Nr. 81 Lrfter Blatt 184. Jahrgang 5amrtag,7.April 1934 Erschein! l üg lich, außer Lonniaas und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bie >ener Familienblätter Heimat :m Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 8ernsyrechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Sieben Postscheckkonto: 8ranifurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche UnfoerfttötsBud)’ und Steindruckerei R. Lange in Gießen. 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Für eine unabhängige Außenpolitik Belgiens. Paris, 7. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Pariser Morgenblätter bringen über den Inhalt der französischen Note nichts wesentlich Neues. Mit größter Selbstüberwindung und echt angelsächsischer Beharrlichkeit hat man daher in London den von Frankreich bereits fallen gelassenen Faden wieder ausgenommen. Die Möglichkeit dazu boten die französischen Bürgschaftsforderungen. Sie gehen nach zwei verschiedenen Richtungen. Einmal wünscht Frankreich die allgemeine Sicherheit über die bestehenden Verträge (Locarnoabkommen, Kelloggpakt) hinaus zu verstärken durch die Uebernahme von Garantien für den Bestand der Grenzen in Osteuropa, am liebsten sähe man in Paris eine Rückkehr zur englisch-franzö- fischen Entente cordiale. Aber die britische Volks- Meinung lehnt in ihrer überwältigenden Mehrheit eine solche einseitige Bindung, die überdies dem Geist des Locarnopaktes strikt zuwiderlaufen würde, mit aller Entschiedenheit ab, und es ist auch nicht anzunehmen, daß es einer auf die Erneuerung der Entente hinarbeitenden Presse gelingen wird, tm britischen Volk eine so radikale Sinnesänderung zu erzeugen. Wenn sich in Frankreich das Kabinett der Alten, die Regierung Doumergue-Barthou, eisern an die Aufrechterhaltung des in Versailler geschaffenen Status quo klammert, so hat man in „um eine Begrenzung der Rüstungen aller Länder zu ermöglichen". Deutschland sei berechtigt, sich seine Handlungsfreiheit wieder zu holen, wenn die Abrüstungskonferenz nicht zu diesem Ziele führe. Der aus dem Versailler Vertrag entstandene Zustand, nämlich „eine hochgerüstete französische Armee gegenüber einem praktisch entwaffneten Deutschland" könne nicht weiter aufrecht erhalten werden. Brüssel, 6. April. (DNB.) „Libre Bel- g i q u e ", ein Blatt, das sich bereits mehrfach für eine gegenüber Frankreich unabhängige belgische Außenpolitik eingesetzt hat, wendet sich erneut gegen die Auffassung, daß „das Schicksal Belgiens unlöslich mit dem Frankreichs verbunden sei". Das Blatt bezeichnet diese Auffassung als „gefährlich und übertrieben". Dem von der französischen Propaganda gern angewandten Hinweis auf die drei Invasionen, denen Frankreich im Laufe eines Jahrhunderts angeblich zum Opfer weniger pessimistische Note an, er meint, die französische Antwortnote sei ein Zeichen, daß Frankreich nunmehr bereit sei, „der äußerst wichtigen Entscheidung ins Antlitz zu blicken, die die internationalen Beziehungen tief beeinflussen muß," womit die Frage der Ausführungsgarantien gemeint ist. — Die französische Note, so meint die „Morning Post" bedeute insofern einen Fortschritt in der bisherigen Haltung des Quai d'Orsay, als dieser eine Wiederaufrüstung Deutschlands jetzt als unvermeidlichen Faktor zugestehe. In dieser Hinsicht sei Barthou ohne Zweifel durch die Stellungnahme der Belgier beeinflußt worden. — „Daily Mail" sagt, das Leitmotiv der französischen Antwort sei das, daß die Besprechungen über bie „Abrüstungen" jetzt z u Ende seien und daß nur noch bie Frage der „Rüstungsbegrenzung" zur Aussprache stehe. — „Daily Herold" sagt, die französische Note verlange nicht etwa nur Ausführungsbürgschaften, sondern weitere Bürgschaften für die „allgemeine Sicherhei t". England werde in verschleierter Weise aufgefordert, seine Verpflichtungen über das Völkerbundsstatut und die Locarnoverträge hinaus auszudehnen. Unter keinen anderen Bedingungen fei Frankreich bereit, einer Begrenzung seiner eigenen Rüstungen oder einer Erhöhung der deutschen Rüstungen zuzustimmen. — „Daily Expreß" meint, Frankreich verlangt im Grunde genommen in seinen Gegenfragen nichts anderes, als daß England ihm zu Hilfe kommen soll, „wenn irgend etwas schief geht". Die Franzosen würden sich keinen Schritt von ihrer jetzigen Stellungnahme entfernen. Das englische Volk wolle aber weder den Franzosen noch den Deutschen zu Hilfe eilen. Sie Mauer des Versailler Vertragssystems Paris sucht Hilfe im Osten. Heue Gegenfragen statt einer klaren Antwort Das Rüstungsausmaß wieder vorgeschoben. men und wenn er auch auf der Fahrt nach Genf in Paris Station macht, dürfte doch kaum mit einem handgreiflichen Ergebnis der Genfer Bürositzung zu rechnen sein. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor in den diplomatischen Verhandlungen zwischen den vier europäischen Hauptmächten. Am Zuge ist in bem schon burch Monate sich hinspinnenben Notenwechsel roieber einmal Frankreich, bas soeben bie Antwort auf englische Rückfragen über bie Art ber geforberten Bürgschaften nach reiflicher Ueberlegung in Lonbon überreicht hat. Die vorangegangene französische Note mit ihrem starren „Nein" schien schon alle Verhanblungstüren zugeschlagen zu haben. Aber Englanb ließ ben Fa- ben nicht abreißen. Die englische Diplomatie setzt mit erstaunlicher Zähigkeit alles baran, boch noch zu einem Abkommen zu kommen, bas eine, wenn auch noch so kleine tatsächliche Abrüstung enthält, obwohl alle Welt längst bavon überzeugt ist, bah irgenbwelche Abrüstung ber schwerbewaffneten Mächte bei ber gegenwärtigen Geistesverfassung ber in Frankreich herrschenben Schicht in absehbarer Zett unerreichbar ist. Erstaunlich ist biefe Hartnäckigkeit ber britischen Politik auf den ersten Blick, wett man glauben sollte, baß bas britische Weltreich an diesem kontinentaleuropäischen Pro- Pertinax fragt im „Echo be Paris", ob es immer noch in ber Absicht Englanbs liege, bie beutsche „Aufrüstung^ zu l e g a l i f i e r c n. In biefem Falle fei nur bie Abrüstungskonferenz befugt, einen solchen Beschluß zu fassen, um bie interessierten Staaten von ben juristischen Verpflichtungen zu entbinben, bie sie burch ben Völker- bunbspakt unb bie Präambel bes Versailler Vertrages übernommen hätten. Man könne kein Sicherheitssystem ausarbeiten, ohne genau zu wissen, worauf es angewanbt werben solle. Auch „Petit Parisien" erklärt, bie Legalisierung ber deutschen „Aufrüstung", bie sowohl in ben letzten englischen Abrüstungsoorschlägen wie auch in bem italienischen Abrüstungsplan vorgesehen sei, würbe einem Verzicht a u f bie Grunbjätze bes Völker- bunbspaktes gleichkommen. Frankreich hätte gerabe beshalb bie Pflicht, sich zu vergewissern, baß bas neue Abrüstungsabkommen nicht bas gleiche Schicksal erfahre, wie bie Militärklauseln bes Versailler Vertrages. „Ere Nouvelle" bezeichnet bie Paris, 6.April. (DRV.) Die französische Antwortnote auf die englische Anfrage vom 28.März ist dem französischen Botschafter in London telegraphisch übermittelt worben mit der Weisung, sie der britischen Regierung zu Überreichen. Heber den Inhalt verlautet, daß die französische Regierung die Frage, ob Frankreich bereit sei, ein Abkommen zur Begrenzung der Rüstungen unter Beteiligung Deutschlands mit noch zu bestimmenden englischen Durchführungsgarantien zu unterzeichnen, als z u allgemein bezeichnet, als daß Frankreich bereits grundsätzlich in unzweideutiger Weife feine Zustimmung zu einem solchen garantierten Abrüstungs- abfommen geben könnte. Zunächst müsse man wissen, wie hoch die Effektivstreitkräfte und die Rüstungen fein sollten, die nach Meinung Englands Deutschland zu bewilligen feien und weiter, welches Militär st atut Frankreich parallel hiermit nach briti'cher Ansicht haben müsse. Erst wenn die französische Regierung über diese wesentlichen Punkte Bescheid wisse, könne sie sich in voller Kenntnis der Sachlage äußern. Frankreich könne den Anregungen der englischen Rote vom 29. Januar nicht 3 u ft i m m e n, die darauf hinaus- liefen, zu gleicher Zeit eine gewisse Aufrüstung Deutschlands und den Beginn einer A b - r ü ft u 'n g Frankreichs zu bewilligen. Außerdem müsie man bedenken, daß die „Legalisierung" der Aufrüstung Deutschlands entsprechende Aufrüstungsforderungen der anderen Mächte mit begrenzten Rüstungen nach sich ziehen würden. Man rechnet damit, daß die französische Regierung innerhalb der nächsten Woche in einer neuen Rote ihre Auffassung über die Art der geeigneten Durchführungsgarantien mitteilen wird und daß auf dieser Grundlage neue Verhandlungen stattsinden werden. Die französische Regierung scheint auf ihre sonstigen internationalen Bindungen und Verpflichtungen Rücksicht nehmen zu wollen. Es ist anzunehmen, daß die französische Regierung daher auch die Kleine Entente über die Entwicklung dieser Frage auf dem Laufenden hält. Oie Bürositzung der Abrüstungskonferenz. Lonbon, 7. April. (DNB. Funkspruch.) Das Büro ber Abrüstungskonferenz wirb am Dienstag leb -iglich über die gegenwärtige Lage eine Uebersicht anstellen. Das ist nach Meinung ber „Times^ bas Ergebnis ber Besprechungen, bie henberson vor seiner Abreise nach Paris unb Genf mit ben verschiebenen Staatsmännern unb Beamten ber Abrüstungskonferenz in London hatte. Voraussichtlich werbe sich bas Büro nicht in ber Lage sehen, bie Berichtigung bes englischen Vereinbarungsentwurfs vorzunehmen, solange bie diplomatischen Verhanblungen noch im Gange seien. Man hoffe jedoch, baß ber gegenwärtige Meinungsaustausch rechtzeitig abgeschlossen werde, um eine Wiederaufnahme ber Arbeiten bes Büros unb bes Hauptausschusfes im nächsten gefallen sei, begegnet bas katholische konservative Organ mit ber Feststellung, baß bie Geschichte auch mehrere französische Invasionen k e nn e. Wenn auch bas heutige Frankreich frieblich gesinnt sei, so könne sich boch bie Lage eines Tages änbern, unb beshalb solle man lieber nicht sagen, baß bas Schicksal Belgiens mit bem Frankreichs unlöslich oerbunben sei. Das Blatt erinnert baran, baß man im Versailler Vertrag Deutschlanb bie Entwaffnung auferlegt habe, Bürgschaften. Die Öfter tage sind vorüber. Die politische Arbeit ist überall wieder langsam in Gang gekommen. Der Frühling erfüllt die Herzen mit neuem Mut unb neuer Hoffnung. Wird bieses Fahr uns eine Verständigung ber Völker über bie großen politischen unb wirtschaftlichen Fragen bringen, bie so lange schon ber Rückkehr bes Vertrauens in eine wahre Friebensgesinnung aller im Wege gestanden haben? Werden die Staatsmänner bie Vorurteilslosigkeit unb bie rücksichtslose Kraft aufbringen, um bie Schritte zu tun, die ihre Völker von ihnen erwarten? Oder sollen alle Notenwechsel unb Gespräche roieber auslaufen in einem großen Mißverftänbnis, das nichts anberes ist als ein Nichtverstehenwollen kalter, verhärteter Herzen, schwungloser, müber Seelen ohne neue wegweisende Gebauten, ohne ben Mut und bie Kraft, auch vom eigenen Volk Opfer an hergebrachtem nationalem Gefühl und überkommenem Prestige zu fordern, wenn sie helfen können, Brücken zu schlagen und bas Tor zur Befreiung der Menschheit von dem Wahnsinn des Mißtrauens, bes Neibes unb ber Eifersucht weit aufzustoßen. Dölkerfrühling, wie not tut er dem alten Europa, das noch immer nicht bie Lehre bes Weltkrieges begreifen unb ber Selbstzerfleischung ein Ende machen will, um in friedlichem Wettbewerb seiner Völker auf allen Gebieten ber Kultur und Wirtschaft sich wenigstens dort zu behaupten, wohin das Schick- ifal es gestellt hat. A d o 1 f H i t l e r hat immer wieder unb roieber in seinen großen Reben wie in vertraulichen Gesprächen mit auslänbischen Staatsmännern unb Zeitungsleuten biejen Gedanken als Sen bie beutfche Außenpolitik beherrfchenben, als Wunschbilb des durch den Nationalsozialismus verjüngten und geläuterten deutschen Volkes vor bie Augen der Weltöffentlichkeit gerückt. Aber wenn auch in ber öffentlichen Meinung ber angelsächsischen Länder und unseres polnischen Nachbarn bie Stimmen sich mehren, bie bem neuen Deutschlanb und feinem außenpolitischen Wollen Verständnis unb Derstänbigungswillen entgegenbrjngen, so ist boch noch immer bie Frage offep, wo ist auf ber anberen Seite der Staatsmann, ber mit gleichem Mut unb gleicher Vorurteilslosigkeit wie ber deutsche Kanzler den Weg zu beschreiten unb zu Ende zu gehen^entschlossen ist, der durch die stickigen Nebel von Mißtrauen und Uebelwollen aufs lichte Feld binaus- führt. auf dem freie Völker mit gleichen Rechten und Pflichten, in ihren nationalen Bedürfnissen gesichert, in edlen Taten bes Friedens ihre Kräfte messen? _ . Dieser Dölkerfrübling hat leiber nur wenig Aussichten, au5 einem Traumgebilde feste Gestalt zu gewinnen. Das A b r ü st u n g s p r o b l e m, mit Denen Lösung bas stärkste Fundament zur Stabilisierung eines neuen Vertrauens gelegt werden konnte, schrumpft mehr und mehr zum Problem einer Rüstungsbegrenzung zusammen Mussolini hat dies klar erkannt und deshalb von einer Bestimmung des Verhältnisses ber Rüstungen untereinanber als bem Ziel unb Zweck einer Abrüstungskonventlon gesprochen. Am 10. April tritt das Büro ber Abrüstungskonferenz in Genf unter bem Vorsitz von Henberson zusammen, um den englischen Konventionsentwurf, ben sog. Macdonald-Plan dem Ergebnis ber inzwischen erfolgten diplomatischen Fühlungnahme anzupassen unb bann bem Hauptaus« schuß ber Konferenz ein Abrüstungsprogramm zu unterbreiten. Aber wenn auch Henberson Ge- Ceaenbeit haben wirb, in London mit ber eigenen Regierung wie mit Norman Davis, bem ameri- kanifchen Abrüstungsdelegierten und mit Suvich, bem Vertrauensmann Mussolinis, Fühlung zu neh- träges". Es würbe gerabezu eine Herausforderung bes gefunben Menfchenverftanbes bebeuten, wenn man ben englischen Wünschen entsprechen unb bie „Ausrüstung" Deutschlanbs mit einer Abrüstung Frankreichs verbinden wolle. „Oeuvre" erklärt, bie Lage Frankreichs sei vorzüglich. Im Zusammenhang mit ben Sicherheitsgarantien müsse man bie Frage aufwerfen, ob bie französische Regierung nicht schon bemnächst bie Verhanblungen mit So w j etrußland aufnehmen werbe, ba Rußlanb ein unerläßlicher Faktor für ein kontrolliertes Abrüstungsabkommen geworben sei, um so mehr, als ein solches Abkommen nicht eher zustanbe kommen werbe, bis auch bie Frage ber Garantie ber Oft grenzen geklärt sei. Man brauche unbedingt im Osten Deutschlanbs ein Gegengewicht. Die Reise Barthous nach Warschau unb Prag werbe Frankreich ebenfalls schätzenswerte Trümpfe in bie Hanb spielen. Der „Populaire" glaubt, bie französische Regierung werbe vor ber Unterzeichnung eines Abkommens eine internationale Untersuchung über ben genauen Rüstungsstand Deutschlanbs fordern, bie burch bie Generalstäbe Erste preffestimmen aus London Lonbon, 7. April (DNB.-Funkspruch) Die englische Morgenpresse stellt fest, baß die französische Note keineswegs eine klare Antwort auf Englanbs Fragen barftelle, fonbern lediglich aus neuen Gegenfragen bestehe. „Daily Telegraph" erklärt, bie französische Note könne kaum als ein wirklicher Fortschritt betrachtet werben. Die augen- sche-inliche Wirkung ber französischen Antwort bestehe darin, die von England geforderten Erläuterungen über die Garantiewünsche hinauszuschieben, aber England aufzufordern, genaue Vorschläge über das Maß von Rü st ungen vorzulegen, das nach englischer Ansicht Deutschland und Frankreich zugeteilt werden soll. Eine solche Stellungnahme sei doch etwas seltsam, meint bas Blatt, nachbem bie englische Regierung in ben letzten Denkschriften ihre Ansichten über alle wichtigen Fragen vollkommen klargestellt habe. Man habe in Lonbon gebacht, baß biefe englische Auffassung — nämlich Gleichheit ber Iststärke unb ber Dienstzeit ber beutschen unb ber französischen Heimatarmee, schrittweise Anschaffung aller Defen- sivwaffen burch Deutschlanb, schrittweises Aufgeben ber schweren unb Offensivwaffen burch Frankreich usw. — vollkommen genügen würbe, um Frankreich eine Formulierung feiner Gedanken über bie Ausführungsbürgschaften für bas geplante Abrüstungsabkommen zu ermöglichen. Die neue französische Note mache jeboch ben Einbruch baß man in Paris vollkommen neue Vorschläge erwarte. Die Blätter nehmen an, baß eine zweite französische Denkschrift in wenigen Tagen folgen werbe. Der Pariser „Times"-Berichterstatter schlägt eine Englanbs Rüstungsstanb weit hinter bem ber anbe- ren Weltmächte zurückgeblieben sei unb bie Sicherheit ber britischen Inseln keineswegs mehr gewähr- leiste. Da nun also Englanb ungeheure Gelber auf’ werden müßte, um seine Lanbesverteibigung mit ber ber anberen schwergerüsteten Weltmächte auf ben gleichen Stanb zu bringen, falls ein Ab- rüftungsabkommen nicht Zustandekommen sollte, setzt nun bte britische Regierung alles baran, ein Abkommen unter Dach unb Fach zu bringen, bas wenigstens bie Spur einer Abrüstung enthält, wäh- renb bie anbern Verhanblungspartner, Deutschlanb unb Italien, von der Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens längst überzeugt, sich mit einer bloßen Rüstungsbegrenzung unb Rüstungsangleichung zufriebengeben würben. Das britische Kabinett kämpft um so zäher um biefes Ziel, als es mit Recht ben Einbruck hat, baß sein eigenes Schicksal mit bem Ausgang ber Abrüstungsverhanblungen steht und fällt Ein Mißerfolg wurde vermutlich allein verantwortlich für die Gestaltung und Durchführung des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes am 1. Mai bestimmt worden. Alle Einzelheiten der Programmgestaltung werden von mir rechtzeitig durch Presse, Rundfunk und Rundschreiben bekanntgegeben. Rur diese Anordnungen haben Gültigkeit Anregungen irgendwelcher Art sind mir direkt zuzuleiten. Am l.Mai marschieren im Gau Hessen-Rasfau mindestens zwei Millionen auf. Die Kundgebung wird an Größe und Geschlossenheit die mächtige des vergangenen Jahres noch weit übertreffen. Ich ersuche daher alle zuständigen Geschäftsleute, sich fchon jetzt mit Hakenkreuzsahnen refp. Stoff zu Hakenkreuzfahnen genügend einzudecken, da jede deutsche Familie im Gau Hessen mindestens eine Hakenkreuzfahne zeigen wird? Alle zuständigen Geschäfte haben mir umgehend die zur Verfügung stehenden Großlautsprecher-Anlagen zu melden. Diese Groß- lautsprecher-Anlagen dürfen zum 1. Mai an niemanden vergeben werden ohne vorherige Fühlungnahme mit den zuständigen Kreisleitern der RSDAP. Gez.: Müller-Scheld Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hesfen-Rassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. blem am wenigsten interessiert sein sollte. Daß dem I auch der nationalen Regierung Macbonalb-Bald« keineswegs so ist, erhellte aus ber wehrpolitischen win-Simon ein Enbe machen. Debatte, bie bie öffentliche Meinung Englanbs in ben letzten Wochen aufs tiefste erregt hat, nachbem ihr von ber Presse ber Rüstungsindustrie unb ber konservativen Ultras klargemacht worben war, baß England nachgerade begriffen, daß sich inzwischen manches geändert hat und es auch für England zweckmäßig ist, aus dieser Erkenntnis die Folge- rungen zu ziehen. So gibt die Times die Meinung Englands wider, wenn sie schreibt, daß England nickt die Aufgabe und Absicht habe, für die Aufrechterhaltung aller europäischen Grenzen die Verantwortung zu übernehmen, von denen einige nach englischer Auffassung „nicht gut aezogen" seien. Die britische Regierung sieht sich also nicht in der Lage, die französischen Wünsche nach weiteren Garantien für die Aufrechterhaltung der in Versailles geschaffenen Zustände zu erfüllen. Weniger eindeutig ist die britische Haltung gegenüber der Forderung Frankreichs nach B ü r g » schäften für d l e Innehaltung der Rüstungskonoention. Die Frage der Ausführungsgarantien, die nun also im Vordergrundes französisch-englischen Gesprächs steht, ist so alt wie das Abrüstungsproblem selber, denn mit jeder internationalen, machtbegrenzenden Abmachung tauchte auch der Zweifel nach der Gewißheit ihrer Durchführung und der Haltbarkeit im kritischen Augenblick der Erprobung auf. Aber die Versuche, ausreichende Bürgschaften zu schaffen, scheitern meist an der Unmöglichkeit, klare und praktisch brauchbare Begriffsbestimmungen festzulegen. Die Definition des „Angreifers" als des Friedensbrechers hat bisher die größten Schwierigkeiten gemacht und es hat vorerst nicht den Anschein, als ob man jetzt weiter gekommen wäre. Die Debatte hat wohl deshalb auch diesen zweifellos heikelsten Punkt zunächst beiseitegeschoben und die Frage der Sanktionen im Falle der Verletzung der künftigen Rüstungskonvention — von einem A b rüstungsabkom- men kann man nicht mehr sprechen — in den Vordergrund gerückt. Hier war England früher nur bereit, sich an einer gemeinsamen Beratung der Vertragskontrahenten über Maßnahmen gegen den Vertragsbrecher zu beteiligen. Es scheint, als ob die britische Regierung nun jedoch bereit wäre, weitergehende Bindungen auf sich zu nehmen, um den Grundsatz einer Konvention zur Begrenzung der Rüstungen überhaupt zu retten. Der französische Vorschlag geht auf das Genfer Protokoll vom Jahre 1924 zurück, nach den Worten F W. von Oertzens, eines der ersten deutschen Abrüstungssachoerständigen, ein fein ausgeklügeltes System, das jede Macht, die sich einem Schiedsspruch nicht fügt, mit Sanktions- und Exekutionsmaßnahmen wirtschaftlicher, finanzieller und militärischer Art durch die übrigen Unterzeichner des Abkommens automatisch bedroht. „Automatisch", das ist dos Stichwort, auf das Frankreich aroßen Wert legt, und an dem England sich stößt. Denn in Paris will man den bis ins einzelne aus- aebauten Sicherheitsapparat schlagartig abrollen sehen, sobald ein Vertragsbruch festgestellt wurde. England aber will bis zuletzt seine Entschlußfreiheit bewahren, es will selber entscheiden, ob ihm die Sühne des Vertragsbruchs englisches Geld und womöglich auch englisches Blut wert ist. Sv stehen die Dinge also noch keineswegs klar. Dazu kommt, daß England, wenn es auf die Garantiewünsche Frankreichs auch nur in dem beschränkten Maß eingeht, soweit sie sich auf die zukünftige Rüstungskonvention beziehen, dabei voraussetzt, daß Frankreich seinerseits einer Rüstungsangleichung zumindest in der Form einer deutschen Heeresvermehrung unter Bereitstellung entsprechender Verteidigungswaffen zustimmt. Ob England auf den immer noch erwarteten Schritt Frankreichs zu einem Rüstungsausgleich durch eigene Rüstungsbeschränkung verzichten wird, muß dahingestellt bleiben Mehr noch als eine deutsche „Aufrüstung" fürchtet man in Paris die Beschränkung der eigenen Kampfmittel. Wenn es nach dem Willen des französischen Generalstabes ginge, müßte jedes Rüstungsabkommen ja sogar Frankreich die Möglichkeit lassen, sein Heer wie Kriegsmaterial den modernsten Ansprüchen jeweils anzupassen. Frankreich will also mit andern Worten für sich selbst freie Hand behalten, während die deutsche Bewaffnung und Heeresstärke sich in einem fest umgrenzten Ausmaß halten soll, dessen lieber« schreiten als Vertragsbruch durch gemeinsame Sanktionen der übrigen Unterzeichner streng geahndet werden soll, lieber den Begriff der Gleichberechtigung herrscht also in Paris noch immer eine merkwürdige Auffassung. In den nächsten Tagen wird man nun wohl sehen, wie weit Frankreichs Garantiewünsche gehen und ob sie den britischen Vorbehalten soweit entgegenkommen, daß das Abrüstungsgespräch wieder in Fluß kommt. Reue (Spur im Mordfall Printe? Paris, 7. April (DRB.-Funkspruch) Der mit der Untersuchung der Mordanaelegenheit des Gerichtsrats P r i n c e , des auf seltsame Weise ums Leben gekommenen Untersuchungsrichters im Fall Staoifky, beauftragte Polizeiinspektor Bony ist an Donnerstag telephonisch nach Paris zurück- berufen worden, wo er angeblich neue Anweisungen erhalten hat. Bony, der in der französischen Presse heftig angegriffen, ja sogar beschuldigt wird, m i t den wahren Mördern des Gerichtsrats unter einer Decke zu stecken, äußerte, daß er dessen ungeachtet seine Untersuchung fortfetzen werde. Er fei mehr denn je davon überzeugt, daß die drei zuletzt Verhafteten, Lussat, Carbons und Spirito, die Mörder von Prince seien. Daß alle drei ein Alibi beizubringen versucht hätten, falle nicht ins Gewicht, da die Angaben sich in verschiedenen Punkten widersprächen. Die Frage sei nur, für wessen Rechnung die drei das Verbrechen ausgeführt hätten. Aber auch diese Frage hoffe er recht bald zu lösen. Er verfolge bereits eine Spur, über die er sich aber noch nicht äußern könne. Er hoffe, in etwa zwei Wochen seine Untersuchung beendet zu haben und dann den unwiderleglichen Beweis von der Schuld der drei Verhafteten und ihrer Hintermänner zu erbringen. Italienische Beteiligung am „Neuen Wiener Journal", Wien, 6. April. (DRB.) Wie verlautet, hat eine italienische Finanzgruppe b i e Aktienmehrheit des „Reuen Wiener Jour- nal" erworben. Das Blatt wird zum Hei- matschutzblatt ausgestaltet werden. Der Rest der Aktien bleibt in den Händen des alten Besitzers L i p p o w i tz. Damit hat Italien xum ersten Male direkten Einfluß auf die österreichische Publizistik genommen. Das politische Interesse Italiens an Oesterreich, das sich in dieser Transaktion dokumentiert, erweckt hier großes Aufsehen. ♦ Das christlich-soziale „Neuigkeitsblatt" meldet, der frühere deutsche Reichskanzler Dr. Wirth fei in Wien eingetroffen unb habe im Parlament in ben Räumen des Christlich-sozialen Clubs mit einigen Herren Besprechungen gehabt. Wirch foH beabsich- Die ÄurchoWliisation der ASDAp. im Gau Heffen-AaffaunachdenneuenRiWnienderpariel Das Gaupresseamt teilt mit: Die ausschließliche Machtstellung ber Partei im nationalsozialistischen Staat bringt es mit sich, daß die NSDAP, bis in das letzte Dorf und Haus ihre direkten Fühler ausftrecken muß. Der vor der Machtübernahme schon gut eingespielte Apparat der Partei wurde nunmehr auf Veranlassung des Gauleiters durch das Gau-Organisationsamt einer scharfen Ueberprüfung und Durch- glieberung unterzogen. Die Neugliederung und Durchorganisation wurde soeben fertiggestellt. Danach bildet die Partei im gesamten Gau-Gebiet ein nicht zu durchschlagendes Netz von Kreisen, Ortsgruppen, Stützpunkten, Zellen und Blocks. Der Gau gliedert sich in: 38 kreise, 750 Ortsgruppen unb 532 felbftänbige Stützpunkte, diese sind wieberum eingeteilt in 2217 Zellen unb 7979 Blocks. Damit ist das gesamte Gebiet des Gaues Hessen - Nassau bis zum letzten bewohnten Haus politisch erfaßt. Die außer dem Gauleiter zur politischen Kontrolle unb Bearbeitung dazu eingesetzten H o h e i t s - träger, Block- unb Zellenwarte ber Partei kommen zusammen mit den den Hoheitsträgern beigegebenen Stabswaltern auf 23 753 Politische Leiter im Gau Hessen-Nassau. Zu diesen Politischen Leitern kommen außerdem hinzu: 5423 Amtswalter der N S B O., die 135 000 NSBO.-Mitglieder betreuen, weiterhin 1762 Amtswalter der NS. - Hago , die 69 000 Hago-Mitglieder führen, außerdem im Gau Hessen - Nassau 1021 Amtswalter ber N S. - Beamt e n s ch a f t und 1227 Leiterinnen ber N S. - Frauenschaft, welche 36 000 Mitglieder umfaßt, ferner 2556 Amtswalter der NSV. mit 75 000 Mitgliedern. Diese Zahlen zusammengesetzt ergeben 33165 politische Leiter unb Amtswalter der Partei mit einer direkten Gefolgschaft einschl. Mitglieder der Partei selbst von 427 000 Volksgenossen. Bei diesen Zahlen sind nicht berücksichtigt: 96 000 Mitglieder der HI., JV. unb BDM. und vor allem die Kolonnen der SA. und SS. Weiterhin sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten die vielen Hun- derttausenbe Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, bie ber NSBO. unterstehen. Im wesentlichen ist bei biefer Durchgliederung der Partei zu beachten, baß nicht etwa ber schematische organische Aufbau das Maßgebliche ist, sondern eine damit vor allem in Verbindung gebrachte Auswahl von politischen Leitern, die nach strengen Gesichtspunkten vorgenommen wurde. Die Partei will nur das beste Menschenmaterial in der Führung wissen unb wirb ihre Führer unb Unterführer durch un- ermübliche Schulungsarbeit zu einer Führerauslese bringen, bie die Gewähr bietet, bem Volk für die Zukunft in jeder Beziehung Vorbild und Beispiel an Pflichterfüllung und Disziplin zum Wohle der Gesamtheit zu fein. Das Urteil von Bukarest. Wie lange bleibt Rumänien im französischen Fahrwasser? Arn 29. Dezember 1933 wurde ber bamalige rumänische Ministerpräsident Duca, ein Freunb bes französischen Kurses, aber auch ein Staatsmann lauteren Charakters unb ein Gelehrter von Rang, von politischen Fanatikern auf bem Bahnhof des Königsschlosses Sinaia erschossen. Nach einem Vierteljahr hat das Bukarester Kriegsgericht das Urteil gefällt, das als ein moralischer Sieg der „Eisernen 49 a r b e" anzusprechen ist. Kein Wunder daher, daß in allen politischen Kreisen Rumäniens der Freispruch der Führer der „Eisernen Garde", Codreanu und des Generals Car- t a c u z i n o, wie eine Bombe eingeschlagen hat. Glaubte man in den Kreisen der Regierung und ihrer Anhänger ernstlich, daß ausgerechnet ein Kriegsgericht, in dem Offiziere das Urteil zu fällen hatten, gegen die „Eiserne Garde" entscheiden würde? War es vielmehr nicht geradezu symbolisch, daß die „angeklagten" Anhänger unb Führer der „Eisernen Garde" den Urteilsspruch mit Hochrufen auf den König beantworteten? Anders hätten die Dinge gelegen, wenn die Regierung Tatarescu- Titulescu einen bestimmenden Einfluß auf den Urteilsspruch gehabt hätte unb auch bann nur, wenn das jetzige rumänische Kabinett nicht ein solches Schattenregiment wäre, hinter bem nur ein Bruchteil ber Bevölkerung, nicht aber die stärksten politischen Faktoren bes Landes, die Krone, die Armee, bie Polizei unb das Bauerntum stehen. Gewiß, König Carol wird heute nicht mehr mit ber gleichen Begeisterung verehrt wie nach feiner Rückkehr aus bem freiwilligen Exil und gerade die „Eiserne Garde" war es, bie gegen seine langjährige Freunbin, Madame Lupescu schärfste Angriffe erhob. Aber im Bewußtsein der breiten Massen unb In dem politischen Programm ber „Eisernen Garbe" nimmt bas Königtum als unbestechlicher Hort staatlicher Integrität gegenüber ber parlamentarischen Korruption ber jetzt wieber regierenden Liberalen Partei noch immer die höchste Stelle ein. Der Regierung Tatarescu aber ist es nicht gelungen, der Zivilgewalt die Kraft zu verleihen, die notwendig gewesen wäre, um die heimliche aber tatsächliche Herrschaft der Armee, die in unbedingter Treue hinter dem König steht, zu brechen. Die Führer der „Eisernen Garde" wiederum wissen sehr wohl, daß sie nur mit, aber niemals gegen bie Armee zum Ziel gelangen können. Bei ber Bewertung des Urteils von Bukarest ist schließlich noch ein Gesichtspunkt zu beachten. Es war ber französische Gesandte, der im November 1933 von bem allen Pariser Forderungen willfährigen Außenminister Titulescu bie Auslösung der „Eisernen Garde" gefordert hatte. Mit diesem Ultimatum krönte Frankreich seine Politik gegenüber einem Volk unb ßanb, das sich — in aller „Freundschaft" natürlich — von ben Pariser Finanzagenten wie eine Kolonie ausplündern lassen mußte. Dieser Ausdruck ist nicht zu scharf, denn selbst bie alte, vorsichtige „Timea" nannte kürzlich bie französischen Finanzmethoden gegenüber Rumänien rücksichtslos unb aufreizen b. Auf bie französische Forberung nach Auflösung ber „Eisernen Garbe" hat nun das Kriegsgericht von Bukarest ebenfalls die Antwort erteilt. So bedeutet der Spruch für das Kabinett Tatarescu nicht nur neue innerpolitische Verwicklungen, sondern auch außenpolitische Schwierigkeiten. Die Lage spitzt sich auf die Frage zu: Wie lange noch Rumänien seinen politischen Aufbau und seine Wirtschaft bem Phantom einer Freundschaft opfern soll, für die es alles bezahlen muß und nichts erhält. In Bukarest bauern die Versuche, den Ausbruch einer offenen Regierungskrise zu verhindern, weiter an. Ministerpräsident Tatarescu hielt Freitag nachmittag dem König eingehend Vortrag über die durch das Urteil im Duca-Prozeß geschaffene Lage. Darauf setzte der König für Samstag nachmittag einen Mimsterrat unter feinem Vorsitz an. Wie man hört, legt der König größten Wert auf das Verbleiben der Regierung. Es dürfte wohl lediglich der Kriegsminister U i k a r ausscheiden. Ministerpräsident Tatarescu erklärte Pressevertretern, für den Rücktritt der Gesamtregierung läge keine Veranlassung vor, solange sie sich des Vertrauens der Krone erfreue. Ligen, auch mit Bundeskanzler Dr. Dollfuß zusammenzutreffen. Oie Büraermeister von Wien ernannt. Wien, 6. April. (DNB.) Heute fand unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß ein Ministerrat statt, in dem Dr. Dollfuß dem Bundes- fommiffar für Wien, Minister a. D. Schmitz, das Dekret über seine Berufung zum Bürgermeister von Wien überreichte und ihn beglückwünschte. Hierauf beschloß der Ministerrat eine Verordnung, mit der dem Bürgermeister die Befugnisse eines Bundeskommissars für Wien übertragen wurden. Schmitz legte dann den Eid ab. In später Abendstunde wurde nach langen Verhandlungen auch die Ernennung der drei Vizebürgermeister der Stadt Wien vollzogen. Zum ersten Dizebürgermeister wurde Major Lahr, ein Vertreter der Heimatwehr, zum zweiten Vizebürgermeister Dr. Joseph Kresse, Angehöriger der Christlichen Partei, und zum dritten Vizebürgermeister Dr. Winter ernannt. Japanische Fliegerbomben auf Kalgan Peking, 7. April. (DNB. - Funkspruch.) lieber Kalgan, nördlich von Peking in der chinesischen Provinz TschilL, erschienen sechs japanische Bomben-und Jagdflugzeuge, die Flugblätter abwarfen, in denen die bevorstehende Besetzung Kaigans durch japanische Truppen angekündigt wird. Eine chinesische Abwehrbatterie beschoß ein japanisches Flugzeug, allerdings ohne Wirkung. Die Flugzeuge haben darauf das Feuer erwidert und mehrere Bomben abgeworfen. * Die chinesische Regierung erklärte, für den Fall, daß Kaiser P u j i seinen Plan, nach China zu reisen, ausführen sollte, seien sämtliche chinesischen Staatsbehörden angewiesen, ihn sofort zu verhaften, da er nack dem Gesetz chinesischer Staatsangehöriger sei und Hochverrat gegen die chinesische Republik begangen habe. Um weitere politische Verwicklungen zu vermeiden, bittet die chinesische Regierung Japan, Kaiser Puji von einer Reise nach China abzuraten. Als Zweck dieser. Reise war angegeben, daß Puji bie Gräber feiner Ahnen bei Peking besuchen wolle. Dem Leberwinder der Minlime Eine Ehrengabe für Gauleiter Sprenger. LPD. Frankfurt, 6. April. Dem Reichsstatt- halter in Hessen, Gauleiter Sprenger, ist vom Rhein -Mainischen Industrie- unb Hanbelstag eine prachtvolle Arbeit des Prof. Letträ, Direktor der Kunstgewerbeschule in Hanau, als Ehrengabe überreicht worden. Die prächtige Arbeit des bekannten deutschen Silderschmiedes symbolisiert die durch ben Nationalsozialismus ermöglichte unb burch Sprengers Tatkraft herbeigeführte Einigung bes Rhein-Main-Ge- b i e t s über alle künstlichen früheren Grenzen hinweg. Die mit Sorgfalt hergestellte Schenkungs- urfunbe trägt die Unterschrift des Präsidenten ber Inbustrie- unb Handelskammer und Treuhänders der Arbeit, Reichshandelsführer Dr. Karl Lüer unb des Präsidenten der Handelskammer in Mainz, Rudolf Scholz Generaloberst von Einem gestorben. Mülheim (Ruhr), 7. April. (DNB.-Funkspr.) Generaloberst von Einem ist heute gegen 4 Uhr im Alter von 81 Jahren g e ft o r b e n. Karl von Einern, genannt von Rothrnaler, war im 14. Ulanen-Regiment während des Feldzuges 1870/71 Offizier geworden. 1881 kam er zum Generalstab, in bem fick feine weitere Laufbahn vollzog. 1893 würbe er Kommandeur des 4. Küraj- sier-Regiments in Münster, ä la suite dessen er feit 1907 stand. 1895 wurde er Chef des Stabes bes 7. Armeekorps unb 1897 Oberst. Als solcher würbe er 1898 Abteilungschef im Kriegsministerium unb 1901 Direktor des Allgemeinen Kriegsbeparte- ments. 1903 wurde er ber Nachfolger des Kriegs- Ministers von Goßler unter Beförderung zum Generalleutnant. 1909 trat er zurück. An feine Stelle trat General von Heeringen. Er selbst wurde Kommandierender General des 7. Armeekorps, das er auch im Weltkrieg führte. Dann wurde er im September 1914 nach dem Rücktritt des Generalobersten Freiherrn von Haufen Oberbefehlshaber der dritten Armee. Als solcher hielt er mit feiner Armee zwischen Reims unb den Argonnen in ber Champagne Wacht. Nach der Winterschlacht in ber Champagne erhielt er den Orden Pour le m£rite. Auch in der Herbstschlacht 1915 behauptete er sich mit feiner Armee und bann weiter bis zum Ende des Krieges auf den blutigen Schlachtfeldern ber Champagne. Ende September 1918 führte er feine Armee unter dauernden Gefechten über bie Maas und nach dem Waffenstillstand über den Rhein zurück. Am 18. Januar 1919 nahm er ben Abschied und lebte zunächst in Münster i. W., siedelte aber bann Anfang 1930 nach Mülheim (Ruhr) über. Im ver- gangenen Jahre erschien aus seiner Feder „Erinne- rflngen eines Soldaten" im Verlag K. F. Koehler in Leipzig, ein Buch, bas wichtige Beiträge über bie Geschichte ber wilhelminischen Aera und des Weltkrieges, besonders ber Marneschlacht, enthält. Der Reichsberusswettkamps verdient tatkräftige MerMimg Ein Aufruf an die deutsche Wirtschaft. Berlin, 6. April (DNB.) Der Reichswirtschafts, minifter unb ber Reichsarbeitsminister erlassen anläßlich des bevorstehenden Berufswettkampfes nachfolgenden Aufruf an die deutsche Wirtschaft: Der von ber Deutschen Arbeitsfront und ber Reichsjugendführung in der Zeit vom 9. bis 15. April 1934 veranstaltete Reichsberufswettkampf ber deutschen Jugend verdient, mit allen Kräf- ten unterstützt zu werden. Von der beruflichen Ertüchtigung des Nachwuchses hängt im wesentlichen der Erfolg unseres Kampfes um ben Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft ab. Gerade durch diesen Berufswettkampf wird die deutsche Jugend mit besonderem Nachdruck auf di e B e - deutung guter fachlicher Ausbildung hingewiesen. Daraus werden der deutschen Wirtschaft unmittelbar und mittelbar ideelle und materielle Vorteile erwachsen. Deshalb erscheint es nicht unbillig, wenn auch die deutsche Wirtschaft zu ihrem Teile an der erfolgreichen Durchführung bes Reichsberufswettkampfes mit« hilft. Cs wird erwartet, daß den Teilnehmern des Berufswettkampfes bie hierzu notwendige Freizeit gewährt wird. Soweit dadurch Lohnausfälle eintreten sollten, ist Gelegenheit zu bieten, daß bie ausgefallene Arbeitsleistung z u einer anderen Zeit nachgeholt werden kann. Oie Mitwirkung Jugendlicher bei Giraßensammlungen. Berlin, 6. April (DNB.) Der Reichsminister drs Innern hat die Zulassung von Jugendlichen für Straßensammlungen im Reich mit Wirkung vom 1. Mai 1934 einheitlich geregelt. Danach dürfen auf Antrag bei den zuständigen Be- Hörden uniformierte Mitglieder ber Hitler-Jugend einschließlich des I u n g v o l » k e s unb bes Bundes Deutscher Mädel im Alter von 10 bis 1 8 Iahren auf ben Straßen für die Hitler-Jugend oder für andere Organisationen an bestimmten Tagen Geld sammeln, Postkarten unb ähnliche Werbemittel verkaufen. Die Sammler müssen mindestens zu zweien angesetzt werden. Die gleiche Vergünstigung erhalten die uniformierten Jugendlichen bes VDA. und der bem Reichssportführer unterstellten Sportverbänbe. Dagegen ist nichtuniformierten Jugendlichen unter 18 Jahren bie Erlaubnis, auf ben Straßen zu sammlen, zu versagen. Nicht zulässig ist ferner für Jugendliche zwischen 10 unb 18 Jahren bas Sammeln in Häusern und in Lokalen wegen der für die Jugend hiermit verbundenen sittlichen unb körperlichen Gefahren. M i t Eintritt ber Dunkelheit müssen die Straßensammlungen abgebrochen werden. Außerdem hat ber Reichsminister bes Innern, ber sich wieberholt gegen je de Ueberbean- spruchung Jugendlicher gewendet hat, bestimmt, daß' Jugendliche nicht mehr als an einem Tage im Monat zu Geldsammlungen herangezogen werden dürfen. Gemeinsame Arbeitstagung von Arbeitsfront und Wirtschaftsführung. Berlin, 6. April. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley hat Arbeitsfront und Wirtschaftsführung zu einer Arbeit s tagung eingel oben, bie am 10. April in Berlin im großen Sitzungssaal ber Arbeitsbank ftattfinben wirb. Der Zweck biefer Arbeitstagung ist die Schaffung der Grundlagen für bie gemeinsame Arbeit aller für bie Sachen- unb Menschenführung in Wirtschaft unb Arbeitsfront verantwortlichen Gruppen unb Persönlichkeiten. Für die Tagung sind Einladungen ergangen an die Führer Der Wirtschaft, die Hauptwirtschaftsgruppenführer, die Treuhänder der Arbeit, die Bezirksbeauftragten für wirtschaftliche Fragen, die Amtsleiter der DAF., bie Reichsbetriebsgruppenleiter, den Amtsleiter ber ^^BO. ben Amtsleiter ber NS.-Hago, die Bezirks- leiter der DAF., den Amtsleiter für ständischen ^uiuau, bie Bezirksbeauftragten für ständischen Aufbau, den Amtsleiter für Beamtenfragen, den Amtsleiter für Kriegsopferversorgung unb an den Amtsleiter des Aerztebundes. Oie Betriebsführer in die Arbeitsfront. Berlin, 6. April. (DNB.) In einem Aufruf des Bresse- und Propagandaamts ber NSBO. und Deutschen Arbeitsfront heißt es: Das Fundament ber Arbeitsfront ist hie Betriebsgemein- schäft aus Arbeitern, Angestellten und Unternehmern. Um diese Grundlage zu schaffen, ist es nötig, daß jeder deutsche Unternehmer seinen Beitritt zur Deutschen Arbeitsfront erklärt. Die Aufnahmesperre zur Arbeitsfront ist bis zum 1. M a i aufgehoben, um jo jedem Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, sich in die Deutsche Arbeitsfront einzureihen. Die Parole lautet: Jeder Betriebsführer bis zum 1. Mai Mitglied der Arbeitsfront! Befreiung vom Oiensthalbjahr 4934 für die Studierenden der Hochschulen für Lehrerbildung. Berlin, 6. April. (DNB.) Die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft plant, diejenigen Abiturienten und Abiturientinnen 1934 von der 2lb- leiftung des Diensthalbjahres zu befreien, die die Hochschulreife erhalten haben und an einer preußischen Hochschule für Lehrerbildung im Sommersemester 1934 das Studium beginnen werden. Der Staat bedarf gegenwärtig zur Erziehung der deutschen Jugend in kürzester Zeit eines nationalsozialistischen Lehrernachwuchses. Die Deutsche Studentenschaft behält sich vor, die befreiten Abiturienten und Abiturientinnen später einzuziehen. Die Megertragödie im ilrivald Columbiens Lokaltermin im Waltershausener Mordprozeß Aus aller Welt \e S ch m i b t, Frankfurt ä. SB., beauftragt. Kunst und Wissenschaft Die Universität Madrid Hot unter dem Vorsitz des spanischen Unterrichtsministers Mod ar t a g a feier- Ib^aVb e^n0,Iaumr El;re™&othnn'«iwn^ ^rÖoSe^an°U»n Satten Dikunive^siW ^Cblnboftoren wo- ES-äWÄ'Ä*4« In Minneapolis, einer Stadt von 400 000 Einwohnern im Staate Minnesota, Mittelwesten, ver- Nach einer Associated-Preß-Meldung aus Cali m Columbien haben sich zur Zeit des Absturzes des Flugzeugs im Sumpfe des Urwaldes fünf Per- o n e n an Bord befunden. Ein am Donnerstag ent- - andtes Sonderflugzeug überflog das Gebiet, wo der Direktor der amerikanischen Grubengesellschaft Marschall gefunden worden war. Das Flugzeug konnte aber dort nicht landen, sondern mußte meh- rere Meilen entfernt niedergehen. Die Leiche des Führers des Unglücksflugzeuges Walter Geck wurde bei den Flugzeugtrümmern aufgefunden. Geck war gestorben, während er die Goldladung bewachte. Noch im Tode hielt er in der einen Hand eine Taschenlampe und in der anderen eine Pistole. Inzwischen ist Marschall in Bolivar eingetroffen. Er ist der Ueberzeugunq, daß der vermißte Mechaniker H a n ck e, der bei der Notlandung verletzt Wein ergriffen. Trotz des Einsatzes verschiedener Motorspritzen war eine Rettung nicht möglich. Bei den Löscharbeiten erlitt ein Kutscher schwere Verletzungen, während drei Feuerwehrleute, bie verschüttet wurden, noch rechtzeitig befreit werden konnten. Es ist binnen weniger Monate dies der dritte Schloßbrand, der Thüringen helm- suchte. Schwere Arbeitslosenunruhen in Minneapolis. Professor Walden Ehrendoktor der Universität Madrid. 40 Personen vom Meer verschlungen. Am Ta -Jjorb in der Nähe von A a l e, - sund in der mittelnorwegischen Provinz Söndmör ist eine st eile Felswand am Meer unter dem Ansturm einer Springflut plötzlich zusammengebrochen und in die See gestürzt. Dabei sind etwa 40 Personen mit in die Tiefe gerissen worden und ums Leben gekommen. Nähere Mitteilungen liegen noch nicht vor. Auf der Fährte des Maudacher Raubmörders. wurde angewiesen, seine Reise fortzusehen. Sato ließ sich dann in Singapore von einem Arzt unter- uchen, worauf mitgeteilt wurde, daß er Weiterreisen und in der japanischen Davispokal-Mann- chaft mitspielen werde. Am Donnerstag um Mitternacht, als das Schiff durch die Meerenge von Malakka fuhr, wurde die Entdeckung gemacht, daß Sato spurlos verschwunden war und sich wahrscheinlich über Bord gestürzt hatte. Das Schiff wurde angehalten. Aber alle Nachforschungen waren vergeblich. Nachher fand man in seiner Kabine einen Abschiedsbrief und sein Testament. Kurz vor dem Selbstmord war es bekannt geworden, daß sich Sato mit der führenden ja- panischenTennisspielerinOkada verlobt hatte und daß die Hochzeit nach seiner Rückkehr aus Europa stattfinden sollte. Der japanische Tennisverband beschloß am Freitag, daß Japan trotz des Verlustes seines besten Tennisspielers am Davispokal teilnehmen wird. Der in London weilende Japaner M i k i wird Satos Stelle ein- nehmen. Die Dentisten im Kampf um die Arbeitsbeschaffung. E^'P?eisverteilung im Volksliederwettbewerb der Deutschen Mufikpremierenbuhne. Der Volksliederwettbewerb der Deutschen - premierenbühne um den Ehrenprei Khrers Adolf Hitler, an dem sich Hunderte deutscher Volksgenossen vom ^^ahrigen zum alten Musikprofessor beteiligt habenA Dresdener Ausstellungspalast mit der Verleuung der Preise seinen Abschluß. Die elf in die eng Wahl gezogenen Lieder find bereits am Osterman Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigenleiter 5ians Beck, verantwortlich für den Inhalt der An zeigen- Theodor Kümmel. DA. Ul. 34: 11550. DruL und Verlag: Brühl'sche Universltats-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen- Die Krebsbekämpfung auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Auch in diesem Jahre bildet die Heilung des Krebses einen der Hauptgegenstände der Verhandlungen. Der Berichterstatter Goetze (Erlangen) betont von vornherein, daß gerade der Mast-, darmkrebs, dessen Behandlung Gegenstand seines Referates ist, lange Zeit auf seinen Entstehungsort beschränkt bleibt und damit ein besonders günstiges Objekt für die Radikaloperation darstellt, wenn nur der Kranke bei Auftreten der er st en verdächtigen Erscheinungen zum Arzt geht und sofort zur Operation bereit ist. Deshalb ist die Dauerheilung des Mastdarmkrebses von der Mitarbeit des Kranken mit dem praktischen Arzt abhängig. Es ist heute in hohem Umfange möglich, eine große Anzahl Kranker rein operativ von ihrem gvon MW, Reiter bet front 2)r. d Wirt« Stützung Berlin im stattfinden die Schal' inte Arbeit iührung m ichen W agung N der die Iren- tagten Jur der Ä; itsleiter der die SeMte' stäkidilchen ,, ständische" ■ Tagen, d-» inb a» d" •ifdfrofli tetn 2*1 J16S0. u« ffundainew ein ein' L uf.; iffen, ist f -itsfront 1J sich m h f - 2 Parole I) V Oai $tl* und — ertrank. Wettervoraussage. Da bei der starken Erwärmung das Barometer immer weiter fällt, wird sich auch bei uns die Stö- rungstätigkeit allmählich bemerkbar machen. Flache Wirbel bringen nach dem Festland vor unb bringen verschiedenartige Luft heran. Die Wetterlage geht somit einer Umgestaltung entgegen, wobei zunächst Bewölkung entsteht und später auch Nieder- chiäge auftreten werden. Die Temperaturen erret- chen anfänglich noch recht hohe Werte, erfahren aber durch nachfolgende kühlere Ozeanluft wieder einen Rückgang, wobei ein Ausgleich zwischen Tag und Nacht stattfindet. Die Wetteränderung durfte teilweise mit gewitterhasten Störungen verbunden Aussichten für Sonntag: Bewölkungsauf- zug, auch nachts milder, einzelne Niederschläge, teil- weise Gewitterneigung. Aussichten für Montag: Etwas wechselhaftes, aber nicht gerade unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 6. April: mittags 18,9 Grad Celsius, abends 5,8 Grad; am 7. April: mor» gens 2,3 Grad. Maximum 20,3 Grad, Minimum — 0 7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiese am 6. April: abends 8,3 Grad; am 7. April: mor» gens 4,5 Grad Celsius. — Sonnenschemdauer lOVz Stunden. ______________ Schwere Bestrafung von Gefangenenmißhandlungen. Berlin, 6. April. (DNB.) Die Große Strafkammer des Landgerichts Stettin verurteilte die Kriminalangestellien Dr. Joachim Hoffmann wegen gefährlicher Körperverletzung und Amtsverbrechens zu 13 Jahren Zuchthaus, Karl S a l i s wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen Amtsvergehens zu fünf Jahren Gefängnis, Fritz Plein es wegen gefährlicher Körperverletzung und Amtsverbrechens zu fünf Jahren Zuchthaus, den Kraftfahrer Gustav Fink wegen gefährlicher Körperletzung zu zehn Jahren Gefängnis, den Fleischer Willi Herrmann wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechsJahren Gefängnis. Dazu wird amtlich mitgeteilt, daß das Urteil ergangen ist gegen Kriminalangestellte und Beamte der Polizeiverwaltung Stettin wegen Mißhandlung ihrem Schutz anvertrauter Häftlinge. Auf persönliche Weisung des Ministerpräsidenten Göring, der den Nachgeordneten Behörden die korrekte Behandlung aller H ä ft l i n g e z iv u n b e d i n g te n P fl ich t g emacht und strengste Ahndung etwaiger Uebergnffe und Mißhandlungen an Gefangenen angeordnet hat, ist das Verfahren anhängig gemacht und von der Zentralstaatsanwaltfchaft mit besonderer Beschleunigung durchgeführt worden. Das Urteil, in dem auf hohe Zuchthaus- und Gefängnisstrafen erkannt worden ist, zeigt zur Genüge, daß U e b e r g r i f f e im nationalsozialistischen Staat nicht geduldet und mit rücksichtsloser Schärfe verfolgt werden. Die Tatsache der Durchführung des Verfahrens, die Hohe der ausgesprochenen Strafen widerlegen am eindeutigsten die in ausländischen Hetzschriften verbreiteten Nachrichten über angeblich mit Duldung der Behörden verübte Greueltaten in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Die Bundestracht des NSOFB. taa über alle deutschen Sender gegangen. Die endgültige Entscheidung fällte das im Ausstellungspalast anwesende Publikum durch Abstimmung. Der Ehrenpreis des Führers, eine die Reichskanzlei darstellende Radierung von Bruno Bielefeld, wurde dem Komponisten Otto Meyer,- Hameln zugesprochen für das Lied „Segnung". Den von der Landeshaupt st adt Dresden gestifteten zweiten Preis, eine Radierung von Walter Zeifina, erhielt der Berliner Wilhelm Rusch für seine Komposition „Deutsche!" Der dritte Preis, ein vom Mitteldeutschen Rundfunk gestifteter Silberpokal, wurde dem Liede „Kamerad Horst Wessel!" von Hermann Blume zuerkannt. Mit dem vierten Preis, einem Adolf-Hitler-Bild, gestiftet von der Deutschen Musikpremierenbühne, wurde Karl Bamberg- Neheim für das Lied „Vorm Elternhaus steht eine Bank" bedacht. Der fünfte Preis, ein von der Sturm- Z i g a re 11 en f a b r i f gestifteter Silberpokal, fiel dem Schirgiswalder Felix T ö p p e l für fein Lied „In jedem Haus im Städtele" zu. Der Lokaltermin im Schloß Walters- Hausen nahm den ganzen Tag in Anspruch. Das Schloß, das südwestlich der Ortschaft liegt, macht äußerlich einen ziemlich verwahrlosten Eindruck. Man merkt, daß das Schloß in letzter Zeit einem Herrn gehörte, der sich in mißlichen Vermö- gensverhältnissen befand. Die Besichtigung im Schloß erstreckte sich auf alle Räume, die ir- aendwie in Frage kommen. Dabei erregte das Hauptinteresse das Mordzimmer, das Zimmer des Hauptmanns Werther, das im zweiten Stock des Südflügels liegt. Es ist dort noch die- selbe Unordnung und das furchtbare Durcheinander wie am Mordtag. Das Bett, ein einfaches Stahlbett mit Roßhaarpolstern und ein paar Kissen, war d u r ch u n d d u r ch m' t Blut getränkt. Auch an den Wänden und am Lichtschalter sah man Blutspritzer. Im Zimmer der Frau Werther fand man das Bett — es war nur mehr ein Kopfkissen da — stark ern bet | ■ -^QQs ! lieb unb ^.ver. Anne, Koehler übet inb de, »nttiült N haft. Masts. XN an. les nach, and bet b's 15. ffipf bet Kräh beruf. W im UMen ■ Terabe deutflb ,'e Bei llbuna -n Wirj- le und sh alb er. deutsche ^reichen fes mib nern des endige dadurch -kegenheit ftung zu t werden sicher len. Minister gendlichen Wirkung ;elt. Da. ritzen Be- er der ingvol. adel im i Straßen Organisa- ld sam- Werbe- r müssen erden. Diel formierten \ leichssporl- X . Dagegen idsichen den Stra- \d)t zu- n 10 und rn unb b hxnM Wahren, müssen die lerben. 5 Innern, erbean« et hat, be- ■ als an immlungen Der Reichsführer der deutschen Dentisten, Dentist Schaeffer-Schwandorf, hat in einer Osterbot- chaft der Erwartung Ausdruck gegeben, daß mit Rücksicht auf die Eröffnung der neuen Arbelts- chlacht durch den Führer alle jungen beschas- tiaungslosen Dentisten innerhalb kurzefter Frist in den Stand eingereiht werden. Der Reichsführer weist aus seine Anordnungen hin, die alle Dentisten verpflichten, Praktikanten nach Beendigung ihrer.ersten dreijährigen Ausbildungszeit weiter in ihrem Laboratorium z u beschäftigen. Darüber hinaus müssen überall, wo es nur möglich ist, junge Techniker angestellt werden. Die Oberburg in Kranichfeld bei Weimar durch Feuer zerstört. In dem in seinen Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert stammenden und im 16. Jahrhundert erweiterten Schloßbau des K r a n i ch f e l d e r O b e r- scklosses brach ein Brand aus, der die kulturhistorisch wertvolle Schloßanlage bis aus die Grundmauern vernichtete. Das Schloß befindet sich im Privatbefttz des Fabrikbesitzers Ramminger und enthielt wertvolle a m m - l u n g e n, u. a. eine Rüstkammer und eine Anzahl Gemälde. Die Ursache des Brandes ist dann zu suchen, daß der Besitzer mit feiner Dienerschaft m km vor dem Schloß gelegenen Garten L a u b - abfälle verbrannte und die Flammen plötzlich den dir Schloßmauer umrankenden wilden Nun ist auch das zweite Opfer des bis jetzt noch | unbekannten Einbrechers in das Haus des Landwirts A m b e r g e r, die durch furchtbare Hiebe auf . die Schädeldecke schwerverletzte Alma Amberger, ihren Verletzungen im Ludwigshafener St. Marienkrankenhaus erlegen. Damit fielen dreier ruchlosen Tat zwei Menschenleben zum Opfer. Der fieberhaften Tätigkeit der Gendarmerie ist es gelungen, die Person des Maudacher Raubmörders f e ftz u stelle n Es handelt ich um den 1907 geborenen und übelbeleumundeten Jakob Baumann aus Ludwigshafen a. Rh., der seit einiger Zeit von der Ludwigshafener Polizei wegen verschiedener Einbr u ch sdlebst ä h l e gesucht wird. Seine Festnahme gelang lisher nicht, da Baumann keinen festen Wohnsitz hat und meist im Freien übernachtete. Vor einigen Tagen hatte er einem Bekannten gegenüber geäußert, er würde wieder etwas unternehmen, wobei er zweifellos den Maudacher Raubüberfall im Auge hatte. Durch Fingerabdrucke konnte festgestellt werden, daß nur Baumann die entsetzliche Bluttat begangen haben kann. Auch liegen hinsichtlich des Aussehens des Täters übereinstimmende Bekundungen einer Reihe von Zeugen vor, die B a u m a n n auf der Flucht gesehen haben. Der Töter ist 3U>ar noch flüchtig, doch dürfte mit seiner alsbaldigen Ergreifung zu rechnen sein. Der Selbstmord des javanischen Tennisspielers Sato. Der tagische Selbstmord des berühmten rnpani» schen Tennisspielers Sato im Alter von 25 Jahren wahrend seiner Schiffsreise von Japan nach England wird auf einen Nerve n z u s a w m e n - bruch zurückgeführt. Von dem Schiff „Hakone Maru" aus hatte Sato die japanische —enmsb Hörde telegraphisch gebeten, wegen seiner Erkrankung in Singapore ausstelgen zu d uirf f n. Dieje Bitte rourbc jedoch ab gelehnt, und Sato Berlin, 6. April. (DNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. L e y, hat mit der Aufstellung der Vorschlagslisten aus Handel und Handwerk Dr. von Nenteln beauftragt, der für jeden Treuhänderbezirk Beauftragte zur Durchführung bestimmt hat. Diese sind im Begriff, im Benehmen nut kommt. Für den Bezirk Hessen ist Pg. W. G. Berlin, 6. April. (DNB.) Nach einer Verfügung der Bundesführung des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) wird die Bund es tracht für alle Bundesmitglieder, soweit sie nicht der SA. oder SA.« Reserve angehören, folgende sein: Feldgraue Mütze mit Hoheitsabzeichen und schwarz-weiß-roter Kokarde, feldgrauer Rock in Form des sog. Richtmann- Rockes (offener Rock, zwei Brust-, zwei Seiten« raschen) mit Hakenkreuzarmbinde, Koppel, braunes Hemd mit grünem Schlips, feldgraue Stiefelhose, Gamaschen mit Schnürstiefeln oder hohen Stiefeln. Alle Abzeichen mit Ausnahme der Hoheitsabzeichen an der Mütze und Hakenkreuzarmbinde find zu entfernen. Ueber die neuen Abzeichen der Dienstftelleninhaber des Bundes ergeht noch Befehl. In Zukunft gibt es mit Ausnahme des Titels „Bundesführer" im Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbund keinerlei Titel. Sämtliche Unterführer sind nur Inhaber der betreffenden Dienststelle. Es wird der Deutsche Gruß angewendet. Im übrigen entsprechen die Grußbestimmungen den bei der SA. üblichen. Das Gesamteigentum des Stahlhelm und seiner Gliederungen geht uneingeschränkt in den Besitz des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes über, der allein Rechtsnachfolger des Stahlhelms ist. Oie Revision des Impfgesetzes. Ein Flußschiff Meß im Indus in der Nähe von Ghaziabad gegen den niedrig hängenden Zweig eines Baumes, und das Wasser r «« . i drang in das dadurch entstandene Leck ein. Unter durchblutet. Auch die Betten wiesen große Blut- bcn Passagieren an Bord des Schiffes, die zu flecken auf. Interessant war, daß sämtliche Tatort- Extern Fest im Freien fuhren, entftanb eine spuren in keiner Weise sich in Verbindung bringen IP ik Sie sprangen über Bord, wobei acht von lassen mit der Erzählung der Frau Werther übe, it)nen ertranken, die nicht schwimmen konnten, ihre Bewegungen in der Mordnacht Zwischen dem Pechvogel. MH wenigen war, die bei der Katastrophe der „Lousi» tania" gerettet wurden, hatte Amerika einen Nativ» nalhelden mehr. Jetzt ist James Kruck gestorben. Ist er bei einem Erdbeben verunglückt? Hat es ihn bei einer ungeheuren Feuersbrunst ereilt? Nein. Kruck kam bei einem kleinen Ausflug an einen chmalen Fluß, der ganze zwei Fuß tief ist. Kruck ah also keine Gefahr darin, daß er sich Schuh und Strümpfe auszog und ans andere Ufer watete. Da wurde er von einer Ohnmacht befallen, fiel hin on D‘ , die Berlin , 6. April. (DNB.) Da die geplante Revision des Reichsimpfgesetzes vom 8. April 1874 bis zu Beginn der nächsten Jmpfperiode noch nicht abgeschlossen werden kann, hat der Reichs« Minister des Innern die Landesregierungen ersucht, den neuen Gesichtspunkten in der Impffrage, über die eine im wesentlichen übereinstimmende Auffassung besteht, schon jetzt Geltung zu verschaffen. Es handelt sich vor allem um die in jedem Falle vor der Impfung mit besonderer Sorg alt zu treffende Feststellung, o b d e r I m pf- pflichtige geimpft werden kann, ohne d a ß er selbst oder Personen seiner Umgebung durch bie Impfung gefährdet werden. Mit der endgültigen Entscheidung über die tfrage einer wiederholten oder länger dauernden Zurückstellung von der Impfung ist der öffentliche Jmpfarzt beauftragt. Die Zahl und die Lange der Impf schnitte ist bis auf weiteres verringert worden. Die Eltern der geimpften Kinder können, falls sie nach dem Nachschautermin besondere Erscheinungen bei den Impflingen wahr- nehmen, jederzeit den ^nipfarztauf- i u d) e u , um sich von ihm unentgeltlich beraten zu lassen. Die Aufklärung der Bevolke^mg über die hohe v o l k s g e s u n d h e i 11 i ch e Bedeutung der Impfung ist auch fernerhin eine wichtige Aufgabe der Aerzteschaft und un besonderen der Jmpfärzte. Sachverständigenbeiräte ans Handel und Handwerk. Krebs für die Dauer zu heilen, die sonst in monatelangem schmerzreichen Siechtum einem qualvollen Tode entgegensehen. Für die Kranken, die infolge zu später Aufsuchung des Arz- t e s nicht mehr radikal zu operieren sind, kann, wenn auch nicht Heilung, jo doch wesentliche Besserung des qualvollen Zustandes mit seinen Nebenerscheinungen in Aussicht gestellt werden. Das Operieren mit dem elektrischen Messer hat hier bereits schöne Erfolge gezeitigt. Jeder Mast- darmkrebs gehört zuerst in die Hände des Chirur- l|U öluulv MUMK|VMI, —- gen. Allem die Operation ist m der Lage, e ne anJaItctcn 3000 Arbeitslose vor dem Rathaus und Dauerheilung herbeizufuhren. Die in den letzten &em (krichtsgebäude eine Kundgebung. Hierbei kam Jahren gewonnene Basis m der Bekämpfung des einem schweren Zusammen st oh mit Mastdarmkrebses verspricht fur die Zukunft be- L r Polizei, der zwei Stunden dauerte. Etwa deutende Fortschritte. W e st h u e s (Erlangen) zeigt 2o Personen wurden verletzt. Die Polizei trieb die an einer Reihe von Verspielen, daß gerat fe Mast- Demonstranten schließlich durch Tränengas- darmkrebse aus anfänglich gutartigen Schleimhaut- bomben auseinander, nachdem zunächst verschie» Wucherungen entstehen. Im letzteren 5aUe tarne L, Demonstranten den Polizisten die Gasbomben man mit einer flcineren Operation aus Kommt ^^1, und sie auf die Polizei zurückge» der Kranke erst im Krebsstadium zum Slrst, bann morsen hatten. Der gesamte Verkehr würbe bleibt nur bie rabikale Operation übrig. Auch h^ lahmqelegt, bas Gericht geschlossen. Die Fenster im zeigt sich also bie Notwenbigkeit, baß die Kranken Diiraermeisterbüro und im Gerichtsgebäude wurden s o f r üh wi e moglich 3um Arzt gehen und eingeschlagen. Die Ruhe konnte erst wieder herge» dieser den Mastdarm untersucht. I ytellt werden, nachdem vor dem Rathaus und dem Die weiteren Redner behandelten ebenfalls Ope« Gerichtsgebäude Maschinengewehre aufge» rationstechnik und Erfolge bei Behandlung des stellt worden waren. Die Arbeitslosen hatten vor» Mastdarmkrebses. Nachmittags erstattete der hochbe- nehmlich die Wiederaufnahme der Notstanbsarbei- tagte scheidende Schatzmeister A. Köhler den ten verlangt. Kassenbericht. Braun-Berlin berichtet über die 60jähriges lUilitärjubiläum. Entwicklung der Viblio thek und die Verhält-l Weidenhausen bei Gladenbach, wo er niss- de- Langenbeck.V.rchow.Hau, -' 10 e n 9 a u c n @^eraI der das nunmehr wieder allein von der Langenbeck. M v -i-n ^ayren^ i.tzosahriges Birchow-Haus-Eesellschast verwaltet wird. ®le ,nR militärjubiläum feiern. Im Weltkrieg war er @ou- * ÄS’“ Ä Von °ern°ur' vvn Lille' und später van garest. Professor Magnus- Berlin zum ersten Vorsitzen- Ein Bild des Reichskanzlers fur das Panzerschiff den für 1935. .Deutschland". Reichskanzler Adolf Hitler hat dem Offizier» korps des Panzerschiffes „Deutschland" sein Lichtbild mit eigenhändiger Unterschrift gestiftet. Das Bild wird einen besonderen Ehrenplatz in der Offiziersmesse finden. t । Lin vierjähriges Kind bei einem Großfeuer wurde, noch am Leben ist. Getötet wurdenI umgekommen. der Ä G.°rnsbach sDadens brach im chin.er. h crnfin q u n i a a ein 2lnaeftellter Marschalls, gebäude der Schloßdrogene und Farbenhandlung Geck Hanckk und Lta'rschäll^’S“ Su«. Äugust Lang Feuer aus, das sich mit rchender S-. gehen der Maschine verwundet. Zuerst hat Mar- schwindigkeit «usdehnte .^5 gesamte Ge Ä»5 Sil1.'*K&’S~ Ä firh Ärfuiü auf Dabei stieß er am ein Menschenleben gefordert. Das vierjährige Marschall erhielt bei her Notlandung eine erhebliche bar der Brand gelegt wurde wurde Emch un nifdie Belos Acht Passagiere eines Flußschiffes im Jnbtti ’ ertrunken. 4 Weisse und gesunde Zähne ^Z-Zimmer Stellenangebote| Schöne Haösmädchen [01879 (alles mundgeblasen) das elftem al hier bin. 01848 Staunend billige Preise! Grobe Auswahl! 2117D zimm., ca. 1000 sehr gurrst. abzg. Marbg. Str. 40. SlMlWÄi Schönes, möbl. Ehallier. Strebsames Nebenarbeiten. 01869 a.d. G.A. Sut erhaltenes JOIltOßi finaßen-nnö UlSöißenroö cht Arbeit al. .Art. Schr. An. Umzugshalber billig zu verkauf, f AikeittAk Bufett, Sofa, 3000X11) ?rlurgarderobe, 34Zim. Wobn. Suche Stellung [Vermietungen | e^ne- a-41/iui. wuuu. „ Zum 1. Mai. Bin in guter «agk'DayerischeGenfmuhle^n„, a„en Schr. 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Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß alle in Gießen in der Lehre oder in Beschäftigung stehenden Berufsschulpflichtigen ohne Rücksicht auf ihren Wohnort zum Besuche der Schule in Gießen verpflichtet sind. Für Schulpstich- bge, bie in ein Lehrverhältnis treten, besteht die Schulpflicht unabhängig davon, ab sie zunächst eine Probedienstzeit durchlaufen oder nicht. Gießen, den 5. April 1934. Stadtschulamt. I. V.: vr. W e i g a n d. Eine feftfibenbe MuEe zu verk. [oisbs Schreiner, Bäckerei. 6. Herstellung von Dürgersteig.plallenbelag in der Frankfurter Straße: g rund 400 qm Plattenbelag mit allen Nebenarbeiten. 7. Herstellung eines Zementrohrkanals, 350 mm S™orf:’ am Mundstück des Vereins rund 100 lfd. m Zementrohre mit allen Nebenarbeiten. 1 8' n/A"»ung der wleseckufer zwischen Bismarck- siraße und Goethesiraße: rund340 lfd.m Einfassung mit allen Neben- aroeiten. Grotze ß-Zimm.-WohDung m.ger.Badez.,i. II. 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April 193^ Die Auf den Spuren des „samtfüßigen Teufels". schaftlich durchaus einleuchtend, doch wird man sich klar darüber sein, daß der beste Kunde nicht immer gerade diejenigen Waren liefern kann, die sein Abnehmer selbst am meisten benötigt. Immerhin bleibt der Gedanke der Gegenseitigkeit als richtunggebend bestehen und die neue Handelspolitik des Reiches hat sich ihn durchaus zu eigen gemacht. Die Lage unseres Außenhandels ist, wie Herr v. Popen ausführt, bedrängt und sie hat mancherlei Pläne aufkommen lassen, um einen besseren Export zu ermöglichen. In Uebereinstimmung mit allen anderen maßgebenden Stellen lehnt der Vizekanzler aber die Üeberwindung der Schwierigkeiten durch eine Markabwertung ganz entschieden ab. Er hob hervor: wenn Deutschland bisher seinen Zahlungsverpflichtungen an das Ausland immer noch 311 einem beträchtlichen Teile nachgekommen sei, so sei dies weitgehend gerade auf das Verfahren mit Bonds zurückzuführen. Nur, wenn das Ausland die deut- che Wirtschaft verdienen läßt, ist Deutschland n der Lage, einengende Bestimmungen im internationalen Kapital- und Warenverkehr aufzuffeben. Diese Maßnahmen sind uns durch die Entwicklung der Weltwirtschaft aufgezwungen worden. Als „Grundvoraussetzung" für bessere Wirtschaftsbeziehungen unter den Staaten nannte Herr von Popen: den Abbau des gegenwärtigen Ueberprotek» tionismus, die Stabilisierung der Währungen und die Herabsetzung wirtschaftlich untragbar gewordener Schulden von Land zu Land. Er weist aber daraus hin, daß ganz entscheidend für eine wirtschaftliche Wiederannäherung und Zusammenarbeit der Völker die Schaffung der unerläßlichen politischen D e r t r a u e n s a tm 0- sphäre sei. — Diese Ausführungen des Vizekanzlers von Papen, wie auch die Ausführungen anderer führender Männer, sind der beste Beweis dafür, daß Deutschland bereit ist, auch auf handelspolitischem Wege mit allen Staaten Hand in Hand zur Üeberwindung des wirtschaftlichen Niederganges in der Welt zu arbeiten. Nur deshalb, weil ein organisches Zusammenwirken der größten Wirtschaftsmächte — man denke an die Mißerfolge der Londoner Welt-Wirtschaftskonferenz — nicht möglich war, mußte Deutschland das Schwergewicht auf den inneren Markt lenken. Wenn aber die Maßnahmen zur eigenen Wirtschaftsbelebung zu weiteren Erfolgen führen, dann wird eine neue Konjunktur um so schneller einsetzen, je mehr die Einsicht von einem zweckdienlichen Warenaus- | tausch auch in allen Ländern Platz greift. LeWngssteigemng-Leistungserhaltung. Von Or. med. Hans Doöke, beratendem Arzt beim Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront behauptete Entdeckung der biblischen Stadt Saba durch den französischen Archäologen M. Mal- braux, der vom Flugzeug aus ihre Ruinen im Wüstensand Süd-Arabiens gesichtet haben will, weckt die mannigfaltigsten Vorstellungen an die sagenhafte Königin von Saba wieder, die einst an den Hof des Königs Salomo zog, um feine Weisheit durch schwierige Fragen auf die Probe zu stellen. Der weise König bestand seine Prüfung glänzend. heben. Im Gegensatz zur deutschen Entwicklung ist der verhältnismäßig geringe Abbau der amerikanischen Arbeitslosenzifser nur durch künstliche Arbeitsbeschaffung aus öffentlichen Mitteln erfolgt und Roosevelt steht jetzt vor der zweiten Phase, durch Arbeitszeitverkürzung Mehreinstellungen der Privatwirtschaft zu erzwingen, wodurch allerdings bei gleichzeitiger Lohnerhöhung die Gestehungskosten st eigen, was nicht in der amerikanischen Binnenwirtschaft, aber für den Absatz amerikanischer Waren auf den Auslandsmärkten sich schädlich auswirkt. Nur durch Aufgabe solcher Ziele, wie die Rooseveltianer sie als Eroberung größerer Absatzmärkte verkünden — also der liberal - wirtschaftsimperialistischen Kampftendenzen — kann der Weltwarenverkehr, das Verhältnis der Gläubiger- zu den Kundenländern gebessert und die mehr als 200 Milliarden Mark betragende internationale Verschuldung nach und nach liquidiert werden. Das Problem des Außenhandels findet nun auch in Deutschland immer mehr die Beachtung, die es im Zusammenhang von Weltwirtschaftsbelebung und Weltverschuldung verdient. Der Reichsführer des Handels Dr. Lu er hat bei der Neugrundung der Außenhandelsstelle für das Rhein-Main-Gebiet hierüber bemerkenswerte Ausführungen gemacht. Er aing dabei von der Tatsache aus, daß die Welt Deutschland ebenso nötig braucht wie dieses den Warenaustausch mit anderen Ländern. Die Wiedereinschaltung des mächtigen deutschen Konsumenten werde erst die Weltwirtschaft wieder in Gang bringen: denn in Deutschland sei ein steigender Bedarfan Gütern vorhanden, der durch Austausch deutscher Erzeugnisse gegen fremde Rohstoffe gedeckt werden könne. Um diesen Austausch aber zu. ermöglichen, müßten zunächst einmal dieBschuld- nerischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Gläubigerländern entwirrt werden. Die gleichen Gedankengänge wie Dr. Luer hat auch der Vizekanzler von Papen soeben in einem Aufsatz über die deutsche Handelspolitik entwickelt. Er zeigt hier, daß für Deutschland eine hundertprozentige Selbstgenügsamkeit, also eine volle Autarkie weder erreichbar noch wünschenswert sei. Anderseits könne Deutschland aber auch nicht mehr nach den alten liberalistischen Grundsätzen die Außenhandelsfragen einfach der freien Entwicklung überlassen. Zwischen den beiden Extremen stehe der Mittelweg einer gesunden Nationalwirtschaft- l i ch e n Außenhandelspolitik. Er prägte ein neues volkstümliches Schlagwort: „Kaufe beideinem besten Kunden". Dieser Leitsatz ist volkswirt- „Du hast mehr Weisheit und Guts, denn das Gerücht ist, das ich gehört habe", bestätigte sie. „Und sie gab dem Könige hundert und zwanzig Zentner Gold und sehr viel Spezerei und Edelsteine. Es kam nicht mehr so viele Spezerei, als die Königin von Reicharabien dem Könige Salomo gab." Von der sagenhaften Königin erzählt eine über 800 Jahre alte Ueberlieferung, die Hauptmann C. Cran- ford von einer arabischen Forschungsreise mitbrachte; bei der er mit Hilfe eines Araberstammes das Hoflager Ophir der Königin entdeckte. Nach dem Bild, das dort noch heute in den Bergen der Eingeborenen weiterlebt, sei die zierliche Königin ebenso lieblich wie grausam gewesen, hre Stimme war so sanft wie der Hauch des Abendwindes; doch konnte diese Herrscherin blutdürstig sein wie ein reißendes Tier. Ihre Umgebung lebte in Furcht und Schrecke vor den Launen des „samtfüßigen Teufels", wie sie genannt wurde, weil sie hinkte. Auch daran knüpft sich eine Legende: In früher Kindheit wurde die Königin von Pygmäen aus Abessinien geraubt, um an einen Baum gebunden und dem Löwengott geopfert zu werden. Schon hatte eines der heiligen Tiere ihren einen Fuß zerrissen, als ihr die Flucht gelang. Von nun an herrschte die grausame Königin auf ihrem goldenen Thron, der mit Diamanten und Rubinen, mit Smaragden und Opalen geschmückt gewesen sein solle. Noch hat niemand die Ruinen- ftadt betreten, aber Forscher und Eingeborene trachten gleichermaßen darnach, diesen Thron und andere Zeugnisse ihres sagenhaften Reichstums und ihrer Herrschermackt zu finde«. Braunau am Inn — eine altbayerische Stadt. Der Geburtsort unseres Volkskanzlers hat das Bild einer spätmittelalterlichen gotischen Stadt noch ziemlich rein bewahrt und ist in seinem Charakter ein vortreffliches De'iplel süddeutscher Stadtschönheit, wie Eduard Kr"chbaum m einer Abhandlung des „Geographischen Anzeigers des Näheren ausführt. Am 26. August 1806 wurde Warenabnahme eine Bezahlung Zug um Zug unmöglich machte. Hierin liegt zutiefst der jetzige Roöseveltsche Plan, durch Abbau der Zollmauern als Folge seines Währungsexperiments einen Teil der amerikanischen Rohstoffausfuhr durch die Hereinnahme von europäischen Jndustriewaren bezahlen zu lassen. Aber daß der frühere Zustand nicht wieder erreicht werden kann, bedarf eigentlich keines weiteren Beweises, obgleich noch 1925 der Schatzsekretär Mellon die These verfocht, durch amerikanische Kredite müsse die Kaufkraft Europas für Agrarprodukte gestärkt werden, wobei übersehen wurde, daß eine solche Anleihepolitik Europa in eine Zinsknechtschaft gestürzt hätte, unter der in den Vereinigten Staaten selbst die Industrie und die Landwirtschaft verrotteten, bis durch die Dollarabwertung und eine wenn auch sehr ungleichmäßige Preiserhöhung die Schuldner des amerikanischen Kapitalismus einen erheblichen Teil ihrer Verpflichtungen los wurden. In der Zeit des Wettlaufes um die schlechte st e Währung konnte das eine oder andere Land gewisse Vorteile erzielen, aber nur solange, als die Länder, die am Goldstandard festhiel- ten stillschweigend damit einverstanden waren. Die Preisgabe des Goldstandards aber vermehrte die Schwierigkeiten des Zahlungsausgleiches; durch das Prinzip der Kontingentierung und Anti-Dumping- Zölle wurde die Absonderungstendenz vermehrt und schließlich, da internationalen Zahlungen, worunter auch die deutschen Verpflichtungen fallen, nur in Gütern und Dienstleistungen liquidiert werden können, kam der Zeitpunkt, wo weitere Währungsverschlechterungen tatsächlich sinnlos wurden.' Durch Währungsverschlechterungen allein konnte keine entscheidende Besserung der Handelslage der Welt, nicht einmal, wie England und die USA. bewiesen, der einzelnen Nationen erreicht werden. Vor allem hat man in den USA. die elastische Abwehr Englands unterschätzt und die Möglichkeiten, künftig die Preise nach oben zu treiben, überschätzt. In der letzten Zeit ist nicht nur unter dem Einfluß der schlechten Lage der öffentlichen Finanzen der USA., der Dollar gegenüber dem Pfund wieder schlechter geworden, England verteidigt mit allen Mitteln den geringen Valutaentwertungsvorsprung, der ihm überhaupt noch gewisse Gewinne aus diesem Experiment einträgt, und voraussichtlich wird bis August/September, wo England saisonhaft gezwungen ist, amerikanische Baumwolle und Getreide aufzunehmen, das Pfund gegenüber dem Dol- Es gibt in unserer Zeit wenig Begriffe, die der Härte des Lebenskampfes, in dem wir stehen, so sehr Rechnung tragen, wie der Begriff der Leistungssteigerung. Der schwere Kampf um den Arbeitsplatz und die Sorgen um die berufliche Zukunft zwingen jeden einzelnen, seine Leistungs- ähigkeit auf das Aeußerste zu steigern, damit er ich behaupten kann. Wir wissen, wie schwer es ist, eelisch und körperlich den Anforderungen zu genügen, die heute im Berufsleben an uns gestellt werden. Um so stärker wendet sich unsere Aufmerksamkeit den Fragen zu, wie wir unsere Arbeitskraft am besten ausnutzen können und wie wir sie uns erhalten. Der erste Weg, der sich hier uns eröffnet, ist der der beruflichen Weiterbildung. Wir vermehren unsere technischen Kenntnisse, wir erweitern unser Wissen und unser geistiges Blickfeld durch die Beschäftigung mit den Problemen der Wirtschaft und wir vertiefen unsere Kenntnisse von der Ware und ihrer Herstellung, um jeder Aufgabe gewachsen zu sein, die an uns herantritt. Um auf einem Arbeitsgebiet etwas Vollkommenes leisten zu können, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt fern. Neigung und Eignung sollten wir schon bet der Berufswahl voraussetzen können. Bei dem nächsten Faktor „richtige T e ch n i k", also zweckmäßige Gestaltung der Arbeitsweise, aber lassen sich häufig Fehlerquellen finden, die man bei einigem Nachdenken leicht aus der Welt schaffen kann. Vielfach kommt es auch nur darauf an, daß man sich einmal den Arbeitsgang und die persönlichen wie beruflichen Handlungen ansieht, die man gewohnheitsmäßig tagtäglich immer wieder wiederholt. Diese Arbeiten werden allmählich so mechanisch ausgeführt, daß sie jedem mit allen ihren Fehlern in Fleisch und Blut übergehen. Hier können Aende- rungen oft unerhörte Zeit- und Energieeinsparungen erzielen, von denen sich in diesem Umfang niemand etwas hat träumen lassen. Dazu ist es notwendig, daß man sich die Arbeit einmal gründlich überlegt und nicht davon überzeugt ist, daß das, was nun jahrelang nur in einer bestimmten Weise gehandhabt worden war, auch richtig und zweckmäßig und nicht verbesserungsfähig ist. Ausreichende Uebung, technische Vervollkommnung ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung. Aber die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten allein bestimmen nicht unsere Arbeitskraft. Wesentlich wird diese von der körperlichen und lar eine ziemlich starke Position haben. Es hat mehr und mehr den Anschein, als ob es dem Dollar nicht gelingt, die Pfundentwertung aufzuschlucken und damit den ursprünglichen Rooseveltschen Plan der Eroberung gewaltiger Absatzgebiete auf Kosten Englands zu verwirklichen. Deshalb mehren sich in USA. die Stimmen für eine Beendigung des Währungsentwertungskampfss. Auf hem Weltmarkt haben sich trotz aller amerikanischer Gegenwirkungen die Preisrückgänge fortgesetzt, nur bei Kautschuk hat in London eine Besserung verzeichnet werden können und die M e t a l l p r e'i s e zogen nur winzig an. Die Zinnhausse scheint zum Stehen gekommen zu ein. Die Getreidepreise waren weiter rück- jängig, auf dem Baumwoll markt wurde von Spekulationsgruppen ein Angriff unternommen, der noch nicht voll durchdrang. Katastrophal bleibt aber noch immer — und das ist schließlich ausschlaggebend für das Experiment Roosevelts — daß die amerikanischen Farmer keine höheren Preise erzielten. Die sechs Millionen amerikanischen Farmer hatten sich infolge her Motorisierung überschuldet, aber die Preise fielen zwischen August 1929 und August 1932 um volle 60 v. H. und seitdem ist es nicht gelungen, Anbaubeschränkungen durchzuführen, also die Ueberproduktion abzustoppen, und die erzielten Preise den Voraussagungen Roosevelts anzupassen. Mit rein monetären Maßnahmen gelingt es nicht, Preise zu steigern und hie Konsumkraft zu hier der Buchhändler Palm aus Nürnberg wegen Vertriebes der Schrift „Deutschland in seiner tieften Erniederung" erschossen. So verknüpft sich auf diesem Erdenfleck die Erinnerung an die Epoche des nationalen Niedergangs vor 100 Jahren, die zur nationalen Erhebung der Freiheitskriege führte, mit der Persönlichkeit, die der Träger der nationalen Erneuerung von heute ist. Das kleine Städtchen mit seinen kaum 5000 Einwohnern dehnt sich malerisch auf einer steil zum Inn abfallenden Erhebung aus und hat auf dieser Seite noch den Charakter der altersgrauen Feste bewahrt. Zwei Brücken verbinden das dicht an der österreichischen Grenze gelegene Oertchen mit der bayerischen Stadt Simbach. Braunau ist eine ed)t altbayerische Siedlung, die mit dem Inn-Viertel 1779, endgültig aber erst 1816 an Oesterreich kam. Der Name wird 1125 zum erstenmal erwähnt, und zwar als Landgut des Auqustinerklosters, das bei der Pfalz Rans- hofen lag. Nach 1270 finden sich die ersten Burgernamen, und es zeigt sich eine Verbindung mit Schwaben, die nach heute in der Schwabengasse -um Ausdruck kommt. Infolge seiner wichtigen strategischen Lage war Braunau schon früh mit Mauern umgeben, aber erst seit dem Dreißigjährigen Kriege wurde es eine wichtige bayerische Grenz- feftung, um deren Mauern viele Kämpfe tobten. Kurz vor der Zeit Napoleons, der mehrfach in der Stadt geweilt hat, im Jahre 1779, verlor Braunau auf der Landseite seine Umwallung. Die Epoche der kriegerischen Zeitläufte sah auch das wirtschaftliche Aufblühen der Feste. 1626 besaß Braunau neben München und Ingolstadt die stärksten lud)- macher-Zünfte in Bayern, und erst im 19. Jahrhundert setzte die wirtschaftliche Verkümmerung ein die durch die Grenzlage verschärft wurde. Der köstliche gotische Kern ist trotz vieler Verwüstungen und Brände gerettet und bildet ein Kleinod verborgener Stadtschönheit mit den formvollendeten, stolz aufragenden Türmen von St. Stefan und der Spitalskirche zum Heiligen Geist, die die ältesten und bedeutendsten Gotteshäuser der Stadt sind, mit dem Spitzhelm des Salzburgertor-Turmes und den vielen hohen Giebeln alter Burgerhauser. Einzelne Straßennamen weisen auf den Sitz der alten Gewerbe hin. Die beiden Schmieden liegen noch heute in der Nähe der längst abgetragenen äußeren Stadttore, die eine neben Hitlers Geburtshaus, einem ländlichen Einkehr-Gasthof. Trotz des großen Brandes von 1879, der manches alte Denkmal vernichtete, ist noch viel von der Romantik der Häuser und Winkel aus ferner Vergangenheit erhalten. Gotische Binnenhöfe sind selten, häufiger die malerischen Renaissancehöfe, wie deren einen m herben Formen auch Hitlers Geburtshaus besitzt. So fugt „Der Baute." Von Michael KohlhaaS. Baule" ist schwäbisch und bedeutet soviel wie Kater und „h'r Vett'r Jooseph", mit zwei ausgefallenen e und einem dafür um so längeren 0 unb etwas singend ausgesprochen, ist ebenfalls schwäbisch und bedeutet einen dem Allgäu entstammenden Bauern in einem Dorf bei Augsburg. D'r Vett'r Jooseph nun hat eines Morgens einen Hasen angemäht und weil d'r Vett'r Jooseph ein gutes Herz hat und kein Tier leiden sehen kann, so versetzte er dem Hasen als letzten Gruß dieses für viele fo anstrengenden Lebens einen Schlag hinter die Löffel und trägt ihn heim. Du Bäs," fagt er daheim zur Base Kathrem, die" ihm die Hauswirtschaft führt, „den Hasa bau, Öen richst in d'r Soß, und i lab a paar Nachbaura dazu-! Manmal müeß- au mi Baura was habe Don d- Parad-isäps-l, dia d- Stad l-ut Tag sur Tag ins Maul n-ihang-" Und di- Bas- Kathrem beizte den Hasen und d'r Vett'r Jooseph lud die Nach- baes geschah aber ferner, daß d'r Vett'r Jooseph gerade an dem Tag. da mittags das Gastmahl an- gesetzt war, plötzlich und unaufschiebbar zu Verwandten in die Stadt reisen mußte, also, "aß es zu seinem großen Leidwesen durchaus den Anschein hatte, als ob der Soßhase ihm ent- miMen 11 nb nur ben brei gelabenen Nachbarn zu- falkn sollte Diese schicksalhafte Herbheit bes Ge- chehens suchte nun d'r Vetter Jooseph baburch zu Sjrn daß er zur Base Kathrem sprach: „Bas, wö?ßt was? Mer schlachte unsren Baute und du sttzt oifach be brui Nachbaura statt n Hasa an Unb so geschah bes weiteren, baß her Baute, her gepriesen unb restlos verspeist würbe er herueit- tebens nicht ermangelt hatte, überall jn feine Katzenpersönlichkeit zu betonen. I , eil dem Hinteren Stubeneck gar munter cm 6 B Bi7r lief, so tarn es sogar so weit baß bi. brei Nachbarn den Baute als Hasen hochlebeni ß - eine Ovation, für hie her Baute wäre er zuvor g fragt worben, schon als Charakter, her aller Ueber schätzung abhotb, gebankt hatte. Wo steht die Weltwirtschaft? Die Unbeftänbigfeit ber Währungen unb bas Fehlen eines internationalen Wertmessers für ben Weltwarenverkehr finb vielleicht hie größten Hemmnisse für eine Zunahme bes internationalen Warenaustausches. Die verschieben große Kaufkraft ber einzelnen Nationalwirtschaften ist tebigtich eine Wirkung, aber nicht, wie vielfach gerabe in her amerikanischen Presse angenommen wirb, hie Ursache bes internationalen Hanbelsrückganges. Als Enbe ber neunziger Jahre mit ber Einführung her Mc-Kenna-Zölle hie Vereinigten Staaten sich gegen bas Einbringen europäischer Fertigwaren schützten, waren sie insofern in einer gewissen Monopolstellung, als hie europäischen Jnbustrie- länber gezwungen waren, ihre Baumwolle, ihr (Betreibe, Kupfer usw. aus bem amerikanischen Wirtschaftsgebiet zu beziehen. Ihr Hanbel mit ben USA. war burchweg passiv unb biefe Passivität würbe zumeist nur baburch ausgeglichen, baß ber europäische Hanbel anbere Absatzgebiete fanb unb ber europäische Warenaustausch sich ver- bichtete. Aber inzwischen kamen Australien unb Neuseelanb, Argentinien unb Kanaba, Aegypten (für Baumwolle) als Rohstoffquellen für Europa immer mehr in Betracht. Die amerikanische Prosperity nach bem Kriege war lebiglich burch ben zeitlich bebingten europäischen Warenhunger möglich; sie brach zusammen, als Europa gesättigt war, bas Penbel gleichmäßig ausschlug unb hie europäischen Kunben- länber erlebten, baß ihr Lieferant ihnen burch Um bie gleiche Stunbe geschah es enblich, baß h’r Vett'r Jooseph von ber Stabt zurückkam. Als er nun feine brei Nachbarn so wohlgemut oorfanb, unb sie auf feine Frage, wie es ihnen geschmeckt habe, in einstimmige Lobpreisungen bes Wilbbrets wie ber Kochkunst ausbrachen, ba glaubte er, ihnen den Wermutstropfen nicht vorenthalten zu burfen, den das Erbenleben für jebe Freubenftunbe bereit hält, unb sagte bemzufolge mit grüblerischem Bedacht: „Nur daß ’r 's wisset, ihr Herra: da hant ’r an Baule gfressa." Womit auf einmal der Bedacht ich auf die Seite der drei fröhlichen Nachbarn chluq, unb bas so schwer, baß sie anfänglich uber- ,aupt keine Worte fanben. Nach einer Weile aber agte ber Nachbar Schäufele: „'s ischt ja wahr unb Iaht sogar qeschriewe, baß b'r Mensch net bloß vom Brot alloi lebt; aber, Vett'r Jooseph, a Katz muaßt deswege bo no lang net unter seine Mahlzeite soi. Als Voresse," erroiberte b’r Vett'r Jooseph, „staht nix bagege, unb brum sollt ’r jetzt, wo i selb'r au mithalte ka, au ben richtige unb leibhaftige Soßhasa als Nachspeis friagc. Bäs, trag auf!" Unb bie Base Kathrein trug auf, ber leibhaftige Soßhase kam, bas Fäßlein im Stubeneck hinten lief unb lief, unb ob solcher Häufung ber besten Dinge auf biefer Welt machte sich eine bermaßen versoh- nenbe Behaglichkeit breit, baß in ben brei nachbarlichen Bauernmägen einträchtlich sogar zusammenkam, was sonst im Leben sich nicht gern gesellt: Katz und Has. . Nur ganz zum Schluß erst, als enblich bie brei Nachbarn zu gehen sich anschickten, kam noch so etwas wie ein Mißklang auf. Es erklärte da nämlich einer ber Gäste, unb bas zugleich im Namen der zwei anbern: „Bloß baß b’ woißt, raia bu bra bischt, Vett'r Jooseph: fürn Baule alloi hatte mer nix verlangt; weil mer aber an Hasa habe au no fresse müasse, verlange mer, a jeder, zwoi Marri für Zeitverfäumnis: wenn's anberfdjt net gayl, sogar abvokatisch." Womit hinwieberum auf feinem Dach broben bie Überraschung b r Dett r Jooseph hatte, genau nach bem Schwabenwort: s fetnb Ueberraschunge oft guat fürs Geblaat; nur solle fic net imm'r ben nämliche treffe. seelischen Spannkraft abhängen, bie uns zu eigen ist, von unserer Lebenskraft schlechthin. Diese roieberum ist ein getreuer Spiegel unserer Lebensführung. Wir haben hier ein gut Teil unseres Schicksals in ber Hanb, unb wir sollen es uns nicht nehmen lassen, bie kleinen Dinge unseres Lebens einmal auf ihren Wert ober Unwert nachzuprüfen; auf viele Fehler werben wir babei stoßen, auf Kraftvergeubungen unb auf manche Untugenb, die unserer Gesundheit und damit unserer Arbeitskraft abträglich find. In der Zeit der Rationalifie- rung dürfen wir aber mit unserer Arbeitskraft nicht unrationell umgehen. Die vielen kleinen Alltags- fänden, die falschen Gewohnheiten beim Essen, Trinken und Schlafen erscheinen unbedeutend unb nicht ber Beachtung wert. In Wirklichkeit wirken sie burch bie tägliche Wieberholung als chronische Schäben, bie bann auch zu ben chronischen Erkrankungen unb ßeiftungsminberungen in späteren Lebensaltern führen. Auf biefe hygienischen Fehler ist ein großer Teil ber Nerven-, Herz-, Kreislauf- unb Stoffwechselkrankheiten zurückzuführen, beren Zahl sich von Jahr zu Jahr vermehrt. Sie stören ben einzelnen in seiner Leistungsfähigkeit — auch hinsichtlich bes Genusses an Lebensfreube — unb verursachen ihm unb ber Allgemeinheit unnötige Kosten. Aber leiber ist bas Beharrungsvermögen ber Menschen im Falschen nirgenbroo so stark wie bei gesunbheitlichen Dingen. Das gilt nicht nur für ben Mann, ber im Berufe steht, fonbern auch für bie Frau in ber Hauswirtschaft. Sie hat bie schwierige Aufgabe, bie zur Verfügung stehenben Gelbmittel für eine richtige Ernährung unb gute Haushaltsführung zu verwenben, sie hat dafür zu sorgen, daß für alle Familienmitglieder das Heim eine Stätte des Ausruhens, der Entspannung und Sammlung, eine Quelle ber Kraft bleibt, sie übt einen entscheidenben Einfluß auf bie Lebensweise ihrer Angehörigen aus. Jn ber Erziehung ber Kinber ist sie vor allem verantwortlich für beren späteres Ergehen unb ihre Leistungsfähigkeit. Auch im Arbeitsgebiet ber Hausfrau gilt es, bie Leistungsfähigkeit zu erhalten unb zu förbern. Sinb diese Voraussetzungen erfüllt, so bleibt als ein weiteres Kennzeichen richtiger Arbeit d i e Fähigkeitzugei st igerSammlung. Gute Technik, Uebung, Eignung unb Neigung allein schaffen es nicht, wenn es an biefer Eigenschaft fehlt. Geistige Sammlung setzt aber auch geistige Entspannung voraus. Die Frage ber zweckmäßigen sich der ganze Ort harmonisch in bie liebliche ßanb- schaft zwischen Salzburg unb Passau ein. „Wer hier", sagt ber Verfasser, „in behaglichen Muße- ftunben Einige Tage burchs ßanb roanbert, ber wirb als Natur- unb Geschichtsfreunb bie Seele des altbayerischen Stammesbodens fühlen. Hier ist und war nie Grenzland, sondern immer deutscher Boden!" Freizeitgestaltung gewinnt somit Bedeutung für die Tätigkeit im Beruf, ja sie ist geradezu entscheidend für die Leistungsfähigkeit. In welcher Weise wir in der Zeit außerhalb unseres Berufes leben, gesund oder ungesund, harmonisch ober unharmonisch, welchen Genüssen wir nachgehen, welche Freuden und Leiden uns beschieden sind, von allen diesen Dinaen wird auch unsere Arbeit beeinflußt, gefördert ooer gehemmt, je nachdem. Die nationalsozialistische Einstellung zur Arbeit hat gerade dieser Aufgabe eine außerordentliche Bedeutung zugemessen und deswegen in der Deutschen Arbeitsfront die Einrichtung „Kraft durch Freude" geschaffen. Hier werden die mancherlei Möglichkeiten ausgebaut und für jeden arbeitenden Menschen nutzbringend verwertet werden, die für ihn aus der Freizeit durch Freude Kraft schöpfen. Dazu gehören geistige Ablösung von den Sorgen und Kümmernissen des Tages und Befreiung von den Gedanken an die Arbeit. Auch hierher gehört die Erziehung zu einer vernünftigen Lebensweise. Niemand will Asketen heranzüchten, wohl aber soll jeder zu der Selbstkritik seiner Handlungen auch im gesundheitlichen geführt werden und Selbstverant- wortung darin kennenlernen. Ein wichtiges Gebiet in der Freizeitgestaltung ist der körperliche Ausgleich durch freudebetonte Leibesübungen oller Art, dabei müssen wir es erreichen, daß Sport nicht nur den Jüngeren als entsprechende Tätigkeit zugebilligt wird, sondern daß auch der Aeltere, wie in Englond und Amerika, es nicht für unter seiner Würde hält, sich auf den Spiel- und Sportplätzen zu betätigen und sich damit wieder frisch macht und jung erhält. Die Fähigkeit zur geistigen Sammlung und der richtige Einsatz der Kräfte ist aber auch von der Arbeitseinteilung abhängig. Wir müssen wissen in welchen Zeiten unsere Leistungsfähigkeit ihre Höhepunkte hat. Zeiten mit hoher Leistungsbereitschaft wechseln mit solchen, in denen man bei den geringsten Anforderungen stecken bleibt. Da helfen dann kein Zorn und kein Kaffee Nikotin oder Alkohol! Das heißt nun nicht, in dieser Zeit die Hände in den Schoß legen, denn mit beharrlichem Willen läßt sich auch jetzt vieles schaffen. Wenn man es aber einrichten kann, dann lege man wichtige Arbeiten, besonders solche, die eine eigene Produktivität erfordern, in Zeiten mit höherer Leistung und verschleudere sie nicht durch Vergnügungen, sondern sammle seine Kräfte für die wichtigeren Aufgaben. Alle diese Dinge wirken zusammen, um dem Menschen einen freudigeren Gehalt seines Lebens zu schaffen, aber es auch zu verlängern. Diele glauben noch immer, daß es genüge, wenn sie monatlich ihren Beitrag an die Krankenkasse oder Lebensversicherung zahlen und meinen, daß sie damit aller Verpflichtungen enthoben seien. In Wirklichkeit kann weder der Arzt, noch eine dieser sozialen Einrichtungen die Gesundheit erhalten, sondern höchstens sie wieder herstellen! Ja, selbst die Schmerzen können sie ihm nicht abnehmen, wenn er durch Unachtsamkeit und falsche Lebensweise seine Gesundheit untergraben hat — und oft sind dafür die Ursachen nur eben „Kleinigkeiten". Die Verantwortung für die eigene Gesundheit kann keinem Menschen abgenommen werden! Wohl aber vermag er mit Hilfe dieser Einrichtungen die ihm anvertraute Familie für die Zukunft zu sichern, ganz besonders für den Fall, daß durch unvorhergesehene Ereignisse sein Leben vorzeitig beendet oder seine Leistungsfähigkeit in seinem Beruf vermindert wird. Die Verantwortung vor der Nachkommenschaft sollte eigentlich alle Eltern dazu veranlassen, die Lebensbedingungen ihrer Kinder durch eine Lebens - oder Berufsausbildungsversicherung sicherzustellen. Hier entsteht für jeden einzelnen noch ein besonderer Vorteil. Wer in dieser Weise für die Seinen vorgesorgt hat, weiß sich den Wechselfällen des Lebens gegenüber viel sicherer, er fühlt es, wie sehr er von einer starken Sorge entlastet ist und sich viel froher dem ungetrübten Genuß des Lebens hingeben kann, als wenn er immer das drohende Gespenst der Unsicherheit für seine Familie verspürt. Damit aber werden Lebensenergien, die hier vorher gebunden waren, für andere Dinge frei und können sich beispielsweise auch in einer gesteigerten beruflichen Leistung ausdrücken. Viele bilden sich ein, sie seien gesund und sind es doch nicht. Es kann sehr wohl eine Krankheit schlummern oder ein Defekt am menschlichen Motor bestehen, ohne daß dies bei der üblichen Lebensweise zu merken ist. Erst wenn besondere Anforderungen an den Menschen gestellt werden, wie dies durch un- gewönhliche Berufsarbeit oder sportliche Anstrengungen oder durch eine Krankheit geschieht, melden sich diese Fehler plötzlich. Niemand sollte sich so unangenehm überraschen lassen. So wie wir uns angewöhnt haben, halbjährlich unser Gebiß vom Zahnarzt nachsehen zu lassen, so sollten wir auch alle Jahre die ganze Maschine überholen lassen. Das ist der Sinn der Gesunden-Untersuchungen, wie sie heute von der HI., SA. und auch von einem Teil der Lebensversicherungsgesellschaften für ihre Versicherten durchgeführt werden. Sie werden die Grundlage für einen „Gesundheitspaß" bilden, der jeden auf seinem Lebensweg begleiten und mancherlei nutzen wird. Es wäre gut, wenn jeder aus seinem Gewissen gegenüber der Familie und dem Volk sich zu dieser Maßnahme entschließen würde und sich wieder einem richtigen „Hausarzt" anvertrauen würde. Jedem von uns ist von der Natur ein Kapital überantwortet worden, das pfleglich behandelt fein will. Dieses Kapital — Leistungsfähigkeit — i t eine Eigenschaft unseres Organismus, die durch ge chickte Ausnützung eine vermehrte Wirksamkeit er ahren kann, deren Maße aber — und das ist das Entscheidende — niemals vergrößert werden kann. Dagegen läßt sich fein Bestand durch unzweckmäßige Benutzung leicht verringern, und die Menschen geben sich im allgemeinen erdenkliche Mühe, diese Verminderung ihrer Leistungsfähigkeit zu erzielen. Die Aufgabe einer Leistungs steigerung wird in erster Linie zu einer Erhaltung der von der Natur verliehenen Leistungsfähigkeit, also $um Vermeiden der Schädlichkeiten, welche die Abnützung im unnötigen Maße beschleunigen. Auf allen Gebieten des Lebens fetzt sich dieser Erfolg aus scheinbar vielen Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten zusammen. Wer aber gewillt ist, die Aenderungen in feiner allgemeinen Lebensführung folgerichtig durchzuführen, wird nicht nur eine größere berufliche Leistung buchen, sondern auch seine Freizeit mit mehr Freudegewinn ausnutzen können. Es ist kein nutzloses ober etwa eigennütziges Beginnen, sich barüber Klarheit zu verschaffen, welche Umftänbe einen Menschen in feiner Leistungsfähigkeit behinbern unb welche ihn förbern. Eigentum verpflichtet — in der Notzeit unseres Volkes verpflichtet uns bas Eigentum unserer Arbeitskraft hoppelt, es im Rahmen bes Möglichen zu entwickeln unb bamit uns selbst unb unserem Volke ben Weg zum Aufstieg zu bahnen. Kamerun-Reise zum FortLancy, hoch im Norden, unb in ber Trockenzeit sogar bis zum Tsabsee hinauf- fahren — eine ganz phantastische Sache, wenn ich mich baran erinnere, baß 1912 noch 64 Marsch- tage mit Träg" bis zum Resibenturbezirk, ber bas deutsche Tschad! >fer umfaßte, zuständig waren! Ich habe jetzt eine 'fahrt nach Samum, einst Re- sidenz des ber en Häuptlings Joja, vor, unb oon bort abwechselnd mit Auto und Bahn wieder hinunter nach Tiko. 1907 bin ich dieselbe Strecke, etwa 1200 Kilometer, mit ein paar Abzweigungen vierzig Tage mit zwanzig Trägern marschiert, und es waren für Afrika stramme Marschtage. Einwanderungsbehörde ging die Meldung und die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis in durchaus liebenswürdigen Formen vor sich. Schön und gastfrei war es bei den deutschen Landsleuten in D u a l a. Leider ging der Zug nach Jaunde, — es verkehren drei Züge wöchentlich — schon am nächsten Morgen früh, aber es blieb doch Zeit für eine ausgiebige Rundfahrt, mit dem Eindruck: Hier ist wirklich gearbeitet worden! Zur deutschen Zeit saß die Zentralverwaltung in Buea, am Kamerunberg, „in den Wolken"; der Bezirksamtmann in Duala war eine Art Vizegouverneur. Die deutschen Denkmäler im Garten des Bezirksamts sind unversehrt — auch der Löwe, der nach Buea am Berge hinüberblickt, wo Hauptmann d. Gravenreuth gegen die tapferen Bakwiris fiel, steht noch. Die Franzosen haben die Hauptverwaltung ins Innere, nach Jaunde, verlegt, etwa 300 Kilometer von Duala entfernt. Die Bahn, die zur deutschen Zeit etwas über halbwegs gediehen war, haben sie fertig gebaut. Die Linie führt durch dichten Urwald, aus dem nur die breite Lichtung für den Bahnkörper herausgehauen ist. Anfangs gab es nur eine Telegraphenlinie, die jedesmal gestört war, wenn ein Baum auf den Draht fiel oder ein Elefant einen Pfahl umwarf. Man fährt mit der Bahn zwölf Stunden. Anfangs hatten die Franzosen für die 1. Klasse Wagen mit Polsterung herausgebracht, aber man war bald klug genug, die Polsterbänke herauszureißen und bequeme Rohr- sessel und Liegestühle hineinzustellen, die sich besser für die Tropen eignen. Ein Speisewagen mit französisch-afrikanischer Küche und deutschem Bier geht mit. Das Billet 200 Franken, etwa 32 Mark, für Afrika nicht teuer. Jaunde, das ich zum letzenmal 1912 gesehen habe, ist nicht wiederzuerkennen; es ist eine förmliche Stadt mit einem großen Gouverneurspalast, geworden. Hauptmann Dominiks Haus steht noch. Dominik war der (Eroberer von Südkame- run, bis hoch ins Grasland hinauf, lange Jahre der Herr von Jaunde, ein deutscher Afrikaner von echtem Schrot und Korn, gefürchtet und geachtet, wo immer er sich zeigte. Jede schwarze Jaundebub weiß noch heute, wer „Massa Dominik" mar! Man findet noch viele Schwarze, die etwas Deutsch v e r st e h e n ; Französisch hat vorläufig nur eine dünne Oberschicht gelernt. Deutsche Gastfreundschaft ist auch in Jaunde nicht ausgestorben. Die Hauptleistung der Franzosen sind d i e Autostraßen, die heute ganz Kamerun durchziehen. Sehr vernünftiger Weise hat man dazu viel Eingeborenenarbeit herangezogen und die Wege daher billig gebaut. Man kann mit dem Auto bis V. Ins französische Mandatsgebiet. Von Dr. Paul Rohrbach. Jaunde, März 1934. Ich will mich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten, die Jo ober so aufgefafjt werden können, sondern gleich auf die Hauptursache gehen: Die Franzosen tun in ihrem Mandatsteil von Kamerun mehr, bedeutend mehr, als die Engländer im ihrigen. Das sei mit allem Vorbehalt unseres Rechts auf Rückforderung der Kolonien gesagt. Das Hauvt- verdienst der Engländer in „Cameroons unaer British Mandate“ ist, daß sie es d e n deutschen Pflanze r.n Ende 1925 stillschweigend ermöglicht haben, ihre Plantagen am Fuß des Großen Kamerunberges zurückzukaufen. Diese hatten in den Jahren seit dem Kriege alle stark gelitten, aber sie wurden wieder in Ordnung gebracht; neben den alten Produkten, wie z. B. Kakao, wurde die bedeutende Bananenkultur, die 1914 erst in den Anfängen steckte, neu begründet, und gegenwärtig ist es nur die allgemeine Wirtschaftskrise, die den endgültigen Wiederaufstieg des ganzen Pflanzungsgebiets verlangsamt. Englische Arbeit ist auf den an Britisch-Nigeria angeschlossenen Teil von Kamerun so gut wie aar keine verwendet worden. Der wichtige Straßenbau geht sehr langsam vorwärts; man kann z. B. immer noch nicht mit dem Auto von der Küste — Victoria, Buea, Tiko — ins Innere kommen. Nach etwa vier Stunden, vor dem Aufstieg aufs Hochland, hort die Autostraße auf. Die Fr-anzosen haben bedeutend mehr gearbeitet. Wir fuhren von dem Bananenhafen Tiko mit einer schönen Barkasse von zwolf- Tonnen durch viele Mangrovenkrieks bis auf die offen« Wasserfläche des Kamerunbeckens hinaus — das Haff oder Aestuar, in das der Mungo, der Wuri und noch einige andre, vom Hochland herab- kommende Flüsse münden. Dort, wo sich der Wuri in einem breiten Trichter ins Becken ergießt, liegt Duala, aber das Becken ist selbst bei Hochwasser so flach, daß die nur einen Meter tief gehende Barkasse bis nahe an den Ausgang in den Ozean dampfen muß, um die Boje zu runden, die die Grenze zwischen dem flachen Wasser und der Fahrrinne bezeichnet. Nicht lange und man kommt an den melancholisch aus dem Wasser ragenden Mästender zwei ober brei kleinen Dampfer vorbei, die am Anfang des Krieges von ben Unfrigen im Fahrwasser versenkt würben, um das Herankommen ber Feinbe aufzuhalten. Es gelang nicht ganz, weil die Strömung bie angebohrten Fahrzeuge -»twas abtrieb. Neun starke Bojen bezeichnen jetzt die ganze Zufahrt nach Duala. Die Barre an der Stelle, wo der Wuri seinen letzten feinen Schlamm fallen läßt, ist jetzt fortgebaggert, so baß große Schiffe bis nach Duala hinaufkommen können. Duala selbst hat einen steinernen Landungskai bekommen, an bem aber der sehr hohen Abgaben wegen fast nur französische Dampfer anlegen. Diese bekommen das Hafengeld vergütet; frembe Schiffe anfern meist auf dem Strom und loschen unb laben mit Leichtern. In Duala stehen viele Neubauten. Besonbers stattlich ist das neue Haus der Woer-,------ ------ ^1|UJtUuK. mannlinie, durch deren freundliche Hilfe uns Heute ist es eine bequeme Autotour von die Landung sehr erleichtert wurde. Auch bei der i wenigen Tagen und das ganze Gepäck sind zwei Tropenkoffer, zwei Feldbetten, etwas Kochgeschirr und eine große Ernaille-Badeschüssel. Notwendig sind überall Besuche bei den Behörden, anders als in englischen Mandatsgebieten und Kolonien, wo man sich um fremde Reisende wenig kümmert. Morgen kommt also die Visite beim Gouverneur Bonnecarridre. Gesprächsweise horte ich, daß ich schon telegraphisch von Duala aus in Jaunde gemeldet worden bin. Man wundert sich etwas über die Umstände, aber die Form kann ja gerne erfüllt werden. Der ReichsberussweMmps der Metallarbeiter. Zu dem vom 9. bis 15. April stattfind end en Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend stellt die Gruppe Metallarbeiter eine beträchtliche Anzahl Wettkämpfer in den friedlichen Streit um die berufliche Ehre. Nach den vorliegenden Meldungen der Kreisjugendleiter dieser Berufsgruppe betragen die Anmeldungen zum Wettkampf im Durchschnitt 7 0 v. H. der vorhandenen Jungarbeiter bes Metallgewerbes. In vielen Wettkampfabschnitten wurde sogar eine Beteiligung von 80 bis 100 v. H. erreicht. So sind allein im Verbandsbezirk Westfalen bisher 20 000 Teilnehmer der beweisen. Durch die zusätzliche Berufsschulung, die in Verbindung mit ber Hitler-Jugend durchgeführt wird, sollen die Lehrlinge in die Lage kommen, auch das zu erlernen, wozu sie in ihrer Lehrfirma keine Gelegenheit finden. Der Reichsberufswettkampf soll das Signal zur Einführung dieser zusätzlichen Berufsschulung sein, an der auch bie jugendlichen Arbeiter, die keine Lehre durchmachen konnten, teilhaben werden. Sie sollen sich dann durch eine Prüfung zu Facharbeitern emporarbeiten können. So steht jedem Volksgenossen ber Weg zur guten Fachausbilbung offen, unb sein ernsthaftes Streben wirb bazu beitragen, ben Ruf beutMetallarbeiter-Jugend in Industrie und Handwerk An die Front am 12-April im Reichsberufswettkampfl Stellt §uer Können unter Beweis! Reichsbetriebsgruppe Metall gemeldet. Man rechnet für das ganze Reich mit 150 000 bis 180 000 Teilnehmern aus ber Metallindustrie unb dem Metall- Handwerk. In den letzten sechs Wochen ist eine ungeheure organisatorische Vorarbeit geleistet worden. Für bas Metallgewerbe wurden in Deutschland 4500 Spar- ten-Wettkampfleiter aufgestellt, durchweg Leute aus dem Handwerk unb ber Industrie, bie sich freiwillig zur Verfügung gestellt haben, den Wettkampf leiten unb bie Beurteilung der Leistungen nachher vornehmen werden. Die Reichsbetriebsgruppe M e - tall ist in 11 Gruppen unterteilt worden unb umfaßt bie Former, Schmiede, Bau schlosser, Maschinenschlosser, Werkzeugmacher, Dreher, Klempner, Gas- unb Wasserinstallateure, Elektroinstallateure, die Lehrlinge der Schmuck- und Ebelsteinindustrie unb bie Schiffbauer. Die Ausgaben finb genau festgelegt nach vier verschiedenen Schwierigkeitsgraben, entsprechend den vier Lehrjahren der Lehrlinge. Jeder Lehrling, ber an dem Wettkampf teilnimmt, erhält vier Zeichnungen und kann bie Arbeit, bie seiner, Lehrzeit entspricht, ausführen. Er kann aber auch, wenn er sich bazu für fähig hält, die Arbeit ber nächst höheren Gruppe anfertigen. Die theoretische Prüfung wirb in ben meisten Fällen in den Berufsschulen stattfinden. Auch hier stellt man keine Sonderanforderungen. Es werden Fragen aus der Berufspraxis gestellt, für einen kurzen deutschen Aufsatz wird ein Thema gegeben, außerdem sind einige Rechenaufgaben zu lösen. Wer in seinem Berufe tüchtig ist, kann es heute scheu Handwerks unb deutscher Industrie wieder in alle Welt hinauszutragen. Auch in Gießen stellt sich eine Zahl von 106 Jungarbeitern aus ber Gruppe Metall unter die Aufgaben. Ein Wettkampfausschuß, bem eine Anzahl Berufsschullehrer, Ingenieure, Mechaniker- meister unb erfahrene Fachleute angehören, wirb bie Gewähr bieten für bie richtige Beurteilung der Leistungen. Die Firmen Schaf fstaedt GmbH., Ludw. Schmittgalt, Rudolf Rüdiger unb Heinrich Stroh haben bereitwilligst ihre Werkstätten zur Durchführung ber Prüfung zur Verfügung gestellt. In Lollar werden 34 Jungarbeiter in ben Buberusschen Eisenwerken sich ben gestellten Aufgaben unterwerfen. Die Wettkampfteilnehmer ber Gruppe Metall bes Wettkampfabschnittes Gießen werden an dem von ber Hitler-Jugend am Sonntag, 8. April, stattfin- benben Werbemarsch geschlossen teilnehmen. Die Wettkampfleitung ber Gruppe Metall macht es jedem deutschen Metallarbeiter zur Pflicht, bei ber am Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in ber Volkshalle zu Gießen stattfindenden Großkundgebung zum Reichsberufswettkampf anwesend zu sein. Es muß selbstverständlich fein, daß jeder Metallarbeiter mithilft, daß sein junger Berussnachwuchs aufs beste geschult wird. Auch der Metallarbeiter weiß, daß er mit allen anderen Berufen verbunden sein muß zum Wohle unseres Vaterlandes. Darum fehlt kein deutscher Metallarbeiter bei dieser Großkundgebung des deutschen Berufes! Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Weshalb die Haie sie nicht fraßen ... (u) San Franzisko. Mitten in Streiks, NRA.-Kämpfen, Skandalen unb Jntriguen erzählt man sich einen „wahren Scherz", ber einem weltreisenden Amerikaner in diesen Tagen widerfahren sein soll: Er gondelte da irgendwo im mexikanischen Meer umher. Ein paar Neger hatten sich ein Gewerbe daraus gemacht, nach Münzen zu tauchen, die die Weißen ins Wasser warfen. Der Amerikaner stand neben dem englischen ober französischen ober beutschen Kapitän, schüttelte schließlich ben Kopf, warf wieder eine Münze hinein, beobachtete und schüttelte wieder den Kops: „Toll, einfach toll, bie Burschen tauchen unb scheinen gar keine Angst vor ben Haien zu haben. Und die Haie tun ihnen auch nichts!" „Wunder?" murmelte der Kapitän, „sehen Sie sich die Burschen genauer an. Die haben eine Badehose mit dem Sternenbanner darauf und der Aufschrift: ,Wir haben ben Krieg gewonnen!* Unb bas wollen auch bie gefräßigsten Haie nicht schlucken!" Der Amerikaner aber schwieg. Daheim erzählte er die Anekdote und setzte an feine Stelle einen Engländer. Ein Engländer, ber sie hörte, erzählte sie schmunzelnd einem Franzosen unb machte einen Franzosen daraus. So macht sie denn die Runde bei ben „Siegern". Das Testament ans der Grammophonplatte. (i) ß o n b o n. ßorb Tennyson war tot. Mit geteilten Gefühlen hatten bie Verwandten unb Freunbe biese Nachricht empfangen. Der ßorb besaß sehr viele Verwandte und Freunde, und jeder von ihnen hoffte insgeheim, daß seine treue Zuneigung für den Verstorbenen jetzt ihren verdienten Lohn finden würde — der alte Tennyson galt als einer der reichsten Bürger des ßandes. Eine kurze letzwillige Verfügung des ßords besagte, daß alle Bestimmungen über feinen Nachlaß in einem ausführlichen Testament enthalten feien, das unter genau einzuhaltenden Vorsichtsmaßregeln ber Rechtsbehörbe feiner Heimat zugeleitet werben sollte. Am Tage der Testamentseröffnung traf eine umfangreiche Kiste bei ber Behörbe ein. Man öffnete sie unb fanb zum allgemeinen Erstaunen — eine Grammophonplatte. „Mein letzter Wille" ftanb auf bem Etikett. Schon zu ßebzeiten war der alte Tennyson ein eigenartiger Kauz gewesen — bem Ernst ber Stunbe angemessen lächelte man bisfret über ben originellen Einfall des Verstorbenen. Als aber der herbeigeholte Grammophonapparat die Stimme des ßords ertönen ließ, wurden die Gesichter ber An- mefenben lang unb länger. Das ganze Vermögen sollte einer alten Jugendliebe des Lords zugute kommen; bie Verwanbten unb Freunde erhielten — nichts! Im Nu verwandelte sich bie Gemeinschaft der trauernden Hinterbliebenen in eine Schar ergrimmter Rebellen, die sich um ihr gutes Recht betrogen fühlten. Einstimmig wurde beschlossen, bie Gültigkeit bes Testamentes anzufechten. — Die Richter wiegten bie Köpfe. An ber Echtheit bes Testaments war nicht zu zweifeln, aber das Gesetz hatte sich bem Fortschrittssinn der Menschheit nicht genügend angepaßt — nirgends fand sich ein Paragraph, in dem von einem Testament per Grammophon die Rede war. Wer weiß, wie die Sache noch ausgegangen wäre, wenn nicht ein besonders verärgerter „Erbnefse" festgestellt hätte, daß die vorgeschriebene Zeugenbestätigung auf ber Platte fehlte. Das Etikett trug bie Unterschrift zweier Freunde des Lords, bie inzwischen selbst bas Zeitliche gesegnet hatten. „Niemand kann also beweisen, daß dieses aufgeklebte Etikett auch wirklich von ben Unterzeichneten für diese Platte bestimmt war. Wenn schon mündlich, dann auch gründlich..." schnaufte der Kleine erbost. Der hohe Gerichtshof schloß sich dieser Meinung an und erklärte bas Testament für ungültig. Erkennungszeichen: Weiße Rose ... (d) Bukarest. Gregor trat ein. „Angela Petrowin" singt, las er irgendwo flüchtig. Was ging ihn bas an? Er war aufgeregt. Seine Finger spielten nervös mit ben zarten Blüttenblättern — „Erkennungszeichen: Weiße Rose im Knopfloch", hatte sie ihm geschrieben. Wo war bie Eintrittskarte? Gottseidank — in der Westentasche. Furchtbar peinlich, daß es so spät geworden war. Wenn er sich das verscherzte — Millionenerbin ... jung... blond... sportliche Erscheinung... — eine Frau, wie man sie sich der ht all des m von tattsin« len. macht cht, bei Volks- 1106 unter i eine aniker- wird ig der mb?)., und Lnl- Der. zarbei- e n iich mpf ) sein, junger ich der m Be> inseres Netall- rutschen mplatte. . Schon ; eigen« Stunde i origi* )er Hel' me des »er An« rniögen zugute ielten-- einsch^ d)ar ef* s Aech heit des s Seletz eit nicht n W* Tammo; che noch ers oer- die vor« Freunde lÄ-L fern dav ,on den at war- richtet irte d^ Seitz: die die Sensation. Sonne in es an den Geisteskind Weife das Strafe in 3 0 Mark um. Außerdem trägt er Kosten der Nebenklage. „Wir zwingen das Schicksal und holen den Sieg von dräuenden Himmel herunter! Wir sind die Soldaten im friedlichen Krieg! Nie geht die Sonne uns unter! Wir pflügen die Erde mit unserer Tat, und fühlen den Segen darunter! Wir sind die Bauern und Hüter der Saat! Nie geht die Sonne uns unter! Wir werken und bauen auf heiligem Land und reißen, was faul ist, herunter! Wir werden die Arbeiter Hitlers genannt! Nie geht die Sonne uns unter! OerNSD-ManniskderwahreSozialist! Werdet Mitglieder der NS.-Volkswohlfahrt Rose im Knopfloch... Die gefoppten Bräutigamme in spe befanden sich in begreiflicher Erregung. Man suchte die dazu gehörige „Braut" — natürlich ohne Erfolg. Die meisten zogen es vor, nach vergeblichen Mühen ihre Aufmerksamkeit den Gesangsvorträgen Angela Petrowins zuzuwenden. Sie sang recht und schlecht, aber, nun war man einmal da und wollte auch etwas haben für sein Geld. — Der Konzert- SA.», Stahlhelm-, HI.- usw. Ausweis vorlegen, Darfst aber auch eine eigenhändige und beglaubigte Unterschrift, soweit diese nicht schon auf dem Aus» weis ist, vergessen. Du mußt das 17. Lebensjahr er* reicht, das 25. noch nicht verlassen haben. Wenn du in eine andere Gegend willst, kannst du dich auch dahin melden, z. B. nach Bayern, an die See, nach Ostpreußen usw. Das Nähere erfährst du beim Meldeamt. Wirst du aber bei der ärztlichen Untersuchung etwa untauglich befunden, so erhältst du eine Bescheinigung, daß du dich zum Arbeits* dienst melden wolltest, aber nicht angenommen wer* den konntest, also auch so kommst du nicht den andern gegenüber ins Hintertreffen. Die .Fahrt vom Meldeamtsort zum Wohnort zurück, wie auch die vom Wohnort zum Lager, wird dir erstattet. Um aber weite Wege zur Meldung zu ersparen, werden an bestimmten Orten Melde- amtstage eingerichtet, Zeit und Ort wird vorher in den Tageszeitungen bekanntgegeben. In hie* figer Gegend kommen hierfür zunächst Schotten und Friedberg in Frage, sollte sich das Bedürfnis Herausstellen, so könnten sie auch in Alsfeld und Lauterbach abgehalten werden. Schließlich sei noch auf eine Neuerung hin gewiesen. Um den ausscheidenden Arbeitsdienstwilligen das Unterkommen in Arbeit und Beruf zu erleid)« tern, wurde kürzlich von der Reichsleitung des Arbeitsdienstes der „Arbeitsdank" eingerichtet, für den auch bet der Gauleitung 22 in Kassel, Spohrftraße 1 bis 4, eine Geschäftsstelle eingesetzt wurde. Durch diesen Arbeitsdank ist für den ausscheidenden Arbeitsdienstwilligen eine Fürsorgestelle geschaffen, dis ihn auch fernerhin mit dem Arbeitsdienst verbindet, ihm als Dank des deutschen Volkes für den geleisteten Ehrendienst bei der Arbeitssuche behilflich sein will und insbesondere auch die Fürsorge für die im Arbeitsdienst zu Schaden gekommenen Kameraden übernehmen soll. Nun, deutsche Jugend, hast du eine kurze Heber- sicht über den Deutischen Arbeitsdienst, du ersiehst daraus, daß es ein Ehrendienst ist, eine Ehre aber muß für jeden guten Deutschen eine selbstverständliche Pflicht sein. Darum komme schnell zum Deutschen Arbeitsdienst, er braucht dich, er braucht zum Besten des Vaterlandes jeden. Komme und finge schnell mit Feld meister mann getroffen werden. G. P. in Maulbach. Wenden Siesich in dieser An abend Angela Petrowins wurde zur Wer war die große Unbekannte? Die Gestalt eines findigen Reportes brachte Tag. Die „Millionenerbin" war ein Angela Petrowins, die sich auf diese „Glaube nicht, daß das Problem der Arbeitsbeschaffung in den Sternen gelöst wird, du mußt selbst mitt)elfen es zu lösen." Mit diesen kurzen, aber doch so tiefen Worten hat unser Führer Adolf Hitler jedem Deutschen den Weg gewiesen, den er zu gehen hat, zu gehen hat auf allen Gebieten. Nachdem heute wohl jedem klar geworden ist, daß für Schieber, Postenjäger, Pazifisten, Internationalisten, oder wie sich das Gesindel damals nannte, kein Raum in unserem neuen Vaterlande ist, sondern daß nur Volksgenossen im edelsten Sinne des Wortes an des Vaterlandes Wiederaufstieg mitarbeiten können und dürfen, sollen diese Zeilen nochmal einen Weg für unsere Jugend zeigen, wie sie sich schon bald in diesen großen Wiederaufbauprozeß einschalten kann. Ja es ist, trotzdem wir noch keine Arbeitsdienstpflicht haben, eine Pflicht, sich baldmöglich st einzuschalten. Gerade diese vorläufige Freiwilligkeit aber müßte für jeden jungen Deutschen ein besonderer Ansporn sein, sich zu beteiligen. Unsere Jugend, die Zukunft eines Landes, muß sich darüber klar fein, daß ihr Wachsen in das nationalsozialistische Deutschland nicht früh genug einsetzen kann, daß, wer einst befehlen will, er t selbst gehorchen lernen muß. Wenn auch im Jungvolk und in der Hitlerjugend wertvolle Vorarbe t geleistet wird, so ist es doch vor allem der A r - b e i t s d i e n st, der das bisher Gelernte praktisd) in die Tat umsetzt. Heute stehen wir Gottlob auf dem Standpunkt, daß Arbeit adelt, man fragt nicht mehr nach Name, Stand und Herkunft, sondern nur ,,was leistest du". „Was arbeitest du für dein Vaterland." Denn der Mensch ist der wertvollste Besitz desselben. „Gemeinnutz geht vor Eigennutz", diesem Wahlspruch unseres Volkskanzlers müssen wir unbedingt folgen, deshalb müssen wir uns vor allem im Haupterziehungsmittel zur Volksgemeinschaft, i n der Arbeit finden. Der Mensch wird stets als Mensch derselben bleiben, ganz gleich, ob er hochwertige Geistesarbeit, oder einfachste Handarbeit leistet. An ihren Taten sollst du sie erkennen. Man sei sich doch darüber klar, daß, wie z. B. in einem Werk ein großes Schwungrad nicht seinen Dienst verrichten kann, wenn nicht anscheinend unscheinbare Schrauben und Rädchen ihren Dienst tun, wie ein Heerführer nicht sein Heer zum Siege führen kann, wenn nicht jeder seine Pflicht tut, z. B. Verräter im Heere sind, so ist es auch in einem Staatswesen; auf jedem, der sich nicht absichtlich außerhalb der Volksgemeinschaft stellt, ruht eine Pflicht, die er erfüllen muß. Zu dieser deutschen Gemeinschaftsarbeit führtdich,deutsche Jugend,der Deutsche Arbeitsdienst, dessen vornehmster Grundsatz ist: „Arbeit ist Ehrengesetz des Volke s". Wir haben ihm keinen geringerer als unserm heutigen Reichsarbeitsführer, dem Staatssekretär Oberst a. D. H ierl, zu verdanken, der schon vor 1930, als noch niemand an eine Arbeitsdienstpflicht dachte, klar erkannte, daß zur allgemeinen Schul-, zur allgemeinen Wehrpflicht, auch die allgemeine A r b e i t s d i e n st pflicht treten müsse. Es sollte keine aus der Not der Zeit geborene Aushilfe zur Verminderung der Arbeitslosig- gufor Volksgenosse. G. P. in ITlaulbad). Wenden Siesich m dieser An- Wie kurz ist die Zeit von 6 Monaten, zu der du gelegenheit an die Industrie- und Handelskammer dich verpflichten mußt, wie schnell ist sie herum, wie l in Gießen, Lonystraße 7. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) p. TU. in Gießen. Der Gold-Dollar (1852), in der Form einer Kravattennadel verarbeitet, hat lediglich den Goldwert, den Ihnen jeder Juwelier nach Gewicht und Legierung feststellen kann. Der Wert alten Zins wird in erster Linie von der künstlerischen Bedeutung und außerdem von dem Alter bzw. historischen Wert bestimmt. Eine Wertbestimmung fqmt nur nach In-Augenscheinnahme durch einen Fach- Baldwin hat nichts Besonderes an sich — nur wenn er „draaastisch" sagt, findet er, vor lauter Verliebtheit in dieses Wort, scheinbar kein Ende. Und da hängt man denn fest mit dem Bleistift in lauter — a — s. Und der King? Eintönig, formell, ohne große Modulation, wie es sich für feine Regierungserklärungen geziemt. Um 100, selten 110 Wörter — in — der — Minute sprechend. So hat jeder, den ich auf den Schreibblock bannte, seine sprachlichen Sonderheiten, die ich nie vergesse." Der Arbeitsdienst rnst dich! Von W. Lindenau, Gießen. gaben des Arbeitsdienstes im einzelnen. So gehören zu ihm in erster Linie alle Aufgaben, die den landwirtschaftlichen Bodenertrag steigern und die Grundlage zu Siedlungen geben. Es sind also Landeskulturarbeiten aller Art (Flußregulierungen, Hochwasser- । chutzmaßnahmen, Anlandungsarbeiten usw.), weiter Verbesserung von Wirtschaftswegen und Forstarbei- ten. So wird der landwirtschaftliche Ertrag durch die Landeskulturarbeiten um mehr als ein Sechstel erhöht. Wenn wir in unserer engeren Heimat auch keine so großen, ins Auge fallenden Arbeiten sehen, wie z. B. in den Provinzen Hannover, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Westfalen usw., so liegtdoch auch bei uns manches Stück- che n Erde brach, ist mancher Wasserlauf zu regulieren, um unsere Bauern vor Ernteschäden zu bewahren. Geht nur hinaus zu den Abteilungen in Alsfeld, Angersbach, Sickendorf, Nidda und wo sie sich für das Volkswohl einsetzen, und ihr werdet einen Begriff von der Arbeit am Volke bekommen. Ihr seiht dort Wegebauten, Oedland-, Forstarbeiten usw. Durch Aufförstungsarbeiten im Reich wird z. B. nach Errechnung des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Vermehrung von 20 v. H. der Waldflächen eintreten und eine Holzmehrerzeugung je Jahr von 6,5 Millionen Festmetern, also eine wesentliche Herabsetzung der Holz- einfuhr, also Steigerung des Nationalvermögens. Diese wenigen Beispiele sollen genügen, dir die Wichtigkeit des Arbeitsdienstes nochmals vor Augen zu führen. Darum junger Deutscher, melde dichzum vaterländischen Ehrendien st! Ihr Eltern aber wirkt auf die Jugend in diesem Sinne ein. Auch das ist eine nationale Pflicht, die euch obliegt. Was aber bringt der Arbeitsdienst sonst noch dem deutschen Jungen zum Geschenk? Du durchlebst eine Zeit im engen Verein mit bis dahin zum größten Teil unbekannten Volksgenossen. Du kommst mit Söhnen aller deutschen Gegenden, aller Stände zusammen, lernst so deine Heimat und die Lebensgewohnheiten anderer Stämme, anderer Stände kennen und sie verstehen. Wie oft hatten wir früher Beispiele, daß z. B. der Ostpreuße den Rheinländer, der Bayer den Pommern, der Preuße den Sachsen nicht verstehen und somit nicht leiden konnte. Welch traurige Stunden, im vaterländischen Sinne, entstanden so und zerrissen das Volk immer mehr. Nur die großen Gemeinschaftserlebnisse schmolzen zusammen. Das war einmal die aktive Dienstzeit im Heer, vor allem aber der Weltkrieg. Von jedem pflichttreuen alten Soldaten wirst du stets hören, wie er von dieser Zeit schwärmt, wie er gerne von ihr erzählt. Weißt du noch im Ma- növer von damals dort, oder das Preisfchießen, ober wenn der „Alte" mal recht schlechter Laune war usw., hörst du die Worte fliegen bei Regiments- Feiern. Das sind Bindeglieder aus früheren Zeiten, aus dem Gemeinschaftsleben des alten Heeres, vor allem aber des Weltkrieges, auf deren Boden der wahre Nationalsozialismus gewachsen ist, als etwas eigentlich heute ganz Selbstverständliches. Dieselbe Erinnerung, dieselben Freundschaften vermittelt dir der Arbeitsdienst in den Abteilungen, denn geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid. Außerdem wird dein junger Körper und Geist durch Sport, Unterricht und Spiel in die zuträgliche Ausbildung genommen, so daß du gesund und frisch, mit erweitertem Blick ins Privatleben zurückkehrst. Wie schön aber ist es bann, wenn du gelegentlich mal älteren Volksgenossen, die z. B. eine Wiese entwässern wollen, sagen kannst, „ach da helfe ich dir gerne, das haben wir im Arbeitsdienst gelernt". Siehst du. das ist wahre Volks- gemeinschaft, wahre Kameradschaft, wie unser Führer sie will! Wie schön ist es, wenn ihr in der Abteilung wirklich deutsche Lieder singend von der Maßnahme beimkehrt, um den hungrigen Magen mit auch von Kameraden Hand zubereitetem, fräftioem Essen zu befriedigen, ober wenn ihr den Spielmannszug, ober die Gruppenkavelle an her Spiße geschlossen in : der Abteilung auftretet. Welche Erziehuna liegt allein schon in der Ordnung und Sauberkeit, die überall sein muß. Hast du aber deine Dienstzeit von 6 Monaten ■ herum, ober bist du sogar die Höchstzeit von 52 Wo- : chen im Arbeitsdienst geblieben, dann winkt als Lohn für treue Dienste der Arbeitspaß. der > dir das ganze Leben lang als Ausweis dafür dient, । daß du diesen Ehrendienst am deutschen Volk frei» t willig mitgemacht hast. Zugleich ist der Arbeits- = paß aber auch ein Arbeit-wermittler für dich, denn - wenn du dich um eine Stelle bewirbst, wird dich - jeder Arbeitgeber eher nehmen, als einen, der diese = vaterländische Pflicht noch nicht erfüllt hat, schon - weil er weiß, daß. wer den Arbeitsvaß hat, ein , ordentlicher und fleißiger Mensch Ht. Ein Arbeits- i paß-Besitzer dokumentiert sich also schon so als ein (—) London. Die stenographische Sensation in England ist eine Miß E. D. Smith, ein hübsches, schlankes und elegantes Mädchen, das in aller Bequemlichkeit 240 Worte in der Minute schreibt und kürzlich eine goldene Medaille erhielt, nachdem sie dieses Tempo ganze fünf Minuten durchhielt. Ihre vortrefflichen Fähigkeiten haben es mit sich gebracht, daß man sie für geeeignet hielt, die Reden der großen Engländer bei besonderen Gelegenheiten aufzunehmen. So hat denn Miß Smith eine Charakteristik für olle halbwegs bedeutenden Leute zur Hand — eine Charakteristik nach dem Stenogramm. Man hat sie kürzlich befragt, wie sich im allgemeinen in ihrem stenographischen Spiegel die großen Männer ausnähmen. Und Miß Smith antwortete: „Cs kommt bei der Rede und auch beim Diktat ganz darauf an, ob jemand an das glaubt, mag er sagt, ob er davon überzeugt ist ober nicht, fiat er die Idee ganz in sich auf genommen, bann spricht er fest unb deutlich. Er ist nicht nur tn fernen Worten sondern auch dem Sinn nach leichter zu verstehen. Wenn aber ein Mcmn ansängt, etwas Publikum für ihr erstes Auftreten „warb". Die „junge Braut" ist nicht zu beneiden, denn ein» hundertdreiundzwanzig betrogene Heiratskandidaten rufen nach Rache... Das erste Konzert. (d) Budapest. Lajos war heute philosophisch aufgelegt. Tja, man wurde wirklich bescheiden. Ein Virtuose, eine Berühmtheit wollte man einmal werden, unb jetzt — schrieb man für anbere Leute Noten! Zum Kuckuck — man war begabt, man konnte etwas, aber wo war bie Gelegenheit, es zu zeigen? Wer interessierte sich für bas Können unb für bie Werke eines unbekannten Pianisten? Wer nahm sich überhaupt bie Zeit, ihn anzuhören? Wenn man nur einmal die Mitte! hätte, selbst ein Konzert zu geben, nur einmal bie Möglichkeit besäße, bie Aufmerksamkeit bes kunstverstänbigen Publikums auf sich zu lenken, wenn man... peng... na, das war doch wirklich die Höhe — mitten auf der Straße einen Tisch aufzubauen! „Sie, hören Sie mal! Stellen Sie Ihren Kram gefälligst dahin, wo man nicht gerade darüber stolpert!" — „Ober machen Sie Jyre Augen gefälligst ein bißchen besser auf!" kam es von ber Höhe bes Transportwagens zurück. Lajos hob roütenb ben Kopf. Zwischen biversern Hausrat turnte ber Träger unb verfrachtete um- stänblich ein großes Klavier. Ein Klavier? Lajos sah sich um, sah brängenbe Menschen unb ben Strom bes Verkehrs. Jupp — mit einem Satz hatte er sich emporgeschwungen unb ben verbüßten Kerl ba oben beiseite geschoben — auf einer verstaubten Kiste sah Lajos unb spielte Klavier... Menschen horchten auf, lächelten, blieben stehen. Ein Verrückter? Ein Narr? Aber bie Gesichter mürben ernst. Das war kein Dummerjungenstreich, keine Wichtigtuerei — was unter ben Händen bieses Mannes aus bem Instrument ertönte, war bie vollenbete Darbietung eines Berufenen, war Kunst. Die Klänge verstummten, brausender Beifall würbe laut. Lajos erhob sich. Er war verwirrt. Da brängte sich ein eleganter Herr an ben Wagen. „Erlauben Sie bie Frage — was haben Sie eben gespielt?" „Eigene Kompositionen..." lächelte Lajos. Der Andere schien maßlos erstaunt. „Aber wie kommen Sie bloß...?" Wenige Worte genügten, um ben Fremben zu informieren. „Ich bars Sie boch bitten, für heute mein Gast zu sein? Verzeihen Sie übrigens, baß ich vergaß, mich vorzustellen — mein Name ist Reszany, Generalmusikbirektor Reszany." In vierzehn Tagen gibt Lajos sein nächstes Konzert. Aber diesmal wird es nicht von einem Möbalwagen, sondern von der Höhe des Podiums erklingen. Englands große Leute im Stenogramm. Amtsgericht Gießen. Ein Mann aus Heuchelheim befuhr am 28. Dezember 1933 gegen 19 Uhr bei Dunkelheit mit feinem Fahrrad die Gießener Straße, ohne das Rad genügend beleuchtet zu haben. In einem Strafbefehl erhielt er eine Gelbstrafe von 3 Mark. Gegen biesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein unb wurde gestern zu ber- selben Strafe verurteilt. Wegen Vergehens gegen bie Kraftfcchrzeugver- kehrsorbnung erhielt ein Mann aus Gießen 25 Mark Geldstrafe. Der Angeklagte hatte bie rechte Straßenseite nicht eingehalten unb die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschritten. Die im Strafbefehl festgesetzte Strafe betrug 10 Mark. Ein Motorradfahrer aus Zittau fuhr im September vorigen Jahres gegen 11 Uhr mit feiner Maschine durch ben Wernerwall in Richtung Horst« Wessel-Wall, ohne bie rechte Straßenseite einzuhalten, woburch er einen Straßenpassanten verletzte. Nachbem ber Angeklagte einen Strafbefehl in Höhe von 10 Mark erhielt, änberte das Gericht vorzulesen, was ihn nicht interessiert, bann ist er] fast unverständlich. Uebagens 240 Worte in ber Minute braucht niemanb schreiben zu können, denn! so schnell spricht ja keiner. Zwischen 100 unb 120 Worten in ber Minute liegt bie Grenze. Der Prinz von Wales, besten letzte Rebe ich mitschreiben mußte, ist ein feiner Sprecher. Er spricht mit einer gleichbleibenben Geschwinbigkeit von 100 Worten in ber Minute unb bleibt von Anfang bis zu Enbe beutlich unb vornehm in Wort- unb Satzgefüge. L1 oyb George spricht für sein Alter recht deutlich, aber mit wechselnber Geschwinbigkeit, mal wie ein Exvreß, mal wie ein Schneckengalopp. Macdonald ist ein ruhiger wünscht! Und ihr Bild — einfach bezaubernd! Er sah sich suchend um, bie Halle war leer. Sicher wartete sie schon vor ber Saaltür auf ihn. Er stürzte zur Treppe. Am Säulengang stieß er in ber Eile mit einem eleganten Jüngling zusammen. „Verzeihen Sie...", er murmelte eine Entschulbi- fiung, „ich suche jemanben..— „Ganz meiner» eits — ich nämlich auch..lächelte ber anbere. Gregor wandte sich um. „Komisch", dachte er, während er schon bie ersten Stufen hinaufeilte, „ba hätte ich boch eben geschworen, baß ber Kerl auch eine weihe Rose angeftecft hatte. Ich glaube, ich bin heute wirklich sehr überreizt..Don oben kam fchallenbes Gelächter. „Hahaha — noch einer!" Galt bas etwa ihm? Es saß boch alles — bie Hose, ber Schlips, bie Blume — bie Blume? Gregor hielt ben Atem an. Zwanzig, fünfzig, nein wenigstens hunbert Herren brängten sich plötzlich um ihn, unb jeher von ihnen trug — eine weiße feit fein, auch kein Ersatz für die uns genommene allgemeine Wehrpflicht, nein Konstantin Hierl ftanb auf bem einzig richtigen Stanbpunkt, daß jeder Deutsche nicht nur im Kriege mit d'er Waffe, sondern auch im Frieden mit dem Werkzeug seinem Vaterlande zu dienen habe. Jeder Deutsche ist Arbeiter und Kämpfer für sein Volk! Arbeitsdienst ist D i e n ft am Volk. Er soll keine billigen Arbeitskräfte für Privatunter- nehmen liefern, er soll auch nicht ein staatliches Konkurrenzunternehmen sein, um etwa Löhne zu drücken. Nein, er soll bem Staate ein Arbeitsheer liefern, bas als Mittel der Staatsleitung ba eingesetzt werden kann, wo große öffentliche Arbeiten, die 'weitgesteckten staatspolitischen und kulturellen Zielen dienen, durchzuführen sind. Auf diesen Anfangsarbeiten soll dann die private Arbeit auf- bauen, die durch sie evtl, überhaupt überhaupt erst ermöglicht wird. So wird der Arbeitsdienst Wegbereiter zum Besten des Ganzen und des Einzelnen. In dieser gemeinsamen Arbeit liegt aber zugleich ein wichtiges Mittel zur staatspolitischen Erziehung im Sinne des Nationalsozialismus. So wieder ist schon heute der Arbeitsdienst die große nationalsozialistische Volksschule geworden, die die deutsche Jugend durch Gemeinschaftsarbeit ohne Klassen- und Standesunterschiede erziehen soll. Gleichzeitig ist ber Jugenb so bie Ehrenaufgabe geworben, im Arbeitsbienst unserem Volke, bem Volk ohne Raum, die Brotfreiheit zu erkämpfen unb gefunbe ßebensbebingungen zu schaffen, soweit es überhaupt möglich ist. Aus biesem großen Rahmen ergeben sich bie Auf- und gleichmäßiger Sprecher, solange er nicht ge- leicht aber find die Bedingungen zum Eintritt. Du reizt wirb, bann steigert er sich, wirb unterschied- mußt gesund sein, ein einwandfreies Leben geführt lich in Schnelligkeit und auch in ber Art ber Rebe, haben unb ein anftänbiger Kerl bleiben wollen. Jo ~ " ' '' ~ ‘ " du erhältst noch ein Taschengeld, vollkommen freie Unterkunft, Verpflegung unb eine schmucke, kleid* fame Uniform. Du mußt dich bei dem dir zunächst, also am bequemsten, liegenden Meldeamt zum Eintritt melden und mußt hierbei ein Leumundszeugnis, ober einen Die meiften toiffen es nicht! Cincn unfehlbaren weg zu Kapital gibt es, die Lebensversicherung. Legt man wenige Mark im Monat dafür regelmäßig zurück, so erhält man z. S. nach 25 oder 30 Jahren eine ersiaunliche Summe. Und stirbt man früher, so bekommen die Hinterbliebenen sofort das gleiche Kapital. — Sind Sie versichert? Hemelasthast zur Pflege -es Lebensverflcheruagsgeüaukeas 3)ie echte und die falsche Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S>) 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sie überlegte. Nein, Fritz Wolfram durfte sie noch nicht melden, das wäre vielleicht verfrüht, obwohl Doralies geschrieben, das Rätsel, das der Brief aufaäbe, würde bald von Mooshausen aus gelöst werden. Fritz Wolfram sollte nicht in Vaterangst gejagt werden. War Doralies wirklich zu ihm gefahren? Wenn der Brief nicht so klang, würde er schon selbst schreiben. Sie war ganz durcheinander von dem Geschehenen und dachte nur immerzu: Um irgend eine kleine törichte Lüge läuft einem das Mädelchen, an das man so schnell sein Herz gehängt hatte, davon. Sie fuhr sich mit dem Taschentuch über die Augen. Sie war von Furcht erfüllt, sah alles um die Tochter des Jugendfreundes herum grau in grau. Sie grollte Peter Konstantin, der sonst kein Splitterrichter war, daß er sich an dem Tage aufgespielt hatte wie ein sittenstrenger Puritaner. Ihr Mann erschien.. Sie erzwang ein Lächeln. Er fragte: „Du willst jetzt mit Doralies ausgehen — nicht wahr, Edda?" Sie schüttelte den Kopf: „Nein! Sie gefiel mir nämlich gesundheitlich nicht. Sie.hat eine leichte Erkältung und Fieberneigung, und ich habe sie vorhin gleich ins Bett gestopft." „Nanu?" machte er. „Davon hat man eigentlich bei Tisch noch gar nichts gemerkt. Bestelle ihr, ich lasse ihr herzlichst gute Besserung wünschen. Und jetzt besorge mir starken Kaffee, liebe Edda, ich möchte an die Arbeit gehen! Wenn Konstantin kommt, sage ihm, ich könne ihn nicht mehr sprechen, heute nachmittag möchte ich ganz allein bleiben. Er braucht nur die Sprechstunden abzuhalten." Er entfernte sich schon wieder, und Frau von Stübnitz ging, ihm den gewünschten Kaffee selbst zu bereiten und zu bringen. Vor einer Aufgabe wie die, die er nunmehr zu lösen hatte, brauchte er stets Ruhe zur Konzentration. Wie hätte sie ihm da erzählen dürfen, daß Doralies fort war! Sie erwartete bange und gedrückt Peter Konstantins Rückkehr, und saß in der Halle, den Blick fast ständig auf die Uhr geheftet. Endlich kam er. Sie erklärte ihm gleich, daß ihr Mann seiner jetzt nicht mehr bedürfe. Nun blieb ihnen beiden, bis zum Beginn der Sprechstunden, die Doktor Konstantin oft allein übernahm, noch eine reichliche Viertelstunde. Man ging wieder in das Wohnzimmer Frau Eddas, und Doktor Konstantin berichtete, er hätte Frau Steinmetz zu Hause angetroffen und sie mit der Nachforschung beauftragt, ihr alles Wichtige erklärt, ihr den Brief gezeigt und um strenge Verschwiegenheit gebeten. Frau Steinmetz würde hierherkommen, um sich genau darüber zu unterrichten, was Doralies Wolfram angehabt habe; seine wohl ein wenig unsichere Beschreibung hätte ihr nicht genügt. Er gab den Brief zurück und ging ins Büro, die Sprechstunde abzuhalten. Er merkte bald, er war dabei sehr unaufmerksam und mußte sich fest zusammenreißen, um den Auseinandersetzungen der Sprechstundenbesucher gut folgen zu können. Er dachte an das junge Mädchen, mit dem er noch am Mittag zusammen am Tisch gesessen hatte und das nun auf so eigentümliche Weise verschwunden war. Wo war sie hin? Und was barg sich hinter den Andeutungen im Briefe? Um was für eine Lüge handelte es sich? Er glaubte sie vor' sich zu sehen wie zuletzt und erinnerte sich ort den Zug um ihren Mund, der so etwas Verzweifeltes gehabt hatte. Er kam sich schuldig vor. Warum hatte er auch so schroffe Aeußerungen machen müssen?! Aber wenn Doralies Wolfram eine Lüge auf dem Gewissen gehabt, hätte sie doch auch wohl weiter damit fertig werden können! Weshalb trieb sie seine Aeußerung aus dem Hause? Die Bemerkung Frau Eddas, er sei Doralies nicht ganz gleichgültig, wirkte in ihm nach und erfüllte ihn mit einem Glücksgefühl, in das sich Angst mischte. Angst: Wo war Doralies? Und würde sie wieder hierher zurückkehren? Er war ehrgeizig und hatte immer nur gearbeitet und vorwärts gestrebt. Frauen hatten ihm bisher das Herz noch nicht warm gemacht. Jetzt aber spürte er es wie Zärtlichkeit in sich aufsteigen — eine Zärtlichkeit, die ihm fremd und neu war. Es war nicht vollständig dunkel, denn manchmal kroch der Mond hinter einer Wolke hervor; dann goß er sein fahles, spukhaft bläuliches Licht nieder auf die Erde und riß alle Nähe in seine geheimnisvolle Helle. Er stand über dem kleinen württem- bergischen Städtchen Mooshausen und über Schlößchen und Park. Es hatte eben neun Uhr geschlagen, da knarrte ganz leicht, obwohl sie Frau Hensel geölt hatte, die kleine Holztür in der Mauer, und ein Mann betrat den Park, blieb, nachdem er die Tür wieder ins Schloß gedrückt hatte, abwartend und lauschend stehen. Eine Laube stand nahe der Mauer, von wildem Wein umsponnen, und aus der Laube kam ein ganz leiser Ruf. Ein Name. „Lutz!" klang es herzwarm, dabei ein ganz klein bißchen fragend. Wie jetzt der Mond fein Licht verschwendete! Wie eine Riesenampel hing er hoch oben und zeigte einem Verliebten den Weg. In der kleinen Laube, um die der wilde Wein rankte, fanden sich zwei, küßten sich und vergaßen alles um sich herum. Endlich gab der Mann das schlanke Mädel ein wenig frei, flüsterte zärtlich: „Meine Doralies, meine süße Doralies, wie glücklich bin ich! O du, wie habe ich an dich gedacht drüben in Indien! Kein Tag verging, ohne daß ich mich nach dir gesehnt. Und wie gesehnt!" Sie schmiegte sich schon wieder fester an ihn. „Und ich habe auch viel, so viel an dich gedacht. Seit dem Abend, als du Abschied nahmst und mich geküßt hattest. Vorher wußte ich doch noch gar nicht, wie lieb ich dich habe." Er mußte sie dafür wieder küssen. Wie hell es war. Er konnte deutlich die Züge der Geliebten und den Glanz in den großen Äugen, die für ihn die schönsten auf Erden waren, sehen. Er fragte: „Aber nun erkläre mir doch, Doralies, was bedeutet es, daß Frau Hensel mich so dringend bat, niemand ein Wörtchen davon zu verraten, daß du dich in Mooshausen befindest? Warum soll das niemand wissen? Selbst Mutter nicht, die sogar behauptete, gehört zu haben, du wärest nach Berlin gereift. Mutter war sogar ein bißchen gekränkt, weil du ihr keinen Abschiedsbesuch gemacht hattest. Als ich kam, überraschte mich Mutter gleich mit der niederschmetternden Nachricht von deiner Reise, und als ich es nicht glaubte und mal spionieren wollte, fing mich dein Hänschen ab und bestellte mich hierher, verlangte aber strengste Verschwiegenheit über dein Hiersein. Erkläre mal, Kleines, was steckt dahinter? Ich begreife nichts, gar nichts." Sie zog ihn auf die Bank nieder. „Es ist ja nicht kalt heute, da dürfen mir wohl ein wenig fitzen. Und nun will ich dir ein Geheimnis anvertrauen, Lutz! Aber versprich mir, zu niemand davon zu reden, auch zu deiner Mutter nicht." Er versprach: „Ich werde zu niemand davon reden, auch zu meiner Mutter nicht." Er hatte sie umgefaßt, und ihr Kopf lag an feine Schulter gelehnt. So erzählte sie kurz, aber mit dem lebhaften Schwung ihres Temperaments, daß sie sich nicht gerade in dieser Zeit, wo er erwartet wurde, hier fortschicken lassen konnte, und auf welche Idee sie verfallen sei, die sie auch ausgeführt habe. Lutz Gärtner, der anfangs, während sie sprach, ihr Haar gestreichelt hatte, ließ die streichelnde Hand ruhen, als sie triumphierend schloß: „Das habe ich doch glänzend gemacht — nicht wahr?" Er antwortete nicht gleich. Es fiel ihm schwer. Denn das, was er dachte, konnte er nicht sagen. Kränken wollte er Doralies nicht, beileibe nicht. Das, was sie ausgeheckt, hatte sie doch nur seinetwegen getan. Sie fragte mit leicher Ungeduld: „Freust du dich nicht, Lutz, daß ich Vatis Plan mit dem meinen so famos durchkreuzte? Und alles klappte bisher und wird weiter klappen. Wenn's dann Zeit ist, zu gestehen, tue ich's, und Regina muß sich dann bei Frau von Stübnitz rechtzeitig davonmachen." Lutz konnte mit feinem Vorwurf doch nicht ganz zurückhalten. „Ein ziemlich tolles Stückchen habt ihr euch eigentlich geleistet, Regina Graven und du! Ich muß bekennen, Regina hätte ich den Mut zu dergleichen nicht zugetraut." Sie lachte leicht auf. „Regina hat Mooshausen satt gehabt bis zum Hals: stellungslos war sie und ihre Wirtin ’ne eklige Pute. Und dann habe ich geweint bei ihr, weil ich fort sollte, ohne dich sehen und sprechen zu können. Da hatte sie Mitleid. Ich wollte dich doch wiedersehen, das konnte ich mir doch nicht nehmen lassen." Er war gerührt und strich wieder über ihr weiches Haar. „Meine einzige Doralies! Aber trotzdem müssen wir überlegen, wie die Geschichte wieder einzurenken ist; du darfst da nicht bis zum äußersten abwarten. Üeberiege doch vor allem, die Same in Berlin hat doch gar keine Veranlassung, eine Fremde als lieben Gast wochenlang zu verpflegen und auszuführen." Doralies lachte vergnügt: „Ich glaube, sie schneidet dabei sehr gut ab. Was meinst du, was ich ihr für Überraschungen bereitet hätte, während Regina sich bestimmt sehr brav benimmt. Ich habe ihr zwar geraten, sich ab und zu ein bißchen toll zu benehmen; aber die bringt das ja gar nicht fertig." Er mußte auch lachen, wurde aber gleich wieder ernst. „Schön! Das mag stimmen, Doralieselein! Trotzdem rate ich dir, deinem Vater Farbe zu bekennen." Sie seufzte: „Bist auch ein Philifterchen, Lutz? Schade! Aber wenn dir viel daran liegt..." In zögernder Frage klang der Satz aus. Er antwortete: „Mir liegt sehr viel daran. Es handelt sich um eine Sache, die vielleicht friedlich und lustig auf diese Weise in Ordnung geht, wie du es dir vvr- stellst, die aber durch irgend einen Zufallswind so gedreht werden kann, daß allerlei Unannehmlichkeiten entstehen. Mir liegt daran, Doralies, daß du deinem Vater die volle Wahrheit gestehst." Sie legte beide Arme um seinen Hals, und der Mond zog sich hinter eine dunkle Wolke zurück. Doralies tuschelte: „Ich will es tun, aber nicht eher, als bis du ab- gereift bist. Väter find unberechenbar! Vielleicht nimmt Vati die Sache krumm und paßt mehr auf mich auf, und wir können uns dann nicht mehr sehen." Die Aussicht gefiel ihm ganz und gar nicht. (Fortsetzung folgt.) ■ v,;; v, ME 5; ' -o -o ' ■ 'M 00 Q. P@r§ilgehts reibungslos Geschäftsverlegung! Habe meine Geschäftsräume von Wilhelmstrabe 11 nach Frankfurter Str. 13 p verlegt. Herren-Bekleidung, Maban- fertgung, Stoffe Heinrich Helf früher lang jähr. Zuschneider bei der Firma Carl Frensdorf, Gießen 2I2W Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen Liebigstraße 16 DoppeltesSchulziel: 1. Vertiefung der Allgemeinbildung (Religion, Deutsch, Geschichte, Turnen) 2- Gründliche Berufsausbildung (Wirtschaftslehre u. -technik, Buchführung, kaufm. Rechnen, Warenkunde, Wirtschaftskunde, Kurzschrift, Masch.-Schreiben, Plakatschrift und -zeichnen. Deutscher, en gl., franz.Schriftverkehr undümgangssprache). 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Sämtliche Parteigenossen unb Parteigenossinnen nehmen an ber Groß-Kunbgebung zum Reichsberufswettkampf ber beutschen Jugenb am morgigen Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in ber Dolkshalle teil. Der Gießener Anzeiger in der Familie Des Hausherrn Feierstunde kann beginnen So wie er's liebt, ist alles schon bereift: Der Tee, die pfeife und das Allerbeste — Sein Oeblingsbiatt tu jeder Zeit Einsenderin: Frau Marie Wagner, Langd bei Hungen fic i 1 c r EL it $1 < Mit einer Vergütung von 25 Reichsmark bewertete Aufnahme aus dem Lichtbildausschreiben des Gießener Anzeigers. Eindringlich zeigt dieses Stilleben die Vervundenheit auf, die sich zwischen der oberhessischen Leserschaft und ihrer Heimatzeitung im Laufe von beinahe zwei Jahrhunderten herausgebildet hat. DerVers enthebt denWerbetachmanndesHeimatverlagesjedereigenenÄeigabe fen, bas vereiste Falterblut. Nun sind sie da, und sie bleiben, wenn sie nicht neuer Frost tötet. Als ber hochgelbe Zitronenfalter seinen Wald verlassen hatte unb burch bie Dorfstraßen unb Bau- ernqärten hintaumelte, einem gelben, vom Winb getragenen Blütenblatt gleich — ber Dolksmund nennt ihn, da er fruchtgelb und fein wie ein Blatt geschnitten ist, Zitronenblatt — als er, fliegende Farbe des Lenzes, seine ersten größeren Ausfluge unternahm, blühten gerade in ben Garten, wie zu seiner Feier, bie gelben Gartenzeichen (unb auch bie blauen): bie golbgelben Goldruten, ber gelbe Krokus bie gelben Trompetennarzissen, ber gelbe Märzenbecher unb bie gelben Primeln Strahlenbes Geld ist an ben Anbeginn der beiden Lebensläufe qe-setzt' den der Schmetterlinge und ben der Blumen. Man darf sich oorstellen, allerdings nicht im wissenschaftlich genauen Sinn, baß mit Gelb Falterjahr unb Gartenjahr anfangen. Wer kennt bie Blumen unb wer bie Schmetterlinge? Vielleicht finb bie Falter, fliegenbe Blüten, die gestaltgewordenen ruhelosen Sehnsüchte der an den Boden gehefteten unb nur im Luftzug flatternden Blütenpflanzen. Innig sind sie mit den Blumen vertraut unb befreunbet: narZissisch blicken beide einander an. Unb wie bie Fülle ber Blumen im wachsenden Jahr zunimmt, so mehrt sich auch, Monat um Monat, ber Reichtum bes Falterheeres, bas im Juni, Juli unb August seine größte Pracht entfaltet. Sein Leuchtschweif spielt burch bie Lüste über die Blumen hin Zur gelben Farbe fügt sich Rotgelb, Ocker, Rotbraun, Braun, Erdfarbe. Heftiger zittern bie Schwingungen des Lichts, die Tönungen gewinnen an Tiefe. Gleichzeitig mit dem Zitronenoogel zecht der Kleine Fuchs Nektar im Wirtshaus zur köstlichen Weidenblüte. Der luftige Streuner ist weit verbreitet, jedes Kind, bas bie Augen in ber Natur auftut, kennt ihn. Mag ihn auch seine Vielzahl entwerten er ist ein feiner Tagschmetterling: bas fuchsige Rat feines Flügelstoffs schimmert; kräftige schwarze Lackflecken schweben am Flügelvorderranb über brennendem Ockergrund auf einer zimtgelben Spange. Eine Borte saphirblauer Mondsplitterchen säumt die Außenränder ber gezackten Schwingen. Ein leibenschaftlicher Blumenfreunb ist er, ein Kenner ber Säfte unb Dbffmöfte. Zu biesem inbianer- roten Gaukler gesellt sich das Tagpfauenauge mit feinen aufblinkenden, traumhaften Augenspiegeln, und Mitte Mai etma erscheint der Trauermantel, der dunkelsamtene, gelbbesäumte Geist, der schwer- mutleisen Flugs über die Wiesen streicht und sich gern auf den Boden niederläßt, um ein Sonnen- bad zu nehmen. Safran und Ocker mischen sich im Schuppenschmelz der Perlmutterfalter. Sie sind frisch, paradiesesneu, unberührt — sie stammen aus dem neuen Jahr, aus ber Puppe, ihrer Geburtswiege, darin sie ben kalten Winter geborgen unb unreif Verlagen, bis der Strohlenftoß des Lichtes ihre Entwicklung beschleunigte und sie, bie schlüpfenben Falter, überzogen mit bem Gelb ber Pollen unb bem Gelbrot der Erdfarbe, prächtig geziert ins Dasein sandte. Schattenlinien übergittern ben Flügelschliff, wie sie ber erstarkte Sonnenschein burch bas Netz der Zweige wirft. Auf ihren Unterflügeln aber erglänzt Perlmutter, wie Feuer im Kristall des Tautropfens Und wo Perlmutter erblinft, schimmern auch Amethyste unb Saphire: das finb bie Bläulinge, bie blütenblattkleinen Elfen der Fluren unb Auen, wo bie Bäche gleich flammenbem Metall blitzen. Jrn aufprallenben Licht funkeln die Flügel dieser Neugeborenen blau, lila, juwelenhaft. Kleine Edelsteinfalter, schickte sie ber Farbengott in bie Wiesen unb Gärten. Wie zierlich ist ihre Gestalt, wie leuchtkräftig ihre Tracht. Wie wenn sie aus Azur unb Seide gesponnen unb geschnitten wären, so schimmern ihre Membranen in allen Abstufungen von Himmelsbläue und Regenbogenviolett. Selig burchsprühen sie bie Tage bes Frühlings und des Sommers. ~ e r, . t Neue Flügler erstehen. Die Schöpfung schwelgt in Farben und Formen. Bald reihen sich bie Gelben Braunen, Braunroten, Blauen, Feuergolbe- nen' bie Weißen an, bie leuchtenden Flugstaffeln ber Weißlinge. Die meisten finb billige Schmetterlinge, schlicht, bäuerisch unb mißachtet — weil bie Raupen des Kohlweißlings ben Kohlköpfen, bem Wirsing, bem Blaukraut schädlich sind. Sie wollen (eben. Ader ber Kohlweißling ahnt nicht bie Menschen- unb Gärtnerwelt. Die Natur hat ihn erschaffen. Sein Gestöber überstockt unb überschneit bie Felber unb Raine, wo bie stacheligen Ackerbistein ihn mit Blütenberzen voller Süße unb Duft erwarten. Alle Schmetterlinge eilen heran, bie Wiesen-, Wald-, Berg- und Moorfalter. Der rasche Segelfalter 'reist zu uns, ber entzückenbe Schwalbenschwanz, ber frembländische Abmiral, ben bie breite Rotbinbe auszeichnet. Die Eisvögel unb Schiller- falter fehlen nicht. Sie unb andere nach wechseln mit ben Monaten, mit den Jahreszeiten. Unb unermüdlich schenken die Blüten ihre Getränke cms... Amt für Aolkswohftabrt. Mitglieder und Amtswalter der NSV. haben an der am morgigen Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in der Dolkshalle ftattfinbenben Groß-Kundgebung der deutschen Jugend teilzunehmen. Gez. Kloß, Kreisamtsleiter. 7IGOAP., Ortsgruppe Giehen-Nord. Amt für Volkswohlfahrt. In diesem Jahre wird erstmalig ein Reichsberufswettkampf von Jugendlichen aller Berufe durchgeführt. Aus diesem Anlaß findet Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in der Volkshalle eine große Kundgebung statt. Alle M i t g l i e d e r der NS.-Dolkswohfahrt werden hiermit aufgefordert, an dieser Kundgebung teilzunehmen. Hell Hitler! Gez.: Thomas, Ortsgruppenamtsleiter. AuSparteiamtlichenBekanntmachunflen In der Ortsgruppe G i e ß e n - O st findet heute, 20.15 Uhr, Zellenabend der Zelle 5 (Moltkestraße, Roonstraße, Großer Steinweg, Eichweg) bei Weber, Kaiserallee 52, statt. — Alle Parteigenossen der Ortsgruppe sind zur Teilnahme an der Kundgebung zum Reichsberufswettkampf am Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in der Volkshalle verpflichtet. Entschuldigungen werden nicht angenommen. — Montag, 9. April, 20 Uhr, findet eine.Ortsgruppenversammlung im Saale des Caf6 Leib statt, in der über das Thema: „Kampf um die deutsche Saar" gesprochen wird. Alle Parteigenossen haben zu erscheinen, Gäste sind zugelassen. In der Ortsgruppe Gießen-Süd findet heute um 20.15 Uhr in der „Stadt Wetzlar", Riegelpfad, eine Sitzung der politischen Leiter und Ausgabe neuer Mitgliedskarten statt. Vorher wird von Pg. Dr. Hecke über „Die politische Lage in Südosteuropa" gehalten. — Montag, 9. April, 20.15 Uhr, im Katholischen Vereinshaus für die gesamte Ortsgruppe Schulungskursus mit bem Thema: „Kampf um bie beutsche Saar". Für biefen Abenb werben Entschulbigungen nicht angenommen. Die Ortsgruppe Gießen-Mitte hält am Montag, 20 Uhr, ihre Ortsgruppenoersammlung gemeinsam mit ber Ortsgruppe Gießen-Ost im —Noch ist es Frühling. Düfte, Harzgerüche, Honig- atem und Grashauch, gebraut in den wohlriechenden Sonnenküchen des Landes, wölken empor, wie wenn heimliche Weihrauchfässer geschwenkt wur- den. Die himmlifchen Chöre der Vögel machen Musik. Ueberrounben sind Schlaf unb Schwäche Die Schmetterlinge finb ihren Gefängnissen und Dor- zeit-Panzern, ben Puppenpergamenten, entschlüpft. Der Geist bes Lebens hat sie zu Tanz und Liebe in feinen Blumenanger gelockt. Vierhundertjahrfeier für den „Kolumbus von Kanada". Kanada trifft die Vorbereitung für ein großes Fest, burch bas bes Mannes gedacht werben soll, ber im Jahre 1534 als erster Weißer ben Boden biefes Lanbes betrat. Es war Jacques Cartier, ber berühmte französische Entbecker unb Seefahrer von St. Malo, ber vor 400 Jahren eine Schiffsexpe- bition nach ber neuen Welt führte, fast ganz Neu- funblanb umfuhr unb bann die Mündung des St. Lorenzstromes hinaufsegelte. Cartier hatte schon damals bie Ufergebiete bes St. Lorenzstromes als französisches Siedlungsland in Aussicht genommen unb 1541 auch bie ersten Kolonisten zur Weber- lassung bewogen, ein Unternehmen, bas jeboch aufgegeben werben mußte, weil bie Ansiedler ben Entbehrungen bes harten Winters nicht gewachsen waren. — An ben Feierlichkeiten, bie zu einem großen Volksfest werben sollen, beteiligen sich in friedlicher Zusammenarbeit Großbritannien, Ka- naba, bie Vereinigten Staaten von Norbamerika unb Frankreich. Bei biefer Gelegenheit soll bas alte Fort Niagara, bas in ben englisch-amerikanischen Kriegen von 1812/1814 eine so große Rolle gespielt hat, zum Friebensmal erklärt werben als Zeichen ber endgültigen Versöhnung zwischen den beiden Ländern, deren Söhne vor einem Jahrhundert auf diesem Boden ihr Blut vergossen haben. Sowohl England wie Frankreich sind eingelaben worden, Abordnungen ihrer Regimenter, die an den amerikanischen Kämpfen teilgenommen haben, zu entsenden. Die Feier wird auf der Prince-Edward- Insel beginnen sich dann am Kap Gaspe fortsetzen, wo Cartier im Jahre 1534 das Kreuz aufpflanzte, ihren weiteren Verlauf in den Städten Quebec unb Montreal nehmen unb schließlich in ber Weihe bes Forts Niagaras einen Höhepunkt erreichen Für Toronto ist außerbem eine große National-Aus- ftellung vorgesehen. Saale des Cafö Leib ab. Alle Parteigenossen haben zu dieser Versammlung zu erscheinen. Der BDM. Giehen-Süd tritt am morgigen Sonntag, 13.45 Uhr, am Gericht zum Aufmarsch der deutschen Jugend zum Reichsberufswettkampf an. Neuorsnung 0er Volkswirtschaftslehre an der Universität Gießen. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Die nationalsozlalistische Revolution hat der Universität Gießen eine vollkommene Umstellung auf dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre gebracht. Es wurden berufen als Wirtschaftspolitiker Professor Bechtel aus Breslau, der sich besonders durch seine Tätigkeit in der Ostmark große praktische Erfahrungen erworben hat und als Wirtschaftshistoriker hervorgetreten ist; als Wirtschaftstheoretiker und Soziologe Professor A n d r e a e aus Graz, der die organische Staats- und Wirtschaftslehre vertritt und durch seine grundlegenden Untersuchungen über den ständischen Neuaufbau und seine Kritik des Kapitalismus und Bolschewismus bekannt ist. Versicherungswiffenschast an der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Im Sommersemester 1934 und im Wintersemester 1934/35 wird an der Hessischen üandesuniversität Gießen ein geschlossener Kreis von Vorlesungen über Versicherungswissenschaft abgehalten, der sich mit den wirtschaftlichen, rechtlichen und mathematischen Zweigen des Versicherungswesens befaßt. Am Ende der beiden Semester kann das Studium der Versicherungswissenschaft durch die Diplomprüfung für die Verwaltungsklasse abgeschlossen werden. Die Prüfungsordnung für Versicherungstechniker und das Vorlesungsverzeichnis, das Auskunft über die einzelnen Derficherungsoorlefungen gibt, können vom Sekretariat der Landesuniversität bezogen werden. Gießener Hochschulgesellschast. In der letzten Sitzung des Vorstandes der Gießener Hochschulgesellschaft verabschiedete sich — wie uns berichtet wird — der langjährige Vorsitzende Herr Provinzialdirektor Dr. h. c. Graes, der infolge seines Wegzugs von Gießen feinen Vorsitz nieoerlegte. Herr Geheimerat Professor Dr. B e - haghel gab dem lebhaften Bedauern des Vorstandes und der Hochschulgesellschast über das Aus- fckeiden des Herrn Prooinzialdirektors Dr.h.c. Oraef Ausdruck und dankte ihm mit herzlichen Worten für feine langjährige vortreffliche Leitung, indem er die großen Verdienste hervorhob, die sich Herr Provinzialdiektor Dr. h. c. Graef erworben hat. Zum Nachfolger des Herrn Provinzialdiektors Dr. h. c. Graes wurde einstimmig Herr Dr. h. c. Meesmann gewählt. Lehrlingsauslese und Einstellung im Handwerk In einem Ausschreiben der Ministerialabteilung für Bildungswesen an die Kreis- und Stadtschul- ämter heißt es u. a.: Nach den Richtlinien für die Lehrlingsauslese und Einstellung im Handwerk, die mit den zuständigen Organisationen abgeschlossen wurden, soll das Handwerk in Zukunft keine Lehrlinge mehr einstellen, deren Berufseignung nicht vorher durch die Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter festgestellt worden ist. Wir empfehlen, die Berufsschulen anzuweisen, bei der Aufnahme der Handwerkslehrlinge in die Schulen die Vorlage einer Bescheinigung der Berufsberatungsstellen zu verlangen, wonack die Berufsberatung durch den Jugendlichen in Anspruch genommen worden ist. Im übrigen ist das zuständige Arbeitsamt bereit, bei der Aufnahme von Schülern in die Fachschulen sich in allen nicht ganz klar liegenden Fällen zur Verfügung zu stellen. Durch eine enge und systematische Zusammenarbeit mit den Arbeitsämtern auch im Hinblick auf die Lehrlinge aus Handel und Industrie dürfte es gelingen, für den gewählten Beruf ungeeignete Jugendliche herauszunehmen und anderen für sie stärker in Frage kommenden Arbeitsgebieten zuzuweisen. Handel und Industrie legen selbst den allergrößten Wert auf eine gründliche Berufsauslese und systematische Berufszuführung des jugendlichen Nachwuchses. In dem Ausschreiben werden dann die Richtlinien mitgeteilt, die zwischen dem Landesarbeitsamt Hessen und den Handwerkskammern Kassel, Darmstadt und Wiesbaden, dem Oberbannführer der Hitlerjugend Frankfurt a. M., den Gauwirtschaftsberatern in Kassel und Frankfurt, sowie dem Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt am Main vereinbart sind. Der wesentliche Grundsatz der Richtlinien ist, daß es dem Lehrherrn überladen bleibt, aus den ihm zugewiesenen Anwärtern den ihm Zusagenden zu wählen. Dem Meister ist also die Entscheidung vorbehalten, ein Ein- stellungszwang besteht nicht. Die Inanspruchnahme der öffentlichen Berufsberatung und -Vermittlung ist kostenlos. Znftandsehungsarbeiten nur durch eingetragene Handwerksmeister. Nach einer zusätzlichen Entscheidung des Herrn Reichsarbeitsministers im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister der Finanzen ist für das gesamte Reichsgebiet bestimmt worden, daß künftig eine Zuschußgewährung nur noch in solchen Fällen zugelassen werden darf, in denen ein Handwerker mit Arbeiten beauftragt worden ist bzw. noch beauftragt werden soll, die im Rahmen seines in der Handwerksrolle eingetragenen Handwerksbetriebes liegen. Die polizeiliche Anmeldung des betr. Handwerkszweiges allein genügt nicht, vielmehr muß der Betrieb ordnungsmäßig in der Handwerksrolle eingetragen fein. Dies heißt, daß — um irgendein Beispiel herauszugreifen — Dachdeckerarbeiten jeglicher Art fünf* tig nur noch von solchen Handwerksmeistern bzw. Handwerksbetrieben ausgeführt werden dürfen, die in der zuständigen Handwerksrolle ausdrücklich als .Dachdeckermeister" ober „Dachdeckerbetrieb" eingetragen sind und die sich mit der Ausführung von (Dach)-Arbeiten, die in beruflich-fachlicher Hinsicht als Dachdeckerarbeiten anzufprechen sind, tatsächlich dauernd und regulär befassen, die also nicht etwa nur gelegentlich oder gar nebenberuflich „schwarz", Arbeiten der genannten Art gleichfalls „mitausführen" bzw. nebenbei mitausführen wollen. — Jeder Handwerker halte sich also von allen handwerksmäßigen Arbeiten fern, die feinem eigentlichen Hauptberuf von vornherein wesensfremd find, oder für die er als Berufsunkundiger nicht zuständig ist. Für jeden Auftraggeber ist es sehr wichtig, sich vorher genau zu vergewissern, ob sein Handwerksmeister, dem er Arbeiten übertragen will, die erwähnten Vorbedingungen erfüllt, da hiervon die Zuschußgewährung abhängig ist. Leere Versprechungen. Obwohl die Gaswaffe durch das Genfer Gas- kriegsoerbot bereits im Jahre 1925 untersagt worden ist, wird die Herstellung von Gift-Kampfstoffen in allen Militärstaaten vorbereitet, die Armeen und Flotten werden in der Anwendung dieser Waffe geübt und gleichzeitig in den zu ihrem Schutz ersonnenen Maßnahmen ausgebildet. Auch die Zivilbevölkerung wird in diesen Staaten mit den passiven Schutzmaßnahmen vertraut gemacht und darin geschult. Der Völkerbund hat in Erkenntnis seiner eigenen Wehrlosigkeit gegenüber den Militärmächten erklärt: „Wehe der Nation, die vertrauend auf internationale Verträge sich in Sicherheit wiegt. Sie wird einst schutzlos angesichts dieser neuen Waffe erwachen." Es gilt also auch in unserem Baterlande, die Bestrebungen zum Schutze der Bevölkerung zu unterstützen. Insbesondere muß jeder Volksgenosse, wenn er irgend in der Lage ist, das ihm zugewiesene Amt eines Luftschutzhauswartes in seinem eigenen und im Interesse seiner Volksgenossen übernehmen und seine in den Ausbildungskursen gewonnenen Erfahrungen zum Nutzen der Hausbewohner verwerten. Anlagenkonzert unserer Neichswehrkapelle. Am kommenden Sonntag, 8. April, findet bei günstiger Witterung von 11 bis 12 Uhr am Hit- lerwall ein Anlagenkonzert unserer Gießener Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauß e statt. Die Vortragsfolge verzeichnet nachstehende Darbietungen: 1. Huldigungsmarsch (Grieg), 2. Heroische Ouvertüre (Schmidt), 3 Der Lenz! Lied (Hildach), 4. Frühlingsstimmen. Walzer (Strauß), 5. Große Fantasie a. d. Oper „Die Walküre" (Wagner),- 6. Alte deutsche Treue! Ein Kranz schneidiger Soldatenmärsche (Frantzen). Gictzencr Wochenmarktpreise. * Gießen, 7. April. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Weißkraut, das Pfund 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8 Pf., Feldsalat 1,— Mark, Tomaten 50 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kartoffeln 3% Pf., der Zentner 3 Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Psi, Hähne 70 bis 80 Suppenhühner 70 bis 75, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 50, Salat 30 bis 35, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf. rvornonzcn. — Ta g e s k a l e n d e r für Samstag: Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr, „Katte" (Deutfcye Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mit bir durch dick und dünn". — Aftoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Frisco-Expreß führerlos!". — Reichsverband deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender, Ortsgruppe Gießen, 20,45 Uhr, Hotel Prinz Carl, Monatsversammlung. — Deutsche Stenographenschaft, 20.30 Uhr Hotel Hindenburg, Vereinsabend. — Tageskalender für Sonntag: Volkshalle, 16 Uhr, Großkundgebung zum Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend. — Stadttheater, 15 bis 17.30 Uhr „Schneider Wibbel"; 19 bis 22 Uhr „Der verlorene Walzer". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, IV. Jahresausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mit dir durch dick und dünn". — Asto- ria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Frisco-Expreß führerlos!". — Caf6 Leib, 20 Uhr, Konzert des Kinderchors der Singgemeinde Wiebelskirchen-Saar; Vortrag über „Der Kampf um die Seele des Saarkindes". — Kraftpostgesellschaftsfahrt, Abfahrt Hauptpost 8 Uhr. — Oswaldsgarten, 14 Uhr, Beginn der Frühjahrsmesse. — Bergschenke, 15.30 Uhr, großes Militärkonzert. — Der Oberhessische Kunstverein veranstaltet vom 8. bis 29. April seine 4. Iahresaus- stellung, in dsr der künstlerische Nachlaß von Professor Otto Greiner-Rom zur Schau gestellt wird. Geheimrat Professor Dr. Olt- Gießen hält den Einführungsvortrag. (Siehe heutige Anzeige.) — E i n Konzert unserer Reichswehrkapelle findet am morgigen Sonntag unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e in der „Bergschenke" statt. (Siehe heutige Anzeige.) * ** Vorträge eines Gießöner Gelehr- ten in Holland. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor für Geologie und Palaeontologie an unserer Universität, Dr. Hermann H a r r a s s o - witz, hielt auf Einladung der „Organisatie van Natururphilosophische en Technologische Faculteiten in Nederland, Utrecht" an den Hochschulen in Wage- ningen, Utrecht, Amsterdam und Leiden Vorträge über sein besonderes wissenschaftliches Arbeitsgebiet. ** Aus dem Gießener Schlachtho'f. Als Trichinenschauer und Wiegemeister im Schlachthof Gießen wurde Heinrich Naumann und als Trichinenschauer Johannes Höbe!, beide aus Gießen, bestellt und verpflichtet. ** Soldaten helfen dem Winterhilfswerk! Von der 1. Kompanie unserer Reichswehrgarnison wurde als eine Stiftung für das Winterhilfswerk der Ortsgruppe Gießen-Ost der Betrag von 243 Mk. überwiesen. Die Stiftung der Soldaten für diesen guten Zweck verdient alle Anerkennung. ** Das Museum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Bodenbrand im Philosophenwald. Gestern nachmittag war im Philosophenwald, unweit bes Sportplatzes der Spielvereinigung 1900, auf bisher noch nicht geklärte Weise das dürre Laub in Brand geraten. Das Feuer breitete sich schnell aus und ergriff eine Fläche von etwa 300 Quadratmeter. Die rasch herbeigerufene Feuerwehr rückte gegen 14.45 Uhr aus und bekämpfte den Brand mit dem ständigen Wasservorrat der Motorspritze. Auch Spaziergänger, die sich in der Nähe befanden, griffen helfend ein. Auf diese Weise gelang es, das Feuer in kurzer Zeit auf seinen Herd zu beschränken und zu löschen. ** D i e Anmeldung zur Berufsschule für das neue Schuljahr findet am Montag, dem 16. April, statt. (Siehe heutige Bekanntmachung.) 9er Reichsberufsweitkampf in Gießen. Ehrenausschutz. Zu der Veröffentlichung der Mitglieder des Ehrenausschusses zum Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend ist noch anzuführen, daß folgende Herren diesem Ausschuß ebenfalls angehören: Stadtratsmitglied Lotz, Gießen, Stadtratsmitglied Blum, Gießen, Amtmann K e i tz e r, Gießen. Gruppe 8, Eisen und Metall. Wettkampftag am 12. April, Antreten der Teilnehmer um 8.15 Uhr im Hofe der Berufsschule, Kirckstraße. Theoretische Prüfung: Berufsschule, Kirchstraße. Praktische Arbeiten: in den Werkstätten Elektroinstallateur Heinrich Stroh, Bahnhofstraße, Spengler und Installateur Rudolf Rödiger, Walltorstraße, Werkzeugmacher und Feinmechaniker Schmittgall, ÄZernerwall, Former, Dreher, Schmiede, Bauschlosser und Maschinenschlosser: Schaffstaedt GmbH. Former haben ihre Werkzeuge mitzubringen. Spengler und Installateure bringen mit: Kleines Spengler-Werkzeug und Bleirohr-Lötzeug. Eine weitere Benachrichtigung ergeht nicht mehr. Hitler-Jugend, Bann 116, Gießen. gez. Heinz Becker, Abteilungsleiter III. Die am Reichsberufswettkampf teilnehmenden Lehrlinge und Jungarbeiter der * Gruppe „Holz" haben für den Wettkampf an gut geschärften Werkzeugen mitzubringen: Fachschaft I (Schreiner): Winkel, Maßstab, Spitzbohrer, Bleistift, Streichmaß, Schlitzsäge, Absetzsäge, Putzhobel, je ein 4 mm, 7 bis 8 mm, 8 bis 10 mm und 18 bis 20 mm Stechbeitel, ein 6 mm und ein 10 mm Lochbeitel, Holzfeile, Hammer und Stemmknüppel; Fachschaft IV (Drechsler): Ein Hohleisen (Schroppeisen), ein 13 mm und ein 18 mm Meißel, eine 9 mm und eine 13 mm Röhre, Maßstab, Tastzirkel, Glaspapier; Fachschaft VII (Stellmacher und W a - genbauer): Winkel, Maßstab, Reißnadel, Bleistift, Reißmaß, Schlitzsäge, Putzhobel, je ein 9 mm, 12 mm, 13 mm, 14 mm Stemmeisen, Hammer und Kopfschlägel. F ü r A l l e: Zur Schreibarbeit sind mitzubringen die für die Berufsschule erforderlichen Materialien. Wie schon bekannt: Antreten Montag, 9. April, 8 Uhr, am Haus der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße 18. Wir bitten die Meister, dafür Sorge zu tragen, daß die Lehrlinge und Jungarbeiter mit obigen Werkzeugen versehen pünktlich antreten. Kürschner Wettkampfleiter, Deutsche Arbeitsfront. * Die Reichsbetriebsgruppe 6 „Bekleidung und Textil" macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß sich alle Teilnehmer der Gruppe am Reichsberufswettkampf am Mittwoch, 11. April, in der Gewerbeschule und Mädchenfortbildungsschule (Kirch- straße) 11) einzufinden haben. Heraus rum rreichsb-rujswettt?mpjl Die Jugend folgt der Parole d«S Führer» snr schaffenden Arbeit. Im ReichSberufsweMampf vom S. bild. April d. I. legt sie ein gewaltiges Bekenntnis »ur Leistung ab Wett mehr alS eine MiMon deutscher Jungen und MSdek werden in ihrem Berufe zum Wettkampf antreten. Dis jungen Maurer und Tischler, die Schlosser und Schneider, Heimarbeiter, Bauern und Arbeiter der Stirn und bet Faust werden im Wettkampf thre beste Arbeitsleistung »eigen. Die Tage deS BerufSwettka-mpfeS werden Ehrentage bei Jungen deutschen Arbettertums sein. Deshalb ist diese» Festabzeichen, das jeder Teilnehmer am Wettkampf tragen wird, ein Ehrenzeichen für jeden. Grundlagen und Ziele der RS-Hago. Ansprachen der Gießener AS-Hago-Führer. Die ordentliche Mitgliederversammlung der Gießener Ortsgruppe der NS.- Hago am Donnerstagabend im Cafä Leib war verhältnismäßig schwach besucht. Dies wurde von den Rednern zum Anlaß genommen, die Mitglieder der NS.-Hago in nachdrücklicher Weise an ihre Pflicht zu erinnern. Ortsgruppenleiter Soldan sagte in feiner einführenden Ansprache u. a.: Vierzehn Jahre lang hat der Mittelstand geschlafen und sich kaum zur Wehr gesetzt. Eden erst durch uns wachgerüttelt, glaubt er nun, wieder schlafen zu können. Viele glauben, es gehe auch ohne sie. Das ist ein gewaltiger Irrtum. 3m Dritten Reich mutz jeder Volksgenosse mithelfen beim Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Unser Führer Adolf Hitler hat ein schweres Erbe übernommen. Wenn wir das deutsche Volk wieder auf feine einstige hohe Kulturstufe bringen wollen, kommt es auf die Mitarbeit jedes einzelnen an. Wir werden für die Zukunft strenger Vorgehen, als bisher. Künftig wird alle vier Wochen eine NS.-Hago-Bersammlung stattfinden. Viele glauben heute, Nationalsozialisten zu sein, jedoch haben sie noch keine Ahnung von Nationalsozialismus. Nationalsozialismus kann man nicht auf der Schulbank erlernen, er ist vielmehr eine Angelegenheit des Herzens, ein seelisches Erlebnis, das aus dem Menschen selbst herauskommen muß. Wir kämpfen nicht für den einzelnen, wir kämpfen auch nicht für einen beliebigen Beruf oder Stand. Wir kämpfen nur für Deutschland, für die deutsche Seele, für die Allgemeinheit. Geht es allen, gut, dann geht es auch dem einzelnen, in erster Linie auch dem Mittelstand, gut. Dazu ist nötig, daß alle wachbleiben und eifrig mitarbeiten. Das sind wir unserem Führer und dem deutschen Vaterlande schuldig. Der deutsche Arbeiter ist dem deutschen Volke vsiedergewonnen worden. Adolf Hitlers größter Stolz ist es, daß er den deutschen Arbei - ter dem deutschen Volke wiedergegeben hat. Im Dritten Reich gibt es keine Klassenunterschiede mehr. Für uns Nationalsozialisten ist der Kohlenarbeiter aber Straßenkehrer, wenn er ein anständiger und charaktervoller deutscher Volksgenosse ist, genau so viel wert wie ein Geheimrat, ober ein großer Unternehmer. Wir fragen nur nach ben eblen Eigenschaften des Volksgenossen. Wit dem früheren Klassengeist und Standesdünkel haben wir Schluß gemacht. Reaktionären Menschen, die glauben, sie seien wegen ihres Besitzes ober ihrer Abstammung etwas Besseres als ber arme Volksgenosse, sagen wir, daß es nicht ihr Verbienst ist, wenn sie schon als reiche Menschen geboren werben." Die je Leute mögen sich gesagt sein lassen, baß für derartige Ansichten im Dritten Reich kein Platz ist, daß wir damit endgültig ein Ende gemacht haben. Wir können Golt nicht genug dafür danken, datz er unserem Volke den Führer Adolf Hitler gegeben hat. Adolf Hitler ist ein von Gott gesandter Wann, ein Wesfias, der dem deutschen Volke in feiner größten Rot und In seinem schwersten Elend von Gott gesandt worden ist. Was wäre aus uns geworden, wenn dieser Mann nicht aefommen wäre und der Bolschewismus in Deutschland gesiegt hätte! Es wäre uns allen bestimmt sehr schlecht gegangen, denn ber Marxist unb der Kommunist kennen kein Vaterland. Nur der bodenständige Mensch, ber sein Vaterland liebt, kann national denken und fühlen. Wer aber nativ- n a l denkt und dabei nicht gleichzeitig auch sozia- l i st i s ch , hat keinen Wert für uns und die deutsche Volksgemeinschaft. Wir müssen Nationalsozia- l i st e n fein! Viele reaktionäre Menschen erklären, sie seien doch auch national. Aber wo waren sie 1918 unb 1919, als es galt, bas deutsche Volk von der ab- chüssigen Bahn fortzureißen? Viele von ihnen haben damals sozialdemokratisch, oder nicht gewählt. Un- ere besten jungen Leute dagegen bildeten Freikorps zur Verteidigung des Vaterlandes und schützten uns an den Grenzen vor Ueberfäüen. Zürn Dank dafür wurden ihre Führer ins Gefängnis geworfen, ja sogar zum Tode verurteilt. Die meisten in Deutschland haben sich damals nur von ihrem Egoismus leiten lassen, aber nicht von dem Interesse des ganzen deutschen Vaterlandes. Alle möglichen Vereine wurden gegründet, aber sie waren so marxistisch verseucht, daß in ihnen von Vaterlandsliebe keine Rebe mehr war. Wenn jemand in diesen Vereinen auch nur einen Hinweis auf das deutsche Vaterland wagte, wurde ihm sofort erklärt, daß Politik im Verein verboten sei. Gott sei Dank ist jetzt auch damit Schluß gemacht worden. 3n der SA. lernen viele von jenen Wilgliedern heute noch einmal, was es heißt, nur für das deutsche Vaterland zu arbeiten. Daß diese vaterländische Erziehung im nationalsozialistischen Geiste bringend notwendig ist, lehrt uns auch dieser Versammlungsbesuch. Deutsche Volksgenossen, seid wachsam unb tut eure Pflicht für bas deutsche Vaterland nach dem Vorbild unseres großen Führers Adolf Hitler! (Starker Beifall.) Oer stellvertr. NS.-Hago-Kreisleiter Heyd stellte seine Mahnworte an die NS.-Hago-Mitglie- der unter bas Dichterwort: „Sie Ruhe tötet, nur wer handelt, lebt!" Es sei Pflicht aller Angehörigen des gewerblichen und handwerklichen Mittelstandes, zur NS.-Hago zu gehören. Eine ganze Reihe amtlicher Stellen lehnen es heute schon ab (u. a. Rniversitatsbetriebe, Bau- ämter, städtische Verwaltung ufro.) mit Geschäftsleuten zu arbeiten, die außerhalb der RS.- Hago-Front flehen. Es fei also für jeden Geschäftsmann auch sehr nützlich, wenn er zur Organisation gehöre und sich an deren Arbeiten beteilige. Sodann sagte der Redner u. a. weiter: Es ist nur bedauerlich, daß es für viele Volkgenossen neben dem Nationalsozialismus auch noch einen Sozialismus „für den Hausgebrauch" gibt. Das ist der gefährlichste, weil er nur bem eigenen Zweck bient. Er ist in Farbe und Anstrich der verstorbenen Wirtschaftspartei ähnlich. Er findet sich bei den meisten Spießern verbreitet, auch bei Geschäftsleuten, die gegen das Interesse der Volksgesamtheit nur ihre eigenen Zwecke verfolgen, Preisbildungen vornehmen, die auf einmal 50 oder 100 Prozent über den seitherigen Preisen liegen, um sich dadurch gesund zu machen. „Sozialisten für den Hausgebrauch" sind es auch, die sagen: „Eine Schwalbe macht keinen Sommer, was stört es mich, daß meine Frau im Kaufhaus kauft, wenn es nur die anderen nicht tun." Solche Leute find nur soweit Sozialisten, soweit sie selbst kein Opfer bringen müssen. Eine andere Kategorie findet sich namentlich bei Behördenstellen. Früher waren sie ganz brauchbare Beamte, unb sie sinb auch heute noch solche, die ein gewisses Pflichtbewußtsein haben, aber National- sozialisten sind sie nicht. Sie sind deshalb gefährlich, weil sie im Laufe der Jahre ein großes Geltungsbedürfnis sich angeeignet haben und nicht verstehen können, datz es Organisationen gibt, die im Sinne des Rationalsozialismus entscheiden und urteilen müssen. Da diese Leute keine Nationalsozialisten sind, müssen wir gegen dieses Geltungsbedürfnis Front machen, denn es bringt uns Unheil. Alle Tage erleben wir, daß diese Leute uns Knüppel zwischen die Beine werfen. Wir müssen uns dagegen entschieden zur Wehr setzen. Eine andere Gesellschaft sind diejenigen, die erst seit kurzer Zeit in unseren Reihen sind, schon ein Amt bekommen haben und nun glauben, alten Parteigenossen den Stuhl vor die Tür setzen zu können. Wir werden aber dafür sorgen. daß diese Leute bald wieder dahinkommen, wo sie waren, ehe sie zu uns gekommen sind Unbedingte Pflicht aller deutschen Volksgenossen, vor altem Pflicht der Beamten ist es, nicht in Kauf- Läufern zu kaufen. Wenn ein Volksgenosse das nicht selber tut, aber seine Frau oder Tochter dorthin Zum Einkauf schickt, so trifft ihn das genau so schwer. Wir sind in unseren Ansprüchen bescheiden, aber wir wollen uns auch nicht unterdrücken lassen, denn wir kleinen Geschäftsleute kämpfen um unser tägliches Brot! (Lebhafter Beifall.) Handwerksführer Gtühler wandte sich als Führer der Handwerkskammer- Nebenstelle Oberhessen gegen Miesmacherei und forderte die Jnnungsführer auf, gegen Mies- machertum mit allem Nachdruck vorzugehen. Kein Jnnungsführer dürfe die Flinte ins Korn werfen, wenn auch die Hindernisse mitunter schwer seien. Der Redner betonte dann u. a. weiter: Jeder Jnnungsführer und alle Jnnungsmil- glieder müssen sich immer ein Vorbild nehmen an der Arbeit unseres Führers Adolf Hitler. Wenn sie alle danach handeln, wird es leichter möglich fein, über alle Hindernisse Hinwegzukommen. vom Kreuz beim Gasthaus Rühl mit Musik ab- marschiert wird. An der Kundgebung nehmen alle Organisationen der Ortsgruppe teil. wg. Großen-Buseck, 6. April. In der Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund" fand dieser Tage eine Bauernoersammlung zum Zweck der Gründung einer Vieh- und Eierverwertungsgenossenschaft statt. Der landwirtschaftliche Fachberater W. Schmidt sprach über die Bedeutung des Genossenschaftswesens und betonte, daß es für die Gründung der Genossenschaft notwendig sei, daß sich mehrere Orte zusammenschlössen. Ein Teil der Versammlungsteilnehmer erklärte sofort seinen Beitritt. g M a i n z l a r, 6. April. In dieser Woche fand in der Gastwirtschaft von Vogel hier die diesjährige Generalversammlung des Vereins Krankenpflege E. V. statt. Der Vorsitzende Dekan Gußmann-Kirchberg erstattete den Jahresbericht, ehrte in üblicher Weise die verstorbenen Mitglieder Richard Töppler, Balthasar Will und Ludwig Schlapp. Er dankte der Gemeinde für ihre verständnisvolle Mithilfe, dem evangelischen Frauenverein und allen Mitgliedern. Andere Unterstützung hat Schule, die Frage der Ausstellung von Nachweisen arischer Abstammung. Pfarrer Lenz hielt einen Vortrag über den Volkstag der Inneren Mission am 15. April unö die Pflichten der Pfarrer. Seine Ausführungen wurden durch eine lebhafte Aussprache beantwortet. -/- Großen-Buseck, 6. April. Arn zweiten Osterfeiertag wurden in hiesiger Kirche 42 Konfirmanden (21 Knaben und 21 Mädchen) konfirmiert. Der Posaunenchor verschönte durch Vortrag von zwei Stücken den Gottesdienst. In dankenswerter Weife hatte Rektor Jnderthal die zweistimmigen Konfirmandengesänge eingeübt. Am ersten Osterfeiertag sang im Hauptgottesdienst in Großen-Buseck der Gesangverein „Heiterkeit - Sängerkranz" (Leitung: Chormeister Nikolai), in Oppenrod der Kirchengesangoerein (Leitung: Lehrer I l g e). g Lollar, 6. April. Am zweiten Osterfeiertage wurden in der schöngeschmückten und überfüllten Kirche zu Kirchberg eine sehr große Anzahl Konfirmanden in feierlichem Gottesdienste eingesegnet, nämlich 133 Kinder. Davon entfallen auf Staufenberg 24, Lollar 63, Mainzlar 12, Daubrin- An die Einwohnerschaft der Stadt Gießen! Am $ on n t a g, dem 8. April 1934, werden im ganzen Reich die Reichsberufs wett- kämpfe der Deutschen Jugend eröffnet. Anläßlich dieser Eröffnung findet am Sonntag- nachmittag in der Gießener Volkshalle eine Großkundgebung der Hitlerjugend statt. Wir fordern hierdurch die Gießener Bevölkerung auf, ihre Verbundenheit mit der deutschen Jugend und ihre Unterstützung der Ziele und Bestrebungen unserer Jugend dadurch kundzutun, daß sie an der Kundgebung in der Votkshalle teilnimmt und ihre Häuser mit reichem Flaggenschmuck versieht. Gießen, den 7. April 1934. heil Hitler! Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Bartholomäus. Preußen. Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen. Die Kreisleitung Schotten der NSDAP, gibt bekannt, daß wegen teilweise noch stattfindender Konfirmationen der Hauptschulungskursus in Schotten vom 8. April auf den 15. April, 14 Uhr, verlegt worden ist. Lanotreis Oluftcn. ♦ Heuchelheim, 7. April. Am kommenden Montag, 20.30 Uhr, findet in der Turnhalle ein Schulungsabend der Partei und aller Gliederungen statt. ♦ Alten -Buseck, 7. April. Die hiesige Ortsgruppe der NSVAP. veranstaltet am morgigen Sonntag eine öffentliche Saar-Kundgebung auf dem Sportplatz, zu der um 14 Uhr Allen Volksgenossen der deutschen Arbeit ist besonders dringend ans Herz zu legen: Hinein in die Deutsche Arbeitsfront! Nach dem Willen unseres Führers gehört jeder deutsche schaffende Mensch in die Arbeitsfront. In nicht allzulanger Zeit wird es überall so sein, daß nur noch derjenige den Vorzug bei Arbeitsvergebungen usw. hat, der der Deutschen Arbeitsfront angehört. Jedermann muß danach streben, guter Deutscher und guter Nationalsozialist zu sein. Es ist aber unverantwortlich, wenn Leute, die sich als Nationalsozialisten bezeichnen, nur ihre eigene Meinung gelten lassen und ihre persönlichen Wünsche zuerst erfüllt sehen wollen. Eine derartige Einstellung ist grundfalsch. Mit Recht hat der Orts- gruppenleiter S o l d a n betont: Der einzelne ist nichts, die Ration ist alles! Anschließend gab der Redner die gestern bereits berichtete Neugliederung der NS.-Hago-Ortsgruppe Gießen bekannt. Er betonte zum Schluß, keine Arbeit dürfe zu viel sein, das leuchtende Beispiel des Führers Adolf Hitler müsse zur Nacheiferung anspornen! (Starker Beifall.) Ortsgruppenleiter Goldan sprach nach einer kurzen Pause das Schlußwort, in oem er besonders an den Wahlspruch „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" und an das Bibelwort „Llebe deinen Nächsten wie dich selbst" erinnerte. Er betonte, wer nach diesen Worten lebe und handele, sei wahrer Nationalsozialist. Den Anordnungen des Führers sei unbedingtes Vertrauen entgegenzubringen, denn was der Führer herausgebe, sei immer richtig. Jeder müsse sich den Führer zum Vorbild nehmen, der nicht für sich, sondern nur für Deutschland gekämpft und gelitten habe, der uns auch die deutsche Gleichberechtigung in der Welt wiedergab, und dem wir in Dankbarkeit nacheifern müssen zur Unterstützung seines Werkes. Mit einem dreimaligen Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, in das die Versammlung lebhaft einstimmte, fand der Abend seinen Abschluß. Kein deutscher Volksgenosse fehlt bei der morgen Sonntag,-16Llhr,in derVolkshatte stattfindenden GroS - ^rrudgevuug zum Reichsberufswettkampf der deutschenFugend Eintritt frei! Eintritt frei! der Verein nicht. Die Betriebskrankenkasse der Didier-Werke, Werk Mainzlar, mußte eine Vorstellung des Vorstandes um eine jährliche, kleine Unterstützung ablehnen. Die Krankenschwester verpflegte 394 Kranke, machje 4457 Krankenbesuche und hielt einige Nachtwachen. Ihr wurde der Dank der Versammlung ausgesprochen. Dem Rechner Wilhelm Wehn, der die Rechnung oortrug und dessen Rechnung von den Revisoren L e m p und Hämmerle für richtig befunden wurde, sprach der Vorsitzende für feine sachkundige und gewissenhafte Arbeit herzlichen Dank aus. Bei der Neuwahl und Gleichschaltung des Vereins wurde Dekan G u ß m a n n einstimmig zum Führer gewählt. Er ernannte zu feinem Stellvertreter: Bürgermeister Kreiling, sodann die Herrn Wehn, Flüger, ©paar IV., Krug, Direktor Schroth, Lehrer Weisel und Altbürgermeister Vogel. <5p Lich, 6. April. Zur großen Freude von jung und alt sind unsere Störche jetzt zu uns zurückgekehrt. Sie haben ihre alte Wohnstätte auf dem Dach oer Marienstiftskirche wieder bezogen. Strcie Alsselv ft. Kirtorf, 6. April. Am Mittwoch fand hier in der Gastwirtschaft Becker eine Kundgebung der NS. - Hago statt Kreis-Amtsleiter der NS.-Hago Pg. Koch- Alsfeld sprach über das Thema: „Welche Bedeutung kommt der Selbstversorgung Deutschlands zu und wie sind die Möglichkeiten?^, sowie „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der selbständigen Einzelunternehmen" Ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Führer und die Nation, sowie dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes beendeten die Veranstaltung. Kirche und Schule. Oekanatskonferenz der Geistlichen des evangelischen Dekanats Gießen. Am Freitag tagte die Konferenz im Markusfaal. Sie wurde von Pfarrer Lenz (Gießen) mit Schrift- lefung und Gebet eröffnet. Der Vorsitzende, Dekan Guß mann (Kirchberg) begrüßte besonders herzlich den seitherigen Superintendenten D. Wagner. Probst Knott ließ sich entschuldigen. Unter dienst lichen Angelegenheiten wurde u. a. besprochen die kirchliche Feier der Aufnahme der Kleinsten in die gen 26, Ruttershausen 8. Damit dürfte der Höhepunkt zunächst überschritten sein, da die Jahrgänge nach dem Weltkrieg leider eine Abnahme zeigen. Preußen. ftreie Heßlar Y Wißmar, 6. April. Dieser Tage hielt in dem Lokal des Gastwirts W. Leib der Wanderclub seine Jahresversammlung ab. Dereinswart Mand- l e r erstattete den Geschäftsbericht, worin er insbesondere zum Ausdruck bracht, daß dank der Großtat unseres Volkskanzlers Adolf Hitler die Mitglieder des Vereins fast ausnahmslos wieder in Arbeit gebracht wurden und somit auch neues Leben in den Verein eingetreten sei. Ein dreifaches „Sieg- Heil" wurde auf den obersten Führer ausgebracht. Anschließend gab Tourenwart W. Becker den Tourenbericht ab, Hch. Will erstattete den Kassenbericht. Dann erfolgte die Aufnahme neuer Mitglieder und die Neuregelung der Beitragssätze, sowie die Beschlußfassung zum Beitritt einer Organisation. Der Vorstand des Vereins wurde neugebildet und besteht aus: Dereinswart Hch.. Mandler, stellvertretender Dereinswart und Tourenwart Wilhelm Becker, Schriftführer Albert B e ft, Kassenwart Heinrich Will und zwei Beisitzer. In seinem Schlußwort ermahnte der Dereinswart zur tatkräftigen Mitarbeit im Sinne der Ziele des Vereins. LPD. Niederkleey, 6. April. Die Eheleute Friedrich N e r n und Frau Katharina, geb. Rühl, können am 9. April das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern. Nern ist 88, seine Frau 77 Jahre alt. Dillkreis. * Dillenburg, 6 April. Dem Bauunternehmer Karl Schlierbach von hier wurde vom Regierungspräsidenten in Wiesbaden der Titel „Baumeister" verliehen. Landjahr in der Jugendherberge OiNenbura. Dillenburg, 6. April. (LPD.) Die Dillenburger Jugendherberge ist an den Gau Rhein-Main- Lahn-Fulda des Reichsverbandes Deutsche Jugendherbergen verpachtet worden. Ab 15. April wird die Herberge mit 90 Jugendlichen belegt, die neun Monate hier bleiben, um das Landjahr abzuleisten ____ Katholischer Pfarrer zu vier Monaten Gefängnis v rurteilt Mainz. 6. April. (LPD.) Das Darmstädter Sondergericht tagte gestern hier im Justizpalast. Der 48jährige katholische Pfarrer Johann Baptist Schubert in Mainz-Amöneburg hatte sich dort am 29. Juni 1933 gelegentlich einer Unterredung mit einem Lehrer während der Pause tm Schulhof über die nach § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums erfolgte Entlassung des Amöneburger Zentrumsoorsitzenden und Lehrers Merten zu Aeußerungen gegen den Reichsstatthalter Sprenger hinreißen lassen, die als heimtückische Angriffe gegen die Reichs- und Länderregierungen angesehen wurden. Der Angeklagte versuchte seinen Aeußerungen einen andern, nicht strafbaren Sinn unterzuschieben, wurde aber durch die eidliche Aussage des Lehrers des Gegenteils überführt. Der Staatsanwalt beantragte sechs Monate Gefängnis, das Sondergencht erkannte auf vier Monate Gefängnis. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß nur deshalb auf die niedrige Strafe erkannt worden fei, weil die Aeußerungen des Verurteilten zu einer Zeit gefallen feien, als die Vereinbarungen des Reichs mit der Kirche noch nicht abgeschlossen waren. Kurze Gportnotuen. Der Meldeschluß für den Tag der Suche nach dem unbekannten Straßenfahrer ist auf Donnerstag, 12. April festgesetzt worden. Meldungen sind an August Deibel, Gießen, Neuenweg 50, zu richten. OieKührerin des deutschenZrauenjportS Henni Warninghoff (Hannover) wurde vom Reichssportführer von Tschammer und Osten 3ur Führerin der Frauen der Deutschen Turnerschaft und des Ausschusses für Leibesübungen der Frauen und Mädchen ernannt. Oer heutigen Gesamt-Auflage liegt ein Werbeblatt der fift. rkathveinev <5. M. b. S., Nevlin, bei. 2,60V Be! Sodbrennen».Magenbeschwerden ,J^s» Bu II ricHTa hielten WPfg. ein schöner eine schöne Süscfidccfze beleben und schmücken jedes Zimmer. 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April 1934 im Turmhaus am Brandplatz Besu chs Zeiten: Sonntags 11 —13 Uhr Dienstags, Mittwochs, Donnerstagsund Samstags 16 -17 Uhr Prof. Otto Grein er- Rom f 1869 - 1916 Einfuhrungs-Vortrag von Professor Dr. Olt, Oiefien Künstlerischer Nachlab, bestehend aus Zeichnungen in Rötel-Bleistift Aquarell Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Weisel für die trostreichen Worte am Grabe und dem Gesangverein Liederkranz für den erhebenden Grabgesang. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Renner, geb. Rinn Heuchelheim, den 7. April 1934. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Anmachholz Seiten eibinei iüii birett an uns, möfliidiif v.Pon» Statt Karten! Heute verschied sanft nach langem qualvollen Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Emma Mandler, geb. Protextor im Alter von 55 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Mandler Zum Frühjahrsputz empfehle Besen, Bürst en, Fensterleder, Schwämme und Ausklopfer, Bohner und Bohnerwachs sowie Berth. Kühne Seltersweg 26 Kinderwagen kauft man bei Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise inniger Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Herrn Otto Rabenau sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen L d. N.: Wilh. Kasp. Rabenau Wwe. Alten-Buseck, den 7. April 1934. Die zuverlässigen Kleiderfachleute Herren-und Knabenkleider GIESSEN / SELTERSWEG Bi. . E rs r 11 n g s rn e hfü.Küke n kö rne r f ul ter Gicht, Nerven- und Erkältungsschmerzen, Gliederreißen,Hexen- schußlst Reichels Electricum /.schnellschmerzbefreiender durchgreifender Tiefenwirkung. Viele Anerkennungen. Fl. von M 1.- an. In Drog. u. Apoth. erhält- | lieh, sonst durch ! OTTO REICHEL Berlin-Neukölln. 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Rechts der Zweite von dem französischen Offizier: General Freiherr Dalwigk, der Leiter der Kavallerie-Schule Hannover. Freitagvormittag folgten die deutschen Offiziere einer Einladung nach Fontainebleau, wo sie unter anderem auf dem dortigen Turnierplatz einem Jagdspringen beiwohnten. Das Essen im Cercle Militaire, das der Chef des französischen Generalstabes General G a m e l i n zu Ehren der deutschen Reiter Freitagmittag gab, verlief sehr harmonisch. General Gamelin richtete an seine Gäste eine Ansprache, die der Kommandeur der Reitschule in Hannover Generalmajor Freiherr von Dalwigk zu Lichtenfels erwiderte. An dem Essen nahmen außer den Genannten der Kommandeur der Kavallerie-Schule in Saumui General de la Laurencie, ferner der Che der französischen Equipe Major de Laissar- d i e r e und die rechte Hand General Gamelins General Colson, sowie der Leiter des Zweiten Büros des französischen Generalstabes teil. Auch die deutschen Militärattaches Generalleutnant K ü h l e n t h a l und Hauptmann Speidel waren zugegen. Im Anschluß an das Frühstück waren die deutschen Reiter nach Malmaison eingeladen. Die deutschen Offiziere sind in Paris von den französischen Offizieren sehr kameradschaftlich auf- 1 genommen worden. Die neue deutsch-evangelische Kirche in Men. i ■ w M - W- MM I kMMUM Oben- Blick auf die Kirche. — Unten: Der Vertreter des Reichsbischofs, Bischof H e ck e l (rechts), und Pfarrer Dr. Schubert, Rom (links), vor einer Abteilung Evzonen, den seltsam gekleideten Soldaten der griechischen Garde. Panorama der Gommermode. w (Sine neuartige Straßenbahn missen. Die Aermel haben eine ganz neue Note. Eckige Schulterverbrei- tunaen gehören bereits in die Vergangenheit, obwohl die Schulter immer noch unsere Aufmerksamkeit fordert. Aber sie ist weich, betont durch den Raglan schnitt, der Aermel wächst aus der schön geschnittenen Schulterpasse heraus, oder sie ist unter einem breiten Kragen verborgen, und plötzlich lenkt sich das Auge auf den lustigen, schlanken einfachen Aermel, der wie mit Stacheln mit zierlichen Plissees besetzt ist. Auch kurze gebauschte Aermel passen zu den bunten Kleidern des Sommers, ebenso wie einfache, halblange Aermel bei denen man annehmen könnte, daß sie von einem langen abgeschnitten wurden, nur daß sie meistens nach unten zu weiter werden. Aermel mit Tüten, mit Bündchen, mit Aufschlagen, alle Arten von Aermeln sind schön, wenn sie zum Stil und zur Trägerin passen. Leinen ist das Gewebe, das im Sommer seine große Rolle spielen beginnt. Man würde es kaum für möglich halten, daß ein und dasselbe Material m so vielen Varianten zu erscheinen vermag. Sandfarbenes Leinen zu sommerlichen Complets, dessen Name S h a n t u l i n e heißt, mit dreiviertellangem Mantel, handgewebtes Reinleinen, besticktes Leinen, Phantasieleinen, Plauener Leinenspitzen- und Stickereistoffe zu malerischen Nachmittagskleidern, Leinen in Verbindung mit Pelz, wie beispielsweise an Leinenspitzenkleidern. Buntes, farbiges Leinen. Ebenso oft, wie die Mäntel lose und flatternd sind, aussehen, als wäre ein Sturm über sie hmweg- qebrannt, zeigen Leder gürte!, die mit dem Herstellungsstoff des Mantels m einer harmonischen Farbwirkung sind. Zu einem sandfarbenen Komplet sah man auf der Vorführung des deutschen Mode- Instituts einen braunen Ledergurtel, eine geschmackvolle und sehr dekorative Zusammenstellung, zumal noch braune Garnituren vorhanden waren. Schleifen denen schon der Untergang geweissagt war setzen sich erneut durch. Sie sind noch etwas großer, et- , | , M ein England werden jetzt neuartige, ossene Straßenbahnwagen gebaut. Diese tneijer Stromlinienform auf und sind in lichten Farben gehalten. Die Auswahl unter den bunten Stoffen ist so groß wie noch nie. Vor allen Dingen kann man eine Aenderung in den Musterstellungen beobachten. Gab es bisher einzelne, verstreute Blüten, so sehen wir jetzt Blumen zu Sträußchen gewunden, deren Stiele in Windrichtung stehen. Daneben bedruckte Kunstseiden — dunkler Grund und Helle Sterne oder Heller Grund und dunkle Punkte — erfreuen sich vieler Anhängerinnen. Es gibt ganz seine, in sich gemusterte Gewebe, die von weitem wie einfarbig wirken, in Wirklichkeit aber ungemein zierliche Karos oder Strichelmuster zeigen. Die buntbedruckten Kleider sind in erster ßime lustig, anmutig, sommerlich. Gerade die bunten Gewebe eignen sich für die neue Machart, die das Frauliche betont, den strengen Stil verbannt hat, und an feine Stelle etwas Kindliches, Spielerisches bringt. Seidene Jackenkleider werden schon in kurzer Zeit das Straßenbild beherrschen. Ein Kostüm hat für viele Frauen daher etwas Anziehendes, weil sie sich darin sehr angezogen fühlen. Für die Straße sehen sie immer gut aus, und durch die Abwechlung, die man durch verschiedene Blusen erzielen kann, leistet ein und dasselbe Kostüm viele gute Dienste. Die Zacken sind lose, werden einfach übergeworfen und mit Anmut getragen. Darunter schaut die Bluse hervor, oder man arbeitet zu dem Kostüm ein ganzes, buntes Kleid, das aussieht, als wäre es zusammenhängend, das aber in Wirklichkeit auch das Tragen einer Bluse zu dem Rock erlaubt. Die Aermel sind entweder lang, mit Volants besetzt, oder man tragt ärmellose Jacken, die mehr dekorativen Zwecken dienen. Plisseeaufputz ist sehr beliebt. Das bunte Kleid mit dem Schößchen wird aus Seide, auch aus buntem Wollstoff hergestellt. Da lassen sich reizende Einfälle zu neuen Kleidlinien umgestalten. Durch Plisseegarnituren, die am Aermel und Rocksaum sitzen, wird die Bewegung beim Gehen beschwingt, bekommt den Ausdruck fraulicher Anmut. Sehr kleidsam ist das kurze Schößchen, oft mit hochgeknöpften Schalenden, häufig am Halse offen, da der Ausschnitt für sommerlich warme Tage entschieden angenehm ist. Hin und wieder machen sich Volantgarnituren an den Aermeln, am Kragen und an der'Hüftpasse bemerkbar, und die Trägerin kennt wohl den frühlingsmäßigen Zauber, der von einem solchen luftigen Kleid aus buntem Gewebe ausgeht. Kommt noch ein großer Hut aus Florentiner Stroh dazu, der malerisch das Gesicht beschattet und der Sonne dennoch nicht verschließt, ist der Anzug zufriedenstellend. pliffees beherrschen das Bild. Man sieht sie außen am Aermel, am Rock, sie werden rings um den Schulterkragen gesetzt, kurz überall, wo sie sich anbringen lassen, erscheinen sie. Auch die netten weißen Garnituren aus Batist, GlaSbchist, Pikee und Seinen, bunt oder einfarbig, haben viel für sich. Dennoch sieht man die bunt gemusterten, Sommerkleider für Straße, Vor- und Nachmittag vielfach Ton in Ton gehalten. Linie und Gewebe putzen in diesem Falle genügend. Mehr braucht man und will man nicht. Praktische Gründe sind dabei natürlich auch maßgebend, und da die Blumen, die Sterne, die Früchte bunt, farbenfreudig und sommerlich leuchtend sind, läßt sich der andere Aufputz leicht ver- Der neue deutsche Feiertags-Kalender. W K 85 Ostern Unser Schaubild gibt einen Ueberblick über die kirchlichen und weltlichen Feiertage die jetzt durcb Kabinettsbeschluß zu gesetzlichen Feiertagen erklärt wurden. Das bedeutet aber nicht, daß die in dem Gesetz nicht genannten kirchlichen Feiertage künftig jeden Schutzes entbehren. Die Begründung zu dem Gesetz hebt ausdrücklich hervor, daß der pollSeUiche Schutz den rein kirchlichen Feiertagen auch weiterhin erhalten bleiben soll, während sich die bürgerlich-rechtlichen Vorschriften nur auf die in diesem Gesetz genannten Feiertage, nicht auch auf die rein kirchlichen Feiertage beziehen. was wesentlicher geworden, und da es wunderschöne Bänder gibt, ist die Vorliebe für Schleifen sehr begreiflich. Eine Bandart, die „C o n f e 11 i heißt und entweder in mattiertem Ripsband ober in Samtausführung erscheint, schiebt sich ganz merklich in den Vordergrund. Auf weißem Grund erscheinen mehrfarbige Punkte, von denen eine Verbindung von schwarz- und kirschrot sich schnell beliebt zu machen beginnt. Rips- und Leinenbander, Chintz, gewachste Baumwolle, Krepp- und Lederbander, die zwar nur so aussehen, in Wirklichkeit aber aus Seide bestehen, Bienenkorb- und Afphaltbander — so genannt ihrer unregelmäßigen Karopressung we- gen —, kurz, es gibt zahllose Bänderarten und Bändersorten, die zu Schleifen gebunden, auf Hüten sitzen, an Kleidern und Mänteln getragen werden, mit Schnallen und Agraffen geschmückt in dem Panorama der Mode erscheinen. Ensembles bestehend ans Hut und Schal führen sich ein. Das Neueste ist der Filzhut mit einem Lameband, zu dem ein Lameschal getragen wird. Ferner sieht man Taftschöpsungen, auch Zusammenstellungen aus Angora. Fast alle Hute der kommenden Saison sind reich garniert. Man steht Blumen, die an kleinen Canotiers mit sehr stachen Köpfen sitzen, Wollblumen, Häkelarbeiten aus Federn, Garnituren aus Taffet, Sommerpanne und Stoff, Schleier, die wie Visiere abstehen und aus Roßhaar gefertigt sind. Lange Bänder zu neuen Biedermeierschuten. Die neueste Modefarbe ist ein kräftiges, leuchtendes Rot, das Rot der Mohnblüte. Neben roten Hüten werden viele rote Jumper und Kleider getragen werden. Für das Jackenkleid des Frühlings und für das Sommerkleid ist der Silberkreuzfuchs der liebste Begleiter. Daten für Samstag, 7. April. 1847: Der Dichter Jens Peter Jacobsen in Thi- stedt geboren (gestorben 1885); — 1933: Reichsstatthaltergesetz. — Hermann Göring preußischer Ministerpräsident. — Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Daten für Sonntag, 8. April. }832: Generalfeldmarschall Alfred Gras v. Wal- dersee in Potsdam geboren (gestorben 1904); — 1835: der Staatsmann Wilhelm v. Humboldt in Tegel bei Berlin gestorben (geboren 1767); — 1848: der italienische Komponist Gaetano Donizetti in Bergamo gestorben (geboren 1797). ovn ocr :Kc ton. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Zeiisragen des Mittelstandes die 2. Die Deutsche Arbeitsfront unter ihrem finanzministers vvm 30 Oktober 1933 -rschi-n-n. Fjjhrer Dr. Ley ist di- «roßt- Drqanifalion der Dreier Runderlaß it in olgende Abschnitte geglie- i LifiZ frhnf^nh^n Welt. Sie umfaßt sämtliche schaffenden Deutschen, Mark zur Senkung der Grundsteuer für diese käufer, der Wirt, kurz, alle, die mit dem Bauern Grundsteuer der Gemeinden und Gemeindeverbände Diese kommen nur für weibliche Versicherte in Frage, hauptsächlich bei der Verheiratung. Wenn die Versicherte spätestens drei Jahre nach der Ver- leiratung aus der Versicherung ausscheidet, so kann 'e für die Zeit ab 1. Januar 1924 bis zum Aus- cheiden die Hälfte der geleisteten Beiträge bean- 1. Beiträgl 2 pruchen. 3. 4. 5. in Klasse A „ „ B „ „ C H H D „ ,, E „ „ F „ „ G Der Besitzer oder Leiter eines Bauernhofes hat zwar nach dem Führerprinzip das alleinige Befehlsrecht, andererseits ist er aber auch für menschenwürdige Entlohnung und Behandlung der „Betriebsgefolgschaft" verantwortlich. wer das 65. Lebensjahr vollendet hat, auch ohne Berufsunfähigkeit; wer das 60. Lebensjahr vollendet hat, nach einjähriger Arbeitslosigkeit; wer das 50. Lebensjahr bei Eintritt in die oersicherungspflichtige Beschäftigung vollendet hat, auf Antrag; wer dauernd berufsunfähig ist; wer nicht dauernd berufsunfähig, aber 26 Wochen ununterbrochen arbeitsunfähig war, für die weitere Dauer der Berufsunfähigkeit; und schließlich bis zum Schluffe des im Kalenderjahr 1943 endenden Steuerabschnitts; b) für die Vermögen- und Grundsteuer: Bei Kleinwohnungen bis zum 31. März 1939 und Heilverfahren. Hierauf besteht k e i n A n f p r u ch. Es k a n n ein Heilverfahren eingeleitet werden, um dem Versicherten die Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder wieder zu beschaffen. Veitragsrückzahtungen. Das Angestelltenoersicherungsgesetz ist ein Gesetz von höchster sozialer Bedeutung. Es soll den An- stellten eine, wenn auch bescheidene, wirtschaftliche Grundlage, einen gesetzlichen Anspruch sichern für die Zeit verminderter Arbeitskraft, wenn nicht gar völliger Arbeitsunfähigkeit. Darüber hinaus soll es die Hinterbliebenen vor Not schützen bzw. einen Beitrag leisten zur Ausbildung für' ihren künftigen Beruf. Das Gesetz hat im Laufe der Jahre vielfache Aen- derungen erfahren, die in nachstehenden Ausführungen berücksichtigt sind. Der ist befreit? Befreit ist: gen sozialen Probleme kümmert, daß er vor allem auch als Arbeitgeber seinem Dienstpersonal, also seinen Mitarbeitern, die Gesinnung entaegenbringt, die sie als gleichberechtigte Volksgenossen erwarten dürfen. Einem rechten Bauern, bei dem Bauernsitte und Bauernbrauch noch hoch- gehalten werden, braucht man das nicht zu sagen. Denn dort wird das Dienstpersonal noch als Glied der Familie gemalten, um dessen Wohl und Wehe sich der Bauer und die Bäuerin aufrichtig kümmern, der dafür auch auf das „Sach" seines Herrn schaut, als wäre es sein eigenes, der sich um Wachstum der Feldfrüchte und Glück im Stall nicht weniger sorgt, als der Bauer selbst. Daneben gibt es aber leider noch eine große Anzahl Bauern, bei denen das Dienstpersonal nichts anderes ist, als Arbeitskraft, die für ihre Leistung bezahlt wird und darüber hinaus den Bauern nicht zu interessieren braucht. Das sind die Höfe und Güter, wo man die Knechte auf zugigen Dachböden in unsauberem Bettzeug schlafen läßt, wo man den Mitarbeitern jeden Bissen und jeden Schluck vorrechnet, während auf der anderen Seite auch die Dienstleute keine Anstalten machen, z. B. die Heufuhre schneller aufzuladen, wenn ein Gewitter am Himmel aufzieht, ober eine Stunde länger auf dem Feld zu bleiben, wenn nur noch ein paar Sämaschinenbreiten zur fertigen Bestellung des Ackers fehlen. Es ist ein Zeichen der gesunden Grundsätze, auf denen sich die Arbeit der führenden Männer unseres Volkes aufbaut, daß sie als Vorbild für das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch bei den anderen Berufen den Zustand gewählt haben, der in einem echten Bauernhaus schon immer die Regel war. Das in seiner umwälzenden Bedeutung noch gar nicht richtig gewürdigte Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit will er- gleich welchen Standes, ob Hand- oder Geistesarbeiter, ob Bauer, Gewerbetreibender, Arbeiter oder Angehöriger geistiger Berufe, ob selbständiger Unternehmer, oder Lohnempfänger. Um alle schlingt die Zugehörigkeit zur Arbeitsfront ein Band der Verbundenheit als deutsche Volksgenossen, die auch in wirtschaftlichen Dingen nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander am Wiederaufstieg unseres Vaterlandes Mitarbeiten sollen. Jeder deutsche Bauer und Landwirt, jeder Knecht und jede Magd, aber auch der Müller, der Auf- 0,25 RM. 0,50 „ 1— „ 1,50 „ 2,— „ 2,50 „ 3,— „ 31. März 1931 bezugsfertig geworden sind. Ob und inwieweit die Grundsteuer des Landes und der Gemeinde für derartige Gebäude erhoben wird, richtet sich grundsätzlich nach Landesrecht. Im Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 21. September 1933 ist der Reichsminister der Finanzen ermächtigt worden, einen Betrag bis zu 50 Millionen Quadratmeter für das vierte und jedes weitere Kind. Als Eigenheime kommen nicht nur Einzelhäuser, sondern auch Doppelhäuser und Reihenhäuser in Betracht. Ein Wohngebäude gilt nur dann als Eigenheim, wenn jede der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist: 1. Die nutzbare Wohnfläche barf 150 Quadratmeter nicht übersteigen. Gehören zur Haushaltung des Eigentümers mehr als drei Kinder, so darf die nutzbare Wohnfläche von 150 Quadratmeter für Das vierte und für jedes weitere Kind um je 15 Quadratmeter über- Die Neuordnung der Angestelllenversicherung Eine Gesamtdarstellung. Von Dr. jur. Harhendorff, Volkswirt VdV -Frankfurt a.M. Dieser Runderlaß ist in folgende Abschnitte gegl.. dert: 1. Neuester Neuhausbesitz. 2. Mittlerer Neuhausbesitz; 3. Aelterer Neuhausbesitz. Der Aeltere Neuhausbesitz umfaßt die Wohngebäude, die in der Zeit von 1924 bis reichen, daß in allen deutschen Arbeitsstätten, sei es ein Bauernhof, eine Handwerkstätte, oder ein Fabrikbetrieb mit tausenden von Arbeitern, ein gegenseitiges Treueverhältnis Platz greift. Der Fürsorgepflicht des Betriebsführers, wie er im Gesetz genannt wird, steht die Treue pflicht der in der Betriebsgemeinschaft Arbeitenden gegenüber. Der Besitzer oder Leiter eines Betriebes, also auch eines Bauernhofes, hat zwar nach dem Führerprinzip das alleinige Befehlsrecht, anderseits ist er aber auch für menschenwürdige Entlohnung und Behandlung der Betriebsgefolgschaft verantwortlich. Das einige Band zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft stellt der Betrieb dar, dessen Zwecke zu fördern die gemeinsame Ausgabe aller Beteiligten bildet. Im Sinne dieser Neuordnung liegt es, baß auch das Tarifrecht eine Neugestaltung erfahren hat. Die Tarife waren bisher jeweils notdürftige Friedensschlüsse nach erbitterten Kämpfen zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, die in sich schon wieder den Keim zu künftigen Konflikten trugen. Nicht anders war es auch tn der Landwirtschaft, wo sich als Spitzenorganisationen der „Reichsverband land- und forstwirtschaftlicher Arbeitgeber" und die verschiedenen „Landarbeiterverbände" unter meist marxistischen „Führern" als Todfeinde gegen» überstanden. Künftig werden nun grundsätzlich alle Differenzen, auch solche über die Entlohnung, zunächst einmal innerhalb des Betriebes ausgetragen. Erft wenn da kein billiges Heberein- fommen zu erzielen ist, geht die Angelegenheit an eine höhere Instanz, den Treuhänoer der Arbeit, der in seinem Dienstbezirk der Regierung gegenüber verantwortlich ist, daß die Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen gerechten Ausgleich finden. Bei den Verhandlungen innerhalb der Betriebsgemeinschaften sollen die Wortführer der Betriebsgefolgschaft die Mitglieder des Vertrauensrates sein. Hier wird die Sache für die Landwirtschaft allerdings etwas schwierig, denn die Zahl der Arbeitnehmer in einem bäuerlichen Betrieb ist meist so gering, daß die Wahl eines Vertrauensrates gar nicht in Frage kommt. Wie hier eine Lösung gefunden wird, steht noch nicht endgültig fest. Man kann aber annehmen, datz an die Stelle des Dertrauensrates im einzelnen Betrieb ein Vertrauensrat für eine Betriebs- gruppe tritt, also etwa für alle Höfe einer Gemeinde ein gemeinsamer Vertrauensrat aufgestellt wird. Wie gesagt, ist hier noch alles in der Schwebe, immer!)m kann erwartet werben, daß bis zum 1. Mai, an bem bas Gesetz ber Arbeit feierlich vertäu» bet unb in Kraft gesetzt wirb, eine enbgültige Regelung getroffen fein wirb. Der Bauer barf bie Genugtuung haben, baß m t t unb i n bem Gesetz zur Drbnung ber nationalen Arbeit roieber ein Stück echten Bauerntums nämlich das alte, schöne, patriarchalische Verhältnis zwischen Bauer unb Dienstpersonal, bem ganzen Volk als Beispiel vorgehalten unb für bie Zukunft gesetzlich verankert wirb. Zu Eigenheimen, bie am Raube ober außerhalb von ftäbtifchen Wohngebieten errichtet werben, rechnen auch bie für einen Wirtschaftsbetrieb erforber» liehen Baulichkeiten unb sonstigen Anlagen, bie ber Selbstversorgung bes Eigentümers bienen. Die Steuerbefreiung hat zur Voraussetzung, baß nur beutsche Baustoffe verwenbet werben. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn geeignete inländische Baustoffe nicht vorhanden sind, ober ihre Verwenbung zu einer unverhältnismäßigen Verteuerung füyren würbe. Fallen bie Voraussetzungen für bie Befreiung innerhalb bes Zeitraums, für Den bie Befreiung an sich gilt, fort, so entfällt bie Befreiung mit Ablauf bes Steuerabschnitts ober Rechnungsjahres, in bem bie Voraussetzungen fort» gefallen finb. (Beispiele: Nutzung ber bisherigen Kleinwohnungen zu gewerblichen Zwecken. Anbau an ein Eigenheim, burch ben bie zulässige nutzbare Wohnfläche überschritten wirb. Der Eigentümer eines Eigenheims bewohnt bas Haus nicht mehr selbst, foi dem vermietet es.) Der Steuerpflichtige, ber bie Steuerbefreiung nach den Bestimmungen für den Neuesten Neuhausbesitz in Anspruch nehmen will, hat bei dem Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück belegen ist, einen Antrag auf Anerkennung der Steuerbefreiung zu stellen. Der Antrag kann bereits vor Errichtung des Neubaues gestellt werden. Der Steuerpflichtige hat dem Finanzamt die Angaben zu machen und die Unterlagen zu liefern, deren es zur Nachprüfung bedarf. Bauer und Arbeitsfront Von Diplom-Landwirt Hans Zimmermann. mehr stattfindet und daß eine Befreiung von ber Grundsteuer ber Gemeinben nur zur Hälfte erfolgt. Zu den vorgenannten gesetzlichen Bestimmungen ist am 26. Oktober 1933 eine ausführliche Durchführungsverordnung mit einem Runderlaß bes Reichsschritten werben. Der Eigentümer muß bas Haus in vollem Umfange ober minbeftens zur Hälfte selbst bewohnen. Ein Wohngebäube, bas mehr als zwei Wohnungen enthält, ist kein Eigenheim. Auch wenn bas Eigenheim zwei Wohnungen enthält, barf bie nutzbare Wohnfläche Des Ge° bäubes bie nach Ziffer 1 zulässige Höchstgrenze nicht Überschreiten. 6. wer als Entgelt nur freien Lebensunterhalt bezieht, sowie 7. wer nur vorübergehend tätig ist. wer ist versicherungspflichtig? Alle Angestellten — nicht nur kaufmännische —, bie nicht Arbeiter im eigentlichen Sinne bes Wortes unb die gegen Entgelt angeftellt sind. Beispiele: Handlungsgehilfen und -lehrlinge, Angestellte auch in leitenden Stellungen, Werkmeister, Betriebsbeamte, außerdem noch eine Anzahl nichtkaufmännische Angestellte (z. B. Apotheker usw.) Im übrigen ist die Zugehörigkeit zur Angestellten- oersicherung ein Gebiet vielfacher Zweifelsfragen. Z. B. kann bei einem Werkmeister bie Art ber Tätigkeit beftimmenb sein; ob sie mehr beaufsichti- genber, geistiger ist, bann unterliegt er ber An- gestelltenversicherung; ober mehr handwerklich, wenn er viel selbst praktisch mitarbeitet, bann unterliegt er der Invalidenversicherung. wer rann sich freiwillig versichern? Es ist zu unterscheiden zwischen 1. freiwilliger Weiterversicherung; 2. freiwilliger Höheroers icherung; 3. freiwilliger ©elbfloer» sicherung. 1. Freiwillig weiter versichern kann sich, wer mindestens 4 Monate Pflichtmarken geklebt hat, was wirb im Konkurs? Bei zahlungsschwachen Betrieben kommt das rechtzeitige Kleben der Derficherungsmarken am ehe- n 111 Rückstand. Dann ist bie Forberung ber Reichsoersicherungsanstalt hinsichtlich der bis zur Konkurseröffnung rückständigen Marken eine be- ° VfL forberung. Sie rangiert gleich nad) ben Masseschulben unb den Massekosten Wenn die Musse, wie nicht selten, z. B. bei Einstellung bes Verfahrens mangels Masse, nicht einmal für (Steuerbefreiung neuerrichteter Wohngebäude. Die Steuerpoltik ber Reichsregierung ist in erster Linie auf Verminderung bzw. Beseitigung ber Ar- beitslosigkeit abgestellt. Zur Eingliederung der Bauarbeiter in ben Arbeitsprozeß finb deshalb Bestimmungen getroffen worden, durch die einer großen Zahl Volksgenossen wieder Brot und Arbeit gegeben wurde. Nach dem Realsteuersenkungsgesetz vom 1. April 1930 sind Wohnungsneubauten, die In der Zeit vom 1. April 1931 bis 31. März 1934 bezugs- fertig werden, von der Grundsteuer der Länder und Gemeinden unb von ber Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Vermögenssteuer unb Aufbringungsumlage bis Ende 1938 befreit. Das Gesetz vom 15. Juli 1933 beseitigte gewisse Härten, bie sich nach der Regelung bes Realsteuersenkungsgesetzes ergeben hätten. Nack) biefem Gesetz würde keine Steuerbefreiung für die Fälle gegeben sein, in denen der bis zum Winter 1933 im Rohbau fertiggestellte Wohnungsneubau entsprechend soliden Baugrundsätzen den Winter über im Rohbau stehen geblieben wäre und es nicht mehr möglich war, den Woh- nungsneubau bis zum 31. März 1934 bezugsfertig zu machen. Das Gesetz vom 15. Juli 1933 bestimmt deshalb, daß bie Wohnungsgebäube, bie im Kalenderjahr 1933 im Rohbau vollendet und bis zum 31. Mai 1934 bezugsfertig werden, als noch im Rechnungsjahr 1933 bezugsfertig geworden anzusehen sind. Durch das Zweite Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 21. September 1933 sind bie Vorschriften über die Steuerbefreiung mit einigen Einschränkungen verlängert worden. Die Einschrän- kungen bestehen im wesentlichen darin, daß die neuen Steuerbefreiungsvorschriften sich nicht auf jegliche Wohngebäude, sondern nur auf Klemwoh. nungen und Eiaenheime erstrecken, daß eine Befrei- ung von der Körperschaftssteuer in Zukunft nicht aus einer versicherungspflichtiaen Beschäftigung aber ausscheidet unb nicht berufs u n fähig ist. Die freiwilligen Beiträge finb in berjenigen Klasse zu entrichten, bie bem jeweiligen Einkommen entspricht. Freiwillige Beiträge konnten früher nur innerhalb ber zwei Jahre nachentrichtet werben, bie bem Jahre ber Fälligkeit folgten. Hierin haben bie neuesten gesetzlichen Bestimmungen vom 7. Dez. 1933 eine Milberung geschaffen; bie Nachentrichtung ber freiwilligen Beiträge, bie bisher nur bis 31. Dezember 1931 zulässig war, kann nunmehr noch bis zum 31. März b. I. erfolgen. 2. Freiwillig höher versichern kann sich jeher Versicherte in einer höheren Klasse, als sie seinem Gehalt entspricht. 3. Freiwillig f e l b ft versichern kann sich jeber, ber bas 40. Lebensjahr noch nicht vollenbet hat, sofern er entroeber eine ähnliche Tätigkeit für eigene Rechnung ausübt, wie bie verficherungspflichtigen Angestellten (Beispiele: Bücherrevisoren, Agenten u. ä.), ober wer als Entgelt nur freien Unterhalt bezieht, ober wer nur vorübergehenb beschäftigt ist; schließlich biejenigen, bie bie oersicherungspflichtige Gehaltsgrenze überschritten haben. Wann endet die Versicherungspflicht? Die Pflicht zur Versicherung also zur Beitragszahlung endet: a) wenn das Gehalt RM. 7200 brutto überschreitet (bisher RM. 8400); b) bei Berufsunfähigkeit; c) bei Selbständigkeit ober sonstigem Ausscheiben aus ber Versicherungspflicht; d) bei Uebertritt in eine versicherungsfreie Beschäftigung (z. B. als Beamter). Wie hoch sind die Beiträge? Dies zeigt nachstehender Tarif: Für bie Inflationszeit (1. August 1921 bis 31. De- zember 1923) werben keine Steigerungsbeträge gezählt. Für Kinder wirb ein Zuschuß gezahlt. 2. Hinterbliebenenrente teilt sich in a) Witwenrente, b) Witwerrente unb c) Waisenrente Witwen rente erhält bie Witwe beim Tobe des versicherten Mannes ohne Alters-, Jnvalibitäts- unb Bedürftigkeitsnachweis. Sie beträgt fünf Zehntel bes Ruhegelbes. Witwer rente erhalt ber überlebenbe Ehemann, wenn er erwerbsunfähig unb bebürftig ist unb bie verstorbene Frau ben Lebensunterhalt überwiegend aus ihrem Arbeitsverdienst bestritten hat; sie betragt ebenfalls fünf Zehntel bes Ruhegeldes. Waisenrente, nach dem Tode des Versicher- ten; sie beträgt für jedes Kind v i e r Z e h n t e l des Ruhegeldes bis zum vollendeten 15. Lebensjahr; in Ausnahmefällen — z. B. bei Schul- ober Be° rufsausbilbung ober bei Krankheit — bis zum 18. Lebensjahr. einzelnen Orten verschieben. Arbeitgeber unb Arbeitnehmer tragen je bie Hälfte. Das ist „Wartezeit" unb „Anwartschaft"? Der Anspruch bes Versicherten ist an zwei grunblegenbe Voraussetzungen geknüpft: bie Erfüllung ber Wartezeit unb bie ausnahmslose Aufrechterhaltung ber Anwartschaft. a) W ie lange bauert bie Wartezeit? Sie umfaßt 6 0 Beitragsmonate, für bie Pflichtmarken geklebt sein müssen. Bei weniger dauert sie bei Berufsinvalidität 120 Monate, b e i Altersrente 180 Monate. Die Wartezeit stellt also eine Mindeshahl von verwendeten Marken bar. b) Was ist Anwartschaft? Bisher mußten für bie Aufrechterhaltung vom 2. bis 11. Jahr mindestens je 8, später minbeftens je 4 Marken geklebt fein. Die neueste Gesetzesänberung bestimmt, baß wenig- stensjährlich6Marken geklebt werben müssen vom Schlüsse besjenigen Kalenberjahres, in bem ber erste Beitrag entrichtet worben ist, bis zum Beginne bes Kalenderjahres, in dem ber Versicherungsfall eintritt. Sonst erlischt bie Anwartschaft. Sie lebt wieder auf, d. h. sie tritt wieder in Kraft, wenn auf Grund der Pflicht- oder der Selbstver- ficherung (nicht der freiwilligen Weiteroersicherung!) geklebt werden: 24 Marken, wenn beim Erlöschen bie Wartezeit erfüllt war; sonst 48 Marken. Für bie Arbeitslosen bestimmt bas neue Gesetz, baß diejenige Zeit auf bie Anwartschaft angerechnet wird, während der er Arbeitslosen-, Krisen- ober Fürsorgeunterstützung erhalten hat. Die Rente. Die Leistungen gliebern sich in Ruhegelb und Hinterbliebenenrente. 1. Ruhegeld. Es besteht aus a) Grunbbe- trag, jährlich 360 Mk. (bisher 396 Mk., ursprünglich 480 Mk.) unb b) Steigerungsbeträgen. Für jeben Monatsbeitrag ist ber jährliche Steigerungsbetrag: bienen. Für Hessen ist durch Verorbnung vom 29. November 1933 bestimmt worden, daß die Grundsteuer ber Gemeinden und Gemeinbeverbände von dem fraglichen Neuhausbesitz (Aelterer Neu- hausbesih) für bie Zeit vom 1. Oktober 1933 bis 31. März 1935 nicht erhoben wirb. Don dieser Steuerbefreiung werben in Hessen bie in ber Zeit vom 1. April 1924 bis 31. März 1931 bezugsfertig geworbenen Wohngebäude erfaßt. Gebäude, die anderen als Wohnzwecken bienen, kommen für bie Steuerbefreiung nicht in Frage. Dient ein Gebäube, das in obengenanntem Zeitraum bezugsfertig geworben ist, teils Wohnzwecken, teils anoeren Zwecken, so gilt bie Befreiung nur für den Wohn- zwecken.dienenden Teil. Der Mittlere Neuhausbesitz umfaßt die Wohngebäude, bie in der Zeit vom 1. April 1931 bis grundsätzlich 31. März 1934 (bzw. 31. Mai 1934 siehe oben) bezugsfertig geworden sind bzw. bezugsfertig werden. Für diese Gruppe gilt die Steuerbefreiung für Wohngebäude jeder Art und ohne Rücksicht auf die Größe der Wohnung. Die in Betracht kommenden Wohngebäude sind von folgen» genben Steuern in vollem Umfange befreit: 1. Reichssteuern: Einkommen- und Körperschaftssteuer bis xum Schlüsse bes im Kalenderjahr 1938 enbenoen Steuerabschnittes, Vermögenssteuer unb Aufbringungsumlage bis zum 31. März 1939; 2 Grundsteuer: Des Laubes, ber Gemeinbe unb ©emeinbeoerbänbe bis zum 31. März 1939. Der Neueste Neuhausbesitz umfaßt auf Grunb des Gesetzes vom 21. September 1933 a) Kleinwohnungen unb Eigenheime, bie nach bem 31. Mai 1934 bezugsfertig werben, b) Kleinwohnungen und Eigenheime, bie in ber Zeit vom 1. April bis 31. Mai 1934 bezugsfertig werben unter ber Voraussetzung, daß ber Rohbau nach bem 31. Dezember 1933 vollenbet würbe. Durch die Durchführungsbestimmungen vom 26. Oktober 1933 wurden in ben Kreis des Neuesten Neuhausbesitzes, unter ber Voraussetzung, daß ber Steuerpflichtige dies besonders beantragt, einbegriffen:' a) Eigenheime, die in der Zeit vom 1. April bis 31. Mai 1934 bezugsfertig und im Rohbau bereits bis zum 31. Dezember 1933 vollendet waren; b) Eigenheime, die in ber Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1934 bezugsfertig geworden finb. Der erforberlirfje Antrag kann nur bis zum 30. Juni 1934 bei bem Finanzamt, in besten Bezirk bas Grunbstück belegen ist, gestellt werben. Der Steuerpflichtige bleibt an ben Antrag für ben ganzen Befreiungszeitraum gebunben. Die Steuerbefreiung gilt für Kleinwohnungen, die bis zum 31. März 1936 bezugsfertig werden unb für Eigenheime, bie bis zum 31. März 1939 bezugsfertig werben. Kleinwohnungen unb Eigenheime, bie bis zum 31. Dezember 1934 im Rohbau vollenbet unb bis zum 31. Mai 1935 bezugsfertig werben, gelten als bis zum 31. März 1935 bezugs- fertig geworben. Diese Regelung gilt sinngemäß auch für alle weiteren Jahre, bie nach obigen Ausführungen in Betracht kommen. Die Steuerbefreiung erstreckt sich auf bie ge- äamte mit bem befreiten Grundstück zusammen- ängenbe Einkommensteuer, Vermögensteuer, San- esgrunbfteuer, sowie auf die Hälfte ber Gemeinbe- grunbfteuer. Die Befreiung läuft: a) für bie Einkommensteuer: Bei Kleinwohnun- gen bis zum Schluffe bes im Kalenderjahr 1938 endenden Steuerabschnitts unb bei Eigenheimen ZT. ~ w m L m £” LUU Kl, UKL ZDlll, LUI,;, UUK, ULK Hill UCIll ÖUUKLIl ®ruppe des Neuhau-besttz-- jur Verfügung zu Reichsnährstand züsammengeschlosien sind, stellen. Dieser Betrag ift auf die Lander verteilt (inb durch korporativen An chluß zugl ich Mit- worden. Grundsätzlich soll er ber Senkung der - - - * -.....1 ’ • 0 ” ' glieber ber Arbeitsfront. für vie 32t»om Oktober 1933 bis 31.März 1935 mehr als bisher um bie ungeheuer schweren unb wichti- bei Eigenheimen bis zum 31. März 1944. Als Kleinwohnungen gelten Wohnungen, eine nutzbare Wohnfläche von höchstens 75 Quadratmeter haben. Diese Grenze kann u. a. überschritten werden, wenn es sich um Wohnungen für kinderreiche Familien handelt, unb zwar um je 7,5 Monatlicher Entgelt Gehalts- Monats« von mehr als bis zu klaste beitrag RM. —50,— A 2,— „ 50,— 100,— B 4,— „ 100,— 200,— C 8,— „ 200,— 300,— D 12,— „ 300,— 400,— E 16,— „ 400,— 500,— F 20,— „ 500,— 600,— G 25,— Sachbezüge zählen als Gehalt. Sie finb in b die Gehälter reicht, so nützt alles Vorrecht nichts. Denn erst Diejenigen Marken, die geklebt sind, sichern einen Anspruch, und nicht die Beiträge, die der Arbeitgeber gekürzt hat. Reicht das Vermögen der Konkursmasse nicht aus, um die Ansprüche der Melchsversicherungsanstalt zu decken, so verliert ver Angestellte nicht nur die g e l e i st e t e n B e i. trage: es entgeht ihm auch weiter der anteilige Genuß an den Steigerungsbeträgen und leicht kann er die ganze Anwartschaft verlier e n. Jeder Arbeitnehmer muß sich also selbst darum kümmern, daß seine Versicherungsmarken geklebt werden. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviebmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt zeigte in der abgelaufenen Woche eine fühlbare Entlastung in der Beschickung der einzelnen Märkte. Besonders hielt sich starkesInteresse für Kälber, die bei lebhaftem Geschäft anfangs der Woche erneut um bis 2 RM. anzogen, gegen Wochenschluß allerdings angesichts des stärkeren Zutriebs etwa 1 RM. nachgaben. Der Gesamtauftrieb betrug 1346 geaen 2230 Stück. Am Hammelmarkt verlies das Geschäft recht unbefriedigend, die Preise lagen gegenüber denen der Vorwoche bis au 4 RM. schwächer. Auch das Interesse für Schafe flaute merklich ab, und trotz Angebotseinschränkung traten Preisrückgänge um 2 bis 3 RM ein. Das Geschäft war ruhig und bei 120 gegen 109 Tiere verblieb lieber» stand. Am Rindermarkt war der Preisstand gut behauptet, beste Bullen, Kühe und Färsen erzielten sogar Erhöhungen um je 1 RM. Rach ruhigem Handel wurde der um 508 auf 835 Stück verminderte Auftrieb nahezu ausverkauft. Der Verlauf am Schweinemarkt zeigte in dieser Woche ein recht erfreuliches Bild, konnten sich die Preise doch um rund 3 bis 4 Mk. erhöhen, wobei fette Schweine besonders gesucht waren. Die Zufuhr bewegte sich allerdings mit 3307 um 2255 Tieren unter der der Vorwoche und um etwa 1000 Stück unter der von normaler Beschickung. Rach lebhaftem bis mittelmäßigem Handel wurde geräumt. Frankfurter Börse. rNiltagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 6. April. Für die heutige Börse lagen eine Reihe von Anregungen vor. Wesentlich war, daß nunmehr die Publikumskäufe langsam einsetzten, so daß der Aktienmarkt durchweg leichte Kurssteigerungen aufwies. Auch die Spekulation war etwas stärker tätig, allerdings blieb das Geschäft als ganzes noch ruhig. Die Verschiebung der Transfer-Verhandlungen, die Erwartung der Bilanzbeschlüsse beim Färben-Konzern am Samstag und der etwas schwächere Rentenmarkt hemmten eine stärkere Geschäftsbelebung des freundlicheren Aktienmarktes. Eine weitere Stütze fand die Aktienbewegung in dem Aufhören der Auslandsverkäufe. Farbenindustrie lagen nach unverändertem Beginn später 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 2 v. H. und Rütqerswerke 0,13 v. H. freundlicher Elektrowerte tendierten fest, wobei Siemens und Bekula je 1,50 v. H., Licht 6- Kraft 2 v. H., Gesfürel 1 v. H. und AEG. 0,13 v. H. gewannen. Montanaktien eröffneten uneinheitlich. Schwächer lagen Stahlverein (—0,40 v H.), Klöckner (—0,50 v. H.) und Ilse Genuß (— 1 o. H.), dagegen Rheinstahl 1 v. H. und Harpener 0,50 v. H. höher. Gut gehalten waren Motoren- sowie Bau- und Zementwerte. Schifffahrtsaktien verkehrten auf die Verlustminderung im letzten Geschäftsjahr fest, Hapaa gewannen 1,25 v. H., Norddeutscher Lloyd 2 v. H. Reichsbankanteile zogen 1,50 v. H an. In Reaktion auf die letzte Steigerung lagen Kunstseidewerte ruhig, Bemberg 1 v. H. leichter. Vereinigte Glanzstoff, in denen nur wenig Material schwimmt, wieder gesucht. Der Rentenmarkt litt unter Glattstellungen, Neubesitzanleihe verloren bis 0,65 v. H., Altbesitzanleihe 0,50 v. H. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Stahlverein-Bonds lagen behauptet. Auch in der zweiten Börsenstunde blieb die Umsatztätigkeit bescheiden, jedoch hielt sich die Grundstimmung am Aktien- und am Rentenmarkt freundlich. Das Kursniveau blieb für Aktien auf den ersten Notierungen meist behauptet, nur vereinzelt waren geringe Abweichungen bis 0,25 v. H. festzustellen. Stärker gedrückt waren nur IG. Farben, die um 1,75 v. H. auf 138,25 v. H. zurückgingen. U. a. notierte man später Buderus um 2 v. H., Zellstoff Aschaffenburg um 1,25 v. H. und Laura- hütte wieder um 0,90 v. H. höher. Arn Rentenmarkt ging Neubesitzanleihe nochmals zurück, und zwar um 10 Pf. auf 23,55, während Altbesitz und späte Schuldbücher keine Veränderung zeigten. Reichsmark - Obligationen waren später etwas gefragt und leicht erhöht. Auch in Stadtanleihen war etwas Nachfrage vorhanden bei leicht gebesserten Kursen, dagegen waren Staats- und Länderanleihen ruhig. Der Pfandbriefmarkt zeigte überwiegend Kursrückgänge. So verloren Gold- und Liquidationspfandoriefe bis 0,40 v. H., Kom- munal-Obligationen meist behauptet und nur vereinzelt bis 0,13 v. H. leichter. Fremde Werte lagen still. — Tagesgeld unverändert 3,50 v. H. Abendbörse geschäftslos. An der heutigen Abendbörse herrschte auf Grund des Mangels an Kundenaufträgen weitgehendste Geschäftsstille, zumal auch die Kulisse eine abwartende Haltung einnahm. Die Grundstimmung war indessen nicht unfreundlich, und die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß zumeist unverändert. Leicht erhöht waren Kunstseideaktien, ferner konnten sich Zellstoff Aschaffenburg um 1 v. H. befestigen. Farbenindustrie eröffneten 0,50 v. H. höher, bröckelten aber später unter mehrfachen Schwankungen um 0,65 v. H. ab. Am Kassamarkt tarnen Vereinigte Glanzstoff nach etwa achttägiger Pause und Plus-Plus-Ankündi- gung mit 117 (zuletzt 96 v. H.) wieder zur Notiz. Auch am Rentenmarkte stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen und die Kurse für deutsche Anleihen schwächten sich weiter etwas ab. So verloren Neubesitzanleihe 15 Pf. und Altbesitzanleihe 0,25 v. H. Auf den übrigen Gebieten des festverzinslichen Marktes traten feine Veränderungen ein. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 23,35 bis 23,30, Altbesitzanleihe 96, Schutzgebietsanleihe von 1913/14 9,50, Reichsbank 151,50, Gelsenkirchen 64, Mannesmann 66,25, Rheinstahl 94,50, Stahlverein 42,75, AKU. 64, Bemberg 73, Bekula 130, Daimler 49,25, IG. Farben 138,75 bis 138,25 bis 138,40 bis 138,13, Gesfürel 98,50, Hvlzmann 74, Rhein. Elektro 93, Metallgesellschaft 80, Schuckert 101,50, Zellstoff Aschaffenburg 41,50, AG. für Verkehrswesen 68,50, Nordd. Lloyd 34. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 6. April. Der Gemüse- markt verzeichnete reichliche Zufuhren in Spinat, in übrigen Gemüsearten hielten sie sich in normalen Grenzen. Für ausländischen Kopfsalat zogen die Preise etwas an, für Spinat waren sie rückläufig, im übrigen waren sie nur wenig verändert. Der Absatz war in Spinat gut, im sonstigen zufriedenstellend. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 9 und 18 Stück 400 ital., Feldsalat 40 bis 50, Gelbe Rüben 8 bis 10, Gurken (Treibhaus) Stück 40 bis 75, do. Kiste 12 Stück 650 bis 700 holl., Karotten 9 bis 12, Gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 325 bis 340, Kohlrabi (Treibhaus) Stück 17 bis 22, Kopfsalat (Treiv- haus) 18 bis 30, do. Steige 30 Stück 650 bis 750 holl., do 24 Stück 650 span., Lattich (Treibhaus) 40 bis 50, Schlüpfer (Treibhaus) 60 bis 70, Meerrettich 12 bis 25, Petersilie 200, Radieschen Bdl. 6 bis 7, Römischkohl 30 bis 35, Rote Rüben 8 bis 10, Rotkraut 10, 9 bis 10 holl., Sellerie je nach Größe 5 bis 25, Spinat, Gärtner, 7 bis 8, Pfälzer 5,5 bis 6,5. Schnittlauch 60 bis 70, Schwarzwurzel 14 bis 18, 15 bis 20 holl., Weißkraut 10, Wirsing, spitz 16 bis 18, do. rund 12, 10 holl., Zwiebeln, 50 Kilogramm 600 bis 650. Am Obst- und Südfrüchtemarkt haben sich die Zufuhren allgemein verringert, Apfelsinen und amerikanische Aepfel zogen im Preise etwas an, sonst blieben sie bei langsamem Verkauf unverändert. Es erzielten: Aepfel I 25 bis 30, II 18 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 15, Amerik. Aepfel, Kiste ca. 40 Pfund 800 bis 950, do. gelbe 1000 bis 1300 Apfelsinen ital. blond 16 bis 18, do. Blut 20 bis 22, span. Apfelsinen blond 10 bis 15, do. Blut 12 bis 18, Bananen, Kiste 12,50 Kilogramm 550 bis 600 Jam., 450 bis 500 Bras., Tafelbirnen, Kiste ca. 40 Pfd. 1400 bis 1500 amerik., Eßbirnen 15 bis 16, Kochbirnen 8 bis 10, Datteln, Kistchen 6 Kilogramm 600 bis 650, Erdnüsse 13 bis 14, Zitronen, Korb 50 Kilogramm 800. Die angegebenen Preise sind Großbezugspreise, sie sind, sofern nichts anderes angegeben, auf Vz Kilogramm bzrv. Stück in Pfg. umgerechnet und verstehen sich bei Abnahme am Verkaufsstand. Mainzer Getreidernarkt Mainz, 6. April. Es notierten (je 100 kg Loko Mainz Großhandels-Einstandspreis) in RM. Weizen 20,30 (Mühlenpreis), Roggen 17,10, Hafer 15,75, Braugerste 17,40 bis 17,75, Industriegerste 17,00 bis 17,25, Malzkeime 13,25, Weizenmehl südd. Spez. O 30,40, Roggenmehl O bis 60 v. H. nordd. 23,50, Roggenmehl O südd. 24,25, Weizenkleie fein 10,55, Weizenkleie grob 11,00 bis 11,10, Roggenkleie 10,75 bis 11,50, Weizenfuttermehl 11,65, Biertreber 14,25 bis 14,50, Soyaschrot 15,40, Trockenschnitzel 9,75. Tendenz: Brotgetreide ohne Geschäft, Mühlennachprodukte und Trockenschnitzel stetig, andere Futtermittel ruhig. Rundfunkprogramm. Sonntag, 8. April. 6.35 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Stuttgart: Nachrichten. 8.25: Stuttgart: Morgengymnastik (A. Glucker). 8.45: Funkstille. 9: Von Stuttgart: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Stuttgart: Feierstunde Der Schaffenden: „Frühling". Eine Morgenfeier mit Goethe. Rezitation, Orchester, Gesang. 10.15: Trier: Katholische Morgenfeier. Aus dem Missionsseminar der Weißen Väter in Trier. 11: Friedrich Heinrich Jacobi. Der Dichter-Philosoph des deutschen Idealismus. Vortrag von Dr. Hans Joachim Schulz. 11.15: Stunde des Chorgesangs. 12: Stuttgart ab 12.30: Mittagskonzert I. Militär-Konzert. 13: Von Stuttgart: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Mittagskonzert II. Ballettmusik und Tänze. 14.20: Zehnminutendienst für die Landwirtschaft: „Schafhaltung und Schafzucht im Ufinger Land." Ein Zwiegespräch. 14.30: Stunde des Landes: „Von den Sommer-Kindergärten auf dem Lande." Ein Dreigespräch zwischen der Referentin in der Landesbauernschaft Hessen- Nassau, Frl. E. Kühn, Frankfurt a. M., der Bäuerin Frau Noll, Massenheim, und der Kindergärtnerin Frl. A. Reimers, Frankfurt a. M. 15: Stuttgart: Kinderstunde: Hallo! Halloo! Wir gründen einen Zoo. Ein neuer Schwabenstreich. Kinderhörspiel. 16: Königsberg: Nachmittagskonzert. 18: Richard Wagner. Sein Kampf und das Echo der zeitgenössischen Karikatur. Vortrag: Von Heinz-Harald Tri- nius. 18.20: Fröhliches Zwischenspiel. Willy Bion- dino. 18.45: Der Angeklagte spielt ... Hörbild von Hans Feineis. 19.30: Von Leipzig: Bericht von den Ausscheidungskämpfen für die Weltmeisterschaft im Kunstturnen in Leipzig. 19.45: Sportbericht. 20: Von Stuttgart: Die Entführung aus dem Serail. Singspiel in 3 Aufzügen, Musik von Mozart. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.40: Zwischenprogramm. Montag, 9. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I (Georg Gebhardt). 6.30: Stuttgart: Gymnastik II (August Glucker). 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik (August Glucker). 10: Stuttgart: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I. Von Heimat und Vaterland. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Uebertragung nach Stuttgart: Mittagskonzert II. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.40: Stunde des Liedes. Robert Schumann. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Leipzig: Nachmittagskonzert des Funkorchesters. 17: Schallplatten-Plauderei. 17.30: „Moeller van den Bruck", Vortrag von Otto Schreiber. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Stunde der Jugend. Uns starb ein junger Held! Zum Andenken an den Flieger Günter Groenhoff. 18.25: Don Stuttgart: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stuttgart bis 19.40: Unterhaltungskonzert. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.15: Von Frankfurt: Reichssendung: Stunde der Nation: Spiegel des schlichten Lebens. Erzähler rund aus dem Rhein-Main-Gebiet. 21: Wetterauer Früh« ling. 21.15: Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Aus Operetten von Carl Millöcker. 22: Suttgart: Nachrichten. 22.15: Stuttgart: Du mußt wissen .. 22.40: Freiburg: Zwischenprogramm. 23: Stuttgart: 2Iel* tere Tanzmusik. Gespielt vom Rundfunkorchester. Dienstag, 10. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I (Georg Gebhardt). 6.30: Stuttgart: Gymnastik II (August Glucker). 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik (August Glucker). 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.10: Von Leipzig: Schulfunk-Austauschsendungen: „Wir besuchen die erste Bücherschau der Hitler-Jugend in Leipzig". 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I des Südfunk- orchesters. 13: Uebertragung nach Stuttgart: Zeitangabe, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Senderbezirk. 13.20: Stuttgart: Mittagskonzert IL Operettenlieder. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert III. Parademärsche ehemaliger ©arberegimener. 14.4Q: Stunde der Frau. Künstlerische Frauenberufe. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert der Kapelle Otto Kermbach. 17.30: „Christian Dietrich Grabbe", Vortrag von Dr. Wilhelm Edward Gierke. 17.45: Kleine Unterhaltung. Rheinlieder, gesungen von Hans Ritzinger (Bariton). 18: „Die Fleischbeschau im Dienste der Volksgesundheit". Ein Bericht von Ober- veterinärrat Landestierarzt Dr. Küthe, Darmstadt. 18.15: Stuttgart: „Aus Wirtschaft und Arbeit (Kurzbericht). 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Sozialdienst. 19: Stuttgart: Das Opfer des Friedrich List. Eine Hördichtung von Fritz Meingast. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.15: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation: Deutsche Tonsetzer der Gegenwart. Orchesterkonzert. 21.15: Stuttgart: Richard Wagner: Das Siegfried Idyll. Gespräch über Entstehung, Form und In- halt. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.15: Du mußt wissen: 22.40: Karlsruhe: Zwischenprogramm. 23: Vom Deutschlandsender: Künstler von Ruf vor dem Mikrofon. Adelheid Holz (Sopran) und Gebhard Hübsch (Bariton) fingen Lieder und Duette von Schumann, Brahms. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Samstag, den 7. April. Skadtkirche. 14 Uhr: Pfr. Becker; Beichte für die Konfirmanden der Markusgemeinde und deren Angehörigen. — Johanneskirche. 14: Pfr. Bechtols- Heimer; Beichte für die Konfirmanden der Lukas- gemeinde und deren Angehörigen. — Kapelle des Alten Friedhofs. 14: Pfr. Lenz; Beichte für die Konfirmanden der Luthergemeinde und deren Angehörigen. — Pelruskapelle. 14: Pfr. Trapp; Beichte für die Konfirmanden der Petrusgemeinde und deren Angehörigen. — Diefeck. 14: Beichte für das zweite Konfirmationsabendmahl. — Lich. 14: Beichtgottesdienst; Stiftsdechant Kahn. — Hungen. 13.30: Beichtgottesdienst. Sonntag, den 8. April. Quasimodogeniti. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; Konfirmation der Kinder der Markusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfarrer Becker. — Johannes- kirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; Konfirmation der Kinder der Lukasgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des alten Friedhofs, 9.30: Pfarrer Lenz; Konfirmation der Kinder der Luthergemeinde; Feier des hl. Abend- mais. — Pelruskapelle. 9.30: Pfarrer Trapp; Konfirmation der Kinder der Petrusgemeinde; Feier Des hl. Abendmahls. — Wieseck. 9.30: Feier der Konfirmation (2. Abteilung); Kollekte. — Alten- Buseck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Grohen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9.30: Konfirmation; Kollekte; anschließend Beichte und hl. Abendmahl. — Albach. 8: Gottesdienst und Abendmahl für Die Alten. — Steinbach. 10. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und Abendmahl für die 40- bis 50jährigen; 13: 1. Kindergottesdienst für die drei obersten Jahrgänge; 13.45: 2. Kindergottesdienst für die vier untersten Jahrgänge. — Kirchberg. 10; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Daubringen und Ruttershausen. — Lollar. 13.30. — Klein-Linden. 10. Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 9.15: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienst; im Anschluß hl. Abendmahl (jüngere Eheleute); Kollekte. — Garbenteich. 8: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Hausen. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Lich. 9: Beichte im Gemeindesaal für auswärtige Gäste; 9.30: Konfirmation; Stiftspfarrer Draudt; Kollekte für das Krüppelheim. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.30: im Chor der Kirche Beichte für die auswärtigen Teilnehmer am hl. Abendmahl: 9.45t Konfirmation; anschließend Feier des hl. Abendmahls. — Langd. 11.15: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 7. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 8. April. Weißer Sonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommu- nion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; Feier der ersten hl. Kommunion der Kinder; 11: Messe; 14.30: Andacht; Weihe der Erstkommunikanten an die Gottesmutter. — Hungen. 9: Hochamt mit Predigt; Feier der ersten hl. Kommunion der Kinder; 14: Andacht; Erneuerung der Taufgelübde. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 9. April. Gießen. 8 Uhr: Amt für die Erstkommunikanten. — Hungen. 9: Dankamt der Erstkommunikanten. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer f bis 13 Uhr. Sanitäts kolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Hofmann, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Adam. Apotheke: Engelapotheke. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papiere angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt veichloffenen Dividende an - Reichsvankdiskont 4 o H. Lombardzinsfuß 5 v. H. Franktur a. Dl Berlin Frankfurt a. M Serlin Schlußkurs Schlußk. Abend» borfe Schluß- kurs Schlußk Mittag- bSrse Schluß« kurs Schlußk. Abend- börsc Schluß« kurs Schlußk. Mittag» bSrse Datum ).4 ' | 6.1 >■4 6-4- Datum 3-4 6.4- 5.4. 6.4. 8% Deutsche Reichsanleihe v 1927 95,75 95,25 100 95,75 100,13 95,65 100 4% deSgl. Serie II 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,75 4,65 6,75 4,75 6,75 4,75 6,75 4,7 6% ebem.7% Di-Reichsanl. o. 1929 93,25 92,65 92,75 92,4 4^r%Rumän.vereinh.Rentev.1913 7,15 — 7,25 — W/o Doung-Anieihe von 1930 Deutsche 'Anl.-Ablös.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,13 4,13 4,1 4,1 96,75 96 96,5 96,25 8 V4% Anatolier ..... 29,75 29,65 30 29,4 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% eöem.8% Hess. Bolköstaat 1929 (rückzahlb. 102%) - 6% Hess. Landesbank Darmstadt 24,2 3,25 92,5 23,3 93,25 92,25 24,1 93,25 92,25 23,45 93,25 92,5 oamdurg-Amenka-Pakei . O yamburg-Südam. Dampfschiff O Hansa-Dampfschiff 0 Norddeutscher Llonv ......0 28»5 32,9 29,75 34 28,13 26,75 32,75 29,75 25,5 34 Gold iJl. 12 6y.% Hess 8andeS»Hhpotheken» bank Darmstadt Liaui . vberhessen Provtnz.Anleihe mit 91,5 93,5 91,5 93,5 - - A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz» und Prioal-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» 68,5 86,5 49 68,5 86,5 48,5 68 86,75 49 68,75 86,75 48,5 AuSIvs.»Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.»Rechten 6% ehem 8% Franks Hyp.-Bank Gesellschaft................ O 64 63,25 64 151,5 64 63,25 95,4 95,4 92,25 95,4 95,5 Dresdner Bank.............. O Reichsbank ............. 12 64,5 150 64,5 149,5 64 151,8 Goldpse 15 unkündbar bis 1935 92,25 6% ehem 7% Franks Hyp.-Bank 92,13 92 Ü.C.G..................... O 29 29 29,13 28,75 Goldpfe 16 unkündbar bis 1936 Bekula..................... O 128,25 130 128,25 130 »y,% ehem »y,% Franks Hyp^ Bank-Ltqu.-Dfandbriese ... 91,65 91,4 - — Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ... 6 100,25 104 100,5 106 100,5 104 101,75 106 6y,% ehem. 454% Rheinische 92,4 92 Felten L Guilleaume........ O 60,25 60,25 60,25 60,5 Hyp.»Bank»Ltqu.-Goldpfe. Vesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 98,5 98,5 98,75 99,5 6% ehem. 8% Pr LandeSpsand- 94 94 94,25 Rheinische Elektrizität ..... 5 — 93 58.4 93 brtefanstalt, Pfandbriefe R 19 Schuckert & Co........... 5 102,5 101,5 102,25 101,25 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- 94 94 97,3 Siemens L Halske............ 7 140,5 142 140 141,75 briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 97^4 LahmeyerLCo. ............ 10 116,5 116,5 115,75 116 tzteuerautsch Verrechnungskurs 97,3 97,4 22 1,3 8,1 Buderus ....... O 72.5 74,5 72-5 73,75 *% Oesterretchische Goldrente... 22 — 1,2 8,2 7,6 7,95 7,9 6,76 Deutsche Erdöl .......4 Gelsenkirchener.............. O 114 116 115,25 115,75 4,20% Oesterretchische SUberrenke 1,3 1,25 8,1 65 64 65 63,75 4% Ungarische Goldrente..... 8 Harpener O Hoejch Eisen—Kkttn-Neuessen .. O Ilse Bergbau ...............4 Hlje Bergbau Genüsse........t 92,5 92,25 92,5 92,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 •%% deSgl. von 1913 ........ /, 4 7,75 7,4 8 ,75 7,8 8 138,5 _ 76,25 138,5 75 138,75 6% abgest. Gvldmexikaner von 99 7,75 8 117,25 116,25 117,25 116 Ä-rMscheZollanleihe von 1911 4^Türttjch« Bagdadba-n-Anlethe tab 1 •■••••••••••••••••••• 6,65 6,65 64,5 66,25 63,75 66,25 64,13 64 66,75 66,13 MS 6,rol M Frankfurt a. M Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Schlußkurs Schluß«. Abend- börse Schluß, kurs Schlußk Minag- börtz. 5. April 6»Apfi Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Drie Datum 5.4- 6.4. 5.4. 6.4. Meld Srie Helstngfor».. Wien ...... Prag....... Budapest ... Sofia ...... Holland .... OSlo....... Kopenhagen. Stockholm. . London Buenos Aires Neuyorl.... Brüssel..... Italien..... Parts ...... Schweiz .... Spanien.... 5,704 47,20 10,38 3,047 169,18 64,93 57,74 66,63 12,925 0,632 2,504 58,49 21,58 16,50 80,97 34,19 5,716 47,30 10,40 3,053 169,52 65,07 57,86 66,77 12,955 0,636 2,510 58,61 21,62 16,54 81,13 34,25 5,694 47,20 10,38 3,047 169,28 64,64 57,49 66,33 12,865 0,632 2,500 58,47 21,55 16,50 80.94 34,22 5,706 47,30 10,40 3,053 169,62 64,76 57,61 66,47 12-895 0,636 2.506 58,59 21,59 16,54 81,10 34,28 Mansfelder Bergbau......... O Aokswerke . 0 Phönix Bergbau ............ O Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl O Vereinigte Stahlwerke........ O Olavi Minen O Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln ....... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... IVi g. G. Farden-Jnduslite....... 1 Scheideanstalt.......... 9 Goldschmidt ................O Rülgerswerke ......... O Metallgesellschaft............. O 52 201,75 93,5 43,75 15 112,75 114 139,5 179 60,75 58,75 80,5 51 202 94,5 42,75 15 112,5 114 145,5 138,25 180 62,75 58 80 73,5 98,4 52 202 93,5 43,75 14,9 112 113,5 144,5 138,9 60,75 58,4 80 73,5 97,5 51 203,5 94,5 42,65 14,9 112,75 114 146,5 138,25 62,5 58 81 Philipp Holzmann ........... O Zementwerk Heidelberg ..... O iementoerf Karlstadt...... O Schultheis Patzenhofer .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg .............O Zellstoff Waldhof ........a.. O Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............ *1 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum...........O Orenstein & Koppel..........O Leonhard Tietz ........ O khade......................10 Lerumulatoren-Fabril........O Lonti-Gummi ..............O Gritzner..................— O Mamkrastweüe Höchst 0.SU»« 4 Süddeutscher Zucker 8 74,75 1- 64 75 o2,5 40,25 d0,25 58 21 158 176 146 i 28,75 1 168 74 100 64 73 52,5 41,5 49,25 57 21,25 157 149 „4 168 73,75 104,5 64,25 74,9 52,25 39,5 118,75 50,13 58 68,75 21,25 158 176,25 146 28,75 i 168,5 - 104,75 63,75 72,25 52,4 40,5 120,5 49,25 57,25 68 21,25 157,5 149 28,9 170 Danzig..... Japan ...... Rio de Jan. . Iugoslawte». Lissabon.... 81,62 0,761 0,214 5,664 11,77 r 81,78 0,763 0,216 5,676 11,79 Zanknoten. 81,67 0,759 0,214 5,664 11,72 81,83 0,761 0-216 5,676 11,74 Serlin, 6.April Geld Srief Belgische Noten.................. Dänische Noten .... .. .. .... Englische Noten ................. Französische Note«............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich. * 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Note»............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................. 2,453 58,31 57,24 12,82 16,46 168,86 21,48 64,47 66,17 80,76 34,08 2,473 58,55 57,46 12,88 16,52 169,54 21,56 64,73 66,43 81,08 34,21 9JL-$poit ».Tag des Rudersports" in Gießen. Gröhes gemeinschaftliches Anrudern. An etwa 650 Bootshäusern werden am 15. April, morgens um 10 Uhr, die Flaggen des Reiches und der Rudervereine gehißt. Diese gemeinsame Veranstaltung in ganz Deutschland soll die Einheit in Volk und Nation eindrucksvoll unter Beweis stellen. Nach einer Totengedenkfeier findet ein Propagandamarsch statt, der weitesten Kreisen der Bevölkerung den Rudersport und seine Bedeutung vor Augen führen soll. Am Nachmittag findet dann überall die feierliche Verpflichtung der Rennruderer zum strengen Training statt. Anschließend begeben sich nicht weniger denn etwa 150 000 Ruderer in ihren Booten auf das Wasser. Auch die drei Gießener Vereine haben sich in echt sportlicher Weise und in einigem Geiste entschlossen, gemeinsam in würdiger Weise diesen Tag des Deutschen Rudersports zu begehen. Ein großzügig ausgearbeitetes Programm ist vorgesehen. Den Volksgenossen wird Gelegenheit gegeben sein, in lebendigster Form den Wassersport kennenzulernen. Die Lahn wird an jenem Tage vielen unserer Einwohner das Ziel des Tages sein. Auf das Programm der Veranstaltung kommen wir zu gegebener Zeit noch zurück. Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900. 1900 beim Gauwaldlauf in Marburg. Am morgigen Sonntag finden in den 16 deutschen Gauen die Waldlaufmeisterschaften, offen für jeden Deutschen, statt. Der Gau Nordhessen hat Marburg als Austragsort gewählt. Die Meisterklasse geht über eine 10 Kilometer lange, infolge ihrer großen Höhenunterschiede recht schwierige Strecke. Daneben kommen noch Wettbewerbe für Mittelstreckler (3 Kilometer) und Jugendliche (2 Kilometer) zur Durchführung. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß sich am Sonntag die -gesamte Lang- und Mittelstreckenelite des Gaues XII versammeln wird. Vor allen Dingen wird Kassel ein starkes Aufgebot entsenden. Auch dürften aus den Reihen der Turnerschaft gute Könner kommen. In unserer engeren Heimat wird man auf das Abschneiden der Gebrüder Neide! (Tv. Heuchelheim) gespannt sein. Die 1900er stehen unter diesen Umständen vor keiner leichten Aufgabe. Ihre stärkste Waffe ist zweifellos Gerhardt in der Meisterklasse. Peters, F a u l s e i t und Schaaf verfügen auch über gutes Können. In der Mittelstreckenklasse dürfte Baumstieger keine schlechte Rolle spielen. Die übrigen Läufer (Koch I., Bepperling, Linsemann, Mootz, Grünewald) werden sich bemühen müssen, die Mannschaft nach vorne zu Dringen. Sandball der Sp.-Dg. 1900. Tv. Pohl-Göns in Gießen. Die bereits vor einigen Wochen vorgesehene Begegnung zwischen der ersten Mannschaft der Spielvereinigung 1900 und der gleichen des Tv. Pohl- Göns kommt nun am Sonntag zustande. Die Gäste stellen eine der besten Mannschaften des Bezirks dar. Sie wurden in ihrer Gruppe unangefochten Meister und konnten erst kürzlich bekannten Mannschaften wie Polizei Butzbach und Tgm. Friedberg empfindliche Niederlagen beibringen. In den kommenden Aufstiegspielen für die Gauliga dürften die Pohl-Gönser eine gute Rolle spielen. Die 1900er sollten sich der Stärke des Gegners bewußt sein und eine in allen Teilen gut besetzte Elf ins Feld stellen. Der Spielausgang ist durchaus offen. Aufstiegsspiele in den Kreisklaffen der OT. (Gau XII). Der zweite Sonntag der Aufstiegspiele bringt in derK r e i s k l a s s e I folgende Begegnungen: Tv. kahenfurth — Tv. Krofdorf Tv. Allendorf — Tv. Lützellinden. Die Krofdorfer sollten in Katzenfurth einen Sieg erringen, der allerdings nur knapp sein dürfte. Im Spiel zu Allendorf erwartet man einen harten Kampf, der Vorteil liegt aber zweifellos auf feiten der Platzbesitzer, die auf ihrem eigenen Spielfeld die Chancen auf Sieg für sich haben. In der K r e i s k l a s s e II stehen sich folgende Mannschaften gegenüber: Tv. Lang-Göns — Tv. Dorlar Turnerfchaft Gießen II — logg. Ruttershausen I. Den Leistungen in den letzten Spielen nach zu urteilen, müßten in beiden Begegnungen die Platzbesitzer die Sieger stellen. Ueberraschungen liegen durchaus im Bereich des Möglichen. Handball im Gau XII der DT. Wißmar I — Turn- und Sportverein Marburg 2 : 6 (1 :2). Am ersten Osterfeiertag trafen sich auf dem Wißmarer Sportplatz beide Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel. Wißmar konnte zuerst mit einem Tor in Führung gehen, dem aber Marburg bald den Ausgleich entgegensetzte und bis zur Pause noch ein weiteres Tor erzielte. Nach der Pause verschärfte der Gast das Tempo, dem der Platzbesitzer zum Opfer fiel. Die Marburger erzielten noch vier Tore. Das Spiel wurde fair durchgeführt. Fußball des Sonntags. VfB.-Reichsbahn Gießen. Sportverein Bad-Nauheim I — VfV.-Reichsbahn I. Die restlichen Spiele in der 1. Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen sind lediglich noch Positionskämpfe. Der Gruppenmeister — Bad-Nauheim — steht endgültig fest, große Lorbeeren sind also nicht mehr zu ernten. Trotzdem wird die Begegnung zwischen den beiden Mannschaften nicht ohne Echo sein. Dor allem rechnet man mit einem Kampf, indem etwas mehr gezeigt wird, als in einer Reihe der bisherigen Spiele. Wenngleich Bad-Nauheim" gegen die Saarbrücker Mannschaft am 1. Osterfeiertag verlor, so bedeutet das noch lange keinen Beweis dafür, daß die Badestädter einen Formrückgang zu verzeichnen hätten. Die Grünweißen werden außerdem mehr zeigen müssen und zu einer größeren Gesamtleistung auflaufen müssen, als am vergangenen Sonntag, wenn sie ein Unentschieden gegen den Gruppenmeister erreichen wollen. Die Verteidigung vor allem wird gegen den schnellen Sturm von Bad- Nauheim auf eine harte Probe, gestellt sein. * Die zweite Mannschaft spielte am ersten Feiertag auf eigenem Platze gegen die gleiche des FC. Watzenborn-Steinberg und konnte nur ein Unentschieden erzielen. Das Resultat wird den Leistungen beider Mannschaften, die ohne System spielten, gerecht. Die Gießener gingen in Führung und konnten sie bis kurz vor Spielende behaupten. Ein Schuß des Steinberger Halbrechten stellte die Partie remis. Am zweiten Feiertag folgte die Mannschaft einer Einladung des Sportvereins Laubach und mußte 4 :1-Niederlage hinnehmen. Auf dem schönen Vetzberger Waldsportplatz schlug die dritte Mannschaft die des Gastgebers mit 4 :1 Toren. Das Spiel, fair und ritterlich ausgetragen, sah die Gießener, gestützt auf ihre bessere Technik, leicht überlegen. Das fehlende Können ersetzten die Vetzberger durch einen ungeheuren Eifer. Zwei Erfolge konnte die Jugend an den Feiertagen erringen und damit zeigen, daß sie ihre Schwächeperiode überwunden hat. Im Spiel des ersten Tages wurde Aßlar mit 4 :1 geschlagen. Die Jugend des Sportvereins Bad-Nauheim mußte eine 3:1-Niederlaae einstecken. Dieses zweite Treffen stand den Leistungen nach auf einer beachtlich hohen Stufe. Die Gäste siegten verdient. Spietvereinigung 1900 Gießen FV. Wallau I — Spielvereinigung 1900 I. Die Elf der Spielvereinigung 1900 weilt am morgigen Sonntag zu einem rückständigen Freundschaftsspiel in Wallau. Nachdem die Blauweißen am vergangenen Sonntag so vorzüglich gegen die Mannschaft von Saarbrücken abgeschnitten haben, - - & i Denkt an die Nation! Werdet Mitglieder der NSV! sollte man erwarten dürfen, daß sie sich in Wallau nicht schlagen lassen. Wie das Treffen ausgehen wird, ist nicht vorherzusaaen. Die Mannschaften des „Hinterlandes" sind in Gießen zu gut bekannt als harte, zähe Gegner und wenn das Spiel für die Gießener verloren ginge, so wäre das nicht das erste, das gegen Wallau verloren wird. Bei der den 1900ern eigenen Technik müßte sich, wenn sie produktiv eingesetzt wird, ein Sieg erzielen lassen. Die zweite Mannschaft tritt auf eigenem Platze gegen die erste Mannschaft von Großen-Buseck zu einem Freundschaftsspiel an. Die dritte Mannschaft hat zur Zeit von ihrem vorgesehenen Gegner, Wißmar I, noch keine endgültige Zusage. Jugendspiele. Die erste Jugend hat auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe, vormittags, der eifrigen Jugend von VfR. Lich gegenüberzutreten. Nach dem Sieg über die Jugend des 1. FCN. sind die Gießener auch zu einem Sieg über die Jugend von Lich verpflichtet. Die zweite Jugend bestreitet ein Pflichtspiel gegen die Jugend von Leihgestern. , FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Nachdem die Teutonen Watzenborn-Steinberg ihre Verbandsspiele beendet und in der Vezirksklasse als Neuling einen beachtenswerten Tabellenstand aufweisen, trägt man sich mit dem Gedanken, die Mannschaft zu verjüngen. Da es jetzt schwer hält, große Gegner zu verpflichten, da diese alle noch Verbandsspiele austragen, haben sich die Teutonen den spielstarken Gegner der 1. Kreisklasse, VfR. Lich, für kommenden Sonntag zu Freundschaftsspielen mit der 1. und 2. Mannschaft eingeladen. Die 1. Mannschaft der Gastgeber ist wesentlich umgestellt und verjüngt. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntaa fährt die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern nach Wieseck, um gegen die dortige 1. Mannschaft das fällige Rückspiel auszutragen. Die Wiesecker, die auf ihrem eigenen Platze einen immer ernst zu nehmenden Gegner darstellen, werden es aber am kommenden Sonntag nicht leicht haben, die Spielvereinigungsleute so ohne weiteres zu schlagen. Wenn die Blau- Weißen mit demselben Eifer in den Kampf gehen, wie gegen die Frankfurter Eintracht, so ist ein Ausgang des Spieles nicht vorherzusagen. Es wird aller Voraussicht nach ein sehr interessantes Spiel werden, da zwei gleichwertige Gegner um den Sieg kämpfen. Die 1. Jugend der Spielvereinigung Leihgestern erwartet zu Hause die 2. Jugend der Spielvereinigung 1900 Gießen zum Pflichtspiel. In diesem Spiel treffen sich zwei gleichwertige Gegner. Eportabteilung des Tv. Wieseck. Am morgigen Sonntag stehen sich in Wieseck die 1. Mannschaften der Sportabteilung des Turnvereins und der Spielvereinigung Leihgestern gegenüber. Leihgestern kommt einer fälligen Verpflichtung nach und wird gleichzeitig in diesem Spiel zu beweisen versuchen, daß die Krise in der Mannschaft überwunden ist. Das Vorspiel ging für dis Leihgesterner verloren, so daß sie sich sicherlich auch bemühen werden, die Schlappe auszugleichen. Wieseck muß mit Ersatz antreten und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn es den Gästen den Sieg nicht ohne weiteres überlassen will. Vorher treffen sich die zweiten Mannschaften der beiden Vereine. Bei dem nötigen Eifer und Siegeswillen sollten die Platzbesitzer einen Sieg erringen können. Die Jugendmannschaft empfängt zum Verbandsspiel die Jugend von Teutonia Watzenborn-Steinberg. Es stehen sich in diesem Kampf zwei gleichstarke Mannschaften gegenüber. Sportklub 1921 Daubringen. Dank der Tätigkeit ihres rührigen Sportwarts Emil Walter konnte dieser Tage der Verein mit einer Jugendmannschaft hervortreten. Am 1. Osterfeiertag spielte die Jugend gegen die Jugend von Leihgestern und verlor mit 6:1 Toren. Am 2. Feiertag weilte die Jugend von Lollar in Daubringen zu Gast. Es entwickelte sich (auf dem Waldsportplatz) ein flottes Spiel, das zwei gleichwertige Gegner im Wettbewerb sah. Lollar konnte erst kurz vor Schluß mit 2:1 Toren den Sieg sicherstellen. Die Gäste waren den Einheimischen körperlich weit überlegen. Als sehr gut entpuppte sich der Tormann der Gastgeber, Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft fährt am kommenden Sonntag zum ersten Aufstiegsspiel nach Schotten. Die Platzmannschaft ist, nach den letzten Ergebnissen zu urteilen, eine Elf, welche unter keinen Umständen unterschätzt werden darf. Der Ausgang des Kampfes ist offen. — Die 2. Mannschaft trägt gegen die gleiche von Schotten ein Gesellschaftsspiel aus. — Die 1. Jugendmannschaft spielt in Lollar. Die Verlobung ihrer Tochter Gertrud mit Herrn Gerichtsasseffor Robert £5 artiifd) in Alzey, beehren sich anzuzeigen psarrerMbertStaubach und Frau Llotilde, geb. Wagner Statt Karten Ihre Verlobung geben bekannt Gertrud Staubach Robert Harnisch Gerichtsassessor Watzenborn-Steinberg 8. April 1934 Alzey Statt Karten! Für die vielen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir herzlich Heinrich Klinket und Frau Hedwig, geborene Kuhl Klein-Linden, April 1934 QU 59 Markisen-Stoffe Anfertigung und Montage von Markisen Gebr.Seelbach jetzt Seltersweg 20 2127 D Für die uns anläßlich unserer Hochzeit erwiesenen freundlichen Aufmerksamkeiten banken recht herzlich Hermann Huhn und Frau Marie, geb. Seth Gießen, Lollar, 7. April 1934. 20971 Allen denen, die mir zu meinem 70. Geburtstage gratulierten, sage ich auf diesem Wege meinen besten Dank Franz Äuchberger. Gießen, Am Riegelpfad 100 01908 Margarete Herrmann Heil-Magnetopathin 0i772 Gießen - Hindenburgwall Nr. 22 Sprechet.: Donnerstag v. 8-1,2-6 s Dienst am Kunden... ein amerikanischer Begriff? Der Begriff ist von den Amerikanern geprägt wor- den. Angewandt wurde er schon Jahrzehnte vorher bei der Hamburg-Amerika Linie. Im Jahre 1847 begann die Hapag ihre Tätigkeit. 1914 war sie das größte Schiffsunternehmen der Welt. Hapag- Schiffe durchqueren auch heute wieder alie Meere. Dies alles war und ist auf gebaut auf der Zufrieden heit ihrer Kunden. Ja: Es reist sich gut mM den Schiffen der HAMBURG-AMERIKA LINIE Vertretung in Gießen dg. Hapag-Reisebüro Kreger, Seltersweg 89 1310 V TORPEDO Alleinverkauf: NieMmen&Co. Bahnhofstraße 6e6enüb.Hotel Schütz M.1.Z9 hervorragend bewährt bei Rheuma-Gicht Kopfschmerzen Ischias, Hexenschuß u. Erkältungskrankheiten. Stark harn säurelösend, bakterientötend! Absolut unschädlich! Elin Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt Die Römerhrunnen-Manis'AD. 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