Nr. 5 Erster Blatt
M. Jahrgang
Samstag. 6. Januar 1954
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Bei den Verunglückten, die trotz stundenlangem i Suchen mit Tauchern noch nicht geborgen werdens
Anhaltende Mtschastsbelebung im Dezember
werden.
ber auf der ganzen Linie an geh alt en
3n englischen politischen Kreisen wird, dem „Daily
137 457 im Dezember 1933 gestiegen.
eine üuivviuiim •‘«a; em« r*- diese auch nicht mehr vier, sondern drei oder
wenn
Befriedigung in London
Uebereinstimmende Auffassung der Bermittlermächte.
langsam ab, und man hofft, im Laufe des heutigen Tages in das Elektrizitätswerk vordrinaen zu tonnen. Für die Bewohner von Urbeis besteht keinerlei Gefahr mehr. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt. Man zieht zwei Möglichkeiten in Erwägung: Entweder handelt es sich um einen Konstruktionsfehler im Zuleitungskanal oder aber um ein falsches Manöver während der Zuleitung des Wassers zum Kraftwerk. Der Bauwert des Kraftwerkes betrug 100 Millionen Francs. ,
jemanden, vor allem gegen Deutschland, aggressiven Charakter trüge. Die amtliche Mitteilung der Telegraphen-Agentur der Sowjetunion ist daher durchaus richtig; und ebenso richtig ist die Verlautbarung des Deutschen Nachrichtenbüros. Die deutsche Regierung hat niemals der polnischen Regierung irgend welche Pläne über eine trrit-oriale Aufteilung des Baltikums unterbreitet. „Gazeta Polska"
die sich in Sicherheit bringen konnten, haben bei dieser Gelegenheit auch die Mutter eines verunglückten Vorarbeiters gerettet, die erst am' Tage vorher zum Besuche ihres Sohnes eingetroffen und im obersten Stock des Wasserkraftwerkes unteren unterrichteten französischen Kreisen erklärt man, daß es sich bei dieser Berechnung wahrscheinlich um ein Mißverständnis handele. Die Herabsetzung der Kontingente auf 25 v. S). fei nicht endgültig und schließe die Möglichkeit gewisser Anpa sungen nicht aus. Der deutschen Abordnung sei vor ihrer Abreise nach Berlin eine Liste überreicht worden, die eine genaue Aufstellung der von Frankreich neu zu kontingentierenden Artikel enthalte. Da die französische Regierung entschlossen sei, diese Vorschläge aufrecht zu erhalten, würde ein Teil der zur Verhandlung stehenden 75 'v. H. wiederan Deutschland zurückkehren, vorausgesetzt, daß die Reichsregierung keine Gegenmaßnahmen treffe.
Deutschland an erster Stelle im Rückgang derArbestslosiakeit
die beiden --------------
scheu Deutschland und Frankreich in beinahe völliger Uebereinstimmung über die Ansichten einer befriedigenden Abrüstungsregelung befunden, und Simon habe sich die Zustimmung des Duce zu der britischen Ansicht gesichert, daß das Abrüstungsproblem dringender sei als die Frage der vötkerbundsreform. Ls sei wahrscheinlich, daß Italien nicht vor dem Sommer öffentliche Resormvorschläge über die Völkerbundsfrage formulieren werde.
Die pariser Denkschrift.
Weitere Mitteilungen aus englischer Quelle
erklärt weiter, daß dank gemeinsamer ernsthafter
~ 1 ' Reibungspunkte zwi -
Erste Schritte.
Die Dame Politik hat die Schwelle zum neuen Jahr mit nervöser Hast überschritten und hier schon in den ersten Januartagen eine Betriebsamkeit ent« öltet, die seltsam absticht von der aus den Tagen )es Weihnachtsfestes nachwirkenden Ruhe früherer Jahresbeginne. Tagtäglich melden die großen lieber- chriftzeilen der Zeitungen eine neue politische Sen- ation, die in geruhsameren Zeitläuften für einen Monat hinreichend Stoff gegeben hätte. Am Neujahrstag eine französische Abrüstungsdenkschrift in Berlin, dann der britische Ministerbesuch in Rom, Reoolverattentat in Rumänien, Roosevelts Kongrehbotschaft Über den wirtschaftlichen Wiederaufbau der Union, russisch-polnische Paktpläne im Nahen Osten und damit auch das Satyrspiel aus den unteren Regionen menschlicher Irrungen und Wirrungen nicht fehlt: der Bayonner Leihhausskandal, der in Frankreich, dem klassischen Land der großen poli- tisch-finanziellen Korruptionsfälle vom Panamaskandal bis zur kaum erst vergessenen Affäre der Madame Hanau, die öffentliche Meinung leiden-
Das WerschwemmungsunBü bei Kolmar
Oie Opfer noch nicht geborgen. — Oer Damm hält stand.
Simons Rückkehr nach London.
Vordringlichkeit der Abrüftungsfroge.—Völkerbundsreform nicht vor dem Gommer Frankreich über das römische Gespräch unterrichtet.
£ o n b o n, 6. Jan. (DRV. Funkspruch.) Rach der । am Samstagnachmittag erwarteten Rückkehr des1 Außenministers, wird sich in ber eng.ischen Hauptstadt wieder eine lebhafte politische Tätigkeit entwickeln. Am Montag wirb Simon bem von Coffie- mouth zurückkehreuden Ministerpräsidenten Mac- bona l b über feine Besprechungen in Rom Bericht erstatten. Line Sitzung bes Abrüstungs- ausfchusses des Kabinetts wird voraussichtlich für Dienstag ober Mittwoch einberufen
Rom, 5. Jan. (DNB.) Sir John Simon verließ Rom um 12.15 Uhr. Am Bahnhof hatten sich zum Abschiod der Kabinettschef im Außenministerium, Baron Aloisi, der italienische Botschafter in London, Grandi, und die englische Botschaft in Rom eingefunden. Am Vormittag hatte Simon der Presse einen Bericht über die Lage gegeben. Daraus geht hervor, daß England 51 e Völker- dundsreform als eine Frage zweiter Ordnung betrachtet. Das Abrüstungsproblem sei so wichtig und schwierig, daß man es nicht noch durch Hinzuziehung eines anderen Problems belasten dürfe. Nur wenn in der Abrüstung ein befriedigendes Ergebnis zustandegekommen sei, könne man an die Reform des Völkerbundes Herangehen. Im übrigen gebe es zwei Möglichkeiten von Reformen. Die eine gehe darauf aus, den beftehen- d e n Zustandzu stärken , die andere, ihn zu schwächen. Selbstverständlich komme für England nur die erste Art in Frage.
Was Simon nach diesen Ausführungen weiter über die Abrüstung zu sagen hatte, geht nicht über den bekannten Rahmen des englischen Standpunktes hinaus: Vermittlung zwischen der französischen und der deutschen Auffassung. Vorschläge seien nur dann zweckooll, wenn sie sowohl dem französischen als dem deutschen Standpunkt gerecht würden.
Simon wird sich, wie bereits gemeldet, in Paris nicht aufhalten. Bor seiner Abreise hatte er jedoch eine Unterredung mit de m französischen Botschafter am Quilinal, de Cham- b r un, den er über seine Besprechungen mit Mussolini unterrichtete. In französischen teilen zeigt
Warschau, 5. Jan. (DNB. Funkspruch.) „G a - zeta Polska", das offiziöse Warschauer Organ, erklärt zu dem im „Daily Herald" veröffentlichten Gerücht über polnisch-russische Verhandlungen in der baltischen Frage: Es gibt zwischen P o - len und der Sowejetunion keine 23 e Handlungen über einen neuen „P a kt", der sich mit baltischen Angelegenheiten befaßt. Noch weniger gibt es in der diploma-
Bemühungen die. v .
schen Warschau und Moskau verschwun- den seien und das Gefühl für die Gemeinsamkeit der Interessen auf beiden Seiten der Ostgrenze gewachsen sei. Wenn die verhältnismäßig neue Tatsache einer Zusammenarbeit zwischen Palen und der Sowjetunion für einige Reporter noch die Quelle für sensationelle Meldungen seien, so fei es doch weniger begreiflich, daß die Haltung Polens gegenüber den baltischen Staaten Erstaunen Hervorrufe. Denn die wahre Unabhängigkeit dieser Staaten und die Aufrechterhaltung dieser Unab- hängigkett fei feit langem ein Hauptgrundsatz der
schaftlich erregt.
Auch tiek.ttagische Ereignisse find uns in diesen ersten fünf Tragen des neuen Jahres nicht erspart geblieben. Noch steht in aller Erinnerung das furchtbare Eisenbahnunglück bei Lagny, das mehr als zweihundert, in froher Feststimmung zum Heiligenabend heimwärts eilenden Menschen einen grauenhaften Tod brachte, und schon führt ein neuer schwerer Schlag der im Jahrhundert der Technik leicht zur Ueberheblichkeit neigenden Menschheit die Grenzen menschlichen Könnens und die Unvollkommenheit menschlicher Einrichtungen in er- schlitternder Weise zum Bewußtsein. Diesmal sind es unsere deutschen Volksgenossen an der nord- böhmischen Grenze, die ohnehin in einem schweren Kamps um die Erhaltung ihrer deutschen Kultur und die Wahrung ihrer politischen Rechte gegen eine rücksichtslose Unterdrückungspolitik des tschechischen Staatsvolkes von Sorgen bedrängt nun durch die entsetzliche Grubenkatastrophe im Os- seger Kohlenrevier furchtbar heimgesucht worden sind. Don den in den Unglücksschächten eingeschlossenen Bergleuten, die mitten in ihrer schweren Berufsarbeit von einem qualvollen Tod ereilt wurden, ist über die Hälfte deutschen Stammes, wahrlich Grund genug für uns alle, die wir im Reich wohlgeborgen unserer Beschäftigung nach- gehen können, den Hinterbliebenen der tapferen Vorposten des Deutschtums im vom Nationalitätenkampf erfüllten Böhmen durch die helfende Tat zu danken für ihre Treue und ihr Opfer. Grenzland- deutsche sind es auch, die der Rohrbruch bei Kolmar betroffen hat Neun Todesopfer verschiedener Nationalität sind zu beklagen, aber es scheint, als ob die eingeleiteten Maßnahmen die Naturkatastrophe rechtzeitig einzudämmen vermöchten, um die Gefahr einer Wassersnot von den bedrohten Dörfern des Elsaß abzuwenden.
Die hohe Politik dreht sich wenigstens auf dem europäischen Schauplatz selbstverständlich nach wie vor um die deutsch-französische Der« ständigung zunächst in der Abrüstungsfrage. Der französische Botschafter in Berlin, _ Herr Francois-Poncet, hat nach feiner Rückkehr aus Paris noch am Neujahrstage in einer Besprechung mit dem Reichskanzler und dem Reichsauhen- minifter, eine Denkschrift, ein sog. Aide ms- mo i r e f e in er Regierung überreicht, das zwar bisher diplomatischen Gepflogenheiten entsprechend nicht veröffentlicht worden ist, über dessen Inhalt indessen die Pariser Presse um so mehr zu orakeln weiß. Ein kleines Ränkespiel ging vorher. Man hätte in Paris gern gesehen, wenn England und Italien der französischen Denkschrift zugestimmt hätten und man dann in Berlin mit so etwas wie einer Einheitsfront hätte aufwarten können. Aber der Schachzug Paul-Boncours mißglückte, ja es schien, als ob sich England für eine Abschwächung der französischen Forderungen einsetzen wollte. Um dieser unerwünschten Einflußnahme zuvorzukom- men, mußte sich dann auf Weisung des Quai d'Orsay Botschafter Fran?ois-Poncet beschleunigt zur Ueberreid)ung der Denkschrift nach Berlin begeben. Was die Pariser Presse über den Inhalt der Denkschrift ausplaudert, deutet darauf hin, daß Frankreich sowohl stur an dem sog. Simon-Plan vom 14. Oktober festhält, obwohl der Vater dieses Unglückskindes es am liebsten schon längst verleugnet hätte, wie auch an dem Grundsatz, daß alle deutsch-französischen Besprechungen, die man an sich nicht ohne weiteres ablehnen will, doch eines ! Tages wieder und nach französischen Wünschen 1 natürlich möglichst rasch in das große Palaver der l Genfer Abrüstungskonferenz einmünden, wo Frank- ' reich sich an der Seite seiner Verbündeten von der 1 Kleinen Entente irgendwelchen ganz unbegründet befürchteten Ueberraschungen gegenüber sicherer fühlt, als wenn es Deutschland allein gegenüber- treten muß und in England und Italien mehr Unparteiische als Sekundanten in diesem deutsch-französischen Rededuell sehen muß.
Frankreich muh jedoch wissen, daß gerade dieser inzwischen auch in London fallen gelassene ®imon- Plan den Anstoß dazu gegeben hat, daß Deutsch- land am 14. Oktober dem Genfer Parkett den Rucken kehrte. Ihn wieder hervorzukramen, würde die glatte Ignorierung aller inzwischen von Deutschland ergangenen Anregungen bedeuten. Man braucht sie im Einzelnen nicht zu kennen, im Grundsätzlichen laufen sie hinaus auf Verwirklichung des deutschen Anspruchs auf Gleichberechtigung und nationale Sicherheit, also Anpassung des gegenseitigen Ru- stungsniveaus entweder durch entsprechende 215- rüftung der hochgerüsteten Staaten oder, wen« dies den großen Militärmächten im Augenblick nicht tragbar erscheinen sollte, durch die Zuerken« nung eines Mindestmaßes an militärischen Defensivmitteln für Deutschland, auf das es mit Rücksicht
Oie deutsch-französischen Handelsberiehungen.
Berlin, 5. Jan. (DNB.) Der deutsche Botschafter in Paris ist angewiesen worden, sich über die Neufestsetzung ber französischen Einfuhrkontingente zu unterrichten. Statistische Feststellungen ergaben, daß die Abstriche an der deutschen Einfuhr nach Frankreich ungefähr die doppelte Höhe dessen erreichen, was ursprünglich angekündigt worden war. Es werden nämlich nicht etwa 300 Millionen Francs abgestrichen, sondern ein Betrag, der sich auf etwa 600 Millionen Francs belaufen dürfte. Es ergibt sich nun für uns die Frage, w e lch e Ausgleichs- maßnahmen getroffen werden können, damit die deutsche Wirtschaft nicht zu schwer geschädigt wird. Denn es ist ganz selbstverständlich, daß die hohen französischen Abstriche die handelspolitische Lage außerordentlich beeinflußt haben.
gebracht worden war.
Mit einer Geschwindigkeit von 37 Metern in der Sekunde stürzten die Fluten den Abhang herab und prallten gegen die Mauern des Kraftwerkes. Der nördliche Teil des Gebäudes, in dem sich die Arbeiter befanden, wurde vollständig vernichtet. Während man anfänglich noch mit der Möglichkeit rechnete, daß auch der Staudarnrn brechen würde, gilt diese Gefahr jetzt als überstanden. Der Damm hat dem ungeheueren Druck der stundenlang heran- braufenben Wassermassen stanbgehalten. — Nach bem „Jntransigeant" soll sich ber Sachschaben auf 10 Millionen Franken belaufen.
befonbere hat ber Kohlenbergbau infolge ber Kälte einen umfangreichen Absatz zu verzeichnen. In ber e i s e n e r z e u g e n b e n 3 n b u ft r t e trat, bebingt burch Weihnachtswocke unb Inventur, ein leichter Rückgang ein. Das Ausfuhrgeschäft konnte sich behaupten. Im R o h e i s e n i n l a n b s - qe schäft ist eine leichte Zunahme zu beobachten Die Eisen und Metall verarbeitende Industrie weist gegenüber dem Vormonat einen unveränderten Stand auf. Gemessen am Vorjahr ist die Umsatztätigkeit nicht unerheblich günstiger. Das Metall- g e s ch ä f t war im Berichtsmonat etwas lebhafter.
Die elektrotechnische Industrie war mit angemessenen Aufträgen versehen. In Textilien herrschte teilweise stärkste Nachfrage Insbesondere haben die umfangreichen UmformbcfteUun» qen zu größeren Neueinstellunaen geführt. In ber Ö e b e r i n b u ft r i c war bie Lage gegenüber ben Vormonaten mweränbert. Die Bauwirts ch a ft ist trotz bes vorübergehenben Kältewetters verhältnismäßig günstig geblieben. Bis auf wenige Aus- nahmen war volle Beschäftigung ber Arbeitskräfte möglich. Der E i n z e l h a n b e l hat sich wesentlich gebessert. Besonbers bas S p e b i t i on s g e werde hat burch bas Weihnachtsgeschäft eine beachtliche Belebung erfahren. Die V e r k e h r s w i r t s ch a s t war allgemein belebt. Soweit bie Sinne n s ch l s r fahrt in Frage kam, war insofern em Stillstand einqetreten, als im ganzen Reich bie Ströme zelt- weise zugefroren waren. Im Außenhanbel waren bie Stockungen nach wie vor bebingt burch bie anhaltenben Schwierigkeiten. Trotzbem hat in einzelnen Jnbustriezweigen bas Auslandsgeschäft etwas angezogen.
London, 6. Jan. (DNB.-Funksvruch) Ueber den angeblich in bem französischen aide m&noire enthaltenen Vorschlag, die französischen Lust- st e i t k r a f t e um 50 Prozent zu vermindern, melbet „Daily Telegraph", daß die auf diese Weise aus bem aktiven Dienst zurückgezogenen Flugzeuge nicht zerstört, sondern zur Re- ferne g e ft e 111 werden sollen. Sie wurden daher als Reservemaschinen zur Verfügung blei- b e n. Außerdem ist das französische Angebot anscheinend von der Annahme des gegenwärtigen sran- zösischen AbrüstungsplaneF durch die anderen Machte abhängig. Dieser Plan helft die S ch a f u n g einer internationalen Luft m a ch t vor, ein Gedanke, der von Macdonald und Simon bereits als undurchführbar abgelehnt mürbem Em anderer französischer Vorschlag bietet eine „K o n - vention gegen die L u f t b o m b a r b i e - r u n q" auf der Grundlage der Gegenseitigkeit an. Dieser Vorschlag würde den Ländern mit Kolomal- gebieten die Beibehaltung von „Pollzeiflugzeugen für Bombardierungszwecke, aber nur jur den Gebrauch innerhalb ihrer eigenen grenzen gestatten.
Der französische Plan beseitigt die sogenannten „Probezeiten" für einleitende deutsche maßnahmen nicht, sondern mildert sie nur. Paris
zwei Jahre betragen würde — aufrecht, während der Deutschland der Besitz von 15-Zentimeter-Ge- schützen, und 16-Tonnen-Tanks und Jagdflugzeugen nicht gestattet werden soll. Simons Bemerkung in Rom, daß Deutschland zur „moralischen Gleichberechtigung und Rüstungsgleichheit" berechtigt fei, könnte zu der Annahme führen, daß England und Italien dieser besonderen französischen Forderung nicht zustimmen.
Auch Warschau dementiert.
Keine russisch-polnischen Paktverhandlungen über das Baltikum.
-Hl engujurv.. . hat. Demgegenüber fpieien Die m u« et ff er Stelle stehl dabei Deulscylano.
Telegraph" zufolge, große Befriedigung über bas । 3roeigen eingetretenen Rückgangserschernungen kerne men hat bie Arbeitslosigkeit in Norwegen,
Ergebnis der Besprechungen Simons mit Mussolini > wesentliche Rolle. Die Gesamtlage ist .in jeder Weise ( . j)euseeianb tj «äftina Bolen und der
Berlin 5 Jan (DNB.) Auf Grund der Be- Vierteljahr 1933 geht hervor, daß sich die Lage auf richte ber be'utschen Jnbuftrie- unb Hanbelskammern, dem internationalen Arbeitsmarkt weiter g e - Handwerkskammern unb Wirtschaftsverbände ist bessert hat. Verglichen mit der gleichen Zeit des festzustellen, daß die Wirtschastsbelebung im Dezem- Vorjahrs ist in 20 Staaten ein Rückgang ber auf ber ganzen Linie angeb alt en ber Arbeitslosigkeit fesizustellen. An j bat. Demgegenüber spielen bie m vereinzelten ^^er Stelle steht dabei Deutschland.
befaßt. Noch weniger gibt es in ber biploma- pangigteu jei eu langem em
tischen Zusammenarbeit zwischen Polen unb ber polnischen Politik im Baltikum unb werbe bies auch Sowjetunion irgenb etwas, was gegen irgenb | bleiben.
Paris 6 Jan. (DNB.-Funkspruch.) Trotz aller konnten, handell es sich um brei Franzosen, brei IUU1U uiuuuWW xm ,.—07,.^........u-o- Anstrengungen der Feuerwehr und des Militärs, Schweizer unb bret Italiener. Die belben Arbeiter,
man sich mit dem Ergebnis dieser Unterredung zu- e5 nic$)t gelungen, die Leichen der bei dem f’4' " frieden und unterstreicht vor allem den verträglichen r20n qectern gemeldeten Ueberschwemmungs- Geist, den der Duce an den Tag gelegt habe, m- u n I ü cf in Urbeis ums Leben gekommenen neun dem er sich mit der Vertagung der R ef 0 r m ^„gestellten des Wasserkraftwerkes zu bergen. Man bes Völker And es bis »ach einer Reg e»j bemül)t jetzt, den Wafferstanb bes Sees zu lung ber R üst ungsfrage einverstanden er- - ^en, um dadurch der G e f a h r e i n e s D a m m- tlärte. In der Rüstungsfrage sei em wesentlicher Druckes zu steuern. Die Wassermassen ziehen Fortschritt auf dem Wege der Abrüstung er- - - - *■'-«- ■ n—£-
zielt worden in dem Sinne, wie Frankreich ihn in seiner letzten D e n k s ch r i f t an die Reichsregke- rung bargelegt habe.
(0enf. 5. Jan. (DRV.) Aus der am Freitag ver- mafinaom™ ,„.lueln - öffentlidjten M r b e i t s I o f e n ff a f i fit t 6 e s 3n-
hölt feine Forderung noch einer ~ «„national-» Arb-ft-amtr für da» fehle
auf feine Lurch die gewaltigen Rüstungen feiner Nachbarn ständig bedrohte Sicherheit unmöglich länger verzichten kann. Unter diesen Voraussetzungen i-st Deutschland bereit, sich einer gleichmäßig auf alle Mächte angewandten Kontrolle des Rüstungsstandes zu unterwerfen, wie es auch zur erneuten Bekundung feines Friedenswillens allen seinen Nachbarn den Abschluß von Nichtangriffspakten anbietet. Einer Verlängerung des ebenso unwürdigen wie gefahrdrohenden Zwischenzustan- Les, in dem es nun schon seit Jahren gehalten wird, kann es indessen nicht zustimmen. Darauf scheint aber die französische Verschleppungstaktik hinauszulaufen, wenn sie wieder auf Pläne zurückgreift, die schon vor drei Monaten von Deutschland als völlig indiskutabel zurückgewiesen worden sind.
Das gänzlich Unfruchtbare dieser sich im Kreise drohenden Politik Frankreichs ist wohl auch den Engländern auf die Nerven gefallen. Sir John Simons Weihnachtsbesuch in Paris und Rom galt der Sondierung neuer Möglichkeiten. Bei Paul-Boncour scheint er damit wenig Glück gehabt zu haben. Die Fühlungnahme mit Mussolini dürfte jedoch eher zu einer Verständigung über eine gemeinsame Marschroute geführt haben, wenn auch die amtliche Verlautbarung kaum erkennen läßt, in welcher Richtung man eine Lösung der gegenwärtigen europäischen Schwierigkeiten zu finden hofft, da Frankreich sowohl in der Abrüstungsfrage wie in der dem italienischen Regierungschef besonders am Herzen liegenden Frage einer Reform des Völkerbundes jedem neuartigen Gedanken den gleichen sturen Widerstand entgegensetzt. Sollte Sir John Simon mit der Hoffnung nach Rom gekommen sein, in Mussolini einen Bundesgenossen für die Rettung der Abrüstungskonferenz und des Völkerbundes zu finden, der ihm einen peinlichen Entschluß gegenüber seinen Pariser Freunden vielleicht ersparen könnte, so wird sich der britische Außenminister vermutlich sehr getäuscht haben. Denn der Duce ist ein viel zu kluger Realpolitiker, als daß er, um England aus der selbstverschuldeten Sackgasse herauszuhelfen, nun seine zurückhaltende Politik vorzeitig aufgäbe. Er sieht die unüberwindliche Abneigung Frankreichs gegen jede Rüstungsoermmderung und erkennt die Berechtigung Deutschlands, bei dieser Sachlage das Mindestmaß an Defensiowaffen zu fordern, dessen seine nationale Sicherheit bedarf. Auch seine scharfe Kritik am Völkerbund in feiner gegenwärtig fien Form als Instrument der Sieger von Der- ailles ist durchaus schöpferischer Natur. Die Be- reiung von den Fesseln von Versailles durch eine Herauslösung der Völkerbundssatzung aus den Friödensverträgen ist, ebenso wie die Befreiung von den Fesseln eines auf die internationale Politik übertragenen überspitzten demokratisch-parlamentarischen Systems, wohl geeignet, an die Stelle fruchtlosen Debattierens eine ertragreiche Arbeit zu -setzen, wenn Rechte und Pflichten der Großmächte Len erhöhten Verantwortlichkeiten entsprechend in Las richtige Verhältnis gebracht werden zu den unbegründeten Ansprüchen der kleinen Staaten. Nur wenn die europäischen Großmächte mit etwas mehr Zivilkourage als bisher die Angelegenheiten Les Kontinents entschlossen in die Hand nehmen ohne Rücksicht auf ein etwa zur Schau gestelltes Scirnrunzetn der Kleinen Ennnte oder anderer Nutznießer eines überlebten Systems, wird Europa in der Weltpolitik wieder seine Stimme in die Waagschale werfen können.
Mussolini trifft sich in dieser Auffassung einer europäischen Selbsthilfe mit dem Präsidenten Roosevelt, der in feiner Neuiahrsbolscha.t an den Kongreß der Vereinigten Staaten über die Weiter, üyrung des wirlscyastlichcn Ausbauwerks auch die amerikanische Außenpolitik kurz streifte. Amerika schwört in Zukunft jeder Jn- terventionspolitik ab, eine Verbeugung vor den südamerikanischen Staaten, die auf der panamerikanischen Konferenz in Montevideo diesen sehr empfindlichen Punkt zur Sprache gebracht hatten. Amerika lehnt aber auch jede Einflußnahme auf die politische Gestaltung Europas ab, wenn es auch zur Mitarbeit an praktischen Abrüstungsmaßnahmen und an einer Belebung des Welthandels bereit ist. Ader Roosevelt erwartet von Europa eine Bereinigung der eigenen Angelegenheiten. Diese aber wird weder durch die sterlle Politik Frankreichs noch durch das Störungsfeuer gefördert, das Rußland neuerdings gegen Westen zu richten beliebt. Nach den Erfolgen der Amerikareise, des Besuchs in Rom und des französischen Liebeswerbens ist offenbar Herrn Litwinow trotz der immer nach recht kritischen Lage in Dftafien der Kamm bedenklich geschwollen. Er und fein Kollege Molotow haben in Reden vor dem Rätekongreß sich keine Mühe gegeben, ihre Antipathie gegen das national; sozialistische Deutschland au verbergen. Mögen sie, der Aerger über den Zusammenbruch des Kommunismus in Deutschland läßt das begreifen. Unverständlich aber und unverzeihlich ist die dreiste Unterstellung, Deutschland habe den Völkerbund verlassen, um in Ruhe aufrüsten zu können. Reichskanzler und Reichsregierung haben auch den östlichen Nachbarn und Sowjetrußland gegenüber ihren entschlossenen Willen zum Frieden feierlich betont, so daß fein Zweifel an der Ehrlichkeit der deutschen Friedensabsichten erlaubt ist. Nun bringt der dem neuen Regime in Deutschland nicht gerade vorurteilslos gegenüberstehende „Daily Herald", das Blatt der englischen Labourpartei, die Nachricht von einem polnisch-russischen Garantiepaktangebot an Finnland und die baltischen Randstaaten Estland, Litauen und Lettland. Moskau hat sofort dementiert und auch in den baltischen Hauptstädten will man von einem solchen Angebot nichts wissen. Es wäre also jedes Wort darüber überflüssig, man könnte die Meldung des englischen Blattes als Zeitungsente ober Versuchsballon abtun, wenn nicht die Unterstellung, das Garantiepaktangebot wäre durch die Gefahr vor einem deutschen Uebergriff ausgelöft worden, schärfste Zurückweisung verdiente. Es hieße doch den Bock zum Gärtner machen, wollte z. B. Finnland den Schutz seiner Unabhängigkeit dem gleichen Rußland anoertrauen, gegen dessen bolschewistische Horden es mit der Hilfe deutscher Truppen Freiheit und Unabhängigkeit erst hatte erkämpfen müssen, oder wollte Litauen die gleiche Beschützerrolle den Polen zuweisen, die durch den allem Völkerrecht Hohn sprechenden Ueberfall der Soldateska des Generals Zeligowfki im Oktober 1920 sich in den Besitz der alten litauischen Haupt- tadt Wilna gesetzt haben. So sehen also die Be- chützer aus, die sich die baltischen Staaten ausge- ucht haben sollten gegen eine deutsche Bedrohung, )ie nur in der Phantasie berufsmäßiger Unruhstifter und Brunnenvergifter existiert. Das national- ozialistische Deutschland hat auch gegenüber den Staaten des Nahen Ostens Gedanken des Friedens. Die Besprechungen mit Polen sind dafür der beste Beweis. Ebenso wie Deutschland das Recht für sich in Anspruch nimmt, seiner völkischen Eigenart gemäß feinen Staat zu bauen, lehnt es Deutschland ab, durch Zwangsmaßnahmen irgendwelcher Art
Die SA hat keine militärischen Aufgaben
StabSchesKöhmklärtdieWettöffentlichkeitüberdenwahrenEharakterderSAauf
Sofia, 5. Jan. (DNB.) Die bulgarische Tageszeitung „Nefawissimost" veröffentlicht eine Unterredung, die der Reichsminister und Stabschef der SA., Ernst Röhm, dem Berliner Vertreter des Blattes gewährt hat. Der Stabschef führte u. a. aus: Durch den Nationalsozialismus ist Deutschland aus dem Brückenkopf eines tödlichen Angriffes auf die Welt zu einem festen Bollwerk gegen den Bolschewismus geworden. Die verant- wortungs-, gewissen- und vaterlandslosen Pamphleten behaupten immer wieder: Unsere politischen Kampforganisationen trügen m i - litärischen Charakter und könnten dadurch au einer Bedrohung des Friedens der Welt werden. Als verantwortlicher Stabschef der SA. wende ich mich im Hinblick auf die Tatsache, daß wir nichts zu verheimlichen haben, an die Weltöffentlichkeit, um darzulegen, was es mit diesen Einheiten auf sich hat. Die SA. läßt sich mit keinem Heer, mit keiner Miliz vergleichen, denn sie ist keines von ihnen. Allen genannten Heeren ist der Begriff der bewaffneten Macht eigen. Das gerade aber ist nach dem ausgesprochenen Willen Adolf Hitlers die SA nicht. Der SA. ist die Aufgabe gesetzt, den neuen deutschen Staat zu formen und den deutschen Menschen zu einem lebendigen Glied dieses nationalsozialistischen Staates zu erziehen. Zwischen der Reichswehr
und der SA. bestehen keinerlei Bindungen. So war aych das Reichsheer bei der nationalsozialistischen Revolution gänzlich unbeteiligt — ein Vorgang, der in der Geschichte der Revolution wohl beispiellos dasteht. Im übrigen habe ich bisher nicht gehört, daß irgend jemand an Der Uniformier rungber zahlreichen Verbände unserer Nachbarstaaten Anstoß genommen hätte. Dabei ist heute fast die gesamte Jugend in England, Frankreich, Italien, in den Vereinigten Staaten, in Polen und in Rußland nicht nur mit Uniformen bekleidet, die denen der entsprechenden Armeen ähneln, sondern sie wird sogar von Heeresangehöri- g en ganz offen mit der Waffe für den Kriegsdienst ausgebildet. Deutschland ist sich der Ungunst seiner mititärgeographischen Lage bewußt und hat deshalb das größte Interesse an der Aufrechterhaltung eines ehrlichen Friedens. Die deutschen Jndustriereviere liegen fast sämtlich in der Reichweite der Geschütze unserer Nachbarn. Den Tausenden und aber Tausenden Kriegsflugzeugen hat Deutschland nicht ein einziges entgegenzusetzen. Der nationalsozialistifche Staat ist endgültig unwiderruflich, damit müssen f’d) £»ine Feinde drinnen und draußen abfinden, denn der Staat ist das Volk und das Volk ist der Staat."
Riefenfehlbetrag im amerikanischen Staatshaushalt.
Astronomische Summen für den Aufbau der Volkswirtschaft. — Zn 2 Zähren will Roosevelt den Haushalt balancieren.
Washington, 4. Ian. Präsident Roosevell hat nun am Donnerstag dem Kongreß den Haus- haltsvoranfchlag für das im Juni beginnende Haushaltsjahr vorgelegt. Don den Ausgaben, die mit 5960 Millionen Dollar veranschlagt werden, entfallen 3237 Mill. Dollar auf den ordent- lichen Haushalt, während der Rest für die mit dem Wiederaufbau der Volkswirtschaft betrauten Verwaltungen bestimmt ist. Für die Stützung von Banken, Sparkassen und Bausparkassen sowie für den Freiwilligen A r - b e i t s d i e n st, die Durchführung öffentlicher Bau- ten usw. werden zusätzlich 2000 Millionen Dollar benötigt.
Da die Einnahmen mit 3679 Millionen Dollar veranschlagt werden, muß man mit einem Fehlbetrag von rund 2 000 Millionen Dollar rechnen, was für das laufende und kommende Haushaltsjahr zusammen die phantastische Summe von 9000 Millionen Dollar ausmacht. Die öffentliche schwebende Schuld wird Ende Juni 1935 auf rund 32 000 Millionen Dollar angewaä fcn sein.
Präsident Roosevelt gibt zu, daß feine Botschaft „brutal offen" sei und nichts verschleiere, er müsse jedoch bemerken, daß er nicht ganz die Summen aus- gegeben habe, die ihm der Kongreß im Juni bewilligt habe. Man müsse bedenken, daß es sich bei den Ausgaben zum Teil um Kapitalanlagen handle, die dazu verwendet würden, um die Vereinigten Staaten neu aufzubauen. Im Jahre 1936 müsse der gesamte Haushalt ausbalanciert fein.
Durch scharfe Sparmaßnahmen fei der ordentliche Hausyalt um 6 8 4 Millionen Dollar herabgesetzt worden. Der Marinehaushalt betrage 315 Millionen und sehe eine Erhöhung der Zahl der Matrosen und Seesoldaten um rund 4000 Mann vor. 55 Millionen Dollar seien für Neubauten ausgeworfen. Der Heereshaus- halt weife einen Voranschlag von rund 280 Millionen Dollar auf. Für den Flugdienst seien 24 Millionen Dollar ausgeworfen worden. Es sollten 4 4 8 neue Flugzeuge angeschafft werden und 185 000 Mann Miliz, sowie 125 000 Reserveoffiziers-Anwärter ausgebildet werden. Der Haushalt für das Auswärtige Amt sieht intereffanter- weise keine Kosten für die Abrüstungsabordnung vor.
Die (Eintreibung der alliierten Kriegsschulden soll energisch versucht werden.
Die Ansicht des Kongresses in Der Frage der nichtzahlenden alliierten Kriegsschuldner ist unverändert. Sie zeigte sich in der ersten Sitzung z. B. durch starkes Beifallsklatschen, als Roosevelt Finnland als einzigen treuen Zahler lobte. Nach wie vor ist das Parlament nicht gesonnen, Frankreich und dessen früheren Verbündeten die Kriegsschulden ohne Gegenleistung zu erlassen. Ueberbies brachte der Abgeordnete Kniskes im Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf ein. Der eine Verdreifachung der Zollsätze für Die Waren aus Denjenigen Ländern vorsieht, die nicht mehr als 10 v. H. ihrer bereits fällig gewordenen Kriegsschuldenzahlungen geleistet haben.
Londoner Echo.
London, 5. Jan. (DNB.) Zu Präsident Roosevelts Haushalt mit seinen „astronomischen Zahlen" sagt die „Morningpost": Unleugbar übernimmt der Präsident ein großes Risiko, Denn er verpfändet die Zukunft in der Hoffnung auf Erholung. Sollte er keinen Erfolg haben, wird das Land für nichts und wieder nichts mit einer gewaltigen Schuldenlast belegt fein. Ob die Besorgnis der Kritiker begründet ist, läßt sich auf Grund der früheren Erfahrungen nicht beurteilen, Denn ein solches Experiment ist noch niemals in Angriff genommen worden. — Im „Daily Telegraph"" heißt es, der amerikanische Präsident behandele Das Erholungsproblem w i e ein Kriegsproblem. Er führe feine Nation in einen verzweifelten Kampf um Die wirtschaftliche Selbsterhaltung. Es sei nicht einzusehen, warum die Berechnungen des Präsidenten enttäuscht werden sollen. Das gesamte Erholungsdefizit von neun Milliarden Dollar werde ungefähr der Summe entsprechen, um die sich Die Schulden Der Vereinigten Staaten während Der zehn toten Jahre nach Dem Krieg vermindert hätten. — „Financial limes'' meint, Sowjetrußland werde vielleicht etwas eifersüchtig sein, daß Präsident Roosevelt mit feinem Dreijahresplan Rußlands Urheberrecht verletzt habe. Wie es den Vereinigten Staaten 1936 ergehen werde, wenn alle Regierungsaufwendungen durch entsprechende Einnahmen aus einem ausgeglichenen Budget bestritten werden sollen, sei eine Frage für sich. Die Außenwelt müsse jeden Gedanken an eine baldige Stabilisierung Des Dollars aufgeben. In dem Dreijahresplan ist Die Weigerung enthalten, auf irgendein ausländisches Interesse Rücksicht zu nehmen.
Teile fremder Völker in seinen Staatsraum einzubeziehen oder seinen Nachbarn die Achtung ihrer völkischen Eigenart zu versagen.
Oie Zuspitzung der Lage in Oesterreich.
Großes Interesse der englischen Presse.
London, 6. Ian. (DNB. Funksvruch.) Die wachsende Zuspitzung der Lage in Oesterreich nimmt
werden konnte. — In Lamprechtshausen tarn es zu lauten Mißfallenskundgebungen gegen die Bischöfe. — In Zell am See verließ ein Großteil Der Kirchenbesucher Das Gotteshaus. — In HundsDorf an Der Glocknerstraße weigerte s i ch ein Franziskanerpater, Der Den Auftrag erhielt. Den Hirtenbrief zu verlesen; er erklärte, Daß er ausgesprochene Parteipolitik von der Kanzel herab nicht treiben wolle. Der Pater wurde daraufhin sofort strafweise nach Marburg a. d. Drau versetzt.
in der englischen Presse einen breiten Raum ein. Der Wiener Berichterstatter Des „Dialy Telegraph" meldet, unparteiische Beobachter berichteten, Laß die Unzufriedenheit in den österreichischen Provinzen — hauptsächlich infolge des Darnieberliegens der Fremdenindustrie -T- s i ch rasch einem Höhepunkts nähere. Der Berichterstatter will wissen, daß eine ‘ für den heutigen Samstag geplante große n a t i o - j nolsozialistische Kundgebung in Wien im letzten Augenblick abgesagt worden sei und I folgerte Daraus, daß die Nationalsozialisten eine I wichtige AenLerung in Der Haltung der österreichischen Regierung erwarteten. In großer Aufmachung' berichtet der sozialistische „Daily H e r a Id" seinen Lesern, daß Dollfuß insgeheim die gleichzeitige Unterdrückung sämtlicher Parteien mit Ausnahme Der Vaterländischen Front und die Ausschreibung einer Wahl vorbereite, an Der nur die Kandidaten Der Vaterländischen Front teilnehmen Dürften.
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Wie Der „Oesterreichische Pressedienst" meldet, kam es bei Verlesung des Hirtenbriefes des österreichischen Episkopats gegen den National- sozialismus in verschiedenen Orten zu Zwischenfäl- len. Aus Dem Bundesland Salzburg, das rein katholisch ist, werden ein paar Beispiele gemeldet: $n Anthering verließen die Baue n während Des Geschimpfes über den Nationalsozialismus die Kirche. — In Gröding entstand so lautes Husten und Gemurmel, daß kein Wort verstanden
Festnahme katholiscker Geistlicher in Württemberg.
Stuttgart, 5.Jan. (DNB.) Die politische Polizei hat zwei katholische Geistliche fest- genommen und in das Schutzhaftlager Kuhberg gebracht. 20 Schutzhäftlinge, Die als Opfer gewissenloser Verführer anzusehen sind, wurden gleichzeitig aus Dem Lager Kuhberg entlassen.
Don zuständiger Seite wird Dazu mit« geteilt, Daß sich die politische Polizei infolge Der wachsenden Erregung in einzelnen Orten über die
. politische Betätigung von Geistlichen nach sorgfäl- I tiger Prüfung aller Umstände zu Gegenmaßnahmen 1 habe entschließen müssen. Es wird auf verschiedene I Beispiele politischer Agitation durch katholische Pfarrer hingewiesen. So habe ein Geistlicher zur Hinrichtung von sechs Kölner Kommunisten eine Heilige Messe abgehal- t e n und sich mit den ihm anvertrauten Kindern im Religionsunterricht über diese Hinrichtung auseinandergesetzt. Ein anderer habe von Der Kanzel herab Die nationalsozialistische Bewegung geschmäht. Ein Dritter Geistlicher habe an einem Abend, an dem Die ganze Welt die Rede des Kanzlers anhörte, seinen Katholischen Gesellen- verein mit unaufschiebbarer Tagesordnung einberufen und so Das A b h ö r e n Der Rede ver- hinbert.
Schärfere Strafverfolgung von Kon ursvergehen.
Berlin, 5. Ian. (Adz.) Die Strafoorschriften Der Konkursordnung ermöglichen es, Personen zur Verantwortung zu ziehen, die sich nicht rechtzeitig ihren Gläubigern offenbart unb durch Den Fortbetrieb ihres an sich überschulderen Unternehmens die Gläubiger geschädigt haben. Zahlreiche Zuwiderhandlungen gegen die Strafbestimmungen der Konkursordnung bleiben ungesühnt, weil sich niemand findet, der Den Tatbestand aufdeckt und Anzeige erstattet. Seit Jahren ist immer wieder Darüber Beschwerde geführt morden, daß Personen, die ihre Gläubiger in unverantwortlicher Weise geschädigt haben. Straffrei bleiben und vielfach sogar ein neues Geschäft errichten oder das bisherige Unternehmen weiter führen. Die •Berliner Industrie- und Handelskammer hat mit Vertretern der beteiligten Ministerien, Konkursrichtern, Konkursverwaltern und Angehörigen Der Wirtschaft über eine Abstellung Dieses Mißstandes beraten. Man stellte fest, Daß zwar in allen Konkursfällen eine strafrechtliche Nachprüfung erfolgt, be- zeichnete es aber als Mangel, daß in Den meisten Fällen, in Denen Die Eröffnung des Konkursverfahrens wegen Geringfügigkeit Der Masse abgelehnt wird, c ine strafrechtliche Nachprüfung nicht vorgenommen wird. Es soll deshalb bei der Industrie- unb Handelskammer eine Stelle eingerichtet werden, Die diese Nack Prüfung vornimmt. Die Industrie- und Handelskammer erwartet, Daß ihr bei den Der Allgemeinheit Dienenden Prüfungen keine Schwierigkeiten erwachsen. Sollte etwa durch Vorenthalten der Geschäftsbücher die Vornahme Der Prüfungen erschwert werden, so reichen die geltenden Bestimmungen aus, um derartige Störungsversuche zu verhindern. Grgen Mißbrauch der Neichszuschüffe
für Znstandsebungen.
Berlin, 5. Jan. (VDZ.) Mit Den für Jnstanb- fetzungs-, Ergänzungs- und Umbauarbeiten bereit- gestellten Reichszuschüssen sollen vor allem Arbeitsgelegenheiten im Winter geschaffen werden. Eine mißbräuchliche Ausnutzung Der Reichsmittel durch betrügerische Angaben muß deshalb unter allen Umständen verhindert werden. Bei betrügerischen Angaben ist ein ausgezahlter Zuschuß zurückzufordern und eine strafrechtliche Verfolgung herbeizuführen. Der Reichsarbeitsminister betont, daß es wichtig ist, von vornherein von Betrugsverfucken abju« schrecken. Hierzu rft erforderlich, daß sofort nach Festellung des versuchten oder vollendeten Betruges sofort eine Bekanntmachung in Der Presse erfolgt. Durch allerschärfste Maßnahmen gegen derartige Personen, Die aus Eigennutz Die Interessen Der Volksgesamtheit schädigen und Die Auswirkung Der Maßnahmen der Reichsregierung sabotieren, kann eine abschreckende Wirkung erzielt werden. Eine Nachprüfung der einzelnen Aufträge muß sich insbesondere Darauf erstrecken, ob Die in Den endgültigen Rechnungen angegebenen Arbeiten auch tatsächlich ausgeführt sind. Es ist beabsichtigt, außerdem noch einer zusätzliche Prüfung durch Reichs st eilen erfolgen zu lassen. Eingliederung enllastener Schutzhäst-
linge in die Volksgemeinschaft.
Berlin, 5. Jan. (DNB.) Der preußische Ministerpräsident hat aus Anlaß der Weihnachts - am n e ft i e zum Ausdruck gebracht, daß die Schutz- Häftlinge, die nunmehr zur Entlassung gekommen sind, sich nicht als Ausge st oßene betrachten sollen, sondern sich bemühen müssen, den W-g zur Volksgemeinschaft zurückzufinden. Den Entlassenen darf seitens der Behörden und der Oeffent- lichkeit keine besondere Schwierigkeit bereitet werden, da der Zweck der Entlassungsaktion erst Dann vollständig erreicht wird, wenn Die entlassenen Schutzhäftlinge als vollgültige Volksgenossen behandelt roerDen. Der preußische Ministerpräsident will nicht, daß diese Volksgenossen nur deshalb, weil sie in einem Konzentrationslager waren, benachteiligt werden sollen; so daß ihnen z. B. die Aufnahme eines A r b e i t s v e r h ä 11 n i s - f e 5 nur allein aus dem Grund unmöglich gemacht wird, weil sie ehemalige Schutzhäftlinge sind. Es wird erwartet, daß schon Die örtlichen Dienststellen im Bewußtsein ihrer Verantwortung als Organe des nationalsozialistischen Staates den früheren Häftlingen Förderung und Unterstützung angedeihen lassen. Die Fürsorge für Die entlassenen Häftlinge ist am wirksamsten durchzuführen, wenn sie bereits bei den untersten Organen des Staates einsetzt und von dort in das Volk hinausgetragen wird. Die Aufsichtsbehörden haben deshalb nicht nur Darüber zu wachen, Daß Die Beamten in Dieser Hinsicht ihre Pflicht erfüllen, sondern daß überhaupt auf keiner Stelle durch Die Außerachtlassung dieser Richtlinien Das Einigungswerk Des Führers sabotiert wird.
Gleichzeitige Gehaltszahlung in Reich und Preußen.
Berlin, 5. Jan. (DNB.) Nachdem Die Zahlung Des letzten Viertels der Beamtengehälter in Preußen in diesem Monat bereits am 15. erfolgt, hat der preußische Finanzminister nunmehr angeordnet, daß im Monat Februar eine weitere Vorverlegung ftattfinbet unb den Beamten Die zweite Hälfte Der Gehälter bereits am 10. Februar in voller Höhe ausgezahlt wird. Damit werden wieder für die Gehaltszahlung in Preußen Die gleichen Termine festgesetzt, wie sie für Die Auszahlung Der Gehälter an die R e ich sbeamten gelten. Sofern es die Kaffen- Verhältnisse Des preußischen Staates irgendwie zu- lassen, wird diese einheitliche Zahlungsweise künftig beibehalten werden.
Oer neue Befehlshaber im Wehrkreis III.
B - rlIn, 5. San. (DNB.) Als Nachfolger des zum Chef Der Heeresleitung ernannten General leutnants Freiherrn v. Fritsch ist Oberst v. W i tz l e b e n, Jnfanteriesührer VI, zum Som- mandeuxder 3. D i v i s-i o n und Befehlshaber im Wehrkreis III ernannt, und zwar unter Beförderung zum Generalmajor.
Generalmajor v. Witzleben wurde 1881 in Bres- lau geboren. Er ist verheiratet. Sein Vater war Offizier. Nach dem Besuch der Kadettenanstalt trat er 1901 als Leutnant in Das ©renaDierregiment Nr. 7 ein. Bei Ausbruch Des Kriegs rückte er als Brigadeadiutant ins Feld. Nach längerem Frontdienst wurde er 1917 Generalstabsoffizier. Nach dem Krieg wurde er Kompaniechef, bann in Den Generalstab ber 4. Division versetzt; 1926 trat Witz- leben als Generalstabsoffizier zum Jnfanteriefüh« rer III in Potsdam. 1928 wurde er Bataillonskom- manbeur im Infanterieregiment 6, 1930 Chef bes Stabs Der 6. Division. 1931 zum Oberst befördert,
dann Kommandeur des Infanterieregiments 8. Seit dem 1. Oktober 1933 war er Infanterieführer VI, Hannover.
Oas neue rumänische Kabinett.
B u k a r e st, 5. Jan. (DNB.) Am Freitagabend fand in Sinaja die Vereidigung des neuen Kabinetts durch den König statt. Die Kabinettsliste weist im letzten Augenblick noch eine Aenderung auf insofern, als Tatarescu vorläufig das Außenministerium behalten wird. Tatarescu erklärte Vertretern der Presse, daß das Kabinett in seinem Programm und in seinem Aufbau eine Fortsetzung des Kabinetts Duca fei. T i • tulescu ist am Freitagabend aus St. Moritz wie- der in Bukarest eingetroffen. Er hatte mit Konstantin B r a t i a n u , dem neuen Führer, der Liberalen, bereits eine Besprechung über die Lage. Bis zur Entscheidung Titulescus hat Tatarescu vorläufia das Außenministerium übernommen. Tatarescu soll beabsichtigen, mit allen politischen Parteiführern über einen innerpolitischen Burgfrieden zu verhandeln.
Vor dem Abschluß eines Balkanpaktes.
Rom, 5. Ian. (DNB.) Bon glaubwürdiger Seite verlautet, daß der Abschluß eines Balkanpaktes zwischen der Türkei, Griechenland, Südslawien und Rumänien mit Sicherheit zu erwarten sei. Der Beitritt sei der b u l g a - rischen Regierung offengehalten worden, vorausgesetzt, daß sie den Status q u o anerkenne. Der Pakt richtet sich also gegen die Re- oifionsansprüche Bulgariens. Die Unterredung des griechischen Außenckiinisters Maxi- mos m.t Mussolini dürfte an der Sachlage nichts mehr geändert haben, wenn auch Maximos wahrscheinlich versichert haben wird, daß Griechenland an seinem Freundsch^stsvertrag mit Italien ausrich- tig festzuhalten gedenke. Der Balkanpakt wird natürlich die Anerkennung der Grenzen der beteiligten Staaten gegenüber benachbarten nicht beteiligten Staaten nicht betreffen wie etwa die italienisch-südslawische Grenze oder die Grenzen Ungarns.
3000 Deutsche von öer Entziehung der Arbeitsbew.lligungen in Memel betroffen.
Königsberg, 5. Jan. (DNB.) Wie aus Memel verlautet, laufen die den deutschen Staatsangehörigen erteilten Arbeitsbewilligungen fast alle im Laufe des Januars ab. Wenn auch der Aufenthalt als solcher zum Teil noch für drei Monate bewilligt fein dürfte, so wird durch die Entziehung der Arbeitsmöglichkeiten bei vielen wohl kaum ein weiterer Aufenthalt in Frage kommen. Man rechnet, daß hiervon ungefähr 3000 Personen, Männer,Frauen und Kinder, betroffen werden und daß etwa 900 Arbeitnehmer keine Arbeitsbewilligung mehr erhalten werden.
Ausdevnung des Feuers zwingt zur Einstellung des Rellongswerks aus den Ae.sonWch.en.
120 Bergleute verloren. — Neue Explosion. — Borwürfe gegen die Leitung.
Brüx, 5. Jan. (DNB.) Die Rettungsarbeiten auf den Nelsonschächten sind notgedrungen eingestellt worden. Die noch in der Grube befindlichen etwa 120 Bergleute sind als verloren zu betrachten. Diese Maßnahmen der Grubenleitung decken sich mit dem Beschluß der amtlichen Untersuchungskommission. Beim Vordringen gegen die Arbeitsstelle im Nelsonschacht III sind die Rettungsmannschaften am Donnerstagabend auf zwei Brandherde gestoßen. Man versuchte vergeblich, das Feuer mit FeuerlöschappSraten zu ersticken. ,Offenbar brennt das ganze Kohlenflöz des Reviers. Das Feuer breitete sich so rasch aus, daß die Arbeiten schließlich e i n g e - st e l l t werden mußten. Auch im nordwestlichen Teil konnte wegen zu starker Vergasung der Strecke nicht weiter gearbeitet werden. Man hat sich daher entschlossen, den Mannschaftsschacht und den durch die Explosion zerstörten Förderschacht, die 50 Meter voneinander entfernt liegen, von der Sohle aus gegen die übrigen Teile der Grube a b 5 u ■ sperren. Während der Nacht wurden die Sperrmauern aufgeführt. Es bleibt somit nichts übrig, als die Grube ihrem Schicksal zu überlaßen. Heute früh gegen 5 Uhr erfolgte im Ostteil der Grube Nelson III eine mit starken Erschütterungen ver- bundene neue Explosion. Aus dem Wasserschacht, der bisher als Zugang für die Rettungsmannschaften diente, steigt mit Rauch vermischter Wasserdampf auf.
Die Erregung der Bevölkerung über das Berg- werksunglück ist außerordentlich gewachsen, vor allem nachdem die Wahrscheinlichkeit besteht, daß man nicht einmal die Leichen der Oofer wird bergen können. Die Bevölkerung ist der Ansicht, daß die Katastrophe vor allem auf die Sparmaßnahmen der B e r g w e r k s l e i - t u n g zurückzuführen ist. In Dux sind st a r k e Gendarmerieabteilungen zusammengezogen. Alle Hotels sind mit Gendarmerie belegt. Die Absperrungsmaßnahmen auf dem Schacht Nelson III sind im Laufe des Tages außerordentlich ver- schärft worden. Die Hoffnung, in absehbarer Zeit die noch eingeschloßenen Toten bergen zu können, hat man aufgegeben. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis hinter den heute Nacht er- richteten Mauern die Brände erloschen sein werden.
Die Gewerkschaften fordern Verstaatlichung desBergbaues
Prag, 5.Jan. (DNB.) Die Bergarbeitergewerkschaften, die am Freitag hier zu einer Beratung zusammentraten, haben folgende Forderungen aufgestellt: Gewährung einer außerordentlichen Unter st ützung für die Hinterbliebenen der Opfer, Unterbringung der infolge der Sperrung der„Nelson"°Grube beschäftigungslos g e w o r d e n e n B e r g a r b e i t e r a u f anderen Gruben der Gesellschaft, Verschärfung der Grubeninspektionen, insbeson- dere im Hinblick auf die durch die Rationalisierungsmaßnahmen hervorgerufenen Gefahren. Es wurde ferner die Verstaatlichung der Kohlengruben verlangt und darauf verwiesen, daß die gegenwärtigen außerordentlichen Verhältnisse die sofortige Erledigung des Senatsbeschlusses vom Jahre 1932 über die Zwangsverwaltung der Gruben erfordern. Diese Forderungen sollen dem Ministerpräsidenten und dem Minister für öffentliche Arbeiten unterbreitet werden. Der von Ministerpräsident Malypetr einberufene außerordentliche Ministerrat beschäftigte sich eingehend mit den Hilfsaktionen auf der Grube Nelson und erörterte die Fragen, die mit der Klarstellung der Ursache der Katastrophe Zusammenhängen. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten wird neben den normalen Inspektionen eine Sonderinspektion zur Prüfung sämtlicher Gruben anordnen.
Deutsche Anteilnahme.
Prag, 5. Jan. (DNB.) Der deutsche Gesandte Dr. Koch begab sich heute in das Außenministerium, um der tschechoslowakischen Regierung anläßlich der Bergwerkskatastrophe in Dux das Beileid der Reichsregierung auszusprechen. Reichsarbeitsminister S e l d t e hat an den tschechischen Minister für öffentliche Arbeiten ein Beileidstelegramm gerichtet. Auch der Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, hat den von der Katastrophe betroffenen deutschen Stammesbrüdern seine herzliche Anteilnahme übermitteln lassen.
Die politischen Folgen des Bayonner Leihhausstandais. Bor dem Rücktritt des Kolonialminisiers Dalimier. - Am Dienstag Kammerdebatte.
Das Paradies der Hochstapler.
Von unserem v G.-Äer chterstatter.
Paris, 5. Januar.
Die französische Gesellschaft, jedenfalls soweit sie in Paris eine Rolle spielt, ist merkwürdig organisiert; leichtlebig, gedankenlos und rasch vom Erfolg geblendet. Das gegebene Milieu also für Abenteurer, die mit Glück und Schlauheit einen gewissen Nimbus um sich zu verbreiten wissen und dann bedenkenlos in dem Kreis als gleichberechtigt aufgenommen werden. Das bedingt in regelmäßigen Zeitabständen große Skandale, denn es ist ja unvermeidlich, daß alle möglichen helldunklen Existenzen sich diese Schwäche zunutze machen und einen kometenartigen Anlauf nehmen: bis bann eines schönen Tages der Stern unter peinlichsten Nebenerscheinungen zerplatzt. Wir haben ja auf dem Gebiet in den letzten Jahren hinreichend Erfahrungen gehabt. Panama liegt schon Jahrzehnte zurück, aber inzwischen war die Madame Hanau, war Oustric, waren manche andere, deren Geschichte sich zu einem europäischen Skandal ausgewachsen hatte. . E .
Jetzt ist alle Welt wieder m Aufregung über den Russen S t r a v i s k i, der es in geradezu phantastischer Weise verstanden hat, die Schafe anderer Leute zu scheren Die Summen, die da genannt werden, gehen schon ins Astronomische hinein. Sprach man am ersten Tage von 200 Millionen, so sind es letzt schon mehr als eine halbe Milliarde F r a n k en ; ein sehr ansehnlicher Posten auch dann noch, wenn man in Rechnung Fielst, daß es sich um Papierfranzen handelt. Dieser Straviski aber hat es jedenfalls aus dem ff verstanden, Geld aus dem Nichts zu schaffen und das, obwohl seine Bergan- genheit eigentlich ihn hätte warnen muffen. Er ist schon seit Jahrzehnten in Paris und hat sich immer auf den Wegen bewegt, die gerade noch am Zuchthaus vorbeiführten, ist gelegentlich auch schon mit befn Gesetz in Konflikt gekommen, wurde verurteilt, aber freigelassen; schon damals, weil davon gemunkelt wurde daß er wohlwollende Gönner habe, die an seinem Schicksal auch finanziell sehr stark interessiert wären.
Jetzt wird natürlich seine Vergangenheit mit der Lupe verfolgt, und alle Welt fragt sich, wie es möglich war, daß sich ein solcher Schieber jahrelang auf dem vornehmen Parkett bewegen konnte. Man wollte eben von seiner Vorgeschichte nichts wissen, so lange er mit Tausend-Franken-Scheinen um sich warf. Dabei hat er das Geld buchstäblich aus dem Aermel geschüttelt, er hat, um nur ein Beispiel herauszugreifen, die Leitung des Leihhauses in Bayonne übernommen, dann einen guten Freund zum Direktor gemacht und auf dieses Leihhaus Bons ausgegeben, die nicht nur in der näheren Umgebung, sondern auch in Paris reißenden Absatz fanden, obwohl sie buchstäblich das Papier nicht wert waren, auf das sie gedruckt wurden. Eine einzige Gesellschaft soll allein mit mehr als 150 Millionen Franken hereingelegt worden sein.
Er selbst hat sich natürlich rechtzeitig in Sicherheit gebracht — auch dadurch unterscheidet er sich psychologisch von feinen großen Vorbildern, die meist nicht rechtzeitig den Absprung fanden und der ausgleichenden Gerechtigkeit in die Hände fielen. Mit seiner wohlgefüllten Brieftasche sitzt. er jetzt irgendwo im Auslands und lacht sich ins Fäustchen über die Leichtgläubigkeit feiner Mitmenschen. Paris steht Kopf, die Presse tobt, das Kabinett wackelt; aber ... wie lange dauert es, bis auch Herr Straviski wieder vergessen ist und der Boden für den nächsten Hochstapler reif wird!
Die politischen Opfer.
Paris, 5. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Chautemps hatte am Freitagabend eine ein» stündige Unterredung mit dem Präsidenten der Republik. Vermutlich hat er über die Maßnahmen Bericht erstattet, die im Zusammenhang mit dem Krach von Bayonne notwendig wer- den könnten. Kolonialminister Dalimier weilt gegenwärtig im Ministerpräsidium. In gutunterrichsuchen. Die beiden überfallenen Beamten sind inzwischen ihren schweren Verletzungen erlegen.
Tödlicher Iagdunfall Im Speffart.
Im Spessart ereignete sich ein schwerer Jagd- Unfall, der den Tod des Sohnes des Jagdpächters von Heinrichsthal bei Heigenbrücken zur Folae hatte. Der Vater hatte den Sohn auf die Jago mitgenommen. Der Sohn schoß einen Hasen; als er ihn aufgreifen wollte, entlud sich der zweite Schuß in feiner Flinte und tötete den jungen Mann auf der Stelle.
Weidmannsheil im Speffart
Bei Wildschweinjagden im Fürstlich Löwenstein- fchen Park im Spessart konnten 51 Keiler erlegt werden. An den Jagden nahm auch Erbprinz Albrecht von Bayern teil.
Englisches Flugzeug abgestürzt — Pilotin tot, Begleiter schwerverletzt
Ein von der amerikanischen Fliegerin Evelyn F r i st gesteuertes englisches Verkehrsflugzeug streifte zwischen Paris und Nevers infolge schlechter Sicht ein Hochspannungskabel, geriet in Brand und ft ü r 3 t e ab. Die Fliegerin wurde als Leiche unter den Trümmern des Flugzeuges geborgen. Ihr Begleiter, der englische Flieger Rüttle, wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.
Pfälzer Wein für USA.
In Neustadt a. d. Haardt ist bei einer größeren Weinfirma dieser Tage aus Nordamerika die Bestellung von 4 0 0 0 0 Flaschen Pfälzer Qualität s ro e i n eingelaufen. Zur Zeit ist man mit der Abfüllung der Weine beschäftigt.
Beim Rodeln verunglückt. — Ein Toter, zwei Schwerverletzte.
Ein schwerer Unfall ereignete sich in Frammersbach (Speffart) beim Rodeln am Hohlweg im Ortsteil Hofreith. Der 24jährige Seilermeister Max ©o^mann geriet mit feinem Schlitten in rascher Fahrt gegen eine steinerne Einfriedigung, wobei ihm durch den starken Anprall der Schädel gespalten wurde, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der junge Mann war der einzige Ernährer seiner Mutter, einer Kriegerswitwe.
Aus der Eiersheimer Straße bei Wertheim a. M. ereignete sich ein schwerer Unfall. Drei junge Leute, die auf einem Schlitten faßen, rannten in voller Wucht gegen eine Telegraphenstange. Durch den Anprall erlitt Georg Seubert von Uiffig- heim einen schweren Beckenknochenbruch und gesähr- licke Unterleibsverletzungen. Auch der Landwirts- soyn Haag erlitt schwere Unterleibsverletzungen. Beide mußten in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus verbracht werden.
Reue Anklage gegen den ehemaligen Generallandschaftsdirektor von Hippel.
Die Sonderuntersuchungskommission hat, wie die Justizpressestelle Königsberg mitteilt, gegen den früheren Generallandschastsdirektor von Hippel eine neue Anklage wegen fortgesetzter Untreue, fortgesetzten versuchten Betrugs und wegen Betrugs erhoben. Von Hippel wird beschuldigt, sich durch Aufstellung von Rechnungen über fingierte Dienstreisen unrechtmäßige Gewinne verschafft zu haben. Ferner soll von Hippel versucht haben, durch unrichtige Angaben den Pensivnskürzungsbestim- mungen zu entgehen. Schließlich wird ihm zur Last gelegt, nach Erlaß der Sparverordnung des Reichspräsidenten das Ministerium durch falsche Angaben über die Höhe seiner Dienstbezüge getäuscht zu haben. Außerdem hat der Untersuchungsrichter gegen von Hippel die Voruntersuchung wegen Meineids in zwei Fällen und Verleitung zum Meineid in einem Falle eröffnet.
Vestechungsfkandal in Brüssel.
Unter dem Verdacht, sich der B e a m t e n beste ch u n g schuldig gemacht zu haben, sind in Brüssel der Direktor und ein Beamter des Justizministeriums, ein Sekretär der Generalstaatsanwaltschaft, ein Geistlicher und eine Frau verhaf - tet worden. Durch die Bestechung sollte erreicht werden, daß mehrere Gefangene begnadigt und Ausweisungsbefehle gegen mehrere fremde Staatsangehörige zurückgezogen würden. Der verhaftete Geistliche war bereits wegen unerlaubter syndikali- stiscyer Betätigung aus Frankreich ausgewiesen worden.
Ueberschwemmungskalastrophe in Oranje-Freislaal.
Der Oranje-Freistaat wird van einer U e b e r • schwemmungskatastrophe bedroht, wie sie Südafrika noch nie erlebt hat. Hunderte von Menschen mußten schon ihre Wohnstätten räumen. Der Schaden, der bisher durch den weit über feine Ufer getretenen Oranje-Fluß angerichtet wurde, wird auf mehr als IV2 Millionen Pfd. Sterling geschätzt. Die auf Anordnung der Regierung imTal desOranje-Flus- ses und in dessen Umgebung ausgeführten Bewässerungsanlagen sind zerstört. Die meisten Landwirte am Ufer haben all' ihr Hab und Gut eingebüßt. Hunderte von Stück Vieh sind ertrunken und von den Fluten fortgeschwemmt worden. Der Sudwesten des Freistaates ist vollkockmen abgeschnitten. Kein Zug kann mehr über den Oranje-Fluß fahren.
Wettervoraussage.
Nach dem Abzug der nordöstlichen Störung ist der Luftdruck über dem Kontinent sehr rasch gestiegen, so daß sich ein geschlossener Hochdruckkern über Deutschland und Frankreich bildete. In seinem Bereich tritt zunächst zeitweise Aufklaren ein, wobei in der Nacht die Temperaturen unter den Gefrierpunkt zurückgehen. Ein äußerst kräftiges Tief bei Island treibt aber bereits wieder warme Luft über die britischen Inseln nach dem Festland vor, wodurch neben Bewölkungsaufzug Temperaturanstieg und später auch Regenfälle veranlaßt werden.
Aussichten fürSvnntag: Nach aufklarender Nacht mit leichtem Nachtfrost Milderung und Eintrübung mit nachfolgenden Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 2,7 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 6. Januar: morgens 2,4 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Januar: abends —0,2 Grad; am 6. Januar: morgens —0,2 Grad Celsius. — Niederschläge 1,9 mm.
Amtliche Winkersportnachrichten.
Vogelsberg, Hoherodskopf: Nebel, minus 3 Grad, 30 cm Schnee, Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, Sportmöglichkeit gut bis sehr gut. Her» ch e n Hainer Höhe: Nebel, minus 1 Grad, 25 cm Schnee, Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, Sportmöglichkeit gut.
Sauerland, Winterberg: Nebel, minus 1 Grad, 37 cm Schnee, 3 bis 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut
teten Kreisen rechnet man mit seinem Rücktritt. Dalimier, der im Zusammenhang mit dem Bayon- ner Finanzskandal angegriffen wird, da er angeblich d i e V e r s i ch e r u n g s g e s e ll f ch a f t e n aufgefordert haben soll, die von der Bayonner Städtischen Kreditanstalt herausgegebenen Bonds zu kaufen, überreichte dem Ministerpräsidenten die beiden Briefe, die in der französischen Presse veröffentlicht und von einer feinem damaligen Ministerium unterstellten Abteilung geschrieben worden sind. Einer seiner damaligen Bürodirektoren habe zugegeben, die Briese auf eigene Verantwortung geschrieben zu haben. Dalimier konnte aber nicht leugnen, daß beide Schreiben feine Unterschrift trugen.
Eine Freitag abend herausgegebene Verlautbarung sagt, Dalimier habe bewiesen, in gutem Glauben gehandelt zu haben. In politischen Streifen rechnet man aber trotzdem mit dem Rücktritt Dalimiers möglicherweise noch vor dem Wiederzusammentritt der Kammer am kommenden Dienstag, da dann der Ministerpräsident die Möglichkeit haben würde, der Kammer in völliger Unabhängigkeit den Standpunkt der Regierung $u dem Skandal darzulegen. Der Finanzmini st er veröffentlicht zu dem Skandal eine Verlautbarung, in der darauf hingewiesen wird, daß sich das Finanzministerium sehr zurückhaltend gegen die Absichten des Schwindlers Stravifky verhalten habe. Es habe im Einvernehmen mit dem Außenministerium die Unterbringung der ungarischen Titel in Frankreich 0 erhind e r t.
Tissier gesteht. — Steckbrief hinter Stravifky.
Wie Havas aus Bayonne berichtet, hat der Direk- tor des Städtischen Pfandhauses in Bayonne, Tissier, im Verlauf seiner Vernehmung seine betrügerischen Machenschaften ei n g esta nd e n.
Die Annahme, daß der internationale Betrüger Stravifky von Bayonne nach Südamerika unter» wegs ist, scheint sich zu bestätigen. Durch Funkspruch wurde den auf See befindlichen Schiffen der Steckbrief Straviskys übermittelt. Ein Abendblatt erörtert die Möglichkeit, daß Stravifky irn Spionagedienst einer fremden Macht gestanden haben könnte, wodurch sich sein ungeheurer Einfluß auf diplomatische und politische Kreise erklären würde. Sollte dies zutreffen, dann allerdings, so meint das Blatt, werde man wohl jede Hoffnung, feiner habhaft zu werden, aufgeben müssen.
Die Polizei hat am Freitag in der Pariser Wohnung Straviskys eine Haussuchung abgehalten und dort 40 000 Franken Bargeld gesunden. Die Frau des Betrügers, die in der Pariser Gesellschaft eine große Rolle gespielt hat, hat Paris noch nicht verlassen. Sie weiß aber angeblich nicht, wohin ihr Mann geflüchtet ist.
Kleine politische Nachrichten.
Bei der Reichsgründungsfeier des Kyfshäuserbundes am kommenden Sonntag, mittags 12 Uhr im Berliner Sportpalast wird außer dem Kyfshäuferbundesführer General v. Horn Reichsminister Stabschef Röhm sprechen.
Mit dem Datum des 4. Januar 1934 ist eine zweite Anordnung des Präsidenten der R e i ch s p r e s s e k a m m e r zur Befriedung der wirtschaftlichen Verhältnisse im deütscheq Zeitungswesen sowie eine Erläuterung zu dieser Anordnung erschienen, die für die Eingliederung von Verlagen und Verlegern in den Verein Deutscher Zeitungsverleger oder in den Reichsverband Deutscher Zeitschriftenverleger Richtlinien auffteüt.
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Der Führer hat im Braunen Haus den Leiter der Ausländsabteilung der NSDAP. Pg. E. W. Bohle empfangen, der Geschenke auslands- deutfcher Parteigenossen überreichte und das Ergebnis über die freiwillige Abstimmung unter den Deutschen in allen Teilen der Welt am 12. November 1933 über die gleichen Fragen wie innerhalb des Reiches. Das Ergebnis der Abstim- mung stand in keiner Weise hinter dem Reichsergebnis zurück.
Im Konsulat in Temesvar fand eine Veranstaltung zugunsten der deutschen Winterhilfe statt, die ein ausgezeichnetes finanzielles Ergebnis hatte. Der deutsche Konsul hatte die reichsdeutsche Kolonie, die Schwäbische Gesellschaft und angesehene Mitglieder der rumänischen Gesellschaft geladen.
Der spanische Ministerrat beschloß die Aufhebung des verschärften Alarmzu- ft a n b 5 , jedoch wird angesichts der beabsichtigten Zusammenschlußbewegung der Arbeiterorganisationen zur revolutionären Front der einfache Alarm- zuftand beibehalten.
Der Reichsverweser des Mandschukuo hat erklärt, er sei bereit, mandschurischer Kaiser zu werden. Puyi soll außerdem auch noch zum Herrscher der Innen- und Außenmongolei ausgerufen werden.
Aus oller Wett.
Amerikanische Studentinnen in München.
Eine größere Zahl Studentinnen des amerikanischen Instituts für internationale Studien in Florenz kam auf einer vierwöchigen Reise durch Norditalien, Oesterreich, Frankreich, Deutschland und die Schweiz dieser Tage nach München. Die jungen Amerikanerinnen wurden von Bürgermeister Küf - n e r im Rathaus begrüßt. Oberstleutnant Röder führte sie durch das Braune Haus, wo sie auch einen Vortrag über bas Wesen bes nationalsozialistischen Staates horten, bem sich eine anregende Diskussion anschloß. Mitglieber bes Außenpolitischen Amtes ber NSDAP, vermittelten den amerikanischen Gästen Einblick in bie Arbeit unb bie bisherigen Leistungen ber Regierung. Der Aufenthalt war ferner ber Besichtigung sozialer unb kultureller Einrichtungen gewibmet. Ein Besuch bes freiwilligen Arbeitslagers für Mäbchen in Vatterstetten beschloß bie politischen Stubien.
Raubüberfall auf eine Vaster Bank. — Zwei Schalterbeamte erschossen.
Auf die Bank Weber & Co. in Basel wurde ein frecher Raubüberfall ausgeführt. Zwei Männer fuhren in einem Kraftwagen bei der Bank vor, drangen in das Gebäude ein und gaben mehrere Schüsse auf die beiden Schalterbeamten ab. Die Beamten stürzten blutüberströmt zu Boden. Ein Lehrling konnte entkommen. Den beiden Räubern gelang es, eine Geldkassette mit etwa 4500 Franken m Silber sowie einen Notenbetrag in noch nicht bekannter Höhe zu entwenden und das Weite zu
Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Wilh. Lange.
Verantwortlich für Politik Dr. Friedr. Wilh. Lange; für Feuilleton !Lr. H. Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V. Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. 2)2L: 11700.
Illi mwriitfnnw
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k Stundenplan
« für die am 8. Januar in der alten Pesta- lozzi - Schule. Wernerwall 18, beginnenden f Stenograiiekurse
Zeit
ontag
Dienstag
Donnerstag
Fieitag
19-20
Anfänger- Le riranir
Ai fänger- Lehrgang
20-21
Wiederhol, und Fortbildung
Wiederhol, und Portbildung
19-201/?
Diatat 60 100 .Si. m. verk.- schriftl. Üb.
Diktate 12 -160 Si. mit rede- sc iriftl. Üb
D ktat 61)100 Si. m. verk.- schriftl. Üb.
Diktate i2.>-16 Si. mit) ede- schriftl. Üb.
19-20*/3
.80 - 22 SL m. redeschi. Übuntren
i80-22j Si. m redeschr Übungen
19-20',
140-30) Si. mit prakt. Übungen
240- 300 SL mit prakt. Übungen
Deutsche Stenografenschaft e.V.» Ortsgruppe Gießen
Bekanntmachung.
Der Frühjahrsmarkt in Gießen (Schaumesse) 1934
findet vom 8—15. April 1934 statt. Ptztze ftwFcchr- unb Schaugeschäfte, Schieß- und Verkaufsbuden (letztere in beschränktem Umfange) werden im Wege schriftlichen Angebots vergeben. Bedingungen unv. sind liier erhältlich. Angebote sind unter Verwendung des vorgeschriebenen Angebotscheins bis svatettens 10. Februar 1934 an uns einzureichen. Der Markt ist in der Zulassung von Geschäften ein beschrankter Martt. Mchtaner (außer Frontkämpfer) werden aus Gründen der Auftechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht zugelassen. Grund» sätzlich werden nur die Geschäfte (auch Spezialisten) zugelassen, die sich rechtzeittg um Plätze bewerben und die Zulassungsgenehmigung vor Beginn des Marttes schriftlich erhallen haben. Die Vergebung geschieht nur durch uns. Verlängerung des Marttes findet auf keinen Fall statt. 76C
Gießen, den 6.Januar 1934.
Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Bartholomäus.
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Giehen, den 30. November 1933.
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der Stadt Gießen.
Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen ver- steigert werden: n/ , .
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Gießen, den 5. Januar 1934. 69C
Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Bartholomäus.
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Samstag, 6.3onuar J95^
Giehener Anzetgrr (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 5 Zweites Blatt
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wirken wird.
SirLohn Simons römische Reise
Wenn der Alte nun wieder kam, fiel mir das
Er trat m aueyochgelege- gute anderthalb totunoen «
gen Türen, er tauchte ba unb Dort an n J Straße begann schon stark zu damr ncn Fenstern auf, er Idjmcmb n m? Wm of)ne»in b”ntIe Wald rujfte .mmei LTSte^a^ «nb Keaerfenf.ern I felnbfeliger Rammen. nWenb oben
gen
Zugenderinnerung
Don Hermann Kesse.
Dieser Blick und dieser Griff der breiten braunen ftanb war schuld daran, daß ich mebreremal von / ... Ä-xA- iinh hiö Trnnmp mären wie-
zu demselben Hotte Hotte, dem ich hundertmal auf der Straße nachgehöhnt hatte.
Der Alte blieb stehen, lachte wieder, rieb sich bte Hände, grinste mich an und fuhr langsam mit der breiten Rechten in die Rocktasche. Es war die hä- misch, häßliche Geste, die ich so oft gesehen und geträumt hatte — der Griff nach jenen langen Messern.
Wie ein Verzweifelter rannte ich davon, daß der finstere Wald widerballte, und hörte nicht aus zu rennen, bis ich verängstigt und atemlos an meines Vaters Haus die Glocke zog.
er ruhig weiter, grinste auch wohl verachtungsvoll herüber; zuweilen aber blieb er wie lauernd sieben, drehte den schweren Kopf mit bösartigem Blick herüber und senkte langsam nut verhaltener Wut die Hand in seine tiefe Rocktasche, was eine seltsam tückische und drohende Geste war
Im Lichtspielhaus mußte der zuletzt hier besprochene Film „Großfürstin Alexandra wegen plötzlich notwendig gewordener Umdispositionen ab« gesetzt werden, soll aber, wie wir hören, später noch einmal erscheinen. Statt dessen läuft seit gestern ein Militär-Lustspiel der Aafa unter dem Titel: „Zwei gute Kameraden". Es spielt während des Krieges in der Etappe, wo es eigentlich nichts zu suchen hat. (Wir könnten uns jedenfalls einen passenderen Schauplatz denken.) Und soweit kriege, rische Ereignisse eine Rolle spielen, die zum Gluck keinen breiten Raum einnehmen, kann man die Phantasie der Hersteller - Manuskript B. E. ßütb ge, Regie Max Ob al — nur als blühend bezeichnen. Dagegen entfesseln die Abenteuer der beiden sehr verschiedenartigen Temperamente von Paul Hörbiger und Fritz Kämpers in der Kantine, im Quartier und hinter den Kulissen eine» Fronttheaters die ungetrübte Heiterkeit des 'Bublt- kums Von den übrigen Mitwirkenden sind die niedliche Jestie Vihrog als Quartiergeberin unö Hans Hermann-Schaufuß als sachslfcber Theaterbireffor und Derwandlungskünstler zu nennen. — Im Beiprogramm gibt es u. a. schöne Aufnahmen von nistenden Störchen, außerdem einige mimisch-rezitatorische Scherze des aus dem Rund«
waren und sind. .
Wenn man trotz dieser, ganz eindeutig feststen- baren Gefahren doch nicht zu einem praktischen Ergebnis kam, so lag das daran, daß man in einem ewigen Für und Wider st ecken blieb. Gegen jede Maßnahme wußte irgend jemand ge- wichtige Gegengründe anzuführen der Mut zu einem entscheidenden Entschluß, der zwar die Gefahren des eingeschlagenen Weges, aber auch den Zwang zur Tat sieht, fehlte aber, wie nicht nur
Landesobmann Metz von seinen Aemtern beurlaubt.
LPD. Frankfurt a. M., 5. Jan. Wie der San- desbauernführer Dr. W a g n e r mitteilt, hat er den Landesobmann Willi M e tz mit sofortiger Wirkung von seinen sämtlichen Aemtern beurlaubt
Oie Dauer der FeldbereinigungS- arbeiten.
LPD. D a r m st a d t, 5. Jan. Während man früher zur Durchführung der Feldbereinigung s- a r b e i t e n in der Regel 7 bis 10 Jahre benötigte, können diese Arbeiten jetzt bereits in einem Zeit- raum von drei Jahren erledigt werden. In- folgedessen können die im abgelaufenen Jahr in Angriff genommenen Feldbereinigungsarbeiten im Ried, auf die Landesbauernfuhrer Dr. Wagner kürzlich auch in feiner großen Rede in Lampertheim zu sprechen kam, in 12 Gemarkungen bereits in drei Jahren, also bis zum Jahre 1935, beendigt sein.
Wegen politischer Vergehen verurteilt.
LPD. Darmstadt, 5.Jan. Dor dem Straf, senat des Qberlandesgerichts Darmstadt hatten sich heute in nichtöffentlicher Sitzung vier Kommunisten wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu verantworten. Der 29jährige Ludwig Asmus aus Darmstadt erhielt einJahr dreiMonate Gefängnis, der 28jährige Ludwig Schüttler aus Worms eineinhalbJahreZuchthaus, der 3Ojährige Adam Windig und der 28jährige Eugen Keller, beide aus Worms, je einJahr drei Monate Gefängnis. Wegen Bei- Hilfe erhielt der 31jährige Philipp Kiefer der der Kommunistischen Partei nicht angehört hatte, sechs Monate Gefängnis. Sämtliche Ange- klagten hatten zudem noch Waffen versteckt gehalten.
registriert.
Im oberhessischen Selters gab es im vergan- qenen Sommer 209 Gäste und 2259 Uebernachtun- gen, abgegeben wurden 1932 — 3800 IBaber. Schließlich das mehr durch seinen Wasserversand wie als Bade- und Fremdenort bekannte Dilbel, R uux, UH 1™ = 141 Besucher und 248
i, Uebernachtungen hatte — allerdings einen Anstieg in der Zahl der Uebernachtungen gegenüber Dem Vorsommer. Vilbel verabreichte 1932: 3900 Bader.
Das war der Hotte Hotte Putzpulver. Seither bin ich aus einem schmalen Knaben ein alter Mann geworden, unser Städtchen ist gleichfalls gewachsen, ohne schöner geworden zu sein, und sogar in der Falkengasse hat sich allerlei geändert. Der Schuh- mächerle ist gestorben. Die zwei Metzgerburschen sind vollends 'verliedert und verkommen. Aber der alte Mann kommt noch immer, schaut in die Keller- fenfter, tritt in die feuchten Flure, schäkert mit den verwahrlosten Frauen und kennt alle die vielen ungewaschenen strohblonden Kinder mit Ramen. Er sieht kaum älter aus als damals.
i gute Kameraden "
Don einem befreundeten, gastlichen Landpfarr- haus zurückkehrend, wanderte ich einmal durch den tiefen schönen Tannenforft und machte lange Schritte den es wgr schon Abend und ich hatte noch gute anderthalb Stunden Weges vor mir Die *17. - . . _____ ,1, hÄHimorn lltl
Sir John Simon bei Der Ankunft auf Dem Flugplatz in Ostia. Flugzeug hatte ihn von Eavri aus herbeigeführt, wo der englische Außenminister seinen Wechnachts- und Neujahrs, urlaub verbrate Sr l^att, bann in Rom mit dem Duce eine Besprechung über tue Fragen de- Völkerbundes und der Abrüstung___________________
es Abiturienten, Die Die Hochschulreife bekommen haben, aber trotzdem einen praktischen Beruf ergreifen wollen, ausdrücklich verboten ist, von ihrer Hochschulreife bei ihren Bewerbungen irgendwelchen Gebrauch zu machen. Die Hochschulreife soll nur bescheinigen, daß der Betreffende zu dem vorwiegend theoretischen Studium an einer Hochschule als geeignet erscheint; in den praktischen Berufen soll nur d i e praktische Fähigkeit, kein neuer Berechtigungsschein entscheiden! Die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung, die von der Regierung mit der Ueberführung der nicht Hochschulreifen Abiturienten betraut worden ist, hat bereits einen ausführlichen Organisationsplan aufgestellt, nach dem die Abiturienten in die Wirtschaft einge- gliedert werden sollen. Sie und die ihr unterstehenden Landesarbeitsämter sind auch für alle diese
Der Besuch der hessischen Badeorte.
Im Sommer 1933 hatte die größte hessische Bade- stadt Bad-Nauheim 21 216 Fremde zu Besuch mit 442 492 Uebernachtungen; gegenüber dem Sommer 1932 mit 21447 Fremden und 464 939 lieber- nachtungen fällt der verschwindend kleine Rückgana um so weniger ins Gewicht, als der Winterbesuch 1932 mit 3948 Fremden und 100 859 Uebernachtun- gen verhältnismäßig befriedigend war. Auch in der Zahl der abgegebenen Bäder steht begreiflicherweise das Staatsbad Bad-Nauheim an der Spitze der hessischen Badeorte. Es wurden abgegeben 1932: 253 000 (1931: 333 000) Bäder. Die Zahlen für 1933 sind noch nicht bekannt.
Zum zweitstärksten Badeort in Hessen hat sich das Stahlbad K ä n i g im Odenwald heraufgeschafft, sowohl was die Zahl der Fremden (Sommer 1933 = 2858), wie diejenige der Uebernachtungen mit 34 821 betrifft. An Bädern wurden 1933 abgegeben etwa 14 000 (1932: 12 000). Die Zahlen für das kleinere Staatsbad Salzhausen lauten: lieber- nachtungen im Sommer 1933 — 30 613 (im Dorsommer 31 889), Fremde im Sommer 1933 = 1928 (1932 = 1808), abgegebene Bäder: 1932: 10 800 (im Vorjahr 10 600). Bad Wimpfen am Neckar weist für den Sommer 1933 — 3683 Fremde und 12 812 Uebernachtungen auf; die entsprechenden Zahlen des Sommers 1932 lauten 3283 und 11152. Die Bäder werden in Wimpfen anscheinend nicht
Der krumme alte Mann, ohne den ich mir die Falkengasse und die Stadt und meine Knabenzeit nicht denken kann, war ein rätselhafter Mensch, über । dessen Alter und Vergangenheit nur dunkle Der- mutungen im Umlauf waren. Auch sein burger- > lieber Name war ihm seit Jahrzehnten abhanden j gekommen, und schon unsere Väter hatten ihn nie | anders als Hotte Hotte Putzpulver genannt.
Tannenstämmen noch schräge Strahlen roten Abend- lichtes glühten. Ich schaute oft hinaus, einmal aus Freude an dem weichen schönfarbigen Licht, und dann auch aus Trostbedürfnis, denn die rasche Dämmerung im stillen, tiefen Walde legte sich bedrückend auf mein elfjähriges Gemüt. Ich war gewiß nicht feig; wann wäre je ein Lateiner feig gewesen! Aber hier war kein Feind, keine sichtbare Gefahr — nur das Dunkelwerden und das seltsam bläuliche, verworrene Schattengewimmel des Wald- innern. Und gar nicht weit von hier gegen Ernstmühl abwärts, war einmal einer totgeschlagen worden
Die Vögel gingen zu Nest, es wurde still, still, und kein Mensch war auf der Straße unterwegs, außer mir. Ich ging möglichst leise, Gott weiß warum, und erschrak, so oft mein Fuß wider eine Wurzel stieß und Geräusch machte. Darüber wurde mein Gang immer langsamer statt flotter, und meine Gedanken gingen allmählich ganz ins Fabelhafte hinüber. Ich dachte an den Rübezahl, an Die „Drei Männlein im Walde" und an den, der drüben am Ernstmühler Fußweg umgekommen war
Rrrr — erhob sich ein schwaches Geräusch. Ich blieb stehen und horchte — rrrr — das mußte hinter mir auf der Straße sein. Zu sehen aber war nichts, denn es war unterdessen fast völlig dunkel geworden Es ist ein Wagen, dachte ich, und beschloß, ihn abzuwarten. Er würde mich schon mitnehmen. Ich besann mich, wessen Gäule wohl um diese Zeit Hier fahren möchten. Aber nein, es mußte ein Handkarren fein, er kam so langsam näher, und auch dem Geräusch nach. Freilich, ein Handkarren! Und ich wartete. Ob es wohl ein Milchkarren war? Vielleicht vorn Lützinger Hof? Aber jedenfalls mußte er nach Gerbersau fahren, vorher lag keine Ortschaft mehr am Weg. Und ich wartete.
Und nun sah ich den Karren, einen kleinen hoch- gebauten Kasten auf zwei Rädern und einen Mann qebürft dahinter gehen. Warum bückte er sich wohl so schrecklich tief? Der Karren mußte schwer sein.
Gott helfe mir — der Hotte Hotte Putzpulver! Er sah mich einen Augenblick an, fragte: „Nach Ger- bersau9" und ging weiter, ich nebenher. Und so eine halbe Stunde lang wir zwei nebeneinander durch die stille Finsternis. Er sprach kein Wörtlein. Aber er lachte alle paar Minuten in sich hinein, leise, innig und schadenfroh. Und jedesmal ging das böse, irre Lachen mir durch Mark und Bein. Ich wollte sprechen, wollte schneller gehen. Es gelang 1 mir nicht Endlich brachte ich mühsam ein paar
©trafee“begann schon stark zu dämmern und der > ich. mimisch-rezitatorische Scherze Des aus
ohnehin dunkle & stagte es sehr höflich und schüchtern -Ifunk bekannten Komikers Lomm-l.
DasMerwrdemSludmm.1
Don Dr. Reinhard Hübner i
i Die Verordnung des Reichsministers des Innern, । nach der nur 15 000 Abiturienten im [ Jahre 1 934 die Hochschulreife zuer- . kannt werden darf, wird manches Elternhaus r in Sorge versetzt haben Denn diese Verordnung , bedeutet praktisch, daß noch nicht einmal die Hälfte \ der augenblicklichen Oberprimaner und Oderpri- , manerinnen die Hochschule wird beziehen und stu- < vieren dürfen. Aber diese Maßnahme ist nur schein- , bar hart. Denn die Arbeitsmarktlage der 1 akademischen Berufe ist derart katastrophal, daß auch die jetzt zum Studium Zugelassenen große , Schwierigkeiten haben werden, später in dem erstrebten Beruf unterzukommen. In Wirklichkeit liegt überhaupt kein Bedarf an Neuzugang zum Studium vor. Soll man unter diesen Umständen immer von Neuem Tausende auf eine Berufsbahn führen und große, oft sauer ersparte Gelder für eine Ausbildung anlegen lassen, die niemals in einem praktischen Beruf wird enden können?
Mit Recht weist auch der sächsische Kultusminister Dr Hartnacke, schon seit vielen Jahren einer der eifrigsten Vorkämpfer für eine Beschränkung des Zuganges zu den Hochschulen, Darauf hin, daß ein tatenloses Zusehen ein „schleichender Selbstmord" des deutschen Volkes sein werde. Denn alle die ungezählten Akademiker, die niemals oder erst in vorgeschrittenem Alter in einen festen Beruf gelangen, müssen biologisch für den Volksbestand ausfallen, weil sie in den besten Jahren ihres Lebens arbeitslos sind und damit auch f a m i l i e n - l o s bleiben müssen Auf der anderen Seite haben bisher viele Eltern sich auf ein Kind beschränkt, um diesem dann den teueren Bildungsweg über die höhere Schule und die Hochschule in die gehobenen akademischen Berufe ermöglichen zu können. Es w iren gewiß nicht die schlechtesten Eltern, die so, oft unter großen Entbehrungen, ihrem Kinde den Aufstieg in höhere Schichten ermöglichten Um so schwerer mußte es auf die Volksganzheit biologisch zurückwirken, daß gerade diese Kreise sich auf ein Ein- oder Zweikindersystem beschränkten.
Auch in den vergangenen Jahren hat man unentwegt über eine Beschränkung des Zugangs zu den Hochschulen diskutiert und beraten. Die Lage war ja so eindeutig, daß man unmöglich ohne ein Wort zu verlieren, an ihr vorüber gehen konnte. Es ist noch gar nicht so lange her, daß man glaubte, das Schlagwort von der „freien Bahn", die „allen Tüchtigen" offenstehen sollte, in die Wirklichkeit überführen zu können. So schön das Wort auch roar — gegen den Wahrheitsgehalt, der in ihm steckt, wird niemand etwas einwenden können und wollen — die Folgen im wirklichen Leben waren firchtbar Man hatte nicht den Mut, auch für die Tüchtigkeit einen festen, unverrückbaren Maßstab aufzustellen, und öffnete nur hemmungslos alle bis- herigen, sicherlich oft hindernden und veralteten Schranken. Am Ende dieses Weges steht e i n „akademisches Prvletaria t", das nicht nur biologisch eine Gefahr für den Volksbestand war, sondern auch politisch die Staatsqemeinschast gefahr- Dete, da nur zu oft Die verzweifelten und materiell und geistig wurzellosen Akademiker jegliche Gemein- schäft und Ordnung bekämpften. Unvergessen ist es ja, daß Der russische Kommunismus im Wesentlichen von solchen anarchistischen, arbeits- und heimatlosen Akademikern propagiert worden ist, und daß unter den kommunistischen Führern viele derartige ehemalige Studenten und berufslose Akademiker
hier, sondern fast auf allen Gebieten unseres öffentlichen Lebens.
So ist es auch in der Tat eine einschneidende, gegenüber den bisherigen Verhältnissen revolutionäre Maßnahme, daß die Regierung trotz aller ent* gegenstehenden, gewichtigen Gründe sich entschlossen hat, für das gesamte Hochschulstudium D e n „n u m e- rus clausu s“, eine von vornherein begrenzte, „geschlossene" Zahl Der zum Studium Zuzulassenden einzuführen. Vorläufig ist diese Zahl nur erst a u f d i e einzelnen Länder nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt worden. Aber sinnentspre- chend wird man auch zu einer entsprechenden Verteilung der Studierenden auf die einzelnen Fächer schreiten müssen. Denn es geht natürlich nicht an, daß sich nun die zugelassenen Studenten auf einige wenige Ausbildungswege stürzen, diese verstopfen, während andere Gebiete unter Umständen an einem Bewerbermangel leiden Regulieren läßt sich aber eine Derartige Verteilung nur, wenn man mit möglichster Vollständigkeit d i e Arbeitsmarktlage der akademischen Berufe übersehen kann. Hier steht die Arbeitsmarkt- S noch vor großen, wichtigen und dankbaren
>en
Hand in Hand mit der besprochenen Maßnahme geht gleichzeitig und sinngemäß die Fürsorge für Diejenigen Abiturienten, die nicht zur Hochschule zugelassen werden. Es kommt für den Erfolg dieser Maßregeln alles Darauf an, daß sich nun nicht etwa Diejenigen, die zur Hochschule zugelassen werden, besser Vorkommen und auch als bester anerkannt werden, als ihre nicht zugelassenen Schulkameraden. Der W e $ in d i e praktischen Berufe, den Die Regierung diesen Schülern zu erleichtern sucht, ift ein ande - r e r kein schlechterer Weg als der über die Hochschulen. Jeder soll den Weg gehen, ber feiner Begabung entspricht, niemand aber sich nur um der Berechtigung willen durch die Hochschulen schleifen lassen. Es ist durchaus richtig, daß
hinein. Er gab allen diesen alten, schmutzigen Mannern die Hand, er schäkerte mit den derben, ungekämmten, verwahrlosten Weibern und kannte die vielen strohblonden, frechen, lärmigen Kinder mit Namen. Er stieg auf und ab, ging aus und etn und hatte in seinen Kleidern, Bewegungen und Redensarten ganz den starken Lokalduft der lichtlosen Winkelwelt, die mich mit wohligem Grausen anzog und die mir trotz der nahen Nachbarschaft doch seltsam fremd und unerforschlich blieb
Wir Kameraden aber standen am Ende der Gasse, warteten, bis der Zwerg zum Vorschein kam und
Obwohl bas f>QU6 meines Vaters grob, M)8n P.ltzpMve"" T^n°artenbna°ch. Meistens ging
durchaus patrizisch war, lag es doch nur zehn P nurh mobl verachtungsvoll
Schritt von einem finstern Winkel entfernt, m wel- i chem einige der elendsten Armutgassen zusammen- liefen. Wenn der Typhus ausbrach, so war es dort;
wenn mitten in der Nacht sich betrunkenes Schreien und Fluchen erhob und die Stadtpolizei zwei Mann, hoch langsam und ängstlich sich einsand, so roar cs | Dort- und wenn einmal ein schweres Verbrechen | geschah, so war es wieder dort. Namentlich t)ie w w_ — ---------
Falkengasse, die engste und dunkelste von allen, $otte Hotte träumte. Und bte Traume roaren rote- übte stets einen besonderen Zauber auf mich aus ber i^ulb daran, daß ich viel an den Zllten Denren und zog mich mit gewaltigem Reiz an obwohl sie mußte und zu ihm in ein sonderbares ver chwiege- von oben bis unten von lauter Feinden bewohnt ne5 Verhältnis geriet, von welchem er freilich nichts mar Es waren sogar die gefürchtetsten von ihnen, mußte. Jene Träume hatten nämlich immer trgeno Die Dort wohnten. Man muß wissen, daß in Ger- etwas aufregend Grausiges und beklemmten m d) Dersau feit Menschengedenken zwischen Lateinern roie Alpdrücken Bald sah ich den alten Hotte hotte und Volksschülern Zwiespalt und blutiger Hader in feine tiefe Tasche greifen und lange, jcharse bestand, und ich war Lateiner Ich habe in jener besser daraus hervorziehen, wahrend m'ch ein finitem Gasse manchen Steinwurs und manchen ^ann am Platz festhielt und mein Haar sich vor bösen Hieb auf Kops und Rücken bekommen und Todesangst sträubte Bald sah ich ihn mit scheuß- aueb manchen ausaeteilt, der mir Ehre eintrug. (id)em @rinfen alle meine Kameraden m Jemen Namentlich dem Schuhmächerle und den beiden Dlechkarren schieben und wartete entsetzt, bis er langen Metzgerbuben zeigte ich öfters die Sahne, । aud) mid) ergreifen würde
und das waren Gegner von Ruf und Bedeutung. öenn bcr Alte nun wieder kam, fiel mir das Ajso in dieser Gasse verkehrte der Hotte Hotte,' alles beängstigend und aufregend wieder ein. rotz- fa oft er mi einem kleinen Blechkarren nach Ger- Dem ftanD ich aber m t Den andern ani bei©af en [° O't . fßhr häufig geschah- Wie soll ich ecke und schrie ihm einen Uebernamen nach und
?hn5anur ?lei» b«Wreiben?9 (fr'mar Tin Uli? wenn er in die Tasche griff unb fein un-
rnhiiftpr Qmcra mit zu langen und etwas ver- rasiertes, farbloses Geßcht verzerrte. Dabei hatte ch robuste Z g Dummschlauen Augen, schäbig freilich ein schlechtes Gewissen und roare, so lange «nd^mit einem Anstrich von ironischer Biederkeit j cr um den Weg war, um keinen Preis allein durch Äibet vom eroiaen Karrenschieben war sein hie Falkengasse gegangen.
Rücken krumm und sein Gang trottend u d geworden. Man wußte nie, ob er einen Dort habe
Fragen zuständig
Schließlich ist noch hervorzuheben, daß auch der nun eingeführte „numerus clausus“ nur eine vorübergehende Maßnahme ist. Denn es ist natürlich widersinnig, jahrelang durch die höheren Schulen Schüler mitzuschleppen, die Dann am Ende doch nicht Das erstrebte Ziel erreichen. Man hofft, Durch neue Auslesebestimmungen Die Zahl Der Schüler Der höheren Schulen und vor allem Der Oberstufen schon während der Schulzeit so heruntersetzen zu können, daß auf organische Weise erreicht wird, was in der Not des Augenblicks ein mechanisches, und, wie es nur äußerlich erscheint, gewaltsames Eingreifen erfordert Denn wichtig ist es vor allem, daß einmal ein Punkt gesetzt und eine Entscheidung getroffen worden ist. Jedes Zögern hätte die Not und das Elend vervielfacht. Hier mußte die Regierung handeln wie ein Arzt, Der auch oft einen im Augenblick sehr schmerzhaften Eingriff vornehmen muß --- --- ~ 1933 =
non bem er bann ober hoffen tonn unbbarf, ba6 b« tm er sich in Der Zukunft heilsam und segensreich aus-
Wirtschaft.
Oie deu'schen Sparkaffen im November 1933.
Die Spareinlagen bei den Sparkassen des Deutschen Reiches stellten sich Ende November 1933 aus 10 684,12 Millionen gegenüber 10 618,13 Millionen am Ende des Vormonats. Im Berichtsmonat ist somit eine Steigerung um 65,99 Millionen gegenüber einer solchen um 52,28 Millionen im Oktober o. I. zu verzeichnen. Im einzelnen stehen den Einzahlungen von 408,02 (446,23) Millionen, wovon 1,73 (0,34) Millionen auf Zinsgutschriften und 4,54 (8,22) aus Auswertungsgutschriften entfallen, Auszahlungen von 342,02 (393,95) Millionen gegenüber. Die Giroeinlagen (einschl. sächsisches Gironetz) haben weiter auf 1509,72 (1 464,17) Mill, zugenommen.
Wochenbericht
vom frankfurter Produktenmarkt.
Der erste Getreidegroßmarkt Im neuen Jahre verkehrte in ruhiger, aber stetiger Haltung. Die feit einigen Wochen zu verzeichnende freundliche Grundstimmung hielt auch jetzt an. Die Preise haben keine Veränderung erfahren. Von einer Verstärkung des Angebots war nichts äu bemerken, anderseits zeigte sich seitens des Handels und des Konsums auch noch keine regere Kauflust.
Am Brotgetreidemarkt wurden nur die notwendigsten Bedarfsdeckungen vorgenommen, umso mehr, als auch das Mehlgeschäft noch feine Belebung aufzuweisen hatte. Der Weizen- und Roggen- preis hat sich um je eine Mark auf. 197 bzw. 172,50 bis 173,50 Mark per Tonne erhöht.
Das Gerstengeschäft blieb für Brauware infolge der Zurückhaltung der Brauereien weiter schleppend, der letzte Preis von 180 bis 182 Mark per Tonne blieb indessen unverändert. Futtergerste war dagegen beachtet.
Der Hafermarkt lag ruhig, aber stetig. Die Notiz von 145 bis 147,50 Mark per Tonne blieb behauptet.
Im M e h l g e f ch a f t wurden nennenswerte Abschlüsse nicht bekannt. Die Preise lagen unverändert, und zwar notierte Weizenmehl Spez. 0 mit Aus- tauschweizen 29,10 bis 29,65, dito ohne Austausch- weizen 27,60 bis 28,15, Roggenmehl 0—60 v. H. 23,50 bis 24, dito südd Spez. 0 24 Mark je 100 Kilogramm, wobei sich die Preise ab jetzt, entsprechend der neuen Mühlenbedingungen, ohne Skonto, verstehen.
Am F u t t e r m i t t e l m a r k t hat sich die Ten- denz allgemein etwas erleichtert. Das Angebot ist etwas reichlicher geworden, jedenfalls konnte die Nachfrage voll befriedigt werden. Außer Treber und Tröckenschnitzel, die bis zu 0,25 Mark anzogen, bröckelten die übrigen Artikel im gleichen Ausmaße ab. Je 100 Kilogramm in Mark notierten: Weizenkleie 10.75 bis 10,85, Weizenkuttermehl 12 bis 12,15, Roggenkleie 10,85, Soiafchrot 15,35 bis 15,45, Palmkuchen 15,60 bis 15,80, Erdnußkuchen 16,55 bis 17,25 ffoie drei letzten Notierungen verstehen sich mit Mmwpolzuschlag), Treber 17,65 bis 17,75, Trockenschnitzel 10,25 bis 10,40.
Am Kartoffelmarkt erfolgten erstmals! wieder Notierunaen, die Tendenz war befestigt und der Preis für Jnduftriekartoffeln hiesiger Gegend erhöhte sich auf 2,70 Mark per 50 Kilogramm bei Wgggonbezug obn" S"ck
Wochenbericht
oom frankfurter Gchlachiviebmarkt
Der erste Frankfurter Schlachtviehmarkt im neuen Jahre brachte relativ gutes Geschäft, obschon die Auftriebe sehr unregelmäßig waren. Die Preise lagen gegen die Vorwoche meist unverändert, vereinzelt ließen sich Besserungen um etwa eine Mark erzielen.
Die Märkte wurden alle ausverkauft, bis auf Rinder, in denen nach ruhigem Handel lieber- stand verblieb. Der Auftrieb betrug hier 1175 gegen 855 Stück. Die Preise für Ochsen stellten sich zwischen 23 bis 32, für Bullen zwischen 22 bis 31, für Kühe zwisch"n 12 bis 28 und für Färsen zwischen 22 bis 33 Mark pro Zentner Lebendgewicht.
Für Kälber in gut
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Metallgeielllchatt............. 0
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Zementwerk Heidelberg ...... 0
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Kopenhagen.
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Stockholm
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70,08
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London
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13.59
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Buenos Aire»
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58,14
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Schweig ....
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Spanien....
34,47
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81,52
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Belgische Noten ................
57.98
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Dänische Noten ................
60,43
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Englische Noten .................
13.545
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Französische Noten...............
16,38
16,44
Holländische Noten ..............
>67,81
168 49
Italienische Noten ..............
21,89
21,97
Norwegische Noten .............
98,11
68,39
Deutsch Oesterreich, i IOO Schilling
Rumänische Noten ..............
—
Schweizer Noten.................
80'89
81'21
Nr. 5 Drittes Statt
Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
§amstag.6.Zanuar 193^
Sie Kriibenlalastrophe Im nordböhmischen Kohlenrevier
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Links: Die zerstörten Anlagen über Tage. — Rechts: Eine Rettungskolonne fährt in den Unglücksschacht ein, um den verzweifelten Versuch zu machen, ihren eingeschlossenen Kameraden Hilfe zu bringen.
Die Angehörigen der eingefahrenen Bergleute warten auf Nachricht vom Fortschreiten der Rettungsversuche.
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Landesmisfionsfesi am I.Januar.
Von Dekan Widmann, Schotten.
.Kämpfe den guten Kampf des Glaubens."
1. Timotheus 6, D. 12.
Der urgewaltige, in der Geschichte beispiellos dastehende Aufbruch unseres Volkes im vergangenen Jahre — das sichtbar von Gott gesegnete Werk unseres Führers — zeigt uns deutlich, was zäher Wille, treues Ausharren und ungebrochene Kampfkraft vermögen. Jubelnd und dankbar dürfen wir es bekennen:
der Kampf um Deutschland ist gelungen in letzter Stunde; es wurde ein Volk und ein Reich; es entstand die heiß ersehnte Volksgemeinschaft; es wurde wiederherge- ftellt die Ehre der Ration;
es zogen wieder ein Treue und Glauben in unserem zum großen Teil gottentfremdeten Volke; Deutschland entdeckte wieder die Quellen seiner innersten Kraft und fand wieder seine Seele; es fand sich selbst, seinen eigenen Wert, seine eigene Bedeutung und seine eigene Aufgabe. All dies Neue mit den Augen des Glaubens angesehen, ist eine 'wunderbare Gottesoffenbarung; denn dem Glaubenden ist es unumstößliche Gewißheit daß der ewige Gott die Welten und die Völker ' lenkt nach seinem Willen; und für deutsche Christenmenschen steht es außer Zweifel, daß Gottes Gnade unser Volk herausgefuhrt hat aus grausiger Tiefe zu lichter Höhe. Gott war mit uns; ihm fC,Obmo®l,aä bi« große völkische Erleben uns ganz in «einem Banne hält, bars anderseits nicht ver- gellen werden, daß jeder Christs ebenso wie er ein kapferer Kämpfer sein muß für sein Volk, ver- vflichtet ist, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen für das Reich Gottes, "/lkr ^us dieser Verpflichtung heraus ergibt sich auch für ihn die Aufgabe für das Werk sich einzusetzen, an das uns Ser Landesmissionssonntag erinnert, für das Werk der Mission.
Die Mission als Dienst zur Ausbreitung des
Goltesrelches in aller wett darf keineswegs nur die Sache kleiner Kreise bleiben, ihre Dosis muh gröher werden, auch in unserem Volke.
Sie hat vollen Anspruch darauf, nicht nur deshalb, weil durch sie reiche Segensströme in unsere Christengemeinden daheim und draußen geflossen sind, sondern weil ganz klar und deutlich in Gottes Wort gesagt ist: „Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." Daran hilft kein Drehen und Deuteln, und ebenso verpflichtend ist der Auftrag des Herrn der Kirche: „Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe."
Was deutsch-evangelische Missionsarbeit in ihrer Gründlichkeit und in ihrer Tiefe bisher geleistet hat, gehört zu den Ruhmesblättern in der Geschichte unserer Kirche und unseres Volkes. Nur das eine Ziel hat ihr stets vor Augen geschwebt und bleibt auch in Zukunft unverrückbar für sie bestehen : den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen, im Namen Jesu Christi das Kreuz als Panier aufzuwerfen, damit in diesem Zeichen werde eine Herde und ein Hirte. Dieser Kampf wird nur gekämpft mit zwei Waffen, mit dem Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, und mit der Kraft der Liebe, die nicht das Ihre sucht. Und wenn der Missionssonntag uns aufruft zur Besinnung auf die Mission, so heißt das:
deutsche Ehrisienmenschen, deutsche Volksgenossen, tretet freudig und gern mit ein in die
Kämpferfchar für Gottes ewiges Reich!
In der ganzen Welt stehen die Türen offen für unsere deutschen Missionsleute, man wartet sehnsüchtig auf sie, wie z. B. die Berichte der Basler Mission aufs neue bekunden. Verlangen nach dem Evangelium ist tatsächlich vorhanden, vor allem in den großen Ländern Indien und China, wo „der große Entscheidungskampf in vollem Gange ist,
durch besten Ausgang di« Zukunft der Menschheitsgeschichte wesentlich bestimmt werden wird"; es geht da wirklich um die höchste Frage: mit Christus oder ohne Christus? Auch in Kamerun ist alles auf Kampf eingestellt; denn hier besteht für evangelische Missionsarbsit gegenüber neu erwachendem Heidentum und gegenüber römischer Propaganda eine gewaltige Verantwortung, die zur Anspannung aller Kräfte gebieterisch zwingt. Auf der G o l d - k Ü st e muh treu und zielbewußt weitergearbeitet werden, damit die dortige junge Kirche in ihrem Bestand erhalten werden und sich gedeihlich fort« entwickeln kann. Borneo, ein Missionsgebiet voll großer wirtschaftlicher Nöte, zeigt ein gerade durch
diese Nöte herbeigeführtes inneres Besinnen und seelisches Erwachen und bietet somit die beste Gelegenheit, das Wort des Heils und die Tat der Liebe wirksam werden zu lassen.
Das Gebot der Stunde für jeden Christen, der es wirklich ernst nimmt mit dem Kampfe für Got- tes Reich, ist unverändert das. alte:
Werdet nicht müde in der Liebe, lastet nicht nach in der Treue, werdet nicht laß im Opfern für die Gottessache der TRiffion!
Möge im Hinblick darauf das Wort beherzigt werden: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! Kampf ist Leben, und Leben ist Sieg!
Die Leistungen des Mniechilsswerks im Sa«
Heffen-Aaffau.
Der Gauführer des Winterhilfswerks, Bürgermeister Wilhelm Haug (Darmstadt), hielt gestern abend einen 23ortrag im Rundfunk über die Leistungen des Winterhilfswerks im Gau Hessen-Nassau. Der Gauführer führte aus: Es gibt keinen im weiten Vaterland, oer sich der Größe und der Wucht des Winterhllfs- werks entziehen kann. Die Straße, die Wohnung, der O-Zug, kurz alle Möglichkeiten dienen dem Winterhllfswerk, um die Scherflein zu sammeln, die zur Bewältigung der großen Aufgabe nötig sind. Mancher könnte dabei dem Gedanken verfallen, ob denn dieser unablässige Appell so notwendig ist und die gesammelten Beträge überhaupt benötigt werden. Deutscher Volksgenosse, du siehst das Sammeln, du merkst selbst wohl den Angriff auf deine Börse, aber kennst du auch die drückende Not und das unbeschreibliche Elend vieler deiner deutschen Brüder und Schwestern?
Glaube mir, die Sammlungen des Winter Hilfswerks reichen nur zum geringen Teil aus. um deinen Volksgenossen Rot und Sorge von den
Schullern zu nehmen!
Unser Gau Hessen-Nassau, besten Betreuung in Fragen des Winterhilfswerks mir obliegt, ist groß an Hilfsbedürftigen und klein an wirtschaftlich Gutgestellten. Der Gau zählt etwa drei Millionen Einwohner, von denen fast zwei Millionen in dem darniederliegenden Industriegebiet wohnen. Dicht ballen sich die Städte Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Mainz und Worms mit ihrer großen Arbeitslosigkeit und ihrer dementsprechend traurigen Finanzlage zusammen. Daneben liegen Weltbader und Fremdenstädte, wie Wiesbaden, Bad- Nauheim und Darmstadt, und haben ebenfalls nur noch die Erinnerung an einst sorgenfreie und bessere Tage. Das landwirtschaftliche Hinterland der Wetterau und des südlichen Rheinhessens ist dementsprechend klein und vor große Aufgaben bei der Versorgung und Aufbringung der benötigten Naturalien gestellt. Zwischen den Industriestädten und dem landwirtschaftlich bebauten Land liegen wirtschaftlich so arme Gebiete wie der hohe Westerwald und der Taunus, der hintere Odenwald, der Rod- gau, das Ried, der obere Rheingau und der hohe Vogelsberg. Wer ermißt daher, was es heißt, in diesem Gebiet die Aufgabe des Winterhilfswerks zu erfüllen!
Ohne die einzig dastehende Opferbereilschaft aller Volksgenossen, ohne den restlosen Einsatz aller Amtswalter und Helfer wäre das Werk nie möglich gewesen. 300 000 hilfsbedürftige Familien im Gau oder 900 000 zu unterstützende Personen stellen eine Aufgabe dar, an der eine schlecht funktionierende Organisation sich bald die Zähne ausgebissen hätte.
Die Leistungen des Winterhilfswerks im Gau Hessen-Nassau sprechen für sich; sie zeigen aber auch, wie klein die gesammelten Spenden sind gegenüber der drückenden Not. An Kohlen kamen im Gau zur Verteilung: im Monat Oktober 1933 — 282 350 Zentner, im November ---- 250100 Zentner, im Dezember — 289 600 Zentner. Daneben gelangten noch größere Mengen von Brennholz in den ländlichen Bezirken zur Ausgabe. An Kartoffeln wurden bis jetzt insgesamt 420 000 Zentner ausgegeben, eine Leistung, die nur ein opferbereites und gebefreudiges Bauerntum ermöglichen konnte. Hunderte Lastkraftwagen sammelten Kleider und Schuhe. Der vorbildliche Einsatz der N S. - Frauenschaft und der andern Verbände half das große und schwere Werk der Reinigung, Desinfektion und Instandsetzung all dieser gesammelten Sachen durchführen. Die Ausgabestellen machten besonders vor Weihnachten den Eindruck von gutgehenden Kleider- und Schuhgeschäften. Neben den ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen arbeiteten in den Nähstuben mehr wie 1000 Fürforgearbeiter, besonders Schneider, sachkundig an der Ausbesserung. Spielzeug- und Konfektsammlungen waren daneben nur kleine Aufgaben. Schwieriger war schon wieder die Durchführung und Verteilung der Pfundsammlungen. Die Getreidesammlung ermöglicht jetzt eine großzügige Mehl- und Brotversorgung im Gaugebiet.
Hieraus kann jeder ermessen, welch gewaltige Ausgaben im Gau Hessen-Nassau uns gestellt waren. Wenn auch die Kartoffel- und Mehlversorgung nur geringe Kosten machte, da die Produkte von der Landbevölkerung gespendet wurden, so verschlingen
1 die Kohlenlieferung und die Instandsetzung der Kleider ungeheure Summen. Die Belieferung der Hilfsbedürftigen im Gau mit 1 Pfund Fett vor Weihnachten machte einen Aufwand von 270 000 Mark. W?nn Zahlen für sich sprechen, dann tut es diese. Ueber 21000 Paar Kinderschuhe wurden neu angefertigt und ausgegeben. Hieraus kann jeder ersehen, wieviel zusammenkommen muß, um in unserem Gau die Aktion des Winterhilfswerks finanzieren zu können. Hieraus aber kann auch jeder die Größe der gestellten Aufgabe ermessen.
Es ist mir ein Herzensbedürfnis, an dieser Stelle der opferbereiten Bevölkerung aus Stadl und Land zu danken. Bewunderung und höchste Anerkennung emvsinde ich wie alle Parteistellen vor den Leistungen aller meiner Kreis- und Gruppenwalter und ihrer Helfer. Sie scheuten nichts und kannten oft bis in die späte Rächt nur die zu lösende Ausgabe. So nur war es möglich, im Gau Hessen-Rassau das zu leisten, was heute bereits unter Beweis stehl.
So sehr ich mich über den Dank so vieler Volksgenossen freue, den sie unaufgefordert tagtäglich uns wissen lassen, der schönste Dank ist für mich und alle meine Mitarbeiter das Gefühl, Soldat Adolf Hitlers zu fein. Wir schlagen mit die Schlacht gegen Hunger und Kälte, wir greifen die Not und das Elend an. Wir geben wieder Glaube und Hoffnung in manches verzweifelte Herz, wir wollen nichts fein als Sozialisten der Tat. Die deutsche Volksgemeinschaft entsteht daraus. Wir brauchen uns mit unserem Werk nicht zu scbämen, wir machen das Wort des Führers wahr: Es soll in diesem Winter keiner hungern und frieren. Wir olle kennen nur eine Losung, die einst in den langen harten Jahren des Kampfes als Fanal vor uns stand» und die auch heute unser ganzes Wollen und Streben beherrscht:
Deutschland, nur Deutschland, nichts als Deutschland!
Fräulein Irene, die
26 Fortsetzung
Frau von Merten mar erst spät eingeschlafen.
Die alte Berta schüttelte den Kopf. Wenn sie ihr
Honen baren Honen Tages
stehen unverschuldet unter dem furcht- Druck der Arbeitslosigkeit. Andere 2THI- müsien davor zittern, ebenfalls eines von der Arbeitslosigkeit betroffen zu
So atmete sie erleichtert auf, als um sieben Uhr die Korridortür ging und Irene erschien. Aber als sie das verstörte und verweinte Gesicht des jungen Mäd- chens sah, fragte Berta nicht viel. Sie half Irene schweigend ins Bett, und als Irene erzählen wollte, strich sie ihr über das Haar und sagte mit Mütter« llcher Weichheit:
In einem Erl-aß an die Schulen vom 5. Januar heißt es u a.: Unter Hinweis auf unser Ausschrei- ben vom 22. Dezember 1933 befr. Flaggenehrung ordnen wir an, daß die erste Schulstunde im neuen Jahre zu einer besonderen Weihestunde ausgestaltet wird. Da das vergangene Jahr 1933 als eines der
werden, wenn es nicht aelinigen tollte, den jetzigen Zustand zu beseitigen. Millionen hungern und können ihrem Körper nicht die Nahrung zuführen, die zur Erhaltung notwendig ist. Vom Unglück betroffene M litten müllen entsetzt und hilflos zu'ehen. wie ihre Kinder unterernährt und dadurch für alle Krankheiten empfänglich heranwach'en.
Unser Führer A d o l f H i t l e r hat sich mit dem Mut eines Riesen dem weiteren Zerfall der Wirt« schäft und damit des ganzen völkischen Lebens ent» gegengeworfen. Ueber90Pre>zentdesdeut« f ch e n Balkes haben ihm bei der letzten Wahl ihre Zustimmung gegeben. Diese Anhänger Heden freiwillig den Arm u:nd rufen „Heil".
Der Führer hat das Winter Hilfswerk an»
"Da ist etwas passiert, Berta — um Gottes willen, er ist doch nicht ..."
<5le konnte nicht vollenden, sie schauerte zusammen. Berta nahm sie sorglich beim Arm:
„Ree, tot is er nich, gnädige Frau, das seh ich, aber ein gewöhnlicher Schlaf is das nicht. Aber das 'st nichts für Sie. Sie regen sich zu sehr auf. Ich bring Sie ins Wohnzimmer. Und dann weck' ich Fräulein Irene, und die ruft den Herrn Sanitätsrat Fritsche an
*
hotte Mühe. Irene aus ihrem bleiernen Erschöpfungsschlaf zu wecken. Aber als sie hörte, daß etwas mit Seeburg.passiert war, flog sie förmlich aus dem Bett. Sie stürmte in Seeburgs Zimmer- tbr Herz schlug wild und angstvoll, als sie ihn in' dieser eigentümlich zusammengesunkenen Haltung fand. Sollten die Schrecken kein Ende nehmen? Zit» an Seeburgs herabhängende Hand. Gottlob, die Hand war warm und lebensvoll Es war nur ein rätselhaft schwerer Schlaf, der ihn erfaßt hatte.
rV/^id)t5 ’m Ammer verändern", sagte Irene entschieden, als die Mutter Berta zum Aufräumen des Zimmers veranlassen wollte, „nur Fenster auf'"
Leise, wie um den geliebten schlafenden Mann nicht zu wecken, ging sie zum Fenster. Kühl und würzig strömte die nach dem nächtlichen Gewitter gereinigte Luft herein. Tief atmete Irene die reine Jmfqe; es war. als müßte vor dem klaren Tag der Spuk dieser rätselvollen Nacht verschwinden —
Es klingelte. Berta ging eilig hinaus. Es war der alte Sanitätsrat Irene unterrichtete ihn leise.
ritsche trat auf den noch immer fest schlafenden
Die Freude der Feiertage ist verklungen. Und wieder herrscht der Alltag, wieder läuft alles den I gewohnten Gang, und doch — irgend etwas ist'
Nicht Muthesius? Ach so, Malesius. Ja! Ich richte es bestimmt aus. Herr Reschke kommt gleich zurück, er ist nur mal nach der Setzerei gegangen."
rufen. Ich werde Sie drüben loseisen für heute. Gehen Sie mal ins Nebenzimmer und probieren Sie inzwischen. Ich bin gleich wieder zurück. Zehn Mark können Sie daran verdienen, und wenn es sehr lange dauert, zahlt Ihnen der Herr auch mehr,
Himmelsblau zusammenklingen zmr Melodie von der jauchzenden Freude am Sein.
um acht Uhr noch im mUUIIui «uuuiimu,
die sonst bis in den Mittag 'reinschläft, geht heute ganz zeitig fort. Mich soll nur wundern, wenn an so einem Tage nicht noch was passiert."
Um halbzehn Uhr klopfte Berta an Seeburgs Zimmer. Der hatte wohl sehr lange gearbeitet. Sonst antwortete er gleich, und jetzt kam trotz allen Klopfens keine Antwort. Zuletzt hämmerte Berta mit bei» den Fäusten gegen die Zirnmertür.
„Was machen Sie denn für einen Lärm, Berta?" fragte Frau von Merten erschreckt.
„Da stimmt was nicht, gnädige Frau! So fest schläft der Herr von Seeburg sonst niemals. Ob er vielleicht schon fortgegangen ist? Seine Sachen hängen auch nicht an der Tür, wie sonst jeden Tag."
Leise drückte Berta die Klinke. Die Tür gab nach. Als sie einen Spalt öffnete, sah sie zu ihrem Erstaunen das elektrische Licht noch brennen. Auf dem Schreibtischstuhl saß Legationsrat von Seeburg. Sem Kopf lag auf der Platte des Schreibtisches. Die rechte Hand hing schlaff herunter. Der Federhalter war auf den Tisch gefallen.
Frau von Merten, die neugierig ins Zimmer ge« schaut hatte, schrie auf. griff mit der Hand zum Herzen
Nachdruck verboten!
18. Kapitel.
„Schlafen Sie man erst, Kleinchen, zum Reden ist immer noch Zeit!"
Willenlos und gänzlich erschöpft ließ Irene sich zu Bett bringen und fiel nach wenigen Minuten in einen schweren, traumlosen Schlaf.
Mit brummigem Gesicht beantwortete Berta die Magen der Frau von Mertens, als diese aufgeftan» . '-.®° das Fraulein sein? Im Bett liegt sie und schlaft. So eine durchwachte Nacht strengt doch an. Wir wollen Sie mal schlafen lassen, bis sie sich von selber meldet. Wenn sie die Nacht über arbeitet, öann fann fie ja auch mal später ins Bureau gehen. Der Herr Direktor schläft sicher auch noch."
„Ein verrückter Tag ist das heute", murrte Berta, als schon um halbacht Uhr Fräulein Dumont dringend am Telephon verlangt wurde. Und als Yvonne $on Zwanzig Minuten danach fortging war das Berta auch nicht recht.
Morgen Eintopfgericht!
Hätten wir während des Krieges ans einem Topf gegessen, hätten wir den Krieg gewonnen "
„3a, Mann den Artikel werde ich wahrscheinlich nicht in die Nummer nehmen. Ich gehe wohl am besten mal selbst nach der Setzerei und bespreche das. Telephonieren können Sie doch?"
„Aber natürlich, Herr Reschke! Ich bin ja früher Korrespondent gewesen."
„Na, bann bleiben Sie mal so lange hier und schreiben Sie auf, falls jemand anruft. Können Sie etwa auch Maschine schreiben?"
„Aber gewiß doch! Ich schreibe nach Diktat in die Maschine, und, wenn ich mir da bei Ihnen noch ein paar Groschen verdienen könnte, wo ich doch schon so lange ohne Stellung bin — ich hab' da eben gehört tote haben keine Stenotypistin da. Ich mach' das sehr gern, wenn ich was dafür kriege."
„Fein, Werner, das kommt mir gerade wie ge°
es zwischen bangem Zweifel und lebensfroher Zuversicht — es wartet auf Erfüllung...
Daheim steht noch der Christbaum in seinem bunten Schmuck. Auch er wartet — worauf? Zum letzten Male soll er heute hier stehen inmitten der stummen Zeugen des Alltags — ein lebendiger, nein, ein sterbender Künder des Lichtes und der Auferstehung. Armer Tannenbaum! Dein junges Leben mußtest du lassen, um mir die Kunde von der Ewigkeit alles Seins zu bringen. Schon neigen sich deine schmalen Zweige kraftlos der Erde zu. Aus tausend Wunden, in der welkenden Fülle deiner Nadelpracht verblutet, verströmt deine Kraft Wo magst du gewachsen fein, kleiner grüner Tannen» bäum? Im Norden, wo der Wind über die einsame Heide geht, wo aus der Ferne dumpfes Rauschen tönt — das ewige Lied des Meeres? Oder ist deine Heimat im Süden, wo sanfte Höhen und liebliche Täler einander in bunter Reihe folgen; wo Berge, Wald und Wiesen, wo Blumen und strahlendes
des Lichtes kamst du zu mir, so magst du auch untergehen als em leuchtender 3kimmenträger, als eine Flamme, die sich selbst verzehrt.
Oie erste Schulflunoe im neuen Jahre e ne Dp bestünde.
Dies sagte der Reichsminister für Volksausklärung Dr. Goebbels, als er uns in Berlin den Sinn des Eintopfgerichtes erklärte. Mancher wird entsetzt denken: Das ist ja Kommunismus! Das ist die übelfte Gleichmacherei, die man sich nur denken kann! —
Krieg ist ein Ausnahmezustand. An der Front war >eder ohne Unterschied des Alters, des Bildungsstandes und des Besilhes in der Nähe des Todes. Die ungeheure Gefahr, die über allen lastete, schloß alle ernsten und anständigen Soldaten zur Kameradschaft zusammen.
Der Zustand, in dem sich immer noch das deutsche Volk befindet, ist ebenifo wie der Krieg ein Ausnahmezustand. Auch heute noch lastet auf dem deutschen Volke die Arbeitslosig- feit, hervorgerufen durch eine irrsinnige und verantwortungslose Wirtschafllsordnung. Mil-
geordnet. Der Führer wünscht, daß jeden ersten Sonntag im Monat alle Deutschen nur das Ein- topsgericht essen, um die dadurch erzielte Er- sparnis den Immer noch unter den furchtbaren Auswirkungen der Arbeitslosigkeit schmachtenden Volksgenossen zur Linderung ihres Hungers zukommen zu lassen.
Es ist vielfach beobachtet worden, daß man sich dieser Anordnung des Führers zu entziehen sucht. Wer dies tut, stellt sich gegen den Führer.
Der heute noch zu essen hat und dieses verhältnismäßig kleine Opfer zu bringen nicht freudig bereit ist, drückt damit feine Gleichgültigkeit und Anteilnahmslosigkeit gegenüber den ohne Schuld arbeitslos gewordenen Volksgenossen aus! Die Not, in der wir uns befinden, beruht nicht zuletzt auf dem Egoismus, d. h. auf der brutalen Selbstsucht der Menschen, wer diese Not ändern will, muß diesen Egoismus bekämpfen. Das Eintopfgericht ist ein Heiner und recht milder Erziehungsversuch. wer ihn nicht gern annimmt und erkennt und befolgt, ist ein 7 e l n d A d o l f h i f- lers, des deutschen Volkes, der deut- schen Jugend und der deutschen Zukunft.
Am kommenden Sonntag. 7. Januar, ist allen Drückebergern und Eigensüchtigen erneut Gelegen» beit gegeben, sich mit ihren notleidenden Dolksge- nassen solidarisch zu erklären. Ein erneut gesteigerter Erfolg des Eintopfgerichtes wird den Füh» rer freudig bewegen und ihm neue Kraft geben, an feinem großen Werk zur (Erneuerung der beut» fchen Volksgemeinschaft mutig weiter zu arbeiten!
gez. Müller-Scheid
Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministerlums für Dolksaufklärung und Propaganda.
lockte, ehe wir ihn verwarfen. Und so kommt es leicht, daß wir uns zurückwünschen und unsere Wahl bereuen. Wüßten wir doch oft, mit wie wenig Grund
Und noch eines: nimm nicht jede Wahl gleich tragisch. Selbst wenn deine Wahl nicht gleich die beste wäre: wenn sie nur brauchbare Möglichkeiten trifft! Und ganz unbrauchbar sind die wenigsten. Verliere auch da keine Zeit und keine gute Laune mit rückwärts gerichteten Dergleichen! Gute Laune ist Kraft!
Abschied
Auf eine Frage am Telephon erwiderte Doktor Fritsche: , Ein Selbstmordversuch scheint ausgeschlos- sen; es ist auch weder eine Flasche, noch die Um- bullung eines Pulvers hier zu sehen. Lediglich eine Tasse Kaffee steht neben dem Kranken. Ich höre eben, daß er den Kaffee bestellt hat, weil er lange arbeiten wollte. Gut, also Sie wollen die Benachrichtigung der Polizei selbst übernehmen? Ich bleibe hier, bis ein Vertreter des Amts kommt."
Fritsche legte den Hörer wieder auf. Dann bat er Irene und Frau von Merten, das Zimmer zu verlassen.
Mit Bertas Hilfe bettete er den Bewußtlosen auf ein Sofa, loste die beengenden Kleidungsstücke und packte Seeburg bis zum Hals ein.
Wenige Minuten später fuhren zwei Autos vor. Legationsrat von Matzow und Kriminalkommissar Werbe! trafen sich vor der Korridortür. Die Herren machten sich miteinander bekannt und betraten gleich, fettig mit Frau von Merten und Irene Seeburgs Zimmer, wo Doktor Fritsche sie empfing. Werbel bat, junädjft alles stehen- und liegenzulassen. Herr von Matzow ergriff trotz alledem ein Aktenstück und schlug es auf. Dann wandte er sich an Werbel:
„M habe den Beweis, daß hier ein Verbrechen versucht ober verübt worden ist Dieses Schriftstück war gestern in dieser Mappe fest eingebeftet. Ich nabe es gestern noch in der Hand gehabt. Herr von Seeburg kannte die Wichtigkeit des Dokuments. Es ist ausgeschlossen, daß er es berausgeriffen hat. Es muh also ein anderer getan haben. Damit entfällt nueb lebe Möglichkeit, daß Seeburg freiwillig ein Gift genommen bat. Ich habe ihn gestern abend tele- pnonifd) gesprochen, und er hat mir durch einen An- eirn ausführlichen schriftlichen ®eri$t geschickt. Der Angestellte hat mir diesen Be- riebt beute früh übergeben. Ich nehme dieses Akten- h;An°Sflq $err Kommissar. Ich kann die Einsicht auch Ihnen erst nach Zustimmung des Herrn Meisters gestatten? (Fortsetzung folgt.)
bedeutungsvollsten und schicksalsreichften in der deutschen Geschichte zu betrachten ist, werden seine bedeutungsvollsten Ereignisse in kurzen Strichen an dem geistigen Auge der Schuljugend vorübergeführt. Aus dem vergangenen Iabre Kraft und Hoffnung schöpfend, im Hinblick auf die geniale Führung unseres Reichskanzlers Adolf Hitler und im Glauben an Gottes Kraft, sollen Mut und Entschlossenheit der jungen Generation angespornt werden, dem kommenden Jahr mit Vertrauen entgegenzublicken
in der Bereitschaft, die ganze Kraft einzusetzen, die nationalsozialistische Revolutton weiterzuführen zum Segen von Volk und Vaterland. Im Anschluß daran erfolgt die Flaggenehrung. Die würdevolle Rahmen- aestaltung bleibt den Schulbehörden überlaffen. Das Deutschlandlied und das Horst-Wefsel-Lied beschlie- ßen die erhebende Feier. Die Durchführung der Feier erfolgt am besten schulgruppenweise.
gez. Ringshausen.
Bericht der Gtaatspoliz igelte (SMe&er.
Mehlig nach Verbreitung von Flugblättern.
Der frühere Kommunist Ludw. Schleenbecker, geboren am 15. Januar 1887 zu Krofdorf, zuletzt wohnhaft in Krofdorf, ist nach Verbreitung hochverräterischer Flugblätter flüch» t i g. Lchleenbecker ist etwa 1,67 Meter groß, fräft.g, bartlos und trug bei der Flucht dunklen Anzug und Sch.ffermütze. Er. hat seine Kleidung nunmehr gewechselt. Zuletzt wurde Schleenbecker am 3. Januar 1934 in einer Wirtschaft in Gießen gesehen und dann noch in der Stadt. Er hat sich mit Gesinnungs- genoffen in Verbindung gesetzt und bei diesen jeden» falls auch Unterfch'upf gesucht. Zwei Personen wurden in dieser Sache bereits von der Staatspolizei- stelle Gießen zur näheren Aufklärung festgenorn- men. Schleenbecker wird wegen Vorbereitung zum Hochverrat verfolgt, und sämtliche Personen werden daher aufgefordert, der Staatspolizeistelle Gießen oder der nächsten Polizeidienststelle jeden Anhalts» punkt mitzuteilen, damit Schleenbecker festgenorn» men werden kann. Gegen Schleenbecker haben die Polizeibeamten gegebenenfalls unter Anwendung der Schußwaffe oorzugehen. Wer Schleenbecker
Aus Der provinzialhcmpistadi
Entscheidungen.
„Laß das Vergangene vergangen fein!" (Goetye.)
Das ist es, was vielen Menschen so schwer fällt: unter abgetane Dinge den entschlossenen Schlußstrich zu legen und ihre ganze Kraft an das zu wenden, was noch frei steht und getan werden soll.
Das Leben kommt stets mit der Fülle von taufend Möglichkeiten an uns heran. Wir können Wege links und rechts und aufwärts und abwärts wählen. Aber wählen müssen wir, weil von tausend Möglichkeiten doch immer nur eine Wirklichkeit werden kann.
Wer die Wahl hat, sagt das Sprichwort, hat die Qual. Aber es ist trotzdem schöner, die Wahl zu haben, als nur an eine einzige Möglichkeit, die dadurch zur ehernen Notwendigkeit wird, gefesselt zu sein. Dort sind rojr Herren unseres Schicksals, hier sind wir seine Sklaven.
Freilich, wer Herr sein will, muß auch stark fein. Dem Schwachen ist fein Gängelband lieb. Als Herren unseres Schicksals müssen wir die Verantwortung tragen. Das ist's, was manche fürchten. Wo man selber entschieden hat, kann man über niemand anderes klagen, wenn die Folgen unerwünscht sind. Und wer weiß die Folgen seiner Entscheidung voraus? An ihnen arbeiten außer unserem eigenen Tun noch unzählige unberechenbare fremde Faktoren mit. Wir fino Herren über unser Tun, aber nicht mehr über seine Folgen.
Daran bessert aber auch Willensschwäche nichts. Und deshalb bleibt die scharfe, klare Entscheidung doch immer das beste. Arn Kreuzweg sollen wir wohl überlegen. Ader wenn wir uns entschieden haben, dann auch rüstig vorwärts.
Auf dem Weg, den wir gehen, merken wir bald alle Steine und Locher, alle Windungen und Steigungen Der andere Weg, wen wir zur Seite liegen ließen, verklärt sich da leicht In der Erinnerung. Seine Schwierigkeiten bekamen wir nicht zu fühlen Es fällt uns nur ein, was uns an ihm
Ahnst du wohl, daß dieser Abend für dich der letzte deines Lebens ist! Morgen wird der flimmernde bunte Tand von deinen Zweigen genommen werden. Was bleibt dann noch übrig von dir? — ein nackter, dürrer Stamm, der, wenn er denken könnte, sich selber seiner Kargheit schämen müßte. o......... „u„3, M ltyvil,v Doch anbers soll dein Sterben sein, als das deiner
anders. Stärker schlugen die Herzen in jener Stunde, Brüder in der Stadt. Nicht in dem Treiben der da ein neues Jahr das alte abgelöst Eine Uner-; Straße, nicht in dem Dunkel eines Hofs, sollst du meßlichkeit von Hoffnungen und Träumen, von un- I yaß Ende deines Seins erwarten. Als ein Künder gezählten lauten und geheimen Wünschen trug unser Herz dem neuen Jahr entgegen, nun schwankt
Jonft früh auf steht, liegt heute, Seeburg zu, richtete ihn im Schreibsessel auf und Bett, und Fräulein Dumont, * zog die Augenlider auseinander. Dann griff er zu Frau von Mertens Et staunen nach der Kaffeetasse, die neben Seeburg stand, roch daran, steckte einen Finger hinein, den er zum Munde führte. Er schüttelte den Kopf.
„Lassen Sie den Kaffee hier auf dem Schreibtisch stehen! Nicht ausgießen! Wo ist dieser Herr beschäf. tigt?" sagte Doktor Fritsche xu Frau von Merten.
Als er horte, daß er im Auswärtigen Amt tätig fei, verlangte er telephonisch sofortige Verbindung mit dieser Behörde. Dort forderte Fritsche sofort einen der anwesenden Ministerialräte zu sprechen.
„Hier ist Doktor Fritsche, Arzt. Ich befinde m ch im Zimmer des Legationsrats von Seeburg. Ich habe ihn in einem Betäubungsschlaf an seinem Schreibtisch angetroffen. Ehe ich die Polizei benach. richtige, möchte ich hören, ob Sie einen Ihrer Her- ren herschicken wollen, um die herumliegenden Akten sicherzustellen."
„Machen Sie denn heute auch Nachtdienst?" fragte Reschke den Hilfsarbeiter, der ihm die zweite Kor-
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braune Lappen? Wenn das Ihr Ernst ist, Her/von ^^.sie.wirklich etwas Schlimmes denken muffen. Hottay, bann kommen Sie gleich mal her'! Ich kann nicht fort, ich muß die Nummer heute abschließen .
Ja, mit dem Diktieren ist das so ’ne Sache. Unsere
Stenotypistin ist nicht mehr da. Ich will mal sehen, ob ich noch jemanden beschaffen kann, ich glaub’s aber nicht. Also in einer halben Stunde."
Damit hängte Reschke ab. Dann wandte er sich
ZU dem Hilfsarbeiter Werner, der noch immer auf
das Manuskript wartete
Unterschlupf und sonst Beistand «ernährt, yat ebenfalls mit Festnahme und Strafverfolgung zu rechnen.
Vach Osthofen gebracht.
Wegen verschiedener Vergehen mußten in den letzten Tagen mehrere Personen von der Staatspolizeistelle festgenommen werden. Zwölf Personen aus Gießen, Laubach und Friedberg wurden gestern in das Konzentrationslager Osthofen eingeliefert.
Strafverfahren wegen wissentlich falscher Anschuldigung.
Bei der Staatspollzeistelle sind gegen einzelne Personen Anzeigen erstattet worden zu dem Zweck, die Genannten in das Konzentrationslager Osthofen einzuliefern. Bei Prüfung der Fälle hat sich teilweise auch ergeben, daß geradezu wissentlich falsch Personen beschuldigt wurden. In diesen Fällen haben wir nunmehr ein Strafverfahren wegen wissentlich falscher Anschuldigung eingeleitet. ' vorübergehend festgenommen.
Ein Kaufmann aus Gießen wurde vorüber» gehend festgenommen, weil er den Angehörigen des Sonderkommandos der Staatspolizeistelle Schwierigkeiten bei der Beschlagnahme von nicht einwandfreien Bildern des Führers Adolf Hitler machte.
SS-Eturmbann 1V/33. GG-Gtandarte.
Zu der heute 20.30 Uhr im Cafö Leib stattfindenden Versammlung der Fördernden Mitglieder lade ich nochmals ein. Zur Verteilung kommen die eingegangenen Mitgliedsbücher, sowie FM.-Ab- zeichen.
Es spricht der Abteilungsleiter des Rasse- und Siedlungsamt SS., Berlin, Pg Mathes Ziegler.
Der Führer des SS.-Sturmbann Iv/33.
M. d. F. b.: (gez.) Nickel, SS.-Sturmhauptführer.
^©.‘(Semeinfdiaft „Kraft du chZreude-
An alle Firmen, eingetragene vereine. Körperschaften, vehörden usw.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist gebildet. Schon in nächster Zeit tritt sie vor die Gießener Oeffentlichkeit, um so dem arbeitenden Volksgenossen Führer zu fein zur geistigen und körperlichen Erholung.
Es gilt nun, fördernde Mitglieder für die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" au werben.
An alle Finnen, eingetragene Vereine, Körperschaften, Behörden usw., ergeht nun der Ruf, der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" als förderndes Mitglied beizutreten. Die Aufnahmegebühr beträgt 3 Mk. Der Monatsbeitrag mindestens 50 Mk.
Das Aufnahmegesuch ist zu richten an: „Deutsche Arbeitsfront, Zentralbüro, Aufnahmeabtellung, Berlin SW 19, Märkisches Ufer 34."
Die Aufnahmegebühr ist auf das Konto „Deutsche Arbeitsfront" Aufnahmegebühren (NS.-Gemeinschast , Kraft durch Freude") bei der Bank der deutfcken Arbeit in Berlin zu überweisen. Die vollzogene Anmeldung bitten wir der Kreisbetriebszellenabteilung Gießen zu melden.
Heil Hitler!
Kreisbetriebszellenabteilung Gießen
K. Betz, Kreiswart der N^.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
Hahn, stellvertretender Lkreisbetriebzellen-Leiter
IBinterbiifetperr
des deutschen Do'kes 1933/34.
Eine vielfach verbreitete falsche Auffassung veranlaßt mich, darauf hinzuweisen, daß die Bedarfs- deckungsscheine, sowie die Fettkarten ausschließlich aus Mitteln des Reiches von den behördlichen Wohlfahrts st eilen ausgegeben werden. Das Winterhilfswerk, oder die NS.-Volkswohlfahrt haben nichts damit zu tun
Gießen, 5. Januar 1934.
Heil Hitler!
Klöß, Kreisführer des WHW.
F. d. R : M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer.
Hixmnes Geheimnis Kaum hatte Reschce das Zimmer veriasien, als das
Vornan von Klothilde von Stegmann ^sprechend ging WernerÄ d^Appa^at^^'""^ enb llrhederrechtöschuh: Fünf-Türme-Der.ag Halle (Saale) ^'on'
Wilhelm Möser
im Alter von 65 Jahren.
Gießen (Zu den Mühlen 12), den 5. Januar 1934.
’OD
Plötzlich und unerwartet entriß uns der Tod, infolge eines Unfalles am 4 lanuar 1934, meinen innigstgeliebten Mann, meinen guten Vater, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel
Die Beerdigung findet am Montag, dem 8. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofs aus statt — Von Beileidsbesuchen bittet man höflichst Abstand zu nehmen.
Im Namen der Hinterbliebenen in tiefer Trauer:
Anna Möser, geb. Loeber Dr. Guido Möser
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Wslli!lv?n / MgeWrre nnö irlnMer vorschrifie7° Religion der! dringlich-zutraulich. Bisher nisteten diese Bahnhoss-> den. Es gibt zwei Feuerwehren, aber die kanadische I versetzt.
liche Tat durch Todesurteile gesühnt.
Die Auster als Mausefalle.
(hk) Paris.
Es wandern drei heilige Könige..
Äon Nikolaus Schwarzkopf.
Aus vier Gründen liebe ich die Helligen Drei Könige mehr als alle anderen Könige der Welp geichlchte zusammengenommen: erstens, well iü) überhaupt gern in der Gesellschaft vornehmer Leute bin, zweitens weil es Königen jchlechthm durchaus nicht leicht fällt, heilig zu werden, drittens, meil Öiqe drei auch die drei Weijen genannt werden, ich selber aber, ach, so unweise bin und jahraus, jahrein vergeblich nach Weisheit trachte, und viertens, weil meine drei Weisen aus dem Morgenland viele Jahrhunderte nach ihrer gemeinsamen Anbetung des Jesuskindes noch brüderlich vereint aus dem gemeinsamen Grab zu Mailand aufbrachen, um hinunter nach dem heiligen Köllen zu ziehen, wo sie jetzt noch verweilen.
Frankfurt a. M., 5. Jan. (LPD.) Unter der tatkräftigen Führung des Landesbauernführers Dr.* Wagner und feines engeren Mitarbeiters, des Hauptabteilungsleiters III der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Pg. Gustav Wirth, ist die Zusammenfassung des bäuerlichen Organisationswesens im Wirtschaftsgebiet Rhein-Main-Neckar einen bedeutsamen Schritt zum
in welchen die Verschmelzungsverträge b e st ä t i g t werden. Die Eingliederung der beiden Verbände in die Landesbauernschaft Hessen-Nassau
Es ist allerdings so, daß die Maus zur Auster kommen muß, um gefangen zu werden. Die erste Beobachtung dieser Art machte Marius ©autrenon, ein Händler, der sich eine Menge Austern herbeigeholt hatte, um sie zum kommenden Festtag seinen Kunden zu offerieren.
stellungen verbinden. Nur kommt man ihnen mit Spielzeug nicht entgegen. Es wird geplant und geplant. Und ist mal ein Plan von den zahlreichen Instanzen bestätigt, haben die Fabriken fein Material. Kinderfpielzeug?, fragen verächtlich die staatlichen Lieferanten von Holz, Preßpavpe, Blei ober Zink. Und so geht es immerzu. Ein Land nicht nur ohne Spielzeug, ein Land auch ohne Märchen. Alte Märchen dürfen nicht verbreitet werden, weil es eben doch „nur" Märchen find, und neue sind noch nicht geschrieben.
Bulgarische Geschichten vom Feuerzeug.
(web) Sofia.
In einem Tabaklande, wo man gern viel gute
Als er sie eine Nacht liegen ließ in ihrem Kord, entdeckte er am nächsten Morgen, daß drei Austern Mäuse gefangen hatten. Anscheinend waren die Mäuse neugierig, wie nun Mäuse einmal sind, und hatten den verhängnisvollen Versuch gemacht, zu untersuchen, was in den sich nachts halb öffnenden Austerschalen enthalten sei. Die Austern widersetzten sich dem Bemühen und ließen ihre Schalen zuklappen, ehe die Mäuse zu entweichen vermochten.
Zu beruflichen Mäusefängern wird man die Austern zwar nicht erziehen können. Immerhin sind die mäusefangenden Austern von La Rochelle gegenwärtig die Sensation von Frankreich.
Der Tod wehrt einer Beichte.
(A. B.) Lissabon.
Dieser Tage hrachte die Polizei einen auf der Straße aufgegriffenen todkranken Bettler in ein Lissaboner Krankenhaus. Er war der Polizei als alter Missetäter bekannt, der schon eine ganze Reihe von Freiheitsstrafen auf dem Rücken hatte. Als er auf dem Krankenlager sein letztes Stündlein nahen fühlte, bat er um einen Geistlichen, um, wie er jagte, ein schweres Verbrechen zu beichten. Als der Geistliche nicht sofort gefunden werden konnte, bat der Sterbende um ein Kruzifix, küßte es und flüsterte mit fast unhörbarer Stimme:
„Vergebt mir alle, — Ich bin der einzige Schuldige an jener entsetzlichen Tat, die damals mit Recht die ganze Welt in Schrecken versetzt hat. Statt meiner büßt nun schon seit vielen Jahren ein völlig Unschuldiger im Gefängnis. Ich will also bekennen ."
In diesem Augenblick schnitt der Todeskampf ihm das Wort ab. Ganz Portugal lebt nun unter dem Gewissensdruck, daß in einem seiner Gefängnisse ein vollkommen Unschuldiger für die Tat eines anderen schmachtet. Publikum und Presse bringen benn auch leidenschaftlich in Polizei und Justiz, den Schleier dieses Geheimnisses zu lüften und bas bedauernswerte Opfer eines Justizirrtums der Freiheit zurück- i zugeben.
L-tt- meinen eigenen Kopf, baß er aus meinem Der Taubenkenner mag mit der sprichwörtlichen Aerhaltnmen gcsuyrl yai -.ucan neyme 8 © wn ^nm ffTmmt unb Sa|par hieß! In der (Eremitage zu Tauben,anstheit feine eigenen Erfahrungen gemacht Fall des Dorfes Beebe m Quebec. Das Dorf hat im Bptersbura winkte mich von einer Sonfole herab ein hoben, aber dieser Vogel ist nun einmal der Lieb-1 Süden eine Strohe, durch deren Mille die ®renje Kastopf zu sich ... ich mag nicht Ung älter. Doß feder Itolienreisende die Tauben lauft und quer über dem Weg liegt das zu den di^llberleuoei^ien^Dokumente hier ansühren, die von von Sankt Markus in Venedig gesehen und ge= Bereinigten Staaten gehörige Dorf Beebe Warn, her X Seiteber bartun, daß dieser ent- ’ füttert haben muß, ist selbstverständlich. Aber auch So kommt es, daß Wogen die auf dieser Strohe inrf.nh. @onf ber als ,mittelrhelnischer Heiliger- der Bewohner der alten Hansestadt Bremen hat fahren, manchmal zwei Rader in Kanada und zw > iein unteri-tzt-s Lächeln gen Westen wen- , seinen Platz, wo er frei lebende Tauben futtert, f .n ben Bereinigten Staaten haften. Bo« nermideU b Oberem» neben b m König des Louvre lm Main- und zwar ben Bahnhof. Sanft Bürokratius, ber ter ist die Sachlage bei den beiden Ortschaften Rock L and und Melchior hl-h! Unb in Dorrn-' bekanntlich ein absonberlicher Herr ist, hat .rn Island ,n Quebec und Derby L,ne tn Bermont bie kaum einen Steinwurf weit vom Dom, Houvtbohnhos von Bremen seit alters her diese i Nicht einmal durch rinen Weg getrennt sind, sondern nn?»inem Verlieben Gestell aus Cedernholz, inmitten Tauben gewähren lassen, auch wenn sie etwas „von ineinander übergehen. Die Grenze du.chschneldet vä! be Mck n K, inbü gerkünsten oller Art, erhebt sich" geben. 3m Rondell des Bahnhofsvorplatzes hier direkt das Herz der Zwill.ngsgememde und von hessischen Klemvurgerru,, „e Baltba ar treiben diese Himmelsvogel ihr Wesen und nahen ' viele Hau er liegen in beiden Staaten, wodurch den "ch d-r dn«ft M Ä h" bi- ihnen Korn Behörden große Schwierigkeiten entstehen. Die bei-
ganz in der Lustigkeit, die er am Jtp b' 9c’: ft' nnh «Krumen brinaen und denen sie manchmal auf den Orte erhalten ihr Wasser aus den Vereinigten R^na®mn®e&b mtlS Br Vn uKn, "n Ä Ä Händ-statt-tw In £ Bahn!. Staaten und ihre elektrische Kraft aus.Kanada. Die
stine? linken Wange klebt noch ein Rest der Bro— "her lind die Tauben oeradeau au,. C.senba,
die ihn an die Krippe geschickt, die Religion
Die 5000 Kilometer lange Grenze, die Kanada von den Vereinigten Staaten trennt, wird van Festrednern gern als Zeugnis einer Abrüstung gepriesen, die sich die Welt zum Muster nehmen sollte, denn es gibt nirgends eine Befestigung oder eine Kanone. Aber die Grenzwärter und Zollbeamten, die hier ihren Dienst tun, wünschen gar häufig, daß die Grenzlinie etwas schärfer markiert wäre. Gegen- ------------ wärtig ist sie so verschwimmend, daß sie zu kuriosen Der Taubenkenner mag mit der sprichwörtlichen Verhältnissen geführt hat. Man nehme Z- B. den
ist manchmal in den Vereinigten Staaten tätig und die amerikanische in Kanada. Die Gasthäuser kennen keinen Unterschied in der Staatszugehörigkeit derer, die sie aufnehmen. Als in den bereinigten Staaten noch das Alkoholverbot herrschte, war seine (Einhaltung in den Häusern, die auf der Grenze liegen, nicht ganz leicht. In den Zimmern, die zu Quebec gehören, konnte man sich auf ganz gesetzmäßige Weise einen gehörigen Rausch antrinken, während in den Zimmern in Vermont die gleiche Handlung als Verbrechen galt. Bisweilen gab bei einer An- klage die Stelle den Ausschlag, an der die Flasche auf einem Tisch gestanden hatte. Probleme der Stattszugehörigkeit entstehen, wenn es nicht ganz sicher ist, ab ein Kind nördlich oder südlich der Grenzlinie geboren wurde, und solche Fragen, in welchem Lande man sich befindet, gehören zu den Alltäglichkeiten. In einem Gebäude, das auf der Grenze liegt, ist im Untergeschoß eine Hufschmiede, deren Tür nach der amerikanischen Seite führt, und daneben ist eine Stellmacherei, mit einem Ausgang nach Kanada. Auf diese Weise kann ein Farmer seine Pferde in den Vereinigten Staaten beschlagen und seinen Wagen in Kanada ausbessern lassen.
Der 50jährige Hochzeitskuchen.
In Amerika hat ein Ehepaar die goldene Hochzeit festlich begangen. Das Glanzstück der Tafel war das Stück eines Kuchens, der bei der Verlobungsfeier im Jahre 1881 dem Brautpaar, frisch gebacken, besonders gemundet hatte. Der Vater der Braut war nämlich Konservenfabrikant und lotete den Rest des Kuchens in eine Konservendose ein. Jetzt bei der goldenen Hochzeit wurde die Dose geöffnet, und der 50jährige Kuchen schmeckte, wie das Jubelpaar versichert, noch so gut wie am ersten Tage.
tauben in dem Sparrenwerk des Bahnhofsgebäudes, wo es ihnen gerade paßte. Jetzt läßt die Stationsverwaltung „ihren" Bahnhofstauben aber am Empfangsgebäude einen richtigen riesigen Taubenschlag anbringen, in den sie mit Anis und Erbsen gewöhnt werden sollen. Aber die Bremer Bahnhvfs- tauben verdienen es auch. Es ist ,amtlich" festgestellt, daß diese Bahnhvfstauben etwas mit den Beamten gemeinsam haben: die Kenntnis des Fahrplanes! Zwei Minuten oder eine Minute bevor die O-Züge pünktlich einlaufen, die einen Speisewagen mit sich führen, versammeln sich die Tauben auf dem Bahnsteig, auf dem der Zug einläuft und warten. Da im Zugverband der Speisewagen seine bestimmte Stelle hat und nach Einlaufen des Zuges der Speisewagen fast immer an derselben Stelle des Bahnsteiges hält, finden sich gerade dort die Tauben ein und warten der Leckerbissen, die ihnen gereicht werden. Nachher zerstreuen sie sich bis — der nächste V-Zug fällig ist und die Tauben wieder die Speisenwagenstellung wartend besetzen! Diese Bremer Bahnhvfstauben gehören zum Stadtbild wie die Tauben zu Venedig, aber von ihnen muß es heißen, sie seien nicht nur sanft wie die Tauben, sondern auch klug wie die Schlangen.
als Hauptabteilung III der Landesbauernschaft unter Führung des Pg. Gustav Wirth ist bereits geschehen. Die organisatorische Zusammenfassung beider Verbände zu einer großen Organisation unter einheitlicher straffer Führung bedeutet gleichsam die Bereinigung des gesamten ländlichen Genossenschaftswesens im Wirtschaftsgebiet Rhein- Main-Neckar, einschließlich der Landesbauernkasse und der bäuerlichen Hauptgenossenschaft.___________
Zigaretten raucht, fpielt der Vorgang des Feueranzündens natürlich eine beträchtliche Rolle. Das weiß auch der jeweilige Finanzminister, und so fängt die Geschichte gleich damit an, daß in Bulgarien die Einfuhr und der Gebrauch von automatischen Feuerzeugen strengstens verboten ist. Wer in Unkenntnis dieser Vorschrift in der Öffentlichkeit ein Benzinfeuerzeug zückt, muß gewärtig fein, daß ihm ein Agent des Finanzministeriums auf der Stelle einen Strafakt von 2000 Lewa (= 60 Mark) ausbrennt. Die Bürger müssen die Streichhölzer des Stadtmonopols benutzen. Jetzt will man noch weiter gehen. Wie die Zeitungen berichten, ist man im geldbedürftigen Finanzministerium der Ansicht, daß das Entzünden einer Zigarette an einer bereits glimmenden Zigarette auch eine Umgehung des Streichholzmonvpols darstellt, und man wird sich in naher Zukunft hüten müssen, einen unbekannten Raucher auf der Straße um Feuer zu bitten — es könnte am Ende ein Finanzagent sein! Den Einwohnern der Stadt Gabrowo, die im sprichwörtlichen Rufe von Geiz und Sparsamkeit stehen, droht dann wahrscheinlich eine Sonderverordnung. In dieser sympathischen Industrie- ... . . - -
stadt ist es üblich, in den zahlreichen Kaffeehäusern Nutzen der Landwirtschaft weiter vorwärts getragen dem Gast zum Anzünden der Zigarette ein glühen- j worden, und zwar diesmal auf einem landwirt- des Stückchen Holzkohle mit der Feuerzange zu fchaftlichen Organifationsgebiet, welches sowohl nach überreichen — ebenfalls eine Durchbrechung des der abfatzorganifatarischen, wie finanzpolitischen Zündholzmonopols, so daß der Zündholzoerbrauch Seite von einschneidender und weitgreifender Be- U» Gabrowo gewiß besonders gering ist. Uebrigens >>"<- fuhmpfthputfrhp Wrtsckmsts-
gibt es in ganz Bulgarien fein öffentliches Lokal, in welchem etwa auf dem Tisch Streichhölzer zur freien Bedienung der Gäste zu finden wären — jeder Bürger soll und muß sich die Hölzchen selbst kaufen und mitbringen.
Warum wanderten sie aus? Was wollten sie eigentlich^ Ich weiß es nicht und will es nicht wissen, aber ich weiß, daß die drei Könige nicht an meinem ------- ----------------
Dorn zu Mainz vorüberziehen konnten, ohne emzu- be5 ^^bleins Mutter wiederfinden könnte? Die kehren! Und daß sie nachher hinüber gingen m das roimmelt schier von lieblichm Marienbildern, berühmte wellliche Haus, und daselbst drei Tage ver- ' ' ------ """
blieben Das Haus heißt heute noch der Dreikomgs- Hof und ist bis heute noch ein Gasthaus.
Dreikönigsbilder, so zahlreich sie in der Welt vorhanden sind: in meinem Dorn fand ich nur sieben, freilich, wenn ich die großen Galerien durchstreife, finde ich nach und nach ihrer hundert, die ihre Heimat nicht genau angeben wollen und hinter dem Namen „mittelrheinijch" verbergen müssen, daß sie im Dom zu Mainz irgendwie gestohlen wurden.
Irn Louvre zu Paris steht auf Ebenholz ein dick- aefrönter Königskopf, „mittelrheinisch", aber ich ver- " ■ .Innnön nnf hnfe or miet mpinpm
Merkwürdiges Erlebnis mit einem Tiger.
(z) Arn sterdarn.
Zwei Damen aus Perlak auf Sumatra haben kürzlich, wie das niederländische Kolonialblatt „Deli Courant" meldet, auf dem Wege nach Medang in der Nähe von Stabat ein sehr eigenartiges Abenteuer erlebt, über das nicht nur die Zoologen den Kopf schütteln werden.
Die beiden Damen hatten die Absicht, eine Freundin, die Frau eines Plantagenbesikers, zu besuchen, und waren ohne männliche Begleitung im Auto losgejahren. Mitten im Urwald auf der Straße hatten sie eine Panne und stiegen beide aus, um nach der Ursache zu suchen und die Panne zu beheben. Plötzlich, als beide unter der Kühlerhaube knieten, kniff die eine die andere in den Arm und wies mit schreckerfüllten Augen auf den Weg. Dort kauerte, keine zwanzig Meter von ihnen entfernt, ein prächtiger Tiger und sah interessiert dem Treiben der beiden Frauen zu.
Mit einem Satze waren die erschrockenen Frauen im Innern des glücklicherweise geschlossenen Wagens und harrten mit Entsetzen der Dinge, die da! kommen sollten, — denn beide waren nicht bewaffnet. Und siehe: auf lautlosen Pfoten kam nunmehr der riesige Tiger an den Waaen heran, beschnupperte ihn, man möchte fast sagen: sachverständig von allen Seiten, wobei er nicht die geringste Notiz von den zitternden und bebenden Insassinnen nahm, besah sich auch unter der aufgeschlagenen Kühlerhaube den Motor und verschwand dann mit einem mächtigen Sprunge, — im Maule ein Kissen, das die eine Dame wegen des steinigen Straßengrundes beim Niederkauern draußen unter das Knie geschoben hatte.
Michael Galapagos schlägt einen Rekord.
(—) London.
Michael Galapagos wäre aanz gewiß sehr stolz daraus, wenn er durch ein Wunder erführe, daß er in unserem Zeitalter des Rekordwahnsinns „auch" unter die Matadoren gegangen ist. Gegangen ist allerdings eine Uebertreibung, denn Michael der Wackere erreichte seine Leistung im bewegungslosen Zustande, nämlich schlafend. Er hat den Dauerschlas- WUtrekord der neuzeitlichen Geschichte aufgestellt. Er träumt süß seit rund elf Monaten — eine ganz beachtenswerte Leistung, wenn man bedenkt, daß Mister Galapagos eine „verhältnismäßig" junge Schildkröte ist, die kaum 120 Lenze zählt. Der Rekordinhaber domiziliert im Londoner Zoo. Unter dem Schutz feiner Schildbehausung ließ sich eine überaus kinderreiche Mäusefamilie nieder. Auch diese Kleinigkeit stört Michael nicht im geringsten; er schläft unentwegt und will nichts von dieser Welt wissen. Bemerkenswert ist, dah der bisherige Dauerschlasrekord — natürlich ebenfalls unter Schildkröten — knappe neun Monate betrug. Bravo, Michael, nur so weiter! ...
Los Nr. 165783.
(k) Lyon.
Erklärung für ihre Verbrechen, sie handeln nach allen, ihnen heiligen Gebräuchen, und glauben ihrem Fetisch-Gott zu dienen. In Stanley-Ville (Kongo) hat nun in diesen Tagen ein Prozeß gegen eine Gruppe von Panthermenschen stattgefunden, bei dem neun (Eingeborene zum Tode und einer zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden find. Die Panthermenschen schlichen sich nachts in den Wald, bewehrten die Zehen und Finger mit scharfen, eisernen Krallen, verständigten sich mit einem Geheul, das dem der wilden Tiere glich, Aber Spielzeug wird uichl fabri3iert. Spielzeug saugen ledern, dem sie sich nähern konnten in ben Nacken und zerfleischten ihn. Auch bei Den «n‘bewtt Selb« Marim G o r^N der MUe£ I Aistauas in Marokko findet man noch Anklänge an ÖS' “ SÄ ' o a™bk diesen furchtbaren Brauch, An en großen Fes- Witwe Lenins st heroargetr-t-n. Und die Regie- A-n nehmen st-, um Gatt zu drenen ern n T r „rwxA-.u >,«6 6>;Jsor Charakter an. Der Lowenbruder brüllt und zer-
fn^pfpn hnfe^ fip hnmit ^pftimmtp^reißt mit den Zähnen ein Lamm, der Schakalbruder gern spielen, daß sie damit sogar bestimmte Vor , . , < unfrnfin hpr @nmefbrnber lädt sieh
Aus den Anfängen her Menschheit sind bei den i Urwaldbewohnern Afrikas, Südamerikas und einiger Inseln des Stillen Ozeans Instinkte wach geblieben, die die Kulturmenschen mit Grauen erfüllen. Die Kopfjäger in Formosa und auf Neuguinea, die Jndianerstämme am Oberlauf des Ama- zonenftromes, dessen Männer nicht eher heiraten dürfen, ehe sie einer Frau den Kopf abgeschnitten .nnrpn nut XU itenen und ihn hübsch präpariert am Gürtel tragen (mit
3n Baris p-r,chwand d-r ideenreiche Schwarz, diesen Köpfen wird in Quito -,n p-rbot-ner^ aber
Zu diesem Zweck finden am nächsten Mittwoch, V . ■ .
10. Januar, in Frankfurt und Darmstadt die Gene- “in ® 1 r 1' - f. h • ralDerfammlungen der beiden Organisationen statt, Seite hm, weil durch sie n h ..... ' ' * --------hgg gesamte landwirtschaftliche Absahwesen organisatorisch in der Hauptgenossenschaft erfaßt und betreut wird einschließlich des gesamten
Das Recht im täglichen Leben.
Oer Erbschein.
(Nachdruck verboten.)
Jeder Mensch, der stirbt, hat einen Rechtsnachfolger, sei es, daß dieser auf Grund gesetzlicher Erb- folgebestimmungcn oder auf Grund befonderer letztwilliger Verfügung, etwa eines Erbvertrages, einfachen Testamentes oder gemeinschaftlichen Testamentes, das nur unter Ehegatten errichtet werden kann, in die rechtlichen Fußtapfen des verstorbenen Rechtsvorgängers eintritt. Wer auf dieser Erde nichts besitzt, für den ist das Sterben — in bezug auf seine Erbfolge — „leicht". Anders ist es, wenn ein Erblasser zwar Vermögen, aber'auch Schulden hinterläßt In diesem Falle muß es sich jeder, der gesetzlich oder durch eine letztwillige Verfügung zum Antritt einer Erbschaft berufen ist — beide Gründe können Zusammentreffen — erst gründlich überlegen, ob er die Erbschaft antreten oder ausschlagen soll. Keinesfalls darf er sich bei dieser sehr wichtigen Entschließung übereilen. Denn ein Erbe übernimmt nicht nur das vorhandene offen zu Tage liegende Aktivvermögen des Erblassers, sondern auch dessen vielleicht noch unbekannte Schulden, die vielleicht das erstere ganz erheblich übersteigen. Deshalb ist schon aus diesem Grunde bei jedem Erbschaftsantritt hohe Vorsicht dringend geboten.
Um den Gefahren zu begegnen, ihnen vorzubeu- gen, die sich für einen bisher unbeteiligten Dritten daraus ergeben, daß er mit dem angeblichen oder vermeintlichen Erben ein Rechtsgeschäft abschließt, hat das Bürgerliche Gesetzbuch den Erbschein eingeführt, der insbesondere dem Schutze gutgläubiger Dritter dienen soll.
Ein praktischer Fall: Eine Haushälterin, die sich als Erbin ihres verstorbenen Dienstherrn ausgibt, verkauft unmittelbar nach seinem Ableben an Kaufliebhaber Möbelstücke, die dem Erblasser gehörten. Sie legt dem Käufer ein eigenhändiges Testament des Verstorbenen aus dem Jahre 1928 vor. Später stellt sich heraus, daß dieser im Jahre 1930 ein gerichtliches Testament errichtet und in diesem alle von ihm früher errichteten letztwilligen Verfügungen glatt widerrufen hat, wozu er ohne Zweifel rechtlich befugt war. Der neue Testamentserbe kann hiernach die Rechtshandlungen der Haushälterin für nichtig erklären.
Der angeführte Fall liegt sehr einfach. Bet der Mannigfaltigkeit aller rechtlichen Dinge kommen weit verwickeltere Fälle vor.
Um deshalb eine möglichst große Sicherheit in be- zug auf die Person des Erben zu schaffen, ist die Erteilung eines Erbscheins, d. h. Erbenausweises, an die Erfüllung strenger gesetzlicher Vorschriften gebunden, die sich in den §§ 2353 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches finden.
Ein Erbschein kann nur von dem sog. Nachlaßgericht ausgestellt werden. Dieses ist im allgemeinen das Amtsgericht des letzten W o h n f i tz e s des Erblassers, selbst dann, wenn sich der gesamte Nachlaß, Grundbesitz oder sonstiges Vermögen, im Bezirk eines anderen Amtsgerichts befindet. Dos Nachlaßgericht kann nicht — etwa durch Vereinbarung zwischen verschiedenen Amtsgerichten oder dem Erben — geändert werden.
Wer Testaments-, Vertrags- oder gesetzlicher Erbe ist und eines Erbscheins bedarf, hat den Antrag auf Erteilung eines Zeugnisses über sein Erbrecht und, wenn er nur zu einem Teile der Erbschaft berufen ist, über die Größe des Erbteils, beim Nach- laßqericht zu stellen. Das Erbrecht ist so fest- zustellen.wieesimZeitpunktdesHin- scheidens des Erblassers g-estellt war.
Hierbei hat der gesetzliche Erbe genau anzugeben 1. die Zeit des Todes des Erblassers, 2. das D-r- hältnis, auf dem sein Erbrecht beruht (Verwandtschaft, Annahme an Kindesstatt ufro.); 3. ob und welche Personen vorhanden sind oder vorhanden waren — etwa Geschwister —, durch die er von der Erbfolge ausgeschlossen oder sein Erbteil gemindert werden würde; 4. ob und welche Verfügungen des Erblassers von Todes wegen (Testament, Erbvertrag) vorhanden sind, und 5. ob etwa ein Rechtsstreit über sein Erbrecht bei einem Gericht anhängig ist. Ist eine Person weggefallen, durch die der Antragsteller ton der Erbfolge ausgeschlossen oder sein Erbteil gemindert werden würde, so hat der Antraasteller anzugeben, in welcher Weise die Person weggefallen ist, ob etwa infolge Todes, Ausschlagung der Erbschaft oder C bverzichls.
Es geht also nicht an, daß ein Erbe einige Zeilen an das Nachlahgericht (s. o.) schickt, in denen er um Zusendung eines Erbscheins bittet. Er hat vielmehr den vorstehend unter Nr. 1 bis 5 aufaeführ- ten Erfordernissen unbedingt zu genügen. Beruht die behauptete Erbfolge auf einem Testament, so hat er weiter anzugeben, ob und welche sonstigen Verfügungen des Verstorbenen von Todes wegen vorlieaen. Das Testament ist vorzulegen oder sonstige beweiskräftige Urkunden, insbesondere öffentliche Urkunden Der Antragsteller hat vor Gericht oder vor einem Notar auf Verlangen eidesstattlich zu versichern, daß seine Angaben wahr sind, es sei denn, daß die Angaben bei Gericht offenkundig sind, d. h. sich in der Regel in den Gerichtsakten finden.
Jeder Erbe kann beim Vorhandensein mehrerer Erben einen gemeinschaftlichen Erbschein beantragen und hat hierbei die Erbteile anzugeben. Der Antrag muh die Angabe enthalten, daß die übrigen Erben die Erbschaft angenommen haben. Die Versicherung an Eidesstatt ist von allen Erben anzugeben, sofern nicht das Amtsgericht die Versicherung eines oder einiger von ihnen für ausreichend hält. Das Gericht hat die ihm gemachten Angaben genauestens auf ihre Richtiakeit zu prüfen und kann eine öffentliche Aufforderung zur Anmeldung der etwa anderen Personen zustehenden Erbrechte veranlassen.
Sollte ein Rechtsstreit über das Erbrecht anhängig sein, so ist vom Gericht der Gegner des Antragstellers zu hören.
Der Erbschein muß wieder eingezogen werden, sobald sich herausstellt, daß das in ihm bezeugte Erbreckt in Wirklichkeit nicht mehr als nachgewiesen anzusehen ist. Mit der Einziehung wird der Erbschein kraftlos.
Der wirkliche Erbe kann von dem Besitzer eines unrichtigen Erbscheins die Herausgabe an das Nachlaßgericht verlangen, im Weigerungsfälle im Wege der Zivilklage. Der wirkliche Erbe kann auch von demjenigen, dem ein unrichtiger Erbschein erteilt worden ist, verlangen, daß dieser ihm über den Bestand der Erbschaft und über deren Verbleib Auskunft erteilt.
Wird einem Dorerben ein Erbschein erteilt, so muß in ihm angegeben werden — andernfalls
ist der Erbschein ungültig — daß und unter welchen näheren Bestimmungen eine Nach erbfolge angeordnet worden ist. Ebenso ist die etwaige Ernennung eines Testamentsvollstreckers im Erbschein anzugeben.
Es wird bis zum Beweis der Unrichtigkeit vermutet — der Gegenbeweis ist mit allen Beweismitteln zulässig — daß dem, der in einem Erbschein als Erbe benannt ist, das im Erbschein an-
Mit dieser für die Imker bedeutungsvollen Frage hat sich kürzlich das Reichsgericht befaßt. Es handelt sich darum, ob dem Bienenzüchter der Schutz des § 906 des Bürgerlichen Gesetzbuches zuzubilligen ist, oder nicht. Das Eindringen der Bienen auf Nachbargrundstücke spielt insbesondere in der Schwarmzeit eine besondere Rolle, da sich je nach Lage der Oertlichkeit ein Ueberfliegen und Festsetzen von Schwärmen auf Nachbargrundstücken oft kaum vermeiden läßt. Es gibt daher manchmal einen Jnteressenkonflikt zwischen dem Imker auf der einen Seite und den Eiaentümern der Nachbargrundstücke auf der anderen Seite.
Nach § 906 des Bürgerlichen Gesetzbuches kann der Eigentümer eines Grundstückes die Zuführung von Gasen, Dämpfen, Gerüchen, Rauch, Ruß, Wärme, Geräusch, Erschütterungen und ähnliche von einem anderen Grundstück ausgehende Einwirkungen insoweit nicht verbieten, als die Einwirkung die Benutzung seines Grundstückes nicht ober nur unwesentlich beeinträchtigt, oder durch eine Benutzung des anderen Grundstückes herbeigeführt wird, die nach den örtlichen Verhältnissen bei Grundstücken dieser Lage gewöhnlich ist. Gemeint sind hier unter dem Begriffe „ähnliche Einwirkungen" nur körperliche, nicht ideelle Einwirkungen (Lindemann-Soerqel, Kommentar zum BGB., zu § 906 Ziffer 4). Der § 906 BGB. versagt also dem Eigentümer das 93er« bietungsrecht unter den im Gesetz näher bestimmten Voraussetzungen.
Die Frage, ob das Eindringen von Bienen auf ein Grundstück unter diese Bestimmungen fällt, ist bestritten. Wenn man sich streng an die im § 906 des BGB. angeführten Beispiele hält, so kann sie allerdings zweifelhaft sein. Die neuere juristische Literatur kommt, ausgehend von dem Zweck des § 906 BGB., zu der Bejahung seiner Anwendbarkeit auf das Eindringen von Bienen. Die gleiche Ansicht wird auch in der oberlandesgerichtlichen Rechtsprechung vertreten. Das Reichsgericht schließt sich ebenfalls dieser Auffassung an und begründet seine Stellungnahme mit dem Zweck der Vorschrift des § 906 BGB., der dahin geht, das im § 903 BGB. daselbst grundsätzlich anerkannte Ausschließungsrecht des Eigentümers mit den Bedürfnissen des wirtschaftlichen Lebens in Einklang zu bringen. Diesen Bedürfnissen würde es widersprechen, wenn jede mit der Benutzung eines Grundstückes verbundene Hinüberwirkung auf ein anderes Grundstück als rechtswidrig von dessen Eigentümer untersagt werden könnte. Um einen kurzen Ausdruck zu gewinnen, bat man die Bezeichnung „Imponderabilien" der Bestimmung zu Grunde gelegt. Man ist aber davon
Haftpflicht der Gemeint
Es ist eine bekannte Tatsache, daß der Straßenverkehr in dem letzten Jahrzehnt eine ganz außerordentliche Steigerung erfahren hat, insbesondere hinsichtlich des Gewichts und der Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Ganze Fernlastzüge mit ihrem Güterfernverkehr rollen heute durch alle Städte und Dörfer. Die Folgen dieser Verkehrssteigerung machen sich in höchst unliebsamer Weise in Form von Erschütterungen' bemerkbar, durch welche die anliegenden Gebäude je nach ihrer Festigkeit mehr oder minder in Mitleidenschaft gezogen werden. Die durch Ortspolizeiverordnungen in den Gemeinden vielfach angeordnete Verminderung der Geschwindigkeit der schweren Kraftfahrzeuge vermag diesen Uebelstand nicht restlos zu beseitigen.
Die Hauseigentümer, deren Häuser durch die Erschütterung Risse erleiden, treten mit Schadensersatzansprüchen auf. Es entsteht daher die Frage, ob und inwieweit nach dem geltenden Recht die Gemeinden den Straßenanliegern für die infolge des gesteigerten Verkehrs auftretenden Erschütterungen und für die durch diese verursachten Schäden an ihren Häusern haftbar sind. Die Straßen stehen im Eigentum der Gemeinden bzw. der Provinzen, und zwar in deren durch den Gemeingebrauch beschränkten Privateigentum, und unterliegen als solches tzrundsätzlich auch den Bestimmungen des bürgerlichen Rechts (vgl die Zeitschrift „Der Gemeindetag", Zeitschrift für Deutsche Kommunalpolitik, 27. Jahrgang, Nr. 10, Seite 454).
Für die Beurteilung des Rechtsverhältnisses bilden die §§ 903 und 906 des Bürgerlichen Gesetzbuches die Grundlage. Nach § 903 BGB. können die an die Straße angrenzenden Grundeigentümer andere von jeder Einwirkung auf ihre Grundstücke ausschließen, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen Diese Ausschließungsbefugnis der Anlieger ist also nicht unbeschränkt. Eine erhebliche Einschränkung bedeutet auch die Vorschrift des § 906 des BGB. Danach kann der Eigentümer eines Grundstücks die Zuführung von Gasen, Dämpfen, Gerüchen, Rauch, Ruß, Wärme, Geräusch, Erschütterungen und ähnliche von einem anderen Grundstück ausgehende Einwirkungen insoweit nicht verbieten, als die Einwirkung die Benutzung seines Grundstückes nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt, oder durch eine Benutzung des anderen Grundstücks herbeigeführt wird, die nach den örtlichen Verhältnissen bei Grundstücken dieser Lage gewöhnlich ist. Die Anwendbarkeit des § 906 BGB. setzt stets voraus, daß die Einwirkungen von einem anderen Grundstück ausgehen, wobei streitig ist, ob sie mit der wirtschaftlichen Benutzung und Ausnutzung eines Grundstückes (unmittelbar ober mittelbar) zufammenhänaen müssen, ober ob das Gesetz lediglich den räumlichen Ursprung der Einwirkungen hat bezeichnen wollen.
Die durch den allgemeinen Fährverkehr hervorgerufenen, sich regelmäßig zu einer Gesamtwirkung vereinigenden Erschütterungen pflanzen sich kraft naturgesetzlicher Wirkung durch das Straßenland auf die anliegenden Grundstücke fort, „gehen" also, von diesem aus gesehen, weil von der Benutzung der Straße herrührend, in jedem Falle „von den Strahengrundstücken aus" und fallen ihrer Art
gegebene Recht zusteht und daß er nicht durch andere als die angegebenen Anordnungen beschränkt ist.
Dem Erbschein kommt öffentlicher Glaube zu, das heißt: der Inhalt des Erbscheins gilt für jeden als richtig, es fei denn, daß einer die Unrichtigkeit kennt ober weiß, daß das Nachlaßgericht die Rückgabe des Erbscheins wegen Unrichtigkeit verlangt hat.
ausgegangen, daß sich nach einem, alle Fälle klar entscheidenden Merkmal die von dem Eigentümer zu duldende Hinüberwirkung nicht bezeichnen lasse, und das Gesetz hat nur hauptsächliche Beispiele angeführt, um die weitere Entwicklung aus dem leitenden Gedanken der Praxis zu überlassen. Da die im § 906 des BGB. angeführten Beispiele nur richtunggebend sind, so gebietet sich aus dem oben erörterten Zweck der vorerwähnten Bestimmung ihre Anwendung auf das Eindringen von Bienen auf ein anderes Grundstück. Wie das Oberlandesgericht Stuttgart in einem Urteil (Rechtsprechung der Oberlandesgerichte 26,23) zutreffend ausführt, bringt die Bienenzucht notroenbig-ein Einbringen von Bienen auf ein fremdes Grundstück mit sich. W ol l t e man dem Bienenzüchter den Schutz des § 906 versagen, s o wäre eine sachgemäße B i e- nenzucht so gut wie ausgeschlossen, da die Anwendung des § 226 des BGB. zugunsten des Bienenzüchters nur selten in Frage käme. Bei der Bedeutung der Bienenzucht für die Volkswirtschaft kann dies aber nicht der Absicht des Gesetzes entsprechen. Berücksichtigt man, daß es sich bei Bienen um verhältnismäßig kleine Körper handelt, so steht auch die bisherige Rechtsprechung des Reichsgerichts, die das Eindringen von festen Körpern nicht unerheblichen Umfanges als nicht unter § 906 BGB. fallend ansieht, der Anwendung dieser Bestimmung auf Bienen nicht entgegen.
Das Reichsgericht stellt sich also in klarer und eindeutiger Weise auf den Standpunkt, daß hier der § 906 BGB. anwendbar ist, dem Eigentümer eines Grundstücks also versagt ist, das Eindringen von Bienen aus einem Nachbargrundstück zu verbieten. Voraussetzung zur Anwendung des § 906 des BGB. ist nach dessen Wortlaut, daß die Benutzung des anderen Grundstücks nach den örtlichen Verhältnissen bei Grundstücken dieser Lage gewöhnlich ist, d. h. die Ortsüblichkeit der vom Beklagten betriebenen Bienenzucht muß feftfteben, was in der Reg-ll wohl der Fall sein wird. Gibt man aber dem Bienenzüchter den Schutz des § 906 BGB., so führt dies notw"ndig dazu, die Anwendbarkeit des § 833 des BGB. zu versagen, denn sonst würde man dem Bienenzüchter mit der einen nehmen, was man ihm mit der anderen gegeben hat. Deshalb stellt das Reichsgericht ferner den Grundsatz auf, daß Bienen zwar keine Haustiere sind, daß aber die von ihnen durch Ausscheidungen aus dem Körper entstandenen Beschädigungen von fremden Gegenständen keine Tierschäden im Sinne des § 833 BGB., Satz 1 sind (Juristische Wochenschrift 62. Jahrgang, Heft 53, Seite 2951).
>en für Gebäudeschäden
rdj den Straßenverkehr.
nach unter die im § 906 BGB. behandelten Einwirkungen. § 906 bestimmt demnach grundsätzlich auch für die Straßenanlieger Maß und Grenzen ihres Verbietungsrechts (vgl. Laut-Köln in „Der Gemeindetag" a. a. O ).
Ein Verbietungsrecht haben die Straßenanlieger mithin grundsätzlich dann, wenn die Zuführung von Erschütterungen im Sinne des § 906 unzulässig ist. Sie ist unzulässig, wenn die Erschütterungen die Anliegergrundstücke nicht nur unwesentlich beeinträchtigen, ober wenn bie Erschütterungen burch eine Benutzung der Straßengrundstücke herbeige- führt werden, die nach den örtlichen Verhältnissen bei Grundstücken dieser Lage nicht gewöhnlich ist, kurz ein Verbietungsrecht besteht, wenn die Erschütterungen übermäßig ober nicht ortsüblich sind.
Die Frage nach dem Maß der Beeinträchtigung ist eine Rechtsfrage. Ob die Benutzung der Anliegergrundstücke wesentlich ober nur unwesentlich beeinträchtigt wirb, muß in jebem einzelnen Falle nach einem allgemein gültigen, b. h. objektiven Maßstab geprüft werden. Nach einer Entscheidung des Reichsgerichts (vgl. Lindemann-Soergel, Kommentar zum BGB. zu § 906, Seite 1060, Ziffer 10) müssen sich z. B. die Anlieger eine durch die Erschütterung der Straßenbahn herbeigeführte unerhebliche Erweiterung der Risse baufälliger Häuser gefallen lassen. Selbst eine wesentliche, auf den Erschütterungen beruhende Beeinträchtigung kann aber nicht verboten werden, wenn sie durch eine Benutzung des anderen Grundstücks herbei- geführt wird. Die nach den örtlichen Verhältnissen bei Grundstücken dieser Lage gewöhnlich, also ortsüblich ist. Damit will das Gesetz sagen: Wenn in einer bestimmten Lage die Grundstücke so benutzt werden, daß die Benutzung der anderen Grundstücke in dieser Gegend dadurch beeinträchtigt wird, so sollen alle Grundstücke gleich behandelt werden, selbst wenn die Beeinträchtigung noch so wesentlich sein sollte. Das gilt selbst bann, wenn burch bie Einwirkung (Erschütterung) bie Substanz des Nachbarhauses angegriffen wird.
Man ersieht aus diesen Darlegungen, daß nach der Rechtsprechung die Einschränkungen des Eigentums der Straßenanlieger im Hinblick auf die Widmung der öffentlichen Straßen für den Gemeingebrauch recht weitgehend sind. Immerhin ist nach der gegenwärtigen Gesetzeslage bei dem Vorliegen unzulässiger Erschütterungen ein Abwehranspruch der einzelnen, von der Straße her beeinträchtigten Hauseigentümer gegen bte Gemeinde bzw. den Gemeindeoerband als Wegeeigentümer möglich. Es handelt sich dabei in erster Linie um die Frage des Schadenersatzes Nach juristischen Grundsätzen sind die Städte in einem solchen Falle verpflichtet, in ihrer Eigenschaft als Wegeeigentümer, zur B e ° seitigung des A b w e h r a n s p r u ch s der Anlieger alle irgendwie möglichen Maßnahmen zu treffen, bie geeignet sind, d i e Erschütterungen aus das geringste zulässige Maß zu mindern. Anderseits ist aber demgegenüber auf die Notwendigkeit der Auftechterhaltung eines den Bedürfnissen des heutigen Lebens Rechnung tragenden Verkehrs hinzuweisen.
Die vorstehend erörterte Haftpflicht der Gemein» den für Gebäudeschäden infolge Erschütterung durch den Straßenverkehr ergibt, daß es an einer grundsätzlichen und eindeutigen Entscheidung des obersten deutschen Gerichts zu dieser für bie Gemeinden wichtigen Frage noch fehlt. Erwähnenswert aus der neueren Rechtsprechung erscheint hier noch eine Entscheidung des Württembergischen Kompetenz- Gerichtshofs vom 30. Oktober 1932, in welcher der Grundsatz aufgestellt wird, daß für Ersatzansprüche der Anlieger gegen den Straßeninhaber wegen Ge- bäudeerschütterungen und anderer Schäden aus dem Kraftfahrzeugverkehr der Rechtsweg nur insoweit zulässig sei, als die Klage auf § 839 BGB. gestützt werde, d. h. Haftung des Beamten bei Verletzung der ihm obliegenden Amtspflicht.
Oie Gchlüffelgewatt der Frau.
Von Landgericftisrcit Dr. jur. Fritz Ttner.
(Nachdruck verboten!)
Das deutsche Recht läßt für Eheleute verschiedene Möglichkeiten zu, ihre oermügensrechtlichen Beziehungen zueinander zu regeln. Bekannt sind in diesem Zusammenhänge die Begriffe der Gütergemeinschaft, der Gütertrennung. Die gebräuchlichste §orm ist der sog. gesetzliche Güterstano, der Güterstand der Verwaltung und Nutznießung, der die Vermögensmassen der Eheleute rechtlich getrennt läßt, aber dem Ehemann bas Recht gibt, bas Vermögen der Frau zu verwalten unb besten Erträgnisse für sich in Anspruch zu nehmen.
Ohne Rücksicht aber daraus, welches Güterrecht in einer Ehe herrscht, stehen der Frau ganz bestimmte Rechte zu, die unter der Bezeichnung „Schlüssel- gemalt der Frau" zusammengefaßt werden.
Die Frau ist nach dem Gesetz berechtigt und verpflichtet, bas gemeinsame Hauswesen zu leiten. Damit sie biefe Aufgabe erfüllen kann, ist ihr bie Schlüsselgewalt eingeräumt. Was hat bas zu bedeuten? Das Gesetz sagt: „Die Frau ist berechtigt, innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises die Geschäfte des Mannes für ihn zu besorgen und ihn zu vertreten." Sie vertritt also bei allen dielen Geschäften den Mann, ohne daß dies besonders bei Abschluß des Geschäftes hervorgehoben zu rx*rben braucht, d. h.: aus diesen Geschäften der Frau wird der Mann mit seinem Vermögen verpflichtet, ohne daß er seine besondere Zustimmung im einzelnen gegeben zu haben braucht. Bleibt die Frau im Rahmen ihres Wirkungskreises, so kann sich der Mann dem Vertragsgegner gegenüber nicht darauf berufen, daß er ja gar nicht gefragt worden sei. Er muß also z. B. die Hausfrauenzeitung bezahlen, zu deren Bestellung der Reisende die Frau in seiner Abwesenheit überredet hat, auch wenn er selbst keine Freude an der Zeitung hat.
Was zum häuslichen Wirkungskreis ber Frau gehört, bestimmt sich nach ben Lebensverhältnifsen ber Eheleute. Der Wirkungskreis ber Frau eines Bauern ist selbstverständlich anbers, als der der Frau eines Landarbeiters, eines Bäckers ober eines Beamten. Allen gemeinsam ist die Versorgung des Haushaltes und bie Sorge für bie Kinder. Dazu gehört also ber Einkauf ber Lebensmittel, ber 93e« leuchtungs- unb Heizungsmaterialien, ber laufend nötigen Haushaltgerätschaften. Die Frau hat aber weiter auch bie nötigen Bekleibungsstücke für die Familienmitglieder, Leid- und Haushaltwäsche zu besorgen. Sie darf entbehrlich gewordenen kleineren Hausrat veräußern, unbrauchbar gewordene Stücke durch andere ersetzen. Sie darf auch anschaffen, was mit der Ausbildung unb Erziehung ber Kinber zusammenhängt, also z. B. Schulbücher unb anbere Lernmittel. Sie barf weiter in Krankheitsfällen ben Arzt für Familienmitglieber bestellen. Sie barf gebräuchliche Gelegenheitsgeschenke zu Geburts- unb Namenstagen usw. von Freunden unb Bekannten beschaffen.
Beim Bauern ist der Wirkungskreis der Frau in besonderer Weise ausgedehnt. In weiten Teilen Deutschlands unterstehen ihr außer der Führung des eigentlichen Haushalts die Milchverwertung, das Kleinvieh und der Gemüsegarten. Wo dies ber Fall ist, darf die Frau das für das Kleinvieh nötige Futter selbständig bestellen und anschaffen, über Milch, Butter und Eier verfügen, Hühner und Gänse verkaufen, Kücken anderer Zucht kaufen. Sie darf selbständig Samen und Pflanzen für ben Gemüsegarten kaufen und Obst und Gemüse verkaufen.
Nicht zum Wirkungskreis einer Arbeiterfrau würde es gehören und ben Mann also nicht verpflichten, wenn sie beim Reisenben unüberlegt große Posten Wäsche über ben notwendigen Bedarf hinaus, eine teure Waschmaschine oder ein teures Wandbild, und das noch dazu meist auf Abzahlung, bestellt, während solche Bestellungen bei der Frau eines wohlhabenden Mannes sehr wohl in den Rahmen der Schlüsfelgewalt fallen und also den Mann verpflichten können.
Wie schon gesagt: Es ist immer entscheidend, ob solche Geschäfte ber wirtschaftlichen Lage ber betreffenden Familie unb ihren Lebensverhältnissen entsprechen. Eine Bauersfrau barf also im allgemeinen sehr wohl eine Wärmeglocke für ihre Kücken, unter Umftänben auch eine Brutmaschine für bie Hühner ohne Mitwirkung bes Mannes kaufen, nicht aber lanbwirtschaftliche Maschinen ober Großvieh kaufen ober verkaufen. Wohl barf sie häusliche Dienstboten anstellen, nicht aber einen Knecht ober Schweizer, ohne ihren Mann zu befragen.
In einer rechtschaffenen Ehe werben wichtigere Dinge ja immer im beiderseitigen Einvernehmen geschehen. Die Rechtsordnung muß aber auch auf Regelung streitiger Fälle bedacht fein. Es gibt Frauen, die unwirtschaftlich ober gar verschwenderisch veranlagt sind, die also den Mann bei Mißbrauch ber Schlüsselgewalt in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen können. Der Mann hat in solchen Fällen bie Möglichkeit, bie Schlüsselgewalt ber Frau zu beschränken, ober ganz auszuschließen. Gegen Mißbrauch biefes Rechts ist bie Frau geschützt. Sie kann bie Aufhebung biefer Beschränkung durch das Dormundschaftsgericht (das zuständige Amtsgericht) verlangen.
Anderen Leuten, also insbesondere Geschäftsleuten gegenüber, wirkt die Entziehung der Schlüsselgewalt nur, wenn sie diesen bekannt oder in das Güterrechtsregister des zuständigen Amtsgerichts eingetragen war. Die einfache Anzeige in der Zei- tung: „Hierdurch warne ich jedermann, meiner Frau etwas auf meinen Namen zu borgen, da ich für nichts aufkomme", genügt im allgemeinen nicht, die Haftung bes Mannes für Bestellungen ber Frau im Umfange der Schlüsselgewalt auszuschließen. Erst ber Eintrag im Güterrechtsregister schafft volle Sicherheit für den Mann.