184. Jahrgang Z85 Erstes Blatt Donnerstag, b. Dezember 1934 M beantragt internationale polizeitruppen für das Saargebiet Angewiesen, daß das Komitee den größten Wert auf die Mitarbeit Deutsch lege. Die deutsche eien dem Wunsche I q n i) und Frankreichs internationalen Polizei Derben Größte Befriedigung in London ifütteo- mir- i ch beteiligt seien. Er könne im Fra Namem seiner Regierung erklären, daß Eng bagrüMa bie Erttärungea jeinar Vor- t r e en z u lassen mit dem selbstverständlich^ i Hinweis darauf, daß Deutschland il auch nicht vertreten sein könne. er Vertreter Englands, Eden ui formulierte Erklärung der britischen Re- Paris über Englands Vereitschast sehr überrascht FranzösischeBtätterbefürchtenschoneinenOruckEnglandsinderAbrüstungsfrage redner, die die Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich verschwinden ließen und es dem Völkerbundsrat ermöglichten, ein Werk des Friedens zu erfüllen. Oer Präsident der Regierungs- kommission des Saargebietes Knox bezog sich auf die periodischen Berichte der Regierungskommission. Im Saargebiet seien Elemente der Unruhe vorhanden, die Leidenschaften seien überhitzt. Die Regierungskommission habe bereits im März eine internationale Polizeitruppe verlangt. Das sei damals abgelehnt worden. Die Regierungskommission könne bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge nicht unter allen Umständen dafür eintreten, daß die Ordnung aufrechterhalten werden könnte. Bei der Entsendung einer internationalen Truppe sei aber der ruhige Verlauf der Volksabstimmung gewährleistet. und )i französische Regierung seien , , des Llm-chusses in einem Geiste entgegengekommen, i fir den Fall, daß es eingeladen werden । er dieser internationalen Truppe teil« ba i -i las eig Paris, 6. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Vorschlag des französischen Außenministers, daß Frankreich auf die Entsendung von Polizeistreitkräften ins Saargebiet verzichtet, wenn andere Mächte die Ruhe und Ordnung während der Abstimmung verbürgen, wird allgemein gebilligt. Man begrüßt es, daß er Frankreich eine schwere Last genommen und dem Frieden in Europa gleichzeitig einen großen Dienst erwiesen habe. Die Zustimmung Englands hat überrascht. Man fragt sich, welche Hintergründe die englische Regierung gehabt habe, da sie sich b i s - h e r st e t s geweigert habe, sich zu stark in festländische Angelegenheiten einzumischen. Die Z u - stimmung Deutschlands, von der die praktische Anwendung des in Genf erzielten Abkommens abhängt, wird hier mitSicherheit erwartet. Pertinax sieht die Ueberraschung in der zustimmenden Haltung Englands. Die Teilnehmer an der Sitzung hätten i h r e n O h r e n nicht trauen wollen. Es handele sich um eine A n - Wendung des Locarnopaktes, an den man französischerseits nicht mehr geglaubt habe. Alan glaube, daß England Frankreich dazu bewegen wolle, von seiner Jlote vom 17. April über die Abrüstung ab- zurücken. Durch die Anwesenheit der englischen Truppen im Saargebiet wolle die englische Regierung den Beweis erbringen, daß Deutschland angesichts dieser Truppen nichts zu unternehmen wage. Sich auf ein solches Argument stützend, werde die englische Regierung dann aus ihre Denkschrift vom 4. Januar Kurswechsel der englischen Politik EngMd will sich an einer internationalen Polizeitruppe beteiligen. G in1, 5. Dez. (DNB.) Unter dem Vorsitz des tscheciosawakischen Außenministers Dr. B e n e s ch hat ich der Völkerbundsrat mit dem Bericht des fetzen. Sami Ein deutscher Soldat. Zum 85. Geburtstag des Feldmarschalls von Mackensen. August von Mackensen, Generalfeldmarschall: der letzte lebende der großen, heute schon zum Mythos gewordenen deutschen Heerführer des Weltkriegs! Eine Welle der Liebe und des Dankes eines ganzen Volkes schlägt ihm entgegen an seinem fünfundachtzigsten Geburtstag. Nie war selbst in bchester Zeit sein Bild verwirrt durch der Parteien Gunst und Haß. Er war und blieb bis heute das Eine: Deut- s ch e r S o l d a t! Tatsächlich gibt uns die Laufbahn Mackensens in gedrängter Fülle das reine Bild eines Soldatenlebens, das eigene Kraft, eigene Begabung und eigenes Können sich zurechtgeschmiedet Ian sollte, z u n eühir e n, das in angemessenem Maße tun werde,» vorausgesetzt, daß sich auch die ande- - »ötnn verlieren." sinnig, j fahren. 1 2 Auto Bj| mge Sann. 15 und gt e bie uste baük krkehrrljtz Die jui^' h'en mit, r Ausl^i blieb V ! hinaus. x sein', Ix ■Mut. cheibe spitz Die iger ihren, was bi,; ietzt suhrn ahe dem' Da mack Gossen,. ) stieg ein zurückgreifen und versuchen, Frankreich zur englischen Auffassung zu bekehren. Pertinax meint, der französische Außenminister müsse versuchen, sich den Folgen der englischen Haltung zu entziehen, denn es sei ein Irrtum, aus der Anwesenheit englischer Truppen im Saargebiet die Schlußfolgerung zu ziehen, daß sich diese Truppen auch jedesmal am Rhein befinden würden, wenn eine Gefahr drohe. Die französische Regierung werde darauf Hinweisen, daß das Mandat, das die französischen Truppen durch den Beschluß des Völkerbundes aus dem Jahre 1926 erhalten hätten, erst ablaufe, wenn die internationnalen Polizeistreitkräfte sich wirklich im Saargebet befänden und daß der Beschluß des Völkerbundes aus dem Jahre 1926 seine volle Rechtsgültigkeit behalte, falls eine Einigung nicht erzielt werde. Der rechtsstehende „Jour" stimmt ebenfalls dem Vorgehen des französischen Außenministers zu und erklärt, Laval habe ein Meisterwerk vollbracht: Er habe Deutschland zu einer Entscheidung gezwungen. Man dürfe sich aber über die Haltung Englands, Italiens und der Tschechoslowakei keiner Täuschung hingeben. — Das „O euore" ist geradezu be- g e i st e r t über den Vorschlag Lavals. Der französische Außenminister habe Frankreich einen unendlichen Dienst erwiesen. In Völkerbundskeisen rechne man stark mit der M ö g l i ch k e i t e i n e s a l l g e - meinen Abrü st ungs ab kommens auf der Grundlage des durch die englischen und italienischen Vertreter vorgeschlagenen Abkommens. Es sei sicher, daß ihre Regierungen schon jetzt an der Ausarbeitung eines solchen Planes auf der Grundlage des Vorschlages Macdonalds und Mussolinis tätig sind. At.«i LZ 6.90 joeM xS- S Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Saamuschusses beschäftigt. Der Berichterstatter, Baron llloisi, erklärte, er habe schon im Juni darauf inoemiefen dri-i ß'nmitop den 0 röü - m täglich, außer MU Annahme von Anzeigen rivcrn Lgs und Feiertags ▼ W ▼ für die Mittagsnummer Btiraden: Die Illustrierte Ä jA ▲ A Ak jA. A^ ABfe^ A AkA bis 8'/,Uhr des Vormittags sü-iäss h ■< iiXlyi>Ti IItizAiAAr fe» yilr Kr llr I ZIIHE 141 El VztVIJVIlVk WWWN« dow mizefnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: inlltlg, höherer ©eroa i — 4k A- W N •• zlA V- W ** Stellen-, Vereins-, gemein- “55 General-Anzeiger für Oberhessen SW§ rcEilen Anzeiger Gießen w V w I w II gen, Bäder-,Unterrichts-u. r»ftscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Srrt am Main liess vruck uttö Verlag: vrühl'sche UnioerfitSts vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitnng ond Seschaftrftelle: Schulftrahe 1 Meng-nabschlüff-Staffel 3 Auf Vorschlag Beneschs beschloß sodann der Rat, den Dreie rausschuß aufzufordern, die Frage einer internationalen Polizeitruppe für das Saargebiet zu prüfen und dem Rat noch im Laufe dieser Tagung einen endgültigen Vorschlag zu unterbreiten. Eine Anfrage Aloisis in Berlin. Genf, 5. Dez. (DNB.) Der Vorsitzende des Saarausschusses des Völkerbundes Baron A l o i f i hat in einem Telegramm d i e Reichsregierung gebeten, ihm ihren Standpunkt hinsichtlich der Fragen mitzuteilen, die durch die Erklärungen der Mächte vor dem Völkerbundsrat aufgeworfen worden sind. Er erinnert daran, daß der Saarausschuß beauftragt worden sei, dem Völkerbi^ndsrat auch hinsichtlich der Frage der internationalen Truppenkontingente Vorschläge zu unterbreiten. keine Schwierigkeiten haben, im guten Einvernehmen mit Abteilungen aus Belgien und Holland z u s a rn rn rn e n z u arbeiten. Ebenso findet „M o r n i n g P o st", der Plan sei gut und geeignet, die Sorgen vor der kommenden Saarabstimmung zu beschwichtigen. Der Gedanke eines Eingreifens britischer Truppen auf dem Festland sei glücklicherweise so lange Zeit nach dem Kriege ungewöhnlich. Aber eine derartige Friedensmission werde sicherlich die Zustimmung der öffentlichen Meinung finden. Die gesunde Vernunft, die sich endlich in der Saarfrage durchsetze, sei ein gutes Vorzeichen für die dringende notwendige Besserung der internationalen Atmosphäre in Europa. — „Daily Expre ß", der unermüdlich im englischen Publikum für eine Jsolierungspolitik Stimmung zu machen sucht, schreibt: Die Streitigkeiten von Franzosen und Deutschen gehen uns nichts an. England handelt so töricht wie ein Mensch, der sich in die Zwistigkeiten einer fremden Familie einmischt. — „Daily Mail" glaubt, daß die Polizeitruppe wahrscheinlich 2 0 0 0 Mann nicht überschrei- t e n werde. Voraussichtlich würde Großbritannien zwei Kompanien Infanterie (500 Offiziere und Mannschaften) schicken. Unerwünschte Gäste. Paris, 6. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Genfer Sonderberichterstatter der großen Jnformations- presse heben besonders hervor, daß Laval am Mittwoch eine Unterredung mit dem sowjetrussischen Volkskommissar Litwinow hatte, die wahrscheinlich zu einer noch enaeren Gestaltung der französisch - russischen Beziehungen geführt habe. Sowjetrußland sei zum ersten Mal seit der bolschewistischen Revolution dazu berufen, praktisch an der Aufrechterhaltung des europäischen Friedens mitzuarbeiten, indem es vielleicht ebenfalls ein Truppenkontingent in das Saargebiet entsende. Dagegen rechnet Pertinax nicht mit der Möglichkeit einer Entsendung von Sowjettruppen. Der sowjetrussische Vertreter sei nicht aufgefordert worden, sich zu beteiligen und werde wahrscheinlich auch Nicht dazu aufgLsordert werden. London, 6. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Genfer Meldung, nach der sich Großbritannien bereit erklärt hat, unter g e w i s s e n V o r b e h a l - t e n sich mit einem Kontingent an einer internationalen Polizeimacht im Saargebiet zu beteiligen, hat in der englischen Hauptstadt größte Verblüffung hervorgerufen. Die Aeußerungen der maßgebenden Blätter zeigen aber, daß das Erstaunen von einem Gefühl der Befriedigung und Erleichterung abgelöst wird, das sich aus den oben erwähnten Vorbehalten erklärt. Die Tatsache, daß durch diese Entscheidung die Möglichkeit eines so ernsten Ereignisses wie des Einrückens französischer Truppen in das Saargebiet ausgeschaltet wird, muß natürlich die schweren Besorgnisse, die in London im Hinblick auf den 13. Januar herrschten, beseitigen. „T i m e s" erklärt, der Beschluß Großbritanniens sei mutig und bedeutungsvoll. Oberflächlich betrachtet, scheine er die bisherige Haltung der Regierung umzukehren. Aber es handle sich mehr um eine Aenderung der Methoden als des Grundsatzes, und diese Aenderung entspreche einer neuen und willkommenen Aenderung in der Haltung Frankreichs. Frankreich sei zwar zum Polizeidienst an der Saar nur im Namen des Völkerbundes und nur im Falle von Unruhen bereit gewesen. Aber diese Bereitschaft habe sehr natürlichesMißtrauen in Deutschland erweckt. Der deutsche Einwand, daß Frankreich zu interessiert sei, um ein geeigneter Vertreter des unparteiischen Völkerbundsrates zu sein, sei unbe st reitbar sehr stichhaltig gewesen. In den letzten Tagen aber sei es deutlich geworden, daß der neue französische Außenminister Laval daran sei, bessere Beziehungen zu Deutschland herzustellen. Der Verdacht geheimer französischer Absichten in der Saarfrage sei von Laval in die Luft gesprengt worden, und dieses bessere Einvernehmen 'zwischen Deutschland und Frankreich sei in sich selbst eine vollständige Rechtfertigung der britischen Entscheidung. Auch „Daily Telegraph" stimmt zu. Die Verhinderung einer Krankheit sei besser als ihre Heilung» .(Eine britisch« Truppenabteilung werde Stu l«& M ÄfiS 5 Wntiit. :Ufour ipJ 9 DOr § L-x °U'sch her, nn 9ehe^ 'ern ChllH r en ul- Nachbarn interessierten Staaten in ähnlicher iLefse beteiligten. Er halte diese Maßnahme für eiwn Beitrag zur Befriedung Europas. Derr 3-itreter Italiens, Aloifi, schloß sich in großem Kgen diesem Vorschlag unter der Vor- ausfe^n an, daß Deutschland und Frankreich damit ^verstanden seien. Auch Italien würde sich gegeben :alls in angemessener Weise an einer solcher^ iinternationalen Truppe beteiligen. Derrln isische Volkskommissar Litwinow betonte, ifc iönne keine Erklärung ohne vorherig! Befragung seiner Regierung ab- geben.flljri übrigen schlage er vor, daß sich Präsident 5 t - x zunächst einmal vor dem Völkerbundsrat ü lib i d i e Notwendigkeit undDring- l i cf) f "e t der vorgeschlagenen Maßnahmen äußere. RußlaM sei, das könne er schon jetzt erklären, bereit, atlr Maßnahmen zuzustimmen, die geeignet seien, .Übungen zu beseitigen. Der:: ttschoslowakische Außenminister Benesch ekklärtn»auch er müsse sich vor einer entscheidenden Stellumji:Ihme mit feiner Regierung in Verbindung Frmkreich und Deutschland sollen nicht darin vertreten sein. — Eden und Aloisi stimmen dem Antrag zu. — Rückfrage in Berlin. haben. Wenn einer, so ist er der Schmied seines Glückes gewesen, indem er die Gunst der Stunden mit raschem Entschlüsse wahrgenommen und den Sieg an seine Fersen geheftet hat, weil er ihn wollte, weil er ihn haben mußte. Aus bescheidenen Anfängen ist dieses Feldherrn- genie heroorgegangen. Die Familie Mackensen stammt aus dem Dorfe Mackensen am Solling im Regierungsbezirk Hildesheim. Niedersächsisches Blut rollt in den Adern dieser alten deutschen Familie, die der Scholle gehörte und größtenteils Landwirte bervorgebracht hat. Am 6. Dezember 1849 wurde August Mackensen im Haus Leipniz bei Schmiedeberg als Sohn des Inspektors Ludwig Mackensen, der auf einem der von Altenschen Güter saß, und seiner Gattin Marie Rink geboren. Seine erste Jugend verlebt er auf dem Lande, in der Dorfschule in Dahlenberg, wo er beim Soldatenspiel seine künftigen großen Fähigkeiten zuerst zu entwickeln scheint. Im Mai 1859 kommt der zehnjährige begabte Knabe auf das Gymnasium in Torgau, das damals von soldatischem Leben erfüllt war und in jedem Jungen die Erinnerung an die große friederizianische Zeit erwecken mußte. Zu seinem Geburtstag erbittet er sich eine „Kanone, wo man mit Erbsen schießen muß", zum Weihnachtsfeste „eine Schachtel preußischer Artillerie". Michaelis 1865 wird August Macken- fen zusammen mit seinem jüngeren Bruder Victor Zögling der bekannten Franckeschen Stiftungen i n Halle. Er ist hier in die Untersekunda des Realgymnasiums eingetreten, zeigt sich als bevorzugter Schüler in der Erdkunde, Geschichte und Mathematik und liest in seinen Freistunden neben den Klassikern Archenholz' „Geschichte des Siebenjährigen Krieges" und Droysens „Porck", das Leben desselben Mannes, der später den Generalstabsoffizier noch ernsthafter beschäftigen sollte. Als August Mackensen zu Ostern 1868 die Schule als Primaner verließ, war es ausgemacht, daß er Landwirt werden sollte. Er erhielt die erste praktische Einführung durch seinen Vater, der inzwischen nach Lindenau übergesiedelt war, und arbeitete noch ein halbes Jahr als Volontär bei einem Verwandten in Costa. Im Oktober des folgenden Jahres tritt er a l s Einjährig-Freiwilliger bei dem 2. Leibhusarenregiment Nr. 2 in Lissa ein. Dann kam 1870. Am 26. Juli saßen die Lissaer Schwadronen auf und verließen feldmarschmäßig ihre Garnison. Mackensens Regiment unter dem Kommando des Obersten von Schauroth war dem Prinzen Albrecht von Preußen zugeteilt dessen Division zu der III. (Kronprinzen-) Armee gehörte. Das Regiment ist hervorragend bei den Kämpfen um Weißenburg und Wörth beteiligt. Nach Wörth nehmen die Totenkopfhusaren, bei denen Mackensen inzwischen Unteroffizier geworden war, die Verfolgung des Feindes auf. Sie stoßen weiter vor in das Herz « von Frankreich, von der Maas zur Marne und dann auf Paris. Am 5. Oktober wird der Vizewachtmeister Mackensen bei Toury mit einem schwierigen Patrouillenritt beauftragt. In Begleitung von vier Gefreiten gelang es dieser Patrouille, unter der Führung Mackensens, in den Rücken des gegen Toury vorgehenden Feindes zu pürschen, um wichtige Erkundungen zu machen. Der gefährliche Rückweg wird durch kluge Husarenfinten bewältigt. Als Mackensen Meldung erstattet, ruft Prinz Albrecht der Patrouille zu: „Sie haben Ihren Kameraden ein Beispiel gegeben, auf das fte wie Sie selbst stolz sein können? Sie versprechen ein so ausgezeichneter Offizier zu werden, daß es unrecht wäre, Ihre Dienste dem Staate zu entziehen. Sie müssen auf alle Fälle gierur.iiur, in der es heißt, im Saargebiet herrsche währens nmb nach der Abstimmung eine Kri- senzWl Die Polizeikräfte seien sehr schwach. 23orbefiigei sei besser als heilen. Er schlage deshalb vor, fdp n jetzt eine internationale Machil ins Saargebiet zu schicken unter der Vmussetzung, daß Deutschland und Fr ar-lr« i ch zustimmten, und daß an den Kont Tigerten weder Deutschland, noch der iri? Arbeiten wesentlich erleichtert habe. Es feiern ^ime Reihe praktischer Lösungen e r 3 i.e'lt: worden, die den Vorzug hätten, auf V e rne inbarungen der beiden Regie- r uni; en zu beruhen. Hoffentlich würden die jetzigen Irteifen des Ausschusses die Entschließungen erleichken, die der Völkerbundsrat nach der Volks- abfthnni ng zu treffen haben werde. O«M fran$öftfd>e Außenminister Laval schloß) sch der Anregung Aloisis an, daß erst m o r in die eigentliche Beratung des Berichts eingetrel n werden solle, bemerkte aber, er wolle schon njist erklären, daß die Regierung der franzö- sischerr Aspublik den Schlußfolgerungen des vorge- legtemDiirichts vollkommen zu stimme. Laval ersuchssei^en Völkerbundsrat, zur Aufrechterhaltung der Ruh und Ordnung im Saargebiet durch den Völkerbuid eine internationale Polizei- i r u pgpt einzusetzen, in der weder Deutschlands, loch Frankreich vertreten seien. Er wsslli in aller Klarheit feststellen, daß, was auch jesHehen sollte, Frankreich seine internationalen Verpflichtungen vor dem Völkerbund ein halt en werde. Frankreich sei selSHierständlich der Meinung, daß sich andere ß ä n Dler an einer eventuellen Polizeiaktion be- teiligcm lallten. Das Saarproblem sei kein deutsch- fran3ijfiK1.es Problem und dürfe das nicht sein. Es ji-in internationales Problem. Es HÜrrde sich um die A u f r e ch t e r h a l t u n g d e rHinl) e und Ordnung. Er wende sich mit der 9litt an den Völkerbundsrat, für diese Aufrechte tikolung der Ruhe und Ordnung während der Ahskmmung Sorge zu tragen. Frankreich habe keine igeisimen Wünsche und keine Hintergedanken. Ls ■! tV4id)e den Völkerbundsrat, selbst die Austgase der Aufrechterhaltung der Ruhe und OrLmuig. die sonst Frankreich zuge- koimren wäre, auf sich zu nehmen. Wenn seim d ihingehendes Ersuchen gebilligt werde, so iiweiöe Frankreich gerne damit einverstanden: lein, sich nicht in der einzufehen- il darauf, ein Moisis Saarbericht veröffentlicht 1884 wird er, der inzwischen die Geschichte der beiden Leibhufarenregimenter geschrieben batte, zum S t a b e d e s legung oder Anwendung dieser Verpflichtungen entsteht, wird dieser Streit gemäß dem Haager Abkommen vor den ständigen Schiedshof gebracht werden. 3. Außerdem ist die deutsche Regierung damit einverstanden, daß das A b st i m m u n g s - O berge r i ch t für die Uebergangszeit eines Jahres, gerechnet von der Einführung des endgültigen Regimes an, folgende Zuständigkeiten erhält: a) Jeder nichtabstimmungsberechtigte Bewohner des Saargebietes kann beim Abstimmungsobergericht Beschwerde einlegen, wenn er wegen seiner der Verwaltung des Gebietes durch den Völkerbund mit Beziehung auf den Gebenstand der Volksbefragung eingenommenen politischen Haltung eine Verfolgung, eine Vergeltungmaßnahme oder eine Schlechter-Stellung erlitten hat. Die Beschwerde wird nur zugelassen, wenn sie sich auf eine im S a a r g e- biet begangene Handlung oder auf eine Entscheidung von Behörden bezieht, die im Saargebiet oder in den Bezirken bestehen, denen Teile dieses Gebietes angeschlossen werden; b) das Gericht kann über die Beschwerden ent- scheiden und alle Maßnahmen wegen angemes- jener Wiedergutmachung geldlicher oder sonsti- ger Art anordnen, keine Entscheidung, selbst ge- Der kühne Husarenstreich, bett dem Mackensen die höchste Umsicht und Energie bewiesen hatte, trug ihm das Eiserne Kreuz ein. Durch Ordre vom 3. Dezember 1870 wird der Vizewachtmeister zum aktiven Se= kondeleutnant ernannt. Der Krieg ging zu Ende. Es hieß Abschied nehmen vom Soldatenleben. An eine Verfolgung der militärischen Laufbahn war nicht zu denken. Im Herbst 1871 kommt Mackensen an das landwirtschaftliche Institut in Halle, das der dortigen Friodrichsuniversität angogliedert war. Als sich der Tag von Joury jährte, gedenkt er dieses Tages in einem Briefe an „eine zarte Mutter, der man lieber von anderen Dingen schreiben, als Krieg und Schlachten preisen sollte. Aber ich kann ja noch immer den Husaren nicht aus meinem Herzen herauspredigen, er ist zu fest gewurzelt in einer großen Zeit." Es ist dieselbe Mutter, der Mackensen, zur Würde des G e - neratfeld Marschalls gelangt, unterm 27. Juni 1915 folgende ergreifende Zeilen geschrieben hat: „Run ist Dein Junge Generalfeldniarschall geworden, hat die höchste Würde erlangt, die einem Soldaten in seinem Beruf beschieden sein kann, und hat sie sogar vor dem Feinde, also in Betätigung des Zweckes seines Berufes, erworben. Der liebe Gott hat meine Berufswahl und Was ist Solidarität? Solidarität das ist die Bekundung des Willens der Gemeinschaft in Glück und Tief, in Wort und Tat. Die größte Gemeinschaft ist das Volk. Wie jedes Einzelschicksal, so ist auch das Volksschicksal im Wechsel der Zeiten den Stürmen, Krisen und Bedrohungen durch Bot und Sorge unterworfen. Um so fester gilt es, zusammenzuhallen. Einer soll dem anderen helfen, nicht aus Mitleid, sondern aus Solidaritätsgefühl. Ueberwinden wir die Bot des Tages, so schaffen wir die Bahn für eine bessere Zukunft. Das ist der Sinn des 8. Dezember, des Tages der nationalen Solidarität, dem die führenden männer des Staates durch ihre persönliche Beteiligung als Sammler des Winterhilfswerks das Gepräge geben werden. nicht an seinem bescheidenen Sinn. Schon vor Jahren, als fein Kaiser ihm den Adel verlieh, hatte er als Waffenspruch gewählt: „Memini initii" („Gedenke des Anfanges!"). Denn er war „stolz Kind des Volkes und nicht der oberen Äie Garantien für die Aichtabstinmungsberechtigteo. Neuraths Brief an Aloisi als Anlage zum Bericht des Nreierausfchuffes. damit mein Leben sichtbar gesegnet. Ich vermag es ost gar nicht zu fassen, daß das alles Wirklich ke-it ijt, und warum gerade ich es bin, den das Soldatenglück sich ausgesucht hat. Meine Dankesschuld ist unermeßlich. Und welch ein weiteres Glück, liebe Mutter, daß Du diefen Aufstieg Deines Sohnes, diese Erfüllung feines Berufes noch erlebst. Wenn etwas meiner Freude noch eine besondere Weihe geben kann, so ist es diese ungewöhnliche Dattache. Ich erblicke in ihr eine ganz besondere Gnade Gottes und messe Deinen Gebeten einen großen Anteil an den Erfolgen, die sich an meinen Nahmen knüpfen, bei. Wieviel Männer in meinem Alter können noch an eine Mutter «schreiben, wie wenige sich noch ein Kind nennen hören und damit jung fühlen!" Hier in Halle hatte Mackensen, der das gesellschaftliche Leben liebte und in Offizierskreisen wie im Bürgertum ein gern gesehener Gast war, mehrfach Gelegenheit, sich literarisch und zeichnerisch zu betätigen. Die Stunde war gekommen, da er in die Praxis des landwirtschaftlichen Berufes hinein sollte. Die Lust am Soldaten leben war niemals aus seiner Seele gewichen. Er macht einen letzten Versuch, wieder Militär zu werden, der überraschend gelingen sollte. Als er von dem Kommandeur seines Regi- ments die Zusicherung der Wiederein- st e l l u n g erhalten hatte, gab auch der Vater, halb widerstrebend, seine Zustimmung. Im Mai 1873 ist Mackensen als Secondeleut- na n t wieder in sein altes Leibhusarenregiment eingetreten. Fünf Jahre darauf wird er Premierleutnant bei der ersten Kavalleriebrigade in Königsberg, zu der er 1876 ab kommandiert worden war. Er verkehrt hier im Hause des Oberpräsidenten von Horn und verehelicht sich am 21. November 1879 mit der Tochter des Hauses, Dorothea. 1880 wird er in den Großen Generalstab berufen und hier der russischen Abteilung zugeteilt. Späterhin hat der noch unverhältnismäßig junge Hauptmann Mackensen (1882) das besondere Lob Moltkes erhalten, der ihm erklärte: „Ich habe Sie für den Generalstab ausgewählt Ihrer sehr guten taktischen Arbeiten wegen". Mackensens Studien befassen sich besonders mit den Einzelheiten des Siebenjährigen Krieges, mit den Freiheitskriegen, in denen General Vorck fein reges Interesse hervorruft, mit 1870, 66 Todesurteile in der Sowjetunion vollftrE 2H o s t au, 6. Dez. (DBB.) Vor dem 0 betflta Gerichtshof der Sowjetunion, kfra eine Abteilung auch in Leningrad tagte, hatluiH am Mittwoch 66 Personen wegen „fjot* verrat und terroristischer Hebet« fälle" zu verantworten. Der Gerichtshof oervi- teilte alle 37 Angeklagten, die sich vor lh« zu verantworten hatten, zum Tode. Auch die 29 Personen, gegen die der Prozeß in Moskau geführt wurde, wurden zum Tode verurteilt. Alle 66 Todesurteile wurden sogleich nach den Urteilsverkündungen voll st reckt. Jn den Urteilsbegründungen wird nur gesagt, daß die Verurteilten zum Teil aus Lettland, Finnland und Polen gekommen seien, um in Sowjetruhland Terrorakte gegen die Sowjets auszuführen. Unter den in Moskau verufteil- len befindet sich eine Frau, die angeblich eine wichtige Rolle bei der Verschwörung gespielt haben sott. Neuer Schlag gegen die deutsche Sprache in Memel Die Aushöhlung des Memelstatuts Planrnätzig vorbereitet. Memel, 5. Dez. (DNV.) Die Litauische > graphenagentur veröffentlicht eine Verordnung Memeldirektoriums über die Schreib wl von Vor - und Zunamen der Vewobn[ des Memelgebietes. Die Vor- und müssen in Zukunft im amtlichen SchrifttM nach den Regeln der litauischen chreidung geschrieben werden. Zusätzlich v"' den in amtlichen Urkunden die Vor- und Hunans der bisherigen Schreibart in Klammen' gesetzt. Auch alle Vor- und Zunamen nich>' litauischer Herkunft müssen mit litau- , ischen Endungen geschrieben werd'" Wenn der Vorname nichtlitauischer Herkunft auch in der litauischen Sprache gebraucht wird, |o ®tv den solche Namen in litauischer Sprach« geschrieben (z. B. Fritz — Frikams). Dieser neue Gewaltakt wird unter dem Gesicht»' punkt zu werten sein, daß eines Tages nach de" bekannten Methoden der Litauer festgestellt wird, nunmehr gebe es überhaupt keine deutsch« tämmigen Memelländer mehr, sondern laut (Eintragung in die amtlichen Listen nur noch litauische, infolgedessen habe auch das autonom« Statut mit allen Vorrechten der Memelländer sei"« Bedeutung verloren. HL. und Kirche. Religiöse Freiheit soll unangetastet bleibt Der Gebietsführer Mittelrhein, Wallwey,^ dieser Tage folgende Anordnung erlassen: Hier und da kommen mir immer noch GeE zu Ohren, daß der konfessionellen BetfllV g u n g von Mitgliedern der HI., des BDM. des JV. von feiten HJ.-Führer und -Führerin" Schwierigkeiten irgendwelcher Art geinE würden. So wird u. a. behauptet, daß auch die nähme am Gottesdienst behindert werde. diesen Gerüchten auch jede wahrhaftige Unterlog, und Beweisführung fehlen, so sehe ich mich veranlaßt, einmal klar und eindeutig 3“ irreführenden Behauptungen Steuwv zu nehmen. Ich hoffe, daß damit jedes törichte w rede innerhalb des Gebiets Mittelrhein oerstum Allen HJ.-Führern und -Führerinnen ist es terfagt, irgendwie die Mitglieder der HI. un» BdM. aufzufordern, dem Gottesdienst fernzuole Jede Beeinflussung hier ist verboten. jjerne in, jede Werbung für christentumsfeindliche Lehren nerhalb der HI. und des BdM. nach wie vor I! verständlich untersagt. Führer und mW n nen, die diesen Anordnungen zuwiderhanoem, den von mir zur Verantwortung gezogen streng bestraft, eventuell mit Aus sch luv rmeekorps in Münster versetzt. Die nächsten Jahre finden ihn bei der 14. Division in Düffeldorf und bei her 4. in Bromberg. 1891 wind er in den Großen General st ab als Adjutant des Genevalstabs- chefs Graf von Schliess en zurückversetzt. Am 17. Juni 1893, an dem gleichen Tage, da der Oberstleutnant von Hindenburg zum Kommandeur des Oldenburaischen Infanterieregiments ernannt wurde, erhielt Major Mackensen die Führung des 1. Leibhusarenregiments Nr. 1 zu Danzig. Am hundertsten Geburtstag Kaiser Wilhelm I. wird der Oberst das Jahr darauf diensttuender Flügeladjutant des Kaisers, der ihn in den erblichen Adelsstand erhebt. Das neue Jahrhundert sieht Mackensen als Brigadekommandeur der beiden jetzt in Danzig vereinigten Leibhusarenregimenter 1 und 2; wenige Jahre später wird er zum Kommandeur der 36. Division ernannt. 1908 ist er kommandierender General des 17. Armeekorps in Danzig, ein Posten, «den Mackensen noch bei Ausbruch des Krieges inne hatte. Zehntausend zu fein". Jetzt schrieb er, als er Generalfeldmarschall wurde, seiner 89jährigen Mutter: ,Zch komme mir sehr klein vor gegenüber den über alles Lob erhabenen Leistungen meiner Truppen. Sie sind es, die Erfolge errungen. Der liebe Gott ist es, der die Gedanken leitet und zur Tat das Glück fügt. Ihm fei Lob, Preis und Ehr und Dank." Bis Kriegsende blieb er in Rumänien, hielt treue Wacht im Südosten und verwaltete mit fester, aber weiser Hand das Land. Schweres war ihm beschieden, als er nach dem Umsturz durch feindliche Mächte hindurch ohne Heer in die Heimat zurück- kehren mußte. Seitdem lebt er in geistiger und körperlicher Frische in Falkenwalde bei Stettin. Heute grüßen ihn in Dankbarkeit alle seine Truppen, die in Ostpreußen und Polen, in Galizien, Serbien und Rumänien unter dem Husarenmarschall von Mackensen gefochten haben, den 85jährigen Sieger von Bukarest. So huldigt ihm aber auch in Herzlicker Dankbarkeit und Verehrung das neue Deutschland, das deutsche Volk. Ihm, dem „Blücher des Weltkrieges!" Möchte er uns Alten noch lange erhalten bleiben als ragende Säule aus großer Zett, uns Jungen als Vorbild eines deutschen, aufrichtigen, vaterlandsliebenden und gottesfürchtigen Mannes. im Frühjahr 1915 nach den entscheidenden Kämpfen zwischen Tamow und Gorlice zur Erstürmung von Przemyl und Lemberg führte. Mackensen wird Feldmarschall. Wenige Monate später wird er mit dem Fe ld - zug gegen Serbien betraut. In überraschend kurzer Zett gelingt es seiner Heeresgruppe, Belgrad zu nehmen und ganz Serbiens Herr zu werden. 1916 kam dann die Reihe an Rumänien, das lange eine zweifelhafte Neutralität betrieben hatte und nun offen an der Seite der Entente- Mächte in Krieg eintrat. In der Dobrudfcha nahm Mackensen den Kampf auf, der siegreich gegen die rumänijchen und russischen Truppen vorgetragen wurde. Tutracan und Silistria kapitulierten. Den in Siebenbürgen eingefallenen Rumänen gingen die 9. Armee unter Generaloberst von Falckenhagen und die erste K. und K. Armee kräftig zu Leibe und drängten den Feind bis in die wala- chischen Ebenen zurück. Mackensen aber nahm Konstanza am Schwarzen Meer, bewerkstelligte bei Sistow seinen zweiten berühmten Donauübergang und reichte von Süden her über Alexandria den siegreichen Armeen die Hand zum gemeinsamen Vorgehen auf B u k a r e st. An feinem 67. Geburtstage, am 6. Dezember 1916, zog Mackensen nach der großen Entscheidungsschlacht am Agres als Erster in Rumäniens bezwungene Hauptstadt ein und hielt vor dem Königsschloß von Bukarest Heerschau über seine siegreichen Truppen. Aeußere Ehren überschütteten ihn, rüttelten aber Unter den Anlagen zum Bericht des Dreier-Aus- chufses befindet sich ein Briefwechsel zwischen dem Vorsitzenden des Ausschusses, Baron Aloisi, und dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath. Auf die Frage des Barons Aloisi, in welcher Weise die Regierung bereit sein würde, die Vorteile und Verpflichtungen, die sie in der Erklärung vom 2. Juli 1934 hinsichtlich der Stimmberechtigten übernommen hat, auf d i e nichtabstim- mungsbered)tigten Bewohner des Saargebietes auszudehnen, antwortete der Reichsaußenminister mit einer Erklärung: 1. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, daß hin- sichtlich der nichtabstimmungsberechtigten Bewohner des Saargebiets keine Verfolgungen, Vergeltungsmaßnahmen oder Schlechter- Stellungen wegen der politischen Haltung stattfinden, die diese Personen während der Verwaltung durch den Völkerbund mit Beziehung auf den Gegenstand der Volks- b e f r a g u n g eingenommen haben. Sie wird alle geeigneten Maßnahmen treffen, um jede der vorstehenden Verpflichtungen zuwiderlaufende Handlung ihrer Staatsangehörigen zu verhindern oder ihr Einhalt zu gebieten. 2. Wenn ein Streit zwischen Deutschland und «wwi Mitglied des Völkerbundsrats für die Aus- Der Bericht des Dreierausschusses behandelt einleitend die Vorarbeiten des Dreier» ausschusies. I. A. Definition des durch den Vertrag geschaffenen Regimes. Der Bericht weist darauf hin, daß nach Artikel 49 des Vertrages der Gegenstand der Befragung, zu der die Bevölkerung berufen ist, d i e „Angabe der Souveränität bildet, unter die sie zu treten wünscht". In Anwendung dieses Artikels bestimmt § 35 des Anhanges, daß „der Völkerbund unter Berücksichtigung Des durch die Abstimmung der Bevölkerung ausgedrückten Wunsches die Souveränität bestimmt, unter die das Gebiet gestellt wird. Im Falle einer Entscheidung der Bevölkerung für den Status quo würde es Sache des Völkerbundes fein, das gegenwärtige Regime in ein Regime der Vö l- kerbundsfouveränität umzuwandeln. B. Staatsangehörigkeit der Bewohner des Saargebietes und Optionsrecht. a) 1. Hypothese: § 35a (Beibehaltung des durch den Vertrag errichteten Regimes): In diesem Falle wäre die saarländiscke Staatsangehörigkeit zu schaffen, ine alle sog. Saareinwohner unter Ausschluß der deutschen Staatsangehörigkeit erwerben würden, vorbehaltlich des Optionsrechtes. Dieses Optionsrecht erhielten nur die Bewohner deutscher Staatsangehörigkeit. b) 2. Hypothese: § 35b (Vereinigung mit Frankreich): Entsprechende Bestimmungen. C. Ausdehnung der den Abstimmungsberechtigten gewährten Garantien auf die nichtabstim- mungsberechkigten Einwohner des Saargebietes. Hier wird Bezug genommen auf die als Anlage 1 beigegebenen Schriftwechs el zwischen dem Präsidenten des Dreierausschusses und der deutschen bzw. französischen Regierung. Selbstverständlich läßt die in § 2 der Erklärungen enthaltene Schiedsgerichtsklausel das Recht des Rates unberührt, über die Erfüllung der Verpflichtungen zu wachen. D. Maßnahmen hinsichtlich der Behandlung der Einwohner nach der Errichtung des endgültigen Regimes unter den Voraussetzungen, die durch die Ziffern b und c des § 35 vorgesehen sind. Das Komitee hatte die Aufgabe zu prüfen, ob die Bestimmungen des Vertrages es gestatten, dem Staat, dem das Saargebiet zugeteilt wird, Verpflichtungen im Sinne der Beschränkung seiner Souveränität aufzuerlegen, soweit es die Behandlung der Bewohner oder einiger Kategorien unter ihnen betrifft, ober aber die Zuteilung des Gebietes von der Annahme derartiger Verpflichtungen abhängig zu machen. Der Ausschuß ist hier zu einer negativen Schlußfolgerung gelangt. Auf der anderen Seite ist der Ausschuß der Ansicht, daß sich der Uebergang unbedingt in der Weise vollziehen muß, daß d i e schweren Folgen eines plötzlichen Wecksels vermieden werden. Aus diesem Grunde hat der Ausschuß die deutsche und die französische Regierung gebeten, ihm in der Form einer )em Rat abzugebenden Erklärung die Maßnahmen genau z u bezeichnen, die jede von ihnen bereit ist, zu dem hier bezeichneten Zweck auf sich zu nehmen (vgl. Briefwechsel als Anlage 2). Und nun beginnt die Reihe seiner strahlenden Siegestaten. Er wird, nachdem seinem Korps der Schutz der Grenze West- und Ostpreußens anver- traut worden war, der hervorragende Mithelfer des unvergleichlichen Sieges bei T a n n e n b e r g. In dem Seegelände von Lautern schlägt er den russischen rechten Flügel zurück. Zwischen Angerburg und Goldap gelingt es seiner Führung, die 7. russische Armee zu umzingeln. Nachdem er im Oktober- feldzug in Polen zum Schutz von Hindenburgs Operationen gegen Iwangorod eine Armee-Abteilung bis vor die Tore von Warschau geführt hat, stellt ihn der kaiserliche Wille an die Spitze der neugebildeten 9. Armee, die unter feiner Führung die glorreichen Siege von Lodz und Lowicz erringt und damit die geplante russische Offensive vereitelt. Mit dem Pour le mörite geschmückt und zum Generalobersten ernannt leistete er nunmehr feine großartigste Waffentat. An der Spitze einer neuen, der 11. Armee, erfolgt der berühmte Durchbruch am Dunaj^e. der E. Sozialversicherungen. Unter der Annahme der Aufrechterhaltung des Völkerbundsregimes stellt der Ausschuß fest, daß die erworbenen Rechte aufrechterhalten bleiben; für den Fall der Rückkehr des Saargebietes zu Deutschland werden die Sozialversicherungen des Saargebietes in das allgemeine Versicherungssystem in Deutschland eingegliedert. Aus diesem Grunde werden die erworbenen Rechte oder die Rechte, auf die ein Anspruch besteht, aufrechterhalten bleiben im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, wobei die Uebergangsmaß- nahmen Berücksichtigung finden, die sich als nützlich erweisen könnten. Die deutsche Gesetzgebung stellt die Ausländer, soweit sie in Deutschland wohnen, den Reichsdeutschen gleich — soweit es die Beitragsbedingungen ober die Höhe der Beiträge betrifft. Die deutsche Gesetzgebung gestattet den Versicherten, welches auch ihre Nationalität sei, ihre Rechte, auf die sie durch eine freiwillige Versicherung eine Anwartschaft haben, selbst für den Fall aufrechtzuerhalten, daß sie im Auslande wohnen. Bis zum 31. Dezember 1933 können hin- sichtlich der Pensionsversicherung der Bergleute die Rechte, auf die eine Anwartschaft besteht, auch aufrechterhalten werden durch die Zahlung eines besonderen Betrages, durch den der Anspruch aufrechterhalten wird. Nach dem deutsch-französischen Abkommen über die Sozialversicherung werden die Versicherten, ob sie in Deutschland ober in Frankreich wohnen, in vollem Umfange im Genuß der burch ein Versicherungssystem erworbenen Rente ober Pension bleiben, einbegriffen bie Zusatzbeträge unb anbere bamit Derbunbene Vorteile. Die deutsche Regierung ist vollkommen bereit, biefe Bestimmungen für ben Fall ber Rückkehr bes Saargebietes nach Deutschland) ben Personen zu gewähren, bie bei ben Versicherungsorganen bes Saargebietes versichert finb ober waren. Die französische Regierung hat bie Erklärung abgegeben, baß für ben Fall ber Vereinigung bes Gebietes mit Frankreich die Pensions- unb Versicherungsrechte ebenso garantiert würben. F. Beamte des Saargebieles. Auf Bitten bes Ausschusses haben sich bie deutsche unb Die französische Regierung zu Verhanblungen mit ber Regierungskommission bereiterflärt. Diese hat bie Verhanblungen mit ber beutschen Regierung am 26. November 1934 begonnen. Der Rat wirb in seiner Januarsitzung mit bem Ergebnis befaßt werden. II. Finanzielle Fragen und Grubenfragen. Die beiden Regierungen haben ein Abkommen getroffen, das die wichtigsten wirtschaftlichen und finanziellen Fragen regelt, die unter der Annahme ber Rückgliederung an Deutschland vorgesehen finb. Das Abkommen bezieht sich auf die folgenden Punkte: a) Handelskredite, b) Zwischen- zustand, c) Forderungen des französischen Schatzamtes, d) Schulden des Saargebietes, die durch bie Regierunaskommission gebilligt sind, e) die Art der Zurückziehung ber Noten ber Bank von Frankreich und der anderen fremden Währungsmittel im Saar= gebiet. Präsident Aloisi schlägt vor, daß schon jetzt eine Mindestzeit für den Uebergangs« zu stand festgesetzt wird, für ben Fall, daß das Gebiet an Deutschland fällt. Dieser Zwischenzustand soll auf keinen Fall kürzer als ein Monat sein. richtlicher Art, die unter die vorgenannten B« bingungen fällt, kann gegen bie Entscheiduna des Abstimmungsobergerichts Geltung dean- fpruchen; c) falls ein nichtabstimmungsberechtigter Bewoh« ner bes Saargebietes von einer Strafverfol. aungs- ober Verwaltungsbehörde außerhalb des Saargebietes in ber erwähnten Weise Der. folgt wird, kann er unter benfelben Be. bingungen beim Abstimmungsobergericht eine Entscheidung barüber beantragen, ob die Verfolgung in Widerspruch zu ben in dieser Erklärung übernommenen Verpflichtungen steht, die Verfolgung ist bis zur Entscheidung des Obergerichts auszusetzen und, wenn dessen Entscheidung es mit sich bringt, einzustellen. 4. Im Sinne ber vorstehenben Bestimmungen M als „Bewohne r" jebe Person, bie am 13. Januar 1935 seit mindestens drei Jahren ihren Wohnsitz im Saargebiet hat. Auf bie Anfrage des Vorsitzenden des Ausschusses wie bie Regiemg den Uebergang doijI gegenwärtigen in das neue Regimez„ I erleichtern gedenke, antwortete ber Reich;, I aufjenminifter mit folgenber Erklärung: 1. Den am heutigen Tage im Saargebiet wob haften Personen, bie das Gebiet verlass,, wollen, steht es völlig frei, ihren dortig, Grundbesitz zu behalten ober zu verkaufen und h bewegliches Vermögen abgabenfrei mitzunehni«, Sie müssen jebvch ihre Absicht, das Gebiet zu dr, lassen, innerhalb einer Frist von seih, Monaten, gerechnet von ber Einführung dö endgültigen Regimes an, mitteilen und das Gebiki innerhalb der Frist von einem Jahre, gerechnet doü demselben Zeitpunkt an, verlassen. Die Behörd« können verlangen, daß jede Person, die das Saar, gebiet verläßt, ihr Eigentum an ben Gegenständ« unb Werten, bie sie mitzunehmen wünscht, bürg eine eibesstattliche Erklärung nachweist. Die dop stehenben Bestimmungen greifen in keiner Weise btt beutschen Gesetzgebung auf dem Gebiete ber Staats angehörigkeit vor. 2. Für ben Zeitpunkt eines Jahres werd« die Bewohner bes Saargebietes ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit keine Schlechter, ftellung wegen ihrer Sprache, Rasst ober Religion erfahren. Sie werben in dieser Beziehung rechtlich unb tatsächlich bie Behandlung unb bie Garantien genießen, bie sich aus ber gegen, töärtig im Saargebiet geltenden Gesetzgebung ergeben. te s«. ®. 6i« «ilb i gründe u mit denen A-ch-l Rar«5 ber t<* im ?m° ber bt'1; 5&J! o0" T/Ti xp । fenV k “6 \ „W-i' L« sA'.G-b Jiit Sl-chdr.' । I u in d ' 8113 $eai Wirkung vl in die R.e Merbannsü Rhrer Pot Karlsruhe; Beauftragte Mhrung ar Hufträgen prüfet tour wlgende F mgenbfübr Aümgsberc Mn; Bc ä bannfuhre: : Schmeli ! Dienstpriif f Oberbanns Berlin i richlsoersas I b e r 6 d) c l ben Sri i erfolgt. Di »von einem WMmtsrid) wwcmaltung SFr soll vor nleinben m den Ausj flen Kreis fiin von bei imngsbeat Am Me ty VnA i Mit befor fuhrerö, St Arbeit des sowie der s r p Kurze t ßbrchkalen tin« schön »rbeitsbiei Icher Arbe Taues Mchsil ein K9? Do JK deutscj lenber ist Welt üb. Unterrichte sem Kalen s'enstkalen !ur 23ej rbeite i begrüß Hing un mgang f Allein iDer F, W iafen-; SÄ- !:!6hQII9 '®Nnc tjj. durch • e M rlehf 7 'M, i halt- !l Kr, unb »Seih fuS j 4 Fel Da, iün SÄ Äi fe '<>.l IDie Hitler-Jugend als deutsche Staatsjugend denkt r cht daran, die für den Nationalsozialismus srl b st v e r st ä n d l i ch e Freiheit im Religiösen anzutasten. Weg und Wollen der Hitler- <_igend sind jedem deutschen Volksgenossen bekannt. Die HI. marschiert einig und diszipliniert. Eie verbittet sich aber entschieden, daß ihr Beweg- günde und Handlungen untergeschoben werden, M denen sie nichts zu tun hat. Katholische Schüler kommen zur HZ. Karlsruhe, 5. Dez. Die gesamte Schülerschaft dir katholischen Schule in St. Blasien wurde in Einverständnis mit der Schulleitung in die Hitlerjugend e i n g e g l i e d e r t. Die Zahl bir bei dieser Eingliederung zur HI. gekommenen »m Jungen ist so groß, daß in dem zustän- .-Bann 40 zwei neue Unterbanne errichtet vsrden mußten. Der Reichsjugendführer Baldur iD n Schirach begrüßte die neuen Kameraden L.rch ein Telegramm, in dem es heißt: „Namens b» Jugend Adolf Hitlers grüße ich euch als neue Kimeraden im Kampf um ein einiges deutsches L»lk. Euer Beispiel wird die letzten, die noch ab- seLs stehen, überzeugen und zugleich der Welt zei- Än, daß religiöse Ueberzeugung und H tler-Jugend-Dienst sehr wohl ver- eiitti ar sind. Ich vertraue Euch, daß Ihr der stilzen Tradition unserer Jugend Ehre machen wrdet." — Im Auftrage des Reichsjugendführers wihte Gebietsführer Kemper die den neuen Frmationen verliehenen Fahnen. Auch er wies int Nachdruck darauf hin, daß es durchaus g l i ch ist, den Dienst in der Hitlerjugend mit fit er gewissenhaften Erfüllung der r l l i g i ö s e n P f l i cht e n zu vereinbaren. Berufungen in die Reichsjugendführung. Ms Beauftragte und Inspekteure wurden mit Drkung vom 1. Dezember 1934 folgende Führer in b i e Reichsjuaendführung berufen: Olsrbannführer Fuhst, Braunschweig: Oberoann- fLirer Po t t h o f f, Solingen; Bannführer Kukuk, Kcrlsruhe; Bannführer Meiforth, Stettin. Die S auftragten und Inspekteure der Reichsjugend- fülrung arbeiten nach besonderen Richtlinien und Anträgen der Reichsjugendführung. Als Dienft- pr. fer wurden mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 folgende Führer in die Abteilung E/S der Reichs- I lisndführung berufen: Oberbannführer Prager, I raigsberg; Oberbannführer Lindenburger, l fen; Bannführer Nüttgen, Liegnitz; Unter« I c nführer Freimüller, Wiesbaden; Jg. von Sv m e l i n g, Berlin. Die Leitung des Referats Dimftprüfung in der Abteilung E/S wurde dem Oirbannführer Paulus übertragen. Oie Wahl der Schöffen und Geschworenen. Berlin, 5. Dez. (DNB.) Eine Novelle zum Ge- rMsoerfassungsgesetz stellt fest, daß die Wahl b r Schöffen und Geschworenen nach bri Grundsätzen des neuen Staates erf.lgt. Die Schöffen und Geschworenen werden Hoi einem Ausschuß beim Amtsgericht gewählt. Der ll m ts r i ch t e r als Vertrauensmann der Juftiz- MnoaUung ernennt die Mitglieder des Ausschusses. Er soll vor allem die Vorsteher der G e - miinben und der Kommunalverbände n Den Ausschuß berufen, außerdem den zuständi- jcn Kreisleiter der NSDAP. Dazu tritt in von der Regierung ernannter Verwal- mgsbeamter. Der Ausschuß ist nun so zu- animengesetzt, daß er die notwendige Fühlung mit kn Volke hat. Oer Arbeitsdienstkalender 1935. _2£it besonderer Genehmigung des Reichsarbeits- Kh»ers, Staatssekretär Hier!, und unter Mit- Iprit des Unterrichtsamtes in der Reichsleitung Ion» e der Reichsschule des Arbeitsdienstes erscheint In Kürze der Arbeitsdienstkalender 1935 als Bilb- .»briihkalender. Zu diesem Kalender, der gleichzeitig 1 lin schöne Sammlung von Bildern aus dem Utsitsdienst darstellt und der vom Verlage Deutsch Arbeitsdienst, Berlin SW 11, Dessauerstr. 38, in «eziehen ist, hat sich die Reichsleitung des Mieitsdienftes folgendermaßen geäußert: „Der Ka- lenxr ist geeignet, in feinem Rahmen die Oeffent- lichÄit über den NS.-Arbeitsdienst überzeugend zu ln!örrid)ten. Eine wertvolle Spruchfammlung gibt mlKalender eine besondere Bedeutung. Der Arbeits- HehTtfalenöer ist ein ausgezeichnetes Mittel I r Vertiefung und Verbreitung des Irio eitebien ft gebauten 5. Es wär baher ß begrüßen, wenn er in allen Kreisen ber Bevol- mig und insbesondere aller Verwaltungsstellen < mang finden würde." Meine politische Nachrichten. Dir Führer hat den Gauleiter des Gaues 8 isffalen-Süd, Joses Wagner, Bochum, kornrnis- s mH mit der Führung des Gaues E>hle s i e n der NSDAP, betraut. In der Leitung d«- Gaues Westfalen-Süd wird hierdurch kein Zweifel eintreten. bis große Kundgebung der Reichs- f'llfl- urkammer im Berliner Sportpalast am Sleut^en Donnerstag, 20 bis 21.30 Uhr, wird von aLri" deutschen Sendern übertragen. Es spricht Mäsminister Dr. Goebbels. Llsrgruppenführer Hühnlein hat für die Zeit visn 12. Dezember 1934 bis zum 13. Januar 1935 en’Jir allgemeinen Urlaub für das N! 6 KK. angeordnet, da die Neuorganisation zu eim-r. aewissen Abschluß gelangt ist. Das Korps rrchi so heißt es in der Verfügung Hühnleins, ft m . Weihnachtsurlaub zur Pflege der Kamerad- fcbcfi durch Abhaltung schlichter Kameradschafts- a*t'e benutzen. •><“ seit dem 12. Februar dieses Jahres in Unter- f1 ^Pchgshast befindliche frühere Wiener Bürger- NtusterKarl Seitz wurde auf freien Fuß Asti tz t, wobei. er Verpflichtungen übernommen >0ie der Behörde eine Kontrolle seines Aufent- AW,, und seines Verhaltens ermöglichen. Die Ulrieftuchung ergab keine Anhaltspunkte dafür, daß w 6 un den hochverräterischen Unternehmungen b'ilh 22. Februar unmittelbar beteiligt war. M» japanische Kabinett hat beschlossen, dM Reichstag aufzulösen, falls die Saiyu- kcÄ^rtei ihre Opposition gegen den Haushalt fort- setz Man halt auch Spaltungen innerhalb ber PWcrungsfoaIition und Absplitterungen an der S'a?:lkai-Partei für wahrscheinlich. Im Falle einer Wechn-tagsaufläsung soll von Regierungsmitglisbern eim neue Partei gearünbet werben. Heer unb sind für baldige Auflösung des Parlaments, tafc ici die Angriffe ber Abgeordneten hauptsächlich auQ|t>s Rüstungsausgaben richten. Dr. Schacht erläutert Die neuen Wirischastsgesetze. Berlin, 5. Dez. (DNB.) Der Reichsbankpräsi- bent unb kommissarische Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht sprach im Runbfunk über bie neuen Gesetze zum Bank- unb Krebitwesen. Er führte u. a. folgenbes aus: Auf bem Gebiete bes Bank- unb Krebitwesens hat bas Reichskabinett brei Gesetze verabschiebet, bie einen typischen Ausbruck nationalsozialistischer Wirtschaftsgesinnung bilben und in ihrer Zweckbestimmung von einem einheitlichen Grundsatz getragen sind. Grundsatz des nationalsozialistischen Staates ist, daß wir auf uns selbst gestellt, und nur a u f unsere eigenen Kräfte verlassen und alle Schwierigkeiten, denen wir gegenüberstehen, durch verdoppelten Kräfteeinsatz und durch unbeugsame Entschlossenheit überwinden müssen. Das Pumpen i m Ausland, dem in erster Linie wir unsere heutigen Devisen- und Rohstoffschwierigkeiten verdanken, hat aufgehört. Das öffentliche Geld wird nicht in unproduktiven unb verschwenderischen Ausgaben vertan, sondern nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit eingesetzt und die Steuerschraube wird nicht überdreht, sondern zwar langsam, aber stetig gelockert. Das deutsche Volk feiert nicht, sondern arbeitet, es kann kein Geld vertun, aber hat sein Auskommen und kann lang- fam wieder anfangen zu sparen, um damit das Kapital wieder aufzubauen, das ihm durch Krieg, Kriegstribute und Inflation verlorengegangen ist. Daß wir es bisher fertiggebracht haben, das ungeheure Arbeitsbeschaffungsprogramm unserer Regierung zu finanzieren, ohne unsere Währung ober unseren Reichsetat zu ge- fährben, ist eine Leistung, bie im Auslanbe unverhohlen angestaunt rokrfc Wir haben unsere bisherige Leistung vollbracht einzig unb allein burch ben geglückten Versuch, alle finanziellen Kräfte, bie in ber beutschen Volkswirtschaft vor- hanben sinb ober neu erwachsen, auf bas eine große Arbeitsbeschaffungsprogramm ber Reichsregierung zu konzentrieren. Diese Einstellung aller Kräfte auf ein gemeinsames Ziel zu förbem, ist ber Grunbgebanke ber brei Gesetze. Das Anleihestock-Gesetz. Das Anleihestockgesetz erlaubt für bie Zeit, bie Adolf Hitler für seine wirtschaftliche Wioberauf- baupolitik braucht, keine höhere Barbivibe nbe - Ausschüttung bei Kapitalgefellschas- ten a l s 8 v. H., wenn «diese Gesellschaften früher s ch o n 8 v. H. ober mehr v. H. Dievidenbe gegeben haben, unb von nicht mehr a l s 6 v. H., wenn sie auch vorhernicht mehr als 6 v. H. Divi- bende gegeben haben. Alles, was mehr als 6 bzw. 8 v. H. an Divibende ausaefchüttet werben soll, muß in Reichsanleihe ober reichsgarantierter Anleihe angelegt werben. Es wivb bem einzelnen Aktionär nicht fein Eigentum weggenommen; benn bie Reichsanleihen verbleiben im Eigentum des Aktionärs, er kann sich daraus jederzeit Geld leih-en, wenn er in Not ist. Aber der Staat veranlaßt diejenigen, die einen besonders hohen Ertrag aus ihrem Unternehmen erzielen, einen Teil dieses Ertrages dem Staate für feine Arbeitsbeschaffungszwecke leihweise für eine vorübergehende Zeit zur Verfügung zu stellen. Die Neuordnung der Vörsen. Der Konzentration der deutschen Finanzkräfte dienen soll auch das Gesetz zur Neuordnu nji der deutschen Börsen, und zwar nicht der Warenbörsen, sondern der Wertpapierbörsen. Es ist ein Rest ber alten deutschen Kleinstaaterei, daß es in Deutschland nicht weniger als 21 Wertpapierbörsen gibt. Damit dürfte Deutschland die m e i st e n Börsen haben, anläßlich unserer heutigen Kapitalarmut eine lächerliche Angelegenheit. An einer großen Zahl dieser Börsen sind die täglichen Umsätze so. gering, daß einem schon die Verwaltungskosten leid tun. Hier räumt das neue Gesetz auf. Die Zahl der Börsen wird von 2 1 a u f neun verringert. Das ist immer noch reichlich, aber die Reichsregie- rung hat daraus Wert gelegt, baß die historisch-landschaftlichen Traditionen Deutschlands in gewisser Weise gewahrt bleiben. Die Beaufsichtigung des Kreditgewerdes. Das bedeutendste Gesetz endlich ist das Gesetz zur Beaufsichtigung des Kreditgewerbes. Das Kernstück dieses Gesetzes ist wiederum die Zusammenfassung aller bank- und kreditpolitischen Kräfte, sparsames Haushalten mit den vorhandenen und anfallenden Geldern, d. h. Vermeidung unsicherer Geschäfte, Herabdrückung der Unkosten, beides Dinge, die für die Senkung des Zinsfußes wesentlich sind, zweckmäßige Arbeitsteilung des Bankapparates, Vermeidung von ungeregelter und unlauterer Konkurrenz, Sicherung des kleineren und mittleren Kreditbedarfs, angemessene regionale Verteilung der Kredite, kräftige Beschränkung der spekulativen Geschäfte und Sicherstellung einer Barliquidität im Interesse der Sparer und Geldgeber und ferner größere Publizität der Bankbilanzen. Das Gesetz sichert die Erreichung dieser Ziele durch die Errichtung eines Aussichtsamtes, das unter Beteiligung der einschlägigen Ministerien mit dem Reichsbankpräsidenten als Vorsitzenden ins Leben gerufen wird und dessen ausführendes Organ der jetzt schon bestehende R e i ch s k o m - missar für das Bankgewerbe wird. Damit wird die Führung des Bank- und Kreditwesens im nationalsozialistischen Geiste für die weitere Zukunft gewährleistet und der deutsche Sparer und Geldeinleger weiß damit, daß ihm künftia die größtmögliche Sicherheit für sein Eigentum gegeben ist. So erwächst aus diesen Gesetzen, die sich mit sehr materiellen Dingen beschäftigen, jenes Gefühl der Zusammengehörigkeit von Volk und Staat, ohne das keine Nation sich in der Welt behaupten kann. Allen Volksgenossen wird die große Aufgabe zuteil, jeder in seinem Kreis mitzuwirken, daß Ordnung und Sicherheit dauernde Bestandteile unseres wirtschaftlichen Lebens werden, auf daß der Bestand unserer Familie, der Bestand unseres Volkes, fest gegründet sei und seine Entwicklung nicht zurück- geroorfen werde. Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn wir uns immer bewußt bleiben, daß wir unser persönliches Schicksal nur sicherstellen können, wenn wir das Schicksal unseres Volkes sicherstellen. Strafe für untarifliche Bezahlung im Bezirk Offenbach. Berlin, 5. Dez. (DNB.) Der Sondertreu- händer der Heimarbeit in der Lederwaren-, Reise-, Sportartikel- und Ausrüstungsindustrie veröffentlicht durch das Presse- und Propagandaamt der DAF. eine Bekanntmachung, in der es u. a. heißt: „Es ist wiederholt von maßgeblichen Stellen darauf hingewiesen worden, daß Tarifordnungen unbedingt eingehalten werden müssen. Trotzdem habe ich feststellen müssen, daß es immer noch einige Betriebsführer in der Lederwarenindustrie des Offenbacher Gebietes gibt, die glauben, sich über die tariflichen Bestimmungen hinwegfetzen zu können. Zur Beseitigung der durch die untertarifliche Entgeltzahlung in einer außerordentlichen Ausnutzung der Arbeitskraft in Erscheinung tretenden Mißstände habe ich gegen drei Lederwarenfirmen im Kreise Offenbach, die an sie ergangene Aufforderungen zur Nachzahlung zu wenig gezahlter Heimarbeiterentgelte nicht oder noch nicht in genügendem Maße nachgekommen sind, Verzugsbußen in Höhe von 100 bis 1000 Reichsmarkt und gegen eine Firma in der Stadt Offenbach aus dem gleichen Grunde eine Derzugsbuße von 10 000 Reichsmark festgesetzt. Wo sammeln die Minister? Berliner Vorbereitungen für den Tag der Nationalen Solidarität. Berlin, 5 Dez. (DNB.) Am Samstag, dem „Tag der nationalen Solidarität", sammeln die Neichsminister Dr. Goebbels und Mini st erpräsident Göring vor dem Hotel Adlon, Unter den Linden.. Frau Dr. Goebbels sammelt auf dem Potsdamer Platz vor dem Colum- bus-Haus. Unter den Linden vom Brandenburger Tor bis zur Staatsoper sammeln u. a. Obergruppenführer Brückner, Gruppenführer Schaub und Pressechef Dr. Dietrich, vor dem Berliner Rathaus wird Oberbürgermeister Dr. S a h m Gaben für die Winterhilfe entgegennehmen, während Staatssekretär Lammers am Bahnhof Zoo und Staatssekretär Meißner an der Gedächtniskirche Spenden in Empfang nehmen. Mit Rücksicht auf die Sammlung für das Winterhilfswerk werden auch der Getreidegroßmarkt und die Metallbörse am 8. Dezember, in der Zeit von 11.30 bis 13 Uhr Börsensammlungen abhalten. Im übrigen wird die Sammlung an der Börse unter Führung des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht vor sich gehen, der sich persönlich an der Sammlung beteiligen wird. Reichserziehungsminister Rust veröffentlicht zum „Tag der nationalen Solidarität" folgenden Aufruf: Es gibt Menschen, die gedankenlos über „die ewige Sammelei" des Winterhilfswerks sich beschweren. Unsere armen Volksgenossen tragen bewundernswürdig ihr hartes Los. Sie verdienen jede Hilfe durch die Glücklicheren, denen es besser geht. Bewunderungswürdig ist auch die Unverdrossenheit der Sammler. Wir müssen mit ihnen und den Notleidenden uns solidarisch erklären, damit die Gedankenlosen begreifen, worum es geht. Wir werden alle am Samstag unsere Pflicht tun, freudig. Aus aller Welt. Handtasche mit 12 000 Mark In den Rhein gefallen. Von einem schweren Verlust ist die Tochter eines Wiener Großkaufmannes in Koblenz, wo sie zur Erholung weilte, betroffen worden. Bei einem Spaziergang wurde sie an der Pfaffendorfer Brücke von einem plötzlichen Unwohlsein überfallen Sie lehnte sich einen Augenblick an das Geländer der Brücke und legte ihre Handtasche, in der sich 12 0 00 Mark in bar befanden, auf das Geländer. Die Tasche kam ins Rutschen und fiel in den Rhein. Man sah sie noch eine Weile auf dem Wasser treiben, dann versank sie. Alle Bemühungen, sie wieder ans Licht zu fordern, waren vergeblich. Neuer Felssturz am Niagara. Nachdem erst in den letzten Monaten der Niagara fall in USA. durch Abbröckeln von riesigen Felsmassen sich verändert hatte, löste sich dieser Tage ein etwa 60 Fuß langer und 100 Fuß breiter Fels block im Gewicht von etwa 200 000 Tonnen los und stürzte mit ungeheurem Getöse die Fälle hinab. Naturgemäß sind die Konturen der Niagarafälle dadurch erheblich verändert worden. Feuer in einem Wanderkino. — 50 verletzte. Ein folgenschwerer Brand brach in einem Dorort der französischen Stadt Perpignan aus. Ein Wanderkino hatte für den Abend eine große Scheune gemietet, um dort eine Vorstellung zu geben. Mehrere hundert Personen wohnten der Vorstellung bei. Plötzlich fing ein Film Feuer. Das Feuer griff sofort auf einige Strohvorräte über, die in einem Teil der Scheune noch aufbewahrt wurden. Die Anwesenden, die von einer Panik ergriffen wurden, versuchten, durch den einzigen Ausgang ins Freie zu gelangen, mußten aber dabei buch- läblich durch das Feuer springen, um die rettende Tür zu erreichen und ins Freien zu gelangen. Etwa 50 Personen, zum größten Teil Frauen und Kinder, erlitten zum Teil schwere Brandwunden. Die Opfer erhielten die erste Hilfe in einem Caf6 und wurden von dort in das Krankenhaus von Perpignan gebracht. Ulms Flugzeug noch nicht gefunden. Das Flugzeug des verschollenen Pazifikfliegers Ulm ist immer noch nicht aufgefunden worden, obwohl 24 Marineflugzeuge und 3 Armeeflugzeuge die See in einem Umkreis von 300 Meilen absuchen. Eine größere Anzahl von Marinefahrzeugen, Privatbooten und Dutzende japanischer Fischerboote unterstützen die Bemühungen zur Auffindung des Flugzeuges. (Ein neuer Taifun über den Philippinen. Ein neuer Taifun fegte in den letzten Tagen über den südöstlichen Teil der Philippinen hinweg. Die Ortschaft Bacuit wurde bis auf drei Häuser völlig z e r ft ö r t. Drei Eingeborene fanden den Tod. Es i t dies der achte Taifun, der die Philippinen in den beiden letzten Monaten heimgesucht hat. Ausstellung der schaffenden Jugend In Frankfurt. In Frankfurt a. M. findet in diesen Tagen eine Ausstellung fügend in der Wirtschaft" in den Römerhallen statt, die unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Staatsrat Pg. Dr. Krebs steht. Die Ausstellung beweist, daß die junge Generation in der Hitler-Jugend in den Uebungsfirmen der deutschen Arbeitsfront zum nationalsozialistischen Denken und Handeln in Beruf und Leben erzogen wird. Dreister Raubüberfall in Köln. In Köln-Buchforst wurde ein dreister Raub- überfall verübt. Zwei maskierte Männer drangen gewaltsam in die Wohnung eines Kaufmannes ein. Der noch im Bett liegende Kaufmann und dessen Ehefrau wurden mit vorgehaltenem Revolver bedroht und zur Herausgabe des Schlüssels zum Geldschrank gezwungen, in dem der Ueberfallene 5100 Mark einkassierte Mietgelder aufbewahrte. Nachdem die Burschen das Geld an sich genommen hatten, fesselten sie die Eheleute mit Stricken, durchschnitten die Telephonleitung und flüchteten. Den Geldschrankschlüssel warfen sie in den vor dem Haus angebrachten Geschäftsbriefkasten. Entdeckung einer verschollenen mongolischen Stadt. Im Bezirk Borsjan in Transbaikalien wurden die Ruinen der Stadt Chuande Balgaß entdeckt, die aus dem 13. Jahrhundert, der Blütezeit des großen mongolischen Reiches stammt. Allem Anschein nach war die Stadt die Residenz des Mongolenfürsten Temuge-Otschigin, eines Bruders von Dschingis Khan. Die Ausgrabungen werden fortgesetzt. Zwei Bergleute im Schacht verschüttet unb getötet. In Zwickau wurden drei Bergarbeiter eines Tiefbauschachtes, die nach Beendigung der Schicht ihren Arbeitsplatz verlassen wollten, durch Einsturz eingeschlossen. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Zwei Bergarbeiter wurden erst am anderen Morgen als Leichen geborgen. Zu dem dritten Verschütteten ist man vorgedrunaen; er lebt, doch konnte noch nicht festgestellt werben, ob er verletzt ist. LitauensVabanque-GpielimMemelland Äon unserem B.-Äerichierstaiter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verdaten l) Memel, Dezember 1934. Der Sturz des Direktoriums Reisgys hatte im Memelgebiet wie ein Alarmschuß gewirkt. Die Spannung, die nun schon seit Monaten die Bevölkerung in Atem hält, nimmt immer unerträglichere Formen an, zumal das Land von der Außenwelt fast völlig abgeschlossen ist und kaum eine Nachricht — selbst der Rundfunkempfang wird ständig gestört — über die von den Litauern errichtete „chinesische Mauer" gelangt. Dennoch gibt es keinen Zweifel: Memel ist an einer neuen Schicksalswende angelangt. Die kommenden Wochen müssen die Entscheidung bringen, ob im Memelgebiet endlich das Recht über die Willkür siegt oder ob eine kulturell hochstehende Bevölkerung weiter asiatischen Methoden einiger fanatischer Litauer ausgesetzt bleiben soll. Es ist allmählich ttotz der Nachrichtensperre auch im Memelgebiet bekanntgeworden, daß die Unter z e i ch n e r m ä ch t e des Memelabkommens (England, Frankreich und Italien) auf Grund der wiederholten Beschwerden des Vizepräsidenten des Memelländischen Landtags, des Schulrats Meyer, schwerwiegende Verletzungen des Autonomie st atuts feftgeftellt haben. Diese Verletzungen beziehen sich laut einem von den Kronjuristen der Mächte verfaßten Gutachten in der Hauptsache auf die Ausschaltung des Memelländischen Lantages.Dadurch, daß nicht weniger als 30 Abgeordneten und Ersatzmännern die Mandate widerrechtlich aberkannt wurden und gegen die noch verbleibenden Abgeordneten mit polizeilichen Maßnahmen vorgegangen wurde, ist der Landtag seiner Funktion als Volksvertretung und als wichtigstes Organ der Autonomie beraubt worden. Die Unterzeichnermächte haben, darüber besteht kaum noch ein Zweifel, bie litauische Regierung aufgefordert, den Land- tag voll und ganz wieder in seine Rechte ein- z u s e tz e n. Wenn die Kownoer Regierung jetzt, anstatt dieser Forderung nachzukommen, das Direktorium Reisgys zum Rücktritt veranlaßt hat, so handelt es sich um nichts weiter, als um ein Manöver, durch das Litauen sich vorerst um bie Erfüllung ber Forberungen ber Mächte herumbrücken will! Wohin ber Kurs gehen soll, ergibt sich beutlich aus ber Tatsache, baß ber litauische Gouverneur ben Führer bes litauischen Schützenverbanbes unb ber litauischen Lanbtagsfraktion, Bruvelaitis, mit ber Bilbung bes neuen Direktoriums beauftragt hat. Burvelaitis hofft, baß es ihm gelingen werbe, im ßanbtag eine Mehrheit zu finben. Unb gleichzeitig hat ber Gouverneur bie Nachricht verbreiten lassen, baß bem ßanbtag Gelegenheit gegeben werben solle, zu bem neuen Direktorium Stellung zu nehmen, fobalb es gebildet sei. Im Memelaeoiet pfeifen es bie Spatzen von ben Dächern, baß ebensowenig wie ber in bie Wüste geschickte Reisgys auch Herr Bruvelaits ein Vertrauensvotum im ßanbtag erhalten wirb! Wie sollte er auch? Bruvelaitis ist als einer ber größten Deutschenfresser bekannt. Er war es, ber seinerzeit einen maßgebenben Einfluß auf bie zwangsweise Beseitigung bes Direktoriums Boettcher ausübte, er hat mit Hilfe ber berüchtigten Schützenorganifation einen beispiellosen Terror gegen alles Deutsche im Memelgebiet ausgeübt, unb er war auch ber eifrigste Verfechter ber Absetzung bes Direktoriums Schreiber. Bruvelaitis hat im Januar 1923 führenb am Memelraub teilgenommen; unb wenn heute gesagt wirb, er werbe als Führer ber litauischen Fraktion, bie entsprechen!) ber ursprünglichen Zusammensetzung bes Memellänbischen ßanbtags nur über 5 von insgesamt 29 Abgeorbnetensitzen verfügt, eine Mehrheit im ßanbtag zustanbebringen, so ist bas eine ber frechsten litauischen ßügen, bie bisher vorgekommen sinb. Unb es ist eine kaum noch zu überbietenbe Herausforberung ber Memellänber und vor allem der Hauptunterzeichner des Memelabkommens, der Großmächte England, Frankreich unb Italien, wem» die litauische Regierung es wagt, unter b e. wußter Irreführung der Oeffentlich. feit einen Mann an die Spitze der Landesregierung zu stellen, der seiner ganzen Einstellung nach nicht auf eine Wiederherstellung des Rechtszustandes, sondern auf eine weitere Verschärfung des Kampfes gegen das Deutschtum hinaus will . Die Memelländer sind sich darüber einig, daß die Unterzeichnermächte unmöglich diese neue litauische Provokation auf sich beruhen lassen können. In dem Gutachten der Kronjuristen ist ausdrücklich sestgestellt worden, daß die Ausschaltung des Landtags, die Absetzung der Richter und somit auch der anderen Beamten, und die Unterdrückung der deutschen Sprache schwere Vertragsverletzungen darstellen. Eigentlich hat sich Litauen auf Grund dieser Feststellungen bereits seiner sogenannten Rechte begeben, Denn das Memelgebiet ist der Souveränität Litauens nur u n t e r st e l l t worden unter dem Vorbehalt, daß es alle Verpflichtungen aus dem Memelabkommen gewissenhaft erfüllt. Wenn nun Litauen seine Politik nicht nur ungestraft weiter fortsetzen, sondern den Kurs auch noch verschärfen kann, so würde das eine hohnvolle Illustrierung der in Genf so oft betonten Heiligkeit der Verträge darstellen. Litauen weiß sehr wohl, daß es Vabanque spielt und daß jeden Augenblick der große Zusammenbruch, sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder infolge des Eingreifens der Unterzeichnermächte, erfolgen kann. Das ganze Memelgebiet gleicht heute einem Heerlager. Wenn die Nachrichten, die unter der memelländischen Bevölkerung kursieren, richtig sind, so befindet sich m e h r als ein Drittel der litauischen Armee zur Zeit im Memelgebiet. Man hat das damit zu begründen versucht, daß der Armee infolge der demoralisierenden Wirkung des letzten Woldemaras- Putsches eine neue Aufgabe hätte zugewiesen werden müssen. Die Memelbevölkerung wäre gut genug dazu, so höhnten die Litauer, um die litauische Soldateska auf sie loszulassen. Nichtsdestoweniger aber stellt auch diese Militäraktion nur ein Glied in dem neuen Täuschungsmanöver um die Memelpolitik dar. Ein Kownoer Blatt hat kurz vor dem Szenenwechsel in Memel die alarmierende Meldung in die Welt gesetzt, Deutschland bereite sich auf einen Ueberfall auf Litauen vor und es seien — man staune 2000 Mark für die Beseitigung des litauischen Gouverneurs ausgesetzt! Dieses Manöver ist so plump, als daß es nicht auf den ersten Blick durchschaut werden könnte. Die Großmächte haben wirklich allen Anlaß, sich endlich einmal gründlich mit den litauischen Machenschaften zu beschäftigen, um den Rechtszustand wiederherzustellen und die von Litauen ausgehende Friedensgefährdung im Osten zu beheben. Preußen. Autostraße quer durch den Westerwald LPD. Dillenburg, 5. Dez. Das Kulturamt in Dillenburg ist augenblicklich mit dem großen Geländezusammenlegungsprojekt auf dem hohen Westerwald, das 22 Gemeinden umfassen soll, beschäftigt. Diese Arbeiten hängen zusammen mit der geplanten A u t o st r a ß e q u e r durch den Westerwald,die etwa in Wetzlar beginnen und nach Hachenburg führen soll. Sobald die Linienführung endgültig festliegt, werden die Arbeiten in enger Fühlung mit der Gruppe Montabaur des Arbeitsdienstes in vollem Umfange ausgenommen. Schutzhast für Denunzianten. LPD. Hanau, 5. Dez. Wegen fortgesetzter D e - nunziation politischer Führer der NSDAP, wurde ein Hanauer Einwohner in S ch u tz h a f t genommen. Anderen Denunzianten wurden Verwarnungen erteilt. Kreis Wetzlar. <£ Wißmar, 5. Dez. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung dem Antrag der Preußischen Elektrizitäts-AG. Wetzlar betr. „W i n - terarbeitsschlacht des Elektrofaches" zugestimmt und die vorgeschlagene Vereinbarung anerkannt. Die Holzhauerarbeiten sind jetzt in vollem Gange. Es wurden größtenteils Kleinlandwirte eingestellt, um diesen die Möglichkeit zu geben, ihre Steuerrückstände bei der Gemeindekasse abzuverdienen. Da große Nachfrage nach Nutzholz, insbesondere Schwellenholz, herrscht, ist eine gute Einnahme zu erwarten. Das Rodungsprojekt ist bereits ausgeschrieben, so daß mit den Arbeiten in Kürze begonnen werden kann. Gerodet und in Kulturland umgewandelt werden vorläufig nur 5 Hektar. Unsere Erwerbslosen kommen hierdurch auch über den Winter hinaus in Arbeit. Die durch das Chemisch-Technische Laboratorium Dr. P. Schindler vorgenommene Wasseruntersuchung der neuen Aschbachquelle hatte ein gutes Ergebnis. Die Quelle liefert täglich etwa 80 Kubikmeter Wasser. Der in den letzten Jahren im Sommer vorherrschende Wassermangel wird nun nicht mehr in Erscheinung treten. * Atz b'a ch, 5. Dez. Der 74 Jahre alte Invalide K. K o ch von hier erlitt dieser Tage einen Unfall. Er stürzte, zog sich einen Oberschenkelbruch zu und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. Sechs Jahre Zuchthaus wegen versuchter Brandstiftung. LPD. Mainz, 5. Dez. Das Schwurgericht der Provinz Rheinhessen verurteilte den 20jährigen Ernst Spieß aus Mainz unter Anrechnung einer anderthalbjährigen Gefängnisstrafe, die er zur Zeit in Butzbach verbüßt, wegen Einbruchsdieb» stahls und versuchter vorsätzlicher Brandstiftung zu sechs Jahren Zucht- Ha u s und fünf Jahren Ehrverlust. Am 1. April d.I. verbarg sich Spieß in einem Klosett des Hauses der hiesigen Filiale des Mainz-Wiesbadener Konsumvereins am Fichteplatz, durchbrach gegen Mitternacht die Wand zum Laden und erbrach die Kaffe. Er fand aber nur 70 bis 80 Pfennig vor. Nachdem er auch noch Lebensmittel an sich genommen hatte, goß er Benzin an verschiedenen Stellen aus und setzte es in Brand, worauf er sich entfernte. Ein des Weges kommender Bahnbeamter, der den aus dem Laden bringenden Qualm bemerkte, benachrichtigte Polizei und Feuerwehr. Hierdurch wurde eine große Gefahr für die Einwohner des Hauses abgewendet. Das Gericht bedeutete dem Angeklagten, daß ihm bei einer nochmaligen Straftat lebenslängliche Sicherungsverwahrung drohe. Wegen Untreue und Unterschlagung verurteilt. LPD. Fürth i. O., 5. Dez. Der ehemalige Bürgermeister von Fürth, Josef Z e i ß , der vor längerer Zeit eine Rechtsauskunftei eröffnet hatte, wurde wegen Unterschlagung und Untreue zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Zeiß hatte einem Mündel 130 000 RM. veruntreut und ein altes Ehepaar um seine Ersparnisse gebracht. Büchertisch. — Rudolf Kuhn: Die I o st e n s i p p e. Roman. Gebunden RM. 6,—. Eugen Rentsch, Verlag, Erlenbach-Zch. und Leipzig. —(538)— Das Glarnertal ist der Boden, aus dem seit Jahrhunderten die Jostensippe ihre Lebenskraft zieht. Hier wächst als ihr jüngster Sproß Jörg auf, der das Erbe seines Geschlechtes bewähren soll. Sein Vater gibt ihm von seiner Härte, von der Glaubenskraft seines Geschlechts, in dessen zurückreichenden Reihen Bauern und Priester die wichtigsten Glieder sind. Die Mutter stammt aus altem Berggeschlecht, aus dessen Reihen sich schon in frühen Zeiten Glieder lösten, die die Welt suchten. Ein wilder Reigen von Truppenführern, von Vögten, Wegbauern und Flößern. Im jungen Jörg kämpfen die widersprechenden Kräfte des väterlichen und mütterlichen Erbes und bestimmen den Weg des neuen Menschen. Der Kampf vordringender Industrie gegen beharrendes Bauerntum, das Schicksal derer, die er liebt, gekettet an das große Geschehen der Zeit, das Bemühen um ein ursprüngliches Gott- erkennen, die Lockung der Großstadt mit ihrem krankhaft gesteigerten Lebenslärm während des Krieges: in dieses Spiel widerstrebender Kräfte ist er eingespannt. Von ihm wird er geformt, von ihm wird er geworfen. Rundfunkprvgramm. Samstag, 8. Dezember. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik. 6.45: Früh. Meldungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Früh, konzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 12: Mittagskonzert £ 13: Saard-ienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. Kleinkunstbühne. 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. 15.15: Jugendstunde. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Steg, reifsendung. 18.35: Wir schalten ein! Das Mikro, fon unterwegs. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.30: Volkslieder der Saar: Roden. 20: Nachrichten. 20.05: Saar-Umschau. 20.15 bis 20.25: Kleines Kon. zert. 20.30: Loewe-Balladen. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Eishockey. Länderspiel BCS. — Oxford. 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Wettervoraussage. Während sich die Kälte über Osteuropa verstärkt und weiter ausgebreitet hat, steht West- und Mitteleuropa immer noch unter dem Einfluß einer sub. tropischen Luftströmung. Dabei liegen die Temper» turen durchschnittlich um 8 bis 10 Grad Celsius über dem jahreszeitlichen Regelwert. Auch gehen verbrei. tete und meist ergiebige Regenfälle nieder. Die Unbeständigkeit der Witterung bleibt auch weiterhin erhalten. Aussichten für Freitag: Zunächst häufig aufheiternd, doch in den Niederungen neblig, nachts stärkere Abkühlung, später neue Unbeständigkeit, um Süd schwankende Winde. Aussichten für Samstag: Unbeständiges Wetter mit wiederholten Niederschlägen. Lufttemperaturen am 5. Dezember: mittags 12,5 Grad Celsius, abends 9,3 Grad: am 6. Dezember: morgens 9,0 Grad. Maximum 13,1 Grad, Minimum 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Dezember: abends 7,5 Grad: am 6. Dezember: morgens 7,0 Grad Celsius. — Niederschläge 1,7 mm. — Sonnenfcheindauer 0,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XI. 34: 11500. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. 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Matratze 32 - 36.- p. Matratze 90-b.125 - p. Matratze 8.30 Uhr. Große Festvorstellung unter Mitwirkung der Gießener Militärkapelle unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters Krauße. Ferner spricht einleitende Worte: K. Tetzner, der Leiter der Vereinigung für Koloniale Wiedergewinnung. Slictoeiei (Namen in alle Wäschearten) Handarbeit, fuhrt aUs 05775 L. Steinhofs bei Zamvedri Lindenplatz 1 I. Fräulein evtl. Witwe kann sich mit ca. Mk. 1000- an Geschäft beteilig. Bei Zuneig, ist Heirat geboten. Schr.Angeb.unt. 7162Pand.G.A. Vereine Volkshochschule Beete Donnerstag Beginn: ,Volkhalle Dichtung H. Frank 20V« Uhr, Unw.' 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Daß der große Klavier- Wr sich eine Reihe von Orchesterwerken für den N!rrtvvrtrag auf dem Klavier eingerichtet hatte, ist e!ii nt Seine vielseitige Ausdrucksfähigkeit und aiiigkeit auf dem Tasteninstrument mußte ihn da- ?: noch eines Tages der Orchesterkomposition zu- .irm. „Die Stunde kommt vielleicht nur zu früh, lut ich mich selbst verliere, indem ich einem un> a«k^7ren unfaßbaren Schattenbilde nachjage." (1873) T l Beziehung des schaffenden und des nachschasfen- di ü Künstlers in Liszt erkennt am klarsten Richard B iacin e r : „So gelten mir deine Orchesterwerke jetzt gjlklt.'am als eine Monumentalisierung deiner per- si riiyen Kunst." ir je: enge Anschluß an eine anregende Grundidee UMt bei Liszt notwendigerweise zu einer Ab- nmirhmg von der überlieferten klassischen Syrnpho- ni'chrm führen. Während diese vornehmlich rein nirsimlischen Gesetzen folgte, stellt Liszt mit musi- ti »icnen Mitteln Lebensvorgänge in ihrer Diel« fc M°n Entwicklungs- und Erscheinungsform dar, in nhr er den musikalischen Verlauf, deren Ab- tfkiiumg in engem Anschluß folgen läßt. So gleicht fl »r Form also der musikalischen Ausdeutung eines Lteri-sprozesses. schloß sich dabei auch dann streng an die di iberische Vorlage an, soweit diese ihm zusagte; sawi aber gestaltete er selber als Dichter den Stoff mir, ms er seiner inneren Natur gemäß erschien. 2tfc -er zur Feier des 100. Geburtstages von G^eirhs in Weimar feinen »Tajjo" fchreibt, da &-;t5 musikalische Begabung war dauernd außer- _j lsl!rilrschen, poetischen Momenten verhaftet. Es wnchrn nur dann möglich, seinem tiefgehenden Ge- fr Reichtum bleibende Formung zu geben, wenn it|r rgendeine dichterische Anregung, sei es als dich- tsirsc-e Gestalt, sei es als ein Begriff, der fein tiefstes Menschentum erregte, oder als Werk bildender iMf zur Hilfe kam. Erst damit war ihm die Fähig- k'N! gegeben, das innerste Wesen des Erlebten im d Erringenden Lichte der Musik zu erfassen. (Aus o|We: Tatsache heraus erscheint es verständlich, daß Lnitials Klavierspieler sich nicht an der reichen Ori- iteratur begnügen ließ, sondern gern Lieder, ja 9» Piz Liederzyklen für das Klavier bearbeitete.) folgt er nicht, wie es gegeben gewesen wäre, der Goetheschen Dichtung, sondern B y r on , der sich ebenfalls des Tafso angenommen hatte, „übte einen vorherrschend bestimmenden Einfluß auf unsere Gestaltung dieses Gegenstandes". Klage und Triumph des Dichters find die Angelpunkte des Werkes geworden und zum leitenden musikalischen Grundmotiv erwählte Liszt den Gesang der Lagunenschiffer, den er noch selber in Venedig gehört hatte: Verse aus der „Befreiung Jerusalems" von Torquato Tasso. Diese schwermütige Weise begleitet das Schicksal des Titelhelden; so erscheint dieses Werk als eine großartig angelegte Variation, für das dann später Liszt selber den Namen „symphonische Dichtung" prägte. In ähnlicher Weise verfuhr Franz Liszt bei der Abfassung des Totentanzes, den er nach Orcagnas Triumph des Todes am Campo Santo in Pisa schon 1838 geplant hatte. Hier wird das alte „Dies irae" zum immer wiederkehrenden Leitgedanken einer scharf kontrastierenden Entwicklungsreihe. Dieselbe Zeit, in der Liszts symphonische Dichtungen entstanden, veranlaßte auch Richard Wagner, einer Anregung Franz Liszts folgend, zur Ueberarbeitung eines Werkes aus seinem schicksalsschweren Pariser Aufenthalt: „Eine Faust- Ouvertüre". Unter dem nachhaltenden Eindruck der Aufführung von Beethovens Neunter Symphonie erfaßt Richard Wagner „eine innige Sehnsucht, gerade jetzt, wo das Elend seiner Lage in Paris ihm immer klarer bewußt wurde und er tiefinnerlich an jedem Erfolg auf dem betretenen Wege verzweifelte, etwas zu schaffen, was ihm ebenso innerliche Genugtuung geben sollte. So entwarf er eine Ouvertüre zu „Faust". Sie gibt ein Abbild der schweren seelischen Kämpfe des Meisters, der sich „aus seinem tiefunbefriedigten Innern gegen die ro’?erlid)e Rückwirkung einer äußeren künstlerifchen Tätigkeit stemmt". Auf Grund eines Schreibens an Liszt trug sich Richard Wagner mit dem Gedanken, diesem durch „Faust" angeregten Werk den Untertitel „ein Tongedicht für Orchester" zu geben. Das Gefühl der wiedergewonnenen deutschen Heimat läßt Richard Wagners „M e i st e r s i n g e r" zur Ausführung kommen. Das Vorspiel erwuchs aus dem überwältigenden Erleben der deutschen Landschaft. „Bei einem schönen Sonnenuntergang, welcher mich von dem Balkon meiner Wohnung aus den prachtvollen Anblick des ,goldenen' Mainz mit dem vor ihm dahinströmenden majestätischen Rhein in verklärender Beleuchtung betrachten ließ, trat auch plötzlich das Vorspiel zu meinen Meistersingern nah und deutlich wieder vor die Seele". Dieses Vorspiel, vielleicht mit bas beredteste Zeugnis deutschen Musikstils, legte Obermusikmeister Ernst K r a u ß e breit an, mit weitem Atem ausgesponnen. Er war besonders bemüht um die thematische Klarheit, zumal im Schlußteil mit der lieber- bauung der Themen. Den lyrischen Eoisoden gab er mit feinem Empfinden nach und verstand es anderseits, eine grandiose Klangpracht in den Bläsern zu entfalten. Nur einige Uebergänge hätten vielleicht noch der glättenden Hand bedurft; der plötzliche Programmwechsel mag daran Schuld tragen. Erich Flinsch zeigte sich mit der Durchführung des Flügelparts im „Totentanz" von Liszt als ein versierter Pianist, der über ein hohes Maß technischen Könnens verfügt. Die Kadenzen gestaltete er zwar dynamisch abweichend von der Partitur; jedoch mit durchaus berechtigtem persönlichem Zuge. Ein stellenweise noch mehr intensivierter klanglicher Ausgleich zwischen Thema und Fiaurierung wäre zuträglich gewesen. Größte Sorgfalt, verbunden mit feinem musikalischem Empfinden, legte er auf die verweilenden Momente; da zeigte er bewunderungswürdige Gelöstheit des Klanges; besonders an der Stelle des überaus empfindungsvoll geblasenen Klarinettensolos. Solist und begleitendes Orchester arbeiteten geschlossen im engsten Einvernehmen, und so wurde dem Werk eine Wiedergabe zuteil, die schlechthin ergreifen mußte. Der zweite Teil des Programms ließ Obermusik- meifter Krauße im Lichte seiner Dirigentenfähigkeiten erkennen. Die grübelnd gebärende Einleitung zur Faust-Ouvertüre warf ihr Reflexlicht auf die kommenden Ausführungen. Die Themen waren klar profiliert; die Steigerung vor der Generalpause war groß herausgestellt. Die Holzbläser bewiesen klangliche Geschlossenheit und Weichheit. Nur dem auf- steigenden Gang der ersten Violinen wäre breitere Dehnung angemessen gewesen. In Liszts „Dass o" waren die strepitoso=6tetten mit scharfem Akzent betont, aufwallend in Leidenschaft. Von ganz besonderem Eindruck war die (Einführung des Themas durch die Baßklarinette. Im Allegretto (quasi Menuetto) hätte eine leichtere, graziöse Beschwingtheit den Charakter dieses anmutigen Satzes ausgeprägt. Zu schillerndem Klangprunk erhob sich der letzte Satz mit feiner triumphalen Coda. Der Kontakt zwischen Publikum und Konzertgeber war schon nach dem Meistersinger-Vorspiel gefunden; die Hervorrufe nach den einzelnen Werken waren der Ausdruck dankender, zustimmender Anerkennung. Dr. H. Ur. 285 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhefsen) Donnerstag, 6. Dezember 1934 Programm für den Tag der „Aaiionalen SolidaniÄ" am 8. Dezember. Oer Weg nach oben wird ein Weg des Opfems sein. 15 l!U)r: sämtliche Sammler sind im LafL Leib angetreten. Das gilt auch für diejenigen, die in der presse nicht aufgezählt wurden, aber eine besondere Aufforderung inzwischen erhalten haben. fSibis 15.30 Ahr: verteilen der Sammelbüchsen und der Abzeichen. 15.00 Uhr: Feierliche Eröffnung des Sammelwerkes durch den Kreisleiter. 16 Ss 16.45 Uhr: Konzert des Stadttheaterorchesters «vor dem Stadttheater. Ls sammeln der 3nfen- idant und die Künstler des Stadttheaters, ferner die übrigen Sammler, soweit sie keinen Sonderauftrag erhalten. 17 !'is 17.30 Uhr: Konzert der SA. - Standartenkapelle auf dem Kreuzplah. !7D bis 18 Uhr: Konzert der SA. - Standarten- l fapeUe beim Cafe Heiller. Es sammeln die SA.-Führer und die übrigen Sammler soweit !sie keinen anderen Auftrag erhalten. ISJd bis 19.15 Uhr: Große Serenade mit Fackeln tauf dem Oswaldsgarten, ausgeführl vom 2Uu- Isikkorps der Gießener Reichswehr unter Bereinigung des Offizierkorps. 150 Soldaten aus den lhiesigen Teilen des Reichsheeres fingen. Diese Weranstaltung wird auf den Reichssender Frankfurt übertragen. Alle Sammler sind anwesend. Dllhr: Große Kundgebungen der 4 Gießener Ortsgruppen zum Tag der „nationalen Solidarität". LasL Leib Gießen-Nord. Es spricht der Führer der SS.-Standarte 83, pg. Zakober. Kampfliederabend und Konzert der SA.-Standartenkapelle. Univerfitälsaula Giehen-2Nitle. Es spricht der Rektor der Landesuniversität Prof, pfahler. Konzert der Kapelle des Gieße- ner Marinesturmbannes, unter Mitwirkung des Vauerschen Gesangvereins. 3 m Kameradschaftshaus der Studentenschaft am Leihgesterner weg Gießen-Süd. Es spricht der SA.-Standartenführer Lutter. 3m Programm: Ernstes und heiteres aus dem Leben des Gießener Kameradschaftshauses, unter Mitwirkung des Singkreises der Studenten. Konzert ausgeführt von Teilen des Musikkorps des 3nf.-Regts. Gießen. 3m Stadttheater Giehen-Osi. Es spricht der Bannführer der H3. pg. heim. Konzert des Stadttheaterorchesters, Darbietungen einzelner Mitglieder des Stadttheaters. 2 1.30 Uhr spätestens find diese Kundgebungen zu Ende. Anschließend Sammeln in der Stabt. heil Hitler! Schmelz, Kreispropagandaleiter. Anstatt zum Tag der nationalen Solidarität. Erster Appell der Gammler. (?stenr abend fand im Saale des Cafs Leib ein Hp?U der Sammler für das große Hilfswerk am X|t|g e der Nationalen Solidarität, am l »nnenden Samstag, statt. Kreispropagandaleiter (> tum e 13 nahm zunächst eine zahlenmäßige Fest- i telnng der Sammler aus den verschiedensten Grup- j ei vor. Hierauf machte er aufschlußreiche Mit- tnlmgen über den Aktiv ns plan für dieses GaitnelroerE. Von allgemeinem Interesse find fol- (|ens? Angaben: C wird ein Abzeichen an die Spender verab- mcht, das die Beisteuer zu dem Hilfswerk befindet. Dabei wird aber erwartet, daß alle bie- jr igen, bie wirtschaftlich in entsprechenben vnhättnisfen leben, sich nicht mit einem Abzeichen begnügen, fonbern burch wieberholle Snenben ihre Bereitwilligkeit zum Opfern behüben. Es wirb natürlich ganz auf ben Einzel- JaH ankommen, aber es wirb erwartet, baß ie'eermann voll unb ganz feine Schulbigkeit tut. 9 c § ttn Samstagnachmittag wird bei der Deranstal- tue vor dem Stadttheater das gesamte Merpersonal, mit Ausnahme des Orchesters, nein, ferner werden sich an dieser Sammlung t shitler-Jugend und das Jungvolk beteiligen, ac Schluß dieser Veranstaltung wird die Hitler- iig-nb in der Ludwigstraße, das Jungvolk in der mraUee je eine Haussammlung durchführen. Znr Musikzug der SA.-Standarte 116 wird von 11:8 :i s 18.30 Uhr am Kreuzplatz und von 18.30 filL.s.19 Uhr am Caf 6 Hettler konzertieren. Bei t Mm Gelegenheiten werden die Führer der SA. oiusoen Konzertplätzen, ferner im Seltersweg und i 1 Wen dortigen Geschäften, sowie in den Straßen i:eths des Selterswegs bis zur Bahnhofstraße, aber mit Ausnahme der letzteren, in Straßen- und Haussammlungen für das Winterhilfswerk tätig fein. Das Musikkorps unserer Reichswehrgarnison wird um 18 Uhr mit einer Ehrenkompanie von der Kaserne abmarschieren und sich zum Oswalds- garten begeben, wo von 18.15 bis 19.15 Uhr eine Serenade ftattfinben wird. 150 Soldaten werden dort auch durch Gesänge erfreuen. Das Offizierkorps wird dieser Veranstaltung beiwohnen. An diesem Platze werden der Kreisleiter, die Mitglieder der Kreisleitung, die SS.- und die höheren SA.-Führer, der Rektor, der Senat und die Dekane der Universität sammeln. Reben diesen Veranstaltungen unb Sammlungen werben in allen Straßen der Stabt noch Haussammlungen burchgeführt, bamit jeber Volksgenosse seine Opferspenbe für bas gute Derk beisteuern kann. Es wirb erwartet, baß auch bei blefer hausfammlung In großzügiger Weife bie Opferfreube für bas Hilfswerk zum Ausbruck kommt. Am Abend finden folgende große Kun da e - düngen statt: Ortsgruppe Gießen-Nord im Caf6 Leib, Gießen-Mitte in der Neuen Aula, Gießen-Süd im Kameradschaftshaus der Studentenschaft (Studentenheim), Gießen-Ost im Stadttheater. Alle diese Veranstaltungen müssen bis 21.30 Uhr beendet sein. Anschließend wird noch einmal eine Spendensammlung in den Straßen der Stadt, ferner noch in sämtlichen Lokalen durchgeführt werden. Am Bahnhof und im Lichtspielhaus werden gleichfalls Sammlungen veranstaltet. Die Sammelleitung hegt die Hoffnung, daß alle Volksgenossen in reichlicher Weise spenden werden, damit jeder Sammler seine Sammelbüchse beizeiten voll hat und sie gegen eine weitere Büchse umtauschen kann. Der Umtausch der Büchsen soll im Caf6 Leib ftattfinben. Damit die Sammler bei diesem Umtausch von ihren Standorten aus rasch zum Caf6 Leib und wieder zurück zu ihrem Revier kommen können, wird die Straßenbahn für diesen Zweck den Sammlern freie Fahrt einräumen. Ein preis für bie Abzeichen ist nicht festgelegt, es wirb aber erwartet, bah jebermann sich hinsichtlich ber Minbeslgrenze in ber richtigen weise selbst einschäht unb bie nach obenhin in keiner Weife begrenzte Opfermöglichkeit recht well faßt. Die Sammlung wird um 24 Uhr abgeschlossen. Anschließend werden die Sammelbüchsen im Saal des Cas6 Leib abgeliefert. Oie Opferpflicht aller Volksgenossen wurde am Schlüsse des Appells von Kreispropagandaleiter Schmelz und von dem stellvertretenden Kreisleiter Hopfenmüller in kurzen Ansprachen eindrucksvoll betont. Beide Redner wiesen dabei auf die große Not hin, in der sich noch viele Volksgenossen befinden, und stellten die Verpflichtung zu wirksamer Hilfeleistung als Ausdruck der echten Volksgemeinschaft, aber auch als Kundgebung der nationalen Geschlossenheit im Hinblick auf das Ausland wirkungsvoll in den Vordergrund. Hierauf schloß der stellv. Kreisleiter Hopfenmüller den Appell mit dreimaligen, von der großen Versammlung begeifert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Gemeinsam wurde dann der erste Vers des Horst-Wessel» Liedes gesungen. Aus Oer Provinzialhauptstadt. Gießener Einzelhändler werben! Im Weihnachtsmonat erweist sich das Schaufenster des Einzelhändlers von besonderer Anziehungskraft. Die Kauflustigen empfangen hier unzählige Anregungen, die ihrer Wahl und ihren Kaufneigungen sehr oft erst Ziel und Richtung geben. Diese Tatsache tritt besonders wirksam in die Erscheinung, wenn die Auslagen im Fenster, wie auch die Ausstattung im Laden Geschmack und künstlerisches Empfinden verraten. Man braucht nur einen Gang durch die Geschäftsstraßen der Stadt zu unternehmen, um zu erkennen, mit welcher Liebe und mit welchem reichen Aufwand der Gießener Einzelhandel um den Weihnachtskunden wirbt. Die künstlerische Ausstattung des Ladengeschäfts wird hier in einer so verfeinerten Form gepflegt, daß sie die lebensfrohe Zeit des Rokoko bei weitem übertrifft, wie sie in der Bilddarftellung ihren Ausdruck findet auf der heutigen Sonderseite mit Anzeigen vertrauenswürdiger Unternehmungen des Gießener Einzelhandels. Heute hat eben jeoer Käufer den berechtigten Anspruch auf höchste Leistung. Dem trägt der Einzelhändler Rechnung. Deshalb: Wahre deinen Vorteil, kaufe beim Einzelhändler! Molmstag. Freunde und Glück, Überraschungen und Ge- schenke erhellen die Tage der Kinder. Wir wollen ihnen nichts davon rauben. Wir lassen wieder den Nikolaus zu ihnen kommen. Gerade den Nikolaus! Denn er ist es vor allem, der Freude und Ab- weselung in diese erwartungsvollen Tage bringt. Der Nikolaus lüftet ein wenig den Vorhang, hinter dem die Weihnachtsherrlichkeit verborgen liegt. Die Tage find nebelig und regnerisch. Die Kinder sitzen im Zimmer und denken an die Weihnachtstage. Wenn sie aber auf die Straße kommen, sehen sie in den Schaufenstern die ausgestellten Spielsachen und Geschenke. Ihr ganzes Denken kreist in diesen Tagen um diese Freuden. Eine gläubige Hoffnung leuchtet aus ihren Augen. Und wie angenehm gruselig ist es dann, wenn die Kameraden fragen: War der Nikolaus voriges Jahr auch bei euch? Da erscheint er wieder plötzlich vor ihrem Geiste. Natürlich war er da! Und welchen Lärm hat er gemacht! Aber Geschenke hat er doch dagelassen. Gerade in der Mischung von äußerer Rauhheit und der inneren Güte liegt der Hauptreiz beim Nikolaus. Im Dämmerlicht des Zimmers wird die äußere Erscheinung des langbärtigen, im tiefsten Basse sprechende Weihnachtskünders ja doch sehr ge- mildert. Er kann schon recht derb auf der Treppe und an der Türe poltern. Das erhöht nur das wonnige Gruseln. Freilich soll er auch kein Kinderschreck sein. Bei allem Gruseln und Herzklopfen sollen ihn die Kinder doch gern haben. Bei älteren Kindern kommt natürlich eines Tages die leise Zweifelsfrage: War das nicht der Onkel Karl? Oder war es der Vater? Die Stimme kam ihnen so bekannt vor! Dann freilich lösen wir das Rätsel, aber auf eine Art, daß sich auch hierbei das Kind noch freut. Als „Narretei" oder „Dummheiten" darf man den Nikolaus niemals abtun. Für unsere Kinder ist es eine ganz ernsthafte Sache, und wenn die älteren den Zusammenhang kennen, dann sagen wir ihnen, daß sie ihre kleinen Geschwister bei ihrem Glauben lassen sollen. Dieses Geheimnis au wahren, fällt allen älteren Kindern leicht. Sie fühlen sich bann schon ein bißchen erwachsen und sind stolz darauf. Wer seinen Kindern eine Freude bereiten und ihnen ein Stück Märchenwelt in der Weihnachtszeit lebendig machen will, der soll den Nikolaus bestellen. In bie Häuser, in die er seither immer einkehrte, kommt er sowieso. Aber es gibt auch noch kinderreiche Familien, bei denen er bisher nicht mit seinem Sack und der Rute vorsprach. Schicken wir ihn, eingedenk unserer Winterhilfe-Opferpflicht, auch einmal dorthin! Er soll als Vorbote des Weihnachtsfestes fein und wird sicher von allen Kindern mit großer Freunds begrüßt werden. Offenhaltung der Ladengeschäfte an den nächsten drei Sonntagen. Die Ladengeschäfte in Gießen werden an den nächsten drei Sonntagen, 9., 16. und 23. Dezember, von 14 bis 19 Uhr für den Geschäftsverkehr geöffnet sein. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd. Die Pfundsammlung in der Ortsgruppe Gießen- Süd wird am Donnerstag, 6. Dezember, von der Frauenschaft burchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pakete bereit- zustellen unb auf den Umhüllungen Gewicht und Inhalt zu verzeichnen, da für jede Spende eine Quittung erteilt wird. Amt für Volkswohlfahrt, Gießen-Ilord. Die von der Ortsgruppe Gießen-Nord verausgabten Kohlengutfcheine sind von den Kohlenhändlern bis spätestens Freitag, 7. Dezember, auf unserer Geschäftsstelle, Walltor. straße 16, gegen Empfang von Wertquittungen vorzulegen. Verspätet eingereichte Gutscheine werden nicht mehr berücksichtigt. Deutsche Arbeitsfront. RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Wintersport bei „Kraft durch Freude". In Verbindung mit dem Amt für Reisen, Wandern und Urlaub veranstaltet bas Sportamt Frankfurt a. M. ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Drei Nationen greifen das Grönlandeis an. In diesem Sommer Haden drei Expeditionen, eine englische, eine französische und eine italienische, einen Vorstoß in bas unbfannte Innere Grönlands unternommen» das sich inmitten der Gebirgszüge an den Küsten in unübersehbarer Weite wie eine gigantische Eiswüste erstreckt. Die französische und die italienische Gruppe versuchten den Angriff von Osten aus; beide aber mußten ihr Vorhaben wegen der schwierigen Eisverhältnisse und der Ungunst des Wetters aufgeben. Die Franzosen standen unter Leitung von Dr. Paul Victor. Nachdem man bas Packeis nicht überroinben konnte, hat sich bie Forschergesellschaft in Angmagssalik niebergelaffen, wo sie ben ganzen Winter mit Vorbereitungen zur Wie» berholung ihres kühnen Unternehmens im nächsten Jahr verbringen wirb. Die italienische Expebition unter Führung von Graf B o n z i begann ben Aufstieg von Kap Brewster am 22. August b. I., wäh- renb ihr Schiff „Njall" bort bis zur Rückkehr warten sollte. Zu ihrem größten Entsetzen fanben sie von ihm aber keine Spur, als sie am 29. August nach vergeblichem Bemühen ihre Ausgangsstelle wieder erreicht hatten. Das Schiff war von Eis ein- geschlossen unb abgetrieben worben. Erst nach elf Tagen aufreibenber Wartezeit in Schneestürmen und grimmiger Kälte, während der die Forscher mit ganz geringen Lebensrnitteln auskommen mußten, gelang es der „Njall", sich vom Eis zu befreien und zu der harrenden Expedition zu stoßen. Glücklicher war jedoch die englische Gruppe unter Leutnant Martin L i n d s a y, die sich inzwischen nach dem erfolgreichen Verlauf ihrer Grönlandreise wieder nach Aberdeen eingeschifft hat. Zum Unterschied von den Franzosen und Italienern wählte Lindsay mit seinen Begleitern den Weg von Westen nach Osten, und es gelang ihnen, die Insel in ihrer ganzen Breite zu durchqueren und das gesteckte Ziel an der Ostküste Grönlands zu erreichen. Die Expedition legte mit ihren Hundeschlitten, die besonders sorgfältig zusammengestellt waren, eine Strecke von insgesamt 1800 Kilometern zurück, von der allein fast 1700 Kilometer ohne jedes Depot bewältigt wurden. Die Ergebnisse dieser Unternehmung werden der Oefsentlichkeit demnächst unterbreitet werden. Zum Vergleich mag angeführt werden, daß Nansens berühmte Durchquerung Grönlands von Gylden- lövefjord an ber Oftküste nach Gobhaat an der West- lüste im Jahre 1888 viel weiter südlich an einet bedeutend schmaleren Stelle erfolgte, die nur Ü60 Kilometer breit war. 40 Pf. Vornotizen. mlrat Friedrich Hasen- kehrerstelle an der Volks- Das Arbeiter-Siedlungs- und Seimbau-Projekt im Mein-Min-Gebiet. Das Auslandsdeutschtum und seine wirtschaftliche Bedeutung Vortrag im TIS-Lehrerbund des Kreises Gießen. politische, religiöse und wttljchafkllche Moli« 1 bewogen deutsche Volk-gevosscn, über die Grenzen des Mutterlandes hinauszugehen. In längeren Ausführungen wandte sich Dr. Müller dem Deutschtum im Westen zu, sprach in geschch' lichen Erörterungen von dem Abfall der Nieder' lande, von der germanischen Art der Flamen, von der friedlichen Rückeroberung deutschen Doltsbodenr in Flandern und um Eupen und Malmedy, von der allmählichen Wandlung der geistigen Drkntit' rung in Luxemburg (nur noch eine Zeitung " französischer Sprache, vierzehn in deutscher), roo nicht nur die Bauernschaft, sondern auch die Arillo» kratie mehr und mehr dem Deutschtum zuneigt- Elsaß-Lothringen werde völkisch nie aufgegeben. Die Abtrennungen deutscher Volksgenossen io Westen des Mutterlandes seien durchweg pell' tischer Natur. Politische Abtrennungen seien ferner das Memel' gebiet, Südtirol und der Korridor. , Viele Volksgenossen wohnten als ,Hn,'eldeutsv in slawischen und magyarischen Volksgruppen. .^ verschiedenen Zeiten, vor Jahrhunderten schon, f«|fl wertvollste Dolkstoile aus religiösen Gründen flj* gewandert. In ihnen sei das deutsche Volkstums durchweg erhalten geblieben. Die aus id»^ Gründen ausgewanderten hielten fast durchweg s ihrem Deutschtum fest. Aber auch 70 v. $)• derer, die aus wirtschaftlichen Gründen das Dm«' land verließen, blieben gute Deutsche. Diele deuM Volksgenossen seien in andere Länder geruf* worden. Man brauchte und brauche sie als Kuuu Pioniere. Der deutsche Bauer betrieb die Dreüeic-' wirtschaft, die ihm besonders in östlichen ßäjE große Ueberlegenheit verschafft habe. Sein aus Eisen oder Bronze sei im O ten epochal 0 wesen. Der Kaufmann, der Handwerker folg' dem Bauern. Wäre ihnen schon in oergang^* Jahrhunderten die Unterstützung des Mutterlan zuteil geworden und geblieben, dann wäre y Deutschland das größte Kolonialreich. Der deutsche Bauer, Kaufmann, Handwerker. Bergmann sei überall Kulturfaktor geworden- Die Deutschen im Osten und Südosten ür die Zukunft Wall zu sein haben, wenn v einmal eine mongolische Springflut das Loen bedrohen sollte. Der Deutsche im Ausland Leidige deutschen Volksbodeü. Er könne es aber - wenn es ihm möglich sei, seine deutsche Spracy behalten. Sonst gehe er unter im Dölkerbreu der Zentner 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf-, der Zentner 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 8„ Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 6, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., der Zentner 7 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 5 bis 10 Pf., Nüsse 35 bis 55, Honig 40, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 65 bis 75, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das. Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 6, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis chule zu Raunheim, Kreis Groß-Gerau; dem Rektor Heinrich Kilian an der Berufsschule zu Mainz-Bischofsheim eine Lehrerstelle an der Dolks- chule zu Eich, Kreis Worms; beide unter Belas- ung der seitherigen Amtsbezeichnung mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 an. ** Neue Handwerker-Pflichtinnung. Die Handwerkskammer gibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Errichtung einer neuen Handwerker-Pflichtinnung durch Erlaß der Satzungen bekannt. Es handelt sich dabei um das Gewerbe der Musikinstrumentenmacher, Orgelbauer usw. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. Verbilligte Weihnachts-' und Neu- abrsglückwunschtelegramme im Verkehr mit dem Ausland läßt die Post — wie chon seit mehreren Jahren — auch zum bevorstehenden Fest wieder zu. Die Bedingungen sind die gleichen, wie bisher. Die Telegramme werden vom 14. Dezember bis 6. Januar bei allen Telegrammannahmestellen angenommen und frühestens zum Best zugestellt. Der Absender kann den Text der lückwunschtelegramme entweder beliebig abfassen oder im Verkehr mit einigen Ueberseeländern und mit Schiffen in See über die Küstenfunkstellen der Vereinigten Staaten von Amerika den gewünschten Text unter einer größeren Zahl von feststehenden Textfassungen auswählen und dabei bestimmen, in welcher der zugelassenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch usw.) das Telegramm für den Emp- anger ausgefertigt werden soll. Die Gebühren für die einzelnen Derkehrsbeziehungen sind verschieden, sie betragen die Hälfte bis ein Drittel der vollen Sätze, lieber die Einzelheiten geben die Telegramm- annahmestellen Auskunft. — Es wird noch bemerkt, daß in diesem Jahre von der Zulassung besonderer Weihnachts- und Neujahrsglückwunschtelegramme im Jnlandoerkehr abgesehen wird, weil das Brieftelegramm nach Herabsetzung des Mindest- betrages auf 50 Rpf. jetzt wohlfeile Gelegenheit zu telegraphischen Glückwünschen bietet. ** D erbesferter Fernsprechverkehr am W e l h n a ch t s h e i l i g a b e n d. In den letzten Jahren ist am Weihnachtsheiligabend der Fernsprechverkehr wiederholt so außergewöhnlich stark gewesen, daß Verkehrsstauungen — besonders nach 19 Uhr — auftraten, obgleich zur Bewältigung des Sprechoer- kehrs alles verfügbare Personal und sämtliche Leitungen bereitgestellt wurden. Die Abwicklung des Fernsprechverkehrs soll am diesjährigen Weihnachts- Heiligabend, nach einer Anordnung des Reichspost- ministers, dadurch erleichtert werden, daß an diesem Tage im Jnlandoerkehr versuchsweise der Beginn der Verkehrszeit zur ermäßigten Zweidrittelgebühr von 19 Uhr auf 18 Uhr, also um eine volle Stunde vorverlegt wird. ** Unfall. Der hiesige Elektrotechniker Heinz Bonanus, Krofdorfer Straße, erlitt gestern abend einen Unfall. Mit einem Knöchelbruch und Prellungen im Rücken mußte er durch die Froiwil- lige Santtatskolonne vom Roten Kreuz in die Kli- tut gebracht werden. , Die Dezember-Monatsversammlung des NSLB. im Kreise Gießen, die am gestrigen Nachmittag im Saale der „Liebigshöhe" stattfand und von Oberstudiendirektor Leonhard eröffnet wurde, brachte einen außerordentlichen Vortrag. Dr. Dr. Müller-Krefeld ein Mann, der in engster Verbindung mit dem Auslandsdeutschtum rinas um unser Vaterland steht, sprach aus einem schier unerschöpflichen Wissen und aus einer Fülle von Erlebnissen heraus über das Auslandsdeutschtum im Allgemeinen und über die Bedeutung des Auslandsdeutschtums für die Wirtschaft des Mutterlandes im Besonderen. Der Redner wies zunächst auf Forderung des Reichsinnenminifters, wie auch des Reichsunter, richtsminifters hin, in der verlangt werde, daß m den Schulen das Problem des Auslandsdeutfchtums eingehend zu behandeln fei. Der Wunsch aber, die- ses Fach als Sonderfach zu behandeln, fei in den Kreisen der Lehrerschaft allgemein. Leider müsse aber immer wieder festgestellt werden, daß wissenschaftliches Material als Grundlage für den Un- terricht nicht in ausreichendem Maße vorhanden sei. Der Dortragende beschäftigte sich sodann mit der grundsätzlichen Frage, wer eigentlich als Auslandsdeutscher zu betrachten sei. Er faßte die Ant- w°rt auf diese Frage dahingehend zusammen, daß Auslandsdeutscher nicht lediglich der sei, der blut- mäßig mit dem deutschen Volke verbunden sei, sondern in erster Linie jener, der sich zum Deutsch- tum in allen seinen Manifestationen bekenne. Das Deutschtum sei in fünf Staaten Europas Trager der Staatsaewalt. In 15 Staaten sei das Deutschtum m Minderheiten vertreten. Die zahlen- mäßige Feststellung der deutschen Volksgenossen im Auslande sei sehr schwer. Grenz- und Ausländsdeutsche wohnten im Auslände mehr, als Franzosen in Frankreich. Noch zu Bismarcks Zeit habe man dem Auslands- deutschtum wenig Beachtung geschenkt. Der Kai- ser empfing die Ausländsdeutschen noch nicht ein- mal zur Audienz. Noch 1803 teilte sich Deutschland in 300 verschiedene Herrschaften. Die Kleinstaaterei zerriß die Dolkskrast. Hier sei Adolf Hitler viel zu verdanken. Der Redner warf dann die Frage auf: „Wie ist es gefommen, daß wir so viele Auslanddeutsche haben? Neben dem Drang des deutschen Menschen m die Weite seien die Gründe der Auswanderung auf drei Nenner zu bringen: \ — Tageskalender für Donnerstag: Berussgemeinschaft der Kaufmannsgehilfen in der DAF., 20 Uhr, Lonystraße 18: Zusammenkunft mit Vortrag über „Die Aufgaben des Handels in der deutschen Volkswirtschaft". — Deutsche Arbeitsfront, Abteilung Jugend, 20 Uhr, Saal der Deutschen Arbeitsfront: Nähkursus. — NS.-Frauenschaft Gie- ßen-Nord, 20.30 Uhr, Caf6 Ebel: Monatsversamm- lung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Reiter von Deutsch-Ostafrika". — Astoria-Lichtspiele, Selters» weg: „Der Doppelgänger". — Oberhessischer Ge- schichtsoerein, 20.15 Uhr, Hörfaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts: Lichtbildervortrag von Dr. Kunkel über „Vineta". — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Naturwissenschaftliche Abteilung, 20 Uhr, Botanisches Institut: Vortrag von Professor Küster über „Das Problem der Pflanzengallen". — Volkshalle - Verein, 16 Uhr, Sitzungssaal des Stadthauses: Ordentliche Mitgliederversammlung. — Reichskammer der bildenden Künste, Turmhaus am Brand, 16 bis 18 Uhr: Weihnachtsausstellung. — Volkshochschule. Der Kurs über „Volk- hafte Dichtung" beginnt heute um 20.15 Uhr in der Universität, Hörsaal 34. Näheres siehe heuttge Anzeige. Daten für Donnerstag, 6. Dezember. 1834: Adolf Freiherr von Lützow, Führer der Freischar 1812/13, in Berlin gestorben (geboren 1782); — 1849: der Generalfeldmarschall August von Mackensen in Hausleipnitz geboren; — 1860: die Dichterin Marianne von Willemer in Frankfurt a. M. gestorben (geboren 1784); — 1933: Königsberger Un-ioersität wird Reichsuniversität. ** Schulpersonalien. Der Lehrer Wilhelm W e i ß k o p s zu Alzey, zur Zeit kommissarischer Kreisschulrat dortselbst, zum Kreisschulrat beim Kreisschulamt Alzey; der Lehrer Philipp Zimmermann zu Oppenheim, zur Zett kommissari- cher Kreisschulrat dortselbst, zum Kreisschulrat beim Kreisschulamt Oppenheim; der Lehrer Heinrich Walter zu Darmstadt, zur Zeit kommissarischer Kreisschulrat zu Alsfeld, zum Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Alsfeld; der Lehrer Georg Reisinger zu Gießen, zur Zeit kommissarischer Kreisschulrat zu Lauterbach, zum Kreisschulrat beim Kreisschulamt Lauterbach; sämtlich mit Wirkung vom 1. Juli 1934. — Uebertragen wurde dem Gewerbelehrer Georg Schuchmann an der Berufsschule zu Gießen eine Gewerbelehrerstelle an der Berufsschule zu Schotten, mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 an; dem Gewerbelehrer Karl B r ü ck e l an der Berufsschule zu Schotten eine Gewerbelehrerstelle an der Berufsschule zu Ortenberg, Kreis Büdingen, mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 an; der Lehrerin Else Damerau zu Lauterbach eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offenbach a. M. mit Wirkung vom Tage des Dienstkenntlich zu machen. Sie alle lassen ihre tägliche Be- schäftiguna im öffentlichen Leben ruhen uni) gehen mit der Sammelbüchse auf die Straße, um jeden Einzelnen daran zu erinnern, daß jeder Pfennig Baustein zum Wiederaufbau eines einigen, nach innen und außen gleich gefestigten Deutschen Reiches ist und daß zur Verankerung dieses Wissens im ganzen Volk kein Opfer zu groß ist. Darum gibt es am 8. Dezember 1934 nur eine Parole: Geht auf die Straße und beweist den Männern, die an so verantwortungsreicher Stelle stehen, daß chr den Sinn ihrer Arbeit und ihres Wollens verstan- den habt und bereit seid, mttzuhelfen an dem gemeinsamen Werk unseres mit Macht vorwärtsstur- menden Volkes. Neuerungen im Fernsprechverkehr. . Ein Fernsprechteilnehmer, der bei der Anmeldung eines Ferngespräches für die verlangte Sprechstelle eine falsche Rufnummer angegeben oder die von der Vermittlungsstelle falsch verstandene Rufnummer bei der Wiederholung der Anmeldung nicht berichtigt hatte, mußte bisher auch für eine Verbindung mit der unrichtigen Sprechstelle die Gebühr für ein Drei Minutengespräch zahlen. Hierin tritt künftig eine Milderung ein. Der Reichspostminister hat an» geordnet, daß vom 1. Januar 1935 ab in einem solchen Falle nur noch die Drittelgebühr erhoben wird, vorausgesetzt, daß der Anmelder u n - verzü glich den Irrtum durch die Anmeldung eines neuen Gesprächs mit demselben Ortsnetz berichtigt. Eine weitere Verbesserung im Fernsprechverkehr bringt die Einführung von Wochen- gesprächen vom 1. Januar 1935 ab. Wochen- gespräche sind Ferngespräche, die — ähnlich wie Mo- natsgespräche — täglich zwischen denselben Teilneh- mersprechstellen zur gleichen, im voraus vereinbarten Zeit stattfinden und für sieben aufeinanderfolgende Tage oder ein Vielfaches davon bestellt werden. Sie können an einem beliebigen Tage beginnen; Sonn- und Feiertage werden in den siebentägigen Zeitraum eingerechnet. Nach Ablauf der sieben Tage oder ihres Vielfachen müssen Wochengespräche erneut angemeldet werden. Abschied der Saarkinder. Für die Saarkinder, die in unserer Stadt weilten, war gestern noch einmal ein großer, wenn auch schmerzlicher Tag. Es galt Abschied zu nehmen von den Pflegeeltern, die fünf Wochen lang Liede und Güte auf sie gehäuft hatten, und Abschied zu neh- men von den rasch gewonnenen Kameraden aus der HI., dem Jungvolk, dem BdM. Den Tag des Abschieds gestalteten das Gießener Jungvolk und der BdM. nicht nur zu einer großen Aufmerksamkeit für die in Gießen zu Gast ge- wesenen Saarkinder, sondern zu einem Bekenntnis jur Saar überhaupt. Auf dem Brandplatz sammelten sich Jungens und Mädels in ihren Formationen. Die kleinen Gäste von der Saar waren mit ihren Pflegeeltern erschienen. Manches der Kinder war noch einmal reich und praktisch beschenkt worden. Alle trugen mehr ober weniger große Extrapäckchen. Unter den Klängen der Fanfaren und der Trommeln des Jungvolks wurde vom Brandplatz aus der Marsch zum Bahnhof angetreten. Ein Lied nach dem anderen wurde gesungen, in gleichem Schritt und Tritt marschierte die Gießener Jugend und vermittelte den kleinen Gästen noch einmal einen letzten starken Eindruck von der deutschen Jugend. Der Abschied von den Pflegeeltern auf dem Bahnsteig gestaltete sich sehr herzlich. Da wur- den noch Gruße aufgetragen, die Kinder versprachen zu schreiben, noch em letztes Mal wurde die Hand gegeben, es gab Tränen bei Kindern und Pflege- eltern, bis um 10 Uhr der Zug aus der Halle rollte. Das Winken wollte kaum ein Ende nehmen Das Jungvolk schmetterte mit den Fanfaren einen letzten Marsch. Zugleich mit den Kindern aus der Stadt traten auch die Saarkinder, die im Kreise Gießen unter- gebracht waren, insgesamt 300 an der Zahl, die Rückreise an. Gießener Vochenmarktpreise. * Gießen, 6. Dez. Auf dem heutigen Wochen- , markt kosteten: Molkereibutter das Pfund 150 bis ' 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf । Käse, das Stück 6 bis 8, Wirsing, bas Pfund 10 Pf^ , Freude" einen Skikehrgang für Anfänger und Fortgeschrittene im Erzgebirge in der Zeit vom 25. Dezember 1934 bis 2. Januar 1935 für alle Volks- Sicnoffen, die das Skiläufen lernen und sich darin ortbilben wollen. Als Skiort ist Heibelderg m Erzgebirge auserwählt. Die Leitung ber Kurse liegt in Hänben von geprüften unb erfahrenen Skilehrern unb gibt somit die Garantie für gute und rasche Ausbildung. Der Skilehrgang kostet mit Fahrt, Unterkunft und Verpflegung einschl. der Sportkursusgebühren 36,60 Mark. Anmeldungen sind bis zum 8. Dezem- der 1934 an bas Sportamt Frankfurt a. M. ber NS.-Gemeinschaft ,Lraft durch Freube", Bürgerstraße 60/77 zu richten. Sobald die Schneeverhältnisse im Taunus es erlauben, werden auch Tagesskikurse in Oberreifenberg b^ro. Schmitten für Anfänger und Fortgeschrittene eingerichtet. Näheres wird noch in ber Presse be- farjntgegeben. Für Anfang Februar ist ein Ski- lebrgang bei Pfronten im Allgäu vorgesehen. ^Leiiere 8- bis 14tägige Skilehrgänge im Laufe des Monats Februar fino beabsichtigt. Der 8. Dezember, ein Tag ber Tat! Vom Winterhilfswerk, Gau Hessen-Nassou, wird geschrieben: Volksgenossen, weiter geht der Ansturm gegen die Fülle der Not unb des Elends eines schweren Winters. Breschen sind geschlagen, Erfolge errungen! Doch nur das dauernde Vorwärtstreiben und be- charrliche Anrennen gegen das Unglück und die Schick- alsschläge der Anderen, zu dem jeder Volksgenosse 1 eine Kraft freiwillig zur Verfügung stellen muß, 1 ichert dem Einzelnen hie eigene gefestigte Lebens- Stellung. In der Geschichte waren es auch immer nur hie -schwersten Opfer und nicht weise Reden, die ein Volk stark und groß machten. Wir haben das Zeitatter des Liberalismus und des Materialismus überwunden und dürfen keinesfalls, durch Teilerfolge geblendet, wieder in die Fehler eines überwundenen Zeitabschnitts zurückverfal- len. Der Egoist darf im neuen Deutichland keinen Platz mehr haben. Ein vom völkischen Gemeinschaftsgeist beseettes opferbereites Volk muß vielmehr in geschlossener Einheit gegen alle ben Aufstieg hindernde Bollwerke anlaufen. Der 8. Dezember 1934 wird auf diesem Weg ein Markstein sein. Ein Aufgebot aller der Volksgenossen, die ihre Tätig- kett und ganze Lebenskraft bereits in den Dienst der Bewegung gestellt haben und die -daher berufen sind, an leitenden Stellen die Geschicke des Reicyes und der Partei zu bestimmen, wird eingesetzt, um die Wichtigkeit dieses Tages auch nach außen deutlich 1 der Hessischen Sparkassen flüssig gemacht ©erben i während der Arbeiter 10 bis 15 v. H. aufbrlnoe» , muß, die restlichen 15 bis 20 o. H. werden die L beitgeber ihren Arbeitern bereitstellen, wofür ihnei : erste Hypotheken gewährt werden. Diese Art der Arbeilersiedlung ist vergleichbar mit dem Reichserbhof der Bauern, da der Arbeiter die Möglichkeit haben wird, durch geringen Abtrag in 20 bis 30 Jahren schuldenfrei fein eigenes Häuschen zu besitzen. Mit der Durchführung dieser Aufgaben u Handelskammerpräsident Dr. Luer Syndikus^ Keim beauftragt, ber bisher auf bie Anfrage 145 Firmen im Rhein-Main-Gebiet nur eine lehnung erhalten hat. Das ist ein guter Erfolg &f. von bem Gauleiter eingeleiteten Aktion, bem 6 auch gelungen ist, zum ersten Male eine preM Kasse für bie Finanzierung in Hessen heranzuM i Die Häuschen sollen burchschnittlich 5000 6000 Mark kosten, im Erbgeschoß ein Küche fot, ein Zimmer unb eine Kammer, im ersten Stj anstatt ber Wohnküche zwei Zimmer unb Kammern, sowie bas nötige Beigelaß mit usw. enthalten. Zu bem Haus gehört ein ei«, sprechenber Nutzgarten. Die Sieblung soll in eiv Grünfläche eingebettet werben, so baß ber Örb?, ter nach feiner Tagesarbeit in frischer, freier Lui leben unb auch gefunbe Kinber erziehen kann, wirb zwar nicht jeber deutsche Arbeiter ein ^ein erhalten können, weil die Mittel nicht oorhanbn sind und er auch keine eigenen Mittel aufweisn kann. Aber ber Versuch muß gemacht werde:, möglichst vielen zum eigenen Heim zu verhelfen. Bei biefen Bauten, bie durch den Rhein-Maii, scheu Provinzialoerband getragen werden, wir den Wünschen des Einzelnen nach Mögllch!^ Rechnung getragen. Die Tilgungsraten will man so einteilen, daß für den kleinen Mann die Kosten tragbar sind. Das Gelände, das vom Staat, den Gemeinden oder den Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, soll in Erbbaurecht gegeben ober käuflich erworben werden können. Der Preis hier, für soll etwa 20 Pf., höchstens eine Mark pro Quadratmeter betragen. Für Gießen sind die Möglichkeiten zwar gering, weil ein großer Teil der Arbeiter auf dem Lande wohnt. Den anderen Arbeitern soll aber die Möglichkeit hierzu gegeben werden, und die Arbeitgeber werden oeranlotzi werden, an dieser Gemeinschaftsaufgabe mitzu- arbeiten. Nebenher soll der Bau von kleinen (Eigen- Heimen mit Kostenaufwänden bis zu 150V Mark gefördert und dabei der Charakter ta Eigenheimes gewahrt werden. Auch hierfür schweben Verhandlungen mit btm Ziel, durch Beihilfen zu den Straßenaufschließung^ kosten unb den Anschlüssen solche Bauten zu fördern. Der Redner erläuterte hierauf die Richtlinien für die Einschaltung des Handels in die winterliche Arbeitsschlacht 1934/35 und wies auf die Vergünstigungen der Arbeitsbeschaffungsproaramme ber Elektro- unb der Gas-Gemeinschaft Gießen hin, wobei er besonders die steuerlichen ErmäßiauMn unterstrich und dem Wunsche Ausdruck gab, baß der Handel seine ganze Kraft zum Gelingen dieser großen Werkes einsetzen möchte. In einem Schlußwort nach einer kurzen Aussprache faßte Dr. Keim nochmals alle Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung zusammen unb at- buchte bes Mannes, ber sich mit ganzer Kraft für bie Arbeitsbeschaffung feiner Volksgenossen ein- setzt, unb gab ber Hoffnung Ausdruck, daß aud im hiesigen Gebiet dieser Appell des Führen reichen Erfolg haben werde. Die Jndusttie- und Handelskammer Gießen hatte , die in den Kreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach ansässigen Firmen und Fachgeschäfte des Gas-, Elektto- und Baumaterialien-Handels auf gestern, abend zu einer Kundgebung in das Caf6 Ebel zu Gießen eingeladen. Der Syndikus der Industrie- und Handelskammer Gießen Dr. Reim sprach nach Begrüßungworten über die Steigerung der Umsatz möglichkeiten und Ver- günftigungen im Rahmen der Arbeits- escyaffungsmaßnahmen bei der Elektro - G a s - G e m e i n s ch a f t und der Baufront, insbesondere über die Arbeiter-Siedlungs- und A r b e i t e r - H e i m b a u-A b- sichten im Rhein-Maingebiet. Er wies barauf hin, daß der Kampf der Reichsregierung gegen die Arbeitslosigkeit unvermindert weitergeführt werde und alle Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung mit Hilfe maßgeblicher Instanzen, und besonders die Anregung des Reichsstatthalters, auszuschöpfen sei, um die in jedem Winter ansteigende Zahl der Arbeitslosen möglichst gering zu halten. Für den Llektrohandel liegen aus bem vorigen Jahre noch 12 000 Anträge auf Instandsetzungen und 3500 Anträge auf Instandsetzungen in Altwohnungen vor, bei deren Durchführung 13 000 Elektrotechniker beschäftigt und ein Umsatz von 1,15 Millionen Mark erzielt werden könne. Das sind Arbeiten, die sonst nicht im Winter vergeben werden. Gießen kam nun im Vorjahr bei der Zuteilung ungünstig davon, weil die Anträge sehr spät einliefen. Für diesen Winter stehen Reichszuschüsse nicht zur Verfügung, aber die Reichsregierung hat vorgesehen, daß jeber Volksgenosse mehr als bisher Entgegenkommen findet. Es muß allerdings nicht immer erst auf Belohnung gewartet werden. Außer den Anträgen aus dem Vorjahr, die im Rbein-Main-Gebiet 20 Millionen Mark ausmachen, bestehen weitere Möglichkeiten der Arbeitbeschaffung durch die Gas- und Elektro-Werbung bzw. Neuanschaffung, die Jnstandsetzungsarbetten in Wohngebäuden, die Arbeiten in den Arbeiter-Sied- lungs-Bauten usw. Hierbei soll von den Arbeiten der Baufront abgesehen werden. Davon ausgehend, daß das Baugewerbe als Schlüsselindustrie das gesamte Gewerbe befruchtet, wird der Gedanke der Arbeiter-Siedlungen und Arbeiter-Heime propagiert Dank der Initiative des Reichsstatthalters sind diese Vorarbeiten sehr weit vorgeschritten. Die Preußische Pfandbrief-Anstalt und die Hessi- chen Sparkassen machen Mittel hierfür flüssig. Dadurch soll erreicht werden, daß der Arbeiter in der Siedlung seßhaft wird unb trotz seiner Beschäftigung in ber Industrie nicht die Verbindung mit dem Boden verliert und sich einen zusätzlichen Nahrungs- ;edarf schafft. Es werde dafür gesorgt werden, daß ich die Industrie nicht weiter zusammenballt und um die Großstädte gruppiert, sondern auf dem Lande bleibt und sich einen Stamm von Arbeitern schafft. Von Reichswegen sind dafür besondere Richtlinien herausgegeben. In Frankfurt-M. ist bereits der i Anfang gemacht worden. Der Arbeiter bekommt - 6 bis 800 Quadratmeter Land für die Siedlung aus dem Besitz des Betriebes selbst oder von den Ge- 1 meinden zur Verfügung, d. h. entweder zu billigem ! Preis, oder in Erbpacht. Natürlich kann nur dann i Boden hierfür freigemacht werden, wenn er im i Sinne der Allgemeinheit voll und ganz ausgenutzt wird. Die Finanzierung ist so gemacht, daß 7Ö v. H. mit Hilfe der Preußischen Pfandbrief-Anstalt und ; antritts an; dem . zahl zu Schotten Die Deutschen seien ein sehr wichtiger Faktor zur Stützung der deutschen Wirtschaft. Ausländsdeutsche Hlossen sich in Genossenschaften zusammen, denn ter einzelne könne nichts unternehmen. 3n Polen gebe es 973, in Jugoslawien 318, in Siebenbürgen 182, im Banal 408 deutsche Genossenschaften. dadurch seien große Bestellungen im Mutterlande uöglich. Auf dem Wege über die Genossenschaften würben deutsche Maschinen gekauft. Vielfach finde rian in deutschen Siedlungen im Ausland Motors uus Köln-Deuz, Maschinen von Lanz-Mannheim nnb Henschel-Kassel. Wo der Deutsche lebe, werde ■ar deutsche Erzeugnisse Propaganda gemacht. Die teutsche Schule sei im Ausland von ausschlaggeben- !sr Bedeutung für die deutsche Propaganda. Es sei klungen für Griechenland Telepyoneinrichtungen wn Siemens & Halske im Monopol für 38 Jahre u vermitteln. Der Grund: Griechenlands Handels- unister und andere Minister seien in die rührige putsche Schule zu Athen gegangen. Im Gaswerk zu Konstantinopel stehe eine riesige AEG.-Turbine. Der Opferfreudig hat sich die Bevölkerung von Stadt und kreis Gießen und der übrigen Teile von Ober Hessen bisher immer gezeigt im Kampfe gegen die Tlot deutscher Brüder und Schwestern und damit in der Bekundung der Volksgemeinschaft aller Schichten. Diese Opferfreude wird ihren neuen starken Ausdruck finden in dem großen Hilfswerk, dessen Zeuge die ganze Welt fein wird am nächsten Samstag, dem lag der nationalen Solidarität! l ager der Wirt chaftsbelebung für das Mutter- bnb in dieser Hin icht sei der Ausländsdeutsche. Mit busterkatalogen ei nichts zu erreichen. Deutsche firmen erhielten Aufträge für die Nilstauwerke in Ägypten, obwohl Aegypten unter englischem Pro- ti'torat stehe. Der Grund hierfür sei aber darin zu sichen, daß die einflußreichen Männer Aegyptens trauen zu Gattinnen haben, die die deutsche Schule nn Alexandrien besuchten. Der Verkehrsminister srafiliens, Gonter, sei ein eifriger Förderer des teutschtums. Ihm ist es zu danken, daß 168 moderne llkomotiven, 25 Junkers-Flugzeuge nach Brasilien tiliefert werden konnten. Der Bahnbau über die laden sei einem deutschen Ingenieur übertragen lorden. Mach dem Kriege sei die Zahl der bodenständigen schulen im Auslande gestiegen. Der VDA. habe r ein großes Arbeitsfeld. Der VdA. müsse selbst- fnnbig bleiben, könne aber sehr gut und sehr frucht- 6t mit kirchlichen Organisationen (Gustav-Adolf- ^retn, Bomsatiusverein) zusammenarbeiten. All dies sei hineinzutragen in den Unterricht a: reichsdeutschen Schulen. Immer wieder, insbe- fri.bere auf Anregungen aus der Literatur hin, Idie sich an das Deutschtum im Auslände erinnern. Elftes deutsches Heimweh leuchte uns aus vielen S-Tfen auslands- und grenzlandsdeutscher Dichter »»gegen. Der Ausländsdeutschen solle deshalb nicht nur irgendwelchen Jubiläen gedacht werden, sondern । |te5. Der kulturunlerschied zwischen den Deutschen und den Völkern z. V. in Südosteuropa fei ungeheuer. l!iv. H. der Serben z. B. könnten weder lesen, noch (treiben; die übrigen kaum mehr als ihren Namen. Deshalb fei die Erhaltung der deutschen Sprache in Südosteuropa so wichtig. Es sei eine große Freude, daß Deutschland geeint sei. Der Auslands- deutsche spüre draußen in der Welt das geeinte Reich und freue sich herzlich darüber. Deutschland werde sich unter dieser Voraussetzung den Platz an der Sonne wieder erobern. Und mit Stolz werde wieder das Lied erklingen: „Deutschland, Deutsch- land Über alles!" Anhaltender starker Beifall! Schulrat Aebeling dankte dem Redner für seinen interessanten Vortrag. Derantwortungsbewußtsein müsse uns alle erfüllen. Unser Blick müsse hinausgehen über die Grenzen, die Haß und Willkür zogen. Aus dem stetigen Kampf des Auslandsdeutschtum müßten wir Kraft gewinnen, für unser Volk zu kämpfen. Wir müßten den Blick auf das große Ganze gerichtet halten. So wie die Welt geographisch Nord- und Südpol kenne, so gebe es gegenwärtig völkisch und weltgeschichtlich zwei Pole: Deutschland und Japan! Die große Fragestellung laute: „Welches Volk wird die Führung in der Welt übernehmen?" Der Westen — Deutschland!? Oder der Osten: Japan!? Deutschland wage alles! Kämpfe für das ganze Abendland. Noch hasse uns die Welt. Aber zehntausendmal stärker müsse unsere Liebe zu unserem Volkstum fein. Ein Sprechchor — Worte der Liebe und Begeiste- rung zu Volk und Vaterland von Ernst Moritz Arndt —, die gemeinsam gesungenen ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes und das dreifache „Sieg-Heil!" auf den Führer in die deutsche Zukunft, auf Adolf Hitler, beschloß die Versammlung. Die Gießener Gasgemeinschast im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Wie im Vorjahre, vereinigen sich in diesen Wochen Volk und Staat in dem Bemühen, in einer großanlegten Arbeitsschlacht den Kampf um die Gesundung der deutschen Wirtschaft fortzusetzen und zu einem siegreichen Ende zu führen. Es gilt, die früheren großen Erfolge noch zu erhöhen, die darin bestanden, daß fast vier Millionen Erwerbslose endlich wieder in den Arbeitsprozeß eingereiht wurden. An diesem ausgezeichneten Ergebnis hat unsere Gaswirtschaft einen erheblichen Anteil, denn ihr gelang es, einen Betrag von rund 50 Millionen Mark an Aufträgen in Bewegung zu setzen. Ferner wandten die Gaswerke außer den normalen Kosten der Erhaltung und Erneuerung ihrer Betriebsanlagen in Höhe von etwa 50 Millionen Mark für den gleichen Zweck die außerordentliche Summe von 40 Millionen Mark auf, und zwar 16 aus eigenen und 23 aus öffentlichen Kreditmitteln. Der Sieg der Arbeitsschlacht 1934/35 muß sich in diesem Jahre ebenso eindrucksvoll wiederholen. Da» Ziel ist, auch den letzten haushalt gasversorgter Gebiete die großen Vorzüge des Gases teilhaftig werden zu lassen, die vor allem im sparsamen Verbrauch, Sauberkeit, Hygiene und starker Arbeitsentlastung bestehen. In der Küche vollzieht sich Immer mehr der llebergang vom kleinen Gaskocher früherer Tage zum vielseitig verwendbaren Gasherd, auf dem man kochen, braten und backen kann. Ein Warmwasserbereiter wird ebenfalls unentbehrlich, ja selbst eine gasbeheizte Wascheinrichtung erfreut sich wegen ihrer leichten Handhabung steigender Beliebtheit. Das neueste sind heute Gaskühlschränke, die die Speisen und Lebensrnittel auch in der beißen Jahreszeit frisch erhalten. Neben Neuanschaffungen wird sicherlich in großem Umfange der Ersatz veralteter Geräte erforderlich werden, womit man eine wesentlich sparsamere Gasausnutzung erreicht. Weiter erobert sich das Gas in steigendem Maße das große Gebiet der Raumheizung, für die es geradezu ideale Möglichkeiten bietet. Ohne eigene mühsame Heizarbeit, ohne unangenehme Nebenerscheinungen aller Art erzielt man eine stets gleichmäßige, gesunde Zimmerwärme. Die verbilligten Tarife für Heizgas erleichtern dieses neuzeitliche Verfahren noch bedeutend. Nicht nur der Haushalt, auch Gewerbe und Industrie bedienen sich heute in größtem Ausmaße des Gases als Energiequelle. Sie sammeln damit die besten Erfahrungen, da sich die Wettbewerbsfähigkeit dank der mannigfachen Vorteile der Gasverwendung zusehends steigert. Zweifellos läßt sich letzteres jedoch ebenfalls noch bedeutend erhöhen. Die überaus starke wirtschaftliche Belebung, die sich aus der vermehrten Verwertung von Gas notwendig ergibt, sei nur in kurzen Zügen angedeutet. Mehr als auf irgend eine andere Weise wird der wichtige Rohstoff Kohle durch Entgasung ausgewertet und obendrein der Anfall wertvoller Nebenprodukte erzielt. (Koks, Teer, Benzol, Ammoniak, Schwefel.) Am Ausgang des Gaswerkes sind etwa 3% mal so hohe Werte vorhanden, als durch den Eingang hereinkamen. Der wesentliche Nutzen aber, besten Bedeutung acrabe heutzutage nicht leicht überschätzt werden kann, ist die Beschaffung von Arbeit. Die Industrie der Gasgeräte und das Jnstallationshand- werk werden durch vermehrte Aufträge in die Lage versetzt, mehr Menschen zu beschäftigen, als zuvor. Indem wir das Handwerk fördern, helfen wir dem schwerringenden Mittelstand, einer der wichtigsten Stützen unseres Staates. Zusammen mit Gaswerken, Jnstallationsfirmen und Fachhandel in den Gas-Gemeinschaften ist es in besonderer Weise dazu berufen, die Winterarbeitsschlacht durchzuführen. Die Gießener Gas-Gemeinschaft hak bereits feil einigen Wochen die Arbeitsschlacht 1934/35 begonnen. Durch kräftige Außenwerbung, wie auch durch intensive Hauswerbung konnten ansehnliche Erfolge im Gasgeräteabsah und in der Installationstätigkeit erzielt werden. Es wurde Arbeit beschafft, und mancher Erwerbslose konnte unter Mithilfe der Gießener Gasabnehmer, die sich durch kauf eines Gasgerätes an dem Arbeitsbeschaffungsprogramm beteiligt haben, wieder in Arbeit eingestellt werden. Selbstverständlich bedarf es noch riesiger Anstrengungen, um das große Aufbauwerk unseres Führers, auch den letzten Volksgenossen in Arbeit und Brot zu bringen, zu verwirklichen. Daher hat die Gießener Gas-Gemein- schäft in ihrer jüngsten Sitzung eine weitere Erleichterung im Interesse der Arbeitsbeschaffung geschaffen. Es wurde beschlossen, für sämtliche Arbeiten, diebiszumZl. Märzl935zur Ausführung gelangen, Zuschüsse in Höhe von20 bis 25 v. H. auf die gesamten Anlageko st en zu gewähren. Im einzelnen werden von den Mitgliedern der Gießener Gas-Gemeinschaft bis zu diesem Termin nachstehende Vergünstigungen gewährt: 1. Auf alle Gasgeräte wird ein Barzuschuß von 5 v. H. vom Listenverkaufspreis sowohl bei Er- weiterungs- als auch bei Jnstandsetzungsarbei- ten und 20 v. H. Zuschuß in Form von Gasgutschrist gewährt. Der Zuschuß, der in Form von Gasgutschriften gewährt wird, wird jeweils auf den Gasmehrverbrauch gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres In Anrecht nung gebracht. Die Anrechnung des Zuschuß« betrages auf Gasmehroerbrauch erfolgt auf die Dauer eines vollen Jahres vom Zeitpunkt der Fertigstellung der Anlagen ab gerechnet. 2. Auf alle Jnstallationsarbeiten werden, sofern der Rechnungsbetrag 15 Mark übersteigt, Bar« Zuschüsse gewährt, und zwar für Erweiterungsanlagen und Jnstandsetzungsarbeiten 5 v. H. Ferner bei Neuanlagen und Erweiterungsanlagen (nicht Jnstandsetzungsarbeiten) 20 o. H. Zuschuß in Form von Gasgutschriften. 3. Für Erneuerung und Erweiterung von Steigleitungen wird ein Barzuschuß von 20 v. H. gewährt. 4. Das Gaswerk führt Gaszuführungsleitungen zum Gebäude bis auf eine Länge von zehrt Meter nach Möglichkeit kostenlos aus. 5. Das Gaswerk verzichtet auf die Erhebung von Prüfungsgebühren für Gasanlagen aller 2frt/ die unter diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen fallen. tt. Zur nachhaltigen Förderung der Arbeitsbeschaffung werden auch bei diesen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Gasgeräteverkäufe und Jnstallationsarbeiten Teilzahlungsgeschäfte von sämtlichen Mitgliedern der Gas-Gemeinschast auf die Dauer bis zu 24 Monaten gewährt. Beträge unter 15 Mark und über 700 Mark sollen in der Regel nicht im Teilzahlungsoer- fahren einbegriffen sein. 7. Außer diesen Vergünstigungen gewährt das Reich eine Einkommensteuerermäßigung in Höhe von 10 v. H. der Aufwendungen. Ausgenommen von der Bezuschussung sind Jnstallationsarbeiten und Gerätelieferungen für Neubauten, ferner wird kein Zuschuß gewährt auf gewerbliche Geräte aller Art; dagegen sind Jnstallationsarbeiten in Gewerbe- und Industriebetrieben zuschußfähig. Sämtliche Vergünstigungen werden nur bis zum 31. März 1935 gewährt. Deshalb wird die Oeffentlichkeit aufgefordert, mit- zuhelfen an dem Arbeitsbeschaffungsprogramm und mihufämpfen gegen die Arbeitslosigkeit, um die Volksgenossen wieder in Arbeit zu bringen. Rundfunkprogramm. Freitag, 7. Dezember. 6: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nach- richten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. 18.15: Humor des Ostens. Witz — und tiefere Bedeutung. 18.25: Die Wintersternbilder. Der Himmel im Dezember. Ein Gespräch. 18.50: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.10: Im Sattel durch ein singendes Land. Mexikanischer Funkbogen. 21: Konzert. Ludwig van Beethoven. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Saarländer sprechen. 22.30: Der Zeitfunk bringt die Sportvorschau. 22.45: Einbruch im Savoy. Ein Kriminalhörspiel. 24: Nachtmusik. 1 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) K. Z. in Lich. Aus Ihrer Anfrage geht hervor, daß die Arbeiten bereits ausgeführt sind. Anträge, die erst gestellt werden, wenn die Arbeiten bereits erledigt sind, können nach Mitteilung von zuständiger Stelle grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Hinsichtlich eines evtl. Steuernachlasses empfehlen wir Ihnen, sich an das für Sie zuständige Finanzamt zu wenden. Teppiche Die besten deutschen Marken-Fabrikate, vom einfachen, strapazierfähigen Äouclä bis zu den schwersten, durchgewebten Qualitäten Orient-Teppiche auserlesen schöne, besonders preiswerte Stücke Beachten Sie bitte meine Ausstellung am Kreuzplatz ML '.Zwei voMtsfümlicfie, preiswerte Cöogel6estimmunqs6ücfer ! Nie heimischen Singvögel :6erausg«geben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. a..farbigen Tafeln, 60 Abbildungen auf Kunstdrutktofclll, 5 arten und 1111 Abbildungen im Text. 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Alle in die Handwerksrolle eingetragenen Gewerbetreibende, die das Handwerk ausüben, für welckes die Innung errichtet ist, gehören der Innung pflichtgemäß an. Diejenigen Handwerker, die ihr Gewerbe selbständig auf eigene Rechnung betreiben oder das Gewerbe im Nebenberuf ausüben und noch nicht in die Handwerksrolle eingetragen sind, haben unverzüglich ihre Eintragung bei der Handwerkskammer zu beantragen und sich zur Mitgliedschaft bei der für ihr Gewerbe errichteten Pftichtinnung anzumelden. Bei Unterlassung dieser gesetzlichen Anordnung werden die entsprechenden Sttafbestimmun- gen in Anwendung gebracht. Handwerker-Innung der Wusiklnstrumentenmacher, Mechanische Wusikinskrumenlenmacher, Orgelbauer, harmoniumbauer, Klavierbauer für die Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg — Sih Gießen. Obermeister: Ernst N i k o l a u s, Lich (Ober- Hessen). Darmstadt, den 30. Oktober 1934. 7158D Hessische Handwerkskammer. Müller, Vorsitzender. Dr. Reif, Syndikus. SUa Anzeigen-AMengesellfchast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gketzen / Schulftvaße - Iir.2 Gießener Einzelhändler werben! // Denke verantwortungsbewußt, kaufe 611? Fachgeschäft für Stahlwaren ono SltzlMWurzeln Brennholz 6142 D 6102 D 6082 D * 810? D ZentRa-Uhren ist der Beste möbel reell — gut — billig, bei Kohlen Sreii I BRÜDER SCHMIDT Wcihnadilsgebädc Rollschuhe «loo D wenn Sie die Zutaten im I A Feinkost Nähmaschinen Schreibwaren Bestecke Spielwaren Fische, Fischkonserven I Obst und Gemüse Bilder Stah I waren Blumen Optik, Photo Geschenkartikel Brenn Stoffe Lederwaren, Reiseartikel .Glas und Porzellan T eppiche Manufakturwaren Holzschnitzkunst || Uhren, Gold- u. Silberware' Militäreffekten Handarbeiten Kaffee Möbel Weine Handschuhe Drogen SCHIRM Haus- u. Küchengeräte Reformnahrung Eisenwaren, Werkzeuge.! Musik Wolle, Wollwaren Rundfunkgeräte Das Fachgeschäft für Haus u. 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Die Leistungen gerade der frei« öligen Jäger, die nur eine ganz kurze Dienstzeit ijrtter sich hatten und nichts tun sollten, als „ihre Ä ffe gehörig zu gebrauchen", sprechen für ihre Dichtigkeit in einem anstrengenden und mühseligen Iiinst. m Frühjahr und Sommer 1813 mußte sich die Saar der Freiwilligen auf die Durchführung klei- ne:er Gefechte und Plänkeleien beschränken. Es galt, her linken Flügel der anrückenden französischen Zlmee in Hannover zu umgehen und hinter deren Rillen in Braunschweig, Thüringen und Westfalen fiii die Volkserhebung zu werben. Immer aber blieb die Schlagkraft der Freiwilligen von dem Schicksal bi großen Armee abhängig. Am 4. Juni wurde zu- fc?ni ein Waffenstillstand geschlossen, der Lützow aus Iler glücklichsten Stellungen riß. Während des Waf- fttltillstandes wurden die heimkehrenden Jäger bei le i Dorfe Kitzen von vereinigter württember- fii'ner und französischer Kavallerie angegriffen und fiel f dezimiert. )8is dahin hatte Lützow jedoch, besonders durch feiie überraschenden Angriffe, dem Feinde an mehreren Stellen Schaden zufügen und ihn wiederholt verwirren können. Der Major selbst war stets in der vordersten Reihe. Von seinem persönlichen Mut zeigt sein Verhalten bei der Einnahme der Stadt Roda, wo er, nur durch seinen energischen Befehl, zwei unter Gewehr befindliche sächsische Kompanien zur Uebergabe zwang. Vielfach eilte er seiner Truppe voraus, um Erkundigungen einzuholen. Seine Ungeduld, den Vormarsch zu beschleunigen und sich dem Feinde entgegenzustürzen, trug ihm zahlreiche Verwundungen ein. Aber leichtsinnig hat er niemals gehandelt: der General von Blücher hebt in einem Brief an den König die „Umsicht, Entschlossenheit und Geistesgegenwart des Majors" hervor. Nach Ablauf des Waffenstillstandes wurde das Freikorps unter den Befehl des Generals Bülow gestellt und danach mit den Truppen des Generals Wallmoden dem General von Tettenborn übergeben. Aber innerhalb der neuen Formation bestand das Freikorps als ein Ganzes fort und wurde dorthin gestellt, wo Wagemut und Tapferkeit am meisten erforderlich waren. Wichtig in der Geschichte des Korps, dessen unmittelbarer Führer der Major von Lüllow bis zur Beendigung des Krieges bleibt, sind das Gefecht bei Rosenhagen, in dem Körner fiel, und der Kampf um den Göhrde-Wald. Hier brach der Major im entscheidenden Augenblick mit der im Walde versteckt gehaltenen Kavallerie des Freikorps vor und troang die feindlichen Eskadronen, zurückzugehen. Bei diesem Angriff wurde er schwer verwundet, und sei mutiges Dorwärtsstürmen schien vergeblich gewesen zu sein. Aber der jähe Angriff hatte die Gegner genug verwirrt, fo daß sie sich in eilige Flucht auflösten, als die Lützower Verstärkung erhielten. Noch an Krücken gehend, kehrte Lützow Ende November zum Freikorps zurück. Mitte Dezember verbrannte er die Krücken und stieg zu Pferde, obwohl seine Wunden noch nicht völlig verheilt waren. Im Januar 1814 ging er über den Rhein und warf sich mit seiner Schar nach Belgien und Frankreich. In schwierigen, anstrengenden Tagesmärschen schlug er sich durch die gebirgige Gegend, erzwang sich den liebergang über Brücken und mußte Stunde um Stunde gewärtig sein, von der Bauernbevölkerung angegriffen zu werden, die sich in den Dörfern und Waldern verschanzt hatte und immer wieder vereinzelt Ueberfäüe wagte. Bülow urteilt über ihn: „Der Major von Lützow hat auch hier in beinahe täglichen Gefechten sich als einen braven und umsichtigen Offizier bewiesen. Er hat durch die frühe Meldung, daß der Kaiser Napoleon der Armee des Feldmarschalls von Blücher folge, wie letzterer Ende Februar über Sszanne in der Direktion auf Meaux marschirte, und die Nachricht, die er dem auf Mont- mirail mit einem Artillerie-Train marfchirendsn Oberst von Lobenthal hiervon ertheilte, und wodurch er wahrscheinlich die Rettung dieses Geschützes bewirkt hat, sich wesentlich verdient gemacht, sowie überhaupt der Eifer höchst lobenswert ist, mit dem er E. K. Majestät von Anfang des Krieges an gedient hat, weshalb ich zu seiner Belohnung das Eiserne Kreuz 1. Klasse aUeruntertänigft erbitte ..." In dem entscheidenden Jahr 1815 wird das Korps geteilt und nimmt als 25. Infanterie-Regiment und 6. Ulanen-Regiment an den letzten Schlachten des Krieges gegen Napoleon teil. Bei Ligny hatte das 25. Infanterie-Regiment einen Verlust von zwanzig Offizieren und 485 Unteroffizieren und Mannschaften; fein Füsilierbataillon gehörte nach der Schlacht bei Belle-Alliance zu den Truppenteilen, die unter persönlicher Führung Gneisenaus die Verfolgung vis Genappes fortfetzten. Auch das 6. Ulanen-Regiment zeichnete sich bei Ligny aus. Blücher hatte sich persönlich, den gezogenen Säbel in der Hand, an die Spitze des Regiments gesetzt. Bei den Ulanen kämpfte der Major von Lützow. Sein Pferd wurde von mehreren Kugeln getroffen, stürzte und begrub ihn, unmittelbar vor der Napoleonischen Garde, unter sich. Napoleon ließ ihn vorführen und redete ihn als den „berüchtigten Brigantenhauptmann" an. Aber er hatte doch so viel Achtung vor dem „Brigantenhauptmann", daß er befahl, ihn ja gut zu behandeln. Am 6. Dezember 1834 ist Adolf von Lützow als Generalmajor gestorben. In Berlin haben ihm seine Waffengefährten auf dem Militär - Friedhof ein Denkmal gesetzt. Ein lebendes Denkmal aber setzte ihm Theodor Körner, sein Adjutant, mit dem Lied von Lützows wilder, verwegener Jagd, das in der Vertonung von Weber den Namen des Majors im Gedächtnis der Nation erhält. Ganz werden wir aber die Bewunderung seiner Anhänger erst verstehen, wenn wir in einem Brief des Freiherrn vom Stein lesen: „Der General vereinigt mit einem großen Mut und militärischer Erfahrung einen Adel und eine Erhebung des Charakters, der ihm Begeisterung für Alles einflößt, was schön und groß ist." S.Jtxfporf Deutschlands Handballer gegenUngarn Die deutsche Elf zum ersten Länderkampf. Bekanntlich steht am Sonntag, 9. Dezember, in Darmstadt zum ersten Male eine deutsche Handball- Ländermannschaft im Kampf mit Ungarn. Beschränkten sich bisher die deutschen Länderspielbeziehungen ausschließlich auf die alljährlichen Begegnungen mit Oesterreich, so sind inzwischen weitere Länder in diesen Kreis einbezogen worden. Nach den Gastspielen der schwedischen Studienmannschaft in vier Städten Deutschlands und den Spielen einer deutschen Auswahlmannschaft in Dänemark und Schweden, hat nun das Fachamt Handball einen Länderkampf mit Ungarn abgeschlossen. Die Ungarn haben ihr Können in zahlreichen Begegnungen mit Oesterreich erworben und verbessert und mit Spannung sieht man diesem ersten deutsch- ungarischen Treffen entgegen, das auf dem Platze des SV. 1898 am Böllenfalltor ausgetragen wird. Die deutsche Mannschaft für dieses Treffen ist aus süddeutschen Spielern zusammengestellt worden. Früher wäre man geneigt gewesen, eine süddeutsche Handball-Ländermannschaft als „zweite Garnitur" anzusprechen. Das ist heute nicht mehr so, hat doch der Süden in den beiden letzten Jahren den deutschen Meister gestellt. Und auch bei vielen anderen Gelegenheiten hat sich erwiesen, daß der Leistungsstandard des süddeutschen Handballs in letzter Zeit eine achtbare Höhe erreicht hat. Namen wie die Spielvereiniguna Fürth, SV. Mannheim- Waldhof, Polizei und SV. 98 Darmstadt haben seit Jahren im deutschen Handballsport einen guten Klang. Und diese Vereine bilden auch in der Hauptsache die deutsche Mannschaft, die am 9. Dezember in der alten süddeutschen Hochburg Darmstadt den ersten Kampf mit den Magyaren bestreitet. Die Mannschaft spielt wie folgt: Tor: Fürther (Spvgg. Fürth): Verteidigung: Pfeiffer (Pol. Darmstadt), Brohm (VfR. Schwanheim): Läufer: Rutschmann (SV. Waldhof), Dascher, Stahl (beide Pol. Darmstadt): Stürmer: Goldstein (Spvgg. Fürth), Engelter, Spengler (beide Waldhof), Spalt (Pol. Darmstadt), Feick (SV. 98 Darmstadt). Um den Zußball-Bundes-pokal. Die Vorrundenspiele: Für die am 6. Januar zum Austrag gelangenden Vorrundenspiele um den Deutschen Bundespökal ist jetzt die Zusammenstellung der Begegnungen erfolgt. Der genau Spielplan, in: Köln: Mittelrhein — Nordmark Danzig: Ostpreußen — Niedersachsen Gelsenkirchen: Westfalen — Pommern Fulda: Nordhessen — Brandenburg Chemnitz: Sachsen — Schlesien Elberfeld: Niederrhein — Württemberg Würzburg: Bayern — Baden. Die achte Begegnung zwischen Mitte und Süd« west findet aus besonderen Gründen erst am 13. Januar statt. Winterhilfswerk der Fußballer. Das vorläufige Ergebnis. Die am Buß- und Bet tag in allen deutschen Gauen vom Deutschen Fußball - Verband durchgeführten Winterhilfsspiele staben einen sehr schönen Erfolg gehabt. Nach den bisher dem Deutschen Fußball- Bund von den einzelnen Gauen übermittelten Abrechnungen sind bei den von rund 600 000 Zuschauern besuchten Spielen 183 366 Mark eingegangen. Im Gau Nordhessen wurde der Betrag von 5010 Mark aufgebracht. Gauliga-Rückrunde im GauNordhessen 23. Dez.: Hessen Hersfeld — Germania Fulda; Kurhesfen Kassel — 1. FC. 93 Hanau. 26. Dez.: SC. 03 Kassel — Sport Kassel. 30. Dez.: Borussia Fulda — Germania Fulda; 1. FC. 93 Hanau — Sport Kassel; SC. 03 Kassel gegen Hessen Hersfeld. 6. Jan.: Spiel Kassel — 1. FC. 93 Hanau; Borussia Fulda — Kurhessen Kassel; Sport Kassel gegen Germania Fulda; VfB. 04 Friedberg gegen SpVg. 1910 Langenselbold. 13. Jan.: SC. 03 Kassel — VfB. 04 Friedberg; Hessen Hersfeld — 1. FC. 93 Hanau; Kurhesfen Kassel — Spvg. 1910 Langenselbold. 20. Jan.: Spiel Kassel —SC. 03 Kassel; 1. FC.93 Hanau — VfB. 04 Friedberg; Sport Kassel gegen Borussia Fulda. 27. Jan.: Borussia Fulda — 1. FC. 93 Hanau; SpVg. 1910 Langenselbold — Germania Fulda; SC. 03 Kassel — Kurhessen Kassel; Hessen Hersfeld gegen VfB. 04 Friedberg. 3. Febr.: Sport Kassel — Hessen Hersfeld; Kur« Hessen Kassel — Spiel Kassel; Germania Fulda gegen SC. 03 Kassel; SpDg. 1910 Langenselbold gegen Borussia Fulda. ♦ 10. Febr.: Germania Fulda — 1. FC. 93 Hanau; SpVg. 1910 Langenselbold — SC. 03 Kassel; Kurhessen Kassel — Sport Kassel; VfB. 04 Friedberg gegen Spiel Kassel. 17. Febr.: Hessen Hersfeld — Spiel Kassel; 1. FC. 93 Hanau — SC. 03 Kassel; VfB. 04 Friedberg — Kurhesfen Kassel; Sport Kassel — SpVg. 1910 Langenselbold. 24. Febr.: SC. 03 Kassel — Borussia Fulda; SpVg. 1910 Langenselbold — Hessen Hersfeld. 3. März: Kurhesfen Kassel — Hessen Hersfeld; Spiel Kassel — Germania Fulda. 10. März: Sport Kassel — VfB. 04 Friedberg. „KC. Teutonia" Watzenborn-Gteinberg Frohnhausen — Watzenborn - Steinberg 5:1 (2:1). Die Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg mußte zu diesem Spiel mit viel Ersatz SusAelWüimW. Vornan von Rainer Helden Ilcheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) । Sij^ortleßung Nachdruck oerbolenl .'Oer Zigarettenhändler sah, wie sich ein dunkler, fifjirf geschnittener Männerkopf aus dem Auto her- cuj der jungen Dame entgegenbeugte. Dann fuhr ktdes Mietauto los. Der Zigarettenhändler brauchte jii-aem Chauffeur nichts mehr zu sagen. Der setzte cch den Wagen in Bewegung und fuhr hinter 3fri andern Mietauto her. Sie fuhren durch meh- nt ■ Straßen und hielten endlich vor einem Hause, iiioem sich ein kleiner Teeraum befand. Hier stieg :i junge Mann mit dem scharf geschnittenen Ge- ' i zuerst aus dem Auto und half der jungen ! laue heraus. Sie verschwanden beide in dem jenen Teeraum. Marten Sie hier", sagte der Zigarettenhändler. ■Kl brauche Sie vielleicht dann noch wieder." ,Na, wollen Sie denn nicht wenigstens Ihren ci •eren Kasten hierlassen, Herr?" fragte der Taxi- i ffeur. „Ich paß schon auf. Stehlen tu ich nichts, knn Sie zufällig eine Zigarette übrig haben cllXN, dann würde ich ja nicht gerade nein sagen." leer Zigarettenhändler lächelte und steckte dem hcmffeur eine angebrochene Schachtel durch die -hübe zu. „Ra, so hab ich es ja nun nicht gemeint", sagte ff. „Aber was Gutes soll man nie ausschlagen, ui Ihre Gesundheit, Herr!" Ihtb er steckte sich fröhlich eine Zigarette an. „Danke schön! Damit Ihnen das Warten nicht atee wird! Aber meinen Kasten nehme ich schon fti r mit — den brauche ich nämlich." 2$r Teeraum war jetzt um die Nachmittagsstunde Wommen besetzt. An all den kleinen weiß ge- bchen, blumengeschmückten Tischen saßen Menschen rrtf)iebener Verufsklassen. Da war die elegante ,2ime, die zwischen ein paar Einkäufen schnell ihren aiernoontea verzehrte. Da waren ein paar Kon- tfriltinnen, die nach Geschäftsschluß hier einen Tee Bit Süßigkeiten und Sandwiches statt einer Mit- tPMiahlzeit einnahmen. Da waren Geschäftsleute, pi Kiese Teestunde zu einem Gespräch mit irgend- pilchen Partnern benutzten. Fremde, die in diesen iy ich englischen Teestuben einen Teil des englischen Lbins kennenlernen wollten. En saß auch 'der junge Mann mit dem scharf ijcmittenen Gesicht neben der jungen Dame in dem Mauen Wollkostüm. Sie sprachen eifrig mitein- । ’inr. In dem allgemeinen Stimmengewirr konnte i it nicht verstehen, was sie sagte, um so mehr, als 1 iire Stimmen sehr dämpften. Jetzt sah der junge ' bin auf. Ein Zigarettenhändler kam, seinen 2 umgehängt, langsam schlendernd an ihm vorbei. Er warf wie zufällig einen Blick auf den jungen Mann und die junge Dame. Dann ging er weiter durch den nächsten Gang, um sofort wieder umzukehren. Als er aber zurückkam, sah er, wie der junge Mann und die junge Dame schon das Lokal verließen. Der Zigarettenhändler eilte in den Vorraum des kleinen Teerestaurants, spähte, durch den Vorhang gedeckt, hinaus. Er sah die junge Dame eiligen Schritts allein davongehen, während der junge Mann wieder in ein Auto stieg. Kaum war das Auto angefahren, als der Zigarettenhändler schnell in seinen Wagen sprang, der seitlich am Restaurant wartete. „Dem Auto dort nach!" sagte er. „Aufpassen!" Und dann stellte er seinen Kasten auf den Boden des Autos. Er sah gespannt auf das Gefährt vor ihm. Sie fuhren und fuhren. „Das wird eine lange Tour", sagte der Chauffeur einmal zu ihm, als das Auto vor ihnen immer weiterfuhr und allmählich bei Tower Bridge das vornehmere Wohnviertel verließ. „Schadet nichts. Nur aufpassen! Sie bekommen ein Trinkgeld von einem Pfund, Mann, wenn wir das Auto nicht verlieren." „Und wenn's ein Floh wär — für ein Pfund, Herr, würde ich den auch nicht aus den Augen verlieren", sagte der Taxichauffeur entschieden und fuhr weiter. Der Tower ragte mit seinen finsteren Türmen drohend und düster in den Himmel. Die Laderampen an der Brücke waren von Leben und Lärm erfüllt. Die großen Krane bewegten sich wie riesenhafte Fangarme hin und her. Ein Gewirr von kleinen Schiffen, von Masten war unterhalb Tower Bridge zu sehen. Das Auto mit dem jungen Mann fuhr weiter und weiter. Nun an der Kaiftraße ent« lang, bog es schließlich in die Arbeiterviertel von Castend ein. Aha!, dachte der Zigarettenhändler bei sich. Daher kam er vorhin auf Castend zu sprechen, als er meine Marken schalt. Nun, Freundchen, wir wollen mal sehen, ob dir meine Zigaretten jetzt nicht noch schlechter schmecken, würden, wüßtest du, wer hinter dir her ist! „Was ist denn das?" fragte der Chauffeur und wandte sich rückwärts. Der fährt ja kreuz und quer durch halb London. Sehen Sie, Herr, jetzt gehts wieder auf die Docks zu. Keine gemütliche Gegend: London Docks, Herr." Das verfolgte Auto war in eine enge, dunkle Gaffe eingebogen. Hier hielt es und fuhr in einen dunklen Torweg hinein. Der Zigarettenhändler stieg aus. „Hier, mein Freund", sagte er und reichte dem Chauffeur eine Pfundnote, „das für die Fahrt." „Na, Herr, wenn Sie Zigarettenhändler sind, bann bin ich ein Detektiv", sagte her Chauffeur ladjenb. „Ich will mich hängen lassen, wenn Sie nicht einem feinen Bruber auf ber Spur finb." Der Zigarettenhänbler riß ein Blatt aus einem Notizbuch unb schrieb ein paar Zeilen barauf. „Lassen Sie sich lieber nicht hängen, Mann, bas wäre schabe. Sie haben Ihre Sache gut gemacht. Unb nun können Sie noch ein übriges tun: Bringen Sie biefen Zettel nach Hay market Nummer zweiunbzwanzig, erste Etage, unb geben Sie den ab. Es wirb Ihnen ein Diener öffnen. Sagen Sie: Wenn ich binnen vier Stunben nicht angerufen habe, bann möchte man hier bas Haus absuchen." Der Chauffeur sah auf ben Zettel. Dann würbe sein Gesicht halb respektvoll, halb ängstlich. „Oh, Mister Mac Lean! Hab ich mir's boch gebucht, baß ba etwas Besonberes bahinterstecken muß. Wenn Sie schon selber jemanben beschatten — na, bann wirb ber ja wohl nicht mehr viel zu erben haben." Mac Lean lächelte. „Hoffentlich nicht, Mann. Unb nun besorgen Sie alles pünktlich." „Wirb gemacht, Herr Mac Lean." Der Chauffeur sah feinem Fahrgast nach, ber vorsichtig, an bie Wanb ber Häuser gebrückt, bem Toreingang zustrebte. Mac Lean stellte seinen Zigarettenkasten in eine bunfle Tornische. Das Aauto war in einen Hof gefahren. Man sah ben Chauffeur absteigen unb bie Tür zu einem Autoschuppen öffnen. Gleich barauf ertönten Schritte im Torbogen. Sie näherten sich unb hielten einen Augenblick an. Mit einer raschen Bewegung hatte sich Mac Lean hinter bie geöffnete Tür ber Toreinfahrt geklemmt. So, ungesehen, wartete er. Die Schritte näherten sich. Der junge Mann von vorhin mit bem scharf geschnittenen Gesicht kam eilig aus ber Toreinfahrt, spähte auf bie Straße. Sein Blick schweifte umher. Mac Lean verharrte lautlos. Würbe man bie Flügel ber Toreinfahrt zurückschlagen, bann war er in seinem Versteck entbeckt. Würbe ber Unbekannte seinen Zigarettenkasten in ber Dunkelheit ber Wanbnische ent- becken ober nicht? Aber nichts bergleichen ereignete sich. Der junge Mann schien von bem Erfolg feines Umherfpähens befriebigt. Leise pfeifenb, ging er mit gleichmäßigen Schritten an bem Versteck Mac Leans vorbei unb öffnete irgenbwo eine Tür zu ebener Erbe. Man horte eine Klinke auf- unb zubrücken, bann Schritte sich entfernen. Mac Lean wartete einen Augenblick. Dann war er mit zwei Sprüngen im Toreingang. Aha! Hier mußte es gewesen sein. Hier links hatte bie Tür geschnappt, unb hier war auch ein (Eingang in eine Wohnung. Mac Lean legte bas Ohr an bie Tür. Nichts war brinnen zu hören. Mac Lean brückte vorsichtig auf bie Klinke. Die Tür schien verschlossen, aber offenbar mit einem ganz gewöhnlichen Schloß. Schnell zog er einen Dietrich aus ber Tasche. Ein kaum hörbares Knacken — bie Klinke gab nach. Die Tür öffnete sich. Mac Lean ftanb in einem kleinen Korribor, ber nur getüncht war. Er hatte keine Fenster unb war vollkommen lichtlos. Mac Lean ließ feine Taschenlampe groß aufleuchten. Der Korribor hatte offenbar nur ein Zimmer am andern Ende. Auch dort war alles still. Aber dort mußte der Unbekannte hineingegangen sein, wenn ihn nicht die Wände verschluckt haben sollten. Wieder lauschte Mac Lean. Nichts war zu hören. Er überlegte kurz. Sollte er dem Unbekannten nachgehen oder sollte er cwwarten, bis er irgendeinen Beamten von Scottland Pard zur Hilfe hatte? Sein Jagdeifer war aufs höchste gestiegen. Die Geheimnisse der Eva van Koster zu enträtseln, reizte ihn immer mehr? Denn daß sie in einer unklaren Beziehung zu diesem jungen Manne ftanb, war gewiß. Das war keine gewöhnliche Liebschaft, hinter bie er gekommen war. Dazu hatte sie sich viel zu merkwürbig benommen. Wenn er bie Fährte jetzt aufgab, konnten vielleicht Tage vergehen, bis er biefen unbekannten jungen Mann roieber erspähte. Los!, bachte er bei sich. Was man in ber Minute ausgeschlagen, bringt keine Ewigkeit zurück! Er schlich sorgfältig ben Gang entlang, den Revolver entsichert. Er drückte auf die Klinke des Zimmers am Ende des Korridors. Er öffnete — niemand war zu sehen. Er blickte vor sich: ein vollkommen kahles Gelaß. Es war weiß getüncht gleich dem Korridor und hatte hoch oben, beinah an der Decke, jedenfalls aber weit über Manneshöhe, zwei vergitterte Fenster. „Merkwürdig!" sagte der Detektiv zu sich selbst. „Dieses Zimmer sieht aus wie eine Gefängniszelle, die man vergessen hat einzurichten. Und wo ist ber junge Mann hingekommen? Nicht burch bie Tür unb bestimmt nicht burch bies gut vergitterte Fenster. Wenn er also nicht wie ein Geist sich hat unsichtbar machen können, muß er ja schließlich irgenbwo zu finben sein." Er tastete bie Wänbe ab, bazwischen immer wieder lauschend. Nichts war zu hören. Nein!, dachte Mac Lean. Hier ist nichts! Das sind richtige solide Wände. Etwas schmutzig, etwas feucht, aber ohne alle Geheimnisse! Etwas enttäuscht wollte er sich auf den Rückweg machen. Gerade war er in der Mitte des Zimmers — da, ein Knacken unter feinen Füßen. Erschreckt sah er auf den Fußboden, der aus unregelmäßigen Quadern zusammengesetzt war. Aber nun kam das Knacken von der Tür. Wie von unsichtbaren Händen gezogen, fiel die Tür ins Schloß. „Prost Mahlzeit!" sagte Mac Lean laut. „Das ist ja eine schone Bescherung. Das scheint hier eine sogenannte Mausefalle zu sein. Nun, mal sehen—" (Fortsetzung folgt I) u. a. notierten: Altbesitz 103,30, 6 v. H. Stahlverein 88,13, 6 v. 5). Stadt Frankfurt von 1926 87, 6 v. H. Franks. Hyp.-Bank Gold-Komm. R II/III 90,75, 6 v. S). Hess. Landesbank Gold-Komm. II/III 91,25, 6 v. H. Rheinprovinz Landesbank Gold- Komm. II 88,50, Reichsbank 145,50, Gelsenkirchen 60, Harpener 102,50, Phönix 47,50, Rhein. Braunkohlen 200, Rheinstahl 88,50, Stahlverein 40,50, AKU. 54,75, AEG. 27,25, Bekula 137,90, Cement Heidelberg 105,75, Conti Gummi 132, Scheideanstalt 205 bis 202,50, Licht & Kraft 119,25, IG. Farben 134,65, Gesfürel 107,75, Hanfwerke Füssen 47,50, Holzmann 78, Metallgesellschaft 80, Rheag 100, Aschaffenburger Zellstoff 64,25, Feinmechanik Fetter 55,40, Reichsbahn-DA. 115,40, Hapag 27,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Dez. Das Geschäft am Getreidegroßmarkt nahm in allen Sparten einen sehr ruhigen Verlauf. Das Angebot hat noch keine Zunahme erfahren, während die Nachfrage allenthalben fortbestand. Besonders Futtergetreide und ölhaltige Futtermittel sowie Mühlennachfabrikate blieben gesucht. Das Mehlgeschäft blieb weiter schleppend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen WIX 203,50, W XIII 207,50, W XVI 211,50, Roggen RIX 163,50, R XIII 167,50, R XV 171,50 alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebietes. Futtergerste GIX 165,50, G XI 168,50, GXII 170,50, Hafer HXIII 163,50, H XIV 165,50 alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 RM. mehr. Sommergerste für formt, zwecke 200, Weizenmehl W XIII und WXVI 271® Plus 0,50 RM. Frachtausgleich, Roggenmehl RY Hl 23,60, R XV 24 plus 0,50 RM. FrachtausgÄ Weizennachmehl 16,50, Weizenfuttermehl 12 7? Weizenkleie WXIII 10,58, WXVI 10,79, Rogae?. kleie R XIII 9,81, R XV 10,05 alles Mühlenfestpreil« ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich ben Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Sonasckrn> mit Monopolzuschlag (m. M.) 13, Palmkuchen 13,3/ Erdnußkuchen m. M. 14,50 alles Fabrikpreise E südd. Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel gsn bis 9,70, Heu südd. 11, Weizen- und RoggenstrE drahtgepreht oder gebündelt 4,50 bis 4,70. ü Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt standen 22* Ferkel und 2 Läuferschweine zum Berkaus, kosteten Ferkel bis 6 Wochen 12 bis 15 Mast 6 bis 8 Wochen 15 bis 18 Mark; 8 bis 13 Woche. 18 bis 22 Mark. Läufer 38 bis 40 Mark. — jer denz: mäßig. Ueberstand. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Dez. (Dorbericht.) 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb - Rinder (4 Ochsen, 2 Bullen, 1 Kuh), 785 Kälbx 122 Schafe, 350 Schweine. Es kosteten: Kälber - bis 52 Mark, Hämmel 24 bis 35, Schafe 15 bis 32 Schweine 48 bis 53 Mark. — Marktverlauf allen Viehgattungen ruhig. Obecheffen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 5.Dez. Der Arbeitsmann Erwin Schuster aus dem Arbeitsdienstlager Gießen, der mit dem Fahrrad unterwegs war, wurde bei Klein-Linden von einem Kraftwagen angefahren und erlitt beim Sturz verschiedene Fleischverletzungen, insbesondere am Kopfe. Der Führer des Kraftwagens brachte den Verunglückten sofort zur Behandlung nach Gießen. * Lang-Göns, 4. Dez. Vom Geflügelzuchtverein Lany-Göns wird uns mit- getellt: Auf der Reichskleintierschau in Frankfurt a. M. hatten hiesige Züchter einen großen Erfolg zu verzeichnen. Es erhielten: Willi F r e n für Italiener, rebhuhnfarbig, Hahn, Sg. I, Zuschlagspreis, Henne, ebenfalls Sg. I, Zuschlags- preis. Außerdem für Sebright Bantam, gold., Henne, Sg. I. Luchstauben, hellblgsch., Tauber, Sg. I, Zuschlagspreis, Taube Sg. RF. Ehrenpreis. Karl Müller II. für Antwerpener Bartzwerge Sg.I. Federfüßige porz.-fg. Zwerge, Hahn, Sg. II. Henne Sg. I und Henne Sg. Ehrenpreis. s Lang-Göns, 5. Dez. Nächsten Samstag veranstaltet die N S. - G e m e i n s ch a f t r a f t durch Freude" in der hiesigen Turnhalle einen Unterhaltungsabend, an dem Mitglieder des Stadt- theaters Gießen und Sänger aus dem Saargebiet mitwirken. — Gestern wurde unter großer Beteiligung der Gemeinde der langjährige Postagent Karl Schneider zu Grabe getragen. Er stand im 79. Lebensjahre und hatte über 40 Jahre die hiesige Postagentur treu und gewissenhaft verwaltet. Erst im Frühjahr dieses Jahres war er von seinem Posten zurückgetreten. — Dieser Tage wurde der Umbau eines der größten Häuser unseres Dorfes vollendet. Es ist dies das Geschäftshaus von Wllh. Müller IV., Kolonial- und Eisenwarenhandlung. Ein Stockwerk wurde ausgebaut, die sämtlichen unteren Räume wurden zum Laden mit drei großen Schaufenstern umgewandelt. An der Kreuzung von drei Hauptstraßen gelegen, bietet das neu hergestellte Haus einen äußerst geschmackvollen Anblick. Die Lana-Gönser Handwerker können auf ihre Arbeit stolz sein. 8Alten-Buseck, 6. Dez. Die Gaufilm- stelle der NSDAP, veranstaltete am gestrigen Mittwochabend im Saale von Philipp E i n h ä u s e r einen Tonfilmabend, bsi dem der Tonfilm „Flüchtlinge" zur Aufführung gelangte. Vor Beginn der Aufführung hielt der Leiter der NS.-Kulturgemeinde, Ortsverband Gießen, einen Werbevorttag, bei dem den Anwesenden die Vorteile der Mitgliedschaft bei der NS.-Kulturgemeinde hinsichtlich der Teilnahme an Veranstaltungen der „Deutschen Bühne" im Stadtheater Gießen vor Augen geführt wurden. Den Ausführungen wurde mit sichtlichem Interesse gefolgt, doch wurden Bedenken geäußert wegen der mißlichen Verkehrsverhältnisse zwischen unferm Ort und der Stadt Gießen, da weder nach 20 Uhr, noch Sonntags irgendeine Fahrgelegenheit bestehe. Von dem Redner wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß bei genügender Beteiligung die Wahrscheinlichkeit bestehe, daß die Reichspost durch Einlegung einer entsprechenden Sonderfahrt den Besuch der Veranstaltungen ermöglichen wird. In nächster Zeit soll die Angelegenheit noch einmal zur Besprech^.- kommen. § Mainzlar, 5. Dez. Gestern ließ die NL Gemeinschaft ,Lraft durch Freudi' der Belegschaft der Didier-Werke Main-, lar den Tonfilm „Grün ist die Heide" oorführen. Die Veranstaltung fand im großen Saale des Ta>i. wirts Müller statt. Die Vorführungen waren erfi- klassig und fanden bei den Arbeitskameraden großen Anklang. Der Saal war bis auf den letzten Plag besetzt. — Harbach, 4. Dez. Am vorigen Sonntag wn an stattete die Gaufilmstelleim Saale des Ali. wirts Herzbenger einen F i l m a b e n d. Seitens bc diesigen Jugend war der Wend sehr gut besucht. 5n< folge des schlechten Wetters kamen allerdings nur wenige Erwachsene. Zunächst wurden sehr hüöstr Die Fugend des Führers braucht würdige Heime! Bilder von dem Reichsbauerntag auf dem foütfAm gezeigt. Besonderes Interesse erregte der Hauptstn „Rosen blühen auf dem Heidegrab". Die SpiellM hing dieses empfehlenswerten geschichtlichen FÜm versetzt uns in die Zeit nach dem unglücklich« Krieg von Jena und Auerstädt bis zum Ausbruch der Freiheitskriege. In ergreifender Weise wird kr mannhafte, heldische Kampf deutscher Heidebauen gegen ibi-e französische Unterjochung gezeigt. Es rod re zu begrüßen, wenn künftig weitere derartige Filme gespielt würden. ch Dorf-Gill, 5. Dez. Sonntag abend fand hier eine Werbeversammlung für Us Winter Hilfswerk statt, zu der besonders die Frauen eingeladen waren. Zelleiter G. Same; eröffnete die Versammlung und erteilte dem stellv. Kreisleiter Hopfenmüller das Wort. Der Redner würdigte zunächst durch eine Gegenüberstellunii der vergangenen 15 Jahre und der letzten zwe. Jahre nationalsozialistischer Arbeit die Serbien« und Leistungen des Führers. Unter den bemofr;- tisch-marxistischen Regierungen war durch die Ze^ senheit und Feindschaft nach allen Seiten hin m einheitliches Wollen unmöglich. Diesem Kampf allt' gegen alle setzte der Führer die Volksgemeinft:: entgegen. Im Hinblick auf das Ganze muß jck.' Volksgenosse seine Sonderinteressen zurückM' Gerade in dem Winterhilfswerk kann jeder ein- '' beweisen, ob er Nationalsozialist ist. Noch fr-’1 2,5 Millionen Volksgenossen nicht in den Prozeß eingegliedert werden. Um die NotIM# Aermsten zu lindern, müssen noch viele Dpi« V* bracht werden. Jeder hat hier seine Aufgabe W erfüllen, denn das WHW. soll nicht die Arbeit der Partei, sondern Arbeit des Volkes fein. Der M nach oben wird lang und schwer sein uni) Opfer erfordern, doch am Ende der Arbeit wilder Dank aller Volksgenossen stehen. Zellenleiter m e 5 dankte dem Redner für seine anschaulichen um fesselnden Ausführungen und schloß die DersaiM lung in üblicher Weise. Durch den Der kau' von Abzeichen konnten 10 RM. für das W terhilfswerk abgeführt werden. a.(treten. Das dürfte nicht zuletzt die Ursache der eindeutigen Niederlage in Frohnhausen gewesen sein. Watzenborn - Steinberg war durch folgende Mannschaft vertreten: O. Burger; K. Schmandt, Gg. Buß; E. Burger, H. Schmandt, O. Fett; L. Happel, K. Schäfer, R. Lang, L. Buß, O. Haas. Unter diesen Umständen waren die Aussichten von vornherein schon sehr gering. Das Spiel begann mit raschen Vorstößen beider Stürmerreihen und nach 6 Minuten führte Frohnhausen 1:0. Im Gegenangriff wurde Lang an der Strafraumgrenze gelegt und der gegebene Strafstoß durch Bombenschuß von Fett zum Ausgleich eingeschossen. Es dauerte aber nicht lange, und die Hintermannschaft der Teutonen wurde zum zweiten Male geschlagen. Nun kamen die Gäste erst richtig ins Spiel; es wurden Torgelegenheiten herausgearbeitet, doch leider wurden kurz hintereinander drei sichere Chancen von dem Rechtsaußen ausgelassen. Mit dem Stand von 2:1 ging es in die Pause. Die zweite Hälfte sing für die Teutonen sehr verheißungsvoll an. Etwa 20 Minuten lang belagerten sie das gegnerische Tor und gar manchmal lag der Ausgleich in der Lust. Doch die Hintermannschaft von Frohnhausen spielte aufopferungsvoll und hart. Etwa 20 Minuten vor Schluß übersah der Schiedsrichter ein Handspiel des Frohnhäuser rechten Läufers. Dieser gab den Ball in den Strafraum der Gäste und die Partie stand 3:1. Reklamationen halfen nichts. Dieses Tor war die Entscheidung. Bis zum Schluß erhöhte Frohnhausen auf 5:1. Schiedsrichter Miller (Wetzlar) leitete vis zur Mitte der zweiten Hälfte gut, ließ sich dann aber aus dem Konzept bringen. Handball im Kreise 8 Lahn-Dill. Io. Hochelheim I — Gießen komb. B 7:3 (2:1). Auch die Gießener B-Mannschaft vermochte in Hochelheim zu keinem Siege zu kommen, mußte vielmehr eine klare Niederlage hinnehmen. Das Spiel war trotzdem spannend und nicht, wie das Resultat wohl vermuten läßt, eine einseitige Angelegenheit. Jedoch verstanden es die Gastgeber besser, die sich bietenden Gelegenheiten prompt auszunutzen. Mit einem Tor Differenz für die Gastgeber wurde gewechselt. Die zweite Halbzeit brachte mehr Fluß in die Spielhandlungen, so daß auch Erfolge nicht ausblieben. Sie stellten sich jedoch durch die größere Entschlossenheit mehr auf Seiten der Hochelheimer ein, die einen schönen Sieg erringen konnten. v. Gronau Präsident des Aero-Clubs. Auf einer Generalversammlung des Deutschen Aero-Clubs in Berlin wurde der bekannte Ozeanflieger Wolfgang von Gronau zum Präsidenten ernannt. Der bisherige Präsident des Aero-Clubs, Major a. D. von Kehler, hatte feinen Posten mit Rücksicht auf fein hohes Alter zur Verfügung gestellt. Er wurde in Anerkennung seines langjährigen Wirkens zum Ehrenpräsidenteh des Deutfchen Aero-Clubs ernannt. W. v. Gronau gab einen kurzen Ueberbbick über sein neues Aufgabengebiet. Anfchlie- ßend sprach er über feine Reise zur Tagung des Internationalen Luftsport-Verbandes in Washington. Kurze Sportnotizen. Deutsche Vereins meist er imSchwim- m e n wurden wieder bei den Herren Hellas Mägde- bürg und bei den Damen die Charlottenburger „Nixen". Hellas führt bei ben Herren mit 1261,6 Punkten vor Magdeburg 96 (1245,2 Punkte) und dem Ersten Frankfurter Schwimmklub (1181,7 Punkte). Hinter den „Nixen", die 1652,3 Punkte besitzen, steht Germania Berlin mit 1420,2 Punkten an zweiter Stelle. ♦ Recht erfolgreich schlägt sich die in der Wiener Fußballmeisterschaft an letzter Stelle stehende Austria auf ihrer Reise durch England. Nach dem 2:0-Sieg über Liverpool und dem 1:1 gegen Ful- ham standen die Oesterreicher am Mittwoch der erst- klafsigen Elf von Birmingham gegenüber; der Kampf endete torlos. Wirtschaft. Gewinnabschluß bei der Iriedr. Krupp AG. Die Leitung der Krupp-Werke veröffentlicht folgende Bekanntmachung an ihre Gefolgschaft: Nach langer verlustreicher Krisenzeit hat sich im verflossenen Geschäftsjahr der Beschäftigungsgrad der meisten Betriebe der Friedrich Krupp AG., Essen, und damit auch ihre Wirtschaftlichkeit weiter gebessert. Wenn auch bei einigen Werken noch Verluste entstanden sind, so wird doch das Geschäfts- ergebnis der Firma im ganzen genommen erstmalig einen bescheidenen Gewinn ausweisen. Die Ausschüttung einer Dividende soll — dem Wunsche der Familie entsprechend — nicht erfolgen, sondern der Gewinn zur inneren Stärkung der Firma verwendet werden. Man wolle jedoch die Gefolgschaft an dem besseren wirtschaftlichen Ergebnis tier Arbeit teilnehmen lassen, indem man den Werksangehörigen des Gesamtunternehmens einmalig — in Anerkennung ihrer besonderen Leistung im vergangenen Geschäftsjahr — eine besondere Zahlung zuweisen wolle, deren Höhe sich nach der Dauer der Zugehörigkeit zur Firma richtet. Sie beträgt für Arbeiter 10 bis 40 Mark und für Angestellte 10 bis 25 v. H. des Monatseinkommens. Als Stichtag für die Berechnung gilt der 30. September 1934. Frankfurter Börse. Mittagsbörse: schwacher, Renten fester. Frankfurt a. M., 5. Dez. Die Börse nahm die Verkündigung des Anleihestockgesetzes wohl gut auf, da hierdurch die seitherige Unsicherheit genommen wurde, trotzdem erfolgten in größerem Umfange Mattstellungen, da man erst die Auswirkungen der neuen Wirtschaftsgesetze und die Ausführungsbestimmungen hierzu abwarten will. Der starke Kursdruck in einigen hohen Werten blieb auch auf die sogenannten kleineren und mittleren Papiere nicht ganz ohne Einfluß, doch dürften diese Papiere zukünftig stärker in den Vordergrund rücken. Angeboten waren vor allem Akkumulatoren und Rheinische Braunkohlen, die beiden mit „Minus- Zeichen" erschienen und 10 bzw. 7 Punkte niedriger aenannt wurden. Abgabeneigung bestand außerdem bei Farbenindustrie 135,25 bis 134 (—2,25 v. H.) und Scheideanstalt (—2 v. H.). Am Elektromarkt büßten Bekula 2,25 v. H Siemens 2,50 v. H. und Schuckert 1,13 v. H. ein, im übrigen bröckelten die Kurse um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Rheinische Elektro lagen jedoch 0,50 v. H. höher. Don Montanaktien gingen Harpener um 1 v. H., Rheinstahl um 0,75 v H, Klöckner, Phönix und Mannesmann bis 0,40 v $). zurück. Reichsbankanteile verloren 2 v. H., Daimler 0,40 v. H., AKU. 0,25 v.H. Etwas fester notierten Schiffahrtsaktien, Hapag 28 bis 27,75 (27,25), Nordd. Lloyd 30,9 (plus 0,25 v. H.), ferner AG. für Verkehrswesen plus 0,40 v. H., Holzmann plus 0,50 v. H., Hanfwerke Füssen und Contt Linoleum Zürich mit ie plus 0,75 v. H. Deutsche Linoleum und Zellstoff Waldhof setzten unverändert ein. Am Rentenmarkt war die Haltung naturgemäß fester und die Kurse zogen bei etwas lebhafteren Umsätzen allgemein an, wenngleich die höheren Vor- börfenfurfe nicht immer wieder erreicht wurden. Altoesitzanleihe 103,40 plus 0,25 v. H. (vorbörslich 103,75 v. H.), späte Reichsschuldbuchforderungen 97,13 plus 0,13 v. H. (97,40). Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine lagen um 35 bzw. 25 Pfennig fester, 6 v. H. Stahlverein-Bonds gewannen mit 87,65 0,25 v. H. Auch im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt weiter schwächer. U. a. verloren: Scheide- anstalt 2,50 v. H., Siemens 1 v. H., Rheinische Braunkohlen schließlich 208 bis 202 (215), Akkumulatoren etwa 150 (zuletzt am 1. Dez. 162,50). Im Durchschnitt betrugen die Rückgänge in der zweiten Börsenstunde von 0,50 bis 1 v. H. Farbenindustrie waren um 1 v. H. auf 135 v. H. erholt, auch sonst zeigte sich späterhin etwas Widerstandskraft. Der Rentenmarkt blieb auch im Verlaufe fest. Altbesitzanleihe, späte Reichsschuldbuchforderungen, Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine zogen von 0,13 o. H. bis 0,25 v. H. an. Für Gold- Pfandbriefe bestand allgemein Nachfrage und die Kurse erhöhten sich bis 0,25 v. H, auch einzelne Kommunal-Obligationen waren bis 0,25 v. H. fester, Liquidationspfandbriefe lagen ruhig und unverändert. Stadtanleihen waren durchweg gesucht und zogen von 0,50 bis 1 v. H. an. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 3,50 v. H. weiter leichter. Abendbörse gut behauptet. An der Abendbörse setzte sich der Rückgang in sogenannten schweren Werten fort, so gingen Scheideanstalt auf 205 bis 202,50 (nach 206,50) zurück, Rhein. Braunkohlen auf 200 (203) abgeschwächt. Dagegen lagen die übrigen Marktgebiete im Vergleich zum Berliner Schluß gut behauptet, teilweise auch um 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher. Angeboten waren jedoch Cement Heidelberg, die auf 105,75 (gestern 109) abfielen. Farbenindustrie sowie einige Elektro- und Montanpapiere notierten etwas höher. Das Geschäft war indes allgemein klein. Am Rentenmarkt erhielt sich weitere Nachftage nach späten Reichsschuldbuchforderungen, Kommu- nal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheinen, auch Altbesitz und 6 v. H. Stahlverein-Bonds lagen etwas fester. Interesse bestand außerdem für Kommunal- Obligationen bei weiter leicht anziehenden Kursen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Irani'uri a. Hl Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.31 Irronffun a.M. Berlin fürs 4-12. 4.12. 5.12. Geld Brie 4-12. 4.12. 5-12. 5-12. 96,4 96,4 96,75 96,75 78,75 96,9 97,13 97,25 97,5 103,13 103,3 103,4 103,25 iburg-Amerika-Paket 27,5 27,25 o 96,5 96,5 96,5 96,5 93,25 93,5 93,25 93,5 93,65 135,75 134,4 101,65 101 101,5 101,25 93,25 93,5 93,25 Philipp Holzmann .... fiementroerf Heidelberg Cemeniwerk Karlstadt.. 78,25 93,25 93,5 93,75 93,9 94,25 94 95,5 95,5 10 0 133,75 132 63,4$ ®1 27,75 Die hinter den a: Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v. H , Lombardzinsfuß 5 o. H. 95,5 103,25 31,75 196 47,25 62,75 95,5 103,2 o 0 72 74,5 149,25 30,25 78,5 93,5 69,5 30,4 78,4 93 69,5 72 74,5 149 84,75 103 60,25 102,5 75,4 150 117,5 27,5 137,5 97,75 119 75,5 107,5 100 93,25 138 110,5 7 9 Ci 0 0 90,25 97,4 81 63,14 80,54 54,75 132 46,5 66,5 )chst a.M..., W hhwh 30,65 78,75 94 69,5 103 60 102,5 29,75 78 92,5 69,75 Schluß« kurs 71,5 74 145,5 71,5 74 145,5 134,65 202,5 89,5 38,75 80 31 197,5 54,75 127,5 46 64,25 89,5 96,65 80 150 116,25 27,25 24 27,25 23 136.13 212 90,5 38,75 81 48,25 64 101,9 54,75 126,25 46,5 63,5 115,5 47,25 62,75 87 31 198 151 131,5 79 94,4 47,25 203 88,25 40,4 11,75 108,5 109,25 151 Schluß- fürs Budern» Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener..... 27,25 137,9 98 119,25 75,5 107,75 100 92,75 137,5 110,25 78 105,75 135 102,25 55 130,5 47 67,75 116 48,25 64 88 31,4 196 159 134 27,75 139,9 99 121 76 107,65 100,5 93,75 141,75 112,25 84,75 105 60,25 104,9 76,13 151,5 Echlußl. Miltagbörse 25,5 1,15 6,75 6,35 6,4 12,25 25,5 1,15 6,7 6,2 6,4 11,5 >oesch Eisen—Köln-Neuesseu .. O Ufe Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse e klöckncrwerke....... o 47,75 215 89,5 40,4 12 109 109,5 152,25 47,5 200 88,5 40,5 12 108,5 109,5 152 28 139,75 98,5 121 75,75 108 99,5 94,65 141,5 111 O| 771 O 109 o| -I 84,25 104 60,25 104,5 Buenos Sita* Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien .... Japan ...... Jugoslawien OSlo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest... Nenyorl... -CT 58,15 54-89 12.2g 16,4 168,51 214* 61,N X G. Farben.Jndulirte scheideanstall........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschast...... 79 94,25 47,5 215 89 40,25 11,4 109 109,5 153 LrrlinL.Dezember AmerUaniiche liloten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten............... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 SchMng Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten . 4% Oesterreichische Goldrentr.... 4,20% Oesterreichische Sllberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 lYi% deSgl. von 1919.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4%Z&rfÜdi)e Bagdadbahn-Au leihe ME bSrse Schultheis Patzenhoser o Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bembcrg...................o Zellstoff Waldhof o Zellstoff Aschaffenburg o Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum O Orenstein & Koppel O Leonhard Tietz..............O Chade......................10 Acrumulatoren-Fabrik 0 Eonfi-Gummt............... O Lamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschiff...........o Norddeutscher Lloyd .........o A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft o Dresdner Bank o Reichsbank ’ i-> Datum Mansfelber Bergbau.........O Kokswerke .................o Phönix Bergbau o Rheinische Braunkohlen .... io Rheinstahl .................. Bereinigte Stahlwerke o Otavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerk Salzdetfurth vy2 A.E.G..................... 0 Bekula 0 J Felten & Guilleaume 0 Gesellfch.f.Eiektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert L Co. .. 5 Siemens L Halske. Lahmeyer & So. Geld 2,442 57,91 •54,67 12,245 16,35 167,85 21,08 61,53 5.Dezember Amtliche Geld lg£L. s« 51-g 0,2* 3,00 54* Ä H,ö 21.34 0,71J 5.6Ü 61.« 45,tt 11. ; 63.43 80,tt 34.05 10,40 2,434 4.Dezember Amtliche Notierung lurg börsc Datum 6% Deutsche RetchSanlethe v. 1987 e% ehem.7°/o Dt.RetchSanl.v. 1929 6Vi% Doung-tzlnlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% etem.8% Hess. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 18.................. 6Vi% Hess. LandeS-Hypotheke». bank Darmstadt Liqui......... Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bant Gotdpfe. 15 unkündbar biS 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 5%% ehem. 4V,% Franks. Hyp.. Bank-Ltqu.-Pfandortefe....... 6H% ehem. 4yx% -rheinische Hhp.-Bank-Ltqu..Goldpse..... •% ebem. 8% Pr. Landeöpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 •% ehem. 7% Pr. Landeöpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 kteuergutsch. Verrechnungskurs Schlußl. Abend« börse 5-12. Frank,un u. DL Berlin Schluß» fürs Gchlußk. Abend« börse Schluß« fürs Schluß,. Mittag» börse Datum 4-12. 5-12. 4.12. 5-12- *% desgl. Serie 11 ............. 8 4,13 6,75 3,8 32,25 8 4 3,75 31,25 8 4,25 6,7 3,8 31,75 4,13 6,6 3,75 31,5 5% Rumän. »eretnh. Rente 6.1903 4V,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente .. 2>4% Anatolier ............... 0,628 0,632 0,628 58,26 58,38 58,17 0,204 0,206 0,204 3,047 3,053 3,047 54,96 55,08 54,83 81,15 81,31 81,15 12,315 12,345 12,28 5,435 5,445 5.42 16,39 16,43 16,39 168,20 168,54 168,27 21,30 21,34 21,30 0,719 0,721 0,716 5,694 5,706 5,664 61,85 61,97 61,69 48,95 49,05 48,95 11,19 11,21 11,16 63,48 63,60 63,31 80,69 80,85 80,72 34,02 34,08 33,99 10,38 10,40 10,38 2,490 2,494 2,490 Banknoten. 94,13 94,13 — 95,5 _ 95-5 103,2 103,25 25,75 25,5 1,2 1,15 6,8 6,7 6,3 — 6,5 11,75 11,6