Mittwoch, 7. MuarMH 18<. Jahrgang Nr. 52 Erstes Vlatt „ _ ..... - ___ Ä __ — Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer WM für die Mittagsnummer Sonntags und feiertags W ▲ ▲ ▲ ▲ JkA bis 8'/,Uhr des Vormittags SS mb&AWJlWWf EE5HS Y/lvIlVIlVl iVIMLVI M»« WZ General-Anzeiger für Oberhessen richten Anzeiger Siehe« v ~ Vereins- u. Tageskalender 8ran««rtÄainll686 Druck und Verlag: SrLHI'fche Untverfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 im Textteii 12 Rps. je mm Giessener Anzeiger General-Anzeiger sm Oberhessen Blutige Straßenschlacht in Paris. 29 Tote und Hunderte von Verletzten als Opfer schwerer Zusammenstöße zwischen Polizei und Mobilgarde mit kommunistischen und rechtsradikalen Demonstranten. kann. Die Kammer hat ein Schauspiel des größten die Blutlachen stellenweise breite von die der Bett n - hat. Glücklicherweise gibt es in Frankreich noch Persönlichkeiten von hoher moralischer Autorität, die beschwichtigend eingreifen können. Man muß sie sofort heranziehen. Die Rechts blätter, die dem Ministerprast- denten vorwerfen, den Bürgerkrieg zu provozieren, fordern, mehr denn je den Rücktritt der Regierung. Die Linkspresse rät ihr, fest zu bleiben, da durch die Abstimmung in der Kammer die Stärke der linksrepublikanischen Mehrheit erwiesen sei. Die Art und Weise, in der die Berta- gun g der Inter pellationsde batte erfolgt ist, bezeichnet der „Matin" als unerhört und beispielslos in der Geschichte. Das Kabinett habe der Kammer ein Vertrauensvotum entrißen, ohne ihr überhaupt eine Erklärung abzugeben. Bedeutet dies das Ende des Regimes? fragt das Blatt. Auf jeden Fall bedeute es das Ende Frangaise", der geistige Führer dieser roegung, ist wegen „Aufreizung zum Morde" ter Anklage gestellt worben. Paris, 7. Febr. (DNB. Funkspruch.) Gegen 3.30 Uhr früh teilte das Innenministerium mit, daß die Zahl der bei den nächtlichen Unruhen verletzten Personen etwa 3 0 0 betrage und die der Toten 6. Die offizielle Ziffern sind durch die Ereignisse aber l ä n g st überholt, wenn man die Behauptung der „Action Fram-mise", daß ü b e r 5 0 T o t e zu verzeichnen seien, auch mit großer Vorsicht aufnehmen muh, so dürfte folgende Angabe des „Echo de Paris" der Wirklichkeit nahekommen. Um 2 Uhr hat dieses Blatt gezählt: 20 Tote im Krankenhaus Bichat, 6 Tote im Krankenhaus Beaujon und 3 Tote, die in Privatwohnungen untergebracht waren, insgesamt 2 9. Der Innenminister betonte, daß die Vertreter der öffentlichen Gewalt über alle Wittel verfügten, um die Unruhestifter niederzuhalten, ha- vas will erfahren haben, daß eine Verstärkung der pariser Garnison beschlossen worben sei unb Verhaftungen bevorstehen. Betriebene Blätter, barunter bas „Echo be Paris" unb „L'Orbre" wollen berichten können, bah Winisterpräsibent Balabier vom präsibenten ber Republik ein Dekret habe unterzeichnen lassen, bah bem Innenminister b i e gesamte Polizeigewalt überträgt unb außerdem b i e Zensur für extrem gerichtete Blätter vorsieht. Die kommunistische „humanite" verbreitet ein Gerücht, bah Winisterpräsibent Dalabier b e n Belage- rungszu staub verhängen wolle unb an bie Bilbung einer Art Bittaturregierung mit Unter st ützung verschiebener Generale benke. Auf Grunb ber Kunbgebungen, bie bie Orbnung ernstlich gestört unb bie öffentliche Sicherheit ge- fährbet haben, verfügt ber Polizeipräfekt, bah jeber Umzug unb jebe Ansammlung auf offener Strafte verboten finb. Biese Berorbnung gilt für Paris unb bas Seine-Beparte- ment. Ber Birektor ber royalistischen „Action an den König Ludwig XVI. Um die in der Kammer vor Angst schwitzenden Politiker zu schützen, haben bie Truppen mit Maschinengewehren auf die Manifestanten geschossen. Der „Po p u 1 a i r e" triumphiert, daß der Gewaltstreich der Faschisten gescheitert sei. — Die „E r e R o u v e l l e", das Blatt Herriots, spricht von einer durch die Rechtsparteien provozierten blutigen Meuterei. — „Paris S o i r" schreibt: Man kann sich kein herzzerreißenderes Schauspiel denken, als das uns gebotene: Männer, die die Marseillaise singen und die Brust mit Kriegsorden aller Art geschmückt haben, werden von Pferden niedergetreten, Greise von der Mobilen Garde zusammengehauen. All das scheint darauf hinzudeuten, daß die Politik, die das Land in Blut taucht, nicht Bestand haben einerKammer. _ „Petit Bleu" schreibt: Auf der einen Seite das Parlament, auf der anderen Seite die Ration. Die Trennung ist vollzogen. Man soll nicht von berufsmäßigen Agitatoren sprechen. Man muß die einmütige Kundgebung und die begeisterte Zustimmung der Menge miterlebt haben, um sie verstehen zu können. Paris hat dem Parlament seinen Willen zum Ausdruck gebracht. Paris speit a u f d i e P a r t e i e n. Es will die nationale Regierung. Die radikalsozialistische „Concorde" schreibt: Jetzt handele es sich um eine Kraftprobe zwischen der republikanischen Regierung und ihrer Mehrheit und der gesamten Demokratie Frankreichs einerseits und den Elementen der Reaktion und der Opposition andererseits. Die Republik würde nicht nachgeben. Blau gegen weiß. Es wäre nicht das erstemal. — Das „Journal" berichtet, daß die Regierung nach den ersten ernsten Zusammenstößen des gestrigen Tages von einigen Kreisen ersucht worden sei, zurückzutreten, um die Beruhigung zu erleichtern. Bon anderer Seite, besonders von den Sozialisten, sei sie aber aufgefor.dert worden, am Ruder zu bleiben, um die von L6on Blum als bedroht erklärte Verfassung zu verteidigen. Daladier habe sich für das letztere entschieden, indem er eine Untersuchung wegen Anstiftung eines Komplotts eingeleitet und neue Truppenverstärkungen habe heranziehen lassen. Republikanische Verteidigung, Staatsgerichtshof, so schreibt das Blatt, man wird um dreißig Jahre zurückgeschraubt, die Geschichte beginnt von vorn. „Bewaffneter Anschlag gegen die Sicherheit des Staates." Daladier will die Unabhängigkeit des republikanischen Regimes sicherstellen. Herriol von der Wenge mißhandelt 50000 Demonstranten kämpften gegen Polizei und Mobilgarde. worden. Wie „Le Jour" berichtet, wurde H e r r i o t, als er am Dienstagabend das Kammergebäude verließ, von einer Gruppe von Manife- stanten erkannt, sofort umringt und mit Faust hieben und Fußtritten bearbeitet. Erst einige Augenblicke später konnte er von Polizeibeamten befreit werden. OieSozialisten wollen auf dem Bastilleplatz demonstrieren. Der „Populaire" veröffentlicht einen Aufruf an die MitgliederderSozialistischenPartei, sich am Donnerstag um 19 Uhr auf dem Platz ber Bastille zu einer großen Kundgebung einzufinden, gegen den „Versuch der faschistischen Reaktion, sich der Macht zu bemächtigen". Weiter kündigt das Blatt an, daß Mittwoch alles getan werde, um eine brüderliche Verständigung zwischen sämtlichen proletarischen Vereinigungen (Sozialistische Partei, Kommunistische Partei, Gewerkschaften beider Richtungen) herzustellen. Mitternacht und 1 Uhr scheinen die Straßenkundgebungen so gut wie aufgehört zu haben. Die große Menge der Demonstranten hat sich um diese Zeit nach Hause begeben. Vor dem Cafö Weber stehen zeitweise zehn Krankenwagen, die mit Verletzten abfahren und sofort zurückkommen. Dort staut sich auch der letzte Teil der Demonstranten, und aus der Menge werden erbitterte Rufe gegen verwundete Polizeibeamte laut. Berittene Republikanische Garde ist noch nach Mitternacht auf der Place de la Concorde versammelt, wo Tranportautomobile auch die verwundeten Pferde abholen, denen teilweise die Fesseln durchgeschnitten worden sind. ft e cf t worden waren, sind fast völlig ausgebrannt. Auf den Straßen und Plätzen, die den Schauplatz schärfsten Zusammenstöße bildeten, sieht man Die Polizei geht trotz der herausfordernden Haltung der Ruhestörer nur vor, wenn die Demonstranten die Polizei angreifen. Dauernd prasseln Flaschen, Steine und dicke Eisenstäbe auf die Reiter nieder, wenn sie gegen die Manifestanten anreiten. Die zahlreichen Verletzten auf beiden Seiten nehmen zu. Auf der Place de la Concorde erhielt die Polizei den Befehl, zur Einschüchterung der Menge einige Salven in die Lust abzufeuern. Mehrere Schüsse trafen das Hotel (Trillo n. Ein amerikanisches Dien st mädchen wurde in den Kopf getroffen und auf der Stelle getötet. Ein Autobus und ein Filmwagen, die auf der Place de la Concorde von der Menge in Brand ge- Außerordentliche Vollmachten für den Innenminister. Oie Liste der Opfer der Blutnacht-Ausnahmezustand und preffezensur geplant. Die Polizei beziffert dieZahlderDemon- stranten auf der Place de la Concorde mit 50 000. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß auch an vielen anderen Stellen der Stadt Ansammlungen tattgefunben haben, bekommt man einen unge- ähren Eindruck von den Massen, die geftern auf )ie Straße gezogen sind. Das polizeiliche Aufgebot war groß, hätte aber ohne bie Heranziehung rnilitär i scher Verbände niemals ausgereicht, um der Manifestanten Herr zu werden. Viele Tausende von Revolver-undMaschinengewehrschüs- s e n sind namentlich auf dem Concordienplatz ab- gegeben worden. M i t blanker Waffe ging die berittene Polizei, von Militär unterstützt, noch einmal kurz nach Mitternacht vor, um den Platz endgültig zu säubern. Die vielen, zum Teil grausigen Szenen, die sich allenthalben abspielten, wiederzugeben, würde Seiten um Seiten beanspruchen. Einige Parlamentarier, die von der Menge erkannt wurden, sind übel zugerichtet worden. Der bekannte Schokoladenfabrikant Senator Menier ist in schwerverletztem Zu- stande ins Krankenhaus eingeliefert Paris,?. Febr. (DRB.-Funkfpruch.) Paris war am Dien^tagnachmittag und -abend der Schauplatz schwerer Exzesse aus Anlaß der Straßendemonstrationen gegen Kammer und Regierung. Namentlich der Concordien-Platz, die Champs Elysees und die Umgegend von St. Madelaine waren Sammelpunkte der Demonstranten, die langsam zum Seine- Ufer vordrangen, um zum Parlamentsgebaude zu gelangen. Dabei kam es bereits zu außerordentlich ernsten Zusammenstößen mit der zu Tausenden eingesetzten Polizei und der mit Stahlhelm bewaffneten berittenen Mobilgarde. Auf dem Concordien-Platz steckten bie Demonstranten einen Autobus in B ran b. Die Fensterscheiben würben eingefdjlagen unb bie Splitter als Wurfgeschosse gegen bie Polizei verwendet Auf Champs Elysees errichteten Demonstranten, bie der Vereinigung ber ehemaligen Frontkämpfer angehören, Barrikaden aus Bän k e n unb Gittern. Sie benutzten mitgebrachte Werkzeuge um Um 23.15 Uhr hat Ministerpräsibent Dalabier ber Presse folgenbe Erklärung übergeben: „Der Aufruf zur Ruhe unb Kaltblütigkeit, ben bie Regierung heute früh in ber Presse erlassen hatte, ist von ben ehemaligen Frontkämpfern befolgt worben, bie es abgelehnt haben, sich berufsmäßigen Agitatoren anzuschUeßen. Dagegen haben gewisse Patriotenligen immer wieber zum Aufstanb gereizt unb einen Gewaltstreich gegen bas republikanische Regime versucht unb finb mit Revolvern un b Messern bewaffnet gegen bie Polizei vorgegangen. Die Republikanische Garbe und die Mobilgarde wurden überfallen. Auf feiten der Verteidiger der Ordnung wurden zahlreiche Beamte verletzt. Durch die festgestellten Namen der verhafteten Manifestanten ist ber Beweis erbracht worben, baß es sich um einen bewaffneten Anschlag gegen bie Sicherheit des । <51 a a t e s gehantelt hat. Dank der Ruhe unb Kaltblütigkeit der Hüter der Ordnung sind diese Angriffe abgeschlagen worden, und die Unruhestifter haben ihr Ziel nicht erreicht. Es sind sofort die erforderlichen Maßnahmen ergriffen worden, um jeden neuen Versuch zu unterbinden. Die Regierung ist sich ihrer Pflicht gegenüber dem Lande, der Ordnung und der Freiheit bewußt. Sie ist entschlossen, mit allen Mitteln, die ihr die Gesetze zuerkennen, die Sicherheit der Bevölkerung und die Unabhängigkeit des republikanischen Regimes sicherzustellen. Sie zählt zur Unterstützung all dieser Aufgaben auf die Mitarbeit des französischen Volkes, das, weit davon entfernt, sich vor den Ansprüchen einer Minderheit zu beugen, fest entschlossen ist, an seinen freiheitlichen Institutionen festzuhalten." Auch die Provinz in Unruhe. . Paris, 7. Febr. (DNB.) Aus der Provinz tref- , fen nach und nach Meldungen ein, die beweisen, i daß die revolutionäre Stimmung nicht auf die i Hauptstadt beschränkt bleibt, sondern das ganze t Landergriffen hat. InNantes bemonstrier- ! ten links- unb rechtsstehenbe Vereinigungen gegen > bie auf bem Marktplatz versammelte berittene Po» > lizei. Mehrere Pferde würben von der Menge, i gegen die die Polizei anritt, durch Messerstich« leuenroei e oreiie »iuhuiuch, wie vv„ „»v........... - - ' >> ~ -r. Schwerverletzten herrühren. In der Rivoli-Straße Wirrwarrs gegeben. In dem ungeheuren Lärm ist brennt eine kleine Barrikade, die aber inzwischen n i ch t em einziger Mann ^getreten der von der Polizei genommen worden ist. Zwischen die für die tragische Lage, passenden Worte gefunden „Paris speit auf die Parteien." Das erste Echo der presse. - Eine Kraftprobe zwischen Rechts und Links. ben Asphalt aufzuschlagen. Die Polizei wurde auf der g an 3 e n 11 nie zurückgedrängt. Etwa in der Mitte der Brücke machte sie eine letzte verzweifelte Anstrengung, den Demonstranten den Weg zur Kammer zu versperren. Sie sah sich dabei gezwungen, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Kurz vor 20 Uhr arteten die Tumulte in ein wahres F e ui e r g e f e d) t aus. Abgeordnete und Fußgänger fluchteten hinter die großen eisernen Gitter des Kammergebaudes, die sofort geschloffen wurden. Viele Neugierige fluchteten in das Außenministerium. Die ganze Gegend um das Kammergebäude glich einem Schlachtfeld. Die Demonstranten gingen mit Rasiermessern, Steinen und Knüppeln auf die Polizei los. Den Demonstranten gelang es gegen 21 Uhr auf der ganzen Linie d i e p o 11 z e i l i ch e A b f p e r - r u n g zurückzudrängen und dicht an bas Kammergebäube heranzukommen. Auch vor bem Rathaus ist es zwischen ben Demonstranten und der Polizei zu Zusammenstößen gekommen, wobei es auf beiden Seiten Verwundete gab. Die Demonstranten hielten vielfach Straßenbahnzuge an und zertrümmerten die Fensterscheiben. Ein ehemaliger Kriegsteilnehmer hielt vor der Menge eme Rede, in der -r sagte, wenn es den Kriegsteilnehmern nicht erlaubt fei, vor der Kammer zu demonstrieren, so würden sie sich gezwungen sehen, i n d i e W o h - nungen der Abgeordneten einzudringen. Mindestens 30 Abgeordnete verdienten auf gehängt zu werden. Die Kriegsteilnehmer hatten nichts gegen das Regime, müßten sich aber gegen die Diebe im Parlament verteidigen, für bie sie nicht fünf Jahre hätten im Schützengraben gelegen. Der Loncordienplah ein IrümmerbesÄes Schlachtfeld. Die Hauptkunbgebung auf ber Place be la Concorde flaute gegen 21.30 Uhr langsam ab. Die Place de la Concorde gleicht einem Schlachtfeld. An drei Stellen liegen die lleberrefte umgeworfener Kraftwagen. Eine Art Barrikade, die die Manifestanten aus umgeworfenen Bretterzäunen, aus- gerissenen Bäumen und anderen Gegenständen errichtet hatten. liegt" unweit der Brücke. Ab und zu siebt man einen R o t e k r e u z w a g e n mit verletzten über ben Platz fahren. Zwei herrenlose Pferbe galoppieren ohne Sattel und Zaumzeug über ben Platz, bis sie von ber Polizei eingefangen werben. Schnaubenb unb zitternd, von dem ungeheuren Lärm erregt werben bie abgehetzten Gäule abgeführt. Der Platz ist befat mit Eisenstücken, G 1 asspl111ern unb Stei - n e n, bie als Wurfgeschosse oerroanbt worben finb. Während eine wogende Blaffe von kundgedern auf dem Platz vor der Bladeleine-Kirche der Polizei zu schaffen macht, rückt von ben großen Boulevards ein neuer Zug der Front- kämpservereinigung von Paris heran Ihre Fahnen werben von der Blenge mit brausendem Beifall begrüftt. Weithin schallende Sprechchöre bringen ununterbrochen he i l - Rufe auf den abgesehten polizei- vrafekten Ehiappe aus. Ein Zug ehemaliger Frontkämpfer und Royalisten, die ersteren unter Borantragung von blauweihroten Fahnen und Plakaten, bewegt sich in ten Abendstunden die Ehamps Elysees entlang. Ein Redner erklärt auf ter Straße: „Wir wollen keine bezahltenparteien mehr! wir wollen keine Betrüger in der Kammer! Wir wollen nur ein einiges Frankreich sein, so wie wir es sein würden, wenn es zu einem Kriege gegen die „boches“ käme. Wir können uns selbst regieren: Auf zur Kammer! . Auf den großen Boulevards kam es zu Zusam- menstöften zwischen einem k o m m u n i st i - scheu Umzug und einem Umzug der Frontkämpfer. Während die Kommunisten anrückten unter dem Rufe: „EhiappeinsGe- fängnis!", gingen die enteren Demonstranten unter dem Rufe vor: „Daladier muh erschossen werbeut" „Die Rächt des Bürgerkrieges." Paris, 7. Febr. (DNB.-Funkspruch.) „Eine Nacht des Bürgerkrieges" überschreiben viele Blatter ihre Berichte über die schweren Pariser Unruhen, deren Ernst niemand verkennt und deren politische Auswirkungen noch niemand absehen kann. Die Blätter bedauern, daß Franzosen das Blut ihrer Landsleute vergossen haben. Das „Echo de Paris" schreibt: wir wünschen, daß angesichts der Verletzten und Toten die einzige Karte, die Frankreich noch in der Hand hat, ausgespielt wird: die nationale Einigung. In der 1„Victoire" ruft Gustav Heros der Regierung ein dreifaches „Mörder" zu und bemerkt: Dieser arme Daladier erinnert trotz seines eigensinnigen Kinns schwer verletzt. In Nancn durchzogen Anhänger der „Action Franchise" und der Patriotischen Ju- gendoerbände die Straßen. Auch hier wurde berittene Polizei eingesetzt und von den Demonstranten mit Waffen aller Art empfangen. Jn Boulogne- s u r - M e r veranstalteten 500 bis 600 Arbeitslose einen Strußenumzüg. Sie sangen dabei die Internationale und verlangten Arbeit oder Brot. Eick Polizeikommissar, der sich den Demonstranten entgegenstellte, wurde niedergeschlagen. (Eine Person wurde verhaftet. Selbst in Algier kam es zu Zusammenstößen zwischen patriotischen Jugendverbänden und Polizei. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Bei allen diesen Kundgebungen sind viele Verhaftungen oorgenommen worden. besser fein als überhaupt kein A b - kommen. Die liberale Opposition werde den tiefsten Stand gutheißen, auf dem eine allgemeine Vereinbarung für die Abrüstung erzielt werden könne. Die britische Denkschrift sehe ein gewisses Maß des Wiederaufrüstens für Deutschland vor. Dies sei das unvermeidliche Ergebnis des Grundsatzes der Gleichberechtigung. Ls könne von keinem Deutschen er- wartet werden, daß er für immer eine Stellung einnehme, in der die Deutschen entwaffnet seien, während alle ihre Ttachbarn bewaffnet seien. Wenn der britische Plan in all seinen Folgerungen durchgeführt werde, so würde ein weit größeres Maß der Abrüstung in den europäischen Staaten stattfinden. — Der Arbeiterabgeordnete Cook erging sich in heftigen Angriffen auf das neue Deutschland. — Der liberale Abgeordnete Mander wies auf die Absicht Oesterreichs hin, den Völkerbund anzurufen. Wenn die Angelegenheit vor den Rat komme, werde es sehr schwierig sein, Beweise zu erbringen, die jedermann befriedigten. Er schlage daher die Einsetzung eines Ausschusses zur Feststellung der Tatsachen vor. <5ir Austen Chamberlain erklärte, er habe es nie für möglich gehalten, daß von den nicht durch den Versailler Vertrag gebundenen Mächten eine Abrüstung auf den Stand der besiegten Mächte gefordert werde. Er habe niemals Deutschland das Recht auf volle Gleichheit mit den nicht vom Versailler Vertrag betroffenen Mächten zugestanden. Seiner Ansicht nach werde das englische Volk niemals bereit fein, sich zu besonderen Maßnahmen zu verpflichten unter Umständen, die man in keiner Weise voraussehen könne. Starker Beifall erhob sich, als Chamberlain erklärte, daß diese Frage mit zu wenig Wirklichkeitssinn behandelt werde. Abrüstung bedeute nicht nur Rüstungsherabsetzung, sondern nachbarliche Beziehungen zwischen den Staaten. Das deutsch-polnische Abkommen sei eine große Sache für die Welt, allerdings immer unter der Bedingung, daß es von den früheren Verpflichtungen nichts wegnehme, sondern ihnen etwas hinzufüge. Er wäre jedoch viel befriedigender gewesen, wenn Deutschland sich bemühte, dasselbe mit Oesterreich zu tun, was es mit Polen getan habe. Mit den Zugeständnissen an Deutschland sei man bereits ziemlich weit gegangen. Die Zeit sei gekommen, wo man ganz klar andeuten müsse, daß es Grenzen gebe. Chamberlain glaubte dann den Sah Sir John Simons als „gefährlich" (!) bezeichnen zu sollen, daß die deutschen Gleichberechtigungsfor- derungen nicht verweigert werden können. Er wünsche vor Abschluß der Debatte eine Erklärung dieses Satzes. Er forderte, daß Simon jede etwa dahingehende Auslegung seiner Worte, daß er die deutsche Gleichheit zur See angenommen habe oder annehmen wolle, zurückweise. Er hatte es für seine wichtig, daß Deutschland in dieser Angelegenheit keinem Mißverständnis unterliege. Ls sei sehr wichtig für den Frieden, daß der Charakter der entmilitarisierten Zone aufrecht erhalten bleibe. hier griff der Außenminister ein und erklärte, es sei nicht in den Absichten der Regierung, was irgendeine Aenderung der Lage hinsichtlich der entmilitarisierten Zone mit sich bringe. Wenn er die Bezeichnung „Rü- slungsgleichheit" benutzt habe, dann müsie das irrtümlicherweise geschehen sein. Die Bezeichnung, die er im Sinne hatte und die im Weißbuch benutzt sei, heiße „Gleichheit der Rechte in der Angelegenheit der Rüstungen". Er beabsichtige nicht, darüber hinauszugehen. Die Seerüstungen sind in § 17 des Weißbuchs als ein vollständig getrennter Gegenstand und als Gegenstand für völlig getrennte Verhandlungen dargestellt. Chamberlain erwiderte daraus, daß die Erklärung Simons seiner Ansicht nach große Folgen habe. Er halte die im Weißbuch von England aufgestellte Forderung, Deutschland solle in den Völkerbund zurückkehren, für sehr bedeutsam. Nach seiner Meinung sollte England ein Abrüstungsabkommen nicht unterzeichnen, wenn Deutschland diese Forderung nicht erfüllen wolle. Der Lord^rotzsieaelbewabrer Cden erklärte zum Abschluß der Aussprache über die österreichische Frage, Oesterreich sei im Begriff, seinen Streit mit Deutschland dem Völkerbund vorzulegen. Es gebe nichts, was die englische Regierung veranlassen könnte, sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen, aber auch Oesterreich habe das Recht, welches England voll anerkenne, zu verlangen, daß keine Einmischung in seine inneren Angelegenheiten durch irgendein anderes Land stattfinden solle. Augenblicklich wisse die englische Regierung noch nicht, wie die Beweise beschaffen sein würden, auf die die österreichische Regierung ihre Klage gegen Deutschland stützen wolle. Auf die Frage eines Sozialisten, ob die englische Regierung bereit sei, auf b en deutschen Stand abzurüsten, wenn andere Regierungen dazu bereit wären, erwiderte Eden, die Politik des englischen Vereinbarungsentwurfes gehe in gewisser Hinsicht auf den deutschen Stand herab. Denn aber der Fragesteller meine, ob die ennlische Regierung dafür sei, die englische Flotte morgen zu versenken, dann laute die Antwort: Rein! Die englische Regierung habe es stets klargemacht, daß sie eine achtmonatige Dienstzeit für die Armee mit allgemeiner Dienst- pflicht vorziebe. Aber angesichts der Stellungnahme anderer Mächte sage die englische Denkschrift nur, daß, wenn ein Abkommen über eine zwölfmonatige Dienstzeit erreicht werde, England zustimmen würde. Die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund habe nicht nur die englische Regierung gefordert, sondern auch Mussolini, der gesagt habe, das grundlegende Gegenstück zu der Annahme der deutschen Forderungen würde ein Versprechen Deutschlands sein, nach Genf zurückzukehren. Die englische Regierung sei in voller Ueber- einstimmunq mit der italienischen. Denn die englischen Vorschläge angenommen würden, könnte kein Land seine Rüstungen stark erhöhen. Aber manche würden in der Lage fein, sie stark herabzusehen. Es würde kein R ü - ftungswettreuoeu geben. Die Staaten Vertrauensvotum für das Kabinett Paris, 6. Febr. (DNB.) Die Vorstellung der französischen Regierung vor der Kammer vollzog sich am Dienstagnachmittag unter stark nervöser Spannung. Als die Regierung den Sitzungssaal betrat, wurde sie auf der Linken mit Beifall, auf der Rechten mit lärmenden Zwischenrufen empfangen. Ministerpräsident D a l a d i e r betrat sofort die Tribüne und verlas die Regierungserklärung. hierbei wurde er häufig durch Zwischenrufe von rechts unterbrochen, während die Linke mit anhaltendem Beifall antwortete. In dem lärmenden Durcheinander, das Daladier häufig zwang, mit dem Verlesen einzuhalten, kam es schließlich zu einem erregten Wortwechsel zwischen Sozialisten und Kommunisten, der in Tätlichkeiten auszuarten drohte. In dem unerhörten Lärm konnte niemand sein eigenes Wort verstehen. Einige Abgeordnete schrien: „Es lebe Chiappe!", während die Sozialisten und Kommunisten die Verhaftung des bisherigen Polizeipräfekten forderten. Rufe wie „Es lebe Sowjetrußland" wurden laut, mit Pultdeckeln wurde geklatscht, und in dem lauten Geheul und Gepfeife mußte der Kammerpräsident die Sitzung unterbrechen noch ehe der Ministerpräsident die Verlesung seiner Erklärung beendet hatte. Nach Wiederaufnahme der Sitzung konnte Daladier die Regierungserklärung beenden. Die Erklärung wurde auf der Linken mit Beifall und auf der Rechten durch nicht endende Zwischenrufe ausgenommen. Oie Regierungserklärung besagte u. a.: „(Seit einem Monat hat der Skandal, der aus einigen individuellen Schwächen entstanden ist, die Arbeit der Kammer gelähmt, die Parteien flegeneinianber gestellt, das Land demoralisiert. Wir kommen aus dieser Atmosphäre, in der man nicht atmen kann, nur heraus, wenn wir mit Mut und (Energie volle Klarheit schaffen. Abgesehen von den Fehlern, die restlos bestraft werden müssen, hat die Regierung in gewissen öffentlichen Verwaltungen eine Lockerung der Wachsamkeit und ein nachlassendes Verantwortungsgefühl festgestellt, die eine Erneuerung der Beamtenschaft erforderlich machen. Sie werden uns sagen, ob wir richtig gehandelt haben, in dem wir hie Autorität des republikanischen Staates wiederher stellten und es ablehnten, sie zugunsten unverantwortlicher Verwaltungen auseinanderfallen zu lassen. Während der Untersuchungsausschuß, der sich aus Vertretern aller Parteien zusammensetzt, für die Herstellung der ganzen Wahrheit Sorge tragen wird, muß in den Parlamenten b i e gesetzgebenbe Arbeit lieber ausgenommen werben, die durch die Parteileidenschaften gehindert wurde, die aber für das Leben des Landes unentbehrlich ist. Gegenüber dem unruhigen und zwiespältigen Europa bestätigen wir aufs neue den Friedens- und Sicherheitswillen Frankreichs, dessen gesamte Politik sich in folgende zwei Begriffe zusammenfassen läßt: Internationale Zusammenarbeit und nationale Verteidigung, Treue gegenüber dem Völkerbund und unseren erprobten Freundschaften. In dem Bewußtsein, daß Frankreich einen allzu eindeutigen Beweis seines Friedensstrebens lieferte, als daß es etwas von dem klaren Urteil der Völker zu fürchten hätte, werden wir weder aus Blindheit, noch aus Schwäche die Verantwortung dafür übernehmen, unser Land zusammen mit ganz Europa in neue Katastrophen gleiten zu lassen. Der Fried ist ein Ideal. Es genügt nicht, dieses Ideal nur zu wünschen, sondern man muß es in ehrlicher Arbeit verwirklichen. In schwierigen Zeiten haben unsere großen Vorfahren die Energie besessen, die demokratischen Methoden aufrecht zu erhalten. Heute müssen die vereinigten Republikaner ihrem Beispiel folgen, wenn sie das Gedeihen eines der wenigen freiheitlich regierten Länder, die noch in der Welt übrig, geblieben sind, sichern wollen. An Ihre Einigkeit appellieren wir im Interesse des Vaterlandes." Giurmszeueu in der Kammer. Daladier sagt der Straße den Kampf an. Nach Verlesung der Regierungserklärung gab der Kammerpräsident die Liste der Interpellationen bekannt. Der Ministerpräsident erklärte sich mit der sofortigen Behandlung der Anfragen Dom- manges, Ä)barneaarays und Franklin-Bouillons, sowie denen der Kommunistengruppe einverstanden und forderte die Vertagung aller anderen Anfragen. Zu diesem Antrag stellte Daladier die Vertrauensfrage. Die Abstimmung ergab 300 gegen 217 Stimmen für die 9tegienr g. Nach den Reden einiger Abgeordneter betonte Ministerpräsident Daladier seinen festen Entschluß, das Regime gegenüber den Kundgebungen zu schützen. Er zweifelte daran, daß diese Kundgebungen gewisser ehemaliger Kriegsteilnehmer wirklich dem Wunsch derer entsprächen, die den Krieg mitgemacht hätten. Es seien von den Verhafteten die meisten er ft nach 1900 geboren. „Ich will nicht", fo rief Daladier aus, „daß in Frankreich eine vierte Macht in Form von Straßenkundgebungen aufkommt." Schließlich schlug er eine kurze Unterbrechung der Sitzung vor, damit sich die Fraktionen über ihre Redner schlüssig werden könnten. Schon dieser Vorschlag löste heftigen Lärm aus, so daß der Präsident, nur mit Mühe die Ordnung wieder herstellen konnte. Als dann der Abg. Henri haye auf seinen Antrag auf namentliche Abstimmung über die Zulassung seiner Interpellation bestand, Daladier aber daraufhin zur Vermeidung unnötigen Zeitverlustes beantragte, die Behandlung sämtlicher Interpellationen zu vertagen, erhob sich ein in der französischen Kammer kaum je dagewesener Sturm. Sprechchöre, Pultkonzerte, heulen und Schreien durchtobten minutenlang den Saal. Währenddessen bestieg T a r d i e u, vom wütenden Geheul der Linken begrüßt, die Tribüne. Die Rechte sprang auf und klatschte ihm Beifall, doch kam Tardleu nicht zu Wort. Ein ganz unbeschreiblicher Krach setzte ein. Die Kommunisten stimmten die Internationale an, andere sangen die Marseillaise. Schließlich blieb dem Präsidenten nichts anderes übrig, als die Sitzung wieder z u vertagen. Rach kurzer Pause wurde die Sitzung wieder fortgesetzt. Tardleu protestierte cr"n die vom Ministerpräsidenten beantragte Vertagung sämtlicher Interpellationen, konnte sich aber kaum Gehör verschaffen, da er von links wiederholt unterbrochen wurde. Während eine reguläre Schlacht wenige hundert Meter von der Kammer im Gange war, wurde die Sitzung in höchster Erregung fortgesetzt. L6on Blum erklärte im Namen feiner Fraktion, daß er für die Vertagung gemäß Antrag stimmen würde. Zur Rechten gewandt, betonte er, daß es mehr ein Kampf- als ein Vertrauensvotum fei. Die Worte Blums find im allgemeinen Lärm kaum zu vernehmen. Während Franklin-Bouillon feine Stellungnahme zur Abstimmung entwickelt, entsteht wieder ein unbeschreibliches Getöse. Don rechts werden Rufe laut: „Daladier, haben Sie Befehl erteilt zum Schießen?" Unter dem allgemeinen Durcheinander wird die Sitzung wieder unterbrochen und schließlich um 20.30 Uhr mit der Abstimmung über die Zurück st ellung aller Interpellationen, für die die Regierung die Vertrauensfrage gestellt hatte, abgeschlossen. Ein dahingehender Antrag wurde mit 3 6 0 gegen 220 Stimmen angenommen. 3« elfter Stunde. Simon und Cden begründen die Zweckmäßigkeit der englischen Abrüstungs- denkschrist vor dem Unterhaus. London, 6. Febr. (DNB.) Das Unterhaus war am Dienstag in Erwartung der großen Debatte über die Abrüstungsfrage bis auf den letzten Platz gefüllt. In der Diplomatenloge drängten sich die Vertreter der auswärtigen Missionen: u. a. bemerkte man den deutschen Botschafter von H o e s ch. Der Staatssekretär des Aeußeren, Sir John Simon, erinnerte gleich daran, daß er in der Debatte vom 21. Dezember nicht in der Lage war, eine Erklärung abzuaeben, weil damals Verhandlungen mit anderen Ländern im Gange waren. Er betonte, daß sich die Lage jetzt „verändert und entwickelt hat", und daß daher eine Prüfung der Lage möglich und zweckdienlich sei. Der Zeittaum vertraulichen, zweiseitigen Meinungsaustausches sei zweckdienlich gewesen, aber es scheine der britischen Regierung, als ob diese Methode Gefahr laufe, nutzlos zu werden. Obgleich ernste Meinungsverschiedenheiten weiterhin beständen, habe eine genügend große Annäherung ftattgefunben, um eine neue Belebung durch eine Aktion der britischen Regierung zu rechtfertigen. Dies sei der Grund für die Veröffentlichung des britischen Weißbuches. Die (Erörterungen der letzten Zeit, fuhr Sir John Simon fort, haben klar und eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß der Schlüssel für eine A b - r ü ft ungsoereinbarung — wenigstens soweit Westeuropa in Betracht kommt — in einer Uebereinfunft zwischen Deutschland und Frankreich liegt. Simon stellte fest, „daß man sich Deutschlands Anspruch auf Gleichberechtigung der Rüstungen nicht widersetzen kann und darf, weil wenig Wahrscheinlichkeit auf Frieden in der Welt besteht, wenn man versucht, ein großes Land und eine große Rasse unter eine minderwertige Jurisdiktion zu sehen". Diese Frage müsse in dem neuen Abkommen enthalten sein. Desgleichen könne keine Lösung gefunden werden auf einer Grundlage, daß alle Nationen in der ganzen Welt sofort alleWaf- fen a u f g e b e n , die Deutschland unter dem Vertrag von Versailles vorenthalten seien. Das englische Weißbuch entspringe dem Geist des Realismus. Die Zeit arbeitet gegen die Freunde der Abrüstung. Tapfere Worte seien vielleicht anspornender, aber weniger nutzbringend. Der britische Plan sei ein Versuch, eine Grundlage für eine Vereinbarung zu bieten. Der Lordsiegelbewahrer Eden werde möglichst bald Paris, Rom und Berlin besuchen, um den britischen Standpunkt darzulegen und die Ansichten der Regierungen über das britische Schriftstück in Erfahrung zu bringen. 3ebcs neue Abkommen müsse ein gewisses Wiederaufrüsten Deutschlands ins Auge fassen, aber die britische Regierung würde mit Widerstreben eine Regelung in Betracht liehen, die Gleichberechtigung ohne irgendwelche Abrüstung in irgendeinem Teile der Welt vorsehe. Großbritannien gehe keine neue Bindung ein, mem jedoch sein Aeußerstes tun, um alle Ver- “!riUn9!n. 9e*reu 3U erfüllen, die es eingegangen ift. Großbritannien ist entschlossen, alles zu tun, mas möglich ist, um trotz aller Schwierigkeiten mternationale Verhandlungen über die Abrüstung zustandezubringen, und in jeder Weise das Friedens- gefuge der Welt zu stärken und so uns selbst und andere von den Gefahren und Lasten zu befreien, öie auf einen schließlichen Mißerfolg folgen würden. Oer Führer der Oppositions-Liberalen Sir Herbert Samuel erklärte, die britischen Vorschläge erzeugten keinerlei Begeisterung auf irgendeiner Seite. Aber ein Abkommen in Richtung der britischen Denkschrift würde würden ihre eigenen Verpflichtungen und Programme und diejenigen ihrer Rachbarn auf die Dauer von zehn Jahren kennen. Regulierung würde an die Stelle der Rivalität und Begrenzung an die Stelle des laissezfaire treten. Dies würden beträchtliche Gewinne fein, und das Reinergebnis würde ein beträchtliches Maß an Abrüstung fein. Wenn die Staaten der Welt die englischen Vorschläge oder etwas sehr Aehnliches nicht annähmen, dann würde es zu keiner Abrüstungsvereinbarung kommen. Die englische Regierung fordere die Regierungen auf, diese Vorschläge mit g e r i n g ft möglicher Verzögerung anzunehmen, und zwar nicht, weil diese oder jene Regierung als Ergebnis einige kleine Vorteile erhalten würde, sondern weil durch ihre Annahme und nur durch ihre Annahme in dieser elften Stunde die Welt die größte Wohltat der Staatskunst ernten würde, nämlich größeres Vertrauen zwischen den Völkern. — Die Aussprache wurde dann ohne Abstimmung geschlossen. Oie deutsch-polnische Verständigung. Das Echo im Warschauer Sejm. Warschau, 6. Febr. (DNB.) Im Sejm kam das deutsch-polnische Abkommen zur Debatte. Als Vertreter der nationaldemokratischen Opposition nahm Abg. Stronski in längeren Ausführungen hierzu durchaus zustimmend Stellung. Er erklärte, feine Partei erblicke in dem Inhalt des Abkommens mit Deutschland keinerlei Gefahren. Wenn der Reichskanzler erklärt habe, es werde im Lauf von zehn Jahren keinerlei Gewalt angewendet werden, fo habe dies fein Gewicht. Der Redner begrüßte ferner die Verständigung zwischen Danzig und Polen. Mit besonderer Befriedigung hob er auch die Annäherung an Sowjetrußland hervor. Polen dürfe nicht zulassen, daß sich in Frankreich und den Staaten der Kleinen (Entente die Meinung verstärke, Polen schenke Bündnissen und guten Beziehungen zu den befreundeten Staaten keine Beachtung mehr. Schließlich stellte Stronski noch einmal fest, daß der Vertrag mit Deutschland recht nützlich sei. Er enthalte nicht böse, sondern vielmehr gute Dinge. Der sozialistische Redner äußerte sich zum deutsch-polnischen Abkommen ablehnend. Eine Annäherung an Sowjetrußland sei wünschenswert. Der Vorsitzende der deutschen Sejmfraktion F r a n z - Kattowitz begrüßte das deutsch- polnische Abkommen und wies darauf hin, daß sich die deutsche Minderheit in Polen in allen ihren Teilen dem polnischen Staat gegenüber durchaus loyal verhalte. Der Redner brachte eine Reihe von Beschwerden der deutschen Minderheit, namentlich in Oberschlesien, vor. Der ukrainische Vertreter S e - wicki stellte eine Verschlechterung der Lage des ukrainischen Volkes in Polen, ganz besonders aber in der Sowjetukraine, fest, wo sich eine ungeheure Hungersnot ausbreite. — Alle Oppositionsredner brachten in ihren Reden formale Bedenken gegen die neue Staatsverfassung zum Ausdruck. Cin Staatskommiffar für die Oanziger Stadlbürgerschaff. Danzig, 6. Febr. (DNB.) Da die Danziger Stadtbürgerfchaft nicht aus Mitgliedern zusammengesetzt ist, die die Durchführung der zur Behebung der Not von Volk und Staat in der Stadt Danzig erforderlichen Maßnahmen gewährleisten, hat der Senat zur Hebung dieses politischen Notstandes den Stadtoerordnetenvorsteher Pg.Hans Eggert zum S t a a t s k o m m i s s a r für die Stadtbürgerschaft eingesetzt. Der Staatskommissar hat die Aufgabe, an Stelle der Stadtbürgerschaft die dieser obliegenden Beschlüsse zu fassen. Durch die Einsetzung des Staatskommissars wird ein s ch n e l- les und reibungsloses Arbeiten der Verwaltung der Stadt Danzig, frei von parlamentarischen Auswüchsen, im nationalsozialistischen Sinne, an dem es bisher häufig gefehlt hat, gewährleistet. Bulgarien bleibt dem Battanpakt fern. Sofia, 6. Febr. (DNB.) (Bulgarische Telegraphenagentur) Der südslawische Außenminister setzte am Sonntag spät abends den bulgarischen Gesandten in Belgrad von der Paraphierung des Paktes der Balkanoerständigung in Kenntnis. Er teilte ihm bei dieser Gelegenheit mit, daß die Unterzeichnung des Paktes in einigen Tagen in Athen ftattfinben werde, wo der bulgarische Gesandte in Griechenland den Wortlaut des Paktes erhalten werde. Entsprechende Mttteilungen wurden dem bulgarischen Gesandten in Belgrad von den Belgrader Gesandten Rumäniens, Griechenlands und der Türkei gemacht. Hierzu wird von zuständiger bulgarischer Seite mitgeteilt: Von Anfang an nahm Bulgarien den Standpunkt ein, daß ein Nichtangriffspakt im Rahmen des Völkerbundes und entsprechend dem Geiste des Kelloggpaktes das best- geeignete Mittel zur Festigung des Friedens zwischen den Balkanvölkern darstelle. Die Nachbarn Bulgariens haben zu einer anderen M e - t h o d e ihre Zuflucht genommen. In bulgarischen politischen Kreisen ist man jedoch nach wie vor der Ansicht, daß der Standpunkt Bulgariens der zu- rieden st eilend st e war angesichts der Tat- ache, daß er dem Völkerbundspakt am meisten ent- pricht. Kommunistische Ausschreitungen in Bulgarien. Sofia, 6. Febr. (DNB.) Im Dorfe (Totema Ko- nare bei Philippopel kam es zu schweren kommunistischen Ausschreitungen. Trotz polizeilichen Verbotes versuchten die Kommunisten, als unabhängige Arbeiterpartei getarnt, eine Versammlung abzuhalten, auf der ein Philippopeler Rechtsanwalt sprechen sollte. Als die Polizei den Redner festnehmen und abführen wollte, stürzten sich einige 50 Kommunisten auf sie und entrissen ihr den Verhafteten, der dann aus dem Dorf eilte und eine staatsfeindliche Rede hielt. Als die Polizei erneut gegen die Versammlung vorging, wurde sie mit Steinwürfen empfangen. Die bedrängten Beamten mußten schließlich von der Schußwaffe Gebrauch machen. Als vier K o m - m uni st en von den Kugeln getroffen niederstürzten, brach eine furchtbare Panik aus, in der es dem Rechtsanwalt gelang, in einem Dauernwagen versteckt, ckus dem Dorfe zu flüchten. Er konnte später dingfest gemacht werden. Der» Verkehrswesens. der hervorzuheben. Dadurch werde ein einheitliches gewaltiges Wasserverkehrssystem im europäischen Sowjetrußland geschaffen. Soviel sei jedenfalls sicher, daß die Sowjetunion am Ende des zweiten Fünfjahresplanes an zweiter Stelle der Weltproduktion und an erster Stelle der europäischen Produktion stehen würde. Der Güterverkehr soll im Jahre 1937 gegenüber dem Jahre 1932 wie folgt gesteigert werden: Eisenbahnen 178 v. $)., Flußschiffahrt 245 v. H. und Seeschiffahrt 280 v. H. Außerdem beabsichtige man die Legung eines zweiten Gleises bei den Eisenbahnlinien des Ural-Kusnez-Beckens, des Donez-Beckens, der Transbaikal-Bahn und der Ufsuri-Bahn. Von den neu zu bauenden Linien sei besonders d i e Baikal-Amur-Linie zu erwähnen. Auf dem Gebiet des Wasserstraßenbaues sei insbesondere der 125 km lange Wolga-Moskwa-Kanal und :m lange Wolga-Don-Kanal Roloiow verkündet den zweiten Ms-Wresplan Technische Umgestaltung derLndustrie mit eigenen Krästen.-Lndustrialisierung der Landwirtschaft. - Ausbau der Derkehrsstraßen nach dem Semen Osten. steht. Bauland ist nach dem Reichsbewertungsgesetz nicht als land- und forstwirtschaftliches Vermögen, sondern als Grundvermögen zu bewerten. Trotz der Ueberschreitung der 8000-Mark- Grenze kann aus Billigkeitsgründen der steuerfreie Einkommensteil gewährt werden, wenn bei einer Bewertung der gesamten Fläche nach dem für das land- und forstwirtschaftliche Vermögen geltenden Grundsätzen des Reichsbewertungsgesetzes die Grenze von 8000 Mark nicht erreicht würde. Die Beträge, die der Landwirt im Laufe des Wirtschaftsjahres von der Landhilfe für die Aufnahme eines oder mehrerer Helfer erhalten hat, sind bei der Veranlagung zur Einkommensteuer den Einkünften aus Land - und Forst- wirtschaft hinzuzurechnen. Demgegenüber können aber die Unkosten, die dem Betriebsinhaber durch Einstellung des Landhelfers erwachsen sind, wie die Kost, Unterkunft usw. als Werbungskosten abgezogen werden. Keine Steuerfreiheit für gemeinnützige Spenden. Berlin, 6. Febr. (VdZ.) Der Reichsfinanzhof hat den Grundsatz aufgestellt, daß Spenden an wohltätige und gemeinnützige Vereine oder für wohltätige oder gemeinnützige Zwecke grundsätzlich keine Werbungskosten für Gewerbetrei- bende und Angehörige freier Berufe bilden. In den neuen Richtlinien für die Einkommensteuer der Veranlagten für 1933 erklärt es der Reichsfinanzminister deshalb nicht mehr für vertretbar, Beiträge zu idealen, gemeinnützigen oder sozialen Zwecken bei der Berechnung des steuerpflichtigen Einkommens zum Abzug zuzulaffen. Bei Gewährung der Abzugsfähigkeit würde ein Teil der Spende zu Lasten des Reichs gehen. Spenden für das Winterhilfswerk, für die Hitlerspende der deutschen Wirtschaft, für die deutschen Jugendherbergen und für sonstige gemeinnützige, ideale oder soziale Zwecke sind also bei der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer nicht abzugsfähig. Eine Spende des deutschen Fleischerhandwerks. Verbesserung des Erzeugung von Düngemitteln z e h n f a ch t haben. Ferner befaßte sich Molotow mit Plänen zur stige Voraussetzung. Die Bruttoproduktion werde während der kommenden fünf Jahre beträchtlich gesteigert. Im Jahre 1937 solle sie 1105,6 Millionen Doppelzentner gegen 698,7 Millionen Doppelzentner im Jahre 1932 betragen. Dabei sei eine Vergrößerung der Saatfläche nicht vorgesehen. Die technische Neuausrüstung der Landwirtschaft werde u. a. in einer Vergrößerung des Traktorenparkes und in einer Vermehrung der Zahl der Mähdrescher bestehen. Am Ende des zweiten Fünfjahresplanes 'erde die landwirtschaftliche Arbeit in industrielle arbeit verwandelt sein. Am Ende der kommenden Wirtschaftsepoche müsse die chemische Industrie d i e besondere Abteilung soll dem Verständnis für die Straßenbauforschung dienen, eine andere Abteilung wieder behandelt das Verhältnis zwischen Straße und Wirtschaftsleben, sowie zwischen Straße und Landschaft. Mit der Durchführung der Ausstellung bekundet die Reichsregierung den Willen, dem jahrelang vernachlässigten Straßenbau die Stellung in der Gesamtwirtschaft zu schaffen, die ihm im Zeitalter der Motorisierung zukommt. Iührerwechsel im Jting Der otai)lf?elm= sachschullehrer. Berlin , 6. Febr. (VdZ.) Der Handelsrechtler Professor Dr. K l a u s i n g - Frankfurt a. M., Mitglied der Akademie für deutsches Recht, hat mit Rücksicht auf seine sonstige starke Inanspruchnahme im öffentlichen Dienst darum gebeten, ihn von dem Führerposten im „Ring der Hochschullehrer im Stahlhelm" zu entbinden. Die Bundesführung des Stahlhelms hat an feine Stelle Professor Dr. S t i e v e - Halle a. d. S. zum Führer des „Rings der Hochschullehrer im Stahlhelm" ernannt. Aus aller löelt. Feierliche Überreichung der Hamburger Literaturpreife. In einer Feierstunde wurden im Hamburger Rathaus durch den regierenden Bürgermeister Krog- mann die Urkunden für die Verleihung d e r Behörden nachdrücklichst darauf hinzuweisen, daß sie ihren Maßnahmen und Entscheivungen nur d i e geltenden Gesetze zugrunde zu legen haben. Die Behörden müssen einerseits, wenn nach den zur Zeit maßgebenden Bestimmungen die Voraussetzungen für die Vornahme einer Amtshandlung (z. B. Eheschließung oder polizeiliche Schutzmaßnahmen) erfüllt sind, dies ohne Verzug vornehmen, anderseits unzulässige, durch Gesetz oder Verordnung nicht erlaubte Einwirkungen auf wirtschaftliche Unternehmungen, Verbände usw. unterlassen. Eine Aufhebung, Aenderung oder Ausdehnung geltender Reichsgesetze steht nach Maßgabe des Ermächtigungsgesetzes nur der Reichsre g i e rung selbst zu, nicht aber den diese Gesetze ausführenden Organen. Diese haben vielmehr die Gesetze s o - lange anzuwenden, wie sie in Geltung sind und dürfen sich mit ihnen auch dann nicht in Widerspruch setzen, wenn sie vielleicht nationalsozialistischen Auffassungen nicht voll zu entsprechen scheinen. Verlängerung der Kündigungsfristen im Tiuhrbergbau. Berlin, 6. Febr. (DNB.) Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit hat nunmehr seine erste größere Auswirkung gezeitigt: Die Arbeitgeber der Zechen des Ruhrbergbaues haben die Kündigungsfristen für sämtliche Arbeitnehmer im Ruhrbergbau verlängert. Die Verlängerung der Kündigungsfristen wirkt sich dahin aus, daß den Arbeitnehmern zum großen Teil die bisher 14tägigen Kündigungsfristen zu einem Monat verdoppelt werden. Großzügige Werbung für den Straßenbau. Internationaler Stratzenbaukongretz und Stratzenausstellung in München. B e r I i n, 6. Febr. (DNB.) Der Generalinspekteur der Reichsautobahnen Diplomingenieur Dr. Todt wies auf einer Pressekonferenz auf zwei große propagandistische Ereignisse auf dem Gebiet des deutschen Straßenbaues in diesem Jahre hin. Im September 1934 findet in München der 7. Internationale Straßenbaukongreß statt. Es ist das erste Mal, daß dieser Kongreß, der bisher seit 1908 in verschiedenen Weltstädten abgehalten wurde, in Deutschland stattfindet. Es war bisher üblich, mit dem internationalen Kongreß eine Industrie- Ausstellung gemeinsam durchzuführen, auf der die Industrie messeartig zeigt, was gerade auf dem Gebiet des Straßenbaues zu zeigen war. Der Reichskanzler hat selbst veranlaßt, daß der Rahmen dieser Industrie-Ausstellung erweitert wird zu einer großen Straßenausstellung allgemeiner Art, dievonJunibisSeptemberinMün- ch e n stattfindet. Die Ausstellung wird alles zeigen, was mit der Straße zusammenhängt. Sie wird sich auf die Fahrzeuge und auf die B a u st o f f e er= : strecken, aus denen die Straßen gebaut werden. Eine Moskau, 6. Febr. (Telegraphen-Agentur der Sowjetunion.) Molotow erstattete vor dem Parteitag Bericht über den zweitenFünfjahres- plan, dessen erste Aufgabe darin bestehe, den Kapitalismus endgültig zu liquidieren und die Klassenunterschiede samt ihren Ursachen auszumerzen. Die zweite Aufgabe sei in der Steigerung des V e r b r a u ch s n i v e a u s der werktätigen Bevölkerung auf das zweieinhalb- bis dreifache und die dritte Aufgabe in der Vollendung der technischen Umgestaltung der gesamten Volkswirtschaft zu erblicken. Am Ende des ersten Fünfjahresplanes könne man von einer Bedeutung des Kapitalismus in den Industrien nicht mehr sprechen. Das Genossenschaftswesen und der staatliche Handel hätten eine so beherrschende Stellung eingenommen, daß der Privathandel fast vollends verdrängt worden sei. Eine weit schwierigere Aufgabe aber stelle der Kampf gegen die kapitalistischen Elemente auf dem Dorfe dar, doch sei festzustellen, daß jetzt in den entscheidenden landwirtschaftlichen Gebieten die Kollektivierung im wesentlichen durchgeführt worden und die Stellung des Kulakentums untergraben sei. Die Ueberreste des Kulakentums würden bald dem Untergange geweiht sein. Gegenüber dem ersten Fünfahresplan müsse die Produktion der Industrie aus das 2,4fache und gegenüber der Vorkriegszeit a u f das neunfache gesteigert werden. Rußland stelle es sich zur Aufgabe, die technische Umgestaltung mit eigenen Kräften durchzuführen. Die gesamte Industrie müsse ihr Interesse auf die Verbesserung der Qualität ihrer Produkte konzentrieren. Für den Aufstieg der Landwirtschaft bedeute die nahezu vollendete Umwandlung der Einzelbauernwirtschaft in Kollektivwirtschaften eine gün- besregierungen heißt es: Die deutsche A r i e r g e s e tz g e b u n g ist aus völkischen und staatspolitischen Gründen notwendig. Anderseits Hai sich die Reichsregierung selbst gewisse Grenzen gesteckt, deren Einhaltung gleichfalls erforderlich ist. Die deutsche Ariergesetzgebung würde im In- und Ausland richtiger beurteilt werden, wenn diese Grenzen überall beachtet würden. Insbesondere ist es nicht angebracht, ja sogar bedenklich, wenn die Grundsätze des §3 des Berufsbeamtengesetzes, des sog. „Arierparagraphen (der das Vorbild für zahlreiche andere Gesetze und Verordnungen geworden ist), auf Gebiete ausgedehnt werden, für die sie ü b e r h a u p t n i ch t b e- stimmt sind. Es gilt dies insbesondere, wie die nationalsozialistische Regierung immer wieder erklärt hat, von der freien Wirtschaft. Ich bitte daher wiederholt, derartigen Uebergriffen mit aller Entschiedenheit entgegen- * - n und auch d i e unter stellten hamburgischen Literaturpreise überreicht. Hohe Führer der SA. und der Vartei, die Spitzen der Behörden und des Senats sowie Vertreter von Kunst und Wissenschaft nahmen zahlreich an der Feier teil. Bürgermeister Krogmann wies darauf hin, daß zum ersten Male im nationalsozialistischen Hamburg durch den Senat schöpferischen Menschen auf dem Gebiete der Dichtkunst Dank und Anerkennung für ihre Leistung gesagt werden. Sodann überreichte er an den Dramatiker Sigmund ©raff die Verleihungsurkunde für den auf ihn entfallenden Teil des Dietrich-Eckart- Preises sowie an Friedrich Griese und Konrad Beste die Urkunden für Den Lejsingpreis. lieber das Thema „Dichtkunst und neuer Staat" sprach anschließend der Präsident der Reichsschrift» tumskammer Hans Friedrich Blunck. Der neue Staat weiß, so sagte er, daß noch immer der Künstler die Politik der nächsten Generation vorausschaute; er sucht die Dichtung und sieht in ihr die Lebensform des Volkstumes, nicht die einer schemenhaft erklügelten und gekünstelten Lebensmathematik. Regierungsdirektor Dr. von Kleinschmidt von der Abteilung für kirchliche und Kunstangelegenheiten betonte in einer Rede über „Kunst und Volkspflege" die tiefe Verbundenheit zwischen Staat, Volkstum und Kunst. Studentenunruhen in Havanna. — Lin Toter, vierzehn Verletzte. 3000 Studenten, die gegen die Abschaf» fung der Todes st rafe demonstriert hatten, stießen nach der Kundgebung mit Polizeikräften zusammen. Die Polizeibeamten machten von der Schußwaffe Gebrauch. Acht Studenten und sechs Polizisten wurden verletzt. Ein Unbeteiligter wurde von einer verirrten Kugel getötet. Absturz eines Artisten aus der „Todesschleife". In einem Berliner Vergnügungspark stürzte der Artist Gottfried Löffelhardt, der allabendlich mit feinem Motorrad eine sog. Todesschleife fährt, in voller Fahrt ab. Das Motorrad fiel auf den Artisten, der im Gesicht und an den Füßen leicht verletzt wurde. Die Zuschauer leisteten dem Artisten die erste Hilfe. Wettervoraussage. Die Luftdruckverteilung zeigt auch heute noch keine wesentliche Aenderung. Im Grenzbereich zwischen hohem Druck über den britischen Inseln und tiefem über dem Baltikum, bringt weiter ozeanische Luft vor, welche durch die Wolkenbildung die nächtliche Ausstrahlung unterbindet. Es werden dadurch in unserem Gebiet Temperaturen nachts mehr um Null gehalten oder gehen nur etwas darunter. Zu Niederschlägen leichterer Art wird es nur vereinzelt und mehr im nördlichen Teil des Reiches kommen. Aussichten für Donnerstag: Teils neblig-wolkig, teils wechselnd-wolkig mit kurzem Aufklaren, Temperaturen wenig verändert, meist trocken. Aussichten für Freitag: Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen am 6. Febr.: mittags 2,2 Grad Celsius, abends 1,7 Grad; am 7. Febr.: morgens 1,6 Grad. Maximum 2,7 Grad, Minimum —1,1 (9rab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am : 6. Febr.: abends —0,3 Grad; am 7. Febr.: morgens , —0,3 Grad Celsius. Amtliche Wintersportnachrichten. 1 V 0 gel sberg. Hoherodskopf: Nebel, —5 Grad, 50 bis 60 cm Pulverschnee, Rauhreif, \ Sportmöglichkeit sehr gut. i Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. 1 Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: , Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der i Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck - und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und ! Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Nur noch Deutsche. Die Staatsangehörigkeit in den Ländern fällt fort. Berlin, 6. Febr. CDKB.) Amtlich wird mitgeteilt: Nachdem die Länder durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches ihre Hoheit verloren Haden, war eine Aenderung des bisherigen Staatsangehörigkeitsrechtes geboten. Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, hat daher auf Grund des Artikels 5 des Gesetzes über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Ianuar 1934 eine Verordnung erlassen, in der bestimmt wird, daß die S t a a t s - angehörigkeit in den deutschen Ländern fortfällt. Es gibt von jetzt an nur eine deutsche Staatsangehörigkeit (Reichs- angehörigkeit). Die Länderregierungen treffen jede Entscheidung auf dem Gebiete des Staatsangehörigkeitsrechtes von jetzt an im Namen und Auftrag des Reiches, wobei jedoch die deutsche Staatsangehörigkeit nur mitZuftimmung desReichs- minifters des Innern verliehen werden darf. Die Verordnung tritt am 7. Februar in Kraft. Die Einkommensteuer des Landwirts 1933. Berlin, 6. Febr. (VdZ.) Nach den neuen Richtlinien für die Einkommens- und Körperschaftssteuer der Veranlagten 1933 kann der Bauer für die Beschäftigung volljähriger Kinder im eigenen Betrieb bei der Ermittlung seiner Reineinkünfte aus Landwirtschaft die Hälfte des Betrages in Abzug bringen, den er für eine fremde Arbeitskraft aufzuwenden haben würde, so daß mancher Bauer einFommenfteuerfrei werden wird, weil seine Rein- einkünfte unter Berücksichtigung der mitarbeitenden Kinder unter 6000 Mark im Jahre bleiben. Wenn der zuletzt festgestellte Einheitswert des landwirtschaftlichen Betriebs 8000 Mark oder mehr beträgt, so wird der steuerfreie Einkommensteil von 720 Mark von dem zu veranlagenden Einkommen nicht abgezogen. Das kann aber bei kleinen landwirtschaftlichen Betrieben zu Härten führen, wenn ein Teil des Bodens aus Bauland be- Berlin, 6. Febr. (VDZ.) Der Vorsitzende des Deutschen Fleischerverbandes, Willy Schmidt, teilt mit, daß das Fleischerhandwerk in den M o - na t en Februar und März eine Aktion zur Unterstützung der Hilfsmaßnahmen der Reichsregierung für die arbeitslosen und notleidenden Volksgenossen unternehmen werde Unter dem Motto: „Wir opfern für das tägliche Brot" würde das 'Fleischerhandwerk nach seinen Kräften dafür sorgen, daß den arbeitslosen Volksgenossen eine kräftige Ernährung, zu der nicht zuletzt Fleisch und Fett gehören, geboten werden könne. Die Opferbereitschaft des deutschen Fleischerhandwerks werde i n einem Plakat seinen Ausdruck finden, das zum, Preise von 2 Mark pro Stück von den Fleischern zu treten zu erwerben und auszuhängen sei. Der Ertrag dieser Aktion, aus Anlaß des Jahrestages der nationalsozialistischen Machtübernahme, werde als Spende des deutschen Fleischerhandwerks der Reichsführung des W i n t e r h i l f s w e r- k c s zur Verfügung gestellt werden. Em Neichsverem für Wandererfürsorge. München, 6. Febr. (DNB.) Der Landesführer des Winterhilfswerks in Bayern, Sturmbannführer Seidler, hat einen großzügigen Plan fertiggestellt zur einheitlichen Betreuung der Wandergesellen. Die Ausführung beginnt zunächst in Bayern und Württemberg, soll aber in kürzester Zeit auf bas ganze Reich ausgedeht werden durch Gründung des Reichsvereins für Wände r e r f ü r f or g e. Die Absichten Seidlers haben die Billigung des Reichsinnenministers Dr. Frick gefunden. Zweck des Planes ist, der Arbeitslosigkeit ihren Schrecken zu nehmen, der Proletarisierung des wandernden Volkes entgegenzuwirken, dem Handwerksmeister einen wirklich brauchbaren Gesellennachwuchs zu gewährleisten und die Oeffent- lichkeit von der Bettlerplage zu befreien. Werden doch im Reiche nach vorsichtiger Schätzung jährlich nahezu 200 Millionen Mark Bettelpfennige gegeben, in Bayern etwa 17 Millionen. Alle auf dem Gebiete der Wandererfürsorge bisher bestehenden Organisationen werden aufgelöst und vom neuen Verein übernommen. Die bisherigen Zunftpfennige werden aufgehoben, die bisherigen Bettelablösungsvereine gehen auf den neuen Verein über, ebenso die Wanderherbergen und die Arbeiterkolonien. Der Michsinnenminister gegen ungesetzliche Ausdehnung des Arierparagraphen. Berlin, 6. Febr. (DNB.) In einem Schreiben des Reichsmini st ers des Innern an die obersten Reichsbehörden, Reichsstatthalter und Lan» UM WWW K AOEMAtHH m r w c h e ir ORF G • HL ist die einzige .IVaPf-Zigarette mit dem neutral schmeckenden Beim Verbrennen des (Name ges. gesch.) bildet sich eine rein weiße Asche, die fest zusammenschließt und nicht in Flocken abfällt. Noch wichtiger aber als dieser schöne Brand ist die Tatsache, daß die Qualität der Zigarette und ihre Bekömmlichkeit noch gesteigert werden. Das Rätsel einer Frühlings nacht ZRoman von Gert Nothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Verlag, Halle, Saale 18 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Ich schwieg. Aber heimlich nahm ich das Bild. Und heimlich habe ich eines Nachts das vornehme Heim der Madame Chere in Genf verlassen. Wohin? Ich besaß noch etwas Geld. Ich hatte mein Taschengeld nie verbraucht. Nun sah ich mit Grauen auf dieses Geld. Wem mochte mein Vater es im Spiel abgenommen haben? Ich saß im Zuge, hatte instinktiv, ohne zu überlegen, ein Billett nach Deutschland gelöst. Wo aber sollte ich hin? Was sollte jetzt mit mir geschehen? In meiner Handtasche ruhte zusammengefaltet die Zeitung mit dem Bilde des Grafen Härtlingen. Und nun las ich zum erstenmal aufmerksam die Zeilen, las den langen Artikel Wort für Wort. Las, wo Schloß Härtlingen lag, las auch, daß man den Grafen auf freien Fuß gesetzt, da große Zweifel an seiner Schuld aufgetaucht seien. Er war unschuldig. Ich wußte es. Was nützte alle Findigkeit der Menschen — der Mann auf dem Bilde war unschuldig! Und ich fuhr zu ihm! Ich wollte mit ihm sprechen, wollte mir bei ihm Rat holen, was ich tun könne, um meinem Vater entgehen zu können. Er sollte mir helfen, der Mann, dessen große schöne Augen es mir angetan, daß ich ein grenzenloses Vertrauen zu ihm fühlte. Grenzenlos war dieses Vertrauen. Venjo Holm hatte mir gesagt, daß ich den Grafen Härtlingen aufsuchen solle. Er sei sehr gütig und würde es bestimmt auch zu mir sein. Während der langen Fahrt habe ich nur immer wieder dieses Gesicht angesehen — immer, immer wieder. Die Mitreisenden mochten sich wundern: ich habe es nicht einmal gesehen, ob sie gelächelt haben. Nach einigem Aufenthalt in den verschiedenen Umsteigstationen und nach vielem Fragen stand ich eines Abends auf der kleinen Station, von wo aus man Schloß Härtlingen erreichen konnte. Es war ein wundersamer Abend. Ich habe mich nicht gefürchtet, als ich auf schmalen Wegen, am Walde hin, die einsame Wanderung unternahm. Als ich dann im Mondscheine die Türme von Schloß Härtlingen wahrnahm, kam es mir plötzlich zum Bewußtsein, daß ich nicht jetzt, nicht mitten in der Nacht zu meinem Schwager kommen konnte, um ihn um Rat zu fragen, was aus mir werden sollte. Ich lehnte an dem hohen Tor, dem Haupteingang von Schloß Härtlingen. Ich sah den wundervollen Park, den Teich, die vielen Marmorfiguren. Ganz versonnen stand ich da, ein fremder Eindringling, der nichts in diesem Paradies zu suchen hatte. Paradies? Venjo Holm hatte mir gesagt, er sei seit Lelias Tod nicht mehr in Schloß Härtlingen gewesen. Nur kurz vorher. Er könne mir nicht sagen, wie ich mich am besten zu verhalten hätte, um mit Graf Härtlingen sprechen zu können. Aber soviel sei gewiß, daß der Schloßherr wie ein Einsiedler, von allem Verkehr zurückgezogen, lebe. Während ich noch dastand und sann, ganz an die Schönheit des blühenden, duftenden, nächtlichen Gartens versunken, kam plötzlich zwischen dem Gesträuch eine hohe Männergestalt hervor. Hell beschien der Mond sein Gesicht. Es war mein Schwager, Graf Härtlingen! Regungslos blieb ich stehen. Ich war wie hypnotisiert, konnte mich nicht rühren, starrte nur immerfort auf ihn hin. Da — sah £r mich! Denn der Mond beschien ja auch mich! ,Lelia!' — Diesen Ruf werde ich nie vergessen! Nie! Er hielt mich für seine Frau die doch längst tot war. Er hielt mich für meine Schwester Celia! Ich wallte fliehen, das Entsetzen packte mich, doch da war er schon bei mir, riß mich an sich, küßte mich, stöhnte: ,Celia, ich habe dich wieder. Du bist es ja doch, Celia. Warum fliehst du vor mir, Ceüa?‘ Regungslos lag ich in seinen Armen. Und er küßte, liebkoste mich, flüsterte: ,Jch habe es ja gewußt, Celia, daß meine Sehnsucht nach dir nicht unerfüllt bleiben konnte. Du bist gekommen, du! Du!' Ich wußte, jetzt war er seiner Sinne nicht mächtig. In dieser Stunde waren sie es nicht, in der er mich ganz und gar für Celia halten konnte. Für eine längst Gestorbene! ,Weißt du nicht, wie sehr ich dich liebe, Celia?' Mit einem Caut des Entsetzens wollte ich mich von ihm befreien. Doch die Riesenkräfte des Mannes konnte ich nicht von mir abschütteln. Er hob mich empor, küßte mich wie wahnsinnig: ,Celia, ich liebe dich, nur dich! Du gehst ein zweites Mal nicht von mir fort. Hörst du, Celia?' Er ließ mich nicht mehr aus seinen Armen, auf denen er mich in den Park hinein trug. Das Tor fiel hinter uns zu. Und mich befiel eine willenlose Mattigkeit. Eine glückselige Ermüdung? Ich — liebte diesen Mann. Hatte ja schon sein Bild geliebt! Noch einmal wehrte ich mich. ,Lassen Sie mich gehen, ich bin ja nicht Celia!' Ein glückliches Cachen antwortete mir zuerst, dann antwortete mir der Graf: ,Du bist Celia, du hast ihr goldenes Haar, hast ihren Mund, ihre schlanke Gestalt. Und wenn es nur für diese eine Nacht ist, Celia — aber du bist wenigstens noch einmal zu mir zurückgekommen.' Und ich verübte den Betrug! Ich war für ihn Celia. Zwischen Zorn, Ciebe und Schmerz stahl ich Celia für Stunden die Ciebe ihres Mannes, der sie nicht vergessen konnte; durch den ich nun selbst erfuhr, wie sehr er sie geliebt hatte. Nur ein einziger klarer Gedanke lebte noch in mir: Wußte denn Graf Härtlingen noch immer nicht, wie Celia in Wirklichkeit gewesen war? Als er mich für kurze Zeit verließ, floh ich heimlich. Und er mag alles für einen Traum gehalten haben. Und ein Traum sollte es auch für mich fein und bleiben. Ein überirdisch schöner Traum... Ich hatte eine Stellung bei einer alten, vornehmen Dame als Vorleserin gefunden. Niemals durfte ich dem Grafen Härtlingen wieder begegnen — ihm, der noch immer Celia liebte, und an dem ein Betrug verübt worden war. Was nun? Ich ging zugrunde an meiner Ciebe; ich wollte daran zugrunde gehen, mit vollem Bewußtsein! So liebevoll und gütig Frau Natalie Zerkaulen auch zu mir war — für das, was in meinem Ceben war, hätte sie nie Verständnis gefunden. So schwieg ich, aber nachts weinte ich heiße Tränen. Sterben! Ich wollte sterben! Jetzt wußte ich, was mein Weg fein mußte! Frau Natalie Zerkauten reifte nach Cugano. Ich begleitete sie, wie ich ja immer in ihrer Nähe zu sein hatte. Und hier, hier sollte es geschehen. Habe gesehen, wie auch einzelne Boote auf den See hinausfuhren, Boote, in denen eine oder zwei Damen saßen. Als wir einige Wochen in Cugano weilten, mietete ich mir auch ein Boot und fuhr hinaus auf den See. Das Wetter war plötzlich an dem Morgen um- aeschlagen, nachdem es bisher Tage mit ewig blauem Himmel und warmen Sonnenstrahlen gegeben hatte. Es war stürmisch, und die Wellen gingen hoch. Jetzt, jetzt war es passend; jetzt konnte man an ein Unglück glauben. Und es würde sich niemand um die Vorleserin der deutschen Dame kümmern, die höchst leichtsinnig bei dem Wetter auf den See hinausgefahren und nun verunglückt war. Ich ruderte weit hinaus. Blitze zuckten auf, der Sturm trieb kalten Sprühregen über den See. Ich weiß gar nichts mehr. Ich habe mich bann wohl weit über den Rand des Bootes gebeugt, wollte es zum Kentern bringen. Ich wußte nur noch: Jetzt kommt der Frieden. Und ich spürte die heißen Küsse des Grafen Härtlingen, sah sein geliebtes Gesicht. Ich erwachte! Ungläubig sah ich ein freundliches Schwesterngesicht, von einer weißen Haube umrahmt, dicht über mir. Ja, lebte ich denn? Ich hatte doch sterben wollen? ,Na, nun sind wir ja wieder munter', klang die gütige Stimme der Schwester. ,Sie waren auf den See hinausgerudert, und im letzten Augenblick, als Sie schon unterzugehen drohten, hat ein junger Engländer Sie gerettet.* Gerettet! Dieses Wort, sonst wohl beglückend, drückte mich nieder. Also auch das blieb mir nicht erspart. Ich wurde gerettet, um den Kampf von heuern aufzunehmen. Frau Natalie Zerkauten war abgereist. Sie schrieb mir, solche Aufregungen schadeten ihr nur, und ich sei ja selbst schuld an allem, da ich mich höchst leichtsinnig ohne ihre Erlaubnis bei diesem Wetter auf den See hinausgewagt hätte. Sie hatte mir aber für drei weitere Monate Gehalt überweisen lassen. Nach einer Woche verließ ich das Krankenhaus. Ich irrte umher, wohnte in einer kleinen, billigen Pension. Da sprach mich eine liebe, gütige Frau an, als ich wieder einmal allein am Cuganosee stand und in das blaue Wasser blickte. Ich durfte zu dieser Dame kommen. Sie nahm mich bei sich auf. Und nun diene ich ihr, werde ihr dankbar sein bis in meine letzte Stunde hinein." — Fürstin Agnes Kleven lächelte gütig. Ja, sie zweifelte nicht daran, wie dankbar ihr dieses schöne, holde Menschenkind war Ein Roman, der sich mitten im Ceben abspielte. Und sie, die alte Agnes Kleven, sie wollte ein wenig Vorsehung spielen. Sie mußte es. Es war ganz unmöglich, daß Graf Harttmgen sich von Gertraude abwenden würde, auch wenn er die ganze Wahrheit erfuhr. Die Wahrheit? Wie sah diese Wahrheit aus? Voriges Jahr hatte sie Gertraude in Cugano kennengelernt. Und sie war mit ihr zusammenge- blieben. Das war das Geheimnis um Gertraude Schwarzkoppen, die der Fürstin lieb wie eine Tochter geworden war?! Ganz still und verborgen hatte sie, nachdem sie von der Reise gekommen war, :m Rosenschloß dahingelebt. Sie empfing nie Briefe, sie schrieb selbst nicht, sie besaß keinen Menschen — und die Fürstin, die nie an diesen blauen, wunderschönen, wahrhaftigen Augen gezweifelt, die wußte nun schon längst, daß Gertraude in allem, aber auch in allem die Wahrheit gesprochen. Und nun? Gertraude wußte, daß Rudolf Härtlingen hierherkommen würde. Sie wußte, daß die mütterliche Freundin ihr Geschick in die Hände genommen. Willenlos ließ Gertraude jetzt alles geschehen. Freilich, wenn sie daran dachte, daß sie schon binnen ganz kurzer Zeit den Mann ihrer heißen Ciebe wiedersehen sollte, dann erschauerte sie bei diesem Gedanken bis ins Herz hinein. Was die Fürstin hoffte, daran glaubte sie nicht. Es wäre ein Glück gewesen, viel zu unirdisch, um wahr zu sein. Fürstin Agnes lächelte noch immer. Sie kannte ja jeden Gedanken dieses schönen Geschöpfes. Offen und klar lag der Charakter, das Ceben Gertraudes vor ihr. Sie konnte darinnen lesen wie in einem offenen Buch. Da war keine Falte, kein Winkelchen, wo ihr etwas verborgen gehalten worden wäre. Und das eben machte ihr diese blonde, blutjunge Frau so wertvoll. Und aus diesem Grunde mußte sie versuchen, die beiden Menschen zueinander zu führen; der Herrgott selbst würde seine Hand dazu reichen, daran glaubte die Fürstin Agnes Kleven fest. (Fortsetzung folgt.) Albert Rinn und Kind Marie Becker fels, Marktplatz 17. 759D \/etzlar, den 6. Februar 1934. 769 D 16. Vortrag 766 D ü Im Ausschank: Schloßbräu Braunfels □nzch mass FERTIG UND Gieüen, Im Februar 1934. sowie zur Herstellung des 761 A Bitte besichtigen Sie unsere Schaufenster 764 D Freitag.O.F ebruar.nachm. Fünf - Uhr-Tanz-Tee Einlaß a.Fastnacht-Diens- tag abends nur gegenVer- zehrkarten von Mk. 1.50, welche ab Donnerstag am Büfett erhältlich sind. Zu sämtl. Veranstaltungen dunkler Anzug erwünscht Rosenmontagu.Fastnacht» Dienstag, nachmittags Kinder-Kostüm-Feste Für die wohltuenden Beweise liebevoller Teilnahme, die uns beim Heimgange unserer Heben, unvergeblichen Entschlafenen in so reichem Maße zuteil wurden, sowie für die zahlreichen Blumen- und Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Fastnacht-Dienst.: Großer Faschings - Rummel Samstag, lO.Febr., abends Bunter Abend /Tanz Oberregierungsrat Dr. Schönhals Familie Wilhelm Lyncker Familie Heinrich Schönhals Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Schwaabs Weinstuben Donnerstag, den 8. Februar 1934 CafeAmend VORANZEIGE Mittwoch, den 7. Februar. Fünf- Uhr-Tanz-Tee abends TANZ Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 8. Februar, nachmittags 4 Uhr, statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Rohrbach, geb. Riehm, und Kinder. Oeffentliche Vorträge Überphysiologie Besseres sauberes Mädchen für tagsüber ges. zum 1. März, om Frau v. Svecht, Asterweg 40 I. Ml. Zimmer für 10-12 RM. m-Küchenbenutz. zu miet, gesucht Schr. Ang. unter 0642 an d.G.A. Die Simttionen des Aervenstzstenis am Sonntag,dem 11. Kebr. 1934, um UtzUhr pünktl., im physiolog. Institut Friedrichstraße 24 profeffer Dr. Bürker. (Stellengesuche) 20jähr. tüchtiges MAN laut Stellung Schriftl. Angeb. unter 0634 an d. Gieß. Anzeiger. Staöttiiefltet Meßen 703D Donnerst.,d.8.2. 20-22.45 Ubr Deutsche Bühne Reihe 1: Ungerade Mitgliedsnummern u. freier Verkauf Alle geg. Cnnen - Einer f. Alle. Schauspiel in 4 Akten von Forster-Burggraf 4-Zimmer-WohD. m.Zubeb.u.ein. Stückch. 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(Wer es noch nicht oder nicht mehr weiß, soll nicht um das Vergnügen gebracht werden, es im Theater aus erster f)anb auf sich wirken zu taffen.) Wenn sich auch die Konzertreise, um die es sich hier handelt, in der immerhin ungewöhnlichen Form eines ehelichen Seitenfprunges vollzieht, so wird erstens schon bald nach der Abreise deutlich, wo der kleine Ausflug ins Grüne enden muß: nämlich genau da, von wo er ausging-, und außerdem war dem Dichter keineswegs an einer pikanten Ausnutzung der spielerisch geschaffenen Situation übers Kreuz gelegen, woran mancher andere Lustspielschreiber sich mit Vergnügen hätte genug sein lassen. Vahrs Betrachtung der Dinge ist nicht frivol, sondern nur ironisch und immer gespeist aus einer weisen Einsicht in die geheimen Regungen und die Schwächen des menschlichen Herzens. Kurt L ü p k e spielte den Dr. Jura, eine der liebenswürdigsten Erfindungen Hermann Bahrs, mit völlig heiterem und gelassenem Gemüt und jener schönen Selbstverständlichkeit, die ihre Wirkung noch nie verfehlt hat. Hansi Stadlers Delfine hingegen war von einem heftigen und zitternden Temperament, das sich in kleinen Schreien und hohen Quietschtönen stürmisch entlud. Fräulein Flemming erging sich mit Hingebung in den schwärmerischen und ziemlich überspannten Tiraden der Musikschülerin Eva Gerndl. Herr Geiger und Frau Schubert-Jüngling machten mit derbem Humor das gebirglerische Ehepaar Pollinger. einer Heilsalbe. Es gibt eine Anzahl von Substanzen, besonders ström, und alle fanden sie den Führer, der ihrer nicht müde wurde. Harmsens Nachhauseweg unter den Sternen des Herbstyimmels, die den Nachtregenschleier durchdrangen, war ein Heimfinden aus Irrtum und Vielleicht eine Stunde lang beobachte ich dieses Treiben, wundere mich, daß die andern Tierkinder gar nicht mitmachen, die Löwen nicht und auch nicht die Tigerlein. Plötzlich, ohne Ursache eigentlich, faucht eines aus dem Tigerknäuel und knurrt ärgerlich. Als sei so etwas ansteckend, gucken nun sechs glasklare Augenpaare neidisch auf den spielenden Bruder, und ein Chor von Brummen setzt ein. Nur die Löwen bleiben gelangweilt, sind unbeteiligt. Auch der Tigersohn kümmert sich nicht um diese Palastrevolution, treibt weiter das amüsante Spiel zwischen Milchschüsseln und Kletterbaum. Aber das Feuer der Empörung schwelt fort, trotzdem im Augenblick Stille herrscht. Zischend protestiert. von neuem der Zornige im Hintergrund. Wie bei einem richtigen, ausgewachsenen Tiger sträubt sich dem Katzenkind die Halskrause und der Bart. Ja, der entrüstete Bengalensohn zwängt sich aus dem Geschwisterhaufen, schiebt Kopf, Brust und Vorderfüße nach vorn, hinten schlängelt sich aufgeregt eine Andeutung von Schweif, kein Zweifel, der Tiger rüstet zum Angriff. Und er knurrt, grollt, dumpf, Gefahr verkündend. Das wird meinen Löwenkindern zu ungemütlich. Sie bringen sich auf alle Fälle in Sicherheit, schlüpfen unter den Baumstamm, während der Hauptheld weiter mit seinen Schüsseln spielt. Aber etwas anderes ereignet sich noch dazu: die fünf in der Ecke zurückgebliebener Tiger fühlen die Lücke in ihrem Wärmeknäuel, sie kuscheln sich noch mehr zusammen, und weil der sechste ja einwandfrei einen neidischen Charakter hat, paßt ihm das schlecht. Er verzichtet auf Angriff und Ueberfall, dreht um, schimpft gegen seine Kameraden und setzt alle Kräfte ein, um wieder In ihren Gemeinschaftsstaat zu gelangen. Nach vielem Drehen, Puffen, Kratzen und Schimpfen gelingt es auch, und dann ist die ursprüngliche Ordnung von neuem hergestellt, nur daß eines der lieben Katzengesichter zornig auf den selbstvergessen in der Mitte weiter tobenden Tigersohn starrt, und mit geringen Pausen dringt ein giftiges „chchch" aus dem Hintergrund zu mir her. Maßnahme: Aufforstung einer 6 ha großen meindewaldfläche, Heimbach Aufforstung einer 5 ha großen meindewaldfläche, Lindfchied schädlichen Treiben zu, sondern wird mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln durchgreifen und dabei auch vor der Anwendung schärfster Strafen nicht Halt machen! KOAL., Bezirksleitung Gießen, (kreise Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Schotten.) Die Reichsleitung des KDAJ. hat die Abhaltung von Schulungsabenden im Rahmen der Veranstaltungen des KDAJ. angeordnet. Es finden statt am Mittwoch, 14. Februar, und am 2 8. Februar, 20.30 Uhr, pünktlich, im Cafs Ebel, Gießen, Burggraben, Schulungs - und Sprechabende über das Programm der NSDAP^ Technik und Wirtschaft im Dritten Reich, sowie sonstige Fragen politischer, weltanschaulicher und technischer Art. Teilnahme an den Schulungsabenden ist für alle Mitglieder des KDAJ. Pflicht, Gäste sind willkommen. Der Bezirk Hessen-Nassau 6 des KDAJ. umfaßt das nördliche Oberhessen, und zwar die Kreise Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Schotten. Anschrift der Bezirksleitung ist: Gießen, Postfach 81, Postscheckkonto Nr. 260 80 Frankfurt a. M., Obering. 2L Kurz, Gießen. Die Kreise Friedberg und Büdingen bilden den ! Bezirk 4; Bezirksleiter ist Pg. H. Fischer, Friedberg, Städtisches Hochbauamt. Auf die täglich einlaufenden Anfragen bezüglich der Reichskammer der Technik wird darauf hingewiesen, daß der KDAJ. nach wie vor die parteiamtlich anerkannte Berufsorganisation der Architekten, Ingenieure und Chemiker ist. Die Bildung der Reichskammer geht nicht gegen den KDAJ., sondern unter ständiger Mitarbeit der Führer desselben, vonstatten. Kein KDAJ.-Mitglied wird zur Reichskammer der Technik zu spät kommen, Heichsbund Volkstum und Heimat, LandschastHheinfranken-Aaffau Hessen Der Reichsbund wird jetzt an allen Orten des Gebietes mit der praktischen Volkstumsarbeit einsetzen. Hierzu sollen auch alle Sing-, Tanz- und Laienspielgruppen, sowie die Volksbildungsvereine und Volkshochschulen herangezogen werden. Alle diese Vereinigungen in unserem Gebiet werden darum aufgefordert, baldigst ihre Anschrift der Ge» Hochsckulnakbrickten. Der o. Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Freiburg i. B., Dr. H. Heimst e l, erhielt einen Ruf an die Universität Leip« Zig. Professor Dr. E. W o l g a st von der Universität R o st o ck hat einen Ruf auf das erledigte Ordinariat für Kirchenrecht, Völkerrecht, internationales Privatrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Würzburg erhalten. Kampf den Schwähern! Das Staatspresseamt teilt mit: In letzter Zeit, besonders seit Verkündung des Gesetzes über den Neuaufbau des Reichs, machen sich wieder jene Elemente unangenehm bemerkbar, deren ganze Tätigkeit darin besteht, ihre mehr oder weniger lebhafte Phantasie frei laufen zu lassen und ihre Volksgenossen mit den unsinnigsten Gerüchten zu überschwemmen. Wieviel besser wäre es, wenn diese Gerüchtemacher ihre unbezähmbare „Arbeitsfreudigkeit" statt dazu benutzen wollten, für das Volksganze nutzbringende Arbeit zu leisten und sei es auch nur, indem sie sich einen Maulkorb anlegten. Alle jene Schwätzer sollen sich gesagt sein lassen: Die Regierung sieht nicht mehr länger diesem volksgeschulte Hände dürfen die Wunde berühren. Bis der Arzt kommt, ist Schutz und Ruhe die erste und beste Hilfe, die dem Verletzten erwiesen werden kann. Dr. med. M. G. Intendant König ,, Professor, den reisenden Pianisten, den umschwärmten und verehrten Meister: nervös und komisch aufgeregt, beladen mit der Bürde seines Ruhmes, ungeschickt und nah) wie ein Kind und dabei in steter Sorge vor dem Altwerden. Man kann ihm nicht bös sein, und die Lösung, die Bahr für ihn bereit hält, ist die einzig mögliche und richtige. Sein Glück ist, daß er eins so gute und so kluge Frau hat, wie sie von Maria Koch mit ruhiger Ueberlegenheit, taktvoll, gescheit und mit einer leisen, nie verletzenden Ironie gegeben wurde. Hitler schafft Arbeit! Neue Maßnahmen im Reinhard-Programm zur Arbeitsbeschaffung im Rhein-Main-Gebiet: Daß diese Einstellung Ton und Charakter der Aufführung bestimmte, war das Verdienst der Spielleitung von Wolfgang Kühne, der, was nur lächerlich war, auch unbeschwert so wirken ließ, selbst ohne etliche Uebertreibung zu scheuen: der aber auch die ernsthafteren und nachdenklichen Partien so formte, wie sie gemeint sind und duf den Beschauer wirken sollen. — Herrn Löfflers Bühnenbilder stellten den städtischen und den länd- Ereignisse, Zivilisation und Tagewerkez Ge- Die Neueinstudierung fand eine sehr freundliche hth. Aufforstungen Bad Schmalbach Aufforstungen von Oedland und Schlagflächen, Rüdesheim Aufforstung einer 9 ha großen Gemeindewaldfläche, Hausen v. d. h. Abtrieb einer Riederwaldfläche von Radelholz in der Staatsoberförsterei Idstein und Aufforstung von Radelholz, preuh. Staat, Forstverwaltung Aufforstung einer Oedlandfläche von 3 ha, Riedergladbach Umwandlung von ertraglosem Riederwald in Hochwald, Erbach (Rheingau) Abtrieb von 5 ha wertlosem Riederwald (angekaufter Bauernwald) und Umwandlung in Hochwald, preuh. Staat, Forstverwaltung Aufforstung von 8 ha Oedland Aufforstung von 7 ha Oedland Zweifel. Vieles ging ihm durch den Kopf, und fein Herz war bewegt. Große fordernde Augen sah er vor sich, fühlte die warme vertrauende Hand. Langsam zog er die Fäuste aus dem Mantel. Unter einer Laterne hielt er den Schritt an. Zum erstenmal war Liebe und Achtung in seinem Blick, ein Verstummen ohne Hoß und Bitterkeit, als er die Risse und Schwielen betrachtete. Diese Hände ..., dachte er. Haben keine Arbeit gescheut, packten die Karre so hart wie den Kohlenmeißel. Spielten mit dem Buben, drückten dem Vater die Augen zu. Wie lange war das her! Wurden verführt, aber blieben, was sie waren: rauh und rechtschaffen! Und nun hatte der Führer sie ergriffen. Sv hatte er sie Was Wedekind seinerzeit bitter ernst nahm, bot Suhr nur Anlaß zu einem (im wesentlichen) heite- ren Intermezzo. Er bringt die Pointe auf eine eim jache und durchaus lustspielmäßige Formel, dieses Konzert ist gar kein Konzert. Da er aber barauf verzichtet, die Pointe erst im letzten Akt abzuschie- »m, und sie gutwillig gleich zu Anfang preisglbt, verzichtet er auch auf eine schwankhafte Ausbeutung vcheliegender Effekte. Hände und Herzen. Eine Preisarbeit des deutschen Lournalistenwettbewerbs. geroirr aus dem unsichtbaren Apparat auf den pechschwarzen Platz in die vielen tausend Menschen ein. Im Augenblick war die Straße erhellt. Ein Auto hupte. Schutzpolizei im Tschako, Sturmriemen verhängt, ein zwei, drei, vier Reihen hintereinander. Und wieder Hupensignal. Vorsichtig wuchteten ein paar Reifen heran. Hinter der Windschutzscheibe hochaufgerichtet eine Gestalt im hellen Trenchcoat, ohne Hut, ein Schnitt dunklen Haares wehte in die VIC J/UIIIU, UCUUIC IUI IIUIU UU3 UCJll UHUllli ----,,--- V I , ' ' r . . £_fx ■ Und da riß der Hauer Will Harmsen die Fäuste ergnffen. Will Harnsten mußte seine Hande ta ten, aus den Taschen und reckte sie der schmalen Hand ob er wollte oder nicht, und mit einem guten stillen entgegen, die sich sekundenlang in sie hineinlegte. | Lächeln trug er sie heim. andere Hände tasteten sich aus dem Menschen-1 verstärken. Auch im Perubalsam verfügen wir über ein Mittel, das, in frische Wunden längstens innerhalb der ersten 24 Stunden nach einer Verletzung eingebracht, das Auskeimen von Bakterien und damit die nachfolgende Entzündung zu verhindern pflegt. Streupulver werden häufig mit gutem Nutzen bei frischen heilenden Wunden verwandt. Sobald die erste Sorge um die frisch erworbene Wunde sich gelegt hat und die Gefahr der Infektion überwunden ist, taucht beim Kranken die Sorge um die Narbe auf. Es ist oft von entscheidender Bedeutung für das Schicksal des Kranken, daß eine Wunde nicht nur heilt, sondern auch gut heilt, ohne Entstellungen ober Verunstaltungen zu hinterlassen. Gerabe in den späteren Stadien der Wundheilung, die für die Narbenbildung entscheidend sind, kommt die Bestrahlung zu ihrem Recht. Hier setzt nun die Bestrahlung der Wunden mit der künstlichen Höhensonne ein. Es hat sich herausgestellt, daß die Lichtnarbe weich, schmiegsam und blutreich ist. Aber auch schon während der Wundheilung kann die Bestrahlung den Heilungsprozeß wesentlich fördern. Natürlich ist es nötig, daß sachgemäße Hände sie vornehmen. Eine Ueberbestrahluna kann zu entzündlichen Reaktionen führen, die den Heilungsverlauf schädigen können. Bei frischen uninfizierten Wunden darf nur ganz milde bestrahlt werden, bann trocknen die Wunden schnell, das Wundfeld säubert sich und die Bildung des neuen Gewebes wird angeregt. Bei infizierten Wunden entfaltet die künstliche Höhensonne einen kräftigen desinfizierenden und reinigenden Einfluß. Die wichtigste Grundregel bei der Wundbehandlung bleibt, nicht durch übereilte Maßnahmen Schädigungen zu schaffen, die schwer wieder gut gemacht । werden können. Nur aeschulte Hände dürfen die linke Stirn. Große ernste Augen. Will Harmsen starrte durch Regenschleier in ein Gesicht nahe vor dem seinen. Jetzt hob der Führer die Hand, beugte sich halb aus dem offenen Wagen. Ml", rief er, als er von Hetzern und Dvlksver- r. lern hörte, und er schrie es so laut, daß die Um sehenden die Gesichter zu ihm hoben und der Alte rät der Regentraufe am Filz einen ganzen Schub Nasser auf seinen Hintermann entleerte. „Ver- znhung", sagte er demütig, aber da war schon wie- frr die Stimme und um sie her ein unbeschreibliches kaufen, als lärmten hundert Sirenen zugleich über, irs gioi eine zuiöuyi uu“ yC|V..v^ b n Himmel. Und plötzlich brach das Stimmen-j Farbstoffen, die die Wundheilung erleichtern und Gießener Gtadttheater Hermann Bahr: „Das Konzert" Es ist schon bald sieben Jahre her, seit wir dieses, taistspiel zuletzt hier gesehen haben. Gerade, atef inan vor drei Wochen beschloß, es zur Feier oon( L ahrs 70. Geburtstage wieder hervorzuholen, ( k,m die Nachricht, daß der Unermüdliche eben ge=| l'tnrben sei: so wurde aus der Geburtstagsfeier eine ÜItenehrung. Don dem in vielen Bänden niedergelegten Werk, b:s Hermann Bahr, der Schriftsteller, der Kritiker, dir Publizist und Essayist hinterlassen hat, sind seine Theaterstücke am leichtesten und weitesten ins Publi- him gedrungen, und von den Theaterstücken wiederum eben das „Konzert", bas immer noch auf den Lpielplänen erscheint unb gern gesehen und gehört xirb. Dennoch muß jede heutige Aufführung wie eine 3~innerung wirken; Erinnerung nicht nur an den olerreichischen Menschen und Dichter Hermann kuhr, sondern auch an eine uns schon sehr fern airüdte Welt. Vieles von dem, was hier verhandelt Mb als Problem zur Diskussion gestellt wird, ist licht mehr aktuell: aktuell nämlich deshalb nicht, ii-il die Voraussetzungen für gewisse Situationen Md gewisse daraus sich ergebende Fragestellungen einfach nicht mehr vorhanden sind 'Es gibt da Lustspielfiguren, die als menschliche I*)pen heute gar nicht mehr vorkommen. Das ist ein Umstand, Der den drei Akten einen einiger ofcen historischen Akzent verleihen mußte; daß dies ur bedingt zugegeben werden kann, liegt baran, bi‘6 die besten Szenen des Stückes eben doch noch etwas mehr enthalten als ein bloßes amüsantes und ein wenig nachdenkliches Spiel mit ©orten: baß sie »ielmehr ihren bramatischen Nerv und Antrieb aus einer sehr menschlichen Gefühlsspannung erhalten, umb bas menschliche Gefühl wirb ja nie veralten aber aus ber Mode kommen können. Wir veröffentlichen heute die vierte der fünf Preisarbeiten aus dem Journalistenwettbe- werb „Mit Hitler in die Macht". Wir verwerfen gleichzeitig auf die in den letzten Nummern des „Gießener Anzeigers" bereits erschienenen Preisarbeiten und auf die Bedingungen für den Leser- W e 11 b e ro e r b in der Samstag-Ausgabe. Für die richtige Lösung sind tausend Mark ausgesetzt. NSK. Als ber Baß ber Lambertiglocken zum siebenten Male erdröhnte, bog Will Harmsen um fce Ecke der Tystenallee. Vom hastigen Laufen war ' irr in Schweiß geraten. Dreckig wie er vor der Kohle sand, hatte er in der Waschkaue schnell die Kleider ^wechselt, ein paarmal durch die Luft gespuckt, und far bann in ben regnerischen Herbstabend hinaus. I nb kam oerbammt doch zu spät, denn kurz nach fchs Uhr hatte die SS. die Zugänge zur Ausstel- ftngshalle abgeriegelt. Bitten und Protestieren war imfonft. Die Front der schwarzen Leiber gab dem Memmen einlaßbegehrender Menschen zwar nach, wer zerreißen ließ sie sich nicht. Der Kanzler, der zi den Frauen und Männern der Roten Erde jpre- ten wollte, war schon durch. „Aus", knurrte Harm- j:n, und am liebsten hätte er wie der Steiger ! idden geflucht. Da stand er mit seinem Fahrschein ius Dritte Reich, und natürlich sauste ihm der För- i-rkorb hart an der Nase vorbei. So ein Deubels- isch! Zu was war es gut, daß er hier in der Nässe isrumschlich, daß ihm der Wind die Jacke durchlüftete, wenn er den Mann nun doch nicht zu | 'Ihen bekam! An einer Gaslaterne, die ihr trübes : ('-eleud)t in die Gegend streute, machte er halt, (irgendwo aus dem Dunkel rumorte ein Laut- 1 frecher. „Achtung, Achtung!", bellte eine heisere stimme, „der Reichskanzler hat das Wort!" Der siührer sprach. Will Harmsen hatte die Hände in den Taschen sines fadenscheinigen Mantels vergraben, den Kra- <-n hochgestellt und die blaue Schirmmütze tief über he Ohren gezogen. „Immerhin etwas fürs Geld". I.igte er sich und musterte aus verkniffenen Augen jine Nachbarn, die er um mehr als Haupteslänge iberragte. Links neben ihm stand ein alter Mann. Nil! konnte senkrecht in den Kniff des abgetragenen hutes niedersehen, in dem sich das Regenwasser tiie in einer Dachrinne sammelte. Jetzt vernahm jormsen die Stimme metallen über sich. „Was verlangen wir denn Großes von der Aelt!", jagte sie schneidend durchs Dunkel. Und wch einer Pause, einsam und beherrscht „Arbeiten tmUen wir!" Klatschend schlug Harmsen der Regen r s Gesicht. Aber ihm wurde warm. So sprechen . . Donnerwetter! Da konnte sich der Schmitt, der i nmer noch das Maul weit aufrih, glatt hinter i i-rkriechen. War ja auch man nur so'n Spricht! i ttas hatte er neulich im Pütt gemeckert? Schlimmer cs der Zar wäre Hitler, den Krieg wolle er. Und tjas Krieg ist ..., na, das brauchte Harmsen ums Überreden keiner erzählen! Als habe die Stimme um die heimlichen Ein- nünöe des Mannes unter der Laterne gewußt, er- tmte sie wieder dicht vor seinen Ohren. „Wir Front- sildaten haben die Schrecken des Krieges erlebt .. Qi:n Wahnsinn, an Krieg auch nur zu denken ...!" L.ill Harmsen nickte schwerfällig. Langsam begann ; e sich der Führung dieser Stimme anzuvertrauen, ta da aus dem Dunkel zu ihm herüberhämmerte Viertelstunde mit sieben Dgerkindern. Von Paul Eipper. Ich stand kürzlich — für zwei Tage in Holland — von morgens bis abends vor der Raubtierkinderstube im Amsterdamer Zoo. Zehn Lebewesen waren darin, alle ungefähr gleich groß, so etwa, wie ein mittlerer Rehpinscher, nur kugeliger, auf niedrigen Beinen. Drei Löwen sitzen im Vordergrund, mollig dicke Kinder, die noch die weißen Flecken auf dem goldgelben Fell haben. Sie starren irgendwo hin, vielleicht auf die Pelikane im See, vielleicht auf ein Sandkorn am Boden; sichtlich sind sie gelangweilt. Ganz hinten, in der linken Ecke ihrer Behausung, hocken sechs junge Tiger. Es hat lange Zeit gedauert, bis ich die Zahl sechs einwandfrei feststellen konnte. Eigentlich sah man nur Streifen, schwarze, braunrote, gelbe, da und dort ein Ohr, ein Schwänzchen, weiße Kreise und Ringel; die jungen Geschöpfe haben sich zu einem Rattenkönig zusammenge- tnäuelt, zu einer Anhäufung atmender, seidig glänzender Fellkörper, und wie bei einer indischen Fabelgottheit erkennt man an den verschiedensten Ecken ein Gesicht. Aber kein verzerrtes, nein: Liebe, gutmütig verträumte Kindergesichter mit großen, lichten Kugelaugen, sanft, doch immerhin Tigergesichter! Die Sechs dort hinten frieren an diesem nebeligen Tag; warum sollten sie sich sonst so eng zusammenkuscheln? Aber da ist noch ein siebter Tigersohn, für den die Umwelt schon richtige Verlockungen hat. Er tapst auf seinen breiten Ausleger-Pfoten krummbeinig und mutig mitten durch den Raum, spielt mit den beiden leergetrunkenen Milchschüsseln, und weil sie aus Blech sind, klappern sie tüchtig, sobald er dagegen stößt. Das macht ihm wohl Spaß: er schleicht sich immer wieder an, wuchtet mit der vorderen Hand und dem Jeder Arzt weiß, wie erschreckend die Unkenntnis selbst der „vernünftigsten" Laien bei der Selbstbehandlung von Wunden ist. Soviel auch zur Aufklärung hier getan worden ist, immer wieder tut eine Wiederholung der wichtigsten Grundregeln der Wundbehandlung not. Fast jede Wunde kommt | unter Verhältnissen zustande, die die Möglichkeit i einer nachfolgenden Infektion wahrscheinlich macht. Man soll daher jede Zufallswunde als infiziert betrachten, dann werden wir in den meisten Fällen rechtzeitig Maßnahmen treffen können, um die Gefahr einer Wundentzündung zu bannen. Nicht wenige Wunden werden erst nachträglich durch unsachgemäße Behandlungsversuche, durch Drücken oder Quetschen oder Säubern infiziert. Die erste Hilfeleistung soll sich auf die provisorische Blutstillung, das Bedecken mit steriler Gaze oder frischen Wäschestücken oder auf die Ruhigstellung des verletzten Teiles beschränken. Dann müssen wir verhüten, daß die am Wundrand und in der Wundnachbarschaft sitzenden Keime nachträglich in die Wunde gelangen. Zu diesem Zwecke genügt meist das Bestreichen mit Jodtinktur. Waschen mit Seife ist zu vermeiden, allenfalls ist Abreiben der Umgebung mit Benzin oder Aether gestattet. In die Wunde eingedrungene Fremdkörper versucht man durch einen matten Strahl steriler Kochsalzlösung ob-r 3 v.H. Wasserstoffsuperoxyd zu entfernen. Bei Wunden, die mit Erde verunreinigt sind, ist stets die Notwendigkeit einer Schutzimpfung gegen Wundstarrkrampf in Betracht zu ziehen. Man sollte daher niemals versäumen, derartige Wunden so bald als möglich dem Arzt zu zeigen. Wunden, bei denen erhebliche Teile des Gewebes geschädigt und lebensunfähig gemacht worden find, müssen mitunter Umschnitten ober chirurgisch gesäubert werden. Ob Wunden genäht werden dürfen ober nicht, hängt vor allem bavon ab, in welchem Maße wir die Wunde als infiziert betrachten müssen unb ob Schädigungen des Gewebes vorliegen, die die Heilung stören würden. Je glatter die Wundränder sind, je reiner das verletzende Instrument war, je , weniger die Wunde mit schmutzigen Gegenständen in Berührung gekommen ist, desto eher darf genäht werden. Schußwunden dürfen nie genäht werden, auch alle anderen gequetschten oder Rißwunden : wird man offen behandeln müssen. Wundflächen, > die zu heilen beginnen, werden mit sterilem 93er- : bandstoff bedeckt ober, da die heilenden Stellen beim - Entfernen trockenen Verbandstoffs leicht bluten, mit Kopf die eine Pfanne hoch, so lang, bis sie lieber- gewicht bekommt, polternd wegrollt. Dann erschrickt I er, klettert über ben schräg liegenden Baumstaum I und macht einen Katzenbuckel, hüpft entsetzt davon.! schäftsstelle des Reichsbundes, Darmstadt, Neckarstraße 3, mitzuteilen, und kurz über die seitherige Art ihrer Tätigkeit, über die Stärke der Gruppen usw. zu berichten. Auch alle Persönlichkeiten, die zur Schaffung von Sing-, Tanz- und Laienspielgruppen bereit sind, werden um umgehende Mitteilung ihrer Anschrift gebeten. Hessische Iustizpersonaiien Ernannt wurden durch den Herrn Reichsstatthalter in Hessen mit Wirkung vom 29. Januar 1934 ab: Justizinspektor bei der Staatsanwaltschaft Mainz Karl Rumpf zum Bürodirektor bei der Staatsanwaltschaft Mainz; Staatsanwalt bei dem Amtsgericht in Gießen Dr. Freiherr Schenck zu Schweinsberg zum Staatsanwalt bei dem Landgericht Darmstadt; Notar in Pfeddersheim Karl Obenauer zum Notar in Worms als Nachfolger des Notar Fuchs; Justizsekretär in Darmstadt Ludwig Hannewald zum Kanzleivorsteher bei dem Landgericht Darmstadt. Versetzt wurden: durch den Herrn Reichsstatthalter in Hessen gemäß § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 nachfolgende Beamten mit Wirkung vom 29. Januar 1934: der Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Mainz Otto Müller zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Herbstein im Vogelsberg; der Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Wöllstein Dr. Emil W e i ck zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Nidda; der Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Nidda Heinrich Hahn zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Wöllstein; der Amtsgerichtsrat beim Amts- gericbt Lorsch Dr. Josef H o r n e f zum Amtsgerichts- rat oeim Amtsgericht Grünberg. Rückkehr vom Wachregiment in Berlin. Die 2. Kompanie unseres Bataillons, die unter Führung des Kompaniechefs Hauptmann Schiel während der letzten drei Monate Dienst beim Wachregiment in Berlin tat, wird am morgigen Donnerstag hierher zurückkehren. Die Kompanie trifft um 11.34 Uhr am hiesigen Güterbahnhof ein. Von dort wird, nach dem Ausladen, zwischen 12 und 12.30 Uhr der Marsch nach der Kaserne angetreten. Marfchstraßen: Vom Güterbahnhof durch die Hammstraße, Horst-Wessel-Wall, Hindenburgwall, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Licher Straße zur Neuen Kaserne. Emtopfgerichtsammlung in Gießen: 4'>29,99 Mark. Die Sammlung für das Eintopfgericht am vergangenen Sonntag erbrachte in unserer Stadt insgesamt 4029,99 Mark. Die Sammlung im Januar hatte 4053,55 Mark ergeben. D.? -leuoronung im deutschen Schutz- und Dienstgebrauchshundewesen Man schreibt uns: Die Neuordnung unseres gesamten wirtschaftlichen und politischen Lebens, die mit frühlingsjunger Werdekraft Altes und Morsches, Fremdes und dem deutschen Menschen Widersprechendes hinwegfegte, hat auch zu einer restlosen Umgestaltung des deutschen Hundesportes geführt, die von allen denen freudig begrüßt wird, die in der Einheitlichkeit und Ganzheit den Ausdruck deutschen Willens, deutschen Lebens überhaupt, erblicken. Aus der großen Menge der Spitzenorganisationen wurde ein kraftvoller Verband geformt, der nunmehr die Belange des deutschen Hundehalters, -Züchters und -abrichters wahrt, der auf dem Führerprinzip aufgebaut restlos mit den früher mehr oder weniger egoistische Interessenvertretungen von Gruppen und Grüppchen aufgeräumt hat. Der „Reichsoerband für das deutsche Hundewesen" ist heute die einzig anerkannte Großorganisation des deutschen Hundesports. In ihm sind alle früheren Rassezuchtvereine als Fachschaften zusammengeschlossen, während die früheren Abrichte- gruppen sich zur Fachschaft für das Schutz- und Dienstgebrauchshundewesen zusammengeschlossen haben. Die Fachschaft für das Schutz- und Dienst- aebrauchshundewesen dient dem Gedanken, durch Schutz- und Polizeihundarbeit mit allen hierfür geeigneten Hunderassen einerseits dem deutschen Hundeliebhaber die Möglichkeit zu bieten, seinen Hund selbst abzurichten, anderseits durch Arbeit mit und an dem Hund der Verwendung des Gebrauchshundes beim Zoll, bei den Sicheryeitsoraanen des Staates, bei Eisenbahn und Grenzschutzoienst uneigennützigen Dienst zu leisten. Schutz- und Polizeihundearbeit ist nicht Sport schlechthin, ist nicht Tändelei aus Tierliebe, hat nichts zu tun mit der Freude des Besitzes an .Kunststückchen" seines Tieres. Schutz- und Polizeihundearbeit ist Wertarbeit, ist Dienst am Volk. Wie viele Hunde retteten deutschen Soldaten im Weltkrieg das Leben! Wie viele Hunde schützten einsam patroullierende Zoll- und Polizeibeamte vor feigen, heimtückischen Ueberfällen! Wie viele Hunde dienten der Klärung von gemeinen Verbrechen! Und wie viele Hunde haben Verbrechen nicht zur Ausführung gelangen lassen, weil die Angst des Verbrechers vor dem den Beamten begleitenden Hund sie daran hinderte! Wie viele Einbrüche sind unterblieben, weil das Haus oder weil der kleine Garten des Siedlers, der Stall des Schrebergartenbesitzers von einem Hund bewacht wurde! Würde man diese Werte errechnen können, es wäre ein nicht zu verachtender Bestandteil deutschen Volksvermögens! Vor der großen nationalen Erneuerung unseres Volkslebens bestanden in Deutschland ungezählte Gruppen und Grüppchen, Verbände und Verbänd- chen, die alle, jeder für sich, dem deutschen Gebrauchshundegedanken dienten. Durch die Zersplitterung, durch Kampf aus Selbsterhaltungstrieb, durch viel vergeudete gute Kraft, durch gegenseitige Kritik wurde die Arbeit nicht gesteigert, konnte sie niemals die wirkliche Bedeutung haben, die ihr zukommen mußte. Falsch angewendete Kraft hat keine Wirkung. Es bedurfte des Rufes des Führers! Heute haben sich die Verbände alle zusammengeschlossen zur Fachschaft für das Schutz- und Dienst- gebrauchshundewesen. Ein geeintes Ganzes, ein gemeinsamer Wille, ein unbeugsamer Wille, dienstbar zu sein dem Volk, Vaterland, bindet alle. Die Gruppen und Grüppchen, die Verbände und Der- dändchen, die sich oft als Gegner gegenüberstanden, sie opferten freudig ihren Verband, ihre Selbständigkeit, sie opferten ihren alten Namen, sie sind zum Ganzen gekommen! Sie haben den Willen zur Einordnung in den nationalistischen Staat dadurch glänzend bewiesen! Ihr Ziel ist, durch gemeinsame Arbeit dem deutschen Gebrauchshundegedanken zu dienen, zum Wohle für Volk und Vaterland! Die Gliederung der Fachschaft entspricht der Gliederung im deutschen Sportleben. An der Spitze steht der Reichsobmann. Das Reichsgebiet ist in Gaue, Bezirke, Kreise und in die örtlichen Fachgruppen gegliedert. Die Fachschaft vereinigt in sich die Besitzer aller Hunderassen, die sich zur Dressur eignen. Nur der Fachschaft und der ihr angeglieder- len Organisationen ist es in Deutschland gestattet, Hund aller Rassen auszubilden und amlliche. an- Auflösung des Md-Osl-VezMvernns. Das Vermögen wird an Hilfsbedürftige, SA., SG. und Bewegung verteilt. Nachdem vor acht Tagen in einer Dorstands- sitzuna des Nord-Ost - Bezirksvereins die Auflösung des Vereins beschlossen worden war, da unter den veränderten staatlichen und kommunalen Verhältnissen der Weiterbestand von bezirksweise abgegrenzten Interessenvertretungen nicht mehr am Platze ist, fand gestern abenb auf Einladung des Dereinsvorstandes bei Mitglied Metzger und Gastwirt Henkel, Walltorftraße, eine außerordentliche Generalversammlung des Nord-Ost-Bezirksvereins statt, die zu dem Beschluß des Vorstandes Stellung zu nehmen hatte. Zu der Versammlung, die von dem Vorstandsmitglied Bäckerobermeister L o e b e r geleitet wurde, waren auch drei Herren der Ortsgruppe Nord der NSDAP, mit dem Ortsgruppenleiter Pg. Thomas an der Spitze erschienen. Der Versammlungsleiter, Obermeister Loeb er, und der frühere langjährige Vereinsvorsitzende, Apotheker Sch wieder, der schon vor einem halben Jahre den Antrag auf Auflösung des Vereins gestellt und kürzlich auch den Vorsitz niedergelegt hatte, begründeten den Auflösungsantrag des Vorstandes in überzeugender Weife, wobei sie mit Recht auf die rege Arbeit des Bezirksvereins während feines 45jährigen Bestehens im Interesse des Nord-Ost - Viertels, sowie auf die sorgsame und gedeihliche Finanzwirtschaft des Vereins Hinweisen konnten. Der Leiter der Ortsgruppe Nord der NSDAP., Pg. Thomas, sprach dem Verein Anerkennung und Dank für seine Arbeit aus, ferner! unterstrich er die Richtigkeit des Auflösungsbe- schlusses des Vorstandes, der damit den veränderten Zeitverhältnissen zutreffend Rechnung trage. In der I Aussprache, an der sich eine Anzahl Dereinsmitglie-1 der beteiligte, wurde allgemein vollste Genugtuung über den nationalen Umbruch in Deutschland und die dadurch geschaffene, grundlegend geänderte Neuordnung aller Dinge zum Ausdruck gebracht, sowie das rückhaltlose Vertrauen zur Führung des Dolkskanzlers Adolf Hitler und seiner DUtar- beiter betont. Ferner wurde der Vereins- und insbesondere der Dorstandsarbeit in den Nach- kriegsjahren die gebüyrende wohlverdiente Anerkennung zuteil. Einstimmig wurde sodann der, Antrag des Vorstandes auf Auflösung des Nord - Ost - Bezirksoereins angenom- m e n. Anschließend beschäftigte sich die Versammlung mit der Verteilung des Vereinsoermögens. Durch sorgfältige und sparsame Wirtschaft des Vorstandes und durch die ausgezeichnete Führung der Vereinsfinanzen durch den langjährigen Rechner Adalbert Bindewald konnte der Nord-Ost-Bezirksverein am Tage feiner Auflösung ein Vereinsvermögen von rund 700 Mark aufweisen. Nach längerer Aussprache über verschiedene Vorschläge zur Verwendung dieses Geldes, bei denen übereinstimmend der Gedanke des Gemeinwohls maßgebend war, wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: Es erhalten: Standarte 116: 100 Mark, die Gießener SS. 50 Mark, die Kreisleitung der NSDAP. 100 Mark, die Ortsgruppe Nord der NSDAP., die die meisten Hilfsbedürftigen in unserer Stadt aufweist, 100 Mark, die Ortsgruppe Ost der NSDAP. 50 Mark, der Rest von rund 300 Mark soll zum Ankauf von Lebensrnitteln (Brot, Butter, Fett, Speck, Hülsenfrüchte usw.) bei Geschäftsleuten im Nord- Ost-Viertel verwandt werden. Diese Lebensmittel sollen von der Ortsgruppe Nord der NSDAP, an die hilfsbedürftigen Mitbürger im Ortsgruppenbereich zur Verteilung kommen. Die Kassenbelege wurden sogleich den Vertretern der Ortsgruppe Nord der NSDAP, übergeben, die nach unmittelbarer Prüfung den einwandfreien Befund der Kasse feststellten und empfahlen, dem Rechner und dem Vorstand Entlastung zu erteilen. Die Versammlung beschloß einstimmig diesem Vorschlag gemäß. Der Führer der Ortsgruppe Nord der NSDAP., Pg. Thomas, der — ebenso wie die andern Herren der Ortsgruppenvertretung und mehrere Vereinsmitglieder — an der Ausarbeitung des Beschlusses über die Verteilung des Vereinsvermögens mitge- wirkt hatte, nahm am Schlüße der Versammlung noch einmal Veranlassung, dem Nord-Ost-Bezirks- verein und seinem Vorstand Dank und Anerkennung auszusprechen und dabei auch die Zweckmäßigkeit der Verteilung des Vereinsvermögens zu unterstreichen. Mit herzlichen Dankesworten des Versammlungsleiters, Obermeisters ßoeber, an den langjährigen Rechner B i n d e w a l d und mit kurzen Gedenkworten des Ortsgruppenleiters Thomas an den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, sowie mit dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Lustschuhschule Gießen eröffnet... ** Po st Personalien in O b e r h e sf e n. In den Ruhestand treten: Postamtmann Weist in Tie. ßen, Obertelegraphensekretär Kuckuck in Bad. Nauheim, die Telegraphensekretäre Else L i m b a ch und Hedwig Schaaf in Gießen, die Postassistenten Balser in Homberg, Ermel in Laubach, Wie. gand in Friedberg, Elisabeth Weber in Gießen, die Telegraphenoberleitungsaufseher Hahn in Tie. ßen und Kost in Stockheim, die Oberpostschaffner F e i ck in Schlitz, Gemmer, Karl Brück uni Schweitzer in Gießen, Hoffmann in Grün- berg, Lipp in Alsfeld, May in Vilbel, Rühl m Butzbach, die Postschaffner Diefenbach in Wöl> fersheim, Dörr in Ruhlkirchen, Levigion uni Lorei in Friedberg, Orth und S t i e h l e r in Mücke. — Versetzt wurden: die Telegraphengehilfin Johanna Wiener von Butzbach nach Bad-Nau- heim, die Postschaffner Kraft von Offenbach nach Stockheim, W i ß n e r von Stockheim nach Gießen und der Hilfspostschaffner Heß von Offenbach nach Gießen. — Angenommen wurde als Postschaffner auf Probe der Versorgungsanwärter Stelz in Grünberg. — Uebertragen wurde eine Oberpost, meisterstelle dem Oberpostinspektor Seeger aus Alsfeld in Werdohl. ** Silberne Hochzeit. Reichsbahnsekretär Heinrich Hamel und Ehefrau Marie, geb. Linden- struth, Landgrafenstraße 6, konnten gestern das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubilar wurden von feiten des Reichsbahn-Tum- und Sportvereins, vom Turnklub Gießen, vom Turnverein 1846 uni vom Eisenbahnverein Gießen sowie von feinen Mit- arbeitern zahlreiche Ehrungen zuteil. Er ist feit 25 Jahren Leser des Gießener Anzeigers, dessen Abonnement er schon von seinen Eltern übernommen hat. ** Städtische Brennholzver steige, r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigeruna aus den städtischen Waldungen (Försterei Rödaen) wurden folgende Preise erzielt: Eichenscheiter 1. Klasse 6,50 Mk. je Raummeter, 2. Klasse 6 Mk., Buchen- knüppel 8 Mk., Eichenknüppel 4,60 Mk., Buchenreisig 2. Klasse 14 Mk. je 100 Wellen, Lindenreisig 12,50 Mk. je 100 Wellen, Eichenstöcke 4,80 Mk. je Raummeter, Eichennutzscheiter 1. Klasse 17 Mk. je Raummeter. Die angebotenen Mengen wurden reff, los abgesetzt. ** Straßensperrung. Wegen Baumfäl» hmgsarbeiten wird die Provinzialstraße Gießen— Watzenborn-Steinberg vom 7. bis 17. Februar für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Leihgestern oder Bahnhof Schiffenberg. ** Staatliche Kurzschrift-Lehrer- Prüfung in Darm st ad t. Die diesjährige staatliche Kurzschriftlehrerprüfung sand in der Zeit vom 24. bis 26. Januar in Darmstadt statt. Insgesamt beteiligten sich 23 Stenografen. Herr Heinrich Graf, Mitglied der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft, bestand die Prüfung als Bester des Gaues Hessen-Darmstadt. Die Luftschutzschule Gießen hat gestern abenb mit einer großen Kundgebung im Caf6 Leib ihre Arbeit der Aufklärung in breitem Kreise eröffnet. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Behörden, die Organisationen der NSDAP., die Feuerwehren, Sanitätskolvnne, die Wehrverbände usw. waren zahlreich vertreten. Die Kapelle der SA.- Reserve leitete die Veranstaltung mit einem schneidigen Marsch ein. Bürgermeister Or. Hamm hielt die Begrüßungsansprache, in der er auf die Notwendigkeit des Luftschutzes hinwies, trotzdem man überall ein Klingeln von Abrüstung höre. Der Luftschutz sei nicht überflüssig, solange die anderen Staaten in der Aufrüstung begriffen feien. Hier dürfe keine Vogel-Strauß-Politik getrieben werden. Voraussetzung für tatkräftige Arbeit sei die Schulung für den Luftschutz. Ortsgruppenführer Privatdozent Dr. Eichler eröffnete den Schulungskursus mit eine kurzen An- prache. In früheren Kriegen hätten die Seuchen größere Verluste gebracht, als die Waffenhandlung elbft. Der Seuchen fei man Herr geworden. Die Waffenwirkung fei geblieben. Während und nach dem Kriege habe sich aber die Luftwaffe entwickelt, die wieder große Verluste in der Bevölkerung auslösen könne. Den Gefahren des Luftangriffes könne man entgegentreten, die Gefahr verringern, sie überwinden. Die Kenntnisse hierzu solle die Luftschutzschule ver- mitteln. Ein großer Teil der Bevölkerung müsse durch sie hindurchgehen. Die Arbeit fei unbedingt nötig. Luftschutz bedeute nicht nur den Erwerb von Kenntnissen, sondern auch Darlegung des politischen Willens zur Selbstbehauptung. Sodann rief der Redner die Teilnehmer der ersten beiden Kurse namentlich auf. Mit dem Worte, daß Luftschutzarbeit wahrhaft sozialistische Arbeit fei, schloß der Redner seine Ansprache und erklärte die Luftschule ür eröffnet. Gchulungsleiter Gchuchardt prach dann über das Thema „Notwendigkeit und Umfang des zivilen Luftschutze s". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Das Leben werde auch in der Zukunft Kampf um die Behauptung bleiben. Heute vor 30 Jahren fei der russisch-japanische Krieg ausgebrochen. Heute sei wieder Kriegsgefahr im Fernen Osten. Auch in Europa dürfe man die Augen vor weltpolitischen Vorgängen nicht verschließen. Ein eventueller künftiger Krieg werde nicht an den Fronten, sondern in der Heimat und in der Luft entschieden. Die Entwicklung im Kriegsflugwesen sei mit Riesen- chritten vor sich gegangen. Flugzeugtypen ungeheuren Ausmaßes seien entwickelt und in großer Menge gebaut worden. Frankreich, England, Polen und die Tschechei verfügten insgesamt über 8000 startbereite Flugzeuge. Die hälfte dieser Flugzeuge fei neuester Konstruktion. Deutschland habe dem nichts entgegenzusehen. Deutschland sei das luftgefährdetste und luftempfindlichste Land Europas. Es gebe auf deutschem Boden keinen Platz, der nicht in kürzester Zeit von feindlichen Flugzeugen erreicht werden könne. Der große Aktionsradius der Flugzeuge gestatte glatten Durchflug England—Tschechei, Frankreich —Polen, lasse also den gefährlichen Rückweg vermeiden. Deutschland sei sehr dicht besiedelt. Die Industrie an den Grenzen sei außerordentlich gefährdet. Die Waffe des Fliegers fei die Bombe. Der Flieger könne zwar nicht genau zielen, mit einem Streukegel von 300 Meter müsse man allerdings rechnen. Fliegerbomben gebe es heute bereits im Gewicht bis zu 1800 Kilogramm. Gefährlichste Waffe der Flugzeuge fei die Brandbombe, die wegen ihres gerinnen Gewichts in großer Anzahl vom Flieger mitgeführt werden könne und in kurzer Zeit Hunderte von Dachstühlen in Brand zu fetzen vermöchte. Die Wirkung der Spreng- oder Brisanzbombe wende sich gegen Material und Menschenleben. Eine 1000-Kilo-Bombe könne ganze Häuserblocks zerstören. Entgegen einer allgemeinen Auffassung sei die Gasbombe nicht die Hauptwaffe des Flugzeuges. Die Wirkung der Gasbombe sei weitaus geringer, als man vermute. Gegen Gas gebe es absoluten Schutz. Bester Schutz gegen Gas sei aber Disziplin und Ruhe. Luftschutz müsse sich in aktiven und pas- siyen Luftschutz gliedern. Der aktive Luftschutz fei uns verwehrt. Demgegenüber stehe im Ausland mancher Zivilist am „Flak"-Geschütz. Alan müsse unterscheiden zwischen st a a t l l - ch e m und zivilem Luftschutz. Der behördliche Einfluß höre an der haustüre auf. 3m Hause müsse der Selbstschutz einlreten. Das Haus sei der hauptsächliche Wirkungsbereich der Kursusteilnehmer. Es müßten Hausgemeinschaften des Luftschutzes gebildet werden. Der Dachboden dürfe in Zukunft nicht mehr Rumpelkammer sein. Jedes Haus solle einen Schutzkeller haben. Ein Schutzkeller biete, mit Ausnahme gegen den Volltreffer, Schutz gegen alle Gefahren eines Luftangriffs. Luftschutz sei Selbstschutz! Der Vortrag, der auch einige recht eindrucksvolle Lichtbilder brachte, wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Eine Ausstellung von Gasschutzgeräten durch die Freiwillige Sanitätskolonne und eine einschlägige Firma wurde viel beachtet. In seiner Schlußansprache forderte Bürgermeister Dr. H a m m zu tatkräftigster Mitarbeit auf Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland, mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes wurde die Kundgebung geschlossen. erkannte Prüfungen für alle Rassen abzuhalten. W,r rufen den deutschen Hundebesitzer auf, sich unzureihen, Mitarbeiter zu werden. In der Pflege ^örtlicher, kameradschaftlicher Beziehung, in der Aufklärung in allen Fragen der Hundehaltung, der Pflege, der Aufzucht und Abrichtung von Schutz- und Dlenstgebrauchshunden, sieht die Fachschaft ihr ^Hjgabengebiet Zum Wohle des deutschen Volkes. Fachgruppe Hessischer Polizei- und Schutzhund- verein 1914 Gießen (Geschäftsstelle Bahnhöfstr. 60). Rienhardt, ^Gruppenführer und Bezirksobmann für den Bezirk Oberhessen des Gaues IX, Westmark-Hessen. Daten für Mittwoch, 7. Februar. 1801: der Kupferstecher Daniel Chodowiecki in Berlin gestorben (geboren 1726); - 1812: der Dich- ter Charles Dickens in Landport bei Portsmouth geboren (gestorben 1870). ; Bornotizen. — Tages kalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis 22.30 Uhr, „Die golb’ne Mei- fterin". — Goethe-Bund und Gießener Studentenschaft, 20 Uhr, Neue Aula, Ernst Wiechert lieft aus eigenen Werken. — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung), 20.15 Uhr, Anatomisches Institut, Sitzung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Großfürstin Alexandra". — Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30 Uhr, „Germania", Zelle 2, Zellenabend. — Stadttheater Gießen. Morgen abenb Deutsche Bühne, Reihe 1: Schauspiel: „Alle gegen Einen — Einer für Alle" von Forster-Burggraf. ** Von der ßanbesunioerfität. Prof. Dr. Glöckner hält heute um 17 Uhr im Vorlesungsgebäude (Großer Hörsaal) seine Antrittsvorlesung über: „Wer denkt konkret?" Große Strafkammer Gießen. Die gestrige Sitzung hatte zunächst die Berufung eines Einwohners von ßauterbad) gegen das Urteil des Schöffengerichts zum Gegenstand, in dem der Angeklagte wegen Urkundenfälschung zu 1 Monat Gefängnis verurteilt wurde. Der Angeklagte hatte einen Voranschlag verfälscht, indem er nachträglich das Wort „ausschließlich" mit „einschließlich" vertauschte. Auf diese Weise ist einem Bauherrn erheblicher Schaden entstanden. Nach umfangreicher Beweisaufnahme wies das Gericht die Berufung entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, koM- fällig zurück. Die Straftaten der berüchtigten Einbrecher Heil und Genossen fanden gestern endgültig ihre Sühne. Das Gericht hatte sich in der Nachmittagssitzung mit dem Arbeiter O. K. aus Mainzlar und feiner Ehefrau, die seinerzeit bei der Aburteilung der übrigen Einbrecher und Hehler am Erscheinen verhindert waren, zu befassen. Dem O. K. wurden Verbrechen des schweren Diebstahls in Tateinheit mit Begünstigung, seiner Ehefrau, die die gefloßenen Lebensrnittel usw. in ihrem Haushalt verwendete, Hehlerei zum Vorwurf gemacht. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den Angeklagten K. eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei fahren, gegen seine Frau eine solche von sechs Monaten. Das Gericht erkannte im ersten Falle auf 1 Jahr 1 Monat Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft, im zweiten ' Fall« auf 1 Monat Gefängnis. Es erging Beschluß, in dem der angeklagten Ehefrau bedingter Strafaufschub zugesprochen wurde. Der Gladenbacher Riesenprozeß □C Gladenbach, 6. Febr. Zu Beginn des heutigen dritten Verhandlungstages der Marburger Großen Strafkammer gegen die wegen Betrugs und Wuchers angeflagten Viehhändler Adolf unb Felix Adler aus Gladenbach teilte der Vorsitzende des Gerichts mit, daß einer der beiden Schöffen erkrankt fei und ein Ersatzschöffe berufen werden mußte. Nach den gesetzlichen Bestimmungen muß daher die seitherige Verhandlung wiederholt werden. Man will die Verhandlung in der Weis« fortführen, daß man setzt erst die noch nicht zur Sprache gebrachten Fälle erledigt und bann am । Donnerstag bie bereits verhandelten Fälle wiederholen wird. Es ergibt sich bie nochmalige Der- | nehmung von 15 bereits gehörten Zeugen. Zunächst wurden heute die Angeklagten über ihre Vorstrafen befragt. Es ergab sich, daß beide vieberholt wegen Betrugs bzw. ver» uchten Betrugs ober Schleichhanbels, Körperverletzung usw. vorbestraft sind. Es kam bann eine ganze Reihe von Fällen zur Behanblung, in benen sich bie Zeugen beim Kauf ober Tausch von Kühen durch bie Angeklagten übervorteilt fühlen. So besorgten bie Angeklagten vielen Zeugen auf Wunsch „gute junge Kühe, welche bis dahin etwa drei bis vier Kälber zur Welt gebracht hatten". Wenn bie Zeugen bann mit vieler Mühe den Ursprungsort der gelieferten Tiere fest- gestellt hatten unb dort nachfragten, erfuhren sie, daß die Tiere bereits acht- oder zehnmal gekalbt hatten. Mehrmals versprachen die Angeklagten auch den Zeugen, daß die gelieferten Kühe bis zu einem näherbezeichneten Termin falben würben. Gewöhnlich trat bie Kalbung aber erst ein ober mehrere Monate später ein. Die Angeklagten — bie heute zur Sprache gebrachten Anklagen trafen befonbers ben im Außenhandel tätigen jungen Adler — versuchten nachzu» weisen, daß bie von ihnen getätigten Geschäfte ein» roanbfrei waren bzw. zu Recht beftanben. Auf der anderen Seite hatte man bei recht vielen Zeugenaussagen ben Einbruck, baß bie Zeugen über ihre Geschäfte mit ben Angeklagten recht schlecht im Silbe waren, ober sich von biefen einwickeln ließen, ohne gegen bie ihnen scheinbgr zugefügten lieber» vorteilungen etwas zu unternehmen. Die Verbanblung würbe auf Mittwoch vertagt. An diesem Tage werben noch bie zu ben Anklagen 29 bis 34 geladenen Zeugen sowie bie Leumunds» zeugen vernommen. Das Recht im täglichen Leben. Der Ausschlagung einer Erbschaft, die ordnungs- Gibt es eine bedingte Ausschlagung der Erbschaft? Ausnahmefällen gestattet werden, so, wenn sie in Ueberzahl in einen Gasthausgarten kommen und die Gäste vertreiben. In einem besonderen Falle hat auch einmal ein deutscher oberster Gerichtshof einen Nachbar, der Tauben hielt, zur Abhilfe verurteilt, weil sich seine Tauben in übergroßer Zahl täglich auf dem Nachbarhause niederließen, dort den Mörtel aus den Mauern pickten und Dach und Dachrinne so stark verschmutzten, daß besondere Kosten für Reinigung und Instandhaltung nötig wurden. Ich brauche nicht zu dulden, daß die Hühner und Kaninchen des Nachbars in meinem Garten ihr Futter suchen. Töten darf ich sie nicht, doch ich darf alles tun, ihnen den Zutritt zu wehren. Katzen darf ich sogar töten, wenn den Singvögeln in meinem Garten unmittelbare Gefahr durch sie droht, die anders nicht beseitigt werden kann. Ich brauche mir weiter nicht gefallen zu lassen, daß ein benachbartes Zementwerk mit dem bei der Fabrikation ent- festzulegen, die allen berechtigten Wünschen in vernünftigem Umfang entgegenkommt. Das Reichserbhofgesetz nennt in den §§ 10 und 18 als Antragsberechtigte nur den Eigentümer mögen solle zunächst seiner Frau zufallen, und wenn die Frau sterbe, sollen die Kinder in den Genuß des Vermögens kommen. Tritt aber der Fall ein, daß zuerst der Vater und später erst die Mutter stirbt, dann werden die Kinder an sich zwar erst dann Erben des Vaters, wenn die Mutter stirbt. doch steht ihnen die Möglichkeit zu, bereits zu Lebzeiten der Mutter die Erbschaft nach dem Vater auszuschlägen. Der Antritt einer Erbschaft ist nicht von einer besonderen Annahmeerklärung abhängig. Wird jedoch die Erbschaft angenommen, dann geht man hierdurch des Rechtes der Ausschlagung Der» Die Annahme oder Ausschlagung läßt sich nur unter ganz besonderen Umständen anfechten, und zwar geschieht dies durch eine Erklärung gegenüber dem Nachlaßgericht. Als Gründe für die Anfechtung können in Betracht kommen: Drohung, Irrtum oder auch Täuschung. Der Begriff des Irrtums unterließt aber sehr erheblichen Beschränkungen. So kann beispielsweise kein Irrtum über den Wert des Nachlasses geltend gemacht werden. Schlägt man eine Erbschaft nur deswegen aus, weil man eine Ueber- schuldung des Nachlasses für wahrscheinlich hält, dann kann man damit, wie die Praxis nur zu oft unter Umständen zeigt, einen recht großen Fehlgriff begehen. Die Ausschlagung muß also sehr überlegt sein. Das soll um so mehr bedacht werden, als sich mit der Annahme der Erbschaft noch keine Haftung mit persönlichem Vermögen für Nachlaßschulden zu ergeben braucht, denn die Haftung kann aus den Nachlaß beschränkt werden. zuführen. Der Kreis der Antragsberechtigten ist auf Grund der Durchführungsverordnungen so gestaltet, daß er alle wirklichen Interessierten in weitgehendem Maße berücksichtigt. einem Urteil vom 2. Juni 1927 ebenfalls die Anwendung des Begriffs von Treu und Glauben im Gemeindefteuerrecht. Dem bemerkenswerten Urteil lag folgender Sachverhalt zu Grunde: Ein Ge meindevorsteher hatte einem Grundstückseigentümer auf Anfrage die Auskunft erteilt, daß die Wertzuwachssteuer ruhe. Der Eigentümer verkaufte daraufhin das Grundstück. Als der Eigentümer aber trotzdem-, zur Wertzuwachssteuer herangezogen wurde, erklärte dies das Sächsische Oberverwaltungsgericht für unzulässig. Die Auskunft sei nicht unverbindlich, sondern sie berühre den Steueranspruch der Gemeinde selbst. Es verstoße geaen Treu und Glauben, wenn sich die Gemeinde mit der Auskunft des Gemeindevorstandes in Widerspruch setze. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche die Anwendbarkeit des Grundsatzes von Treu und Glauben auf das öffentliche Recht, insbesondere auch auf das Gemeindesteuerrecht hat, sei also den Gemeinden Vorsicht bei Auskunftserteilungen über Gemeindesteuerangelegenheiten empfohlen. Wer ist berechtigt,dasAnerbengenchtanzurusen? Von Georg Lind, Rechtsanwalt in Grimberg. b) bei dem Erbhofbauern in seiner Person. ------o - - , - v - - ■ . , a) Gerade in der Zeit, in der die Grundgedanken auf Grund eines vollstreckbaren Schuldtitels eine < des Reichserbhofrechts noch nicht vollständig im Zwangshypothek eintragen lassen will. Auch er bnt Volksempfind n verankert sind, in der Uebergangs- ein rechtliches Interesse an der Feststellung, ob ein zeit, werden in zahlreichen Fällen beachtliche Zweifel Besitztum als Erbhof anzusehen ist oder nicht und u / , . r. • cn .nut.___ ™ffiAnHfiimör 0? rhhnfhnitprniMnpnimarr rn- Bei den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über Nachbarrecht gilt grundsätzlich: der Eigentümer einer Sache, also eines Grundstückes, kann mit seinem Grundstück nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen. Wann steht dem das Gesetz entgegen? Nun ich muß das Zuführen von Gasen, Dämpfen, Gerüchen, Rauch, Ruß, Wärme, Geräusch, Erschütterungen und ähnliche, von einem anderen Grundstücke ausgehende Einwirkungen dulden, wenn dadurch die Benutzung meines Grundstückes nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt wird. Ob eine Störung als wesentlich anzusehen ist, das muß im Streitfälle das Gericht entscheiden. Ich muß es also dulden, wenn über das Nachbargrundstück eine Eisenbahn geführt wird, auch wenn mich die dabei entstehende Rauch- und Rußentwickelung, das Geräusch und die Erschütterungen in dem Garten, den ich mir gerade an der Grenze des Nachbargrundstückes als Ruheplätzchen angelegt habe, stören. Ich muß es weiter dulden, daß die Tauben meines Nachbars, daß seine Bienen auf mein Grundstück herüberfliegen. Ich darf sie verjagen, durch Vorwerk und dergleichen mehr.) b) Auch in der Person des Erbhofbauern bezüglich seiner Bauerneigenschaft werden häufig Zweifel vorhanden sein können: Staatsangehörigkeit, Rassereinheit, Ehrbarkeit und Befähigung. Wo nach a) oder b) solche Zweifel bezüglich der vom Gesetz verlangten Voraussetzungen bestehen, hat das A n e r b e n g e r i ch t seine Entscheidung zu fällen. Berechtigt, in derartigen Zweifelsfällen eine Entscheidung des Anerbengerichts herbeizuführen, sind Die sogenannten Antragsberschtigten. Dieses Antragsrecht ist vom Gesetzgeber nicht für jedermann schlechthin gegeben, sondern beschränkt worden auf einen engeren Personenkreis, der im Gesetz und in den Durchführungsverordnungen genau festgelegt worden ist. Es sind dies die eigentlichen Interessenten an der Entscheidung etwaiger Zweifelsfragen. Auch hier haben sich das Erbhofgesetz und erst recht die Durchführungsverordnungen in maßvoller Weise bemüht, den Kreis der Antragsberechtigten auf eine Weife Anspruch habe. Es würde sonst das Vertrauen beseitigt werden, das der Staatsbürger den Erklärungen der Behörde entgegenbringen müsse. (Urteil des Preußischen Oberverwaltungsgerichts VI. C. 11, 30). In einem anderen Urteil des Preußischen Oberverwaltungsgerichts hatte ein zum Urkundsbeamten bestellter Gemeindebeamter dem Steuerpflichtigen ausdrücklich zugesichert, daß bei der Berechnung Der Wertzuwachssteuer nur von dem für den veräußerten Grund und Boden vereinbarten Kaufpreis, nicht aber von der neben dem Kaufpreis gezahlten Entschädigung für die Abtretung von Straßenland ausgegangen werde. Obwohl diese Auskunft des Beamten unrichtig war, hat das Preußische Oberverwaltungsgericht entschieden, daß der Steuerpflichtige sich auf die Auskunft verlassen durfte, und daß eine von dieser Auskunft abweichende Steuerfestsetzung dem Grundsatz von Treu und Glauben widersprechen würde. Auch das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat die Grundsätze von Treu und Glauben mehrfach auf das öffentliche Recht zur Anwendung gebracht. Dieser Gerichtshof betont in Der Wiederkauf. Der Rechtsbegriff des Wiederkaufs ist dem Laien fast fremd. Vor allem hat der Laie nicht die wirtschaftliche Bedeutung dieser Einrichtung des Bürgerlichen Rechts erkannt, die der Sicherungsübereignung und der Pfandbestellung in gewisser Weise ähnelt. Denn mittels der Vereinbarung eines Wiederkaufs hat man es in der Hand, für die Fortgabe von Gegenständen Geld zu erhalten, das man zurückgibt, wenn man den Gegenstand wiederhaben will. Der Wiederkauf kommt dadurch zustande, daß sich bei einem Kaufvertrag der Verkäufer das Recht ausbedungen hat, die Sache „wiederzukaufen", und daß er später dieses Recht durch Erklärung ausübt. Jemand kann z. B. seine Bibliothek mit der Abrede verkaufen daß er berechtig^ bleiben soll, innerhalb eines Jahres die Bibliothek zu demselben Preis zurückzuerwerben, den er dafür erhalten hat. Die Frist für die Ausübung des Wiederkaufsrechts kann beliebig vereinbart werden. Wird keine bestimmte Frist genannt, so beträgt sie bei beweglichen Sachen drei, bei Grundstücken dreißig Jahre. Die Verabredung der Parteien kann auch dahingehen, daß bei der Ausübung des Wiederverkaufs ein anderer, höherer oder niederer Preis oder der Schätzungspreis bezahlt werden muß. Wird ein bestimmter Preis vereinbart (ebenso verhält es sich beim Schätzungspreis), so geht diese Vereinbarung allen gesetzlichen Vorschriften vor. Wird dagegen kein Preis Wie bereits erwähnt, muß der Grundsatz von Treu und Glauben in gleichem Maße auch bei den Steuerpflichtigen Beachtung finden. Nach einer Entscheidung des Reichsfinanzhofs vom 23. Mai 1933 Juristische Wochenschrift a. a. O.) würde es der Grundsatz von Treu und Glauben ausschließen, daß ein Steuerpflichtiger, der zum Zwecke der Erlangung ungerechtfertiger Steuervorteile oder in großem Verschulden die Steuerbehörde irreführt oder Neuerlich wichttge Tatsachen unterdrückt, nachträglich ioei einer Aufdeckung der unterdrückten Tatsachen biurd) eine Buchprüfung daraufhin eine Berichtigung tu seinen Gunsten verlangen kann, wenn sich nachträglich herausstellt, daß nach Aufdeckung der unterdrückten Tatsachen auch eine Berichtigungsveran- laqung zu seinen Gunsten möglich wäre. Es handelt sich hier um grundsätzliche Fragen des Verhaltens der Steuerpflichtigen gegenüber der Steuerbehörde. Der Reichsfinanzhof stellt eine Auf- klärungspflichtdesStaatsbürgersin S t e u e r 's a ch e n a u f. Die Treuepflicht des Steuerpflichtigen gegenüber der Steuerbehörde umfaßt „ach einer Entscheidung des Reichsfinanzhofs sogar die Pflicht, daß der Steuerpflichtige das Finanzamt auf Fehler aufmerksam machen muß, wenn m einem Buch- ober Betriebsführungsbericht der Sachverhalt unrichtig oder unvollständig bargeftellt war. Im Gemeindesteuerrecht spielt der Begriff von Treu und Glauben, wie schon oben angedeutet, ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle. Insbesondere hat das Preußische Oberverwaltungsgericht m mehreren Entscheidungen zum Ausdruck gebracht daß d e r Grundsatz von Treu und Glauben auch dei der Geltendmachung der offent- lich-r echt liehen Ansprüche »m.Gemeindesteuerrecht herrscht. Die praktische Bedeu- * ... — ' _ er.- s: a /Urttrtotnhpnprmriftiin" Ist der Eintragung in die Erbhöserolle auch nur rechts erklärende und keine rechts begründende Wirkung zuzuschreiben, so ist sie rechtlich doch nicht belanglos. Denn die Eintragung eines Grundstückes in die Erbhöferolle begründet die Vermutung, daß es Erbhofeigenschaft besitzt. Grundsätzlich entstehen die Erbhöfe im allgemeinen kraft Gesetzes, d. h. eine Besitzgröße, die nach ihrem Umfang als Ackernahrung anzusehen ist und im Eigentum einer bauernfähigen Person steht, ist a b 1. Oktober 1933 ohne weiteres Erbho f, gleichgültig, ob die Eintragung in die Erbhöferolle erfolgt ist oder nicht. Genau wie ein neugeborenes Kind mit dem Zeitpunkt der Vollendung der Geburt ins Leben tritt, ohne Rücksicht auf die später erfolgende Eintragung in das Geburtsregister, so sind die Erbhöfe gewissermaßen „geboren" worden mit dem Inkrafttreten des Reichserbhof a e f e tz e s , d. h. mit dem 1. Oktober 1933. Der Erbhof ist ohne weiteres, ohne besondere Anmeldung oder Eintragung in die Höferolle mit dem Inkrafttreten des Gesetzes vorhanden, also am 1. Oktober 1933, wenn die sonstigen notwendigen Voraussetzungen vorliegen. Diese Voraussetzungen müssen vorhanden sein: a) in der Eigenschaft des Erbhofes als solchem und aber Früchte ab ins Nachbargrundstück, so gehören sie dem Nachbar. Auch diese Bestimmung will Streitigkeiten hindern, die entstehen könnten, wenn ich beim Nachbar die von meinem Baume abgefallenen Früchte auflesen wollte. Darum gilt sie nicht, wenn das Nachöargrundstück ein öffentlicher Weg ist. Denn bann kann ich ja ungehindert, ohne ein fremdes Recht zu verletzen, zu den abgefallenen Früchten gelangen. Auch Fallobst an Obstalleen darf also nicht von jedem ausgelesen werden, sondern bleibt im Eigentum des Eigentümers, ober Pächters ber Bäume. Stören den Nachbar die von meinem Grundstück hinüberhängenden Zweige, beeinttächtigen sie also die Benutzung feines Grundstückes, weil sie z. B. seinem Garten Sonne nehmen, so kann er mir eine Frist zur Beseitigung der Zweige bestimmen. Be- fettige ich die Zweige in dieser Frist nicht, so ist er berechtigt, die Zweige selbst abzuschnelben, und zu behalten. Auch Wurzeln eines Baumes, die in sein Grundstück hinüberreichen, kann der Nachbar, und zwar ohne mir erst eine Frist zu setzen, abschneiden und behalten, aber auch nur dann, wenn sie die Benutzung seines Grundstückes beeinträchtigen, also etwa seinem Garten das nötige Wasser entziehen, ober beim Ausheben einer Baugrube beseitigt wer- den müssen. Daneben sind aber auch Ausnahmen denkbar. So beispielsweise dann, wenn sich allein deshalb ber Erbschaftsanwärter bes Nachlasses annimmt,, weil vorläufig niemand anderes zur Stelle ist, also lediglich deswegen, um einen Schaden vorzubeugen. Ist es nun etwa möglich, daß sich der Erbanwärter un- ter gewissen Bedingungen zur Annahme ber Erbschaft bereit erklärt, daß der Erbanwärter z. B. bei der Annahme die Einschränkung macht: „Sollte sich ergeben, daß eine Ueberschuldung bes Anwesens vorliegt, bann soll, was meine Person betrifft, eine Ausschlagung ber Erbschaft gelten." Die Möglichkeit einer berartigen bebingten Ausschlagung gibt es nicht, es ist vielmehr erforberlich, baß bie Ausschlagung in klarer Form einbeutig erklärt wird. Bei ber Annahme unb Ausschlagung gibt es grundsätzlich keinen Widerruf, jedoch ist eine Annahme als nicht geschehen aufzufassen, wenn beim Erben hinsichtlich des Berufungsgrundes eine irrige Ansicht bestanden hat. Ist beispielsweise eine Erbschaft in dem Glauben angenommen worden, man solle die Hälfte eines Nachlasses im Werte von 4000 Mk. übernehmen, in Wirklichkeit jedoch soll man, wie sich späterhin ergibt, nur in den Genuß eines weit geringeren Teils gelangen, während dem Anteil weit höhere Verpflichtungen gegenüberstehen, dann besteht in diesem Falle noch immer die Möglichkeit, auszuschla- gen, die Annahme gilt also als noch nicht geschehen. fflr^hfLVsför’bie ®em inb »erroaltun. [ töten bars ich sie nicht. Ich bars also nicht Gift gegen *u"9 S . 9? aus folg nbem Falle: E- war Bienen auslegen. Ihre Vernichtung kann nur tn ^manb"'Ü^E?wkrb efne'° Lgela^be- bestimmt A—bmeiallen hottet werben. |o warben durch bie Auskunst eines beurbettenben Ge- meinbebeamten, wonach keine Anliegerbettrage auf tiefes Grunbstück entfielen. Trotz bieser Zusage bes Gemeinbebeamten hatte bie Gemembe ben E r m Anliegerbeiträgen herangezogen und ihre ^l- jefcung damit begründet, daß bie sehens des G - meinbebeamten erteilte Auskunft unrichtig g f |ei. Das Oberverwaltungsgericht f)at redoch den An Irag bes Grunbstückseigentümers auf -öeireiung von Anliegerbeiträgen als begrunbet angesehen, m dem es ausführte, es würbe gegen Treu unb G au- ben verstoßen, wenn eine Gemeinbe ben GrunD ftücfseiqentumer, ber burch ihre unrichtige Auskunft flum Ankauf bes Grundstücks bestimmt worden ist, Zu einer Beitragszahlung heranziehen wollte, von der der Eigentümer auf Grund ber amtlichen Aus tunft ohne jebe Fahrlässigkeit annehmen konnte daß bie Gemeinbe auf biese Beitragszahlung keinen stehenden Staub, ber sich auf meinen Grundstücken niederläßt, meine Feldfrüchte, meinen Viehbestand und den Bauwert meiner Grundstücke beeinträchtigt. Auch hier kann ich verlangen, daß durch den Einbau von Entstaubungsanlagen die Beeinträchtigung auf ein erträgliches Maß herab gedrückt wird. Ich brauche es nicht zu dulden, daß durch Sprengungen in einem angrenzenden Steinbruch der Aufenthalt auf einem meiner Grundstücke zeitweilig unmöglich gemacht, die Zugangswege zeitweilig gesperrt werden. Ich kann Beseitigung dieser Störungen, wenn es sein muß, auch mit Hilfe des Gerichts verlangen. Denn in einem solchen Falle handelt es sich nicht mehr um unwesentliche Einwirkungen. Der Nachbar darf auch nicht einfach Schmutzwasser auf mein Grundstück, das tiefer liegt, ableiten. Werden auf einem Nachbargrundstück an der Grenze Halden aus einem Sandgruben- oder Steinbruchbetrieb ausaehäuft, die anhaltender Regen teilweise in mein Grundstück herabschwemmt, so kann ich vom Nachbar Beseitigung dieses Schadens verlangen. Ich kann aber schon vorher verlangen, daß der Nachbar Maßnahmen trifft, die eine solche Gefährdung nach Möglichkeit ausschließen. Ich kann selbstverständlich auch verlangen, daß der Nachbar Einsturzgefahr, die mir von seinem Grundstück her droht, beseitigt, auch einen morschen Baum rechtzeitig fällt. Ich kann ihm verbieten, daß er sein Grundstück an der gemeinsamen Grenze so stark vertieft, daß mein Grundstück die nötige Stütze verliert, also in die Gefahr des Abrutschens kommt. Er muß mindestens, wenn er doch graben will, für ein ausreichendes Abstützen meines Grundstückes sorgen. Der Nachbar kann mir dagegen den Bau eines Gebäudes nicht deswegen verbieten, weil dadurch feiner Windmühle, seinem Windmotor ein Teil des nötigen Windes weggenommen wird. Wie steht es, wenn Zweige eines auf meinem Grunde stehenden Baumes auf das Nachbargrund- ftück Überhängen? Die Früchte, die an diesen Zweigen hängen, gehören mir, so lange sie am Baume hängen. Ich darf sie also abnehmen, muß dies aber von meinem Grundstück aus (etwa mit einem Obstbrecher) tun; ich habe nicht das Recht, zu diesem Zwecke das Nachbargrundstück zu betreten. Fallen Das Aachbarrechl auf dem Lande 23on Landgerichisrai Or. Irih Thier. (Erbhofbauer) und den K r e i s b a u e r n f Ü h r e r. ^r agung emer «ro^an,, u« K„:nÄÄ ä ’äs !—•ä“»? äs. \ Allerdings kennt man auch Ausnahmen. So z. B. PÄWSM.« fei t ! LLLN.SÄS jede andere, der ein rechtliches Interesse an ber Fest ste11ung nachweist, ist nun antragsberechtigt. Daß zu biesen Antragsberechtigten die hiervon betroffenen Abkömmlinge oder Verwandten nach ber Anerbenorbnung gehören, insbesondere ber künftige Anerbe ober ein Verwandter, der sich durch eine letzwillige Verfügung | des Erbhofbauern übergangen glaubt, ist klar. Aber : nicht nur Verwandte bes Erohofbauern, bie als Anerben usw. in Betracht kommen, sonbern feber, I der ein rechtliches Interesse an ber bemnächstigen Feststellung des Anerben^ichts nachweisen kann, j^^/und zwar auch bereits bann, wenn an sich ,-^unberechtigt. a4$ die Ausschlaqunqsfrist noch läuft. Die Annahme ber © l a u b ! g e r fallen, 3. B. em Staubiger, ber (^schäft kann sich unter Umftänben bereits baburch ^"ldtttel? eine , Ätzern, baß ber Erbe vom Nachlaß Besitz ergreift, • bas Geschäft weiterführt ober dergleichen. Wie ge» 0 sagt: „unter Umständen" läßt sich dies als Annahme au^^^Sen"e,öb,,ein1;'beftimmYeT1Befifetum"?obVr~ ^öf Ö6''einem ©gen’fümer Erbbofbauerneigentäläft ju-P" Erbschaft liegen, als Erbhof anzufehen ist ober nicht. Unb biese steht. c . Zweifel können sich auf alle ober auch nur auf Das Interesse, bas ber Antragsberechttgte an der eines ber Erfordernisse erstrecken, bie gesetzlich zum begehrten Entscheibung bes Anerbengenchts hat, Wesen bes Erbhofes gehören. (Höchst- und Min- muß aber ein r e ch 11 i ch e s sein. Dies wird immer bestqröße, Eigentumsverhältnisse, eventuelle Teilung, dann vorliegen, wenn dem Antragsberechtigten Bewirtschaftung von einer Hofstelle aus ober mit burch bie z. Z. bestehende Nichtlosung der aufge- durck Vorwerk und begleichen mehr.) worfenen Zweifelsfragen, also burch bie tatsächlich vorhanbene Unsicherheit, em Nachteil broht. Meist wird das rechtliche Interesse mit einem wirtschaftlichen Interesse zusammenfallen. Weiter ist erforderlich, daß der Antragsberechtigte fein rechtliches Interesse dem Anerbengericht n a ch w e i st. In welcher Art bieser Nachweis zu führen ist, ist gesetzlich nicht festgelegt, an eine bestimmte Form ist ber Nachweis jedenfalls nicht gebunden, das Gericht muß nur auf Grund des Vorbringens bes Antraas- berechtigten zu ber Uebergeugung gelangen, baß bei ihm ein rechtliches Interesse an ber Feststellung des Anerbengerichts vorliegt. Wer diesen Nachweis führen kann, ist somit antragsberechtigt, eine Entscheid düng des Anerbengerichts zu begehren bzw. herbei- Der Grundsatz von Treu und | Glauben im Gteuerrecht. 23on Bürgermeister Dr Dölsing 11 Der Grundsatz von Treu unb Glauben ist gesetz- 1 llich festgelegt In ben §§ 157 unb 242 des Burger- | Uichen Gesetzbuchs. Nach § 157 BGB. sind Verträge so auszulegen, wie Treu und Glauben mit Rücksicht □uf bie Verkehrssitte es erforbern. Nach § 242 BGB. i äst der Schuldner verpflichtet, bie Leistung so zu bewirken, wie Treu unb Glauben mit Rücksicht auf bie Verkehrssitte es erforbern. An unb für sich galt dieser Grunbsatz ursprünglich nur für bas bürgerliche Recht. Allmählich gewinnt er aber auch für das öffentliche Recht immer mehr an Bedeutung. Schon bei ber Aufwertung öffentlicher Abgaben nach ber freien Aufwertung im Sinne bes § 242 BGB. würbe ber Grunbsatz für bas öffentliche Reckst in ber Rechtsprechung anerkannt. Es sei auf bie Entscheibungen verschiebener hessischer Verwaltungsgerichte in ber Frage ber Aufwertung des Einkaufsgelbes für den Ortsbürgernutzen hmgewie- |en, in welchen bie Aufwertung grundsätzlich für zulässig erklärt wurde. Neuerdings ist ber Grunbsatz von Treu unb ©tauben auch für bas Gebiet bes Steuerrechts anerkannt worben. Der Reichsfinanzhof unb bas Preußische Oberverwaltungsgericht haben ihn schon mehrfach □ngeroenbet. Für ben Reichsfinanzhof lag biese An- wenbung besonbers nahe, weil ber Grunbsatz von Treu unb Glauben im § 11 ber Reicksabgabenorb- nung vom 22. Mai 1931 einen gewissen gesetzlichen Niebersckstag gefunben hat. In § 11 ber Reichsabgabenordnung wird nämlich ber Begriff „nach Recht unb Billigkeit" angemenbet, d. h. wo im Sinne bie- sjes Gesetzes bie Behörben bie Entscheidung nach ihrem Ermessen zu treffen haben, hat sie nach Recht unb Billigkeit zu erfolgen, eine Anlehnung an ben Begriff von Treu unb Glauben. Wenn man von bem Grunbsatz von Treu unb ©lauben im Steuerrecht spricht, so ist baoon auszugehen, baß bie Beachtung bes Grunbsatzes von Treu unb Glauben in gleichem Maße auf der Seite der Steuerbehörden, wie der Steuerpflichtigen zu erfolgen hat. Er spielt auch im Gemeindesteuerrecht, wie aus den nachstehend erörterten Fällen hervorgeht, eine nicht unerhebliche Rotte. Dom Standpunkt der Steuerbehörden aus bedeutet bie Anwenbung des Begriffs „Treu unb Glauben" eine gewisse Binbung. In einer Entscheibung bes Reichssinanz- hofs vom 4. Februar 1931 wirb ausgeführt, baß das Finanzamt nicht jeben Steuerbefcheib ohne Angabe von Grünben einfach als vorläufig bezeichnen darf, um sich die Möglichkeit zu verschaffen, später ohne bie Einschränkungen bes § 222 ber Reichs- abgabenorbnung erhöhenbe Berichtigungsveran- I i Tagungen vornehmen zu können. Treu unb Glauben □erlangen, baß das Finanzamt im Steuerbescheid die Gründe angibt, bie ben vorläufigen Bescheid 1 rechtfertigen, damit der Pflichtige bie Vorläufigkeit des Bescheides anfechten kann (Juristische Wochenschrift, 62. Jahrgang, 1933, Heft 38/39, Seite 2179). Zahlreich sind bie Entscheibungen, in benen ber N-ichsfinanzhof bie Grenzen für bie Zulässigkeit er- vähenber Berichtigungsveranlagungen gezogen hat. Zr ist bem Verhalten mancher Finanzämter entgegengetreten, wegen geringfügiger neuer Tatsachen -ine sonst unzulässige Wieberaufrottung bes ganzen Steuerfalls vorzunehmen. Aus ber Rechtsprechung Über bie für bie Praxis wichtige Haftung von Ar- veitgeber unb Arbeitnehmer für bie Lohnsteuer sei nuf ben nachfolgenden Grundsatz hingewiesen: Hat -in Arbeitgeber nach vollständiger Darstellung bes Sachverhalts von bem Finanzamt eine bie Lohnteuerpflicht verneinende ober beschränkenbe Auskunft erhalten, so verstößt eine über bie Auskunft vinausgehenbe nachträgliche, an sich berechtigte Lvhn- teuerforberung gegen § 11 ber Reichsabgabenvrb- iung unb ist selbst bann unzulässig, wenn bie Steuer □on bem Arbeitnehmer nicht eingegogen werben kann. (Jurist. Wochenschrift a. a. O.) für den Wiederkauf vereinbart, so bleibt es bei dem ursprünglichen Kaufpreis. Schwierigkeiten können hier insofern entstehen, als der Käufer inzwischen Aufwendungen auf die Sache gemacht hat. Er kann für diese Aufwendungen nur insoweit Ersatz verlangen, als durch sie der Wert der Sache erhöht ist. Er kann aber auch eine Einrichtung, mit der er die Sache versehen hat, fortnehmen. Sonst hat er den Kaufgegenstand im Falle des Wiederkaufs mit dem Zubehör herauszugeben. Wenn sich die Sache inzwischen verschlechtert hat oder untergegangen ist, oder wenn sie aus einem anderen Grunde nicht an den Wiederoerkäufer herausgegeben werden kann, so kommt es darauf an, ob den Wiederverkäufer ein Verschulden trifft. Hat er die Verschlechterung usw. verschuldet oder den Gegenstand wesentlich verändert, so ist er für den daraus entstandenen Schaden verantwortlich. Für eine unwesentliche Veränderung hat er aber nicht aufzukommen, er hat auch keinen Ersatz zu leisten, wenn die Verschlechterung usw. ohne sein Verschulden eingetreten ist. Beim Abschluß des Kaufvertrages kann der Wiederverkäufer aber auch „hereinfallen". Er kann unter Umständen das Geschäft mit einem Partner abgeschlossen haben, der den Eintritt des Wiederkaufes nicht ckbwartet, sondern über die Sache, die ja sein Eigentum ist, verfügt. Dann hat der Wiederverkäufer die Pflicht, die inzwischen begründeten Rechte Dritter an der Sache zu beseitigen; er muß also nötigenfalls die Sache, die er inzwischen einem Dritten verkauft hat, wieder zurückkaufen, um sie seinerseits dem Wiederkäufer zu geben. Aehnlich steht es, wenn im Wege der Zwangsvollstreckung oder der Arrestvollziehung die Sache mit Beschlag belegt worden ist, oder wenn der Wiederverkäufer inzwischen in Konkurs geraten ist. Dann hat er sich darum zu bemühen, die Sache freizubekommen, um sie dem Wiederverkäufer zu übereignen, eine Verpflichtung, der er bei Zwangsvollstreckung, Arrest und Konkurs gewiß nur recht widerwillig nachkommen wird und oft, mangels vorhandener- Mittel, nicht nachkommen kann. Ein Geldschaden ist dadurch aber dem Wiederkäufer nicht entstanden, da er ja seinerzeit für die Sache einen Erlös erzielt hat, den er auch mäst herauszugeben braucht, wenn der Wiederverkäufer feine Pflicht nicht erfüllt. 9Ji.-3pOTt Der Reichssportführer an den DSV. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat an den Führer des Deutschen Ski-Verbandes folgendes Telegramm gerichtet: „Bisherige Leistungen aktiver Skikameraden des DSV. im In- und Ausland fanden meine vollste Anerkennung. Insbesondere die hervorragenden Siege in Ungarn und Jugoslawien. Ich beglückwünsche die Mannschaften und Führer des Deutschen Ski-Verbandes hierzu. Weiter so! Dieser kämpferische Einsatz zeigt, daß ich mich auf meine Skikameraden verlassen kann." Sieg Heil! von Tschammer. Gteding stellvertretender DT -Führer. An Stelle des zurückgetretenen stellvertretenden Führers der Deutschen Turnerschaft, Dr. Edmund Neuendorff, hat der Reichssportführer den bisherigen Oberturnwart der DT., Steding (Bremen), zu seinem Stellvertreter bestimmt. Ste- ding ist außerdem Vertreter der Deutschen Turnerschaft im Reichssport-Führerring und behält auch dos Amt des Oberturnwartes bei. Die Olympia-Schanze ist einaeweiht. Die große Olympia-Schanze am Guidiberg bei Partenkirchen wurde am Montag durch den Sport- wart des Deutschen Ski-Verbandes, Baron le Fort, feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Die gesamte Ski-Elite des Werdenfelser Gebietes, Spitzenkönner aus München und einige bekannte Norweger hatten sich zum ersten Probespringen eingefunden. Schon die ersten Sprünge ergaben den Beweis, daß die Schanze in ihrer Konstruktion keinen Mangel ausweist und große Weiten zuläßt. Der Norweger Rolf K a a r b y stand glatt 70 Meter durch und der beste Deutsche, O st l e r (Partenkirchen) erreichte ebenfalls glatt die 60-Meter-Grenze. Der Widerhall der Einladung zur Olympiade. Das Organisationskomitee für die XI. Olympischen Spiele hat auf die amtliche Einladung zu den Spielen, die kurz vor Weihnachten an die 52 Länder versandt wurde, in denen Olympische Komitees bestehen, bereits eine Reihe von Antworten erhalten, in denen für die Einladung gedankt wird und die besten Wünsche für die Veranstaltung ausgesprochen werden. Es wird zwar noch einiges Zeit dauern, bis alle Nationalen Olympischen Komitees zu der Einladung Stellung genommen haben; jedoch sind schon außer den Bestätigungen einige positive-Teilnahmezusagen eingegangen, nämlich von Oesterreich und von Lettland. Auch das Norwegische und Finnländische Komitee sprechen die Ueberzeugung aus, daß Norwegens und Finnlands Teilnahme sehr rege sein wird. Die Schweiz hat, wie besonders hervorgehoben werden mag, schon früher den grundsätzlichen Entschluß gefaßt, sowohl nach Garmisch-Partenkirchen wie auch nach Berlin zu senden. llm die Eishockey-Weltmeisterschaft in Mailand. Deutschland wird mit Italien und Oesterreich punktgleich. In den letzten Vorrundenspielen um die Eis- Hockey-Weltmeisterschaft in Mailand gab es am Montag eine große Ueberraschung, da es Italien gelang, Oesterreich knapp mit 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) zu schlagen. Dadurch sind in der Gruppe 3 die drei Teilnehmer, Oesterreich, Italien und Deutschland, punktgleich geworden. Die Zwischenrunde begann am Dienstag mit dem Treffen zwischen Kanada und Frankreich. Die Kanadier waren in prächtiger Form und gewannen überlegen mit 9:0 (4:0, 5:0, 0:0). Deutschland trifft am Mittwoch auf Kanada und am Donnerstag auf Frankreich und hat beste Aussichten, in die Endrunde zu kommen, an der neben den drei Gruppensiegern noch der Sieger einer „Runde der Zweiten" teilnimmt. Zusammenschluß des VfB. und des Reichsbahn - Turn- und Sportvereins. Arn 6. Februar wurden die schwebenden Verhandlungen über einen Zusammenschluß des VfB. und des Reichsbahn-Turn- und Sportvereins durch die Unterzeichnung des Einigungsvertrages auf dem VfB.-Haus zum Abschluß gebracht. Der Reichsbahn- Turn- und Sportverein ging damit einen Weg, der seine Richtung nach den Ausführungen des Reichssportführers — der den Behörden-Vereinen engste Zusammenarbeit mit anderen Vereinen empfahl — schöpfte. Die Verhandlungen konnten um so schneller zum Abschluß gebracht werden, als sich die in den Satzungen festgeleqten Ziele vollkommen deckten. Der neue Verein, gestützt auf die Erkenntnis, daß die zu lösenden Aufgaben zu stärkster Kon- zentrierung drängten, wird diese auf Grund ihrer Mitgliederzahl von 1000 zu lösen wissen. Die zur Verfügung stehenden sportlichen Anlagen gestatten eine einwandfreie Durchführung des Spiel- und Trainingsbetriebes. Zur Zeit bestehen eine Fußball-, Handball-, Leichtathletik-, Turn- und eine Kegelabteilung. Der Zusammenschluß bedeutet im sportlichen Leben unserer Stadt einen Schritt vorwärts. VfB. Gießen. Die erste Jugend des VfB. erzielte in einem Spiel am Sonntag gegen die gleiche von Watzenborn-Steinberg ein Unentschieden. Die Leistungen beider Mannschaften standen unter dem Durchschnitt. Nach anfänglicher 3:1-Führung der Steinberger rafften sich die VfB.er auf und konnten durch Einzelleistungen den Gleichstand erzielen. Die erste Schülermannschaft wurde in Leihgestern von einem körperlich überlegenem Gegner verdient geschlagen. Handball her Soldaten. Tv. Zell (2Uofel) — 1. Kompanie 2:12 (0:6). Die 1. Mannschaft der Kompanie war am Sonntag Gast des Tv. Zell (Mosel). Die Aufnahme der Soldaten bei der Zeller Bevölkerung war eine überaus herzliche. Die Mannschaft des To. Zell hat sich kürzlich die Meisterschaft in der Bezirksklasse gegen stärkste Konkurrenz aus Trier erkämpft. Sie setzt sich zusammen aus kräftigen, großen Winzerburschen, und es wird behauptet, daß einer der Innenstürmer in der letzten Verbandsrunde von 30 Strafwürfen 29 Tore geworfen habe. Ein anderer Stürmer ist ein hervorragender Sprinter, der die 100-Meter-Strecke wiederholt in 10,9 Sekunden zurückgelegt hat. Der Tormann war eine Klasse für sich. Unter diesen Voraussetzungen durften die Soldaten das Spiel nicht leichtnehmen. Der Angriff war das Alarmzeichen im wahrsten Sinne des Wortes. Ehe man sich versah, war die Zeller Sprinterkanone im Gießener Strafraum, und wenn Neh« ren nicht im letzten Moment zur Stelle gewesen märe, so hätte Zell bereits den Führungstreffer für sich buchen können. Von jetzt an war aber bas Spiel völlig in der Hand der Soldaten, denn sie fanden sich in einer noch nie gewesenen Form. Die Hintermannschaft des Tv. war durch das ständige Kreuzen des Gießener Sturmes derart zermürbtz daß eine klare Abwehr nicht mehr in Frage kam. Auf dem verschneiten Spielfeld zeigten sich die Sol» baten als geübte Bobenturner, was die Zuschauer Gedenket der hungernden Vögel! besonders begeisterte. Bis zur Halbzeit stand das Resultat bereits 6:0. In der zweiten Halbzeit wollte die Meistermannschaft alles daransetzen, um aus« zugleichen. Statt dessen wurden die Soldaten aber immer sicherer und konnten noch weitere sechs Tore schießen, denen die Gastgeber nur zwei entgegen» setzen konnten. Der Tormann der Turner verhinderte durch sein großes Können eine noch höhere Niederlage. Der Zuschauererfolg war der größte in der Sport« geschichte des schönen Moselstädtchens Zell. Daß die Zuschauer von der Spielweise der Soldaten heget« fiert waren, wird dadurch bewiesen, daß sich dis Mannschaft zu einem Rückspiel in Zell in aller Kürze verpflichten mußte. Handball im Gau Heften her DT. Turnv. Heuchelheim — Turnv. Dorlar 4:1. In einem Gesellschaftsspiel trafen sich beiba Mannschaften am Sonntag in Heuchelheim. Die Platzbesitzer zeigten sich während des ganzen Spieles leicht überlegen und errangen einen verdienten Sieg. Nach dem Wechsel mußte ein Spieler der Gäste auf Geheiß des Schiedsrichters den Platz ver« lassen. Ski-Msterschasten in Verchiesgaden. SA ermittelt ihre Meister im Patrouillenlauf. Zu einem großen sportlichen Ereignis gestalten sich in diesem Jahre zum erstenmal die Deutschen Skimeisterschaften, die am Wochenende in Berchtesgaden abgewickelt werden, auch für die SA. Im Rahmen der Meisterschaften bestreiten die SA.- Männer und zwar nur alte Kämpfer, die bereits vor dem 1. März 1933 den Formationen angehörten. Der Wehrstahlhelm ist somit ausgeschlossen. Für die Meisterschaft ist ein Patrouillenlauf über 18 Kilometer bzw. 12 Kilometer für die Flachland- SA. vorgesehen. Die einzelnen Mannschaften, die aus einem Führer und sieben Mann bestehen, starten in der neuen Gebirgs-Uniform und mit 15 Pfund Gepäck. Jede Mannschaft muß geschlossen durchs Ziel gehen und hat dann sofort in Linie anzutreten und dem zuständigen Führer Meldung zu machen. Auch während des Laufes find noch verschiedene sportliche Hebungen eingeschaltet, die ebenfalls für die Wertung in Betracht gezogen werden, und zwar unter Anrechnung auf die reine Laufzeit. Die Meisterschaft gibt also den SA.-Leuten erneut Gelegenheit, ihren großen Kameradschafts- und Mannschaftsgeist zu beweisen. 15 Hoch- und 16 Mittelgebirgs-Patröuil- len starten über 18 Kilometer und die restlichen acht Flachland-Patrouillen haben 12 Kilometer zu bewältigen, wobei für die SS. ein besonderer Preis ausgesetzt ist. Die einzelnen Mannschaften haben sich sämtlich einer eingehenden Vorbereitung u n - t e r z o g e n und dürften somit in bester Verfassung antreten Noch 24 Stunden vor dem Start werden sie ärztlich untersucht und dann nochmals einer letz« ten Prüfung unterworfen und bei dieser Gelegenheit kann sich die Zusammensetzung ändern, da für die schwächsten Läufer Ersatzleute eingestellt werden dürfen. Jede Patrouille erscheint mit 10 Mann, von denen zwei als Ersatz zur Verfügung stehen. Stabschef Röhm wird feine Mannen am Vorabend der Meisterschaft in ihren Quartieren in Bad Reichenhall besuchen und am folgenden Tage in Berchtesgaden die Siegerverkündung auf dem Schloßhofe vornehmen. Noch am gleichen Abend geht es zurück nach Reichenhall, wo die erste SA.-Skimeisterfchaft mit einem großen Kameradschaftsabend beendet wird. — Zum Kampf um den Goldenen Ski des DSV. find, wie erwartet, die Meldungen in großer Zahl eingelaufen und auf der Meldelifte findet man selbstverständlich die Elite vollständig vertreten. Die Beteiligung des Auslandes beschrankt sich lediglich auf die in Deutschland weilenden Norweger und einige Bulgaren, die im Abfahrtslau/ starten werden. Die größte Teilnehmerschar weift der 18-Kilometer-Langlauf mit 275 Nennungen auf, 160 Läufer sind für den Abfahrtslauf, 135 für den Spxunglauf gemeldet. Für den 50-Kilometer-Dauer- lauf haben sich 60 Läufer eintragen lassen und am Staffellauf werden sich voraussichtlich 16 Mann- schäften beteiligen. i l) ai b e l c f i Überall Grip^S; Donnerstag, 8. Fcbr. d.J.,nachm. 8 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dah. zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Sessel, 2 Vertikos, 3 Nähma- schmen,3Chaiselongues,2Sosas, 4 Diwans, 2 Schreibtische, zwei Tische, 2 Schreibmaschinen, ein Grammophon, 1 Kommode, ein. Kleiderschrank, 1 Büfett, Vermessungs-Instrument, 1 Photo- apparat. Verner an Ort u. Stelle, Bekannt- ßnbe im Versteigerungslokal: 2 Kassenschränke, 1 Sahneapparat, 1 Radioanlage, 3 Schreib- ttsche, 2 Schreibmaschinen, drei Registrierkassen, 2 elektr. 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Schellnhausen—Romrod km 39,000—41,100; 2. Selters—Bleichenbach km 51,389—53,154; 3. Willofs—Lauterbach km 24,068—25,768; 4. Büßfeld—Homberg km 14,250—15,150; 5. Ortsdurchfahrt Homberg km 16,523—16,823; 6. Dorn-Assenheim—Reichelsheim km 9,495 — 10,495; 7. Ortsdurchfahrt Lißberg km 74,657—75,174; 8. Ortsdurchfahrt Düdelsheim km 17,175—17,947; 9. Steinfurth—Bad-Nauheim (Zementschotterdecke) km 8,940—11,328. Bei der vorstehend auszuführenden Zementschotterdecke werden die Zementschotterarbeiten getrennt von den Vorprofilierungs-, Kurvenregulierungs- und Straßenoerbreiterungsarbeiten vergeben. Angebotsvordrucke sind, soweit Vorrat reicht, ab INontag, den 5. b. 2H., b uns (Hitterwall 37) erhältlich. Die Bedingungen liegen bei uns offen. Die Angebote sind verschlossen, und zwar für jede Straße in besonderem Umschlag mit entsprechender Aufschrift versehen, bei uns bis zum Donnerstag, dem 15. d. 2N.» vormittags 9 Uhr, portofrei einzureichen. 675D Die Oeffnung erfolgt in Gegenwart der erschienenen Bewerber, die Ergebnisse werden für die einzelnen Straßen in der vorstehend angegebenen Reihen- folge verlesen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 1. Februar 1934. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. Masken« Koltüme SU verleihen mr» Gerstenhauer, Wilhelmstr. 8 v. Darlehen bill. d. „Fides" Zwecksvar A.G. Gen.-Ag. Gieß., Franks. Str. 43. Unt. Reichsaufs. Mttarb. gesucht. Güter und MSbel in Richt. Mannheim und zurück können mitbefördert werden. H. Gärtner Wilhelmstr. 25 Tel. 2802. 78od Die Holzversteigeruuaen in Watzenborn am 24. Januar und in Klein-Linden am 31. Januar sowie in Leihgestern am 5. Februar sind genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassestellen. Ueberweisung und erster Abfuhrtag für die Versteigerung vom 24. Januar am 8. Februar, für diejenige vom 31. Januar am 10. Februar und für diejenige vom 5. Februar am 13. Februar. Bei Barzahlung innerhalb 3 Wochen vom jeweiligen Versteigerungstag an gerechnet 4 v. H. Skonto. 771D Gießen, den 6. Februar 1934. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen. Abänderung der Anordnung zur Durchführung der Bestimmungen über Reichsbaudarlehen für Eigen« Heime vom 7. Oktober 1933 betreffend. Vorn 26. Januar 1934. Die Bestimmung im Abschnitt IV, Abs. 2, wird wie folgt abgeändert: 755G Die mit Reichsbaudarlehen bedachten Eigenheime muhen spätestens bis zum 31. März 1934 begonnen unb bis zum 30. September 1934 innen und außen vollständig fertiggestellt sein. Nutz- und Brennholzverkauf. Oberförsterei Brandoberndorf, Försterei Cleeberg. Freitag, den 16. Februar, 10 Uhr, in Cleeberg, „Deutsches Haus", Bombergerstein, Cleebaum, Streitwald, Grubenwald, Einhäuserfekd, Aulbach, Triebachsheck, Espaerwäldchen: 770D 93 rm Ei.-Scyeit, 103 rm Ei.-Knüppel, 133 rm Ei.-Reiser 1. Kl., 9370 Ei.-Wellen, 248 rm Bu.- Scheit, 269 rm Bu.-Knüppel, 16040 Bu.-Wellen, 7 rm and. Laubholz Scheit und 1 rm Knüppeh 7 rm Nadelholz-Knüppel. Ei.-dl-Stämme: Kl. 2 5,67 km, Kl. 3 9,95 km, Kl. 4 2,22 fm. Bu.-dl-Stämme: Kl. 3 2,84 fm. Ki.-Stämme: Kl. la 1,69 fm, Kl. 1b 20,93 fm Kl. 2a 15,57 fm, Kl. 2d 3,61 fm, Kl. 3a 3,52 fm. Fi.-Stämme: Kl. la 42,36 fm, Kl. 1b 105,33 fm Kl. 2a 24,32 fm, Kl. 2b 16,00 fm, Kl. 3a 4 98 fm ' Fi.-Stangen: 797 Stück l.Kl., 1158 Stück 2. Kl 1775 Stück 3. Kl. ___________Der Preuß. Staatsoberförster. Brennholzverkäns Staatsoberförfterei Krofdorf. I. Freitag, den 16. Februar d. 3., 9 Uhr, bei Gast- wirt Bender zu Krofdorf: 772O Försterei Krofdorf, Diftr. 22d, 23b und Försterei Waldhaus, Distr. 47, 52b 53a: U ' Eichen-Scheit 153 rm, -Knünvel 73 rm. Buchen-Scheit 651 rm, -Knüppel 123 rm, -Reis III 700 rm. II. Donnerstag, den 22. Februar d. 3.. 9 Uhr. bei Gastwirt Moos zu Krofdorf: Försterei Krofdorf, Diftr. 25, 21d und Försterei Waldhaus, Distr. 42a, 51, 29: Eichen-Scheit 125 rm, -Knüppel 127 rm, -Reis III 502 rm. B"che"-Scheit'526 rm, -Knüppel 87 rm, Reis III 9vU rm. Im Jahre 1933 fanden durch den Kreisfeuerwehr« Inspektor in 41 Gemeinden Besichtigungen der Feuer- löscheinrichtungen verbunden mit einer Uebung statt. Die Feuerlüscheinrichtungen der Gemeinden: a) Allendorf a. d. Lda., Bettenhausen, Eberstadt, Etttngshausen, Geilshausen, Großen-Buseck, Grünberg, Hattenrod, Holzheim, Hungen, Lich, Lollar, Langsdorf, Obbornhofen, Queckborn und Willingen waren mit sehr gut; b) die der Gemeinden Annerod, Beltershain, Beuern, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Göbeln« rod, Grüningen, Lang-Göns, Lauter, Londorf, Klein-Linden, Mainzlar, Münster, Nonnenroty, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Odenhausen, Oppenrod, Rödgen, Röthges, Steinheim, Trais- Horloff und Trohe mit gut und c) die der Gemeinden Climbach und Reiskirchen mit im ganzen gut zu bezeichnen. Nach diesem Ergebnis ist das Feuerlöschwesen im allgemeinen mit gut bis sehr gut zu bezeichnen. Die Gemeinde Steinheim hat ein geräumiges Gerätehaus neu erbaut. In der Gemeinde Göbelnrod wurde das Gerätehaus neu erstellt und mit dem Backhaus durch eine feste Brandmauer verbunden. Die Gemeinde Ettingshausen hat das Gerätehaus ebenfalls neu hergerichtet und den Bodenbelag mit Pflaster versehen. Die Gemeinde Klein-Linden hat eine 12-m-Schiebeleiter und einen neuen Schlauchwagen und die Gemeinden Lich und Hungen habe» je eine Kleinmotorspritze angeschafft. Das Kreisamt spricht den betreffenden Gemeinden und Feuerwehren feine Anerkennung aus. Nur die beste Drucksache wir beraten si neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der beeten Drucksache i eie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Brühl’sche Druckerei, SchulatraBe V, Anruf ttlU t 5 t i f \ s t [I v k b K fc li au bic völ zeh Ncic Rei refo endr hab! Bert 8Ui( Red. 91 x ftre öorQ öen leine als; ninn eine Völk tret, $ii K ein, ftQ( lÖQ, All Dr. öre Mittwoch. 7. Zebruar 1934 Girtzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen) Nr. 32 Drittes Blatt schlossen. Kreis Alsseld. Oberheffen Aus aller Wett Lanokrers Gietzen. Haü^ischulungSkurS der AGDAP einen Geschäftsbericht über das abgelaufene Ver- liUllilHU Für die heimataeschichtssche Arbeit! Eine Ditte an alle Laubacher Bürger. i Ausrüstung, Fahrt und schwierige Landung in Grönland, da dort alle Einrichtungen fehlen, wie man solche in Kulturländern antrifft. Sodann sprach er über die Eisdicke des Landes bis zu 3000 Meter, weise, das kulturelle Leben, das durch Schulpflicht vorn 6. bis 14. Lebensjahre und die Kirche auf einer verhältnismäßig hohen Stufe stehe, daneben herrsche aber trotzdem der Aberglaube, über die Sorge für Gesundheit, die Errichtung von einigen Krankenhäusern, die Beschäftigung und Ernährung der Einwohner durch Fischfang, Art und Weise desselben. Dörfer oder gar Städte wie bei uns gibt es natürlich nicht, das Holz für Häuser liefert ........ ™ ■ V!- rr----c—7 errichten Verdichtung alles Erreichbare verwendet wird. Der durch fein Wirken auf der Ronneburg und dem Herrnhaag bei Büdingen bekannte Graf v. Zinsendorf errichtete schon um 1700 dort eine Niederlassung, um die Bevölkerung durch seine Sendboten auf eine höhere Stufe der Menschlichkeit emporzuheben. Am Schlüsse des zweistündigen Vortrages dankte die Zuhörerschaft dem Redner mit starkem Beifall, dem sich der Dank von Dr. Cul- mann anschloß mit dem Wunsche für glückliche Weiterforschung, die der Redner erneut im April d. I. zu unternehmen beabsichtigt. für ihn einen schönen Erfolg. Der Vereinswalter dankte dem unermüdlichen, tüchtigen Leiter, Berufsschullehrer Eberle (Lollar), der den Verein auf seine jetzige Höhe gebracht. Er ging dann auf die Ereignisse des letzten Jahres etwas näher ein und berichtete besonders über die Gleichschaltung, sowie die Schwierigkeiten, die dem Verein von gewisser Seite nach Auslösung des marxistischen Vereins Sängerlust" gemacht' wurden und aus denen der ,Gesangverein Daubringen" als Sieger hervorging. I Saubringen, 6. Februar Der Gesangverein Daubringen hielt im Dereinslokal (Gastwirtschaft von Weimar) seine Hauptver- Großfeuer in Bad Oeynhausen. Im Betrieb der Eichenmöbel AG. Thomas Christian Volkmann in Bad Oeynhausen brach ein Brand aus, der sich innerhalb kürzester Zeit zum Großfeuer entwickelte. Die Flammen waren kilometerweit sichtbar. Es besteht wenig Hoffnung, den Bau zu retten. holländisches Tankschiff in die Luft geflogen. Besatzung verloren. Das holländische Tankmotorschiff „Sturmvogel", das sich auf der Fahrt von Amsteroam nach Stettin befand, und Benzin an Bord hatte, ist sieben bis acht Meilen westlich von Norderney in die Luft geflogen. Die Besatzung ist ums Leben gekommen. Die holländischen Segler „Gracia" und „Luxor", die sich in der Nähe befanden, eilten sofort an die Unglücksstelle, konnten aber weder von dem Schiff, noch von der Mannschaft etwas seft- stellen. Die Lawinenwelle in Italien. — Abermals acht Todesopfer. Zwei Rettungsmannschaften aus Camerino find in dem durch eine Lawine fo schwer betroffenen Bologna!« eingetroffen. Die Rettungsmannschaften haben sich tagelang durch den drei Meter hohen Schnee durchkämpfen müssen. Sie wurden vielfach durch Lawinen bedroht, von denen eine unmittelbar hinter der Mannschaft die elektrische Leitung auf drei Kilometer Länge zerstörte. Die bereits durch Skiläufer überbrachten Meldungen bestätigen sich leider: 19 Tote, fast durchweg Frauen und Kinder, sind bereits geborgen. Ferner konnten vier Verletzte in Sicherheit gebracht werden. Die Hälfte der Bevölkerung des weit auseinandergezogenen Ortes hat, durch fortgesetzte weitere Lawinenstürze beunruhigt, ihre Häuser verlassen und nach mühseligem Marsch durch den Schnee sich nach Fiastra geflüchtet. Der Schneefall hält an. Eine neue Lawine hat, wie aus Ascoli gemeldet wird, einen Teil der Ortschaft Canäle di Monte- gallo verschüttet. Acht Personen sind u m s L e ° den gekommen. Auch in anderen Teilen der Apenninen liegt der Schnee außerordentlich hoch. In Umbrien sind die Drahtleitungen vielfach unterbrochen. An der Ostküste verschüttete eine große Lawine die Eisenbahnlinie nach Campo di Giove. Schneehöhen von drei Metern und darüber werden auch aus den Bergen östlich von Florenz gemeldet. Weiter im Süden herrscht SturmundDauer- regen. In der Nähe von Potenza stürzten zwei Häuser ein. Zwei Personen wurden # Hausen, 6. Febr. Die in der Gastwirtschaft „Zur Jahneiche" abgehaltene Hauptversammlung des Turnvereins Haufen von 1864 stand verletzt. Eine eigenartige Naturerscheinung machte sich im Golf von Catanzaro bemerkbar. Bei heftigem Südwind färbte sich der Himmel plötzlich grellgelb. Der darauf folgende Regen war mit einer gelben Masse durchsetzt. Man glaubt, daß es sich um Sand aus der Libyschen Wüste handelt, der vom Sturm über das Meer getragen wurde. Ein heißer Ringkampf im Regen. Bei einem Ringkampf in Johannesburg (Südafrika) zwischen dem Kanadier Ben Sherman und dem Nordamerikaner Henry I r s l i n g e r ging es recht lebhaft zu. Obwohl es bei dem Kampf, der im Freien vor sich ging, unaufhörlich regnete, gerieten die beiden Gegner derartig in Hitze, daß in der vierten Runde Sherman seinen Kopf in die Taue verwickelte. Jrslinger ergriff den Kopf seines Gegners und klemmte ihn derartig in die Taue hinein, daß der Kanadier in Gefahr war, erwürgt zu werden. Einer seiner Sekundanten wollte ihm zu Hilfe kommen, wurde aber durch einen Faustschlag Jrslingers außer Gefecht gefetzt. Hierauf griff der Schiedsrichter, ebenfalls ein Ringer, ein, warf den Amerikaner zu Boden und fetzte sich auf ihn. Jrslinger verlor nun jedes Interesse an Sherman und ging zum Angriff auf den Schiedsrichter über, der aber Unterstützung aus den vordersten Reihen der Zuschauer erhielt und Jrs- linger niederkämpfte. Dann wurde Jrslinger disqualifiziert und Sherman zux^ Sieger ausgerufen. verheerender Varackenbrand in einem chinesischen Dorf. — 30 Tote, 40 Verletzte. Nach einer Meldung aus Hankau ist in dem Dorfe Lipinligin in einer Baracke, die von hundert Arbeitern bewohnt wurde, aus unbekannter Ursache ein Brand ausgebrochen, der bis jetzt dreißig Todesopfer gefordert hat, während 41 Personen schwerere und leichtere Verletzungen er» litten. 4000 Chinesen niedergemehell. — 700 Todesopfer einer Grubenexplosion. Aus chinesischer Quelle verlautet, daß 4000 chinesische Soldaten durch die aufrührerischen Truppen des Generals Suntienying ni e d e r g e m e tz e l t sein sollen. Man befürchtet, daß die Aufständischen nunmehr die Stadt Pinglo in der Provinz Ninghsia (innere Mongolei) besetzen werden. — Bei Pinglo sind, der gleichen Quelle zufolge, 700 Bergarbeiter bei einer Explosion in einer Kohlengrube ums Leben gekommen. Hochherzige Förderung der Hitlerjugend Nie Führerschule der oberhessischen Hiltler- Zugend in Münzenberg. Stadt und Land bemüht sind, den notleidenden Volksgenossen zu helfen, um den Kampf der Nation gegen Hunger und Kälte siegreich zu bestehen. cxd Bettenhausen, 6. Febr. Im Rahmen des Bundes für Volkstum und Heimat fand am Samstagabend bei uns ein Gemeinde- abend statt, zu dem sich trotz der Kälte eine ansehnliche Teilnehmerzahl eingefunden hatte. Der Gesangverein „Eintracht" brachte eine größere Anzahl Lieder klangvoll und wohltuend zu Gehör. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag eines in der Geschichte forschenden Freundes unseres Dorfes: „Bilder aus Bettenhausens Vergangenheit". An zahlreichen, zusammenhanglos aneinander gereihten Einzelbildern wurde gezeigt, daß in den der nationalsozialistischen Formel „Blut und Boden" zugrunde liegenden Kräften die unveräußerlichen Grundlagen dörflichen Volkstums zu erblicken find. Die erschütternden Schicksale der Gemeinde im 30- jährigen Krieg und Erlebnisse mehrerer unserer ältesten Familien bewegten die Herzen der Zuhörer. Unser Lehrer Arck beendete mit einem Schluß- und Dankeswort den inhaltreichen Abend. ch. Saasen, 6. Febr. Der Gesangverein „Eintracht" hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Die Mitglieder des aufgelösten Arbeiter-Gesangvereins traten dem Verein geschlossen bei. Der Kassenbestand für das Jahr 1933 betrug 44 Mark. Der Vereinsvorstand blieb in feiner bisherigen Form bestehen. Eine im Laufe der Versammlung durchgeführte Sammlung für das Winterhilfswerk erbrachte den Betrag von 5,20 Mark. Nachdem das Horft-Weffel-Lied und das Deutschland-Lied gesungen waren, wurde der Abend durch den Vereinsführer Polizeidiener Wagner geil. Flensungen, 5. Febr. Am Sonntag hielt die Hitlerjugend, Kameradschaft Flensungen, im Saale von Gastwirt Reitz einen Ober hessischen Heimatabend ab. Der neugegründete Spielmannszug der HI. eröffnete die Veranstaltung mit einem Marsch. Darauf fangen Hitlerjugend und BdM. „Vorwärts, vorwärts schmettern die Fanfaren". Unterbannschulungsleiter Karl Erb hielt die Ansprache. Dann folgten in bunter Reihe Gedichte in Vogelsberger Mundart. Der BdM. führte einige Reigen vor. Der Gesangverein brachte zur Verschönerung des Abends mehrere Lieder zum Vortrag. Zwei Theaterstücke und ein Schwank, von HI. und BdM. bargestellt, ernteten starken Beifall. Der Ortsgruppenleiter Pg. Erb sprach warme Worte der Anerkennung. Den Schluß bildete Tanzbelustigung. Mit großem Dank hat die Hitlerjugend Oberhessens aus den Händen ihres Gauleiters, des Herrn Reichsstatthalters Sprenger, die ihm vom Grafen Solms-Lau b a ch großherzig überlassenen Gebäude empfangen und wird hier ihre Führerschule des Oberbannes Oberhessen errichten. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange, sie sollen noch im Laufe dieser Woche zu Ende geführt werden. Am Samstagmittag wird in Anwesenheit desHerrn Reichsstatthalters Sprenger und des G e b i e t s f ü h r e r s des Gebietes Hessen-Nassau der Hitlerjugend, zu welchem auch Oberhessen gehört, die Eröffnung und feierliche Einweihung stattfinden Das Haus enthält im Erdgeschoß die Küchen und die Vorratskammern, die Wasch- und Baderäume, das Derwaltungszimmer und das Empfangszimmer für Gäste. Im ersten Stockwerk liegen die Räume der Teilnehmer, wie Schlafräume zu je sechs Betten, Tageshalle, Speisezimmer, Vortragsraum, Lesezimmer und Musikzimmer. Auch Krankenzimmer sind hier vorgesehen, wenn auch hoffentlich Krankheiten ernsterer Art die Führerschule verschonen möchten. Das zweite Stockwerk enthält Zimmer für Gäste und Räume für Heimabende und dergleichen. Zu dem Hause gehört ein großer Sportplatz. Möge die Jugend hier ihr Heim finden, sich selbst zu schulen zum Einsatz und zum Dienste für unsrer Volk. geleistet. , f. Grüningen, 6. Febr. Der Gesangverein „Eintracht" veranstaltete bei sehr gutem Besuch im Benderschen Saale sein S t i f t u n g s - f e st. Der Vereinsführer, Wagnermeister Buß, hielt eine kurze Ansprache, die er mit einem Treubekenntnis zu Führer und Vaterland beschloß. Im Verlaufe des Abends gelangte sodann ein humorvolles Stück aus der Militärzeit zur Aufführung. Der Chor des Vereins brachte verschiedene Volkslieder zu Gehör, die lebhaften Beifall fanden. Der Abend erbrachte den Beweis, daß der Chor unter feinem neuen Dirigenten eine beachtliche Höhe feines gesanglichen Könnens zu verzeichnen hat. < H u n g e n, 6. Febr. In der Zeit vom 1. Oktober 1933 bis 5. Februar 1934 wurden für das Winterhilfswerk von der Ortsgruppe Hungen an Spenden insgesamt gesammelt: durch Eintopfgericht 1759,92 Mk., durch Sammellisten 558,67 Mk., durch Büchsensammlung 892,90 Mk., durch sonstige Geldspenden 332,38 Mk.; an Kartoffeln 1548,40 Ztr., an Weizen 220,29 Ztr., an Korn 260,26 Ztr., an Gerste 72,26 Ztr. und an Wurst und Speck 5 Ztr. Verteilt wurden innerhalb der Ortsgruppe an bedürftige Volksgenossen 720 Ztr. Brikett, 71 Ztr. Kohlen und 392 Lebensrnittel- Dienstantritt des kommissarischen Oberbürgermeisters von Darmstadt. LPD. Darmstadt, 6. Febr. Der kommissarische Oberbürgermeister Darmstadts, Pg. W a r m b o l d, hat heute seinen Dienst aufgenommen. Er empfing die Leiter der stödt. Dienststellen und ließ sich die Herren durch Bürgermeister Pg. Haug vorstellen. In seiner Begrüßungsansprache führte der kommissarische Oberbürgermeister aus, 1>aß sein Wunsch und seine Hoffnung auf ein vetrauensvolles Zusammenarbeiten gehe. Besonderes und ausschlaggebendes Gewicht lege er darauf, daß die Beamtenschaft im nationalsozialistischen Geist mit der Bevölkerung verkehre und die Verbundenheit zwischen ber Einwohnerschaft und der Stadtverwaltung stets die Richtlinien des dienstlichen Handelns bestimme. Die Verwaltung der Stadt und die Einwohnerschaft müßten zusammenstehen und sich gegenseitig in ihrer Arbeit zum Wohl unserer Stadt unterstützen. Mit einem dreisachen Sieg-Heil auf den Führer schloß Pg. Warmbold die kurze Besprechung. auch offene Hände finden. Seit etwa einem Jahr ist die Neuordnung der Archivalien der Stadt Laubach beendet. Der Gedanke, diesem wertvollen und grundlegenden Urkundenbestand eine Sammlung aller auf die Laubacher Heimat bezüglichen D r u ck- schriften anzugliedern, lag nahe. Trotz eifriger — ------, - mündlicher Werbung wurde im vergangenen Jahre die dänische Regierung die Einwohner nichts Nennenswertes erreicht. Da irgendwelche Mit-' größtenteils kleine und meoere Hutten zu deren tel zu Ankäufen nicht zur Verfügung stehen, sind ntrmonhpf mirh. Der wir auf Gaben angewiesen. Es ergeht hierynt die Bitte an alle Laubacher Bürger, Urkunden, Bilder und Druckwerke, die irgendwelchen Ausschluß geben über Landes-, Orts- und Familiengeschichte,' Körperschafts- und Vereinsleben, Statistik, Volkskunde, Geologie, Flora, Fauna u. ü. a. m. der Bürgermeisterei ober dem Verwalter b e 5 Archivs zu weiterer Sichtung unb sorgsamster Betreuung auszuhänbigen. Denkt bei Umzügen, Räumungsarbeiten, Sichtung von Nachlässen an ben Ausbau unserer für die Nachkommen fo unersetzlichen Sammlung! Pas Unscheinbarste ist oft wertvoll. C. B. * ßaubad), 6. Febr. Helft unsere Hei-,..----------------- - - .. , ■ matkultur bewahren! Dieser Ruf schalt seit Temperaturen bis zu 50 Grab, die äußerst ge- Jahren allenthalben burch die Lande. Möge er auch ringe Bevölkerung ihre sehr genügsame Lebens- in unserem lieben ßaubad) eindringlicher wider- —Qt’R(>n hnci h,,rrh ^ulvilickt hallen und bei feinen Bewohnern offene Ohren unb gab sodann Rechenschaft über die künstlerische Arbeit des letzten Jahres und umriß die Aufgaben, die den Gesangvereinen im Dritten Reich obliMn. Er berichtete weiter über den Sängertag in Bingen Auch mahnte er zu ernster Arbeit in Treue zu Reich und Führer. Rechner ßatsch erstattete den Kassenbericht. Der Vereinswalter sprach ihm ben Dank des Vereins für seine mustergültige Kassen- führung aus und bestätigte bann alle Vorktanbs- mitglieber in ihren Aemtern. Sechzehn Sänger konnten biesmal für eifrigen Sinastunbenbesuch mit ber silbernen bzw. ber goldenen Ehrennadel bedacht werden. Dem Verein ist seit Herbst vorigen Jahres ein Frauenchor angegliedert, dem schon 42 Frauen angeboren, und der fleißig übt, fo daß er bei dem Konrert. das der Verein Ende Februar ober anfangs März ab Inhalten beschloß, zum erften- mal vor bie Oefsentlichkeit treten kann. Nach Erledigung einiger weiterer Vereinsangelegenheiten schloß die Versammlung mit „Sieg-Heil! auf Führer unb Vaterlanb unb mit bem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-ßiedes. (Schotten (Gastwirtschaft von Weimar) seine Hauptver- m ... s Sammlung ab. Der Vereinswalter Wilhelm Schotten, 4. Febr. Unter bem Vorsitz bes, Q f, ^grüßte ^ie Erschienenen, besonders die Kreisschulungsleiters Pg. Hofmann, üreienfeen, । gjtftglieber, bie zum erstenmal einer Versand in der hiesigen Turnhalle ein Haupt chu-I, , Vereins beiwohnten. Dann gab er lungs kur jus der N S D A P. statt, auf dem ^nen Geschäftsbericht über das abgelaufene Ver- zunächst die Pgg. ßehrer W u r z (Eichelsdorf) über , ^^jahr, das ein außerordentlich ereignisreiches die Innenpolitik und ßehrer Steegmann (Feld- , für ben Verein war Dem Bericht war zu ent- krücken), über die Außenpolitik kurz referierten. Pg. neumcn daß der Verein mit Befriediaung auf das Kreisleiter Kromm sprach alsdann über das $ . ' Rückblicken kann. Das Wertungsfingen des Winterhilfswerk und betonte, daß bie ärmsten Be-1 @aues (Ziehen-Stadt und -ßand in Gießen, an bem völkerungsschichten die größte Gebefreudigkeit ge-' . Verein zum erstenmal teilgenommen, brachte Zeigt hätten (Beifall). Pg. Kr o mm wies auf ben ■ 0 - - ■■ - - ' ----- nächsten großen Kreisschulungskurs hm unb forderte zu recht zahlreichem Besuch auf, da der Gauschulungsleiter sein Erscheinen zugesagt habe. Pg. Dr Schmidt (Darmstadt) sprach eingehend über die großen innerpolitischen Probleme des Deutschen Reiches, besonders über das Gesetz zur Reichsreform, das einem jahrzehntelangen Kampfe um die endgültige Gestaltung bes Reiches ein Enbe gemacht habe. Außenpolitisch erklärte ber Redner bie hohe we)QngDerein ^aiwriI1J|eil Ul3 Bebeutung des deutsch-polnischen Vertrages Dieser M einem Treuegelöbnis an unsere Führer schloß Vertrag zeige, daß langsam das l-is um Deutschland Vorsitzende seine Ausführungen. Der Chorleiter zu schmelzen beginne. Die Versammlung dankte dem - - 19 -........ or- Redner durch starken Beifall. Kreis-Lehrerkonferenz in Bübingen. X Blldinqen, 4. Febr. Gestern sand hier eine Kreis-Lehrerkonseren, statt, m der nach narangegangenen geschäftlichen Mitteilungen durch den Varststenden, Dr. Cuimann in Nidda. Dr. »urlerl einen fesselnden Vortrag hielt Uber leine Erlebnisse in Grönland, das fünfmal so grast ^ Deutschland sei. Einleitend erklärte er, warum man diese unwirtlichen Gebiete ^rZorsche^ Es ,ei eine Arbeitsleistung, die in irgendeiner Wetze den Völkern zugute komme. So z. B. habe, der vor eini^ gen Jahren leider in der Schnee- unlv ®lswlgte Grönlands ums ßeben gekommene Professor Dr. Wegner auf seiner Forschungsreise infolge roet- terkundlicher Beobachtungen das Festland durch wichtige Meldungen über eine 3.U Erntebeginn em. tretende Regenperiode verständigt. Durch Hmaus^ fchiebung der Ernte seien rund fünf Millionen Mark gerettet worden, während die ^SP^ion eine Million Mark beansprucht habe 42 Kulkur- ftaaten haben sich zwecks Wetterforschung vereint, was für ben Kontinent von unschätzbarem Werte tzl. In anschaulicher Weise sprach ber Rebner dann über ganz im Zeichen ber neuen Zeit und nahm einen gutscheme, einschließlich Fett- unb Grleßscheinen. guten Verlauf. Der seitherige 1. Führer des Ver- Weiterhin kamen 51 Paar Schuhe an schulpflichtige eins, Assessor Werner Zöller, sand im ßaufe des Knaben unb Mabchen zur Ausgabe. Hieraus ist Jahres zu Offenbach a. M. dienstliche Verwendung deutlich zu ersehen, wie m einmütiger Geschlossenheit und trat aus diesem Grunde von seinem Amte nnHo.hPnhen zurück. Die Versammlung wurde geleitet von dem Geschäftsführer des Vereins, Bürgermeister Göbel. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß ber Verein in turnerischer Beziehung eine schwere Zeit burchlebte. Es ist aber kein Grunb vorhanben, bes- halb mit Zagen in bas neue Turnjahr zu gehen. Sowohl aus den Ausführungen des Schristwarts, Bürgermeister Göbel, als auch aus ben Worten bes Ehrenmitgliedes ßehrer Zöller klang hervor, daß man mit'wohlbegründeter Hoffnung für bie Turnsache ber fommenben Zeit entgegensehen könne. Zwischen ber Vereinsführung unb bem hiesigen SA.- Sturm, besten Grunbstock bie Turner unseres Vereins sind, wurden Verhandlungen geführt, bei denen Sturmführer Graff (Gießen) bei sorgfältiger Wahrung der Belange der SA. viel Verständnis für bie aufbauenbe Arbeit ber Turnerschaft zeigte. Die gemeinsame Arbeit zwischen SA. unb Turnverein erscheint gesichert und verspricht Erfolg. Beide führen den gesamten Turnbetrieb gemeinsam unb regelmäßig durch. Die ßeitung liegt in ben Hänben bes SA.-Sportsührers Otto Scharbt, ber auch Mitglied des Turnvereins von 1864 ist. Es märe* im Sinne echter Volksgemeinschaft und würde sich gewiß bestens bewähren, wenn auch an recht vielen anderen, besonders an kleineren Orten ähnlich der hier geplanten Zusammenarbeit ber Turnbetrieb durchgeführt würbe. Es ist bazu in ben meisten Fällen nur beiberseitig guter Wille und die Erkenntnis nötig, daß sowohl SA. als auch bie Turnerschaft für unser Vaterlanb arbeiten. — Für ben seitherigen 1. Führer war Ersatz nötig. Der gesamte Vereinsvorstand trat zurück. Als Vereinsführer wurde darauf Karl Freitag gewählt, als dessen Stellvertreter Bürgermeister Göbel erannnt. Der Führerring bes Turnvereins Hausen von 1864 wirb für 1934 burch folgende Mitglieder gebildet: 1. Füh- ! rer: Karl Freitag; Stellvertreter des Führers: Bürgermeister Göbel; Schrift- unb Prestewart: Karl Maid; Kassenwart: Heinrich Schäfer IV.; Zeugwart: ßubroig Müller; Turn- unb Sportführer für SA. unb Turnverein: Otto Scharbt; 1. Turnwart: Heinrich Brücke!; 2. Turn- unb Schülerwart: Wilhelm Münch; Spielwart: Heinrich Müller III. Ehrenvorstanbsmitglieder sind Lehrer Zöller unb Karl Jost I. Der Turnverein Hausen von 1864 gehört zu ben ältesten Turveremen unserer Gegenb. Er würbe am 3. Juli 1864 gegründet unb blickt somit im kommenden Sommer auf fein 70jähriges Bestehen zurück. Der Verein war in fast dieser gesamten Zeit ber Hauptverein unseres Ortes und hat hier wertvolle^ Jugendpflegearbeit Buntes Allerlei Wirtschaft piqen Mahl und setzen fest, wann die Feldarbeit be- rem Umfange erteilt, als in den Vorjahren. Die Leder muß bis zum 10. Februar die Hausplakette erworben haben! fentlicht. Die Gemeinde, die ungefähr 24 Familien umfaßt, wird von drei Vorstehern und 13 Aeltesten regiert, die alle dem Stande der Wohlhabenden, der Piukpo, entstammen, und bei scheinbarer Gleich» berechtigung aller die größte Willkürherrschaft üben. An Schildbürgerstreichen ist hier kein Mangel. So richtete der Fürst von Sikkim eines Tages in Lat« scheen eine Schule ein, und die Vorsteher hatten die Aufgabe, die Kinder zu bestimmen, die der Wohltat höheren Wissens teilhaftig werden sollten. Die Eltern erschienen mit den üblichen Geschenken, die den Zwang des Lesenlernens zu ersparen. Man konnte ja die Jungen weit besser als Jak-Hirten gebrauchen. Nun verlangte aber der Fürst, daß die Schule auch besucht werde, und so wurden die Kinder der armen Familien, die keine Opfergaben aufbringen konnten, zur höheren Bildung gezwungen: auch die Schwachsinnigen mußten am Unterricht teilnehmen, da sie doch — wie einer der Vorsteher den Unternehmungen der Maschinen- lbschluß- und Jnventurausverkaufs- "enangebote in größe- des Ungewitter durch die Straßen zu jagen. Will man im Winter nach 22 Uhr und im Sommer nach 23 Uhr in Madrid aus dem Hause gehen, so muß man fein Fenster öffnen und nach dem Nachtwächter rufen, der wie im Mittelalter mit Pike und Laterne die Häuser bewacht. Bei der Heimkehr muß man sich von ihm aufschließen lassen und sich ihm vorher auf die gleiche Weise bemerkbar machen. Man kann sich vorstellen, daß dieses Rufen oder auch das „in die Hände klatschen" bis zum frühen Morgen dauert, bis endlich auch der zäheste Nachtwandler seinen Heimweg angetreten hat. Oer kaufmännische Stellenmarkt im Lanuar. Weihe der Hitlerjugend-Führerschule in Zwingenberg. LPD. Z w i n g e n b e r a a. d. B., 6. Febr. Sonntag morgen fand in unserem fahnengeschmückten Bergstraßenstädtchen die Einweihung der früheren Jugendherberge zur Hitlerjugend-Führerschule statt. Nach Begrüßungsworten des Leiters der Schule, Oberbannführer Bloch, an die Gäste und die versammelte Hitlerjugend und das Jungvolk aus der Umgebung hielt Gebietsführer Kramer die Ansprache, die die Bedeutung der nationalsozialistischen Jugendbewegung hervorhob. Ein Fanfarenmarsch der Jugend beschloß den Weiheakt. Nach einem Schlußwort des Oberbannführers wurde feierlich die Flagge der HI. gehißt. Nach den Beobachtungen der kaufmännischen Stellenvermittlung des Deutschen Handlungsgehilfen- Verbandes verläuft der Krisenabbau im Beruf der Kaufmannsgehilfen auch weiterhin normal. Sogar , . , ,. '. ' .. , ein allgemein erwarteter, etwas größerer Zugang aber nicht etwa dargebracht wurden um die Auf-> kundigter Bewerber ist ausgeblieben. BefÜrch- nahme der Sohne zu erreichen, sondern um ihnen dak im Dezember, im Hinblick auf das erklärte, ,,xxi Vernünftigem zu gebrauchen QU(^ nur vorübergehend rückläufigen Entwicklung sind . Essen und Trinken spiett bei den Schild' feibjt jn der mittwinterlichen, stellenvermittlungs- burgern von Latscheen eine wichtige Rolle. Im mäßig kritischsten Zeit des Jahres nicht erkennbar. Frühjahr versammeln sich die Manner zu einem up- £em entspricht voll und ganz der Stellenvermitt- pigen Mahl und setzen fest, wann die Feldarbeit be-. (ung5erf0[g tm Januar. Aufträge zur Vorlage von ginnen soll. Jeder Mann muß dann an demselben Bewerbungspapieren für offene Posten sind immer 5? ö"„ Ä A I noch etwa W Höh^der Vormonate eingegangen. Wn Die Vermittlungsmöglichkeiten waren allerdings wieder stärker behindert durch teilweise unbillige, fn h^riinh^ »in Uvereinzelt auch unmögliche Bedingungen hinsichtlich säen , so begründet ein „Weiser diese Sitte, „wer- Alkers der in Vorlehlaa zu brinaenden 5Bp= fhnnte\gU? «nDo7/^menGnhnfeabi>n mTrfhe h^er1 iroerber- Branchenmähig am günstigsten waren die ft”n Sartoffeto na*”'obcr SHtim DertXj b“ ™etaJ*rie- einen höheren Preis erzielen als ihre Dorfgenoffen,! branche Rur 2rbfcftluft. menbQ(yin fokher Wettbewerb ifTunaehinb^bie Ein' arbeiten wurden Aushilfsstellenangebote men. Ein loldjer Wettoewero ist ungejunD, Die Ein- ,,...c_____ %.... früher zu schneiden, weil sie verdürbe, wenn sie auf dem Halme stehenbliebe — das Gesetz war unerbittlich Selbst für den eiaenen Bedarf durfte niemand vor dem festgesetzten Tag auch nur eine Kartoffel aus» graben. Noch unsinniger war das Verbot, nach Ablauf der festgesetzten Zeit zu ernten. Wenn einer nicht fertig wurde, bann wurde ihm einfach das Vieh auf das Feld geschickt, das eigentlich hätte abgeerntet sein sollen, unb keine Beschwerbe nützte, wenn bie Tiere bie noch nicht geerntete Gerste zertraten. Oie lärmfreudige Großstadt. Daß Mabrib, einst bie Stabt ber würdigen Granden, einmal eine so lärmende Großstadt werden würde, ist einer der eindrucksvollsten Beweise für die tiefgehende Umwandlung, die der spanische Dolks- charakter seit den Tagen erfahren hat, in denen Greco und Velasquez den Stil der spanischen Gesellschaft in ihren Gemälden so glanzvoll zum Ausdruck gebracht haben. Es ist schwer, sich vorzustel- len, baß biese hier dargestellten Männer die Vorfahren der lärmenden Generation im modernen Spanien sind. Madrid ist heute ein Gewirr von Geräuschen, baß sein Fortissimo im Mittelpunkt der Stadt erreicht, in der unmittelbaren Umgebung ber alten Puerfa del Sol, von beren Namen eine so erhabene Ruhe ausstrahlt, die einen so seltsamen Gegensatz zu der lärmenden Wirklichkeit um sie herum bildet. Unter dem Boden poltern Züge dahin, auf ihm klingeln die Straßenbahnen. Die Signalhör- auch zunächst nur nach guten Sorten, seitens der Hüttenwerke eingesetzt. Einige Neuabschlüsse sind bereits zustande gekommen. Wenn der Bedarf der Hochöfen weiter steigt, darf auch eine allmähliche Abnahme der Haldenbestände erhofft werden. Die Belegschaftsziffer ist gegen den Monat Dezember leicht angestiegen. Trotz erhöhter Förderung überstieg der Absatz diese um mehrere tausend Tonnen, was auf die Besserung der Versandverhältnisse zurückzuführen ist. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 7. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: ßanbbutter, Das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,05 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11 bis 12, Wirsing (gelb), das Pfund 15, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 30 bis 35 Pf., Feldsalat 1,— bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf., Meerrettich 30 bis 40, Schwarzwurzeln 25, Kartoffeln 3 bis 3^ Pf., der Zentner 2,80 bis 3 Mk., Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 12 bis 20, junge Hähne SO, Suppenhühner 70 bis 75, Blumenkohl, das Stuck 30 bis 60, Endivien 15 dis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. Hindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 618 Stück Großvieh, 105 Fresser und 133 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 420 Mark, 2. Qualität 180 bis 220, 3. Qualität 100 bis 150 Mark: b) Schlachtkühe 1. Qualität 120 bis 220, 2. Qualität 50 bis 100 Mark: c) Rinder, bis % jährig, 60 bis 110, 3/«» bis 2jährig, 80 bis 170, tragend 170 bis 310 Mark, d) Kälber, das Pfund Lebendgewicht 20 bis 25 Pfennig. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktoerlauf langsam, es verbleibt Ueberstand. Frankfurter Börse. TNittagsbörse zurückhaltend. Frankfurt a. M., 6. Febr. Der amtliche Börsenverkehr stand fast ausschließlich unter dem Zeichen einer ziemlich weitgehenden Zurückhaltung bei Publikum und Kulisse. Das geringe Volumen der Kaufaufträge und ein gewisses Abebben der Neuengagements hatten meist kleine Rückgänge zur Folge, oie im allgemeinen aber kaum über 0,50 v. H. hinausgingen. Man kann es als Zeichen für die erhebliche Widerstandskraft der Börse in sich betrachten, wenn sich die Kursverluste in ber genannten engen Grenze hielten. Lediglich am Montanmarkt waren die Abschwächungen etwas größer. So verloren Gelsenkirchen, Buderus, Rheinstahl und Phönix von 0,75 bis 1 v. H., indessen fielen Mansfelder Bergbau mit + 0,90 v. H. und Stahlverein mit + 0,13 o. H. aus dem Rahmen heraus. Elektrizitätswerte hielten sich in der Grenze der normalen Abschwächungen. Elektr. Lieferungen —0,40 v. H., Siemens —0,50 v. H., dagegen Gesfürel behauptet, AEG. 0,25 v. H. höher. Eine kleine Erhöhung zeigten Kunstseidenwerte, AKU + 0,13 v. H., Bemberg + 0,50 v. H., vermutlich im Zusammenhang mit den gesteigerten Absahziffern für 1933. Im übrigen eröffneten Reichsbank 0,50 v. H. höher, dagegen Hapag 0,75 v. H., Deutsche Linoleum und L. Tietz je 0,25 v. H., Zellstoff Waldhof 0,50 v. H. und Daimler Motoren in S'ifief sner der Autobusse, das unaufhörliche Geschrill der in I Kraftwagenführer und das laute Treiben des Publi- Schilda liegt nicht nur in Deutschland: im alten fum5 haben diesen wichtigsten Derkehrsplatz Ma- Griechenland hieß es Abdera, im heutigen Tibet hrids zu einem wahren Vulkan an Lärm und Un= heißt es Latscheen, und wie bei uns im Volksglau- ■ ruhe gemacht. In dieses Geschwirre von Lauten den viele Orte Schilda den Ruf besonders toller | mischen sich das Wetzen und Sausen der Scheren- Streiche ihrer Bürger streitig machen, so mag es | Reifer mit ihren kleinen Maschinen und das Aus- auch in Tibet noch so manchen Platz geben, der mit rufen der Eisverkäufer, Fruchthändler und ande- Latscheen wetteifert. Aber in diesem Dorf an der rer herumziehender Händler. Dazwischen klingt das tibetischen Südgrenze hat die bekannte englische For- Rufen der vielen Boten, die mit ihren Lasten am schungsreisende Alexandra David-Neel auf ihren Arm, auf dem Rücken und auf dem Kopf sich mit jüngsten Fahrten, bei denen sie nach dem heiligen temperamentvollem Eifer den Weg durch die Masse Lhasa, dem Sitz des Dalai-Lama, vordrang, längere! bahnen. Das sind die Geräusche des Tages, unter Zeit verbracht und erzählt von ihren Erlebnissen [ benen der Gesang des armen Blinden, das Trum- allerlei Drolliges in ihrem demnächst erscheinenden ! Trum des Basken mit Trommel und Tanzbär, das Werk „Mönche und Strauchritter, aus dem die werktätige Leben melodisch begleitet. Das rührende Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" die Ge- Gequietsche des Leierkastens kann man an dieser schichte von den Schildbürgern von Latscheen verös- Stelle nicht mehr hören. Es ist unter der Diktatur 1 Primo de Riveras aus dem Bereich des Hauptverkehrs ebenso verbannt worden wie die sich gemächlich fortbewegenden Ochsenkarren und die langen Züge der Maulesel mit den Glocken am Geschirr. Man gedenkt ihrer mit Wehmut, besonders deshalb, weil sie Motorrädern und Lastkraftwagen Platz gemacht haben, deren Führer dem anscheinend unwiderstehlichen Zwang verfallen, wie ein poltern» tungen, daß im Dezember, im Hinblick auf das Weihnachtsfest, also aus sozialen Gründen zurück- gestellte Kündigungen nachträglich im Januar aus» Besprochen würden, waren demnach unbegründet, m übrigen verteilen sich die wenigen im Januar ausgesprochenen Kündigungen ziemlich gleichmäßig auf Wirtschaftsgebiete und Fachgruppen. Auch sind nirgendwo Massenkündigungen einzelner Betriebe beooachtet worden. Danach sind also Zeichen einer tm Ä mit d°m'Ul, 3u«Ä, hi den “er’Ä"SÄÄ5’, | Entrolle hat alfo feine Kartoffeln wären noch nicht reif, ober ein an- oerens Erfolge gezemgi. derer um Erlaubnis bat,, seine Gerste eine Woch^ Verlängerung der KundlgUNgSsNsteN im hessen-naffauischen Bergbau. In richtiger Erkenntnis der führenden Absicht des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit — Verankerung der Führerstellung, die ein besonderes Maß an Verantwortung überträgt, mit der im Treugelöbnis durch die Betriebsgemeinschaft verbundenen Gefolgschaft — hat der Berg- und hüttenmännische Verein Wetzlar beschlossen, diesem Gedanken der Betriebsverbundenheit einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, indem mit sofortiger Wirkung die bestehenden Kündigungsfristen erweitert werden. Der Berg- und hüttenmännische Verein empfiehlt seinen angeschlossenen Grubenbetrieben, indem er sich dem Vorgehen des Ruhrbergbaus anschließt, mit sofortiger Wirkung die Kündigungsfrist der nach Eintritt der Volljährigkeit mindestens fünf Jahre ununterbrochen bei derselben Grube tätigen Arbeiter auf vier Wochen zu verlängern. In dieser Maßnahme liegt die dankbare Anerkennung des Vertrauens, das die Reichsregierung durch das am 1. Mai in Kraft tretende Ar- beitsordnungsgeseh dem verantwortungsbewußten Unternehmer erwiesen hat. ♦ *BesserungimErzbergbauimLahn- Dill - Gebiet. Die Aufwärtsbewegung im Erzbergbau des Lahn-Dill-Gebietes macht nach dem Bericht des Berg- und Hüttenmännischen Vereins e. 23., Wetzlar, weiter gute Fortschritte. Inzwischen hat eine stärkere Nachfrage nach Eisenerzen, wenn 0,65 v. H. niedriger. Auch IG. Farbenindustrie gaben um 0,40 v. H. nach. Der Nentenmarkt litt ebenfalls unter dem wenig umfangreichen Geschäft. Altbesitzanleihe gaben 0,25 d. H., Neubesitzanleihe 10 Pf. nach, letztere konnten sich aber bald erholen. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren gefragt und 0,13 v. H. höher. Don Ausländern lagen Ungar. Goldanleihe weiter etwas niedriger. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an allen Märkten unvermindert an. Während Renten ziemlich behauptet blieben, bröckelten Aktien meist weiter ab. So verloren Farbenindustrie 1 v. H., AEG., Stahlverein, Schuckert, Gelsenkirchen je 1 v. H., Mannesmann und Klöckner je 1,25 v. H., die übrigen Werte meist 0,50 bis 0,75 v. H. Kunstseidenwerte blieben voll behauptet. Von sonst noch zur Notiz gekommenen Werten gaben Südd. Zucker 1 v. H., Chade insgesamt 3,50 Mk., Deutsche Erdöl 1,25 v. H., Scheideanstalt 1,50 v. H. und Nordd. Lloyd um 0,40 v. H. nach. Am Rentenmarkt gaben Stahlverein-Bonds 0,25 v. H. nach. Reichsmark-Obligationen verloren durchweg 0,25 bis 0,50 v. H. Staats-, Länder- und Stadtanleihen waren bei stillem Geschäft kaum verändert, Hessen Vvlksstaat von 1928 und 1929 bröckelten jedoch weiter etwas ab. Am Pfandbriefmarkt waren Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen meist gut behauptet, die Werte der Nass. Landesbank Wiesbaden zogen etwas an. Liquidationspfandbriefe bröckelten überwiegend um 0,13 bis 0,25 v. H. ab. Fremde Werte lagen ruhig. — Tagesgeld blieb zu 3,50 v. H. unverändert. Abendbörfe: zuversichtlicher. Die im Mittagsoerkehr vorherrschende schwächere Stimmung wich an der Abendbörse einer etwas zuversichtlicheren Haltung, und die Abschwächung des Kursniveaus kam zum Stillstand. Auf der ermäßigten Basis zeigte sich hier und da kleines Kaufinteresse, so daß die niedrigen Berliner Schlußkurse meist gut behauptet waren, zum Teil auch leichte Besserungen aufwiesen. So konnten sich Harpener um 0,50 v. H., Daimler um 0,25 v. H. erholen, während IG. Farben mit 128 v. H. unverändert eröffneten. Auf erneut feste Meldungen aus Amsterdam zogen Aku um 0,75 v. H. an. Das Geschäft war an allen Märkten nach wie vor gering. Am Rentenmarkt lagen umgetauschte Reichsmark-Anleihen eher etwas niedriger, von deutschen Anleihen setzten Altbesitz nur knapp behauptet ein. Im Verlaufe war die Kursgestaltung uneinheitlich und meist wieder etwas leichter. Harpener gingen um 0,75 v. H., Daimler, Gelsenkirchen, Stahlverein und andere um je 0,50 v. H. zurück, während AEG. bei etwas lebhafterem Geschäft 0,65 v. H. anzogen. IG. Farben schwankten zwischen 127,75 bis 128 v. H. Am Kassamarkt lagen DD.-Bank mit 67 um 0,75 v. H. niedriger. Die Albtbesitzanleihe bröckelte um weitere 0,25 v. H. ab. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 18,95, Altbesitzanleihe 97,50 bis 97,25, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 71, Schutzgebietsanleihe 9,50, Reichsbank 166, Gelsenkirchen 60,25, Harpener 91,25 bis 90,50 bis 90,75, Mannesmann 62,13. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 6. Febr. Der gestrige Schweine- markt in unserer Stadt war mit 195 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Es kosteten fünf bis sechs Wochen alte Ferkel 15 bis 17 Mark, sechs bis acht Wochen alte 17 bis 25 Mark. Das Handelsgeschäft verlief schleppend, es verblieb geringer Ueberstand. Fr^ , rter P^ervcmarkt. Frankfurt a. M., 6. Febr. Der Februar- Pferdemarkt war mit nahezu 500 Pferden befahren. Der Handel in Pferden besserer Qualität war sch'ep- pend; auch in geringeren Arbeitstieren ist der Umsatz des Vormonats nicht erreicht worden, obwohl sich die Preise auf gleicher Höhe hielten. Auch Schlachttiere waren auf dem Markt im Preise etwas nachgebend. Mannheimer Biehmarkt. Mannheim, 6. Febr. Es wurden aufgetrieben: 137 Ochsen, 101 Bullen, 402 Kühe, 290 Färsen, 754 Kälber, 28 Schafe, 1851 Schweine. Es notierten: Ochsen: vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts jüngere 30 bis 31, sonstige vollfleischige 25 bis 29, fleischige 22 bis 24, gering genährte 20 bis 24; Bullen: jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwerts 27 bis 30, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 24 bis 27, fleischige 22 bis 24; Kühe: jüngere vollfleischige höchsten Schlachtwertes 25 dis 28, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 21 bis 25, fleischige 16 bis 20, gering genährte 10 bis 15; Färsen: vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 30 bis 32, vollfleischige 26 bis 29, fleischige 23 bis 25; Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 42 bis 45, mittlere Mast- unb Saugkälber 38 bis 41, geringere Saugkälber 35 bis 38, geringe 30 bis 34; Schafe: mittlere 32 bis 36; Schweine: vollfleischige 240 bis 300 Pfunb Lebgewicht 50 bis 53, vollfleischige 200 bis 240 Pfunb Lebgewicht 50 bis 53, voll- fleischige 160 bis 200 Pfunb Lebgewicht 48 bis 52, Sauen 40 bis 46. Marktverkauf: Großvieh mittel, geräumt, Kälber, langsam geräumt. Schweine geräumt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt betchiosienen Dividende an. - Reichsbankdiskvnt 4 v H Lombardzinsfuß 5 v H Franliur, u. Berlin Schluß« hird Schlußl. Abend« börse Schluß» hird Schlußl Mittaq- börse Datum 5.2. 6.2. 5.2. 6.2. •% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 95,25 95 95 94,9 •% ehern.?"/«, Dt. StelchSanl. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 100,1 100,13 100 100,1 95,4 94,9 95,75 95 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Au«loI..Rechten ......... 97,75 97,25 97,9 97,6 De^gl. ohne AuSlo!.-Rechte...... 6% etiem.8% Hess. KoIISftaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... 19,15 18,95 19,1 18,95 95,25 94,75 95 94,5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 92,5 _ 92,5 Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui....... 92,75 92,5 vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten 93 Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 96,13 95,9 96,25 96,13 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Aoldpfe. 15 unkündbar bi» 1935 92,65 92,75 8% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Boldpfe. 16 unkündbar bis 1936 92,65 92,75 ehem. Gesellschaft................ 0 Dresdner Banl.......... o RetchSbank ................ A.2.«................. a Betula........... o Zektt. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Krasi ... 6 Felten & Guilleaume......""" q Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität .. 8 5 Schuckert «Co......... < Siemens & Halske...... LabmeyerLiLo.........t0 vu dern» ............. * Deutsche Srdbl .............. 4 Gelsenkirchener..............0 Harpener ................. 0 Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau g Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Iklöcknerwerke ......... O Mannesmann-Rdöres O Fran nur- a. Ul. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Minag, börse Datum 5.2. °.2. 5-2- 6.2. Mansfelder Bergbau....... .. 0 33,13 32,5 34 33,13 Kokswerke .......... .. 0 — —— 89 87 Phönix Bergbau........... .. O 48,75 46,5 48,5 47 Rheinische Braunkohlen .... . 10 199 199,25 199,5 200 Rheinstahl ............... .. 0 90,13 87 89,5 86,75 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 41,25 39,25 41,25 40,25 .. 0 14,9 15 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 Ü8 117,5 116 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 118,5 119 120 118 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 151 153 152,5 154 .. 7 129 128 Scheideanstalt............. .. 9 180,5 179 Goldschmidt .............. .. 0 54,75 54 54,13 54,25 RütgerSwerke ............. .. O 54,13 53,5 54 25 Metällgesellschaft........... .. 0 75 74,5 75,5 Philipp Holzmann......... .. 0 69,25 68 69 68 Zementwerk Heidelberg .... .. 0 86 86 - Zementwerk Karlstadt....... .. 0 98 98 - Schultheis Patzenhoser ..... .. 0 — — 97,5 95,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 44,25 45 43 44,25 Bemberg .............. .. 0 45,25 44,25 45 43,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 49,25 48,75 48,9 48,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 40,5 38 40 38,5 Dessauer Gas ............. .. 7 ■ 116,25 115.5 Daimler Motoren.......... .. 0 43,75 42 43,75 42,25 Deutsche Linoleum ......... .. 0 48,13 47,65 48,5 48 Orenstetn & Koppel ........ .. 0 — —- 64 63 Leonhard Tietz ........... .. 0 23 20,75 22,65 21,5 ibade.................... ..10 168 164,25 167,5 164 Aerumulatoren-Fabrü...... .. 0 179,5 180 179,75 Lontt-Gummt............. .. 0 155,75 154,4 155,5 153,25 Malnkraftwerke Höchst «I 75 —I — — Süddeutscher fluda.........e| 1831 1821 183 I 182 Devi enmarfl Berlin — ' rankfurl a. M 5-Februar 6.Februar Amtliche Notierung <^el" I Brie Amttlche Notierung Geld | Brie 88*?:: Prag....... Budapest... Sofia ...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweiz .... Spanien.... Danzig..... .lapan...... Rio de Jan. . Jugoslawien. Ltiiabm» .... 5,694 47,20 12,427 3,047 168,03 64,84 57,64 66,68 12,965 0,663 2,632 58,24 22,00 16,42 80,92 33,97 81,37 0,764 0,215 5,664 11,79 1 5,706 47,30 12,447 3,053 168,37 64,96 57,76 66,82 12,995 0,667 2,638 58,36 22,04 16,46 81,08 34,03 81,53 0,766 0,217 5,676 11,81 3antnolen. 5,704 47,20 12,427 3,047 167,83 64,93 57,69 66,68 12,915 0,668 2,617 58,29 21,94 16,42 80,92 33,92 81,37 0,768 0,215 5,664 11,77 5,716 47,30 12,447 3,053 168,17 65,07 57,81 66,82 12,945 0,672 2,623 58,41 21,98 16,46 81,08 33,98 81,53 0,770 0,217 5,676 11,79 Berlin, 6-Februar Geld Briet Amerikanische Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Roten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................. Ungarische Notas 2,57 58,13 57,43 12,87 16,38 167,41 21,82 64J7 66,52 80,74 33,78 2,59 58,37 57,67 12,93 16,44 168,09 21,90 65,03 66,78 81,06 33,92