Nr. 208 Erstes Blatt M. Zahrgang Donnerstag, 6. September 1934 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfitatr Buch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. 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Die Kongreßhalle hat sich gegen das Vorjahr wenig verändert. Wieder sind die vorherrschenden Farben das matte Graugelb der Wand- und Deckenbespannung, das Rot der hohen Säulen, von denen sich in Silber das Hoheitszeichen wirkungsvoll abhebt. Nur daß diesmal die dem Saal zugekehrten Schmalseiten der Säulen vom Boden bis zur Decke über und über mit künstlichen Blumen bestickt sind. An der Stirnseite des Saales prangt in gewaltigen Abmessungen das Hakenkreuz. Von Lorbeer umrankt über der Eingangspforte, durch die der Führer den Kongreßsaal betreten wird, steht, in gewaltigen Lettern: „Alles für D e u t s ch la n d !" Zwischen zwei Säulen vor dem Podium, auf dem der Führer, die Spitzen des Staates und der Partei Platz nehmen werden, sind auf der Bühne Tonfilmapparate und gemaltige Scheinwerfer montiert. Den rückwärtigen Teil des Podiums füllt das Reichs-Symphonie-Orchester in hunkler brauner Festkleidung, dahinter sind der Spielmanns- und Musikzug der Gruppe Franken aufmarschiert. Kurz nach 11 Uhr schmettern Fanfaren: Der Führer kommt. Der Musikzug Franken intoniert den Badenweiler Marsch. 30 000 Menschen erheben sich von den Plätzen und recken die Arme zum Deutschen Gruß. Am Eingang der Halle ist der Führer von allen Reichs- und Gauleitern, den Ober- und Gruppenführern der SA. und SS. und den Obergebietsführern der HI. empfangen und durch die Saalmitte durch ein Spalier wie Bildsäulen stehender SS.-Männer zum Podium geleitet worden. Hinter ihm folgen der Stellvertreter Rudolf Heß, der Frankenführer Streicher und seine Adjutanten, dann die Blutfahne des 9. November 19 2 3, die vor dem Reichs- Symphonie-Orchester hinter den Reichs- und Gauleitern Aufstellung nimmt. Dann ziehen die ruhmbedeckten Standarten der Bewegung, an der Spitze die Adolf-Hitler-Standarte, durch die Mitte der Halle, teilen sich vor dem Podium und nehmen vor der Stirnseite Aufstellung. Die unsterblichen Töne des „Meistersingers-Vorspiels, gespielt vom Reichssymphonieorchester, fluten durch den festlichen Raum und nehmen Herz und Seele gefangen. Als dann die ersten Takte des Niederländischen Dankgebetes erklingen, erheben sich die Zehntausende zum Gedächtnis der für die Größe Deutschlands gefallenen Freiheitskämpfer der Bewegung. In die Schlußbitte des altes Liedes dröhnen in dumpfem Wirbel die Pauken, schmettern die Fanfaren: „Herr, mach uns frei!" Und wieder erhebt sich der Kongreß, als der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß den 6. Parteitag mit einem ehrfurchtsvollen Gedenken an den Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten v. Hindenburg eröffnet. Er führte u. a. aus: Nach einem vorbildlichen soldatischen Leben ging dieser große Deutsche von seinem Volke, nachdem er die revolutionären Kräfte des jungen Deutschland, der Frontgeneration unter Hitler mit seinem Segen zur Führung Deutschlands eingesetzt hatte, lieber das Grab hinaus danken wir Nationalsozialisten dem ehrwürdigen „Alten Herrn", als der er in der deutschen Geschichte weiterleben wird, die große Tat des Aneinderfügens des neuen deutschen Idealismus an die Traditionen der deutschen Vergangenheit. Sein Name erfüllte auch die übrige Welt mit Achtung. All denen, die uns Deutschen ihre Anteilnahme bei seinem Tode zum Ausdruck brachten, dankt die nationalsozialistische Bewegung. Wir gedenken des Generalfeldmarschalls als des ersten deutschen Soldaten des Krieges und gedenken damit zugleich unserer gefallenen Kameraden. Für den heiligen Glauben an das Vaterland dieser Millionen Toten sind auch die Kämpfer lm braunen Hemd des Nationalsozialismus gefallen. Unser handeln ist die Vollendung ihres Millens. Unter gedämpftem Trommelwirbel verliest danach der Chef des Stabes Lutze die Namen der 400 für die deutsche Freiheit gefallenen Kämpfer, während sich hinter ihm die Blutfahne neigt. Noch einmal werden bei der Nennung der Namen, deren viele heute in die Herzen aller Deutschen eingedrungen sind, bei dem Aufruf derer, mit deren Blut und Leben der Boden für den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung Schritt für Schritt erstatten wurde, die Jahre des Kampfes und der Verfolgung, des Leides und der Unterdrückung lebendig, und vor dem geistigen Auge der hier versammelten alten Kämpfer ziehen ihre Gestalten vorüber. Sie marschieren im Geist in ihren Reihen mit. Dann hat der Stellvertreter des Führer, Rudolf Heß, wieder das Wort, der zunächst die Hinterbliebenen der gefallenen Freiheitskämpfer, dann die Gäste des In- und Auslandes, die Mitglieder der Reichsregierung und der Parteiftellen sowie der Wehrmacht begrüßt, die zum erstenmal an dem Parteitag der Bewegung teilnehmen. Der Wortlaut der Proklamation des Führers Nach Begrüßungsworten des Gauleiters des Gaues Franken, Streicher, verlas der Sprecher der NSDAP., Gauleiter Wagner, die Proklamation des Führers. Parteigenossen und Parteigenossinnen! Nationalsozialisten! Seit sich aus den General-Mitgliederversammlungen der Nationalsozialistischen Partei der erste Parteitag in München entwickelte, sind nur etwas über elf Jahre vergangen. Welch eine kurze Spanne Zeit und welch gewaltige Wandlung! Der sechste Parteitag der Bewegung, der vierte in Nürnberg, ist eine Heerschau, die selbst den uns nicht Nahestehenden einen Eindruck vermitteln wird von der Macht der Bewegung und der besonderen Art ihres Wesens sowohl als ihrer Organisation, die beide in der deutschen Geschichte fein Vorbild besitzen, sondern einzig sind. Es gibt überhaupt kaum eine Demonstration politischer Art in der Welt, die so sehr wie diese charakteristisch und eigenartig die herrschende politische Idee und die in ihr fundierte Staatsgewalt zum Ausdruck bringt. Erfüllt von der Selbstsicherheit und Disziplin der nationalsozialistischen Lehre und ihrer Organisation ist sie eine ebenso klassische Demonstration wie umgekehrt die Parteitagungen der bürgerlich - parlamentarischen Demokratie symbolisch waren für deren geistig-unsicheres Jdeekonglomerat und ihre turbulenten Auswirkungen. Der Entschluß, diese Manifestationen des nationalsozialistischen Kampfes heuer schon wieder stattfinden zu lassen, entstand aus der Erkenntnis des Umfanges und der Bedeutung des Geschehens in dem hinter uns zurückliegenden Zeitraum von zwölf Monaten. Wir haben wahrlich ein Recht, auf fünfzig Wochen zurückzublicken, in denen mehr und Größeres geschah, als manchmal in fünfzig Jahren früherer deutscher Geschichte. Zwei Erkenntnisse wollen wir als geschichtliche Tatsachen werten: 1. Das Jahr vom September 1933 bis zum September 1934 brachte d i e endgültige Festigung der nationalsozialistischen Macht in Deutschland. Der Kongreß des Sieges war der Beginn eines Verfolgungskampfes, in dessen Verlauf von uns eine feindliche Stellung nach der anderen aufgebrochen und eingenommen wurde. 2. Dieser selbe Zeitraum war aber für die nationalsozialistische Staatsführung zugleich ein Jahr gewaltiger konstruktiver und produk- tiver Arbeit. Daraus ergibt sich eine notwendige und unzweifelhafte Feststellung: Die nationalsozialistische Revolution ist als revolutionärer, machtmäßiger Vorgang abgeschlossen! Sie hat als Revolution restlos erfüllt, was von ihr erhofft werden konnte. Diese Feststellung ist wichtig, weil bei jeder Revolution nur zu leicht von Phantasten oder Interessenten die Grenzen des Möglichen verkannt oder bewußt übersehen werden. Es gibt keine Revolution als Dauererscheinung, die nicht zur vollkommenen Anarchie führen müßte. Der Sinn einer Revolution kann nur sein, Widerstände, die von der allgemeinen Trägheit einer Zeit, von traditionsgebundenen Interessen oder vom bösen Willen gegen eine zweckmäßige und damit natürliche und notwendige Entwicklung aufgerichtet werden, durch einen Akt völkischer Selbsthilfe und damit Notwehr zu beseitigen. Dort, wo sich solche Vorgänge aber im ewigen Wechsel wiederholen, erscheinen nicht beherrschende Ideen oder zwingende Lebensnotwen- Unter dem neuen Staatsgnmdgeseh. Er fährt dann fort: Dieser Parteitag ist der erste unter der unumschränkten Herrschaft des Nationalsozialismus. Er steht im Zeichen Adolf Hitlers als oberstem und alleinigem Führer der Deutschen, i m Zeichen des „Führers" als ftaatsrecht- lich verankerter Begriff. Die Vereidigung der gesamten Wehrmacht und Beamtenschaft Deutschlands auf den Führer gibt der völligen Machtergreifung des Nationalsozialismus geschichtlichen Ausdruck. Die Parteitage der NSDAP, sind in ihrer inneren Größe einzigartig, weil der Rückblick auf die geleistete Arbeit des Nationalsozialismus das Vertrauen eines Millionenvolkes begründet — weil das Volk die geschichtlichen Richtlinien seines künftigen politischen Lebens erfährt. Die Richtlinien gibt der Führer. Das oberste Prinzip seiner als einziges Kampfmittel für Deutschlands Wiederaufstieg eingesetzten Bewegung ist das Gesetz der Totalität, welches alle Maßnahmen der nationalsozialistischen Führung des Reiches diktiert. Vom Zentralpunkt des Glaubens her wird der Strom zur Erweckung der nationalen Kräfte in alle Glieder des Volksorganismus geleitet; in gegenseitiger zweckvoller Ergänzung werden die Einzelhandlungen zur Wiederbelebung des gesamten Volks- und Staatskörpers durchgeführt. Was der Nationalsozialismus hierbei erreichte und einleitete — das werden im Rahmen dieses großen Kongresses führende Parteigenossen Üar- stellen. Sie werden in ihrer Gesamtheit zeigen, wie die einzelnen Maßnahmen auf Teilgebieten zu der totalen Kraftanstrengung des deutschen Volkes geführt haben. Die totale Kraftentfaltung aber — sie ist nur möglich gewesen nach der gewaltigen Umwälzung des Denkens und Handelns unseres Volkes, die das Leben und die Lehre Adolf Hitlers herbeigeführt haben. Mein Führer! Um Sie stehen die Fahnen und Standarten des Nationalsozialismus — der siegreichen Freiheitsbewegung Deutschlands. Wenn ihr Tuch einst mansch sein wird — wenn spätere Generationen in heiliger Verehrung die Siegeszeichen grüßen — erst dann werden die Menschen ganz fähig sein, rückblickend die Größe unserer Zeit zu verstehen und zu begreifen, was Sie, mein Führer, für Deutschland bedeuten. Wein Führer! Sie gaben Millionen Menschen die Arbeit wieder. Sie gaben Deutschland den Ehrenfrieden wieder. Sie stellten die verlorene Ehre der Ration wieder her. Sie haben den Deutschen wieder den Glauben an sich selbst gegeben. Sie gaben den Deutschen neue Grundlagen für ihre Zukunft. Sie haben den Opfertod der Millionen deutscher Soldaten des großen Krieges in eine lebendige Sinngebung für das deutsche Volk verwandelt. Sie errichteten die Volksgemeinschaft aus jenen Idealen, für die unsere gefallenen Frontkameraden starben. Sie kennen den Krieg; Sie erhalten den Frieden. Sie haben ein geschlagenes Volk aufgerichtet. Ihre Stärke gab dem Volk neuen Glauben — des Volkes Glaube macht Sie stark. Sie find Deutschland: Wenn Sie handeln, handelt die Ration. — Wenn Sie richten, richtet das Volk! Unser Dank ist das Gelöbnis, in guten Tagen und in bösen Tagen zu Ihnen zu stehen! Zu Ihnen zu stehen, komme, was da wolle! So wie die alten Kämpfer der Bewegung zu Ihnen standen im Ringen um die Macht, gleich, ob gute oder böse Tage kamen! Dank Ihrer Führung erreichte die Bewegung ihr Ziel: Deutschland zu werden. Dank Ihrer Führung wird Deutschland sein Ziel erreichen: Heimat zu sein für ein treues Volk der nationalen Selbstbehauptung und der sozialen Gerechtigkeit. Heimat zu sein für alle Deutschen der Welt! Unter den alten und neuen Fahnen marschieren wir diesem Ziel entgegen nach Ihrem Willen — Ihr Wille ist uns Befehl! Sie waren uns der Garant des Sieges, Sie find uns der Garant des Friedens. Dem Führer — Sieg-Heil! Die Rede des Stellvertreters des Führers wurde immer wieder von begeisterten Beifallskundgebungen und stürmischen Heilrufen unterbrochen und steigerte sich am Schluß zu einem gewaltigen Bekenntnis des Parteikongresses zum Führer. Minutenlange Heilrufe folgten den Worten des Stellvertreters des Führers: „Wenn Sie handeln, handelt die Nation, wenn Sie richten, richtet das Volk!" Der Festakt im Saal des Nürnberger Rathauses. 'Neben dem Kanzler die Nachbildungen der Reichskrönungsinsigmen— hinter chm die Truhe, in der die echten Insignien einst aufbewahrt wurde«. Die Eröffnung des Parteikongreffes in der LuitpoldHalle, bei der Gauleiter Wagner als Sprecher der Partei dis Proklamation des Führers verliest. M X- HzM 3 ML V V J - .. < ■ ÄS * ■-i 'V 3 \ .■; - Die Führung der Nation Die Reichseinheit ist geschaffen herauswittern. Oer Sieg des Glaubens Staate erobert haben, die Millionen der Zukunft aber ausschließlich für ihn erziehen. die Macht der Bewegung zu erweitern und im Staate zu festigen und nimmermehr aus den Händen zu geben. Wenn schon die Demokratie nur die Vollstreckerin des Volkswillens sein soll, dann sind wir bessere Demo- traten als unsere Gegner in den meisten sogenannten Demokratien der Welt. Denn dort wird der Wille der Völker nicht selten von schlechten Parteien vertan und bei uns von einem starken Regiment wahrgenommen! | Daher werden wir auch jeden Versuch, gegen die Führung der nationalsoziatistischen Vewe- gung und des Reiches einen Akt der Gewalt- I tätigten anzuzetteln, ulederschlagen unb Organisationen stößt in fast beängstigendem Tempo der Aufbau der nationalsozialistischen Jugend. Drei Riesengebilde, die, geführt und befehligt von der nationalsozialistischen Partei, Rlillionenmassen der Gegenwart unserem Angeln zu heben. Gewiß schlummern in dieser Masse des Glaubens auch die Fähigkeiten einer In dieselbe Zeil fällt aber zugleich die Fort- sehung der Ausgestaltung des inneren Aufbaues des Deutschen Reiches. Eine halbtausendjährige Zersplitterung und damit Ohnmacht der deutschen Nation findet ihren Abschluß. Das deutsche Volk wird in Zukunft sein Schicksal nur in einer einzigen staatlichen Erscheinung wahrnehmen, genau so, wie es nur eine einzige nationalsozialistische Partei gibt. Der lähmende Gegensatz zwischen dem Reich und Preußen findet feine Lösung, wie die unverständliche Gegensätzlichkeit einzelner süddeutscher Staaten ihre Liquidierung erfährt. In alle führenden Stellen aber rücken gehorsame Söhne der na- Und diese Führung des Volkes hat heute in Deutschland die Macht zu allem! Wer will bestreiten, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht unumschränkter und unbeschränkter Herr des Deutschen Reiches geworden ist? Wer aber will weiter behaupten, daß etwa die Repräsentanz dieser Bewegung, die heute die Staatsführung innehat, nicht das Beste dieser Bewegung sei, sondern daß sich das Bessere in jenem Teil befindet, der zumindest in der Zeit des Kampfes um die Macht nicht der sichtbare Willens- und Kampfträger der Bewegung war. Es gehört zur Anständigkeit eines wirklichen Mannes, den Mut einer gerechten Selbsteinfchähung zu besitzen. Ob daher das, was heute in Deutschland die nationalsozialistische Macht führungsmäßig repräsentiert, dem einen oder anderen paßt, ist nebensächlich. Ob es diesen oder jenen Fehler besitzt, belanglos. Allein nicht bestritten werden kann, daß es das Veste ist, was der Rationalsozialismus an geistiger und schöpferischer Kraft, an Fähigkeit der Organisation und Führung fein eigen nennt. And das ist entscheidend! Diese Führung der Nation, die Elite unserer Partei, hat alle Möglichkeiten des Handels durch die nationalsozialistische Revolution erhalten. Ihr Wille, das Programm der nationalsozialistischen Bewegung zu verwirklichen, kann von niemandem bestritten werden. In der Partei und gar in der übrigen Nation befindet sich niemand, der mehr geeignet wäre, dieses Programm zu vertreten. Denn er müßte dies schon in der Zeit des Kampfes um die ßes auf dieser Welt, das Jahrtausende beherrschte und in Jahrzehnten entstanden wäre. Der größte Baum hat auch das längste Wachstum hinter stch. Was Jahrhunderten trotzt, wird auch nur m Jahrhunderten stark. Revolutionen sind Vorgänge, ote nur entscheiden: wer pflanzt, was gepflanzt wird und bedingt noch, wie es gepflanzt wird. Säen und Reifen aber überlassen sie stets der Evolution d. h. der Zeit. Daher ist hierüber zusammenfassend folgendes zu sagen: „Das deutsche Wunder". Der Wille der nationalsozialistischen Staats- führung ist ein unbeirrbarer und ein unerschütterlicher. Sie weih, was sie will und will, was sie weiß. Sie hat zu dieser Selbstein- schähung ein Recht, denn sie hat hinter sich das Zeugnis einer Bewährung, das geschichtlich nur sehr selten ausgestellt wird. Denn die Staatsführung des heutigen Reiches ist die Führung der nationalsozialistischen Partei. Was dieser aber in kurzem Zeitraum von 15 Jahren gelang, wird den Kindern späterer Generationen unseres Volkes gelehrt werden als das „deutsche Wunder". Sie ist daher auch entschlossen, die ihr gegebene Gewalt wahrzu- nehmen! Sie führt und kapituliert vor niemandem! Besserwisser, Kritikaster usw. imponieren ihr nicht. Für diese ist es zu spät. Das Schicksal hat ihnen allen vordem Zeit genug gegeben, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Entweder vergaßen sie damals, sich vorzustellen, oder sie waren hierzu nicht fähig. Allein, wenn ihnen das Mißgeschick passiert sein sollte, damals infolge anderweitiger Betätigung sich nicht rechtzeitig in der Weltgeschichte angemeldet zu haben, so kann ihnen heute dennoch nicht mehr geholfen werden. Denn zwei können nicht an einem Platz stehen. Und wo wir einmal stehen, steht kein anderer. Die deutsche Lebensform aber ist damit für das nächste Jahrtausend endgültig bestimmt. Es gibt keinen Zweifel: Angefangen von der höchsten Staatsführung bis hinunter in die breite Masse aller Aemter haben sich Taufende und Zehntausende von früher nicht zu uns gehörenden Mitarbeitern innerlich mehr und mehr der nationalsozialistischen Idee zugewandt, und viele von ihnen sind — innerlich vielleicht sogar unbewußt — schon heute treue Diener und Verfechter unserer Bewegung geworden. Allein grundsätzlich muh dennoch im Auge behalten werden, daß alles irdische Glück nur i m Menschen selbst liegt und daß es daher falsch ist, von dieser Welt mehr zu erwarten, als wir ihr selbst zu geben bereit sind. Die letzte Verwirklichung des nationalsozialistischen Staates ist daher leider abhängig von der Durchführung der national- fozialistifchen Erziehung unseres Volkes. Dies aber ist nicht eine Angelegenheit des Augenblicks, sondern die Aufgabe einer langen Zelt. imkeimeer sticken, er mag kommen von wem er will. Wir alle wissen, wen die Ration beauftragt hat! wehe dem, der dies nicht weih oder es vergiht! Im deutschen Volk sind Revolutionen stets selten gewesen. Das nervöse Zeitalter des 19. Jahrhunderts hat bei uns endgültig feinen Abschluß gefunden. In den nächsten tausend Jahren findet in Deutschland keine Revolution mehr statt! So hat dieses Regiment, gefestigt und stark in seiner inneren Selbstsicherheit, erfüllt von der Kraft des Glaubens und Vertrauens des Volkes, auf allen Gebieten mit der Arbeit begonnen. Außenpolitisch haben wir in der feierlich» sten Weise vor aller Welt die Grundsätze proklamiert, nach denen die deutsche Nation ohne Haß und Rachsucht gegen andere Friede und Freundschaft auch mit d e n e n sucht, die uns vor 15 Jahren noch als Feinde gegenüberstanden. In der tieferen Erkenntnis der notwendigen Folgen eines neuen Krieges in Europa, der nur zum kommunistischen Chaos führen könnte, haben wir alles getan, was zur Verbesserung und Entgiftung unserer Beziehungen mit diesen uns früher feindlich gegenübergestandenen Na« tionen möglich war. Wenn unsere ewigen Appelle so oft ohne jede Antwort blieben, dann wist sen wir dennoch, daß es nicht die Völker sind, die Streit und Krieg wünschen, sondern kleine Cliquen internationaler Hetzer, deren Interesse es ist, Kriege zu machen, an Kriegen ZU verdienen, aber niemals in Kriegen zu kämpfen! Wir geben daher auch die Hoffnung nicht auf, daß Zn den nächsten tansendZahren finden in DeutschlandkeineRevoluüonenmehrstatt" digkeiten als Auftraggeber der revolutionären Erhebungen, sondern der v e.r b r e ch e r i s ch e Ehrgeiz einzelner nach Macht strebender Usurpatoren. Diese Revolutionen in Permanenz führen zur Zerrüttung jeglichen völkischen, staatlichen und wirtschaftlichen Lebens. Sie sind nicht Explosionen eines vergewaltigten Selbsterhaltungstriebes einer Nation, sondern einfache Machtkämpfe beutegieriger Politiker! Wahrhafte Revolutionen sind nur denkbar als Vollzug einer neuen Berufung, der der Volkswille auf diese Art seinen geschichtlichen Auftrag erteilt. Der Weg zu einer neuen Ordnung. Daher kann eine Revolution an sich auch niemals ein Programm verwirklichen. Sie kann n u r den Kräften freie Bahn geben, die sich einem bestimmten Programm verschrieben und seine Verwirklichung zugesichert haben. Revolutionen beseitigen nur Rlachtzustände! Die Evolution allein verändert Sachzustände! Denn das Entscheidende ist nicht die Ueberroin- bung, Beseitigung oder gar Vernichtung bestimmter Lebensauffassungen, Einrichtungen, Funktionen usw. als vielmehr ihr Ersah durch bessere. So wie die Well nicht von Kriegen lebt, so leben die Völker nicht von Revolutionen. In beiden Fällen können höchstens Voraussetzungen für ein neues Leben geschaffen werden. Wehe aber, wenn der Akt der Zerstörung nicht im Dienste einer besseren und damit höheren Idee erfolgt, sondern ausschließlich nur den nihilistischen Trieben der Vernichtung gehorcht und damit an Stelle eines besseren Reuaufbaus ewigen haß zur Fotge hat. Eine Revolution, die in der Niederwerfung eines politischen Gegners oder in der Vernichtung früherer Leistungen, der des Führers der Partei zum Staatsoberhaupt der deutschen Ration, sowie anschließend in der Vereidigung von Wehrmacht und Verwaltung de s R e i ch e s a u s i h n. Damit hat die nationalsozialistische Revolution in diesem Jahre in einem einzigartigen Porwärlssiürmen Deutschland erobert und die Voraussetzungen geschaffen für eine überlegene, von oben geführte Verwirklichung des nationatfo- ziatistischen Programms. Durch die Stellung der Wehrmacht aber als einzigem Waffenträger der Ration zu diesem neuen Staate ist die letzte auf unabsehbare Zeit wirkende Sicherung des neuen Zustandes erfolgt! Wenn es demgegenüber unseren Feinden, besonders außerhalb des Reiches, gefällt, in den vier Millionen Neinstimmen eine gefahrdrohende Opposition zu erblicken, dann kann uns das nur mit innerem Lächeln erfüllen. Vor 14 Jahren find wir als einsame Männer unbekannt und namenlos ausgezogen, eine große Nation zu erobern. Damals trugen wir in unseren Herzen die inbrünstige Zuversicht, daß es uns gelingen wird, die unbekannte Flagge einer neuen Idee dereinst auf das Berliner Schloß zu pflanzen. Heute sehen wir nach einem geschichtlich noch nicht dagewesenen Siegeszug vor uns noch ein Häufchen Seitwärts- stehender, Abtrünniger oder von uns überhaupt nicht Gewollter. Ihre Bezeichnung als „Opposition" ist die einzig treffsichere Kennzeichnung ihrer traurigen Existenz. Denn auch wir standen einst in Opposition. Allein wir waren die Nationalsozialistische Partei, und unser Glaube war unter Programm. Diese aber sind nur Opposition und haben weder Glauben noch Programm. Sie sind, angefangen vom ewigen Ahasver der Menschheit bis zum wurzellosen Anarchisten eine Fronde destruktiver Elemente oder einfältiger Toren, deren einziges gemeinsames Bekenntnis das „N e i n" der nationalen Gemeinschaft und der positiven Arbeit gegenüber ist. Sie werden fcute dies so wenig begreifen, als sie es vor 15 Jahren ebenfalls nicht erfaßten. Allein, wenn von diesen allen leiblich kein Staub und von ihrem Geiste kein Hauch mehr übrig Jem wird, wird das deutsche Wunder weiter strahlen, das Leben unseres Volkes formen und bestimmen. Daß dem aber so sein wird, verdanken wir nicht unwesentlich diesen zwölf letzten Monaten. Man wird einst mit Recht die Zeit zwischen dem Partei- tag 1933 und dem 1934 als das Jahr der politischen Machtsicherung in Deutschland durch den Nationalsozialismus bezeichnen. Noch im März 1933 bekannte sich in den Reichs- tagswahlen das deutsche Volk mit 17,5^Millionen seiner Seelen zu uns. Dann kam die Revolution. In einem einzigen gewaltigen Aufstand fegte die Partei die Türsteher eines morschen Zeitalters zur Seite. Aus den Gebäuden des Staates flatterten unsere Fahnen, und die Adler haben das Symbol der neuen Hoheit empor über das Reich. In einem einzigartigen Entschluß sprang die Bewegung am ersten Mai hinein in das Volk und riß die Millionen Proletarier heraus aus dem Phantom der 3nter- nationale und stellte sie mitten in die Gemeinschaft der Nation. 24 Stunden darauf waren die Burgen des Klassenwahnsinns gefallen! Die Führung der Nation, d. h. die Führung der nationalsozialistischen Partei legte in wenigen Monaten den Grundstock zu einem Vertrauen, das zum ersten Mal auf einem Gebiet der Außenpolitik zum bisher unerhörten Ausdruck kam. 40 Millionen Deutsche billigten den Entschluß der nationalen Regierung, Genf zu verlassen und aus dem Völkerbund auszutreten, und über 39 Millionen bekannten sich zu einer unter nationalsozialistischer Führung stehenden Gemeinschaftslifte für den neuen Reichstag. Wenn bis dorthin die nationalsozialistische Staatsführung die legale Berechtigung zu ihren Handlungen aus einem Ermächtigungsgesetz ableitete, bet dem nahezu 9 Millionen Stimmen früher nichtnatw- nalsozialistischen Parteien 17 Millionen nationalfo- zialiftischen gegenüberftanben, dann entfielen im November desselben Jahres von 39 Millionen Stimmen nur mehr 40 Mandate, das find 2,4 Millionen Stimmen, auf Repräsentanten dieser fremden Parteiwelt. 10 Monate später hat die Nation sich schon mit über 38 Millionen Stimmen für die ausschlieh- liche nationalsozialistische Staatsführung entschieden. Eine gigantische Entwicklung! Beseitigung vorhandener Zustände ihre einzige Aufgabe sieht, führt zu nichts Besserem als zu einem Weltkrieg, der in einem wahnsinnigen Diktat seine grauenhafte Erfüllung, d. h. Fortsetzung findet. Wenn daher der Revolution nur ein sekundärer Charakter beigemessen werden kann, so liegt die primäre Bedeutung in der Idee und ^em.programmatisch niedergelegten Wollen die als Auftraggeber eines solchen Vorganges anzusehen sind. Diese Zle.- setzung aber ist allein verpflichtend für den Ablauf einer wichen Erhebung. Indem diese Zielsetzung ursprünglich niemals aus der Gesamtheit einer revolutionären Masse, sondern stets aus der intuitiven Erkenntnis und Einsicht eines Einzelnen ober einzelner Weniger stammt, können auch nur biese burch bie Revolution den geschichtlichen Auftrag s?r die Erfüllung ihres Programms erhalten haben. Denn indem Hunderttausende bereit sind, kämpfend für ein Ideal die dem sich entgegensetzenden Widerstände zu beseitigen, erwarten sie um so mehr, daß die Schöpfer dieses Ideals für dessen Verwirklichung sorgen. Denn die Kampfer einer solchen Erhebung find nicht gefallen, damit dann Wahnsinnige oder Nichtskönner einen an sich schlechten Zustand der Vergangenheit in ein noch schlechteres Chaos der Gegenwart verwandeln, sondern damit nach einem kurzen, wenn auch chaotischen Uebergang eine neue dauernde und bessere Ordnung entsteht. Sie wollen nichts anderes, als daß durch ihr Opfer jene Willensträger, die mit ihrer Idee auch ihnen den Glauben und Befehl zum Handeln gaben, die Möglichkeit der Verwirklichung ihrer Ideen erhalten. Und je mehr diese Idee im Unter, bewußtsein einer Nation als instinktiv gesuhlte, wenn auch nicht verstandesmäßig erkannte Lebensgesetze empfunden werden, um so mehr Verantwortung fällt auf jene, bie als Erklärer und Ausspre- cher dieser inneren Sehnsucht zugleich deren offene Verkünder und damit die Führer eines Volkes I geworden find. Stabilität unb Selbstsicherheit eines führenden Regiments bedingen einander gegenseitig. Ohne dem sind überhaupt keine Erfolge zu erzielen. Denn jene Besserwisser, bie burch bie Kritik der Taktik bie Rotwenbigkeit ihrer eigenen Berufung beweisen möchten, sinb zu allen Zelten fo zahlreich gewesen, bah bie Völker selbst bei schnellstem Regierungsverbrauch sie nie hätte verbauen können. Es ist baher nötig, bah man solchen Versuchen gegenüber hart unb entschlossen bleibt. Wer bannt eine Revolution zu motivieren versucht, hanbelt stets gewissenlos. Auch die nationalsozialistische Bewegung hat ihren revolutionären Kampf nicht begonnen, weil sie etwa die taktische Geschicklichkeit ihrer Vorgänger als nicht zulänglich angesehen hat, sondern weil die weltanschauliche Basis dieses Regiments von Grund auf falsch und irrig war, so schlecht, daß auch die besten Taktiker daran nichts mehr zu Gunsten der Nation hätte ändern können! Und so war es auch. Wenn Rücksichten taktischer Natur das Handeln der nationalsozialistischen Staatsführung auf zahlreichen Gebieten beeinflussen, dann ebenso auch Hemmungen, die sich aus Mangel fachlich geeigneter Qualitäten ergeben. Und auch dies muß eine wahrhaft souveräne Bewegung großzügig sehen und selbstsicher in Kauf nehmen. Der Nationalsozialismus ist eine Weltanschauung. Ihre Verwirklichung steht meilenweit über jedem Akt einer reinen Inbesitznahme der Staatsgewalt. Die Regierungsgewalt in einem Volke von 68 Millionen Menschen zu stürzen und zu übernehmen, ist schwer. Allein aus diesen 68 Millionen Einzelwesen einer zerfahrenen Welt Seelenkämpser einer neuen Idee zu machen, ist tausendmal schwerer. Ich zweifle nicht, daß sich für jedes ausgeschriebene Amt stets Hunderte an Bewerbern melden. Allein es gilt auch hier die fternenweise Erkenntnis: „Viele sind berufen, doch wenige auserwäh11". Als die nationalsozialistische^Partei, erfüllt von feurigem Glauben einer Weltanschauung ihren Kamp um Deutschland begann, lag es in der Natur eines solchen Unternehmens, daß der Glaube ein größeres Kontingent stellte, als das abstrakte ober gar eingebildete Wissen. Nur mit der gläubigen Inbrunst dieser unverdorbenen und unverbildeten Menschen war es möglich, einen Staat aus seinen bar zwischen der Macht der Bewegung und ihrer ziffernmäßigen Verankerung und Beteiligung an den tausend und zehntausend einzelnen Stellen der ee Staatsführung unseres Volkes besteht ober zu be- rr_ tehen scheint. Denn was bisher nicht sein konnte, i wird in der Zukunft werden. Die Kraft der Assimilierung unserer Idee ist mit dem 30. Jan. nicht erloschen. Im Gegenteil. Wenn es möglich war, im knap- Und auch diesen letzten Rest nichtnationalsozia- pen Lauf eines Jahres einen gewaltigen Suroadjs liftifdjer.^^tauffaffunfl u rf der nationalsozialistischen Partei einzugliedern, unser nächster ^agnff zersprengen. D e Richtigkeit dann ist es verständlich, daß die Werbekraft unse- unserer Idee, die Starke unserer Leistungen, die rer Idee sich allmählich auch dort auszuwirken be- Beharrlichkeit unseres Willens wird von ihnen geginnt, wo nur durch äußere Widerstände ihr roinnen, was deutsch ist und Damit für uns ge- früheres Eindringen am meisten gehemmt war. wonnen werden kann. Der Rest aber wird genau 1 ’ ä 1 f0 wesenlos sein für die Zukunft der deutschen Nation, wie der normale Satz des Verbrechertums belanglos sein muß für die menschliche Gesellschaft. Wir alle können heute das stolzeste Bewußtsein unser eigen nennen Pollstrecker des Willens der Nation zu sein. Die nationalsozialistische Partei hat damit ihre Macht durch und mit dem Willen des deutschen Volkes. Sie hat weiter damit die Pflicht, ihr von der überwältigenden Mehrheit gebilligtes Programm zu verwirklichen. Der erste Gedanke und die erste Aufgabe dieses Programms aber lautet- In ununterbrochener Sorge und Arbeit Durch Gesetzgebung und organisatorische Maßnahmen ist die Presse in den Dienst dieser gewaltigsten Idee und Aufgabe unseres Volkes getreten und hilft nun mit, die (Einheit de r W i I - lensmeinung in immer fteigeuöem Maße herzustellen. Wohin wir in Deutschland blicken, wir .sehen überall nur eines: Das Reich und das Volk vielen Gebieten Nationalsozialisten in leitenden sind in den hinter uns üe0e^ Stellen zu halten oder gar zu bringen, führte in rapider Schnelligkeit der nationalsozialistischen Lehre der inneren Struktur der Bewegung zu einer e i n - verfallen und unserer Ideegewann vl und bami eiligen Verlagerung ber Bildung unb bes wie verwanbelt zu einer gewaltigen Kraft Wissens gegenüber bem intuitiven Erkennen, treue- geworden. tem Glauben und fanatischem Opfersinn. Das Herz Die Krönung dieser politischen Entwicklung unb bie lugenben mögen immer schwerer als bas ^igf sich symbolisch in der Aebernahme bloße äußere Wissen. Das war in ber Zeit bes Hoheitszeichens der Bewegung Kampfes unser großes unb stolzes Glück. Heute burdl xte Wehrmacht, in der Wahl muß es alle bie warnen, bie bas Recht zur Kritik I ableiten wollen aus bem Mißverhältnis, bas schein- Macht bei den Tausenden sich bietenden Gelegenheiten unter Beweis gestellt haben. Es kann daher das Handeln dieser Führung der Vollstreckung des nationalsozialistischen Auftrages durch nichts gehemmt werden außer durch Momente taktischer, per- önlicher und damit zeitlicher Natur. Es ist eine ewige Erfahrung, daß der Schwächling ebenso gern bereit ist, seine zögernde Unfähigkeit mit dem Wort Taktik zu entschuldigen, rote er umgekehrt einmal wild geworden jede Taktik a l s Zeich en der Schwäche verfehmt. Es tritt dann nur zu leicht der komische Zustand ein, daß solche politischen Spießer in allen grundsätzlichen Dingen der Taktik erliegen, umgekehrt aber im taktischen Vorgehen über lauter Grundsätze stolpern. Eine Bewegung, die auf dem festen Fundament einer Weltanschauung gegründet ist, gibt ihrer Führung die Möglichkeit, in eisiger Heber- legung ein Ziel ins Auge zu fassen, bas burch bie Idee fixiert erscheint unb nach allen Regeln ber Kunst des Möglichen zu erreichen versucht wird. , -------- - ; v ,, . ., Wehe, wenn sich eine Staatsführung in der Be- tionalsozialisiischen Partei e n und bieten die folgung'des ihr gegebenen Auftrages von Besser- Gewahr, daß nur ein Wille Deutschland be- roiHern ober Kritikastern beirren herrscht und damit Deutschland selbst wieder läßt, jene Wege zu suchen unb zu gehen, die nach \n einem Willen zusammengefaßt erscheint. Zum menschlichem Ermessen bei geringsten Opfern und Ausbau der gewaltigen Bauern- und Arbeiter- mit ber größten Wahrscheinlichkeit am Ende doch -----.......- bas gesehene Ziel erreichen lassen. Eine wirklich souveräne Vollstreckung bes Volkswillens barf ge- rabe beshalb am wenigsten sich vor benen beugen ober benen nachgeben, bie in ber stets leichten Kritik bes taktischen Vorgehens bie Möglichkeit einer Erschütterung eines Regiments an sich erblicken, unb barin Die alleinigen Chancen einer sonst wirklich nicht berechtigten eigenen Berufung ... _________ ....... ... v..v.o_______ ______ Wir kommen damit zum dritten Moment der sachlich erforderlichen Entwicklung. Allein die prak- Beeinflussung des Handelns der Führung, das i m tische Unmöglichkeit, in der Zeit des Kampfes auf13etHid)en an sich liegt Es gibt nichts Gro- unser Ruf am Ende doch noch auf Verständnis stößt, ebenso wie wir niemals einen Zweifel darüber lassen wollen, daß die heutige deutsche Nation ihre Ehre, ihre Unabhängigkeit und Freiheit mit allen Mitteln zu wahren entschlossen ist. Niemals werden wir Verzicht leisten auf jene Rechte, die für eine große Nation unveräußerlich sind und bloß von einem kleinen Geschlecht kleinster Politiker verhökert werden konnten. Diese Politiker aber war-en vergänglich, und Deutschland ist ewig. So wie w i r keinem Volk einen solchen charakterlichen Defekt zutrauen oder ihn gar als Basis un- seres Verhältnisses zu ihm fordern wollen, so wird die Welt sich damit abfinden müssen, daß auch die deutsche Nation nicht zu messen ist nach den Äußerungen eines ihr durch Lug und Trug im Laufe von 60 Jahren aufgeschwindelten Regimentes internationaler Freibeuter und Politikaster, son- dern nach den in ihr geschichtlich erwiesenen Quali- täten und Werten. Aus dieser Ueberzeugung mußten wir uns von Institutionen zurückziehen, die nicht gewillt waren, Deutschland'als gleichberechtigte Macht anzuerken- nen, und die aber glaubten, mit einem diskriminierten Volk politische Handlungen vornehmen zu können. Daß die nationalsozialistische Staatssüh- rung damit nur tat, was das ganze deutsche Volk — von seinen jüdisch-interntionalen Elementen abgesehen — für selbstverständlich hält, hat der Volksentscheid bewiesen. Unsere ganze politische Arbeit aber war nur erfüllt von dem Gedanken, diesen Prinzipien der Friedensliebe einerseits und unserer Ehrlieb e andererseits Geltung zu verschaffen. bauenden Arbeit nicht anerkennen will, dem müssen wir dann einges zur Antwort geben: 1. Was hast du selbst geleistet? 2. Wie lange soll dieses neue Reich bestehen? 3. Wie lange brauchte die Menschheit, um bis zu ihrem heutigen Stande zu kommen? 4. Was sollen wir in den nächsten Jahrhunderten tun, wenn euch Nörglern schon jetzt jeder Anlaß für eure Kritik weggenommen werden könnte? Nein, wir haben vor, mit diesen Destrukteuren in Zukunft eine klare Sprache zu reden. Nicht nur, daß sie nichts leisten am Aufbau der Nation, nein, sie sind die Schuldigen daran, daß Deutschland so tief gefallen ist. In ihrem Lager sehen wir alle d'"ieniaen, die die Nation verkommen ließen, Deutschland in das Verderben führten und dem oamit Eingang verschafften. Wir Nationalsozialisten und Nationalsozialistin« n >' haben in diesen Tagen ein Recht, in stolzer Freude den 6. Parteitag zu feiern, denn hinter uns liegt wahrlich ein Jahr der Arbeit, der Leistungen und des Erfolges, und vor uns liegen Aufgaben, die zu erfüllen wir uns gerade an diesen Tagen die nötige Kraft und Entschlossenheit erneut holen wollen. Vor neuen Aufgaben. Das Vertrauen des Volkes ist eine Verpflichtung für die Partei. I n n e n p o l i t l f ch war die schwerste Aufgabe die der Reorganisation der Partei und ihrer Gliederungen sowie ihre Säuberung von Elementen, die, pflicht- und ehrvergessen, nicht würdig waren, ihren Hamen zu tragen. Der Glaube des deutschen Volkes an diese einzige Bewegung ist für uns alle auch eine einzigartige Verpflichtung. Jeder Führer hat zu erkennen, daß er als Nationalsozialist vorbildlich seinem Volke das geben soll, was er mit Recht vom V o l k e s e l b st erwartet. Treue, Gehorsam, Opferwilligkeit, Bescheidenheit sind Tugenden, die nicht nur vom Geführten, sondern noch mehr von den Führern zu erwarten sind. Das Volk aber wird es uns nie verübeln, wenn wir unter dem Zwang der Not ausbrennen, was ausgebrannt werden muh. Ls wird nur nicht verstehen, wenn wir schweigend zwischen uns dulden, was am Ende am Volke selbst nie geduldet werden könnte. Dieser ununterbrochenen Arbeit an der Besserung unserer eigenen Bewegung steht zur Seite die gleiche Arbeit an der Besserung unseres Staates. Der Aufbau des Reiches zu einer starken, für alle Deutschen kraftspendenden Einheit hat wahrhaft geschichtliche Fortschritte gemacht. Allein wir haben damit nicht die früheren Länder zu mißachteten Provinzen heruntergedrückt, sondern im Gegenteil sie mit höchster nationalsozialistischer Sorgfalt gepflegt und zu entwickeln versucht. Ein Sanierungswerk von früher kaum vorstellbaren Ausmaßen wurde begonnen, die finanziell vor dem Ruin stehenden Länder und Gemeinden in zahllosen Fällen gerettet. Denn: -i ir wollen keine verelendeten Provinzen, sondern blühende Gaue des Deutschen Reiches. Parallel der Sicherung der Staatsautorität ging unser Kampf für die Autorität einer natio- n a l s o z i a l i st i s ch e n Rechtssicherheit. Es wird für alle Zeit ein seltenes Beispiel sein, eine gigantische Umwälzung, die das Recht hätte, tausend Rachegedanken zu hegen, fast ohne Blutvergießen beendet zu haben. Es war die Kraft des Aufbauwillens der deutschen Nation, der nicht nach Zerstörung strebt, sondern für eine Idee und deren schöpferische Leistung kämpft. So ist schon inmitten des schwersten politischen und wirtschaftlichen Kampfes begonnen worden, aus einer neuen Rechtsauffassung, die in der nationalsozialistischen Lehre ihre Wurzel hat, eine neue Rechtsgesetzgebung zu finden Gewaltig war vor allem aber die Arbeit, die au dem Verfallsgebiet geleistet werden mußte, das im Auaenblick am fühlbarsten in Erscheinung trat. Wer an der Wirtschaftspolitik dieser letzten zwölf Monate nörgelt, der kann nur entweder boshaft oder von allen guten Geistern verlassen sein. Als wir die Macht übernahmen, befand sich Deutschlands Wirtschaft in einem scheinbar unaufhaltsamen Schrumpfungsprozeß. Angst und Mißtrauen, Verzagtheit und Verzweiflung gaben den Nährboden für eine Entwicklung, deren vollkommenen Zusammenbruch man genau voraussagen konnte. Die Wende in her Wirtschaft-eine gewaltige Vorarbeit für künftige Werke. Es wird die Aufgabe des kommenden Jahres fein: 1. Die innere Ordnung der Partei und ihrer Gliederungen weiter fortzuführen. Es wird unsere Aufgabe fein, die Organisationen der alten kämp- f e r, der politischen Gliederungen, der SA. und SS. in eine einzige verschworene Gemeinschaft zu verwandeln, an die jeder stoßen soll, der es wagt, an unserem Staat zu rühren. 2. Wir wollen diese Gemeinschaft säubern von allen, die nicht in bedingungslosem Gehorsam, in unerschütterlicher Treue und Loyalität zu ihr gehören wollen, von allen, die nicht das äußere Lippenbekenntnis einer nationalsozia- liftischen Idee gewillt sind in ein inneres Glaubensbekenntnis zu verwandeln. 3. Wir wollen einen neuen Angriff mobilisieren zur Gewinnung jener Volksgenossen, die dem Blute nach zu uns gehören und vielleicht nur aus Verblendung oder Unwissenheit noch nicht den Weg zur Bewegung gefunden haben, wir wollen aber auch Front machen gegen jene, die glauben, daß die Zeit gekommen wäre, ihre alte Tätigkeit der Zerstörung und Unterminierung wieder aufnehmen zu können. Die Faust des nationalfozialistischen Staates wird sie treffen, wer immer sie auch sein mögen. 4. Wir wollen alles tun, um den Glauben und das Vertrauen unseres Volkes immer mehr zu stärken und zu f esi.igen, und um es damit immer mehr fähig zu machen, die Größe feiner Zeit zu erkennen und an ihr die Gröhe der nötigen Opfer zu ermessen, um so dem Volk und Reich zu geben, was des Volkes und des Reiches ist. Und wir wollen endlich 5. in diesem kommenden Jahr die Beharrlichkeilerwecken, um unser Volk immer mehr in den Besitz einer Tugend zu bringen, die mehr wert ist als ausflammende Erkenntnis, fchwankender Intellektualismus und irrlichterndes Talent. Sichere Heroen und eiserne Zähigkeit sind die besten Garanten für die Erfolge auf dieser Welt. Tausende Jahre Leben unseres Volkes liegen hinter uns. Diese ehrwürdige Stadt ist Zeuge von vielen Jahrhunderten deutschen Schassens und deutscher Kultur. Unser Auge und unser Glaube reichen fern in die Zukunft. Unser Wille ist es, daß unser Glied der Geschlechterkette, die die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet, hart sein möge, auf daß diese nicht an uns zerbricht. Die Nachwelt soll dereinst von uns sagen: Niemals war die deutsche Nation stärker und nie ihre Zukunft gesicherter als in der Zeit, ba bas a l t e Heilszeichen der germanischen Völker in Deutschland neu verjüngt Symbol des Dritten Reiches wurde. Es lebe unser deutsches Volk, es lebe die Nationalsozialistische Partei und unser Reich! ♦ Stürmische Heil!-Rufe der 30 000 Teilnehmer am Parteikongreß brandeten immer wieder während der Proklamation des Führers empor, die der Leiter des Tradltionsgaues Oberbayern-München, Gauleiter Wagner, verlas. Mit stürmischer Begeisterung wurden die Schlußworte ausgenommen. Dem Führer wurden minutenlange Ovationen dargebracht. Dann verließ der Führer mit den Reichsund Gauleitern, den Obergruppenführern der SA. und den Obergebietsführern der HI. unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Kongreßhalle. „Deutsch sein heißt klar sein." Des Führers Bekenntnis zu den unvergänglichen Werten des Schönen und Wahren in der deutschen Kunst. Diese Erfolge find der schlagende Beweis für die Wirksamkeit unserer Wirtschaftspolitik und das Vertrauen des deutschen Volkes zu ihr: 1. Die exekutive Vernichtung des deutschen Bauerntums ist nicht nur abgeftoppt worden, sondern beseitigt. 2. Die Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung sind, im großen gesehen, von einem unerhörten Erfolg begleitet gewesen. 3. Die Arbeitslosenzahl hat um rund viereinhalb Millionen abgenommen. 4. Die deutsche Mark ist st a b i l geblieben, und dies trotz aller Exportschwierig- keiten. 5. Die Sparguthaben nahmen geroal- lig zu. 6. Die Ziffern unseres Verkehrs erfuhren auf den Eifenbahnen, in den Kraftwagen und in der Luft enorme Steigerungen. 7. Die Eingänge an Beiträgen und Steuern haben sich bei sämtlichen freiwilligen, nichtstaatlichen und staatlichen Organisationen sowohl als bei den öffentlichen Kassen weit über die Voranschläge erhoben. Als wir vor zwei Jahren für den Fall unserer Machtergreifung diese Entwicklung oorhersagten, da wurde dies nicht nur bestritten und abgeleugnet, sondern als unmöglich hingestellt und sogar mit Gelächter abgetan. Und heute wollen dieselben Menschen, die durch ihre eigene Arbeit Deutschland nur ruiniert haben, es jetzt wagen, -unsere Leistungen als belanglos und nebensächlich hinzustellen. Wo würde aber Deutschland sein, wenn diese De- strukteure selbst auch nur ein Jahr länger regiert hätten? Dieses Jahr, das hinter uns liegt, hat eine g e - waltige Vorarbeit geleistet für Werke, die der Nation erst in den nächsten Jahren sichtbar zum Bewußtsein kommen werden. Die gigantischen Straßenpläne konnten nicht von heute auf morgen hervorgezaubert werden, sondern benötigten ihre Zeit allein schon für die Planung und Entwürfe. Das deutsche Volk wird aber sehen, was in diesen zwölf Monaten an Vorarbeiten geschaffen wurde, die ihre Ausführung in den kommenden Jahren erfahren. Neben dem Reichsauto st raßennetz find gewaltige neue Reichsbahnhöfe in den Plänen und Entwürfen fertiggestellt worden. Für eine ganze Reihe deutscher Großstädte sind umwälzende B a u Programme in Vorbereitung, die in ihrer Größe erst nach vielen Jahrzehnten die endgültige Würdigung erfahren werden. Industrien wurden aufgelockert, neue Industrien gegründet, das S i e d l u n g s w e f e n zu- fammengefaßt, um nach großen Gesichtspunkten wirksam zu werden. Um dem Weltboykott zu begegnen, wurde mit dem Ersatz von Rohstof- f e n begonnen und die ersten Vorbereitungen zu einer Unabhängigmachung Deutschlands von dieser Not getroffen. Immer beherrscht von dem einem Bekenntnis: Was auch geschehe: Der Nationalsozialismus kennt keine Kapitulation! Eine Agrargesetzgebung geschichtlichen Ausmaßes sorgt für die Erhaltung der deutschesten Quelle unseres Volkstums, der Ausbau unserer Arbeitsfront für die Herstellung des sozialen Friedens, der Arbeitsdienst für die Erziehung zu einer ethischen Wertung der Arbeit an sich. Inmitten dieser wahrhaft großen Anstrengungen wenden wir unser Augenmerk dem kulturellen Leben und der deutschen Kunst zu. Die Schätze einer großen kulturellen Vergangenheit wurden teils gerettet, teils gepflegt und unzähligen Deutschen zugänglich gemacht. Die Baukunst erhielt Aufträge größten Umfanges, die deusche Heimat aber wurde allein durch die Riesenorganisation „Kraft durch Freude" in diesen letzten zwölf Monaten über einer Million Menschen erschlossen. Es ist ein gewaltiger Impuls, der auf allen Gebieten Hoffnung, Zuversicht und damit neue Schaffenskraft ausstrahlt. Was war Deutschland noch vor drei Jahren, und was ist es heute? Kirchen und Giaai im neuen Reich Wir haben uns bemüht, die Versöhnung der Konfessionen mit dem neuen Staat herbeizuführen. Wir sind entschlossen, ihre rein organisatorische Zersplitterung — soweit es sich um die evangelischen Bekenntnisse handelt — in einer großen Evangelischen Reichskirche zu beenden, erfüllt von der Ueberzeugung, daß es nicht angeht, die durch die H o t Martin Luther aufgezwungene Rücksichtnahme und Berücksichtigung der Einzel- staalen zu einer Tugend zu machen in einer Zeit, da die Staaten selb st schon nicht mehr existieren. Und wir wissen: wenn der große deutsche Reformator unter uns stünde, dann würde er, glücklich, der Hot von damals entronnen zu sein, so wie Ulrich von Hutten in einem letzten Gebet nicht an Landes- kirchen, sondern an Deutschland denken und seine evangelische Kirche. Und ebenso bemühten wir uns mit der zweiten großen christlichen Konfession zu einem aufrich- i i g e n und ehrlichen Verhältnis zu !ommen. Wenn auch auf beiden Seiten in Rückerinnerung an eine vergangene Kampfzeit Rückfälle kommen mochten, dann können wir doch nicht daran zweifeln, daß am Ende auch hier der Erfolg der Krönung der Arbeit dieses letzten Jahres fein wird. Wir alle aber glaubten, im Sinne eines wahrhaften Christentums zu wirken, wenn wir schon in diesen Jahren einen großen Kamps begannen gegen d i e soziale Not und das menschliche Elend: Unzählige Stiftungen zeugen für den Sinn dieses Kampfes. Unzählige Hilfen find gegeben worden. An der Spitze aller steht das große Winterhilfswerk, das mit feinen 350 Millionen Mark Sammelergebnis wohl die größte Hilfstat aller Zeiten darstellt. Groß war die Arbeit auf dem Gebiete der K i n d e r f ü r s o r g e, der Jugendpflege, der Schaffung von Freiplätzen an Schulen und wohltätigen Einrichtungen, der Gründung von Hilfswerkslagern, von Sanitätsanlagen und Anstalten ufm. Und dies alles geschah bei tm Durchschnitt fast gleichbleibendem Lebensstandard, nicht nur ohne neue Steuern, sondern sogar bei E r m ä ß i - gung vieler Steuern und bei Erhöhung der am meisten gekürzten Renten. Wer aber trotzdem dieses Riesenwerk einer auf« Nürnberg, 5. Sept. (DNB.) Acht gewaltige Hakenkreuzbanner hängen in etwa 20 Meter Länge goldbebändert vor dem Eingang des Apollo- t h e a t e r s , dem Ort der diesjährigen Kultur- tagung des Reichsparteitages. Der Hintergrund der Bühne zeigt das germanische Feuerzeichen lorbeerumrankt. Darüber das Hoheitszeichen der Bewegung, links und rechts auf weiß bespannter Kulisse das Wappen der Kunst. Die ganze Decke aber ist bis zum Kronleuchter mit einem faltenwerfenden weißen Tuch bezogen, auf das wie von spielerischer Hand Lorbeerblätter gestreut sind. Heber die Ränge sind golddurchwirkte Tücher gehängt, über die sich in kurzem Bogen rotbebänderte Girlanden aus frischem Grün ziehen. Em allgemeines Ah der Bewunderung geht durch die festlich gestimmte Menge, als sich kurz vor 17 Uhr das Haus verdunkelt und durch verdeckt angebrachte Scheinwerfer das Hakenkreuz in goldenen Lorbeerkränzen erglüht. Heilrufe von der Straße her künden das Nahen des Führe rs. Kinder in Weiß überreichen ihm Blumen. Alfred Rosenberg, der Leiter der Tagung, geleitet den Führer in den festlichen Raum, für den Beethovens feierliche Hymne „Weihe des Hauses" eigens geschrieben sein könnte. Die Reichssymphoniker unter Adams Stabführung übertreffen sich bei der Wiedergabe des Werkes selbst, feierlich der Auftakt, unendlich zart die das Motiv umrahmende Ornamentik, wuchtig und mitreißend das grandiose Finale. Theodor Loos spricht ohne Pathos Friedrich Hölderlins Dichtungen „Schicksal" und „An die klugen Ratgeber", die gleich unpathetisch und unerbittlich in ihren Erkenntnissen sind. Kammersänger Heinrich Schlusnus steigert die Weihestimmung des Hauses durch den Wohllaut eines prachtvollen Organs, als er Schuberts „An die Musik", Eichendorffs herrliches Gedicht „Heimweh" in der Tonsetzung Hugo Wolfs singt. Obwohl die tiefe Ergriffenheit niemand durch lauten Beifall tören mag, schließt er noch, als lese er den Wunsch aus aller Augen, Beethovens herrliches „Ehre Gottes in der Natur" an. Der Führer grüßt ihn dankend mit dem deutschen Gruß. „Die Welt des Auges" ist der Vorwurf, über den in Inhalt und Vortrag überzeugend Alfred Rosenberg, der Reichsleiter der NS.-Kulturgemeinde uni) der Beauftragte des Führers für die weltanschauliche Schulung, spricht. Es ist, so führt er u. a. aus, immer das Entscheidende im Entwicklungsprozeß der nationalsozialistischen Bewegung gewesen, daß sie nur von wenigen, dafür aber alles entscheidenden Grundsätzen ausgeht, daß sie in erster Linie nicht durch ihr Handeln Theorien illustrieren wollte, sondern das erlebte Leben dem Auge darzu- stellen sich bemühte. Wenn wir dabei von Weltanschauung sprechen, so meinen wir damit ganz unmittelbar das, was dieses feine deutsche Wort aussagt, nämlich eine bestimmte Anschauung der Welt. Dies bedeutet aber, daß wir unserem unbefangenen Auge und dadurch dem unverbindlichen Instinkt wieder unmittelbar Wert zusprechen und nicht ausgeklügelten Theorien hohler Phantasten. Die Welt des Auges, von der Goethe einst als dem Urquell seines Lebens sprach, ist wieder in Deutschland herrschend geworden, und an diesem Ehrentage dankt die Bewegung und damit die ganze deutsche Nation, Ihnen, mein Führer, daß Sie dieser schöpferischen Welt, damit dem eigentlichen Instinkt wieder Bahn gebrochen haben in Deutschland. So sieht denn heute der Deutsche in seinem Lande mit neuen Augen umher und mehr als jemals empfinden Millionen, daß das weltfremde, nur verstandesmäßige politische Denken seinen Niederschlag nicht nur im demokratischen Parlamentarismus, sondern genau so in Öen Denkmälern der Kunst gefunden hatte. Dort, wo früher Berg und Tal, Wälder und Flüsse, Burgen und Städte eine geheimnisvolle Einheit bildeten, da stehen roh in sie hineingesetzt die furchtbarsten Zeugen künstlerischer Verwilderung und instinktloser, Naturentfremdung. Und in diesem Jahre denken wir besonders daran, daß Sie, mein Führer, hier zu allererst eingegriffen und trotz schwerster Wirtschaftsnöte gerade die kulturelle Schöpfung und die Gestattung der deutschen Städte mit ins Zentrum Ihres Handelns stellten. Wir sehen im Geiste schon heute, daß die falschen barocken und pseudogotischen Fassaden in unseren Städten einmal niedergeschlagen werden, um der einfachen, unter ihrem Protz verborgenen Form wieder Geltung zu verschaffen. Die „Welt des Auges", die dem Industriearbeiter nahezu geraubt war, sie muß ihm durch unsere Bewegung wieder- gegeben werden, denn, indem ein Mensch die Natur auch wieder wirklich anschauen kann, wird er erst erneut die Fähigkeit erwerben, eine Weltanschauung zu gestalten. Oie Rede des Führers. Alfred Rosenberg gab bann dem Führer das Wort zu einer Rede, aus der folgende Gedankengänge wiedergegeben feien: Die Natur liebt es, lange Zeiträume einer ruhigen Entwicklung abzulösen durch Perioden vulkanischer Unruhe und stürmischer Umwälzungen. Sie ind dann wohl auch der Abschluß eines Zeitalters und gemäß der Ewiakeit des Seins der Beginn eines neuen. Uns hat das Schicksal bestimmt, in der Mitte oder am Ende einer solchen Umwälzung zu leben. Seit einigen Jahrhunderten ist die Beschaulichkeit einer in festen Traditionen erhärteten menschlichen Gesellschaftsordnung gestört und diese ins Wanken geraten. Was sich an Spannungen in dieser Ordnung, im Laufe von Jahrhunderten schon durch zahlreiche Beben ankündigte, erfuhr in der Französischen Revolution seinen ersten elementaren Ausbruch. Eine fast tausendjährige Ideenwelt und Ordnung der Gesellschaft wurde bis in ihre innersten Fundamente hinein erschüttert. Seitdem ist Unrast über die Erde gekommen. Fast scheint es, als ob die heutige nervöse Hast einer bis damals geruhsameren Menschheitsentwicklung tm Zusammenhang ftünbe mit dem zunehmenden ©rollen einer unruhig gewordenen Natur. In stürmischer Ungeduld versucht seit dieser Zeitwende der Mensch die Geheimnisse der Welt und seines eigenen Seins aufzudecken. Kontinente find erschlossen worden. In die höhe, Breite und Tiefe begann der menschliche Dor- / für die NIVEA mild, leicht schäumend. ganz wundervoll Im Geschmack. 703S grosse Tube Nur was dem deutschen Wesenskem entspricht kann dem Aufbau dienen // Kunst verpflichtet zur Wahrhaftigkeit // schnittswurm nun oraussetzung, um das 2326 A Wer gibt Der Vorstand Gießen, 6. Sept. 1934. 5125 D Hasselborn i.T. HausNr. 34 zu verm.Schrift- Hartenrod Hartenrod. - MM 2U<» WetwSH’TS 1 Kl.-Schrank Meie M» 04311 Zu erfrag, in der 1 Kinderwagen Geschst.d.G.Anz. Gnanthstr. 12 p. 1.1 1 mittelschweres, braun., zugfestes Saubere ehrliche Frau sucht 5i3iD Verkäufe llllllllllllllllllllllllllllll Verkaufe einen Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen — Gchulstraße 7 | Verschiedenes] Zuverlässige Ahnenforschung Schr. Anfr. unt. 8160V a.d.G.A. Es vermittelt daher das gottbegnadete Genie in seinem Streben, den menschlichen Werken eine letzte Veredelung angedeihen zu lassen, unbewußt der Nachwelt Erkenntnisse, die diese nicht mit Unrecht als für immer fixiert empfindet und damit als zu befolgende Regel ansieht und niederlegt. Der Stil und die Stilgesetze sind die künstlerischen Krücken, auf denen der Durchschnitt der Menschheit den großen schöpferischen Geistern dann nachwandelt. Und dies recht so!: Denn eine bereits gefundene Lösung ist besser, als eine schlechte wieder nach rückwärts führende Eigenschöpfung. Entscheidend bleibt nur, daß ein Volk sich der Ausstrahlung seiner eigenen Erbmasse bedient und nicht der einer fremden. Es ist daher falsch, beim Aufbau einer neuen Kultur Elemente zu nehmen, die einst weltanschaulich künstlich eingeführt aber nicht blutsmäßig im eigenen Volke verankert erscheinen. Es ist daher die erste Aufgabe einer neuen deutschen Kunstentwicklung, die Stilverkrampfung aufzulockern und insbesondere die Erkenntnis zu fördern, daß es nicht richtig ist, einer rein konstruktiv wirkenden künstlerischen Manie zu verfallen, sondern daß wir vielmehr die schöpferische Kraft der Nation von solchen Maniriertheiten zu befreien haben. Dies ist kein Rezept, nach dem jeder Durch- ,roßer Künstler werden kann, sondern nur die D o raussetzung, um das wirklich geborene Genie nicht im Prokustesbett alter Stilgesetze verkümmern zu lassen. Die nationalsozialistische Bewegung hat daher heute zwei Gefahren zu überstehen: erfährt ihre Bestätigung durch die der fortschreitenden Menschheit oft erst nach Jahrhunder- t e n gelungenen wissenschaftlichen Beweisführung. So kann es keinen Zweifel geben, daß die Unterschiede in der naturwissenschaftlichen Betrachtung, sowie die Erklärungen natürlicher Vorgänge zwischen den primitiven Neger st ämmen Afrikas und den hohen Völkern Europas eindeutig zugunsten der letzteren ausschlagen. Die Fähigkeit dieser, solche Vorgänge in ihrer Wirklichkeit zu erkennen, ist größer als die Fähigkeit der anderen. Das Bild, das sie von den Naturvorgängen oder Naturzuständen zu machen verstehen, gibt eine bessere Erklärung ab, als es die Vorstellung der anderen vermag. Damit aber läßt sich auch ein Maßstab finden für das, was „klar^ sein im übertragenen Sinne der Kunst bedeutet. Während das Genie seinerzeit ost um Jahrtausende voraus in dem Ahnen der Naturgesetzlichkeit arbeitet und schafft, hängt der Stümper nicht selten ebenso um Jahrtausende zurück. Ja, er bildet sich sogar noch ein, daß die in der Steinzeit tätigen Vorfahren seine Schmierereien aus einer ähnlichen geistigen Verkümmerung heraus vielleicht schon damals als gewollten Stil empfunden haben könnten. Er ahnt nicht, daß der Schnitzer von 4000 Jahren genau so wie der Bildschneider in einem heutigen Negerstamm sich in höchster Inbrunst bemühte, die Objekte wiederzugeben, wie er sie sah, das heißt wie er sie begriff. Kunst verpflichtet zur Wahrhaftigkeit, und diese Wahrhaftigkeit kann keine andere sein als das Streben, jenen edlen Kompromiß zu finden, zwischen den nüchtern gesehen sachlichen und der im Innersten geahnten letzten Verbesserung und Vollendung. Es ist daher ebenso wichtig, daß der Künstler gelöst wird von den Fesseln einer beengenden Wante — sprich Stil —, um traumwandlerisch sicher der Stimme seiner tiefinnersten Erkenntnis zu folgen, die umgekehrt aber auch dem Betrachter dieser inneren Offenbarung erst erschlossen werden müssen. Die Aufgabe der Gestaltung des Schönen erstreckt sich auf alle Gebiete des Lebens. Allein was uns an einer Maschine vor 100 Jahren heute unästhetisch, ja vielleicht lächerlich erscheint, wurde damals nicht nur von den Konstrukteuren, sondern auch von den Beschauern als gegeben empfunden. Es waren nicht nur 30 Jahre notwendig, um die Konstrukteure der Automobile zur heutigen Formschönheit zu erziehen, sondern a u ch u m im Publikum hierfür das Verständ- nis zu erwecken. Das Fehlen einer Zweckerkennung ober der Gesetzlichkeit eines natürlichen Vorganges führt zu einer Verbildung und damit zu einem falschen Schönheitsempfinden. Noch vor 20 Jahren war die k ü n ft l e r i s ch e D a r st e l - lung der Schnelligkeit eines Körpers verbunden mit der Konstruktion der Spitze nach vorne und der Verdickung nach rückwärts. In 20 Jahren, von heute ab gerechnet, wird das Schönheitsempfinden gebieterisch die umgekehrte Tropfenform identisch finden mit der Vorstellung der Schnelligkeit. Der Künstler geht daher in der inneren Ahnung solcher Naturgesetzlichkeiten sowohl der Wissenschaft wie damit überhaupt der Menschheit stets weit voraus. Er hat die Pflicht, feine ihm von Gott gegebene Ahnung und Einsicht einer nachstrebenden Menschheit als Richtpunkt nach vorn aufzustellen und nicht diese wieder nach rückwärts zu führen! I.J.alt,aut wachsam. Metzgerei C.Tbielmanu, Tillenburg, Untertor 3. llllllllllllllllllllllllllllll eigenen Eigenschaften gehören, dann haben wir im Künstler die Inkarnation solcher Fähigkeiten zu erblicken. In ihm melden sich die inneren Werte eines Volkes in höchster Verstärkung laut und sichtbar für alle an. Tagesordnung: Jahresbericht, Rechnungvablage, Vorstandsergänzungswahl, Verschiedenes und Vortrag des Herrn Direktor Nöbricht,Tarmstadt, Landesführer der I. M. in Nassau-Hessen, über: „Tie Lage der Inneren Mission in der Reichskirche und der evangelischen Landeskirche". 04314 Es ist klar, daß eine Idee, die wie die nationalsozialistische ihr Gedankengut bewußt von den Bedürfnissen und Erfordernissen der gegebenen inneren Bedingtheit eines Volkes bestimmen läßt, zum Aufbau ihres kulturellen Lebens sich aus der Vergangenheit ebenfalls nur solcher Elemente bedienen soll, die weniger aus der Welt der künstlich hineingetragenen Auffassungen, als vielmehr aus der des eigen st en inneren Wesenskernes stammen. Ein großer Deutscher hat einmal versucht, den Kern dieses innersten Wesens unseres Volkes dahingehend zu kennzeichnen, daß „deutsch sein, klar sein" heißt, wenn man auch mangels einer über allem flehenden Instanz im Worte „klar" selbst nur eine relativ zu wertende Erkenntnis oder Ansicht eines Volkes sehen wollte, dann kann doch nicht bestritten werden, daß die vorliegenden Resultate der menschlichen Tätigkeit, d. h. des menschlichen Denkens und der menschlichen Arbeit in der Verschiedenartigkeit ihrer Erfolge bis zu einem gewissen Grade sehr wohl einen INaßstab geben über das, was nun zweifellos klar ist und was absolut falsch ist. Die Fähigkeit bestimmter Rassen, auf dem Wege einer rein intuitiven Einsicht tatsächliche Vorgänge ober Sachlagen, richtig zu sehen unb zu beurteilen, Zu einer wission kann man deshalb auch nie erzogen werden, wenn man nicht dafür geboren ist. Wenn daher in einem Volke an sich die Fähigkeiten, die Formen und Vorgänge des Lebens klar zu sehen, zu den wesentlichen arl- Drogerie Kreuzplatz 10. stoß. 5« die Eisfelder der Arktis wie in Me Zonen der tropischen wüsten und Wälder, über alle weere hinweg, hinauf zu den Gipfeln ewiger Bergriesen wagt sich sein Forschungs- drang, seine Neugierde und seine Habsucht! Die Erde wurde klein und kleiner. In den Dienst dieser verwegenen Jagd stellt eine plötzlich wie durch Zaubermacht entfesselte Genialität ErsindungenundEnt- deckungen in einer Zahl und Kühnheit, der Jahrtausende vorher nichts vergleichbares zur l Seite stellen können. Die Großmacht der Physik I und der Technik kommt und reicht im vorbei- 1 ziehen ihre Hand der nicht weniger großen Lhemie. Die sich dauernd weitende Weltkenntnis erlaubt, ' die Schätze des Erdballes zu mobilisieren für einen 1 Ausstieg der Menschheit, der in seinem Tempo fast beängstigend wirkt und wie hier im Großen eine 1 Welt kulturwissenschaftlicher und nicht wissenschaftlicher Ansichten, vermeintlicher Erkenntnisse und 1 Vorurteile zerbricht und einer neuen Einsicht weicht, 1 erleben Völker und Staaten in sich und zueinander > Veränderungen und Verschiebungen von wahrhaft revolutionärem Ausmaße. Kaleidoskopartig vollzieht sich ein Wandel der i Auffassungen, dessen einzige Gesetzmäßigkeit nur in der Zwangsläufigkeit dieser bemerkenswerten Entwicklung liegt, denn so wie eine Lawine gelöst erscheint, wird ein Vorgang zur zwangsläufigen Voraussetzung des nächsten, eine Idee die Schrittmacherin ihrer Ablösung, ein politisches System der Wegbereiter des folgenden. In diesem wüsten Chaos des Sterbens und Gebärens hat unser Volk die schwerste Not betroffen. Deutschland ist im Guten und Schlimmen seit bald 2000 Jahren als Volk und Raum gekettet an die Friedensarbeit einer menschlichen Entwicklung genau so wie an ihre Katastrophen. Es hat an allem in irgendeiner Form und irgendeinem Umfange teilgenommen und teilnehmen müßen, unb es ftanb daher auch in ber Krise ber letzten anberthalb Jahr- hunberte fast stets in einem Brennpunkt bes Geschehens. Als im November 1918 ber marxistische Stoß auch unser Volk traf, war sein Fall' ober feine Stanbhaftigkeit entscheibenb für eine Weltentwicklung von unvorstellbarem Ausmaß. Die nationalsozialistische Revolution hat, indem sie dem deutschen Leben arteigenste und damit tragende Grundlagen einerseits und eine sich daraus ableitende logische Formgestaltung andererseits gab, den Bestand und Verlauf unserer nationalen Existenz für die Zukunft gesichert und die bedrohlichen Erscheinungen der Vernichtung überwältigt und ausrottet. Damit wird zunächst für unser Volk die Epoche der chaotischen Verwirrung abgeschlossen und ein neuer segensreicher Aufbau eingeleitet. Dieser gigantische Vorgang, dessen geschichtliche Wirklichkeit uns selbst fast traumhaft erscheint, ist daher für das Leben unseres Volkes nicht nur ein negatives, sondern im höchsten Maße positives Ereignis. Und vor allem, nicht einem blinden Zufall ist dies zu verdanken, sondern den aus richtigen Erkenntnissen gezogenen richtigen Folgerungen. Der Beweis für diese kühne Behauptung liegt in der Tatsache, daß das, was feit dem 30. Januar des vergangenen Jahres das deutsche Leben so gewaltig bewegt und neugestaltet, nicht als unvermuteter Zufall kam, sondern von uns — und ich darf sagen, von mir — seit fast eineinhalb Jahrzehnten unentwegt vorhergesagt und prophezeit wurde. Es ist das zwangsläufige Ergebnis des Ziehens der Konsequenzen aus natürlichen Grunderkenntnissen. Hätte man in gewissenhafter Gründlichkeit feit 15 Jahren Gedanken und Wachstum unserer Bewegung verfolgt, dann würde man heute nicht erstaunt sein über die Erscheinung eines Wunders, dessen Voraussetzungen, weil unbekannt, daher allerdings auch unverständlich sind. Nein, was in diesen anderthalb Jahrzehnten in geduldigster Arbeit aufgebaut wurde, war vom ersten Tage an richtig gesehen und proklamiert und demgemäß ausgeführt worden. Was aber eine außenstehende Welt auch heute noch nicht begreift, haben von der ersten Stunde der Geburt der Bewegung an die ihr verschriebenen Kämpfer b e - griffen und erlebt. Oder glaubt man, daß der Ausbau einer solchen neuen Weltanschauungsarmee, revolutionärer Soldaten möglich war, wenn diese nicht in ihrem Innern all den fanatischen Glauben an die Möglichkeit, ja Sicherheit der Verwirklichung eines Ideals besessen hätten, das ihnen damit doch zumindesten gefühlsmäßig klar gewesen sein muß? Es waren richtige Erkenntnisse, schärfste geistige Ueberlegung und eine unermeßliche, diesen dienstbare Arbeit, die in den 15 Jahren die Voraussetzungen schufen für das geschichtliche Abrollen einer Erhebung von wenigen Monaten. Der Ausgangspunkt dieser Erkenntnisse aber lag in einer genauen Analyse der Zusammensetzung unseres Volkskörpers, sowie der besonderen Arten und Werte seiner einzelnen Rassenkerne. In einer planmäßigen Durchsichtung und Würdigung dieser Werte gelang es, ihre verschiedene Bedeutung zu finden, durch eine rich- 2-Zimm.-Wohnung §Nübe Gießens), in sehr ruh.Lage, zu vm. Wo? sagt d. Gieß.Anz.o43io und zum Bauen Abermann reinrassigen,kurzhaarigen 51650 »Wei gutgeh.,inmitten ü. Stadt Wetzlar (18 000Einw.)z. verpacht.,ev.auch zu verkauf, durch Carl Rompf, Wetzlar, Immobilien (RDM). 5143V 2-Moh sofort zu Denn. Trohe, Haupt- straße 17. 04308 111111111111111111111111111111 H-16WIM 1. 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Damit aber wird sie nicht nur das äußere Lebens- und Machtbild des deutschen Volkes verändern, sondern auch seiner kulturellen Gestaltung einen neuen Ausdruck verleihen. Wenn durch eine solche Entwicklung unser Volk den Weg zu einer selbstsicheren Ausprägung seiner politischen und sonstigen Werte gefunden hat, dann auch zur Offenbarung feiner ihm innewohnenden kulturellen Kräfte. Wenn der Nationalsozialismus auf gewissen Lebensgebieten so schnell zu erfolgreichen Resultaten kommen konnte, dann deshalb, weil es verhältnismäßig leicht war, den verschiedenen Kraft- strömen im Körper unseres Volkes n a ch z u s p ü r e n, sie zu ordnen und wirksam werden zu lassen. Es ist aber unendlich schwer, eine 1 junger Saanenboü zu verkauf. ?U6d Arthur Schäfer, a.läst.Haare, Leberfleck., Muttermal. Narben, Pickel, Sommer- svross. usw. entf. u. Gar.!. immer. 12JahrePraris. Frau B. Gulden. 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Richt nur die politische, sondern auch die kulturelle Linie der Entwicklung des Dritten Reiches bestimmen die, die es geschaffen haben, die Scharlatane täuschen sich, wenn sie meinen, die Schöpfer des neuen Reiches wären vielleicht albern oder ängstlich genug, sich von ihrem Geschwätz benebeln oder gar einschüchtern zu lassen. Sie werden sehen, daß die vielleicht größte kulturelle und künstlerische Austrags- erteilung aller Zeiten über sie so zur Tagesordnung hinweggehen wird, als ob sie nie existiert hätten. Zum Zweiten aber muß der nationalsozialistische Staat sich verwahren gegen das plötzliche Auf. tauchen jener Rückwärtse, die meinen, eine „theutsche Kun st" aus der krausen Welt ihrer eigenen romantischen Vorstellung der nationalsozialistischen Revolution als verpflichtenden Erbteil für die Zukunft mitgeben zu können. Sw haben es nie der Mühe für wert gefunden, stch mit dem nationalsozialistischen Gedankengut vertraut zu machen. Im Gegenteil, sie pflegten von der Höhe der Sprossen ihres bürgerlichen Parteistalles nur mitleidsvoll herabzublicken auf das unangenehme tumultuöse Leben und Treiben der national» sozialistischen Unruhestifter. Rein, meine verehrten Herrschaften. Eure vermeintliche gotische Verinnerlichung paßt schlecht in das Zeitalter von Stahl und Eisen, Glas und Beton, von Frauenschönheit und INännerkraft, von hocherhobenem Haupt und trotzigem Sinn. Was Lausend Jahre lang gefesselt wurde, wird zum heile und zur Gesundheit unseres Volkes und der anderen frei. Der Adel des menschlichen Körpers ist seiner Vergewaltigung und Verkümmerung ledig geworden. Line neue Welt der Schönheit kündigt sich an. Die Menschen aber sollen einem Golt nicht weniger dankbar sein für all das, was er geschaffen, weil sie die Herrlichkeit und ewige Weisheit seiner Werke nun wieder offen vor Augen sehen. Diese Genies aber — und sie allein sind die von der Vorsehung der Menschheit geschickten Verkünder der Schönheit und Würde — brauchen keine Bevormundung und keine Rezepte.' Sie werden wachsen mit ihren Zwecken. Und unsere Pflicht im neuen nationalsozialistischen Reich ist es, dann, wenn Gottes Gnade in einem solchen Menschen sichtbar wird, sich nicht mit der Erkenntnis dieser Tatsache zu begnügen und weiter zu suchen, sondern dem auch die Aufträge der Nation zu geben. Sie werden dann ihren Dank abstatten durch Werke, die unseres Wesens unb Geistes würdig sind. Durch sie wirb die Kunst wieder in die lebendigste Beziehung gebracht werden zum Volk, seinem Lachen, seinen Sorgen und feiner Sehnsucht. Sie werden aus dem Theater schaffen die Bühne der großen tragischen und heiteren Lharakterisierung des Lebens. Sie werden uns in den Statuen die geahnte Vollendung zeigen dessen, was als Schönstes zwischen uns lebt und erstrebenswertestes Vorbild ist. Sie werden unsere Städte erlösen aus der Verworrenheit der tausendfältigen Riederschläge fremden Geistes aus Vergangenheit und Gegenwart und ihnen den gewaltigen Stempel unseres Willens und unserer Kraft aufprägen. Sie werden die Tempel G 0 t - tes und die Bauten der Gemeinschaft symbolisch erheben über den Durchschnitt der Behausungen des Individuums. Sie werden in Tönen wiederklingen lassen । die Seele und in den Steinen verewigen unse- 1 ren Geist. Sie werden dann wieder singen und sagen von einer Zeit, die groß war, weil sie Größtes zu ge st alten sich unterfing und gerade, was den kleinen Geislern von heule als Aufgabe und Wollen phanlastisch erscheint, wird einst mit der Liebe der Götter belohnt werden, die sich jene erringen, die tapferen Herzens das scheinbar Unmögliche fordern. । Ls lebe unser deutsche Volk und unsere deutsche Kunst! fäßje methodische Untersuchung auf dem Gebiete burchzuführen, auf bem ber ©efamtausbrucr des kulturellen Lebens nicht einem einzelnen bestimmten Rassenkern zugeschrieben werben kann. Wenn wir bie Reihenfolge ber Künste ihrem tiefsten Ursprünge nach mit Tanz, Musik, Baukunst, Plastik unb Malerei annehmen wollen, bann erscheint es uns fast unmöglich, aus einer Rässe n w u r z e l Gesetze für alle abzuleiten. Unb bennoch wirb parallel ber Verschmelzung biefer Rassenkerne zu einem Volk auch auf diesen Gebieten eine Verbinbung unb damit Ueberein» ft i m m u n g sichtbar werden. Wenn wir von einer ernsten Aufgabe unserer Kulturförderung sprechen wollen, bann kann es zunächst bie sein, bas zu pflegen was schon bisher ihr bester Ausbruck unseres Wesens ober zuminbest von geschichtlich aus unserem Volk nicht wegzubenkenber Bedeutung ist. Dieser Respekt vor ber Vergangenheit bebeutet nicht in allen Einzelheiten eine Jbentifizierung mit ihr, so wenig als bie Achtung vor den geschichtlichen Leistungen der Vorfahren in jedem Falle ihrer Billigung gleichzusetzen ist. Es ist daher schärfstens zu unterscheiden zwischen ber Unterhaltung unb Pflege bes altehrwürbigen künstlerischen Hausrates einer Nation und der Verwendung einzelner Teile ober Element für ben Weiterbau des kulturellen Lebens I in der Zukunft. [Stellenangebote] Gesucht mm baldigen Eintritt ein ordentliches Mädchen für Hausarbeit unb Mithilfe im Geschäft. 04313 Babnbofswirt- schaft Lollar. 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September Frankreichs Saardenkschrist für den Völkerbund. Ein untauglicher Versuch der Stimmungsmache für die Beibehaltung des Völkerbundsregimes. Paris, 5. Sept. (DNB.) Die französische Regierung veröffentlicht eine Denkschrift, die sie an den Generalsekretär des Völkerbundes gerichtet hat und in der sie den Dreierausschuß auffordert, schon jetzt zu gewissen Fragen Stellung zu nehmen, die nach der Abstimmung im Saargebiet auftreten werden. Von den drei Fragen, über die die französische Regierung einen grundsätzlichen Beschluß herbeigeführt sehen möchte, steht an erster Stelle die juri- stische Frage. Die französische Regierung sei bereit zu erklären, daß, falls das Saargebiet oder ein Teil desselben mitFrankreich vereinigt werden, alle Einwohner vor dem Gesetze gleich würden, daß sie vollen Schutz ihres Lebens und ihrer Freiheit genießen und ohne Unterschied der Sprache, Rasse oder Religion die gleichen politischen- und Bürgerrechte genießen würden wie alle französische Staatsangehörigen. Frankreich wünscht, daß eine entsprechende Bestimmung unter allen Umständen in den Entscheidungen des Rates enthalten sein möge. Die französische Denkschrift erklärt dann, daß der Rat, falls das Saargebiet sich für die Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes entscheiden sollte, bevollmächtigt sei, die endgültige Ordnung den dauernden Interessen des Gebiets und den allgemeinen Interessen anzupassen. Es sei seine Pflicht, die allgemeinen Llmen dieses Regimes schon jetzt festzulegen, damit die Abstimmenden eine klare Vorstellung von der Lage gewinnen könnten, die sich gegebenenfalls aus der Abstimmung ergeben würde. Frankreich wolle schon jetzt erklären, daß es ihm berechtigt erscheine, daß die Saarbevölkerung sinnvoll in weitem Maße zur Mitarbeit herangezogen würde, ebenso wie es nichts dagegen einzuwenden habe, daß den schon aus der Bevölkerung heraus geäußerten Wünschen Rechnung getragen würde, die darauf hinzielten, die Möglichkeit offenzuhalten, dieses Statut in der Weise abzuän- Lern, daß es gegebenenfalls den Lehren der Erfahrung, den ständigen Interessen des Gebiets und den allgemeinen Interessen enspricht. Die Denkschrift «nthält dann eine Reihe von Einzelforderungen, die zur Sicherstellung der im Laufe der letzten 15 ^Zahre erworbenen Rechte im Saargebiet dienen sollen. Zur Garantierung aller dieser Rechte wünscht !die französische Regierung die Einsetzung eines N^e mischten Schiedsgerichtes, das im saargebiet noch 15 Jahre nach der Volksabstimmung amtieren soll. Die Denkschrift wendet sich dann der Berg- merksfrage zu und erklärt, daß Frankreich, falls das Saargebiet sich für die Beibehaltung des Völkerbundsregimes ent- cheiden sollte, bereit sein würde, dem Gebiet unter angemessenen Bedingungen einen größeren Teil der Gruben zu überlassen. Im Falle einer Rückkehr des Saargebietes u Deutschland könne die französische Regierung indessen nicht darauf verzichten, daß Deutschland die Minen zurückkauft, und das Eigentum an den Bergwerken nicht aufgeben, be- l or eine zufriedenstellende Regelung gefunden sei. Die Denkschrift sucht dann auseinanderzusetzen, daß ! ie im Versailler Vertrag vorgesehenen Bestimmungen hinsichtlich des Rückkaufs der Gruben liurch Deutschland zu einer langen Verzögerung führen würden, die zu vielen Unzuträglich- lsiten führen können. Um dem zu begegnen, wünscht !öe französische Regierung eine unter Mitwirkung lees Völkerbundsrates erzielte deutsch-fran- jösische Verständigung über die Frage des ^ückkaufpreises und der Zahlungsbedingungen, die Isr Rat schon vor der Volksabstimmung gutheißen Innne. Es sei Aufgabe Deutschlands, hinsichtlich der Zahlungsbedingungen Vorschläge zu machen. Schon um dem gegenwärtigen Abzug fremden Kapitals aus dem Saargebiet zu begegnen, müsse der Rat schon bald eine grundsätzliche Entscheidung in dieser Frage treffen. Würde das Saaraebiet an Frankreich fallen, so bliebe der Franken die Währung des Landes. Aber auch im Falle einer Beibehaltung des Völkerbundsregimes sehe die französische Regierung keinerlei Bedenken dagegen, daß der Franken die Währungseinheit des Gebietes bleibe. Uebrigens sei Frankreich in diesem Falle geneigt, zu prüfen, welche Maßnahmen getrost i werden können, um dem Saargebiet Krediterlc ' terungen zu gewähren. Falls eine Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland stattfinde, müßten die im Saargebiet zirkulierenden Franken zur Regelung der privaten und öffentlichen auswärtigen Schulden dienen, die Deutschland infolge der Zuteilung des Saargebietes zu übernehmen haben werde. ♦ Die französische Denkschrift bringt keine Ueber- raschungen. Der Gedanke, gewisse, nach der Abstimmung zu regelnde technische Fragen des Saar- aebietes möglichst frühzeitig zu klären, hat vielleicht manches für sich. Eine unbedingte Notwendigkeit dafür liegt allerdings nicht vor, da schon der Versailler Vertrag genügend klare R i ch t l i n i e n enthält, die nach der Abstimmung eine schnelle Erledigung dieser Frage ermöglichen. Darüber, daß die Klärung solcher Fragen, die erst nach der Abstimmung aktuell werden, n i ch t V o r- bedingung der Abstimmung selb st ist, kann kein Streit bestehen. Die Vorbereitunaen für die dem Termin nach endgültig festgesetzte Abstimmung dürfen also dadurch nicht beeinträchtigt werden. Selbstverständliche Voraussetzung für die alsbaldige Behandlung der in Rede stehenden Fragen ist aber, daß dabei keinerlei Versuch gemacht wird, die Abstimmung in dem einen oder anderen Sinne zu beeinflussen. In dieser Hinsicht können manche Teile der französischen Denkschrift zu Zweifeln Anlaß geben. Man könnte darin z. B. den Versuch sehen, der Bevölkerung des Saargebiets durch besondere Vorschläge und Maßnahmen die Beibehaltung des gegenwärtigen Regimes schmackhaft zu machen. Ebenso müssen natürlich alle Gedanken als vertragswidrig und unzulässig zurückgewiesen werden, die etwa darauf abzielen sollten, dem Saargebiet nach seiner Rückgliederung an Deutschland noch irgendwie den Charakter eines Gebietes mit einem besonderen internationalen Regime zu geben. Wenn Maßnahmen dieser oder jener Art mit dem Hinweis auf die Interessen der Bevölkerung begründet werden, so braucht sich hierüber im Grunde weder der Völkerbund noch eine fremde Regierung den Kopf zu zerbrechen. Die Bevölkerung weiß genau und hat es auf der Koblenzer Kundgebung noch einmal deutlich gehört, daß ihre Interessen n irgens besser aufgehoben sein können als bei i h r c r * eigenen nationalen Regierung. Das pariser Echo der Proklamation des Führers. Paris, 6. Sept. (DRV. Funkspruch.) Der Erklärung des Führers und Reichskanzlers wird breitester Raum gewährt. „Journal" bezeichnet die Erklärung als sehr geschickt und sehr vernünftig und sehr gemäßigt im Ton. „Petit Journal" unterstreicht den Willen zur Annäherung an Frankreich. Dieser traditionelle Appell an Frankreich" werde nach Auffassung des „Jour" leider durch die Erinnerung an Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund und die Forderung nach Gleichberechtigung zunichte gemacht. Auch der „Matin" glaubt diese Schlußfolgerung ziehen zu müssen. Pangermanismus oder Frieden — es gäbe keine andere Wahl. „Homme Libre" schreibt u.a.: Es ist immer dasselbe Schauspiel: Einen Tag bietet man uns Verhandlungen an und am nächsten Tag folgen die heftigsten Forderungen. Wir wünschen unserem ehemaligen Gegner keine neuen Schwierigkeiten. Sag verdient gelegentlich des Parteitages betont zu werden. Wir haben stets alles getan, um ihm zu helfen. Wir suchen nur die internationale Zusammenarbeit und militärischen und wirtschaftlichen Frieden. Aber wir wollen, daß sie aufrichtig und loyal ist. Es ist nicht unser Fehler, wenn Deutschland bisher nichts getan hat, um seinen guten Willen zu beweisen. — „L'Ordre" sagt u.a.: Wir kennen seit langem die Geschichte vorn „Friedenswillen in Ehre", doch findet man in der Erklärung eine versteckte Anspielung auf die Beharrlichkeit in der Unversöhnlichkeit. So habe der Führer stolz an den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund erinnert und zu verstehen gegeben, daß er noch nicht sobald nach Genf zurückkehren werde. Immerhin verschließe er der Rückkehr nicht hermetisch die Tür. Aber natürlich werde er seinen Preis fordern. Oie (Saboteure des Friedens. Im Netz der amerikanischen Rüstungsindustrie. Washington, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Bundesfenatsausschuß zur Untersuchung über die amerikanische Rüstungsindustrie beschäftigte sich am Mittwoch mit den englisch-amerikanischen U. - Bootlieferungen nach Südamerika. Dabei kam ans Tageslicht, daß die amerikanische Electric B o a t Company, die mit der englischen Rüstungsfirma Vickers Armstrong zusammenarbeitete, den Einfluß der Marinemissionen der Vereinigten Staaten benutzte, um Waffen- ge schäfte besonders mitPeru und Brasilien zu tätigen. Es wurde festgestellt, daß die Electric Boat Company an Juan Leguia, den Sohn des damaligen peruanischen Präsidenten, große Summen Bestechungsgelder zahlte, um die überschuldete peruanische Regierung zum Ankauf veralteter U. - Boote und zur Vergebung wertvoller Konzessionen an nordamerikanische Oelkonzerne und Schiffahrtslinien zu bewegen, um den peruanischen Kredit zwecks Ausnahme einer neuen 18-Millionen-Dollar- Anleihe für Rüstungszwecke zu heben. Diese von vornherein wertlose peruanische Anleihe wurde 1928 von Banken der Vereinigten Staaten dem Publikum angedreht, wofür Leguia 450000 Dollar angeblicher Kommifsionsgebühren erhielt. Die Untersuchung ergab ferner, daß ein Sohn Clemenceaus viele Jahre hindurch Agent der Firma Vickers war und daß die Electric Boat Company im Jahre 1928 eine Europa- reife der Gattin und des Sohnes des amerikanischen Kapitäns Howe, des damaligen. Führers der Marinemission der Vereinigten Staaten in Peru, bezahlte. Der peruanische Agent der Electric Boat Company versuchte, allerdings vergeblich, als peruanischer Abgeordneter an der Abrüstungskonferenz teilzunehmen, um die Festsetzung von U = Boot-Bauraten z u sabotieren; die bolivianische Revolution im Jahre 19201 wurde mit Geldern der Rüstungskon- zerne finanziert; die Rüstungskonzerne ver-' anlaßten nacheinander Peru und Chile zum Ankauf von je sechs O-Booten und Columbien zum Ankauf von zwei Flußkanonenbooten. Bus oder Welt. Schweres Autounglück in Paderborn. — Lin Toter, mehrere Schwerverletzte. In einer 8-Kurve in der Nähe des Neuhauser Bahnhofs in Paderborn fuhr ein mit 14 Militärpersonen besetzter Kraftwagen in voller Fahrt gegen einen Baum. Der Anprall war fo jtarf, daß sämtliche Insassen Verletzungen erlitten. Einige Soldaten wurden lebensgefähtt l i ch verletzt. Einer von diesen ist bereits geftort oen, mit dem Ableben eines zweiten muß eben* aüs gerechnet werden. Das durch den Zusammen- stoß auslaufende Benzin fing Feuer und setzts den Wagen sofort in Brand. Die Insassen konnten nur mit großer Mühe aus dem brennenden Wagen gerettet werden, da sie z.T. durch die erlittenen Verletzungen nicht imstande waren, sich aus dem Wagen zu befreien, so daß sie außer den Verletzung gen auch noch erhebliche Brandwunden davontrugen- Beerdigung auf Probe. Der französische Bauer Louis Chevalier aus bet! Gegend von Lille hat sich im Laufe feines 70jäh. ngen Lebens eine eigenartige Theorie zugelegt. El ist zu der Erkenntnis gelangt, daß der Mensch nirgends so gut aufgehoben sei, w i ö im Sarge. Einen solchen hat er sich nach seinem Geschmack Herstellen lassen und darin eine Gene, ralprobe seiner künftigen Beerdi. gung vornehmen lassen. Er ließ sich, von brennenden Kerzen und Kränzen umgeben, aufbahren, photographieren und im Leichenwagen durchs Dorf fahren. Nach der Probe hielt der Bauer Kritik und ordnete verschiedene Aenderungen für die endgültige Trauerfeier an. In feiner freien Zeit schmückt der Bauer seinen Sarg mit kleinen Malereien aus, Hunbfunfprogromm. Freitag, 7. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40t Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 7.25: Früh, konzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.45: Eigens Sendung. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Rat. schlüge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittags- konzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrich- tcn. 15.10: Für die Frau. Kinder-Unarten, Eltern- Irrtümer! 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Eduard Mörtke. Zum 130. Geburtstag. 17.45: Lieder von Hugo Wolf. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Bis- vlarck und die deutsche Sozialversicherung. Ein Rückblick. (Zwiegespräch.) 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Politischer Kurzbericht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Der unbekannte Weber. 20.45: Aus der Stadt aufs Land zurück! Gesprächs am Abend. 21.10: Volksmusik. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Sportvorschau. 23: Die Ebernburg. Funkfolqe. 24 bis 1: Nachtmusik. Berliner Frühbörse. Berlin, 6. Sept. (DNB. Funkspruch). Mangels besonderer Anregungen aus der Wirtschaft blieb das vorbörsliche Geschäft fast ohne jeden Umsatz. Auch für die bevorstehende Börse wird kaum mit einer Belebung zu rechnen sein. Es ist indessen nicht ausgeschlossen, daß sich das Interesse breiterer Kreise wieder dem Rentenmarkt zuwendet, jedenfalls will man bereits Tauschoperationen von Aktien in Renten festgestellt haben. Kurstaxen waren bis- her noch nicht zu hören, lediglich für Farben nannte man 147,50 v. H. Am Devisenmarkt errechnete sich der Dollar mit 2,472, das englische Pund mit 12,36. Wettervoraussage. lieber dem nördlichen Europa kommt es zur Entwicklung eines kräftigen Hochdruckgebietes, so daß die Wetterlage beständig bleibt. Nach verbreiteten Dunst- und Nebelbildungen in der Frühe wird es daher tagsüber aufheiternd, wobei die Sonnenstrahl lung die Temperaturen kräftig ansteigen läßt. In der Nacht erfolgt allerdings starke Abkühlung. Aussichten für Freitag: Morgens dun- stig, sonst aufheiternd, trocken, tagsüber warm, nachts starke Abkühlung. Ausfichten für Samstag: Fortdauer der Wetterlage. „Oie Csardasfürstin" a s Film. Eröffnung der Winterspielzeit des Lichtspielhauses. Als wir vor nunmehr sieben Jahren die Origi- ml-„Csardasfürstin" im Gießener Theater sahen mb hörten, haben wir baran erinnert, wie ber ipjiefenerfolg biefer Operette, bie im letzten Kriegs- jchr bas Allerneueste war, sich mit ungebrochener Siärfe unb Frische im Wanbel der Zeit erhalten h:.t; und man muß sich fast darüber wundern, daß bs Ufa, auf der Suche nach zugkräftigen Operetten- iTDÜDen, erst in ihrer jüngsten Produktion auf diese» Stück gestoßen ist. Die Wirkung aufs Publikum fc eint uns, nach den gestrigen Eindrücken zu schlie- 3 in, keineswegs schwächer zu sein als bei der Bühnenfassung. Die Bearbeiter — das Drehbuch it mmt von H. Zerle tt, B. E. Lüthge und B org Jacoby — waren klug genug, die zün- 'nbe Partitur von Emmerich K ä l m ä n mit ihren p itzigen, melodisch und rhythmisch außerordentlich ?e»chickt instrumentierten Hauptschlagern unver- iiöert zu übernehmen, wodurch der wesentlichste Till eines großen Erfolges von vornherein garantiert war. Die Spielführung (Georg Jacoby) c es überdies verstanden, in einer von Tempo, nrv Temperament blitzenden, großzügig angelegten, ilisfigen Inszenierung die charakteristischen Motive Librettos in ihrer raffinierten Mischung von oiQe.ra und Ernst, von Sentimentalität und Laune :rth vor der Kamera lebendig und eindrucksvoll M Geltung zu bringen. Neben dem rein Musika- iifäjen, das ja in der Vorlage festgelegt war und liljglich übernommen zu werden brauchte, wurde ie bühnenmäßige Durchschlagskraft der mehr als imantifchen Handlung in „großen" Szenen effekt- sü herausgestellt: so sehr, daß es ein paar Mal rjiihrlich ernst zu werden droht — wie in der ojen Oper oder im Gesellschaftsstück; aber keine o 'ge, zum Schluß ist alles in schönster Ordnung, ui mit der traditionellen operettengerechten Dop- il «erlobung findet auch der Film den einzig mög- h n und vom Zuschauer erwarteten Abschluß. Die 04 Ausführung wird von einer treffsicher und vrländnisvoll ausgewählten Besetzung getragen. Icrtha Eggerth hat sich mit der Titelrolle über- u end nach vorn gespielt: ihre Sylva Varescu, biib übrigens, war mit bestechender Leichtigkeit gingen und vor allem mit ausgesprochenem Ge- bl ffer die starken komödiantischen Möglichkeiten iir Rolle gespielt. Als ihren Partner sieht man Im Winter 1930 trat ich auf einem ber letzten Punta Arenas. Oas Gärtchen. Von Heinrich Hauser. sind die Heimat ber Albatrosse, ber Sturmmöven, i>er Pinguine, ber Seehunbe; — in ihren Buchten gebären bie Wale. Tiere, die den Menschen fremd und unheimlich sind in ihrer Fähigkeit, in eisigen über Wasser. Ein Spritzer Seewasser hätte meinen Garten zerstört. So hielt ich ihn bei Sturm in Ich lebte mich in ihn hinein, kannte bald die Krümmung jedes Grashalms, kannte jeden der winzig kleinen Käfer, die mit den Pflanzen gekommen waren und auf ihnen weiterlebten. Die Blümchen gingen ein, aber das Gras lebte, und die Kiefer gedieh. In meiner Phantasie wuchs ber Garten. Ich führte meine Augen dicht an ihn heron^ dann wuch- Hans Söhnker, der für den Prinzen Edwin einen anständigen, von fatalen Tenormanieren angenehm abftechenden Darstellungsstil gefunden hat. Paul Kemp, der mit allerlei Harlekinaden lebhafte Heiterkeit entfesselt, und die niedliche und begabte Inge L i st vom jüngsten Theaternachwuchs bilden als Boni und Stasi das obligate zweite Paar. Hörbiger, der den Grafen Feri mit liebenswürdig menschlichen Zügen ausstattet, Ida Wüst und Hans Junkermann verdienen besondere Hervorhebung im Ensemble. * Mit der „Csardasfürstin" scheint das Lichtspielhaus für die Eröffnung seiner Winterspielzeit die rechte Wahl getroffen zu haben. — Im Beiprogramm ist neben einer neuen Wochenschau der , Film „Altgermanische Bauernkul - t u r" zu beachten, der vom Stabsamt des Reichsbauernführers in Berlin herausgebracht wurde und ein gegenwärtig besonders aktuelles Thema behandelt; mit dem Film ist ein Preisausschreiben verbunden, an dem sich jeder deutschstämmige Volksgenosse beteiligen kann. Meeren in den Stürmen der Polarnacht sich zu erhalten, und doch von seltsamer Menschenähnlichkeit. Kahl, von den Winden gemäht, vom Frost in Dann geschlagen sind bie weiten Ebenen unb Hochflächen. Und doch deckt sie ein Schimmer von Grün, den man durchs Fernrohr von den Schiffen aus erblicken kann. Und doch ist der Mensch auch in dieses Land ber Geister eingedrungen: seine Schafherden weiden auf den Ebenen, und der Boden birat Gold. Heber kahle Hänge starren Lehms, über Felstrümmer, ankämpfend gegen einen pfeifenden Sturm wanderte ich landein. Eine heftige Sehnsucht nach Erde, nach Pflanzen, nach etwas Lebendem, was grünt und wächst, hatte mich gepackt. Es gab nichts Grünes auf unferm Schiff; die Stürme von Kap Horn hatten die paar Blumentöpfe in der Kajüte zerschlagen, die Pflanzen in Seewasser erstickt. Ich wußte, ich würde auch auf der Heimreise nichts Grünes mehr zu sehen bekommen, und da kam mir plötzlich der Gedanke: Ich will einen Gar- meiner Koje, unter ber Decke.. Ich stützte die Decke mit Hölzern ab, damit sie nicht auf die Pflanzen drückte. Ja, ich schlief mit meinem Garten. ten haben, einen winzig kleinen Garten. Ick sammelte alle meine Taschen voll Erde. In den Windschatten der Felsblöcke und Baumstümpfe, in vertrocknete Strombetten hockte ich mich hin, grub Pflanzen aus: winzige Blümchen mit gelben Blüten, die im Wind zitterten, zarte Triebe von Krüppelbirken mit ihren Wurzeln, ein paar Gräser, Moose, den Trieb einer Kiefer, wie ein kleiner . ... _________ __, _______ ... Besen. großen Segelschiffe eine Reise an. Ich fühlte, daß । Als ich damit an Bord kam, fühlte ich mich glück- das meine letzte Reise als Seemann sein würde, lich: ich hatte einen Garten in der Tasche, eine kleine Sie ging rund um Kap Horn nach Chile und durch Welt, meine kleine Welt. Suchte mir die größte die Magalhaesstraße zurück. Margarinedose, hämmerte die Ränder glatt, bohrte die Magalhaesstraße zurück. Margarinedose, hämmerte die Ränder glatt, bohrte Eines Tages stand ich nach mehr als hundert- Löcher unten hinein unb pflanzte meinen Garten, tägiger Seefahrt an Land, am Ende der Welt, in Er sollte es gut bei mir haben. Punta Arenas. Die ganze Heimreise lang pflegte ich meinen Es war die unheimlichste, die wildeste, die ödeste, Garten und freute mich an ihm. Er gab mir mehr Landschaft, die ich je erblickte. Einer Insel der Dä-1 zu tun, als Binnenländer sich vor stell en können, monen gleicht die „Tierra del Fuego", das Feuer-trotz feiner Winzigkeit. Ein schwer beladenes Segelland. Wie Raubtiergebisse, so stellen die Gebirge sich , schiff in der Kap Horn-Gegend ist mehr unter als fletschend den Polarstürmen entgegen; die Grate rc "" ~ " ...... messerscharf, die Klüfte und Schründe vereist. An den zerfetzten und zerrissenen Küsten wachsen die Regenwälder, Urwälder, bleich aus Sonnenmangel, gebeugt und zerfurcht von Stürmen, triefend in ewiger Nässe, pelzig von Moosen, die das Holz überwuchern, der Boden voll Fallgruben verfaulter Riesenbäume im Sumpf. Die umbrandeten Felsinseln, Geisterburgen gleich. sen die Zwergbirken vor mir zu großen Bäumen auf. Ich stellte mir vor, ich hätte ein Haus in meinem Garten. Ich baute mir ein Blockhaus aus Holzstäbchen, schnitt Fenster hinein und Türen. Ich teerte sogar die Fugen. Ein richtiges Haus sollte es sein. In Hamburg durfte ich meinen Garten nicht an Land nehmen. Die Einfuhr überseeischer Pflanzen war verboten, ich hätte sie zur Untersuchung sechs Wochen lang in Quarantäne geben müssen. Dazu mar keine Zeit; ich ließ den Garten an Bord zurück. Aber von nun an trug ich ihn im Herzen. Ich wußte, ich würde versuchen, ihn im großen mir zu schaffen: ein kleines Haus, ein Garten, ein Wald nahebei, eine Flinte zum Jagen, ein paar Angelruten für den Vach. — Jetzt hatte ich ein Ziel im Leben. Zum erstenmal. Blutarmut,Sonnenlicht und Vitamine. Europäische Kinder leiden in der Gegend des Aequators, besonders in Indo-China, vielfach an Blutarmut. Man hat für diese auffällige Ersehet» nung die feuchte Wärme und das Sumpffieber verantwortlich machen wollen. Aber auch in Gegenden wie Saigon, wo das Sumpffieber sehr selten ist, zeigen Kinder schon nach einem Aufenthalt von em oder zwei Jahren starke Blutarmut, und so hat man neue Forschungen nach der Ursache dieser Erkrankung angestellt. Nach einem Bericht im „Naturforscher" ergab sich dabei, daß die Blutarmut auf das Fehlen von Vitaminen, besonders des antirachitischen Vitamins D, zurückzuführen ist. Dieses Vitamin bildet sich ja bekanntlich durch die ultravioletten Strahlen der Sonne aus dem Ergosterin, das in der Haut und dem Blute des Menschen enthalten ist. In den Gebieten des Aequators hält nun die Wasserdampf-Schicht der Luft diese ultravioletten Strahlen in starkem Maße zurück, wie die Beobachtungen in Indo-China zeigten. Die Sonne bräunt hier auch weniger als etwa in Italien. Die auffallendste Folge dieser Erscheinung ist der Mangel an Vitaminen in den Früchten dieser Gegend. Die Aerzte in Indo-China verordnen deshalb den kleinen Kindern Orangensaft aus Kalifornien und nicht aus den einheimischen Drangen. „Wir müssen also sagen", heißt es in dem Bericht über diese Untersuchungen, „daß in diesem Lande der kräftigen Sonne die Kinder durch Lichtmangel blutarm sind, wie wenn sie in einem Keller lebten." Um die geringe Wirkung der Ultra-Strahlen im Sonnenlicht zu ersetzen, wird jetzt in Indo-China die künstliche Höhensonne zur Lichtbestrahlung benutzt gerade so wie in den nördlichen Ländern Europa^ Schlaf, marschieren heut wie gestern, wie vorgestern. Von Compiegne bis Verdun schieben sich die Marsch- nach Süden der die 2. sind gefallen! Aus -er Provinzialhauptsia-t den rückwärtigen des VII. Armeestockdunkler Nacht kolonnen der deutschen Armeen Marne zu. Ich hatte zu einer Fahrt zu Staffeln das Generalkommando Verfolgung! Fast schnurgerade Straßen, von hefigen Pappeln gesäumt, Sonnenglut und maßlose Hitze, Schweiß und Staub, marschieren, marschieren. Vorne, ganz vorne rollt Artilleriefeuer, weihe Schrappnellwölkchen am stahlblauen Himmel. „Rechts ran!" Artillerie trabt vorbei. Halt — eine Stunde, zwei Stunden — dicht an der Straße, bis die feindliche Nachhut den Abschnitt räumt. Wieder vorwärts, marschieren, marschieren. Die Füße sind wund der Tornister drückt. Im Biwak bleierner Oie Schlacht an her Marne Tagebuchnotizen aus der Zeit vom 6. bis 9. September 1914. Don Oberarchivrai Gart Henke, Oberstleutnant a. O. befehl! Weiter rast der Wagen durch das zerschossen glimmende Joches hindurch. An einer Moorhütte finde ich den Divisionsstab. Am Scherenfernrohr steht Generalleutnant Fleck, der Kommandeur der Division, er dreht uns den Rücken. Als ich dem Generalstabsoffizier den Befehl übergebe, hört er das Wort „Rückzug". „Was", fährt er herum, „Sie find wohl verrückt geworden? Sehen Sie denn nicht? Jetzt?" Ich sage, daß auch General von Einem nichts von „zurück" habe hören wollen, doch das Armee-Oberkommando habe mich geschickt, ich könne nur den Befehl übergeben. „Sie können nicht wissen, wie es steht!" Am Fernsprecher versucht Exzellenz Fleck persönlich den Generalstabschef der Armee zur Zurücknahme des Befehls zu bewegen, doch alle Vorstellungen sind vergebens.— Tief erschüttert, niedergeschlagen fahre ich zurück. In der Nacht geht die 2. Armee ungeschlagen zurück über die Marne. Ihr Oberkommandierender glaubt der 1. Armee wegen so handeln zu müssen, diese tut selbst im vollen Siege dasselbe, weil sie die 2. geschlagen glaubt. Schicksal —! Die Würfel der Entscheidungsschlacht im Westen korps verlassen. Nun bin ist in , auf dem Rückweg. Nicht ohne Mühe finde ich in dem Dörfchen Pargny die von einer Laterne schwach erleuchtete Komandoflagge des Stabes. In der Hoffnung, nun einige Stunden schlafen zu können, betrat ich das kleine Bauernhaus. „Wer ist gekommen?" höre ich die Stimme des Generalstabschefs. Die schmale Treppe hinauftastend, sehe ich ihn durch die offene Tür einer engen Kammer halbausgezogen auf einem Bauernbett sitzen. Mit wenigen Worten erklärt er mir, daß nach dem soeben eingetroffenen Armeebefehl das III. und IX. Korps der 1. Armee über den Petit Morin zurückgenommen würden. Unsere 13. Division müsse daher ebenfalls sofort zurückgebolt werden, um westlich Montmirail den Flankenschutz der 2. Armee zu übernehmen. Beim flackernden Schein eines Kerzenstumpchens schreibe ich den Befehl auf eine Meldekarte und fahre gelände des Petit Morin vorwärts, denn die den Feind überflügelnden Sachsen sind noch zurück. Noch hält die Kavallerie in der Lücke der 1. Armee die Marnelinie gegen die nur zögernd vorkommen, den Engländer. Doch der linke Flügel ist sehr schwach geworden; die 14. Division fehlt hier. Aller, dings hat die halbe 13. Division westlich von Mont- mirail den Tag über die heftigen französischen An- griffe zurückweisen können, gegen Abend aber muß sie ihren rechten Flügel zurückbiegen vor drohender Umfassung. Als General von Einem, der Führer des VII. Armeekorps, von der 14. Division, deren Angriff er den Tag über beobachtet hat, nach Montmirail zurück zum rechten Flügel will, ist dieses geräumt. Da die Meldungen kein klares Bild ergeben, werde ich vorgesandt, die Lage der 13. Division festzustellen. Als wir — ein junger Ordonnanzoffizier war mir mitgegeben — über Eorrobert vorfahrend das Hügelgelände jenseits des Ortes erreichen, ist es dunkel geworden. Da hören wir Stimmen. Der Kraftwagen stoppt die Fahrt. Eine Kompanie kommt uns entgegen. Auch die neue Stellung sei in der Dunkelheit durchbrochen, sagt ihr Führer, er gehe über Eorrobert zurück, hinter ihm folge der Feind. Langsam fahren wir weiter. Durch einen Hohlweg steigt die Straße einen Hügel hinan. Wir lassen halten. Die Pistolen in der Faust, erreichen wir zu Fuß die Höhe. Vor uns Pferdegetrappel; Lanzen heben sich gegen den helleren Abendhimmel ab. Es ist eine Ulanenpatrouille. Hinter ihr sei feindliche Kavallerie, meldet sie. Also zurück. An dem Abschnitt des Verdon-Baches kommt die Division in breiter Front zum Halten. Der Feind ist nicht gefolgt. Kaum dämmert der Morgen, eilt das Generalkommando, das, im Bestreben die Verbände und rückwärtigen Staffeln zu ordnen, schlaflos die Nacht in Orbais verbracht hat, auf die Höhen des Abschnitts vor. Die 13. Division Ijebt Schützengräben aus, bereit, den Feind blutig zu empfangen. Doch die Lücke zur 1. Armee klafft noch weiter, dem Feind muß der Weg nach Chäteau Thierry offen stehen. Es ist Mittag. Am Straßenkreuz von Champeaubert, aufzustellen und den Tisch zu decken. Schön geschichtet liegen die Kuchenstücke auf den Tellern und auch mit knusperigem Bauernbrot kann man sich bedienen. Doch wo ist der Herr des Hauses? Nur einmal ließ er sich zum Abendaruh blicken. Sein Platz ist in der Küche. Er hat den Saft zu bereiten. Am Tage wurden Zuckerrüben fein geputzt, geschnitzelt, gekocht und gekeltert. Es war ein großes Stück Arbeit, wobei Kind und Kegel mithelfen mußten. Manche Leute verwenden zur Saftbereitung auch Dickwurzeln oder Honigbirnen. Es sind dies lokale Birnsorten von ungemein großer Fruchtbarkeit. Steinlinge und Buckelbirnen heißen sie auch hin und wieder. Der gewonnene Saft wird mehrere Stunden gekocht und dabei öfters geschäumt. Eimerweise wird das entkernte Honiggut der kochenden Brühe einverleibt. Nun ist auch die Zeit zum Rühren gekommen, soll der Honig nicht anbrennen. Schon tags zuvor wurde der Honiarührer, der sich in einzelnen Häusern von Geschlecht zu Geschlecht vererbt, geholt. Immer sind es die männlichen Familienglieder, die dem Honigkochen eine Nacht guten Schlafes opfern müssen. Wenn auch die Wärme des Kesselfeuers den Schlaf herbeizieht, so kann dieser doch immer nur ein kurzes Nickerchen sein, da die „Spritzer" des kochenden Kesselinhaltes bald in unangenehmer Weise das Wachwerden veranlassen. Vor diesen Spritzern werden die Wände der Räume und die nahen Möbel mit Packpapier behängt. Um die zehnte Stunde des neuen Tages ist der Honig gut. Mehrmals schon wurden Proben auf Untertassen erkalten lassen. Der Honig muß Zwetschenhonig-Kochen. Nun kommt die Zeit des Honigkochens wieder. Wenn man durch die Dorfstraßen geht, kommen aus den geöffneten Küchenfenstern lange weißgraue Schwaden Wasserdampfes, desien eigenartiger Geruch verrät, daß das Brotaufstrichmittel des Haushaltes, der Zwitschenhonig, landläufig Hoink genannt, hier und da auch als Latwerge oder Honig- mus bezeichnet, bereitet wird. Nach altem Brauch ist das Honigkochen die erste kleine häusliche Festlichkeit nach vielen Wochen saurer Arbeit, gewissermaßen die Ueberleitung zu Den noch weit und breit in Hebung befindlichen Spinnstuben. Gute Nachbarn, treue Bekannte und werdende Verwandte finden sich am Abend ein. Die Lampe ist in die Mitte der Bauernstube gehängt. Im Kreise sitzen fleißige Frauen und Mädchen, Schüsseln auf dem Schoße und daraus vie entkernten Zwetschen in den im Mittelpunkt stehenden Zuber werfend. Für die Kinder ist der Abend eine besondere Freude. Ihnen kommt die Arbeit zu, die Steine aus den Schüsseln zu bringen und diese von neuem zu füllen. Da „muntere Reden sie begleiten, fließt die Arbeit lustig fort." Viel Gesprächsstoff hat sich ja auch seit Winters Ausgang angehäuft. Da hat man sich von neuen Paaren, von beginnendem jungem Leben und von anderem Freud und Leid zu erzählen. Ab und zu hängt dabei die Zunge recht locker und nicht immer könnten die Worte durch einen Eid erhärtet werden. Die Kinder horchen dabei rote die „Hechelmäuse". Schon hat sich die Hausfrau ganz unauffällig entfernt, um das Kaffeewafser wo ein französisches Denkmal an die Schlacht von 1814 erinnert, steyt General von D ü l o ro. Schwerer Ernst liegt auf seinen Zügen. Da trifft mit feinem Stabe General von Einem ein. Wir ehen, wie er lebhaft auf den Armeeführer einspricht, hören die mit erhobener Stimme gerufenen Worte: „Das ist unmöglich, Exzellenz!" Unser Generalstabschef, Oberst von Wolff, spricht aufgeregt mit General von Lauen st ein, der verantwortlich für den Generalstab der 2. Armee zeich- net. Schließlich dreht er sich heftig um und tritt zur Seite. Da werde ich gerufen: Ich soll den Befehlzum Rückzug der 2. Armee über die Marne der 14. Division bringen! Als der Kraftwagen über die letzte Höhe vor dem Abschnitt des Petit Morin kommt, wird der Blick frei. Jenseits der breiten Niederung brennende Dörfer, deutsche Jnfanterielinien. Offen aufgefahren stehen dicht hinter, ja zwischen ihnen Feldbatterien der 14. Division im Feuer. Links am Horizont ein Berg, der Mont Aoüt. Seinen Westhang steigen feindliche Schützenlinien hinab, in der hellen Sonne leuchten ihre roten Hosen. Man sieht die Wirkung des Flankenfeuers: sie kommen in Verwirrung, Teile der Truppen laufen wild den Berg hinab. Dort bringt die Garde nach — man sieht ^ieg — Sieg, und i ch habe den Rückzugsroieber in bie Nacht hinaus. Der neue Auftrag hat alle Müdigkeit genommen, heißt es doch scharf auf den Weg achten. Durch ein großes Dorf, Waldgelände, in Montmirail ein großer Bogen, die Straße senkt sich in die Ebene hinab, noch eine Chausseegabel — sie darf nicht verfehlt werden, will ich nicht beim Feinde landen — dann aeht's im 60-Kilometer-Tempo schnurgerade nach Süden die Straße nach Esternay. Langsam beginnt es zu dämmern. Dor mir die Schattenrisse eines Dorfes. Plötzlicher Anruf, die Bremsen knirschen — Morsains. Bald ist der Divisionsstab gefunden. Doch der Divissionskommandeur ist beim Führer des IX. Armeekorps, den Angriffsbefehl besprechen. Nur Generalmajor von Unruh, der Führer der 25. Brigade, ist dort. Er kann es sich nicht denken, daß die Division jetzt unmittelbar vor dem Einsatz zurück soll. Dazu ist sie ja vormarschiert, und das IX. Armeekorps weiß jedenfalls noch nichts von einem solchen Befehl. Doch der Befehl ist klar, nicht miß- zuverstehen. Schweren Herzens leitet der General Den Rückmarsch nach Montmirail ein. Noch ehe die Division dort eintrifft, hat sich die Lage weiter geklärt. Weit im Osten von uns, bei der 5. Armee, ist ein Heeresbesehl Iosfres gesunden worden. Das französisch-englische Heer hat Front gemacht und greift mit allen Kräften an. D i e große Entscheidungsschlacht im W e st e n ist da. In drei Gruppen wird sie ausgefochten. Im Westen, nordöstlich von Paris, kämpft die 1. Armee. Dann klafft eine über 30 Kilometer breite Lücke bis zum rechten Flügel der 2. Armee bei Montmirail. Sie wird durch zwei Kavalleriekorps nur unvollkommen gedeckt. Die deutsche 3. Armee, die ihrerseits keinen Feind vor sich und an der Marne ihren erschöpften Truppen einen Ruhetag gegönnt hatte, teilt sich, den Flügeln der Nachbararmeen zum Siege zu helfen. Von Ditry le Francois bis zur Maas ringen in schweren Angriffskämpfen als dritte Gruppe die 4. und 5. Armee. In der Nacht zum 8. September zieht General von Bülow die 14. Division des VII. Korps, feine letzte noch nicht eingesetzte Reserve, nach dem linken Flügel, wo er die Entscheidung erstrebt. Bei Joches zwischen dem X. und dem Gardekorps wird sie eingesetzt. Nur langsam kommt der Angriff der Garde und Westfalen über das weite Sumpf- Lob -es Rebhuhns. Von G. G. v. Maaffen. Jeden Tag Rebhühner! „Toujours perdrix!“ pflegt einer zu sagen, der begründen will, warum ihn auch etwas an sich sehr Vortreffliches nicht mehr reizen kann. Es ist nun einmal so: Selbst das Schönste und Beste kann ekelhaft, ja hassenswert werden, wenn man es allzu oft und bis zum Ueberfluß genießt. Den Ursprung dieses geflügelten Wortes führt Büchmann auf eine Anekdote aus dem Leben Heinrichs III. von Frankreich zurück. Diesem genußsüchtigen Fürsten wurden einmal von seinem Beichtvater Vorstellungen wegen seiner vielen Liebschaften Gemacht. Der König suchte sich nicht weiter zu recht- ertigen, ließ aber von nun an dem geistlichen Herrn jeden Tag gebratene Rebhühner vorsetzen. Und zwar so lange, bis der Beichtvater sich ernstlich darüber beschwerte, daß er „immer Rebhühner" („toujours perdrix“) essen müsse. Heinrich erwiderte, daß er selbst diese Anordnung getroffen habe, um ihn zu überzeugen, wie wichtig die Abwechslung bei allen Genüssen des Lebens sei. Sieht man es dieser Anekdote nicht sofort an, daß sie ein Treppenwitz, ein Histörchen ist, das man erst erfunden, als der Ausspruch: „Toujours perdrix“ längst in aller Munde war? Und tatsächlich weiß Büchmann keine Quelle für ihn anzuführen, ja, er gibt nicht einmal an, auf welchem Wege er zu der Anekdote gekommen ist. Er bemerkt aber, daß kein französisches Wörterbuch das Zitat verzeichne. Demnach ist die Anekdote nicht historisch, und es wäre der Mühe wert, alle Spüryunde hinter diesem ewigen Rebhuhn herzujagen. Vielleicht geht das geflügelte Wort auf die Erfahrung jenes Wettenden zurück, der sich anheischig machte, acht Tage hintereinander Rebhühner zu essen, und dann die Wette verlor. Die Beziehung auf das Allgemeine ist dann später durch irgendeinen witzigen Kopf dazu gekommen. Wann diese Wette stattfand, weiß ich allerdings nicht. Ich habe auch nicht ausprobiert, ob es wirklich unmöglich ist, eine Woche lang nichts weiter als Rebhühner zu essen. Wenn ich aber meine Zunge bei meinem Magen anfragen lasse, wie er sich zu diesem Experiment stellen würde, so macht er eine abwehrende Geste. Die Sache verhält sich nun, wie mir ein eßfroher, genießerischer Freund mitteilt, folgendermaßen: Die ersten fünf Tage soll es ein wahres Vergnügen fein, Rebhühner zu verspeisen. Es geht spielend leicht. Am sechsten Tage aber soll einem bas Rebhuhn wie ein Truthahn Vorkommen, am siebenten wie ein kleines Schwein, und am achten Tage wie ein riesiger Ochse. Einen ganzen Ochsen aber vermochten nur wenige Heroen des Altertums zu verzehren, nämlich Der unüberwindliche Herakles, der bei einem Eßwettstreite den berühmten Lepraeus Claus überwand, dem man den ehrenden Beinamen des „Ochsenfressers" gegeben hatte. Ferner Milo von Kroton und der Fechter Theogenes aus Thasos, der sogar nach einer solchen Mahlzeit erklärte, daß er sich noch nicht gesättigt fühlte. Mit solchen Leuten können die heutigen Rohköstler aber nicht mehr konkurrieren. Wie man Rebhühner fängt. Unsere Vorfahren machten es sich mit der Jagd auf Rebhühner nicht leicht. Noch in Werken des 18. Jahrhunderts wird das Schießen in der Wildbahn als gar schädlich verworfen, da man dabei leicht die alten Hühner treffen und mit ihnen eine zu erwartende Nachkommenschaft vernichten kann. Daher wird geraten, sie in besonders konstruierten Netzen zu fangen, um den alten wieder nach Gutdünken die Freiheit geben zu können. Wie man es anfangen muß, Die scheuen Vögel in die Netze hin- einzutreiben, ist sehr belustigend zu hören. Menschen und Hunde, vor denen sie sogleich in die Höhe fliegen, sind dazu nicht zu gebrauchen. Geeignet sind jedoch Pferde und Kühe, die langsam dahin- trotten und den Anschein erwecken, als ob sie weideten. Vor ihnen pflegen die Hühner nicht hochzugehen, sondern nur ein Stück davonzulaufen. Statt der lebendigen Tiere kann man auch eine Scheibe, auf die ein Pferd ober eine Kuh möglichst naturgetreu gemalt ist, langsam vor sich herschieben. Ebenso vermag ein besonders dressierter Hund sie in die Netze zu treiben, und von ihm wird in einem alten ökonomischen Werke aus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts gesagt: „Jetztgedachter vorstehender Hund hat die artige Eigenschaft an sich, daß er beym Anblick der Vögel nicht sogleich auf sie losrennt, sondern mit einem lieblichen Schwantz- wedeln ein Zeichen giebt, wodurch sie denn gar nicht verunruhigt, sondern alsobald niederducken." Um dieses Ducken zu fördern, läßt man einen Falken fliegen, kann auch einen geschnitzten künstlichen Vogel geschickt in die Luft werfen. Die gefangenen Hühner kann man dann entweder gleich toten oder für späteren Gebrauch in einer Kammer unterbringen, deren Decke und Wände man mit Strohbündeln oder Buschwerk auspolstern muß, damit sie sich bei schreckhaftem Auffliegen nicht die Köpfe einstoßen. Deshalb rät der alte Autor: „Noch dieses hat man endlich zu beobachten, daß man bey Besuchung dieses anmuthigen Gevögels vorher etwas an die Tür poche und poltere, damit es sich unter das Stroh verberge, denn bey unversehenem Hineintritt die armen scheuen Thiere sich mit ihrem jählingen Fliegen die Köpfe leicht einstoßen können." Rebhühnerpa stete. Ich möchte gar zu gern wissen, warum man heutzutage so gut wie gar keine Rebhühnerpasteten mehr auf unseren Tafeln zu sehen bekommt. Offenbar verzichtet man aus reiner Bequemlichkeit auf einen der allerhöchsten kulinarischen Genüsse. Wie mit jeder anderen Romantik ist es auch mit der Romantik der Küche für alle Zeiten vorbei, und man wird mir selbst bei anderer Einstellung wenig- ftens erlauben, daß ich das im Hinblick auf meine eigene Person von Herzen bebaure. Man höre nur die Verse unseres wackeren Homeriden Johann Heinrich V o ß , wie er einen Abendschmaus schildert: „Jetzo bracht' ein Lakai die Ehrenkrone des Gastmahls. Aechzend hob er norm Gastherrn ein ungeheures Backwerk, rund und hohl, voll edlen Gehalts: Rebhühnerpastete nannt* es der Wirt und schwur, aus Bordeaux, im Schiffe des Markus, hab' ihm gesendet ein Freund dies Werk vom berühmtesten Kochheld." Und des weiteren schildert der Dichter, wie der Duft dieser Pastete aller Sinne benebelt, wie der Gastgeber den Deckel löst und lüftet, das Fett abschöpft und sanftlächelnd den wunderköstlichen Inhalt herausschöpft. Malt sich schon beim bloßen Anblick und Geruch die elementare Wirkung dieser Pastete auf den Mienen aller Gäste, so entfesselt der reale Gaumengenuß die letzten Gefühle. „Meine Herren und Damen! Das nenn' ich mir treffliche Mischung! Welch ein seiner Geschmack in dem Fleische des südlichen Rebhuhns, das mit besonnterem Korne sich ätzt und der Beere des Weinstocks! Dann das Gewürz, wie mit Sinne erwählt! Wie im wahrsten Verhältnis!" Und nun zählt der Sänger in klangvollen Rhythmen alle die vielen Zutaten auf, die diese Pastete zu dem Wunderwerk, das sie nach ihrer Vollendung dar- stellt, gemacht haben. Tempi passati! * Voltaire, Friedrichs Freund, wußte sehr genau, was so eine Rebhuhnpastete an geheimen Kräften in sich birgt. Nach der ersten Ausführung seiner Tragödie „Zaire" wurden ihm aus Zu- schauerkreisen allerlei Vorschläge zur Verbesserung beim Schräghalten der Tasse stehen, heißt es. Dann ist er gut gekocht, und es besteht dann auch keine Gefahr, daß er in heißen Sommern gärt. Das Feuer ist schon verglommen. Wenn der Honig erkaltet ist, wird er in irdene Töpfe gefüllt, gut zugebunden und in der Vorratskammer aufbewahrt. Am Morgen schon war des Nachbars Kleiner im Hof. Flugs bekam er in ernstem Tone den Auftrag, bei dem und dem die gläsernen Stiefel und das Honigleiterchen zu holen. Welcher Bub wäre nicht schon das Opfer dieses uralten Uzbrauches geworden! Schreiber dieses schleppte keuchend die berüchtigten gläsernen Stiefel in Gestalt einiger nicht allzuleichter Steine in einem Sacke aus dem Unterdorfe, und die Honigleiter, die angeblich zum Einsteigen in Den Kessel benutzt werden soll, wurde ihm auf einen zweiten Gang als niedrige Hühnerleiter zur Beförderung übergeben. Es war Mitternacht geworden, bis in der Stube Kaffeeschmaus und Schwatz zu Ende waren. Doch die Zwetschenkerner gingen nicht wie sonst üblich nach Hause. Die Jungen im Kranze hatten im Verlaufe des Abends schon mehrmals die Köpfe beieinander gesteckt. Gerade war der Nachtwächter durch die Enggasse in das Wachtlokal geschritten, als sich zwei „kuraschierte" Mädchen daran machten, ein „Pfädchen" aus Zwetschensteinen zu streuen. Noch war die neue Liebschaft zwischen dem Schmieds Konrad und der Bäckers Ida im Werden. Nun aber war es kein Geheimnis mehr. Das Pfädchen zwischen den Häusern der beiden wirkte besser als des Ortsdieners Schelle und lieferte neuen Unterhaltungsstoff für andere Kernabende. Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Die Geschäftsstelle der Kreisleitung der NSDAP. Gießen ist während der Dauer des Reichsparteitags vorn 6. bis 12. September vor» mittags nur von 10 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Die Sprechstunde am Samstagnachmittag fällt aus. TLMolfsm oblfabrt NSOAP. - Amt für Volkswohlfahrt. kreisamlsleitung Gießen. An die Ortsgruppenkassenführer der NSV. des Kreises Gießen. Betr.: Sammlung „Mutter und Kind" am 2. September. Wir machen die rückständigen Ortsgruppenkassenführer Darauf aufmerksam, daß die Sammelbeträge von der am vergangenen Sonntag stattgefundenen Sammlung bis spätestens den 7. d. 7N. eingezahlt sein müssen. Meldung und Einzahlung mußte bereits schon bis zum 5. September erfolgt sein. Heil Hitler! Gez.: Klöß, Kreisamtsleiter. F. d. R.: gez.: M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer der NSV. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. S. Ortsgruppe Gietzen. t|r Samstag, 8. September, 8.30 Uhr abends, im Caft Leib, Walltorstraße, Mitgliederversammlung. Erscheinen ist unbedingt Pflicht. Kriegsopfer, die noch nicht in unseren Reihen stehen, sind kameraö- schaftlichst eingeladen. Der Ortsgruppenobmann: Moll. des Dialogs zugesandt. Da er sie für gut hielt, wollte er sie befolgen, brachte es aber nicht fertig, die Schauspieler zum Umlernen ihrer Rollen zu be» wegen. Am heftigsten weigerte sich der berühmte Dufresne. Da griff Voltaire zu einer List und schickte an einem Tage, an dem Dufresne feinen Kollegen ein Festessen gab, eine prachtvolle Rebhühnerpastete in dessen Wohnung. Sie wurde zum Entzücken der Teilnehmer auf die Tafel gesetzt, und als sie ausgeschnitten wurde, erblickte man darin aroölf Rebhühner, die in ihren Schnäbeln Zettel hielten, auf denen die Rollenänderungen verzeichnt waren. Diese gute Idee besiegte den Widerstand der eigensinnigen Schauspieler, und sie lernten ihre Rollen um. Der einmütige Beifall Derer, die ihre Ratschläge befolgt sahen, belohnte sie bet der zweiten Ausführung der „Zaire" reichlich für alle aufgewandte Mühe. Don Jüan fällt in die Gpree. Ein junger Mann hatte sich mit seiner Braut einen lustigen Abend in einer Berliner Gastwirtschaft gemacht. Gegen Mitternacht begleitete er sie ritterlich nach Hause, verspürte aber danach keine besondere Lust, ins Bett zu gehen, und kehrte kurz entschlossen in eine andere Restauration ein. Sein Lebensgefühl steigerte sich mehr und mehr, und schließlich bekam der junge Mann Sehnsucht nach seinem Mädchen Er gedachte sie mit feinem ®e‘ such zu überraschen. Mit kühnem Wagemut kletterte der Don Juan die Rückwand des betreffenden Gebäudes hoch — daß dicht unter ihm die Spree fto», schreckte ihn in keiner Weise. Als er jedoch ein Fenstersims erklimmen wollte, verlor er das Gleichge* wicht und fiel ins Wasser. Glücklicherweise konnte der unternehmungslustige junge Mann schwimmen, es fand sich auch schnell ein Boot, mit dem er W die Nähe seiner Wohnung rudern wollte, benn tn seinem klatschnassen Zustand konnte er sich unmog' lief) durch die Straßen Heimwärtswagen. Der Sturz in die Spree brachte aber mehrere Anwohner aus die Beine, die in dem nächtlichen Bootfahrer eine*1 Dieb vermuteten und schnell die Polizei Derftan» bigten. Auf ber Polizeiwache weigerte ber Pech' vogel sich zunächst, sein rätselhaftes Tun unb Treiben zu erklären — was ihm feine Braut hoffentlich einmal hoch anrechnen wirb — und erst auf dem Polizeipräsibium, wohin man den Jüngling, der an an allen Gliebern zitterte unb mit ben Zahnen klapperte, gebracht hatte, geftanb er bie Zusammen* hänge ein. Man setzte ihn zwar auf freien uWy aber er wirb inzwischen davon überzeugt fein, DaB bas Fensterln in Berlin gar nicht so einfach tfL I B i 3 ! ii e |i i NS.-Gemeinschaft„Krast durch^reude" Hamburg-Seefahrt vom 8. bis 16. September. Die Teilnehmer dieser Fahrt wollen den Preis von 53,— RM. sofort an uns einzahlen. Die Fahr, und Schiffskarten können Freitag abgeholt werden. Oer Flieger. Nicht das Streben nach Ruhm zeichnet ihn aus, sondern Kameradschaft und Treue, diese Mannestugenden, die die graue Front des Großen Krieges standhalten ließ gegen eine Welt von Feinden, bis Verrat zu tiefster Erniedrigung führte! Still und unermüdlich seine Arbeit, echt in der Kameradentreue und Kameradschaft, die alles um- schließt und zusammenschweißtl Kameradschaft und ^D^Zliegen heißt siegen über Örune Cotrjrr Zeiten und weiten! / W werde Mitglied im Deutschen Lustsvort.Verbandl Kameradentreue zeichnen die Saat des Großen Krieges, den Kampf um Deutschlands Wiederauf- stehuna, sind die Wegweiser in Deutschlands Zukunft! Flieäergeist ist nichts anderes als Kameradschaft und Kameradentreue in höchster Vollendung in allem Tun und handeln, früher wie heute und in alle Zukunft. Lern' diesen Geist begreifen, und Du wirst ermessen, was die Luftfahrt für Deines Volkes Dasein bedeutet! hilf auch Du, deutsche Luftfahrt von Versailles zu befreien! Werde Mitglied im Deutschen Luft- sport'Verbandk Anmeldungen bei: Flieger-Ortsgruppe Gießen sKreisamt), Fernruf 2951, 2952. Nicht ohne Quartierkarte zum Neichsparteitog. Das Gau-Organisationsamt teilt mit: Es wird ill wiederholten Malen darauf hingewiesen, daß grauen, die vom Gau Ovganisationsamt über ihre Kreise und Ortsgruppen keine Quartierkarten be- lommen haben, nicht nach Nürnberg fahren dürfen, is sei denn, daß ihnen in Nürnberg bereits schrift- sch Quartier durch Verwandte usw. zugesagt wurde, fcllen Frauen, die ohne Quartier sind, müssen die Rückreise unverzüglich antreten, da Nürnberg keine !^nterkunftsmöglichkeiten für Frauen mehr hat. neuer Rechner der Gießener Kreiskaffe. Wie im neuesten Amtsverkündigungsblatt be° Icanntgegeben wird, ist dem Kreiskasse-Oberbuch- solter Mank mit Wirkung vom 1.Juli 1934 ab lie Kreiskasse-Rechnerstelle übertragen worden. Kreiskasserechner Mank ist damit an die Stelle !ss auf sein Nachsuchen aus Gesundheitsrücksichten 'n den Ruhestand versetzten Kreiskassedirektors Schäfer getreten. Die Dienstbezeichnung „Kreis- Inssedirektor" ist durch die Dienstbezeichnung „Kreis- lllsserechner" ersetzt worden. Kreiskassedirektor i. R. Schäfer war seit Anfang März 1929 als Nach- folger des verstorbenen Kreiskassedirektors K a u ß ri.it der Verwaltung der Kreiskasse Gießen beauflagt. Mit ordentlichem Gebiß zum Arbeitsdienst. Nack Mitteilung des Meldeamts für den Frei- riilligen Arbeitsdienst, Meldestelle Gießen, müssen häufig Bewerber für den Freiwilligen Arbeitsdienst rsegen des schlechten Zahnzustandes zunächst abge- rnesen werden. Dies bedeutet nicht nur für den ^ltaat durch Vornahme einer nochmaligen ärztlichen Versuchung Mehrkosten, sondern verursacht auch Roman von Anny von panhuys. ^Ilrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (6.) !b Fortsetzung Nachdruck verboten! 'Er selbst nahm sich zusammen, damit man ihm irahts anmerken sollte. Doch ließ sich das nicht erzwingen. Er wenigstens konnte es nicht. Oft merk- l('i seine Schüler, daß seine Gedanken sich flüchtig amt von ihnen entfernten, denn er ließ Fehler d. rchgehen, die er niemals vorher hatte durchgehen le sen. Er ertappte sich manchmal selbst dabei, daß ei an die Symphonie dachte und alles um sich bnrum vergessen hatte, spottete dann heimlich über sitz. Was wollte er denn eigentlich? Warum machte er sich immer nervöser? Das Ergebnis der Verlags- piüifung konnte noch Wochen, wenn nicht gar Mo- ntrte auf sich warten lassen Er kannte das ja hin- länglich, und wenn man schließlich übergenug ge- v-rtet und zwischen hangen und Bangen die Ner- Dn zerrieben, kehrte die Arbeit zurück ins Haus nri einem gedruckten Wisch oder ein paar höflich vkUhnenden Sätzen. Ls war vier Uhr, und Suse Beßler trat zum Uräerricht in das ihr längst bekannte Zimmer. Sie bunte trotz aller Talentlosigkeit jetzt schon leidlich feöuflg einige Tonleitern spielen und zwei Volks- Ilevchen. heute schien ihr Lehrer ziemlich zufrieden mit ihr, cfcr sie verwünschte die Stunde trotzdem. Jetzt hatte sie die Komödie doch bald satt. Wenn sie geahnt hätte, daß ihr Ziel sich so lange bi > ausschieben würde, hätte sie es doch lieber Erich N irten überlassen, auf irgendeine Weise die Taler njseinen Besitz zu bringen. Schließlich saß sie nach '!7»m Vierteljahr noch hier und mußte auf dem vier herumstümpern Sie merkte deutlich, wie unaufmerksam ihr Leh- ii jetzt war. Wer weiß, was der für Morgen hatte! (zr ging, während sie Fingerübungen machte, leise 15 rr den Teppich, trat ans Fenster, als hätte er sie Miessen, um sie unvermittelt anzufahren. ,Aber Fräulein Zolfmann, passen Sie doch ein eeiig auf, sonst kommen Sie niemals weiter!" Qieder stand er am Fenster — sie hörte, wie er fe plötzlich öffnete, einen Gruß erwiderte und das er fier wieder schloß. C ie klimperte weiter, bis er hinter ihr sagte: „Litte, hören Sie einen Augenblick auf. Entschul- am Sie, ich möchte gern einen wichtigen Brief lei, den ich eben erhalten habe" Eie nahm die Finger von den Tasten und seufzte irilich. Ganz steife Finger hatte sie von der ver- ;i=n, erzwungenen Handhaltung Reichs-Parteitag 1934 und Gießener SA. Die Gießener $2L fährt am Samstag, 8. September, morgens 5 Uhr (Antreten 4 Uhr auf dem Jnnenhof des Standartengebäudes), mit dem Sonderzug Nr. 1816 und trifft um 12.53 Uhr in Nürnberg (Bahnhof Duhenteich) ein. Von dort wird in das Zeltlager Langwaffer (Nähe des Duhenteichs) marschiert und in den Zelten 3 und 4 Quartier bezogen. Die Rückfahrt erfolgt am Mittwoch, 12. September, vormittags 11.04 Uhr ab Nürnberg mit Sonderzug 1816. Die Nürnbergfahrer treffen am Mittwoch, 12. September, abends 17.57 Uhr, wieder auf dem Bahnhof Gießen ein, von wo aus sie mit Musik zum Slandartengebäude geleitet werden. Während des Aufmarsches in Nürnberg am Sonntag, 9. September, marschiert die Gießener SA. in der Marschgruppe A an vierter Stelle. Neuordnung der evangelischen Kirchenchöre. ELP. Am 24. Juni haben sich die ehemaligen Kirchenchorverbände Hessen-Darmstadt, Nassau und Frankfurt a. M. zu einem „Landesverband Nassau-Hessen" zusammengeschlossen. Der neue Landesverband ist in gleicher Weise dem Landesbischof, wie dem vom Herrn Reichsbisckof bestätigten Reicks- obmann der evangelischen Kircyenchöre Deutschlanos, Oberlandeskirchenrat D. Mahrenholz- Hannover, unterstellt. Zu seinem dauernden Stellvertreter in der Führung oer Geschäfte des Landesobmannes der Kirchenchöre in Nassau-Hessen hat der Landes- bischof Lic. Dr. Dietrich den Pfarrer Dr. Michel- Wiesbaden ernannt. Die kirchenregimentliche Aufsicht über das Kirchenchorwesen hat er dem Oberlandeskirchenrat Olff übertragen. Der Landesverband gliedert sich in fünf Propsteiverbände: Propsteiobmann für Nassau ist zunächst Prof. v. Schlosser-Herborn, dessen dauernder Stellvertreter ist Pfarrer Fries-Wiesbaden, Propsteiobmann für Frankfurt a. M. ist Amtsbaurat Keller Frankfurt a. M.-Oberrad, für Rheinhessen Propst Colin-Mainz, Stellvertreter Pfarrer Job-Mainz, für Starkenburg Pfarrer Jrle- Darmstadt, Stellvertreter Pfarrer Knodt-Ober-Klin- gen, für Oberhefsen Propst Knodt- Gießen, Stellvertreter Dekan Widmann- Schotten. Lan- desoerbandschormeister ist Studienrat B o r n g ä s - s e r - Darmstadt, Stellvertreter ist Dr. Holle- Frankfurt a. M. Auf Grund des Reichsgesetzes betr. Reicksmusikkammer ist es allen nicht angeschlossenen Kirchenchören verboten, sich irgendwie zu betätigen. Die letzte Verantwortung für die Tätigkeit des Chores trägt der Pfarrer. Neben ihm stehen in der Führung des Chores der Chorleiter und ein Vertrauensmann der Chorsängerschaft. Diese vereinbaren unter sich, wer von ihnen die Geschäfte des Chores verantwortlich zu führen hat. Jeder Chorleiter ist verpflichtet, innerhalb von 2 Jahren an mindestens einer Chorleiterschulungswoche teilzunehmen. Mit dieser Neuregelung find alle Chöre ihres etwaigen seitherigen Vereinscharakters entkleidet und zu kirchlichen, gottesdienstlichen Organen er- hoben worden. Die Chorleiter (Dirigenten) find nun nicht mehr „Vereinsangestellte", sondern Träger eines kirchlichen Amtes und unterstehen der kirchlichen Disziplin und Lehrzucht. Sie sind von den Kirchenvorständen zu berufen und vom Propsteiob- mann zu bestätigen. den sich meldenden Personen unnötige Ausgaben und Zeitverlust. Es wird daher empfoylen, daß Personen, die die Absicht haben, sich für den Freiwilligen Arbeitsdienst zu melden, zuvor sich die Zähne in Ordnung bringen lassen. Neuordnung im Evangelischen Bund. ELP. Die seitherigen Hauptvereine des Evangelischen Bundes, Hessen und Wiesbaden-Frankfurt, haben beschlossen, einen neuen Hauptverein mit der Bezeichnung Hessen-Nassau zu bilden. Die beiden sich vereinigenden Hauptoereine haben übereinstimmend Pfarrer Dr. B e r g € r (Darmstadt) zum Bundesführer des neuen Hauptoereins ernannt. Aus der evangelischen Liebestätigkeit. ELP. Der Vorstand der Kinderheilan- ftalt „Elifabethhaus" in Bad-Nau- Heim hielt dieser Tage seine Jahresversammlung ab Der Vorsitzende des Vorstandes, Pfarrer Knodt (Bad-Nauheim), erstattete den Jahresbericht für 1933. Daraus fei folgendes hervorgehoben: Obwohl die Zahl der Kinder im vorigen Jahr zurückgegangen ist, konnten doch immerhin 627 Kinder an 25 866 Verpflegungstagen in der Anstalt versorgt werden. Der Preis für die einzelnen Kuren wurde wieder herabgesetzt, die Zahl der Freibetten erhöht. So durfte das Haus, eine Anstalt der Inneren Mission, in hervorragendem Maße feinen Beitrag zur Linderung der Nöte unseres Volkes geben. Nach dem Bericht des Anstaltsarztes, Sanitätsrats Dr. Heß, wurden in 1933 insgesamt 7781 Bäder abgegeben, 1442 Bestrahlungen mit Höhensonne vorgenommen und 474 Inhalationen verabreicht. Die meisten der aufgenommenen Kinder konnten gut erholt nach Hause zurückkehren. Aus Sie wandte sich um, ein ganz eigentümlicher Laut war an ihr Ohr gedrungen. Sie machte große Augen. Was war denn mit Olden nur los? Der fah ja mehr als befremdend aus. Er hielt einen offenen, großformatigen Briefbogen in den Händen und starrte darauf hin, als läse er etwas ganz Besonderes Um seinen Mund lag ein Lächeln, als ob er einen Haupttreffer in der Lotterie gemacht hätte, und feine Augen zwinkerten fo eigentümlich, als wollte er meinen. Er fühlte ihren scharfen, hellen Blick und begegnete ihm etwas verwirrt. „Fräulein Zolfmann, gestatten Sie, daß ich für ein paar Minuten zu meiner Frau gehe!" bat er. „3d) muß ihr eine sehr wichtige Mitteilung machen, die mir der Briefträger eben gebracht hat." Fast übermütig setzte er hinzu: „Ich muß meiner Frau diesen Brief vorlesen, es ist ein so erfreulicher Brief. Heben Sie derweil allein!" Weg war er. Wie ein vergnügter Junge war er aus dem Zimmer gelaufen Suse Beßler dachte flüchtig, während sie auf die sich hinter dem Manne schließende Tür schaute: Dem mußte ja wirklich ein ganz besonders guter Brief ins Haus geflogen fein! Aber gleichzeitig durchzuckte sie der Gedanke: Jetzt war es soweit, jetzt war der Augenblick da, auf den sie schon seit ein paar Wochen gewartet hatte! Sie sprang auf, lauschte an der Tür und zog den Schreibtischkasten auf. Sie hatte Glück. Alle fünf Taler waren da, nicht einmal eine der Broschen fehlte Schon hatte sie alle Taler in ihr Taschentuch gewickelt — und nun brachte sie das kleine Päckchen in eine von außen unsichtbare Tasche ihres Rockes unter, die sie eigens zu dem Zweck angebracht hatte, seit sie wußte, sie mußte eines Tages die Taler hier entwenden und aus dem Hause tragen Schnell schob sie den Kasten wieder fest zu und nahm am Klavier Platz, quälte sich mit Fingerübungen ab In der Küche bei Frau und Tochter aber stand Werner Olden und las den beiden vor, was der Verlag geschrieben hatte. Da stand: „Sehr verehrter Herr Olden! Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, daß Ihre Symphonie: .Die wilde Jagd', unser ganz besonderes Interesse erweckte — kurz gesagt: uns außerordentlich gefallen hat. Wir beabsichtigen, das Werk gelegentlich eines Herbstkonzertes hier in Mainz zur Aufführung zu bringen, und haben uns mit Vorlage Ihres Werkes bereits mit dem Dirigenten des Beethoven-Orchesters, Herrn von Eberbach, in Verbindung gefetzt, der von Ihrer Arbeit begeistert tft. Wir erhoffen einen vollen Erfolg, und es wäre uns sehr angenehm, wenn Sie uns sobald wie möglich besuchen würden, damit wir einen Vordem ärztlichen Bericht ging wieder hervor, daß neben den rachitischen, blutarmen, unterernährten und nervösen Kindern in zunehmendem Maße Herzkranke dem Elifabethhaus überwiesen werden. Es wurde ferner mitgeteilt, daß im Winter im Dienst der Winterhilfe täglich bis zu 50 Personen im Haus verpflegt wurden. Im Anschluß an die Vorstandsfitzung wurde eine Besichtigung des Hauses vorgenommen, wobei mit besonderem Interesse die im letzten Jahre vorgenommenen baulichen Veränderungen und Herstellungen in Augenschein genommen wurden. Das Jahr 1933 war insofern ein bewegtes Jahr auch für diese Anstalt, als in ihm die Umstellung der Fürsorge auf den neuen Staat vor sich ging. Es ist Grund zu berechtigter Hoffnung, daß im laufenden Jahr die Zahl der Kuren die des Vorjahres wesentlich übersteigen wird. Die berufliche Vertretung der ehemaligen Berufssoldaten. Das Heeresverordnungsblatt Nr. 23 vom 21. August 1934 enthält eine Vereinbarung zwischen dem Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront und dem Führer des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten, die besagt, daß der Reichstreubund für alle aus der neuen Wehrmacht entlassenen Berufssoldaten, soweit diese Versorgungsanwärter sind, die allein zuständige berufliche Vertretung darstellt, gleichgültig, ob und in welchen Betrieben sie beschäftigt werden. Dasselbe gilt für diejenigen abgefundenen Versorgungsanwärter, die noch keine Beschäftigung gefunden haben. Diejenigen abgefundenen Versorgungsanwärter, die inzwischen eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst 1 gefunden haben, finden ihre berufliche Vertretung vertrag aufsetzen können, der nach dem Konzert in einen endgültigen Vertrag umgewandelt werden soll. Wir sehen mit Vergnügen Ihrem Besuch entgegen." Werner Olden schwenkte das Blatt hin und her. ,Lst das nicht zum Verrücktwerden schön?" Seine Frau nickte stumm. Sie vermochte jetzt nicht zu sprechen, die große Freude saß ihr wie ein Würgen im Halse. Sie wußte, wenn sie jetzt zu reden versucht hätte, wäre nur lautes Schluchzen aus ihrer Kehle gekommen. ,Donata streckte dem Vater die Hand hin. „Herzlichen Glückwunsch, Vater!" Es klang warm, aber Werner Olden schien der Glückwunsch der Tochter nicht warm genug. In ihm war ein Durcheinander von Freude und Glück, daß ihm Donatas Worte nur matt ins Ohr glitten. Er sah sie an. „Kommt der Glückwunsch von Herzen?" Sie erwiderte seinen Blick groß und offen. „Ich muß mich doch freuen, Vater! Ich weiß doch, was die Nachricht für dich bedeutet. Kann denn einer das besser wissen als Mutter und ich? Ich freue mich unsagbar!" Er warf den Brief auf den Küchentisch. „Mädel, zwischen uns steht eine Scheidewand, seit letzthin, seit dem vertrackten Abend, wo ich — na, offen heraus: wo ich mich gar nicht wie ein richtiger, guter Vater aufführte. Die Dörner hatte mir Gift eingespritzt, das wirkte zu stark. Lachen könnte ich heute darüber" Er bat: „Gib mir die Hand, Mädel, ich habe mich sehr klein benommen. Wie klein, das empfinde ich jetzt voll und ganz, nachdem das überwältigend Große zu mir gekommen ist Sei gut, Mädel, und wenn dein Herz wirklich ganz stark an dem Manne da drüben in Sachsenhausen hängt, dann bringe ihn her, Mutter und ich wollen ihn kennenlernen." Da schlang Donata die Arme um den Hals des Vaters, und die unsichtbare und doch merkbare Scheidewand zwischen ihnen schwand, als wäre sie niemals dagewesen. Es war sehr still in der ziemlich großen Wohnküche, in der man auch die Mahlzeiten ein^unehmen pflegte, und in die Stille klang es hinein: Ueb immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab, und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab. Mit beiden Händen die gleichen Töne auf zwei nebeneinanderliegenden Oktaven klimperte Suse Beßler, kindlich unfertig, die Melodie aus der Klavierschule herunter Werner Olden lachte laut auf. „Habe ja ganz vergessen, daß meine Unterrichtsstunde noch nicht zu Ende ist. Zum Glück kommt nach der Zolfmann heute niemand mehr. Da braust in den ihren Berufen entsprechenden Organisationen der Deutschen Arbeitsfront. Für diese im Arbeitsverhältnis stehenden abgefundenen Versorgungsanwärter ist der Reichstreubund ebenso wie für alle übrigen ehemaligen Berufssoldaten die vom Herrn Reichswehrminister allein zugelassene kameradschaftliche Organisation ehemaliger Angehöriger der neuen Wehrmacht, der die Aufgabe gestellt ist, Wehrwillen, Soldatenkameradschaft und Truppenteilüberlieferung zu pflegen. Vogelschutz beginnt im Herbst. Vogelschutz dient nicht nur der Erhaltung eines schönen Naturbildes, nicht nur der Freude am Gesang unserer Vogel, sondern hat auch einen durchaus wirtschaftlichen Nutzen. Wenn z. B. ein Meisenpaar — nach den Berechnungen der Biologischen Reichsanstalt — im Laufe eines Jahres 1% Zentner Insekten vertilgt, so sehen wir schon daraus die Bedeutung unserer Vögel bei der Schädlingsbekämpfung Im Herbst, wenn nur noch die winterharten Vögel in unserem Lande geblieben sind, darunter die Meisen, haben wir dafür zu sorgen, daß sie auch durch den Winter kommen. Das Wichtigste ist, daß wir schon jetzt Nistkästen, Nisthöhlen und andere Hilfsmittel bereitstellen Vor allen Dingen find aus den Nistkästen, die im Sommer bewohnt waren, die alten Geniste zu entfernen, weil sie stark mit Ungeziefer durchsetzt sind. Dann sind die richtigen Füttergeräte an Bäumen, aber auch an den Fenstern anzubringen. Die insektenfressenden Klein- vögel können höchstens einen Tag ohne Nahrung leben. Bei Schneefällen kann also das Verhängnis sehr leicht über sie hereinbrechen. Es ist dann durchaus falsch, einfach Brotkrumen oder anderes Futter auf die Fensterbretter zu streuen, wo es vom Winde verweht ober vom Schnee zugedeckt wird. Hier sind also Futterglocken auszuhängen und Futterhölzer (vor allem für Meisen) mit Hanfsamen und Rindertalg auszugießen. Man sollte die Kinder in dieses wohltätige Werk einspannen. Gerade sie gewinnen am schnellsten Freude an der Sorge für die Vögel. Aber auch schon jetzt muß die Arbeit für die Bereitstellung guten Singvogelfutters beginnen: Beeren und Sonnenblumenkerne sollten jetzt gesammelt und trocken aufbewahrt werden, damit sie sich ohne 3U schimmeln in den Winter hinein halten und dann ausgestreut werden können. Angriffsgeist und Leistungswille der deutschen Angestellten. Man schreibt uns: Als vor wenigen Wochen die Reichsführung der deutschen Angestelltenschaft ihren Mitarbeitern die „Generalstabskarte" für die Gestaltung der kommenden Berufserziehungsarbeit übersandte und „Antreten zum gemeinschaftlichen Befehlsempfang" erteilte, schrieb der Herausgeber folgende treffende Worte: „Deutschland rüstet zu Immer neuen Arbeitsschlachten. Eine Offensive gegen die Arbeitslosigkeit folgt der anderen. Der unbändige Wille, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen, muß zu immer weiterer Tätigkeit in dieser Richtung wachgehalten werden. Wenn auch dieses Ziel ein durchaus friedliches ist, bedarf es zur Durchsetzung doch stärkster kämpferischer Willensanstrengung. Der Führer hat dazu den Befehl gegeben, und alle, die irgendwie zur Erreichung dieses Zieles beitragen können, haben bis zum heutigen Tage diesem Befehl freudig Folge geleistet." Einen Teil der Gesamtaufbauarbeit haben die Deutsche Arbeitsfront und die von ihr beauftragten Reichsgruppen zu leisten. Für diese große Aufgabe wurde bereits das Handwerkszeug geschaffen und Richtlinien herausgegeben. Die Mitarbeiter im Lande haben sofort die Vorbereitungen begonnen. Auch die Gießener Vertreter der deutschen Angestelltenschaft und der hiesigen Berufs- gemeinschaften, der Kaufmannsgehilfen, der weiblichen Angestellten, der Techniker und Werkmeister, der Büro- und Behördenangestellten haben sich bereits eingehend in gemeinsamen Sitzungen und Besprechungen mit den Fragen der Berufs- und Erziehungsarbeit für das Win- du uns einen prima Kaffee, Mütterchen, und Donata holt Kuchen! Das Feinste vom Feinen. Heute wird geschlemmt — den Tag von heute sollt Ihr nicht vergessen, diesen wundervollen Freudentag." Gleich darauf betrat er wieder das Musikzimmer, lobte die blonde Schülerin: „Sie sind wirklich brav, haben fleißig geübt während meiner Abwesenheit." Sie nickte: „Ich will doch auch vorwärtskornrnen!" Beide waren froh, als die Stunde zu Ende war, beide hatten jetzt gar kein Interesse mehr an dem Unterricht. Suse Beßler aber atmete erst richtig auf, als sie in der Elektrischen saß; sie hatte doch damit rechnen müssen, daß der Musiklehrer noch in ihrer Gegenwart den Schreibtischkasten aufziehen und die Taler vermissen könnte. Aber er hatte gar nicht daran gedacht. Es war ihr sehr zustatten gekommen, daß er durch irgendeine frohe Nachricht ganz durcheinandergebracht worden war. Sie hatte die Taler; aber niemand konnte ihr das beweisen — niemand. Ein paar Stunden wollte sie noch bei Olden nehmen, dann mußte die Quälerei aufhören. Sie sah dem Wiedersehen mit Merten besonders ungeduldig entgegen — man hatte sich in einer Sachsenhäuser Apfelweinwirtschaft veravredet. Dreizehntes Kapitel. Detlef Westkamp ließ noch einmal den Blick über die Dahlien gleiten, die breitbuschig eine Seite des Gartens säumten. Wie herrlich waren die Köpfe der bunten, großen Blumen, wie leuchteten die Farben! Gelb und rot, erdbeerfarben und schneeweiß. Oh, ihr lieben, schönen Blumengesichter!, dachte er fast zärtlich, wie wird sich meine Liebste freuen, wenn ich sie hier an euch vorbeiführe! Dahlien waren seine Lieblinge; er hegte und pflegte sie täglich besonders und vergaß darüber manchmal, daß die Blumen der Westkampschen Gärtnerei eigentlich zurücktreten mußten vor den Kartoffeln und Krautköpsen, dem Obst und den Küchenkräutern. Die Sonne war eben untergegangen, ein mattes Rot wie das Zeichen eines fernen Brandes säumte den Horizont, dort, wo er sich zur Erde niederzusenken schien, und aus dem Boden quoll schon leicht abendliche Frische. Aber eigentlich war es noch immer sommerlich. Der Herbst in diesem Jahre war überhaupt feiten schön!, dachte Westkamp und blickte seiner Mutter entgegen, die den breiten Mittelweg entlang auf ihn zukam. Sie nickte ihm zu: „Bist wieder bei deinen Lieblingskindern, Bub, bei den Dahlien! Sag — bleibst du heute Abend zu Hause? Ich gehe bann auch nicht fort; sonst möchte ich mal zu Ella Hill, ich war schon lange nicht mehr bei ihr." (Fortsetzung folgt.) 193'4/35 beschäftigt. In den verschiedenartigsten Verträgen, Lehrgängen, Arbeitsgemeinschaften und Aufbauarbeiten _ von Uebungs- und Scheinfirmen sollen aua) oen Angestellten des hiesigen Bezirks das Rüstzeug zur Berufsweiterbildung gegeben werden. Denn es geht heute nicht mehr darum, neues zu lernen und neues Wissen in sich aufzunehmen, weil man sich damit die Möglichkeit einer Gehaltsaufbesserung verschaffen kann. Es ist vielmehr Pflicht jedes Deutschen, seine Leistungen qualitativ zu steigern, weil durch die Arbeit des einzenlen die ganze Nation in ihrer Leistungsfähigkeit gesteigert wird. Hunde-Begutachtunq m Gießen. Auf vorigen Sonntag vormittag hatte der Verein Hundesport für Gießen und Umgegend seine Mitglieder sowie die Hundebsitzer von Gießen und Umgebung auf den Schliefplatz zu einer Begutachtung ihrer Hunde eingeladen, die Fabrikant Grünewald (Alsfeld), ein bekannter Richter auf Ausstellungen, vornahm. Diese Begutachtung hat mit einer Hundeausstellung nichts gemein, denn es galt hier, den Hundebefitzer selbst über Vorteile und Fehler seines Hundes aufzuklären, damit er sich selbst mit den Rasseeigenschaften seines Hundes vertraut machen konnte. Reges Interesse wurde dadurch bekundet, daß 34 Hunde der verschiedensten Rassen von ihren Besitzern vorgeführt wurden. Nachmittags wurde von Herrn Grünewald das Resultat bekanntgegeben und dabei Belehrung über Pflege und Fütterung der Hunde erteilt. Gleichzeitig hatten die Anwesenden die seltene Gelegenheit, eine in Deutschland noch wenig bekannte Hunderasse kennenzulernen: den in Schweden und Norwegen geführten Elchhund, der vor kurzem in Deutschland eingeführt wurde und von dem zur Zeit in unserem Lande nur drei Exemplare gehalten werden. Der Hund wird im Norden zur Elchjagd benutzt und ähnelt in Rasse und Bauart einem deutschen Spitz: er ist vollkommen unempfindlich gegen jegliche Witterungseinflüsse und hat eine vorzügliche Nase und größte Ausdauer auf der Jagd. Bei der erwähnten Anzahl von Hunden und des beschränkten Raumes, der uns zur Verfügung steht, müssen wir uns bei der nachstehenden Aufzählung auf die Hunde beschränken, die das Prädikat gut bis vorzüglich verdienen. Dr. van Bentheim, deutscher Drahth.-Rüde und -Hündin v. Lotz, hier, Wachtelhündin gut. Zörb, hier, deutscher kurzh. Rüde gut. Wellhöfer, hier, drahth. Foxterrier sehr gut. Frau I. Karsten, hier, drahth. Foxterrierrüde v. Manger, hier, langt). Teckelrüde v. Lembke, hier, langt). Teckelrüde gut. Reichert, hier, kurzh. Teckelhündin v. Baurat Pfaff, hier, kurzh. Teckelrüde gut. Stein, Lich, Schnauzerrüde d.; ders. Schnauzerhündin d.; ders. Riesen- schnauzerhündin sehr gut. Götz, hier. Schnauzer- rüde sehr gut. Schmieder, Schnauzerrüde v. Frau M ü n k e r, Scotchterrierrüde, noch zu jung, verspricht aber sehr gut zu werden. Schmidt, Trohe, deutsche Dogge, desgl. S ch ö m b s, hier Whippet sehr gut bis d.; Dobermann sehr gut. Rinn, Heuchelheim, Jagdterrierhündin gut. Bierverleger Michel, hier, deutscher Schäferhund gut bis sehr gut. Der Verein wird alljährlich eine solche Begutachtung veranstalten, um dadurch das Interesse wachzuhalten und zu fördern. (tiiefcener Wochenmarktpreise. * Gießen, 6. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1.45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 11, Klasse A 10V2, Klasse B 10, Klasse C 9% Klasse D 8V2,' Wirsing (grün), das Pfund 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 30 bis 40, Feldsalat 1 bis 1,10 Mark, Tomaten 15 Pf., Zwiebeln 12, Meerrettich 50 bis 70, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln, das Pfund 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 12 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 4, Pfirsische 15 bis 30, Brombeeren 30, Preißelbeeren 35, Birnen 8 bis 12, Zwetfchen 8 bis 10, Mirabellen 15 bis 18, junge Hähne 75, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken, 100 Stück 60 bis 80, Endivien, das Stück 10 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, Bündel 10 Pf. Bvrnottzen — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Csardas-Fürstin".— Aquarien- und Zierfischverein Gießen: Hotel Köhler Werbeschau. ** Ausfallende Sprech st unden der Regierung. Die Sprechstunden des Herrn Staatsministers sowie aller Ministerialabteilungen fallen am Samstag, 8. September, aus. ** Genehmigte Soldaten st iftung. Der hessische Staatsminister hat die Stiftung des Landesverbandes Hessen-Darmstadt des Deutschen Rcichs- niegerDunoes „Kysthauser" (Kriegskameradschaft Hassia) in Darmstadt „Soldatenstiftung Hassia" als rechtsfähige Stiftung genehmigt. ** Platzmufik unserer Militärkapelle. Am morgigen Freitag veranstaltet das Musikkorps unseres Bataillons unter Leitung von Obermusik- meifter Krauße von 18 bis 19 Uhr Platzmusik am Liebiadenkmal auf dem Hitlerwall. Vortragsfolge: 1. Hymne und Triumpfmarsch aus der Oper „Aida", Verdi. 2. Ouvertüre zur Operette „Die schöne Galathe", Suppe. 3. Kaiser-Walzer, Strauß. 4. Zwei Elsässische Bauerntänze, Merkling. 5. Szenen aus der Oper „Der fliegende Holländer", Wagner. 6. Kürassier-Marsch „Großer Kurfürst", W. v. Simon. ** Städtischer Nutzholzverkauf. Am kommenden Dienstag findet auf der „Liebigshöhe" ein Nutzholzverkauf der Stadt Gießen statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Bürgermeisterei ersichtlich. ** E i n Personenauto herrenlos aufgefunden. Heute morgen wurde im Chaussee- graben der Landstraße Heuchelheim—Atzbach, innerhalb der Gemarkung Heuchelheim, ein offenes Opel- Auto herrenlos aufgefunden. Der Wagen führt die Nummer IT 88 014. Die Ermittlungen über die Herkunft und den Eigentümer des Wagens sind im Gange. ** Die Aliceschule kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil Koch- und Back-Abendkurse an. Interessenten seien besonders darauf hinge- roiefen. , Frachterleichterungen der Reichs- bahn zur Förderung des deutschen O b st a b s a tz e s. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft gewährt auch in diesem Jahre zur Förderung des Absatzes der deutschen Obsternte und um die Versorgung mit Winterobst zu erleichtern einen Frachtnachlaß für den Stückgutversand von frischen Aepfeln, Birnen und Pflaumen in der Zeit vom 6. Sept, bis 31. Dezember d. I. Die Ermäßigung beträgt durchschnittlich 30 v. H. ** Kriegerverein Gießen. Das alljährlich übliche Sommerfest wurde am vorigen Sonntag — wie man uns berichtet — auf der Liebigshöhe abgehalten. Trotzdem an diesem Tage das Winzerfest in der Volkshalle stattfand, war die Veranstaltung recht gut besucht. Der erste Vereinsführer, Kamerad Trümpert, gedachte in feiner Ansprache u. a. der um diese Zeit bei Gravelotte und Sedan im Jahre 1870 stattgefundenen Schlachten, ferner in ehrenden Worten des kürzlich verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg und brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler aus, in das die Versammlung freudig einftimmte. Die Kinder wurden mit Fähnchen, Schokolade und Brezeln beschenkt, die älteren Kameraden unterhielten sich bei Tanz und Scheibenschießen. An die besten Schützen wurden am Abend wertvolle Preise in Gestalt von Obst- und Lebensmittelkörben verteilt. ll.Faustballturiiier des Tv. 1846 Gießen. Das 11. Faustballturnier des Gießener Turnvereins von 1846 brachte als Abschluß der diesjährigen Sommerspiele einen vollen Erfolg. Von 27 gemeldeten Mannschaften waren 26 am Start erschienen. 48 Spiele waren nötig um die Sieger der einzelnen Klassen in Vor- und Endrunden zu ermitteln. In der Meisterklasse gab es sehr schöne und spannende Kämpfe. In der Gruppe I, Postsportverein Frankfurt a. M., Licht-Luft-Osfenbach und Gießen 1846, ging Gießen als Sieger hervor. Den Gruppensieg in Gruppe II, TV. 1860 Frankfurt a. M. — Halgerhausen — Friedberg — Darmstadt sicherte sich die Tgde. Friedberg. — Das Endspiel am Nachmittag zwischen Friedberg und Gießen 1846 endete mit 36:27 für Gießen. Leider mußte in der ersten Halbzeit ein Friedberger Spieler wegen Verletzung ausscheiden, so daß Friedberg den Kampf bis zum Schluß nur noch mit vier Mann bestreiten mußte. Die Gießener Mannschaft hat auch diesmal wieder ihre große Spielstarke erneut unter Beweis gestellt und kann sich wohl mit Recht zur Spitzengruppe der deutschen Faustballmannschaften rechnen. Ergebnisse: Gruppe I: Gießen — Post 40:33; Gießen — Offenbach 38:32; Offenbach — Post 44:16. Gruppe II: 1860 Frankfurt — Halgerhausen 40:33; Friedberg — Darmstadt 31:30; Friedberg — 1860 Frankfurt 31:27; Darmstadt — Halgerhausen 44:25; Friedberg — Halgerhausen 59:21; 1860 Frankfurt — Darmstadt 36:24. Endrunde: Friedberg — Gießen 27:36; 1860 Frankfurt — Offenbach 43:33; Post Frankfurt — Darmstadt 29:43. 1. Sieger Gießen 1846, 2. Frankfurt 1860, 3. Offenbach. In der A - K l a s f e holte sich TV. 1860 Frankfurt vor Halgerhausen den Sieg. Die 2. Mannschaft des TV. 1846 Gießen spielte weit unter Form und mußte bereits in der Vorrunde ausscheiden. 1. Sieger Frankfurt 1860 2. Mannschaft, 2. Hal- gerhausen, 3. Postsportverein Frankfurt a. M. In der A l t e r s f l a f f e sicherte sich der deutsche Meister dieser Klasse, IG. Frankfurt, den Sieg. Auch der 2. Sieger 1860 Frankfurt zeigte großes Spiel. Nur mit 4 (32:28) Verlustbällen mußte er sich dem deutschen Meister beugen. Noch drei Minuten vor Schluß stand der Kampf unentschieden und die letzten zwei Minuten brachten erst die Entscheidung. 1. Sieger IG. Frankfurt, 2. 1860 Frankfurt, 3. Postfportverein Frankfurt a. M. Ergebnisse: 1860 Frankfurt — Offenbach 65:28; IG. — Post Frankfurt 36:25; Post Frankfurt — Nauborn 1. Spiel 29:29 (2. Spiel 44:23); Nauborn — Offenbach 42:30, 1860 Frankfurt — Nauborn 45:32, Post — Offenbach 53:25; IG. Frankfurt — Nauborn 46:19; 1860 Frankfurt — Post Frankfurt 54:24; Offenbach — IG. 19:55; IG. Frankfurt — 1860 Frankfurt 32:28. Spiele der Turnerinnen. Bei den Turnerinnen holte sich IG. Frankfurt a. M. den Sieg. Die Turnerinnen des Män- nertunwereins, der Meister des Gaues 12, Nordhessen, konnten sich gegen die Frankfurter Hochburg nicht durchsetzen und mußten bereits in der Vorrunde ausscheiden. Der Sieger IG. Frankfurt sowie die Mannschaften von Postfportverein und 1860 Frankfurt zeigten Spiele von großem Können. Von diesem Gesichtspunkt aus darf man sagen, haben sich die Turnerinnen des Mtv. tapfer geschlagen. 1. Sieger IG. Frankfurt a. M., 2. Postfportverein Frankfurt a. M., 3. 1860 Frankfurt a. M. Ergebnisse. Gruppe 1: IG. Frankfurt gegen MTV. 42:30; 1860 II — MTV. 33:25; IG. — 1860 II 39:24. Gruppe 2: Post — Offenbach 56:28; 1860 I gegen Offenbach 54:23; 1860 I — Post 27:22. Entscheidung: IG. — 1860 I 31:17; Post gegen 1860 II 29:25; Post — 1860 I 25:17. Die Veranstaltung bewies, daß das Faustballspiel im TV. 1846 mit großem Eifer und Ernst betrieben wird und es war für den Gießener Turnverein von 1846 ein ideeller und sportlicher Erfolg. Die Emopa-Meisterschasten der reidjfaWen. Die 350 Meldungen, die für die besten Leichtathleten aus 22 Nationen (ohne Irland) des europäischen Kontinents für die ersten Europameisterschaften vom morgigen Freitag bis Sonntag in Turin abgegeben wurden, umschließen mit wenigen Ausnahmen die europäischen Spitzenklasse der Läufer, Springer und Werfer. Die am meisten bedauerte Ausnahme ist die Englands, das überhaupt nicht vertreten ist; die Engländer haben eine Beteiligung wegen zu großer Inanspruchnahme — vor allem durch die Empire-Spiele — und aus finanziellen Gründen abgelehnt. Warum Europameisterschaften? Dr.Ritter von Halt, der Führer der deutschen Leichtathleten, hat selbst Sinn und Zweck dieser erstmalig veranstalteten Europameisterschaften dahin gekennzeichnet, daß sie ein geeignetes Mittel zur Förderung der Leichtathletik auf dem Kontinent, ein besonderer Ansporn für die führenden Athletiknationen und schließlich eine geeignete Prüfung für die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Spiele feien. Damit ist die Bedeutung der Veranstaltung zum Ausdruck gebracht. Aliceschule ^och- u.Barik- Äbendkuv-us Zurück Dr. pbil. loh. Nsnmann Beginn: 8. Oktober. 6mD Dauer 6 Wochen mit wöchentlich einem Unterrichtsabend von 4 St. ab 18 oder 19 Uhr Schulgeld5Mk. Essensgeld zum Selbstkostenpreis. Anmeldungen bis 1. Oktober ut der Aliceschule,Steinstraße 10. Psychotherapeut für nervöse Erkrankungen Bergstraße 15, Anruf 3291 5155 D iiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiijniinniiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiii^i^iiiiiniiiiiiiiiiiiiii^iiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiii SeRen Verschandelung der Heimatnatur! Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschutzarbelt von Pros. Dr. Walther Schoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen und Leiter der Fachstelle Naturschutz im NeichSdund Volkstum und Heimat Mit 24 Bildtafeln Preis: Gebunden Reichsmark 3.60 Tlaturfchutz ist Volk-fach« geworben! Wegweisend gingen die führenden Männer des neuen Reiches voran, sicheren dem deutschen Wald und Wild wirksamen gesetzlichen Schutz und zeigten planvoller Dolkstumsarbeit große, edle Ziele auf. - Dieses grundlegende Buch über den Raturschutz aus der Feder des Leiters der deutschen Raturschuhbewequng geht jeden einzelnen Dolk-genoffen an. Ss gilt, die natürliche Schönheit unserer Heimat in liebevoller Sorge und naturverbundener Gemeinschaftsarbeit zu erhalten für uns und für d.e, die nach uns sein werden. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Frische Seefische / Filet leb. 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I. zur Fällung' gekommene Nutzholz, und zwar: 27 Stämme Kiefern-Langholz, N, 1b - 13,50 km 153 „ ,, N, 2a - 111,89 „ 133 „ „ N, 2b -- 136,38 „ 28 „ „ N, 3a = 35,60 „ 4 „ N, 3b = 7,04 „ 41 „ Kiefern-Langgrubenholz - 10,22 „ 2 „ Fichten-Langholz, N, la = 0,23 „ 33 „ „ N, 1b - 12,00 „ 27 „ „ N, 2a ° 19,90 „ 3 „ „ N, 2b - 4,01 „ 3,3 rm Fichten-PaPierholz 1. Kl. 3,9 „ „ 2. Kl. 1,6 „ „ ■ 3. Kl. 2,2 „ Eichen-Nutzknüppel (Gartenpfosten), 2,20 m lang (Abz. Nr. 338) am Dienstag, dem 11. September 1934, 10^ Ahr. in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe" in Gießen versteigert werden. 5159C Das Nadelholz einschließlich des Papierholzes ist entrindet. Die Stämme tragen die Abz.-Nr. 1 bis 337 und 342 bis 455. Die Abfuhr des Holzes muß innerhalb 8 Tagen nach dem Versteigerungstermin beendet sein; die Zuschlagserteilung erfolgt sofort in dem genannten Termin. Jede Holzart und Klasse kommt besonders zum Ausgebot. Für diese Versteigerung sind die allgemeinen Verkaufs- und Zahlungsbedingungen der Stadt Gießen maßgebend. Gießen, den 5. September 1934. Bürgermeisterei Gießen: Rittst 3m Zeichen des Oreikampfes Deutschland - Schweden - Finnland. Für die starken Leichtathletik-Nationen Europas bildet Turin jetzt eine entscheidende Kraftprobe int Kampf um die Führung auf dem Kontinent, und zwar auf einer etwas anders gearteten Grundlage als die sonstigen Länderkämpfe. In 22 Wettbewer« bcn, zu denen jedes Land, von den Staffeln abge. sehen, je zwei Bewerber stellen kann, wird der Titel eines Europameisters vergeben: 100, 200, 400, 800, 1500, 5000, 10 000-Meter-Lauf, 110 und 400 Meter Hürden, Weitsprung, Hochsprung, Stab. Hochsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen Speerwerfen, Hammerwerfen, Zehnkampf, 50-Kilo. meter-Gehen, Marathonlauf, 4X100-Meter-Staffel, 4X400-Meter-Staffel. Aus dem nationalen Gesamt* ergebnis aller dieser Wettbewerbe, in denen für den 1. bis 6. Platz 6 bis 1 Punkte gegeben wer* den, wird die beste europäische Nation der Turiner Kämpfe ermittelt. In Turin wird mit schärferem Maßstab gemessen, und den Nationensieg wird hier mehr als sonstwo die Spitzenleistung auf der Grundlage der hohen Mannschaftsleistung erringen. Erste Anwärter auf den Nationensieg, für den der italienische Ministerpräsident einen Ehren* preis zur Verfügung gestellt hat, sind — das lehrt ein Ueberblirf über den wahrscheinlichen Verlauf der Kämpfe — Deutschland, Schweden und Finnland. Erst in einem gewissen Abstand werden in einer zweiten Gruppe Italien und Ungarn vor Frankreich, Dänemark und Norwegen, Tschecho» slowakei, Polen und den baltischen Ländern, Hol* land, Schweiz usw. folgen. Im Mittelpunkt des europäischen Interesses steht also der Dreiländer* kampf Deutschland — Schweden — Finnland. Er bietet der deutschen Leichtathletik die große Ge* legenheit, den Kampf um die Führung im Heu* tigen Europa zu ihren Gunsten zu entscheiden, Leicht ist dieser Kampf nicht. Wenn unsere Mann* schäft mit etwas Glück kämpft, dann kann sie den Ehrenpreis Mussolinis Heimbringen. Wann fallen die Entscheidungen. Im Zeitplan der ersten Leichtathletik-Europa* Meisterschaften in Turin sind neben den Qualifika- tionskämpfen in den technischen Hebungen und Öen sonstigen Ausscheidungen die Entscheidungskämpfe auf die drei Tage vom Freitag bis Sonntag wie folgt verteilt: Freitag, 7. September: 14.45 Uhr: Stab* Hochsprung. — 15 Uhr: Hochsprung. — 16 Uhr: Speerwerfen. — 16.20 Uhr: 1500 Meter. — 17.20 Uhr: 10 000 Meter. Samstag, 8. September: 13.15 Uhr: 50-Kilometer-Gehen. — 14.30 Uhr: Diskuswerfen. 110-Meter-Hürden. — 14.50 Uhr: 100 Meter. - 15 Uhr: 400 Meter. — 15.10 Uhr: Weitfpruna. — 16.10 Uhr: Hammerwerfen. — Zehnkampf' bewerbe. Sonntag, 9. September: 14.20 Uta Start zum Marathonlauf. — 14.30 Uhr: 400-M- ter-Hürden; Dreisprung. — 14.45 Uhr: 200 Meter. — 14.55 Uhr: 800 Meter. — 15 Uhr: Kugelstoßen. — 15.55: 4X100-Meter-Staffel. — 16.05 Uhr: 5000 Meter. — 16.45 Uhr: 4X400-Meier. — Zehnkampf-Entscheidung. lieprcisentativ-Gpiele im Fußball: Gau Nordheffen. Der Fußball-Gau Nordhefsen hat auch für die kommenden Monate einige recht interessante Spiel-Abschlüsse getätigt. So kämpft bereits am 16. September eine Nachwuchs-Mannschaft des Gaues gegen die Hannoversche Städte//, am 3. November soll dann der Rückkampf gegen Baden stattfinden und am 1. Januar des kommenden Jahres steht ein Städtetreffen Frankfurt — Kassel in Aussicht. Erfolgreicher Gießener Rennfahrer. Am (Sonntag beteiligte sich der bekannte Rennfahrer Albert M e b u s vom Gießener Radfahrer- Verein 1885 an dem 140-Kilometer-Straßenrennen um den „Großen Keltenpreis" in Koblenz. Schon kurz nach dem Start schlugen die Fahrer ein heftiges Tempo an; bei der ersten größeren (Steigung 30g sich das Feld auseinander. Eine sechsköpsige Spitzengruppe, unter ihnen auch Mebus, eilte zu Tal. Auf schlechtem Pflaster kam Mebus zum Sturz und mußte die anderen ziehen lassen. Trotz Verletzung bestieg er wieder sein Rad und nahm allein die Verfolgung der Spitzengruppe auf. Schon bei dem nächsten großen Berg kann er die Ausreißer wieder einholen. Die sechs Mann Spitzengruppe vergrößert immer mehr ihren Abstand 00m übrigen Felde und kurz vor dem Ziel fielen noch zwei Fahrer ab. Die Spitze mit vier Mann eilt nun dem Ziele zu und im Endspurt ging Mebus eine Radlänge hinter dem ersten als Dritter durch das Ziel. Der ebenfalls gestartete Gießener Fahrer f)- Preis (RC. Germania) mußte leider infolge Lenkerbruches das Rennen aufgeben. Auf die große im Saale des Hauses der Deutschen Arbeitsfront» Schauzenstraße 18, WZleitllg, um., mllWNW 2 nur, mm wird nochmals hingewiesen. £. Älltbosf gerichtlich beeidigter Tarator f. d. Landgerichts- bezirk der Provinz Oberhessen. »wo Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Betr.: Antrag des Ueberlandwerks Oberhessen Friedberg auf Genehmigung der Anlage einer elektrischen Hochspannungsfreileitung mit einer Betriebsspannung von 20 000 Doll zwischen Leihgestern und Lich. Das Ueberlanbroert Oberhessen beabsichtigt, eine 20 000-Volt-Hochspannungsfreileitung zwischen Leih' gestern und Lich zu legen. Entsprechender Antrag bei dem Hessischen Staatsministerium ist gestellt. Die Pläne und Beschreibungen hierzu liegen in dec Zeit vom 10. bis 17. September 1934 auf der Re' giftratur des Kreisamts Gießen, Landgraf-Philipp' Platz 3, während der üblichen Dienststunden (Man- tag bis Freitag von 7 bis 15 und Samstag von « bis 12 Uhr) zur Einsicht offen. Etwaige Einwen« düngen gegen die geplante Anlage können währeno der Offenlegungsfrist und innerhalb einer Woche nach Ablauf derselben bei dem Kreisamt ließen schriftlich unter Angabe der Gründe vorgebracht werden. 61o»0 Nr. 208 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Donnerstag. 6. September 1954 Ziegenmarki in Gießen. Oöerheffen. /z- « i T ■11 • ■ . ■ * >. ■z Ziegen, dreijährig und älter", zur Prämiierung oorgeführt. Gern geübtes, harmloses Privatvergnügen der Ziegen. Hessisches Gondergerichi in Mainz Kreditbewilligung für Notstands- arbeiten: Um einer Anzahl von Erwerbslosen aus Alsfeld Gelegenheit zu geben, sich als Notstandsarbeiter an den Straßenbauarbeiten der Provinz Oberhessen am sog. Göringer Berg zwischen Romrod und Schellnhausen zu beteiligen, befördert die Stadt Alsfeld die Leute mittels Lastkraftwagens täglich zur Arbeitsstätte Hierfür wurde ein weiterer Kredit von 1000 RM. bewilligt. Mitteilungen: Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende .ein Ausschreiben des Hessischen Staatsministers über die Durchführung der An- stellungsgrundsätze bei Neubesetzung von Beamten stellen bekannt. Daraus wurde ersichtlich, daß der Reichsinnenminister nachdrücklich darauf hingewiesen hat, daß solche Stellen, die den Versorgungsanwärtern vorbehalten sind, nicht mit alten Kämpfern der NSDAP, besetzt werden dürfen. Den gemeindlichen Selbstverwaltungskörpern wird zur Pflicht gemacht, den erlassenen gesetzlichen Be- stirnmungen nicht entgegenzuhandeln. Die Aufsichtsbehörden sind angewiesen, hierfür zu wachen. „Hassia^-Tagung im Vogelsberg. verurteilt. Durch die Untersuchungshaft gilt sie als verbüßt. Ein unverbesserlicher Landstreicher, Philipp Tempel aus Bad-Dürkheim, bettelte am 13. August in Worms-Horchheim und wurde, da ihm nichts gegeben wurde und er den Bescheid erhielt, sich an die NSV. zu wenden, gegen diese Einrichtung in der unflätigsten Weise ausfällig. Außerdem leistete er bei seiner Verhaftung Widerstand. Tempel ist bereits 22 Mal wegen Bettelns, Landstreichens und Diebstahls vorbestraft worden. Heute erhielt er wegen Bettelns sechs Wochen Haft, wegen Beleidigung und Widerstand ein Jahr Gefäna- n i s. Die Unterbringung in ein Arbeitshaus wurde LPD M a i n z, 4. Sept. Gestern tagte in Mainz dos Hessische Sondergericht. Der 44jährige, bisher nicht i.orLeftrafte Hermann Maurer von hier hatte sich dazu verstiegen, gröbliche Beleidigungen gegen den verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg auszustoßen, wie sie schlimmer nicht gedacht werden können. Er will, wie er sich heute entschuldigt, von allem nichts mehr wissen und unter dem Einfluß von Alkohol gehandelt haben. Mit Rücksicht auf die Schwere der Tat erhielt er ein Jahr Gefängnis, außerdem hat er die Kosten des Verfahren zu tragen. Vier Wochen Untersuchungshaft werden ihm angerechnet. Weiter wird mit dem Einverständnis des Verurteilten seine Unterbringung in eine Trinkerheilanstalt verfügt. Die vor einiger Zeit von ausländischen Sendern verbreiteten unwahren Gerüchte über den Reichsjugendführer Baldur von Schirach hatte der Angeklagte Valentin Kropp von hier weiterverbreitet, ohne sich davon zu überzeugen, ob sie auch der Wahrheit entsprächen. Der Vorfall ereignete sich im 7. August, am gleichen Tage, an dem die Dementis durch die deutsche Presse gingen. Der Angeklagte wurde zu drei Wochen Gefängnis außerdem angeordnet. Wegen Beleidigung des verstorbenen Reichspräsidenten hatte sich der 22jährige Heinrich M e h l i n- g e r aus Mainz-Kostheim zu verantworten. Er hatte sich die schlechte Meinung einiger Bekannten zu eigen gemacht und sie in einer Gastwirtschaft ausgeplaudert. Das Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis. Vier Wochen erlittene suchuygshaft werden ihm angerechnet. * Steinbach, 5. Sept. Unterhalb unseres Dorfes in Richtung Lich, an der Straßenbrücke bei der Abzweigung her Straße nach Albach, stieß gestern abend ein Transport - Auto der Brauerei Jhring-Lich gegen einen her großen Bäume, die an dieser Stelle die Landstraßen säumen. Dank der Stärke des Bau- Ziegen,3Jahre und älter: Ehrenpreise erhielten: Hch. Münster, Hattenrod und Hch. Vogel, Gießen. 1 Preise: H. Münch L, Ehr. Scheid VI., L. Scheid V., Großen-Buseck; I. Cyriax, Gr.-Linden und 0. Maul, Hattenrod. 2. Preise: H Harbach VIII., W. Wagner!., W. Scheid III., Großen-Buseck, K. Philipp IV., Watzenborn-Steinberg: K Hünermund, H. Degenhardt, Gießen; Oie rheinhessischen Bürgermeister in Oberheffen. I S ch o 11 e n, 5. Sept. Die 23 Bürger- meister des Kreises Bingen, verschiedene Beigeordnete sowie drei Beamte des Kreisamts, die unter der Führung von Kreisdirektor Peters- Bingen auf einer Schulungsfahrt durch Oberhessen gestern Alsfeld besuchten und besichtigten, berührten heute unseren Kreis. Nach einer Besichtigung des Hessischen landwirtschaftlichen Musterbetriebs auf dem S e l g e n - h o f nahmen sie im Klubhaus des Hoherods- k o p f e s das Mittagessen ein. Gegen 14 Uhr passierte der Postautobus das Niddatal, um nach einem letzten Aufenthalt in Bad Salzhausen die ^Heimfahrt anzutreten. Die frohgemuten rhein- hessischen Gäste, von denen die wenigsten schon einmal Oberhessen gesehen hatten, waren begeistert von unserer heimischen Bergwelt, von den schönen Städtchen und Dörfchen, von den herrlichen Fachwerkhäusern und dem gastfreundlichen Menschenschlag. Stadtvorstandssitzung in Alsfeld. l. Wingershausen (Kreis Schotten), 5. Sept. Am Sonntag fand hier ein außerordentlicher Bezirkstag des früheren Bezirks Vogelsberg der Kriegerkameradschaft „Hassia" statt, mit dem die Feier des 50jährigen Be- stehens des hiesigen Kriegervereins verbunden war. Der frühere Bezirksvorsteher S c r i b a - Schotten eröffnete den Bezirkstag und gedachte zunächst des verstorbenen Reichspräsidenten o. Hindenburg. In einer Minute stillen Gedenkens wurde der teure Tote geehrt. Sodann übernahm der 1. Bezirksführer, Bürgermeister Dechen, die Versammiungsleitung und wies in einigen Worten auf den Sinn der SAR. II hin. Er betonte, daß man wegen des monatlichen Beitrages von 50 Pf. dem Kriegerverein nicht den Rücken kehren solle. Sodann wurde vom Schriftführer Bericht über die Verbandstagung und die Jubelfeier der Kriegerkameradschaft „Hassia" in Darmstadt erstattet. Nach der Bezirkstagung stellten sich die Kameraden zu einem Umzug durch das mit vielen Fahnen geschmückte Dorf auf. Am Adolf-Hitler-Stein hielten der Führer des feiernden Vereins, Kamerad Becker, ferner der 1. Bezirksführer Bürgermeister D e ch e r t und Kamerad Scriba - Schotten Ansprachen. Kamerad S c r i b a gab einen Rückblick auf die Entwicklung des Vereins. Aus Anlaß des Jubiläums konnten drei Mitglieder für ihre 50- jährige, verschiedene andere Kameraden für 40- bzw. 25jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Von den Gründern des Vereins lebt nur noch einer. Die Feier wurde verschönt durch die Mitwirkung des hiesigen gemischten Chors und der Musikkapelle aus Eichelsachsen. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die würdige Feier. Mit einem kameradschaftlichen Beisammensein in der Theißschen Wirtschaft wurde der Tag beschlossen. Landkreis (Rieften. Jäger, Laubach; L. Magnus, Gr.-Linden; Schäfer Wwe., Lindenstruth; A. Zinn, H. Becker, W. Om- mert und K. Trechsler, Gießen. Ziegen, 2 Jahre alt: 1. Preise: W. Wagner IX., Großen-Buseck, I. Feiling, Holzheim; H. Münster, Hattenrod; W. Herr, Lich; H. Lorenz, Gießen; Karl Weiß, Watzenborn - Steinberg; 2. greife: W. Wagner I., Großen-Buseck; Jak. Naumann, Laubach; Hch. Bonhardt, Gr.-Linden; Ziegenzuchtverein Gießen. Ziegen, 1 Jahr alt: Ehrenpreis: L. Rau, Hattenrod. 1. Preise: H. Harbach VIII., L. Scheid V., H. Wagner VI., Großen-Buseck; A. Sieg, Hattenrod. 2. Preise: H. Größer IV., Ehr. Scheid VI., Großen-Buseck; I. Cyriax, Gr.-Linden; H. Münster, Hattenrod; K. Philipp IV., Steinberg; 0. Weiß, Großen-Buseck; H. Degenhardt, Gießen. 3. Preise: H. Wagner IV., Gr.-Buseck; K. Balser, Rödgen; H. Weller XVI., H. W. Hofmann, Wieseck; H. Scheid III., Harbach; A. Schmauß, Lindenstruth; W. Gorr, Lich; K. Göriach, Eberstadt; H. Vogel, Gießen; K. Weiß I., Watzenborn-Steinberg. Bocklämmer: 1. Preise: Jakob Lerch, Lich und W. Wagner I., Gr.-Buseck. 2. Preise: Th. Philipp, K. Weiß, B. Buß III., Watzenborn- Steinberg. 3. Preise: L. Schäfer, W. Keil, Lindenstruth; L. Rau, Alten-Buseck. > Alsfeld, 3. Sept. Dieser Tage fanden im großen Saale des „Deutschen Hauses" zwei Werbeveranstaltungen des lieber» landwerks Oberhessen statt. Durch die schon teilweise fertiggestellte Umstellung des hiesigen Stromnetzes auf Wechselstrom (Drehstrom) in Verbindung mit neuen, wirtschaftlichen Stromtarifen wird die Elektrizitätsversorgung unserer Stadt auf eine ganz neue Grundlage gestellt. In einem einleitenden Vortrag wies der Werbeingenieur auf die großen Vorteile und Annehmlichkeiten hin, die die Verwendung elektrischer Geräte aller Art im Haushalt mit sich bringt. Durch die neue Tarifgestaltung sei eine weitgehende Verwendung der Elektrizität im Haushalt geboten, die dadurch ein billiger, äußerst wirtschaftlicher Helfer geworden sei. Auf der Bühne des großen Saales waren die verschiedensten elektrischen Geräte über- ichtlich aufgebaut. Die Werbedame des Ueberland- werks führte den Besuchern die Annehmlichkeiten der elektrischen Küche vor Augen; die gereichten Kostproben und der von der Versammlung festge- tellte geringe Stromverbrauch dürften ihren Werbezweck voll erreicht haben. Da das Ueberlandwerk Gestern vormittag fand — veranstaltet vom Kreisziegenzuchtverband und ber 2a e r = zuchtinspektion beim Tierzuchtamt Gießen — auf den Marktanlagen an der Mar- garetenhütte ein großer Ziegenmarkt statt, der sehr gut beschickt war. Es waren 165 Tiere aufgetrieben. Der Handel vollzog sich etwas schleppend. Der Preis für Ziegen belief sich je nach Qualität und Milchleistung auf 25 bis 70 Mark. Mit dem Markt war auch eine Prämiierung verbunden, zu der sehr viele Tiere vorgeführt worden waren. Eine stattliche Anzahl von Preisen stand zur Verfügung und stellte für die Züchter eine Anerkennung ihrer Arbeit dar. Neben Preisen in Form von Gegenständen für den täglichen Gebrauch gab es auch Geldprämien. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: Böcke, 2 Jahre und älter: Gemeinde Laubach, Ehrenpreis; Gemeinde Großen-Buseck, 1. Preis; Gemeinden Rödgen und Watzenborn- Steinberg, 2. Preis; Gemeinde Wieseck, 3. Preis und Anerkennung. Böcke, 1 Jahr alt: Gemeinden Laubach und Hattenrod, 1. Preis; Holzheim und Watzenborn- Steinberg, 2 Preis; Alten-Buseck, Großen-Buseck, Klein-Linden und Ziegenzucktverein Gießen, 3. Pr.;' Harbach und Lindenstruth, Anerkennung. digt, zum Glück blieben aber, soweit bisher bekannt wurde, die Insassen unverletzt. Lich, 6. Sept. Das Ueberlandwerk Oberhessen plant die Anlage einer elektrischen Hochspannungsfreileitung mit einer Betriebsspannung von 20 000 Volt zwischen Leihgestern und Lich. Der entsprechende Antrag ist beim Hessischen Staatsministerium gestellt. Etwaige Einwendungen gegen die geplante Anlage sind beim Kreisamt Gießen vorzubringen. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung des Kreisamts Gießen ersichtlich. _L Lauter, 5. Sept. Heute fand hier die Ge - meinde-Zwetschenoersteigerung statt. Der Zentner kostete am Baum 3 bis 4 Mark. — In diesem Jahre herrschte in unserem Orte reqeBau - tätig feit. Meist waren es An- oder Ümbauten, die vollendet wurden. Einige NeubauteiH die im vorigen Jahre noch im Rohbau fertiggestellt waren, wurden innen hergerichtet und bezogen. Kreis Friedberg. + Butzbach, 4. Sept. Gestern verstarb die älteste Einwohnerin unserer Stadt, Frau Katharina Berg, im hohen Alter von fast 91 Jahren. Kreis Büdingen. X N i d d a , 5. Sept. Bereits feit einigen Wochen macht sich in einem weiten Umkreise ein grippeartig auftretender Magen- und Darmkatarrh unangenehm bemerkbar. Er ist mit Stuhlgang und Durchfall verbunden und hält in den meisten Fällen wochenlang an. Anfänglich waren es zumeist Kinder, die davon befallen wurden, so daß man den reichlichen Genuß frischen Obstes dafür verantwortlich machte. Als sich aber die Erkrankung bei Personen jeglichen Alters zeigte und ganze Familien davon befallen wurden, muß angenommen werden, daß die Erkrankung auf andere Ursachen zurückzuführen ist und lieber- tragung der Krankheitskeime vorliegt. △ Stockheim, 4. Sept. Born 1. Oktober ab tritt die Handarbeitslehrerin Frau Marie T r e u t aus (3 taub er g von der hiesigen Stelle, die sie nahezu zwölf Jahre in treuester Pflichterfüllung bekleidet, zurück und erteilt nur weiter den Unterricht in ihrer Heimatgemeinde. Die Stelle einer Handarbeitslehrerin an der hiesigen Volksschule übernimmt die technische Anwärterin Fräulein Anna Kaiser aus Wallernhausen. Kreis Alsfeld. em Unternehmen der Provinz Oberhessen ist, war die Provinzialverwaltung bei diesem ersten Werbevortrag durch Provinzialdirektor Klo st ermann vertreten, der in einem kurzen Vortrag nochmals die große Wirtschaftlichkeit der neuen Stromversorgung unterstrich. Bei erhöhter Stromabnahme sei die Provinz in der Lage, die Strompreise noch weiter zu senken; außerdem bedeute die Anschaf- ung neuer elektrischer Geräte und die Umstellung des Ortsnetzes ein wichtiger Faktor im Rahmen öcr Arbeitsbeschaffung. Eine Freiverlosung von elektrischen Geräten, die den Beifall der glücklichen Gewinner fanden, beschloß den interessanten und anregenden Abend. — Am gestrigen Sonntag veranstaltete der Veteranen- und Krieger- oerein Alsfeld auf feinen neu eingerichteten Schießständen in der Rambach einen Schießwett- kampf, an dem sich zahlreiche Kameraden beteiligten. Das Schießen fand mit Wehrmannsbüchsen und mit Kleinkalibergewehren statt. Es konnte dabei allgemein eine Besserung der Schießleistungen festgestellt werden. Die Preisverteilung wurde durch den ersten Vereinsführer, Lehrer Hartmann, vorgenommen. Er wies in feiner Ansprache daraus hm, daß neben aller Berufsarbeit der Gedanke der Wehrhaftigkeit nicht vergessen werden dürfe. Dieser habe allezeit im Krieger- und Veteranenverein Als- eld eine gute Pflegestätte gefunden. ^-Ober-Ohmen, 4. Sept. Der hiesige Stütz- punkt der NSDAP, veranstaltete unter Leitung des Filmwarts Pg. Förster Falk im Saale der „Krone" einen Filmabend, der sich eines guten Besuches erfreuen konnte. Den Hauptteil des Abends füllte der Film „Brennende Grenze" aus, ein Bildstreifen, der die schweren Grenzlandkämpfe im Osten nach dem Kriege trefflich veranschaulichte. Als zweiter Film lies ein Einakter, betitelt „Am Neckar laßt sich wandern", der den Zuschauern ein herrliches Stück deutschen Landes zeigte. Nach der Vorführung hielt Förster Falk eine Ansprache, in der er die Grenzlandkämpfe in seiner Eigenschaft als ehemaliger Freikorpsangehöriger ergänzend zum Film schilderte und dabei des Freikorpskämpfers Albert Leo S ch l a g e t e r gedachte. Mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Volkskanzler und mit dem ersten Vers des Horst-Wessel- Liedes schloß die Veranstaltung. 8t. Ober-Gleen, 4. Sept. Hier fand im Saale der Gastwirtschaft Ruppert eine T o n f i l m v e r - anstaltung statt. Neben dem Hauptfilm „Der unbekannte Gast" gelangten noch der Lustspielfilm „In der Dorfschule" und der Kulturklangfilm „Was- sersport" zur Aufführung. Die Veranstaltung erfreute sich eines regen Besuches st. Kirtorf, 5. Sept. Im Saale des Rathauses fand dieser Tage eine Mitgliederversamm- lang der NS. - Hago Ortsgruppe Kirtorf mit den angeschlossenen Orten Ober-Gleen und Ohmes statt. Ortsgruppenleiter Pg. Heinrich Gail behandelte zunächst Fragen organisatorischer Art. Es wurde mitgeteilt, daß ab 1. Oktober Ober- Unter- mes blieb das Auto auf der Straße stehen, andernfalls wäre es zweifellos in den Straßengraben i gestürzt. Der Kraftwagen wurde erheblich befchä- G Alsfeld, 5. Sept. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats wurde die Regelung der Pacht- nachläffe für die städtischen und H o - spitalgrund stücke für das Pachtjahr 1934 vorgenommen. Entsprechend der Regelung in den Jahren 1932 und 1933 wurde der frühere Beschluß auch für das Pachtjahr 1934 angewendet, wonach eine prozentuale Ermäßigung der Pachtsätze mit einer Staffelung von 20 v. H. bis 5 v. H. je nach dem Abschluß der Pachtverträge seit dem Jahre 1927 hinsichtlich der Pachtsätze, entsprechend den Richtlinien des Fiskus, zugebilligt wurde. Mietvertrag mit der Firma Mechanische Kleider fabrik Georg Dietrich Bücking: Die Firma hatte zur Unterbringung ihres Werkes II in Alsfeld in den letzten Jahren die Räume des früheren Elektrizitätswerks für Fabrikzwecke gemietet. Der am 1. November d. I. ablaufende Mietvertrag wurde auf drei weitere Jahre mit einer jährlichen Mietsumme von 1440 Mark verlängert. Für die Stadtverwaltung ist eine A e n d e - rung der Fernsprechanlage im Ratio u s erforderlich, da die derzeitige Anlage den leigenden Anforderungen des Fernsprechverkehrs nicht mehr genügt. Es wurde beschlossen, die Anlage nach neuzeitlichen Entwürfen durch das Telegraphenbauamt der Deutschen Reichspost ausführen zu lassen. Der hierfür erforderliche Kredit wurde bewilligt. Bewilligung von Beiträgen: Für den Reichsbund „Volkstum und Heimat" wurde ein einmaliger Beitrag von 20 RM. bewilligt. Der Hitlerjugend und dem Jungvolk wurde zu der Kundgebung in Frankfurt a. M. am 1. und 2. September eine Reiseunterstützung im Betrage von 80 RM. ür bedürftige Jungen der HI. und des JV. 'bewilligt. Mutterlämmer: 1. Preise: Fritz Esau, H Münch, Ehr. Wagner III., Großen-Buseck; K. Philipp, Watzenborn-Steinberg. 2. Preise: B. Pfeiffer VII. (Sohn), H. Jost, Gr.-Buseck; K. Klee, Holzheim, Jak. Naumann, Laubach; Otto Etzel, Klein-Linden; H. Münster, Hattenrod; H. Panz, Gießen 3. P r e i s e : W Wagner IX., W. Scheid IV., Großen - Buseck; E. Becker, Rödgen; K. Bingel, Holzheim, O. Jäger, Laubach; Geißler, L. Magnus, ß. . cA- r . /' Mehl, L. Junker, Großen-Linden; W. Münster, K Starck, Wiestck; sowie L Weigand und Phil. Hattenrod; H. Scheid, Harbach; I. Roos, Wwe., Zimmermann, Großen-Lmden. 3 Preise: Fritz Hattenrod; A. Röhmig, Gießen; A. Schmauß, Esau, Großen-Buseck; I. Naumann, K. Peter, O. I Lindenstruth. a Der Sternhimmel im September 0,50 o. $). Stadtanleihen und Staatsrenten 39VHX7 geschlossen. der Wirtschaft Q) Jupiter <^Saturn Preußen. Kreis Wetzlar. Sonnenaufgang von 5.10 bis 6 Uhr. Sonnenuntergang von 18.50 bis 17.40 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 16. um 13 Uhr, Vollmond am 23. um 5 Uhr, letztes Viertel am 30. um 13 Uhr. Am 23. um 18 Uhr 46 Minuten steht die Sonne im Herbstpunkt. Für die Einteilung des Himmels und sogar des Kalenders hat dieser freilich nie die Rolle gespielt wie sein „Gegenüber", der Früh- (D Wetzlar, 5. Sept. Im großen Saale Obertorschule hier versammelten sich am Mittwoch sämtliche Lehrkräfte der Volksschulen des Kreises Wetzlar, um den feierlichen Der die 24 Stundenzahlen von Mitten nacht bi» Mitternacht eines Tages ent- haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest* stehend su denken. Der Sternhimmel dreh» sich tarnt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei* ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht• baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo- natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be- obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die su dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin• eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo• natsmitte ist der gerade Pfeil Vb Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- gestalt zeigt. 10 v. H. Neinstimmen bei der Volksabstimmung am 19. August und zeigte an Hand einiger Beispiele, wie ein kleiner Teil von Menschen durch Schaffung neuer Gesetze vielleicht einen kleinen materiellen Verlust hat, daß aber durch diese Anordnungen die ganze Wirtschaft gehoben und neue Existenzmöglichkeiten für Tausende von anderen Mitmenschen geschaffen werden, daran denken sie nicht. Bei jenen Gruppen von Menschen sei das liberalistische egoistische „Ich" noch vorhanden. In diesen Herzen habe der nationalsozialistische Geist noch keinen Einzug gehalten. Wer echter Christ sei, sei auch National- soozialist. Nicht immer an sich selbst denken und das „Ich" in Vordergrund stellen, sondern mehr Nächstenliebe üben. Idealist und Sozialist der Tat sein! In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner noch mit der Judenfrage, wobei er zu geschlossenem und einigem Zusammenstehen aller Deutschen aufforderte. Die Versammlung dankte dem Redner mit starkem Beifall. Mit dreimaligen Sieg- Heil-Rufen auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung aber die seit längerer Zeit vernachlässigten Deutsche Erdöl-Aktien mit 2,25 v. H. Steigerung. Am Elektromarkt gewannen Siemens 0,65 v. H., Schuckert und Gesfürel je 0,50 v. H., dagegen Elektr. Lieferungen und Lahmeyer um je 0,40 v. H. und AEG. um 0,13 v. H. leichter. Auch Montanwerte lagen bei geringen Umsätzen uneinheitlich, aber nur wenig verändert. Lediglich Klöcknerwerke verloren 1 v. H. auf die Ungewißheit in der Dividendenfrage. Da- neven gaben Mannesmann und Phönix je 0,25 v. H., Gelsenkirchen und Stahlverein je 0,40 v. H. nach, während Mansfeld 1,50 v. H., Laurahütte 0,40 v. H. und Harpener 0,13 v. H. anzogen. Zellstoff- werte waren ziemlich gedrückt, Waldhof etwa 1 v. H., Aschaffenburger bis 2 v. H. niedriger genannt. Schiffahrtspapiere bröckelten bis 0,75 v. H. ab, die übrigen Transportaktien lagen jedoch gut behauptet. Kunstseideaktien ruhig, AKU. etwas freundlicher. Im einzelnen eröffneten Reichsbankanteile 1 v. H., Holzmann 0,50 v. H. niedriger, dagegen Bank für Brauindustrie 1,65 v. H. und Deutscb- Linoleum 0,40 v. H. fester. Der Rentenmarkt lag freundlich, die Umsätze waren allerdings auch hier nicht grotz. Reichsanleihen etwa 0,13 v. H. gebessert, Kommunal-Um- schuldung und Zinsvergütungsscheine gut gehalten, Stahlverein-Bonds 0,13 v. H. höher. Von Auslands- renten blieb das Interesse für Mexikaner, aus der Verhandlungsbereitschaft über den Zmsendienst her- aus bestehen bei Kursgewinnen von 0,25 bis 0,40 v. H. Irriaationsmexikaner um 1 v. H. auf 7,35 v. H. erhöht. Im Verlaufe unterlagen bte Kurse mehrfachen Schwankungen, ohne daß aber diesen größere Umsätze zugrunde gelegen hätten. Die Kursentwicklung war weiterhin unregelmäßig bei Veränderungen von 0,50 bis 1 v. H. nach beiden Seiten. Fester Eid auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zu leisten. Kreisschulrat D e i ß (Wetzlar) hielt eine von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit aufgenommene Ansprache, in der er auf die Arbeit und die Erfolge unseres Führers und Volkskanzlers hinwies und zum Aufbau in der deutschen Volksgemeinschaft aufrief, in der neben Elternhaus und politischen Jugendorga- msationen die Schule in hervorragender Weise mitzuarbeiten habe. Sieg-Heil und der Gesang der Lieder der nationalen Bewegung beschlossen die feierliche Handlung. (T) Krofdorf, 5. Sept. Blinddarmentzündungen treten seit längerer Zeit in unserem Orte auffallend häufig auf, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Dor einigen Tagen forderte diese Krankheit ein Todesopfer, eine 33jährige Frau und Mutter. LPD. Braunfels, 5. Sept. An einem Lastzug, der eine Ladung von 300 Zentnern Tapete beförderte, versagten auf dem Weiherstieg während der Talfahrt die Bremsen. Das schwere Fahrzeug rannte eine anderthalb Meter hohe Böschung hinab in den Wald. Mehrere Bäume wurden glatt abgeknickt. Dadurch wurde das Fahrzeug auf- !gehalten und vor dem Umschlagen bewahrt. Per- onen wurden glücklicherweise nicht verletzt, jedoch st der Sachschaden erheblich. Kreis Biedenkopf. LPD. Gladenbach, 5. Sept. Ein junger Mann, der sich mit dem Fahrrad zu seiner Arbeitsstätte beaeben wollte, erlitt unterwegs einen eigenartigen Unfall. In voller Fahrt brach die Achse des Rades, der Fahrer stürzte nach vorn über die Lenkstange und schlug mit dem Kopf heftig aufs Pflaster, wo er besinnungslos liegen blieb. Ein Auto brachte ihn zum Arzt, der eine gefährliche Kopfverletzung feststellte. * Bottenhorn, 5. Sept. Hier wurde die Tochter eines Landwirtes von der Welle der Dreschmaschine erfaßt, die ihr die Kleider vom Leibe rissen und sie zur Seite schleuderten. Bei dem Sturz zog sich das bedauernswerte Mädchen schwere innere und äußere Verletzungen zu. der Arctur immer früher; die Wega ist unbestritten der hellste Stern; links von ihr sehen wir die Milchstraße, die an sternklaren unü mondlosen Abenden ein prächtiges Bild bietet, und in der wir die Bilder des Adlers, des Schwans, der Cassiopeia und des Perseus cmtreffen; unter der Cassiopeia, seitlich vom Perseus steht die langgestreckte Andromeda, die in das teilweise dem Pegasus angeho- rende Himmelsquadrat übergeht, zwischen dem Pegasus und dem Adler liegt das kleine Sternbild des Delphins, und links unter diesem der Wassermann. Dieser erstreckt sich vom Saturn, der als einziger Wandler am Aüendhimmel sichtbar ist, bis zu dem jetzt gut sichtbaren Fomachaut im südlichen Fisch. Don den andern Wandlern sind die Denus und der Mars am Morgenhimmel zu sehen, die Venus mit allmählich abnehmender Sichtbarkeitsdauer, der Mars, wie das für äußere Planeten am Morgenhimmel selbstverständlich ist, mit zunehmender. Den Jupiter haben wir unter den sichtbaren Wandlern nicht erwähnt; es ist indessen nicht ausgeschlossen, daß ihn ein Sternsreund, der seinen Ort einigermaßen kennt, in den ersten Monatstagen in den Dünsten des abendlichen Horizontes kurz vor seinem Untergang noch findet. Wie er sich allmählich von der dicht unter ihm stehenden Spica entfernt, kann nicht mehr wahrgenommen werden. Günstige Absatzbedingungen für Bauholz. Die Nachfrage nach Bauhölzern aller Art hält in fast allen Gegenden Deutschlands gleichmäßig an. Und zwar zeigt es sich, daß es keineswegs allein große Aufträge von Bauvorhaben sind, die dem Bauholzmarkt feine Stetigkeit geben, sondern daß vor allem auch gerade der Bau von Einfamilienhäusern und Siedlungshäusern einen erheblichen Holzbedarf heroorruft. Es sind hier also die Auswirkungen der Wirtschaftsbelebung, die auf dem Baumarkt unmittelbar Zutage treten. Aber nicht allein der Markt für Bauholz zeigt dieses Bild, sondern auch über die Möbelfabrikation wird ein großer Teil von Holz angefordert. Das kann nicht wundernehmen, denn in diesem Jahre hat die Möbelfabrikation einen ganz besonders starken Aufschwung genommen. Die erheblich größere Zahl der Eheschließungen, das Ansteigen der Kaufkraft überhaupt, hat der Möbelindustrie einen bedeutenden Auftrieb gegeben. frankfurter Börse TNittagsbörse: uneinheitlich. yA a n k f u r t a. M., 5. Sept. Die Geschäftstätigkeit an der Börse hat merklich nachgelassen. Mit dem verringerten Eingang der Publikumsaufträge setzte auch innerhalb der Kulisse die Zurückhaltung ein. Die Börse war infolgedessen sehr still und trotz der Widerstandsfähigkeit der Kursentwicklung etwas nervös. Besondere Anregungen lagen nicht vor. Der Aktienmarkt zeigte ein uneinheitliches Bild, besondere Marktgebiete traten nicht mehr hervor. Farbenindustrie bei 148 (148,25) knapp gehalten, Goldschmidt gaben vom gestrigen Gewinn 0,75 v. H., Metallgesellschaft 0,65 v. H. her. Fest waren STERNBILDER; GROSZE BUCHSTABEN Mond: )) 1. Viertel @ Vollmond d letztes Viertel lingspunkt. Aber dafür ist er sehr viel leichter am Sternhimmel zu finden, da die Jungfrau, in dem er steht, ein sich sehr leicht einprägendes Sternbild ist. Natürlich muß man sich diese Himmelsgegend zu einer andern Jahreszeit ansehen, wie gerade jetzt, wo die Sonne dort steht und keine Sterne aufkommen läßt. Aber ab wir den Herbstpunkt sehen oder nicht, den Eintritt des Herbstes merken wir schon! Zu keiner Tageszeit ist die Tages- abnayme so schnell wie gerade jetzt. Schon die Alten haben daraus den Schluß gezogen, daß es am Erdäquator nicht gar so heiß sein könne, da ja die Sonne so schnell über diese Gegenden hinweggehe. Dieser Schluß zeigt, wie vollständig geläufig ihnen die Vorstellung von der Kugelgestalt der Erde geworden war. In den frühen Abendstunden sind die beiden Beherrscher des Sommerhimmels, der Arctur und die Wega noch gut zu sehen, dann aber verschwindet Gleen mit Zuteilung der seither der hiesigen Ortsgruppe angeschlossenen Mitglieder der Orte Ohmes und Bernsburg eine eigene Ortsgruppe mit dem Amtsleiter Pg. Karl Sommer, Ober-Gleen, erhalten wird und die Mitglieder von Lehrbach der Ortsgruppe Kirtorf zuaeteilt werden. In den weiteren Ausführungen oes Ortsgruppenamtsleiters bildeten die Neuregelung im Beitraaswesen und die ordnungsgemäße Ausfüllung der Fragebogen der Deutschen Arbeitsfront den Gegenstand der Erörterung. Im Schlußwort gab der Ortsgruppenamtsleiter dem Wunsche Ausdruck, die Bestrebungen der Gemeindeverwaltung, in den oberen Räumen des alten Rathauses ein Museum einzurichten, durch Stiftung von Gegenständen aus alter Zeit zu unterstützen. Die Versammlung wurde mit „Sieg-Heil!" aus den Führer und mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes geschlossen. ss. Grebenau, 4. Sept. Gestern abend fand in der hiesigen Turnhalle eine öffentliche national- sozialistische Versammlung statt. Ortsgruppenleiter Konrad Habermehl - Eulersdorf leitete die Versammlung. Pg. Betz (Gießen) als Redner des Abends beschäftigte sich zunächst mit den Sterne: Kleine Buchstaben größere Veränderungen. Die Nachbörse war geschäftslos, schwacher AKU. 68 Brief (68,75), Farben 148,13, Altbesitz 95,25 v. H. — Tagesgeld war leicht und 3 v. H. Abendbörse meist nachgebend. Die Abendbörse nahm auf allen Marktgebieten einen sehr ruhigen Verlauf. Angesichts der Presseerörterungen über die letzte Bewegung am Aktienmarkt hat sich die Zurückhaltung sowohl der Kundschaft als auch der Kulisse noch verstärkt. Da auch sonstige Anregungen fehlten, bröckelten die Kurse infolge der Geschäftsstille weiter etwas ab, nachdem schon nachbörslich meist Rückgänge eingetreten waren. Die Verluste betrugen gegenüber dem Berliner Schluß meist von 0,25 bis 0,50 v. H., darüber hinaus verloren Aku 0,90 v. H., Schuckert 1 v. H., IG. Farben 0,65 v. H., andererseits waren Goldschmidt, Zellstoff Waldhof und Rheinstahl etwas erholt. Im Verlaufe hielt die Geschäftslosigkeit an. Am Kassamarkt zogen Vereinigte Ultramarin um 1,25 v. H. auf 134,75 und Commerzbank um 0,25 v. H. auf 65 v. H. an. Der Rentenmarkt lag ebenfalls recht still, aber freundlich. Altbesitzanleihe erhöhten sich um 10 Pf. auf 95,40, auch sonst nannte man gut behauptete Kurse, nur Stahlverein-Bonds blieben nicht ganz gehalten. Von fremden Werten gaben Jrrigationsmexikaner auf 7 nach 7,35 v. H. nach U. a. notierten: 6-v.-H.-Stahlverein 79,90, 6- v.-H. Stadt Mainz von 1926 78,50, 4-V.-H. Ungar. Goldrente 7,65, 4-V.-H. Einheitsrumänen 3,80, Reichsbank 155,25, Buderus 88,25 bis 88, Gelsen- kirchen 61,75, Harpener 105, Mannesmann 72,13 bis 71,90, Phönix 47,75, Rheinstahl 90,13, Stahlverein 41, Aku 67, Bekula 146,25, Daimler 47,75, Deutsche Linoleum 58, IG. Farben 147,50 bis 147,40, Goldschmidt 91,50, Holzmann 78,25, Lah- meyer 123, Schuckert 95,75, Westdeutsche Kaufhof 26, Zellstoff Waldhof 47, Reichsbahn-Vorzugsaktien 112,65, Nordd. Lloyd 30,65. Nachbörse: JG.-Farben 147,40 bis 147,50. Frankfurter 0>c*rc<öcbiinc. Frankfurt a. M., 5. Sept. Am Getreidegroß, markt ist die Lage im Vergleich zum Wochenanfang kaum verändert. In Weizen hält das starke Angebot an, während die Aufnahmeneigung der Mühlen infolge des Raummangels gering ist. Roggen ist weniger stark offeriert, da ein großer Teil von den Landmühlen direkt ausgenommen wird. In Hafer und Futtergerste hält das knappe Angebot bei guter Nachfrage an. Für Kleie und sonstige Mühlennachfabrikate wurde mit Rücksicht auf eine bevorstehende behördliche Regelung weiterhin keine Notierungen festgesetzt, die Zurückhaltung des Handels dauert fort. In ölhaltigen Futtermitteln hat sich die Nachfrage weiter gebessert und das Geschäft soll für die Herbstmonate recht lebhaft gewesen sein, wobei die Festpreise erzielt werden mit Ausnahme von Palmkuchen, der unter den Fabrikpreisen zu haben ist. Biertreber bröckelten etwas ab, die Heu- und Strohpreise blieben unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 76 bis 77 Kilogramm Festpreisgebiet W IX 198, W XIII 202, W XVI 206; Roggen 72 bis 73 Kilogramm Festpreisgebiet R IX 158, R XIII 162, R XV 166; Futtergerste 59 bis 60 Kilogramm Feftpreisgcbiet G IX 160, G XI 163, G XII 165; Hafer 48 bis 49 Kilogramm Festpreisgebiet H XIII 158, H XIV 160; Weizenmehl Type 790 Festpreisgebiet W XIII 26,90 plus 0,50, W XVI 26,90 plus 0,50; Roggen- mehl Type 997 Festpreisgebiet R IX 23 plus 0,50, R XIII 23,35 plus 0,50, R XV 23,75 plus 0,50; Sojaschrot 12,80; Palmkuchen 13,10; Erdnußkuchen 14,30; Treber 16,75; Heu 11; Weizen- und Roggen- stroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 3,10. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Sept. Dorbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 56 Rinder (17 Ochsen, 2 Bullen, 17 Kühe, 20 Färsen), 1218 Kälber, 120 Hämmel, 72 Schafe, 412 Schweine. Es kosteten: Kälber 27 bis 47 Mark, Hämmel 29 bis 34, Schafe 20 bis 30, Schweine 45 bis 53 Mark. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig. Obstmarkt in Butzbach. ♦ Butzbach, 6.Sept. Auf dem gestrigen Wetterauer Ob st markt wurden bezahlt: für Z welschen 4,30 bis 4,50 Mark, Tafeläpfel 12 bis 15 Mark, Birnen 9 bis 11 Mark pro Zentner. lagen u. a. Harpener, Buderus, Felten, Lechwerke, Daimler, niedriger dagegen Schuckert (—1,25 v. H.), AKU., Holzmann, Gelsenkirchen und AEG. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz auf 95,25 (95,10) an, auch die übrigen variablen Werte lagen etwas höher, daneben setzten einige Mexikaner ihre Erhöhung bis 0,40 v. H. fort, ferner gewannen Anatolier I 0,65 v. H. Goldpfandbriefe und Kommunal- Obligationen waren nur wenig verändert, Liqui- dationspfandbriefe unterlagen Abweichungen bis zu 0,50 v. H. Stadtanleihen und Staatsrenten ohne V/ORty K Was 10. inne 3iÄ 22. PEGA^ Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M Franksun a. Ul. Berlin bflrfe | 5-9. 4-9. 4-9. 5.9. Datum Datum 26,9 27,25 26,5 148,4 148 g. <8. Aarden-Jnbustrt» Scheldeanstalt........ o 79,75 79,75 | 107,5 78,65 0 Banknoten. Hellstoss Waldhof .... ZeUstoss Aschaffenburg Destauer GaS 10 Daimler Motoren . 30,25 0 ICT >oesch Esten—Köln-Neuessea .. 0 11,4 27,65 Srttzner 8 01 8 8 Dividende an. — Reichsbankdiskom 4 v. H., Lombardztnsfuh 5 o. H. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern o o 0 0 12 0 0 94,65 148,5 123 133 79,5 72,76 88,25 114,75 61,75 105,5 72,13 128 165 147,4 221,13 91,5 42,4 87,9 67 69,5 47 64 148,25 123,75 71,75 74,25 156 96,5 148 122,9 0 0 0 7 0 0 0 0 48,75 243,5 91,25 41,9 14,25 26 216 176,5 131,75 Gchluß- kurs o 0 0 0 0 132,5 79,5 72,75 28,25 146,25 102,65 114,5 77,75 112 S 0 0 0 93,25 42,4 88,75 64,13 81.81 34,32 Siemen» 8 Halske. Lahmever S Lo. .. 28,65 147,25 103 115 77,25 112,5 104,25 30,65 73,5 94,75 65 27,65 26 31,25 73,5 94,25 64 88,9 115 62,25 105,9 73 132,25 78,65 72 76 155,9 148,25 222 93,25 42,13 88,5 26,5 215 177 131,75 115,75 67,9 139,5 46,25 64 126,5 47,75 58,4 83,5 25,9 215,5 177 132 27,9 146,65 103 114,75 77,75 112 30,65 73 95,5 64,75 47,75 245 90,13 41 14,25 129 128,5 164 47,75 58 90,75 42 87,5 78,75 100,5 49 243,5 91 41,75 14,13 127 127,25 165 Buden»» Deustche Erdbl helfen Hafteaä 89 113,75 62,65 105 28,5 147,25 103,75 115,65 78 113 104,5 98,13 148 123,75 . 0 . 0 . 0 10 . o . o .. 0 .. 5 .. 5 IV. 115,4 68,75 69,5 48,5 65 127,25 48,9 58,25 85 26,5 214,25 176,75 132 73 76 155,25 71,5 74 156,13 79 99,5 47,9 246,75 89 40,9 13,9 129 128,75 164 132 79 71,9 7,2 7,13 Schlußk. Minaa- Lttit 30,5 1,15 48,65 58.13 7,6 7 7,13 11,75 7,5 7 Goldschmidt .... Äüißttitoerte ... Metaügesellschaft. Mainkrastwerke Höchst » M... 4 Süddeutscher Luck^"—. || Leonhard Tietz .. khade .......... 4% Detfll. Serie II ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 S^»%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. Anatolier Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse klöcknerwerke B«um»latorro.Fabrü ientbflhnnml ...... 78,25 I 108 128,5 I Deustche Linoleum vrenstetn & Kopps Schultheis Papenhofer tou (Allgemeine Kunstseide) Bemberg............... 30,5 1,2 7,55 7,1 7,1 11,2 31,5 73,5 93 64,25 4% OeftrrretchtlHe (Soldrenle.... 4,20% Oesterreichstche Stlberrente 4% Ungarische Soldrente 4% Ungarische EtaatSrente v. 1910 4N% deSgll von 1913 ......... 6% adgest. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanleihe von 1911 Türkisch« Bagdadbahn-AnleHe Mansselder Bergbau .. Kokswerke .......... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ....... Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 68,75 70 48,5 65,5 88 116 61,75 105 A.E.G...................... o Bekula o Elektr. LteserungSgeseMchast... 6 Licht und Kraft ............ tz Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schuckerl L Co..............6 2,447 58,625 55,51 12,425 16,52 169,99 21,61 62,49 lhlltpp Holzmann 0 lernen toed Heidelberg •••••• 0 emerttwerk Karlstadt.®l Hamdurg-Amertka-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampsschifs.......... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Mt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Prioat-Bank ... Deustche Bant und Diskonto- Gesellschaft................ Dresdner Bank ....... Reichsbank Frankfurt a. M. Berlin Schluß- furd Schlußt. Abend- bärse Schluß- furd Schlußk. Mittag bärse 4-9 5-9. 4.9- 5.9. 8,1 8,1 — — 4,25 4,3 4,3 4,55 6,7 6,75 6,8 — 3,9 3,85 4,05 4 36,25 37 36,25 — Frankfuri a. Dl 1 3erlin Schluß* furd Schluß^ Abend-1 börfe 1 Schluß- fett Schlupf Mittag- Ä Datum | 4.9. 5-9. 4.9 5.9- •% Deustche RetchSanIeihe v. 1927 95,25 95 95 95 •% ehem.7% Dt. RetchSanl. v. 1929 d» — — 6V.% Boung.Anleihe von 1930 .. 93,25 93 93 92,75 Deustche Anl.-Ablüs.-Schuld mit 95,05 95,4 95,13 95,3 AuSlof.-Rechten .......... DeSgl. ohne AaSIos.-Rechte...... *— — •% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 92,25 92,25 92 92,25 (rückzahlb. 102%) .......... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12............... 89,25 89,5 89,25 — 6V.% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltgui........ 90 89,75 — — Oberhesten Provinz-Anleihe mit 97,25 97,25 Auslos.-Rechten ............. • Deustche Komm. Eammelabl. An- 97,4 96,9 97 97,5 leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten •% ehem. 6% Franks. Hyp.-Banl 90 90 Goldpse. 16 unkündbar bis 1935 — d. •% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl 90 90 Soldpfe. 16 unkündbar bis 1936 IVx% ehem. ty.% Franst. Hyp.- Bank-Ltqu..Pfandbriefe...... 90,65 90,13 — — #%% ehem. *y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse..... 91,25 91,25 — — 6% ehem. 8% Pr. Landeüpsand» 93 93 briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4% ehem. 7% Pr. Landes psand- briesanstalt. Pfandbriefe R. 10 93 93 93 93 93 94 Steuergustch. Verrechnungskurs 101,4 101,4 101,4 101,4 -.September 5. September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Srie> Geld Lrie Buenos Aires 0,672 0,676 0,673 0,677 Brüssel..... 58,545 58,665 58,545 58,665 Rio de Jan. 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,29 55,41 55,44 55,56 Danzig..... 82,07 82,23 82,02 82,18 London ..... 12,385 12,415 12,42 12,45 Helsingfor».. 5,465 5,475 5,475 5,485 Paris ...... 16,50 16,54 16.50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,66 21,70 21,65 21,69 Japan ...... 0,741 0,743 0,741 0,743 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 ÖSlo.....: 62,24 62,36 62,41 62,53 Wien....... 18,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,24 11,26 11,27 11,29 Stockholm... 63,84 63,96 64,04 64,16 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... — — — Nenyod ... 2,475 2,479 2.475 2,479 ZÖerfln, 5.September Geld Amerikanische Note».............. 2,427 Belgische Noten.................. 58,385 Dänische Noten ................ 55,29 Englische Roten . ............... Französische Noten......... ..... 12,385 16,46 Holländische Noten............... 169,31 Italienische Noten................ 21,53 Norwegische Note« .............. 62,25 Deutsch Oesterreich. * 100 Schilling Rumänische Note«............... —» Schwedische Note»............... 63,87 81,49 ftfffcgg.-?------------ 34,18