184. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ??™<^ftCS8laft >»4- Z-yrgang Srtitag,6.3uli 195$ Erscheint täglich, außer v ** ' " Sonntags und Feiertags äHKh Annahme von Anzeigen veilagen: Die Illustrierte U _ _ _ . ▼ für die Mittagsnummer Gießener Familienblätter fl A -ML-^ .''M-» OH W® H| AA jdA A A bisZ'^UHr des Vormittags 3~% |n|£>k£>|IAT /InlAinAr rr-r^ V1 vLFlvlVCL *JLIlivItJ11 .WW '6-z ■ V-lVmVV 8LWWWW von einzelnen Nummern ItM MM infolge höherer Gewalt Ermäßigte Grundpreise: ZZM General-Anzeiger für Oberhessen bOb Postscheckkonto: 1 1 ' ’ gen, Bäder-, Unterrichts-u. Stantfuri om Main 11686 druck und Verlag: vrühl'sche Unioerfitätr-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 M-ng-nabWün-s^sk Die öffentliche Meinung Englands gegen geheime Bindungen im Stil der Vorkriegsdiplvmatie. Wo sieht Amerika? Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Professor der Geschichte an der Universität Lettin. Kürzlich, am 18. Juni, wurde der Kongreß der Vereinigten Staaten geschlossen. Erst im Januar kommt er wieder, aber nachdem im November das ganze Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt worden sind. Bis Januar 1935 hat Präsident Roosevelt freie Hand, mit sehr großen Vollmachten, die das Haus ihm gewährt hat. Auch in Amerika hat das Parlament hoffnungslos Einfluß verloren. Der Präsident ist Führer, beinahe Diktator. Aber man stellt oft mit Unrecht die amerikanische politische Einrichtung den europäischen Parlamenten einfach gleich. Die Selbständigkeit, die Machtfülle des Präsidenten hat drüben schon in der Verfassung tiefe Begründung und weiten Spielraum. Andererseits rechnet nun Roosevelt auch mit einem Wahlkampf den die Republikanische Partei bereits lebhaft begonnen hat. Entscheidend wird der Erfolg für ihn sein. Im ganzen ist dieser bisher unzweifelhaft auf Seiten des Präsidenten. Er hat die K r i s e n st i m - mung gebändigt, das Volk glaubt an Besserung und glaubt an seinen Führer. Bekanntlich geht er der Wirtschaftskrise zu Leibe vom Preis her: höhere Preise, Belebung der Kaufkraft usw. Das Organ dafür, die Politik der sogenannten NRA., will keine Staatswirtschaft, nicht einmal eine j eigentliche * Staatsplanwirtschaft, sondern eine staatliche Regelung des Wettbewerbs, die die Produktion dem Bedürfnis anpaffen soll, und mithin natürlich tief in die freie Wirtschaft ein- greist. Rund vier Millionen Arbeitslose sind dadurch, auch durch die Farmerhilfe, untergebracht. Aber rund zehn Millionen oder annähernd soviele Arbeitslose sind noch vorhanden. Daher hat der Präsident in der letzten Botschaft eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit angekündigt, während zugleich neben der NRA. das Arbeitsbeschaffungsprogramm (abgekürzt: EWA. und PWA.) mit öffentlichen Arbeiten weiterläuft. Alles wird als provisorisch empfunden, das zu beseitigen ist, wenn die Krise vorbei ist. Das Gesetz über die NRA. gilt ja auch nur befristet bis 1935. Daneben geht die Arbeit des energischen Landwirtschaftssekretärs Wallace für die Farmer: Agrarkredit, ja sogar der Versuch, die landwirtschaftliche Produktion zu regeln. In der Praxis ist so tatsächlich eine sehr weitgehende Reglementierung der Volkswirtschaft, verbunden mit weitgehender Staatshilfe zur Krisenbekämpfung, herausgekommen. Von Europa aus ist es schwer, ein Gesamturteil abzugeben, das man sicher auch in Amerika selbst noch nicht hat. Die Kritik ist leicht, und daß vieles ungelöst bleibt, eine Binsenwahrheit. Aber der Gesamteindruck ist, daß es materiell vielleicht einigermaßen aufwärts geht, sicher aber und vor allem seelisch die Wirkung der Krise überwunden ist. Für die gewaltige Arbeit, die dem Präsidenten obliegt, hat er sich zum Herrn des ganzen Geld-, Bank- und Börsenwesens gemacht. Kontrolle und Einwirkung des Staates auf die Banken und Börsen geht sehr weit. Der Dollar ist immer noch nicht stabilisiert, aber zu einer Inflation ist man in den fünf Viertel Jahren, in denen Amerika nun mit dem Papierdollar arbeitet, nicht gekommen. Der Präsident hat die aesamten Goldvorräte der Nation in seiner Hand (seit dem Währungsgesetz vom 30. Januar). Er hält auch unbedingt von inflationistischen Maßnahmen zurück. Und mit großem Geschick hat er auch dem Ansturm der Silberleute, die das Silber dem Gold aleichsetzen wollten, die Spitze abgebrochen. Gewiß soll jetzt das Silber zu ein Viertel den Notenumlauf decken, der Staat kauft für die dazu notwendigen Reserven Silber an. Aber der Präsident hat die Verwendung des Silbers für die Währung vollständig in der Hand und er ist durchaus kein Bimetallist. Das ist im ganzen doch eine sehr große Leistung, auf dem Riesenraum und mit dieser verwickelten Volks- und Kreditwirtschaft! Darüber schwebt freilich die Sorge, ob für das nächste Jahr (das Staatshaushaltsjahr läuft in den Vereinigten Staaten vom 1. Juli zum Juli), also 1934/35 der Ausgleich des Budgets gelingen wird, auf dem diese riesigen Lasten der staatlichen Kredithilfe, der Aufwendungen für öffentliche Arbeiten, der sozialen Lasten usw. liegen. Und hier geht es nun in das Ausland herüber mit der Frage: werden die Forderungen, die Amerika an fremde Staaten hat, bezahlt? In bezug auf die bekannten interalliierten Sch u l d e n ist das zum letzten Termin, 15. Juni, nicht der Fall gewesen. Bekanntlich hat auch Roosevelt nicht verhindern können, daß der Kongreß im April das sogenannte Johnson-Gesetz annahm. Auch diese Tatsache täuscht nicht darüber hinweg, daß die Schuldenfrage völlig auf dem toten Gleis angekommen ist. Roosevelt wird wissen, daß Milliarden amerikanischer Ansprüche verloren sind. Die Gelegenheit für eine große, konstruktive Lösung der Schuldenfrage in ihrer Gesamtheit ist verpaßt! Damit hängt weiter zusammen die Handelspolitik: Zinszahlung für Schulden ist nur dem möglich, der verkaufen und verdienen kann. Hier ist nun in der Führung der Vereinigten Staaten wenigstens Linie und Willen zu erkennen: von der ersten Anregung auf eine gemäßigtere Zollpolitik Amerikas an (aus dem Munde des bekannten Obersten House im Januar 1933) über Ausführungen des Landwirtschaftsministers zu dem Zollermächtigungsgesetz vom 6. Juni. Das ist eine sehr wichtige Maßnahme. Der Präsident hat danach das Recht, in den nächsten drei Jahren Handelsverträge ohne London, 6. Juli. (DRB. Funkspruch.) Die englische presse beobachtet aufmerksam die Bemühungen, die auf ein neues englisch-französisches Militärbündnis hinauslaufen. Lin Vertreter der englischen Opposition befragte am Freitag im Unterhaus den stellvertretenden Ministerpräsidenten Baldwin, welche Bedeutung der neuerliche Besuch des französischen Generalslabschefs Weygand in London, die Reise des englischen Kriegsministers Lord hailsham und des englischen Generalstabchefs nach Frankreich haben. „Daily Expreß" zufolge ist es möglich, daß es vor der Sommertagung des Unterhauses zu einer Aussprache über den gesamten Fragenkomplex kommen wird. Unter der Ueberschrift „Vergeßt es nicht!", erinnert das Blatt an die englisch-französischen Militärab- machungen vor dem Jahre 1914 und erklärt, die jetzigen Bemühungen liefen darauf hin- haus, ein neues Militärbündnis abzuschliehen. Das Blatt sagt zum Schluß: „kein krieg mehr für England!" Die liberale „News Lhronicle" überschreibt ihren Leitartikel mit den Worten: „keine Geheimdiplomatie mehr" und sagt, der Verdacht, daß der Besuch des französischen Generalstabchefs Weygand in London und die Reise des englischen Generalstabschefs nach Frankreich militärifchehin- tergründe hätte, fei natürlich. Das Blatt schließt, das englische Volk, das Parlament und die presse müßten auf der Hut sein. Geheimdiplomatie in der Form geheimer Bündnisse oder Verständigungen sei ein Betrug am englischen Volk und am Völkerbundsstatut. Die gesamte Presse berichtet ferner Freitag über die englischen Aufrüstungspläne. Große Bedeutung wird der Erklärung des Lordsiegelbewahrers Eden beigemessen. Eden hatte u. a. ausgeführt: Hinsichtlich der territorialen Sicherheit sei Groß-Britannien in den Locarnoverträgen mit Bezug auf die Teile Westeuropas, an denen es eng i n - teressiert sei, bereits so weit gegangen, wie es nur gehen könne. „Wir stehen zu den Locarno- Verträge n", „aber wir sind nicht bereit, die Bindungen, die wir in diesen Verträgen ein- gingen, auf andere Teile Europas auszudehnen, an denen wir nicht so stark interessiert sind." Am 10. April habe die britische Regierung in Paris angefragt, welche Durchführungsgarantien es der französischen Regierung ermöglichen würden, das Memorandum der britischen Regierung mit den vom deutschen Reichskanzler im Gespräch mit Eden oorgeschlagenen Aenderunaen anzunehmen. Aus der Antwort der französischen Regierung sei damals klar hervorgegangen, daß es keine Garantien gebe, die es nach Pariser Auffassung Frankreich ermöglichen würden, einem sofortigen beschränkten deutschen Aufrüsten zuzustimmen. Die deutsche Regierung andererseits habe nicht weniger klar gemacht, daß sie nicht einer Konvention zustimmen werde, die ihr dies zugestehe. Keinerlei Sicherheitsgarantie, die eine britische Regierung machen könne, sei in der Lage, diese tiefe Kluft zu überbrücken. Fast allein unter den Großmächten Europas habe England beharrlich das ursprüngliche Ziel der Abrüstungskonferenz verfolgt, nämlich die Abrüstung. Es habe „bis zum Rande des Risikos" abgerüftet. Der stellvertretende Ministerpräsident Baldwin lehnte es im Unterhaus ab, eine Zusicherung zu geben, daß Großbritannien seine Luftstreit- Eräfte erst erhöhen werde, wenn die Abrüstungserörterungen endgültig gescheitert seien. „Daily Mail" zufolge sieht das von Sachverständigen ausgearbeitete und genehmigte Programm d e n B a u von 600 Flugzeugen und die Ergänzung der englischen Kreuzer stärke auf den Beatty - Standard vor, d. h., daß mindestens 20 neue Kreuzer während der nächsten zwei bis drei Jahre gebaut werden sollen. Ferner ist vorgesehen, das Armeearsenal Woolwich, das in der Nähe von London liegt, in das Innere des Landes zu verlegen, da das Arsenal, Einschaltung des Kongresses mit Senkung oder Erhöhung der bestehenden Zolle bis zur Hälfte nach seinem Ermessen abzuschließen. Er kann mithin eine autoritäre Handelspolitik neuen Stils treiben. Daß Roosevelt auf Abbau der Zölle eingestellt ist, ist bekannt. In seiner Botschaft im März wies er auf den erschreckenden Rückgang der amerckanlschen Ausfuhr hin. Der Weg freilich zu einer Aenderung, die für die Weltwirtschaft im ganzen wieder belebend wirken soll, ist sehr lang; denn die Schwierigkeiten sind eigentümlich stark. Gerade für die Amerika wichtigen Länder existiert schon ein hoher Ueberschuß der Ausfuhr dahin. Diese werden entsprechend hohe Forderungen an Amerika auf Zollermäßigung stellen. Während mit steigender Konjunktur die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten in jene Länder von selber steigt, muß Amerika, um der anderen Seite Einfuhrsteigerung zu ermöglichen an große Agrar- und Jndustrieinteressen des eigenen Landes Herangehen. Da ist eine Schwierigkeit, die man nicht übersehen darf, die aber die Bedas 20 000 Arbeiter beschäftigt, augenblicklich vom europäischen Festland aus durch Flugzeuge und sogar durch Geschütze erreicht werden kann. (Sine Begegnung Barthou-Muffolini grundsätzlich beschlossen? Paris, 6. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das „Journal" glaubt, auf Grund der Besprechungen, London, 5. Juli. (DNB.) Die Frage des Nachtflugverkehrs und feiner zivilen und militärischen Bedeutung war am Mittwoch Gegenstand einer Aussprache im englischen Unterhaus. DerMonservative Abgeordnete Simmonds erklärte, daß in Deutschland 98 Nachtflüge durchgeführt würden, während es in England feinen einzigen gebe. Die Einrichtung britischer Nachtfluglinien sei aus vier Gründen notwendig. Erstens sei es handelspolitisch unerträglich, daß England auf eine deutsche Gesellschaft für die Beförderung von Post von und nach Europa angewiesen sei. Ein zweiter Grund sei die Beschleunigung des Luftverkehrs innerhalb des britischen Reiches. Drittens feien militä- t ä r i f d) e Gründe vorhanden. Der Nachtflieger verfüge über eine flugtechnische und navigatorische Erfahrung, die den militärischen Fliegern in Friedenszeiten beinahe versagt sei. Man gebe Deutschland einen außerordentlichen Vorteil im Vergleich mit den englischen Nachtfliegern. Ein vierter Grund' wären d i e Interessen der Flugzeugin- dustrie, England habe bereits das Monopol für schnelle Flüge den Deutschen, Amerikanern und anderen Ländern überlassen. Amsterdam, 5. Juli. (DNB.) In mehreren Sladlleilen Amsterdams kam es am Mittwochabend zu ernsten Zwischenfällen, die sich schließlich im Lause der Rächt zum Donnerstag zu förmlichen Strahenkämpfen steigerten zwischen einem starken Polizeiaufgebot und einer aufrührerischen Menge, die von kommuni st ischen Elementen ausgestachett wurde. Die Unruhen begannen bereits in den ersten Abendstunden in dem im Zentrum gelegenen Arbeiterviertel 3 o r- daan, in dem sich eine größere Menschenmenge zusammengerottet hatte, um gegen die Herabsetzung der Arbeitslosenunterstüt- z u n g zu protestieren. In diesem lang ausgestreck- ten und unübersichtlichen Teil der Altstadt mit seinen vielen schmalen Gassen und Grachten hatte die Polizei bereits in den frühen Abendstunden einen schweren Stand. Rach Eintritt der Dunkelheit wurde von aufsässigen Elementen an verschiedenen Stellen das Pflaster aufgebrochen und ein großer Teil der Straßenbeleuchtung durch Stelnwürse zerstört. Daraus wurde eine Reihe von schmalen Straßen durch Errichtung von Barrikaden unzugänglich gemacht und eine Anzahl Brücken abgebrochen. Die Polizei versuchte zunächst, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, wobei man, um Menschenleben zu schonen, nur spärlich Gebrauch von der Schußwaffe machte. Trotz starken Aufgebots kam jedoch die Polizei immer mehr in Bedrängnis und schließlich öeutung des Zollerrnächtigungsgefetzes nicht herabsetzt. s In gewissem Sinne entspricht dem die Einstellung in der Außenpolitik, die Roosevelt im letzten Dezember bereits so formulierte, daß von jetzt an es die bestimmte Politik der Vereinigten Staaten sei, nicht mehr zu intervenieren. Man hat gesehen, wie wenig man in Mittel- und Südamerika mit dieser alten Jnterventivnspvlitik, womöglich auf Grund der Monroedoktrin, vorwärts kommt. Praktisch wird das bestätigt gegenüber Kuba (Vertrag vom 30. Mai, mit dem dieses wieder souverän wurde), und den Philippinen. Selbstverständlich lehnt man auch alles, was an Intervention erinnert, in D ft a f t e n ab. Auf letzterem Gebiete hat Roosevelt schließlich bei aller Zurückhaltung und Passivität die Interessen Amerikas gewahrt. Als Japan im April die sogenannte Monroedoktrin in Asien aussprach, stieß es sofort an eine unüberfteigbare Schranke mit der Gegenerklärung der Vereinigten Staaten. Deren die der französische Außenminister B a r t h o u am Donnerstag mit dem in Paris weilenden französischen Botschafter in Rom, d e Chambrun, und dem italienischen Botschafter in Paris hatte, annehmen zu können, daß nunmehr eine Begegnung Barthou-Mussolini beschlossene Sache und der Besuch des französischen Außenministers in Rom grundsätzlich entschieden fei. Der Unterftaatsfefretär im Luftfahrtministerium, <5 a f f o o n, erklärte, daß die von Simmonds aufge« stelltey Voraussetzungen für die Einrichtung britischer Nachtfluglinien unzutreffend seien. Die Nachtfliegerei sei eine der hauptsächlichen Aufgaben der englischen Luftstreitkräfte und werde in viel größerem Ausmaße durchgeführt, als man glaube. 70 englische Flugzeugeschwader seien im Nachtfliegen ausgebildet. Die Behauptung, daß die Erfahrung der zivilen Nachtflugpiloten beträchtlichen Wert im Kriege haben würde, sei vollkommen unrichtig. Denn die Zahl der betreffenden Flieger sei verschwindend gering. Entgegen den Erklärungen von Simmonds bestehe in England nicht die geringste Nachfrage nach Nachtpostflü- g e n, der englische Luftpostverkehr sei zu gering, um einen Nachtflugdienst einträglich zu gestalten. Nicht nur — so fuhr der Redner fort — sei es unrichtig, zu behaupten, daß Deutschland ein Monopol der Nachtflugerfahrung besitze, sondern vielmehr müsse billigerweise gesagt werden, daß die Nachtflugerfahrung Deutschlands in keiner Weiss mit der Englands verglichen werden könne. mußte sie sich aus dem ganzen Viertel zurückziehen, das in weitem Umkreis abgefperrt gehalten wird. Im Innern des Sperrkreises sollen zahlreiche Geschäfte geplündert worden sein. Ob bei den bisherigen Strahenkämpfen Tote zu beklagen sind, steht noch nicht fest. Die Anzahl der Verletzten dürfte jedenfalls beträchtlich sein, hinter den Sperrketten der Polizei drängte sich gegen Mitternacht eine große Anzahl Reugieriger. Wiederholt hörte man Schüsse aus den in völlige Dunkelheit gehüllten Strahenzügen des Jordaan. Fast gleichzeitig ist es in den Abendstunden i n den östlichen Stadtvierteln zu ähnliche nZwischenfällen gekommen, wobei nur der Anlaß ein anderer war. Auf die Kunde, daß auf dem Ambonplein eine Versammlung der na« lionalsoziali st ischen Bewegung (RSB.) abgehalten werden sollte, hatten sich große Scharen marxistischer Elemente eingefunden, um die Veranstaltung zu stören. Die Versammlung wurde aber im letzten Augenblick abgesagt. Trotzdem schwoll die Menge auf mehrere Tausende an. Da man ernste Ausschreitungen befürchtete, rückten starke Polizeiabteilungen von allen Seiten heran. Die Polizeibeamten wurden mit Pflastersteinen beworfen. Auch hier mußte des öfteren von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden. Bis nach Mitternacht war die Polizei genötigt, fortwährend nach allen Richtungen hin Streifen einzusehen. Wunsch ist, ebenso wie der Englands, mit Japan zu einem Ausgleich über Ostasien zu kommen, der nun in sich schließt den Ausgleich im pazifischen Raum und damit selbstverständlich auch in der Flottenfrage. Scharf hat Roosevelt immer die Distanz in der Abrüstungsfrage gezogen, soweit sie auf Europa beschränkt ist, bzw. soweit er glaubt, sie auf Europa beschränken zu können. Aber jeder praktische Schritt, sei es in der Flotten- oder Luft- frage, zeigt ihm, daß diese Trennung so glatt nicht möglich ist. Im Vordergründe steht ihm selbstverständlich die Flottenfrage. Auch Amerika hat die ihm im Londoner Vertrag von 1930 gelassenen Grenzen der Flottenrüstung auszunutzen begonnen, genau wie Japan; ein großes Neubauprogramm befindet sich in der Verwirklichung. Aber Amerika ist schon in voller Verhandlung in London, in den Vorbesprechungen für die Flottenkonferenz von 193^ die, um es noch einmal zu sagen, in dem Trio England—Amerika—Japan mich den Ausgleich über die fernöstlichen und pazifischen Fragen, od«r wo, Deutschlands Aachtflugverkehr Hal keinerlei militärische Bedeutung. Ein wichtiges englisches Zugeständnis. Kommunistische Unruhen in Amsterdam. Schwere Barrikadenkämpfe in der Altstadt. — Ein ganzes Stadtviertel von der Polizei abgesperrt. Die neuen Sozialgesetze Ser Anfall der „Dresden" vor dem Seeamt signale traf als erster der Keinuna eine ganz f cf) e Leistung voll- besondere seemänni Ihr Rudolf Heß. hat. Die die des norwegische an der Unfall- Rettungsmaßnahmen sachgemäß, das Verlassen Schiffes berechtigt. An den Reichsführer der SS., Himmler, hat der Stellvertreter des Führers folgendes Telegramm gerichtet: „Die hier versammelten Reichsleiter und Gauleiter gedenken mit mir der Leistungen unserer SS., die unter Ihrer Führung in vergangenen schweren Tagen ihre Opferbereitschaft und Treue aufs neue bewiesen Oer Stellvertreter des Führers an den Chef des Stabes der SA. Flensburg, 5. Juli. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers hat an Viktor Lutze, Chef des Stabes der Obersten SA.-Führung, folgendes Telegramm gesandt: Lieber Pg. Lutze! Namens der zu einer Amtstagung hier zusammengekommenen Reichsleiter und Gauleiter der NSDAP, wünsche ich Ihnen für Ihr schweres Amt und zur Durchführung der Ihnen vom Führer gestellten Aufgaben v o l l st e Arbeitskraft zum Erfolg. In Ihrem Streben um die Erhaltung des geschichtlichen Rufes der SA. als ein treues und schlagkräftiges Instrument in der Hand des Führers finden Sie die Unterstützung von uns allen. Dies um so mehr, als wir überzeugt sind, daß die SA. bis zum letzten Mann ihre Ehre daransetzen wird, die Flecken, die hier und dort auf dem Schild der SA. blieben, zu beseitigen. Wir wissen auch, daß der alte SA- Mann, dessen Kampf und Opfer die nationalsozialistische Bewegung hat groß machen helfen, unberührt geblieben ist von dem Treiben der Verräter und nach wie vor Achtung und Dank des deutschen Volkes verdient. Heil Hitler! Ihr Rudolf Heß." auf den bewährten Lotsen die vorher anerkennenswert häufig vorgenommenen Kreuzpeilungen zu Bestimmungen des jeweiligen Schiffsortes bei und nach der Lotsenkursänderung nicht nochmals genommen hat. Die Schiffsleitung trifft im übrigen kein Verschulden. Ihre Navigierung läßt die gebotene Sorgfalt nicht vermissen. Maßnahmen nach dem Unfall waren richtig. den ist, und daß sich an dieser Stelle bereits vor Jahren ein Schiff die Schraube abgeschlagen habe. Kapitän Petermöller ließ bei der Grundberührung sofort die Maschinen stoppen. Das Schiff bekam bis zu zehn Grad Schlagseite. Von der Brücke aus wurden sofort die Schotten geschlossen und die Passagiere auf Steuerbordseite verteilt. Auf Not- Dampfer„Kong Haakon" stelle ein, der nach seiner Meinung bracht hat, indem er sich trotz der Schlagseite des Schiffes längseits gelegt und 535 Passagiere von Bord zu Bord übernahm. Der später eingetroffene norwegische Dampfer „Kronprinzessin Martha" über nahm dann den restlichen Teil der Passagiere. Die Rettungsboote des Dampfers „Dresden" richteten einen Pendelverkehr zwischen Schiff und Land ein, so daß bis 20.46 Uhr sämtliche Passagiere gerettet waren. Freundlich benahm sich das Kommando des an der Unfallstelle eingetroffenen französischen Kreuzers, das die Schiffbrüchigen mit Lbensmitteln und Rauchwaren ausrüstete. Sehr lobend sprach Kapitän Petermöller von der norwegischen Bevölkerung, die sich restlos für die Geretteten einsetzte. Das Seeamt fällte dann seinen Spruch, in dem es u. a. zu folgendem Schluß kommt: Die Grundberührung ist in erster Linie auf das von der norwegischen Behörde inzwischen festgestellte Vertreiben der Boje nach Süd zurückzuführen, ferner darauf, daß der Lotse offenbar die südliche Stromversetzuny des Schiffes nicht genügend berücksichtigt hat und schließlich darauf, daß der wachthabende Offizier in berechtigtem Vertrauen Oie hessischeKirchean den Reichskanzler EPH. Der Landesbischof hat folgendes Telegramm an den Herrn Reichskanzler nach Berlin gesandt: „Evangelische Landeskirche Nassau-Hessen sendet heißen Dank für starke rettende Tat nebst Glückwunsch und erneutem Gelöbnis unerschütterlicher Treue, und erfleht Gottes Beistand für den geliebten Führer. Landesbischof Lic. Dr. Die' * i ch." schluß mit einem Vortrag des Reichsleiters Alfred Rosenberg über „Unversalistische Weltauffassung". Nach Mitteilungen des Amtsleiters Rudolf Schmeer über die Durchführung des Reichsparteitages schloß der Stabsleiter der PO. Dr. Ley die Tagung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Auch Radfahrwege werden gebaut! Berlin, 5.Juli (DRB.) Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen hat sich im Rahmen der chm zugewiesenen Aufgaben auch der Schaffung eines ausreichenden Netzes von Radfahrwegen tatkräftig angenommen. Als erste Maßnahme wurde den ihm unterstellten Wegebauverwaltungen ein Betrag von 1000 000 Mark überwiesen, aus dem noch in diesem Jahre der plan- • volle Ausbau von Radfahrwegen in Angriff genommen wird. Zunächst kommt die Anlage solcher Radfahrwege entlang der Reichs st raßen in Frage. Nach der neuen Reichsstraßenordnung versteht man unter Reichsstraßen diejenigen Straßen, welche auch bisher dem Fernverkehr dienten und welche der Verwaltung der Länder und Provinzen unterstanden. Die Wegebauverwaltungen werden beim Bau von Radfahrwegen im Benehmen mit der allein berufenen Vertretung des Radfahrwesens vorgehen. Auf Grund von Verhandlungen des Generalinspektors mit der R e i ch s - betriebsgruppe „B a u" in der Deutschen Arbeitsfront und mit dem Führer des deutschen Radfahreroerbandes ist eine solche Vertretung in der Bildung begriffen. Die Millionen von Radfahrern, welche im Verkehr bekanntlich eine sehr wesentliche Rolle spielen, werden diesen Entschluß sicher lebhaft begrüßen. ob en geführt und als Einheit von oben geleitet, ohne daß die Selbstverantwortlichkeit und Verantwortlichkeit des einzelnen Versicherungsträgers dadurch ertötet werde. Die Vorzüge dieser Gliederung lägen in der großen Nähe zum Versicherten und ferner darin, daß die Vielgestaltigkeit es ermögliche, die Sozialversicherung so billig wie möglich zu gestalten. Kernpunkt des Gesetzes ist die Zusammenfassung gemeinschaftlicher Aufgaben der Krankenversicherung, namentlich auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik, für den Bereich einer Provinz oder eines Landes und Verbindung dieser zusammengefaßten Krankenversicherung mit der für denselben Bezirk bestehenden Landesversicherungsanstalt der Invalidenversicherung. Auf diese Weise werden Aufgaben der Krankenversicherung, die zweck- mäßigerweise nicht für eine einzelne Krankenkasse, sondern für einen größeren Bezirk zu lösen sind (Betrieb von Erholungsheimen, bevölkerungspolitische Maßnahmen, Rücklage usw.) gemeinschaftlich und im Zusammenwirken mit den Trägern der Invalidenversicherung in nachhaltigerer und wirtschaftlicherer Weise behandelt werden. Die E r s a tz k a s s e n der Krankenversicherung, die bisher außerhalb der Sozialversicherung standen, werden in die Sozialversicherung eingebaut, die Ersatzkassen der Angestelltenversicherung beseitigt. Unter Fortfall der Landesversicherungsämter wird das Reichsversicherungsamt alleinige oberste Behörde der Sozialversicherung; auch die Aufsichtsbefugnisse über die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, die Reichsknappschaft und die Reichsbahnarbeiter-Pensionskassen gehen auf das Reichsversicherungsamt über. Der Parlamentarismus bei den Versicherungsträgern wird beseitigt. Verantwortlich ist überall ein Führer, dem ein Beirat mit grundsätzlich beratender Stellung zur Seite tritt. Die Aufsicht wird straff zusammengefaßt und auf besonders wichtige Fragen der Zweckmäßigkeit erstreckt. Dabei macht aber das Gesetz den Aufsichtsbehörden zur Pflicht, in das Eigenleben und die Selbstverantwortung der Versicherungsträger nicht unnötig einzugreifen. Die Beiträge zur Sozialversicherung werden — abgesehen von der Unfallversicherung — gleichmäßig auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt; die Durchführung eines einheitlichen Beitragseinzuges für Kranken- und Rentenversicherung soll versucht werden. In der Krankenversicherung sollen Verschiedenheiten an Beiträgen und Leistungen, soweit sie ungerechtfertigt sind, durch eine gewisse Gemeinlast ausgeglichen werden. Das Gesetz legt nur die großen Grundlinien fest; vor der Inkraftsetzung wird eine Anzahl von Durchführungsverordnungen folgen müssen. Bremerhaven, 5. Juli. (DNB.) Das Seeamt verhandelte über den Unfall des Lloyd-Dampfers „Dresden", der am 20. Juni abends auf einer , Kraft-durch-Freude"-Fahrt fünf Seemeilen nördlich von Utsire (Norwegen) auf Grund gelaufen war und später sank. Zunächst wurde der Führer des Schiffes, Kapitän Petermöller, vernommen. Die „Dresden" befand sich, so führte er u. a. aus, mit 975 „Kraft-durch-Freude"-Fahrern an der norwegi- chen Küste. Die Sichtverhältnisse waren ehr schlecht, so daß den Passagieren bislang wenig geboten werden konnte. Die Schiffsleitung entschloß sich deshalb, nach demHardanger Fjord zu dampfen. Der Lotse erklärte auf Anfrage, mit den Gewässern vertraut zu sein. Kapitän Petermöller selbst, der 48 Stunden auf der Brücke im Dienst gewesen war, übergab das Kommando einem Ersten Offizier von der Osten und dem wachhabenden norwegischen Lotsen. Auf die Frage des Reichskommissars, Konteradmiral a. D. Hermann, wen der Kapitän in diesem Fall für die verantwortliche Persönlichkeit halte, erwidert Kapitän Petermöller, daß der Lotse neben der Schiffsleitung für seine Kursänderungen verantwortlich zu machen sei. Außerdem habe er Anweisung gegeben, fortgesetzt den Standort des Schiffes zu kontrollieren. Anschließend fand die Vernehmung des Ersten Offiziers von der Osten statt. Das Revier war ihm bekannt. Um 19.10 Uhr sei auf Anordnung des Lotsen eine Kursänderung erfolgt. Er habe kontrolliert und gesehen, daß der neue Kurs auf Skudensnaes führte. Er habe bei dieser Kursänderung keine Bedenken gehabt. Vom Vorsitzenden befragt, auf was er nach feiner Ansicht diesen Unfall zurückführte, erklärte von der Osten, daß hier nur ein verborgener Felsen ober eine vertriebene Boje in Frage kommen könne. Nach kurzer Vernehmung des Dritten Offiziers findet die Verlesung der Lotsenberichte statt, die in Bremerhaven kommissarisch vernommen worden sind. Aus ihnen geht hervor, daß es allgemein üblich fei, daß die Lotsen das Komamndo führen. Die Karten seien von beiden Lotsen wenig oder gar nicht angesehen worden, da sie mit dem Revier genügend vertraut waren. Aus den Lotsenberichten geht weiter hervor, daß die fragliche Unfallstelle seit 1864 nicht mehr nachgemessen wor- nigstens einen Stillstand der Reibungen und Konflikte bringen muß. Mit alledem ist Amerikas Stellung z u Europa bezeichnet. Es ist aufs stärkste m i t s i ch beschäftigt und möchte von Europa so wenig wie möglich wissen. Eine aktive Europa-Politik treibt es nicht; es beschränkt sich auf eine im ganzen sehr unwirksame Beachtung. Die Fäden aber, die wenigen, vielleicht dünnen, aber nicht zerreißbaren Fäden, die nach Europa einschließlich England führen, wurden ausgezeigt. Sie laufen über die Schuldenfrage, die zugleich die Weltwährungs- frage ist, die Handelspolitik und die große Flotten- frage. Das Amerika Franklin Roosevelts ist ein neues Amerika und wird es mit jedem Tage mehr. Neu nach den Generationen, die sich auch frier miteinander messen. Neu im Verhältnis von Staat und Wirtschaft, in das der Staat immer mehr eingreift. Neu in der Ideologie. Neu auch in der Kräfteoerschiebung im Lande selbst, insofern als an die Stelle der tatsächlichen Hauptstadt Neu- york und des Ostens immer mehr der mittlere Westen und der Süden treten. Geographisch schon liegen diese Teile Europa ferner als der Osten. In ihrer Mentalität sind sie durchaus E u - r o p a abgewendet. Aber: diese Elemente hat der schon mehrmals genannte Landwirtschaftsminister vor die Frage gestellt, den Farmer, den Tabakbauern, den Viehzüchter, den Obstzüchter usw. die Produktionskräfte und -Möglichkeiten der Welt, in der man leben wolle, anzupassen. Das hieße: entweder die Urproduktion abzustellen auf den inneren Bedarf und dafür in der Gegenwart einen großen Teil der bisherigen Pflanzungen aufzugeben, ober mit biejer Ueberschußproduk- tion in b i e Welt hineinzugehen. Das hieße dann: die Entscheidung in der zollpolitischen Kernfrage. Wird eine solche Entscheidung in dem großen Format, das nötig ist, im Laufe der Zeit kommen, vielleicht nach der Novemberwahl, die ohne Zweifel den Sieg der Demokraten bringen wird? Das weiß man nicht. Was man annehmen kann, ist, daß Roosevelts Denken und Streben in der Richtung der Zusammenarbeit mit der Welt draußen geht, und was man weiß, ist, daß er ein Führer seines Volkes im großen Stil geworden ist. Die amerikanische Nation läßt sich von ihm gern lsiten, steht sicherlich in überwältigender Mehrheit hinter ihm. So verhältnismäßig wenig formell Revolutionäres in den Vereinigten Staaten in Roosevelts erstem Amtsjahre geschah, so revolutionär ist alles das in der Praxis, in der Tat. Es ist ein sich umgestaltendes Amerika, und wer nun nach dem Programmbuch Roosevelt: „Blicke vorwärts" seinen Bericht über das erste Amtsjahr lieft: „Auf unserem Wege" (auch ins Deutsche übersetzt), der sieht eindeutig: ein Mann der neuen Generation und Führer in ganz anderem Stile als irgendein früherer Präsident der letzten Jahre. Roosevelts Amtstätigkeit bis zum Schluß dieses Kongresses hat in vollem Umfange gezeigt: Auch für die Vereinigten Staaten ist der Beginn 1933 der Beginn einer grundsätzlich neuen Periode ihrer Geschichte. Ist es dann ein Wunder, daß sich aus alledem die Politik im Verhältnis zur Welt draußen noch gar nicht in vollem Maße, in voller Stärke heraus entwickeln konnte? Schleichers Fühlungnahme im Ausland. ßonbon, 5.Juli. (DNB.) Don seifen glaubroür- diger diplomatischer Vertreter einer großen nichtdeut- chen europäischen Macht erfährt die United Preß, daß Frankreich bereits vor einigen Wochen über das groß aufgezogene Komplott Schleichers gegen Hitler unterrichtet gewesen sei. Die offizielle deutsche Mitteilung, daß Schleicher mit einer ausländischen Macht in Verbindung gestanden habe, wurde anfänglich im Auslande nicht sehr ernst genommen. Sie beginnt aber jetzt in offiziellen Kreisen mehr und mehr Glauben zu finden, und man ist der Ansicht, daß eine Reihe von Umständen auf Frank- reich hindeutet. Er sehr bekannter deutscher Journalist in Paris soll, wie bestimmt versichert wird, der Mittelsmann zwischen Schleicher und der französischen Regierung gewesen fein. , Die Schleicher-Derschwörung soll angeblich B a r- t h o u vor kurzem veranlaßt haben, dem Vertreter einer europäischen Macht mitzuteilen, daß Frankreich nicht bereit sei, Deutschland irgendwelche Konzessionen in d e r Rüstungsfrage zu machen, da die Tage des Hitler-Regimes in Deutschland gezählt seien. Wie der United Preß weiter mitgeteilt wird, soll Barthou bei dieser Gelegenheit weiter vertraulich erzählt haben, daß in Deutschland ein Komplott gegen Hit- ler bestehe, dessen treibende Kraft der frühere Reichskanzler General von Schleicher sei. Diese Zusammenhänge erscheinen in hiesigen diplomatischen Kreise um so wahrscheinlicher, als man wissen will, daß Schleicher während seiner Kanzlerschaft mit dem französischen Generalstab i n geheimen Verhandlungen gestanden habe, die zur Zeit seines Sturzes einer Vereinbarung sehr nahe gewesen seien. Ein Dementi der französischen Botschaft. Berlin, 5. Juli. Dem Deutschen Nachrichtenbüro geht von Havas folgendes Dementi zu: Die französische Botschaft erklärte auf eine Anfrage hinsichtlich der von der Berliner Presse heute nachmittag in sensationeller Aufmachung wieder- gegebenen Depesche der United Preß über die Rolle, die Frankreich angeblich bei den Ereignissen vom 30. Juni gespielt habe, daß sie in der Lage sei, diese widersinnige Fabel aus das entschieden st e z u dementieren. Regelung des Zahlungsverkehrs mit der Schweiz. Berlin, 5. Juli. (DNB.) In den Verhandlungen mit der Schweiz über den Zahlungsverkehr ist eine Grundlage gesunden worden, um Schwierigkeiten zu überbrücken. Bekanntlich besteht ein Zahlungsabkommen zwischen Deutschland und einer Reihe von Ländern, nach dem deutsche Einfuhrfirmen Markzahlungen für ihre Einfuhr aus den betreffenden Ländern auf ein Sonderkonto der Notenbank des betreffenden Landes bei der Reichsbank inMark e i n z a h l e n, soweit die Einfuhr über das zur Verfügung stehende Devisenkontingent hinausgeht. In Zukunft werden auch Schweizer Einfuhrfirmen den Gegenwert ihrer Einfuhr aus Deutschland auf ein Konto der Schweizer Natt o n a l b a n k einzahlen. Die Durchführung wird sich so gestalten, daß die Beträge für Waren, die Deutschland an ine Schweiz liefert, in der Schweiz bei der Verrechnungskasse bleiben, während die Beträge für alle schweizerischen Lieferungen nach Deutschland bei der Verrechnungskasse der Reichsbank angesammelt werden. Die in der Schweiz angesammelten Beträge, die infolge der höheren schweizerischen Bezüge die in Deutschand angesammelten beträchtlich übersteigen werden, sollen wie folgt verwendet werden: 1. zur Deckung der schweizerischen Warenlieferungen nach Deutschland, 2. für den deutschen Reise- und Touristenverkehr nach der Schweiz, 3. für Zinsen und andere periodische Leistungen. Dieses Abkommen ergibt, daß eine erhebliche deutsche Zusatzaus - fuhr notwendig ist, damit der schweizerische lieber» schuß die an ihn gestellten Ausgaben erfüllen kann. Umfassende Vollmachten für den Reichswirtschaftsminister. Berlin, 5. Juli. (DRV.) Das Gesetz über wirtschaftliche Maßnahmen ermächtigt den Reichswirtschaftsmini st er, innerhalb seines Geschäftsbereiches alle Maßnahmen zu treffen, die er zur Förderung der deutschen Wirtschaft sowie zur Verhütung und Beseitigung wirtschaftlicher Schädigungen für notwendig hält. Soweit die Maßnahmen auch in den Geschäftsbereich eines anderen Reichsministers fallen, werden sie im Einvernehmen mit diesem getroffen. Die von ihm getroffenen Maßnahmen können von bestehenden Gesehen abweichen. Der Reichswirtfchaftsminister kann bestimmen, daß Zuwiderhandlungen gegen die von ihm erlaßenen Vorschriften mit Gefängnis und Geldstrafe ober mit einer dieser Strafen bestraft werden. Die Reichstagung der RS.-Kuliurgemeinde. Eisenach, 5. Juli. (DNB.) Am Donnerstag vormiUag fanden sich die Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, die Intendanten und Dramaturgen, die Abordnungen aus dem ganzen Reich, auch aus dem Saargebiet, zu einer Kulturtagung im Rahmen der ersten Reichstagung der NS.-Kultur- aemeinde zusammen. Als erster Redner sprach der Leiter der NS.-Kulturgemeinde, Dr. Walter Stang über „Weltanschauung und Kulturpflege". Mit der NSDAP, sei eine Weltanschauung geboren, aus der ewig gleichen Schöpferkraft deutschen Blutes, die aus Gefühl und Vernunft ein neues Weltbild geschaffen habe. Der Nationalsozialismus habe das Leben wieder in den Mittelpunkt allen Geschehens gestellt. Er habe ferner erkannt, daß es keine allgemeine Menschheit gebe, sondern daß Rasse, Blut und Eigenart jedem Volke eigen seien. Das Streben nach Ausschließlichkeit sei ein Zeichen dafür, daß die Weltanschauung des Nationalsozialismus gesund und ungebrochen fei. Endgültig habe seine Weltanschauung sich aber erst dann durchgesetzt, wenn sie nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch die Gesittung des Volkes mit ihren Ideen erfüllt habe. Erst mit dem Werden einer deutschen Nationalkultur werde daher die Einheit des deutschen Volkes wirklich geschaffen. Eine deutsche Kulturpflege müsse zuerst jene werdenden Kräfte erkennen, die wirklich die Veranlagung haben, deutsches Leben zu gestalten. Damit aber diese Kräfte sich auch entfalten konnten, gelte alle Aufmerksamkeit zuerst einmal der Kunstkritik, die bisher nur negativ war, anstatt dem jungen sorgenden Künstler die Richtmaße für seine Gestaltung zu setzen. Es müsse a u ch i m Theater mehr auf Qualität als auf Quantität gesehen werden. Jedes echte Kulturleben setze einen Kulturwillen des ganzen Volkes voraus. Der Weg hierzu müsse gefunden werden durch Schaffung eines Kernes aller Gleichgesinnten in der Kunst, so wie die Partei einst Ausgangspunkt der großen Bewegung gewesen sei. Abschluß der Reichs- und Gauleitertagung. Flensburg, 5. Juli. (DNB.) Zu Beginn des zweiten Tages der Reichs- und Gauleitertagung der NSDAP, erschien, wie die NSK. meldet, von den anwesenden Führern der Partei herzlich begrüßt, der Stellvertreterdes FührersRudol ' H eß. Er gedachte in einer kurzen Ansprache der Ereignisse, die zur Säuberungsaktion innerhalb der SA.-Führung führten. Durch den verdienten Tod von einem Dutzend Meuterern sei ein furchtbares Blutbad vermieden worden. Der Stellvertreter des Führers hob insbesondere die disziplinierte Haltung der politischen Organisation und den aufopfernden Einsatz der SS. in diesen Tagen hervor. Er betonte dabei aber, daß diese Säuberungsaktion innerhalb der oberen Führung der SA. nichts zu tun habe mit den SA. - Männern selb st. Die Partei werde jeder Beleidigung und Mißachtung der SA. mit aller Schärfe entgegentreten. Es sprachen dann der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik bei der Reichsleitung, Pg. Bernhard Köhler, sowie der Amtsleiter des Amtes für ständischen Aufbau, Pg. Dr. Frauendorfer. Am Nachmittag fand die Tagung ihren Ab- Oie Kleinrentnerhilfe. B e r l i n, 5. Juli. (DNB.) Der Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium, Dr. Krohn, sprach vor Pressevertretern über das Gesetz der Kleinrent- n e r h i l f e. Die Kleinreninerhilfe erhalten a l t e oder erwerbsunfähige Personen, die hilfsbedürftig sind und nachweislich am 1. Januar 1918 ein Kapitalvermögen von mindestens 1 2 000 Mark oder einen Rechtsanspruch auf eine lebenslängliche Rente von jährlich mindestens 500 Mark besaßen, sofern das Vermögen oder der Rentenan- pruch der Geldentwertung zum Opfer ge- allen ist. Die fürsorgerechtlichen Vor- chriften gelten im übrigen auch für die Durch- ührung der Kleinrentnerhilfe, jedoch mit folgenden Vergünstigungen: Der Empfänger der Kleinrentner- Hilfe, fein Ehegatte oder seine Eltern sind nicht verpflichtet, dem Fürforgeverband die Kosten der Kleinrentnerhilfe zu ersetzen. Sicherheiten, die in diesen Fällen für den Ersatz der bisherigen Fürsorgekosten schon gestellt worden sind, werden reigegeben. Die allgemeinen fürsorgerechtlichen Vorschriften über Arbeitspflicht und A r - beitszwang gelten nicht für die Kleinrentnerhilfe. Die Richtsätze für Empfänger der Kleinrentnerhilfe müssen um wenig st enseinDier- tel über dem Richtsatz der allgemeinen Fürsorge liegen. Die Anrechnung von Aufwertungs- und Arbeitseinkommen ist wesentlich gemildert worden. Endlich wird bestimmt, daß die Hilfsbedürftigkeit der Empfänger der Kleinrentnerhilfe nur in größeren Seitab ft ä n b e n (alle zwei Jahre) nach geprüft wird. Das Gesetz tritt am 1. September 1934 in Kraft. Für Personen, die von den Fürsorgeverbänden als Kleinrentner betreut werden, aber die besonderen Voraussetzungen dieses Gesetzes nicht erfüllen, bleibt es bei den bisheri - gen Vorschriften der Kleinrentnerfürsorge. Oie Ltmorganifaiion der Sozialversicherung. Zum Gesetz über den Aufbau der Sozialversicherung betonte Staatssekretär Dr. Krohn, es solle versucht werden, durch einen Umbau der Sozialversicherung diese so rationell, klar und über» ichtlich zu gestalten, daß diese veränderte Ge- taltung auf den Gesamthaushalt der Sozialversicherung emwirke. Es werde versucht, die Eigenverantwortlichkeit eines jeden Versicherungs- trägers zu erhalten, aber die einzelnen Bersiche- rungsttäger würden zu einer Einheit nach Aus aller Well selbstverständlich auch weiter der Fortbildung der Beamten aus wissenschaftlicher Grundlage zu dienen. I B. die Absolvierung eines pla, Dazu aber tritt jetzt im großen und maßgebenden semestrigen Lehrgangs darstellt. C8EME; 15 Pt-SM 1.00 - ÖU 40 Pt-SM 120 sekretär, seine Frau und seine Tochter, wurder schwer verletzt. Man brachte sie in Hoffnungs- Umfang d i e weltanschauliche Schulung, die nunmehr nicht mehr von den verschiedenen Lehrern in irgendeiner Richtung rein persönlicher Art, sondern von dem Grundgedanken der nationalsozialistischen Bewegung, wie sie der Führer und seine engsten Mitarbeiter formen, auszugehen hat. Anstelle der bloß formalen Grundhaltung des „korrekten Beamten" der Vorkriegszeit soll ein neues nationalsozialistisches Beamtenethos treten. Es muß erreicht werden, daß jeder einzelne Staatsdiener, von dem konkreten Inhalt der nationalsozialistischen Weltanschauung erfüllt, in jedem zimmer zurück. Als er wieder zum Vorschein kam, hatte er sich Ausgaben nicht mehr ru erfüllen vermag. Hier werden die Verwaltungs-Akademien dafür zu sorgen haben, daß der Beamte schnell, ohne allzu großen Aufwand an Zeit und Geld und aus bester Quelle dasjenige lernen kann, was er sich selbst in der täglichen Arbeit nur schwer zu erarbeiten vermag. Die Verwaltungs-Akademien werden also im Dritten Reich eine erhöhte Bedeutung für die Masse der Beamtenschaft gewinnen. Darüber hinaus muß dafür gesorgt werden, daß eine besonders intensive Tätigkeit an den Verwaltungs-Akademien, wie sie B. die Absolvierung eines planmäßigen, mehr- *■ " die g e b ü h - Wunderbare Rettung eines Millionärs. Das Geheimnis eines Clowns. - Operation auf Tod und Leben im kanadischen Blockhaus. Reue Gmndzüge der Veamienforibildung. Don Staatssekretär in der Reichskanzlei Or. Hans-Heinrich Lammers, Führer des Reichs- Verbandes Deutscher Derwaltungsakademien. Im nördlichen Kanada war vor einiger Zeit ein Mann aufgetaucht, der sich als Clown schlecht pnd recht durchs Leben fchlug. Er gab in den verschiedenen Blockhäusern humoristische Vorstellungen, die von den Farmern und Jägern mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Der Clown erwarb sich rasch eine große Beliebtheit. Niemand wußte, wer er eigentlich war, niemand, woher er kam. Er selbst hüllte sich in Schweigen und verschwand, sobald seine Vorstellungen beendet waren, auf eine geheimnisvolle Weise. Eines Tages ereignete sich in der Nähe eines Blockhauses ein schweres Autounglück. Ein Herr und eine Dame brachten den Lenker des Wagens, der bei dem Unfall schwer verletzt worden war und sich in einem lebensgefährlichen Zustande befand. Die Frau, die der wohlhabenden Gesellschaft anzugehören schien, beschwor die Bewohner oes Blockhauses, unter denen sich zufällig auch der beliebte Clown aufhielt, sofort einen Arzt zu holen. Der Wirt mußte der Dame und dem Herren leider erklären, daß der Arzt sehr weit entfernt wohne und erst am nächsten Tage eintreffen könne. Da mischte sich plötzlich der Clown in die Unterhaltung. Er untersuchte den schwerverletzten Mann und erklärte sich bereit, die Operation, die unbedingt erforderlich sei, selbst vorzunehmen, da er vor Zeiten einige Semester Medizin studiert habe. Die Anwesenden glaubten zunächst, der Clown sei verrückt geworden oder wolle sich einen schlechten Scherz erlauben. Sie wiesen sein Angebot mit entrüsteten Worten zurück, aber der Clown ließ beim Reichsgericht verweigert den deutschen Gruß. Zu Beginn der Donnerstagsitzung des Dritten Strafsenats des Reichsgerichts hat der als Verteidiger austretende Rechtsanwalt Dr. Gustav Melzer sich geweigert, dem eintretenden Senat den deutschen Gruß zu erweisen. Der Vorsitzende, Reichsgerichtsrat Schmitz, forderte den Anwalt zweimal auf, die rechte Hand zu erheben. Als dies nicht gefchay, zog der Senat sich zurück und verkündete nach kurzer Beratung: „Die Verweigerung des deutschen Grußes trotz wiederholter Aufforderung bedeutet eine erhebliche Störung der Sitzung im Sinne des §176 des Gerichtsverfassungsgesetzes. Rechtsanwalt Dr. Melzer wird deshalb von der weiteren Teilnahme an der Sitzung ausgeschlossen. Raubmord an einer Greisin im Westhavelland. Augenblick selbständig sein Verhalten so einzurichten in der Lage ist, daß es den Zielsetzungen des neuen Deutschland entspricht. Auf dieses Ziel haben, nachdem der Reichsverband Deutscher Verwaltungs-Akademien unter meine Führung gestellt war, die einzelnen Beamtenhochschulen ihre Arbeit eingestellt. Neben der wissenschaftlichen Fortbildung sind überall fortb-ildende Veranstaltungen weltanschaulicher Art getreten, die nach Möglichkeit von wichtigen Führern der Bewegung gehalten werden, so daß das nationalsozialistische Gedankengut unverfäscht an die Beamtenschaft weitergegeben wird. Dabei ist es selbstverständlich, daß auch die rein fachwissenschaftlichen Vorlesungen | in neuem Geiste gehalten werden, daß nicht irgend-1 eine Staatsrechtslehre, sondern die nationalsoziali- sche Staatsrechtslehre, nicht irgendeine Volkswirtschaftstheorie, sondern nationalsozialistische Wirtschaftslehre, nicht irgendeine Form des Rechtsdenkens, sondern nationalsozialistisches Rechtsdenken gelehrt werden. Für diese erweiterte Arbeit der Verwaltungs- Akademien liegt im heutigen Staat ein erhöhtes Bedürfnis vor. Den Kundgebungen des Führers und der leitenden Männer des Dritten Reiches ist zu entnehmen, daß künftig jeder Beamte nach der Leistung behandelt werden wird. Es wird nicht mehr möglich sein, Beförderungsstellen zu „ersitzen". Die mannigfaltigen neuen Aufgaben, die an den Beamten im Dritten Reich herantreten, machen schon zur Erfüllung der täglichen Pflichten tätige Arbeit an der eigenen Fortbildung erforderlich. Es wird wahrscheinlich zwangsläufig angesichts der Fülle der neuen gesetzgeberischen und Wirtschaftstatsachen dazu kommen, daß ein Beamter, der nicht aus irgendeine Weise immer wieder an seiner Fortbildung arbeitet, feine spruch auf das Königspaar aus, in welchem er die hohen Gäste in Deutschland und besonders in seinem Hause willkommen hieß. Der König gab seiner Freude darüber Ausdruck, den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg persönlich sehen zu können. Eine Ehrenkompanie des in Deutsch-Eylau in Garnison liegenden Infanterie- Regimentes erwies dem König bei seinem Eintreffen und seiner Abfahrt militärische Ehrenbezeugungen. Auf der Rückreise von Neudeck nach Berlin unterbrach das Königspaar die Fahrt i n Mari e n b u r g und besichtigte dort unter sachkundiger Führung das Schloß. Aufdeckung einer Verschwörung in Mexiko. Mexiko, 6. Juli (DNB. Funkspruch). Das mexikanische Innenministerium teilt mit, daß der bei den Wahlen am Sonntag unterlegene P r äsi» d e n t s ch a f t s k a n d i d a t General Dillareal einen Auf st and gegen die Regierung vorbe reite. In die Verschwörung Villareals sollen noch andere führende Politiker verwickelt fein, die zum Teil vor kurzem nach den Vereinigten Staaten gereist sind, um dort mit dem früheren General Pablo Gonzalez über den Kauf von Waffen zu verhandeln. Freunde Villareals haben den mexikanischen Staatspräsidenten gebeten, Garantien für die Sicherheit des Generals, der sich augenblicklich in Monterey befindet, zu geben. Die mexikanische Polizei hielt auf der Autostraße Laredo — Mexiko mehrere Lastwagen an, die 30 000 Pistolen» Patronen enthielten. Es handelt sich vermutlich um Schmugglerware aus den Vereinigten Staaten. Das neue japanische Kabinett hat fol- aende Zusammensetzung: Ministerpräsident O k a d a, Außenminister Hiroto, Marineminister Admiral O s u m i, Kriegsminister Hayashi, Finanzminister Masonubu Fujii und Justizminister Na o s h i Ohara. Es wird betont, daß in der japanischen Außenpolitik nicht die geringste Aenoe- rung eintreten werde. Amtlich wird mitgeteilt, daß nunmehr der Reichs-Kriegertag endgültig für dieses Jahr abgesagt worden ist. Der n ä ch st e Reichs-Kriegertag findet im kommenden Jahr statt, und zwar ist Kassel als Tagungsort bestimmt worden. ♦ Der Führer der SS.-Obergruppe Ost und Kommandeur der fieib ft anbarte, Gruppenführer Dietrich, ist vom Führer persönlich zum Obergruppenführer befördert worden. Der Anfang dieses Jahres wegen feines Gesundheitszustandes zurückgetretene Bundeskanzler der Eidgenossenschaft, Dr. Robert Kaesling, ist am Dienstagfrüh im Alter von 63 Jahren in Bern gestorben. Dor dem Divisionsgericht in Thun begann der Prozeß gegen den Schweizer Jakob Steiner, der als Angestellter des Eidgenössischen Schießkartenbüros in Thun Festungs- und Schießpläne der Schweiz an Italien und Frankreich verraten hat. Diese Pläne kamen ihm in seiner Eigenschaft als Zeichner in die Hände. Steiner fiel durch seinen luxuriösen Le- benswandel und seine häufigen Auslandsreisen auf. Die Behauptung Steiners, daß die von ihm den dungsarbeit erbringen. So haben also die deutschen Verwaltungs-Akademien im nationalsozialistischen Staat umfassende neue Aufgaben Ju lösen. Sie sind dazu befähigt, weil sie unter neuer Leitung vom Geist nationalsozialistischen Wollens erfüllt sind. In den Jahren vor dem Kriege war die Ausbildung des Beamten abgeschlossen, wenn er die Prüfungen bestanden hatte, die die Voraussetzung für feine Ernennung bildeten. Wenn er bann noch einige Fachzeitscyriften las, konnte er in ben ruhigen unb geregelten Bahnen bes Lebens ber Vorkriegszeit feine Aufgabe ausreichenb erfüllen. Das würbe schon nach bem Kriege anbers. Die ver- änberten wirtschaftlichen Verhältnisse, bie zwingenbe Notwenbigkeit für ben Staat, sich um Dinge zu kümmern, bie er früher ungeregelt lassen konnte ober vielleicht auch nur ungeregelt lassen zu können glaubte, machte eine verbesserte Ausbilbung des Beamten erforberlich. Erweiterung bes Wissens unb ber Kenntnisse war auch erforderlich für den bereits im Dienst stehenden Beamten. So entstand das Bedürfnis zur Fortbildung im täglichen Dienste des Beamten selbst. Es war daher nur natürlich, bah bie Anregung zur Schaffung entsprechenber Einrichtungen auch von dem pflichttreuesten Teil ber alten Beamtenschaft ausging. So entstaub in ben Jahren nach bem Kriege bie Beamtenhochschulbewegung, bie ihren Nieber- schlag in ber ©rünbung zahlreicher dermal- tungs-Akabemien fanb. Die Verwaltungs-Akabemien konnten damals nur fachliche Bildung vermitteln, da es eine verbindliche weltanschauliche Haltung für den damaligen Staatsdiener nicht gab. Sie mußten grundsätzlich darauf verzichten, auf den Beamten im Sinne seiner Formung nach einer bestimmten Weltanschauung einzuwirken. Einen 'gewissen Rückhalt gegen liberale und marxistische Zersetzungsoer- suche gab ihnen allerdings bie altpreußische Tradition und das hohe Berufsethos, das sich die deutsche Beamtenschaft durch die Zeit des Weimarer Staates im allgemeinen bewahrt hat. Die Verwaltungs-Akademien haben dementsprechend vor der nationalen Revolution in zum Teil hervorragender Weise Fachwissen vermittelt. Die Grundlagen eines neuen Beamtentypus konnten sie aber nicht zu formen versuchen, weil dies in dem damaligen Staat in Ermangelung einer einheitlichen Weltanschauung unmöglich war. Hier trat mit der Machtübernahme durch die nationalsozialistische Bewegung ein grundsätzlicher Wandel ein. Die Verwaltungs-Akademien haben In Erwiderung des Besuches des französischen Generals Debeney in Warschau wird sich demnächst der Inspekteur der polnischen Armee General S o s o k o w s k i nach Paris begeben. Sosokowski hat an ben Warschauer Verhanblungen über bie Abänberung ber polnisch-französischen Militärkonvention mitgewirkt, bie in Paris fortgesetzt werben bürfte. Das Königspaar von Siam in Aeudeck. N e u b e d, 5. Juli. (DNB.) Der König unb bie Königin von Siam statteten am Donnerstag mit ihrer engeren Begleitung bem Herrn Reichs- präfibenten von Hinbenburg hier einen Besuch ab, an ben sich ein Frühstück im eng - ft e n Kreise anschloß. Währenb ber Mahlzeit brachte ber Herr Reichspräsibent einen Trink- renbe Berücksichtigung auch bei ber Bewertung bes Beamten finbet. Es wird sich hoffentlich erreichen lassen, daß künftig Beförderungsstellen mit der Anforderung einer erhöhten Leistung nur noch durch solche Beamte besetzt werden, die den Nachweis stetiger Fortbil» In der französischen Kammer hat sich eine Gruppe gegen die Freimaurerei gebildet. Sie will den Kampf gegen bie „Geheime Aktion der Freimaurerei in der Kammer und die Bildung eines Ueberftaates im Staate" aufnehmen. Den Vorsitz der Gruppe, der fast ausschließlich rechtsstehende Abgeordnete, darunter Pbarnegaray und Taittinger angehören, führt der Abgeordnete C o u s s t n. Auftakt zum Reichsmechanikertag. Den Auftakt zum Reichsmechanikertag in Nürnberg bildete die feierliche Eröffnung der F ach - ausstellung von Fahrzeugen, Näh- und Büromaschinen. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Eickemeyer gab Reichsobermeister Fritz Puschte- Berlin seiner Freude darüber Ausdruck, daß diese Ausstellung als die größte bezeichnet werden könne, die der Landesverband jemals abgehalten habe, sie bilde eine ausgezeichnete Schulung für Weiterbildung auf dem Gebiete der Qualitätsarbeit. Er hoffe, daß bie Ausstellung in btefer Beziehung ein Ansporn für jeben Meister unb Gesellen fein werbe unb sich bamit auch günstig für bie Lehrlingsausbilbung auswirken werbe. — Ein Runbgang burch bie Ausstellung legte von bem hohen Stanb oes beutfchen Mechanikergewerbes unb feiner außerorbentlichen Leistungsfähigkeit berebtes Zeugnis ab. Ein Rechtsanwalt losem Zustanbe nach Verviers, wo ber Sekretär einen schweren Verletzungen erlag. Man hofft, eine Frau unb seine Tochter am Leben erhalten zu können, boch ist ihr Zustanb ernst. Ob irgend ein Verschulden bei dem Unfall vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden, doch handelt es sich bei dem Unglücksplatz um eine Stelle der Straße, wo bereits im vorigen Jahre vier Menschen bei einem Kleinbahnunglück g e • tötet wurden. Jünf Geschwister vom Zug überfahren und getötet. An einem ungeschützten Bahnübergang in ber Nähe von Salem (Sübtirol) ereignete sich ein Unglück, bas fünf Geschwistern bas Leben kostete. Die fünf Kinber eines Bauern wollten auf einem Eselskarren ihrem Vater, ber auf bem Felb arbeitete, bas Essen bringen. Der Karren würbe von einem Zuge erfaßt unb oollftänbig zertrümmert. Vier Kinber waren sofort tot, bas fünfte starb bald darauf. Ein Kraftwagenzug in den Straßengraben gefahren. Ein schwerer Unfall, bei bem zahlreiche Personen verletzt wurden, ereignete sich bei Fischbach auf ber Kreuzung der Staats st raßen Dresden — Bautzen und Stolpen — A r n s - b o r f. Ein Personen-Großkraftwagen mit Anhänger, der sich auf ber Fahrt Schlesien nach Westfalen befanb, aeriet beim Ueberholen eines kleinen Personenkraftwagens hinter ber Kreuzung in den linken Straßengraben und stürzte um. Hierbei wurden 21 Personen verletzt, wovon sechs bem Krankenhaus in Stolpen zugeführt werden mußten. Lebensgefahr besteht bei keinem der Verletzten. Die übrigen Verletzten, sowie die unverletzt gebliebenen Fahrtteilnehmer — etwa 80 an der Zahl — wurden mittels zweier Omnibusse nach Dresden gebracht, wo sie über Nacht Quartier fanden. Der Omnibus gehörte einem Unternehmen, das regelmäßig Gesellschaftsfahrten unternahm. Die Schuldfrage konnte noch nicht einwandfrei geklärt werden. Furchtbares Kraftwagenunglück. — Drei Tote, acht Schwerverletzte. In der Nacht zum Sonntag ereignete sich gegen 1.30 Uhr in der Nähe ber Ortschaft Döbrichau bei Torgau ein folgenschweres Kraftwagenunglück. Der Kobershainer Kriegerverein hatte mit einem Torgauer Autobus eine Vergnügungsfahrt nach Potsdam unternommen. Auf ber Rückfahrt verlor ber Führer — anscheinend infolge Uebermüdung — die Gewalt über ben Wagen, ber mit einem heftigen Anprall gegen einen Baurn fuhr. Einer ber Insassen war sofort tot. Etwa zehn Verletzte würben nach dem Torgauer Krankenhaus gebracht. Hier verstarben zwei Autobusinsassen an den Folgen der schweren Verletzungen. Der Autobus wurde voll- ständig zertrümmert. Der Wagenführer kam mit unwesentlichen Verletzungen davon. vom Müllauto überfahren und getötet. Ein schwerer Unfall, ber leiber ein Menschenleben forberfe ereignete sich in Kassel. Ein 23jähriger stellungsloser Techniker befuhr mit seinem Fahrrad die Westerburg Straße. In gleicher Richtung mit ihm fuhr ein städtisches Lastauto, das dann in die Nebenthaustraße einbog. Als das Auto den jungen Mann passierte, stürzte dieser plötzlich vor das Vorderrad des Wagens, das ihm über die Brust fuhr. Durch das Feuerwehrauto wurde der Schwerverletzte bem Elisabethkranken- haus zugeführt, wo er kurz nach feiner Einlieferung d e r ft a r b. Ein Riesenwaldbraud im Ostzipfel der Provinz Sachsen. Seit einigen Tagen wütet im Ostzipfel ber Provinz Sachsen zwischen ben Orten Plessa unb ©erben im Kreise Liebenwerba ein Walbbrand, von bem nach unb nach tausenb Morgen alter und junger Kiefernbestände und Moorwiesen erfaßt worden sind. Die Flammen finden im Moorboden immer wieder neue Nahrung. Unterirdisch schwelt das Feuer weiter unb bringt bis Bäume, wenn bie Wurzeln vernichtet sinb, zum Sturz. Etwa 30 bis 40 000 Feftmeter Holz müssen geschlagen werben, barunter über fyunbert« jährige Bäume. Im Branbgebiet, bas von einem ausgebehnten ©rabennetz burchzogen wird, arbeiten etwa 1000 Mann an der Bekämpfung des Brandes. Zwei Arbeitsdienstlager find eingesetzt. Feldküchen sorgen für die Verpflegung. Don der Technischen Nothilfe Finsterwalds auf eine überraschende Weise verändert. Er hatte sich abgeschminkt und hatte einen weißen Arztman- tel angezogen. Als die elegante Dame den Clown in I Pälesin im Westhavelland ist man einem diesem veränderten Zustande erblickte, schrak sie hef- scheußlichen Verbrechen auf die Spur gekommen, tig zusammen. Eine unbegreifliche Erregung schien Die 81 Jahre alte Witwe Johanna Fährmann aus sich ihrer bemächtigt zu haben. Als ihr Begleiter Berlin wurde in ihrer Sommerwohnung erschos - ben Clown baran Hinbern wollte, bie Operation an L e n a u f g e f u n b e n. Die Witwe kam seit 23 bem schwerverwunbeten Mann burchzuführen, fahren jeden Sommer nach Pälesin und bezog in klärte die Dame mit stockender Stimme, daß fiel öcr stillgelegten Ziegelei am Beetzsee Wohnung, den Clown kenne. Sie wisse bestimmt, daß gRan fan& Schlafzimmer die alte Frau vor dem man den Verletzten seinen Händen anvertrauen Bett liegend tot auf. Die Hände waren mit einer könne, da er vom Operieren wirklich etwas ver- Schnur gefesselt. Die rechte Schläfe wies eine Ein- stehe. schußöffnung auf. Man fand auch den Tesching, mit Unter atemloser Spannung der Anwesenden be- ^em ^er jjiorb ausgeführt worden war. Die © e l d- gann ber abgeschminkte Clown sein schwieriges tasche mit etwa 100 Mark Inhalt war ge- Werk. Die Operation gelang zur größten lieber» I r a u b t. Berliner Kriminalbeamte nahmen bie Erreichung, ber verunglückte Wagenlenker, ein amen- mittlungen nach bem Täter sofort auf. kanisch-r M i l Ho när a US C hika go, mürbe $tau unb Tochter ermordet. n"te^im Mockhaus äushalstn'^Ms er^ wieder voll- Am Donnerstag wurde die Mjahrige Eheftau ständig hergestellt war, sollte sich ein unerwartetes Elisabeth Wirtz m einem Nebenraum ihres Geheimnis enthüllen. Der Clown selbst hüllte sich Labengeschaftes ^Elnickendorf-Ost bei S S nnr in ? n unburdibrinqüdies Schweigen, Berlin mit einer Schußverletzung tot aufgefunben. aber bie Dame lüftete ben Schleier des Geheim- 2hr Mann, der 45jährige Karl Heinz Wirtz wollte niffes Sie erklärte ihrem Begleiter, der vom Clown angeblich mit feiner Frau und feiner 14iahngen mif fn miinherbare Weise gerettet worden war, daß Tochter Gisela eine Reise nach Westerland antrtten. hör n b e r o o r ra g e n -1 ®ie^ ^uffinbung ber Leiche erfolgte burch Derber Chirurg sei. Die Frau war mit biesem wandte, bie heute das Ladengeschäft aufsuchten. Bei (Vhtrnrnon fnnno Qpif verheiratet gewesen, bis sie I einer Durchsuchung der von dem Laden getrennt ben^ÄÄ^itaVo^!^nn‘nS Sio Iiegenben Wohnunawurde ein Zettel gesunden der Hob »hron m>nnn imh dieser xoa sich in einem An- darauf schließen laßt, daß Karl Heinz Wirtz seine entrüsteten Worten zurucr, aoer oer uioron ne» ließ rhren Mann, und.vieler zog um in h ‘ fnn_ ^rau „Ls auch seine Tochter ermordet hat. Die sich Nicht beirren und zog sich eilig in ein um dort als Clown ,°in d^der Mch'M Wirtz Ml«ine @elb zu verdienen. Die Leiche des Mädchens wurde im Keller i aufgefunben. Die Leiche war in einem großen si-ine voüiiscbe Rachnchten. tä. 1 W mpvvfl folgt sein. Es besteht die Möglichkeit, baß Wirtz ms fremben Mächten ausgehänbigten Pläne größten- Ausland geflüchtet ist, da sein Kraftwagen nicht teil? gefälscht seien, stellte sich als unrichtig heraus, aufzufinden ist. . Die schweizerische Öffentlichkeit verlangt, daß der Ein deutscher Geistlicher in Rio de Janeiro tödlich Bundesrat sich nicht mit einer Aburteilung Steiners verunglückt. begnüge, sondern auf diplomatischem Wege auch ßer .um Besuch der deutschen evangelischen (Sein Rom und Paris vorstellig werden solle. meinöen in Brasilien weilende Probst Huebbe * ist in Rio von einem Omnibus überfah- Wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, sind ren und durch Schädelbruch auf der Stelle g e t ö » TMÖungen österreichischer Blätter, daß Musso- tet worden. Propst Erwin Huebbe war als Geist- lini und Dollfuß bereits in den allernächsten licher in Hamburg tätig Er führte vor zwei Jah- Taaen in Riccione gufammentreffen ren bereits die Verhandlungen Zwecks Anschlusses würden nicht zutreffend. Wenn die Zusammen- der deutsch-lutherischen Kirche Brasiliens an die kunft überhaupt stattfindet, so wird sie e r st i n heimattirdje unb roar nor furjem nod) einmal naj her zweiten Julihälfte zu erwarten sein. Brasilien gereift, um die Verhandlungen zum Ab- 0 ♦ I schluß zu bringen. Das neue Memeldirektorium hat alle Der deutsche in Brüssel Beamten entlassen, die in die Mitgliederliste tödlich verunglückt, der verbotenen Parteien eingetragen waren. Auf der Landstraße zwischen Verviers Inzwischen sind noch der Geschäftsführer des und Dolheim prallte am Mittwoch der aus Memelländischen Landtags, Böttcher, und der Richtung Verviers kommende Kraftwagen des Se- Voriitiende bes Lanbgerichts in Heybekrug, kretärs Der beutfchen Gesanblichaft in Brussel, Karl c * u r 3 e mit ber Begrünbung entlassen worben, Werner, mit einem Benzin-Tankwagen zusam- bafc sie ber litauischen Sprache nicht mächtig seien, men. Durch den Zusammenprall würbe ber Per- Außerbem würbe eine weitere Anzahl von Amts- sonenwagen zur Seite geschleubert und f^te um. Vorstehern vom Dienste fuspenbiert. Die Zahl ber Die brei Insassen bes Wagens, ber Gesandtschasts- bisher entlassenen Beamten und Amtsvorsteher sekretär, seine Frau und seine Tochter, wurden beträgt über 150. I j ch w e r v e r l e tz t. Man brachte sie in hofsnungs- wurden Telephonleitungen gelegt. Ferner ist ein umfangreicher Sanitätsdienst eingerichtet worden, da die Helfer nicht selten von Rauchvergiftung befallen werden. Die Umgrenzung des brennenden Waldstückes erstreckt sich auf eine Länge von 8 bis 10 Kilometer. Eine Fliege verursacht einen tödlichen Unfall. Das achtjährige Töchterchen des Gastwirts Löcker in Benolpe bei Siegen wurde beim Beerensuchen im Walde von einer Fliege gestochen. Das Kind versuchte diese abzuwehren und stürzte dabei rückwärts mit dem Kopf auf einen Stein. Bei dem Aufschlagen verletzte sich das Kind so schwer, daß es im Krankenhaus, ohne das Ein Gemälde von velazquez gestohlen. In Guatemala (Mittel-Amerika) wurde aus dem Hause des Maler Gandaria ein Originalgemälde des berühmten spanischen Malers Velazquez gestohlen. Das Bild, das die Infantin Terefita dar- ftellt, hat einen Wert von etwa 100 000 Dollar. Die Regierung hat die Ueberwachung aller Grenzen und die Durchsuchung aller Gepäckstücke an den Grenzübergangsstellen angeordnet. Fünf Personen im Flugzeug verbrannt. Bei Ansgar im Staate Iowa (USA.) stürzte ein Passagierflugzeug ab und geriet in Brand. Fünf Insassen fanden den Tod in den Flammen. Ueberschwemmungen in Nordafghanistan. Eine verheerende Ueberschwemmung hat mehrere Ortschaften in Nordafghanistan heimgesucht. Neunzig Menschen sind ums Leben gekommen. Außerdem sind 10 0 0 Stück Vieh zugrunde gegangen. Kunst und Wissenschaft. Neue Grundsätze für die Ausstellung der Naturforscherversammtung. Die stets mit der Naturforscherversammlung verbundene Ausstellung wird in diesem Jahre in Hannover in eine „F i r m e n a u s st e l l u n g" und eine „Gruppenausstellung" gegliedert. Die F i r° Weltausstellung soll als Repräsentationsausstellung den Firmen Gelegenheit geben, durch ihre Erzeugnisse die enge Verbundenheit von W i s s e,n s ch a f t und I n d u st r i e zu zeigen, sie umfaßt Erzeugnisse der pharmazeutisch-chemischen Industrie, naturwissenschaftlich-medizinische Apparate und Instrumente und ebensolche Literatur. Die Gruppenausstellung lehnt sich an die Hauptthemen der Vortragsfolge der Versammlung an und soll dementsprechend die Gebiete der Vitamine, Hormone, Sera, Alkaloide, Tropenmedizin, Kurzwellen, Kachodenstrahlen, Röntgenstrahlen, Optik und Photographie nach ihrer allgemeinen Entwicklung, wissenschaftlichen Begründung, Bedeutung und Anwendungsweise zur Darstellung bringen. Soweit hierbei Apparate, Instrumente und Einrichtungen gezeigt werden, kommt eine Gruppierung etwa derart in Frage, daß z. B. „Das neuzeitliche Operationszimmer", „Das heutige Ordinationszimmer", „Das zahnärztliche Behandlungszimmer", usw. ausgeftllt werden. Die Ausstellung dauert vom 15. bis 22. September und wird nicht nur den Teilnehmern an der 93. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte, sondern auch dem allgemeinen Publikum zugänglich sein und in ihrer Neugestaltung gewiß erhöhte Beachtung finden. Die Hindenburg-Kette des Reichshandwerksführers — ein Meisterstück des Goldschmiedehandwerks — zeigt Hammer, Eichenblatt und Eichel, die Symbole des Handwerks. Die Kette wurde am 6. Juli dem Reichshandwerksführer Schmidt im Reichspräsidentenpalais feierlich verliehen. Berliner Krühbörse. Berlin, 6. Juli. (DNB. Funkspruch.) Vorbörslich machte sich bei nur geringfügigen Umsätzen weiteres Interesse für Rentenpapiere bemerkbar. Aber auch für Aktien bleibt man freundlich gestimmt, wenn auch heute besondere Anregungen nicht vorliegen. Beachtung findet das jetzt veröffentlichte Gesetz über wirtschaftliche Maßnahmen, das dem Reichswirtschaftsminister besondere Vollmachten zur Förderung der deutschen Wirtschaft sowie zur Verhütung und Beseitigung wirtschaftlicher Schädigungen gibt. Eine Unterstützung dürfte die freundliche Tendenz auch durch die Ei n i - gung in den deutsch-schweizerischen Transferbesprechungen erhalten. Kursmäßig sind heute kaum größere Schwankungen zu erwarten. Von Schätzungen hörte man Farben mit etwa 149,50. Im internationalen Devisenverkehr liegt das Pfund weiter schwach; es errechnete sich in Berlin mit etwa 12,54. Der Dollar war mit 2,504 wenig verändert. Wettervoraussage. Unsere Witterung steht unter dem Einfluß des nördlichen Hochdruckgebiets. Daher bleibt das meist heitere und heiße Wetter stellenweise fortbestehen; erst später dürfte sich die über Polen befindliche Störung durch Aufzug gewitterdrohender Bewölkung bemerkbar machen. Aussichten für Samstag: Meist heiter, heiß und trocken. Aussichten für Sonntag: Abgesehen von vorübergehender gewitterdrohender Bewölkung Fortdauer der sommerlichen Schönwetterlage. Lufttemperaturen am 5. Juli: mittags 23,2 Grad, abends 14,4 Grad; am 6. Juli: morgens 14 Grad. Maximum 24,4 Grad, Minimum 8,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juli: abends 23,8 Grad; am 6. Juli: morgens 17,4 Grad Celsius. Wer gehört zum Reichsnährstand? Zur öffentlichen Aufforderung zur Anmeldung beim Reichsnährstand. Von zuständiger Seite wird zu der Aufforderung des Reichsbauernführers zur Anmeldung des Landhandels und der Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse be- und verarbeiten, bei den zuständigen Dienststellen des Reichsnährstandes folgendes mitgeteilt: Die Aufforderung des Reichsbauernführers dient lediglich dem Zweck, das Reichsnährstands- g e s e tz und die hierzu ergangenen Ausführungsbestimmungen zuverlässig und erschöpfend durch- z u f ü h r e n. Wer einen der in dem Aufruf bezeichneten Wirtschaftszweige betreibt, hat sich bei Weiterhin sind von einer Anmeldung befreit die in die Handwerksrolle der Bäcker- Schlächter, Müller oder Konditoreien eingetragenen Betriebe. Dagegen gilt die etwa noch bestehende Mitgliedschaft bet einem bereits bei einer anderen Berufs- oder Stan- desvertretung, oder bei einem anderen Verband oder Verein als den obengenannten getätigte Anmeldung nicht als Anmeldung beim Reichsnahr« ^Zweck und Ziel des Reichsnährstand« qe setz es ist die Zusammenfassung aller an der Erzeugung, Weiterleitung, Be- und Derar- Kauft seiner Kreisbauernschaft anzumelden. Die Anmeldung hat bis zum 15. August 1934 zu erfolgen und ist k o st e n l o s. Dazu ist ein Vordruck, der bei sämtlichen Dienststellen des Reichsnährstandes kostenlos erhältlich ist, zu benutzen. Auskünfte erteilen die Kreisbauernführer, Landesbauernführer (Hauptabteilung IV), sowie die Bürgermeister und ^vrtsbehörden. Auch in allen Fällen, in denen die Zugehörigkeit zum Reichsnährstand zweifelhaft erscheint, ist die Anmeldung unbedingt erforderlich. Die Entscheidung über die Zugehörigkeit zum Reichsnährstand erfolgt in zweifelhaften Fällen von zentraler Stelle. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft gemäß § 9 des Reichsnährstandgesetzes vom 13. September 1933 bestimmen kann, daß die Nichtbefolgung dieser Aufforderung mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 RM., oder mit einer dieser Strafen geahndet, und daß außerdem die Fortführung des Betriebes untersagt werden kann, wenn wegen Nichtbefolgung rechtskräftig auf Strafe erkannt worden ist. Ausdrücklich befreit von einer neuerlichen Anmeldung sind die Mitglieder des Landhandelsbundes E.V., der wirtschaftlichen Vereinigung der Wetzen- und Roggenmühlen, des Reichsverbandes deutscher Obst-, Gemüse- und Lebensmittelhändler E V., des Reichsverbandes des deutschen Süßwaren-Großhan- dels E.V und diejenigen Betriebe, die sich dort bereits zum Reichsnährstand angemeldet haben. beihing landwirtschaftlicher Erzeugnisse Schaffenden zu einer geschlossenen Organisation unter einer Führung. Dem Reichsnährstand liegt insbesondere die marktpolitische Betreuung aller zu ihm gehörenden Handels- und Gewerbezweige aus« schließlich ob. Die Zugehörigkeit zum Reichsnähr« stand schließt bei den in der öffentlichen Aufforderung unter „A“ aufgeführten Fächern die Zugehörigkeit zu anderen Standes- und Berufsvertretungen aus. Zum Ausscheiden aus einem freien Wirtschaftsverband bedarf es auch bei diesen Be« trieben der satzungsgemäßen Kündigung. Wer hier« nach von einem neben dem Beitrag zum Reichs« nährftand zu entrichtenden Verbandsbeitrag frei« zuwerden wünscht, hat gegenüber seinem Verband die Kündigung auszusprechen. Außer bei den Ortsb auernführern sind die Formulare u. a. zu erhalten in: Frankfurt, Hauptabteilung IV der Landesbauern« fchaft, Bockenheimer Landstraße 55. Gießen, Landwirtfchaftsamt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm- Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Heute vormittag wurde unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante Nichte und Kusine Finni Strauch unerwartet infolge eines Herzschlages in die Ewigkeit abgerufen. In stiller Trauer: Wilhelm Strauch und Familie Elisabeth Schulz, geb. Strauch Hänsi Müller, geb. Strauch. (Ziehen (Friedrichstraße 16 a), Offenbach a.M., Montabaur, Cochem, den 5. Juli 1934. Die Beisetzung findet am Samstag, dem 7. Juli, 11 Uhr vormittags, auf dem Neuen Friedhof statt. — Das Seelenamt wird am Montag, dem 9. Juli, 6.45 Uhr vormittags, gehalten. __3980 D Besonders preiswert: Strümpfe 1.75 1.50 1.30 Paar Damen-Strttmpfe, Mattseide, 1 Oft besonders dehnfähig, Paar LUv Damen-Strttmpfe, bes. 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Mit der immer stärkeren Verfolgung des deflationistischen Kurses aber, der Mitte April in der Senkung der staatlichen Gehälter und Mieten seinen besonderen Ausdruck fand, setzte an den Börsen — mithervorgerufen durch Gerüchte, die von weiteren den Sparer treffenden Regierungsmaßnahmen (wie Einführung der Namensaktie, Kouponbefteuerung, neue Anleihen usw.) wissen wollten — eine geradezu panikartige Stimmung ein. Kategorische Erklärungen des Finanzministers Jung im Popolo d'Jtalia, daß solche Maßnahmen nicht geplant seien, daß die Wirtschaft vielmehr eine lange Periode der Ruhe brauche, wirkten nur für wenige Tage. Dann wiederum trat ein neuer Rückschlag ein. Das Vertrauen des Sparers, von dem der italienische Wirt- schastsaufbau in erster Linie getragen wird, schwankte bedenklich. Bei dieser Sachlage trat Ende Mai Mussolini auf den Plan, um durch eine eingehende, ungeschminkte Darstellung Einblick in die Verhältnisse zu verschaffen und das Vertrauen wiederherzustellen. Der Sparer, sagte er im Verlauf seiner großen Kammerrede, habe eine ganz besondere Psychologie; es sei nötig, daß man Oel auf das bewegte Wasser gieße, damit der Sparer seine Ruhe wieder gewinne. Und so arbeitete Mussolini mit souveräner Meisterschaft in seiner einprägsamen, wirkungsvollen Art aus einem Wust trockener Statistiken und nüchterner Zahlen ein lebendiges Bild der wirtschaftlichen Lage Italiens heraus. Zwei Dinge find es, die der Chef der italienischen Regierung als die Lebensprobleme des italienischen Wirtschaftslebens bezeichnete: Staatshaushalt und Außenhandel. Bereits bei Eröffnung der neuen Le- mslaturperiode, vor wenigen Wochen, hatte der König von Italien in seiner Thronrede ausgeführt, daß die Lösung des Bilanzproblems 'einen Aufschub mehr dulde; denn mit ihm seien die Geschicke der öffentlichen und privaten Finanzen eng verknüpft. Hier setzt jetzt Mussolini ein: wie die Familie, so könne auch der Staat nicht von dauerndem Schuldenmachen leben. Beide müßten zur rechten Zeit geeignete Abhilfemaßnahmen treffen. Der ita- ienische Staatshaushalt ist seit langem äußerst angespannt. Im Jahre 1932/33 wies er einen Fehlbetrag von 3,5 Milliarden Lire auf. Das Defizit des im Juni abgeschlossenen Haushaltsjahres 1933/34 beträgt nahezu vier Milliarden Lire. Das ist die höchste Summe, die — abgesehen von der Kriegsund unmittelbaren Nachkriegszeit — jemals in der Finanzgeschichte des Königreiches ausgewiesen werden mußte. Der Staatshaushalt ist belastet durch ungeheure Summen, die für Sanierungen, Stützungen und Hilfsmaßnahmen auf den verschiedensten Wirtschaftsgebieten aufgewendet worden sind. Ein nicht weniger trostloses Bild (rietet die Lage des Außenhandels. Es geht mit ihm ständig bergab. Im Jahre 1928 importierte Italien für 22,3 Milliarden Lire Waren; es exportierte für 15 Milliarden Lire. Im Jahre 1933 sank die Einfuhrziffer auf 7,4 Milliarden Lire, die Aussuhrziffer auf 6 Milliarden Lire. Die Entwicklung im Jahre 1934 läßt ein Passivum von rund 3 Milliarden Lire voraussehen. Damit entschwindet jede Hoffnung auf erhöhte Steuer- und Zolleingänge. Zwei Gefahren also von größter Schwere, die sich am wirtschaftlichen Horizont immer schärfer abzeichnen. Die Golddeckung der Währung liegt zwar immer noch 13 v. H. über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaß von 40 v. H. Aber die Tatsache, daß in den letzten Monaten bereits über 700 Millionen Lire ins Ausland gingen, läßt leicht die Gefahren erkennen, die der Währung durch diese Entwicklung entstehen können, wie man denn auch in Erkenntnis dieser Zusammenhänge jetzt erstmalig in Italien zu einer strafferen Devisenbewirtschaftung geschritten ist. Wie mithin den Gefahren beikommen? Das einst so beliebte Mittel, jedes Loch im Staatshaushalt durch verschärftes Andrehen der Steuerschraube zu verschließen, wird von Italien grundsätzlich ab gelehnt. Auf der Wirtschaft laste, so erklärte Mussolini, ein Steuerdruck, der schlechthin nicht mehr erträglich sei, sondern gelockert werden müsse. Bleibt also nur der andere Weg: sparen. Die große Konversionsoperation der sünfprozentigen Renten in dreieinhalbprozentige liegt bereits auf dieser Linie. Sie bringt dem italienischen Staat vom Jahre 1937 ab eine Minderbe l a st u n g aus niedrigeren Zinsen in Höhe von 900 Millionen Lire. Weitere 410 Millionen Lire werden jährlich durch die jüngst erfolgte allgemeine Gehälter senkung eingespart. Bereits im Jahre 1930 hatte diese Gehältersenkung eine Vorläuferin gehabt in einer Maßnahme, die sämtliche Beamtengehälter um 12 v. H. kürzte. Die jetzt getroffenen Maßnahmen sehen eine gestaffelte Senkung in Höhe von 6 bis 12 v. H. bei allen mittelbar oder unmittelbar im Staatsdienst stehenden Personen vor, deren Monatsgehalt über 500 Lire (110 Mark) beträgt. Gleichzeitig mit den Gehaltskürzungen ist eine Senkung der Mieten für Wohnungen um 12 v. H., für sonstige Räume um 15 v. H., sowie der Lebensmittel um einen zwischen 5 und 10 v. H. schwankenden Satz verfügt worden. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke haben Preisnachlässe eingeräumt, und eine weitgehende Minderung der Kosten auf allen anderen Gebieten ist unter der Aufsicht der faschistischen Partei eingeleitet. Diese deflationistischen Maßnahmen sollen in hohem Maße natürlich auch das zweite Problem, den Außenhandel, befruchten. Denn Mussolini hat neben den vielfachen Gründen, die er als allgemein und überall ursächlich für die Schrumpfung des interntionanlen Warenaustausches ansieht, noch einen Grund genannt, der ein speziell italienisches Exporthindernis darstelle: das Mißverhältnis zwischen inneren Preisen und den Preisen des Weltmarktes. Seit der klassisch gewordenen Pesarorede im Jahre 1926, in der der Duce verkündete, daß er die Lira bis zum letzten Atemzuge verteidigen werde, sind Maßnahmen zur Förderung des Exportes von der Währungsseite her nicht zu erwarten. Zur Autarkie aber will und kann Italien bei seiner Rohstoffarmut sich nicht bekennen. Kohle, flüssige Brennstoffe, Wolle, Baumwolle und Eisen werden bei allem Bestreben, sich im eigenen Lande Rohstoffe oder Rohstoffersatz zu schaffen, vorerst noch zu den unumgänglich notwendigen Materien der Einfuhr zählen. Diese Einfuhr kann aber nur durch einen Export bezahlt werden, der angesichts von mit Valutaentwertung und Dumping arbeitenden Konkurrenzländer nur bei niedrigsten Selb st - k o st e n wettbewerbsfähig sein kann. Aus dieser Erkenntnis heraus hat die italienische Industrie in den letzten Tagen weitgehende Lohnsenkungen, die durchweg 7 v. H. betragen, durchgeführt, lieber die sonstigen Maßnahmen der italienischen Regierung zur Förderung der Ausfuhr, insbesondere auch über die Tendenz nach völliger Umkrempelung der bisherigen Handelspoltik mit dem Ziel der Schaffung von Großraumwirtschaften und ausgeglichenen Handelsbilanzen ist in letzter Zeit in der deutschen Presse häufig berichtet worden. Mussolini hat in seiner Rede betont, daß die Maßnahmen, die zur Gesundung führen sollten, von allen Staatsbürgern große Opfer erforderten; er begründete aber diese Opfer mit dem Hinweis darauf, daß nur so der Kampf auf den internationalen Märkten bestanden werden könne, dessen Sieg auch den jetzt arbeitslosen Italienern Arbeit schenken könne. Es sei aber besser, daß möglichst viele Italiener mit weniger Lohn in Arbeit ständen, als daß zugunsten einzelner Arbeiter ein großer Teil ohne Arbeit bleibe. Nur mit Heroismus sei die Krise zu bekämpfen. Unschuldig verurteilt — begnadigt-von Haien zerrissen! Durch falsche Aussage zu „Lebenslänglich Guayana" verurteilt. - Eine Sterbende gesteht nach 24 Zähren die Wahrheit. - Fluchtversuch 2 Stunden vor der Begnadigung. — Das tragische Ende. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Als der junge Albert Martin zu einem Wochenende mit seinen Eltern einmal von Lille aus, wo sie jetzt wohnten, nach Clitheroe in Lancashire in England hinüberfuhr, verliebte er sich dort Hals über Kopf in ein Mädchen. Um Weihnachten herum wollten sie heiraten. Alles wäre auch so gekommen, wenn nicht dieser mysteriöse Mord dazwischen geraten wäre .... Albert Martin war in einer Weberei in Lille Ingenieur. Man hatte viel zu tun, oft bis in die Nacht hinein. Eines Nachts wurde nun auf die Kaffe der Firma ein Anschlag verübt. Ein mit einer schwarzen Maske versehener Mann drang ein, raubte 40 000 Franken, schoß einen durch eine Alarmglocke herbeigerufenen Angestellten nieder — und entkam. Aber — ehe der angeschossene Angestellte starb, gab er eine Schilderung des Täters. Größe, Haarfarbe, Statur, Art der Bewegungen, — das alles traf auf Albert Martin zu. Er lächelte und bot fein Alibi an. Er hatte einen Brief zum Bahnhof gebracht und unterwegs eine alte Freundin getroffen. Mit der hatte er gesprochen, während die Tat geschah. Die Frau gab eine Zeit an, die 10 Minuten später lag. Sie sagte, Martin sei aufgeregt gewesen. Aus seiner Tasche habe ein Stück schwarzen Stoffes hervorgelugt. Die Richter sprachen das Urteil: lebenslänglich Guayana. Geglückte Flucht nach 24 Zähren. Martin tobte und brüllte — er fei unschuldig. Das kannte man, das sagten sie alle, wenn es nach Guayana ging. Im Juni 1910 brachten sie ihn hinüber. Tot für die Welt, eine Nummer in den Registern. — Er fiel den Behörden auf Guayana dadurch auf, daß er immer wieder seine Unschuld betonte, dauernd ein Wiederaufnahmeverfahren in Mill eilisi war... Vornan von Klothilde von Stegmann Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 23 Fortietzung Nachdruck verboten! „Ich habe noch zehn Minuten Zeit,' Sofia, ehe ich ins Amt fahre — soll ich die mit der Post verbringen? Oder meinst du nicht, daß es vernünftiger ist, ein wenig mit meiner schönen, klugen Frau zu plaudern?" Sofia lächelte: „Ob es vernünftiger ist, das weiß ich nicht — das wage ich nicht zu entscheiden!" „Aber ich!" meinte Alexander lachend und stand auf, um einen Kuß auf die blühende Wange seiner Frau zu drücken. Dabei stieß er an das Tablett — die Briefe drohten herunterzufallen. „Das Schicksal entscheidet", lachte Sofia, „die Briefe wollen durchaus gleich gelesen sein und legen sich dir schon zu Füßen." „Also lesen wir", sagte Alexander Demiboff ergeben. „Hier ist einer für dich, Soschinka!" Während er sich in seine Briefschaften vertiefte, öffnete Sofia den an sie adressierten Brief, der eine unbekannte Handschrift und eine italienische Marke trug. . , , . Ihre Miene war erst erstaunt, dann bewegt und zuletzt tief erschüttert. Sie las den Brief zu Ende, dann legte sie ihn stumm in die Hände ihres Gatten. . . „Lies, Alexander", sprach sie, und m ihrer Stimme bebte ein tiefes Mitleid, „und bann sag mir, was wir tun können, um zu helfen!" Erstaunt hatte der junge Legationsrat die Bewegung Sofias gesehen — seine Augen suchten zuerst nach der Unterschrift. Ein Erschrecken flog über seine gebräunten Züge: „Lou de Lormes?" fragte er stockend. „Was will sie von dir? Was soll dieser längst vergangene Schatten in unserem Leben?" Finster sah er auf den Brief. Da legte sich die weiche Hand seiner Frau auf die seine: „ „Lies, Liebster, dann wirst du anders urteilen!, Und Alexander Demiboff las Madame de Lormes' Brief an Sofia. „Gnädige Frau! Sie haben mir einmal gesagt, daß ich mich an Sie wenden könnte, wenn ich in Not bin. Heute tue ich es, doch nicht für mich, sondern weil ich ein unschuldiges Menschenkind retten möchte — und niemanden auf der Welt habe, an' den ich mich um Hilfe wenden könnte. Der Mann, der mich unglücklich gemacht hat, mein Mann, hat ein neues Opfer gefunden — und ich zweifle nicht daran, daß er es bald ein- gefangen haben wirb, nachbem er mich beiseite gestoßen haben wirb. Das junge Mäbchen, bas er mit dem Recht bes angeblichen Dormunbs verbergen will, ist offenbar in einem kleinen Tiroler Orte, Gufan, gefangen, ben man über Innsbruck erreichen kann. Ich nehme an, baß Liewen genau bie gleiche Taktik verfolgen wirb wie mir gegenüber vor Jahren. Er wirb sich von mir scheiben lassen unb jenes Mäbchen burch Drohungen ober Versprechungen zwingen, ihn zu heiraten. Dann wirb er sie als Lockvogel an ben verschobenen Spielplätzen ber Welt benutzen, um sie rücksichtslos im Stich zu lassen, wenn sie seinen Erwartungen nicht mehr entspricht. — Ich bin burch ihn um Glück unb Ehre gekommen — aber ich habe mir geschworen, baß es mit ben Opfern genug ist, bie er zur Strecke gebracht hat. Ob mir mein Plan gelingen wirb, bas steht nicht bet mir, bas steht bei Gott. Liewen ist ein gefährlicher Gegner, tollkühn unb geschickt. Wenn es Ihnen möglich wäre, hierher zu kommen unb bem armen jungen Mäbchen beizustehen, wenn ich sie aus ben Hänben Siemens gerettet habe, wäre bas eine große Beruhigung für mich. Denn ich weiß nicht, ob ich meinen Plan nicht teuer sehr teuer bezahlen muß. Sollte mir etwas zustoßen, so wußte ich bas junge Mäbchen bei Ihnen geborgen, bis man biesen Malte Blomberg sinbet, von bem ich hier einen Brief beilege unb ber offenbar mit einer wirklichen, reinen Liebe an biefem jungen Menschenkinbe hängt. Ich bitte <5ie, um (Bottes willen, zu helfen, wenn Sie können. Ich bete für Ihr Glück. Lou be Lormes. Sofia" fragte Alexanber Demiboff heiser, „was meint Lou bamit, baß bu ihr versprochen hast sie könne sich an biet) wenben? Kennst bu sie benn überhaupt unb woher?" Da sah Sofia mit ihren leuchtenben Frauenaugen in bie fragenben bes Mannes: Woher ich sie kenne? Von einer Aussprache her, bie' ich mit ihr hatte. Damals, als ich glaubte, sie hätte bich mir entrissen." „Du, bu, (Sofia, bu bist hmgegangen zu bieser Frau, bie eine —" _ .. .. Mit einer gebieterischen Bewegung hob Sofia bie ^Sprich es nicht aus, Alexanber! Siehst bu nicht, daß es ein Mann ist, der bies aus Lou gemacht hat? Sie ist ein etter Mensch, Alexander bas sage ich — unb bu müßtest es jetzt nach biefem Briefe eigentlich auch wissen. Wir banken ihr viel, wir banken ihr unser Lebensgluck, unb ich bin gesonnen, biesen Dank nicht schulbig zu bleiben unb zu helfen, wenn ich es vermag. Unb bu, Alexanber. Demiboff küßte bie Hanb feiner Frau. — Dann, ohne ein weiteres Wort, klingelte er bem Diener. Stellen Sie sofort ben nächsten Zug nach Innsbruck fest'" befahl er. Dann roanbte er sich zu Sofia- Ist es so recht, meine Liebste?" fragte er weich — unb als sie, Tränen in ben schonen Augen, stumm nickte, erhob er sich: Ich werbe sofort um einen kurzen Urlaub bitten, ben man mir nicht verweigern wirb. Halte dich also bereit, daß wir mit dem nächsten Zuge abreifen können. Es scheint mir Eile geboten zu fein. Ich werde aber noch sofort unser Amt Recherchen nach diesem Malte Blomberg anstellen lassen sowie veranlassen, daß sich die österreichische Polizei um Liewen kümmert." * Auf feiner ziellosen Reise war Malte in Tirol angekommen. Er nahm Wohnung in Innsbruck. Aber er fühlte, auch hier würde seines Bleibens nicht mehr lange sein. Die furchtbare Angst um Ebele zehrte an ihm. Er hatte es ganz aufgegeben, sie mit Hilfe ber Polizei zu finben. Er fühlte, wie bie Angst um ihr Schicksal ihm bie Nerven zermürbte. Nachts fuhr- er aus schrecklichen Träumen auf, in benen er Ebele gemartert, tot vor sich sah — bann lief er bie ganze Nacht wie ein Irrer auf unb ab. Sowie er bunkel machte, kamen bie grausigen Bilber roieber. Er versuchte es mit langen ^Säuberungen am Tage — aber überall, wohin er auch ging, Ebeles Bilb begleitete ihn, fragenb, bleich unb anklagenb. Warum konnte er ihr nicht helfen? Wozu war er auf ber Welt, wenn er bas Liebste, bas er kannte, nicht schützen konnte? Alles, was er getan unb erstrebt hatte, es war ja immer im Hinblick auf Ebele gewesen, bie er burch seine Arbeit unb Tüchtigkeit zu erringen hoffte. Unb nun würbe sie ihm von einem tückischen Geschick entrissen, in bem Augenblick, in bem er sie enblich roiebergefunben hatte. Aber wenn sie ihm wirklich für immer verloren war, bann war bas Dasein ohne Sinn für ihn, bann würbe er weiterleben mit einer toten Seele — lebenbig tot schon jetzt. In bumpfem Brüten saß er eines Abenbs in seinem Zimmer, als ein Depeschenbote ihm ein Telegramm brachte. Er öffnete es in ber Annahme, es wäre eine Nachricht wegen einer Anstellung, um bie er sich beworben hatte. Wie gleichgültig war ihm jetzt bieje Entscheibung geworben. Was hatte bas alles für einen Zweck, wenn Ebele ihm entrissen war!? Seine Augen flogen über bie Depesche, weiteten sich — ein Laut, wie ber eines Menschen, der aus Tobesnot erlöst wirb, brach über feine Lippen. Was staub ba: „Siub morgen früh bei Ihnen — haben Nachricht von Ebele von Glyn. Alexanber Demiboff." „Mein Gott!" sagte Malte leise vor sich hin, unb unwillkürlich falteten sich seine Häube. Er hatte sich kaum gefaßt, als es mieberum klopfte unb ein Herr ins Zimmer trat: „Christiansen!" sagte er. „Ich bin norwegischer Kousulatsvertreter! Ich habe Auftrag, mich mit Ihnen in Verbiubuug zu setzen, mein Herr! Die bulgarische Regierung hat uns eine Nachricht zu- fommen lassen über ein Fräulein Ebele von Glyn, bas angeblich in Gefahr sein soll. Wollen Sie mir einmal eiugeheub berichten, Herr Blomberg, was Sie von ber Sache wissen?" Vom Autoschlosser zum Opernsänger. MW Der 22jährige frühere Autoschlosser Hans B l e s f i n aus Freienwalbe a. b. Ober, besten Stimme vor VA Jahren entdeckt und baraufhin sorgfältig ausgebilbet würbe, ist zum 1. September an bie Oper in Bonn verpflichtet worben. Er hat bereits im Runbfunk debütiert. bie Wege leiten wollte unb mit regelmäßiger Sicherheit alle zwei Jahre einen Fluchtversuch machte, ber aber stets mißglückte. Die anberen fanben sich boch nach unb nach mit ihrem Los ab. Sv verhängte man benn immer schärfere Disziplinarstrafen über ihn. Aber sie brachen ihn nicht. Im Frühjahr 1934 hatte er eine ganze Kolonne für einen Ausbruch zusammen. Mau bereitete alles langsam unb sehr gut vor. Diesmal mußte es gelingen — so ober so! Das Geständnis der Sterbenden. Währenb bie Sträflinge, bie mit zur Kolonne gehörten, nachts ihre Fußketten burchfeilten, lag in Frankreich, in Lille, eine Französin Poette Vasseur im Sterben. Sie war bei einem Autounfall verunglückt. Rettung gab es wegen innerer Zerreißungen nicht mehr für sie. — Pvette Vasseur, bas war jene Frau, bie bamals, vor 24 Jahren, bas Alibi bes Albert Martin zerschlug, inbem sie sagte, sie habe ihn erst 10 Minuten nach ber Morb- zeit getroffen. Angesichts bes Tobes gab sie zu, baß sie bamals eine falsche Aussage gemacht habe. Sie liebte Martin, ber ihr bei biefem Treffen von feiner bevor- stehenben Hochzeit mit ber Englänberin erzählte. Diese Heirat wollte sie verhinbern. Die Treffzeiten, bie Martin angab, feien richtig gewesen. Das mit bem Maskenstoff, ber aus ber Tasche gelugt habe, war eine Erfindung, bie ihr erst später einfiel, als sie in ben Blättern ber Morbschilberung las. Kabel nach Guayana.-Zwei Stunden zu spät! Die Behörben waren entsetzt. Es kommt nicht oft vor, baß man jemanben unschulbig nach Guayana schickt. Hier war es sonnenklar. Man burchflog bie Register. Vor 24 Jahren war bas. Totgemelbet war Albert Martin noch nicht. Kabeltelegramme flogen hinüber: Albert Martin sei sofort freizulassen, Justizirrtum burch falsche Zeugenaussagen! Für sofortige Rückkehr nach Frankreich sorgen! Das Kabel kam nachts an. Einer ber Aufseher eilte in bie Baracke, in ber Martin liegen mußte. „Enblich, enblich!" stöhnte Malte, unb bann, sich fassenb, begann er zu erzählen. Es würbe eine lange Geschichte, bie bei seiner unb Ebeles Kinbes- zeit unb bei seinem ersten Zusammentreffen mit Liewen in ber Spielwarenhanblung von Krämer Anbersen begann unb mit ber Begegnung in bem Babener Hotel enbete. Als er von bem Zusammenstoß mit Liewen unb ber fluchtartigen Abreise bes Balten mit ben beiben Damen berichtete, würbe bas Gesicht bes Konsulatsbeamten ernster unb ernster. „Das ist eine sehr büstere Angelegenheit", sagte er. „Es scheint mir allerdings, als ob diese junge Dame in äußerster Gefahr schwebte. Ich hoffe, daß wir noch zurechtkommen. Heute nacht ist es unmöglich, einen Wagen zu einer solchen Fahrt in bie Tiroler Berge zu bekommen; aber morgen früh werben wir lossahren, sowie bieser bulgarische Herr, ber sich für bas Schicksal bieser jungen Dame so warm interessiert unb ber uns auch burch Recherchen in Berlin Ihre Abresse verschafft hatte, angelangt sein wirb." Malte stöhnte auf: „Bis morgen früh noch! Begreifen Sie nicht, was bas für eine Marter für mich bebeutet?" „Ich verstehe bas burchaus", ber Konsulatsbeamte sah Malte teilnehmenb an, auf besten abgezehrtem Gesicht sich beutlich alle Qualen spiegelten, bie er erlitten hatte, „aber Sie haben nun so lange ausgeharrt, baß Sie auch noch eine kurze Nacht warten müssen. Wir können ben Weg nachts nicht nehmen — wenn wir eine Panne haben, kommen wir später hin, als wenn wir morgen früh bei Licht fahren. Es wäre auch für Sie gut, wenn Sie noch ein paar Stunben Ruhe finben könnten — wer weiß, was ber morgige Tag für Aufregungen für Sie bringen wirb!" Neunzehntes Kapitel. Malte hatte versucht, bie Mahnung bes wohl- meinenben Mannes zu befolgen, boch es gelang ihm erst gegen Morgen, ein paar Stunden bleischweren Schlafes zu finden. Er fuhr auf, als es an feine Tür klopfte. Er hörte bie Stimme bes Norwegers: „Ich komme Sie abholen, Herr Blomberg!" rief er gedämpft. „Die anberen Herrschaften finb auch schon ba." Mit füegenben Hänben machte sich Malte fertig — unb war eine Viertelstunbe später bereits unten. Er fanb in bem Frühstückszimmer einen eleganten Herrn mit einer wunderschönen blonben Frau, bie sich als Legationsrat Demiboff unb Gattin vorstellten. „Wir wollen keine Zeit verlieren!" meinte ber Kommissar. „Sowie Herr Blomberg etwas gefrühstückt hat. benn barauf bestehe ich, wollen wir losfahren. Unterwegs können bie Herrschaften alles besprechen. Eile ist geboten. Zwei Genbarmen ber österreichischen Lanbespolizei begleiten uns." (Fortsetzung folgt.) einen Wirtschaft Die Deutsche Neichsbahn im Mai. oder 1,67 v. Der Reichsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln hat unter dem 4. 7. eine neue Anordnung erlassen, die am 5. 7. in Kraft tritt. Danach wird eine zweite Größenklasse mit einem Querschnitt von 2,8 bis 3,4 Zentimeter allgemein zugelassen. Es hat sich dies als notwendig erwiesen, da die diesjährige Ernte der Frühkartoffeln einen höheren Anteil an kleinen Kartoffeln als in früheren Jahren ergibt, und da auch diese 9,95 v. H. mehr. Der Expreß- und Eilgutverkehr nahm zu, dagegen ließ der Frachtstückgutverkehr nach. Der Wagenladungsverkehr ging in Versand von Kartoffeln, Saatgut und künstlichen Düngemitteln zurück, dagegen setzte er mit dem Versand von Kohlen, Baustoffen usw. stärker ein. Für künstliche Düngemittel wurden 25 448 Wagen gegen 45 853 im April dieses Jahres gestellt. Für Zement betrug die Wagenstellung 35 978 gegen 36 618. Die Betriebsleistungen in Güterzugdienst haben gegenüber dem Mai des Vorjahres um 1,42 v. H. zugeversagten am nächsten Morgen bei dem ersten Versuch völlig und kamen erst im weiteren Verlauf des Tages wieder allmählich in Form. B. Frankfurter Börse. NNttagsbörse fester. Frankfurt a.M., 5.Juli. An der Börse trat eine leichte Umsatzbelebung, wenn auch nicht in allzu großem Maße, hervor. Rach der politischen Beruhigung, die vor allem auch im Auslande über die deutschen Vorgänge festzustellen ist, und unter der guten Aufnahme des Transfer-Abkommens zwischen Deutschland und England macht sich nun das Anlagebedürfnis nach dem Kupontermin stärker bemerkbar. In erster Linie profitierte davon der Rentenmarkt, doch waren auch Aktien, besonders gute Papiere, beachtet. leitete er ein. „Es ist mir leider unmöglich, mich daran zu erinnern," lautete die Antwort. „Wie? Ist denn dies Kinderbildchen dort an der Wand, das Ihnen so außerordentlich ähnelt, nicht ein Bild Ihres Bruders?" — „Ach ja, jetzt geht mir ein Licht auf, es ist in der Tat William,^ der arme Bill, wie wir ihn zu nennen pflegten." — „Ihn zu nennen pflegten? Ist er denn tot?" — „Gewiß, oder vielmehr, ich nehme dies an. Ja, das ist alles sehr geheimnisvoll, mein Herr. Wir waren Zwillinge, der Verstorbene und ich. Eines Tages, wir waren kaum zwei Wochen alt, vertauschte man uns im Bade. Einer von uns beiden ist ertrunken. Wir wissen aber nicht, wer es war; die einen glauben Bill, die anderen, ich sei es gewesen. Und jetzt will ich Ihnen ein Geheimnis sagen, das ich bis heute noch niemanden anvertraut habe: einer von uns beiden hatte ein sehr sichtbares Muttermal auf dem linken Handrücken und zwar ich. Und dieses Kind ist ertrunken..." Dor Schreck zitternd blickte der Reporter auf Mark Twains linke Hand, und als er darauf ein Muttermal sah, tastete er nach seinem Hut und schlich sich rückwärts hinaus. Der „ertrunkene" Mark Twain aber lachte sich ins Fäustchen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Kampf gegen die Staubplage. Im Anschluß an das Eingesandt in Rr. 133 des Gießener Anzeigers müssen auch die Bewohner der chaussierten Ederstraße bis über die Straßenkreuzung der Steinstraße hinaus ihren schon vor Jahren vorgebrachten Wunsch nach Abhilfe der' enormen Staubplage in Erinnerung bringen. Die Ederstraße ist im letzten Jahrzehnt eine mit Autos, Lastautos und Fuhrwerken aller Art überaus befahrene Straße geworden. In der trockenen Jahreszeit kann, trotz wiederholter Besprengung dieser Straße durch die städtischen Sprengwagen, die Staubplage nicht beseitigt werden. Die Anwohner können kein Fenster öffnen, ohne durch den von den Fuhrwerken aller Art fortwährend erzeugten Staub stark belästigt zu werden. Die Mieter der Hausbesitzer sehen daher ihre gemieteten Wohnungen als minderwertig an. Auch hier wäre es angebracht, baldigst wenigstens durch billige Pflasterung oder Teerung dieser Straße Abhilfe zu schaffen. Diele Anwohner der Ederstraße. Hundfunkprogramm. Samstag, 7. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend! „Schnatter in der Sommerfrische". Hörspiel. 15.10: „Lernt morsen!" 15.40: Quer durch die Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Der Polizeipräsident spricht. 18.30: Stegreifsendung. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Lustiger Abend des Reichssenders Frankfurt a. M. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Senderbezirk. 22.45: Tanzmusik. 0.15 bis 2: Nachtmusik. ______________________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. noch elektrisch reagierte. Der Gelehrte ist zu der Auffassung gekommen, daß die späteren Generationen des Rattengeschlechts schneller lernen. Z. B. machte die beste Ratte seiner 13. Generation noch 30 Fehler, bevor sie ihre „Aufgabe" begriffen hatte, während die besten Tiere der 34. Generation nur noch zwei Fehler begingen. Prof. Crew kam in seinen Versuchen zu anderen Ergebnissen: er fand, daß die Ratten, hierin immerhin dem Menschen ähnlich, einen ausgesprochenen Widerwillen gegen Gehirntätigkeit am frühen Tag haben. Tiere, die am vorangegangenen Tage im allgemeinen aus dem Wasserbehälter herausgekommen waren ohne elektrischen Schlag in Kauf nehmen zu müssen, len am nächsten Morgen bei dem ersten Ver- Buntes Allerlei. Findlingsblöcke unter besonderem Schuh! Durch einen Erlaß des Preußischen Kultusmini- sters ist verfügt worden, daß die Findlingsblöcke an ihren ursprünglichen Fundorten belassen und nicht J zu Zwecken der Denkmals- und Gedächtnissteinaufstellung verwendet werden sollen. Die Findlinge sind hervorragende und besonders ehrwürdige Naturdenkmale unseres Landes. Jahrtausende haben sie überdauert, stumme Mahner aus der Zeit unserer germanischen Vorfahren. In der letzten Zeit hat es sich immer mehr eingebürgert, diese Findlingsblöcke 3ur Ausschmückung von Denkmälern oder als Ge- . oenkfteine zu gebrauchen. Meistens wurden die Steine dann an irgendeinen beliebigen Ort geschleppt, oftmals auch ihrer ursprünglichen Gestalt durch Behauen oder Ausschmücken beraubt. So schön die Sitte, alte Naturmale als Gedächtnissteine zu benutzen, auch ist, so darf diese Sitte doch nicht so weit gehen, daß die wenigen noch vorhandenen Finlingsblöcke in ein Gefüge gepreßt werden, die nicht mehr echt und ursprünglich ist. Soweit es eben geht, sollte man die Findlinge an der ursprünglichen Fundstelle bestehen lassen. Wo trotzdem ein unabwendbarer Zwang zur Wegschaffung besteht, sollte man genauestens festhalten, welche Lage und welche Form der Stein gehabt hat. Vielleicht wäre es sogar am besten, die Stelle von einem Forscher der germanischen Vorgeschichte untersuchen zu lassen. Durch Unbedachtsamkeit und Unkenntnis find schon viele wertvolle Mahnmale aus alter Zeit vernichtet worden, die uns heute manch wertvollen Hinweis auf das Leben und die Art unserer Vorfahren geben könnten. Der deutsche Bauer sollte ganz besonders darauf achten, daß er allem seinen Schutz angedeihen läßt, was in irgendeiner Beziehung zu unseren germanischen Vorfahren stehen könnte. Bei Funden im Acker oder auf dem Felde sollte er darauf achthaben ünd nicht ohne weiteres alles vernichten und beseitigen. Die kleinste Besonderheit an einem Stein, der kleinste kaum wahrnehmbare Fund irgendeines Gegenstandes kann für die deutsche Dorgeschichtsforschung überragende Bedeutung bekommen. Jeder deutsche Bauer sollte es sich zur Ehre machen, darauf zu achten und von irgendwelchen Funden sofort die zuständige Abteilung oder den zuständigen Fachbearbeiter seiner Bauernschaft oder sonst eine Stelle, die es angehen könnte, zu benachrichtigen. Batten werden erzogen. Im Kreise von medizinischen Sachverständigen, besonders auf dem Gebiete der Eugenik, berichteten soeben in London zwei Gelehrte über den Verlauf ihrer Forschungen an Ratten, die insgesamt 19Jahre gedauert haben und die ein Musterbeispiel für die unendlichen Mühen sind, die häufig aufgewendet werden müssen, um zu bescheidenen Ergebnissen zu gelangen, die manchmal erst in der späteren Auswertung von großer Bedeutung werden. Es handelt sich um die Arbeiten von Prof. F. A. E. Crew, dem Direktor des Instituts für die Entwicklungsgeschichte der Tiere an der Universität Edinburgh und Prof. William McDougall, der früher in Oxford tätig war und jetzt an der Duke-Universität in Nord- Karolina wirkt. Prof. McDougall hat es auf die Erziehung von 37 Generationen von Ratten gebracht. Er tat die Tiere jeder Generation sechsmal am Tag in einen Wasserbehälter, aus dem es nur zwei Auswege gab, einen auf eine Plattform, die beleuchtet war und die bei ihrer Berührung einen leichten elektrischen Schlag austeilte, und einen anderen auf eine Plattform, die weder beleuchtet war Ich bin der Tote! Eines Tages wurde Mark Twain von einem Reporter aufgesucht, dessen Fragen gar kein Ende nehmen wollten. Schließlich versuchte er, aus dem Dichter auch noch die Einzelheiten seines Familienlebens herauszuholen. „Sind Sie das einzige Kind Ihrer Eltern? Haben Sie Brüder und Schwestern?" leum offenbar auf eine Zufallsorder 2 v. 3). und Conti Gummi 0,65 v. H. schwächer. Am Rentenmarkt bestand etwas mehr Nachfrage. Von Roichswerten waren Altbesitzanleihe um 0,25 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen um 0,65 v. H. freundlicher, auch Reichsmark-Obligationen aus Dollar-Bonds konnten sich um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. befestigen. Stahlverein-Bonds setzten dagegen nur knapp behauptet ein. Von fremden Werten blieben Gulden-Russen beachtet. Am Pfandbriefmarkt bestand allgemein etwas Nachfrage, wenn auch nennenswerte Kursveränderungen nicht eintraten. Einzelne Goldpfandbriefe zogen bis 0,25 v. H. an. Stadtanleihen waren fast durchweg etwas gesucht und von 0,25 bis 0,50 v. H. fester, während Staatsanleihen kaum verändert waren. Baden Freistaat lagen etwas fester. Am Auslandrentenmarkt waren Schweizer Bundesbahnen erneut höher gefucht. Am Aktienmarkt blieb auch in der zweiten Börsenstunde die Umsatztätigkeit klein, doch lagen die Kurse auf dem befestigten Anfangsniveau gut behauptet. Soweit Kurse später notiert wurden, lagen sie von 0,25 bis 0,50 v. H., teilweise auch bis 1 v. H. fester. Schiffahrtswerte waren wieder erhöht, während Zellstoff Waldhof nochmals 0,75 v. H. verloren. Don Kaliaktien zogen Salzdetfurth um 3 v. H. an. Am Kassamarkt ergaben sich keine größeren Veränderungen. Mannheimer Versicherungsaktien waren höher gefragt. Der Geldmarkt blieb außerordentlich leicht. Der Satz für Tagesgeld notierte unverändert 3 v. H. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse war die Stimmung freundlich, die Umsätze hielten sich aber infolge des nur kleinen Ordereinaanges in engen Grenzen, zumal auch sonstige Anregungen fehlten. Die Kulisse betätigte sich ebenfalls nur in geringem Umfange. Indessen blieben die festeren Mittagskurse in den meisten Fällen gut behauptet, vielfach wurden sie auch um 0,25 bis 0,50 v. H. überschritten. Darüber hinaus konnten sich Harpener Bergbau um 1.25 v. H. befestigen, auch Deutsche Linoleum waren nach dem weiteren Rückgang von heute Mittag wieder erholt (etwa 58,25). Im Verlaufe zogen Farbenindustrie um 0.65 v. H. an, sonst traten bei sehr kleinem Geschäft keine Veränderungen ein. Der Rentenmarkt lag ebenfalls still, doch schien weitere Nachfrage zu bestehen. Kommunal-Umsckul- dung wurde um 0,13 v. H. höher bewertet. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen sowie Pfandbriefe lagen gut behauptet. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95, 6proz. Stahlverein 78,50, 6proz. Franks. Hyp. Bank Gold R 8 bis 15 88,50, Reichsbank 154,50, Gelsenkirchen 59,75, Harpener 105, Klöckner 70,25, Rheinstahl 91,25, AKU 60,50, AEG. 23, Bekula 142, Daimler 47,25, Scheideanstalt 206, JG.-Farben 148,90 bis 149,50, Gesfürel 108, Holzmann 61,25, Schuckert 91, Westdeutsche Kaufhof 20, Reichsbahnvorzugsaktien 111,13, AG. für Verkehr 63,25, Hapag 26. Oer Absatz von Frühkartoffeln. Bei der Deutschen Reichsbahn zeigte sich im Mm eine langsame Steigerung des Güterverkehrs. Es wurden arbeitstäglich durchschnittlich 116 703 Wagen gestellt gegen 114 787 im Vormonat >. H. mehr, gegenüber Mai 1933 sogar mehr. Der Expreß- und Eilgutverkehr nommen. Die Betriebsleistungen im Personenzugdienst nahmen zu. Insgesamt wurden 9871 überplanmäßige Züge gefahren (im Mai 1933 2750). Im ganzen betrugen die geleisteten Zugkilometer 55,54 gegen 51,70 Millionen im Vormonat, die Wagenachsenkilometer 2047,45 gegen 1902,40 Millionen. Die Betriebseinnahmen stellten sich im Berichtsmonat auf 266,12 gegen 249,38 Millionen Mark im April. Der Einnahmezugang von 15,7 Millionen Mark im Personen- und Gepäckverkehr gegenüber Mai 1933 ergibt sich hauptsächlich dadurch, daß die Einnahmen aus dem Pfingstreisever- kehr in diesem Jahr dem Mai zugute kamen. Der Güterverkehr weist im Vergleich zu 1933 eine Mehreinnahme von 15,2 Millionen Mark auf. Auf der Ausgaben seite fielen 287,78 (276,74) Millionen Mark an, so daß die Monatsrechnung mit einer Mehrausgabe von 21,7 (April 27,4) Millionen Mark abschließt. Der Personalbestand ist auf 631463 Köpfe gegen 623 709 Ende April erhöht worden. Farbenindustrie lagen 0,40 v. H., Rütgerswerke 0,65 v. H. höher. Am Elektromarkt zogen Schubert 0,50, Licht & Kraft 0,50, Bekula 0,75, AEG. 0,25 und Lahmeyer bis 1,5 v. H. an. Der Montanmarkt war auf Rückdeckungen allgemein leicht befestigt, so Phönix und Harpener um je 0,5 v. H., Mansfeld um 0,65 d. H. Auch Transportanstalten lagen zumeist fester, so Reichsbahnvorzugsaktien (plus 0,25 v. H.), Allg. Lokal & Kraft (plus 0,25 v. H.), AG. für Verkehrswesen (plus 0,50 v. H.). Schiff- fahrtsaktten tendierten aber leichter, und zwar gingen Hapag und Norddeutscher Lloyd bis zu 0,40 v. H. zurück. Kunstseideaktien lagen freundlicher, Aku plus 0,90 v. H. Gut erholt waren Daimler Motoren, die zunächst 1 v. H. und dann weitere 0,25 v. H. gewannen. Zellstoffpapiere lagen uneinheitlich, während Aschaffenburger erneut leicht erhöht waren, -v, gaben Waldhof auf die Sanierungserwägungen hin für die Versorgung der Markte nutzbar gemacht um 0,50 v. H. nach. Sonst eröffneten u. a. Reichs- werden sollen. Hinsichtlich der Quatttat gelten für banfankile 1 v. H. fester, dagegen Deutsche Lino- die zweite Größenklasse bie gleichen Qualttatsvor- schriften, wie für die erste Größenklasse. Die Preise werden jeweils auch für die zweite Größenklasse festgesetzt. Zum Schutze der Verbraucher darf die zweite Größenklasse nur aus den vorschriftsmäßigen, gekennzeichneten Säcken verkauft werden. Eine Vermischung der ersten und zweiten Größenklasse ist unzulässig. Zuwiderhandlungen sind als vorschriftswidriger Verkauf strafbar. Kartoffelpreis-Aotierungen. Ab 5. Juli 1934 gelten folgende Preise: Für geschlossenes Anbaugebiet für Marktgröße I 6,30 Mk., dasselbe, Marktgroße II 3,25 Mark. Für nicht geschlossenes Anbaugebiet für Marktgröße I 5,90 Mk., dasselbe Marktgröße II 2,89 Mark. Für Berlin, inneres Gebiet: für geschlossenes Anbaugebiet Marktgröße I 6,50 Mark, Marktgröße II 3,50 Mark. Für nicht geschlossenes Anbaugebiet Gröhe I 6,14 Mark, Größe II 3,14 Mark. Frankfurter Schlachtvielimarkt. Frankfurt a. M., 5. Juli. Auftrieb: 159 Rinder (gegen 150 am letzten Donnerstagmarkt), darunter befanden sich 50 Ochsen, 11 Bullen, 33 Kühe und 65 Färsen. Kälber 926 (772), Hümmel 37 (35), Schafe 46 (5), Schweine 287 (745). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 43 bis 45, b) 39 bis 42, c) 32 bis 38, d) 24 bis 31; Lämmer und Hümmel bl)' 32 bis 34, c) 29 bis 30; Schafe e) 32 bis 34, f) 28 bis 30, g) 18 bis 22; Schweine b) 42 bis 44, c) 40 bis 43, d) 38 bis 43. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagmarkt zogen mittlere Kälber 1 bis 2, geringe bis 4 Mark an, Schweine stellten sich um 4 bis 5 Mark höher. Hämmel und Schafe blieben unverändert. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine rege, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 992 Viertel Rindfleisch, 172 ganze Kälber, 9 ganze Hämmel, 384 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 52, II 45 bis 48; Bullenfleisch 45 bis 50; Kuhfleisch II 35 bis 38, III 25 bis 30; Kalbfleisch II 65 bis 70, III 55 bis 60; Hammelfleisch 65 bis 75; Schaffleisch nicht notiert; Schweinefleisch I 55 bis 60. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes ruhig. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 5. Juli. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 292 Stück. Es wurden gezahlt für Ferkel bis sechs Wochen 12 Mk., von sechs bis acht Wochen 12 bis 15 Mk., von acht bis zehn Wochen 15 bis 19 Mark. Der Handel war lebhaft, jedoch blieb ein geringer Ueberftanb. Sie war leer. Zwei Stunden vorher war er mit feiner Kolonne entflohen. Hunger und Durst und Fieber hetzten bie 17 durch die sumpfigen Wälder, bis sie an der Küste von den Eingeborenen zwei Boote erstehen konnten. Sie gerieten in einen schweren Sturm, eines der Boote wurde zerschlagen. Es gelang, alle 17 in das andere Boot zu nehmen. Die Küste von Venezuela kam in Sicht. Man war gerettet. Da fiel einer von ihnen über Bord. Albert Martin sprang ihm nach. ,6oie!" schrie man hinter ihm her. Er tauchte nach dem über Bord gegangenen Kameraden und Fluchtgenossen. Während sie diesen auf der anderen Seite des Bootes wieder an Bord nahmen, faßten die Haie den unglücklichen Albert Martin auf dieser Seite. — Man hat nichts mehr von ihm rote» dergesehen. Hat das Schicksal nicht schrecklich mit Martin gespielt? Ein Mörder, der keiner war, ein Flüchtling, der immer wieder eingefangen wurde, ein Sträfling, dessen Wiederaufnahme-Anträge man als Queru- lantentum abtut, ein Mensch, dessen Unschuld sich ergibt, als feine Flucht endlich glückt, bie freilich angesichts ber Freiheit in ben reißenden Zähnen wilder Haie mit seinem Tode endet. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 711. Berlin Franlsuri a. 2J1. Berlin Frontmr! a. 2)1 6*6- ».*' börse S.Jull Amtliche Notierung fure furd bSrse Brie> Geld Brie- Geld 5.7. 4-7. 4.7. 5.7. Datum | 4-7. | 5-7. 4-7. 76,25 92,9 92,9 93 93,25 91,25 92,5 91,25 91,25 95 94,75 95 94,7 Hamdurg-Ämectka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 25,75 26 91 92 92 89 89,25 88 o 95 95,5 65,4 95 95,4 95,25 89 88,75 88,5 88,5 88,5 88,25 Nektr. LieferungSgesellschast... 6 88,5 88,25 Banknoten. o 89,75 89,25 91,5 91,5 0 inet tRamttftmamrfUtani0 7,6 7,6 Die hinter den 91,5 101,2 6 0 25,9 24 45,5 61 Schluß- kurs 65,12 81,34 34,16 2,482 58,66 56,76 12,685 16,52 169,99 21,51 63,75 Schlußk. Mittag- Mr» o o 12 0 0 0 0 0 0 0 0 6 74,5 117,5 59,25 103,5 61 65 154 169,75 129,75 70,25 64,13 0 0 0 7 0 0 0 0 .10 0 0 7 s 0 0 0 148,13 204,5 66,75 38,5 84,75 2,462 58,42 56,54 12,625 16,46 169,31 21,43 63,49 30,65 61,5 89,5 57 30,65 63,25 89,5 57,25 23 142 77,75 108 65,5 108 100 91 148 60;4 67,25 46,75 55,75 62 65 154,5 91 89 22,75 141,25 77,75 107,5 64 107,5 100 90,25 147 117 234 90,75 40 14 127,5 128 18,5 183 177,75 132,75 A.E.S. . Betula . 169,75 129 69,25 63,13 Buder« ..... Deutsche «rdbk Gelsenkirchener Hansa-Dampfschtff Norddeutscher Lloyd A.B. für Verkehrswesen Mt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bau! ......... RetchSbank ................ : Licht und Kraft Felten & Guilleaume 74 117,25 59,75 105 61 65 154,25 62 65 154,25 23 142,25 79 108 65,25 107,9 100 91 148 118,5 74,25 117 59,75 103,75 73,9 169,75 129,25 70,25 63,75 welch Eisen—Köln-Neuessen slse Bergbau flfe Bergbau Genüsse .... klöcknerwerke ............. 65,38 81,66 34,30 30,5 62,9 90 57,25 92,5 101,2 25,5 24 7 7 8,8 7,5 7,35 7 7 8,5 7,5 &*6- LÄ S»"» 22,75 141,25 77,4 108 63,9 107 99,75 90,5 146,75 116,75 30,5 62 89,5 57 Gesellsch.s.EIektr.Unternehmmig. 5 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schuckert S Co..............6 Siemens L Halske............ 7 Labmever L Lo.............10 Schluß. Minag- bSrse I. G. Farven-Industrie Scheideanstalt........ Goldschmidt ... Rütgerswerke ....... Metallgeiellichaft...... 74,4 117,4 59,4 104 72,5 169,75 129,75 69,5 63,25 Gritzuer - 01 22,25 Moinkraftwerke Höchst a.M—. 4 69,5 Qnffify eeeeeeeee 81 — 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 «% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mü AuSlos.-Rechten ......... Lesgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Solksstaat 1929 (rüclzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12............... 5Vi% Hess. Lan-eS-Hypotheken- bank Darmstadt Ltqui........ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyp..Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 •% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6¥i% ehem. 61,75 57,5 —— 63,25 64 20 18,65 19,65 —— 182,25 185,5 177 177,25 176 131,75 132,75 131,25 22 | 22,25 70 - M 1182,25 1 182,25 Berlin, Z.Zuli Geld Bries _ 91,5 91,5 92,5 — 101,2 101,2 24,5 25 1,15 1,1 7,6 7,4 7,1 7,13 7,15 7,2 8,75 8,7 7,6 7,5 M M6 Nr. 155 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OderWen) 8reitag,6.ZuliM4 - Aus der Provinzialhauptstadt. Angesichts der Tatsache, daß ... Wir hören oft Ausdrücke und Redewendungen, die fo umständlich und geschwollen sind, daß man den Sinn eines Satzes erst nach einiger Ueber- legung erfassen kann. Faß dich kurz! sollte nicht nur im Fernsprechraum angeschrieben sein. Es müßte überall stehen. Merkwürdigerweise sind es keineswegs die alten Herrschaften, die so überflüssige Wort- und Satzbildungen erzeugen, sondern — wie man leicht sest- stellen kann — unsere jugendlichen Volksgenossen. Gewisse Schlagworte waren ja immer in der Mode. Einmal hieß es: Tadellos! Dann wieder: Wird gemacht! Auch einmal: Kolossal oder phänomenal! Solche überschwenglichen Wortbildungen kommen und gehen, genau wie die Schlager, die eines Tages auftauchen, um dann nach einiger Zeit wieder spurlos zu verschwinden. Früher wurden oft Satzungetüme aus der Amtssprache angeführt und kritisiert. Aber da ist ja nun ein Fortschritt zu verzeichnen. Post, Eisenbahn und andere Behörden bringen klare und kurze Sätze. Rur hier und da tauchen manchmal noch Bildungen auf, die uns an frühere Zeiten erinnern. Ebenso können sich manche Kaufleute nicht von der altmodischen Satzumstellung „und haben wir..." statt „und wir haben ... trennen. Aber im Leben draußen? In der Unterhaltung? Als Junge schrieb ich nie gern einen Brief. Ich glaubte immer, da müßte man einen ganz besonderen Stil wählen. Bis mir dann eines Tages mein Vater sagte: „Du mußt denken, du stündest bei deinem Freunde und wolltest ihm das erzählen! Genau so mußt du schreiben." Da ging's auf einmal. Das Briefe-Schreiben macht mir auch heute noch keine Beschwerden. Wenn man aber gewohnt ist, sich kurz und klar auszudrücken, dann fällt einem die umständliche Sprechweise mancher Volksgenossen auf die Nerven. Da fagte gestern jemand in der Eisenbahn zu seinem Freunde: „Angesichts der Tatsache, daß ich schon sieben Semester studiert habe..Der Zug hielt, und ich konnte die Fortsetzung nicht mehr verstehen. Aber diese umständliche Redewendung war mir so fremd, daß ich den ganzen Tag daran denken mußte. Wie kann man eigentlich in der Unterhaltung solche Sätze bilden? Haben wir denn im Deutschen nicht das Wörtchen weil? Da hören wir den alltäglichen Satz: „Er konnte nicht kommen, weil er krank war." Das ist doch deutlich. Soll man hier sagen: „Angesichts der Tatsache, daß er krank war, konnte er nicht kommen?" Ist das schöner? Und der oben angeführte Satz: „Weil ich schon sieben Semester studiert habe..Geht es so nicht? Da lesen wir in einem Briefe: „Im Anschluß hieran teilen wir Ihnen die zur Veröffentlichung gebrachte amtliche Verlautbarung im Wortlaut mit." Muß das so aufgedonnert gesagt werden? Gibt es nicht eine ganz einfache Form: AnschlieKird teilen wir Ihnen die veröffentlichte amtliche Verlautbarung mit? „Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht." „Sie treten in Erscheinung." Warum nicht: Sie erscheinen? Sie werden veröffentlicht? Man könnte viel Zeit, Tinte und Druckerschwärze sparen. Das alte, viel mißbrauchte Gummi-Fremdwort „Interesse" können wir in der deutschen Sprache durch mindestens zehn bessere und treffendere Ausdrücke ersetzen. Statt dessen lesen und hören wir Überall nur noch von den „Belangen". Oder gar: „Was nun seine persönlichen Belange anbelangt.." Da haben wir alles schön beisammen, einen ganz dummen, umständlichen Satzanfang, eine verkehrte Uebersetzung des Fremdwortes „Interesse" und damit auch die Doppelanwendung von den gleichlautenden Wörtern Belange und belangen. Hätte der Redner oder Schreiber sich kürzer und deutscher aus^edrückt^a^^är^^u^^es^ganzen^mständ^ lichen Kram folgender Anfang geworden: Seine persönlichen Verhältnisse... Wer als aufmerksamer Hörer auf die Sprache seiner Mitmenschen achtet, wer gewohnt ist, alles Gedruckte sorgsam zu lesen, der wird überall auf Wendungen und Ausdrücke stoßen, die unsere schöne deutsche Sprache entstellen. Bei vielen herrscht eine gewisse Sucht, mit auffallenden Worten etwas Alltägliches zu sagen. „Man muß doch zeigen, daß man sich gebildet ausdrücken kann!" Solchen Leuten rate ich immer wieder: Lest Luthers Bibelübersetzung, lest Lessing und Goethe! Nehmt einmal die Briefe von Bismarck und Moltke! Das find Meister des Stils. Ihre Sprache ist klar und anschaulich. Aber: „Angesichts der Tatsache, daß die zur Anführung gebrachten Männer schon fo lange tot sind, kommt die Wirkung ihrer Schriften nicht mehr in der vollen Nachhaltigkeit zur Geltung." (Fein! Was?!) H. Unser Igelbesuch. Während unserer mehrwöchigen Abwesenheit waren Haus und Hof wie ausgestorben. In dieser Zeit hatten wir ganz unerwartet Jgelbesuch bekommen. Unter der großen und geräumigen Haustreppe hatte sich ein Jgelpaar häuslich niedergelassen. Schon seit Jahren diente der Raum unseren Kindern und ihnen Gespielen bei Regen oder heißer Witterung als Spielplatz. Vom letzten Oster- gärtchen lag noch eine Menge Moos zerstreut umher. Torfmullreste befanden sich in der anderen Ecke. Den dunkelsten Teil der „Höhle", wenn ich so den übermauerten Raum nennen soll, füllten Ueber- reste eines eingegangenen Stachelbeerbusches aus. Ganz ungewollt und ohne Absicht war der Spielplatz in dieser Weise ausgestattet. Und diese vergessene Ecke hatte sich das Igelpaar ausgesucht. Das neue Heim war bis in die entlegensten Kanten und Winkel besichtigt worden. Die neuen Mieter fanden es außerordentlich geeignet, den Wohnsitz nach hier zu verlegen. Menschen konnten sie nicht stören und Hunde nicht belästigen. So gefiel es hier Herrn und Frau Igel ganz vorzüglich, und sie fühlten sich ganz als die Herren des Anwesens. Von des Nachbars Jungen bemerkt, wurde ihr Tun und Treiben eifrig beobachtet. Unermüdlich, von morgens früh bis in die späte Nacht hinein, waren beide Igel einzeln und auch in Gemeinschaft tätig, für die inzwischen zur Welt gekommenen sechs kleinen Jgelkinder die notwendige Nahrung herbeizuschaffen. Alles was an Schädlingen im Hof und besonders im Garten vor die Igeleltern kam, an Engerlingen, Schnecken, Raupen, Mäusen, Käfern usw. wurde vertilgt oder den stets wartenden Jungen heimgebracht. Sie hatten ja auch genügend Zeit, sich auf die Lauer zu legen, wobei ihr fein entwickelter Geruchsinn ihnen sehr zustatten kam und sie schnell und sicher auf ihre Spur brachte. Nach einiger Zeit hielt es die drolligen Kleinen schon nicht mehr in ihrem engen; aber mollig warmen und weichen Stübchen. Sie gingen mit Vater und Mutter auf die Nahrungssuche. Anfangs auffallend ängstlich und zaghaft. Bald ließen sie sich aber von der unruhigen Nachbarschaft nicht mehr stören. Inzwischen waren wir wieder anwesend. Welch' große Freude durften unsere Kinder an der lieblichen Jgelsamilie erleben! Unbeschreiblich war der Jubel, wenn sie „Ausgang" hatte und geführt von dem Oberhaupt der Familie gar einen Spaziergang unternahm! Welch' herrlicher Anblick, diese gestreckten, stacheligen Halbkugeln mit ihrem niedlichen, heroorlugenden Schnäuzchen und klugen Aeugelchen zu beobachten, wie sie durch das Gras und die bewachsenen Beete huschten! Die dünnen, aber flinken Beinchen schienen zu schwach für den ausgedehnten Körper zu sein. Ihre drolligen Bewegungen erregten manches Lachen. Anfänglich etwas überängstlich, eilten sie schon beim Nahen der Menschen in ihre Behausung. Bald aber war ihre Scheu überwunden. Uhr beaann Herbert Brenken damit, senden Zornesausbruch des Chefs austoben lassen. MÄ unauffämaTn Srbnung Fräulein Menzing - die Sette arin - herbei- Scherben. Von Knut Bornes. Was Barber Söhne auf ihre Reklamation geantwortet hätten, verlangte der Chef zu wissen. Zurück ins Büro — den Brief von Barber Söhne in Düsseldorf hervorkrameü. Einen sieben Minuten wäh- holen und sich von ihr anfauchen lassen. Untätig dabeistehen, während der Chef einen von Beleidigungen strotzenden, ganz und gar unmöglichen Brief an Barber Söhne diktierte. Und draußen wurde der Frühlingshimmel immer blauer, die Sonne immer strahlender-- „So. Aber lassen Sie den Brief bis Montag liegen, Fräulein Menzing — ich will ihn in Ruhe noch mal lesen. Vergnügten Sonntag, meine Herr- Urn halb ein Lv—y-------, seinen Arbeitsplatz leise und unauffällig in Ordnung zu bringen. Es war genau ausgerechnet: Zwanzig Minuten Heimfahrt — zwanzig Minuten für Umkleiden, Rasieren, Kofferpacken — eine Viertelstunde Fahrt bis zum Bahnhof. Wie es verabredet war, konnte er also fünf Minuten vor zwei am Zuge sein — vorausgesetzt, daß er das Büro pünktlich um ein Uhr verließ. Allerdings, einige Briefe und die Abrechnung für Fehling & Co. in Wiesbaden blieben unerledigt. Lächerlich, sich darüber Gedanken zu machen. Man lebte ja sowieso mehr für die Firma als für sich selbst — wenn man alle Überstunden zusammenrechnen wollte, und die Sonntagsarbeit dazu ... So war man eben mal — daß man sich alles aufpacken ließ — daß man immer an andere dachte als an sich selbst. Zu gutmütig. Diel zu gutmütig. Das spürten die Menschen und nutzten es aus. Hier im Geschäft — und draußen im Leben. In der Liebe. Wenn sich die Hilde nicht fo fest auf feine Gutmütigkeit verlassen hätte, so hätte sie nie gewagt-- Ach was — nicht mehr daran denken. Das war vorbei. Erledigt. Abgetan für immer. Fünf Minuten vor zwei stand eine andere an der Bahn — eine, die so hübsch und fesch war, daß alle Männer sich nach ihr umsahen — und wartete auf ihn, Herbert Brenken. Er holte tief Atem, das Herz schlug schneller. Herrgott, es war doch ein wunderbares Gefühl — man wußte eigentlich erst so recht, wer man war, wenn einen1 so ein Mädel anlachte — so eine, der die Verehrer gleich in Dutzenden nachliefen. Was die anderen raunzten — von Leichtsinn und so — das war Neid und Gehässigkeit, nichts weiter. Und wenn es wahr war — man mußte ja nicht immer gleich an Heirat uqb ewige Bindung denken — man konnte auch mal leichtsinnig sein! Sich die gleichen Rechte herausnehmen wie die anderen! Die Hilde hatte ja immer selbst gesagt, er sei viel zu ernst und zu schwer — nun wollte er beweisen ... „Herr Brenken, Sie möchten zum Chef kommen." „Was? Ich? Jetzt? Himmelkreuzmillionen — feit acht Uhr ist man im Geschäft — fünf Stunden hätte der Alte Zeit gehabt — und fünf Minuten vor eins, ausgerechnet--!" Der kleine Botenjunge stand tief erschrocken. Die Kollegen glotzten wortlos verwundert. Der Brenken in Wut — der Brenken rebellisch — respektlos — gab es so etwas auch — schäften!" Herbert Brenken dachte etwas Mörderisches gegen den Chef. Vergnügten Sonntag! Es war neunzehn Minuten nach eins. Trotzdem! Los — im Sturmschritt zur Straßenbahn. Wenn er da nicht warten muhte — sich zu Haus nicht mehr rasierte — und sich für die Fahrt zum Bahnhof ein Auto leistete, dann konnte er den Zug immer noch... Da bog die Bahn um die Ecke. Ein kurzer Wettlauf — gut, daß man sich von keiner sportlichen Hebung gedruckt hatte! — ein kühner Aufsprung — oben war man. Der Schaffner knurrte em bißchen — Herbert Brenken lachte. Heiß war ihm vom Rennen — aber gut tat es, seine Kräfte zu spuren. Sehr vergnügt war er jetzt. Schöner konnte der Tag nicht fein — und auch morgen würde die Sonne scheinen, ganz gewiß, morgen trieb man sich mit einem hübschen Mädel im Wald und auf dem Wasser herum sang und lachte und trank den besten Wem — morgen kostete man einmal die Lebensfreude gründlich aus und vergaß alles, was Monats lang gedrückt und gequält hatte. Nein — keine Zufallstücke durfte ihn um dieses Sonntagsglück betrügen. Und das Schicksal zeigte nun auch ein freundliches Gesicht - es war ferne Täuschung, die Bahn fuhr wahrhaftig schneller als sonst. Vielleicht stand da vorn ein Mann, der auch 3U seinem Mädel wollte.. Brenken hatte die Uhr in der Hand, als der Schillerplatz in Sicht kam — sechzehn und eine halbe Minute hatte die Fahrt 9e©enau vor der Haustür herunter von dem Wagen — in großen Sätzen die zwei Treppen hinauf — ftrau Mielke aus der Küche herbeigebrullt: sie mußte den Handkoffer packen, während Brenken den Anzug wechselte. Wie beim Alarm ging das, es blieben sogar Minuten übrig — am Ende könnte man sich doch noch rasieren - - Nein — nichts leichtsinnig aufs Spiel setzen. Mochte es ein Eifrige, aber liebevolle Kinderhände wurden ihnen jedoch auf die Dauer zuviel und unbequem. Die Jgelfamilie hielt es nicht mehr länger unter den neugierigen Augen der Kinder und Erwachsenen. Vielleicht mag sich auch einmal der Störenfried Hund eines Nachts angeschlichen haben. Kurzum: eines Tages war die gesamte Igelfamilie verschwunden. Wir alle, besonders unsere Kinder, unser Garten und die von zahlreichen Schädlingen heimgesuchten Gewächse betrauerten den Weggang der lieben, nützlichen Tierchen. B. Sontreaömiral Lühow. lieber den Redner bei dem morgigen Kolonicst- abenö auf der „Liebigshöhe" wird uns von dem Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche Ueber- fee, Abteilung Gießen, folgendes mitgeteilt: Kontreadmiral a. D. Frdr. Lützow trat im Jahr 1899 in die kaiserliche Marine ein. Vor und während des Krieges befand er sich in führenden Stellungen der U-Bootswaffe, bei Kriegsende als Chef der ersten U-FIotille in Pola. Er ist der Bearbeiter des amtlichen Seekriegsgefchichtswerks über den"U-Bootkrieg und wurde im Jahre 1921 als Chef des Stabes zum Kommando der Marine- ftation der Nordsee kommandiert. In dieser wichtigen und verantwortungsvollen Stellung hatte er hervorragenden Anteil an dem Wiederaufbau der Reichsmarine, im besonderen an der Erziehung des Seeoffizierkorps in feinem Befehlsbereich. Aus Gesundheitsrücksichten schied er im März 1929 als Kontreadmiral aus dem aktiven Dienst, um bald darauf durch das uneingeschränkte Vertrauen feiner aktiven und inaktiven Kameraden in die Stellung Der Sternhimmel im Juli. (Nachdruck verboten.) Sonnenaufgang von 3.40 bis 4.15 Uhr. Sonnenuntergang von 20.25 bis 19.55 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: Letztes Viertel am 3. um 21 Uhr, 1. Viertel am 19. um 20 Uhr, Vollmond am 26. um 13 Uhr. Die lange Dauer des Sommertags beschränkt die fein, daß ihn seine rechtläufige Bewegung der Spika in der Jungfrau wieder nähert. Die Venus ist Morgenstern und als solcher gänzlich unschuldig daran, wenn sie bei dem gar zu frühen Anbruch des Morgens in diesem Monat dem einen oder andern eher als Abendstern denn als Morgenstern erscheinen mag, obwohl sie im Osten und nicht im Westen steht. STERNBILDER: ■io. STABEN 18 '22, '231 Mars Jupiter Saturn ■ o \ r x x% 'S Sterne: Kleine Buch- s. staben cL \ tz. V* ° rtxu 52DD8 Mond: D I.Viertel @ Vollmond d letztes Viertel Der die 24 Stundenzahlen von Mitteri nacht bis Mitternacht eines Tages ent• haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei- ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt, also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehertden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo- natsmitte ist der gerade Pfeil Vg Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vg Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein. wenn er die angedeutete Lichl- Qestalt zeigt. Länge der für Himmelsbeobachtungen zur Verfügung stehenden Zeit. Das bekommen in erster Linie die Wandelsterne zu spüren, von denen eigettt- lich nur einer, nämlich der sonnenferne Ringplanet Saturn, unbeschränkt sichtbar ist: nur in der ersten Woche des Monats läßt er abends noch eine immer kürzer werdende Weile auf fick warten. Im Vorjahr erregte er durch die Erscheinung des weißen Fleckes urplötzlich die allgemeine Aufmerksamkeit. Die erste Beobachtung des immerhin recht seltenen Ereignisses ist ja einem Freunde der Himmelskunde, keinem Berufsforscher, geglückt, und dies zeigt, daß aufmerksame, gewissenhafte Himmelsbeobachtung trotz allen Sternwarten immer noch ungeahnte Früchte tragen kann. Der Jupiter, der nun schon seit Monaten der hellste Stern des Abendhimmels ist, bleibt auch in diesem Monat noch sichtbar, aber er steht schon bei seinem Auftauchen in der Abenddämmerung weit im Westen: wer ihn genau beobachtet, merkt auch, daß er sich allmählich nach links bewegt, also sozusagen vor der ihn verfolgenden Sonne'herflieht: das kündet immer das nahe Ende feiner Sichtbarkeit an. Es wird nicht schwer zu sehen Wesentlich später als sie und auch weniger hell erscheint dann der Mars. Am abendlichen Fixsternhimmel überstrahlt die Wega als hellster Stern allmählich den nach Westen absinkenden Arctur. Neben und unter ihr erstrahlen die ausgedehnten Sternbilder des Schwans und des Adlers. Von den Tierkreisbildern ist am besten der Skorpion zu erkennen, zumal seine Form — drei Sterne in gleicher Entfernung von dem helleren, links von ihnen stehenden Antares — außerordentlich bezeichnend ist. Links von ihm folgt dann der Schütze, für dessen Beobachtung diese Jahreszeit die günstigste ist: dies hindert freilich nicht, daß er auch jetzt noch dem Horizont sehr nahe steht, was natürlich feine Sichtbarkeit beeinträchtigt. Zwischen ihm und dem Adler steht das seines Namens wegen merkwürdige Sternbild „Schild des Sobieski". Denn Sobieski, gewöhnlich als „der edle Polenkönig" bezeichnet, hat als einziger unter allen Helden der neueren Geschichte das Kunststück fertig bekommen, sich sein Plätzchen in dem von den Alten schon dicht besiedelten Himmel zu sichern, womit die Unsterblichkeit seines Namens oerbür^Mf^^ bißchen kratzen beim ersten Kuß — die Hauptsache war, daß er rechtzeitig zur Bahn kam. Auch das Auto sollte nicht gespart werden. Gleich um die Ecke am Platz hielten immer ein paar Wagen. Rasch ging Brenken die Straße hinunter — und schreckte plötzlich zusammen, wandte sich hastig um — dicht hinter ihm hatte es geflirrt, als wäre ein Stein in eine große Glasscheibe geprallt — Auf dem Fahrdamm, an der Schwelle des Gehsteiges eine weiße Flut, die langsam verrann — Scherben, dicke braune Tonscherben — und ein kleines bezopftes Wesen mit dünnen nackten Beinchen, das sich mühsam, so mühsam vom Boden aufrichtete-- Weitergehen! — befahl sich Herbert Brenken kurz. In einer Viertelstunde — der Zug--Aber das Kind — es kam ja gar nicht wieder hoch — und fein Weinen, kein Laut--Wenigstens auf die Füße stellen mußte man das Mädchen doch wohl, es war ja auch niemand sonst in der Nähe — — Gott, wie wenig so ein Würmchen war, man spürte gar fein Gewicht-- „Na, Heines Fräulein — kannst du stehen? Hat s sehr weh getan?" Ein Gesicht, weiß wie die Milch auf der strotze — ein schmerzverttampfter Mund, der sich zu keiner Antwort öffnen konnte — und zwei große rehbraune Augen--Heiß durchrann ihn der Blick — Hilde — so hatte sie ihn damals angesehen, als er ihr die letzten harten Worte sagte — so schreck- verstört — so in tränenloser Klage--Das war der Blick, der ihn in vielen Nächten-- Unsinn! Alberne Fantasien! Trotz und Verstocktheit war es damals bei Hilde, nichts weiter — — Aber bei dem armen Kerlchen hier, das den Henkel des zerschlagenen Milchkruges noch immer fest umkrampft in der kleinen Faust hielt — beide Beine hatte sich das Kind beim Fallen blutig zerschunden, und der Schreck dazu — es zitterte in feinem ausgewaschenen Kleidchen-- „Ja, Kleines, das tut gewiß weh. Du bist sehr tapfer, daß du gar nicht weinst —" wenn es doch meinen wollte! — „aber paß auf, es geht bald vorbei--Wird nun die Mutter schelten — daß der schöne Krug zerplatzt ist?" Wortloses Kopfschütteln. Ein starrer Blick zu Boden. Und bann wollte das Kind sich niederbeugen, um die Tonscherben vom Boden aufzulesen — Ganz flüchtig durchzuckte es Herbert Brenken schmerzhaft: Sonntag — der Zug — Inge Brandt wartet auf mich--Wenn das Auto schnell fährt--Aber er war schon dabei, das Mädel- chen aufzurichten. „Nein, laß nur die Scherben, Kleines. Die raumen wir ein bißchen bei Seite —" er ,chob sie mit dem Fuß zusammen — „damit niemand darüber fällt, weißt du. Und jetzt — du, ich habe eine feine Idee! Hier gleich nebenan ist ein Laden — da holen wir uns einen neuen Krug. Einen schönen bunten. Den lassen wir sauber auswaschen — und dann kaufen wir frische Milch! Wollen wir —?" Noch immer kein Wort. Nur ein stummes Fragen in seine Augen hinein. Und ein scheues kurzes Nicken dann. „Na also — komm. Oder soll ich dich tragen? Wenn das Laufen zu weh tut--Nicht? Dann gib mir deine Hand--" Es fand sich ein Krug, der so fröhlich bunt war wie ein Blumengarten im Frühling — ein Lächeln erhellte das Kindergesicht bei seinem Anblick, die Lippen und die Wangen bekamen wieder ein wenig Farbe. Hinüber zur Milchfrau — eine kurze Erklärung — und Herbert Brenken erfuhr wenigstens den Namen seiner stummen kleinen Freundin. „Da hast du ja mal Glück gehabt, Lottchen — so einen guten Onkel findet man nicht alle Tage — Paß' man jetzt schön auf, daß du nicht wieder fällst!" Eine Schwierigkeit — Lottchen wollte den Krug nicht nehmen. Sie schüttelte heftig den Kopf, versteckte die Hände hinter dem Rücken, zitterte wieder. Die Vorstellung, dieses wunderbare Gefäß zu zerschlagen, war gar zu beängstigend--Macht nichts, dachte Herbert Brenken — er hatte das sonderbare Gefühl, neben sich selbst zu stehen und sich heimlich auszulachen — ich habe ja nun Zeit genug — — „Sei nur ruhig — icht trage dir die Milch nach Haus. Komm!" Den Krug in der einen, Lottchen an der anderen Hand — der Sonntagskoffer war der Milchfrau in Verwahrung gegeben — so wanderte Herbert Brenken die Straße hinunter. Sehr bemüht, keine Milch zu verschütten. Ging durch einen Hausflur und über einen grauen Hof. Stieg vier Treppen hinauf und erklärte der jungen Frau, die genau so blaß und so mager war wie ihr Töchter- chen, sein Erscheinen. Wurde herzlich genötigt, näherzutreten, daß er nicht nein sagen konnte — eine Tasse Kaffee müsse er wenigstens annehmen zum Dank — und saß dann in einem Zimmer, das die Lebensumstände seiner Bewohner ohne Worte erklärte. Ein großes Bett, auf dem Stapel von Wäsche lagen — Wäsche auf dem Tisch, auf allen Stühlen — ein ausgestelltes Bügelbrett — in der Ecke ein Korb, in dem ein Baby ruhig schlafend atmete — und an einer Wand die uov Ein dreifaches Pflichtgebot Gießen-Süd: bei Kassen- r; Gießen, Haus der DAF., Schanzenstraße 18. Ortsgruppe ' Walter Ernst Par eines zweiten Vorsitzenden des Marine-Offizierverbandes berufen zu werden. Admiral L ü tz o w hat sich mit großer Hingebung in den Dienst der kolonialen Sache gestellt. Er versteht es meisterlich, seinen Zuhörern die Notwendigkeit unserer Arbeit für die Kolonien nahezubringen. Admiral Lützow wird vor den Gießener Kolonialfreunden eine Ansprache zur kolonialen Flaggen- hissung vor 50 Jahren halten. Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Der NS LV. Kreis Gießen gibt bekannt, daß am Mittwoch, 11. Juli, eine Fahrt zur Besichti- gung der Ausgrabungsarbeiten auf dem Glaubera stattfindet. Die Abfahrt von Gießen erfolgt um 13.39 Uhr, die Rückkehr nach Gießen um 19.37 Uhr oder 21.34 Uhr. Auswärtige Lehrer, die an der Fahrt teilnehmen wollen, erhalten vom Kreisschulamt die Genehmigung, Stunden ausfallen zu lassen, die an einem anderen Tage nachgehalten werden müssen. Der Fahrpreis beläuft sich auf 2,80 Mark. Die Teilnehmer aus Gießen melden sich bei Bender, Walltorstraste 14, wo auch die Fahrkosten zu bezahlen sind. Die Teilnehmer von auswärts geben ihre Anmeldung bei dem Bezirksobmann ab und bezahlen dort auch die Fahrkosten. Die Meldungen müssen b'.s spätestens 10. Juli bei Bender abgeliefert sein. Später eintreffende Meldungen, ebenso solche ohne Fahrgeldzahlung, werden nicht berücksichtigt. Unter den gleichen Bedingungen sind die Mitglieder des Reichsbundes Volkstum und Heimat zur Teilnahme an der Fahrt eingeladen. Die NS.-Frauenschaft teilt mit, daß nach Rücksprache mit der Gauleitung die Ortsgruppenleiterinnen und die Amtswalterinnen der NS.- Frauenschaft an der Kundgebung am nächsten Montag in Frankfurt a. M. nicht teilnehmen. Kreisbetriebszellenabteilung Gießen. Elnzelmilgtteder der DAI. Behr.: Kasse. Um den Gießener Einzelmitgliedern der DAF., die von den Kassierern nicht angetroffen werden, die Möglichkeit zu geben, ihre Beiträge bis einschließlich Juni zu bezahlen, werden für die einzelnen Ortsgruppenbereiche am Donnerstag, dem 5. und 12. Juli, nachmittags zwischen 6 und 7 U h r Kassenstunden eingerichtet, und zwar: Ortsgruppe Giehen-Nord: bei Kassen- walter Fritz Geißler, Bahnhofstraße 621. Ortsgruppe Gießen-Mitte: bei Kassen- walter Max Hardt, Gießen, Haus der DAF., Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 4,90 Mark ohne Mittagessen und 5,50 Mark mit Mittagessen. Abfahrt des Zuges gegen 8 Uhr. Jeder Teilnehmer bzw. Betriebszelle muß sich selbst darum kümmern, ob er rechtzeitig im Gießener Bahnhof sein kann. Die Zeit ist so gewählt, daß es wahrscheinlich allen ohne Schwierigkeiten möglich ist. Letzter Meldetermin: Mittwoch, 18. Juli. Sonderfahrt nach Marburg zum Besuch der Marburger Festspiele am Samstag, 7. Juli. Die Stadtverwaltung Marburg ist der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" dadurch sehr entgegengekommen, daß sie uns den Eintrittspreis für die Aufführung des „Sommernachtstraum" von Shakespeare bei 120 Teilnehmern von 1,50 RM. auf 0,70 RM. ermäßigt hat. Der Fahrpreis nach Marburg beträgt 1,60 RM. (Sonntagskarte). Ab- fahrt ab Gießen Samstag mittag 15.48 Uhr oder 18.25 Uhr. In Marburg Trepffpunkt 20 Uhr auf dem Festplatz. Beginn der Vorstellung 20.30 Uhr. Rückfahrt 0.32 Uhr. Die Teilnehmer melden sich bis spätestens Freitag, den 6. Juli, 18 Uhr, auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18. Vorrronzen — Tageskalender für Freitag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die weiße Majestät". — Baugenossenschaft 1894. Am morgigen Samstag, 7. Juli, 20.15 Uhr, findet im Haus der Deutschen Arbeitsfront die ordentliche Hauptversammlung statt, die aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der Genossenschaft als Jubiläums-Hauptversammlung durchgeführt wird. Die Versammlung wird die Berichte des Vorstandes und des Aufsichtsrates hören, die Rechnungsablage für 1933 ent» Die Deutsche Angestelltenschaft, Unterbezirk Mittelhessen, Sitz Gießen, bittet uns um die Aufnahme nachstehender Zeilen: Während der letzten Wochen sind zahlreiche Auf- rufe der Partei, der Behörden, der Wirtschastsver- tretungen und der Deutschen Angestelltenschaft ins Land gegangen, mit dem Mahnruf: Vergeht die älteren Angestellten nicht! Den Anfang machte der Treuhänder der Arbeit für Brandenburg, der an Hand praktischer Beispiele die schädlichen Folgen kurzsichtiger Personalpolitik zeigte. Damit ist eine große Gewissensaufrüttelung eingeleitet, die das freudige Mittun aller fordert, denen nationalsozialistisches Handeln Sache des Herzens ist. Es ist wirtschaftlich, sozialpolitisch und bevölkerungspolitisch gleichermaßen notwendig, daß jeder Betrieb auf einen ausreichenden Stamm älterer, beruss- und betriebserfahrener Mitarbeiter hält, und daß wir überall in der Wirtschaft von den Fehlern früherer Einstellungsgrundsätze loskommen. Schon rein wirtschaftlich ist es so, daß ältere Mitarbeiter das Mehr an Gehalt, das ihnen zukommt, reichlich ausgleichen durch ihre Umsicht, Erfahrung, Sicherheit, durch Eigenschaften, die im allgemeinen erst im Laufe vieljähriger Berufsarbeit allmählich erworben werden. Gut geleitete Betriebe haben sich darüber von jeher Rechenschaft gegeben. Dennoch sind auch solche Betriebsführer zahlreich, die in kurzsichtiger Eintagsrechnung nur den Gehaltsunterschied berücksichtigen, die besonderen Qualitäten älterer Mitarbeiter aber außer Acht lassen. Auch daran sollte man, sowohl volkswirtschaftlich rote einzelwirtschastlich, mehr als bisher denken, daß auf die Dauer sogar die Jugend an ihrer Berufsfreude Schaden nehmen müßte, roenn es dabei bliebe, daß rüstige, schaffensfreudige Männer, die der Jugend nur um anderthalb ober zwei Jahrzehnte im Alter voraus sind, bei der Stellensuche die harte Abweisung erfahren: Zu alt! Gebieterischer noch fordern die sozialen Pflichl- gebote des Nationalsozialismus stärkere Berücksichtigung der älteren Angestellten. Schanzenstraße 18. Ortsgruppe Gießen - Ost: bei Kassen- roalter Johann Lixf eld, Gießen, Kaiserallee 57. Da ab 1. Juli 1934 neue Beitragssätze eingeführt werden, ist dies die letzte Möglichkeit, die benötigten Marken bis einschließlich Juni 1934 zu erhalten. gez. Wagner, Kreisbetriebszellenobmann. F.d.R.: Schwab (Kasse). AG.-Gemeinschaft„Kraft durch Freude" Erste Rheinfahrt am 8. Juli. Die Fahrkarten für Schiff und Bahn sowie die Gutscheine für Essen und Fahrt auf den Niederwald find angekommen und müssen bis spätestens Freitag abend 6 Uhr auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Wer seine Karten nicht bis zu diesem Termine abholt, verliert das Anrecht darauf, die Karten werden dann anderweitig ausgegeben. Wir fahren ab Gießen Bahnsteig I 7.30 Uhr, ab Groß-Linden 7.40 Uhr und sind in Mainz-Kastell 9.14 Uhr. Abends fahren wir ab Koblenz (nicht Ehrenbreitstein) 20.12 Uhr, kommen in Wetzlar an 21.58 Uhr und sind in Gießen 22.12 Uhr. Zweite Rheinfahrt am 22. Juli. Die zweite Rheinfahrt findet am 22. Juli, wie ursprünglich angenommen, statt. Diejenigen Volksgenossen, die die erste Rheinfahrt wegen zu großer Beteiligung nicht mitmachen konnten, sind für die zweite Fahrt vorgemerkt und erhalten in den nächsten Tagen Bestätigung ihrer Anmeldung. Betreffs des Besuches vom Niederwalddenkmal gilt das gleiche wie obenerwähnt. gegennehmen und über die Verteilung des Reingewinns und den Jahresabschluß zu beschließen haben. Ferner stehen Wahlen in den Aufsichtsrat, Satzungsänderungen und Anträge auf der Tagesordnung. (Siehe Anzeige vom Dienstag, 26. Juni.) — Ein Familientag der Matthäus- gemeinde findet am kommenden Sonntagnachmittag auf der Liebigshöhe statt. Die Gemeinde- glieber seien auf bie heutige Anzeige besonbers hingeroiesen. Saardeutsche Ruderer bei der Gießener Regatta. Zu der Gießener Regatta haben auch Mannschaften saarbeutscher Vereine genießet. Zu Ehren biefer beutschen Volksgenossen hält bie Gießener Rubergesellschaft einen Begrüßungsabend auf ihrem Bootshaus am Samstagabenb ab. Oberbürgermeister Ritter wirb bie Gäste im Namen ber Stadt begrüßen. Dieser Begrüßungsabend ist nicht als öffentliche Kundgebung gedacht, sondern als Rahmenveranstaltung der sportlichen Wettkämpfe. Der 116er=$ag in Gießen. Vom Verein ehemaliger 116er in Gießen (Presse- unb Propaganbaausschuß bes 116er-Tages) erhalten wir folgenbe Zuschrift: Sie Wiebersehensfeier bes ehemaligen Kaiser - Wilhelm - Regiments Nr. 116 unb seiner Kriegsformationen finbet de stimmt am 21. unb 22. Juli st a t t. Nachbem am vergangenen Montag ber Verein ehemaliger 116er Gießen eine Sitzung wegen ber Wiebersehensfeier hatte, fanb am Mittwoch bie voraussichtlich letzte Zusammenkunft bes Geschäfts- An bie Pflichtgebote mahnt einbringlid) ein Aufruf aus Danzig, an dessen Spitze sich Gauleiter Albert Forster gestellt hat. Er ruft den Be- Hörden, Betriebsführern, Personalleitern zu: „Zahlreiche Familienväter hat die vergangene Zeit nach zehn, zwanzig und mehr Dienstjahren um den Arbeitsplatz gebracht. Denkt an die Kinder dieser Stellenlosen, indem ihr eurer eigenen Kinder gedenkt! Denkt an die Frauen und überlegt einmal, wieviel stilles Heldentum von den Frauen ber Stellenlosen schon burchkämpft werben mußte!" Hier Hingen zugleich bevölkerungspolitische Motive an, bie auch in einem leiber wenig beachteten Aufruf bes Aufklärungsamtes für Beoölkerungspolitik unb Rassenpflege in ben Vorder- grunb gestellt werben. Darin heißt es: „Diese angeblich zu alten Volksgenossen sind aber gerade durchaus willens, eine Familie zu gründen oder ihre bereits bestehende Familie zu vergrößern, falls sie nur eine einigermaßen sichere Dauerstellung finden. Erhalten sie diese nicht, so verbringen sie ihre besten Jahre völlig nutzlos; eine Eheschließung und die Geburt von Kindern unterbleiben, und wo bereits Kinder vorhanden sind, drohen Rot, Elend und Verfall. Diese nachteiligen Wirkungen zu bekämpfen ist aber gerade das Ziel, um dessen Verwirklichung wir uns heute mit allen Mitteln bemühen. Man wende nicht ein, daß ja jüngere Menschen die gleichen Möglichkeiten haben würden, wie die älteren. Diese Möglichkeiten bestehen eben nicht: denn die jungen Leute werden so mangelhaft bezahlt, daß an eine Eheschließung nicht zu denken ist. Der bevölkerungspolitische Nachteil tritt ohne jede Frage ein, und das ist der Hauptgrund, weshalb man sich mit aller Macht gegen den verderblichen Einwand wenden muß: Sie sind zu alt!" Wenn sich jetzt in breiter Front Parteistellen, Behörden und bie Wirtschaftsvertretungen, an der Spitze der Führer der Wirtschaft, für bie älteren Angestellten einsetzen, bann barf man erwarten, baß biefer Wille Eingang in bie Personalpolitik auch ber Betriebe findet, bie sich früher bem Notwenbigen verschlossen. Reidi$-üiftfdnt6bim& M Werdet Mitglied im führenben Ausschusses statt. Daran nahm außer ben Vertretern ber Einzelausschüsse auch ber Führerbeirat bes Verbanbes ehemaliger 116er teil. Da bie Vorarbeiten in ben Einzelausschüssen mit vor- bilblichem Eifer unb Hingabe geleistet worben sind, erstreckte sich die Besprechung auf den Gesamtablauf bes Festes, der in großen Zügen erneut dargestellt wurde und allseitige Billigung fand. Die Vorsitzenden der Einzelausschüsse erstatteten nochmals Bericht. Zusammenfassend darf festgestellt werden, daß die Wiedersehensfeier des Gießener Regiments und seiner Kriegsformationen ein bedeutsames Erlebnis für Gießen sein wird. Der Eingang der Meldungen hat noch nicht nachgelassen. Die zu erwartende Teilnehmerzahl gibt Veranlassung zur Einlegung von drei Sonderzügen auf ben Strecken Gießen—Fulda, Gießen — Gelnhausen, Gießen — Frankfurt a. M. Außerbem werben bie einzelnen Vereine zu Gesellschaftsfahrten angehalten werben. Die Extrafahrpläne werben bemnächst bekanntgegeben. Der Unterbringungs-Ausschuß ist nunmehr in voller Tätigkeit. Es ergeht auch von hier aus bie Bitte an bie Gießener Bürgerschaft, Freiquartiere für eine Nacht zur Verfügung zu stellen. Der Voi> sitzende bes Geschäftsführenden Ausschusses, Karne- rab Bill, nahm Gelegenheit, schon jetzt ben einzelnen Ausschüssen für ihre emsige Tätigkeit zu danken. Nachdem noch eine rege Aussprache über, bie Ausgestaltung bes Vergnügungsprogramms stattgefunden hatte, würbe bie Versammlung geschlossen. Kameryd Bill brachte bem Führer Abolf Hit - ter für fein entschlossenes solbatisches Handeln Dankesbezeugung aus. Das auf ben Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Dolkskanzler Adolf Hitler ausgebrachte Sieg-Heil wurde begeistert ausgenommen. * ♦♦ Finanzamts - Person.alie. Regierungsrat Dr. Friedrich Dexheimer vom Finanzamt Offenbach-Stadt wurde in gleicher Eigenschaft an das Finanzamt Gießen versetzt. ♦* Das Verbot religiöser Beilagen in Tageszeitungen, das kürzlich vom Hessischen Staatsminister erlassen wurde, erstreckt sich nach einer weiteren Anordnung des Hessischen Staatspolizeiamtes auch auf diejenigen außerhalb Hessens gedruckten oder verlegten Tageszeitungen,, die im Gebiet des Landes Hessen verbreitet werden. ** Dienstjubiläum. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Dem Technischen Assistenten an der Chirurgischen Universitäts-Klinik Peter Schmidt wurden zur Vollenschwarzem Flor umrahmte Photographie eines jungen Mannes-- „Ich dürfte Lottchen gar nicht zum Einholen schicken — wenn sie auch schon sehr vernünftig ist, ist sie doch noch zu klein. Aber man hat ja keine Zeit — sehen Sie —" eine Handbewegung über die ringsum liegende Wäsche hin — „das muß bis Montag alles fertig werden!" Herbert Brenken sah auf das Bild im Trauerflor. Liebe, dachte er — Glück, Ehe, Kinder — und bann — unb bann--Die junge Frau war feinem Blick gefolgt. „Vor breioiertel Jahren ist er gestorben. An ber Grippe — es ging fo schnell, man konnte es gar nicht glauben. Seinen Jungen ba —" eine Kopfbewegung zu bem Baby hin — „ben hat er nicht mehr gesehen. Der kam erst brei Monate nachher. Unb er hatte sich so gefreut auf bas Kinb! Es ging uns ja auch gut. Wenn mein Mann auch nicht immer Arbeit hatte bie letzten Jahre — er hat es immer geschafft, baß wir zu leben hatten." „Aber Sie jetzt — eine Frau allein mit zwei Kindern--" Ein ruhiges Abwehren. „Ach — ich schaff es auch. Ich habe Glück — ich bekomme immer Arbeit. Kräftig bin ich auch — wenn ich auch nicht so aussehe. Wir haben zu essen, nicht mal bie Winterhilfe habe ich gebraucht --Manchmal ist es vielleicht ein bißchen viel. Aber es ist ja gut, baß man über ber Arbeit nicht zum Denken kommt. Adenbs mübe ist unb gleich einschläft. Wissen Sie, ich bin ja schon ruhiger geworben — aber verstehen kann man bas nicht. Warum bas sein mußte. Wo wir uns so gern gehabt hatten--Lottchen, bräng bich doch nicht so an ben Herrn!" Jetzt erst würbe es Herbert Brenken bewußt, baß bie Kleine zu ihm gekommen war unb sich sacht an ihn geschmiegt hatte. Er beugte sich nieber, lächelte ihr zu. Unb bas Kind, das noch kein Wort zu ihm gesprochen hatte, drückte sich eng an ihn und sagte ganz leise: „Du bist gut. Ich hab dich lieb." Herbert Brenken mußte sich räuspern. Er streichelte die Kleine, er antwortete ihr, er sprach mit der Mutter — und dachte dabei tief verwirrt: gut — ich — gut--Ich weih doch, daß die Hilde mich lieb hat — nur mich — ich kenne sie doch — drei Jahre waren wir zusammen und gehören auch zusammen — und nur wegen einer dummen Eifersucht --Im Fasching — wenn sie sich schon hat küssen lassen — und einen Schwips hat sie auch gehabt--Du bist gut — ich hab dich lieb-- .^Lottchen, ich muß jetzt gehen. Aber nächste Woche komme ich wieder — mit einer Tante. Dann gehen wir zusammen spazieren und essen Kuchen mit Schlagsahne — du, dann wollen wir mal fein leben--" Ein Auto. Schmerzhafte Unruhe im Wagen: vielleicht ist sie nicht zu Haus — bei dem schönen Wetter — irgendwo hinausgefahren — über den Sonntag am Ende — — Aber sie hat ja kein Geld, wenn sie nicht inzwischen eine Stellung — oder mit einem anderen — — Nein. Die Hilde nicht. Nach zwei Minuten — nein. Wenn sie nur zu Haus ist — wenn ich nur nicht bis Montag --Ich yab ja schon so viele Wochen ausgehalten, ich weiß ja jetzt erst, wie schwer das war --Sie muß zu Haus fein, sie muh-- Noch einmal vier Treppen hinauf. Dreimal läuten, Drei mal, wie früher immer. Drinnen ein eiliger Schritt, die Tür offen — und dann-- „Du bist ja nicht rasiert," sagte Hilde eine halbe Stunde später. „Rücksichtsloser Mensch. Wenn man schon nach einer Ewigkeit einfach so mir nichts dir nichts hereinkommt — bann kann man sich wenigstens vorher rasieren." Herbert Brenken lachte. Zog sie an sich. Unb sagte orakelhaft: „Du — ber neue Milchtopf — ber barf nicht roieber in Scherben gehen! Der muß heil bleiben — immer!" Hübe verstanb bas nicht. Sie verstaub überhaupt nur, baß er roieber ba war. Aber ba sie wußte, baß er etwas Gutes meinte, so sagte sie fest unb energisch: „Sicher!" „Oie weiße Majestät." Das Sommerprogramm bes Lichtspielhauses Bahnhofstraße bringt nach einigen Filmen einer leichten beschwingten Muse unb nach bem Kriminalfilm zu Beginn ber Woche nunmehr einen Bergfilm, ber mitten hineiuführt in bie Schweiz unb bamit in eine Welt, bie zwar auch ihren Alltag hat, bie aber für uns immer ben Reiz bes Beson- beren haben wirb. Immer roieber erlebt man bie Welt ber Berge gerne unb sei es auch nur im Film- bilb, bas uns ja heute bank seiner technischen Vollkommenheit schon sehr viel zu vermitteln vermag, auch roenn es uns bie Farbe, bie Luft, bas Licht ber Sonne über bem Schnee unb ben dunkelblauen Himmel nicht so wiedergeben kann, wie wir das mit unseren Sinnen an Ort und Stelle unmittelbar erleben könnten. Der Film „Die weiße Majestät", ein Bavaria-Film, zeichnet in kräftigen Strichen das Schicksal eines Menschen inmitten der Berge feiner Heimat, inmitten feiner Mitmenschen, die ja beide für ihn und für fein Leben bestimmend sind. Der Bergführer Jakob Burckhardt ist ein Verfemter in der Dorfgemeinschaft. Er ist ein uneheliches Kind, er soll ein Testament unterschlagen haben, ja, er soll sogar einen Menschen ums Leben gebracht haben. So geht ihm jedermann aus dem Weg. Obwohl er jene Tat vollbrachte, bie kein anberer wagte, eine Tat, mit ber er ben 200 Gästen bes Berghotels bas Leben rettete. Sie feinben ihn stän- big an, bie Dorfgenossen, sie neiben ihm feinen Besitz. Aber schließlich kommt boch ber Tag, ba er feine Ehre retten kann, weil ein einziges Menschen- kinb an ihn glaubt: Monika. Da besteigt er bie Dftroanb bes Monte Verita als Erster unb bezwingt sie, ja, er rettet noch feine stärksten Wibersacher, bie mit ihm gleichzeitig, aber auf einem anberen Wege in bie Wand einftiegen; er beweist allen Mißgünstigen, baß er ohne Makel ist, unb besser als sie, bie über ihn ben Stab brachen. So klingt ber Film aus in Versöhnung unb in bem enbgü'ltigen Sich- finben ber beiben, bie eine höhere Bestimmung zusammenführte. Die vielgestaltige, bramatische Handlung läßt eine lange Skala menschlicher Empfindungen, Haß und Neid, Verachtung und Schmähung, Lüge, Unrecht, menschliche Schwäche und Verzagtheit, aber auch Kraft unb Willen, Heroismus unb Ebelmut in buntem Nebeneinanber nacherleben. Unb für das große und kleine Tun und Treiben ber Menschen ist bie großartige Bergwelt der Hintergrund, zeitlos und jenseits von Gut und Böse. Die Darsteller sind mit gutem Erfolg bemüht, sich in diese Umgebung ein- wfügen, roenn auch jene letzte Verbundenheit mit Der Natur darzustellen, ben Schauspielern unb Schauspielerinnen schwer fällt. Grstav D i e ß l als Bergführer Jakob ist dieser Welt am nächsten. Das spürt man deutlich daran, wie er über die Höhen sieht und in die Abgründe schaut; er erweist sich als ein ausgezeichneter Schauspieler und als ein ebenso guter Kletterer. Sehr fein sind besonders jene Szenen, in denen er der zarten Monika (Hertha Thiele) gegenübersteht, die trotz ihrer großen mimischen Zurückhaltung, ober vielleicht ge- rabe deshalb, ihre Rolle zu einem starken Erlebnis werben läßt. Beni Führer als ihr Bruder Veit gibt sich sehr leidenschaftlich, sehr gut aber vor allem in den Szenen an ber gefährlichen Ostwanb. Eine glückliche Figur macht Emil Höfer als Posthalter Thöni, ferner Ernst Schrumpf als Dorfpfarrer, unb Rolf Pinegger als Gemeinbevorsteher. David Zogg, der bekannte Abfahrtsläufer von ber * Parsenn ist als Bergführer Theodor ebenfalls im Filmbild zu sehen. Zu nennen sind ferner Richard R.e w y als Direktor des Berghotels, Carl bezogt als Bundesrichter Dr. Reymond und Stephan B l o e tz e r als Bergführer Stephan. Die Regie gibt der vielgestaltigen Handlung bas nötige Tempo unb faßt bas Wesentliche straff zusammen. Die Photographie bringt viele herrliche Bilder, besonders gut sind die Aufnahmen von der Besteigung ber Ostwanb des Monte Verita. Es lohnt, den Film anzuseyen. N. Zeitschriften. — „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Juliheft 1934. Vierteljährlicher Bezugspreis: 2.50 RM.; Preis des Einzelheftes: 1 RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. Das grotesk anmutende, stark vergrößerte Bild eines Fliegenkopfes auf dem Umschlag des Juliheftes lenkt die Aufmerksamkeit zunächst auf den interessanten Beitrag von Dr. H. Homann- Göttingen über „Das Sehen ber Insekten". Der Verfasser erläutert bie Bilbentstehung im Jnsekten- auge burch überraschenbe eigene Aufnahmen, bei benen . bie abbilbenben Teile ber Jnsektenaugen selbst als Objektiv gebient haben. Eine uralte Kernfrage ber Naturforschung behanbelt Bros. Paul Schulze-Rostock in seinem Beitrag über bas Wesen ber Instinkte an Hanb zahlreicher Beispiele. Der Instinkt ber Tiere kann nicht auf Erfahrung zurückgeführt werben, er ist vielmehr eine ererbte Ganz- yeitsleistung zur Erreichung eines bestimmten Zieles innerhalb ber Umweltbedingungen ber betreff fenben Art. Z. B. weist ber Instinkt jebe Rattpe an, einen Puppenkokon von bestimmter Grüße unb Festigkeit herzustellen, ohne bieje Tätigkeit aus Erfahrung zu kennen. In bie Flora ber höchsten Gipfel ber Alpen führt uns ein mit reizvollen Silbern von Dr. Kurt Hueck geschmückter Aufsatz „Blütenpflanzen in 4000 Meter Höhe", 'ber bie Le- bensbebingungen im Gebiet bes ewigen Schnees behanbelt unb dem Bergsteiger manche Anregung zu Beobachtungen an Stellen gibt, wo man das Leben schon als ganz erloschen ansehen möchte. Kleinere ^Beiträge behandeln u. a. bie ersten beutschen Versuche zur Verpflanzung von Schollen aus ber Norbsee in bie Ostsee, bie Strombewegung bes Eises über Norbbeutschlanb zur Eiszeit, Schweremessungen auf bem Meere usw. Die gut ausgestattete unb hervorragenb bebilberte Zeitschrift, die als bie führenbe naturkunbliche Monatsschrift gelten barf, sei immer roieber jebem Naturfreunb aufs beste empfohlen. Probehefte sendet der Verlag auf Verlangen gern kostenlos zu. ver- Während zuerst nur ein und von 1899 ab zwei bat, diesem Treiben von Schießern ein Ende zu fängnis verurteilt. Der Angeklagre verg'Mg ]tq) ten 1931 Je machen/Die Verordnung vom 19. Juni 1934 bett, i in unsittlicher Weise an Kindern unter 14 Jahren. Scheinblüte Oberheffen 100 Jahre Vezirkssparkaffe Grünberg Oberbürgermeister a. O. Jiahn, saasen. Derzeitiger Vorstand: Preußen ruhten. Kreis Marburg. Na, als selbständige Anstalt festlich begangen werden. 1898/99 wurde das jetzige Sparkassengebäude er- 1880: 1008 352 Mark, 1900: 1471853 Mark, 1913: 2 958 028 Mark. seiner großen Krise für das gesamte deutsche Geldwesen. Rudolf Diehl, Direktor, Dr. med. Wilhelm Schnabel, Johannes Conrad, Rechner. „Ausübung der Jagd auf Schalenwild" trägt dem Rechnung. Sie veranlaßte die Einreichung von Abschußplänen an die zuständigen Forstämter, die ihrerseits durch ihre Forstbetriebsbeamten in der Lage waren, die Angaben der Jagdberechtigten in 78 000 RB1. und 111 Sparbüchern zu zeichnen. düng seiner vierzigjährigen Dienstzeit von der Hess. Staatsregierung Die besten Glückwünsche ausgesprochen. Sie verband damit den Dank und die Anerkennung der Hessischen Regierung für die geleisteten treuen Dienste. Auch von feiten der Landesuniversität wurde der Jubilar unter Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für die Ziehung en in Untersuchungshaft genommen worden. Es sind Vermögenswerte von über 500 000 Mark fichergeftellt bzw. beschlagnahmt worden. Grünewald hatte einen Vermögensbesitz von etwa 160000 bis 170000 Mark im Ausland gehabt, den er pflichtgemäß der Steuerbehörde hätte angeben müssen und den er verschwiegen h-at. Es handelte sich in der Hauptsache um Vermögensteile, die in der Schweiz + Grünberg, 5. Juli. Wilde Kriegsstürme, die vor und nach 1800 über unser Vaterland hin- < wegrasten, hatten eine weitgehende Verarmung unseres Volkes im Gefolge. Das Bestreben, diese Notlage zu meistern, führte zu der Gründung von i Sparkassen. Wohltätige Vereine, die in der sozialen s Hebung minderbemittelter Schichten ihre Aufgabe < sahen, und tatkräftige Männer trieben den Gedan- । ten überall voran. Diesen Bestrebungen verdankt auch die Bezirkssvarkasse Grünberg ihr Entstehen, 1 und sie kann in diesem Jahre auf eine 100jährige Geschichte zurückblicken. Anstelle einer größeren Feier stellte der Verwaltungsrat den Betrag von 200 KKL der 715.- Volkswohlfahrt für das Hilfswerk „Blutter und Kind" zur Verfügung. Die diesjährige Mitgliederverfammlung, die vor einigen Tagen abgehalten wurde, stand ganz im Zeichen des Jubeltages. Der Vorsitzende des Der- waltungsrates, Lehrer Bocher, Grünberg, begrüßte nach Eröffnung die Teilnehmer aus den 40 Garantiegemeinden und die Vertreter der Aufsichtsbehörde und des Hessischen Sparkassen- und Giroverbandes. Er führte u. a. aus, daß von allen menschlichen Einrichtungen nur die lebensfähig sind, die von einer sicheren, gesunden Grundlage und einer ruchtbaren Idee getragen werden. Die Zeit son- )ere den Weizen von der Spreu. Was lebensfähig ei, bleibe bestehen und überdauere auch schwere Zeiten, ohne in seinem Bestände gefährdet zu sein. Fruchtbar auf die Dauer fei nur das, was der wahren Wesensart des Volkes entspricht. Diese Voraussetzung treffe auf die deutschen Sparkassen im allgemeinen und auf die Bezirkssparkasse Grünberg im besonderen zu. Nur deshalb habe sie eine so lange erfolgreiche Entwicklung und nur deshalb konnte die Sparkasse alle Ereignisse im Verlauf der 100 Jahre überdauern. Weil die Idee richtig war, blieb die Sparkasse be- stehen und ist nun nach Adolf Hitlers Großtat, die das deutsche Volk zu sich selbst zurückführte, berufen zur Mitarbeit am Wiederaufbau. Oberregierungsrat Dr. Schönhals/ Gießen, überbrachte die Glückwünsche der Aufsichtsbehörde. Er wies in feiner Ansprache auf die volkswirtschaftliche Bedeutung des Sparens hin. Sparen fei Sache der Nation. Dom Sparen des einzelnen hänge der Wohlstand der Nation ab. Durch das Vertrauen, das unser Volk zur Regierung Adolf Hitlers und damit zu unserer Währung habe, hätte die Spareinlageentwicklung gute Fortschritte gemacht. Dies sei als Symptom der Wiedergesundung unserer Wirtschaft anzusehen. In der kurzen Zeit seiner Tätigkeit im Kreisamt Gießen habe er Gelegenheit genommen, die Bezirkssparkasse Grünberg in ihrer Geschäftsführung kennen zu lernen. Er bezeichnete die Kaffe als eine durchaus gesunde, aut fundierte Anstalt unter einer weitblickenden sozial eingestellten Leitung. Die Kasse sei berufen, als Glied mitzuhelfen am Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Dem Direktor und dem Personal sprach.Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s den Dank und die Anerkennung der Aufsichtsbehörde für die Geschäftsführung aus. geleisteten langjährigen treuen Dienste beglückwünscht. ** Der „Hubertus" Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen E. V. (RDH.) hielt, wie man uns berichtet, am Mittwoch seine Monatsversammlung im Sck)ützenhaus ab. Ihr ging ein Uebungsschießen auf Kugel- und Schrotziele voraus. Dann wurde auf dem Schießgelände die Anlage von Schleppen und die Arbeit verschiedener Hunde darauf gezeigt. In der nachfolgenden Versammlung sprach nach der Erledigung tecknischer Fragen für das bevorstehende Hauptjagdschießen Studienrat H ö l z e l über „Die Regelung des Abschusses von Schalenwild in Hessen". Der Redner konnte dabei zunächst die erfreuliche Tatsache sest- stellen, daß am Vortage das längst erwartete Reichsjagdgesetz verabschiedet worden sei und daß nun wohl Die Aussicht bestünde, daß wir seine Auswirkungen auch in Hessen bald empfinden würden. Die Verzögerung in seiner Verkündigung bedingte, daß in einer Anzahl von Revieren in der schlimmsten Weise der Bockabschuß betrieben wurde, so daß schon im Juni der Verein die hessische Regierung das meiste Geld, während größere Kredite nur ganz vereinzelt gegeben wurden. Der Jahresumsatz betrug 13,7 Millionen, etwa 1,8 Millionen RM. mehr als imVorjahr. Der Reingewinn wurde mit 32 000 RM. der Sicherheitsrücklage zugeschrieben. Mit Beginn des Jahres 1934 verfügte die Be- zirksfparkafse Grünbertz vollständig über die fatzungsgemäh vorgefchnebene Liquidität. So konnte sie in den abgelaufenen Monaten wieder beträchtliche Beträge für Kleinkredite, hauptsächlich für Zwecke der Arbeitsbeschaffung, der Vezirksbevölkerung zur Verfügung stellen. Dieser Aufgabe wird sie auch in der Zukunft gerecht werden, wenn der Sparsinn der Bevölkerung weiterhin zunimmt. Diesem Ziele sollen, abgesehen von anderen Werbemaßnahmen, die seit dem 1. Januar 1934 neu eingeführten Geschenkurkunden für Neugeborene dienen, die den betreffenden Eltern zugehen. Sie stellen den Wert von drei Mark dar, wenn für das Neugeborene ein Sparbuch mit einer Einzahlung von zwei Mark angelegt wird. Hoffentlich wird von dieser Einrichtung recht zahlreich Gebrauch gemacht. Nach Erledigung der Tagesordnung konnte der Vorsitzende die einfache, aber schön und würdig verlaufene Versammlung, die der Geist des wahren Deutschtums und Adolf Hitlers durchwehte, mit einem „Sieg-Heil!" auf Volk und Führer schließen. Oie Verwaltung der Kaste. Nachfolgend lassen wir noch die Namen der Direktoren, Rechner und Kontrolleure der Kasse seit der Selbständigmachung im Jahre 1846 folgen. Direktoren: 1846 bis 1848 Kreisrat Ouvrier, 1848 bis 1854 Karl Ludwig Semmler, 1854 bis 1859 Kreisrat von Zangen, 1859 bis 1870 Dekan Habicht, 1870 bis 1899 Dekan Pullmann, 1899 bis 1914 Oberamtsrichter Mickel, 1914 bis 1919 Heinrich Sehrt, 1919 bis 1933 Dekan Schmidt, von 1933 ab Rudolf Diehl. Rechner: 1846 bis 1850 Steuereinnehmer Muth, 1850 bis 1877 Dekanatsrechner Jung, 1877 bis 1923 Julius Karl, 1923 bis 1933 Rudolf Diehl, von 1933 ab Johannes Conrad. Kontrolleure: 1846 bis 1856 Gemeindeeinnehmer Schäfer, 1856 bis 1860 Schühler, 1860 bis 1866 Stadtrechner Schäfer, 1866 bis 1871 Steuerkommifsariatsgehilfe Gravelius, 1871 bis 1902 Kreisamtsgehilfe, dann Gemeinderechner Jöckel, 1902 bis 1923 Rudolf Diehl, 1923 bis 1933 Johannes Conrad, von 1933 ab vertretungsweise die Gehilfen Otto Krumm und Karl Dierheller. Aufsichtsrats- (Verwaltungsrats-) Vorsitzende feit 1904: 1904 bis 1906 Forstmeister Schneider, 1906 bis 1912 Dekan Wagner, 1912 bis 1919 Finanzrat Wenzel, 1919 bis 1925 Rechnungsrat Schmidt, 1925 bis 1929 Oberstudiendirektor Angelberger, 1929 bis 1933 Kaufmann Chr. Schweißguth, 2.6. bis 28.8. 1933 Rechtsanwalt Stammler, vom 3.10. 1933 ab Lehrer Wilhelm Böcher. Derzeitiger Verwaltungsrat: Lehrer Wilhelm Böcher, Grünberg, Vorsitzender, ; Bäckermeister Erich Becker, Grünberg, Stellver- . treter, Bürgermeister Dr. Kurt Mildner, Grünberg, Gastwirt Karl Wetzig, Grünberg, Bürgermeister : Stein, Climbach, Bürgermeister Erb, Flensungen, t Bürgermeister Schultheiß, Lumda, Bürgermeister , Nachtigall, Odenhausen, Bürgermeister Hock, Wett- übermittelte die Glückwünsche des Verbandes und schloß sich dem Dank des Oberregierungsrates Dr. S ch ö n h a l s an das Personal und besonders an den Direktor an. Er betonte, es sei keine leere Redensart, wenn er sage, daß die Bezirkssparkasse Grünberg zu den bestgeleiteten Kassen Hessens gehöre. In seinen weiteren Ausführungen kam er auf die Entstehung der Kaffe und die Notwendigkeit der Kapitalbildung zu sprechen. Getreu ihrem Grundsatz, Gemeinnutz geht vor Eigennutz, paßten die Sparkassen so gut wie wenig andere Geldinsti- tute in das Dritte Reich. Sparkassendienst fei Dienst RM.: Auswertungseinlaaen: 108 888 RM. Gesamteinlagenbestand rund 2,4 Millionen. Bei den Spareinlagen war ein Zuwachs von am Volke. Bürgermeister Or.Mildner, Grünberg, sprach namens der Stadt der Kasse seine Glück- wünsche aus und gab der Hoffnung für wettere gute Zusammenarbeit von Sparkasse und Stadt Ausdruck. Oie Geschichte der Sparkaste. Der Vorsitzende der Versammlung gab darauf einen Rückblick auf das 100jährige Bestehen der Kasse. Er. führte u. a. aus: Heute werden Ideen Allgemeingut des deutschen Volkes, die stets m der deutschen Seele mitschwangen, deren Aufkommen aber bestimmte Elemente bei uns aus etaenem Interesse zu verhindern suchten; denn nur auf diese Weise konnte Deutschland den dunklen Planen einer internationalen Börsenclique gefügig gemacht werden. Durch Hitlers Tat wurden wir von Der Gefahr gerettet, zum Zinsträger der ganzen Welt zu werden. Auch die Bezirksfparka fe Grunberg hat alle Veranlassung dazu, der Vorsehung bei ihrem 100- jährigen Bestehen dankbar zu sein; denn ohne den Führer und sein Werk war auch ihre Zukunft dunkel und ungewiß. Am 6. Wär; 1834 wurde für die kreise Gießen und Grünberg auf Anregung der beiden kreis- räte Knorr (Gießen) und O u v r l e r (Grünberg) eine gemeinsame Sparkasse gegründet. Sie verfolgte den Zweck, kleineren Leuten Gelegen- beit zur sicheren Anlage ihrer Ersparnisse und zugleich die Möglichkeit zur Geldaufnahme zu geben, ohne daß sie dabei Wucherern in die HandcMiefen. I Mitglieder der Kasse waren zunächst nicht die Gemeinden, sondern Privatpersonen und viele Bürgermeister, in den späteren Jahren die Vertreter der Gemeinden, die die Garantie für die an ihre Ortseinwohner geleisteten Darlehen übernahmen. Diese Männer hatten zum Teil die Ursache der Notlage erkannt; so führte Bürgermeister Wilhelm aus Göbelnrod die Armut der Kreisbevolkerung auf die Borghändel bei den Juden zurück. Da die gemeinsame Kasse für die beiden Kreise sich als umständlich erwies, wurde die (Brünberger Anstalt mit dem Jahre 1846 als Spar- und ceihkasse für den Kreis Grünberg völlig selbständig. 1854 wurde sie unter die Oberaufsicht der Großher» zoglich Hessischen Regierung gestellt, und von 1860 ab wurden die Jahresrechnungen von der Ober- rechnunqskammer in Darmstadt geprüft. Nach Auflösung des Kreises Grünberg im Jahre 1874 wurde bas Institut als Spar- und Leihkasse zu Grunberg weitergeführt. 1895 konnte das 50jährige Bestehen richtet. 1901 erhielt die Kaffe die öffentliche Rechtsfähigkeit, die privaten Mitglieder schieden dann aus, und die Bezirksgemeinden (zuletzt 40) übernahmen die Garantie. Nach Einführung des neuen Hessischen Sparkasfengesetzes hieß sie von 1904 an Bezirkssparkasse Grünberg i. H. Von der guten, stetigen Entwicklung der Kasse gibt das Anwachsen der Spareinlagen ein getreues Bild. 1846: 96 670 Mark, 1870: 542 055 Mark, großen Zügen zu überprüfen, und bann den Abschuß festsetzen. Die Abschußpläne selbst haben gezeigt, Daß es noch recht viele Jäger gibt, die von den Absichten der modernen Gesetzgebung noch nicht berührt sind und die bezüglich ihrer Wildstände eine blühende Phantasie besitzen. Dem künftigen Kreisjägermeister, dem ein weites Erziehungsgebiet offenfteht, ist durch die Arbeit der Forstämter außerordentlich wertvolle Vorarbeit geleistet wor- den. Manche Fragen, die die Verordnung noch offen Zahltage wöchentlich waren, stehen seit 1917 die läßt, werden wohl in aller Kürze durch das neue Schalter täglich für die Bevölkerung offen. Während Gesetz geklärt fein. Der Berichterstatter konnte des Weltkrieges wurden der Scheck- und Ueberwei- jedenfalls, gleich den Teilnehmern einer lebhaften fungsverkehr und die Verwahrung und Verwal- Ausfprache, feststellen, daß alle weidgerechten Jä- tung von Wertpapieren eingeführt. Die Kriegsanger dem Gesetzgeber nur Dank wissen werden, wenn leihezeichnungen erreichten eine Höhe von 6 Mil- die wertvollen Gedanken des preußischen Jagdge- lionen Mark. setzes nun auch auf das ganze Reich übertragen Das Ende des Krieges und die Geldentwertung werden. Die dabei unweigerlich kommende Be° vernichteten alles, was unserem Volk noch geblie- freiunq der Jägerei von Schlacken ist nur eine will- ben war. Anfang 1924 verfügte die Bezirkssparkasfe kommene Begleiterscheinung. Grünberg nur über insgesamt 3312 Goldmark, wo- M M. von nur 58 Billionen Mark Einlagen waren. Trotz- Strafkammer vneyen. I dem ging es mit neuem Mut an den Wiederaufbau, der sich zuerst günstiger zu gestalten schien, als Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde ein man geahnt hatte; erreichten doch die Spareinlagen Mann aus Michelau zu sechs Monaten G e - Ende 1928 bereits die erste Million und überschrit- fängnis verurteilt. Der Angeklagte verging sich ton 1931 schon die zweite. Aber daß es nur eine ' ....... ™ cy*1‘— war, zeigte der 13. Juli 1931 mit 11 _ . „ . Bei der Verlesung der Jahresrecknung und des Der Vorsitzende des Hessischen Sparkassen- und Geschäftsberichts teilte der Vorsitzende mit, daß die Giroverbandes, |im vorigen Jabr satzungsgemäß abgehaltene Verbandsrevision zu einem erfreulichen Ergebnis für die Bezirkssparkasfe führte. Der vorsichtigen Geschäftsführung — seit 1924 brauchte kein Pfennig Verlust gebucht zu werden — wurde besondere Anerkennung zuteil. Die letzte Bilanz ergab: Spareinlagen: 2190 095 RM. auf 3289 Spar- büchern; Scheck- und Kontokorrentverkehr: 108 323 G i,,_____o -- -_____ ■ Personenautos. Das von Marburg kom- mende und auf der Fahrt nach Gießen befindliche Auto konnte infolge großer Geschwindigkeit die Kurve nicht vorschriftsmäßig nehmen und rannte dabei ein von Gießen nach Marburg fahrendes Auto an. Die Insassen beider Kraftwagen, ins- gesamt 6 Personen, wurden verletzt; es soll sich um Gehirnerschütterungen, Rippenbrüche und Kopfverletzungen handeln. Die Verletzten wurden nach der Chirurgischen Klinik in Marburg gebracht. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange. Landkreis Gießen. ♦ Bellersheim, 5. Juli. Der langjährige Schweinehirt unseres Ortes Johann Georg K o p f hat infolge feines hohen Alters diesen Gemeindedienst aufgegeben und ist in den wohlverdienten Ruhestand getreten, lieber 37 Jahre lang bat er feinen Dienst in gewissenhafter Weise versehen. Der Gemeinderat hat zu feinem Nachfolger Heinrich Jakobi III. ernannt. ... ri * Weitershain, 5. Juli. In der jüngsten Zeit machen sich in unserer Gemarkung W i ld- schweine unangenehm bemerkbar. Aus Kartoft felärfern und auch im Getreide haben sie durch Wühlen und Zertrampeln der Feldfrucht bereits ansehnlichen Schaden angerichtet. Kreis Friedberg. -- Bad-Nauheim, 5. Juli. In der jüngsten Sitzung des S t a d t r a t s wurde der Ortsgruppenleiter der NSDAP., Hrch. Götz, einstimmig auf die Dauer von sechs Jahren zum Beigeordne- t e n gewählt. Bürgermeister Dr. Ahl erkannte dabei die wertvolle Arbeit an, die Ortsgruppenleiter Götz als kommissarischer Beigeordneter..im letzten Jahre bereits im aufopfernden Dienst für die Allgemeinheit geleistet hat. Kreis Schotten. * Schotten, 5. Juli. ZuBürgermeistern im Kreise Schotten wurden ernannt: Karl Döring in Köddingen, Albert Stöhr in Glashütten und Heinrich P e p p e l II. in Oder-Seemen, Marburg, 5. Juli. (LZW.) In der letzten :cht gegen 24 Uhr ereignete sich im nahegelegenen sselb erg ein Zusammenstoß zweier ßin Jahr Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung im Gau Heffen-Tiaffau. Frankfurt ci. SD!., 5. Juli. tötet. Das Mädchen hatte eine schwere Kopfgrippe überstanden, die sich nachteilig auf das Gehör auswirkte. Als sie einen unbewachten Bahnübergang passierte, hörte sie das Läutewerk der Lokomotive nicht. Briefkasten der Xefraffion. (Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) S. D. in £. Betr.: Eisenbahngefetz: 1. Nach dem Tatbestand scheint das Zuschlägen der Tür auf einen unabwendbaren äußeren Zufall (Windstoß ober dergleichen), dagegen nicht auf die Betriebsgefahr als solche zurückzuführen sein. Die Bahn haftet bann für bas Einklemmen unb Zerreißen bes Mantels nicht. Die Haftung wegen der Oelflecken wirb nur in Frage kommen, wenn Oel an solchen Stellen bes Abteils war, bei benen irgenbeine Möglichkeit besteht, daß die Reisenden bei ordnungsgemäßer Benutzung des Beförderungsmittels mit in Berührung kommen. Bei den Türscharnieren dürfte dies nicht der tfatt sein. — 2. Die Reichsbahn haftet selbst, nicht eine Berufsgenofsenschaft ober dergleichen für sie. Daß Grundlage und Aufbau der Vezlrksfpar- kaffe Grünberg gesund waren, bewies der Um- zum SJeigeorbneten ernannt wurde Karl «af-I st--nd. das, sie ahne Inanspruchnahme fremder mann in Busenborn. I TUlffet über die krisenzeil hinwegkam. § Dorn Vogelsberg, 5. Juli. Das neu ein- Noch IVz Jahre gärte es in unserem Volke, bis setzende trockene Wetter nach vorübergehenden ge- ihm endlich nach der Machtübernahme durch den ringen gewittrigen Schauerregen läßt die Hoffnung Nationalsozialismus der neue Höhenweg gezeigt auf eine gute Grummeternte als Ersatz für den wurde. Auch auf dem Gebiet der Wirtschaft und Heuausfall in weite Ferne rücken. Die Vieh- des Geldwesens trat nun eine Entspannung ein. besitzer sind gezwungen, mangels anderer Fütte- Alles Leben und Arbeiten bekam wieder einen Sinn rungsmöglichkeiten ihren Tieren die besten Tal- und wurde auf das Ziel „Ueberroinbung der Not" wiesen zum Weiden zu geben, da auf den Berg- ausgerichtet, indem die Begriffe Nationalismus wiesen nicht das geringste Gras fprof- und Sozialismus von Adolf Hitler auf ihre wahre fen will. Auf den Talwiesen wächst zwar auch gemeinsame Grundlage zurückgeführt wurden, nicht viel, immerhin finden die Tiere wenigstens