem Dorfe ein Unglüdsfall. Dem Knechte des Milchfuhrmannes Kaufmann von hier gingen beim Umwenden des Milchwagens die Pferde durch. Der Wagen fiel um, so daß sich sämtliche Milchkannen entleerten. Der Knecht blieb besinnungslos auf der Straße liegen. Er mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Berlin •s*E8SS , 1 d-rse I Schluß- I furd Datum | 5 6 iRanffelbet Bergbau 01 75,75 KokSioerke 0 — Pdvnir Bergbau.............0 51 Rheinische Braunkohlen 10 226 Rheinftahl ..........0 98 Bereinigte Stahlwerke 0 43,9 Otav, Minen ............ 0 15,5 Kaliwerke Aschersleben 6 113 Kaliwerke Westeregeln 6 114 ffaltöedr Salzdetfurth.....7y,| 153 Datum 1% Deutsche ReichSanlethe 0 1987 S%ehem.7%Tt ReichSanl. v. 1929 &Vi% Doung-Änleihe von 1930 Deutsche Ant.-AdlSs.-Schulb mit Auölos.-Rechten .. DeSgl. ohne AuSlol.-Rechte . ■ - 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 srückzahlb. 108%) 6% Hcjj. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6h% Hess Landes-Hypotheken- hant Darmstadl Ltqui Oderheften Provinz-Anleihe mit Auölof.- Rechten Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpfe 16 unkündbar bü 1938 $y,% ehem. **/,% Franks Hyp.- Bank-Liqu.-Psandoriese •H% ehem.