Dienstag, 6. November MH M. Jahrgang Mr. 260 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger Anordnung des Gauleiters. •a $ .2-0 das Volk zu ihm kommt, sondern das bis wäre an ufruf an die Dichter der ll«n. । 6 0 tu ( 3 V iü! mi e 5 Jen uie Pynlir ves ytanonai]O3iausnius> hrinnpn Hne schütteten Erinnerungen und Kräfte der Vergangen- dlge Beziehung mit der Geaenwart zu »nngen- e ne heit zu heben sucht, sie in Verbindung mit den Auf- Wiederholung, wenn man o^wil, deromantischen gaben des Tages bringt und das Volk durch Er- Bewegung, die‘. vor. über b‘e be“ weckung seines Stolzes auf die Vergangenheit zur sche Kunst und Wisse sch s h ' esse, weil bei uns sich ähnliche Bestrebungen zeigen, seit die Politik des Nationalsozialismus die oer- Ich weiß sehr wohl, daß man die Dichtung nicht kommandieren kann, daß wirtschaftliche und politische Blütezeiten vorausgehen müssen, ehe sie von künstlerischen und dichterischen Blütenzeiten gefolgt werden, daß wir in Demut auf die großen Geister warten müssen, die die Kraft besitzen, unsere Zeit in Gestalt und Form zu genießen. Das soll aber nicht für die Dichter der Zeit heißen, daß sie sich dem Problem der Zeit entziehen könnten und auf kommende Generationen warten dürften. Ich meine, die Gedanken, die wir politisch geformt haben, sind jetzt soweit zu einer inneren Klärung geführt, daß sie sich auch dichterisch und künstlerisch in eine neue Form gießen lassen. Ich meine, es Zeit, in dieser Buchwoche vom Volke Dieses mehr literarische Erlebnis zu einem festen Besitz und zum fruchtbaren Wert politischer Tradition zu machen, ist der Leitgedanke der faschistischen Bautätigkeit in Rom, für die Mussolini selbst verantwortlich zeichnet. Die drei großen Prunkstra- ßen, deren dritte nun eingeweiht wurde, haben den gemeinsamen Charakter, daß sie der stolzesten Erinnerungen der Kaiserzeit und ihre in der Geschichte geheiligten Stätten, das Kapitol, das Forum, Palatin und Aventin einrahmen oder flankieren und das bisherige Gemenge der allen Romfahrern teuern Reste einer großen Vergangenheit vor Auge ordnen. Was die Stiche des Piranesi und anderer Künstler bewirkten, indem sie die Ruinenwelt der Antike für das Auge und die Erinnerung auf dem Blatte zusammenrückten, wird hier auf dem großen Blatte der Landschaft durch die Kunst des Straßenbaus und die Schaffung eines geschichtlich gedachten Stadtbildes unternommen und erreicht. — Wir verfolgen in Deutschland, abgesehen davon, daß es sich um einen gemeinsamen Kulturbesitz handelt, die Rückoerbindungen des italienischen Volkes mit seiner Vergangenheit mit lebhaftem Inter- Richtiger wäre der Satz umgekehrt, nämlich: Das Buch hat kein Verhältnis mehr zum Volk. Denn solange ein Buch nur für eine dünne Schicht von Intellektuellen geschrieben ist, solange kann es nicht der Hoffnung fein, daß es in den breiten Dolksmassen Eingang findet. Es gibt keine Zeitfrage, die das Volk nicht verstehen könnte. Es kommt nur immer wieder darauf an, w i e man d i e Zeitf.ragen dem Volkeverständ- lich zu machen versucht. Die Kunst des Redens und Schreibens besteht darin, die Dinge ihrer Kompliziertheit zu entkleiden und sie auf den reinen, klaren, wahren und natürlichen Kern zurückzuführen. (Lebhafte Zustimmung.) Das heißt also: Das Buch darf nicht warten. Das gute Buch wird seinen Einzug wieder in das Volk halten müssen. Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Bücher abzusehen, sondern möglichst gute. Man könnte schon sagen: Ich frage dich, was du liest, und ich ?s1 Lebendige Symbole. J: 5 faschistische Italien feierte den zwölften sUjestag des berühmten Marfches der Hü-varzhemden auf Rom, der die natio- rbli Revolution und die Errichtung der Herrschaft Muwlinis einleitete. Die kluge und gedankenreiche Das Buch muß wieder ins Volk hinein» und so wird es dann auch das Volk wieder erobern können. Das Buch muß sich der Probleme der Zeit bemächtigen, damit das Volk fein eigenes Sein und Dasein, fein Leben, seine Sorge, feine Bot, feine Freude, seine ve- geislerung im Buch auch wiederfindet. Denn das ist die wahre Kunst des Dichters: Die Zeit zu gestalten und damit über die Zeit hinauszuragen und sich der Probleme der Zeit zu bemächtigen, um *fie am Ende dann zeitlos darstellen. Ich rede damit nicht dem Kitsch und dem Dilettantismus eines Heeres von Nichtskönnern das Wort, die glauben, daß die Konjunktur da fei und daß es nun an der Zeit fein muffe, mit Parademärschen und wehenden Hakenkreuzfahnen über die Bühne und über die Filmleinwand zu marschieren. Das sind nur die äußeren Symbole unseres Aufbruches. Der Geist, der hinter diesen Symbolen steht, der will gestaltet werden, und er braucht feine Stoffe nicht aus der Gegenwart zu nehmen, er kann sie aus der Vergangenheit emporzaubern, denn die Weltanschauung, die wir dem deutschen Volke zurückgegeben haben, ist nicht neu erfunden worden, sondern wir taten nichts anderes, als eine aus den Fugen geratene Welt wieder in ihre Fugen zurückzustellen. Halbmast am 9. November. München, 5. Koo. (DKB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht folgende Bekanntmachung des Stellvertreters des Führers Rudolf heh: Am 9. November 1934, dem Reichstrauertag der NSDAP., gedenkt die Bewegung ihrer Toten. Aus diesem Grunde sehen alle D i e n st - stellen derpartei ihre Flaggen auf halbmast. Die parteigenossenfchaft und Bevölkerung werden aufgefordert, die Beflaggung in gleicher Weise vorzunehmen. Jir den preußischen Teil des Gaues wird jvßondere auf den Erlaß des preußischen M i - Mrpräsidenten vom 2.November 1934 itznviefen, nach dem die prelstreiber ihrer gehl n Strafe entgegenzuführen find. Für den !s ifchen Teil des Gaues habe ich als Reichs- itll«ller das Staatsmini st er »um in hef- nahrne an der Woche des Buches und an den Reichs- Minister Dr. Goebbels für das große Werk des Kulturkammergesetzes. Die anwesenden Vertreter fremder Staaten möchten ihren Völkern weitergeben, daß Deutschland unter Kampf, unter Rüstung d en Wett st reit mit geistigen Waffen verstehen wolle. Reichsminister Dr. Goebbels führte dann u. a. aus: Wenn ich zum deutschen Buch spreche, dann möchte es fast den Anschein haben, als wollte ich pro domo reden, denn i ch gehöre ja selb st zur Gilde der Bücherschreiber, und ich befinde mich dabei, Gott fei Dank, in einer guten Gesellschaft. Es ist nichts falscher als die Ansicht, der Nationalsozialismus verachte die Kunst des Bücherschreibens. Wir kennen sehr wohl den ungeheuer weitreichenden Einfluß, den ein Buch ausüben kann, und nicht umsonst hat der Führer während feiner Festungshaft in Landsberg fein Buch geschrieben, denn er hatte keine andere Möglichkeit, seine Gedanken an die breiten Dolksmassen heranzutragen. Allerdings waren wir uns von vornherein darüber im Klaren, daß wir weder reden noch schreiben durften für eine dünne Oberschicht von Intellektualismus, wir wollten uns an d i e breiten Massen des Volkes wenden, und wir mußten deshalb auch eine andere Sprache sprechen als sie sonst in den Bezirken der sogenannten Geistigkeit Mode war. Wir waren nämlich der Meinung, daß, wenn eine Idee richtig ist, man sie auch jedermann erklären könnte. Wir haben deshalb frei nach Luther dem Volk aufs Maul gefchaut, weil wir uns ja auch mit dem Volke unterhalten wollten. Man hört überall die Klage: Das Volk hat kein Verhältnis mehr zum Buch. Eine ungerechte Klage. äI !. We Beschwerden, die eingereicht werden, müssen c=.’ 3? slisir ungewiesen, getreu der Gepflogenheit feit der MMübernahme fchärfstens durchzugrel- ll .... Ifefe Maßnahme findet unter dem Gesichts- pgtnl statt, daß es gilt, die kleinen Schuldigen zwar tmdji laufen zu lassen, vor allen Dingen aber die gipofrn zu hängen. Alle Zuschriften sind an die 7'cii mgsstelle für Preissteigerung bei der Gau- Idiltu g Hessen-Kassau, Frankfurt a. 7N., Adolf-Hit- (dfrtjaue, zu richten. heil Hitler! ^lantfuTt a. M., 5. Koo. 1934. Gez.: Sprenger. Volk wartet, bis das Buch zum Volk kommt! Und die Dichter und Schreiber dec Zeit werden Bestand haben, die diese Grundwahrheit unseres Schaffens erkannt haben. Wenn der Künstler nicht im Volke steht, dann hat er feine eigentliche Zeitaufgabe nicht erkannt, und er darf es dann dem Volke nicht verargen, wenn das Volk ihn nicht kennt und mißversteht und deshalb auch nicht achtet, wollen wir deshalb dem Buche eine neue Lebenskraft geben, dann müssen wir d i e z e r st ö r - (en Bindungen z u m Volk wieder h e r st e l l e n. Bewältigung der harten Gegenwart stählt. Die deutschen Wege werden dabei teilweise andere sein, als die des Faschismus und sich an die reichen und eigenartigen Entwicklungen der deutschen Geschichte anschliehen. Dem berechtigten Stolz Italiens auf Rom als Mittelpunkt und Ausgangsart eines weltlichen und religiösen Imperiums haben wir die jüngeren, aber glänzenden Erinnerungen an die deutsche Stammesgeschichte entgegenzusetzen und an die Zeiten, in denen deutsche Städte als freie und reiche Gemeinwesen alllen. Glanz ihrer Zeit m Macht, Geist und Kultur darstellten. So ist die alte Meisterstadt Nürnberg aus der provinzialen Vergessenheit, in die es die der Vergangenheit nicht mehr verbundenen letzten Geschlechter haben versinken lassen, wieder zu einer Stätte nationaler Re- Präsentation erhoben worden; so sind die zur Sommerfrische gewordene alte Kaiserstadt Goslar und die Welsenstadt Braunschweig als Sitze und Mittelpunkte der deutschen Bauernschaft und des Handwerks, zweier tragender Berufsstände des neuen Deutschlands, dem historischen Lebensgefuhi des Volkes wiedergegeben. In zahlreichen anderen Bestrebungen und in allen deutschen Landschaften zeigen sich Ansätze, die Geschichte wieder tn leben- . . ° — 1 . , • 1 V _ - kritlAOYI OXYXt 5! ' H * '33 5 * .3; i 0 1 5 «Z: dar vrüsungsstelle steht ein erweiterter Stab von 2.°- Sarver ständigen auf allen Gebieten zur IM ernt täglich, außer 8 'ioMtags und Feiertags xn 1 *■ — - • ■ ■ E; 3 s-r ‘»<1- "c 3 r?' p 5; —v! ■C: P £'■ 5,-5 dem Unterschied, daß sie damals eine Angelegen- heit kleiner Kreise und im politischen Bewußtsein des Volkes und feiner Leiter nicht fruchtbar wurde. Deutschland ist aber in höherem Grade als Italien ein moderner Staat, dem aus der Tatsache, daß viele Millionen in dem Bereich des Industrialismus leben und fühlen, Aufgaben gestellt find, die sich aus geschichtlichen Traditionen nicht lösen lassen. Die zahlenmäßig größte der deutschen Berufsorganisationen, die Arbeitsfront, kann sich an eine Tradition nicht anlehnen: sie muß sich das Symbol und die Ausdrucksform ihrer Bedeutung im Staate selbst schaffen. Der Plan, Köln zum Sitze der Deutschen Arbeitsfront zu machen und in einer auf zehn Jahre berechneten Bauperiode diesem Gedanken und Zweck eine zugleich praktische wie ideelle Gestalt zu geben, zeigt, daß der Naiionalsozialis- mus die besonderen deutschen Probleme und Bedürfnisse selbständig und eigenartig zu lösen ent- schlossen ist. Die früher von dem politischen Parti- kularismus so heftig bekämpfte zentralistische Bewegung nach Berlin und Preußen hin wird so durch Schaffung großer repräsentativer Berufszentren, die zugleich Mittelpunkte alter Stammesentwicklung sind, aufgefangen und in eine Mitwirkung aller Landschaften an den Aufgaben der Volksgemeinschaft umgewandelt, ohne daß die politischen Schäden des früheren parlamentarischen Bundesstaatenbetriebs in Kguf genommen werden müssen. sage dir, wer du bist! Und darum meine ich, daß das deutsche Volk in dieser Woche dem Buch seine Dankbarkeit bezeugt, eine Dankbarkeit, die dem Buch wieder Lebensfähigkeit gibt. Hunderte und Tausende sind bestrebt, dem Volk ein gutes Buch zu geben, den Absatz des Buches zu organisieren und es so billig wie möglich für die breiten Volksmassen zu gestalten. Gestalten wir diese Woche wirklich zu einer Woche der Dankbarkeit für das deutsche Buch, und lesen wir es nicht nur in Zeitungen nach, sondern machen wir es zur Richtschnur unseres eigenen und privaten handelns: haltet fest am deutschen Buch, und ihr bewahrt damit den köstlichen Schah unseres deutschen Geistes! Mit langanhaltendem Beifall bezeugte die Menge dem Minister ihre Bereitschaft, seinem Mahnruf zu folgen. Im Anschluß an die Rede von Reichsminister Goebbels las Hanns I o h st einige eigene Dichtungen vor, darunter ein erst vor wenigen Tagen geschaffenes Gedicht „Dem Führer . Joseph Magnus Wehner las einen Abschnitt aus seinem Roman „Sieben vor Verdun . Staatsschauspieler Müthel brachte einen Ab- schnitt aus Fichtes aufrüttelnder zwölfter Rede an die deutsche Nation und Stephan Georges erschütternde Dichtung „An die Toten" zum Vortrag. Von deutscher Kraft und deutschem Geist kündete ein Sprech- und G e s a n g ch o r der Arbeits- qaue Koblenz und Brandenburg: „Wach auf, wach auf, du deutsches Land". Als letzter Redner legte ein „unbekannter Parteigenosse", der Gaukultur- wart des Gaues Rheinpfalz' Kurt Kölsch (Neustadt a. d. H.), als Vertreter der jungen Generation der deutschen Westmark ein Bekenntnis ab zu dem Buch als dem Ausdruck des kämpferischen, heroischen Lebenswillens der Nation und brachte ein freudig aufgenommenes Sieg-Heil auf den Führer aus. „Das Such muß wieder ins Volk hinein!" ^Die Zeit zu gestatten ist die wahre Kunst des Dichters." Berlin, 5. Noo. (DNB.) Deutschland steht in diesen Tagen im Zeichen der „W oche des deut- chen Buches". Große Kundgebungen, Werbe- und Dichterabende werden an allen Orten des Reiches veranstaltet. Zahlreiche führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben durch Geleitworte auf das wichtige Kulturgut des Buches hin- gemiefen. Den Höhepunkt der Veranstaltungen in Berlin bildete die große Kundgebung im S p o r t p a l a st, zu der sich eine große Zahl namhafter Persönlichkeiten des politischen, geistigen und wirtschaftlichen Lebens, Schriftsteller und Verleger oroie mehr als 15 000 Volksgenossen aus allen Schichten und Berufen, Vertreter der Ministerien und Behörden, Beamte und Lehrer, Kaufleute, Handwerker und Handarbeiter, Männer und Frauen, jung und alt eingefunden hatten. Als erster Redner sprach der Präsident der ReichsschristturnS- kammer Dr. Hans Friedrich Blunck, der Dichter des nordwestdeutschen Raumes und nordischer Geschichte. Er nannte das Leben der Völker leer und taub ohne die Heiligung des Seins durch den Glauben. Blunck sprach weiter von dem ritterlichen Ringen, von dem geistigen Wettkampf zwischen den Völkern. Er lenkte den Blick nach dem Auslande, mit dem wir nicht immer in freundlicher Berührung stehen, sprach von dem Einfluß der Presse auf die Tagespolitik und wies nach, wie häufig die Politik durch (Erinnerungen der Politiker an ihre Studienzeit, durch die Einflüsse der Literatur des Nachbarn bestimmt wurde. „An das Ausland richten wir Dichter die Aufforderung zum Wettstreit. Wir meinen, daß es dürftig ist, m i t der größten Rüstung die Hegemonie in Europa zu erzwingen. Köstlicher, gesegneter ist der nachbarliche Wetteifer der Schaffenden. Wir fordern auf, statt in Leitartikeln zu schelten, sich uns zum ritterlichen Kamps der Geister zu stellen." Der Dichter schloß mit Worten wärmsten Dankes an den Führer für seine Anteil- aus einen Aufruf an ote majier oer Zeit ergehen zu lassen, daß sie sich nun der Zeit bemächtigen sollen. (Lebhafter Beifall.) Dann braucht man nicht mehr zu klagen, daß kein Buch mehr gelesen wird, weil dann das Volk diese Bücher verschlingen wird. Dann braucht man nicht mehr zu lamentieren, daß das Buch das Verhält- nis zum Volke verloren habe, weil das Volk dann das Verhältnis zum Buch wiederhergestellt hat. Haltet fest am deutschen Buch! Reichsminister Goebbels spricht auf einer Sportpalast-Kundgebung zur deutschen Buchwoche injfynijeit des Schauens und (Erlebens wird, ir hat dieses Jahr die Leichenvon 37 g e - l enen faschistischen F ührern in der we- i ihrer Renaisfancedenkrnäler hochberühmten Kie Santa Croce in Florenz in einem neu iijteten Grabmal beigefetzt und fo die alte und Fremdenstadt am Arno, die bisher sittlich nur ein einziges Museum einer oergange- r'Ki Kultur- und Lebensepoche des Landes war, in eiijie lebendige Beziehung zur Gegenwart und zu tign Erinnerungswerten des neuen Italiens ge= t'Bodit Daneben wurden an diesem politischen Feier- f io -ine Reihe von Staatsunternehmungen, Straft, Brücken, Gebäude in Gebrauch gesetzt, die dem Hill* die Ueberzeugung von der Leistungsfähigkeit f shiT Regierung vermitteln und ihm einen wert- rfcn Ersatz bieten sollen für die Illusionen der SIStoirEung des einzelnen am Staatsbetrieb, Die 6, 'M ; $ v W o 3 i 2, i a' Ilan Ersatz bieten sollen für Die Illusionen Der iiitnirfunq Des einzelnen am Staatsbetrieb, Die töi unterhaltsame Spiel Des Parlamentarismus fäh r hervorrief. _ ~ r,. iin Deutlichsten kommt Der ©eDanfe Des Faschismus Das nüchterne Getriebe Der Politik Durch mo- niir^ntale Leistungen zu Überhöhen, Das BeDur- nii Des Volkes nach Phantasie unD Symbolen zu Eier "Digen unD für Generationen, Die erst kommen i mri/en, Die (Erinnerung an Diese noch problema- Gegenwart in Dem soliDen Material von ipm unD Eisen sestzulegen, in Dem Umroanplungs- 1 LT,e26 zum Ausdruck, Den Die Haup t ft a p t ppm in Den letzten Jahren erfahren hat. Am di-sÄhrigen Nationalfest ist Die Dritte Pracht- in e eingeweiht roorDen, Die mit Den beiden Inten letzten 2 Jahren gebauten das Straßenbild b itiränbern, daß man Mühe hat, das Rom der ! fedriegsßeit wieder zu erkennen. Rom hat zwei iniliin seiner beispiellosen Geschichte den Weg vom :Dr zur Weltstadt zurückgelegt. In seiner letzten ti:fi;nlt als aufblühende, aber noch kaum zur Groh- sfD gewordene Residenz des savoyischen König- zeigte es Das unorganische BilD auseinander 1 oq Tiber und ineinander verflochtener Gefchichts- tfreien, in dem in buntem romantischem Wechsel f)i großartigen Reste der Kaiserzeit, die üppige iiuiätigfeit der päpstlichen Jahrhunderte und die kMäsentations- und Wohnbedürfnisse der Moder- r« «-.usammenflossen. Nur das archäologisch ge- fßü.e Wissen und Auge konnte mit Ergänzung Uten was durch den Schutt von Jahrhunderten Ur durch Ueberbauung verdeckt war, die — Sie- k likügelstadt Der Geschichte im Geiste wieDerher- lllegLkunst Des Duce hat es auch Dieses Mal zu rerneiDen gewußt, Daß Das traDitioneüe Fest in öeni Aufmarsch Der faschistischen Legionen erstarrt, d i^cmch Das AuslanD aus Der Tagesschau Der Film- %er kennt, unD Daß es so allmählich zu einer 3r Gau h e f f e n-K a f s au haben, soweit sich 5Ziehen läßt, unbegründete Preiserhü- fiimgcn au f alten Gebieten stattgefunden. 2!ntzlsichls der Auswirkungen in Der heutigen Kot- z,!it muß diefemUebetstandaufsrafcheste g^sieuert werden. Ich habe daher unbeschadet —bär amtlichen Maßnahmen eine P r ü f u n g s - »»2,* (i e für alle diesbezüglichen Beschwerden, die bei ZZz: mr 'ingehen, eingerichtet, die auch die Aufgabe hat, 3 L: dli e U r f a ch e n der Preistreibereien festzustellen, gilt gjie Leiter habe ich Pg. Assessor Dr. Witt, den ::!h' U’iltr der Preisprüfungsstelle bei der Regierung in Asst", ernannt. *55.: Nse Prüfungsstelle wird unberechtigte De sch w e r d e n sofort richtig stellen, fo- [sf' fejrn den Beschwerden Folge zu geben ist, sie den 3|ijjänDigen Regierungsstellen oot- t !;ea bzw. sie dem bereits ernannten Preisko m- mi j ar für das Reich zuleiten. Dem Leiter Annahme von Anzeigen für die Mittagsnuntmer .MASS- 11 HMtAAV — i'rMH vlvljvllu vlIljvlUvl Bbää st.kd bei Nichterscheinen BW GM LrmShigle Grundpreise: joii einzelnen "g^wall Stellen-, Vereins-, gemein» üs General-Anzeiger für Oberhessen fitO id en: Anzeiger Gießen behördliche Anzeigen 6Npf. «686 Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfilätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Si-tz-n. Schristl.itung und Geschästrstelle: Schulstrahe 7 Einheitliche Preisüberwachung für das ganze Reich Inhalt Naumburger 15= in der Ver- G 'm.1 tt: s a?"—“*'**• «äs Oer Allgemeine Deutsche Waffenn'ng zum Austritt -erOeutschen Burfchenschast studentischen Kreises, der mit ehrlichem Willen bestrebt war, alle waffenstudentischen Korporationen auf einer einheitlichen Linie zu wertvollen Erziehungsstätten im nationalsozialistischen Sinne zu gestalten. Der Obmann des Verbändebeirates, Köln und infolge Krankheit entschuldigt. Der Sty leidiger des Angeklagten, der frühere preußisch Handelsminister Schreiber, beantragte, seinen Mm danten in Köln zu vernehmen. Das Gericht beschlo demgemäß. Nach der ersten Vernehmung der A, geklagten, von denen, wie festgestellt wurde, kein Vorstrafen aufzuweisen hat, wurde der Eröff nungsbeschluß verlesen. Den Angeklagt, wird darin fortgesetzte Untreue und einzelnen vc ihnen Unterschlagung und Urkundenfälschung zu Nachteil der Reichsrundfunkgesellschaft sowie bi örtlichen Sendeaesellschaften Berlin (Funkstundi AG.), Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Leu zig und Köln zur Last gelegt. Im wesentlichen rid tet sich die Anklage gegen Magnus und Bre d o w. In der Nachmittagssitzung beschloß das Gerich das Verfahren gegen Hardt abzutren n e n, da nach dem gerichtsärztlichen Gutachte! aus Köln Hardt vorläufig nicht transportfähig Un; auch nur bedingt vernehmungsfähig ist. Die Ange klagten äußerten sich dann zu den Anklagepunkten Der Angeklagte Bredow erklärte, er sei keiner strafbaren Handlung bewußt. Dr. Magnus sagte u. a., er glaube, sich nicht strafbar gemach^ haben. In den Fällen, wo er überhöhte Bezüge^, genommen haben solle, glaube er dazu berechn gewesen zu sein, denn er habe in den meisten W, len eine schriftliche Genehmigung seiner vorgesetzt Behörde gehabt. Auch die übrigen Angeklagten be. feuerten ihre Unschuld.. Bredow berichtete dann über den grundsätzlichen Aufbau des Rundfunks. Gegen 16 Uhr wurde die Verhandlung auf Dienstag vertagt. Kleine politische Nachrichten. Der Führer stattete auf dem „Weißen HirH' bei Dresden dem erkrankten Reichswehr» Minister, Generaloberst von Blomberg, einen etwa halbstündigen Besuch ab. General« oberst von Blomberg befindet sich auf dem Wege der Besserung. Sein Befinden ist sehr gut. Auf Grund des Erlasses des preußischen Ministerpräsidenten, betreffend Preissteigerung, sind i n Kassel eine Anzahl Fleischereibetriebe und Kolonialwarengeschäfte vorübergehend geschlossen worden, weil festgestellt wurde, daß sie die Preisverordnung nicht beachtet hatten. Nach Abstellung der Mängel werden die Geschäfte wieder geöffnet. OerBerlinerRundfunkprozeßbegonnen DNB. Vor der VI. Strafkammer des Landgerichtes Berlin begann der große Rundfunkprozeh gegen die Rundfunkgewaltigen des alten Systems, Magnus, Bredow, Flesch und Genossen. Schon lange vor Beginn der Verhandlung hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Die Anklage wird vertreten durch den Oberstaatsanwalt Dr. Reimer. Um 10.20 Uhr eröffnet der Vorsitzende der VI. Strafkammer, Landgerichtsdirektor Rose- mann, die Verhandlung. Der Angeklagte Ernst Hardt ist im St.-Annen-Hospital in Or. Gördeler zum preiskommiffar ernannt. Ein Gesetz über die Bestellung eines Reichskommissars für Preisüberwachung beschlossen. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Das Reichskabi- n e l l lral heute vormittag zu einer Sitzung zusammen, in welcher der Führer und Reichs- kanzler das folgende Gesetz über B e st e l l u n g eines R e i ch s k o m m i s s a r s für Preisüberwachung vorlegte. Das Gesetz hat folgenden Wortlaut: angeschlossen. „Schafft eine neue deutsche Universitas." Reichsamtsleiter Derichsweiler über die Aufgaben des NLDStB. Auf eine Anfrage des DNB. faßt Oberbürgermeister Dr. Gördeler seine nächsten Ziele als Reichskommissar für Preisüberwachung kurz in folgenden Worten zusammen: „Ich werde eine P: Überwachung durchführen, die sich nach ver. f t i g e n wirtschaftlichen Grenzen r. i. Ich werde gegen alle die rücksichtslos vorgehen, die diese Gesetze mißachten und durch ungerechtfertigte Preistreibereien der Gesamtheit Schaden zufügen. Um diese für unser Vol-k dringend notwendigen Aufgaben durchführen zu können, bitte ich um die Mitarbeit aller." Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers, hat sich dieser Verlautbarung * Nach der Annahme dieses Gesetzes durch das Reichskabinett hat der Führer und Reichskanzler den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Dr. Gördeler, zum Reichskommissar für Preisüberwachung ernannt. Ferner verabschiedete das Reichskabinelt ein Gesetz zur Regelung der öffentlichen Sammlungen und sammlungähnlichen Veranstaltungen (S a m m - l u n g s g e s e h), über dessen wesentlichen noch zusammenfassend berichtet wird. Gördelers Ausgabe. § 1. Bis zum 1. Juli 1935 werden die durch das Gesetz über die Ueberlragung der Aufgaben und Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung vom 15. Juli 1933 (Reichsgesehblatt 1, Seite 490) dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft übertragenen Aufgaben und Befugnisse durch einenReichs- kommifsar für Preisüberwachung ausgeübt. Die Aufgaben und Befugnisse erstrecken sich auch auf Preise von Körperschaften des öffentlichen Rechts und von Verbänden, deren Bildung in Gesehen oder Verordnungen angeordnet ist oder die auf Grund besonderer gesetzlicher Ermächtigungen gebildet sind. 8 2. Der Reichskommissar für Preisüberwachung wird vom Reichskanzler ernannt. Er untersteht dem Reichskanzler und hat feinen Sih in Berlin. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Zur Eingliederung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes in die Neichsleitung der NSDAP, und zur Bildung des Amtes NSDStB. in der Reichsleitung sprach am Montag Reichsleiter Albert Derichsweiler, der Führer des NSDStB. vor der Presse über „Studenten der Bewegung". An Stelle einer zeitweilig eingetretenen zeitlichen und dienstlichen Ueberbeanspruchung, so fuhr Pg. Derichsweiler fort, gelte es aber nunmehr, die Synthese zu finden zwischen wissenschaftlicher, politischer und körperlicher Arbeit. Wir wollen wieder anknüpfen an die Zeit vor dem 30. Januar und die alten Volkes verstoßen wird, werden in nächster Zeit Späne fliegen. Mit Dr. Karl Gördeler, den der Kanzler mit der Preisüberwachung bestimmte, tritt ein Mann wieder in den Vordergrund, der schon einmal zeigte, daß er es versteht, der Preispolitik Zügel anzulegen. Als der Reichspräsident von Hindenburg den Leipziger Oberbürgermeister am 8. Dezember 1931 zum Reichskommissar für die Preisüberwachung bestimmte, zeigte sich, daß der rechte Mann auf dem richtigen Platz war. Dr. Gördeler hatte damals mit einem winzigen Apparat und ohne jeden Luxus einen weitreichenden Einfluß ausgeübt, und als er sich am 23. März 1932, also nach viermonatlicher Tätigkeit, verabschiedete, war es ihm gelungen, in dieser Zeit den Lebenshaltungsindex um 8 bis 10 o. H. zu senken. Das war in den damals zerfahrenen Zeiten der Parteipolitik und Parteiwirtschaft, des Kampfes der Jnterefsentenverbände um den Preis und um die Löhnung ein Erfolg, den keine andere Instanz mit so geringen Mitteln immer wieder auf den Geist Leo zu sprechen tarn und behauptete, der Satan sei ihm in Gestalt des Leo begegnet, wies ihn der Präsident schroff zurück. Hierauf protestierte Matuschka heftig, schlug ununterbrochen auf den Tisch und rief: „Wenn e; einen Gott gibt, so gibt es auch einen Satan". Der Präsident erwiderte, der Gerichtshof werde sich durch solche Ammenmärchen nicht beeinflussen lassen. Im weiteren Verhör erklärte Matuschka sich für schuldig und betonte seine Reue über den Anschlag. Im Verlaufe der Verhandlung ließ der Präsident Matuschka mehrfach wegen seiner heftigen Ausfälle in Fesseln legen. Es sind bereits vor vierzehn Tagen Bestimmungen getroffen worden, nach denen ungerechte Preise mit der Schließung des unsozial geleiteten Geschäfts beantwortet werden sollen. Eingriffe dieser Art mußten schon erfolgen. In Breslau z. B. hat man 24 Händlern kurzerhand das Geschäft geschlossen. Aber es hatte den Anschein, als habe das Vorgehen einzelner besonders rücksichtsloser Geschäftsleute .schon Schule gemacht. Die Schar der Preistreiber wurde zahlreicher. Kaum hatten die Erhebungen ergeben, daß tatsächlich eine Welle der Preistreiberei — der Spekulation also — im Kommen sei, hat die Reichsregierung zugepackt. Sie blieb nicht bei Teilaktionen stehen, sondern sie ging aufs Ganze. Mit der Errichtung des Reichskommissariats für Preisüberwachung und mit der Betrauung des Oberbürgermeisters Dr. Gördeler ist eine Behörde geschaffen worden, die unmittelbar dem Führer untersteht, und die sehr weit gefaßte Vollmachten erhalten hat, um jeden Versuch einer allgemeinen Preishausse mit allen Mitteln zu unterdrücken. Die Reichsregierung hält es mit vollem Recht für unberechtigt und untragbar, wenn Einzelne des eigenen Profites wegen am Wohle der Gesamtheit sündigen. Eine allgemeine Preissteigerung ist nicht gerechtfertigt, weil die notwendigen Vorräte vorhanden sind. Soweit wirklich durch verteuerte Eigenerzeugung oder durch sonstige unabwendbare Ursachen eine gewisse Verteuerung berechtigt erscheint, wird eine entsprechende Konzession an die davon betroffenen Gewerbezweige gegeben werden. UeberaU da aber, wo aus bösem Willen oder aus mangelndem Verantwortungsgefühl gegen die Interessen des erreichte. Heute hat Gördeler eine autoritäre, im Volke wurzelnde Staatsgewalt hinter sich. Er braucht keine Kompromisse zu machen. Er hat nur eine Aufgabe, energisch Schluß zu machen mit den Keimen unsozialen Handelns, die da und dort aufsprießen. Der Reichskommissar, der ja die Materie kennt wie kein zweiter, wird nicht fackeln. Das Volk wird einen ruhigen und sicheren Winter haben. Niemand wird hungern, niemand wird frieren. Das Auge des Führers wacht über uns. polizeilich geschloffen. G l e i w i tz, 5. Nov. (DNB.) Der Polizeipräsident gibt bekannt: In Verfolg des Erlasses des preu- sischen Ministerpräsidenten über ungerechtfertigte Preissteigerungen habe ich am 5. November in Hindenburg einen Fleischereibetrieb und in Beuthen vier Fleischereibetriebe polizeilich geschlossen, weil die Geschäftsinhaber sich geweigert haben, den auf Grund der Verordnung des Reichskommissars für Preisüberwachung getroffenen Anordnungen des Regierungspräsidenten vom 23. Oktober 1934, Preisverzeichnisse in d e n Schaufenstern auszuhängen, nachzukommen. Auf Grund des Runderlasses des preußischen Ministerpräsidenten hat die Fuldaer Poli- zeiverwaltung eine Reihe von Metzgereien, bei denen unberechtigte Preissteigerungen festgestellt wurden, bis auf weiteres geschlossen. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Der bekannte, von der überwiegenden Mehrzahl der studentischen Verbände zurückgewiesene Erlaß des Reichsführers der Deutschen Studentenschaft (D. St.) vom 20. September d. I. über Kameradschaftserziehung der Studierenden ist kurz nach seiner Bekanntgabe infolge der Mißbilligung seitens des Führers und Reichskanzlers materiell und kurz darauf durch die Richtlinien des Reichserziehungsminifters vom 26. Oktober über die künftige freiwillige Kameradschaftserziehung auch formell gefallen, so daß von seiner Durchführung nicht die Rede sein kann. Bestimmungen über die Art der künftigen Kameradschaftserziehung stehen in Aussicht. Mit der Frage der Kameradschaftserziehung hat sich der Allgemeine Deutsche Waffenring (ADW.) als solcher überhaupt nicht befaßt, da sie nach seiner Auffassung weder von ihm und seinen Verbänden, noch von der D. St., sondern allein von der NSDAP., d. h. dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB.) im Einvernehmen mit dem Reichserziehungs- m i n i ft e r geregelt ist. Es ist daher völlig unverständlich, warum die Deutsche Burschenschaft in ihrer in voriger Woche bekanntgegebenen Erklärung des Austritts aus dem ADW. zu dessen Begründung die Frage der Kameradschaftserziehung heranzuziehen glaubt. Auch die weitere von ihr gegebene Begründung, die den Anschein erweckt, als ob es in den ADW.- Derbänden von Judenstämmlingen, jüdisch versippten und Freimaurern wimmele, ist keinesfalls stichhaltig. Denn jüdisch Versippte und Freimaurer dürfen sich in den dem ADW. angehörenden Verbänden überhaupt nicht mehr befinden, und so- weit diese Bereinigung etwa noch nicht restlos vollzogen ist, trifft dies in der Deutschen Burschenschaft ebenso zu, wie in anderen Verbänden. Soweit aber in den Alten-Herrenschaften nicht rein arische Mitglieder, im besonderen als früh ere Kriegsteilnehmer unter fest umrissenen Voraussetzungen ausnahmsweise verbleiben durften, beruht diese für die Vergangenheit und eine gewisse Übergangszeit gemachte Ausnahme nicht auf mangelndes nationalsozialistisches Empfinden der ADW.-Führung, sondern aus staatspoli- tischen Erwägungen, die die Billigung des Führers und Reichskanzlers gefunden hatten, so daß ihre Durchführung — auch im nationalsozialistischen Staate — dem ADW. Pflicht war. Die Zahl der auf Grund dieser Ausnahmevorschrift in den ADW.-Verbänden verbliebenen Alten Herren nicht rein arischer Abstammung ist prozentual und tatsächlich verschwindend Parteigenossen und jungen idealistischen Kräfte aus der Hitlerjugend und dem Arbeitsdienst zu einem politischen Stoßtrupp der Hoch- und Fachschulen verschmelzen. Der Unterbau für das neue deutsche Hochschulgebäude müsse eine fest im Nationalsozialismus verankerte Geistes- und Charakterhaltung sein, denn erst auf dieser Grundlage könne eine nationalsozialistische Wissenschaft entstehen, die von Dauer fei. Der NSDStB. habe diese Ausgabe vorbereitet durch die Schaffung einer blute- mäßig^gebundenen jungen Mannschaft. Ueber 1000 NSDStB.-Kameraden seien in den letzten Wochen durch die Schulungslager der Partei gegangen, um jetzt an den Hoch- und Fachschulen für Neuschaffung dieses Bundes an- gefetzt zu werden. Sie hätten nunmehr im kommenden Winter die Schulung besonders ausge- mählter Kreise der Studierenden durchzuführen und die im kommenden Sommer ein» setzende politische Grundschulung der gesamten Studentenschaft vorzubereiten. Die Schulungsarbeit müsse Hand in Hand gehen mit der Schaffung eines neuen deutschen Studententyps. Denn nur ein charakterlich einwandfreier Mensch werde sein geistiges Können für die Gemeinschaft einsetzen. Das Studium trn eigentlichen Sinne erhalte einen neuen Wertgehalt, wenn der Student spüre, daß er durch wissenschaftliche Arbeit dem nativ» nalsozialistischen Gedanken dienen könne Die Parole dürfe nicht lauten „Rettet die Hochschule , sondern „Schafft eine neue deutsche Universitas!" ^ur Frage der Korporationen erklärte Relchsamtslelter Derichsweiler, daß die p o l i t i s ch e Schulung der deutschen Studierenden allein S a ch e b e s NSDStB. sei, daß aber der P f l e g e des studentischen Brauchtums durch die einzelnen Studentenkorporationen nichts im Wege stehe und daß er persönlich gegen die Auflösung oder ein Verbot der Verbände sei. Das Hochziel einer Hochschul- reform sei, daß nur der auf die Hochschule komme, der dazu berufen sei auf Grund von Charakter und Leistung als Führer angesetzt zu werden. „Aufgebaut auf dem Erlebnis der Kampfjahre wollen wir die Voraus- Jn eingeweihten Kreisen hatte man schon seit einigen Tagen erwartet, daß irgendeine Maßnahme getroffen werden würde, um dem hier und da auf» flackernden Bestreben zu Preistreibereien entgegen» zutreten. Es sind immer zuerst einige besonders Schlaue, die auf den Trick kommen, mit der Not der Aermsten unserer Armen Geschäfte zu machen; und gewohnheitsmäßig treten dann die Mitläufer gedankenlos in ihre Fußtapfen. Es gibt Preissteigerungen, die aus einer Erhöhung des Preisniveaus in der ersten Hand, also beim Erzeuger, herrühren. Wenn es nicht möglich sein sollte, den Zwischenhandelsgewinn zu einem Teil zu kürzen und so den Aufschlag zu verkleinern oder gar ganz zu beseitigen, dann ist eine ansteigende Preisbewegung unter Umständen zu rechtfertigen. In der Tat sind ja auch aus volkswirtschaftlichen Erwägungen heraus verschiedene bisher übermäßig billige Agrarprodukte durch eine gesunde Preissteigerung auf ein normales Niveau gebracht worden. Unter ständiger Kontrolle des Reichsnährstandes allerdings und unter Schutzmaßnahmen für die minderbemittelte Bevölkerung. Sobald aber Preistreibereien erfolgen, weil gewisse Waren knapp geworden sind ober weil bie Hänblerschaft befürchtet, baß sie knapp werben könnten; wenn also — mit anberen Worten — eine Spekulationshausse entsteht — bann muß bie verantwortungsbewußte Regierung eines um seine Existenz ringenben Staates, wie Deutschland, schleunigst eingreifen, um wieder geregelte Zustände zu schaffen. Man braucht nicht erst auf bie Tulpenspekulationen hinzuweisen, die vor einigen hundert Jahren die blühenden Niederlande an 'den Bettelstab gebracht hat, um das ungesunde Geschäftsgebaren dieser Art recht zu erkennen. In Deutschland liegen zur Zeit die Dinge so, daß die Ernährung und Bekleidung des Volkes in jeder Hinsicht gesichert ist. Es ist Vorsorge getroffen worben, trotz unserer schwierigen Devisenlage einen ausreichenden Vorrat an lebensnotwendigen Waren bereitzustellen. Zusammen mit denjenigen Produkten, die wir aus eigener Ernte und aus eigenen Bodenschätzen und aus eigener Arbeit erstellen konnten, wurde eine „Verbrauchsdecke" über das ganze Land gelegt, die ausreicht, um alle wesentlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen. Die Reichsregierung rechnet dabei so: die Löhne des werktätigen Volkes sind zwar noch gering, aber sie reichen aus, um niemanden hungern und frieren Zu lassen. Sie reichen darüber hinaus für bie meisten von uns auch noch zu einer bescheibenen Lebenskultur, bie auf alle Fälle erhalten, ja möglichst noch gesteigert werben soll. Für alle Volksgenossen sind — angepaßt an bie Lohn- unb Gehclltsoerhält- nisse — genügend Lebensrnittel, Kleider, Kohlen usw. vorhanden. Der Arbeiter kann mit seinen zum Teil sehr kargen Groschen gerade erstehen, was er für sich und seine Familie braucht. Sobald aber der Preis für das tägliche Brot — in weitestem Sinne gemeint! — steigt, dann tritt nicht ein Mangel an Vorräten ein — denn sie sind ja da — sondern es ergibt sich für den kleinen Mann die Unmöglichkeit, mit feinem Gelde soviel z u kaufen, wie er braucht. Das, was er für einen Teil feiner Einkäufe mehr bezahlen muß, weil die Preise gestiegen sind, hat er zu wenig. Er leidet Mangel; er leidet Not. Wenn der Mantel zu teuer wird, langt*s nicht mehr zu Strümpfen und Schuhen. Wenn die Kartoffeln un- gebührlich im Preise steigen, fehlt's an der Margarine ober an Butter unb Brot. Der Zweite Strafsenat des Reichsgerichts hat am Montag die Revisionen der im zweiten Horst-Wessel'Prozeß wegen Mordes zum Tode verurteilten Sally E p p st e i n und Hans Ziegler entsprechend dem Antrag des Reichs» anroalts als unbegründet v e r warfen. Die Todesurteile sind damit rechtskräftig geworden. Auch das Urteil gegen den dritten Beschwerdeführer, Peter Stoll, gegen den wegen Beihilfe MNi Mord auf sieben Jahre sechs Monate und zehn Jahre Ehrverlust erkannt worden war. wurde bestätigt. Der Prozeß gegen den Eisenbahnatte» toter Matuschka. Dor dem Strafsenat des Budapester ßanbgerdjfr begann unter bem Vorsitz bes Senators MartM bie Schwurgerichtsverhanblung gegen den Eise» bahnattentäter Sylvester Matuschka, der in der Nacht zum 14. September 1931 durch Sprenguni bes Eisenbahnübergangs bei Biatorbagy den Baß kan-Expreßzug zur Entgleisung brachte. Matuschki zeigte ein aufgeregtes, bann mieber ein scheue; gedrücktes Wesen. Die Verteidigung wird den Nach, weis zu erbringen suchen, daß Matuschka geistig anormal ist. Der Generalstaatsanwalt verlas die Anklageschrift, in der Matuschka für die Eisen, bahnattentate vün Biatorbagy, Jüterbog und Ansbach verantwortlich gemach wird. Die Anklageschrift schildert, baß Matuschki nach eigenem Gestänbnis bie Sprengung der Eise» bahnlime Paris—Marseille und Paris—Vintimß glia vorbereitet hatte. Eingehend schildert die Anklageschrift die krankhafte Veranlagung des Angeklagten, erwähnt seine zahlreichen wahllosen Frauen« bekanntschaften unb berichtet, baß er in Berlin bfi reite am 6. August sich bie notroenbigen Materialien für ben Anschlag besorgt und gleichzeitig mit den beiden Verkäuferinnen in einem Elektrogeschäft Zusammenkünfte verabredet habe. Nach der Anklags- schrift hat Matuschka jetzt angegeben, baß oft „Geist Leo", der ihn zum Anschlag getrieben habe, in der Person eines gewissen Leo Bergmann zu suchen sei, mit dem er 1927 eine religiöse Sekte mit kommunistischem Einschlag gegründet habe. Matuschka war 1931 in Berlin von neuem mit Leo Bergmann zur Errichtung einer Berliner Filiale dieser Sekte zusammengetroffen. Zum Schluß der Anklageschrift wird gegen Ma« tuschka die Anklage wegen 22 mit Vorbedacht durch« geführten Morden und 14 Mordversuchen ev hoben. Das Verhör des Attentäters nahm einen oft stürmischen Verlauf und führte zu ununterbrochenen Zusammenstößen zwischen dem Vorsitzenden und bem Angeklagten. Matuschka suchte allzu offensicht, lich den Eindruck geistiger Unzurechnungsfähigkeit hervorzurufen und gab fortgesetzt wirre, planlose und völlig phantastische Antworten. Das Verhör richtet sich hauptsächlich auf die Feststellung des von Matuschka immer wieder erwähnten „Geistes Leo", der ihn zu dem Anschlag getrieben habe. Als Matuschka im weiteren Verhör Die Säuberungsaktion im mittleren Wolgoge» biet ist beendet. 2400 Kommunisten wurden aus der Partei ausgestoßen und gegen 61 ein Verfahren wegen verschiedener Unterschlagungen unö Verletzungen von Staatsgesetzen eingeleitet. In anderen Tellen des Wolgagebietes wird die Sauoe« rungsaftion noch fortgesetzt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen/eiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck unb Verlag. Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerel R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. , Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 VI’ Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr- Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 VI* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. gering. Slußer der Deutschen Burschenschaft haben nach - stehende Verbände ebenfalls ihren Austritt aus dem ADW. erklärt: der VC. der Turnerfchaften, die Deutsche Sängerschaft, die Deutsche Wehrschaft und das Naumburger Thing. Weil nach dem vom Führer und Reichskanzler gebilligten Bundesgesetz des ADW. und infolge der Verankerung der ADW. ' * faffung der DSt. ein Austritt aus dem ADW. x b e<£x 1 '-V-, v MW M EL V: i v Z s LA /? O i T I ä DH?KG D RAVENKLAU 6 PF. OVERSTOLZ 5 PF. GÖLDENRING 4PF. mit Gold OHNE Mdst. mit Gold W H,. V \ f-A- MsMOM ÄWWM - J. \ \ \ 1 ' V-, ■ ■■■ v v; ■, X. • : ■ ' s >: ■' ... xp ' r i HMkL w Oie neue Vermögenssteuer bei ihrer Besteuerung die Familienverhältnisse der Eigentümer Berücksichtigung finden und die entsprechenden Beträge steuerfrei gelassen werden fön» gen und Vermögensverwaltungen behandelt. Auch für sie ist aber die Freigrenze bei der Vermögensbesteuerung, die bisher 20 000 Mark betrug, auf 10 000 Mark herabgesetzt worden. Eine wesentliche Veränderung erfährt ferner die Besteuerung der Vermögen öffentlicher Unternehmungen. Von der Steuer befreit sind in Zukunft nur noch solche Unternehmen, deren Anteile sämtlich dem Reich, einem Lande, einer Gemeinde, einem Gemeindeverbande oder einem öffentlich-rechtlichen Zweckverbande gehören. Steuerfrei sind unter allen Umständen Staatsbanken, soweit sie staatswirtschaftliche Aufgaben erfüllen oder allgemeinen wirtschaftlichen Zwecken dienen. Wichtig ist vor allem, daß öffentliche oder unter staatlicher Aufsicht stehende Sparkassen nur noch insoweit vermögensteuerfrei sind, als sie den eigentlichen Sparkassenverkehr pflegen. Soweit also ihr Vermögen anderen Geschäftszweigen dient, ist es steuerpflichtig. In mannigfacher Hinsicht ist das neue Vermögensteuergesetz einfacher und leichter verständlich als das alte. Das gilt ja überhaupt für die Gesamtheit der neuen Steuergesetze. Im übrigen wirken natürlich auch die Bestimmungen des neuen Reichsbewertungsgesetzes auf die Vermögensbesteuerung zurück, die nunmehr wesentlich verfeinert und der steuerlichen Leistungsfähigkeit in wohldurchdachter Weise angepaßt ist. Das Vermögenssteuergesetz hat eine vollkommen > unterliegen, sondern nur d i e Anteile, die neue Fassung erhalten. Die Vermögenssteuer wird!zum Vermögen der einzelnen Gesell- nicht nur wesentlich vereinfacht, sondern auch sch a fter gehören. Die Folge davon ist, daß auch durch Einbau bevölkerungspolitischer Schutz- unb r ! --------- h»r Schonungsbestimmungen sozialer gestaltet. Es entspricht auch durchaus der steuerlichen Gerechtigkeit, daß Vermögen kinderreicher Familienväter niedriger als die Lediger oder Kinderloser besteuert werden. Das neue Gesetz bringt zum ersten Male eine wirkliche und wirksame E n t l a st u n g kinderreicher Vermögenssteuer- pflichtiger. Es mildert aber außerdem ganz allgemein die Besteuerung der kleinen Vermögen, insbesondere, wenn diese der Erhaltung oder Besserung der Lebenshaltung einer Familie dienen. Bisher waren nur Vermögen 'bis zu einer oberen Grenze von 20 000 Mark steuerfrei. Die Freigrenze erhöhte sich, wenn der Steuerpflichtige erwerbsunfähig war oder bei einem Alter von über 60 Jahren ein Einkommen von nicht mehr als 4000 Mark hatte, auf 30 000 Mark. In Zukunft wird für je = Öen Steuerpflichtigen zwar nur ein B e - trag von 10 0 0 0 Mark frei gelassen, außerdem aber für seine Ehefrau ein weiterer Betrag von 10 000 Mark und ebenso für jedes minderjährige Kind des Steuerpflichtigen abermals 10 000 Mark. Dabei werden volljährige Kinder, die auf Kosten des Steuerpflichtigen eine Berufsausbildung durchmachen, den minderjährigen gleichgestellt, solange sie das 25. Lebensjahr nicht vollendet haben. Vermögen kinderreicher Familien werden also künftig bis zu einer recht beträchtlichen Höhe steuerfrei fein. Auch Steuerpflichtigen, die erwerbsunfähig und über 60 Jahre alt find, wird ein erhöhter Freibetrag von 10 000 Mark unter bestimmten Voraussetzungen eingeräumt. Der künftige Freibetrag hat aber eine wesentlich größere Bedeutung für den Steuerpflichtigen als bisher, weil er nicht nur dann steuerfrei bleibt, wenn das Vermögen diesen Betrag nicht überschreitet, sondern in jedem Falle von dem ermittelten steuerpflichtigen Vermögen in Abzug gebracht wird. Das hat zur Folge, daß sich die Vermögenssteuer für kleinere und mittlere Vermögen nicht unerheblich vermindern wird, am meisten natürlich wieder für Familien mit mehreren Kindern. Das fällt um so stärker ins Gewicht, als im übrigen der Vermögens st euersatz von 5 Mark für jede tausend Mark des steuerpflichtigen Vermögens unverändert bleibt. Zugunsten der kinderreichen Familien wirkt sich ferner auch die neue Bestimmung des Vermögenssteuergesetzes aus, daß die Vermögen von offenen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften der Vermögensbesteuerung nicht mehr gebers, der der Entpersönlichung der Wirtschaft nach Möglichkeit entgegenwirken will. Auch eine Reihe anderer Bestimmungen des neuen Gesetzes wirken zuungunsten der Kapitalgesellschaften und zugunsten der steuerpflichtigen natürlichen Personen. Etwas günstiger als die Kapitalgesellschaften werden andere Körperschaften, Personenvereinigun- nen. . . .. Im Gegensatz zu diesen Erleichterungen wird tue Besteuerung d e r Vermögen der Kapitalgesellschaften verschärft. Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien usw. werden in Zukunft vermögensteuerpflichtig sein, sobald ihr Vermögen 50 000 Mark beträgt, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, sobald ihr Vermögen 20 000 Mark beträgt. Die kleineren Gesell- I schäften werden es unter diesen Umständen viel- 1 leicht vorziehen, sich in P e r s o n a l g e s e lisch a f t e n, also z. B. in offene Handelsgesellschaf- * ten umzuwandeln, die vermögenssteuerfrei * sind. Das entspricht aber der Absicht des Gesetz- Aus aller Welt. „Graf Zeppelin" wieder daheim. Das Luftschiff „ G r a f Zeppelin" ist von feiner elften Südamerikafahrt unter Führung von Kapitän Lehmann zurückgekehrt und auf dem Werftgelände in Friedrichshafen glatt gelandet. An der Fahrt nahmen 21 Fluggäste teil. Das Luftschiff wird nun während einer längeren Fahrtenpause einer gründlichen Ueberholung unterzogen, um erst im Dezember wieder eine 'Weihnachtsfahrt nach Südamerika auszuführen. Die Gattin des türkischen Außenministers in ärztlicher Behandlung in Berlin. Die Gattin des türkischen Außenministers Te w - f i k R ü s ch t ü Bey, die feit zwei Jahren an einer schmerzhaften Augenkrankheit leidet, befindet sich seit einiger Zeit in Berlin und hat hier verschiedene Aerzte konsultiert, u. a. die Spezialisten Prof. Dr. Krückmann und Prof. Dr. von Eicken (früher in Gießen). Eine Halsoperation, die sich als unbedingt erforderlich herausgestellt hatte, ist vor einer Woche vorgenommen worden und ist glücklich verlaufen; es konnte erfreulicherweise festgestellt werden, daß auch der Zustand des erkrankten Auges sich als Folge der Operation gebessert hat. Rundfunkhonorare für Beethoven, Mozart, Chopin. Betrügereien russischer Beamten. Eine Revision bei der Leitung des Dnepropetrow- sker Rundfunksenders förderte die erstaunliche Tatsache zutage, daß dort u. a. Honorare f ü r Beethoven, Mozart und Chopin angewiesen und nach den Büchern auch tatsächlich an diese alten Meister ausgezahlt worden sind. Jedoch handelt es sich um ein — wenigstens originelles — Verschleierungsmanöver betrügerischer B e - amten, die diese Gelder für sich verwandt hatten. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. In acht Tagen von Dessau nach Johannesburg. Drei Junkersflugzeuge, die in Dessau zu einem Fluge nach Südafrika gestartet waren, sind nach genau acht Tagen in Johannesburg einge- troffen. Die Flugzeuge haben für die gewaltige Strecke eine reine Flugzeit von nur 43 Stunden und 20 Minuten benötigt. Der Flug führte über Kairo, Khartum, Juba, Dodoma und Salisbury. Die Zuverlässigkeit der deutschen Maschinen wurde während eines furchtbaren Tropengewitters über dem Weißen Nil auf eine schwere Probe gestellt, jedoch konnten alle drei Flugzeuge ohne jede Beschädigung ihren Flug durchführen. Der Empfang in Johannesburg war außerordentlich freundlich. Die gesamte Oeffentlichkeit und vor allem auch die Presse und die Fachkreise zollen der großen fliegerischen Leistung höchste Anerkennung. Das Flugzeug bes Ozeanfliegers Kingsford-Smith gepfändet. Das Flugzeug, in dem Sir Charles Kings- f o r d - S m i t h kürzlich den Stillen Ozean überquert hat, ist auf Veranlassung eines Mannes, der behauptet, der berühmte Flieger schulde ihm 2750 Dollars, mitBeschlag belegt worden. Ein Gerichtsvollzieher hat sich in Los Angeles des Apparates bemächtigt und unmittelbar dabei auf einem Lehnstuhl Platz genommen, um das Flugzeug im Auge zu behalten. Kingsford-Smith wird eine Sicherheit von 5500 Dollars hinterlegen müssen, wenn er die freie Verfügung über seine Maschine wieder zu erlangen wünscht. Großfeuer auf Schloß hlnnenburg bei Bratet Das dem Grasen B o ch o 11 - A s s e b u r g gehörige Schloß Hinnenburg bei Brackei im Kreise Höxter, ein auf einer Anhöhe gelegener großer dreistöckiger Bau, ist durch Feuer zum Teil zerstört worden. Es wurde in letzter Zeit in Abwesenheit des Besitzers nur vom Oberförster und seiner Frau bewohnt, die um Mitternacht Brandgeruch bemerkten. Sie stellten fest, daß im Treppenhaus Feuer ausgebrochen war. Der Brand griff rasch auf den Südflügel des Schlosses über. Die Feuerwehren aus Brakei, Höxter und Holzminden konnten schließlich das Feuer in den frühen Morgenstunden löschen. Wertvolles Mobiliar und bedeutende Kunstschätze sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Verheerende Feuersbrunst in einem süditalienischen Dörfchen. In dem Dörfchen Aspromonte in der Provinz Reggio Calabria (Süditalien) entwickelte sich nachts in einem Wohnhaus ein Brand, der durch den Sturm begünstigt, mit Windeseile um sich griff. Trotz Beteiligung aller Löschzüge der Umgegend, die sofort an die Arbeit gingen, gelang es erst nach langer Zeit, die Flammen zu löschen. Etwa 400 Personen sind obdachlos geworden, da die Flammen an 100 Wohnhäuser völlig zerstört haben. Sandsturm in Südkanada. Der Ort Danton in der kanadischen Provinz Alberta wurde von einem Sandsturm überrascht. Plötzlich verdunkelte sich die Sonq und die ganze Gegend von Nanton wurde i Nacht gehüllt. Der feine Sand häufte sich mi Schneewehen in den Straßen. Der Verkel wurde zeitweise lahmgelegt. Zwischen zwei Wagen zu Tode gequetscht. Bei Aschaffenburg ereignete sich am Main eit Unglück. Dort wurde ein Lastkraftwagen mit Ai» Hänger mit Sand beloben. Als man den Anhänge wieder ankoppeln wollte, rutschte das Derbindungs stück aus, und der Lasttkraftwagen fuhr auf btt Anhänger auf. Der 65jährige Benedikt Schäfe,- der zwischen Lastwagen und Anhänger stand, konni, sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen Zwischen Lastwagen und Anhänger eingequetscht, erlitt er so schwere Verletzungen am Kopse, 'dch er auf dem Transport zum Krankenhaus starb. Drei französische Arbeiter durch eine Explosion getötet. Bei Cette am Golfe du Lion waren vier $lrbeil(3 mit Ausbesserungsarbeiten an einem leeren leumbehälter beschäftigt. Plötzlich erfolgte eine r«.■ fige Explosion. Die Arbeiter wurden in Luft geschleudert. Drei von ihnen fanden in Flammen den Tod. Der vierte trug so f d)nttt Verletzungen davon, daß an seinem Auslv^ men gezweifelt wird. Das Feuer konnte glücklich«, weise bald gelöscht werden. Man nimmt an, bat einer der Arbeiter beim Anzünden einer Zigarch die aus dem Behälter ausströmenden Gase entzün bet hat. Neues für -en Bücheriisch. — D. Konrad Veite, Predigerseminardirektor und Professor i. R. zu Darmstadt: Ewigkeitsfragen in reli'giöser Entscheidungszeit. Verlag C. F. Wintersche Buchdruckerei in Darmstadt. 132 Seiten. 2,80 Mark. — (414) — Vor kurzem erschien dieses äußerst wertvolle Büchlein, das vielen willkommen sein wird, die sich für die großen religiösen Fragen der Gegenwart interessieren und gern zuverlässigen Rat hätten. Unter diesen vielen meint der Verfasser nicht etwa bloß Theologen, sondern ganz besonders denkende und nach festem Halt sich sehnende Laien bzw. Gemeindeglieder. Bei dem nationalen Umbruch unserer Zeit sind ja viele Glaubensfragen in den Vordergrund getreten, die dem gläubig und kirchlich fein wollenden Menschen zu schaffen machen. Von den vierzehn Paragraphen des Buches nenne ich z. B. den dritten: Was ist Kirche unb was will sie?, den vierten: Wort Gottes und Bibel, den neunten: Was soll das Alte Testament in der christlichen Verkündigung?, den zwölften: Evangelium und Volkstum, und den dreizehnten: Ewigkeitshoffnung. Hier bekommen wir als Antwort nicht moderne Schlagworte, aber aus der Bibel hervorgeholte Erkenntnisse. Der Verfasser hat sich mit diesem Buch ein hervorragendes Verdienst um unsere Volks- unb Glaubensgenossen erworben, die nach Wahrheit und Festigung bei Zweifeln begehren; es läßt einen beim Lesen nicht los, denn der Verfasser hat eine überaus schöne, klare, ich möchte sagen klassische Sprache. Der Verfasser, gebürtig aus Lang-Göns, war lange Zeit in Darmstadt Pfarrer und in Friedberg Direktor und Professor am Predigerseminar. V. — Hessische Biograhien, in Verbindung mit Karl Esselborn und Georg Lehnert heraüsgegeben von Hermann Haupt, Band 3, Lieferung 4 (Arbeiten der Historischen Kommission für den Volksstaat Hessen). Darmstadt 1934, Hessischer Staatsverlag. Preis 2 RM. —(436)— Auch unter den 27 Lebensbildern des neuen Heftes der bekannten Sammlung kann wieder eine stattliche Anzahl auf Interesse in den weitesten Kreisen rechnen. Davon seien genannt die Gießener Universitätsprofessoren Seitz (Mediziner), Eichbaum (Deterinär- mediziner), Schmidt und Bohn (beide Physiker), August Prinz von Sayn - Wittgenstein - Berleburg, 1849 Präsident des Reichsministeriums und später der letzte nassauische Ministerpräsident, Joseph Kumpa, lange Zeit auf dem Gebiete des Zeichenunterrichts führend, der Mathematiker an der Darmstädter technischen Hochschule, Gundelfinger, der Vorkämpfer für die Hessische Verfassung, Wilhelm Stahl, der Politiker Paul Follenius, dem Amerika zur zweiten Heimat wurde, der Gießener Kriminalist Nover, vor dem bereits an der holländischen Grenze eine Inschrift an einem Wegweiser „Hütet Euch vor Gießen" warnte, der durch Goethes „Wahrheit und Dichtung", E. Th. A. Hoffmanns „Rat Crefpel" und Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen" bekannt gewordene Johann Bernhard Crefpel, der Darmstädter Orthopäd Gustav Krauß, der Direktor des Friedberger Predigerseminars, Franz Schwabe, ein hevorragender Kenner des evangelischen Kirche», liebes, unb ber Agrikulturchemiker Hermann v», Liebig. Alle Artikel sind wieber von den Kennern bes betreffenben Faches bearbeitet geben erschöpfende Auskunft über Wirken und 5Bn, dienste eines jeden. So sind sie nicht nur ein tref, liches Rüstzeug für die Gelehrten aller Richtungen sondern auch ein Ansporn für unser Heranwachsende- Geschlecht, indem sie zeigen, daß zu erfolgreichen Dienst an Volk und Vaterland der volle Einsq der ganzen Persönlichkeit gehört. L. — Dürrs Vaterländische B ü ch eres, die herausgegeben wird von W. D instühlei Stadtschulrat in Hamborn, und Arthur Gopfen Gauobmann des nationalsozialistischen LehrerbD des, Gauverband Sachsen, MdL., Dürrsche B'ch Handlung, Leipzig C 1, will bauen helfen an bes Werk unseres Führers Abolf Hitler, indem sie h wesentlichen Gedanken, Erkenntnisse und lieb«, zeugungen der nationalsozialistischen Bewegung - Rasse, Volksgemeinschaft, Führertum, FrömmiM Wahrhaftigkeit und Wehrhaftigkeit — zum geiftb gen Besitztum der deutschen Jugend macht. Jn öi> fern Sinne wenden sich die folgenden, uns vor- liegenden Hefte an die junge Generation: Hermann Görings deutscher HeldenweK Fünf wahre Kampfgeschichten aus unserer M Von Müller-Rüdersdorf. — Dr. Goebbels.» Erich Seidel. — Horst Wessel. Von W. Kelter. — Germanische Vorgeschichte. Von, Wilhelm Gumm. — Kriegsflieger. Bon 2r.„ Joseph Zimmermann. — A n d i e deutsch!» Nation. Reden führender Männer zur nationale sozialistischen Revolution. Von Günther Dinstühler.' — Das Dritte Reich. Von Rudolf Zeiser. — Luftfahrtfibel. Von H. Folkerts unb Fisch« i v. Poturzyn. — Jungvolk am Beute»" berg. Von E. O. Melzer. — (19.) — — Willy Seidel: Alarm im Senfeit$.. Novelle. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7186.. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf. — (392) — Einü scharf gesehene Karikatur okkulter Kreise, die in bei: besonderen Atmosphäre Schwabings auf höchst dies«- seitia-geschäftlicher Grundlage den Verkehr mit dem Jenseits pflegen. Eine spiritistische Sitzung mit: Hindernissen ist der drastische Höhepunkt des Merkchens. Wettervoraussage. Ein kräftiger Teilwirbel liegt heute früh bei der Wesermündung, der vor allem NordwestdeuWand vorwiegend Niederschläge brachte. Ein neuer leib wirbel rückte von der Biskaya nach Frankreich vor. Während wir seither an der Vorderseite diclrr Strömungen verblieben unb mit einer Zufuhr subtropischer Luft Temperaturanstieg erhielten, tom- men wir jetzt wieber mehr unb mehr an die von ber Rückseite ber Wirbel nachstoßenbe kältere Lust Aussicht en für Mittwoch: Veränderlich! Bewölkung unb wieberholt meist schauerartige M- berschläge, bei lebhaften und wechselnden Winden neue Abkühlung. Aussichten f ü r Donnerstag: Unbeftän» diges, kühleres Wetter mit einzelnen Niederschlägen. 95360 Am Sonntagabend 10Vt Uhr verschied nach langem mit großer Geduld ertragenem Leiden meine geliebte' herzensgute Mutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Eva Beimbom, geb. Gimbel im Alter von 76 Jahren. In tiefer Trauer: Elisabeth Zobel, geb. Beimborn. Gießen (Bruchstraße 20), den 5. November 1934. Die Trauerfeier findet Mittwoch, nachm. 2 Uhr statt. Blumenspenden dankend verbeten. Postkarten bei Brüh», Gießen Mietgesuche"] Möhl. Zimmer Nähe Bahn von Kaufmann sofort gesucht. Eilcmge- 5ote unter 05359 andenGieß.Anz. lleeLSimmer mit sep.Eingang, mögl.part.,f.Bü- rozwecke geeign., inzentralerLage, für sofort gesucht. Schrift!. Ana. u. 6532D and.G.A. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute früh meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Georg Döll im 76. Lebensjahre von seinem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden zu erlösen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Döll, geb. Spahn. Gießen (Weserstr. 31 p.), Dillenburg, Stockhausen, Rastede. New-Orleans, den 5. November 1934. Die Beerdigung findet am 7. November, nachmittags 2‘/a Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. hiesig. Schuh- v. Weh- Unterricht auf Webrahmen 12., 13., 15. u. 16. November Röhr Bahnhofstr.44 M-Ml Mloltn Letzter“”0 Erneuerunfistafi zur 11. 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Stadtkircb61 Bach-Kantaten — Händel, Der' tinger Tedeum Vier Solislan-Kcnzerto in der Üt» • versitätsaula: 1. Prof. Alfred Hoehn (Klarer/ 2. Adelheid Armhold (Sopran) 3. Maria Neuß (Violine) , 4. Das Hnber-Quartett 0°° rr Hobohm. Preise der Abonnements'• 1- ^5 J Mk. 16.-. 2. Platz Mk. 11.-?i aul[ Wunsch in Raten. Ausführl.Prospekteu. Anmeldung bei Musik-Challier, Neuen weg Freitag, 16. November 1934, 20 Uhu im Stadttheater Das Theater - Orchester und Reichswehrkapelle. Leitung: Prof. Temesvary. Soks Bla Ginster, Frankfurt (Sopran^ Eintrittskarten: Mk. L'*nj~ 2.25 und 3.- bei Musik-Chain Neuen weg 10. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 6. November 1934 Nr. 260 Zweites Blatt Das Echo der Simon-Erklärung Verdrehungslünste der „Times" Maßnahme Kommumstenlerror im Saargebiet 1934/35 besonders aktuell. —r— auf Meine erste Bücherei Von Wilhelm Scharrelmann behandelt also ... Frankreichs mit dem Verbot aller Uniformen und Aufmärsche innerhalb der ohnehin entmilitarisierten Zone auf deutscher Seite als paritätische Maßnahmen. Neuerdings, so sagt das Blatt weiter, habe die französische Regierung verlauten lassen, daß die militärischen Pläne für ein schnelles Einrücken in die Saar im Falbe eines Ersuchens der Regierungskommission fertig seien. Bischer seien aber keine Truppen von ihrem normalen Standorte fortbewegt worden. Man hoffe, daß dies auch nicht geschehen werde. Es brauche kaum gesagt danken, daß dieser Feuerüberfall keine Opfer gefordert hat. Der Polizei gelang es, trotz des Feuerüberfalls die Anhöhe und den anschließenden Wall von den Provokateuren zu säubern, die jetzt ihr Heil in der Flucht suchten. Im übrigen sind die von über 2000 Personen besuchten Versammlungen, in denen Landesleiter Pirro in Landsweiler sprach, in vollkommener Ruhe und Ordnung verlaufen, lieber« all kam die Empörung deutlich zum Ausdruck. Aber allgemein wurde betont, daß sich die Deutsche Front und ihre Mitglieder niemals von ihrer Linie der unbedingten Disziplin abdrängen lassen würden, obwohl die Besucher der Versammlungen der Deutschen Front in der gemeinsten Weise belästigt, angehalten und mit Stahlruten und eisernen Rohren bedroht wurden. Nur der eisernen Disziplin der Mitglieder der Deutschen Front ist es zuzuschreiben,' daß es nicht zu Zusammenstößen kam. „Nieder mit Pirro" usw. ertönten die Sprechchöre des Gesindels. Am Ortseingang von Landsweiler war ein Ueberfall auf den Wagen des Landesleiters Pirro geplant. Zu diesem Zwecke hatten sich verschiedene Kommunisten quer über die Straße gelegt. Ein Wagen kam auch tatsächlich herangebraust und hielt, um die Wegelagerer daß ich mich, wenn auch nur ein paar Augenblicke lang, in ihnen wieder zu der reinen Einfalt Zurückfände, in der ich sie einst las, noch frei von der lächelnden Ueberlegenheit des Wissens, des Urteils und des Geschmacks, mit der man als Erwachsener liest. Die erste Erinnerung an ein Buch, die ich habe, geht auf ein illustriertes Märchenbuch zurück, das mir in die Hände geriet, lange vor der Zeit, in der ich das Leben erlernte, so daß ich heute weder seinen Titel noch seinen Inhalt bezeichnen kann, das aber noch immer leuchtend in meiner Erinnerung steht. Es waren Bilder darin, die ein wirklicher Künstler gezeichnet und gemalt haben muß, so farbenschön, seltsam und berückend zugleich waren sie. Zum ersten Male, daß ich in eine Welt hineinblickte, die mit meiner eigenen keine Aehnlichkeit besaß, und die doch für meine Empfindung genau so wirklich und ebenso lebendig war. Der Märchenprinz, der mit fliegendem Mantel einen Hirsch verfolgte, den Hirsch selber, der durch das Dunkel eines Tannenwaldes brach, Knappen und Ritter auf bäumenden Rossen, Lanzen und Schilde, eine Burg auf einem Felsen, zauberhaft in dem klaren Licht des Tages, und die Dämmertiefe des Waldes, atemversetzend und voll von Geheimnissen, erschienen mir ebenso wirklich wie die Welt des Traums, die mich zuweilen bis zu schreckhaftem Aufschrei erfüllte. Ich habe oft bedauert, daß mir weder dieses Buch noch die anderen, die mich durch die ersten Schuljahre begleiteten, erhalten geblieben sind. Vielleicht ist ihr Inhalt für meine Entwicklung bestimmender gewesen, als ich heute nachweisen könnte. Aber lebendig sind sie immer noch in mir, und in den Traumtiefen der Seele taucht mitunter eine leise Erinnerung an sie wieder in mir auf. Als ich sie las, ahnte ich nichts von der stillen Gewalt, mit der sie mich innerlich formten, und später war es selbstverständlich für mich, daß der Zwölfjährige sie halb mitleidig und halb verächtlich an die Seite schob und zu „höherer" Lektüre griff. Heute wäre ich dankbar dafür, wenn ein Wissender und Klügerer sie für mich im stillen aufgehoben hätte... Nur eins von ihnen, das ich mit sechzehn Jahren las^ hat sich durch einen Zufall erhalten und steht noch heute in meinem Bücherschrank: Nacherzählungen der deutschen Heldensagen, die mir zum erstenmal die Gestalten des Nibelungen- und Gudrunliedes nahebrachten, die Beowulfsage, König Artus und seinen Hof, die Taten Dietrichs von Bern, den Grafen Haimon und Bayard, das starke Roß, das die vier Haimonskinder trug. Es ist em arg zer- lefener Band und dos Papier vergilbt, und hier und da finden sich Sätze wie: „Große Freude und Wonne hatte die Königin mit den werten Gasten Staatssekretärs anlangt, so muß noch einmal mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß die Beschlüsse des V ö l k e r b u n d s r a t e s vom März 1926, die ohne Mitwirkung Deutschlands zustande gekommen sind, Sinn und Zweck verloren haben, seitdem das Rheinland geräumt ist. Es wäre ungeheuerlich, wenn während der Abstimmungsperiode das oder: „Die Liebkosungen taten der betrübten Maid wohl" — aber was liegt daran? Sein Eindruck war doch so stark und lebendig, daß er bis in die Träume meiner Knabenzeit hineinwirkte, und die jugendliche Kriemhild der Nibelungen ist wohl die erste Frauengestalt gewesen, die ich liebte. Die anderen Bücher meiner Kindheit sind längst dahin, und meine Erinnerung an sie ist lückenhaft und ohne Linie. Nur an eine biblische Geschichte mit Bildern im Stile Schnorrs von Carolsfeld erinnere ich mich noch, deren Gestalten, am tiefsten die der Passion, einen unauslöschlich tiefen Eindruck in mir hinterließen. Ich sehe mich noch in der Stille eines Karfreitagmorgens auf einer Fußbank in einer Zimmerecke sitzen, das erwähnte Buch auf den Knien. Neulich auf einer Hochzeit war es rührend, als die Mutter dem überraschten Bräutigam an der Tafel die Erstlingsschuhe überreichte, in denen er die ersten Schritte ins Leben getan hatte und die sie die langen Jahre hindurch im stillen für ihn aufgehoben hatte. Ob aber nicht mit den ersten Büchern, die ein Kind las, tiefere Eindrücke verbunden wären und die Erinnerung an die ersten Schritte in die Welt der Märchen, Sagen und Geschichten beziehungsreicher wäre? Denn das, was eine junge Seele zuerst berührte, lebt unvergänglicher in ihr weiter, als wir selber zuweilen ahnen, und behält in den geheimnisvollen Fundamenten unseres geistigen Lebens einen unverrückbaren und bedeutungsvollen Platz. Saargebiet unter hie Bajonette einer interessierten Partei, d. h. Frankreichs, gestellt würde. Ein solches Vorgehen könnte weder von der Regierungskommission, noch von dem Völkerbundsrat angeordnet oder verantwortet werden, da dies in krassem Widerspruch zu dem vertraglich verbürgten Recht auf freie und unbeeinflußte Abstimmung stehen würde. Saarbrücken, 5.Nov. (DNB.) In der Nacht zum Samstag war in L a n d s w e i l e r bei Neunkirchen die kommunistische Gemeinderatsabgeordnete Frau Fuchs bei einem Eifersuchtsstreit von ihren Liebhabern, die sie in ihre Wohnung ausgenommen hatte, derartig verprügelt worden, daß der Arzt ihre Ueberführung in ein Krankenhaus für notwendig erklärte. Bei den Liebhabern handelt es sich um' Emigranten. Diesen vollkommen unpolitischen Vorfall verstanden die kommunistischen Drahtzieher in wahrhaft schamloser Weise mit einer für den gleichen Abend in Landsweiler anberaumten Versammlung der Deutschen Front, auf der Landesleiter Pirro sprechen sollte, in Verbindung zu bringen. Schon am Nachmittag zogen kommuni st ische Pro-vokateure durch die Ortschaft und versuchten auch, sich vor dem Versammlungslokal zu postieren. Mehrere Kommunisten wurden mit Stahlruten und Eisenrohren festgestellt. Die Polizei ging mit dem Gummiknüppel und mit der blanken Waffe gegen die Landfriedensbrecher vor. Aber von einer Anhöhe am Ortsausgang aus wurde ein heftiges Feuer auf die Polizei eröffnet. Nur dem Umstande, daß es bereits stockfinster war, war es zu ver- den Zeilen — vielmehr sozusagen hinter dem Bild teht. Die sehr reizvolle Landschaft um Dresden herum bietet ihm gerade hierfür geschickt geschnittene, dankbare Motive. Auch die Musik von Pro- essor Clemens Schmalstich gibt der Regie brauchbare Hilfen. Uebrigens verliert sich die Ausgestaltung des Themas glücklicherweise md)t im Sentimentalen, was nahegelegen hätte, sondern hat in humorvollen Szenen voll natürlicher Jugendlichkeit immer ein bekömmliches Gegengewicht gegen eine Ueberbetonung des Gefühls. Was die Darstellung angeht, so wird es gerade in Gießen von besonderem Interesse sein, daß Hanna Waag eine der Hauptrollen spricht, die Musikschülerin Hanna Hagedorn; sie gibt diese kleine Liebhaberin sehr zart, verhalten, empfindsam und scheu; manchmal wirkt eine Großaufnahme mit dem Cello wie em Ausschnitt aus einem berühmten Gemälde; bei aller Sparsamkeit im darstellerischen Aufwand gelingt ihr doch ungezwungen und überzeugend der verinnerlichte Ausdruck eines verwirrten Gefühls. Sehr geschickt eingesetzt als Gegenspielerin und Gegentyp ist Sybille Schmitz, früher in Darmstadt: kühler, obwohl nie kalt, sicherer, minder mädchenhaft, elegant und gescheit. Sympathisch der junge Lieben- einer in der vorzüglich für ihn passenden Rolle des Meisterschülers. S l e z a k hat sich für unseren Geschmack etwas übertrieben an das komödiantische Pathos seiner Rolle ausgeliefert. Sehr gut Walter Ladengast, ein bisher unbekannter Darsteller. Elsa Wagner in ihrer herzlichen Mütterlichkeit und Ernst B e h m e r seien noch genannt. — * Aus dem Beiprogramm ist ein eindrucksvoller Bildbericht von der Eröffnung des Winterhilfswerks Hochschulnachrichten. Professor Dr. Walter Schoenichen, Direktor der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege, hat einen neu eingesetzten Lehrauftrag für Naturdenkmalpflege an der Universität Berlin erhalten. Dr. med. Dr. phil. Otto Schultze, Ordinarius an der Universität Königsberg, wurde auf den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Halle berufen. Professor Dr. Emil Utitz von der Universität Halle ist zum o. Professor der Philosophie an der Deutschen Universität Prag ernannt worden. Geh. Justizrat Professor Dr. Fritz van kalter, der bekannte Strafrechtler an der Universität München, konnte dieser Tage seinen 70. Geburtstag begehen. Oberingenieur Lutz Pistor in München wurde auf den ordentlichen Lehrstuhl für Hochbaukonstruktion an der Technischen Hochschule in München berufen. Dr. Johannes Hielscher, nichtbeamteter ao. Professor für Philosophie an der Universität M ü n- ster ist zum Ordinarius in Münster ernannt wordem Sie stand weder auf einem Wandbrett noch den Börten eines Bücherschrankes. Der Ausdruck Bücherei ist überhaupt viel zu stolz und anmaßend dafür, denn sie war so klein an Bestand, daß sie zur Not unter dem Kopfkissen meines Kinderbettes hätte Platz finden können. Heute ist sie längst in alle Winde verweht. Aber ich wollte, ich besäße sie heute noch, die ersten Bücher, unter denen die enge Welt meiner Kindheit sich langsam zu weiten begann. Aehnliche Entzückungen, wie sie mir aus ihnen zuteil wurden, habe ich nur selten wieder empfangen, unö ich glaube, wenn ich sie heute noch besäße und sie in einer stillen Stunde wieder aufschlagen konnte, Das Kabineti Doumergue kämpst um sein Leben. Paris, 6. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Nicht im Ministerrat von heute vormittag, sondern wahr» scheinlich erst in der Sitzung der radikal- sozialistischen Kammergruppe am Nachmittag wird die Entscheidung über das Schicksal des Burgfriedenskabinetts Doumergue fallen. Vorläufig sind nicht bestätigte Gerüchte in Umlauf, nach denen heute abend der Rücktritt der radikalsozialistischen Mini st er nicht ausgeschlossen wäre. Nur Innenminister March a n d e a u und Handelsminister Lamoureux, der übrigens heute abend zu Wirtschaftsverhandlungen nach Moskau fährt, sollen sich gegen den Austritt aus der Regierung ausgesprochen haben. Man behauptet, der Ministerpräsident werde als Ausgleich für die Erleichterung, die dem Präsidenten der Republik in der Frage der Kammerauflösung zugestanden werden soll, versprechen, das Mandat der Abgeordneten auf sechs Jahre heraufzusetzen. Sollte die Regierung jedoch in der Frage des Haushaltszwölftel i n d i e Minderheit geraten und der Ministerpräsident beim Senat öie Auflösung der Kammer durchsetzen, dann würden, wie man versichert, öie Neuwahlen möglichst bald abgehalten werden. Man spricht vom 6. Dezember für den ersten und vom 16. Dezember für den zweiten Wahlgang. Der Nationalrat der rechtsstehenden republikanischen Vereinigung hat unter dem Vorsitz des Ministers Marin beschlossen, geschlossen für die Staatsreformpläne Doumer- g u e s zu stimmen. In einer Entschließung, die auf die drei Millionen Wähler der Partei Bezug nimmt, werden die innen- und außenpolitischen Gefahren angedeutet, die ein Bruch des Burgfriedens und der Sturz des Ministerpräsidenten Doumergue mit sich bringen würde. Doumergue hat eine Abordnung des nationalen Berbandes der ehemaligen Frontkämpfer sowie Vertreter zahlreicher Wirtschafts-, Gewerbe-, Industrie-, landwirtschaftlicher und Steuerzahler-Verbände empfangen, die insgesamt 3V2 Millionen Mitglieder zählen. Sie fordern eine Staatsreform, die der Regierungsmacht wieder Ansehen und Festigkeit verleiht und verlangen eine gesetzmäßige Möglichkeit zur Einordnung der Wirtschaft nach Berufen und Neuorganisierung des Wirtschaftsrates. Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, hat nach Rücksprache mit den hauptsächlich interessierten Regierungen, die Tagung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz auf 20. oder 21. November, also gleichzeitig mit der Sondertagung des Völkerbundsrates, angesetzt. nicht zu überfahren, rechtzeitig an. Die Separatisten sprangen auf den Wagen, dem aber zu ihrer maßlosen Ueberraschung Polizisten mit dem Inspektor der Saarpolizei, dem Engländer Hem- s l e y, an der Spitze, entstiegen. Die Separatisten hatten den falschen Wagen, den Wagen des Uebersallkommandos „geschnappt". Sie wurden mit Gummiknüppeln in die Flucht gejagt, nachdem etwa 18 Schüsse von dem Gesindel auf die Polizei abgegeben worden waren. Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers in 2Rom. Rom, 5. Rov. (DRV.) Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, V ü r ck e l, und der Vortragende Legationsrat im Auswärtigen Amt, Dr. Voigt, sind hier eingetroffen, um gelegentlich der gegenwärtigen Tagung des Dreierkomitees des Vülkerbundsrates, das sich mit der Vorbereitung der Saarabstimmung und mit anderen das Saargebiet betreffenden Fragen befaßt, diesem den deutschen Standpunkt in den zur Erörterung gestellten Fragen darzulegen. „Musik im Blut." Lichtspielhaus. Es ist, nicht ohne Grund, anläßlich dieses Films nn einen andern erinnert worden, den wir im Sommer hier gesehen und besprochen haben: „Reisende Jugend". Der Vergleich drängt sich auf, die Verwandtschaft ist doppelt begründet: im Thema und in der Behandlung des Themas. Erich W a s ch n e ck s Regie erinnert stellenweise auffallend an jene Inszenierung von Carl Froelich; über Froelich hat es wohl etwas leichter gehabt, weil ihm der dramatischere Stoff zur Verfügung -land, rein äußerlich der wirksamere — und teil- weise auch noch stärkere Schauspieler, obwohl auch Waschneck über ein gutes, in manchen Einzelzugen ausgezeichnetes Ensemble verfügt. Während aber Froelich eine literarische Vorlage in Gestalt eines -rügen Schauspiel-Textes hatte, stammen Ideeund Drehbuch zu „Musik im Blut" vom Regisseur Waschneck selber. Das ist an sich immer begrüßenswert, wenn eine Filmschöpfung nicht aus zweiter ’.ber dritter Hand kommt; und in diesem Fall -cheint es uns ein besonders beachtliches Verdienst iu fein, wenn eine Produktion daran geht, aus iiqener Initiative neue Wege zu beschreiten und er Kamera ein neues Feld zu erobern. Bei Dreyer and Froelich war ein norddeutAes Gymnasium •er Schauplatz, hier ist es die Musikhochschule in Dresden. Neu und nicht ohne Reiz, daß der Film micht nüchtern und sachlich den Schauplatz angibt, .andern ihn wirklich aufschlieht und dem Beschauer ungeschminkte oder jedenfalls der Wirklichkeit ab- uhotographierte Einblicke in diese kleine Welt ge- irtattet, die sicher vielen zuvor kaum näher bekannt war. Das eine Hauptmotiv der Fabel ist im Titel ioereits angeschlagen, das andere ist eine Liebespeschichte unter jungen Musikschülern ... übers Kreuz. Die Berührungspunkte mit der „Reifenden Jugend" liegen demnach zu Tage. Es interessiert der weniger, wie das im einzelnen angesponnen, entwickelt und gelöst wird; auch soll die Besprechung dem Beschauer nicht zuviel vorwegnehmen: wesentlicher scheint uns der Stil der Inszenierung. Sie beginnt etwas enttäuschend, lustspielmäßig- sonventionell, aber nach und nach spürt man, wie ier Regisseur sich an seiner Aufgabe erwärmt und efteigert hat. Waschneck arbeitet sprunghaft, im- 'ressionistisch, episodisch; und da ihm die dramatt- ihen Akzente nicht so reichlich und kräftig zu Ge- ■ ote standen wie seinem Kollegen Froelich, fand er alb seine Stärke im Stimmungsmahlgen, fast . Lyrischen, in der psychologischen Ausschöpfung einer j Meinen Szene, kurz in dem, was — nicht zwischen London, 6. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die von Sir John Simon im Unterhaus abgegebene Erklärung über die britische Haltung in der Saarfrage wird in der Presse ausführlich wiedergegeben, ver- ananlaßt aber nur wenige Blätter zu redaktionellen Aeußerungen. „Time s" sagt, die hoffnungsvolle Beurteilung der Lage durch Simon werde noch unterstützt durch das kluge Auftreten und die Zurückhaltung der deutschen und der französischen Regierung in einer Frage, die in beiden Ländern lebhafte Erregung verursache. Die zeitgemäße deutsche Vorsichtsmaßnahme sei auf eine f r a n = zösischerseits getroffene Vorsichts - zurückzu führen. Die „Times" Die militärischen Vorbereitungen Zu den Ausführungen des englischen Staatssekre- lärs ist folgendes zu bemerken: Die Aufrechterhaltung der Ordnung des Saar- ipbietes, die Sir John Simon zu Beginn seiner Seöe als einen Erfola der Regierungskommission I instellte, ist in erster Linie ein Verdienst der > eutschen Bevölkerung selb st, die allen Provokationen zum Trotze mustergültige Disziplin ewahrt hat. Solche Provokationen, die von den ihr üsylrecht mißbrauchenden Emigranten hervor- ;;erufen werden, abzustellen, ist Sache der Regie- ungskommission und derjenigen französischen Stelen, die sie immer wieder ermuntern. Man wird also erwarten dürfen, daß der englische Staatssekretär nach den weitgehenden Vorleistungen auf »eutscher Seite nunmehr seinen Einfluß da- :o i n gebraucht, daß auch von Frankreich mnd ber Saarregierung entsprechende Maßnahmen nachgeholt werden. Was die juristischen Ausführungen des englischen Simon sieht keine Gefahr für die ordnungsmäßige Durchführung der Saarabstimmung. Oer britische Außenminister von den Anordnungen des Saarkommiffars Bürckel befriedigt. Keine Verwendung britischer Truppen. — Wo bleibt der Ordnungsruf an Frankreich? zu werden, daß die Regieruugskommission nur berechtigt wäre, um Hilfe zu ersuchen, wenn die Ruhestörungen ernst genug wür- den,um ihre Autorität zu gefährden. Glücklicherweise könne aber jetzt erwartet werden, daß es keines Eingreifens von außen her bedürfen werde. Patts ist zufrieden. Paris, 6. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Die Unterhauserklärung Sir John Simons über die Saarfrage soll in französischen Regierungskreisen einen vorzüglichen Eindruck gemacht haben, weil man in ihnen eine Bestätigung des französischen Standpunktes und einen Beitrag zur Schaffung einer rosigeren Atmosphäre erblickt. Der Hinweis Sir John Simons darauf, daß niemals an öie Heranziehung englischer Truppen geöacht rooröen sei, roirö vom offiziösen „Petit Parisien" als Öurchaus natürlich unö öen Völkerbundsgrundsätzen entsprechen!) bezeichnet. Die englische Haltung sei nicht etwa ein Mangel an (Solidarität gegenüber Frankreich. Eng- lanö schenke Frankreich volles Vertrauen. Herr Knox sei sich seiner Verantwortung voll bewußt. Er weröe seine 508-Rufe nur im Falle äußerster Not ausstoßen. L o n ö o n, 5. Nov. (DNB.) Der Staatssekretär des Aeußeren Sir John Simon erklärte im Um «terhous auf die Frage des Führer der Arbeiteropposition nach der Aufrechterhaltung der Ordnung im Saarbecken: „Die Verantwortung für die Aufrechterhaltung Der Ordnung im Saarbecken liegt bei der R e - gierungskommission des Saargebie- c e 5, öie sich öiefer Ausgabe weiter erfolgreich unterzieht. Eine Lage, in öer sich öie Regierungskom- mission öes Saargebietes unfähig sieht, öie Ordnung aufrecht zu erhalten, dürfte nickt e i n- tr ete n, unö roirö, so hoffe ich zuversichtlich, niemals eintreten. Schon im Jahre 1926 teilte öie Negierungskommission öes Saargebietes öem Völ- rerbunösrat mit, daß sie berechtigt sei, im Falle ibsoluter Notwenöigkeit auf Truppen außerhalb öes Gebietes, aber in her Nachbarschaft bet Gebietsgrenzen, zurücken g r e i f e n, um öie Drönung aufrecht zu erholen. Das Unterhaus kann hieraus ersehen, öaß ö i e 3erroenöung britischer Truppen niemals in Frage gekommen ist unö nichts derartiges ist unsererseits in Aussicht genommen. 'Gewisse französische Vorkehrungen in ?em Teile Frankreichs, öer an öas Saargebiet im Westen grenzt, finö reine Vorsichtsmaßnahmen. Der öeutscheBotschafterhat mir öie Nach- :ichten bestätigt, wonach öie öeutschen Regierungs- ?efyörben in einem Befehl an öie SA.- unö SS.-For- nationen auf öer öeutfdjenSeite der Saar- Grenze für einen Gürtel von 25 Meilen Breite, das Tragen von Uniformen, die Abhaltung von Aufmärschen und Kundgebungen sowie Ansamm- tmgen jeder Art für die Zeit öer Abstimmung verölen haben. Gleichzeitig haben sie feierlich ver- ichert, öaß öie Gefahr eines Eindringens in öas Saargebiet nicht bestehe. Ich habe sowohl Herrn on Hoesch als auch öem französischen Botschafter ie Besrieöigung öer britischen R e - , i e r u n g über öiefe Mitteilung zum Ausöruck I, gebracht. Vom französischen Botschafter habe ich 1 ie Zusicherung erhalten, öaß öie französischen Vorehrungen reine Vorsichtsmaßnahmen arfteUen. Unter diesen Umständen dürfen wir erwarten, daß die Abstimmung, bei angemessener Zurückhaltung auf allen Seiten am 13. Januar rdnungsgemäß durchgeführt werden I wird." Loin Wirtschaft . V um 0,50 biö 0,75 v. H. gegen den Berliner Schluß, 8. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL Berlin .yrannuri u. JJL ax/htud. Echlußk.l (Srfjhifo Schlußk. SA'uß' Abend. Schluß- Mittag- kurs kurs | ~Ygrfe 3-11. 5-11 - 3.1h 8 8 95,9 95.75 100,75 100.75 75 I 78,25 I -I -I 75,5 Schultheis Patzenhofer 0 Aku tAllgemeine Kunstseide) .. 0 Banknoten. "Mes 102,25 102,5 102-25 102,5 — Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke MmmeSmmw-Röhreu — 96 95,25 103.4 96-25 93 93-25 94,13 94,75 93,25 94-75 29,65 187 100-5 93 93 93,75 93-5 94.75 96 93 92,9 96 95 102 96,13 95,25 103 o 0 0 0 0 4 0 0 , 0 12 26,75 24 29,65 75,5 95,5 68,5 71,5 73,75 142 82,13 101 58-4 102.5 73,13 140,5 117 71,4 72,25 o 0 0 7 0 0 0 0 ,10 0 0 57 133,5 46,25 61,5 ' 45,5 58,25 29,75 213 163 130,5 106,75 58,4 134 45 60 117 45,75 57,9 85,5 29,5 211 163 131 100,5 93 93 93,25 93,5 94,75 0 4 o 0 0 6 25,9 140 97 114 73 107,75 99 91-25 135 118 59,75 134,5 46,65 64,5 47,5 58,5 31,25 216 131,25 109,5 59,5 134 47,25 64 119,75 47-5 59 88,75 31,4 216,75 164,5 131,75 63,79 80,74 33,83 2,46 58,15 55,45 12,41 16,40 168,41 21,16 62,40 niung kB joirn1 64,05 81,06 33,97 Mit & ( den stim Frankfurter Börse. ZRUfagsbörfe: schwächer. 28,9 1,2 7,75 7,5 7,3 13,1 29 1,15 7,5 7,13 Bon chemischen Werten waren besonders wieder Farbenindustrie angeboten und zunächst um 1,25 v. H. auf 137,75 v. H. abgeschwächt, später gingen sie bis auf 137 v. 5). zurück. Deutsche Erdöl verloren 0,50 v. $)., Goldschmidt waren etwas stärker gedrückt und etwa minus 2 v. $)., Scheideanstalt lagen be- Braunkohlen waren mit Minus-Minus-Zeichen angeschrieben, eine Kurstaxe war nicht zu erfahren. Am Rentenmarkt waren besonders Altbesitz ange- zumal von einer Aufnahmeneigung kaum etwas zu 1 . Erst gegen Börsenschluß beobachtete man in Farbenindustrie, die bis auf 134,50 (135,13) gefallen waren, etwas Kaufmeinung seitens der Großbanken, so daß eine geringfügige Erholung auf 134,90 v. S). eintrat. Besonders gedrückt waren auch Kunstseide AKU. mit 57,75 bis 57 nach 58,40. Bis zu 1 v. S). schwächer lagen noch AG. für Verkehrswesen, Th. Goldschmidt, Metallgesellschaft. Montan- und Elektropapiere bröckelten ebenfalls ab, Klöckner 29,25 1,15 7,4 7,45 28,75 1,2 7,7 7,2 7,1 12,9 29,9 83 186,5 Hamburg-Amerika-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Prtvat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschasl Dresdner Bank.............. Retchsbank ........... ] Deutsche Linoleum... Lrenstein L Koppel .. Leonhard Tietz Chade .............. Aecumulatoren-Fabrik Contt-Gummt Grttzner Mainkrastwerke Höchst O.2JU Süddeutscher Zucker ihre will das brüt flau, Teil- der stand „11: widerstandsfähig. Pfandbriefe waren etwas angebo- ten und gaben bis 0,25 v. H. nach, auch Stadtanleihen gingen bis 0,50 v. H. zurück. Im übrigen lag der festverzinsliche Markt sehr ruhig. Auch fremde Werte waren nahezu .geschäftslos. Am Kassamarkt blieben Hafenmühle stark gesucht, die Taxe stellte sich auf 93 bis 94 (90). — Tagesgeld blieb zu 3,25 v. H. unverändert, Abendbörse: Aktien weiter schwach, Renten behauptet. An der Abendbörse war die Haltung für Aktien zumeist weiter schwach, während sich für den variablen Rentenmarkt bemerkenswerte Widerstands- Während die Revue, als bloßes Zurschaustellung, den Bestrebungen des modernen deutschen Kunsttanzes durchaus zuwiderläuft, appelliert das chovische Werk, wie die Deutsche Tanzbühne es meint, an tue Gemüts- und Gefühlssphäre. Der Bewegungschorleiter tritt an die Stelle des Stars, die geschloffene Gemeinschaftsleistung an die Stelle überspitzten So- listentums. Aber selbst der Einzeltänzer ist schon von der neuen Kunst erfaßt; nicht minder das Opernballett und was den Raum zwischen beiden Polen umspannt. Ein Beispiel nur: Wenn im Sinne früherer Zeiten Verdis Aida auf Spitzen getanzt wurde, so strebt die Tanzkunst von heute danach, die ursprüngliche ägyptische Welt auch chorisch zu erfühlen und tänzerisch in ihrem wahren Wesen zu gestalten. Die Deutschen Tanzfestspiele werden also im Dezember ihren Anfang nehmen. Man hat das Theater am Horst Wessel-Platz zur Stätte der Festwoche ausersehen ; der schlichte Rahmen entspricht am besten dem Willen der Künstlerschaft. Von hier aus mirö dann die Tanzbühne ihren We g durch Deutschland und durch das Ausland nehmen als sichtbarer Ausdruck neuen deutschen Wollens auch auf diesem Gebiete. Mary W i g m a n, P norme Georgi, Frau Günther, Lizzi M a u d r i ck , die Palucca, Harald Kreuzberg, das sind einige Namen von Klang, die neben hervorragendsten Tänzern der jüngsten Generation auf dem Programm erscheinen. Die Pläne sind weitgesteckt. Es geht um den Aufbau einer neuen deutschen Kunstgattung. Vom symphonischen, vom darstellerischen und musikalischen Neuwert her soll die Schaffung eines zeitgemäßen tänzerischen Ausdrucks erfolgen, der nicht nur auf das beschränkt bleiben wird, was vor Augen ist, sondern der auch den einzelnen Tänzer als Menschen, seine Kunstauffassung und das Gesamtprogramm seines Ausdruckswillens erfassen soll. Alles fließt. Man kann Rudolf von Laban, dem Neugestalter, nur wünschen, daß aus dem starken Quell seiner Arbeit ein breiter Strom werden möge. Als Leiter der Deutschen Tanzfestspiele hat er Spielraum genug erhalten, um seinen Plänen Resonanz zu verschaffen. 96,25 94,4 101,7 und Stahlverein allerdings wr.rcn leicht erhöht. Von Schiffahrtswerten lagen Hapag 0,25 v. H. erholt. Am Kassamarkt gaben 6 v. H. Stadt Darmstadt von 1928 erneut um 0,50 auf 88 v. H. und 6 v. H. Stadt Mainz von 1929 um 1,13 v. H. auf 84 v. H. nach, während 6 (7) v. H. Stadt Frankfurt von 1926 mit 86,75 behauptet blieben. Am Auslandsrentenmarkt notierten 4prozentige Schweizer Bundesbahn mit 176 um 1 v. H. niedriger. U. a. notierten: Altbesitzanleihe E 102, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 79, ADCA. 56, Commerzbank 68,50, Reichsbank 142, Gelsenkirchen 58,25, Klöckner 71,90, Mannesmann 71,90, Rheinstahl 86,50, mutSI [ iiiil Ju f/nung 3l jftii l'Ap 'M erha stellt ter 25 - W5 ei Enn m über i KM ängi werben Ed sich „91 man Hand „D cm, mein Haug 'Olt । an & Rundfunkprogramm. Mttwoch, 7. November. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Frühkon« zert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 11.30: Sozialdienst für die 6uan 12: Promenadenkonzert. 13: Saardienst. Nachrich« ten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: 3mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Bücher zum Zeitgeschehen. Ein Zwiegespräch. 18.20: Aus Zeit und Leben. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht. 20; Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. 20.35: Stunde der jungen Nation. 21: Lachender Funk V. 22: Nach' richten. 22.10: Nachrichten aus dem SendebeM 22.30: Klaviermusik. 23: Tanzmusik. 24 bis 21 Nachtmusik. A.C.G...................... Bekula..................... Elektt. Lieferungsgesellschaft... Licht und Kraft ............. Felten & Guilleaume......... Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. Rheinische Elektrizität ........ Schuckert &(£o............... Siemens L Halske...........* LahmeyerLEo * Weck J’eve ° Q die j he das den sie' Na De sich 0 teils lend dein Ichw S>e- G . 0 . 6 . 6 . 0 1-6 . 6 . 6 . 7 10 wer W tann- einst Sabre' 5-11. 8 4,25 6,75 4 33,5 An der Wiege des deutschen Kunsttanzes Rudolf von Laban über die deutschen Tanzfestspiele. denen Tänzerkongresse sahen ihre Aufgabe dann, unfruchtbare Kämpfe gegeneinander auszusechten. lüs entstand — nachdem erst eine breitere Schicht von Künstlern von den neuen Ideen befruchtet worden war — ein Kampf der Modernen gegen die Reaktion; des Kitsches gegen die wahre Kunst; bis die Wirtschaftskrise beide in ihren Strudel hmabzog. Die deutsche Tanzbühne, rote sie gedacht ist und kommen soll, beruft sich auf markante Namen Sie steht unter dem Einfluß der Regiewunsche und Ideen Richard Wagners. Laban selbst hat m Bayreuth zusammen mit Cosima und Siegfried W a a n e r diesem Gedanken gelebt. Die Innerlichkeit des deutschen Mittelalters, die Bewegungskunst griechischer Vorbilder haben fruchtbare Anregungen gegeben. Nicht kokett und spielerisch soll der deutsche Tanz sein, sondern anmutig, versonnen; nicht oberflächlich und geziert, sondern hervarquellend aus den Grundtiefen deutschen Wesens. Hans Sachs, Durer, Moritz von Schwind haben Pate gestanden; nicht minder aber auch das frühdeutsche derbe und gerade Rüpelspiel. In der Spitze wie in der Tiefe wurde wertvoller Boden gewonnen. Im Auslande hat Isadora Duncan die Prinzipien des modernen Kunsttanzes aufgegriffen und auf den anglo-amerikanischen Horizont übertragen; die La- banschule hat zahlreiche bekannte Schüler und Enkelschüler hervorgebracht, unter denen Mary W i g - man, die Hannoveranerin, als Typ genannt sei; auch die F o l k w a n g s ch u l e in Essen hat sich der Bewegung angenommen und dazu beigetragen, den Kunsttanz, abseits von akrobatischer Wendigkeit und Artistik, zu eine Volkskunst zu machen, die eigenen Gesetzen unterworfen ist wie Schauspiel und Drama. Wir haben Tanz- und Reigenwerke, Märchenspiele und wertvolle chorische Schöpfungen, die schon längst auch einen eigenen musikalischen Ausdruck fanden, längst bereits einer eigenen Harmonielehre unterworfen wurden. Alte deutsche Musikinstrumente sind aufgelebt; Gong, Trommel und Blockflöte werden gern verwandt. Stahlverein 38,50, AKU. 57,75 bis 57, Betula 139,75, Bemberg 133,50, Daimler E 45,50, Scheide» anstatt 208, Licht & Kraft 114, IG. Farben 134,90 bis 134,50 bis 134,90, Gesfürel 107,75, Goldschmidt 86, Holzmann 75, Lahmeyer 118, Metallgesellschaft 82, Westdeutsche Kaufhof 29,75, Reichsbahn-Vorzugsaktien 113,25, AG. für Verkehrswesen 74,50, Hapag 27, Nordd. Loyd 29,25. $rantfurfer Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Nov. Am Getreide» großmarkt hat sich an der bisher stillen Haltung kaum etwas geändert. Auch die Angebotsverhält- nisse haben keine Besserung erfahren, obschon für Getreide und Kleie die Preise durch den Monatswechsel eine Erhöhung erfahren haben. Von Kör» nerfrüchten waren Roggen, Hafer und Futtergerste ausgesprochen knapp, Weizen nur in kleinem Umfange angeboten. Arn Futtermittelmarkt steht dos Angebot in keinem Verhältnis zur Nachfrage, die für alle Artikel unvermindert stark ist. Das Mehl- geschäft liegt ruhig, wobei Roggenmehl besonders vernachlässigt ist. Auch in Weizenmehl hat sich die Kaufmeinung wieder verringert. Von Rauhfuttermitteln haben sich die Strohpreise bis 0,50 Mail erhöht. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen WIX 202, W XIII 204, W XVI 210, Roggen R IX 162, R XIII 166, R XV 170, alles Großhandelspreise der Muh. len des genannten Preisgebiets. Futtergerste GIX 164, G XI 167, G XII 169, Hafer H XIII 162, H XIV 164, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Was- serverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl W XIII und WXVI 27,15, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24, alle Preise erfahren einen Aufschlag von 0,50 Mark für Frachtausgleich. Web zennachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,50, Weizen- kleie W XIII 10,50, W XVI 10,71, Roggenkle'e R XIII 9,72, R XV 9,96, alles Mühlenfestpreise an Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot 13, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber 16,75, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 4,50 bis 4,70. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,90 bis 3. Tendenz ruhig. Jrantfurter Schlachtviehmarki. Frankfurt a. M., 5. Nov. Auftrieb! Rinder 1450 (gegen 1450 am letzten Montagsmarkt) davon 473 Ochsen, 121 Bullen, 533 Kühe, 323 Für- fen. Kälber 456 (420), Schafe 79 (96), Schweine 4113 (4458). Notiert wurde per 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 38 bis 39, b) 34 bis 37, c) 30 bis 33, d) 25 bis 29. Bullen a) 36 bis 37, b) 32 bis 35, c) 28 bis 31, d) 24 bis 27. Kühe a) 34 bis 36, b) 29 bis 33, c) 22 bis 28, d) 10 bis 21. Färsen a) 38 bis 40, b) 33 bis 37, c) 29 bis 32, d) 25 bis 28. Kälber Sonderklasse —, andere a) 51 bis 56, b) 43 bis 50, c) 37 bis 42, d) 28 bis 36. Lämmer und Hümmel b2) 34 bis 36. Schafe e) 32 bis 34, f) 25 bis 31, g) 14 bis 24. Schweim al) 53, a2) 52 bis 53, b) 51 bis 53, c) 48 bis 53, d) 45 bis 52, e) 42 bis 48, f) —, gl) 48 bis 51, g2) 43 bis 47. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt blieben Rinder, Kälber und Schweine unverändert, Hämmel und Schafe gaben 1 bis 2 RM. nach. Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft (Ueberftanb: 14 Ochsen, 1 Kuh, 3 Färsen). Kälber und Hämmel rege, Schafe ruhig, geringe Schafe fast unverkäuflich. Schweine mittelmäßig, geringer Ueberftanö (61 Stück). Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren. Beschickung: 564 Viertel Rindfleisch, 35 ganze Kälber, 15 ganze Hämmel, 155 Schweinehälften. Preis für 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 58 bis 62. Bullenfleisch b) 54 bis 56. ^ubfleifd) b) 42 bis 48, c) 28 bis 38, Rindfleisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis 72, d) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 72 bis 75. Roher Speck unter 7 cm 80 bis 83, Flomen 90. Markt- verlauf: rege. Linoleum um Id. S). höher lagen. Der Rentenmarkt hatte wohl ebenfalls nur sehr kleines Geschäft, war aber bei Börseneröffnung widerstandsfähig, später gingen die Kurse aber zurück. Altbesitz 103,13 bis 103 (103,40), späte Reichsschuldbuchforderungen 96 bis 95,75 (96,13), Kommunal- Umschuldung 84,40 bis 84,13 (84,13) und Stahlverein-Bonds 79,40 (79,50). Don fremden Werten ga-\ ben 3 v. H. Salonik Monastir um 0,50 v. H. auf, 6 v. H. nach, auch russische und polnische Bahnprioritäten bröckelten bei starker Geschäftsstille ab. Im Verlaufe war die Börse ausgesprochen > schwach, da sich die Abgaben fortsetzten und bei der herrschenden Zurückhaltung ziemlich starke Rück-! günge verursachten. Farbenindustrie gaben bis auf 135 (137) nach. Im Durchschnitt betrugen die Verluste nochmals 1 bis 1,5 v. H. Stärker rückläufig waren noch u. a. Zellstpff Aschaffenburg (—3 v. H ), Holzmann (—2,5 v. H.), Gement Heidelberg (—2 v. H.), Westdeutsche Kaufhof (— 2 v. H.). Rheinische Bemberg........... Zellstoff Waldhof .. .. Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS....... Daimler Motoren.... hauptet. Arn Elektromarkt gaben Siemens, Schuckert und Gesfürel bis 1,25 v. H. nach, AEG. verloren 0,50 v. H., Bekula setzten dagegen um 0,40 v. H. freundlicher ein, auch Gesfürel waren wieder mäßig Der Hauswirt soll nicht geärgert werden: unten ist natürlich eine richtiggehende Haustür — trotzdem klettert man im herbstlichen Frühabendnebel versehentlich durch eine Garageneinfahrt, windet sich etwas kurzatmig fünf spürbare Treppen hinauf und steht dann — fünf Stockwerke über der Konstanzer Straße im Berliner Westen — im Büro der Deutschen Tanzfestspiele. Einfache helle Dachstuben mit schrägen Wänden und ebensolchen großen Fenstern, aus denen es einen melancholischen Blick über das Reich des zuständigen Revierschornsteinfegers gibt mit qualmenden Schloten und leise baumelnden Hochantennen. Prickelnder Duft von leichtbeschwingtem Künstlertum, unverkennbares Aroma von Ateliers und bemalter Leinwand: eigentümlich, eigenartig; es ist eine ernste, verantwortungsreiche Sache, um die es geht. Trotz der grellbunten Plakate an den Wänden, die von verflossenen Sensationen künden; trotz der lustigen und luftigen Bilder, auf denen man Tänzer und Tänzerinnen bei ihrer Arbeit sieht, die für andere Leute ein Vergnügen und eine Erholung ist. Der „Fahrplan", den man drüben angeheftet hat, weist aus, wann unsere bedeutendsten Künstler für die bevorstehenden großen Ereignisse verfügbar find; und die Schreibmaschinen, auf denen von offenbar beurlaubten Jüngerinnen Terpsichores ziemlich lebhaft geklappert wird, helfen mit, den würdevollen Eindruck abzurunden, ohne den nun einmal ein Büro nicht auskommen kann. Ein Wort zur Einführung: Die Deutschen Tanzfestspiele, die nach amtlichen Feststellungen von Ministerialrat v. Keudell durch die Reichskultur- kammer nachdrücklichst gefördert werden, loUen m der Zeit vom 9. bis 16. Dezember d. I. im Theater am Horst Wessel-Platz in Berlin ihren Anfang nehmen und dann ihre Wellen bis in die fernsten Ecken des Reiches werfen. Es handelt sich um eine Angelegenheit von Format und von internationalem Interesse. Und eben ist unser H. W.-Mitarbetter dabei, sich bei dem Organisator und Spiritus rector des Ganzen, Rudolf von Laban, zu dem verabredeten Interview anmelden zu lassen. Interview ist zuviel gesagt. Man streift bald tue lästigen Hüllen eines offiziellen Auftrages ab und ist bei einer Zigarette mitten in lebhaftester Unterhaltung, die sich an dieser Stätte, am Schreibtifch des geistigen Vaters unseres modernen deutschen Kunsttanzes, naturgemäß nur um eins drehen kann: das Lebenswerk des fast schon Sechzigjährigen. Man erschrickt fast darüber, daß dieser Künstler das erste halbe Jahrhundert seines Daseins schon seit einigen Jahren hinter sich gebracht hat. So jung also erhält die Kunst: elastisch die Gestalt, unverbraucht, beweglich, trotz der grauen Schläfen! Trotz aller Kämpfe und mancher Enttäuschungen. Trotz langer Depression, trotz schwerer Krisen des deutschen künstlerischen Tanzes. Deutschland ist, so erfährt man nunmehr auch aus berufenem Munde, die Wiege des modernen Kunsttanzes. Wie so manches andere wertvolle Gut, das in unserem Volke gewachsen kft, hat man auch diese Kunstgattung zuerst im Auslande in ihrer Bedeutung voll erkannt. Die „Danse Allemande“, der „G-erman Dance“ ist draußen mehr als bei uns selbst einheitlicher Begriff. Beweis: Zur römischen Biennale im September dieses Jahres hatte Mussolini Rudolf von Ladan, seine Meisterschülerin Frau Wigman und Frau Günther, Leiterin der Münchner Kammertanzgruppe, als Interpreten des künstlerischen Tanzes eingeladen. Auf Grund dieser* internationalen Geltung ist dann der Plan entstanden, die junge Kunst, die in den letzten Jahren fast nur noch am Theater oder Variete ein wenig selbständiges Dasein führte, und die unter» deß trotzdem im Stillen am deutschen Umbruch heranreifte, wieder auf den Platz zu stellen, der ihr gebührt. Seit der Jahrhundertwende kann man das Bestreben Labans zurückverfolgen, aus snobistischer ' Modespielerei, aus artferner Fremdtümelei und aus der Nachahmung verwirrender und teils exotischer Stille einen typischdeutschenAusdruckdes Kunsttanzes zu kristallisieren. Bizarre und groteske Tanzbewegungen als Nervenreiz gewisser Ge- nießerschichten wurden als Irrweg erkannt. Es entstand die Tanzgruppe Laban, die aufbaute auf der dem deutschen Menschen eigentümlichen Bewegungs- kuttur. Das Gruppentanzwerk wurde der Gegenpol soliMch-individualistischen Startums; auf ausgedehnten Tourneen, aus der ersten Arbeit mit den Balletten vieler großer deutscher Bühnen formte sich allmählich Kammertanzbühne und B e» wegungschor, die hinleiten sollen auf das selbständige Tanztheater als eigene Kunstart. Aber das Ideal, mit einer Nur-Tanzgruppe von 40 bis 50 Personen schöpferisch gestatten und arbeiten zu können, scheiterte immer wieder an wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Dazu kam, daß auch in den tänzerischen Lagern der Parteienstreit ausbrach. Die verschie- Geld 2,44 57,91 55,23 12,37 16,34 167,73 21,08 62,16 4% Oesterretchische Goldrenie.... 4,20% Österreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/2% desgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie! Don .IMS m \ Pro' eine 5 tealäo 25^ Do roerlt Re s untei junte bei Mo I B ! B Me R de Be E ße Sei frei her firei f)im 1909 Lesch, TW Dey Gr St Au W Gi< Mit Frankfurt a. M., 5. Nov. Die Börse lag am' griffen und bis auf 102 (103) ermäßigt, auch sonst Wochenbeginn schwächer und hatte wiederum nur! bröckelten die Kurse um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, nur sehr kleines Geschäft zu verzeichnen. Kauforders späte Schuldbuchforderungen blieben mit 95,75 v. H. lagen kaum vor, während Verkäufe überwogen, wobei sowohl Kundschaft als auch Kulisse beteiligt waren. An sich war das Angebot nicht groß, doch lag anderseits Aufnahmeneigung kaum vor. Gegen den schon schwachen Wochenschluß ergaben sich durchschnittliche Rückgänge von 1 v. H. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Datum 4% desgl. Serie N............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2^% Anatolier............... sähigkeit zeigte. Altbesitzanleihe lag mit 102 um 30 Psg. über Berliner Schluß, auch Kommunal-Um- uvunuuujti uu, uu«; .vuk» mäßig i schuldung mit 83,75 bis 84 lag gut behauptet, ebenso erholt. Der Montanmarkt lag ebenfalls schwach, so. späte Reichsschuldbuchforderungen. Am Aktienmarkt verloren Harpener und Mannesmann je 1 v. H.,! setzten sich dagegen die Abgaben aus Kreisen der Rheinstahl 1,25, Stahlverein 0,65 v. H., Gelsen- Kundschaft und auch der Kulisse fort. Obwohl das kirchen eröffneten mit 60 v. H. behauptet. Mehr Angebot keinen größeren Umfang hatte, verur- unter Kursdruck standen Reichsbankanteile, die sachte es bei der herrschenden Unsicherheit und 2 v. H. einbüßten, auch Kunstseide Aku mit 59,13 ' Zurückhaltung weitere durchschnittliche Rückgänge bis 58,50 verloren 1,25 v. H., ferner schwächten i... ?,7? '/? ~ sich AG. für Verkehrswesen um 1,5 v. H. auf 77 ; v. H. ab. Sonst eröffneten u. a.: Zellstoff Waldhof bemerken war. 0,40 v. H., Schisfahrtsaktien bis 1 v. H. und Moe- nus-Maschinen um 1 v. H. niedriger, wogegen Dt. Lerlin, 5. November timentamiilie Moten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten. Spanische Noten. Ungarische Noten Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt.Retchsanl.v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. DcSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6¥i% Hess. Landes^hypotheken- bank Darmstadt Liqui Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6y»% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandortefe....... 6^% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand» briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener Hoesch Eisen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau Philipp Holzmann o| 79,5 I Zementwerk Heidelberg ......Ol ssZ Eementwerk Karlstadt.........o| — | 6 0 (4 Fraui'uri a. -Ui. Berlin Schluß» turs Gchlußt. Abmdbörse Schluß» turs Schlußk. Mittagbörse 3.11. | 5.11. 3.11. 5-11- Frantsun a. ))L Derlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Gchlußt. Mittagbörse Datum 3-11- 5.11. 3-11- 5-11. Mansfelder Bergbau .. .......0 77 76,9 78 75,25 Kokswerke........... .......0 — 94,4 92,25 Phönix Bergbau...... ...... 0 46,25 45,5 46,25 45,75 Rheinische Braunkohlen .....10 217,4 -— 217,75 211 Rheinstahl........... .......0 89,25 86,5 38,5 89,5 86,65 Bereinigte Stahlwerke. .......0 39,9 39,65 38 Otavi Minen ........ .......0 12,25 12,5 12,5 12 Kaliwerke Aschersleben. .......6 111,5 111 112,5 110 Kaliwerke Westeregeln. .......5 110 110 111,5 110 Kaliwerke Salzdetfurch .....7% 153 154 154,5 154 I. G. Färben-Industrie .......7 139 134,65 138,65 135,13 Scheideanstalt........ .......9 209 208 Goldschmidt ......... .......0 90,65 86 90,75 87 Rütgerswerke........ .......0 38,75 37,75 96.75 95,5 Metallgesellschaft...... .......0 83,5 82 83 Z.November 5-November Amtliche Notierung Geld | 3rie> Amtliche Notierung Geld | Sri Buenos Atre- 0-639 0,643 0,641 0,645 Brüssel----- 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,29 55-41 55,38 55F Danzig..... 81,12 81,28 81.12 Sb?® London ..... 12,385 12,415 12,405 12,435 HeljingforS.. 5,47 5,48 5,475 5,485 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,22 168,56 168,15 168,49 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan ...... 0,722 0,724 0,723 0J25 Jugoslawien. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo.....: 62.22 62,34 62,32 62,44 48 95 49,05 Lissabon.... 1L24 IE 26 11,26 11,28 Stockholm... 63-86 63.98 63,96 64.08 Schweiz .... 80,92 81,08 80,92 81.08 Spanien.... 34,00 34,06 33,97 34.03 Prag....... 10,395 Budapest ... _ _ — Neuyork... 2,490 2,494 2,488 2,492 4,25 4,4 4-3 6-6 6,6 7 4,2 4,05 4,05 34,25 33,65 34 27,75 27 27,5 — — —— — — —— 29,9 29.25 29,5 78,5 74,5 78 96,25 95,75 95-75 70 68,5 70 73 71,5 72,75 75 73-75 75 145 142 144 27,13 26 27,4 140,9 139,75 141,25 99,5 99 100 115,5 114 115,25 75,5 — 74,75 110,5 107,75 110,25 —— 100,75 93 — 92,72 137,5 136,65 137 118,5 118 — 84,5 83 84,5 102,13 101,25 102-65 60 58,25 59,9 106 104,5 106,25 — — 75,4 — — 144,25 — — 119,5 73*5 71,9 73-25 74,5 71,9 74 Nr. 260 Drittes Blatt Gtehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) Dienstag, 6. November (934 Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Reueinstellung von Jugendlichen unter 25 Jahren. Vom Arbeitsamt Gießen wird uns getrieben: Es ist anscheinend in den Kreisen der Unternehmer und Betriebsführer noch nicht genügend bekannt, daß seit dem 1. September 1934 jede Neu- Einstellung und Neubeschäftigung von Jugendlichen beiderlei Geschlechts unter 25 ! Jahren der ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung des zustän- iDigen Arbeitsamts bedarf. Diese Zustimmung ist, was vielfach übersehen wird, auch bei Einstellung von alten Kämpfern oder von Inhabern von Arbeitspässen oder Landhelferbriefen erforderlich. Das Gleiche gilt für eine vorübergehende Beschäftigung von Jugendlichen unter 25 Jahren. Der Führer des Betriebes hat die Zustimmung bei dem Arbeitsamt nachzusuchen. Der Antrag auf Zustimmung ist bei dem Arbeitsamt zu stellen, in dessen Bezirk der Betrieb oder Die Betriebsabteilung, die die Einstellung vornehmen wollen, ihren Sitz haben. Der Antrag ist auf u'inetn befonderen Formblatt: „Antrag aus Zustimmung zur Einstellung von Personen unter 25 Zahlen (Ap. 3)" zu stellen. Das Formblatt ist im Han-- i>el erhältlich. Stellt ein Betriebsführer einen Jugendlichen un- er 25 Jahren ohne die Zustimmung des Arbeitsamts ein, so macht er sich dadurch st r a f b a r und ann nach § 21 Abs. 2 Ziffer 1 der „Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften vom "8. August 1934" mit Geldftrase ober G e - ängnis bis zu drei Monaten bestraft Derben. Berufung an der Universität. Von ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb ms mitgeteilt: Professor Dr. Karl 5) u m m e l in Gießen hat (ine Berufung auf ben Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie an ber Universität Gießen erhalten. LSZahre im Dienste der Stadt Gießen. Von ber Direktion der städtischen Elektrizitätswerke wird uns mitgeteilt: Nachstehende Belegschaftsmitglieder können, wie . ntenstehend angegeben, auf eine 25jährige un- nterbrochene Dienstzeit bei der Stadt Gießen bzw. |*i ber stäbt. Straßenbahn Gießen zurückblicken: Nohr, Heinrich, Hilfsarbeiter, wohnhaft Großen- Buseck, Oberpsorte 10, ab 8. Oktober 1909 beim Bauamt, ab 2. Oktober 1918 beim Elektrizitätswerk. Merbach, Albert, Kontrolleur, wohnhaft Gießen, Robheimer Straße 34, ab 1. November 1909 bei ber Straßenbahn. | Becker, Heinrich, Wagenführer, wohnhaft Gießen, Eberstraße 20, ab 2. November 1909 bei ber Straßenbahn. e i l m a n n, Richarb, Hausmeister, wohnhaft Gießen, Hammstraße 35, ab 4. November 1909 bei ber Straßenbahn. 1 r e u t e r, Heinrich Kontrolleur, wohnhaft Gießen, Hinter ben Schießgärten 24, ab 8. November 1909 bei ber Straßenbahn. Losch, Lubwig, Wagenführer, wohnhaft Gießen, Lahnstraße 15, ab 8. November 1909 bei ber Straßenbahn. äener, Peter, Wagenführer, wohnhaft Gießen, Grabenstraße 12, ab 3. November 1909 bei ber Straßenbahn. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Wie bie Abteilung Kasse bes NSLB. Kreis hießen bekanntgibt, sinb bie Monatsbeiträge für Nitglieber im Ruhestanb vorn 1. Oktober ab auf Professor psahler, Rektor der LandesuniverMt. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Reichsstatthalter in Hessen hat dem ordentlichen Professor für Pädagogik und Psychologie Dr. die Hälfte ermäßigt worden. Wenn für Oktober und November der volle Beitrag bereits entrichtet ist, erfolgte für Dezember und Januar die entsprechende Anrechnung. Bis zum 15. November haben bie Kassenwarte eine Liste mit ben Namen ber Ruhestänbler ihres Bezirkes ober ihrer Schulgruppe an bie Abteilung Kasse einzureichen. — Der B e - zirk L i ch bes NSLB. hält am morgigen Mittwoch, 7. November, 15 Uhr, in ber Turnhalle zu Lich eine Tagung ber Arbeitsgemeinschaft Turnen ab, anschließenb finbet bei Glöckner eine Tagung ber Arbeitsgemeinschaft Volksschule unb bie Bezirkskonferenz statt. Der NSLB. Kreis Friebderg hält am morgigen Mittwoch, 7 November, 15 Uhr, im Hotel Trapp zu Friebderg Kreisversammlung ab. Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19 Gießen. Bekanntmachung. Alle Mitglieber ber früheren Verbänbe, bie ihren Fragebogen bis heute noch nicht ausgefüllt haben, werben hiermit nochmals gebeten, bis 18. b. 2H. (spätestens) benfelben beutlich ausgefüllt an bie Abteilung Kartei, Schanzenstraße 18, abzugeben. Desgleichen werben auch bork Beiträge entgegengenommen von benjenigen Mitgliebern, bie währenb ber Umorganisation nicht kassiert worben sinb. Neuanmelbungen finben dortselbst statt. Reichsberufsgruppen der Angestellten in der OAF. Beginn ber Lehrgänge: Kurzschrift für Anfänger: Dienstags unb Freitags um 19.45 Uhr: Kurzschrift für Fortgeschrittene: Dienstags unb Freitags um 20.15 Uhr; Kurzschrift, Rebeschrift: Dienstags und Freitags um 21 Uhr; Maschinenschreiben: Dienstags unb Freitags um G e r h a r b Pfähler für bas Amtsjahr 1934/35 zum Rektor ber Hessischen Lanbesuniversität ernannt. * Professor Pfähler, ber alten schwäbischen Theologen- unb Bauernfamilien entstammt, würbe am 12. August 1897 in Freubenstabt im Schwarz- walb geboren. Ursprünglich war ber neue Rektor Theologe, aber nach bem Kriege würbe er neben seinem Stubium als Neuphilologe Volksschullehrer. Später setzte er sein Stubium in Tübingen roieber fort unb würbe nach seiner Promotion Privatbozent j für Pädagogik unb Psychologie an ber Universität! Tübingen. Dann war Professor Pfähler Professor an ben Hochschulen für Lehrerbilbuna in Rostock, Altona unb Frankfurt a. M. Seine wissenschaftlichen Arbeiten erstrecken sich auf bie Gebiete ber Kinder- unb Jugenbkunbe, ber psychologischen Typologie unb Charakterologie. In neuerer Zeit hat seine Arbeit vor allem bem Ausbau ber in Arbeitsberührung, mit Ernst Kretschmer von Oswalb Kroh unb ihm; begrünbeten Erbcharakterologie gegolten. Seit Anfang 1934 hat Prof. Pfähler in Gießen ben Lehrstuhl für Psychologie unb Päbagogik übernommen unb bient hier ber Bildung echten philosophischen Geistes auf ber Grunblage beutscher Weltanschauung unb nationaler Erziehung. Der neue Rektor, der bem SA.-Sturm 54/R. 116 schon seit längerer Zeit angehört, erfreut sich auch bei seinen Sturmkameraben größter Beliebtheit. Auch für bie Gießener Studentenschaft ist Professor Pfähler kein Unbekannter mehr, denn seit einiger Zeit schon steht er im engsten Konnex mit ber Führung ber Gießener Stubentenschaft. 19.30 Uhr; Engi. Hanbelskorresponbenz: Mittwochs um 20.15 Uhr; Buchführung: Freitags um 20.30 Uhr; Textilwarenkunbe Dienstags um 20.30 Uhr; Gewerberecht unb Unfallverhütung: Freitags um 20.15 Uhr. Die Lehrgänge in Kurzschrift unb Maschinenschreiben finben im Ortsgruppenheim, Lony- straße 18, statt. Alle anberen Lehrgänge werben in ben Räumen ber Öffentlichen Hanbelslehranstalt, Gießen, Liebigstraße 16, abgehalten. Elternabend im Jungvolk. Der Werbeabenb, den am Sonntag das Jungvolk vom Stamme der Welfen im Caf6 Leib abhielt, war ein erneuter Beweis dafür, daß bie Jugenb neue Wege zu gehen weiß. Der Werbeabenb, gleichzeitig ein Elternabenb, unterschieb sich in seiner Form wesentlich von allem bisher Ueblichen. Alles, was ber Abenb brachte, war straffe Zusammenfassung, im Sinne auf bas Wesentliche gerichtet, kaum schmückenbes Beiwerk, sonbem nur Inhalt. Ein klares Wollen kam in Wort unb im Lieb, im Spiel unb im Bilb zum Ausbruck. Dazu kommt, baß bie Führer bie Jungens ganz in ber Hanb haben, so baß bie Auszüge unb Abaänge zeitlich unmittelbar folgen konnten. Es war ferner ein wesentliches Kennzeichen, ein burchaus erfreuliches Merkmal, baß bie Aufmerksamkeit ber Teilnehmer bes Abenbs nicht ftunbenlang in Anspruch genommen würbe, sonbern bas Programm in einer Stunbe abgewickelt war unb ben zahlreichen Zuhörern boch stärkster Einbruck blieb. Schon ber Auftakt ber Veranstaltung war eine Besonderheit, ein feiner Gebaute. Auf ber Bühne würbe im klaren Schattenriß ein Trommler gezeigt, ber bas Sinnbilb für biefen Abenb barstellte. Gleichzeitig mürbe ein Sprechchor oorgetragen, ber burch Einzelsprecher, bie sich an verschiebenen Stellen im Saale befanben, stark belebt unb zu bramatischer unb interessanter akustischer Wirkung geführt mürbe. Der Einmarsch ber Fahnen und Wimpel mürbe unter bem Klange von Trommeln unb Fanfaren zum Bekenntnis zur Fahne. Forsch sangen bann bie Jungens bas Lieb „Es zittern bie morschen Knochen", bem, erfreulich unpathetisch, ber Vortrag bes Gebichtes „Wir" folgte. Lieb (,^)er zu uns") unb Gebicht („Jungenkampf") unb noch einmal Lieb („Bergen op Zoom") unb Gebicht („Es gibt ein Wort") sprachen bas Wollen unb ben Geist im Jungvolk aus. Der Stammführer Hasenzahl hielt bann eine kurze Ansprache, in ber er beson- bers bie Eltern herzlich begrüßte unb aufforberte, bie Jungens in bas Jungvolk zu schicken. Die Jugenb ber Gegenmart habe mehr Recht zu leben als jene Jugend, bie einmal nur bas Vergnügen kannte. Das, roas ber Abenb heute bringe, sei geschaffen unb geübt morden in nur menigen Tagen, sei erarbeitet morden. Die Trommeln geben ben Rhythmus an, bie Jugenb marschiere, mirfe im Geiste bes Führers für bas neue Deutschlanb ... Dann klang roieber ein Fanfarenmarsch auf, von bumpfen Wirbeln ber Lanbsknechtstrvmmeln begleitet. Schließlich würbe bie Bühne zum Zeittheater, auf bem sich ein geistiger Kampf zwischen bem Vergangenen unb bem Werbenben abspielte. Ein Sprechchorspiel von Richarb Euringer brachte unter bem Titel „Schlachtruf ber Jugenb" eine lebhafte geistige Auseinanbersetzung mit bem Bürger, bem Hanbwerker, bem Muskaten, mit bem Schwärmer, beren Stimmen immer roieber übertönt mürben von bem Willen zur Zukunft in ber Jugenb. Der Kanon „Lemar Duob üs Slam" ergänzte bas Spiel unb leitete gleichzeitig auch sinngemäß über zu einem zmeiten Sprechchorspiel, bas in ähnlicher szenischer Fassung aufgeführt mürbe. Jugenb, noch unorganisiert, nur rounschenb, m neuer Form zusammengefaßt zu merben unb sich sehnenb nach einem Sinn ihres Lebens, ftanb auf ber Bühne unb sah sich abroechselnb vor bem politischen Jrrlehrer, vor bem Schroärmer, ber nur auf ben Himmel vermies, vor verschiebenen anberen noch, bie auf bie Jugenb einrebeten, sie gefangen nehmen, ihr ben Weg verbauen mollten, mährenb ben Jungens boch aus ferner Höhe gesagt mar, baß sie ihren Weg unbeirrt im Glauben an bie Zukunft gehen müßten. Schließlich erwachten bie Manen ber Gefallenen bes Weltkrieges unb wiesen ber Jugenb mit Fackelschein in ber Dunkelheit ben Weg. Das Spiel („Ruf von ber Grenze" von Ruparb Rupp) unb ber Abenb klangen aus in bem Lieb ber Hitler-Jugenb: „Vorwärts, vorwärts". Die Eltern werben aus biefem Abenb nachbenk- lich nach Hause gegangen fein, sicherlich auch in bem Bewußtsein, baß es bem beutschen Volke um seine Jugenb nicht bange zu sein braucht. Pflichtfortbildung des Deutschen Dentistenstandes. Im Rahmen der vom Reichsbentiftenführer Schaeffer eingeführten Pflichtfortbilbung des Deutschen Dentistenstanbes fanb, wie man uns berichtet, am Samstag unb Sonntag in Gießen ber Pflichtfortbilbungskursus bes Schulungsbezirkes Gie- hen bes Reichsverbanbes Deutscher Dentisten statt. Der D r g a n if a t i o n sle i t e r wies in seiner Begrüßungsansprache barauf hin, baß bie Dentisten als erster Berufsstanb im nationalsozialistischen Deutschlanb mit ber Einführung ber Pflichtfortbil- bung einen völlig neuen Weg beschritten Haden, ber vom Reichsärzteführer unb Leiter bes Sachver- ftänbigenbeirates ber Dolksgefunbheit Dr. Wagner, wie auch von anberen Dienststellen ber Reichsleitung ber NSDAP, anerkannt unb als gerabezu vorbildlich bezeichnet worben ist. Aufgabe ber Pflicht- fortbilbungsturfe ist, ben ganzen Berufsstand geschlossen zur Jbee des Nationalsozialismus zu erziehen, ferner die systematische Weiterbildung der Nachdruck verboten! 18. Fortsetzung. iicht, das ganz Abwehr mar. Ein Glimmen trat in seine Augen. Schön, ver- iiufelt schön mar dies junge Geschöpf mit ben strah- Isnben Augen, bie jetzt in der leichten Erregung beinahe dunkel roaren roie Samt, mit dem schön ge- ichroungenen Munde, der jetzt so abroeisend schmieg — mit dem ganzen Hauch von Reinheit und Uner- Man durfte die Kleine nicht aus den Augen ver- i-eren — und es war eigentlich schade, daß man hier (d als ein erbarmungsloser Mensch auftreten und He Kleine nebst ihrer Mutter aus der anscheinend |d heißgeliebten Häuslichkeit vertreiben mußte^Aber das liefe sich nun nicht ändern. Kaufte er nicht für ten anderen, so konnten morgen andere Käufer kommen — und man würde keine Fühlung zu der spröden Kleinen bekommen. Schließlich, zum Vergnügen boten sie ja auch die Besitzung nicht zum Kauf an. Studczynski beschloß, mit dem Preise an bie oberste Grenze dessen zu gehen, was ihm bie Vermittlungsfirma genannt hatte. Wenn man sich recht nett unb entgegenkommenb zeigte — wer weiß, ob man bann nicht boch einmal ein bankbares Lächeln auf bem jetzt so hochmütig verschlossenen Gesichtchen zu sehen bekam. Gelegenheit, hier ins Haus zu kommen, mürbe man ja oft genug haben. Er mar schon fest entschlossen, bie Besitzung zu erroerben, noch ehe er sie ganz gesehen. . Aber, roas sich nun seinen Blicken bot, roar wirklich außergewöhnlich schön. Das roar wirklich ein fürstlicher Besitz, in bem sich Zimmer an Zimmer reihte, viele von Saalesgroße, alle in erlesener Ausstattung. Möbel, Tapeten, bie Ausschmückung ber Wänbe: alles zeigte einen kultivierten, burch Generationen gepflegten Geschmack. Währenb bie Gesellschaftsräume unten mit einer Einrichtung in allen Stilarten etwas prunkvoll unb feierlich wirkten, waren oben bie Wohn- unb Privatzimmer mobern, behaglich mit allen Einrichtungen eines ganz neuen Hauses. Man sah auf Schritt unb Tritt, mit welcher Liebe bie Herren von Dönitz biefen Besitz ausgebaut hatten. Unb Stubczynski kam eine leise Ahnung, daß die Worte des schönen Mädchens vorhin doch eine gewisse Berechtigung hätten. Erst war es ihm sentimental unb lächerlich erschienen — aber nun überkam ihn boch eine Ahnung, roas ererbter Besitz bebeuten konnte „Wirklich sehr schön!" meinte er immer roieber, roenn er mit Ebelgarb burch bie Zimmer unb bie Treppen hinauf schritt. „Ich glaube, es ist ganz bas, roa-' ich für ben betreffenben Herrn suche " „Wollen Sie nicht auch noch bie Wirtschaftsräume ansehen?" fragte Ebelgarb, als sie burch bas ganze Haus gegangen waren. Stubczynski hatte zwar nicht bie geringste Ahnung, roie solche Wirtschaftsräume beschaffen sein mußten. Aber er wollte bas Zusammensein mit bem schönen Mäbchen gern verlängern. War Ebelgarb boch angesichts seines Entzückens über ihr Vaterhaus ein wenig zugänglicher geworden. Die alte Marie, die an einem Tische in der Riesenküche hantierte, unb ber alte Gärtner sahen ben Fremben mit neugierigen und etwas ängstlichen Augen an. „Wohl schon lange im Hause?" fragte Stud- czynski halblaut. Edelgard nickte. „Ja, und ich mache mir um den alten Gärtner Sorge. Die alte Marie, das Mädchen, > können wir vielleicht mitnehmen; aber der alte treue ■ Mann — glauben Sie, daß der neue Besitzer ein । Plätzchen frei haben würde für einen zuverlässigen i Menschen, roie unser alter Wilhelm einer ist?" Sie standen jetzt draußen auf ber breiten Altane • — mit Entzücken sah Stubczynski auf bas bittende ' Mädchengesicht. MI UNS Meist? Vornan von Klothilde v. Stegmann. „O danke!" Edelgard sah flüchtig auf den Brief nit dem Firmenstempel der Maklerfirma Braun & Cv. Sie roar erleichtert, daß bie Mitteilung mit ben Angaben bes Herrn Stubczynski überein- rimmten. „Ich hatte eigentlich erwartet, baß bie Firma einen ihrer Beauftragten mitschicken würbe", sagte sie, währenb sie bie Tür zu bem Jagbzimmer öffnete, bas bem Salon benachbart roar. „Mein Freunb unb Auftraggeber wünschte ausdrücklich, baß ich birekt mit ben Besitzern geeigneter Häuser verhanble. Er meinte, bas wäre für alle Teile angenehmer. Tatsächlich sinb bie Bemühungen ber Vermittler, um jeben Preis ein Geschäft zu- i anbezubringen, für ben Käufer oft etwas ftörenb." I Unb für ben Verkäufer schmerzlich", kam es, hft gegen ihren Willen, von Ebelgarbs Lippen. „Wieso bas, mein Fräulein?" Ebelgarb sah ben eleganten bunflen Herrn fast ünster an: . , , . „Nun, es ist nicht ganz leicht, ein Haus, in bem man seit langem gewohnt unb gelebt hat, in anbere hänbe gehen zu sehen." „Deutsche Mentalität!" sagte Herr von Stub- czynski, leicht lächelnb. „Ich bin em Kosmopolit, nein Fräulein, ich kenne keine Binbungen an em haus, nicht einmal an ein ßanb. Wo es mir gut -!eht, da ist meine Heimat. Diesen Grunbsatz sollten Sie auch annehmen, er erleichtert bas ßeben. Er sah Ebelgarb mit einem werbenben Lächeln n — aber Ebelgarb machte ihr schroffstes, ihr Brinzessinnengesicht, wie bie jungen Kolleginnen im Werk es nannten. . „ , . „Unsere Grunbsätze sinb boch eben anbere , sagte ie kurz. „Wollen Sie mir bitte folgen!? Sie hatte ben feinen Kopf etwas steil m den 1 Warfen gebogen, ihre Lippen waren fest geschlossen. Der Mann neben ihr sah auf bas herbe, reine Ge- roäre bas, Herr Stubczynski? versteigert würbe. Aber nun würbe sie boch sehr verlegen, benn bas Gesicht Stubczynskis zeigte einen gerabezu amüsierten Ausbruck. „Sehr biplomatischEsind Sie ja nicht, mein gnädiges Fräulein! Ein anberer hätte vielleicht die Gelegenheit benutzt, nun tüchtig auf den Preis zu drücken. Aber ich will das nicht tun. Mein Freund und Auftraggeber hat mir freie Hand gelassen; ich finde ben Preis zwar nicht niebrig, aber borf) für ein so schönes Besitztum immerhin angemessen. Wir würben also bereit sein, bas Geforberte zu zahlen. Allerbings eine unangenehme Bedingung müßten wir daran knüpfen." „Und welche?" „Und nun bie Frage bes Wohnens, mein gnäbiges Fräulein! Ich sehe ein, von heute auf morgen kön- Ebelgarb nickte: „Vollkommen leer. Mein verstorbener Bruber hat es kurz vor seinem Tobe voll- ftänbig renovieren lassen. Er mar bamals heimlich verlobt unb wollte es wohl als Wohnsitz für sich unb seine zukünftige Frau einrichten. Dann starb mein Bruber, unb so blieb bas Häuschen stehen." Summe nannte, schien sie ihr so unwirklich hoch. Am Enbe zerschlug sich ber Kauf baran? Unb sie konnten ja nicht mehr warten. Die Bank hatte gestern roieber gemahnt, nun schon ganz offiziell. Besser, man verkaufte freiwillig, als baß einem das Haus „Nun, ich will sehen, daß ich mit meiner Fürsprache bei meinem Auftraggeber etwas erreichen kann." „Oh, wie würbe mich bas beglücken —" Impulsiv streckte Ebelgarb Stubczynski ihre Hanb entgegen. „Dann tue ich es um so lieber", sagte er be- beutungsooU. Wieber überkam Ebelgarb ein leises Gefühl ber Abwehr — aber sie schalt sich selbst besroegen. Wenn man so empsinblich roar roie sie, würbe man nicht viel erreichen. Unb so schloß sie mit bem Versuch, sehr liebenswürdig zu sein: „Ich würde Ihnen unendlich dankbar sein — heutzutage ist es für einen alten Hausangestellten fast unmöglich, irgendwo unterzukommen." „So, und nun, mein gnädiges Fräulein, dürfen wir vielleicht noch einmal hineingehen und über den Preis sprechen?" Edelgard wurde verlegen. Ach jetzt erst, wo es um Geld, Zahlen und vielleicht Feilschen ging, begriff sie so ganz, daß die geliebte Heimat in andere Hände kommen sollte. „Vielleicht könnten Sie das besser mit Mutter — ober mit unserem Sachwalter, Justizrat Storm, er- „Das Haus müßte sofort zwecks notroenbiger Renovationen unb Umänberungen geräumt werben, unb zwar innerhalb einer Woche." „Innerhalb einer Woche?" Ebelgarb erschrak nun boch — roie sollte man in so kurzer Frist eine passenbe Wohnung finben, ben Umzug bewerkstelligen? Das war fast unmöglich. Unb vor allem bie Mutter, so schwerfällig war sie jetzt in allem — biese Hast, bieje Aufregung —, es würbe zuviel für sie sein. Unb sie selbst von früh bis abenbs im Betrieb, benn bie Ferien gingen in wenigen Tagen zu Enbe. „Wenn ich nur wüßte, wie ich es bewerkstellige. Sie sagte es zaghaft. „Wo soll ich so schnell eine Wohnung herbekommen, bie Möbel unterstellen? Wir werben ja nur bas Wenigste mitnehmen können." „Ich bachte auch, mein gnäbiges Fräulein, baß ich bas Haus mit einem großen Teil des Inventars übernehme, das heißt des Inventars der Gesellschaftsräume. Ich nehme an, baß Sie bafür boch keine Verwenbung haben würben. Der Preis würbe sich ja selbstverstänblich noch erhöhen. Aus ben oberen Zimmern würbe ich Sie bitten, das auszuwählen, roas Sie für Ihren Gebrauch behalten wollen." . „Da wären wir ja schon einen Schritt weiter. ,e I „Welcher Vorschlag Ar°r S1"”™ Der Grundriß Ihres Besitztums zeigt jenseits des ”ennÄ ^ !Aar'- aus eme"r kleinen Insel -m° Ar. «aaaNer. * r " Häuschen. Wenigstens ist es als bas in bem Angebot Wir würden auch ein wenig h-runtergehen-, der V-rmittlungsfirma bezeichnet. Steht das Haus sagte Ebelgarb hastig. Jetzt, da der Fremde die leer „Es wäre also sofort beziehbar?" „Jawohl! Sie meinen?" Edelgard sah mit ungläubigen Augen auf den vor ihr Sitzenden. Sollte es Wirklichkeit sein? Sollte es eine Möglichkeit geben, daß bie Mutter unb sie noch nicht gleich vertrieben mürben? Sie hatten beibe schon selbst erwogen, bas Kavalierbäuschen zu beziehen, um die teuren Heizungskosten der schloß- artigen Villa zu sparen. Auch war bas Kavalier- Häuschen viel behaglicher, man verlor sich nicht in ber Flucht ber Zimmer. Es roar viel geeigneter für zwei Frauen, die so zurückgezogen lebten roie Mutter unb sie. (Fortsetzung folgtI) lebigen?" Stubczynski lächelte leicht. Wie ängstlich sie bas gesagt hatte, bie Kleine — geschäftsgeroanbt schien sie nicht zu sein. Nun, um so großzügiger mürbe er ihr mit seinem vorbehaltlosen Angebot erscheinen. M„, r.,v ..... --------, - „Natürlich müssen alle biese geschäftlichen Dinge! nen Sie keine passenbe Wohnung finben. Sie sollen zwischen Ihrem juristischen Sachwalter unb mir bas auch gar nicht übereilen. Ich möchte Ihnen einen besprochen werben; auch ber Kaufvertrag, zu bem Vorschlag machen, muß aber natürlich zunächst noch es, wie ich benfe, ohne Schwierigkeiten kommen die Genehmigung meines Auftraggebers einholen." roirb, muß ja abgeschlossen merben. Nur bamit Sie -..... Ihrer Frau Mutter schon Positives berichten können, Achtung! Saar-Abstimmungsberechtigte! Vis zum 9. November müssen alle Saar-Abstimmungsberechtigten, die Einspruch gegen ihre Nichteintragung in die Abstimmungslisten eingelegt haben, durch Einschreibebrief benachrichtigt sein, ob ihrem Einspruch stattgegeben wurde oder nicht. Ist ihrem Einspruch nicht stattgegeben worden, dann können sie innerhalb 15 Tagen, vom Tage der Absendung des Einschreibebriefs ab, Rekurs beim Abstimmungsgericht einlegen. Die Pässe für die Abstimmungsberechtigten werden schon jetzt von den Polizeibehörden unentgeltlich ausgestellt. 3n allen Zweifelsfällen gibt der zuständige Saar- Obmann oder, wo der Obmann nicht bekannt ist, Poskamtmann Hugo Anschütz, Frankfurt a. IN., Telegraphenamt, Zeil 106, Fernsprecher 200 26, Rebenstelle 372, gerne Auskunft. Berufsangehörigen in allen Fach- wie naturwissenschaftlichen und medizinifchen Grenzgebieten. Es sprach Pg. Dr. Zugschwert vom Reichs- fchulungsamt Berlin über „Die Weltanschauung des Nationalsozialismus", dessen Ausführungen von den Versammelten begeistert ausgenommen wurden. In einem weiteren Dortrag über das Thema „Mechanik und Statik im Skelettsystem des Menschen" referierte Dr. Witte (Bremen), der es in ganz ausgezeichneter Weife verstanden hat, den anwesenden Dentisten die notwendige Kenntnis auf diesem Gebiete zu vermitteln. Fachvorträge hielten die Dentisten S). Fischer (Karlsruhe), H. Overbiet (Frankfurt a. M.) und I. S ch e tt e r (Gießen). Mit einer Schlußansprache und einem dreifachen „Sieg-Heil!" aus den Führer und unser deutsches Vaterland war der Pflichtfortbildungskursus beendet, der als durchaus gelungen bezeichnet werden muß. Gießener Wochenmarklpreise. * Gießen, 6. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 Pf., der Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 5 bis 8, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 bis 80, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mk., Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., junge Hahne 80 bis 90. Suppenhühner 40 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, das Pfund 35 bis 40 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf. Daten für Dienstag, 6. November. 1657: der Große Kurfürst erhält im Bromberger Vertrag endgültig die Souveränität über Ostpreußen; — 1672: der Komponist Heinrich Schütz in Dresden gestorben (geboren 1585); — 1771: Alois Senefelder, Erfinder des Steindrucks, in Prag geboren (gestorben 1834); — 1833: der norwegische Dichter Jonas Lie bei Drammen geboren (gestorben 1908). Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Heimkehr des Matthias Bruck". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Musik im Blut". — NS.-Frauenschaft und Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen, 20 Uhr, Cafe Leib, Vortrag mit Filmvorführungen über „Wert, Verwertung und Fang von Seefischen". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Gemälde-Ausstellung. — Stadttheater Gießen, heute das Schauspiel „Heimkehr des Matthias Bruck" von Graff. Näheres in der gestrigen Anzeige. — Der Gießener K o n z e r t v e r e i n lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zur Bestellung des Konzert-Abonnements für 1934/35 ein. Gleichzeitig kündigt er für den 16. November das erste Sinfoniekonzert im Stadtheater an. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. * ** Forstpersonalie. Das Personalamt des hessischen Staatsministers gibt bekannt: In den Ruhestand versetzt wurde der Kommunalforstwart Heinrich Wilhelm W e i l zu Muschenheim auf seinen Antrag unter Anerkennung seiner dem Staate ge- leisteteten langjährigen treuen Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes mit Wirkung vom 1. November 1934 ab. Ausgaben und pflichten der Volksgenoffen im dritten Reich. OberbürgermeisterRitter sprichtvor einerüberfüllten Versammlung im Cafs Leib Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, hatte auf gestern abend in den Saal des Caf6 Leib zu einer großen öffeutlichen Kundgebung mit dem Oberbürgermeister unserer Stadt Gießen, Pg. R i t- t e r, als Redner eingeladen. Dem Rufe der Ortsgruppenleitung waren die Volksgenossen so zahlreich gefolgt, daß der Saal und die Galerien überfüllt waren. Bis zu Beginn der Kundgebung erfreute der Musikzug der Standarte 116 unter Musikzugführer Herrmann mit schneidiger Marschmusik und mit der Wiedergabe klassischer Kompositionen. Die ausgezeichneten Darbietungen fanden mit Recht den starken Beifall der Versammlung. Nachdem unter den Klängen des Badenweiler Marsches Ortsgruppenleiter Thomas mit Oberbürgermeister Ritter zur Bühne geschritten und unmittelbar anschließend der Einmarsch der Fahnen erfolgt war, eröffnete Ortsgruppenleiter Thomas die Kundgebung. Als Auftakt folgte der gemeinsame Gesang des Liedes „Volk ans Gewehr", hierauf sprach Oberbürgermeister Ritter über das Thema: „Aufgaben und Pflichten der Volksgenossen im Dritten Rei ch". In seiner eindrucksvollen und von der Versammlung oft von Beifall unterbrochenen Rede sagte er u. a.: Volk ans Gewehr! Jung und alt, Mann für Mann! Unser Schild ist sauber, unsere Waffe ist blank! Wir sind bereit, komme was kommen will, heute steht ein einiges Volk, ein einiges Deutschland! heute ist es wieder, wie es während des Krieges von 1914 bis 1918 war. Ringsum Feinde, und sie sinnen auf Mittel und Wege, dieses Volk in seinem einheitlichen Willen wieder auseinanderzutreiben. Ich war in der vorigen Woche Zeuge des großen Aufmarsches der Deutschen Arbeitsfront in Berlin. 366 000 deutsche Arbeiter der Stirn und der Faust fanden sich zusammen im Lustgarten, um dem Führer zu danken für die Anerkennung, die er ihnen mit dem Gesetz über die Deutsche Arbeitsfront zuteil werden ließ. Wir haben mit heißem Herzen dem Führer gedankt, als wir diese Massen versammelt sahen, die noch vor zwei Jahren gegeneinander anstürmten, die damals im Internationalismus, im Klassenhaß und Klassenkampf ihr heil und ihre Zukunft sahen. In ihrer Verblendung folgten sie damals dem Marxismus, um durch ihn ihren Familien zu helfen. Dabei ist nichts gegensätzlicher als Familiensinn und Klassenhaß. Wer seine Familie liebt, muh auch sein Volk lieben. Wer dem Klassenhah huldigt und die Internationale will, kann seine Familie nicht lieben und fördern. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Einheit aller schaffenden Stände hat der Führer Adolf Hitler uns gegeben. Diese Einheit der schaffenden Stände hat Platz gegriffen in allen Schichten bis auf einige wenige, die wir nicht verstehen können. Es ist notwendig, in diesem Zusammenhang auf die letzte Volksabstimmung hinzuweisen. Da hat es wieder Volksgenossen gegeben, die glaubten, dem Führer ihr Ja nicht geben zu können oder zu Hause blieben, um ihr Nein zum Ausdruck zu bringen. Ich kann mir denken, daß Menschen, die im monarchischen Geiste erzogen wurden, nicht loskommen von diesem Gedanken. Man sollte aber dock meinen, das letzte Jahrzehnt hätte auch ihnen Gelegenheit genug gegeben, den Weg zu der neuen Erkenntnis zu finden. Sie hätten erkennen müssen, daß sie bei einer so wichtigen Entscheidung, bei der es um Lebensfragen des ganzen deutschen Volkes ging, nicht fehlen durften. Auch die anderen, die auf Grund des Berufsbeamtengesetzes abgebaut wurden und vielleicht mit Nein gestimmt haben, hätten sich fragen müssen: Bessere ich meine Lage, wenn ich zu Hause bleibe oder mit Nein stimme? Oder wenn die Mehrheit mit Nein stimmen würde, könnte dann auch an meinem Schicksal etwas geändert werden? Diese Kurzsichtigkeit ist nicht zu verstehen. Bei solchen Fragen wie bei der Volksabstimmung geht es nicht um ein einzelnes Schicksal, sondern hier sieht oder fällt das ganze deutsche Volk und damit auch das Schicksal des einzelnen. Wir 'sind alle heute auf einem Schiff. Richt dadurch, daß ein Teil der Besatzung Sabotage an dem Schiff begeht, kann der Kurs geändert werden, sondern nur dann wird es in den Hafen einlaufen, wenn auch der letzte Wann an Bord getreulich seine Pflicht erfüllt und sich in die Sielen legt. Wir haben wir erlebt, daß die Schulden des Reiches immer größer wurden, die Grundrechte des Volkes und sein Leben immer größere Einengungen erfuhren. Man hat damals diese Dinge mit der allgemeinen Weltwirtschaftskrisis begründet. Wir haben immer gesagt: Es gibt keine Weltwirtschaftskrise, wenn die einzelnen Wirtschaften gesund sind, wenn der einzelne Staat sich selbst gesund macht, wird auch das Getriebe der Wirtschaft von selbst wieder in Gang kommen, heute sehen wir, daß Deutschland einen sehr wesentlichen Anteil an der Wiederkehr geordneter Zustände in der Weltwirtschaft hat. Auch das Ausland erkennt die Methoden Deutschlands an. Wenn man bedenkt, was Adolf Hitler bei der Machtübernahme vorgefunden hat, muß man sich geradezu wundern, daß Deutschland nicht nur so rasch im Abwärtsgleiten aufgehalten werden konnte, sondern daß es auch so rasch mit Deutschland wieder aufwärts geht. heute sehen wir, daß Willionen von Volksgenossen, die früher nur noch zum Stempeln gehen konnten, wieder eingegliedert sind in die Arbeit und daß das Vierjahresprogramm des Führers wahrscheinlich schon in drei Jahren durchgeführt sein wird. Wenn wir heute noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, so ist dies auf die gleichen Mächte zurückzuführen, die uns die Schwierigkeiten im Kriege gemacht haben, die das deutsche Volk verraten und verkauft haben. Viele sagen, wenn der Nationalsozialismus die Judenfrage nicht aufgerollt hätte, wäre es besser für uns, dann hätten auch die Juden mit Ja gestimmt. Wir lehnen das ab. Die Judenfrage ist eine Frage von elementarer Lebensnotwendigkeit, von so großer Bedeutung für das deutsche Volk, daß sie durchgeführt werden muß bis zur letzten Konsequenz. (Großer Beifall.) Die Juden, die an eine Aenderung in der Haltung des Nationalsozialismus glauben, sollten sich vor Augen halten, was der Führer kürzlich wieder gesagt hat: „Es kann für uns Schwierigkeiten geben und Hindernisse, aber niemals Kapitulation." Wir kapitulieren nicht, wir werden diesem Gegner ins Auge schauen, und im Vertrauen auf unser Recht werden wir den Sieg erkämpfen. Dabei kämpfen wir mit ehrlichen Mitteln, heute gelten für uns noch dieselben Grundsätze wie 1923. Die Voraussetzung zum Erfolg ist der Mut zur Wahrheit und zur Wahrhaftigkeit. Wir haben erlebt, daß der Jude, abgesehen von Ausnahmen, im Kriege nicht an der Front zu finden war. Wir haben dann erlebt, daß in dem Slugenbfltf, wo es günstig war, dem deutschen Staate den Todesstoß zu versetzen, die Revolution von 1918 erfolgte, die zurückzuführen war auf die marxistische Propaganda, die geistig vom Judentum geführt wurde. Nach einem kurzen Rückblick auf die Zeiten Heinrichs IV. und Karls V., in denen dem Judentum schon eine Sonderstellung außerhalb der deutschen Gemeinschaft zugewiesen 'wurde, skizzierte der Redner in großen Zügen die beherrschende Stellung des Judentums auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens vor dem Kriege, um abschließend zu betonen: Unsere schärfsten Gegner im Ausland sind auch heute wieder die Juden. Wenn wir uns Einschränkungen auferlegen müssen und heute noch im Ausland Boykott gegen uns geführt wird, so ist das immer wieder zurückzuführen auf die jüdische Propaganda. Nachdem der Nationalsozialismus die Judenfrage aufgegriffen hat, wird diese Frage nicht in Deutschland gelöst werden, sondern nur international. Es ist die Pflicht der deutschen Menschen, der Welt die Augen darüber zu öffnen, denn der Jude ist die Geißel der Menschheit. (Langanhaltender starker Beifall.) Dabei soll nicht verkannt werden, daß es auch manchen anständigen Juden geben kann, aber sie haben alle denselben Ursprung. Bei dieser Betrachtung sollte sich jeder deutsche Volksgenosse sagen lassen: Wenn dir dein deutsches Volk lieb ist, dann unterstütze auch beim Einkauf die deutschen Volksgenossen. Die deutschen Wenschen aller Stände müssen zusammenstehen und zusammen arbeiten, einer für den anderen, da sie alle aufeinander angewiesen sind. Wir können nur dankbar dafür fein, daß bei uns in Deutschland die Rassenfrage so durchgefuhrt wird. Deshalb wird die Judenfrage in Deutschland durchgeführt bis zum äußersten. Wenn wir unser Volk in der Rasse sauber halten, dann wird auch unser Weg als Staat wieder aufwärts führen. (Beifall.) Wir haben noch große Aufgaben vor uns Millionen von Volksgenossen sind noch außer Arbeit. Der Winter ist hart und furchtbar für den Volksgenossen, der für seine Familie nicht das Erforderliche gurrt Leben hat. Da müssen wir als deutsche Volksgenossen uns sagen, daß einer für den anderen einzuftehen hat, daß jeder opferbereit sein muh für die deutschen Brüder und Schwestern in Rot und damit für das ganze deutsche Volk. Unter dem früheren System fielen die deutschen Menschen immer mehr der Verzweiflung anheim, heute glauben diese Menschen wieder an ihr deutsches Volk und Vaterland. Wir freuen uns, daß wir bisher schon so gute Fortschritte gemacht haben. Ein Teil unseres Programms in einer Richtung war am 1. Oktober bereits erfüllt. Wenn das auch jetzt noch nicht sichtbar zum Ausdruck kommt, so werden wir es noch wohltuend fühlen. Denn die Voraussetzungen einer geordneten und sicheren Wirtschaft, die wir geschaffen haben, dienen der Kraft der Nation. Diese Wirtschaft haben wir zu verteidigen. (Beifall.) Der Führer hat schon vor Jahren gesagt, daß er, zur Macht gekommen, alles tun werde, was im Interesse des deutschen Volkes liege. Wir wollen unser deutsches Volk so stark machen, daß es in der Lage ist, den Frieden zu verteidigen. (Starker Beifall.) Während das deutsche Volk sich immer nur um den Frieden bemüht, sehen wir in anderen Ländern die Korruptionsskandale in der Rüstungsindustrie. Auch dabei sehen wir wieder als Drahtzieher das Judentum. Wenn andere Mächte dieses friedliebende neue Deutschland ängreifen, dann wird unser deutsches Volk beweisen, daß es wie 1914 in Einigkeit und Geschlossenheit zusammensteht (großer Beifall), weit es den Glauben hat an das Recht des deutschen Volkes auf fein Leben und feine Zukunft, weil es den Anspruch erhebt auf seine Arbeit und auf den Frieden, auf seinen Bestand wie jedes andere Volk. Diesen Glauben wollen wir auch auf unsere Kinder Übertragen. Wir wollen unserer Jugend diese heilige Liebe zu Volk und Heimat predigen, damit sie unser Erbe, das wir ihr einst hinterlassen werden, zum Segen unseres Volkes immer verteidigen kann. (Großer Beifall.) Wir wollen unsere Jugend er« ziehen im Glauben an Gott, Volk und Vaterland. Unser Volk ist nicht zuletzt dadurch abwärts gegan« gen, daß es den Glauben an Gott und an sich selbst verloren hatte. Wir haben jetzt die Woche des deutschen Buches. Wir haben erlebt, wie segensreich sich die geistige Schulung in unserem Volke auswirkt. Sorgen Sie dafür, daß diese Werbewocke des deutschen Buches überall bei den deutschen Volksgenossen ihren Niederschlag findet, daß überall gute deutsche Bücher wieder Eingang finden in die Familien und die Bücher von dort weitergegeben werden an solche Familien, die sich keine Bücher kaufen können. Dir haben die Verpflichtung, die Derte des guten deutschen Buches in den Dienst unseres Volkes zu stellen. Wenn wir auch auf diesem Wege den Glauben an unser Volk den anderen Volksgenossen vermitteln, dann werden wir unsere Pflicht als Staatsbürger erfüllen. Wir erinnern uns dabei des Glaubens an den Führer, den wir in uns ausgenommen haben. Während viele den Glauben an Deutschland verloren hatten und verzweifelten, hat der Führer immer an sein deutsches Volk geglaubt. Wir sind verpflichtet, unbedingt an den Führer zu glauben und alles zu tun, was in unserer Kraft steht, um ihm zu helfen, weil wir aus diesem Glauben heraus den Weg zur Freiheit des deutschen Volkes in eine bessere deutsche Zukunft beschreiten. Der Redner wandte sich nunmehr in großen Zügen einer Betrachtung der Steuerpolitik des früheren Systems und ihrer Auswirkung auf die Lage der Gemeinden und der Steuerzahler zu. Er rief dabei die Erinnerung wach an die Zeiten, in denen es durch Unfähigkeit und Leichtfertigkeit von oben, aber auch durch riesige Zersplitterung der Kräfte auf allen Gebieten des deutschen Lebens immer schneller und immer verheerender bergab ging. In diesem Zusammenhänge hob er hervor, der Rationalsozialismus siehe auf dem Standpunkt, daß die aus der Gesamtlage des deutschen Wirtschaftslebens stammenden Lasten auf das Reich zu übernehmen find und daß das Reich die Aufgabe hat, Arbeit und Brot für alle deutschen Volksgenossen zu schaffen. Er erinnerte dabei an die Tatsache, daß der Führer niemals irgendwelche Versprechungen gemacht hat, aber' von jedem einzelnen Volksgenossen Arbeit, Opfer und Pflichterfüllung zum Gedeihen des ganzen deutschen Volkes fordert. Wichtige Feststellungen für die Stadl Gießen. Nunmehr ging Oberbürgermeister Ritter kurz auf einig; wichtige Gießener Gesichtspunkte em. In diesem Zusammenhang sagte er u. a.: Wir haben in Gießen 40 Familien, die wir auf Grund von gerichtlichen Entscheidungen aus ihren Wohnungen yerausnehmen müssen. Wir haben den Plan gefaßt, in großzügiger Weise der Wohnungsnot zu Leibe zu gehen. Zu der Finanzierung ist es von Bedeutung, daß eine Reihe der wohnungsuchenden Volksgenossen bereit ist, sich mit Eigenkapital an der Schaffung von Wohnungen zu beteiligen. Jrn Rahmen dieses Planes sollen 132 Wohnungen erbaut werden, für die bereits 320 000 RM. aufgebracht wurden. Darüber hinaus werden wir noch 56 Häuser erstehen lassen, ohne daß dafür die Stadt Ausgaben machen muß. Wir haben dafür Mittel des Reiches an der Hand, um den Volksgenossen Unterkunft zu beschaffen. Die Siedlungsfrage konnte bis jetzt infolge der Geldknappheit nicht so durchgeführt werden, wie wir es wollten, aber die Finanzierung für 150 Häuser wird noch im Lause des Winters sichergestellt werden nach dem Plane von Gottfried Feder, und viele Gießener Bürger werden sich dadurch ein eigenes Heim erstellen können. Ich kann nur raten, daß alle diejenigen, die ein eigenes Heim ersehnen, an diesem Plane teilnehmen. Daneben sind noch manche andere Sorgen für uns gekommen. Aber wir wissen heute: Durch die neuen Waßnahmen der Reichsregierung ist die Zukunft der Stabt Gießen gesichert. (Langanhaltender starker Beifall.) Blanche Fragen, die noch vor einem halben Jahre offen waren und unlöslich schienen, find heute für uns gelöst. So wollen wir uns auch heute daran erinnern, daß wir es nur einem Manne zu danken haben, wenn wir wieder so froh und stolz in die Zukunft schauen können. Dies alles verdanken wir nur unserem Führer Adolf Hitler. Durch seine unermüdliche Arbeitskraft und seine große Liebe zum deutschen Volk und Vaterland sind mir in dieser erfreulichen Lage. Da heißt es nicht nörgeln, sondern Pflichterfüllung für unser Volk und Vaterland, um dem Führer in Dankbarkeit zu bekunden, bah wir alle Mitarbeiten wollen mit ganzer hin^be an sein Werk. Das sind die Aufgaben, die wir für uns und unser Volk zu erfüllen haben, und darum wollen wir geloben: M i t unserem Führer Adolf Hitler in treuer Verbundenheit in eine gute deutsche Zukunft hinein! Heil Hitler! (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Ortsgruppenleiter Thomas dankte dem Redner und gab dem Wuüfche Ausdruck, daß jeder Volksgenosse die Worte des Oberbürgermeisters Ritter beherzigen und hinaustragen möchte in die Gesamtheit unserer Volksgenossen. Hierauf gedachte der Redner unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, dem die große Versammlung mit dreimaligen begeisterten Sieg- Heil-Rufen Gelöbnis zu treuer Gefolgschaft und dankbare Huldigung darbrachte. Gemeinsam wurde bann der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Mit dem gemeinsamen Gesang des Saarliedes und mit dem Ausmarsch der Fahnengruppen fand die Kundgebung ihren Abschluß. Erste feierliche Immatrikulation für das: XX intersemester 1934/35 Arn vergangenen (Samstag fand in der Kleinen Aula der Universität die erste feierliche Immatrikulation für bas Wintersemester 1934/35 statt. Oer Rektor der Landesuniversität/ Professor D. Bornkamrn, hieß im Namen der Universität die jungen Kommilitonen an der Ahna mater Ludoviciana herzlich willkommen. Dann kam der Rektor auf die bestehenden Verhältnisse an unserer Universität zu sprechen und führte etwa folgendes aus: Was erwartet man voneinander in den kommenden Semestern? Einerseits Führung, Belehrung und Kameradschaft. Auf der anderen Seite werde von den Studenten Fleiß, Aufgeschlossenheit, Selbst- lofigteit und ebenfalls Kameradschaft verlangt. Die Erfahrung der letzten Semester habe gezeigt, daß beide Teile für diese Forderung bereit seien. Die jungen Studenten feien hier an eine Universität aekommen, an der die Möglichkeit bestehe, Auge in Auge miteinander zu reden. Gerade die Universität Gießen habe versucht, etwas von der neuen nationalsozialistischen Hochschule zu schaffen. Schon im 17. Jahrhundert habe ein Gießener Student gesagt: „Giessa est gos" (Gießen ist ein Schleifstein). Denn nur durch gegenseitiges, echtes Fragen und Antworten, durch gegenseitige Reibung gelänge eine erfolgoerfprechende Zusammenarbeit. Die Abiturienten seien zum erstenmal jetzt in einer geschlossenen Gruppe aus dem Arbeitsdienst ge* kommen und seien so durch eine Schule des Ratio« nalsozialismus hindurchgegangen. Bei der Jmmo« trikulation würden sie auf die Treue zur Unwedy tat verpflichtet. Das heiße, treu zu fein dem ei^nt* lichen Sinn der deutschen Universität, die wie keine andere Universität bereit sei, mit Mut selbst unbequemsten Fragen zu stellen und zu lösen versuchen. Wenn wir lange Jahre im Deutschen Volke wegen Dünkels verhaßt und isoliert gewesen seien, so zerstreue man diesen Haß nicht durch lange Reden über Wissenschaft, sondern jeder einzelne müsse es durch feine Haltung später bei den Volksgenossen beweisen, daß ihm Dünkel und falsches Standes- bewußtsein fremde Begriffe sind. Dann sprach der Rektor noch von der echten Ehre und sagte, die eigentliche Ehre sei die, die anderen auch Ehre zu geben vermöge. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete der Rektor einen Appell an die Persammelten, daß sie alles daranfetzen sollten, um echte deutsche Studenten zu fein. — Dann sprach der Führer der Gießener Studenten- schast,pg. Bernhard Edler von Graeve. Es fei von jeher ein Vorrecht der deutschen Jugend gewesen, wenn es galt, eine Gasse zu bahnen, daß die studentische Jugend immer in der Vorhut gewesen fei Auch kurz vor der Machtübernahme |w die Studentenschaft schon nationalsozialistisch gewesen und habe Richtschnur für andere Organisationen geben können. * Gerade im nationalsozialistischen Staate werde von den jungen Studenten verlangt, daß sie sich niemals von der Verantwortung trennen, ferner, daß sie nicht stehen bleiben, sondern mit an der Spitze marschieren. Wie schon der Rektor betont habe, biete gerade die Gießener Universität die Möglichkeit, neue Schritte in ein unbekanntes Land zu wagen. Man dürfe nur nicht die Bindung zur Bevölkerung und Landschaft verlieren und müsse in enger Verbundenheit zwischen Lehrer und Schüler bleiben. Jeder solle bei der Gemeinschaft mit Hand anlegen und seine ganze Kraft zur Verfügung stellen, dann sei das abschließende Examen nicht nur ein Erfolg, sondern es bringe ihnen die innere Befriedigung, wenn sie nach Abschluß ihres Examens sagen könnten: Ich bin einer gewesen, der in der Gemeinschaft mitgearbeitet und mitgestaltet hat, einer, der in der Patrouille mitmarschiert ist. Jeden einzelnen wolle die Studentenschaft zur Gemeinschaftsarbeit gewinnen, aber das Prinzip der Freiwilligkeit müsse gewahrt bleiben. Wir seien heute dahin gekommen, in der Freiwilligkeit das Ausleseprinzip zu sehen. Wer mit festem Willen zur Gemeinschaft komme, den werde auch die Gemeinschaft immer mit Rat und Tat unterstützen. Wenn die Gemeinschaft Helferin sei, so verpflichte sie auch den einzelnen in der Gemeinschaft. Wir alle wollten mitkämpfen für das gemeinsame und neue Ziel, dem neuen Deutschland eine neue deutsche Universität zu formen. In diesem Sinne hieß der Führer der Studentenschaft die jungen Studenten in der Gießener Studentenschaft willkommen. Rach diesen beiden Reden sand die feierliche Verpflichtung statt. S.jf.-ifporf halle wieder Zeugnis ab von dem turnerischen Sinn unserer Bevölkerung, die lebhaften Anteil an allen Vorführungen eines reichen turnerischen Programms nahm. Schon der Auftakt geschah in frisch-froher Weise durch einen Marsch des in ansehnlicher Stärke aufmarschierten Trommler- und Pfeiferkorps, dessen Darbietungen im Verein mit der Krofdorfer Musikkapelle vorzüglich klappten. Ein von der Turnerin Klara S ch u h b e ck e r gesprochener Prolog verherrlichte die deutsche Turnerei. Vor den auf der Bühne Aufstellung genommenen Turnern und Turnerinnen hielt der Vereinführer, Lehrer Jaeger, eine Ansprache, zu deren Beginn er neben den einheimischen Bewohnern besonders die Turngäste aus dem benachbarten Rödheim begrüßte. Des weiteren ging der Redner auf Adolf Hitlers Rede auf dem Stuttgarter Turnfest ein, die die Aufgaben der deutschen Turnerschaft im Dritten Reich in eindeutiger Weise darlege. Die Deutsche Turnerschaft sei berufen, in hervorragendem Maße am Aufbau des neuen Staates mitzuwirken, um „ein Volk, in dessen Körper ein strahlender Geist wohnt", zu bilden und zu erziehen. „Sieg-Heil!" auf den Führer, Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied bekräftigten das Gesagte. 1900 verliert in Kassel die ersten punkte. 6:3 endet das Spiel für Tuspo 86/09 Kassel. Daß das Spiel in Kassel für die 1900er ein schwerer Gang sein würde, war vorauszusehen. Man war daher im Gießener Lager auf den Ausgang dieses Treffen sehr gespannt. Der Platz war durch anhaltenden Regen vollkommen aufgeweicht und kaum spielfähig. Die 1900er, die sich durchweg aus großen und körperlichschweren Spielern zusammensetzen, waren deshalb von Anfang an im Nachteil. Trotzdem waren die Spielvereinigungsleute in der ersten und zweiten Spielhälfte fast dauernd im Angriff. Aber dieser Ueberlegenheit stand ein ausgesprochenes Schußpech der 1900er Stürmer gegenüber. 1900 stellte folgende Mannschaft ins Feld: Enders, Birkenstock, Funke, Reist, Brauers, Hofmann, Schüler, Krüger, Hamann, Betz und Gurt. Der Spielverlauf. Bereits auf den Anpfiff kommt Tuspo vor das Gießener Tor und erzielt einen Strafwurf, der von dem Mittelstürmer sofort zum Führungstor verwandelt wurde. Die Kasselaner blieben zunächst im Angriff und Enders hat wiederholt Gelegenheit, sein Können zu beweisen. In der vierten Minute steht der Tuspo-Mittelstürmer vollkommen frei am Kreis, aber mit einer prachtvollen Parade holt Enders den festen Wurf aus dem Dreieck. Im Gegenangriff erzielen die 1900er einen Strafwurf, der von Krüger geworfen und vom gegnerischen Torwart gerade noch zur Ecke abgelenkt werden kann. Allmählich kann sich 1900 frei machen und bestürmt das gegnerische Tor. Kassel verteildigt mit allen Mitteln. Der Kasseler Torwart zeigt sich außerdem in großer Form. Bei schnellen Gegenangriffen hat die Gießener Hintermannschaft schwere Arbeit zu verrichten. Die 1900er Läufer können nicht schnell genug zurück, so daß Kassel immer wieder durchkommt. Daß sie aber vorerst zu keinem weiteren Erfolg kommen, ist das Verdienst von Enders im Tor. Erst vier Minuten vor Schluß der ersten Halbzeit muß er einen Wurf des Mittelstürmers passieren lassen. Zwei Minuten später fällt das dritte Tor für Kassel und die Seiten werden gewechselt. Gleich nach Wiederbeginn fällt das vierte Tor für Kassel. 1900 gibt sich aber nicht geschlagen. Immer wieder ist es Krüger, der den Ball vortreibt und wenige Minuten später eine Kombination mit Hamann und Gust zum ersten Gegentor verwandelt. Der Bann scheint gebrochen. 1900 drängt. Selbst die Läufer Cremers und Hofmann werfen aufs Tor, aber es will nicht gelingen. Da fällt unerwartet das fünfte Tor für Kassel. Aber 1900 gibt sich auch jetzt noch nicht geschlagen, hat aber kein Glück. Endlich acht Minuten vor Schluß findet ein Strafwurf von Krüger den Weg ins Tor und bereits eine Minute später gelingt dem gleichen Spieler das dritte Tor. Der Sturm arbeitet mit Hochdruck. Krüger spielt sich durch, aber seine Bombe geht an die Latte und besiegelt damit die Niederlage, denn im Gegenangriff kommt Kassel zu einem billigen Tor. Trotz der Glätte des Bodens befleißigten sich beide Mannschaften einer fairen Spielweise. Mit den Entscheidungen des Schiedsrichters konnte man zufrieden sein. 1900 hat in Kassel einen guten Eindruck hinterlassen. Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen Heuchelheim — Großen-Buseck 3:1; Lich — Wieseck 1:8; 1900 II — Lollar 3:3; VfB. II — Leihgestern 5:1; VfB. HI — Treis 17:1; 1900 III — Londorf 1:1; Alten-Bnseck — Wißmar 5:2; Steinberg II — Garbenteich 6:3; Lollar II — Wieseck II 1:2; Burgsolms — Tode. Wetzlar 3:2; Spfr. Wetzlar — Aßlar 1:1; Büblingshausen — Naunheim II 6:1; Leun — Ulm 1:1; Krofdorf II — Heuchelheim II 2:5; Launsbach — Frankenbach 2:0; Burgsolms II — Waldgirmes 2:2; Ehringshausen — Spfr. Wetzlar II 7:1; Berghausen — Werdorf II 2:1; Aßlar II — Wetzlar III 3:1. Spielvereinigung 1900 Gießen. Können unter Beweis stellen mußte. — Die Zuschauer kamen aus ihre Kosten. Schon von Anfang an Zeigte sich die taktische Ueberlegenheit der Heuchelheimer. In der vierten Minute bereits fiel das erste Tor für die Einheimischen. Angriff auf Angriff erfolgte nunmehr auf das gegnerische Tor. Vor der Pause waren die Hiesigen noch zweimal erfolgreich, während die Gäste kaum über die Mittellinie hinaus kamen. Kurz nach der Halbzeit hatten die Heuchelheimer insofern Pech, als der gute Mittelläufer ausscheiden mußte, wodurch die Mannschaft nicht mehr die notwendige Stoßkraft hatte. Großen-Buseck erzielte 17 Minuten vor Schluß das verdiente Ehrentor. Schiedsrichter Keller (Naunheim) amtierte sehr gut. Die zweite Mannschaft konnte in Krofdorf gegen die dortige verstärkte zweite Elf einen Sieg von 5:2 landen, wodurch der Anschluß an die Spitzengruppe wieder hergestellt ist. Die 1. Jugendmannschaft war spielfrei, da der Gegner nicht antrat. Die 2. Jugendmannschaft verlor gegen die Schüler von 1900 Gießen 4:5. Rodheim a. d. V. — Hohensolms 3:0. Einen sicheren Sieg, welcher nie gefährdet war, konnten Rodheim am Sonntag erzielen. Vom Anstoß weg waren die Einheimischen weit überlegen und Hohensolms kann es nur dem untauglichen Sturm der Rodheimer verdanken, daß die Niederlage nicht höher ausfiel. Turnfchau des Turnvereins Krofdorf. Das alljährlich im Herbst statfindende Schauturnen des hiesigen Turnvereins zählt seit über einem halben Jahrhundert zu den bestbesuchtesten Veranstaltungen des Dorfes. Auch am letzten Sonntag legte die bis auf den letzten Platz gefüllte Turn- Jn schier unerschöpflicher Fülle folgten dann die turnerischen Darbietungen der ungefähr 160 aktiv Turnenden. Sämtliche Abteilungen, von den ältesten bis zu den jüngsten zeigten gutes Können, sowohl an den Geräten als auch in den Freiübungen. Es ist erstaunlich, wieviel neue Abwechslung immer wieder in die Hebungen, besonders in die der Turnerinnen gelegt werden kann. Das zeigten besonders die Stabübungen, das Ballspiel in Verbindung mit Freiübungen, die Volkstänze und ein Keulenspiel. Für 25 jährige treue Mitgliedschaft im Verein wurden Karl Schmidt Hsnr. 314, Ludwig Wag - ner 207, Karl Wagner 274, Adolf Sommer und Karl Leib 82 geehrt. Das volle Gelingen der Veranstaltung ist ein Hauptverdienst des Turnwartes A m e n d, der, unterstützt von einer Anzahl freiwilliger Helfer, das von seinem Vorgänger Turnwart Wilhelm Leib auf die Höhe gebrachte Versinsturnwesen in würdiger Weise weiter fördert. Vor einigen Wochen hielt der Verein in allen seinen Abteilungen ein Wetturnen ab, an dem sich 130 Turner und Turnerinnen beteiligten. Turnwart A m e n d wies in einer kurzen Ansprache auf den Zweck des Nachmittags hin. Mit dem Lied: „Turner auf zum Streite" marschierte man an die Geräte, um in edlem Wettstreit um den Sieg zu ringen. Ein Faustballspiel ergänzte die Einzelwettkämpfe. Daran anschließend zeigten die Turner und Schüler ihre allgemeinen Freiübungen und die Turnerinnen Keulen- und Freiübungen und Volkstänze. Gegen Abend fand unter Würdigung der gezeigten Leistungen und errungenen Erfolge mit dem Dank an die gute und schnelle Arbeit der Kampfrichter, Riegenführer und Mitglieder des Berechnungausschusses die Siegerehrung statt. tim die Gruppenmeisterschasl der Fußballjugend im Kreis Gießen. Die Gruppe A. Die Pflichtspiele des Spieljahres 1934/35 wurden in dieser Saison gruppiert, und zwar spielen die Jugendmannschaften der Gruppe Gießen in drei Gruppen. In der Gruppe A wird der 1. Jugendelf der Spielvereinigung 19 0 0 Gießen wohl kaum die Gruppenmeisterschaft zu nehmen sein, allerdings ist man vor Ueberraschungen nicht sicher. Watzenborn-Steinberg und Wieseck werden noch als ernstliche Konkurrenten mitreden. VsR. Lich ist vom Pech verfolgt, die Mannschaft ist stets pünktlich, die Vereinsführung bemüht sich sehr um das Wohl der Jugend, vielleicht werden die noch auszutragenden Spiele erfolgreich durchgeführt. VfB.-Reichsbahn fehlte seither ein Jugendleiter, nun findet sich auch diese Mannschaft und ist sichtlich verstärkt. Die Tabelle der Gruppe A hat folgendes Aussehen: Verein Gew. Verl. Unentsch. Tore Pkte. Die Tabelle der Gruppe B. 1900 Gießen I 4 0 0 33:3 8 Watzenb.-Steinberg 2 0 0 7:0 4 Wieseck 1 0 0 4:1 2 Lich 0 3 0 2:11 0 VfB. Gießen 0 4 0 2:33 0 Die Gruppe B wird angeführt von der Jugendelf des Turnvereins Treis (Lumda), bis zum 28. Oktober 1934 zeigt sie folgenden Stand: Verein Gew. Verl. Unentsch. Tore Pkte. Tv. Treis (Lda.) 3 1 1 8:2 7 Großen-Buseck 2 1 2 19:2 6 Leihgestern 2 1 2 13:5 6 Daubringen 1 0 2 4:0 4 1900 Gießen II 1 3 1 2:8 3 Steinbach 0 3 0 0:25 0 Treis (Lumda) greift in diesem Spieliahr zum erstenmal in die Jugendspiele ein; die Mannschaft ist eifrig, körperlich gut entwickelt, die Jugend liegt in guter Führung. Eine junge, aber tatkräftige Jugend besitzt Großen-Buseck; diese Mannschaft hätte die Gruppenführung, wenn Treis (Lumda) nicht zwei Punkte kampflos gewonnen hätte. Leihgestern ist mit Großen-Buseck punktgleich, so daß die Endspiele sehr interessant zu werden versprechen. Die übrigen der Gruppe sind etwas schwach, was besonders bei Steinbach der Fall ist. Der Skcmd der Spiele in der Gruppe C. Verein Gew. Verl. Unentsch. Tore Pkte. Heuchelheim 4 Krofdorf-Gleiberg 4 Wißmar 1 Kinzenbach 0 1 1 25:10 9 1 1 18:6 9 3 0 5:12 2 4 0 7:24 0 Heuchelheim und Krofdorf-Gleiberg sind punktgleich, die erstgenannte Jugendmannschaft hat ein besseres Torverhältnis. Wißmar und Kinzenbach bemühen sich ernstlich um den Anschluß, zur Meisterschaft bzw. zur Gruppenführung sind keine Chancen vorhanden. Der Kampf um die Jugendmeisterschaft des Kreises Gießen soll so entschieden werden, daß der Sieger der Gruppe Gießen mit dem Sieger der Gruppe Wetzlar um die Kreismeisterschaft kämpft. Diese Gestaltung hebt vor allen Dingen das Interesse, und nicht zuletzt fördert sie den Jugendsport. Ins Auge gefaßt sind auch noch die Spiele um die Bezirksmeisterschaft und evtl, die Ermittlung des Jugendgaumeisters. Die Aufbauarbeit nimmt demgemäß bessere Formen an, als das in ftüherer Zeit der Fall war. - 1900 II — Lollar I 3:3 (0:1). Schon dieses, vor dem Ligaspiel zum Austrag kommende Spiel, war recht gut besucht und auch überaus spannend. Die Hiesigen hatten nur eine Verlegenheitself zur Stelle. Zudem war die beste Kraft (der rechte Verteidiger K. Schneider) durch Krankheit verhindert. Die anderen glichen dies aber erstmals durch einen enormen Eifer aus und dieser Siegeswille ergab auch das verdiente Unentschieden. Beim Seitenwechsel führte Lollar nach verteiltem Spiel 1:0. Bald nach Wiederbeginn erzielte Schack den Ausgleich. Dann aber hatten die Gäste etwas mehr vom Spiel und konnten dies auch durch zwei weitere Treffer zum Ausdruck bringen (1:3 für Lollar). Mit. zäher Energie schafften Schmitz und Garth aber dennoch den Ausgleich. Die letzten Treffer auf beiden Seiten mußten unbedingt verhindert werden. Schiedsrichter Deibel (Gießen) war dem fairen Spiel ein gerechter Leiter. 1900 III — Londorf I 1:1 (0:0). Dieses Spiel wurde schon am Vormittag bei mißlichen Platzverhältnissen und im ständigen Regen ausgetragen. Ueberragenöe Leistungen bekam man deshalb beiderseits nicht zu sehen. Ein schneller Durchbruch der Gäste ergab deren Treffer. Die Gießener waren sichtlich vom Pech verfolgt und hatten ihre Not, durch Weiß zum Ausgleich zu kommen. Die Gäste hatten einen ganz überragenden Torhüter. Schiedsrichter Post (Wieseck) leitete gut. Die Schüler kehrten von Heuchelheim mit einem knappen 5:4-Sieg zurück. Sportverein 1920 Heuchelheim. SpU. 1920 I — Großen-Buseck I 3:1 (3:0). Die zwei Spitzenreiter der ersten Kreisklasse lieferten einen Kamps, bei dem jeder Spieler sein Gaardeutscher A-en- in Lich. ? Lich, 4. Nov. Zu Ehren der in unserer Stadt weilenden Gäste aus dem Saargebiet veranstaltete die Ortsgruppe Lich der NS.-Volkswohl f a h r t gestern in der Turnhalle einen saardeutschen Abend. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war die große, über 1000 Personen fassende festlich geschmückte Turnhalle bis auf den letzten Platz besetzt. Jeder Licher Volksgenosse stellte auch hier wiederum durch seine Anwesenheit seine enge Verbundenheit mit dem Geschick der Volksgenossen an der Saar unter Beweis, die aus dieser, wie aus mancher anderen Tatsache die Kraft und das Vertrauen schöpfen konnten, ihren Endkampf um die Wiedervereinigung mit der Mutter Germania zum Siege zu führen. Die Veranstaltung und der schöne Verlauf des Abends standen ganz im Zeichen echter und natürlicher Volksgemeinschaft und Lebensbejahung, sowie in der begeisterten Hingabe an den nationalsozialistischen Staat. Nach einleitendem Eröffnungsmarsch der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr unter der bewährten Leitung von Postsekretär Freitag und dem Einzug der Fahnen unter den Klängen des Badenweiler Marsches begrüßte der stellvertretende Ortsgruppenleiter der NSDAP. SA. Gtnrinführer pg. Dr. Erb die Erschienenen, insbesondere die Gäste von der Saar. Pg. Dr. E r b gab in seiner kurzen Ansprache dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß den Saargästen die hier verlebten Tage Gelegenheit gegeben haben werden, sich ein richtiges Urteil über die Lage, die ihnen das neue Deutschland aufzeige, zu bilden und daß ihnen der heutige Abend, den ganz Lich in engster Gemeinschaft mit ihnen verlebe, der ja auch zugleich Abschiedsfeier der Gäste und gewissermaßen als Höhepunkt ihres hiesigen Aufenthalts zu betrachten sei, als Beweis dienen möge, daß ganz Lich und mit diesem ganz Deutschland schon heute im Zeichen der kommenden Abstimmung im Saargebiet stehe, und daß den Gästen dieser Abend, wie überhaupt der hier verlebte Urlaub die Quelle sein möge, aus der sie. neues Vertrauen und Kraft für die kommenden Tage, die sie noch unter der Fremdherrschaft stehen, schöpfen. Im Anschluß an seine Begrüßung erteilte Pg. Erb dem Gaubeauftragten der NS.-Volkswohlfahrt, pg. Bürgermeister Haug (Darmstadt), das Wort. Pg. Bürgermeister Haug sprach zunächst über das Wollen und die Aufgaben der NS.- Volkswohlfahrt, schilderte insbesondere die außerordentlich gewaltigen Erfolge des Winterhilfswerkes 1933/34 und des Hilfswerkes „Mutter und Kind" und ging dann auf die großen Aufgaben des derzeitigen Winterhilfswerkes ein, die wieder nach der Parole des Führers darin bestehen, Not zu lindern, nicht nur materielle Not, sondern auch die Not geistiger, kultureller Art. Und in dieser Beziehung haben es die Volksgenossen von der Saar doppelt schwer. Aber wie durch den steten, unerbittlichen Kampf der Nationalsozialismus gestählt und groß geworden sei, so wird auch den Volksgenossen an der Saar in ihrem Kampf um die Vereinigung mit dem großen, freien Reiche Adolf Hitlers der Sieg gewiß sein, wenn sie diesen Kampf mit unerbittlicher Disziplin und Strenge gegen sich elbst, aber auch mit dem starken Glauben an Deutschland und mit der innigen Liebe zu ihrem großen Mutterland führen. Dann wird sich auch das Wort: „Deutsch ist die Saar immerdar" verwirklichen. Nachdem der Redner in seinen weiteren Ausführungen noch betonte, daß auch wir im deut- chen Vaterlande erst am Anfang des Baues am leuen Deutschen Reich seien, und daraus Der« chiedene Märchen der ausländischen Presse und Sender, sowie das Treiben der Emigranten an der Saar ins rechte Licht gestellt hatte, schloß er seine begeisternden Worte mit einem warmherzigen Appell an die Gäste und alle anderen Volksgenossen, in Treue und Zuversicht, komme, was i ommen möge, zum Führer Adolf Hitler zu stehen. Sein auf den Führer ausgebracytes Sieg-Heil, in das alle begeistert einstimmten, war ein stürmisches Bekenntnis aller zum Führer und Volkskanzler, wie auch das gemeinsam mit Begeisterung ge« ungene Horst-Wessel-Lied. Lebhaften Beifall und ungeteilte Freude losten die Gesangsvorträge der Sängervereinigung „Cä- cilia" aus, die unter der Stabführung ihres Leiters, Chormeister Ernst I l g e, mehrere volkstümliche Chorwerke meisterhaft zu Gehör brachte. Nach Darbietungen der Feuerwehrkapelle brachte alsdann im Namen der saardeutschen Gäste der Saarländer Becker (Saarbrücken), Mitglied der Deutschen Front im Saargebiet, den Dank für den herzlichen Empfang und die liebevolle Verpflegung während ihres Hierseins zum Ausdruck. Sem besonderer Dank galt den Gastgebern, der NSV., verschiedenen Firmen der Stadt, die in entgegenkommender Weise Besichtigungen ihrer Betriebe den Gästen gestatteten, insbesondere aber Lehrer i. R. Jakob, der in außerordentlich rühriger Weise die Gäste während ihres hiesigen Aufenthalts aufs vorzüglichste betreute. Im Anschluß hieran sprach der Redner in längeren Ausführungen über den Kampf an der Saar. Trotzdem der unsinnige Vertrag von Versailles das urdeutsche Saarland vom deutschen Mutterlande abgetrennt und es als fremdes Land durch die Grenz- und Zollschranken, Währungsänderung und dergleichen gekennzeichnet habe, sei die Treue der Saardeutschen zum Mutterlande trotz rücksichtsloser Verfolgung und schärfster Verordnungen nie ins Wanken gekommen. Je stärker die Verfolgung gewesen sei, desto fester hätten die Saarländer die Treue zum deutschen Vaterlande gehalten. In der kurzen Zeit ihres hiesigen Aufenthaltes hätten sie das neue Deutschland, in dem eine wahre Volksgemeinschaft gepflegt werde, richtig beurteilen gelernt, und diese Erkenntnis läse um so inniger den Wunsch in ihnen aus, zurück zur deutschen Mutter, und ihr Gelöbnis sei: Deutsch unser Vaterland! Dieses Gelöbnis klang in dem gemeinsam gelungenen Saarlied würdig aus. Nach musikalischen Vorträgen der Kapelle, Gesangsvorträgen des Kirchenchors unter Leitung von Lehrer i. R. Stein und des Frauenchors (Leitung Fräulein M. Jäger), sowie einem von köstlichem Humor zeugenden Vortrag in hessischer Mundart von Lehrer Sarnes (Lich) wurde von der Alten- Busecker Bauernspielschar das von dem Saarländer R. Sarg (Alten-Buseck) verfaßte Festspiel: „Glück auf! Der Bergmann kommt'/' zur Ausführung gebracht, ein Stück echtester, ungekünstelter und ungeschminkter Volkskunst, von Anfang bis Ende von echt oberhessischem Humor durchpulst, hinter dem sich jedoch ein ernster Inhalt verbarg. Das ungezwungene, lebenswahre Spiel der Darsteller, das zeigte, wie wahre, echte Volksgemeinschaft beschaffen sein soll, hatte sich bald die Herzen aller Zuschauer erobert, die ihrem Dank mit stürmischem Beifall Ausdruck gaben. Nach der Aufführung richtete pg. Bürgermeister Seil noch eine kurze Ansprache an die Gäste und überreichte jedem von ihnen im Namen der Stadt Lich ein von dem Saarländer Sarg gefertigtes Kunstblatt mit Ansicht der Stadt Lich und Widmung derselben. Das Schlußwort sprach der Leiter der Ortsgruppe Lich der NSV., Pa. Lehrer Nickel, in dem er die Gäste noch einmal bat, in ihrer Heimat in ihrer Weise für die richtige Aufklärung über die Verhältnisse im neuen Deutschland zu wirken, und in dem er dem Wunsche Ausdruck gab, daß der 13. Ja- nuar die Wiedervereinigung des Saarlandes mit dem Mutterlande bringen möge. Der Gruß an den Führer und der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes beendeten den offiziellen Teil der Veranstaltung. Den Abschluß bildeten Konzert und Tanz, die die Gäste und Veranstalter noch bis in die Morgenstunden in schönster Kameradschaft beisammenhielten. Der Abschied. Am heutigen Vormittag legten die Gäste zu Ehren der auch für ihre Heimat im Kriege gefallenen Sohne der Stadt Lich am Kriegerdenkmal vor der Marienstiftskirche einen Kranz mit den Schleifen des Dritten Reiches nieder, und brachten damit auch den Dank und die Anerkennung für die liebevolle Aufnahme in unserer Stadt in würdigster Weise zum Ausdruck. Heute mittag verließen uns die Gäste wieder. Sämtliche Gastgeber, die Leiter und Amtswalter der NSV., sowie eine große Anzahl Weiterer Volksgenossen begleiteten sie zum Bahnhof. Dann ein letztes „Heil Hitler" und „Auf Wiedersehn im vereinten Vaterland" und mit neuem Mut und neuer Kraft und dem starken Glauben an Deutschland im Herzen gings der saarländischen Heimat zu. Rircbftdw Jlotbritbfen Evangelische Gemeinden. Dienstag, den 6. November. Langsdorf. 20 Uhr: Andacht zum Beginn der Winterarbeit der Frauenhilfe. Mittwoch, den 7. November. Langsdorf. 20 Uhr: Gemeindeversammlung; Vortrag von Pfr. Kleinod (Triest): „Aufbruch und Kampf der evangelischen Bewegung in Oesterreich". NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack. Tagung des Landesbauemats im Lumdatal. Einweihung der modernsten Molkerei Hessens in Seilshausen. * Geilshausen, 4. Nov. Unser kleines Dorf im Lumdatal prangte heute im Schmucke der Haken- kreuzfahnen. Anlaß dazu war die Tagung des Landesbauernrats der Landesbauernschast, der hier unter dem Vorsitz seines Sprechers, des Kreisbatlernführers Geiß- Vadenrod (Kreis Alsfeld), in der Gastwirtschaft von Hofmann zusammentrat. In den eingehenden Ausführungen schilderte der Landesbauernführer Dr. Wagner die derzeitige politische Lage, sowie wichtige Fragen des Reichsnährstandes und der Mitglieder des Landesbauernrates. Anschließend berichtete der Geschäftsführer des Landesbauernrates, Pg. Schönheit, über den Ehrenrat und das Ehrengericht des Landesbauernrates, insbesondere über ihren Zweck ' - > e3Mren Gleichstrom, Typ. 108, dynamisch. Lautsprecher, beide tadellos funkt., wegen Stromwechsel au verkaufen. Ülpeyer, Offenbach am Main Körnerstraße 26 vt. omV Fahrner-Schmuck das vornehme Geschenk für die Dame Kunsthandlung Hirz Geltersweg 22 63 J 5 D tag. SloötniiHlon • Löberstraße 14 Mittwoch, 7. November, vorm.9,10 u.nachm.2Uhr: MN-WWIlll Es spricht Miss. Frl.von Drewis u.a. 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