Nr. 207 Erstes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 5. September 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Franfturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitats-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. 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Und doch ist Nürnberg seinem alten Ruf als Hort der Kunst treu geblieben, ja, es hat ihn erst recht in diesem Jahre wiedergewonnen. Alles, was fremd und aufdringlich die wundervolle Geschlossenheit der alten Stadt zu stören vermochte, was Unkultur und mangelndes Verständ- Der riesige Adler mit dem Haienkreuz in der Luitpold-Arena. rts der Nachfahren der unvergänglichen Schönheit Liesen Bauten von Meisterhand, diesen Straßen Lind Plätzen angetan hat, ist ohne Gnade beseitigt. Mit einemmal ist die Kaiserstadt, die sich unter den Zutaten fast verstecken wollte, wieder die herrliche alte und stolze Feste geworden. Ganze Straßenzüge wurden verändert und verbreitert. Der alte Befesti- gungswäll ist in seiner ganzen Schönheit wieder erstanden. Aus der zauberhaft schönen Innenstadt sind alle die „modernen" Zutaten, die amerikanischanreißerischen Reklamen, verschwunden. Brunnen und Denkmäler haben ihre Plätze wechseln müssen, wenn sie nicht zum Bild des alten und doch ewig I ungen Nürnberg passen wollten. Und nun erst erkennt man an den gesäuberten Häuserfronten die unvergängliche Anmut aber auch die unsterbliche Kunst der alten Baumeister, Künstler und Handwerker wieder. Vielerorts sind bereits die Bemalungen, wie sie Dor 500 Jahren bestanden, erneuert worden, und getreu diesem alten Stil, der gar kein Stil, sondern inne völkische Eigenart, ein Spiegelbild des Denkens und Empfindens des fränkischen Volkes war, rft nun auch der Schmuck der damaligen Zeit an- zebracht. Wirkte er im vorigen Jahr noch fremd- irtig, so spürt man diesmal sofort, daß er gar nicht anders sein dürfte. Wieder bieten die Prachtbauten fräs gleiche unvergeßliche Bild, das die Besucher, i)iie nun schon zu Tausenden und aber Tausenden die Straßen füllen, in seinen Bann zieht. In den Gaststätten und den Straßen hört man nieder alle Mundarten der deutschen Muttersprache. Auffällig stark ist auch die Zahl der ausländischen Besucher, die sich kus eigenem Erleben einen Begriff vom neuen Deutschland machen wollen. Einmütige Bewunde- mng findet der herrliche stilgerechte Schmuck der clksamten Innenstadt. An allen Straßen und Plätzen, 'n den verträumten Jnnenhöfen, in der malerischen !2aiserburg, im Heiliggeisthospital und selbstver- ändlich auch in den alten Kulturstätten Nürnbergs, im Albrecht-Dürer- und Hans-Sachs-Haus, -Iberall findet man eifrige Photoamateure, die die . nvorstellbar schönen Bilder einzufangen versuchen. Im Frauentorgraben war das Gedränge beängstigend. Als sich in den Nachmittagsstunden die 'Ankunft des Führers wie ein Lauffeuer verbreitet hatte, war an ein Durchkommen nicht mehr zu denken. Die Ankunft des Führers. Der Führer traf am Dienstag geaen 17.15 Ihr a u f dem Flughafen Nürnberg im Flugzeug ein. In feiner Begleitung befanden sich 5. eichsmmister Dr. Goebbels und die Adjutan- t-'n des Führers Gruppenführer Brückner und Lberführer Schaub. Zur Begrüßung des Führers hatten sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der 2SDAP. auf dem Flughafen Nürnberg einge- funben. Man sah u. a. Reichsminister Darre, den öhef des Stabes der SA. Lutze, den Reichsführer d--r SS. Himmler, den Stabsleiter der PO. Zir. Ley, Reichsleiter Bormann, Oberführer Schreck, den Gauleiter Streicher und den Nürnberger Oberbürgermeister Liebel. Auf der Fahrt zum Flughafen zum Hotel „Deutscher Hof" wurde der Führer von einer begeisterten Menschenmenge, die auf dem ganzen viele Kilometer langen Weg Spalier bildete, m i t außerordentlichem Jubel begrüßt. Vor dem Hotel „Deutscher Hof" war eine Ehrenkompanie der SS. aufmarschiert. Der Führer begab sich sofort auf sein Zimmer. Als er sich bald darauf am Fenster zeigte, begann ein ungeheurer Jubel der Massen. Nürnbergs Glocken läuten den Parteitag ein. Punkt 19.30 Uhr strömte in tiefem Ton die größte Nürnberger Glocke, die Friedensglocke, herüber. Unmittelbar darauf setzt auch die ehrwürdige Glocke der Sebaldus-Kirche ein, in die sich die Glocken von St. Lorenz, St. Aegidien und St. Ludwig mischten. Ergriffen standen die Menschen auf den Straßen und Plätzen und lauschten dem Geläute, das, wundervoll abgestimmt, die Stunde mit tiefer Feierlichkeit erfüllte. In das Die schmale Zufahrtsstraße zum Rathaus ist gesperrt; Wagen auf Wagen fährt vor. Durch frisches Grün führt der Weg vom Portal in den großen R a t h a u s s a a l, der an der Stirnseite auf weißsamtenen Hintergrund die Wappen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und der Stadt Nürnberg auf rotem Tuche trägt. Davor unter einem aus goldenen Bändern gewirkten Baldachin sind in Glasschreinen d i e Reichs-Insignien in ihrer wundervollen Nachbildung aufgebaut, während in der Mitte der kostbare Schrein steht, in dem die Insignien in der Spital-Kirche aufgebaut waren. An den Seitenwänden sind die Kandelaber, die natürliche Kerzen tragen, mit frischen Blumen umwunden. Zu den drei großen Kronleuchtern, die aus der Meisterhand Behaims stammen, ziehen sich gewaltige Girlanden mit schweren goldenen Früchten. Zwei große Hakenkreuzbanner sind der ganze Schmuck des Saales, und dennoch wird der Raum in den vollendeten Maßen, im ornamentalen Schmuck der getäfelten Decke und der jahrhundertealten Wandgemälde nach den Entwürfen Albrecht Dürers, die im Triumphzug Kaiser Maximilian darstellen, wie ein einziges Schmuckkästchen. Kurz vor 20 Uhr flammen die Jupiterlampen auf, surren die Tonfilmapparate. Nun erst, in dem blendenden Schein des bleichen Lichtes wird die ganze Schönheit dieses Meisterwerkes alter deutscher Bau- und Raumkunst offenbar, nun erst leuchten die rotweißen Farben Nürnbergs an Ler Stirnseite, das Gold der Insignien im gläsernen Schrein, der matte Schimmer erlesener Stücke aus der Blütezeit des deutschen Handwerks und deutscher Kultur. Während von hohen Balkons durch Fanfaren „Heil dem Führer" in den Saal geschmettert wird, erscheint der Reichskanzler mit erhobener Rechten von der Versammlung begrüßt, geleitet von Oberbürgermeister Liebel und dem Frankenführer Streicher, gefolgt von den Reichs- und Staatsministern, Reichsstatthaltern, dem Chef des Stabes und vielen anderen. Die Blütezeit der Stadt Nürnberg ist wieder erstanden zu frohem, bejahendem Leben, von dem auch die festliche Hymne erfüllt ist, in die ergreifend von hellen Knabenstimmen das Deutschlandlied verwoben ist. Sodann sprach Oberbürgermeister Liebel: Mein Führer! Zum zweiten Male darf Ihnen die altehrwürdige Stadt Nürnberg in diesem denkwürdigen Saal ehrerbietigen Willkommensgruß entbieten. Heute gilt unser Willkommensgruß und unser heißer Dank dem Führer und Kanzler der geeinigten deutschen Nation, dem von dem unbändigen Vertrauen des gesamten deutschen Volkes getragenen Staatsoberhaupt, dem Manne, der als Schöpfer und Führer der nationalsozialistischen Bewegung die unermeßliche Schar seiner getreuen Kämpfer abermals zu einem Reichsparteitag in Nürnberg versammelt. Jahrhundertealte Ueberlieferuna und feierlich verbriefte Rechte ließen schon vor Zeiten die neugewählten Herrscher des versunkenen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ihren er st en Reichstag in der Freien Reichs- stadt Nürnberg halten. Die äußeren Zeichen ihrer Macht und damit deutscher Größe, Pracht und Herrlichkeit — dieReichskleinodien — wurden vor mehr als einem halben Jahrtausend der Stadt auf ewige Zeiten urkundlich vermacht. Das alte Reich zerfiel, die Zeichen seiner Größe wurden — um sie vor frechem Raub zu schützen — versteckt und heimlich aus der Stadt geführt. Dies geschah in jener Zeit, da man auch in Nürnberg des deutschen Vaterlandes tiefe Erniedrigung bitter und schmerzlich empfand. Damals wagte es ein aufrechter deutscher Mann, der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm, als Mahner und Künder deutschen Frechettssehnens eine Schrift zu verbreiten: „Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung". In Braunau am Inn an der Grenze zweier deutscher Staaten, mußte dieser wackere Mann dafür als Märtyrer sein Leben las- Dröhnen der Friedensglocke schmolz der Vierklang des herrlichen St. Ludwigs-Geläutes. Dazwischen ertönten das Silberglöckchen von St. Lorenz, die Sturmglocke der Sebaldus-Kirche und eine Anzahl kleinerer Turmglocken. Es war ein wundersamer Klang, dieser eherne Ruf, der die Feiertage der alten Noris und mit ihnen die stolze Melodie der erfüllten Sehnsucht vieler Jahrtausende, die deutsche Einigkeit und Schicksalsverbundenheit verkündete. Die Anmarschstraßen zum Rathaus waren schon eine Stunde vor dem Eintreffen des Führers so dicht besetzt, daß der Fahrweg nur mit Mühe durch die Absperrmannschaften und die Polizei freigehalten ""werden konnte. Vor dem Rathaus war je eine Ehrenhundertschaft der preußischen und der bayerischen Landespolizei unter Führung des Majors von Stubenrauch aufmarschiert. Als unmittelbare Vorgesetzte der Hundertschaften waren Polizeigeneral D a l u e g e , der General der preußischen Landespolizei Wecke, der General der bayerischen Landespolizei v. D ö f l a und die beiden Regimentskommandeure Oberstleutnant Freiherr von Lichten st ern und Oberstleutnant I a - cobi bei der Ehrenkompanie der Reichswehr eingetreten. sen. Er fiel als ein „verstockter Nationalsozialist für sein auch im Unglück heißgeliebtes Vaterland". Schicksalhaft baut sich auf Vergangenem und Gegenwärtigem die deutsche Zukunft auf. Von dort, wo jener starb, kam uns der Retter, und wir grüßen ihn aus heißem, übervollem Herzen in der Heimatstadt des für Deutschlands Freiheit als Blutzeuge vor 130 Jahren gestorbenen Johann Philipp Palm. Als äußeres Zeichen der Verbundenheit, unwandelbarer Treue und Dankbarkeit, die nicht in Worte faßbar ist, lege ich im Namen der Stadt Nürnberg eines der wenigen, durch Not, Verfolgung und Gefahr geretteten vergilbten Stücke, jenes schlichte Büchlein, um dessen Willen Palm einst sein Leben lassen mußte, in Ihre Hände, mein Führer. Daß es in dieser Stunde und in dieser Stadt geschieht, soll ein Beweis sein dafür, daß wir nie vergessen, wem wir zu danken haben, daß in diesen Tagen in Nürnberg wieder ein anderes neues Deutschland marschiert. Mit dem ganzen deutschen Volk dankt Ihnen, mein Führer, dies erneut und zugleich mit ihrem freudig-stolzen, heißen Willkommensgruß durch mich auch Ihre alte treue deutsche Stadt N ü r n b e r g. Des Führers Dank. Der Führer und Reichskanzler dankte, sichtlich ergriffen, mit folgenden Worten: Herr Oberbürgermeister! Lassen Sie mich Ihnen mein en a u f r i cf) f i g en Dank sagen für den mir soeben bereiteten herzlichen Empfang. Als Führer der Bewegung genüge ich dem Wunsche vieler hunderttausende, die hier zu Gaste sind, wenn ich deren Gefühle mit den meinen verbinde und damit zum Ausdruck bringe. Schöner a l s je zuvor strahlt die alte deutsche Stadt im Glanze der Fahnen und Standarten des neuen Reiches. Doch der schönste Schmuck sind die leuchtenden Augen von Nürnbergs Frauen und Männern. Bor wenigen Wochen erst hat die Stadt ein so einzigartiges Bekenntnis zum Nationalsozialismus abgelegt, das uns ihre Wahl zum Ort der Reichsparteitage erst recht mit neuer Freude erfüllt. Deshalb haben wir alle auch gar nicht die Empfindung, in einer fremden Stadt Fremde zu fein, sondern wir fühlen uns hier heimisch und glück- lich wie im eigenen Haufe. Das fränkische Volk kann mit Stolz von sich sagen, daß es dem schon so frühzeitig in seinem Lande gepflanzten neuen Banner stets in vorbildlicher Treue anhing und darin auch in schlimmen Tagen niemals wankend wurde. Das wissen wir, und um so mehr ist daher die Zeit der Reichsparteitage für uns in dieser Stadt nicht nur ein großes geistiges und seelisches Erlebnis, sondern darüber hinaus e i n wahrhaft glückliches Gedenken, eine allen unvergeßliche Woche in einer wunderschönen Stadt. Den besten Dank aber für das, was Nürnberg in diesen Tagen uns wiedergibt, wird die Bewegung abstatten, indem sie in hunderttausenden von Zungen im ganzen Deutschen Reiche und weit darüber hinaus erzählen und reden wird vom Ruhme dieser Stadt, von Nürnbergs einziger deutscher Städteherrlichkeit. Noch einmal schmettern die Fanfaren, dröhnen die Pauken das Lied der Deutschen und den Frei- heitsgesang Horst Wessels; ein Fanfarenmarsch beschließt die eindrucksvolle Stunde. Auch bei der Rückfahrt zum „Deutschen Hof" bereiten die Tausende, die die Straßen der Innenstadt säumten, dem Führer begeisterte Huldigungen. Dos Hotel „Deutscher Hof", das Hauptquartier der Reichsleitung der NSDAP, während des Reichsparteitages 1934, ist, wie bei allen anderen Reichsparteitagen, wiederum der Mittelpunkt allen Interesses. Es ist bei weitem nicht das größte Hotel Nürnbergs, aber es hat eine gewisse historische Bedeutung. Hier wohnen außer dem Führer und seinen Begleitern der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, fast alle Reichsleiter der NSDAP., darunter der Chef des Stabes Lutze, der Reichsführer der SS. Himmler, der Reichspressechef der NSDAP., SS.-Gruppenführer Dr. Dietrich, die Reichsminister Dr. Goebbels und Darrö, der Stabsleiter der PO. Dr. Ley, und viele andere mehr. Links und rechts vor dem Hauptportal stehen ehern und unbeweglich die Ehrenposten der SS. Im Hotel herrscht a u ch i n den späten Abendstunden noch Leben und Treiben. Ordonnanzen gehen ein und aus. Es werden Besprechungen abgehalten. Der Führer liest die letzten Abendzeitungen und gibt Anweisungen. Und die Bevölkerung, die draußen nun schon vom frühen Morgen ab des Führers geharrt hat, und die ihn fast bei jedem Erscheinen am Fenster stürmisch begrüßte und bejubelte, geht nun still nach Hause, um die abendlichen Arbeitsstunden des Führers und seine Nachtruhe nicht zu stören. Um 24 Uhr erlöschen die großen Scheinwerfer, die unter dem strahlenden Sternenhimmel die Alt- Nürnberger Bauten beleuchteten und die wunderbare Schönheit dieser Stadt auch in den Nachtstunden offenbar machten. Deutsche Diplomaten auf dem Reichsparteitag. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Auf Einladung des Führers und Reichskanzlers nehmen neben dem Reichsminister des Auswärtigen Frh. von Neurath und dem Staatssekretär von Bülow an dem Reichsparteitag in Nürnberg a l s Ehrengäste teil: Die deutschen Botschafter in London, Paris, Rom und Moskau, die deutschen G e- sandten im Haag, .Sofia, Warschau, Bern, Brüssel, Budapest und Stockholm sowie deutschen Generalkonsuln in Zürich, Danzig und Mailand. Ein Fahnenwald am Fraaentorgraben. r ;"v/ 'M * Festlicher Empfang im Rathaus. Verlobung des Erzherzogs Otto mit Prinzessin Maria von Italien? London, 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) In der hiesigen Presse werden Meldungen von einer angeblichen Verlobung des 22jährigen Erzherzogs Otto von Habsburg mit der Tochter des italienischen Königspaares Prinzessin Maria von Italien veröffentlicht. Der Erzherzog weile gegenwärtig als Französische NoiieiWlilik. Ein wichtiges Glied in der Kette der französischen Rüstungen ist der Ausbau der Kriegsmarine. Frankreich hat diesen Ausbau in den Jahren nach dem Weltkrieg planmäßig und mit großer Sorgfalt betrieben, und heute fährt unter der blau-weitz-roten Trikolore eine Kriegsflotte, die nur von denen der Vereinigten Staaten, Englands und Japans übertroffen wird. Drei Punkte sind es, auf die die schiffsbaufreudigen Kreise Frankreichs immer wieder Hinweisen, wenn es heißt, das Parlament zur Gewährung neuer Kredite zu veranlassen. Zunächst betont man, daß die Aufrechterhaltung einer starken Flotte im Interesse der „Sicherheit" notwendig sei, da die nördliche, die westliche und die südliche Grenze vom Meere gebildet wird. Sodann weist man darauf hin, daß Frankreich heute die zweitgrößte Kolonialmacht der Erde ist und in der Laae sein müsse, den Schutz der weitoerstreuten Kolonien und ihre Verbindung mit dem Mutterlande durch seine Kriegsschiffe zu gewährleisten. Schließlich ist es die Frage der Parität mit der italienischen Flotte, die der französischen Admiralität Sorge bereitet. Dieser französisch-italienische Paritätsstreit trat bereite bei der Washingtoner Flottenkonferenz von 1922 zutage. Damals mußte Frankreich die Enttäuschung erleben, daß man den Italienern die gleiche Quote für Linienschiffe und Flugzeugträger zubilligte, die ihm selbst eingeräumt worden war. Man hat das in Paris nie ganz verwinden können und die Teilnahme der beiden lateinischen Staaten an dem Londoner Flottenabkommen von 1930 scheiterte denn auch an Frankreichs Weigerung, das Recht der italienischen Parität in allen Schiffsklassen vertraglich anzuerkennen. An Grohkampfschiffen besitzt Frankreich heute drei der „Jean-Bart"- und drei der „Lor- raine"-Klasse, deren Panzerung und Bestückung den modernen Erfordernissen angepaßt sind. Außerdem geht die erste „Dunkerque" ihrer Vollendung entgegen. Der Bau dieses Linienschiffs von 26 000 Tonnen wurde sonderbarerweise mit dem Hinweis auf den 10 000-Tonnen-Kreuzer „Deutschland" gefordert. Wie wenig stichhaltig diese Begründung war, wird sofort klar, wenn man die Bestückung der beiden Schiffe vergleicht: den sechs 280-Millimeter-Geschützen der „Deutschland" stehen nicht weniger als acht 330-Millimeter-Geschütze und sechzehn 130-Millimeter-Geschütze der „Dunkerque" gegenüber! Italien mochte wohl auch seine Bedenken über die wahren Gedankengänge der französischen Admiralität haben, denn es beschloß im Juni zur Sicherung seiner Ueberlegenheit im Mittelmeer den Bau zweier Großkampfschiffe, die beide die im Rahmen des Washingtoner Abkommens festgesetzte Höchstgrenze von 35 000 Tonnen haben sollen. Die französische Presse gab ihrem Mißfallen und ihrer Entrüstung über diesen Schritt beredten Ausdruck, während die Admiralität sofortige Gegenmaßnahmen forderte. Das Parlament stimmte denn auch vor einigen Wochen mit großer Mehrheit dem Bau einer zweiten „Dunkerque" zu. Gleichzeitig kündigt man drohend den Bau eines 35 000-Tonnen- Linienschiffes an, falls die italienische Regierung nicht auf die Ausführung ihrer Pläne verzichten sollte. Diese vorläufige Zurückhaltung wurde wohl in erster Linie veranlaßt durch die Hoffnung, daß die große Flottenkonferenz des kommenden Jahres ohnehin eine Herabsetzung der M a x i rna l t o n n a g e für Linienschiffe beschließen wird und so den Bau der italienischen Ueber-Dreadnoughts unmöglich macht. Man weiß sehr wohl in Paris, daß eine Herabsetzung der Höchsttonnage für Linienschiffe von England dringend gewünscht wird, und der französische Marineminister Pietri, der kürzlich zu den Flottenbesprechungen in London weilte, ließ dort wissen, daß Frankreich diese Bestrebungen grundsätzlich unterstützt. Es heißt, daß auch in anderen Punkten, die auf der kommenden Flottenkonferenz zur Debatte stehen, eine Einigung zwischen Paris und London zustande gekommen sei. Auf den bisherigen Konferenzen hatte Frankreich stets einen Gesamtschiffsraum gefordert, um dann innerhalb dieser Tonnenzahl Schiffe aller Klassen nach eigenem Ermessen zu bauen. Die englische Tendenz geht hingegen dahin, in den einzelnen Schiffsklassen bereits eine genaue Begrenzung f e st z u l e g e n. Erfahrungsgemäß verleitet die Begrenzung nach Gesamtschiffsraum sehr leicht zu einem Wettrüsten verschiedener Staaten in einzelnen Schiffsklassen, da ein Staat auf den Schiffsneubau eines anderen sofort mit einem Neubau seinerseits anwortet — ein Verfahren, das Frankreich und Italien schon seit Jahren anwenden. Wenn nun die französische Regierung sich damit einverstanden erklärt hat, in Zukunft einer genauen Festsetzung innerhalb der einzelnen Schiffs- klassen zuzustimmen, so darf man annehmen, daß sie diese Konzession an London nicht ohne Gegengabe gemacht hat. Gerüchte wollen wissen, daß die Engländer den Franzosen eine Flottengleichheit mit den Italienern im M i t- telmeer garantiert haben. Ob die britische Admiralität sogar eine Wahrnehmung der militärischen Interessen Frankreichs im Atlantischen Ozean zugesichert hat, scheint immerhin sehr fraglich, obgleich eine solche Entwicklung zweifellos zu den Pariser Wunschträumen gehört. Die französische und englische Auffassung geht dagegen in der Frage der U.-Boot-Waffe stark auseinander. Man hat in Frankreich von jeher neben dem Bau von Torpedobooten den U.-Booten ein ganz besonderes Interesse entgegengebracht, mit dem (Erfolg, daß die französische Unterseeflotte heute kaum ihresgleichen haben dürfte. Reben dem größten Tauchboot der Welt „Surcouf" liegen allein 30 Boote der 1500-Tonnen-Klasse und mehr als 50 kleinere Schiffe in den französischen Kriegshäfen. Es ist weiter nicht verwunderlich, daß England nur ungern diese ihm fürchterliche Waffe in so großer Zahl und so großer Vollkommenheit in der Hand einer anderen Macht sieht. Frankreich aber sieht gerade in dieser Waffe den Hauptgaranten seiner „Sicherheit" zur See, und sollte England auf der kommenden Flottenkonferenz auf eine ganze oder teilweise Abschaffung der U.-Boote drängen, so wird es von französischer Seite den hartnäckigsten Widerstand zu erwarten haben. Gast des Königs von Schweden in Stockholm. Der König und die Königin von Italien hätten am Dienstag in Begleitung der 20jährigen Prinzessin der vormaligen Kaiserin Zita in Diareggio einen Besuch abgestattet. Die amtliche Bekanntgabe der Verlobung werde er st in einiger Zei t erfolgen. Eine Bestätigung dieser Meldungen liegt weder in Stockholm noch in Rom vor. Die Schweiz gegen die Ausnahme der Sowjetunion in den Völkerbund. Eindeutiger Beschluß des Bundesrats. Vern, 4. Sept (DAV.) Der schweizerische Vundersrat hat heute e i n st i m m i g auf Antrag seines politischen Departements und auf Antrag der Delegation für auswärtige Angelegenheiten beschlossen, daß die schweizerische Völker- bundsdelegalion bei der Abstimmung über die Aufnahme der Sorojefunton tn den Völkerbund e l n „Rein" a b z u g e b e n habe. „Journal de Geneve wirft die Frage auf, warum die Befürworter der russischen Anwartschaft Befürchtungen haben, das beim Eintritt anderer Staaten, wie z. B. Finnlands angewandte normale Verfahren anzuwenden, das eine Aussprache darüber vorsieht, inwiefern die Anwärterstaaten den Erfordernissen des Völkerbundes entsprechen. Ob es den Freunden Sowjetrußlands unmöglich sei, darzulegen, daß Sowjetrußland die durch den Pakt verlangten Bürgschaften gewährleistet? Man versuche mit allen Mitteln, eine Aussprache zu unterdrücken, in der offensichtliche Übertretungen internationaler Verträge vonseiten Rußlands wie z. B. bezüglich Georgiens, zur Sprache kommen müßten. Die Schweiz müsse, falls sich kein anderer Staat dazu bereit finde, ver- längen, daß statt einer einfachen Einladung das gewöhnlich bei A u f n a h m e g e s u ch e n beobachtete Verfahren beobachtet werde. Die schlimmsten Feinde des Wellfriedens Enthüllungen über die internationale Zusammenarbeit der Rüstungsindustrie. Washington, 4. Sept. (DAV.) heute begann der Unterausschuß des Bundessenates mit einer Untersuchung über die amerikanische Rüstungsindustrie. Es soll nachgewiesen werden, daß ein internationaler Ring besteht, der sich die Rüstungsaufträge gegenseitig z u s ch i e b t, der die geheimsten Rüstungspläne und Waffenpatenle den Regierungen, die ihm Aufträge erteilen, verrät, und der gegen jede Abrüstung agitiert. Am Dienstag wurden zunächst der Präsident und zwei Direktoren der Elektric Boat Company, der einzigen amerikanischen Privatfirma, die U-Boote baut, vernommen. Sie gaben zu, daß sie ein umfassendes Abkommen mit der englischen R ü st u n g s f i r m a Vickers Armstrong and Co. in London abgeschlossen hätten, daß ihre Patente u. a. auch beim Vau japanischer U-Boote verwendet würden, und daß sie Sir Basil Z a h a r o f f für Aufträge der spanischen Regierung fast eine Million Dollars als Vermittlungsgebühr gezahlt hätten. Ferner wurden Briefe von Sir Charles L r a v e n von der Firma Vickers verlesen, worin dieser noch im Jahre 1932 die Electric Boat Company um strengste Verschwiegenheit ersucht, da die britische Regierung nicht erfahren dürfe, daß Vickers mit einem amerikanischen Konzern zusammenarbeite. In weiteren Briefen beklagt sich Lraven darüber, daß „die störenden Verhandlungen in Genf über die Abrüstung die Aufträge der britischen Regierung auf U-Bootkreuzer aufhalten". Die Elektric Boat Company hat von jedem in der ganzen Welt gebauten U-Boot Tantiemen erhalten. Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Aye wies auf die R i e f e n g e w i n n e an diesem Kriegsmaterial hin, das man unbekümmert um Vaterland oder die Geheimnisse der Landesverteidigung an alle fremden Staaten, sogar an Japan, verschachert habe, nur um feine eigene Tasche zu füllen. Ser Reichsparleilag im Scho des Auslandes. Erste preffestimmen aus Paris und London. P a r i s^ 5. Sept. (DNB. Funkspruch.) Eine ganze Reihe von Pariser Blättern hat zum Nürnberger Parteitag Sonderberichterstatter entsandt, die den Eindruck der Ordnung, der Disziplin und des Organisationsgeistes hervorheben und die Bedeutung der Tagung in der Besiegelung des Bundes zwischen Nationalsozialismus und Wehrmacht erblicken wollen. „Figaro" zieht folgenden Schluß: Der Parteitag ist eine allgemeine Mobilmachung fast sämtlicher kämpferischer Kräfte und regt sehr zum Nachdenken an. — „Petit Journal" hebt die Liebenswürdigkeit hervor, mit der die ausländischen Journalisten behan- handelt werden. — Das „Oeuvre" ergeht sich in zynischen und abfälligen Bemerkungen. — Der „Ami du Peuple" knüpft an die Rede von Rudolf Heß auf dem Straßenkongreß und an seinen Appell zur deutsch-französischen Verständigung an. Derartige Worte, von einem engen Mitarbeiter des Führers ausgesprochen, so fügt das Blatt in schulmeisterischem Ton hinzu, würden sicher ein günstigeres Echo finden, wenn sie nicht „durch den Waffenlärm und den Schritt der Legionen erschüttert" würden. * Alle englischen Blätter bringen lange und anschauliche Berichte über den gestrigen Auftakt zur Eröffnung des Nürnberger Parteitages. Das Bild der festlich geschmückten Stadt mit den an sie grenzenden riesigen Zeltlagern und der Jubel bei der Ankunft des Führers werden mit großer Ausführlichkeit geschildert. Der Berichterstatter der „Morning Post" sagt, Hitler sei wie ein König begrüßt worden. Der Parteikongreß sei die wirkliche Vereinigung der Nation, die echte Nationalversammlung. Zur Rede Dr. Dietrichs vor der Presse bemerkt der Berichterstatter, sie bedeute einen der Auslandpresse gebotenen Oelzweig. Das Programm der Tagung wird von den englischen Blättern genau mitgeteilt. Jede wichtige Zeitung ist in Nürnberg durch einen Sonderberichterstatter vertreten. Unverminderte Vedeutung der preffe. Das Barometer der Wettpolitik. - Recht verstandene Pressefreiheit. Oer Reichspressechef der RSOAP. empfängt die in- und ausländische presse. Nürnberg, 4. Sept. (DNB.) Vor dem eigentlichen Beginn des Parteitages hatte der Reichspressechef der NSDAP. SS.-Gruppenführer Dr. Dietrich die Vertreter der in- und ausländischen Presse zu einem Tee-Empfang in den Industrie- und Kulturverein geladen. Mehr als 600 Schriftleiter, darunter eine große Zahl ausländischer Berichterstatter und Korrespondenten, füllten den geschmackvoll heraerichteten Festsaal. Unter den Gästen bemerkte man den Auslandspressechef der NSDAP. Dr. H a n f st a e n g l, Oberbürgermeister Liebel (Nürnberg), den Führer des Reichsverbandes der Deutschen Presse Gruppenführer Weiß, die Pressechefs zahlreicher Organisationen der NSDAP, und viele andere. Dr. Dietrich nahm alsbald das Wort zu einer großen Rede an die Pressevertreter, in der er u. a. erklärte: Die Presse nimmt hier auf dem Reichsparteitag einen Platz ein, der ihrer Bedeutung und der Größe ihrer verantwortungsvollen Aufgabe entspricht. 16 Millionen Zeitungen kommen Tag für Tag in die Hände der deutschen Volksgenossen. Bei 17,7 Millionen Haushaltungen in Deutschland ergibt sich, daß beinahe in jeder Haushaltung eine Tageszeitung gelesen wird. Mindestens drei Viertel aller erwachsenen Deutschen werden mit Sicherheit tagtäglich von der Einflußsphäre der Tageszeitungen erfaßt. Wenn man von der Auflagenhöhe absieht, dann ist Deutschland mit 3097 Zeitungen das zeitungsreichste Land d e r W e l t. Es wird heute hier und da behauptet, die Zahl der Zeitungsleser sei in Deutschland im Zeichen des Aationalfozialismus erheblich zurückgegangen. Diese auf falschen Zahlenangaben beruhende Behauptung ist unzutreffend. Wan muh zunächst beachten, daß der Aational- sozialismus die Ehrlichkeit im Zeitungsgewerbe wiederhergestellt hat. Durch die Bestimmung, daß die Auflagenziffern veröffentlicht werden müssen, ist endlich mit dem Unfug aufgeräumt worden, daß zahlreiche Zeitungen früher meist überhöhte Austageziffern angaben, um hohe Anzeigenaufträge hereinzuholen. Zwar ist die Anzahl der Zeitungen nach der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland zurückgegangen, weil der Zersplitte- rung auch im Zeitungswesen durch gesunde Zusammenfassung und Erhöhung jcr Leistungsfähigkeit ein Ziel gesetzt worden ist. Aber nachdem das Uebergangsstadium nunmehr überschritten ist, kann von einem erfolgten Rückgang der Gesamtauflage der deutschen Zeitungen nicht gesprochen werden. Die Presse ist und bleibt ein unerhört wirksames politisches Instrument nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Leben. Man hat die Presse früher die „Siebte Großmacht" genannt. Nicht zu Unrecht. Ich möchte sie heute bezeichnen als das Barometer der Weltpolitik, ohne das Politik zu treiben gar nicht mehr möglich ist. Diese Macht, die der Presse als Ganzem gegeben ist, legt ihr auch eine ungeheuer schwere Verantwortung auf. Soweit die Presse Ereignisse und Tatsachen wahrheitsgetreu berichtet und soweit sie die wirkliche Meinung ihrer Völker zum Ausdruck bringt, leistet sie wertvolle und nützliche Arbeit. In dem Maße aber, in dem andere Mächte, privater oder überstaatlicher Art, die Herrschaft über die geistige Souveränität des Journalisten besitzen, kann die Presse zu einer öffentlichen Gefahr werden. Zu einer Gefahr für das innerpolitische Leben eines Volkes ebenso wie letzten Endes auch für den Frieden der Welt. Wir in Deutschland sind dieser Gefahr energisch entgegengetreten. Der nationalsozialistische Staat hak die volks- verhehenden und völkervergiflenden marxistischen und kommunistischen Zeitungen beseitigt. In entsprechender Weise entfernte die Berufs- vereinigung der deutschen Journalisten die journalistischen Schädlinge aus ihren eigenen Reihen. Dieser Reinigungsaufgabe folgte dann die positive Aufbauarbeit durch das Schrift- l e i t e r g e s e h vom Oktober 1933. In weniger als Jahresfrist hat sich der für den Inhalt der deutschen Presse nur sich selb st und dem Staate verantwortliche Journalist e n st a n d in einer Weise entwickelt, die in bezug auf journalistische Anständigkeit und selbstverständliche nationale Disziplin h ö ch st e Anerkennung verdient und findet. Ich bin glücklich, meine Herren Kollegen von der deutschen Presse, Ihnen das ausdrücklich zur Kenntnis geben zu können. Man sollte im Ausland nicht den Fehler begehen, diese Reform ausschließlich unter dem liberalistischen Aspekt der Pressefreiheit zu sehen. Gewiß, die „Pressefreiheit" ist ein Begriff, der tief lm liberalen Denken, vor allem der englisch sprechenden Völker, verankert ist. Aber zwei Seelen wohnen in seiner Brust. Das neue Deutschland hat aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt, den bloßen Begriff und das Wesen der Pressefreiheit voneinander zu unterscheiden. Es hat erfahren müssen, daß man diese Freiheit verantwortungs- bewußt nützen, aber auch verantwortungslos mißbrauchen kann. Leider hat das deutsche Volk, das seine eigene Presse einem gründlichen Reinigungsprozeß unterzogen hat, allen Grund, sich heute über die Behandlung zu beklagen, die ihm vielfach von einem Teil der Auslandspresse durch wahrheitswidrige Berichter st attung zugefügt wird. Weit davon entfernt, diesen Vorwurf zu verallgemeinern und dem ehrlich bemühten ausländischen Kollegen das Recht der Kritik in Deutschland zu bestreiten, glaube ich doch, daß die Journalisten aller Länder in ihrem eigenen Interesse handeln würden, wenn sie selbst dafür sorgten, daß schlechte, der Wahrheit feindliche Elemente sich aus ihren Reihen entfernen. Denn d i e Wahrheit ist das Fundament, mit dem die Macht der Presse steht und fällt. Und daß man die Wahrheit über Deutschland berichtet, das ist die einzige Forderung, die wir an die Presse stellen. Nachdem Dr. Dietrich dann in eindrucksvollen Zahlen ein Bild der Lei- ftungen des nationalsozialistischen Deutschland umrissen hatte, erklärte er zum Schluß: Der Reichsparteitag entwickelt sich in Nürnberg immer mehr zu einem deutschen Nationalkongreß, man möchte sagen zu einem Volkstag der deutschen Nation im besten Sinne des Wortes. Durch die Nationalsozialistische Partei ist der erste deutsche Führerstaat Wirklichkeit geworden. Der Führer der Partei ist heute das vom Volk erkorene, mit allen Vollmachten und Machtmitteln ausgestattete deutsche Staatsoberhaupt, nur sich selbst und dem Volke verantwortlich. Die Verfassung aber, die er dem Staate gibt, ist das im Kampf erprobte Entwicklungsgesetz der nationalsozia» l i st i s ch e n Bewegung selbst. Die Nationalsozialistische Partei ist damit als alleiniger Träger des Staates fest und unzerstörbar in ihm verankert. Ihre Führung ist die Führung dieses Staates, und aus ihrer Führerhierarchie werden in Zukunft dem Staate die Führer erwach- s e n. Sie ist die eiserne Klammer der Einheit der Nation heute und für alle Zukunft. Keine einheitliche Streiklage in LlSA. Neuyork, 4. Sept. (DNB.) lieber den Generalstreik der Textilarbeiter sind zuverlässige Ziffern immer noch nicht zu erlangen. Man spricht indessen von etwa 250 000 Streikenden, was etwa der Hälfte aller Textilarbeiter entsprechen würde. Der Präsident des Institutes der Baumwollindustrie erklärt, daß mindestens eine Viertelmil» Hon Baumwollarbeiter noch arbei« t e n. Der Generalsekretär der Seidenarbeitergewerkschaft Schweizer schätzt die Zahl der Streikenden i n der Seidenindustrie augenblicklich auf 60 v. H. Er erwartet, daß sich die Zahl ab Dienstagabend auf 80 v. H. erhöhen wird. In den Mittelpunkten der Spinnereien in Newhampshire (Massachusetts), Nord- und Südcarolina haben die Betriebe größtenteils geschlossen, während in Maine, Connecticut, Rhode Island zum Teil weitergearbeitet wird. Die Streikleitung sandte Streikorganisatoren in alle Bezirke, wo weiterverarbeitende Industrie ansässig ist und erklärte, daß der Streik bis aum Wochenende überall durchgeführt werden würde. In Neu-England und den Südstaaten legen die Streikposten allenthalben eine große Geschäftigkeit an den Tag. An einigen Stellen ist es zu Zusammenstößen deh Streikenden mit Polizeibeamten sowie mit den privaten Schutztruppen der Fabrikleitungen gekommen. Die Behörden haben aus Furcht vor Blutvergießen umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Die Erklärung des Neuyorker Sicherheitskommissars Hopkins, daß die Regierung die Streikenden nicht unter ft ützen werde, hat eine außerordentlich entmutigende Wirkung auf die Arbeiterschaft gehabt. Die Gewerkschaften verfügen über feine bedeutenden Mittel, so daß die Entscheidung der Regierung einen großen Einfluß auf die Dauer des Streikes haben dürfte. Opiumschmuqgler als Menschenräuber. Als der französische Dampfer „Champlain" anfangs August in Neuyork eintraf, warteten vier Opiumschmuggler -in einem Kraftwagen auf zwei Päckchen Rauschaift. Nachdem sie von einem Mitglied der Schiffsbesatzung die Nachricht erhalten hatten, daß die Päckchen von einem Matrosen namens Rozen beim Reinigen des Schiffes aus ihrem B e r ft e cf entfernt worden waren, lockten sie Rozen durch eine falsche Nachricht in ihren ^raftroagen, fesselten ihn und hielten ihn seitdem zeitweise in Neuyork und zeitweise in Philadelphia gefangen. Als Rozen ihnen erklärte, er habe geglaubt, die Päckchen enthielten Bomben und habe sie deshalb ins Meer geworfen, folterten sie ihn. Die Verbrecher hielten brennende Zigaretten an seine Augenlider und drohten ihn zu blenden. Um weiteren Qualen zu entgehen, erzählte Rozen schließlich, er habe die Päckchen für 45 Dollar verkauft. Hierauf versuchten die Schmuggler von der in Frankreich lebenden Frau Rozens 40 000 Franken zu erpressen. Frau Rozen benachrichtigte jedoch die Polizei, auf deren Ersuchen die amerikanische Bundespolizei am Dienstag einen Mann namens Mancuso und dessen Frau verhaftete. Der Bundesanwalt erklärte, baf) er auf Grund des sogenannten Menschenraubgesetzes die Todesstrafe gegen die Verhafteten beantragen werde. Kunst und Wissenschaft. Tagung der deutschen Geschlchts- und Altertums- vereine in Wiesbaden. Die stark besuchte Tagung des Gesamtvereins her deutschen Geschichts - und Altertumsvereine in Wiesbaden wurde durch eine Begrüßungsfeier eröffnet. Der Vorsitzende, Unioersi- tätsprofessor Dr. Hoppe (Berlin), gedachte des verstorbenen Reichspräsidenten. In dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler lebe aber das Wollen des Verewigten fort. In einem Telegramm grüßt die Tagung der Geschichts- und Altertumsforscher den Führer und Reichskanzler als den Schöpfer deutscher Geschichte, und gelobt, ihre Arbeit fruchtbar zu machen, auf daß aus der Vergangenheit die Kraft für die Zukunft erwachse. Weiter führte der Vorsitzende aus, daß die Wissenschaft nicht um des Forschens willen forsche; ein einziges letztes Ziel fei ihr gesetzt: das Volk. In die Kulturarbeit des Dritten Reiches müsse auch die Landesgeschichte eingesetzt werden. Auf -er Spur des Krebserregers. Aufsehenerregende Forschungsergebnisse. Berlin, 4. Sept (DRV.) 3n der Oessenklich- feif beschäftigt man sich lebhaft mit Fvrschungs- ergebnissen, die Regierungsrat Dr. W. v. Brehmer, Mitglied der Biologischen Reichsanstalt in Berlin-Dahlem, dieser Tage in der „Medizinischen Welt" verösfentlicht hat und die die Hoffnung zuzulassen scheinen, dah es gelungen ist, den Erreger des Krebses feslzustellen. Gleichzeitig scheint sich damit der Weg zu einer Methode zu eröffnen, die es möglich machen wird, die furchtbare Krankheit zu bekämpfen. Wie sich aus einer Unterredung, die ein Vertreter der „Rachtausgabe" mit Dr. v. Brehmer hatte, ergibt, handelt es sich um einen Mikroorganismus, der die Eigenschaft hat, sich so dicht an die roten Blutkörperchen anzuschmiegen, dah man ihn bisher mikroskopisch nicht einwandfrei feststellen konnte. Man muh ihn daher erst durch die Vornahme besonderer Injektionen von den roten Blutkörperchen abtrennen. Run war es zwar schon früher gelungen, die Organismen im Blut Krebskranker festzustellen. Da es aber nicht gelang, sie auf gewöhnlichen Rcihr- böden zu züchten, hat man sie für harmlos erklärt und sich nicht weiter mit ihnen beschäftigt. Jetzt ist es gelungen, festzustellen, dah der Krebserreger auf alkalischen Rährböden weitergezüchtet werden kann. Mit den Kulturen wurden Mäuse und Ratten infiziert, und es zeigte sich, dah sie alle typische Krebsgeschwülste bekamen. Dr. v. Brehmer hofft, wie er erklärte, eine Methode gefunden zu haben, die es möglich macht, den Krebs in einem Stadium bereits zu erkennen, in dem er noch heilbar ist. Zu diesem Zweck erhält der Patient eine Einspritzung unter die haut. Durch Methoden, deren Beschreibung hier zu weit führen würde, ist dann einwandfrei feskzustellen, ob der Patient krebsfrei ist, ob er zum Krebs veranlagt, aber noch nicht infiziert ist, oder ob er tatsächlich schon erkrankt ist. Durch weitere Injektionen läht sich wahrscheinlich im letzteren Fall der Erreger wieder aus dem Blut entfernen und eine Heilung erzielen. . Diese umwälzenden Feststellungen hatte v. Brehmer schon im Sommer 1932 erzielt. Ehe er aber zu ihrer Bekanntgabe schritt, wollte er sie einer Kontrolle durch mahgebende Wissenschaftler unterziehen. 3m Einverständnis mit den Behörden wurden für diese Prüfungen Professor Dr. Viktor Schilling, ein führender Mediziner auf dem Gebiete der Blutlehre, und die Bakteriologen Dr. L. Börner und Dr. O. 3 a n ck e zugezogen. 3hre Arbeiten, die im wesentlichen eine Bestätigung der Feststellungen von Brehmers enthalten, sind zusammen mit der Arbeit Brehmers in der „Medizinischen Welt" erschienen. Der Deutsche Evangelische VischofStag antwortet dem Oekumenischen Rat. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die Pressestelle der Reichskirchenregierung teilt mit: Die zum Evangelischen Bischofstag am 9T vntag in Berlin anwesenden Landesbischöfe und Bischöfe der Deutschen Evangelischen Kirche haben sich in feierlicher Stunde um den Reichsbischof versammelt, um nach gemeinsamem Gebet das Wort au erfahren, das der Oekumenifche Rat in feiner Entschließung vom 30. August an die Deutsche Evangelische Kirche gerichtet hat. Dabei haben sich die deutschen Kirchenführer von dem Bestreben leiten lassen, der hohen Würde, die dem Oekumenischen Rat eigen ist, ebenso Rechnung zu tragen wie den großen Ernst, mit dem hier um die Grundfragen des Lebens gerungen wird, auf sich wirken zu lassen. Die Einmütigkeit und gemeinsame Ueber- zeugung des Deutschen Evangelischen Bischofstages zu der in Fanö gefaßten Entschließung findet in nachfolgenden Punkten Ausdruck: 1. Unser Herr Jesus Christus will die Bewährung des Glaubens an ihn durch praktisches Christentum in Taten und Handeln (life and work). In der Ueberzeugung, daß die christlichen Kirchen der verschiedenen Länder und Konfessionen den Dien st der fördernden Gemeinschaft einander schuldig sind, um den Willen des gemeinsamen Herrn im Leben recht auszurichten, bekennen sich die deutschen Bischöfe zur sogenannten Stockholmer Oekumenischen Bewegung (life and work) und billigen d i e Teilnahme der deutschen Delegierten an der Konferenz in Fanö. 2. Die großen Notstände, die auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet in allen Ländern die menschliche Gesellschaft mit einer völligen Zersetzung bedrohen, haben die Oekumenifche Bewegung (life and work) 1925 aus echt kirchlicher Verantwortung heraus erstehen lassen. Nöte der Völker sind Aufgaben der Kirche. Es entspricht deshalb der ursprünglichen Zielsetzung der Oekumenischen Bewegung (life and work), wenn sie nach dem Beschluß des Rates in Fanö in den nächsten Jahren die Neubesinnung über die Beziehung von Kirche, Staat und Volk im Lichte der Grundanschauungen christlichen Glaubens unternehmen will. Die deutsche Evangelische Kirche ist bereit, in ökumenischer Zusammenarbeit und Gemeinschaft hierbei mitzuwirken, zumal der Fortgang des inneren Aufbaus und die Ueberwindung der christentumsfeindlichen Mächte im deutschen Volksleben sich als ein Werk bewährt in Einklang mit den Forderungen eines praktischen Christentums der Tat und wie es der ewige und einzige Herr der Kirche fordert. 3. Die Deutsche Evangelische Kirche bekennt sich als Kirche der Reformation zum allgemeinen Priestertum aller Gläubigen. Aus diesem reformatorischen Grundprinzip, das die Bischaftstagung unter der Führung des Reichsbischofs feierlich bestätigt, ergeben sich alle mahnenden Worte, die der Oekumenifche Rat an die Deutsche Evangelische Kirche glaubt richten zu müssen, als unbegründet. Es ist den verantwortlichen deutschen Kirchenführern heiligstes Anliegen, daß in dem Lande, in dem Martin Luther Glaubensfreiheit für die Welt erkämpfte, die Freiheit und Verkündung von der überschwenglichen Gnade Gottes in Jesus Christus gewahrt bleibt und für jeden evangelischen Christen möglich ist, Gottes Wort gemäß zu leben. Es wird ausdrücklich versichert, daß kein A m t s t r ä g e r der Deutschen Evangelischen Kirche in der Verkündigung des lauteren Wortes der Schrift und in der Verwaltung der Sakramente weder bisher einem Zwange ausgesetzt war noch darin in Zukunft irgendeine Beschränkung erfahren wird. Er ist darin an nichts anderes gebunden als an sein Gewissen und sein Ordinationsgelübde und damit an den lebendigen Herren der Kirche selbst. Ja, es darf darüber hinaus gesagt werden, daß der nationalsozialistische Staat mit seiner reichen sozialethischen Betätigung und seiner Gewährleistung von Ordnung und Eintracht im staatlichen Leben der Verkündigung des Evangeliums große n e u e M ö g- lichkeiten erschlossen hat. — Die Maßnahmen der zeitgemäßen Neugestaltung der äußeren Ordnung des kirchlichen Lebens entsprechen einem Jahrhunderte alten Wunsch des deutschen evangelischen Kirchenvolkes; sie dienen dem echt kirchlichen Ziel, der Verkündigung des Evangeliums im deutschen Volk, der Gegenwart Wege zu ebnen und sind nach lutherischer Auffassung nur insoweit Anliegen des- Glaubens. 4. Der Deutsche Bischofstag legt Wert darauf, dem Oekumenischen Rat zu versichern, daß er in dem Austausch über innerkirchliche Fragen eine Bemühung brüderlicher Gemeinschaft erblickt. Weil aber der Entschließung von Fanö eine offensichtlich einseitige Unterrichtung zugrunde liegt, ist diese Stellungnahme nicht ein Wort der Hilfe. Die Deutsche Evangelische Kirche wird unter steter Selbstprüfung vor dem Herrn Christus und in der Verantwortung für ihr Volk aus der Kraft des Geistes und des Gebetes der Schwierigkeiten selbst Herr werden. Die Einführung -es Reichsbischofs beantragt. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die am 3. September in Berlin versammelten deutschen evangelischen Kirchenführer faßten folgende Entschließung: „Wir können als Kirchenführer nicht zum ersten Mal nach dem großen Tag des 19. August 1934 zusammen kommen, ohne in tiefer Dankbarkeit vor Gott hinzutreten, der den Führer ein solches Werk der Einigung gelingen ließ. Wir erkennen gerade bei dem gesunden Charakter unseres Volkes in diesem Einigungswerk eine väterliche Fügung und ein gnädiges Geschenk Gottes. 'Wir vertrauen in fester Glaubenszuversicht dem Herrn Christus, dem Haupt der Kirche, daß er unsere evangelische Kirche der Einigkeit zuführen wird, um die er für seine Jünger gebetet hat. Wir bitten Gott, den Herrn, daß er den Reichsbischof als dem erwählten Führer der deutschen evangelischen Kirche die Kraft geben möge, den großen Dien st an der Kirche zu vollbringen, der ihm verantwortlich anvertraut ist. Darum haben die Kirchenführer als Sprecher der Landeskirchen und des Kirchenvolkes den herzlichen Wunsch, sich mit dem Reichsbischof erneut in herzlicher Treue und verantwortungsvoller Kameradschaft und Gemeinschaft zusammenzu schließen, diesen Zusammenschluß vor unserem Volk und vor aller Welt zu bekunden und im gemeinsamen Gebet um die Vollendung der ihrer Gemeinschaft gegebenen Aufgaben zu bitten. Die Kirchensührer bitten daher den Reichs bischof, bald einen Tag zu bestimmen, an dem in einem feierlichen Einführungsgottesdienst diesem festen Willen Ausdruck gegeben werden kann." Schulfeiern am Reformationsfest. DNB. Berlin, 4. Sept. Reichsminister Rust hat zur 400. Wiederkehr des Jahres der Bibelübersetzung durch Dr. Martin Luther folgenden Erlaß herausgegeben: Vor 400 Jahren hat Martin Luther feine Bibelübersetzung vollendet. Angesichts der großen Bedeutung, die diese Tat für die religiöse und sprachliche Entwicklung des deutschen Volkes gehabt hat, ordne ich an, daß für alle evangelischen Schüler des Reiches anläßlich des diesjährigen Reformationsfestes diese Tatsache in Feierstunden oder in den betreffenden Unterrichtsfächern gebührend gewürdigt wird. Zwei wiener Bergsteiger tödlich abgestürzt. In den Wänden des Großen Höllentales auf der Har sind zwei Wiener Bergsteiger, der Beamte Michael Dirich und der Beamte Johann Weiß, abgestürzt und tot liegen geblieben. Eine Expedition ist unterwegs, um die Leichen zu bergen. Aus aller Wett. Dr. Eckener spricht in Kopenhagen über die Lustschiffahrt. Nach dreitägigem Aufenthalt in Kopenhagen hat Dr. Eckener die Rückreise nach Berlin angetreten. Vor seiner Abreise hielt Dr. Eckener einen Vortrag in der Industrievereinigung, dem ein zahlreiches Publikum, darunter viele Ingenieure, beiwohnten. Dr. Eckeners Vortrag war reich an technischen Einzelheiten, insbesondere beschäftigte er sich nach einem Vergleich zwischen Flugzeug und Luftschiff mit der Navigation in der Luftschiffahrt, worauf er dem Publikum, das ihm mit herzlichem Beifall dankte, Lichtbilder von den verschiedenen Fahrten des „Graf Zeeppelin" zeigte. Den letzten Tag seines Kopenhagener Aufenthaltes benutzte Dr. Eckener u. a. zu einem Besuch der Deutschen Schule, wo er von den Kindern begeistert begrüßt wurde. Französische Bauern erzwingen Vertagung einer Versteigerung landwirtschaftlicher Maschinen. In dem Dorfe Trugny bei Dijon sollte auf Antrag einer landwirtschaftlichen Genossenschaft beim Bürgermeister eine Versteigerung vorgenom- men werden. Die Freunde des Bürgermeisters, unter Führung eines Generalratscklitgliedes, legten P r o- t e ft gegen d i e zu geringen Preise für die landwirtschaftlichen Maschinen ein und versuchten, die Sitzung abzubrechen. Im Hinblick auf mögliche Zwischenfälle waren aus zwei Nachbarstädten Gendarmen eingetroffen, deren Dazwischentreten das Signal zu einer allgemeinen Schlägerei gab. Die Parteigänger des Bürgermeisters behielten die Oberhand und sperrten die Hüter der Ordnung in einem Pferde st all ein, so daß dem Gerichtsvollzieher nichts anderes übrigblieb, als die Vertagung der Versteigerung um drei Monate vorzunehmen. Todesurteil wegen des Ueberfalles auf die Pölteuer Hütte. Das Wiener Standgericht erkannte wegen des räuberischen Ueberfalles auf die St. Pöltener Hütte die beiden Räuber Bendinger und E g g e r l in zwei Fällen wegen vollendeten und in mehreren Fällen wegen versuchten Mordes schuldig und verurteilte Bendinger zum Tode durch den Strang; der zweite Angeklagte wurde wegen seiner Jugend zu neuneinhalb Jahren Arrest verurteilt. Beide haben der Kommuni st ischen Partei angehärt. Das Gnadengesuch für Bendinger wurde abgelehnt. Er wurde um 17.30 Uhr hingerichtet. Drei junge Leute vorn Blitz getroffen. Auf dem Niederwald am Rhein hatten sich drei junge Leute aus Düsseldorf, die mit einer Reisegesellschaft in Bingen waren und zum Denkmal aufstiegen, vor einem Gewitter Schutz unter einer Eiche gesucht. Durch einen einschlagenden Blitz wurden sie alle drei zu Boden geschleudert, wo sie bewußtlos liegen blieben. Zwei von ihnen kamen bald wieder zum Bewußtsein, der dritte jedoch war noch mehrere Stunden an beiden Beinen gelähmt. Sie wurden alle drei ins Krankenhaus gebracht. Feuer auf dem Bromberger Hauptbahnhof. Auf dem Bromberger Hauptbahnhof brach in einer der letzten Nächte Feuer aus. Ein Teil der großen Eisenbahnwerkstätten geriet in Brand. Es brannte das etwa 100 Meter lange Gebäude der Modellierwerkftatt. Don dort drohte das Feuer auf die angrenzenden Gebäude überzugreifen. Durch den Einsatz aller Bromberger Feuerwehrzüge, des gesamten Eisenbahnhilfsdienstes und eines größeren Militäraufgebotes gelang es, eine noch größere Brandkatastrophe zu verhüten. Bei den Rettungsarbeiten haben mehrere Feuerwehrmänner schwere Brandverletzungen erlitten. Der Brand des mandschurischen kaiferpalastes gelöscht. Der Brand des mandschurischen Kaiferpalastes ist gelöscht. Der Kaiser von Mandschukuo wohnte selbst den Löscharbeiten bei und sprach den Feuerwehrmannschaften für ihre aufopfernde Tätigkeit seinen Dank aus. lieber die Brandursache liegen noch keine amtlichen Verlautbarungen vor. Nach wie vor vermutet man jedoch Brandstiftung, da festgestellt wurde, daß das Feuer an vier Stellen gleichzeitig zum Ausbruch kam. Die unter dem Verdacht der Brandstiftung verhafteten Personen wurden bereits mehrfach verhört; ein Ergebnis ist noch nicht bekannt geworden. Grauenvoller Gattenmord aus Eifersucht. Eine grausige Bluttat spielte sich in Wittenberge in der Wohnung des Justizoberwachtmeisters C a l b u s ab. Calbus wurde dort z erst ü ck e l t aufgefunben. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß die Bluttat von der Ehefrau des Ermordeten ausgeführt worden war, die ihrem Mann im Verlauf einer Streitigkeit den Hals mit einem Schlachtmesser durchschnitten und den Leichnam dann im Blutrausch zerstückelt hat. Calbus, der zum zweiten Male verheiratet war, lebte mit seiner jetzigen Frau in Unfrieden. Allem Anschein nach hat die Frau die Tat aus Eifersucht und Verzweiflung begangen. Als im Verlaufe von heftigen Auseinandersetzungen die Frau erklärte, sie würde Selbstmord verüben, und der Mann ihr erwiderte, seinetwegen könne sie das ruhig tun, ergriff die Frau in sinnloser Wut das Messer und schnitt ihrem in der Badewanne sitzenden Mann die Kehle durch. Den Leichnam zerstückelte sie. Ein Erdbeben im karwenbelgebiet. Am Dienstag früh würben von ben Instrumenten ber württembergischen Erbbebenwarten Stuttgart, Ravensburg unb Meßstetten ein mittel- starkes Nahbeben ausgezeichnet. Die erste Vorläuferwelle kam in ber Stuttgarter Erbbeben- roarte um 2 Uhr 26 Minuten 45 Sekunben, bie zweite um 2 Uhr 27 Minuten 13 Sekunben an. Daraus ergibt sich eine Herbentfernung von 225 Kilometer. Die Richtung nach bem Herbe weicht von ber Ostrichtung um 40 Grab nach ©üben ab. Der Herb bes Bebens liegt bemnach in ben Ostalpen, un zwar im Gebiet bes Karwenbel-Gebirges. Elli Beinhorn in Guatemala. Die beutfche Fliegerin Elli Beinhorn ist am Dienstag um 12.28 Uhr in ber Stabt Guatemala, aus San Jofö (Costarica) fommenb, gelanbet. Aller Blann vom Zuge erfaßt unb getütet. In ber Nähe von Vallendar am Rhein wurde ber 79jährige Heinrich ßemmter, als er bie Gleise überschreiten wollte, von einem Güter- zug erfaßt unb 15 Meter weit über bie Böschung auf ben Uferranb bes Rheins geschleubert. Man fanb ben Verunglückten, ber außer einer Kopfverletzung auch Arm- unb Beinbrüche erlitten j hatte, t o t auf. Ruhrepibemie in Wolhynien. — Bisher 200 Todesfälle. Im Bezirk von Okremenez im Bezirk Wolhynien ist bie Ruhr ausgebrochen. Die Seuche breitet sich trotz aller Gegenmaßnahmen ber polnischen Behörden weiter aus. Bisher find etwa 1400 Krankheits- fälle bekannt geworben, wovon 250 mit bem Tobe enbeten. Um eine Verschleppung ber Seuche möglichst zu verhinbern, ist bie Abhaltung von Märkten unb großen Versammlungen untersagt worben. Schweres Unwetter über Wien. — 2 lote, 2 Schwerverletzte. lieber Wien ging ein überaus starker Wolkenbruch nieber. Gleichzeitig entlub sich ein heftiges Gewitter. Auf bem Kahlenberg würben zwei Männer getötet unb ein Mann unb eine Frau burch Blitzschläge schwer verletzt. Verheerende Feuersbrunst in einem thüringischen Dorf. Das im thüringischen Landkreis Hildburghausen gelegene Dorf Marisfeld ist durch eine verheerende Feuersbrunst heimgesucht worden. Während eines schweren Gewitters schlug der Blitz in die Scheune eines Landwirtes und zündete. Zu allem Unglück waren die Fernsprechleitungen während des Gewitters zerstört worden, so daß die Nachbarwehren nicht zu Hilfe gerufen werden konnten. Da die Ortswehr allein zu schwach war, um des Feuers Herr zu werden, fraßen sich die Flammen mit unheimlicher Schnelligkeit weiter und erfaßten drei Wohnhäuser, fünf Scheunen und zehn Nebengebäude, die in Schutt unb Asche gelegt würben. Die gesamte Ernte, lanbwirtschaftliche Maschinen unb viele Geräte sowie Kleinvieh würben ein Raub bes Branbes. Evangeline Booth, bie Tochter bes Begründers der Heilsarmee, wurde durch den Hohen Rat zum General der Heilsarmee gewählt. Die jetzige Kommandeurin der Heilsarmee, bie lange Jahre an ber Spitze ber amerikanischen Heilsarmee ftanb, ist bie erste Frau, bie bie Leitung dieser Riefenorganisation übernimmt. M v. W Kk Zwei Arbeiter in einer Schiefergrube tödlich verunglückt. In ben Schiefergruben bei Thomm (Hunsrück) ereignete sich ein schweres Unglück, bem zwei Grubenarbeiter zum Opfer fielen. Bei ber Ausfahrt ber Tagesfchicht aus bem Stollen ber Kefselstattschen Gruben würben 2 Arbeitskameraben vermißt, bie zusammen in einem Nebenstollen arbeiteten. Die gesamte Belegschaft mürbe zurückgerufen. Als man ben Stollen absuchte, fanben bie Grubenarbeiter eine Strecke vor, bie zu Bruch gegangen war. Die beiben Vermißten konnten nur noch als Leichen geborgen werben. Die Ursache bes Unglücks ist noch nicht geklärt. Dreitausend 3ahre alter Goldschmuck in der Pfalz gefunden. Beim Sandgruben in einem Acker bei Speyerdorf (Pfalz) bemerkte der Landwirt Wilhelm Theobald, wie vom Sieb, durch das der Sand geworfen wurde, ein blinkendes Metallstück herunterrollte. Beim näheren Zusehen ergab sich, daß es ein Schmuckstück aus reinem (Selbe war. Es befanb sich neben einem anberen Schmuckstück aus reinem Golb unb einer Bernsteinperle in einer Urne, bie allerbings nur zerbrochen geborgen werben konnte. Museumsbirektor S p r a t e r (Speyer), ber von bem Funb verstänbigt würbe, stellte fest, baß bie noch völlig unversehrten Gegenstänbe breitaufenb Jahre alt sinb. Die Bernsteinperle ist bie zweite in Sübbeutschlanb, bie man bisher fanb. Man vermutet noch weitere Perlen an ber Funbstelle unb will in nächster Zeit Nachgrabungen anstellen. Drei Blonafe Bettler wegen einer Delle. Die Wette bes Börsenmaklers Ebwarb Harms bildet bas Stabtgespräch von Lonbon. Er hatte sich zu einem Kollegen bahin geäußert, baß er als Bettler mehr oerbienen könne wie als Börsenmakler. Der Kollege hatte ihm eine Wette von 300 Pfund vorgeschlagen, wenn Harms sich verpflichtete, drei Monate lang zu betteln. Harms hat tatsächlich drei Monate gebettelt unb babei soll er so viel eingenommen haben, baß er bequem baoon leben könnte. (Da unseres Wissens bie Bettelei in Lonbon von vielen Tausenben betrieben wirb, klingt bie Geschichte nicht sehr wahrscheinlich.) Ein streilendes Liebespaar duellierl sich. Ein ungewöhnliches Duell fanb biefer Tage in einem Stäbtchen in ber Nähe von Neapel statt. Die Duellanten, eine Frau unb ein Mann, bis ihres schon seit Monaten burch ftänbigen Streit getrübten Liebesverhältnisses überbrüffig waren, hatten beschlossen, burch ein Duell ben Schlußstrich unter ihre Beziehungen zu setzen. Als Waffe wählte bas ungleiche Paar ben Revolver, boch war ber Ausgang ihres Vorhabens ganz an- bers, als man hätte erwarten fallen. Die Frau, wohl bie bessere Schützin, verwunbete ihren männlichen Kontrahenten lebensgefährlich, wäh- renb sie selbst mit einem leichten Streifschuß an ber Wange als Siegerin aus bem Kampfe hervorging. Lin Langschläfer. In ben Vereinigten Staaten, im ßanbe der unbegrenzten Möglichkeiten schläft ber kleine nunmehr neun Jahre alte Joseph Higgins aus Memphis, Staat Tennessee, schon über 600 Tage. Die Aerzte wissen sich keinen Rat. Das Kind ist von einem tiefen Schlaf befallen und wird natürlich künstlich ernährt, sein Zustand ist sonst zufriedenstellend, es ist sogar gewachsen. Die Aerzte hoffen, bas Kinb bock; noch eines Tages wach zu bekommen, ba es sich hier offenbar nicht um bie löblich uerlaufenbe afrikanische Schlafkrankheit hanbelt. srontttW SrSfffahrer schwer verunglückt. -- Sechs Tote, sechs Verletzte. . Bei Livorno geriet nach Einbruch der Dunkelheit ein mit sechs Personen besetzter Privatkraftwagen ins Schleudern und stürzte in einen der zum Meer führenden Kanäle. Der Wagen wurde sofort unter großen Schwierigkeiten mit Seilen aus dem Wasser gezogen, jedoch waren sämtliche Jnfassen, zwei Männer, drei Frauen und ein Sjähriges Kind bereits e r st i ck t. — Ein zweites schweres Unglück ereignete sich bei Viareggio. Hier stießen zwei Personenkraftwagen in voller Fahrt zusammen. Es gab sechs Verletzte, darunter zwei Schwerverletzte. Kleine politische Nachrichten. Im Deutschen Club in Wien erschien eine Abteilung Kriminalbeamte und versiegelte die Räumlichkeiten. Der Deutsche Club, der im Schweizer Srakt der Wiener Hofburg seinen Sitz hatte, war seit vielen Jahren der Treffpunkt aller führenden nationalen Kreise Oesterreichs. Der jetzige Präsident des Deutschen Clubs ist Feldmarschall- LeutnaiU B a r d o l f f, der einstige Kabinettschef der Militärkanzlei des Thronfolgers Franz Ferdinand. * Die französischen Luftmanöver sind am Freitagnachmittag abgeschlossen worden. Das offiziöse Urteil der militärischen Sachverständigen geht schon jetzt dahin,daß es äußerst schwer ist, eine Großstadt wie Paris mit den heute bestehenden technischen Mitteln wirksam gegen Luftangriffe zu verteidigen. Eine italienische Militärabordnung mit General Grazioli an der Spitze ist in Moskau eingetroffen. Das Gericht in Rerfchinfk verurteilte 5 Beamte wegen Plünderung von Lebensmitteln, Sabotageund Veruntreuung zum 'Tode durch Erschießen. Deutsche Gpielwaren auf dem Weltmarkt. Deutsches Spielzeug eroberte vor dem Kriege fast alle Weltmärkte. Im Jahr 1912 exportierte Deutschland noch für mehr als 92 Millionen Mk. Kinderspielzeug. Davon gingen für 28 Millionen Mark nach den Vereinigten Staaten und für 23 Millionen Mark nach England. Beide Länder, insbesondere aber die Vereinigten Staaten, haben in der Kriegs- und Nachkriegszeit eigene Spielwarenindustrien künstlich großgezogen und schließen nun ihre Märkte immer mehr Men dre deutsche Spsetwarenesüfuyr rati. WsM Bedeutung aber gerade der amerikanische Spielwarenmarkt auch heute noch hat, und welche Absatzmöglichkeiten für die auf diesem Gebiete sehr leistungsfähige deutsche Industrie vorhanden wären, wenn sie nicht durch überhöhte Zölle und sonstige Absperrungsmaßnahmen gehandicapt wäre, ergibt sich aus der Tatsache, daß der Verband der amerikanischen Spielwarenfabriken den Spielwarenumsatz des amerikanischen Einzelhandels in seinem soeben veröffentlichten Jahresbericht auf 220 Millionen Dollar schätzte. Don diesem gewaltigen Bedarf wird aber heute nur noch der zehnte Teil durch Einfuhr ausländischer Spielwaren gedeckt. . . Die deutsche Spielwarenausfuhr betrug in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres noch nicht einmal die Hälfte der in der gleichen Zeit des Vorjahres erreichten Ausfuhrmengen. Und diese waren wiederum nur halb so große wie die Ausfuhr der ersten sieben Monate des Jahres 1932. So ist die deutsche Spielwarenausfuhr nach Amerika auf einen Bruchteil ihrer früheren Bedeutung zusammengeschrumpft. Wolkenkratzerhohe Schutzzölle, die Dollarentwertung und schließlich noch die japanische Unterbietungskonkurrenz, die durch unerreichbar niedrige Löhne begünstigt war, haben ihr die alten Märkte fast völlig gesperrt. Etwas besser hat sich die Ausfuhr deutscher Zieh- und Mundharmonikas nach den Vereinigten Staaten gehalten. Sie ist in diesem Jahre sogar wieder um 60 bis 70 Prozent größer, als im Vorjahr gewesen. Auf diesem Gebiete besitzt die deutsche Exportindustrie noch immer eine sehr starke Stellung. In der Spielwarenbranche aber wird sie diese erst wieder gewinnen können, wenn die Hemmungen, die durch einen fühlbaren Boykott deutscher Erzeugnisse noch verstärkt werden, einmal beseitigt sein werden. Bei freiem Wettbewerb und gesichertem „fair play" braucht die deutsche Spielwarenindustrie auf dem amerikanischen Markt auch die japanische Konkurrenz nicht zu fürchten, der sie in qualitativer und geschmacklicher Hinsicht weit überlegen ist. Wettervoraussage. Da im Westen rascher Luftdruckanstieg eingesetzt hat, ist feuchte Luft nach dem Kontinent vorgedrängt worden, die in unserem Bezirk vorübergehend störenden Einfluß auf die Gestaltung der Wetterlage gewinnt. Im allgemeinen wird sich aber der hohe Druck wieder durchsetzen und beim Zusammensinken der Luftmassen Aufheiterung herbei- führen. Allerdings treten besonders in den Morgenstunden noch verbreitete Dunstbildungen auf. Die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht werden sich etwas verschärfen. ftfr VSnir 2 kIkSS? Morgens nebelig, wolkig, tagsüber aufheiternd, trocken, stärkere Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht. Aussichten für Freitag: Im wesentlichen trocken, spätsommerliches Wetter. Lufttemperaturen am 4. September: mittags 25,5 Grad Celsius, abends 16 Grad: am 5. September: morgens 13,1 Grad. Maximum 26 Grad, Minimum 10,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. September: abends 20,7 Grad; am 5. Sep- kemberr morgens 16,4 Grad Celsius. — Sonnet scheindauer 10,2 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langs, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. —9 Eewinnauszug 23. Ziehungstag In der heutigen Vormittaaszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 147829 60806 29907 4992 374 Gewinne zu 125705 214128 18838 38808 50847 63715 90707 40607 213408 54215 206393 56804 230249 136377 171157 218624 264782 315884 354734 384441 48955 69348 83944 95564 136738 172579 226896 266350 321948 360317 384942 192147 230667 284185 345378 369190 104147 120369 135890 147065 171698 179732 189663 205487 211295 225884 237781 245767 254121 264443 274507 280957 288165 303140 322042 333870 350266 361306 371385 385996 399917 104912 120450 137609 154766 171920. 180989 189790 206439 213047 225978 239746 248349 256220 266008 276158 285787 295310 312259 323209 334411 351071 364880 371960 389628 206575 255925 307980 352736 381824 17249 33802 50148 63589 89606 98939 111022 129498 142161 156544 172451 187864 191171 206747 217380 227342 242000 260806 260372 267214 278388 286440 299570 316994 326266 341080 354204 368104 374866 390611 23600 47131 56124 66295 94043 14466 32358 49260 60749 85789 98221 108868 126864 142022 156002 172436 186368 189997 206567 215164 226035 241010 249331 260277 266159 277176 286928 298556 312720 323493 334765 354139 368031 374214 390073 101910 118272 133702 145058 162095 176126 189436 202518 211162 225656 238578 243627 251879 262480 270234 280072 287850 301845 317977 332227 347449 356220 371027 381756 395092 101786 115673 130060 144277 162061 172807 188087 201029 211046 222553 230816 243111 251324 262448 268145 279940 286823 300261 317132 328267 345870 355572 369131 380905 393872 147264 189641 229677 274881 332167 361418 389123 300 M. 24200 47901 57775 83568 95074 21974 45212 66939 66164 92344 204387 239579 296540 347970 379969 390345 20785 291646 16166 194612 2 Gewinne zu 30000 M. 289378 2 Gewinne zu 10000 M. 364940 2 Gewinne zu 6000 M. 14 Gewinne zu 3000 M. 72465 162694 269005 24 Gewinne zu 2000 M. 143308 144822 185193 248902 287300 388960 22 Gewinne zu 1000 M. ---- 60608 63659 64853 168641 333022 333037 390256 ------„ 2018 4 368 6470 ‘ ----- 26034 "NO"Gewsnne'z'u 600 M. 2907 6943 14684 17613 20562 27096 27187 29068 33582 38078 40697 43960 66971 64335 72348 96163 123190 134691 ------ ------ ------ 154831 163239 164289 5. Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie 3. September 1934 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 1148 10363 11615 39675 40441 58089 66824 67071 67422 95019 91899 13833 25878 90529 114422 143209 160169 168156 183087 201406 213198 229415 245080 248118 266781 279002 290774 306736 318789 337136 349346 372253 375932 384919 118291 170877 224323 253568 314719 361824 13516 25467 17998 26749 30072 68283 67631 97016 157345 212080 242706 307985 336521 397431 119325 146195 161625 177978 190049 202845 227580 230800 245979 261382 268411 279312 295162 310716 325044 341777 356145 374247 378695 391826 154874 206244 242596 303379 328145 396574 131084 148406 163466 178361 192298 206056 228583 231721 246419 266266 271480 283680 297784 314325 328035 344539 359054 374293 380859 396536 19951 30347 64021 76782 97160 138284 151453 163905 181747 192413 207605 228625 235889 246813 266317 273559 284899 299879 315210 329694 348121 366691 374513 381399 397580 20090 31320 64834 81310 99763 115638 143622 160201 177515 189982 201462 216695 230231 245117 257424 267257 279288 291815 308377 324269 340017 352098 372478 378215 386074 149294 187470 233810 282987 324817 382696 149293 180539 228882 282012 321633 375721 316 Gewinne zu 300 M. ---- ----- ----- 18610 2 Gewinne zu 20000 M. 165876 4 Gewinne zu 5000 M. 67942 208718 16 Gewinne zu 2000 M. 7617 11763 57566 201171 245020 290422 373583 28 Gewinne zu 1000 M. 30144 38205 79051 95161 156098 179191 230958 236077 271940 293491 306393 340694 90 Gewinne zu 500 M. 52390 55092 62815 63465 69664 88057 91444 102000 23270 60024 233014 59294 110160 159824 217608 252359 309516 361214 12880 23196 34517 64913 81723 112982 141712 153024 165547 182623 194688 208401 228679 242802 247104 266518 276614 290099 303504 315778 333950 348728 368860 374657 384603 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 38613 41105 66707 173973 276248 281659 284508 359177 382893 389626 Im Gewinnrade verblieben: 140 Tagesprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 20000, 8 zu 10000, 46 zu 5000, 86 zu 3000, 192 zu 2000, 382 zu 1000, 970 zu 500, 3946 zu 300 M. • ................■■■■ aoo Für die überaus herzliche Anteilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, für die Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Keil und Kinder. Gießen (Im Gartfeld 12), den 5. September 1934. 5139 D !!>"!"! SS MV billigst. im1.Stock,i.best. arbeit gesucht. Schr. Ängeb. u. C. Nübsamen, Fernspr. 3659. Lage, auf 1. ©ft. zu verm. an Mieter, d.dieHerrich- tungskosten vorlegt. Schr. Ang. u.5135va.d.G.A. 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Sie wurde zunächst nach Italien, nach Spanien, Frankreich ufw. gebracht. So fand sie auch den Weg zu uns. Schon im Frühjahr erfreut sie uns mit ihren gelben Blüten. Und dann kommt es auf die Kraft der Sonne an, um ihre Frucht röten und reifen zu lassen. Auch wenn die Tomaten billig aus Italien kommen, in jedem warmen und sonnigen Sommer lohnt sich der Anbau auch bei uns, ob sie nun in Töpfen, auf dem Feld oder am Spalier gezogen werden. Selbst die Hausfrau in der Großstadt hat die Möglichkeit, auf dem Balkon ihre Liebesäpfel selbst zu ziehen. Allzu oft können wir es beobachten, wenn wir durch die Straßen der Großstadt wandern, daß die Tomaten in Kästen und Töpfen unter liebevoller Pflege gezogen werden. Schon im Winter kann man vorarbeiten. Man legt den Samen ins Mistbeet oder ebensogut in kleine Töpfe. Ende Mai werden die Topfballen sorgsam ausge- pflanzt. Durch das Verpflanzen mit dem Topfballen erfährt die Entwicklung keine Hemmung, und die Sonne wird dann zusammen mit einer guten Düngung das ihrige tun, um die Pflanzen in die Höhe zu treiben. Man kann auch in Zigarrenkisten oder Samenschalen ansäen und die Sämlinge in kleine Töpfe verstupfen. Das mögen die Tomatenpslanzen sehr gern, und beim Derschulen sind sie nicht empfindlich. Um so empfindlicher aber gegen Frost. Deshalb darf man sie. nicht zu früh auspflanzen. Die Tomaten lieben einen kräftigen und nährstoffreichen Boden. Auf halbverrottetem Stalldünger wachsen sie am besten. Die beste Pflanzweite ist 50 bis 60 Zentimeter. Gegossen wird hauptsächlich beim Umsetzen. Sonst brauchen sie nicht viel Wasser. Aber um so öfter die Hacke. Und sobald sich die verschiedenen Triebe bilden, läßt man nur den kräftigsten stehen und schneidet alle anderen ab. Man soll aber möglichst keine Blätter abschneiden. Die sind während des Wachstums lebenswichtig. Die hinzuwachsenden Triebe werden alle 14 Tage abge-schnitten. Ende August werden dann die Haupttriebe so weit zurückgeschnitten, als Früchte daran sind, von denen man denkt, daß sie reif werden können. Denn nach Mitte September hört das Wachstum der Tomate überhaupt auf. Deshalb kann man jetzt auch die Blätter um die Früchte herum abschneiden. Dann kann die Sonne noch die letzte Reifearbeit leisten. Wird das Wetter kühl, schneidet man die Frucht mit dem Stil ab, hängt sie an einer Schnur über den Küchenherd und läßt sie hier, wenn nötig, nachreifen. Im Haushalt ist die Tomate jedenfalls so vielseitig verwendbar, daß sich ihr Anbau unbedingt lohnt, besonders dann, wenn frühreifende Sorten gewählt werden. Und warum sollen wir uns diese schöne Frucht nicht selbst beschaffen, wenn es uns so wenig Mühe und soviel Freude macht wie gerade die Kultur unserer leuchtend roten Liebesäpfel. 3um Schuhe des Waldes. Durch eine Verordnung „Zum Schutze des Waldes" ordnet der Hessische Staatsminister an, daß im Walde oder in gefährlicher Nähe des Waldes Zelte oder Lagerstätten nur mit besonderer schriftlicher Genehmigung der Forstpolizeibehörde und nur innerhalb der im Erlaubnisschein freigegebenen Flächen errichtet werden dürfen. Bis zum 30. September ist es ferner verboten, im Walde oder in gefährlicher Nähe von Wäldern im Freien offenes Feuer oder Licht anzustecken, unverwahrtes Feuer oder Licht mit sich zu führen oder zu rauchen. Dieses Verbot erstreckt sich auch auf die öffentlichen Wege und die zur Errichtung von Zelten und sonstigen Lagerstätten freigegebenen Flächen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 NM. oder mit Haft bestraft. Einer für Alle... und alle für Einen! Was lehrt dich, Volksgenosse, das Leben? Der Fortbestand deines Volkes ruht nicht darauf, daß du die Sorge für dich anderen überläßt. Das Streben nach der Familie ist dein Wunsch nach Erhaltung deiner selbst und deiner Art! Du löst diese Aufgabe durch deine Arbeit! Was ist dein Volk anders als eine Familie! Deine Arbeit und dein Kampf für dieses Volk dienen seiner Erhaltung und damil des Daseins deiner Kinder und Kindeskinder. „Du bist nichts, dein Volk alles!" Dein Schicksal ist unlösbar verbunden mit dem Schicksal aller, der Kampf um das Schicksal deines Volkes damit auch Kampf um dein eigenes Schicksal! Wie oft schon in den letzten 19 Monaten hast du erlebt, welche Kraft die Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes be- Sprechstunden des Treuhänders der Arbeit in Gießen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen macht erneut darauf aufmerksam, daß der Treuhänder der Arbeit jeden Freitag von 9.30 Uhr bis 13 Uhr -und von 15 bis 18 Uhr im Kammergebäude Lvny- straße 7 seine Sprechstunden abhält. NS.-Gemeinschaft„KrastdurchZreude" Kreis Gießen. Betr. Rheinfahrt. Die für den 9. September vorgesehene dritte Rheinfahrt findet wegen ungenügender Beteiligung nicht statt. Urlaubsfahrten. Vom 22. September bis 1. Oktober: O st p r e u - ß e n. Letze Bäderfahrt an die Samländische Bern- stemküste. Abfahrt am 22. September früh mit einer Uebernachtung nach Hohenstein, Tannenberg, Königsberg. Von dort erfolgt die Unterbringung an den Küstenorten nordwestlich Königsbergs. Die Rückfahrt erfolgt am 30. September früh. Besichtigung von Marienburg, Uebernachtung in Berlin, Ankunft am Montag, dem 1. Oktober, abends. Anmeldetermin bis 10. September. Kosten 51 Mark. Vom 29. September bis 7. Oktober: Bayerischer Wald. Fahrt in den herbstlichen Hochwald Letzte Anordnungen für die Teilnehmer am Neichsparteitag aus dem Kreise Gießen 1. Antreten aller Marschteilnehmer 18 Uhr auf dem Oswawsgarten. 2. Antreten der Zuschauer der Gießener Ortsgruppen gleichfalls 18 Uhr aus dem Oswaldsgarten. Die Frauen sammeln sich auf dem Bahnhossplah um 19 Uhr. 3. Oie Zuschauer aus dem Kreis Gießen sind bis spätestens 18.30 Uhr auf dem Bahnhof Gießen eingetrossen. 4. Abfahrt des Gonderzuges Donnerstag, 6. September, 19.59 Uhr. Heil Hitler! J. d. R.: Dr. Kopp Kreisausbilder. 3. A.: Hopfenmütter Stellvertr. Kreisleiter. sitzt! Und der Geist dieser Gemeinschaft wird dein Volk und dich vorwärts führen. Und die Fliegerei? Sie handelt Stunde und Stunde danach, daß ihre Arbeit und ihre Leistung nur möglich sind, wenn alle für Einen da find, damit Einer für alle zur Leistung, zur Tat kommen kann. Dieser Gemeinschaftsgeist beseelte die Entwicklung der Fliegerei, war Grundlage der heldenhaften Tat unserer Kriegsflieger und ist Inhalt für alle Zukunft! Deutscher Volksgenosse! Die deutsche Fliegerei dient der Zukunft deines Volkes und damit auch dir! Werde auch du Träger der Fliegerei deines Volkes: Tritt ein in den Deutschen Luftsport-Verband! Anmeldungen bei: Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952. der bayerischen Ostberge. Unterkunftsorte Zwiesel usw. am Fuße des Arbers, mit den Hochwäldern und Wildbächen. Die herzlichen Menschen, die gute Kost, die bekannten Glasbläsereien locken zur zweiten Fahrt. Anfahrt über Passau, die Rückfahrt über Regensburg mit Gelegenheit zur Besichtigung dieser Städte und Verpflegung dort. Abfahrt am 29. September abends. Rückfahrt am 7. Oktober nachmittags. Anmeldetermin bis zum 17. September. Kosten 31 Mark. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung. Bezirksleitung Gießen. Am Sonntag hielt die NSKOV., Fachabteilung Bund erblindeter Krieger e. V., Bezirk Gießen, im kleinen Saal des Kath. Vereinshauses eine Versammlung ab. Anwesend waren 24 erblindete Kameraden, davon zwei aus dem Bezirk Büdingen. Der Obmann, Kam. Kranz, eröffnete die Versammlung und begrüßte alle Teilnehmer auf das herzlichste. Er wies auf das Ableben des Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg hin, der den Kriegsopfern und insbesondere den Kriegsblinden und Hirnoerletzten ein treuer Kamerad war. Die Versammelten erhoben sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen. Auch der verstorbenen Kameraden S ch o r r und Loos (letz- terer war unterstützendes Mitglied) wurde in dieser Weise gedacht. Kamerad Kranz erläuterte dann die Aenderun« gen, die das Gesetz des RVG. vom 3. Juli 1934 ge- bracht hat. Er erwähnte, daß das RVG. und das OPG. von 1906 eine Sonderbehandlung der Frontkämpfer enthalten haben, die durch das RVG. von 1920 wieder beseitigt worden sei. Erst das Gesetz vom 3. Juli 1934 räumt den Frontkämpfern durch die Bewilligung der Frontzulage wieder eine Son- Verstellung ein. Wenn auch diese Zulage heute noch gering sei und nur an einen kleinen Teil der Frontkämpfer zur Auszahlung komme, so sei doch schon die Einführung der Frontzulage ein wesent- licher Fortschritt in der Geschichte der Kriegsopfer- Versorgung. Alle übrigen durch das Gesetz vom 3. Juli 1934 in der Versorgung eingetretenen Verbesserungen erläuterte Kamerad Kranz mit sorgfältiger Genauigkeit. Nachdem Kamerad Kranz noch darauf hingewiesen hatte, daß am 9. September in Essen und am 16. September in Kassel eine Zusammenkunft der Kriegsblinden stattfipden solle und daß die Anträge auf Verleihung des Kri'egsehrenkreuzes umgehend bei den zuständigen Ortspolizeibehörden zu stellen feien, konnte von ihm die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen werden. Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Die Fachschaft Volksschule irn NSLB., Kreis Gießen, hält am heutigen Mittwoch, 15.30 Uhr, in der Aula des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums eine Gesamttagung der Fachschaft Volksschule mit Lichtbildervortrag von Studienreferendar Szczesch über „Lehrer und Vorgeschichte im nationalsozialistischen Staat" ab. Zu dem Vortrag haben auch Gäste aus anderen Fachschaften Zutritt. Die Ausstellung »Kampf und Sieg der HI/' verlängert Die Gebietsführung der HI. gibt bekannt: Wegen des großen Andrangs des Publikums ist die Ausstellung „Kampf und Sieg der HI." bis einschließlich Freitag, 7. September, verlängert worden. Man erwartet die Belegschaften der einzelnen Betriebe, ganz besonders aber die Schuljugend und jeden, der das junge Deutschland kennenlernen möchte. Bornotlzcu. — Tageskalender für Mittwoch: NSLB., Kreis Gießen, 15.30 Uhr, in der Aula des Landgraf- Ludwig-Gymnafiums, Gesamttagung der Fachschaft Volksschule. — NS.-Lehrerbund Gießen, 15.30 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums, Bezirksversammlung der Fachschaft Höhere Schule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die Csardasfürstin". — Reichstreuebund, 20.15 Uhr, Wiederbeginn der Kameradschaftsabende. — Turnverein 1846, Alters- turner, 20.30 Uhr, in der Turnhalle, wichtige Besprechung. — Aquarien- und Zierfischverein, Hotel Köhler, Horst-Wessel-Wall, Werbeschau. * ** Polizeiperson alle. In den Ruhestand versetzt wurde der Polizeihauptwachtmeister Heinrich Heß in Friedberg unter Anerkennung der dem Staate geleisteten treue Dienste mit Wirkung vom 1. Januar 1935 an. ** Schulpersonalien. Dem Lehrer Heinrich Groß zu Dorn-Dürkheim (Kreis Worms) wurde eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Großen-Lin- den (Kreis Gießen) mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an übertragen. — Ernannt wurde der Schulamtsanwärter Adolf Kröning aus Offenbach zum Lehrer an der Volksschule zu Bin- Was gibt es Neues tu Kopenhagen? VonunferemdänischenR.E T-Korrespondenien Kopenhagen, Anfang September. Die dänischen Liebespärchen sind in tiefste Trauer versetzt worden, denn von behördlicher Seite aus ist das Küssen am Strand von Klampenborg, dem Kopenhagener Wannsee, seit einigen Tagen aufs strengste verboten worden! Die Zeitungen brachten diese bestimmt nicht alltägliche amtliche Meldung in großer Aufmachung auf der Titelseite und fügten hinzu, daß die Badeverwaltung dieses Kußverbot angeregt hat, da in den letzten Monaten am Strand zu viel und zu lange geküßt worden sei. Kurze Küsse, die genau so gut auf dem Bahnsteig geküßt werden könnten, sind jedoch nach wie vor erlaubt. Trotzdem werden die dänischen Liebespaare wohl in nächster Zeit die Aufhebung des neuen Kußverbotes beantragen. Kopenhagen ist die Stadt der Räder. Es gibt wohl kaum einen Dänen, der nicht mindestens ein Fahrrad besitzt. Das Kassenfräulein vom Tivoli radelt genau so wie der ergraute Universitätspro- fessor, und der kleine Botenjunge gondelt selbstverständlich in dem dichten Fahrradstrom durch die breiten Straßen und grüßt ehrfurchtsvoll den radelnden König von Dänemark. An jeder belebten Straßenkreuzung befinden sich sogar Parkplätze für Fahrräder. In den Mittagsstunden haben sich nicht selten 500 Räder auf dem Rathaus „versammelt". Ihre „Herren" sitzen in den überfüllten Eissalons und den beliebten Erdbeerläden oder umlagern die Buden der Brötchenverkäufer, die hier zu jeder Jahreszeit glänzende Geschäfte machen. Ein dänischer Polizist kam vor einiger Zeit auf den Gedanken, daß sämtliche Fahrradbesitzer eigentlich eine Steuer bezahlen müßten. Bitterste Verachtung traf den unglücklichen Polizisten, der offenbar noch nichts von der engen Verbundenheit des Dänen mit feinem Stahlroß gehört hatte. Auf den Kopenhagener Straßen stehen aber nicht nur Räder herum, sondern auch unzählige Automaten zieren das Straßenbild. In den verschiedensten Preislagen kann man sich hier nach Geschäftsfchluß oder am Sonntag Lebensrnittel oder Gebrauchsgegenstände jeder Art ziehen. Die dänischen Automaten liefern ihren Kunden oft mehr als ein kleines Warenhaus. Sie geben neben sämtlichen Eßwaren — von der Stachelbeere bis zur Gänseleberpastete — eine Unzahl praktischer Haushaltsartikel von sich. In den Mägen der Kopen- haaen"r Automaten befinden sich Rasierklingen und elektrische Sicherungen, photographische Platten und Schuhkreme, ja sogar Zahnbürsten und Hosenträger kann man hier allnächtlich gegen den Einwurf einer kleinen Münze erstehen. Selbstverständlich fehlen auch die schlanken Zigaretten nicht, die am Nachmittag von den eleganten Frauen auf den Terrassen der kleinen und großen Musikcafss zum starken Mokka gequalmt werden. Wenn ein Schriftsteller einmal daraus kommen würde, die Geschichte des guten Essens zu schreiben, könnte er in Dänemark genügend Material vorfinden. Es ist charakteristisch für Kopenhagen, daß es über ein Lokal verfügt, das eine 2 Meter lange Speisekarte besitzt. Diese Speisekarte, auf der fast 180 verschiedene Sorten belegter Brötchen verzeichnet sind, wird den Gästen in dreisprachiger Übersetzung überreicht. In allen überhaupt denkbaren Möglichkeiten werden diese Brötchen zubereitet und mit unverstellbarem Raffinement garniert. Es gibt Brötchen, die nach deutschem Geld kaum 10 Pfennige kosten, während solche mit besonderen Leckerbissen angerichtet den Wert eines Dreimarkstückes übersteigen. Diese Brötchen sind für die Dänen Himmelsgaben! * Während in dem riesigen Vergnügungspark Tivoli nur Variets-Attraktivnen ersten Ranges zu bewundern sind, gibt es in der Umgegend Kopenhagens mehrere Stätten, an denen noch der echte dänische Volkshumor gedeiht. Im „Lorry", dessen Inneres mit den Kulissen eines bayrischen Alpendorfes geschmückt ist, tritt zur Zeit die populärste Kapelle des Landes auf. Der Dirigent zeigt sich als Tanzkomiker und ist der wahre Abgott des Volkes. Von >Zeit zu Zeit holt er kleine Kinder aus dem Publikum auf die Bühne, bringt ihnen die neuesten Schlager bei und singt sie dann gemeinsam mit den Kleinen zur leisen Ziehharmonika. Das Originellste aber sind die Sängerinnen Pavillons draußen vor der Stadt. Hier hat sich die Tradition des echten Tingeltangels bis in unsere Tage erhalten. Vor einer staubigen, unvorstellbar kitschig gemalten Walddekoration sitzen sechs ältere Damen in billigen längst aus der Mode gekommenen Flitterkleidchen und fingen abwechselnd zu der Begleitung eines völlig verstimmten Klaviers kleine Liebeslieder und derbe Couplets. Wenn es den Damen zu kalt wird, holen sie sich eine Strickjacke auf die Bühne, ziehen sie über das kurze abgetragene Brokatkleid und schmettern in dieser Kostümierung ihre Schmachtfetzen in den rauchigen Raum. Wenn sich dann noch ein Kavalier findet, der den sechs Sängerinnen eine Lage Bier aufs Podium schickt, ist die Stimmung da, die dem Abend in einem solchen Pavillon feine besondere Note gibt. ♦ Seit kurzer Zeit ist die Hauptstadt Dänemarks um eine Sensation reicher geworden. Während die Kopenhagener bisher nur gewöhnt waren, sich ihr ausgiebiges Frühstück auf den reizvoll angelegten Dachgärten oder in den Spezial-Kaffeestuben servieren zu lassen, haben sie jetzt die Möglichkeit, ihren Morgenkaffee auf Kanonen sitzend zu sich zu nehmen. Das Seefort Treekroner, auf dem sich noch vor wenigen Jahren dänische Matrosen befanden, hat ein geschäftstüchtiger Gastwirt gepachtet und als Restaurationsbetrieb eingerichtet. Gern sitzen die Gäste, die viertelstündlich per Motorboot nach dem alten Seefort befördert werden, „auf dem Pulverfaß" und freuen sich, die Befestigungen ihres Militärs aus nächster Nähe studieren zu können. Stefan George als Darmstädter Gymnasiast. Irn „Deutschen Philvlvgen-Blatt" veröffentlicht H. Werner Erinnerungen an die Gymnasiastenzeit Stefan Georges auf dem Ludwig-Georg- Gymnasium in Darmstadt, dessen Schüler übrigens auch Karl August Klein, der die Herausaabe der „Blätter für die Kunst" organisierte, Karl Wolfs- k e h l und Friedrich G u n d o l f waren. Nach dieser Beschreibung war George alles andere als ein Duckmäuser. Er war ein rauflustiger Gesell, der in der Schule feine guten Zeugnisse erhielt und Skat- und Flaschenbierschlachten wie alle anderen auch mitmachte. In einigen Dingen aber kündigte sich doch, aus der Rückschau gesehen, Besonderes an. Er war für fremde Sprachen offenbar begabt und hatte viel Interesse für das fremde Geistesgut. Dieses sprachliche Interesse äußerte sich produktiv darin, daß er eine eigene Sprache (ähnlich dem Volapük) erfand mit völlig ausgearbeiteter Grammatik, die er seinen Stubenkameraden — er wohnte dort mit einigen anderen Schülern bei dem Volksschullehrer Raab in Pension — einzupauken versuchte. Ferner zeigte sich auch damals schon seine Neigung für Zierschrift: altitalienische Sonetten schrieb er in kunstvoller Schwarz-Rot-Wiedergabe auf. Und endlich schuf er mit seinen Stubenkameraden eine hektographisch vervielfältigte Zeitschrift „Rosen und Disteln". Es gab also damals schon einen „George-Kreis". Als Dichternamen hatte sich George den Namen Edmund Delorme gegeben. Werner teilt bann noch ein Gedicht „Die Najade" aus dieser Zeit und einen Teil von Georges Abiturientenaufsatz mit, an dem aber nichts bemerkenswertes ist, es fei denn, daß er überaus trocken und langweilig anmutet. Stefan George war von 1881 bis 1888 auf dem Darmstädter Gymnasium, nachdem er vorher die Realschule in Bingen besucht hatte. Ein ritterlicher Gegner. Ein ernstgemeintes, aber in feinem Ausgang harmloses Duell fand zwischen zwei Schauspielern der Comedie Frangaise statt. Der Komiker Dugacon und der dicke Busfot des Essarts, der als erster Darsteller des Bartolo im „Barbier von Sevilla" in der Bühnengeschichte fortlebt, waren in heftigen Streit miteinander geraten. Des Essarts hatte nämlich einen so gewaltigen Leibesumfang, daß für ihn ein besonderer Tisch angefertigt werden mußte, unter dem er sich als Drgon im „Tartusfe" verbergen konnte. Der stets zu Witzen aufgelegte Dugacon machte daraufhin im Namen des dicken Buffot eine Eingabe an den Minister, in der des Essarts um die Stelle des soeben verstorbenen Elefanten in der Menagerie bat. Das war dem Dicken doch zu viel, er forderte den Kollegen, der mit gewichtiger Miene zum Duelle erschien. „Mein Freund", sagte er, „du bist entschieden im Nachteil, weil du breiter bist als ich Ich werde dir darum mit Kreide einen Kreis auf deinen Bauch malen und nur die Stöße zählen, die da hineintreffen." Unter Gelächter endete die unblutige Begegnung. Hochsckmlnacbn'cbten. Dem B c r l i n e r Kunsthistoriker Professor Dr. Albert Erich Brinckmann, der zuvor an der Universität Köln wirkte, wurde vom König von Schweden das Kommandeurkreuz II. Klasse des schwedischen Nordsternordens verliehen. Professor Dr. Franz Schütz, Oberassistent am Hygienischen Institut der Universität Berlin, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Hygiene an der Universität Göttingen angenommen. Der Vertreter der inneren Medizin an der Universität Kiel, Professor Dr. Alfred S ch i 11 e n • Helm, ist auf eigenen Antrag aus dem preußischen Staatsdienst ausgeschieden. Dr. med. Hanns Löhr in Bielefeld ist zum ordentlichen Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Kiel ernannt worden. Der Assistent am Wiener Kunsthistorischelt Institut Dr. Hans H a h n l o s e r wurde als Ordinarius für Kunstgeschichte an die Universität Bern berufen. g-nheim (Str. Büdingen) mit Wirkung vom läge Leitung der.Werke, Lollar der Buderu^schen hör THpnftpinmeiiuna an (£Henroerf e mit, baß xßi|jemann, O, p *♦ Eine Alt-Gießener Erinnerung, nannten Lollarer Werk in Arbeit steht, im Frau Arnold, Grabenstraße 8 wohnhaft, feiert keinen Unfall erlitten bat. h mei der am morgigen Donnerstag ihren 73. Geburtstag. Die RDH Z e ck e n p la ged "Hund Jubilarin, die körperlich und geistig noch sehr rüstig 3e die sich die ierbänben un- der ber des i die die 09, Alsfeld. Die Saarbrückener Athle- tik-Sportvereinigung „W e ft" stattete dein Alsfelder Verein mit einer 15 Mann starken Mann- chaft einen Gegenbesuch ab. Nachdem den Gästen im Laufe des Nachmittags Gelegenheit gegeben war, die Sehenswürdigkeiten der Stadt Alsfeld unter achkundiger Führung zu besichtigen, fand ein Sportabend in Form eines Freundschaftsrlngkamp- es zwischen Mannschaften der beiden Vereine statt. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g begrüßte in herzlichen Worten die deutschen Brüder von ber Saar namens der Stadt Alsfeld. Er gedachte dabei des schweren Kampfes der Saardeutschen um die Erhaltung ihres Deutschtums und knüpfte an das gewaltige Erlebnis der Saartreuekundgebung auf dem Ehrenbreitstein an. Er versicherte, daß das ganze deutsche Volk hinter “ben deutschen Brüdern an der Saar stehe und sie nach der Abstimmung am 13. Januar 1935 mit offenen Armen aufnehmen werde. worden. ** Säumige Zahler werden von der Direk- tion der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke in unserem heutigen Anzeigenteil daran erinnert, baß bie fälligen Gebühren vom Juni bis zum 10. September noch ohne Kosten bezahlt werden können. Wer diesen Termin versäumt, hat mit Beitreibung ber Beträge und mit Sperre der Belieferung zu rechnen. ** Kein Unfall auf dem Buderus- Werk in Lollar. Zu dem im „Gieß. Anz." vom 3. September berichteten Unfall des 31 Jahre alten Kernmachers Richard W i f f e m a n n, ber mit schwe- ren Kopf- und Gesichtsverletzungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte, teilt uns die In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit den beiden Begriffen „Internationalismus" und „Na t i o n a l i s m u s". Er schilderte zunächst die wesentlichen Züge des Internationalismus und stellte dem den Nationalismus gegenüber. Der Internationalismus werde völlig vom Nationalsozialismus abgelehnt. Grundsätzlich fei zu sagen, daß im Leben eines Volkes nichts stagnieren dürfe. Es müsse fich alles weiterentwickeln. Deshalb dürfe auch einem überholten Geistesgut nicht nachgehangen werden, und niemand solle glauben, daß Adolf Hitler die Kastanien vielleicht für einen Hohenzollem-Prinzen aus dem Feuer hole. Der Internationalismus leite die Entwicklung aller Dinge von der Materie ab („Wirt- Verpflichtungsabend der AS.-Frauenschaften Sießen-Aorb und -Mtte. der inneren Festigung. Jeder Volksgenosse müsse die Gedanken des Führers erfassen. Das setze die Schulung als Notwendigkeit heraus. Die Schulung solle nach dem Willen des Führers von den bewährten Kämpfern getragen werden. Die neuen Gedanken müßten aus dem Herzen heraus und nicht lediglich vom Intellekt her vermittelt werden, nicht etwa von jemandem, der lediglich auf Grund seines Buchstabenwissens dazu in der Lage wäre. Der Beamte, der stets mit dem Volke in Verbindung stehe, fei besonders in der Lage, das Gedankengut des Nationalsozialismus verbreiten zu helfen. Besonders habe der Lehrer große Aufgaben, dessen Arbeit an der Jugend von entscheidendem Einfluß für die Zukunft sein könne. Der Beamte müsse Bescheid wissen über alle Probleme des Nationalsozialismus, müsse sie verstehen und vertreten können. Der Beamte solle ein Apostel für den Nationalsozialismus sein, er solle alle Überzeugungskraft anroenben, damit jeder Volksgenosse ohne Zwang zum Nationalsozialismus geführt werden könne. Insbesondere solle der Beamte denjenigen Volksgenossen entgegentreten können, die heute noch dem Internationalismus nachhingen, er müsse es tun aus dem starken Gefühl einer wahren nationalen Gesinnung heraus. (Weitere Meldungen aus Oberhessen auf der vierten Seite.) Große Strafkammer Gießen Unter Ausschluß ber Öffentlichkeit hatte sich bie Äel zu leiden haben, da sich die Hundezecke (Holz- bock) an allen Körperteilen des Hundes dermaßen vollsaugt, daß diese Milbe das Volumen h°s nuß- großer Blasen erreicht, erweist sich das Betupfen einer angelegenen Zecke mit Benzin oder Terpentln als das beste Beseitigungsmittel, da die Zecke d ese Gerüche nicht verträgt, loslaßt und abfallt. Ausreißen angesogener Zecken ist nicht zu empfehlen, ba mitunter der Rüssel in der Saugwunde zuruck- bleibt und Eiterungen nach sich zieht. Schulungsabend ber Beamten 1 Stadt und des Kreises Gießen statt, sehr gut besucht war. Der Fachschaftsleiter Amts für Beamte, Pg. Heß, hieß, nachdem Fachschaftsfahnen feierlich eingebracht waren, Teilnehmer willkommen. Sodann sprach 1918 habe man sich lediglich darauf beschränkt, die Macht zu erringen und sie zu mißbrauchen. Der Nationalsozialismus werde nicht in den Fehler verfallen, den zweiten Teil ber Revolution zu vergessen. Der Besitz der Macht werde die National- iozialisten nicht untätig bleiben und sie nicht auf ben Lorbeeren ausruhen lassen. Nach der Zeit des Kampfes fei eine andere Zeit für den Nationalsozialismus angebrochen: bie Zeit! Im Anschluß an diese eindringlichen Worte gab ber Redner die Richtlinien der NS.-Frauenschaft bekannt und nahm darauf die Verpflichtung vor. Die Frauen fangen anschließend gemeinsam die erste Strophe vom Deutschlandlied, vom Horst- Wessel-Lied und vom Frauenschaftslied. Im Schlußwort dankte Frau W r e d e allen Mitwirkenden und dem Redner und sprach den Wunsch aus, daß das abgelegte Bekenntnis zu steter Pflichterfüllung aneifern möge. Sie schloß die erhebende und zu Herzen gehende Derpflich- tungsfeier mit dreimaligem Sieg-Heil auf unseren Führer Adolf Hitler und auf Deutschland. Unter Ausschluß der Öffentlich! Kammer gestern mit dem V. L. - zur Zeit in Untersuchungshaft, zu beschäftigen. Dem Angeklagten wurde zum Vorwurf gemacht, sich m unsittlicher Weife an feinem einjährigen Mädchen vergangen zu haben. Die Beweisaufnahme, insbesondere das Gutachten des Sachverständigen, er- gab, daß es sich bei dem Angeklagten um einen vermindert zurechnungsfähigen und dazu noch schwerhörigen Menschen handelt, der zur Zeit der Tat noch unter dem Einfluß erheblichen Alkohol- genufses stand. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände erkannte das Gericht unter Anrechnung von drei Monaten drei Wochen erlittener Untersuchungshaft auf eine Gefängnis st rase von sieben Monaten. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. , ri Gegen den P. A., der schon vielfach vorbestraft ist. und zur Zeit eine neunjährige Zuchthausstrafe wegen schweren Diebstahls im Rückfall verbüßt, hatte die Staatsanwaltschaft die Anordnung der Sicherungsverwahrung beantragt. Die gestrige Beweisaufnahme, insbesondere das Zeugnis des An- ftaltspfarrers, sowie die Bekundung der Anstaltsdirektion, ließ erkennen, daß nach der Strasv^- büßung im August 1935 keineswegs die öffentliche Sicherheit durch A. gefährdet ist. Da es somit an einem wesentlichen Tatbestandsmerkmal fehlte, mußte der Antrag der Staatsanwaltschaft abgelehnt werden. Die Kosten trägt bie Staatskasse. Männer Opfer falscher Regierungsmaßnahmen geworden waren, die durch Die bevorzugte Stellung der Frau in der Nachkriegszeit aus ihrer Wir- fungsftätte herausgedrückt und nun arbeitslos waren. Erst unser Führer Adolf Hitler beseitigte diesen Uebelstand, indem er der Frau wieder den ihr von der Natur bestimmten Platz anwies, sie als Mittelpunkt in die Familie stellte und sie wieder zur Hüterin der kommenden Generation bestimmte. Eingedenk dessen, daß die deutsche Frau und Mutter in den vergangenen Jahren so unerträglich viel Leid erdulden mußte und dennoch standhaft blieb und den Glauben an eine bessere Zukunft nicht verlor, soll auch von der deutschen Frauenschast die Kraft ausgehen, die Herzen mutig zu machen, um die Ideen unseres Führers in sich aufnehmen zu können, sorgsam zu pflegen und weiter zu vermitteln, damit nun endlich auch diejenigen davon erfüllt werden, die heute noch abseits stehen und durch Kleingläubigkeit und Zweifel noch nicht den rechten Weg und Glauben zu unserem Führer Adolf Hitler gefunden haben. Erst wenn alle von echter Bekenntnisfreubig- keit zu Adolf Hitler durchdrungen sind, kann sich die rechte Volksgemeinschaft und mit ihr eine Liebe zu jedem Volksgenossen bilden. Und wenn wir Liebe zu anderen fühlen, echte, selbstlose Liebe, wenn wir unsere Ichsucht überwunden haben, wenn das alles geschehen ist, dann können wir einen Schritt weitergehen und sagen: „Von uns geht ein Kraftstrom aus durch das ganze Volk." In weiteren Ausführungen sprach der Dortra- qenbe über die Probleme „Weltwirtschaft und „nationale Wirtschaft." Insbesondere stellte er bie Be- beutunq der nationalen Wirtschaft an Hand von "Rahlen heraus. Der Nationalsozialismus bejahe das Eigentum aus dem Bewußtsein heraus, daß der Besitz mehr an das Vaterland binde, als die Besitzlosigkeit. Besitz müsse .vermehrt werden. Wichtig sei die Pflege der mittelstandischen Wirtschaft. Im Dritten Reich müsse erreicht werden, daß jeder Arbeiter gerechten Lohn empfange. Unternehmer und Arbeiter gehörten zusammen. Die große geistige Bewegung des Nationalsozialismus müsse in die Breite wirken, denn der Nationalsozialismus sei die einzige wahre deutsche geistige Bewegung. (Lebhafter Beifall!) i Nachdem der Leiter der Versammlung. Pg. H e ß, dreimalige, freudig aufgenommene Sieg-Heilrufe auf den Führer ausgebracht hatte, gemeinsam je em Vers des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes gesungen und die Fachschaftsfahnen aus dem Saale gebracht waren, wurde die Kundgebung geschloffen. Kameradschaftlich blieb man bann noch geraume Zeit beisammen. Hationalfiaat und nationale Wirtschaft Schulungsabend der Beamten. Am Montag fand im Cafe Leib ber Derpflich- ! tungsabenb ber NS.-Frauenschaften Gießen-Nord i und -Mitte statt. Der Bedeutung dieses Abends i entsprechend, hatte man eine besonders würdige I und feierliche Dortragsfolge gewählt. Die Ortsfrauenschaftsleiterin der Ortsgruppe Nord, Iran Wrede, eröffnete den Abend und begrüßte alle Frauenschaftsmitglieder und besonders den Redner des Abends, Pg. Röder, und die Herren vom Kampfbund-Quartett, die sich für den musikalischen Teil in anerkennenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatten. Frau Wrede gab dem Wunsche Ausdruck, bah alle Frauenschaftsmitglieber sich dessen voll und ganz bewußt sein möchten, dah das Bekenntnis, das sie ablegen würden, kein Lippenbekenntnis sein dürfe, sondern ein nie ermüdender Einsatz für unser Bekenntnis, für unser Volk und für unseren Führer. Darauf trugen die Herren vorn Kampfbund (Rein, Schmidt, Schneider und I o st) mit großer Hingebung und guter Einfühlung ein Quartett in C-Dur nuferes großen Meisters Joses Haydn vor. Nach dem Gedicht „Das Leben" von Bogislav von Selchow, das Fräulein Ann acker in feiner ausdrucksvoller Weise sprach, ergriff pg. Röder bas Wort. Er führte u. a. folgendes aus: In unserem großen Vaterlande gibt es viele Vereinigungen für Männer und Frauen mit teils weniger und teils mehr ernsten Zielen. Bei allen fast ist es so, daß man auf bequeme Art Mitglied werden kann, ohne daß damit in den meisten Fällen eine Verpflichtung der einzelnen an der Mitarbeit in dieser Vereinigung verbunden ist. Ganz grundsätzlich unterscheidet sich hiervon unsere NS.-Frauenschast, weil sie A u f g a b e n zu erfüllen hat, die bisher noch keine Frauenorganisation erfüllen konnte. Wenn man zurückschaut auf das Wirken und die Stellung der Frau im öffentlichen und im Familienleben in ber hinter uns liegenden Zeit, so wird man drei Gruppen von Frauen unterscheiden. Die erste Gruppe, die man vornehmlich in der Stadt vorfand, umfaßte die Frauen, die ganz unter dem Bann der von ber Moderne beeinflußten Frauenfrage standen. Sie strebte nach Gleichberechtigung mit dem Manne unter völliger Preisgabe ihrer ursprünglichen Bestimmung. Im Gegensatz zu diesen finden wir in der zweiten Gruppe d c Frauen aller Stände, die nur in ihrem kleinen Familienkreise : ihr eigentliches Wirken sahen. Zu der dritten Gruppe gehören die Frauen der i NS. -Frauenschaft. Sie ahnten, daß die Politik nicht gebunden ist an eine Partei, sondern Verbundenheit ist mit Volk und Staat. Sie umfaßte in den meisten Fällen die Frauen, deren Nheinhessischer Bürgermeisterbesuch in Oberheffen. § Alsfeld, 4. Sept. Heute statteten bie B ü r= germeifter des Kreises Bingen unter Führung von Kreisdirektor Peters und Regierungsrat S t r a cf auf einer ReifedurchOber- Hessen der Stadt Alsfeld einen Besuch ab. Auf dem Marktplatz begrüßte Bürgermeister Dr. V ö Ising die Gäste mit herzlichen Worten und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich gerade die Vertreter des westlichsten Teils unseres Hessenlandes mit denjenigen des nördlichsten Teils zu- ammengefunben hätten, um sich in echter Derbun- benheit als deutsche Volksgenossen zu fühlen. Namens der Bingener Gäste dankte Kreisdirektor Peters der Stadt Alsfeld für die freundliche Aufnahme und gab seiner Bewunderung Ausdruck über die herrlichen Baudenkmäler der Stadt Alsfeld aus alter Zeit. Leider habe Rheinhessen derartige stolze Zeugen einer vergangenen Zeit nicht in dem Maße aufzuweisen wie Oberhessen, da die Horden des Franzosen Mslac auf ihren Plünde- rungszüqen am Rhein die meisten Baudenkmäler durch Feuer vernichtet hätten. Anschließend fand unter Führung von Mitgliedern des hiesigen Verkehrs- und Derschönerungsverems eine Besichtigung ber Sehenswürdigkeiten des alten Alsfeld statt, wobei das reichhaltige Heimatmuseum Gegenstand ganz besonderer Bewunderung war. Abends fand ein geselliges Beisammensein im „Deutschen Haus statt, an dem auch die Beamten des Kreisamts Alsfeld teilnahmen. Die Weiterfahrt nach dem Vogelsberg gilt der Besichtigung des Mustergutes Selgenhof bei Ulrichstein und dem Besuch des Hoherodskopfes, von wo aus die Heimfahrt durch den Vogelsberg angetreten wirb. Eaarkundgebung in Alsfeld. Pg. Böcher vom Amt für Beamte im Gau Hessen-Nassau über das Thema: „Unsere grundsätzliche Auffassung über den National st aat und die nationale Wirtschaf t." Er sagte u. a.: Das Bestreben der Beamten müsse immer sein, die neu geschaffene Einheit zu erhalten. Geschlossenheit sei der Garant für den Bestand eines Volkes. Nicht Kriegsmaterial entscheide die Behauptung eines Volkes, sondern allein der geeinte Wille. Der Führer Adolf Hitler habe unseren größten Wunsch, die Einigung der deutschen Stämme, erfüllt. Der 19. August habe bewiesen, daß das Volk einig hinter dem Führer stehe. Es komme für die Zukunft darauf an, diese Einheit zu erhalten. Der Nationalsozialismus stehe und falle mit ber Tatsache, ob er im Volke Fuß fasse ober nicht. wenn der Nationalsozialismus bis zu jedem einzelnen Volksgenossen vorbringe — es werbe ber Fall sein — bann sei ber weg ber heutigen Nation für Jahrhunderte vorgezeichnet. Das Gedankengut des Nationalsozialismus werde Eigentum des ganzen Volkes werden. Das Merkmal einer echten Revolution sei nicht das geflossene Blut, sondern die Erfüllung einer neuen Staatsform mit neuen Inhalt. Im Jahre Das ist wieder eine Aufgabe, durch Frauenfchaft von all den anderen 23c---------- terfcheidet. Wenn f o die deutsche Frau ihren Auf- g a b e n f r e i 5 erkennt, wird der Grundstein gelegt sein, auf dem unser Führer Adolf Hitler die Zukunft unserer Kinder aufbauen will. Das verpflichtet uns aber dem Führer gegenüber zu unbedingter Gefolgschaft und Treue, das verpflichtet uns außerdem, aufzugehen und einzutreten mit echter Bekenntnisfreudigkeit in die Gemeinschaft der NS.-Frauenschaft. schäft ist Schicksal!"): diese materielle Auffassung lehne der Nationalsozialismus völlig ab. Der Nationalsozialismus wolle den willen des . Menschen dem Schicksal gegenüber eingesetzt sehen. Der Mensch müsse ben willen haben, , sein Schicksal zu meistern, wie bas Schicksal ; beeinflußt werde, sei je nach der Nationalität eines Volkes verschieden. Für Deutschland gelte bas Wort „Männer machen bie Geschichtet" Der Nationalsozialismus sei bereit, mit anderen Völkern zu verhandeln; das könne aber nur auf dem Boden der Gleichberechtigung geschehen. . Eine Nation sei erst dann vorhanden, wenn jeder Volksgenosse sich ihr angehörig fühle. Es müsse deshalb ein deutscher Sozialismus angeftrebt werden. Kein Volksgenosse dürfe sich benachteiligt fühlen. Nationalismus und Sozialismus müßten eine Einheit bilden. Nationalismus heiße stets Gleichberechtigung nach außen und deutscher Sozialismus Gerechtigkeit nach innen. Nationalsozialist dürfe sich nur ber nennen, ber gleichzeitig Sozialist ber Tat sei. Namens der Kreisleitung der NSDAP. Alsfeld begrüßte Kreispropagandaleiter Kimmel die Gäste von der Saar. Er wies darauf hin, daß die deutsche Geschichte lehrt, daß dem Deutschtum jedesmal dann ein Grenzbestandteil verloren gegangen sei, wenn eine schwache Regierung geherrscht habe. Heute herrsche aber in Deutschland die unerschütterliche Faust Adolf Hitlers, und es bestehe keine Gefahr, daß das Saarland verloren gehen werde. Tatsächlich sei die Entscheidung über das Schicksal des Saargebietes heute schon zugunsten Deutschlands gefallen. Die Abstimmung sei lediglich nur noch eine Formalität. Das nach Rasse und Abstammung deutsche Saargebiet werde wieder zum Deutschen Reich und zum deutschen Vaterland zurückkehren. Namens der Saarbrückener Gäste sprach deren Führer Mathias Junker den Dank aus für die der Mannschaft in Alsfeld zuteil gewordene überaus herzliche Aufnahme. Er versicherte, daß auch die Kraftsportler im Kampf um die Wiedervereinigung des Saargebietes mit dem deutschen Vaterland voll und ganz ihre Schuldigkeit tun würden. Anschließend wurde das Deutschland-Lied gesungen. Der Verlauf des von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am vorigen Samstagabend und am Sonntagnachmittag und -abend in der Volkshalle veranstalteten Winzerfestes war so unterhaltend, daß er heute noch oft Gegenstand des Gespräches in Stadt und Land ist. lieber der geselligen Seite dieser Stunden darf aber bei einem Fest von so großem Ausmaß die wirtschaftliche Seite nicht übersehen werden oder zu kurz kommen. Nach dieser Richtung hin ist es interessant, sich einige Zahlen vor Äugen zu halten, die die wirtschaftliche Auswirkung dieses Winzerfestes klar- machen. Im Verlaufe der Veranstaltung wurden von den Besuchern an Ausschankwein (d. h. der in den Gläsern verabreichte Wein) rund 5 3 0 0 Liter konsumiert. Daneben wurden weiterhin 150 0 Flaschen Rhein- und Moselwein getrunken. Beide Weinmengen zusammen ergeben also einen sehr bedeutsamen Absatz, der nicht nur den Firmen des örtlichen Weinhandels als willkommene Wirtschaftsbelebung zugute kam, sondern auch bei den Winzern, den Lieferanten von Flaschen, Korken, Flaschenkapseln, Etiketten usw. einen beachtenswerten wirtschaftlichen Niederschlag bringen wird. Wie flott der Weinkonsum bereits am Samstagabend war, geht daraus hervor, daß etwa gegen Mitternacht die von der Festleitung als wahrscheinlich vorausberechnete ©einmenge schon so gut wie völlig abgesetzt war und die Lieferanten mit größter Beschleunigung neue, Stoffzufuhr heranbringen mußten. Dabei ergab es sich, daß zum Teil das eben ankommende Quantum glatt wieder auf den Tischen der Gäste untergebracht werden konnte, ein Vorrat an der Ausschankstelle aber zunächst nicht zu schaffen war. Erst allmählich gelang es, hier wieder einen entsprechenden Rückhalt zu schaffen. Neben dem Weinkonsum stand auch ein erheblicher Verzehr an Eßwaren usw. Nach unseren Informationen sind im Verlaufe des Festes rund 3000 Würstchen, 3500 bis 3800 Brötchen, etwa 1200 belegte Brote und Brötchen, ferner etwa 8000 Zigaretten und schätzungsweise 1500 Zigarren, außerdem etwa 25 bis 30 Torten, große Mengen Schokolade usw. verzehrt worden. Dadurch hat neben den unmittelbar an dem Festgeschäft beteiligten Gastwirten auch ein weiterer Kreis von Handwerksmeistern und Lieferanten erfreulichen Nutzen aus der Veranstaltung ziehen können. Man darf natürlich nicht des Glaubens fein, daß der wirtschaftliche Vorteil der Gaststätteninhaber und Lieferanten bei diesem Fest ohne jede Einschränkung geblieben wäre. Es ist vielmehr an dem Gewinn allein schon dadurch ein Abstrich zu machen, daß z. B. an Gläsern und Flaschen allerlei Bruch entstanden ist, für den in vielen Fällen der Gastwirts- Unternehmer keinen Ersatz bekommen kann oder erhalten hat. Im Blick auf das Gesamtergebnis kann aber doch die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß der wirtschaftliche Nutzen der Veranstaltung für die beteiligten Lieferanten und Gastwirte, aber auch für deren Mitarbeiter ein beachtenswerter Faktor ist, der unter den heutigen Verhältnissen natürlich sehr willkommen geheißen wurde. Die Veranstaltung kam auch unserer städtischen Gesamtwirtschaft dadurch zugute, daß natürlich der Steuersäckel seinen Anteil forderte, daneben die städtische Straßenbahn am Samstag und Sonntag rund 16 500 Personen nach der Volkshalle und zurück beförderte. Als Schlußbilanz kann man hiernach die befriedigende Feststellung machen, daß auch dieses Gießener Fest, das in feiner ganzen Art bisher hier noch nicht zu verzeichnen war, für weiteste Bevolkerungs- freife ein bedeutsamer Faktor der Wirt- schaftsbelebung geworden ist, für den man den Veranstaltern nur Anerkennung aussprechen kann. ist, hatte in ihrer Jugend folgendes Erlebnis: Fürst Bismarck, der Kanzler des Deutschen Reiches, der schon an zwei Abenden von den Gießener Bürgern vergeblich erwartet worden war, traf am 6. September 1890, nachmittags, zu einer Zeit, die nicht bekannt war, in Gießen ein. Obwohl die Ankunftszeit nicht bekannt war, hatten sich doch einige Gießener am Bahnhof zur Begrüßung eingefunden. Durch Zufall hatte auch die Jubilarin von der Ankunft des Fürsten erfahren. Bei ihrem Eintritt in den Bahnhof stand Bismarck in seinem Salonwagen und wurde gerade von verschiedenen Herren begrüßt. Frau Arnold brachte es in ihrer Begeisterung fertig, sichdurch die Anwesenden zu drängen, sprang in den Wagen und rief in ihrer Begeisterung: „Guten Abend, Fürst Bismarck!". Der Fürst entbot ihr einen dreimaligen „Guten Abend!", schüttelte ihr [räftig die Hand und unterhielt sich kurze Zeit mit ihr über einen Aufenthalt auf dem Bahnhof Gießen im Kriegsjahr 1870. Nachdem er noch versichert hatte, daß ihn diese Begrüßung gefreut habe, rollte der Zug weiter. Möge der Jubilarin noch ein glücklicher Lebensabend beschieden sein. ** Straßensperre. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Wegen Vornahme von Kanal- bauarbeiten ist die Gafskystraße zwischen Klinik- und Schubertstraße vom 3. September ab bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt § Alsfeld, 4. Sept. Eine Kundgebung für die Saardeutschen in Verbindung mit einem Sportabend veranstaltete am, Sonntagabend im großen Saale des Gasthauses „Vaterland" berherein für Körperkultur! Vorschau auf -ie Herbstmode. Äon velnu. Es läßt sich nicht länger verheimlichen! Wenn auch morgens und mittags die Sonnenstrahlen noch die leuchtend bunten, einfarbigen und gemusterten Sommerkleider bescheinen, für den Rest des Tages ist es doch schon kühl, und der Sonne gelingt es kaum, an klaren Herbsttagen die Illusion des Sommers aufrechtzuerhalten. Es wird eben doch Herbst, und allzu leicht Fröstelnde beginnen schon, die eingemotteten dicken Mäntel aus dem diesjährigen langen Sommerschlaf im Garderobenschrank zu holen. Glücklich die Frau, der schon mit einem warmen Mantel gedient ist, und die sich damit zufriedengibt, daß er aufgefärbt und die Form modernisiert wird. Noch glücklicher der Mann, der niemals den „durch die Blume" gesprochenen Satz seiner Frau: „Ach, ich habe wieder mal nichts anzuziehen!" zu deuten braucht. Jetzt beginnt wieder einmal das ernste Problem: Was ist modern? Was kann ich tragen? Die erste Frage ist einfacher zu lösen! Hier haben unzählige eifrige Modeschöpfer unseren Damen das Kopfzerbrechen darüber abgenommen. Ihre fleißigen Finger halten in ruhigen Stunden das Rieftn-Füll- horn der Frau Mode über Frauen und Mädchen und streuen schon für jeden das Passende aus. Und andere Frau Mode dienstbare Geister geben durch die Reklame-Trompete rechtzeitig für den Herbst ihre Parole aus. Zuerst gilt die einmal dem neuen Hut. Und der ist diesmal verwegen und malerisch. Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob das Hütchen auf dem Kopf oder, wie es jetzt die Mode befiehlt, bloß auf dem Haar schwebt. Im Herbst überwiegen schräg nach vorn gesetzte Kappen, und vor Jahren verschollene D r e i s p i tz e tauchen wieder auf. Ungewohnt ist das Bild der flachen Köpfe und neuen Formen, dem man im Herbst auf den Straßen begegnen wird. Aber zum Trost der Frauen sei verraten, daß der Hut immer noch individuell getragen wird, und daß bei seiner Wahl weiter Form des Gesichts und die Gesichtszüge maßgebend sind. Diesmal bevorzugt Frau Mode für Herbst und Winter Samt, Plüsch, Filz. Erstaunlich sind da die Unterschiede vom einfachen zum eleganten Hut. Oft hat er die gleiche Form und unterschiedet sich nur in seiner Bestimmung durch die Garnierung, die manchmal aus dem gleichen Stoff ist, meistens aber in der Farbe kontrastiert. Zu eleganten Hüten, harmonierend zum Kleid, trägt man den schon bekannten, das Gesicht geheimnisvoll beschattenden Schleier und sogar wallende Federn. Wer sich nun neu „behütet" hat, wird auch die neue Dime des Kragens nicht verschmähen. Der Kragen will diesmal nämlich ganz hoch hinaus, und wie weit er sein Ziel erreicht, bestimmt der Geschmack seiner Träger. Manchmal verlängert sich das in Rüschen gelegte kleidsame weiße oder kremfarbene Jabot bis zum neuen Stuartkragen, und Trichter- und weiche Umlegekragen bilden neue Linien. Und nun zu den Kleidern! Wendet man sich zu den vorjährigen einfarbig wollenen, so wird die sparsame und geschmackvolle Frau sich gern das schlichte graue und braune Kleid mit schottischem oder leicht gemustertem Stoff verzieren. Ist aber gar eine Neuanschaffung im Etat genehmigt, so kann sie getrost die hübschen und praktischen Jersey st o f f e in Dunkelrot, Beige, Grün, allen Schattierungen von Blau oder gar die neuartigen Stichelhaar- und Angora-Wollstoffe wählen. — Praktisch und geschmackvoll für das Nachmittagsund Theaterkleid ist der bunte, apart gemusterte S e i d e n k a s a k zum schwarzen, dvppelseitig zu tragenden Seidenrock aus Reversible. Kasaks und wieder Kasaks mit leuchtenden Blüten- und Farbeffekten beherrschen das Bild an festlichen Gelegenheiten. Für das Abendkleid aber bleiben alle Seidenstoffe in Mode; soll es einen besonders feierlichen Zweck erfüllen, so wählt man Chiffon oder gar mit Silberfäden durchwirkte Seide. Aus dem Leben einerVauerssrau. (afp.) Acht Jahre bin ich jetzt auf dem Hof. Gebürtig bin ich ja auch schon aus der Wetterau, nur wär das ein anderer Betrieb, den mein Vater hatte. Er hatte 2200 Morgen in Pacht; Sie können sich ja wohl denken, was das heißt in unserer Ge- gend. Das heißt, er hat es nicht allein gemacht, er hatte es zusammen mit meinem Onkel. Aber es war natürlich schon in der Anlage ganz etwas anderes als so ein kleiner Zweihundert-Morgen- Bauer. Aber ich habe dann manches übernommen, wie ich es dort im Haushalt bei meiner Mutter gesehen habe. Darin unterscheidet sich, glaube ich, auch unser Haus etwas von den anderen Bauernhäusern, die man hier sieht. Ich war zwar noch recht jung, als die Pacht ablief, und mein Bater sie nicht mehr erneuert hat. Er war schon alt, konnte nicht mehr recht arbeiten und zog sich in die Stadt zurück. Ich wollte damals Lehrerin werden, für eine .Haushaltschule ober für eine Landwirtschaftschule; ich kam zunächst auf eine Schule nach Berlin, das War kombiniert Handels- und Haushaltschule. Wir Ihaben viel dort gelernt, utb wie ein paar Monate mm waren, mußten wir ein Zwischenexamen machen. 'Und wie ich damals in den Ferien zuhause war, — iba kam mir dann mein Mann dazwischen. — Ich nneine, — damals habe ich mich verlobt. Da habe nch bann natürlich nicht mehr an das Lehrerinnensexamen gedacht. Der Hof, den wir heut' haben, der gehörte dem Dnkel meines Mannes, und der war schwer krank. Die Tante war das Jahr vorher gestorben; nun mur nur noch eine alte Wirtschafterin da, die schon bald zwanzig Jahre im Hause gewesen war. Die mar ja schon recht, aber es sollte doch noch jemand für den Onkel sorgen, und da kam ich heraus und iührte sozusagen den Haushalt. Aber Sie wissen ja, wie das ist, wenn so eine alte Person im Haus ist; und ich war damals noch kaum achtzehn Jahre alt. Außerdem wollte der Onkel gern, daß wir heiraten wüten. Aber wir waren beide noch sehr jung, mein ■Rann wollte auch eigentlich noch vorher ein Jahr ■uf einem Rittergut lernen. Und es hätte sicher 3Ud) nicht gut getan, wenn wir so beim Onkel gemessen hätten, und es hätte ausgesehen, als warteten wir nur, bis er stirbt. Aber es kam dann doch am '-ers, im November wurde er auf einmal sehr krank, mb noch keine vier Wochen darauf war er tot. Nun wußte mein Mann das Gut übernehmen, und dazu gehörte eine Frau. Dann haben wir halt geheiratet. Anfangs war das eine recht schwere Zeit. Der Hof war furchtbar heruntergewirtschaftet. Alles Aus dem Reiche der Krau. Aber nur keine Angst für den bedrohten schmalen Geldbeutel! Der wichtigste Garderobestand ist und bleibt immer noch das schwarze, verwandlungsfähige Kleid aus Rips ober Seide, das auch diesmal wieder feine modische Tragbarkeit durch kleine Abänderungen, den neuen Kragen, farbige Schals, von neuartigen Klips und Schiebern gehalten, beweist. Hier gilt es für die geschmackvolle und praktische Frau, sich modisch zu behaupten und schon jetzt zu überlegen, was unter dem vorjährigen Garderobebestand noch eine Verwandlung lohnt. Sie wird dann überrascht sein, wie neu und originell auch das im Wandel der Mode unvergängUche S ch neide r k o st ü m durch einen hübschen Ledergürtel wirken wird, und wenn sie gar bann selbst mit Geschicklichkeit und Geduld die modischen Verwandlungen an ihren Sachen vornimmt, lohnen ihren Fleiß allein schon die bewundernden Ausrufe und Blicke der Freundin — eine nicht zu unterschätzende Genugtuung! Und diese kleine Freude kann jede Frau wieder einmal tüchtig auskosten. Die neue Herbstmode hilft ihr sogar dabei. Drum an die Scheren, und auf in einen modischen Herbst. Seide auf Handwebstühleu. Neues Material — neue Möglichkeiten. Äon Liselotte Gervais, puibus, Zfiügen. Wer noch den alten Webftuhl unserer Ureltern kennt, diesen „Stall" aus schweren Balken, dicken Schnüren und groben Geschirren, der wird erstaunt fein, das wundervollste, weichste und empfindlichste Material aus dem Handwebstuhl zu finden. Man darf aber schon heute sagen, daß für den primitiven Webevorgang jedes Material in Frage kommt, vom hauchdünnen Naturseiden- bjs o Eberstadt, 5. Sept. Gestern um die Mittagsstunde ereignete sich in unserem Dorfe, in der Kurve an der Butzbacher Straße, ein Verkehrsunfall. Ein Auto und ein Motorradfahrer stießen zusammen. Der Motorradfahrer erlitt einige Verletzungen, fein Rad wurde beschädigt. Der Kraft- wagenlenker erlitt keinerlei Schaden. — Am Montag erhielt unsere Gemeinde einen neuen Bullen, der auf einer Auktion in Nidda von Bürgermeister Görlach und Fachberater P. Görlach zum Preise von 530 Mark erstanden worden war. Züchter ist ein Landwirt aus Rixfeld. er inneren und auswärtigen Schulden in die Wege leiten will. U. a. notierten: Altbesitz 95,05, 6proz. Stahlverein 79,25, 4proz. Defterr. Goldrente 30,50, 5proz. innere Mexikaner 5,40, 5proz. äußere 11,13 bis 11,25, 4proz. do. Gold von 1904 6,75, 3proz. innere Silber 4,50, 4proz. Schweiz. Bundesbahn von 1912 193,50, 31,'?» proz. do. 180, Commerzbank 64,25, DD-Bank 71,75, Dresdner Bank 74,25, Reichsbank 156, Buderus 89, Gelsenkirchen 62,65, Harpener 105, Klöckner 79,40 bis 0,50, Mannesmann 72,75, Rh ein stahl 91,25, Aku 68,75 bis 69, AEG. 28,65, Bekula 147,25, Chade Lit. A—C 215, Lit. D 201, Daimler 48,65, JG.- Farben 148,13 bis 0,25, Gesfürel 112,50, Goldschmidt 93,25, Holzmann 79,75, Siemens 148,25, Aschaffenburger Zellstoff 65,50, AG. für Verkehr 73,50, Hapag 27,25. Nachbörse: Aku 69,25, IG.- Farben 148,25, Klöckner 79,50, Mannesmann 72,75 bis 73. Nindermartt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt standen 781 Stück Großvieh, 212 Fresser und 194 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. üuul. 300 b.- 390 Mark, 2. Qual. 200 bis 260, 3. Qual. 100 bis 160. Schlachtkühe a) 140 bis 260, b) 50 bis 100. Rinder V2- bis ^/-jährig 50 bis 85, bis 2jährig 70 bis 150, tragend 150 bis 270 Mark. Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pfennig. Marktoerlauf: ruhiges Geschäft. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 4. Sept. Auftrieb: 49 Ochsen, 20 Bullen, 231 Kühe, 238 Färsen, 314 Kälber, 874 Schweine. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 33 bis 35, b) 29 bis 32, c) 27 bis 29, d) 23 bis 26. Bullen a) 29 bis 31, b) 27 bis 29, c) 25 bis 27. Kühe a) 30 bis 33, b) 26 bis 30, c) 20 bis 25, d) 12 bis 19. Färsen a) 33 bis 36, b) 30 bis 33, c) 26 bis 29, d) 22 bis 25. Kälber a) 45 bis 49, b) 40 bis 44, c) 34 bis 39, d) 27 bis 33. Schafe nicht notiert. Schweine a) 51 bis 53, b) 50 bis 53, c) 49 bis 52, d) 48 bis 52. Marktoerlauf: Rinder und Kälber lebhaft, aus» v er kaust. Schweine schleppend, Ueberstand. Frankfurter Obst- und Gemusemarkt. Frankfurt a. M., 4. Sept. Am Gemüse» markt verzeichnete man starke Zufuhren von Tomaten, Salatgurken, Eskarol, Kopfsalat, Weißkraut, Wirsing und Rotkraut. Blumenkohl, Einmachgurken, Spinat und Bohnen blieben gefragt. Für letz- tere zog der Preis etwas an, für Eskarol, Kopfsalat, Rot- und Weißkraut gaben sie leicht nach; im übrigen traten kaum Veränderungen ein. Bei lebhafter Nachfrage waren die zu erzielenden Preise unbefriedigend. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 50, Buschbohnen 10 bis 12, Stangenbohnen 14 bis 18, Eskarol 5 bis 8, Gewürze!, großes Bündel, 20 bis 35, Salatgurken 3 bis 12, Einmachgurken (Essig) 30 bis 60, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln, gelbe, 3,80 bis 4, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis 10, Rettich 3 bis 6, Römischkohl 5, Rotkraut 5J4 bis 8, Sellerie 10 bis 20, Spinat 6 bis 8, Tomaten I 4 bis 5, II 2 bis 3, Weißkraut 4 bis 5, Wirsing 6 bis 8, Zwiebeln 53?4 bis 6%. Bei Obst- und Südfrüchten zeigten die Preise bei unbefriedigendem Geschäftsgang kaum eine Veränderung. Das Angebot in Aepfeln, Birnen und Pfirsichen blieb weiterhin stark, während Zwetschen gesucht blieben. Es erzielten: Eßäpfel 6 bis 8, Wirtschaftsäpfel 3% bis 5, Falläpfel 2 bis 2)4, Gravensteiner 14 bis 16 fort., Goldparmänen 12 bis 15 fort., Tafelbirnen I 8 bis 12, II 4 bis 6, Kochbirnen 3 bis 4, Gellert Butterbirne 7 bis 10, Brombeeren 22 bis 24, Pfirsiche I 13 bis 20, II 6 bis 12, Preißelbeeren 26 bis 28 Finnländer, rauben 13 bis 14, do. ital. 16 bis 20, do. span. 18 bis 22, Walnüsse 28 bis 35, Zwetschen 5)4 bis 6)4. Preußen. Kreis Wetzlar. O Groß-Rechtenbach, 4. Sept. Der Som- merkindergarten unserer Gemeinde feierte am Sonntagnachmittag bei «schönstem Wetter sein Jahresfest. Lehrer S p 0 r y begrüßte die Teilnehmer, dankte der Landesbauernschaft für die Einrichtung des Sommerkindergartens und der Gemeinde für die Unterstützung. Dann begannen die Spiele der Kleinen, an denen Alt und Jung viel Freude hatten. Zum Schluß gab es für die Kinder die üblichen Brezeln. Ortsbürgermeister Langsdorf hielt die Schlußansprache. Er dankte Lehrer Sport) und seiner Frau für die Betreuung des Kindergartens und Fräulein D 0 ck h 0 r n für ihre treue Arbeit. Er sprach die Hoffnung aus, daß der Kindergarten bald eine ständige Einrichtung werden möge. Mit einem Gruß an den Führer und einem gemeinsam gelungenen Lied schloß die Feier. O Atzbach, 4. Sept. Der hiesige Kindergarten hielt am Sonntag fein diesjähriges Sommerfest ab. Das gut besuchte Fest nahm einen sehr schönen Verlauf. Der Posaunenchor holte die Kinder am Kindergarten ab zum Schulhof. Viele Eltern und Geschwister der Kinder hatten sich eingefunden. Pfarrer H e i d er hieß alle willkommen. Ein gemeinsam gelungenes Lied und ein Eingangsgebet leiteten die Veranstaltung ein. Eine Stunde lang unterhielten dann die Kinder unter Leitung von Fräulein Lydia Brückmann die Zuschauer mit allerlei Spielen. Der Ortsgeistliche hielt eine Ansprache, die in einem Choral ausklang. Der Leiter des Kindergartens hielt die Schlußansprache, in der er der Kindergärtnerin für ihre mühevolle und treue Arbeit und dem Posaunen- chor (Leitung Herr Bernhardt, Waldgirmes) für die Verschönerung des Festes dankte. Ein gemeinsames Lied beschloß das kleine Fest. JtunOfunrproflramm. Donnerstag, 6. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.30: „Kennen Sie Pilze?" Vortrag von Curt Grimm. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.10: Kinderstunde. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Deutsche Gespräche. „Kann Kultur organisiert werden?" Zwiegespräch. 17.50: Aus Zelt und Leben. 18.15: Familie und Rasse. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Fernand Groses: „Grand Canyon Suite" 19.30: Saarumschau. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.10: Konzert: Ferruccio Busoni. 21.20: „Schatzgräber und Matrosen". Szenenfolge von Bernhard Blume. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt desch tossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H Aranktur: a. Dl. Berlin Frankfurt a.M. »erlitt Schluß» fur4 Schloßt. Abend- börse Schluß, kur- Schlußk. Mittag. börse Schluß- kurs Schlußk. Abend» börse Schluß, kure Schlußk. Mittag. börse Datum 3-9. 4.9. 3-9 4-9. Datum 3.9. 4-9. 3-9. 4.9. •% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 6% ehe m.7% Dt. RetchSanl. v. 1929 5^i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Aullos.-Rechten ............ 95 93,25 95,25 92 89,25 90 97,25 97,5 90 90 90,5 91,75 93 93 101,4 1,1 7,65 7 7,13 10,25 95,25 93,25 95,05 92,25 89,25 90 97,25 97,4 90 90 90,65 91,25 93 93 101,4 30,5 1,15 — 7,2 7,13 95,25 93,25 95,13 92,25 89,25 97,25 90,4 93 94 101,4 7,7 7,25 10,8 95 93 95,13 92 97 93 93 101,4 30,5 1,2 7,55 7,1 7,1 11,2 <% de-gl. Serie 11 ............. 8,1 4,25 3,9 36,25 27,25 31,25 73,5 92,5 63,25 70,75 73,25 156 28,25 147 102,5 114,65 76,25 111,65 104 97,25 149 121,5 88,5 114 62,25 106,25 — — 133,5 78 72,75 8,1 4,25 6,7 3,9 36,25 27,25 31,5 73,5 93 64,25 71,75 74,25 . 156 28,65 147,25 103 115 77,25 112,5 104,25 148,25 123,75 89 113,75 62,65 105 132,5 79,5 72,75 6,8 4 36,75 27,25 26 31,4 73,4 93,25 63 70,5 73 156,13 28,25 147,5 103,6 115 76 112 104 97 149,25 122,25 88,25 113,25 62,25 106 74 133,75 78 72,75 4,3 6,8 4,05 36,25 27,65 26 31,25 73,5 94,25 64 71,5 74 156,13 28,5 147,25 103,75 115,65 78 113 104,5 98,13 148 123,75 88,9 115 62,25 105,9 73 133 79,5 72,75 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rumün.vereinh.Reniev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8)4% Anatolier ...... Hamdurg-Amerika-Paket ..... 0 Vamburg-Südam. Dampfschiff . O Hansa-Dampsschiss........... 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 81.®. für Verkehrswesen AU. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Cammer,- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und 5)15conto. Gesellschaft................0 Dre-dner Bank............... Reich-bank ...............‘12 8LM...................... 0 Bekula...................... Slektr. LieserungSgesellschafi ... 6 Licht und Kraft ........- FeUen & Guilleaume......... c Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 6 Schuckert L Co.............. 5 Siemen- L Halske............ 7 Lahmeyer & Co............. 10 De-gl. ohne AuSlo'.-Rechte...... <% ehern.8% Hess. BolkSstaai 1939 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Lande-banl Darmstadt Sold iR. 12................. 6^4% Odl- LandeS-Hypothekea- Oberhessen Provinz-Anleth« mit Au-los.-Rechten ............. Deutsche Komm. Gammelabl. An- leihe Serie 1 mit Au-los.-Rechten •% ehem. 8% Franks. Hyo.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 •% ehem. 7% Franks. Hyo.-Bank Gvldpse. 16 unkündbar bis 1986 iy«% ehem. 4*4% Franks. Hyp^ Bank-Ligu.-Pfandbriefe....... •K% ehem.