Nr. 234 Erstes Blaff M. Jahrgang Samstag, 6. Oktober 1934 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitätsVuch- und Steindruckerei R.Lange in Giehen. 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Er geht zurück auf die ersten Monate nach der politischen Machtergreifung, in denen der Kampf um die totale Durchsetzung der neuen Staatsidee die Beseitigung nicht nur der politischen Träger des alten Systems, sondern auch seiner geistigen Grundlagen und Voraussetzungen verlangte. Wenn die kommunistische und marxistische Auffassung politischer Aufgaben in Deutschland ausgerottet werden sollte, was die Lage des Reiches und die große Mehrheit seiner Staatsbürger gebieterisch verlangten, so mußten auch die geistigen Fundamente vernichtet werden, auf denen jene verderblichen politischen Erscheinungen aufgebaut waren, oder die ihren Geist und ihren zerstörenden Willen in künstlerischer und geistiger Form darstellten. Es war die Zeit, in der ganze Scharen von Literaten, Künstlern und auch Gelehrten über die deutschen Grenzen in das benachbarte Ausland fluteten, nicht alle gezwungen, sondern viele in der eigenen Erkenntnis, daß ihnen im neuen Deutschland bald das Publikum fehlen werde. Man erinnert sich der Kundgebungen des ohnmächtigen Zornes, dem sich einige dieser entthronten Vertreter deutscher Literatur und Kultur Hingaben, als sie bemerken mußten, daß immer noch genug Geist in Deutschland verblieben war, und daß gerade die edelsten Repräsentanten der Künste und Wissenschaften ihrer volk- Ilichen Sendung auch im neuen Staate bewußt und itreu blieben. Der Vorwurf der Geistesfeindschaft, iden sie eifrig und, ihrer Rolle getreu zu Nutzen ider poltischen Gegner, verbreiteten, war schon durch idiese Tatsache als eine Ueberschätzung ihrer Bedeutung für das Gesamtbild der deutschen Kultur ent- llarvt. Es soll aber nicht geleugnet werden, daß das 'Gefühl und die Besorgnis geistiger und künstlerischer 'Minderung zunächst auch in Kreisen laut wurde, 2»ie aus vielerlei Gründen mit dem früheren Zii- sstand verwachsen oder auch nur an ihm gewöhnt rroaren. Der Nationalsozialismus hatte in feiner schweren Kampfzeit, obwohl er den Bau seines geistigen Fundaments nicht vernachlässigte, doch im «wesentlichen eine andere Aufgabe gehabt, als die «Gewinnung jener Bildungsschichten, die ihre Dor- jtetlungen und Bedürfnisse teils aus der Atmosphäre Der Vorkriegszeit, teils aus dem geistigen und moralischen Chaos der Nachkriegsjahre bezogen. Die Republik hatte für geistige und künstlerische «Sammlung und Reinigung nichts getan, nichts tun Rönnen, weil die wechselnden Herrschaften der geistig verarmten Sozialdemokratie, des gegen alle und »alles toleranten Liberalismus und des religiös gefundenen Zentrums, oder gar ihre Vermischung in Koalitionen auf diesem Gebiete fast, noch ohnmäch- ttiger waren, als auf dem der Politik. Reich und Lander hatten sich schließlich darauf beschränkt, mit Häutern Bedauern die materielle Verarmung zum Anlaß zu nehmen, um in den Etats die für die Förderung geistiger und kultureller Bestrebungen aus- rgeworfenen Posten zu kürzen oder, gänz zu streichen. Won vielen Großstädten gar nicht zu reden, in deren wüsten Parteiparlamenten die Zuschüsse für die Theater und andere Einrichtungen nur noch als «Gegenstand der Agitation und des Aemter- und Machtyandels behandelt wurden. Was war natürlicher, als daß aus dieser Not die Tugend gelehrt wurde, man müsse die Künste s i ch ffelbst überlassen, das nehmen, was sie bieten, faß weite Kreise des Publikums von dem Gebotemen das am willigsten aufnehmen, was im Gewände Les Sensationellen und absolut Neuen auftrat, und sich allmählich daran gewöhnte, das, was manchmal auch mit Geist und Können verbunden war, j ools Geist schlechthin und als seine allein gültige Form anzusehen. Daß dies nur eine verhältnismäßig kleine und auf die Großstädte beschränkte Schicht war, daß die Luft zwischen Volk und Kunst immer dünner wurde, bemerkten und vermißten nur Wenige, und unter ihnen gab es manche, die einen solchen Zustand als hohe Kulturstufe priesen, weil foie Kunst der „misera plebs“, dem gemeinen Volke, ssowieso verschlossen sei! u Mit solchen Torstellungen, die das Volk kunst- i sfremd und die Kunst volksfremd machen, hat d e r neue Staat gründlich gebrochen. Auch er kann ssich nicht das Ziel setzen, die gesamten kulturellen Aeuherungen in seine Regie zu nehmen; die Auf- " mabe des Staates wird immer im wesentlichen eine leitende und fördernde sein und nicht ver- zgesfen dürfen, daß der geistige Schöpfungsprozeh Über Nation ebenso wenig wie der körperliche einer rationalistischen Beschränkung oder Reglementierung ausgesetzt werden darf. Aber wie seine Be- «mühunaen dahin gehen, erbkranke Personen aus übern physischen Prozeß der Dolkwerdung auszu- ffchließen, so hat er auch das Recht und die Pflicht, Oben geistigen und kulturellen Formungsprozeß der Nation aus ihren eigenen reichen und volksver- Qbunbenen Kräften sich vollziehen zu lassen. Es ist, kaum anderthalb Jahre nach der Geltung jsolcher Anschauungen, vielleicht noch zu früh, eine Bilanz der Leistungen des neuen Staates auf diesem roeitumfaffenben und wenigen ganz erfchloffe- mem Gebiete zu ziehen, wie es auf politischem und sozialem möglich ist. Aber auf einige positive Anzeichen einer reichen und fruchtbaren geistigen und . Ikünstlerischen Bewegtheit kann man doch schon hin- I weifen. Es ist nicht mehr vorgekommen, daß in den I. staatlichen Haushaltsplänen Kulturpositionen ge- trichen ober gekürzt wurden. Die in den letzten Jahren vor der nationalen Umwälzung ständig und mmer häufiger - wiederkehrenden Meldungen, daß Theater geschloffen oder auf einen einseitigen Spiel- plan beschränkt werden mußten, haben plötzlich auf- „Frankreich am Scheidewege." Herrioi gegen die marxistische Front. Die Kantonalwahlen am Sonntag verursachen im ganzen Lande nervöse Stimmung. Herriot verteidigt die Politik der Radikalsozialisten. Paris, 6. Oft. (DNB.) Staatsminister Her - riot sprach in Lyon zu den Kreiswahlen am Sonntag. Besonders ironisch sprach er von denjenigen, deren Ziel die Diktatur des Proletariats ei und die sich eifriger Förderung erfreuten durch Revolutionäre im Smokin g", durch Plutokraten, die nichts anderes zu tun hätten, als ihre üppigen Renten zu verzehren und durch f r ergiebige Schriftsteller, die auf ihren Schläfern rührende Schriften über das Elend der Armen verfaßten. Das Werk des inneren Aufbaues fei nur möglich im Rahmen des Friedens. Mit B r i a n d zusammen habe er sich einst um die aufrichtige Aussöhnung mit dem deutschen Volke bemüht. Auch heute noch glaube er, daß die Annäherung zwischen zwei großen Nationen für Europa und die Welt' ein wesentlicher Friedensfaktor sei. Aber durch die „Erinnerungen Stresemanns" werde bewiesen, daß Deutschland Frankreichs Freigiebigkeit als Schwäche ausgelegt und sich darüber lustig gemacht habe. Herriot verteidigte bann die von ihm betriebene A l l i a n z p o l i t i k und rühmte sich vor allem seiner Vorarbeit, die zum Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund geführt habe. Hierauf fetzte er sich mit den Sozialisten auseinander. Nachdem die Sozialisten erklärt hätten, daß sie die am Burgfrieden festhaltenden Radikal- ozialisten bis aufs Messer bekämpfen würden, sei die Frage der Wahltaktik bereits durch die Sozialisten selbst entschieden. Die Radikalsozia- listische Partei könne sich unmöglich auf einen Pakt mit den Sozialisten einiaffen, ohne von diesen die geringste Garantie beispielsweise in der Frage der Landesverteidigung zu fordern. Die Sozialisten hätten ihn in schwierigen Stunden st e t s im Stich gelassen. Die Sozialisten müssen mit Ja oder Nein antworten, ob sie für b i e Lan - besoerteibigung seien, ob sie bas Privateigentum adlehnten, ob sie für bie parlamentarische Republik seien ober für bie Diktatur bes Proletariats. Frankreich stehe a m Scheibewege: Revolution ober Evolution. Eine anbere Wahl gebe es nicht. Erbitterter Wahlkampf. Wird dieNationalversammlung eiuberufen? Paris, 6. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Rebe Herriots in Lyon wirb als eine Tatsache gewertet, bie zugunsten Dournergues unb gegen die marxistische Front entscheidend ins Gewicht fallen werde. Die Presse ist der Ueberzeugung, daß die Stellungnahme des Führers der Radikalsozialisti- schen Partei den Trennungsstrich zwischen national- und antinational- denkenden Franzosen, den der Ministerpräsident in seiner Rundfunkansprache gezogen habe, verstärken wolle und daß diese Stellungnahme für die Haltung des radikalsozialistischen Landesparteitages in Nantes entscheidend fein werde. Dabei verkennen die Blätter nicht, daß die Parole Herriots auf den Widerstand des linken Flügels der Radikalfozialistifchen Partei stoßen werde, der vielleicht, wie auch aus der Kritik einiger radikalfozia- listifcher Blätter an der Rede Dournergues hervorgeht, nicht geneigt fei, die Schwenkung zum Rechtsblock, die Herriot anscheinend vollzogen habe, mitzumachen. Der Vorstand der NeusozialistischenPar- t e i hat beschlossen, bei Eröffnung des Parlaments den Auftrag auf Einberufung der Berfas- fungsgebenden Versammlung stellen zu lassen. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß die Regierung nach Erledigung der dringendsten parlamentarischen Arbeiten (insbesondere Verabschiedung des Staatshaushaltsplans) die Einberufung der Nationalversammlung des Senats unb der Deputiertenkammer gemeinsam nach Versailles beantragen werbe. Der sozialistische „P o p u 1 a i r e" versucht Unruh« unb Spannung zu erzeugen mit ber Vorankündi- gung, baß bie Frontkämpfervereinigung „Feuerkreuz" in ber Nacht auf Sonntag burch Maueranschläge ben sofortigen Rücktritt bes I u st i z m i n i st e r s C h e r o n unb eine Verstärkung ber Machtbefugnisse Dournergues forbern werbe. Die Mobilgarbe von Paris unb Umgegend fei im Hinblick auf bie Möglichkeit von Unruhen alarmiert. Vielleicht wolle man einen neuen 6. Fe- bruar vorbereiten. Aber auch bie Verbänbe ber Sozialistischen Arbeiterpartei ftünben bereit. Wie sich aus biegen Aeußerungen ergibt, herrscht eine fieberhafte Spannung, bie mancherorts im Lanbe in eine Kampfstimmung Umschlägen tonnte. Zuspitzung Der Lage in Spanien. ©er revolutionäre Generalstreik der Marxisten. Der Verkehr zum Erliegen gebracht. - Schwere Ausschreitungen in Madrid. M a b r i b, 6. Oft. (DNB.) Der Generalstreik in Mabrib dauert unvermindert an. Die Eifenbahnzüge, die zunächst noch regelmäßig, wenn auch mit großen Verspätungen, verkehren, mußten Freitag abend zum Teil ihrenDerkehr e i n ft e 11 e n. Die Weichensteller des Südbahnhofes verließen ihre Arbeitsplätze, so daß bie Züge w e - der ein- noch ausfahren konnten. Der Schnellzug von Jrun, der Grenzstation in den westlichen Pyrenäen, nach Madrid mußte feine Fahrt in Valladolid aufgeben, da dort keine Wechselmaschine zur Verfügung stand. Der aus Santander kommende Zug lief zwar in Madrid ein, führte aber keine Fahrgäste. Die Zwischenfälle in ber Hauptstadt häuften sich nach Anbruch der Dunkelheit. An einer Weichenkreuzung der Straßenbahn stellten die Aufständischen die Weichen so ein, daß drei Straßenbahnen aus verschiedenen Richtungen ineinanderfuhren, wobei es Verletzte gab. An anderen Stellen der Stadt wurden Sprengstoffanschläge verübt, die außer Materialschäden einige Verletzte im Gefolge hatten. Die Streikenden steckten ferner eine Kraftdroschke in Brand, deren Fahrer den Streikbruch gewagt hatte. Der Fahrer wurde schwer verwundet. Die Polizei ist im übrigen HerrderLage. Zahlreiche Streifen zu Fuß unb zu Pferb burchziehen bie Stabt, ferner sieht man häufig Polizeikraftwagen mit Überfallkommandos und aufmontierten Maschinengewehren. Zur besseren Ueberwachung der Umgebung ber Polizeidirektion wurden auf dem Dach dieses Gebäudes starke Scheinwerfer eingebaut. Bis jetzt sind insgesamt 500 Verhaftungen vorgenommen worden. Die Streikleitung der Marxisten hat den Befehl ausgegeben, den Streik am Freitag „friedlich" zu führen und ab Mitternacht, falls keine Gegenorder erfolgt, zum „revolutionären" Generalstreik überzugehen. Hiermit dürfte die von der Regierung veranlaßte Zusammenziehung von M i 1 i t är in den Madrider Außenbezirken in Zusammenhang stehen. An verschiedenen Stellen der Stadt sind Maschinengewehre in Stellung gebracht. Zahlreiche Patrouillen durchstreifen die Straßen. Während die rechtsstehenden Madrider Abendblätter, die von nicht organisiertem Personal her- gestellt werden, erscheinen konnten, kam die übrige Presse nicht heraus. Aufstand der Bergarbeiter in Asturien. Besonders ernste Formen hat der Generalstreik in Asturien (Nordspanien) angenommen, roo bie Grubenarbeiter allerlei Gewaltakte verübten. U. a. würben mehrere Ueberfäüe van Syn- bikalisten auf Polizeiposten burchgeführt, wobei bis jetzt fünf Polizisten g e t ö t e t unb vier schwer verwundet sind. Zehn Arbeiter sollen g e - tötet fein. Die Regierung hat, nachdem die ernsten Nachrichten aus Asturien eingetroffen sind, den Kriegszustand über diese Provinz verhängt. Wie verlautet, sollen mehrere Flugzeuggeschwader von Madrid aus dorthin unterwegs fein. In Eibar, zwischen Bilbao unb San Sebastian, stürmten bie Marxisten eine Waffenfabrik. Die Ausstänbischen haben bann auf bem Rathaus bie weihe Flagge gesetzt unb sich ber Polizei ergeben. Zur Nieberwerfung bes revolutionären Aufstanbes ber Minenarbeiter im asturischen Kohlengebiet würben von Vallabolib, Astora und ßconat Artillerieabteilungen unb Maschinengewehrkompanien in Marsch gesetzt. Die Regierung ist auherorbentlich zuversichtlich unb hofft, binnen kurzem bie Ruhe unb Drbnung im Lanbe wieberher- stellen zu können. Umfassende Sammlungsverbote zugunsten des Muterhilssiverks nnd derAdols-Mler-Spende der deutschen Mtrtschast. gehört, unb wir lesen statt besten, baß eine namhafte Anzahl von Bühnen, namentlich in ben kulturell bebrohten Grenzgebieten, roieber eröffnet ober bester ausgestattxt finb. Die Frage ber Weiterexistenz bes Deutschen Opernhauses in Charlotten- burg, bie Jahre lang von ber Stabt Berlin halb bejaht, halb verneint würbe, ist mit einem Male burch ben Willen bes Reiches, bie Energie eines feiner Zeit oerbunbenen Jntenbanten unb bie freudige Teilnahme ber Bürgerschaft glänzenb gelöst. Tausenbe von Künstlern finb burch bie Wieber- belebung ber Theaterfreubigkeit ihrem Beruf zurück- gegeben unb ber Gefahr ber Proletarisierung entzogen. Die überall aufblühenbe Spielsreubigkeit, bie Einrichtung von Thingplätzen für Volksfestspiele, all bas verrät ein Streben unb einen Glauben, bie keine Erinnerung mehr kennen an bie noch so kurz hinter uns liegende Zeit ber Theaterbämmerung mit ihrer Resignation: Schauspiel unb Oper gehören einer vergangenen Kulturepoche an unb sinb nicht mehr lebendig zu halten. Natürlich kann eine solche Bilanz nicht ben Anspruch auf Vollständigkeit erheben: aber sie genügt schon heute, um ben Vorwurf zurückzuweisen, bas neue Deutschlanb roenbe sich von ber großen Trabi- tion ber beutschen Kultur ab unb begünstige ben Rückfall in eine ben Geist verachtenbe Epoche. Diese Gefahr besteht nicht: bafür bürgt schon bie Person bes Führers unb Kanzlers, von bem kürzlich sein Stellvertreter Rubolf Heß, ber ihn als Menschen wohl am besten kennt, gesagt hat, baß er ein Künstler sei. Aus dem Germanischen INuseum in Nürnberg. Im Verwaltungsrat bes Germanischen Museums in Nürnberg legte Geheimrat Dr. Zimmermann ben Verwaltungsbericht vor. Der im vorigen Jahre beschlossene Erweiterungsbau für die Barockabteilung des Museums ftanb im Mittelpunkt bes Berichts. Die Voranschläge für 1935 wurden genehmigt. Die Versammlung setzte sich lebhaft für bie Durchführung bes Bauplanes für,bie Trach- tenfammlung ein. Berlin, 6. Okt. (DNB.) Der Reichsschatz- me ist er hat bie folgenbe Anorbnung erlassen: Am 9. Oktober 1934 beginnt bas Winter- hilfswerk bes beutschen Volkes. Um biefem einen vollen Erfolg zu sichern, orbne. ich hiermit an, daß alle © l i e b e r u n g en ber Partei, rote auch alle ber Partei angesch 1 ossenen Verbänbe währenb ber Dauer bes Winterhilss- roerEes jebe Sammlung an Gelb- ober Sachspenben zu unterlassen haben. Ich mache bie ftr engfte Einhaltung biefer Anorbnung allen Parteibienstellen zur unbebingten Pflicht. Nach bem Reichsgesetz über bas Verbot von öffentlichen Sammlungen vom 3. Juli 1934 finb alle Sammlungen von Gelb- unb Sachspenben auf öffentlichen Straßen ober Plätzen, von Haus zu Haus, in Gast- ober Vergnügungsstätten ober an anberen öffentlichen Orten bis zum 31. Oktober 19 3 4 verboten. Als Sammlung gilt auch ber Verkauf von Gegen- ftänben, bereu Wert in keinem Verhältnis zu bem geforberten Preis steht. Ich weise barauf hin, baß bas von mir für bie Partei unb bie ber Partei an- geschlossenen Verbänbe erlassene Verbot Sammlungen jebe r Art, also nicht bloß Sammlungen, bie dem bezeichneten Reichsgesetz unterliegen, umfaßt, unb baß sich mein Verbot unabhängig von ber Geltungsbauer bes Sammelgesetzes zeitlich b i s zum Enbe bes Winterhilfswerkes bes deutschen Volkes erstreckt. Von dem Verbot wird auch die Werbung d o n Jo g. fördernden Mitgliedern unb von Patenschaften erfaßt. Die Erhebung von Spenden für di^ Adolf- Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft wird durch mein Verbot nicht berührt. gez.: Schwarz. Das Kuratorium ber Abolf Hitler-Spenbs ber beutschen Wirtschaft gibt bekannt: Der bevorstehenbe Beginn bes Winterhilfswerkes 1934/35 veranlaßte mich zu ber Mitteilung, baß bie Sammlungen für bas Winterhi 1 fs- werk nicht unter bas Sammelverbot zugunsten ber „Abolf Hitler-Spenbe ber beutschen Wirtschaft" fallen. Bezüglich ber N S. - V o l k s w o h l f a h r t ist folgenbe Regelung getroffen: Für Betriebe, bie sich in ungünstiger wirtschaftlicher Lage be- finben unb im Besitz ber von ber „Aböls Hitler- Spenbe ber beutschen Wirtschaft" ausgestellten Bescheinigung find, kann von ber Geschästsfüh- führung bes Kuratoriums auf Antrag bas Sammelverbot zugunsten ber „Abolf Hitler-Spenbe ber beutschen Wirtschaft" auch auf bie Spen- denvorhaben ber NSV. (Mitglieberbeiträge, Patenschaften usw.) aus gebest werben. Da- burch sinb bei biefen Firmen alle weiteren Leistungen an bie NSV. abgelöft. Währenb ber Dauer bes Winterhilfswerkes werben b e • sondere Sammlungen für bie NSV. nicht veranstaltet. Nachstehend ist noch einmal bie Liste derjenigen Dienststellen unb Einrichtungen aufgeführt, für bie bas im Auftrage des Führers durch feinen Stellvertreter erlaßene Sammelverbot zugunsten der „Adolf Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft" Gültig- leit bat; PO. ber NSDAP., SA., SS., NSKK., HI., Luftsportoerband, Luftschutzbund, Arbeitsfront und NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung, NS.-Hago, NS.-Studentenschaft, NS.-Frauenschaft, Nationalsozialistischer Frontkämpferbund, NSV. siehe obige Regelung. Der Vorsitzende des Moratoriums, (gez.) Dr. Krupp von Bohlen und Halbach. Gauleitertagung in Dresden. Berlin, 6. Okt (DNB.) In Dresden fand eine Tagung der Gauleiter der NSDAP, statt, die vom Stabsleiter der PO., D r. Ley, eröffnet wurde. Die Führerin der NS.-Frauenschaft, Frau Scholz- Klink, gab einen Ueberblick über den Stand der nationalsozialistischen Frauenarbeit. In ihren Ausführungen kam die Zielklarheit zum Ausdruck, mit der heute die Partei daran geht, der deutschen Frau auf ihrem Gebiet den Weg in die aktive Mitarbeit an Volk und Staat zu bauen. Der Stellvertreter des Führers nahm Gelegenheit, Frau Scholz-Klink für ihre bisherige Arbeit, deren Erfolg offensichtlich zutage tritt, besondere Anerkennung auszusprechen. Anschließend sprach der Amtsleiter des NS.-Studentenbundes, Pg. Derichsweiler, über die Neugestaltung der nationalsozialistischen Studentenarbeit. Reichspropagandaleiter Dr. G o e b- bels und Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t unter» Die SA und das Landestreffen der DAF. in Wiesbaden. 2HU dem zuständigen SA.-Führer wurde vereinbart, daß sämtliche S A.- AIänner des Gaues Hessen-Nassau, soweit sie der DAJ. oder JISBO. angehören, während des Landestreffens der DAF. in Wiesbaden am Samstag, 6., und Sonntag, 7. Oktober 1934, vom $ 2t.-Dien ft beurlaubt sind, um ihnen dadurch die Teilnahme am Landestreffen zu ermöglichen. 3. A. gez.: Wüller - Scheld. richteten die Gauleiter über die Durchführung des Winterhilfswerks Zum Schluß befaßte sich Gau- toter Wagner (München) als Referent für Fragen des Neubaus des Reiches sowie Hauptamtsleiter Kammer, der Staatsrechtler im Stabe des Stellvertreters des Führers, mit grundsätzlichen Gemeinderechtsfragen. In reger Aussprache schnitten bie Gauleiter wichtige Probleme aus allen Gebieten, insbesondere der Zusammenarbeit von Partei und Staat, an und klärten sie. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde die Tagung geschlossen. Auf -em Wege zum Gtan-ar-brot. Ordnung des Brotmarktes. - Oie Brotversorgung völlig gesichert. Verbesserung der Qualität. Von unserer berliner ^ebdffion. Ein Mitglied unserer Berliner Redaktion hatte Gelegenheit, sich mit dem zuständigen Referenten im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Pläne zu unterhallen, die über eine angebliche gesetzliche Regelung der Brotarten und der Brotpreise im Umlauf sind. Oberregierungsrat Dr. Claus ermächtigte unseren Vertreter, festzustellen, daß sein Ministerium eine gesetzliche Regelung der Brotfrage nicht vorbereite und daß diese auch nicht beabsichtigt sei. Es werden jedoch Verhandlungen zwischen dem Reichs- nährstand und Dem Germaniabund der deutschen Bäcker geführt, die darauf abzielen, in die Vielfalt der verschiedenen Brotsorten Ordnung zu bringen uno auch die Qualität der Brotarten zu standardisieren, wie das bereits auf allen möglichen anderen Gebieten des landwirtschaftlichen Produktenmarktes erfolgt ist. Wenn aus der Standardisierung der Brotsorten auch eine gewisse Vereinheitlichung des Brotpreises entstehen sollte, so läge in der Natur der Sache, daß die gleichen Brotarten mit ihren gleichmäßigen Gewichten einheitliche Preise bedingen würden, die allerdings bann ebenfalls regional gewissen Schwankungen unterworfen wären, wie es die in Kraft befindliche Regelung bei den Mehl- und Getreidepreisen ebenfalls vorsieht. Zu einer Vorrats st reckung ist, wie Ober» regierungsrat Dr. Claus erklärte, nicht der geringste Anlaß. Die Brotversorgung ist völlig gesichert. Es wird sogar mit Wirkung vom 15. Oktober eine Verfeinerung des B r'o - t e s erfolgen, indem darauf verzichtet wird, den bisherigen geringen Zusatz an Kartoffelmehl in Anwendung zu bringen. Man hatte in geringem Umfange Kartoffelmehl zur Brotteigherstellung vorgeschrieben, um der außerordentlich großen Vorräte an Kartoffelerzeugnissen Herr zu werden. Es ist also nicht nur keine Streckung der Mehlvorräte vorgesehen, sondern im Gegenteil eine Verbesserung der Mehlqualität eingetreten, das beste Zeichen dafür, wie sicher die Marktregelung durch den Reichsnährstand sich gestaltet hat. Eine Vereinheitlichung der Brotsorten würde eine Verbesserung der Qualität und eine Gewährleistung des gerechten Preises auch für den letzten Verbraucher darstellen. Mit Zwangsbewirtschaftung durch gesetzliche Maßnahmen hat diese Veredelung der Väckereierzeugnisse nichts zu tun. Die Verhandlungen zwischen Reichsnährstand und Bäckereigewerbe basieren auf freier Zusammenarbeit mit dem einzigen Zweck, die Grundprinzipien des Reichsnährstandsgesetzes auch auf die letzte Säule des Marktgebäudes auszudehnen, zum Nutzen der Derbraucherschaft und zum Nutzen der nationalwirtschaftlichen Ziele des neuen Staates. Wiffenschastsarbeit der deutschen Studentenschaft. Zusammenfassung der besten Kräfte in einer „Frühjahrshochschule^. Eine Schriftenreihe »Front junge Wissenschaft". Berlin. 5. Ott. (DNB.) Der Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen, Feickert, hat eine Verfügung über die Wissenschaftsarbeitder deutschen Studentenschaft im Wintersemester 1934/35 erlassen. Die Verfügung geht von der Erkenntnis aus, daß nicht durch organisatorische Maßnahmen, sondern allein durch den wirklichen Einsatz der besten Kräfte in der Arbeit und durch die kameradschaftliche Zusammenfassung der nationalsozialistischen Professoren und Dozenten mit der neuformierten Studentenschaft der Neuaufbau der deutschen Hochschule durchgeführt werden kann. Die Organisation der bisherigen A ernt er für Wissenschaft und ihrer Fachschaften und Fachabteilungen bleibt beftehen. Die Aemter für Wissenschaft werden zu Hauptämtern erhoben. Das wichtigste Aufgabengebiet letzterer ist die wissenschaftliche Mitarbeit an der Lösung wissenschaftlicher Fragen des nationalsozialistischen Aufbaues der deutschen Landschaften. Zur Mitarbeit an diesen praktisch-wissenschaftlichen Arbeiten werden nur bie beften Kräfte der einzelnen Fachschaften und Fachabteilungen herangezogen. Der Einsatz einer gesamten Fachschaft in Form einer pflichtmäßigen Erfassung aller Studenten darf in diesen praktisch-wissenschaftlichen Aufgaben keineswegs geschehen. Zur Durchführung einer erstmaligen Bestandsaufnahme und Zusammenfassung der im Wintersemester 1934/35 durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten wird das Hauptamt für Wissenschaft in der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft angewiesen, Vorarbeiten für die Errichtung einer „Frühjahrshochschule der Deutschen Studentenschaft" im Frühjahr in Angriff zu nehmen. Diese soll d i e b e ft e n im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit der Deutschen Studentenschaft arbeitenden Kräfte zusammen fassen. Die zentrale Erfassung der Ergebnisse der besten wissenschaftlichen Arbeiten von Studenten wird durch die neuerrichtete Schriftenreihe der Deutschen Studentenschaft „Front junge Wissenschaft" möglich ge- macht. Die Aufnahme einer Arbeit in diese Schriftenreihe ist die höchste Auszeichnung, die die Deutsche Studentenschaft für eine wissenschaftliche Leistung verleiht. Hitlerjugend und Gtudentenwerk. Zwischen der Reichsjugendführung und dem Deutschen Studentenwerk e.V. ist eine Vereinbarung geschlossen worden, wonach für bie Zusammenarbeit beiber Stellen bas Soziale Amt b e r H I. zustänbia ist. „Das Soziale Amt ber HI. schlägt bem Deutschen Stubentenwerk e. V. bie ftubierenben HI.-Kameraben zur öffentlichen Förberung vor." Damit soll geeigneten Iugenbführern bas Stubium ermöglicht unb bie Durchsetzung ber Stubentenschaft mit nationalsozialistischem Geiste sichergestellt werben. Das Soziale Amt ber Reichsjugenbführung sah sich gezwungen, ber wirtschaftlich schlecht gestellten HI.-Fiihrerschaft bie Möglichkeit zu verschaffen, um auch im Bereich ber Wissenschaft ihre Aufgaben zu erfüllen. Es ist nun nicht so, baß automatisch jeher finanziell weniger bemittelte Hitlerjugendführer ein Stipendium erhalten soll. Zu ben bisherigen Grunbsätzen bes Deutschen Studentenwerkes, eine Begabten- auslese vorzunehmen, tritt nun noch ber Grunb- satz einer burch bie HI.-Bewährung gesicherten po- litischen Führerauslese. Geistig weit über bem Durchschnitt befähigte HI. - Führer sollen künftig nicht in irgenbeinem Beruf untergehen, ber ihre befonberen Anlagen nicht auszuschöpfen vermag, fonbern sollen bazu bienen, eine natio- nalsozialistischeFührerelite zu bilben, bie sich burch Bewährung in ber Gemeinschaft, burch Mehrleistung unb vor allem burch ein unzertrennliches Verbunbensein mit allen Schichten unb Stäuben bes Volkes auszeichnet. Studentische Mitarbeit an der Landesplanung des Reichsheimstättenamts. Berlin, 5. Okt. (DNB.) Zwischen bem Leiter ber Reichsplanung unb bes Reichsheimstättenamtes der NSDAP. Pg. Dr. L u b o v i c i unb bem Führer ber Deutschen Stubentenschaft, Pg. Feickert ist eine Vereinbarung getroffen worben, um für bie Stubentenschaft auf bem Wege ber Fachschaftsarbeit unb ben mit ber Stubentenschaft zusammenarbeitenden Dozenten bie Arbeit ber Hochschule für bie Durchführung ber ßanbesplanung zur Verfügung zu stellen. Die organisatorische Durchführung ber für bie Reichsplanung notmenbigen wissenschaftlichen Arbeiten ist ber Deutschen Stubentenschaft übertragen worben. Grundlinien der neuen Lehrerbildung. Für Wesen unb Inhalt ber neuen beutschen Schule wirb bie zukünftige Lehrerbildung von ausschlaggebender Bedeutung fein. Wichtige programmatische Ausführungen bringt darüber die von Prof. Dr. Krieck (Heidelberg, früher Frankfurt) herausgegebene Zeitschrift „Volk im Werden". Die Bildung des deutschen Volksschullehrers wird in Zukunft politisch-völkisch-weltanschaulich sein. In dem Streben, jedem Standesdünkel entgegenzuwirken, kann es nicht das Ziel nationalsozialistischer Lehrerbildung sein, Akademiker als Lehrer an die Volksschule zu entsenden. Vielmehr wird in Zukunft allein die Hochschule für Lehrerbildung für bie Aus- dilbung bes beutschen Volksschullehrers sorgen. Seine Aufgabe wirb es fein, ber beutschen Jugenb bas elementar st e Rüstzeug für ben Lebenskampf auf ben Lebensweg mitzugeben. Es wirb weniger feine Aufgabe fein, päbagogifche Systeme zu erproben, als bie beutfche Jugenb red) ne n, schreiben unb lesen z u lehren. Der von jebem Hanbwerksmeister währenb ber Systemjahre festgestellte unb immer roieber beklagte ft ä n b i g e Rückgang ber Kenntnisse ber Lehrlinge in biesen Elementargebieten ist marnenbes Mahnzeichen für eine innerliche Umkehr. Dor allem wirb eine planmäßige Sprachpflege ben Bilbungsgang ber Hoch- schule für Lehrerbilbung burchziehen. Die Muttersprache ist bas erste unb wichtigste Fach jeber Lehrerbildungsanstalt. Sie soll keinerlei ober- zur r kurz darauf, gegen 19 Uhr, erschien Dr. Goebbels mit seiner Begleitung im städtischen Obdachlosenasyl in der Fröbelstraße, das im Volksmund den Flamen „Die Palme" trägt. Dieser Besuch erregte bei den Aermsten der Armen, die das Hauptkontingent der Be- > sucher dieses städtischen Institutes bilden, um so . größere Befriedigung, als er auch hier gänzlich unerwartet kam und feit Errichtung dieses Asyls im Jahre 1888 bisher auch in der Systemzeit noch nie ein Mini st er dort erf(bienen war. Dr. Goebbels besichtigte eingehend Unterkunfts- und Verpflegunqsmöqlichkeiten des Obdachlosenasyls, stellte durch Kostproben bie Qualität bes eben zur Verteilung gelangenben Abenbessens fest unb unterhielt sich lange mit ben Insassen, bie sich in allen Schlaf- unb Eßsälen im großen Kreise um ihn versammelt hatten. Einer Reche von befonbers schweren Fällen sozialer Not würbe burch sofortige Arbeitszuweisung abgeholfen. Heute abend wirb auf Anorbnung Dr. Goebbels' ber Berliner Gauwakter ber Nationalsozialistischen Volkswohl» fahrt, Pg. Spiewock, bas Obdachlosenasyl aufsuchen, um in einer Sofortaktion ben befonbers Notleiben» ben bas Dringenbste an Mleibung unb Schuhwerk zu vermitteln. Bezeichnenb für bie burch ben Nationalsozialismus schon gehobene Moral auch bieses Instituts war ber immer wieberkehrenbe Wunsch nach Ar» beit. Dr. Goebbels betonte bemgegenüber, bah es bem Führer schon gelungen fei, 4Vs Millionen wie» ber in Arbeit unb Brot zu bringen; es stehe in absehbarer Zeit zu erwarten, baß auch ber Rest bet Erwerbslosigkeit feine Beseitigung finbet. Wie einschneidend das nalionalsozialislische Reformwerk auch hier gewirkt habe, beweise eindeutig die Tatsache, daß die Belegschaft dieses Asyls von einem Höchststand von 5000 köpfen vor der Machtergreifung auf einen heutigen Durchschnitt von 2 5 0 gesunken sei. Rotwendig erscheine jedoch, daß jeder mit anpackt und auch der letzte Wann im Volke von tiefstem Vertrauen zum Führer erfüllt bleibe. Alle Behörden und Beamten im neuen Regime mühten wissen, dah das Volk nicht für den Staat, sondern der Staat für das Volk da sei. Sie dürften deshalb ihre Entscheidungen zur Behebung von Rotständen nicht allein nach bürokratischen Gesichtspunkten fällen, sondern nach den Gesichtspunkten der Verantwortungsfreudigkeit und, wenn nötig, auch schneller und mutiger Entschlüsse. Dr. Goebbels konnte anhand objektivster Prüfungen feststellen, daß die Stadt Berlin ihren alten Ruf in ber sozialen Fürsorge über bie Korruptionserscheinungen bes November-Staates hinweg im Dritten Reich noch befonbers vermehrt unb gefestigt hat. Er bankte bafür seinem alten Mitkämpfer, Staatskommissar Dr. Lippert, in warmen, herzlichen Worten. Die Besichtigungsfahrt fanb gegen 22 Uhr nach achtstünbiger Dauer ihren Abschluß. Reichsminister Goebbels besucht soziale Einrichtungen -er Reichshauptsta-t. Auch den Bedürftigsten und Aermsten wird Hilfe werden. iiomißvei Vermöge flien Ctz luni) die Vsollen dl Ähthi nw/ung, ' |i8,d)mäl nB °n - rtt’hcn V harten, nau nch Don l Molkst M", Mr d>e * teile d zms ^ol ijunW’1 ö . &arNL I, ass als - Ü ftirfjtitet, > miße ver MM! aganien I meMt. gine b liier All | nur des f ! Lilingsgeß ^gliche 2 finnt »'M festll • neu Hand i In urauf a Wen ein Berlin, 5. Okt. (DNB.) Gänzlich uner- wartet unb unangemeldet besuchte am Donnerstagnadjmittag Reichsminister Dr. G o e b - b e l s in feiner Eigenschaft als Berliner Gauleiter eine Reihe öffentlicher Einrichtungen unb Anstalten ber Reichshauptstabt. Um 14 Uhr trafen ber Minister unb feine Begleiter im Waisenhaus Rummelsburg ein. Der verbienftoolle Leiter ber Anstalt, Direktor Goltz, beantwortete während eines Rundganges burch fast sämtliche Räume unb ben Park bie zahlreichen Fragen bes Ministers über bie besondere Organisation ber Berliner Waisen pflege, bie Betreuung, Erziehung unb Beschäftigung ber in dem Heim befindlichen Pflegekinder. Besonderes Interesse brachte Dr. Goebbels ben Lehrlingswerk st ätten entgegen, deren überdurchschnittliche Leistungen große Anerkennung oerbienen. Dr. Goebbels unterhielt sich ausführlich mit vielen Zöglingen sowie mit ben Lehrern unb Erziehern, bie sich alle in freimütiger Weise unb ungezwungen äußern konnten. In der Kranken- ft a t i o n erzählte ber Kleinste der Anstatt zutraulich allerlei Drolliges aus seinem kleinen Menschenleben. Ein rasch improvisierter Umzug aller Angehörigen ber Anstatt unb luftige Turnspiele der Knaben unb Mädchen zeugten von bem fröhlichen Kameradschaftsgeist bes Hauses, besten Gesamteinbrücke außerordentlich befriebigten. Dr. Goebbels stattete anschliehend der ehemaligen Wohnung horst Wessels in der Großen Frankfurter Straße, in ber der nationalsozialistische Heros die tödliche Wunde von kommunistischer Wörderhand empfing, einen Besuch ab. Rach einer eingehenden Besichtigung der Weihestätte ordnete der Gauleiter an, daß das Zimmer horst Wessels, das von der Alurnachbarin Wessels, der alten Parteigenossin Pludau, in rührender Weise betreut wird, in den gleichen Zustand verseht wird, in dem es sich zu horst Wessels Lebzeiten befand. Es ist beabsichtigt, bas Haus unter Denkmalsschutz zu stellen. Die Anwesenheit bes Ministers hatte sich in ber Großen Frankfurter Straße wie ein Lauffeuer her- umgesprochen, so baß Dr. Goebbels unb seine Begleiter nur mit Mühe ihren Weg fortsetzen konnten. Dieser führte in ben Arbeitsnachweis für Filmkomparsen unb Artisten, bie sogenannte „Filmbörse" in ber Kronenstraße. In zweistünbiger Aussprache hatten bie von biesem Arbeitsnachweis betreuten Filmkomparfen hin- reichenb Gelegenheit, Dr. Goebbels ihre Wünsche unb Nöte persönlich vorzutragen. Sie machten bauen in ausgiebigster Weise Gebrauch. Eine R e - Organisation bes ganzen Komparsenbestanbes nach ben Grunbsätzen ber Leistung unb ber sozialen Gerechtigkeit wirb baraufhin in kürzester Frist burch- geführt werben. Ebenso soll eine genauere Fixierung bes Tarifen unter Beseitigung einer Reihe zutage getretener Härten vorgenommen werben. Auch werben Mittel unb Wege gefunben werben, um burch Errichtung einer Krankenversicherung einen lang gehegten Wunsch ber Filmkomparserie zu erfüllen. . Iwr »ie Rii inens, ilbeito ß! kMenllil Mronvei ■'■j was 3d) b? a m m flächliche Dielwisserei vermitteln. Im Mittelpunkt steht bie totale Wissenschaft von Volk unb Staat. Rassenkunbe, Vererbungslehre unb beutfche Volkskunbe soll jeber zukünftige Volkserzieher in ihren Grunbzügen kennenlernen. Dazu muß eine richtige Auffassung ber päbagogisch- technischen Aufgabe in bem Sinne kommen, baß Bilbungsgrab, Können und Wissen jeben Lehrer befähigt, bie Methobe felbft zu finben, durch die er sich bie notmenbigen Bilbungsgüter selbst erarbeiten kann. Dank an dieTechnischeAothilfe Das Gelöbnis für die Zukunft. DNB. Berlin, 5.Okt. Der Reichsführer ber Technischen Nothilfe, Weinreich, hat anläßlich bes 15jährigen B-stehens ber ^N. einen Dank an alle Nothelfer unb Mitarbeiter veröffentlicht, in bem es u. a. heißt: 15 Jahre be- beuten im Leben einer auf bem Grunbfatz ber Freiwilligkeit aufgebauten Organisation viel. Sie geben Veranlassung zu einer Rückschau unb einer ernsten Prüfung. Dabei ergibt sich, baß b i e Spannkraft unb Schwungkraft ber TN. s i ch nicht gelockert unb bie Bereitwilligkeit ober Opferfreubigfeit ihrer Angehörigen nicht nachgelassen haben. Nothelfer! Ich banke Euch für all bas, was Ihr in ben vergangenen 15 Jahren geleistet habt; fei es in ben Taufenben von Einsätzen in ben lebenswichtigen Betrieben, bei Naturkatastrophen ober in anberen Fällen höherer Gewalt, ober fei es, baß Ihr Euch im Luftschutz ober im 33 i e n ft ber Nächstenliebe, im Winterhilfswerk, im 21 r b e i t s b i e n ft u. a. aus freien Stücken betätigt habt. Es war in jebem Falle au f b au e nb e Arbeit, bie ber Gesamtheit nutzte unb bie bem von unserem Führer geschaffenen Staat zugute kommt. Dank ferner allen hauptamtlichen Ange st e l l t e n unb neben- unb ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie haben alle Anteil an ber Schaffung ber Grunblagen für bie Arbeit ber TN., f i e alle haben treu ausgehal - ten, trotzbem sie in ber Vergangenheit unter ber Zugehörigkeit zur Organisation stark zu leiben hatten. Mit Eurer Treue unb steten Einsatzbereitschaft rechne ich auch für bie Zukunft. Wir wollen — bas sei bas Gelöbnis am 15. Jahrestag — weiterhin uns als wirkliche Helfer ber N o t erweisen. Alles für bas erwachte Dritte Reich! Führertagung des Deutschen Feuer- wehrverbandes. Der Deutsche Feuerwehrverbanb hielt im Rahmen seiner Münchener Herbsttagung eine Führertagung ab. Der Führer bes Deutschen Feuerwehrverbanbes, Öanbesbranbbireftor Ecker- München, sprach über bie bisherigen Erfahrungen in ben Feuerwehrschulen unb tünbigte an, baß man jetzt bazu über» gehen werbe, bie Erfahrungen auszutauschen unb auf Grunb bieses Meinungsaustausches einheitliche Richtlinien für bas ganze Reich aufstellen wolle. Die Feuerwehrschulen seien nicht wissenschaftliche Institute, sondern sollten praktische Erkenntnisse übermitteln, bie sich in ber Branbbekümpfung segensreich auswirkten. Auf ber Hauptfitzung sprach ber Schöpfer bes preußischen Feuerwehrgesetzes, Ministerialrat Dr. Ker- ft i e n s , über bie reichsgefetzliche Regelung des Feuerlöschwesens. Nach seinen Vorschlägen wäre ber Aufbau vielleicht so buchzuführen, baß ber Charakter ber Freiwilligkeit burch- aus gewahrt bleibe, baß aber bie Feuerwehren in eine erheblich ftrafferc Form ge» bracht würben, unb zwar burch U m g e ft a l» tung zu einer Polizeitruppe. Die Rechtsform größerer Feuerwebren wäre bann bie einer Korporation bes öffentlichen Rechts, bei ben kleineren Wehren bie eines eingetragenen Vereins. Der Führer würbe in allen Fällen ernannt. Weiter wären bann Kreis- feuerwehrverbänbe zu bilben, bei benen bas Schwergewicht zu liegen hätte, lieber ben Kreisfeuerwehrverbänben ftünben bann bie provinzialen Verbänbe ober bei kleineren Länbern btt ßanbesoerbanb. Seine Hauptaufgabe wäre bie Errichtung von Feuerwehrschulen. Der Provinzialverbanb hätte auch bie Bestellung der Führer der einzelnen Feuerwehren zu bestätigen. Die Spitze des ganzen organisatorischen Aufbaus würde ein Reichsbeirat bilden. — Die Vertreter der Feuerwehren Bayerns, Württembergs, Badens unb Sachfens erklärten ihre volle Bereitwilligkeit für eine reichsgefetzliche Regelung. An ben Führer würbe ein Begrüßungstelegramm gerichtet. Wechsel in der Bundespresseleitung des NSOFB. Fkp. Der Bunbesführer bes NSDFB. (Stahlhelm), Reichsarbeitsminister Franz S e l b t e, hat an ben bisherigen Bundespressechef und Hauptschriftleiter ber Bundeszeitung „Der Stahlhelm", Wilhelm Kleinau, folgenbes Dankschreiben gerichtet: „Kamerad Kleinau ist mit Wirkung vom 30. September 1934 auf feinen Antrag aus der Bundesleitung aus geschieden, um einer Berufung in eine andere Stelle zu folgen. Kamerad Kleinau gehörte ber Bundesleitung des Stahlhelm, Bund der Frontsolbaten, seit 1924 an. Als Sun- besprestechef, als Hauptfchriftleiter unb als Schriftsteller hat er bem Vunbe unschätzbare Dienste geleistet. In zahlreichen Fällen mußte er sich vor ben Gerichten des Systems wegen seines unbeugsamen Nationalismus oerteibigen. Im Jahre 1925 sammelte er die Schriftsteller bes Nationalismus zu einer Gemeinschaft schärfster Gegnerschaft zum Zwischenreich. Der Bunb gab ihm durch bie Zeitschrift „Die Stanbarte" ein Sprachrohr, mit dem er aus alle kämpferischen Soldaten wirken konnte. 2lls echter Frontsoldat hat Kamerad Kleinau 10 Jahre an leitender Stelle im Stahlhelm, BdF-, jetzt NS. Deutschen Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm), im nationalsozialistischen Sinne für bi/ Idee bes neuen Reiches gekämpft. Für seine selbstlose Arbeit spreche ich ihm im Namen bes Bundes Dank unb Anerkennung aus unb wünscht ihm für bie Zukunft reichen Erfolg in feiner neuen Tätigkeit. An Stelle Kleinaus ist mit ber Wahrnehmung de§ Amtes als Bundespressechef unb als Hauptschnst* leitet des „Stahlhelm" Kamerad von Wick, vlse tit werde) Bldartsau, foausMab Mtüdgegt iMsburc eine' Schl Bern IhRtaff Men 2 Se0e JÖUrßer n hPQg betr unb Christi gehört. Die Bedeutuna des Fundes! aller erdenklichen Vergehen durchgeführt. Die pol- liegt darin, daß es sich um das erste auf nieder- nifchen Zigeuner haben, wenn sie auch juristisch na- liegt darin, daß es sich um das e r st e auf niedersächsischem Boden geborgene Steinzeitskclett handelt. :en Aus aller Welt gael geplant sei. Als der Prager Schnell- i Berlin kommend in der Grenzstation em- Kunst und Wissenschaft. n ichstagung der Musikerzieher in Eisenach. 4' Schweizer Bürger als Präsidenten der Saar-Stimmbüroe. baü erji ertü1 i öff Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D2I. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag! Bruhl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. jt Mittelpunkt der ersten Reichstagung : Musikerzieher in der „Reichsmusiker- Belgischer Dampfer pn der holländischen Küste gesunken. An der holländischen Küste kenterte der 551 Tonnen große belgische Dampfer „Charles Josö" aus Antwerpen etwa vier Seemeilen westlich von Haaksfeuerschisf. Ein Rettungsboot mit dem Kapitän und einem Mann der Besatzung an Bord ist von dem deutschen Dampfer „Wildenfels" von der Hansa-Linie Bremen aufgefischt worden. Die Besatzung des Schisses bestand vermutlich aus zehn Mann. Das Schiff war manövrierunfähig geworden. Die Besatzung gab andauernd Notsignale mit roten Leuchtraketen. Darauf liefen aus Helder ein Motor-Rettungsboot und ein Schleppdampfer zur Hilfeleistung aus. Bevor sie aber die große Entfernung zur Unfallstelle zurückgelegt hatten, war das belgische Schiss bereits in den Wellen verschwunden, so daß sie am frühen Morgen unverrichteter Sache nach Helder zurückkehren mußten. Verheerendes Grohseuer in einer pommerschen Stabt Aus bisher noch nicht geklärter Ursache entstand in der Scheune des Landwirts Loose in Rügenwalde (Pommern) ein B r a n d, der sich mit großer Schnelligkeit auf das angrenzende Wohnhaus und Stallgebäude eines Nachbargrundstückes ausbreitete und von hier aus auf ein weiteres Nachbargebäude Übergriff. Sämtliche vier Gebäude der drei Besitzer wurden ein Raub der Flammen. Mitverbrannt sind neben den gesamten Vorräten der diesjährigen Ernte 50 Schweine, ein Bulle, ein Pferd mit Fohlen und eine große Anzahl Kleinvieh. Riesiger Devisenschmuggel im Rachtschnellzug Die Automobilindustrie kein Gaisongewerbe! Auiokauf im Winter gewährleistet gleichmäßige Beschästigung und fördert den Arbeitsbeschaffungöplan der Reichsregierung. aufgedeckt Die reichsdeutfche Zollaufficht in Bodenbach wurde dieser Tage darauf aufmerksam gemacht, daß in einem Wagen 3. Klasse des Berlin-Prager Nachtschnellzuges ein größerer D e v i s e n - s ch m u; ' ' ' ‘ - „Wie wir wirtschaften." lie schon traditionelle Herbstausstellung se Z en träte der Hausfrauenvereine Z ij B -Berlin wurde durch Frau v. P a p e n in lnoesenheit von zahlreichen Vertretern der Behör- : jen und der verschiedensten Organisationen, Gästen mb Mitgliedern eröffnet. Frau v. Papen wies dar- . us hin, daß die Ausstellung Rechenschaft über die Tagesarbeit der Zentrale ablege; sie wolle zeigen, •30! an vertiefter Schulung für die Hausfrau ge- fjejen fei, wolle durch das lebendige Vorbild das 'Zerintwortungsgefühl aller Frauen wachhalten und f ür en, wolle sorgen, daß die Leistung der Haus- Tal richtig gewertet werde. fcn der theoretischen und praktischen Arbeit der Ttnsfrauen und Hausfrauenschulen wurde reiches ; ;jngnis abgelegt. Die kulturelle Abteilung „Sinn nn)' Wert hausfraulichen Schaffens" ' Iiß! die Hausfrau als Mittelpunkt der To kswirtfchaft erscheinen, gibt einen Begriff «an ihrer Leistung für die Volksgemeinschaft wie |ir die Volkswirtschaft. Die Familie als K e i m- zSlLe des Staates, das Heim als Kraftquelle ries Volkes wird dargestellt, gezeigt wie Glück, Ge- Einheit und Wohlstand des Volkes der Haus- 1frhung der Kinder, als Arbeitgeberin, in ihrer ' $tfn*n sozialen Haltung über das Heim hinaus 1 «M-gt. * llrne besondere Abteilung gilt den „Freuden k!e; A l l t a g s", d. h. der Lebensführung, der Kul- 21 tur Bes Heimes. Hier kann man vergleichen: Woh- »Msgeschmack wie er fein soll und wie nicht; der tllglche Tisch für die Familie, der bei aller Einfach- lTiissinnvoll und schön gedeckt sein soll, steht neben t!’ir festlicheren Gästetisch. Von Blumenpflege, schäum Handarbeiten sieht man erlesene Beispiele, alles flkrtuf angelegt, zu zeigen, wie die Mutter den Sforin ein „wirkliches Heim" schaffen kann. illerPressewart des Landesverbandes Hansa, beauf- ra(t worden. Die Schriftleitung des Frontkämpfer- )rifebienstes hat Hauptschriftleiter Franz D. Mad- ci enu, bisher Preffewart bes Gaues Dorpom- aeö, übernommen. Wettervoraussage. Der kräftige Barometeranstieg von Südwesten her hält allgemein noch an und hat das nördliche Störungsgebiet aufgefüllt, so daß es zu mehr wechselhafter Bewölkung mit zwischenzeitlicher Aufheiterung kommt. Ein bei Island erschienenes Tief hat aber bereits von Irland bis zum Kanal hin ein Niederschlagsfeld hervorgerufen, das auch unser Gebiet streifen wird, zumal bei der herrschenden Wetterlage die westliche Luftzufuhr fortbesteht. Aussichten für Sonntag: Dunstig und wechselnd-bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, tagsüber etwas wärmer, zeitweise schauerar- tige'Niederschläge. Lufttemperaturen am 5. Oktober: mittags 16,2 Grad Celsius, abends 10,6 Grad; am 6. Oktober: morgens 9,3 Grad. Maximum 16,5 Grad, Minimum 8,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Oktober: abends 13,5 Grad; am 6. Oktober: mor- gens 12,1 Grad. — Niederschläge 4,6 mm. — Sonnenscheindauer 3,6 Stunden. zug von .................. ... — ----- traf, wurde der Wagen, gegen den der Verdacht ausgesprochen worden war, nach dem Umsteigen der Reisenden in andere Wagen aus dem 3u9e entfernt, auf ein Nebengleis gebracht und noch in derselben Nacht einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Das Ergebnis war überraschend. Hinter der an der Wagenwand befindlichen Notbremse- Tafel und hinter einer Tafel im Abort waren i yuutH, wenn JIC UUUJ ■ — türlid) den Gesetzen des Staates unterstehen, ihre eigene Verfassung, ihre eigenen Gesetze und ihre eigene Gerichtsbarkeit. Sie werden geleitet von einem König, der in der Regel in der Nähe von Warschau seinen Sitz hat und auf fünf Jahre ye- wählt wird. Trotz der Wählbarkeit des Königs gibt es nur eine, allerdings sehr zahlreiche Familie, namens Kwick, aus der stets die Könige gewählt werden. Auch bei dem diesjährigen Wahlkampf handelt es um die Anhänger von zwei Vettern Kwicks, die ihren Kandidaten zum König machen wollen. Die fortschreitende Technik hat schon mit vielen alten Mißverständnissen und Irrtümern Schluß gemacht. Warum soll sie nicht auch endlich die Auf- fassung, daß man nur im Frühjahr einen Kraftwagen kaufen und nur im Sommerhalbjahr Automobil fahren könne, überwinden? Dieser Irrglaube hat nämlich zur Folge gehabt, daß die Automobilindustrie zu einem ausgesprochenen Saisongewerbe geworden ist. Wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen hervorbrechen, beginnt die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen sich zu regen. Sie bleibt dann den ganzen Sommer über lebhaft, so daß die Automobilfabriken in einer einigermaßen befriedigenden Saison ihren Lieferungsverpflichtungen oft nicht pünktlich nachkommen können. Im Herbst aber flaut das Automobilgeschäft dann ab, um den Winter über fast ganz stillzuliegen. Dieser Saisoncharakter der Automobilproduktion hat große arbeitsmarktpolitische Nachteile. Er führt dazu, daß die Kraftfahrzeugfabriken im Frühjahr zahlreiche Arbeitskräfte einstellen müssen, die dann im Herbst entlassen werden und den Winter über als Saisonerwerbslose den Arbeitsmarkt und die sozialen Unterstützungseinrichtungen belasten. In früheren Jahren ist diese einseitige Verlagerung der Automobilerzeugung auf das Sommerhalbjahr sogar noch durch eine verfehlte Steuerpolitik künstlich gefördert worden. Die übermäßige Besteuerung des Kraftwagens veranlaßte bekanntlich viele Automobilbesitzer, ihr Fahrzeug im Winterhalbjahr ganz stillzulegen, um Steuer zu ersparen. Die Folge davon war, daß im Herbst und Winter nun erst recht keine neuen Kraftwagen gekauft wurden. Der Automobilismus wurde künstlich zum Winterschlaf gezwungen, und die Folge davon war, daß auch die Automobilindustrie ihre Tätigkeit auf die Sommermonate zusammendrängen und im Winter fast völlig ruhen mußte. Mit den Bemühungen des Führers, die Automobilproduktion zu einem Instrument der Arbeitsbeschaffung zu machen und als wirksames Kampfmittel gegen d i e Arbeitslofig- feit zu verwenden, ist dieser Saisoncharakter der Automobilindustrie natürlich schwer vereinbar. Die von der nationalsozialistischen Reichsregierung durchgeführte Reform der Kraftfahrzeug- st e u e r hat schon im letzten Winter dazu geführt, daß die große Mehrzahl der Automobilbesitzer ihr Fahrzeug nicht mehr stillgelegt, sondern es je nach Bedarf weiter benützt hat. Eine Belebung des Wintergeschäftes im Automobilhandel hat freilich noch nicht erreicht werden können. Wenn aber die Automobilindustrie dauernd ein Hauptträger der Arbeitsbeschaffung bleiben soll, so muß sie eine möglichst gleichmäßige Beschäftigung ihrer Arbeitskräfte das ganze Jahr hindurch gewährleisten können. Keinesfalls stände es mit den Zielen der Arbeitsschlacht in Einklang, wenn etwa die deutschen Automobilfabriken die zahlreichen Arbeitskräfte, die sie auf Grund der Belebung des Automobilgeschäfts im Frühjahr und Sommer dieses Jahres eingestellt haben, nun im Was den Habsburger» zurückgegeben werden soll. Dien, 5. Okt. (DNB.) Das christlich-soziale 1 ,,,3'mer Volksblatt" veröffentlicht Einzelheiten über > d!!e Rückgabe des Habsburger Vermö- flie ns. Es wird unterschieden zwischen dem F i - diie i o m i ß v e r m ö g e n der Habsburger und dem eigentlichen Kronvermögen. Das ehemalige : Kirowermögen, zu dem die Wiener Hofburg, , fclbs schloß Schönbrunn und auch die Schatz- firmer gehören, verbleibt im Besitze rijbpsösterreichischen Staates. Beim Fidei- kuniBvermögen wird eine Teilung oorgenommen. b'Nerr ögensteile, die einen mehr gemeinnützi- ?(Jrn Charakter tragen, wie die Staatsbiliothek IJinütbie Familienbibliothek des Hauses Habsburg, Wfc'lik dem Staat verbleiben, während die L-st sch ä tz e dem Hause Habsburg zurück- r'i'g«tg*b en werden sollen, allerdings mit der Ein- :cfcprir kung, daß sie der Oeffentlichfeit u n ■ a |H tj m ä I e r t z ur D e r f ü g u n g stehen müssen. Ech-das Naturhistorische Museum soll zurückerstat- tdi v erden. Die Schlösser Laxenburg, Orth und . C Du-sau, zwei Palais, der Habsburg-Lothringische H'M! chatz und der Privatschmuck sollen ebenfalls ziMi gegeben werden. Die Vermögensteile, die den Hckivurgern zurückerstattet werden sollen, stellen .. also iinen unermeßlichen Wert dar. Das erste Steinzeitskelett In Riebersächsischem Boden. Die Ausgrabungen auf der altberühmten K ö - nigspfalz Werla bei Goslar, unter der Leitung des Goslarer Baurats Dr. Becker, führten zur Entdeckung des Skelettes eines Hockermenschen. Dieser Fund wurde von Dr. Schroller untersucht, nach dessen Mitteilungen das hohe Alter des Skeletts schon aus dem Schichtbilde deutlich hervorgeht. Die genaue Zeitbestimmung des Skeletts erfolgt durch eine zwischen rechtem Arm und Brust gefundene beinerne sogenannte Krückennadel. Sie hat einen krückenartigen Kops, dessen beide Enden in kleine Scheibchen ausgehen, eine Form, die nur in dänischen Steingräbern der jüngeren Stein- zeit ober in gleichaltrigen Schweizer Pfahlbauten Dorfommt und in die Zeit um 2000 vor Der Augsburger Raubmörder gefaßt. Die Gendarmerie in Landsberg am Lech hat den flüchtigen Raubmörder Heimer f e ft genommen. Heimer wurde in das Amtsgerichts- gefänanis eingeliefert. Heimer hatte, wie bereits Gemeldet, vor einigen Tagen in Augsburg die Eherau Wild, mit deren Familie er bekannt war, durch Messerstiche getötet. Aus einem Schrank hatte er dann u. a. ihre Ersparnisse in Höhe von 250 Mk. geraubt. Reuschnee in den Bergen. Während am Donnerstag unter Föhneinfluß im Allgäu noch sommerliche Hitze herrschte, ging am Freitag die Temperatur bis auf 5 Grad Wärme zurück. In den Bergen ist bis 1600 Meter herab Schnee gefallen. Englisches Bombenflugzeug ins Meer gestürzt. In der Mündung des Firth of Forth (Schottland) ereignete sich ein schweres Flugzeugunglück. Ein englisches Bombenflugzeug, das auf dem Verdeck des Flugzeugmutterschiffes „Courageous" landen wollte, verfehlte die Richtung, stieß gegen eine Ecke der Kommandobrücke und stürzte ins Meer. Das Flugzeug geriet unter das Schiff und kam nicht mehr an die Oberfläche. Von den beiden Insassen fand der eine, ein Fliegeroffizier, den Tod, während der andere, ein Sergeant, bei dem Zusammenstoß auf das Deck geschleudert wurde und beide Beine brach. Portugiesisches könlgsschloh mit kostbaren Sammlungen durch Feuer zerstört. Das historische Königsschloß Queluz, das man das „Versailles von Portugal" genannt hat, ist von einem G r o ß f e u e r bis auf die Grundmauern zerstört worden. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Man fürchtet, daß die große Sammlung von Edelsteinen, Gemälden und Skulpturen völlig vernichtet wurde. Schweres Kraftwagenunglück in Ostanatolien. — Fünf Tote, vier Schwerverletzte. Ein Kraftwagen raste in Maltia (Ostanatolien) gegen das Geländer reiner Brücke, durchbrach es und stürzte in den Fluß. Don den neun Insassen sanden fünf den Tod; vier trugen schwere Verletzungen davon. Die Ursache für das Unglück ist darin zu suchen, daß der Fahrer die Führung des Wagens dem des Fahrens unkundigen 18jährigen Besitzer des Autos überlassen hatte. Zwei Streckenarbeiter vom Zuge überfahren und getötet. Zwei Mitglieder einer Streckenarbeiterkolonne wurden bei Kohlscheid auf der Strecke Aachen— Neuß von der Lokomotive eines Eilzeuges erfaßt. Sie waren sofort t o t. Die Ursache dieses Unglücks ist noch nicht feftgestellt worden. Wieviel Pelztiere gibt es heute in Deutschland. Als vor etwa zehn Jahren die ersten Berichte über die Pelztierzüchtung in Deutschland, die hier erst 19 21 eingeführt wurde, der Oeffent- lichkeit übergeben wurden, setzte eine allgemeine Kritik ein. Mit dem größten Mißtrauen wurden die ersten Ankündigungen in Fachkreisen ausgenommen; man war der Ansicht, daß es sich nur um eine „vorübergehende Erscheinung" handeln würde. Die folgenden Jahre bewiesen aber das Gegenteil; die Pelztierzucht setzte sich i n immer stärkerem Maße durch. Wurden die Tiere zunächst nur in Gebirgsgegenden gehalten, damit infolge des langen Winters sich die Pelze besonders gut ausbildeten, so drang dieser Wirtschaftszweig auch bald in das Flachland vor. Die Forschungen ließen nämlich erkennen, daß die Güte des Pelzes außer von den ererbten Eigenschaften in erster Linie von der Ernährung der Tiere abhängig ist. Erst in zweiter Linie beeinflussen die Faktoren der Umwelt die Güte dieses Erzeugnisses. Wie stark sich dieser junge Wirtschaftszweig in- zwischen durchgesekt hat, lassen die Veröffentlichungen in „Wirtschaft und Statistik" erkennen, nach denen Anfang Februar d.I. insgesamt 2227 Farmbetriebe mit 34 296 Edelpelztieren gezählt wurden. Allein in den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Farmen um mehr als das Doppelte erhöht, während der Bestand an Edelpelztieren um fast Zweidrittel gestiegen ist. Don den einzelnen Pelztierarten weist nur die Nerzzucht einen Rückgang auf. Die Zahl der wichtigeren Pelztierarten betrug Anfang 1934 in Deutschland: Sumpfbiber (Nutria) 13 371, Silberfüchse 10 564, Nerze 4596, Karakulschafe 2632 und Waschbären 1583 Tiere. Die Bestände der übrigen Edelpelztierarten sind dagegen zahlenmäßig nur gering. Reichsbanknoten im Betrage von 100 000 Mark verborgen. Ein älterer Mann, der sich verdächtig nach dem Derbleib des Wagens erkundigte, wurde verhaftet. Diefer Mann, Ange- ftellter einer Privatbank, gestand, das Geld wäh- rend der Reife verborgen zu haben. Er hatte die Tafeln vorsichtig losgelöst, das Geld darunter gesteckt und die Tafeln alsdann wieder angeschraubt. Jenseits der Grenze hätte er es wieder in seinen Besitz genommen. Opfer leichtsinniger Auloraserei: ein Toter, zwei Schwerverletzte. Ein schweres Derkehrsunglück ereignete sich in Charlottenburg. Eine jugendliche Fahrerin über uhr das Haltesignal und raste mit ihrem Wa- gen in eine die Straße bereits überquerende Men- khengruppe hinein, wobei ein Mann getötet und zwei Frauen schwerverletzt wurden. Die 18jährige Führerin des Personenkraftwagens wurde vorläufig von der Kriminalpolizei festgenommen; ihr wird sofort der Führerschein entzogen, den sie erst am 1. Oktober 1934 erhalten hat. hoffnungsvoller junger Mann macht eine teure Vergnügungsreise. Der 20jährige Lehrling einer Siegener Firma unterschlug dieser 750 RM. und unternahm damit eine Vergnügungsreise nach Köln. Innerhalb 14 Tagen hatte er das Geld restlos durchgebracht. Mittellos kehrte der hoffnungsvolle junge Mann nach Siegen zurück und stellte sich dort der Polizei. Das Gericht verurteilte ihn jetzt wegen Unterschla- gung zu acht Monaten Gefängnis. Vor den Richtern erklärte der Angeklagte, er wisse nicht, wie er zu der Tat gekommen sei. Königswahl bei den polnischen Zigeunern. Bei den polnischen Zigeunern ist zur Zeit ein heftiger Propagandakampf zwischen zwei Parteien im Gange, da die Wahl eines neuen „Königs bevorsteht. Don den 30 000 Zigeunern, bie man auf der Welt zählt, lebt etwa ein Drittel in Polen. Diese polnischen Zigeuner, die sich als eigene Volksgruppe betrachten, stehen in Feindschaft mit den Zigeunern anderer Lander. Wenn jemals andere Zigeuner die polnische Grenze überschreiten, Pflegt ein erbitterter Kampf gegen sie einzusetzen. Dieser wird in der Regel durch Anzeigen bei der Polizei wegen Tausendjahrfeier zu Ehren des persischen Dichters Firdusi in Teheran. In Anwesenheit von über 40 Gelehrten aus der ganzen Welt begannen die Feierlichkeiten der Tausendjahrfeier für den persischen Dichter Firdusi. Die Festversammlung tagte in der neuen Universität. Zum Vorsitzenden wurde der frühere persische Außenminister Esfendieri, au stellvertretenden Vorsitzenden Sarr 6 (Deutschland) und C h r i jt e n fje n (Dänemark) gewählt. Im Sekretariat sind Frankreich und Aegypten vertreten. Ein Empfang fand im alten Gulistan-Palast statt. Winter wieder entlassen und der öffentlichen Fürsorge überantworten würden. Sie haben sich daher bereit erklärt, im Interesse einer gleichmäßigen Beschäftigungskonjunktur und zum Ausgleich der besonderen Förderung, die sie der Initiative des Führers zu verdanken haben, ihre Belegschaften auch den nächsten Winter über nach Möglichkeit weiter au beschäftigen. Dieses Durchhalten von Arbeitskräften, für die keine Beschäftigung vorhanden ist, müßte freilich au einer starken Belastung für die Automobllindu- ftrie und damit auch zu einem Hindernis für die weitere Verbilligung des Kraftwagens werden, wenn es nicht gelänge, auch den Herbst- und Winterabsatz der Kraftwagen erheblich zu bessern, damit ein gewisses Mindestmaß von Beschäftigung der Automobilindustrie auch im Winterhalbjahr gewährleistet ist. Die deutschen Automobilfabriken haben daher jetzt eine Winter-Werbewoche eingerichtet, um die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit, die Automobilanschaffungen gleichmäßiger über das ganze Jahr zu verteilen, in wirksamer Weise aufzuklären. Zweifellos ist der deutsche Kraftwagen heute in bedeutend höherem Maße winterbrauchbar als noch vor wenigen Jahren. Der moderne Wagen schützt den Fahrer in denkbar bester Weise vor Zugluft. Gute Katalytöfen durchwärmen den dicht geschlossenen Wagen. Wer fein Auto auch den Winter durch fährt, ist der Erkältungsgefahr weit weniger ausgesetzt, als wenn er in Regen und Schnee an den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel warten muh. Der Motor springt heute dank den Errungenschaften der modernen Technik auch bei größter Kälte an. Gegen das Einfrieren des Kühlers wie gegen die Trübung der Scheiben kann sich der Fahrer durch geeignete Hilfsmittel mit bestem Erfolg schützen. Der Kraftwagen ist daher heute auch bei Schnee und Eis voll gebrauchsfähig. Wer also im nächsten Frühjahr einen neuen Kraftwagen kaufen will, kann das auch schon im Herbst und Winter tun. Er kann dann mit sorgsamerer Berücksichtigung feiner besonderen Wünsche und mit pünktlicher Lieferung rechnen. Und wenn der nächste Frühling kommt, wird er über einen gut eingefahrenen, verkehrssicheren Wagen verfügen. Dor allem aber hilft er durch einen Autokauf in der sogenannten „toten Saison" der deutschen Automobilindustrie eine gleichmäßigere Beschäftigung s- f o n j u n f t u r verschaffen. Er fördert dadurch die Möglichkeiten einer Verbilligung des Kraftwagens und stellt sich zugleich in den Dienst der Arbeitsbeschaffungsbestrebungen der Reichsregierung. Die Käufermoral sollte es daher jedem, der dazu in der Lage ist, nahelegen, den Kraftwagen, den er im nächsten Jahre anzuschaffen beabsichtigt, schon jetzt zu kaufen. Er wird es angesichts der hohen Winterverwendungsfähigkeit des modernen deutschen Wagens nicht zu bereuen haben. Die Automobilindustrie braucht kein Saisongewerbe mehr zu sein, wenn der Käufer genügend Überlegung und Weitsicht besitzt. Dm, 6. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Das eidge- n-Wthe politische Departement ist von Henry MT($5dpoei5) Mitglied der Abstimmungskommission des ^Saaflebietes befragt worden, ob die Bundesbehör- ^diin Bedenken dagegen hätten, daß Schweizer ABiiiijger als Präsidenten der Stimm« U'b liino s während der Volksabstimmung berufen M mürbm. Diese Funktion würde einige Tage dauern bi’uiii ioüe von Personen ausgeübt werden, die die )v niti(ü Erfahrung und Autorität besitzen. Der ! Stosrat ist einhellig mit dem Vorsteher des poli- 6i til&i Departenments der Meinung, daß nichts Tbc!]; gen einzuwenben fei, baß Schweizer k B' :{»r mit bem in Frage stehenben befristeten Auf- igvtnck ibetraut werben. dfcf, bie vom 13. bis 15. Oktober in Eisenach ti üfibet, steht eine Anzahl Vorträge über grund- ätzioe Fragen ber Musikerziehung im Dritten yrtJl' -h Professor Hermann Abenbroth als Lei» Ä, e« Dir Reichfachschaft Musikerzieher wirb über bie , n>„(3 j iblagen ber Fachschaftsarbeit" sprechen, Dr. . Lf/T-irs Böttcher über bas Thema- „Der Privat- ! r jnniilxljrer heute unb morgen", Professor S ch u - 7, ,b vi über „Typen ber Privatmusikinstitute und '' Äh ii Ausgaben", Professor Dr. O b e r b o r b e ck t ül|tt „.Schulmusikerziehung und Prioatmusikunter- rirff Otto Sommer über „Chorleitertatigkeit des sieien Musikerziehers". Weiter seien hervorge- hcitir bie Themen „Die Frau als Musikerzieherin Ligniez), „Musikerziehung in der Hitler- julgirti" (Wolfgang Stumme), „Musikerziehung en ini lll beitsdienst" (Theoder Kirchner). $ „kreff durch Freude" übernimmt das Münchner Prinzregententhealer. nisz 21 Presseamt der Bezirksverwaltung Bayern , Zt delr^AF. teilt, dem „Völkischen Beobachter" zu- itfi so»! mit, daß es dem Leiter des Amtes „Volks- er: tui® und Heimat" gelungen ist, die Verhandlungen nie Uebernahme bes Prinzregen' ei^t n e a t e r 5 in M ü n ck e n durch bie NSG. ^„&ho|f t bur ch Freube^ zu einem günstigen < MWß zu bringen unb bamit ber Kunststabt .'• VLör.en ein Theater bes Volkes zu geben. Die ' gei.jcn^ künstlerische Leitung liegt in Hänben ber fy CMrndintenbantur ber Bayerischen Staatstheater Viliam Schauspiel „Der Prinz von Horndura ^voAih2inrich von Kleist wirb bas Theater Ende VW« feierlich eröffnet. Grundsätzlich wird der Gitnüttspreis auf 90 Pfennig festgesetzt, für bie ,jwiÄräuftlich Bessergestellten aber eine Staffelung ' be k greife oorgenommen. y ver- 150 800 a. Rh., Rheinblock 54, Klägerin, u. strahe 15, Beklagten, Grude, Bilder, ?r= Lage z. vk. 04344 D Näh. A. Becker, ij Kevlerstr. 9. Spiegel zu ver- Goethestr. 231. werden. 58V Gießener Anzeiger FRANKFURT A. M. 5825V 5B Frankfurt am Main, Zeil 123. 5855V Von der Reise zurück Dr. Mehl 51 mer Wolf Netter* Jacobi-Werke 200 100 80 30 • Bildwirkung • Textwirkung • Dauerwirkung Dies sind 3 wichtige Punkte, die ausschlaggebend sind für den Erfolg einer Anzeige im — Prozehbevollmächtigter: Rechtsanwalt Schäfer in Wetzlar Wetzlar, den 6. Oktober 1934. Bahnhofstr. 28. Telephon 2181. Die Wirkungsmöglichkeit verschiedener Werbemittel vereinigt die Zeitungsanzeige in sich: Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „(& Missionsangebot" bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 11. Oktober 1934, vorm. 10 llhk einzureichen. 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BerBing, Sulöa I -,745D Postf.256. wegen Unterlassung hat das Amtsgericht Abt. III in Wetzlar auf die mündliche Verhandlung vom 30. April 1934 durch den Amtsgerichtsrat Winter für Recht erkannt: 1. Der Beklagte wird verurteilt, für die Zukunft jede kreditschädigende und das Ansehen der Klägerin gefährdende mündliche oder )ct)ritt= > liebe Aeuherung bei Vermeidung einer für jeden Fall der Zuwiderhandlung vom Ge- richt festzusetzenden Geldstrafe oder Haftstrafe zu unterlassen. „ . ._ 2. Der Klägerin wird die Befugms zuge^ sprachen, den entscheidenden Teil btefeS Urteils auf Kosten des Beklagten im Gieße- ner Anzeiger einmal öffentlich bekannt zu 3. D?e^Kosten des Rechtsstreits trägt der Be- 4. Da^s Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Tatbestand und Entscheidungsgründe pp* gez. Winter. Ausgefertigt: L. S. gez. Wünsch, Justizangeitellter als Urkundsbeamter der Geichaftsstelle 3. Vorstehende Ausfertigung wird der Klägerin zum Zwecke der Zwangsvollstreckung erteilt. Wetzlar, den 11. Mai 1934. L S. gez. Neuweger, Justizinsvektor als Urkundsbeamter der Geschäftsitelle 3. Auf die gegen dieses Urteil vom Beklagten eingelegte Berufung hat das Landgericht Limburg, Zivilkammer!, wie folgt entschieden: Verkündet am 13. September 1934. F 896/34 Im Namen des Deutschen Volkes! In Sachen des Reisenden Willi Schmidt, Wetzlar, Cheliusstrahe 15, Beklagten und Berufungsklägers, — Prozehbevollmächtigter: Rechtsanwalt Dr. Daudt in Wetzlar/Lahn gegen die Krankenunterstützungskasse „Nothllfe" Deutscher Landwirte und verwandter Berufe, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, vertreten durch ihren Vorstand, Ludwigshafen/Rhem, Rhemblock 54, Klägerin und Berufungsbeklagte, — Prozehbevollmächtigter: Rechtsanwalt vr.Lang in Wetzlar/Lahn wegen Unterlassung, hat die 1. Zivilkammer des Landgerichts in Limburg/Lahn auf die mündliche Verhandlung vom 6. September 1934 unter Mitwirkung des Land- gerichtsvräsidenten Dr. Clären und der Landgerichtsräte Dr. Kuhlmann und Dr. Grah für Recht des deutschen Waldes in Bildern- eigene Naturaufnahmen aus dem > und Pflanzenleben des heimatl. '*aL auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, digem u.aufschlußreichem Einfunnn* i text von K. Gerhard und G.Wolff- jj Ganzleinenband.............RM- . Umgang mit Mutter Grün. Sü daß Olga allein mit Käthe sprechen wollte. Und sie halten sollte. Und sie müßte sich doch freuen. Und • konnte ja inzwischen draußen in der kleinen, blitz- Käthe auch. Denn die meisten Filmdiven waren zu- blanken Küche immer ihren Kaffee kochen. erst in einer kleineren Rolle beschäftigt worden und „Nimm dich vor Hilpert in acht! Er hat keine hatten dann binnen kurzem große Rollen gespielt.' guten Absichten. Zum mindesten wird er dich einmal Vielleicht kamen sie beide auf diesem Wege zur Höhe einladen, mit ihm zu speisen. Vorher vielleicht Oper hinauf? oder so. Sei vorsichtig, Käthe!" Am andern Tage machten sie sich sehr sorgfältig zurecht. Zwei schöne Mäntel wurden über die Abendkleider gezogen. Für Käthe hatte man weiße Schuhe gekauft, und sie sah ganz entzückend aus. Und sie hatten sogar eine Droschke genommen und fuhren zur Diergartenvilla, wo die Berani wohnte. Die erschrak! Daschatte sie nicht ahnen können. Soviel köstlichen, natürlichen Liebreiz. Aus einer Laune heraus hatte sie die beiden Mädels beglücken wollen. Und nun saß sie fassungslos Käthes wundersamer Schönheit gegenüber. Aber sie nahm sich zusammen. Wozu war sie schließlich eine berühmte Schauspielerin? Käthe aß nicht viel. Sie blickte sich nur immer wieder verstohlen um. Die wundervollen Möbel! Daß es so etwas geben konnte! Und die weichen, wundervollen Teppiche, in denen die Füße versanken. Und die schöne, schlanke, große Frau in ihrem silberglitzernden Gewände! Käthe wagte kaum noch zu atmen, wenn sie die schöne Frau ansah. Und sie hatte keine Ahnung, daß diese bewunderte Frau sie maßlos um ihre Jugend und um ihren köstlichen Liebreiz beneidete. Und da blitzte ein Gedanke im Hirn der Berani auf: Mila Kranz! Neben diesem Mädchen hier, das so taufrisch und traumschön war, mußte man genau feststellen können, wie alt Mila Kranz war! Das mußte vernichtend wirken! (Fortsetzung folgt!) MMMtölil. Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). ängstlich zusammen, sagte: „Nein, auf keinen Fall! Bleib bei mir, Olga!" Und sie blieben mitten unter den anderen Komparsen sitzen. Aber es war wohl allen ersichtlich: a, , , .. ,. . flr. r Käthe Randolf saß wie ein junger Frühling zwischen Am Dienstag hatten fie Mel.-r zu tun• &e , „ störten Hoffnungen, dem Neid und der fuhren Miteinander hinaus. Und wahrend Käthe $ fj$ g/g^itig begeifernden Eifersucht Randolf mit anderen Kolleginnen im Komparsen- - ' ~ö raum wartete, ging Olga zu Herrn Hilpert ins Bureau uno es tarn oann, wie jie oefurajiei yuuen. v-y „Ach ja, Schieber, natürlich. Also hier. Sehen Sie wurden einige Kamparsen entlassen neue eingestellt sich die Geschichte mal an. Viel ist's nicht, was ver- UndGunter den Entlassenen waren beide, Olga und langt wird. Aber immerhin war es doch wohl Haupt- Rathe. . . - . , sächlich wegen dem Geld. Weil ihr kleinen Mädels!,. ..3* gehe zur Beran,! Sie wird helfen Es kostet mal was tauten wollt. Nicht wahr? Bin ich nicht st- nur em Wort. Der erste Direktor ist weiches Sonder-Vorführungen 04780 Statt Karten! 5798D durch den Kassenboten erfolgt ist. 6818D Sonntag, den 7. Oktober durch 4148D Tanz Fahrlehrer Müller bei Wilhelm Dorfeld 53380 Anfang abends 8 Uhr! 683*0 Sonntag, den 7. Okt. d. J., ab 5 Uhr nachm.: Großes Samstag 4, 6, 8.30 Uhr Achenbach- Garagen Sonntag 2, 4, 6, 8.30 Uhr Für die uns anläßlich unsererDer- mählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Otto Rinn und Frau Emmi geb. Geis. Kl.-Linden, Frankfurter Str.150. 04801 Köslin i.P., Füselierstr. 8 / Gießen, Wilhelmstr. 47 6. Oktober 1934 Ihre in Köslin stattgefundene Vermählung geben bekannt Dr. med. vet. Walther Loh und Frau Charlotte, geb. Keller Oktoberfest StimmungskapeUe Daubertshänser! Gießen, frankfurter Straße Nr. 29 bei Albersmann Telephon 2131. imMIr liefert: JobanneöWellcr Zimmerei und Sägewerk Leihgestern b. Gießen. eoeoD Klavierkauf ist Vertrauensadle! Kommen Sie an mein Lager, Sie werden von mir fachmännisch bedient. Reiche Auswahl in netten erstklassigen Marken. 58oeD E. Zollinger, Gießen, Seltersweg 69. :: Tel. 3119. Wochenendhäuser, Schupp., F ahrradstänaer. zerleg- und versetzbar. joirV Mr. Achenbach GmöH.Weidenau Sieg PostfachlöO. Jkfifung! 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Sämtliche Plätze sind an diesem Abend unnumeriert. — Mitglieder des früheren Gewerbe- Vereins erhalten eine Vortrags-Ausweiskarte die zu freiem Besuch der 5 V orträge mit zwei weiteren Personen berechtigt, zu 3 Mk. bei L. Kalkhof Nacht., Horst-Wessel-Wall 5. Die Mitglieder des Goethe-Bundes werden gebeten, ihre neuen Ausweiskarten bei Challier gegen Einzahlung der 1. Beitragsrate von 5 Mk. umgehend einzulösen, falls uies noch nicht MORGEN SONNTAG W *1 Liebigshöhe ■ Ihren Wieseck Führerschein Besuchskarten bei Brühl, fließen Beachten Sie die heutige Anzeigevon Volz Bahnhofstn Deutschlands Weltmachtstellung erregt Neid und Mißgunst KaT* Serajewo 1914 Mobilmachung Der schnelle Aufmarsch unserer Truppen Die Russen fallen In Ostpreußen ein Deutsche Soldaten Überall siegreich I Der eiserne Hindenburg Masuren — Tannenberg Die Deutschen vor Paris! In tragischer Verkennung der Lage wird der--Rückzug befohlen! Marneschlacht Der Wettlauf nach dem Meer Die Kriegsfreiwilligen von Langemarckl Die mörderischen Geschütze, Gaskampf flüssiges Feuer, Flieger, Tanks, Minen Des Volkes Heldengang! Karten 0.60, 0.80, 1.00, 1.20 Mk. Kinder nachmittags halbe Preise ASTORIA Ä 5805 A Z wie er wirklich war! Der CARLISiowbck die, IknM' biß? Musfern?fü"e/J J1fefaarten. Farbe« «=h innen™ refe?",“"1'. «int.* « bemerkenswert Mooskrepp l8e" Weisen: ca.95cm'?,,a,aine Trabgfä£iWÄÄer ein" ca.95cmh?na,ne ° 430 ne“e^ÄÄschön« N°PPen Trave’ L25’ 0185 sämMäk [JNHABER- CARL HEINZ SCHLÜTER GIESSEN SEUERSWEG 81 Besucht den Serbslmartt (Messe) 4 44 /Ätüftnfi von Sonntag, den 7., bis einschl. III 12/lvf»Vll Sonntag, den 14. Oktober 1934 Zum Schau- und Derkaufsmarlt (Messe) auf Oswalds- garten treffen u. a. folgende Geschäfte ein: Wasserrutschbahn, Fahrt ins Blaue, Russische Schaukel, Kinderkarussell, Humoristisches Velodrom, Assendressur- schau, Marionettentheater, Flohzirkus, Schießsporthallen, Warenausspielungen, Eiskonditoreien, Alpenhaus sowie Verkaufsstände und Buden aller Art 5747 c Greilich’s Bier-Restaurant „Zorn Löwen“ Gießen / Neuen weg 28 Samstag und Sonntag, ab 20 Uhr stscD Konzert (Samstag b.4Uhr nachts geöffnet) Oktober-Fest „Thüringer Hof Gießen, Hammstraß® — am Biebertal-Bahnhof Tanz! Stimmungskapelle Samstag, den 6. Oktober, u« 67mD Sonntag, den7. Oktober d.J. Samstag, 6. Oktober 1934 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Nr. 234 Drittes Blatt Der Ltniversitäis-Korstgarten am Schiffenberg. 'S Wß F •0' LM - Manch merkwürdiger Baum steht im Garten. Am Fischteich. Dort, wo das Basaltmassiv des Schiffenbergs in die breite tertiäre Niederung übergeht, die sich bis Gießen erstreckt, liegt der sieben Hektar große akademische For st garten, seit 1825 das waldbauliche Demonstrations- und Versuchsfeld des Forstinstituts unserer Landesuniversität. Bis dahin diente diesem Zwecke der jetzige botanische Garten an der Senckenbergstraße. Der Forstgarten, gliedert sich in drei Abteilungen: nördlich der Wirtschaftsgebäude befindet sich der Park, ein forstliches Arboretum, mit über 200 verschiedenen Bäumen und Sträuchern aus allen Weltteilen, darunter seltene und besonders schöne Exemplare. Es hat die Aufgabe, den Studierenden der Forstwissenschaft die Kenntnis der wichtigsten Bäume und Sträucher des Nadelwaldes und des winterkahlen Laubwaldes zu vermitteln. Gegen Westen schließt sich ein Saat- und Pflanzgarten an, in dem die Aufzucht der jungen Pflan- Für Kinder gibt es einen schönen Spielplatz. M X 'M ■w v • / < zen erfolgt, die zu Versuchen im übrigen, dem größten und wichtigsten Teil des Forstgartens benötigt werden. Die Versuche, die hier angestellt werden, sind außerordentlich vielseitia. Es sind zum Teil Fragen pflanzenphysiologischer Art, die geklärt werden sollen, wie der Einfluß der Pflanzzeit, der Pflanzmethode, des Wurzeloerschnitts auf die Entwicklung venienzen aus der Gegend von Grebenau, Lauterbach, Seligenstadt usw., die daraufhin untersucht werden, wie sie sich gegen Infektion durch Krankheiten aller Art verhalten, wie sie Kälte und Hitze, vernähten Boden vertragen, ob sie rasch oder langsam wachsen, im Kampf mit Gras und Kräutern wi^»rstandsfähig sind. Auch für den Laien besonders interessant sind vergleichende Versuche mit früh- Das Forsthaus, die idyllische Gaststätte. 'M ■.: - junger Waldpflanzen, Untersuchungen mikroklimatischer Art, die den Einfluß von Schirmbäumen oder von seitlich stehenden Beständen auf das Klima des Bodens und der bodennahen Luftschichten messen und in Beziehung zum Wachstum der jungen Waldgeneration, zu ihrer Schädigung durch Frost und Hitze bringen. Versuche über den Einfluß der Größe des Samens auf die Wuchskraft und Widerstandsfähigkeit daraus erwachsener Bäume. Für die forstliche Praxis äußerst wichtig und aktuell sind aber die Versuche, die sich mit den Rassen unserer deutschen Holzarten befassen und die im akademischen Forst- aarten sich einer besonders liebevollen Pflege erfreuen. Da gibt es Versuchsfelder, die mit Höhenkiefern aus dem Schwarzwald bepflanzt sind, einer Kiefernrasse, die in ihrer Heimat prachtvolle gerade Schäfte aufbaut, in dem milden Klima Hessens aber vollständig versagt, außerdem stehen hier Kiefern ostpreußischer, märkischer, hannoverscher Rasse, Pro- und spätaustreibenden Rassen von Fichten und Buchen. Beide Holzarten sind empfindlich gegen Spätfröste, wie sie im April und Mai fast jeden Jahres aufzutreten pflegen. Eine spätaustreibende Rasse ist dadurch, daß sie den Vegetationsbeginn hinausschiebt, gegen Schädigungen durch Spätfröste weitgehend geschützt, während frühaustreibende Rassen erfrieren. In der Nähe des kleinen Pavillons, den unlängst die Fünfziger - Vereinigung 1883 b i s 1 933 sich zur Gedenkstätte ausgewählt und sinnig hergerichtet hat, befindet sich ein Vogelschutz- gehölze als Musterstation für rationellen Vogelschutz im Walde, das der besonderen Aufsicht des Ornithologen des Forstinstituts Dr. Rud. Fischer unterstellt ist. . Alle Versuche werden in regelmäßigen Abständen den Studenten vorgezeigt und mit ihnen besprochen. Manchem mag es dabei ergehen, als ob ihm Schup- pen von den Augen fielen und er plötzlich sehend wepde. Aber das ist ja eine der Aufgaben des Forstgartens, die jungen Forstleute im biologischen Sinne sehend zu machen, sie anzuleiten, den Wald, den sie später pflegen sollen, vom naturwissenschaftlichen Standpunkt aus zu beobachten und auf Grund ihrer so gewonnenen Kenntnisse zu bewirtschaften. Der Besuch der Versuchsfelder steht jedermann nach Anmeldung beim Verwalter des Forstgartens, der stets gerne Auskunft erteilt und Interessenten führt, frei. Aber nicht nur der ernsten Wissenschaft ist der akademische Forstgarten gewidmet. Seit seinem Bestehen ist mit ihm eine kleine Gaststätte verbunden, in der sich gut rasten läßt im Schatten der alten Bäume, auf den unzählige Vögel aller Art ihre Lieder fingen, zum Dank gleichsam für die Hege und Pflege, die ihnen jahraus, jahrein in diesem schönen Fleckchen Heimat zuteil wird. Vielfältiger Baumbestand am Teich. z’- Gießener Erinnerungen an den Oktober 1914. Das ehemalige mobile Landsturm- Inf. ° Batl. Gießen (XVIII/9) begeht am morgigen Sonntag im Cafä Leib zu Gießen eine Wiedersehensfeier. Bei dieser Gelegenheit möchten wir an den Tag des Ausmarsches des Bataillons aus Gießen erinnern, über den wir im „Gießener Anzeiger" vom 5. Oktober 1914 folgendes lesen: Der Landsturm zieht aus. Der Wind treibt graue Wolken am Himmel, fährt durch die bunten Bäume und fegt den Staub um die Straßenecken. Es ist Herbst und der Landsturm zieht aus. In allen Gassen schallt der Tritt der genagelten Stiefel, und einzeln oder in kleinen Gruppen ziehen die Landsturmmänner zum Sammelplatz, mit Rucksack und Tornister, Kochgeschirr und Schanzzeug, Zeltbahn und Mantel, Gewehr und Patronentasche, Fausthandschuhe und Feldflasche — feldmarschmäßig. Hinter manchem schleppt der Sprößling der Quartiergeber das Gewehr; anderen geben diese selbst mit der ganzen Familie das Geleit; viele, viele tun den Gang unter ihren Lieben, begleitet von Frau und Kind, und ins Straßenbild mischt sich allenthalben die hessische Bauerntracht. Auf den Höfen der höheren Schulen, und wo sonst in der Nähe der Ludwigstraße die Häuser einen Platz freigeben, strömt es von allen Seiten zusammen. Der Ernst der Stunde malt sich auf allen Mienen; des Hände- schüttelns, der Abschiedsworte ist kein Ende. Und selbst in den Augen so manches Unbeteiligten quillt es heiß auf, wenn er den Vater mit treuem Blick „och einmal den Aeltesten umfassen, dem Kleinsten die Wange klopfen und dem Mädel den Abschieds- kuh geben sieht, wenn er hört, wie er der Gattin mit erstickter Stimme durch ein Scherzwort über die Stunde hinweghelfen will. Ein Kommando fährt ins Gedränge, und die Kompanien treten an. Richten ... und Rühren ... und Abzählen... und Stillgestanden .. Der Hauptmann spricht. Zu den Zuschauern bringt es wie: Kameraden ... Abschiednehmen ... ins Feld rücken ... werden unsere Pflicht tun ... der Heimat wert erweisen ... erhabenes Vorbild ... Se. Majestät ... Kaiser .. Großherzog ..., und ein stürmendes Hurra aus Hunderten von Männerkehlen braust zum Herbsthimmel auf ... und wieder ein Kommando, und die Kompanie setzt sich in Marsch. Und da — und noch einmal — und wieder schließt sich eine Kompanie nach der anderen an, und die Musik setzt sich an die Spitze, die Degen fliegen aus der Scheide, und mit klingendem Spiel, hellen Auges, die Brust heraus — so marschiert das Bataillon zum Bahnhof. Die Fenster fliegen auf. Tücher winken. Tausende bilden Spalier. Dort bringt ein frisches Mädel einem Hauptmann einen Strauß roter Rosen. Hier drängt sich eine Frau in die marschierenden Reihen, noch ein Wort vom scheidenden Gatten zu erhaschen. Da fliegt ein Scherz aus der Menge unter die Marschierenden und wird mit Lachen und Widerrede zurückgegeben. Keine blanken Gamaschen, funkelnden Helmspitzen, neuen Monturen. Aber unterm ehrwürdigen Tschako ein bärtig, entschlossen Gesicht, in der Faust eine gute Waffe und unter dem blauen verschallten Waffenrock ein zuversichtlich, treues Herz, so ziehen sie dahin. Vorbei am Lazarett geht der Marsch, wo aus wissenden und doch so sehnsüchtig heißen, ungeduldigen Augen die Verwundeten auf den Landsturm schauen. Und sieh! In der letzten Kompanie wird der Ehrgeiz rege, den Jüngeren, die I schon den Feind sahen, zu zeigen, daß auch die Alten noch Kerle sind: durch die Reihen fliegt's Tritt halten .. links — links — links, und taktfest geht's am Tor vorbei. Vorbei und um die Ecke, lieber den Köpfen nicken in den Läufen die bunten Herbstblumen, die die Heimat den Scheidenden mitgab. Ab und an trägt der Wind noch wie einen abgerissenen Fetzen ein paar Takte der Musik, ein paar Töne eine^ Lieds heran ... Ein verspäteter Unteroffizier, den Kriegshund an der Leine, eilt dem Zuge nach ... Die Straßen sind so ernst ... Sind das nicht verweinte Augen? ... Der Landsturm zog aus ... Der Dank des Landsturms. Im „Gießener Anzeiger" vom 7. Oktober 1914 lesen wir folgende Notiz: „Die 1. Kompanie unseres am Sonntag ausgerückten Landsturmbataillons bittet uns, der Bevölkerung der Stadt Gießen auf diesem Wege nochmals für die gewährte Gastfreundschaft und den herzlichen Abschied aufrichtigen Dank zu sagen, desgleichen den freundlichen Spendern von Liebesgaben, sowie der Direktion der Oberrealschule für die Bereitstellung von Räumen für die Kompaniegeschäfte." Große Fahrkartenfälschungen Seit 6 Jahren die Reichsbahn betrogen. Frankfurt a. M., 5. Oft. (LPD.) Der Fahndungsstelle der Reichsbahndirektion Frankfurt ist es in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei gelungen, einen raffinierten Fahrkarten- falscher festz unehmen und zu überführen, der schon seit 1928 mit selbsthergestellten Fahrkarten durch ganz Deutschland reist. Am 2. Oktober beobachtete em SA.-Scharführer in einer Wirtschaft in der Bahnhofsgegend einen Mann, der in auffälliger Weise an verschiedenen Fahrkarten herumzeichnete Als er sich beobachtet fühlte, steckte er die Karten ein und versuchte, sich zu entfernen. Dem Eingreifen des SA.- Mannes ist es zu danken, daß der Täter gestellt und der Bahnpolizei übergeben wurde. Bei feiner Vernehmung stellte sich heraus, daß es sich um einen 42jährigen Mann aus Braunschweig handelt, der seit längerer Zeit bei Verwandten in Frankfurt iU Besuch ist. Bei einer Durchsuchung wurden im ganzen 10 Fahrkarten gefunden, von denen nur zwei echt waren. Vier zweiter Klaffekarten waren völlige Falschherstellungen, vier weitere dritter Klassekarten waren verfälscht. Die Karten an sich waren zwar echt, Zielbahnhof, Kilometerzahl und Preis waren aber geändert. 3m Gepäck des Mannes fand man schließlich einen kleinen Holzkasten mit im ganzen 88 Fahrkarten und außerdem zahlreichen Bahnsteigkarten. Bon den 88 Karten lauteten 25 auf zweiter Klasse, der Rest auf dritte Klasie. Unter dem Eindruck des gefundenen Belastungsmaterials legte der Verhaftete bann ein umfassendes Geständnis ab. Die ersten Fälschungen wurden bereits 1928 begangen. Der Mann löste gewöhnlich bei der Abfahrtsstatwn eine Bahnsteigkarte, um erst einmal auf den Bahnsteig zu kommen In der Tasche trug er unterdessen die gefälschte Karte, die er mit einer eigenen Lochzange gelocht hatte. Um eine Abgabe der Karte an der Zielstation zu vermeiden, pflegte er sich die Karten über sein Ziel hinaus „auszustellen", er konnte dann jedesmal unter dem Vorwand, feine Reise nur zu unterbrechen, durch die Ausgangssperre kommen. Bei den gefundenen Fahrkarten handelt es sich ausschließlich um solche über große Strecken. Die 25 Zweiterksassekarten waren ausnahmslos „eigene Herstellung", die Beschriftung war mit Bleistift vorgezeichnet und mit chinesischer Tusche nachgezogen worden. Sie lautete auf Strecken: Köln- Stettin, Köln—Garmisch, Stuttgart—Kiel, München-Bremen, Braunschweig—Genf, Berlin—Duisburg, Berlin—Aachen usw. Eine besonders gut gelungene Fälschung ist außerdem noch eine Karte Paris—Frankfurt. Die Karten dritter Klasse waren meist nur verfälscht. Zielbahnhof, Kilometerzahl und Fahrpreis waren geändert, außerdem war bei den meisten Karten ein roter Kontrollstrich durchgezogen, durch den mit einem Tropfen roter Tusche der O-Zug- Zuschlag „erspart" wurde. Der Schaden, der der Reichsbahn durch die umfangreichen Fälschungen entstanden ist, läßt sich noch nicht übersehen. Wahrscheinlich wird er sich auch in Zukunft nicht genau feststellen lassen, da der Täter vermutlich einzelne Karten mehrmals benutzt hat. Aus der Provinzialhauptstadt. Pilze. Von Pfarrer l. *5\. Aisch, Äad-Nauheim. Die warmen Regengüsse nach einem glühenden Sommer haben zur Freude aller Pilzfreunde Wald und Feld mit einer Fülle eßbarer Pilze bereichert. Bei der großen Trockenheit hatte mancher die Hoff- nung auf ein gutes Pilzgericht fahren lassen. Run hätte man denken sollen, daß juna und alt hinauszieht, den Segen einzuheimsen. Aber, weit gefehlt! Es scheint, als ob die Pilze die Aschenbrödel sind. Als eine Frau, mit der neuen Heimatflur noch unbekannt, jemanden fragte: „Gibt es hier denn Leine Pilze?", kam die verblüffende Antwort: „Ei, das habe Sie doch nit nötig!" Dabei gibt es doch keinen Deutschen, der es nicht „nötig hätte", alles einzuheimsen, was der Himmel uns an Nahrungsmitteln in Feld und Flur beschert. Im Krieg haben wohl die Leute gelernt, sich mit jedem Hälmchen und Krümchen einzurichten. Jetzt, wo es uns alle Tage gesagt wird, w i e kostbar jedes heimische Lebensmittel ist, und wo uns die reiche Pilzen- und Obsternte so sichtbar als Geschenk aufgebaut ist, ist noch jeder dastehende eßbare Schwamm, jeder an der Straße achtlos verfaulende Apfel ein Vorwurf für arm und reich. „Ein kleines Vieche gibt auch Mist", sagt ein alter Landwirt. Und er hat recht. Denn jedes bißchen Eßbare, das wir aus Feld und Flur retten, hilft unserem Vaterland weiter und ver-' drängt etwas von der schwer erschwinglichen Auslandware. Es kommt wirklich nicht darauf an, ob die Hand, die es aufnimmt, einen eleganten Handschuh trägt, oder harte Arbeitsschwielen hat. Jeder Deutsche „hat's nötig". Es ist einfach unsere Pflicht und Schuldigkeit, alles zu retten, was möglich ist. Wer irgend kann, soll mit Kind und Kegel zur Pilzenjagd gehen. Aber: Macht's richtig! Nehmt nur Pilze, die ihr kennt. Nehmt Bekannte mit, die andere Sorten kennen, und ein Messerchen zum Ab- schneiden. Dann könnt Ihr im nächsten Jahre wieder an derselben Stelle Ernte halten. Laßt alles stehen, was ihr nicht kennt! Denkt an die Sammler nach euch. Sie wissen vielleicht noch für ihren Kochtopf zu verwenden, was ihr habt müssen stehen lassen. Wie enttäuschend ist es, wenn man den Spuren der vorangegangenen folgt, und offenbar als „giftig" zertretene Blutreizker und ausge- riffene Rotkäppchen findet. Und ist es wirklich so schlimm, wenn die reizenden Fliegenpilze im Grünen stehen bleiben? Und freut sich nicht jedes Auge an den entzückenden Schmetterlingen des Waldgrundes, den in allen Farben strahlenden Täublingen? Der stille Spaziergänger nimmt einen ganz anderen Eindruck mit von der erholsamen Ruhe des Waldes, wenn er nicht auf Schritt und Tritt neben den nach wie vor so sehr beliebten Butterbrotpapieren häßlich zerstörte Pilznester findet. Schon ein einzelner im Stadtwald erbeuteter Champignon versetzt beim Nachtessen die Familie in Feststimmung, wenn sein lukullischer Duft das Haus durchzieht, weil er von der Mutter, in zierliche Scheiben geschnitten, in frischer Butter gebraten, über einem halbierten weich gekochten Ei anaerichtet für Vater lecker aufgebaut ist. Welche Freuoe aber erst, wenn die Ernte zum Mittagessen für alle reicht, und es „Schweineschnitzel" aus Steinpilzköpfen zu Kartoffelbrei und Apfelmuß gibt. Die großen, von den Lamellen befreiten Köpfe, werden roh in Ei und geriebenen Brötchen gewälzt, mit Pfeffer und Salz bestreut, und in Fett gebacken. Ist eine Pilzjagd einmal besonders reich gewesen, muß alles noch am gleichen Tage verarbeitet werden, und die Pilzjäger müssen der Hausfrau helfen. Beim Putzen wird gleich sortiert. Champignons werden möglichst immer für sich behandelt, alle anderen Sorten auch gemischt. Alles Jungvolk kommt in Weckgläser, ebenso als zweite Wahl-die festen Stücke und Stiele der großen Pilze. Zerfaserte Ränder und Unansehnliches wird dünn geschnitten und an der Luft getrocknet. Weggeworfen wird beim Putzen nur das Schlechte und die alten Lamellen. Die Haut bleibt bei allen Pilzen, außer Grünlingen und Butterpilzen, darauf. Alle Stiele bleiben ungeschabt, nur wird von Birkenpilzen das Holzige entfernt, ebenso der lederne Stiel der kleinen Gulaschpilze. Die Haut enthält die meisten Duftstoffe. Die getrockneten Pilze werden auf einem groben Durchschlag durchgeschüttelt, das dabei abfallende Pulver leicht mit feinem Pfeffer vermischt, in der Bleichbüchse als schnelle Würzen für Suppen und Soßen aufgehoben. Die getrockneten Stücke bleiben am besten, in einem Beutel. Darin werden sie auch im Laufe des Winters gelegentlich an der Heizung nachoetrocknet und tüchtig durchgeschüttelt. Ein dazu gestecktes Tütchen Pfeffer hilft sie bewahren. Vor Gebrauch werden sie über Nacht in wenig Wasser aufgeweicht, in demselben Wasser weichgekocht, abgetropft und bann fein gehackt. Fein gewiegte Zwiebeln werden mit Fett (fein Schweinefett) und einem Eßlöffel Mehl gelb geschwitzt. Dann werden die Pilze dazugegeben. Ganz vorsichtig fügt man von dem Pilzwasser bei. Es macht leicht bitter. Mit Zitronensaft, saurer Sahne, Pfeffer und Salz abgeschmeckt wird daraus eine herrliche Tunke für Ochsenfleisch, Nudeln ober Kartoffeln, auch als Fastenspeise. Kleinere Mengen frischer Pilze vermehren unb bessern jebes Hackfleisch, Füllungen für Eierkuchen, Weißkraut, Kohlrabi, Tomaten, Kohlwickel, Gullasch, ober geben bie Grunblage für herzhafte Suppen unb bereichern jebes knappe Fleischgericht. Die Pilzarten kennenzulernen ist also sehr loh- nenb. Man lasse sich nicht bie Mühe verbrießen. Sichere Kenntnis einzelner Sorten ist ber sicherste Schutz gegen Giftpilze. Vornotizen. — Tageskalenberfür Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Mann will nach Deutschland". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Weltkrieg". — Artillerieverein, 20.30 Uhr: Monatsversammlung. — Deutsche Stenographen- schaft, „Karlsruhe", Oktoberfest. — Tageskalenber fürSonntag: Stadt- theater, 19 bis gegen 22 Uhr, „Der Zigeunerbaron". — Flieger-Ortsgruppe Gießen bes DLV., 15 Uhr, Flughafen, Großflugtag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Mann will nach Deutschlanb". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Weltkrieg". — Walbeslust am Flughafen, 17 Uhr, Saison-Schlußkonzert. — Landsturm-Bataillon Gießen (XVIII9), Bataillonstag. — Schützenverein Gießen, ab 9 Uhr Königs-Schießen. — ,Liebigshöhe", 20 Uhr, Tanz. — Oswalbsgarten, Beginn ber Herbstmesse. — Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Sonntag, 7. Oktober, erste Vorstellung außer Abonnement zu kleinen Preisen, bie romantische Operette: „Der Zigeunerbaron" von Johann Strauß in ber szenischen Neubearbeitung von Paul W r e b e, Fritz Cuj 6 als musikalischer Leiter unb Hannah Spohr als Gast für bie Choreographie. — Dienstag, 9. Oktober, zweite Vorstellung im Dienstag-Abonnement mit ber Erstaufführung ber Bauernkomödie: „Krach um Jolanthe" von August Hinrichs; Spielleitung Kurt Lüpke. — Mittwoch, 10. Oktober, zweite Borstelluna im Mittwoch-Abonnement, bas Shakespeare-Lustspiel: „Was Ihr wollt" unter ber Spielleitung von Intendant Hanns König; Bühnenmusik: Albert Krämer; musikalische Leitung Konzertmeister Franz Kerzisnik. — Freitag, 12. Oktober, als zweite Vorstellung im Freitag-Abonnement, zum erstenmal Sigmund Graffs Schauspiel: „Die Heimkehr des Mathias Bruck"; Spielleitung Karl Löser. — Die Vortrags-Vereinigung (Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein unb Deutsche Angestelltenschaft) teilt uns mit: Der Goethe-Bund unb Kaufmännische Verein veranstalten, gemeinschaftlich wie seit Jahren, auch in biesem Winter wieberum eine Vortragsreihe von fünf Lichtbilder-Vor- trägen. Dieser Vortrags-Gemeinschaft ist die Deutsche Angestelltenschaft, Ortsgruppe Gießen, ebenfalls beigetreten. Der erste Vortragsabenb finbet am tommenben Mittwoch, 10. Oktober, in ber Neuen Aula statt. Es hält ber Sübarabien-Forfcher Hans Helfritz einen Lichtbilber-Vortrag über seine abenteuerreiche Forschungsreise zu ben Wol- kenkratzer-Stäbten Südarabiens. Helfritz hat in ber Wüste Sübarabiens als erster Weißer gerabezu märchenhaft anmutende Entdeckungen machen und mit feiner Kamera festhalten können: Wolkenkratzerstädte mit zehn- bis sünfzehnstöckigen Hochhäusern mitten in der Wüste. An Hand von einzigartigen Lichtbildern gibt er einen spannenden Bericht über seine abenteuerliche Reise unter Räuberbeduinen, Arabern und reichen Sultanen, über seine Erlebnisse mit Menschen, Tieren und ber Wüstenland- schaft, sowie über seine Entbeckungen kultureller unb historischer Art. (Siehe heutige Anzeige.) Ehrung eines verdienten Weidmannes. Am Abenb bes 3. Oktober, bes Tages, an bem ber „geistige Vater" bes „Hubertus", Herr August K i l b i n g e r in Gießen, seinen 70. Geburtstag beging, war eine stattliche Zahl Gießener Jäger im „Jägerstübchen" des „Hessischen Hofes" versammelt, um bem Jubilar Glück zu wünschen unb Dank zu sagen. Diesem Gebauten verlieh der Vereinsführer August Pascoe in seiner Ansprache Ausdruck. Er führte aus, wie August Kildinger es war, ber in ben Nachkriegsjahren zuerst betonte, daß unbebingt etwas geschehen müsse gegen bie Gefahren, bie bem einheimischen Weibwerk von selten bes SBilberertums und fast noch mehr einer gewissen Sorte von Jägern drohten. Von ihm ging der Gedanke des Zusammenschlusses aus, er warb von Mund zu Mund, sammelte zum ersten Male zahlreiche Jager zu gemeinsamem Jagdschießen auf den Schießständen des Schützenvereins und leitete die Aussprache, die sich anschloß und in ber 62 Gießener Jager sich zu einem Zusammenschluß in einem lokalen Verein bereiterklärten. Dem Ausbau bieses Vereins seit seiner enbgültigcn Grünbung im Februar 1921 bis heute galt feine ganze Arbeit; sein Wachsen, seine Erfolge, sein Ansehen unb seine weithin anerkannte Arbeit waren ber Stoh seines Grünbers. Neben ber allgemeinen Mitarbeit im Vorstand unb Führerrat war es vor allem bas jagbliche Schießen, besten Pflege sich ber treffliche Jagbschütze unb bekannte Schütze großer Preisschießen früherer Jahre angelegen sein ließ. Die jagdlichen Schießstände auf bem Gelänbe bes Schützenoereins Gießen legen bavon Zeugnis ab. Er war es vor allem, ber für ben Gebauten ihrer Anlage immer roieber im Hubertus warb Nicht vergessen sei aber ber treue Jagdfreund, ber muntere, anschauliche Erzähler, besten Anekboten aus früheren Jägerzeiten unb aus Alt-Gießen schon so oft bie Mittwochsrunbe am Jägertisch im „Hessischen Hof" erfreuten. Für alles dieses zu banken, fühle sich, so führte ber Rebner aus, ber „Hubertus" aufs tiefste verpflichtet. Daher hat ber Verein ihn zum „Dank für feine Arbeit für Weibwerk unb Verein" zu feinem Ehrenmitglied ernannt. Nach lieber« reichuna ber Urkunde und einer Festgabe dankte der Gefeierte in Worten herzlichen Dankes für bie große Ueberraschung unb Ehrung unb feierte bas deutsche Weibwerk in seiner Schönheit unb seinem Gebunbensein an bie Natur ber Heimat, ber ewigen Kraftquelle für ben Menschen. An ben einfachen Festakt schloß sich ein froher Jägerabenb an. Wichtige Aenderungen im Winterfahrplan. Der Winterfahrplan 1934/35 bringt u. a. verschiedene Aenderungen, bie für unser engeres Heimat- gebiot sehr wichtig find. Der O-Zug, der bisher um 6 Uhr nach Trier fuhr, fällt fort, ebenso der Ge- genzua von Trier, der bisher um 1.23 llfjr hier eintraf. Der Sonntagszug in die Rabenau (Gre- ßen—Lollar—Londorf), ab Gießen 23.00 Uhr, verkehrt ab morgen nicht mehr. An seiner Stelle wird ber Werktagszug, der um 21.17 Uhr Gießen verlaßt, nunmehr auch an Sonntagen gefahren. Der Zug Mücke — Gießen, ber bisher um 7 Uhr hier eintraf, kommt von morgen ab 25 Minuten später an. Der vielbenützte schnelle Personenzug nach Koblenz (bisher Gießen ab 8.06 Uhr) fährt im Winterfahrplan bereits 3 Minuten früher, also um 8.03 Uhr. OieFliegerbeimGroßflugtagin Gießen Neben bem Weltmeister im Kunstflug Gerharb Fieseler werben bei bem morgigen Großflugtag in Gießen noch eine Anzahl weiterer Flieger mitwirken. Der Segelflieger Fischer (Darmstabt) zählt zu b e r Jungmannschaft, bie burch ganz außerorbentliche Leistungen schon in bie vorberste Front ber beutschen Fliegerei vorgerückt ist. U. a. hat Fischer burch seinen Segelflug von Darmstabt über Luxemburg, Belgien nach Norbfrankreich, ber mit ber Flugstrecke von über 200 Kilometern längere Zeit einen Weltrekorb barstellte, in ber Öffentlichkeit Aufsehen erregt, ferner hat er in ben letzten Tagen burch seinen Zielflug vom Hesselberg nach Nürnberg, ben von bem Frankenführer Julius Streicher ausgesetzten Ehrenpreis (einen Rhön- abler für feine Fliegergruppe) gewonnen. Mit über 2000 lleberlanbfilometern im Segelflug, bavon brei Flüge über je 200 Kilometer, zählt Fischer bereits jetzt zu ber Elite unserer deutschen Segelfliegerei, lieber ben bekannten Flieger unb Fluglehrer Maier, ber früher mit feiner Maschine auf bem Gießener Flughafen stationiert war, braucht man hier wohl nichts mehr öu sagen, _,u sein großes fliegerisches Können zur Genüge betanni ist. Weiter werben bie Besucher bie Flieger Lochner unb Dr. Janke, sowie bie Segelfliegerin Frl. Men - b e l von Gießen sehen können. Frl. M e n b e l wirb auch ben Fallschirmabsprung ausführen. Auch biese Flieger-Jungmannschaft wirb unter Beweis stellen, daß ihre flugsportlichen Leistungen mit guter Be- grünbung bas Interesse ber Öffentlichkeit beanspruchen können. Der Klugtag wird bestimmt durchgeführt! Wie bie Flieger-Ortsgruppe Gießen bes DLV uns mitteilt, wirb ber Großflugtag am morgigen Sonntag im Gießener Flughafen mit aller Bestimmtheit burchgführt. Die Wetteraussichten bessern sich ftänbig, so daß auch mit günstiger Witterung die den Aufenthalt im Freien angenehm macht zu rechnen ist. Niemand lasse sich bie wohl kaum wieberkehrenbe Gelegenheit entgehen, ben Weltmeister Fieseier hier fliegen zu sehen! Der Karten-Dorverkauf ist noch bis heute abenb im Gange, von morgen ab gilt nur ber Kartenverkauf an ben Tageskassen. (Siehe heutige Anzeige!) Gictzener Woc, ^Marktpreise. * Gießen, 6. Oft. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 1,45 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (auslänbische) 9 bis 11, (inländische, Kühlhauseier) 9 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Weißkraut' 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 10 Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römisch^ kohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 30 bis 35 Rosenkohl 30, Feldsalat 80, Tomaten 10, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 25, Rhabarber 6 bis 8, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 35, Kartoffeln 4XA, Pfirsiche 25 bis 40, Preiselbeeren 30, Aepfel 7 bis 15, Birnen 8 bis 15, Zwischen 10 bis 15, Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 80 bis 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurfen 10 bis 25, Einmachgurfen (100 Stück) 1 bis 1,20 Mark, Endivien 5 bis 15 Pf., Oberfohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf., Kartoffeln, der Zentner 4 Marf, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 9, Wirsing (grün) 7 bis 9, Aepfel 8 bis 14 Mark. Gießener Hausfrauenberatung. Für die Mitglieder der Gießener Hausfrauen b.eratung ist es immer eine schöne Abwechslung, wenn ihnen an den wöchentlichen Zusammenkünften aus der Fülle hauswirtschaftlicher Erfahrungen wertvolle Anregungen übermittelt werden und diese sich nicht allein auf das tägliche Wirken der Frau in der Küche beziehen, sondern auch mancherlei andere Kenntnisse übermitteln, die nutzbringend angewandt mancherlei Vorteile dringen und im Rahmen unserer Volkswirtschaft Überaus wertvoll sein können. Wie schon wiederholt hervorgehoben wurde, ist es grade die Frau, die die verschiedenen Wirtschaftsgebiete ganz wesentlich beeinflußt und sehr dazu beiträgt, unser Wirt- schaftsbarometer zu bestimmen. Es wäre daher verfehlt, wollte man diese Zusammenkünfte ohne jeden tieferen Gehall ansprechen. Auch der jüngste Hausfrauenabend stand wieder im Zeichen eines Aufklärungsvortrags. Frau Kin - fei hatte sich mit dem Thema „Gesundheit und Schönheit des Körpers" zur Verfügung gestellt und damit ein sehr aktuelles Gebiet erfaßt. Die Rednerin ging in ihrem Vortrag vom Mythos der alten Deutschen aus, berichtete vom Jungbrunnen der Germanen, der die Fähigkeit besaß, durch sein heilkräftiges Wasser die Menschen wieder gesund, jung und schön zu machen, und wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß ganz in der Nähe Gießens, in der Treiser Gemarkung, ein solcher Jungbrunnen gewesen sein soll. Schon lange vor den alten Germanen wußten bereits die Griechen und Römer, daß zur Gesund- und Jungerhal- tuna des menschlichen Körpers Licht, Luft und Wasser dienen. Ganz im Gegensatz zum Mittelalter, wo es geradezu als sündhaft galt, seinem Körper irgendwelche Pflege und Bedeutung zukommen zu lassen, legt man in unserer Zeit wieder den größten Wert auf Körperpflege. Die Rednerin verstand es nun an Hand ihrer aufschlußreichen Erläuterungen über den menschlichen Organismus und dessen verschiedene Funktionen, Ausgaben und Leistungen einen klaren Umriß darüber zu geben, wie wichtig es ist, burch sorgsame Pflege den Körper widerstandsfähig und gesund zu erhalten. Neben sportlicher Betätigung ist es von besonders großer Wichtigkeit, daß man der Pflege der Haut größte Bedeutung beimißt, weil sie die Blutzirkulation und die damit bedingte Wärmeabgabe des Blutes reguliert, denn eine schlechtdurchblutete und mangelhaft durchfettete Haut setzt dem Eindringen von Bakterien und anderen Kranheitserregern keinen Widerstand entgegen. Oft schwere Erkrankungen des Organismus sind dann die üblichen Folgeerscheinungen. Darum ist es wichtig, daß die Haut stets elastisch und weich bleibe, wenn ihre Funktionstüchtigkeit erhalten bleiben soll. Es ist daher unerläßlich, daß man z. D. nach einem Bad den Fett- und Talgverlust der Haut wieder durch Zuführung entsprechender Nährstoffe ergänzt. Neben der Pflege der Haut ist für die Gesunderhaltung unseres Körpers auch die Wirkung des Sonnenlichtes von besonderer Bedeutung, denn es spendet Licht und Wärme, beides unerläßliche Vor- öedingungen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Hier beschäftigt sich die Rednerin ausführlich mit den heilbringenden ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes und in Verbindung damit mit ber künstlichen Höhensonne, burch deren Bestrahlung bas Wohlbefinden des Organismus gefördert wird, weil hierdurch ber Bestand an Eisen, Phosphor und Kalk im Körper vermehrt wirb. Dadurch tritt bei Kindern, wie bei Erwachsenen nach ber Bestrahlung ein allgemeines Wohlbefinden ein. Nervosität unb Müdigkeit verschwinden, denn Phosphor ist Nervennahrung. Besonders für die überarbeitete Hausfrau, deren Nerven oft sehr unter dem Uebermafj ber Anforderungen leiden müssen, sind die Höhensonnenbäder eine wirkliche Wohltat. Durch sie erholen sich wieder Körper und Geist, und eine größere Leistungsfähigkeit tritt ein. Die Vereinsleiterin dankte ber Rebnerin für ihre interessanten und belehrenden Darlegungen und beschloß den Abend mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer. * ** Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam aemacht, daß sie in der Zeit vom 6. Oktober bis 6. November ihre Tauben einzuhalten haben. ** Einen Gruben-, Schwellen- unb Papierholz-Verkauf zeigt bie Bürgermeisterei Gießen in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil an. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht. ** D e r siebente Junge. Die Ehefrau bes Arbeiters Karl Vogel von hier, Wiesecker Weg 40, wurde gestern abenb von ihrem siebenten Jungen entbunden. Mutter und Sohn sind wohlauf. Reichstreffen des Reichsbundes Volkstum und Heimat. -- Friedberg, 4.Oft. Der vor einem Jahr auf der Tagung in Kassel gegründete Reichsbund Volkstum und Heimat hält in ber von Ministerialrat R i n g s h a u sen geführten Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen sein e r st e s Re i ch s • treffen in der Zeit vom 14. bis 19. Oktober in Friedberg und vom 20. bis 22. Oktober in Mainz ab. Zu diesem Treffen, das in Form der vom Reichsbund schon wiederholt durchgeführten Rüstwochen veranstaltet wird, kommen etwa 350 bis 400 Vertreter aus sämtlichen deutschen Gauen in unsere Landschaft. Die eigentliche Programmgestaltung geht von der Geschäftsführung des Reichsbundes in Berlin aus. Vertreter von dort weilten dieser Tage in unserer Stadt, um mit dem Geschäftsführer der Landschaft Rheinfranken - Nassau - Hessen, Professor Dr. S pil g er (Darmstadt), unb dem mit der örtlichen Leitung beauftragten Fachschaftsleiter ber Fachschaft Laienspiel der Landschaft Rheinfranken- Nassau-Hessen, Oberstudiendirektor Philipps (Friedberg), den Aufbau der großen Tagung im einzelnen zu beraten. Das Ergebnis ist, daß für ausreichende Unterkunft in unserer Stadt Sorge getragen ist, wie auch die nötigen lagungs» und Ausstellungsräume gesichert sind. An bobenftänbigen Veranstaltungen, die bem Programm ber Reichsführung des Reichsbundes den Rahmen geben, sind u. a. verschiedene Ausstellungen, wie „Schule unb Heimat", „Heimisches Schrifttum", „Heimisches Handwerk", „Die schone Heimat", „Heimat unb Naturschutz" vorgesehen. Unsere Stadt wirb sich mit «allen Kräften in ben Dienst ber Tagung stellen. Don heute an erscheint als Winter-Ausgabe der Taswen.Hahrvlan des Gießens« Ameisees mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen OberheffenS, der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen Kraftwagen- und Straßenbahnverkehr als kostenlose Gonveegabe für die seitherigen Bezieher und für Reubesteller in den nächsten Monaten. Oer Taschen-Kahrplan umfaßt 40Textseiten in übersichtlicherAnordnung derHaupt- und Rebenbahnlinien nebst allen Anschlußstrecken. am Bahnhof zu treffen haben. SJl.'•' HHMW / z - / r '<-' •’ V / O V v ■ ' WßMW W WWW - l " XAv./ *. -VV -• WK-/VW Z , «(<1(16 tJ/ ! ^-Vv ,4v/ ■ I ■uiU TM r' ' ' / ; MULTr ' < ' I ■ 1 l l\ w/m/X\u A; ~l—’; ■ ’V W- ) _ - - - , SV v,rte --- -. WM N Zuschauerraum verdunkelt.... der Vorhang rauscht auf, und die Bühne erstrahlt im ScheinwerferliO. — Darm beobachtet der Autor kn seiner Loge mit klopfendem Herzen das Spiel auf der Bühne und die Aufnahme km Publikum. Wud seine Fdee verstanden? Finden seine Worte den begeisterten Widerhall, den er sehnlich erwartet? Viel wird erzählt von der geheimnisvollen Spannung bei Theater-Erstaufführungen- jeder form hie bebende Erwartung des Dichters nachempfinden — aber wissen Sie, daß eine ebenso dramatische Szene vor sich geht, wenn Sie gleich dem Publikum im Zuschauerraum des Theaters mit kritischen Blicken den Anzeigenteil Fhrer Zeitung mustern? Da ist nämlich in den Fabriken und in den Büros wochenlang oder monatelang gearbeitet und ausgeprobt worden, wie man die Waren, die Artikel noch verbessern- noch preisgünstiger gestalten kann. Fetzt sind sie heraus, jetzt wird ihre Beschaffenheit durch Anzeigen ins Helle Licht der Öffentlichkeit gerückt. Hunderttausende sagen jetzt nein oder ja, und sie enticheiden damit nicht nur über Gewinn und Verlust, sondern auch über das Wohl und Wehe von vielen Angestellten und Arbeitern. Denken Sie daran, wenn Sie beim Anzeigenlesen Ihr Urteil über diese oder jene Ware fallen. Vergleichen Sie gründlich, damit Fhr Urteil gerecht ist — zu Zhrem Vorteil, zu unser aller Vorteil! Denn jeder Käufer Hilst nicht nur sich, nicht nur vem Einzelhändler und dem Hersteller der Ware, er Hilst unserer gesamten deuffchen Volkswirtschaft^ deren Aufblühen unsere Zukunst bedeutet! Anzeigen sind die besten Helfer, sie sind marschierende Bataillone in jedem Wechefeldzug: Dem Werbungireibenden helfen Zeitungs-Anzeigen richtig verkaufen! I Nr. 234 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheflen) Zamstag, 6. Oktober 1934 ■■ I JSl»» W:-> . ,x J'J: *• «MB 3 r>-- "W O 15 Lahre Technische Nothilfe mit tätig. Es wurden von ihnen insgesamt über : ^apreno oer Winiermonaie rouroen uie i n 0 0 6 t u n b e n 21 r h o i t f ii r h n X TO i n t e r - für bie 'Ißintcrhilfe linqcleljt. Später entstanden bei J j r f 8 m e r f neteitM Lrn 9fhVr,^6 her 9fr. ssräsre t® ««sä mehr durchgesetzt hatte, wurde auch auf diesem Se- e,n Dankschre b n zu, in dem es u. a. hecht, . ■ i Th.P nfntfp JilirrhfiihrHnn hoa nrnfepr» snspr» ,Die glatte Durchführung des großen Wer- war der Aufschwung durch die nationalsozialistische Revolution außerordentlich fruchtbar, und die Anerkennung für den selbstlosen Dienst der Nothelfer zum Besten der Allgemeinheit macht sich erfreulicherweise in immer weiteren Bevökerungsschichten bemerkbar. Im vorigen Winter waren viele Nothelfer der Gießener Ortsgruppe im Winterhilfswerk biete geschult. Die Gießener Ortsgruppe der Technischen Nothilfe kes ist nicht zuletzt dem Einsatz Ihrer Organ:- sation zuzuschreieben. Wo immer Not am Mann war, konnten wir uns mit Zuversicht an Sie wenden. Ihnen dieses zu bestätigen, gereicht uns zur besonderen Freude." Mit Genugtuung kann die Technische Nothilfe der Ortsgruppe Gießen auf ihr früheres Wirken zurück- blicken. Mit Zuversicht kann sie weiterhin am Aufbau des neuen Deutschland mitarbeiten, weil sie gewiß sein kann, daß ihr selbstloses Wirken im Dienste der Allgemeinheit die wohlverdiente Anerkennung findet. I Wegen Mangels an Geldmitteln mußte die Arbeit der Ortsgruppe allmählich stark eingeschränkt werden. Erfreulicherweise war aber auch die Gefahr von Streikunternehmungen einigermaßen gebannt. , Während der Wintermonate wurden die Nothelfer wurde im Laufe der Jahre immer mehr ausgebaut. Führer ist bis heute noch Gewerbelehrer Schu- chardt, fein Stellvertreter Ingenieur Schuchmann. Führer der einzelnen Abteilungen find die Ingenieure Lehrmund, Neumann, Schuchmann und U i h l e i n. Die Ortsgruppe widmet sich ihren Aufgaben im Dienste der Allgemeinheit mit regstem Eifer. Bon ihren Arbeiten konnte sie im Verlaufe des vorigen Jahres und auch in diesem Jahre bei mancherlei Gelegenheiten eindrucksvolle Proben in der Öffentlichkeit zeigen. Für die Arbeit der TN. Beachtenswertes am Großflugtag gelände. Kraftwagen der übermittelt. Der Provinzialdirektor Fieselers Flugkunst im Jächer-Turn. ter polizeilichem Schutz die Notstandsarbeit in den lebenswichtigen Gruben und dem Kraftwerk Wölfersheim mit einem vorläufigen Einsatz von 130 Nothelfern ausgenommen." Die Zahl der eingesetzten Nothelfer mußte im Verlaufe der Aktion erhöht werden und belief sich schließlich auf 360 Mann. Nach Beendigung des Einsatzes wurden her Technischen Nothilfe unaufge- 50 Dörfer in stärkster Weise gefährdet war, mußte erneut die Technische Nothilfe eingesetzt werden. Damals wurden von der Gießener Ortsgruppe 19 Nothelfer alarmiert. Einer dieser Nothelser, der gerade beim Hochzeitsfest seiner Tochter am Pfingsttage mit der Festgesellschaft beim Hochzeits- schmaus saß, verließ trotz der schönen Familienfeier den Kreis der Hochzeit, zog seinen blauen Nothelfe^ anzug an, nahm sein Kochgeschirr und begab sich zur Sammelstelle, um von dort aus den Nothelser- dienst anzutreten. Dieser vorbildliche Nothelfer — dessen Namen damals nicht genannt werden durfte — ist der heute noch in Gießen lebende TN.-Kamerad Werkmeister Schnabel, dem der Betrieb der Beim Fächer-Turn — links oder rechts, aus Normaloder aus Rückenlage ausgeführt — steigt das Flugzeug zuerst senkrecht in die Höhe. Hierbei verliert es immer mehr Geschwindigkeit. Wenn das Flugzeug stillsteht, wird es plötzlich in der Ebene seiner Tragflächen, also um Hochachse fächerartig gedreht, bis die Rumpfspitze senkrecht nach unten steht. Hierauf kehrt das Flugzeug in senk- nischen Nothilfe erforderlich, bei dem 8 2 Nothel - fer aus Gießen in Tätigkeit traten. Wie sehr dieser Hilfsdienst für die Allgemeinheit von berufener Seite gewertet wurde, zeigt das nachstehende Dankschreiben des Landrats vonWetzlar an den Gießener Ortsgruppenleiter der Technischen Wölfersheim bei Friedberg ist feit Freitag die gesamte Licht- und Kraftversorgung Oberhessens in Frage gestellt. Die Arbeiterschaft erklärte sich auch nicht bereit, die für lebenswichtige Unter» nehmungen unbedingt erforderliche elektrische Energie zu erzeugen, d. h. Notstandsarbeiten zu leisten. Die hessische Regierung hat deshalb im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Wohlfahrt dem/Einsatz der Technischen Nothilfe stattgegeben, nachdem es ihr trotz weitgehendem Entgegenkommen nicht gelungen war, die Arbeiterschaft zur Beendigung des Ausstandes zu veranlassen. Die Technische Nothilfe, Landesunterbezirk Main-Hessen, hat Sonntagfrüh un- Ueber die einzigartigen Fliegerleistungen des Weltmeisters im Kunstflug Gerhard Fieseler berichtet die „Westfälische Landeszeitung — Rote Erde" im Anschluß an den Westfälischen Volksflugtag in D o r t m u n d am 23. September 1934 in ihrer Ausgabe vom Montag, 24. September 1934, folgendes: „Den Höhepunkt erreichte der Flugtag mit Gerhard Riefelet, dem Weltmeister im Kunstflug. Auf feinem „T i g e r" führte er die unglaublichsten Flüge aus und übertraf damit alles bis dahin Gebotene. Jede seiner Leistung schien nicht mehr übertroffen zu werden. Jeder Kunstflug hielt die Zuschauer in atemloser Spannung. Seine Loopings setzen eine außerordentliche Selbstbeherrschung und ein Vertrautsein mit der Maschine voraus, besonders der Looping nach unten, der von ihm als E r ft e r geflogen wurde und auch heute Titel sammelte. In ganz langsamen Flug führte er in einem Kreisflug eine Rolle aus, d. h. er drehte dabei die Maschine einmal um 180 Grad. Mit diesen unglaublichen Flügen hat Weltmeister F i es e l e r uns Westfalen gezeigt und bewiesen, daß er seinen Titel mit Recht führt, denn es ist wohl kaum möglich, daß seine Leistungen, die ebenso großen Mut und Tollkühnheit, wie unbedingte Sicherheit der Maschine verlangen, vorläufig Überboten werden. Und wir Westfalen find stolz Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger besucht die Technische Nothilfe im Gießener Flughafen am 2. Juli 1933. abgefangen. ' ?'......... Fjefeler, der Bezwinger der Lüste. darauf, den Weltmeister Fieseler gesehen und bewundert zu haben." Absperrung. Wie durch Polizeiverordnung angeordnet, sind der Flugplatz und das umliegende Gelände in weitem Ausmaße abgesperrt. Den Anordnungen des Absperrungspersonals (weihe Armbinden) das durch Polizei und SA. gestellt wird, ist u n b e - dingt Folge zu leisten. Wer ohne Einlaß- karte das Absperrungsgelände betritt bzw. den polizeilichen Anordnungen nicht Folge leistet, setzt sich der Gefahr der Bestrafung aus. Wer die Absper» rungslinien durchbricht, setzt sich einmal der Gefahr der Bestrafung, sowie eigener Lebensgefahr aus. Die Plätze für Zuschauer befinden sich am Fluahafencafs, am Rande des ' Waldes nördlich vom Flughafengelände, ferner an der Waldeslust und dem davorliegenden Wiesen- Nothilfe: v _ . . „Arn 10. Januar 1921 begann der Streik in der Metallindustrie des Kreises Wetzlar. Während der langen Dauer des Streiks verschärfte sich verschiedentlich die Lage derart, daß ein Einsetzen der Technischen Nothilfe in Erwägung gezogen wurde, jedoch hielt deren Bereitsein die Arbeiter vor dem Letzten zurück. Am 25. März 1921 beschlossen die Streikenden da der Ausstand für sie verloren war, als'letztes Mittel die Niederlegung der Notstandsarbeiten in der Elektrizitats-Ueberland- zentrale des Kreises Wetzlar Darauf wurde der Einsatz der Teno verfugt, der nach den gesoffenen Vereinbarungen erfolgte. Die Arbeitsfreudigkeit der eingesetzten Nothelfer ist mir >mrch das bestreikte Werk bekannt geworden. Ich möchte hierdurch diesen und besonders Ihnen als dem Einsatzleiter meine volle Anerkennung für ihre Leistungen aussprechen Der Einsatz der Gießener Technischen Nothilfe m Wetzlar dauerte vom 25. bis 28. Marz 1921. Im Oktober 1921 wurde der Landesunterbezirk Westerwald-Oberhessen ausgelöst. Die Ortsgruppe Gießen wurde dem neugegründeten bandesunter- bezirk Main-Hessen mit dem Sitz in Frankfurt a. JJL unterstellt. Der seitherige Gießener Ortsgruppenleiter Sachs siedelte nach Frankfurt a. M. über, die Führung der Gießener Ortsgruppe übernahm Ingenieur Thiel von der Maschinenbauschule Gießen. Der Nothelferbestand bezifferte sich am 26. Oktober 1921 bei der Gießener Ortsgruppe aus 9 23 Nothelfer und über 200 Nothelferin - neu. Zu jener Zeit hatte auch der Rektor der Lan- desuniversität Gießen einen Aufruf an die Studentenschaft gerichtet mit der Aufforderung zum Eintritt der Studenten in die Technische Nothilfe, um in deren Rahmen der Allgemeinheit zu dienen. Im Dezember 1921 brach ein Streik in Wöl- f p r e h e i m aus, über den unter der Ueberschrift „Oberhessen ohne Licht" folgender Bericht üorhegt.^ ben plötzlichen Ausstand der oberhessischen Bergleute und Arbeiter des Kraftwerks uueil. aan/en Deutschen Reich aus. Die Ortsgruppe Gießen noch nur von wenigen Fliegern ausgefuhrt wird. Im Marz 1921 machte ein Streik In Wetz- hielt 16 Nothelfer, und zwar vier Lokomotivführer Beim Abtrudeln, das einem Absturz ähnelte, bringt la r den Einsatz der Gießener Ortsgruppe der Tech- und zwölf Lokomotivheizer, vom 2. bis 7. Februar er die »Hp h hi a . ■ r .1.___ ka; n nrfnrhnritfh hoi Xom r 9 *1) « Ki o i < < ■ l ors.:. sm« vhitm mn rhp PIN malllua Eben io begeisterte der JJt e 11 e r f l u g. dürfen nicht in den Flughafen hineinfahren (ausgenommen die Wagen der Flugleitung). Als Pa r k • platz find vorgesehen die beiden Waldschneisen gegenüber dem Stolzen Morgen, sowie die Rödgener Straße nach dem Transformatorenhaus am Stolzen Morgen. Auf den Parkplätzen ist für reibungslose Abwicklung des Verkehrs, sowie für Bewachung durch Motor-SA. Sorge getragen. Das Mitbringen von Hunden auf das Flugplatzgelände ist untersagt. veförderungsmöglichkeit. Durch Verhandlungen mit der Stadtverwaltung und der Reichspoft ist erreicht worden, daß am Großflugtag eine bequeme und billige Fahrgelegenheit zum Flughafen ge- schaffen wird. Die Straßenbahn gibt einen Ge- meinschaftsfahrschein aus, für den der Fahrgast zum Betrage von 30 Pfennig vom Bahnhof bis zum Flughafen fahren kann. Am Schützenhaus werden Omnibusse der Reichspost bereitstehen, in die unter Weiterbenutzung des Fahrscheins umgestiegen werden kann. Der Gemeinschaftsfahrschein gilt außerdem für alle Strecken und Haltestellen der Straßenbahn Gießen, so z. B. auch von der Marburger Straße mit Umsteigemöglichkeit am Markt- platz und von hier nach dem Flughafen. Während also z. B. für eine Fahrt vom Bahnhof zum Schüt» zenhaus der Fahrpreis zur Zeit 20 Pfennig be» trägt, kann man am Sonntag für 30 Pfennig direkt bis zum Flughafen gefahren werden. Für die Rück- fahrt gelten die gleichen Bestimmungen. Der Kartenvorverkauf schließt Samstag um 19 Uhr. Nach diesem Termin sind Karten nur zum Preise von 50 Pfennig für Erwachsene und 30 Pfennig für Jugendliche zu haben. Mitglieder der Flieger-Ortsgruppe Gießen haben gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises freien Zutritt. Die Veranstaltung ist als Volksveranstaltung gedacht. Ls werden nur einheitliche Karten aus- gegeben, die für alle Plätze Geltung haben: insbesondere wird ein besonderer Zuschlag für den Aufenthalt im und unmittelbar um das Flughafengebäude. auf der Terrasse usw. nicht erhoben. Auf dem Flugplatz wird ein Zelt aufgeschlagen, so daß das Publikum auch bei Regen den nötigen Schutz finden Fann. Während der Veranstaltung Konzert, ausge» führt von dem Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann. städtischen Kläranlagen untersteht. Im August 1922 traten polnische Landarbeiter auf dem Gute Hof-Gill (Kreis Gießen) in den Streik, die Gießener Nothelfer brauchten aber nicht einzugreifen, da schon vor ihrem Einsatz der ©treit durch Schiedsspruch beigelegt war. Im Herbst 1922 wurden von der TN. Gießen viele Nothelfer zur Bergung der Ernte zur Verfügung gestellt. Ein zweiter Streik in Wölfersheim brach im Oktober 1923 aus. Bei dieser ®elegem)eit stellte die Ortsgruppe Gießen der Technischen Nothilfe einen Teil der 200 eingesetzten Nothelfer zur Fortführung des lebenswichtigen Betriebes. Bei diesem erneuten Einsatz war ouch der deu- tige Ortsgruppenleiter der NSDAP«Gietzen-Nord Hermann Thomas zum zweiten Male in Wolfersheim und zum drittenmal überhaupt als Nothelfer tätig, um wiederum der Allgemeinheit zu dienen. Von nun ab erstreckte sich die Tätigkeit der Gießener Ortsgruppe hauptsächlich auf die Ausbildung ihrer N o t h e l f e r , u. a. im Eisenbahndienst, bei der Bergung der Ernte und m Wiederholungskursen. Einige Zeit spater wurde in Gießen ein Bereitschaftstrupp unter Führung des Bauingenieurs Rust aufgestellt, der namentlich für die Arbeit im Katastrophendienst, bei der Bekämpfung von Waldbränden usw. ausgebildet wurde. In diesen Tagen jährt sich zum 15. Male der Tag, on dem die Technische Nothilfe, von Otto Lummitzsch in Berlin 'gegründet und auf das ganze Reich ausgedehnt, durch Beschluß der Regierung dem Reichsminister des Innern unterstellt wurde. Mit der Schaffung dieser Organisation wurde ein wirksames Mittel zur Wahrung der lebenswichtigen Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem rücksichts- und hemmungslos auftretenden Marxismus und Kommunismus gebildet, das in vielen Fällen in allen Gegenden des Reiches nur zum Wohle der Gesamtheit angewandt wurde und sich dabei in vorbildlicher und anerkennenswerter Weife bewährte. Die großen Verdienste der Technischen Nothilfe um die Allgemeinheit fanden ihre höchste und weithin sichtbarste Anerkennung dadurch, daß die Organisation nach dem nationalen Aufbruch unseres Volkes durch die nationalsozialistische Revolution als einer der wirksamsten Mitträger beim Aufbau des neuen Deutschland anerkannt wurde. Die Technische Nothilfe bestand Ende 1919 zu- ---------- , . . . nächst aus der Zentralstelle in Berlin und aus 18 fordert zahlreiche Anerkennungsschreiben hoher be- Landesbezirken. Der Landesbezirk Darmstadt hatte, hördlicher Dienststellen, wirtschaftlicher Verbände, in- anfangs nur die Ortsgruppen Frankfurt a. M. und I burftrieller und landwirtschaftlicher Unternehmungen Kassel. Anfang 1920 wurde der Landesbezirk Hessen-!-"l.—mrAnintinfhirpftnr h p r Thüringen geschaffen, der seinen Sitz in Gießen erhielt. Zu gleicher Zeit wurde die Ortsgruppe Gießen ins Leben gerufen. Im gleichen Jahre wurde der Sitz des Landesbezirks nach Kassel verlegt, wobei Landesunterbezirke geschaffen wurden Bei dieser Neugestaltung wurde Gießen Sitz des Landesunterbezirks Westerwald - Oberhessen. Führer wurde zunächst Ingenieur Schnell, dem vom 3. August 1920 ab der Marine-Oberstigenieur a. D. Sachs in der Führung folgte. Dem damaligen Landesunterbezirk waren die Ortsgruppen Gießen^ Alsfeld, Büdingen, Nidda, Schotten, Wetzlar, Dillenburg, Weilburg und Limburg unterstellt. Nach dem Stande vom 3. Oktober 1920 gehörten der Ortsgruppe Gießen der Technischen Nothilfe 285 Nothelfer und 83 Nothelferinnen an. Die Technische Nothilfe erfreute sich damals schon in breiten Schichten der Gießener Bevölkerung starker Sympathie. Der „Gießener Anzeiger" stellte der auf den Dienst für das Gemeinwohl ausgerichteten Organisation seine Unterstützung gerne zur Verfügung, die u. a. in einem Bericht der Gießener TN. an die vorgesetzte Dienststelle von Anfang September 1920 warme Anerkennung fand. Die'Tätigkeit der hiesigen Ortsgruppe erstreckte sich bis dahin auf die Werbung von Mitgliedern und ~ t t u_./____... _. „ .. ... allgemeine Vorbereitungen, die der Schlagfertigkeit tiefer Zeit brach der E i s e n b a h n e r st r e i k im der Ortsgruppe beim Einsatzerfordernis galten. . ~ ■'' " •- ------------ I-m Marz 1921 machte ein Streik i i *w' SffltX mürb, ein matftug. Ebcnfo begeifterte der Mes,erflug. Lokomotivführer (Erich Stockmeyer) abgegeben, Hier führte er die Maschine in ^"krechter Lage, jj; ein anderer (G. Schuchmann) versah zwecks Er-i die Tragflachen feines Doppeldeckers stehen nicht lanauna der Streckenkenntnis den Heizerdienst. narh rechts und links, sondern nach oben und unten. Bei einem erneuten Streik in Wetzlar bei An7chliebend zeigte der Weltmeister die Glanznum- den Buderuswerken durch den die Elektrizitätsver- mer, mit der er auf dem W e 11 m e i st e r s ch a f t s - Inrgung und die »eN.s-rung mit Walser siir -tm° k a m p s , n P a r . S d.e me,s en Pun tefürJemen Provinz Oberhessen schrieb damals fol- rej)ter Sturzlage auf fast der gendes: . ' gleichen Flugbahn zurück, auf „Durch den in den Braunkohlengruben de- ^rher nach oben ge- Kraitwerks Wölfersheim plötzlich ausgebroche- stiegen war Aus dieser nen Streik der Bergarbeiter wurden sowohl die Sturzfluglage wird das Flug- Provinzialverwaltung Oberhessen, wie auch die, bann allmählich wieder ganze auf Licht- und Kraftversorgung aus dem Werke Wölfersheim angewiesene Bevölkerung auf das schwerste getroffen. Große Werte Fanden auf dem Spiel und insbesondere schienen einige Bergbaubetriebe bereits dem Untergang durch Ersaufen verfallen. Die Technische Not- Hilfe hat es fertig gebracht, in überraschend kurzer Zeit die wichtigsten Notstandsarbeiten durchzuführen und allmählich wieder überallhin Licht und Kraft zu bringen. Sie hat damit der Allgemeinheit einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Es drängt uns deshalb? allen Nothelfern für ihre schnelle und wirkungsvolle Arbeit, sowie insbesondere auch der Leitung für ihr ziel- bewußtes und unermüdliches Handeln hiermit wärmsten Dank auszusprechen." Anfang Februar 1922 übernahm der damals schon bewährte TN.-Führer, Gewerbelehrer Schuch a r d t, nach dem Wegzug des bisherigen Führers Thiel die Führung der Gießener Ortsgruppe. In TI-, x- Nothilfe G'mwt „Technische Einsatz, Wetzlar Kür -en Bücheriisch «gebührend berücksichtigt sind. Dieses Werk wird auch unentbehrlich für die deutsche Schule und den deutschen Erzieher werden. r r — Berthold, Luise: Hessen-Nassau- isches Volkswörterbuch. Band 2, Lieferung 7. Marburg, Elwert, 1934 2,50 RM .— Diese neue, dem Sprachvergleicher Wilhelm Schulze gewidmete Lieferung des großen Werks umfaßt die Artikel „Muhkäfer" bis „Nefthuttch . Wieder ist eine Fülle von wertvollem und anziehendem Stoff Durchgearbeitet; ich nenne nur die Zusammensetzungen mit „Mund", „Mutter" und „Nacht", sowie die zahlreichen Bildungen mit der Vorsilbe „nach". Karten werden gegeben für „Nachlauf spielen (Kriegen, Greifen, Fangens, Nachlaufches ufw.), die „letzte Tagesmahlzeit" (Abend-brot, -suppe, -essen — Biologischer Wille. Wege und Ziele biologischer Arbeit im neuen Reich. Von Professor Dr. Ernst Lehmann, Tübingen. I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. — (305) — Das Bändchen gibt einen kurzen Ueberblick über die Geschichte der modernen Entwicklungslehre. Wir erfahren, wie sich aus den biologischen Forschungen der letzten Jahrzehnte der Rassengedanke herausentwickelte, wie er in Deutschland an Boden gewann und was heute auf dem rassenhygienischen und anderen biologisch bedingten Gebieten gearbeitet wird. Der Verfasser macht Vorschläge zu einer sinnvollen Gestaltung des Unterrichts: nicht leere, verstandesmäßige, sondern lebensnahe, biologisch begründete Schulung, die den Schüler zum brauchbaren Glied des ganzen Volkes heranbildet. Für die Hochschulbildung stellt der Verfasser ebenfalls eine Reihe von Forderungen. Biologische Seminare und biologische Diplomprüfungen sind für eine Reihe von Berufen wichtiger als die rein medizinische Vorbildung, für die verschiedenen anderen Fakultäten bilden sie notwendige Ergänzungen. — Das kleine Buch der Vögel und Nester. 32 vielfarbige Bildtafeln mit einem Nachwort von Heinz Graupner. Insel-Verlag zu Leipzig. Insel-Bücherei Nr. 100. In farbigem Pappband 80 Pf. — (302) — In der Reihe der vielfarbigen Inselbücher gesellt sich zum Blumenbuch und zum Schmetterlingsbuch jetzt ein neues Bändchen, das Biologische Schriften. Das Deutschtum im Ausland. — Das Deutschtum im Ausland. Dargestellt von Dr. Franz Thierfelder. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7226. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf. — (535) — Dieses Werk gibt eine Bestandsaufnahme des gesamten Deutschtums in der Welt. Das Auslandsdeutschtum wird vom nationalsozialistischen Staat in seiner ungeheuren Bedeutung erkannt. Der volksdeutsche Gedanke umspannt heute alle Glieder des deutschen Muttervolkes. Dr. Thierfelder ist als Leiter der Deutschen Akademie in München dazu berufen, die Gedankengänge herauszustellen, und widmet ihnen eine größere Einleitung, der er — auf Grund des neuesten authentischen Materials — einen Ueberblick über das Grenzlanddeutschtum in der ganzen Welt folgen läßt. Diese fesselnden Einzeldarstellungen berücksichtigen die historische Entwicklung, die wirtschaftliche und die kulturelle Lage unserer Volksgenossen. Jeder mit seinem Volkstum verwachsene Deutsche wird diese Schrift mit größter Anteilnahme und hohem inneren Gewinn lesen. — Tausend Jahre deutscher Kampf im Osten. Von Dr. Hans S ch o e n e i ch. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7224. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf. — (538) — Das Werk schildert in großem historischen Rahmen den gewaltigen Volkstumskampf im Osten. Unwiderleglich beweist es das Recht des deutschen Volkes auf den Boden, den es schon in Urzeiten besessen und dann in jahrhundertelanger kolonisatorischer Aufbauarbeit der abendländischen Kultur erschlossen hat. Das riesige Zur Geschichte und Kultur Westfalens. und Nachtessen; Nachtsuppe), für „nachtwandeln" (nachtswandeln, wandern, mondsüchtig sein, mit den Holden fahren). Nach dem Sprachatlas des Deutschen Reiches ist außerdem die Grenze zwischen „gestern" und „nächt" (für gestern abend), die mitten durch Oberhessen von Süden nach Norden zieht, auf einem kleineren Bild wiedergegeben. Wieder ist außer der reichen sprachlichen Belehrung und Anregung auch eine Fülle volkskundlicher Erscheinungen in der Lieferung behandelt, wie etwa schon das oben genannte „mit den Holden fahren^ oder die Stichwörter „Mutzen", „Nabel", „Nacht" u. a. ahnen lassen. Für den hessischen Heimatfreund und besonders den Heimatunterricht wird das Werk immer wieder als eines der wichtigsten Hilfsmittel zu benutzen fein. F. Maurer, Erlangen. uns die Vögel als Nestbaumeister zeigt. Wie bei den Blumen und Schmetterlingen handelt es sich auch hier um die Wiedergabe von Bildern, die als kleine Kunstwerke gelten dürfen und die ganze Liebe der Künstler zu ihren Schöpfungen erkennen läßt. Als Vorlage dienten die farbigen Kupferstiche aus einem Werk des Schweizer Tierfreundes Heinrich Rudolf Schinz, der in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine stattliche Sammlung von Vogelnestern befaß und die Vögel auch eifrig in der Natur beobachtete. Etwas von der Beschaulichkeit dieses alten Vogelfreundes haben die Bilder erhalten, und das gibt ihnen den besonderen Reiz, den keine photographische Aufnahme erreichen könnte. Vom Zaunkönig bis zur Nachtigall führt die Reihe der Bilder, und überrascht von dem Reichtum kunstvoller Nest- formen bewundern wir manchen vertrauten, aber auch manchen unbekannteren Vogel und sein Nest, das er ja in der Natur selbst meistens unseren Blicken zu entziehen versteht. Diese Bilder der innigen Beziehung zwischen den kleinen Nestbaumeistern und den zierlichen Bauwerken wecken in uns ein Gefühl von Wärme und Ergriffenheit. Mütter werden das Büchlein gern ihren Kindern zeigen und in den Bildern einen Spiegel ihrer eigenen Zärtlichkeit finden. Wir alle aber sind dankbar für das Buch, das nicht lehren oder Naturkunde treiben, sondern die Freude an der Natur selbst wecken will. Gebiet der Ostmark, die sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer erstreckt, erfährt nach seinen einzelnen Teilen eingehende Behandlung. Die historische Darstellung ist lebendig, die großen Führer im Ostkampf treten hell in Erscheinung, vor allem der Ordensmeister Hermann von Salza, Heinrich der Löwe, der Große Kurfürst, Friedrich der Große, Hindenburg und Hitler. — Erwin Barth von Wehrenalp: Deutschland greift über den Aequa - tor. Ein Volksbuch von Deutschlands Kolonien einst und jetzt. Ganzleinen 2,85 RM. Verlag E. C. Ettenhosen, Berlin-Schöneberg. — (42) — Deutschland hat in jahrzehntelangem Wirken unter großen Opfern in seinen Kolonien mitgeholfen, den Grundstein zur Entwicklung des „dunkelsten Afrikas" zu legen. Es hat mit seinem „Griff über den Aegua- tor" den unzivilisierten Völkern größten Nutzen gebracht. Dann kam das Diktat von Versailles, — es nahm unter der Vorspiegelung, Deutschland sei unfähig zu kolonisieren, ihm seine Kolonien. Aber unvergessen sind die Namen der Deutschen, die ihr Wirken und Leben an das Aufblühen der deutschen Kolonien gaben, Lüderitz, Nachtigal, Peters und die vielen anderen. In drei großen Kapiteln: „Deutschland kolonisiert" — „Weltkrieg" — „Unter Mandatsherrschaft" zeichnet Barth von Wehrenalp ein Bild von der Entwicklung der deutschen Kolonien. In jeder Zeite wird der Beweis erbracht^ daß Deutschland in Versailles auch in der Kolonial- frage schreiendes Unrecht angetan wurde. Deutsche Erzähler. — Walter von Molo: Der Große Fritz im Krieg. Novelle. Mit einem Nachwort von A G lo y. Reclams Universal-Bibliothek Nr 7268. Geheftet 35 Pü, gebunden 75 Pf. — (385) — Von Molo gestaltet hier die Novelle des Führertums, verkörpert in der Person des Großen Friedrich. In das Geschehen eines einzigen Tages sind Größe und Härte, Heldentum und übermenschliche Leistung des Siebenjährigen Krieges zusammengeballt Die Gestalt des großen Königs durchstrahlt Handlung und Stil der Novelle — die Führerpersönlichkeit, die die ganze Verantwortung trägt und nur einen Gerichtshof über sich anerkennen kann: Gott, das Urteil der Nachwelt. So ersteht Friedrich vor uns: selbstlos und sachlich bis aufs letzte, streng und unerbittlich gegen jedermann um des Ganzen willen, das Gestalt gewordene Symbol des Volkes, der Führer, der seiner Gefolgschaft gewiß ist. weil er aus ihrem innersten unbewußten Willen handelt. In der dramatischen Schilderung einer der kritischsten Phasen des Krieges zeigt sich seine geniale Persönlichkeit in überwältigender Größe. Die Novelle Molos ist die Urstudie seines großen Fri- dericus-Romans, der in weitesten Kreisen so durchschlagenden Erfolg hatte. Sie wird von alt und jung begeistert gelesen werden. — Ernst Wiechert: „Der Todeskan- d id at" — „La Ferme Morte" — „D e r Säte r". Verlag A. Sangen--©. Müller, München. Kleine Bücherei Bd. 37. Preis 80 Pf. —..(316) — In der ersten Erzählung ist mit unerhört sparsamen Mitteln das Erlebnis der Wandlung junger Menschen im Angesicht des Todes gestaltet. „La Ferme Morte" — das ist das nackte Grauen, von dem nur der etwas aussagen kann, der es erlebte und dem zugleich die Sprache der Dichtung so gegeben ist wie Ernst Wiechert. — In der letzten Erzählung „Der Vater" nimmt der Dichter das uralte Thema vom Vater und Sohn auf. wegen Den überstrengen, harten preußisch-adeligen Pflichtbe- griff des Vaters, vor dem alle Herzlichkeit und Liebe verzichten muß, steht die Todeserfahrung des Sohnes, für den es kein Zuhause mehr gibt. -Die schwermütige Melodie Der Wucherischen Sprache macht diese Erzählungen mit ihrem tiefen Wissen um die Menschenseele zu Meisterwerken des gegenwärtigen Schrifttums. — Joachim von der Goltz: Der Baum von Cl 4 ry. Albert Langen/Georg -Müller Verlag München, 1934. 300 Seiten. In Seinen gebunden 5,50 Mark. — (354) — Wer nicht mit dabei war an der Front, wird mitgerissen werden von der brennenden Gegenwart dieser Dichtung. Wem aber diese Namen — Somme, Soretto, Peronne — Stationen des eigenen Sehens sind, wer überhaupt irgendwo an deutschen Fronten kämpfte, der spürt plötzlich: hier ist einer von uns Stimme und Erinnerung geworden. Der einzelne spürt: so war es, so hast du damals gefühlt, so hast du damals gelitten, gestürmt. Nicht umsonst hat von der Goltz fast zwanzig Jahre gewartet, bis er dieses Buch schrieb — solche Fülle der Erlebnisse, Gedanken, Gestalten braucht lange Reifezeit. „Es war im Westen, um die Zeit, als keine Truppe mehr sang. — Als in den Briefen der Männer stand: „Haben unsere Kinder noch Brot? — Als Mannestat und Treue sich verzehrte im Kampfe gegen des Materials wachsende Uebermacht." Mit diesen Worten setzt das Buch ein, nimmt den Seser auf in die zerschossenen Sandschasten an der Somme und auf der Sorettohöhe und läßt ihn nicht mehr los. In einer Sprache, geprägt von soldatischer Knappheit, bringt der Dichter dem Seser die Gestalten dieser Welt nahe. Unvergeßlich werden jedem die Gestalten der Leutnants Bruckner und Burrian, des Kanoniers Siebenreuth, des Infanteristen Karl, des rührenden „kleinen" Kriegsfreiwilligen bleiben. Unverwischbar bleibt die Landschaft des Todes im Gedächtnis haften — das Grauen der Verwüstung und darüber die rührende Schönheit eines ersten Frühlingstages, der im einfachen Mann den Glauben weckt an die Unzerstörbarkeit des Lebens. — Max Mell: Mein Bruder und ich. Den Erinnerungen eines alten Wieners nacherzählt. (Die Kleine Bücherei Nr. 40.) Preis 0.80 RM. Albert Sangen / Georg Müller, München 1935. — (370.)— Eine psychologisch sehr feine Erzählung des österreichischen Dichters. Mell gestaltet in strenger künstlerischer Verdichtung im Bilde eines einmaligen Erlebnisses Gefährdung und Rettung eines Knabenschicksals. Mit sicherem, tiefem Einfühlungsvermögen in das Seelenleben des Heranwachsenden zeichnet der Dichter die entscheidenden Stunden im Leben eines zarten Knaben nach, der, erschüttert vom Tode seines Bruders und verstört von törichten Worten einer Verwandten in seltsamer Verstrickung das Leben seines verstorbenen Bruders weiterzuleben sich entschließt. Volkskunde. — Ein Handbuch der deutschen Volkskunde erscheint soeben bei der Akademischen Ver- lagsgesellschaft Athenaion m. b. H. Potsdam. Als Gemeinschaftswerk führender deutscher Gelehrten, von denen jeder sein Gebiet knapp, klar und erschöpfend behandelt, umspannt es das weite Gebiet von Doklstumund Heimat in Wort und Bild, geschrieben ebenso für den Gebildeten wie für den Mann aus dem Volke. Die erste Lieferung des prächtigen Werkes zeigt bereits deutlich, aus wie tiefen und wie vielen Quellen es schöpft, wie hier Vergangenheit und Gegenwart zu einem ganz einzigartigen Bild deutscher Volkskunde zusammenfließen. Anschaulichkeit und Klarheit stehen als Leitsätze obenan. Demgemäß ist der größte Wert auf schöne, reichhaltige und zweckmäßige Bebilderung gelegt. Der Plan des Werkes sieht in zwei großen Abteilungen: „Einführung in die deutsche Volkskunde" und „Le- bensäußerungen des deutschen Volkstums" in fast 50 kapitelmäßigen Abhandlungen eine einprägsam aeglieberte, alle Gebiete umfassende, auf den neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen aufgebaute Darstellung der deutschen Volkskunde vor. Als Herausgeber zeichnet der Direktor des Vaterländischen Museums in Hannover, Dr. Wilhelm P e ß l e r, dessen Anregung die deutsche Wissenschaft den berühmten Atlas der deutschen Volkskunde verdankt. So ist alle Gewähr gegeben, daß dieses „Handbuch", dessen Zweck es ist, das deutsche Volksleben darzustellen, selbst lebensvoll, reich und schön ist, ein Führer zu den Quellen des Volkstums und feinen tausendfältigen Auswirkungen im deutschen Lebensraum von der Urzeit bis zur Gegenwart. Als besonderer Verdienst muß die eingehende Behandlung des Auslandsdeutschtums erwähnt werden, wie auch die Kulturströmungen, die zwischen Deutsch- land und den anderen Völkern hin und herlaufen, — Der Raum Westfalen. Band II, Teil 2. Untersuchungen zu feiner Geschichte und Kultur. Mit Beiträgen von Max Braubach, Paul C a s - fer, Alois Schulte und Eduard Schulte. — Vor mehreren Jahren bereits hat die Provinzialverwaltung Der Provinz Westfalen eine groß angelegte Publikation zu veröffentlichen begonnen, in der durch die Feder der berufensten Fachleute die Geschichte und Kultur, Verwaltung, Wirtschaft und Verkehr des westfälischen Lebensraumes untersucht und dargestellt werden sollten. Von diesem Werke, das den Titel „Der Raum Westfalen" trägt, ist im Jahre 1931 ein Band erschienen, der die „Grundlagen und Zusammenhänge" behandelt, im Jahre 1932 ein weiterer Band mit Untersuchungen über „Wirtschaft, Verkehr und Arbeitsmarkt". Beide Bände fanden in der Presse und in der Fachwelt stärkstes Interesse. Das geographische und historische, wirtschaftliche und politische Raumproblem wurde hier zum ersten Mal für das nordwestdeutsche Gebiet angeschnitten und zur Diskussion gestellt; von Freunden und Gegnern wurde das Thema lebhaft erörtert. Nunmehr erscheint von dem Werke ein weiterer Band, der geeignet ist, die Erörterung zu vertiefen und fruchtbarer zu gestalten. Er enthätt Untersuchungen zur Geschichte und Kultur des westfälischen Raumes aus der Feder des Bonner Universitätsprofessors M. Braubach, Der in VerbinDung mit ED. Schulte eine eingehende Darstellung der politischen Neugestaltung Der westfälischen Gebiete im Anfang Des 19. Jahrhunderts gibt, ferner von P. Taffer, der Drei Aufsätze beisteuert („Der Raum Westfalen in Der Literatur Des 13 bis 20. Jahrhunderts", „Der niederrheinisch-westfälische Reichskreis", „Das West- falenbewußtsein im Wandel der Geschichte") und von Aloys Schulte, Der gemeinsam mit EduarD Schulte Den im Jahre 1866 von Bismarck ins Auge gefaßten Plan einer Angliederung von Oft* frieslanD, Emsland und Osnabrück an die Provinz Westfalen behandett. Auf Einzelheiten Dieser Aufsätze, Deren jeDer eine besondere Würdigung verdiente, können wir hier nicht eingehen. Allen gemeinsam ist das Ergebnis, daß der westfälische Lebensraum, der Raum, in dem sich das westfälische Schicksal abgespielt hat und noch abfpielt, in dem Der durch Rasse, geschichtliches Erlebnis und gemeinsame Kultur verbundene westfälische Mensch feit 1000 Jahren wohnt, nicht identisch ist mit der heutigen Provinz Westfalen, die mehr Zufallsprodukt des Wiener Kongresses und politischen Handels ist als ein organisches Gebilde. Ueberall nach Norden und Osten greift das westfälische Blut und die westfälische Geschichte über den Rahmen Der 1815 entstandenen Provinzgrenzen hinaus, unD niemals, auch nicht im 19. Jahrhundert, hat man, wenn man von „Westfalen" sprach, damit das Gebiet gemeint, das von Den heutigen Verwaltungs- grenzen umschlossen ist. In welcher manchmal grotesken Weise Diese Verwaltungsgrenzen vor 100 Jahren durch Austausch und Zusammenlegung von Gebieten „mit so unD soviel tausend Untertanen" gewonnen wurden, das geht aus Den eingehenden und mit dankenswerter Genauigkeit geführten Untersuchungen von Braubach — E. S ch u 11 e klar hervor. Wie fragwürdig eine solche nicht organisch von innen heraus erwachsene, sondern statistisch errechnete Gebietsaufteilung dem die großen Zusammenhänge schauenden und Die Grundgesetze geschichtlichen Lebens beachtenden Politiker erscheinen mußte, zeigt das Bestreben Bismarcks, die alten organischen Bindungen im Jahre 1866, als dies nach der Besitzergreifung Hannovers durch Preußen wieder möglich war, wieder herzustellen, wie dies aus den Ausführungen von A. Schulte deutlich wird. Die Untersuchungen von P. C a s s e r endlich, die in mancher Hinsicht sich auf Neuland bewegen, zeigen, wie diese inneren Zusammenhänge des aus dem Blut geborenen westfälischen Gemeinschaftsbewußtseins im Laufe der Jahrhunderte immer lebendig geblieben und auch nach außen hin bald stärker bald schwächer wirksam geworden sind, so daß er mit Recht das Wort Bismarcks an Den Schluß feiner Ausführungen fetzen kann. „Eins ist Ihrer LanDschaft immer eigentümlich geblieben, wie sie auch in bischöfliche Territorien und kleine Fürstlichkeiten geteilt sein mochte, sie hat sich immer einig gefühlt als .Westfalen' und selbst bei der konfessionellen Scheidung. Ich habe immer gefunden, daß der Westfale sich als solcher bekennt, während ich dasselbe von anderen deutschen Stämmen nicht sagen kann... Der Westfale, so unangenehm ihm sein nächster Nachbar in Westfalen sein mag, er bleibt immer Westfale." — Hoffentlich wird der Schlußteil des Werkes, der weitere Untersuchungen zur Vorgeschichte, Geschichte und Kultur des westfälischen Raumes enthalten soll, bald folgen. Neue Dramen. — In Der „Kleinen Bücherei" Des Verlages Albert Langen-Geora Müller erschien: Paul AlverDes: Die Freiwilligen. Mit sechs Holzschnitten von Karl Rössing. — (314) — In Dieser kleinen Szenenfolge gestaltet AlverDes, selbst einer Der Freiwilligen vom August 1914, auf eine schlichte Art Das Stürmen und Sterben Der jungen Freiwilligen von ßangemarcf. Die eben noch mit jugenDlichem Uebermut von Der nahen Schlacht wie von einem Abenteuer reDen, Deren Gedanken beim Grollen Des fernen Artilleriefeuers zur Schulbank unD Den heimlichen FreuDen ihres Fahrtenlebens zurückschweifen, wenn auch schon eine Ahnung Des KommvnDen in ihnen steckt — sie reifen im Augenblick Der EntscheiDung zur letzten Bereitschaft unD opfern ihr junges Leben. — Weking. Des Sachsenherzogs Kampf und Ausgang. Schauspiel in 3 Auszügen. Von Helmut H ü t t e n h a i n. I. F. Lehmanns Verlag, München. Preis 1,80 Mark. — (325) — Bei dem allgemeinen Interesse, das heute germanischer Kultur und germanischer Geschichte entgegengebracht wird, ist immer besonders umstritten der Kampf zwischen Dem Sachsenherzog Weking (WidukinD) unD Karl, Dem Frankenkönig, Den Die einen Den Großen, Die andern den Sachsenschlächter nennen. Der Verfasser stellt Den Sachsenherzog Weking dar als Den geroal» Ligen Kämpfer um altlächsische Sitte unD Art, Den ersten Künder eines Reiches all Derer, „Die gleichen Blutes sind". Ans fremden Literaturen. — Knut Hamsun: Segender Erde. Roman. Wohlfeile Neuausgabe in Seinen gebunden 4,80 Mark. Verlag Albert Sangen/Georg Mueller, München. — (318) — Dies ist kein Roman im üblichen Sinne, es ist vielmehr Die schon fast mythisch anmutenDe Gestaltung eines der ewigen Themen aller Dichtung. Mit großartiger Schlichtheit, Die Das Kennzeichen wirklicher Dichtung ist, erzählt Hamsun Die Geschichte vom ersten SieDler im OeDlanD. Ein Mann wanDert nach NorDen, dorthin, wo Das Sand niemandem mehr gehört. Mit ihm ist nur seine Kraft, sein Wille zur Arbeit und sein unerschütterlicher Glaube an sich. Er beginnt zu roden, Bäume zu fällen, eine Hütte zu bauen. Er tauscht gegen sein Holz das nötigste Gerät, Sebensmittel, eine Ziege und Saatkorn ein, er pflügt und sät — und Die Erde segnet seine Mühe. Ein Mädchen kommt zu ihm, Inger, die Magd, die seine Frau wird und die Mutter seiner Kinder. Auch Unglück und Schuld bleiben nicht aus; aber der Mann schafft weiter in verbissener Treue, sein Wohlstand mehrt sich, und seine Söhne wachsen heran, lieber allem Schicksal aber ist Die unendliche Melodie der Natur. Der ewige Kreislauf des Jahres bindet die Menschen an Die fruchtbare Erd«, ihr Sebcn erfüllt sich in Saat und Ernte, in Arbeit und Ruhe. — Hamsun schrieb dieses Buch, als er fast 60 Jahre alt war, und wurde dafür mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Zu feinem 75. Geburtstage veranstaltete der Verlag diese wohlfeile, von vielen deutschen Freunden Hamsuns sicher willkommen geheißene, wohlfeile Neuausgabe des berühmten Buches. — I o van Ammers-Küller: Tanta- l u s. Ein Eheroman. Deutsch von Franz Dülberg. Buchausstattung von Hans Meid, Berlin. W.ohlfei/e Ausgabe. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (308) — Bei diesem Roman wird die Frage nach Sinn und Wert der Ehe gestellt. Dje Dichterin zeichnet einen Mann, der seiner Frau in Siebe zugetan ist, aber die romantische Vorliebe für kleine Siebesabenteuer auch in Der Ehe nicht aufgeben kann. Und sie stellt dagegen eine Frau, die wirklich nicht altfränkisch ist. Sie versteht ihren Mann so gut, sie verzeiht ihm alles in ihrer Siebe, aber sie laßt nicht von der alten Anschauung, daß die Ehe ein heiliges Bündnis ist, das keine Kompromisse verträgt. Der tragische Schluß läßt erkennen, wie fragwürdig Die modernen Anschauungen von der Freizügigkeit des Mannes sind. Und dadurch, daß sich Io van Ammers-Küller zu der „altmodischen" Auffassung von der Heiligkeit der Ehe bekennt, trägt sie mit zur Ueberwindung oberflächlicher Anschauungen und zur Vertiefung des Verhältnisses von Mann und Frau bei. Recht und dichter. — Dr. Theodor Maunz: „Neue Grundlagen des Verwaltungsrechts". (Heft 9 Der Sammlung: „Der deutsche Staat Der Gegenwart", herausgegeben von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt.) Kart. 2 Mark, Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (344) — Ausgehend von Der Feststellung, daß das Verwaltungsrecht des alten Staates, weitgehend von der dualistischen Staatsauffassung des Siberalismus bestimmt war, kommt Der Verfasser zu neuen Grundsätzen eines nationalsozialistischen Verwaltungsdenkens. Zwei Grundbegriffe erfahren durch ihn eine sichere Deutung: Rechtliches und politisches Ermessen und Die subjektiv öffentlichen Rechte. Er unterscheidet scharf die politische Führung, die frei ist von irgendwie gearteten Ansprüchen Der Volksgenossen und Die politische Durchführung, Die einen bedingten Anspruch der Volksgenossen an den Staat zuläßt. Der Verwaltungsrichter hat heute Die bestehenden Rechtsgebilde politisch zu gestalten, wobei selbstverständlich die nationalsozialistische Wertauffassung zugrunde gelegt werden muß. — Prof. Heinrich Henkel: „Die Unabhängigkeit des Richters in ihrem neuen Sinngehalt." (Heft 10 der Sammlung: „Der deutsche Staat der Gegenwart", heraus- gegeben von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt.) Kart 1 Mk., Hamburg. Hanseatische Verlagsanstall. — (343) — Die Notwendigkeit, dem völkischen Sehen zu dienen, verändert die richterliche Unabhängigkeit in eine Selbständigkeit, die in den Bindungen an die lebenden Grundsätze des völkischen Führerstaates ihren inneren Gehalt erfährt. Die richterliche Unabhängigkeit beruht nicht so sehr in einer verfassungsmäßig gegebenen formalen Garantie, als vielmehr in den substanziellen Gehalten und in den Auswirkungen, die mit der Garantie Der richterlichen Unabhängigkeit im Rechtslehen verbunden finb. So tritt denn auch der neue Sinn des Unabhängigkeits- begriffe Dort am klarsten in Erscheinung, wo es sich um den Zusammenklang von Freiheit und Bindung des Richters, also um den Ausbau des richterlichen Ermessens, handelt. In den richterlichen Entscheidung gen müssen die staatspolitischen Anschauungen Der Staatsführung xum AusDruck kommen. Gerade in der Verbundenheit mit der Staatsführung sieht Henkel aber die Wahrung der richterlichen Unabhängigkeit. Wirtschaft Rundfunkprogramm Kirchliche Nachrichten der Komiker! Montag, 8. Oktober. 6 Uhr: Dauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen- sprach — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschasts- bericht. 15: Nachrichten. 15.15 Jugendstunde. Jetzt basteln wir! 15.30: Hausfrauen erzählen von der aroßen internationalen Kochkunst-Ausstellung in Frankfurt a. M. 15.45: Vom nordischen zum deut- Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Markeneier Kl. S 12, Kl. A 11'/-, Kl. B 11, Kl. C 10'/-, Kl. D 10. Holländer, Dänen und Flandern Kl. S ll'/a bis 12, Kl. A 11 bis ll'/a. Kl. 8 10'/- bis 11, Kl. L 10/-. Bulgaren 9'/- bis 10, Rumänen 9'/- bis 10, Jugo- lawen Kl. B 9'/j, Kl. C 9. Frankfurter Buttermarkt. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 7. Oktober. 19. nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrvikar Balz: 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrvikar Balz. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld: 11: Kinderkirche für Lukas- und Johannesgemeinde: Pfr. Ausfeld: 20: Missionsstunde im Johannessaal: Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Missionar Walther: 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Missionar Walther. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Müller. — Dieseck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst: im Anschluß Feier des hl. Abendmahl. — Alten-vuseck. 10: Gottesdienst — Großen vuseck. 10.30: Gottesdienst: 11.30: Beichte und hl. Abendmahl. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst: 9.30: Christenlehre. — Beuern. 13.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst: 11.15: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst: 11: Christenlehre für die weibliche Jugend — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d Lda. 10: Hauptgottesdienst mit hl. Abendmahl (Kollekte): 13: Prediqtgottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 9.15: Beichte: 9.30: Predigtgottesdienst: im Anschluß hi Abendmahl für die älteren Eheleute (Kollekte). — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst und Abendmahl für die Alten (Kollekte). — Albach. 12.30: Gottesdienst. — (ich. 9.15: Beichte; 9.30. Stiftspfarrer Draudt: hl. Abendmahl. 12.45: Kindergottesdienst: 14: Stiftsdechant ^^hn. — ©ac6€n- teich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Abendmahlsfeier für die Alten; 20- Prediqtgottesdienst. — Vettenbaufen. 8.45: Ju- gendqottesdienft; 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9 45: Gottesdienst: anschließend Christenlehre — Langd. 13: Gottesdienst mit Christenlehre. — wir- berq. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre — kirlorf. 9.30: Hauptgottesdienst zusammen mit Kln- dergottesdienst. — Ober-Gleen. 10: Gottesdienst zusammen mit Kindergottesdienst. abwarte. , Der Rentenmarkt hatte ausgesprochen lebhaftes Geschäft, besonders die Kommunal-Umschul- dungsanleihe trat wieder stark hervor und lagen um 0,75 v. H. über dem gesttigen Abendbörsenkurs. Daneben hatten Reichsmark-Obligationen aus umgetauschten Dollar-Bonds größere Umsätze bei um 0,50 bis 1 v. H. festeren Kursen. Späte Reichsschuldbuchforderungen stiegen auf 95,75 (95,50) und Zins- verqütungsscheine sowie die Altbesitzanleihe gewannen je 0,40 v. H. 6 v. H. Stahlverein-Bonds erhöhten sich um 1 v.H. auf 80,50 v. H Am Aktienmarkt ergaben sich teilweise ganz empfindliche Einbußen, besonders Deutsche Erdöl waren angeboten und eröffneten mit 104,75 nach 110 50. IG. Farben verloren 1,25 v. H., Scheideanstalt 2 v.H., Goldschmidt und Rütgerswerke je 1 v. H. und Metallgesellschaft etwa 2 v. H. Elektro- aktien lagen ebenfalls schwach, so Siemens (— 3 v. H ), Gesfürel, Schuckert und Licht und Kraft mit je minus 1 v. H., die übrigen Papiere gaben bis 0,75 v. H. nach. Auch Montanaktien waren gedrückt, und zwar Klöckner um 1,25 v. H., Mannesmann um 1,50 o. H., Mansfelder und Rheinftahl um je 1 v. H. Schwächer setzten außerdem ein: Reichsbankanteile (—2,13 v.H.), AG. für Verkehrswesen und Zellstoff Aschaffenburg (je —1,25 v. H), Hanfwerke Füssen (—1,50 v.H.) und Holzmann sowie Deutsche Linoleum (je —1 v. H.). Daimler- Motoren, Zement Heidelberg und Westdeutsche Kaufhof gingen bis 0,50 v. H. zurück. Etwas freundlicher lagen lediglich Kunstseide AKU. mit plus 0,65 v. H. und Schiffahrtswerte mit plus 0,25 v. H. Don fremden Werten blieben Mexikaner und 4prozentige Einheitsrumänen etwa behauptet. Der Aktienmarkt unterlag im Verlaufe einigen Schwankungen, die Haltung blieb aber meist schwächer und unsicher. Deutsche Erdöl konnten sich um 1,25 v. H. erholen, während im übrigen eher weitere Rückgänge einttaten. Sehr schwach lagen noch Ilse Genuß und Rheinische Braunkohlen mit je minus 5 v. H., ferner Buderus mit minus 2,50 o. H. Don Kaliaktien gaben Aschersleben 1,50 v. H. nach, dagegen Salzdefurth 1 v. H. höher. Am Kassamarkt setzten Hypothekenbankaktien ihre Befestigung kräftig fort. Das Rentengeschäft wurde spater bei voll behaupteten Kursen etwas ruhiger, Kommunal- Umschuldung und Reichsmark-Anleihen blieben jedoch lebhaft und zogen weiter leicht an. Am Pfandbriefmarkt bestand allgemein Nachfrage und die Kur e für Gold- und Liquidationspfandbriefe sowie für Kommunal-Obligationen erfuhren eine Steige- rung von durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. H., wobei teilweise rationiert werden mußte. Auch Stadt- und einige Staatsanleihen konnten sich bis 0,50 v. H. befestigen. Ferner waren Industrie - Obligationen meist fester. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörfe: Renten weiter fest, Aktien behauptet. 23 span., Zwetschen 16 bis 18. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 5.Okt. Das überaus knappe Angebot in deutschen Eiern hielt auch in dieser Woche an, und da auch aus Holland, Dänemark und Belgien nur unzureichende Mengen an-geliefert werden konnten, zeigte der Markt eine feste Tendenz. Mehr und mehr kommen Kühlhauseier an den Markt, daneben liegen reichliche Zufuhren aus den Balkanländern vor. Nachdem sich sowohl Groß- und Einzelhandel schon Ende der Vorwoche starker eingedeckt hatten, verlief das Geschäft in dieser Woche ruhiger. Die Konsumnachfrage wird als gut bezeichnet, und die angelieferten Mengen von frischen Eiern werden glatt geräumt. Die Preise zeigen eher Neigung zur Erhöhung. Es notierten in Pfennig pro chen Menschen (I). Von Carl Duisberg. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. Klaus erlebt Wildwest! Eine lustige Feriengeschichte von O. F. Heinrich. 18.15: Bücherfunk. Dom Geiste Bayreuths. 18.35: Aus Wald und Flur. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.30: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. 19.45: Saar-Umschau. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation „Deutsche Segelflieger". Funkberichte aus Segelfliegerschulen. 21: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Kammermusik für Violine und Klavier. 23: ,Zm Schatten der Domtürme". Eine Funkfolge. 24 bis 2: Nachtmusik. Dienstag, 9. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Kleine Klavier- und Violinmusik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des NSDFB. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nach- richten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Für die Frau! 15.50: Kunstbericht der Woche. 16: Nachmittagskonzert des Funkorchesters. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit. Kurzberichte. 18.30: Der Stromboli. Be- richt von einer Vulkan-Ersteigung. 18.45: Neue Tanz- und Tonfilmlieder. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert, mit Otto Frick- hoeffer. 21.20: Steine und Weine im Nahetal. Funk- folge. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Volksmusik. 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Monatswechsel brachte im Frankfurter Schlachtviehmarktgeschäft eine weitere Belebung, nachdem schon in der Vorwoche die Absatzverhaltnisse befriedigend waren. Die zumeist etwas verringerten Zutriebe wurden glatt geräumt, nur in geringen Qualitäten verblieb hier und da Heiner Am Rindermarkt hielt die feste Stimmung an und für gute Tiere wurden wiederum die höchsten Preise erzielt. Dagegen waren geringe Qualitäten stark vernachlässigt, was sich bei Bullen, Kühen und Färsen in Preisrückgängen um 1 bis 2 RM. ausdruckte, während geringere Ochsen ihre letzten Preise hielten. Nach mittelmäßigem Geschäftsgang wurde der Gesamtauftrieb von 1433 (gegen 1452) Stück bis auf einen kleinen Rest von 46 Stück geräumt. Am Kälbermarkt war die Nachfrage etwas ruhiger als in der Vorwoche, obwohl nur 1429 (1680) Tiere zum Verkauf standen. Gute Kälber hielten sich bei etwa 50 RM., wogegen geringe Qualitäten ebenfalls etwas nachgaben. Der Zutrieb wurde getäumt. Am Schweinemarkt hat sich m preislicher Hinsicht nichts verändert, beste Fett- und Speckschweine halten weiterhin bei 52 bis 53 RM. Mittlere Qualitäten waren ebenfalls gut gefragt und zogen verschiedentlich etwas an, während geringe Schweine nach wie vor fast unverkäuflich sind. Nach regem Geschäft wurde der merklich verringerte Zutvieb von 4561 (4913) ausverkauft. Für Schafe erhielt sich das lebhaftere Geschäft der Vorwoche und der Markt wurde bei gleich- bleibenden Preisen ausverkaust. Die Beschickung hat sich auf 237 (210) Stück erhöht. Frankfurter Börse. IHiftagsbötfe: Renten feft, Aktien schwach. furt a. M. Im ®roßf>anbet wie folgt: Deutsche M-r. tenbutter 145 bis 148, deutsche feine Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140, Landbutter etwas höher mit 130 (nach 120 bis 130). Für ausländische Butter konnten infolge der geringen Zufuhren keine Notierungen festgestellt werden. Mainzer (Setreidemarkt. Mainz, 5. Ott. Es notierten (Großhandelspreise je 100 Kilogramm loko Mainz) in Mark: Weizen 20,80, Roggen 16,80, Hafer 16,20 ab Station, Brau- gcrfte 19,40 bis 20, Jnduftriegerste 18,85, Malz- keime 15,50 bis 16, Weizenkleie 10,60 (Mühlenpreis), Roggenkleie 9,84 (Mühlenpreis), Weizenfut- tcrmehl 12,90, Biertreber 17,25, Soyaschrot 13 (Fabrikpreis). Allgemeintendenz: alles unverändert ruhig. In Brau- und Jndustriegerste ist das Angebot kleiner geworden. An der Abendbörse blieb das Geschäft in deutschen Renten, besonders für Kommunal-Umschul- düng, weiter lebhaft. Die Kurse zogen allgemein leicht an. Dazu kamen sehr große Umsätze m mexi- tani eben Anleihen auf Grund emer Meldung, wonach die Regelung des Schuldendienstes nunmehr bevorstehe. Die Kurse erhöhten sich dabei um etwa 0 50 bis 1 v. H., später unterlagen sie einigen Schwankungen. Im Verlaufe wurde die Umsatztatig- keit sowohl für deutsche, wie für mexikanische Anleihen etwas ruhiger. Don sonstigen Auslandswer- ten erhielt sich im Freiverkehr Interesse für Türken, ferner waren 4prozentige Schweizer Bundesbahn um weitere 1,50 v. H. auf 196 v. H. erhöht und ver- zeichneten somit'einen Tagesgewinn von 6,50 v. H. An den Aktienmärkten war das Geschäft klein, die Stimmung schien indes etwas beruhigter, wenn auch starke Zurückhaltung vorherrschte. Die Kurse waren aber nicht mehr schwächer, vielmehr konnten sich die Berliner Schlußkurse behaupten und teilweise auch leicht erholen. Don Dalutavapieren gewannen AKU. 0,50 v.H. Chade Lit. A bis C mit 217 1 RM. Deutsche Erdöl waren ebenfalls weiter erholt, während Farbenindustrie im Verlaufe wieder leicht nachgaben. U. a. notierten: Altbesitz 98,50, 6 v.H. Stahlverein 80,50, 6 (7) v.H. Stadt Frankfurt von 1926 83,75, 6 v. H. do wertbest. von 1926 78, 5 v. H. innere Mexikaner 6,65 bis 6,70, 5 v. H. äußere Gold 15 bis 15,25, 4 v. H. Gold von 1904 10,25 bis 11 bis 10,75, 4,50 v. H. Irrigation 10,50 bis 10,75, Bayr. Hyp. Bank 80, Gelsenkirchen 64,25, Mannesmann 76,75, Phönix 49,25, Rheinstahl 91,75, Stahlverein 42,75, AKU. 64,25, AEG. 29,40, Chade 217, Deutsche Erdöl 108,50, Scheideanstalt 218, Deutsche Linoleum 60, Licht & Kraft 119,50, IG. Farben 142,25 bis 142,13, Felten 79,40, Mainkraft 78,50, Moenus 78,50, Schuckert 93,75, Südd. Zucker 190, Reichsbahn-Dorzugsaktien 112,65, Hapag 26,25, AG. für Verkehrswesen 80. Sonntag, 7. Oktober. 6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Gymnastik. 8.45:Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. Die Harfe. Eine musikalische Novelle von Theodor Körner. 10.15: Chorgesang. 11: Friedrich Schnack lieft eine Geschichte aus dem Leben. 11.15: Hausmusik. 12: Mittagskonzert I. 13; Aus dem Leben eines jungen Arbeiters. 13.15: Auf voller Tour. 14: Kinderstunde. 15: Stunde des Landes. 15.30: Der Pächter vom Schleifelder Hof. Lebensbild eines alten oberhessischen Bauern. 16: Nachmittagskonzert. 18: Paul Laven: Stegreiferzählung. 18.15: Weidmannsheil. Eine heitere Funkfolge. 18.45: Schummerstunde. Tanzkapell Franz Hauck, mit heiteren Einlagen. 19.15: Saarländische Landschaftsbilder I. „Der Warndt". 19.45: Born Deutschlandsender: Funkbericht von dem Tenniskampf Nüßlein — v. Gramm. 20: Die verkaufte Braut. Komische Oper. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Stelldichein Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. F r a n k f u r t a. M., 5. Okt. Die reichlichen Zuuhren am G emü sernar kt hielten an und die Preise waren bei schleppendem Geschäft mit Ausnahme von Blumenkohl und Bohnen sehr gedrückt. Blumenkohl 10 bis 35, Buschbohnen 12 bis 14, Stangenbohnen 14 bis 16, Eskarol 4 bis 8, Salatgurken 12 bis 25, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln gelbe (50 Kilogramm) 340 bis 360, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 4 bis 8, Lauch 2 bis 6, Meerrettich 30 bis 35, Pfifferlinge 40 bis 45, Steinpilze 30 bis 40, Rettich 4 bis 8, Rote Rüden 3,5 bis 4,5, Rotkraut 3,5 bis 4, Sellerie je nach Größe 8 bis 25, Spinat 3 bis 4, Tomaten I 5 bis 8, II 3 bis 4, Weißkraut 2,5 bis 3, Wirsing rund 2,5 bis 3, spitz 4 bis 4,5, Zwiebeln 5,5 bis 6, ital. 6 bis 6,5. Obst: sehr starkes Angebot von Aepfeln, Birnen, Kastanien und Nüssen. Bei Aepfeln und Birnen überwiegen weiter geringe bzw. unsortierte Qualitäten, die nur schwer verkäuflich sind. Im übrigen oerlief das Geschäft bei kaum veränderten Preisen lebhaft. Zwetschen zogen weiter an, für bessere Aepfel und Birnen sind die Preise leicht ae- fallen. Aepfel I 10 bis 14, Oesterreicher 8 bis 12, deutsche II 7 bis 9, Wirtschaftsäpfel 6 bis 7, Edeläpfel 8 bis 14, Goldparmäne I 12 bis 14, II 8 bis 10. Birnen I 10 bis 14, II 7 bis 9, Haselnüsse 28 bis 32 ital., Kastanien 8 bis 10, Preiselbeeren 2d bis 30, Quitten 6 bis 8, Trauben 12 bis 13, holl. 58 bis 62, span. 28 bis 30. Walnüsse I 20 bis 22, H 12 bis 16, Zitronen lose (50 Kilogramm) 22 bis Frankfurt a. M., 5. Okt. Auch am Butter- markt sind die Anlieferungen von deutscher und holländischer frischer Butter außerordentlich knapp, ge- nngere Qualitäten werden etwas reichlicher angeboten und finden schlank Unterkunft. Kühlhausbutter wird schon ziemlich stark in den Verkehr gebracht. Der Absatz an den Konsum ist zwar wieder ruhiger geworden, bleibt aber im ganzen befriedigend. Die Preise blieben gegen die Vorwoche unverändert und notierten pro 50 Kilogramm in Mark frei Frank- katholische Gemeinden. Samstag, den 6. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 7. Oktober, 20. Sonntag nach Pfingsten. Rosenkranzfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt 11: Messe mit Predigt; 17.30: Rosenkranz- andacht; an den Werktagen ist die Rosenkranz- andacht Montags, Mittwochs und Freitags um 20 Uhr, Dienstags, Donnerstags und Samstags um 18 Uhr. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — fiungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christen- lehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Pre- digt. 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mtt Predigt. Mittwoch, den 10. Oktober. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Reuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Gottesdienste: Sonntags 9.30 und 16 Uhr. Oefsentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tels- ^Ha^üpt post amt: Beschränkter Schalterdienst 8 6* a?d t^p o st amt: Für Schließsachabholer 1 bis 13 Uhr. „ , Sanitätskolonne: Telefon 2500. A e r z t e : Sanitätsrat Dr. Schliephake, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Fischer. Apotheke: Hirschapotheke. Frankfurt a. M., 5. Okt. Das bereits gestern stärker hervorgetretene Interesse für den deutschen Rentenmarkt bei starker Vernachlässigung der Aktten- papiere war an der heutigen Mittagsbörse noch ausgeprägter. Die Kulisse nahm allgemein Tauschoperationen gegen Renten vor, zumal auch die Kundschaft ihr Kaufinteresfe auf den Rentenmarkt verlagert hatte. Besondere Motive für die schwache Haltung des> Aktienmarktes lagen zwar nicht vor, es schien aber, als ob man in weiteren Kreisen erst noch Näheres über die künftige Behandlung der Spekulationsgewinne, der höheren Dividenden ufw. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Berlin .vranllun ü. 2)i. Berlin Aialli UL u. MV. kurs frflrfc Tur* dörse furd l'örso 4-10. | 5-10 4-10. Datum 4-10. I 5-10 4-10. | 5.10 95 94,75 94,75 93 92,25 92,4 98,4 98,25 98,5 98,4 26 26,25 26 94,25 94,6 94,75 94,5 155 154 92,5 92 92,75 29,5 92,25 142,25 143,4 91,75 91,75 0 102,25 101,5 102 101,25 83 93 92,5 93 92,5 93 92,5 Banknoten. 92,9 92,25 93 92,25 94,25 93 101,75 101,75 101,75 o 31 31,25 14,5 01 8| 8 95 94,25 101,75 96 67 0 0 (i 0 0 70,25 73,25 147,13 70 72,5 144,25 70 72,5 144,25 49,9 60 92 40,5 86 30,5 1,35 7,65 7,25 7,25 13,5 0 0 12 0 0 6 6 0 29,9 143,5 104,5 120 81,9 110 104 93,75 146,5 124 88,13 110,5 64,5 105 122 76,4 77,25 116,5 75,75 76,75 29,65 143,5 104,5 120,5 80,75 110 105 94 146 124,5 122 77,65 76,65 26 26,5 0 0 49,75 238 91,5 42,65 13,5 51,25 60,5 32,5 207,5 175,5 132 80,5 117,75 132,5 31,75 217 175 131 110,25 61,9 129,5 49,65 67,5 125 50,75 60,5 88,25 32525 207,5 176,5 131,75 92,5 41 86,5 77,75 97,4 49,25 234 92 42,5 13,25 121,75 120,75 153,5 62,49 80,99 33,86 o (i <; 6 o O Schiuß- rurd 142,13 218 92 40,5 86 29 80 96 66,75 70,5 73 145,5 143,25 220 92,75 41,25 88,65 49,25 233 91,75 42,75 13,25 121,25 120,25 155 64,25 63 49 66,75 29,4 143,25 104,5 119,5 79,4 109,25 103,25 93,75 143 122,25 86 108,5 64,25 105 28,75 78.65 96 67 87,75 110 64,65 105,5 76 29 80,25 95,5 66,75 61,65 65 49,5 68 78,25 99 19,75 237,5 91,5 42,65 13,25 109,25 63,75 126,5 49 65,75 124,5 50,13 59,25 88 31,65 216 172,5 131 29,4 143,4 104,5 118,5 79 109,4 104 93,5 144,5 122,75 1,35 7,45 7 7,13 15,25 O 0 0 0 1(1 0 0 118,25 76 76,4 86 107,75 64,13 104,25 75 Philipp Hotzmann .... Zementwerk Heidelberg CemcntiDcrl Karlstadt 62,75 81,31 34,00 32,5 78,75 190,5 Gritzner Mainkrnstwerkc Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker...... 29,25 1,3 7,7 7 Hamburg-Amertka-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschifs........... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bauk ... Deutsche Bank und DtSconto- Gesellschasi .............. Dresdner Bank Reichsbank ................ : A.E.G. Bekula Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstctn L Koppel .. Leonhard Tietz...... Chade.............. Aecumulatoren-Fabrit Conti-Gummi....... 58,01 54,09 12,115 16,35 168,01 21,33 60,88 8 4,9 4,4 35,5 7,13 4,3 36 7,65 7 7,1 13,5 8 4,9 7 4,4 35 4,9 7,15 4,4 35,9 I 7m| I 190 1 190,5 \ I. G. Farben-Inbustrie Schetdeanstall Goldschmidt ... RütgerSwerke .. Metallgeiellschast Mansfelder Bergbau .. Koksiverke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke Otavt Minen Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth «otriguau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... ManneSmann-Rbhren Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegisckie Noten .......•••• -• Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Note» 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% efym.7% Dt. Reichsanl. 0.1929 5/t% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Nechten ............. DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% et)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6*/i% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mtt AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6Vi% ehem. 4«4% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu^Psandbriefe....... 67i% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. BuderuS Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................. Hocsch Eisen—Köln-Neuessen 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 47t% desgl. von 1918........ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie ..................... «E* BL Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. U — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 2,442 58,25 54,31 12,155 16,41 168,69 21,41 61,12 Schlup!. Mittag- börfc 5.10 Oatum 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Stumän.vereinh.Rcntev.l918 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2*4% Anatolier ............... El^tr. L^e^erungSgesellschaft... Felten & Guilleaume Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität .......6 Schuckert L Co...............5 Siemens« Halske............ 7 Lahmeyer L Eo.............10 Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg 0 Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ....... 9 m, Schluß- fürs Gchlußl. Abend- börse Schluß« fürs Schlußf. Mittag- bSrse Datum 410- | 5-10 4-10- 5-10 4.Oktober 5. Oktober Amtliche Geld Notierung I Sric Amtliche Geld I lotienmtz yrle Buenos Aire. 0,640 0,644 0,644 0,648 Brüssel----- 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Ian. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia ...... Kopenhagen 3,047 54,32 3,053 54,42 3,047 54,25 3,053 54,35 Danzig..... London ..... 81,22 12,165 81,38 12,195 81,18 12,15 81,34 12,18 HelsingsorS.. Paris ...... 5,375 16,39 5,385 16,43 5,365 16,39 5,375 16,43 Holland .... Italien..... 168,49 21,45 168,83 21,49 1 168,43 / 21,45 168,77 21,49 Iavan...... Jugoslawien Oslo..... : 0,713 5,694 61,12 0-715 5,706 J 61,24 / : 0,712 — 5,694 61,04 0,714 5,706 61,16 Men....... Lissabon .... 48-95 11,04 49-05 f 11,0W 48,95 11,03 49,05 11.05 Stockholm... 62,73 62,85 62,66 62,78 Schweiz .... 81,12 81,28 81,17 81,33 Spanien.... Prag....... 33,97 34,03 34,00 34,06 10,37 10,39 10,37 10,39 Budapest ... — — Neuyork... 2,472 2,476 2,470 2,474 Vertin, z.Oktober_______ <*flb I* y^cman/fi Gewerhe-n.Masdiinenftausclmle.Gieften Auskunft durch 5357D die Direktion, Liebigstraße 16 getroffen bin. 04832 Beste Qualitäten! — Niedrigste Preise! Vogtsche Handelsschulen A ■■■F Gießen-Herborn Anmeldung: Goethestr.32 jF Beginn: 8. 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Oktober Lose zu haben bei den Staatlichen-Lotterie-Einnahmen Meter 75 $HU Proust-Südd Staatslotteri^ JUWELIER Verlangen Sie Preisliste! 852 A Ueberzeugen Sie sich bitte von der Preiswürdigkeit unserer Jubiläums-Angebote Wahrend der Flugvorführungen auf dem Flugplatz Konzert des Musikzuges der SA-Standarie 116 unter Leitung von Musikzugführer Bruno Herrmann Eintrittspreise: im Vorverkauf 40 Pf., Jugendliche 30 Pf., an den Tageskassen 50 Pf. — Mitglieder des OLV. haben gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte freien Eintritt Vorverkaufsstetten in Gießen: Sporthaus Schwan, Mäusburg,- Musikhaus Ghallier, Neuenweg- Zigarrengeschäfie Moeser, Seltersweg und am Äahnhof,- Zeitschristenvertrieb Weber, plockstraße; Papierhandlung Zung, Seltersweg,- Zigarrenhaus Richter, Frank» surter Straße; Zigarrenhaus Gemmer, Äahnhosstraße; Zigarrenhaus Stephan, Äahnhof. straße; Konfektionshaus Sommer, Äahnhosstraße; in den übrigen Orten bei den Orts. 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