Dienstag, 6. Februar 1954 Nr. 5| Erstes Blaff 184. Jahrgang Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer ÄÄHH Ä Ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags MI für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte i A A V A A A A A A A A A A A A A. A AÄ bis 8>/,Uhr des Vormittags Gietzener Familienblätter lUA V W IW v3TO M| ■ nvi H liSr Grundpreise für 1 mm höhe Heimat im Bild Die Scholle Ä HW H fi M > H B M AW Bi" VH H H Z i vB M W I ▼ | für Anzeigen von 22 mm jTÄS-i» 1111VHr 11r I ZI11AVIlla I »$“•: x k/ IVIIVIIV l' WIIIV l>|V > äs«« Auch bei Nichterscheinen ---- HB JLj (Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein- infolge höherer Gewalt nützige Anzeigen sowie ein- ~~ General-Anzeiger für Sberhchen DoftfAerffonto- ° ' Vereins- u.Tageskalender grantfnrt am main 11686 Druck und Verlag: vrühi'sche UniorrfitättSuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 im Textt-'l 12 Rps. j° mm 7S er Unterzeichnerländer abzielen, hätte Bulgarien icherlich auch seinerseits gern akzeptiert. Es konnte aber unmöglich feine Zustimmung zu Klauseln ;eben, die das Ende jeder Revifionsbewegung be- i)eutet hätten. Das Bemerkenswerteste an dem letzten Verhandlungsstadium war die auffällige Eile, die man in Ankara, Bukarest und Athen mit dem Zustandekommen des Balkanvertrages hatte, während Süd - la w i e n sich in der letzten Phase betont zurück hielt. Das hatte wohl seinen Grund darin, daß die südslawische Politik bereits feit Jahresfrist bestrebt ist, seine Beziehungen zu Bulgarien nicht nur zu verbessern, sondern zwischen beiden Ländern eine wirkliche Versöhnung herbeizuführen. Den Besuchern der Könige wurden in den letzten zwölf Monaten ungezählte Besuche privater Verbände und Vereine kirchlicher, nationaler, gesellschaftlicher, literarischer und sportlicher Art vorausgeschickt, um zwischen Belgrad und Sofia neue freundschaftliche Anknüpfungspunkte zu finden. Das Verhältnis zwischen Südslawien und Bulgarien chwankt ja zwischen Haß und Liebe. Denn beide Völker, die miteinander aufs engste sprachverwandt ind, betrachten sich als Brüder der gleichen großen slawischen Familie. So lange sie miteinander in Feindschaft lebten, trug diese Spannung alle Anzeichen eines Bruderkampfes, der bekanntlich mit einer Erbitterung sondergleichen geährt wird, der aber stets dazu neigt, abgebrochen zu werden und in das Gegenteil umzuschlagen. Es liegt auch auf der Hand, daß beide Völker, wenn es ihnen gelingen sollte, die Stteitaxt zu begraben, ungewöhnliche Vorteile haben würden. Ein slawischer Staatenblock, der von der adriatischen Küste bis zum Aegäi- s ch e n Meer reichen würde, hätte nicht nur die unumstrittene Vorherrschaft am Balkan inne, sondern wäre auch außen- und militärpolitisch so stark, daß er freie Hände gegenüber den Großmächten hätte. In Belgrad hat man das sehr wohl erkannt, und es sprechen mancherlei Anzeichen dafür, daß man sich auch in Sofia dieser Einsicht nicht verschlossen hat. Zugleich aber sah man die hier schlummernden Entwicklungsmöglichkeiten auch in anderen, an der Entwicklung Südosteuropas interessierten Hauptstädten und setzte deshalb alle Hebel in Bewegung, um mindestens das Tempo der südslawisch-bulgarischen Annäherung zu bremsen. Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, daß die Eile, mit der die drei anderen Vertragspartner auch Südslawien zur Unterschrift drängten, nicht zuletzt auf gewisse Anregungen des Quai d'Orsay und des Prager Außenmini st eriums zurückzuführen find. Hinzu kam natürlich, daß das Interesse namentlich Rumäniens und Griechenlands in der gleichen Richtung liegt. So befürchtete man wohl in Athen, daß ein festgefügter südslawischer Staatenblock auf Saloniki und das Aegäifche Meer drücken werde, und daß bann Thrazien, auf das die Bulgaren ohnehin Anspruch erheben, gefährdet fei. Rumänien aber ist nach wie vor um das Schicksal der Dobrudscha besorgt, auf die Bulgarien innerlich niemals verzichtet hat. Für den Fall also, daß es den Regierungen in Belgrad und Sofia gelungen wäre, aus der makedonischen Frage, die zur Zeit zwischen Bulgarien und Südslawien noch immer als Zankapfel liegt, eine Brücke zwischen beiden Staaten zu schmieden, sah man im übrigen Osteuropa eigentlich nur Nachteile, vor allem aber eine Gefährdung des Status quo und war deshalb um fo eifriger beflissen, Belgrad für den „Pakt der Balkanverständigung" zu gewinnen. Man hat hier zweifellos die in dem Abkommen schlummernden Gefahren erst erkannt, als es poli- tisch für einen Abbruch der Verhandlungen mit den drei anderen Dertragsmächten zu spät war. Heute ist der Pakt paraphiert, und wir glauben, daß die südslawische Regierung sich dazu nicht leichten Herzens entschlossen hat. Denn hier in Belgrad weiß man sehr genau, daß eine „Balkanoerständiyung" ohne d i e Unterschrift Bulgariens keine wirkliche Verständigung ist, und man weiß ferner, daß Bulgarien keine mehrseitigen Verträge adschließen kann, die jede künftige Verbesserung seines territorialen Besitzstandes unmöglich machen würden. Mit Südslawien allein mag eine Verständigung in der mazedonischen Frage denkbar sein. Ein förmlicher Verzicht aber auf den Weg zum Aegäischen Meer? Ein förmlicher Verzicht auf die Dobrudscha? Undenkbar für jeden, der weiß, wieviel Erregung allein diese beiden Fragen in der bulgarischen Politik verursacht haben. Belgrad rechnet deshalb auch nicht damit, daß die bulgarische Regierung sich zu einer späteren Unterzeichnung des Balkanpaktes bereitfinden wird. Wohl aber hofft man, daß die bulgarische Regierung die Zwangslage der südslawischen Außenpolitik verstehen und aus dem Zustandekommen des Viererabkommens keine Folgerungen ziehen möchte, die einer südslawisch-bulgarischen Verständigung abträglich wären. Die Dobrudscha trennt Sofia und Bukarest. Don unserem H.T.-Berichterstatter. B u k a r e st, 4. Februar. „Die schönen Tage von Sinaia sind nun vorüber, König Boris hat es ,nicht heiteres verlassen, er ist vergebens dort gewesen" — so ungefähr hatte auch ein rumänischer „Schiller" das rumänisch-bulgarische Königstreffen im winterlichen Sinaia poetisch würdigen können, wenn eben nicht der negative Ausgang der Besprechungen schon von vornherein festgestanden hätte. Denn was wollte König Boris in Sinaia? Die Bereitwilligkeit, dem Balkan-Pakt beizutreten, „unmittelbar und mündlick" zum Ausdruck bringen? Das konnte im Ernst wohl nur der annehmen, der das komplizierte bulgarisch-rumänische Verhältnis nicht kennt, das Aum Verständnis des Folgenden kurz umriffen werden muß: Als die bulgarische Armee sich im e r ft e n Bal- kankriege vor der türkischen Tschadaldscha- Stellung verblutet hatte, fiel ihr aus heiterem Himmel das bis dahin neutral gebliebene Rumänien in den Rücken und Aroang das erschöpfte Bulgarien zur Abtretung des „Ouadri-la-Ter", jenes viereckigen südlichen Landstriches der D o - b r u d f ch a , der für das nationale Bulgarien etwa die gleiche Bedeutung hat wie für Deutschland der polnische Korridor, das Memelgebiet ober anderes geraubtes Land. Aber während diese deutschen Gebietsverluste die Resultate eines verlorenen, aber ehrlich durchkämpften Krieges waren, sieht der Bulgare im „Quadri-la-Ter^ in erster Linie nur ein Stück Bulgarien, das ihm von einer am Kriege nicht beteiligten Macht „hinterlistig gestoh - l e n" worden ist. Die Wut und Erbitterung darüber, der Schmerz über diesen Verlust und der Rachedurst waren so groß, daß das ausgeblutete Bulgarien schon ein Jahr später an die Seite der Mittelmächte erneut in den Krieg trat. All dies muß man wissen, um die leidenschaftliche Liebe zu verstehen, mit der Bulgarien auch heute noch an dem jetzt zu Rumänien gehörenden Landzipfel hängt und auf den es jetzt im Rahmen eines „Balkan-Paktes" in der Praxis auf immer verzichten soll! Für den Kenner der bulgarischen Psyche war es vollkommen ausgeschlossen, daß Sofia jemals auf diesen Vorschlag oder dieses Ansinnen eingehen würde, weil es ja damit einen Präzedenz- all geschaffen hätte, aus dem die Jugoslawen und Griechen das Recht hätten herleiten können, auch ihre auf bulgarische Kosten erworbenen Gebiete und Konzessionen jeder Art, als etwas dauerndes anzusehen! In der umgekehrten, aber gleichen Lage ist heute Rumänien: würde Rumänien in der Quadrilater-Fraae irgendwie nachgeben oder im Interesse des Balkan-Paktes auch nur den Glauben an eine Revisionsmöglichkeit bei den Bulgaren aufkommen lassen, dann wäre für Rumänien ebenfalls ein Präzedenzfall weit schlimmerer Art geschaffen, den sich dann Ungarn und Rußland in der siebenbürgischen und d e s s a r a b i sch e n Frage sofort zu Nutze machen würden. Und das will Rumänien eben um jeden Preis vermeiden! Infolgedessen kann Feins der beiden Länder — weder Rumänien noch Bulgarien — irgendwelche Konzessionen machen — damit ist aber dem Balkan- Pakt das Rückgrat gebrochen, weil er ohne Einbeziehung Bulgariens sinn- und zwecklos ist. Nun möchte man natürlich sagen, daß nach berühmtem. Vorbild gegen einen zeitlichen Pakt nichts einzuwenden sei — auch gegen diese Motivierung muß sich Bulgarien sträuben, weil Rumänien die Garantiefrist dazu benutzen wird, um in noch schärferem Tempo als bisher die Rumäntfierung der bulgarischen Dobrudscha fortzusegen. Diese dort seit langem betriebene Ansiedlung rumänischer Bauern ist für Rumänien in erster Linie eine militärische Notwendigkeit, und es läßt sich heute bereits mit Gewißheit voraussagen, daß nach Ablauf eines — sagen wir zehnjährigen — Paktes dann in dieser Dobrudscha auch nicht ein Bulgare mehr leben wird? Dann ist die Dobrudscha auf trockenem Wege eine rumänische Provinz geworden, und Rumänien hat es unter Berufung auf das „Selbstbestimmungsrecht der Völker" in der Hand, den juristisch einwandfreien Nachweis zu erbringen, daß die bulgarischen Forderungen auf dieses Gebiet unbegründet sind. So wird sich also zwischen Rumänien und Bulgarien schwer ein wirklich „normales Verhältnis" Herstellen lassen. Königsbesuche, Paraden, Jagden und Ordensverleihungen vermögen zwar über die latenten Gegensätze hinwegzutäuschen, aber diese Freundschaftsschalmeien werden immer wieder übertönt werden vorn rauhen Lärm des Kleinkrieges, der auch weiterhin in der Dobrudscha zwischen bulga- rischen Ureinwohnern und rumänischen Neusiedlern um die Scholle geführt werden wird. Diese im Blut und Boden wurzelnden Gegensätze kann kein Balkan-Pakt aus der Welt schaffen, weil das Blut dicker ist als Vertragstinte. Eine Nationalsozialistische Deutsche Oberschule am Starnberger See. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Die Oberste S A- Führung eröffnet am 1. April 1934 am ©tarn« berger See (Feldafing), 30 Kilometer südlich Münchens, eine neunflaffige Erziehungsanstalt. Sie wird zunächst die Klassen Sexta mit Untersekunda (1. bis 6. Klasse) umfassen, und in drei Jahren zu einer Vollanstalt mit Reifezeugnis auswachsen. Die Hauptaufgabe dieser „Nationalsozialistischen Deutschen Oberschule Starnberger See" ist die Heranbildung eines nationalsozialistischen Führernachwuchses, dem eine dem Wesen des neuen Staates entsprechende charakteristische, körperliche und geistige Ausbildung vermittelt werden wird. Mit der Führung dieser Schule wurde Standartenführer G oe r l i tz beauftragt. Ausgenommen werden nur solche Schüler, bie nach charakterlicher, körperlicher und geistiger Veranlagung die Gewähr bieten, daß sie den gestellten Anforderungen entsprechen. Die Höhe der Erziehungsbetträge und des Schulgeldes richtet sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der Erziehungsberechtigten (im Durchschnitt etwa 60 bis 100 Mark). 3 0 mene Verpflichtung zur Aufrechterhal- Stumpf, daß eine Auflösung mcht vom Lande Tirol, tung der Sozialdemokratie hingewiesen i sondern nur durch die Wiener Regier u n g haben soll und wobei Bundeskanzler Dr. Dollfuß verfügt werden könnte. Die Landesverfassung würde angeblich erklärt hätte, er könne sich an diese Ver- > auch sonst in keiner Weise verletzt werden. der Aus aller Welt sind, Die Regierungen der Vereinigten Staaten von Nordamerika und der mittelamerikanischen Staaten haben die Regierung der Republik El Salvador anerkannt. Kleine politische Nachrichten. Die Reichstagsrede des Führers wird dem dringenden Wunsch der Hörer entsprechend vom Deutschlandsender am 9. Februar in der Zeit von 20.10 bis 22.05 Uhr von Wachs wiederholt und vom Bayerischen Rundfunk übernommen. . Der Stabsleiter der obersten Leitung der PO., Dr. Ley, gibt bekannt, daß die Meldung, wonach am 10. und 11. Februar eine Frauentagung in Berlin stattfinden soll, auf einem Irrtum beruhe. Die Tagung finde nicht statt. erklärt, die Christlich-Soziale Partei werde sich ihren Platz an der Sonne nicht nehmen lassen. Die Gerüchte, nach denen der fron« - Isische Gesandte in seiner letzten Unterredung mit Bundeskanzler Dr. Dollfuß auf die von einer früheren östereichischen Regierung übernom- Zwei Schlitten im Lis eingebrochen. Sechs Menschen ertrunken. Im Rahmen der Vorträge des „Reichsbunds für deutsche Sicherheit" spricht am Dienstag zwischen 20.10 und 20.20. Uhr der Präsident des Reichsbunds Major a. D. Weber st ädt über das Thema „Ein Jahr Kampf um Deutschlands Gleichberechtigung". Der Vortrag geht über alle deutschen Sender. und Oesterreich erwähne er überhaupt nicht. Und dieser Beck werde die Völkerbundssitzung leiten, in der über Oesterreichs Appell beraten werde! „Action Fran^aise" erklärt, die letzten Tage der österreichischen Republik rückten näher und näher, aber niemand rühre sich, auch Frankreich nicht. Das „Oeuvre" stellt mit Bedauern fest, daß Frankreich heute mehr zu tun habe, als sich um Oesterreich zu kümmern. pflichtung nicht mehr halten, werden weiterverbreitet, jedoch von verschiedenen Stellen inAb - rede gestellt. Auf Grund der Verhandlungen zwischen Landesregierung und Heimatwehr hat der Landeshauptmann von Tirol Dr. Stumpf in einem Erlaß an die Leiter der Bezirkshauptmannschaften mitgeteilt, daß den einzelnen Vezirkshauptleuten in Tirol Vertrauensmänner der Helma t w e h r beigegeben werden. Die Landesleitung der Tiroler Heimatwehr hat diese Vertrauensleute für die acht Bezirkshauptmannschaften im Lande bereits namhaft gemacht. Ihr Amtsantritt Rom, 5. Febr. (DRV.) Die schweren Schäden und die Opfer, die an der ganzen Ostsette des Apennin im Gebiet der Marken durch Lawinen und Erdrutsche verursacht worden sind, lassen sich wegen der überall unterbrochenen Verbindungen nur allmählich übersehen. Wie erst jetzt bekannt wird, hat in der Gemeinde Monte Gallo eine große Lawine sieben Häuser verschüttet. Acht Todesopfer konnten geborgen werden. Mit am schwersten scheint ein Lawinenunglück in Rubbiano gewesen zu sein. Man spricht von 8 Toten und 15 Verletzten. Hier ist es gelungen, die erste Hilfe zu bringen. lieber das Lawinenunglück von Bolog- n o l a in den Apenninen liegen von amtlicher Seite noch keine Angaben vor. Offensichtlich handelt es sich um die Verschüttung mehrerer Häuser des kleinen Bergortes Bolognola, der ein beliebter Wintersportplatz ist. Bolognola wurde bereits vor vier Jahren von einem großen Lawinenunglück betroffen, das damals über 20 Todesopfer forderte. Daß über das Ausmaß des jetzigen Unglücks bisher keine sicheren Nachrichten zu erhalten sind, erklärt sich aus der Unterbrechung sämtlicher Verkehrsverbindungen in den märkischen Apenninen. Ein furchtbares Unwetter, das sich im Tal in schweren Regengüssen und Ueberschwemmun- g e n, in den höheren Lagen in Schnee st ürmen Oie Tiroler Heimwehr fordert den autoritären Staat. Oie Auflösung der sozialdemokratischen Partei verlangt. Dienste aus. Weitere Arbeitsbeschaffungsdarlehen. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Nach einer Mitteilung des Reichsarbeitsministeriums hat die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG. (Oeffa) aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm vom l.Juni 1933 in den letzten Wochen weitere Darlehen im Betrage von 35 Millionen Mark bewilligt. Hiervon entfallen zehn Millionen Mark auf Straßenbauten in den Provinzen Hannover, Westfalen, Sachsen, Schlesien, Brandenburg, der Rheinprovinz und den Ländern Bayern, Hes - s e n und Thüringen. Ferner wurde der Stadt Berlin für die gleichen Zwecke ein Darlehen von 840 000 Mark zur Verfügung gestellt. Für Jnstand- setzungs - und Ergänzungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden erhielten die Städte Gelsenkirchen, Mühlheim und das Land Thüringen größere Darlehen. Der Stadt Essen wurde für Arbeiten auf dem Gebiet des Hochbaues ebenfalls ein Darlehen von über eine Million Mark bewilligt. Weiter wurden für Arbeiten kommunaler Versorgungsbetriebe, insbesondere zur Erweiterung bestehender Anlagen, in den Städten Sagan, Forst, Coburg und dem Landkreis Erkelenz erhebliche Mittel zugesagt. Insgesamt sind nunmehr im Arbeitsbeschaffungsprogramm vom l.Juni 1933 von der Oeffa Darlehenszusagen von über 500 Millionen Mark erteilt. Dazu treten die Bewilligungen der anderen bei dem Programm mitwirkenden Kreditinstitute. Verbot der »Deutschen Wochenschau". Berlin, 5. Febr. (DNB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Die im Verlage Theodor Weicher Berlin erscheinende Wochenschrift „Deutsche Wochenschau" ist auf Anregung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels vom Geheimen Staatspolizeiamt bis zum 17. März dieses Jahres einschließlich verboten worden, weil sie in ihrer Ausgabe vom 3. Februar einen Artikel „SA. heißt Nationalsozialismus — nichts andere s." veröffentlicht hat. Dieser Artikel enthält grobe Verunglimpfungen und Verleumdungen der SA. und stellt eine Gefahr für den inneren Frieden und die Geschlofsenheit der nationalsozialistischen Bewegung dar. Zum Verbot der Zeitschrift teilt das Presseamt der Obersten SA.-Führung noch mit: Der Artikel, wegen dessen das Verbot der Zeitschri t ausgesprochen werden mußte, enthält eine Reihe werden. Schwere Unweller in Algerien. Wie aus Bona in Algerien gemeldet wird, sind dort in den letzten Tagen überaus schwere Niederschläge niedergegangen. Besonders sind die tiefergelegenen Teile der Stadt in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Wasser steht in einzelnen Straßen fast einen Meter hoch. Eine Mauer ist eingestürzt und begrub ein in der Nähe an der Mauer stehendes kleines Haus unter sich. Ein junges Mädchen erlitt dabei leichte Verletzungen. Ein Teil der großen Mole und ein Abschnitt des Kais von St. Clou sind z e r stört worden. Zahlreiche Häuser drohen einzustürzen. Feuerwehr, Polizei, Gendarmerie und Militär sind für das Bergungswerk in den überschwemmten Vierteln einae- setzt worden. Die Bewohner der bedrohten Häuser sind vorläufig in einer Schule untergebracht worden. Wegen Sabotierung des Winlerhilsswerks in Schutzhaft genommen. In Hamm i. W. wurde auf dem Kostümfest eines Klubs einem Verkäufer von Losen der Wm- terhilfslotterie, als er ein Los anbieten wollte, d e r Zutritt durch einen Bankdirektor und einen Rechtsanwalt verboten mit dem Hinweis, man wünsche nicht, daß die Festlichkeit durch Losvertreten, aber für einige Zeit lahmgelegt. Auf Mussolini könne man nicht rechnen, und in London spreche man nur noch von Abrüstungsdenkschriften. In Warschau habe Außenminister Beck den Rubicon überschritten. Er habe eine Rede gehalten, die ernst sei wegen dessen, was darin stehe, aber noch ernfter durch das, was nicht g e s a gt s e i. Beck habe erklärt, daß er niemals das Mißtraue nEuropas gegen Hitler geteilt habe, lieber Frankreich gleite er hinweg Berlin, 6. Febr. (DNB.) Am Sonntag fand, wie die „Kreuzzeitung" meldet, in den Räumen des Reichsarbeitsministeriums eine Tagung der Landesführer des Stahlhelms statt. Der Bundesführer, Reichsarbeitsminister Franz Seldte, sprach über die durch den Befehl des Obersten SA.-Führers über die Eingliederung der SA. - Reserve I gestellten Aufgaben. Die Tagung schloß mit einer eindrucksvollen Treue- kundgebung für den Führer Adolf Hitler. Zu Beginn Tagung verabschiedete sich der bisherige Bundeshauptmann von Stephani von seinen Führerkameraden. Der Bundesführer sprach ihm seinen Dank und seine Anerkennung für seine in langjähriger Stahlhelmarbeit der Nation geleisteten von Behauptungen, die den Tatsachen in g r ö b ft e r Weise w i d e r s p r e ch e n. Es ist unerträglich, daß in einer Zeit, in der die SA. im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht, in der deutschen Presse Aussätze über diese veröffentlicht werden, die jedes Verantwortungsbewußtsein vermissen lassen. Es muß daher von der deutschen Presse verlangt werden, daß sie ihre Berichterstattung über die SA. so sorgfältig und verantwortungsbewußt gestaltet, wie es der Bedeutung der SA. als der wichtigsten und größten Er- ziehungsfchule des deutschen Volkes entspricht. Umfangreiche Arbeitslosigkeit in Holland. Amsterdam, 5. Febr. (DNB.) Der Minister ür soziale Angelegenheiten machte der Presse be- icutfame Mitteilungen über die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit in Holland. Aus ihnen geht hervor, daß ein Drittel der Arbeiterbevölkerung als arbeitslos zu betrachten ist und daß in ungünstigen Konjunkturperioden dieser Prozentsatz sogar über 40 v. H. z u steigen pflege. Die allgemeine Lage der Bevölkerung sei erheblich ernster, als sich aus den regelmäßig von den Arbeitsbörsen und Gewerkschaftskassen veröfsent- lichten Ziffern ergebe, denn nicht alle Arbeiter seien gegen Arbeitslosigkeit versichert und viele selbständige Gewerbetreibende aus dem Mittelstand und Angehörige der freien Berufe seien beschäftigungslos geworden. Es habe allerdings den Anschein, daß der tiefste Stand nunmehr erreicht sei und daß eine gewisse Stabilisierung eintrete, die man zur Grundlage bestimmter Maßnahmen machen könne. Zunächst müßten weitere Detriebseinschränkungen im Wirtschaftsleben vermieden werden. Sodann müßten neue Arbeitsgelegenheiten auf natürliche Weife geschaffen werden, wouei insbesondere an Gehalts- und Lohnkürzungen gedacht werde. Schließlich müsse der Staat durch Ausführung öffentlicher Werke für Arbeitsbeschaffung forgen. Die Feldbergwarte meldet zwei Erdbeben. Die Instrumente der von Reinachschen Erdbebenwarte auf dem Kleinen Feldberg im Taunus verzeichneten am Sonntag zwei mittel ft arfe Erdbeben. Das eine kam aus einer Entfernung von 520 km. Sein erster Einsatz erfolgte um 10 Uhr 40 Min. 46 Sek. MEZ. Das Maximun lag um 10 Uhr 42 Min. 25 Sek. bei einer Bodenbewegung von 15/1000 mm auf dem Kleinen Feldberg. Das zweite Erdbeben aus einer Entfernung von 5500 km fetzte um 14 Uhr 34 Min. 35 Sek. ein. Das Maximum dieses Bebens mit einer Bodenbewegung von 4/1000 mm auf dem Kleinen Feldberg war um 14 Uhr 51 Min. Der Herd des ersten Bebens wird in Oberitalien, der des zweiten in Jnnerasien vermutet. _ Tödlicher Sturz aus dem Fenster. In Kassel sprang eine Frau, bei der Spuren von Geisteskrankheit beobachtet worden waren, aus b e m Fenster ihrer im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung auf die Straße. Ein sofort herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Zwei Autos vom Zuge ersaht. — Dreizehn Fahrgäste verletzt. An einem Bahnübergang in der Nähe von Burlafingen (Schwaben) wurde ein Personenkraftwagen, der die geschlossene Bahnschranke d u r ch f a h r e n hatte, vorn V-Zug 31 Stuttgart-München erfaßt und vollkommen zertrümmert. Die Insassen des Wagens Dr. Bellino aus Göppingen, Frau Seitz und Fräulein Roth, beide aus Stuttgart, wurden schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Die elektrische Lokomotive des O-Zuges entgleiste mit ihrer Laufachse. Mit über zweistündiger Verspätung konnte der O-Zug seine Fahrt fortsetzen. Ein Postomnibus der Strecke Bürbach Siegen .durchfuhr die geschlossene Eisenbahnschranke, wurde von einem Güterzug e r f a ß t und zwanzig Meter mitgeschleift. Der Omnibus geriet sofort in Brand. Unter großer Mühe gelang es, dre zehn verletzten Fahrgäste aus dem brennenden Wa- -aen zu retten. Der Führer des Wagens war ab gesprungen und wurde bewußtlos von der Unglucksstelle getragen. Auch die Lokomotive wurde betriebs- Anfähig und mußte abgeschleppt werden. Verheerende Lawinen und Erdrutsche in Mittelitalien Zahlreiche Todesopfer.—Schwierige Rettungsaktion. äußert, wütet seit zwei Tagen an diesem Teil der italienischen Ostküste. Die erste Meldung von dem Lawinenunglück in Bolognola brachte ein junger Skiläufer nach dem Ort Camemrio, wohin er sich in zwölfstündigem Kampf durch den Schneesturm hindurchgearbeitet hatte. Noch am Sonntag brachen auf Anordnung der Behörden Milizsoldaten, Polizeisoldaten und Studenten zur Hilfeleistung auf. Sie mußten aber etwa 25 Kilometer vor dem Ort Halt machen, weil sämtliche Straßen durch den Schneefall unpassierbar geworden waren. Die Rettungsmannschaften sind weiter bemüht, sich durch den Schnee nach der verunglückten Ortschaft durchzu- kämpfen. In der Ortschaft Ortiporio bei Bastia (Korsika) wurden zehn Häuser durch eine Lawine verschütt t e t. Die Zahl der Todesopfer beträgt 39. Das Dorf liegt in 600 Meter Höhe. Die Rettungsarbeiten find außerordentlich schwierig, da der Schnee an einigen Stellen 4 bis 5 Meter hoch liegt. In Vizzarona wurde ein Bahnwärterhäuschen durch eine Lawine verschüttet. Neun Personen befanden sich im Innern des Hauses. Hilfsmannschaften sind unterwegs. Wegen Verschüttungsge- scchr ist das Dorf Bisinchi, wo man schon 1931 einen Erdrutsch befürchtete, von den Bewohnern geräumt worden. Wien, 5. Febr. (DNB.) Die letzten Ereignisse in Tirol finden in Regierungskreisen stärkste Beachtung. Die radikalen Forderungen der Tiroler Heimwehren auf Durchführung eines autoritären Regimes und Auflösung der Christlich-Sozialen sowie der Sozial- demokratischenPartei haben für die Regierung eine neue schwierige Lage geschaffen. Die Innsbrucker Rede Starhembergs vom Sonntag, der sich in ungewöhnlich scharfen Ausfällen gegen die Christlich-Sozialen erging und von der Regierung eine endgültige Entscheidung über den weiteren innenpolitischen Kurs mit oder ohne die politischen Parteien forderte, wird von den amtlichen Stellen hier ohne die gegen die Christlich- Sozialen gerichteten Stellen veröffentlicht. Von den Tiroler Heimwehren soll jedoch jetzt weiter verlangt worden sein, daß sämtliche Landesregie- rungen durch die hauptsächlich aus Heimwehrvertretern zusammenzusetzenden Landesausschüsse ersetzt werden. Demgegenüber hat der Landeshauptmann von Nieder-Oesterreich Reither in einer Rede vor dem Katholischen Volksverband erfolgt sofort. Die Tiroler Heimwehren haben am Montagvormittag das Gebäude der Innsbrucker sozialdemokratischen „Volkszeitung" besetzt. Vom Verlagsdirektor wurde die Polizei zur Hilfe herbeigerufen, die von den Heimwehren die sofortige Räumung des Gebäudes verlangte. Das Gebäude des sozialdemokratischen Organs wird gegenwärtig von der Polizei bewacht. Es scheint sich bei dem Vorgehen der Heimwehren darum gehandelt zu haben, die Veröffentlichung des sozialdemokratischen Aufrufs an die Arbeiterschaft zu verhindern. Einer Abordnung der Sozialdemokratischen Partei, die bei der Landesregierung gegen die Forderung der Heimwehr nach Auflösung der Sozialdemokratischen Partei vorsprach, sagte Landeshauptmann Dr. Wettervoraussage. Die skandinavische Störung hat sich erheblich vertieft und breitet sich weiter südlich aus. Sie schiebt an ihrer Südseite Staffeln warmer Luft östlich über die Ostsee vor, die auch Nord- und Mitteldeutschland streifen. Nördlich des Mains liegen die Temperaturen fast durchweg über Null, während in Süddeutschland noch Frost bis zu —15 Grad herrscht. Unter dem Einfluß der Warmluft wird das Wetter sich vielfach neblig-wolkig gestalten, wobei vereinzelt auch etwas Regen niedergehen dürfte. Aussichten für Mittwoch: Meist neblig- wolkig, noch etwas milder, vereinzelt leichter Niederschlag. Aussichten für Donnerstag: Keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 5. Februar: mittags 1,5 Grad Celsius, abends 0,8 Grad; am 6. Februar: morgens —0,1 Grad. Maximum 1,5 Grad, Minimum — 1,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Februar: abends —0,4 Grad; am 6. Februar: morgens —0,4 Grad Celsius. Amtliche Wintersporknachrichten. Vogelsberg, Hoherodskops: Aar, minus 6 Grad, 10 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut.__ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., jämtlich in Gießen. ErfolgreicherKampf gegen das Bettelunwesen. Berlin, 5. Febr. (VdZ.) In den Städten hat die von der Reichsregierung angeregte Aktion gegen das Bettelunwesen durchweg zu einem vollen Erfolg geführt. Als besonders wirksam haben sich die Razzien gegenBettler erwiesen. Die Ueder- jrüfung der Fälle ergab, daß bis auf wenige Ausnahmen eine besondere Notlage nicht gegeben roar, daß es sich vielmehr im allgemeinen um Gewohnheitsbettler handelte, welche sich bisher durch Bettel zu d e r Unterstützung eine weitere Einnahme zu verschaffen wußten. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Bettelunwesens haben im allgemeinen zu einer erhöhten Inanspruchnahme der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege durch die seßhaften Bettler nicht geführt. Einige Städte klagen jedoch über eine erhöhte Belastung der öffentlichen Fürsorge durch Wa fixerer, die sich in den Städten seßhaft zu machen suchen. Ein baldiger Erlaß des Bewahrungsgesetzes und des Wandererfürsorgegesetzes wird für notwendig erachtet. Es konnten auch keine Feststellungen getroffen werden, daß die Bettler infolge der Maßnahmen in den Städten ihr Tätigkeitsfeld nunmehr auf das platte Land verlegt haben. Auch in den Landkreisen ist das Bettelunwesen durch die Maßnahmen der Polizei weitgehend eingedämmt worden, zum Teil wird es als gänzlich erloschen bezeichnet. Führerlagung des Stahlhelms. In Frankreich sind für das Jahr 1934 zu Mitgliedern des Obersten Kriegsrates ernannt worden die Marschälle Gouraud, Debeney, Weygand, Walch, Gamelin, Mittelhauser und Georges. General W e y g a n d ist als Vizepräsident des Obersten Kriegsrates und als Generalinspekteur des Heeres in diesem Amt für das Jahr 1934 bestätigt worden. * Vor dem Parteikongreß in Moskau gab der ehemalige Vorsitzende der Kommunistischen Internationale, Sinowjew, eine Reueerklärung ab, in der er die Partei bat, ihm seine Fehler zu verzeihen. Er werde von jetzt ab wieder für die Partei mit derselben Energie arbeiten, mit der er seinerzeit die Opposition aufgebaut habe. Diese Opposition wolle er mit aller Gewalt zerstören, weil er erkannt habe, daß jede Opposition eine große Gefahr für den Bestand des sozialistischen Staates bedeute, und er wolle der Partei den Beweis der Treue zu ihrem Führer Stalin erbringen.* In Saratow wurden von der GPU. zahlreiche Getreidespekulanten verhauftet. Ihnen wird vorgeworfen, mit freiem Getreide spekuliert und dadurch die Preise auf dem Getreidemarkt in die Höhe getrieben zu haben. Die Regierungskommission hat die nationalsozialistische Tageszeitung „S a a r f r o n t" auf die Dauer von drei Tagen verboten. Der Grund zum Verbot wird in einem Artikel vom 2. Februar gesehen, in dem darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die Paßkontrolle zwischen dem Reich und dem Saar gebiet in letzter Zeit durch Emigran- t e n vorgenommen werde. Zwei mit sechs Personen besetzte Schlitten . wie aus Bukarest gemeldet wird, bei der Ueber- querung des zugefrorenen Ceaaa-Flufses (Bessarabien) ein gebrochen. Alle Insassen erlitten in den Wellen den Tod. Im ersten Schlitten befanden sich zwei Schwestern mit ihren Männern. Eine der beiden Frauen hatte ihr soeben im benachbarten Pfarrdorfe getauftes Kind im Arm. Im zweiten Schlitten saß der Vater der beiden Frauen. Als der erste Schlitten den Fluß überquerte, brach bas Eis. Menschen, Pferde und Schlitten gingen unter. Die Mutter hatte die Geistesgegenwart, ihr in Pelz gewickeltes Kind auf das nicht gebrochene Eis zu werfen, wo es unversehrt liegen blieb. Der Großvater versuchte das Kind zu retten, doch brach das Eis in dem Augenblick, als er das Kind in feine Arme nahm. Beide versanken unter den Eisschollen. Die Leichen konnten bis jetzt noch nicht geborgen täufe gestört werde; man habe keine Zeit und wolle eiern. Da ein Vermittlungsversuch des Oberbürgermeisters vergeblich blieb, erklärte dieser seinen Austritt aus dem Klub und ließ die anwesenden Parteigenossen auffordern, das Fest sofort zu verlassen. Vor dem Klubgebäude fand später eine Protestkundgebung statt, in der sich der Kreisleiter der NSBO. in scharfen Worten gegen die Sozialreaktionäre wandte, die die Volksgemeinschaft noch nicht begriffen hätten. Der Bankdirektor und der Rechtsanwalt wurden in Schutzhaft genommen. Haftbefehl gegen ungetreue Banföirefforen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ist gegen die rüheren Mitglieder des Vorstandes und Aufsichts- ates der Rostocker Genossenschaftsbank die Unter- uchung wegen fortgesetzter genossenschaftlicher U n - treue eröffnet worden. Ferner ist richterlicher Haftbefehl gegen die Direktoren v. Pressen- tin, Timm, Powalko und Rittmeister a. D. U H n e r erlassen worden. Unterschlagungen beim Biochemischen Bund Deutschlands. Der Präsident des Biochemischen Bundes Deutschlands, Hain, und sein Geschäftsführer Voigt sind in Neubabelsberg verhaftet worden. Hain soll zusammen mit dem Geschäftsführer ungefähr 20 000 R M. unterschlagen haben. Der Biochemische Bund unterhielt in Neubabelsberg ein eigenes großes Haus, das ganz modern ausgestattet war. Die Mitgliederzahl des Bundes soll etwa eine Million Personen betragen. Italienischer Motorsegler verschollen. Der am 12. Dezember von Antwerpen nach Savona in See gegangene italienische Motorsegler „Anna Elisabeth", der bis heute seinen Bestimmungsort nicht erreicht hat, wird jetzt amtlich äls verloren angegeben. Man vermutet, daß das Schiff dem Zyklon in der Nacht vom 14. Dezember im Golf von Gascogne zum Opfer gefallen ist. Die neunköpfige Besatzung dürfte dabei den Tod gefunden haben. Das Rätsel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Rothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Derlag, Halle, Saale 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Ja, Graf Härtlingen! Wir kennen ihn ja alle von früher her. Aber jetzt liegt doch sehr viel zwischen einst und jetzt. Er ist natürlich durch diese ganze Affäre noch interessanter geworden — meinst du nicht?" „Db er in das Heiratsprogramm von Tante Agnes mit ausgenommen worden ist? Man müßte eigentlich als gute Mutter die Töchter vor diesem Manne schützen. Trotzdem — er bleibt eine gute Partie", sagte Baronin Helbing. „Wahrscheinlich doch? Denn sonst käme er ja nicht gerade jetzt. Doch — Großchen wird sich wohl täuschen. Ich habe mir sagen lassen, daß Graf Härtlingen gar nicht an eine Ehe denkt. An eine zweite Ehe!" „Man kann es ihm kaum verdenken, wenn er einer Heirat aus dem Wege geht. Er hat doch recht Schweres durchgemacht. Schade ist es allerdings, daß man gar so wenig über diese Ehe weiß. Es hat ja nicht einmal irgendein Bekannter oder Nachbar feine Frau zu Gesicht bekommen. Er soll maßlos eifersüchtig und sie sehr schön gewesen sein." „Ja, aber er wurde dann des Mordes verdächtigt. Des Mordes an seiner eigenen Frau. Furchtbar! Uebrigens, wie ist dieser völlig zusammengebrochene, vor Schmerz und Trauer halb wahnsinnig gewordene Mann bloß dazu gekommen, ein solch berüchtigter Lebemann zu werden?" „Ja, wer weiß, was in ihn gefahren ist. Jedenfalls schrieb die Frau General von Werther, daß er es allen Frauen antut, und daß die Vergangenheit — um so mehr, als sich seine Unschuld in jener abscheulichen Mordsache herausgestellt hat — kein Grund ist, ihm etwa einen Korb zu geben, wenn er wirklich noch einmal irgendwo anklopfen sollte. Die Frau General hält das jedoch auch für völlig aus- geschlossen. Sie glaubt nicht, daß Härtlingen seinen jetzigen Standpunkt aufgeben könnte." „Ja — aber!" „Wir werden es eben abwarten. Tante Agnes bezweckt ganz bestimmt etwas, das wird mir jetzt immer klarer." „Für welches der Mädel mag sie ihn nur bestimmt haben?" sagte die Gräfin Uchterberg und fühlte einen leisen Schauer bei dem Gedanken, daß sich Härtlingen für eine ihrer Töchter entscheiden könnte. Das Thema war ihnen doch sehr behaglich. Sie plauderten noch ein Weilchen darüber, die beiden Kusinen. Ganz zuletzt meinte die Baronin Helbing: „Melanie! Ich — weiß nicht, du wirst mich vielleicht für wahnsinnig halten; aber ich könnte mir plötzlich einbilden, dieses blonde, schöne Mädchen wäre in Beziehung zu Härtlingen zu bringen." „Nein! Das glaube ich nicht! Das ist doch ganz ausgeschlossen!" sagte erschrocken die Gräfin. „Du wirst ja sehen! Irgend etwas stimmt nicht!" weissagte die Baronin Helbing. 10. Kapitel. In ihrem Zimmer, dem altmodischen, ganz in Hellblau gehaltenen Schlafzimmer, mit dem großen Baldachin über dem Paradebett, den matten Rosenholzmöbeln, saß die alte Fürstin Agnes Kleven. Zart schwebte der Duft des Lawendels durch den Raum. In den hohen, geschliffenen Gläsern standen Dahlien, und aus den Chinatöpfen quoll der Duft getrockneter Rosenblätter. Fürstin Agnes saß am Fenster und blickte in den Park hinaus. Wie oft hatte sie hier schon gesessen und das Erwachen des Frühlings, die Pracht des Sommers, die Früchte und das rot- und gelbgefärbte Laub des Herbstes und die stille, weiße Herrlichkeit des Winters beobachtet. Nun war es wieder einmal Herbst. Einer von den vielen, die sie mit ihrem gesegneten Alter erleben durfte. Und nun sollte noch einmal in diesen sonnigen Herbsttagen um sie herum das Glück erblühen. Vielen jungen Menschen wollte sie dazu verhelfen. Mitten zwischen den glücklichen Menschenkindern, die blutsverwandt mit ihr, der alten Fürstin Kleven, waren, stand die schöne, kleine Waise, deren Geschick sie in die Hand genommen. Nein! Es war doch wohl nicht der richtige Ausdruck. Der Menschen Geschicke lenkt ein Großer, Gütiger da droben. Aber ein bißchen Vorsehung spielen konnte und durfte man. Es war geradezu geboten in manchen Fällen, und in diesem einen nun schon gar! Gertraude Schwarzkoppen. Ein verzweifeltes Menschenkind hatte sich in ihren Armen gewunden, hatte sich schluchzend, schreiend, flüsternd, anklagend den ganzen Jammer von der Seele gebeichtet. Fürstin Kleven lehnte sich tief in den weichen, bequemen Sessel zurück und noch einmal erlebte sie diese Beichte. „Ich wurde mit sechs Jahren schon in das Pensionat der Madame Chere in Genf gegeben. Mama, meine geliebte schöne Mama, war gestorben, und ich war meinen beiden älteren Geschwistern und meinem Vater nur eine Last. Madame Chere machte eine Ausnahme, denn sie nahm Kinder sonst nicht auf. Sie hat mich liebevoll und sorgfältig erzogen. Und pünktlich trafen die großen Summen ein, die mein Vater für meine Erziehung an Madame Chere schickte. Ich hielt uns für reich! Ich liebte meine schöne Schwester Lelia und meinen großen, flotten Bruder Otto. Aber sie haben sich nie um mich gekümmert. Viele, viele Jahre habe ich mich nach ihnen allen gesehnt, habe mir ein Wiedersehen erzwingen wollen. Aber sie kamen nicht zu mir, und Madame Chere schien sehr strenge Anweisung zu haben, mich nicht aus den Augen zu lassen. Einmal kam meine Schwester Lelia zu mir. Ich war damals vierzehn Jahre alt. Ich wußte mich vor Glück kaum zu fassen, als ich meine schöne, elegante Schwester sah. Doch sie war kühl, abweisend, und einmal sah ich, wie sie mich böse ansah. Was hatte ich ihr getan, nachdem ich mich so lange, lange auf ein Wiedersehen gefreut, mich nach ihr gesehnt hatte? Lelia teilte mir kurz mit, daß ich auch noch weiterhin in Genf bei Madame Chere bleiben müsse, man könne mich vorläufig daheim nicht gebrauchen. Ich malte mir unser Heim immer aus, wenn ich allein war, und ich stellte mir Lelia vor, wie sie in diesem schönen, behaglichen Heim die Hausfrau ersetzte, und wie mein Vater stolz war auf seine schöne Tochter. Meinen Bruder hielt ich für einen großen Künstler; ich wußte, daß er zur Bühne gegangen war. Madame Chere verbot mir aber, mich mit den anderen Mädels über die Verhältnisse daheim zu unterhalten. Sie muß schon damals die ganze schreckliche Wahrheit gewußt haben, während ich völlig ahnungslos blieb. Mein Bruder besuchte mich nie. Ich war sehr traurig darüber, und Madame Chere tröstete mich einmal, als ich weinte, indem sie sagte, daß mein Vater mich sicherlich an meinem siebzehnten Geburtstag heimholen werde. Nun hoffte ich darauf, sah es nach und nach als feststehende Tatsache an. Einmal schrieb mir Lelia in einem ihrer kurzen, beinahe lieblosen Briefe, sie habe sich verlobt und werde sich in Kürze verheiraten. Es sei ein sehr reicher Mann, ein Gutsbesitzer, ein Graf. Vielleicht hole sie mich später einmal zu sich, vorläufig sei das natürlich ganz und gar ausgeschlossen. Ich weinte tagelang über diesen Brief, dann beruhigte ich mich, aber Lelia ließ nichts mehr von sich hören. Nie mehr! Ich erfuhr dann ihren schreck- liehen Tod durch Papas Brief. Lelia war ermordet worden, und man hatte ihren eigenen Gatten im Verdacht. Ich litt entsetzlich. Und nun war ich froh, in dem schützenden Heim der Madame Chere sein zu können. Doch gleichwohl wäre ich gern in dieser schweren Zeit an der Seite meines Vaters gewesen. Doch er ließ nichts von sich hören. Eines Tages bekam ich Besuch! Einen Herrn, den ich nie gesehen, führte Madame Chere in das Besuchszimmer. Von ihm erfuhr ich, wer mein Vater war. Ein Spieler? Einer, der sein Geld mit Falschspiel gewann, der aber fo geschickt war, daß man ihn nie fassen konnte. Ein eleganter Lebemann, der keinen Beruf hatte, und kein ehrliches Leben führte. Mein Bruder und Lelia hatten ihn dabei unter- stützt! Das war das Furchtbarste, war nicht zu ertragen. Das also war meine Familie! Das waren meine Angehörigen! Aber Lelia war tot! Jener Fremde hielt auch den Gatten für ihren Mörder, aber er sagte auch, daß dieser Mann fein bester Freund gewesen sei. Lelia habe sicherlich dem Gatten Ursache zur Eifersucht gegeben, denn sie habe Treue nicht gekannt. In welchem Lichte sah ich meine unselige Schwe- ster, die ich trotz ihrer Lieblosigkeit geliebt und vergöttert hatte! Der Fremde, Venjo Holm, reiste wieder ab. Aber er hatte sich von Madame Chere ein Bild von mir erbeten. Zu welchem Zweck, wußten wir nicht. Ich sagte aber der Same, daß ich nun nicht länger hierbleiben könne. Nun nicht mehr, seit ich wußte, woher die Gelder stammten, die Vater für mich zahlte. Madame versuchte, mich zu halten. Die große Einbuße, die sie durch mein Fortgehen zu erwarten hatte, schien ihr nicht zu behagen. Was aber sollte ich tun? Hier blieb ich nicht, soviel stand längst fest. Ich hatte ja allerlei gelernt. Vielleicht könnte ich mich doch durchschlagen? Mitten in diese Kämpfe hinein erhielt ich einen Brief von Papa, daß er mich zu sich holen wolle. Ich müsse jetzt bei ihm bleiben. Und ich ächzte vor Entsetzen. Zu Papa? Zu dem Manne, der vom Spiel lebte, und dem Lelia die Gimpel hatte einfangen müssen? Niemals! Niemals würde ich ein solches Leben führen. Und ich wollte meinen Vater, der nie Sehnsucht nach mir gehabt hatte, nicht sehen. Ich konnte es nicht ertragen, zu ihm zu müssen. Jetzt war es mir das Furchtbarste, was mir geschehen konnte, wenn ich zu meinem Vater geholt wurde. Aber ich war ja noch so jung. Gerade in diesen Tagen siebzehn Jahre alt geworden. Papa konnte über mich bestimmen. Eines Tages fiel mir eine Zeitung in die Hände. Darin brachte man das Bild des Grafen Härtlingen, der mein Schwager war, und der Lelia geliebt und nun ermordet haben sollte. Die Worte, die der Artikel enthielt, die habe ich kaum gelesen. Ich starrte nur immer dieses Bild des Mannes an, vor dem ich ein Grauen hatte, seit ich wußte, daß Lelia von ihm getötet worden fei. Doch auf einmal glaubte ich nicht mehr daran. Dieser Mann hatte die furchtbare Tat niemals begangen. Es war mir, als müßte ich es in die ganze Welt hinausschreien: ,Er war es nicht! Niemals hat er es getan!' (Fortsetzung folgt.) • ... .... —... ■ .7 ■ • • - «V >. . Facningen hei le ndworbeugend-lindernd-erf risch end Else Deiker, geb. Doerr Im Namen aller um sie trauernden Hinterbliebenen: Alfred Deiker. 748 Braunfels, Darmstadt, Ober-Lais, Berlin, Dortmund, Mittel-Peilau. Das Begräbnis findet Dienstag, den 6. Februar 1934, nachmittags 4 Uhr, in Gienen, von der Kapelle des Alten Friedhofs aus statt. D62Ü 756 D Gießen, den 4. Februar 1934. Ueber-Gardinen (Madras) per Garnitur komplett 1.95, 1.45, 1.25 Gardinen le isten sowie sämtliche Zubehörteile äußerst billig 744 D Landhaus-Gardinen, weiß und farbig............ Scheiben-Gardinen in allen Ausführungen...... Dekorations- Stoffe in allen Breiten und Farben In tiefer Trauer: Ida Schalch Irmgard Schalch. Geschänsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr.7 Das hilft Ins kalte Bett die Wärmflasche, und wer's nötig hat nimmt den Leibwärmer. Beide bekommen Sie preiswert und gut bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten GieBen, Ruf 2145/2146 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Februar, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt per Meter -.75, -.50, -.25 ...............von -.28 an ...............von -.75 an Stummer Gießen ?oaD Mittwoch,d.7.2. 19.30-22.30Ubr: 18.Mittw.-Abon. Overettenpreise. Die gold’ne Meisterin. Operette i. 3 Akt. von Ed. Eytzler. Lauer & Wöll vorm. Kaufhaus Elsoffer Gott der Herr nahm heute unerwartet meinen lieben Mann, meinen guten Vater Heinrich Schalch im Alter von 62 Jahren zu sich in die Ewigkeit 501(1111 ohne Diät durch Macin-Kur Zu Huben: 7»o Drog. Vinlerhofs Kreuzplatz 10. Mittwoch, den 7. Februar 1934, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, »ZumLöwciF, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 2 Büfetts, 1 Schreibtisch, ein Tisch, 1 Sofa, 2 Sessel, 1 Standuhr, 1 Grammophon, 1 Truhe, 3 Drogenschränke, 1 Weißzeug- und 1 Kleiderschrank, 1 komplettes Bett, 2 Nähmaschinen,! Registrierkasse, 1 emaillierter Küchenherd. 2. Bestimmt: 1 Fernglas (für Jäger geeignet), 2 Schreibmaschinen, 2 gr. Bilder („Mutterliebe" und „Lasset die Kindlein zu mir kommen"), eine Partie Bücher (Jugendschriften und Romane), Pfeifen u. Mutzen, Schrubber, Haar-, Abseif- und Bohnerbürsten, Schwämme, Sei» fen, Parfüms und Nippsachen. Junker 740D Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16, Telefon 3383, Mitglieder des Am Donnerstag, dem 8. Februar 1934, abends 8.30 Uhr 728 d Konsum Vereins Mttgtteder-Äevsamntltttts I Mitglieder her Stadt Gießen in der „Turnhalle". - Mit musikalischen Darbietungen. - Rednerin: Dr. phil. n b-.de fn muhe, dak die wie ein gefangener Vogel im Käfig, auf der ganz hübschen, aber unter Wasser gesetzten „yiateia (Platz) von Zagora von einem „Kaffeneion" in das andere wanderte. An wen ich wich wegen Wettervoraussagen wandte, immer nur erhielt io) öie zlnt- roort, nunmehr habe der Winter eingesetzt und ich müsse mit mindestens vierzehn Tagen unfreiwilligen Aufenhalts in Zagora rechnen! Nette Aussicht noch dazu, wenn der Urlaub in drei Tagen zu Ende geht! Betrübt wanderte ich in mein Hotel zuruck klagte am nächsten Morgen — Wetter genau noch dasselbe wie gestern — dem Wirte mein Leid und ließ bei dieser Klage durchblicken, daß ich zu einer Zulage, j Verdoppelung und Verdreifachung des Fuhrerlohnes Dienstag, 6. Zebrmr 1934 seine Frau und vier kleine Kinder, zwei waren in der Schule, mit lachenden Augen nterhilfsglück! „Aber wir wollten gar nicht en", jagte mein Begleiter. Es geht einen üher. Auf dem Wege wendet er sich zu mir: Sie gesehen, der Junge hat doch wieder dann kam etwas Herzzerreißendes. Eine höher wurde bei einer jungen Mutter, unterernährt, mit hohlen Wangen, heißen selten Augen ein Antrag nachgeprüft. Mein 'r gab der Frau seine Frühstücksstulle. Und ad, ein zweijähriges liebes kleines Mädchen 'tagenden und tief ins Herz blickenden, sehr ber muß bis zum 10. Februar Hausplakette erworben haben! en Kinderaugen bekam ein Stückchen Scho- Die Kleine biß hinein, kaute, lutschte und den Brei wieder aus, rieb erregt darauf i Füßchen herum, als wollte es eine eklige austilgen. Die Mutter entschuldigte: „Sie r noch keine Schokolade! Ist doch was Gutes, Sieh einmal, wie mir das gut schmeckt." Nädelchen aber schüttelte mit dem Kopf. schon Schokolade essen lernen. Kleine. Un- !, lacht mein Begleiter. Aber ist es nicht reißend, daß... Doch, was gibt's hier noch n. Was man hier sieht, sagt doch alles! iebe ich über diese Erlebnisse weniger Stun- i der Seite unseres Mannes ein Buch, ihr es mit Tränen der Trauer und Tränen der von der ersten bis zur letzten Zeile lesen, enn es mir nur schlecht geriete. Aber warum rüber schreiben. Was soll ich tun ? fragte Soldaten der neuen Front. Er lächelte ein spitzbübisch: Lauf selbst ein wenig mit, if, treppab! Wir sind scholl jetzt eine runde i! Es gibt noch viel zu tun für die weniger jen Volksgenossen! tritt fein Amt an. «üb® «3 e 1 neuen Prinzen Karneval. e Stadt Prag allein besitzt etwa 600 Puppen- i, die zum größten Teil der Jugend gehören. Deutschland ist das Puppenspiel nicht so weit itet, und doch dürfen wir auf eine Reihe der Puppenbühnen Hinweisen, die eifrig bemüht iefer noch vielfach verkannten Kunst zu ihrem zu verhelfen und dem Kinde sein eigenes r zu erhalten. ___Kind schaut nicht nur, nein es lebt den Vorgang auf der Bühne direkt mit und greift selbst auf die Fragen Kasperles in die Handlung ein. Es nimmt teil an dessen Kummer, sucht ihm zu raten, zu helfen und freut sich dann, wenn Kasperle der Held den Feind besiegt. Denn da ist nun dieser Spaßmacher, der Kasperle, nicht bloß der Witze- macher, sondern ein tüchtiger, ehrlicher und feiner Kerl. Es mag im Stück noch einen Kobold geben, der auch luftig ist, der auch die spaßigsten Dinge macht, wenn Kasperle gegen ihn ist, weil er ihn und die Kinder belügt, so hat nur er sie alle wieder auf seiner Seite. Die bekannte „Duisburg-Essener Puppenbühne nimmt unter den deutschen Puppenbühnen eine hervorragende Stellung ein. Ihr Leiter Willy Brehm, ein ehemaliger Lehrer, ist besonders bekannt durch seine Bearbeitungen alter Sagen und Märchenstoffe. Es gelang diesem auf jahrelanger Erfahrung fußenden Künstler in einer Privatschule, in der Kinder von etwa neun Jahren ausgebildet werden, „das Spiel von Doktor Faust" mit größtem Erfolg aufzuführen Der Lehrer der Kleinen gestand später, daß er viele der Kinder erst bei diesem Spiel kennengelernt habe. Die während des Unterrichts ruhigsten und schüchternsten Kinder „tauten richtig auf" und nahmen an den Geschehnissen auf der Bühne regsten Anteil, während einige der sonst vorlauten Kinder sich ängstlich zusammenkauerten. Dabei kennen sie alle die Art des Spieles, wissen, daß sie Puppen vor sich haben, deren Seele die Hand des Spielers ist und deren Sprache von diesem herkommt. Wer einmal bei Kindern eine solche Vorstellung sah, der muh sich immer wieder wundern, wie deren Augen leuchteten, und der kann ihnen, wenn sie den Wunsch danach haben, auch zu Hause dieses Spiel nicht versagen. Oft kamen nach der Aufführung Erwachsene, ältere Leute, zu mir und sagten, daß' sie etwas so schönes kaum jemals erlebt hätten. Und auch Kinder kamen, brachten den vorher „vergessenen" Groschen, durch das Spiel zu dem erlogen, wozu sonst Stunden ernster Ermahnung nötig gewesen wären. Das Rätsel einer Frühlings«, Vornan von Gerl Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Derlag, Hal 17. Fortsetzung. Nachdruck „Ja, Graf Härtlingen! Wir kennen ih- von früher her. Aber jetzt liegt doch zwischen einst und jetzt. Er ist natürlich d ganze Affäre noch interessanter gewo meinst du nicht?" „Ob er in das Heiratsprogramm vo Agnes mit ausgenommen worden ist? Mc eigentlich als gute Mutter die Töchter vl Manne schützen. 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Ueber-Gardinen (Madras) per Garnitur komplett 1.95, 1.45, 1.25 starb Samstag, den 3. Febr still und friede voll in festen Unsere gute Mutter, unsere In wahrhaftem, ehelichem G Das Begräbnis findet Diens in Giefoen, von der Kapelh In tiefer Trauen Ida Schalch Irmgard Schalch. Geschänsdrucksachen Rechnungen • Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschaftskarten bei Brühl, Schulstr. 7 Das hilft Ins kalte Bett die Wärmflasche, und wer’s nötig hat nimmt den Leibwärmer. Beide bekommen Sie preiswert und gut bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen, Ruf 2145/2146 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Februar, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt im Alter von 53 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen; Familie Lepper. Wieseck, den 5. Februar 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Februar, nachmittags 2 Uhr, in Wieseck von Alicestr. 19 aus statt. Stummer Gießen 70aD Mittwoch,d.7.2. 19.30-22.30Uhr: 18.Mittw.-Abon. Overetterwreise. Die gold’ne Meisterin. Operette i. 3 Akt. von Ed. Eritzler. Gott der Herr nahm heute unerwartet meinen lieben Mann, meinen guten Vater Heinrich Schalch im Alter von 62 Jahren zu sich in die Ewigkeit Gardinenleisten sowie sämtliche Zubehörteile äußerst billig Lauer »Wöll vonti. Kaufhaus Elsoffer Wir bringen in Gardinen: Stores, crem, Gittertüll mit breiten Einsätzen u. Fransen, p. Mtr. 1.95, 1.10, -.95 Landhaus-Gardinen, weiß und farbig................per Meter -.75, -.50, -.25 Scheiben-Gardinen in allen Ausführungen........................von -.28 an Dekorations-Stoffe in allen Breiten und Farben...................von -.75 an Mitsttedev des Am Donnerstag, dem 8. Februar 1934, abends 8.30 Ufyr ?28d rMiglieder-Oevsammlung f lür die Mitglieder der Stadt Gießen in der „T u r n h a ll e". - Mit musikalischen Darbietungen. - Rednerin- Dr. phil. WX/VW'UVl** Emmy Wagner, Hamburg. Eintritt frei. Konsumverein Gießen und Umgebung e.G.m.b.H. Oer Borstand. Dienstag, 6. $ebniarl954 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) M.Zl Zweites Blatt t aus den Reihen jener Millionen, denen wir Kölns Prinz Kameval tritt sein Amt an Die Zepterübergabe des allen an den neuen Prinzen Karneval. >qann wieder zu jcpneien, uno oaio wir- Flocken so stark zur Erde herab, daß ich besten die in ein mir höllisch erscheinendes Lachen aus und Zeder muß bis zum 10. Februar die Hausplakette erworben haben? stelzten wir wie die Münchener Kindl tm Schnee herum. War es vorgestern hier noch sonniges Griechenland war es heute kaltes Hochgebirge nut echtem deutschen Winter? Große Flachen, soweit das Auge sieht, mit Neuschnee bedeckt, hohe Bergesspitzen, die Zuckerhüten gleich in den Himmel ragen. Jaber die Kälte, vor allen Dingen der schneidende Wind helfen wollen. Deshalb bat ich einen aus der neuen Front dieses Werkes, mich bei seinem Wege als ehrenamtlicher Wohlfahrtspfleger und Helfer mitzunehmen. Ich traf ihn unversehens im Treppenhaus im Gespräch mit einer putzigen ältlichen Frau, rund heraus einer „alten Jungfer", und hörte, wie er agte: „Aber nein, Fräulein, fein Almosen! Nichts, wegen dessen Sie sich schämen müßten. Es ist ein Geschenk Adolf Hitlers für Sie!" Später erklärte er mir: „Diesen verschämten Armen muß man die Winterhilfsspende regelrecht aufdrängen! Es sind in Ehren grau und arbeitsuntüchtig gewordene, hilfsbedürftige Volksgenossen, immer noch eisern gewillt, ich mit buchstäblich nichts in der Hand selbst zu helfen. Und gerade diese sollen spüren, daß sie nicht verlassen sind." Dann ging ich mit ihm ein paar Häuser durch. Sah und hörte. Sah ein Elend und einen Jammer, der auch euch das kalte Grauen vom Scheitel bis zur Fußsohle jagte, wenn ihr ihnen Auge in Auge gegenüberstehen würdet. Sah aber und kann aufrichtig sprechen auch von der neuen Zuversicht, die ihre ersten zartgrünen Keime durch den Schmutz der Vergangenheit in das Licht des neuen Tages hineinreckte. Da war ein düsterer Hinteraufgang. Puppenspiel. Von Willi Sommershof. Der Verfasser ist der Leiter der in Gießen unter dem Namen „Kasperle Larifari" bekannten Puppenspiele. Puppenspiel ist wieder ein lebendiges Stück deutschen Volksgutes geworden. Sein hoher erzieherischer Wert kann nur von jenen ganz erfaßt werden, die in ihrer Jugend Puppenspiele erlebt haben, oder später dabei unter Kindern gesessen und an deren Freude teilhaben durften. „Kinder müssen Komödien haben und Puppen", sagt schon Goethe. Und gerade in unserer Zeit haben diese Worte wieder steigende Bedeutung, wo das Kind in einer Umgebung, die vor Erzeugnissen der Technik strotzt, früh seiner Kindlichkeit beraubt zu werden droht. Es ist kein Zufall, wenn gerade so moderne Staaten wie Italien, die Tschechoslowakei oder Rußland die Puppenspiele fördern, und sie sogar in den Schulen einführen. Die ur- Mut." ,p k Und dann kam etwas Herzzerreißendes Eine Treppe höher wurde bei einer jungen Mutter, Witwe, unterernährt, mit hohlen Wangen, heißen verzweifelten Augen ein Antrag nachgeprüft. Mein Begleiter gab der Frau seine Frühstücksstulle. Und das Kind, ein zweijähriges liebes kleines Mädchen mit anklagenden und tief ins Herz blickenden, sehr traurigen Kinderaugen bekam ein Stückchen Schokolade. Die Kleine biß hinein, kaute, lutschte und — spie den Brei wieder aus, rieb erregt darauf mit den Füßchen herum, als wollte es eine eklige Sache austilgen. Die Mutter entschuldigte: „Sie kennt noch keine Schokolade! Ist doch was Gutes, Marta! Sieh einmal, wie mir das gut schmeckt." Das Mädelchen aber schüttelte mit dem Kopf. „Wirst schon Schokolade essen lernen. Kleine. Unbesorgt!", lacht mein Begleiter. Aber ist es nicht herzzerreißend, daß... Doch, was gibt's hier noch zu sagen. Was man hier sieht, sagt doch alles! Schriebe ich über diese Erlebnisse weniger Stunden an der Seite unseres Mannes ein Buch, ihr würdet es mit Tränen der Trauer und Tränen der Freude von der ersten bis zur letzten Zeile lesen, auch wenn es mir nur schlecht geriete. Aber warum nur darüber schreiben. Was soll ich tun? fragte ich den Soldaten der neuen Front. Er lächelte ein wenig spitzbübisch: Lauf selbst ein wenig mit, treppauf, treppab! Wir sind schon jetzt eine runde Million! Es gibt noch viel zu tun für die weniger deutsche Stadt Prag allein besitzt etwa 600 Puppen- bühnen, die zum größten Teil der Jugend gehören. In Deutschland ist das Puppenspiel nicht so weit verbreitet, und doch dürfen wir auf eine Reihe der besten Puppenbühnen Hinweisen, die eifrig bemüht sind, dieser noch vielfach verkannten Kunst zu ihrem Rechte zu verhelfen und dem Kinde sein eigenes Theater zu erhalten. Das Kind schaut nicht nur, nein es lebt den Vorgang auf der Bühne direkt mit und greift selbst auf die Fragen Kasperles in die Handlung ein. Es nimmt teil an dessen Kummer, sucht ihm zu raten, zu helfen und freut sich dann, wenn Kasperle der Held den Feind besiegt. Denn da ist nun dieser Spaßmacher, der Kasperle, nicht bloß der Witze- macher, sondern ein tüchtiger, ehrlicher und feiner Kerl. Es mag im Stück noch einen Kobold geben, der auch luftig ist, der auch die spaßigsten Dinge macht, wenn Kasperle gegen ihn ist, weil er ihn und die Kinder belügt, so hat nur er sie alle wieder auf feiner Seite. _ Die bekannte „Duisburg-Essener Puppenbühne nimmt unter den deutschen Puppenbühnen eine hervorragende Stellung ein. Ihr Leiter Willy Brehm, ein ehemaliger Lehrer, ist besonders bekannt durch seine Bearbeitungen alter Sagen unb Märchenstoffe. Es gelang diesem auf jahrelanger Erfahrung fußenden Künstler in einer Privatschule, in der Kinder von etwa neun Jahren ausgebildet werden, „das Spiel von Doktor Faust" mit größtem Erfolg aufzuführen Der Lehrer der Kleinen gestand später, daß er viele der Kinder erst bei diesem Spiel kennengelernt habe. Die während des Unterrichts ruhigsten und schüchternsten Kinder „tauten richtig auf" und nahmen an den Geschehnissen auf der Bühne regsten Anteil, während einige der sonst vorlauten Kinder sich ängstlich zusammenkauerten. Dabei kennen sie alle die Art des Spieles, wissen, daß sie Puppen vor sich haben, deren Seele die Hand des Spielers ist und deren Sprache von diesem herkommt. , ,, m „ Wer einmal bei Kindern eine solche Vorstellung sah, der muß sich immer wieder wundern, wie deren Augen leuchteten, und der kann ihnen, wenn sie den Wunsch danach haben, auch zu Hause dieses Spiel nicht versagen. Oft tarnen nach der Aufführung Erwachsene, ältere Leute, zu mir und sagten, daß sie etwas so schönes kaum jemals erlebt hätten. Und auch Kinder tarnen, brachten den vorher „vergessenen" Groschen, durch das Spiel zu dem erzogen, wozu sonst Stunden ernster Ermahnung nötig gewesen wären. tiger ging das Maultier. Plötzlich blieb es überhaupt stehen. Durch gutes Zureden meinerseits und einer etwas energischeren Sprache des Agogiaten (Maultiertreiber) versuchte das Tier sich in die Höhe zu arbeiten. Wohl noch ein Viertelstündchen, dann verweigerte es den Dienst. Es blieb einfach stehen, der Schnee war zu hoch! Das Tier übernahm der mitgegangene Junge des Agogiaten, der aus feinem Mantelsack rund Reifen, hier „Kyklus" genannt, auspackte. Ich habe solche komischen Dinger zum erftenmale in meinem Leben gesehen, eine Art „griechischer Schneeschuhe", die, um das Einsinken in den Wir veröffentlichen hier die dritte der fünf Preisarbeiten aus dem Journalistenwett- beroerb „Mit Hitler in die Macht". Wir verweisen auf die bereits erschienenen Preisarbeiten und auf die in der Samstagausgabe veröffentlichten Bedingungen für den L e s e r- wettbewerb. Für die richtige Lösung sind 1 0 0 0 Mark ausgesetzt. NSK. Neben der weltgeschichtlichen Tat der beub schon Führung vom 14. Oktober, der kühnen Zerreißung des Genf-Versailler Lügengewebes, wirkte kein Gedanke, keine Handlung der wiedererstandenen nationalen Kraft des deutschen Volkes so überzeugend nach innen und nach außen wie das Riesenwerk des Kampfes gegen Hunger und Kalle, das ausgelöst worden ist durch die einfache Willenskundgebung des Führers: „Niemand s o 11 h u ngern und frieren!" Blättert in der Presse aller Zungen: Ihr findet über das deutsche Ringen Deutschland gewinnt den „preis der Rationen" Schneeabenteuer in Griechenland Von unserem GH -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Volo (Thessalien), im Winter 1934. Treppen, Wände, vernachlässigt, verschmutzt, vergrämt, wie zerfressen und zernagt von den Sorgen, die sich hier heraufschleppen und keinen Ausweg wissen, sozusagen die Wände vor Verzweiflung hinankriechen. Eine Tür ging auf und ein Mann trat - vor: „Zu mir? Kommen Sie herein! Brauchen keine Angst zu haben vor ,Mief'. Ist gelüftet. Wir können ja Heizen. Zum erstenmal seit dreieinhalb Jahren. Der erste Zentner Kohle ist ba. Und alle haben wir Bauchweh gehabt von dem Kartoffelpuffer. Ladungsweise kam er aus der Küche. Das, bas ist wirkliche Hilfe, hätte ich nicht mehr für möglich gehalten!" Nebenan klappert zu unserer Ueberraschung eine Schreibmaschine. Wir sehen durch die Tür einen Mann bei der Arbeit. „Ich übe! die Maschine borgte mir ein mitleidiger Nachbar. Irgendwann gibts doch nun auch wieder Ar- beit und da muß man auf dem Kieker sein!" Er glücklichen Volksgenossen? begann uns sofort etwas vorzuklappern. Das Hör-I und her hingebungsvollen Bereitschaft des Opfers I ten sich fein« Frau und vier kleine Kinder zwei wurde ein F e st ein neues deutsches Familien- wertere waren in der Schule, mit lachenden Augen -ft. Und wichllger vielleicht als alles Ausiandsivb an. ffiinterl)ilf59Iüdl „Mbet“°“‘enacSf,atr 3m Kleinkampf der Winterhilfe Eine preisarbeit des deutschen Zournalistenwettbewerbs. Rauschen der Sturzbäche, die wild die bergigen Dorfaassen zu Tal drängten. Ich glaubte, daß sich die Wasser über mich lustig machten, der ich nun wie ein gefangener Vogel im Käfig, auf der ganz hübschen, aber unter Wasser gesetzten „Plateia (Platz) von Zagora von einem „Kaffeneion mi bas anbere wanderte. An wen ich mich« wegen Wettervoraussagen wandte, immer nur erhielt ich die Anb wort, nunmehr habe der Winter eingesetzt und ich müsse mit mindestens vierzehn -agen unfreiwilligen Aufenhalls in Zagora rechnen! Nette Aussicht, noch mit den Gespenstern des Kummers und des Elends Stimmen der Achtung, Klänge kaum verhaltener Bewunderung und auch — Töne eines leisen Neids auf dem Hintergrund der neuen internationalen Klageweise: Vorbei, vorbei! Die Zeit ist wirklich vorbei, in der man dieses Volk niederdrücken, schin- den und erpressen konnte. Aus allen Zeilen über das deutsche Winterhilfswerk sprach uns jedoch zunächst der Zweifel an: Werben sie hinter der Führung, die so gewaltige Dinge ausspricht, gleichen und festen Trittes in den Kampf marschieren? Und diese Frage ward bejaht, als die ersten Streiche der Frauen und Männer, der Mädel und Jungen eines Heeres von Zehntausenden, von Hunderttausenden und schließlich von einer Million gegen Hunger und Kälte fielen, als bas ganze Volk, nicht tastend, stolpernd, zaghaft, sondern sicheren Willens seine ersten Eintopstonntage be- 1 ging. Ja, aus dem bitteren Ernst der Forderung Oben: Die Ehrenloge während des Kampfes um den Preis. Von rechts nach links: Minister. Präsident Göring, der Kanzler, Reichswehrminister von Blomberg, Vizekanzler von P a p e n, Major Freiherr von Waldensels, der Führer der deutschen Reiter, unb Oberleutnant Brandt, der wesentlichen Anteil an dem deutschen Erfolg hatte. — Unten: Die siegreichen deutschen Reiter. Don links nach rechts: Oberleutnant Mornm, der Mann- schaftsführer Freiherr von Waidenfels, Oberleutnant Hasse, Axel Holst und Oberleutnant Brandt. zu Ihnen", sagte mein Begleiter. Es geht einen Stock höher. Auf dem Wege wendet er sich zu mir: „Haben Sie gesehen, der Junge hat doch wieder zwang uns in die Hütte, in deren Jnnerm uns her Wirt überaus freundlich empfing. In der Mitte des einfachen Zimmers stand ein Kanonenofen, in den ständig neue Holzscheite hineingeworfen wurden und der eine wohltuende Wärme ausströmte. Wir streiften die Schneeschuhe von unseren Füßen, trockneten unsere nassen Schuhe am Ofen, während unsere Kleidung dampfte, als hätte man uns aus heißem Wasser gezogen. Ein „Tzai tu Wuno" (Tee vom Berge), aus Kräutern des Waldes gebraut, der herrlich würzig duftete und durch und durch erwärmte, wurde herumgereicht. Kaum, daß wir uns etwas ausgeruht hatten, traten zwei Männer ein; es waren die beiden Postboten aus Zagora, die nach uns die beschwerliche Wanderung angetreten hatten. Ein griechisches Essen wurde schnell zubereitet, der rote Landwein kredenzt und — ich erzählte ben Leuten vom deutschen Winter und seinen Freuden, von Wintersport und Schlittenfahren. Dann aber mußten wir wieder hinaus in die winterliche Kälte, denn von hier aus hatten wir immerhin noch gute vier Wegstunden bis Volo. Dort wollten unsere Zuhörer unser winterliches Erlebnis zunächst nicht recht glauben, aber ein Blick auf ben von dunklen Wolken und weißem Schnee umhüllten Kamm des Pelion bestätigte unsere Schilderung. So wurde eine als Frühlingsspaziergang gedachte und begonnene Wanderung zu einer Bänderung in Eis und Schnee über den Pelion. Die beiden Häuser waren förmlich im Schnee begraben. Ihre Insassen hatten eine breite unb tiefe Rinne schaufeln müssen, um überhaupt einen Zugang durch ’2iurennaii5 in ->uuulu ............. , den im Schnee vergrabenen Chani zu schaffen. Es dazu wenn der Urlaub in drei Tagen zu Ende geht!1 schaute aus wie Sibirien in Griechenland. Kaum Betrübt wanderte ich in mein Hotel zurück klagte, wollte ich meinen Augen trauen. am nächsten Morgen — Wetter genau noch dasselbe i Noch vorvorgestern war ich hier gewesen. Da wie gestern — dem Wirte mein Leid und ließ bei | schien die liebe griechische Sonne so warm, da lachte dieser Klage durchblicken, daß ich zu einer Zulage,, ein blauer Himmel über mir. Ich hatte mich meines Verdoppelung und Verdreifachung des Führerlohnes Mantels und meiner Jacke entledigt und wanderte bereit fei Das half lustig und luftig allein in die mir unbekannte Ge- “TÄ Hts StotÄ I R& S wÄ*32,5"1”’ ‘ GieÄ da" m°ftchi"g^ ft-ft Schn--maan/ Man° hatt? mir"gr "chsich-n stiegen bergan. Die Aeste der Bäume bogen sich unter den Schneelasten, so weit das Auge reichte, alles weiß und wieder weiß. Nur an der wind- geschützten Stelle der Bäume lugten braune unb dunkle Stämme in der Landschaft, ^rnmer tie= fer wurde der Schnee, immer langsamer und bedach- An einem wunderbaren Tage — Sonnenschein und blauer griechischer Himmel, kam ich in das Dorf Zagora, quartierte mich für eine Nacht in einem bescheidenen „Hotel"* ein, um am folaenben Morgen die Rückwanderung anjutrekm Wj“ ■ ^öech7nd7rn, an den Füßen'befesti'gi wer- liegt am Abhänge des Pelion, auf der Gegenseite > begann wieder zu schneien, und bald wir- von Dolo (Thessalien) und ist in Griechenland de- L(ten bie hocken so stark zur Erde herab, daß ich rühmt ob seiner herrlichen und gesunden Lage Die- DOür mir marschierenden Führer kaum noch ser warme, deutscher Sommerstimmung gleichende i ^mwn konnte. Trotz der Reifen versanken mir Wintertag fand plötzlich ein rauh^ Ende Nachiv -mmer^n nod) tief im Schnee. Die sonst so schlanken donnerte und blitzte es ununterbrochen, und als ich ^elegraphenftanqen waren dick und behäbig gewor- SftÄS »*" » »-' -7« •" tn »in mir höllifdi erscheinendes Lachen aus und Unser Ziel war ein „Chani ein einsam gel^- meinte daß heute bei solchem Wetter niemand über genes Gasthaus einfachster Art. Aber das war noch Berge ging Es regnete in Strömen und zu weit, immer noch mußten mir uns empörarbetten. dem Plätschern des Regens gesellte sich noch Das Ich tappte m die Fußtapfen meines Vorgängers, dem ^talichern^oes y ja x;- ™ • bod) schließlich mußte ich mit ihm abwechseln. denn der Vorgänger ermüdete leichter. An Ausruhen war nicht zu denken, wir waren beide so müde, daß die Gefahr des Einschlafens und Erfrierens zu nahe lag. So liefen wir schweigend stundenlang, bis plötzlich in der Schneefläche eine Rauchwolke sichtbar wurde — es war der langersehnte „Chani" ... > •£ > > • L* W »fi {-; t'S * * Mv y/M EM * Ä :? *; r i » r Wirtschaft. Oie rhein-mainischen Fahrradfabriken in Erwartung der neuen Saison. Die rhein-mainischen Fahrradfabriken Adler, Opel und Torpedo hatten an der erheblichen Steigerung des Fahrradumsatzes im vergangenen Jahre gebührenden Anteil. Wenn auch die wertmäßige Umsatzerhöhung die mengenmäßige nicht erreichte, so konnten doch neben arbeitspolitischen Erfolgen nicht unerhebliche finanzielle erzielt werden. So erfährt der Fwd., daß die Fahrradabteilung der Adam Opel-AG. gegenwärtig kein Zuschußbetrieb mehr ist und daß hier im Gegenteil Erträge hereingebracht werden. Die Abteilung stellt jetzt täglich mit einer Belegschaft von rund 700 Mann etwa 800 Räder her, man arbeitet teilweise auf Vorrat, um für die voraussichtlich gegen Ende d. M. einsetzende Saison gerüstet zu sein. Hier wie bei der Torpedo-Werke AG. und der Adlerwerke norm. Heinrich Kleyer A G. ist man für 1934 optimistisch gestimmt. Einerseits hofft man, daß ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit neue Absatzmöglichkeiten bringen werde, von anderer Seite wird darauf hingewiesen, daß die neuerlich zu verspürende Bevorzugung von Qualitätserzeugnissen naturgemäß den Markenradfabriken zugute komme. Torpedo hat auf eine Produktion auf Vorrat verzichtet, um einen Druck auf den Markt zu vermeiden. Trotzdem konnte die Erzeugung, die bis November v. I. anltieg, über den Winter gehalten werden. Die Belegschaft blieb unvermindert, so daß auch in dieser Beziehung die Kapazität für gesteigerte Anforderungen gewahrt ist. Bei Adler hat man Fahrräder den Winter über auf Vorrat produziert. Das Wintergeschäft war besser als im Vorjahr, genügte aber nicht für volle Beschäftigung. Die Belegschaft wurde indessen nicht vermindert, mit einer beträchtlichen Steigerung der Produktion seit Januar 1934 wird die Kapazität in der 40-Stunden-Woche nun voll ausgenutzt. Das Jahr 1933 ließ den Verkauf an Adler-Fahrrädern auf das Doppelte steigen; da das Unternehmen in diesem Zeitabschnitt wieder zur fast restlosen Herstellung der Einzelteile im eigenen Werk überging, nahm die Fabrikation aus das Vierfache zu. * * D i e Tabakanbaufläche für das Anbaujahr 1 9 3 4. Die Bestrebungen, den inländischen Tabakbau, im ganz besonderen nach der Güte hin, zu verbessern und zu heben, waren in 1933 von fortschreitendem Erfolg begleitet, so daß die Wünsche der Anbauer nach Vergrößerung der Anbauflächen verständlich sind. Nationalwirtschaftliche, land-, betriebs- und arbeitswirtschaftliche Gründe würden jedenfalls dafür sprechen. Auf der anderen Seite macht es aber die unsichere Absatzlage notwendig, die Ausdehnung der Anbaufläche in engen Grenzen zu halten. Nach Vorschlägen des Reichsnährstandes und auf Grund eingehender Prüfung der Sachlage ist deshalb vom Reichsernährungsminister im Einvernehmen mit dem Reichs- finanzminister für das Jahr 1934 eine geringe Erhöhung der Anbaufläche um insgesamt annähernd 3 v. H. festgesetzt worden. Die Verteilung dieser Erhöhung bleibt den Landesregierungen überlassen. Sranffurfer Börse. ANttagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 5. Febr. Die Börse blieb auch zum Wochenbeginn ausgesprochen freundlich, nur hat sich das Tempo der Umsätze verringert, da die Kaufwelle etwas nachgelassen hat. Für die gesunde Lage der Börse ist es aber bezeichnend, daß nur außerordentlich geringe Verkaufsaufträge vorlagen. Im wesentlichen war das Augenmerk am Aktienmarkt konzentriert, wo ertragfähige Papiere bevorzugt waren. Farbenindustrie 0,75 v. H., Deutsche Erdöl 1,13 v.H., Metallgesellschaft 0,50 vm Hundert höher. Am Elektromarkte Schuckert 1,13 v. H., Siemens 1 v. H., AEG. 0,25 v. H., Gesfürel 0,40 v. H. fester. Montanwerte fest, Stahlverein 0,50 o. H., Mansfeld 1,13 v. H., Gelsenkirchen 0,75 v. H., Mannesmann 0,25 v. H., Otavi Minen 1 Mark fester. Zellstoffwerte lagen eine Kleinigkeit (0,25 v. H.) gebessert. Von Transportwerten lagen Reichsbahn-VA. 0,50 v. H., Hapag 1 o, H. schwächer, allerdings Nordd. Lloyd 0,90 vom Hundert und AG. für Verkehrswesen 0,50 oom Hundert freundlicher. Im einzelnen blieb der Aktienmarkt zumeist behauptet, Conti Gummi 0,13 vom Hundert, L. Tietz 1 v. H. und Reichsbankanteile 0,13 v. H. fester. Am Rentenmarkte fand das große Beispiel der italienischen Konversion Beachtung. Reichsmark- Obligationen lagen durchweg 0,25 o. H. fester. Von Reichsanleihen gingen Neubesitz 0,25 o. H., Altbesitz 0,13 v. H. zurück, späte Reichsschuldbuchforderungen waren behauptet. Am Auslandrentenmarkt Ungarn und Mexikaner weiter anziehend, 1914er Ungarn um 0,75 v.H., Irrigations-Mexikaner um 0,13 v.H., daneben 4proz. Einheitsrumänen 10 Pf. höher. Auch in der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft sehr ruhig, und die Kursgestaltung war sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt uneinheitlich. Während JG.-Farben unverändert blieben, gewannen AEG. 1, Phönix 1, Cement Heidelberg 0,50 v. H., dagegen lagen Daimler 0,25, Mannesmann 0,50 niedriger. Im weiteren Verlaufe sek- ten sich überwiegend Kurssteigerungen um durchschnittlich 1 v. H. durch, darüber hinaus gewannen L. Tietz, Aschersleben und Conti Gummi je 1,50, Farbenindustrie 1,25 v. H. Am Rentenmarkte belebte sich das Geschäft in Neubesitzanleihe und die Notiz lag bei 19,15 nach 19 v. Sy, auch Altbesitz waren um 0,13 v. H. auf 98 v. H. erhöht. Von fremden Werten gingen 1914er Ungarn um 0,25 v. H. auf 7,25 v. H. Brief zurück. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen ohne Veränderung. Dollar-Bonds ließen im Verlaufe etwas nach. Staats- und Länderanleihen blieben bei kleinstem Umsatz behauptet. Auch Stadtanleihen lagen nur wenig verändert, ebenso der gesamte Pfand- 'briefmarkt. Tagesgeld etwas leichter und 3,50 v. H. nach 3,75 vom Hundert. Abendbörse still. Bei freundlicher Stimmung entwickelte sich an der Abendbörse bei Eröffnung sowohl am Aktien-, als auch am Rentenmarkte nur kleines Geschäft. Von der Kundschaft waren nur wenig Kaufaufträge ein» gelaufen, wodurch auch die Kulisse etwas zurückhielt, zumal nennenswerte Anregungen fehlten. Soweit zunächst Kurse zur Notiz gelangten, lagen sie gegen den Berliner Schluß gut behauptet. Im Verlaufe wurde das Geschäft vorübergehend etwas belebter, und Farbenindustrie gewannen 0,25 v. Sy Ferner konnten sich Aku um insgesamt 1,25 d. Sy, Bemberg um 0,40, Rheinstahl um 0,65 v. Sy erhöhen. Die Schlußnotierungen lagen im Vergleich zu Berlin uneinheitlich, wobei aber Besserungen bis zu 0,5 v. H. überwogen. Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitzanleihe etwas ab, Neubesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen behauptet, ebenso bei sehr stillem Geschäft umgetauschte Reichsmark-Obligationen. Ausland- anleihen lagen fast ohne Interesse und bröckelten eher etwas ab, so 3prozentige Salonik Monastir um 0,25 v. Sy auf 4,25 v. H., 4proz. Ungar. Gold um 0,2 d. Sy auf 7,5 v. H. und 4proz. Unis. Rumänen um 0,25 v. Sy auf 4,22 v. Sy Am Kassamarkt blieben C-und V-Banken gesucht. DD-Bank etwa 68,50, mangels Material aber ohne Notiz. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,15, Altbesitzanleihe 97,75, Schutzgebietsanleihe 9,65, 6proz. Rhein. Hyp.-Bank Gold, Reihe 18 bis 25 92,50, Commerzbank 52,65, Dresdner Bank 68,25, Reichsbank 166,50, Gelsenkirchen 62,65, Harpener 91,50, Mannesmann 64,50, Phönix 48,75, Rheinstahl 90,13, Aku 44 bis 44,25, AEG. 30,75, Chade 168, Scheideanstalt 180,50, JG.-Far- ben 128,75 bis 129, Gesfürel 95,75, Metallgesellschaft 75, Rhein. Elektro 96,50, Zellstoff Aschaffenburg 40,50, Reichsbahn-DA. 113,50, Nordd. Lloyd 32. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 5. Febr. Auftrieb: Rinder insgesamt 1348 (gegen 1245 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 345 Ochsen, 120 Bullen, 520 Kühe und 363 Färsen. Kälber 445 (530), Schafe 84 (219), Schweine 4410 (3644). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 24 bis 26. Bullen a) 30, b) 28 bis 29, c) 26 bis 27, d) 23 bis 25. Kühe a) 27, b) 23 bis 26, c) 18 bis 22, d) 13 bis 17. Färsen a) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 23 bis 26. Kalber Sonderklasse —, andere a) 43 bis 44, b) 36 bis 42, c) 28 bis 35, d) 22 bis 27. Lämmer und Hämmel: bl) Stallmasthammel 33, c) mittlere 31 bis 32, d) geringere 29 bis 30. Schafe e) beste 28 bis 29, f) mittlere 25 bis 27. Schweine a) 46 bis 48, b) 45 bis 48, c) 44 bis 48, d) 42 bis 47, e) 35 bis 45, f) , g) Sauen 38 bis 43. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Ochsen, Färsen, Kälber und Hammel 1 bis 2 Mark an, Schweine gaben 1 bis 2 Mark nach, im übrigen blieben die letzten Preise ziemlich unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhia, geringer Ueberftanb. Kälber, Hammel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine schleppend, Ueberftanb (193 Stück). Fleischgroßmarkt. Beschickung: 603 Viertel Rinbfleisch, 31 ganze Kälber, 44 ganze Schafe bzw. Hammel, 126 Schweinehälften. Preise für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- unb Rinbfleisch I 48 bis 52, II 42 bis 50. Bullenfleisch 45 bis 50. Kuhfteifch II 34 bis 40, III 24 bis 30. Kalbfleisch II 60 bis 68, III 48 bis 60. Hammelfleisch 60 bis 68. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang bes Fleifchgroßmarktes: ruhig. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 5. Februar. Weizen (inlänbischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,85 bis 19,90 Mark, per Februar Bezirk 9 19,35, Bezirk 10 19,55, Bezirk 11 19,85; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 16,90 bis 17, per Februar Bezirk 8 16,30, Bezirk 9 16,60; Hafer (inländischer) 15,25 bis 15,50; Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Futtergerste 17; Mais (La Plata, im Sack) 19 bis 19,25; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Sojaschrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14,50, Palmkuchen 15,50; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Malzkeime 14,50 Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 17,75; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 10; Rohmelasse 8,50; Wiesenheu (loses) 6,40 bis 6,80; Rotkleeheu 6,80 bis 7; Luzernekleeheu 8 bis 8,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2,20 bis 2,40, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; Stroh, geb., Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer- Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Februar 29,70, per März 30; Weizenmehl (Spezial 0, mit Jnlandweizen) per Februar 28,20. per März 28,50; Roggenmehl, norddeutsches, 70/60 ü. Sy, prompt) 22,50 bis 24 (ruhig); Roggenmehl (Pfälzer, süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25; Weizenkleie, feine, mit Sack) 10,50 bis 10,75, (grobe, mit Sack) 11 bis 11,25; Roggenkleie 10,50 bis 11,50; Weizenfuttermehl 11,75; Roggenfuttermehl 11,50 bis 12,50; Weizennachmehl 15 bis 15,25 Mark. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Febr. Der Getreidegroßmarkt hatte auf der ganzen Linie im Vergleich zur Nachfrage ausreichendes Angebot. Die Preise wiesen jedoch gegenüber denen der Vorwoche kaum Veränderungen auf. Futtermitel waren z. T. seitens der Fabriken weiter ermäßigt, das Promptgeschäft war etwas besser, während auf Termin nur wenig Abschlüsse bekannt wurden. Am Mehlmarkte war die zweite Hand mit billigeren Offerten im Markt, während der Mühlenpreis für Februar um 30 Pf. auf 29,70 Mark pro Sack erhöht wurde. Das Geschäft beschränkte sich auch weiterhin nur auf die Deckung bes notroenbigften Bebarfs. Es notierte (betreibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen 195 bis 196, Roggen 172,50 bis 173, Braugerste 175 bis 177,50, Hafer 146 bis 148, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29.40 bis 29,95, bo. ohne 27,90 bis 28,45, Roggenmehl 0 bis 60proz. 23,50 bis 24, bo. sübb. Spez. 0 24, Weizenkleie 10,50, Weizenfuttermehl 11,50, Roggenkleie 10,50 bis 10,60, Soyaschrot 15,20, Palmkuchen 15,15, Erbnußkuchen 16,30 bis 17,20, Treber 17, Trockenschnitzel 10,25. Heu sübb. 6,50 bis 6,75, Weizen- unb Roggenstroh brahtgepreßt unb gebünbelt 1,90 bis 2. Kartoffeln: Jnbustrie hiesiger Ge- genb 2,50 bis 2,60 (unoeränbert) per 50 kg bei Waggondezug. Buntes Allerlei. Bäuerliche Familiengeschichte. Die Geschichte ber einzelnen freien Bauernsippen gibt ein Abbilb ber bobenftänbigen Kulturgeschichte. Das Reichserbhofrecht will bas hier aufgespeicherte Geistesgut nicht nur erhalten, es will auch den Weg freimachen für eine ungehemmte Entwicklung. Die Vorbedingung soll doch immer bleiben, daß auf altem ererbtem Kulturgut aufgebaut wird. Die Geschichte der Höfe unb bie Geschichte ber Sippen, die auf ihnen saßen und heute noch auf ihnen leben, soll nicht länger im Verborgenen unb Halbvergessenen schlummern. In Sübdeutschlanb unb in Niedersachsen werden bereits von den Heimatvereinen in den einzelnen Dörfern familiengeschichtliche Fachschaften ins Leben gerufen. Sie werden in die einzelnen Dörfer Sachbearbeiter entsenden, die Alter und Geschichte der einzelnen Bauerngeschlechter zu bearbeiten haben. Damit wird eine Bewegung fortgesetzt, die seit vielen Jahren im deutschen Schrifttum gepflegt worden ist. Die Ergebnisse dieser Forschungen, die nun von den Sachbearbeitern systematisch und lückenlos durchgeführt werden sollen, werden dann den Anerbengerichten zur Eintragung ins Erbhofbuch übergeben werden. Das Erbhofbuch wird damit ein Kleinod des Hofes, das bie Verbindung der vergangenen und kommenden Geschlechter bewußt macht und bie ßebenben verpflichtet. Eine Forschungöstöite auf Hiddensee. So wichtig auch bie grünbliche Arbeit in den Laboratorien für den Fortschritt der Naturwissenschaften ist, so kann sie doch keine lückenlose Kenntnis von dem Leben und ber Entwicklung ber Tier- unb Pflanzenwelt vermitteln, bie sich aus ber sorgfältigen Beobachtung innerhalb ber natürlichen Umgebung erschließen läßt. Das Vorhanbensein einer Arbeitsstätte, burch bie bie Natur selber zum Laboratorium wirb, ist beshalb für die Forschung, wie Professor Dr. E. Seid in ber Zeitschrift „Geistige Arbeit" mitteilt, von ausschlaggebenber Bebeutung. Eine berartige „Biologische Forschungsstation" ist vor einigen Jahren bereits auf ber in ber Ostsee gelegenen Insel Hibbensee gegrünbet worben, wo sich eine besonbers mannigfaltige Natur mit oerf(hiebenartigen Daseinsmöglichkeiten für Tier unb Pflanze auf kleinstem Raume findet. Die Station ist mit einer Vogelzug. Beobachtungswarte unb zwei Schutzhütten verbunden unb besitzt außerbem noch eine meteorologische Beobachtungsstelle. Die erzielten Ergebnisse, bie im Rahmen der Studien der Universität Greifswald er- arbeitet wurden, bedeuten schon jetzt einen großen Erfolg. Die Erweiterung der Anlagen, die größten- teils durch private Stiftungen unterhalten werden, i durch Errichtung eines Jnselmuseums, bie Schaffung einer Drachenstation, eines „Strandgartens" und eines kleinen Schau-Aquariums ist beabsichtigt. Kunst und Wissenschaft Ernst Wiechert Träger des Volkspreises der Haabe-Sfiftung für deutsche Dichtung. Man schreibt uns: Der bekannte Dichter Ernst W i e d) e r t, der von ber Raabe-Stiftung für seinen großen Bauernroman „Die Magb bes Jürgen Doskocil" mit bem Volkspreis für beutsche Dichtung ausgezeichnet würbe in Anerkennung bes hohen Bekenntnisses bieses Buches zu Arbeit unb Treue, feiner menschlichen Reinheit unb seiner bichterisch"N Kraft unb künstlerischen Vollenbung, wirb am fcm= menben Mittwoch in unserer Stadt auf Einladung des Goethe-Bundes und ber Gießener Studentenschaft aus eigenen Werken lesen. Ernst Wiechert Gedenket der hungernden Vögel trägt, wie bie meisten, bie burch völkisches Besinnen an ihren gebührenben Platz erhoben finb, bas Erbe ber Vergangenheit in sich unb ist ein berufener Mittler unb Weiser für künftiges bichteri- sches Gestalten. Seine Dichtungen zeugen von feinster psychologischer Entwicklungs- unb Ausschöpfungskraft, von einer meisterlichen Durchdringung des Stoffes, ber trotz lyrischen Anhauchs auf ge- brängte unb klare Entwicklung eingestellt ist. Ernst Wiechert ist ein feinsinniger Interpret seiner Dicht- werke. Ein neuer Kulturfilm. Die Lanbesfilmstelle der NSDAP, in Frankfurt am Main unb ihre Gaufilmstellen beginnen ab 15. 2. 34 mit der Durchführung von Kulturfilmveranstaltungen. — Als erstes Programm sind ber Kulturfilm von Svenb N o l b a n „W a s i st bie Welt" unb ber Kurzfilm „Flanbern, die Front nach 15 Jahren" bestimmt worben, beren Uraufführung am 14. 1. 34 in Berlin stattfand. Diese Kulturfilm-Veranstaltungen sollen im wesentlichen durch bie Organisationen ber Lanbesfilmstelle Sübwest durchgeführt unb in die Partei, ihre Untevglieberun- gen, in bie Arbeitsfront, Schulen, Vereine unb Verbände usw. hineingetragen werden. Auch die Be- sucherorganisationen ber „Deutschen Bühne" werben ben Dienst am Kulturfilm unterstützen. Die organisatorische Erfassung aller deutschen Ehorvereine. Der Reichsverbanb für Chorwesen unb Volksmusik in der Reichsmusikkammer gibt bekannt: Bei der gegenwärtigen Lage im deutschen Chorwesen ist bie vordringliche Aufgabe für den Reichsverbanb für Chorwesen unb Volksmusik bie organisatorische Erfassung sämtlicher deutscher Chorvereine, die laut Kulturkammergesetz vom 15. November 1933 der Neichsmusikkamrner angehören müssen. Dem Reichs- vcrband für Chorwesen und Volksmusik sind bereits alle großen Chorbünde angeschlossen. Um den künftigen einheitlichen organisatorischen Aufbau zu qe- währleisten, ordne ich hiermit an: 1. Der Deutsche Sängerbund nimmt in Zukunft keine gemischten, Frauen-, Jugend- oder Kirchenchöre mehr auf. 2. Der Reichsverbanb ber gemischten Chöre nimmt in Zukunft keine Männer-, Frauen- Jugenb- ober Kirchenchöre mehr auf. 3. Frauen- unb Jugendchöre, ebenso sämtliche Chöre, die bisher keinem der Chorbünde angehört haben, schließlich die früheren Arbeiter-Chöre melden sich bis zum 15. Februar 1 9 3 4 bei ber Geschäftsstelle bes Reichsverbanbes für Chorwesen unb Volksmusik, Berlin-Charlottenburg, Harbenbergstraße 36, an. 4. Die Kirchenchöre melden sich bei bem Verbanb ber evangelischen Kirchenchöre, Berlin-Steglitz- Beymestraße 8. (gez.) Prof. Dr. Fritz Stein, Leiter des Reichsverbanbes für Chorwesen unb Volksmusik. Eine 700 Jahre alte Kapelle in einem Fabrikanwesen entdeckt. LPD. Worms, 5. Februar.. Der heimatlichen Kunstforschung war zu Anfang bes neuen Jahres ein bemerkenswerter Erfolg beschieben. Im Gebiet ber Tuchfabrik V a l k e n b e r g an ber Mainzer Straße konnte fast ber gesamte bauliche Bestand ber im Jahre 1245 zum erstenmal genannten A l - lerheiligenkapelle, die bisher als ein ver- schwunbenes Wormser Bauwerk galt, feftgestellt werben. Die Räume bienen heute als Oelkeller unb Bureauraum. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die Himer den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzl beschlossenen Dividende an - Reichsbankdlskonl 4 o. H Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankmr u. vi Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- tartf Schluß» mittag» börse Datum 3-2- 5-2- 3-2- 5-2- 8% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 95,5 95,25 95,13 95 S^c, ehem.7°/o Dl. Retchsanl. v. 1929 100,13 100,1 100,1 100 6y,% Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit — 95,4 95,75 95,75 Audlos.-Rechten . . 98 97,75 98,25 97,9 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. BoUsstaat 1929 19,25 19,15 19,15 19,1 lruckzahld. 108%) ..... 6% Hess. Landesbank Darmstadt 95,25 95,25 95,25 95 Gold R. 12 ..... 6%% Hess. LandeS-Hypotheken« bank Darmstadt Ligui 92,5 92,5 — 92,5 92 92,75 * * Oberhessen Provinz-Anleihr mil Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An- 93,5 93 — — leihe Serie 1 ml, AuSlos.-Rechten «% ehem. 8% »Franks. Hyp.-Bank 96,5 96,13 96,25 96,25 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 8% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank 92,25 92,65 — — Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6V1% ehem. 4'/,% Franks Hyp^ 92,25 92,65 — — Vank-Liqu.-Pfandbriese SK% ehem Wt% Rheinische 91,75 91,75 — — Hyp.-Bank-Llou.-Goldpse 6% ehem. 8% Pr Landespfand. brtesanstait, Psandbrtese R. 19 92,25 92,5 — — 94 94 94 94 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. brtesanstait, Psandbrtese R. 10 94 94 94 . 94 Eteuergutsch Verrechnungskurs 97 97 97 97 4% Oetterretchttche Gvldrenre. 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 22,5 1,25 23,25 1,5 23 1,3 7,6 7 23,25 1,4 4% Ungarische Soldrente 7,65 7,5 777 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 7,05 7,5 7,5 4%% deSgl. von 1913 7 7 7,05 7,4 8,13 6% abgest. Goldmexikaner von 99 8,4 8,75 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anletbe 6,13 6,15 6^25 6,2 Serie I — 6,1 Franklun a. m Berlin Schluß« fur< Echlußt. Abend» börse Schluß» turs Schlußk. mittag» börse Datum 3-2- 5-2- 3-2- 5-2- 4% bergt. Serie II ........... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V»%Rumän.vereinh.Reniev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier ............. Hamdurg-Amerika-Pakei ... o Vamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschifs.........o Norddeutscher Lloyd ......... o A G- für BerkehrSwesen Akt. . O berliner Handelsgesellschaft 4 Commerz, und Prtvat-Bank .. O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft.............. o Dresdner Bank............... Reichsbawk ................ zz AE.G..................... o Bekula.................... 0 »ein. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft g Felten L Guilleaume ..... o »^^ich-s-Wektr.Unteruehrnung. 5 Rheinische Elektrizität ..... “5 Schuckert SCo........... 5 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer L Co............. iq Buderus .................... Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener............... Larpener ...............0 Voesch Eisen—Köln-Neuesse» .. 0 Ilse Bergbau ............. 6 Ilse Bergbau Genüsse........8 Klöcknerwerke ...............0 ManneSmann-Rübre» ........ 0 5,65 7,75 4,4 28,25 30 31,25 67 92,5 52,25 64,75 65,5 166,25 29,5 124,75 97,25 102,5 60 95,4 102,5 145,5 75,75 105,75 62,4 91,75 141 110,25 61,5 64,75 6,1 5,3 4,475 28,13 29,5 32 67,5 52,75 67 67,5 166,5 30,75 124,25 97 102,75 60 95,75 96,5 103,65 146,5 116 76 107,13 62,65 91,5 144 110,65 62 64,5 5,75 8 4,4 28,7 29,75 32 £ 52 64,75 65,5 166,13 29,75 124,75 97 102,75 59,75 95,9 95,4 103,5 147 115 75,25 106,4 62 91,65 71,9 143,5 110 61,4 64,5 5,25 7,75 4,4 28,25 29,75 22,5 32 67,4 92,5 53 67 67,5 166,75 30,75 123,9 97 103 59,75 95,5 96 103,75 146,25 115,25 75,4 106,9 62 92 73,13 144,5 111,25 62,25 64,75 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. mittag- börse Datum 3-2- 5-2- 3-2- 5-2- Marisfelder Bergbau......... 0 32,4 33,13 32,75 34 Kokswerke ........... 0 _ Phönix Bergbau............. 0 48 48,75 48,13 48,5 Rheinische Braunkohlen ..... 10 199,5 199 199 199,5 Rheinstahl .............. 0 Bereinigte Stahlwerke........ 0 40,75 4b25 41 41,25 Claoi Dünen .......... 0 Kaliwerke Aschersleben........ 6 116,5 118 116 117,5 Kaliwerke Westeregeln ........ 6 117,5 118,5 118 120 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 151 151 152,5 3. G. Farben-JadusMe....... 7 127,5 129 127,5 128,75 SchetdeanstaU............... 9 179,75 180,5 0 54 25 54 75 RütgerSwerke............... 0 '55 54J3 ^'55 54,25 Metällgeielllchaft............. 0 74 5 Philipp Holzmann ........... 0 68,75 69,25 68,5 69 Zementwerk Heidelberg ...... 0 85,5 86 remevtwerk Karlstadt......... 0 98 98 — — Schulthets Payenhoser ....... 0 96,5 97,5 Aku (Sillgemeine Kunstseide) .. 0 43,25 44,25 43 43 Bemherg .............. 0 44,75 45,25 45 45 Zellstoff Waldbof ........... 0 49 49,25 49 48,9 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 40,25 40,5 39,9 40 7 - - 115 4 Daimler Motoren ............ 0 45 43,75 44,9 43,75 Deutsche Linoleum........... 0 48,13 48,13 48 48,5 Oren stein & Koppel.......... 0 — — 64,5 64 Leonhard Tietz ............. 0 20,65 23 20,4 22,65 Thade...................... 10 163,75 168 163,5 167,5 Acru mulatoren-Fabrst........ 0 179,5 179,5 179,25 180 Lonti»GumtM ........ 0 154 155,75 153,25 155,5 Grthner.................... O 26,13 25 26,5 Ma'nkraftwerke Höchst cuM-.. 4 72,25 75 - Südoeutscher Zucker ......... 8 181,75 183 181,5 183 Deoifenmarkl Berlin — Frankfurt a M 3-Februar 5-Febiuar Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Seid Brie Selb Brie Helsingforß.. 5,644 5,656 5,694 5,706 Wien....... 47,20 47,30 47 90 12,435 12,455 Budapest ... Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 167,93 163,27 168,03 168,37 Oslo....... 64,09 64,21 64 84 Kopenhagen. 56,94 57,06 57'64 57,76 Stockholm... 65,78 65,92 66,68 66,82 London ..... 12,745 12,775 12,965 12,995 Buenos Aires 0,656 0,660 0,663 0,667 Reu York .... 2,597 2,603 2,632 2,638 Brussel..... 58,29 58,41 58,24 58,36 Italien..... 21,93 21,97 22,00 22,04 Paris ...... 16,42 16,46 16,42 16,46 Schweiz .... 80,72 80,88 80,92 81,08 Spanien.... 33,87 33,93 33,97 34,03 Danzig..... 81,32 81,48 81,37 81,53 Japan ...... 0,759 0,761 0,764 0,766 Rio de Ian. . 0,214 0,216 0,215 0,217 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Liiiabo» .... 11,61 11,63 11,79 11,81 Vanknoten. Berlin, 5-Fcbruar Selb Brief Amerikanische Roten.............. 2,585 2,605 Belgische Roten.................. 58,08 58,32 Dänische Roten ................. 57,39 57,61 Englische Roten ................. 12,92 12,98 Französische Roten............... 16,38 16 44 Holländische Roten............... 167,61 168 29 Italienische Roten................ 21,88 Norwegische Noten .............. 64,67 Deutsch Oesterreich, & 1OO Schilling Rumänische Noten ............... _ Schwedische Noten .............. 66*52 Schweizer Noten................. 80 74 Spanische Roten................. Ungarische Note»................ Nr. 31 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 6.$ebruarJ934 WiMnachtfahrldeSDDALdmchGießeli » © •;-V. Hk* Der Gruppenstaffelführer Prinz Richard von Hessen (in der Mitte) am Zwischenziel Gießen (vor dem Hotel Schütz) im Gespräch mit dem Ortsgruppenführer des DDAC. Oskar Schölch (in SS-.Uniforrn), dem Staffelführer Dr. Schäfer (ganz links). — Im Bilde rechts: der Adjutant des Staffelführers Dr.Schäfer, Osman Bey. Die Ortsgruppe des DDAC. Gießen unter der Leitung des Ortsgruppenführers Oskar S ch ö l ch und des Sportleiters Otto Geyer hatte in Verbindung mit der Kraftwagenbereitschaft I und der Motorstaffel Gießen alles, was zum Wohle der Fahrtteilnehmer dienen konnte, auf das beste vorbereitet. Die SA.-Posten standen weit außerhalb des Weichbildes der Stadt beginnend bis zur Kontrollstelle an allen Abzweigungen und zeigten den Fahrern durch hochgehaltene Pfeile die Wegrichtung. Ein SA.-Mann mit blauer Flagge machte die ankommenden Fahrtteilnehmer auf bie 20 Meter entfernte Kontrollstelle des Zwischenzieles aufmerksam. An dem Tisch unter dem von zwei grünen Lampions flankierten Zielband entwickelte sich bald ein reges Leben. Die Zeitnehmer, die Kameraden P. Chr. Klein und Denninghoff, waren von einer großen Zahl Schaulustiger umlagert. Um 22.30 Uhr am vergangenen Samstag* traf der erste Kraftwagen mit Dem Standartenführer Becker (Startnummer 4) als Fahrer an der blauen Flagge 28 Minuten vor seiner Sollzeit ein und rollte um 22.58 Uhr durchs Ziel. Dann folgte Fahrzeug auf Fahrzeug, von den Zuschauern freudig begrüßt. Die Fahrer waren fast alle zu Eismännern geworden, aber trotzdem bester Laune. Der Orts- \ gruppenführer Schölch und der Sportleiter Geyer des DDAC. Gießen hatten alle Hände voll zu tun, um den Wünschen der Ankommenden gerecht zu werden. Im „Bayerischen Hof" war eine Sanitätswache mit einem Arzt und vier Sanitätern untergebracht, die glücklicherweise nicht in Funktion zu treten brauchten. Dafür wurde aber die Wasch- und Aufwärmegelegenheit im „Bayeri schen Hof" reichlich in Anspruch genommen und bald konnte man Gruppen von Fahrern am Kaffeeoder Eßtisch sitzen sehen, wo die Erlebnisse der bisherigen Fahrt mit viel Humor besprochen wurden. Pünktlich um 23.41 Uhr konnte der Sportleiter Geyer den ersten Kraftwagen zur Weiterfahrt starten. In Abständen von einer Minute folgte dann Fahrzeug auf Fahrzeug. Die Startstelle bot bis spät in die Nacht hinein ein bewegtes Bild. Um 2 Uhr wurden die letzten Posten von Lützellinden eingezogen. Ein arbeitsreicher Tag war vorüber, in den Augen aller, die zum glücklichen Gelingen dieses ersten motorsportlichen Ereignisses im neuen Jahr in Gießen beigetragen hatten, glänzte aber die Freude Über den vollen Erfolg, den die Ortsgruppe Gießen des DDAC. buchen konnte. Bilderbogen vom Hoherodskopf. WMMWMMW WM MM l t ** » Oben links: Der Start zum Slalom-Lauf der Studentischen Skimeisterschaften. — Oben rechts: der Norweger L y n g (Technische Hochschule Darmstadt) geht in vorbildlicher Haltung über die große Sprungschanze. — Mitte links: Reges Leben und Treiben herrscht am Klubhaus des VHC. auf dem Hoherodskopf. — Mitte rechts: lieber Täler und Höhen. — Unten links: Ein kühner Umsprung. — Unten rechts: Skikurs am Uebungshang (im Vordergrund rechts der DSV.-Skilehrer Althaus.) — (Ausnahmen: Neuner.) Aus der provinzialhaupistadt. Der Sieger der Motorradklasse, P o t h s, Wiesbaden (auf Jmperia) am Start zur zweiten Etappe. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) iW tl • M Gruppenführer Beckerle 33 Jahre alt. Von der SA.-Gruppenführung Hessen wird berichtet: Am 4. Februar konnte Gruppenführer Beckerle, Führer der Gruppe Hessen und Polizeipräsident von Frankfurt, seinen 33. Geburtstag begehen. Die Jugend unseres Gruppenführers, den das Vertrauen des Führers auf fo wichtige Poften gestellt hat, ist ein Beispiel dafür, wie die Bewegung, die ja ganz von jugendlichem, revolutionärem Geist getragen wurde und wird, den Wert des Kämpfers nicht nach der Höhe feines Alters bemißt, sondern einzig und allein nach feinem Fuh- rertum, feiner Treue und feinem Können. Im Rahmen eines Kameradfchaftsabends des Stabes der Gruppe Hessen wurde der Geburtstag zum Anlaß, in einer kleinen Feier dem Gruppenführer mit den Glückwünschen aufs neue die innere Verbundenheit und Gefolgfchaftstreue feiner Mitkämpfer zum Ausdruck zu bringen. Als Zeichen der Verehrung und des Dankes wurde dem Gruppenführer, vor dessen Platz die Geburtstagstorte mit 32 brennenden Kerzen stand, eine Pistole mit der Widmung des Gruppenstabes überreicht. Künstlerische Vorträge, die den ersten Teil des Abends verschönten, wurden abgelöst von den folgenden heiteren Stunden, in denen alle Launen und Fröhlichkeit zu Wort kamen. Der Gruppenführer wies in feinem Dankes- wort auf die ewigen Ziele des SA.-Tums hm und gab mit feinen einfachen, soldatischen Worten wie stets der Feier ihr Gepräge. Der Abend, an dem leider der engste und älteste Mitkämpfer des Gruppenführers, fein Stabsführer Graetz, der für einige Wochen in Vertretung die Brigade 47 zu führen hat, nicht teilnehmen konnte, endete in der harmonischsten Weise. Auch diese Feier, die für alle zu früh schloß, ließ die menschlichen Eigenschaften des Führers der Gruppe Hessen erkennen, dem wir fn feiner Eigenschaft als Gruppenführer, wie als Polizeipräsident die Sicherheit unseres engen Bereiches mit Beruhigung anvertraut wissen dürfen. Deutsche Arbeitsfront. Die Bezirksleitung der Deutfdjen Arbeitsfront teilt mit: „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit." Die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront hat in einer Broschüre von 32 Seiten das gesamte Gesetz nebst einer umfangreichen Erläuterung heraus- qebracht. Die Broschüre ist bei allen Stellen der NSBO. und Arbeitsfront zu haben, sowie bei allen Kiosken. Da es eine unbedingte Notwendigkeit ist, daß jeder einzelne das Gesetz in seinen Ausführungen kennt, ist der Preis auf 10 Pf. festgesetzt worden. Unbefugte Abonnentenwerber am Werk. Die Pressestelle der Deutschen Arbeitsfront und der Gau NSBO. Hefsen-Naffau teilen mit: Wie aus verschiedenen an uns gerichteten Anfragen hervorgeht, wird im hiesigen Gebiet für einen „Kalender der Arbeit" geworben und bei der Werbung auf die Deutsche Arbeitsfront Bezug genommen. Da hiervon nichts bekannt ist, warnen wir davor, Abschlüsse mit diesen unbekannten Vertretern zu tätigen, und bitten darum, die Personalien dieser Personen fest- zuftellen. Dagegen ist die Werbung für unser Werk „Wir gehen in die Betriebe" selbstverständlich erlaubt. Nähere Auskünfte werden unter Frankfurt am Main, Telephon 30 361 und 34 074 erteilt. Besuchszeiten einhallen! Im Interesse einer ordnungsmäßigen Abwicklung des Geschäftsverkehrs wird dringend ersucht, sowohl bei der Gaubetriebszellenabteilung, wie auch bei der Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront die vorgeschriebenen Besuchszeiten einzuhalten. Eine Abfertigung außer den Besuchszeiten kommt in Zukunft nicht mehr in Frage. Unsere Sprechstunden find: Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront: Montag und Mittwoch 10 bis 13 Uhr und Freitag 16 bis 18 Uhr. Sprechstunden der Gaubetriebszellenabteilung: täglich von 11 bis 12 und 15 bis 16 Uhr. Der Pfennig muß es bringen! Vom Gaupreffeamt der NSDAP, wird folgende beherzigenswerte Mahnung mitgeteilt: Nach langen Jahren verschwenderischer Wirtschaft sind wir wieder zu der bescheidenen Erkenntnis der Vorkriegszeit zurückgekehrt, daß, wer den Pfennig nicht ehrt, des Talers nicht wert ist. Auch die Wirtschaft hat wieder angefangen, nach Pfennigen zu rechnen. Gerade der jüngeren Generation kann die Erkenntnis vom Wert des Pfennigs gar nicht nahe genug gebracht werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Winterpfennig eine der wertvollsten Einrichtungen des Winterhilfswerks. Vielleicht aber wird gerade, weil wir den Pfennig immer noch nicht fo recht wieder schätzen gelernt haben, die Pfennigsammlung in den Geschäften fo wenig beachtet. Nach den größeren Sammlungen der Weihnachtszeit ist jetzt wohl die Zeit gekommen, wo man mit kleineren Sammlungen möglichst viel für die Winterhilfe hereinholen muß. An die Käufer geht daher die Bitte, die überall aufgeftellten Büchsen auch wirklich zu beachten und nicht immer wieder gedankenlos zu übersehen. Auch die Verkäufer werden gebeten, sich dieser Angelegenheit mehr anzunehmen. Es handelt sich einmal um eine Ausgabe — auf jede ausgegebene Mark einen Pfennig —, die jeder leisten kann. Zum andern macht man sich kaum einen Begriff davon, wie große Summen im ganzen gewonnen werden können, wenn hier jeder feine Pflicht tut. In allen Ladengeschäften stehen die Sammelbüchsen des WHW., und man kann wohl sagen, daß der Erfolg des Sammeln befriedigend ist, wenn der Inhaber sich nur ein wenig Mühe gibt, dauernd auf den Zweck des Sammelns aufmerksam zu machen. Mit diesem Hinweis stößt man keinem Kunden vor den Kopf, besonders wenn es in liebenswürdiger, netter und humorvoller Weise geschieht. Kein Kunde ist so herzlos, die Sammelbüchse als eine Belästigung aufzufassen. Es ist wohl meist nur Gedankenlosigkeit, wenn ein Kunde es ablehnt, diesen unscheinbaren Betrag in die Büchse zu werfen. Schämen aber muß sich jeder, der deswegen auch nur ein Wort verliert, wenn er bedenkt, daß andere ihr Leben geopfert haben, um ihn gegen äußere und innere Feinde zu schützen. Darum denkt immer daran: Die Büchse wird nicht von selbst voll! Vergeßt den Winterpfennig nicht! Wer wagt, gewinnt! So heißt ein altes deutsches Sprichwort. Immer wieder hat es sich im Leben und in der Geschichte erwiesen, daß die Mutigen, die etwas einzusetzen wagten, auch zuguterletzt ihren Gewinn erhielten. Heute braucht man beim Kauf eines Winter- hilfs-Losbriefes zu 50 Pfennig gar nicht einmal viel zu wagen ... denn einen vielfachen Gewinn bringt dieser. Erstens, du hast mit dem Loskauf deinem Volke im Kampf gegen Hunger und Kälte geholfen. Das ist doch ein sehr nennenswerter Gewinn? Zweitens, du persönlich darfst die erfreuliche Spannung erleben, vielleicht einer der glücklichsten Geldgewinner zu werden. 5000 Mk. beträgt der Hauptgewinn. Hast du zunächst eine Niete gezogen, fo bleibt dir drittens noch eine freudige Erwartung: Im März kommt der angeheftete Prämienschein zur Verlosung, er kann dir auch 5000 Mark schenken, und da dreißig Serien dieser Lose im Umlauf find, haft du dreißigmal die schönste Gewinnaussicht. Viertens, schau dir mal die Karten an, die jedem Losbries beigefügt find, Bilder aus Kultur-, Geistes- und Gefchichtsleben des deutschen Volkes sind im prächtigen Kupfertiefdruck darauf zu sehen. Ist das nicht auch ein Gewinn? Zum Schluß, denke auch daran, daß du dem schlichten grauen Glücksmann mit dem Loskauf Freude schenkst! Ein tapferer Soldat — ist seines Lohnes wert! So auch der Glücksmann, der wie ein tapferer Soldat in feinem grauen wehenden „Feldzugsmantel" feinen Platz auf der Straße behauptet. Wie freundlich grüßt er die Vorübergehenden, wie lockt er sie mit munteren Scherzworten zum Kauf der braunen Winterhilfs-Losbriefe, die er anbietet. Niemand sollte an diesem Soldaten vorübergehen. Bei Schnee, Kälte, Wind und Regen hält er beharrlich und unverdrossen diesen einzigartigen deutschen Winterkrieg aus. Er lächelt uns immer zu: Kauft Lose für das deutsche Winterhilfswerk! Jedermann greife zu? Denn diese Losbriefe helfen nicht nur den ärmsten in Deutschland durch die rauhe Winterszeit, sie befestigen auch des grauen Glücksmanns neue Stellung beim Verkauf der „NSDAP."-Winterhilfslose. Ein Volk und zwei Sprachen. Das Hessische Staatsministerium teilt mit: „Die deutschen Schriftsteller richten sich nicht an die Gesamtheit ihrer Volksgenossen, sondern an den Kreis der ihnen ebenbürtigen. Sie bedienen sich einer verwickelten Schreibweise, die für den schlichten Mann unverständlich ist." So hat der englische Gelehrte Thomas Buckle geurteilt. Adolf Hitler aber hat erklärt: „Wir wollen eine wahre Gemeinschaft aufbauen: die Stände und Klassen sollen ein Volk werden! Möge das auch jeder Redner am Rundfunk beherzigen!". Winterhilfswerk. Kreisführung Gietzen. Belr.: Schulungskursus der Amtswalter der NS.- Bolkswohlfahrl. Der letzte der vier Schulungsabende der Amtswalter der NS.-Volkswohlfahrt findet nm kommenden Mittwoch, 7. Februar, 19.30 Uhr, im Haufe der Deutschen Arbeitsfront, Schanzen- ftraße, statt. Es spricht über das Thema: „Grundsätze über Voraussetzung, sowie Art und Maß der öffentlichen Fürsorge" Oberinspektor Ewald vom Kreisfürlorgeamt Gießen. Ich bitte um restloses Erscheinen sämtlicher Amtswalter. Die namentliche Meldung zur Teilnahme am Amtswalterappell in Frankfurt a. M. bitte ich mitzubringen. Heil Hitler! Gez.: M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer des WHW. NSLS. Kreis Gießen. Betr. Arbeitsgemeinschaft Musik. Mittwoch, 7. Februar, 15.30 Uhr: Orchesterprobe im Singsaal der Studienanstalt. N e b e l i n g. Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen. Die Fachgruppe Referendare und Asfefsoren veranstaltet am Mittwoch, 7. Februar, 17.15 Uhr, im großen Hörsaal der Universität gemeinsam mit der rechtswissenschaftlichen Fachschaft der Landesuniver- fität einen Schulungsabend für junge und alte Arbeiter am deutschen Recht. Es spricht Universitäts- Professor Dr. E n g i s ch über: „Nationalsozialistisches Strafrecht". Da das Strafrecht innerhalb der Rechtsordnung des neuen Staates eine besondere Bedeutung gewinnen wird, sind alle an der Ausgestaltung eines deutscher Art gemäßen Strafrechts interessierten i Volksgenossen zu dieser Kundgebung eingelaben. Heue Bürgermeister in Oberhessen. Das Personalamt der hessischen Staatsregierung gibt folgende Ernennungen zu Bürgermeistern in Qberhessen bekannt: Kreis Gießen: Wilhelm Kahl II. in Atten-Buseck; Heinrich Groß in Annerod; Ernst Keil in Burkhardsfelden; Karl Knopper in Dorf-Güll; Karl Heinrich Pitz in Lauter; Ludwig Wagner in Lollar; Georg Becker in Londorf; Ludwig Kreiling in Mainzlar; Eduard Fritz in Ober-Bessingen; Wilhelm Launspach V. in Reiskirchen; Karl Klos in Rödgen; Wilhelm Reuter in Staufenberg; Otto Zimmer III. in Billingen; Ernst Trüller in Weickartshain; Karl Euler in Wiefeck. Kreis Lauterbach: Karl Block in Frischborn; Heinrich Josephat Dehn in Herbstein; Johannes Schmier in Pfordt; Otto Gutermuth II. in Ilbeshausen; Friedrich Schmelz II. in Rieder-Moos; Heinrich K o ch in Queck. Hauptversammlung des Obstund Gartenbauvereins Gießen. Der Obst- und Gartenbauoerein Gießen hielt am Sonntag bei zahlreichem Besuch seine diesjährige Hauptversammlung im Saale von Faulstich ab. Rach Erledigung geschäftlicher Mitteilungen führte der Vortragende, Garteninspektor R e n t s ch (Friedberg) zum angekündigten Thema „Vermehrter Steinobstbau im Garten" etwa folgendes aus: Eine vermehrte Anpflanzung von Obst ist allgemein anzustreben. Sie ergibt sich schon aus der Tatsache, daß die letzte Obstbaumzählung eine beträchtliche Abnahme tragbarer Obstbäume gegen- Alle sollen ihr tägliches Brot haben! Darum opfert für das Winterhilfswerk! über der Zähluna von 1913 festgestellt hat. Dazu kommt der von Hahr zu Jahr wachsende Obstverbrauch der Bevölkerung. Wer darum aeeignetes Land besitzt, soll sich durch Fehlernten nicht beirren lassen, sondern soll pflanzen. Das gilt auch für den Garten. Da aber die meisten Gäter nur klein sind, was in vielen Fällen als ein Glück betrachtet werden kann, weil der kleine Garten am ehesten an die verfügbaren Arbeitskräfte anzugleichen ist, steht hier die Frage zur Entscheidung, ob vorwiegend Obst oder Gemüse angebaut werden soll. Beide Kulturen umfassen sonnenbedürftige Gewächse und schließen sich auf gleicher Fläche schon des hohen Rahrungs- bedarfs wegen gegenseitig aus. Rur bei weiser Beschränkung gelingt es, einen Mittelweg zu finden. Er besteht darin, daß man nur schwachwachsende Obstbäume anpflanzt, deren Früchte man auf den Märkten weniger gut als aus dem eignen Garten erhält, weil sie hier in geschützter Lage und vor Diebstahl gesichert, besser ausreifen können. Diese Voraussetzungen sind beim Steinobst vorhanden. Selbst die sonst zum mächtigen Baum sich auswachsende Süßkirsche läßt sich im beengten Raume des Hausgartens unterbringen, wenn man sie auf die Steinweichsel veredelt, anpflanzt. Es ist aber zu empfehlen, sich mit den nächsten Nachbarn über gleichzeitige Anpflanzung ihrerseits zu verständigen, weil bei einer Anzahl von Kirschbäumen der Ausfall durch die Vögel weniger groß ist. Noch vorteilhafter ist vermehrter Anbau von Sauerkirschen, die ebenfalls auf die Steinweichsel, Prunus Mahaleb, veredelt sein sollten. Als Ersatz für die immer mehr erkrankende Schattenmorelle wird Ludwigs Frühe, und da diese, wie alles Frühobst, zum Einmachen nichts taugt, die Königliche Amarelle empfohlen. Die obstarme Zeitspanne nach der Erdbeerernte läßt sich überbrücken durch die neuere Zwetschen^orte „Lützelsachsen". Die Frucht ist länglich, wie die der Haus- zwetsche, die weniger in den Garten, als auf das freie Feld gehört, reift aber 14 Tage vor der Bühler Frühzwetsche und zeichnet sich außerdem durch reiche Tragbarkeit aus. Die Ernte begint in der Regel Mitte Juli. Als weitere dankbare Sorten können gelten Zarpflaume, Königin Viktoria und Kirkespflaume. Don Mirabellen außerhalb der allbekannten großen von Ranzig zum Einmachen die Metzer und als sehr früh, aber nur für Rohgenuß die neuere Flotow. Ganz besondere Beachtung verdient die allgemeine Anpflanzung von Pfirsich als Busch und Spalierbaum, um auf diese Weise die im letzten Jahre auf 16 Millionen Mark gestiegene Einfuhr italienischer, dort unreif geernteter Pfirsich entbehrlich zu machen. Entgegen allen bisherigen Angaben gedeiht der Pfirsichbaum auch in freien, ungeschützten Lagen ausgezeichnet und reift, wenn man sich auf mittelfrühe Sorten beschränkt, seine köstlichen Früchte, die wertvoller sind als die Einfuhrware oder die Weinbergspfirsich vom trockenen Sandboden Rheinhessens. Don nebensächlicher Bedeutung sind Aprikosen, die besser an die warme Hauswand als formloses Spalier passen. Wer sie pfanzt, wähle kleinfrüchtige als die dauerhaftere und zum Einmachen geeignete Sorten. Der mit reichem Beifall belohnte Vortrag löste eine lebhafte Aussprache aus, die schließlich zur Erörterung über allgemeine Obstbaufragen wurde und noch eine Fülle wertvoller Aufklärung und Ratschläge brachte. Nach Prüfung der als richtig befundenen Rechnungslegung, die mit 500 Mark abschloß, wurde dem'Rechner Entlastung erteilt. Trotz der nicht günstigen Finanzlage — es mußte auf frühere Ersparnisse zurückgegriffen werden — wurde mitgeteilt, daß im Laufe des Jahres die Anschaffung einer weiteren Spritze und eines Süßmost-Apparates ermöglicht werden soll. Auch soll, wenn nicht ungünstige Verhältnisse eintreten, eine Gartenbau-Ausstellung stattfinden. Die übliche Gratisverlosung brachte für jedes Mitglied einen wertvollen Gewinn. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Das Konzert". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Großfürstin Alexan- dra". — Cafö Leib, 20 Uhr, Eröffnung der Luftschutzschule Gießen. — NS.-Frauenschaft Giehen- Süd, 20.15 Uhr, Hotel Hopfeld, Ortsgruvpenabend. — Kindergruppe Gießen-Nord, 14 Uhr, Jugendherberge Asterweg, Kinderstunde. — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung). Eine Versammlung mit Vortrag von Prof. Dingler findet am morgigen Mittwochabend statt. (Siehe heutige Anzeige^) — Der Konsumverein Gießen hält am Donnerstag eine Mitgliederversammlung für die Mitglieder der Stadt ab. Rednerin ist Dr. phil. Emmy Wagner. (Siehe gestrige Anzeige.) ♦ ** Kavallerieoerein e.V. Gießen. Am Sonntag fand — wie man uns berichtet — im Dereinslokal „Hessischer Hof" die diesjährige Hauptversammlung des Kavallerievereins statt. Etwa 80 Mitglieder waren anwesend. Der Vorsitzende, Kam. Hartmann, konnte sich seiner Arbeit als Führer des Vereins glatt entledigen, indem er die Ernennungen der Mitarbeiter im Vorstand wie im verflossenen Jahre beließ. In einer eindrucksvollen Rede ging Hartmann auf die politische Umwälzung unter der Führerschaft Adolf Hitlers ein und erwähnte, daß auch die Militärvereine für die Folge als ein Teil der „Braunen Armee" betrachtet würden. Kam. Den Hardt als Schriftfübrer gab den Jahresbericht bekannt und betonte anschließend noch die großen Verdienste des Dereinsführers, der vieles zur Größe und zum Ansehen des Vereins getan habe. Den Kassenbericht erstattete Kam. Rohrbach, der die Genehmigung der Versammlung fand. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten und Dank an seine Mitarbeiter schloß der Führer Hartmann den geschäftlichen Teil. Im Beisein der Damen der Vereinsmitglieder ging man zum gemütlichen Teil über. Kam. Heyd leitete das Programm mit einem selbstoerfaßten Epos „Volk ohne Führer", das sich würdig neben den Prolog „Arbeit" vom gleichen Verfasser (bei der letzten Abendunterhaltung durch Kam. L a n d e f e l d vorgetragen) stellen kann. Kam. Hartmann gab dann noch eine Reihe von humoristischen Erzäh- lungen zum Besten. Zwischendurch erklangen frohe Weisen. Es war eine selten schöne Veranstaltung, getragen von vaterländischem Geist. Deutschland braucht Kolonien! Lichtbilder-Vortrag der Kolonialen Arbeitsgemeinschaft Gießen. Die Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung, der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft und der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See — zur Kolonialen Arbeitsgemeinschaft in Gießen zusammengeschlossen — veranstalteten gestern abend in der Neuen Aula der Universität einen Kolonial-Lichtbildervortrag, der im Zeichen des Wortes Adolf Hitlers stand: „Deutschland braucht Kolonien genau so, wie irgendeine andere Macht!" Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht und brachte den Teilnehmern eine Fülle des Wissenswerten. Im Namen der Kolonialen Arbeitsgemeinschaft begrüßte Krau Hummel die Teilnehmer, dankte für das Interesse und wies darauf hin, daß sich die Vereinigung die Aufgabe gestellt habe, den kolonialen Gedanken zu pflegen, das deutsche Volk vörzubereiten für den Tag, an dem der Führer zur Mitarbeit für den Wiedererwerb der Kolonien auffordere. Der koloniale Gedanke müsse gepflegt werden. Viele deutsche Menschen lebten draußen in der Welt unter den schwierigsten Verhältnissen. Die Deutschen im Ausland und über See bedürften dringend der Hilfe aus dem Mutterland. Es gelte hier vor allem eine große kulturelle Arbeit zu leisten. Jedermann müsse bereit sein zur Mitarbeit. Hierauf sprach Generaldirektor Kemmner von der Südwestafrikanischen Handelsgesellschaft „Viktoria" über das Thema „Wiederaufbau der deutschen Kolonialwirt s ch aft in K a m e r u n". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Am 28. Juni 1919 seien uns auf Grund des Versailler Diktats sämtliche Kolonien mit einem Federstrich genommen worden. Privatbesitz habe man gegen lächerliche Entschädigungen enteignet. Die Begründung für dieses Vorgehen der ehemaligen Feindmächte sei sehr fadenscheinig gewesen. Kamerun habe schon vor dem Kriege eine außerordentlich intensiv betriebene Farmwirtschaft aufzuweisen gehabt, die nach dem Kriege fast völlig verfallen sei. Die Pflanzungen feien vernachlässigt, unzureichend verwaltet und schließlich zur Versteigerung ausgeboten worden, ohne daß Deutschland überhaupt gefragt worden sei. Die erste Versteigerung sei ohne Erfolg gewesen, die zweite Versteigerung, die sich sehr dramatisch vollzogen und in London stattgefunden habe, habe insbesondere die Farmen am Kamerunberg wieder in deut che Hände gebracht. Der englische Verwalter der deutschen Pflanzungen habe die Enteignung der deut chen Kolonien durch England als eine Schande für eine Nation bezeichnet. In England sei gegen die Versteigerung zwar lebhaft Stimmung gemacht worden, von der englischen Regierung seien aber die deutschen Interessenten sehr zuvorkommend behandelt worden. Das lasse allerdings nicht vergessen, daß es sich um geraubtes deutsches Land handelte, das man zurückkaufen mußte. Im Jahre 1925 habe der Wiederaufbau des deutschen Besitzes beginnen können. Hier sei viel Arbeit zu leisten gewesen. Die Pflanzungen waren ver- buscht, die Aufbereitungsanlagen von den Kriegsschiffen der Engländer und Franzosen zerschossen gewesen, aber mit deutscher Gründlichkeit und Energie sei man ans Werk gegangen, und so seien wieder Fabrikanlagen größten Ausmaßes entstanden, die in jedem einzelnen Teile, das betonte der Redner besonders, aus deutschem Material aufgeführt worden seien. Nur deutsche Maschinen gelangten zur Aufstellung. An Hand einiger sehr instruktiver Lichtbilder ließ der Vortragende erkennen, daß die deutsche Kolonialwirtschaft nicht etwas ist, über das man im Mutterlande mit einer Handbewegung hinweggehen könne. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner die Entwicklung der deutschen Kolonialwirtschaft am Kamerunberg während 30 Jahren des Bestehens in Wort und Bild und zeigte schließlich die gegenwärtigen Anlagen, die riesigen Aufbereitungshallen für Oel, Kakao, Kautschuk; die Bahn der Pflanzung, die Elektrizitätswerke im Urwald, die Wohnungen der in der Pflanzung beschäftigten Deutschen und die sozialen und hygieni- scheu Einrichtungen für die Eingeborenen. Sodann wandte sich der Vortragende einigen rein wirtschaftlichen Fragen zu. Er schilderte die Aus- Wirkung des katastrophalen Preissturzes für die Rohprodukte auf dem Weltmarkt, das Ausmaß der Ueberproduktion, die Erschwerungen für den deutschen Farmer hinsichtlich der Ausfuhr, und die Versuche, der Krise durch den Anbau von Bananen usw. zu begegnen. Es seien bereits vier Kühlschiffe für den Transport von deutschen Bananen gebaut worden, deren erstes vor dem Kriege erstellt worden sei, dann aber zum Hilfskreuzer umgebaut wurde, um schließlich unter Graf Dohna als „Möve" Kriegsdienst zu leiften. Im nächsten Jahre soll bereits ein fünfter Kühldampfer vom Stapel laufen. Die deutsche Hausfrau solle, wenn sie die deutsche Kolonialwirtschaft unterstützen wolle, nur deutsche Bananen, nur aus deutschem Kakao gefertigte Schokolade kaufen. Allerdings bedürfe es in dieser Hinsicht noch der besonderen Kenntlichmachung des deutschen Erzeugnisses. Die Arbeit, die von deutschen, eifrigen und pflichttreuen Beamten in der deutschen Kolonialwirtscbaft geleistet werde, gelte nicht zuletzt dem deutschen Ansehen und der Zukunft des Vaterlandes. In keiner englischen oder französischen Pflanzung werde so gearbeitet, wie in der deutschen. In den deutschen Pflanzungen sei kein einziger Ausländer beschäftigt. Zum Schlüsse seiner interessanten Ausführungen begründete der Redner in zusammenfassender Betrachtung die Notwendigkeit des deutschen Kolonialbesitzes, wies auf die Notwendigkeit der Gewinnung von Siedlungsland für das deutsche Volk ohne Raum hin und betonte, daß die Kolonien vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus betrachtet gleichbedeutend seien mit Arbeit, Brot und Wohlstand des Vaterlandes. Deutschlands Wille fei in dem Führer Adolf Hitler verkörpert. Wenn der Kanzler sich um die Kolonien bemühen werde, müsse er getragen sein von dem Willen des ganzen deutschen Volkes, ganz Deutschland müsse die Wiederherstellung seiner kolonialen Ehre, die Rückgabe des Kolonialbesitzes verlangen und dann werde eines Tages auch das Ziel erreicht werden. (Lebhafter anhaltender Beifall!) Im Anschluß an den Vortrag wurde noch ein dreiaktiger Film der Südwestafnkanischen Handelsgesellschaft „Viktoria" gezeigt, der in vielen interessanten Bildern die Worte des Redners veranschaulichte und nicht nur einen Einblick in die deutsche Kolonialwirtschaft, sondern auch in das völkische Leben der Eingeborenen Kameruns gestattete. Die evangelische Kirche und das Auslandsdeuischium. Für den gestrigen Abend hatte der Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) zu einem Vortragsabend im Studentenhaus eingeladen. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden Pros. Dr. Mayer sprach Pfarrer D Geißler- Leipzig, der Generalsekretär des Gustav-Adolf-Vereins über das in der Überschrift bezeichnete Thema. Diese Fragestellung „Die evangelische Kirche und das Auslandsdeutschtum" ist ein Ausschnitt aus dem größeren Komplex „Die evangelische Kirche und das deutsche Volk", oder den noch größeren „Das Christentum und das deutsche Volk", begründet im doppelseelischen Wesen des Menschen, nämlich der Gebundenheit an Gott und an Boden, Zeit, Menschen usw. Es sind alles konzentrische Kreise um den einen Mittelpunkt „Mensch", in dem sich diese Spannung auswirkt. Die Frage „Christentum und deutsches Volk" werde heute leidenschaftlich erörtert mit der Behauptung, daß das Christentum für das deutsche Volk artfremd sei und man deshalb wieder auf das vorchristliche Glaubensgut des deutschen Volkes 3urücfgreifen müsse, wenn das Volkstum zur vollen Entfaltung kommen solle. Demgegenüber betonte . ,?edner, daß die deutsche Vvlkwerdung nicht ein jüngstes Datum fei, sondern schon durch Jahrtausende gehe. Schon seit Karl dem Großen könne man von einem deutschen Volk reden, seit dem gibt es ja auch das Wort „deutsch". Das Werden eines Volkes ist aber nie durch äußere Dinge allein be= otngt, sondern durch seelische Vorgänge. So sei auch das deutsche Volk erst mit feiner Christianisierung geworden. Zum Wesen eines Volkes gehört das Vor- hanoenselN einer Gemeinsprache, ohne diese ist ein Volk nur eine künstliche, unnatürliche Existenz (siehe Jugoslawien, Tschechoslowakei ...). Solche Gemeinsprache aber hat das deutsche Volk wiederum erst bekommen im Zusammenhang mit einer anderen großen seelischen Bewegung durch die Reformation im 16. Jahrhundert (Luthers Bibel). So darf man wohl sagen, daß es ohne das Christentum kein deutsches Volk gäbe, solches ebensowenig ohne die Reformation zu denken sei. Darum wird auch jene mehr romantisch-mystische Bewegung, die allen Einfluß des Christentums ausschalten möchte, an dem gesunden Sinn des deutschen Volkes, zumal des Bauern- und Arbeiterstandes scheitern. Hier aber ist einem Einwand zu begegnen: ist nicht unser Volk gerade durch die Reformation in ein Doppelvolk gespalten worden? Demgegenüber betonte der Redner, daß die Spaltung des deutschen Volkes erst durch die Gegenreformation eingetreten sei. Im 16. Jahrhundert war das deutsche Volk eins. Als interessante Tatsache sei hier erwähnt, daß die Grenzlinie der Gegenreformation zusammenfalle mit der Linie der nordischen und alpinen Rasse, worauf Kretzschmer in seinem Buch „Geniale Menschen" hinweist. Ob nicht vielleicht doch rassische Unterschiede dem Sieg der Gegenreformation zu Grunde liegen? Aber wie dem auch sei, wir haben, religiös gesehen, diese Spaltung des deutschen Volkes doch als Gottes Zulassung zu sehen, diese starke Polarität ist deutsche Schickung. Uebergehend zu der speziellen Frage, wie sich nun die beiden Konfessionen zu den Dingen des Auslandsdeutschtums verhalten, betonte der Vortragende, daß die Erhaltung der deutschen Substanz (90 bis' 100 Millionen) drinnen und draußen allgemeine deutsche Volksausgabe sei. Hier ist nun ein enger Zusammenhang zwischen deutschem Volkstum und Christentum. Das große politische Geschehen ist auch von großer Bedeutung für die Kirche. Für den deutschen Protestantismus, die evangelische Kirche, ist es nicht zweierlei nebeneinander, sondern ein In» einander „Volkstum und Protestantismus". Hiev konnte der Redner auf die mehr als hundertjährige Arbeit Hinweisen, die der Gustav-Adolf-Verein m diesem Sinne leistet und die auch in dem nordischen Helden Gustav Adolf — dem betenden Kämpfer — eine gewisse symbolische Darstellung hat. Die katholische Kirche hat es in ihrem Beitrag zur Erhaltung der volklichen Substanz draußen oft schwerer, da das katholische Auslandsdeutschtum draußen der Gefahr der Aufsaugung durch gleiche Glaubens- oder fremde Volksumgebung mehr aus» gesetzt fei (durch Heirat), während das evangelische Auslandsdeutschtum durch seine konfessionelle Ab» grenzung hier meist einen stärkeren Halt für fein Volkstum habe. Ferner hat der Protestantismus nicht so viel Uebernationales, wie der Katholizismus. Die nationale Organisation des evangelisch- kirchlichen Lebens ist auch draußen die Regel (Mäh- ren, Jugoslawien, Siebenbürgen, Polen, Lettland, Slovakei, ebenso Uebersee in Afrika und Südamerika!). Diese evangelische deutsche Kirche des Auslands hat ihren Anschluß an die deutsche eoange» lische Heimatkirche. Ferner kommt dem Protestantismus in feiner Arbeit an der Erhaltung des Aus- landsdeutschtums auch seine stärkere Bejahung der Dinge der Erde zugute, die uns in diesen irdischen Dingen unseren Auftrag (Beruf) von Gott sehen läßt. Als letztes besonders wichtiges Moment in dieser Fragestellung nannte der Vortragende noch die Tatsache, daß Gott sich unserem deutschen Volk durch seinen Propheten Luther in der deutschen Sprache neu offenbart hat. Den „Dienst am Wort" aber betrachtet die evangelische Kirche als Hauptaufgabe. Dieses „Wort" (Gotteswort) wird aber überall in der deutschen Muttersprache geboten. So hat der deutsche Protestantismus eine große Sendung im Rahmen des Weltprotestantismus. „Unser Beruf ist ohne Ende!" D. Geißler schloß seinen tiefgründigen und weitgespannten Vortrag mit Fichtes Wort „Arbeitet, arbeitet, arbeitet — denn wir wissen, daß unsere Arbeit unendlich ist!" Das herzliche Danfesroort des Vorsitzenden Professor Dr. Mayer an den Redner war gewiß im Namen aller Zuhörer gesprochen, die durch diesen Vortrag einen tiefen Eindruck bekommen hatten von der engen und wichtigen Verbundenheit von „Evangelischer Kirche und Äuslandsdeutschtum". Oberbeffen. Ministerialrat Ringshausen Ehrenbürger von ilnter-Gchmitien. w Unter-Schmitten, 4. Febr. Unser kleines Dorf hatte heute seinen großen Tag. Auf Einladung der Gemeinde war Ministerialrat Ringshausen, der in den Jahren 1899 und 1900 als Lehrer hier wirkte, erschienen, um den Ehrenbürgerbrief in Empfang zu nehmen. Dem feierlichen Akt, der auf dem Schulhof des neuen Schulhauses stattfand, wohnte eine vielhundert- köpfige Menge bei. SA., Krieger- und Gesangverein, politische und Ortsbehörden waren versammelt. Nach den begrüßenden Worten des Zellenleiters der NSDAP. B i n g e l überreichte Bürgermeister Dölf bie überaus geschmackvoll ausgestattete Ehrenbürgerurkunde und wies gleichzeitig darauf hin, daß zu Ehren ihres einstigen Lehrers und heutigen hohen Amtswalters die „F r i e d r i ch - Ringshausen-Linde" im Schulhof gepflanzt worden sei. Mit Worten höchster Anerkennung gedachte Lehrer Wolf des einstigen Wirkens des Ehrengastes in der hiesigen Gemeinde und unterstrich die Aufgabe der Sckule, die Heranwachsende Jugend zu deutschen Menschen zu erziehen, denen der Begriff „Deutschland" über allem stehe. Ministerialrat Ringshausen dankte in feiner Ansprache der Gemeinde für die große Ehre, die ihm zuteil geworden sei. Er bliebe immer mit Unter-Schmitten und seiner Bewohnerschaft aufs engste verbunden. In der Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes erblicke er nur eine Ehrung des großen Führers, der nach harter Kampfzeit die Einheit der Nation geschaffen. Auf dem Lande, in der Dorfgemeinschaft, wurzelten die stärksten Kräfte eines Volkes. Aufgabe der Jugend fei es, das große Werk unseres Führers auszubauen, daß es für ewige Zeiten gesichert fei. Starker Beifall der Versammelten folgte den eindrucksvollen Ausführungen Des temperamentvollen Redners. Die feierliche Veranstaltung wurde von schön gelungenen vaterländischen Chören des Männer- gesangvereins und der Schuljugend unter Leitung von Lehrer Wolf umrahmt. Die erste Strophe des Deutschlandliedes beschloß die Feier. Großer Deutscher Abend in Schotten. —.— Schotten, 4. Febr. Die NSDAP, veranstaltete gestern in der Schottener Turnhalle einen Deutschen Abend, der so stark besucht war, daß kein Platz des großen Saales frei blieb. Ein reichhaltiges Programm: die Mitwirkung eines Künstlers vom Rhein-Mainischen Künstlerthealer von Frankfurt a. M., des Musikzuges V 466, des Männergesang-Vereins 1837, des BdM. und der Frauenschaft, versprach einen genußreichen Abend. Die Leitung der Veranstaltung lag in der Händ des Kreispropagandaleiters Pg. Reitz. Nach dem Eröffnungsmarsch „Preußens Gloria" und einem Vorspruch des Frankfurter Künstlers, hielt Kreisleiter Pg. K r o m m die Begrüßungsansprache. Er erinnerte zunächst daran, daß die Turnhalle zu Schotten manche Kundgebung der NSDAP, gesehen habe und Zeuge sei von der Zusammenarbeit zwischen den politischen Soldaten und den SA.-Kameraden der Bewegung, um die Idee des Führers in alle Kreise der Bevölkerung zu tragen. Darauf kam er auf den 30. Januar 1933 und den Sinn und die Bedeutung des WHW. zu sprechen. Dazu habe der Führer aufgerufen und damit habe er vielen Armen die Hoffnung an eine bessere Zukunft wiedergegeben. Beim Winterhilfswerk, durch Kartoffel- und Fruchtspenden, marschiere der Kreis Schotten mit an der Spitze des ganzen Gaues, ebenso wie er seither in allen Wahlkämpfen in vorderster Front gestanden habe. Dieser Abend sei wieder ein Bekenntnis zur wahren Volksgemeinschaft, denn der Ertrag fließe dem WHW. zu. Der Kreisleiter dankte allen Mitwirkenden zum Gelingen des Abends, besonders aber der Frauenschaft und dem BDM., die in rastloser Arbeit erst die Grundlage zu der Veranstaltung schufen. Dem Dank an den Führer verlieh der Kreisleiter Ausdruck durch ein kräftiges „Sieg-Heil!", in das alle freudig einstimmten. In buntem Wechsel folgten dann Musikstücke, Oe» dichtvorträge eines SA.-Mannes, Rezitationen, Chöre des Gesangvereins und Volkstänze des BDM. Wiederholt mußten sich die Künstler zu Zugaben entschließen, da die Darbietungen größten Beifall auslösten. Der Badenweiler Marsch bildete den Oer Sternhimmel im Februar "’oy/o. <NR6 3 i ,,2)iu Qrossjormat verlängert deitQenuss!" MIT BILDERN: WIE DIE ANDEREN GEROSTET SIND! . . . TROTZ VERTRAGUCHER ABROSTUNGSPFLICHT. ORIENTALISCHE CIGARETTEN COMPAGNIE^OS/WX,'G M B H - BREMEN Autz- ».Srennholz-Versteigerung Samstag, den 10. Februar, 9 Uhr, in der Wirt- ichaft des Gg. Sommer VI. zu Watzenborn aus den Forstorten Hasenkopf Buchenberg 58, Tempel 10 bis 13 und 24 und Schindanger der Försterei Baum- garten: 7500 I. Nutzholz. Derbslanaen, Stück: Esche 1 I. Kl., Fichte 44 I Kl., 64 11. Kl., 146 Hl. Kl. Reisslängen, Stück: Fichte 213 IV. Kl., 150 V. Kl 390 VI. Kl., 190 VII. Kl., 20 VIII. ÄI. II. Brennholz. Scheiter, rm; Buche 0,5 I. Kl., Esche (rb.) 3,9, Elche 14,6 I. Kl., 1 II. Kl., Erle (rb.) 2 I. Kl., Kiefer 22 I. Kl., 4 II. Kl.: Knüppel, rm: Buche 26, Esche 4 Eiche 31 Birke 1, Kiefer 10, Fichte 13 I. u. II. Kl.; Beifig i. kl (Knüppelreisig), rm: 4 Buche, 3 Eiche, 1 utx' 19 ^chte: Reisig II. kl. (Stamm- reisig), 100 Wellen: 52 Buche, 4 Esche, 38 Eiche 1 Erle, 2 Weym.-Kiefer: Reisig IV. kl., 100 wellen! 2 Kiefer, 8 Fichte: Stöcke, rm; Eiche 2. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht -ur Verstetgerung. Vorherige Besichtigung des Holges wird empfohlen. Gießen, den 5. Februar 1934. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 6850 1. Impftermin: Mittwoch, 7. Februar 1934, von 15 bis 16 Uhr; Nachschau: Mittwoch. 14. Februar 1934, von 16 bis Uhr; 2. Impftermin: Mittwoch, 14. Februar 1934, von 15 bis 16 Uhr; Nachschau: Mittwoch, 21. Februar 1934, von 16 bis 16% Uhr. Impflokal ist die Turnhalle der Pestalozzischulc, Wernerwall 18. , Zu diesen Terminen können alle in 1932 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen mit rem gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Jmpfuna gebracht werden. Kinder aus Häusern in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelassen. Gießen, den 28. Januar 1934. Bürgermeisterei Gießen. 3.21.: Kolb. :it betätig, kann.« Soengel.Glehen unter 0618 ’onö * Gieß. Anzeiger. [stellenangebote| Verein sucht em in Schreibmaschine u. Stenographie bewandertes Fräulein das an selbständiges Arbeiten gewöhnt ist, für stundenweiseBe- schäftigung. Schr. Angeb. u. 0623 a. d. G. A. Wegen Verheiratung meines langjährig.Mäd- chens, zum 15.2. für Arzthaushalt durchaus zuverlässiges, erfahr. illeinmädcheD 7--.-' paar o.Geschäfts- baushalt, wo es Iict’ >m Geschäft TrniiVr nonmnnn3 W? betätig.kann.- drouDr.nenmgnn- cimftL Annoo Stellen Suchenden wird dringend empsoh- lcn,ihrenBewerbung:a keine Ursprungszeug. niffebeizufüqen.In vielen Zollen sind die Auf- >raggeber von Ziffer, anzeiqen unbefcnnt, u. es kann dann zur Wie- dererlangungverlorener Lcwerbungsunterlagm nichts getan werden— Zeugnis. und ähnliche Abschriften, Lichtbilder usw. muffen stets auf der Mckscitedievollsttindiq» Anschrift desLewerberS tragen. 7tur bei Leach, iung dieser Anregon. gen können die Stellen Suchenden aus Nücksea- düng ihres (Eigentum# v.RcchiS wegen rechnen. Verkäufe Wegen Umzug 1 Kraftverstärker nebst groß. u. kl. dyn. 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