M.154 Erstes Blatt 184. Zahrgang Donnerstag, 5. Zuli 1954 Erscheint tagltch. auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliifse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Universttats Such- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf „Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder-. Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie Kulturbedeutung -es Werberates. Don Dr. Heinz potthoff Die Aufgabe des dem Reichsminister für Volks- aufftärung und Propaganda unterstellten Werberates ist in er ft e r Linie eine wirtschaftliche. Es sollen die Methoden der Wirtschaftswerbung besser und wirkungsvoller gestaltet werden. Damit verbunden ist die sozialsittliche Aufgabe, die Mißstände des bisherigen Werbewesens zu beseitigen, insbesondere die Grundsätze von Treu und Glauben, die Wahrhaftigkeit in Ankündigungen zur Geltung zu bringen. Das zweite hängt mit dem ersten eng zusammen, denn die Glaubhaftigkeit der Werbemitteilungen ist die wichtigste Voraussetzung ihres Erfolges. Natürlich haben diese Bestrebungen und Wirkungen auch kulturelle Bedeutung. Denn für die Kultur eines Volkes ist es gewiß nicht gleichgültig, in welchem Maße sein Wirtschaftsleben auf Ehrlichkeit beruht. Aber auch, wenn man Kultur in dem engeren Sinne faßt, in dem das Wort gewöhnlich gebraucht wird, so kann und sollte die Betätigung des Werberates mindestens mittelbar einen fördernden und heilsamen Einfluß auf die Werbemethoden in künstlerischer Hinsicht ausüben. Wenn man sich einmal von der „aristokratischen" Kulturauffassung frei gemacht hat, wenn man beim Worte „deutsche Kultur" nicht an Goethe, Beethoven. Kant und andere große Kulturschaffer denkt, auch nicht nur an das, was ein paar tausend geistig hervorragende Menschen lesen und genießen, die sich selbst gern als Träger der Kultur betrachten; sondern wenn man als deutsche Kultur den kulturellen Zustand des deutschen Volkes auffaßt, also den Zustand von 70 oder 80 Millionen Menschen, die deutsch sprechen und fühlen: dann erkennt man ohne weiteres, welche ungeheuer wichtigen Mittel der Volkskultur in den Werbemitteln gegeben sind. Es ist der Zweck der Werbung, daß sie an die Mass en herankommt. Sie will von den Massen beachtet werden, wird es auch; und es ist Aufgabe des Werberates, diese Beachtung noch zu verstärken. Deswegen beeinflussen die Werbemittel nicht nur den Wirtschaftssinn, den Kaufdrang der Menschen, sondern auch ihren Kunstsinn, ihr Kunstverständnis, ihr Kunstverlangen, ihren Geschmack. Es gibt heute keine wirkungsvollere Beeinflussung des Massengeschmacks auf dem Gebiete der bildenden Kunst als die drei Hauptmittel der wirtschaftlichen Werbung? Plakat, Inserat, Ausstellung (insbesondere Schaufenster). Namentlich das Plakat ist von allergrößter Bedeutung. Und es ist erfreulich, zu sehen, wie in den letzten Jahrzehnten die Plakatkunst gestiegen ist. Man kann den erzieherischen Einfluß guter Plakate gar nicht hoch genug einschätzen. Auch das Zeitungsinserat kann eine ähnliche Bedeutung haben. Hier ist der Fortschritt unverkennbar. Die Wirtschaft hat längst erkannt, daß Schönheit ein Mittel der Werbung ist; daß die „wirkungsvollste" Anzeige ihren Zweck verfehlen kann, wenn sie geschmacklos ist. Das beste Werbemittel ist der „Schlager". Er kann durch Inhalt, aber auch durch Form wirken; sein Ausdrucksmittel kann das Wort oder das Bild fein. Man darf heute wohl schon feststellen, daß weder das Wort noch das Bild geschmacklos fein dürfen, wenn sie allgemein wirken sollen. Natürlich gibt es da noch große Unterschiede, aber der Zug zum „schönen", nicht nur geschäftlich sondern auch künstlerisch einwandfreien Inserat ist unverkennbar. Interessant ist dabei zu beobachten, wie jedes Werbemittel wieder von „vorn", das heißt von unten anfängt und für sich erst langsam eine höhere Kulturstufe erklimmen muß. Man sehe sich die Re- klameverse an, die das jüngste Mittel der Werbung darstellen und die in allen öffentlichen Fahrzeugen, in allen Zeitungen und an vielen Häuserwänden uns anrufen. Einzelne dieser Verse sind sehr wirkungsvoll und literarisch ausgezeichnet. Da sie von Millionen Erwachsenen und vor allem Kindern gelesen, zitiert und nachgeahmt werden, so haben sie oft auch auf den sprachlichen Geschmack, auf die Rede- und Schreibart der Deutschen einen beträchtlichen Einfluß. Um nicht mißverstanden zu werden: wenn hier der Einfluß des Verfassers von Werbeplakaten, Inseraten und Versen über den der großen Kulturträger gesetzt wird, so handelt es sich selbstverständlich nur um den unmittelbaren Einfluß. Die Großen wirken ja niemals direkt auf die Millionen ihrer Zeitgenossen, sondern erst über Mittelsmänner. die ihre Gedanken in die Scheidemünze der Gemeinverständlichkeit umsetzen. Man kann ein Bild von Holbein zu Werbezwecken verwerten; es wird bei weitem nicht die Wirkung haben wie ein Plakat von Hohlwein; weil es nicht für den Zweck gedacht war. Deswegen sollte man die guten Bilder, die nicht für Werbezwecke gemacht sind, auch nicht dafür mißbrauchen. Sondern was erstrebt werden muß, ist das, daß die Künstler, die Werbebilder Herstellen, sich von den großen Meistern befruchten lassen. Es sollen kulturell hochstehende Werbemittel hergestellt werden. Und die Wirtschaftsleiter sollen diese kulturell hochstehenden Werbemittel verwenden, weil sie die größte Wirkung versprechen. Das gilt auch für das dritte große Mittel der Massenwerbung, für das Schaufenster. Wer einige Jahrzehnte zurückdenken kann, wird nicht leugnen, daß auch auf diesem Gebiete große Fortschritte gemacht worden sind. Vor dreißig Jahren fand in Berlin der erste Schaufenster-Wettbewerb statt, angeregt und geleitet von Künstlern. Seitdem stt das Streben nach geschmackvoller, künstlerisch Eine Arbeitstagung der Reichs- und Gauleiter der ASÄAp. Flensburg, 4. Juli (DNB.) In Flensburg begann, wie die NSK. meldet, heute früh unter dem Vorsitz des Stabsleiters der Obersten Leitung der PO., Dr. Ley, eine Arbeitstagung der Reichs- und Gauleiter. Zu Beginn der Tagung gedachte Dr. Ley der Ereignisse vom 30. Juni und der entschlossenen Tat Adolf Hitlers. Dr. Ley legte im Namen der versammelten Reichsund Gauleiter ein Treuegelöbnis zum Führer ab. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer beschloß die eindrucksvolle Kundgebung. Arbeitsbeschaffung Die Tagung trat anschließend in ihr Arbeitsprogramm ein. Sie nahm von einem Vertreter der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung einen eingehenden Bericht über den gesamten Stand der Arbeitsschlacht entgegen, die in den einzelnen Gebieten durch die Initiative der Gauleiter getragen und vorwärtsgetrieben wird. An die Ausführungen des Referenten, der u. a. mitteilen konnte, daß im Rahmen der Sonderaktion für alte Kämpfer der NSDAP, während der diesjährigen Offensive der Arbeitsschlacht bereits 90 v. H. der vorgemerkten alten Nationalsozialisten in Arbeit und Brot gebracht werden konnten, schloß sich eine Reihe von einzelnen Arbeitsbeschaffungsfragen an, soweit sie in das Arbeitsgebiet der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung fallen. Siedlung Anschließend sprach der Beauftragte des Stellvertreters des Führers für Siedlerfragen, Pg. Ludovici, eingehend über das Gesamtproblem des deutschen Siedlungswerkes und der Reichsplanung. Er entwickelte vor den Reichs- und Gauleitern die volkspolitische und volkswirtschaftliche Bedeutung der Siedlungsfrage und fügte daran interessante Darlegungen über die Organisation und die bisherige Arbeit auf diesem Gebiet. Es kam dabei besonders die Bedeutung zum Ausdruck, die die Mitwirkung der Partei gerade in dieser Frage besitzt. Deutsche Arbeitsfront Am Nachmittag fand die Tagung ihre Fortsetzung mit den Ausführungen des Organisationsleiters der PO. und der DAF., Pg. Selzner, der sich insbesondere mit der Organisationsarbeit in der Deutschen Arbeitsfront befaßte und dabei mit- teilte, daß die erste Etappe dieser gewaltigen Arbeit in diesen Tagen dadurch abgschlossen wurde, daß die Betriebs - und Ortsgruppen-Orga- nisationen er st eilt sind. Insgesamt würden etwa 1,5 Millionen Nationalsozialisten als Block- malter, Zellen- und Ortsgruppenleiter in der Deutschen Arbeitsfront die inneren Beziehungen zwischen der nationalsozialistischen Bewegung und dem gesamten schaffenden Volke sichern. Volksgesundheit Als letzter Referent sprach der Amtsleiter des Amtes für Volksgesundheit der NSDAP. Dr. Wagner über den Ausbau der volksgesundheitlichen Organisation, wie sie sich aus der vom Stellvertreter des Führers kürzlich verfügten Schaffung des für alle Fragen der Volksgesundheit innerhalb der Partei zuständigen Amtes für Volksgesundheit d e r NSDAP, ergeben. Aus den Ausführungen Dr. Wagners erstand das Bild der eingehenden und großzügigen Sorge, mit der die nationalsozialistische Bewegung das für die Zukunft der Nation so wichtige Gebiet der volks- aesundheitlichen Betreuung der deutschen Menschen bearbeitet. Führung Am Schluß des ersten Tages der Arbeitstagung nahm der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, noch einmal das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er sich mit der Führungsaufgabe der Partei im Volk befaßte. Die Partei bekümmere sich um das Volk und deshalb vertraue es ihm. Diese Sorgen der Partei, dieses Bekümmern, habe zur Folge, daß das Volk heute mehr denn je den Willen in sich trage, an der nationalsozialistischen Aufbauarbeit t e i l z u n e h m e n. Aufgabe der Partei und ihrer großen Drgantfation sei es diesen Ausbauwillen der ganzen Nation in die Tat umzusetzen. Das sei der Weg, auf wertvoller Aufmachung der Schaufenster ziemlich weit verbreitet. Die Erfolge sind im allgemeinen durchaus erfreulich. Trotzdem kann man den letzten Zweifel hegen, ob gerade auf diesem Gebiet schon der Berg überfliegen ist. Denn in den Zeiten verstärkter Werbung, etwa beim Inventur-Verkauf, wenn jede Firma die andere auszustechen und zu übertrumpfen versucht, werden vielfach alle Rücksichten auf Kunst und Geschmack vergessen. Ganze Straßenzüge einer Stadt bieten dann häufig em Bild schreiender Geschmacklosigkeit. Auch in den stilleren Zeiten machen sich Rückschläge von der erfreulichen Aufwärtsentwicklung bemerkbar, an denen wir nicht stillschweigend vorübergehen sollten. Manche großstädtischen Schaufenster sehen aus wie Jazzmusik; man möchte sagen: sie schreien den Betrachter an mit Dissonanzen, die nur ein robuster Sinn verträgt. Das Schaufenster ist dazu da, dem Kunden die Auswahl und die Preiswürdigkeit der Ware zu zeigen. Die Art des Aufbaues, die Zutaten dienen nur dazu, die Aufmerksamkeit des Vorübergehenden auf die Ware zu lenken. Sobald die Aufmachung Selbstzweck wird, lenkt sie von der Ware ab und verfehlt ihren Zweck. dem es bisher gelungen sei und weiter gelinge, durch den gemeinsamen Willen aller dem Nationalsozialismus in Deutschland eine tief wurzelnde Macht zu geben. Dr. Ley schloß den ersten Tag der Reichs- und Gauleiterzusammenkunft mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. Eine Anordnung des Ehefs des Stabes der SA. Berlin, 4. Juli. (DNB.) Der Chef des Stabes der SA.» Luhe, gibt folgenden Befehl bekannt: In Abänderung aller in nachstehenden Angelegenheiten bisher örtlich gegebenen Befehle ordne ich folgendes an: 1. Der für die SA. befohlene Urlaub bleibt in vollem Umfang bestehen. Das Tragen des SA.- Dienstanzuges in dieser Zeit ist soweit gestattet, wie es der Urlaubsbefehl im allgemeinen zugelaffen hat. Ls ist schleunigst Sorge dafür zu tragen, daß die Lhrendolche durch Abschleisen des Namens des Verräters an unserem Führer Adolf Hitler gereinigt werden. Diese Dolche können als Dienstdolche von der SA. weitergetragen werden. 2. Die SA. -Führer vom Standartenführer einschließlich auswärts geben ihre genauen Anschriften, wo sie jederzeit zu erreichen sind, bei ihren Gruppen bezw. Obergruppen schriftlich an. Die geplanten Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands können angetreten werden. 3. Die Teilnahme von geschlossenen SA.- Einheiten in Zivil oder im Dienstanzug bei Kundgebungen aller Art während der Urlaubszeit ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch die zuständigen Führer der Gruppen bzw. dort, wo Gruppenführer nicht eingesetzt sind, durch die von mir kommissarisch beauftragten Führer gestattet. Der Chef des Stades: gez. Luhe. Killinger aus der Haft entlasten. Dresden, 4. Juli. (DNB.) Um den völlig haltlosen Gerüchten über die Verhaftung bzw. Erschießung des früheren Führers der SA. - Obergruppe IV von Killinger entgegenzutreten, veröffentlich die Pressestelle des SS.-Oberabschnittes Mitte folgende Erklärung: Der frühere Führer der SA.-Obergruppe IV von Killinger wurde am Sonntag, dem 1. Juli 1934, 14.30 Uhr, im Auftrage des politischen Polizeikommandeurs der Länder wegen Verdachts des Hoch- und Landesverrates verhaftet und dem Konzentrationslager Hohenstein überstellt. Nach neuerlicher Weisung wird von Killinger wieder auf freien Fuß gesetzt, von einerweiteren Verwendung als SA. - Führer jedoch Ab st and genommen. Unüberbrückbare Gegensätze. Geringe Möglichkeiten für Barthous Fühlungnahme in London. London, 5. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zu dem bevorstehenden Besuch des französischen Außenministers Barthou in London macht „Daily Telegraph" folgende Feststellungen: Barthou habe beschlossen, bereits am kommenden Dienstag anstatt erst am Mittwoch wieder von London abzureisen. Da der Pariser englische Botschafter Sir George L l e r k ihm bereits mitgeteilt habe, daß die englische Politik gegenwärtig weitere Verpflichtungen auf dem Fe st lande ablehne. Dies bedeute 1. daß England den von Barthou vorgeschlagenen Pakten der gegenseitigen Unterstützung für Osteuropa, den Balkan und das Mittetmeer nicht b e i t r e t e n könne und sich möglicherweise nicht einmal veranlaßt sehen werde, seine platonische Zustimmung zu ihnen auszudrücken; 2. daß England an seinen bestehenden Verpflichtungen aus dem Locarnovertrag bezüglich Westeuropas fest halte und gegenwärtig nicht bereit fei, sie auszudehnen oder zu ändern. Demgegenüber habe Frankreich weiterhin nicht die Absicht, irgendeiner allgemeinen Abrüstungsvereinbarung zuzustimmen, die eine deutsche „Aufrüstung" und die deutsche Gleichberechtigungsansprüche sanktionieren würde. Italienisch-französischer Meinungsaustausch. Paris, 4. Juli. (DNB.) Der französische Bot- schafter in Rom, d e Chambrun, ist nach P a - r i s abgereift, wo er am Donnerstag eintrifft. Der römische Korrespondent des „Paris Soir" behauptet, daß de Chambrun, der in letzter Zeit wiederholt mit Mussolini und Suvich verhandelt habe, den italienisch-französischen Meinungsaustausch über sämtliche zwischen beiden Ländern schwebende Fragen vorbereiten wolle. AtsredRosenbergsprichtaufderEisenacher Reichstagung der AS.-Kulturgenleinde. Eisenach, 4. Juli. (DNB.) Die erste Reichstagung der NS.-Kulturgemeinde wurde am Mittwochabend auf dem Adolf-Hitler-Platz mit einer Kundgebung eröffnet. Reichsleiter Alfred Rosenberg führte dabei u. a. aus: Heute stehen wir vor der Tatsache, daß die alten Anschauungen versunken sind, daß mit den politischen Parteien auch eine bestimmte soziale Ordnung gesprengt worden ist, daß die Schranken zwischen den Berufen und Konfessionen gefallen sind und daß nun 70 Millionen zu einer neuen Lebensanschauung gelangen. Blut und Boden, Ehre und Arbeit, das sind einige jener Losungen, die heute durch die Seelen von Millionen ziehen. Die Schatten der Geschichte steigen wieder empor, Menschen, die früher in hellstem Licht einer alten Geschichtsbetrachtung standen, treten vor den Gefühlen der heutigen Gegenwart in den Schatten zurück. Man sagt uns, daß wir mit unserer Geschichtsbetrachtung tausendjährige deutsche Geschichte auslöschen wollen. Wir dagegen sagen, daß wir eine jahrtausendalte Geschichte wieder zum Leben erwecken. Um ein einheitliches Volk und eine einheitliche Kultur zu schaffen und zu besitzen, ist es notwendig, daß auch die Vergangenheit einheitlich von diesem Volk begriffen wird. Deutschland war jahrhundertelang zersplittert in Hunderte, später in Dutzende von Staaten. Jeder dieser Staaten hatte seine eigene Kultur, sein eigenes Kulturzentrum, und niemand von uns kann, wenn er durch Deutschland fährt, an diesen Kulturstätten vorübergehen, ohne die Frage gehört zu hgben: Wenn ihr ein Volk, einen zentral straff geeinten Staat schaffen wollt, werdet ihr auch diese'Kulturstätte nivellieren? Wir verneinen diese Frage. Wir stellen uns vielmehr vor, daß, wenn dieses Reich erst einmal fest gefügt ist, es auch Muse genug hat, sich immer tiefer der kulturellen Bestrebungen anzunehmen. Wir können uns vorstellen, daß München als eine Zentrale der bildenden Kunst geschaffen wird, und daß in ähnlicher Weise für Musik und Malerei, auch für den Sport, besondere Stätten ausgesucht werden, und jede ......................... HBJH« Das zeigt sich beispielsweise neuerdings besonders deutlich bei der Lichtreklame in hen Geschäftsstraßen. Die Ladeninhaber erwirken mit großer Mühe die Erlaubnis zu Leuchtreklamen. Dann überbieten sie sich in greller Beleuchtung der Hausfront, in beweglichen, das Auge schmerzlich berührenden Lichteffekten. Und das Endergebnis ist, daß man die in den Fenstern ausgelegte Ware überhaupt nicht mehr beachtet; manchmal gar nicht beafyten kann, weil das Licht blendet. Was für ein Kino gut ist, taugt nicht immer für den Laden. Ein gut beleuchtetes Schaufenster in einer dunklen Hauswand ist weit wirkungsvoller als das Fenster in einem kreisenden, schreienden Lichtmeere. Im Zusammenhang damit muß auch die allgemeine Frage der Verschandelung der Landschaft und des Städtebildes durch Werbung erwähnt werden. Grundsätzlich ist hier der Kampf zwischen Kultur und Absatz zugunsten der ersten entschieden. Wenn nicht der Gewinn des einzelnen, sondern die Versorgung der Gesamtheit der Zweck alles Wirtschaftens ist, dann kayn eine Beschränkung der Werbemittel nie Schaden anrichten. Denn im wesentlichen dient die Werbung dem Kampfe zwischen den Kokurrenten. Soweit es sich wirklich um eine volkswirtschaftlich wertvolle Werbung handelt, um die Aufklärung über ein neues Mittel, die Beseitigung einer allgemeinen Gefahr u. bgl. ist es nie notwendig, Werbemittel zu verwenden, die als kulturwidrig zu bezeichnen sind. Nun soll nicht etwa empfohlen werden, daß der Werberat sich um alle einzelnen Werbungen kümmert oder in der Art des alten Polizeistaates die einzelnen Geschäftsleute kontrolliert und bevormundet. Deswegen heißt die Ueberschrift dieser Erörterung auch nicht „Kulturaufgabe" sondern „Kulturbedeutung" des Werberates. Diese Bedeutung ist zweifellos da und kann mittelbar außerordentlich wirksam werden. Einerseits durch die Richtlinien und Grundsätze, die er ausgestellt, und in denen die Rücksicht auf die deutsche Kultur in Bild und Wort nicht scharf genug betont werden kann. Andererseits durch den Einfluß, den die Spitze aller werbenden Wirtschaftsmenschen durch Vorbild, Aufklärung und persönlichen Verkehr üben kann. Was wir erreichen müssen, ist, daß nur künstlerisch, kulturell hochstehende Werbemittel erfolgreich sind und daß Geschmacklosigkeiten unrentabel werden. für s i ch ein Lebenszentrum für eine oe st im in le Aufgabe wird. Es wird jetzt die große Aufgabe fein, die deutsche Kunst von allen Perversitäten und Abnormitätet zu säubern und wieder den deutschen Instinkt zu seinem Recht kommen zu lassen. Diesen Instinkt zum Erwachen zu bringen und dramatisch in der bildenden Kunst alles das zu fördern, was Lebenskunst in Deutschland gewesen ist, daß ist die große Aufgabe der NS.-Kulturgemeinde. Dann sprach Dr. Walter Stang, der Führer des Reichsoerbandes Deutsche Bühne, der nunmehr zum Leiter der neuen Organisation bestellt ist. Ein Kirchenkommiffar für Hessen-Kaffei. LPD. Kassel, 4. Juli. Zum Bevollmächtigten der Deutschen E-v a n g e l i s ch e n Kirche für die Evangelische Landeskirche Hessen- Kassel ist gemäß § 1 der Verordnung vom 3. Juli 1934 der Vizepräsident Dr. Richter in Hannover bestellt worden. Bekanntlich hatte am vergangenen Freitag der Landeskirchentag die Absetzung der bisherigen Kirchenleitung und die Einsetzung einer neuen Kirchenregierung beschlossen. Die alte Kirchenleitung bestritt die Rechtswirksamkeit dieser Neuwahl, da die gesetzlich vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit für die neue Kirchenregierung nicht vorhanden gewesen sei. Daraufhin forderte die Reichskirchenregierung durch Ministerialdirektor Jäger von der einstweiligen Kirchenleitung den Erlaß eines Gesetzes, daß der Landeskirchentag ohne Rücksicht auf die Zahl feiner anwesenden Mitglieder beschlußfähig sei und verfassungsändernde Gesetze beschließen könne. Die einstweilige Kirchenregierung von Hessen-Kassel hat die Forderung der Neichskirchenregierung abgelehnt. Alle Versuche, mit der einstweiligen Kirchenregierung zu einer gütlichen Regelung der Angelegenheit im Sinne der obigen Forderung zu gelangen, sind gescheitert. Infolgedessen sah sich die Reichskirchenregierung genötigt, die schwebende Frage mit einem Machtspruch z u lösen, indem sie den Vizepräsidenten des Landeskirchenamts in Hannover Dr. Richter mit sofortiger Wirkung zum Bevollmächtigten der Landeskirche Hessen-Kassel ernannte. Verbesserung -er Kriegsopferversorgung. Berlin, 4. Juli. (DNB.) Reichsarbeitsminister S e l d t e machte vor Pressevertretern nähere Ausführungen über Aenderungen auf dem Gebiete der Reichsversorgung. Eine Frontzulage von 60 Mark jährlich erhalten vom 1.Juli 1934 ab Beschädigte, die infolge von Kriegsdienstbeschädigung eine Rente von 70 v. H. oder mehr beziehen, sowie Beschädigte, die das 50. Lebensjahr vollendet haben und eine Rente von 30 bis 60 v. H. beziehen. Die Rente der Witwen, die das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wird vom 1. Juli 1934 von 50 auf 60 v. H. der Vollrente des Verstorbenen erhöht. Im übrigen sind die Vorschriften über die Gewährung der Zusatzrente für Schwerbeschädigte, Witwen und Waisen günstiger gestaltet und wesentlich vereinfacht worden. Der Schutz des Schwerbeschädigten- G e s e tz es , der bisher im allgemeinen nur den Schwerbeschädigten zugute kam, ist auf die Beschädigten mit einer Rente von 40 v. H. ausgedehnt worden. Das Verfahren in Versorgungsfachen wird vereinfacht und beschleunigt. Die Entscheidung über Ansprüche aus die neu eingeführte Frontzulage wird Ausschüssen bei den Hauptversorgungsämtern, in denen Vertreter der Versorgungsberechtigten mitwirken, übertragen. Ferner soll als Vorsitzender oder Beisitzer der Spruchbehörden künftig nur bestellt werden, wer als Soldat in der deutschen Wehrmacht gedient hat, und zwar Kriegsteilnehmer, insbesondere Kriegsbeschädigte in erster Linie. Artikel 2 des Gesetzes schafft die Möglichkeit, zu Unrecht bewilligte Versorgungsgebührnisse 3u entziehen oder herabzusetzen. Gegen die Bescheide ist die Berufung an das Reichsoersorgungs- gericht zulässig. Es besteht daher volle Gewähr, daß begründete Rechte auf Versorgung nicht beeinträchtigt werden können. Das neue Reichsjagdgeseh. Berlin, 4. Juli. (DNB.) Durch das neue Reichsjagdgesetz hat das deutsche Weidwerk eine neue einheitliche Rechtsordnung erhalten. Die Hauptpunkte des neuen Gesetzes bilden: einmal der Grundsatz, daß das Jagdrecht für alle Zeit dem Eigentümer von Grund und Boden zusteht. Weiter darf die Jagd nur weidgerecht ausgeübt werden, d. h. der Jäger hat die Pflicht, das Wild zu hegen, damit künftigen Geschlechtern ein angemessener Wildbestand erhalten bleibt. Das Recht der Jagd darf nur ausgeübt werden: entweder auf einem Eigenjagdbezirk oder auf einem Gemeinschafts jagdbezirk. Der Eigenjagdbezirk muß eine Mindestgröße von 75 Hektar und der Gemeinschaftsjagdbezirk mehrerer Besitzer eine solche von 150 Hektar haben. Die Größen können in den einzelnen Ländern den Verhältnissen des Wildstandes angepaßt werden. Das Recht der Jagdausübung beim Gemeinschaftsjagdbezirk hat die I a g d g e n o s s e n f ch a f t. Diese Jagdgenossenschaft steht unter der Verwaltung des Gemeindevorstehers und nutzt die Jagd im Wege der Verpachtung. Die Verpachtung kann auf den Kreis der Jagdgenossen beschränkt werden, so daß in diesem Umfange die Bauern ein gewisses Vorzugsrecht haben. Dritte können sich an der Jagd beteiligen durch Pachtvertrag. Das Gesetz sieht auch noch eine Jagderlaubnis vor, d. h. das Recht, das Jagdausübungsrecht auf einen Dritten zu übertragen. Für die Erlangung des Jagdscheines, den jeder Jäger wie bisher bei sich führen muß, ist die Jägerprüfung Voraussetzung. Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren können Jugend scheine ausgestellt werden. Die Jagdscheine, die bisher erteilt worden sind, können von den Ländern noch bis zum 1. April 1935 in Kraft erhalten bleiben; später gelten sie im ganzen Reich. Oberforstmeister S ch e r p i n g führte in einer Pressebesprechung noch weiter aus: Entscheidend für das Gesetz ist nicht das Ziel gewesen, einen übermäßigen Wildstand heranzuziehen. Im Gegenteil wird in gewissen Gegenden ein erhöhter Abschuß erfolgen; in Preußen geschieht das bereits. Die Hege hat Rücksichten auf d i e Landeskultur zu nehmen, auf die Bedürfnisse der Land- und Forstwirtschaft. Es soll erreicht werden, daß dort, wo ein Wildstand erhalten werden kann, ohne daß Schädigungen der Landeskultur eintreten, dies in einer gefunden und nicht degenerier- Ein deutsch-englisches Transferabkommen. London. 4. Juli. (DJIB.) Zwischen der deutschen Regierung und der englischen Regierung ist folgendes Abkommen geschlossen worden: Beide Regierungen erstreben eine Zusammenarbeit, um praktische RUtlel zur Beseitigung aller zwischen beiden Ländern etwa entstehenden finanziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu finden, mit besonderer Rücksicht auf die gegenwärtigen Transferschwierigkeiten Deutschlands. Die Regierung des Vereinigten Königreiches erkennt an, daß eine vorübergehende Erleichterung der äußeren Schuldenlast Deutschlands dazu helfen soll, den Devisenbestand Deutschlands zu st ä r k en. Die Berliner Transfer k o n f e r e n z hat am 29. Rlai 1934 eine Verlautbarung veröffentlicht, in der das von der Reichsbank den lang- und mittelfristigen Gläubigern Deutschlands gemachte Angebot wiedergegeben ist. Die Vertreter des Vereinigten Königreiches auf dieser Konferenz haben sich bereiterklärt, die Annahme des vorstehend erwähnten Angebots unter gewissen Bedingungen zu empfehlen. Beide Regierungen erkennen den allgemeinen Grundsatz an, daß ein Schuldnerland seine äußeren Verbindlichkeiten nur mittels einer aktiven Bilanz von War en und Dien st en gegenüber anderen Ländern erfüllen kann. Da in dem < Vereinigten Königreich für die hauptsächlichen deut- \ schen Ausfuhrwaren keine Einfuhrbe - schränkungen bestehen, ist der Wert der deutschen Ausfuhr nach dem Vereinigten Königreich während des am 31. Rlärz 1934 abgeschlossenen Iahres gediegen, während der Gesamtwert der deutschen Ausfuhr nach der übrigen Welt gefallen ist. Die Handelsbilanz zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich ist für । Deutschland ständig g ü n ff i g gewesen. Es ist der ernste Wunsch beider Regierungen, die Handelsund Finanzbeziehungen zwischen beiden Ländern freundschaftlichst und auf der Grundlage der Gleichbehandlung forkzusehen und den Umfang des beiderseitigen Handels aufrechtzuerhalten und sobald wie möglich zu steigern. Infolgedessen haben die hierzu von der deutschen Regierung und der Regierung des Vereinigten Königreiches gebührend bevollmächtigten Unterzeichneten nachstehendes vereinbart: Artikel 1. Diese Vereinbarung läßt das deutsche Kreditabkommen 19 3 4 und das deutsche Kreditabkommen für öffentliche Schuldner 1934 unberührt. Artikel 2. Die deutsche Regierung wird der Bank von England die Psuno-Sterlingsbeträge zur 23 e r f ü g u n oft eilen, aus denen für Rechnung der deutschen Regierung alle zwischen dem 1. Juli 1934 und dem 31. Dezember 1934 fällig werdenden Zinsscheine der. 7prozentigen deutschen äußeren Anleihen von 1924 und der öVsprozentigen Anleihe des Deutschen Reiches 1930 an ihrem Fälligkeitstage oder unmittelbar dclnach bei der Ein - reichung gekauft werden sollen. Dies ailt nur für die Zinsscheine von Stücken, für die Der Bank von England der Nachweis erbracht worden ist, daß sie am 15. Juni 1934 britischen I n - habernzuEigenturnoderNutznießung gehörten. Der Kaufpreis soll 100 Prozent des Nennwertes jedes Zinsscheines betragen. Die Bezahlung des Kaufpreises oder, falls der Zinsschein in fremder Währung zahlbar ist, des Gegenwertes m Pfund Sterling soll bei der Bank von England erfolgen. Für die Zwecke dieser Ankäufe sollen die Zinsscheine der ö'/rprozentigen Anleihe des Deutschen Reiches von 1930 zahlbar im Nennwert der Währung, auf die sie lautet, und nicht als zahlbar in Gold angesehen werden, unbeschadet der Rechte der Stückeinhaber, die ihre Zinsscheine nicht zum Ankauf einreichen. Artikel 3. Was die übrigen mittel- und langfrist i g e n Schulden, die nicht in Artikel 2 dieser Vereinbarung näher bezeichnet sind, angeht, so sollen die Bestimmungen und Bedingungen des Angebotes der Reichsbank, wie es in der Verlautbarung der Berliner Transferkonferenz vom 29. Mai 1934 niedergelegt wurde, für alle Zins-, Dividenden- und sonstigen regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen ähnlicher Natur, unabhängig davon, ob sie auf Grund von Zinsscheinen geleistet werden, gelten, soweit es sich dabei um Anlagen handelt, für die der Bank von England der Nachweis erbracht worden ist, daß sie am 15. Juni 1934 britischen Inhabern zu Eigentum oder Nutznießung gehörten. Wenn jedoch die deutsche Regierung mit irgendeinem anderen Gläubigerland eine Vereinbarung treffen sollte, durch die den in diesem Lande ansässigen Gläubigern in bezug auf die Nichtreichsanleihen eine gün (tigere Regelung gewährt wird, soll es den britischen Gläubigern freistehen, einen Anspruch auf eine entsprechende Behandlung der ihnen am 15. Juni 1934 gehörenden Anlagen geltend zu machen. Sollte ein solcher Anspruch erhoben werden, so soll die Anwendung dieser Bestimmung durch eine Vereinbarung zwischen der deutschen Regierung und der Regierung des Vereinigten Königreiches auf der Grundlage der Gleichbehandlung geregelt werden, und zwar unter Berücksichtigung aller Umstände einschließlich irgendwelcher Vorteile, die Deutschland von einem anderen Gläubigerland erhält, verglichen mit irgendwelchen Vorteilen, die Deutschland von dem Vereinigten Königreich erhält. Artikel 4. „Britische Inhaber" im Sinne dieses Abkommens find a) bezüglich aller Pfund Sterling-Ausgaben oder Schulden: 1. Personen, die sich gewöhnlich im Vereinigten Königreich aushalten oder Geschäfte betreiben; 2. britische Staatsangehörige ohne Rücksicht auf den Aufenthalt; 3. Gesellschaften, die nach dem Recht des Vereinigten Königreiches oder irgend eines anderen Gebietes eingetragen sind, das unter der Herrschaft Zu dem Transferabkommen wird von maßgebender deutscher Seite folgendes ausgeführt: Seit der Weltwirtschaftskonferenz ist das Bestreben der deutschen Regierung, zunächst einmal im Innern die wirtschaftliche Ordnung zu festigen und dann erst den Versuch zu unternehmen, allmählich auf dem Wege zweiseitiger Abkommen mit anderen Staaten die bestehenden internationalen Wirtschaftshindernisse zu beseitigen. Die Regelung des Transfers der Dienste auf die beiden Reichsanleihen, soweit England in Frage kommt, stellt einen er ft en Schritt auf dem Wege dar. Für die deutschen Unterhändler war es überaus wichtig, eine Einigung darüber zu erzielen, wie vermieden werden könne, daß nichtenglische Personen oder Gesellschaften aus den in dem Vertrag festgelegten Vorteilen Nutzen ziehen. In Art. 4 ist die begriffliche Bestimmung all derer, die aus dem Vertrag Nutzen zu ziehen berechtigt sind, scharf Umrissen. Man ist sich deutscherseits durchaus darüber im klaren, daß d i e Ueberwachung der Durchführung dieser Vertragsbestimmungen einen komplizierten Apparat notwendig macht. So z. B. wird eine Registrie - rung aller Stücke unumgänglich sein. Der Art. 3 enthält eine Regelung über die sogenannten Nichtreichsforderungen, eine Frage, die bei den Berliner Verhandlungen offen blieb. Jetzt ist festgelegt worden, daß die Berliner Regelung auch auf die britischen Gläubiger Anwendung findet. Wenn aber die britischen Gläubiger meinen, daß etwaige Sonderabkommen mit den Gläubigern anderer Länder den Kreditoren bessere Bedingungen einräumen, dann steht es den britischen Eignern offen, eine entsprechende Behandlung zu verlangen. Die Entscheidung darüber, ob einem solchen Anspruch als berechtigt stattgegeben werden soll oder nicht, muß in Uebereinstimmung zwischen der deutschen und der englischen Regierung getroffen werden. Diese Klausel verhindert es also, daß die britischen Gläubiger automatisch irgendwelche Sondervorteile in Anspruch nehmen können. In der Präambel kommt der ernste Wunsch der beiden Regierungen zum Ausdruck, daß die Handelsund finanziellen Beziehungen zwischen beiden Ländern auf freundschaftlicher Grundlage fortgesetzt und der Umfang des Handels aufrechterhalten und soweit wie möglich vergrößert werden soll. lieber den Gang der Verhandlungen ist im einzelnen noch zu berichten, daß die ersten zwei Tage langwierigen Aussprachen voll kritischer Momente der Richtigstellung von englischen Behauptungen auf dem Gebiete des Transfers und der Zusatzausfuhr gewidmet waren, die bereits auf der Berliner Transfer-Konferenz widerlegt worden sind. Schließlich gelang es der deutschen Abordnung, die englischen Verhandlungspartner wenigstens zum Teil von der Richtigkeit der Sr. M. des Königs von Großbritannien, Irlands und der britischen überseeischen Dominion, Kaisers von Indien oder unter der Souveränität, dem Protektorat oder dem Mandat Sr. Majestät steht; 4. Personen, die unter dem Schutze Sr. Majestät stehen und sich gewöhnlich im Vereinigten Königreich oder in irgendeinem anderen der vorstehend aufgezahlten Gebiete aufhalten oder Geschäfte betreiben. b) Bezüglich anderer Ausgaben ober Schulden alle Personen ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit, die sich gewöhnlich im Vereinigten Königreich aufhalten ober Geschäfte betreiben, unb alle Gesellschaften, bie nach bem Recht bes Vereinigten Königreiches eingetragen sinb. Artikel 5. Die Regierung bes Vereinigten Königreiches wirb während der Dauer des Abkommens von den ihr durch bie „Debts Clearing Offices and Import Restrictions Act" gegebenen Vollmachten Deutsch- lanb gegenüber keinen Gebrauch machen. Artikel 6. Dieses Abkommen tritt mit Wirkung vom 1. Juli 1934 in Kraft unb gilt für die Dauer von sechs Monaten. Geschehen in London am 4. Juli 1934 in doppelter Ausfertigung in deutscher und englischer Sprache. Für die deutsche Regierung: gez. H o e s ch gez. Berger Für die Regierung des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland: gez. F. W. Leith-Roß gez. S. D. W a 1 e y in Berlin unterbreiteten statistischen Angaben zu überzeugen. Die englische Kritik beruhte vor allem auf der irrigen Annahme, daß bie Reichsbank eine Steigerung b e r Ausfuhr um jeben Preis zum Schaben ber beutfchen De- oifenlage betrieben habe. Die beutfche Abordnung ist von ihrem Standpunkt nicht abgewichen, daß bie Transferfrage nur auf bem Wege über zusätzliche Ausfuhrmöglichkeiten gelöst werben könne, unb hat alle anberen Vorschläge, bie englischerseits in biesem Zusammenhang vorgebracht würben, als nicht burch- führbar zurückweisen müssen. Handelspolitische Fragen, die die englischen Vertreter verschiedentlich anzuschneiden versuchten, sind im Rahmen ber Verhandlungen nicht besprochen worben. Von beutscher Seite würbe inbessen bie Bereitwilligkeit zu derartigen Unterhandlungen in anderem Rahmen betont. Befriedigung in England. London, 5. Juli (DNB. Funkspruch). Das deutsch - englische Transfer - Abkommen wird von parlamentarischen Kreisen sowie von der City unb der Presse einstimmig und rückhaltlos begrüßt. Allgemein wird die Zufriedenheit darüber zum Ausdruck gebracht, daß die Gefahr eines deutsch-englischen Handelskrieges ab- gewendet worden ist, und daß die Interessen der englischen Bondsbesitzer gewahrt worden sind. Unter der Überschrift „Happy end des Schuldenstreits" schreibt „Daily Telegraph": „Beide Parteien müssen zu dem glücklichen Ergebnis beglückwünscht werden. Ein Wirtschaftsstreit zwischen England und Deutschland, ber unvorhergesehene unb unangenehme Richtungen hätte einschlagen können, ist vermieden worben." Die sührenbe Finanzzeitung „Financial News" betont u. a.: Die Zurückziehung ber englischen Drohung, ein beutsch-eng- lisches Hanbels-Elearing einzurichten unb bie zeitweilige Einstellung ber Amorsitationszahlungen sinb die beiden beträchtlichen Zugeständnisse, bie Deutschland erhält. Das Abkommen könne als ein Waffenstillstand betrachtet werden, der zu auf- bauenden Verhandlungen benutzt wird. Auch die „Financial Times" legt die hauptsächlichste Betonung auf den handelspolitischen Teil des Abkommens und sagt hierzu: Ein Weg ist eröffnet worden, der zu einer dauernden Besserung des deutsch-englischen Handels unb ber deutsch-englischen Finanzbeziehungen führen sollte. „Daily Mail" schreibt, es ist zu hoffen, daß sich die deutsche Wirtschaftslage bessern wird, so daß Deutschland in ber Lage ist, seine Rolle bei ber inbuftriellen Wiederholung ber Welt zu spielen. In einem Leitartikel ber „Times" heißt es u. a.: bas Abkommen werbe bazu beitragen, ben beutschen Krebit wieber herzustellen. Die Bedeutung des Abkommens für Deutschland. ten Forrn zu geschehen hat. Bisher hat jeder Jäger so viel geschossen, wie er wollte. Eingebürgert hatte sich, besonders beim Schalenwild, also Elchwild, Rotwild, Damwild, Rehwild, daß nur das männliche Wild der Trophäe wegen geschossen wurde, und weil es sich so schön jagen läßt, wenn der Kuckuck ruft. Auf den Abschuß des weiblichen Wildes im November legte man aber keinen Wert. So kamen schließlich auf ein Stück männlichen Wildes 25 Stück weibliche. Die Folgen waren unangenehme Degenerationserscheinungen, nicht nur ein Nachlassen der Geweih- unb Gehörnbildung, sonbern auch ein rasches Absinken bes Gewichtes bes Wilbes. In Zukunft hat hier ein gerechterAusgleichzu erfolgen. Neu geregelt ist im Gesetz auch ber Wildschabeuer s a tz. Es wirb ermöglicht, daß die teilweise entgegengesetzten Interessen in ein richtiges Verhältnis gebracht werden. Freigabe des Verkaufes aus Warenautomaten. Berlin, 4. Juli (DNB.) Gegenüber anderslautenden, in der Tagespresse verbreiteten Mitteilungen über ben Inhalt bes vom Reichskabinett in ber Sitzung vom 3. Juli 1934 beschlossenen Gesetzes über ben Verkauf von Waren aus Automaten wirb von zustänbiaer Seite barauf hingewiesen, baß bas Gesetz ben Verkauf von Waren aus Automaten, abweichenb vom bisherigen Rechts- zustanb, auch währenb ber für offene Verkaufsstellen allgemein vorge - fchriebenen Labenschlußzeiten zuläßt. Diese Ausnahme von ben Labenschlußvorschriften gilt aber nur für solche Warenautomaten, bie in räumlichem Zusammenhang mit einer zum bauernben Betrieb eingerichteten offenen Verkaufs st eile ausgestellt, unb in denen nur Waren feilgeboten werden, die auch in ber offenen Verkaufsstelle felbft geführt werden. Das Gesetz bezweckt eine wirksame Förderung der deutschen Automatenindustrie unter gleichzeitiger Wahrung der berechtigten Interessen des Einzelhandels und der in ihm beschäftigten Angestellten. Das siamesische Königspaar im Berliner Rathaus. Berlin, 4. Juli. (DNB.) Jrn Berliner Rathaus fand heute mittag ein festlicher Empfang des Königspaares von Siam und feines Gefolges durch den Oberbürgermeister der Stadt Berlin, Dr. S a h m, statt. Gegen 11.30 Uhr waren die umliegenden Straßen für den Fahr- und Fußgängerverkehr gesperrt, da eine un = übersehbare Menschenmenge sich eingefunden hatte, um dem Empfang des siamesischen Königspaares im Rathaus beizuwohnen. Pünktlich um 12 Uhr erschien das Königspaar, bas von Oberbürgermeister Dr. Sahm an ber großen Freitreppe begrüßt würbe. Im großen Festsaal bes Rathauses hielt bann Oberbürgermeister Dr. Sahm eine tune Ansprache an bie hohen Gäste. Die siamesische Königshymne leitete über zu einem Dantroort des Königs für den überaus herzlichen Empfang in Berlin. Sein besonderer Dank galt dem Führer unb bem deutschen Volke. Der König sprach weiter den Wunsch aus, daß bie herzlichen Beziehungen zwischen ben beiden Ländern sich vertiefen mögen. Der König schloß mit einem Hoch auf das deutsche Volk, worauf bie Kapelle bas Deutschlanblieb unb bas Horst-Wessel-Lieb spielte. Im Anschluß hieran trug sich bas Königspaar unb bas (Befolge in bas Golbene Buch der Stadt Berlin ein. Der Oberbürgermeister überreichte bem Königspaar als Anbenken eine kostbar ausgefertigte Mappe mit Rabierungen Berliner Häuser und Denkmäler. Der König und die Königin sind kurz nach Mitternacht mit kleinem Gefolge in zwei Salonwagen, bie in ben planmäßigen Zug eingestellt waren, nach Neubeck a b g e r e i st, um einen Besuch beim Reichs- präsibenten v. Hinbenburg abzustatten. Von beutscher Seite wirb das Königspaar auf feiner Fahrt nach Ostpreußen vorn Chef bes Protokolls, Graf Baffewitz, unb vorn Attache Dr. K l u g f i ft vorn Auswärtigen Amt, bem ftänbigen Begleiter ber königlichen Gäste auf ihrer Reife burch Deutfchlanb, begleitet. Donnerstag, gegen Mitternacht, trifft bas Königspaar wieber in Berlin ein. Auf ber Rückfahrt von Neubeck wirb auch bie Marienburg besichtigt. Zum Tode des Prinzgemahls der Niederlande. Haag, 5. Juli. (DNB.) Amtlich wird bekannt- gegeben, daß die Beisetzung des Prinzgemahls Heinrich erst am Mittwoch, 11. Juli, stattfinden wird. In Uebereinstimmung mit einem wiederholt vom Prinzgemahl geäußerten Wunsch sollen bei der Bestattung feine Trauerfarben getragen werden. Der Leichenwagen und bie Pferbe werben weiß behängt. Da es ber Wunsch bes Verstorbenen ist, von äußerlichen Zeichen ber Trauer Abstanb zu nehmen, wirb bei ber Beisetzung roeber bie Königin noch bie Thronfolgerin in Trauerkleibung erscheinen. Die späte Anberaumung ber Beisetzungsfeierlichkeiten ist auf bauliche Veränberungen in ber königlichen Gruft in der neuen Kirche zu Delft zurückzuführen. Die Thronfolgerin Prinzessin Juliane kehrte Mittwoch aus England nach bem Haag zurück. Ihr erster Gang galt ihrem verstorbenen Vater. Für die Nacht wirb bie Ankunft bes Brubers bes Prinzgemahls, des Herzogs Adolf F r i e b r i ch von Mecklenburg, erwartet. Außer bem bereits veröffentlichten Beileibstelegramm des Herrn Reichspräsidenten an die Königin Die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens Meichez flieg O !S ru- VWMKS BüNlog REIFEN P Suli Pn sechs Welter Sprache. Ganh im Prozeß gegen den Mörder Meißner aus Gollmüh (kreis Schwerin), der am 18. Juni denAmtswallerLlsholzaus politischen Beweggründen ermordet hatte, gemäß dem Anträge des Oberstaatsanwaltes folgendes Urteil: Der Angeklagte istdesMordes schuldig. Zugleich ist er schuldig, es unternommen zu haben, einen Amtswalter der USDAP. aus politischen Beweggründen zu töten. Er wird deshalb zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. legt die politischen 1 Weg ist Besserung !utsch-eng' „Daily s sch d-e so daß e bei der i spielen, t es u. fl- deutschen n u n g der damals sich noch nationalsozialistisch nennenden Partei, aber nicht deren Auflösung gefordert worden. Der jetzige Ministerratsbeschluß spricht auch von einer Auflösung der Organisationen. Es ist hiermit anzunehmen, daß nicht die Partei selber aufgelöst werden soll. Immerhin überrascht der Ministerratsbeschluß insofern, als die NEDR. in einer letzthin in Kronstadt abgehaltenen Versammlung sich in besonders klarer und unzweideutiger Weise als loyale, staatserhaltende Partei innerhalb der mäw^hen Staates erklärt hatte. der Niederlande hat Reichsminister Freiherr von Neurath an den königlich niederländischen Minister des Auswärtigen ein Beileidstelegramm gesandt. Ferner hat heute der Chef des Protokolls, Gesandter Graf von Bassewitz, dem königlich niederländischen Gesandten in Berlin einen Besuch abgestattet, um ihm das Beileid der Reichsregierung zum Ausdruck zu bringen. Nie Frontkämpfer und das Kabinett Noumergue. Paris, 5. Juli. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Veranstaltung der nationalen Vereinigung der ehemaligen Frontkämpfer verlangte ein Abgeordneter die Auflösung der Kammer, die Herabsetzung der Zahl der Abgeordneten und eine Verstärkung der Befugnisse des Präsidenten der Republik. Der Vorsitzende verlas eine Entschließung, nach der das Kabinett Doumergue nicht den Erwartun- . oder n ihre P Der, 'ne be. r sind. Mets Mro. l“oniQ, Wend |fte be. Die Feier des amerikanischen Unabhängigkeitstages hat auch in diesem Jahre wieder etwa 100 Menschenleben gefordert. Im Gegensatz zu früher ist jedoch nur ein einziger durch einen Feuerwerkskörper tödlich verletzt worden. Jedoch wurden in der Stadt Neuyork allein 1900 Personen, m e i st K i n d e r, durch Feuerwerksexplosionen mehr oder minder schwer verletzt, obwohl die Polizei in den letzten Tagen ihr möglichstes tat, um den Verkauf unvorschriftmäßig hergestellter Feuerwerkskörper zu unterbinden. Unfreiwillige Taufe. In Bayonne bei Neuyork brach eine Holzbrücke zusammen, auf der sich etwa 200 Menschen befanden, die einer Taufe von N e - ger-Baptisten zusahen. Sämtliche Zuschauer stürzten ebenfalls ins Wasser, konnten aber alle wohlbehalten ans Land gebracht werden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer stattete Montagnachmittag dem erkrankten R e i ch s m i n i st e r Dr. Schmitt in dessen Wohnung in Dahlem einen Besuch ab, der eine Stunde dauerte. Der Reichsminister hatte infolge eines Ohnmachtsanfalles am 28. Juni 1934 bis jetzt das Bett hüten müssen, doch ist er jetzt wieder soweit hergestellt, daß er morgen einen längeren Erholungsurlaub wird antreten können. * In der deutschen Gesandtschaft in K o w n o wurden durch Steinwürfe mehrere Fensterscheiben zertrümmert. Die beiden Täter konnten von dem wachhabenden Polizeibeamten sofort verhaftet werden. Es handelt sich um K o m m u - n i st e n. * Der Reichsminister des Inneren hat die für die uniformierten Reichsbeamten getroffene Anordnung, daß die Landeskokarde an der Dien st mütze durch das Hoheitszeichen der NSDAP, zu ersetzen ist, auf die uniformierten Landesbeamten ausgedehnt. Die uniformierten Landesbeamten tragen also künftig gleichfalls im oberen Mützenstreifen das Hoheitszeichen der NSDAP., im unteren Mützenstreifen die schwarzweißrote Kokarde. Die für die uniformierte Polizei und die Gendarmerie getroffene Sonderregelung wird hierdurch nicht berührt. inb. ch). Das wird von City und e g r ü ß t. über zum r eines >ges ab« Snterei'fen rben sind. Schuidrn- „Beide zebnis 6e« it zwischen sehene und m können, anzzeitung )ie Zurück- eutsch-eng» ) die zeit- Zahlungen dnisse, die ie als ein zu auf« Todesurteil gegen den Mörder des Amtswalters Curt Elsholz M e s e r i h, 4. Zull. Am Mittwoch um 19.30 Uhr verkündete der Vorsitzende des in rNeserih tagenden Elblnger Sondergerichtes, Landgerichtsdirektor lAnga. | beruhte M Reichs- Wr um hen De- 'ordnung daß die über en ge- nVor. »jammen* durch. chen Serbien, sind »esprochen »eilen die ungen in 5 es wird öen ihr Umport Wisch, Sachen. i kleinem den plam ileudeck 9teid)6* । statten. >M «“f ,6 Proto- lache Dk> ständigen \x Wse ifl, gegen -in W oirb auch betank chls-e'N' n bei b« getr«8‘" eoerb«" lioib-n-" bftanö 1“ °lk°E ns l$S Hofen unternahm unter Führung ihres Lehrers einen Ausflug zurWerfenerHütteamHoch- t r 0 h n. An einer sonst ungefährlichen Stelle stürzte der zehnjährige Schüler Kat st aller etwa 50 Meter tief ab, wobei er durch mehrmaliges Ueberschlagen schwere Verletzungen erlitt, die feinen Tod zur Folge hatten. — Zwei reichsdeutsche Bergsteiger, Josef Kappelmann und Else Wurganski aus Berlin, verstiegen sich beim Abstieg von der Boe-Spitze im Fassa-Tal (Dolomiten) und stürzten gegen ein Wildbach-Bett ab. Während sich die Dame nach etwa 100 Meter festzuhalten vermochte, stürzte Kappelmann in die Tiefe und blieb tot liegen. Drei Bergführer bargen trotz Unwetters und Nebels seine Leiche. Die Dame hat nur leichte Hautabschürfungen erlitten. — Ein Tourist aus Magdeburg ist von der Ostwand der G r 0 - ß e n Zinne tätlich abgestürzt. Von einem anderen Bergsteiger wurde beobachtet, wie er etwa 200 Meter tief fiel und in einer Schneerinne zwischen der Kleinen und Großen Zinne liegen blieb. Seine Personalien konnten noch nicht festgestellt werden. Zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Weimar verurteilte den neunzehnjährigen Alfred Schlegel wegen Mordes zum Tode. Der Verurteilte hatte einen Arbeitskameraden mit einem Beil erschlagen, um in den Besitz der Barschaft des Getöteten zu gelangen. Der Täter fand bei dem Erschlagenen einen Betrag von 46 Mark, den er an sich nahm. Bereits während einer Gerichtsverhandlung im April war die außerordentliche Gefühlskälte des Angeklagten aufgefallen, und Schlaglöcher und Ruffchasphalt Autostraßen unter der Lupe. „unter die Lupe". Die Arbeit gliedert sich roh gesehen, in zwei große Gruppen. Einmal wird das vorhandene Straßenbaumaterial einer Zerreißprobe unterzogen. Der Physiker sucht also mit einer Reihe von feinsinnig konstruierten Spezialmaschinen und Apparaten die verschiedenen Pflastersorten und Straßenbelage, wie wir sie heute haben, auf ihre Haltbarkeit, Zähigkeit und Abnutzung genauestens zu prüfen. Einzelne Pflasterteile werden einer überhöhten Inanspruchnahme ausgesetzt und dabei in den einzelnen Wirkungserscheinungen peinlich gemessen. Ueber- tragen gibt das dem Forscher das Bild, das er sich von der Abnutzung der Straße durch den gesteigerten Verkehr machen kann. Zwei „private" V e r - suchs st raßen bilden eine sehr wesentliche Ergänzung der Experimente im Laboratorium. Die zweite Aufgabengruppe des Instituts zielt auf die Erforschung neuartiger Zusammensetzungen des Straßenbelages und der Bindemittel. Hier ist der Chemiker an der Arbeit. Teer und Kalk, Feststeine und Kunststeine werden auf ihre Reaktion gegenüber mechanischen und atmosphärischen Einflüssen geprüft. Und nicht zuletzt werden hier oöllia neue Baustoffe speziell als Straßenbaumaterial gefunden werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß wir einmal auf Straßen aus Holz und Gummi fahren. Schließlich werden in dem Institut nach größeren, folgeschweren Unfällen Teile der betreffenden Straßendecke genauestens untersucht, um daraus Rückschlüsse für die Entstehung des Unfalls zu ziehen und aus den Ergebnissen der Untersuchung vorbeugende Mittel zur Verhütung des Unfalls zu finden. gen der Frontkämpfer entsprochen habe. Es sei bedauerlich, daß der Justizminister nicht die Schuldigen der letzten Skandale zur Rechenschaft gezogen habe. Die Entschließung lehnte jedoch mit Rücksicht auf die gespannte internationale Lage die Herbeiführung einer Regierungskrise ab und schlägt vor, die der Regierung gesetzte Frist vom 8. Juli auf den November zu verschieben. Bis dahin aber solle die Entscheidung fallen. Die Entschließung fand großen Beifall. Ner Zankapfel Abessinien. Die Italiener sind seit geraumer Zeit über die Aktivität der Japaner in Abessinien verschnupft. Was sie von Anfang an vermuteten, hat sich inzwischen bestätigt: Japan will ihnen den abessinischen Markt abnehmen. Aber ganz so einfach ist das nicht. Abessinien ist ein Binnenland, es ist auf die Verkehrseinrichtungen des italienischen Kolonialbesitzes angewiesen. Und da scheinen nun »wieder die Italiener den Japanern einige Schwierigkeiten bei der Durchfuhr ihrer Erzeugnisse zu bereiten. Ein englisches Blatt behauptet, daß Abessinien Mit den Japanern gemeinsame Sache gemacht und sich gegen Italien gestellt habe, so daß von einem ernsten Konflikt gesprochen werden könne. Läßt man alle Uebertreibungen fort, dann bleibt aber doch als Rest die Tatsache zurück, daß die Japaner gerade dort zur Offensive übergegeangen sind, wo die ganz gewiß nicht auf Rosen gebettete italienische Industrie erhebliche Mengen ihrer Erzeugnisse bisher absetzte. Daß Italien den abessinischen Markt nicht so ohne weiteres aufzugeben gedenkt, kann ihm niemand verübeln. Die rumänisch-russische Annäherung. B u k a r e st, 5. Juli. (DNB.) Außenminister T i t u l e s c u begründete vor dem Auswärtigen Ausschuß des Parlaments die Wiederaufnahme normaler Beziehung'en zu Sowjet r u ß l a n d. Titulescu führte aus, daß Rumänien bis zum 9. Juni 1934 zu seinem Nachbarn im Osten keine Beziehungen unterhalten habe, während di^er immer mehr Fühlung im internationalen Sinne nehme, und wahrscheinlich auch demnächst einen Sitz.im Völkerbund einnehmen werde. Die Notwendigkeit einer Normalgestaltung des Verhältnisses zu diesem Nachbarn bestehe um so mehr, als man anscheinend vor dem Abschluß zweier wichtiger Pakte stehe, eines Paktes der Mittelmeerstaaten und eines O st - locarno, an dem Frankreich, die Tschechoslowake?, Polen, Rumänien und Sowjetrußland interessiert seien. Titulescu hob hervor, daß Sowjetrußland jetzt durch die Anerkennung der Souveränität- rechte Rumäniens über Bessarabien gleichzeitig Bessarabien als rumänischen Besitz anerkenne, während noch im Jahre 1932 in Riga die russischen Unterhändler erklärt hätten, daß sie niemals einen Vertrag unterzeichnen würden, in dem Bessarabien als rumänischer Besitz bezeichnet werde. Gegen die Wiederaufnahme der Beziehungen sprachen sich der Führer der Liga für christlich- nationale Verteidigung Professor C u z a , der Führer der Dissidenten und Liberalen Partei Georg Bratianu und der Führer der Nationalagrarier G 0 g a aus. Georg Bratianu meinte, daß Rüsiiä- nien noch nicht genügend militärisch vorbereitet sei, um die Beziehungen zu Rußland wieder aufnehmen ^u können. Ministerpräsident Tatarescu legte Gewicht auf die Feststellung, daß aus militärischen Gründen keine Gefahr für Rumänien bestehen ckönne, denn Rumänien sei eben im Begriff, sein Schwert zu schärfen, also sein Rüstungsprogramm durchzuführen. Oie nationale Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien. Bukarest, 4. Juli, (DNB,) Der Ministerrat , beschloß die Auflösung der Organisation . d er deutschen Minderheit, die gegen die Bestimmungen des Sondergesetzes zum Schutze 1 des Staates verstoßen. Durch diesen Ministerrats- l beschluß sollen offenkundig die Organisationen der I NEDR. (Nationale Erneue rungsbewe- \ gung der Deutschen in Rumänien) ge- । troffen werden. Die Auflösung der Verbände , und Arbeitslager der NEDR. war seinerzeit von der Regierung im Wahlpakt mit der deutschen Parlamentspartei gegen Zusicherung des bisherigen deutschen Mandatsbetzes ausbedungen ! worden. Im Wahlvakt war ferner die U m b e n e n- » es war die Frage zu klären, ob nicht verminderte Zurechnungsfähigkeit in Frage komme. Der medizinische Sachverständige bekundete nun, daß eine Geistesstörung bei dem Angeklagten nicht vorliege. Dagegen seien Schwachsinn und Gemütsdefekt festgestellt worden. Das Gericht schloß sich dem Antrag des Staatsanwalts auf Todesstrafe an in der Ueberzeugung, daß der Täter mit Ueberlegung gehandelt habe und der § 51 nicht in Frage komme. Durch ein Autounglück 10 Kinder schwer verletzt. In der Nähe des wegen schwerer Verkehrsunfälle berüchtigten Langenberger Vorspannberges bei Gera fuhr ein Lastkraftwagen, der mit Schul- k i n d e rn von Köttichau bei Weißenfels nach der ^>aale-Talsperre unterwegs war, mit großer Wucht 9 e gen einen Straßenbaum. Die Insassen des Wagens wurden auf die Straße geschleudert. 10 Kinder sind schwer verletzt worden. Sofort nach Bekanntwerden des Unalücksfalles begab sich die Staatsanwaltschaft nach Langenberg, um den Füh- r e r des verunglückten Wagens zu verhören- Dieser sagte aus, daß er bereits am Dienstag eine Fahrt nach der Saale-Talsperre unternommen habe. Nach feiner Rückkehr habe er noch eine Nachtfahrt aussühren müssen. So habe er nur 2 Stunden in einem Omnibus schlafen können. Um 5 Uhr habe der Lastkraftwagen für den Schulaus- flug, der einen so tragischen Ausgang nahm, fertiggemacht sein müssen. Er habe vor Müdigkeit den Anprall an Öen Baum gar nicht bemerkt. Mit dem Fahrgestell sei er noch etwa 100 Meter weitergefahren und dann erst habe er sein Gefährt, durch das laute Schreien der verunglückten Kinder aufgeschreckt, zum Stillstand gebracht. Hinter dem Unglückswagen fuhr der von dem Besitzer des Unternehmens gesteuerte Omnibus, in dem sich die Eltern der verunglückten Kinder befanden. Acht Schwerverletzte bei einem Kraftwagenunglück. In der Nähe von Veckerhagen bei Kassel kamen drei Omnibusse von der Sababurg und wollten beim Forsthaus Hemelberg in die nach Kassel führende Straße einbiegen. An der Kreuzung versagte bei einem Wagen d i e Bremse, so daß er 300 bis 400 Meter zurückrollte und nicht mehr zum Halten zu bringen war. Der Fahrer lenkte ihn schließlich in einen Graben. Dabei wurde die hintere Wand herausgedrückt. Acht Personen erlitten schwere Verletzungen, davon eine einen Schädelbruch und eine zweite einen Wirbelsäulenbruch. Vierzig Personen unter Vergiflungserscheinungen erkrankt. In Abranches (Frankreich) sind etwa 40 Personen nach dem Genuß von Wurstwaren an schweren Vergiftungserscheinungen erkrankt. Eine 70jährige Frau ist bereits im Krankenhaus gestorben. Der behandelnde Arzt hat die Todesurkunde verweigert, so daß eine Untersuchung angestrengt wird. Vierzehn Personen sind ins Krankenhaus eingeliefert worden, bei einigen von ihnen besteht Lebensgefahr. Drei französische Fabriken zu gleicher Zeil niedergebrannt. In der Nacht auf Mittwoch wurden in der Nähe von Lille drei Fabriken durch einen schnell um sich greifenden Brand vernichtet. Die Feuerwehren von Lille und Tourcoing trafen erst zweieinhalb Stunden nach der ersten Feuermeldung am Brandort ein und mußten sich darauf beschränken, die umliegenden Häuser vor dem Uebergreifen des Feuers zu schützen. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Millionen. Drei Todesopfer bei einem Tribüneneinsturz. Auf dem Fußballplatz des Gefängnisses von Wel- fare Island (USA.) ereignete sich ein schweres Unglück. Während eines Fußballspiels der Gefangenenmannschaft stürzte plötzlich die Tribüne, von der aus die anderen Häftlinge dem Spiel zu- fahen, in sich zusammen. Drei Gefangene kamen ums Leben, 56 wurden verletzt. 100 Todesopfer des amerikanischen Unabhängigkeitstages. Einrichtung der Aemter werde schrittweise den Erfordernissen der neuen Zeit und den Aufgaben an» gepaßt werden müssen. Eine Mehrbelastung der Gemeinden soll vermieden werden. Das Reich sei bemüht, durch Zuschüsse an die Länder einzugreifen. In der Begründung zum Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens heißt es u. a.; Mit dem Tage, an welchem der Durchbruch des Nationalsozialismus endlich dem Grundsatz Geltung schaffte, daß der Wert der Einzelperson nur nach dem Grabe ihres Nutzens für das Volksganze bemessen werden kann, war in erhöhtem Maße die Notwendigkeit gegeben, im öffentlichen Gesundheilsdienst eine durchweg Aus aller Welt. Opfer der Berge. Der 19jährige Franz Lauscher aus Wien befand sich mit zwei Begleitern auf einer Kletter- tour auf dem Peilstein (Salzburg). An einer Wand glitt er auf dem feuchten Gestein aus und stürzte ab. Seine Begleiter konnten ihn am Seil sichern, doch schlug er mit dem Kopf mehrmals gegen die Felswand, wobei er einen Schädel- druch erlitt, der seinen Tod zur Folge hatte. — Beim Durchklettern der Dachstein-Südwand ist der 26jährige Karl Stelz etwa 250 Meter unterhalb des Dachsteingipfels infolge Erschöpfung liegen geblieben und nach kurzer Zeit verschieden. Eine Rettungsexpedition brachte die Leiche zu Tal. __Die 4. Klasse der Knabenvolksschule von Bischofs- Die fortschreitende Motorisierung Deutschlands wie auch der Kampf gegen den Strahenunfall haben den Physiker und Chemiker gleicherweise auf den Plan gerufen, um an der Konstruktion der „A u t o st r a ß e von morgen" auf wissenschaftlicher Grundlage zu arbeiten. „Schlaglöcher" und „R u t s ch a s p h a l t" das find die beiden Schlagwörter, die den ganzen Fragenkomplex umschließen, wie er sich bei der Neuanlage von zeit- und zukunftsgemäßen Autostraßen ergibt. Im Rahmen der großen Arbeitsschlacht wird ganz Deutschland mit einem dichten Netz moderner Autobahnen durchzogen werden — ein Projekt, wie es in seiner Großzügigkeit und Weitsichtigkeit seinesgleichen auf der ganzen Erde suchen kann. Und in letzter Zeit haben wir die große Aktion gegen den Straßenunfall erleben können, bei der nicht zuletzt auch die Frage der Beschaffenheit der Fahrbahnen eine Rolle spielt. Die Zeiten des Straßenbaues von gestern, bei dem es allein galt, ein Stück Land zu planieren, mit etwas Schotter zu bewerfen und festzuwalzen, sind wohl für immer vorbei. Die Autostraße der Zukunft wird auf wissenschaftlicher Grundlage gebaut werden. Das Berliner „Forschungsinstitut für Straßenba u", das der Technischen Hochschule in Charlottenburg angegliedert ist, wird in Zukunft eine erhöhte Bedeutung gewinnen. Es ist das einzige Institut seiner Art, das wir in Deutschland haben. Hier wird unter berufener Leitung von einem großen Stab wissenschaftlich vorgebildeter Physiker und Chemiker die für den Straßenbauer so notwendige und unerläßliche Pionierarbeit geleistet. Die Autostraße kommt hier gewissermaßen meinben und Gemeindeverbände gingen dazu über, die gesundheitsfürsorgerischen Maßnahmen in Wohlfahrtsämtern "zusammenzufassen und besonderen Stadt - und Kommunalärzten 3U übertragen. Auch die ständige Erweiterung des Aufgabenkreises der Sozialversicherung und der Kriegsopferversvrgung führten zur Bestellung van Versvrgungs- und hauptamtlichen Vertrauensärzten. Alle Parteiorganisationen, aber auch das Rote Kreuz und die karitativen Verbände, sowie die gesamte Aerzteschaft seien neben Stadt und Gemeinden auf bevölkerungspolitischem Gebiete betätigt worden. Diese wertvolle Mitarbeit könne nur dann von Erfolg sein, wenn sie von der Reichsregierung einheitlich geführt und gelenkt werde. Die Reichsregierung sei daher verpflichtet, Zentralen zu schaffen, in denen alle Fäden des öfentlichen Gesundheitsdienstes zusammenlaufen und in denen die technischen Untersuchungsmethoden der Neuzeit der Oef- fentlichkeit nutzbar gemacht werden könnten. Die staatlichen Amtsärzte würden in die Gesundheitsämter hautpamtlich eingegliedert. Weitere Aerzte, Beamte und Angestellte der Kommunaloer- roaltung würden, soweit sie bisher erfolgreich tätig waren, weiter beschäftigt oder übernommen. Die völkerungspolitisch wichtig oder unwichtig, können vom Arzt zum Nutzen des Volksganzen nur dann in jedem Einzelfall zweckdienlich gelöst werden, wenn die Beurteilung nach Richtlinien erfolgt, die für das ganze Reich gleichmäßig Geltung haben. Im Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, in den Siedlungsgesetzen, in den Verordnungen zur Arbeitsbeschaffung, im Erbhofgesetz ist die Feststellung des gesundheitlichen Wertes der Einzelperson Voraussetzung für jede weitere Maßnahme. Auch die in Vorbereitung befindlichen bevolke- runggspoltisch bedeutungsvollen Gesetze würden einer der wesentlichsten Grundlagen entbehren, wenn das staatliche Gesundheitswesen nicht über Einrichtungen verfügen kann, die eine Bewertung der Einzelperson in dieser Hinsicht einwand - frei und gleichmäßig sichern. Aber auch die Durchführung aller sonstigen Forderungen der Volksgesundheit, ferner die Sichtung des Beamten- und Angestelltenstandes hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des einzelnen, die Beurteilung der Zweckmäßigkeit fürsorgerischer Maßnahmen und die Durchführung einer zielbewußten Sozialversicherung setzt eine einheitliche Organisation des öffentlichen Gesundheitsdienstes- voraus. Der Schutz der Volksgemeinschaft vor Fehlurteilen verlangt dabei, das dem uuterfuchenden und feststellenden Arzt die modernen Hilfsmittel der Untersuchungstechnik zur Verfügung stehen, und daß er sich ganz seinen ärztlichen Aufgaben im öffentlichen Gesundheitsdienst widmen kann, sei es, daß er diese Methoden selbst anwendet, sei es, daß er da, wo spezialistische Untersuchungen Anwendung finden müssen, sich Personal und Einrichtung eines hierfür geschaffenen Amtes und der daran angeschlossenen Anstalten zunutze macht und das Ergebnis nach einheitlichen Richtlinien für das Ganze wertet. Denn der Staat kann seine Maßnahmen zur Volksgesundung nur auf zuverlässige und objektive ärztliche Feststellungen gründen. Dr. Gütt äußerte sich weiter über das Gesetz zur Bekämpfung der Papageienkrankheit. Er wies auf die außerordentliche Ansteckungsgefahr bei dieser Krankheit hin, die seit fünfzig Jahren sich wiederholt in Europa gezeigt habe und seit 1929 endemisch zu werden scheine. Seit 1929 seien in Deutschland 155 Erkrankungen an Papageienkrankheit, darunter 31 Todesfälle, zu verzeichnen. Im Jahre 1934 habe sich die Krankheit Berlin, 4. Juli. (DNB.) Der Leiter der Abteilung für Volksgesundheit im Reichsministerium des Innern, Ministerialdirektor Dr. Gütt, sprach vor der Presse über die vom Kabinett veraoschie- deten Gesetze auf dem Gebiete des Gesundheitswesens. Das Gesetz zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens, so führte er u. a. aus, entspreche einem dringenden Bedürfnis. In immer größerem Umfange seien fürsorgerische Bestrebungen von Selbstverwaltungskörpern ausgenommen worden. Die staatlichen Medizinalbeamten hätten sich infolge Überlastung diesen neuen Aufgaben nur zum Teil widmen können. Die Geirn öffentlichen Gesundheitsdienst eine durchweg erheblich verbreitet. In Berlin allein seien einheitliche Organisation für das ganze in einem halben Jahre 63 Erkrankungsfälle zu oer- Reich zu schaffen. Fragen, ob erbgesund oder erb- zeichnen, in Dresden etwa 30. krank, leistungsfähig oder nicht leistungsfähig, be-1 --------- ■k 1 3. GELD LOTT ERIE der Eifel und auf den ostpreuhischen dieser Erfindung, der badische Forst- Hochdei lächeln. Noch im Dezember des gleichen Jahres Straßen mit unbehinderter Aussicht das Hochgefühl den Straßen Chausseen. Der Vater Ohne den Zug zu verlassen kann man in Schnell- und Eilzügen bei dem Zugführer oder einem Schaffner des Zuges Telegramme a u f g e b e n (Zugtelegramme). Im übrigen werden Telegramme auf fast allen Bahnhöfen beim Eisenbahntelegra-- phen, vielfach auch an bestimmten Fahrkartenschaltern angenommen, ferner auf größeren Bahnhöfen bei Postannahmestellen auf dem Bahnsteig. Auf manchen Bahnhöfen können Telegramme durch Münzfernsprecher aufgegeben werden, soweit diese zum Kassieren größerer Geldbeträge eingerichtet sind, außerdem durch die Postbriefkästen in den Bahnhofsräumen und die Briefeinwürfe der Bahnpostwagen und schließlich durch Vermittlung der Postbediensteten, wenn ihre Dienstgeschäfte dies gestatten. Die Bedingungen und Gebührensätze sind die üblichen, nur für Zugtelegramme, die auf die hauptsächlichsten Länder Europas beschränkt sind und höchstens 20 Wörter enthalten dürfen, wird ein Zuschlag von 20 Pf. je Telegramm erhoben. Empfangen kann der Eisenbahnreisende Telegramme auf jedem deutschen Bahnhof, in einem Bahnhofswartesaal oder am Zuge. Er muß nur dafür sorgen, daß seine Telegramme eine ausreichend genaue Anschrift erhalten. Telegramme an Eisenbahnreisende im Zuge oder im Wartesaal kosten einen Zuschlag von 30 Pfennigen je Telegramm. Meldet sich auf den Ruf am Zuge der Empfänger nicht, so werden die Telegramme bei Schnell- und Eilzügen an den Zugführer oder einen Schaffner des Zuges abgegeben, damit der Zugbegleitbeamte unterwegs die Aushändigung an den Empfänger weiter versuchen kann. Neben dem uralten Traum, sich von der Erdenschwere zu befreien und dem Vogel gleich durch die Lüfte zu fliegen, hat der Mensch den bescheideneren Wunsch gehegt, auf festem Boden die Entfernungen in größter Geschwindigkeit zu durchmessen. Das Zeitalter der Technik hat beide Hoffnungen bereits in einem Ausmaß erfüllt, dessen Vorstellung nur vor einigen Jahrzehnten noch als Ausgeburt zügelloser Phantasie gegolten hätte. Unter dem Himmel rasen jetzt die Flugzeuge mit einer Schnelligkeit bis zu mehreren hundert Kilometer in der Stunde, und auf der Erde geben die modernsten Rennwagen und die neuen Stromlinienzüge ihnen kaum etwas nach. In diesem Rausch der Bewegung und der Zeitmeisterung schien ein schlichteres und stilleres Kind der voranstürmenden Derkehrsentwicklung, das Fahrrad, unbeachtet am Wegrund verkümmern zu sollen. Wenn von ihm auch weniger die Rede war, nachdem Auto und Flugzeug ihre Herrschaft angetreten hatten, so behauptete es sich doch zähe und gewann sich von Jahr zu Jahr in allen Erdteilen und Ländern mehr Freunde, besonders in den Schichten der arbeitenden Bevölkerung. In Deutschland allein sind jetzt mehr als zwölf Millionen Fahrräder in Gebrauch, und in Flachländern wie Holland und Dänemark gehört dieses anspruchsloseste der Verkehrsfahrzeuge zu den stark hervortretenden Merkmalen des Straßenlebens. In Deutschland begegnen wir ihm auf den Wegen des Alpenvorlandes und auf den schmalen Deichpfaden der friesischen Küste, auf meister, Kammerherr und Premierleutnant a. D. des Leibgrenadier-Regiments Karl Friedrich Christian Ludwig Freihherr von Drais-Sauerbronn, dessen Name noch in der im Eisenbahnwesen verwendeten „Draisine" 'fortlebt, hatte sich eine so weitgehende Verwirklichung seiner Pläne selbst in den kühnsten Erwartungen nicht vorgestellt. In ihm vollzog sich eines der Erfinderschicksale, an denen die deutsche Geschichte so reich ist; Enttäuschung und Verbitterung waren seine Begleiter, er selber konnte die Früchte seiner Arbeit nicht ernten und starb 1851 arm und verlassen in Karlsruhe, der badischen Landeshauptstadt, deren ehrsame Bürger ihn schon lange als einen wunderlichen Kauz, als ein schrulliges Original mitleidsvoll belächelt hatten und deren Gassenjungen mit einem lauten „Er kimmt, er kimmt!" in die Richtung gelaufen waren, aus der eine allerdings merkwürdige Erscheinung aufgetaucht war. Auf einem wunderlichen Gestell saß ein untersetzter, ja beleibter Mann auf einem Sattelsitz, die Hände auf der Lenkstange des Vorderrades, und bewegte sich und seine Laufmaschine in närrischen Känguruh-Bewegungen durch die Straßen, während ihm vor Anstrengung der Schweiß in Bächen vom Gesicht lief. An der Wiege dieses Menschen hatten Fürsten und Prinzen als Pate gestanden; vor ihm lagen die großen Möglichkeiten eines Adeligen in der damaligen Zeit. Aber gerade das, wozu Umgebung und Stand if)n. drängten, ließ ihn innerlich vollkommen gleichgültig; sowohl als Forstmann wie als Offizier und Kammerherr erlitt er Schiffbruch. Er spürte bereits den Wind des hereinbrechenden Zeitalters der Techniker und wollte Mechaniker oder Maschinenbauer werden. Wenn ihm die Ausübung eines solchen Berufes auch versagt blieb, so konnte man dem eigenwilligen Mann doch nicht verbieten, in seinen eigenen vier Wänden zu sinnen, zu planen und zu experimentieren. Lange Jahre haben ihn die Erfindungen einer Fleischhackmcrschine, einer Schreibmaschine und eines Doppelspiegels beschäftigt. Das Hauptereignis seines „technischen Nebenberufes" aber war die Erfindung der „Laufmaschine" in der zweiten Hälfte des Jahres 1813. Und das Glück schien dem badischen Adelsmann zu Die 2 jausha chränkt lern 91' lern T schmeck Butten Matte Iiele § benso herab ,erdai All. milrt) imwr tneröe: ein A i eines i Aus aller Welt. Folgenschwerer Familienstrelk. In Kaiserslautern ereignete sich meinem Schrebergarten eine schwere Bluttat. Der 27 Jahre alte Karl Steinbrecher gab nach einem kurzen Wortwechsel auf seinen Schwager Karl Petri einen Schuß ab, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Die beiden Ehepaare Petri und Steinbrecher lebten zusammen in einer Wohnung. Seit einiger Zeit waren die beiden Schwager wiederholt wegen der Wohnung in Streit geraten, so daß das Verhältnis immer unerträglicher wurde. Steinbrecher begab sich mit einem Browning bewaffnet in den Schrebergarten des Petri, um, wie er angab, von diesem denSchlüsselzur Wo h - nung zu verlangen. Dabei kam es zu einem kurzen Wortwechsel, wobei Petri eine Gießkanne zum Schlage erhob. Steinbrecher zog sofort einen Revolver und gab aus nächster Nähe auf einen Schwager eineh Schuß ab, der ins Herz tra . Sie Jöl)rer zeit gc niaiD Kutter tage" liiiö0? Felder M ben 2 tclie". egt 1 5inne fi un da. Zur noch r" Wenn i Keriver tresM in diese lienhau Der immer ininera ®eträn: reiniger sie Kra trägt sc Lagt d tande lvertooll Käsestof führte Drais seine Maschine, die von seinen Zeitgenossen wegen der nicht sehr sanften Fahrweise „Knochenschüttler" genannt wurde, dem Zaren von Rußland vor, worüber das „Badische Magazin" vom 22. Dezember 1813 unter der Überschrift „Technische Erfindung und Ehren-Auszeichnung" folgendermaßen berichtet hat: „Der Kammerjunker und Forstmeister Freyherr von Drais hat seinen erfundenen Wagen, der ohne Pferde durch den in- sitzenden Menschen getrieben, leicht und schnell dahinläuft — wie schon vorher unserer Landesherrschaft — so jetzt Ihrer Majestät dem Kaiser von Rußland vorgeführt. Der Monarch hatte daran Wohlgefallen, verlangte am folgenden Tage die nochmalige Vorzeigung, äußerte: „c‘est bien Ingenieur“ und sandte dem Erfinder einen brillantenen Ring für das Vergnügen, welches Ihrer Kaiserlichen Majestät damit gemacht worden sey." Aber selbst diese fürstliche Gunstbezeugung hat ebenso wenig wie die Vorführung auf dem Wiener Fürstenkongreß und ein Anerkennungsschreiben seines Landesherrn der neuen Laufmaschine zum durchschlagenden Erfolg verhelfen können. Am 12. Januar 1818 wurde Drais vom Großherzoglichen Staatsministerium endgültig das Patent erteilt; die Versuchs zur praktischen Auswertung aber waren eine Kette von Fehlschlägen und Demütigungen, trotzdem der „Närrische Freiherr" die Brauchbarkeit seiner Maschine für den Verkehr schon dadurch bewiesen hatte, daß er mit ihr den nahezu vierstündigen Weg von Mannheim nach Schwetzingen in einer Stunde zurücklegte; allerdings wird nicht verraten, mit welchem Kraftaufwand! Immerhin hatte er keine eigentliche Verkehrsmaschine geschaffen, sondern mehr ein Luxusfahrzeug, das auch den Namen „Stutzerpferd" führte und auf dem die feinen Herren sogar regelrecht Rennen veranstalteten. Der Gedanke des Freiherrn von Drais aber hatte Wurzel geschlagen und beschäftigte die Techniker aller Länder. Philipp Moritz Fischer aus Oberndorf bei Schweinfurt führte die wichtige Verbesserung der Tretkurbeln ein, und ein Münchener Oberbergrat schuf 1862 das erste mit Tretkurbeln versehene Niederrad. Auf der Pariser Weltausstellung von 1867 wurde ein derartiges Fahrrad gezeigt, das von dem Franzosen Michaux bereits fabrikmäßig hergestellt wurde, aber noch ohne Kette war. Bald ersetzte man die Holzspeichen durch Stahlspeichen, und der schottische Tierarzt Dunlop wurde 1885 durch einen Zufall der Erfinder des Luftreifen, der wegen seines ungewohnten Aussehens zuerst „Ballon" — eine Vorausnahme der Bezeichnung für den jetzt in Gebrauch gekommenen dicken Luftreifen — oder „Wurstreifen" genannt wurde. Das Bestreben, der Maschine eine größere Geschwindigkeit zu verleihen, hatte dazu geführt, das vermittels der Kurbeln angetriebene Vorderrad bedeutend höher zu bauen; daraus entstand die Bauart des Hochrades, dessen schwindelerregende Formen wir noch auf vielen Bildern aus dem vorigen Jahrhundert bewundern können. Erst durch die technische Verwirklichung des Prinzips der Uebertragung war der Uebergang vom Hochrad zum Niederrad geschaffen, das zuerst mit Vollgummireifen versehen war. Inzwischen ist das Fahrrad vom Luxusfahrzeug wohlhabender Stutzer zu einem Verkehrsmittel geworden, das Millionen von Menschen billig von und zur Arbeitsstätte befördert, dos in allen Zweigen der Wirtschaft eine große Bedeutung erlangt hat und das selber wiederum einer weitverzweigten Industrie Beschäftigung verschafft. Daneben aber ist es für viele die Quelle sportlicher Freuden und eines neuartigen Wandergenusses, der sich mit Recht mit dem uns seit Jahrhunderten vertrauten Reiz des Fußwanderns und mit der eiligeren Landschaftseroberung durch den Kraftwagen messen kann. Auf dem Stahlroß haben wir während der Fahrt auf Wettervoraussage. Nachdem das östliche Tief sich weiter abgeflacht hat, breitet sich der Kern des hohen Druckes über das Festland aus. Im Bereich seiner zusammensin, ' kenden Luftmassen bleibt das Wetter meist heiter. Die Temperaturen, durch Ein- und Ausstrahlung bestimmt, erfahren zwischen Tag und Nacht stärkere Gegensätze und steigen tagsüber kräftig an. Aussichten für Freitag: Meist heiter, heiß und trocken, nachts stärkere Abkühlung. Aussichten für Samstag: Fortdauer der sommerlichen Schönwetterlage. Lufttemperaturen am 4. Juli: mittags 18,5 Grad Celsius, abends 12,6 Grad; am 5. Juli: morgens 10,7 Grad. Maximum 19,9 Grad, Minimum 6,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Juli: abends 21,4 Grad; am 5. Juli: morgens 15,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. des weiteren Blicks; wir haben die Freiheit, gleichgültigere Strecken schnell zu durchfahren, um dann an einem schönen Waldrand um so länger zu verweilen. Gegenüber dem Auto aber bleibt das Besinnlich-Beschauliche mehr gewahrt; wir können auf verschwiegenen Pfaden tief in die Wälder Vordringen und unseren treuen Begleiter notfalls auch für eine kurze Zeit auf den Rücken nehmen, wenn wir einen unwegsamen Berghang erklimmen wollen. In der Geschwindigkeit kann sich das Fahrrad natürlich mit dem Kraftwagen nicht vergleichen; der Radfahrer aber rühmt sich seiner innigeren unb tätigeren Verbundenheit mit seinem Fahrzeug, die ihn für die Mühseligkeit der Höhenüberwindung beim sausenden Herabgleiten in den Windungen einer Bergstraße mit einem Geschwindigkeitsrausch von eigenartigem Zauber belohnt. Wie jedes menschliche Wesen aber hat der Radfahrer auch sein Päckchen zu tragen. Man hat verschiedentlich versucht, ihm einen bösen Ruf anzuhängen. Don einem Nachbarn, dessen Betragen wir als besonders schlecht brandmarken wollen, sagen wir, er habe das Benehmen eines Radfahrers (zur Steigerung dieses vernichtenden Urteils dient in manchen Gegenden noch das Beiwort „unrasiert"). Noch bösartiger aber ist der Volksmund, wenn er bei einem Menschen von „Radfahrercharakter" spricht und damit bildlich ausdrücken will, daß er nach unten, nämlich gegenüber den Untergebenen, trete, aber nach oben, nämlich gegenüber den Vorgesetzten, buckle, womit die harmlose Haltung des Stahlroßlenkers allerdings in ein häßliches und, wie wir wissen, unverdientes Licht gerückt wird. Die Radfahrer aller Schichten und Länder werden sich's nicht verdrießen lassen, sondern ihrem unermüdlichen Fahrzeug die Treue halten, das ihnen ein nützlicher Begleiter und ein neuer Zauberschlüssel zur Schönheit der Welt geworden ist. Oie Einwirkung der Verheiratung auf die Einkommensteuer. In den vorn Wirtschaftsprüfer Hermann Will au Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 12) lesen wir folgendes: Verheiratet sich ein Pflichtiger, so wird die ihm infolge der Verheiratung zustehende Steuerermäßigung bei der veranlagten Einkommensteuer zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt als bei der im Wege des Steuerabzugs vom Arbeitslohn einzubehaltenden Einkommensteuer (Lohnsteuer) gewährt. 1. Bei der Veranlagung zur Einkommen st euer wird im laufenden Steuerabschnitt noch keine Ermäßigung gewährt, weil für den lausenden Steuerabschnitt eine Zusammenrechnung des Einkommens von Ehemann und Ehefrau noch nicht stattfindet (§ 22 Abs. 1 EinkStG.) und diese Zusammenrechnung Voraussetzung für die Steuerermäßigung ist (§ 52 EinkStG.). Infolgedessen ist der Pflichtige, der z. B. im Januar 1932 geheiratet hat, nach derjenigen Spalte in der Einkommensteuertabelle 1932, welche für dem Ledigenzuschlag nicht unterliegende, aber eine Familienermäßigung nicht genießende Pflichtige gilt, im Kalenderjahr 1932 zu veranlagen. Erst für das Kalenderjahr 1933 tritt eine Familienermäßigung ein: RFH.-Urteil vom 7.2.1934 — VIA48/34. 2. Bei der Lohnsteuer wird zwar grundsätzlich der 10. Oktober des vorangegangenen Kalenderjahres zugrunde gelegt, weist aber der Arbeitnehmer nach, daß er sich verheiratet hat, so ist die Steuerkarte entsprechend zu berichtigen und nach Vorlage der berichtigten Steuerkarte die für die Ehefrau vorgesehene Steuerermäßigung zu gewähren. Oie Aufgabe und Entgegennahme von Zugtelegrammen. Es ist noch wenig bekannt, daß der Eisenbahnreisende unterwegs — abgesehen vorn Zugfunk, der den unmittelbaren Fernsprechverkehr mit fahrenden Zügen zwischen Berlin und Hamburg gestattet — mannigfache Gelegenheit hat, sich des Telegraphen zu bedienen. Vom „Knochenschiittler" zum Fahrrad (Sine kulturgeschichtliche Betrachtung von Dr. Wilhelm Gemperle. Eismaschinen für die Speiseeis-Herstellung, auch für den kleinsten Haushalt, preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 3965 a Gießen, Ruf Nr.2145/2146 lieber Tc L'chtspiel Dan, S" he 5" R «’foiier ö°m se .Schwa ein biß. Schmieds < Qm Aubigny jjufete ö A unb schwarz Nlnu lohen. ; Venn es liQre. M unige fische & Leichte Sommer-Kleidung ■ Gießen, Seltersweg 17 4.50 5.60 6.50 Die größte Auswahl Wasch-Jacken 2.75 4.50 5.60 Kleidung für Feld u. Garten Leinen-Jacken Leinen-Hosen Leinen-Mäntel Leinen- Knickerbocker Ueberhaupt Kleidung für Ferien, an See, Gebirge, Bad und Land 3957 a ■jF Wasch-Hosen rvomer 6.50 f Blaue Janker Waweslusl Heute 3969 D Sladllaffee-Kapelle Wim ober llnfönget(in) für Büro sofort gesucht. Handschrift!. Bewerbungen mit Le- benslaufu.03388 an d. Gieß. Anz. Laden mit Lager und Wohnung ab 1.8. preiswert zu vermieten. E'nrich- tung für Lebensmittel Vorhand. Schrift!. 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Richtig!, der Abschrift: Zimmer Rechtsanwalt 404170 GEWINNE,2.0PRÄMIEN 5 O OOOO SospjceUl'RM. ZIEHUNG 121.-2Q .JULI 1Q34 Som üAexail xu. Ao&at / chnell. ei,nem eben Qmme el;gra. nböfcn 3ui durch ‘ diese ächtet ’l den ^ahn- !8 der legge, 3e sind °us die fl sind wird 'en. eisende 1 einem UB nur ausrej- inie an nrtesoal I« leie« u9e der ’tne bei er einen •r an den einem Der 27 i kurzen ir Karl Tod zur >d Stein« ng. Seit neberfjolt gera - kräglicher Downing um, wie r Woh- zu einem Meßkanne irt seinen uf seinen traf. abgeslacht udes über ammensin» eist heiter, isstrnhlung f)t stärkere in. * ist heiter, ng. :tbauer der 18,5 Grad : mgrgens limum 6,1 liefe am rgens 15,6 etuxvten. m Lange, ch Wilhelm . Lange, für zeigenleiter: alt der An- 0100. Druck Buch' und in Gießen. jung sch-Jacken 4.50 5.60 sch-Hosen ) 4.J0 6.50 jue Janker 0 5.60 6.50 u'dung u. Garten Mundwinkelzucken in seinem blassen Gesicht zu sehen. „Warum willst du das wissen?" fragte er erst nach einer Weile. „Ach, ich meine bloß —", sagte ich so hin. Schwarz antwortete: „Ich wills dir sagen. Ich habe eine gehabt. Wenn du mir versprichst, daß du keinem was sagst —". Wir gaben uns im Dunkeln die Hände. Ich war noch schrecklich jung, Schwarz immerhin einige zwanzig. „Ja", sagte er, „sie hat mir abgeschrieben, sie hätte sichs überlegt und es wäre für uns beide das Beste. Verstehst du das?" „Gott, die Frauen —", sagte ich weise. Schwarz gab das zu. „Aber", sagte er, „jetzt schreiben sie mir von zu Hause, daß sie einen andern hat, den sie heiraten will, einen Eieraufkäufer. Und paß auf, wenn wir zurückkommen, haben die alle Eieraufkäufer geheiratet, sitzen auf'm Geldsack und machen ein Maul, daß wir wieder da sind. — Ich fahr' nicht auf Urlaub, ich will da gar nicht hin—" Ich fand die Nacht bedrückend dunkel. „Schwarz", sagte ich, nachdem wir eine Weile gegangen waren, „warum willst du eigentlich immer ins Kino?" Sehr langsam kam es aus ihm heraus: „Ich weiß selber nicht. Aber wenn man so sieht, mit was die da sich abgeben und was sie sich für Klimbim von Indien und was weiß ich ausdenken, da tuts einem eigentlich gar nicht mehr leid —" Wir kamen ins Dorf, das uns warm entgegenschlug. Das verworrene Geräusch der Front stand vor uns wie ein Saum an der Nacht. ,,G« war einmal ein Musikus . .." „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden", hat Wilhelm Busch schon in klassischer Kürze festgestellt und damit vielen seiner Mitmenschen aus dem Herzen gesprochen, die zwar nichts gegen die holde Frau Musika einzuwenden haben, aber doch die peinliche „Nebenwirkung" des Geräusches, das mit ihrer Kunstausübung verbunden ist, nicht ertragen können. So hatten in einem Pariser Wohnbezirk die zahlreichen Mieter das allerdings sehr zweifelhafte Vergnügen, von einem jungen Burschen zunächst tagsüber durch ein endloses Klopfen und Hämmern, ein Dröhnen und Singen unterhalten zu werden bis zum Feierabend. Wenn sich dann der stille Frühlingsabend auf die Dächer von Paris senkte, eröffnete der Musikliebhaber ein ausgedehntes Saxophonkonzert: Tonleiter rauf, Tonleiter runter! und wenn schließlich die Bewohner des Häuserblocks nach Beendigung dieses „Konzertes" sich todmüde zur Ruhe begeben wollten, dann hielt sie der unermüdliche Plagegeist noch bis Mitternacht durch ausgewählte Rundfunkmusik wach. War es da verwunderlich, daß sich die Mieter des Wohnbezirkes zur Wahrung ihrer berechtigten Interessen auf Ruhe und Frieden zusammenschlossen. Als auch alle Vorstellungen und alle höflichen Bitten nichts halfen, zogen sie vor Gericht und verlangten, daß der junge Mann, der eine ganze Jazzband in einer Person vertreten könne, da er all ihre Marterinstrumente nacheinander ertönen lasse, eine exemplarische Strafe erhalte und daß ihm durch Richterspruch die weitere Musikausübung untersagt werde. Aber der junge Mann, der vor die Schranken trat, ließ sich durch die grimmigen Mienen seiner zahlreichen Zuhörer und Zuhörerinnen nicht einschüchtern. Er bedauere, sehr, wenn er sie beunruhigt habe, erklärte er höflich, aber er habe ebenso wie jeder andere Pariser ein Recht darauf, seinem Beruf nachzugehen und sich nach Arbeitsschluß ein bißchen Rundfunkmusik anzuhören. „Ich bin Zim- merrrtann und mein Beruf bringt es mit sich, daß ich klopfe und hämmere, säge und Nägel einschlage. Und zur Arbeit ein wenig singen, warum sollte dies ein fröhlicher Handwerker nicht! Die Zeiten sind ohnedies so traurig, daß mich mein Zimmermannsberuf nicht ernähren kann, so daß ich des Sonntags noch in einer Jazzband aufspiele. Und dazu gehört lieben und wieder lieben, denn kein Meister fällt vom Himmel und die Pariser wollen des Sonntags auf schwungvolle Saxophontöne tanzen. Und wenn ich mein doppeltes Tagewerk schließlich gegen Mitternacht hinter mir habe, warum soll es mir dann verwehrt sein, zur Entspannung vor dem Einschlafen noch ein wenig Rundfunk zu hören?" Das waren Ausführungen, die die Beschwerdeführer nur mit tiefstem Bedauern anhörten. Auch das Gericht konnte sich nicht zu einem Urteilsspruch entschließen, sondern vertagte sich, um zunächst zu untersuchen, wie sich die Bürgerrechte des Pariser Musikus mit dem Frieden der. Mitbewohner des Wohnblockes in Uebereinstimmung bringen lassen. W Ur. 154 Zweites Blatt Donnerstag, 5. Zull 1954 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) fer — an den rohen Holztischen im Brauereisaal unter Soldaten, lauter Männern, das „Fern vom Ball"! Ich werde es niemals vergessen — der Saal war wie eine Versammlung von Schlafenden, von denen nur die Körper zugegen waren! Das war Aubigny! Vor dem Kino, am hölzernen Kassenverschlag, drängten sie schon. Schwarz sagte: „Geh' man rein, ich mach' das hier", und gab dem an der Tür einen Wink, das genügte bei Schwarz immer, auch wenn ihn gar keiner kannte. Das Kino war eine Art verkleinerter Scheune, mit rohen Holzverstrebun- gen, „verzahnten Drägers", wie Reuters Zimmerling Schulz das nennt Unter der Decke war eine Art Balkon gezimmert, da saßen die Offiziere, kein Mensch weih warum, es muß eine fürchterliche Luft da oben gewesen sein. Denn es wurde natürlich geraucht. Und wie geraucht. Und was geEs gab was Indisches, vielleicht „Das indische Grabmal", eine damals hochberühmte Sache (mit Mia May! Oder war das später?) Jedenfalls was Indisches; sie hatten Kopftücher, „Turbane" urn- qewickelt und gingen in weißen „Gewändern" unter den Palmen umher. Wenn die Inder mit den Inderinnen auf der Leinwand in stummen aber dauerhaften Küssen zusammenschmolzen, ging unten das Schnalzen los, das Pfropfenknallen und Hoch- zischen und Platzen von Feuerwerksraketen. Das konnten sich die jungen Kerle vom Rekrutendepot nicht verkneifen. Ueberhaupt was gab es nicht für Talente in solchen Varietekünsten in der Armee, Komikern, Zauberkünstlern und Imitatoren (Damen- und Tierstimmen!). Schwarz freilich mißbilligte das, er konnte sowas nun mal nicht leiden. Kerle die", murrte er. Aber auch ohne das machte Indien, Filmindien, keinen rechten Eindruck auf uns, man sah da gerade so hm und vergaß keinen Augenblick, wo man war und daß, wenn es aus war, draußen wieder die Front rumorte. — Dann war es aus, und alles zerstreute sich durch die dunklen Straßen. Schwarz und ich marschierten durch die Sommernacht, die Straße lief weißlich zwischen den dunklen bergigen Lehnen vor uns her. „Schwarz", sagte ich plötzlich, „hast du eigentlich eine Braut?" „3d) —? Eine Braut?' sagte Schwarz erstaunt. Ich glaube im Dunklen das schalksmäßig-traurige Kino hinter der Krönt. Bon Kurt Witte. Schwarz kam am Vormittag über den Hof — ein bißchen O-beinig, den Drilch über seinen Schmiedsmuskeln, etwas rußig im Gesicht: ich sollte am Abend mit ihm ins Kino gehen. „Nach Aubigny —?" meinte ich ein bißchen gedehnt. Man mußte das zu Fuß machen, es war eine ganze Ecke, und das tut keiner von Berittenen gern. Aber Schwarz wollte gern, ich sah es an seinen runden Haselnußaugen, die aus dem blassen Gesicht hersahen. Ich hätte Schwarz auch den Gefallen getan, wenn es noch viel weiter nach Aubigny gewesen wäre. Ich sagte also ja. Er kam dann am Abend, sauber gemacht, Koppel umgeschnollt, und die hübsche gekniffte Schirmmütze über den runden Augen. Wir gingen über die Koppeln, aus denen die jungen Hengste mit zänkischem Gewieher gegeneinander ausschlugen, zur Straße hinunter, die sich zwischen bergigen Hängen hinzog, und durch das erste Dorf, wo im dämmernden Abend ein paar von den Jungen mit den Französinnen vor den Häusern standen. Auch der alte Heine, der Familienvater, drückte sich da herum. Schwarz mußte ihm unbedingt etwas Schmähliches zurufen, er konnte das in den Tod nicht leiden. Die Straße führte durch das langgestreckte Dorf und wieder hinaus, begleitet von den waldigen Berglehnen, die sich senkten und dann wieder steil anstiegen. Dann kamen wir nach Aubigny hinein, es war eine kleine Stadt — war es überhaupt eine Stadt? Ein Rekrutendepot lag da, und im Saal einer Brauerei war ein Soldatenheim. Der Feldwebel vom Depot hatte mich eines Tages auf der Straße angehalten, er kannte mich aus meiner Heimat, und lud mich zum Sonntag ein. Es gab Kaninchenbraten. Dafür lud ich ihn und feinen Schreiber fürs nächftemal zu uns auf die Ferme und es gab Pferdebraten, von einem prima jungen Iier, Das auf der Weide die Fessel gebrochen hatte Auch Fehlandt fand sich dazu ein. Langbeinig kam er über den Hof, aus jeder Tasche sah em Flaschenhals, Schnaps natürlich. Im Soldatenheim hatte ich an fünem Abend einen Geiger das „Lorn du bal“ spielen hören, pizzicato und mit dem Damp- Aus der Provinzialhauptstadi zu Mit dem Auto ins Schaufenster Derkehrsunfall im Seltersweg lines sammenstoß aus ihrer Fahrtrichtung gebracht. An der Ecke Seltersweg-Goethestraße ereignete sich gestern gegen 15.30 Uhr ein Verkehrsunfall, der glücklicherweise keine ernsteren Folgen hatte. Ein Schaufenster e Personenkraftwagen, der über den Seltersweg fuhr, Fenster völlig stieß an der Ecke Goethestraße mit einem Motor- kam dicht dan kam dicht daneben auf den Bürgersteig zu liegen. Der Motorradfahrer, wie auch der Kraftwagen- führer erlitten erfreulicherweise keinerlei Verletzungen. Es ist lediglich einiger Sachschaden entstanden. radfahrer zusammen, der aus der Löwengasse kam und anscheinend in der Goethestraße weiterfahren wollte. Beide Fahrzeuge wurden durch den Zu- Das das das Der Der Der Der « Der Biedenkopf Bad Ems Bad Homburg Köln Lollar 2. Klasse 4,80 RM. 7,70 „ 4,20 „ 13,00 „ 0,70 „ im be- Wein gibt Gift, Branntwein Kupier ins Gesicht, Vorter uns das Blut verdickt, Grog macht dumm der Kaffee blind, Tee macht unsere Kraft zu Wind. „Was der Mensch noch trinken kann, ist Buttermilch, die nährt den Mann!" Die Verwendungsmöglichkeit der Buttermilch niederdeutschen Erbhofes: „Dat Beer gift Slag, De Wien gift Gicht, De Branntwein Köpper ins Gesicht, De Porter uns dat Blot verdickt. De Grog macht dumm, de Kaffee blind. De Tee macht uns de Kraft to Wind. Dat. wat de Minfch noch trinken kann, Is Bottermelk, de nährt de Mann, Makt frisch dat Hart, dat Liew uns rein Un klor den Kopp, und ok de Bein. Det mork och fein!" hochdeutsch: Das Bier gibt Schlag(anfall), erhalten. gez. Wagner, Kreisbetriebszellenobmann. F.d.R.: Schwab (Kasse). 3. Klasse 3,30 RM. 5,30 „ 2,90 „ 9,00 „ 0,50 „ Deutsche Arbeitsfront An alle Schreinereien im kreise Gießen! Die von der Innung zugestellten Betriebsfragebogen sind, soweit dies noch nicht geschehen ist, beantwortet innerhalb 3 Tage an den Unterzeichneten zurückzusenden. I. A.: Ludwig Rinn XVII. Heuchelheim. Wir schließen uns dieser Aufforderung an und erwarten von allen Schreinereibetrieben, daß sie unbedingt den oben angegebenen Termin einhalten. Heil Hitler! Deutsche Arbeitsfront, Gruppe Holz. Betz. NG.-Gemeinsckaft„Kraft durch Freude" Erste Rheinfahrt am 8. Juli. Die Fahrkarten für Schiff und Bahn sowie für Esten und Fahrt auf den Niederwald sind angekommen und müssen bis spätestens Freitag abend 6 Uhr auf der Geschäftsstelle der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schan- zenstraße 18, abgeholt werden. Wer feine Karten nicht bis zu diesem Termine abholt, verliert das Anrecht darauf, die Karten werden dann anderweitig ausgegeben. Neue Sonntaaskarten - Verbindungen. Mit sofortiger Gültigkeit sind in Gießen neue Sonntagskartenverbindungen eingeführt worden: Fahrpreis hin und zurück: Militärkonzert in der Bergichenke. Die Reihe der Konzerte unserer Gießener Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krautze in der Bergschenke wurde gestern abend mit dem fünften Konzert fortgesetzt. Das Programm brachte wieder ausgezeichnete Darbietungen, [ein Marsch eröffnete das Konzert. Flotows feine Recht auf Kraftübung und Spiel. Das was sie in der Stadt nicht erreichen kann, ist aber das innige unbewußte Verhältnis zur Natur. Auch die schönste Autofahrt kann sich für ein Kind nicht mit der Fahrt auf dem hochgeladenen Heuwagen vergleichen. Eingegraben in den feinsten Dust dieser Welt, den des frischen Heues, schaut das Kind über die Feldflur hin und hascht nach den Kirschen, die der Heuwagen im Vorbeifahren streift. Und nirgends lassen sich die Schlachten kindlichen Spiels mit solcher Wonne ausführen, als in den aufgetürmten Heuhaufen und auf dem Heuboden. Wer solche Jugenderinnerungen mit sich trägt, wird dem Landleben und der Arbeit des Bauern ganz anders gegenüber stehen, als das landfremde Großstadtkind. Darum, ihr lieben Volksgenossen auf dem Lande, sorgt dafür, daß allen Volksgenossen der Großstadt eure Arbeit und euer Leben ein lebendiges An- schauungsgut wird und bleibt. Fangt bei der Jugend an! Macht ein Bett frei und nehmt für 4 Wochen ein Pflegekind aus der Stadt zu euch! Es wird — Mann oder Frau geworden — sein ganzes Leben hindurch im Schatz feiner Jugenderinnerungen das Verständnis für eure — der Bauern Freuden und Leiden bewahren. Das Pflegekind von heute: Ein Bauernfreund für sein ganzes Leben! Deutsche Stenographenschaft. Der 54. Gautag der Deutschen Stenographenschaft Gau Hessen fand am 30. Juni und 1. Juli in Worms statt. An dem Leistungsschreiben beteiligten sich annähernd 900 Personen. Die Ortsgruppe Gießen hatte — wie man uns berichtet — 28 ihrer Wettschreiber dorthin entsandt. Dem Schreiben waren die in der Denkschrift II über die Stellungnahme der NSDAP, zur Kurzschrift enthaltenen Bestimmungen zugrunde gelegt. Aus dem nachstehenden Ergebnis ist zu ersehen, daß die Ortsgruppe Gießen wieder einen sehr guten Erfolg erzielen konnte. Richtigschreiben: Note hervorragend: Emil Jost. Note sehr gut: Otto Keßler, Johanna Graf, Emma Reitz, Willi Brückmann, Annemarie Steinberger, Kirchliche Fürbitte für Reichspräsident und Reichskanzler. EPH. Der Landesbischof hat angeordnet, daß in den evangelischen Kirchen in das sonntägliche allgemeine Kirchengebet an geeigneter Stelle folgende Fürbitte einzufügen ist: „Deiner Gnade befehlen wir insbesondere den Reichspräsidenten und den Reichskanzler, unseren Führer. Stehe ihnen bei mit Deinem Geist und Deiner Kraft und laß ihr Werk gelingen zum Heil und Segen für unser deutsches Volk." KreisbetnebszellenabteUung ließen. Einzelmitglieder der DAF. Velr.: Kaste. Um den Gießener Emzelmitgliedern der DAF., die von den Kassierern nicht angetroffen werden, die Möglichkeit zu geben, ihre Beiträge bis einschließlich Juni zu bezahlen, werden für die einzelnen Ortsgruppenbereiche am Donnerstag, dem 5. und 12.Juli, nachmittags zwischen 6 und 7 U h r Kassenstunden eingerichtet, und zwar: Ortsgruppe Gießen -Nord: bei Kassen- walter Fritz Geißler, Bahnhofstraße 62 I. Ortsgruppe Gießen-Mitte: bei Kassen- roalter Max Hardt, Gießen, Haus der DAF., Schanzenstraße 18. Ortsgruppe Gießen-Süd: bei Kassen- walter Ernst Parr, Gießen, Haus der DAF., Schanzenstraße 18. Ortsgruppe Gießen -Ost: bei Kassen- walter Johann Lixfeld, Gießen, Kaiserallee 57. Da ab 1. Juli 1934 neue Beitragssätze eingeführt werden, ist dies die letzte Möglichkeit, die benötigten Marken bis einschließlich Juni 19 3 4 Haushalt ist aber nicht nur auf den Rohgenuß schränkt. Die Buttermilchsuppe ist auch nur noch dem Namen nach bekannt. Sobald sie einmal auf dem Tische erscheint, wird sie gerade von Feinschmeckern mehr gewünscht. Daß man aus der Muttermilch auch eine ganz außergewöhnlich zarte Matte (Quark) Herstellen kann, wissen auch nicht Lob der Buttermilch! Sie hat viel von ihrem guten Rus in den letzten Jahren verloren. Zu Unrecht! Zu unserer Kinderzeit gab's den ganzen Sommer über als Abendmahlzeit Dickmilch und Kartoffeln mit Matte- oder Butterbrot als Abschluß und an den beiden „Leiertagen" Buttermilch mit Erdäpfel in der Schale. Und wenn man im Hochsommer halbverdurstet vom Felde heimkam, wie mundeten bann einige „Schepp- löffel" voll dieses herrlichen Getränkes! Ein neues Geschlecht will nicht mehr so viel von Buttermilch wissen. Mit den Worten, „da gidts eine Schleif in den Leib" sucht man sie als minderwertig hinzu- stellen. Dabei ist sie doch, wie ein Bauernspruch sagt, wirkliche Arznei, em Hausmittel im besten Sinne des Wortes. „Macht frisch das Herz, den Leib uns rein, und klar den Kopf und auch die Bein — das merkt euch fein!" Zur Winterszeit gar kommt die Buttermilch nur noch in „altmodischen" Haushaltungen auf den Tisch. Wenn dann gebuttert wird, findet sie als Säufutter Verwendung — und die Schweine gedeihen vortrefflich bei dieser Kost. Besser wäre es, sie gerade in dieser rohkostarmen Zeit weitgehendst im Familienhaushalt zu verbrauchen. Der Nährwert der Buttermilch wird leider noch immer unterschätzt. Ihr Gehalt an Milchsäure und mineralischen Salzen macht sie zu einem heilsamen Getränk. Sie wirkt verdauungsfördernd und blutreinigend. Bei fieberhaften Erkrankungen vermag sie Krankheitserreger unschädlich zu machen und trägt so zur Beschleunigung der Gesundung bei. Sagt doch der Volksmund, daß Buttermilch imstande sei, neun Krankheiten zu heilen. Weitere wertvolle Bestandteile sind Eiweiß, Milchzucker und Käsestoff. Darum heißt es: Ouvertüre zur Oper „Stradella" ging zwei Stücken aus „Sigurd Jorsalfar" von Gneg voraus. Man hörte das groß angelegte, ernste „Nordlandsvolk" und das lebendige „Königslied", die beide in ihrem Stimmungsgehalt von dem Orchester vorzüglich ausgeschöpft wurden. „Der Liebestraum", das bekannte Solo für Trompete, klang hell hinaus in die sommerliche Nacht und fand verdienten lebhaften Beifall. Mit begeisterndem Schwung spielte das Orchester Szenen aus der Oper „Der fliegende Holländer" von R. Wagner. Der zweite Teil des Konzertes war mehr der beschwingteren Musik gewidmet. Zunächst hörte man die Ouvertüre zur Operette „Eine Nacht in Venedig" und dann die „Geschichten aus dem Wiener Wald", den bekannten Straußschen. Walzer. Das „Rendevous bei Lehar", ein Potpourri aus Lehars Meisteroperetten, (Hruby) vermittelte verschiedene bekannte populäre Klänge und erinnerte lebhaft an alle jene Operetten, die im Laufe der Jahre mit großem Erfolg über die Bühnen gegangen waren. Ein „Ständchen" von Heykens und „Wiener Volksmusik" von Komzak beschlossen das Konzert, das bei den hochstehenden künstlerischen Leistungen der Kapelle für alle Zuhörer nach des Tages Arbeit recht genußreiche Stunden brachte. Kindheit auf dem Lande. Ein gutes Drittel aller Stadter haben ihre Kindheit noch im Elternhause im Dorf oder in der Kleinstadt verbracht. Sie bekamen von dort vielleicht wenig Geld, dafür aber einen um so größeren Schatz an körperlicher Widerstandsfähigkeit mit. Und heimlich tragen alle diese „Städter" noch ein kostbares Gut bei sich: Das Buch ihrer Jugenderinnerungen. Der Geruch der aufgebrochenen Erde und des welkenden Laubs, die Vertrautheit mit den Haustieren, das Herumstreifen in blühenden Wiesen oder durch wogende Kornfelder, das Nachlaufspiel in den Nachbarhöfen, der Feierabend auf der Dorfgasse, die Obsternte in eigenen und in fremden Gärten füllen die Seiten dieses Erinnerungsbuches. Mit Wehmut sehen diese Männer und Frauen die Jugend ihrer großstädtischen Umgebung sich in den Winkeln lichtloser Höfe oder auf dem harten Asphalt der Straßen herumtummeln. Gewiß, die Jugend verschafft sich überall ihr Auto führ auf den Bürgersteig und gegen Schaufenster eines Schokoladenhauses, so daß j in Trümmer ging. Das Motorrad Das, was der Mensch noch trinken kann. Ist Buttermilch, die nährt den Mann, Macht frisch das Herz, den Leib uns rein Und klar den Kopf und auch die Bein' Das merkt Euch fein! ’^orm en — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die weiße Majestät". >iele Hausfrauen. Dabei enthält ein Pfund Matte benfoviel Eiweiß wie die gleiche Menge Rindfleisch. Gerade als Abendgericht sollte sie ob ihrer Leicht- i»erdaulichkeit mehr auf dem Küchenzettel stehen Alles in allem: Mehr als seither muß die Buttermilch wegen ihres gesundheitlichen Wertes und auch Degen ihrer Billigkeit zum Volksnahrungsmittel Derben. Treffend, urwüchsig und schlagkräftig sagt (in Wandspruch (plattdeutsch) in der Bauernstube I? Heuchelheim—Atzbach—Wetzlar. Wegen Aus- M Mitgli 22 Fortsetzung. Nachdruck verboten! trübet ■ |d iÄ 5 E ,er9Qn fragen. --- I— ---I - ..... V uuy, will "'Ueip weißen, buntgestickten Blusenhemd kam ihr feiner iENef[c^ Kopf wie eine unendlich zarte, kostbare Blüte — erftfS 18 0 Silben. Note sehr gut: Dora 200 Silben. Note sehr gut: Fritz Note sehr Metz. Abteilung Kern. Abteilung Sofia hantierte mit dem blitzenden Teegerät, und ihre weißen, schlanken Hände bewegten sich anmutig aus den weiten Aermeln des bulgarischen Kostüms, das sie im Hause mit Vorliebe trug. Aus dem leicht für Sie sein, sich in den Schutz irgendwelcher guten Menschen zu begeben. Wenn nicht anders, vertrauen Sie sich dem kleinen Seppl vom Hirschenwirt an, er hat Ihnen diese Nach- richt zugestellt." Soziale Aufbauarbeit des Alice-Frauenvereins vom Roten Kreuz Anschließend berichtete die Schatzmeisterin Frau | Sophie Wolf über die Finanzlage des Vereins, j Sodann sprach der Direktor der Medizinischen Klinik, Prof. Dr. Bohnenkamp, über das Thema „Die Ernährung des Menschen", hierauf hielt Dr. S ch l i e p h a k e einen Vortrag über „Die Verwen- düng der elektrischen Kurzwellen bei Krankheiten". Am Anschluß an die Tagung vereinigten sich die Mitglieder mit dem Hauptoorstand aus Darmstadt noch zu einem geselligen Beisammensein im Hotel Schütz. führung von Walzarbeiten wird die Provinzialstraße Laubach — Schotten vom 9. Juli ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Gonterskirchen—Einartshausen. ** Aufgehobene Straßensperre. Seit gestern ist die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Muschenheim — Trais-Münze n b e r g wieder aufgehoben. ** Sperrung der Lahn st recke vom Felsen bis zum Wehr. Anläßlich der Regatta Wert Gin M Fr- In einer eleganten Villa eines Vorortes von Sofia faß Alexander Demidoff mit seiner jungen Frau beim Frühstück. Es war ein Bild des heitersten ihre Wangen, ein wenig voller geworden, wetteiferten mit dem hauchfeinen Rosa der Blüten am Fenster, und ihre früher ein wenig kühlen Augen hatten einen reifen und leuchtenden Glanz, den Glanz, den Frauenaugen haben, die im Glück der Liebe leben dürfen. Sie wickelte den Zettel von dem Stein und las folgendes: ,^)hnen schreibt eine Frau, die durch Liewen unglücklich geworden ist. Sie sollen nicht ein neues Opfer sein. Ich kann nicht zu Ihnen gelangen. Solange Sie oben in Ahrem Hause dort sind, droht Ihnen ja keine unmittelbare Gefahr. Ach habe aber Grund, anzunehmen, daß Liewen bald zurückkommen wird. Dann müssen wir versuchen, Sie zu retten. Achten Sie genau auf folaendes: Liewen wird mit Ihnen im Wagen von hier fortfahren. Es gibt nur die einzige Straße, die er passieren kann; wenn er an die Biegung dieser Straße kommt, die unmittelbar vor dem kleinen Viadukt liegt, wird sein Auto aufgehalten werden. Diesen Augenblick benutzen Sie, um aus dem Wagen zu springen und zu fliehen — gleichviel wohin. Sind Sie erst in Freiheit, so wird es die jetzige Schatzmeisterin Frau Sophie Wolf weiterwirken. Der Verein habe sich nach Maßgabe seiner be- scheidenen Mittel immer btzmüht, das denkbar Mögliche an Leistung zu vollbringen. Mit dem Donk an alle Mithelfer für die bisherige Förderung verband die Rednerin den Wunsch, dem Verein auch in Zukunft bei seinem Hilfswerk treu zur Seite zu stehen. Die Rednerin schloß, nachdem sie noch in Dankbarkeit unserer gefallenen Helden gedacht hatte, ihren Jahresbericht mit folgenden Worten: Zum Schluß will ich Ihnen noch die Worte des Führers, dieses heroischen Mannes sagen: „Wir leben nicht für uns, sondern wir sind verantwortlich für all das, was jene, die vor uns gelebt haben, uns hinterliehen, und wir sind verantwortlich für das, was wir einst denen hinterlassen wollen, die nach uns kommen müs- sen. Deutschland darf nicht enden mit uns!" Stände unserer Stadt fei weitergeführt worden, so daß die Frauen Gießens damals monatlich 400 RM. der Winternothilfe zur Verfügung stellten. Weiter erinnerte die Rednerin an die Weihnachtsfeier vom 20. Dezember 1932 für 150 junge Mütter, welche die Mütterberatungsstunden besuchten; ein denkwürdiger und sehr erfreulicher Abend. Besonders hervorgehoben wurden u. a. weiter die alljährlichen Ehrungen von Hausangestellten für langjährige treue Dienstleistungen. Im Mai 1933 löste der Verein den vor etwa 10 Aahren von dem verstorbenen Vorstandsmitglied Frau Gail ins Leben gerufenen und zum Teil auch fundierten „Bienenkorb" auf. Die Ausführung habe, wie die Rednerin betonte, in vollendeter Weife in der Hand von Frau Rosenberg gelegen, der Verein sei beiden Damen und ihren Hilfskräften für diese Mitarbeit sehr dankbar. Eine Verwendungsmöglichkeit für die Arbeiten des „Bienenkorbs" habe sich in der Braunen Messe im Oktober 1933 gefunden. Bei dieser Gelegenheit habe der Verein in Gemeinschaft mit der N S. - Frauenschaft auch eine Lotterie veranstaltet, die alle Teile voll und ganz befriedigte. Mit der Aufgabe des „Bienenkorbs" und der Versorgung der Kriegerkinder hätten sich zwei wichtige Gebiete der sozialen Abteilung des Vereins geschloffen. Der Verein habe die Wöchnerinnen- und Säuglingsfürsorge gegründet in der Art, daß den Wöchnerinnen acht Tage lang ein gutes Mittagessen verschafft und ein Beitrag zur Säuglingsausstattung gegeben werde. Durch einen Aufruf habe der Verein 87 Hausfrauen gewonnen, die monatlich ein- oder zweimal, manchmal auch acht Wal ein Wittagessen zu diesem Zweck geben. Bis jetzt habe der Verein durch diese Einrichtung 130 Wöchnerinnen mit je acht Wiktagessen versorgt, eine stattliche Zahl, für die den spendenden Hausfrauen herzlicher Dank gebühre. Der Verein beteiligt sich mit einem jährlichen Beitrag an der Bahnhofsmission, am jährlichen Blindentag, an der Studentenhilfe, ferner ist er in vielen Fällen in aller Stille ein Helfer in der Not. An den Arbeiten des Hauptvorstandes in Darmstadt ist der Verein rege beteiligt, in Gießen | finden alljährlich eine ganze Anzahl Sitzungen , statt. An dem Jahresbericht wird ferner mit herzlicher Dankbarkeit der Mitarbeit des langjährigen Schatzmeisters, Oberbürgermeisters Dr. Keller, I gedacht, der nach feinem Uebertritt in den Ruhestand das über 20 Jahre mit größter Gewissenhaftigkeit und Treue verwaltete Schatzmeisteramt niederlegte. Seiner Leistungen und seines Schutzes für den Verein gedenke der Verein allezeit mit unendlicher Dankbarkeit. In feinem Sinne werde ' den be m Mit Msgebie Mch auf erheben „Hast du schon die Post durchgesehen, Alexander?" mahnte Sofia und warf einen Blick auf den Berg von Briefen, der sich auf silbernem Tablett vor Alexander türmte. (Fortsetzung folgt.) Wilhelm Hofmann, Franz Koch, Fritz Reh, Katharina Grill. Note gut: Gerda Hüter, Elly Jmmel, Gertrud Müller, Georg Schaaf, Hermann Blum, Wilma Leipold, Otto Wilhelm, Karl Brückel, Dora Kern, Luise Metz. Schnellschreiben: Abteilung 140 Silben. Note hervorragend: Walter Bende, Georg Schaaf, Hermann Blum, Emma Reitz. Note sehr gut: Anni Schmittdiel, Elly Jmmel, Katharina Grill, Reimund Leopold Hoog, Otto Keßler, Gerda Hüter, Anneliese Fuhrig, Anna Damm, Alfred Huber. Note gut: Berta Eisenbach. Abteilung 160 Silben. Note hervorragend: Reh. Note gut: Gertrud Müller, Fritz Dörfner. Gietzcner Wochenmarktpreise. * Gießen, 5. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Eier (inländische) Klasse S 10^, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, ungestempelte 7%, Wirsing (grün), das Pfund 15, Weißkraut 15, Gelbe Rüben, das Bund 10, Rote Rüben, das Pfund 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25 bis 30 (gelb) 25, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 12, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte) 5A Pf., der Zentner 4,80 bis 5 Mark, (neue), das Pfund 9 bis 12 Pf., Himbeeren 25 bis 30, Kirschen 15 bis 25, Heidelbeeren 20 bis 25, Stachelbeeren 15, Johannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 40 bis 50, junge Hähne 70 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 60 bis 80 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch (Suppengrünes) 5, Sellerie 25, Radieschen, das Bund 10 Pf. Der Werkmeister wurde daraufhin wegen Notzucht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte sollte insbesondere falsche Angaben über Datum und Oertlichkeit gemacht haben. Das Gericht kam jedoch nach der Beweisaufnahme zu der Ansicht, daß die Angeklagte nicht schuldig ist im Sinne der Anklage und sprach sie deshalb von Kosten und Strafe frei. Amtsgericht Gießen. Ein Mann aus Gießen wurde wegen körperlicher Mißhandlung zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte schlug am 6. April 1934 einem Schuhmacher auf Oswaldsgarten mit der Faust ins Gesicht. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Was mein einstwar... Vornan von Klothilde von Stegmann Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) & Stil'“’ ßintc Wilma Leipold. gut: Johanna Graf, Emil Jost, Luise ** Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor für englische Philologie an unserer Universität, Dr. Walther Fischer, hat den an ihn ergangenen Ruf auf den englischen Lehrstuhl der Universität Frankfurt a. M. zum 1. Oktober 1934 angenommen. ** Dienstjubiläum bei der Re i ch s - bahn. Am 1. Juli konnte der Reichsbahnsekretär Heinrich Becker bei der Gepäck- und Expreßgutabfertigung Gießen auf eine 25jährige Eisenbahndienstzeit zurückblicken. In feierlicher Handlung wurden dem Jubilar die Glückwünsche der Reichsbahn von feinem Dienftstellenleiter, Reichsbahnoberinspektor Kliffmüller, übermittelt. Seine Mitarbeiter ehrten den pflichttreuen und allseits beliebten Beamten durch Überreichung schöner Geschenke. ** Straßensperren. Wegen Ausführung von Straßenarbeiten am Bergwerk ist die Provinzialstraße Gießen — Leihgestern seit 2. Juli für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Klein-Linden—Großen-Linden. — Die Provinzialstraße Klein-Linden — Dutenhofen (Landesgrenze) ist wegen Herstellung einer Asphaltteerbetondecke seit gestern für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Gießen— Wch: ^Akkord-, uch dem - i) j den M uh dem 1 den A wcrbes, Wm natt ügrnnen c ) -I Gintor Gen ®ri Wer aus MdMv 1 iiter Bei Wderung c Mslich t rBBcitrag r Wen mir, rl'J’itgeber. pki'träge s Biiin der 5 Gebühr d f i H ihre (wen ange M mindest hn Wgserrnätzi Ttvv-.\r: Mudskm KWE.-Mi ihrfiurm i k tfi )er Än Der Alice-Frauenverein vorn Roten Kreuz in Gießen hielt gestern nachmittag unter der Leitung seiner Vorsitzenden, Frau Kramer, im Hörsaal der Medizinischen Klinik seine Jahresversammlung ab. Nach Begrüßungswvrten von Frau Kramer an die Versammlung, insbesondere an die Vertreter des Hauptvorstandes, Ministerialdirektor Dr.Kratz, Frau G e b h a rd t und die beiden Vortragenden, Krof. Dr. Bohnenkamp und Dr. Schliep- hake, erstattete sie den Jahresbericht. Einleitend gedachte sie mit dankbaren Worten der nationalen Erneuerung unter Führung des genialen Reichskanzlers Adolf Hitler, die im gesamten Roten Kreuz lebhaften Widerhall gefunden habe. Die Rednerin wies bann darauf hin, daß nach dem Willen des Führers und Volkskanzlers die Aufgaben des Roten Kreuzes wie bisher bleiben sollen, womit die in sieben Jahrzehnten im Dienst an Volk und Vaterland geschaffenen Leistungen unter der nationalsozialistischen Staatsführung lebendig und stark in den Dienst des Reiches gestellt werden. Der begeisterte Aufschwung neuer Hoffnung bereite den Glauben an die Erfüllung unseres uralten Sehnens: die Volksgemeinschaft aller Deutschen. Sodann erwähnte Frau Kramer die am 24. Mai 1933 vorgenommene Gleichschaltung des Vorstandes durch Zuwahl von Frau C e l l a r i u s , Frau Pauly, Frau Funk und Fürsorgeschwester Wenzel. Frau S t ö r i k o und Oberfürsorgerin Schwester Annita Hermanny sind von hier verzogen; im übrigen ist der Vorstand unverändert. Ferner besprach sie die Aufgaben des Frauenvereins vom Roten Kreuz, die aus der Vorbereitung für den Bereitfchaftsdienft, den Volksgesundheitsdienst und die Volkswohlfahrt bestehen. Der Verein folge dabei den Weisungen der Behörden, den örtlichen Verhältnissen, und er habe in e n g st e m Einvernehmen mit der NS.-Dolks- Wohlfahrt zu arbeiten. Auch auf dem Gebiete der Hilfsaktion „Mutter und Kind" sind dem Verein Aufgaben übertragen worden. Seit 30. Juni v. I. seien die No t h e l f e r i n - neu dem Aliee-Frauenverein vom Roten Kreuz als Mitglieder überschrieben. Die Gruppe des Vereins bestehe aus 23 Nothelferinnen, die von Frau Ella G i e f e und Frl. Kratz geleitet werden. Medizinalrat Dr. Trautmann veranstaltet monatlich zwei Belehrungsabende zur Ausbildung der Nothelferinnen in den Aufgaben der Sanitätskolonne. Im Winter 1932/33 fei der Frauenverein in hervorragender Weife durch Frau Schliephake in allen Verteilungen und Ankäufen der Winternothilfe vertreten gewesen. Die im Jahre 1931 von dem Verein angeregte Geldsammlung aller Vereine und Pfosten der Tür gepreßt und wartete. Was wird auf dieses Zeichen erfolgen? Und würde etwas er- ölgen, ehe ihr Notsignal verraten war? Der Kreole brauchte nur um das Haus herumzukommen, dann mußte er das verräterische weiße Tuch sehen. Edele ühlte, wie ihr fast die Sinne schwanden. Das Herz klopfte, als wollte es die angstvolle Brust sprengen; die Hände starben ihr ab, fast ohnmächtig lehnte sie gegen den Pfosten und wartete. Achtzehntes Kapitel. Auf dem höchsten Punkt des Abhangs, gegenüber dem bunten Haufe, stand Seppl und spähte mit zusammengekniffenen Augen hinüber nach dem kleinen Balkon. Sein Mund war zusammen- geschlosfen, und das ganze Knabengesicht hatte etwas Reifes und Unbeirrbares, wie er so bewegungslos auf der Wacht stand. Jetzt sah er etwas Weißes, strengte den Blick noch mehr an — man mußte ganz sicher fein, durfte nicht irren —, aber nein, eine Täuschung war für feine scharfen Augen ausgeschlossen. Dort von dem kleinen Balkon wehte ein weißes Tuch wie eine Fahne die um Rettung flehte. Da nahm der Seppel den kleinen zusammengefalteten Brief, wickelte ihn um einen kleinen Stein, den er sich vorhin gesucht hatte, dann flocht er blitzschnell eine dünne, haarfeine Schnur um das Ganze — eine Schnur, die an einem Stock befestigt war. Er stellte sich mit den eisernen Absätzen seiner derben Schuhe fest in das Erdreich des Berges hinein, holte weit aus — mit einem hellen Surren flog etwas, von der Schleuder getrieben, hinaus in die blaue Sommerluft. Mit zusammengezogenen Brauen folgte der Seppl dem Flug des kleinen, dunklen Gegenstandes — dann nickte er befriedigt und atmete hoch auf. Drüben verschwand die helle Gestalt, bückte sich, richtete sich wieder auf. Und nun wurde die weiße Fahne plötzlich abgeknüpft und von einer Hand hoch und jubelnd geschwungen. Da stieß der Seppl wieder feine hohen, jauchzenden Jodler aus — und raste hinauf, die Ziegen zu sammeln, obgleich noch lange nicht Zeit war, die Tiere herunterzutreiben. Diesmal litt es ihn nicht länger auf feinem geliebten Berge. Er mußte hinunter und der Dame in feinem Hause erzählen, daß der Plan, soweit es ihn anging, gelungen war. to*»” Maert«- )j; Beitrag5' jiwaltung fcl mf die In Jnjcn der i Edele las die wenigen Worte immer, immer wieder — Hoffnung und Angst zugleich durchfluteten ihr Herz. Wie, wenn dies alles nur eine Täuschung wäre, bestimmt, sie in eine Hoffnung zu wiegen, aus der das Erwachen nur um so furchtbarer wäre? Aber wer konnte außer Liewen es mit ihr böse meinen? Sie hatte ja keinen Feind — wenigstens kannte sie keinen. Aber ebensowenig kannte sie diesen unbekannten 'Freund — oder vielmehr wohl diese unbekannte Freundin. Die Handschrift war die einer Frau, und auch die Stimme, die sie durch die verschlossene Tür vernommen hatte, war eine Frauenstimme gewesen. Vielleicht war es der Jugendfreund, vielleicht war es Malte, der an ihrer Rettung arbeitete? Edele preßte die Hände in stummem Gebet zusammen — bann zerriß sie den Zettel in winzig kleine Stückchen und versteckte die. Nestchen unter ihren Sachen. Als Celia nach einer Weile die Tür aufschloß, um Edele zum Mittagessen zu holen, fand sie auf Edeles Zügen nichts, was ihr das Erlebnis des Mädchens verraten hätte. ♦ Madame de Lormes war eilig wieder hinab- geftiegen in ihr Gasthaus. Dort schrieb sie eine lange Zeit und faltete das Schreiben sorgfältig und eng zusammen. Nachdem sie fertig war, machte sie sich wieder auf den Weg hinauf zum Seppl. Sie mußte sich sehr beeilen, denn nachmittags war doch der Besuch von Celia zu erwarten, und bis dahin mußte alles erledigt fein. Man konnte ja nicht wissen, was Liewen plante, und wann er wieder zurückkehren würde. Seppl stand oben auf der höchsten Stelle des Abhangs und hatte Madame de Lormes schon von weitem mit seinen scharfen Augen erspäht. Nun raste er den Abhang herunter, Geröll und Steine polterten ihm nach. Und als es ihm noch nicht schnell genug ging, setzte er sich einfach auf feinen ledernen Hosenboden und rutschte den Rest des Weges hinunter, bis er dicht vor den Füßen der aufschreckenden Madame de Lormes landete. „I hab gemeint, es eilt", sagte er entschuldigend und lachte zu Madame de Lormes auf. „Das tut es auch, mein Kamerad!" gab Madame de Lormes zur Antwort. Sie reichte ihm das zu- fammengefaltete Briefchen: „Paß gut auf, Seppl! Heut' nachmittag wird auf dem Balkon oben ein 'Zeichen gegeben werden: ein weißes Tuch oder so etwas — dann ist es Zeit. Sei geschickt, daß nichts fehlgeht." säumt war. We ergün Alexander Demidoff sah von feiner Zeitung immer wieder mit heimlichem Entzücken auf feine junge Frau. Edele war zurückgeprallt, als das saufende kleine Wurfgeschoß auf ihrem Balkon niederging. Aber schnell hatte sie sich gefaßt. Das war eine Schleuder gewesen, wie sie diese von ihrem norwegischen Gutshof und aus den Kinderspielen sehr gut kannte — nur daß der unbekannte kleine Schleuderer dort über ein meisterhaftes Können verfügen mußte. Eine heiße Freude überkam sie — jetzt glaubte sie an die gütigen Kräfte, die am Werke waren, ihr zu helfen. „Mir geht nix fehl, da brauchen S' keine Sorg' haben, gnä Frau!" gab Seppl zur Antwort und verstaute den Brief sorgfältig im Hutband. Madame de Lormes nickte ihm zu und ging schnell hinunter, indessen der Seppl wieder aufwärts flieg zu feinem Ausguck. Noch lange hörte Madame de Lormes mit dem Winde fein helles Pfeifen herübertönen. Dies rohe, unbekümmerte Pfeifen war ihr wie eine gute Vorbedeutung. eben » W"80 618 15 Ü " 20 "• 25 " 30 " 40 " 45 i " 55 " 65 ! " 75 ;;; 90 I 105 130 150 103 ,, 185 über 185 KreillM! IW* Dr Friedens. Vor dem Fenster breitete sich ein weiter «q Rasen aus, auf dem blühende Bäume ihre weißen fÄnt Zweige breiteten. Kam der Wind, dann sprühte W bei ein Regen von weißen Blütenblättern bis Ijinein IgV’Jng auf das Fenster der Veranda, das von duftenden HlMdje Hyazinthen und Mandelbäumchen in Kübeln um« FWid) der Gießener Rudergesellschaft ist die Lahn auf der Strecke vom Felsen abwärts bis zum Wehr am 7. und 8. Juli in der Zeit von 8 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr für jeglichen Verkehr (Schwimmer und Paddler) gesperrt. Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, hat eine Geldstrafe bis zu 90 Mark zu gewärtigen. Schwurgericht Gießen. Das Schwurgericht befaßte sich gestern mit der Karoline Fuchs aus Angersbach, z. Z. in Untersuchungshaft im hiesigen Landgerichtsgefängnis, die des Meineides bzw. des fahrlässigen Falscheides beschuldigt wurde. Die Angeklagte sollte in einem Prozeß gegen einen Werkmeister, bei dem sie in Arbeit stand, wissentlich falsche Angaben gemacht haben. Nach dem Kaffee, den Celia mit Edele zusammen auf der kleinen Veranda eingenommen hatte, verabschiedete sich Celia mit den Worten: „Ich habe nur einen kleinen Weg ins Dors, Kind, und bin gegen Abend wieder zurück! Wenn Sie irgendwelche Wünsche haben, klingeln Sie nur Paolo. Auch neue Bücher sind angekommen — ich habe sie Ihnen ins Zimmer gelegt." „Ja, danke!" sagte Edele, und sonst nichts mehr. Celia wunderte sich; bisher hatte Edele bei jedem der gelegentlichen Wege von Celia ins Dorf diese flehentlich gebeten, sie doch einmal mitzunehmen, sie käme um in dieser ewigen Gefangenschaft. Immer schwerer war es Celia geworden, den Bitten des Mädchens zu widerstehen; aber sie mußte hart bleiben, wollte sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. So war sie sehr erstaunt, daß jetzt Edele keinerlei Versuch machte, ihrer Gefangenschaft einmal für einige Stunden zu entfliehen, sondern gleichgültig blieb. Celia konnte nicht sagen, was es war; aber ein Gefühl der Unruhe hatte sie feit dem Besuch der Madame de Lormes nicht mehr losgelassen. Es war Zeit, daß Liewen zurückkam. — Wer weiß, ob man nicht doch einmal hinter das Geheimnis dieses Hauses und seiner Insassen kam?! Auf dem Wege hinunter ins Dorf blickte sie sich nocheinige Male nach dem kleinen, bunten Hause um — aber sie sah nichts als auf der Loggia Edeles zarte, helle Gestalt, die nach dem Himmel ausschaute, wie sie es so oft tat. Kaum aber war Celia hinter der Wegbiegung verschwunden, da kam die mühsam zurückgedrängte Erregung wie ein Fieber über Edele. Wie hatte sie gewartet, da Celia fort und außer Sehweite fein würde! Sie lief in ihr Zimmer zurück, horchte an der Tür — nichts regte sich, nur aus der Küche, in dem kleinen Nebengebäude, hörte man den Kreolen, der dort abwusch. Edele stellte zwei schwere Stühle vor die beiden Türen, die aus ihrem Zimmer herausführten, denn sie hatte, obwohl selbst eingeschlossen, keine Möglichkeit, sich selbst gegen unberufene Eindringlinge zu sichern. Dann entnahm sie ihrem Schrank einen weichen weißen Schal, lief wieder auf den kleinen Balkon und knüpfte das Tuch an einem Pfosten fest. Lustig flatterte es in dem Nachmittagwinde wie eine Fahne. Zitternd stand Edele da, an den '98 5 r a t e £ gmeifter ( Weit, ! Men Rei, hft des Sße flem Gen ?Uer, tz irrige Lb-r Mrz zu [ lOÜKj Oer postzahlungsverkehr mit dem Ausland. Don der Nachrichtenstelle des Reichspostministe» riums wird mitgeteilt: Es sind Zweifel darüber aufgekommen, ob nach den letzten Erlassen der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung auch jetzt noch Zahlungen durch Postanweisungen ins Ausland zulässig sind. Der Reichspostminister gibt unter Zustimmung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung und der Reichsbank hierzu bekannt, daß vom l.Juli an Postanweisungen und Postüberweisungen ins Ausland ober ins Saargebiet nur noch zulässig sind, soweit sie auf Grund der dem Absender zustehenden Freigrenze von 50 RM. je Kalendermonat geleistet werden und der eingezahlte Betrag — wie bisher bei Postanweisungen — im Reisepaß des Absenders eingetragen wird. Bei Aufträgen im Poftscheckverkehr muß der Auftraggeber feinen Reisepaß mit dem Auftrag entweder an das Postscheckamt einsenden oder einer Postanstalt vorlegen, bei der die Eintragung besorgt wird. Bei Beträgen bis zu 10 RM. monatlich ist — wie bisher — die Eintragung im Reisepaß nicht erforderlich. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Freigrenze nur für Zahlungen aus eigenen Mitteln des Absenders in Anspruch genommen werden darf. Die mißbräuchliche Ausnutzung der Freigrenze, insbesondere die Inanspruchnahme fremder Pässe bei Zahlungen nach dem Ausland oder dem Saargebiet, wird strafrechtlich verfolgt. Alle übrigen Zahlungen an Ausländer oder Saarländer auf Grund von Genehmigungen der Devisenstellen können bis auf weiteres nur durch Banken ausgeführt werden. Die Versendung oder Verbringung von Reichsmarknoten und die Versendung von in- und ausländischen Geldsorten in gewöhnlichen Postsendungen aller Art ist nach wie vor nach den geltenden Devisenbestimmungen uw zulässig und strafbar. Nachnahmen und Postaufträge aus dem Ausland und dem Saargebiet nach Deutschland und ferner solche Nachnahmen und Postaufträge aus Deutschland nach dem Ausland und dem Saargebiet, deren eingezogene Beträge einem Postscheckkonto im Bestimmungsland der Sendungen überwiesen wer- den sollen, sind vom l.Juli an nicht mehr zu- |gugnJ'ep 1,5 btt h 5!i t-'Ni « Sinfdja nuji (juyc|icu4. W Hier endete der Bries. Edele las ihn und bewegte ^'^rung die Lippen als wollte sie ihn auswendig lernen. Sie mußte sich Wort für Wort des Rettungsplanes . einprägen, denn sie wagte nicht, den verräterischen WkrhZl Zettel bei sich zu behalten. hen ’S * 'M unh A gebühren. Sie iniji. »Verwaltungskostengebühr n5i- l eben kein Anrecht auf men "l uns!1 lützung bis bis ber 15 RM. monatlich, ab l5Poftminifte.u zu 5 RM. »men aus lyrer -Lungicu, Einkommen aus Provisionen nach der monat- Reisepah nichiiyn. wesentlich mehren. Oberheffen gez. Brinckmann, Schatzmeister. p.ch auf die e und schnitt schließlich noch eine Reihe von w\ ch e zuzusagen. Präsident v. Siemens hat Ablett niesen Bezirk zu einem dichtbesiedelten, in- ,men1 40 60 80 100 120 160 180 220 260 300 360 420 520 600 660 740 10 15 20 25 30 40 45 55 65 75 90 105 130 150 165 185 185 durch Siemen itten nicht em „ 740 Beiträge monatl. 0,20 0,40 0,60 2,60 0,60 0,80 1,20 1,40 1,80 2,20 2,80 3,40 3,80 4,40 5,40 6,00 7,60 9,00 10,00 11,00 12,00 inaelegt worden, die -in- wesentliche Ber. G i e b - N-N a u h - i m usw. in FrM B-s°nd-r< be® Verkehrs gebracht und sozusagen die Ausmer^amkeit nerd.ent auch « Sch°Nun« «n Unter« 0,15 0,20 0,30 0,35 • 0,45 0,55 0,70 0,85 0,95 1,10 1,35 1,50 1,90 2,25 2,50 2,75 3,00 wber. , , tröge für Erwerbslose und Kurzarbeiter. Drbslose und Kurzarbeiter, die höchstens drei h der Woche tätig sind, zahlen die Berwal- sc-bühr der Klasse 1. Wollen diese Mitglieder daß ihre Beiträge auf künftige Unterstutzungs- i ien angerechnet werden, so wird ihnen emp- n, mindestens den Beitrag der Klasse 4 zu ent- Mitglieder mit 1 bis 3 Kindern bis zum doI1= endeten 18 Lebensjahr zahlen ihren Beitrag nach der ihrem Einkommen entsprechenden nächst niedrigen Beitragsklasse. Mitglieder mit mehr als drei Kindern bis zum vollendeten 18. Lebensjahre zah- den den Beitrag zwet Beitragsklassen niedriger, als ihrem Einkommen entspricht. Die Unterstützungsleiftungen für diese Mitglieder werden jedoch nach der dem Einkommen entsprechenden Beitragsklasse bezahlt, d. h. Mitglieder mit 1 bis 3 Kindern erhalten Unterstützung eine Beitragsklasse höher, als sie ihren Beitrag bezahlt haben, Mitglieder mit mehr als drei Kindern zwei Beitragsklassen höher. Diese Vergünstigung gilt aber nur für die Mit- brachte, wie üblich, am Vormittag mit der Sitzung des Verwaltungsrates die Beratung über die Em- werden. „ ri „ Beitragssätze der Klassen 1 bts 3a stellen 3 ü g e n eil „ besserung des ö-_ , . - • - . wichtigsten Städte des Rhein-Mam-Gebletes einander nähergerückt haben. Wenn man bedenkt, daß allein innerhalb eines Umkreises von 30 Kilometer um Frankfurt rund 1,6 Millionen betriebsame Menschen wohnen, so ist es ohne weiteres verständlich, welch' besonderen Nachdruck auf die noch bessere Ausgestaltung dieses Bezirks-Eilverkehrs gelegt 1 1 2uli aiu. len ins SIus-V zulässig sind, lDe tscheckkonto im iberwiesen wer- nicht mehr zu- Die Veiiräge der Cinzelmitglieder der Deutschen Arbeitsfront. Den Abschluß des ersten Festtages bildete ein trefflich gelungener Festabend, in dessen Aussprachen sich die Wertschätzung, die der Gustav-Adolf-Verein allerseits genießt, wiederspie- gelte. Der Hauptredner des Abends, Prof. D. Dr. Cordier von der Universität Gießen, führte die überaus große Hörerschar im Geist mit sich auf seiner Reise durch Südslawien. Von dem Schicksal des dortigen Deutschtums in alter und neuer Zeit wußte der Redner Interessantes zu erzählen. Ergreifend, wie jene oft verschwindend geringen Häuflein des Auslanddeutschtums mit einer zähen, unbesieglichen Treue an ihrem deuychen Volkstum und dem Glauben ihrer Väter hangen, wie sie keine Opfer scheuen für ihre Kirchen und Schulen, und wie trotz aller ihrer Dpferfreubigfett ihr Los doch unendlich oft Untergang heißen wurde, wenn ihnen nicht aus der alten Däterheimat, an der sie mit rührender Treue hängen, Hufe Mell würde Dazu aufzurufen war der Sinn des Dolks- abends, wie aller Veranstaltungen der Festtage. Der zweite Tag find y^>, ! uns deutschen Iteereru ■mit 5)7i.0ethe^3 BcMartfleiß-Vuddinff cAsdtenä Für den Monat Juli hat die NS.-Gernein- schaft „Kraft durch Freude im Kreise Alsfeld u. a. folgende Veranstaltungen vor- 1 pd(fd)rn föt 4 Pers. S Pffc Mein fort, innftr. Projpe» „PuööfnQ mit J tti?enöt 3u|annntnfleUan9en. Zu/enüung «folgt kostenlos öt. Jluauft Oetker, Vielefel» „Kraft durch Freudes-Veranstaltungen im Kreise Alsfeld. ^Samstag, 7. Juli, Sportwerbeabend im Saale Döll N i e d e r - O h m e n. D Sonntag, 8. Juli: Großes Volkssportfest in Freiwillige „ gestuft von 5 RM. zu 5 RM. >iese Beiträge dürfen keine Sonderzuschläge Zahrestagung des Heff. Vereins der Gustav-Adolf-Slislung am 1. und 2. Juli in Erbach. lunq erstattete. . . . Rach interessanten Führungen durch einige Elfenbeinschnitzereien, Diamantschleifereien, Töpfereien, sowie durch die wundervollen Sammlungen des Gräsl. Erbachschen Schlosses folgte am Nachmittag des zweiten Festtags noch die Vorstandekonferenz und die Frauenversammlung, welche der Landesverband der Gustav-Adolf-Frauenvereme unter der Leitung seiner Vorsitzenden, F^u Dekan Lehn (Offenbach), in der festlich geschmückten Festhalle veranstaltete. Hier stand im Mittelpunkt der überaus zahlreich besuchten und wohlgelungenen Ver- anstaltuna der Vortrag von Pfarrer Stosch vom Diakonissenhaus für das Auslandsdeutschtum in Wittenberg mit dem Thema: „Segensspuren deutschen Frauendienstes in Brasilien". In eindrucksvoller Weise wurden solche Segensspuren tn reicher Zahl nachgewiesen, und auch hier wurde die Bit^ laut, es möchte sich die Zahl solcher Spuren noch "m'efe Vergünstigung gilt nicht sür MitMder des NSKK., SA.-Reserve I und II, des NSDFB., Kyft- Häuser-Bundes und der Teno. Veitragsermähigung für Mitglieder der RSKOV. Mitglieder der NSKOV., die sich im Besitze eines ordnungsmäßigen Mitgliedsausweises „befinden, zahlen bis zur Beitragsstufe 17 einschließlich gleichfalls den ihrem Einkommen entsprechenden nächst niedrigen Beitrag. . ... .. Diese Vergünstigung gilt fedoch nur für die Mitglieder, die keine Vergnünstigung gemäß ihrem Familienstand genießen. Beitragsermäfoigung für kinderreiche Familien. stenn Frau, ^Vereins! Elchen Kl., nQt^emQ x hlclt Dr * Hermen. iranüjeiten" 9ic" Üch bk 5 Darmstadt ln im Hotel peterzug unter Leitung des Pg. E h r e n k l a u (Alsfeld) durchgeführt. Volksgenossen und Volksgenossinnen! Aus der genialen Idee des Stabsleiters der M. und Führers der Deutschen Arbeitsfront Pg. Dr- L e y entstand die Organisation der NSG.-„Kraft durch ■fr. {■üt ft» sind 1 nÜ denen ' $r($raft durch Freude" ist die Organisation der Lebensbejahung, bes Gemeinschaftswillens, dem schweren Alltag in all feiner ^^te.rn^ellrt.etgnat5 entgegenzusetzen, was nach oben fuhrt, burch Ent- svannuna neuen Lebensmut gibt. ^Aus kleinen Anfängen hat sich em Etwas ge- bilbet bas ein Programm für sich geworben ist. Erst feit dem 1. Mai dieses Jahres kann man von einer tatsächlich eigenen Organisation sprechen unb wenn wir heut- der O-ssen.Iichk°it das Julipro- qramm bieser allerjüngsten Glieberung der Partei unb ber Deutschen Arbeitsfront vorlegen, so w,rb jeder baraus eine Leistung anerkennen müssen, die ein „Mehr" verspricht. srßir hoffen, in wenigen Monaten em Programm vorlegen zu können, bas in seiner Vielgestaltigkeit einen9 Feierabenb sonbergleichen darstellen wird. Daß wir heute bereits soweit sind, danken wir unserem Gauleiter, Pa. Sprenger, der sich unserer neuen Sache besonbers herzlich annahm unb uns jebe tatkräftigeUnterstützung zuteil werben ließ. Wir banken weiter unserem NSBO.-Lanbes- obmann, Pg. Willi Becker, in dessen Hanben bie Führung ber gesamten Organisation der NSG. Kraft durch Freude" liegt, der sich täglich über {eben Vorgang aus dem Leben dieser neuen Gemeinschaft Berichten läßt unb überall mit Kat unb Tat eingreift. Unb wir danken an dieser Stelle allen unseren Mitarbeitern, die mit großem Fleiß und voller Hingabe an das Werk zu dem bisherigen Gelingen beigetragen, und auch denjenigen Wirtschaftsführern, die im sozialen Verständnis Brücken zur Volksgemeinschaft geschlagen haben — Denn das ist auch unser Ziel: Eine wahre Volksgemeinschaft, die in trotziger Lebensbejahung unbeirrbar den Weg zu einer glücklichen Zukunft des Reiches entgegengeht! Heil Hitler! Otto Erd, Kreiswart, Alsfeld. Landkreis (Rieften. X Wiefeck, 4. Juli. Die von unserer Schule durchgeführten R e i ch s j u g e n d w e t t f ampf e hatten folgende Ergebnisse: 1. 21lt e r s £ I a ff e, Jahrgang 1922/23, Knaben: Rudolf Größer 60' Punkte, Otto Schäfer 58 P., Ewald Schäfer 57 P., Hans Schneider 54 P- Erwin Schäler 53 P., Otto Reuter 52 P., Erwin Schreiner 52 P., Albrecht Schäfer 52 P., Walter Weniger 50 P., Erwin Hofmann 50 P., Hans Kreiling 49 P., Ernst Will 48 P., Karl Hofmann 47 P„ Otto Erb 47 P., Alfred Vogel 47 P„ Hermann Wacker 47 P Walter Rohm 46 P., Karl Christ 46 P-, Karl Leib 46 P., Willi Hansmann 46 P., Heinrich Loth 46 P., Walter Hofmann 46 P., Walter Erb 46 P., Hermann Debus 45 P., Kurt Weller 45 P., Karl Stein 44 P., Erwin Hormann 44 P„ Ernst Fiedler 43 P., Otto Rohm 43 P., Willi Mohr 42 V Willi Leib 41 P., Otto Weller 41 P-, Albert Seibel 41 P., Walter Schmidt P , Wlsli Volzel 40 P., Ernst Benner 40 Punkte. Es beteiligten sich 48 Knaben, davon 36 als Sieger. Im littet» Lauf wurden Geschwindigkeiten von 10' « bis 13 /5 Sekunden erzielt. Mädchen: Anneliese Dobus Diese Verbindungen müssen so gestaltet werdeni, dqß ' rTxui;* „(inftin lieaen und unter Umstanden fän S lag^e^nS unb Rückfahrt ermöglichen. Was den B ° z i r k s e i l o e r k e hr IN dem rhe.n- mainifchen Wirtschaftsverkehr anbelangt, so ist tn d!n v ?g°ng°nen Jahren schon dank den besonderen Bemühungen der Frankfurter Retchsbahndtrektwn eine ganze Reihe von kurzen Etldampf- au!böfarte ober bes Mitgliedsbuches sind, SA.- LS.-Männer (auch Fliegersturm, Marinesturm, terjturm unb Motorsturm), jeboch unter Aus- 163er Anwärter, Angehörige der Hitler-Jugend, A!M., die sich im Besitze eines ordnungsmatzi- Asweises befinden, können, wenn sie keinerlei !en- ob nachÄ, kur Devisen^' ungen durch 7; rwaltungsgebühren dar. Sie gewahren kein 19 * M aif die Inanspruchnahme der künftigen Unter- Nlmung ber^gen der DAF. •g uno ber » ,t ausschließlich der Reisespesen. vnMch ist -^dfätzlich hat sich jedes Mitglied nach vor- < r Beitragstabelle selbst einzuschätzen und bei is hingewirsen,i!in^rung des Gehaltes die entsprechenden Bel- Zon sich aus unaufgefordert zu entrichten, i lich dort, wo infolge einer Ueberemtunft ( trag von den Personal- und Lohnbüros em« n wird, erfolgt die Einstufung durch den lilch dem Monatsbruttoeinkommen; den Angehörigen der freien Berufe, des den des Hauptvereins, Pfarrer D. Wagner (Bensheim), zu hören, daß die Einnahmen des Vereins trotz mancher erschwerender Umstände keinen wesentlichen Rückgang erfahren haben Trotzdem müßten angesichts der ungeheueren Aufgaben des GAB. gerade auch am evangelischen Auslandsdeutschtum die zur Verfügung stehenden Mittel sehr viel größer sein, wenn man das frohe Bewußtsein ollte haben können, in dieser Beziehung voll und ganz feine Pflicht getan zu haben. Immer wieder wurde die Mahnung ausgesprochen, doch noch tn weit höherem Maße als bisher sich der Samarit^- pflichten zu erinnern, die jeder aufrichtige Deutsche den deutschen Brüdern und Schwestern gegenüber hat. Mit einem eindringlichen Appell tn diese; Richtung endete auch der Jahresbericht, den ber Schritt- sichrer bes Vereins in ber Abgeorbnetenverjamm- Eiltriebwagen-Verbinbunaen zwischen dem wirtschaftlichen'Mittelpunkt Frankfurt und dem nahen Taunus. Gerade der Taunus wird von der Frankfurter Bevölkerung wegen seiner Nähe am stärksten zum Ferien- und Ausflugsverkehr benutzt. An sich ist auch eine hinreichende Zahl von Bahnverbindungen vorhanden, aber bie Schnelligkeit unb Häufigkeit bes Verkehrs läßt noch zu wünschen übrig. Die am meisten in Anspruch genommene Strecke Frankfurt—Kronberg hat an großen Ausflugstagen 15 000 bis 25 000 Menschen zu beförbern. Die Einführung des in kurzen Abftänben laufenben Triebwagens könnte hier Besserung schaffen. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang baraus, baß sich bie beutsche Reichsbahnverwaltung bereiterklärt hat, zu ben biesjährigen vom 1. Juli bts zu Anfang September laufenben Frankfurter Römerbergfe ft spielen innerhalb eines Um« (reifes von 200 Kilometer an allen Spieltagen bie Vergünstigung der Sonntagsrückfahrkarten zu gewähren. Diefe Verwaltungsgebühr i£t zu entrichten bei einem Einkommen bis zu 10 Mark wöchentlich ober 40 Mk. monatlich nach Beitragsklaffe 1, bis 25 Mk. wöchentlich ober 100 Mark monatlich nach Beitragsklaffe 2; über 25 Mk. wöchentlich ober 100 Mk. monatlich nach Beitragsklaffe 3. , Die Vergünstigung gilt nur für Mitglieder, die ein Einkommen haben, das höchstens 90 Mark wöchentlich ober 360 Mark monatlich betragt. Mtt- glieber, die ein höheres Einkommen aufzuweisen haben, haben die Derwaltungsgebühr der Klasse 3a = 2,60 Mark zu zahlen. Diese Vergünstigung ist für Mitglieder gedacht, die infolge ihrer aktiven Zugehörigkeit zu emer Gliederung der Partei größere Ausgaben Haden. Allen diesen Mitgliedern wird aber empfohlen, von dieser Vergünstigung nur in den ^dringendsten Fällen Gebrauch zu machen, da die DAF. unter allen Umständen diesen Mitgliedern gegenüber bie Zahlung von Unterstützungen leber Art ablehnen Ä S ; i^m Mr die bringung unb SBerroaltung der V-reinemitt-i und ! Beitraasstufe 17 vorgesehenen beziehen. bamit bie Rechenschaft über bas äußere und innere Für9die Inanspruchnahme der Vergünstigungen Leben des Vereins Im Mittelpunkt: des :^nteresies ift mafcaeHid) ber zu Beginn bes Kalenberiahres stanb bie Mitteilung, daß der Hessische Gustav- ober bei9 Beamn ber Mitgliebschaft in ber Steuer- Adolf-Hauptverein trotz unb gum Teil gerade wegen karte vermerkte^ Familienstand. Veränderungen im des Ernstes der Zeit den ** Laufe eines Kalenderjahres können erst vom kom- Gemeinde B, e b e r, vor den Toren ^Mubachs menden Kalenderjahr ab berücksichtigt werden. zum Bau einer evangelischen Kirche an Stelle ihre Di- Beiträge sind monatlid) 3u bejaftfat Ä lohn-, Tagelohn- und Wochenlohn^npfanger kon 3 verhelfen. Erfreulich war auch aus nen den Beitrag wöchentlich begleichen. M^nd des Leiters der Sitzung und Vorfitzen- Die monatliche Begleichung des Beitrages empfiehlt sich aber, weil das Mitglied im Laufe eines Jahres vier Wochenbeiträge dadurch einspart. Die Entrichtung des Beitrages wird durch das Einkleben einer entwerteten Marke in Hohe des gezahlten Betrages in der Mitgliedskarte bzw. in dem Mitgliedsbuch bescheinigt. Der Beitrag ist grundsätzlich eine Bringschuld, auch wenn er sonst üblicherweise eingezogen wird und ist, falls der Einzug durch die Amtswalter der DAF. nicht fristgemäß erfolgt, bei der zuständigen Ortsgruppen« gefchäftsstelle der DAF. zu entrichten. Sie Deutsche Arbeitsfront. werden muß. hier wird es daraus ankommen, Eil-Triebwagen-Verbindungen zu schaffen, die einer häufigeren und schnelleren Bedienung der Verkehrsbedürfnisse des Rhein-Vlain-Gebiekes Rechnung tragen. Durch den Eiltriebwagen im Nahverkehr helfen wir auch die Großstadt auflockern und die Siedlung im nationalfozialistifchen Geist fördern. Landbewohner und Städter werden näher aneinander gebracht. Für den rhein-mainifchen Bezirk kommen Eil-Triebwagen-Verbindungen von Frankfurt nach Mainz—Wiesbaden, Darmstadt— Mannheim—Heidelberg, Aschaffenburg—Würzburg, riben, tonnen, wenn pe lemeim Unterstützungseinrichtungen ber »n Zahlung einer Verwaltungs- Mitglied" der DAF. fein. "■ 7 bei ben Angehörigen der freien 'Berufe, oes taerbes, Handels sowie bei den Unterneh- ei Aufträgen m ,n nach bem persönlichen monatlichen Ein- 99ebher fonmen aus ihrer Tätigkeit; an das Post, l, , ~ nanftalt vor- en Bruttoprovision einschl. des evtl. Fixums, mirb- a t ausschließlich der Reisespesen. Verkehrswünsche des Rhein-Iain-Gediekes Ein dankenswerter Vorstoß des Frankfurter Oberbürgermeisters. Die Veltragshähe ich: , ... Akkord-, Tage- unb Wochenlohnempfangern der°2^'^^ dem Wochenbruttoeinkommen; . Mhew \.M vben Monatslohn- ober Gehaltsempfängern iibigfeitsfragen an, die durch die unzweck- , Mortes i(C Abgrenzung der Reichsbahndirektionen 'st feiner Tijurt und Mainz bedingt find. Die leitenden f L heiter^ ,en der Deutschen Reichsbahn und insbesondere ?l r.A ein |i*ent v. Siemens hatten die Freundlichkeit, be- leJ„ ihre bei Gelegenheit des Empfanges die Unter- ! bann spluh? S-ing der Frankfurter Verkehrsfern bis r's ch e zuzufagen. Präsident v. Siemens hat duften^ rfllich auch noch unserem Oberbürgermeister auf -. sjjbeln utn® ergänzenden schriftlichen Ausführungen geant- . in )itd, daß in Zukunft alles getan werden fall, . _r Äeitu'i^ t=n besonderen Belangen Frankfurts als [eine fllif ftW Mittelpunkt des rhein-mainifchen Wirt- litjüaen Mzigebietes im Rahmen der der Deutschen _ ...rat, Ulf°>ch;bahn obliegenden Gesamtausgaben Rechnung den trigen. Er hat dabei die Bedeutung Frankfurts egten il^»0|tüm65 Mittelpunkt eines großen, dicht besiedelten und flarWtfus deN^.^efleißigen Gebietes besonders betont. ■ ’ru9‘ ihr erscheint zweckmäßig, die Verkehrswünsche id kam ‘L^e Zhein-Main-Gebietes, so wie sie Oberbürger« n WFÄt r Dr Krebs bei dem erwähnten Empfang ' n«® «fiten pflegt hat, noch etwas näher zu betrachten und -.'i der »[ldie Aufmerksamkeit einer breiteren Oessent- md deGeit auf diese wichtigen Verkehrsfragen zu len- ..-n öe'l Die wirtschaftliche Bedeutung des Rhein-Main- >,e w ® lides beruht vor allem auf einer überaus gun« , Verkehrslage im Schnittpunkt ur- -enÄ. Seklltc europäischer Derkehrsstraßen. Nicht etwa eme au! ge Rohstoffgrundlage, wie Kohle und Elsen, r ' Tab^ ,__,,, pinpm dickitkpsiedelten. in- I Presse- unb Propagandaamt der Deutschen ont gibt folgende Mitteilung des Schatz- ü r Deutschen Arbeitsfront bekannt: Beiträge für E i n z e l m i t g l i e d e r Hutschen Arbeitsfront werden mtt lag vom 1. Juli 1934 wie folgt festgesetzt: Einkommen Beiträge wöchentl. monatl. wöchentl. Sonntag, 15. Juli: Wochenendzug an den Rhem. Freitag9 13. Juli, bis einschließlich Montag, 16 Juli, gastiert der „Krast-durch-Freude"-Tonftlm- roagen in den Orten Groß-Felda Ober- gleen, Grebenau und Brauerschwend , mit dem Film „Die Dorfmusik". duftriell und gewerblich hochstehenden Gebiet wer- Donnerstag, 19. Juli, Jakobi-Markt m Kirtorf den lassen, das die regsten Handelsbeziehungen (Freilichtspiele, Hans-Sachs-Abend). zum Ausland unterhält, sondern fast ausschließlich Samstag, 21. Juli, Dolksttederabend tn 3 c 1 bie günstige Derkehrslage inmitten bes beutschen Sonntag, 22. Juli: Sternwanberung nach R 0 m Westens. rob, abenbs Hans-Sachs-Abenb. Mr,sch°f.Nch°- Aufschwung und Riedergang Samstag, 28. Juli: Bolksl.ederabend in S t o r n - des Rhein-INain-Gebieles sind deswegen aufs d , 29 Juli: „Andreas-Hof e r" - engste mit der Frage verknüpft, inwieweit die- in Atzenhain, Hans-Sachs-Abend m fes Gebiet ständig an den neuesten Errungen- Groß-Felda, großes Volksfportfest m Hopf- schäften des Verkehrslebens teilnimmt oder oon g a r t e n. ihnen mehr oder weniger ausgeschaltet wird. Außerdem werden wir .austauschweise m G wirtfchaftlüher nm W-ndmü und dem Tram- au beqleislich, daß der Rhein-Main-Gau und Frankfurt bei dem Umbau des deutschen Reichsbahnner- kehrs mit an vorderster Stelle berücksichtigt werdem Die Deutsche Reichsbahn ist zur IZi m einem technischen Umbau nach der ^Richtung be- arifsen daß sie im Schnellverkehr Schnelltrleb- maae'n einführen und den Nahverkehr mit E i l^ r i e b w a g e n versorgen will. Darüber hinaus wird die planmäßige E l e k tri f'3ieru"8 von Fernbahnen fortgesetzt, die Beschleu nigung des Güterzugbetriebes durch- in diesen S ch n e tt tri e b w a g e n v e r k e hr ein- ' geschaltet. Die R-ichsb°hnh°upt°-rwattung hat auch Lreits bie Zusage gegeben, baß Frankfurt als eine d°r ersten deutschen Großstädte in das Netz des ' Schnelltriebwagenverkehrs einbezogen wirb. Das Rhein-INain-Gebiet benötigt in der Hauptsache eine Schnelltriebwagenverbindung nach der Reichshauptstadt, nach Köln und ^em Ruhrgebiet, nach Hannover—Hamburg, nach Leipzig, Vasel, Stuttgart und Würzburg Rurnberg München. zu Ihnen ge- em Haufe don telbate Gefahr. Frankfurt a.M,, 4. Juli, Die kürzlich genau auigrmkfurt veranstaltete Sitzung des Derwal- oie 0e ngsrates ber Reichsbahn gab Ober« n von hiet Mmeister Staatsrat Dr. Krebs bie erwünschte § Ktrake, di- l^.nheit, ben führenden Persönlichkeiten der ^i-mina diesil Men Reichsbahn und insbesondere dem ^ati« e feinen tin des Verwaltungsrates, Herr v Siemens, DD.r SweM) bim Generaldirektor, Herrn Dr.-Jng. Dorp- « bemi[ier, die dringendsten De rkehrs - - um „(ßidjoietl n ■ che des R h e i n - M a i n - G e b i e t e s hen - F 7 e5b d-r Stadt Frankfurt bei feiner Empfangsrede ^Schatz i^end- h-rz zu legen. Diese Wünsche zielten t)aupt\a^ be Einschaltung des Rhein-INain-Gebietes in 1 „ diese Mm Schnelltriebwagenfernverkehr und auf die kiaiührung des Triebwagens im Vezirkseilver- ;hn und bewegte ihn un" [ernen. tsroenbig , . «Rettung befonbere yapriDerguniugungen \m ™ ien DerraierlW Len Besucher der Frankfurter Romerbergfesti gen aus eigene ach genommen^ isnutzung beijl infpruchnahMU dem AuslanP htlich verfolgt M usländer oberfe imigungen ‘bery !res nur burtyk erfenbung ober L und die Sßei'Mi ßelbforten iGrr t ift nach mijiei, nmungw uitrracsermäfeigung für Mitglieder der RSDAP^ SA., SS., HZ. und DdM. bem 21u5(aiib|tiulieber ber NSDAP., die im Besitze ber roten ,nb und ferner. J;- —..... r? " e aus Deutfd)* Jö»- largebiet, berenf 66 Punkte, Gertrud Dech 62 P., Ilse Kreider 60 P., Anui Dech 59 P., Liselotte Kling 56 P^ Else Sonunerlad 56 P., Emmi Spuck 54 P., Else Lotz 52 P., Erna Weller 52 P., Elvira Hofmann 51 P., Hilde Seibert 51 P., Hilde Reuter 50 P., Erna Rohm 50 P., Marie Becker 49 P., Marianne Lenz 47 P., Else Staubach 47 P., Emmi Müller 46 P., Erna Strack 46 P., Irmgard Schneider 45 P., Erni Sommerlad 45 P., Elli Harnisch 45 P., Elli Rohm 45 P., Gertrud Mayer 45 P., Anni Weller 44 P., Margot Hormann 43 P., L. Rodenhausen 43 P., Emilie Schäfer 43 P., Else Schneider 43 P., Emmi Oßwald 43 P., Anni Sommerlad 42 P., Elfriede Belten 41 P., Gretel Weller 41 P., Anni Völzel 40 P., Herta Euler 40 Punkte. Von 56 Mädchen waren 34 Siegerinnen, im 75-Meter-Lauf wurden 11 bis 15 Sekunden erzielt. 2. Altersklasse, Jahrgang 1920/21, Knaben: Ernst Rohm 59 Punkte, Hans Erb 55 P., Willi Keller 50 P., Ernst Haas 48 P., Helmut Schreiner 47 P., Walter Reuter 46 P., Hans Euler 45 P., Alwin Kling 45 P., Willi Becker 44 P., Rudolf Abel 43 P., Karl Erb 43 P., Willi Schäfer 43 P„ Erwin Weller 43 P., Wilhelm Bierau 42 P., Erwin Bachmann 42 P., Emil Rofignol 42 P., Karl Kreiling 40 P., Alwin Lepper 40 Punkte. Von 38 teilnehmenden Knaben 18 Sieger. Im 100-Meter-Lauf Geschwindigkeiten 14 bis 16 Sekunden. Mädchen: Hilde Dapper 61 Punkte, Ella Schwalb 59 P., Erna Preu 51 P., Tilli Kreiling 49 P., Emmi Ihm 48 P., Lina Dörr 47 P., Emilie Manns 46 P., Elli Deibel 46 P., Gerda Frey 43 P., M. Lungershausen 43 P., Ella Schmidt 43 P., Elli Erb 40 P., Anna Jung 40 Punkte. Hier beteiligten sich 32 Mädchen, davon blieben 13 Siegerinnen. Im 75-Meter-Lauf (außerdem fand noch Schlagballwurf und Weitsprung statt) waren hier Geschwindigkeiten von 11 bis 12 Sekunden. * Lollar, 4. Juli. Am Montag fand eine B e - triebsversammlung bei der Main-We- ser-Hütte Buderus, Lollar, statt. Für den verhinderten Pg. Fritz Kern (Darmstadt) hatte unser Kreis-Betriebszellenobmann Pg. Wagner das Referat übernommen. Sichtbar interessiert lauschten die Betriebsangehörigen den begeisternden Worten unseres Pg. Wagner, dessen Referat ein Glaubensbekenntnis der wahren Volksgemeinschaft war. Es war für uns ein erhebender Anblick, zu sehen, wie die rauhen Männer der Arbeit in jubelnde Begeisterung ausbrachen, als Pg. W a g n e r erklärte: „Unser Führer wird, wenn es notwendig sein muß, auch das letzte für euch arbeitende Volksgenossen opfern. Das hat er gerade in den letzten Tagen schlagend bewiesen." Selten wohl ist auf diesem Plätze feierlicher das Horst-Wessel-Lied gesungen worden. Ein Treueschwur seltener Art war es, als die rauhen, von der Arbeit schwarzen Hände sich zum Himmel emporstreckten zu einem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zu Führer und Volk. Mit diesem Gelöbnis schloß die eindrucksvolle Betriebsversammlung. ? Lich, 5. Juli. Beim Stammschleifen im Licher Stadtwalde verunglückte gestern der Holzfuhrmann F r u t i g aus Hungen. Der Verunglückte, der einen Beinbruch erlitten hatte, wurde durch die hiesige freiwillige Sonitätskolonne abtransportiert. — Da infolge der F u t t e r m i t t e l k n a p p - beit verschiedene Landwirte unserer Stadt in Gefahr kommen, Teile ihres Viehbestandes aufgeben zu müssen, hat sich die Stadtverwaltung bereit erklärt, diesen Landwirten auf Antrag kost.enlose F u t tergewinnung im Lichkr Stadtwald zu gewähren. Streik Schotten. * ulrich stein, 4. Juli. Hier geriet ein acht Jahre altes Kind, das sich auf einem Roller vergnügte, auf der Straße im Eifer des Spielens vor ein aus einer Seitengasse kommendes Auto. Das Kind wurde von dem Wagen erfaßt und erlitt erhebliche Kopf- und Beinverletzungen. Den Autolenker soll keine Schuld treffen. Kreis Ats^etd. ss Grebenau, 4. Juli. Dieser Tage fand in der hiesigen Turnhalle die letzte Versammlung gegen Miesmacher und Nörgler statt. Es sprach Kreisschulungsleiter Lüders- Büdingen. — Bei der gestrigen freiwilligen Versteigerung von etwa 85 Morgen Aecker und Wiesen vom früheren Junkerschen Hofgut kam der Morgen durchschnittlich auf 300 bis 400 Mark. Für einzelne Grundstücke geringerer Qualität wurde nichts geboten, trotzdem viele Interessenten anwesend waren. — Die Heidelbeerernte ist seit einigen Tage im Gange. Früh morgens ziehen große Scharen von Kindern und Erwachsenen hinaus. Die Ernte kann man als Durchschnittsernte bezeichnen. Das Pfund wird zur Zeit von den Händlern im Durchschnitt zum Preise von 15 bis 18 Pf. gekauft. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 4. Juli. Hier trafen von der Kinder-Landverschickung der NS. - Volkswohlfahrt eine Anzahl Kinder ein, die für 4 Wochen hier und im ganzen Vogelsberg Erholung und Kräftigung finden sollen. Zu dem Transport waren etwa 800 Kinder aus Offenbach vereinigt, die zum Teil schon auf der Fahrt nach Lauterbach über Fulda in einer Anzahl Ortschaften untergebracht waren, zum Teil von hier aus nach den verschiedensten Richtungen des Vogelsbergs weiterfuhren. preutzen. Falsche Gerüchte um den Frankfurter Polizeipräsidenten. LPD. Frankfurt a. M., 4. Juli. Es sind Gerüchte in Umlauf, daß der Frankfurter Polizeipräsident Becker le seines Postens als Polizeipräsident enthoben sei. Demgegenüber wird fest- aestellt, daß sich der Polizeipräsident Beckerle im Amt befindet. Ein Berg wandert... LPD. Montabaur, 4. Juli. Vor einiger Zeit war ein Bergrutsch an der Straße Willmerod-Berz- hahn erfolgt. Der Berg ist seitdem dauernd in Bewegung. Die Straße ist vollkommen überschüttet und für jeglichen Verkehr gesperrt; der Verkehr wird über Wengenroth geleitet. Man geht mit dem Plan um, die bisherige Straße zu verlegen und eine neue Straße in etwa 100 Meter Entfernung vom Bahnhof Willmerod zu bauen, um allen Gefahren des Bergrutsches endgültig aus dem Wege zu gehen. Kreis Wetzlar + Lützellinden, 5. Juli Dieser Tage fand im hiesigen Pathaus eine gutbesuchte Versammlung der B a d e g e m e i n s ch a ft Lützellinden statt, deren Zweck und Ziel die Errichtung einer B a d e a n st a l t für unseren Ort ist. Der Führer der Badegemeinschaft Lehrer Goubeaud eröffnete die Versammlung und erteilte dem Sprecher des Abeyds, Gauschwimmwart Franz SauerAusscheidungsrunde für 1935 wird vom 20. 122. Juli zwischen Polen und Belgien in Warsil 1 ausgetragen. Meter: 1. Hans Lautenfach, Gießener SV., 1:33,11 ausgetragen. Gruppe mit 6 Turnerinnen: 1. Oer Reichssportführer grüßt die Sportsleute der Welt: „Deutschland hat die Völker der Erde zur Teilnahme an den Olympischen Spielen 1936 eingeladen. Die deutsche Turn- und Sportbewegung weiß, welche Verpflichtung sie damit übernommen Gießen, das Wort. Herr Sauer wies in seiner Rede zunächst auf die Reichsschwimmwoche hin und betonte hierbei besonders die Unterstützung und Förderung des Schwimmens durch die heutige Reichsregierung. Er schilderte kurz die Geschichte des Schwimmens und erwies an Hand von Ueber- lieferungen, daß der Mensch schon früh den Kampf mit den nassen Elementen ausgenommen hat. Der gekaufte Platz sei als sehr günstig für den Bau eines Bades zu bezeichnen. Die bereits fertiggestellte Zeichnung und der Kostenooranschlag in Höhe von ca. 3500 RM. für die Errichtung des Bades seien Zweckmäßig. Im Kostenvoranschlag ist allerdings nur das Material gerechnet, während die Arbeiten auf dem Wege der freiwilligen Arbeitsleistung durch die Mitglieder erfolgen soll. Zum Schlüsse ermahnte der Sprecher die Mitglieder durch freiwillige Arbeitsleistung die Sache zu fördern, damit die Badeanstalt bis zum nächsten Sommer fertiggestellt werden kann. Die Beschaffung des erforderlichen Kapitals geschieht durch Vorausbezahlung des Beitrages der Mitglieder für 3 Jahre, ferner werden zinslose Geldbeträge durch Mitglieder gezeichnet, während der Rest durch Leihung bei einer Kasse beschafft werden soll. Außerdem sollen weitere Mitglieder unserer Gemeinde geworben werden. I Waldgirmes, 4. Juli. Die bei der Zusammenlegung auf zehn Meter Breite ausgesteinte Umgehungsstraße unseres Dorfes im Zuge der Straße Wetzlar—Gießen soll jetzt a u s g e - baut werden. Der Kostenanschlag beträgt für 466 Meter Länge 19200 Mark 'einschließlich der Kanalisierung und Materiallieferung von Röhren. Bei der Submission gingen 15 Offerten ein, die sich zwischen 15 900 und 22 012 Mark bewegten. Der Zuschlag wurde der Firma Neuhofs aus Kölschhausen als der wenigstnehmenden erteilt. Die Gemeinde hat schon aus ihren Brüchen 720 Kubikmeter Schalstein und 250 Kubikmeter Grünstein brechen lassen. Die Finanzierung übernimmt der Kreis und der Kommunalverband, so daß diese 13 000 Mark aufbringen und die Gemeinde das übrige in 30 Jahren abträgt. Die Wasserleitung läßt die Gemeinde später je nach Bedarf legen. Die Fertigstellung der Straße wird allgemein begrüßt werden. Büdesheim, 41 P.; 2. Tv. Großen-Linden, 39; Tgm. Hanau, 37; 7. Tv. Heuchelheim, Tv. Wiejr 25; 13. To. Kinzenbach, 15. Vereinsriegen: „Sehr gut": Tv. Wiefeck (Barren); Tv. 1‘ Gießen (Barren), Turnverein 1846 Gießen (Alts turner, Barren); Tv. Großen-Linden (Doppel ren); Tv. Heuchelheim (Barren); To. Leihgestr (Barren); Tv. Gambach (Barren). „Gut": Tv. Dutenhofen (Reck); Tv. Aßlar (B- ren); Tv. Schotten (Barren); To. Freiech (Pferd). hat. Ihr ist nicht nur die Aufgabe gestellt, sich selbst für die Kämpfe mit den Besten der Welt zu rüsten, sondern auch den Vertreter aller Völker 1936 vor Augen zu führen, daß das deutsche Volk sich als gastgebende Nation gewissenhaft und bereitwilligst auf die Olympischen Spiele vorbereitet hat." Hans von Tschammer und Osten, Reichssportführer. Zum 15. Male Rhön-Segelflug. Zum 15. Male findet vom 22. Juli bis 5. August der traditionelle Rhön-Segelflug-Wettbewerb auf der Wasserkuppe statt, dessen Durchführung in den Händen des Deutschen Luftsport-Verbandes liegt. Im Sinne der technischen Förderung des Segelfluges und der Erforschung der Segelflugmöglichkeiten können nur Fliegerortsgruppen als Bewerber auftreten, deren Mitglieder bereits Flüge von einer Gesamtdauer von mindestens einer Stunde ausgeführt haben. Der DLV. hat sich zudem vorbehalten, die Zahl der Flugzeuge, die außerdem deutscher Herkunft und vom Technischen Ausschuß abgenommen sein müssen, auf 100 zu beschränken. Den wesentlich erhöhten Geldpreisen von 55 000 Mark stehen auf der anderen Seite neue hohe Anforderungen gegenüber. Es gibt diesmal Prüfungen, wie man sie bisher noch nicht im Rhön-Segel- flugwettbewerb kannte, so einen Zielflug für Segelflugzeugketten, einen Streckenpreis für Segelflugzeugketten, Gemeinschaftsflüge von je drei Flugzeugen von der Wasserkuppe aus, die sämtlich mit hohen Preisen ausgeschrieben sind. Außerdem sind wieder die Höhen-, Dauer- und Fernzielflugpreise ausgeschrieben und weiterhin wurden erhebliche Beträge für die Gesamtflugdauer, größte Höhe und längste Strecke sowie als Bau- und Konstruktionsprämien zur Verfügung gestellt. Nicht nur die Elite, sondern auch deren zahlreiche Schüler werden auch diesmal wieder bei der Jubi- läumsveranstaltung mit Feuereifer ans Werk gehen und die Welt mit ihren Leistungen in Erstaunen setzen, dessen darf man bei dem Geist unserer Jungslieger gewiß sein. stehend ein Auszug aus der Siegerliste: Herren-Lagenstaffel (Klasse 2): 1. Gießener SV. (Braun, Baumann, Fr. Hechler) 4:27,3 Min; 2. I. Hanauer SV. 1912 4:41,2; 3. Turngemeinde Hanau 4:47,3 Min. Herren-Jugend-Kraul 100 Meter (Klasse a): 1. Ernst Krenzien, Gießener SV., 1:25,3 Min.; 2. Hans Gaul, SV. Undine Groß- Auheim, 1:54 Min. Damen-Bruststaffel 3X100 Meter: 1. Gießener SV. (E. Schüler, Plank, v. Düring) 5:27 Min.; 2. I. Hanauer SV. 1912 6:21 Min. Herren-Kraul 100 Meter, Klasse 2b: 1. R. Hechler, Gießener SV., 1:17 Min.; 2. Hermann Kalling, I. Hanauer SV., 1:20 Min.; 3. Karl Fritz, Turngem. Hanau, 1:20 Min. Klasse 3: 1. E. Schomber, Gießener SV., 1:23 Min.; 2. K. Klein- hans, Turngem. Hanau, 1:23,5 Min. Herren-Jugendbru st schwimmen 100 Fünfkampf-Turner. (171 Bewerber, 73 Sieger): 1. Karl Michels, Tv. 1846 Gießen, I. Artz, Tv. Massenheim, 91 Punkte; 2. Otto Hill, Mtv. Gießen (Gren. 2. Komp., JR. 15), 87; 3. Gg. Iunghans, Tgm. Friedberg, 85; 4. Ehr. Möbes, Tv. Reiskirchen (Gren. 3/JR. 15), 84; 8. Fritz Lehr, Tv. Ruttershausen (Gren. 4/JR. 15), 80. 10. H. Großhaus, Tv. Lollar, 78; 11. R. Bender, T.-Ii. Spv. Griedel, 77; 13. H. Rühl, Tv. Beuern, 75; 16. O. Peter, Turnv. Groß-Eichen, 72; 18. O. Schardt, Tv. Hausen, H. Nickel, Tv. Treis a. d. L. (4/JR. 15), 70; 19. I. Gleis, Tgm. Wölfersheim, Karl Frey, To. Lang- Göns, L. Müller, T-. u. Spv. Griedel, 68; 22. Karl Rühl, Tv. Großen-Bufeck, 66; 23. Ph. Keil, Turnv. Beuern, 65; 24. W. Kreß, Tv. Bleichenbach, 64; 27. L. Reitz, To. Holzheim, 61; 28. R, Huhn, Tv. Bleichenbach, 60 Punkte. Dreikampf der Altersklassen. Klasse I (14 Bewerber, 5 Sieger): 1. Karl Söhnge, Tgm. Usingen, 53 Punkte; 2. H. Walter, Tgm. Friedberg, 46; 3. K. Ludewig, Tv. Wetzlar, W. Richter, Tschft. Büdingen, 43; 4. K. Agel, Tv. Lollar, 40 Punkte. Klasse II (14 Bewerber, 9 Sieger): 1. K. Heß, To. Braunfels, 58; 2. H. Koch, Tv. Herborn, 54; 3. R. Siegert, Tv. Stockheim, 52; 6. H. Reitz, Tv. Holzheim, 45 Punkte. Fechten: Turner (leichter Säbel): 1. Berlich, Tgm. Bad- Nauheim; 2. Schilling, Tgm. Hanau; 3. W. Gerhard, Tv. 1846 Gießen; 4. L. Gerhard, Tv. 1846, Gießen; 9. Ziegler, Tv. 1846 Gießen. Turnerinnen (Florett). 1. Gröninger, Tgm. Bad-Nauheim; 2. Weber, Tgm. Bad-Nauheim; 3. Braun, Tgm. Hanau; 5. Wirth, To. 1846 Gießen; 6. Hayes, To. 1846 Gießen; 11. Mohr, Tv. 1846 Gießen. Sechskampf-Turnerinnen-Oberftufe: (76 Bewerberinnen, 59 Siegerinnen.) 1. Elisabeth Kreßmann, Tgm. Friedberg, 109 P.; 2. Elli Langbein, T.- u. Spv. Butzbach, 106 3. Anna Schwarz, Tv. Dillenburg, Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, 102; 7. Erika Wiegandt, Tv. 1846 Gießen, 98; 9. Hilde Bremer, Tv. 1846 Gießen, 96; 10. Hilde Schmidt, Tv. Krofdorf, 95; 12. Paula Schmelz, Tv. Großen-Linden, 93; 13. Lina Erb, Tv. Wiefeck, Hilde Valentin, Tv. Krofdorf, 92; 17. M. Suchhahn, Tv. Krofdorf, 88; 18. Anna Weinandt, Tv. Großen- Linden, Helma Schmieder, Tv. 1846 Gießen, 87; 19. Luise Weiß, Tv. Großen-Linden, Emma Lotz, Tv. 1846 Gießen, 86; 20. Emilie Reuschling, Turnv. Heuchelheim, 85; 21. Klara Amend, Tv. Krofdorf, Else Hamel, To. 1846 Gießen, 84; 22. Anni Schmidt, Tv. 1846. Gießen, 83; 23. Marie Wagner, Tv. Krofdorf, 82 Punkte. Sechskampf-Turnerinnen-Unterstufe: (205 Bewerberinnen, 163 Siegerinnen.) 1. Henni Eppler, T.- u. Spv. Hanau, 106 Puii 2. Else Schreiber, Tgm. Hanau, Erika Schnei; Tv. Wetzlar, 104; 3. Margret Weyel, Mtv. Gies 103; 5. Frieda Peter, Tgm. Laubach, 101; 11. M: Heidt, Tv. Lang-Göns, 95; 12. Ruth Wintterljn,' 1846 Gießen, 94; 13. Karoline Loh, Tv. Krost. Marie Uhrhan, Tv. Lich, W. Schleenbecker, I: Kinzenbach, 93; 14. Alice Kröll, Tgm. Laubach/ 15. Minna Lotz, Tv. Wieseck, 91; 17. Elisab, Schäfer, Tv. Lich, Klara Wagner, To. Krofdc Emmi Ellemeyer, Tv. 1846 Gießen, 89; 18. Ma Wagner, Tv. Lang-Göns, Alwine Dreier, To. Lai Göns, 88; 19. Gretel Berg, Mtv. Gießen, sten Oppmann, Mtv. Gießen, Hedwig Schneider, lur 1846 Gießen, 87; 20. Lina Volkmann, Tv. Heuch heim, Ruth Philipps, To. 1846 Gießen, Gn Degen, Tv. Großen-Linden, Jngeborg Geilfuß, A Gießen, Hilde Würtz, Tv. Krofdorf, Herta Wilhe Mtv. Gießen, Frieda Römer, To. Krofdorf, 86; Marie Lich, To. 1846 Gießen, Lotte Seuling, ! 1846 Gießen, 85; 22. Klara Stork, Tv. Krofdorf,! 23. Elisabeth Trautmann, Tv. 1846 Gießen, Gr chen Rinn, Tv. Heuchelheim, Else Schneider, 2 Krofdorf, Anna Sack, Tv. Heuchelheim, Marg; Seim, Mtv. Gießen, 83; 24. Irmgard Krahl, 5 Großen-Linden, Käthe Wissig, Tv. Lich, Em Fink, Tv. Kinzenbach, 82; 25. Pauline Faber, ü Großen-Linden, Gretel Kreiling, Tv. Heuchelhei 81; 26. Thea Watz, Tv. Lich, Anni Werbelauer, 2 Wieseck, 80; 28. Erna Bach, Tv. Heuchelheim, ' 29. Marie Will, Tv. Krofdorf, 77; 30. Lina Gi To. Lich, 76; 31. Toni Dern, Tv. Großen-Lindi Gustel Möser, Tv. Wieseck, Adelheid Krüger, Tun 1846 Gießen, 75 Punkte. Gemeinschafiskampf der Turnerinnen. Gruppe mit 12 Turnerinnen: l.Ü Wetzlar, 20 Punkte; 2. Tv. Krofdorf, 16; 3. Tß Friedberg, T.- u. Spv. Butzbach, 11 Punkte. Gruppe mit 8 Turnerinnen: 1. M Gießen, 16 Punkte; 2. Tv. Herborn, 14; 3. Tun Anspach 13; 4. Tv. 1846 Gießen A, 10; 6. Tun 1846 Gießen B, 5 Punkte. Min.; 2. A. Schneider, T. Hanauer SV., 1J Min.; 3. A. Löb, I. Hanauer SV., 1\34,6 Mini Herren-Bruststaffel 4X100 Mei? 1. Gießener SV. (Baumann, H. Mewes, $ Pascoe) 6:09,6 Min.; 2. Turn- u. Fechtclub j)Q, 6:46,3 Min. Kraulschwimmen für Herren 4 Meter: 1. Gg. Herbert, Gießener SV., 6:48. $ 2. W. ^yermann, I. Hanauer SV., 7:13 Wh Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I. — Wieseck I. 2:3. 1 Die Gäste erschienen in der stärksten Aufstch während Heuchelheim eine Verlegenheits-Elf st, mußte. Unter diesen Umständen ist das (Ergebnis die spielstarken Gäste nicht als besonders schmejj haft an^usprechen. Das Spiel selbst war ausg, chen um wurde fair ausgetragen. Die Wies, waren die glücklicheren Torschützen. Kurze Gportnotizeu. Bei der „Tour" wurde am Mittwoch zweite Etappe von Lille über 192 Kilometer > Charleville ausgefahren. Am Ziel trafen elf N ein, von denen der Franzose Le Greves im E; in der Zeit von 5 :49 :30 Stunden Etappensu wurde. In der Spitzengruppe befanden sich, die beiden Deutschen Buse und Geyer, den fünften und elften Platz belegten. Auch im Gemischten Doppel ist , Deutschland bei den all-englischen Tennismeji schäften in Wimbledon nicht mehr vertreten. Titelverteidiger Hilde Sperling-Krahwin und Gottfried von Cramm wurden von i englischen Paar Lady Rowalan-Gregory mit 9 9:7 geschlagen. Unsere schwachen Hoffnun ruhen jetzt nur noch auf dem Nachwuchsp Henkel-Denker im Herrendoppel. Dr. Herbert Buhtz, der als einziger T, scher bei der internationalen Henley-Regatta Kampf um die „Diamond-Sculls" steht, tonnte, Mittwoch feinen Vorlauf gegen den Südamerika! Douglas (Uruguay) in 8 :39 Minuten siegreich enden. Der Berliner erreichte damit auch die 6t Vorlaufszeit. Der erste Davis-Pokalkampf 1 Weiikampfergebniffe beim Bezirksturnfest in Kriedberf Weltrekord-Segelflug von Hanna peitsch. Am gestrigen Mittwoch, gegen 11 Uhr startete die Segelfliegerin Hanna R e i t s ch, die besonders durch ihre Segelflüge in Südamerika im Rahmen der deutschen Segelflugexpedition bekannt wurde und dort den Höhen-Weltrekord für Frauen im Segelslug auffteUte, mit dem Segelflugzeug „Fafnir", auf dem G Groenhoff seine Segelflüge durchführte. Es ist ihr nun in unserer deutschen Heimat gelungen, einen Frauen-Weltrekord im Streckenflug durchzuführen, indem sie vom Flugplatz G r i es heim bei Darmstadt nach Reutlingen in Württemberg flog. Sie legte dabei eine Strecke von 160 Kilometer zurück. Diese Leistung ist um so höher einzuschätzen, als Hanna R e i t s ch auf dem Gebiet des Streckenfluges noch Neuling ist. Der Gießener Schwimmverein bei dem Bezirksfest in Hanau. Das diesjährige Bezirksfest der Schwimmer wurde vom Deutschen Schwimmverband in Gemeinschaft mit der Deutschen Turnerschaft am 1. Juli in Hanau durchgeführt. Auch der Gießener Schwimmverein hatte eine Reihe Schwimmer nach dort geschickt, die in den gemeldeten Rennen fast überall den ersten Sieg erringen konnten. Nach- Die deutsche Mannschaft bei der „Tour". .. ,v ■ M 1 ■* , IW England im Endergebnis m eine durchaus uner- , wünschte Situation hineintreibt. Gerade erst tn Liebe mit Masten. Es hat in der Entwicklung des Films Zecken gegeben, in denen man mit den Aufnahmen nicht varte wenn es sich um Kuß und Umarmungsszenen mit vorangehenden und folgenden ^ugen°us!ch>agen handelte. I- langer und inniger die Ku - waren desto gehaltvoller erschien manchem der Film. Dann aber traten Männer und Frauen aus, die Zwar den Kuß sein volles Recht im Leben nicht bestreiten wollten, die aber mit einigem Recht darauf hlNwie- en, daß die Wirklichkeit auch noch eimge andere Dinae au bieten hat, die der Darstellung auf der Leinwand wert sind. In diese Reihe der Strecker stellte sich natürlich auch Bernhard Shaw, der be- fanntlidT ewig Kampf gerüstet, zu allen geistigen Fragen von Bedeutung Stellung nimmt, besonders dann, wenn sie das sittliche Empfinden und das Kunstgefühl des britischen Volkes betreffen. So stellte sich der Dichter damals einem ausgewahtten ßonboner Publikum mit einer wie immer noni lernben Witzen strotzenden Rede vor, die er rote folgt begann: „Ich bin Bernard Shaw; ich dm das wirkliche Tier und keine Fllm^Jllusion. Ich bin auch ein häufiger Besucher des Kinos, denn ich habe F?eube ai?i Film' aber häufig find die Programme nicht nach meinem Geschmack. Das kommt daher, daß die Auswähler dieser Programme, die Film- theaterbesitzer, unheilbar romantische Personen sind, die denken, daß neun Zehntel eines iftlms aus bem bestehen muß, was sie „Liebe nennen. Der Engländer aber beschäftigt sich auch noch mit anderen Dingen als den Beziehungen der Geschlechter; er interessiert sich für Sport, Politik, Religion und Jn- ekten alles Dinge, die wirklich sind und mit denen er jeden Tag in Berührung kommt, ^er man mag sich die größte Mühe geben, um emen sehr schonen rc;|m machen, der Verleiher und der Theater- besitze/werden immer fragen/ W° ist die Liebe?" äs» »bei ilnsluse: ^gerinnen.) nau, 106 P Erika Sch yel, Mio. tz h, 101; 11.' h Winttech )h, Id. Kq fleenbecker, gm. ßtiubci 1; 17. 66 er, Id. Kn in, 89; 18.1 Dreier, Id. ). Gießen, 1 SMeiber,' Gießen, . orq GW ■ •f Ma W Warf, 86 ottt Seuling. loKrosdor !6 Gießen, > Schneider cheim, M aard Krch d. Lich. ( iline Fabri Id. ßeuch. Werbelm ßeuchelheir ?; 30. Lim >. Großen-L ib Krüger, i urnerinnen. rinnen:1 fborf, 16:31 11 Punkte- innun3l om, 14'6-. A, io; 6.r rinnen: 1 ßen-Linden,' [beim, Tv-i Jrn Auftrage des Reichspräsidenten gab der Reichsaußenmimster zu Ehren .des m, Berlin weilenden siamesifchen Königspaares ein Staatsbankett Goldenen Saal des Charlotten burger Schlosses. — Von links: Reichswehrmlmster Generaloberst v o n Blombergder Chef der Heeresleitung; General Freiherr von F r 11 f ch ; K o n i g P r a \ a b> b p o £, Vizeadmiral Groß; Reichsarbeitsminister S e l d t e und im Hintergrund Freiherr von Neurath. und überall im Lande gibt es Sale, in denen man politischen Reden zuhört Wo ist da die ®ediebung auf die Geschlechter? Und doch sind diese Ortesehr besucht. Die beiden Personen, die seit dem Beginn des Filmgeschäfts die größte Anziehungskraft de es- sen haben, dürften doch roohl Charlie Chaplin und Mary Pickford fein. In ihren Filmen aber ist kein sexuelles Moment, obgleich m den 5ilmen Mch Pickford meist eine Schlußszene vorkommt, die sie 3eiat wie sie den einen oder den anderen umarmt, aber das ist nur ein Zugeständnis an den romanh. fchen Geschmack des Direktors. Ich finde es geradezu Tantalusqualen erregend, wenn ich sehe, wie em anderer Mann Miß Pickford küßt. Wenn mir die Gelegenheit geboten werden wurde, Miß Pickford zu küssen, so würde ich sie mit Freuden ergreifen aber nicht, wenn eine Menschenmenge dabei zuguckte. Ich finde es undelikat, einem anderen zuzugucken, wenn er Miß Pickford küßt." Zum Oberkommandierenden „geschossen". Als eines Tages der Kaiser Napoleon mit Mas- tena und Berthier auf der Jagd mar, wurde eine Schar Rebhühner aufgescheucht. Dem Kaiser gebührt der erste Schuß. Er schießt und ein — verirrtes Schrotkorn trifft Massena ins Auge. „Berthier, Sie haben Massena getroffen , ruft der Kai- fer. Berthier widerspricht, der Kaiser bleibt aber bei seiner Behauptung, und alle drei treten mißgesUmmt den Rückweg an. In Malmarson befiehlt der Kaiser den diensthabenden Adjutanten zu sich^ „Ecken Sie zu meinem Leibarzt Larrey und ersuchen Sie L" sich sofort zu Massena, der erkrankt .st, zu begeben und ihm zugleich dieses Schreieben ZU überreichen Der Befehl wird befolgt. „Herr Marschall, der Kai ser ließ mich benachrichtigen, daß Sie unwohl sind. Ich komme..." begann der Arzt. er weiß es qanz gut, sehen Sie..." fiel ihm Massena ms ^Vort. „Es ist sonst keine Gefahr aber das Auge scheint mir sehr gefährdet." — „Werde ich es ver- Heren?" — Das sage ich nicht, aber es ist zu befürchten... Aber ich vergaß, Ihnen dieses Hand- ckreiben Seiner Majestät zu überreichen. — (en Sie, lieber Larrey, denn ich sehe überhaupt nichts." Und Larrey las: „Mon cousin Sie über- Nchm-N, sobald Ihr Befinden es erlaubt, du- vber^ kommando der Armee von Portugal. Ueb-rdies bete ich ,u Gott, daß er Sie in eine heilige Obhut mmmb ^ap°l°/n.» So wurde Mastäna emaugig und Oberkommandierender der Armee, die in £or tugat gegen tiie Engländer kämpfte. als England, während Englands Export sich noch fast auf das Vierfache belaufen hatte. Vergegenwärtige man sich, daß England vor dem Kriege rund 70 v. H. des gefam- ten Weltexports an B a u m w o l l w a r e n bestritt und Japan bemgegenüber nur 1,3 v. H. Das japanische Vordringen auf den Weltmärkten für Baumwollwaren wäre auch heute noch halb so gefährlich für England, wenn es sich in einer Zeit eines allgemein wachsenden Welthandels vollzogen. Die verheerende Wirkung der japanischen Expansion liegt aber für England darin, daß Japan sich seinen hohen Anteil am Weltexport in Baumwollwaren erobert hat in einer Zeck einer starken E x p o r t s ch r u m p f u n g. Eme solche Entwicklung läuft bei der besonderen Struktur der englischen Baumwollindustrie, die normalerweise 80 v. H. ihrer Erzeugung ausführt, geradezu au eine Vernichtung dieser Industrie hinaus. Seck Jahren schon kämpft Lancashire — einst der Stolz Englands — einen verzweifelten unb erbitterten Kampf um bie Erhaltung feiner Existenz. Die Diskussion über bie Krise m ber englischen Baum- wollinbustrie hat nie aufgehort, Gegenstanb ber öffentlichen Meinung Englanbs zu sein. Alle bisherigen Maßnahmen, bie zur Hilfe ber Baumwoll- inbuftrie unternommen worben finb, haben nichts genutzt, um dem unentwegten Vordringen Japans Einhalt zu gebieten. Als letzter Ausweg aus diesem vergeblichen Konkurrenzkampf blieb den englischen Industriellen nur noch die Möglichkeit einer Verständigung über die Markte. Auf Veranlassung der englischen Baumwollindustriellen fanden dann auch zu Beginn des vergangenen Monats hier m London Verhandlungen über eine Marktaufteckuna statt. Die Besprechungen scheiterten aber sehr bald an den Forderungen der japanischen Industriellen. Ohne weiter auf langwierige Verhandlungen von Regierung zu Regierung emzugehen, griff we englische Regierung ganz plötzlich zu dem feßten ih zur Verfügung stehenden Mittel und verkündete die E i n f ü t) r u ng einer quotenma fpg^JljLLl fo auch in Japan — das Exportgeschäft stark zurückging, und zwar im Monatsdurchschnitt von 175 auf 93 Millionen Yen, ist feit 1931, wenn auch unter gewissen Schwankungen, Japans Export stark K1BISSB schicht von etwa 400 Millionen, und will so den japanischen Führungsanspruch rot r t = schaftlich untermauern. Deswegen liefert Japan vor allem billige Waren, denn die asiatifchen, die farbigen Konfumenten mcht. -"onÄti'gen Stellung der MMGZMMMß sind die Erzeugnisse die bte lapamsche Export 1U D J). Q ?ür die englische Wirtschaft roirtschaft bei den fähigen Konsumenten °bsetzen Idieser Vorstotz ^apans^ »^vor, daß Ja- igarren); 46 Gießen ( -Lick kommen richtig! Ein anderer Besucher wagte sich sogar auf das Gebiet der philosophischen Betrachtung und fragte den Teckel: „Kurwenal, sag wir, furchtest du dich vor dem Tod^" worauf mit der Gelassenheit eines griechischen Philosophen die Antwort kam: Ich iürchte mich nicht." Auf die weitere Frage: Welches ist deine Weltanschauung?" erhielt^der Besucher die seltsam anmutenbe Antwort. „Meine ist bie eure " Besonders dieses Ergebnis ist Zweifellos sehr kennzeichnend, denn es zeigt uns d.efeibe Erfche,- nung die wir bei fpiritistifchen Sitzungen bei l-n-n Äs", ^ ^ch M«-de^feiber misten oder s»pi x;,ßfem Versuch und übrigens auch bei den Bes tand ,'N Seelenleben und fein Welt- ab?r es ist eben nicht das des Menschen, fon- „Lenes Sie Menfchenähnlichkeit, die aber telepathische Gedankenübertragung von hir Herrin au^ben Hunb annehmen, so wirb man : hßreStiaterroei e seine Zuflucht zu ber alten Zei- ’ berechtig u d) e n s nehmen müssen. Es ■ worden, daß auch die zahisprechenden ; I E flunöe mü Leckerbisten belobt »erben, ^nr belohnt? Solange nicht die Mog ichkeit einwandfrei ausgefchaltet ist, baß in der fortwahren. Immer roieber tauchen Berichte über die auf fall enb menschenähnliche Klugheit von Tieren auf, bie cs im Denken unb Rechnen bem Menschen angeblich gleichtun unb die sich auch einer Sprache bedienen, mittels der eine regelrechte Verständigung möglich sei. Jetzt mache eine neue Erscheinung auf diesem Gebiet großes Aufsehen. Es handelt sich um die vier zahlsprechenden Hunde von sich bereits mehrere Vertreter der Wissenschaft nach vorangegangenen gründlichen Untersuchungen geäußert haben, ohne über bas Wesen bieses „Tier- wunbers" bisher zu einem gekommen zu sein. Von ben vier Hunben von Weimar scheint ber T e ck e 1 Ä J ® e 9 nal, ber sich im Besitz ber Freun von.Freytatz- Loringhofen befinbet, ein befonbers gebtlbetes ja weises Tier zu sein, das man getrost emen Phcko^ fophen nennen könnte, wenn die von ihm erteilten Antworten wirklich selbständig in seinem Hundehirn entstanden sein sollten. Das ist ia gerade die Frage, die den vorbehaltlos forschenden Menschen zu beschäftigen hat. Die Beantwortung der an die Hunde gestellten Fragen erfolgt bei derartigen Versuchen durch bas Klopf- ober Bellalphabet. . . Ki^wenal brnucht nun bas Bellalphabet, wobei die Buchstaben von A bis P ben Zahlen von 1 bis 15 entsprechen, währenb bie Zählung bann weiter von L 1 ru ' roärts geht. Zweifelt man, so wirb ber ^und g - fragt: „Von rückwärts?" ober „von vorwärts? Einmal Bellen heißt ja unb zweimal Bellen nein. Hebern aufmerksamen Beobachter wirb schon hier auffallen, worauf Wilhelm Frenzel ln einem aufschlußreichen Aufsatz der Frankfurter Wochenschris für Wissenschaft unb Technik „Die Umschau hm- meift, baß ein Auszählen bes Alphabets in umgekehrter Reihenfolge große Ansprüche an die Konzentrationsfähigkeit stellt, ^ebenfalls ^acht es stutzig, baß Kurwenal bie Zuorbnung von Buchstave und Zahl stets fehlerlos gegenwärtig haben (ou. Unter Benutzung bes Bellalphabets wurde beispielsweise ein Besucher von dem gescheiten Teckel mit den Worten begrüßt: „Ich habe mich sehr gefreut, datz Sie gekommen sind..." Die Frage, wie ein bestimmter Blumenstock heiße, ber an einem Fen- Her bes Zimmers ftanb, beantwortete das klug Der bellend mit „Hortensie". Im Rechnen nt- wickelte ber Hund eine Sicherheit und Schnelligkei, Die Reichsbank im ersten Halbjahr 1934 Wirtschaft Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2tt. Berlin $ranffun a. Ul. 3-7- | 4-7. 4.7. 3-7. Datum | 3.7. 76,25 90 Bekula o 81 ettt. LieferungSgesellschast ... 6 Banknoten. Berlin, 4-^ull Gesellsch.s.Eletir.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 •I 22,25 1 l| 180 1 93,4 89,75 94,25 94,75 88,4 95 88,75 91 89 6 0 129 68,75 93,25 90 94,25 95,5 95,25 88,5 88,25 88,25 89,25 91,5 92,5 101,2 91 89 92,9 91,25 94,7 5 7 10 141,25 77,75 107,5 64 107,5 100 90,25 147 117 74,5 117,5 59,25 103,5 169,75 129 69,25 63,13 60,25 65,5 46,75 56,5 47 61,25 18,25 177,5 179,5 131 234 90,75 40 14 127,5 128 113,25 60,65 65,5 47,25 56 132 47,25 61,5 62,25 18,25 180 179 130,75 93,25 91,25 94,75 141,5 81 106,75 63,75 106,5 100,5 90,5 147 116 74,25 118,5 58,75 104 147,5 208 66,75 28 84,65 59,5 108,5 126 148,13 204,5 66,75 38,5 84,75 76,5 91,9 46 233,25 90 40,25 14 128 128,75 170 147,75 66,25 38,13 85 114,13 60,5 66,5 46,5 56 132,4 45,75 61,75 63,25 18,65 182,25 177,25 132,75 23 182,5 Schuckert 8 Co. Siemens & Halske. Lahme v" & Co. .. 76 46 234,25 90,13 39,75 14,75 127,75 128 Schluß. Ulinag» börse 76,75 92,25 45,9 233 90,65 40 13,75 128 129 168,5 148 66,5 38,5 84,5 59 Datum .......0 .......0 0 10 .......0 .......0 .......0 .......6 .......6 .....7% 7 .......9 0 0 0 90,5 89,25 88 95,5 95 88,5 88,25 88,25 89,25 91,5 92 101,13 manchen Märkten das Angebot etwas reichlicher geworden ist. Daneben kommt man zu einer besseren Beurteilung der voraussichtlichen Ernteerträge. Roggen ist laufend gefragt, wo sich Knappheit zeigt, tritt die RfG. als Abgeber aus alten Beständen auf. Weizen wird in Waggonware bevorzugt, Kahnware ist reichlich vorhanden. Hafer liegt weiter etwas ruhiger, neue Wintergerste wurde noch nicht notiert, die gezeigten Muster sind weiterhin schön. Bon Mühlennachprodukten bleibt Roggenkleie besser beachtet als Weizenkleie, ölhaltige Futtermittel haben ruhigen Markt. Das Mehlgeschäft ist sehr klein-, Neubestellungen sind nur spärlich. Die Preise zeigten gegen den Montag allgemein keine Veränderung. Es notierten: Weizen 210, Roggen 186, Hafer 207,50 bis 210, Weizenmehl Type 563 Spez 0 aus In- Spenden für die NSV. werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkaffe Gießen. in unregelmäßiger Haltung. Während Licht und Kraft und Lahmeyer bis 1,25 v. H. gewannen, gaben AEG., Bekula und Gesfürel je 0,25 v.H. nach, Akkumulatoren gingen um 2 v. H. zurück. Kunstseideaktien waren höher, Aku um 0,40, Bemberg um 1,50 v. H. Transport- und Schiffahrtsaktien waren gut behauptet, so Hapag, Reichsbahn-VA. und AG. für Verkehrswesen. Zellstoffaktien lagen kaum verändert, Waldhof gegenüber den letzten Rückgängen gut behauptet. Schwächer lagen Daimler Motoren um 1,50 v. H. trotz der Ausführungen in der GV. Renten liegen etwas freundlicher; das Anlagebedürfnis nach dem Halbjahrestermin macht sich etwas bemerkbar. Altbesitz, späte Reichsschuldbuchforderungen und Stahlverein-Bonds zogen je 0,25 v. H. an. Von Auslandrenten Russen-Gulden weiter befestigt auf 1,25 nach 1,10 v. H. Der Börsenverlauf blieb auf der ganzen Front geschäftslos und infolgedessen bröckelten die Kurse eher etwas ab, doch erreichten die Rückgänge nur Bruchteile eines Prozentes. Etwas mehr gedrückt waren Scheideanstalt mit minus 2 v. H. IG.-Farben 147,50 nach 148 bis 147,25. Auch am Rentenmarkt bewegte sich das Geschäft in engsten Grenzen. Altbesitzanleihe und die übrigen Variablen lagen behauptet. Am Pfandbriefmarkt blieb das Kursniveau im großen und ganzen ziemlich unverändert, hier und da ergaben sich kleine Abweichungen um etwa 0,25 v. H. Stadtanleihen lagen vollkommen geschäftslos und bröckelten eher etwas ab. Fremde Werte ruhig. T a g e s g e l d war sehr leicht und wurde auf 3 v.H. ermäßigt. Abendbörse still, aber freundlich. 60,4 67,25 46,75 55,75 45,5 61 18,5 183 177,75 132,75 Frankfurter Börse. INittagsbörse still. F r a n k f u r t a. M., 4. Juli. Die Börse eröffnete in sehr stiller Haltung und war kursmaßig kaum verändert. Von der Bankenkundschast lagen nur m kleinem Umfange Aufträge vor, es machen sich m zunehmendem Maße die Ferien bemerkbar. Auch die Kulisse bekundet mangels geeigneter Anregungen nur wenig Unternehmungslust, so daß sich die Umsätze auf ein Minimum beschränken. Gegenüber der außerordentlichen Geschäftsstille boten einige günstige Wirtschaftsnachrichten eine Stütze, und die Grundstimmung blieb auch durchaus freundlich. Etwas Interesse zeigte sich für Bergwerksaktien m denen das Geschäft auch zeitweise etwas großer war. Es eröffneten Mannesmann 1, Buderus, Gelsenkirchen, Klöckner, Stahlverein und Rheinstahl bis 0,65 und Phönix 0,25 v.H. höher. Harpener und Ilse Genuß lagen behauptet. Farbenindustrie sowie die übrigen Chemiepapiere lagen sehr ruhig, Farben zunächst 0,50 v.H. freundlicher, später aber 0,75 vom Hundert rückläufig. Elektropapiere verkehrten 91,5 92,5 101,2 24,5 1,15 7,6 7,1 7,15 8,75 7,6 7,8 Frankfurt a. M., 4. Juli. An der Abendbörse war die Stimmung freundlich und zuversichtlich, wenn auch die Umsatztätigkeit infolge des nur kleinen Ordereingangs kein größeres Ausmaß erreichte, immerhin war das Geschäft etwas besser als in den letzten Tagen. Die Bewegung nahm ihren Ausgang vom Rentenmarkt, an dem offenbar weiteres Anlagebedürfnis besteht. Altbesitzanleihe setzten zwar leicht unter Berliner Schluß ein, zogen aber später an. Höher waren außerdem späte Reichsschuldbuchforderungen mit 91,65 (plus 0,25 v. H.) und Stahlverein-Bonds 78,40 (plus 0,40 v. H). Am Aktienmarkt blieben die meist etwas festeren Berliner Schlußnotierungen voll behauptet, Farben, Gesfürel, Bemberg und einige westdeutsche Montanpapiere zogen darüber hinaus noch leicht an. Schwächer lagen dagegen von lokalen Papieren Scheideanstalt, die um 1,5 v. H. zurückgingen. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft wieder stark ein, die Kurse blieben aber gut gehalten. Es notierten u. a.: Altbesitzanleihe 94,65 bis 94,75, 5,5prozentige Franks. Hyp. Liquid. 88,50, Reichsbank 154, Buderus 74,50, Gelsenkirchen 59,25, Mannesmann 63.13, Rheinstahl 90,75, Stahlverein 40, Aku 60,40, Bekula 141,25, Bemberg 67,25, Ehude 183, Daimler 45.50, Scheideanstalt 204,50, Licht & Kraft 107,50, JG.-Farben 148,13, Gesfürel 107,50, Holzmann 59, Metallgelellschaft 84,75, Schuckert 90,25, Siemens 147, Nordd. Lloyd 30,65. Am Auslandrentenmarkt lagen Schweiz. Bundesbahn-Anleihen fest, 4proz. 158.90 (plus 2 v. H.), 3,5prozentige 147,65 (plus 2 v. H.). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Juli. Der Getreidegroßmarkt ist weiter etwas ruhiger geworden, die Nachfrage der Mühlen ist nicht mehr so dringend. Es besteht allgemein etwas Zurückhaltung, zumal auf Licht und Kraft Selten & Guilleaume 141,25 77,4 108 63,9 107 99,75 90,5 146,75 116,75 74,4 117,4 59,4 104 72,5 169,75 129,75 69,5 63,25 L1 7,4 6,8 7 8,25 7,5 7,6 7 7 8,8 7,5 7,6 141,5 81,25 106,75 64,25 105,5 100 90,75 147,5 117 74,5 118,25 58,5 104,25 71,75 170 I 128,5 ! 68,75 I i 63,51 Der größte Teil dieser Arbeilsbeschaffungswech- sel liegt im Portefeuille der Reichsbank und dürfte sich etwa auf 1200 Millionen Reichsmark belaufen. Das erklärt die Entwicklung des Wechselportefeuilles. ' Ende Mai 1934 war der Bestand der Neichsbank an Wechseln usw. mit 3312,4 Millionen RM. angegeben, am 3. Juli mit 3392. Das Gesamtportefeuille liegt aber immerhin auch jetzt noch unter bem des Vorjahres, wo es sich Ende Mai auf 3494,b Millionen Reichsmark belief. Mittelbar zur Arbeüs- befchaffung dienen auch die deckungsbedürftigen Wertpapiere, die aber im letzten Halbjahr nur um 16 Millionen zunahmen. Für die Beurteilung bleibt wichtig, daß trotz der Einschaltung der Reichsbank in das Finanzierungssystem für die Arbeitsbeschaffung die Gesamtlage an kurzfristigen Rotenbankkrediten nicht gestiegen ist. Auch der neueste Reichsbankstatus zeigt eine o r • ganischeEntwicklungin engster Verbindung mit dem langsamen Aufsteigen der deutschen Wirtschaftstätigkeit. 91,5 92 101,13 25 7,4 7,1 7,15 8,5 Buderus .......0 Deutsche Srdbl 4 Geilenkirchen« 0 Harpener............... 0 Hoesch Eisen—Söln-Neueff« .. 0 Ilse Bergbau ...............6 jlje Bergbau Genüsse ...... 6 Slöcknerwerke .... 0 MonurSmarm-Rödrrs0 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% eljem.7% Dt. Reichsani. v. 1929 5y,% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit AuSlos.-Rechten ......... Desgi. ohne Auslol.-Rechte...... 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)........... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12............. 6/i% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqut Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 |% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 t/2% ehern. */,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu^Pfandbriefe...... *y2% ehern. 4>/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe. 6% ehern. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe 9t 19 8% ehern. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe Ä. 10 tzleuergutsch. Verrechnungskurs 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/i% desgi. von 1913.......... 6% aügest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahu-Anlethe 22,25 I 22,75 69,5 - - 182,5 1 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. jüngster Zeit ist von zuständiger Seite aus in sehr scharfer Form von neuem der Vorwurf gegen Lancafhire erhoben worden, daß es vielen rückschrittlich in feiner maschinellen Ausrüstung sei, und daß es sich durchaus einen Teil seines verlorenen Absatzes wiedererobern könnte, wenn es feine wirtschaftliche und technische Organisation verbessern würde. Denn eines darf bei der englischjapanischen Auseinandersetzung nicht vergessen werden: Japan setzt durch die Herstellung ungemein billiger Baumwollgüter einen erheblichen Teil der armen eingeborenen Bevölkerungen in Uebersee erst in die Lage, gewisse Bekleidungsgegenstände zu kaufen. Kann England sie nicht genau so billig herstellen, so wird ein großer Teil dieses Bedarfes überhaupt ausfallen. Für die englische Baumwollindustrie liegt deswegen vielleicht hier gerade eine ihrer größten Aufgaben, ebenfalls in großem Mahftabe äußerst billige Baumwollwaren herzustellen. Wenn England das auch weniger mit Hilfe sehr niedriger Arbeitslöhne erreichen kann, so doch sicher um so eher mit Hufe unerhört leistungsfähiger Maschinen und einer ähnlich leistungsfähigen Organisation wie die der japanischen Baumwollindustrie. Ein englisch-japanischer Wirtschaftskrieg bleibt natürlich auch nicht ohne politische Folgen. So bequem es vielleicht im ersten Augenblick auch für Die Wirtschaftslage der Reichsbahn. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn trat am 3. und 4. Juli in Breslau zusammen. Zunächst wurde die Finanzlage der Deutschen Reichsbahn erörtert. Die Einnahmeentwicklung zeigte für die ersten 6 Monate des laufenden Jahres einen Zuwachs von rund 15 v. H. gegenüber 1933. Davon entfällt auf den Personenverkehr eine Mehreinnahme von 7 v. H., auf den Güterverkehr eine solche von 19 v. H. Auch die Ausgaben haben eine wesentliche E r ö pu n g erfahren, die sich aus den Aufwendungen für Mehr- einstellung von Personal und für erhöhte an Handel und Industrie im Dienste der Arbeitsbeschaffung erklärt. Der Verwaltungsrat beschäftigte sich dann mit einem Abkommen, das die Hauptverwaltung Ende Juni d.J. vorbehaltlich der Zustimmung des Verwaltungsrates und der Genehmigung des Re^chsverkehrsministers mit den Spitzenvertretungen des Speditions-, Fuhr - und $ r a ft - verckehrsgewerbes geschloffen hat. Das Abkommen soll feste Abmachungen mit der Gesamtheit der vorbezeichneten Gruppen bringen, wobei die Vorteile, die die bisher bestehende Regelung nn Bahnspeditionsvertrage allen Verfrachtern gebracht hat, aufrechterhalten werden sollen. Gleichzeitig soll an die Stelle der bisherigen, volkswirtschaftlich unbefriedigenden Verhältnisse im Güterfernverkehr eine geordnete Gemeinschaftsarbeit zwischen Schiene und Kraftwagen treten, die die Weiterentwickelung beider Verkehrsarten fördert und dem Aufbau des öffentlichen Verkehrs dient. Der Verwaltungsrat billigte das Abkommen und den Plan der Reichsbahn. * * Deutsche Erdöl A G., Berlin. Die Ge- neralversammlunq der Gesellschaft genehmigte den Abschluß für 1933 mit der unveränderten Dividendenzahlung von 4 v. H. Im neuen Geschäftsjahr hat sich die Besserung fortgesetzt. Der Absatz bet der Steinkohle ist um 25 v. H, bei der Braunkohle um etwa 10 v. H. gestiegen. Wenn nicht besondere Ereignisse eintreten, so dürfe gehofft werden, daß die Einkünfte aus dieser Besserung den außerordentlichen Beträgen gleichkommen werden, die es im Berichtsjahr ermöglicht haben, die Dividende aufrechtzuerhalten. 700 Volksgenossen bauen eine große Talsperre. LPD. Herborn, 4. Juli. Zwischen den anmutigen Westerwalddörfern Driedorf und Mademühlen, nahe der Westerwaldbahnstrecke Westerwald—Rennerod—Herborn, läßt zur Zeit der Bezirksverband Wiesbaden, als Träger der Heffen-Naf- fauifchen Ueberlandzentrale G. m. b.H. und der Nassauischen Energiegesellschaft G. m. b.H., Sitz Oberscheld (Dillkreis), zur Vergrößerung feiner Wasserkraftanlage am Rehbach eine Talsperre mit einem Fassungsvermögen von 1,2 Millionen Kubikmeter Wasserinhalt bauen. Von den auf rund 600 000 Mark veranschlagten Gesamtkosten entfällt der weitaus überwiegende Teil (rund 450 000 Mark) auf Erdarbeiten mit rund 80 000 Erwerslosen -Tagewerken. Bereits seit einigen Monaten sind die umfangreichen Arbeiten im Gang. Durch Hochwasser wurden zu Anfang dieses Jahres die Arbeiten auf kurze Zeit unterbrochen, da die Wassermassen einen Damm durchbrachen und das zum Teil ausgeführte Stau- . decken mit Wasser füllten. Erheblicher Schaden war entstanden und vieler Mühe bedurfte es, um die Arbeitsstätten wieder in Gang zu bringen. Augenblicklich sind über 700 Dolts-genossen, meist Leute, die . schon lange Zeit erwerbslos waren, an der Arbeit, damit es möglich wird, bis zum Einbruch der kalten Jahreszeit die Ausschachtungsarbeiten zu vollenden. Mehr als 200000 Kubikmeter Erdmas- sen müssen bewegt werden. Zahlreiche Feldbahnen sind im Betrieb. Feldschmiede lassen das Weißfeuer erglühen, um gleich an Ort und Stelle die Arbeitsgeräte wieder herzustellen. Aufenthaltsräume für die Männer der Arbeit, Buden für die Werkzeuge, ein Sanitätsraum und anderes mehr lassen erkennen, daß hier im hohen Westerwald ein Riesenwerk im Entstehen begriffen ist, das nach seiner Vollendung berufen fein soll, für die Gewin- nung elektrischer Energie eine bedeutsame Rolle zu spielen. Hastaussetzung im Soll Oppenheimer. LPD. Frankfurt, 4. Juli. Dem von der Verteidigung im Fall Oppenheimer gestellten Antrag auf H a f t a u s s e tz u n g ist im Hinblick auf den bedenklichen Zustand des Angeklagten stattgegeben worden. Zehn Jahre Zuchthaus ‘ und Sicherungsverwahrung. , LPD. Darmstadt, 4. Juli. Vor der Großen Strafkammer hatte sich heute der 40jährige Rudolf • Siebener aus Frankfurt a. M. zu verantwor- ' ten, der im vorigen Jahr eine Gastrolle in Darmstadt gegeben und zwei schwere Einbrüche verübt hatte. Nach anfänglichem Leugnen gab er nach • Feststellung der Fingerabdrücke und der Vorlage > eines gefundenen Kassibers die Tat zu. Unter Einbeziehung einer Strafe von 71/z Jahren Zucht- : haus, die er in Gießen für gleiche Vergehen ! erhalten hat, wurde er zu zehn Jahren - Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, sowie Sicherungsverwahrung verurteilt. mußten durch eine besondere Finanzierung aufgebracht werden, da der Kapitalmarkt für solche Kre- bite noch zu schwach ist. Die fünf verschiedenen Banken und Kreditanstalten haben die notigen Darlehen durch Schulverschreibungen sich verschafft. Diese Arbeitsbeschaffungswechsel werden durch die Relchs- bank geldmarktfähig gemacht. landsweizen Festpreisgebiet W X 28,90 plus 0,50 RM. Frachtausgleich, Feftpreisgebiet W VII 26,60 plus 0,50, Roggenmehl Type 610 0 bis 60 Prozent Ausmahlung Feftpreisgebiet R VIII und R VI je 25,25 plus je 0,50 RM. Frachtausgleich, Weizenmehl IVB 16,75, Weizennachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,25, Weizenkleie fein 11,40, grob 11,75, Roggenfuttermehl 13, Roggenkleie 12,25 bis 12,50, Soyafchrot 16, Palmkuchen 15,70, Erdnußkuchen 17,20, Treber 16,75, Heu 10,50 bis 11, Weizen- und Roggenftroh drahtgepreßt 2,80 bis 3, do. gebündelt 2,90 bis 3.10. Tendenz: stetig. Allgäuer Butter- und Käsebörse. Kempten, 4. Juli. (DNB.) Rahmeinkauf bei 42,5 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe (Preis- fest etzung der Milchversorgungsverbände Alpen- Ober- und Unterland) 116 (letzte Notiz 116) Mark. Weichkäse, mit 20 v. H. Fettgehalt, grüne Ware (Richtpreis des milchwirtschaftlichen Verbandes Allgäu) 21 (21); Tendenz: unverändert. Allgäuer Emmenthaler mit 45 v. H. Fettgehalt (Richtpreis des Milchwirtschaftsverbandes Allgäu) 1. Sorte 70 bis 72 (70 dis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67). Tendenz: gute Nachfrage. Schweinemast in Friedberg. LPD. Friedberg, 4. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise gezahlt: Für 6 Wochen alte Tiere 8 bis 12 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 12 bis 15 Mark, für 8 bis 12 Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark. Der Auftrieb betrug 401 Jungtiere. Das Geschäft war sehr lebhaft. . Frankfurter Schlachtvrehrnarkt. Frankfurt a.M., 5.Juli. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 159 Rinder (50 Ochsen, 11 Bullen, 33 Kühe, 65 Färsen), 926 Kalber, 83 Schafe (37 Hämmel), 287 Schweine. Es kosteten: Kälber 20 bis 45 Mark, Hämmel 30 bis 35, Schafe 20 bis 28 Schweine 38 bis 44 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattungen mittelmäßig. England ist, sich der lästigen japanischen Konkurrenz durch rein machtpolitische Maßnahmen zu erwehren, so gefährlich ist die Anwendung derartiger Maßnahmen vielleicht doch gerade gegenüber einem Lande wie Japan. Japan ist kein politisch ohnmächtiger und schwacher Staat. Die Komplikationen, die sich aus einer derart rigorosen Abwehrpolitik gegenüber der japanischen Wareneinfuhr ergeben, liegen sehr nahe. In dem Maße wie Japan erfahren muß, daß feine rein wirtschaftlichen Konkurrenzmahnahmen nicht mehr ausreichen, um sich einen für seine wachsende Bevölkerung und seine wirtschaftliche Gesamtentwicklung notwendigen Absatz seiner Produkte zu sichern, wird es nur doppelt stark dazu angereizt werden, seine politische Einflußsphäre zu erweitern. Japans Politik auf dem asiatischen Kontinent und nicht zuletzt die erst vor kurzem mit so viel Sensation in der Welt aufgenommene japanische Anmeldung einer Monroedoktrin für Asien, weisen sehr klar den Weg, den Japan in dieser Richtung zu gehen gewillt ist. England wird gut tun, sich in dem englisch-japanischen Wirtschaftskampf beizeiten auf seine wirtschaftliche!! Überlegenheit zu besinnen. Rein machtpolitifche Maßnahmen werden angesichts einer so stark sich entwickelnden Großmacht wie Japan auf die Dauer schwerlich von Vorteil sein können. Die Notwendigkeit der Einstellung des Bartrans- ers und der Devisenpartierung ergab sich aus dem chwindenden Deckungspolster der Reichsbank. Zum erstenmal feil Jahren kann der Reichsbankausweis für das erste Halbjahr 1934 fest- flellen, daß die Devifenabnahme zum Stillstand gekommen ist. Das Devisenpolster hat sich sogar um 2,6 Millionen Reichsmark verstärkt, allerdings steht demgegenüber noch ein etwas geringerer Abfluß an Gold. Die umlaufende Menge Geld ist gegenüber dem Vorjahre um 260 Millionen Mark verstärkt worden, und zwar aus der Notwendigkeit, die Geldmenge dem gesteigerten W i r t s ch a ft s do - lumen anzupafsen. Dieses Prinzip ist bei der jetzigen Handhabung das Gegenteil einer Inflation oder Deflation, denn gegen beide Währungsexperimente spricht durchaus das Interesse der deutschen Wirtschaft. Die Stabilität der Mark mit ihrer gleichbleibenden Kaufkraft ist gesichert worden, und in den nächsten Monaten wird infolge der Wirkungen der Transfereinstellung voraussichtlich auch die Währungsdecke sich verstärken. Von allen Währungsbanken der großen und mittleren Wirtschaftsnationen haben wir gegenwärtig die kleinsten Gold- und Devisenbestände. Die Reichsbank hat sich vor allem auch, wie das Wechselkonto ausweist, in den Dienst der Arbeitsbeschaffung gestellt. Die langfristigen Darlehen, die die Träger dieser Arbeitsbeschaffung erhalten, illmerttanifdje Notes.............. Belgische Noten......••••...... Dänische Noten ...... Englische Noten ............ Französische Noten Holländische Noten ..... Italienische Noten Norwegische Noten . ....... ..... Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Not« Schweizer Noten ........... Lpanische Not« ........... Ungarische Not« Mansfeld« Bergbau ... ftotSroerfe ............ Phönix Bergbau....... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ............ Vereinigte Stahlwerke.. Otavi Minen ......... Kaliwerke Aschersleben.. Kaliwerke Westeregeln.. Kaliwerke Salzdetfurth g. <8. Farden-Invustrte Schetdeanstalt........ Goldschmidt ......... RütgerSwerke ........ Metallgesellschaft...... Philipp Holz mann ... Zementwerk Heidelberg Lementwerk Karlstadt.. kurs bfrje | turs Schultheis Patzenhoser 0 Mu AÄ ZiL börse j börse Frankfurt a.M. | Berlin Schlußkurs Schlußk.1 Abendbörse | Schluß, kure Scblußk. Mittag- H börse Datum 3.7. 4.7. 3.7. 4.7. 4% besgl. Serie 11 ........... 7,7 7,7 — 7,8 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,25 4,3 — 4/,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,75 6,8 6,8 4% Rumänische vereinh. Rente 3,7 3,65 3,75 3,7 2*4% Anatolier ............ 33,13 33,5 33,13 33,5 yamvurg-Amertka-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 0 25,5 25,75 25,4 25,5 24 Hansa-Dampfschiff......... 0 — — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 —- 30,65 30,75 30,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 62 61,5 62,25 62 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 89,13 89,5 90 89,5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 57,5 57 57,5 57 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 62 61 62 61 Dresdner Bank.............. 0 65 65 65 65 Reichsbank ................ 12 154,5 154 154,9 154,25 A-E.G...................... c 23,4 22,75 22,65 22,75 3-Juli 4-3ull Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brie' Geld Brie- Buenos Aires 0,598 0,602 0,598 0,602 Brüssel..... 58,53 58,65 58,56 58,68 Rio de Jan. . 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,54 50,66 56,64 56,76 Danzig..... 81,67 81,83 81,67 81,83 London ..... 12,665 12,695 12,685 12,715 Helsingfors.. 5,599 5,611 5,604 5,616 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,06 Italien..... 21,53 21,57 21,55 21,59 Japan ...... 0,749 0,751 0,751 0,753 Jugoslawien. 5,664 5,67k 5,664 5,676 Oslo..... : 63,64 63,76 63,74 63,86 Wien....... 48,55 48,45 48,55 Lissabon.... (1,53 11,55 11,55 11,57 Stockholm... 65,28 65,42 65,38 65,52 Schweiz .... 81,47 81,63 81,52 81,68 Spanien.... 34,32 34,38 34,30 34,36 10,46 10,44 10,46 Budapest ... Neuyork... 2,511 2,517 2,509 2,515 Geld Bri^ 2,462 2,482 58,40 58,64 56,59 56,81 12,64 12,70 16,46 16,52 169,31 169,99 21,43 21,51 63,57 63,83 — — — — 65,22 65,48 81,34 81,66 34,16 34,30 ■—