Nr. 56 Erstes Matt M. Jahrgang Mittwoch, 7. Marz O34 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Momrtr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliisfe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universität Buch- und Ztemdruckerei R.Lange in Gießen. 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Bald erschien Vizekanzler v. P a p e n und gegen 8 Uhr der Führer in Begleitung des Reichspressechefs, SS. - Gruppenführer Dr. Dietrich, ferner des SS.-Gruppenführers Joseph Dietrich, feines Adjutanten Gruppenführer Brückner und feines Sekretärs SS.-Oberführer Schaub. Der Flugzeugführer, Standartenführer Bauer, begrüßte den Führer, und dann begann der Flug. Um 9 Uhr erfolgte die Landung i n M o ck a u. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Reichsstatthalter M u t s ch m a n n und den Ministerpräsidenten Obergruppenführer von Killinger ging die Fahrt in die Stadt durch ein kilometerlanges Spalier des Bundes Deutscher Mädel, die dem Führer begeistert zujubelten. In der Stadt waren alle Straßen, durch die die Fahrt gehen sollte, von SA. abgesperrt. Obwohl die Ankunft des Führers geheimgehalten worden war, verbreitete sich die Nachricht von seiner Ankunft wie ein Lauffeuer. Ueberall wurde er von der Bevölkerung begeistert gefeiert. Oer Führer auf der Messe. Fahrt zur Dentmalsweihe. Zunächst ging die Fahrt nach dem Hotel Hausse und von dort nach kurzer Pause zum städtischen Messehaus, wo der Führer in Begleitung des Reichsstatthalters Mutschmann und des Oberbürgermeisters Dr. .Goerdeler die Ausstellung „Sa ch- s e n s Fleiß" besichtigte. Von den Ausstellern wurde der Führer mit nicht endenwollenden Heilrufen begrüßt. Bei der Abfahrt, die nach etwa einhalbstündigem Aufenthalt erfolgte, säumte eine ungeheure Menschenmenge die Straßen und jubelte dem Führer zu. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches ging die Fahrt zur Technischen Messe, wo der Führer die große Maschinen- s ch a u besichtigte und besonders der Saaraus- stellung seine Aufmerksamkeit widmete. Der Führer äußerte sich über das Gesehene vielfach sehr anerkennend und zeigte für einzelne Stände und Abteilungen besonders lebhaftes Interesse. Bei Besichtigung der Technischen Messe ließ sich der Führer u. a. die Preßlufthämmer, die großen Fahrbühnen und andere Erzeugnisse der modernen deutschen Technik vorführen. Von der Messe ging die Fahrt zum Hotel Hausse zurück, wo bgr Führer einige Besprechungen abhielt. Gegen 12 Uhr traf Reichsminister Dr. Goebbels, der Berlin morgens im Wagen verlassen hatte, mit seinem Adjutanten, PrinzenSchaum- burg-Lippe, im Hotel Hausse ein, von der Bevölkerung auf das herzlichste begrüßt. Um 12.20 Uhr setzte sich dann die lange Wagenkolonne, in der sich auch die Wagen des Vizekanzlers von Papen, des Reichsverkehrsmi-nisters v. Eltz-Rübenach und des sächsischen Ministerpräsidenten Obergruppenführer v. K i l l i n g e r befanden, zum Denkmalsplatz in Bewegung. Ganz besonders freudig begrüßte der Führer das Jungvolk und den BDM., die zu beiden Seiten der Straßen Spalier bildeten und aus überströmender Freude mit leuchtenden Augen dem Führer ihre Arme zum Gruß entgegenstreckten. Das Richard-Wagner-Nationaldenk- mal des deutschen Volks, zu dem der Führer am Dienstag den Grundstein legte, wird am Leipziger Hochflutbecken errichtet werden. Zu der Feier war der Platz besonders ausgestaltet worden. Drei große Tribünen waren errichtet worden, die bis auf den letzten Platz besetzt waren. Der Denkmalsraum war mit Tannengrün ausgeschmückt, betont durch große Fahnen der nationalen Erhebung. Hinter den Massen der Zuschauer sah man die Fahnen der vaterländischen Vereine und Verbände. Im Jnnenraum hatten Ausstellung genommen: die an der Erstellung des Denkmals beschäftigten Arbeiter, der Freiwillige Arbeitsdienst, die Amtswalter der Bewegung, SA. und Stahlhelm. Abgeschlossen war der Raum durch SS. und Polizei. Oie Feier der Grundsteinlegung. Pünktlich um 15.30 Uhr erschien der Führer, begleitet u. a. von Vizekanzler von Papen, den Reichsministern Dr. Goebbels und E l tz von Rübenach, Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, Staatssekretär Dr. Lammers, Reichsstatthalter M u t s ch m a n n , Reichsstatthalter Sprenger, Ministerpräsident Dr. Engel, Ministerpräsident von Killinger und den sächsischen Staatsministern. Von den Ehrengästen sah man u. a. Frau Winifred Wagner mit ihrem Sohn Wieland. Als der Führer eintraf, überreichte ihm ein kleines Mädchen das Programm der Veranstaltung. Oberbürgermeister Or. Goerdeler begrüßte den Führer und führte u. a. aus: Seit jenem 13. Februar 1933, an dem wir die Ehre hatten, Sie, Herr Reichskanzler, zum ersten Male als des Reiches Führer bei der Feier des 50jährigen Todestages Richard Wagners im Gewandhaussaal zu begrüßen, ist das damals gegebene Versprechen erfüllt und auf freiem Gelände dieser Platz geschaffen. 3 m grüne n H a i n wird er eingebettet sein. Auf ihm wird sich erheben acht Meter im Geviert und vier Meter hoch gefügt, ein Marmorblock, dessen Flächen des Künstlers Hand gestalten soll. Eine weite Schale auf dem entgegengesetzten Teil des Platzes aus gleichem Marmor wird den gewaltigen Eindruck jenes monumentalen Blockes in die Stimmung opfervoller Weihe tauchen. Dann sollen Skein- platten den Boden dieses Platzes bedecken und schließlich die jetzt grünen Hänge umgestaltet werden in eine mit reichen Bildwerken versehene, das ganze abschließende Steinwand. So kann dieses Mal Teil um Teil gestaltet werden, je nach Kraft und Vermögen. Wir danken Ihnen, Herr Reichskanzler, daß Sie durch Ihre Anwesenheit in dieser Weihestunde Ihren Namen und Ihre Person an dieses Werk setzen. Sie haben die Güte gehabt, Ihren Namen vor dem unsrigen unter folgende Urkunde zu setzen, die ich jetzt verlese: Ehrt Eure deutschen Meister! Reichskanzler Adolf Hitler legte am 6. März 1934 den Grundstein zu diesem Richard - Wagner - Rationaldenkmal in des Meisters Geburtsstadt Leipzig. Rat und Stadtverordnete bestimmten die Grundlagen für die Gestaltung des Males und schufen seine Umgebung. Die Ausführung des Denkmals wurde nach einem großen Wettbewerb unter deutschen Künstlern des 3n- und Auslandes dem Bildhauer Emil hipp aus Stuttgart übertragen. Er will in dem Mal das künstlerische, aus dem musikalischen Gesamtwert Richard Wagners geborene Erlebnis monumental ge- ‘ statten. Der Führer erhob diese Ehrung des deutschen Meisters der Töne und der Sprache zur Sache des deutschen Volkes. Oie Weiherede des Führers. Oer Dank der Nation für den großen deutschen Meister der Töne. Nach der Ansprache des Oberbürgermeisters bestieg d e r F ü h r e r das Rednerpult. Er führte aus: „Frau Wagner! Herr Oberbürgermeister! Deutsche Manner und Frauen! Die Größe der Völker war zu allen Zeiten das Ergebnis der Gesamtwerte ihrer großen Männer. Wir Deutsche können glücklich sein, durch viele große Söhne nicht nur den Wert unseres eigenen Volkes begründet und gehoben, sondern darüber hinaus auch einen unvergänglichen Beitrag geleistet zu haben zu den ewigen Werten des Geistes- und Kulturlebens der ganzen Welt. Einer dieser Männer, die das beste Wesen unferes 'Boltes in sich verkörpern, von nationaler deutscher Gröhe zu übernationaler Bedeutung emporgestiegen sind, ist R i ch a rd W a g n e r. Der gröhte Sohn dieser Stadt, der gewaltigste Meister der Töne unseres Volkes. Indem wir heute versuchen, diesem Manne, der sich aus eigenem Begnadetsein selbst das herrlichste Denkmal schuf, durch Steine e i n IrdischesMonument zu sehen, ahnen wir alle, daß es nur ein vergängliches Zeichen unserer Liebe, Verehrung und Dankbarkeit sein kann und sein wird. Denn wir alle glauben es bestimmt zu wissen: Wenn kein Stein dieses Denkmals mehr von dem Meister reden wird, werden seine Töne noch immer weiter klingen. Sie haben mich, Herr Oberbürgermeister, gebeten, die feierliche Grundsteinlegung des Richard- Wagner-Nationaldenkmals zu Leipzig vorzunehmen. Wenn ich Ihrem Wunsche nachkomme, dann will ich es nicht tun als der einzelne, durch diesen seltenen Auftrag vom Schicksal so tief beglückten Mann, sondern namens unzähliger bester deutscher Männer und Frauen, die in mir ihren Sprecher und Führer sehen und deren tiefe K <>.;> 'v M/MLMü - W-, K l er auf einem Stand der Technischen Messe. — Rechts: Der Führer gibt bei bie Urkunde in eine Kassette, die in dem Grundstein vermauert wurde. Gefühle ich in diesem Augenblick versuchen will zum Ausdruck zu bringen. Denn die heutige deutsche Generation sucht nach jahrzehntelangem Irren geläutert und erzogen durch grenzenloses Leid wieder den Weg zu ihrem eigenen großen Meister, sie will nichts mehr gemein haben mit jener undankbaren Zeit, da man nicht nur symbolisch, sondern auch tatsächlich über den Wunsch und Willen eines der größten Söhne unseres Volkes zur Tagesordnung übergegangen war. Sie schöpft aus der ewigen Kraft unseres Volkes, indem sie wieder zu unseren besten Ge i st e r n st r e b t. So findet sie auch schon im zweiten Jahre der nationalen Erhebung den Weg hierher in diese Stadt, um durch mich, als den Kanzler des Reiches, am Tage der Grundsteinlegung dieses Denkmals erneut den t i e f - sten Dank der Ration dem unsterblichen Genius dieses ihres großen Sohnes zu Füßen zu legen. Mit dem wahrhaftigen Gelöbnis, dem Wunsch und Willen des großen Meisters zu entsprechen, seine unvergänglichen Werke in ewig lebendiger Schönheit weiter zu pflegen, um so auch die kommenden Generationen unseres Volkes einziehen zu lasten in die Wunderwelt dieses gewaltigen Dichters der Töne, lege ich dessen zum ewigen Zeugnis und zur immerwährenden Mahnung den Grundstein zum deutschen Nationaldenkmal Richard Wagners. Der Führer legte sodann den Grund st ein für das Denkmal mit folgenden Worten: „Ich lege hiermit den Grundstein zum Nationaldenkmal Richard Wagners in Leipzig!" Der Führer war bei diesen Worten sichtlich ergriffen. Nach der Grundsteinlegung ertönte das „Große Halleluja" von Händel, bargeboten von ben Leipziger Gesangvereinen. Darauf würbe gemeinsam bas Deutsch- lanblieb unb bas Horst-Wessel-Lieb gesungen. Die Ankunft bes Führers unb feine Rückfahrt zur Stabt würbe von ben an ben reich geschmückten Straßen in bichter Menge ausgestellten Massen mit drausen- ben Heilrufen begleitet. Vom Denkmalsplatz aus ging bie Fahrt zum Grasfi-Museum, wo ein kleines Frühstück eingenommen würbe. Um 15.15 Uhr fuhr ber Führer zum Rathaus zur Uebergabe bes Ehrenbürgerbriefes ber Stabt Leipzig. Leipzigs Ehrenbürgerbrief für den Führer. Eine vorbildliche Stiftung der Stadt Leipzig. In feierlicher Sitzung in bem mit ben Farben ber beutfdjen Erhebung festlich geschmückten Großen Saal des Neuen Rathauses wurde dem Führer der Ehrenbürgerbrief der Stadt Lei p- z i g überreicht. Nach Gesängen des Thomaner- Ehors hielt Oberbürgermeister Dr. Goerdeler eine Ansprache. Sodann überreichte ber Bürgermeister Haake bem Führer ben Ehrenbürgerbrief unb verlas eine Urfunbe, in ber es heißt: In bem Kampf unseres Volkes um die B eh au p- tung seines Ost raumes will Leipzig nicht zurückstehen. Zu diesem Zweck soll eine Stiftung ins Leben gerufen werben, bie bie brach- (iegenbe junge Arbeitskraft aus Leipzig ober feiner Umgebung in den Stund fetzt, im beutfchen Osten bem Element neues Lanb abzugewinnen, vor- hanbenes Arbeitsland in kulturfähigen Zuftanb zu versetzen. Beruflich hierzu geeignete willensstarke junge Ehepaare sollen in bem so gewonnenen Boben a n g e f i e b e 11 werben mit bem Ziel, aus bieser Sieblung ein geschlossenes Dors entstehen zu lassen. Dieses Dorf soll zum Gebenken an bxn ersten im Kampf um bie beutsche Wiebergeburt gefallenen Leipziger SA.-Mann, Heinrich Limbach, besten Namen tragen: „Dorf Limba ch". Die Stabt Leipzig hat sich bereiterklärt, für dieses Werk unb für biefes Dorf bie Patenschaft zu übernehmen. Reichskanzler Adolf Hitler antwortete auf die Überreichung ber Urkunden mit einer kurzen Ansprache, in ber er ben Dank für bie Ehrungen aussprach, bie die Stabt Leipzig ihm heute bereitet habe. Er verbanb biesen Dank mit ben besten Wünschen für bas Wohlergehen ber Stadt. Gerade «die Stadt Leipzig habe ja das wechselvolle Schicksal des deutschen Volkes, seine Blüte und seinen Niedergang, wie kaum eine andere Stadt miterlebt. Heute, am Ende dieser Bedrängnis, sei es sein sehnlichster Wunsch, daß diese große berühmte »deutsche Stadt an dem Wiederauf- stieg Deutschlands lebendigen Anteil nehme und baß die Maßnahmen ber Reichsregierung mit helfen würben, auch bie Blüte ber Stadt Leipzig wieder herzustellen. Der Führer begab sich bann in den Plenarsaal bes Rathauses, wo er sich in das Goldene Buch ber Stadt Leipzig eintrug. Dom Rathaus ging die Fahrt zum Hotel Hausse, von wo sich ber Führer nach kurzer Pause in das Opernhaus zur „M eisterfinger-Vorstellung" begab. Der Ehrenbürgerbrief ist ein Werk bes Leipziger Graphikers Stabtverorbneten Alfons Schn ei ber. Der Brief selbst liegt in einer getriebenen Kassette aus vergoldeter Bronze, die bie symbolische Darstellung bes geistigen unb wirtschaft- lichen Lebens ber Stabt Leipzig zeigt. Die Der- leihungsurkunbe liegt roieberum in einer Umhüllung aus blauem Saffianleber unb ist auf Pergament in kunstvoller Schrift ausgezeichnet. Das nationalsozialistische Deutschland kämpfi für ein neues Europa. Kür einen wahrhaften Frieden in Zusammenarbeit mit allen lebendigen Kräften der Bölter. Nach dem Scheitern der Abrüstüngsoerhandlungen auf Grund des englischen Planes — eine Tatsache, die nun aller Welt offenbar geworden ist — sieht sich Europa vor einer Lage, die mit den bisherigen Methoden der Politik kaum zu lösen sein dürfte Wo aber keine neuen Ideen ins Leben treten, werden immer die abgesunkenen versuchen, wieder zur Macht zu kommen. Wir sehen bedenkliche Anzeichen nach dieser Richtung in ganz Europa. Reichsminister Dr. Göbbels hat dem Berliner Korrespondenten der Pariser Zeitung „Matin" gegenüber geäußert: „Ich bin im Zweifel, ob das französische Volk sich auch hinreichend unsere Lage klarzumachen sucht ..." Dieser Satz hat eine schwere wörtliche Bedeutung. Denn es kommt tatsächlich darauf an, ob die Völker untereinander sich begreifen, ob sie fähig sind, ihre Werte gegenseitig richtig zu erfassen. Das französische Volk will zweifellos Frieden, aber einen Frieden, der französisch aus- sieht. Der Vorgeschichtsforscher Leo Frobenius hat in diesen Tagen einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er die zu einem Mittelpunkt hinstrebende Art des französischen Volkes, ja, der westlichen Völker überhaupt in seinen erdgeschichtlichen Betrachtungen darstellt. Hier liegt also Sch i ck s a l vor, Schicksal der Volksartung, Blut- und Seelenschicksal, mit dem der Geschichte gestaltende Politiker rechnen muß. Dr. Goebbels hat weiterhin davon gesprochen, daß es sich heute darum handele, die Geister wieder, zu beruhigen. Die Geister, die in Unruhe geraten sind und die eine Gefahr für den europäischen Frieden darstellen, offenbaren sich in immer neuen Aeußerungen eines Willens, der Verständnislosigkeit gegenüber den neuen Ideen verrät, die in Deutschland ihren inneren machtmäßigen Ausdruck gefunden haben. So geht der ö st e r - reichische Legitismus in immer breiterer Front zum Angriff vor. Zn Wien gehen Extrablätter um, die davon sprechen, daß Otto von Habsburg vor den Toren stehe. Neben einer üblen Hetze gegen den Nationalsozialismus und das Reich kömmt darin zum Ausdruck, daß die Unabhängigkeit Oesterreichs nur durch die Wiederherstellung der legitimen Monarchie dauernd gesichert werden könne. Mächtige französische Kreise stünden dem Gedanken einer habsburgischen Restauration äußerst wohlwollend gegenüber. Wenn man sich der guten Beziehungen der Kaiserin Zita und ihrer Brüder aus dem Hause Bourbon-Parma zu den führenden französischen Kreisen erinnert, so zeigt sich hier eine europäische Reaktion, die auch bei aller Unwahrscheinlichkeit naher Verwirklichung ihrer Pläne gefährlich genug ist. Denn hier erhebt sich mit einer abgesunkenen Idee ein Menschentypus, dessen Gegensätzlichkeit zum deutsch-völkischen Wesen lange genug deutlich geworden ist. Schon tauchen auch wieder Schlagworte auf, die aus jener Sphäre in unseliger Erinnerung sind. Der „Völkische Beobachter" weist darauf hin, daß die „Agentur Radio" aus Rom meldet, die Beziehungen Frankreichs und Italiens durchliefen gerade jetzt eine historische Stunde. Es wird von „pangermanischer Gefahr" gesprochen, einem Schlagwort, das immer dann benutzt wurde, wenn es aalt, deutsches Volkstum zu unterdrücken. Von den aktuellen Folgerungen gan$ abgesehen, die aus diesen Anzeichen gezogen werden müssen, ist der große Aspekt das wichtigste, den diese europäische Reaktion bietet. Sie stellt dem Wortsinne nach ganz zweifellos ein „Reagieren" auf die innere Kräftigung Deutschlands dar und darf als solche nicht überraschen. Sie zeigt aber zugleich, wie in Europa die geistigen Kräfte geartet und gelagert sind. Wir stehen in Deutschland im Lager der Revolution gegen das alte und morsche Europa, das zum Weltkriege und zu der unseligen Mißordnung von 1919 'führte. Wir haben bewiesen, daß wir es mit allen Völkern, die mit uns zum gesunden Wachstum streben, ehrlich meinen. Wir sind bemüht, Europa sein Gleichgewicht zurückzugeben, jenes Gleichgewicht, das freilich nicht in der Ordnung von Versailles begründet liegt, sondern das von den wirklichen lebendigen Kräften der Völker in echter Friedensliebe konstruktiv nach dem Plane Adolf Hitlers neu begründet werden könnte. Legitimisten verhandeln in Wien. Die Negierung Dollfutz rückt ab. Budapest, 6. März. (DNB.) Wie der Wiener Berichterstatter des „Magyar Orszag" mitteilt, haben am Dienstagvormittag auf drei Tage anberaumte Verhandlungen zwischen den österreichischen und den ungarischen Legitimisten begonnen. Als Vertreter Otto v. Habsburgs ist Graf Heinrich D e g e n f e l d - Schomburg in Wien eingetroffen. Der österreichische Staatssekretär für das Heerwesen Fürst Schönburg-Hartenstein soll den Beratungsteilnehmern einen großen Empfang in seinem Palais geben wollen. In Kreisen der Legimisten wird für die Auffassung Propaganda gemacht, daß die alleinige Lösung der österreichischen Unabhängigkeitsfrage die monarchistische Lösung darstelle. In maßgebenden Regierungskreisen zeichnet sich jedoch immer deutlicher eine grundsätzlich ablehnende Haltung ab, während bisher der österreichische Legitimismus von der Regierung mit einem gewissen Wohlwollen behandelt wurde, da die Regierung dadurch auch in diesen Kreisen Anhänger zu gewinnen hoffte. Die Regierung bezeichnet jetzt die Verhandlungen der Legitimistenführer als eine rein private Angelegenheit und betont, daß ein Empfang der Legi- timistenführer durch ein Mitglied der' Regierung nicht in Frage kommen könne. Angesichts der verstärkten Tätigkeit der Legitimisten wird in maßgebenden Regierungskreisen unumwunden erklärt, daß die monarchische Frage gegenwärtig unter keinen Umständen aktuell sei. Innerhalb der Regierung besteht vorläufig noch keine Einigkeit, ob tatsächlich die Aufhebung der Habsburger Gesetze in die neue Verfassung ausgenommen werden soll. Die Einheitsgewerkschaft in Oesterreich. Wien, 6. März. (DNB.) Nach einer Regierungsverordnung wird zur Vorbereitung des berufsständischen Aufbaues als Interessenvertretung der Arbeiter und Angestellten der Gewerkschaftsbund der Oesterreichischen Arbeiter und Angestellten geschaffen. Der Gewerkschaftsbund, dem die Vertretung der arbeitsrechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Arbeiter und Angestellten obliegt, hat seine Aufgaben im vaterländischen und sozialen Geist unter Ausschluß jeder parteipolitischen Tätigkeit zu erfüllen. Der Gewerkschaftsbund ist eine Einrichtung öffentlichen Rechtes und berufen, Kollektivverträge abzuschließen, berufliche und soziale Einrichtungen für die Mitglieder des Gewerkschaftsbundes zu schaffen. Der Beitritt ist frei. Die Aufnahme kann abgelehnt werden, wenn der sich meldende Arbeiter u. a. wegen staatsfeindlicher Betätigung verurteilt wurde. Der Gewerkschaftsbund wird in fünf Berufsgruppen aufgeteilt. Die Rechte und Pflichten der bisherigen Gewerkschaften erlöschen mit dem Inkrafttreten der Verordnung. Der Vorsitzende und die Mitglieder des Vorstandes des Gewerkschaftsbundes werden vom Bundesminister für soziale Verwaltung berufen. Das Gesamtvermögen der aufgelösten sozialdemokratischen Gewerkschaften geht in das Eigentum des Gewerkschaftsbundes über. Will Frankreich sich in die ilalienischen Donaupläne einschallen? Ein Anerbieten zur gemeinsamen Erschließung Nordafrikas als Gegenleistung Eine Budapester Information Budapest, 6. März. (DNB.) Wie der Pariser Berichterstatter des „Az Eft" meldet, soll zwischen Frankreich und Italien eine Einigung über das Donaubecken-Problem zu erwarten sein. Der zur Zeit wegen der nordafrikanischen Kolonien bestehende Gegensatz solle durch ein Rebereinkommen über die gemeinsame wirtschaftliche Erschließung Nordafrikas ausgeglichen werden. Italien würde im Austausch dagegen Frankreich einen Einfluß in seiner Donaupolitik gewähren. Bon einem bekannten französischen Politiker will der Berichterstatter wissen, daß Frankreich jeder Politik zustimme, die eine Lösung der verworrenen europäischen Verhältnisse bedeute. Die österreichischen Ereignisse hätten in Frankreich große Bestürzung hervorgerufen. In Frankreich breche die Erkenntnis der Notwendigkeit einer Revision der Verträge allmählich durch, jedoch nur in bezug auf die Verträge von Trianon und St.Germain. An eine Versailler Revision sei nicht zu denken. Alles stock«. London wartet aufdiefranzösischeAntwort London, 6. März. (DNB.) Großsiegelbewahrer Eden erstattete am Dienstag dem Abrüstungsausschuß des Kabinetts Bericht über seine Besprechungen in den europäischen Hauptstädten. Ehe die britische Regierung endgültig zu der Lage auf dem Gebiet der Abrüstung Stellung nimmt, will sie die Antwort Frankreichs auf das britische Memorandum abwarten. In unterrichteten Kreisen glaubt man nicht, daß das Büro der Abrüstungskonferenz vor dem 10. April einberufen wird. Reuter erfährt, daß die französische Antwort auf die britische Denkschrift erst nächste Woche zu erwarten sei. Als Grund für diese Verzögerung wurde angegeben, daß das französische Kabinett nicht allein für eine Entscheidung zuständig sei, sondern daß auch der nationale Verteidigungsrat befragt werden müsse. Das britische Kabinett werde also zu dem Ergebnis der Reise Edens frühestens in der nächsten Woche endgültig Stellung nehmen können. BULGARI BH MB Die Karte zeigt die neue Mächte-Gruppierung in Südost-Europg. Der neue Staatenblock ist vollschwarz gezeichnet, während die Kleine Entente durch graue Tönung kenntlich gemacht ist. Der vor kurzem geschaffene Balkan-Block wurde durch Schraffierung gekennzeichnet. Ihm geören, wie aus der Karte hervorgeht, auch die beiden Länder der Kleinen Entente, Rumänien und Jugoslawien, an. Gegen dieIllusion von Versailles. Niemals kann ein großes Volk dauernd im Zustand minderen Rechts gehalten werden.—Nur eine Abrüstungskonvention kann die Katastrophe eines Rüstungswettlaufs verhindern. Sensationelle Rede des belgischen Ministerpräsidenten An die Adresse des französischen Alliierten Brüssel, 6. März. (DNB.) Im Senat wandte sich der Ministerpräsident de Brocqueoille in einer Erklärung der Regierung zur Abrüstungsfrage gegen die Auffassung, daß eine militärische E r st a rkung Deutschlands durch eine Aktion des Völkerbundes oder durch einen Präventiv-Krieg verhindert werden könne bzw. solle. Eine Völkerbundsinvestigation auf Grund des Artikels 213 des Versailler Vertrags komme nicht in Frage, da mindestens zwei der ständigen Ratsmächte, England und Italien, sich weigern würden, eine solche Untersuchung anzuordnen. Das zweite Mittel, den Präventiv - Krieg ins Auge zu fassen, sei Wahnsinn und Verbrechen. Das einzige Mittet, die Wiederaufrüstung Deutschlands zu verhindern, sei gewiß der sofortige Krieg. Ich weigere mich aber, das Land in ein solches Abenteuer zu stürzen. Ich empfinde die Bitterkeit der Situation. Sie ist d i e Folge einer großen Illusion der Menschen, die im Versailler Vertrag die geschichtliche Lehre und Wahrheit übersehen und geglaubt haben, daß es möglich fei, eine große Nation dauernd im Zu stand der Abrüstung zu halten. Wie konnte man sich einbilden, daß 27 Nationen, die im Augenblick „alliiert und affociiert" waren, sich auch in Zukunft darin einig seien, Deutschland, dessen Einheit der Versailler Vertrag besiegelt hat, das aufzuerlegen, was Napoleon, der Alleinherrscher von fast ganz Europa, Preußen gegenüber nicht vermocht hat? Wo hat man jemals gesehen, daß solche Klauseln (des Versailler Vertrags) bte Umstände überlebten, aus denen sie geboren wurden? Das heutige Deutschland ist nicht mehr das Deutschland vom 11.November 1918, und was ist hingegen aus dem gemeinsamen Willen der 27 Alliierten geworden, die den Vertrag von 1919 zu verteidigen haben? Es ist das unabänderliche Gesetz der Geschichte, daß ein Besiegter sich früher oder später wieder erhebt. Die großen Mächte haben dies feit langem begriffen. In Genf und in Beratungen unter sich sind Frankreich, England und Italien Ende 1932 dazu gekommen, Deutschland das Recht gleicher Behandlung zuzuerkennen. Wir wenden uns also von unnützem Bedauern und vergeblichen Hoffnungen ab und sehen das Problem so an, wie es sich uns heute im März 1934 darstellt. Man muß den Mut haben, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen. Träume führen zu nichts, manchmal aber in die Katastrophe. Es handelt sich nicht darum, ob und in welchem Ausmaß man die Aufrüstung Deutschlands dulden wird, sondern in erster Linie darum, einen Rüstungswettlauf zu vermeiden, der zum Krieg führt. Darin liegt die Gefahr, die alle Völker Europas, Deutschland nicht ausgeschlossen, bedroht. Der Abschluß einer internationalen Konvention, durch die die Rüstungen begrenzt werden sollen, ist das einzige Mittel, um einen Rüstungswettlauf und damit den Krieg zu vermeiden. Die Genfer Besprechungen haben zu nichts geführt. Sie sind unter einer neuen Form und mit neuen Formeln wieder ausgenommen worden. Die ganze Welt ist daran interessiert, daß sie zum Erfolg führen. Alle Länder wissen, was ein Rüstungswettlauf bedeuten würde. Deutschland könne ebensowenig wie die anderen die unglaublichen Lasten auf sich nehmen, die ein Rüstungswettlauf in der gegenwärtigen Krise mit sich bringen würde. Zum Schluß erinnerte der Ministerpräsident an das Ergebnis des Weltkrieges und die geographische Lage Belgiens, die es erfordere, daß kein Element der Sicherheit vernachlässigt werden dürfe. Belgien wolle den Frieden der Sicherheit. Die Regierung habe den Mut, um der Sicherung des Friedens willen von der Bevölkerung Opfer zu verlangen, die ihre Kräfte beinahe schon überstiegen. Es werde in Europa keinen Frieden geben, solange die Sicherheit Belgiens bedroht sei. Die Regierung werde sich mit allen Mitteln dafür einsetzen, daß eine Konvention zustande komme, die Belgien ein Minimum von Opfern und ein Maximum von Sicherheit bringe. In dieser Beziehung könne Belgien auf die Mitwirkung Frankreichs, Englands und Italiens zählen. Frankreich isoliert. London, 7. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Senatsrede des belgischen Ministerpräsidenten de Brocqueoille wird nur von einigen Blättern wiedergegeben. „Morning Post" nennt sie eine große Ueberraschung. „Daily Herold" sagt, Frankreich stehe v ö l l i g v e r l a s s e n da. Die belgische Regierung, die in ihrer Außenpolitik bisher immer gehorsam der französischen Führung gefolgt sei, habe in ihrer Verzweiflung beschlossen, in der Abrüstungsfrage ihre eigenen Wege zu gehen. Heftige Kritik bei den Brüsseler Französlingen. Barthou wird in Brüssel erwartet. Brüssel, 7. März. (Havas.) Der französische Außenminister Barthou wird Anfang nächster Woche zu einer Besprechung mit dem belgischen Außenminister Hymans nach Brüssel kommen. Die Rede des Ministerpräsidenten de Brocqueoille wird von den Kreisen, die sich restlos Frankreich verschrieben fühlen, scharf verurteilt. Brocque- ville habe einen Standpunkt eingenommen, der zur französischen Politik in Gegensatz stehe. Die rechtskonservative „Nation Belge" spricht von einem „T h e a t e r c o u p" und behauptet, daß der Ministerpräsident sich einer Politik „völlig e r Preisgabe" angeschlossen ' Seine Erklärungen seien geeignet, alle guten Bürger mit Erstaunen und Schmerz zu erfüllen. Er mache einen Strich durch den ganzen Teil V des Versailler Vertrags. Wie könne man nach so viel Erfahrungen der Vergangenheit noch glauben, daß Deutschland eine Konvention, die seine Rüstungen begrenze, einhalten werde. De Brocqueoille habe sich einer Art „Neo-Briandismus" angeschlossen in dem Augenblick, wo in Frankreich der „Briandis- mus" erledigt sei. Vor dem Generalstreik in Madrid. Was wird die Regierung tun? Madrid, 8. März. (DNB.) Die Gewerkschaft der Bauarbeiter, die am Dienstag in den passiven Streik getreten ist, beschloß in den Abendstunden, am Mittwoch in den Genralstreik zu treten. Dieser Beschluß betrifft außer der Hauptstadt noch die gesamte Provinz Madrid, so daß fast zehntausend Arbeiter vom Streik erfaßt werden. Auch der Streik in der M a d r i d e r Z e i t u n g „A B C", der bereits mehrere Tage dauert, hat sich verschärft. In Madrid sind an drei Stellen Bomben explodiert, die aber nur Sachschaden anrichteten. In Vigo plünderte eine Gruppe Arbeitsloser unter Führung eines. Matrosen der Kriegsmarine mehrere Läden. Als Die Polizei eingriff, wurde sie mit einem Steinhagel empfangen, so daß sie zur Schußwaffe greifen mußte. Es wurden mehrere Verletzte gemeldet. In Santander kam es vielfach zu Ausschreitungen streikender Arbeiter, wobei ebenfalls mehrere Teilnehmer verletzt wurden. Die Leitung des marxistischen Gewerkschaftsbundes gab in der Nacht zum Mittwoch eine Erklärung heraus, in der es heißt, daß die Gewerkschaften nicht gewillt seien, den Kampf aufju geben, ober sich auf Vergleiche einzu- lafsen. Sämtliche im UGT. (Sozialistischer Gewerkschaftsbund) vereinigten Verbände würden zur Unterstützung der Bauarbeiter, der Metallarbeiter und der Drucker (die beiden letzten Gruppen beginnen den Streik am Freitag) eingesetzt werden, wenn der Proteststreik bis Freitag abend nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt haben sollte. Die drei Gruppen umfassen etwa 200 000 Arbeiter. Die Erklärung der Leitung des Gewerkschaftsbundes ist eine glatte Kampfansage der Marxisten an die Regierung Le'rroux, die sich in Schweigen hüllt. Wenn die Arbeitgeber nicht auf der ganzen Linie nachgeben, ist wohl mit ziemlicher Sicherheit für Montag mit dem Generalstreik der gesamten organisierten Arbeiterschaft Madrids zu rechnen. Besserung aus dem Baumwollmarki. Die letzte Ursache der Weltwirtschaftskrise ist das Mißverhältnis zwischen internationaler Produktion und internationalem Verbrauch. Die Krise führt bann bazu, baß bie Produktion eingeschränkt wird, und sie ist beendet, wenn der Verbrauch die verminderte Produktion wieder eingehott hat. Auf einigen Gebieten der Weltwirtschaft scheint dieser Zeitpunkt der Wiederher st ellung des Gleichaewichts zwischen Erzeugung und Konsum jeijT endlich erreicht zu fein. Das beweisen die Preis st eigerungen einer Reihevon wichtigen industriellen Roh st offen, wie Wolle, Gummi usw. Aber auch der Weltbaum- w o l l m a r k t ist neuerdings in bie Gleichgewichtslage zurückgekehrt. Die Erhebungen der Internationalen Baumwoll-Spinnereivereinigung über Erzeugung, Verbrauch unb Vorratshaltung zeigen eine wesentliche Besserung der Lage auf der ganzen Linie. Der Verbrauch von Baumwolle ist im letzten halben Jahre nach den vorliegenden Berichten um etwa 5 Prozent gelt i e g e n. Der Mehrkonsum erstreckt sich im Gegensatz zum Vorjahr diesmal nicht nur auf die amerikanische und die ostindische, sondern auch auf die ägyptische und die in anderen Ländern gewonnene Baumwolle. Die Welt - Baumwollvorräte waren zwar am 1. Februar 1934 noch um beinahe 700 000 Ballen größer als vor einem Jahre. Aber die Vorratssteigerung erstreckt sich zu zwei Dritteln auf die ostindische Baumwolle und wird infolge der schnellen Verbrauchszunahme sehr bald ausgeglichen sein. Die W e l t s p i n d e l z a h l bat etwas ab genommen, so daß der auf jede Spindel entfallende Konsum beträchtlich zuqenom- men hat. Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Frankfurt a. M., 7. März. (DNB.) Der „Badische Beobachter" teilt u. a. folgende Stellungnahme des Erzbischofs Groeber Freiburg, mit: . Der Herr Erzbischof erkannte ausdrücklich an, baß die in ber Ausführungsverordnung vom 0' D/zember 1933 zum Reichsgesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses Aerzten, Heilkundigen und Anstaltsleitern auferlegte A n z e i g e p f l ich t in keiner Weife den katholischen Glaubensgrundsätzen widerstreite und von den gläubigen Katholiken ohne G e - Wissenskonflikt erfüllt werden könne. Den genannten Personen ist durch die angeführten Bestimmungen der Ausführungsverordnung die Pflicht auferlegt, dem zuständigen Amtsarzt unverzüglich Anzeige zu erstatten, wenn ihnen ein Fall von Erbkrankheit bekannt wird . " — Diese klare Stellungnahme eines hohen geistlichen Würdenträgers wird wesentlich dazu beitragen, falschen Auslegungen einer früher bekanntgegebenen dogmatischen Lehrmeinung der Kirche entgegenzu- Die Varmats suchten mit Stavisky ins Geschäst zu kommen. Paris, 7. März. (DNB. Funkspruch.) „Journal" unb „Petit Journal" beschäftigen sich heute früh mit den Verzweigungen, die vom Fall Staoifky zu den Varmat-Schwindeleien hinüberzuführen scheinen. „Journal" bringt die vor drei Tagen erfolgte Ausweisung der Brüder Barmat aus Holland mit der Entwicklung der Untersuchung des Staviskyfalles in Zusammenhang. Die Ausgewiesenen wollen sich angeblich nach Belgien oder der Tschechoslowakei begeben. Das Blatt erinnert daran, daß der jüngste der drei Brüder Barmat, Heinrich, zweimal vergeblich versucht habe, zusammen mit Stavisky ein Geschäft zu gründen. Einmal soll es sich um eine Pariser Barmatbank gehandelt haben, die Schuldverschreibungen in der Staviskygründung unterbringen sollte. Dieser Plan sei jedoch nicht verwirklicht worden. Dann sollen sich die Brüder Barmat für Elektrifizierungsarbeiten in Französisch-Marokko interessiert, aber nicht die nötigen Konzessionen erhalten haben Deshalb sei auch dieser Plan nicht ausgeführi worden. * Die vier Brüder Barmat waren, wie man sich erinnern wird, während der Inflation aus dem Osten nach Deutschland eingewandert, wo sie sich wie Aasgeier auf den aus tausend Wunden blutenden deutschen Wirtschaftskörper stürzten. Unter skrupelloser Ausnutzung der Vorteile der Markstabilisierung und mit Hilfe ihrer guten Beziehungen zu den damaligen politischen Machthabern wie z. B. zu dem sozialdemokratischen Reichskanzler Bauer brachten sie einen umfangreichen Konzern zustande, der besonders Maschinenfabriken, Montanwerte und Banken umfaßte. Wegen Beamtenbestechung erhielten sie 1928 eine Gefängnisstrafe und verlegten dann das Feld ihrer Tätigkeit nach Holland. Leipzig, 6. März. (DNB.) Auf der Leipziger Frühjahrsmesse sind in vielen Geschäftszweigen wieder beträchtliche Umsätze erzielt worden, an denen auch das Ausland maßgeblich beteiligt war. Selbstverständlich sind die Vertreter von solchen ausländischen Firmen bei der Aufnahme deutscher Waren am großzügigsten, die nicht durch zoll- oder währungspolitische Maßnahmen ihrer Regierungen beengt sind. Zufriedenstellende Umsätze hat die L e d e r w a r e n i n d u st r i e erzielt, bei der vor allen Dingen Damentaschen gefragt waren: bereits jetzt dürfte den Unternehmungen dieser Branche Arbeitsgelegenheit für längere Zeit vermittelt worden sein. Hervorzuheben ist, daß an diesem Markt sehr rege nach der Schweiz und Holland verkauft wurde. Dänische Einkäufer legen sich eine gewisse Zurückhaltung aus, da sie Kontingentierungsmaßnahmen fürchten. Auf der Messe für Kristall und Porzellan sind gute Umsätze in Gebrauchskristall und Porzellan in geschmackvollen Mustern gemacht worden. Steingut hat mit zufriedenstellenden Beuthen, 6. März. (DNB.) Auf der Kartten- Ientrum-Grube ereignete sich am Dienstagabend kurz nach 18 Uhr ein schweres Unglück, worüber die Verwaltung der Grube folgenden Bericht herausgibt: Als Folge einer um 18.05 Uhr erfolgten Erschütterung, die sich auf das ganze oberschlesische Revier auswirkte, wurden auf der Ersten - Zentriim - Grube zwei Zugangsstrecken zu einem Stollen im Flöz 14 durch Hochpressen der Sohle verschüttet, wodurch ein Steiger-Stellvertreter und zehn Bergleute abgeschnitten wurden Die Rettungsarbeiten setzten sofort em. Zur Zeit ist mit einem Teil der abgeschnittenen Bergleute Verbindung ausgenommen worden. Die Bergbehörde befindet sich an der Unfallstelle und leitet das Rettungwerk. v „ Am Mittwochfrüh gegen 2 Uhr hatten die Bergungsarbeiten, wie ein DRB.-Funkspruch aus Beuthen ergänzend meldet, den ersten Erfolg. Die Rettungsmannschaften stießen nach fieberhafter Arbeit auf einen Hauer aus Miechowitz, der nur leichte Verletzungen erlitten hatte, sowie auf einen Fördermann ebenfalls aus Miechowitz, der jedoch nur als Leiche geborgen werden konnte. Mit einem Teil der Verschütteten stehen die Ret- Gefälschte Gcheckabschniite. Bertuschungsmanöver. Der frühere Privatsekretär Staviskys R o m a g - n i n o ist dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß oorgeführt worden. Er verweigerte die Beantwortung der an ihn gerichteten Fragen mit der Erklärung, daß er nur dem Unter- sucbungsrichter im Beisein eines Rechtsanwalts Rede und Antwort stehen werde. Bei dem Verhör eines Verwaltungsbeamten eines Stavisky-Unter- nehmens kam auch zur Sprache, daß ein Scheck - a b s ch n i t t den Namen des jetzigen Landwirtschaftsministers Q u e u i l l e trägt. Der Zeuge erklärte, diesen Scheck persönlich eingelöst zu haben, aber sich nicht mehr darauf zu erinnern, auf wen er ausgestellt gewesen sei. Es scheint sich herausgestellt zu haben, daß in mehreren Fällen die Namen, auf die die Schecks ausgestellt waren, ausgekratzt und durch andere Namen ersetzt worden sind. Daher werden die neuen Namen mit einigem Vorbehalt genannt. Der Abgeordnete Louis P r o u st, dessen Name in diesem Zusammenhang aufgetaucht ist, behauptet, daß es sich um eine Fälschung handele. Auf den Spuren der Mörder des Richters prince Paris, 7. März. (DNB. Funkspruch.) Nach dem „Matin" sollen die Nachforschungen nach der Person, die das Ferngespräch, das den Gerichtsrat Prince zu seiner angeblich schwer kranken Muster nach Dijon rief, geführt yat, vor einem erfolgreichen Abschluß stehen. Man erwarte in allernächster Zeit eine aufsehenerregende Enthüllung. Die Leiche des Gerichtsrats Prince wird, nachdem der Sachverständige festgestellt hat, Prince sei offenbar betäubt worden, bevor man ihn auf die Schienen warf, zur nochmaligen gerichtsärztlichen Untersuchung ausgegraben werden. Mit der Untersuchung sind sieben Aerzte beauftragt worden. Abschlüssen gearbeitet. Bei Textilwaren hielt die Nachfrage weiter an. Nach wie vor stehen hier Dinge, die für den häuslichen Gebrauch nötig sind, im Mittelpunkt des Interesses. Auch das 'S t r u m p f g e s ch ä f t hat sich im Ganzen gut gehalten. Interessant ist die Aeußerung eines sächsischen Fabrikanten auf der Textilmesse, der erklärte, er habe soviel Aufträge, daß er sie bis Ostern nicht alle erledigen könne, obgleich er jetzt bereits Doppelschichten eingelegt habe. Bestimmend für den Auftrieb des gesamten Markts sind die verschiedenen Maßnahmen der Reichsregierung. Die Verpackungs - und Reklamemessen haben gute Geschäfte gemacht. Außerordentlich stark ist das Interesse für die Bugra-Mesfe, da es eine Reihe von Buchdruckereien im Reich und im Ausland gibt, die durch Auffrischung ihres Maschinenparks'ihre Leistungsfähigkeit steigern möchten. Man glaubt, daß die angebahnten Beziehungen zum Ausland trotz der bekannten Exportschwierigkeiten zu Abschlüssen führen werden. tungsmannschaften in guter Verbindung. Gegen 2 Uhr am Mittwochfrüh sind zwei leitende Beamte der Bergbehörde in Breslau in die Grube eingefahren, um die Rettungsarbeiten zu überwachen. Im Laufe der Morgenstunden wurden die Bergungsarbeiten nach den neun noch eingeschlossenen Bergleuten unter Einsatz aller Kräfte fortgeführt. Es gelang, zwei weitere Verunglückte, leider jedoch nur als Tote, aus den Kohlern trümmern freizulegen. Bei den Toten handelt es sich um einen Techniker, um einen weiteren Forder- mann aus Miechowitz und den Steigerstellvertreter Spallek aus Beuthen. Damit sind bisher drei Tote und ein Verletzter geborgen worden. Kattowitz, 6. März (DNB.) Auf der Lithan- dra-Grube bei Friedenshütte ereignete sich ein schweres Unglück. Aus bisher noch ungeklärter Ursache gingen große Kohlenmassen zu Bruch und begruben oier Bergleute. Einer von ihnen konnte nur noch als Leiche geborgen werden, die drei anderen wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo sie hoffnungslos darniederliegen. seine 40 Untertanen der britischen Gerichtbarkeit unterstehe. Der Oberste Gerichtshof aber untersuchte alte Chroniken und Archive und legte die Akten anerkannten Völkerrechtsgelehrten zur Begutachtung vor. Diese erklärten, daß die Insel nach dem Gesetz von 1878 zu Groß-Britannien gehöre. Es blieb also bei der obigen Geldstrafe. Der Königstraum war aus. Die englische Regierung verbot dem Bankier irgendwelche Hoheitsrechte auf der Insel auszuüben. Die Insel hat dem Bankier Unglück ge- iracht, von diesem Tage an gingen auch die Geschäfte des Bankiers schlechter, so daß er jetzt wegen Veruntreuung ihm anvertrauter Aktienpakete verurteilt wurde. Aenderung des Börfengesehes Berlin, 6. März. (DNB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz zur Aenderung des Börsengesetzes beschlossen, das im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wird. Danach erfolgt an Wertpapierbörsen, an denen eine Maklerkammer besteht, die amtliche Feststellung der Börsenpreise durch die Kursmakler unter Aufsicht der Maklerkammer. Die Kursmakler werden von der Landesregierung bestellt und entlassen und leisten vor Antritt ihrer Stellung den Eid, daß sie die ihnen obliegenden Pflichten getreu erfüllen werden. Sie müssen, solange sie ihre Tätigkeit als Kursmakler ausüben, die Vermittlung von Börsengeschäften in den Waren oder Wertpapieren betreiben, für die sie bei der amtlichen Feststellung der Börsenpreise mitwirken, oder für die ihnen diese Feststellung selbst übertragen ist. Sie dürfen in olchen Geschäftszweigen nur insoweit Han - )elsge schäfte für eigene Rechnung oder in eigenem Namen schließen, oder eine Bürgschaft für d i e von ihnen vermittelten Geschäfte übernehmen, als dies zur Ausführung der ihnen erteilten Aufträge nötig ist. Bei Wertpapierbörsen, bei Eisenbahnunglück bei Moskau. IS Tote, 44 Schwerverletzte. In der Nähe von Moskau ereignete sich dieser Tage, wie erst jetzt bekannt wird, ein schweres Eisenbahnunglück. Zwei Vorortzüge, die stark beseht waren» fuhren aufeinander. Dabei wurden 19 Personen getötet und 44 schwer verletzt. Als Ursache des Unglücks ist „verbrecherisch fahrlässige Verletzung der Betriebsvorschriften" festgestellt worden. Angesichts der sich häufenden Un- gtücksfälle auf den verschiedenen Eisenbahnlinien der Sowjetunion in der letzten Zeit, die, wie es ift einer amtlichen Veröffentlichung heißt, durchweg auf verbrecherische Schlamperei und grobe Verletzung der Betriebsbestimmungen zurückzuführen sind, hat die Generalstaatsanwaltschaft umfangreiche Untersuchungen veranlaßt. Die einzelnen Fälle sollen in sogenannten Schauprozessen abgeurteilt werden. Große Ueberschwemmungen in den IDeftftaaten Nordamerikas. Die großen S ch n e e st ü r m e der letzten Zeit haben bei dem jetzt eingetretenen Tau wett er in den Weststaaten von Nordamerika ausgedehnte Ueberschwemmungen verursacht. Diele Aecker, Eisenbahnlinien, Städte uni) Landstraßen sind überflutet. Im Staat Connecticut find bereits drei Kinder ertrunken. Das Eis wird mit Dyna- mir gesprengt, um Stauungen zu verhindern. Im Staate Neuyork sind zahlreiche Dörfer von Hochwasser bedroht. Der Hudson steigt. In der Stadt Troy mußten die Waren aus den tief gelegenen Stadtteilen in die höheren geschafft werden. In der einige Kilometer nördlich gelegenen Stadt Waterford haben viele Familien ihre Wohnungen bereits geräumt. Bei Binghamton fürchtet man das Brechen der Eisbarriere. In Charlestown (Westvirginia) find die Keller des Geschäftsoiertels überschwemmt. Schreckliche Schissskatastrophe bei Kanton. — 500 Ertrunkene? Wie Reuter aus Kanton meldet ist bei der Einfahrt in den Hafen ein Dampfer gesunken. Man befürchtet, daß 5 00 Passagiere ertrun - k e n sind. 350 Leichen sind bereits auf dem Hafenplatz aufgebahrt-, zahlreiche Frauen und Kinder irren durch die Reihen der Aufgebahrten, um ihre vermißten Angehörigen zu finden. Fischer im kurischen Haff vom Eise eingeschlossen. Auf dem Kurischen Haff treibt feit einigen Tagen ein Fischerboot, das durch Eisgang schwere Havarie erlitten hat. Da es nicht gelang, mit Booten bis zu den Verunglückten vorzudringen, wurden zwei Sportflugzeuge aus Königsberg eingesetzt, um den Fischern Hilfe zu bringen. Nach längerem Suchen entdeckten die Flieger das Boot mit den beiden Fischern, denen Lebensrnittel zu- geroorfen wurden. Auch Gauleiter Erich Koch startete zusammen mit dem Fliegerkommandanten Jppermann und warf über dem Boot einen Zettel ab mit dem Inhalt, auszuharren, bis der angeforderte Eisbrecher eintrifft. Inzwischen ift ein zweiter Eisbrecher aus Labiau angefordert worden. Man hofft, beide Fischer bald befreien zu können. Todessturz eines Skiläufers in den Alpen. Der Münchener Josef Ertl ist bei einer Skitour auf dem Hohen Göll durch Abrutschen von einer steilen Wandstufe tödlich verunglückt. Die Leiche wurde durch eine Expedition der Rettungsstelle Berchtesgaden des Deutschen und Oesterreichi- schen Alpenvereins geborgen. Der Mörder Weihe stellt sich der Polizei. Der Aufseher Otto Weihe, der, wie gemeldet, seine Frau und seine beiden Töchter in seiner Wohnung in der Putlitzstraße bestialisch ermordet hat, hat sich auf einem Polizeirevier in Köpe- nick gestellt und ein umfassendes Geständnis abgelegt. Weihe hat übrigens an feine Schwiegereltern einen Abschiedsbrief geschrieben in dem er zugibt, die entsetzliche Tat begangen zu haben, als seine Frau und seine beiden Töchter fest schliefen. Heber den Grund der Tat schweigt sich der Mörder indessen völlig aus. Er kündigt in dem Brief lediglich noch an, daß er nunmehr Selbstmord begehen wolle. Zwei Betrunkene in der Notwehr erschossen. Vor einem Gasthaus in Schwientochlowitz (OS.) erschoß der 33jährige Franz N a w r a t in einem Streit die Arbeiter Wilhelm M a l a i k a und Joseph Burda. Nach den bisherigen Feststellungen hatten diese beiden, die betrunken waren, in der Gastwirtschaft einen Streit heraufbeschworen, der auf der Straße fortgesetzt wurde. Hier suchten denen eine Maklerkammer besteht, tritt an die Stelle des Börsenvorstands die Maklerkammer. Weintrinken ist kein Luxus. Ein Aufruf des rheinischen Treuhänders der Arbeit. Der Landesobmann der NSBO. und Treuhänder der Arbeit für den Bezirk Rheinland, Staatsrat Willi Börger, veröffentlicht einen Aufruf an die gesamte deutsche schaffende Bevölkerung, der das Ziel verfolgt, mit den weit verbreiteten Vorurteilen über das Weintrinken aufzuräumen. Marxistische Gleichmacherei habe das Weintrinken als kapitalistische Genußsucht hingestellt. Die sich aus dieser Einstellung ergebende Abneigung weiter Kreise gegen das Weintrinken führte zur Absatz st ockung und zu dem großen Sinken der Weinpreise. Dem Winzerbetrieb wurde die wirtschaftliche Grundlage genommen. Schuld an den unwürdigen Löhnen der Winzerarbeiter sei nicht schlechter Wille der Winzer, sondern einzig und allein die Tatsache, daß Millionen Menschen der Ansicht sind, Weintrinken sei Luxus. Es solle nun nicht etwa der Völlerei und Trinkerei das Wort geredet werden, sondern man wende sich nur gegen eine verderbliche, wahnsinnige Auffassung über vernünftige Dinge des Lebens. In Deutschland sei b e r A l k o h o l v e r b r a u ch am niedrig st en von allen europäischen Ländern. Besonders kraß sei der Unterschied beim Weinverbrauch. Schweden und Norwegen, zwei Staaten ohne jeglichen Weinbau, hätten mehr Weinverbrauch pro Kopf der Bevölkerung, als das Weinbau treibende Deutschland. Der deutsche Weinbergsarbeiter, so heißt es am Schluß des Aufrufs, der deutsche Winzer, dem es weiß Gott nicht besser geht, als feinen Arbeitskameraden, er streckt die Hand aus nach dem deutschen Arbeiter, wo er auch wohnt und wirkt, und bittet ihn um Verständnis für den deutschen Weinbau. sie dann auch mit Nawrat Streit. Als Nawrat, um Unannehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, seine Schritte beschleunigte, wurde er von Malaika und Burda verfolgt, die mit Messern auf ihn eindrangen. Um sich der Angriffe zu erwehren, zog Nawrat ein Pistole und gab zunächst mehrere Schreckschüsse ab. Als diese nicht halfen, feuerte er noch zweimal und streckte feine Gegner nieder. Sie waren auf der Stelle t o t. Nawrat stellte sich der Polizei. Bluttat in einem Pariser Bankhaus. In einem Pariser Bankhaus ereignete sich eine schwere Bluttat. Ein Bankkunde wollte sein Restguthaben abheben, gegen dessen Auszahlung seine Ehefrau Einspruch erhoben hatte. Als sich hierdurch die Auszahlung verzögerte, geriet der Mann in eine heftige Auseinandersetzung mit dem Bankier, in deren Verlauf der Kunde den Bankier erschoß. Der Täter konnte in der allgemeinen Verwirrung entkommen. Sein Name ist aber bekannt. Sportflugzeug an der Lübecker Bucht verunglückt. Das Sportslugzeug D 2486 des Reichsverbandes der Deutschen Luftfahrtindustrie ist bei einem Erprv- bungsflug in der Nähe von Dahme (Lübecker Bucht) verunglückt. Die Ursache des Unfalles ist auf einen Propellerschaben in der Luft zurückzuführen. Der Führer des Flugzeuges Johannsen wurde leicht verletzt, sein Begleiter Jngenieur'H e r m a n n kam bei dem Unfall durch Ertrinken ums Leben. Eine Greisin durch Fahrlässigkeit erschossen. Durch die Fahrlässigkeit ihres Mieters, eines 75 Jahre alten Mannes, wurde die 79jährige Fabrikantenwitwe Margarethe Fraas in ihrer Wohnung in München erschossen. Die tödlich getroffene Frau, die einen Schuß in den Unterleib erhielt und nach ihrer Verbringung in die chirurgische Klinik der schweren Verletzung erlag, hatte vor einigen Wochen von einem Justizrat u. a. auch einen Trommelrevolver und einen Browning geerbt. Der Untermieter sah nach, ob die Waffen, die die Frau verkaufen wollte, geladen seien. Dabei hantierte der alte Mann so unvorsichtig, daß sich die einzige Patrone, die in der Waffe steckte, löste und die Vermieterin, die in diesem Augenblick wieder ins Zimmer zurückkam, tödlich traf. Vorsicht beim Reinigen der Kleider mit Benzin! Immer wieder muß zur größten Vorsicht beim Reinigen der Kleider mit Benzin gemahnt werden, wie durch folgenden Vorfall in Bad Kreuznach wieder einmal bekräftigt wird. Ein 15- jähriger Junge hatte seine Kleider mit Benzin gereinigt. Als er kurz darauf in einem dunklen Raum etwas suchen wollte und zu diesem Zweck, ein Streichholz anzündete, fingen sofort die noch mit Benzin getränkten Kleider Feuer. Einem Nachbar gelang es zwar bald, die Flammen zu ersticken, doch hatte der Junge bereits furchtbare Brandwunden am ganzen Körper davongetragen. In bedenklichem Zustand fand er Aufnahme im Krankenhaus. Wettervoraussage. Mit dem Weiterzug der Störung nach Skandinavien zu kommen wir mehr unter den Einfluß ihrer Rückseite. Kältere Luft fließt bereits über die briti» schen Inseln südwärts und wird bei ihrem Vordringen auf das Festland den Witterungscharakter recht unbeständig gestalten. Bei wechselhafter Be- wölkung, die zeitweise durch kurze Aufheiterung unterbrochen wird, treten vereinzelt schauerartige Niederschläge auf. Aussichten für Donnerstag: Unbeständig, wechselnd wolkig mit kurzer Aufheiterung, wieder etwas kälter, einzelne Schauer, um West drehende Winde. Aussichten für Freitag: Immer noch wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 6. März: mittags 6,1 Grad Celsius, abends 5,4 Grad: am 7. März: morgens 4,7 Grad. Maximum 8,4 Grad, Minimum 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. März: abends 3 Grad; am 7. März: morgens 3,6 Grad Celsius. — Niederschläge 4 mm. * Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Ein gekauftes Königreich Dor einigen Tagen ging eine Meldung burdjbte Presse, daß ein reicher Kaufmann w Spanien, vielfacher Millionär, der kleinen Republi Andorra ein eigenartiges Angebot gemacht y Er wollte König von Andorra werde, und für die Königskrone an bte Republik 80 000 Peseten zahlen. §0 000 Peseten stnb für bas fleine Länbchen ein Vermögen, .aber ber Rat von An- borra kam boch zu bem Beschluß an der p nischen Staatsform festzuhalten, unb bas Angebot bes Spaniers abzulehnen. - An- Kann man benn Königsthrone kaufen gebot steht gar nicht einzig ba. glaub st de^ Bankier H a rm a n eben fetzt^e gesch ' Untreue zu 18 Monaten ®fangms Derurteiit » Si!b oon^fnapp 40 Personen bewohrtt unb^ Schafen, Schweinen unb Rtnbern.Jm $ Geschichte. Sie war ein Unterschlupf für Seeräuber unb Sklavenhänbler, bie sich hier absolut sicher glaubten. Wem bie Insel eigentlich gehörte, zu welchem Staat sie fiel, war lange Zeit ungeklärt. Sie ging von Hanb zu Hanb burch Schenkung, Belehnung unb Erbgang. In Englanb suchte nun ber Bankier S)arm an, ber sich vom kleinen Beamten zum Gelbsürsten em- porqearbeitet hatte, ein Königreich. Er erwarb bte Insel unb bezahlte ben Kaufpreis an den Sohn von William H a e d e n, ber bis 1916 auf ber Insel regierte. Als ber Kaufvertrag perfekt war, ließ der neugebackene König von einer engltchen Münze 50 000 Gelbmünzen anfertigen. Die Gelbstücke waren aus Bronze unb in ber Größe eines Pennys. Als Scheibemünze ließ er weitere 50 000 Münzen prägen von halber Größe Diese Münzen wurden als gesetzliche Lanbeswährung an bte 40 Bewohner der Insel ausgegeben. , r. Aber das englische Gericht nahm die Sache ernst unb verurteilte ben König zu 25 englischen Pfunb 0 e l b ft r a f e. Seine Majestät roar baruber aufs Tiefste beleibigt unb unternahm eine Demarche beim Obersten Gerichtshof in Lonbon. Er richtete an die Richter eine biplomakische Note, in der erklärte, baß die Insel Lunby nicht zu Gr o ß - B r r.a n n t e n gehörte unb barum weder er als König, noch Weiterhin befriedigender Verlaus der Leipziger Messe. Zwei schwere GrnbennnsMe in Oberschlesien. Bisher vier Tote und vier Verletzte geborgen. Aus aller Welt Ro^marie, (Rosemarie... Roman von Käthe Metzner. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Tante Bertas Augen waren geblendet von so viel Neuartigem und Schönem. Sie hatte sich tief in den Sessel zurückgelehnt, und ihre Blicke glitten scheu über die vielen Gesichter. Auf ihre einfache Seele machte es den Eindruck, als ob all diese lachenden gepflegten Menschen von der Not der Zeit unberührt seien, als gäbe es für diese nichts anderes, als von einem Genuß in den anderen zu taumeln. O diese Frauen! Wie sie gingen, wie sie sich bewegten! Diese Anmut und Eleganz! Wollte nicht jede von ihnen die Schönste sein in diesem Kreise? Eine jede eine Könign vor der anderen? Tante Berta faltete die Hände, um ein Stoß- aebet nach dem "anderen zum Himmel hinaufzuschicken. Und Rosemarie, ihre liebe kleine Rosemarie? Wie sollte das Kind vor diesen vielen Menschen bestehen? Wie sollte sie die verwöhnten Ansprüche dieser Menschen befriedigen? Würde sie nicht enttäuschen? Tante Berta hatte ihre junge Schwester niemals spielen sehen und hatte von der wirklichen künstlerischen Größe Helgas keine Ahnung gehabt. Jetzt erst konnte sie sich eine leise Vorstellung davon machen, was es hieß, von diesen Tausenden so vergöttert zu werden, wie es ihre Schwester erlebt hatte. Da trat der Intendant in ihre Loge. Herzlich und ermunternd drückte er der alten Frau die Hand, obwohl ihm selbst nicht ganz geheuer zumute war. „Ich war eben noch einmal drüben bei unserer lieben Kleinen." Tante Berta horchte auf. „Sie ist ganz ruhig!" Zu ruhig hatte er sagen wollen, aber er schluckte es hinab. Das würde die gute Frau doch nicht verstehen. „Na, Gott sei Dank!" sagte Tante Berta erleichtert. „Ach, die vielen Menschen hier und so viel Schönheit! Ob das Kindchen da nur wird mitkönnen?" Tränen rollten ihr über die Wangen. Wenn es doch endlich dunkel würde. Das Schwatzen und leise Lachen legten sich beklemmend auf ihr Herz. Das erste Klingelzeichen ertönte. Für eine Sekunde ebbte die Welle der Erregung ab, erhob sich aber bald wieder. Endlich das dritte Klingelzeichen. Da teilte sich der Vorhang. Das Spiel nahm seinen Anfang. Tante Berta, die achtsam auf jedes Wort lauschte, das von der Bühne siel, mußte sich bald gestehen, daß sie fast nichts von dieser schweren merkwürdigen Sprache verstand. Erst als das Vorspiel in die Handlung überging, wurde sie zunächst an den äußeren Geschehnissen interessiert. Die Studierstube mit den unheimlichen Geisterbeschwörungen und Experimenten trieb ihr eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken. Aber erst die Hexenküche! So etwas spielt man hier im Theater? Das ist ja wie aus einem Kindermärchenbuch entnommen! Fast hatte sie Rosemarie über dem Schauen vergessen, von der sie sich gar nicht vorstellen konnte, was sie nun für eine Rolle in dieser Geister- und Hexengeschichte spielen sollte. Da! Endlich: Gretchen... Doktor Brunner beugte sich weit vor, um sie ganz genau im Auge zu haben. Tante Berta hatte sie nicht gleich erkannt. Ihre Sprache, ihr Spiel, ihre Bewegungen sind gut, aber sie hat noch keine Möglichkeit, aus sich herauszugehen. Also abwarten!, dachte Doktor Brunner. Tante Berta zitterte. Leichter Schweiß perlte auf ihrer Stirn. Ihre Hände waren plötzlich eiskalt. Das Spiel ging weiter. Doktor Brunner wartete auf die Spinnszene. Man sah Gretchens Stube. Sie saß am Spinnrad. Rosemarie war nicht mehr Gretchen. Sie war Rosemarie — und Faust war Wangenheim. Wie Tropfen reinen Goldes flössen die Worte von ihren Lippen. Sprachlich vollendet. Aber da kam Bewegung in ihr Spiel. Alles Leid, alle Sehnsucht, die sich zwei Jahre lang in ihrer Brust aufgespeichert hatten, lösten sich plötzlich in dieser zauberhaften Atmosphäre. Mit den Bewegungen, in dem Tonfall der „göttlichen Bergmann", spielte Rosemarie ihre Rolle. Das Publikum fing an, warm zu werden. Selbst der Spötter von vorhin aus dem Parkett verlor den überlegenen Ausdruck auf seinem Gesicht. „Das junge Gemüse ist diesmal aber eine ganz große Könnerin", sagte er in ehrlicher Anerkennung zu sich selbst. Weiter ging das Spiel. Man sah den Zwinger. Vor dem Andachtsbild der Mutter Maria sprach Rosemarie-Gretchen das Gebet... Rosemaries Spiel zwang zum Miterleben. Atemlos gespannt lauschten auch Brunner und Tante Berta, die unaufhörlich mit dem Taschentuch über die Augen fuhr. Hilf! Rette mich von Schmach und Tod! Ach neige, du Schmerzensreiche, dein Antlitz gnädig meiner Not! Wie der furchtbare Aufschrei eines zu Tode gemarterten Herzens gellte der Schrei durch das Theater. Rosemarie sah nur sich selber im großen Speisesaal bei Bachstedt und hörte Bachstedts schneidend kalte Worte und ihren eigenen Schrei: „Ich — ich habe ihn nicht genommen!" — Das war ihr „Hilf! Rette mich von Schmach und Tod!" Ein Stück ihres eigenen Lebens. Und dann wie in namenloser Erschöpfung und Müdigkeit: Ach neige, du Schmerzensreiche, dein Antlitz gnädig meiner Not! Der Vorhang fiel. Langsam löste sich die Erstarrung der Zuschauer und ein Beifall brach los, wie ihn das Große Schauspielhaus seit den Zeiten der Helga Bergmann nicht wieder erlebt hatte. Auch Tante Berta stand ganz vorn an der Brüstung der Loge und schluchzte und klatschte, bis ihre Handflächen ganz rot wurden. Der Intendant aber stand mit leuchtenden Augen im Hintergründe, und seine an Beifall gewöhnten Ohren saugten den Orkan in sich hinein wie einen lange entbehrten Rausch. Und dann am Schluß die „Kerkerszene". Wieder verschmolzen in Rosemarie in diesem Augenblick höchster künstlerischer Hingabe eigenes Erleben mit ihrem Spiel. Sie sah sich an jenem trostlosen Weihnachtsabend in der Heinemannschen Küche am Gasherd. Fühlte wieder, wie die Wolken des tödlichen Gases sich lähmend auf ihr Denken legten. Da sprach sie in die Grabesstille des Theaters hinein die Worte, die der packende Irrsinn dem Gretchen eingab. Das Publikum fühlte, wie dieses Mädchen da oben seine innersten Empfindungen mitteilte. Siedende Hitze entfachte ihr Spiel in den Adern... Die Wirkung Rosemaries als Gretchen übertraf alle bisher erlebten Leistungen. Nur die alten langjährigen Theaterbesucher wußten, daß das Gretchen die Bergmann gespielt hatte. Aber da? Wer sprach es aus? Wer hatte es zuerst gesagt? Wie eine lodernde, züngelnde Flamme lief die Kunde durch das große Haus, daß diese Rosemarie Bergmann die Tochter der „göttlichen Bergmann" sei. War es Wahrheit? War es Dichtung? Keiner wußte, warum er so leicht geneigt war, die märchenhafte Kunde zu glauben. Aber jeder glaubte sie. Immer und immer wieder mußte Rosemarie erscheinen. Immer und immer wieder umprasselten sie Stürme tosenden Beifalls. Endlich gab das begeisterte Publikum Ruhe. Rosemarie war wie benommen. Sie wußte selbst nicht, was an ihrem Spiel war, das die Zuschauer so zum Rasen brachte, aber zum ersten Male fühlte sie, daß die Kunst ihr Ersatz sein konnte für den Einen, den sie auch in dieser Stunde nicht vergessen konnte. „Ersatz?" fragte sie sich. Da zogen sich ihre Lippen schmerzhaft zusammen. „Ersatz niemals! Aber Rausch, Rausch — um Vergessen zu finden!" Keiner von allen, die der schönen jungen Künstlerin eben noch so begeifert zujubelten, ahnte, wie wenig sie im Innersten davon erschüttert wurde. Keiner wußte, wie gern sie das alles hingegeben hätte für ein Wort der Liebe von dem einzigen, einzigen Menschen, dem ihre Seele gehörte. Während sie noch beim Abschminken war und unzählbare Händedrücke der Kollegen über sich ergehen lassen muhte, betraten ihre Garderobe Onkel Brunner und Tante Berta. „Kind, Rosemarie! Wie hast du das nur gemacht?" Mit glücklichen Augen lag Rosemarie in Tante Bertas Armen. „Nichts mehr sagen, Tantchen — nichts mehr! Ich habe doch gar nichts dazu getan. Ich habe doch nur gespielt, wie ich es gefühlt habe." „Ja, wie du gefühlt haft, Rosemarie!" sagte Doktor Brunner ernst. „Aber das ist ja die große Meisterschaft, in Ton und Empfindung zu legen, was wir fühlen, daß es die Zuschauer zwingt und mitreißt. Seit deine Mutter hier auftrat, haben wir einen solchen Beifallsjubel nicht wieder erlebt. Ich glaube, daß ich dir eine große Zukunft prophezeien kann." Mit großer Innigkeit strich er über Rosemaries golden schimmernde Locken. „Aber nun schnell sertigmachen, Kindchen. Wir wollen bei Hiller noch ein bißchen feiern." Rosemarie war erstaunt. Sie hatte gedacht, man würde nun ruhig nach Hause fahren und daheim noch ein Stündchen verplaudern. Nun noch einmal unter fremde Menschen? Aber sie fühlte, daß sie Onkel Brunner in seiner freudigen Stimmung nichts abschlagen konnte. „Vielleicht sind Sie so gütig und lassen mich mit Ihrem Wagen schnell nach Hause bringen, Herr Doktor!" Tante Berta sagte es bescheiden. „Ehe Rosemarie so weit ist, kann der Wagen schon wieder zurück sein." „Aber Sie kommen doch selbstverständlich mit, Tantchen. Im Grunde genommen sind Sie ja übrigens die Hauptperson. Wo sollten wir denn heute eine Rosemarie Bergmann hernehmen, wenn Sie uns das Kind nicht so wundervoll gehütet hätten?" Tante Berta wurde rot. Sie dachte daran, daß sie Rosemarie nicht hatte hüten können, daß ihr schützender Arm nicht so weit reichte, sie damals zurückzuhalten. Aber kein Schmerz war mehr in ihr. „Nein, Herr Doktor, mitkommen kann ich nicht. Was sollte ich auch dort unter den vielen fremden Menschen? Ich habe ein dringendes Bedürfnis nach Ruhe. Zu viel habe ich heute abend erlebt. Das muß mein alter Kopf erst verarbeiten." (Fortsetzung lieber Otto Kempff Altersvereinigung 1874-1924 1397 D Zu der Trauerfeier am Donnerstag, dem 8. März, nachm. 2l/2Uhr, wird allseitige Beteiligung erwartet. Der Vorstand --- ----------------1387 0 IngcnteufeuMdung in Mexhteenbau, Elektrotechnik, Elienhochbeu, Auto-, Flugzeug- und Landmaidilnen-Bau. Prospekte kostenlos I Nachruf. Nach langer Krankheit verstarb am 5. März 1934 unser Gr.5Z1mm.- Wohnung m Bad,gegenüb. d.Universität.ver 1. April zu verm. Näher, bei [01218 W.Seipp,ludwigslr.28H zwisch.9—11 Uhr. w _ A _ Höhere technische Lehranstalt MVI.Minel mit Settroäfcöe u. Morgenkaffee vom 15.3.bis 1.5 für 20 Mark zu mieten gesucht. Sckir. Angeb. u. 01226 n. d G.A. | Mietgesuche | 2=Zinnn. Wohn, per 1. Mai gesucht.Mietewird im voraus be- zahlt.Scbriftliche Angebote unter 1398D an den Gießen. 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Der Führer des Sturmbanns R1/116. 1393 0 Schöne geräum. 6-Ammer- Wohnung im3.St.,m.Bad, Balkon und allen Nebenräumen,i. sreierLage,preiswert zuml.Avril 1934 evtl.auch etwas später z.ver- mieten. Schriftl. Ang u. 01219 a. d.Gieß.Anz.erb. Sonnige 3-4-Z.-Wohug. m. Bad, Zentr.- Heizg. zu verm. Schr. Ang. unt. 01122a. d. G.A. Statt Karten. Wir bitten auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank für alle Beweise der Verehrung unserer lieben heimgegangenen Maria und die warme Anteilnahme an unserer Trauer aussprechen zu dürfen. Die Hinterbliebenen: Familie Heinrich Wagner V. Heinrich Keller Großen-Buseck, Sellnrod, im März 1934. M Wohnung 4 bis 5 Zimmer Lage gleich, zum 1.4.34 gesucht. Angebote erbet, an Rudolf Blei, Züschen 01200 Post Fritzlar. Stellenangebote] ©dritten Lehrling gesucht. i382v Stauden-Gärtn. Schwarz. Suche flinkes, sauberes i4(Md Mädchen für Küche und Hausarbeit sow. ein Mädchen, d. englisch od. boll, spricht, i.Saison- stelle. Offerten unt. 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Einwendungen gegen den Inhalt können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll daselbst vorgebracht werden. 1406D (£5 wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Eberstadt, den 6. März 1934. Hessische Bürgermeisterei Eberstadt: Görlach. Donnerstag, den 8. März, nachmrtags 2 Ubr, versteigere im rm Löwen, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Radioanlaye, 4 Diwans, 1 Kla- mer, 1 Reglstraturschrank, zwei Lrchreibmasch., 2 Warenschränke, 2 Vertikos, 1 Spiegel, 2 Schreib- tlscke, 1 Nähmaschine, 2 Büfetts, 1 Grammophon, 2 Kommoden, 1 Kleiderschrank, 1 Eiskonservator, 1 Photoapparat, 1 Ladentheke. Ferner an Ort und Stelle- 1 Registraturkasse, 1 Schreibtisch, 1 Radwanlage, 2 Schreibmasch., lKassenschr.,2elektr.Kühlschränke, ^^L^maschtne, t Kautsch, eine Broichwrbeftmmchine, 2 Schub- machernähmaschineu, 2 Büfetts, Diwan, Tisch, Chaiselongue, drei Schweme, versch. Baugerüte, Gerüststangen, Baubude ufw., zwei Kessel, 1 Kachelofen, 20 .Heugabeln, 14 Kartoffel-Quetschen, 1 Räucherapparat, 25 Zinkeimer, 25 Zinkwannen, 9 Rundöfen, 1 Standuhr, 1 Grammophon, ein Klavier, 1 Bücherschrank, 1800 ^äcke, 24 Strobsäcke. 1403D Noll, Gerichtsvollzieher Ludwigstr. 33. Televhou 3239. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrUhl'schen Druckerei Jetzt\..... dürfen Sie auch die Treppe bohnern, I denn: Perwachs bohnert glättefrei. Zudem gibt es jetzt Perwachs farbig. Damit können Sie glättefrei bohnern und gleichzeitig färben. Perwachs farbig wirkt wie Neuanstrich: gleichmäßig gedeckte Farbe, schönster Hochglanz und — doch keine Glätte. Also bohnern, beizen und polieren TTeiwadis Lchlbilder-Vortrag amFreitag, dem 9. März, um 8 Uhr abends, im Saale des „Caf4 Leib". Redner: Derbekamite Wünschelrutengänger M,or a.5). Söding aus Auerbach in Hessen, a.3t. Gießen, Hotel Hindenburg, ^yema: 5)ie neg.el. Erdstrahlen u. ihre Einwirkung auf den menschlichen,tierischen und pflanzlichen Organismus. Anschließend praktische Vorführung der arbeitenden Rute. — Wichtig für Hausbesitzer und Mieter, Aerzte, Architekten, Landwirte, Gesunde u. Kranke, kurz für jedermann. - Unkostenbeitrag 30 Pf Verkehrsverein. Hansvefihervereln. Hili.................................................................................. Heute Mittwoch || bis einschließlich Sonntag gg Deilsdietaffühniiü I Harry Piel | in seinem neuesten sensatio- Die neben Tonfilm 1391 c WelleMaske ■ Gutes Beiorogramm, Dfa-Ton Wocüe S w i Mittwoch, 7. Marz Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) ttr.56 Zweites Blatt senden Rietet, tu* ei ereilt inger Burg. Iungvolk-Führertagung in Hungen Die Jungvolk auf dem Marsch. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Hinben- alle an- in was besagten Kopf an der Wand. Nachdem sie ihn kritisch gemußert, ertönte ihre Stimme im Brustton der tiefsten Überzeugung: „Aber hörn Sie emol, Herr Stadtrat, Ihr Hindenburg do obe, der macht aber ä bös G'sicht!" Sprach's und ging. Mädchen ist da, ist hübsch, ist zu allen Schandtaten bereit, es regnet immer noch, also was soll man onst unternehmen — und dieser sonderbare Mann vertrödelt seine Zeit mit Ringen. „Vamos“, schreien die Muchachos — die jungen Burschen — „ehe Vamos“, los, los! Denn es wird ihnen allmählich wirklich zu dumm. Und schließlich setzen sie ihre Hüte auf und verlassen unter Protest das Lokal. Ich auch. — Der Mann auf der Leinwand rang vermutlich noch eine Weile einsam weiter. Wir wollen hoffen, daß seine bösen Gelüste endlich den Sieg davongetragen haben, auf daß der Film und das ewige schlechte Wetter glücklich zu ihrem Ende kamen Eines Tages — beim Mittagessen — stützte Klein- Fritzchen das Kinn nachdenklich in die Hand und In irgendeiner kleinen Stadt, in der die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln auch nicht anders als überall im Reiche vor sich ging, empfing der zuständige Stadtrat jene Leute, die Lebensmittelkarten zu erhalten wünschten, in seinem Amtszimmer, das ihm aber auch gleichzeitig zum Wohnraum diente. So stand denn in einer Ecke ein Klavier und über diesem hing, wie üblich, die bekannte Givsmaske von Beethoven. Frau Lüdecke betrat die Stube, und da sie etwas fragte: „Sag' mal, Mutti — warum ißt denn bürg nicht mit Messer' und Gabel?" Ueberrascht blickte die Mutter auf: „Aber Frischen — natürlich ißt er, wie deren Menschen, mit Messer und Gabel." Fritzchen schüttelte das Haupt: „Eben nicht, Mutti, — lies doch selbst, Gonntagnachmittag in der Vorstadt. Vorstadt feiert ihren bescheidenen Sonntag. Oberjungbannführer Hermann Philippi bei seiner Ansprache an die Führer im Oberjungbann 4/13. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Sochschulnachrichien. Der Rektor der Universität Frankfurt a. M., Professor Dr. K r i e ck, hat nunmehr den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Heidelberg auf den Lehrstuhl Rickerts für Philosophie und Pädagogik zum 1. April endgültig angenommen. — Krieck wurde 1933 gleichzeitig mit seiner Ernennung zum Professor für Philosophie und Pädagogik zum Rektor der Frankfurter Universität gewählt. Vorher, seit November 1928, lehrte Professor Krieck an der Pädagogischen Akademie in Frankfurt. Während dieser Lehrtätigkeit wurde er wegen seines Eintretens für den Nationalsozialismus nach Dortmund strafversetzt; später wurde gegen ihn ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Dienstentlassung eröffnet. Zum Wintersemester 1932/33 wurde er wieder in der Pädagogischen Akademie Frankfurt a. M. ausgenommen. Professor Dr. Krieck ist Ehrendoktor der Universität Heidelberg, hat aber im übrigen nie studiert. Er war bis 1924 im badischen Volksschuldienst tätig. Von 1924 bis 1928 betätigte er sich als freier Schriftsteller und ist damals einer Reihe ehrenvoller Berufungen ausgewichen. Eine große Reihe von Veröffentlichungen über Philosophie, Erziehung, Wissenschaft und Staat, sowie über die Kulturpolitik trugen ihm den Ehrendoktor der Heidelberger Universität und die Berufung an die Pädagogische Akademie in Frankfurt ein. Der bekannte Anglist der Münchener Univer- sität, Professor Dr. Max.F o e r st e r, begeht am 8. März seinen 65. Geburtstag. Foerster gehört den Akademien der Wissenschaften in München und Leipzig sowie der Royal Irish Academse zu Dublin als Mitglied an. ferner ist er Ehrendoktor der Universität Dublin. Viele Jahre gab er das Jahrbuch der deutschen Shakespeare-Gesellschaft heraus. Ferner ist er Herausgeber der „Publikationen des sächsischen Forschungsinstitutes für Philologie", der „Englischen Bibliothek" und der „Beiträge zur englischen Philologie". Der L e i p z i g e r Jurist Professor Dr. K o s ch a » f er, Ordinarius für römisches und deutschem bürgerliches Recht, wurde von der Universität Oxford zum Ehrendoktor ernannt. Aus ganz Oberhessen war das junge Führertum am Samstag und Sonntag in Hungen eingetroffen. Der Beginn der Schulungstagung sollte mit einem gemeinsamen Erleben gleich rechte Stimmung und Zusammengehörigkeit offenbaren. Die Kulturveranstaltung am Gamstag hat diese Absicht zur Tat werden lassen. Der Spiel- mannszug, die Fanfaren und die Landsknechtstrommeln riefen Neues in die Herzen der versammelten Führerschaft. Oberjungbannführer Philippi gab kurz eine Hinweisung zu Otto Bruders „Beowols". Nicht ein schönes Leben der einzelnen kann das Letzte sein, so rief er den Hörern zu, mehr als das ist die Zugehörigkeit zum der Zeitung steht: nach der Begrüßung speiste Hindenburg mit seinem Stabe ..." Beim Frisör. Kleines Frisörgejchäft mit großen Spiegeln. Nur für Männer. Natürlich, denn über einen Damensalon würde ich nicht schreiben. Die Atmosphäre eines Damensalons ist international, ist immer dieselbe: an der Seine, an der Spree oder am Rio de la Plata. Hier wie dort umklappern kleine Scheren blondestes Kurzhaar, hier wie dort surrt der Heißluftapparat sein dienstbeflissenes Lied, hier wie dort hängt der Geruch von Parfüms, von Seife und erhitztem Haar wie eine zarte Wolke in der Luft. Dieses Frisörgeschäft aber — nur für Männer — ist typisch. Ist durch und durch hiesig. Hier wird noch unbekümmert, mit einer gewissen lässigen Eleganz geradezu, auf den Boden gespuckt. Und der traurige Ausländer merkt sofort, daß dies eine Sache ist, die von frühesten Kindesbeinen an gelernt und geübt sein muß. Ein Neger mit einem freundlichem Gesicht aus Sahnenschokolade putzt Schuhe und kehrt von Zeit zu Zeit lackschwarze Männerlocken auf dem Steinboden zu appetitlichen Häufchen zusammen. Das Tuch, mit dem er jedem Schuh die letzte spiegelnde Weihe erteilt, holt er aus der Hosentasche. Aus seinem Wuschelhaar hat er sich mit sehr viel Go- mina eine Art Wellblech verfertigt. Ich möchte wissen, ob es klirrt, wenn ich ihm mit dem Bleistift auf die Frisur klopfe. Männer treten ein, Vorstadtgents, sie sagen „che", wenn sie kommen und „chau", wenn sie gehen, und fast alle ziehen unschuldig sofort ihre Kragen und Krawatten aus und hängen sie an den Kleiderständer. Es herrscht ein herzlicher, vertrauter Ton zwischen Kunden und Angestellten. Und wenn sich gar herausstellt, daß beide Anhänger derselben Fußballmannschaft sind, dann kennt die Freundschaft ' feine Grenzen. — Im unbeschädigten Zustand lesen die Frisöre je nach Geschmack und Gemütsauffas- sung die Caricatura oder die Sportzeitung, dabei empfinden sie jeden Kunden als unliebsame Störung, woraus sie keinen Hehl machen. In einer Weltstadt ist man keinen Moment vor aufregenden Ereignissen sicher. So ein Ereignis ist z. B. nach Meinung sämtlicher Angestellter des kleinen Frisörgeschäfts, wenn ein dümmer Fuhrmann plötzlich contra mano (auf der falschen Seite) fährt. Dann stürzen sie alle an die Tür, voran der Neger. Sie lassen das Feld ihrer Tätigkeit: eingeseifte, kragenlose Kunden, behaftet mit einem sauberen und einem schmutzigen Schuh, hinter sich und haben keinen Blick mehr dafür. Beschwichtigend, mit weit ausgebreiteten Armen schwebt über dem traulichen Bild eines der Wahrzeichen von Buenos Aires: der Ventilator. 3m Kino. Ich bin in einem Filmpalast an der Peripherie von Buenos Aires. Es läuft ein aufregender Film, in dem es immerzu regnet, was einen ja wahrhaftig aufregen kann. Der tragische Höhepunkt rückt immer näher, der Mann auf der Leinwand ringt mit sich, mit Gott und mit seinem guten Genius. Sein Gesicht drückt alle Phasen seines Seelenschmerzes aus, obwohl es ein Tonfilm ist, ringt er lautlos, was ihn mir sympathisch macht. Außerdem regnet es, wie gesagt, unentwegt. Der Mann ist unsres tiefsten Mitgefühls wert und gewiß. Seine bösen Gelüste ziehen ihn hin zu der verruchten Schönheit Ioan Crawfords, deren Mund so aussieht, als ob er schon zum Frühstück täglich drei Männer fräße. Sein guter Genius warnt ihn davor. Das Publikum ist animiert, und weit entfernt, sich von den hochtragifchen Gebärden des ein- famen Ringers erschüttern zu lassen, lacht es sich halbtot. Da ist etwas, was es nicht versteht, das Volk. Heute zeigen junge Führerherzen, daß sie sich wieder bekennen zu diesem Äolk. Es erstand dann vor uns, dargebracht durch dis HJ.-Bannspielschar, das Schicksal der Ahnen. Die Gläubigkeit und der tiefe Ernst der Sprecher erweckte in allen einen nachhaltigen Eindruck. Da trafen Worte auf uns, die als Motto Über der gesamten Arbeit stehen könnten. „Packt eure Fackel fest, es darf nicht fein, daß Schlaf uns überlistet! Denn das gemeinsam Heilige fordert uns, und keiner darf das Opfer ihm versagen." Der Sonntag morgen brachte schon früh Leben in die kleine Stadt. An das Wecken schloß üch der Frühsport an, der den Einwohnern gar sonderbare Sportanzüge offenbarte. Buenos Aires aus der Nähe Kleine Erlebnisse abseits der großen Straßen ... Von Margit Hilleprandt, Buenos Aires. „Mein liebes Muttchen! Wenn Du mich sehen willst, so gehe doch diese! Woche ins Kino, uni) zwar zur Wochenschau: l warten mußte, schaute sie sich um und erblickte den Das Kreuz unterm Latemar. Von Sofie von Uhde. Copyright by I. L. A. — Wien. Die weiße Einsamkeit tönte. Sie sprach in der großen, schweigsamen Art der Höhen, bii fönigen Gratwinde fragten, die ber- stehenden Schneewände anroorteten, und der Hall ihrer Rede flog über die Gipfel und Wolken fort in die Ewigkeit. Da war nichts anderes ringsum als die Stille des Schnees und darüber die wilde Unzugänglichkeit der dolomitenen Zacken. Wie ferne waren die geselligen Täler mit den geborgenen Stimmen ihrer Glocken durch die Morgen- und die Abenddämmerung und den rötlichen Lichtern ihrer Hütten in der winterlichen Nacht! Hier oben war es einsam wie vor Anbeginn der Zeit. Ich war aus dem lieben Bozen, in dessen Gärten schon die weißen und blauen Krokusse zwischen dem willig schmelzenden, spärlichen Schnee standen, in diese Weltenferne herausgekommen, hatte auf dem Grödener Joch bei einem alten, wortkargen ladmi- schen Hüttenwart einen Holzhackerfchmarrn und eine harte Matratze zur Nacht erhalten, hatte mit Schnee und Steilhängen um den Blick der Gipfel gekämpft und hatte mich nun wieder aufgemacht, um aus dieser herben Wahrheit in die Täler zurückzukehren, in den Süden und in den Traum. Stille ringsum und Einsamkeit. Der gewaltige Latemar stand wie ein Alter aus der Vorzeit der Riesen, die Wolken fegten um seine Wände, die Sturme pfiffen in seinen Kaminen, meine einsame Skypur und mein klopfendes Menschherz waren em kindisch' verwegenes Nichts unter der Wucht f Daiah ich einen kleinen dunklen Punkt m -wm unendlichen Weiß und lief erstaunt darauf zu. w war ein Stück aerwittertes Holz, °?agebacken Eis und Schnee. Mit großer Muhe loste ich es em wenig von seiner Umhüllung und sah ß Kreuz war, das schief aus dem, Schnee ragte^ mtt einer Inschrift daraus, von der ich nur drei sreizulegen vermochte: „gefallen a m • wachend sah ich mich um: hier war ja das Gebiet SäÄeUnmnmnil°- Gv7 weiß, wer es gewesen war ein Deutscher oder ein Oesierrelcher, grauender Bauer aus den Gebirgstälern. o jLiger Offizier aus den Städten, ein Gelehrt , tieim mitternächtigen Schein ferner ßampe f fe m b Taa des Friedens, ober em frischer Retter, oegen Pferb in die feuchte Kühle des Morgens wieherte. ein Froher ober ein Bebrückter — ich kann es nicht agen: gefallen am 11., bas ist alles, was ich weiß. Ich suchte auch gar nicht mehr zu erfahren, er war für mich „bas Heer" schlechthin, bie enblose Schlange grauer Männer, bie in ben Tob ging, weil ie gerufen worben war. Da ftanb es, bas verschneite Kreuzchen unterm Latemar; ein Stückchen mvrschenbes Holz in ber Einsamkeit. Aber es war zuhause hier in bieser gewaltigen Welt bes Schweigens, und jo winzig es auch war es war nicht kleiner als der Urzeitnese Latemar'. Denn so ewig und groß wie die Kraft ist bie Atome häuft zu Gipfeln, so ewig unb so groß ist ber Tob. Sie kannten es alle, bas kleine Kreuz: der Schnee imb ber Winb, die einsam schnürenben Bergfuchse m ben herben Frühlingsnächten, bie Wolken unb bie bonnernben Lawinen. Es war ihnen so.sehr ver- manbt: ba war einer heraufgestiegen, em kleiner Ntenlck> mit bem Gewehr auf bem Rucken, hatte «ft unb gedarbt, weil es seine Pflicht so wollte, und war ben einsamen unb harten ©olbatentob gestorben weil ba nichts anderes uberblieb Das war eine männliche, reine unb klare Sache unb der männlichen Reinheit unb Klarheit der Hohen zutie st verwandt Ja, es ftanb hier geachtet unb mit allen Rechten, bas morsche Kreuzchen, unb der Riese Latemar erdrückte es nicht. . Ob wohl jemand zu ihm hinaufstelgt und ihm Blumen und Grüße aus den Tälern des Lebens brinaP Stiege er doch lieber zu uns herab, der gute Geist dieses einsamen Vorpostens der Pflicht und lehrte unsere Nation aufs neue fern schlichtes Wissen um die Ehre. Anekdoten um Hindenburg. Miigeteilt von Peter Purzelbaum Es muß bei dieser Geschichte vorausgeschickt werden, daß sie sich ereignete, als zu Beginn des Weltkrieges Hindenburg nach der Tannenberger Schlacht mit einem Schlage berühmt geworden war, ledoch das Volk über seine Persönlichkeit, feine Familie unb fein bisheriges Wirken noch ungenugenb unterrichtet gewesen. . Also ba schrieb eines schonen Tages em tüchtiger Feldgrauer, namens Lemke, unb feines Zeichens im Zivilberuf Lehrer an irgenbeiner Mabchenfchule, folgenben Brief nach Haufe: Das Programm ist spärlich unb bringt keine beso- beren Ueberraschungen: eine harmlose Asabo- unb Mate-Orgie, viel beschauliche Ruhe, viel Grammophonmusik. Nur für Bräutigams ober Kavaliere — beibe nennt man hier „novios“ — ist es ein anftrengenber, mitunter kostspieliger Tag. — Die jungen Leute gehen spazieren, ganz besonders kapitalkräftige und vergnügungssüchtige ins Kino. Hübsche Mädchen flattern bunt und graziös wie Schmetterlinge durch die Straßen. — Das Lied vom Torero liegt heute genau fo wie wochentags in der Luft, abgeleierte Grammophonplatten kreischen es, und jeder dritte Gassenjunge, der, wie alle das schmutzstarrende Aussehen eines Straßenräubers mit ben grazilen Bewegungen eines jungen Prinzen vereint, schreit es dir entgegen: Yo quiero ser torero ... — Die Kinder spielen im Straßengraben und werfen mit Steinbrocken nach Mensch und Tier wie sonst auch, und das tote Kaninchen von vorgestern liegt immer noch am Gehsteig. Manchmal fährt ein Auto schnell und hochmütig durch das Idyll, dann fangen die mageren, herumstrolchenden Hühner nervös zu gackern an und die melancholischen Hunde, die hier alle wie auf Verabredung nur auf drei Beinen hinken, ergreifen mühsam die Flucht. Behäbige Frauen mit Kinn unb Kinneskinn stehen unter ber Gartentür, saugen Mate unb blicken mütterlich gerührt auf ihre zahllosen phantastisch ungewaschenen Spröhlinge. Ach, wirklich, es gibt hier in biesem abgelegenen Erbenwinkelchen noch Frauen, die es sich leisten können, bereits, mit dreißig Jahren auch jede Spur von „Linie" zu verlieren, auseinanderzugehen, lächerlich und unmotiviert wie ein Pudding mit viel zu viel Backpulver. — Die winterliche Sonne liegt breit, leuchtend, aber ohne Wärme über den holprigen Straßen und über den kleinen — na, sagen wir — Wohngelegenheiten, die alle irgendwie aus Wellblech zusammengesetzt sind. Eine dunkle Senorita mit der koketten Geste, der minimalen Gewandung und der aufreizenden Bemalung einer Primaballerina lehnt malerisch am Zaun und läßt sich photographieren. Ihr unerschütterliches Lächeln triumphiert über Gänsehaut und Schüttelfrost und stempelt diese kleine Eitelkeitsangelegenheit zu einem heroischen Akt der Selbstverleugnung. — Gänsehaut auf einem Hintergrund von üppigen Palmwedeln; oder: Radiolautsprecher im trauten Nebeneinander mit einem alttestamen- tarifchen Holzkohlenbecken — entzückend find diese Kontraste, nicht wahr? Wie sie einem hier auf Schritt und Tritt serviert werden. Aber trotzdem . Wir wollen etwas schneller gehen, die vielen schwarzen, fanatisch neugierigen Augen brennen uns sonst noch Löcher in die Kleider', und unser Bedarf an vorstädtischem Sonntagsnachmittagzauber ist längst und reichlich gedeckt ____ Truppenparade vor Hindenburg. Ich bin der Flügelmann gleich in der vordersten Reihe. Gruß unb Kuß Dein Otto." Sogleich trabte Mutter Lemke ins Kino unb fragte, ob die große Parade von Hindenburg noch zu sehen sei. Woraus man ihr mit Bedauern mitteilte, baß gestern abenb bie letzte Vorführung statt- gefunben hätte. Heute gäbe man auch einen sehr schönen Film, „Die Hochzeit im Kohlenkasten", auch sehr spannend unb sehenswert. „O wie schabe", meinte Mutter Lemke, „baß die Parade vor Hindenburg nicht mehr gegeben wird — denn ich hätte meinen Sohn doch zu gern gesehen!" Das Wort schlug wie eine Bombe ein, unb bie ganze Kinobube geriet in mächtige Aufregung. Bereits nach einer Viertelstunbe gab man eine Extravorstellung, zu welcher Mutter Lemke in bie Ehrenloge gelotst worben war, währenb sich der Kinobesitzer ehrerbietig an ihrer Seite niedergelassen hatte. Es rollte bie große Parabe ab, unb Mutter Lemke rief plötzlich: „Da! Sehen Sie, sehen Sie! — Der Flügelmann ber Kompanie, bie jetzt bei Hindenburg vorbeikommt, ist mein Sohn!" Das Gesicht bes verblüfften Kinobesitzers soll sehenswert gewesen sein. Um 8 Uhr standen alle Jungbanne zur Besichtigung bereit, um dann anschließend im Saal die Roden zu hören. Oberjungbannführer Philippi fugte etwa folgendes: Die rasche Einberufung zum Jührerschulungslager erfolgte nicht nur, um Gewesenes abzuschließen, sondern um Richtlinien für Neues, für Kommendes geben zu können. Den Jungoolkführern von der Wetterau, vom Vogelsberg, von Vilbel und Schlitz, von Gießen und Wetzlar, von Alsfeld und Grünberg soll eins lebendig vor der Seele stehen, nämlich, daß alle an gemeinsamer Arbeit stehen. Im vergangenen Jahr konnte unmöglich alles fertig werden. Nun aber kann man doch sagen, daß die Organisation der einzelnen Jungbanne im ganzen fest geworden ist. Auch das Führermaterial ist nun wohl feststehend. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, um wieder einmal alle zusammenzuführen, zu neuer Anregung, zu besserem Näherkommen. Die Winterarbeit vollzog sich in stillem und klei- Sichert den Sieg über Hunger und Kälte! Nicht müde werden! Kämpst auch im Monat März gegen Hunger und Kälte! nem Kreis. In dieser Zeit wurde das Bekenntnis zur kleinsten Einheit abgelegt, es wurde das gefestigt, was im Frühjahr und Sommer nach außen getragen werden soll. Die Führerschaft soll aber auch selbst zu dem Bevorstehenden Stellung nehmen können. Wenn die Führer die kommende Aufgabe übersehen, wird eine einheitliche Handlungsart gewährleistet sein. Die treibende Kraft eines Volkes ist die junge Führerschaft, und sie allein wird sich durchsetzen, wenn auch die Arbeit zu hindern versucht wird durch Gleichgültige oder Widersacher. Wir sind in keiner Weise vorbelastet und treten an die Revolution heran als lebendige Träger. Bei uns liegt die Vollendung der ewigen Sehnsucht deutscher Geschichte. Wir kennen nur e i n Wort: Kampf, ohne Frage nach Lohn und Vorteil! Wir wollen uns lebendig zur Vergangenheit der Front bekennen. Wir sind dem Volk, wenn wir das Schicksal unsres Volkes als unser eigenes empfinden. Durch unser Führersein wird neues Leben befruchtet, denn Menschen, die ohne klare Entscheidung leben, müssen durch uns wach werden. Jeder einzelne der Führer muß sich über sich selbst im klaren sein, er muß seine Aufgabe erkennen und sich seiner Eingliederung in das Ganze bewußt sein. Es gibt hierbei nur eine Erkenntnis, nur eine Bahn, und das ist d i e Idee, die durch den Führer offenbar wurde. Was ist denn unsre eigentliche Arbeit? Vor diesen Fahnen müssen wir einmal zutiefst ehrlich sein. Alte Formen, die sich immer noch hier und da einschleichen, müssen überwunden werden. Es mag wohl Vorkommen, daß Formen sich früheren gleichen. Aber sie haben doch nichts mehr gemein mit jenem Geist, denn Stellung und Deutung sind ganz anders geworden. Wir brechen mit dem Traum des ewigen Jungseins. Wir dürfen eine Uebergangszeit nicht für einen Zustand halten wollen. Heute bekennen wir uns stolz zu unsrer Eigenform als Jugend. Aber genau so, wie wir jetzt noch ganz jungenhaft sind, so werden wir einst ganz mannhaft sein! Jungvolk ist nur eine Erscheinungsform, eine Stufe zum Volk. Es ist ein Unding die Blüte Frucht nennen zu wollen. Für uns Führer kommt es darauf an, daß wir mehr tun, als von uns gefordert wird. Nicht das Kommando ist das Maßgebende, sondern das freiwillige Stillestehn vor der Idee. Führertum heißt Opfertum! Wir dürfen vor den Aufgaben, die uns ganz klar Umrissen erscheinen, nicht feige werden. Der Ausdruck unsres Bereitseins spiegelt sich in der Uniform. In ihr marschiert der mit diesen Veranlagungen, jener mit anderen Fähigkeiten, aber allen ist eins gleich: die Einsatzbereitschaft. Unsre Fahnen sind uns Inhalt des Lebens. Fahnen haben nie da geweht, wo Gleichgültige und Feige standen. Die Fahnen sind Mahnzeichen zur Ehre, dem höchsten Empfinden. In diesem Jahr wird sich das Erlebnis des Führertums klar herausformen. Der Oberjungbannführer wies dann noch auf die große Bedeutung der Schulung der Kulturarbeit und der Presse und Propagandaarbeit hin. Eine Wenge Arbeit liegt vor uns. Zunächst kommt für das Jungvolk die Teilnahme und das Bekenntnis zur Jüngarbe.iterta- S u n g i n E s s e n in Frage. Danach steht als großes Werk die Mithilfe in der Brotsammlung d es Winterhilfswerks vor uns. Ein großes Führertreffen wird in den Osterferien in Bad-Nauheim stattfinden. In den Pfingst- und Sommerserien werden uns einzigartige Erlebnisse bevorstehen. Helmut Hudel sprach dann als Oberjungbannschulungsleiter. Er sagte: Die Richtlinien, die der Oberjungbannführer im einzelnen angab, gilt es in die Praxis umzu fetzen. Schulungsarbeit kann niemals Menschen zu Führern machen wollen. Sie kann nur vorhandene Fähigkeiten ausbauen und ihnen Anregung angedeihen werden lassen. Es gibt drei Arten der Schulung: geistige, körperliche und charakterliche. Die lehlere ist für das Jungvolk die gegebene. Die Führer auf dem Lande haben es oft viel schwerer, als die in der Stadt. Hier find mehr Voraussetzungen gegeben. Aufgabe der Schulung ist es, hier ausgleichend zu wirken. Die geistige Schulung wird in Sprechabenden durchgeführt werden. Durch allwöchentliche Schulungslager wird die persönliche Bindung aufrechterhalten werden können. So rasch wie möglich soll eine Bibliothek eingerichtet werden, um das Schulungsmaterial zugänglich machen zu können. Grundlage für ein einwandfreies Arbeiten ist natürlich das Zusammenwirken der einzelnen Führer. Willy pommerening, der Abteilungsleiter für Presse und Propaganda im Oberjungbann, sprach dann noch kurz. Es gibt nichts, für das ein Führer fein Interesse hat, so führte er aus. Die Schaffung von Sachgebieten hat die Führer zu glauben veranlaßt, daß nur der Sachbearbeiter für die Ausgestaltung zu sorgen habe. Die Folge davon ist eine Trägheit in der Mitarbeit. Wer sich aber die Bedeutung der Propagandaarbeit einmal ganz klar gemacht hat, wird auch einsehen, warum das Jungvolk dieses Mittel nicht vernachlässigen darf. Eine Frage ist natürlich, über was denn geschrieben werden soll. Wir leben in einem Alter, in dem zum ersten Wale so etwas wie eine Lebenshaltung empfunden wird, und diese Haltung ist nichts anderes als die Idee des Führes. Niemand sonst ist mit dieser Neuform mehr natur- haft empfindungsgemäß verbunden, als wir. Und das muß sich doch ausdrücken lassen. Freilich gehören zu einem solchen Bekenntnis M u t und das Das Reichsgericht schützt marschierende Kolonnen. In einer Sitzung vom 6. Februar d. I. hat das Reichsgericht eine Entscheidung gefällt, die geeignet ist, eine Lücke in der Verkehrsordnung endgültig zu schließen und den auf den Straßen marschierenden Kolonnen die Sicherheit zu geben, auf die sie berechtigten Anspruch haben. Es handelt sich um einen Unglücksfall, der sich bei dem Versuch, eine marschierende Kolonne zu überholen, ereignet hatte. Ein Motorradfahrer suchte auf einer im ganzen nur etwa 5% Meter breiten Straße eine dreigliedrige SA.-Marschkolonne zu überholen. Infolge der ungünstigen Uebersichtsverhältnisfe konnte er nicht einwandfrei abschätzen, ob ihm auch bei dem Entlanafahren an der Kolonne genug Platz bliebe, ganz besonders, ob ihm nicht ein Kraftfahrzeug oder ein anderes Hindernis aus der entgegengesetzten Richtung auf der Fahrbahn entgegenkommen würde, was angesichts der ohnehin schmalen Fahrbahn zu einem Unglück führen mußte. Leider war dies der Fall. Aus der entgegengesetzten Richtung kam ein anderer Motoradfahrer, der von dem überholenden Fahrer zunächst nicht bemerkt wurde. Der begegnende Motorradfahrer erwies der marschierenden Kolonne den deutschen Gruß und mußte hierbei einen kurzen Augenblick die rechte Hand von der Lenkstange nehmen. Das unvermutete Entgegenkommen des überholenden Motorradfahrers überraschte den Grüßenden derart, daß es zu einem Zusammenstoß kam, wobei der grüßende Fahrer so schwere Verletzungen erlitt, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Das Landgericht Meiningen hatte sich zunächst mit dieser Angelegenheit zu befassen und gelangte dabei zu einem freisprechenden Urteil. Im Revisionsverfahren gelangte die Sache vor den höchsten Gerichtshof, der sich auf einen anderen Standpunkt stellte. Bei der Abwägung der Frage, ob ein Verschulden des überholenden Radfahrers vorliege, kam es zu der Auffassung, daß allerdings der Raum neben der Marschkolonne an sich ausreichend gewesen wäre, um eine Ueberholung zu ermöglichen, daß aber doch die Ueberholung unter den vorliegenden Verhältnissen durchausnicht am Platze gewesen sei. Unter keinen Umständen hätte der Uederholende daraus vertrauen können, daß für ihn der Raum neben der marschierenden Kolonne ungeschmälertfürseinenVer- such der Ueberholung zur Verfügung st and, solange die Fahrbahn nicht übersichtlich vor seinen Augen stand. Unter allen Umständen mußte er damit rechnen, daß ein Fahrzeug, oder ein anderes Hindernis aus der entgegengesetzten Richtung kam, und endlich durfte er nicht übersehen, daß der etwa entgegenkommende Wegebenutzer unter gewissen Umständen n i ch t vorschriftsmäßig fuhr und er in der Lage bleiben mußte, eintretende Fehler in der Fahrweife des Entgegenkommens auszugleichen (Reichsgericht 1 D 1405—33). Gitte Bitte der Gauführung des Winterhilfswerks. Alle Volksgenossen, die die Arbeit des Winterhilfswerks photographisch festgetzalten haben, werden gebeten, diese Aufnahmen der Gauführung des Winterhilfswerks zur Verfügung zu stellen. Eine Zusammenstellung dieser Photographien wird zeigen, wie sich die Volksgemeinschaft im Jahre 1933/34 bewährt hat. Es wird der Sache dienen, wenn nach Möglichkeit Negative eingereicht werden. Die Gauführung des Winterhilfswerks dankt jetzt schon. Die Photographien sind zu senden: An die Geschäftsstelle der Gauführung des WHW., Frankfurt am Main, Taunusstraße 11. Die Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege. Das Staatspresseamt teilt mit: Nachdem die NSDAP, und ihre Organisationen in ein festes Verhältnis zum Staat gebracht worden find, hat der Reichsminister des Innern bestimmt, daß ab 1. April 1934 nur noch den Organisationen der Hitlerjugend und den dem Reichssportsührer unmittelbar unterstellten Sportvereinen Bescheinigungen über die Anerkennung als Jugendpflegevereine zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung bei der Reichsbahn ausgestellt werden dürfen. Die zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung notwendige Anerkennung erfolgt künftig ausschließlich durch die Gebietsführer der Hitlerjugend und die Bezirksbeauftragten des Reichssportführers. Die Anerkennung als Organisation, dke zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung berechtigt ist, haben die unteren Einheiten der Hitlerjugend bei dem zuständigen Gebietsführer, die Sportvereine bei dem Be- zirksbeauftragten des Reichssportführers zu beantragen. Das Nähere regeln die Jugendführer des Deutschen Reichs und der Reichssportführer. Die Fahpreisermäßigung bei Fahrten zur Schulpflege bleibt von dieser Regelung unberührt. Keine Adoptionen durch Anzeigen. Von der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda wird mitgeteilt: Nachdem bereits durch die Reichszentrale für Adoptionsvermittlung die sogenannten Adelsadvp- twnen unterbunden sind, erscheint es notwendig, aus die noch immer in großer Anzahl verö ff entrüsten Adoptionsanzeigen für Kinder hinzuweisen. Gs vereinbart sich nicht mit nationalsozialistischem (Seifte und ist im Sinne gesunder Bevölkerungspolitik durchaus unerwünscht, daß Kinder wahllos und ohne Prüfung auf Grund von Annoncen adoptiert werden. In den weitaus meisten Fällen werden die Kinder in solchen Fällen gegen einen einmaligen „Erziehungsbeitrag" angenommen. Es ift deutlich ersichtlich, daß diese Geldzuwendungen hierbei die Hauptrolle spielen. In manchen Fällen ist zunächst ein Adoptionsvermittler eingeschaltet, ber nicht nach dem Wohlergehen des Kindes fragt und es unter Umständen sogar den sogenannten E i n st e h e n dafür. Unser Verhältnis zu allem nur Möglichen dürfen wir nicht für uns selbst behalten. Zum Schreiben berufen ist der, der einen jungenhaften, natürlichen Stil zeigt. Dazu ist unermüdliches sich Heben notwendig. Durch die Chroniken, in die eifrig Einträge gemacht werden sollen, werden die Leistungen offenbar werden. Die Schulungstagung wurde beschlossen mit einer Aussprache am Nachmittag. Zum Dank für die außerordentliche Gastfreundschaft der Einwohner von Hungen wurde ein Umzug durch die Stadt veranstaltet, der feine Beendigung fand in einigen Dankesworten des Oberjungbannführers. Oberjungbann IV/13. Engelmacherinnen ausliefert. Adoptionen durch kinderlose Ehepaare sind zwar nach wie vor höchst erwünscht, jedoch nicht durch Zeitungswerbung. Alle deutschen Jugendämter sind in der Lage, Moptio- nen zu vermitteln.' Sie bieten die Gewähr, daß einerseits gesunde deutsche Kinder in Familien kommen, die zur Pflege und Erziehung geeignet und befähigt sind, daß ferner aber auch den kinderlieben Adoptiv-Eltern nur Kinder nachgewiesen werden, die einwandfrei gesund in ihrem Erbgut und ihrer Abstammung sind. Betrifft alle Zeitschristen im Gau Hessen-Nassau. Die Schriftleiter der gesamten im Gebiet des Gaues Hessen-Nassau der NSDAP, erscheinenden politischen, konfessionellen, fachlichen oder Vereins- presfe haben umgehend ein Belegexemplar ihrer Zeitschrift mit genauer Angabe des Titels der Zeitschrift, des Herausgebers und der Auflage an die Landesstelle Heffen-Naffau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 9/11, einzusenden. Diese Anordnung betrifft alle Zeitungen und Zeitschriften (außer der allgemein bekannten Tagespresse), gleichgültig, in welchen Zeitabständen sie erscheinen oder welche Auflage sie haben. gez.: Müller-Scheld, Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Ortsgruppe Gießen-Süd. Belr.: Lebensmittelsammlung. Arn Donnerstag, 8. März, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd — das find alle Straßen südlich der Bahnlinie Gießen—Fulda einschließlich der ganzen Liebigstraße und Frankfurter Straße — eine P f und sarnrnlung (Lebensrnittel) zu Gunsten des Winterhilfswerks 1933/34 statt. Alle Bewohner der Ortsgruppe werden gebeten, ihren Anteil zu dieser Sammlung beizutragen. Jede Gabe, auch die kleinste, wird zur Linderung der Not dringend benötigt und dankbar angenommen. Die Sammlung erfolgt mittels Fahrzeuge der Reichswehr und wird durch Hornisten bekannt- gegeben. Gez.: Z ö ll, stellv. Ortsgruppenwalter. Gin Beirat beim Hessischen Heimstättenamt. Durch Verordnung des Staatsministers Jung vom 21. Februar 1934 ist als die oberste Landesbehörde im Sinne des Gesetzes über die Ausschließung von Wohnsiedlungsgebieten vom 22. September 1933 die Ministerialabteilung III (Arbeit und Wirtschaft) des Staatsministeriums in ihrer Eigenschaft als Hessisches Heimstättenamt bestimmt worden. Anträge auf Erklärung eines Gebietes zu Wohnsiedlungsgebieten sind bei dieser Behörde einzureichen. Zur fachlichen Beratung des Heimstättenamts wurde ein Beirat gebildet. Er besteht aus dem Vorsitzenden (dem Leiter der Ministerialabteilung III Arbeit und Wirtschaft) und den von dem Herrn Staatsminister zu ernennenden Mitgliedern. Das Amt der Mitgliedschaft bei dem Beirat ist ein Ehrenamt. Bornotizen. — Tageskalender für Mi11woch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Tunnel". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Die Welt ohne Maske". — VfB.: 20.30 Uhr, außerordentliche Mitgliederversammlung. Das Personalamt des Hessischen Staatsministeriums gibt bekannt: Im Rahmen der Verwaltungsvereinfachung hat das Hessische Staatsministerium eine Verordnung vom 23. März 1934 nebst Ausführungsbestimmungen erlassen (Reg.-Bl. Nr. 7 vom 7. März 1934), wonach mit Wirkung vom 1. April 1934 beim Personalamt des Hessischen Staatsministeriums eine Landesmeldestelle f ü r Versorgungs- a n ro ä r t e r (LMSt.) eingerichtet wird. Damit ist die Vielheit der seitherigen etwa 40 Vormerkungsstellen mit rund 10 000 Vormerkungen beseitigt. Die Landesmeldestelle ist dem Personalamt des Hessischen Staatsministeriums angegliedert, um dadurch alle Fragen der Zivilversorgung (Anstellungsgrundsätze) in Hessen von einer Stelle aus bearbeiten zu können. Außerdem ist eine gleichmäßige Behandlung aller Fragen der Zivilversvrgung gewährleistet, und schließlich wird dadurch eine jederzeit klare Uebersicht über den Stand der Zivilversorgung in ganz Hessen ermöglicht. Das Wichtigste für die Versorgungsanwärter ist nachstehend kurz zusammengefaßt: Die Landesmeldestelle für Versorgungsanwärter befindet sich im Landtagsgebäude. Die Anschrift lautet: Hessische Landesmeldestelle für Versorgungs- anwärter, Darmstadt, Rheinstraße 10. Die Zuständigkeit erstreckt sich auf die den Versorgungsanwärtern vorbehaltenen Beamten- und Angestelltenstellen des Landes, der hessischen Gemeinden, Krankenkassen, Genossenschaften der Unfallversicherung und sonstigen Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die Bewerberlisten und -akten der bis 31. März 1934 vorgemerkten Versorgungsanwärter werden von der Landesmeldestelle ab 1. April 1934 von den vorgenannten Vormerkungsbehörden unverändert übernommen. Versorgungsanwärter, die bereits vor dem 1. April 1934 vorgemerkt sind, haben auf Grund der Verordnung zur Zeit nichts zu veranlassen. Gesuche von Versorgungsanwärtern sind ab 1. April 1934 mit den vorgeschriebenen Unterlagen — AusdemStadttheaterbUreau. Morgen, Donnerstag, abend, Deutsche Bühne, Reihe 1, Trauerspiel „Julius Cäsar" von Shakespeare. (Siehe heutige Anzeige.) — DerVerkehrsverein undderHaus- besitzerverein veranstalten am Freitag im Cafä Leib einen Vortragsabend. Major a. D. So- t) i n g (Auerbach i. H.) spricht über bas Thema „Die negativen elektrischen Erdstrahlen und ihre Einwirkung auf Öen menschlichen, tierischen und pflanzlichen Organismus". (Siehe heutige Anzeige!) * ** Schulperfonalie. Wie das Personalamt des Hessischen Staatsministeriums bekanntgibt, wurde der Rektor Paul N e b e I i n g zu Gießen mit sofortiger Wirkung mit der kommissarischen ehrenamtlichen Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Kreisschulrats beim Kreisschulamt in Büdingen unter Verleihung der Amtsbezeichnung „Schulrat" für die Dauer dieser Tätigkeit beauftragt. ** Geburtstag. Der Fuhrmann Ludwig Euler, Bleichstraße 20, begeht morgen, Donnerstag, 8. März, feinen 72. Geburtstag in voller Gesundheit. ** Sammlungen für das Jugend- herbergswerk. Das Hessische Staatsministerium hat dem Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda und Südhessen des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen die Erlaubnis zur Veranstaltung von Haussammlungen in der Zeit vom 21. bis 27. April und einer Straßensammlung am 21. und 22. April im Gebiete Hessens erteilt. ** Das Fundsachen-Verzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Februar gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. . ** D i e Seminare für Turnlehrerinnen an der Frauenarbeitsschule in Mainz und an der Alice-Eleonorenschule in Darmstadt werden mit Ablauf des Schuljahres aufgehoben. Die Ausbildung von Turnlehrerinnen findet von Ostern 1934. an nur noch im Seminar der Aliceschule Gießen statt, da nur dort in Verbindung mit her Landesuniversität eine ausreichende theoretische und praktische Ausbildung gewährleistet ist. ** M i t der Hand in die Kreissäge gekommen. Gestern kam der 41 Jahre alte Schreiner Georg Iochum, Hitlerwall 7 wohnhaft, bet der Arbeit mit der rechten Hand in eine Kreissäge. Der bedauernswerte Mann mußte in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden. **Die Altersvereinigung 1869/1919 beging am vergangenen Samstagabend — wie man uns berichtet — im Saale des Prinz Carl bet Alterskollegen Beuchert die gemeinsame Feier ihres 65. Geburtstages. Der 1. Vorsitzende, Photographenmeister Chr. Zimmer, gab in der Begrüßungsansprache seiner Freude Ausdruck über den zahlreichen Besuch, hieß vor allem das Ehrenmitglied sämtlicher Altersoereinigungen, den Lokal- dichter L. Frech, sowie das „jüngste" Mitglied der Vereinigung, Pfarrer Müller, herzlich willkommen und endete mit einem begeisterten Sieg-Heil auf den Herrn Reichspräsidenten und den Herrn Reichskanzler, dem sich das Deutschlandlied anschloß. In der nach dem Abendessen anschließenden Hauptversammlung erstatteten der Schriftführer C. F a - ber den Jahresbericht und der Rechner Chr. Georg die Rechnungsablage. Der günstige Kasse- bestand gestattete es, daß dem Winterhilfswerk 50 Mark übermittelt werden konnten. Der seitherige Vorstand wurde einstimmig auf weitere 5 Jahre wiedergewählt und der Jahresbeitrag auf 2 Mark festgesetzt. Während des geselligen Teils, der durch Mustkvvrträge und Vorführungen auf dem Gebiete der Magie eine angenehme Abwechslung fand, hielt Pfarrer Müller eine tiefdurchdachte, mit lebhaftem Beifall aufgenommene Ansprache, die mit einem Hoch auf das Vaterland schloß. Auch eine von Alterskollegen Val. Frey mit feinem Humor gewürzte Rede, die ebenfalls einen stark nationalen Einschlag hatte und mit einem Sieg-Heil auf unseren Volkskanzler und mit dem Horst-Wessel-Lied endete, fand dankbare Aufnahme. So nahm der Abend bei Musik, Gesang und weiteren Ansprachen launigen Inhalts einen überaus schönen Verlauf, bis um die mitternächtige Stunde der Vorsitzende die Zusammenkunft mit einem Appell an die Alterskameraden schloß, nach wie vor treu zu ihrer Vereinigung zu stehen. Zu erwähnen wäre noch, daß die gemeinschaftlichen Lieder, abgesehen von denen von L. Frech, nur Alterskollegen zu Verfassern hatten. ausschließlich an die LMSt. zu richten. Es genügt nunmehr ein Bewerbungsgesuch in vierfacher Ausfertigung. Diese werden benötigt, um bei Besetzung oon Beamten- und Angestelltenstellen gleich mehreren Anstellungsbehörden Bewerbungsgesuche zustellen zu können. Die Versorgungsanwärter können sich vormerken lassen: a) unbeschränkt für alle Stellen einer Laufbahn, wenn sie bereit sind, ohne Rücksicht auf Verwendung, Art und Anstellungsbehörde jede ihnen angetragene Stelle der Laufbahn (z. B. als Kanzleiassistent) anzunehmen; b) im Staatsdienst für Stellen bestimmter Derwaltungszweige (Finanzverwal- lung, Innere Verwaltung, Justizverwaltung usw.), wenn sie sich nur dafür bewerben wollen: c) im Dienfte der Gemeinden, Krankenkassen, Genossenschaften der Unfallversicherung und sonstigen Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts für bestimmte Stellen, wenn sie nur bei bestimmten Anstellungskörperschaften angestellt werden wollen. Die Vormerkungserneuerungen (§ 29 AG.), sowie alle Mitteilungen, die von Einfluß auf die (Einberufungen sind (Paragraphen 30 und 32 AG.), sind ausschließlich an die Landesmeldestelle zu richten. Insonderheit ist jeder Wohnungswechsel, die Einberufung zur Probedienstleistung, die Anstellung auf drobe, die planmäßige Anstellung unverzüglich der LMSt. anzuzeigen. Kommen Versorgungsanwärter dieser Verpflichtung nicht nach, so können sie in der Bewerberliste gestrichen werden. Die Bestimmungen, die für die Tätigkeit der LMSt. selbst erlassen sind, zeigen, daß auf enges Zusammenarbeiten zwischen dieser Stelle und den Anstellungs- und Verwenbungsbehörden besonderes Gewicht gelegt wird. Die Schwierigkeiten des (Ein- berufungsverfahrens — gleichzeitige (Einberufung durch mehrere Behörden — werden nunmehr beseitigt, da die LMSt. den Anstellungsbehörden im Bedarfsfälle Versorgungsanwärter zuweist. Ebenso entspricht die in Hessen durchzuführende Zentralisation der Vormerkungen einem längst gehegten Wunsche der Versorgungsanwärter, denen viele unnötige Schreibarbeit erspart wird. Aus der provinzialhaupisiadt. Landesmeldesielle für Versorgungsanwärter. 0e' In beste sam Seele war He b e u N W Sem in Zu Iugen So merabl sreitvil Sie mc zur Er heil un fdjeri.J in Lied grup! Jung u zug od snnbhei Heimat Besten len bai Forma! Kamen Leist' nehmst! den Ki wie sie letzt du Hilfe gebiet überno seiner höherer Auch bi Das Jugend krjugei ganisati beteilig scharen, chöre, erfreue Ein zubildc Darr jedem seinen unter! Viel muß i lager vielen Fann gehen? Ich Glück, friedlick ersten, herzen letzte, Unb a und re Stur 8. xir öen, so einM Da, Die eg>r d ’S Apvr Nl) ’Stf) «en (bi Decke { trunker Sieh Der kl°rz wecken hinter te§ St heil. Ave Jßüfi schnell fett Brücke (Erbe,. .Von über, j rer Fi, den Fo 6in Pott \ Seekui xn si< ®'Md erschwe Junge deutsche Nation. Ratschläge, mahne an dies und das, und am gute Trum-trum I So- geht der Ccmdrfnedde Tritt im Staub auf Langer Srctfeen, mä Bvm^meln and mit JSktfen- JDcrer fchroar^ Ra *ben^off |iem irnt, es Gngl der Tod Gern roihdee Cted^eg-lrdch^et a berm Raferx • aber es muß jetzt kommen über den ohne Singen gehen, denn wir Markt in die Hauptstraße. Zu- Oer Feierabend der deutschen Jugend. Von Franz Langer, Führer des Jugendamtes der Deutschen Arbeitsfront. In der Zeit des Kampfes um die Macht hat die beste deutsche Jugend als Hitlerjugend i n d e n V e r- sammlungssälen gestanden und hat um die Seele des jungen Arbeitskameraden gerungen. Das war damals ihr Feierabend. Heute ist durch die Hitlerjugend die gesamte deutsche Jugend zum Nationalsozialismus geführt worden. Sie hat die Jugend zu einer großen Einheit zusammengefaßt. Der Dienst in dieser großen G e m e i n s ch a f t ist nach dem Willen des Führers in Zukunft der Feierabend der gesamten deutschen Jugend. _ So leben die Jungen bereits in einer großen Kameradschaft. Sie führen sich selbst und ordnen sich freiwillig den Erfordernissen der Gemeinschaft unter. Sie machen Fahrten, zelten und wandern gemeinsam zur Erholung und sie treiben Sport, um Gesundheit und Körper zu stählen. Im Streben zur deutschen Gemeinschaft pflegen sie die deutsche Kultur in Lied und Tanz. Gerne werden die Volkstanzgruppen gesehen und ihre Sprechchöre begeistern Jung und Alt. Sie sind im Musik- oder Spielmannszug oder gehen zum Sanitätskursus, um die Gesundheit ihrer Kameraden schützen zu lernen. An Heimabenden pflegen sie die Kameradschaft. Die Besten von Ihnen bekommen auf besonderen Schulen das geistige und technische Rüstzeug, um ihre Formationen führen zu können. In freiwilliger Kameradschaft erziehen sie sich zu D i s z i p l i n u n d Leistung. Die Hitlerjugend sieht eine ihrer vornehmsten Aufgaben darin, alle in der Jugend ruhenden Kräfte dem ganzen Volk dienstbar zu machen, wie sie es in unserer Zeit des Aufbaues nicht zu letzt durch weitgehende Beteiligung anderWinter- h i l f e a k t io n bewiesen hat. Als neues Aufgabengebiet hat sie die zusätzliche Berufsschulung übernommen. Hier wird der Jugendliche außerhalb seiner pflichtmähigen Ausbildung sich von selbst zu höheren beruflichen Leistungen vervollkommnen. Auch diese Arbeit wird als HJ.-Dienst angesehen. Das ist der Feierabend der heutigen deutschen Jugend. In ihrer Volksverbundenheit will die Hitlerjugend sich auch an der großen Feierabend-Organisation „Kraft durch Freude" der Aelteren beteiligen. Hier will sie durch ihre Sing- und Spiel- scharen, durch ihre Volkstanzgruppen und Sprechchöre, durch ihren Sport und durch ihre Musik erfreuen. Ein geistig und körperlich gesundes Volk heranzubilden, ist das Ziel all dieser Bestrebungen. Darum gebt der Jugend Freizeit. Gebt jedem deutschen Mädel und jedem deutschen Jungen seinen Feierabend. Seid nicht zurückhaltend, sondern unterstützt diese Arbeit. Seid nicht abweisend, sondern faßt mit an und gebt der Jugend den Weg frei. Auch heute geht es um die Zukunft der Nation. Oer erste Flschzug. Von W. K Sachse. Von Terschelling her fingert ein Leuchtfeuer herüber. Der Kutter „S 117" und eine Flottille anderer Fischdampfer umspannen im weiten Halbrund den Fanggrund, zum ersten Male nach dem Kriege! Ein grimmer Nordwest hat sich aufgemacht. Der Pott schlingert in der Dünung wie eine kranke Seekuy. Im Mannschaftslogis unter der Back walzen sich die Schlafenden unruhig in ihren Kojen. Ein schwerer Geruch liegt im Raum von geteertem Zeug, nassen Seestiefeln und Pfeifenqualm; allen erschwert er das Atmen. Das Röcheln der Schlafenden mischt sich mit dem gluckernden Wasser in den Spanten zu eigenartiger Melodie. Von der Decke herab pendelt die schwelende Lampe wie em trunkener Nachtwächter. Sieben Glasen —! Der Wachmann fällt zur Tür herein: „Hei ho,... klar zum Manöver!" Er muß von der Brücke her wecken kommen. Nachts, bei schwerem Wetter, wenn hinter jedem Schritte das Meer gähnt, ein gewagtes Stück Arbeit. Selten bleiben dabei die Knochen $ Zweimal muß der Wachmann unter die Back. Wütend flucht er ins Logis: „Kerls, wollt ihr absaufen? ... Wasser im Schiff —!" Das hilft. Schnell aus den Kojen, das Oelzeug! In der Dunkelheit tappen wir auf die Stationen. Don der Brücke herab flucht der Alte in allen Sprachen der Erde, — ein herrliches Lied! * Sturm peitscht die Wogen. In gewaltiger Dünung atmet das Meer. Wie ein Ball wird de Kutter hin und her geworfen. Die großen Bremer schlagen breitschiffs auf das Deck. Der Eimer ächz und stöhnt. Er muß in der Dünung gehalten werden, sonst schlagen die Sturzseen ihn vollen einander. Morgen der Abfahrt kann ich meinen treuen Leuten erklären, das Geld sei da, 712 Mark hätten wir in der Kasse. Und am Freitag tritt eine Gefolgschaft mit 111 Mann zum Winterlager und 111 Augenpaare schauen erwartungsvoll mich an und 111 braune Jungens marschieren hinter ihrem Spielmannszug, den sie sich vom Mund absparten. Und stolz weht über ihnen allen die rot-weiß-rote Fahne mit dem schwarzen Hakenkreuz, die Fahne der Zukunft! Drei Stunden später stehen dieselben 111 braunen Jungens vor Freudenstadts Bahnhof, leichter Schneefall setzt ein, während wir losmarschieren, durch Wasserkessel. Irgend etwas schlagt hart an meine Schulter. Etwas Dunkles, Unbestimmtes. Ich fasse au Holz... ? Mit beiden Armen umklammere ich den Balken. Eiskalt ist das Wasser jetzt im Marz. Die Kleider hindern jede Bewegung. Dumpf quirlen die Gedanken im Schädel, es ist eine Ohnmacht im Hirnkasten. Kein Ziel, kein Wohin! Ich (4)™? m die Nacht hinein. In der kalten Atmosphäre dieser Wasserschluchten leben die Töne nicht lange. Kaum geboren, verhallen sie schon wieder. Ungehorl ...! Ein Gesicht taucht neben mir auf. Dort — ich sehe es ganz deutlich. Ein Arm. — Haare ...! — Jemand faßt nach dem Holz. Wir sinken. Ist das der Tod — —? Jetzt ist das Gesicht nahe bei mir. eijm__i der Kesselbums der Wache. Auch er ainq über den Steg. Kein Wunder bei ihm, schon immer hatte er die verteufelte Neigung im Suff, (Ä unter Walser zu leben. Wir krallen UN- ester ins Holz. Im irrlichternden Feuer der Wo- qenkämme sieht der Kamerad wie ein Toter aus, aber — er lebt. Ich höre feinen keuchenden, stoßweisen Atem. Das Meer klatscht ihm mit unbarmherzig harten Schlägen ins Gesicht. Wir müssen schon lange treiben — -?- Die verkrampften Hände sind steif und ge uhllos Jim hängt nur noch mit einem Arm am ei» Stint wendet er sich in der Strömung. Manchmal höre ich noch fein stoßweises Atmen. Ich W<> wie er mich anglotzt, erschreckt, glucksend, hilfe- luckend. Welch gruselige Natürlichkeit ist doch m Lmipti Dinaen' Der Sturm reißt die Wolkenbanke faOuT ®nem9mäÄe firem9feit ift °uber den Mastern das Meer schimmert wie silberner Brokat. Mein Kamerad ist fort ...? Abgetrieben! Er hat die See geliebt, daran ging er zugrunde. Auch em Kondottiere des Levens, der in einer einzigen Stunde verschenkte, was die Reeder nur zu plun- dern vermögen: Für achtzig Mark Heuer, - em Die Ankerleinen straffen sich, der St°uerbvrd- Dormann schreit. Niemand hort ihn a f Nacht Vergeblich brüllt er seine Meldung m die N ch hinaus: „Treibanker fest!"' - Nochmals tönt das Brüllen. frfmett Der Sturm fritzt bie Störte, genug von den Wintfchen los. Eine furchtbare -ue tonation im Achterschiff —! f*r;Mnornhp Kasten Wie ein Roß bäumt sich der schlingernde x i emvor das Heck türmt in den nachtschmarzen H.m- mel hinein ffiir sind auf eine Mine gelaufen! Schwarzist die Seel Ich treibe in etnem tosenden Lager sich kennenlernen. Und es gelingt. Mit rührender Geduld leisten die Schüler fast Unmögliches, damit ihre Kameraden, die Tag für Tag am Schraubstock ober an der Drehbank stehen, auch dabei sein können. Zwanzigmal am Tage lege ichs meinen Jungen klar: „Wir brauchen Geld, Geld, immer wieder Geld". Denn keine 50 v. H. der Jungen können bezahlen. Und nun gehen sie los, auf Vater und Mutter, Schwester und Bruder, auf Tante und Onkel, und alle öffnen ihre Geldbeutel. Zwei Tage vor Abfahrt fehlen noch 200 Mark. Ich schicke meine Jungens nochmals hinaus, erteile letzt stürmen wir nur so dahin. Einige Leute blicken uns ängstlich nach, doch wenn sie in unsere lachenden Gesichter sehen, ist schnell alle Besorgnis verschwunden, und sie freuen sich mit uns. Oie Uniformen der Hitler-Jugend. — Uniformen der H I. Vorschrift und Vorbild für die Bekleidung und Ausrüstung der Hitler- Jugend, des Deutschen Jungvolks in der HI., des Bundes Deutscher Mädel in der HI. und der Jung- Mädel im BDM. in der HI. Amtlich herausgegeben von der Reichsjugendführung der NSDAP. Mit einem Geleitwort des Reichsjugendführers Baldur von Schirach. Zeichnungen von Herbert Kn ö tel d. I., von Paul Pietsch und Claus Becker. Hamburg, von Diepenbroick-Grüter und Schulz, 1933. — (1) — Der Schrift ist das folgende Geleitwort Baldur von Schirachs vorangestellt: „Die Uniform ist das Symbol der Gemeinschaft. Wer Uniform trägt, ist nicht mehr ein Einzelner, sondern die Verkörperung aller, die seines Glaubens find. Ehre die Uniform und du ehrst damit deine Kameraden und deine Idee. Unsere Uniform ist der Ausdruck eines Willens, der keine Klaffen kennt. Sie ist die Uniform der Kameradschaft." — Auf den folgenden Blättern werden genau und ausführlich in farbigen Abbildungen sämtliche Uniformen, Abzeichen und Ausrüstungsstücke der in der Hitler-Jugend vereinigten Jugendorganisationen beschrieben. Die Schrift ist als amtlich beglaubigter, zuverlässiger Wegweiser in allen Fragen der Bekleidung und Ausrüstung der HI. anzusehen; ihre Anschaffung empfiehlt sich für jeden Angehörigen der in der HI. zusammengeschlossenen Gliederungen. Trumhum l JXi holde .fchroary-JVlaid, fpar deine .AbfdTied'dhxmen, mußt dich haft dran gewöhnen- Des fcmdsfnechla Treu' roahrf furje seit und wer allicnj roo anders leit,der hält es mit den Bahnen- Trurnh-uml Sogehts tagaus, tage in bei Würfel faiel und ftarien nut aßen Kameraden - Vhns graue Raupt den Glcrienfchem Orgel i । rai nnd 1 ganzes Leben! -- Die Kälte kommt vom Herzen immer naher. Wenn sie sich erst hineingefressen haben wird ist es vorbei. Ich kann ihr nicht entweichen Gegen das fressende Ungeheuer hilft weder Schreien noch Fluchen. Sie werden auch für mich die Heuer sparen, die Herren —! Die Gedanken sind weg. Alles ist ausgelöscht. Wo bm ich? Dort was ist das? Es^stngert über die Wogenkämme, jetzt ist es weg. Sinnestäuschung. Da - dort - wieder Licht'. Wie es tastet, sucht! — Neben mir, oor nur, ganz vorn. Träume ich? ... Wen suchst du —? Ich kann nicht schreien. Die Wogen klatschen ms Gesicht und gurgeln den letzten Fluch in die Tiefe. Ich will Freudenstadt hinauf zum Kniebis. Der Schnee fallt dichter, die Leute werden winziger, rechts und links steht ein dunkle Mauer, die hohen Tannen des Schwarzwaldes. Der Schnee knirscht unter unseren Füßen, in kurzen Abständen steche ich mit dem scharfen Strahl meines Scheinwerfers ins Dunkel, hinter mir höre ich das dumpfe Stampfen meiner Leute im Schnee. Ich bleibe etwas zuruck rede mit ihnen, ermunternde Zurufe springen von Glied zu Glied, dann ist es wieder still, dumpf klatscht hin und wieder die Fahne an die Stange, irgendwo fängt einer an zu fingen, andere fallen ein, es pflanzt sich fort, das Schneestampfen wird gleich- mäßiger, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie man es sonst nie erleben kann, schließt alle zusammen. Eine eigentümliche Stimmung kommt auf: »Wir schreiten durch tiefdunkle, schweigende Nacht! Am nächsten Morgen wickle ich mich aus meinen Decken. Ich trete vors Haus. Silbern und mondlichtübergossen liegt die Schwarzwaldlandschaft da. Totenstille. Verschwommen heben sich die Umrisse der dunklen Tannen vom weißen Hintergründe ab. Der Schnee kracht. Ich gehe ins Haus zurück, wecke zwei Hornisten. Sie fahren in die Rohrstiefel, poltern die Treppe herab, vor dem Haus schmettern ie ihren Morgenruf in die frischklare Luft Sie etzen ihre Instrumente ab, im Haus wird s lebendig. Betten und Schlafräume werden gerichtet. Um 6.45 Uhr, als es langsam tagt und der erste rote Schimmer hinter den Bergen auftaucht, steht eine Gefolgschaft Stuttgarter Hitler-Jungen, Schüler und Jungarbeiter im gleichen Glied, vor einem Häuschen auf dem Kniebis, kurze Kommandos erschallen, Hacken knallen zusammen, die Scharführer machen Meldung. Ich schaue nach, ob alles stimmt, gehe ins Haus, kontrolliere Bett und Schlafraum. Wenn alles in Ordnung ist, gehts zum Kaffee. Am gleichen Vormittag stampft eine Gefolgschaft Hitler-Jungen durch tiefen Schnee der Zuflucht zu. Die warme Sonne scheint grell auf das weihe Schneefeld, das Auge wird geblendet. Don den vereinzelten Tannen rutscht mit leisem Knisteru der Schnee, im Südwesten find tiefe Täler sichtbar. Weit, weit in der tiefen Bläue des Himmels heben sich so leis wie ein Hauch die Schweizer Berge ab. Und wir stapfen weiter durch den tiefen Schnee, die Gesichter meiner Jungen haben hier oben einen ganz anderen Ausdruck, viel kindlicher und lebensfroher als in der Großstadt. Die Augen glänzen, und die Wangen röten sich. Ich lasse halten und wegtreten. Eine tolle Schneeballschlacht entwickelt sich, alles atmet Lebensmut und Freude hier oben. Am Abend. Die Scharführer halten Scharabende ab. Es ist ganz anders als in der Stadt. Wenn man mit den Leuten den ganzen Tag beieinander ist, lernt man sie kennen. Eine Schar macht tolle Lagerfpiele, alles schreit und lacht und freut sich und doch herrscht stramme Ordnung. Ein Wort des Scharführers — und jeder ist ruhig und steht an seinem Platz. Ein anderer Scharführer treibt theo- retifchen Volkssport, den er am nächsten Morgen in die Praxis umsetzen will. Die dritte Schar hat was ganz Pfundiges. In Stuttgart hatten wir einen österreichischen Flüchtling kennengelernt, einen armen Teufel. Nachdem jeder einmal in seinen Geldbeutel gelangt hatte, konnten wir ihn mit- nehmen. Und nun steht er unter den Jungen, und erzählt von seinen Kameraden in Oesterreich und von ihrem Kampf um die Rückkehr zu Deutschland. Totenstille herrscht im Raum, man hätte eine Nadel zu Boden fallen Horen, wenn er von Oesterreichs HI. und SA. berichtet. Die Augen der Buben glänzen, schwer stützen sie die Kopfe auf die Ellenbogen und lauschen der Kunde vom deutschen Brudervolk. Nach dem Scharabend kommt einer zu mir, halb verschämt und doch mit heimlicher Freude im Gesicht und sagt: „Wir haben gesammelt für die Oesterreicher, 3 Mark, wir haben ja selber nicht viel, aber jeder hat ein paar Pfennige geben können." Nun weiß ich: „Jetzt begreifen meine Jungen den Sozialismus der Tat." winken, steif find die Arme ums Holz gepreßt. Das Licht ist weg--?! Der letzte Hoffnungsschimmer ist erloschen. Da — — jetzt bin ich mitten drin in diesem wärmenden Weiß einer fernen Sonne. Das ist das Leben! — Wie es blendet! Ich schließe die Augen, öffne wieder. Das Licht ist noch da. Eine Sirene — Rufe? — Ich sacke weg! Ein Tender hat uns aufgefischt. Den toten Kameraden und mich. Das war alles, was vom Eimer übrig blieb, was wir mit heimbringen werden, vom ersten großen Fischzug nach dem Kriege. Der Reeder wird glotzen, wenn wir so nackt nach Hause kommen. Die See ist ruhig, ich höre den Wind über den Wellen fingen. Wenn wir einlaufen warten Lazarett- und Leichenwagen an der Pier. „Hei ho Kamerad, wir steuern die Küste an —1" Mädels packen. „Haben Sie einen riesengroßen Karton, den Sie uns stiften können?" So stehen ein paar frische, luftige Mädel im Laden und fragen. Und bald darauf kommen mir auch glückstrahlend mit einem „riesengroßen" Karton wieder heraus. An allen vier Ecken angefaßt, und im Laufschritt geht es die Straße hinunter bis zum Heim, wo wir die gesammelten Sachen verpacken wollen. Hier wird schon gearbeitet. Mit sachkundigen Blicken prüfen einige Mädels alle Kleidungsstücke, die abgeliefert sind. Allmählich stellen sich noch mehr Mädel ein, einige liefern noch Sachen ab, andere haben Packpapier und Band „organisiert", sie wollen uns nun auch beim Einpacken helfen. Ganz unten in den Karton legen wir das dicke Winterzeug, Mäntel, Jacken und Kleider. Nun wird ein Stück Papier darüber gedeckt und all die Schuhe erst einmal verpackt. Wieviel feine Sachen sind da zusammen gekommen! Obenauf legen wir nun das Sommerzeug, Wäsche und Strümpfe. So, nun ist alles verpackt, was wir gehabt haben, aber der Karton ist noch nicht voll. Es dauert aber gar nicht lange, da tragen schon einige unter fröhlichem Lachen noch einen großen Wäschekorb voll Bekleidungsstücken herbei. „Oh wie niedlich"! und haste nicht gesehen — sitzt der kleine Tirolerhut Trudi auf dem Kops. Ein anderes Mädel stolziert mit würdevoller Miene in Großmutters Unterrock : einher. Aber nun wird Schluß gemacht mit dem । Unsinn, denn jetzt kommt das schwierigste Werk: : das Paket verpacken und verschnüren! Aber auch Eine Gefolgschaft im Winterlager. Viel Arbeit gibt es, bis wir so weit sind. Zuerst muß ich meinen Jungen erklären, was ein Winterlager überhaupt ist. Und dann kommen die vielen, vielen Fragen: „Soll man Schier mitnehmen?" „Kann man am Sonntagmorgen in die Kirche gehen?" „Erkältet man sich auch nicht?" Ich gebe jedem geduldig Antwort. Es ist em Glück, daß ich Ferien habe. Morgens, wenn ich friedlich in Morpheus Armen liege, kommen die ersten, und jeder hat etwas anderes auf dem Herzen: der erste hat keine Schuhe und Geld. Der letzte, der um 23 Uhr erscheint, hat keine Hosen. Und alle, alle wollen wir doch mitnehmen, arm und reich, damit sie bei gleicher Kost, auf gleichem diese Arbeit wird mit Hilfe des wundervollen „organisierten" Bindfadens schnell beendet. Wie wollen wir aber jetzt das schwere Paket ortbringen? „Lotti und Sigrid, Ihr holt mal schnell einen Ziehwagen, dann fahren wir es erst einmal zu uns, und morgen geht es dann zur Bahn." Mit Jndianergeheul wurde der Vorschlag angenommen. Es dauerte gar nicht lange, da kamen die zwei mit dem Wagen schon angeklappert. Mit Hilfe aller Mädel wird das Paket nun auf den Wagen geladen. Zwei Mädel spannen sich davor, zwei schie- ben nach, einige halten das Paket fest, und die übrigen gehen nebenher, alle mit einer Pappschachtel bewaffnet. So geht die Fahrt nun los. Eine will schon anstimmen „Hoch auf dem gelben Wagen", da meint ein anderes Mädel, dazu paßte doch besser „Hab mein Wagen vollgeladen" ... Besuch des Gauleiters in der Gauführerschule. Lpd. Frankfurt, 6. März. Der Gauleiter besuchte am Montagnachmittag im Anschluß an die Brotausgabe des Winterhilfswerks in Frankfurt- Niederrad die G a u f ü h r e r f ch u l e. An die angetretene Belegschaft der Führerschule richtete der Gauleiter in Gegenwart des Schulungsleiters Professor Werner einige Begrüßungsworte und verwies die politischen Leiter bzw. Anwärter auf den besonderen Ernst ihrer Aufgabe. Der Gauschulungsleiter stellte die Parteigenossen einzeln vor, und der Gauleiter begrüßte jeden einzelnen durch Händedruck, wobei sich zeigte, daß der größte Teil der aus dem ganzen Gau zusammengezogenen Belegschaft der Führerschule aus alten Bekannten des Gauleiters bestand. Lauernkundgebung in Friedberg. LPD. Frankfurt a. M., 6. März. Die Pressestelle des Reichsnährstandes, Landesbauernschaft Hessen-Nassau, teilt mit: Am heutigen Nachmittag fand in der Reithalle zu Friedberg eine von mehr als 2000 Bauern des Kreises Friedberg besuchte Bauernkundgebung statt. Die Stadt Friedberg hatte es sich nicht nehmen lassen, die Bauern durch eine am Bahnhof errichtete Ehrenpforte und reichen Flaggenschmuck zu begrüßen. Als Hauptredner der Tagung sprach der Landesbauernführer Dr. Wagner über die neuen deutschen Agrargesetze. Die in diesen Gesetzen für das Bauerntum getroffenen Maßnahmen entsprängen wahrhaft nationalsozialistischem Geist. Wenn sie auf der einen Seite dem Bauern zur Erfüllung feiner Aufgaben, Nähr st and und Blutquelle des Volkes zu sein, besondere Rechte einräumten, so übernehme der Bauer damit anderseits die Verpflichtung, die Nahrungsfreiheit unseres Volkes für alle Zeiten sicherzustellen und einen gesunden Nachwuchs für unsere Nation zu gewährleisten. Am Aufbau des neuen Reiches habe der Bauer in hervorragender Weise mitzuwirken durch treue Pflichterfüllung. Vor den gefallenen Helden des Weltkrieges und der deutschen Revolution müßte er sein Leben verantworten: es habe daher unter dem Leitsatz zu stehen: „Deutschland und nichts als Deutschland!" Die von Musikvorträgen der Friedberger SA.- Kapelle umrahmte Veranstaltung war ein gewaltiges Bekenntnis des Bauerntums zur Ideenwelt des Nationalsozialismus, und der Beifall am Schluß der Rede des Landesbauernführers bewies, daß die Bauernschaft des Kreises Friedberg ihre Aufgabe im neuen Staat erkannt und erfaßt hat. pg. Nebeling spricht in Wieseck. X W i e s e ck, 6. März. Im großen Saal des Parteilokals Braun veranstaltete gestern abend die Ortsgruppe der NSDAP, für alle ihre Organisationen einen äußerst gut besuchten Schulungsabend. Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Karl Euler begrüßte die Versammlung und erteilte sofort dem Redner des Abends, Rektor N e b e l i n g - Gießen, das Wort. Dieser kam in etwa zweistündiger Rede ausführlich auf alle wichtigen Gebiete der Innen- und Außenpolitik zu sprechen und setzte an die Spitze seines Vortrages das Wort: „Nicht die Politik verdirbt den Charakter, sondern die verdorbenen Charaktere haben die Politik ebenfalls verdorben!" Auch unsere Frauen sollen sich mit Politik befassen, soweit es für sie nötig ist. Nur das Wohl des Ganzen kann einziger Zweck des Staates sein, niemals darf der Staat Selbstzweck sein, wie er es in den vergangenen Jahren war. Revolutionen' sind nur dann berechtigt, wenn man an ihre Stelle etwas besseres zu setzen weiß. Die Vorausschau für Jahrzehnte ist nötig, soll eine gedeihliche Politik betrieben werden. Die Frage nach Zweckmäßigkeit muß ausschlaggebend für eine gute Politik sein. Die Staatsmänner der Vergangenheit verdienten nicht diesen Namen. Und wie haben sie den Nationalsozialismus beurteilt! Nie sind Ihre Voraussagungen eingetroffen. Sie mußten verschwinden, weil ihre Maßnahmen von einem Mißerfolg zum andern führten (vgl. Notverordnungen!). Hitler will den Staat nicht auf brutale Macht, sondern auf das Vertrauen des ganzen Volkes gründen. Vom 30. Januar bis zum 5. März wollte Hitler viele gewinnen. Nach dem 5. März mußte der Kampf weiter gehen. All das äußere, Uniformen, Fackelzüge und Fahnen find nötige Mittel zum Zweck, Menschen zu gewinnen. Am 1. Mai wurde die Welt vor eine neue Tatsache gestellt: Sie sah den Nationalist und Sozialist in einer Person vereinigt. Und alle Stände, Konfessionen, Stadt und Land hatten sich in einem Willen gesunden. Verschiedene Gesetze des neuen Staates wurden noch nicht von weiten Kreisen des Volkes verstanden. Erbhofgesetz, Gesetz zur Vergütung erbkranken Nachwuchses und das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Doch sie waren nötig zur Sicherung der Zukunft des Volkes. Spätere Generationen werden diese Tatsache einst besser beurteilen können Das Erbhofgesetz dient der Erhaltung des Bauernstandes, des wertvollsten Standes: er ist bet einzige Stand mit Geburtenüberschuß, von seiner überschüssigen Kraft leben unsere Großstädte. Die Gefahr der Erbteilung wurde vermehrt durch die Nähe der Stadt. Viele Beispiele zeigen dies, auch die Zinsknechtschaft gegenüber dem Juden. Den Unverstand vieler Volksgenossen zeigte das Anwachsen der Eheschließungen vor dem 1. Januar aus Angst vor dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Die Härten für die einzelnen müssen ertragen werden. Weiß der deutsche Arbeiter, daß Hitler auf seiner Seite steht, dann muß er auch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit anerkennen. Hier wird das absolute Führerprinzip in die Arbeit eingebaut. Alle Gesetze sind gut fundamentiert, so auch das Gesetz zur Reichsreform. Auch im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist viel erreicht worden. Der legale Weg zur Macht ging vielen zu langsam, aber er war der beste, das zeigt das schreckliche Beispiel in Oesterreich. Das Winterhilfswerk hat gewaltiges geleistet und die Vorbedingungen zum Gelingen der' Frühjahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit geschaffen. Hierauf kam Rektor N e b e l i n g noch ausführlich auf die Außenpolitik und die Lage nach Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund zu sprechen, der uns die volle Handlungsfreiheit zurückgegeben hat. Der Vertrag mit Polen, für viele eine Sensation, machte Deutschland im Osten frei. Deutschland treibt heute endlich wieder eigene Politik, und das Volk hat großes Vertrauen, da es sowohl innen- wie außenpolitisch denkbar gut geführt ist, denn wir besitzen in unserem Führer das größte staatsmännische Genie der Gegenwart. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes schloß der Ortsgruppenleiter die Versammlung. Landkreis Gießen. + Grünberg, 6. März. Die G e l d s a m m - l u n g am Sonntag des Eintopfgerichts, die diesmal von der Frauenschaft durchgeführt wurde, ergab für die Ortsgruppe Grünberg 499,50 Mark, gegenüber 476,91 Mark im Februar: es ist dies der höchste Betrag, der bisher erreicht wurde. Auf die einzelnen Orte verteilt sich der Betrag folgendermaßen: Grünberg 352,45 Mark, Stangenrod 18,80 Mk., Lauter 29,45 Mk., Weickartshain 40,40 Mk., Göbelnrod 1 29,30 Mk., Stockhausen 12,10 Mk. und Queckborn 27 Mark. — Im Beisein des Vorstandes der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr überreichte dieser Tage Kreisfeuer- wehrinsvektor Bouffier (Gießen) dem Kameraden Karl Heidt II. das Ehrenzeichen für 40- jährige Mitgliedschaft. Kreis Schotten. Mittwoch, 1.MärzB>54 Die Polizei im Dritten Mich. Eindrucksvolle Feierstunde der Gießener Polizei und der Gendarmerie des Kreiies Gießen. - . .... <•;- Die Fahnenqruppe der Polizeikameradschaft Gießen vor der $ront der Polizeisormation aus dem Landgraf-Philipp-Platz. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Anläßlich des gestrigen erstenJahrestages der Uevernahme der Staats m acht durch den Führer und Volks k an zier A d o l f H i t l e r vereinigten sich die Polizeibeamten aller Dienststellen der Polizeidirektion Gießen und die Gendarmeriebeamten des Kreises Gießen gestern nachmittag zu einer Feier, die in der Geschichte unserer Polizei und Gendarmerie an hervorragender Stelle vermerkt bleiben wird. Die Feier begann mit der Aufstellung der Polizeibeamtenschaft und der Gendarmerie des Kreises Gießen unter dem Befehl des Polizeioberinspektors Hoffmann vor dem Gebäude der Polizeidirektion auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Nachdem hie Fahne der Polizeikameradschaft in feierlicher Weise aus dem Gebäude der Polizeidirektion abgeholt und von der Fahnengruppe an die Spitze des Aufmarsches verbracht worden war, marschierte der Zug über den Landgraf-Philipp-Plntz durch die Landgrafenstraße, Hitlerwall, Walltorstraße, Kirchenplatz zu einem Festakt lm Saale des „Frankfurter Hof". Hier war an der Stirnseite des Saales in schöner Ausgestaltung inmitten von Blattpflanzen und Hakenkreuzbannern ein würdiger Platz für das Bild des Führers und für die in dieser Feierstunde zu weihende Fahne der Polizeikameradschast geschaffen worden. Mehrere Mitglieder der SA.-Reserve-Kapelle bereicherten die Feier und auch den anschließenden Kameradschaftsabend mit guter Musik. Nachdem die Polizei- und die Gendarmeriebeamtenschaft in den Saal eingerückt war, wurde der Vertreter der Gauleitung, Kreisleiter z. b. V. Pg. B u l l m a n n von der Versammlung herzlich mit dem deutschen Gruß empfangen. Darauf wurde unter den Klängen des Badenweiler Marsches die | Fuhne von der Fahnengruppe in den Saal eingebracht. Anschließend folgte die nachstehende An- | spräche von ■M tz L M 'Links im Vordergrund: Der Vertreter der Gauleitung Kreisleiter z. b. V. Pg- ®ul! nia; n bei seiner Ansprache. — Ganz rechts: Der Führer des G'eßener ^omi-radichaftsbundes de^ Polizeibeamten Kriminalpolizeimeister Hofmann. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Deutschlandlied und vom Horst-Wessel-Lied je der erste Vers gesungen. Die Gründung der Kameradschaft. Kreisleiter z. b. V. Bullmann sagte dann in seiner eindrucksvollen Rede weiter: Nunmehr erkläre ich die Fachschaft der Polizei in Gießen für aufgehoben und -erkläre gleichzeitig den Beginn eines neuen Lebens, zu dem Sie als Kameraden gehören. Sie find nun offiziell eingegliedert in die Kameradschaft der Polizei in Gießen. Seien Sie sich bewußt, daß diese Kameradschaft nur von Nationalsozialisten geführt werden kann. Es muß nicht sein, daß etwa ein Polizeioberst von Berlin hierhergeholt wird, der Ihr Führer ist Es ist aber notwendig, daß der Kameradschaftsfuhrer ein Nationalsozialist ist, der dafür sorgt, daß echter Kameradschaftsgeist unter gegenseitiger Hochachtung gleichviel welchen Ranges immer lebendig ist, damit die Kameradschaft der Polizei in Gießen und darüber hinaus in Deutschland beitragen möge zur Vollendung der deutschen Volksgemeinschaft. Volksgemeinschaft ist die Voraussetzung zum Werden des nationalsozialistischen Staates, in dem jeder deutsche Volksgenosse glücklich werden kann, wie es das Ziel unseres Führers Adolf Hitler ist. Der Führer hat gesagt: Ich will das deutsche Volk in allen seinen Schichten, Berufen und Standen glücklich machen, damit jeder deutsche Volksgenosse freudig seine Pflicht tut und sie als vollwertiges Glied der deutschen Nation tun kann, In diesem Sinne wollen auch wir hier d i e V c>l k!s - gemeinschaft bekräftigen. Die Dolks- gemeinschaft und der oberste Führer unseres Volkes Sieg-Heil! Auch hier wieder fand das dreimalige Sieg-Heil einen außerordentlich begeisterten Widerhall bet ber Versammlung. Damit fand der Festakt seinen Abschluß. Pg. B u l l m a n n mußte leider sofort den Kameradschaftskreis verlassen, da andere dringende Pflichten ihn nach auswärts riefen. Der Kameradschasisabend Kreisleiter z. b. V. Gamedner SuNann: l s ■ »WWW Heute vor einem Fahre hat Reichsstatthalter i Sprenger mit seinen getreuen Kämpfern des t Gaues Hessen-Nassau in Darmstadt mit dem roten ( Spuk für alle Zeiten ein Ende gemacht heute vor einem Jahre sind Sie, Kameraden ' von der Polizei, in den Dienst Deutschlands 1 getreten. Sie wurden abgelöst von einem Dienstverhältnis, dessen Macht Sie gar nicht kannten. Sie glaubten einer Revublik zu dienen, in Wirklichkeit dienten sie einer Clique Handlanger der Juden und einer Clique von Hochverrätern. Das soll begraben sein. Wenn Sie hier sitzen in der Uniform der Polizei, wenn Sie die Hand gehoben haben vor der Hakenkreuzfahne, dann sitzen Sie hier als Soldaten Adolf Hitlers. Und wenn in wenigen Minuten Diele Fahne geweiht wird, muß jedem von Ihnen klar fein, daß es an der Zeit ist, diesen Eid abzulegen. Wer glaubt, Adolf Hitler nicht dienen zu können, hat damit das Recht verwirkt, von dem ine Beamten 14 Jahre lang sprachen: die wohl- erworbenen Rechte der Beamtenschaft. Der deutsche Mensch, der deutsche Arbeiter, gleich ob Beamter oder nicht, kann sich nur ein wohlerworbenes Recht erkämpfen, wenn er t r e u u n ö fanatisch seinem Führer Adolf Hitler dient. ,, Vor einigen Tagen sind wir als Amtswalter von dem Stellvertreter des Führers vereidigt worden auf den Führer, Volk, Deutschland, auf die deutsche Rasse, auf das deutsche Volk. Partei und Staat ist dasselbe. Der Begriff Republik ist nichts. Republik ist etwas, was es für uns nicht gibt. Unser Staat heißt Deutschland! Unser Führer heißt Adolf Hitler; Und das, was wir anbeten, ist Deutschland! Sie sind nach der Vereidigung auf die Hakenkreuzfahne einaereiht in die Reihen Adolf Hitlers und marschieren neben SS., SA. und neben ber Reichswehr. W i r sind alle eins: PO., Reichswehr, Schupo, SS., SA., Arbeiter, Beamte, Akademiker. Jeder schaffende deutsche Mensch ist ein Soldat Adolf Hitlers! Einen Unterschied gibt es nicht' ebenso gibt es keinen Vorzug. Nun nehmen Sie in sich auf das Wort, das ich Ihnen als Beauftragter der Gauleitung schon seit August v.J. gesagt habe: Wir sind im Zeichen der Revolution! Unsere Arbeit heißt Revolution! Formen Sie sich um. Bemühen Sie sich, baß Sie sich die Gesetze bauen, die Ihrem Empfinden entsprechen, nicht als ehemalige Beamte Leuschners ober Kaiser Wilhelms. Sie sind heute Diener des deutschen Volkes. Deutschland ist die RSDAP. Adolf Hitler ist Deutschland. Deutschland ist Adolf Hitler. Ohne Adolf Hitler kein Deutschland. Ohne Deutsch- land keinen Adolf Hitler! Adolf Hitler hat Deutschland erobert! Adolf Hitler hat die Feinde Deutschlands besiegt. Adolf Hitler ist zur Zeit dabei, die ganze Welt zu besiegen insofern, als er dieser Wett eine bessere Weltanschauung entgegenträgt. So weihe ich nun diese Fahne, die Fahne nicht nur einer Fachschaft, einer gemütlichen Gruppe nicht die Fahne einer Klassenvereimgung. Das ist die K a m e r a d s ch a f t s f a h n e der deut s ch e n Dolj,ei das ist die Kamerabschafts- fahne einer Abteilung Gefolgsleute Hitlers Diese Fahne in treuen Hanben zu halten ist für Sie heiligste Verpflichtung, benn Sie tragen bie Fahne einer neuen Weltanschauung unb eines Führers, ber bie Welt besiegt hat burch Die "'deutsche Revolution, bas beutsche Volk, ber Reichspräsibent von Hinbenb u r g unb unser Führer A b o l f Hitler Sieg-Hell! Begeistert ; wurde der dreimalige Ruf von der Festversamm- t [ung ausgenommen. Anschließend wurden vom der Befehlshaber des Nach einer angemessenen Pause folgte dem Festakt ber erste Kamerabschaftsabenb ber Gießener Polizei unb ©enbarmerie. Der Führer ber Ortsgruppe Gießen bes Kamerab- schaftsbunbes Deutscher Polizeibeamten, KriminalpoUzeimeijter Hofmann richtete zunächst herzliche Worte ber Begrüßung an die Gäste unb bie Kameraben. Sobann wies er auf bie Bebeutung bes ersten Jahrestages ber beute schon Erhebung, ber beutschen Einigkeit unb Sammlung hin/ ber für bie Gießener Ortsgruppe durch ben'feierlichen Akt ber Weihe ber Kamerad- schaftssahne noch zu einer befonberen Denkwürbig- keit geworben fei. Die Fahne werde der Kameradschaft stets als Symbol der Einigkeit und der Treue zu Führer, Volk und Vaterland vorangetragen werden, und jeder solle stets mit Ehrerbietung an diesem Symbol der wiedergeborenen deutschen Krast und Einigkeit emporblicken. Hierauf berichtete der Redner über die Neugestaltung der Organisation der Polizeibeamten, teilte mit daß er von dem Führer der Gaufachschaft zum Führer der Ortsgruppe Gießen bestimmt worden fei, und betonte, daß er sich der Größe feiner Aufgabe jederzeit bewußt fein und immer bemüht bleiben werde, das in ihn gefetzte Vertrauen in vollem Umfange zu rechtfertigen. Ueber die Stärke der Ortsgruppe Gießen, bie nicht allein auf unsere Stabt beschränkt bleibt, fonbern weit barüber hinaus greift, teilte er mit; baß z u b e m Ortsgruppenbereich etwa 450 bis 500 P o - lizei - unb Senbarmeriebeamten 3 äh - l e n werben. Jrn Anschluß an einen kurzen Hinweis auf bie hohe Bebeutung ber echten Karne- rabfchaft betonte ber Rebner, bie Ortsgruppe Gießen werbe immer bestrebt fein, ein tebenbiges Glied ber großen beutfchen Volksgemeinschaft inner» halb bes Kamerabschaftsbunbes zu fein. Jeder einzelne Polizei- und Gendarmeriebeamte müsse sich stets vor Augen halten, daß er als deutscher Volksgenosse in den anderen Volksgenossen vor allem immer nur den deutschen Menschen und Freund sehen müsse. Es gebe heute nur eine einzige große deutsche Volksgemeinschaft, innerhalb deren alle Mitglieder der Ortsgruppe voll und ganz ihre aufdauende Kraft zum Wohle der V o l k s g e s a m t h e i t zur Verfügung zu stellen hätten. Dabei müsse das besondere Bestreben dahin gehen, besonders auch den deutschenArbeiter als Volksgenossen in ber rechten Weise zu schätzen. Der neugestaltete Kameradschaftsbund sei kein Instrument für irgendwelche Interessenpolitik, vielmehr lege die Polizei- und Gendarmerie- beamlenschafl ihre persönlichen Anliegen und Wünsche vertrauensvoll in die Hand der Staatsregierung. Die Polizei unb ©enbarmerie erstrebe bas hohe Ziel, im Rahmen ber beutschen Volksgemeinschaft vor allen deutschen Volksgenossen st e t s b e st e h e n zu können. Lebhafter Beifall ber Versammlung unterstrich die Worte des Kameradschaftsführers. Der weitere Verlauf des Kameradschaftsabends war der Erledigung interner geschäftlicher Angelegenheiten unb ber Pflege guter kameradschaftlicher Geselligkeit gewidmet. (5ruppenfüf)rer3etferle$um nationalen Reitturnier. „Das Turnier des Frankfurter Reit- und Fahrklubs hat eine ganz besondere Bedeutung. Es stellt eine Verbindung bar von Trabitionellem mit Revolutionärem, von technischem Können und mitreißendem Geist. Es führt den erfahrenen Reit- iachmann, ber in stiller, beständiger Arbeit Jahre hindurch seine Pflicht getan hat, mit feinen großen Erfahrungen zusammen mit dem begeisterten SA.- Mann, ber als Vertreter bes jungen Deutschlands in revolutionärem Schwung neue Formen sucht. Wertvolles unb Großes wirb aus einem überalterten Rahmen frei gemacht unb ber Entwicklung ber neuen Zeit angepaßt. Hanb in Hand, Bügel an Bügel reiten Turnierfachmann, SA.-Reiter und Po- lize'ireiter in die Bahn der Festhalle, um für ben durch sie vertretenen Sportgebanfen zu werben. Die breite Öffentlichkeit will für ihre Sache begeistert werden, bie heute nicht mehr von einzelnen Kreisen, fonbern von dem ganzen Volk getragen werden muß. Deshalb stehen SA. und SS. mit im Vordergrund. Es handelt sich um einen ersten Versuch, um die erste Veranstaltung in Deutschland in diesem Umfang. Wahrscheinlich fallen manche Leistungen ber jungen SA.- unb SS.-Reiter gegenüber denen ber erfahrenen Turnierreiter ab. Darauf kommt es aber keineswegs an, sondern auf ben Geist unb bas Wollen unb bie Frische, bie befruchtend mit herangetragen werden. Die SA. hat sich mit zum Träger des Turniers in der Festhalle gemacht und wird freudig und begeistert daran teilnehmen." gez. A. H. B e ck e r l e, Gruppenführer. Der z/P/z=lBagcn fährt drei neue Weltrekorde Der neue Rennwagen der „Auto-Union", die Neukonstruktion des Ingenieurs Porsche, hat seine erste große Prüfung glänzend bestanden. Seit einigen Tagen schon versuchten Hans Stuck unb Willi Walb auf der Avus, den im Besitz des Engländers T. E y ft o n befindlichen Stundenweltrekord zu brechen. Widriges Wetter, Feuchtigkeit der Strecke verhinderten diese Absicht zunächst, aber am Dienstag gelang der große Wurf. Zum ersten Male seit Führung des Stundenweltrekordes überhaupt, gelang es einem deutschen Fahrer auf einer deutschen Maschine den Rekord an sich zu reißen. Daß dies zudem noch auf einer deutschen Autorennstrecke geschah, ist besonders erfreulich. Hans Stuck fuhr den Wagen, und er hatte das Glück, eine vollkommen einwandfreie Straße vorzusinden. Dadurch konnte er die höchste Geschwindigkeit herausholen. Der erste Rekord, der fiel, waren die 100 Meilen, die in 44:31,4 Minuten mit einem Stundenmittel von 216,875 Kilometer zurückgelegt wurden. Dann kamen die 2 0 0 Kilometer in 55:16,6 Minuten mit 217,089 Stunden-Kilometer und schließlich wurde auch das große Endziel, der Stundenweltrekord erreicht. Mit 217,110 Stunden- Kilometer wurde der bisherige Rekord von 214,064 Stunden-Kilometer beträchtlich verbessert. Alle diese Weltrekorde gehörten bislang dem Engländer E y st o n, der sie vor Monatsfrist mit einelü Acht-Liter-Panhard-Wagen auf der Pariser Auto- Rennbahn von Linas-Monthlery aufstellte. Die neuen Weltrekorde Stucks werden der A. I. A. C. R. sofort zur Anerkennung zugeleitet. Irühjahrswaldlauf am 25. März. Eine Pflichtveranslaltung. Am 25. März finden im ganzen Gaugebiet Frühjahrs-Waldläufe statt. Diese Läufe sollen sich in diesem Fahre zu einer wuchtigen Kundgebung für den deutschen Sport gestalten. Die Beteiligung ist Pflicht nicht nur für die Leichtathleten, sondern auch für alle Fußball- und Handballspieler. Auch haben sich die Schiedsrichter geschlossen zu beteiligen. An diesem Tage wird Spielverbot für alle Fußball- und Handballspiele herrschen. Im Kreise Gießen des Gaues XII finden die Läufe in Gießen, Wetzlar, Flensungen-Mücke, Schotten und Alsfeld statt. Handball der Gp.-Vg. 1900 Tv. Münchholzhausen I — 1900 komb. 2:4. Am Sopntag waren 1900s Handballer mit einer kombinierten Mannschaft, in der fünf Spieler der ersten Elf mitwirkten, beim Tv. Münchholzhausen zu Gast. Die Platzmannschaft, schon immer ein achtbarer Gegner und zur Zeit Spitzenreiter in der Bezirksklasse, machte den 1900ern stark zu schaffen. Diese konnten zwar durch Herbert in Führung gehen, Münchholzhausen glich jedoch bis zur Halbzeit aus. Rach dem Seitenwechsel erzielten die Turner ein weiteres Tor. Durch einen Strafwurf von Betz wurde die Partie erneut remis gestellt. Im weiteren Kampfoerlauf konnte jedoch durch Tore von Feldmann und Betz ein 4:2-Sieg herausgeholt werden. Sportverein 1920 Heuchelheim. FE. Grohen-Bufeck I — Heuchelheim I 3:3. Die erste Mannschaft von Heuchelheim fuhr mit gemischten Gefühlen nach Großen-Buseck. Galt es doch, den schlechten Eindruck von dem Spiel gegen Leihgestern zu verwischen. Man kann aber behaupten, daß die Mannschaft den Erwartungen — unter den gegebenen Platzverhältnissen — entsprochen hat. Die Heuchelheimer führten das Spiel überlegen durch. Das Ergebnis von 3:3 verdanken die Platzbesitzer ihrem ausgezeichneten Tormann. Die zweite Mannschaft verlor gegen die gleiche von Wieseck 1:2. Die Schüler verloren in Großen- Buseck ebenfalls knapp mit 1:2 Toren. DfB. Krofdorf-Gleiberg. VfB. Krofdorf-Gleiberg I — Wißmar I 2:1. Während der BfB. Krofdorf-Gleiberg zu diesem Freundschaftsspiel mit zwei Mann Ersatz antrat, stellte Wißmar seine komplette Mannschaft ins Feld. Krofdorf-Gleiberg fand sich besser und erzielte schon in der vierten Minute den Führungstreffer. Wißmar, etwas deprimiert, verlegte sich nun mehr auf die Verteidigung. Krofdorf-Gleiberg, durch den Erfolg angefeuert, trug Angriff auf Angriff auf das Wißmarer Tor, erhöhte auch auf 2:0. Bis zur Pause verteidigt Wißmar recht geschickt, versuchte aber nach Wiederanstoß mit allen Kräften etwas Zählbares zu erreichen. Das Spiel gestaltet sich jetzt ausgeglichener. Wißmar holte ein Tor auf, aber trotz aller Bemühungen gelang es nicht, den Ausgleich zu erzielen. Der Schiedsrichter leitete gut. Die neuaufgestellte Jugend von Krofdorf-Gleiberg absolvierte am Sonntag ihr erstes Spiel und konnte ein Unentschieden von 1:1 gegen die Jugend von Leihgestern erzielen.* Allendorf (Lahn) 1 — VfV. Gießen II 3:0 (2:0). Beide Mannschaften trafen sich zu einem Freundschaftsspiel in Allendorf. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel, in dem beide Tore des öfteren in Gefahr kamen. Allendorf konnte aus einem Geplänkel heraus das erste Tor schießen, dem bald darauf das zweite folgte Mit 2:0 ging es in die Pause. Rach Wiederanstoß konnte der Gastgeber ein drittes Tor erzielen. Beide Mannschaften zeigten guten Fußball. Fußballobteilung des Tv. Kinzenbach. Kinzenbach I — Waldgirmes I 6:4 (3:1). Beide Mannschaften trafen sich am Sonntag in Kinzenbach zu einem Gesellschaftsspiel und lieferten sich einen abwechslungsreichen und spannenden Kampf. Die Platzbesitzer konnten die Partie lediglich durch das gute Spiel ihrer Läuferreihe verdient für sich entscheiden. Das Spiel selbst begann auf beiden Seiten recht nervös, und es kam erst etwas Fluß in die Aktionen, als die Platzbesitzer den ersten Erfolg erreichten. Durch zwei weitere Treffer erhöhte Kinzenbach seine Torzahl auf drei, denen kurz vor dem Wechsel die Gäste durch einen unhaltbaren Schuß ein Tor entgegensetzen konnten. Rach der Pause ließ die Platzmannschaft etwas nach, und die Gälte kamen stark auf. Nachdem dieselben ihre Mühe durch ein zweites Tor belohnt sahen, erkämpften sie schließlich auch den Ausgleich. Kinzenbach überraschte nun wieder durch forsche Angriffe und erreichte durch einen Elfmeter sein viertes Tor. Bis zum Schluß konnte die Torzahl noch auf sechs erhöht werden, während den Gästen nur noch ein Treffer gelang. Handball im Gau XII der DT. Tv. Großen-Linden I — Tv. Lang-Göns I 10:3 (5:1). Nach langer Zeit zeigte die erste Mannschaft des Tv. Großen-Linden wieder einmal eine geschlossene Leistung und schlug den Bv. Lang-Göns in einem schnellen und spannenden Spiel mit klarem Torunterschied. Die Gäste spielten keineswegs schlecht, sie hielten das Spiel jederzeit offen, nur konnte sich ihr Sturm gegen die gute Hintermannschaft des Platzbesitzers, in der besonders der Tormann hervorragte, nicht durchsetzen. OaS Sastturnen der OT.-Aiegen. Don grundlegender Bedeutung ist der jüngste Erlaß des Männerturnwarts der DT., Martin Schneider, über Gastturnen der DT.-Riegen. Demnach sind diese Gastturnen nicht mehr Sache der Turnvereine, sondern ausschließlich der Deutschen Turnerschaft selbst. Damit wird jedes Schau- und Wetturnen hervorragender Meisterturner zu einer Werbeveranstaltung für deutsches Geräteturnen überhaupt. Künftighin soll die Auswahl der Gipfelkönner für derartige Gastturnen der fachlichen Leitung der DT. vorbehalten bleiben. Zentralstelle für Grundstückswirtschast Fwd. Frankfurt a. M., 6. März. Hier ist beim Rhein-Mainischen Industrie - und Handelstag eine Zentralstelle f ü r Grund st ückswirtschaft errichtet worden, die sich insbesondere mit den Fragen des st ä d t i s ch e n Grundbesitzes beschäftigen soll. Mitglieder der Leder muß die Hausplakette bis zum 10. März erworben haben! Stelle und eines Beirates sind Vertreter der Hausund Grundbesitzerorganisationen, der Mieter, der Bodenkreditanstalten und des Bau- und Maklergewerbes aus dem Bezirk des Industrie- und Handelstages. Präsident Dr. L ü e r äußerte bei der Begrüßungsansprache die Hoffnung, daß sich mit dem Entstehen ähnlicher Stellen in anderen Bezirken eine Gesamtorganisation bilden lasse, die der Gesetzgebung und Verwaltung in Fragen der Grundstückswirtschaft beratend zur Seite stehen könne. Der Vorsitzende der Zentralstelle, JR. Dr. Schm idt-Knatz (Frankfurt a. M.), äußerte sich über die Arbeit der Institution, daß zunächst einmal die Senkung der Steuern und Hypothekenzinsen, anderseits aber auch die Hebung der Schuldnermoral und damit eine Besserung der Eingänge anzustreben sei. Wirtschaft. Wesentliche Belebung der Gesamt- wirtschastölage im Februar. Während im Monat Januar unter dem Einfluß der winterlichen Witterung und der jahreszeitlich bedingten Stille die Geschäftslage ein ruhigeres Bild bot, läßt der Februar, wie in den „Wirtschafts- Nachrichten" auf Grund von Berichten der deutschen Industrie- und Handelskammern und Wirtschasts- verbände festgestellt wird, weitere Anzeichen eines wesentlichen Anziehens der Gesamtwirtschaft erkennen. Die Vorbestellungen für das Frühjahrsgeschäft haben sich weiterhin gut ausgewirkt. Auch im Auslandgeschäft läßt sich, wenn auch nur vereinzelt, ein stärkerer Auftragseingang bemerken. Im Kohlenbergbau ist eine gewisse Aufwärtsbewegung zu verzeichnen, wenngleich die Wettbewerbsverhältnisse auf dem Weltmarkt nach wie vor scharf sind. In der Großeisenindustrie liegen weitere Anzeichen einer Belebung vor, auch das Roheisen-Jnlandgeschäft hat sich günstig entwickelt. Das Erzgeschäft ist bis auf das ober- schlesische Gebiet leicht belebt. Eine leichte Besserung ist in der Eisen- und metallverarbeitenden Industrie festzustellen. Der Automobilverkauf hat im Februar angezogen. Im Vergleich zum Januar lag auf dem Metallmarkt ein erhöhter Bedarf vor, insbesondere nach Altmetallen herrschte stärkere Nachfrage. Auch in der elektrotechnischen Industrie hat sich der Auftragseingang gebessert. Verstärkten Umsatz zeigt bie chemische Industrie an. In der Textilindustrie sind die Umsätze zufriedenstellend, insbesondere melden die Tuchfabriken lebhafte Tätigkeit. Die Konfektion ist voll beschäftigt. Die günstige Entwicklung auf dem Holzmarkt hat weiter angehalten, besonders in der Bauholzproduktion. Mit einem weiteren Anziehen wird gerechnet, wenn der Baumarkt bei fortschreitendem Frühjahrswetter auf der ganzen Linie in Bewegung gerät. Die Nahrungsmittelindustrie lag ruhig, das Getreideangebot war ausreichend. * Ilse Bergbau A G., Grube Ilse. In der Aufsichtsratssitzung der Ilse Bergbau AG., Grube Ilse, wurde beschlossen, der auf den 11. April einzuberufenden ordentlichen Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von wieder 6 v. H. auf die Stammaktien und Genußscheine oorzuschlagen. Frankfurter Börse. Mittagsbörse: im verlaufe schwächer. Frankfurt a. M., 6. März. Die Börse eröffnete sowohl am Aktien-, als auch am Renten- marft in überwiegend fester Grundtendenz. Das Geschäft hielt sich zwar meist nur in bescheidenen Rahmen doch genügten die wenigen Aufträge, um allgemein Kursbesserungen bis zu durchschnittlich 1 v. H. hervorzurufen. Die aus der Wirtschaft vorliegenden anregenden Momente, außerdem die Zuversicht auf die Leipziger Messe, wurden beachtet. Speziell bestand weiteres Interesse für Laurahütte, die bei lebhaftem Geschäft um 1,75 v. H. auf 36,75 vom Hundert anzogen und damit innerhalb weniger Tage einen Kursgewinn von über 10 v. H. verbuchten. Die übrigen Montanwerte lagen nicht ganz einheitlich: während sich Gelsenkirchen um 0,50 v. H., Klöckner und Stahlverein um je 0,25 v. H. und Otavi Minen um 1 Mark befestigten, verloren Kali Aschersleben 0,50 v. H., Buderus, Mannesmann und Rheinstahl je 0,25 v. H. Farbenindustrie waren lebhafter und gewannen 0,90, wobei die Mitteilung über einen günstigen Stickstoffabsatz anregte. Daneben lagen Deutsche Erdöl um 1,65, Rütgerswerke um 1,25 v. H. höher, anderseits gaben Scheidean- ftalt 0,50 und Th. Goldschmidt 0,90 v. H. nach. Der Elektromarkt lag durchweg freundlich, AEG. befestigten sich um 1,13, Elektr. Lieferungen und Lah- meyer um je 1, Schuckert um 0,50, v. H. Siemens lagen gut behauptet. Kunstseidenwerte erneut anziehend, AKU. plus 0,65, Bemberg plus 1,25 v. H. Auch Schiffahrtswerte tagen bis 0,50 v. H. höher. Im einzelnen eröffneten Reichsbankanteile 0,50, Deutsche Linoleum 0,75 und L. Tietz 0,65 v. H. niedriger, dagegen gewannen Daimler 1, Zellstoff Aschaffenburg 1,25 und Zellstoff, Waldhof 0,40 v. H. Am Rentenmarkt waren Alt- und Neubesitz bis 0,13 freundlicher, letztere hatten lebhafteres Geschäft und zogen später bis auf 19,72,50 nach 19,55 v. H. an. Späte Reichsschuldbuchforderungen (94,25) und Reichsmark-Anleihen lagen ruhig, aber gut behauptet. Im Verlaufe neigte die Tendenz überwiegend zur Schwäche. Der starke Rückgang der Reichsbankanteile von 171 auf 167 v. H. verstimmte und hat die Realisationsneigung der Kulisse eher verstärkt. Die durchschnittlichen Rückgänge betrugen etwa 1 v. H. Darüber hinuus verloren Mannesmann 1,25, Zellstoff Waldhof 1,25 v. H. AKU gaben zunächst 1,13 v. H. nach, waren aber gegen Börfen- fchluß wieder etwas erholt. Fester lagen jedoch ManSfelder Bergbau 39.25 bis 39,75 v. H. (plus 1,50 v. H.), ferner Gebr. Junghans, 43,50 nach 39,25 v. H. Am Kaffamarkt war das Geschäft relativ lebhaft, die Veränderungen nach beiden Seiten betrugen etwa 1 bis 2 v. H. Fester lagen u. a. Klein, Schanzlin 65 (plus 3 v. H.). Faber & Schleicher 54 (plus 2 v. H.), ferner kamen nach Pause 3ur- Notiz: Hilgers Verzinkerei 43,65 (zuletzt 36), Cha- motte Anna 60 (54). Weiter gesucht waren Bad Salzschlirf, die mit 15 nach zuletzt 12,50 v. H. ge- I sucht waren. Niedriger notierten u. a.: Mainzer Brauerei 62 (64), ferner gaben Großbankaktien bis 0,50 v. H. nach. Für Voigt & Häffner soll morgen auf der Basis von 10 bis 12 v. H. (zuletzt 20,75 v. H.) eine Notiz versucht werden. Auch am Rentenmarkt bröckelten die Kurse bei stiller werdendem Geschäft bis 0,25 v. H. ab, später zeigte sich aber erneut Interesse. Die Bewegung war im einzelnen bei Altbesitz 96,25 bis 96,50 bis 96,13 bis 96,50, bei Neubesitz 19,60 bis 19,72,50 bis 19,65 bis 19,70. Staats- und Länderanleihen lagen weiter ruhig, Stadtanleihen uneinheitlich bei Abweichungen bis 0,50 d. H. nach beiden Seiten. Goldpfandbriefe bröckelten zum Teil bis 0,50 v. H. ab, auch einzelne Liquidationspiandbriefe gaben etwas nach, während Kommunal-Obligationen gut behauptet blieben. Von fremden Werten lagen Rumänen weiter etwas fester. , , , Tagesgeld war weiterhin erleichtert und 4 v. H. nach 4,25 v. H. Abendbörse: etwas erholt. Die Abendbörse war nach dem Rückschlag im Mittagsverkehr wieder etwas freundlicher und zeigte gegen den Berliner Schluß überwiegend leicht erholte Kurse. Der Bericht der Reichsbank und vor allem die nochmalige Ausschüttung von 12 v. H. Dividende machten einen guten Eindruck, ebenso wie eine ganze Anzahl anderer günstiger Wirtschaftsnachrichten. Infolge des nur kleinen Ordereinganges nahm aber das Geschäft keinen nennenswerten Umfang an. Etwas lebhafter lagen lediglich Daimler Motoren mit plus 0,40 v. H. und Farbeninduftrie mit plus 0,65 v.H. Im Verlaufe bleib es still, und auch die Kursveränderungen hielten sich in engen Grenzen. Farbenindustrie bröckelten geringfügig ab, ebenso lagen die meisten Montanaktien sowie Kunstseidenwerte etwas niedriger. Harpener Bergbau waren allerdings später 1 v. H. erholt. Reichsbankanteile konnten sich nur mäßig erhöhen. Von Auslandsaktien waren Chade gefragt und 1,50 Mark fester. Der Rentenmarkt wies ebenfalls nur kleine Umsatztätigkeit auf, die Kurse waren jedoch gut behauptet. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,70 bis 19,72, Altbesitzanleihe 96,40 bis 96,50, Reichsbank 167,25, Gelsenkirchen 66, Harpener 96,50 bis 97,50, Mannesmann 70,25, Rheinstahl 91,50, Laurahütte 35, Stahlverein 44,40, Aku etwa 60,50 bis 61, AEG. 31,65, Bemberg 58,75, Chade 169,50, Daimler 54,25, Scheideanstalt 184,50, JG.-Farben 134,65 bis 134,50, Gesfürel 102, Metallgesellschaft 85,50 bis 85,75, Schuckert 104,50, Siemens 149, AG. für Verkehrswesen 71, Reichsbahn-VA. 112,25, Norddeutscher Lloyd 35. Hindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rindernutzviehmarkt in Gießen standen 732 Stück Großvieh, 146 Fresser und 176 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 330 bis 470 Mark, 2. Qualität 190 bis 240 Mark, 3. Qualität 120 bis 160 Mark: Schlachtkühe a) 120 bis 250 Mark, b) 60 bis 110 Mark; Rinder, Vi-- bis Xjährig 60 bis 100 Mark, bis 2jährig 80 bis 160 Mark, tragend 180 bis 330 Mark: Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 28 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf mittelmäßig, gute Milchkühe gesucht. Mannheimer Biehrnarll Mannheim, 6. März. Auftrieb: 150 Ochsen, 109 Bullen, 366 Kühe, 269 Färsen, 816 Kälber, 50 Schafe und 1903 Schweine. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen: a) 29 bis 32, b) 23 bis 26, c) 25 bis 29; Bullen: a) 28 bis 30, b) 25 bis 27, c) 23 bis 24; Kühe: a) 25 bis 27, b) 21 bis 24, c) 17 bis 20, d) 12 bis 15; Färsen: a) 30 bis 33, b) 26 bis 29, c) 23 bis 25; Kälber: a) 43 bis 46, b) 38 bis 42; c) 35 big 37, d) 30 h:s 34; Schafe: e) 29 bis 35; Schweine: a) gestrichen, b) 49 bis 52, c) 48 bis 52, d) 46 bis 50, e) und f) gestrichen, g) Sauen 42 bis 45. — Markiverlau^: Großvieh gute Tiere lebhaft, sonst mittelmäßig, ne= räumt. Kälber lebhaft, geräumt. Schweine mittelmäßig, geräumt. Frankfurter Pserdemarkt. Frankfurt a. M., 6. März. Am gestrigen Pferdemarkt waren etwa 300 Pferde und Fohlen aufgetrieben. Der Handel setzte lebhaft ein, und bei flottem Geschäft wurden folgende Preise gezahlt: Leichte Arbeitspferde 300 bis 450 Mark, mittelschwere 450 bis 600, ungarische, norddeutsche und Hunsrücker Tiere mittlerer Qualität 600 bis 900, beste Pferde und Belgier 850 bis 1100 Mark und darüber. Schlachttiere je nach Qualität und Gewicht. Nächster Pferdemarkt am 16. April. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 6. März. Auftrieb: 555 Rinder, davon 41 Ochsen, 15 Bullen, 499 Kühe oder Färsen, ferner 290 Kälber, 824 Schweine. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen al) 28 bis 32, bl) 22 bis 25; Bullen c) 22 bis 25; Kühe a) 25 bis 29, b) 19 bis 24, c) 14 bis 18; Färsen a) 22 bis-23; Kälber b) 33 bis 40, c 26 bis 32, d) 18 bis 25; Schweine b) 47 bis 50, c) 44 bis 50, d) 43 bis 49. Schafe nicht notiert. — Marktverkauf: Rinder mäßig belebt, ausverkauft; Kälber lebhaft, geräumt; Schweine ruhig, Ueberftanb. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 o H. Lombardzinsfuß 5 o. H. Franksun a. JJ1 Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 'Datum 5-3 j 6-3- 5.3. 6-3- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 97,5 87,13 97,9 97,5 6% efjem.7% Dt. Rclchsanl. v. 1929 100 100 100,1 101 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 93,75 93,75 93,9 93,75 Auslos.-Rechten ...... 96,13 96,5 95,75 96,5 Desgl. ohne Auslos.-Rechte..... 6% ehern.8% Hess. Bvlksstaat 1929 19,5 19,705 19,4 19,7 (rück.zahlb. 102%) ........ 94 93,75 94 93,75 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold N. 12 ......... 92,5 92,5 92,25 _ 6’/.% Hesl. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Lioui........ 91,5 91,5 _ Oberhessen Provinz-Anleitze mit Auslvs.-Rechten ........... Deutsche Komm. Sammelabl. An- 92,75 92,5 — - leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 94,6 94,75 94,9 95 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank 92,65 92,5 - Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 92,5 92,5 —— —— 6‘/i% ehern. 4>/2% Franks Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 91,65 91,65 6H% ehern. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. 6% ehe in. 8% Pr. Landespfand- 92,25 92,25 — — hriefanftalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand- 94 94 94 94 briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Steuergutsch. BerrechnunaSkurS. 97,13 97,13 97.13 97,13 4% Oesterretchische Goldrente... 18,5 18,5 17,75 16,3 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente...... 1,3 6,9 6,5 1,35 6,75 86,5 1,35 6,75 6,9 1,35 6,8 6,5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913......... 6,65 8,75 6,6 9,25 5% abgest. Goldmexikaner von 99 9 — 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 6,65 6,65 — Serie l................. 6,75 6,75 — 6,65 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Miltagbörse Datum 5.3. 6-3- 5.3- 6-3. 4% desgl. Serie II ......... 6,75 6,75 6,85 6,65 5% Rumcln. vereinh. Rente v. 1903 5,4 — 5,3 5,13 4^r%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 ' ,25 7,25 — 7,4 4% Rumänische vercinh- Rente 4,4 4,5 4,3 4,3 31 *2 5 11 25 30,75 pamvurg-Amerika-Pakei ..... 0 30 30,25 29,75 30,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — 30,75 30,13 Hansa-Dampfschifs......... 0 — — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 35 35 34,9 35,5 A.G. für Bertehrswesen Akt. .. 0 72,13 71 71,5 71,25 Berliner Handelsgesellschaft .. 4 95,25 96,25 96 96 Commerz- und Privat-Bank . 0 52,5 52 52,5 52 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................ 0 66 65,5 66,5 65,5 Dresdner Bank.............. 0 67,5 67 67,5 67 Reichsbank ............... 12 >71',5 167,25 171 167,25 Ä.E.G..................... O 31,25 31,65 31,25 31,4 Bekula..................... 0 134 134 134 134 Elektr. LieferungSgefellschaft ... 6 102,5 102,5 103,75 103 Licht und Kraft ...... 6 107,5 107 107,5 106,25 Felten & Guilleaume......... O 61,5 61,75 62 61,75 Gesellfch.s.EIektr. Unternehmung 5 >02,25 102 101,9 101,5 Rheinische Elektrizität ....... 6 96,75 96,25 96,5 96 Schuckert «Co.............. 5 105 104,5 105,25 104,5 Siemens 6 Halske............ 7 151 149 151 148,5 fiabmetjei & (Jo............. 10 124 124,25 123 Buberur .................. 0 81 80,75 81/5 u0 Deutsche Erdvl .............. 4 110,25 111 110,65 110 Gelsenkirchener .............. 0 66,25 66 66,5 66,13 Harpener ............... 0 97,5 97,5 97,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 0 77,5 76,25 Ilse Bergbau ...... 6 —• 140,75 — 140,75 Ilse Bergbau Genüsse........ 8 18,5 119 119 118,75 Klöcknerwerke ............... 0 69 68,75 69 69 Mannesmann-Röbrev........ 0 72 70,25 72,13 70,4 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Minag- börse Datum 5.3. 6-3- 5.3. 6-3. Mansselder Bergbau .. ......O 37,9 39,5 38,4 39,4 Kokswerke ..... ....... 0 — 91,9 91,5 Phönix Bergbau...... ....... 0 32,75 52,75 52,65 52,65 Rheinische Braunkohlen ..... 10 204,5 203,25 204 203 Rheinstahl .... ....... 0 92,75 91,5 92,5 92,25 Bereinigte Stahlwerke. ....... 0 44,75 44,4 15,5 44,75 44,65 Otavi Minen ....... ....... 0 15,25 15 15,9 Kaliwerke Aschersleben. ....... 5 122 121,5 121 120 Kaliwerke Westeregeln . ....... 5 121,5 120 121,5 120 Kaliwerke Salzdetfurth .....7y, 152 151,5 152 152,5 I. G. Farden-Jndustrie ....... 7 134,5 134,5 >34 132 Scheideanstalt........ .......V 185,5 65 184 — Goldschmidt ......... ....... 0 64,4 65 64,25 Rütgerswerke ........ .......0 — 59,5 59,4 59,25 Metallgesellschast...... .......0 37 85,75 87,25 85 Philipp Holzmann ... Zementwerk Heidelberg .......0 77 76,75 76,4 76 ......0 94 94,5 - Jementoerf Karlstadt - - .......0 — Schultheis Payenhofer ......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg ................O £ stoss Waldhos ............ O stoss Aschaffenburg .......O auer Gas ............... 7 Daimler Motoren........... O Deutsche Linoleum...........O Orenstein & Koppel..........O Leonhard Tietz ............. O Lhade......................10 Serumulatoren-FabrS........O lonrt.flumml .............. O — — 103,75 1 103,75 61,25 61 61,4 61,5 58,5 58,75 59 59,13 55,4 54,5 54 54,75 43,75 44 42 42,75 — —— >24,5 124,4 54,5 54,25 54,4 53,9 55,75 54,25 55,9 54,75 — 71 70,75 —• 20,75 kl,9 21,13 169,5 168 —- 184,65 84,5 184,75 157 154,5 156 154,4 Gritzner.................... O| Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker.........8| 28,75 75,25 29 | 179 | 29,75 179 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. Banknoten. 5-März 6. März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie Geld Brie Helstngfor».. 5,624 47,20 10,38 5,636 47,30 10,40 5,614 47,20 10,38 5,626 47,30 10,40 'Ptoq Budape- ... Sofia ...... Holland .... Oslo....... 3,047 168,88 63,99 56,89 3,053 169,22 64,11 57,01 3,047 168,88 63,84 56,74 3,053 169,22 63,96 56,86 Kopenhagen. Stockholm... 65,68 65,82 65,48 65,62 London ..... 12,735 12,765 12,70 12,73 Buenos Aires 0,643 0,647 0,628 0,632 Neuyorl .... 2,512 2,518 2,512 2,518 Brüssel..... 58,48 58,60 58,47 58,59 Italien..... Paris ...... 21,56 21,60 21,55 21,59 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz .... 81,04 81,20 80,92 81,08 Spanien.... 34,19 34,25 34,19 34,25 Danzig..... 81,75 81,91 81,75 81,91 Japan ...... 0,753 0,755 0,752 0,754 Rio de Jan. . 0,214 0,216 0,212 0,214 Jiigoslawieu. Lissabon.... 5,664 11,60 5,676 11,62 5,664 11,57 5,676 11,59 Berlin, 6.März Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,465 2,485 Belgische Noten.................. 58,31 58,55 Dänische Noten ................. 56,49 56,71 Englische Noten ................. 12,655 12,715 Französische Noten............... 16,46 16,52 Holländische Noten............... 168,46 169,14 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 63,67 63x93 Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. gg'74 8L06 Spanische Noten................. Ungarische Note» ..............