Montag, 5. November 1934 184. Jahrgang Ur. 259 Erste? Matt Heimat im Bild-Die Scholle R R Md HZ Md I I fl F 9 MR W W JIL mZ W A W HLZ R für Anzeigen von 22 mm Monatrvezugspreir: ■ H HR WZ H H W Z R H N W M W W Breite 7 Rpf., für Text. Mit 4 Beilagen NM. 1.95 IV R R w£ R WH R R H R jH R R W R R R anzeigen von 70 m m Breite Ohne Jllusttierte w 1.80 If M QLH^ R R R W M' W W W '• 60Npf.,Platzvorschrift oder Zustellgebühr .. „ -.25 W R M V V M ▼ R schwieriger Satz 25°/» mehr “.KÄJSiS \J V -w7 infolge höherer Gewalt w M ee < r ** Stellen. -Bereins., gemein- -8ML General-Anzeiger für Gberhchen =s= rid)ten. Eiktzen behördliche Anzeigen 6Rpf. zranMm Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitatrVuch- und Zteindruckerei R.Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Oesterreich. Von Dr. Max Clauß. Wien, Ende Oktober 1934. - Ungarischer Besuch in Wien und Rom. Ungarn und die französisch-italienische Annäherung. Italien bezweckt nach Ansicht des „Echo de Paris' 1. 2. französisch-italienische Gömbös aufStaatsb esuch in Wien Die Beziehungen zu Oesterreich unverändert Wien, 4. Nov. (DNB.) Der ungarische Mi- Im vergangenen Sommer drohte die österreichische !lfrage zum offenen nationalen Unglück der Leutchen zu werden. Und wenn auch das Schlimmste, iie kriegerische Intervention des Auslandes, wie erhalten hätten. Der Haupttäter Georgieff fei jedoch von Pawelitsch ausgewählt worden. Er fei aus Italien in Gesellschaft von Kwa- ternik nach Zürich gekommen, wo die beiden die aus Ungarn kommende Gruppe erwartet hätten. Kwiternik habe an die Terroristen Geld und Waffen d er teilt ; bie Waffen seien in Triest bei der Firma Angelini & Bernardon gekauft worden. Die italienische Polizei habe dies zugegeben. Dieselbe Waffenfirma habe seit jeher mit Pawe- litsch wegen der Ausrüstung der südslawischen Aufständischen in Verbindung gestanden, die in verschiedenen Lagern in Italien und Ungarn untergebracht gewesen seien. Der Völkerbund habe nun das Wort, um den politischen Hintergrund des Anschlags zu klären. Südslawien werde ober noch mit Frankreich und der Kleinen Entente eingehend darüber beraten, ob und wann der Völkerbund angerufen werden solle. „Politika" behauptet, daß bie habsburgischen Legitimisten in Oesterreich mit Per- tschowitsch die engsten Beziehungen unterhalten hätten. Die monarchistischen Blätter hät- ten ihn auch, ohne das Ergebnis der Marseiller Untersuchung abzuwarten, sogleich verteidigt und ihn als einen „angesehenen und ehrenhaften Mann' hingestellt. im besonderen beide. Ein italienisch-südslawj- scher Modus vivendi aber sei nur denkbar, wenn die römische Diplomatie nicht mehr die Revision der territorialen Vertragsklauseln begünstige. Bei Mussolini liege jetzt die große Entscheidung. Auch was sich gegenwärtig in Oesterreich abspiele, müsse die Verteidiger der österreichischen Unabhängigkeit beunruhigen. Das man auch sagen möge, so scheine Bundeskanzler Schuschnigg doch mittelbar oder unmittelbar mit bringung einer Vorlage über die Bewilligung von drei vorläufigen Haushaltsoier- t e l n durch den Ministerpräsidenten nicht e inner st a n d e n erkläre und offen mit seinem Rücktritt gedroht habe. Doch nimmt man an, daß er seine Mißbilligung nur dadurch zum Ausdruck bringen werde, daß nicht er die Vorlage begründen, sondern dies dem Ministerpräsidenten selbst überlassen werde. Unverbesserliche Schwarzseher sprechen bereits von einem Kabinett Laval und von der Möglichkeit eines Kabinetts offenbar hinaus — von größter Bedeutung zu werden; man könne sogar sagen, daß sie für die Fl and in. Selbst der Name des Kammerpräsi- benten Bouisson als Nachfolger Doumergues wird genannt und u. a. auch der Kriegsminister Marschall P e t a i n. Für den Fall einer Regie- rungskrise schreibt man dem Minister für öffentliche Arbeiten F l a n d i n einige Aussichten zu. Die linksradikale „Republique", die seit langem für die Bildung einer großen Mittelpartei geworben hat, glaubt bereits ankündigen zu können, daß diese jetzt Gestalt anzunehmen beginne. Auf der Landestagung der Alliance Demo- cratique in Arras betonte der Vorsitzende, Minister F l a n d i n, die Beziehungen zwischen der Alliance und der großen radikalsozialistischen Partei H e r • riot gestalteten sich immer freundlicher. Man könne bei beiderseitigem guten Willen hoffen, daß bis zu den nächste Wahlen ein v o l l k o m m e • nes Uebereinkommen hergestellt werde. Flandin, der als gemeinsamen Feind die mar- xistische Front bezeichnete, zollte Herriot Anabschließen, solange diese Macht im schlechten Einvernehmen mit der kleinen Entente im allgemeinen und mit Südslawien P e r t s ch e w i t s ch aus Janka-Pußta durch das , „Schwarze Los" eine Gruppe von drei Mann bestimmt, die den Befehl zum Anschlag Belgrad, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) In ihren Erörterungen über den Marseiller Anschlag halten sich die Blätter an die Schreibweise der französischen Presse. Sie spitzen daher ihre Angriffe auf Ungarn zu und belasten Budapest fast ausschließlich mit der Verantwortung für den Königsmord. Auch die Heftigkeit der Angriffe hat keineswegs nachgelassen, sie steigert sich eher von Tag zu Tag. Es werden „S a n k t i o n e n" gegenüber Ungarn gefordert. Die Behörden haben begonnen, einzelne ungarische Staatsbürger, die in Südslawien Geschäften nachgingen. Fallgruben für die französische Verfassungsreform Schwierigkeiten im Kabinett. - Die Entscheidung wird am Mittwoch in der Kammer fallen. auszuweisen. Die halbamtliche „93 r e m e" geht zu direkten Angriffen auf den ungarischen Ministerpräsidenten Go mb ö s über. Die in Frankreich verhafteten Terroristen Pospischill, Rajitsch und Krals hätten gestanden, mit ungarischen Generalstabs- und Truppenoffizieren eng zusammengearbeitet zu haben. „Vreme" nennt sogar eine Reihe dieser Offiziere mit Namen. P a w e l i t s ch , der Chef der Terroristenorganisation, soll den Auftrag zur Sa/- (3 (Xmi rtr: Oflrtrnnhor rtOHoh OH faflh Ptt. Marseiller Anschlages slattfinde, daß Mussolini die ungarische Revi- sionspolitik nicht um der französisch- italienischen Annäherung willen fallen lasse. Die römischen Verhandlungen versprächen also — und auf diese Feststellung will das „Echo de Paris" angeblich, bei Mussolini durchzusehen, daß keine Aussprache im Vülker- bundsrat über den Ursprung des der Deutschen, aber diese Sendung steht und fällt ja qerabe mit dem vertrauensvollen Zusammenwirken der beiden deutschen Staaten. Wenn ein Oesterreicher in Rom, Paris oder im Donauraum glaubt, eine andere deutsche Politik machen zu sollen als das Deutsche Reich selber, so hat er die Zeichen der Zeit gründlich mißverstanden. Das Reich braucht Oestereichs Mitarbeit in Europa, aber sonst braucht sie seien wir ehrlich! — kein anderer Staat, es sei denn, er will die Oesterreicher im antideutschen Sinne m i ß b r a u ch e n. . Diese Feststellung wird der Wiener Legitimist mehr oder weniger strenger Observanz als eine typisch „reichsdeutsche" Anmaßung entrüstet zuruckweisen und sich auf seine vielhundertjährige Alterswürde berufen. Diesem scheinhistorischen Argument steht allerdings die lebendige geschichtliche Wahrheit im Donauraum unzweideutig entgegen. Nicht nur in Belgrad, wo man seine Gründe gegen Die Wiener römische Orientierung hat, sondern auch in Budapest und Prag sind sich Freund und Feind darüber einig, daß Oesterreich em deut- sches Land ist und sein wird! Die so sprechen, tun es keineswegs aus Gefälligkeit für das national, sozialistische Reich und seine Zukunst, sondern weil sie selber an die e i g e n e Zu k u nft den k e n und deshalb die Toten ihre Toten endlich begraben lassen. Sicherlich gehen in Budapest oder auch sonst da und dort habsburgische Wunschträume um, die aus der Unzufriedenheit mit den gegebenen Machtverhältnissen entspringen. Doch erstens bedeutet etwa ein magyarischer Legitimismus keineswegs Unterordnung oder auch nur gleichberechtigte Zusammenarbeit mit Oesterreich, und zweitens bleibt diese ganze rückwärts gewandte Mentalität eben fast ausschließlich auf die „alte Gesellschaft" und auf die alte Generation beschränkt. Die Frontkämpfer und die Nachkriegsjugend in den Donauländern wissen schließlich genau so gut wie wir im Reid), daß Mitteleuropa nicht durch das rote Meer der Nationalismen durchgegangen ist, um schließlich ganz gemütlich wieder in der „guten alten" Zeit zu landen. Gewiß werden die Erben von 1918/19 sich anstrengen müssen, um ihre Ansprüche auf die Dauer zu halten. Nicht alles Junge zwischen den Sudeten und dem Schwarzen Meer wird auch mit Sicherheit alt werden. Aber jedenfalls wird sich nur das Junge, Unoerkrarnpfte durchsetzen. Und wie alles unverbrauchte deutsche Wesen überhaupt, gehört Oesterreich nicht auf die Seite der Vergangenheit, sondern ins Lager der Zukunft! Das Attentat von Marseille. Schwere Angriffe der südslawischen presse gegen Ungarn, Italien und Oesterreich. Paris, 5. November (DNB. Funkspruch). V e r- failles oder Regierungskrise — diese Entscheidung wird, so schreibt u. a. das „Oeuvre", am Mittwoch in d e r Kammer fallen, falls sich im Ministerrat, der am Dienstagoormittag Zusammentritt, Verwicklungen einstellen. In gewissen parlamentarischen Kreisen wird inzwischen davon ge- turch ein Wunder ausgeblieben ist, so liegt der schwarze Schatten des 25. Juli tief und drückend mch heute noch über dem österreichischen Land und 1 nisterpräsi'dent Gömbös ist am Sonntag, um |üne Hauptstadt. Was ist aus Wien, der stolzen und 12'15 Uf)r ,um Besuch des Bundeskanzlers lebenslustigen Kaiserstadt, geworden? ^as |oU <5 * u f rf) n i g g in 9Bien eingetroffen. Nach dem amt- schließlich weiter werden, wenn d i e n a t u,r11 d); e n üd)cn Bericht begab sich der Ministerpräsident kurz $ u Mi n f t s m ö g l i d) f e i t e n nicht endlich über . girier Ankunft zum H e l d e n d e n k m a l, wo Maurationsträume und haltlose Tagesspekulatio- cr einen Kranz niederlegte. Sodann stattete Göm- , sen den Sieg davontragen? Gewiß, die NotJtammt bög bem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und licht von gestern und heute. Sie begann mit jenem Km Bundesminister für auswärtige Angelegen- . herbst 1918, wo das Vielvölkerreich der Habsburger beiten Berger-Waldenegg Besuche ab. An-,' Ich in seine nationalen Bestandteile aufloste und schaßend hieran empfing Bundeskanzler Dr. 1 purbe besiegelt durch den U nh e 11 s s p r u ch v o n $ . u^nigg und Gemahlin die ungarischen Gäste/ 6 t Germain, der den Deutschen in Oesterreich L . fid) Tisch. Am Nachmittag besuchte der Mi- bre höchst fragwürdige „Unabhängigkeit ni|terprö|ibent in Begleitung des Bundeskanzlers iuferlegte. die Seipel - Dollfuß - Gedächtnis- Allein, das arme Wien der ersten Nachkriegszeit x i r ch e und legte am Sarkophag des Bundeskanz- par noch immer ein lebendiges deutsches Kultur- [er3 Dr. Dollfuß einen Kranz nieder. Hierauf emp- isntrum, das „rote Wien" der Marxisten konnte fjng Bundespräsident Miklas den un- sich in seinen revolutionären Absichten nie ganz garischen Ministerpräsidenten. Nach dem Empfang Ilirrchsetzen, und die Hoffnung auf eine bessere Zu- durch den Bundespräsidenten besuchte der ungarische ■Linft half doch über die bitterschwere Gegenwart Ministerpräsident Vizekanzler Starhemberg, Hinweg. Heute schnürt dem Besucher der Anblick jn ben Abendstunden seinen Besuch erwiderte. :ion so viel hoffnungsloser Verbitterung, der Ein- Weiterreise nach Rom erfolgte um 22 Uhr vom Iruck eines bis an die Zähne bewaffneten Miß- S^dbahnhof. Die Wiener Polizei hat außerordent- -auens vom ersten Augenblick an die Kehle ru. Sicherheitsmaßnahmen getroffen. ! Diese Beklemmung wird nicht leicher bei dem (9e- £)er ,nnere Stadtteil ist von Polizei vollkommen tonten, daß die feindselige Abwehr gegen Unbekannt ^gesperrt. Posten durchziehen die Straßen. i .rnb der härteste Strafvollzug des Staates am Wiener Presse begrüßt 9J1inifterpräfi= (mbersbentenben Jßoltsgeno fen fo roie m■ öej bent Gömbös in der herzlichsten Weise. Sie Hauptstadt heute in ganz Defterreid) lanbauf lanbab ^ist drauf hin, baß Oesterreich unb Ungarn ge-1 iiom Burgenlanb bis zum ^^densee die tr s | roi|ferma^en ba5 Herzstück Europas barstellten. Die Kegel bilben. Im Volke selber unb nicht m nber in jener Neuesten Nachrichten" unter- i ter Beziehung Oesterreichs zum Deutschen Reich fehlt ^Eichen bie befonbere Bebeutung bes Besuches pr Zeit jedes na tur lich e Der trau en. Gme solch e I ^mbös' durch die Tatsache, daß dieser eben in moralische Atemnot laßt Eu^che S Warschau war, was offenbar eine gewisse be= f öff^ufubr auf bie Dauer n^t betampfen ^ b fonbere Zielrichtung der ungarischen Außenpolitik wie ein schleichendes Verhängnis alle Anstrengungen ^fzeige. Die „R e i ch s p o st" versucht die in der pm Wiederaufbau. , letzten Zeit behaupteten Gegensätze zwischen der Dabei wollen wir gewiß nicht in den Fehler ^r- österreichischen unb ungarischen Außenpolitik zu fillen, den das amtliche Oesterreich uns „Reichs- Ihestreiten unb schreibt: Die weitgehenbe Ueberein- iLUtschen" so gern üdelnimmt, der Regierung m ffimmung zwischen Ungarn und Oesterreich wird Wien unb ihren organisierten Hilfskräften den ern-ltz^^ Nüancierungen der politischen Melodie in f en Willen zum Besseren abzusprechen. Ttanner j^ren Grundlagen nicht berührt. Wenn die ungari- mie der Bundeskanzler Dr. Sch u s ch n i g 9 oder Politik in Uebereinstimmung mit den innersten U.^nias Aler'ander aeaeben haben, «twa der neue Generalsekretär der „Vaterländischen ber ungarischen Nation immer bas S™lorbh^ L - s^ien verhaftete^Oberstleutnant Sront" Oberst Adam Haden auch durchaus das Zj/'^ner Revision des Vertrages von Ferner habe der in ^len Dert)afteterUDerjiieuinam ^eug in sich, ihre konstruktiven Absichten durchzu- Trianon vor Augen hat, während Oesterreich in I«tzen. An eine Rückkehr des schwarzroten Partei- harten Vertrag von St. Germain im- voesens und des parlamentarischen Systems über« ejne Garantie feiner Unabhängige l.aupt ist nicht mehr zu denken. Alleiry der unter erblickt, bann kann biefe Einstellung bie Zu- | ! > ■ । । ।■ ■■■ RechUert^un^ine?"gehäst Klerikalisrnus ab J nationale Seite der Frage im grellsten Blitzlicht be- Äf ^r9DeHiinbiat sich auss schwerste an Kirche, leuchtet sehen. Doch auch in Wien haben die Ver- Staat und Volk Der katholische Volksteil in Sud- antwortlichen die furchtbare Gefahr jedes unernsten ^eutickland hatte die konfessionelle Politik bes Zen- Spiels mit beutschfeinblichen Strömungen im Aus- -ums und der Bayerischen Dolkspartei schon lange lanb kennengelernt. Bunbeskanzler Dr. Schuschnigg R/XiffÄ und die Dinge in hat denn auch weder in Florenz Mussolini gegenüber, veste^eich liegen grundsätzlich nicht anders. Klerikal noch spater vor den versammelten „©aran^lemad)= wäre? eit jeher das Habsburger Kaiserhaus und ten" in Genf ein Hehl daraus gemacht daß ihn -vichtige Faktmen der Wiener^ Reichspolitik, nicht seine Gesinnung als österreichischer Deutscher zu be- :liber das Oesterreichertum in Stabt und Land. Des- sonderer^Vorsicht.verpflichte. wegen werden die innere Befriedung und ber stan- Freilich bebeutet bie Beobachtung, baß die Hem- ^sche Aufbau um so raschere Fortschritte machen, mungen gegen eine allzu weitgehende Jnansprucy- s energischer die maßgebenden Männer der Regie- nähme fremder Hilfe an maßgebender Stelle l mag von ber Verketzerung bes nationalen Gedan- Oesterreichs gewachsen sinb, noch keineswegs einen 'xns abrücken unb in Wort unb Tat nur ein Ziel Abbau ber anberen Hemmungen vor bem nationai- tennen ben vorbehaltlosen Die n ft a m sozialistischen Deutschlanb. Vielmehr wiederholt sich zweiten deutschen Staat". das klerikale Mißverständnis auf dem allgemein po- Das starke Bekenntnis zum gemeinsamen Deutsch- litischen Gebiet in ber Weise, baß man in Wien aus- tiim ist — bas bebarf kaum eines Wortes — natür- gerechnet den Nationalsozialismus als etroas zigep di auch bas einzige wirkliche Heil - fiv - Preutzisches empfinbet! Im gleichen Augen- mittel gegen das schlimme Mißtrauen blick, wo e i n g e b ü r t i g e r Oesterreich er im wischen Wien und Berlin. Und hier ver- Namen ber großbeutschen Jbee seine Volksbewegung mögen bie tragischen Erlebnisse vor einem Viertel- von Süben nach Norben zum Siege geführt i^hr ber politischen Erfahrung roarnenb zu bienen, unb bamit bie preußische Mission im Reich tatsach- - sollte es im Reich noch harmlose Leute gegeben ha- lich beenbet hat, träumt man jenseits der Grenze ^n die bas österreichische Problem als eine einfache von einer österreichischen Son d e r m i s - i ndeleaenheit ber nationalsozialistischen Jnnenpoli- s i o n. b e s ,S u b e n s ! Gewiß hat Oesterreich eine 4S betrachteten, dann konnten sie jetzt dis inter-'unveräußerliche Aufgabe als Sud-und Subostmark r r a n 3 o i i j cy - i i u i i c u i i ui e Aussöhnung *—twon bestimmend sein werden. Frankreich könne । den Führern der österreichischen Rationalsoztalisten kein politisches Abkommen mit Italien I in Verhandlungen getreten zu fein. erfennung; er erwarte, daß in der Frage der Staatsreform, in der sich die Alliance g e - schlossen hinter den Ministerpräsi- d e n i e n stellen wolle, der Führer der Radikalsozialisten zum Entgegenkommen bereit sei, damit das Werk Doumergues, von dem das Schicksal des Landes abhänge, vollendet werden könne. Die Ausführungen Flandins, insbesondere feine Andeutungen über ein engeres Zusammengehen mit den Radikalsozialisten, wurden von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen. So ist trotz aller Krisenstimmung nicht gesagt, daß Doumergue nicht doch die Oberhand behält. Jedenfalls rühren alle Anhänger des Burgfriedenskabinetts eifrig die Trommel. Einige Blätter oer- sucken mit der „bedrohlichen außen poli- tischen Lage" Stimmung zu machen. U. a. schreibt der „Petit Parisien": Man betont, daß das Parlament einen schweren, ja den schlimmsten Fehler begehen würde, in der jetzigen St unde eine Regierungskrise auszulösen. 3m Hinblick auf die S a a r a b st i m m u n g organisiert sich Deutschland mehr und mehr. Der geschlossenen Front der Beherrscher Deutschlands muß Frankreich eine starke Regierung entgegenstellen können. Unsere Freunde und Verbündeten wünschen das ebenso sehr wie unsere Bevölkerung. Diese Regierung aber ist das B u r a f r i e d e n s k a b i- nett Doumergue. Der Dölkerbundsrat soll am 21. November seine Saarverhandlungen aufnehmen. Die Persönlichkeiten, die uns dabei vertreten wer- den, müssen ihre Vorbereitungen in Ruhe vollenden können. Auf einer Bezirkstagung der Neu- sozialistischen Partei in Toulon hat sich der Abgeordnete Renaudel gegen die marxistische Front, aber für die Einheitsfront der Links- Parteien ausgesprochen. Renaudel befürchtet, daß Doumergue trotz des Widerstandes der Kammer feine Pläne durchbringen werde und daß man dann sehr bald mit äußerst ernsten Ereignissen rechnen müsse. Blut werde fließen und der Aufruhr werde durch die Straßen tobten. Doumelgues Appell an das Volk. Der Kampf gegen den überspitzten Parlamentarismus. Der Ministerpräsident vor dem Mikrophon. Stärkung der Bolkssouveränität gegen das Parlament. Paris, 3.Rov. (DNB.) Die Rundfunkrede, die Ministerpräsident Doumergue am Samstag ge- halten hat, gibt über die Absichten des Ministerpräsidenten unzweideutig Aufschluß. Der Ministerpräsident stellte seine Ausführungen unter das Motto: „Nach der Finanzsanierung die Wirtschaf t s s a n i e r u n g". Die Wiederher siel- jung der Regierungsautorität sei das einzige wirksame Mittel, alle für die Wirtschafts, gesundung geeigneten Dinge wirksam werden zu lassen. Wenn der jetzige Ausland forldauere, werde bald allenthalben die Anarchie platz greifen, deren erste Opfer die Bürger des Landes fein würden. Gewiß gebe es im Parlament wertvolle Persönlichkeiten, aber sie könnten sich in dem Wirrwarr der Parteien und der Parteikämpfe nicht durchsetzen. Die parteigruppchen vertrödelten ihre Zeil damit, sich gegenseitig zu bekämpfen, um eine Wacht zu erobern, mit der sie nichts Vernünftiges anzufangen wüßten. Denn demnach erroiefen fei, daß die Unsicherheit der Regierung eines Tages für das demokratische Regime todbringend werden könnte, müsse man fragen, ob die Ursache nicht in den Lücken und Unvollkommenheiten der Verfassung zu suchen sei. Deshalb fei nichts notwendiger, als eine Staatsreform durch eine wohlüberlegte Revision der Verfassung. Seine Pläne hätten in gewissen Kreisen erhebliche Erregung ausgelöst. Man habe ihm zwar nicht vorgeworfen, er wolle für sich persönlich d i e Diktatur, aber er bereite anderen den Weg. Als Diktaturanwärter komme aber, soweit er sehe, nur die marxistische Front in Frage. Er werde nötigenfalls das Land auffordern, sich zu äußern. Diese Volksbefragung fei nur im Wege von Neuwahlen möglich. Er wünsche nicht, zur Auslösung der Kammer zu schreiten, aber er würde nicht zögern, davon Gebrauch zu machen, wenn er entgegen seiner Ermächti- gung dazu gezwungen sein sollte. Bei der augenblicklichen Lage müsse schnell gehandelt werden. Wenn man der Regierung die Kredite verweigern wolle, die sie brauche, um den Staatsbetrieb vor der Verabschiedung des Haushaltsplanes für 1935 und vor der Durchführung der Revision sicher- zustellen, so müsse er sagen, daß ohne diese Kredite die Regierung inmitten ihrer Ausgaben lahmgelegt und nur noch die Möglichkeit haben werde, abzutreten. Um dieser Gefahr zu begegnen, werde sie sofort bei Wiederzusammentritt der Kammer die Bewilligung des Haushallszwölftel verlangen, wenn die rechtzeitige Bewilligung verweigert werde, würde das bedeuten, daß das Parlament nicht nur der Revision der Verfassung feindlich gegenüberstehe, sondern daß es dem Ministerpräsidenten auch nicht die Möglichkeit lassen wolle, das Land aufzufordern, in dieser ernsten Frage selbst zn entscheiden. Ausnahmsweise vorgenommene Wahlen würden es den Wählern gestatten, ihre Stimmen nur solchen Kandidaten zu geben, die bereit seien, unverzüglich die Bestimmungen, die zur Verbesserung und gleichzeitig zur Unterstreichung des demokratischen Charakters der Verfassung unerläßlich seien, zu verabschieden. Der Ministerpräsident wandte sich dagegen, daß die von ihm vorgenommenen Verfassungsänderungen antidemokratisch oder gefährlich seien. Durch sie würde lediglich dem Volk eine viel wirksamere Kontrolle über seine parlamentari- lchen Vertreter gegeben. Das Recht zur Auflösung des Parlaments stehe in einer wirklich demokratischen Verfassung nicht einer parlamentarischen Versamm- hing zu, sondern nur dem Staatsoberhaupt, das nur davon auf Vorschlag der Regierung Gebrauch mache. Ein Mißbrauch des Auf- lösungsrechts würde darin bestehen, wenn die Auf- lösung der Kammer im er st en Jahre ihrer Gesetzgebungsperiode ohne große Schwierigkeiten vorgenommen werden könnte. Denn während die- ses ersten Jahres suche sich in der neuen Kammer eine stabile Mehrheit zu bilden. Deshalb schlage er ein Fahr als Frist für die Auslösung vor. Der Ministerpräsident entwickelte dann seine weiteren bekannten Reformpläne über die Stellung des Ministerpräsidenten, die Verabschiedung des Staatshaushaltsplanes, die Stellung der Beamten im Staat u[m. und betonte zum Schluß erneut, daß seine Pläne nicht auf Schwächung, sondern auf eine Stärkung des demokratischen Regimes abzielten. Nur so werde die Schaffung einer persönlichen Regierungsgewalt und das Herannahen der Diktatur unmöglich gemacht werden können. Er sei gewillt, nach besten Kräften zu Han- bellt. Man dürfe von ihm nicht erwarten, daß er sich auf irgendwelche Kompromisse zwischen dem, was er für gut halte, und dem, was ihm als schlecht erscheinen würde, einlassen könnte. Er denke nur an das allgemeine Wohl. Wird die Regierungskommission gegen den Emigrantenterror einschreiten? Eine Aufforderung des Landesleiters pirro. Die Deutsche Front wahrt äußerste Disziplin. Ausschluß von Provokateuren und Heißspornen. Saarbrücken, 3. Nov. (DNB.) Der Landesleiter der Deutschen Front, Pirro, veröffentlicht einen Aufruf an die Mitglieder der Deutschen Front, in dem es u. a. heißt: Die Lage an der Saar beginnt durch unverantwortliche gegnerische Machenschaften plötzlich sehr ernst zu werden. Die Franzosen drohen mit dem militärischen Einmarsch ins Saargebiet. Ich verstehe euch, daß ihr die Nachrichten über die drohende Besetzung unseres Heimatgaues mit größter Ent- rüftung aufnehmt. Ich verstehe auch die bitteren Fragen, die ihr in diesem Augenblick an die verantwortlichen Behörden richtet. Ist es den verantwortlichen Stellen bekannt, daß in rückgliederungsfeindlichen Versammlungen und Zeitungen nun schon seit Monaten in maßloser und verleumderischer Weise gegen das deutsche Volk, das Deutsche Reich und seinen Führer gehetzt wird, daß in den Versammlungen der Emigranten und unserer Gegner die Verordnungen der Regierungskommission dauernd übertreten werden, daß die Emigranten planmäßig zum Bandenkrieg ausgebildet werden, daß die Emigranten das ihnen gegen den Dillen der gesamten Bevölkerung gewahrte Gastrechl mißbrauchen und durch Unruhestiftung und tägliche Terrorfalle die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden, daß die Emigranten ihr gefährliches Spiel unter dem Schuh der Bergwerksdirektion treiben? Die Regierungsfommiffion steht vor einer geschichtlich hoch bedeutsamen Entscheidung. Entweder sie bannt — was ihr sehr leicht fallen wird — mit ihren Machtmitteln jeglichen Terror, insbesondere den der (Emigranten, sie verbietet ihnen das öffentliche Auftreten in Versammlungen und das Mitarbeiten an saarländischen Zeitungen — und der ganze Terrorspuk ist verflogen und endgültig beseitigt — oder sie ruft die französischen Truppen ins Gebiet — dann wird das Unglück, das sie schließlich über Europa und die abendländische Kultur bringt, unabsehbar sein. Euch aber, ihr deutschen Männer und Frauen an der Saar, fordere ich in dieser ernsten Stunde nochmals zur äußer st en Disziplin auf. Gewiß, eine solche Aufforderung ist nicht mehr nötig; ihr habt durch Monate hindurch bewiesen, daß ihr um eures Vaterlandes und des Friedens willen Zucht zu wahren versteht. Bewahrt nun diese Zucht auch weiterhin trotz der ungeheuren Spannung, in die euch die Bereitstellung einmarschbereiter Truppen an der Grenze des Saargebietes versetzt hat. Gleichzeitig ordne ich an: 1. Mitglieder der Deutschen Front, die meinem Gebot zuwiderhandeln und keine Disziplin wahren, sind nicht nur aus der Deutschen Front sofort auszustoßen, sondern auch gegebenen- falls der Staatsanwaltschaft zu übergeben. 2 Wer durch eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft nachweislich die Verurteilung eines Terroristen, der sich in die Reihen der Deutschen Front e i n g e s ch l i ch e n hat, er» aielt, erhält von der Deutschen Front eine B e • lohnung von 1000 Franken. Eine englische Stimme der Verminst. London 5. Nov. (DNB.-Funkspruch.) „News Ehronicle schreibt, in britischen Regierungskreisen |ei man sich nicht darüber klar, ob für eine Ent- sendung von Truppen ins Saargebiet ein Er - f" ch e n des Präsidenten der Saarkorn- rn l s s l o n K n o x genügen oder ob ein Beschluß b e s V o lkerbundsrates notwendig sein würde. 3m ersten Fall würde in einer Zeit ner- vojer Spannung eine sehr große Verant. Wirtschastssteuerung, die Herrschaft des gefunden Menfchenverf a i-S. Eine handelspolitische Betrachtung für jedermann. Don Hanns Deyben. Die Fülle der Erscheinungen, die auf jeden Be- trachter des politischen Lebens im neuen Deutschland einstürmen, hat bislang viele davon abgehal- ten, ihre Aufmerksamkeit auch den Dingen zuzuwenden, die in aller Stille $um Wohle des Volksganzen heranreifen. Noch immer scheint nämlich beim Zeitungsleser — soweit er nicht selbst in der Wirtschaft steht — eine gewisse Neigung vorhanden zu sein, den volkswirtschaftlichen und Handelspolitik sehen Teil seines Blattes zu überschlagen, weil er im Gegensatz zu den eben erwähnten politischen Vorgängen nicht „interessant" genug erscheint. Vielleicht mag diese Abneigung gegen die Wirtschaftspolitik auch daher kommen, daß in den vergangenen Fahren Volk und Leserschaft zu oft und zu viel mit wirtschaftspolitischen Vokabeln und Theorien überschüttet wurden, aus denen zuletzt niemand mehr klug wurde, und die es ja auch keineswegs, wie die bittere Erfahrung lehrte — zustande brachten, eine geordnete Volkswirtschaft und den ersehnten Volkswohlstand herbeizuführen. Heute hat sich das Blatt gewendet. Fntellektuelle Wirtfchaftstheorien sind über Bord geworfen, an ihre Stelle trat d i e volkswirtschaftliche Tat. Diese Tat findet ihren Ausdruck darin, daß der neue Staat wirtschaftspolitisch nur das unternimmt, was dem unmittelbaren Nutzen des Volkes dient. Dazu war notwendig und wurde erreicht, daß die Wirtschaft von ihrem alles beherrschenden Thron gestürzt und zur Dienerin des Allgemeinwohls gemacht wurde. Der neue Staat errichtet also keine national-ökonomischen Lehrgebäude, sondern begnügt sich damit, die Wirtschaft zu beaufsichtigen und sie zu lenken. Statt dieser Erklärungen ein Beispiel. Gerade in diesen Tagen wurde für Preußen eine neue Verordnung über neuzuerrichtende Gast- und Schankwirtschaften verkündet, worin die Sperre für Schankerlaubnisse noch verschärft wird. Fn der Begründung wird erklärt, daß die erweiterte Gasthaussperre im allgemeinen volkswirtschaftlichen Fnteresse ergangen sei, um die im Gaststättengewerbe angelegten Kapitalien sowohl den Fn- hadern als vor allem auch der deutschen Volkswirtschaft zu erhalten. Bei der jetzigen Lage des Gewerbes müsse damit gerechnet werden, daß durch die Neuerrichtung von Gaststätten nicht nur die in neuen Unternehmungen angelegten Anlagewerte und Betriebsvermögen gefährdet sind, sondern darüber hinaus auch die vorhandenen Betriebe in ihrem Bestand bedroht werden. Denjenigen Volksgenossen, die nun im Begriff standen, eine neue Gaststätte zu eröffnen um aus ihr ihren Lebensunterhalt zu ziehen, mögen derartige Verordnungen als eine unbillige Härte erscheinen. Sie mögen vielleicht zunächst mit einem Schein des Rechts von einer „diktatorischen" Bevormundung des Staates sprechen, die es im liberalen Staate nicht gegeben habe. Sehr schnell aber sind derartige Gedankengänge gerade vom Blickpunkt des einzelnen aus zu widerlegen und zwar mit der Frage: „Was tat der liberale Staat für dich, wenn nun deine neu errichtete Gaststätte nicht gedeihen konnte?" Die Antwort: Der liberale Staat tat für dich nichts! Unerbittlich sandte er feine Vollstreckungsbeamten solange bis dir der letzte Pfennig aus der Tasche geholt war. Aber diese Vollstreckungsbeamten besuchten auch die be- nachbarten Gaststätten, die nun ihrerseits wegen der neu aufgetauchten Konkurrenz nicht mehr leben und sterben konnten. Der wirtschaftliche Mißerfolg dehnte sich natürlich auch auf die Angestellten, Handwerker und Arbeiter aus, die irgendwie mit den Betrieben in Beziehung standen. Nicht zuletzt aus diesen Gründen der uneingeschränkten „Wirtschaftsfreiheit" entstand ja die erschreckende Mil- lionenziffer der Arbeitslosen, weil jeder Unternehmer nur an seinen (oft vermeintlichen) Vorteil und Eigennutz dachte. Mit anderen Worten: es werden heute nicht mehr theoretische Abhandlungen verfaßt darüber, welche „Richtung" oder „wirtschaftliche Weltanschauung" wohl die beste sei, über welchen Streit der Gelehrten auch noch der Rest der bestehenden Betriebe zugrunde gehen würde, sondern der neue Staat be. obachtet von einem erhöhten Punkt, gewissermaßen von einem Feldherrnhügel aus das gesamte deutsche Wirtschaftsfeld, mißt nüchtern Tatsachenvorteile gegen Tatsachennachteile ab, schickt dann feine Hilfstruppen d. h. seine wirtschaftlichen Verordnungen an die Stelle des wirtschaftlichen Kampffeldes, die ihm als die bedrohlichsten erscheinen, wobei natürlich nicht parteiisch, sondern vom Standpunkt des Gefamtwohls, des Gemeinnutzes vorgegangen wird. Die neue Wirtschaftspolitik hat daher gar nichts gemein mit dem, was einstmals mit „Planwirtschaft" und „Sozialisierung" bezeichnet wurde. Diese Wirtschaftspolitiker oder besser: „diese Wirtschaftstheoretiker wollten V* im Grunde nichts anderes als das, was in Sowjet- Rußland jeden Tag immer wieder so unheilvoll in Erscheinung tritt: die Verstaatlichung aller Wirtschaftsbetriebe. Nein! Nach wie vor soll der Wirtschaftsunterneh. mer, sei er nun ein kleiner Gastwirt oder ein mächtiger Großindustrieller, frei und nach eigenem Urteilsvermögen feinen Betrieb errichten und führen. Denn diese Tätigkeit des Wirtschaftlichen kann (und will) ihm der Staat nicht ab- nehmen. Wo aber das Urteilsvermögen des einzelnen im Hinblick auf die Allgemeinheit, auf das Volk aufhört, da schaltet sich der Staat als Ordner ein. Auf einem Schiff — und wir all« fahren ja im selben Schiff — haben Matrosen und Heizer ihr verantwortungsvolles Amt an der ihnen zugewiesenen Stelle auszuführen. Den Ueberblick über die Fahrt ins Wohin hat aber nur der auf erhöhtem Beobachtungsposten, auf der Komando- Brücke stehende Kapitän, der das Schiff steuert. Betrachten wir so die neue Wirtschaftspolitik, die keine Wirtschastsdiktatur, sondern nur e int Wirtschafts st euerung ist, so vermag auch der Unbefangene, der Nichtfachmann fein Urteil abzugeben, ob diese Art Wirtschaftspolitik gut ober schlecht ist. Er bedarf dazu keiner gelehrten, wissenschaftlichen Vorbildung, sondern vermag sich nun auch mit feinem gesunden Menschenverstand in her Wirtschaftspolitik zurecht zu finden, nicht zuletzt deswegen, weil sich der neue Staat vorgenommen hat, auf allen Gebieten des Volkslebens nur mit dem gesunden Menschenverstand zu regieren. Daß das in den weitaus meisten Fällen im Stillen geschieht, ist aber kein Grund für den deutschen Volksgenossen, sich mit den Vorgängen der neuen Wirtschaftspolitik zu beschäftigen. Vielmehr eröffnet eine derartige Beschäftigung auch denen den Mick in eine gesegnete Zukunft, die bisher an der Oberfläche der Ereignisse hängen blieben. wortung In die Hände eines einzigen Mannes gelegt werden. Uebrigens schenkten die meisten Beobachter den französischen Gerüchten über die Möglichkeit eines nationalsozialistischen Putsches vor dem 13. 3anuar wenig Glauben. Man sage, wenn ein Bauer eine Kuh verkauft habe, dann stehle er sie nicht einen Tag vor ihrer Ablieferung. Nur die Ueberzeugung, daß die Franzosen den Völkerbund zu überreden versuchten, das Abstimmungsergebnis nicht zu beachten, könnte für die Deutschen eine Herausforderung buben. 3n deutschen wie in französischen Kreisen glaube man, daß viel von Der britischen Politik abhängen werde. „Es scheine nicht", daß die britische Regierung dem Vorschläge günstig gegenüberstehe, für den Fall einer Entscheidung zugunsten der Fortdauer der Völkerbundskontrolle eine zweite Abstimmung in fünf ober zehn Fahren vorzusehen. Ein solcher Schritt sei nicht im Versailler Vertrag vorgesehen und würde nur einen g e - fährlichen deutsch-französischen Streit verlängern. Hoffentlich werde der britische Vertreter im Völkerbundsrat am 21. November deut- lich machen, daß seine Regierung eine faire Abstimmung und die Durchführung ihres Ergebnisses wünsche. Dies würde auch die Gefahr militärischer Abenteuer vermindern. Endlich das Winterhilfswerk im Saargediet genehmigt. Saarbrücken, 4.Nov. (DNB.) Nach wo- chenlangern Stillschweigen hat jetzt die Regierungskommission endlich auf die Anfrage der karitativen Verbände des Saargebietes vom 5. Oktober hin das saarländische Winterhilfswerk genehmigt. Schon seit Monaten gingen langwierige und mühsame Verhandlungen um das Winter- Hilfswerk, das zunächst verboten wurde, da die Sozialabteilung der Deutschen Front eingeschaltet war. Hierin erblickte die Regierungskommission nach alten Methoden eine Störung der Abstimmungsvorbereitungen und nahm allein diese Mitarbeit zu wohltätigen Zwecken zum Anlaß, das gesamte Winterhilfswerk zu verbieten Nunmehr hat sie sich jedoch endlich entschlossen, das so dringend notwendige Unterstützungswerk der notleidenden Saarländer zu genehmigen. Es muß außerordentlich bedauert werden, daß so viel wertvolle Zeit verstreichen muhte, ehe mit dem Winterhilfswerk begonnen werden konnte. Vorarbeit und Durchführung konn- ten nicht rechtzeitig in Angriff genommen werden, da die Erlaubnis der Regierungskommission unnoti- aerweise Wochen auf sich warten ließ. Ein kostbarer Monat ging für die Betreuung der Aerm- ften des Saargebietes zwecklos verloren. Die karitativen Verbände des Saargebietes haben sich, nachdem die Genehmigung bekannt wurde, mit einem Aufruf an die Saarbevölkerung gewandt und um die Hilfe aller für alle im Geiste christlicher Nächstenliebe und wahrer Volksgemeinschaft für den kommenden Winter gebeten. Fn dem Aufruf wird besonders hervorgehoben, daß unterschiedslos alle Hilfsbedürftigen der saarländischen Bevölkerung zusätzlich unterstützt würden. Der Aufruf ist vom EaritasrVerband der Inneren Mifsion und dem Roten Kreuz unterzeichnet. Des Jägers Mitarbeit am Winterhilfswerk. Ein Aufruf des Reichsjägermeisters. Berlin, 3. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat zum Winterhilfswerk 1934/35 aufgerufen. Bereits im Vorjahre haben sich wohl die meisten Fäger an dem Winterhilfs- werk beteiligt, und so ihre soziale Verbundenheit gerade mit den Schichten unseres Volkes bewiesen, die nur dadurch vor der Not bewahrt bleiben, daß jeder hilft, der zu helfen vermag. Fch rufe daher die deutsche Jäger- schäft auf, sich für das Winterhilfswerk 1934/35 mit aller Kraft einzusetzen. Fch bestimme, daß die Jagderträgnisse einer Woche, und zwar der Woche vom 9. bis 15. Dezember dem Winterhilfswerk zur Verfügung ge st eilt werden, damit durch das Wildpret gerade in denWeihnachtstagen den notleidenden Volksgenossen eine Freude bereitet wird. Wegen der Ablieferung des Wildes setzen sich die Kreisjägermeister mit den zuständigen Kreisbeauftragten des Winterhilfswerkes in Verbindung und treffen die für die Ablieferung notwendigen Vereinbarungen, lieber den Erfolg des Winter- Hilfswerkes haben mir die Kreisjägermeister auf dem Dienstwege zum 1. Februar 1935 zu berichten unter möglichst genauer Zahlenangabe, welche Mengen von Wild aus den einzelnen Kreisen dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt worden sind- Ich verlasse mich auf die bisher bewährte Dosis- Verbundenheit der deutschen Fägerschaft und erwarte, daß jeder deutsche Fäger seine Pflicht lut. gez. Goring Mit Büchse und Mikrophon durch die Schorfheide. In das große Naturschutzgebiet Schorfheide in Brandenburg führte der Rundfunk seine Hörer in einer einzigartigen Sendung. Sieben Mikrophone waren aufgebaut worden, um das Leben des Waldes für die Hörer einzufangen. Der Versuch, bei dem z. T. mit einem tragbaren Kurzwellensender bas Wild beschlichen wurde, ist gelungen. Die Hörer wurden durch bas Wisentgehege geführt. Mit dem Kurzwellensender ging es dann auf einen Pirschgang, bei dem ein Damhirsch zur Strecke gebracht wurde, weiter in das Siewertgehege, in dem alle bei uns lebenden Tierarten gehalten werden. Ein Besuch wurde dem schlichten Blockhaus des verewigten Reichs-! Präsidenten vonHindenburg abgestattet. Darm gab es eine Fütterung des Wildes zu sehen. Zum Schluß der Sendung sprach Reichsforst- und Reichsjägermeister Göring von seinem Blockhaus Ka- rinhall und führte u. a. aus: Es gehört zum nationalsozialistischen Wirken, die Menschen wieder der Natur näherzubringen. Es ist eine meiner wichtigsten Aufgaben, das Wild zu hegen. Ich habe versucht, auch die Wildarten, die fast vernichtet waren, aufs neue zum Leben im deutschen Wald zu erwecken. Die Schorfheide wird wieder das werden, was wir einen deutschen Urwald nennen. In ihm sollen alle die Tiere zu Hause sein, die einst unsere Wälder durchzogen. Oie Arbeitsbeschaffung durch die Winterhilfs-Aster. DNB. Berlin, 3. Nov. Durch die Aster des Winterhilfswerks sind dem Heimarbeiter- gebiet Sebnitz in Sachsen sowie den Kunstseidefabriken des Rheinlands wieder erhebliche Arbeitsmöglichkeiten zugeführt worden. Mehr als 2 6 0 0 Heimarbeiter Aar, Kunstblumenindustrie in Sebnitz haben wieder Wochen lang Lohn, Brot und 'ozia" '^Xhalten. Hierzu kommen 840 Kunst - s'ebie. ber, Färber und Hilfsarbeiter, die in 80 tscht, n 100 000 Meter Kunstseide in 12 verschiebe, -den für die Fabrikation fertigstellten. 1 Mrbla jteter Eisendraht wurde für das Binden benötigt und 30 000 Bogen Seidenpapier muhten bezogen werden, um die Stiele der Astern zu umwickeln. 120 000 Kartons wurden gebraucht, um die Astern zu verpacken und 20 Eisenbahnwaggons sorgten für den Abtransport der Astern. Arbeitsmöglichkeiten über Arbeitmöglickkeiten taten sich auf, insgesamt konnten für 525 000 Reichsmark Arbeit in Sebnitz vergeben werden. „Waffenträger der Nation." Gutes Ergebnis zweier Preisausschreiben des Reichswehrmiuisters. Um dem deutschen Volk erneut ein Bild von dem Denken und Wirken des heutigen deutschen Soldaten zu geben, hat Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg im Frühjahr dieses Jahres ein Preisausschreiben „Aus dem Leben des Soldaten" veranstaltet, an dem sich alle Unteroffiziere und Mannschaften des Heeres und der Marine beteiligen konnten. In leicht faßlicher und lebendiger Darstellung sollten Ausschnitte aus dem dienstlichen und außerdienstlichen Leben der Soldaten gegeben werden. Ein zweites Preisausschreiben „Lichtbilder aus dem Leben des Soldaten", das für alle Dienstgrade offen war, sollte gute Photos aus der Wehrmacht bringen. Beide Preisausschreiben haben bei Heer und Marine eine unerwartet große Teil- rl a h m e gefunden. Insgesamt sind mehrere tausend Beiträge eingegangen. Etwa 150 Beiträge aus jedem Preisausscheiben wurden mit Preisen ausgezeichnet. Die ersten Preisträger Ifinb: Im Preisausschreiben „Aus dem Leben des »oldaten": Unteroffizier Steinberg 5./JR. 8, Mechaniker-Gefreiter Schmitz, Torpedo, und Nachrichtenschule Flensburg-Mürwik; Gefreiter Buhmann 6./R. 6. Im Lichtbilderpreisausschrei- tien: Obersteuermann Moebes, Versuchsboot „Grille", Füsilier Günther Müller 5./JR. 14, Unteroffizier Siede, 4./JR. 8. Eine Anzahl preisgekrönter Artikel und Bilder wird demnächst l»er Presse und den Zeitschriften zur Veröffentlichung * übergeben werden. Außerdem werden die besten Urbeiten und Bilder Ende November in B u ch - ! o r m unter dem Titel „Waffenträger der Nation" frerausgegeben. Gin Mahnwort zum Kirchenfrieden. DNB. Berlin, 4. Nov. Die großen evangelischen Vereine und Verbände veröffentlichen sol- |h en Erklärung: Die gegenwärtige Stunde der Deut- lchen Evangelischen Kirche fordert Einigung mb Befriedigung. In mehrfachen vertrauens- i d ollen Besprechungen haben wir uns als Führer ; o on Verbänden und Vereinen davon überzeugt, daß । He Hindernisse überwunden werden | ! önnen und daß Friede möglich ist. Jetzt "ft es die Verantwortung aller derer, die in der Führung der kirchenpolitischen Gruppen stehen, ich zu gemeinsamer Aussprache zu- ammenzusinden. Wer es an Friedensbereit- chaft fehlen läßt, gefährdet die Einheit und die Sendung der reformatorischen Kirche in unserem Iolk und Staat. Professor Dr. Titius, Professor Dr. Hans Schmidt, Vorsitzende des Fakultätenrats der evangelischen theologischen Fakultäten Deutschlands; Superintendent Dr. Dr. Schäfer (Remscheid), Vorsitzender des Verbandes deutscher evangelischer Pfarrvereine e. V.; Lic. Heinnbrok (Berlin), Gesellschaft für evangelische Pädagogik. Oer Reichskommiffar fair dieOurchführung derMarktordnung Berlin, 3. Nov. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther Darr 6 hat den Reichskommissar für die Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft Freiherrn von J anne zum R e i ch s k o m m i s s a r für die l i e Durchführung der Marktordnung (Ernannt Sein Aufgabengebiet umfaßt die gesamte lindwirtschaftliche Marktordnung mit Ausnahme ter Befugnisse, die dem Beauftragten Herbert r- a ß l e r übertragen wurden. Diese Ausnahme eilt auch für die Marktordnung auf dem Misch- fjttergebiet. Zum Stellvertreter des Reichs- kvmmrssars ist Reichshauptabteilungsleiter Detter mannt worden. Der bisherige Stellvertreter des Teichskornmissars Reichard t ist zum General- i>n s p e k t o r für die Durchführung der Markt- irrbnung ernannt worden. Kleine politische Nachrichten. Angesichts der ungünstigen Entwicklung r.er Devisenlage sieht sich die Reichsbank ge- '6 rötigt, von dem ihr in dem Berliner Transser- | Kommunique vorn 29. Mai 1934 vorbehaltenen liecht Gebrauch zu machen und von dem An- c.ebot einer 4 0 p r o z e n t i g e n Barzahlung auf die in der Zeit vom 1. Juli 1934 bis 8)0. Juni 1935 fälligen Zinsscheine sowie auf die (wrberungen, die nach bem Inhalt des Transfer- k: mmuniques diesen Zinsscheinen gleichstehen, a b - zusehen. Die litauischen Eingriffe in das Schulwesen des I^emelgebietes haben eine einmütige Ableh - Sun n g durch die memelländische Elternschaft er- sckhren. Bei der Feststellung, wieviel Schulkinder 1-Jt ihren Eltern zu Hause litauisch sprechen, haben r 80 v.H. der Eltern die deutsche Sprache als ihre Umgangssprache mit den Kindern angegeben. Selbst zahlreiche Eltern, die nachweislich zu Hause litauisch sprechen, ließen sich ebenfalls als deutschsprechend in bte Listen eintragen. * In Teplitz (Tschechoslowakei) würben zwei kommunistische Setter verhaftet unb 50 000 Druckschriften beschlagnahmt, unb zwar bie „Rote Fahne , die „Junge Garde", die „Internationale Presse- korrespondenz" und die „Weltfront gegen imperialistischen Krieg unb Faschismus". Die Schrift war z. T. auf Miniaturformat, nur mit bem Vergrößerungsglas lesbar, z. T. auch auf Seibenpapier gedruckt. Für die Beförderung der Druckschriften bestand ein Apparat von Vertrauensmännern, die die Fortschaffung über die Grenze nach D-eut sch land besorgten. Am Wiener Heldendenkmal auf dem Ring fand eine Allerseelenfeier des Bundes- Heeres statt, an der außer bem Bundespräsidenten Miklas mit der Regierung auch das diplomatische Korps teilnahm, darunter der deutsche Gesandte von Papen, der bei dieser Gelegenheit Minister Fey gegenüber die Verbundenheit in der Trauer um die Toten des Weltkrieges Ausdruck gab. In der Krypta des Heldenmals zelebrierte Militärvikar Fürstbischof P a w l i k o w - ski die Gedächtnismefse. ♦ Nach siebentägigen Verhandlungen ist in Lima ein Vertrag zwischen Peru uno Columbien unterzeichnet worden, der dem Streit in ßctitia ein Ende bereitet und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wiederherstellt. Die Erziehung der deutschen Frau. Reichsminister Rust vor der NS.-Frauenschast Hannover. Hannover, 4. Nov. (DNB.) Bei einer Kundgebung der NS.-Frauenschast des Gaues Südhan- nover-Braunschweig sprach Gauleiter Reichsminister R u st über die Aufgaben der Frau in der nationalsozialistischen Bewegung. Zu den Anschuldigungen, Die die Führer der NSDAP, in den Jahren des Kampfes am häufigsten zu widerlegen gezwungen waren, gehörte auch die der Frauenfeindlich- k e i1. Der Nationalsozialismus bedeutet eine neue Bindung und eine neue Ordnung. Der falsche Freiheitsbegriff hatte auch die Frauen herausgelöst aus ihrem heiligen Bezirk und in einen ihnen fremden Wesensbezirk. Von dort mußte sie zurückgeführt werden an ihre Stelle. Wir haben sie hingeführt zu unseren -heiligen Herden, an die Wiege des Kindes, in das Heim der Familie, in bem auch in Zukunft unb in alle Ewigkeit bte Völker ihre Kraft immer wieder von neuem schöpfen müssen. Der deutsche Mann und die deutsche Frau sind Deutschland und aus ihrer Vereinigung wächst das Deutschland von morgen. Wenn sie das neue Deutschland erringen sollen, müssen sie in demselben Geist miteinander verbunden sein, müssen sie sich in der neuen Welt des jungen Deutschlands gleichberechtigt und gleich stark zurechtfinden. Ich wünsche aus der Mädchenschule das heraus zu tun, was das Mädchen belastet, und hinein zu tun, was es stark macht, in vollem Bewußtsein, s i ch selbst inmitten der deutschen Geschichte als lebendiges Glied zurückzufinden. Jedem das Seine! Es gibt aber auch etwas, was als besondere Auf- gäbe gegeben ist, und diese Bezirke dürfen nicht miteinander vermengt werden. Kunst und Wissenschast. Theatertagung und Gchillergedenkwoche in Frankfurt. Mit einer Tagung der Reichstheaterkammer im Rathaus eröffneten die Städtischen Bühnen in Frankfurt die Schillergedenkwoche. Oberbürgermeister Dr. Krebs begrüßte Reichsstatthalter (Bauleiter Sprenger, den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau Prinz Philipp von Hessen, den Präsidenten der Reichstheaterkammer Ministerialrat Laubinger und dankte der Reichstheaterkammer für die Auszeichnung, die sie mit dieser Kundgebung der Stadt habe zuteil werden lassen. Dr. Krebs überreichte Ministerialrat Laubinger in Anerkennung seiner Verdienste um die Erneuerung des deutschen Theaters mit einer Urkunde die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt a. M. Ministerialrat Öaubin« qer dankte für die ihm dargebrachte Ehrung. Die Kundgebung gebe ihm Gelegenheit zu einer kurzen Darstellung der Tätigkeit der Reichstheaterkammer, die im Anschluß an das Reichstheatergesetz vom 15. November 1933 von Dr. Goebbels als berufsständische Spitzenorganisation proklamiert worden sei. Mit ihrer Errichtung sei die st ä n d i s ch e Eingliederung des ^deutschen Schauspielers vollzogen worden. Ferner beschäftigte sich Ministerialrat Laubinger mit Berufsstan- desfragen, besonders mit der Auswahl und Ausbildung des Nachwuchses. Richtlinien der Auslese würden bis zum Frühjahr 1935 bekanntgegeben werden. Der Eröffnung der Frankfurter Schillerwoche war ein Festakt im Schauspielhaus gewidmet, der in feiner musikalischen und rezitatorischen Programmgestaltung das Werk des Dichters in feiner ganzen Vielseitigkeit offenbarte. Dem Gedenken der Freikorpskämpfe im Ruhrgebiet. Weihe eines Ghrenmals in Gffen. E f f en, 4. Nov. (DNB.) In Essen fand am Sonntag die Einweihung des Freikorps-Ehrenmals an der Ruhr statt. Fahnen und Girlanden schmückten den Weg zu der Stätte, die das neue, einige Deutschland feinen gefallenen Vorkämpfern weihte. Am Ehrenmal hatten die Jungmannen des Freiwilligen Arbeitsdienstes Aufstellung genommen. Ihnen reihten sich die Ehrenstürme der SA., der SS. und der Feldjäger an. Den weiten Platz ringsum füllten die ehemaligen Kämpfer des Freikorps, der Sicherheitspolizei und der Bürger- und Sicherheitswehren sowie der ehemaligen Baltikumkämpfer. Tausende von Volksgenossen umsäumten den Platz. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritten Exzellenz F r h r. v. W a 11 e r, der damalige Oberbefehlshaber sämtlicher im Westen eingesetzten Verbände, Generalleutnant v. K l u g e , der als Vertreter des Reichswehrministers erschienene Befehlshaber im Wehrkreis 6, General der Polizei Saluege, der den preußischen Ministerpräsidenten Göring vertrat, und Reichsstatthalter Ritter v. E p p die Front des Ehrensturmes der Landespolizei ab. Hauptmann Lichtschlag meldete die Verbände. Frh. von Matter gedachte der Gefallenen und weihte das Ehrenmal mit den Worten: „Den Gefallenen zur Ehre, den lebenden Kämpfern als Mahnung zur Treue — den kommenden Geschlechtern zum Vorbild". Gauleiter Staatsrat Terbo- d e n gelobte, daß her Gau Essen ein treuer Hüter des Denkmals sein werde, worauf Oberbürgermeister Dr. Reismann - Grone das Ehrenmal in die Obhut der Stadt Essen nahm. Als Vertreter des Reichswehrministers sprach Generalleutnant van Kluge. Die deutsche Wehrmacht gedenke in Ehrfurcht und Treue dieser deutschen Soldaten, die für eine große Idee gefallen seien. Möge das Denkmal ein Mahnmal sein, ein Mahnmal für Treue und stete Opferbereitschaft. Polizeigeneral D a - luege feierte die Freikorpskämpfer als Wegbereiter zum nationalsozialistischen Kampf. Es fei kein Zufall, daß der große Teil der Männer der Freikorpskämpfer zu den ersten Mitkämpfern Adolf Hitlers zählte. Das ganze deutsche Volk stehe an dieser Stätte, denn einem kommunistischen Westfalen und Rheinland wäre ein kommunistisches Deutschland gefolgt. Reichsstatthalter Ritter v. Epp nannte die Freikorpskämpfer die Repräsentanten des allen Heeres, die den Grundstein legten für den heutigen Staat. Die Freikorps stünden heute hier in Erinnerung an die schwere Zeit voll Dankbarkeit für den Lenker des Schicksals, das sich chrem Willen entsprechend so gestaltet habe, wie man es sich damals schon vorstellte. Dem Danke an alle Mitkämpfer schloß sich im Namen der im Rheinland und Westfalen beheima- teten Verbände der ehemalige Freikorpsführer Major a. D. Schulz an. Die Feier schloß mit dem Treuegelöbnis, das Frhr. v. Matter auf Führer, Volk und Vaterland ausbrachte. Der Nachmittag und Abend vereinte die alten Freikorpskämpfer zu Widersehensfeiern im Zeichen edler Volksverbundenheit. 28Vottsschädlingen die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen Berlin, 3. Pov. (DNB.) Auf Grund des § 2 des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit hat der Reichs- und preußische Minister des Innern Dr. Frick im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Auswärtigen folgende Reichsangehörige der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt, weil sie durch ihr Verhalten, das gegen die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk verstößt, die deutschen Belange aufs schwerste geschädigt haben: 1. Johann (Hans) Beimler, früherer Funktionär der bayrischen KPD. und ehemaliges MdR., ist aus dem Konzentrationslager Dachau geflüchtet und lebt anscheinend in Rußland. Er ist der Verfasser der schamlosen Hetzschrift ,^Jm Mörderlager Dachau". 2. Bredel, ehemaliger Schriftleiter der kommunistischen Blätter „Hamburger Volkszeitung" und „Norddeutsche Zeitung", hält sich jetzt vermutlich in Prag auf. Im September erschien von ihm ein wüster Hetzartikel in der in Prag herausgegebenen Emigrantenzeitschrift „Neue deutsche Blätter". Bredel ist auch an der Unterzeichnung des Saaraufrufes in der „Saarbrücker Volksstimme" beteiligt, der für den Status quo Propaganda macht und schwerste Beschimpfungen Deutschlands enthält. 3. Dr. Alfred Dang, früher Mitarbeiter des „Vorwärts", jetzt Leiter der Pestalozzi-Schule in Buenos Aires, die als ausgesprochene Kampfschule gegen das neue Deutschland gegründet worden ist. Auch außerhalb der Schule treibt Dang in Vorträgen und Zeitungsartikeln deutschfeindliche Propaganda. Im besonderen setzte er gegen den Führer der deutschen Arbeitsfront Dr. Ley einen durchtriebenen Hetzfeldzug in Szene. 4. Leonhard Frank, kommunistischer Schriftsteller, hält sich jetzt in Prag auf und ist dort Mitarbeiter der Emigrantenzeitschrift „Der Monat". Während des Krieges lebte er in der Schweiz und schrieb das Buch „Der Mensch ist gut", das in seiner Tendenz gegen Deutschland gerichtet ist und der Zersetzung der Front diente. Frank ist an der Unterzeichnung des Saaraufrufes beteiligt. (Vergleiche Nr. 2.) 5. Carola H e n f ch k e (Neher) hat den Saarauf- ruf mitunterzeichnet. (Vergleiche Nr. 2.) Ihr ausländischer Aufenthaltsort ist nicht bekannt. 6. Helmuth Herzfeld (John Heartfield), zur Zeit vermutlich in Prag, kommunistischer Schriftsteller, schreibt Hetzartikel im Prager „Gegenangriff", Unterzeichner des Saaraufrufes. 7. Wieland Herzfelde, Inhaber des Prager Malik-Verlages, ist ein prominenter Vertreter des Emigrantentums im deutschfeindlichen Hetzzentrum Prag. 8. Prinz MaxKarlzuHohenlohe-Lan- genbur g, schreibt deutschfeindliche Propaganda im Saarkampf. Oeffentliches Auftreten als Redner in Paris an der Seite des Saarfeparatiften Matz Braun. Mitunterzeichner des Saaraufrufes. 9. Alfred Kontorowitz (Jude), kommunistischer Journalist und fanatischer Hetzer, ist Mitarbeiter der deutschfeindlichen Blätter „Freie Presse m Amsterdam und „Blaue Hefte" in Wien. Unterzeichner des Saaraufrufes. Sein Aufenthalt im Auslands ist unbekannt. 10 Friedrich Kniestedt in Porto Allegre ist verantwortlicher Schriftleiter der Zeitung „Action", die Greuelnachrichten über Deutschland verbreitet undh dem deutschen Ansehen in Brasilien schwer 11. Hubertus Graf von Löwen st ein« Scharffeneck, Tirol, Verfasser des Baches „Germany, the Tragedy of a Nation“, schreibt außerdem deutschfeindliche Artikel in österreichischen unb englischen Zeitungen. Angriffe gegen die deutsche Regierung bei einem Vortrag in London. 12. Claus Mann, Sohn des bekannten Schriftstellers Thomas Mann, ist Schriftleiter der Monatszeitschrift „Sammlung" und Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse" in Prag. Beides sind Hetzblätter. Auch im „Neuen Tagebuch" (Paris, Amsterdam) ist im Januar 1934 ein Hetzartikel gegen Deutschland aus seiner Feder erschienen. Unterzeichner des Saaraufrufes. 13. Hubert Märzen in Metz. Separatistenführer während der Besatzungszeit, der in Trier dis „Rheinische Republik" ausrief. Auch heute noch betätigt er sich separatistisch an führender Stelle durch Wort und Schrift. 14. Balder Olden, Prag, kommunistischer Schriftsteller, Verfasser der Broschüre „Hitler der (Eroberer" und des im „Pariser Tageblatt" in Fortsetzung erschienenen Romans „Roman eines Nazi". Auch in anderen Emigrantenblättern sind Hertzartikel von ihm veröffentlicht worden. Er ist Mitunterzeichner des Saaraufrufes. 15. Matz Pfeiffer, Redakteur, greift die deutsche Regierung in der Leningrader Tagespresse an. Er ruft zur bolschewistisch-kommunistischen Weltrevolution auf. Besonders versucht er die deutschen Arbeiter in Rußland zu beeinflussen. 16. Erwin P i s c a t o r. Es handelt sich um den berüchtigten Regisseur, der sich jetzt in Moskau und Paris umhertreibt. Im Juli 1934 hat er für den Prager „Oegenangraff" einen Artikel mit blutrünstigen Verleumdungen über Deutschland geschrieben. Unterzeichner des Saaraufrufes. 17. Martin Plettl, Neuyork, früherer SPD.- Funktionär. Er hält öffentliche Vorträge in den Vereinigten Staaten, verbreitet Verleumdungen über Deutschland und beschimpft die führenden Männer des neuen Deutschland in übler Weise. Als geschickter Redner erscheint er besonders gefährlich. 18. Waldemar Pötzfch, Antwerpen, verbreitet kommunistische Flugschriften auf deutschen Schiffen, er gilt als Organisator der marxistischen und deutschfeindlichen Propaganda in Antwerpen. Schmuggel von Flugblättern nach Deutschland. 19. Dr. Gustav Regler, Schriftsteller, hält sich in Rußland auf. Verfasser von deutschfeindlichen Artikeln, die im „Gegenangriff" erschienen sind. Unterzeichner des Saaraufrufes. 20. Prof. Dr. Julius S ch a x e l, ehemaliger Oberregierungsrat im thüringischen Volksbildungsministerium, hält Vorlesungen in Leningrad und schreibt für die Leningrader Tagespresse, streut Verleumdungen über Deutschland aus und kritisiert besonders die deutsche Schulpolitik in gehässiger und entstellender Weise. 21. Walter Schönstedt, Paris, schreibt deutschfeindliche Bücher, Broschüren und Zeitungsartikel. Unterzeichner des Saaraufrufes. 22. Gerhard Seger, marxistischer Schriftsteller, hält sich jetzt in England auf. Er flüchtete aus dem Konzentrationslager und schrieb das Buch „Oranienburg", das in fast allen europäischen Sprachen in großer Auflage verbreitet worden ist. Außerdem sind Hetzartikel aus seiner Feder in verschiedenen ausländischen Zeitschriften erschienen. 23. Jakob Simon (Jude), ist hauptsächlichster Mitarbeiter des „Ostseebeobachters" in Memel, einer Zeitung, deren unglaubliche Hetzartikel gegen Deutschland bei den Volksgenossen in Memel Empörung Hervorrufen. 24. Dr. Otto Strasser, jetzt in Prag, führender Agitator gegen das nationalsozialistische Deutschland. Bildung eines sogenannten Aktionskomitees unter feiner Leitung, das sich selbst als deutsche Gegenregierung bezeichnet. Hoch- und Landesverräter. 25. Bodo Uhse, Schriftsteller, fein jetziger Aufenthaltsort im Auslande ist nicht bekannt. Uhse ist an der Unterzeichnung des Saaraufrufes beteiligt. 26. Gustav von Wangenheim, Schauspieler, jetzt vermutlich in Paris. Unterzeichner des Saaraufrufes. 27. Erich 5ß ein ert, Schriftsteller, jetziger Aufenthalt in Forbach (Frankreich). Er tritt als Redner in Emigrantenoersammlungen auf und schreibt für Emigrantenblätter. Unterzeichner des Saaraufrufes. 28. Max Brauer, Marxist, ehemaliger Oberbürgermeister in Altona, der durch feine unerhörte Mißwirtschaft die Stadt Altona in schlimmste Verschuldung brachte. Nach seiner Flucht aus Deutschland trat er als beratender Verwaltungsbeamter in chinesische Dienste, aus denen er aber auf diplomatische Vorstellungen hin entlassen wurde. Er hat der an ihn gerichteten Aufforderung zur Rückkehr nach Deutschland nicht Folge geleistet, wodurch sich seine Ausbürgerung rechtfertigt. Aus aller Well. Zweites Reichstreffen der Ostafrikaner in Potsdam. In den letzten Tagen weilten die ehemaligen deutschen o st afrikanischen Soldaten und Mitkämpfer in Potsdam. In der Hauptversammlung wurde beschlossen, in Potsdam das Ehrenmal der Deutsch-Ostafrikaner zu errichten. Anläßlich der 20. Wiederkehr des Tages der Schlacht von Tanga fand eine Kolonialfeier statt. Der frühere Gouverneur Dr. Schnee wies auf die ungeheure Bedeutung des Sieges von Tanga hin, wo der Führer der Schutztruppe, General von Lettow- A o r b e ck den Sieg über einen achtfach überlegenen Gegner errungen habe. Er schloß seine Ausführungen mit einem Treuegelöbms zum Führer. Anschließend hielt General von Lettow-Vor« b e ck die Gedenkrede. Unter ungeheurer Begeisterung der Anwesenden schilderte er den heldenmütigen Kampf der Deutsch-Ostafrikaner, besonders aber die Schlacht von Tanga. Er gedachte der für Deutschland auf afrikanischem Boden gefallenen Kameraden. — Tags darauf erfolgte die Festauf- sührung des Films „Die Reiter von Deutfch-Ost- afrika". — Für das dritte Reichstreffen Ende Juli 1936 wurde Danzig in Aussicht genommen. Menschenfchmuggel in USA. Die Bundespolizei fand auf der Suche nach Opiumfchmugglern in dem Keller eines abgelegenen Hauses in der Nähe der Stadt Atlantic 17 Chinesen, meist Studenten, die halbverhungert waren. Sie sagten aus, sie seien vor drei Monaten aus Kanton über Trinidad nach der Küste von Virginia in einer Ladung eines Tramp - Dampfers eingeschmuggelt worden. Zu Beginn der Seereise seien sie 50 an der Zahl gewesen. Unterwegs seien aber 12 erkrankt. Diese seien einfach über Bord geworfen worden. Die übrigen 38 seien bei Virginia Beach an Land geschafft und dann in Kartoffel- Kette von Tiefdruckwiirbeln. An ihrer Vorderseite Neues für den Büchertisch brechen, das in Versailles am deutschen Saargebiet begangen wurde, und der schamlose Betrug der französischen Machthaber von damals wird eindringlich geschildert. In eindrucksvollen Sätzen zieht dann die Zeit der französischen Militärdiktatur über das Saargebiet und die ganze nachfolgende qualvolle Leidenszeit des Saarlandes an uns vorüber. Zum Schluß formuliert der Verfasser klar und einprägsam die deutsche Saarforderung, die nur auf die Rückgabe des Saargebietes an Deutschland lauten kann, wenn das völkische Unrecht an der deutschen Saarbeoölkerung wieder gutgemacht werden soll. — Rolf Brandt: Abschied von Hindenburg. Ein Gedenkwort zum Tode des Feldmarschalls und Reichspräsidenten. Mit der Gedenkrede des. Führers vor dem Reichstag und dem politischen Testament des Reichspräsidenten. 96 Bilder. Kartoniert 1,85 Mk. — (355) — Rolf Brandt hat mancherorts bereits Mangel. Weiter sind gesucht Bank- und Versicherungsfachleute. Aber auch für Buchhalter und Korrespondenten bestand gebesserte Einsatzmöglichkeit. Die Techniker-Vermittlung hatte größere Aufträge für Tiefbau- und Maschinenbautech, niker vorliegen. Von einzelnen Katasterämtern wur- den Kataster- und Hilfstechniker angefordert, für die zum Teil geeignete Bewerber nicht mehr vorhanden waren. Im übrigen litt die Arbeitseinsatzmöglichkeit für Techniker an dem fühlbaren Mangel an Spezialkonstrukteuren für die verschiedenen neuzeitlichen maschinellen Bauaufträge. In der Werkmeister-Vermittlung war die Nachfrage nach Betonpolieren, Schachtmeistern, Lok-Führern und Baggerführern sehr lebhaft. Die Anforderungen, die an die Bewerber gestellt werden, sind teilweise sehr hoch. Die Stellenvermittlung der Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF. stellt auf Grund der ihr aus dem ganzen Reich vorliegenden Berichte ihrer Geschäftsstellen fest, daß die günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes für Angestellte auch nn Oktober angehalten hat. Der Bewerberzugang ist gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Unter den Neuzugängen befinden sich beachtlich viele Bewerber in ungekündigter Stellung, die, durch die gebesserte Wirtschaftslage ermuntert, einen Stellenwechsel vorzunehmen beabsichtigen. Das Vermittlungsergebnis erreicht die Höhe des Vormonates. In der altersmäßigen Gliederung der Vermittlungen zeigt sich deutlich die Auswirkung der Anordnung des Herrn Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung über den Arbeitsplatzaustausch. Der größle Teil der Vermittlungen entfällt auf die Altersklassen über 25 Jahre. Die Berufsfachberatung und Lehrstellenvermittlung der Reichsberufs^ruppen in der DAF. hat bereits im ganzen Reich eingesetzt. Die bis jetzt vorliegenden Berichte und Ergebnisse lassen auch auf diesem Gebiete eine günstige Entwicklung erwarten. Starke Nachfrage nach qualifizierten Kräften herrscht, branchemäßig betrachtet, in der Eisen- und metallverarbeitenden Industrie, in der chemischen Industrie, im Baugewerbe, im Groß- und vor allen Dingen im gesamten Einzelhandel, Banken, Sparkassen und Versicherungen haben ebenfalls gesteigerten Bedarf an guten Kräften. Die Kaufmannsgehilfen-Stellenvermittlung halte in dec Hauptsache Aufträge aus dem Lebensmittel-, Eisen- und Textilwaren-Einzelhandel vorliegen. Jüngere Verkäufer mit guten Dekorationskenntnissen sind sehr gesucht. Erfreulicherweise kann berichtet werden, daß in vielen Fällen schon jetzt Aushilfskräfte für das Weihnachtsgeschäft verlangt und eingestellt werden. An guten Dekorateuren besteht Günstige Entwicklung -es Arbeitseinsatzes für Angestellte Oie Lage im Oktober. Das Unwetter hat auch die Insel Formosa berührt. Der Hafen Tansui wurde beschädigt. Nach den bisherigen Mitteilungen wurden in Tansui und einem Nachbarort 120 Personen durch den Taifun getötet. Eine Anzahl dieser Opfer befand sich eim Fischfang auf See. Kingsford Smiths Rekordflug von Australien nach Amerika. Der Transpazifikflieger Kingsford Smith ist von Honolulu (Hawaii-Inseln) kommend, in Oakland (Kalifornien) gelandet. Es ist ihm somit gelungen, als Erster den W e st - O st - F l u g von Australien nach Kalifornien zu vollbringen. Den ersten Abschnitt des Fluges von Brisbane (Ostaustralien) nach Honolulu hat er in 25 Flugstunden zurückgelegt. Von Honolulu nach Brisbane benötigte er nur 15 Stunden. Sowohl für den Piloten wie für die Maschine bedeuten diese 40 Flugstunden, die er benötigte, um von Australien nach Amerika zu fliegen, einen ganz außergewöhnlichen Rekord. Zwei Todesopfer eines Flugzeugunglücks bei Stockholm. Dicht bei Stockholm ereignete sich ein Flugzeugunglück, das zwei Todesopfer forderte. Ein Wasserflugzeug stieß bei dem Versuch, auf dem Jaerla-See niederzugehen, mit einem Schwimmer an eine elektrische Leitung. Es verlor das Gleichgewicht und stürzte in den See. Gleichzeitig erfolgte eine heftige Explosion. Der Führer des Flugzeuges konnte nur als Leiche geborgen werden. Die Leiche seines Bruders wird noch gesucht. Er dürfte beim Absturz aus dem Flugzeug gefallen und im See ertrunken fein. Das Luftrennen England—Australien abgeschlossen. Heute, Montag, um 7.30 Uhr MEZ., läuft die für das Luftrennen England — Au st ra- lien gesetzte Frist ab. Von den 20 Flugzeugen, die in Mildenhall vor 16 Tagen aufgestiegen waren, haben neun das Ziel Melbourne erreicht. Ein Flugzeug ist in Italien verunglückt, wobei die beiden Insassen, zwei Engländer, den Tod fanden. Die drei noch im Rennen liegenden englischen Maschinen, von denen die vorderste am Sonntag in Kalkutta eingetroffen war, kommen nunmehr für den Wettbewerb nicht mehr in Frage. Das holländische „Fliegende Hotel" ist auf dem Rückflug nach Holland am Sonntag um 20.25 Uhr von Port Darwin abgeflogen. Taifun in Hinterindien fordert 250 Todesopfer. Die an den Golf von Tonking (Hinterindien) angrenzenden Gebiete wurden von einem furchtbaren Taifun heimgesucht. Am schwersten waren die Verheerungen in dem Bezirk von Vinh, wo 2 50 Menschen getötet und mehrere tausend Häuser zerstört wurden. Auch die Verluste an Vieh und die Ernteschäden sind ungeheuer groß. Trauriges Ende einer Liebesgeschichte in Hollywood. Das „Happy end“, ohne das ein amerikanischer Film nicht denkbar ist, läßt sich im Film leicht erzielen, im Leben selbst dann nicht immer, wenn alle Bedingungen zu einem solchen gegeben scheinen, festgehalten wurde. Der Tag der Hochzeit war schon festgesetzt und die Vorbereitungen hatten schon begonnen, als die Braut ein Telegramm erhielt, worin ihr mitgeteilt wurde, daß Colombo schwer erkrankt wäre. Sie eilte im Flugzeug zu ihm — und kam doch zu spät: sie stand vor seiner Leiche, an der sie bewußtlos zusammenbrach. Colombo hatte in blühender Gesundheit einen Bekannten besucht, der ihm eine wertvolle Pistolensammlung zeigte und dabei im Scherz, überzeugt, daß sämtliche Waffen entladen sind, auf ihn anlegte und abdrückte. Ein Schuß entlud sich, der den Schützen an der Hand verwundete, aber Colombo sofort tötete. wecken werden. — Der Fluch des Blutes. Menschen und Wölfe in russischer Zeitenwende. Roman. Von Egon Freiherr von K a p h e r r. Broschiert 3 Mark, Leinen 4 Mark. Verlag von Z. Neumann-Neudamm. — (563) — Die weiten Steppen zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspi-See, die Vorberge des nördlichen Kaukasus mit ihrem bunten Völkergemisch, vor und während des Weltkrieges großenteils im Besitz eines russischen Großsürsten, sind der Schauplatz des Romans. In erschütternden, oft in sehr krassen Schilderungen zeigt dieser grünb^s Kenner russischer Verhältnisse den Unter-- -^uung* zaristischen Reiches. Mit überzeugender der Gelehrt, weist er auf den Abgrund hin, dem n -oeiriebe €< gegentreibt, das das Rassenproblem. neue totag.jtf. losigkeit und anderen Wahnideen bie*' gewisser cjn. räumt, den gesunden Kern verkümmlEsanne ' und dem es an rechten Männern untadeliger'Idesinnung gebricht, um es wieder aufzurichten. — „Der unerschöpfliche Ratgebe r", ein Handbuch für das deutsche Haus, erschien im Verlag Ullstein, Berlin. — (365) — Es ist kein Lexikon oder Nachschlagewerk im üblichen Sinne, sondern ein richtiges „Lese-Buch", ein Werk, das mit dem Leser eindringlich und klar alles bespricht, was ihn im Hause und in der Familie beschäftigen oder ihm irgendwann Kopfzerbrechen machen könnte. Beim Lesen und Nachprüfen spürt der Leser bald, daß die Mitarbeiter alle auftauch.nden Fragen ernst und gewissenhaft behandelt haben. Dabei werden die vielfältigen Themen nicht etwa kurz oder leptonartig berührt, sondern ausführlich erläutert, klar und sachlich. Das Buch behandelt folgende Hauptthemen: Geschäfte für Haus und Familie — Unser Heim, sein Bau, seine Einrichtung und Pflege — Die Kleidung — Die Ernährung (Lebensmittel und Kochen) — Der gesunde Mensch (gesund sein und gesund bleiben) — Der kranke Mensch (Wie werde ich wieder gesund) — Die Kinder — Blumen und Pflanzen — Unsere Freunde, die Tiere — Basteleien für den Mann — Handarbeiten für die Frau — Für die Mußestunden. Damit jeder Leser beim Suchen schnell Auskunft erhält, ist dem stattlichen Bande ein nützliches und ausführliches Register beigegeben. Wettervoraussage. Vom Nordkap nach der Biskaya erstreckt sich eine — Walther Frank: „Zur Geschichte des Nationalsozialismu s". Kart. 1 RM. Hanseatische Verlagsanftalt, Hamburg. — (351) — Aus leidenschaftlichem Verstehen geboren, dient diese Schrift nicht der Verherrlichung des Sieges, sondern der Erkenntnis des Seins und Werdens der nationalsozialistischen Bewegung. Vortrefflich ist es ihm gelungen, die großen Linien des Weges, den die nationalsozialistische Idee genommen hat, aufzuzeigen. Wer sich mit der Geschichte der Partei beschäftigt, sollte diese Schrift lesen. — Th. Vogel: „Dasdeutsche Saarland unter dem Zwange von Versailles!" (DeVo Verlag Volksbuch GmbH., Berlin.) Preis 30 Pf. — (442) — In handlicher Form erörtert in ihm der Gründer des Bundes der Saarvereine auf knappen 125 Seiten alle Seiten des Saarproblems. Klar werden die sogenannten historischen Ansprüche Frankreichs auf die Saar zurückgewiesen. Das Ver- wie nachfolgender Vorgang beweist. Ein junger und hochbegabter Sänger namens Colombo, der dazu noch ein sehr erfolgreicher Liederkomponift war, landete, wie vorauszusehen war, schließlich beim Film, wo man für seine Vielseitigkeit ausgezeichnete Verwenduntz hatte. Dort lernte der große Herzensbrecher einen bildschönen weiblichen Filmstar kennen und verlobte sich mit ihm. Beide ausfallend schöne Menschen, sehr talentiert und beim Film hochbezahlt, konnten sie mit Recht der Zukunft lachend entgegenblicken. Die glückliche Braut benutzte eine Spielpause von einigen Wochen, um sich an einem idyllischen Ort nach der anstrengenden Tätigkeit in ihrem letzten Film zu erholen, während der Bräutigam beruflich in der Filmstadt in allen wichtigen Phasen seines Lebens den Feldmarschall gesehen und gesprochen, bei Tannenberg, im Großen Hauptquartier, bei der Auflösung in Kolberg, während der Wahl in Hannover, noch vor anderthalb Jahren in Berlin. Nicht einen Satz, nickt eine Geste hat Brandt vergessen. Der Verfasser dieses „Abschiedes von Hindenburg" ist mehr als ein Reporter, der Afrika durchquert, die Erde umflogen, fast alle Staatsmänner interviewt hat, er findet Worte tiefsten deutschen Empfindens, die immer wieder die Erinnerung an den großen Toten haben. Kleiner Feldberg plus 6 Grad, Wasserkuppe plus 6 Grad, Feldberg im Schwarzwald plus 6 Grad Celsius). Die am Montagmorgen beobachtete Witterungsbesserung bleibt aber nur ganz vorübergehend, und es kann voraussichtlich rasch mit einer erheblichen Witterungsverschlechterung gerechnet werden. Aussichten für Dienstag: Wieder un- tteundliches und überwiegend bedecktes Wetter mit Regenfällen, in den Niederungen zunächst noch milder, auf den Bergen neue Abkühlung, Windrichtung wechselnd. Aussichten für Mittwoch: Veränderliche Bewölkung mit vereinzelten, meist schauerartigen Niederschlägen, bei Luftzufuhr aus Nord neue Abkühlung. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Longe. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thymol, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Hniversiläts Buch und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. sacken eingenäht worden. Sodann seien sie zusammen mit Kartoffeln auf Lastkraftwagen nach New Persey gebracht worden. Hier seien 21 Chinesen- freigelassen worden, da ihre Verwandten das Fahrgeld bezahlt hätten. Die übrigen 17, die man jetzt aufgesunden hat, seien in einem lichtlosen Keller gefangen gehalten worden unter Bewachung eines Negers, der wohl zwei Zentner gewogen habe. Sie sollten erst freigelassen werden, wenn ebenfalls das Fahrgeld bezahlt fei. Dies habe ungefähr 1500 Dollar betragen. Andernfalls sollten sie sich verpflichten, in Wäschereien bei einem Tageslohn von 20 Cent di e Fahrtkosten abzuarbeiten. Schwere Unwetter über Japan und Formosa. — 120 Todesopfer. In einer der letzten Nächte gingen über Tokio starke Wolkenbrüche nieder, die einen beträchtlichen Schaden angerichtet haben. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden in Tokio 1332 und in Yokohama 8000 Häuser zerstört. Heber die Zahl der Todesopfer wurde bisher von den japn- nifchen Behörden nichts bekanntge-geben. Die Stellenvermittlung für seemännische Angestellte zeigte eine gleichbleibende Tendenz gegenüber dem Vormonat. Auch bei den w e i b l i ch e n A n g e st e l l t e n hat die günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes angehalten. Es wird bereits ein Mangel an tüchtigen Stenotypistinnen gemeldet. Geringe Nachfrage bestand nach Buchhalterinnen, Telephonistinnen, Expe- bientinnen. Auffallenb ist ber Mangel an tüchtigen Verkäuferinnen, befonbers für Konfektion, Stoffe und Wäsche. An ärztlichen Helferinnen besteht noch immer ein Heberangebot. Zahntechnikerinnen finb weiterhin knapp. Die offenen Stellen für Singe ft eilte in Haus, Garten unb Lanb finb sowohl für bie länb- lichen wie bie stäbtischen Berufe zahlenmäßig zurück- gegangen. Das ist eine Erscheinung, bie regelmäßig ' .. - • - d u vor Weihnachten beobachtet wirb UÖ|ftrDmen aus bem Mittelmeergebiet wärmere Luft- Sei den Kindergärtnerinnen macht sich! massen nach Mitteleuropa, die vor allem in den hohe, die Schließung der sommerlichen Kindererholungs- rm Lagen erheblichen Temperaturanstieg gebracht Heime bemerkbar. Trotzbem kann bie Gesamtlage als befriebigenb angesehen werben. Nachfrage besteht nach Gesunbheitsfürsorgerinnen. Die trauernden Hinterbliebenen1 Verkäufe Heuchelheim, Kassel, Gleiberg, den 5. November 1934. Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. November, nachm. 3 Uhr, statt. 05348 6523 D Die trauernd Hinterbliebenen: Die Beerdigung findet Dienstag, 6. November, nachm. 2% Uhr statt. 6520 D vr. Wirsing 10 Psck. nur 50 Ps. o. Umg. Obst-Oster ausOffenbach/N. I llng. unt. a.d.G.A. Karl Römer, Sattlermeister Familie Karl Albert Römer Familie Ernst Otto Römer Karl Nicolaus I. Ludwig Haas VI. Karl Hahn III. Familie Artur Römer Emma Römer Otto Tavernaro Gestern nachmittag entschlief nach kurzer schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Louise Römer, geb. Volkmann im 56. Lebensjahre. gewandt, sucht Stellung i. Gieß. Umg. Taschen- Die Beerdigung findet Dienstagnachmittag, 3 Uhr, vom Sterbehaus, Wilhelmstraße 45, aus statt. Ordentliches Mädchen mit Kochkennt« nissen sucht Stell, im Haushalt. Schr.Angeb.unt. 05350 an d.G.A. [Stellengesuche] Lehrerin, ev., 22 Jahre, m. besten Zeugn.,sebrmu- sikal., in allen Häusl. Tätigkeit., auch Nah., sehr MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Touienvea beachtet und geleien. WirtscL-Karlött Ackersegen, auch alsSetzkartoftem und Sveisekart. verwendbar, ru verknusen. 6,s»D Ludwig Fay Wwe. Grüningen__ Abschlag! 05351 Neue Zitronen, 10 Stck. 35 Ps. BilL Gelegenheitskauf haltbarer Familie Familie Familie Steinbach, den 3. November 1934. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern abend 8 Uhr meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Anna Wagner im Ai ter von 38 Jahren zu sich zu nehmen, StoöWtl (Rieften 6497V Dienst., 6.Nov^ 20 bis 22 Uhr 6.Dienst.-Abon. Gewöhnt. Prelle Heimkehr dee Matthias Bruck Schausviel xtiot Aufzügen d)5$ Sigm. Gygml Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser guter, treusorgender Vater, Großvater und Schwager Herr Ludwig Haas IV. Landwirt und Kirchenrechner im Alter von 66 Jahren nach langem, schwerem Leiden heute nachmittag 3 Uhr sanft entschlafen ist Slwnloltt M mit drei Kälbern steht zu verkauf. Annerod d.Vieö» Kirchstr. 2 om« billigst 56240 W G bei der Skiwerkstätte Wilh. Grandhomme, Schotten Kinderski von 6 RM. an Verlangen Sie kostenlose Offerte. Holzverkauf. Aus Staats- und Gemeindewalbungen bes Forft- amts Gießen wirb burch Submission nachstehenbes Holz verkauft: 6522D Buchenstammholz A unb N, 3. bis 6. Kl. 380 fm; Lichenstammholz N, 1. Kl. 160 fm, 2. Kl. 190 fm 3. Kl. 255, 4. Kl. 115 5. Kl. 22, 6. Kl. 10 fm (3. bis 6. Kl. A unb N); Duchenjchwellen 1. unb 2. Kl. 120 fm; Eichenfchwellen 1. unb 2. Kl. 65 fm; kiefern- stammholz N lb= bis 3a-Kl. 1270 fm; Fichtenstammholz N la- bis 3b-Kl. 3460 fm; TVeihtannen- stammholz N la- bis 3b-Kl. 250 fm; Mefernlang- grubenhol; 1045 fm; Kiefern- unb Fichtenkurzgrubenholz, 5 bis 7 cm Zopf, 1,25 m lang, 60 rm; 7 bis 13 cm Zopf, 1,55 m lang, 70 rm. Sämtliches Holz ist geschält. Kurzgrubenholz von 5 bis 7 cm Zopf, vierseitig gestreift. Gebote finb, getrennt nach Holzart, Sortiment, Klassen unb Walbbefitzer bis zum Montag, dem 12. November, an unterzeichnetes Amt oinzureichen. Eröffnung ber Gebote um 11 Hhr im „Hessischen Hof", Gießen, Frankfurter Straße. Verzeichnis ber einzelnen Walbbefitzer burch bas Forstamt. Aufarbeitung unb Verkaufsbebingungen wie beim Staat. Nähere Auskunft burch die betr. Förster. Gießen (Moltkestraße 3), ben 3. November 1934. Hessisches Forstamt Gießen. (Fernruf Nr. 2936.) 3« verkaufen: 1 kompl. Speisezimmer m. Lampe, 1 Klavier, 1 Auszugstisch, 2 Betten mit Matratzen, 1 Bettstelle, 1 neue Bettstelle, 2 Waschtische, 2 Nachtschränkchen, 1 Komode, 1 älterer Küchenschrank, 1 Gartentisch, einen Elsschrank, div. Stühle, 2 Rohrsessel, 1 großer Ladentisch, 1 klein. Trsch zu sehr billigem Preis wegen Umzug abzugeben. -06346 MerW.MlksttlibeM. verkaufe Dienstag aus dem Wochenmarkt, Brandplatz Neue große Haselnüsse, Walnüsse und süße Goldtrauben 3 Pfund.......RM. 1- Schöne, dicke, haltbare Aevfel 10 Pfund.........RM. 1- (Nnmach- und vrima Winterzwiebeln, 3 Pfund ..25 Pf. 10 Pfund...........80 Pf. Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Wagner I. Familie Wilhelm Will Leihgestern, den 5. November 1934. Mädchen [Verschiedenes] sofort gesucht. Bäckerei Müller Kaiserallee 22. Keine Ursprungszeugnisse, i entern nur Zeugnis abschrtften dem Be werbungsichreiben beilegen 1 — Lichtbilder undBew erbun gsunter- lagen müssen zur SB er metdung von Berlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen l Putzfrau 2malwöchentlich gesucht. Schriftl Angeb. u. 05345 an d. Gieß. Anz. Aelt.,zuverlässig. Mädchen tagsüber gesucht. Schriftl. Angeb. urtt.05349 an den Gieß.Anzeig.erb. Junges 6627d llr.259 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 5. November 193^ Buch auf Schicksal und Lebensweg des Volkes. Dar« fchenWirkungen dieser Jahreszeit find für den um gelte es heute, das gute deutsche Buch mit allen Ueberarbeiteten weit günstiger. an: deutsche Ueberlie, Deutschla seit der T> Baustein zu... Wir müssen uns oorbereiten für die nächste Schlacht. Arbeitsschlacht. Werkbilder von Heinrich Hauser. Glut und Eisen. chwerem Sand und Klebsand. Hier müssen wir Futter holen für unseren Ösen: achtzehn Tragen Sand, zehn Tragen Lehm, sechs Tragen Klebsand. Der A b st i ch. Wenn der Abstich losgeht, läutet eine Glocke: Nie Winderhitzer hören aus zu blasen. Das ist, wie wenn die Artillerie das Feuer einstellt, wenn die Hochschulnachrichien. Dr. Friedrich Matz, Prioatdozent für klassische Archäologie an der Universität Berlin, ist zum Ordinarius an der Universität M ü n st e r ernannt worden. Ministerialrat Johann Daniel A ch e l i s vom preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in Berlin ist zum Ordinarius für Physiologie an der Universität Heidelberg ernannt woroen. Der ao. Professor Dr. Ernst Holzlöhnek wurde zum Ordinarius für Physiologie als Nach, folger von Professor Hob er an der Universität Kiel ernannt. Der ao. Professor Dr. Karl Kellermann von der Bergakademie in Clausthal ist zum DrbU narius für Stoffwirtschaft an der Technischen Hoch, schule in Aachen ernannt worden. Die Woche des deutschen Buches wurde mit einer öfsentlichenKundgebunginGe. Halt einer Morgenfeier gestern Vormittag im Gie- gener Stadttheater offiziell eröffnet. Die Gießener Militärkapelle, die sich dankenswerterweise in den Dienst der guten Sache gestellt hatte, leitete unter ber Stabführung von Obermusikmeister E. Krautze mit der „Oberon"-Ouvertüre von Carl Maria von Weber die Kundgebung festlich ein. 3m Winier auf Urlaub. Segnungen und Freuden der richtigen Winterfrische. Von Dr. med. Hans Hoske. Wie der Sommer mit seinen satten Farben und der Frühling mit seinem ersten, lieblichen Aufblühen 1 uns in eine gehobene Stimmung versetzen, so auch die Wunder des Winters. Der Städter kennt ja oft , Lebens, vor allem auch auf die \ Pflege der großen kulturellen Schrifttum werde vom neuen X Obhut genommen, und so Hen Buches ein gewichtiger . jeraufbau des Reiches. Oberbürgermeister Pg. Ritter begrüßte namens der Gießener Stadtverwaltung die Werbe« arbeit der deutschen Buchhändler aufs wärmste und agte für die Veranstaltung alle nur mögliche Un- erstützunq zu. Man habe die Bedeutung des deut- chen Buches für die sittliche und moralische Erziehung des Volkes heute klar erkannt. Er kenne aus der Praxis genügend Beispiele dafür, wie große Teile des Volkes durch schlechte Bücher verdorben worden seien. Heute werde das deutsche Buch nur von dem einen Gedanken geleitet: Was dient und rammt dem deutschen Volke? Der Redner schloß nit der Bitte, den Buchhandel zu unterstützen, auf mß der Tag des Buches ein Tag wahrer Dolks- lemeinschaft zum Heil und Segen unseres Volkes oerbe. Der Direktor ber Gießener Universitätsbibliothek, Studienrat C l a r i u s , überbrachte^ im Namen des Rektors die besten Grüße und Wünsche der San* lesuniversität; er wies auf die enge Verbindung •pon Wissenschaft und Buch hin, betonte, daß bte deutsche Jugend aus deutschen Büchern lerne, die icrabe heute als Künder deutschen Wesens m. ber "Seit geschätzt werden müßten. Auch heute — rote in den Zeiten des schlimmsten Hasses gegen unser Iolk — könne die Gehässigkeit von Juden . nd Judengenossen nichts daran ändern. Das euftche Buch sei der beste Gegenbeweis gegen alle Zerleumdungen. Wir müssen stolz sein auf das sutsche Buch und die Bestrebungen der Buchwoche üiach Kräften unterstützen. So dienen wir dem deut- ichen Buche und der deutschen Wissenschaft im Geiste inseres Führers. Dr. Gerhard Pallmann, Kameradfchaftsfüh- rcr der Universität Gießen, betonte, die Deutsche Studentenschaft habe im Verein mit der deutschen Hochschule ein besonderes Interesse an der Heu- flh.ge« Veranstaltung, sie begrüße es, daß der Na- ^onalsozialismus durch die Woche des Buches für bos Buch wirbt; er überbringe dazu die besten Dünsche der Gießener Studentenschaft. Die großen Revolutionen müßten in zwei Kategorien eingeteilt werden: in solche, die aus der Tiefe des Volkes kommen, und solche, die vorausgedacht wurden, ehe if e ausbrechen — wie z. B. die Revolution von 1789. Der Nationalsozialismus sei strukturell von solcher Art grundsätzlich unterschieden. Nach dem • Siege komme es darauf an, das seelische Erlebnis h lks Kampfes auf alle Lebensbezirke zu übertragen. Gerade in diesem Jahre sei die Schulung von be- bnberer Bedeutung; die geistige Welt des Libero- smus sei noch in nichts erschüttert; die geistige Aufbauarbeit des Nationalsozialismus müsse jetzt norausgebad)t werden, darum habe die Welt 'des Ruches' gerade jetzt besondere Bedeutung. Die beut« chen Arbeiter hätten am 19. August eine riesige Lertrauenskunbgebunq geäußert, bie nicht enttäuscht Derben bürfe. Sozialismus bestehe nicht nur wirt- chaftlich, sondern auch in geistigen Dingen. Die Deutsche Studentenschaft wünsche der Ausstellung Auftakt zur Buchwoche in Gießen Oeffentliche Kundgebung im Stadttheater. der hundert nationalsozialistischen Bücher besonders in Gießen vollen Erfolg. Anschließend las Intendant'Hanns König „Die Nacht im Bücherschrank" von Wilhelm Matthießen, ein von mancherlei Gestalten aus berühmten Büchern und Partituren bewegtes, romantisches Phantasiestück. Darauf brachte die Reichswehrkapelle die Einleitung des dritten Aktes der „Meistersinger" (Tanz der Lehrbuben und Festwiese) zu Gehör. Den ge ft Dortrag hielt Kreisschulrat Nebelt n g , der u. a. folgendes ausführte: er komme von einer Feierstunde, in der Worte aus der Bibel gelesen wurden, aus dem Buche, das Millionen zum । treuen Begleiter geworden, aber auch vielfach von tödlichem Haß verfolgt worden fei; man könne die Woche des Buches nicht begehen, ohne dieses Buches zu gedenken. Luthers Bibelübersetzung vor 400 Jahren sei für uns von besonderer Bedeutung. Man könne sich unser Leben nicht ohne das Buch denken: es sei unser Begleiter von der Kindheit dis ins Alter und werde auch neben Radio und Film immer sei- nen Platz behaupten. Das Buch habe von jeher sowohl den guten als auch den zerstörenden Mächten gedient; unsere Zukunft werde davon abhängen, wie sich der Kamps zwischen den aufbauenden und den zerstörenden Kräften entscheide. Es sei auch eine Aufgabe der Buchwoche, für solche Entscheidung den Boden zu bereiten. Rach einem Rückblick auf die vergangene Epoche beantwortete der Redner die Frage nach der Aufgabe des Buches im völkischen Staat dahin, daß das Buch um des Volkes willen ba fei — einerlei, welcher Gruppe das Buch angehöre. Damit sei dem Verfasser, dem Verleger und dem Verkäufer eine große Verantwortung auferlegt. Welche Anregungen und Willensimpulse gebe uns das Buch; eine neue Wirklichkeit entstehe in der Welt des Buches. Bedeutenden Einfluß habe das kaum noch einen richtigen Winter; er weiß nur vom Schmutz der Straßen, von spritzenden Automobilen und nassen Füßen zu berichten. Er ahnt nichts von der Märchenwelt, die der Winter draußen im Walde geschaffen hat, nichts von der wundersamen Stille, die ihn umgibt, wenn er Feld und Wald zu Fuß oder mit Schneeschuhen durchstreift. Er kennt wohl kaum das einzigartige Vergnügen, auf blanken Schienen über das glatte Eis zu gleiten, im Frohgefühl eigener Kraft und der Beherrschung des Raumes. Er sieht nichts von den Farben, die der Winter uns zeigt. Wie wenig wissen doch jene Menschen von der Natur, die vom „Leichentuch des Winters" sprechen. Es gibt, behaupte ich, keine Jahreszeit, die so unendlich feine Farben, so duftig und weich, zeigt, mannigfach in ihren Schattterun- gen, wie sie der Winter malt. Wie der Sommer als besondere Prägung noch seinen Ausdruck im Gewitter, der Herbst im Nebel hat, so zeigt der Winter seine ganze Schönheit im lautlos tanzenden Schneefall ober auch im brausenden Schneesturm. Wer den Winter niemals so gesehen und erlebt hat, der sollte lieber nicht über ihn urteilen. Er hat nicht nur gesundheitlich größere Wirkungen, die sich in der nachträgli - chen Erholung sehr deutlich ausprägt, sondern er vermag auch durch seine Stille den gehetzten, getriebenen Menschen eher jener Innerlichkeit, die uns allen so nottut, wieder zuzuführen, als das irgend eine andere Jahreszeit vermag. Dadurch, daß wir uns im Winter so lebhaft im Freien bewegen können, gewinnen wir auch ein größeres Maß von Freude, als dies in der heißen Jahreszeit möglich ist. Wer denkt nicht noch mit Vergnügen an die Schneeballschlachten und Schneemänner, die ihn als Jungen ergötzten. Was hindert uns, als Erwachsene, auch jetzt noch dieser reinen Freude nachzugehen? Wer sich dazu zu alt fühlt, der ist noch älter als derjenige, der sich einen hohen Blutdruck ober eine Gehirnverkalkung einbildet. Und wer da glaubt, daß frohes Spiel mit seiner Würde als „Erwachsener" unvereinbar sei, überlege, ob der wahre Grund für diesen „höheren Gesichtspunkt" nicht in einem Minderwertigkeitsgefühl wurzelt. Die meisten fürchten nämlich, durch eine gewisse Unge- schicklichkeit lächerlich zu wirken. Man muß auch über sich selber lachen können! Wer es nicht lernen will, zeigt damit nur eine komische Ueberheblichkeit. Gewiß: die Freude wird einem verdorben, wenn man kein gehöriges Schuhzeug hat und sich nasse Füße holt. Und die Freude wird auch getrübt, wenn die Frau des Hauses ein elegantes modefarbenes Ski-Kostüm trägt, das dann sehr bald einen ersten unheilbaren Teer- oder Wachsfleck bekommt. Wer als Wintersportler etwa glaubt, er sei der Mittel- punkt und müsse sich danach ausstaffieren, der tut besser, damit bis zum Abend zu warten, wo man im netten Kreise zusammenzusitzen pflegt. Im Winter muß sich der Mensch auch in diesem Punkt der Na- 1 tur unterstellen und sich ihr einordnen durch Beach- ; tung von Einfachheit und Zweckmäßigkeit. ‘ Wer überhaupt die Natur liebt und sich die Müde ; gibt, sie sehen und verstehen zu wollen, der wird ihr " im Winter viel näher kommen als im Sommer und sich dabei sicherlich besser erholen. K r a u ß e die Morgenfeier. * Nach Beendigung der Kundgebung besichtigten die Besucher die im Foyer des Stadttheaters eingerich- tete Buchausstellung der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Buchhändler: hier sind die ersten hundert von der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums empfohlenen Bücher zusammengefaßt. Die geschmackvoll und übersichtlich ausgemachte Bü- cherschau gliedert sich in einzelne Sachgebiete: Dichtung — Krieg und Nachkrieg — Bevölkerungspolitik und Rassenkur.de — Geschichte und Vorgeschichte — Nationalsozialismus und Weltanschauung. Die Ausstellung, die sich des lebhaften Interesses der Besucher erfreute, ist während der Buchwoche täglich geöffnet und wird hoffentlich ihren Zweck im Sinne der Werbeveranstaltung vollauf erfüllen. — Jede Schicht ist ein Kampf. So fangt es Laufkran kommt übers Gießfeld gerollt, bimmelnd roie die Feuerwehr. Singender Elektromotor im ssührerhaus, immer höher, immer höher, Rüder- cirollen immer näher: jäh stoppt es bei uns. 1 Die Laufkatze schiebt sich die Krandrucke entlang; leer Haken sinkt. Wir picken einen großen Blechtrog (in werfen Schippen und eine Trage hinterher. — Ab' bimmelt der Kran, wir fahren mit: vierter und fünfter Mann, Peter und ich. Als flöge man im Flugzeug über ein Schlacht- U- Das Gießfeld raucht, Dampfschwaden Hullen uns ein, rot durchleuchtet von der Glut des Eisens. Tniere Gefickter beschlagen naß. Durch Nebelbanke schknwkrTn©angbe? «JacW: ®f«" WV™* sprüht wie Flammenwerfer, Menschen wühlen Rm- Lm auf wie Schützengräben Eie trompete, ne em aroßen Handtellern gleich, streifen m dr g uberm teoben, saugen Eisenbarren aus dem Gießfeld wer s-n sie polternd ab in Guterwagen. Kammbaren stürzen mit Gepolter auf Eisenbarren, Wasiersauen sr,prüften über roter Glut. Krane bimmeln sich ieurd) Dampf hindurch Signale 3".- Dumbum der Gasmaschinen. Brausen, tiefes allmächtiges Brausen !.vm Himmel herab, aus der Tiefe der Erde herauf. Brandung der Arbeitsschlacht. Abspringen beim Magazin. Zementkeller; dunkel wie im Bauch einer Kuh. Aber angefuUt mit Reu» inen, Stöhnen, Stapfen, Fluchen. Die Dunkelheit iit voller Menschenleiber. Und voll nassem Lehm, Es gibt noch immer viele Volksgenossen, die jeden verwundert und verständnislos ansehen, ber im Winter auf Urlaub geht, weil er nicht bte geringste Lust mehr verspürt, in der „schönen Sommerszeit" seine Ferien zu verleben. Was wir von einem Urlaub haben wollen, ist „Erholung". Das heißt also: wir wollen den Kräfteverbrauch nicht nur ersetzen, sondern für künftige Zeit auch einen Uebevschuh schäften. In der Natur wer- den Kräfte nicht dadurch ersetzt, daß man viel und lange ruht, ivndern vielmehr durch einen gehörigen Wechsel von Beanspruchung und Ruhe. Dafür ist nun gerade der Sommer weniger geeignet. Wir haben ja gerade in diesem Jahre erlebt, daß es oft so heiß war, daß man schon morgens um 9 Uhr sich kaum mehr bewegen machte. Die ganze Ferienzeit besteht dann in einem faulen Herumliegen. Wie ganz anders ist es doch im Winter. Es fehlt die druckende, schlaftmachende Hitze, die uns zu jedem Tun unlustig werden läßt. Und doch braucht niemand zu frieren ober gar zu erfrieren. Ja, es ist eine ganz allgemeine Erfahrung, baß alle, die zum ersten Male m den Winter gehen, sich viel zu warm anziehen. Es ist kein Scherz, obwohl das viele glauben, wenn man ihnen erzählt, daß man bei dickstem Schnee seinen Kaffee getrost im Freien trinken kann. Das braucht dann nicht etwa wie eine Eskimoversammlung aus- zu ehen, sondern ganz im Gegenteil: man sitzt in Hemdsärmeln, und die Damen in ihren Sommer- kleidchen, seidenen Strümpfen und — den schweren Skistiefeln sehen fast befremdlich aus. Es kann nam- lich sogar so heiß werden, daß man die Sonne mei- Mitteln zu fördern, das schlechte aber mit aller Kraft auszurotten. Dolkserzieherischen Charakter habe besonders auch das wissenschaftliche Buch. Ganz im Vordergründe des Interesses stehe heute das politische Buch und das Kriegsbuch, im politischen Schrifttum stehe Hitlers „Mein Kampf", die Bibel des Nationalsozialismus, im Mittelpunkt; das Buch des Führers habe Millionen von Menschen die Grundlagen ihres Glaubens gegeben. Wir alle wollen uns einsetzen für das gute deutsche Buch: jedem Deutschen ein gutes Buch — das sei die Parole in diesen Tagen. Der Redner schloß mit einer Erinnerung an den Opfertod des Buchhändlers Palm in Braunau: um Deutschlands willen geschehe es, wenn wir heute für das gute deutsche Buch werben. Hierauf sprach Frau Rose S t i r I vom Stadttheater drei Gedichte: „Das Buch" von Franz Karl Ginzkey, „Herbstliche Einkehr" von Anton Wildgans und „Auferstehung" von Nierentz; Dramaturg Paul Nieren las ein Prosastück, „Das Fest der Bücher" von Wittich, das dem Charakter des Tages besonders angepaßt war. Mit Gebet und Tempeltanz aus „Olaf Trygvason" von Edvard Grieg beschloß die Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Zeitschriften. — „D a s Innere Rei ch." Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul Alverdes und Karl Benno von Mechow. Preis pro Heft 1,80 Mark, vierteljährlich 4,80 Mark. Verlag Albert Langen/Gevrg Mueller, München. — Im Novemberheft spricht u. a. Wolf Justin Hartmann vom tieferen Sinn des Lange- marck-Sturmes: „Im Untergang der Blüte einer zerklüfteten Nation keimte und sproßte die Schöpfung für die Zukunft!" Dom deutschen Handwerk, das gerade in diesen Tagen die Bestätigung seiner wichtigen Aufgaben im Dolksganzen erfuhr, von seinem Fleiß und von seiner soliden Tüchtigkeit erzählt Heinrich Kromer in den „Erlebnissen eines Kunsthandwerkers". Selbstverständlich fehlen auch die rein dichterischen Beiträge nicht. Ein eigenartiges Werk von unheimlichem Ernst ist die „Chronik des Amtsschreibers von Thorshafen" von Veronika Lüve. Erzählung. Mit einer kleinen Betrachtung von hohem Reiz ist Wilhelm Schäfer vertreten. Gedichte steuerten Adolf Beiß, Matchias Engels und Günther Eich bei. Das Muster einer liebevollen, von Sachkenntnis, von Achtung vor der schöpfen- schen Leistung und von kameradschaftlichem Zusammengehörigkeitsgefühl geleiteten Buchanzeige gibt Paul Alverdes in seinem Beitrage über das neue Kriegsbuch „Der Baum von Clüry von Joachim von der Goltz. Jschneffky tritt mit beiden Füßen auf die Stange, daß sie festliegt. Peter und ich hauen ihr mit chweren Hämmern wechselnd, taktmäßig aus den Kopf: sie bebt, sie fährt hinein. Gar nicht leicht, genau auf den Kopf zu treffen. Schon färbt sich die Stange unter rot — dann weiß - dann biegt sie sich: Wie furchtbar muh die Hitze bannen fein. Zweitausend Grad und mehr! Jetzt riefelt es, sickert es unter ihr weiß hervor — ein winziges Rinnsal schlängelt sich. Achtung es reiht sich Bahn! Die Lehmwand bricht! Das Eisen! Es schieht in Stöhen, in mächtigen Schüssen, in Sprüngen kommt es an. Wuchtig, rasend, gewaltig wie eine Lawine. Das Eisen, das 6t|en. Wie die Hasen jagen wir zurück; Jschnefsky zieht die glühende Eisenstange hinter sich. In großen Sätzen über die Rinnen, verfolgt! Weißglut senkt uns den Rücken, blendend weißes Licht jagt uns. Eisenspritzer brennen durch alle Kleiderschichten, durch die Haut hindurch. Peter brennt wie eine Fackel, wirft sich schnell in den Sand, wälzt sich. Bahnjunge kommt mit Feuerspritze, löscht ihn ab. Jetzt läuft der Eisenstrom. Ruhig, -stark, schwellend, immer hoher schwellend. Millionen Funken sprühen aus den Rinnen. Nebelschwaden fliehen aus der frischen, feuchten Erde, die das Eisen dörrt. Ein herrliches Bild voll Kraft, voll feierlicher Schönheit. Wir stehen am Rand der Rinnen, die Krempen gegen die Hitze herabgebogen, die Jackenärmeln vom Gesicht, Schaufeln in der Hand. Ob alles klargeht? Der Strom staut sich im Wehr, in dem Fuchsbau, den wir auf der Brücke errichtet haben. Zwei Bäche zweigen von ihm ab: die leichtere Schlacke, die oben schwimmt. In Sturzbächen ergießen sie sich seitwärts über den Brückenrand — wie Wasserfälle, genau wie Wasserfälle —, hinein in die mächtigen Becher der Talbotwagen, unten im Schienenschacht. Die Lava steigt in den Schlünden der Wagen in weißen Spiegeln wie große Sonnenscheiben. Minuten vergehen: Fünfzigtausend Kilo Roheisen ftrömen ab. Strömen ins Gießfeld. JBabn« jungen öffnen Furch auf Furche im Feld. Die weihen Schlangenleiber des Eisens kriechen hinein, füllen sie an. Langsamer wird ihre Bewegung: still liegen sie und über ihnen flimmern heiß die Gase. Die Schlangen erstarren, erröten, erst rote Kirschen, dann wie Rosen, bann wie Purpur, bis Schleier von Grau sich über sie senken. So kühlen sie ab im Sanb. D i e Eisenprobe. Eine Schöpfkelle an langem Eisenstiel halte ick in ben weißen Bach hinein. Der Strom reißt mich I herum, die Kelle ist voll. Ich gieße ste in eine Form. Hebe die Form mit der Schaufel, werbe sie ins Wasser faß: Es zischt, cs erstarrt. Rehme den großen Hammer, schlage bas Stuck entzwei. Die Bruchstelle ist sttahlenförmig, schim- wert in allen Regenbogenfarben. Manchmal ist sie auch stumpf wie Blei. Je nach der Art des Eisens, das der Ofen gerade schmilzt. Die Winderhitzer fangen wieder an zu blasen: bte ganze Brücke flammt in ©lut. Feuergarben spritzen zehn, zwölf Meter weit. Hohl brüllt Donner aus dem Ofenbauch. Ein dicker Teppich Weißglut rollt über die Brücke auf. Große Feuerkugeln kollern uns bis vor die Füße, Wellblechfetzen fallen von dem hitzezerfresfenen Dach. Wunderbarer Anblick! Kann mich nie daran sattfehen, so wenig wie cm sturmgepeitschten Meer. Das Lehmgeschütz. Da läutet die Glocke. Wir müssen das Stichloch stürmen, ihm den Rachen stopfen. Jschnefsky geht als Erster vor, die Feuerspritze unterm Arm geklemmt, die Zähne gefletscht. Unbegreiflich, daß er nicht in Flammen aufgeht — wir bleiben hinter ihm zuruck, mindestens einen Meter. Wir können die strahlende Hitze nicht ertragen. Der Strahl des Hydranten spritzt, zerstäubt, verdampft über der Lava. Kein Tropfen Wasser kommt bis an den Boden. Noch immer kriechen dicke Lavazungen wie Schlldkröten — feurige Schildkröten unter schwarzen Krustenpanzern. Da werfen wir Wellblechstücke vor uns auf den Weg so wie man große Steine wirft in eine Furt, die man passieren will. Das hemmt die ©lut, deckt sie ab. Jetzt vorgehen in drei, vier großen Sprüngen! Schnell, sonst geraten wir in Brand! Dicht an den Ofen drücken wir uns ran. Da find wir sicher unter Deckung der Kühlmantelrohre. Wasserfälle spenden kühlenden Dunst. Schnell treten wir mit den Füßen in die Wasserrinnen; unsere Sohlen dampfen. . ... . k. Am Stichloch, seitwärts emgeschwenkt, hangt die Kanone. Jawohl, wir haben ein Geschütz. Es ist un- sere beste Angriffswaft^ Es schießt mit Lehm Wir schwenken die Kanone vor bte Sttchlochofs- nung. Die Mündung senkt sich auf bas weiß- qlüh-nd- Maul. 2,chn°ssky zieh! d-n Abzugsh°b-l: Presluft faucht wie em bösartiges Krokodil. Eine dicke Säule nassen Lehms bringt gewaltsam em, verltovft die Osenschnauze. Wir andern machen mit fliegender Hand neue Geschützmunition: dicke Tonkugeln. Der Kolben im Gelckükrohr zischt zurück. Zehn, fünfzehn Lehm- geschosse schmeißen wir in das Verschluhstutz daß es klatscht: Fauchen, Zischen — aus ist es: dicht ist ber Ofen. Tage, wo es windet und weht. Mer bann macht es erst recht Freude, wenn Wolken von Schnee Hochgetrieben werden, daß die feinen Schneekristalle tanzen und über die weiße Fläche rascheln. Die körperliche Betätigung in der staubfreien Win- terluft schafft ein echtes Bedürfnis n a chNa h - run g. Hier braucht der Appetit nicht künstlich mit „pikanten" Speisen aufgestachelt zu werden, weil die Natur einfach ihr Recht fordert. Darum wird der „Winterfrischler" auch nicht in den Speisen herum- stochern und mäkeln, sondern sich stets nach einer gediegenen, kräftigen Kost sehnen. Das Wichtigste an diesem Appetit ist aber, daß die Nahrung auch wirklich verwertet wird, daß sie, bildlich gesprochen, nicht als neuer „Jahresring" um den Bauch gelegt, sondern als Muskelmasfe angesetzt wird und zur Kräftigung unserer inneren Organe dient. Nicht nur die Bewegung dient dieser besseren Nahrungsverwertung, auch die Lichtwirkung hilft außerordentlich mit. In keiner Jahreszeit ist nämlich die Bestrahlung mit den wirksamen, ultravioletten Strahlen so intensiv, wie gerade im Winter, besonders, wenn man Gelegenheit hat, ein Oberhessen. Landkreis Gießen. ♦ Annerod, 5. Nov. Die im 82. Lebensjahre stehende Witwe Klara Braun von hier erlitt in der vergangenen Nacht einen schweren Unfall. Sie stürzte und fiel dabei so unglücklich auf den Hinterkopf, daß sie noch zu nächtlicher Stunde mit einer Verletzung am Kopfe in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte. y Harbach, 2. Nov. Als Vorbote des nahenden Winters flog heute eine Schar von etwa 6 0 eigene Infanterie zum Sturm vorgeht. Geduckt gehen wir über bie Brücke bas Stichloch cm das unter den dicken Wülsten ber Kühlrohre । M, ein böses, weißes Auge. Wir entfesseln den Vulkan , Eine lange Eisenstange stoßen wir °n den hart- ipbrannten Lehm, rote in bas Auge Polyphems. ftlann fein, daß der Riefe gleich zu toben anfangt. W 2[ber nein: man muß die Stange tiefer em- eiben. Hochgebirge aufzusuchen. Das find auch die Gründe, die den Arzt veran- lassen, mehr und mehr den Winter im Gebirge zu Erholungs - undHeilkuren anzuraten. Ge- rode die im heutigen Berufsleben im Vordergrund stehenden Erkrankungen, die wesentlich in einer All- gemeinerlchöpfung ihre Ursache haben, werden durch die klimatischen Einflüsse des Winters weit günstiger Die Reihe der behördlichen Ansprachen wurde von oom! Hs^^tretenden Kreisleiter Hopfenmüller xoy '■ etwa, die Totalität der national- ,‘ojia" —7 nfchauung erstrecke sich auf alle Gebier b r s 7 0 Kranichen durch unsere Gegend. Schon von weitem vernahm man die quarrenden Trompetentöne der stattlichen Vögel. Mit weit vor- oestrecktem Hals flogen sie in ihrer storchartigen Mughaltung unter dem bleigrauen Himmel dahin. Zunächst behielten sie die bekannte Keilform bei. Dor Hattenrod änderten sie plötzlich die Flugrichtung und damit auch die Flugordnung. In zwei kettenartigen Reihen kamen sie zurück und flogen nach Ettingshausen zu. Aus halbem Wege schlugen sie einen Haken und wandten sich nach L i ch. Kurz darauf änderten sie abermals die Flugordnung. Aus den kettenartigen Reihen entstand eine lange Schlangenlinie, die mit ihrem Auf- und Abwallen ein fesselndes Bild bot. Roch lange sah man die anmutigen Vögel am Horizont. <£ Rodheim, 4.Nov. Förster Metz ist mit seiner Familie nach Bad Salzhausen übergesiedelt. Der Glaubzahl mit seinem Forsthause, das herrliche Fleckchen Erde unserer engeren Heimat, war von jeher der beliebteste Ausflugsort unserer Bevölkerung. Besonders herzlich war das Verhältnis, das die Gemeinde mit der Förstersfamile verband. Zurückzuführen ist diese Harmonie auf das ständige gegenseitige Sich-verstehen, auf das leutselige Wesen und das große Entgegenkommen den gerechten anderen Wünschen, das den Förster auszeichnete, de'r seinerseits starkes Interesse an allen unseren dörflichen Fragen und kulturellen Einrichtungen nahm. Förster Metz war Mitglied des hiesigen Kriegervereins, seine beiden Söhne wirkten im Gesangverein mit. Der Wegzug der Förstersfamilie wird allgemein bedauert. Kreis Büdingen. tz. Nidda, 4. Rov. Der Plan zur Durchführung der Veundestraße vom Postamt bis zur Hin- denburgstraße (Straße nach Bad Salzhausen), schon im Frühjahr d. I. begonnen, mußte infolge verschiedener Umstände verschoben werden. Run scheint, wie man aus maßgebenden Kreisen vernimmt, die berechtigte Hoffnung zu bestehen, daß jetzt mit einem beschleunigten Ausbau der Straße gerechnet werden kann, die zu etwa einem Drittel der ganzen Länge schon vor zwei Jahren fertiggestellt wurde. Denn vom 29. v. M. bis einschließlich 26. d. M. liegt der Umlegungsplan für das zu beiden Seiten liegende Land auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Durch die Veundestraße, parallel zu Bahnhof- und Schillerstraße laufend, wird neues Bauland in vorläufig genügender Größe und zu verhältnismäßig billigem Preise erschlossen, wo sich bereits neun Baulustige der prächtigen Lage wegen ansässig gemacht haben. Kreis Alsfeld. cxd Alsfeld, 3. Nov. Am gestrigen Freitagabend veranstaltete der Alsfelder Volkskindergarten in seinen Räumen im Evangelischen Gemeindehaus wieder einen seiner regelmäßigen Elternabende. Nach einleitenden herzlichen Begrüßungsworten des stellvertretenden Vorsitzenden, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g, hielt Medizinalrat Dr. G ö r i s cb einen Vortrag über „Ernährungsfragen im Kinoesalter". Der Vortragende verstand es, in überaus fesselnder und volkstümlicher Darstellung einen Ueberblick über die wichtigsten Grundfragen der Kindernernährung zu geben. Für die dabei gegebenen Anregungen und Ratschläge werden die in großer Zahl erschienenen Eltern dem Redner Dank wissen. In der anschließenden Aussprache wurde den Fragestellern noch manche anregende Belehrung zuteil. Der inzwischen von einer Dienstreise zurückgekehrte erste Vorsitzende, Dekan B e r n b e ck, gab noch verschiedene Mitteilungen bekannt, u. a. über die Durchführung einer Weihnachtsbescherung für die Kindergartenbesucher. Eine von der Leiterin, Schwester Fanny, veranstaltete kleine Ausstellung einer Anzahl von den Kindern angefertigter Arbeiten fand lebhaftes Interesse bei allen Besuchern. Der anregende Abend vermittelte auch wertvolle künstlerische Eindrücke; die von den Herren Rechtsanwalt Dr. D i n g e l d e y (Violine), Forstassefsor Bähringer (Cello) und Erwin V ö l s i n g (Klavier) musizierten Kammermusikwerke von Beethoven, Tartini und Vivaldi fanden dankbaren Widerhall. * Nieder-Ohmen, 5. Nov. Der 34jährige Bergmann Ludwig Reichel von hier erlitt, anscheinend in Ausübung seines Berufes, einen Bruch des linken Oberarmes. Er mußte zur Behandlung in die Klinik nach Gießen gebracht werden. # Ober-Ohmen, 4. Nov. In dem fast heute den ganzen Tag anhaltenden starken Schneetreiben verlor eine Schar von etwa 60 Schneegänsen anscheinend die Flugrichtung und kreiste unter.lautem Geschrei in regellosem Durcheinander über dem Hainerberg. Dabei flogen die großen Vögel sehr niedrig. . # Ermenrod, 4. Nov. Infolge der immer kürzer werdenden Tage ist es nicht mehr möglich, am Notstandsprojekt „Göringer Berg" in zwei Schichten arbeiten zu lassen. Seither hat man sich noch damit beholfen, daß die beiden Schich- Der Sternhimmel im November. Nachdruck verboten! Sonnenaufgang von 6.55 Uhr bis 7.45 Uhr; Sonnenuntergang von 16.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 14., um 4 Uhr, Vollmond am 21., um 5 Uhr, letztes Viertel am 29., um 7 Uhr. Wie alljährlich, so nimmt auch diesmal das allmähliche Erscheinen der hellen Wintersterne die Hauptaufmerksamkeit in dieser Jahreszeit in Anspruch. Die große Zahl von Sternen erster und zweiter Größe, die sich in den Sternbildern Fuhrmann, ders eifrig erforscht wird. Es ist ein Doppelstern, der aus zwei sehr verschieden großen einander umlaufenden Sternen besteht, von denen der kleinere länger als einen Monat hinter dem großen verweilt, so daß uns sein Licht dann nicht erreicht. Aber dies festzustellen ist deshalb schwierig, weil man die bei- den Sterne auch im stärksten Fernrohr nicht getrennt wahrnimmt, sondern auf ihr Vorhandensein nur auf Umwegen schließen kann. Gerade jetzt sind darüber wichtige Arbeiten im Gang. Minder auffallend als die eben erwähnte Sternbilidergruppe, aber immerhin auch ein bemerkens- jo. STABEN Sterne; Kleine Buch- < staben 'O Venus ]8j Mars (^Jupiter «^»Saturn tee Mond: 1)1. Viertel ® Vollmond Q letztes Viertel kW Der die 24 Stundenzahlen von Mitt** nacht bis Mitternacht eines Tages ent* haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigtum die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einet anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin* eingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil <4 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte V» Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. Stier, Orion, in den Zwillingen und den Hunden finden, verleihen dieser Gegend ein natürlches lieber» gewicht über alle anderen Teile des Himmels. Auch die schöne, sich leicht einprägende Gestalt des Orion, der mit drei Sternen erster und ebensovielen zweiter Größe das glanzvollste Sternbild ist, wirkt im selben Sinn. Auch die neuere Sternkunde, die ja einen ganz anderen Maßstab anlegt wie der in Betrachtung des Himmels versunkene Sternfreund, findet auch' gerade in dieser Himmelsgegend Wunder über Wunder. Die Capella im Fuhrmann z. B. der höchstgelegene und zugleich hellste Stern dieser Gegend, ist einer der bestbekannten Sterne des Himmels. Für die Erforschung seiner Wärme, feiner Größe, seiner Entfernung usw. liegen die Devhältnisie ganz besonders günstig, so daß der Stern immer als eine Art Musterbeispiel für den Erfolg der neueren Forschung gilt. Ganz in der Nähe dieses überragend Hel- len Sternes stehen einige als „Hädus" oder „Zicklein" bezeichnete Sterne (Capella bedeutet „Ziege"), von denen einer, der in der Sternkunde als „Zeta im Fuhrmann" bezeichnet wird, neuerdings befon- wertes Sternbild ist der rechts vom Orion gelegene, sich noch tief in den Südhimmel hinziehende „Eri- danus", auch „Fluß" genannt. Die Wandler können mit Ausnahme der in Sonnennähe stehenden und daher unsichtbaren Venus alle gesehen roerbet;, der Saturn am Abendhimmel unter sich allmählich verschlechternden, die andern am Morgenhimmel unter sich bessernden Bedingungen. Dabei scheint sich der Merkur wie im Altertum als „Götterbote" zu bewähren, denn er wird, roe- nigstens der Rechnung nach, ein paar Tage vor dem in feiner Nähe stehenden Jupiter sichtbar. Etwa vom 19. an nimmt dann seine Sichtbarkeit wieder langsam ab, während die des Götterkönigs Jupiter bts zum Monatsende zunimmt. Etwa eine Stunde nach Mitternacht geht der Mars auf, der sich im Bilde des Löwen bewegt und daher in der Morgendämmerung schon hoch am Himmel steht. Um die Mitte des Monats tritt die Sternschnuppengruppe der Leoni- ben auf. Eine besonders glänzende Erscheinung ist nicht zu erwarten. ten ineinandergriffen. Ab nächster Woche wird nur noch in einer Schicht mit acht Stunden pro Tag gearbeitet. Ein großer Teil Arbeiter hat verschiedentlich Arbeit als Holzhauer angenommen, so daß die Belegschaft eine Verringerung erfährt. Bei den Arbeiten am Göringer Berg stößt man immer wieder auf die Spuren „napoleonischen" Straßenbaus, ist doch diese Straße zu ihrem Anbeginn ein Werk Napoleon, als dieser auf dem Wege nach Rußland war. Ueberall stößt man auf zum Straßenbau benutzte Baumstämme sowie auf die Wurzelstöcke abgesägter bzw. abgehauener Bäume. Allerdings ist das Holz hier stark verfault, während an anderen Stellen der Straße, z. B. zwischen Mücke und Ruppertenrod, in einer Tiefe von 1,50 Meter vor Jahren Stämme ausgegraben wurden, deren Holz steinhart war, und selbst beim Schneiden der Säge widerstand. Preußen. Sechs Hegeringe im Kreise Wetzlar. <> Aus dem Kreise Wetzlar, 3.Nov. Der Kreisjägermeister, Fabrikant Dr. C. Hen- soldt, hat auf Grund der Bestimmungen des neuen Jagdgesetzes den KreisWetzlar in sechs Hegeringe eingeteilt. Es umfassen: Hegering 1 (Ringführer Förster Schüler, Forsthaus Finsterloh bei Wetzlar): Wetzlar, Eigenjagd Hospital, Nauborn, Reiskirchen, Volpertshausen, Weidenhausen, Vollnkirchen, Dornholzhausen, Hochelheim, Hörnsheim, Klein-Rechtenbach, Groß-Rechtenbach, Lützellinden, Münchholzhausen, Dutenhofen, Garbenheim, Dorlar, Ebersgöns, Oberkleen, Niederkleen. Hege- r i n g 2 (Ringführer Lehrer Kottmann, Kraftsolms): Kraftsolms, Kröffelbach, Brandoberndorf, Hasselborn, Weiperfelden-Espa, Cleeberg, Oberwetz, Niederwetz, Schwalbach, Nieder-Quembach, Oberquembach, Neukirchen, Griedelbach, „Scheid", Solms- Braunfelser Eigenjagd „Schwabach" in Gemarkung Kröffelbach. Hegering 3 (Ringführer Forstassessor Dr. Heger, Braunfels): Braunfels, Eigen- jagd Solms-Braunfels „Tiergarten", Bonbaoen, Laufdorf, Steindorf, Albshausen, Altenberg, Oberbiel, Niederbiel, Leun, Tiefenbach, Biskirchen, Stockhausen, Bissenberg, Allendorf, Ulm, Holzhausen, Fürst Solms (Eigenjagb „Heisterberg", Fürst Solms Eigenjagd „Greifenstein", Daubhausen, Greifenthal, Eigenjagd Opfinger in Allendorf, Burgsolms, Oberndorf. Hegering 4 (Ringführer Rechtsanwalt Dr. Engelmann, Wetzlar): Ehringshausen, Dillheim, Katzenfurt, Greifenstein, Edingen, Kölschhausen, Dreisbach, Bellersdorf, Altenkirchen, Bermoll, Niederlemp, Oberlemv. Breitenbach, Ahrdt, Mudersbach. Hegering 5 (Ringführer Förster Stuntz, Erda): Aßlar, Klein-Altenstädten, Berghausen, Wer- dorf, Bechlingen, Hermannstein, Eigenjagd „Schenk" in Gemarkung Hermannstein, Niedergirmes, Naunheim, Blasbach, Eigenjagd Solms-Lich „Pfaffenmark", Hohensolms, Eigenjaad Solms-Lich (Jagdbezirk I) in Gemarkung Hohensolms, Groß-Alten- städten, Erda, Bubenrod. Hegering 6 (Ringführer Oberförster Metzler, Forsthaus Düns- berg bei Bieber): Waldgirmes, Atzbach, Kinzenbach, Rodheim-Bieber, Launsbach, Vetzberg, Krofdorf- Gleiberg, Wißmar, Odenhausen, Salzböden, Crumbach, Frankenbach, Fellingshausen, Königsberg, Eigenjagd Solms-Lich „Helfholz" bei Frankenbach. Die Hegeringführer find Beauftragte des Kreisjägermeisters und Vertrauensleute im Rahmen des Preußischen Jagdgesetzes; sie üben ihr Amt ehrenamtlich aus. Die zu den einzelnen Hegeringen gehörenden Eigenjagdbesitzer und die Pächter gemeinschaftlicher Jagdbezirke sind gehalten, den Ringführern jede gewünschte Auskunft zu geben und ihre Anordnungen, die im Auftrage des Kreisjägermeisters getroffen werden, auszuführen. — Der Kreisjägermeister hat ferner angeordnet, daß am zweiten Dienstag jeden Monats in Wetzlar ein Monats appell sämtlicher Jäger stattfindet. Wirtschaft. * Voraussichtlich wieder 6 v.H. Divi. denden bei Rheinmetall. Wie der DHD. erfährt, ist die Bilanzsitzung der Rheinischen Metall- waren- und Maschinenfabrik Düsseld"- ! Abschluß für das am 30. Ium -x ijahr zu beschließen haben wird'gender m . f)Den= ’ber anberaumt worden. Von 'dem tte vei, I lautet, daß wieder 6 v. H. £ablem e Aktionäre zur Ausschüttung gelaeen- SrOtirfUFu untadeliges Tendenz: schMsten. Frankfurt a. M., 3. Okt. Die Börse lag auch zum Wochenschluß außerordentlich still und hatte eine mellt schwächere Haltung aufzuweisen. Der weitere Rückgang des Standardpapieres der Frankfurter Börse, der IG.-Farben-Aktie auf 138,25 (minus 1 v. H ), hat hierbei verstimmt, ebenso wie der fortdauernde Mangel an Aufträgen aus der Privatkundschaft. Die Abgaben in Farbenindustrie sollen zum größten Teil auf Verkäufe der Auslandsarbitrage zurückzuführen fein. Der weiter gebesserte Stickstoffabsatz blieb ohne Einfluß. Auch andere günstige Wirtschaftsmomente blieben angesichts der herrschenden Geschäftsstille fast ohne Wirkung. Dle Kursgestaltung gegenüber der Abendbörse war nicht ganz einheitlich. Schwächer eröffneten noch Deutsche Erdöl (minus 1 v. H.), Scheideanstalt (minus 0,50 v. H.). Am Elektromarkt verloren (Siemens 1,50, AEG. 1, nur Felten lagen 0,25 v. H. freundlicher. Der Montanmarkt war gleichfalls schwächer, besonders Buderus mit minus 2,40 v. H., ferner gaben Mannesmann und Mansfeld je 1 v. H. und Rheinstahl 0,75 v. H. nach. Schiffahrtsaktien und Reichsbankanteile lagen etwa behauptet. Niedriger lagen noch Kunstseide, AKU. (minus 1 v. H.), Daimler und Gebr. Junghans mit je minus 0,50 vom Hundert. Fester lagen anderseits Holzmann mit plus 1,75 v. H. und Zellstofwerte, die bis 0,75 vom Hundert höher lagen. Am Rentenmarkt hielt sich die Umsatztätigkeit in engsten Grenzen. Altbesitz waren jedoch 0,25 v. h. höher, späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine blieben gut behauptet, Kom- munal-Umschuldung gaben allerdings auf 84,40 (minus 0,25 v. H.) nach. Im Verlaufe zeigte die Börse weder eine Belebung, noch eine Besserung der Kurse. Vorübergehende Ansätze einer leichten Erholung setzten sich nicht durch, da immer wieder etwas Material herauskam. Im großen und ganzen blieben aber die ermäßigten Anfangskurse behauptet. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen meist schwächer, so Kali Aschersleben (minus 3 v. H.), Klöckner (minus 1,25 v. H.), Moenus Maschinen (minus 1.25 vom Hundert), Licht und Kraft (minus 1,50 v. H.), Braubank (minus 1 v. H.), Elektr. Lieferungen (minus 2 v. H.). Fester waren lediglich Chade-Aküen Lit. A—C auf die 8proz. Absatzsteigerung um 3 Mk. Am Rentenmarkt gaben die Kurse später ebenfalls nach, so für Altbesitz auf 103 (103,40), Kom- munal-Umschuldung 84,13 (84,40), während späte Reichsschuldbuchforderungen bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft um 0,25 auf 96,13 v. H. anzogen. Altbesitz und Kommunal-Umschuldung waren im weiteren Verlauf ebenfalls wieder leicht erholt. Der Pfandbriefmarkt zeigte nur unbedeutende Veränderungen. Stadtanleihen lagen uneinheitlich, schwach waren 6 proz. Heidelberg v. 1926 mit 85 (minus 1 v. H.). Staatsanleihen lagen still. Von unnotier« ten Werten gingen russische und polnische Bahnprioritäten etwa 0,50 v. H. zurück. Tagesgeld war zu 3,25 v. H. weiter etwas erleichtert. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1450 Rinder (473 Ochsen, 121 Bullen, 533 Kühe, 323 Färsen), 456 Kälber, 79 Schafe, 4113 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 24 bis 40 Mark, Bullen 25 bis 37, Kühe 10 bis 35, Färsen (Kalbinnen) 24 bis 40, Kälber 28 bis 56, Hämmel 32 bis 36, Schweine 40 bis 43 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, Kälber, Hämmel, Schafe und Schweine mittelmäßig. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. 139,75 138,65 ' 78 79,5 1 78,751 1 113 113 - I 133 - - 78,25 Banknoten. 29 o 131,25 13,1 01 29 30 29,75 84 83,5 1 — I I -! 1871 189 29,9 £ 8 8| 186.5 Die hinter den Papieren die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., 5 o. H. 73,5 74,5 47,5 58,5 90,75 96-75 29,25 1,15 60,5 134 46,5 64,25 63,69 80,74 33,86 7,4 7,45 86-9 104 60,5 106,25 144-25 119,25 74,5 75-25 85,5 102,75 60,5 106,5 76,65 144,5 119,25 74,5 74,9 . 0 0 0 , 0 , c , 7 0 0 0 0 ,10 . 0 , v 32,4 212,5 163,5 132-25 139 209 90,65 38,75 83,5 31,25 216 90,5 97,13 84,5 o 0 v 6 6 u 0 7 9 0 0 0 :l 59,75 134,5 46,65 64,5 84,5 102-65 59,9 106,25 75,4 144,25 119,5 73-25 74 109,5 59,5 134 47,25 64 119,75 47-5 59 88,75 31,4 216,75 164,5 131,75 110*13 60 135 46,65 64,5 119,5 48,25 60 89,75 31,9 213 164,75 132-5 139,75 210,5 90,5 38,9 84,5 7,9 7,5 7.5 13 29 1,15 7,95 7,5 84,5 102,13 60 106 28,9 1,2 7,75 7,5 7,3 13,1 (Srifritet.................. Mainkraftwerke Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker....... 2,462 58,15 55,36 12,39 16,40 168,48‘vt 21.1VN. 62-reife dee r.Xtud* 8 in--- ' ch-* 48 59,5 I. G- Farben-Jndustrie Scheideanstall........ Goldschmidt Rülgerswerke MetaUgesellschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2R. Berlin, 3.November_________ Ämerikamime yioten.. ' ......' Belgische Noten......... Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schwing Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten Ungarische Not« ....... Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener............... Hoelch Eisen-«öln-Neuessen Ale Bergbau Me Bergbau Genüsse Klöcknerwerke......... Mannesmann-Röhren ..... Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Schultheis Patzenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldbof.......... Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. Daimler Motor« Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Leonhard Tietz Chade .................... Aecu mulatorea-Fabrü..... Conti-Gümmt 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente <% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% deSgl. von ISIS 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe eerte 1.................... Geld 2,442 57,91 55,14 12,35 16,34 167,80 21,08 62,06 $rannun u. DJi. ■öenui Ivran.fun u. JJl. Berlin Schlußkurs Echlußk. Abend« bärse Schluß» lurs Echlußk. Mitiag- börse Schluß, kurs Echlußk. Abend» börse Schlußkurs Echlußk. Mittag- börse Datum 2-11. 3.11. 2-11. 3.11. Datum 2.11. 3-11. 2.11. 3.11- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt. Retchsanl. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Aul.-Wlos.-Schuld mtt AuSlos.-Rechten .......... 96,13 96 96,4 96,13 95,25 103 4% vesgl. Serie 11 ............. 8 8 8.3 95,4 103,13 95,25 103-4 103,2 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l918 4% Rumänische vereinh. Rente .. 9V.O' MnntnHpr 4,4 6,6 4.15 34,4 4,25 6-6 4,2 34,25 4,15 6,95 4 34-25 4.3 7 4,05 34 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 27,75 27,5 27,5 (rückzahlb. 102%)............ 96,25 96-25 96 95,9 27,5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12................. 93 93 93,25 Hansa-Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 ■— 61/4% Hess. Landes-Hypothek«. bank Darmstadt fiiqui......... — 29,5 29,9 29,5 29,5 93,65 93-25 A-G. für Berkebrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 79 78,5 79 78 Oberhessen Provinz-Anleihe mit T 95,75 96,25 95,75 95-75 Auslos.-Rechten ...... Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Dtsconto- 70,25 70 70-25 70 Deutsche Komm. Sammelabl. Aw — leihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten 100,65 100.5 100-75 100,75 Gesellschaft................o 73,5 73 73,5 72,75 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Dresdner Bank..............o 75,75 75 75,75 75 Goldpfe. 15 unkündbar bts 1935 93 93 Retchsbank ................12 145-13 145 145 144 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bts 1936 6Yi% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandortefe....... 93 93 — A.E.G................ 0 28,13 141,5 27,13 140,9 27,65 141.5 27,4 141,25 94 94 94,75 93,75 93-5 94-75 Bekula......0 ZAr. Lteferungsgesellschaft6 Licht und Kraft ...... 6 Selten & Guilleaume........ 0 Rheinische Elektrizität .... 6 Schuckert SCo...... r 6Fi% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 •% ehem. 7% Pr. Landeöpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 kteuergutsch. Verrechnungskurs.. 94,13 94-75 94,13 94,75 101,65 117 75,25 110.5 99-5 99,5 115,5 75,5 110,5 93 137,5 118,5 101-25 117 75,25 111 100 93,5 138,5 100 115,25 74,75 110,25 100,75 92,72 137 — — Siemens L Halske.. 1 139 120 102,2 102-23 102,2 102,25 LahmeyerLLo............ ’l0 Franktun a.M. Ser"" Schlußkurs Echlußk. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mlttag- börse Datum 2-11. 3.11. 2.11. 3-11- Mansselder Bergbau.........0 78 77 78 78 Kokswerke..................( —— 94,75 94,4 Phönix Bergbau............. 47 46,25 47,25 46,25 Rheinische Braunkohlen .....10 219 217,4 217 217,75 Rheinstahl..................( 90 89,25 89,5 89,5 Bereinigte Stahlwerke........0 39,5 39,9 40-25 39,65 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 12,5 . 12,25 12,5 12,5 Kaliwerke Westeregeln........5 111 110 111,75 111,5 Kaliwerke Salzdetfurth.....iy2 154 153 154,13 154,5 2.November 3.November Amtliche Sistierung Amtliche Notierung Geld Äriel Geld | Ärit' _ Buenos Aire. 0,640 0,644 0-639 0,643 Brüssel.... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,32 55,44 55,29 55-41 Danzig.... 81,12 81,28 81,12 81,28 London.... 12,39 12,42 12,385 12,415 HelsingsorS. 5,47 5,48 5,47 5,48 Paris..... 16,38 16,42 16,38 16-42 Holland ... 168,17 168,51 168,22 168-56 Italien.... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan ..... 0,722 0,724 0,722 0,724 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 OSlo..... 62,26 62,38 62,22 62,34 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,25 11,27 11,24 11,26 Stockholm.. 63,90 64,02 63-86 63-98 Schweiz ... 80,93 81,09 80,92 81,08 Spanien... 34,00 34,06 34,00 34,06 Prag...... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest .. — Neuyork... 2,489 2,493 2,490 2,494 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) 'r. 259 Drittes Blatt Hubertusjagd macht eingekreist wurde 'Aber noch konnte ihm der Fuchsschwanz nicht entrissen werden, denn in scharfen Rechtswendungen entzog er sich immer wieder den Verfolgern. Schließlich gelang esFrauPauly (nicht zum'ersten Male) in taktisch hervorragendem schneidigem Ritt dem Fuchs an die Seite zu kommen, ihm an der Seite zu bleiben und schließlich auch den Fuchsschwanz zu entreißen. Im „Halali, Halali! Halali!" klang die Jagd aus. Während das Feld der ersten Gruppe den Fuchs jagte, waren auch die Unteroffiziere und Mannschaften auf dem Flughafen angekommen. Die Fuchsjagd der Reichswebrloldaten gestaltete sich Es war ein rechter Herbsttag, der vergangene Samstag, an dem sich gegen 15 Uhr in der Nähe ter Wellersburg die Offiziere und berittenen Unteroffiziere und Mannschaften unserer Gießener Reichswehr, viele Mitglieder des Gießener Reit- unb Fahrklubs, sowie zahlreiche Gäste zu Pferde Unfanden, um an der Hubertusjagd teilzu- liehmen. Die Luft war feucht und kalt, von den Zäumen an der Straße wurden durch den anhallenden Westwind die letzten Blätter herabgefegt, in !»en Tälern lagen graue Nebelschleier, die den Blick hn weitere Fernen verhinderten. Unter den Rei- i«rn herrschte, trotz des trüben und unfreundlichen । haben in der Trennung natürlich auch die Leideform, z. B. die Statt ist gefunden für das Essen. In der Zusammensetzung werden dagegen diese Zeitwörter ziellos und haben daher keine Leideform. Mithin verbietet sich der Ausdruck: das Essen ist stattgefunden. Vielmehr läßt sich nur sagen: das Essen hat stattgefunden, die Person hat teilgenommen. Die ohne das Hilfszeitwort „haben" stehenden Mittelwörter „stattgefunden" usw. gehören der unzulässigen Leideform an. Wer ein „stattgefundenes Essen" in den Mund nimmt, muß auch eine „teilgenommene Person" schlucken. Nun gilt es indessen, nicht allein den sprachlichen Mißbrauch vor Augen zu führen, sondern auch einwandfreie Ausdrucksweisen anzugeben. In der Tat bieten sich hierzu mehrere Möglichkeiten. In vielen Fällen ist das Mittelwort überflüssig; denn man kann einfach Montag, 5. November 1934 sagen: Bei dem Essen gestern im Ratskeller, oder: Bei dem gestrigen Essen im Ratskeller. Treten allerdings zu dem leitenden Hauptwort (Essen) noch weitere Bestimmungen, so wäre, weil die Anziehungskraft mit der Entfernung abnimmt, ein bezüglicher Nebensatz angebracht, z. B.: Bei dem Essen, das gestern unter zahlreicher Beteiligung der Einwohner im Ratskeller stattgefunden hat. Soll es aber ein Mittelwort fein, so steht ein geeigneter Ersatz in ausreichendem Maße zur Verfügung: das . . . veranstaltete Essen, der ... unternommene Ausflug, die . . . vorgenommene Prüfung, die . . . angestellte Untersuchung, die ... vollzogene Eheschließung, die . . . abgehaltene Sitzung, die für . . . einberufene Versammlung, die für ... angesetzte Verhandlung. Für das Teilnehmen käme bie . . - beteiligte Persop in Betracht. R. L. Das Feld setzt dem Fuchs nach. Beim Sprung über die letzte Hürde. ß J / a Das „Halali" der Unteroffiziere und Mannschaften nach der Jagd. — (Aufnahmen: Photo-Psass.) y I -M 1 t ‘A ■* •*'-Ä MM V" ir-vjL * K ßW * I MM * , x Gefallenen ehrung bei Bänninger Offi- Die Belegschaft bei der Gedenkfeier vor dem Ehrenmal. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Nach der Jagd. von vermährend das Musikkorps der Reichswehr konzertierte, das reitsportliche Ereignis ab. damit die Jagd zu beenden Nachdem der Bruch verteilt war, wurden den Mannschaften der Reichswehr die Pferde sorgt und in die Ställe zurückgebracht Anzeiger" Nr. 256 vom 1. November.) Die Führung der Betriebszelle hatte mit der Fahne unmittelbar an dem Gedenkstein Aufstellung genommen. Der SA.-Musikzug unter der Stabführung des Musikzugführers Herrmann leitete die Gedenkfeier mit dem „Ave Maria" ein. Anschließend wurde unter der Leitung von Universiätsmusik- direktor Prof. Dr. Temesvary von der gesamten Belegschaft ein Massenchor „Mahnung", komponiert von Prof. Temesvary, gesungen, den der SA.-Musikzug begleitete Hierauf hielt der Betriebsführer Bänninger die Gedenkansprache, in der er sagte: Knapp 20 Jahre sind verstrichen seit jenem denkwürdigen 2. August, an dem etwa 100 Mann unserer Belegschaft' von der Arbeit weg zu den Fahnen eilten, um ihr Vaterland zu verteidigen. Im Laufe der vier Jahre wurden es der Kämpfer immer mehr. Als die Regimenter Ende 1918 in die Heimat zurückkehrten, fehlten 21 unserer Arbeitskameraden: sie waren gefallen für das Vaterland und geblie- bei in Feindesland. In den kommenden Zeiten der Revolution und in dem Strudel des Parteienstaates hat man leider zu oft vergessen, die Erinnerung zu pflegen an jene, die im Weltkriege geblieben sind. Wir haben deshalb von der Künstlerhand des Herrn Ködding diesen Gedenkstein ausführen lassen, um auch für kommende Zeiten unsere gefallenen Kameraden zu ehren. Indem wir diejenigen ehren, die im Kriege fielen für ihr Vaterland. ehren wir zugleich alle diejenigen, die im Kriege ihr Leben eingesetzt haben für Volk und Vaterland und das Glück hatten, heil nach Hause zurückzukommen. Gefallen sind von unserer Firma folgende Arbeitskameraden: Friedrich Zimmermann, Schleifer; Wilhelm Hildebrand, Schmelzer; Hermann Hetzger, Former; Heinrich Fehling, Modellschlosser; Karl Hamel, Gewindeschneider; Wilhelm Buße, Former; Wilhelm Keller, Former; Ludwig Albach, Gewindeschneider; Heinrich Geißel, Former; Heinrich Jacob, Schleifer; Peter Schneider, Verzinker; Philipp Schmidt, Schmelzer; Ruprecht Jung, Modellschlosser; Johann Thomann, Büroangestellter; Friedrich Müller, Werkzeugdreher; N. Schafraneck, Kernmacherei-Vorarbeiter; Ludwig Nebeling, Former; Carl Herbert, Lackiererei-Hilfsarbeiter; Ludwig Stein, Gewindeschneider; Ernst Müller, Schleifer; Karl Keil, Bohrerschleifer. Zu Ehren dieser Gefallenen legte der Redner an dem Gedenkstein einen großen Kranz nieder, wäh- rend der SA.-Musikzug die Weise vom guten Ka- meraden spielte und die Versammlung die Gefallenen mit dem deutschen Gruß ehrte. Betriebsführer Bänninger ehrte sodann bi» Eine pietätvolle Feier zur Erinnerung und Ehrung der Gefallenen der Firma Bänninger zu Gießen fand am Samstagnachmittag auf dem gärtnerisch schön angelegten Platze vor dem Verwaltungsgebäude der Firma statt. Zu der Feier hatte sich die gesamte Betriebsgemeinschaft eingefunden, ferner waren der Musikzug der SA.- Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers (Herrmann und einige geladene Gäste zugegen. Vor Beginn der Feier spielte der SA.-Musikzug in bekannt schneidiger Weise einige Märsche. Zu der Gedenkfeier versammelte sich die große Gemeinschaft in weitem Halbkreis um den inmitten einer großen Rasenfläche errichteten Gedenkstein, den unser Gießener Bildhauer Ködding geschaffen hat. (Siehe Bildbericht im „Gießener Herdschweigen. Eines der vielen ungeschriebenen Gesetze der Germanen war das „Herdschweigen". Es umgrenzte alles, was im Hause geschah, was mit der Familie und der Sippe zusammenhing, und legte jedem einzelnen die Verpflichtung auf, davon nichts in die Welt hinauszutragen. Nicht, weil man etwas zu verbergen hatte, sondern aus der weisen Erkenntnis heraus, daß andere die Dinge mit anderen Augen betrachten, und daß ein falsches Bild entstehen würde, wenn sie unx Begebenheiten wissen, zu denen ihnen die innere Voraussetzung fehlt. Wieviel Unglück geschieht bei uns, weil viele das Herdschweigen so lange nicht mehr als Ehrenpflicht ousfaßten? Wieviel Ehen sind daran zerbrochen, daß die Frau das innere Geschehen ihres Hauses nicht hütete? Daß der Mann sich verraten sah, wo er Vertrauen gegeben hatte. Nachlässigkeit, Eitelkeit und das Gefühl, sich durch Mitteilung von persönlichen Angelegenheiten interessant zu machen, sind oft zur Triebfeder der Geschwätzigkeit geworden, und keine Reue holte zurück, was einmal den Mund verlassen hatte. Detters, beste Stimmung. Die ankommenden Gäste wurden immer wieder mit dem entsprechenden Signal begrüßt — die Pferde standen unruhig lerum, warteten der Jagd, zu der sie geritten wer- jgen sollten und der sie aus der Situation heraus mtgegenfiebeuen. Man sah ausgezeichnetes Pferdematerial. Die Beteiligung an dieser Jagd war außerordent- !ch stark. Sie wurde in zwei Gruppen geritten. D»ie Offiziere, die Mitglieder dös Reit- und Fahr- l ubs und die Gäste, etwa 30 Personen, ritten zu- irfL Wenig später folgten die Unteroffiziere und Mannschaften der Reichswehr, insgesamt etwa 50 5iann. Für die erste Gruppe stellte Oberleutnant Fett len Fuchs, dem unmittelbar zwei Damen folgten. Seneral Lütke führte als Master das Feld. Die Aruppe der Unteroffiziere und Mannschaften hatte Unteroffizier Albrecht zum Fuchs, das Feld vurde von Oberfeldwebel Bax geführt. Die vorge- ??ichnete Strecke wurde im normalen Jagdfeld geeiten und brachte verschiedene Schwierigkeiten, die über zu bewältigen waren. Der Kurs führte über Ewa 5'/- Kilometer. U1 . Nachdem die ersten Takte des Liedes „Wohlauf E Kameraden auf's Pferd, auf's Pferd!", das Signal s mm Beginn der Jagd, verklungen waren, setzten i.d) die stattlichen Kavalkaden in kurzem zeitlichen Abstand in Bewegung und schlugen sofort ein schar- |»5 Tempo an, das während der ganzen Jagd in Unverminderter Schärfe gehalten wurde. Der Kurs üihrte über eine Anzahl künstlich aufgebauter Hindernisse, wie auch über viele natürliche Gräben, wie e im Tale der Wieseck häufig sind. Zunächst ritt man den Wald am Fuß des Hangelsteins entlang, . jiann hinüber nach Trohe, kurz vor dem Dorfe bog '.as Feld nach rechts ab und kam dann südlich I j,es Waldstreifens am Flughafen dem Ziele näher. «twa 15 Minuten nach dem Beginn der Jagd er- I Ichien der Fuchs und die Reiter der ersten Gruppe I o uf dem Fluahafen, auf dem sich alles sammelte. Auf dem Flughafen herrschte reges Leben. Es b alten sich in Erwartung des Schauspiels viele Zuschauer eingefunden, die nicht enttäuscht wurden. Es I ho1 sich ihnen manches schöne Bild. Das Musikkorps s unserer Reichswehr war am Zielplatz und konzer- nerte unter Leitung von Obermusikmeister Ein kameradschaftliches Beisammensein der ziere mit den Mitgliedern des Reit- und Fahrklubs und den Gästen im Flughafenrestaurant schloß. nicht weniger spannend. Der Fuchs und das Feld, die Teilnehmer saßen durchweg auf überaus kräftigen Perden, jagten in schärfstem Tempo über die Hürde und verfolgten den Fuchs, der sehr geschickt ritt. Schließlick gelang es dem Unteroffzier Kaier, dem Fuchs den Schwanz zu entreißen und kriegsbeschädigten Kameraden, denen er als äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung für ihr Opfer der Gesundheit im Kriege das Buch unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler „Mein Kampf" überreichte. Bei dieser Ehrung handelte es sich um folgende Arbeitskameraden: Heinrich Becker (Steinbach), Heinrich Binz (Mendorf), Heinrich B o ch (Gießen), Valentin Naumann (Leihgestern), Karl M ö l l (Watzenborn), Rudolf Müller (Launsbach), Karl O p p e r (Daubringen), Georg Weichsel (Gießen) und Karl W i ß n e r (Saasen). Betriebsgemeinschaftswalter Diehl sagte am Schlüsse der Feier in einer Ansprache: Soeben hat unser Betriebsführer unseren gefallenen Arbeitskameraden ein Denkmal geweiht. Diese Anregung verdanken wir unserem ältesten Arbeitskameraden Jakob Stecker Nur wenige Arbeitskameraden können sich an den Abschied dieser 21 Kameraden aus diesem Hause erinnern. Sie haben die Heimat verteidigt und mit ihrem Leben teuer bezahlt, damit wir heute in Frieden unserer Arbeit nachgehcn können. Sie gaben alles für ihr Deutschland, und dieses neue Deutschland unter unserem Führer Adolf Hitler ehrt diese toten Arbeitskameraden. Ein echter Deutscher ehrt seine Toten, und wehe dem, der die Toten nicht ehrt; er ist nicht wert, daß er lebt. Im Namen der gesamten Belegschaft spreche ich Ihnen, Herr Bänninger, für dieses Ehrenmal aufrichtigsten Dank aus. Damit haben Sie unseren Arbeitsplatz um ein schönes Stück verschönt. Ihr 21 gefallenen Arbeitskameraden bleibt bei uns in ständiger Erinnerung, dafür bürgt euch das neue Deutschland. Das neue Deutschland ehrt euch mit dem deutschen Gruß und dreimaligem Sieg-H?il. Damit fand die schlichte und würdige Gedenkfeier ihren Abschluß. Nach der Ankunft der Reiter und nach kurzer Zause begann dann die eigentliche Fuchsjagd, die rinen außerordentlich spannenden Verlauf nahm. Oer Fuchs (Oberleutnant Fett) preschte los, brachte die Zielhürde hinter sich und jagte in scharfem Ga- !cavv über das Vorqelände des Flughafens. Aber iofort war ihm das Feld auf den Fersen das in Äscher Folge - ein großartiges und begeisterndes Bild für die Zuschauer - die Hürde nahm und !»em Fuchs mehr und mehr aufruckte. Der Fuchs konnte sich aber verhältnismäßig lange den Rucken galten, bis er schließlich doch von der Ueber- Es lohnt sich wahrlich nicht und es ist unserer nicht würdig, um eines Augenblickserfolges willen das Schönste aus unserm Dasein zu opfern: das grenzenlose und unbeschränkte Vertrauen zwischen Mann und Frau und Familie. Stattgi f mden Die Mitteilungen des Deutschen Sprachvereins | berichten: „Bei dem gestern im Ratskeller stattgefundenen Essen —". Mit Verlaub: es gibt ein gefundenes Fressen, aber kein stattgefundenes Essen Einige zielende Zeitwörter (wie finden, nehmen) werden mit einem vorgesetzten Hauptwort (Statt — Stätte, Teil) zu einem Worte verschmolzen: stattfinden, teilnehmen. Die einfachen zielenden Zeitwörter, die ihr Ziel durch das Hauptwort im Wenfall erhalten. eibi An alle Partei, und Volksgenossen! Oeffentliche Kundgebung zu er- Kaum eine Stunde später wieder abrücken. ,Lieber Gott, laß es nun endlich etwas mit dem 7. Fortsetzung. einer anoarbeit beschäftigt, Hausverkauf werden!", sagte Edelgard halblaut vor »rt nm WLiffor TrAiimonif* ' r: j. <■ . . - , < . .. z- ,, , r Nachdruck verboten! Die guten Menschen!, dachte Edelgard. Was würde (Fortsetzung folgt!) der ein mußte die Feuerwehr bei einem nicht alltäglichen Unfall Hilfe leisten. In der Frankfurter Straße I 3mmcr wieder, wenn sie seine vor Innigkeit überströmenden Briefe las, schalt sie sich selbst. Wie kühl und gezwungen klangen ihre flüchtigen Zeilen da- gegen! zlber sie vermochte nicht ein Empfinden zu heucheln, das sie nun einmal nicht hatte. Und immer | ^chuuerte durch ihr Herz die bange Frage: Weißt du denn, was Liebe ist? I c‘n warmer, leuchtender Oktober, als Edelgard den ersten ihr zustehenden Urlaub bekam. X b'ne Reise war unter den obwaltenden Umstän- den nicht zu denken. Aber sie war schon froh, ein paar Tage des Ausruhens zu haben. In dem weiten Park unter den goldfarbenen und bronzeroten Baumen im Anblick des blauen Sees ließ es sich ruhen und träumen. Sie wollte diese Tage ausnützen. Vielleicht war es der letzte Herbst den sie hier im Elternhaus verlebte. Und an einem dieser Tage meldete sich ein Käufer Es war am Sonntag gegen elf Uhr. Frau von Dönitz war gerade nach Berlin gefahren, um ihren geliebten Prediger Doktor Stahn in der Garnison- kirche zu hören. Edelgard hatte sie nicht begleitet. Kaninchen-Ausstellung in Gießen. Gestern veranstaltete der Kaninchenzuchtverein Gießen im Cafs Ebel eine lokale Ausstellung, die mit etwa 100 Tieren und einer großen Zahl Produkte beschickt war. Felle der verschiedensten Rassen wurden, naturgegerbt und veredelt in den mannigfaltigsten Nachahmungen, z.B. Tiger, Leopard, Nerz, Zobel, Seal, Marder und dergl. mehr, gezeigt. Auch Nun war sie am Salon angelangt. Wäre doch die Mutter heute nur hiergewesen! Es war so schwer, z : es vielleicht auch gut, der Mutter die Unruhe und Aufregungen zu ersparen. Vielleicht Daran war nicht zu denken. Vielleicht, daß der neue Besitzer ihn mit übernehmen konnte. Einen zuverlässigeren und treueren Gärtner würde er so leicht nicht oekommen. sich hin, während sie mit Herzklopfen hinunterging. So schwer es auch war, an Scheiden von hier zu denken, der Gedanke, ewig Schuldner der Bank zu sein, war noch viel drückender. Und selbst wenn man keine Schulden gehabt hätte: man würde das Haus doch nicht halten können. Das bißchen Geld reichte nicht hin und nicht her. Marie und Wilhelm hatten diesen Monat auch noch keinen Lohn bekommen. Aber die treuen Seelen hatten beide wie aus einem Munde erklärt, daß sie ja nichts Am Montag, 5. November, um 20.30 Uhr findet im (Lass Leib, Walltor- straße eine große Dabei warf sie einen Blick aus dem Fenster. Draußen vor dem Hause'auf der Straße parkte ein grauer Sportwagen von neuestem Typ. Er gehörte wohl dem Herrn, der da unten im Salon wartete. der Ortsgruppe Gießen-7!ord statt. Es spricht der Oberbürgermeister der Stadt Gießen pg. Ritter über die Aufgaben und pflichten des Volksgenossen im neuen Staate. Es spielt der Musikzug der SA.-Standarte 116. — Oer Eintritt ist frei. — Es wird erwartet, daß sich die Partei- und Volksgenossen recht zahlreich beteiligen. Sie war jetzt oft so müde. Und manchmal überkam sie wie eine Verlockung der Gedanke, von all ihrer Not und ihren Kämpfen Robert zu schreiben. Aber sofort verwarf sie diese Idee wieder. Wenn er wüßte, roie schwer sie es hätte, wie sie daheim jeden Pfennig ich absparte, immer in dem Gedanken, wenigstens n kleinsten Summen die Schulden zu mindern — icher würde er nicht ruhen und nicht rasten, um ihr und der Mutter das Leben zu erleichtern. Und solange sie seine zärtlichen Briefe nicht mit dem gleichen Gefühl erwidern konnte, erschien es ihr ganz unmöglich, ihn mit ihrem Kummer zu belasten. Denn das war das Schlimme; jelänger Robert ,ISJ' * von ihr entfernt war, um so ferner rückte MlUmMklsl? Vornan von Klothilde v. Stegmann. halle hat er sich ebenfalls immer eifrig bemüht. An seinem 80. Geburtstage kann der alte Herr mit Befriedigung auf sein reich gesegnetes Leben zurückblicken, in dessen Verlauf er auch vielfach Gelegenheit hatte, der Allgemeinheit zu dienen und dabei unserer Stadt wertvolle Förderung weisen. Verkaufsanzeige des Hauses gefügt. Sie war seit dem Verlust ihres Vermögens vollkommen zusam- mengefallen und beinahe apathisch. Vor ihren Augen stand immer das furchtbare Bild, daß man eines Tages kommen könnte, um ihr das Haus über dem Kopfe weg zu versteigern. Sooft ihr Edelgard auch versicherte, daß die Bank Rücksicht nehmen würde, sie glaubte es nicht. Sie sah sich schon mit Schimpf und Schande aus ihrem alten stolzen Besitz ziehen. So sehr sie sich auch früher gegen einen Verkauf gesträubt, jetzt war sie es, die beinahe fieberhaft auf einen Käufer wartete. Edelgard wurde es oft beinahe unheimlich zumute, wenn sie die Mutter tagaus, tagein auf ihrem Beobachtungsposten an dem Fenster des kleinen Wohnzimmers sitzen und auf die Eingangspforte spähen sah. Es schien, als hätte sie keinen anderen Gedanken mehr als den an einen Käufer. ,,Sie sollten versuchen, Ihre Frau Mutter auf andere Gedanken zu bringen, liebes Fräulein Edelgard!" sagte der alte Sanitätsrat. „Dieser Haus» verkauf wird nachgerade zu einer fixen Idee. In dem Alter, in dem Ihrs Frau Mutter ist, ist es gefährlich, wenn sich irgendein Gedanke so fest ins Hirn setzt." Edelgard hatte nur trübe gelächelt. Wie sollte sie die Mutter auf andere Gedanken bringen? Da sie selbst doch den ganzen Tag im Büro eingespannt war. Der neue Chef war zwar noch nicht da. Einer der Abteilungsleiter hatte die Vertretung übernommen. Edelgard hatte mehr denn je zu tun, denn es waren neben der laufenden Arbeit immer noch Berichte an den neuen Direktor zu schreiben, der noch auf seiner Rundreise durch Europa begriffen war. Auch Robert Kutschner wollte immer noch Berichte über jene Geschäfte haben, die er selbst in Deutschland noch eingeleitet hatte. Es war Edelgard ganz merkwürdig, wenn sie diese Geschäftsberichte an Robert Kutschner absandte. Wenn jemand ahnte, welche Beziehung sie verband. „Nun weißt du es, wie Liebe ist!" klang wieder eine sehnsüchtige Stimme in ihr. „Gnädiges Fräulein, gnädiges Fräulein!" Die Stimme des alten Gärtners klang vom Hause her durch den Park. Edelgard richtete sich aus ihrem Lieaestuhl auf. „Was gibt es? Hier bin ich!" rief sie zurück Gott sei Dank, daß der Ruf des Alten sie aus dieser träumerischen Verzauberung geweckt hatte Und da kam auch schon der alte Wilhelm, o schnell er konnte, heran. „Gnädiges Fräulein, gnädiges Fräulein!, ein Herr ist da wegen des Hauses. Ich habe ihn schon eine ganze Weile um das Grundstück herumlaufen sehen. Er hat unser Haus schon von allen Seiten besehen. Ich glaube, der meint es ernst." „Gehen Sie vor, Wilhelm! Führen Sie den Herrn in den gelben Salon. Ich bin gleich da." Wilhelm eilte voran. Edelgard ging ihm rasch nach und durch den Seitengang in ihr Zimmer. Sie wollte sich noch ein bißchen in Ordnung bringen. Wie verwirrt sie um die Haare aussah! Euer- gisch strich sie mit der Bürste um das lichtblonde Seidengespinst. wachsener, dunkler Herr mit scharfem Gesicht erhob sich artig von einem der Sessel. „Fräulein von Dönitz?" sagte er fragend mit einem leicht fremdländischen Akzent und verbeugte sich leicht. „Gestatten Sie mir, daß ich mich vorstelle j — Studczynski. Ich komme im Auftrage eines mir ; befreundeten Herrn, der eine Villa hier in einem 1 westlichen Vorort Berlins sucht. Man nannte mir Ihre Besitzung. Sie scheint mir für die Zwecke des 1 betreffenden Reflektanten geeignet. Würden Sie mir gestatten, das Haus einmal zu besichtigen?" „Gern!", gab Edelgard zur Antwort. „Das heißt, wenn Ihnen das Besitztum nicht zu groß ist? Es sind dreißig Zimmer und ein ausgedehnter Park; es bedarf vieler Dienerschaft, um es richtig zu bewirtschaften. Daran sind schon alle anderen Unterhandlungen gescheitert." „Das tut nichts! Mein Auftraggeber sucht gerade eine große Besitzung, da er, feiner Stellung entsprechend, ziemlich viel Geselligkeit wird pflegen müssen. Aus diesem Grunde wurde uns das Grundstück von der Dertnittlersirma besonders empfohlen. Hier ist übrigens ein Schreiben der Firma an Sie, gnädiges Fräulein, respektive an Ihre Frau Mutter — vielleicht darf ich Sie bitten, Einsicht zu nehmen? Anschließend sprach im Saale des Schiffenbergs Dr. Walbrach (Gießen) über die Geschichte des Schiffenbergs. Seinen Ausführungen entnehmen wir folgendes: Im Jahre 1129 gründete Gräfin Clementia von Geldern das Kloster Schiffenberg, das mit Mönchen aus dem Augustiner-Orden besetzt wurde. Weiter steht urkundlich fest, daß im Jahre 1239 auch ein Nonnenkloster auf dem Schif- fenberg bestand, über dessen Gründung man nichts weiß. Die Klosterfrauen besaßen ein eigenes Haus (Zelle genannt) am Südhang des Berges, fein Ort ist nach alten Lageplänen heute noch zu bestimmen. Infolge von Mißständen wurde das Kloster Schiffenberg 1323 aufgehoben. Es erfolgte die Einverleibung in den Deutschen Orden. In der Folgezeit ist die Geschichte des Klosters sehr wechselvoll. 1543 setzte Landgraf Philipp einen hessischen Verwalter ein, verzichtete aber unter dem Druck des Kaisers 1545 wieder auf den Klßsterbesitz. 1561 wurde ein evangelischer Pfarrer für Schiffenberg und Steinbach mit den Filialen Garbenteich und Watzenborn-Steinberg bestellt. Die Kommende Schiffenberg bestand zwar noch weiter, war aber nichts anderes mehr als ein Gutshof. Im Jahre 1809 „Was mich anlangt, Herr Direktor", sagte Edel- gard leise, aber fest, „fjabe ich mich schon entschlossen, und ich werde alles tun, meine Mutter zu der glei- chen Ansicht zu bringen. Diese Schulden bei Ihrer Bank, Herr Direktor, müssen sobald wie möglich abgetragen werden. Und wenn wir heute schon das Haus verkaufen müßten." „Nun, nun, Fräulein von Dönitz", hatte Direktor Nitschke gemeint. „So überstürzen wollen wir die Sache nicht in Ihrem und unserem Interesse Häuser und auch Grundstücke werden jetzt nach dem Bank- krach für ein Butterbrot angeboten. Soviel kann ich schon verantworten, daß ich Ihnen rate, lassen Sie stch Seit, damit Sie ein möglichst gutes Angebot herausholen. Wenn schon verkauft fein muß, dann ood) wenigstens so, daß Sie nicht nur die Bankschulden abtragen können, sondern noch mit einer kleinen Reserve an Geld herausgehen." * „Eine kleine Reserve an Geld!" An diese Worte des Bankdirektors mußte Edelgard oft bitter lächelnd denken. Familienzusammenlunst auf dem Schiffenberg. Die Heimatvereinigung Schiffenberg veranstaltete am geftrigen Sonntagnachmittag in Gemeinschaft mit dem Reichsbund Volkstum und Heimat auf dem Schiffenberg eine Familienzusammenkunft, verbunden mit einer Führung durch das Kloster und an- schließendem Vortrag über die Geschichte des Schiffenbergs. Nach kurzer Begrüßung der zahlreichen Besucher durch Oberforstmeister Nicolaus sprach zunächst Regierungsbaurat Kuhlmann (Gießen) in der altehrwürdigen Kapelle über die baulichen Verhält- nisse des Klosters Schiffenberg. Er führte u. a. folgendes aus: Das Kloster wurde im Jahre 1129 gegründet. Wir wandern aber noch ein gut Stück weiter zurück in die vorchristliche Zeit, bis in das zweite Jahrhundert vor Christi. Dort liegen die Urquellen einer architektonischen Form, die den Anforderungen des späteren ritualen Bedürfnisses des christlichen Gottesdienstes ebenso vollauf zu genügen vermochte, wie sie klar und bedeutsam den idealen Zweck des Raumes im großen, monumentalen Auf-1 fertige Pelzstücke legten Zeugnis von dem wirk» schaftlichen Wert der Kaninchenzucht ab. Für gute Leistungen in dieser Abteilung erhielten die Mitglieder Volz einen Ehrenpreis und Kreiling 1. Preis. In der Abteilung Kaninchen erhielten auf: Belgische Riesen Gg. Schellhaas Ehrenpreis und drei 3. Preise; Weiße Riesen derselbe Silberne Medaille und 2. Preis, H. Feuster Ehrenpreis, zwei 2. und 3. Preis, E. Kern zwei 1., ein 2. und zwei 3. Preise, A. Nuhn drei 3. Preise, Hühnermund 3. Preis, H. Keil 2. Preis, K. Keil Ehrenpreis; Japaner Fischer 1. und 3.Preis; Rheinische Schecken Ullrich 3.Preis; Weiße Wiener K. Kirchner Silberne Medaille, drei 2. und zwei 3. Preise; Gr o ß - Ch i n ch i ll a I. Gries Ehrenpreis; Lux Otto Steih Silberne Medaille, ein 2. und zwei 3. Preise, Kreiling 2. Preis; Eng- lische Schecken L. Kreiling 1., 2. und zwei 3. Preise; Blau-Silber Ullrich 3. Preis; Hol. länder H. Stroh 1. Preis; Russen K. Fißler Ehren- und 3. Preis; Hermelin Ullrich Ehren- preis, Otto Steih 3. Preis, I. Volz zwei 2. und 3. Preis; Angora K. Fißler Ehren- und 3. Preis; C hin.-Rex O. Urstadt 3. Preis; Lux-Rex derselbe 1. Preis. Als Preisrichter war Herr Haas- Friedberg tätig. Das Diplom der Reichsfachgruppe erhielt Otto Steih auf Zuchtstamm Lux. Den Joh.-Appel-Ge- dächtnis-Preis für beste Leistung in einer Rasse erhielt K. Kirchner. Den Ehrenpreis für beste Gesamtleistung erhielt Gg. Schellhaas. Vornothen. — Tageska lender für Montag: Ortsgruppe Gießen-Nord, 20.30 Uhr, Caf6 Leib, öffent- liche Kundgebung; Redner: Oberbürgermeister Pg. Ritter. — Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Was ihr wollt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Musik im Blut". — Mechaniker-Innung Gießen, Kreis Gießen, Alsfeld und Lauterbach, 14 Uhr, „Frankfurter Hof", Pflichtversammlung. — „M usik im B l u t". Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gelangt ab heute ein Film zur Aufführung, der unter der Regie von Erich Wasch- n e k entstand und bas Schicksal einer jungen begabten Musikschülerin an der Dresdener Musikschule schildert, die im Kampf um das Herz des geliebten Mannes zur reifen Künstlerin wird. In den Hauptrollen sieht man Hanna Waag (ein Gießener Kind), Sybille Schmitz, Leo Slezak, Wolfgang Liebeneiner, Hans Junker- mann u. a. Die Musik schrieb Prof. Clemens Schmalst ich. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. — lieber Wert, Verwertung und Fang von Seefischen finden am morgigen Dienstag, 6. November, Vortrag und Filmvorführungen im Caf6 Leib, (veranstaltet von der NS.- Frauenschaft und der Reichsgemeinichaft Deutsche Hausfrauen) statt. Auf die heutige Anzeige sei hin- gewiesen. bau ausprSake: Sie römische Basilika. Solche bafilifalen Räume wurden auch in Privathäusern eingebaut, in denen die Römer ihre Versammlungen, die ersten Christen auch Gottesdienste abhielten. Und so wurden schließlich nach diesen römischen Vorbildern die ersten christlichen, frei» stehenden Kirchen gebaut. D i e Altchri st liche Basilika. Die Kunstrichtung, die sich in Europa um die Wende des ersten Jahrtausends weiter auswirkte und im 13. Jahrhundert ihre höchste Vollendung erreichte, wird die romanische genannt. Dieser Epoche entstammt die Klosterkirche unseres Schiffenbergs. Wir haben das hohe Mittelschiff, die Fenster hoch über den Dächern der Seitenschiffe angeordnet. Arkaden tragen auf mächtigen Pfeilern die Wände des Mittelschiffs. Es bildeten sich in dieser romanischen Epoche die modernen Nationalitäten in Sprache, Sitte und Kunstform frei und lebenskräftig aus. Die Kirche war in dieser Zeit die ausschließliche Trägerin der Bildung, und mit dem Christentum verbreitete sie Gesittung und geistiges Leben durch ihre klö st erlichen Anlagen. Der Redner machte dann Ausführungen über die Formen der romanischen Bauweise, brachte noch eine Anzahl geschichtlicher Begebenheiten, die mit dem Kloster Schiffenberg in Verbindung stehen, um zum Schluß noch auf drei weitere Zeichen rotna» nischer Kunst, die Dome von Mainz, Worms und Speyer hinzuweisen. Oberforstmeister Nicolaus dankte dem Redner für seinen interessanten Vortrag. Die Mutter sah es jetzt gern, wenn immer jemand von ihnen daheim mar, denn sie wartete noch immer auf einen Käufer. Und Edelgard tat ihr den Gefallen, obwohl sie im Innern von der Nutzlosigkeit dieses Wartens überzeugt war. Sie faß gerade mit eil ' ........... ** Silberne Hochzeit feiern am morgigen Dienstag, 6. November, die Eheleute Georg Flick, Gießen, Liebiqstraße 16 (Alte Klinik). ** Der Apothekendienst am gestrigen Sonntag oblag nicht, wie am Samstag irrtümlich berichtet, der Pelikanapotheke, sondern der Engel- a p o t h e k e. Da der Sonntagsdienst der Apotheken maßgebend ist für den Nachtdienst in der darauffolgenden Woche, sei besonders betont, daß hierfür in dieser Woche die Engelapotheke in Betracht kommt. ** Zimmerbrand im ehemaligen Säuglingsheim. Gestern gegen 18.50 Uhr wurde vom Kirchenplatz aus die Feuerwache alarmiert. In einem Zimmer des ehemaligen Säuglingsheims war auf bisher nicht geklärte Weife Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte sofort aus und bekämpfte die Flammen mit einem Hanü- euerlöscher. Nach kurzer Tätigkeit konnte die Wehr Heinrich Winn 80 Jahre off. Am morgigen Dienstag, 6. November, kann der frühere Baumeister Heinrich Winn in Gießen seinen 80. Geburtstag begehen. Durch seine vielseitige berufliche Tätigkeit in früheren Jahren, wie auch durch seine tatkräftige Mitarbeit in zahlreichen öffentlichen Ehrenämtern ist er weit über Gießen hinaus bekannt geworden. Im Alter von 20 Jahren wurde Heinrich Winn als Bauführer seines Vaters, mit dem Neu- und Umbau des Hofgutes Winnerod betraut, ein Jahr später baute er als erste Arbeit in Gießen die Wieseckbrücke in der Bismarckstraße. Nach seiner Militärzeit, in deren Verlauf er u. a. die Schieß- stände in Babenhausen baute, begann für ihn in Gießen eine außerordentlich rege und vielseitige Bautätigkeit. Aus diesem Schaffen seien hier im Auszug folgende Bauten verzeichnet: Umbau der Heiligenstaedtschen Fabrik, Umbau der Kaserne, Neubyu des Offizierkasinos, Neubau der Brauerei Schmidt in Schotten, Bau des Kreisamts Schotten, der Oberförsterwohnung, der Turnhalle, der Post und des Bahnhofs, Hochbauten an den Strecken Ridda—Schotten und Stockheim—Gedern, Brikett- fabrik bei Inheiden, Herstellung der Burg Gleiberg, Brückenbau an der Main-Weser-Bahn beim Felsen- teilet in Gießen, viele Bahnbauten im Bezirk Gießen u. a., Umbau des Bahnhofs und der gesamten Anlagen im Bahnhof Gießen, vielfache Bauarbeiten aus den Bahnstrecken bis Treysa, Nieder-Gemün- den—Homberg, Mücke—Laubach, Neu- und Umbau der Bahnhöfe Nauheim, Butzbach, Gießen, Bau der Postämter Gießen, Grünberg, Alsfeld, Schotten, Hungen, Bau der Brauerei Jhring in Lich, eines großen Teils des Eisenwerks Buderus in Hirzenhain, Wasserleitungsbauten in Grünberg, Homberg, Alten-Buseck, Lich und Fritzlar, daneben noch viele Wohnhausbauten in Gießen. Von 1908 bis Ende 1929 gehörte Herr Winn der Stadtverordnetenversammlung, späterem Stadttat an. Ferner war er viele Jahre lang Vorsitzender des Verkehrsvereins, Mitglied der Kirchengemeinde- verttetung der Lukasgemeinde und des Gesamtkirchenvorstandes, Aufsichtsratsmitglied der Handelsund Gewerbebank, daneben hat er sick auch zum Nutzen zahlreicher Vereine betätigt. Als er schon das 70. Lebensjahr überschritten hatte, setzte er sich mit ganzer Kraft im Jahre 1925 anläßlich des Damaligen Kreisturnfestes für den Bau Der Volks- Halle ein, deren Entstehung zu einem großen Teile feiner Energie und unermüdlichen Tatkraft zuzu- schreiben ist. Für den weiteren Ausbau der Volks- wurde der Deutsche Orden in allen Staaten des Rheinbundes durch Napoleon I. aufgehoben. Schiffenberg siel an Hessen-Darmstadt und wurde eine Domäne, die unter der Verwaltung des Forstamts Schiffenberg steht. Seit 1837 sind Mitglieder der Familie Lyncker die Pächter der Domäne. Oberforstmeister Nicolaus dankte auch diesem Redner für feine Ausführungen und brachte zum Ausdruck, daß durch diese Vorttäge die Liebe zur heimatlichen Scholle immer mehr vertieft werde. Bei dem unterhaltenden Teil der Veranstaltung erfreute die Trachtengruppe Watzenborn-Steinberg durch Vortrag mehrerer Volkslieder. Frau Pfarrer Steiner (Haufen) fang auf Wunsch das beliebte „Schiffenberglied", außerdem noch ein von ihr verfaßtes und von Pfarrer Steiner vertontes Lied. O. Bender wartete mit einem Violinsolo auf. Im übrigen trugen musikalische Darbietungen und gemeinsame Volkslieder wesentlich zur Vertiefung des Heimatgedankens bei. Abschied von den saardeufschen Feriengästen. Gestern um 13.30 Uhr verließen die saardeutschen Gälte, Die zu acht Ferientagen in Gießen weilten, unsere Stadt. Die Saarländer wurden von ihren Gastgebern zum Bahnhof geleitet. Die Gäste fanden allgemein herzlichste Worte des Dankes und gaben ihrer Freude über Die gastliche Aufnahme Ausdruck. Zur Verabschiedung hatten sich auch Vertreter Bewegung eingefunden. Die den Saargästen .... herzliches „Auf Wiedersehen im Vaterland!" zurie- fen. Der Sonderzug, der die Saarländer in ihre Heimat zurückbrachte, war schön geschmückt. An den Wagen waren lange Schriftbänder befestigt, die die Treue der Saar zu Volk und Vaterland zum Ausdruck brachten. Es wird den Gästen nicht schwer fallen, unsere Stadt, in der ihnen so vielerlei Schönes geboten worden war, in guter Erinnerung zu erhalten. Mit dem Sonderzug fuhren auch jene Saargäste mit, die in der näheren und weiteren Umgebung von Gießen ausgenommen und gestern mit den fahrplanmäßigen Zügen nach Gießen gekommen waren. Wochen waren feit diesem Anruf vergangen. Der Bankkrach war vorüber. Die Leute, die unbeliehene Papiere hatten, sahen diese sich wieder langsam er-1 Denn l b°>en. Nur für sie war alles verloren. Und das Kutschner Uu.. ,lJr c,u|er,„ war, um ,o rerner ruaie 6SÄ. &•».”?. ÄI MS “JS SS sra-SM - "H’'«?“.1’ S1 ss ~ä’"««"“•Sä' auf dem kleinen Seesteg am Wasser. Träumerisch schaute sie hinaus auf das tief erblaute Wasser. Eine milde Herbltsonne stand zwischen dem Gold und Braun des Userwaldes. Weihe Segel glitten ftöhlich dahin. Aus den Paddel- und Ruderbooten leuchteten bunte Sweater. Fröhliche Stimmen klangen vom Ufer her. Alle Welt genoß die letzten warmen Tage, ehe Herbst und Kälte die Sommerfreude verscheuchte. Sehnsüchtig sah Edelaard hinüber. Ein Segelboot fuhr ziemlich nahe am Ufer. Sie sah ein paar dunkel- roSnS nncr?l‘a“^ a? 4rb- Ä" rr iUn0C utib'lrintenunb VL ®anf- Bonden Haare nung. Was sollten sie mit dem (Selbe? S hPunf» miLben, me^en ^nen. yuieil 'benschen!, dachce Edeigarb. Was mürbe herunter* SmTr tnnnlnaus ihnen werden? Die alte Marie würde man ja f$ien vielleicht mitnehmen können. Aber Wilhelm? etwas Vtettes, Zartuches zu sagen, denn das junge **> ... Mädchen hob mit einer strahlenden Gebärde den hellen Kopf zu ihm empor. Er legte seinen Arm um um ihren Hals. So die Augen zueinander gewandt, ver- „jcktt bekommen harrten die beiden, indes das Boot langsam an - DerommelL h^romfpnh*9fnnon^ftnrrfoH ha/luuet gerne nur giergeroejem irg war |O jegroer, 1!nh nfrthfkh Hfi^n faa^ein mit einem fremden Menschen zu verhandeln Und plotzlch, wie eine Vision sah sie sich selber so Mer dennoch war ...... ' ‘ ~ n «'nem Boot sitzen, durch Blau und Sonnengold bie Unruhe und Aufregungen zu enparen it beugt? WtrneKC2Irmanum'(ab H$‘U,8 E'° °ft Augen zärtlich und liebevoll auf sich gerichtet aber L®1in Ic2?e5 Zot der Befangenheit auf den schönen es waren nicht die Augen Robert Kutschners es ! ^u9crn' . Helgard in den Salon. Ein groß ge/ war nicht fein Blick. Sie wachte auf. Hatte »sie' ge- mnA r hnnFr<*r *orr *"^ f'4xn*'r'*~ träumt? 5)atte sie geschlafen? SJtxfpont Hubertusfeier 1934 chum, Bonke. Daß im Anschluß an den offizielleren Teil die Waidmänner noch lange und froh bei guter Musik, Lied und Trank zusammensahen, versteht sich bei einer Hubertusfeier eigentlich von selbst. Möge die mannigfache Anregung, die auch von ihr wieder ausgegangen ist, Wild und Waidwerk stand ein Wagen, der mit Vieh beladen war, das durch den Wagenboden hindurchgebrochen war. Die Feuerwehr schickte drei Mann zur Hilfeleistung mit dem notwendigen Gerät aus, die die Tiere aus ihrer unangenehmen Lage befreiten. ♦* Oeffentliche Bücherhalle. Im Oktober wurden 1384 Bände ausgeliehen. Davon kamen 1, Zeitschriften 12, Gedichte Innungsobermeister beraten in Gießen Tagung des Landesfachverbandes Hessen im Rerchsverband des deutschen Baugewerbes. auf: Literaturgeschichte 4, Zeitschriften 12, Gedichte und Dramen 10, Erzählende Literatur 879, Jugendschriften 195, Länder- und Völkerkunde 96, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 112, Kunstgeschichte 6, Naturwissenschaft und Technologie 23, Oie deutschen Kunstturn -Meisterschaften Sieger: Schwarzmann-Fürth. Heer- und Seewesen 6, Gesundheitslehre 4, Religion und Philosophie 2, Staatswissenschaft 28, Sport 1, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswäns kamen 11 Bände. ** Fachschaft Leihbücherei. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda teilt mit: Herr Paul Röder, Frankfurt a. M., Hohenzollernstraße Nr. 4/8, ist zum Kreisobmann der Reichsschrifttumskammer, Fachschaft Leihbücherei, ernannt. Die Kreisobleute des Kreises 14, Hessen-Nassau, haben ihre Berichte in Zukunft an diese Anschrift zu richten. Auf der Reise nach Hannover trug die Fußball- Auswahlmannschaft des Gaues Baden am Samstag in Kassel auf dem Platze der ,Kurhessen" das Rück- spiel gegen Den Gau Nordhessen aus. Im Vorspiel n Pforzheim hatten sich die beiden Gaue mit einem Unentschieden von 4:4 getrennt, diesmal gelang den Nordhessen ein Sieg mit 4:2 (2:1). Auf Grund der besseren Gesamtleistung war der Sieg verdient. Besonders in der ersten Hälfte ließ die Spielweise der Nordhessen nichts zu wünschen übrig. Die recht breit angelegten Angriff der Süddeutschen zerschellten meist an der aufmerksamen Deckungsreihe der Gastgeber. Auffallend schwach war bei den Badenern der internationale rechte Flügel Langenbein- Siffling, der in dem linken Läufer Israel von Kassel 03 ein fast unüberwindliches Hindernis fand. Trotzdem hatten die Süddeutschen im letzten Spiel- drittel beim Stande von 2:2 die Gelegenheit, das Ergebnis zu verbessern. Die in dieser Zeit unverkennbare badische Feldüberlegenheit hatte aber keinen Erfolg, da im badischen Sturm zu wenig geschossen wurde. So fielen in dieser meist den Badenern gehörenden Zeit zwei weitere Tore Nordhessens, die den Sieg sicherstellten. Schiedsrichter Zum 14. Male hatte der „Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen", am Samstag feine Mitglieder zur Hubertusfeier zusammenge- rufen. Wie immer waren sie gern dem Rufe gefolgt, und so füllten an 90 Waidmänner den Saal des Hotels „Hindenburg", in dem auch die Trophäenschau aufgebaut war. Während des einfachen Jagdessens begrüßte der Vereinsführer August Pascoe die Mitglieder und einige Gäste und gedachte der langjährigen, erfolgreichen Arbeit des Hubertus, derer zu gedenken der Abend besonders Veranlassung gäbe. Denn darüber könne kein Zweifel bestehen, daß die Reihe der Hubertusfeiern in diesem Rahmen mit der heutigen Feier abgeschlossen sei. Man könne sich bei dem Gedanken einer gewissen Wehmut nicht erwehren, denn ein Kreis, der in jagdlicher Gemeinschaftsarbeit sich so eingearbeitet habe und so zielsicher und unbeirrt oorgegangen sei, daß er heute die Genugtuung habe, alle seine Ziele in der neuen Jagdgesetzgebung verwirklicht zu sehen, ein solcher Kreis gehe nur schweren Herzens aus- ' einander, wenn ihm nicht ein neues Arbeitsgebiet erwachse. Ob dies der Fall sein werde, müsse sich in aller Kürze entscheiden. Die Betätigung als allgemeiner Jagdverein höre jedenfalls in Bälde auf. Nur der Ausblick darauf, daß es geschähe, um alle Kräfte um so besser und zusammengefahter auf ein Ziel einsetzen zu können, führe über das Bedauern hinweg und lasse freudig erkennen, daß dem deutschen Waidwerk eine festere Grundlage gegeben worden sei, als es sie je gehabt habe. Dem Waidwerk und dem Führer der deutschen Jägerei, dem Reichsjägermeister Hermann Göring, galt Badens Fußballer geschlagen Sau Aordhesien siegt in Kastel 4:2 (2:1). ausstellung an, die Studienrat Holzel vornahm. Es waren ausgestellt: 1 Damschaufler und 132 Rehgehörne. Die Bewertung hatten Geh. Rat Prof. Dr. Olt und Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg übernommen. In der Be- sprechung wurde ausgeführt, daß es bei einer Jagdausstellung heute nicht darauf ankomme, möglichst viele gute Trophäen zu zeigen. Es müsse vor allem auf Dorzeigen des Gesamtabschusses Wert gelegt werden, da das Betonen der guten Stücke zu einem Ueberhandnehmen der schlechten in unse- ren Revieren geführt habe. Zunächst müsse die Auslese der Schlechten und die Hege des wertvollen Erbgutes erfolgen. Inwieweit dies in den einzelnen Revieren erfolge, solle die Ausstellung zeigen. Obwohl in Hessen noch kein Ausstellungszwang sei, hätten erfreulich viele Mitglieder ihren Gesamtabschuß ausgestellt, der z.T. in sehr glücklicher Weise durchgeführt worden sei. Durch ein von Hölzel angegebenes neues Verfahren war dies dem Beschauer an den Tafeln besonders augenscheinlich gemacht. In Verfolg dieser ganzen Ein- stellung waren bei der Prämiierung zunächst die Sammlungen bedacht worden, dann kamen erst in zweiter Linie die guten Einzelstücke. Den Dank der Gäste sprach Dr. Karl Rudolf Fischer aus, der betonte, daß kein einziger ober- hessischer Jagdverein auf eine derart wertvolle Arbeit zurückblicken könne, wie der Hubertus. Für die Preisträger sprach der Senior der Versammlung, das Ehrenmitglied des Vereins, Oekonomierat Hoffmann. Die Bewertung hatte folgendes Ergebnis: A. Sammlungen: Goldene Medaille: Bonke, Dr. Koch, L. Rinn. Silberne Medaille: Hammermann-Zeller, Hess. Forstamt Gießen. Bronzene Medaille: Schmall, Nickel, Denninghoff. B. Einzel stücke (Rehgehörne): Goldene Medaille: H. Rinn, Graf Schwerin, Hoffmann. Silberne Medaille: Graf Schwerin, Metzger, Münch, H. Rinn, L. Rinn, Rohde, Dr. Dietz, Graf Schwerin. Bronzene Medaille: Dr. Dietz, Schäfer, Lei- das Horrido des Redners. Im Auftrage des Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Jagdschutzvereins, des größten deutschen Jagdvereins, ergriff dann Pascoe zum zweiten Male das Wort. Er würdigte die erfolgreiche Arbeit, die während der ganzen Jahre des Bestehens Les Vereins der Schriftführer Studienrat Ernst Hölzel geleistet habe und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß diese auch in größerem Rahmen anerkannt und gewürdigt worden sei. Unter ibem lebhaften Beifall der Versammlung überreichte er zusammen mit einem Handschreiben des -Präsidenten, des Prinzen Alfons von Isenburg, dem zu Ehrenden die silberne Medaille für Verdienste um den ADJD. .ujr uhcuki uusycyuuycii h«., Daran schloß sich die Besprechung der Trophäen-, zugut kommen. Dann hat sie ihren Zweck erfüllt. Oer erste Tag in Dortmund. Zu den 6. Gerätemeisterschaften der Deutschen Turnerschaft, die am Samstagnachmittag mit Den Pflichtübungen ihren Anfang nahmen, waren in der Dortmunder Westfalenhalle 3000 Zuschauer erschienen. Zu dem Zwölfkampf waren statt der ursprünglich vorgesehenen 100 Teilnehmer rund 130 Kunstturner zugelassen worden. Schon nach den ersten drei Hebungen konnte sich der favorisierte Frankfurter Winter mit dem famosen Durchschnitt von 19,5 Punkten an die Spitze setzen. Er erreichte am Reck 19,3, am Pferd quer ebenfalls 19,3 und an den Ringen 19,8 Punkte. Für die Entscheidung waren ihm vor allem Schwartzmann und Sandrock (Immigrath) nahe. Um 16 Uhr marschierten 130 Turner in sechs Riegen in die Westfalenhalle ein. Die Eröffnungsworte sprach der westfälische Gau - Dietwart Jasper, danach nahmen unter Leitung von Männerturnwart Schneider die Meisterschafts- kämpfe ihren Beginn. Oie Entscheidung. Die deutschen Meisterschaften im Kunstturnen wurden am Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle beendet. Am Vormittag nahmen die 110 Teilnehmer, die nicht unter den fünfzehn Ersten vom Samstag waren, ihren Kampf auf. Dabei gelang es dem Titelverteidiger Frey (Bad Kreuznach) und dem Thüringer Limburg (Ruhla), den bei den Pflichtübungen verlorenen Boden wieder aufzuholen. Hatten die Kämpfe dieser in sechs Riegen eingeteilten Turner schon die 4000 Zuschauer In helle Begeisterung versetzt, so gab es bet den Kämpfen der fünfzehn Besten, die am Nachmittag abgewickelt wurden, ganz erstklassige Lei- stungen zu sehen. Vor 14 000 Zuschauern. Als die Entscheidungen am Nachmittag begannen, war die Westfalenhalle mit 14 000 Zuschauern bis auf den letzten Platz ausverkauft. Unter Dorantritt der Fahnen, darunter dem Bundesbanner der DT., marschierten die fünfzehn Teilnehmer auf den Am gestrigen Sonntagvormittag fand im Saale s des Gasthauses Boller in Gießen eine Tagung ! der Jnnungsobermeister des Landes- ] fachverbandes IX Hessen im Reichs- < verband des Deutschen Baugewerbes statt. Landesfachverbandsführer Bernhardt (Kaf- 1 |C[), Präsident der Handwerkskammer Kassel, I Der die Verhandlungen leitete, führte nach i einigen einleitenden Worten u. a. folgendes aus: i Der Kampf ist heute noch Kampf des Großkapitals Sdas schäftende Volk: Bauindustrie gegen andwerk. Wenn das Bauhandwerk sich nach kder Revolution nicht gewehrt hätte, wäre es ver- sschwunden. Was nicht existenzfähig ist, hat keine Daseinsberechtigung. Das Handwerk b e - lhauptet heute seinen Platz. Wir haben nm Baugewerbe, besonders im Maurerhandwerk, große Aufgaben zu erfüllen, in fachlicher und in tretn wirtschaftlicher Hinsicht. Die Innungen unter- sstehen verwaltungsmäßig den Handwerkskammern, «er Fachverband bearbeitet wirtschaftliche und fachliche Fragen. Hierzu ist die tatkräftige Mitarbeit Der Jnnungsobermeister erforderlich. Als Vertreter des am Erscheinen verhinderten Landeshandwerksmeister Garner überbrachte Dr. Kaiser Grüße des Ersteren und betonte, daß Der Landeshandwerksmeister den Wunsch habe, daß sich echte Kameradschaft auch bei den kleinen Be- trieben widerspiegele. Die Arbeitsbeschaffung liege Dem Landeshandwerksmeister sehr am Herzen. Der Gedanke der Gartenstadtsiedlung und des Eigen- heims werde weitgehend gefördert. Es sei eine neue Jnstandsetzungsaktion in Aussicht genommen. Die Wirtschaft könne nur durch Mehrbeschäftigung hochkommen. .... _ , . Landesfachverbandsgeschaftsfuhrer Dahm (Kastel) sprach zunächst über die Verfügung des Pra- tidenten der Kammer der bildenden Künste betr. Architektenschutz. Hiernach soll der Architekt nur planen und beraten, er soll nicht bauausfuhren oder Material liefern. Der Bauhandwerker soll da- fiegen keine Pläne mehr anfertigen Der Redner kst der Auffassung, daß bei Durchführung dieser Verfügung die Architekten die tn Frage kommenden Arbeiten nicht bewältigen können. Es wird »ersucht, die Aufhebung dieser Verfügung zu erreichen. In Preußen würden die Baupolizeibehor- lden bereits wieder Baugesuche in der seitherigen Weise entgegennehmen, in den übrigen Landern tfti das Gleiche zu erwarten. Der Redner sprach dann über die geplanten 2us» > gleichstellen, die zu entscheiden haben, ob ein ^Betrieb zzur Handwerks- oder zur Handelskammer gehört. «Er schilderte weiter die Organisation dieser Stellen, Ifam dann auf die Reichsdarlehen für Eigenheime -zu sprechen und erwähnte, daß bei solchen Bauten, ldie ohne Zubilligung des Reichsdarlehens begonnen lwurden, nachträglich noch Reichsbürgschaft über- mommen wird. In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner noch mit den neuen steuergesetzlichen Aenderungen, der Einführung der Fachzeitschrift und anderen Fragen. Als weiterer Redner sprach der Vertreter der „.Ireubau", Landesstelle Hessen, Wiesbaden, über Sie Ausgaben der „Treubau". Er betonte, daß die .Treubau" dem Bauherrn, dem Bauausführenden »und dem Geldgeber helfen wolle. Sie sei eine Ein- richtung des Reichsnährstandes des deutschen Hand- werks und habe bis jetzt für 24 Millionen Bauten Schönhütte (Göttingen) leitete den spannenden Kampf vor nur 2000 Zuschauern einwandfrei. In Der 12. Minute kamen die Nordhessen zu ihrem ersten Treffer. Nach einem schönen, Vorspiel des rechten Flügels legte Kammerl dem Linksaußen Klein (Kassel 03) schußgerecht den Ball vor und Klein lenkte das Leder ins Netz. Schon zwei Minuten später stand es durch den gleichen Spieler 2:0. Der Kasseler Verteidiger Schröder gab einen Ball nach vorn, der Freiburger Verteidiger Kassel verfehlte und Klein lenkte geistesgegenwärtig ein. In der 25. Minute holten die Süddeutschen durch den Linksaußen Striebinger (DfR. Mannheim) einen Treffer auf. Gehörte die erste Halbzeit vorwiegend den Nordhessen, so dominierten nach dem Wechsel die süddeutschen Gäste. In der 8. Minute stellte der Halblinke Müller (VfB. Mühlburg) den Gleichstand her. Die Badener lagen nun mehr im Angriff, die Deckungs- und Abwehrreihen der Nordhessen zeigten sich aber jeder Lage gewachsen. In der 25. Minute fiel durch den überraschend durchgebrochenen Sturmführer Wohlgemuth (Wetzlar) ein dritter Treffer Nordhessens und zwei Minuten vor Spielende stellte der Linksaußen Klein das Endergebnis her. für die Gäste. Es kam bei den Angriffen her Platzbesitzer zu immer wieder schwierigen Situationen vor dem Gästetor. Die Gäste traf bann eine Elf« Meterentscheidung (etwas hart), der Schuß wurde von dem Tormann abgewehrt, aber im Nachschuß von Roth doch verwandelt. Das war in der 15. Minute. In der Folge kamen die Gießener noch zu manchem Eckball, da sie immer etwas überlegen waren und die Gäste nur mit großer Mühe das Spiel offen halten konnten. Das dritte Tor fiel in der 35. Minute aus einem Gedränge vor dem Gästetor heraus. Der Tormann war herausgelaufen und mußte den Ball zum dritten Male aus dem Netz holen. Ein Strafstoß für die Dillenburger brachte nichts ein — auch ihre ferneren Aktionen waren sehr wenig glücklich und viel zu wenig durchdacht, als daß sie hatten zu Erfolgen führen können. Allerdings stand der Gäste- sturm einer Verteidigung (Zeiler, Lippert) gegen- i über, der kaum zu überwinden war. Schlarb mußte zwar verschiedentlich eingreifen, meisterte aber alle Bälle. Mit 3:0 wurden Die Seiten gewechselt. Das Spiel schien zu diesem Zeitpunkt schon für die Gäste verloren. Kurz nach Seitenwechsel gab es einige Ecken für die Spielvereinigung, die aber nicht ausgewertet werden konnten. Das Spiel gestaltet sich in der Folge offener, da die Gäste mit allem Einsatz kämpften. Gegen die technisch viel besser spielenden Blauweißen kamen sie aber nicht an; sie mußten sich immer wieder den Ball abnehmen lassen und energisch verteidigen. Die Angriffe der Gäste wurden zwar mit großem Eifer vorgetragen, die Ballabgabe von Mann zu Mann war aber nicht genau genug, so daß die Läuferreihe und die Verteidigung der Platzbesitzer immer wieder mit Erfolg dazwischenfahren konnte. Die Blauweißen bedienten ihre Flügel sehr gut und Wilhelmi hatte verschie- deutlich Gelegenheit, bei schönen Flanken aus dem Jnnensturm an den Ball zu kommen und wuchttg zu schießen. Durch ihn fiel das vierte Tor, das er aus vollem Laufe schoß und tadellos in die linke untere Ecke placierte. Nach einem klaren Vorstoß zeigte dann auch noch Dörr eine Prachtleistung, die den Gießenern das fünfte Tor einbrachte. Der . weitere Verlaus des Spieles wurde durch die Härte, mit der der Kampf fortgeführt wurde, etwas ge- ; trübt. Schmelz mußte herausgestellt werden und den Mittelstürmer der Gäste traf eine halbe Minute ’ später das gleiche Schicksal. Trotz aller Anstrengungen konnten die Gäste an dem Ergebnis nichts mehr ändern. 1900 verlieh als sehr verdienter ; Sieger den Platz. Der Schiedsrichter Reis (Nieder-Florstadt) stand l jederzeit über dem Spiel. Kampfplatz. Oberbürgermeister Dr. B a n i k e begrüßte die Teilnehmer. Dberturnroart Schneider ^Leipzig) dankte dann für den freundlichen Willkomm. Dann begannen die Schlußkämpfe mit den Hebungen am Barren. Viermal wurde hier die Höchstpunktzahl von 20 Punkten erreicht. Am Querpferd wurden dann nicht die beiten Leistungen geboten, so kam auch hier keiner her Teilnehmer auf die volle Punktezahl. Beim Pferd» s p r u n g gab es für ausgezeichnet durchgeführte Sprünge wieder mehrmals die Höchstpunktzahl. Dem Frankfurter Winter war es bis hierher gelungen, an den Bremer Steffens bis auf einen Zehntelpunkt heranzukommen. Erfreulich waren die festzustellenden Fortschritte beim Turnen an den Ringen. Hier kam Winter, der 20 Punkte erhielt, vor Steffens an die zweite Stelle. Nach einer Pause wurden dann die Freiübungen vorgeführt, bei denen es ebenfalls ausgezeichnete Leistungen gab. Im abschließenden Reckturnen konnten Dann die Teilnehmer ihr ganz großes Können beweisen. Riesenbeifall überschüttete jeden Kämpfer. Auf die volle Punktzahl kamen hier außer dem Endsieger Schwarzmann noch Ernst Winter und S a n d r o ck. Schwarzmann war der Beste. Der Verlauf der Meisterschaften hat bewiesen, daß die DT. zur Zeit in dem Sieger und Meister Schwarzmann (Fürth) einen hervorragenden Könner besitzt, dessen Sicherheit, Ruhe und Hal- tung kaum zu überbieten sind, obwohl gerade seine Kürübungen mit größten Schwierigkeiten durchsetzt waren. Der „ewige Zweite", Ernst Winter (Frankfurt), bewies zwar gleichfalls enormes Kön- nen, er erreichte aber nicht die Elastizität des Siegers. Heinz Sandrock hat seinen dritten Platz verdient, ihm stand Steffens kaum nach. Oie besten deutschen Geräteturner. Das Ergebnis des Wettkampfes. 1. Schwarzmann (Fürth) 234,3 Punkte; 2. Winter (Frankfurt) 226,7 P.; 3. Sandrock (Immigrath) 223,4 P.; 4. Steffens (Bremen) 223 P.; 5. Beckert finanziert und betreut. Zur Finanzierung eines Neubaues feien außer einem schuldenfreien Bauplatz 30 v. H. Bargeld erforderlich. Bei Abschluß eines Bausparvertrags bei der Deutschen Spar-AG. sei eine Vorfinanzierung durch die „Treubau" möglich. In der Aussprache, an der sich Vertreter aus Alsfeld, Schotten, Gießen, Frankfurt, Mainz, Heppenheim, Ufingen, Kassel, Wetzlar, usw. beteiligten, wurden die Vorträge besprochen, auch sonsttge Be- rufsfragen berührt. Landesfachverbandsführer Bernhardt ging in seinem Schlußwort noch einmal auf die einzelnen Fragen ein und betonte, daß keine Ursache zur Unzufriedenheit bestehe. Der Nationalsozialismus habe fein Ziel, das nicht aus dem Auge gelassen werde. Es bestehe fein Grund, den Willen der Bewegung und des Führers zu bezweifeln. Was bis jetzt geschehen sei, könne uns die ganze Welt nicht nachmachen. Sßir lebten in einer Übergangszeit, in einem Gährungsprozeh, es werde nicht so bleiben. Jedenfalls könne das Baugewerbe in Ruhe sagen: wir haben wieder eine Zukunft. Der Redner chloß feine Ausführungen mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Hohe Zuchthausstrafen und Sicherungsverwahrung. LPD. Wetzlar, 3. Nov. Das Schöffengericht verurteilte den 23jährigen Wilhelm L e h n h a r d t aus Wetzlar wegen dreifachen Diebstahls im Rückfall und eines Raubüberfalls zu einer Gesamtstra von sechs Jahren Zuchthaus und den 31 Jahre alten Paul Daniel wegen fortgesetzten Diebstahls, darunter eines Rückfallverbrechens, und eines Raubüberfalls, den sie gemeinsam begangen hatten, zu einer Gesamtstrafe von fünf Jahren sechs Monaten Zuchthaus. Außerdem wurde gegen sie die Unterbringung in Sicherungsverwahrung ungeordnet. Mit diesem Urteil hat die volle Schwere des Gesetzes zwei Männer getroffen, die infolge ihres gemeinschaftlichen Verhaltens zu Schädlingen herab- gesunken waren. Der Lebenslauf der beiden Angeklagten ist mit erheblichen Vorstrafen wegen Einbrüchen, Urkundenfälschung, Diebstählen, Landfriedensbruchs, Hehlerei und Widerstandes belastet. Jiunöfunfprogramm. Dienstag, 6. November. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik^ I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9.15 Nachrichten. 9.20: Kompositionen von Ludwig Wittwer. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 10.45: Praktische Rat- , schlüge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst, i 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. - 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: i Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirt- i schastsbericht. 15: Für die Frau! 15.50: Kunstbericht ■ der Woche. 16: Nachmittagskonzert. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirtschaft und • Arbeit. 18.30: Wie steht es um unsere Gemeinde- • Finanzen? Ein Bericht von Dr. K. Kühn (Frank- > furt a. M.). 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: i Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Einbruch im > Savoy. Ein Kriminalhörspiel. 21.25: Orchesterkon- - zert: Ludwig van Beethoven, Symphonie Nr. 8 i in F-Dur Opus 93. 20: Nachrichten. Fußball der Gauligamannschasten. Gau Nordhessen: Sport Kassel — SC.03 Kassel 2:5; Kurhessen Kassel — Borussia Fulda 2:3; VfB. Friedberg — Hessen Hersfeld 3:4; Germania Fulda — Spielverein Kassel 2:1. Gau Südwest: 1. FC. Kaiserslautern — Phö- nix Ludwigshafen 0:3; Union Niederrad — Saar 05 Saarbrücken 1:1; Wormatia Worms — Eintracht Frankfurt 2:0; Sportfreunde Saarbrücken — FK. Zirmasens 4:4; Kickers Offenbach — Borussia Neun- irchen 3:2. Gau Bayern: Schwaben Augsburg — 1860 München 1:3; 1. FC. Nürnberg — Spvgg. Fürth 1:3; Jahn Regensburg — Spvgg. Werden 7:0; FC. 05 Schweinfurt — Wacker München 1:0; Bayern München — BC. Augsburg 8:2. Die Ergebnisse der Vezirksklasse, Gruppe Giehen-Dill. 1900 Gießen — Dillenburg 5:0 (3:0; Steinberg \ — Bissenberg 0:1 (0:1); Naunheim — Sinn 4:5 (2:1); 05 Wetzlar — Frohnhausen 6:3 (4:1). Dillenburg unterliegt mit 5:0 Toren. Das Spiel, das gestern nachmittag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 ausgetragen wurde, nahm nicht ganz den erwarteten Verlauf. Zunächst enttäuschten die Dillenburger, die am vergangenen Sonntag die Bissenberger recht eindeutig schlugen. Man glaubte, auf Grund dieser Tatsache von Seiten der Gäste guten Sport erwarten zu dürfen. Dem war nicht so. (Ein Beweis mehr, daß e i n Fußballergebnis günstig oder ungünstig, nicht zu Rückschlüssen über die Spielstärke einer Mannschaft benüht werden darf.) Die Dillenburger werden jedenfalls mit großen Hoffnungen gekommen sein und mußten mit der Lehre abziehen, daß in Gießen im Handgalopp nicht zu gewinnen ist. Leider erfuhren die Zuschauer eine zweite Enttäuschung, die darin bestand, daß das Spiel sich nicht ganz im wünschenswerten Rahmen hielt. Es gab — hüben und drüben — je eine Herausstellung. 1900 trat mit folgender Mannschaft an: Schlarb; Zeiler, Lippert; Mank, Roth, Heinbach, Wilhelmi, Hammer, Schmelz, Hotz, Dörr. Das Spiel begann mit einer großen Heber- raschung: nachdem Schlarb eine tadellose Abwehr gezeigt hatte, stießen die Gießener im Gegenangriff vor das Tor der Gäste. Es kam zum heftigen Kampf mit der Verteidigung, der aber dadurch abgeschlossen wurde, daß einer der Gästespieler, als er ungefährdet vor seinem eigenen Tor stand, den Ball mit großer Wucht am eigenen höchst verdutzten Tormann vorbei in das Netz beförderte. Anscheinend wollte der Spieler den Ball über das Tor heben. Die Situation blieb im weiteren Verlauf höchst ungünstig (Neustadt) 222,3 P.; 6. Kindermann (München) 217,6 P.; 7. Palmar (Hohenstein) 217,4 P.: 8. Friedrich (Aachen) 216,9 P.; 9. Trostheim (Dortmund) 216,5 P.; 10. Frey (Bad Kreuznach) 214 P.; 11. Reinartz (Köln) 213,9 P.; 12. Limburg (Ruhla) 213 P.; 13. Weischädel (Feuerbach) 212,2 P.; 14. Haustein (Leipzig) 211,8 P.; 15. Kleine (Leuna) 211,7 P.; 16. Münder (Göggingen) 211,2 P.; 17. Fischer (Crimmitschau) 210,9 Punkte. Geräte-Wettkampf Wieseck — Waldgirmes - Burgsolms. Am Samstagabend fand in Wieseck im Vereinslokal des Turnvereins 1862 der dritte Gerätewett- kampf zwischen den Vereinen von Wieseck, Waldgirmes und Burgsolms statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Nachdem die Gesangsabteilung des Vereins den Abend mit zwei Volksliedern eingeleitet hatte, erfolgte der Aufmarsch der Teilnehmer. Dereinsführer D a u p e r t hieß dann alle Teilnehmer des Abends herzlich willkommen. Er wies in längeren Ausführungen auf die Entstehung und den Sinn der Mannschaftswettkämpfe hin. Er betonte besonders die Stellung, die man den Leibesübungen im Dritten Reich gegeben habe. Hier seien es besonders die Mannschaftskämpfe, auf die man das Hauptaugenmerk richte. Das Turnen sei von jeher eine Stätte der Pflege des Volkstums gewesen. Unter Adolf Hitler fei das erreicht worden, von dem Jahn geträumt habe. Das dreifach ausgebrachte „Gut Heil!" galt deshalb dem Führer. Der Vereinsführer übergab dann die Leitung des Wettkampfes Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar). Als Kampfrichter amtierten die Turnbruder Kreismännerturnwart K. Reuter (Gießen) und Rinn (Heuchelheim). Jeder Verein stellte fünf Teilnehmer, die an den drei Hauptgeräten je eine Kürübung zu zeigen hatten, wozu noch die Freiübung von zwei Teilnehmern jeder Mannschaft kam. Der Wettkampf begann mit dem Barrenturnen. Schon hier zeigte es sich, daß Wieseck seinen Gegnern überlegen war. Am zweiten Gerat Pferd wurde manche schöne Hebung gezeigt, wenn es auch etliche Versager dabei gab. Die anschließenden Freiübungen zeigten gute Leistungen aller Beteiligten und bewiesen, daß es möglich ist, auch ohne Geräte die schwierigsten Hebungen auszuführen. Den Abschluß bildete dann das Turnen am Reck, das zugleich auch den Höhepunkt der Der- onslaltung bildete. Manche wunderschöne und schwierige Hebung wurde geboten und legte Zeugnis davon ab, daß in allen beteiligten Vereinen die Pflege des Geräteturnens mit Sorgfalt betrie- den wird. Anschließend zeigten dann noch Wiesecker Turner Bodenturnen und ernteten mit ihren gut gelungenen Hebungen stürmischen Beifall. Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar) nahm dann die Siegerehrung vor. Er dankte den Teilnehmern des Wettkampfs und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß alle Teilnehmer aus diesen Gerätewettkämvfen im Turnen vorwärts gekommen seien. Als Sieger des Wettkampfes ging Wieseck mit 30 Punkten Vorsprung hervor. Die beste Einzeleistung zeigte S ch ö f f m a n n (Wieseck) an ollen Geräten, erzielte er doch von 80 erreichbaren, 11% Punkte. Die sehr schön verlaufene Veranstaltung hinterließ bei den zahlreichen Zuschauern den besten Eindruck. Das Gesamtergebnis: Barren Pferd Reck Frelüb. Burgsolms 73 Waldgirmes 78^ Wieseck 87 69 71% 33% 72 75% 32% 78 85% 38 Gesamtp. 247 2581/, 288% Abturnen im DfB.-Heichsbahn Gießen Der VfB.-Reichsbahn Gießen hielt am gestrigen Sonntag sein diesjähriges Abturnen in feiner geräumigen Turnhalle am Aulweg ab. Pünktlich um 9 Hhr trat eine stattliche Anzahl Turnerinnen, Schülerinnen und Schüler zum frisch-fröhlichen Wettkampf an. Unter der Leitung des Turwartes Hamel, dem eine Anzahl bewährter Kampfrichter zur Verfügung stand, wurde in sechs Riegen je ein Sieben- bzw. ein Fünfkampf durchgeturnt. Es wurden mitunter sehr schöne Hebungen gezeigt, die zu der Hoffnung berechtigen, daß bei zukünftigen, größeren Wettkämpfen die VfB.-Reichsbahner ernst zu nehmende Gegner abgeben. Nachmittags fand auf der Karlsruhe die Preisverteilung statt. Hierbei wurde durch den Geschäftsführer des Vereins, Herrn Müffing, auf die Bedeutung des deutschen Turnens beim Wiederaufbau unseres lieben Vaterlandes hingewiesen und die zahlreich Erschienenen zur tätigen Mitarbeit aufgesordert. Bei froher Unterhaltung verlebte man einige fröhliche Stunden. Die Ergebnisse. Turnerinnen, Siebenkampf: 1. Gu- stel Heberling 127 Punkte; 2. Gertrud Muhl 121 P- 3. Elfriede Schmidt 118 P.; 4. Hilde Scholl 111 P.; 5. Irmgard Enke 106 P.; 6. Anneliese Pauly 100 P.; 7. Margot Kreuzburg 97 P.; 8. Lutgart Dolpert 93 P.; 9. Else Herget 92 P.; 10. Emmi Wahl 81 Punkte. Schüler, Siebenkampf: 1. Walter Rohn 120 Punkte; 2. Helmut Henning, Alwin Ziegler, je 115 P.; 3. Karl Heller 114 P.; 4. Kurt Engelbach 113 P.; 5. Wilh. Seibert 112 P.; 6. Emil Wehrum- 111 P.; 7. Erwin Engelbach HO P.; 8. W. Linkmann 109 P.; 9. Rudi Wagner 107 P.; 10. Josef Boll 106 P.; 11. Th. Otto 104 P.; 12. G Morneweg 100 P.; 13. Hans Muhl 98 P.; 14. Wilh. Muhl 97 P.; 15. Ph. Boll 91 P.; 16. Günther Kley 88 P.; Erwin Stehr 72 Punkte. Schülerinnen, Fünfkampf: 1. Gertrud Frey 96 Punkte; 2. Frieda Bohn 90 P.; 3. Irmgard Müller 87 P.; 4. Liselotte Schreier 84 P.; 5. Gertrud Jakob 82 P.; 6. Margarete Friedel 81 P.; 7. Irmgard Jäger, Hedwig Mattern, Elfriede Frey, je 79 P.; 8. Margarete Metzger 77 P.; 9. Emmi Arnold, Irmgard Mattern, je 75 P.; 10. Lieselotte Köhlinger 72 P.; 11. Erna Morneweg, Margot Kammerer, je 67 P.; 12. Gretel Arnold, Ruth Becker, je 64 P.; 13. Gertrud Stehr 59 P.; 14. Emmi Wlodareck 58 P.; 15. Margot Buchberger 53 P.; 16. Giesela Weigel 46 P.; 17. Rita Düringer 43 Punkte. DfB.-Reichöbahn Gießen. BfD.-Relchsbahn II — Leihgestern I 5:1 (2:0). Die zweite Mannschaft errang einen verdienten Sieg, der allerdings in dieser Höhe nicht ganz dem Spielverlauf entspricht. Die Leihgesterner, durch den Weggang ihres Halblinken aeschwächt, boten nur zeitweise die von ihnen gewohnten Leistungen. Das Spiel wurde fair und sportlich durchgeführt und hatte in dem Schiedsrichter einen guten und aufmerksamen Leiter. Mit Beginn waren die Leihgesterner leicht feld- überlegen und drängten. Es war tragisch für sie, daß gerade in dieser Zeit die Gießener durch einen wunderbaren Schuß des Linksaußen und nach einem Stellungsfehler der Gästeverteidigung durch den Halblinken zwei Tore erzielen konnten. Bis zur Halbzeit konnten die Gäste dank der guten Abwehrarbeit der Verteidigung und des Gießener Torwarts keinen Erfolg für sich buchen. Nach Wiederbeginn waren wohl die Gäste mehr im Angriff als die Hiesigen, sie konnten aber dadurch, daß ihr Spiel zu sehr in die Breite ging und zu durchsichtig wurde, zu keinen Erfolg kommen. Ein Selbsttor des rechten Verteidigers von Leihgestern verhalf den Hiesigen zu einem weiteren billigen Erfolg. Ueberraschend fiel da längst verdiente Ehrentor der Gäste. Jrn Gegenangriff erzielen die Hiesigen das vierte und als dem Tormann ein Flankenball durch die Nässe entgleitet, das fünfte Tor. Bis zum Schluffe änderte sich trotz beiderseitigem Bemühen nichts an diesem Ergebnis. BfV. Reichsbahn III — Treis I 17:1 (6:0). Mit diesem Spiele beendete die dritte Mannschaft die Vorrunde ihrer Pflichtserie. Die dritte, von jeher mit kurzen Unterbrechungen immer Meister ihrer Klasse, hat es verstanden eine Mannschaft zusammenzustellen, die nicht nur in spielerischer, sondern auch in kameradschaftlicher Hinsicht als Vorbild gelten kann. Der Spielverlauf des Kampfes war ein Beweis dafür, daß die Mannschaft auch in diesem Jahre mit Recht die Tabelle ihrer Klasse anführt. Konnten in der ersten Halbzeit die Gäste noch einigermaßen Widerstand leisten, so wurden sie in der zweiten in einer Art überfahren, gegen die sie vollkommen machtlos waren. Die Hiesigen, in glänzender Spiellaune, erzielten Tor auf Tor. Die Gäste verdienen für ihre sportliche Haltung und für die Art, wie sie die Niederlage hinnahmen, ein Gesamtlob. Saalsportabend des Gießener Radfahrer Vereins ^888 Der Gießener Radfahrerverein von 1885 feierte am Samstagabend im Saale des Cafä Leib fein 49. Stiftungsfest. Die Veranstaltung wurde durch einige Musikstücke der Kapelle D a u b e r t s h ä u f e r und durch die Begrüßungsansprache des Verems- führers eröffnet. Im sportlichen Teil des Abends wurde als erstes ein von Schülern flott gefahrener Sechser-Jugendreigen unter Leitung ihres unermüdlichen und bewährten Fahrwartes Karl K e tz l er gezeigt. Der Reigen wurde zum ersten Male öffentlich gezeigt, fehlerfrei gefahren und fand starken Beifall. Anschließend spielten die Jüngsten em Zweier-Radballspiel. Es wurde viel Kampfgeist gezeigt Das Spiel endete mit 4:2 für die Mannschaft Hermes-Schmidt gegen Simons- Linkmann. Haas zeigte bann im Emer-Kunst- fahren, daß er dieses Gebiet des Radsports schon sehr gut beherrscht und bei weiterer eifriger Schulung bei Wettbewerben ein Wort mitsprechen kann. Das Publikum zollte dem noch jungen Fahrer für feine schönen Leistungen viel Beifall. Im Zweier- Radball der Weiteren der Jugendklasse siegten Valentin-Blum über ihren Gegner Becker- Baum sicher mit 8:2 Toren. Dann kam die Sechser - Kunstreigenmannschaft des Vereins in den Saal. Hier konnte man Fahrer sehen, die sich schon seit Jahrzehnten diesem Sport widmen. Der älteste Fahrer dieses schwierigen Reigens befindet sich im 43. Lebensjahr. Der Reigen wurde mit Einzelsteiger begonnen und in der Schwierigkeit und dem Aufbau der Hebungen bis zum Schluß stetig gesteigert. Einige auf der beengten Fahrfläche nicht zu vermeidenden Fehler konnten dem Gesamteindruck keinen Abtrag tun. Im Zweier-Kunstfahren wurden von W. Von-Eiff-Deibel die schwierigsten Hebungen gezeigt. Ihre ausgezeichneten Leistungen haben trotz ihres zunehmenden Alters nicht abgenommen. Das Zweier-Radballspiel der Aktiven, Gebrüder Von-Eiff gegen Wißner-Deibel, bewies, daß die Zuschauer für diesen Kampfsport sehr großes Interesse hatten. Das von Anfang bis Ende spannende Spiel stclnd bei Schluß der Spielzeit unentschieden 4 : 4. Das anschließende gesellige Beisammensein vereinigte die Radfahrer noch einige Stunden. Der Gießener Radfahrerverein von 1885 kann mit Stolz auf die in diesem Jahre durchgeführten Veranstaltungen zurückblicken. Es dürfte ihm bei weiterer eifriger Arbeit gelingen, dem Radsport weitere neue Anhänger zuzuführen. Tennisabteilung des Turnvereins von 1846. In diesen Tagen hielt die Abteilung zum Abschluß der Sommerspielzeit eine Mitgliederversammlung ab. Aus dem Bericht ergab sich, daß das ab= gelaufene Jahr ganz der wertvollen Aufbauarbeit gewidmet war. So sind auch noch keine Erfolge zu verzeichnen gewesen. Die beiden mit der Tennisabteilung des Butzbacher Turnvereins ausgetragenen Vereinswettkämpfe wurden von Butzbach gewonnen. Wertvoll wird für die Abteilung fein, daß zwei ihrer Mitglieder an einem 14tägigen Tennislehrgang der deutschen Turnschule teilnahmen. Um die Zusammenarbeit der Mitglieder auch über den Winter aufrechtzuerbalten, wurde zunächst ein Tisch- tennisabend eingeführt, der inzwischen schon eine gute Beteiligung gefunden hat. Spieler und Spielerinnen werden weiterhin an den üblichen Turnstunden des Vereins teilnehmen. So ist insgesamt rege Tätigkeit, und die Abteilung verspricht ein wertvolles Glied im großen Turnverein zu werden. Wieder Itollschuhlausen im Eisverein. Dor zwei Jahren waren die Rollschuhabende in der Dolkshalle aufgegeben worden, in der Hoffnung, in der Stadt eine besser gelegene und ebensogut geeignete Sportstätte zu finden. Dieser Wunsch ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Unsere Eissportler können aber keinesfalls bei unseren wenigen Eis- tagen auf diese wertvolle Vorschule des Eislaufes verzichten. Aus dieser Erkenntnis hat denn auch der Eisverein eine beträchtliche Summe zur Wiederaufnahme der Hebungsstunden in der Dolkshalle bereitgestellt. Es wäre auch geradezu verantwortungslos, würde man die günstige Uebungsftätte der Volkshalle unbenutzt »lassen, um die man die Gießener im gesamten Verband beneidet. Wie Üblich werden auch jetzt wieder die Lehrwarte des Vereins jeden Neuling bereitwilligst in die neue Kunst ein» führen. Es sei daher jedem, der im kommenden Winter Stunden der Erholung auf dem Eise finden will, empfohlen, zu den Rollschuhabenden zu kommen. In früheren Jahren wurde mehrfach der Beweis erbracht, daß Leute, die ndch nie auf Schlitt- Pässe für Saarabstimmungsberechtigte. Amtlich wird folgendes bekanntgegeben: Reichsangehörigen, die die Ausstellung eines Paffes mit der Begründung beantragen, daß sie sich zur Abstimmung in das Saargebiet begeben wollen, wird der Reisepaß von den zuständigen Paßbehörden vom 15. Oktober 1 93 4 ab gebührenfrei mit einer Geltungsdauer bis zum 15. Februar 1935 ausgestellt, wenn sie glaubhaft nachweisen, daß sie a b ffi m - mungsberechtigt sind. Die Glaubhaftmachung kann z. B. erfolgen durch Vorlage einer Bescheinigung a) bet saarländischen Abstimmungsbehörde, daß der Antragsteller in die Abstimmung-, liste eingetragen oder fein Antrag auf Eintragung in die Abstimmungslifte bei der saarländischen Abstimmungsbehörde eingega«. gen ist; b) der Saarmeldestelle seines jetzigen Wohnsitze, (Polizeirevier oder Einwohnermeldeamt), daß der Antragsteller tn bie Saarfartei eingetragen ist. schuhen gestanden hatten, nach dem Erlernen des Rollschuhlaufens sofort auf dem Eise vollkommen sicher waren. (Man beachte die heutige Anzeige.) Handball der nordhessischen Sau'iga. Tuspo 86/09 Kassel — 1900 Gießen 6:3 Tv. Wetzlar — To. 61 Eschwege 8:5 Iura Kassel — Kurhessen Kassel 4:4 Turnv. Kirchbauna — Tuspo Bettenhausen 7:9 CT. Kassel — SC. 03 Kassel, .kampflos für CT. Freundschastsschietzen Postsportverein Gießen — Schützenverein Steinbach. Zu einem Freundschaftsschießen hatte der Schützen, verein Steinbach den Postsportverein Gießen und den Schützenverein Leihgestern nach Steinbach eingeladen. Leider hatten Letztere der Einladung nicht Folge geleistet. Ein Postomnibus brachte die Schützenbrüder aus Gießen nach Steinbach und gemeinsam ging die Fahrt auf den Schießstand im Steinbacher Edelwald. Dort entwickelte sich unter Aufsicht der Schießleiter Kern (Gießen) und Atz. bad) (Steinbach) ein flotter Wettkampf. Jeder Der« ein stellte eine Mannschaft von 12 Schützen. Geschossen wurden je Schütze drei Schuß liegend, knie- end und stehend freihändig ohne angezsigt zu wer. den. Während Steinbach den Vorkampf in Gießen gewinnen konnte, ging Gießen mit 864 Ringen als Sieger hervor; Steinbach schoß 856 Ringe. Bester Schütze des Tages Schmier (Gießen) mit 91 Ringen. Eine von Steinbach gestiftete Ehrenfcheibe schoß Schützenbruder M ö ck e l (Gießen). Beim ge- fettigen Beisammensein sprach Schützenmeister Bal- s e r (Steinbach) seine Freude über das schöne (Ergebnis der Gäste aus. Der Vorsitzende des Postsport- Vereins, Herr Seipel (Gießen), dankte für den herzlichen Empfang. Zum Schluß brachte zweiter Schützenmeister Heinrich Ludwig Gerhard unter dem Gedanken „Stadt und Land Hand in Hand" ein „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland aus. Mit dem gegenseitigen Versprechen, einen ähnlichen Wettkampf recht bald folgen zu lassen, nahm man Abschied. Spenden für das Winterlnlfswerl Sämtliche Zahlungen für den kreis Gießen, die das Winterhilfswerk 1 934/35 betreffen (Spenden, Slraßensammlungen, Haussammlungen, Eintopfgerichte ufro.), find nur auf Konto der Bez Irksf par ka f f e Gießen. 31 r. 4600 oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Rr. 5979 einzuzahlen bzw. zu überweisen. Die NS.-Frauenschaft und die Reichs- gemeinschaft Deutscher Hausfrauen veranstalten am 6. November, 20 Uhr, 6518 D im »Caf£ Leib« einen VORTRAG mit FI LH-VOR FÜHRUNGEN über: Wert,Verwertung und Fang von Seefischen! Kostprobenverteilung, Ausstellung warmer u. kalter Fischgerichte. Programme, die zum Eintritt berechtigen, sind für 10 Pfennige in den Fischgeschäften und an der Kasse zu haben. Saalöffnung 7 Uhr. Bücher von den Wundern der Kleinwelt Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- Saben u. ausführlichem Text. Mit einem icleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM. 3.90, geb. RM.4.80. Die Mikroskopie. Eine Einführung in gemeinverständlicher Darstellung von Dr. W. Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktafeln nach photogr. Aufnahmen des Verfassers. RM. 3.60. Einfachste Lebensformen desTier- und Pflanzenreichs.Naturgeschichte der mikroskopischen Süßwasserbewohner von F. Eyferth. Fünfte, von Prof. Dr. W. Schoenichen vollständig neu bearbeitete Aufl. Mit über ISOOAbbildungen. 2 Bände in Halbleder geb. RM. 38.-. Neue Ganzleinen - Ausgabe RM 30.—. Die Infusorien des Süßwassers u. Meeres. Hilfsbuch zum Bestimmen nebst einer kurzen Einführung in deren Biologie. Von Prof. Dr. I. Lepsi. Mit 550 Abbildungen. Gebunden RM.4.-. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo BermOhler Verlag Berlin-Lichterfelde Heute Beginn des in der Volkshalle um 20 Uhr Eintritt 10 Pfennig Rollschuh-Leihgebühr 10 Pfennig Zuschauer frei! 6618d Bahnhof-Gaststätten Immer preiswert und gut 6136 D Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrOhl'schen Druckerei Lichtspielhaus Gießen Heute Montag eine bedeutungsvolle Premiere .................................................mm................ HannaWaag die bekannte Gießener Künstlerin SybilleSchmitz.LeoSlezak,Wolfgang Liebeneiner Eine fllmkünstlerlsche Großtat, die am besten mit dem Film „Reifende Jugend“ verglichen wird, der bekanntlich ein Welterfolg wurde. Dieses vollendete Kunstwerk erhielt das Prädikat: „Künstlerisch wertvoll“. Vorher gutes Beiprogramm und Wochenschau Täglich um 4, 6 und &3O Uhr m?bA Gesund und froh WlllMMA! Hotel Köhler .<26 A durch Kräutersäfte! (Originalpreise) Diät-Reform haus Kreuzplatz 5 Prospekte frei und zum Bauen Abermann 05344 Dienstag, 6. November: WWW! 3lo Anzeigen-AMengesellschafl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Glotzen / GtbrMvatze g Bekanntmachung. Betr.: Regelung des Absatzes von Kartoffeln. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 27. September 1934 weisen wir auf die nachstehende Verfügung des Hessischen Kreisamts vom 20. Oktober 1934 hin, wonach für Lieferung von Kartoffeln durch die Erzeuger an die Verbraucher in Gießen, die Ausstellung von Schlußscheinen nicht erforderlich ist. 6521V Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. hessisches Kreisamt Gießen. Gießen, den 20. Oktober 1934. Detr.: Regelung des Absatzes von Kartoffeln. Nach Mitteilung der Landesbauernschaft Hessen- Nassau wurden Schlußscheine nur bei Lieferungen in die Großstädte Frankfurt a. M., Offenbach, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden gefordert, ebenso dürfen Kartoffeln durch Händler nur gegen Schlußscheine aufgekaust werden. Für Lieferungen von Kartoffeln durch die Erzeuger an die Verbraucher in andere als die obengenannten Orte, z. B. Gießen, ist also die Ausstellung von Schlußscheinen nicht erforderlich. Hnser Ausschreiben vom 21. September 1934 wird insoweit berichtigt. 2.23.; Weber. Morgen Dienstag Metzelsuppe ________________________________ 65260 für Ihre Küche Die An einer solchen Holzstoft- Abwaschwanne haben Sie Ihre Freude. Sie ist leicht, unzerbrechlich, schlägt nicht ao — also einfach ideal. Aus Holzstoff gibts noch Fußbadewannen, Küchenschüsseln, Tabletts, Brotkörbe und anderes. Lassen Sie sich doch diese preiswerten Geräte mal zeigen bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten «imä Gießen - Ruf Nr. 2145/2146