184. Jahrgang mit dem Sinn und Geist des Roten Kreuzes ver- und Dienst heischend, wendet es sich an jeden deutschen Mann, jede deutsche Frau und jedes deutsche Kind mit der Ausforderung: hilf mitt Dir brauchen Danner und Frauen, die werbend den hohen Gedanken des Roten Kreuzes immer weiter in unser Volk tragen, indem sie sich an ihrem Teile und auf dem Platze, den fie auszufüllen vermögen, einer der vielen Aufgaben des Roten Kreuzes widmen. Alle brauchen wir, damit fie uns helfen, fortzufahren in unserem Werk. Denn es geschieht zum Wohle aller. Sie mögen die Ditglledschaft im Rolen Kreuz erwerben oder uns durch eine Spende in unsere Sammlung die Linderung von Krankheit und Rot sichern helfen. Als der von Adolf Hitler ausgewählte nationalsozialistische Führer des neuen Deutschen Roten Kreuzes rufe ich jeden Volksgenossen auf, das Seine beizutragen zum gemeinsamen Werk. Es ist der beste Dank an uns, wenn wir, allen ohne Unterschied dienend, der Die britische Note über d i e Kriegs- schulden ist ein erstaunliches Dekument für die britische Mentalität. Die Argumente, die hier Roosevelt Vorbehalten werden, bildeten eigentlich das Thema der letzten Berliner Transfer- und Fries das Mobiliar demoliert und es sodann aus dem Fenster geschleudert hätten. Da jedoch die Zeuginnen den Vorfall nicht selb st gesehen hatten und keine Augenzeugen geladen waren, stellte der Staatsanwalt fest, daß noch keineswegs erwiesen sei, ob wirklich die Sachbeschädigung durch die Angeklagten erfolgt sei. Das Verfahren wurde sodann an das ordentliche Gericht in Saarlouis zurückgewiesen. Aus diesem Bericht gehl einwandfrei hervor, daß die Polizei voll und ganz ihre Pflicht getan hat. Offenbar ist die Entscheidung des Präsidenten der Regierungskommifsion infolge der Hetzkampagne der Separatisten übereilt getroffen worden, denn die Verhandlungen vor dem Schnellrichter und die Feststellung des Staatsanwaltes, die den ganzen Vorfall als A n g e- legenheit betrunkener Personen bezeichnet hatte, hätten für eine_derartig weitgehende Maßnahme keine ausreichende Grundlage geben können. Einführung der Pröpste der Landeskirche Nassau-Hessen jinvk entzieht dem Bürgermeister von Saarlouis die polizeigewalt. Belanglose Trunkenheitsdelikte übelbeleumundeter ehemaliger Kommunisten müssen den Vorwand für einschneidende Maßnahmen der Regierungskommifsion abgeben. DRV. Berlin, 5. Juni. Der Präsident des Roten Kreuzes, Earl Eduard Herzog von Sachsen-Loburg und Gotha, richtet zum Deutschen Rotkreuztag, der am nächsten Sonntag, 10. Juni, in allen Teilen des Deutschen Reiches einheitlich begangen wird, einen Aufruf, „An Jedermann!". In dem Aufruf heißt es: „Unermüdlich steht das Deutsche Rote Kreuz im Dienste derer, die feine Hilfe brauchen, hunderttausende unseres Volkes spüren jahraus, jahrein inmitten der Last und Rot des täglichen Daseinskampfes etwas von dem großen Gedanken unbedingter Hilfsbereitschaft, der im Felchen des Roten Kreuzes verkörpert ist. An einem Tag im Jahr, dem Rotkreuztag, soll dem ganzen deutschen Volke dies Felchen der Hilfsbereitschaft sichtbar und eindringlich vor Augen gestellt werden. Jeder,soll wissen, daß das Rote Kreuz für ihn da ist, daß er darum aber auch für das Rote Kreuz da zu sein hat. Der Gedanke der Volksgemeinschaft ist Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Oer Anstoß eine entstellte Hetzmeldung. Saarlouis, 5. Juni. (DRV.) Der Präsident der Regierungskommifsion, Knox, hat unter Berufung auf die Ausnahmeverordnung vom 20. Dai 1933 verfügt, daß die Polizeigewalt der Stadt Saarlouis dem Bürgermeister Dr. Latz entzogen und dem L a n d r a t des Kreises Saarlouis, Arweiler bzw. seinem Stellvertreter übertragen wird. Eine Begründung zu der Verfügung ist nicht gegeben worden. Es ist aber zweifellos, daß sie im Zusammenhang mit folgenden Vorfällen getroffen worden ist: Die marxistische und Emigrantenpresse, die aus durchsichtigen Gründen Terrorakte der Deutschen Front konstruieren will, brachte in größter Aufmachung die Meldung von der Beseitigung einer Fahne von der Geschäfts st elle der SWV (Saarländische Wirtschafts-Vereinigung) in Saarlouis und ähnlichen Vorfällen. Aus diesen Berichten klingt der Vorwurf durch, daß d i e Saarpolizei Ausschreitungen untätig zusehe. U. a. wird von der Hetzpresse behauptet, daß der Besitzer des Hauses, in dem sich das Büro der SWD. befindet, ein gewisser Goerg, kurz nach der Beseitigung der Fahne in einer Gastwirtschaft der Nachbarschaft von Mitgliedern der Deutschen Front niedergeschlagen und am Kopf so schwer verletzt worden sei, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der Täter, der die Fahne heruntergeholt habe, sei mittlerweile bekannt geworden, aber von seinen Gesinnungsgenossen nicht verraten worden. Die Tatsache seiner Nichtverhaftung habe er dazu benutzt, um gegen 21 Uhr d i e Fen st er des Büros der SWV. zu zerschlagen. Gemeinsam mit „einem großen Haufen zusammengerotteter Menschen, sämtlich na- tionalso.zialistischcr Gesinnung, sei er dann in das Haus eingedrungen, die Akten aus den Regalen gerissen unb zusammen mit den Möbeln auf die Straße geworfen. Oer amtliche Bericht. Nr. 120 Erster Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 6 Juni 1934 (Siebener Familienblätter ■■ sMMs MV Grundpreise für 1mm hohe Heimat im Bild Die Scholle ■ WMMM ■ M W A I U | W ■ ■ Sfl HB M V H M W M ▼ H für Anzeigen von 22 mm .■» 1111Vht Ille I ZjL 11 it IUlL »äääs ssr » XzwVI|VIwVw V>Iw JVIHVw 54Ä KF V V w. ZM General-Anzeiger für Gberhefsen ßMZ "cht°n ’"’**«*’ b-hördlich-Anz-ig-nöRpf. $r«n!fUtt am m"in ll686 Druck unö Verlag: vrühl'sche UmverfitätL.vuch- und Stdnöruderd «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Seschüstsftrlle: Schulstrahe 7 M-n-,-nobschlüff°Staff-,8 Das RoteKreuz gehört dem Volke Aufruf zum Deutschen Rot-Kreuztag am 10. Juni. ferenz versagte in der Praxis, wo es sich darum handelte, der Eroberung der Mandschurei durch Japan Einhalt zu bieten, den ewig fortschwelenden Krieg zwischen Bolivien und Paraguay zu ersticken, die Minderheitenfrage in einer gerechten und für alle Staaten gleich verbindlichen Weise zu lösen oder durch Einsetzung einer sog. Abrüstungskonferenz; dem Versailler Gewaltoertrag auch dort Geltung zu verschaffen, wo er Verpflichtungen für seine Urheber enthielt. Die völlige Zerfahrenheit und Ratlosigkeit, die die augenblickliche und wohl letzte Periode der Abrüstungskonferenz kennzeichnet, ist nur ein unvermeidliches und von Deutschland längst vor- ausgesehenes Zeichen ihrer inneren Schwäche, die schon in dem Augenblick bestand, als das jüngste Kind der Genfer Liga aus der Taufe gehoben wurde. Aber hat nicht die britische Negierung s e l b st vor und während der Transferkonferenz einen anderen Standpunkt vertreten? heute sagt sie, sie könne in ihrem Schuldnerverhältnis zu Amerika nicht transferieren, obgleich die Bank von England immerhin noch einen sehr anständigen Goldhort hat, während der deutsche winzig ist. Trotzdem verlangten gerade die britischen Gläubiger und ihre Regierung von Deutschland auf der Transferkonferenz Zahlungsangebote, obgleich die Unmöglichkeit der Transferierung offenbar mar. Es ist ein Treppenwitz der Gegenwartsgeschichte, daß das reiche England als Schuldnerland die sachlichen deutschen Gründe gegenüber den USA. ins Treffen führt, während dieselben Argumente, weil sie von deutscher Seite mit zureichender Begründung angeführt wurden, nicht gelten sollten. Innerhalb kurzer Zeit hat die britische Regierung sich in dieser Auffassung gründlich selbst revidiert, und wir glauben darin eine Versachlichung der Stellungnahme zu erblicken, die sich auch in den noch nicht bereinigten Verhältnissen zwischen Deutschland und seinen Auslandsgläubigern bemerkbar machen wird. Probst für Starkenburg ist der seitherige Superintendent dieser Provinz, Oberkirchenrat Dr. phil. Friedrich Müller. Er ist 1879 in Ober-Sorg geboren. Er war als Pfarrassistent tätig in Offenbach, Lampertheim, Heppenheim und Pfungstadt, seit 1909 war er Pfarrer in Wimpfen, seit 1918 Pfarrer in Rüsselsheim. Er hat am Feldzug als Divisionspfarrer teilgenommen. Propst für Oberhessen ist Karl Knodt, seither Pfarrer in Offenbach. Er ist 1881 zu Gernsheim geboren, war Pfarrassistent in Gießen, Mainz und Hopfmannsfeld. In der Zwischenzeit war er zwei Jahre als Vikar in Graz (Steiermark), 1920 wurde er Pfarrer in Wimpfen, 1927 in Offenbach. Probst für Rheinhessen ist Otto Colin, zuletzt Pfarrer in Beerfelden. Er ist 1891 in Darmstadt geboren. Nach kurzer Teilnahme am Feldzug wurde er 1917 Pfarrassistent in Michelstadt und Bad-Nauheim, seit 1919 Pfarrer in Beerfelden. konferenz. Deutschland als Schuldner hat nichts anderes festgestellt als das, was England jetzt gegenüber der Verpflichtung anführt, am 15. Juni einen Teil der Kriegsschulden und der Zinsen an die USA. bezahlen zu müssen. Der Hinweis auf die Weltwirtschaftskrise, auf die Schädlichkeit der Kriegsschuldenlast, auf die U n p r o d u k t i v i t ä t' solcher Zahlungen entsprechen durchaus den Gründen, die zum Zusammenbruch des in Versailles uns auferlegten Tributsystems geführt haben, wobei unterstrichen werden muß, daß noch im Voung-Plan die internationalen Zinsherren abso- ttller als jemals ein Monarch sich aufwarfen zu bestimmen, was ein Volk wie das deutsche zu zahlen habe, wieviel von dem Ertrag seiner Arbeit ohne Gegenleistung in fremden Scheuern aufgespeichert werden sollte. Deutschland ist durch diese Tribute und die hohen Zinsen für die Ausländsanleihen, von denen ein erheblicher Teil als Tributzahlunaen ins Ausland zurückfloß, finanziell blutleer gewoiden. England erkennt jetzt an, daß die Abtragung der Kriegsverschuldung den S ch u l d n e r l ä n d e r n das gleiche Schick- s a l bereiten würde. Die gestrige Tagung des V ö l k e r b u n d s r a t e s hat ausnahmsweise nicht mit einer Bankerotterklärung geendet. Damit hat es aber seine besondere Bewandtnis. Denn die Aufgabe, um die es sich bei den Verhandlungen des gestrigen Nachmittags handelte, war die unverbindliche Suche nach einer passenden Behandlungsweise der ungarisch- füdslawischen G r e n z z w i s ch e n f ä l l e, nicht aber die Lösung dieses Streitfalles. Der Vorsitzende des Völkerbundsrates stellte nach langen Erörterungen den guten Willen der beiden beteiligten Regierungen zu einem gegenseitigen Ausgleich durch unmittelbare Verhandlungen fest und schloß daran die Hoffnung, daß der Rat nicht mehr genötigt sein werde, sachlich auf die von Ungarn eingebrachten Klagen einzugehen. Damit hatte sich das Genfer Kollegium der Sache auf eine angenehme Weise entledigt und die Schlichtung des Streitfalles auf den Weg verwiesen, der nach deutsche Auffassung unter den gegenwärtigen Umständen am e h e st e n zur Bereinigung aller internationalen Verwicklungen führen kann und der von Adolf Hitler einmal als die „Diplomatie von Mann zu Mann" bezeichnet wurde. Es wird den Völkerbundsstrategen nicht entfallen, das gestrige Ergebnis als einen besonderen „Erfolg" in alle Welt hinauszuposaunen, denn sie werden sich überlegen, daß alle jene Angelegenheiten, die überhaupt in Genf einer befriedigenden Regelung zugeführt werden konnten, nur dann allgemeine Zustimmung fanden, wenn sie unter vier oder sechs Augen behandelt wurden und wenn hinter ihnen die persönliche Initiative einiger weniger Staatsmänner stand. So ist auch die bisherige Vereinbarung über die Saarabstimmung im Januar 1935 nur zustandegekommen durch die energische Derhandlungsführung des italienischen Barons Aloisi und durch den Umstand, daß sich an der entscheidenden Aussprache die Vertreter D0J nur zwei Staaten beteiligten — Deutschland und Frankreich. Auch in diesem Falle konnte eine Einigung nicht durch die Völkerbundsmaschinene erzielt werden, sondern trotz dieser Einrichtung. Alle anderen Fragen aber, die jemals vor das Genfer Forum gekommen find und die in großen Kommissionen mit Hilfe von Abstimmungen und Friedensreden erledigt werden sollten, haben diese Probe nicht bestanden. Die Idee der Massenkon- Ueber die tatsächlichen Vorgänge liegt folgende amtliche Mitteilung vor: Am Montag gegen 13 Uhr wurde in Saarlouis II die auf der Geschäftsstelle der SWV. gehißte Saarfahne durch bis jetzt noch unbekannte Täter ab geschnitten und entfernt. Zeugen des Vorfalls konnten nicht ermittelt werden. Der Geschäftsführer der SWV., Goerg, an dessen Haus die Flagge beseitigt worden war, begab sich darauf sofort zu Dr. Hector, um über den Vorfall Bericht zu erstatten. Gegen 18 Uhr kehrte er i n eine Stehbierhalle ein und traf dort die Erwerbslosen Fries und K i e h n, die schon den ganzen Tag beim Zechen waren. Es entstand ein Wortwechsel, der in eine Schlägerei ausartete, wobei Goerg der Leidtragende war. Der Inhaber der Stehbierhalle entfernte die Streitenden. Goerg erstattete sofort Anzeige bei der Polizei, die dann Fries und Kiehn sofort vernommen hat. Gegen 21 Uhr kamen die beiden — anscheinend schwer betrunken — auf dem Nachhauseweg an der Wohnung ® oergs vorbei. Fries schlug die Fenster der Geschäftsstelle der SWV. ein, ohne daß irgendein neuer Streit vorangegangen wäre. Polizei- und Landjägerbeamte begaben sich an den Tatort, ohne die Täter noch anzutreffen. Goerg selbst hatte die Polizeistellen nicht verständigt. Nach Feststellung des Tatbestandes wurden die auf der Straße Vorgefundenen Gegenstände durch Polizei- hauptwachtrneister Atz wieder in die Geschäftsstelle der SWV. eingeräumt, um das Verkehrshindernis an der Straßenkreuzung zu beseitigen. Inzwischen war Dr. Hector aus Saarlouis am Tatort eingetroffen und wollte in. anmaßendem Tone anordnen, daß die Gegenstände aus der Straße liegenbleiben sollten, bis sie durch das „Saarlouiser Journal" photographiert worden seien. Die Polizei kehrte sich jedoch nicht JRanOnoten. Geschichtsfälschung wurde früher von Leuten betrieben, die im Sonderinteresse einer Dynastie, einer geistlichen Macht oder einer beutelustigen Regierung den irregeführten Völkern die Taten ihrer Herrscher nachträglich in den Farben moralischer Rechtfertigung malten. Diese Art der Geschichtsschreibung, an der sich zuweilen auch die Wissenschaft beteiligte, und die es mit der Wahrheit oft nicht allzu genau nahm, hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Aber mit einem Unterschied: Während einst die Rechtfertigung in den meisten Fällen nachträglich geschah, hat eine gewisse Diplomatie es heute soweit gebracht, Kundgebungen und Ereignisse von geschichtlicher Tragweite schon im Augenblick ihres Entstehens in ihr Gegenteil umzulügen und der Weltmeinung eine Auffassung einzuimpfen, die zu dem eigentlichen Charakter der Vorgänge in direktem Gegensatz steht. Der sowjetrussische Aüßenkommissar Litwinow hat es gelegentlich seines Genfer Aufenthaltes für gut befunden, die Räteunion als hort des Friedens und der Ruhe im Kreise der Völker hinzustellen, als eine Macht, die besonders befähigt sei, das Sicherheitsbedürfnis der anderen Staaten zu gewährleisten. Die aus solchen Gedankengängen entspringenden Pläne zur Umwandlung der Abrüstungskonferenz haben sogar eine ernsthaft diskutierte Derhandlungsbasis in Genf abgeben sollen. Aber wie sieht es. mit der Sowjet-Sicherheit in Wirklichkeit aus? Der gegenwärtig in Berlin ablaufende Prozeß gegen die Mörder der Polizeihauptleute Anlauf und Lenk, die 1931 von Kommunisten erschossen wurden, hat erstaunliche Dinge ans Tageslicht gefördert. Der Angeklagte Michael Klause hat gestanden, daß er im Auftrage der Partei nach Rußland gefahren ist, um dort a n einem Schulungskursus für den roten Urnsturz teilzunehmen, daß er in der Uniform der Roten Armee militärisch vollkommen ausgebildet wurde und daß an dem Kursus Kommu- nisten aus allen möglichen Ländern beteiligt waren, u. a. auch Tschechen, Ungarn, Schweden und Luxemburger. Klause fyat zugleich durchblicken lassen, daß noch jetzt versucht werde, von Moskau aus geleitete Umsturzorganisationen in Deutschland zu bilden, und daß er selber wegen seines Geständnisses der roten Terrororganisation bestimmt einmal zum Opfer fallen werde. Zu diesem „friedlichen" Bilde paßt sehr schön ein Aussatz in dem Moskauer kommunistischen Zentralorgan „Pr a wda", in dem es u. a. heißt: „Wenn die Zeit kommt, wo alle Trommeln der Roten Armee dröhnen, wenn das Wirbeln der Internationale fern und nah ertönt, wenn unsere roten Flugzeuge das Losungswort der sozialistischen Revolution über d i e Ärenzen tragen, dann kommt der Tag des Gerichts ..." Was der Berliner Prozeß enthüllt, findet also im gleichen Augenblick seine Bestätigung in Moskau. Wem sollte sich bei einem Vergleich dieser brutalen Sprache mit den schönen Reden Herrn Litwinows, der in Genf so heftig mit dem Palmenzweig wedelt, nicht das bekannte Bild von dem „Wolf im Schafspelz" aufdrängen? Wer kann es den Deutschen, den Engländern, den Schweizern, Holländern und andern an einem wahrhaften Frieden interessierten Völkern verübeln, ihr Ansehen mit einer Geschichtsfälschung belasten zu wollen — und sei diese noch so modern! daran. Nachdem die Polizei zur Polizeistelle zurück- gestehrl war, lieh Dr. heclor die gesamten Gegenstände wieder aus dem Raum auf die Straße bringen, um die so gestellte Szene- r i e durch einen Photographen des Saarlouiser Journals pholographieren zu lassen. Vor dem Schnellrichter. Fries und Kiehn waren bis zum Herbst vorigen Jahres Mitglieder der Ko mm u n i ft i - j chen Partei, traten dann bei Gründung der SWV. dieser Vereinigung bei und sind vor etwa sechs Wochen ausgeschieden. Bei dem ganzen Vorfall wurden politische Dinge überhaupt nicht berührt. Fries und Kiehn, die schon kurz nach dem ^rfall feftgenonunen wurden, wurden dem Schnellgericht vorgeführt. Den Angeklagten wurde Lanofriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen. Fries gab zu, den ganzen Tag gezecht und eine Scheibe des SWV.- Hauses eingeschlagen zu haben, bestritt jedoch, daß er, wie in der seperatistischen Presse geschildert, das Mobiliar auf die Straße geworfen habe. Demgegenüber behaupteten zwei Zeuginnen, daß Kiehn um will Sinn uuu Srist w» Hwtu Sicuj« uce Ikbcqcugung teilhaftig werden: Das Deutsche bunden von Anbeginn. Als Teil des Ganzen dienend jRote kreuz gehört dem Volke!" EPH. Im Verfolg der Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse in Hessen, Nassau und Frankfurt erfolgte. am vergangenen Sonntag die Einführung der Pröpste, Kirchenrat Trommershausen und Lic. Peter für die Propsteien Frankfurt und Nassau in der Katharinenkirche in Frankfurt. Die Einführung der Probste des h e f f ische n Gebietes findet heute in der Stadtkirche in Darmstadt statt. Die neuen hessischen Propsteien fallen räumlich mit den alten Superintendent u r e n zusammen. Das Amt der Pröpste, das in Uebereinftimung mit der Deutschen Evangelischen Kirche geschaffen worden ist, unterscheidet sich von dem der Superintendenten der alten Kirche namentlich dadurch, daß es rein geistlicher und nicht mehr kirchenregimentlicher Art ist. Der Propst ist als Stellvertreter des Landes- bifchofs für sein Sprengel der geistliche Führer der Gemeinden, Pfarrer, kirchliche Körperschaften und Vereine, lieber die Personalie der heute einzuführenden Probste sei folgendes mitgeteilt: Das Präsidium der Abrüstungskonferenz kommt nicht von der Stelle. Heftiger Zusammenprall zwischen Henderson und Barthou. - Oer Präsident droht mi seinem Rücktritt, da Frankreichs Außenminister alle Vorschläge für ein Arbeitsprogramm ablehnt, ohne eigene vorzubringen. Genf, 5. Juni. (DNB.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson hat dem Präsidium eine Entschließung zur Beschlußfassung vorgelegt, in der es heißt: Der Hauptausschuß der Ab- rü.stungskonferenz begrüßt mit Befriedigung den von den verschiedensten Seiten deutlich ausgesprochenen Wunsch, die Konferenz ihre Arbeiten fortsetzen zu sehen mit dem Ziel, zu einem A b k o m - m e n zu gelangen. Er beschließ, daß der Vorschlag Sowjetrußlands, die Konferenz in eine dauernde Friedenskonferenz umzuwandeln, einer Prüfung der Regierungen unterworfen werden muß, ehe er Gegenstand der Beratungen bildet. Er ist der Meinung, daß der Vorschlag, gegenseitige Hilfelei- stungspakte abzuschließen, in erster Linie zwischen den Regierungen verhandelt wird, die unmittelbar daran interessiert sind. Die Ergebnisse müßten dann dem Präsidenten der Konferenz mitgeteilt werden. Er bittet das Präsidium, mit allen Mitteln, die es für angemessen halten sollte, und mit der Unter- st. ü tzung einer anderen Macht oder anderer Mächte, die zur Teilnahme an seinen Arbeiten einzulaben es für notwendig oder nützlich halten sollte, den Ausgleich der Gegensätze zu versuchen, die noch bestehen. Er entscheidet, den Hauptausschuß mit allen A b - rüstungsfragen en bloc zu befassen und die politische Kommission mit allen Sicherheits- fragen. Er ist dennoch der Meinung, daß zum Zwecke einer erfolgversprechenden Behandlung dieser Frage eine politische Vorbereitung im voraus notwendig ist und daß eine verfrühte Prüfung unweigerlich Schwierigkeiten entstehen lassen würde. Er bittet daher den Präsidenten, die Vorbereitungen fortzusetzen, und b e - v o l l m ä ch t i g t ihn, das Studium der die Abrüstung oder die Sicherheit betreffenden Fragen in Angriff zu nehmen, sobald im Hinblick auf die politischen Fragen genügende Fortschritte erreicht sind. * lieber diesen Entschließungsentwurf Hendersons ging es am Dienstag im Präsidium der Abrüstungskonferenz hinter verschlossenen Türen weiter, ohne daß es zu irgendwelchem greifbaren Ergebnis gekommen wäre. Barthou stellte die Sicherheitsfrage wieder in den Mittelpunkt und lehnte den Vorschlag, dem Präsidium besonder Vollmachten zur Lösung der Abrüstungskrise zu erteilen ab. Was jetzt vorgeschlagen werde, sei genau das Gegenteil dessen, was man im Hauptausschuß beschlossen habe. Auch er sei dafür, daß Deutschland wieder in die Konferenz zurückkehre, aber er sei dagegen, daß m a n es ausdrücklich zu rück hole. Es müsse mit dem gleichen freien Willen zurückkommen, mit dem es die Konferenz verlassen habe. „Will man mit Deutschland verhandeln", fuhr Barthou fort, „meinetwegen, ober was kann man davon erwarten? Daß Deutschland dem Völkerbund Bedingungen stellt, dem Völkerbund, den Deutschland ohne Grund verlassen hat. Das wäre eine Demütigung des Völkerbundes. Wer wird das vorschlagen? Wollen Sie Deutschland bitten, zurückzukehren und Bedingungen zu stellen?" Er würde sich jedenfalls an einer solchen Rückkehr nicht beteiligen. Er verlange, daß Deutschland hier ohne jeden Zwang zurückkehre, seinen Platz einnehme und daß man dann alle Fragen der Sicherheit, der Entwaffnung und der Gleichberechtigung erörtere, um einen Ausgleich zu finden. Man kann den Zusammenbruch der Konferenz vermeiden, aber nur durch Offenheit. Ein aus Entgegenkommen entstandener Text wäre ein Text der Illusionen und der Enttäuschung. Die Welt würde unsere Entscheidungen morgen als Erfolg begrüßen, aber übermorgen wäre sie enttäuscht. Henderson erwiderte darauf, er habe die Verantwortung auf sich genommen, dem Präsidium zu helfen, aus der Sackgasse herauszukommen. Er habe das getan mit aller Unparteilichkeit. Er könne es nicht zulassen, daß man seine Unparteilichkeit tritt- fiere, andernfalls würde er die ihm anvertraute Mission aufgeben. Die gegenseitigen Hilfeleistungspakte hätten nichts mit Der Sicherheit zu tun. Es entspreche doch dem gesunden Menschenverstand, daß diese Pakte erst durch die daran interessierten Regierungen besprochen würden. Danach könne dann durch Vermittlung des Präsidenten eine Verbindung mit der Konferenz hergestellt werden. Er könne sich nicht an einem Versuch beteiligen, einen Staat, welcher es auch sei, durch einen Pakt dieser Art e i n z u k r e i se n. Er müsse die Arbei- ten der Konferenz im © e i ft e der Billigkeit gegen jeden führen. Gestern habe man es nicht fertig gebracht, ein Komitee einzusehen. Soeben habe er nun vor- schlage gemacht, die Barthou zurückgewiesen habe. Unter diesen Verhältnissen müsse er Barthou fragen, ob er nicht selbst eine Arbeitsmethode vorzuschlagen habe. Wenn er das einfach ablehne, dann müsse man morgen den Hauptausschuh einberufen. Lr als Präsident habe dann die Pflicht, dem Hauptausschuß mitzuteilen, daß das Präsidium nicht in der Lage ge- wesen sei, sich auf ein Arbeitsprogramm zu einigen. Sei die Konferenz nicht eine Konferenz für die D e r m i n d e r u n g der Rüstungen? Die Sicherheit sei wichtig, weil sie zu einer Herabsetzung der Rüstungen führen könne; ober solange eine Regierung Zer st ö rungswaffen zur Ser« fügung habe, könne man nicht von einer vollen sprechen. Deshalb müsse man z u n ä ch st die 3iu ft ungenaufein möglichst tiefes Je i d e a u senken, um Sicherheit zu haben. Barthou erklärte er sei überzeugt, daß feine Rede keinerlei Vorwurf verdiene. Habe er die Verpflichtung, einen vorzulegen, wie es der Präsident verlange? Als Chef einer Abordnung kenne er seine Verant- Wörtlichkeiten. Von welcher Seite auch eine Auf- foröerung dazu komme, so habe er das Recht, sie abzulehnen. Habe er im übrigen nicht eine sehr klare Haltung eingenommen? Gestern habe er vor- geschlagen, die dem Hauptausschuß unterbreiteten Vorschläge einem besonderen Ausschuß zu überweisen. Er halte das aufrecht. Er verlange, daß man nicht fremde Vorschläge in diejenigen hinein- mische, die in offizieller Form dem Hauptausschuß unterbreitet worden seien. Wenn man seinen Vorschlag gestern zur Abstimmung gestellt hätte, so hätte er vielleicht die Mehrheit auf sich vereinigt. Er habe nicht ein Wort gesagt, das verletzen könnte. Er wiederhole, daß er niemals, auch nur indirekt, die Loyalität Hendersons in Frage gestellt habe. Er würde nicht die Verantwortung auf sich nehmen, zu sehen, daß der Präsident zurücktrete, der Präsident, der selber alter Parlamentarier sei, Paris, 6. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, hat es mit der französischen Presse gründlich verdorben. Bereits am Dienstag bezichtigte sie ihn, daß er hinterhältig im Einvernehmen mit Lordsiegelbewahrer Eden, Unfriebegefponnen habe. Auch heute fährt sie schärfstes Geschütz gegen ihn auf, weil er durch seine Entschließung die französische Sicherheitsthese, die man mühsam vorangebracht habe, durchkreuzen wollte. Aber nicht •nur Henderson, sondern mit ihm die gesamte englische Delegation und alle diejenigen Konferenzkreise, die sich vor Frankreichs Forderungen nicht ohne weiteres beugen wollen, werden für den Ausbruch einer Krise verantwortlich gemacht, die, wie man erklärt, zwei durch einen tiefen Graben getrennte Auffassungen zutage treten lasse und der Abrüstungskonfe- renz den Gnadenstoß versetzen dürfte. In der Tat sind die Betrachtungen der französischen Blätter, so rückhaltlos sie auch die Stellungnahme Barthous gegen Henderson billigen, weil er die französische Auffassung „Zuerst Sicherheit" verteidigt habe, mehr als pessimistisch hinsichtlich der noch bestehenden Verständigungsmöglichkeiten. „Die Kon- Lonon, 6. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Die Berichte der Genfer Korrespondenten besagen übereinstimmend, daß der scharfe Zusammenstoß zwischen Henderson und Barthou die Stimmung noch düsterer gemacht hätten, soweit dies überhaupt noch möglich sei, und daß jeder Versuch, ein Kompromiß in der Abrüstungsfrage zu erreichen, durch das beharrliche Nein Barthous vereitelt werde. Im Bericht des „Daily Herald" heißt es: Die Lage wurde am Dienstag verzweifelt. Die Stimmung scheint äußerst gereizt zu werden. In den Wandelgängen der Konferenz herrscht der bestimmte Eindruck, daß Barthou Das Beste tut, um die Konferenz zu sprengen. „Nöws Chronicle" sagt: Je eher die Delegierten Genf verlassen, desto besser wird es für die Sache des Friedens und der Abrüstung fein. Die gestrigen Vorgänge haben gezeigt, daß bei der jetzigen Lage ein Fortschritt unmöglich ist. Das Konferenzbüro tritt heute nur deshalb wieder zusammen, weil die Regierungen zögern, die Verantwortung für den Fehlschlag auf. sich zu nehmen. Barthous Haltung hat bei der britischen Delegation einen sehr schlechten Eindruck ge- roerbe diese Verantwortung auch nicht tragen können. Henderson erklärte darauf, Barthou habe es gestern abgelehnt, an einem Ausschuß teilzuneh - men, der ein Arbeitsprogramm aufstellen sollte. Heute habe er das Arbeitsprogramm des Präsidenten a b g e l e h n t und habe auch nicht den Vorschlag angenommen, selbst ein Arbeitsprogramm aufzustellen. Unter diesen Bedingungen halte er es für das Beste, die Aussprache auf morgen zu vertagen. Der Hauptausschuß werde wieder einberufen werden, wenn die Lage klarer sei. Nächste Sitzung des Präsidiums Mittwoch 15.30 Uhr. ferenz scheint nach der dramatischen Sitzung von gestern in den letzten Zügen zu liegen", schreibt das „Oeuvre", das den Vorschlag Hendersons deshalb verurteilt, weil er wieder alles auftische, was die französische Diplomatie in mühsamer sechsmonatiger Arbeit ausgeschaltet habe und weil er außerdem di e Rückkehr Deutschlands in einer überaus ungeschickten, um nicht zu fragen „für sämtliche Interessen schädlichen Form" anrege. Das Blatt wirft England vor, feine alte Politik des Gleichgewichts der Kräfte in Europa verwirklichen zu wollen. „Warum ein solches Rededuell?" fragt Pertinax im „Echo de Paris" und antwortet: Einfach deshalb, weil zum ersten Mal die Mächte, die den Frieden erhalten und die Achtung der Verträge durchsetzen wollen, gezeigt haben, daß sie entschlossen sind, Beistandspakte abzuschließen, d. h: sich eintretendenfalls zu einer Koalition gegen den Angreifer zufammenzu- finden. Das „Echo de Paris" glaubt nicht mehr, daß die französische Sicherheitsthese sich in Gen durchsetzen kann, und rät deshalb, den Frieden außerhalb der Abrüstungskonferenz zu organisieren. macht. Eine seiner Bemerkungen über die Garantiefrage kam geradezu darauf hinaus, daß britische Hilfe nicht nötig sei. Es ist jetzt völlig klar, daß Barthou nichts weiter wünscht als seine Bündnisse. Der Genfer Vertreter der „Times" berichtet: Unter dem Losungswort „vor allem Sicherheit" beabsichtigen Frankreich und Rußland, ein auf Was- fengemalt beruhendes St) ft em von V e r t e i d i - gungs - Bündnissen gegen Deutsch- land aufzubauen. Dieses System nennen sie „Sicherheit" und suchen den Segen des Völkerbundes dafür zu erlangen. Bei ihrem Suchen nach Sicherheit haben die Franzofen die Bekehrung Großbritanniens als hoffnungsloses Unternehmen aufgegeben und sich in b i e Arme Rußlands geworfen. Die Sowjetregierung möchte eine französische Schutzwache für ihre europäische Tür haben, während sie sich nach dem Osten wendet. Aus diesem Grunde hat die kommunistifche Propaganda in der französischen Armee aufgehört, seitdem Barthou und Litwinow sich über ihren Plan gegenseitigen Beistandes geeinigt haben. Jeder Fortschritt, der in der Richtung einer echten Konversion der Renten erzielt' wird, bringt uns dem Ziel der Senkung des Landeszinsfußes und damit auch dem der völligen Gesundung des Äapi« talmarktes näher. Verschiebungen im Volkseinkommen. Der Zeitungsdienst des Reichsnähr« st and es teilt mit: Die starke Belebung der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr hat zu einem Anwachsen des deutschen Volkseinkommens geführt. Hand in Hand mit dieser Steigerung des Einkommens läßt sich eine Wandlung in der Verteilung und Verwendung des Einkommens erkennen. Die Ankurbelung der Volkswirtschaft durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung führte in erster Linie zu einer Steigerunades Einkommens des arbeitenden Volkes, zu einem Anwachsen der Einkommen aus der produktiven Arbeitsleistung. Auf der anderen Seite sind die Einkommen aus den Kapitalvermögen, also vor allem Zins-, Pacht- und Renteneinkommen z u r ü ck gegangen. Im einzelnen hat sich das Einkommen aus Löhnen und Gehältern von 25.80 Mrd. RM. auf 26.20 Mrd. RM., also um 1.6 v. H., aus Gewerbe und Handel von 5.85 Mrd. RM. auf 6.30 Mrd. RM., also um 7.8 v. H., aus Land- und For st wirt schäft von 3,75 Mrd. RM. auf 4.35 Mrd. RM., also um 16 o. H. gegenüber dem Vorjahr erhöht, während das Einkommen aus Kapitalvermögen von 2.25 auf 2 Mrd. RM., also um 11.1 v. H., aus Vermie- t u n au n d Pachtung von 0.80 Mrd. RM. auf 0.70 Mrd. RM., also um 12.5 v. H., aus Renten- und Penfionseinkommen von 9.22 auf 9.15 Mrd. RM., also um 6.8 o. H. verringert hat. Mit dieser Verschiebung des Einkommens zu- gunften der arbeitenden Bevölkerungsteile, die in der Richtung der sozialistischen Ziele des nationalsozialistischen Staates gelegen ist, trat auch eine Verschiebung in der Verwendung des Einkommens ein. Es machte sich eine Abkehr vom Luxusverbrauch und ein Anwachsen der Ausgaben für lebensnotwendige Erzeugnisse, wie Butter, Fleisch usw., bemerkbar. Weiterhin zeigt es sich, daß ein Uebergang Z u besseren Qualitäten stattgefunden hat. Recht erheblich ist auch das Einkommen der Möbelbranche gestiegen, was vor allem auf die durch die wachsende Heiratsfreudigkeit bedingte Sonderkonjunktur zurückzuführen ist. Ganz allge- mein zeigt sich, daß nach Ueberwindung der Notzeit der letzten Jahre eine Rückkehr z u einer gesunderen Lebenshaltung stattfindet, der sich im Laufe der nächsten Jahre die vermehrte Anschaffung von Verbrauchsgegenständen und Gütern, die dem Genuß und der Hebung der kulturellen Bedürfnisse dienen, anschließen wird. Exporierfolg der deutschen Lastkraftwagen-Industrie. Während die Ausfuhr deutscher Personenkraftwagen in den ersten vier Monaten des Jahres 1934 mit 2696 ins Ausland gelieferten Wagen um 68 Wagen geringer war als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres, hat die Lastkraftwagen -Industrie ihren Export von 798 auf 1030 Wagen steigern können. Das ist ein außerordentlich großer Erfolg, der den Rück- gang der Ausfuhr von Personenkraftwagen reichlich wettmachte. Der Auslandsabsatz der deutschen Last- kraftwagen-Jndustrie in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres überstieg den in der gleichen Zeit des Jahres 1933 erreichten um 29 Prozent, den in der entsprechenden Zeitspanne des Jahres 1932 sogar um 35 Prozent. Hauptabnehmer für deutsche Lastkraftwagen ist Spanien, bas allein 988 Wagen kaufte. An zweiter Stelle steht Belgien mit 866 Wagen, an dritter die Schweiz mit 659. Alle übrigen Bezugsländer bleiben weit hinter diesen Ziffern zurück. Der Lastkraftwagen- Export nach Dänemark ist aber im ersten Drittel des Jahres 1934 um 30 Prozent auf 125 Wagen gestiegen. Auch Schweden, Holland und Niederländisch - Indien sind gute Kunden für die deutsche Lastkraftwagen-Industrie, wenn auch insbesondere der Export nach Nieder- ländisch-Jndien neuerdings einen starken Rückgang erfahren hat. Heiwrimung der Zuständigkeiten in dersreiwilligen Gerichtsbarkeit B e r 1 i n, 5. Juni. (DNB.) Auf dem Gebiete der reiroiüigen Gerichtsbarkeit standen den Ländern bisher weitgehende gesetzgeberische Befugnisse zu. Insbesondere war die Frage, welche Behörde für eine bestimmte Entscheidung auf dem Gebiete des F a milien - und Nachlaßwesens zuständig t, in den Ländern verschieden geregelt. Die bunte Fülle der Zuständigkeitsoorschriften bereitete der karis viele Schwierigkeiten. Der neue Staat hat Abhilfe geschaffen. Die Reichsminister der Justiz und des Innern haben nunmehr die Zuständigkeiten in Familien- und Nachlaß-Sachen für das ganze Reichsgebiet einheitlich geregelt. Die Ver- orbnung bestimmt zunächst die Zuständigkeit für die Entscheidung über bestimmte Befreiungen bei der Eheschließung, nämlich über die Befreiung vom Erfordernis der Ehemündigkeit, vom Ehehindernis des Ehebruchs, ferner über die Be- reiung von der Wartezeit und vom Aufgebot. Die Voraussetzungen der Eheschließung eines Ausländers im Inlands werden völlig neu geregelt erner wird geklärt, welche Behörde für die Erteilung eines Ehefähigkeitszeugnisses an einen Deut» chen, der im Auslande heiraten will sowie ur die Eheschließung von Personen ohne inlänöi- chen Wohnsitz oder Aufenthalt im Jnlande zustän- dig sind. Weitere Vorschriften betreffen die Zuständigkeit zur Entgegennahme von Erklärungen, über die Namensführung einer geschie- denen Frau und über die Namensertei- un g an ein uneheliches Kind sowie die Zuständigkeit für die Ehelichkeitserklärung eines unehelichen Kindes und für die Befreiung von Al- ter serforöernis bei der Annahme an Kindes statt. Die Verordnung klärt sodann, welche der vorstehenden Entscheidung als Derwal- tungsentscheidungen und welche als gerichtliche Ent- cheidungen anzusehen sind, da diese Frage für das Verfahren und für den Rechtsmittelzug von ent- cheidender Bedeutung ist. — Die Verordnung tritt am 1. August in Kraft; jedoch werden Verfahren, die am 1. August anhängig sind, noch nach den bisherigen Vorschriften erledigt. Das llmtauschangebol für zwei Reichsanleihen. Zwei Anleihekonoersionen zugleich führt das Reich mit Hilfe der 4prozentigen Anleihe von 1934 durch: Die ursprüngliche 7prozentige, seit dem Jahre 1932 mit 6 Prozent verzinsliche sogenannte Hilfer- ding-Anleihe soll in die neue 4prozentige Anleihe umgetauscht werden. Gleichzeitig wird aber auch den Inhabern der im Jahre 1925 im Rahmen der Anleiheaufwertung ausgegebenen zinslosen Aule i h e a b l ö s u n g s s ch u ld das Angebot gemacht, diese Schuldverschreibungen in 4prozentige Reichsanleihe umzutauschen. Die beiden Anleihen, die auf diese Weise konvertiert werden sollen, stellten bisher eine recht unerfreuliche Belastung des Anleihemarktes dar. Die Hilferding-Anleihe erinnert an den katastrophalen Niedergang des öffentlichen Kredits unter dem früheren Regierungsfystem. Sie war schon bei ihrer Emission ein fürchterlicher Mißerfolg. Ihre hohe Effektioverzinsung und die mit ihr verbundenen Steuervorrechte legten dem Reich Belastungen auf, wie sie sonst nur Staaten mit einem völlig zerrütteten Kreditwesen zu tragen haben. Die Reichsanleihe - Ablösungsschuld ohne Auslosungsrechte, die gewöhnlich als „Neubesitz- a n l e i h e" bezeichnet wird, ist ein Ueberbleibfel aus der sehr unvollkommenen Aufwertunasgesetz- gebung des Jahres 1929. Damals hat man für diese Neubesitzanleihe weder eine Rückzahlung des Kapitals, noch eine Verzinsung in Aussicht gestellt. Man ließ die Reichsschuld völlig in der Luft schweben. Kein Wunder, daß sie zum Spielball einer wilden Spekulation wurde, die sich nicht auf dem Boden irgendwelcher politischen und wirtschaftlichen Tatsachen, sondern fast immer auf dem unkontrollierbarer Gerüchte abspielte. Die Beseitigung dieses den Kredit des Reiches schädigenden Schuldpapiers war feit langem notwendig. Mit der Durchführung ihrer Konversion in eine ordnungsmäßige Reichsanleihe tut die Reichsregierung einen großen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Neuordnung des öffentlichen Kreditsystems. Der Umtausch der zuletzt 6prozentigen Reichs- anleihe von 1929 in eine 4prozentige stellt eine echte Konversion dar. Der Umtausch erfolgt durchaus freiwillig. Trotzdem wird er dem Reiche, auch wenn man berücksichtigt, daß der Ausgabekurs nur 95 Prozent beträgt, eine dauernde Zinsener s p a r n i s von etwa 1 Prozent bringen. Dabei wird der interessante Versuch gemacht, den künftigen Kurs der Reichsanleihe dadurch stabiler zu gestalten daß das Reich jährlich ein Zehntel der Anleihesumme tilgt, und zwar, solange der Kurs weniger als 100 Prozent beträgt, durch Ruckkaufe am freien Markt. Die dabei ersparten Tilgungsbeträge werden zur Zahlung eines Zufatz- ^nses verwendet werden. Man hofft auf diese Weise eine große K u r s f e st i g k e i t der neuen Reichsanleihe zu erreichen, die dem öffentlichen Kredit nur förderlich fein kann. Der Umtausch der Neubesitz anleihe er- folgt natürlich zu wesentlich ungünstigeren Bedingungen als der der Hilferding-Anleihe. Von dem 95 v. H. betragenden Zeichnungskurse der neuen Anleihe müssen die Inhaber der Neubesitzanleihe 23,75 o. H. in bar einzahlen. Für die übrigen 71,25 v. H. werden die eingereichten Stücke der Neubesitzanleihe SU einem Kurse non 23,75 d. Sy in Zahlung genam- wen. In Anbetracht des bisherigen niedrigen Kurses der Neubesitzanleihe ist der Umtausch für die Inhaber trotzdem so außerordentlich günstig, daß eine restlose freiwillige Konversion und damit ein Verschwinden der Neubesitzanleihe als sicher angenommen werden kann. Zu allem Uebersluß wird am 22. Juni d. I. auch die Börsennotiz der Neubesitzanleihe eingestellt werden, so daß diese praktisch un- verwertbar sein dürfte. A $uLJ^QU9un9 der Neubesitzanleihe dürsten etwa 200 Millionen Mark, zur Konversion der Hilferding-Anleihe 160 Millionen Mark der neuen Reichsanleihe erforderlich sein. Für die Newzeichnungen sind keine Grenzen festgesetzt. Wie groß die 4prozentige Reichsanleihe insgesamt fein wird, laßt I'ch daher noch nicht übersehen. Aus den Neuzeichnungen und aus den Zuzahlungen der Inhaber von Neubesitzanleihe werden dem Reich jedenfalls be- trächtliche Einnahmen zufließen. Der Umtausch der 6prozentigen Hilferding-Anleihe in 4prozentige Anleihe wird ihm außerdem dauernde Zinsersparnisse bringen, die auf jährlich 3 Millionen Hark oeran- chlagt werden. Weit bedeutungsvoller noch ist aber )ie Tatsache, daß durch die zweifache Konversion ruherer Reichsanleihen einer allgemeinen freiwilligen Anleihekonversion und damit der organischen Zinssenkung der Weg bereitet wird. Paris wartet auf den Gnadenstoß für die Abrüstungskonferenz. Heftige presseangriffe auf Henderson. „Ein Fortschritt unmöglich." Oie Eindrücke der britischen Korrespondenten in Genf. nur fardie Grenze. grosse Tube 703» NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll ttn GetchmocL Die Ermordung der polizeihauvileuie Anlauf und Lenk vor Gericht. Einblicke in die kommunistischen Vorbereitungen zum bewaffneten Aufstand. Genießt Hitlers „Mein Kamps" Ltrheberrechtöschutz in Frankreich? Ein interessanter Prozeß in Paris. Start wird in Iour-Harvelle bei Hoyet in Belgien erfolgen. Der Ballon ist ungefähr der gleiche, den Cosyns bei seinem Aufstieg in der Schweiz benutzt hat. Die Gondel ist diesmal ganz aus Aluminium und zweifarbig. Cosyns will Strahlenforschungen und Untersuchungen über die Richtung der kosmischen Strahlen, ihre Intensität und ihre Durchdringungskraft vornehmen. Das genaue Datum des Aufstieges steht noch nicht fest. Cosyns will die günstigsten meteorologischen Bedingungen abwarten. Er rechnet damit, daß sich der Ballon m Richtung Frankreich bewegen und in der Rahe des Mittelmeeres niedergehen wird. Aus aller Welt. Neunköpfige Familie verbrannt. Die höhengemeinde Aichhalden bei Schramberg in Württemberg wurde heute kurz nach 3 Uhr von einem außerordentlich schweren Vrandunglück heimgesucht. Das Anwesen des Besitzers Kart Lam- brecht brannte vollständig nieder. Die ganze Familie mit neun Köpfen. Vater, Mutter und sieben Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahren, kamen in den Flammen um. Was. scrmangel erschwerte die Löscharbeiten. Das Feuer wurde erst sehr spät bemerkt, da dichter Nebel die Sicht behinderte. Die Eltern versuchten noch die Kinder zu retten, sind jedoch imZimmerimRauch e r st i ck t. Kurz vor 10 Uhr konnten die Mutter und vier Kinder aus den Trümmern geborgen werden. Hyänen der Wirtschaft. Bor der IV. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts begann der Prozeß gegen die früheren Direktoren der Metallwerke Schweitzer & Öppler AG., Berlin, Ernst Wohlgemuth und Walter Tag sowie gegen den ehemaligen Prokuristen Heinrich Ostrodzki wegen fortgesetzten Be- truges und handelsrechtlicher Untreue in meyreren Fällen. Rach der Anklage hat die Schrottfirma Schweitzer & Oppler von 1928 bis 1931 hohe Kredite ausgenommen und an die Gläubiger zur Sicherung ihrer Ansprüche Kundenforderungen abgetreten, die teils schon getilgt, teils überhaupt nie entstanden waren. Neben diesem Kreditbetrug wird der Angeklagte Wohlgemuth weiter beschuldigt, die Firma Schweitzer & Oppler an einem bereits konkurs- reifen französischen Unternehmen be t e i l i g t zu haben, das Schweitzer & Oppler schon damals 5 Millionen französische Franken schuldete. Durch den Zusammenbruch der französischen Gesellschaft war auch die hohe Beteiligungssumme von 4 Millionen französische Franken restlos verloren. Weiter soll Wohlgemuth ohne Ermächtigung im Namen seiner Gesellschaft für eine andere Firma Bürgschaften von 350 000 Mark übernommen haben, für die sein Unternehmen einstehen mußte, ohne daß Aussicht auf Ersatz des Verlustes besteht. Tag und Wohlgemuth bezogen ein festes Monatsgehalt von je 6 0 0 0 Mark; dazu kamen noch Tantiemen von 5 v. h. des jährlichen Reingewinnes. Trotz dieser Rieseneinkommen entnahmen Wohlgemuth — nach der Anklage — 190 000 Mark und Tag 42000 Mark widerrechtlich aus dem Gesellschaftsvermögen für ihre privaten Zwecke. Wohlgemuth, Tag und Ostrodzki befinden sich seit Mai 1933 in Untersuchungshaft. Matern, beauftragt, nach der Tat zu berichten. Bei einer Zusammenkunft am Vormittag des Tages der Tat in einem Lokal habe Klause gesagt, heute müsse Anlauf daran glauben. Auch die zur Ermordung bestimmten Kommunisten Ziemert und Mielke seien in dem Lokal gewesen. Matern habe den Angeklagten Max Thunert in dem Lokal eine Pi st ole gegeben. Thunert will in die Angelegenheit verwickelt worden sein, ohne die Tragweite seines Auftrages begriffen zu haben. Er habe Matern als seinen Vorgesetzten betrachtet, der ihm den Befehl zum Mitmachen mit folgenden Worten übermittelt habe: „Max, da hast du eine Kanone, heute wird es ernst." Matern habe ihm gesagt, daß er zur Deckung bestimmt sei, falls die Polizei schießen sollte, müsse er auch schießen. Er selbst habe nicht geglaubt, daß Hauptmann Anlauf getötet werden sollte. Er sei der Ansicht gewesen, daß man dem Offizier einen Denkzettel habe geben wollen. Zu seinem Entsetzen habe er plötzlich aus kurzer Entfernung gesehen, wie die Hauptleute e r - schossen zu'Boden sanken. Aus Angst, daß die Polizei bei ihm eine Waffe finden könnte, habe er seinen Revolver über einen Bauzaun geworfen. Er selbst sei in eine leere Wassertonne gekrochen, und habe den Deckel über sich gelegt. Mehrere Stunden habe er in der Tonne zugebracht und gehört, wie die Mordkommission gekommen sei. Die Beamten hätten seine Pistole gefunden und ein Beamter habe schließlich den Deckel von der Tonne gehoben, und ihn festgenommen. Auf der Polizei habe er erklärt, er sei nur unterwegs gewesen, um die Abstimmungsergebnisse über den Volksentscheid zu hören, die vom Karl-Lieb- knecht-Haus bekanntgegeben werden sollten. Die Angeklagten Holz und Wiechert spielten sich bei ihrer Aussage als Unschuldslämmer auf. Wiechert bekundete außerdem, daß er eine Pistole erhalten hatte. Er wollte aber nur geglaubt haben, daß er zum Schutze eines Demonstrationszuges bewaffnet worden fei. Die Angeklagten Br oll und Balzer geben zu, zu den Mitgliedern des berüchtigten Ordner-Dienstes gehört zu haben, die zur Deckung der eigentlichen Mordschützen am Bülow- platz bestimmt waren. Mitglieder. Großen Beifall fand die Mitteilung, daß der Präsident der Reichsmufikkammer, Dr. Richard Strauß, Geheimrat von Hausegger wieder zum Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Musikvereins berufen hat. Präsident von Hausegger berief feine bisherigen Mitarbeiter erneut in den Vorstand. An den Reichskanzler Adolf Hitler wurde ein Huldigungstelegramm gesandt. Der italienische Archäologe Eorrado Ricci f. In Rom ist Senator Corrado Ricci im Alter von 76 Jahren geftorben. Er war ein berühmter Archäologe. Seiner Arbeit ist die Wiederherstellung der wichtigsten Denkmäler des antiken Rom zu verdanken, vor allem die der Kaiserfora. „Element 93.“ — Aufsehenerregendes Experiment eines italienischen Gelehrten. Der italienische Professor der Chemie Fermi hat in der Königlichen Akademie von Lincei in Anwesenheit des Königspaares ein neuartiges Experiment der Atomzertrümmerung vorgeführt, durch das er ein neues radioaktives Element durch Atomumwandlung gewonnen hat. Die Atomzertrümmerung ist in der modernen Chemie durchaus etwas Alltägliches. Professor Fermis Erfindung ist insofern etwas Reuarttges, als er durch Zertrümmerung des Urans ein neues Element erhalten hat, von dem ein Gramm eine Energie von 60 000 Kilowattstunden enthalten soll. Das käme einer Wärmemenge von rund 52 Millionen Kalorien gleich. Da die Umwandlung eines Gramms Wasserstoff in Helium etwa 200 000 Kilowatt ergeben würde, waren schon 50 Kilogramm Wasserstoff ausreichend, um die zehn Milliarden Kilowatt elektrische Energie zu schassen die Italien in einem Fahr verbraucht. Fernu hat den neuentdeckten Stoff „Element 93" genannt. Cosyns plant einen neuen Stratosphärenflug. Der belgische Ingenieur Cosyns, der seinerzeit Professor P i c c a r d auf feinem ersten Flug m die Stratosphäre begleitete und vor zwei Fahren zu einem neuen Versuch in Dübendorf in der Schweiz aufgestiegen war, wird noch im Laufe dieses Monats einen neuen Aufstieg unternehmen. Die Vorbereitungen sind ziemlich abgeschlossen. -Der Die Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbeit* schließt ihre Pforten. Der „Völkische Beobachter" meldet: Adolf Hit- l e r besuchte Dienstagabend in Begleitung von Reichsminyler Dr. Goebbels die große Schau deutschen Schaffens am Kaiferdamm, „Deutsches Volk — Deutsche Arbei t", die nach diesem Besuch ihre Tore schloß. Aus Anlaß des Abschlusses der Ausstellung fand eine große Schlußkundgebung des Gaues Berlin der Deutschen Arbeitsfront statt. Der Landesobmann der NSBO., Staatsrat Johannes Engel, wies darauf hin, das Bedeutsamste an dieser Ausstellung sei gewesen, daß sie lediglich den Zweck gehabt habe, den Wert und die Sauberkeit der deutschen Arbeit darzutun, nicht aber der Reklame einzelner Firmen zu dienen. Der Abschluß der Ausstellung lege jedem Deutschen die gewaltige Aufgabe auf, mit erhöhtem Eifer daranzugehen, auch in Zukunft durch feine eigene Arbeit das Ansehen des deutschen Volkes zu steigern. Fedes Volk habe so viel Wert, wie es seiner Arbeit Ehre zuteil werden lasse. Und ein Volk, das feine Arbeiter nicht ehre, habe auch keinen Anspruch auf Achtung der anderen Völker. Wenn diese einzigartige Ausstellung deutscher Arbeit und deutscher Kraft jetzt geschlossen werde, so doch mit dem Willen, in Zukunft noch Besseres zu leisten. Zum Schluß dankte der Redner Adolf H -i t l e r als hem Mann«, der uns allen wieder einen neuen Glauben an die Zukunft und neue Freude an der Arbeit gegeben habe. Auf der Suche nach frostfreien Kartoffeln. Der Dozent am schwedischen Landwirtschaftlichen Forschungsinstitut Professor Carl Hammarlund ist jetzt von einer längeren Forschungsreise nach Südamerika wieder in die Heimat zurückgekehrt. Professor Hammarlund hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, eine Kartoffelsorte zu finden bzw. zu züchten, die selbst den stärksten Frö st e n standhält. Von dieser seiner letzten Reise, die ihn nach Bolivien und durch das Gebiet der Anden führte, hat er sechshundert verschiedene wildwachsende Kartoffelsorten mit nach Hause gebracht, mit denen er seine Untersuchungen anstellen will. Die Reise war, wie er einem Zeitungsvertreter erklärte, sehr mühsam und mit Strapazen verbunden, insbesondere herrschte eine Hitze, die sogar in jenen Gebieten von den Einheimischen als ungewöhnlich bezeichnet wurde. Unter ihren Einwirkungen hat der Gelehrte innerhalb von sechs Tagen zwanzig Pfund feines Körpergewichts verloren. 75 Tote bei einem vergwerksunglück in China. Nach einer Meldung aus Tanschasichan ist in einer Grube, in der vor kurzem schon eine Explosion stattfand, eine weitere Explosion erfolgt, wobei der Schacht in Brand geriet. Nach den bisherigen Meldungen sind 75 Bergleute ums fieben gekommen. Von einer Eule angegriffen und schwer verletzt. Der Besitzer eines bei Oberlahnstein gelegenen Ausflugslokals wurde, als er sich im Garten be- fand, bei Einbruch der Dunkelheit von einer Eule überfallen und im Gesicht übel zu- gerichtet. Das Tier brachte dem älteren Mann mit feinen Krallen und mit dem Schnabel schwere Verletzungen bei. Der Gastwirt hatte schon feit einigen Tagen die Eule, ein ungewöhnlich großes Tier, beobachtet, die ihn täglich zu verfolgen schien. Der verhinderte „Regenbogen“. Das französische dreimotorige Flugzeug „Regenbogen", dessen Flug über d e n Südat- lantiE von Dakar nach Natal die französische Presse in der vergangenen Woche als einen Sieg der französischen Luftlinie über die deutsche hin» stellte, und bei welcher Gelegenheit man mit Stolz darauf hinwies, daß der „Regenbogen" unterwegs den Zeppelin Überholt habe, liegt immer noch in Natal und kann wegen ungünstigen Witte- rungsbebingungen nicht zum Rückflug starten. Während „Graf Zeppelin" inzwischen wohlbehalten in Friedrichshafen eingetroffen ist, wurde die französische Poft auf einen Aviso verladen und wird nunmehr auf dem Wasserwege nach Dakar gebracht werden. Der Zeitverlust ist natürlich beträchtlich. Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit hat sich über dem Festlande wieder etwas stärker entfaltet. Da es zur Entwicklung mehrerer flachen Wirbel gekommen ist, herrscht verschiedenartige Luftzufuhr, wodurch der Witterungscharakter etwas wechselhaft gestaltet wird. Vereinzelt ist auch mit leichten Niederschlägen zu rechnen, und die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit zu niedrig. Aussichten für Donnerstag: weiter- hin wechselhaftes und mäßig warmes Wetter, vereinzelte Niederschläge. Lufttemperaturen am 5. Juni: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 11,7 Grad; am 6. Juni: morgens 8,9 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum 8 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juni: abends 18 Grad; am 6. Juni: morgens 14,1 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 9,3 Stunden. — Niederschläge 0,9 mm. ______________ Der Wittenberger Gchloßhof als evangelische Feierstätte. Ein Vorschlag. Nachdem erst vor kurzem der Vorschlag gemacht worden war, die evangelische Kirche möge i n Eisenach im Angesicht der Wartburg eine evangelische Thingstätte einrichten, wird jetzt von anderer Seite angeregt, an die große Ueberlieferung von Wittenberg anzuknüpfen und den Schloßhof in Wittenberg zu einer würdigen Feierstätte auszugeftalten. Der Direktor der Wittenberger Luther-Halle Lic. Thulin schreibt im Evangelischen Deutschland" zu dieser Frage: „Wir haben schon den eindrucksvollen Schloßhof mit der Schloßkirche. Verhandlungen zur Ausgestaltung als Thing st ä 11 e sind mitten im Gange. Wie Schweden neben Stockholm Upsala, wie England neben London Canterburn, wie Dänemark neben Kopenhagen Roskilde, so braucht die deutsche Kirche neben Berlin, leicht erreichbar und für Deutschland zentral gelegen, eine Lu- t h e r st a d t Wittenberg, in der an den historischen Lutherstätten Tagungen und Schulungen, Kundgebungen und Entscheidungen, abseits vom Getriebe der Großstadt, von den Quellen her getroffen und bis zu den Herzen hingeleitet werden können. Wir Protestanten sind nicht arm, wir sind reich an symbolstarken Stätten, an denen Luther zu uns spricht. Laßt uns nicht blind an der Stätte vorbeigehen, die die ganze protestantische Welt als d i e Stadt der lutherischen Reformation kennt und die in nichtprotestantischer Kirche oder im politischen Staatsaufbau längst eine heilige Stätte geworden wäre, zu der das ganze Volk wandert. Laßt uns das anvertraute Pfund nicht, wie so oft in vergangener deutscher Geschichte, vergraben, sondern damit arbeiten, daß es tausendfältig neues Leben wecke!" Eröffnung der Fuldaer Bischofskonferenz. In Fulda fand an der Grabstätte des Heiligen Bonifatius die feierliche Eröffnung der Fuldaer Bischofskonferenz statt. Alle deutschen Bischöfe sind in diesem Fahre zu Beratungen zu- sammengekommen. Der Bischof von Berlin, Dr. Bares, hielt die Eröffnungsansprache, in der er die Fuldaer Bevölkerung aufforöerte, das Erbe des Heiligen Bonifatius zu wahren. Nach der Pontifikalmesfe, die der Erzbischof von Paderborn, Dr. Caspar Klein, las, hielt Kardinal Bertram, der Vorsitzende der Konferenz, die feierliche Eröffnungsandacht. Danach zogen die Kardinäle und Bischöfe unter Orgelklängen durch das Chor zum Priestevfeminar, wo die Beratungen ihren Anfang nahmen. Hochbetrieb in amerikanischen Panzerplattenfabriken. C o a t e s d i 11 e (Pennsylvanien), 6. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die seit Frühjahr 1932 geschlossene Panzerplattenfabrik der Lukens Steel Company hat den Betrieb wieder aufgenommen und das frühere Arbeitspersonal um 130 Mann verstärkt. Drei weitere Panzerplattenwerke und zehn Hochöfen der gleichen Gesellschaft sind bereits seit einiger Zeit voll beschäftigt. Meine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg hat am Dienstagabend mit dem fahrplanmäßigen Zuge B e r l i n v e r 1 a s s e n und sich nach Ostpreußen begeben, wo er für einige Wochen au f feinem G u t in N e u d e ck Aufenthalt nehmen wird. Dsr K o n i g v on I t a l i en hat dem Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder das Großoffizierskreuz des Ordens des Heiligen Mauritius und Lazarus und dem Chef des Stabes der Marineleitung Kapitän z. S. D e n s ch das Kommandeurkreuz des Ordens der Krone von Italien verliehen. ♦ Am Montag trafen in München der österreichische Gendarmeriebeamte 3aut, der SA.- Sturmführer Ortner und der SA.-Mann Tief- niq, sämtlich aus Greifenburg in Kärnten, em. Der Gendarm sollte die beiden Nationalsozialisten in behördlichem Auftrag in das Konzentrationslager Wöllersdorf überfuhren, eskor- tierte sie jedoch nur bis Salzburg und über» schritt dort mit ihnen die deutsche Berlin, 5. Juni. (DNB.) Arn zweiten Verhandlungstage im Prozeß wegen der Ermordung der Polizeihauptleute Anlauf und Lenck gibt der Angeklagte Kröde einen Ueberblick über feine politische Vergangenheit. Er machte den Krieg zunächst als Armierungssoldat, dann bei der ersten Matrosendivision mit. Gleich nach Beendigung des Krieges schloß er sich der USPD, an und wechselte 1920 zur KPD. über, wo er bald als Funktionär tätig war. Als bei der KPD. ein neuer Sprengstoff ausprobiert wurde, erhielt Bröde bei den Versuchen eine so schwere Verletzung, daß ihm ein Bein amputiert werden mußte. Die KPD. stellte ihn dann als Portier im Karl-Liebknecht-Haus an. 1929 erhielt er von einem prominenten Mitglied der KPD., Gutsche, den Auftrag, sieben Leute für eine Sondergruppe auszusuchen. Vor dieser habe Gutsche bann Vorträge über Taktik und Strategie gehalten. Bröde übernahm dann den sogenannten „Ordnerdienft" Bezirk Nord, dessen Aufgabe es war, bei Demonstrationszügen an der Spitze zu marschieren und die Kontrolle bei Versammlungen durchzuführen. 1931 wurde der Angeklagte von der KPD.-Leitung für d i e Was- enlager verantwortlich gemacht, in denen sich auch zahlreiche Maschinengewehre befanden. Bröde hat wiederholt an Waffentransporten teilgenommen. Auch dieser Angeklagte bestätigt, daß die Angehörigen der KPD. mehrfach Ausmärsche in die Umgebung Berlins unternommen haben und dort militärische Hebungen veranstalteten. Im übrigen will Bröde, der fo interessante Ausführungen über die Vorbereitungen der Kommune zum Bürgerkrieg machte, von der Tat, die hier zur Anklage steht, nichts wissen. Er bestreitet, daß er, entgegen der Aussage feines Mitangeklagten Klause, am Vortage mit diesem den Mordplan besprochen hätte. , , , Der Angeklagte Matern, der sich früher als Urheber des Mordplanes bezeichnet hatte, bann aber, als er von bem Teilgestänbnis ber übrigen Angeklagten gehört hatte, von feiner Selbst- bezichtigung abgerückt war, gibt an, Klause habe den schriftlichen B e f e t) l für bie Beseitigung Anlaufs an bie Orbnergruppe gegeben unb ihn. tikels 306 bes Versailler Vertrages zurück, ben bie Gegenpartei später heranzog. Dieser Artikel enthält Vorbehalte ber alliierten Regierungen gegenüber ben literarischen usw. Rechten Deutschlanbs, soweit es sich um Fälle ber „ß a n - besverteibigung ober bes öffentlichen Interesses" hanbele. Nur Regierungen könnten ben Artikel 306 bes Versailler Vertrages für sich in Anspruch nehmen, aber kein Privatmann, beim das Urheberrecht sei ein absolutes. Im Namen ber Gegenpartei vertrat Rechtsanwalt Gallie ben Standpunkt, daß man Frankreich nicht ein politisches Programm vorenthalten dürfe, das in Deutschland in allen Schulen verteilt werde und die Richtlinien des künftigen Deutschlands feftlege. Die Ablehnung der Genehmigung zur französischen Uebersetzung sei aus politischen Gründen erfolgt. In Frankreich bestehe ein geistiges Bedürfnis, eine nationale Notwendigkeit, das Buch „Mein Kampf" zu kennen, das für Deutschland ein Katechismus geworden sei. Als zweiter Anwalt der Gegenpartei bestritt Rechtsanwalt Lamour die von Rechtsanwalt Ribarbiere ausgestellte Abrechnung über d i e V e r l e g e r t o ft e n der französischen Ausgabe unb errechnete einen Selbstkostenpreis von 38 Franken, ber ben Verbienst bes Verlages ber Nouvelles Ebitions ßatines auf 2 Franken pro Buch» hänblerexemplar herabsetze. Nach ben Pläboyers gab ber Vorsitzende bekannt, baß bie Urteils» verkünbung später erfolgen werbe. Aus bem Anatomischen 3 n ft 11 u t der Grazer Universität kam es 3U ^1-fen Zusammenstößen zwischen nationalsoziallstischen Studenten und Angehörigen bes stubenttschen Freikorps der ostmärkischen Sturmscharen. Als die Sale des Instituts von bem Geruch aus zertretenen ^613= gasphiolen erfüllt würben, trieb bie Polizei bie Studenten aus dem Gebäude. ♦ In einfacher aber eindrucksvoller Weife wurde am Dienstag der Sieger von Tfchufima, Großadmiral Gras Togo in Tokio b e 1 g e s e tz t Der Beisetzung wohnten die Prinzen und Prinzessinnen des kaiserlichen Hauses, die Heeres- und Marmeleiter und Vertreter der fremden Machte bei. Fm Trauerzuge folgten etwa eine Million Menschen dem Sarge. Kunst und Wissenschaft. Großer Erfolg Furtwänglers bei den Wagner-Festspielen in Paris. Im Rahmen der W a g n e r - F e st s p i e I e fand am Dienstagabend in der großen Pariser Oper vor ausverkauftem Hause die erste Aufführung der Meistersinger" unter Leitung von Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler statt Das Publikum nahm bie Vorstellung mit stürmischem Beifall auf. Der Vorstellung wohnten zahlreiche prominente Persönlichkeiten bei. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen TNusikvereins. Während des Wiesbadener Musikfestes hielt der Allgemeine Deutsche Musikverein im Kurhaus feine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Präsident Geheimrat Dr. von Hau feg get gedachte der Toten des vergangenen Jahres Der Wiesbadener Tagung komme durch den starken Besuch ausländischer Tonkünstler eme besondere Be» deutung zu. Der Kassenbericht weist einen Überschuß von 1800 RM. aus. Zur Zeit gehlen dem Allgemeinen Deutschen Musikverem zwei Ehrenmitglieder, 82 Mitglieder aus Lebenszeit und 550 ordentliche Mitglieder an. Der Zuwachs betragt 50 Paris, 5. Juni. (DNB.) Dor dem Pariser Handelsgericht fanden die Plaidoyers in dem Prozeß tatt, den der Eher-Derlag gegen ben Pariser Verlag Nouvelles Ebitions ßatines angestrengt hat, ber ohne Erlaubnis bes Verfassers eine französische Ausgabe bes Buches „M ein Kampf" herausgebracht hat. Diese Ausgabe war auf Antrag bes Eher-Verlages wegen Verletzung bes Urheberrechtes von den französischen Polizeibehörben auf Grunb einer einstweiligen Verfügung beschlagnahmt worben. Im Namen bes Eher-Verlages plädierten zwei ranzösifche Anwälte. Rechtsanwalt Ribarbiere berief sich auf bas Berner Abkommen von 1886 über den Schutz bes literarischen Eigentums. Den französischen Verleger habe es pro Exemplar nur 7,50 Franken gekostet, währenb es an bie Buchhänbler für 40 unb an bie ßcfer für 60 Franken abgesetzt würbe. Daraus lasse sich ber egoistisch-kommerzielle Charakter ber unerlaubten französischen Ausgabe bes Buches erkennen. Der Einwanb, daß es sich um ein politisches Glaubensbekenntnis handele, das der Allgemeinheit nicht vorenthalten werden dürfe, sei zu- rückzuweisen, da, wenn nicht die Ideen, so doch b i e Form, bie ber Verfasser seinen Jbeen gegeben habe, geschützt sei. Auch bie politischen Artikel von Poincar4 ober Mussolini seien geschützt. Der Rechtsanwalt beantragte, für ben Eher-Verlag 10 000 Franken Schabenersatz unb Beschlagnahme ber unerlaubten Ausgabe. Rechtsanwalt Mail- larb wies im voraus bie Anwenbung des A r - Preußen. 7!S -Gemeinschaft ^Kraftdurch Freude" auf dem Gleiberg. * Krofdorf, 3. Juni. Am gestrigen Sonntag veranstaltete die Kreisführung des Kreises Wetzlar der NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Ausflug nach der Büro Gleiberg. Aus allen Orten erschienen die Volksgenoffen, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen. In Wetzlar war der Sammelpunkt an der Ueberführung. Von hier aus ging es über Naunheim nach Waldgirmes, wo Frühstückspause gehalten wurde. Trotz des (langersehnten) Regens, ging es weiter durch die herrlichen Wälder am Fuße des Dünsbergs. Schließlich brachen die ersten Sonnenstrahlen hervor. Bei herrlichstem Sommerwetter wurden nun die Orte Bieber, Rodheim, Krofdorf durchwandert. Gleiberg hatte zu Ehren der Gäste reichlich mit den Fahnen des neuen Reiches geschmückt. Auf der Burg Gleiberg fand ein gemeinschaftliches Mittagessen statt. Nach dem Essen versammelten sich die Beteiligten im Garten der Burg, wo sich inzwischen eine stattliche Anzahl Gäste aus den umliegenden Ortschaften eingefunden hatten. Der Vorsitzende des Gleibergvereins, Direktor Menten, begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung „Kraft * durch Freude" auf das Herzlichste. Inzwischen traf Kreisleiter Haus- Wetzlar ein, der seine Freude darüber zum Ausdruck gab, daß der Gleibergverein zum größten Teil an der Feier beteiligt war. In kurzen Umrissen schilderte Kreisleiter Haus Zweck und Ziel der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Zur Verschönerung des Tages trugen die Gesangvereine Krofdorf und Gleiberg deutsche Lieder vor. Die Damenriege des Turnvereins Krofdorf erfreute die Gäste mit Keulen- und Freiübungen, sowie mit deutschen Tänzen die großen Beifall fanden. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat den Beweis geliefert, daß sie bestrebt ist, dem deutschen Arbeiter der Stirn und Faust das zu erschließen, was ihm bisher verschlossen war. Im übrigen darf die Veranstaltung der Kreisführung Wetzlar als wohlgelungen bezeichnet werden. Das Urteil im Frankfurter Eigenheim-Prozeß. LPD. Frankfurt a. M., 4. Juni. Die seit einigen Tagen vor der Großen Strafkammer geführte Verhandlung gegen drei leitende Kräfte der zweiten Verwaltung der Deutschen Eigenheimgesellschast ging Montag zu Ende. Der Staatsanwalt beantragte gegen die beiden Vorstandsmitglieder H. M ü n n ck e genannt Klaus Groth und Andreas Wagner Gefängnisstrafen von 18 bzw. 21 Monaten und Haftbefehl und Freisprechung des dritten Beschuldigten Georg Scheffner. Das Gericht verurteilte die beiden Vorstandsmitglieder unter Freisprechung im übrigen wegen genossenschaftlicher Untreue und Vergehens gegen Paragraph 147 des Genossenfchafts- aosetzes Münncke zu drei Monaten einer Woche Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe, Wagner zu sechs Monaten Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe; Georg Scheffner wurde freigesprochen. Haftbefehle wurden nicht erlassen. Historischei- Brunnen freigelegt. LPD. Dillenburg, 3. Juni. Innerhalb der unterirdischen Gewölbe des ehemaligen Schlosses befindet sich ein tiefer Brunnen, der seit mehr als 100 Jahren zugeschüttet lag. Der Freiwillige Artz eitsdienst hat nunmehr den Brunnen in monatelanger Arbeit 54 m tief bis auf die Sohle der Dill ausgegraben. Der gefährlichste Teil der Arbeit war das Herausnehmen der Arbeitsbühnen. Dabei mußten sich die Arbeitsdienstwilligen, die angeseilt waren, gewissermaßen den Boden unter den Füßen wegsägen. Oie mitteldeutschen Bäcker tagen in Oberlahnstein. LPD. Oberlahnstein, 2. Juni. Der Zweigverband mitteldeutscher Bäckerinnungen, der sich aus den Regierungsbezirken Wiesbaden und Kassel zusammensetzt, wird seine diesjährige große Verbandstagung am 17. und 18. Juni in Oberlahnstein abhalten. Zu dieser Tagung werden etwa 500 bis 600 Vertreter des Bäckerhandwerkes erscheinen. Reichshandwerkführer Schmidt-Wiesbaden wird sehr wahrscheinlich an dieser Tagung teilnehmen. ztrers Metzlar. * Krofdorf, 5. Juni. Die 13jährige Tochter des hiesigen Weißbinders Germer, die, wir berichteten bereits darüber, als sie sich am Herd beschäftigte, durch ihre in Brand geratenen Kleider schwere Brandwunden erlitt, ist bald nach ihrer Einlieferung in die Chirurgische Klinik in Gießen ihren Verletzungen erlegen. (D Krofdorf, 3. Juni. In unserem Ort ist der Wunsch ausgetaucht, den einstmals bestandenen, aber seit Kriegsbeginn ruhenden Kriegerver- e i n wieder zu neuem Leben zu erwecken. Dieser Tage fanden die ersten Besprechungen darüber statt mit dem Ergebnis, werbend an die in Frage kommenden ehemaligen Soldaten heranzutreten und in einer bald abzuhaltenden Versammlung den Führerrat zu bestimmen. Die Fahne des alten Krie- gervereins ist noch vorhanden. Gedenkstein für einen Banater Dichter in Fürth i. O. Fürth (Odenwald), 4. Juni. (LPD.) Die Weihe eines Gedenksteins für den Banater Dichter Adam M ü l l e r - G u t t e n b r u n n, wohl den bedeutendsten Dichter deutscher Zunge im Ausland, bedeutete für die freundliche Odenwaldgemeinde Fürth einen Festtag, denn 41 Banater Schwaben waren nach Fürth gekommen, dem Herkunftsort ihrer vor 200 Jahren aus dem südlichen Odenwald ausgewanderten Vorfahren. Nach dem gemeinsamen Kirchgang am Morgen, bei dem die feierliche Tracht der Gäste Wohlgefallen erregte, machte zwar ein hartnäckiger Gewitterregen in den Nachmittagsftun- den den Feftzug ,^u Wasser", aber der Weiheakt, zu dem sich die Witwe und die Tochter des Dichters aus Wien eingefunden hatten, vereinte doch eine ansehnliche Gemeinde aus nah und fern. Professor Männer (Weinheim), der geistige Vater dieser Wiedersehensfeier, hielt die Festansprache. Für die Noch heute erwirb das Zeichen der Sportflieger! Jeder deutsche Volksgenosse kann es besitzen, wenn er Mitglied einer Flieger - Ortsgruppe wird. Kein Deutscher darf bei dieser Förderung unserer Sportfliegerei fehlen. TNonalsbeitrag: Aktive Mitglieder 1,— Mark, fördernde Mitglieder 2,— Mark. Jedes Mitglied darf das Flieger-Abzeichen tragen. Anmeldungen an die Geschäftsstelle der Flieger-Ortsgruppe Gießen, Kreisamt Gießen. hessische Negierung sprach Oberstudienrat Dr. Leip (Darmstadt), für den Odenwaldklub Professor Kissinger (Darmstadt). Die Landesaruppen Hessen, Baden und Württemberg des VDA. feierten den Dichter. Zu Herzen gingen die Dankesworte des Bürgermeisters Klotz (G'uttenbrunn) und des Führers der Banater Jugend Dr. Mussar (Guttenbrunn), der aus Banater Erde einen Rosmarienstrauß zum Einpflanzen vor dem Denkmal mitbrachte. Hessische DDA.-Jugend überreichte als sinnige Gegengabe ein Säckchen mit Heimaterde, um sie dem Dichter auf sein Grab in Guttenbrunn zu streuen. Ein Neffe des Dichters, Johannes L u ck h a u p, hielt eine Ansprache im Banater Dialekt, der sich vom Odenwälderischen kaum unterscheidet. Unter Böllerschüssen fiel die Hülle von dem Gedenkstein, den Bürgermeister Bettig in die Obhut der Gemeinde nahm. Als die Sonne später durchkam, vereinte noch frohe Stunden Gäste und Einheimische auf der Festwiese. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 7. Juni. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Wertzekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Kinderstunde, Märchen und Kinderlieder. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 17.30: Unbekannte Dichter: Rudolf Kipp. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Rasse. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! 19: Konzert. Werke von Hermann Noetzel. 19.40: Volkslieder aus unserer Zeit. 20: Nachrichten, 20.15: Stunde der Nation. Aus den Berliner Kunstwochen: Konzert. 21: Das Schweineschlachten (Krach um Jolanthe). Don August Hinrichs. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Freilag, 8. 3unL 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Uebertragung nach Stuttgart: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde der Frau. Krankenschwestern erzählen. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Zum 140. Todestag von Gottfried August Bürger. Gedenkworte von Hans Döring, Karlsruhe. Rezitation: „Leonore" (Karl Heinz Dieckmann). 17.45: Der neue Rilke-Kreis. Fünf Lieder. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Rund um. die Mühle. Hörfolge. 18.50: Griff ins Heute. 19: Allerlei Getier. Zahme und wilde Attraktionen. 20: Nachrichten. 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation. Carl Hagenbeck. Zu seinem 90. Geburtstage. 21: Solistenkonzert. Das Rundfunkorchester. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Deutsche Mundarten. 24 bis 1: Nachtkonzert. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. V.: H. L. Neuner. Anzeigenileiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERNARD Hans Laberenz Wir betrauern den Tod unseres lieben Alten Herrn 3397 D Gießen, im Juni 1934. 3395 Dl Stellenangebote Lollar, den 5. Juni 1934. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 7. Juni, nachmittags um 4 Uhr, von der Friedhofskapelle aus statt. 3398D £ui Waschtag, mit radfahrer zusammen. Das Gericht verurteilte ihn zu 2 0 R M. G e l d st r a f e. Die neue Sammlung führt den Titel: „Wer führt das Dritte Reich?" und zeigt Ihnen in 250 Kunstdruckbildern mit Goldrand die führenden Männer des Dritten Reiches. bei der i man bleibt. Da$ Dirndlkleid erfreut sich wieder großer Beliebtheit und in diesem Jahr ist es sogar „letzter Schick“. Sowas müssen Sie natürlich auch haben, meine Damen. Meine Dirndlstoffe sind so reizend und praktisch. Sie werden staunen, wie billig Sie so etwas bei mir finden. CarlNowack Inhaber: Carl Heinz Schlüter Gießen, Seltersweg 81 3386 A BreniholzirodSIgetnelil gibt laufend ab 3130D Damplsägewerk Abendstern, Tel. 3580 Donnertag, den 7. 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