Nr. 55 Erstes Blatt M- Jahrgang Dienstag, 6. Marz 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Krantsurt am Main llb86 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R.Lange in Gießen. 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Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm wagen besteigen sehen, der kurz daraus in An anderer Stelle bringt „Echo de Paris" eine lange Kombination seitens Dijons entsandten Sonderberichterstatters, in der behauptet wird, daß Prince gar nicht mehr lebend in Dijon gewesen sei, dah das in Dijon aufgegebene Telegramm an seine Frau ebenso gefälscht gewesen sei, wie der Meldezettel im Hotel und dah Prince während einer vier Minuten dauernden Durchfahrt durch einen Tunnel gelö- t e t und die Leiche aus dem Zug geworfen sei, wo die Mörder sie später auf den Schienen festgebunden hätten. Line sensationelle Nachricht traf in den Abendstunden aus Dijon ein. Ein medizinischer Sachverständiger, der mit der genauen Untersuchung der Lungen, der Nieren und der Leber Prince' beauftragt war, Hal einwandfrei seslgestellt, dah sich in diesen Organen ein Giftstoff befindet, dessen genaue Zusammensetzung infolge dee Paris, ö.März. (DNv. Funkspruch.) „Echo de Paris" bringt heute neue aufsehenerregende Mitteilungen zum Fall Prince. Ein Mitarbeiter des Blattes will bei dem Wagenwäscher der Garage, in der der Wagen des inzwischen verhafteten Privatsekretärs Staviskys untergestellt war, erfahren haben, dah der Wagen in der Nacht zum 2 1. Februar, also in der Nacht des Todes des Gerichtsrates Prince nicht in der Garage war. Der Wagenwäscher soll sich erinnern, dah dieFrau des Privatsekretärs, wenn sie den Wagen benutzte, stets von einem grohen weih-s ch warzen Hunde begleitet gewesen sei. Nach Zeitungsberichten habe man nun unweit des Ortes, wo sich die Leiche von Prince befunden habe, eine Frau mit einem weihen Hund einen Kraft- Die neue Mandschurei alsZnteressensetd der Großmächte. Die Persöntichkeii Kaiser Puyis als Garant wirtschaftlichen Wiederaufstiegs.—Amerika und England hegen Hoffnungen für ihren Handel. Estlands Deutschtum. Von C. v. Kügelgen. Richard Bahr schließt sein Kapitel über die Balten in dem kürzlich erschienenen Werk „Volk jenseits der Grenzen" mit einer lehrreichen Anekdote. Als Graf Alexander Keyserling einmal seinem Göttinger Studienfreund Bismarck über die Baltischen Provinzen erzählte, soll dieser mit dem Wort Friedrichs des Grohen gefragt haben: „Kerls, wollt ihr denn ewig leben?" Eine solche Gesinnung, meint Bahr, wäre heute unerträglich, und er weist daraus hin, daß für das militärisch schwache Nachkriegs-Deutschland es von wesenhafter Bedeutung sei, daß an den baltischen Gestaden jene „Kerls leben. Als Wächter und Verwalter eines reichen deutschen Erbes und als Stützen westlicher Kultur gegen anarchische Gewalten des Ostens. Daß die Balten die historische Ausgabe Estlands nicht allein und nicht aus eigener Kraft zu vollführen vermögen, ist ihnen bewußt. Das geht schon aus ihrer geringen Zahl hervor. Man rechnet in Estland mit 20—25 000 Balten, nachdem Krieg und Revolution etwa die Hälfte von ihnen vernichtet und versprengt haben. Rur in enger Zusammenarbeit mit der Million Esten, mit denen sie die einst deutschen Städte und in schwächerem Maße das flache Land teilen, kann die kleine Schar der Balten wesentliche Wirkungsmöglichkeiten ausüben. Freilich müssen sie, um das zu tun, sich am Leben erhalten, d. h. also Deutsche bleiben mit ihrer alten Kultur und Überlieferung. Der estländische Staat hat bekanntlich nach der kulturzerstörenden Agrarrevolution als wertvolle Frucht baltisch-estnischer Zusammenarbeit als erster in Europa seinen Volksgruppen eine Kulturautonomie geschenkt. Arbeiter in Frage kommt, 90 v. H. der industriellen Betriebe der Staaten umfassen. An der Tagung nehmen auch die Vertreter der noch unkodifizierten Wirtschaftszweige teil. Die insgesamt 3500 Vertreter haben sich die Aufgabe gestellt, die in den letzten acht Monaten zutage getretenen Unklarheiten und Mißstände des Code-Systems gemeinsam mit der Regierung zu beseitigen. Roosevelt erklärte u. a., er wolle die Ursache der Krise, aus der Amerika sich langsam aufraffe, durch den Wahlspruch charakterisieren: „Jeder für sich e I b ft; d e r Teufel greift den letzten", Bereicherung auf Kosten anderer, Uebertragung einer Industrie aus einer in die andere Stadt, unlauterer Wettbewerb, schwindelhafter Aktienhandel in gigantischem Ausmaß, fehlende Planwirtschaft und so gut wie keine sozialen Rücksichten eien Hauptmerkmale des bisherigen Systems gewesen. Was seitdem zur Bekämpfung der Krise und zum Wiederaufbau der Wirtschaft getan worden sei, ei weder Kommunismus noch Faschismus, noch Kollektivismus, sondern Anwendung der guten demokratischen Grundsätze, die in Amerika jahrelang in Vergessenheit geraten seien, als Amerika sich von Sondergruppen habe regieren lassen. Durch das NJRA-Gesetz sei die Zusammen- oder republikanisches Experiment. Wir können unter diesen Umständen — fährt die „Morning Post" fort — nur mit Bedauern erfahren, daß Britannien, das so lange ein Freund und Unterstützer der Manschu-Dynastie gewesen ist, bei der Thronbesteigung gänzlich unvertreten war. Allerdings hat weder England noch irgendeine andere Großmacht den neuen Staat anerkannt; Japan natürlich ausgenommen. Wir nehmen an, daß die Empfindlichkeiten Chinas und des Völkerbundes zu berücksichtigen waren. Aber diese unglücklichen Entwicklungen sind bereits in den „historischen Hintergrund" verschwunden." — Das Blatt schließt mit dem wiederholten Hinweis auf die Vereinigten Staaten, die ihre Haltung zu dem neuen Staate ändern wollen und spricht den selbstlosen Wunsch aus, daß sich dort auch für den englischen Handel ein gutes Feld eröffnen würde. — Andererseits darf nicht übersehen werden, daß die Errichtung eines neuen Kaiserreichs in der Mandschurei, unter dem Schutze Japans und vor den Toren der Mongolei, in Moskau viel Mißtrauen hervorgerufen hat. Die japanischen Blätter hatten gemeldet, daß Rußland bereits neue Divisionen in der Mongolei versammelt, die Russen bestreiten das. Auf alle Fälle ergeben sich neue Reibungsflächen, denen ein neuer amen- -anischer Vorschlag zur Schaffung eines allgemeinen Nichtangriffspaktes entgegentreten will. Die Am des wirtschaftlichen Wiederaufbaus in USA. Roosevelts Programm des Ausgleichs. Washington, 5. März. (DNB.) Roosevelt eröffnete am Montag die Konferenz der £ireftoren der NJRA-Codes, die bis letzt bereits 600 Wirtschaftszweige, und, soweit die Zahl der beschäftigten Das Programm der Oreimächte konserenz in Rom. politischer Konsultativpakt und wirtschaftliches liegionalabkommen. arbeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf der einen Seite und Verteiler und Verbraucher auf der anderen Seite m die Wege geleitet worden. Die große Mehrheit des amerikanischen Volkes habe diesem neuen Ziel, das ein Ausgleich zwischen Landwirtschaft und Industrie, zwischen Hersteller und Verbraucher, zwischen Unternehmer und Arbeiter sowie zwischen Einfuhr und Ausfuhr sei, begeistert zugestimmt. Er begrüße jede aufbauende Kritik, halte jedoch ein rein negatives Bekritteln des großen Werkes, das die Nation jetzt vor sich habe, für unpatriotisch. Er wolle ganz klar sagen, daß man zu den alten Methoden und den alten Verhältnissen nicht zu- rückkehren werde. , „ Die in den letzten Wochen vorgebrachten Be- schwerden richteten sich auch nicht gegen die Regierung oder gegen das NJRA-System, sondern gegen beftimmte Lücken in den Verordnungen und bewiesen, daß er den richtigen ®eg gegangen sei. Die Industrie dürfe nicht den Gewinn, sondern die Schaffung von Kaufkraft als erstes und höchstes Gebot betrachten. Denn 90 v. H des Volkes lebten von Gehältern und I Löhnen, und deren Kaufkraft fei lebenswichtig für I die gesamte amerikanische Wirtschaft. N-U-N Reich qeaenüber einem normalen, Kultur und, wag en besteig en egen -er WÄst fordernden Verhältnis Platz macht. iRichlung Paris zuruckgefahren fei. rung erhalten hat und ein Transportwesen, das nicht nur Straßen und Bahnen, sondern auch einen ausgedehnten Flugdienst einschließt. Der Kontrast zwischen den Räubereien der „Kriegsherren" und Banditen, die die Beuten aus reichen Provinzen unter sich teilen und einer tatkräftigen Regierung übt bereits seine Wirkung auf die Wohl- ahrt des Volkes aus. Diese Anzeichen lassen mit Vertrauen auf den Erfolg dieser neuen und ältesten aller Regierungen blicken, die sich auf ererbte Rechte tützt und wahrscheinlich viel bester für die Geister ihrer Untertanen paßt, als irgendein demokratisches AM Kombinationen Über die Ermordung des Gerichtsrats prince. War die Frau von Staviskys Privatsekretär beteiligt? - Lft prince vor der Ermordung mit Chloroform betäubt worden? London, 5. März. (Priv.-Tel.) Die Feierlichkeiten der Einsetzung des neuen mandschurischen K a t f e' r s sind nun glücklich vorbei und das befürchtete Attentat auf den „Sohn des Himmels" ist ausgeblieben. Puyi, der bisherige Chef der Verwaltung von Mandfchukuo, Sproß der alten Man- dschu-Dynastie von China, hat als Kaiser bekanntlich den Namen „Sang T e h" angenommen. Er trug bei den Feierlichkeiten d i e Uniform eines Feldmarschalls seiner Armee. „Aber es ind. noch andere Anzeichen vorhanden", sagt die „Morning Post", daß er nicht nur der Fürst seiner dahingeschiedenen Dynastie ist, der sich an dem starken Arme Japans festhält. Des Kaisers alter eng- li cher Erzieher, Sir Reginald John st o n hat eine hohe Meinung sowohl von dessen Charakter wie von seinen Fähigkeiten. Die Fortschritte in der Beruhigung seines Landes sind nicht nur das Ergebnis der Arbeit seiner japanischen Freunde und Beschützer, sondern zum großen Teil auf des Kaisers eigene Politik, die Fähigkeiten seiner chinesischen und Mandschu-Minister und den Widerhall, den er bei) einen alten Gefolgsleuten und Untertanen gefunden hat, zurückzuführen. Es gibt bereits viele Zeichen der Stabilität des neuen Staates, der eine neue Wäh - Scholle lassen die Balten ihren Kampf um Heimatrecht fortsetzen. Sie haben auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens am Neubau des Landes mitgear- b eitet. Das ist nicht vergebens gewesen und tragt seine Früchte selbst in dem am stärksten Zerstörten Bezirk, i n d e r b a 111 s ch e n L a n d w i r t s ch a f t. Hier wurde nach der radikalen Agrarreform em Teil des enteigneten Gutsbesitzes nicht aufgeteilt, um die wertvollen Rasseherden zu retten Dadurch wurden manche von den alten bewahrten Gutsbesitzern zuerst als Pächter, dann als Besitzer von Stammhöfen dem Lande erhalten. Ihre Leistungen in Viehzucht und Ackerkultur werden von den Esten bereitwillig anerkannt. Zahlreiche Prämiierungen bei landwirtschaftlichen Anstellungen und Wettbewerben legen von dieser wertvollen Kulturarbeit der über das ganze Land verstreuten mitten im 23olf arbeitenden baltischen Landwirte Zeugnis ab. Dieser Arbeit für Estland in engster Gemeinsamkeit mit dem estnischen Volk kann der Geist der Erneuerung der Gemeinnutz vor Eigennutz stellt, nur förderlich fein. Von ihm sind und bleiben die Balten erfaßt. Ihr heißes Wünschen geht dahin, daß alle ihre Volksgenossen vom nationalsozialistischen Ideengut, das baltischer Geistesart so nahe liegt, ganz durchdrungen werden. Dann so hoffen sie, wird es ihnen auch gelingen, das Mißtrauen der estnischen Schollengenossen gegen bas neue Deutschland zu überwinden. Sie würden nichts mehr begrüßen als wenn die für Estland jo schädliche Ferndsellgkelt dem Die Entstehung eines innerlich starken Deutschen . Reiches hat nun in den Baltischen Staaten, wie in . vielen anderen, eine Welle der Beunruhigung her- oorgerufen. Sie wurde in Estland noch künstlich genährt im Innern durch die Sozialdemokraten, von | außen durch kommunistische Einflüsterungen und das chmähliche Hetzblatt der Emigranten in Riga, „Europa-Ost". Der Staat Esti ist ja mit seinen , Kommunisten fertig geworden, was seine internationale Lage nicht wenig gefestigt hat. Die estnische Sozialdemokratie, nach dem großen Land- ' raub gesättigt, hatte sich auf ihre Grundsätze natio- , naler Duldung besonnen. Doch infolge der Nieder- , werfung des Marxismus in Deutschland sind auch , die Sozialisten Estlands, wie schon vorher die der ( anderen baltifchen Staaten, Träger chauvinisti- . scher Angriffslust gegen die Deutschen geworden. . Die Erkenntnis, daß nationalsozialistisches Ideen- , gut an den Grenzen des Reiches nicht Halt macht, drängte die estnischen Sozialdemokraten und auch die bürgerlichen Parteien um so mehr in Abwehr, als im Lande eine mächtige Partei, die der „Freiheitskämpfer" entstand, die auf faschistischen Grundsätzen beruht. Die „Freiheitskämpfer", die in der Kammer noch keine Rolle spielen, errangen bei einer von ihnen vorgeschlagenen Volksbefragung einen glänzenden Sieg über alle bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie. Das von ihnen durchgesetzte verfassungsändernde Gesetz macht der bisherigen absoluten Parlamentsherrschaft ein Ende, indem es u. a. das Amt eines vom Volk gewählten Staatspräsidenten schafft anstelle des bisherigen Staatsältesten in Person des Kammerpräsidenten. Während so bei allen estnischen Parteien, mit Ausnahme der „Freiheitskämpfer", Argwohn und Haß gegen den Nationalsozialismus wuchsen, machte die große Erweckung des deutschen Volkes auf die Balten einen erhebenden Eindruck. Viele der herrlichen Ideen, die das deutsche Volk ergriffen, fanden hier begeisterten Widerhall, wie die der moralischen Wiedergeburt, der Führerverantwortlichkeit und der Hingabe an das Volk. Andere Seiten, etwa die Behandlung der Judenfrage, wurden abgelehnt. Durch die verschiedene Einstellung zum deutschen Nationalsozialismus entfernen sich die Kurven der weltanschaulichen und stimmungsgemäßen Entwicklung bei den alten estnischen Parteien und bet den Balten schnell voneinander. Die Gefahr rouroe nicht erkannt. Daher führten das Hervortreten der baltischen Nationalsozialisten in Reval und ihr Anspruch auf die politische Leitung l0rer genoßen zu einem schweren Mißerfolg auf der ganzen Linie. Wohl sahen die .klügsten politischen Köpfe der Esten bald ein, daß die baltischen Rationalsozialisten, wie das ihr Führer, o. Zur- Mühlen, verkündet hatte, loyal im.estnischen Staate Mitarbeiten wollten, also keine Gefahr bedeuteten? aber man benutzte das Hervortreten der Balten, um die Freiheitskämpfer zu treffen, Die das Auftauchen des beutf(f)en K in Estland ermöglicht hätten. Diese schüttelten da - auf prompt jede Gemeinsamkeit nut den Balten all von ihrem Recht Gebrauch und ftz traten brndjten eine scharfe Interpellniwn und Ge- STÄB-LKFL LLSLEtzZi tums fest zusammen, indem Gemeinsinnl und Disziplin schnell alle Gegensätze verschwinden eßen. Demnächst wird auch die Leitung der Kult tunq wohl im alten Bestände wiedergewahtt werden Staatliches Denken und unaustilgbare Oieve z Wien, 5. März. (DNB.) Der Budapester Berichterstatter des Neuen Wiener Tageblattes erklärt, daß das Programm der am 14. März in Rom beginnenden Dreimächtekonferenz neben den wirtschaftlichen Fragen den Abschluß eines Konsultativpaktes zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn vvrsehe. Der Abschluß einer Zollunion sei nicht vorgesehen, dagegen würde ein Regio- nalpakt angestrebt. Man rechne damit, daß die Tschechoslowakei früher oder später beitreten werde. Schwieriger fei jedoch der Interessenausgleich mit Deutschland, da die vorgesehene Triester Freihafenzone eine empfindliche Schädigung des Hafenbetriebes von Hamburg und Bremen nach sich ziehen würde. In dem Konsultativpakt werde die völlige Ueber- einstimmung der drei Mächte in den sie gemeinsam berührenden Fragen festgestellt und darüber hinaus vereinbart, in Zukunft eine gemeinschaftliche Verständigung in allen großen internationalen Fragen herbeizuführen. Der Konsultativpakt solle formal für d e n Beitritt der übrigen Mächte offengehal- t e n werden. Wie weit jedoch eine direkte Aufforderung an bestimmte, an den südosteuropäischen Fragen direkt interessierten Mächte erfolgen soll, scheine noch nicht festzustehen. Man soll in römischen Kreisen eine Formel suchen, die vor allem den Beitritt der Mächte der Kleinen En- t e n t e ermöglichen würde. Ueber den praktischen Wert eines Konsultativpaktes bestehen jedoch in Budapest Zweifel, da eine Ueberwindung der in den südosteuropäischen Fragen bestehenden Gegensätze und Schwierigkeiten durch einen derartigen rein formalen Pakt nicht erwartet wird. Auf der Rückreise von Berlin nach Sofia hatte, wie jetzt bekannt wird, König Boris eine Zusammenkunft mit König Alexander von S ü d s l a w i e n. Auf der Station Mladenowatz, 50 Kilometer südlich von Belgrad, stieg König Alexander m den Orientexpreß und begleitete König Boris bis zur nächsten Station, Tschuprija. Beide Könige blieben miteinander ungefähr eine Stunde im Gespräch. Obwohl in einer amtlichen Mitteilung der private Charakter dieses Zusammentreffens betont wird, nimmt man in politischen Kreisen an, daß sich die Unterhaltung um den Balkanpakt und um Fragen der großen europäischen Politik gedreht habe. Sucht Rumänien nach einem neuen Kurs? Budapest, 3. März. (DNB.) Der Bericht- erstatter der katholischen „Nernzeti Ujsag" berichtet feinem Blatte aus Bukarest, Rumänien sei nicht wie Prag wegen der italienische-öfterreichlsch-unga- rischen Verhandlungen in Nervosität geraten, sondern warte in aller Ruhe die Entwicklung ab. Der Berichterstatter will dahin unterrichtet worden sein, daß Rumänien am lieb st en aus der Kleinen Entente ausscheiden möchte. Man weife in rumänischen Kreisen darauf hin, daß aus dem bisherigen Verhältnis innerhalb der Kleinen Entente in'der Hauptsache die Tschechoslowakei Nutzen ziehe, indem sie ihre Jn- dustrieerzeugnisse in den beiden anderen Staaten umsetze. Während Südslawien auffällig von der Tschechoslowakei in der Abnahme landwirtschaftlicher Erzeugnisse bevorzugt werde, werde Rumänien diesbezüglich äußerst ftief- mütterlich behandelt, so daß das weitere Verbleiben Rumäniens in der Kleinen Entente keinen Wert habe. Ein Abschwenken Rumäniens । sei, dem Berichterstatter zufolge, bald zu erwarten, da der Einfluß Titulescus stark im Schwinden begriffen fei. geringen zur Verfügung stehenden organischen Stoffe noch nicht festgestellt werden konnte. Der Sachverständige ist jedoch der Ansicht, daß es sich um eine Art Chloroform handele. Dieses Ergebnis würde die ersten Vermutungen bestätigen, wonach Prince vor feiner (Ermorbung betäubt worden fei. Marktsicherung in der Landwirtschaft. Eine Warnung vor Fehlinvestitionen. Die Korrespondenz des Reichsnährstandes teilt mit: Fehlinvestitionen nannte man in der vergangenen Zeit Aufwendungen für gesteigerte Produktion, die in keinem sinnvollen Verhältnis standen zum Bedarf, der bei dem Ausbau der Erzeugung vorlag bzw. nach menschlichem Ermessen erwartet werden konnte. Die Sicherung von Markt und Absatz — besonders auf landwirt- schaslichem Gebiet — hat hier und da falsche Vorstellungen ausgelöst. Dies ist ebenso zu bemerken für die Erweiterung der Gemüseanbauflächen wie in der Schweinehaltung, in der G e f l ü g e l w i r t s ch a f t und anderswo. Die Sicherung von Markt und Erlös ist nicht dazu da, daß die Bestände blindlings und damit die zu erwartende Erzeugung vergrößert werden. Bedauerlich ist dabei besonders, daß von industriellen Kreisen die Bemühungen um den bäuerlichen Markt ganz falsch aufgefaßt worden sind, insofern, als eine erhöhte Absatzpropaganda, sei es in Brutapparaten, sei es in landwirtschaftlichen Geräten usw., getrieben wird. Dabei wird von der Industrie auf die M a r k t s i ch e r u n g als Begründung verwiesen. Diese Begründung ist falsch; auf keinem der Gebiete wird eine unorganische Ausweitung der Produktion gewünscht, die binnen kurzem den Erfolg der Marktsicherung in Frage stellen könnte. Das Ziel ist: eine mittlere stetige Linie des Marktes und der Preise zu halten und damit das Erträgnis der bäuerlichen Arbeit zu sichern, aber nur in dem Umfang zu sichern, als es der organische Ausbau des einzelnen bäuerlichen Betriebes vorsieht. Der Gemüseanbau hat ebenso wie die Haltung von Schweinen und Hühnern in sinnvoller Beziehung und Beschränkung auf die natürlichen Gegebenheiten des einzelnen Bauernhofes zu stehen. Vorsicht bei Anbauversuchen! Die Hauptabteilung II des Reichsnährstandes teilt mit: Rach Erlaß der grundlegendsten Gesetze über den Aufbau des Reichsnährstandes nimmt die Neuordnung in Ruhe und Besonnenheit ihren Fortgang. Das Wesen des bäuerlichen Betriebes bringt es ja auch ohne weiteres mit sich, daß nichts übereilt und überstürzt geschieht, sondern alle notwendigen Maßnahmen je nach ihrer Wichtigkeit und ihrer Bedeutung für das Bauerntum nacheinander in Angriff genommen und einer Lösung entgegengeführt werden. Man hätte erwarten dürfen, daß die gleiche Besonnenheit und Ruhe allenthalben zu beobachten wäre. Leider muß aber feftgefteüt jperben, daß vielfach Kräfte am Werke sind, die versuchen, die geordnete Aufbauarbeit durch Voreiligkeit zu gefährden. Besonders auf dem Gebiete des Pflanzenbaues mehren sich die Anzeichen, daß ein wildes Erfindertum die augenblickliche Umstellung benutzen möchte, um seine oftmals nicht sehr einwandfreien Geschäfte zu tätigen. Unter Zuhilfenahme von Organisationen, die nicht dem Reichsnährstand angehören und daher die Sachlage nicht genügend beurteilen können, ist man eifrigst am Werk, f ü r den Anbau neuer Pflanzenarten Propaganda zu machen, ohne brauchbare Unterlagen über die Wirtschaftlichkeit und die Anbaufähigkeit dieser Pflanzen aufweisen zu können. Vor allem i n Siedlerkreisen wird unter dem Deckmantel, dem Siedler zu helfen, ihm neue Möglichkeiten zur Verbesserung seiner Existenz zu schaffen, eifrigst für den Anbau derartiger Pflanzen geworben. Alle möglichen Heil- und Gewürz-, Oel- und Gespinstpflanzen, tunlichst noch mit einem etwas fremdklingenoen schönen Namen, sind besonders Mode geworden. Dabei ist in den meisten Fällen nicht das gering st e über den Bedarf und damit über die Absatzmöglichkeit, noch weniger aber über die Möglichkeit eines wirtschaftlich tragbaren Anbaues dieser so warm empfohlenen Kulturen bekannt. Durch phantasievolle Berechnungen ohne jede praktisch verwertbaren Unterlagen versucht man, dem weniger erfahrenen Bauern künftige Anbau- und Verwertungsmöglichkeiten vorzutäuschen und ihn von der Bedeutung und den Gewinnmöglichkeiten beim Sim bau dieser Pflanzen zu überzeugen. Um die Bauern por Schaden zu bewahren, ist dringend zu emp- ^hlen, den Anbau aller derartigen Pflanzen solange zu unterlassen, bis von ber Reichshauptabteilung II des Reichsnährstandes Die Klärung aller notwendigen fragen erfolgt ist und der Anbau auch wirklich empfohlen werden kann. Alle Versuche mit derartigen Pflanzen dürfen nur im Ein- verstandnls mit der Reichshauptabteilung II des Reichsnährstandes erfolgen. Segen zu knaps bemeffene Lieferfristen. Berlin, 5. März. (DNB.) In der letzten Zeit sind dem Reichsarbeitsminister wiederholt Klagen darüber angegangen, daß bei Vergebung von Aufträgen zu kurze Lieferfristen gestellt würden. In solchen Fällen sei die rechtzeitige Erledigung der Aufträge nur durch Mehrarbeit der vorhandenen Belegschaft möglich. Hierzu bemerkt der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichswirtscbaftsmini- ster, daß die Lieferfristen unter allen Umständen wenigstens so ausreichend bemessen sein müssen, daß Die Betriebe Arbeitslose für die Erledigung der Aufträge heranziehen können. Keinesfalls darf die Fristsetzung — von ganz besonderen, wirtschaftlich begründeten Ausnahmefällen abgesehen — dazu führen, daß die vorhandene Belegschaft Mehrarbeit leisten muß, z u - mal wenn andere gleichartige Betriebe stillte gen oder stark eingeschränkt arbeiten. Bei Anträgen auf Genehmigung von Mehrarbeit durch die Gewerbeaufsichts- beamten darf der Hinweis auf die kurzen Lieferfristen nicht ohne weiteres für die Genehmigung ausschlaggebend sein. Anhaltend gutes Geschäft auf der Leipziger Frühjahrsmesse. Leipzig, 5. März. (DNB.) Am zweiten Messetag war kaum ein wesentliches Nachlassen des Zustromes der Käufer zu den Messeständen zu bemerken. Es ist auch schon möglich, über das Ergebnis bei einzelnen Messezweigen ein vorläufiges Urteil zu fällen. Baumittel für Hoch- und Straßenbau sind vollständig ausverkauft; hier mußten verschiedene Aufträge schon zurückgewiesen werden. Von der Baumesse sonst wird gemeldet, sie sei im ganzen besser als im Vorjahre. In erster Linie sind billige Bedarfsgegenstände, hauptsächlich für Siedlungen, gefragt, weiterhin aber auch gute Erzeugnisse aller Art für das Jnstallationsgewerbe. Auf der Elek- trofchau war zu erkennen, daß ganz gute Abschlüsse für Rundfunkgeräte getätigt worden sind. Hochspannungsartikel sind lebhaft gefrügt, desgleichen die Artikel der Beleuchtungstechnik. Bei Haus - und Küchengeräten sind die Abschlüsse jetzt schon um 15 v. H. höher als aur Frühjahrsmesse 1933. Auch die Möbelmesse meldet höhere Umsätze. Lederwaren und Reiseartikel hatten zufriedenstellendes Geschäft zu verzeichnen. Edelmetalle, Uhren und Schmuckwaren verzeichneten bisher ein überraschend gutes Messeergebnis. Unter den Aufträgen gehen viele nach dem Ausland. Photo Deutschland und Krankreich. Dr. Goebbels über die Ziele der nationalsozialistischen Politik. Paris, 5. März. (DNB.) Reichspropaganda- minifter Dr. Goebbels hat ben Berliner Vertreter des „Matin" Boffan in einer Unterredung die Ziele der nationalsozialistischen Politik im allgemeinen und gegenüber Frankreich im besonderen aus- einandergesetzt. Dr. Goebbels führte u. a. aus: Ich halte die meisten Handlungen unserer Regierung für geeignet, dem französischen Volk zu zeigen, daß wir endgültig der mehrhundertjährigen blutigen Vergangenheit der Beziehungen beider Nationen ein Ende zu setzen wünschen. Unser Führer Adolf Hitler hat — nicht nur in Reden — eindringlichst betont, daß nach endgültiger Regelung der S a a r f r a g e, bei der es sich um rein deutsches Gebiet handelt, keine Gebietsfrage mehr trennend zwischen Frankreich und Deutschland stehen wird. Eine Regelung der zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen wird umso leichter zu erzielen sein, als keine wirtschaftlichen Meinungsverschiedenheiten sie verhindern könnten. Da es nun feststeht, daß die lebenswichtigen Interessen nicht aufeinanderprallen, ist es dann zulässig, daß e i n Mißverständnis verewigt wird, ganz einfach deshalb, weil das zu einer schlechten Angewohnheit geworden ist? Der Berichterstatter des „Matin" wirft ein, daß der offenkundige Aufrüftungswunsch Deutschlands Frankreich beunruhige, das durch diese Tendenzen bedroht werde. Reichsminister Dr. Goebbels erwiderte: 3d) bin im Zweifel, ob bas französische Volk sich auch hinreichend unsere Lage klar zu machen sucht. Ganz Deutschland ist von starken, selb st bewußten und in vollem Aufstieg begriffenen Nationen umgeben. Diesen Aufstieg begrüßen wir, denn er kann nur in einer Entfaltung der europäischen Zivilisation zum Ausdruck kommen. Es ist jedoch klar, dah wir, im Mittelpunkt des Kontinents gelegen, im gleichen Schrill mit diesen Nationen marschieren müssen. So wird man zweifellos leichter begreifen, warum wir die Gleichberechtigung fordern, die für uns eine Frage auf ÄeutstheZugend imSienste derMnlerhilfe Reichsstatthalter Sprenger bei der Brotverteilung des Jungvolks in Darmstadt. Lpd. Darmstadt, 5. März. Einer der erhebendsten Augenblicke des heutigen Gedächtnistages der erwachenden Nation war die feierliche 11 eher gäbe des vom Jungvolk am Samstag und Sonntag gesammelten Brotes für b e - dürftige^Lolksgenossen. In den Provinzen Starkenburg und Rheinhessen allein haben etwa 18 000 Iungoolkpimpfe mit ihren Führern gesammelt. 132 081 Laib Brote (102 824 große und 29 257 kleine) waren auf dem Messeplah aufgefahren, die vor einer riesigen Zuschauermenge von Ober- jungbannführer Franz Schubert dem Gauführer des Winterhilfswerkes, Bürgermeister Haug (Darmstadt) übergeben wurden. Auf 225 Lastkraftwagen wurden die Brotfpenden, die zum Teil nach ande- ren Notgebieten des Gaues abgegeben werden konnten, unter dem Glockengeläut der Kirchen nach der Festhalle gefahren. Nach der Verpflegung des auswärtigen Jungvolkes fand nachmittags in der Fest- Halle eine feierliche Kundgebung statt. Der Gauführer des Winterhilfswerks, Bürgermeister Haug, erinnerte daran, wie heute nach einem Jahr der Regierung Adolf Hitlers aus einem zerrissenen flnr e*n Reich und eine Nation ge» lajmeifet sei, so daß jedem alten Nationalsozialisten . Köcher schlage. Die deutsche Schicksalsge- memschaft sei eine Not- und Brotgemeinschaft. heute könne er festftelten, daß die Parole des Führers „kein Deutscher soll in diesem W'nter hungern und frieren", so ausgeführt worden sei, wie es nationalsozialistische Pflicht war. Beichsftatthalter und Gauleiter (Sprenger aus: Vor einem Jahr habe das deutsche Volk sich vertrauensvoll dem Führer als Gefoia- Der Führer hatte sich an das oeutjche Volk gewandt, weil er nicht mit Machtmitteln regieren wollte, sondern lediglich gestützt auf das Vertrauen der Mehrheit des deutschen Volkes- Aach dieser kurzen Zeil nationalsozialistischer und Optik hatten am «Sonntag schon ein ausgezeichnetes Geschäft. Das Interesse hat am Montag angehalten, wenn es auch etwas weniger stürmisch war. Auf der Textilmesse war allgemein ein gutes Geschäft. Die Verpackungsjchau hat den Tag mit einer kleinen Veranstaltung eröffnet Dort hatte nämlich die Fachschaft der deutschen Reichswerbe- fachleute in Anwesenheit des Präsidenten Dr. Köhler durch den stellvertretenden Fachschaftsleiter der NSRDW.-Künstler den Wert der Verpackung für bie Absatzbelebung darlegen lasten. Auf der Sportartikelmefse werden einige belangreiche Neuheiten gezeigt. Bei Spielwaren ist die Nachfrage nicht einheitlich. Für eine ganze Reihe von kunstgewerblich gestalteten Artikeln zeigt sich erhebliches Interesse. Es ist auch verschiedenes Neue auf den Markt gekommen, für dessen Ankauf man sich nicht so leicht hat entschließen können. Spielwaren sind auch wieder vom Auslande, namentlich von England und Amerika, gefragt. In der Photofchau sieht man eine neue Tonfilmwand „Sonor a", die sich von den bisherigen Wänden durch ihre höhere Tondurchlästiakeit auszeichnen soll. Größerer Wert wird auf Vergrößerungsapparate gelegt. Im ganzen hat der Photoarstkelhandel auch teurere Stücke gern gekauft. Leben und Tod ist. Wir hatten gehofft, daß unsere Abrüstung von den übrigen Mächten befolgt werden würde, wie es im Versailler Vertrag vorgeschrieben ist. Muß man Deutschland die Schuld zuschreiben, wenn dies nicht geschehen ist. Sind die Flugzeugmutterschiffe und die Flottenstützpunkte, die man so zahlreich überall in der Welt antriffl, nur gegen die deutsche Gefahr vorgesehen worden? kein verantwortlicher Staatsmann konnte zulassen, daß sein Volk für immer ohne jede Verteidigung, irgendwelchen Angriffen ausgesetzt bleibt, um so mehr, als die durch das Flugwesen erzielten Fortschritte in naher Zukunft mit ungeahnten Vernichtungsmöglichkeiten rechnen lassen. Ls handelt sich darum, die elementarsten Möglichkeiten zu erhalten, um uns ZU schützen, wie wir auch dem französischen Volk es nicht verargen, wenn es bestimmte Maßnahmen im Hinblick auf feine Sicherheit ergreift. Auf die Frage, ob das deutsche Volk mit der Politik der Reichsregierung auch einverstanden sei, erwiderte Dr. Goebbels, die Volksbefragung vom 12. November beweist hinreichend, daß die erdrückende Mehrheit sich für das Friedensprogramm des Kanzlers ausgesprochen hat. Dieses Programm ist nicht ein leeres Wort geblieben. Die Liquidierung des deutsch-polnischen Streitfalles beweist, daß Deutschland als Beispiel auf dem Gebiet der moralischen Abrüstung dienen kann. Wir wünschen diesen Frieden mit allen Völkern, die uns die Gleichberechtigung gönnen wollen. Ich zweifele nicht daran, daß man sich während der jüngsten Ereignisse in Frankreich davon überzeugen konnte, daß irgend ein deutsches Blatt seiner Schadenfreude über di^e Ereignisse Ausdruck gab. Wir glauben ganz im Gegenteil, daß die Stabilität und das Wohlergehen eines Landes die politischen Beziehungen mit seinem Nachbarn erleichtern. Wir können also nur hoffen, daß Frankreich ebenfalls seine innerpolitischen Schwierigkeiten überwindet. Regierung stellen wir fest, daß über zwei Millionen Volksgenossen der Geißel der Arbeitslosigkeit entrissen worden sind, daß die Arbeits- moglichkeiten, wo sie nur irgendwie geschaffen werden konnten, praktisch getätigt wurden, wir stellen fest, daß die noch restlichen Arbeitslosen wieder von der Hoffnung beseelt find, nun auch allmählich wieder in den Arbeitsprozeß hineinzukommen. Die Arbeitslosigkeit und die daraus entspringende Hilflosigkeit sei das Furchtbarste, was ein Volk treffen könne. Darum war unser Ziel von Anfang an: Jeder Volksgenosse soll seine Arbeitsstätte haben, soll seinen Kampfplatz im Lebenskampf erhalten. Die Arbeitslosigkeit konnte nicht in wenigen Monaten schon restlos beseitigt werden, der Führer Adolf Hitler hat uns deshalb verpflichtet, dafür zu sorgen, dah kein Deutscher in diesem Winter hungere und friere. Und dieses Wort, das über Deutschland und in die ganze Welt ging, wurde — das können wir heute am Ende dieser Winterhilfsperiode fagen — so weit es möglich war zur Tat. Jeder hat geopfert, der dazu irgendwie in der Lage war, und jeder war verpflichtet zu opfern. Wenn das WHW. setzt am 31. März zu Ende geht, so beginnt praktisch die in der Zwischenzeit aufgebaute Volkswohlfahrt ihre Arbeit. Ihr Hauptaugenmerk hat sie zu richten auf die Kranken, die Siechen, die überhaupt nicht mehr in den Arbeitskampf eingespannt werden können. Wenn im nächsten Winter es erneut erforderlich fein sollte, wenn der Grad der Arbeitsbeschaffung noch nicht soweit oorangeschritten ist, dann wird ein neues Winterhilfswerk auf die Beine gestellt werden und aufs neue werden wir dann diese kurze Notzeit überbrücken können. Aber in der Zwischen- 3eü hat das WHW. voll und ganz seinen Dienst Ich habe gleich zu Beginn des Winters festgehalten: Das Winterhilfswerk ist bestimmt, die Arbeitskraft aller, die noch arbeitsfähig werden können, zu erhalten und zu feftigen, auf daß sie tm Frühjahr, toenx die neue Arbeitsschlacht beginnt, aufs neue tatkräftig in die Speichen des Arbeitsrades eingreifen können. Darum danke ich Pg. Haug, daß er dieses Werk in meinem Gau in so hervorragender Weise geführt hat. Wir können stolz fein, denn unsere Leistungen stehen mit an der Spitze in ganz Deutschland. (Lebhafter Beifall.) Für diejenigen aber, die allmählich aus dieser hilfstätigkeit herauswach- sen, ist Vorsorge getroffen, daß planmäßig die Indienststellung weiter fortgeführt werden kann. Am 21. März wird der Führer in ganz Deutschland die neue Arbeitsschlacht eröffnen. Er wird bekanntgeben, welche Pläne bestimmt sind, die brachliegenden Kräfte pieber in den Dienst einzuspannen. Nicht weniger als 2 Millionen fommen in Deutschland neu in Arbeit; das ist unser fester Vorsatz. (Minutenlanger Beifall und Händeklatschen.) Ich richte aber den Appell an alle, die es in unserem Gau möglich machen können: Dieser Plan der Regierung muß übertroffen werden, weil er übertroffen werden kann. Es braucht nur jeder seine Pflicht zu tun. Niemand hat als einzelner Unternehmer, als Industrieller die Verpflichtung, in dieser Notzeit Profit zu machen. Richte sich jeder Arbeitgeber so ein, daß er mit diesen neuen Arbeitskräften keine Reklame macht, sondern daß er seinen Betrieb erhalten und weiter ausbauen kann, um weitere Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. (Beifall.) Denn wir bedürfen, um das deutsche Volk zu bauen, der Arbeitskraft unserer Volksgenossen. Wenn jeder sich den ersten Grundsatz der nationalsozialistischen Weltanschauung: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" zu eigen macht und durchführt, dann werden wir die Pläne der Regierung bei weitem übertreffen. Ich stehe auch nicht an, zu sagen, daß nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das am 1. Mai in Kraft tritt und dem einzelnen Unternehmer hervorragende Ehre gibt, nur der als Wirtschaftsführer anerkannt wird, der diesen Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz" in seinem eigenen Betrieb durchführt. Wer für sich selbst nur raffen kann, hat kein Recht mehr im nationalsozialistischen Staat, als Wirtschaftsführer anerkannt zu sein. Der neue Wirtschaftsführer soll mitten drin stehen in seiner Werkgemeinschaft, gleich als andere Volksgenossen. So wollen wir zusammenstehen für und für. Dann erst werden wir in der Lage fein, uns selbst zu übertreffen und das zu tun, was unsere Pflicht ist. Wir leben nicht für uns, und wer nur an feinen Profit und nicht an sein Volk denkt, der möge in seinem Fett ersticken. Dir leben, um die Zukunft unseres Volkes sicherzustellen. Ein Volk hat nur so viel Kraft in sich, als es Jugend hat. Niemand erfaßt zugleich — noch nicht erkenntnismäßig, aber gefühlsmäßig — den Nationalsozialismus besser als die Jugend. Niemand versteht den Führer besser als die Jugend, denn sie hat das heiße Wollen, es dem Führer nachzutun, ihm nachzuleben, nach seinem Willen zu werden. Wir haben die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß unsere Jugend wieder auf unfern Schulte rn stehen kann. So habet Dank, ihr Jungens vom Jungvolk, der Hitler- Jugend. Erinnert euch täglich, daß ihr den stolzen Namen des Führers tragt. Wir, die wir der Jugend diese Gelegenheiten geben, wir werden darüber wachen im Elternhaus, in der Schule und in der Erziehung des ganzen Volkes, daß die Heranwachsende Generation deutsch ist, deutsch bleibt, nationalsozialistisch ist und treue Gefolgsmannen Adolf Hitlers aus innen heraus. Denn aus dieser Jugend erwächst das, was einst die Zukunft bedeutet. Aus ihr wird die Führung Deutschlands erstehen. Wenn diese Jugend nichts weiter in sich trüge, als das heiße Verlangen, das immer in der kommenden Generation lebt, die vorangehende zu übertreffen, dann hat sie schon die Voraussetzungen zur Führung erfüllt. So wie wir das Volk gewonnen haben, so wie die Gefolgschaft geschaffen wurde, so wie die Wehrwilligen sich gefunden haben, bereit, für diesen Nationalsozialismus und für den Führer im Interesse des deutschen Volkes einzutreten, so wie wir die SA. und die SS. geschaffen haben, wie die gesamte politische Leitung sich herauskristallisierte, so steht in dieser Jugend sicher Wehr und Ehr Deutschlands, weil sie nationalsozialistisch ist. So stehen wir heute, ein Volk vom Aeltesten bis zum Jüngsten, und gehen den weg, dem Willen des Führers folgend, den Weg in friedlicher Arbeit vorwärts. Niemand wird es wagen, uns in dieser friedlichen Arbeit in den Arm zu fallen. Bleiben wir nur allezeit fest, und sind wir uns bewußt, daß wir als Gefolgsleute unsere Treue durch die Tat zu Deutschland, au Adolf Hitler, zu beweisen haben. (Lebhafter Beifall.) Das Auftreten von Nichtariern auf deutschen Bühnen. Berlin, 5. März. (DNB.) Amtlich wird verlautbart: Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat an die Landesregierungen folgendes Ersuchen gerichtet: In zunehmendem Maße wird beobachtet, daß Nichtarier, die bereits verschwunden und größtenteils offenbar ins Ausland geflüchtet waren, in Theatern, Varietes, Kabaretts ufro. wieder auftreten. Ich weife darauf hin, daß das Auftreten auf deutschen Bühnen von der Zugehörigkeit zu einem der Fachver- bänbe der Reichstheaterkammer abhängig ist (§ 4 der 1. Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergefetz, Reichsgefetzblatt I, S. 797) und daß Nichtariern die Ausnahme in diese Verbände gemäß § 10 der bezeichneten Verordnung regelmäßig verweigert wird. Ich bitte deshalb, die Polizeibehörden anzuweisen, in allen in Frage kommenden Fällen den Nachweis der Verbandszugehörigkeit zu verlangen und, wenn er nicht erbracht werden kann, das Auftreten zu v e r h i n d e r n. Ich stelle weiter anheim, Fälle, in denen eine Derbanbszugehörigkeit nachgewiesen wird, zur Kenntnis des Präsidenten der Reichstheaterkammer zu bringen, damit der Fall eines Nachprüfung unterzogen wird. Ich bitte um nachdrückliche Durchführung meines Ersuchens. Es darf nicht dahin kommen, daß sich das Publikum gegen das Auftreten von Elementen von denen es bereits befreit zu feie glaubte, mit Selbsthilfe zur Wehr fetzig ZWe Studienkonserenz der Reichsbahn Aus aller Welt für ihre tatkräftigen vorbildlichen Maßnahmen die Erfahrungen des praktischen Lebens mit den theoretischen wissenschaftlichen Forschungen der Hochschule verschweiße. Professor Pohlhausen überbrachte dem Leiter der Konferenz, Geheimrat Dr. Bruno Schwarze, die Ehrenbürgerurkunde der Tech- aus verlängert werden. Bei der Berechnung dec im Monat April 1934 äuszuzahlenden Dienft- bezüge usw. hat der Minister daher gebeten, davon auszugehen, daß die zur Zeit geltenden Gehaltskürzungen auch für den Monat April 1934 in Kraft bleiben. Die Dienst- und sonstigen Bezüge für die erste Hälfte des Monats April 1934 würden nach den allgemeinen Bestimmungen am Samstag, dem 31. März, auszuzahlen sein. Da aber an diesem Tage als dem Ostersamstag die Banken geschlossen sind, hat sich der Reichsfinanz» Minister damit einverstanden erklärt, daß die Bezüge für die erste Hälfte des Monats April b e- reits am Donnerstag, dem 2 9. Marz, gezahlt würden. Der am Freitag, dem 30. März, fällige Lohn der Arbeiter des Reiches darf gleichfalls bereits am Donnerstag, dem 29. März, aus* I bezahlt werden. Weitere Sefchästsbelebung durch Ehestandsdarlehen. Berlin, 5. März. (DRB.) Um jeden Zweifel auszuschließen, teilt der Staatssekretär im Reichs- finanzmimsterium Reinhardt mit, daß tne gegenwärtige Unterbrechung in der Ausgabe von Bewilligungsbescheiden der Ehestandsdarlehen nur bis zum 31. März 1 934 dauern wird und daß sofort nach Ostern mit der Ausgabe von Bewilligungsbescheiden der Ehestandsdarlehen w i e- der begonnen werden wird. Es werden i m neuen Haushaltsjahr, das ist in der Zeit vom 1. April 1934 bis 31. März 1935, etwa 250 000 Ehestandsdarlehen g ew ah r t werden. Es besteht infolgedessen für die Tischler-, Möbelhändler und Verkaufsstellen von Hausgeraten begründeter Anlaß, sich auf eine Fortdauer der Geschäftsbelebung einzustellen. Unzutreffende Darstellungen. Zwei Berliner U-Vahn-Angestellte überfahren und getötet. In Berlin ereignete sich im Tunnel am Untergrundbahnhof Uhlandstrahe ein schwerer Betriebsunfall, der zwei Todesopfer forderte. Zwei U-Bahnangestellte waren in unmittelbarer Nähe des Stellwerks mit der Kontrolle der Weichen beschäftigt. Sie bemerkten dabei nicht das Herankommen eines Zuaes, der sie erfaßte und überfuhr. Der eine Angestellte konnte von der Feuerwehr nur noch als Leiche geborgen werden, der andere starb auf dem Transport ms Krankenhaus. Schweres Autounglück bei koburg. — Eine Tote, drei Schwerverletzte. Ein folgenschweres Autounglück ereignete sich auf der Straße Koburg—Sonneberg m der Nahe des Ortes Cortendorf. Ein Personenauto aus Kronach fuhr mit großer Geschwindigkeit gegen einen Baum und wurde vollständig zertrümmert. Don den vier Insassen wurden die etwa 39 Jahre alte Schauspielerin Schaeferlein, eine geborene Koburgerin, getötet und drei Herren namens Beier, Weiß und W i n d i s ch aus Kronach schwer verletzt. Die Verletzten wurden dem Landkrankenhaus zugeführt. Absturz eines Flugschülers. Angaben machen. Danach wollte er mit seinem Kameraden das Boot über Nacht am Ufer festmachen, als eine Gruppe von Arabern erschien, von denen einer um Feuer bat. Gleich darauf hätten die 2lraber mehrere Schüsse auf Fischer und ihn abgegeben. Der Fall Dillinger. — Ein amerikanischer Skandal erster Ordnung. Die Newyorker Presse berichtet über die Flucht des Bankräubers Dillinger neue Einzelheiten. Die Blätter behandeln diesen Gefängnis- s k a n d a l, der einer der größten Amerikas ift, in mehreren Spalten. Am Montagfrüh waren ein halbes Armeekorps, ferner Polizei und Miliztruppen auf den Beinen, um den Ausbrecher wieder einzufangen. Es ist nun bekannt geworden, daß Dillinger seinen „Revolver" aus einem Rasierapparat, zwei Rasierklingen und einem selbstgeschnitzten Holzstück hergestellt hatte. Dillinger hatte es vor seiner Flucht auch fertiggebracht, alle Ge- fänaniskraftwagen, die für seine Verfolgung tn Frage kamen, unbrauchbar zu machen. Die Polizei vermutet, daß Dillinger Helfershelfer unter längst Freigelassenen hatte. Sie hat deshalb m den Wohnnungen von 260 dieser Freigelassenen Haussuchungen vorgenommen. Das erste Todesurteil wegen Menschenraubes in USA. Berlin, 5.März. (DNB.) Im Festsaal des Hauptoerwaltungsgebäudes der Reichsbahn trat die 5. Studienkonferenz mit Professoren der deutschen Universitäten und Hochschulen zusammen. Am Ucitb woch begeben sich die Mitglieder der Konferenz nach Brandenburg zum Reichsbahnausbesserungs- werk. Am Donnerstag wird die Konferenz in Marienburg fortgesetzt. Von dort geht die Fahrt nach Königsberg weiter, wo die Konferenz am Samstag geschloffen wird. Zu der Eröffnung der Konferenz waren Reichsverkehrsminister v. E ltz - Rübenach, Vertreter verschiedener Ministerien, sowie eine große Anzahl von Rektoren und Professoren der Universitäten der Technischen Hochschulen und der Handelshochschulen 3um ersten Male ist in Kalifornien, wie aus Los Angeles gemeldet wird, nach dem neuen Staatsgesetz gegen Menschenraub ein Todesurteil gefallt worden. Der Verbrecher, ein gewisser William Tanner, wurde schuldig befunden, den Rechtsanwalt Henry B o d k i n entfuhrt, beraubt und durch Zufügen von Brandwunden gemartert zu haben. Obwohl das Verbrechen im Haufe des Rechtsanwalts begangen wurde, entschied doch der Richter, das Menschenraub vorliege, da der Verbrecher fein Opfer gezwungen hatte, aus einem Zimmer in ein anderes zu geben. Der Richter begründete sein Urteil damit, daß es schon Menschenraub sei wenn eine Person eine andere auch nur einen Fuß breit wegschleppe, um sie in seine Gewalt zu bringen. Tanner wird am 11. Mai gehängt werden. Die Reitungsaktion für die im Kaspischen Meer treibenden Fischer. Don den Fischern, die, wie gemeldet, auf Eisschollen ins Kaspische Meer abgetrieben worden waren, ist eine größere Anzahl gerettet worden. U. a. brachte der Flieger Bra- gin drei Mann ans Land, die etwa einen Monat auf einer treibenden Eisscholle zugebracht hatten. Es befinden sich jetzt noch 84 Fischer auf dem Else, die man durch Zusammenarbeit von Dampfern und Flugzeugen in den nächsten Tagen hofft retten zu können. Italienischer Petroleumdampfer gestrandet. — Die gesamte Besatzung verloren? In der Nähe von Constanza am Schwarzen Meer strandete der von Istanbul kommende italienische Petroleumdampfer „Santoni , dessen Maschinenanlage zerstört worden war. Als Rettungs- boote in ter Rahe des gestrandeten Schiffes ein- traten, brach der Schiffskörper unter dem starken Anprall der Wogen mitten auseinander Die eine Hälfte sank sofort. 17 Mann der Besatzung darunter einige Offiziere. konnten sich IN ein Rettungsboot fluchten, das fedach kurz darauf umgewor- f e n wurde. 14 Monn gelang es, nach Übermensch- straßen gelegt und der Kraftwagen als Zubringer für die Eisenbahn benutzt werden. Universitätsprofessor Dr. V l e u g e l s (Königsberg) eröffnete als Obmann der Konferenz Die Reihe der O st vorträge, die in Marienburg und Königsberg fortgesetzt werden, mit staats- und wirtschaftspolitischen Ausführungen Über die Wirt- schaftsoerhältnisse des Ostens und insbesondere Ostpreußens in der Nachkriegszeit. Die Sitzung wurde abgeschlossen mit einem Vortrag des Vorstandsmitgliedes der Deutschen Reichsbahngesellschaft Direktor Dr. ing. Leibbrand über „Organisation und Durchführung des Betriebsdienstes". Der Redner gab ein umfassendes Bild vom Wesen und von den vielseitigen Aufgaben des Personen- und des Güterzugdienstes, des Betriebsmaschinendienstes, der Betriebssicherheit, des Bahnschutzes und der Betriebsüberwachung, die als Glieder eines komplizierten und bis ins kleinste durchdachten Systems Bausteine seien für den Neuaufbau des deutschen Volkes. Nachmittags sprach Dr. Feder über das Wirtschaftssystem und das Wirtschaftsprogramm der NSDAP. Der Rektor der Technischen Hochschule Danzig, Professor Pohlhausen, dankte dafür, daß die Reichsbahngesellschaft In der Putlitzstraße in Berlin wurden die Eherau Weihe, geb. Otto, ihre 16 Jahre alte Tochter Ruth und eine dreijährige Tochter in den Betten liegend ermordet aufgefunden. Der Tod ist Das Sportflugzeug D 2298 stürzte in der Nahe des Flugplatzes Berlin-Johannisthal ab. Der Führer des Flugzeuges war der Flugschüler S t.11l e r , der seinen 50. Alleinflug ausführte. Mit einem Schädelbruch wurde er s chw er verletz t ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ursache des Unfalls ist ein Bedienungsfehler des Flugzeugführers. Der französische Flieger Eostes in Kopenhagen. Der französisch» Flieger Eostes ist am Montag, 15.15 Uhr, auf dem Kopenhagener Flughafen Kastrup eingetroffen. Eostes war Zunächst aus h - dem Wege nach Dänemark durch starken Nebel zur Umkehr und zu einer Zwischenlandung m Münster genötigt; er war bereits als vermißt gemeldet worden. Geheimnisvolle Explosion auf einem amerikanischen Flugplatz. Aus dem Flugplatz °°n Fort SwsSlfe ssäN NfcS nung ^uruckgefuhrt, daß eme ' Militär- die Beschuldigungen der S a b ° t a g e von flugzeugen vorgenommen werden sollt Ein deutscher und ein amerikanischer Fa von Arabern erschossen. Nach einer Reutermeldung aus ^b ^r der amerikanische Faltbootfahrer F sch Düssel- deutsche Berichterstatter Rudolf May ifans dorßdie sich in Richtung nach Indien branden von 100 Meilen südlich von Bagdad er s ch o 11 n Amerikaner erhielt einen Kopfschutz und fturj» aus bem Boot. Der Deutsche konnte schwer oeneg y boraen und in ein benachbartes Dorf gebracht. w - dem Kurz «r f-mem Tode könnt- «r noch ->mg- aufrechterhalten. Wir wollen den einzelnen Gebieten nicht ihre Rechte nehmen. Der Aufbau unseres Staats in christlichem und katholischem Sinne hat mit dem Schlagwort „Klerikalismus" nichts zu tun. Unsere Bischöfe haben die Priester aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen, und damit hat die Kirche bewiesen, daß es sich nicht um eine brutale politisch weltliche Vorherrschaft handelt, sondern darum, die Lehre Christi im Volk zu vertreten und damit das Volk aufwärts zu führen. Weitergeltung der Gehaltskürzungsverordnungen. Im Rahmen eines Gesetzes, das sich mit Angelegenheiten des Haushaltes und der Wirtschaft befaßt, wird, wie der Reichsfinanzminister mitteilt, auch die Geltungsdauer der drei Gehaltskürzungsverordnungen überden 3L März 1934 hin- Hilfe für die „MeljusM" Expedition Sämtliche Krauen und Kinder mit einem Flugzeug geborgen. Dem Flieger Ljapidewski und seinem Begleiter Petro ff, die mit dem Großflugzeug „Ant IV“ von Kap Wellen zur Rettung der „Tscheljuskin "-Expedition aufgestiegen waren, ist es gelungen, auf einem vorbereiteten Platz vor dem „Tscheljuskin"-Lager zu landen und sämtliche im Lager befindlichen zehn Frauen und zwei Kinder wohlbehalten nach Kap Wellen zu bringen. Die Landung und der Aufstiea des Flugzeuges beim Tscheljuskin-Lager wickelte sich bei einem Anlauf von nur 200 Meter erstaunlich glatt ab. Der Erfolg der Rettungsexpedition ist um so bemerkenswerter, als sich infolge der Kälte von fast 40 Grad zwischen dem Landeplatz des Flugzeuges und dem „Tscheljuskin"-Lager ein breiter Eisriß gebildet hatte, so daß man zur lieber« fahrt eine Schaluppe aus dem Lager drei Kilometer über das Eis schleppen mußte. Zu den Hilfsmaßnahmen für die noch auf dem Eis festsitzende „Dschelkuskin"-Besakung ist ergänzend zu melden, daß der Flieger Ljapidewski bei seiner Landung Akkumulatoren für das Lager zurückgelassen hat, wodurch die Tätigkeit des Senders im Schmidt-Lager sichergestellt wurde. In den letzten drei Tagen hatte der Sender, um erschienen. • . . Generaldirektor D o r p m u l l e r sprach in seinen Bearüßungsworten von der verstärkten Motorisierung der Reichsbahn im letzten Jahr. Die Tendenz gehe dahin, die Geschwindigkeit weiter zu steigern. Wir müßten dahin gelangen, daß von Berlin aus in einem Tag alle großen Städte des Reiches angefahren werden könnten, so daß man am gleichen Tag nachmittags oder abends nach Berlin zurückkehren und inzwischen seine Geschäfte erledigen könne. Die Reichsbahn habe Auftrag gegeben, fünf verschiedene Arten von Triebwagen durchzukonstruieren. Der Kampf zwischen Reichsbahn und Kraftwagen solle begraben und der Wille des Führers nach Zusammenarbeit beider Verkehrswesen verwirklicht werden. Anstatt auf dieicywarze, Die Eyrenourgerurrunoe Gleise werde ein Teil des Verkehrs auf die Auto-1 Nischen Hochschule und die goldene Kette. lichen Anstrengungen das Ufer zu erreichen. Neun. von ihnen st a r b e n, bevor sie in ein Krankenhaus über geführt werden konnten. Die übrigen fünf liegen im hoffnungslosen Zustand darnieder. Weitere drei Matrosen wurden als Leichen an das Ufer geschwemmt. Auf der zweiten Hälfte des Schiffsrumpfes,die augenblicklich noch in den Felsen hängt, befinden sich der Kapitän und die restlichen elf Mann der Besatzung. Alle Rettungsversuche sind bis jetzt infolge des stürmischen Wetters und der unglücklichen Lage des Wracks fehlgeschlagen. Alle Versuche, sich bem Wrack zu nähern, scheiterten an dem hohen Wellengang. Man befürchtet, daß auch die letzten zwölf Mann der Besatzung dem Tode gewecht sind. Massenvergiftung nach dem Genuß von Pferdefleisch. In den französischen Ortschaften Arrou und St. Pellerin bei Chateaudun sind über 20 Personen nach dem Genuß von Pferdefleisch unter schweren Vergiftungserscheinungen erkrankt. Einer der erkrankten ist bereits im Kran-; kenhaus g e ft o r b e n. Das Fleisch ist von einem fahrenden Händler verkauftw orden. 180 Häuser in einem Kaukasusdorf eingeäscherl. Wie aus Moskau gemeldet wird, ist in einem Dorfe bei Kutais (Kaukasus) ein Brand entstanden, der 18 0 Häuser einäscherte. Ob Verluste an Menschenleben zu beklagen sind, ist noch nicht bekannt. lieber 2800 Todesopfer der Pest in Indien. ' Wie Reuter aus Lucknau (Indien) meldet, wurden nach einer amtlichen Statistik in den Vereinigten Provinzen innerhalb von drei Wochen 2866 Todesopfer der Pest gezählt. Fruchtbares Famaliendrama in Berlin. — Die Ehefrau und beide Töchter erschlagen. Wettervoraussage. Die nördliche Störung wandert langsam östlich weiter und führt an ihrer Südseite warme Luft und verbreitete Niederschlaasfelder mit sich. Diese werden auch über unseren Bezirk hinwegziehen, so daß sich das Wetter im ganzen noch milder und regnerisch gestalten wird. Mit dem Abfließen kühlerer Luft an der Rückseite wird die Bewölkung mehr wechselhaft, und die Niederschläge gehen in Schauern über. Aussichten für Mittwo ch: Meist bewölkt und noch milder, zeitweise Regenfälle. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, noch schauerartige Niederschläge. Lufttemperaturen am 5. März: mittags 7,6 Grad Celsius, abends 3,2 Grad; am 6. März: morgens 1 Grad. Maximum 8,7 Grad, Minimum — 2,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. März: abends 1,9 Grad; am 6. März: morgens 1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3% Stunden. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg Hoherodskopf: Wolkig, minus 3 Grad, 35 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit im Walde gut, freie Hänge nicht zu befahren. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. ©., sämtlich in Gießen» Energie zu sparen, nur noch ganz kurze Sager- und Wetterberichte gegeben. Außerdem hat Ljapidewski auch Oel für das im Lager befindliche Flugzeug gelandet. Inzwischen geht der Aufbau der Basis für die Flieger, die zur Bergung der „Tscheljuskin"-Be- satzung eingesetzt werden sollen, weiter. Große Mengen von Betriebsstoffen sind unterwegs. Auf Hundeschlitten werden ferner Ersatzteile herangeschafft. Die Wetterlage ist unsicher. Bei einer Verstärkung der Tiefdruckgebiete über Kamtschatka und dem Franz-Josefs-Land muß mit einer Wetterverschlechterung gerechnet werden. Der Dampfer „Stalingrad", der Flugzeuge und Betriebsstoffe an Bord hat, stieß auf der Fahrt auf sehr dickes Eis, so daß er seinen Kurs ändern mußte. Auch der bekannte Flieger Bolotow wird sich an den Rettungsmaßnahmen für die „Tschcljuskin"-Besatzung beteiligen. Unter den durch den Flieger Ljapidewski in Sicherheit gebrachten Frauen und Kindern aus dem Eislager befand sich das dreijährige Töchterchen des Leiters der Polarstation auf der Wrangel-Jnfel sowie das sechs Monate alte Kind eines Vermessungsbeamten- Berlin , 5. März. (DNB.) In der Oeffentlichkeit ist verschiedentlich behauptet worden, daß für die .......— .....- - - - - —jö-i; ^Durchführung des Hilfswerkes „Mut- zweifellos durch Schlage mit einem schweren ©e- L r unb t n b„ eine Lotterie eingerichtet genstand auf den Kopf herbeigeführt worden. Als mcrbcn müröc Das ist n i ch t d e r F a l l, genau so Täter kommt aller Wahrscheinlichkeit nach der Ehe- roeniq roie bje Darstellung richtig ist, der E i n- mann, der Aufseher Otto Weihe, in Frage. Der Ups-Sonntag würde nach Beendigung des Mord ist vermutlich in der Nacht ausgefuhrt wor- Wmterhilfswerks weitergeführt. den. Weihe, der flüchtig ist, hatte noch bet feinen Schwiegereltern angerufen und ihnen erklärt, daß £)berfird)tnraf TuegSl ZUM HaMvUsger sie nicht zu Besuch kommen sollten da er mit seiner I Le,-r Gattung mußte derartige Ueberlegungen b-gunstlger Das technische Projekt konnte nur in eine Splelhand lung eingebaut und in diesem Zusammenhang sich bar gemacht werden. Der Film gestaltet also nicht bloß die Durchführung des phantastischen Plan . sondern er gliedert die handelnden Personen m Spieler und Gegenspieler, die "bcktert kur uno wider die Verwirklichung der Nee und inity gegeneinander kämpfen. Neben der techn^chen Seck des Problems wird die weltwirtschaftliche uns oie soziale Bedeutung des Projektes ang°d°utetund besonders gegen Ende Hin, «»ch -'N allgeme n menschliches Motiv angeschlagen^das J« aus der Entwicklung der Fabel ergibt. Auf deje Art g- winnt der Film feine starken dramatischen >ner qien. Die Gestaltung einer Naturkatastrophe m der ESk di- Auswirkungen der Gegenaktion Mit drohendem Streik der ringen Belegschaft und e uer von furchtbaren Folgen begleiteten Werksabotage find entschieden die Brennpunkte der filmischen G - Haltung. Der Regisseur Kurt Bernhardt arbeitet mit erheblichen und sicher verwalteten Mit- Schöpfer fragt. Wer von uns im Kopfrechnen-schwach war, hat wohl schon in der Schule manches Mal, wenn hje Lösung der Rechenaufgabe nicht stimmte, vom Lehrer spöttisch lächelnd die Redensart zu hören bekommen: „Nach Adam Riese" kommt soundsoviel heraus. Man konnte sich dabei zwar nicht viel denken, aber man ahnte, daß der genannte Adam Riese wohl ein sehr guter Rechner gewesen sein müsse. Später wandte man dann selbst diese Redewendung bei jeder passenden Gelegenheit an, ohne ihrem tieferen Sinn nachzuforschen. Wollte jemand heute eine Rundfrage an alle Zeitgenossen, die gute Rechner sind, ergehen lassen, wer Adam Riese eigentlich war, so würden die Antworten aller Voraussicht nach wenig befriedigend ausfallen. Wenn wir die Verdienste, die sich der Rechenmeister Adam Riese um unser Vaterland erworben hat, richtig würdigen wollen, müssen wir uns in die Zeit seines Wirkens zurückversetzen. Unsere heute gebräuchliche Rechenweise mit den arabischen Ziffern ist bekanntlich erst wenige Jahrhunderte alt. Jrn Mittelalter rechnete man bis ins 16. Jahrhundert hinein in Deutschland allgemein nach der seinerzeit von den Römern eingeführten Weise, bei der nicht Einer, Zehner, Hunderter, Tausender usw., sondern die 50 und die 500 die grundlegenden Rechengrößen waren. Zum Errechnen einfacherer Aufgaben bediente man sich der fünf Finger und der zwei Hände, während man für schwierigere Lösungen auf das Hilfsmittel des sogenannten Abacus angewiesen war, ein Fächer- oder Linienbrett, auf dem zur Feststellung des Resultates Zählpfennige umständlich mit den Fingern hin- und hergeschoben werden mußten. Da zu dieser Tätigkeit viel Geschick und Hebung gehörte, blieb sie den weiten Volkskreisen verschlössen und wurde nur von den Rechenmeistern ausgeübt, die ihres geheimnisvollen Tuns wegen als Hexenmeister galten. Obwohl das im Vergleich zur römischen Rechen- Iweise bedeutend einfachere arabische Ziffernlund Rechensyste m bereits im 15. Jahrhundert Es kommt in der Geschichte öfters vor, daß große i Männer durch einen Kranz von Legenden, der sich um ihre Gestalt gebildet hat, im Laufe der Jahrhunderte zu wirklichkeitsfremden Begriffen werden, so daß schließlich ein großer Teil der Nachwelt nur noch ihre Namen kennt, ohne zu glauben, daß ihre Träger jemals Menschen von Fleisch und Blut gewesen sind. Hinzu kommt noch die Tatsache, daß wenn die Werke längst verstorbener genialer Geister erst einmal zum selbstverständlichen Allgemeingut geworden sind, niemand mehr nach ihrem Sreipläfcc für die Mütter kinderreicher Familien im Landestheater. LPD. Darmstadt, 5, März. Das Staatspresseamt teilt mit: Die nunmehr fertiggestellten Eintragungsliften weisen weit über 1500 Müt- t e r mit mehr als drei Kindern aus allen Kreisen unserer Volksgemeinschaft auf, ein schöner Beweis für die begeisterte Aufnahme, die der hochherzige Entschluß des Herrn Staatsministers in der Darmstädter Bevölkerung fand. Die Durchführung geschieht nun so, daß zunächst allen diesen 1500 Müttern je eine Karte ausgehändigt wird, auf der eine fortlaufende Nummer von 1 bis 1500 aufgedruckt ist. Genau wie bei den Mieten wird von nun an im Spielplan angegeben werden, welche Nummern an bestimmten Abenden einen Frei- platz erhalten. Nach der Winterhilfe die neue Arbeitsschlacht! Kämpfer der Ratton! die ihr in jahrelangem Kampf um das tägliche Brot an Erfahrungen reich geworden seid, stellt euch in den Kampf um Arbeit für unsere arbeitslosen Volksgenossen! Arbeiter der Stirn und der Faust! Ihr habt euch ganz gewiß schon sehr oft Gedanken darüber gemacht, wie der Arbeitslosenpeft zu Leide gerückt werden kann. Jeder gute Gedanke, der sich in die Tat Umsetzen läßt, muß verwirklicht werden, das letztmögliche muß geschehen. Macht brauchbare Vorschläge und gebt sie umgehend an das in unserem Gau bestehende Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung, das alle Vorschläge prüft, um sie einzureihen in das Arbeitsbeschaffungsprogramm. Der Vorschlag muß enthalten: Stichwort über den Inhalt; 50 Zeilen Schreibmaschinentext; Genaue Anschrift des Einsenders. Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung. Kranzspenden mit Schleifen in den Neichsfarben. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum bringt in einem Erlaß an die unterstellten Behörden die nachstehende Verfügung des Reichsministers des Innern zur Kenntnis: Nach einem Rundschreiben vom 25. Januar 1929 : — 14010/17.1. — mitgeteilten Beschluß des Reichs- ' kabinetts, find Kranzspenden der Reichsbehörden [ und Reichsstellen zu Ehren verstorbener Beamten, ' Angestellten und Arbeiter oder in Erfüllung fonfti- 1 ger repräsentativer Pflichten mit einer Schleife in ■ den Reichsfarben zu versehen. Um etwa bestehende ’ Zweifel über die Farbe der Kranzschleife zu be= ! fettigen und ein einheitliches Verfahren in der 1 Reichsverwaltung herbeizuführen, bitte ich, die 1 Kranzschleifen bis zur endgültigen Regelung der 1 Reichsfarben so zu gestalten, daß der eine Teil der ! Schleife drei gleich breite Längs st reifen 1 in den Farben schwarz-weiß-rot trägt, der ' andere Teil der Hakenkreuzflagge entsprechend in roter Farbe gehalten ist uno in der 1 Mitte das Hakenkreuz im weißen Feld zeigt. Ich bitte, für Ihren Geschäftsbereich das Entsprechende zu veranlassen. Neichsstatthalter Gauleiter Sprenger in Bad Ems. LPD. Bad Ems, 5. März. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger stattete dieser Tage der Stadt Bad Ems einen kurzen Besuch ab. Er betätigte zunächst die vor 14 Tagen aufgenommenen Quellenbohrungen und nahm mit Interesse von dem Fortgang der Arbeiten Kenntnis. Gleichzeitig nahm er Gelegenheit, im Krankenhaus „Diakonissenheim" einen alten Parteigenossen, den Schreinermeister Georg K r e i d e l aus dem benachbarten Nassau, zu besuchen, der seit mehreren Wochen krank barnieberliegt. Etwa eine halbe Stunde weilte der Reichsstatthalter bei seinem ehemaligen Mitkämpfer. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! ' Brüssel, Januar 1934. \ Baqgermaschinen, Kettenwagen, Hunderte von । Arbeitern an Zementbecken, prustende Arbeiterklein- ' bahnen, tiefe Ausschachtungen — das sind die ersten i Eindrücke, die man zwischen Lüttich und Sanne am großen Kanalbau gewinnt. Man baut einen Kanal, irgend einen Kanal, den man schon im voraus Albert-Kanal taufte. Dieser Bau, der in vier Jahren vollendet sein wird, hat eine außerordentliche Bedeutusig für Belgien, vielleicht für ganz Europa, er wird Lüttich mit Antwerpen direkt verknüpfen. Als Verkehrsweg also eine Lücke füllen und strategisch den Generalstäblern Belgiens eine neue Wehr in die Hand geben. Wenn im kommenden Sommer der erste Abschnitt Lüttich—Canne der Oeffentlichkeit übergeben wird, dürfte man in den offiziellen Reden nur sehr wenig auf diese strategische Seite eingehen. Denn zu einer guten Strategie gehört, daß man wenig über sie spricht. Im Jahre 1930 begann man auf eindringliches Betreiben der Strategen mit dem Bau. Man bewilligte im Handumdrehen die 300 Millionen Mark, die zu dem Bau benötigt werden und startete so das größte öffentliche Arbeitsprogramm, das in Belgien jemals begonnen wurde. Man nahm damit der seinerzeit unangenehm werdenden Arbeitslosigkeit in Belgien ein gutes Teil der krassesten Folgen. Eine stattliche Anzahl Arbeiter wurden herangezogen. Man brauchte Maschinen und Menschen, galt es doch, 30 Millionen Kubikmeter Erde zu bewegen. Sechs Riesenschleusen, 12 große Brücken, Dämme, Uferausbauten — das sind einige der notwendigen Bauten, die in dem Riesenprogramm stehen. Kürzlich sagte ein belgischer Politiker: „Dieser Kanal ist Belgiens Panama-Kanal". Er stutzte einen Augenblick bei des Wortes zweifacher und im zweiten Sinne unangenehmer Bedeutung und fuhr dann fort: „Der Panama-Kanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Hier wird die Maas mit d e r Schelde verbunden. Das sind Belgiens wichtigste Wasserwege und Lebensadern." Es ist kein Zweifel, daß die Pläne, die die Politiker, die den Bau durchsetzen, ebenso viel Hintergrund haben, wie die Ideen der Wirtschaftler, die sich da in Gedankengänge hineinträumen, die in Deutschland nicht ohne aufmerksames Interesse bleiben können. Der Albert-Kanal soll außer der Arbeitsbeschaffung für den Augenblick sich in ferner Zukunft auswirken. Die Berechnungen gehen bis in das Jahr 1960. Man schafft mit dem Kanal eine billige Verbindung zwischen den neu entdeckten, sehr reichen Kohlenfeldern von Campine und den hauptsächlichsten Konsumenten. Ferner wird eine direkte Verbindung hergestellt zwischen dem Hafen von Antwerpen und der Lütticher Metall-, Zement- und Kurzwaren-Jndustrie. „Wir machen in 25 bis 30 Jahren aus dem bisher trostlosen und öden Campine ein Industriezentrum, durch das das Ruhrgebiet kaltge stellt und übertrumpft wird!" sagte einer der bel- gi chen Wirtschaftler, die sich mit ihrer ganzen Kraft für das Projekt des Albert-Kanals einsetzten. Doch nun zu der anderen Seite, zu der indirekten Bedeutung des Kanals, über die man nicht so deutlich und direkt spricht. Jeder Wasserweg ist ein strategisches Hemmnis, das man in Rechnung setzen kann. Der Kanal ist, wenn er vollendet ist, eine absolute Barriere gegen einen „Einfall von Osten , wie die Generalstäbler Belgiens sich immer ausdrückten. Die Verteidigung des Kanals wird umso leichter möglich, als das neue, oft besprochene, in seiner Bedeutung schon berühmte Riesenfort Eben- teln. Er schildert die Arbeit des Tunnelbaues sehr geschickt und einprägsam, und er versteh es, die Massen seiner Statisterie mit dramatischem Impuls — gerade an jenen Höhepunkten der Handlung - einzusetzen, llebrigens beweist er auch Sinn für die rein aufnahmetechnischen Möglichkeiten seines Drehbuches, in jenen Szenen nämlich, welche die Weltstadt Neuyork in Gestalt einer filmischen Vision dem Zuschauer vor Augen stellen. Für die beiden wichtigsten Gegenspieler hat die Regie eine ausgezeichnete Besetzung gefunden: Paul Hartmann als geistiger Urheber des Tunnelprojettes, Ingenieur Mac Allan; man kennt ihn aus einer ähnlichen Rolle in „F. P. 1 . Er ft>rmt das Wesensbild dieses Mannes aus tiefem Glauben an feine Idee und aus einer zähen, alle Widerstände überwindenden Energie; ernst, mannjid), be- herrlcht und überzeugend in jedem Wort. Ihm gegenüber Gustav Gründgen s, jetzt .Staatstheaterintendant in Berlin, erstaunlich vielseitige und immer interessante schauspielerifche Begabung; er gibt den gewissenlosen, kühl rechnenden Spekulanten, äußerlich und innerlich das vollkommene Gegenbild 'Mac Allans. Em neues Gesicht. Olly v o n F l i n t als Mary Allan, eine zarte, zärtliche und sehnsüchtige Frau. Ferner nennen wir Otto Wernicke, Attila Hörbiger, jüngeren Bruder des berühmteren Paul, Max S ch r e ck und Ferdinand Marian. — Der Film läuft feit gestern tm L i ch ts p i e lh a u s; er war bisher allenthalben em großer Erfolg und dürfte auch bei uns ferne Anziehungskraft nicht verfehlen. —r—" Ewiges Geheimnis. Von Michael Kohlhaas. Mein Freund, der Schriftsteller Plurian, Junggeselle und Liebling der Frauen, war tot Schnell, wie er gelebt, war er dahingegangen. Mitten aus dem Leben heraus, ohne Krankheit und Todesahnen, tn unverblichener Jugendfrische, aber deshalb um so erschütternder für alle, die chn gekannt und seinen Geist und Humor, seine Stimme, seine Lebenslust, kurz, «anze Persönlichkeit geliebt und bewundert hat- einen in unserer Kleinstadt ließ die unglaubliche, unfaßbare Kunde unbewegt. Selbst jenen, die ihm nicht nähergestanden waren, kam das Ereignis wie ein Irrtum, ein Fehlgriff des Todes vor Gleich auf das erste Gerücht hm hatten sich nach und nach eine Anzahl Damen, alte und junge, em- qefunben, den Verehrten, Gefeierten, Bewunderten, Geliebten ein letztes Mal in feiner trauten, mit erlesenem Geschmack eingerichteten Behausung zu sehen. Belgien versichert, daß damit die oft sehr pein- _ lichen Kontraversen zwischen Brüssel und dem Haag, suchen waren. Es ist den Belgiern nicht unange-1 die aus der Gebietsüberschneidung erwuchsen, für nehm, den Holländern versichern zu können, daß so immer beseitigt würden. Und deshalb wird der auch die niederländischen ^Grenzen gesichert seien, I Albert-Kanal, der Panama-Kanal von Belgien, obwohl Holland wenig Verständnis für den Ver-1 vorerst in des Wortes guter Bedeutung... Buntes Allerlei. Die Wissenschaft von der Vogelscheuche. Die Obst- und Weinbauern wollen die Vögel, die ihren Ernten gefährlich werden, nicht vernichten, sondern sie nur fernhalten. Zu diesem Zweck hat man nach Abwehrmitteln und Schreckvorrichtungen gesucht, seitdem es überhaupt Land- und Gartenwirtschaft gibt. Die beliebteste Methode ist noch immer die alte Vogelscheuche, aber diese ist bisher recht mangelhaft geblieben und entspricht nicht den Anforderungen, die man auch an sie in unserem Zeitalter der Technik stellen kann. In der Monatsschrift „Naturschutz" regt daher der Herausgeber Professor Walther S ch o e nichen an, diese Frage, die vom wissenschaftlichen wie vom praktischen Standpunkt aus sehr interessant ist, eingehender zu untersuchen, und hebt folgende Punkte hervor: 1. Für jede als „Schädling" in Betracht kommende Vogelart muß genau festgestellt werden, welche Schreckmittel ihr gegenüber überhaupt wirksam sind und welche am besten wirken. 2. Man muß beobachten, wie lange es dauert, bis die Vögel sich an den widrigen Eindruck gewöhnt haben, und zwar kommt es dabei darauf an, daß man die kürzeste Zeitspanne angeben kann, in der dies geschieht. 3. Wichtig ist es, ob die Vögel die Eindrücke wieder versessen, und wie lange das dauert. 4. Auf Grund solcher Beobachtungen muß man herausbekommen, in welcher rhythmischen Aufeinanderfolge die Schreckgeräte am zweckmäßigsten anzuwenden sind, um die ungebetenen Gäste oauernd fernzuhalten. Schoe- nichen glaubt, daß eine über ganz Deutschland verbreitete Organisation das nötige Material liefern könnte, das von einem wissenschaftlichen Institut verarbeitet werden müßte. Dabei wird man auch die Benutzung neuartiger Schreckmittel, wie von Schußgeräten, Lautsprechern, raubvogelähnlichen Flugdrachen usw., in Erwägung ziehen. Ein wackerer Wachthund. Unter der Bevölkerung von Neu-Südwales hat ein Schäferhund großes Aufsehen erregt; das Tier hat allerdings auch ein bewundernswertes Beispiel von Klugheit und Zähigkeit gegeben. Ein Farmer, der erst vor kurzem an einen anderen Ort übergesiedelt war, verlor zwei seiner Sattelpferde, die er lange in der ganzen Umgebung vergebens suchte. Es fiel ihm auf, daß auch sein treuer Hund während dieser Zeit verschwunden blieb. Eines Tags nun kam von der Ortschaft, dem ehemaligen Wohnsitz des Landmanns, die Nachricht, daß die beiden Pferde dort inzwischen eingetroffen seien, und daß der Hund, seiner Wächterrolle getreu, ihnen immer dicht auf den Fersen war, eine großartige Leistung, wenn man berücksichtigt, daß die Entfernung mehr als 250 Kilometer betragen hat. Oer Betrunkene auf der prüfunasbank. In England, wo Betrunkenssin ein strafbarer Zustand ist, wird die vorgeschriebene polizeiliche Prüfung in den verschiedensten und sonderbarsten Formen oorgenommen. Die Blutuntersuchung, die in Schweden so genaue Ergebnisse gezeitigt hat und die auch bei uns schon vom Gericht hier und da an- geordnet wurde, ist den englischen Behörden augenscheinlich zu kompliziert oder noch nicht genügend sicher, so daß man lieber bei den alten merkwürdigen Verfahren bleibt. Kürzlich erregte es Aufsehen, daß einem Herrn, der nach dem Besuch eines Balles in Covent Garden angeblich in betrunkenem Zustand aufgegriffen wurde, die Aufgabe zuteil ward, sich freihändig seine Schleife ohne Zuhilfenahme eines Spiegels zu binden. Diese Probe, die viele Nüchterne nicht bestehen würden, machte dem An- gefchuldigten nicht allzu tzroße Schwierigkeiten, sondern er band sich nach einem vergeblichen Versuch seinen Schlips in tadelloser Weise. Die ganze Angelegenheit der Trunkenheits-Prüfung ist erst vor einiger Zeit von einer Kommission untersucht worden, der Wissenschaftler, hohe Justizbeamte und Polizeiärzte angehörten. Nachdem diese Körperschaft lange getagt hatte, kam sie zu dem Ergebnis, daß es keine allgemein anerkannten Proben gibt, die Alkoholmengen zu bestimmen, die eine Person zur Erfüllung ihrer gewöhnlichen Obliegenheiten unfähig machen. Des weiteren wurde erklärt, daß keine einzelne Prüfungsmethode bekannt ist, die einen Beamten instand fetzt, zu sagen, ob ein Mann betrunken ist ober nicht. Die Untersuchung bleibt also weiter dem Belieben des einzelnen überlassen. In den letzten Jahren wurden gern Formeln benutzt, bei denen man sich leicht die Zunge zerbrechen kann. Manchmal genügt, schon das tadellose Aussprecben des Wortes „Mesopotamien", um die Nüchternheit zu beweisen. Doch wurden auch schwierige Sätze gewählt in der Art von „Die Katze tritt die Treppe krumm" Andere häufig angewendete Methoden sind die folgenden: auf einer mit Kreide gezogenen Linie gehen, einen Penny vom Boden aufheben, zwei Nadeln aufheben, einen Bleistift mit dem Zeigefinger berühren, eine Nadel einfädeln, feine Schuhe aus- und wieder anziehen, dreimal um den Polizeihof herumradeln, Bridgekarten verteilen, die Spitze der Nase bei geschloffenen Augen mit einem Finger berühren ... Wirtschaft * Starker Auftragszugang in der Kalkindustrie des Lahngebietes Die Kalkindustrie des Lahngebietes verzeichnet in den letzten Wochen einen starken Zugang von Aufträgen. Gefragt ist vor allem der gebrannte Dau- und Düngekalk, während Rohkalkstein nicht in gleichem Maße an der Belebung teilnimmt. Die Steigerung der Aufträge in gebranntem Kalk ist so erheblich, daß die Werke nicht in allen Fällen die Lieferfristen einzuhalten vermögen. Selbstverständlich wirkt sich diese Belebung auch auf den Arbeitsmarkt aus. Ein Diezer Werk stellte weiter 50 Arbeiter ein, in Steeden konnten alle Arbeitslosen von dem dortigen Kalkwerk ausgenommen werden. An den Aufträgen ist die mittelrheinische Schwemmsteinindustrie maßgeblich beteiligt. Frankfurter Börse. Miltagsbörfe: fest. Frankfurt a. M., 5. März. Die Wochenanfangsbörse zeigte an den Aktienmärkten bei Eröffnung nur geringes Geschäft, bas im Verlaufe stärker zunahm. Die Tendenz war im Hinblick auf die bedeutsamen Ausführungen anläßlich des Beginns der Leipziger Messe durchaus fest. Besonderes Interesse brachte man der Aeußeruna Dr. Goebbels entgegen, daß die neue Phase der Arbeitsschlacht am 21. März beginnen soll. Am Montanmarkt regte der Abschluß der Deutschen Edelstahlwerke an. Montanwerte zeigten Gewinne bis zu 1,50 v. H., lediglich Ilse Genuß gaben 1,50 v. H., Rhein. Braunkohlen 0,75 v. H. nach. Auch der Elektromarkt zeigte eine Besserung in genanntem Ausmaße, Bekula fogar 2 v. H. fester. Farbenindustrie setzten knapp behauptet ein, erholten sich aber bald auf den Stand des Samstags. Metallgesellschaft gewannen 1,50 v. H. Schiffahrtswerte lagen je 0,25 v. H. höher, AG. für Verkehrswesen plus 1,40 v. H. Aku profitierten von den Verlautbarungen über bevorstehenden Abschluß der Kunstseideverhandlungen 1,75 v. H. Von Autowerten waren Daimler bei lebhaftem Umsatz 3 v. H. höher, er laufen Gerüchte über eine Zusammenlegung im Verhältnis 4 :3. Auch Adlerwerke Kleyer konnten sich im Freiverkehr um ca. 2,50 v. H. auf 48,50 Geld verbessern. Einen merklichen Gewinn hatten ferner Deutsche Linoleum um 3,25 v. H., sowie L. Tietz um 1,25 v. H., Zellstoff Waldhof um 2,25 v. H. und Reichsbank um 2 v. H. Ph. Holzmann lagen gegen Samstagstaxe von 74 v. H. etwa 2,50 v. H. fester. Der Rentenmarkt war vernachlässigt. Altbesitz minus 0,25 v. H., Neubesitz minus 5 Pf., StahlvereimBonds plus 0,13 v. H. Umgetauschte Dollar-Bonds lagen ruhig und kaum verändert. Im Verlaufe hielt die feste Tendenz an. Meist konnten sich die einzelnen Aktienwerte noch um 0,25 bis 0,50 v. H. befestigen; eine Ausnahme machten nur IG. Farben, die um 1 v. H. und Mannesmann, die um 0,40 v. H. nachgaben. Später traten dann noch mehr Rückgänge bis zu 1 v. H. ein. Weiter fest lagen aber Kunstseideaktien, Aku um 1,50 v. H., Bemberg um 0,75 v. H. Auch der Rentenmarkt lag auf den Anfangskursen voll behauptet. Altbesitz gingen jedoch nochmals um 0,25 v. H. zurück, um im weiteren Verlaufe wieder auf Samstagsniveau von 95,75 anzusteigen. Neubesitz waren ebenfalls um 15 Bf. auf 19,35 d. H. und späte Reichsschuldbuchsoroerungen um 0,25 v. H. auf 94 v. H. Geld erhöht. Stadt- sowie auch Staats- und Länderanleihen lagen recht ruhig, aber behauptet. Am Pfandbriefmarkt waren die Wochenschlußkurse allgemein gut gehalten. Fremde Werte lagen still. — Tagesgeld etwas leichter, 4,25 v. H. Abendbörse fest. Nach den teilweise leichten Rückgängen im Mittagsschlußverkehr zeigte die Abendbörse wieder überwiegend feste Tendenz. Zwar waren die Umsätze nicht sehr umfangreich, dach blieben einige Spezialpapiere stärker beachtet. So gewannen Laurahütte nach Plus-Ankündigung 2,25 v. H., wobei nur beschränkte Zuteilung erfolgte, ferner waren Zellstoffwerte fest, und zwar Waldhof um insgesamt 1,40 v. H. und Aschaffenburg um 1,75 v. H. Im übrigen betrugen die Kursbesserungen gegen den Berliner Schluß 0,25 bis 0,50 v. H. Etwas niedriger lagen lediglich Kunstseidenwerte. Im Verlaufe blieb die Tendenz fest, ohne daß aber das Geschäft lebhafter geworden lyäre. Am Rentenmarkt war die Haltung ebenfalls fester, besonders Neubesitz (+ 10 Pf.) hatten lebhaftere Umsätze. Altbesitzanleihen gewannen 0,40 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen und umgetauschte Dollar-Bonds etwa 0,25 v. H. Auf die Meldung, wonach im März noch die Schuldenregelung erfolgen soll, lagen am Auslandsrentenmarkt Rumänier fest, 7 v. H. Monopol-Rumänen 37,50 (+ 1,50 v. H.), 5 v. H. von 1903 5,40 (5,20), 4 v. H. Unif. Rumänen 4,40 (4,20). U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,50, Altbesitzanleihe 96,13, Reichsbank 171,50, Buderus 81, Klöckner 69, Phönix 52,75, Rheinstahl 92,75, Stahloerein 44,75, AEG. 31,25, AKU. 61 bis 61,25, Bemberg 58,50, Conti Gummi 157, Daimler 54,50, Deutsche Linoleum 55,75, Scheideanstalt 185,50, Licht & Kraft 107,50, IG. Farben 134,50, Gesfürel 102,25, Holzmann 77, Metallgesellschaft 86,90 bis 87, Schuckert 105,50, Zellstoff Aschaffenburg 43,75, Zellstoff Waldhof 55 bis 55,40, AG. für Verkehrswesen 72,13, Reichs- bahn-VA. 112,90, Norddeutscher Lloyd 35. Frankfurter Lchlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 5. März. Auftrieb: Rinder insgesamt 1161 (gegen 1287 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 370 Ochsen, 104 Butten, 382 Kühe und 305 Färsen. Kälber 442 (unverändert 442), Schafe 13 (152), darunter befanden sich 11 (116) Hämmel, Schweine 3909 (3728). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mk.: Ochsen al) 33, b) 30 bis 32, c) 27 bis 29, d) 24 bis 26. Bullen a) 30 bis 31, b) 28 bis 29, c) 26 bis 27, d) 24 bis 25; Kühe a) 28 bis 29, b) 25 bis 27, c) 20 bis 24, d) 13 bis 19; Färsen a) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 24 bis 26. Kälber Sonderklasse nicht notiert, andere a) 44 bis 46, b) 38 bis 43, c) 32 bis 37, d) 25 bis 31. Lämmer, Hämmel und Schafe wegen des gerinnen Auftriebs nicht notiert. Schweine a) 46 bis 49, b) 45 bis 49, c) 44 bis 48, d) 40 bis 47, e) 38 bis 43, f) —, g) Sauen 36 bis 43. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Bullen und Kühe je 1 bis 2, Ochsen und gute Kälber je 1 Mark an, während geringe Kälber und Schweine 1 bis 2 Mark nachgaben und Färsen behauptet blieben. Bemerkungen: Bei den Kälbern wurden in der Klasse a) 28, b) 52, c) 144 und d) 203 Stück notiert. Bei den Schweinen wurden zum Preise der Höchstnotiz iznd darüber verkauft: Klasse a) 18, b) 71, c) 69 und d) 10 Stück. — Fleischgroßmarkt. Beschickung: 600 Viertel Rindfleisch, 272 ganze Kälber, 36 ganze Schafe bzw. Häminel, 67 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mk.: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 54, II 44 bis 50; Bullenfleisch 46 bis 52; Kuhfleisch II 36 bis 44, III 24 bis 32. Kalbfleisch II 60 bis 70, III 50 bis 60. Hammelfleisch 65 bis 75. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang des Fl^ischgroßmarktes ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. März. Die Stimmung um Frankfurter Getreidegroßmarkt war etwas freundlicher Die verschiedenen agrarpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung, insbesondere die Ausfuhrscheinregelung, boten dem Weizenmarkte bei kleinerem Angebot gute Anregung. Bereits Ende der Vorwoche waren Käufe der Mühlen festzustel- len, und auch heute wurden neue dazu getätigt, ob« schon das Mehlgeschäft jeglicher Anregung entbehrte. Roggen war dagegen still und ausreichend angeboten. Sehr fest lagen erneut Hafer, Gerste und Kraftfuttermittel lagen ruhig, Kleie sei nur schwer zu verkaufen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm in Mark): Weizen 197, Roggen 172,50 bis 173, Braugerste 175 bis 177,50, Hafer 152,50 bis 155, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29,40 bis 29,95, do. ohne Austauschweizen 27,90 bis 28,45, Roggenmehl 0- bis 60proz. Ausmahlung 23,50 bis 24, do. siM. Spez. 0 24, Weizenkleie 10, Weizenfuttermehl 11 bis 11,25, Rog- genkleie 10,60 bis 10,70, Soyaschrot 15,35 bis 15,40, Palmkuchen 10,05 bis 15,15, Erdnußkuchen 16,30 bis 17,20, Treber 15,50 bis 15,60, Trockenschnitzel 9,70 bis 9,80. Heu 6 bis 6,40, Welzen- und Roggenstroh drcchtgepreßt oder gebündelt 1,90 bis 2. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,70 Mark (zuletzt 2,50 Mark) per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz fester. Zwei Jahre Gefängnis für einen Denunzianten. LPD. Offenbach a. M., 5. März. Der 43 Jahre alte Kaufmann und zur Zeit auf Probe angestellte Polizeihauptwachtmeister Gustav Butten- b e n d e r aus Offenbach wurde heute vom Amtsgericht zu zwei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust wegen Denunzierung des früheren Polizeiwachtmeisters Trumpfheller verurteilt. Trumpfheller mußte f. Zt. auf Grund des § 4 zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem Dienst der Bereitsschaftspolizei in Offenbach entlassen werden, da ihn B. wegen verächtlich machender Aeußerungen zur Anzeige gebracht hatte. In der jetzigen Hauptverhandlung konnte Buttenbender den Wahrheitsbeweis seiner früher aufgestellten Behauptungen nicht a n tr e t e n und mußte die vom Staatsanwalt im gleichen Umfang gestellten Strafanträge auf sich nehmen. Der Einzelrichter bezeichnete Buttenbender als einen „Schweinehund", dem es nur darauf an» gekommen wäre, das Brot zu essen, um das er andere Menschen gebracht hätte. 5. Klasie 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer find zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden ______________Abteilungen I und II_____________ 21. Ziehungstag 3. März 1934 ön der heutigen Vormitta^ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 12 Gewinn« ,u 3000 M. 89745 98054 307035 366644 385588 388044 10 Gewinn, xu 2000 M. 110251 177971 275957 277686 368009 30 Gewinne xu 1000 M. 86125 96555 140082 177187 188750 246061 250703 265323 270682 303097 317250 362044 370010 378524 385795 66 Gewinne zu 500 M. 343 1873 7456 7829 14775 28675 34837 54323 76019 87456 123753 138987 145391 147413 154119 171883 180040 196823 216173 217080 221025 248336 284315 288516 308138 313059 320381 334488 352502 355677 369820 386353 396554 360 Gewinn« zu 300 M. 4914 7428 9766 11068 11246 12678 15003 15075 15503 21626 23602 33170 34405 34525 35677 35856 37268 37359 44173 45393 46815 54175 54317 55253 56375 56970 57419 58065 62130 62160 69308 63158 65059 68226 68708 73322 73886 74309 74763 76031 87202 88316 88861 89993 92393 92924 96999 99040 102620 102655 103330 104207 111717 113937 121421 122719 122838 126317 128776 128974 130210 131364 131425 133165 137829 147539 148789 150108 154571 155265 156874 158734 160598 160981 161313 163661 165337 167879 167948 168247 169310 171310 172111 174415 178480 179449 180571 181848 186721 186907 187477 187746 188843 191895 194481 194647 195283 195654 196985 198531 200130 201703 202384 207491 208993 209844 209852 212049 212766 215147 215153 218311 220006 222470 224243 224952 233215 236122 236248 241902 243205 243274 244704 245604 245812 246171 248863 251327 257239 267408 271193 271995 274253 278772 281956 283026 283444 285930 287307 301338 301405 313534 317511 322012 322980 324319 325934 326376 327655 332537 344622 345450 346861 349845 350414 350440 350538 356042 356122 356444 357756 357997 358000 358133 361293 364333 365164 367509 369004 372230 373246 373455 379149 382019 388340 390906 391798 394314 395555 397218 21. Ziehungstag 3. März 1934 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« zu 5000 M. 261629 230919 323046 6 Gewinn« zu 3000 M. 9291 7 256597 8 Gewinne zu 2000 M. 113575 272144 329129 32 Gewinn« zu 1000 M. 33461 56900 84204 112033 114293 139145 157878 166479 186962 233806 282621 286865 800776 322714 366132 389967 36 Gewinne zu 500 M. 21869 32715 64973 85141 131451 147068 151635 151813 155544 214364 223529 223789 259266 260241 296903 308989 324971 336735 288 Gewinne,u 300 W. 1287 1353 2107 ’ 4336 17736 20980 22871 23150 27102 39165 41984 45196 55944 56578 61545 68492 69532 75159 76793 78569 80137 83474 86890 87377 88763 89788 90424 90512 93397 94838 96465 99877 102790 109767 110102 113238 118424 120591 121670 123905 132303 134962 140805 142866 149770 157863 159914 162082 162195 164350 166573 166977 167778 171599 171920 172334 172473 172685 173454 173735 175598 176271 178381 180293 180845 181740 185711 188577 190482 191601 191998 193403 195863 196647 196819 202540 206219 208615 209100 211726 213938 214311 215370 223501 224640 227148 231535 232525 236552 239047 240523 243329 246978 247449 247774 250199 252452 253585 255445 255828 259224 259602 272928 275646 279355 280272 280381 286082 293910 296394 298017 300173 300969 304892 309752 311337 323330 323838 327238 330842 335035 335054 335418 338440 338535 353915 360256 362952 363625 364313 366498 372692 374377 376701 377695 377909 381092 383658 386544 392260 395041 396803 397600 398341 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 1638 23423 36010 42711 71415 252727 268661 300074 375499 394616 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu je 80000, 6 zu je 10000, 60 zu je 6000, 88 zu je 8000, 156 zu je 2000, 270 zu je 1000, 822 zu je 600, 6254 zu je 300 und 180 Tagesprämien zu je 1000 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Devisenmarkl Berlin — Frankfurt a. N Banknoten. Belgische Noten.. 6,71 6,75 Dänische Noten Englische Noten 6,5 ,75 6,65 1,3 6,85 6,5 6,8 8,5 18 1,35 6,8 18,5 1,3 6,9 6,5 6,8 9 6,65 17,75 1,35 6,75 6,9 6,6 9,25 __________Zerlln, 5.Märs ^mechanische Noten........ 4% Oesterretchtiche Goldrerur.... 4,80% Oesterretchtsche SiLerrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4tz% desgl. von 1913 ....... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4%rürktsche Bagdadbahn-Anlethe Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beichlosfenen Dividende an. — Reichsbankdlskom 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten .............. Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................. Ungarische Not«............... Sranfhin u. M. Scrltn Schluß- furd Schluß!. Abend« börse Schluß- furd Schluß!. Mittag« börse Datum 3.3. 5.3. 3.3. 5.3- •% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 97,25 100,1 97,5 97,5 97,9 8% ehe m.7% D t. Retchsanl. v. 1929 100 100,1 100,1 6¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.«MlöI..SchuId mit 94 95,75 93,75 93,9 93,9 AuSlos.-Rechten .......... 96,13 19,5 95,65 19,2 95,75 19,4 DeSgl. ohne AÜSIos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 19,25 (rückzahlb. 102%) .......... 6% Hess. LandeSban! Darmstadt Gold R. 12............... 93,75 94 94,25 94 92,5 92,5 92 92,25 6Vi% Hess. Landes-Hypotheken- oan! Darmstadt Ltgut......... 91,5 91,5 vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ 92,5 92,75 _ Deutsche Komm. Eammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSIos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Ban! 94,75 94,6 94,9 94,9 Goldpfe. 15 unkündbar vtS 1935 •% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 92,65 92,65 — — 92,65 92,5 — — Wi% -hem. <•/,% Franks. Hyp^ Bank-Ltqu^Bfandbriefe....... 91,75 91,65 _ 8H% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe ... 8% ehem. 8% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 92,5 92,25 — — 94 94 94 94 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Eteuergutich. Verrechnungskurs.. 97,13 97,13 97,13 97,13 Frankfurt a.M Serlin Jrantfun 0. M. Berlin Schluß« furd Schluß!. Abend« börse Schluß- furd Schluß!. Dnftag» börse. Schlußkurs Schluß!. Abend« börse Schluß» furd Schluß! Minag« börse Datum 3.3. 5-3 3-3 5-3. Datum 3.3. 5.3- 3.3. 5.3- 4% deSgl. Serie II ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4H%Ruinän.veretnh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 %% Anatolier ............. Hamvurg-Amertka-Pakei ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs..........0 Norddeutscher Lloyd .........0 21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dtsconto« Gesellschaft................ o Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ............... 12 S.E.G......................0 Bekula...................... Kettr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft g (Velten & Guilleaume......... 0 §5^Hsch-f-Eleklr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert SCo........ Siemens L Halske......... 7 8a6meoet & ($o...........J 10 Buderus ...... A 6,75 5,13 7,25 4,25 30,75 29,75 34,75 71,25 95,25 52,25 65,25 67 173.25 28,75 133,5 103,4 106,25 61,5 101 103,75 150 123,5 dO 110,25 66 98 119,5 68,75 71,65 6,75 5,4 7,25 4,4 31 30 35 72,13 95,25 52,5 66 67,5 171,5 31,25 134 102,5 107,5 61,5 102,25 96,75 105 151 81 110,25 66,25 118,5 69 72 6,75 5,2 7,4 4,3 30,75 29,75 28,13 34,4 71,5 95,25 52 65,25 67 171,25 29,25 134,5 102,75 107 61,5 101,5 96,25 104 151 122,5 80,5 111 66,25 97,75 77,9 118,75 69 71,9 6,85 5,3 4,3 31,25 29,75 30,75 34,9 71,5 96 52,5 66,5 67,5 171 31,25 134 103,75 107,5 62 101,9 96,5 105,25 151 124,25 81,5 110,65 66,5 97,5 77,5 119 69 72,13 Mansfelder Bergbau.........0 KokSwerke .................. Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl ................. 0 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ..............0 Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetsurtb.....7% 3- G. Farden-Inouürte....... 7 Scheideanstalt...............v Goldschmidt .......... 0 Rütgerswerke ...... 0 Metallgesellschaft.............0 Philipp Holzmann ........ 0 Zementwerk Heidelberg ......0 Zementwerk Karlstadt.........0 SchulthetS Patzenhoser .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................0 Hellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ........... 7 Daimler Motoren ............0 Deutsche Linoleum...........0 Orenstein L Koppel....... 0 37,25 51,75 05,25 92,25 43,75 14,25 122 121,5 153 134,25 185,5 62,75 58,65 15 93,75 100,5 • 58 55,5 51 41 52 52,75 21 182,5 154,5 27,25 - 37,9 52,75 204,5 92,75 44,75 15,25 122 121,5 152 134,5 185,5 65 87 ■ 61,25 58,5 55,4 43,75 54,5 55,75 157 28,75 75,25 37,5 91,9 52 205,5 92,75 44,9 14,5 122 119 153 134,13 64 58,65 85 103,5 58,25 55,75 51,5 42 123 52,13 54,75 70,5 21,75 182,75 155,25 27,25 1A 38,4 91,9 52,65 204 92,5 44,75 15 121 121,5 152 134 65 59,4 87,25 76,4 103,75 61,4 59 54 42 124,5 • 54,4 55,9 71 21,9 184,5 156 29 178 Deutsche ürböl ............... Gelsenkirchener.............. 0 Harpener ............... 0 Hoesch iktsen—Küln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau « Leonhard Tietz .............0 sshade......................10 Aerumulatoren-Fabrik........ 0 lonti-Gummi 0 Klöcknerwerke ................ Mannesmcmu-Röbre«........ 0 Mainkraftwerke Höchst 0.SL... 4 Süddeutscher Zucker ......... 8 3.Mörz 5-März Amtliche Notierung Amtliche Notiemn« <»>eiv | Srie Geld Brie Helfingfor».. Wien....... 5,624 47,20 10,38 5,636 47,30 10,40 5,624 47,20 10,38 5,636 47,30 10,40 Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... Oslo....... 3,047 168,88 63,99 56,89 3,053 169,22 64,11 57,01 3,047 168,88 63,99 56,89 3,053 169,22 64,11 57,01 Kopenhagen. L-tockholM ... 65,68 65,82 65,68 65,82 London ..... Buenos Aires 12,735 0,648 12,765 0,652 12,735 0,643 12,765 0,647 Neuyorl.... 2,512 2,518 2,512 2,518 Brüssel..... 58,49 58,61 58,48 58,60 Italien..... 21,58 21,62 21,56 21,60 Parts ...... Schweiz .... 16,50 81,02 16,54 81,18 16,50 81,04 16,54 81,20 -spanten.... 34,12 34,1C 34,19 34,25 Danzig..... 81,77 81,93 81,75 81 ^9j Japan ...... Rio de Ian. . Jugoslawien. Ltiiabo» .... 0,753 0,214 5,664 11,60 0,755 0,216 5,676 11,62 0,753 0,214 5,664 11,60 0,755 0,216 5,676 11,62 Geld Zries 2,465 2,485 58,32 58,56 56,64 56,86 12,69 12,75 16,46 16,52 168,46 169,14 21,44 21,52 63,82 64,08 — — .— 65,52 65,78 80,86 81,18 34,05 O D Ä1 W- I ■ ■/« f* fl W AW s " // 7SW«J !X iS£ <■ >A F:* O L ♦ | - 'ZA Dienstag, 6. Marz MH Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 55 Drittes Blatt Blick in die Gießener Volkshalle bei der großen Aus der Provinzialhauptstadt das Beiwort mit oem zinitei oem ^ornumeii i uu - nY 1' Äfüm Wnmen fnridit setzte (Heinrich der Lange, Fritz der Kleine usw.). mehr offen ans allen Namen^prick^ durch die Einführung des Christentums, das neue Namen entstehen ließ, längst eine Vermehrung erfahren, die Verbreitung der Sitte, einen Familiennamen anzunehmen, kam jedoch erst im 12. Jahrhundert auf. Da bei zunehmender Vergrößerung der Volksstämme die gesellschaftlichen Verhältnisse künstlicher wurden, ermöglichte der Vorname allein nicht mehr die nötige Unterscheidung zwischen den einzelnen Personen, weshalb man zu Familiennamen überging. Der Adel kannte wohl schon etwas früher den Geschlechternamen, der sich meist auf den Besitz oder die Herkunft bezog. Zum größten Teil entlehnte man die Familiennamen den Vornamen, die ursprünglich nur eine Person bezeichnet hatten, nun aber fest wurden und sich auf die Nachkommen vererbten. In der Hauptsache bilden also jene uralten Mannesnamen den Grundstock zu unseren heute gebräuchlichen Familiennamen. Sie sind in der Mehrzahl von einstigen väterlichen Vornamen abgeleitet und durch vielfache Veränderungen und Verstümmelungen auf uns übergekommen. Man wählte aber auch solche Namen, welche den Charakter, ein äußeres Merkmal des Menschen, die Beschäftigung, das Gewerbe oder den Stand beschrieben. Das geschah dann oft in der Weise, daß man das Beiwort mit dem Artikel dem Vornamen nach- Unsere Familiennamen sind also nicht ganz Schall und Rauch, denn sie waren ehedem sinnvoll und bewußt gewählt, wenn dieser Sinn auch heute nicht sonders in den Reihen der Gießener SA. allezeit in hohen Ehren im Gedenken fortleben. In der „Heimat im Bild" des Gießener Anzeigers war Major Kempff als unser geschätzter Mitarbeiter wiederholt bei der Verbreitung und Vertiefung der Geschichte unserer engeren Heimat in anerkennenswerter Arbeit tätig. Gedenkfeier derpolizei undGendannerie zum Jahrestag der Machtübernahme. In dankbarer Erinnerung an den Tag — 6. M ärz v. I. — der die Macht im Reiche in die Hand des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler brachte und damit eine grundlegende bedeutsame Wende zum Besseren einleitete, veranstaltet unsere Gießener Polizeibeamtenschaft gemeinsam mit der hiesigen Gendarmerie am heutigen Dienstag nachmittag eine Gedenkfeier, die der Dankbarkeit an den Führer und Volkskanzler Ausdruck geben soll. Die Polizei- und Gendarmeriebeamten treten um 15,30 Uhr vor dem P o - lizeiamtsgebäude auf dem Landgraf-Phi- lipp-Platz an und marschieren von dort in geschlos- Zum Briefessen verurteilt. Es ist wohl des öfteren vorgekommen, daß abergläubische Menschen einen Brief oder ein Stück Papier aufgegessen haben, um sich die Kraft eines Zauberspruches oder den Inhalt einer Liebesbeteuerung ganz „einzuverleiben". Aber es hat auch Zeiten gegeben, in denen Menschen zum „Genuß" solch unverdaulicher Speise verurteilt wurden. In der Niederdeutschen Zeitschrift für Volkskunde beschäftigt Unser Familienname. Heute ist es selbstverständlich und eine unerläßliche Notwendigkeit, einen. Familiennamen zu besitzen. Es war jedoch nicht immer so, daß man neben dem Vornamen auch einen Geschlechtsnamen führte. Der Vorname genügte bei den einfachen Rechtsverhältnissen und der Gesellschaftsordnung früherer Zeiten vollauf. Es waren echt deutsche Namen, deren man sich bediente und die man unterschiedslos den Gliedern vornehmer Familien, wie auch den Gliedern niederen Standes gab. Die Namen der Germanen zeichneten sich durch ihre klare Bedeutung aus, denn der Deutsche wollte ihn verstehen, sein Name sollte klingen und irgendwie in Beziehung zu seinem Träger selbst, zu seinen Eigenschaften stehen. Der Träger hatte deshalb auch Freude an ihm, wußte von seinem Sinn und machte ihm Ehre. Unsere Vorfahren in grauer Zeit nannten sich kurzweg Sigimer, Siegbert, Sigufried, Gibich, Hiltgund, Wolfbert usw. Bei Nennung des Namens trat das Bild seines Trägers deutlich vor Augen, denn der Name umschrieb den Mann. Bis in die Zeit der hohenstaufischen Kaiser hinein hatte man von einem anderen als dem Vornamen keine Kenntnis. Wohl hatte die Zahl dieser sich der Herausgeber Prof. G r o h n e mit der „Tortur des Briefessens". Das ist eine Strafform, die ich aus den Tagen des Faustrechtes vom Mittel- alter bis ins 18? Jahrhundert erhalten hat. Man rächte sich auf diese merkwürdige Weise an dem Ueberbringer schlimmer Kunde. So meldet z. B. die Chronik, daß die Bürger der Stadt Alzey im Jahre 1432 einen Boten von Höchst, der ihnen unliebsame Nachrichten brachte, ein Eisen um den Hals legten und an den Pranger stellten, sodann wurde eine Tonne vor ihn gesetzt mit einer Schüssel voll Wasser, in das der zerrissene Brief eingebrockt war, worauf dann Wasser und Brieffetzen dem Unglücklichen vom Büttel in den Hals geschüttet wurden. 1501 taten die Bürger von Worms das Nämliche mit einem Abgesandten des Reichs, der die unbotmäßige Stadt durch Mahnbriefe zum Gehorsam bringen sollte. Aus den Briefen wurde ihm eine höchst unangenehme Mahlzeit bereitet, die er herunterwürgen mußte. Noch im Jahre 1716 ließ der hessische Kommandant von St. Goar nach einem Bericht des bekannten Juristen Franz Joseph Bod- mann den Fronboten von Rüdesheim, der ihm einen geschlossenen Brief des französischen Kommandanten von Homburg überreichte, ins Stockhaus setzen und zum Verzehren des Briefes zwingen. Allerdings ging man im Zeitalter der Aufklärung schon „humaner ‘ zu Werke, denn es wird ausdrücklich berichtet, daß der Brief „mit Essig und Baumöl angemacht" war und so als eine Art „Salat" gereicht wurde. Der Sinn dieses so lange hartnäckig geübten Brauches ist klar: Der Bote muß auf sich nehmen, was man am liebsten dem Absender selbst zugefügt hätte. In Kriegszeiten, auch noch während des Weltkrieges, ist es öfters vorgekommen, daß Boten, die schriftliche Befehle ober Mitteilungen zu überbringen hat» ten, wenn sie vom Feinde aufgegriffen wurden, vor der Leibesunterfuchung das gefährliche Papier rasch hinunterschlangen. der Seine. . v _ . ., M Es sind Köpfe dabei, die, wie der Heinrichs 11. von Frankreich, die furchtbare Agonie eines grauenvollen Todes, überlichtet von einer schmerzlichen Erlösung, zeigen. Köpfe, wie Heinrichs IV. von Frankreich, eines zualeich skeptischen wie lebensbejahenden typischen Kavaliers des 16. Jahrhunderts, Kopfe, wie das tote Greifengesicht Gottfried Scha- dows oder das völlig verhängte Walter Scotts. Die beiden herrlichsten Köpfe von allen: das Gefickt Friedrichs des Großen voll unnahbarster und überlegenster Majestät des Todes und der Kopf Napoleons. Das zugleich tiefste und zarteste Geheimnis des Todes aber schwebt in dem undurchdringlichen Lächeln der Unbekannten aus der Seine, deren Namen niemand weiß, deren Schicksal niemand kennt. Es ist der einzige Kopf welcher den ,Tod in der Jugend" zeigt, den Tod als Freund und Geliebten, als Beglücker und Befreier. Von einer unerhörten Dämonie des wie ein Sturmwind hinfahrenden Genies und Willens zur Macht ist die Maske Friedrich Nietzsches. Es gibt große Ueberrafchungen: Bertel Thor- waldsen, der Bildhauer, sieht aus wie ein römischer Schlemmerkaiser, satt und wohlwollend aus Laune. Der Kops des wahnsinnigen Lenau atmet unerschütterlichste Ruhe. Das Gesicht Georg Wilhelm Friedrich Hegels erscheint wie eine aus Urtiefen auftauchende Idee. Lorenzo Medici, der Liebhaber der Kunst und der Wissenschaft, der auf Fnede und Wohlergehen Bedachte, der Verneiner des Soldatenhandwerkes und der Kriegführung, sieht aus wie ein urwäldlicher, brutaler, von jeder Vergewaltigung gezeichneter Zermalmer, fast einer fremden Rasse der Vernichtung zugehörig. Im Laufe der Zeiten fiel dann aber der Artikel fast völlig fort, fo daß auch Hans der Lange einfach Hans Lange wurde. Bezeichnete ein derartiger Name feinen Träger trefflich, fo stimmte die Charakterisierung bei den Nachkommen, auf die er überging, meist nicht mehr. Die Beibehaltung diente dann lediglich nur noch praktischen Zwecken. Andere Familien nannten sich nach einem Tiere. Sie wollten sich aber keineswegs durch solche Namen mit dem Tiere identifizieren, sondern sich nur eine hervorragende Eigenschaft des Tieres beilegen. Wahrscheinlich aber sind derartige Tiernamen, die als Familiennamen vorkommen, einst bloße Hausnamen gewesen. Es war früher ein alter Brauch, daß man in den Städten, Häusern und auf dem Lande dem Hofe einen Namen verlieh. Die Stadt hatte nur wenige Häuser, fo daß die Bezeichnung nach Straßen und Nummern noch nicht erforderlich war. Man unterschied die Häuser deshalb mit Namen. Sie waren über dem Eingang an das Haus geschrieben, oder in einem Bilde im Stein festgehalten. Der Hausname übertrug sich später auf die Familie. Auf Wirtshausschildern und bei der Bezeichnung für eine Apotheke spielt der Hausname noch heute eine Rolle. Namen, die dem Wohnsitz und der Herkunft entliehen sind, finden wir schon in älterer Zeit. Es ist jedoch zu bezweifeln, ob es sich hier um die früheste Form des Familiennamens handelt. Wer über Grundbesitz verfügte, nannte sich eben nack diesem. Bei Aenderung des Besitzes wurde auch meist der Name gewechselt und der des neuen Wohnortes angenommen. Es kann nicht für wahrscheinlich gelten, daß es sich bei den uns überlieferten Familiennamen, die mit dem Wörtchen „von" geschmückt sind, um lauter Namen adeliger Familien handelt. Auch bürgerliche Familien nannten sich mit dieser Präposition, da ja naturgemäß der Name eines Hofes allein nicht zur Namensbezeichnung verwendet werden konnte. Erst im 17. Jahrhundert verbreitete sich dann langsam die Vorstellung, daß das „von" nur dem Adel zukommen dürfe. Allmählich sind deshalb auch die von bürgerlichen Familien verwendeten Präpsitionen von, zu, auf, in usw. weggefallen oder mit dem Namen verschmolzen worden (Vomberg, Imhof, Vonder- heid, Vondevsand). Momentbild der Kundgebung in der Volkshalle. Don Unks nach rechts: Gauschulungsleiter und Gauinspekteur Professor Dr. Werner, stellvertretender Kreisleiter Hopsenmuller, Kreispropagandaleiter Schmelz. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Am Ende des Lebens liegt auf dem Totenbett eine von Schmerz und Freude, Not, Verzweiflung und Lust bis in die letzte Faser durchgeformte Gestalt, deren Antlitz die ganze Runengeschichte eines menschlichen Lebens trägt. Dieses Gesicht des Toten, kurz vor dem Zerfall, an der Grenze der Auslösung und der Rückgabe an die Natur, dieses Gesicht ist ein Dokument des Daseins überhaupt. Der Abguß eines solchen Kopses enthält.Dinge, die nicht mehr auszusprechen sind. Es ist em Av- druck, den das Schicksal an der Grenze von Leben und Tod zurückläßt wie Siegel und Bestätigung. Hier vereinigen sich äußerste.Sachlichkeit und tiefste Persönlichkeit zu einem einmaligen Jnviio menschlicher Seele. Es ist das große Verdienst Ernst ®enfar s, eine Sammlung von 112 unzweifelbar echten Totenmasken vorgelegt zu haben. „Das ewig l i tz". Die Anmerkungen zu ieder Maske sind gleich falls sehr wertvoll, ebenso wie der elf Kopfe um fassende Anhang, welcher die zweifelhaften.Maske enthält. Die zu Beginn gegebene Geschichte Ö Totenmaske bringt wohl zum er^enf n >>e5 knappe und zusammenhängende Darstellung Themas. Dabei ist es überraschend, ,feWtߓߣ; daß der Abguß des Totengesichts Ursprung!ch woh nur panopti^en Zwecken öffentlicher Schaustellung gedient hat. Erst später wurde die Maske tn Der Erkenntnis der unmittelbaren Bedeutung an s ch °^e°Kö"pfe,' die in diesem Werke wie Erscheinungen vor uns hintreten, sind äußerst mannigfaltig. Friedrick Schiller, Joseph Haydn, Moreau, Scharnhorst, Napoleon, Hegel^Beethoven, Puschkin.Hebbel, Uhland, Dostojewski, Monte, Friedrich der Große, ------------3—7TT7 , I Karl XII. von Schweden, Oliver Cromwell, Lenin, (TVr rtfa C*)rf)iumL Ium nur einige zu nennen, und von Frauen Alma VJUflUf« ♦ I n Goethe, die Sängerin Malibran, die Königin Von Kranz Gchauwecker, (510(5 I Luise, die Herzog ..„s «IN« ° 9 Weimar, Charlotte Wolter und die Unbekannte aus Major a. O. Kempff f. Nach schwerer Krankheit ist am Sonntagabend im 61. Lebensjahre der Kgl. preuß. Major a. D. Otto Kempfs in Gießen verstorben. Der Verewigte, eine von vorbildlicher Liebe zu Volk, Vaterland und Heimat erfüllte Persönlichkeit, hat im Weltkrieg für das deutsche Vaterland mitgekämpft. In Gießen gliederte er sich schon vor einer Reihe von Jahren in die Kämpferreihen der NSDAP, ein, der er als Mitglied Nr. 85 580 angehörte, womit er zur alten Garde des Führers in unserer Stadt zu zählen ist. Major Kempfs hat sich allezeit als ein warmherziger Förderer der Gießener SA. erwiesen, der u. a. die erste Sturmsahne der Gießener SA. gestiftet hat, bit heute als die alte Traditionsfahne angesehen wird. Bis zuletzt gehörte Major Kempff der SA. an, und zwar diente er jetzt als Scharführer im Sturm 3/R116 dem großen Werke des Führers mit vorbildlicher Hingabe. Auch hier wieder offenbarte er feine beispielgebende Uneigennützigkeit und Opferbereitschaft dadurch, daß er dem Sturm 3 der Gießener SA.-Reserve die Sturmfahne stiftete. Der alte Kämpfer wird be- Und wiederum: Blaise Pascal hat das Gesicht der strengen Logik, Beranger sieht aus wie er war: bürgerlicher Spötter. Breit und mystisch, rätselhaft durchfurcht und ttunken das Gesicht Fedor Michajlowitsch Dostojewskis. Feldherr und Denker: Hel- muth von Moltke. Behäbig und noch vergnüglich der Lustspieldichter Eduard von Bauernfeld. Instinkt und Bewußtheit künstlerischen Ranges im Kopf Hans von Marses. Wiederum eine Ueberrafchung: das Gesicht Richard Wagners erscheint ein wenig entblößt. Wir sehen durch dieses sonderbar hilflose Lächeln in einen Hintergrund, welcher uns Unsicherheit zu verraten scheint. Völlig unähnlich der Herzog von Reichstadt, der Sohn Napoleons, fast mongolisch-mandschurisch. Sehr bäuerisch und erdhaft der Kopf Scharnhorsts. Widerwärtig, hinterhältig, intrigant das vom Tode verzerrte Gesicht Marats. Lessing beinahe unberührt, sehr sachlich. Friedrich Wilhelm I. von Preußen beleibt, kräftig, selbstbewußt, Erzieher der Armee, manchmal mit dem Knüppel. Peter der Große: herrisch wie ein genialer Feldwebel, brutal wie ein Stockmeister und zugleich aufgezwirbelt wie ein Bauernkavalier. Das Buch gehört zu den wenigen Werken, denen man allerweiteste Verbreitung wünschen muß. Ausstattung und Einband sind entsprechend. Kundgebung der NSDAP, am vorigen Sonntag. Auf der Bühne in der Mitte der Gauschulungsleiter bei seiner Rede. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Um dabei v. H. besonderes Augenmerk auf sachgemäße Fütterung zu richten In den Genuß der von den Behörden genehmigten Verbilligungen der Kücken und Iung- hennen könnten alle Geflügelzüchter kommen, in erster Linie Landwirte, die ihre Tiere sachgemäß aufziehen und bis zum 15. März den Antrag auf Verbilligung bei der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in Frankfurt stellen. Die Verbilligung werde nur gewährt für Tiere, die vor dem 15. Mai dieses Jahres geschlüpft seien und nur für die in Hessen anerkannten Wirtschaftsrassen, wie braune Italiener, weiße Wyandotten, Rhodeländer, weiße Leghorn und schwarze Rhein- Kreis-Gchulungslehrgang für Geflügelzüchter in Gießen ReichsjugendführerBaldurvonSchirach spricht zur deutschen Fungarbeiterschafi! VornotWn. — Tageskalender für Dienstag. Stadt-« theater: 20 bis 22 Uhr, „Hokuspokus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Tunnel". ei. Das Futter der Kücken solle enthalten 15 v. H. Eiweiß und 85 v. H. Kohlehydrate (Getreideschrote, Kartoffeln und bergt), das der Legehennen 25 v. H. Eiweiß und 75 v. H. Kohlehydrate, das der Mastkücken 15 v. H. Eiweiß und 85 o. H. Kohlehydrate und das der Altmasttiere 10 v. H. Eiweiß und 90 o. H. Kohlehydrate. Sämtliches Futter reiche man am besten in Automaten. Daß man Buch führen müsse, sei eine Selbstverständlichkeit. Dr. Lang gab erner Anleitungen über den Eierversand, über das Töten und das Behandeln der geschlachteten Tiere. Dem Kapitel Kücken- und Junghennenverbilligung widmete der Kreisfachberater längere Ausführungen. Quadrille fand besonderen Beifall. Mit großem Interesse wurde der schwierige Finger-Schottisch verfolgt, der eine Fülle der einzelnen Figuren brachte und den Ausdruck einer unbändigen Lebenslust darftellte. Ein neckisches Tanzfpiel stellte der „Fünfte Junge" dar, in dem sich viel Erfindung in der Bewegung mit starker mimischer Unterstützung verband. „Schüddelbüx", ein noch heute auf der Insel Rügen lebendiger Tanz, löste Helle Freude durch die in ihm vereinigten drastischen Bewegun- c:en aus. Sehr fein wirkte ein Tanz unter dem -itel „Schwedisch-Schottisch", der besonders den Mädchen Gelegenheit gab, Anmut und Grazie zu beweisen. Ein recht stattlicher Ehor von Gitarren, Lauten und Violinen unterstützt, sang bann zur Abwechse- iung das Lieb „Ich hört ein Vöglein fingen...". Dre Gestländer Polka, von drei Paaren getanzt, c-Jme rhythmische Verhaltungen und gab den -llusfuhrenden Gelegenheit zu beweisen, daß sie dem -wesen des Volkstanzes vollauf gerecht werden konnten. Der Kesselflickertanz und der Husarentanz, im Tempo sehr flott, trugen mehr eine städtische Jcote, menngleicf) auch in ihnen der Charakter des Volkstanzes rein erhalten war. Stürmischen Beifall stnteten zwei sehr originelle Rüpeltänze, in denen , ?le.! bäuerliche Urwüchsigkeit offenbarte. Eine Der schönsten Darbietungen des Abends war das Tar^spiel „Tanz mir nicht mit meiner Jungfer ri?ÄL' bas ^inen Sinn in der tänze- rnctTen Gestaltung vollkommen ausgedrückt fand. „Tampet" und „Windmüller" folgten. Dann sah man noch märkische Tänze, unter denen besonders die Alvstädter Quadrille gefiel. Den Anschluß der Tänze bildete ein ernster, in der Bewegung sehr gemessener Weihetanz nach dem Liede „Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht ..." Zwei Lieder von Hermann Löns (.„Rosmarin Haide" und „Alle Birken grünen" und die Ballade „Jenseits des Tales" vervollständigten das schöne Erlebnis, das diese Veranstaltung für alle Besucher bedeutete. Im Verlauf des Abends wurde Frau Schäfer die den Tanzkreis feit feinem Bestehen durch ihre musikalische Mitarbeit unterstützt, ein schönes Geschenk übermittelt. Der Ertrag einer Sammlung ist dem Winterhilfswerk zugedacht. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 6. März. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1 25 Mark, Kochbutter 1,05 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 8 Wirsing, das Pfund 15 bis 25, Weißkraut 10 bis 12 Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8 Rosenkohl 25 bis 30 Pf., Feldsalat 1,20 Mark Meerrettich 35 bis 45 Pf., Zwiebeln 10, Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3 Mark, Aepfel das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 15 bis 25, Blumenkohl das Stück 35 bis 50, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Schwarm wurzeln 25 bis 30 Pf. das Pfund. ö die bäuerliche Geflügelzucht rentabel zu ge- talten und die Geflügelzüchter für das große Ziel, unser Volk auf dem Gebiete der Eieroersorgung unabhängig vom Ausland zu machen, theoretisch und technisch zu schulen, hatte die Kreisfachberatungstelle für Geflügelzucht die Ortsfachberater zu einem Schulungslehrgang in Gießen am letzten Sonntag eingeladen. jenem Zuge unter Mtführung ihrer Fahne zum Saale des „Frankfurter Hof". Hier wird ein Festakt ftattfinben, bei dem der Kreisleiter z. b. D. und Gaurebner B u l l m a n n bie Festrebe über die Bedeutung des heutigen Gebenktages unb über die gewaltige Aufbauarbeit des Führers und der nationalsozialistischen Bewegung sprechen wirb. Reichsbund Volkstum und Heimat, Kreis Gießen. 1. Sämtlicher Geschäftsverkehr ber im Kreise wohnhaften Mitglieder geht über bie Kreisringfüh rung Gießen. Anschrift: Lehrer Sern, Gießen, Frankfurter Straße 90. 2. Sämtliche Beiträge sinb zu zahlen mindestens vierteljährlich gesammelt durch die Bezirksführer ober Vertrauensleute ber Schulgruppen, Aemter ufro. auf Postscheckkonto 19 858, Reichs bunb Volkstum unb Heimat, Kreis Gießen. Gleichzeitig mit ber Einzahlung der Beiträge ist an Herrn Dem au senden eine namentliche Abrechnung, alphabetisch geordnet. 3. Alle, bie sich in Darmstadt angemeldet haben, müssen chre Meldung bei der Kreisringführung sofort nachholen; ebenso ist mitzuteilen, wer Beiträge direkt nach Darmstadt überwiesen hat. 4. Ich erwarte äußerste Pünktlichkeit und Ordnung im Geschäftsverkehr. Die Werbung muß noch weiter fortgefetzt werden, insbesondere sind auch körperschaftliche Mitglieder, Vereine, Gemeinden zu werben. (Mindestbeitrag für Einzelmitglieder 3 Mk. jährlich, für körperschaftl. 5 Mark). gez.: Rebeling, Kreisringführer. Ortsgruppe Gießen-Süd. Velr.: Lebensmittelsammlung. Ehrung des Bürgermeisters von Schotten. x * 5- März. Heute mittag bereitete ber Gemeinderat unserer Stadt unter Führung des geigeorbneten ©traub, des ältesten Kämpfers ber NsDAP in Schotten, unserem Bürgermeister Menget eine herzliche Ehrung. Bürgermeister Mengel, der heute seinen 5 0. Geburtstag in ausgezeichneter Frische unb Schaffenskraft be- geben konnte, ist nunmehr feit 15 Jahren -ourgermeister unserer Stadt unb zu- güid) feit 25 Jahren unser Ortsbürger. Lr stammt aus Nidda, diente als Einjähriger in Gießen bei den 116ern, studierte bann Rechtswissen- x un& legte 1909 sein Staatsexamen ab. Don Da ab war er als Rechtsanwalt in Schotten tätig. Nach dem Kriege kam er als Hauptmann b. R in bie Heimat zurück und wurde im Juni 1919 ohne Gegenkandidaten zum Bürgermeister unserer Stabt gewählt. In Anerkennung seines verdienstvollen » 3um Besten unseres Gemeinwesens und aller Burger zugleich auch als Ehrengabe zu feinem 50 Geburtstage, überbrachte ihm der Gemeinde, rat heute mittag einJBUb des Führers und V o l k s k a n z l e r s Adolf H i t l e r mit folgender Widmung: Die Stadt Schotten ihrem lieben Bur- germeifter Erwin Mengel zum 50. Geburtstag." Sie Ehrengabe wurde von dem Beigeordneten . J-,a u b im Auftrage des Gemeinderates über» Bürgermeister Mengel dankte dem Ge- metnderat herzlich für diese Auszeichnung. länder. Diese Tiere dürften aber nur von den Betrieben gekauft werden, die der Kontrolle der Landesbauernschaft unterstellt sind. Die Zahl der Tiere, für die Verbilligung gewährt wird, sei beschränkt und betrage 80 bis 100 Kücken und 15 bis 20 Junghennen. Die Verbilligung betrage für Kücken 20 Pf., für Junghennen 60 Pf. bei einem Mindestpreis von 60 Pf. für Kücken unb 2,75 Mk. für Junghennen bei bestimmtem Alter. Diese Maßnahmen, wie auch bie neu geregelte Eierbewirtschaftung, über bie sich Dr. Lang anschließenb aussprach, sollten der Verbesserung ber bäuerlichen Geflügelhaltung bienen, um bamit bie Eierversorgung bes beutschen Volkes aus ber heimischen Erzeugung zu erreichen. Die neu geschaffene Reichseier stelle erfasse jetzt alle in den Handel ckommenben Eier, also Inland- und Auslanbeier. Die ländlichen Geflügelzüchter dürften nach wie vor mit ihren selbst erzeugten Eiern ihre Ver- braucherschast bedienen (also auch die Kundschaft auf dem Gießener Wochenmarkt). Die nicht verkauften Eier dürften aber nicht an die Händler abgegeben, sondern müßten an die örtlichen Sammelstellen, die an allen Orten erstehen sollen, geliefert werden. Von dieser Stelle gelangten sie an die Bezirks- sammelstellen, für den Kreis Gießen in Gießen, Geilshausen, Hungen, für den südlichen Teil in Butzbach (mit noch einigen Orten des Kreises Friedberg), für den östlichen Teil in Groß-Eichen (mit noch einigen Orten des Kreises Schotten). Die gesamten Unkosten sollen pro Ei nicht mehr als einen Pfennig betragen, bie weitere Verteuerung ber Eier soll oermieben werben. Für einzelne Orte, in benen alle Eier direkt an die Verbraucher geliefert werden (wahrscheinlich Heuchelheim, Wieseck, Klein-Linden, Lich u. a.), brauche eine Ortssammel- stelle nicht errichtet zu werden. Die Auszahlung der Eiergelder an die Erzeuger solle spätestens 14 Tage nach Lieferung erfolgen. Der Eieraufkauf durch die Sammelstellen erfolge nach Gewicht und nicht nach ber Stückzahl. Jeder Geflügelzüchter habe das Li mit einem Stempel zu zeichnen, damit man jederzeit die Herkunft des Eies festsiellen könne. Die Eierlieferanten könnten den zu gründenden Genossenschaften beitreten, eine Pflicht dazu besiehe aber nicht. Der Monat März gelte noch als Uebergangsmonat. 3n ber anschließenben Aussprache würben noch viele Fragen burch ben Leiter geklärt. 3m Gasthaus von Heinrich Henkel wurde anschließend die Besprechung von Fragebogen vorgenommen und weitere Erfahrungen aus dem Züchterleben ausgetauscht. Da die Zahl der Orts- geflügelfachwarts des Kreises Gießen groß ist, mußte ber Kursus in vier Abteilungen an vier Sonntagen abgehalten werben. Die letzte Abteilung trifft sich am 18. März. Der Kursus begann mit einer Führung burch bie Abteilung Geflügelwirtschaft des Tierzuchtinftituts der Lanbesuniver- i t ä t Gießen (Oberer Harbthof), die der Kreis- achberater Dr. Lang leitete. Den Kursteilnehmern vurden alle Zweige, ber Geflügelzucht vorgeführt, o die Futtermischung und die Futterlagerung, bie Runftbrut, bie Eiersortierung unb Kennzeichnung, bie Kartothek, die mit Ofenheizung ausgestatteten Drahtbobenställe für bie jüngsten Tiere, die Aufzuchtställe mit Schirmglucken für über drei Wochen alte Tiere, die Normalställe mit Futtergeräten, Fallennestern und Staubbädern,. die Hühnerweiden, bie Wechselausläufe, bie Legehallen, die Hühnerwagen ür die Weide, die sachgemäße Herstellung des Keimhafers u. a. mehr. 3m Landwirtschaftlichen 3 n ft i t u t in ber Senckenbergstraße wurde an Hand von Lichtbildern die Geflügelwirtschaft in bäuerlichen Betrieben gezeigt. Die Bilder zeigten wie aus unvorschrifts- mäßigen Ställen gesunde Stallanlagen hergestellt werden können, ferner die Behandlung von Glucke unb Brutnest, bie Futtergefäße, die Vornahme ber Desinfektion u. a. mehr. Dr. Lang führte ' ' u. a. aus, daß Am Sonntag, 11. März, 12 Uhr, spricht ber Reichsjugenbführer auf der Kokerei „Friedrich Ernestine" in Effen-Stoppenberg zur deutschen 3ungarbeiterschaft ber Stirn unb ber Faust. Die Rede des Reichsjugendführers wird durch den Rundfunk übertragen, so daß die gesamte deutsche Fugend Gelegenheit hat, die Ausführungen Baldur von Schirachs mit anzuhören. 3n allen Teilen Deutschlands wird sich diese Rede als „Feierstunde der Jungarbetterschafl der Stirn und der Faust" im Rahmen großer Kundgebungen bewegen. Diese iZkranftaltunaen werden getragen von der Hitler-Jugenb, BDM. und dem deutschen Jungvolk. 3m Bereich des Bannes 116 finden bie Kundgebungen wie folgt statt: Gießen: 3n den Maschinenhallen der Schaff- staedtschen Fabrik (Uebertragung burch Großlautsprecheranlage an biefer für eine derartige Kundgebung würdigen Stätte). Alsfeld: Auf dem Marktplatz (Uebertragung burch Großlautsprecher). Homberg: Stadthalle. Groß-Felda, Hungen, Großen-Bu- f e ck unb Grünberg an Plätzen, bie der Öffentlichkeit zugänglich sind. Deutsche Jungarbeiterschaft, Schuljugend, Lehrlinge, die ihr noch nicht unseren Reihen angehört, wir fordern von euch, daß ihr geschlossen an diesen Kundgebungen teilnehmt, um den Ausführungen des Reichsjugendführers zu lauschen, damit wir vor euch die Volksverbun- I Oberheffen. Dank des Führers an die StadtGedern I. Gebern, 5. März. Unserem Führer Abolf Z\*(.er roar das Ehrenbürgerrecht ber 2? *a e b e.r ” verliehen und ihm eine künstle- ^!runUrf)J.nbe' angefertigt von dem hiesigen Gewerbelehrer Gustav ßimpert, übersandt wor- Jen. (Sine oorläufige Bestätigung über den Emp- an9 lst kurz danach eingegangen. Dieser Tage anbte nun der Führer folgendes Dankschrei - den: »Die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes von Gebern erfüllt mich mit aufrichtiger Freude. Ich nehme bie Ehrenbürgerfchaft an und bitte, dem ?r?otrat meinen ergebensten Dank, sowie meine besten Gluckwunscke für bas Blühen unb Gebeihen P?" ledern aussprechen zu dürfen." (Persönliche Unterschrift.) denheit, die uns mit der arbeitenden Jugend zusammenschmiedet, durch die Tat beweisen können. Aber nicht nur die Fügend bitten wir, an dieser „Feierstunde der Jungarbeiterschaft der Stirn unb ber Faust" teilzunehmen, fonbern wir ersuchen bie Bevölkerung, ber Jugenb an bie fern Tage Gehör zu schenken, mit biefer Hitlerjugend der Tat ben Reichsjugenbführer zu hören, um seine Worte als Symbolunseres Wollens unb Wesens aufzunehmen. F. d. R.: Erharb Waag, Abteilungsleiter P. Der Führer des Bannes 116: Gez.: Alfreb Häuser. llnterbann 5/116 Nieder-Ohmen. An die Zeitungen des Bereiches des Unterbanns 5/116. Anläßlich ber Rebe des Reichsjugendführers Baldur von Schirach am 11. März in Essen- Stoppenberg finden im Unterbann 5/116, und zwar in Homberg an ber Ohm unb in Groß- Felda, zwei große Kundgebungen ber Hitler-Jugend statt. Wir hoffen, daß die gesamte Bevölkerung im Bereiche des Unterbanns 5/116 in den beiden Ortschaften sich zu einem mächtigen Bekenntnis zur Verbundenheit mit ber Jung- arbeiterschaft einfinbet Weitere Bekanntmachungen über diese Kundgebungen erfolgen im Lause der Woche. Der Führer des Unterbanns 5/116. gez.: Hermann Kratz. F.d. R.: Ernst Edelmann. ** Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Die Lokomotivführer Justus Henning Karl Stork und Wilhelm Vogt (Bahnbetriebs^ werk Gießen), sowie ber Stellwerksmeister Adam Harbusch (Bahnhof Gießen) konnten dieser Tage auf eine 40jährige Dienstzeit bei ber Reichsbahn zurückbUcken. Lokomotivführer Georg Stauß (Bahnbetriebswerk Gießen) stebt feit 35 Jahren, Lokomotivführer Heinrich Keuoel (Bahnbetriebswerk Gießen), die Zugschaffner Friedrich Klein und Heinrich Schäfer IV. (Bahnhof Gießen) stehen seit 30 Fabxen und Relchsbahstobersekretär Kempf (Güterabfertigung Gießen) seit 25 Jahren im Dienst bei der Reichsbahn. Den Jubilaren wurden von ihren Dienststellenvorstehern Glückwunsch, schreiben ber Reichsbahnverwaltung, den feit 40 Jahren Dienst tuenden Beamten auch Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten überreicht. Von den Mitarbeitern wurden den Jubilaren eben» falls Ehrungen zukeil. ** Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Mittwoch, 7. März, begeht Herr Jakob Koch, Gar- tenftraße 1, in körperlicher unb geistiger Frische feinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist schon seit mehreren Jahrzehnten treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Silberne Hochzeit. Am heutigen Dienstag, 6. März, begehen ber Universitätspräparator Hugo Schmibt unb Frau, geb. Heiderich, Wilhelm- straße 8 wohnhaft, bas Fest ber silbernen Hochzeit. Das gleiche Ehejubiläum können am morgigen Mittwoch, 7. März, ber Magaziner Heinrich Hanitsch unb Frau, geb. Kalbfleisch, Erdkauterweg 17, begehen. Die Jubilare sinb seit langen Jahren treue Abonnenten bes Gießener Anzeigers. ** Eine Vataillonsübung. Heute gegen Uhr rückten bie Kompanien unseres Bataillons zu einer Hebung aus, bereu Beginn etwa beim Harbthof lag und bie sich von dort in ungefährer Richtung Krofborf, Fellingshausen, Krofborfer Forst usw. entwickelte. Der Rückmarsch ber Truppe war für bie Mittagsstunbe aus ber Gegend von Wißmar vorgesehen. ** Eine Ausstellung von Schülerinnenarbeiten zeigt das Fröbelseminar des Aliceschulvereins von Mittwoch nachmittag bis einschließlich Freitag. (Siehe heutige Anzeige.) ** Sonntagsrückfahrkart s»n zum Reit- und Fahrturnier in Frankfurt. Zu dem am Samstag, 10. März, und Sonntag, 11. Mär^, in Frankfurt a. M. ftattfinbenben Reit- unb Fahrturnier bes Frankfurter Reit- unb Fahr- f(ubs unb der SA.-Gruppe Hessen werden von ben Bahnhöfen ber Strecken Gießen—Frankfurt, Hungen—Friedberg—Frankfurt, Nidda—Friedberg- Frankfurt, Ortenberg—Vilbel—Frankfurt, Hungen —Gelnhausen—Frankfurt Sonntagsrückfahrkarten nach den Frankfurter Bahnhöfen mit folgender Geltungsdauer ausgegeben: Hinfahrt vorn 10. März 0 Uhr bis 11. März 24 Uhr, Rückfahrt vom 10. März 12 Uhr bis 12. März 12 Uhr (spätester Antritt ber Rückfahrt). ** Ein großes Wanderertreffen soll am 10. Mai in Hanau in Verbindung mit einer Sternwanderung ftattfinben. Das Treffen soll sich zu einer bedeutsamen Kundgebung für den beut- chen Wanbergebanken gestalten. Zahlreiche Wan- beroereine aus dem Obenwalb, dem Spessart, dem Taunus und ber Rhön haben ihre Teilnahme zu- gesagt. Der Zweigverein Hanau bes VHC. hat bie übrigen Zweigvereine des VHC. aufgerufen, sich an ber ©ternroanberung unb an der Kundgebung zu beteiligen. ** Wichtig für alle Musiker. Es wird erneut darauf hingewiefen, daß sich sämtliche Musik- vereine, Streich- und Blasorchester an den beauftragten Gebietsführer für Hessen-Nassau, Wilhelm Ludecke in Bad Homburg, Luisenstraße 35 II, umgehend zu wenden haben zwecks Eingliederung m ben Reichsbunb beutscher Volksmusik, damit ben betreffenden Vereinen unb Orchestern bie Frage- bogen zugeschickt werben können. Vereine, bie nicht angemelbet sinb, werden künftig polizeilich ver- hindert, öffentlich Musik auszuüben. Hierbei ist es gleichgültig, ob die Aufführungen gegen Entgelt ober unentgeltlich ober zu Wohltatigkeitszwecken getätigt werben. Am Donnerstag, 8. März, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd — das sind alle Straßen südlich ber Bahnlinie Gießen—Fulba einschließlich ber ganzen Liebiastraße und Frankfurter Straße — eine P f u n d f a m m l u n g (Lebensmittel) z u Gunsten des Winterhilfswerks 1933/34 statt. Alle Bewohner der Ortsgruppe werden gebeten, ihren Anteil zu dieser Sammlung beizutragen. Jede Gabe, auch bie kleinste, wirb zur Linderung der Not bringenb benötigt unb dankbar angenommen. Die Sammlung erfolgt mittels Fahrzeuge der Reichswehr und wird durch Hornisten bekanntgegeben. Gez.: Zöll, stellv. Ortsgruppenwalter. NSLR., Kreis Gießen. Samstag, 10. März, 15.30 Uhr, Kr eisver- fammlung der Fachschaft „Höhere Schule" in der Turnhalle ber Oberrealschule Gießen. Adolph, Kreisarbeitsleiter. 4103/55Mk. von der Gießener Eintopfsammlung. Das Ergebnis der Eintopfsammlung am vorigen Sonntag in Gießen belief sich auf 4103,55 Mark. Dieser Ertrag übertrifft das Ergebnis vom Ein- topffonntag zu Anfang Februar, bei dem 4029,99 Mark gesammelt wurden. Die letzten Wochen der Straßen-Lotterie Prämienziehung aller Serien am 15. INarz. Der große Erfolg der Straß-en-Lotterie des Winterhilfswertes 193 3/34 ist mit in erster Linie bestimmt worden durch bie Opferbereitwilligkeit aller Volksgenossen, zur Linderung der Not im Kampf gegen Hunger unb Kälte mit beizusteuern. Aller Voraussicht nach dürsten die von der Reichsleitung der NSDAP, in München zur Ausspielung bestimmten dreißig Serien in den ersten Tagen bes März vollkommen ausverkauft sein. Erfahrungsgemäß sinb bie Gewinnmöglichkeiten der letzten Serien noch einmal außerordentlich. Man versäume daher nicht, in diesen letzten Tagen ber S t r a ß e n - L o 11 e r i e bei den grauen Glücksmännern noch einmal bas Glück zu versuchen. Bebingt durch ben ausgezeichneten Erfolg ber Lotterie würbe bie Prämienziehung ber Serien 1 bis 25 ber Einfachheit halber mit ben restlichen Serien auf ben 15. März 1 934 zusammengelegt. Die Auslosung biefer Prä- mienfcheine, bie jebem Originallos beigeheftet sind unb bie für jebe einzelne Serie 5000 Mk. beträgt, findet unwiderruflich am 15. März unter Aufsicht ber Reichsleitung ber NSDAP., Abteilung Lotterie, in München statt. Wir tanzen und singen ... Der Deutsche Guttempler - Orben, Ortsgruppe Gießen, hatte für Samstagabend Zu einer Volkstanz Veranstaltung in bas Katholische Dereinshaus eingeladen. Viele folgten dem Rufe. Der Saal 'war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Der Abend brachte ein außerordentlich reichhaltiges Programm. Das, was geboten wurde, mar reinstes deutsches Kulturgut. Die Art, in der dieses Kultur- gut bargebracht würbe, war vollkommen. Dor allem verdient festgestellt zu werden, daß der Abend im l/^Cn ber Disziplin in jeder Hinsicht, des guten Geschmacks und im Zeichen ernstester völkischer Gesinnung stand. Im Tanz- und Singkreis des Gut- templer-Ordens in Gießen hat sich eine Anzahl I“n?c,rc-?/en^en zusammengefunden, bie in brei- einhalbiahnger angestrengter Arbeit einem herrlichen deutschen Kulturgut zu neuem Leben ver- h^lfen, bas nun da ein glücklicher Anfang gemacht ist, m weitere Kreise wirken sollte. Der Leiter bes Tanzkreises, Herr Benk, bem zweifellos bas Hauptverdienft an ber geleisteten Arbeit zukommt hielt zu Beginn des Abenbs eine kurze Ansprache, in ber er die Entstehung bes Tanzkrelses seine Entwicklung, bie Arbeit unb bie Erfolge schilderte, bie der Gruppe deschieden gewesen seien. Der feste Wille zum Edlen unb Reinen habe alle odreint. Es habe Opfermut zu zeigen gegolten. Es mußten Schwierigkeiten im Beruf im elterlichen Haus, im öffentlichen Leben überwunden werden. Der Tanzkreis habe etwa 100 Tänze ein» kubieren unb innerlich erfassen können. Es hanble ich bei bieten Tänzen nicht etwa um Kinberreigen onbern um Tänze ber Erwachsenen, um Gesell- • chaftstänze, bie z. T. in mehr ober minber gut erhaltener Form noch heute in manchen deutschen Landstrichen getanzt würden. Cs gebe über tausend deutsche Volkstänze, die ber Wiedererweckung wert fein würben. — Die Bühne war sehr einfach gehalten. Im Mittelpunkt klarer Flächen prangte bie i Hakenkreuzflagge. Ein frisch gelungenes Lied eröffnete die Reihe der Darbietungen. Dann folgte ber Begrüßungstanz bcm Radetzky-Marsch, ein figurenreiches Spiel । ber ©lieber, Aufmarsch unb Reigen unb schließlich fröhlicher Gruß mit vielen bunten Tüchern. Dann fah man nordische Tänze. Zunächst „Dreigespann", ! einen feinen ausgewogenen Tanz gemessener Be- : wegyng mit bewegtem Abgang. Eine Ballett- i kann abgegeben werden eine beschränkte Anzahl vorbestellter, jedoch unanbring- lich gewordenerAuflagenstücke des neuen MeWAS öetSfaöUoöötsSrelfesteBei Abgabe nur gegen Kasse in der Geschäfts- stelle des Oberhess. Adrehbuchverlages (Biegen • Schuistratze 7 u Hedem ei von Leugen mit SumBotOMreisoonKHIJ märker beizutragen haben. 1380V > tbanfiavin" ® 1 PASTILLE" \r/ 485 449 375 145 131 121 146 135 127 143 135 127 51 48 47 die n o davon Adolf Hitler ist es gelungen, das Gespenst der Arbeitslosigkeit zu verscheuchen, Millionen wieder in Arbeit zu bringen und weiteren Millionen die Hoffnung ins Herz zu pflanzen, daß sie alsbald ebenfalls wieder durch Arbeit das Brot für ihre Familie verdienen werden. Unterlegene Abend sein -e war für Mar vor. Metin, mar des J bis ein- Wieseck Leihgestern Atzbach t gab Ende. Das Gesamtergebnis: Pferd Barren Reck Freiüb. Gesamt LPD. Frankfurt a. TL, 3. März. Samstag nachmittag ist vom Frankfurter Hauptbahnhof der erste Urlaubszug des Gaues Hessen- Nassau mit 1200 Arbeitern der Stirn und der Faust nach dem Erzgebirge abgefahren. Dort werden die Urlauber eine zehntägige Freizeit verleben, die ihnen durch die N S. - G e - Reinhardshain, den 3. März 1934. hessische Bürgermeisterei Reinhardshain: Gieß. gegen Maillons ma beim Wfährer meinschaft .Kraft durch Freud e", G a Hessen-Nassau, ermöglicht worden ist. Die Abfahrt gestaltete sich zu einem wundervollen Erlebnis nationalsozialistischer Dolks- 'n Diens. cäparatvi Wilhelm. Hochzeit gen Mitt, anitu I 17, be- ren treue Das Gießener Gtadttheater in Grünberg. Grünberg, 4. März. Am Samstagabend titln LS Aken, r!n N *** .It't t Jöuä verreib -en ehe, Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bersrod für das Rechnungsjahr 1934 liegt von Mittwoch, dem 7. März 1934, ab ein« Woche auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 1371V Bersrod, den 5. März 1934. hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Reinhardshain für das Rj. 1934 liegt von Sonntag, den 4. März, ab eine Woche zur Einsicht auf der Bürgermeisterei offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Aus- Aber zur Arbeit muß auch ein anderes kommen: twendige Erholung. Wir haben nie geredet, daß wir dereinst unfern Volks- g W'* iwS mpf«5.* raernielstel iskralt w 3«»/-' t unD 6, "1919 -V/r Stadt S-Z i Lbe» it eDUIL»ftii jrer Adolf echt bet ne künD. m hiesig^ landt lvor- den efer Tage kfchre'' echtes von ■eube. bitte, dm Die meine । Gedeihen ,, Persönliche > zum nffurt Sonntag, den Reit, mb Fahl i von de, urt, hum iebberg- hungen iahrkackn folgender । 10. Mörz chrt vorn (spatester fen soll nit einer soll sich en beut* e Wan- • nt, bexn i chM L hat bi? ufen, siif inbgebunj Es wird t che MB- > len beaust , Wilhelm ße 35 fi, gliederung damit den iie Frage- , die nicht eilich Der- rbei ist es n Entgelt itszwecken 120 OArbeitskameraden ausHessen-Mssau fahren ins Erzgebirge. Der erste Urlaubszug des Gaues Hesten-Hassau. ch, fc1,1 genoffen die Gaue Deutschlands zeigen werden; aber jedem einzelnen muß es durch seine Arbeitsleistung möglich gemacht werden, auf Erholungsreisen seine Kräfte zu sammeln und seine Arbeitsfreude zu heben. Aus seiner Arbeit heraus muß jeder immer wieder in die Lage versetzt werden, jedes Jahr seine Kräfte zu überholen, zu stählen und zu erhalten. Denn das einzige, was uns geblieben ist, ist unsere Arbeitskraft, mit der wir Deutschland wieder neu gestalten. Der Gauleiter wünschte zum Schluß den Urlaubern gute Erholung und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf Adolf Hitler. Der Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Willi Decker gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es gelungen ist, in einem so großen Maße deutsche Arbeiter mit deutschem Land bekannt zu machen. Für viele werde diese Reise ein Erlebnis sein, ein Erlebnis, das dereinst auslöse die heilige Liebe zum deutschen Land. Es gelte, noch mehr denn je mitzuarbeiten an dem gewaltigen Werk, das ein einziger geschaffen hat, ein Mann, der den Arbeitern einmal anders dargestellt wurde, und von dem sie heute wissen, daß er der größte Sozialist, der größte Führer ist. gemeinschaft. Die Teilnehmer aus den Kreisen Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Groß-Gerau und Worms versammelten sich in der Bürgerstraße vor dem Hause der Arbeit und zogen dann mit Musik zum Hauptbahnhof, wo sich inzwischen vor dem Hauptportal eine große Menschenmenge eingefunden hatte. Die Front des Hauptbahnhofs war mit Fahnen und Tannengrün reich geschmückt. Zu der Kundgebung, die um 16 Uhr vor dem Hauptbahnhof stattfand, hatten sich u. a. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der Landesobmann der NSBO. und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Willi Becker und Regierungspräsident Z s ch i n tz s ch eingefunden. Reichsstatthatter Gauleiter Sprenger richtete herzliche Worte des Abschieds an die Urlauber. Er wies zunächst auf die durch das Wollen Adolf Hitlers entstandene Volksgemeinschaft hin und führte bann u. o. aus: Das erste Ziel des neuen Reiches, den deutschen Volksgenossen Arbeit zu geben, ist in einem Maße erreicht worden, das alle Erwartungen übertroffen hat. das Gießener Stadttheater in der hiesigen Turnhalle ein Gastspiel. Zur Aufführung gelangte das Lustspiel von Schönthan und Kadel- burg „Der Herr Senator". Das humorvolle Stück und besonders das gute Spiel der Künstler ernteten reichen Beifall. Vielleicht infolge von früheren Aufführungen dieses Stückes von anderer Seite hier war der Besuch der Vorstellung nicht sehr stark. Weiteren Gastspielen des Gießener Stadttheaters wird hier sicherlich auch äußerlich e-in größerer Erfolg be= schieden sein. Dafür bürgt der gute Eindruck, den dieses erste Auftreten hinterlassen hat. Rinn- Heuchelheim zur Seite standen. Der Wettkampf, an dem von jedem Verein sechs Mann teilnahmen, die an jedem Gerät eine Hebung zu zeigen hatten, begann mit dem Turnen am Pferd. Schon hker zeigte es sich, daß die Wiesecker den Gegner überlegen waren und mit besonderen Schwierigkeiten hervortraten. Am zweiten Gerät, am Barren, sah man einige sehr schöne Hebungen, die manchem der Teilnehmer neue Anregungen mit auf den Weg gaben. Auch das Reckturnen, bei dem es wohl einige Versager gab, brachte einzelne Spitzenleistungen, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Wieseck vergrößerte an beiden Geräten in gleichmäßigen Abständen seinen Vorsprung. Auch in den Freiübungen, die nur von zwei Teilnehmern jeder Mannschaft bestritten wurden, sah man ausgeglichene Leistungen. Im Gesamtergebnis wurde Wieseck mit 36 Punkten Vorsprung vor Leihgestern Sieger. Nach der Siegerverkündigung durch Kreisturnwart Schüler- Wetzlar, der in humorvollen Worten Sieger und ehrte, fand der anregend verlaufene Landwirtschaftlicher Vortragskursus in Grünberg. ♦ Grünberg, 5. März, hier fand ein landwirtschaftlicher Dortragskursus von der Landwirtschaftsamts-Außenstelle Grünberg, zusammen mit dem Verein ehemal. Landwirtschaftsschüler Grünberg, statt. Am Morgen sprach Direktor Dr. L e h r in der Generalversammlung dieses Vereins, die mit dem Dortragskursus verbunden war, über landwirtschaftliche Tagesfragen. Der Redner streifte alle Maßnahmen, die in den nächsten Jahren zur Versorgung unseres Volkes mit Nahrungsmitteln auf der einheimischen Scholle in Angriff genommen werden müssen. Am Mittag sprach Diplom-Landwirt Haack von dem ländlichen Genossenschaftsverband Rhein-Main-Neckar, Frankfurt a. M. über „Aufgaben und Ausbau der Viehverwertungsge- noffenfchaften", wobei der Redner richtunggebende Ausführungen machte. In Zukunft wird der Absatz von Schlacht- und Nutzvieh einheitlich geregelt werden, um eine genaue Kontrolle und stabile Preise 311 bekommen. Das zweite Thema des Mittags hatte Herr Wiegelmann von der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Darmstadt übernommen. Er sprach über „Unfallschutz und Un= fallverhütung in der Landwirtschaft", um auf diese Weise die Beiträge für den Bauern senken und den Arbeitsunfähigen bessere Renten zahlen zu können. Die Versammlung, besonders am Mittag, wies einen redji guten Besuch auf. Landkreis Gietzen. X Wieseck, 4. März. Gestern abend hatte die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Stenographenschaft ihre Mitglieder im Saal von Gastwirt Döbus zu der Jahreshauptversammlung eingeladen, die von Ortsgruppenführer A. Kling geleitet wurde. Nach kurzen Begrüßungsworten kam er in ausführlicher Weife auf die Ereignisse und die geleistete Arbeit im vergangenen Jahre zu sprechen, das für die Ortsgruppe in vieler Hinsicht bedeutsame Neuerungen brachte. Nach dem Verlesen der Satzung der „Deutschen Stenographenschaft" wurde nach deren Wortlaut von der Jahresversammlung der Vereinsführer Adolf Kling wiedergewählt, der seine Mitarbeiter wie folgt bestimmte: Otto Deibel, Kassenwart und stellvertretender Ortsgruppenführer: Emmy Schäfer, 1. Schriftführerin, und Adolf Schmidt, 2. Schriftführer: August Frank, Schrift- und Bücherwart: h. Sattler, Preßwart, und Walter F a a tz, Kassierer. Nach richtunggebenden Ausführungen über die künftige Gestaltung des Hnterrichtsplanes gab der Ortsgruppenführer bekannt, daß am 2. und 3. Juni eine Kreistagung in Bad-Nauheim und am 30. Juni und l.Juli die 54. Gautagung, das frühere Derbandswettfchreiben, in Worms stattfindet. An beiden Wettschreiben werden sich eine stattliche Anzahl Mitglieder beteiligen, ebenso am 29. April am großen Fernwettschreiben im Rundfunk. Um die gleiche Zeit wird die Ortsgruppe anläßlich ihres 15 jät) ri gen Bestehens (22. Sept. 1919) ein großes Vereinswettschreiben veranstalten und mit einem Werbeabend weitere Kreise für die Kurzschrift interessieren. Nach Bekanntgabe von Anordnungen des Gaues und nach Prüfung des Kassenberichtes, I Und dann ging es unter Marschmusik auf den : ebenfalls mit Fahnen und Tannengrün geschmückten Bahnsteig, wo um 16,58 Uhr der Urlaubszug die halle in Richtung Hanau—Bebra verließ. CSaarfurner in Mainz. Die Stadt Mainz stand am Wochenende im Zeichen des Besuchs von 500 Turnern und Turnerinnen aus dem Saargebiet, die aus Anlaß einer großen Saarkundgebung eingeladen wurden. Am Samstagnachmittag trafen die Turnergäste von der Saar auf dem Mainzer Hauptbahnhof ein, wo schon die Fahnenabordnungen der Mainzer Turnvereine Aufstellung genommen hatten. Am Bahnhof wurden die Gäste von dem Mainzer Oberbürgermeister Dr. Barth, dem stellv. Führer des Bundes der Saarvereine, Rektor Debusmann (Elberfeld) und von dem Bezirksführer der rheinhessischen Turnerschaft, Sieger (Frankfurt), willkommen geheißen. Mit klingendem Spiel ging es dann durch die dicht von Menschen umsäumten Straßen zum Gutenberg-Platz, wo eine eindrucksvolle Saarkundgebung stattfand. Die Saarländer Turner trugen Schilder in ihrem Zuge, auf denen die unverbrüchliche Treue der Saarländer zum Reich versichert wurde. Die Saarkundgebung vor dem Staatstheater wurde mit einer Ansprache des DT.-Kreisführers Z e r b e s (Mainz) eröffnet, nach dem Oberbürger- Große Erfolge Gießener Schützen bei dem Mittelrheinischen Meisierschaflsschießen 1933. Bei überraschend starker Beteiligung (335 Schützen) gestaltete sich das vom Mittelrheinischen Schützenbund im Jahre 1933 veranstaltete Meisterschaftsschießen für den Schützenoerein Gießen zu einem ganz hervorragenden Erfolg. Der altbewährte Schütze Georg Schilling konnte in dem Fünfkampf den ehrenhaften zweiten Platz erringen. Damit sicherte er sich gleichzeitig die Berechtigung zur Teilnahme an der Ausschie- ßung des Bundespokales, die im Mai dieses Jahres stattfindet. Auch die weiterhin an dem Wettbewerb Beteiligten errangen Plätze, die ein erfreuliches Können bewiesen. Die Ergebnisse. Bundesnadel in Gold: Wehrmann: Gg. Schilling 692, Willi Schilling 691, Pistole: Gg. Schilling 686, Kleinkaliber: Gg. Schilling 473 Ringe. Bundesnadel in Silber: Feld: hch. Appel 563, Stand: Gg. Schilling 659, hch. Appel 630, Wehrmann: Willi Georg 626, Pistole: Willi Schilling 645, Willi Georg 649, Kleinkaliber: Willi Schilling 461, hch. Appel 458 Ringe. Bundesnadel in Bronze: Feld: Gg. Schilling 514, Kleinkaliber: Willi Georß 426 Ringe. Geräte-Wettkampf Wieseck—Leihgestern — Atzbach. Im Vereinslokal des Turnvereins Wieseck fand am Samstag ein Gerätewettkampf zwischen den Mannschaften der Vereine von Wieseck, Leihgestern und Atzbach statt. Den mit den Farben des neuen Deutschlands geschmückten Saal füllte eine stattliche Zuschauerzahl, die mit Spannung dem Wettkampf entgegenfah. Nachdem die Gesangsabteilung des gast- gebenden Vereins mit zwei gut dargebrachten Volksliedern den Abend eröffnet hatte, erfolgte der Aufmarsch der Wettkämpfer. Jugendturner Göbel kennzeichnete in einem Vorspruch die Arbeit und die Ziele der DT. im neuen Reiche. Der Vereinsführer, Kreisführer D a u p e r t, hielt die Begrüßungsansprache und zeichnete ein klares Bild der Entwickelung und Bedeutung des Geräteturnens im allgemeinen und den Wert der Mannschaftskämpfe im besonderen. Gerätemannschaftskämpfe müßten als wertvolles Erziehungsmittel zur Volksgemeinschaft bewertet werden. Sodann übergab er dem Kreisturnwart Schüler- Wetzlar die Leitung des Wettkampfes, dem als Kampfrichter die Turner K. Reuter- Gießen, W. Schmidt- Launsbach und Der Bezirksleiter dankte allen, die mit dazu beigetragen haben, daß dieser erste Hrlaubszug eine zahlenmäßig große Besetzung gefunden hat. Er dankte weiter den Wirtschaftsführern, die in vorbildlicher Weise ihren Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben haben, trotz der schwierigen Wirtschaftslage von heute, einmal auszuspannen. Er richtete an alle Wirtschaftsführer die Bitte, darüber nachzudenken, ob es nicht möglich ist, jedem einzelnen Betriebsangehörigen diese Freude zu verschaffen. __ Kreisleiter z. b. D. pg. Bullmann ipricht in Grünberg. t Grünberg, 5. März. Die NSDAP, veranstaltete am Sonntagabend in der Turnhalle eine große öffentliche Kundgebung. In etwa sünfviertelstündiger Rede sprach Pg. Kreisleiter z. b. V. Bull mann (Gießen) über „Volk, Partei und Staat". Mit der Machtübernahme durch Adolf Hitler fei vieles Alte gestürzt: Monarchie, Parteien und die Macht des Judentums. Der Nationalsozialismus dulde keine Rückkehr dieser Dinge. Standesdünkel habe sich überlebt. Jeder müsse auf seinem Platze mit den ihm verliehenen Gaden und Kräften wirken, und alle deutschen Volksgenossen seien als Glieder unseres Volkes gleich zu achten. Das sei der große Erziehungsgedan^e des freiwilligen Arbeitsdienstes, daß sich hier alle Schichten unseres Volkes bei gemeinsamer Arbeit gegenseitig kennen und verstehen lernten. Jeder Deutsche müsse innerlich ein Nationalsozialist und damit ein Glied der Volksgemeinschaft werden. Während früher Parteien und Gruppen mit verschiedenen Interessen in Deutschland regierten und ohne Rücksicht auf das Volk nur auf ihr Wohl bedacht waren, sei durch unsern Führer Adolf Hitler erreicht worden, daß heute für alle nur ein Ziel gelte: Deutschland. Die Ausführungen des Redners ernteten reichen Beifall. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und unfern Volkskanzler Adolf Hitler, worauf der Gesang des Horst-Wesfel-Liedes folgte, schloß die Versammlung. Bekanntmachung. Der vom Rat der Gemeinde Sleinheim durchberatene Voranschlag für das Rechnungsjahr 1934 liegt von Dienstag, 6. l. M., ab 8 Tage lang auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Eim Wendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. 1378V Steinheim, den 5. März 1934. ______Bürgermeisterei Steinheim: Schmidt. Bekanntmachung. Der vorn Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Queckborn für das Rj. 1934 liegt vom 6. März ab eine Woche auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Während dieser Zeit können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Queckborn, den 3. März 1934. 1379D hessische Bürgermeisterei. tarn der Vereinsführer noch einmal auf die Not- . wendigkeit der Kurzschrift und deren bevorzugte Stellung im neuen Reich zu sprechen, und schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer und den Kultusminister S ch e m m, als dem Führer der Kurzschrift, die Jahreshauptversammlung. $ Alten-Buseck, 5. März. Am Samstagabend fand in der Wirtschaft von W. Rühl die diesjährige Hauptversammlung des hiesigen O b st - bauvereins statt. Der Vorsitzende h. Gruber verlas die Jahresabrechnung und gab anschließend die Erklärung ab, daß er mit Ablauf des Geschäftsjahres von feinem Amt als Vorsitzender des Vereins zurücktreten werde. Bei der Darauf vorgenommenen Neubildung des Vorstandes wurden ernannt zum Vorsitzenden Dbftbaumroart Karl Seuling, Stellvertreter Bürgermeister Kahl, Beisitzer Fachberater Otto Kahl, Kassenwart Heinrich Becker X., Schriftwart Ludwig Wagner. Anschließend gab Bürgermeister Kahl die neuesten gesetzlichen Bestimmungen zur Hebung der Obstbaumzucht und zur Schädlingsbekämpfung bekannt. Zur Ausführung der erforderlichen Maßnahmen wurde eine Kommission gebildet, der außer dem engeren Vorstand noch die Mitglieder Wilhelm Schreiner und Wilhelm Lepper angehören. Aus der Versammlung wurde der Wunsch geäußert, im Interesse des Vogelschutzes von der allzu radikalen Beseitigung der Hecken, besonders an Orten, wo diese keinerlei Hindernis bilden respektive Schaden verursachen, Abstand zu nehmen. Bürgermeister Kahl fand diesen Wunsch sehr berechtigt, bedauerte, daß durch Unfenntnis hier in letzter Zeit mancher schwere Fehler gemacht worden sei und stellte weitgehende Hnterstützung in dieser Angelegenheit in Aussicht. Nach einigen abschließenden Worten des Fachberaters Kahl über die zukünftigen Aufgaben des Vereins wurde die Versammlung geschlossen. * Lang-Göns, 5. März. Der 57 Jahre alte Maurer Karl Langgöns von hier wurde bei der Arbeit von einem Unfall betroffen, durch den der bedauernswerte Mann eine Gehirnerschütterung davontrug. Das Befinden des Verunglückten machte feine Heberführung in die Chirurgische Klinik in Gießen erforderlich. (D Weitershain, 3. März. Bei der Holz- ver steigern na aus den Rabenau'fchen Wal- bungen für die Distriktorte hörnes und Eibchen- h-ain wurden etwas geringere Preise erzielt, als bei der Versteigerung aus den Waldungen der Gemeinde. Es kosteten je Raummeter Buchenscheitholz 6,25 Mk., Buchenknüppel 5,20 Mk., Eichenholz 3 Mk., Buchenstöcke 4 Mk., Buchenreisig 1,80 Mk. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 5. März. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Bühne veranstaltete im vollbesetzten Saal des „hessischen Hofes" einen Werbeabend, der von Mitgliedern des Stadttheaters Gießen bestritten wurde. Nach einer Ansprache des Leiters der Ortsgruppe, Oberstudiendirektor Dr. G a n ß , einem einleitenden Musikvortrag, hielt Intendant Hanns König einen humorvollen Vortrag, betitelt: „Aus der Werkstatt des Regisseurs". Ihm folgte der Dramaturg Paul Nieren mit Erzählungen aus der Froschperspektive des Dramaturgen. Paul W r e d e erfreute die Zuhörer durch Vortrag von Wiener Liedern, während Paul Nieren sich über das goldene Lachen ausließ. Frl. Perry fang Partien aus dem „Zigeunerbaron , worauf Wolfgang Kühne einige kurze Erzählungen vortrug. Intendant König erzählte dann kurze Schnurren vom alten Fritz. Alsdann folgte zum Schluß ein heiterer Einakter: „Im Rundfunkfenoeraum", der auf die Lachmuskeln der Zuhörer stark wirkte. Es fei noch das Streichorchester genannt, das die Pausen durch beifällig aufgenommene Musikstücke ausfüllte. Es war ein Kreis Schotten. > Eschenrod, 5. März. Ein blühendes Menschenleben ist am Samstag in unserem Dorfe einem tragischen Unglütf sf all zum Opfer gefallen. Der 26 Jahre alte Bauernsohn Wilhelm Weber war nach der Heimkehr vom Holzfahren im Pferdestall damit beschäftigt, dem Pferd das Geschirr abzunehmen. Als er dabei hinter dem Pferde tätig war, schlug dieses plötzlich aus und traf den bedauernswerten jungen Mann so stark an der Brust, daß er auf der Stelle getötet wurde. preutzeu. Kreis Wetzlar ♦ Krofdorf-Gleiberg, 5. März. Der seit Anfang Januar d. I. gesuchte frühere Kommunist Ludwig Schleenbecker von Krofdorf soll sich nunmehr im Saargebiet, und zwar in Neun- k'rchen, aufhalten. Er hat von dort aus einen Antrag an d i e Gemeinde Krofdorf- Gl e i b e r g wegen Wohlfahrtsunter st üt- ,ung gestellt (!) hiermit wird er allerdings nicht viel Glück haben, denn seine schuldlos verlassene Frau mit drei minderjährigen Kindern wird die Hnterstützung besser verwenden können als der Taugenichts Schleen- : beeter. — Das hiesige Jungvolk veranstaltete am 1 Freitag und Samstag eine Brotsammlu n g zu- - gunsten des Winterhilfswerks. Die junge Schar i stellte sich mit allen Kräften in den Dienst der guten i Sache und trug annähernd 18 0 Br o t e zu- t fammen. — Bei der gestrigen letzten Sammlung - vom Eintopfgericht tarnen nebst Spenden 1 annähernd 300 Mark ein. Dieser Betrag wurde an den Kreiskassenwart nach Wetzlar abgeführt. Der Voranschlag für Rj. 1934 der Gemeinde £on- borf, welcher von dem Gemeinderat durchberaten ist, liegt vom 7. März ab eine Woche lang auf hiesiger Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen, cs können Einwendungen gegen den Inhalt desselben schriftlich oder zu Protokoll gebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch Die Ausmärker beizutragen haben. ld/zu Londorf, den 4. März 1934. Bürgermeisterei Londorf. _______________ Becker.____________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bellersheim vom Rj. 1934 liegt von heute ab eine Woche lang auf Dem Dienstzimmer der hiesigen Bürgermeisterei zu leoer- manns Einsicht und Entgegennahme von Emmen, düngen offen. Zu der Umlage werden auch die Aus märker herangezogen. 101 Bellersheim, am 5. März 1934. Hessische Bürgermeisterei Bellersheim: M 0 0 g. meister Dr. Barth das Wort ergriff. An Stelle des verhinderten Staatsrates Simon sprach dann Rektor Debusmann. Er versicherte den Saarländern, daß es bald nicht mehr heißen werde, 800 000 Menschen kämpften um die Saar, sondern daß 65 Millionen Deutsche den Saarländern zurufen würden: „Wir können nicht auf euch verzichten". Die begeisternde Rede klang in ein Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland, die Saar und den Führer aus und wurde mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied beendet. Zum Schluß dankte noch Burk (Saarbrücken) namens der Saarturner für den herzlichen Empfang. Oer SO-Kilometer-Skidauertauf auf Holmenkollen. Das „Marathon der Skiläufer", der 50-Kilo- meter-Dauerlauf auf Holmenkollen, wurde am Montag entschieden. Sieger wurde der Finne Kalle H e i k i n e n in 3:38,35 Stunden vor dem Norweger Lars Bergendahl, der eineinhalb Minuten langsamer war. Unter den 180 Teilnehmern befanden sich als einzige Ausländer nur zwei Finnen. und zwar Heikinen und Saarinen. Der Stand her Fußballspiele in her Vezirksklasse. Die Tabelle. Verein ( Sew. Unentsch Verl Tore Pkte Bad-Nauheim 10 3 1 58:18 23:5 Wetzlar 9 3 3 53:25 21:9 Germania Marburg 7 3 3 31:23 17:9 Ockershausen 7 2 5 31:33 16:12 Watzenb.-Steinberg 7 2 7 49:56 16:16 1900 Gießen 6 3 5 22:18 15:13 Großkarben 6 2 5 27:22 14:12 VfB. Gießen 6 1 6 36:37 13:13 Butzbach 1 2 10 15:59 4:22 Lollar 0 1 14 18:54 1:29 Der SV. Bad-Nauheim steht als Erster in der Tabelle und ist von den anderen Vereinen so leicht nicht mehr einzuholen. Allerdings hat Nauheim noch drei Spiele — Lollar, Ockershausen und VfB. Gießen — auf auswärtigen Plätzen und ein Spiel gegen Marburg auf eigenem Platze auszutragen. An zweiter Stelle steht der SV. 0 5 Wetzlar, der noch zwei Spiele auswärts, und zwar gegen Ockershausen und Großkarben und ein Spiel gegen 1900 Gießen auf eigenem Platze zu bestreiten hat, jedoch ist kaum anzunehmen, daß Nauheim eingeholt wird. — Germania Marburg mit 13 Spielen dürfte es auch schwer halten, den SV. Nauheim vom ersten Platz zu verdrängen. Ockershausen folgt an vierter Stelle und hat noch drei Spiele auf eigenem Platze. Den Gegnern — Wetzlar, Nauheim und Großkarben — dürfte es schwer fallen, in Ockershausen Punkte zu holen. Das vierte Spiel hat Ockershausen in Gießen gegen 1900. — FC. Watzenborn-Steinberg steht zwar an fünfter Stelle und hat nur noch zwei Spiele gegen Marburg und VfB. Gießen ausstehen, diese dürften aber mit Verlustpunkten für Watzenborn-Steinberg enden. Die beiden Gießener Vereine haben keine Hoffnungen mehr auf den Meistertitel. Die beiden Lokalgegner kämpfen jetzt darum, mindestens einen Punkt vor dem andern zu bleiben. — SV. Großkarben ist in seiner Form sehr zurückgegangen und wird aller Voraussicht nach kein Spiel mehr gewinnen. — V f B. Butzbach sowie SV. Lollar sind dem Abstieg verfallen, und es besteht für diese Vereine keine Aussicht mehr, in dieser Klasse zu bleiben. Der Gau XII (Nordhessen) hat sechs Gruppen Bezirksklassenvereine. Von den sechs Gruppenersten dieser Klasse steigen zwei auf in*die Gauliga. Die Aufstiegberechtigten werden nach der Serie durch Aufstiegspiele ermittelt. DfB.-Aeichsbahn Gießen. Spü. Wetzlar I — VfB. Gießen I 2:1 (0:0). Die Ligamannschaft mußte in Wetzlar eine unverdiente Niederlage von 2:1 Toren hinnehmen. Das Spiel wurde bei einwandfreien Platzverhältnissen und vor einer objektiven Zuschauermenge unter Leitung eines Schiedsrichters, der den gestellten Aufgaben genügte, ausgetragen. Die Grün- Weißen mußten Leutheuser ersetzend Die dadurch notwendige Zurücknahme Wilhelms in die Verteidigung nahm dem Sturm seine Durchschlagskraft, und in dieser Tatsache ist der Grund der Niederlage zu suchen. Beide Mannschaften begannen in heftigstem Tempo, um, wenn möglich, schon zu Beginn des Spieles die Entscheidung herbeizuführen. Die Hintermannschaften zeigten sich aber jeder Situation gewachsen. Fehling vergab eine sichere Chance, Heß schoß an den Außendraht, im Gegenangriff konnte der Gießener Tormann durch eine kühne Parade einen Erfolg der Wetzlarer vereiteln. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Mit unvermindertem Tempo ging das Ringen nach der Pause weiter; um jeden Zoll' Boden wurde gekämpft. Aus einer Flanke von rechts konnte der in den Sturm gegangene Wetzlarer Mittelläufer den ersten Erfolg erzielen. Dadurch angespornt drückte Wetzlar. Die Grün-Weißen hatten bange Minuten zu Überstehen. Ranfts Flanke strich unverwertet am Tor vorbei. Der Wetzlarer Tormann geriet bei der Abwehr aus dem Strafraum; den aufs Tor kommenden Ball konnte Fehling eindrücken. Der Kampf um den Sieg begann aufs neue. Im Endspurt erzielte Wetzlar das siegbringende Tor und konnte damit zwei wertvolle Punkte zu Hause behalten. Gportabteiluna des Tv. Wieseck. Wieseck I — SpV. Wetzlar (Liga-Res.) 2:3. In Wieseck standen sich die Mannschaften von Wieseck und Wetzlar (Reserve) im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Gäste stellten eine kräftige, gut eingespielte Mannschaft ins Feld, deren därke in der Verteidigung lag. Wieseck erschien in seiner bekannten Aufstellung; Mittelstürmer und die beiden Außenstürmer versagten allerdings. Auch der Torhüter trug zur knappen Niederlage seiner Mannschaft bei. Das Spiel wurde sehr flott durchgeführt. Der Anstoß Wiesecks wurde von Wetzlar abgefangen. Wie- secks Hintermannschaft mußte bald in Tätigkeit treten. Das Spiel wurde allmählich völlig ausgeglichen. Auf beiden Seiten gab es wohl gefährliche Situationen, Aus hem Fußballspiel 1900 - Watzenborn-Steinberg. 4 3 AS« ■ Bk. I •, V '' « Links oben: Die Mannschaften bringen den Sportgruß aus. — Rechts oben: Happel im Tor der Gäste bekam manchen schwierigen Ball zu halten. — Links unten: Heilmann (im Bilde rechts) schießt das vierte Tor. — Rechts unten: „Lattenzäuner" sehen billig das Spiel. die jedoch vorerst zu keinem Erfolg führten. Erst in der 28. Min. kam Wetzlar durch einen Fehler des linken Verteidigers zum Führungstore. Der Ausgleich lag in der Luft, aber viel Pech und Unbeholfenheit ließ die Gastgeber erfolglos bleiben. Schon neigte sich die Halbzeit ihrem Ende zu, da gelang es Wetzlar, mit viel Glück zum 2. Treffer zu kommen. Nach dem Seitenwechsel lag Wieseck mehr im Angriff und erzielte nach wenigen Minuten das erste Tor. Angefeuert hierdurch, drängte Wieseck nun etwas mehr und erzielte in der 18. Minute den Ausgleich. Dann flaute das Spiel stark ab. Kurz vor Schluß kam dann Wetzlar zum Siegestreffer. Fußball-Lehrer Leinberger kommt nach Gießen. Der DFB. entsendet den allen Sportlern bekannten Fußball-Lehrer Leinberger zur Abhaltung von Kursen in das Gebiet des Gaues XII. Ab 4. April weilt Herr Leinberger zur Abhaltung eines lltägigen Fußball-Kursus in Gießen. ZugelasseU sind 28 bis 30 talentierte Spieler im Alter von nicht über 22 Jahren der Vereine des Kreises Gießen und des Kreises Friedberg. Zur Finanzierung des Lehrganges für die teilnehmenden auswärtigen Spieler werden Auswahlspiele stattfinden, an denen sich auch Lein- berger beteiligen wird. Jonath wieher auf her Aschenbahn. Der frühere deutsche Meistersprinter und beste Vertreter der weißen Rasse auf den Olympischen Spielen in Los Angeles, Arthur Jonath (Bochum), hat seinen Entschluß, nicht mehr an sportlichen Wettbewerben teilzunehmen, wieder rückgängig gemacht. Jonath wird bereits am 9. März bei der Düsseldorfer Olympiaschau für die Farben feines alten Vereins Tus Bochum an den Start gehen. Nach der langen, freiwilligen Kampfpause steht hier Jonath in dem Sprinterdreikampf über 50 und zweimal 60 Meter mit Meister Borchmeyer, Buche- Pieper und dem Krefelder Hendrix als Gegner gleich vor einer harten Probe. Kurze Sportnotizen. Das Luxemburger Stadion ist für den 11. März, den Tag des Länderspieles gegen Deutschland, bereits restlos ausverkauft. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 7. März. Langsdorf. 20 Uhr: Paffionsandacht. Donnerstag, den 8. März. Beklenhaufen. 19.30 Uhr: Paffionsandacht. Heinrich Schwarz Gießen, Frankfurt, Chicago, Mieder-Mörlen, Lollar, den 5. März 1934. 1366 D Gießen (Kaiserallee 24), Berlin und Bad-Nauheim, den 5. März 1934 I3A7D Annerod, den 5. März 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. März, nachm. 2 Uhr statt H1212 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 1375 I) Gießen (Marburger Straße 56), Köln, 6. März 1934 G1916 Am Sonntagnachmittag verschied nach langem, schwerem Leiden plötzlich und unerwartet mein herzensguter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Trauerfeier findet statt am Donnerstag, dem 8. März, um 15 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs Sophie Herzog, geb. Kempff Mathilde Koettschau, geb. Kempff Sanitätsrat Dr. med. Herzog Oberst a. D. Koettschau Sophie, Gerda und Hansludwig Koettschau. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 7. März, um 3 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Heinrich Inderthal II. im Alter von 52 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Schwarz, geb. Volk. Die Trauerfeier findet Donnerstag, nachmittags 1/23 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt MWw 2X5 und 1X4 Zimmer (auch a. Geschäftshaus geeignet) mit Ne- benhans u.groß. Obstgart. i. beit. Lage (Nähe Kliniken) z. verkauf. Schriftl. Anfrag, unter 1364D an den Gieß. Anz. 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