Nr. 128 Erstes Blatt 184. Jahrgang Dienstag, 5. Juni 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliiffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Buch- und Steindruckerei R.Lange in Gießen. 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Der Erlös dieser Ausfuhr dient zur Bezahlung der Rohstoffimporte. Die Ursache der gegenwärtigen Schwierigkeiten ist nun in erster Linie darin zu finden, daß die heutigen, durch die Absperrungspolitik der Bezugsländer und die Währungsabwertung in den wichtigsten Konkurrenzländern erheblich verminderten Exporterlöse nicht mehr ausreichen, um genügend Devisen für den durch die Belebung des deutschen Binnenmarktes gesteigerten R o h st o f f b e - darf zu beschaffen. Was kann also geschehen, um für den Fall, daß das Ausland nicht bereit ist, höhere deutsche Exporte aufzunehmen, den Bedarf der deutschen Industrie an ausländischen Rohstoffen auf ein möglichst geringes Maß herabzusetzen und dadurch die Versorgung mit den unentbehrlichen ausländischen Rohstoffen sicherzustellen? Zwei große Zweige der deutschen Industrie sind es vor allem, die aus den Bezug ausländischer Rohstoffe in sehr bedeutendem Umfange angewiesen sind: die Textilindustrie und die Metallindustrie. Die Einfuhr ausländischer Textil- ft o f f e hat im letzten Jahre infolge des Erstarkens der inländischen Kaufkraft erheblich zugenommen. Erfreulicherweise hat diese Einfuhrsteigerung aber zu einem nicht unerheblichen Teile dazu gedient, die Läger der Industrie und des Handels — und zwar sowohl die Rohstoff- als auch die Fertigwarenläger — wieder auszufüllen. Infolgedessen sind zunächst genügend Reserven vorhanden, so baf3 eine vorübergehende Sperre der Einfuhr von ausländischen Textilrohstoffen sowie eine dauernde Einfuhrbeschränkung in den nächsten vier bis fünf Monaten keine Rohstoffknappheit herbeiführen werden. Die Industrie hat also genügend Zeit, um sich auf einen stärkeren Verbrauch von deutschen Roh st offen (Kunstseide und Stapelfaser) sowie von Abfallstoffen (Kunstwolle u. a.) umzustellen. Auf die Dauer freilich wird die deutsche Textilindustrie nicht ohne eine bedeutende Rohstoffeinfuhr auskommen können. Baumwolle und Seide werden in Deutschland überhaupt nicht hergestellt. Sie müssen also ganz aus dem Auslande importiert werden. Aber auch der normale Bedarf der deutschen Textilindustrie an Wolle wird heute nur zu 9 v. H., der an Flachs nur zu 17 v. H. durch die inländische Erzeugung gedeckt. Eine Steigerung der deutschen Woll- und Flachserzeugung ist zwar möglich und wird mit allen Mitteln erstrebt, kann aber natürlich erst allmählich erreicht werden. Nur die K u n st s e i d e n i n d u st r i e kann in der Hauptsache ohne ausländische Rohstoffe arbeiten, zum mindesten hat hier die Verwendung ausländischer Rohstoffe keine nennenswerte Bedeutung. Ein Ersatz anderer Textilstoffe durch Kunst- fribe ober burch bie aus ihr abgeleitete Stapelfaser kann also zu einer erheblichen Entlastung ber beut- schen Rohstoffbilanz führen. Nicht viel anbers steht es um bie Versorgung ber Metallinbustrie mit Nichteisenmetallen. Deutschland ist im Verhältnis zu anberen, insbesondre zu überseeischen Länbern, arm an Erzlagerstätten. Am leichtesten kann noch ber Bebarf an Zink aus inländischen Quellen gedeckt werben. Dagegen fehlen uns Zinn vorkommen so gut wie ganz, unb ebenso werben Wolfram, Wismut, Chrom, Nickel usw. nicht bei uns gewonnen. Jnbezug auf die Deckung des K u p f e r bedarfes aus inländischen Erzlagern haben wir in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht. Der Anteil der deutschen Erzeugung an der Deckung des Bedarfs an Kupfer hat sich beträchtlich erhöht. Aber erstens ist das teilweise darauf zurückzuführen, daß dieser Bedarf in den Depressionsjahren stark zurückgegangen war, und zweitens mußte teilweise Altmaterial zur Bedarfsdeckung mit herangezogen werden. In jedem Fall wird der Bedarf der deutschen Industrie an Kupfer dauernd nicht durch die inländische Erzeugung befriedigt werden können. Nur die Aluminium - Industrie steht ähnlich unabhängig wie die Kunstseidenindustrie da. Der Gesamtbedars der deutschen Industrie an Nichteisenmetallen ist in den Jahren 1932 und 1933 nur zu etwa 45 Prozent durch die Jnlandserzeu- S gedeckt worden. Der überwiegende Teil der tigten Nichteisenmetalle mußte also aus dem Auslande eingeführt werden. Da aber infolge der wirtschaftlichen Belebung der Bedarf der deutschen Industrie im Jahre 1934 wesentlich hoher als in den beiden Vorjahren werden dürfte, so wird sich das Verhältnis der Jnlandserzeugung zum Verbrauch auf dem Gebiete der Nichteisenmetalle wohl eher ver- schlechtern als verbessern. Eine Entlastung der Devisenbilanz ist hier dadurch möglich daß man sich beryüht, anstatt der Metalle mog ich st Erze aus dem Auslande einzufuhren und ste i n Deutschland zu verhütte n. Denn Erze sind billiger als Metalle, so daß ihre Einfuhr weniger Devisen erfordert. In der gleichen Richtung wurde natürlich eine Steigerung der deutichen Metallausfuhr wirken. Soweit es möglich ist, andere Metalle durch Aluminium zu ersetzen, wird man das natürlich im Interesse der deutschen Deoisenbilanz tun müssen. . -. . . Es gibt also verschiedene Wege, um den Emfuhr- bedarf Deutschlands zu vermindern und die Versorgung der deutschen Industrie mit den unentbehrlichsten Rohstoffen sicherzustellen. Die wichtigsten Die Grundsätze für die Reform der Strafprozeßordnung. Oie Strafjustiz sott straff und schnell, gerecht und volkstümlich arbeiten. Eine Unterredung mit Reichsjustizminister Gärtner. Berlin, 5. Juni. (DNB.) Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r äußerte sich einem Vertreter des „Völkischen Beobachters" gegenüber über den Stand der Strafprozeßreform. Die Arbeiten der zur Ausarbeitung eines Entwurfs einer neuen Strafprozeß- ordnung eingesetzten Kommission würden voraussichtlich im September zu einem ersten Abschluß gelangen. Das Ziel der Strafrechtsreform fei, ein Strafverfahren zu schaffen, das eine straffe und schnellarbeitende Strafjustiz gewährleistet, eine gerechte Rechtsprechung sichert und im Aufbau und Durchführung verständlich und volkstümlich ist. Beschränkung des Laienrichtertums. Das Laienrichtertum ist im Weimarer Parteienstaat eine sehr bedenkliche Einrichtung geworden. Die Strafprozeßkommission will Laien nur in den Schwurgerichten mitwirken lassen. Die Frage wird aber noch genau überlegt und erwogen werden müssen. Sollten Laien beibehalten werden, so wird sicher Bedacht genommen, daß nur solche Personen dieses Ehrenamt ausüben dürfen, die hohe menschliche und sittliche Eigenschaften haben und Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den neuen Staat eintreten. Klare Verantwortlichkeiten. Mit der Uebertragung des Führerprinzips auf die Rechtspflege meint man keineswegs das Führerprinzip in der Form, wie wir es heute in allen Gebieten ber Verwaltung unb weit barüber hinaus verwirklicht sehen. Das hätte zur Folge, baß bem Führer bes Gerichts von ber obersten Staatsführung Weisungen mit ber unabänberlichen Verpflichtung, sie zu befolgen, erteilt werben könnten. Die Anhänger ber Uebertragung bes Führerprinzips auf bie Rechtspflege wollen erreichen, baß bie Verantwortlichkeit einer Einzelperson für ben Urteilsspruch klar herausgestellt wirb. Die Strafprozeßkommission hat ben Einzelrichter in erster Linie für bie sogenannte kleine Kriminalität vorgesehen. Das sind 70 bis 80 v. H. aller Strafsachen. Für bie mittlere unb schwere Kriminalität will bie Strafprozeßkommission einstweilen an bem Kollegialsystem festhalten. Sie hat inbessen vorgesehen, bem Vorsitzenden im Gerichtshof eine viel stärkere, seine Verantwortlichkeit klar hervorhebende Stellung einzuräumen. Oie Stellung des Staatsanwalts wird gestärkt. Einfacher ist ber anbere Punkt, bie Stärkung der Stellung bes Staatsanwalts. Die Strafprozeßkommission war völlig einmütig ber Ansicht, baß mit bem System bes geltenben Rechts, bas ben Staatsanwalt unb ben Beschulbigten als zwei gleichberechtigte Parteien behandeln, gebrochen werden muß. Der zur Unparteilichkeit verpflichtete Staatsanwalt muß unumschränkt ber Herr bes Vorverfahrens werben. Die richterliche Voruntersuchung muß grunbsätzlich beseitigt werben. Der Staatsanwalt muß auch bas Recht erhalten, gegen ben Beschulbigten unb gegen Zeugen mit Zwangsmitteln vorzugehen. Er muh bie Untersuchungshaft, bie Beschlagnahme, bie Durchsuchung unb bie körperliche Untersuchung anorbnen können. Oie UnlenuchungShafl Grunblegenbe Aenberungen wirb auch bie Untersuchungshaft erfahren müssen. Im geltenden Recht ist sie nur wegen Flucht- unb Der- bunkelungsgefahr zulässig. Nach ben Vorschlägen ber Kommission hat sie in erster Linie bem Zweck zu bienen, die Volksgemeinschaft davor zu schützen, daß der Beschuldigte feine Freiheit zu neuen Straftaten mißbraucht. Eine notwendige Folge der verantwortlichen Führung des Vorverfahrens durch den Staatsanwalt wird fein, daß der Staats- anwalt allein über die Erhebung der Anklage und damit über die Frage, ob die Hauptverhandlung stattfinden s oll, zu entscheiden hat. Die Hauptverhandlung selbst muß von allen überflüssigen unb hemmenben Formalbestimmungen befreit werben. Dies gilt besonbers für bas Beweisrecht. Das barf natürlich nicht auf Kosten ber Wahrheitsermittlung gescyehen. Ein gerechtes Urteil ist bas unverrückbare Ziel bes beutschen Strafverfahrens. Neuregelung der Rechtsmittel. Kommt man bazu, bie Berufung — wenigstens teilweise — beizubehalten, so werben jebenfalls zwei Rechtsmittel — nämlich bie Berufung und gegen bas Berufungsurteil bie Revision — nicht mehr gegeben werben. Es wirb nur bas eine ober bas anbere Rechtsmittel zur Wahl gestellt werben. Es geht im neuen Staat auch nicht mehr an, baß ber Angeklagte gegen bie Entfcheibung eines Gerichtes bei einer höheren Instanz Sturm läuft, ohne in Rechnung stellen zu müßen, in ber höheren Instanz eine höhere Strafe zu erhalten. Auch auf bem Gebiete des Wiederaufnahmerechts wird ben Not- wenbigkeiten bes autoritären Staates Rechnung getragen werben müssen. München, 4. Juni. (DNB.) Die Veranstaltungen ber Reichskunstkammer wurden mit einer internen Sitzung des Prästdialvates eingeleitet. Mittlerweile füllten sich die Räume des K ü n st l e r - Hauses, der nunmehrigen Heimstätte >ber Reichskunstkammer zum großen Festakt. Der Festsaal hatte in großen Linien Girlandenschmuck erhalten. In der Mitte ber Seitenwand leuchtete auf tief- rotem Grunde das Hoheitszeichen der Bewegung in Gold. Kurz nach 12 Uhr betrat Reichsminister Dr. Goebbels den Saal. Mit ihm erschien Reichsstatthalter Ritt.er d o n (Epp. Nach einem Musikvortrag begrüßte der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, proseffor Honig, die Erschienenen. München solle, so sagte er, die Stade der kü nft lerischen Repräsentation sein, bem Wunsche und Willen des Führers entsprechend. Es gäbe, auch unter ben Künstlern Kurzsichtige und Unzufriedene, denen eine nörgelnde Kritik näher liege als fröhliche Mitarbeit. Denen müsse er sagen, daß wir das alte Versorgungssystem ein für allemal verlassen hätten, und daß sie auf dem Holzwege seien, wenn sie glaubten, mit in den Schoß gelegten Händen ben Anbruch einer neuen Zeit unb damit bessere Zustände abwarten zu können. Im Vordergrund des Interesses stehe bie Beseitigung der augenblicklichen W i r ts cha f t s n o t der Künstlerkreise. Der Zwang zum Sparen brauche die Kunstleistung keineswegs zu entwerten. Er könne im Gegenteil Wegweiser sein für neue Formenökonomie. Kunst sei schaubar gemachte Phantasie und ein Künstler sei um so größer, je ei n - facher seine künstlerischen Ausdrucksmittel seien. Unser Ideal müsse sein ein künstlerischer Geist, der ein gedankenloses Drauflosschustern unmöglich mache. Immer bleibe die Kunst das Geistessymbol für den Willen einer Nation. Die Kunst sei nicht länger mehr als eine Angelegenheit einiger weniger reicher unb mächtiger, nicht als eine spielerische Sache von Wohlleben und Luxus, sondern ein unentbehrlicher Bestandteil des gesamten Wirkens ber Nation. Oer Präsident der Reichskulturkammer, Reich-minister Or. Goebbels, ergriff bas Wort zu einer Rebe, die von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen wurde. Als ber Nationalsozialismus an bie Macht kam, so führte ber Minister u. a. aus, glaubte man vielfach, baß bamit ein Rückfall in bie Barbarei pri- Die Aufgabe des Verteidigers. Die neue Strafprozeßorbnung wirb auch beutlich aussprechen, baß ber Verteibiger Organ ber Rechtspflege im wahrsten Sinne bes Wortes ist. Sie wirb nicht nur bie Rechte, sonbern auch die Pflichten der Verteidiger festsetzen. Oberste Pflicht des Verteidigers muß fein, das Gericht in ber Finbung ber Wahrheit burch einen gerechten Urteilsspruch zu unterstützen. Zum Schluß erörterte Minister Dr. Gürtner bie Möglichkeit ber Schaffung bes sogenannten A d» häsionsprozesses. Der Grunbgebanke bieses Verfahrens sei, baß jebem, ber burch eine strafbare Hanblung verletzt worben sei, bie Möglichkeit gegeben werbe, im Strafverfahren selb st seine Schabenersatzansprüche ober ben Anspruch auf Herausgabe einer Sache geltenb zu machen, unb so in ben Besitz eines vollstreckbaren Titels über seinen Anspruch zu bekommen, ohne baß er noch einen befonberen Zivilprozeß anzustrengen braucht. mitiver Urzeiten vor ber Türe stehe. Wie anders haben sich auch auf diesem Gebiete die Dinge entwickelt, als die Ueberflugen glaubten befürchten zu müssen. Die gigantischen Neubauten, die auf bem Boben Münchens im Werben begriffen finb, sind beredte Zeugnisse für bie Aufgeschlossenheit bes Na- tionalsozialismus ben edlen Künsten ber Architektur und Malerei gegenüber. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hat einen umfassenden Feldzug zur Wiedereingliederung des bildenden Künstlers und bes untrennbar mit ihm oerbunbenen Kunsthanb- werkers in ben allgemeinen Wirt- fchafts - unb Arbeitsprozeß begonnen. Wir können jetzt schon mit Freube feststellen, baß ber Erlaß sich in ausschlaggebenber Weise zum Wohle der Künstler auszuwirken beginnt. Wir haben mit ber sogenannten Kunstindustrie weiterhin Verhandlungen ausgenommen mit dem Ziele, baß bereits in diesem Jahre noch anstelle der in diesen großen Industrien nur zu häufig tätigen ungeeigneten Vertreter wirklich fähige bildende Künstler und Kun st Handwerker neue Ar- deits- und Gestaltungsmöglichkeiten finden sollen. Wir haben zu britt die Absicht, in allen größeren Städten Deutschlands Stellen zu schaffen, bie gute Kunst zu angemessenen Preisen dem Publikum vermitteln. Ich verwahre mich dagegen, daß der National- sozialismus reaktionären Tendenzen huldige und in der Bequemlichkeit, mit der man ausgetretene Wege weitergeht, der Weisheit letzten Schluß sieht. Aber ebenso bewußt und unbeirrt lehnen ro i r e s ab, alles das a t s modern hinzunehmen, was extravagant ist und in der Extravaganz den Mangel an technischem können zu verstecken sucht. Auch das Moderne muß etwas könne n, und es darf ihm nicht erlaubt fein, durch hysterische Extase zu ersehen, was nur Fleiß und zähe Arbeit an sich selbst vermitteln können. Was sich uns in der Vergangenheit vielfach als Modernes offerierte, das war keine Kunst mehr, das war Krampf und Verhöhnung jeder gekonnten Form und jeder ästhetischen Schönheit. Wir Nationalsozialisten fühlen uns als bie Trager fortgeschrittenster Mobernität nicht nur im politischen unb sozialen, sonbern auch im geistigen unb künstlerischen Leben. Es ist eine große Hoffnung, baß ber Nationalsozialismus, ber im Politischen seine einzigartige Form gefunben hat, einmal im Geisti- Kunst und Kunsthandwerk sollen leilhaden an der allgemeinen Mttschaftsbclebnng. Reichsminister Goebbels auf der Münchener Tagung der Reichs-Kunstkammer. Wege finb ber Einsatz von Materialien, deren Rohstoffe ganz ober gnr größtenteils eingeführt werben müssen durch solche, bie vorwiegend aus der deutschen Eigenerzeugung stammen (z. B. Kunstseide, Aluminium, Zink), ferner aber die Verlegung der Einfuhr in eine möglichst frühe Produktionsstufe (Einfuhr von Erzen anstatt Metallen, von Rohbaumwolle anstatt Garnen usw.). Eine solche zielbewußte Rohstoffwirtschaft wird zu einer wesentlichen Entlastung be? deutschen Devisenbilanz führen können. Keine Bekämpfung von Fabrikfilialbeirieben. Berlin, 5.Juni. (DNB.) Der Völkische Beobachter veröffentlicht folgende Bekanntgabe des Stellvertreters des Führers: In letzter Zeit wird unter mißbräuchlicher Berufung auf bas Parteiprogramm die Behauptung verbreitet, bie nationalsozialistische Bewegung lehne Fabrikunternehmungen, die zur Organisation bes Verkaufs ihrer Erzeugnisse eigene Filialbetriebe unterhalten, als wirtschaftlich schädlich und deshalb unerwünscht ab. Diese Behauptung ist irreführend und unrichtig; sie findet im Parteiprogramm keine Stütze. Die Organisationen der Fabrikfilialbetriebe sind in jahrzehntelanger Arbeit in Deutschland aufgebaut worden. Sie geben Hunderttau len den von deutschen Volksgenossen Arbeit und Brot. Nur durch die Größe und Bedeutung solcher Unternehmungen ist uns eine erfolgreiche Teilnahme am internationalen Weltmarkt möglich. Eine Bekämpfung dieser Unternehmen würde daher b i e schwerste Schädigung bes deutschen Exports darstellen. Der deutsche Export bedeutet in erheblichem Maße Arbeit und Brot für deutsche Volksgenossen; auch hier hat daher Gemeinnutz vor Eigennutz zu stehen. Diese Bekanntgabe, die allen Parteibienststellen zur Kenntnis gegeben wird, ist von allen Parteiblättern nachzudrucken. Berlin, den 26. Mai 1934. Gez. R. Heß. 30 neue Ausbürgerungserlaste der österreichischen Regierung. Wien, 4. Juni (DNB.) An ber Amtstafel der Polizeibirektion würben heute 30 Ausbürgerungserlasse angeschlagen, von benen bie meisten Personen betreffen, bie a l s Funktionäre bes nationalsozialistischen „Kampfringes ber Oesterreicher" in Deutschlanb gearbeitet haben unb bie bie Werbeaufrufe biefes Vereins mit unterzeichnet haben. Unter ben Ausgebürgerten befinben sich u. a. ber Generalbirektor ber Bayerischen Motorenwerke in München, Franz Josef Popp, ber Regisseur bes ßanbestljeaters in Stuttgart. Dr. Karl Hans Böhm, ber Berliner Professor Dr. ing. Ernst A. Kraft, ber ehemalige Kommanbant bes Arbeitsbienstlagers in ber ßobau, Architekt Hans Kemper, Major a. D. SB a ft I, ber ehemalige Vertreter ber Austria-Fabrik in München, Dr. Viktor Kaspar, unb ber Professor .an ber Universität Karlsruhe, Dr. Adolf König. Außerbem würbe auch ber ehemalige Schutzbunbkommandant Josef A d c. m e k ausgebürgert. gen und Künstlerischen seine letzte seelische Deutung erfahren wird. Wir grüßen den Führer, dessen Iugendtraum es einmal war, zu Ihnen zu gehören und bei Ihnen zu bleiben; der darüber hinaus aber zum genialen Baumeister des neuen Reiches wurde. Wir verehren in ihm den begeisterten und unermüdlichen Förderer der großen Baupläne, die in ihrer Vollendung einmal unserer Zeit auch für die Jahrhunderte das monumentale Gesicht in Stein geben werden. Wir gedenken mit Wehmut und Trauer des großen Architekten Professor Ludwig Trost, der dazu berufen war, des Führers Baupläne zu verwirklichen, und den ein hartes und grausames Schicksal zu früh aus unserer Mitte riß. Im Geiste des Baumeisters des Dritten Reiches mögen Sie, meine Herren, an die Arbeit gehen. Der Streit der Organisationen und Klique ist zu Ende. Von nun ab lautet die Parole: Hier gilt's der Kunst. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und den Klängen des Dritten Brandenburgischen Konzertes von Bach fand die feierliche Stunde ihren Abschluß. Im Anschluß an den Festakt fände eine interne B e s p r e ch u ng des Reichsministers Dr. Goebbels mit dem Ministerpräsidenten Siebert, dem Kultusminister S ch e m m und dem Präsidenten der Reichskunstkammer Prof. Honig sowie anderen Herren statt. Ein „Rudolf-Heß-Krankenhaus" als ärztliche Forschungsanstalt für natürliche Heilweise in Dresden. Dresden, 4. Juni. (DRB.) Am 5. Juni wird in Dresden ein Rudolf-Heß-Krankenhaus, Aerztliche Forschungsanstalt für natürliche Heilweise, seiner Bestimpiung übergeben. Der Beauftragte bei der Reichsleitung der NSDAP, für alle Fragen der Volksgesundheit Dr. med. Gerhard Wagner und der Oberbürgermeister der Stadt Dresden werden die Gesamtleitung des Hauses dem Oberarzt Dr. Jensen übertragen. Damit wird das bisherige Stadtkrankenhaus Johannstadt neben der Kranken- Heilung einem neuen Zweck zugeführt, nämlich biologische Forschungsstelle und Fortbildungsstätte für Aerzte zu sein. Der Stellvertreter des Führers hat in diesem Ausnahmefalle die G e - nehmigung zur Anwendung seines Namens gegeben, um durch dessen Einsatz das Interesse zu betonen, das er an der Erforschung der umstrittenen Methoden der naturgemäßen Heilung nimmt. War bei aller umfassenden und gründlichen For- fchungs- und Lehrtätigkeit der deutschen medizinischen Wissenschaft das Gebiet der biologischen oder Naturheilmethoden stark vernachlässigt worden, so wird der Arzt künftig im Rudolf-Heß-Krankenhaus in seiner Aus- und Fortbildung mit dem Werte und der Bedeutung der biologischen Heilweise ausreichend bekanntgemacht werden. In der Bevölkerung habe brefe Heilmethoden eine immer größere Anhängerschaft gefunden, das Volk hat zu einer solchen Art der Behandlung ein besonders großes Vertrauen. Um einer bedauerlichen Entfremdung zwischen Volk und Arzt ent» gegenzuwirken und die Aus- und Fortbildung des deutschen Arztes auch nach dieser Richtung zu vervollständigen, wurde nach langen Vorarbeiten ein Werk geschaffen, für das es ein Vorbild in Deutschland' nicht gibt. Neben den klinischen Abteilungen erhält das „Rudolf-Heß-Krankenhaus" eine Ernährungsabteilung, eine psycho - therapeutische, eine Abteilung für allgemeine biologische Methoden und eine hydrotherapeutische Abteilung. In engster Verbindung mit dem Krankenhaus wird ein Mutterhaus für die Braune Schwesternschaft errichtet. Die Auswertung des Neichsberufsweitkampfes. Berlin, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Tagung der Jugendleiter der Deutschen Arbeitsfront beschäftigte sich Obergebietsführer Artur A x m a n n, der Leiter des Sozialen Amtes, mit der Auswertung des Reichsberufswettkampfes und mit der sozialen Arbeit in den Berufsgruppen. Es ist uns gelungen, so erklärte er, die zusätzliche Be- russschulung durch den Reichsberufswettkampf in der deutschen Oeffentlichkeit herauszustellen. Wir haben dabei festgestellt, in welchem Maße die Berufsausbildung noch zu wünschen übrig läßt. Die berufliche Ausbildung ist für uns nicht allein eine ständische und berufliche Frage, sondern vor allem im tiefsten Sinne eine politische Frage, und deswegen kümmern wir uns darum. Die deutsche Jugend hat darüber hinaus auch durch die Tat dem Ausland zeigen können, daß sie die Probleme der Gegenwart nicht auf dem Schlachtfelde, sondern in friedlicher Arbeit lösen will. Wir wollen dafür sorgen, daß jeder einzelne alle Zweige seines Berufs kennenlernt, die Ganzheit seines Berufs erlebt und damit im tiefsten Sinne zum Herrn seines Berufes wird. Darum sollen auch die A r b e i t s - kameradschaften auf alle gewerblichen Berufe ausgedehnt werden. Auch aus unserer Arbeit entsteht das neue Berufsausbildungsgesetz. In diesem wird vor allen Dingen die Frage der Freizeit des Jungarbeiters gelöst werden. Heute hat der höhere Schüler sieben und mehr Wochen Ferien im Jahr, während der Jungarbeiter nach Erhebungen in Westdeutschland zwei, drei oder höchstens fünf Tage Urlaub bekommt. Gerade der Jungarbeiter hat aber am Tage zehn Stunden körperliche Arbeit zu verrichten. Er ist den Gefahren der Berufskrankheiten ausgesetzt und bat unter mangelhafter Hygiene zu leiden. Gerade die Jung- arbeiter müssen die ihnen gebührende Freizeit haben, und deshalb wird auch dieses Berufsausbildungsgesetz im wesentlichen immer wieder unter dem Zeichen der Freizeit gefordert werden müssen. Versiegender Iremdenstrom in Frankreich. Das französische Volk hat bisher zu einem guten Teil vom Fremdenverkehr gelebt. Alljährlich ergossen sich unübersehbare Scharen Amerikaner und Engländer, Deutscher und Angehörige anderer Staaten nach Frankreich hinein. Und jeder Reisende kam mit gut gefüllter Brieftasche, verließ französischen Boden zumeist erst wieder, wenn der letzte Hundertfrankenschein hatte daran glauben müssen. Doch der Fremdenstrom ist im Versiegen be- griffen. In Paris sieht es schon lange öde aus. Die Vergnügungsstätten weisen nur einen dürftigen Be- such auf, die Fremdenführer stehen schimpfend und gelangweilt in den Straßen herum. Interessant ist eine Statistik über den Fremdenbesuch: 1929 kamen 1911000 Fremde nach Frankreich; 1933 waren es nut noch 931000. Deutschlands leerer Stuhl in Genf. Henderson regiFühlungnahme mitOeutschland an.-Daspräsidium kommt zu keinemEnischluß Genf, 4. Juni. (DNB.) lieber die Montagsitzung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz, die hinter verschlossenen Türen stattfand, wird vom Sekretariat ein ausführlicher Bericht ausgegeben. Dem Bericht ist folgendes zu entnehmen: Henderson erklärte, die verschiedenen Fragen der Abrüstung und der Sicherheit hätten den Gegenstand langer Erörterungen gebildet mit Ausnahme der Frage der Ausführungsgarantien. Es feien offenbar' keine großen Aussichten für eine Lösung vorhanden, solange nicht die ernsten politischen Schwierigkeiten überwunden seien. Das Präsidium mühte also dem Hauptausschuh eine Methode empfehlen, die es ermöglichen würde, die Meinungsverschiedenheiten noch weiter auszuräumen, um eine Beteiligung Deutschlands an den Bemühungen um den Abschluß eines Abkommens herbeizuführen. Henderson regte an, daß das Präsidium den Hauptausschuß auffordern solle, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um durch Zusammenarbeit der Staaten zum Abschluß eines Abkommens zu gelangen. Er sei überzeugt, daß das Präsidium jeden Sicherheitsvorschlag begrüßen werde, der zu einem Abrüstungsabkommen führen könne. Er frage sich nur, ob es nicht notwendig wäre, auf Verhandlung en Zwischen d en interessierten L ä n d e r n zu- rückzugreifen, ehe man zu einer ersprießlichen Aussprache innerhalb der Konferenz kommen könne. Wenn der Hauptausschuß dieses Verfahren billige, wäre es angezeigt, die Erörterung der vorgelegten Entschließung auf d i e nächste Woche-zu vertagen, solange kein Fortschritt erzielt sei. Außenminister Barthou erklärte: 14 Staaten hätten verlangt, daß die Sicherheitsfragen die Arbeiten der Konferenz beherrschen. Wie könne man den Meinungsaustausch auf Sonderverhandlungen zwischen einzelnen Staaten beschränken? Er glaube nicht an die Nützlichkeit eines dem Präsi- benten zu erteUenben Auftrages, b i e Stanb - punkte Deutschlanbs unb Frankreichs aneinanber anzunähern. Am heutigen Vormittag habe in ber Saarfrage eine Verftänbigung erzielt werben können. Warum sollte nicht auf an» ber em Gebiet eine Annäherung herbeigeführt werben können? Jebenfalls fei bie Konferenz mit ber Sicherheitsfrage befaßt. Es fei ihre Aufgabe, sie zu erfüllen. Norman Davis erklärte, die Sicherheitsfrage könne leichter gelöst werden, wenn Deutschland da wäre und wenn man mit ihm über ein Abkommen, das sich auf die Sicherheit und auf die Abrüstung beziehen würde, verhandeln könnte. Nach amerikanischer Auffassung sei die beste Art, zur Sicherheit zu gelangen, die Abrüstung, und Amerika sei wie viele andere Staaten an einer Sicherheit ohne Abrüstung uninteressiert. Der englische Vertreter Eden war mit allen Vorschlägen des Präsidenten einverstanden. Jrn November v. I. habe die Konferenz die Aufnahme diplomatischer Verhandlungen empfohlen, weil sie wußte, daß die Anwesenheit Deutschlands unerläßlich sei, um auf dem Gebiete der Sicherheit und der Abrüstung zu arbeiten. Eine Verständigung habe jedoch nicht erzielt werden können. Man müsse zunächst tatsächlich an bie großen politischen Fragen Herangehen. Er halte es nicht für richtig, das Feld der Konferenz, wie Litwinow das vorgeschlagen habe, zu erweitern. Der türkische Vorschlag der Regionalpakte scheine etwas Anziehendes zu haben. Aber die Konferenz habe nicht die Aufgabe, bei der Ausarbeitung solcher Abkommen behilflich zu sein. Er würde es bedauern, wenn bie Konferenz Fragen erörterte, mit benen sie Gefahr liefe, ihre Autorität zu Derminbern. Der schwebische Außenminister S o n b I e r erklärte, man müsse bie Lage berücksichtigen, bie sich aus ber tatsächlichen Aufrüstung ergebe, bie Gleichberechtigung müsse in einem Maße verwirklicht werben, bas keine Offensivbrohung bebeute. Um bas Werk ber Abrüstung fortzusetzen, müsse man bie britische Denkschrift vom 29. Januar mit ben anbe- ren Noten unb ber Erklärung ber sechs Mächte ver- binben. Es sei auch notroenbig, in Beratungen mit einem abwesenben Staat einzutreten. Der schweizerische Bunbesrat Motta meinte, man könne in ber gleichen Weise, wie bies auch bei ben Saaroerhanblungen geschehen sei, m i t Deutschland) in Fühlung treten. So mürbe man zu einem Abkommen gelangen, bas zwar unzulänglich, aber boch besser fei als bas Wettrüsten. Henberson wieberholte ben Vorschlag, ihn zu ermächtigen, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um bie Beteiligung aller Staaten einschließlich Deutschlanbs an ben Arbeiten, bie zur Fertigstellung eines Abkommens führen sollen, zu erreichen. Nach fast vierstünbiger Dauer' ist bie Sitzung bes Präfibiums zu Enbe gegangen, ohne irgenbwelche Beschlüsse gefaßt zu haben. Im Verlauf ber Aussprache hatte ber Vorschlag Gestalt angenommen, einen Ausschuß aus Vertretern ber Großmächte, ber Urheber ber Entschließungsanträge unb den drei Präsidenten der Konferenz zu bilden, der über das weitere Vorgehen beraten sollte. Aber auch hierüber konnte keine Einigung erzielt werden. Es wurde lediglich beschlossen, die Beratungen am Dienstag nachmittag fortzusetzen. Die Einsetzung eines Ausschusses scheiterte schließlich daran, daß sowohl Baron Aloisi als auch Barthou erklärten, baß sie in ihm lieber nicht vertreten sein möchten. Daraufhin schloß Henberson bie Sitzung mit der Erklärung, daß es besser sei, den Gedanken eines Ausschusses aufzugeben und bie Aussprache morgen fortzusetzen. Paris ist enttäuscht. Paris, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Montagssitzung bes Büros ber Abrüstungskonferenz fin- bet in Paris keinen freundlichen Widerhall. Im Gegenteil, man hatte sich offenbar bereits in ber Sicherheit gewiegt, genügen!) Anhänger für bie französisch - russische Sicherheitsthese geworben zu haben, unb muß sich jetzt mit Verwunberung unb Erpörung vom Gegenteil überzeugen. Nach Ansicht fast aller Blätter hanbele es sich babei nur um ein Manöver, für bas die einen Henderson, andere den Lordfiegelbewahrer Eben unb noch anbere ganz allgemein bie Englänber und Italiener verantwortlich machen, bie burch ihre intensive Propaganda gegen bas „Gespenst einer französisch-russischen Hegemonie" selbst die Amerikaner unb einen Teil ber Neutralen angesteckt hätten. Barthous A b l e h n u n g ber Anregung Henbersons, nochmals birekte Derhanblungen mit Deutschland aufzunehmen, wird um so mehr gebilligt als der Sicherheitsfaktor nicht nur als das A und O der französischen Völkerbundspolitik, sondern auch als Bindemittel der immer enger wer- benden französisch - russischen Freunbschaft gilt. „Oeuvre" glaubt, baß man sich wohl boch für eine Vertagung ber Konferenz bis Okto- b e r entscheiben werbe, unb baß in ber Zwischenzeit bie Regierungen ber „gut gewillten Völker 'ihre Sicherheitsorganisation fortsetzen würben, währenb man gegenüber Deutschlanb das für bie Saarabstimmung angeroanbte Verfahren wählen bürste, b. h. Derhanblungen zwischen Frankreich unb Deutschlanb burch Vermittlung eines Dreierkomi- tees. Barthou selber scheine einer berartigen Regelung nicht abholb zu sein. Verschlechterung der Lage. Wollen die Italiener sich von derKonferenz distanzieren? ßonbon, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) In einer Reutermelbung aus Genf heißt es: Nach ftunbentangem heftigem Kampf hat sich gestern bas Büro ber Abrüstungskonferenz auf heute nach- Genf, 4. Juni. (DNB.) Um 12.40 Uhr heute Mittag nahm ber Völkerbunbsrat bie ihm vorge- leate Entschließung über bie Saarabstimmung ohne jebe Abänberung einftimmig an. Die Sitzung begann gegen 12 Uhr. Der Vorsitzenbe bes Dreier-Komitees, Aloisi, rühmte bie 23er- stänbigungsbereitschaft Deutschlanbs unb Frankreichs, bie biefe Einigung erst ermöglicht hätten. Die erreichte Einigung habe nicht nur ben Sinn, bie Abstimmung selber zu ermöglichen, sonbern sie solle auch als Grunblage für eine bessere Verftänbigung unb Zusammenarbeit bienen. Außenminister Barthou erwähnte, baß über bie Festsetzung bes Datums keinerlei Meinungs- verschiebenheiten beftanben hätten. Man habe keinen Augenblick baran gebucht, bas vertragliche Recht ber Bevölkerung zu minbern. Tatsächlich habe nur basür gesorgt werben müssen, daß bieses Recht in Freiheit unb Würbe ausgeübt werben könne. Deshalb sei es unerläßlich gewesen, für bie Einwohner ber Saar, unb zwar für alle Einwohner, bie nötigen Garantien für bie Zukunft zu schaffen, was auch immer bas Schicksal bes Saargebietes fein werde. Barthou sagte dann, daß die Garantieen sich zunächst nur auf bie Abstimmungsberechtigten be« E Der Rat habe aber bie Möglichkeit, ihre shnung auf alle Einwohner bes Saar» gebietes, zu beschließen. Barthou betonte weiter, baß bie Autorität ber Regierungskommission bes Saargebietes unbebingt gewahrt bleiben müsse. Von jetzt an gäbe es im Saargebiet keine Entschulbigung mehr für Gewaltakte unb Bebrückungen, Drohungen, Reben unb Runbfunk- fenbungen (Straßburger Senberl), bie bie Gemüter Berlin, 4. Juni (DNB.) Vor bem Berliner Schwurgericht finbet bie Erwerbung ber beiben Polizeihauptleute Anlauf unb Lenk am 9. August 1931 auf bem bamaügen Bülow-Platz ein gerichtliches Nachspiel. 15 Kommunisten wirb zur Last gelegt, sich an bem gemeinen UeberfaU auf bie beiben Polizeioffiziere beteiligt zu haben. Die Ermorbung ber beiben Polizeioffiziere ist bas Ergebnis eines wohl- burchbachten Planes gewesen, besten geistige Urheber bie früheren kommunistischen Abgeordneten Hans Kippenberger unb Heinz Neumann finb. Die Werkzeuge bieser kommunistischen Drahtzieher waren Mitglieber einer kommunistischen Terror- Organisation, bes sogenannten „Drbnerbienftes Berlin » Branbendurg.". Diejenigen Kommunisten, bie bie Schüsse abgegeben haben, sinb ins Auslanb geflüchtet. Der zuerst vernommene Angeklagte Michael Klause hatte sich bereits nach Beenbigung bes Krieges ber KPD. als Kurier zur Verfügung gestellt. 1929 würbe bann ber berüchtigte „Orbner- b i e n ft " ber KPD. geschaffen, besten Zweck war, zur Vorbereitung ber kommunistischen Revolution eine bewaffnete Kerntruppe zu bilben. Klause würbe bann später zum Berliner Leiter bes Drbnerbienftes vorgeschlagen. Vorher sollte er jeboch noch einen Schulungskurs in Ruß- I a n b burchmachen. Seine Familie erhielt währenb feiner Abwesenheit von ber Parteileitung 150 RM. im Monat Unterstützung. Mit falschen Pässen aus- gestattete fuhren er unb mehrere anbere Kommunisten angeblich zu Montagearbeiten nach Moskau. Dort wurden sie über Strategie unb Taktik, sowie über Spreng- unb 23erbinbungsroefen unterrichtet. Dann würben Scharfschießübungen veranstaltet. Bezeichnend sind die Ausführungen klauses über die Anweisungen, die sie in Rußland strengstens befolgen muhten. So war den Mitgliedern des Kursus das Betreten be- stimmter Dl ft ritte in Moskau streng verboten; namentlich war ihnen untersagt, mit russischen Arbeitern Fühlung zu nehmen, so daß sie über die wirkliche Lage keinerlei Kenntnisse erhalten konnten. Als im April mittag vertagt. Alles, was sich sagen laßt, ist, baß bie Lage sich nicht gebessert, sonbern noch etwas verschlechtert hat. Der Pra- sibent ber Konferenz, Henberfon, gab dies offen zu. Der einbrucksvolle Umftanb ist, bah b i e Ansichten Henbersons unb ber britischen Delegation sich völlig becken. Zum erstenmal seit Beginn ber Abrüstungskonferenz ist es ber Fall, baß sie gänzlich auf einer Seite stehen. Henberson betonte, wie wichtig es sei, bie Teilnahme Deutschlanbs an ben Arbeiten ber Konferenz zu sichern. Er ersuchte um bie Ermächtigung, bie Mitarbeit aller Staaten bei ber Fertigstellung eines Abkommens zu sichern. Dies würbe als ein Hinweis aufgefaht, baß Henberfon bie Eröffnung von Verhanblun» gen mit Deutschlanb anempfahl. Aber entgegen einer im Auslanbe verbreiteten Darstellung hat Henberson keinerlei unmittelbare ober mittelbare Anbeutungen gern at^t, baß er selbst nach Berlin zu gehen wünsche. Nach Schluß ber Sitzung erklärte Barthou, es sei nicht richtig, baß bie Meinungsverfchieben- heiten zwischen Großbritannien unb Frankreich größer geworben seien; im Gegenteil kämen sich beide Delegationen einanber näher. In ben Wanbel- gängen ber Konferenz ging am Montag bas Gerücht um, baß bie italienischen Vertreter vielleicht binnen kurzem si ch an ben Arbeiten nicht weiter beteiligen wollten, ohne babei aber ben Sitzungen tatsächlich fern zu bleiben. Es würbe viel beachtet, baß Baron Aloisi sich an ber gestrigen Aussprache nicht beteiligt hat. erregen unb auf beren Gefahr bie Regierungskommission hingewiesen habe, müßten in Zukunft unterbleiben. Frankreich, bas mehrere taufenb Staatsangehörige im Saargebiet hat, habe ein besonberes Jntersse an ber Aufrechterhaltung ber Ruhe und Drbnung. Zum Schluß bankte Barthou bem Berichterstatter, Baron Aloisi, in sehr freunblichen Worten für bie hervorragenbe Durchführung feiner Ausgabe unb behnte biefen Dank auch auf bie übrigen Mitglieber bes Dreier-Komitees aus. Der britische Lorbgeheimsiegelbewahrer Eden lobte ben Geist ber Verstänbigungsbereitschaft, ber von ben beiben Regierungen bewiesen worben sei. „Können wir", so fuhr er fort, „bas nicht als ein gutes Vorzeichen für ähnliche B e - ft r e b u n g en auf anberen Gebieten betrachten. Sicherlich könnte nichts ber Regierung Seiner Majestät willkommener fein, als bas Wachsen unb bie Entwickelung von gegenseitigem Vertrauen unb gutem Willen getragenen Beziehungen zwischen ben beiben großen Staaten, bie am meisten an ber Frage interessiert finb, mit ber wir uns heute befaßt haben." Nach roefteren Glückwünschen für bas Gelingen ber Einigung sprach ber Präsibent ber Regierungs- kommission, Knox, bie Hoffnung aus, baß bie nun angenommene Entschließung bie nötige Ruhe im Lande wiederherstellen werde und bie für bie Volks- abftimmung unbebingt nötige Befriedung herbeiführen werbe. Der Berichterstatter Baron Aloisi dankte für die Glückwünsche. Der Präsident des Dölkerbundsrates erklärte zum Schluß, trotz ber vom Rat jetzt erfüllten Aufgabe blieben immer noch wichtige Fragen zu lösen. Er beantragte daher, daß das Dreier-Komitee seine Arbeiten fortsetze unb seine Befugnisse behalte. 1931 der Schulungskursus beendet war. wurde den Teilnehmern dringend geraten, über ihre Erfahrungen kein Wort verlauten zu lassen. Andernfalls würde es ihnen so ergehen, wie anderen Verrätern. Die Reichsleitung bes „Drbnerbienftes" lag in Hän- ben bes früheren kommunistischen Abg. Kippenberger. Da ein UeberfaU auf Anlauf am 8. August nicht geklappt hatte, befahl Kippenberger, ben UeberfaU am folgenben Tage auszuführen. Er bestimmte, zwei Kommunisten als Schützen, während fünf andere Bewaffnete diese decken sollten. Weitere acht Mann, die keine Waffen hatten, sollten ben Rückzug ber Schützen sichern, inbem sie Verwirrung stiften sollten. „Ich sah keine Möglichkeit mehr", so sagte ber Angeklagte, „ben UeberfaU zu oer- hinbern ’ unb mußte meinem Befehle gehorchen." „Ich habe mir überlegt, baß es keinen Sinn hat, hier zu leugnen. Denn als Verräter werbe ich boch einmal über ben Haufen geschos- f e n werben. Db ich jetzt der Rache ber Kommune zum Opfer falle ober in vielleicht zehn Jahren nach meiner Entlassung aus bem Zuchthaus, ist mir bann egal. Deshalb will ich hier aUes sagen, was ich weiß." Der Angeklagte Kuntz ist bereits wegen schweren Lanbfriedensbruches vorbestraft. Aus seiner Schilberung erfährt man, baß er schon feit ber ©rünbung bes Spartakus-Bunbes als Funktionär tätig war. Er befunbet, baß er an bem Samstag, als bie Ermorbung erfolgen sollte, sich gar nicht in Berlin aufgehalten hätte. Am Sonntag fei er im Liebknechthaus gewesen unb habe bort von ber Straße her Schüsse faUen hören. Es fei ihm jeboch nicht mehr gelungen, hinauszukommen, ba bie Polizei inzwischen bas Liebknechthaus abgeriegelt hatte. Der Vorsitzende fragt hierauf den Angeklagten Klause, ob er seine belastenden Aussagen gegenüber der Darstellung seines Mitangeklagten Kuntz aufrechterhalten wolle. Klause bleibt bei seiner Darstellung und erklärt: „Selbst wenn ich hier freigesprochen werden würde, mein Urteil würde ich ja doch von der KPD. zu erwarten haben. Cs sollte die Vereinbarung über die Saarabstimmung. Moskau schulte deutsche Kommunisten für den Bürgerkrieg. Bezeichnende Aussagen eines kommunistischen Angeklagten im Berliner Anlauf« Mordprozeß. bereits im März 1933 an mir vollzogen werden. und nur durch einen Zufall ist das nicht geschehen." Als ihn der Vorsitzende fragt, ob er denn meine, daß es noch kommunistische Organisationen gebe, die alle diejenigen verfolgten, die etwas verraten würden, erwiderte der Angeklagte Klause: „Jawohl. Der beste Beweis ist ja der Fall des früheren Kommunisten Alfred Kattner, der von der Kommune erschofsen wurde, weil er etwas zerpfiffen* hatte. Mir wird es auch nicht anders ergehen." Klause erzählt, daß er. als eines Tages ein Kommunist verraten worden sei. in den Verdacht gekommen sei, ein Spitzel zu sein. Er sei nach dem Kremmener Luch gelockt worden. Dort habe er eine Handschriften- probe ablegen müssen. Wenn diese probe schlecht ausgefallen wäre, fo erklärte der Angeklagte, dann hätte ich das Luch näher kenn en gelernt. Aus der weiteren Vernehmung ergibt sich noch, daß Klause auch im Jahre 1932 noch einmal in Rußland war. Lebensmittelnot sei von ihm in Rußland in erschreckender Weise beobachtet worden, „Schlangestehen" sei dort eine alltägliche Erscheinung gewesen. Ehrendienst am deutschen Volke. Die Pflichten des deutschen Soldaten. Berlin, 4. Juni. (DRB.) Der Reichspräsident Generalfeldmarschall v. Hindenburg hat als oberster Befehlshaber der Wehrmacht eine Neufassung der bisherigen „Berufspflichten des deutschen Soldaten" genehmigt. Sie lautet: 1. Die Wehrmacht ist der Waffenträger des deutschen Volkes. Sie schützt das Deutsche Reich und Vaterland, das im Rattonal- sozialismus geeinte Volk und feinen Lebensraum. Die Wurzeln ihrer Kraft liegen in einer ruhmreichen Vergangenheit, im deutschen Volkstum, deutscher Erde und deutscher Arbeit. Der Dienst in der Wehrmacht ist L h r e n d i e n st am deutschen Volk. 2. Die Ehre des Soldaten liegt im bedingungslosen Einsatz seiner Person für Volk und Vaterland bis zur Opferung seines Lebens. 3. höchste Soldatentugend ist der kämpferische Mut. Er fordert Härte und Entschlossenheit. Feigheit ist schimpflich, Zaudern unsoldatisch. 4. Gehorsam ist die Grundlage der Wehrmacht, Vertrauen die Grundlage des Gehorsams. Soldatisches Führertum beruht auf Verantwortungsfreude, überlegenem Können und unermüdlicher Fürsorge. Große Leistungen in Krieg und Frieden entstehen nur in unerschütterlicher Kampfgemeinschaft von Führer und Truppe. 6. Kampfgemeinschaft erfordert Kameradschaft. Sie bewährt sich besonders in Rot und Gefahr. 7. Selbstbewußt und doch bescheiden, aufrecht und treu, gottesfürchtig und wahrhaft, verschwiegen und unbestechlich soll der Soldat dem ganzen Volk ein Vorbild männlicher Kraft sein. Rur L e i st u n g en berechtigen zum Stolz. 8. Größten Lohn und höchstes Glück findet der Soldat im Bewußtsein freudig erfüllter Pflicht. 9. Charakter und Leistung bestimmen feinen Wert und Weg. Ehrendienst am deutschen Volk! Die Verfasser des Versailler Diktats wollten es so, daß der Deutsche dem Heeresdienst entfremdet wird und daß derjenige, der für einen bestimmten Zeitraum Wehrdienst leistet, darin nicht die Erfüllung einer hohen und heiligen Aufgabe, sondern die Ausübung eines Berufes sieht. Dem in der Reichswehr und der Reichsmarine gepflegten nationalen Geist ist es zu danken gewesen, daß unsere Wehrmachtangehöriqen niemals das Ziel aus den Augen verloren, Volk und Vaterland zu dienen, wenn auch mit zäher Beharrlichkeit versucht wurde, aus dem Waffenträger einen Soldknecht zu machen und ihn als zweitrangig aus dem Volksganzen, das erst durch den Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft wurde, herauszudrücken. Dem Sieg des Nationalsozialismus ist es zu danken, daß der graue Waffenrock in den Augen unseres Volkes wieder zum Ehrenkleid wurde, daß Erinnerungen an die schwersten Stunden unserer Nation wieder Leben bekamen und man sich von Vorstellungen befreite, die vom Marxismus her suggeriert wurden. Dieser Umbruch hat zu einer Eingliederung der Reichswehr in den Nationalsozialismus und zu einer Verschmelzung mit unserem Dolkskör- per dort geführt, wo der Prozeß des Zusammenschweißens immerfort künstlich verhindert wurde. Alte Aufgaben und Pflichten unserer Wehrmacht .haben neuen Inhalt und neuen Glanz * bekommen. Reichspräsident von Hindenburg hat sie in neue Formen gegossen und in Grundsätzen zusammengefaßt, die für jeden, der ein Gewehr schultert und Ehrendienst am deutschen Volke leistet, heilig sind. Pflichterfüllung und Ka- meradschaft, Kampfgemeinschaft und Verantwortungsfreude, Entschlossenheit und Ehre sind die Tugenden des Vaterlandsverteidigers, sind die leuchtenden Ziele, die das im Nationalsozialismus geeinte Volk anstrebt und niemals mehr aus dem Auge verlieren wird. Kunst und Wissenschaft. Die Hundertjahrfeier der Universität Bern. Bei dem großen Festakt zum 100jährigen Bestehen der Universität Bern überbrachte namens des Reichsoerbandes der deutschen Universitäten Prof. Dr. Fiscker von der Universität Würzburg die deutschen Glückwünsche. Aus der starken Verbundenheit mit den schweizerischen Universitäten heraus empfinde er die ihm erteilte Aufgabe als ganz besondere Freude. Mit Genugtuung könne er auf die glückliche Wechselwirkung der vielen gegenseitigen Beziehungen Hinweisen. Der deutsche Gelehrte dürfe in schweizerischen hoch- schulen wirken und sich entfalten. Die deutsche Wissenschaft danke der Arbeit schweizerischer Forscher auf vielen Gebieten bemerkenswerte Förderung. Außer einer Glückwunschadresse überreichte Professor Dr. Fischer der Jubilarin ein fünfbandiges Werk über das deutsche Hochschulwesen. Prof. Platz- Hoff von der Universität Frankfurt aab bekannt, daß die Frankfurter Alma Mater Prof. Tschrrch in Bern zum Ehrendoktor ernannt habe. Weitere Glückwünsche von anderen ausländischen Universitäten und Hochschulen wurden von deren Vertretern ebenfalls mündlich übermittelt. Ein besonderes Geschenk überreichte auch die Tierarzneischule von Berlin und die deutsche Universität in Prag. Die Stadt Bern übergab eine Summe von 100 000 Franken der Universität zur sofortigen Verteilung. Ferner wurde im ganzen Land für die Universität bis jetzt eine halbe Million Franken gesammelt. 23. Hauptversammlung der kaiser-WUHelm-Gesellschaft. Die 23. ordentliche Hauptversammlung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften wurde in Düsseldorf durch den Präsidenten der Gesellschaft, Geheimrat Professor Dr. Planck, eröffnet. Die Reihe der Vorträge eröffnete Professor Dr. Kuhn, der Direktor des Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg, mit einem Lichtbildervortrag über „Die Wirkungsweise eines Vitamins", dann sprach Generaldirektor Professor Dr. F. Glum, wissenschaftliches Mitglied des Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht der Kaiser-Wil- Helm-Gesellschaft in Berlin, über „Grundsätzliches über Staat und Wirtschaft". In einer Versammlung der Mitglieder teilte der Präsident mit, daß die Gesellschaft im Berichtsjahre 13 Mitglieder durch den Tod verloren habe, 88 aus- geschieden seien und 13 Mitglieder neu ausgenommen wurden. Die Mitgliederzahl am 1. April d. I. betrug 693 gegenüber 786 am 1. April 1933. Die nächste Hauptversammlung findet 1935 in Stuttgart statt. Das Wiesbadener Tonkünsilerfest. Das Tonkünstlerfest 1934 in Wiesbaden wurde zu Ehren von Max von Schillings mit einer ganz vortrefflichen Aufführung seines „Pfeifertages" im Staatstheater und der anschließenden Begrüßungsfeier im Kurhaus eröffnet. Oberbürgermeister Schulte begrüßte den Allgemeinen Mufik- verein und seine Gaste aufs herzlichste. Den Dank des Allgemeinen Musikvereins stattete dessen Präsident Geheimrat von hausegger ab. Nach Jahren der Kämpfe habe nun auch der Allgemeine Deutsche Musiverein den Pulsschlag des gesamten Volkes erfahren. Seine Aufgabe sei es, offenen Sinnes auf alles Neue zu lauschen und dadurch auch Wegbereiter der deutschen Zukunft zu fein. Bogoljubow gewinnt die 23. Partie. Die abgebrochene 23. Partie in Mannheim bewies bald bei der Wiederaufnahme, daß der Weltmeister schlechter stand, als eine oberflächliche Beurteilung zeigte. Der deutsche Meister kam sehr bald in entscheidenden Vorteil, da seine Freibauern übermächtig zu werde drohten. Wohl leistete Dr. A l j e ch i n noch hartnäckigen Widerstand, mußte aber im 58.Zug die für ihn hoffnungslose Partie auf- geben. Stand des Wettkampfes: 14:9 für Dr. Al- jechin. — Die 24. Partie wird am Mittwochabend in Mannheim begonnen. Blick durch das Tor des Nordens. Oie erste Reichstagung der Nordischen Gesellschaft in Lübeck. Don unserem Wr.-Sonderberichterstaiier. Lübeck, ben 4. Juni 1934. Im hanifesaal des Lübecker Rathauses sind die Mitglieder des Großen und des Kleinen Rates der Nordischen Gesellschaft versammelt gewesen. Unter dem Vorsitz von Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt fanden sie sich dort zusammen, schöpften aus den (Erinnerungen und lieb er= lieferungen, die hier jeder Stein vermittelt, um zu neuen Zielen zu gelangen, um eine neue Ausgabe zu erfüllen. Ueberraschend groß erscheint die Beteiligung an dieser Veranstaltung. Die Hansestadt hat durch diese Tagung förmlich ein anderes Gesicht bekommen. Was mag der Grund dafür sein? Lübeck ist ein herrliches Reiseziel. Wer einmal vom Süden her bis an die Ostseebucht tarn, wo Lübeck als erste deutsche Stadt im damals vorübergehend slawisch besiedelten deutschen Osten seit mehr als 700 Jahren treue Wacht hält, vergißt den Anblick nicht. Mit ihren sieben ragenden Türmen beherrschen die mittelalterlichen Backsteinkirchen das Stadtbild. Ihr gleichgerichteter Grundriß, die Aehn- lichkeiten, aber auch die vielfältigen feinen Abwandlungen geben der Silhouette dieser Stadt eine besondere, nachhaltige Einprägsamkeit. Ihre schönsten Baudenkmäler sind in aller Welt bekanntgeworden, sie ziehen die Fremden von überall heran und vermilteln die Bekanntschaft mit dem ewigen Deutschland ganz unmittelbar. Das ist nicht gering zu schätzen. Der deutsche Mensch unserer Zeit, der in lebensnahen Beziehungen zur Ueberlieferung steht und sie mit inniger Freude anerkennt, weil er aus ihr die Wurzeln seiner heimatsliebe mit Nahrung versorgt, wird diesen Reizen einer alten Stadt mit Begeisterung sein empfängliches Herz öffnen. Aber trifft das alles auch für die Teilnehmer an einer großen Tagung zu, die in gewissenhafter Anspannung einen umfassenden Tagesplan zu erfüllen haben? Die Nordische Gesellschaft, die seit rund zwölf Jahren, zunächst angefehdet, dann belächelt, endlich aber anerkannt, um die Erfüllung der sich selbst gesetzten Aufgaben ringt, wählte Lübeck zum Orte ihrer ersten Reichstagung, weil diese Stadt eins der wichtigsten deutschen Tore zum Norden ist, zu dem Norden Europas, dem wir nach mancherlei Vorbedingungen angehören und zuzurechnen sind. Daß das oft genug, meist über sehr lange Zeiträume hin vergessen wurde, spricht gegen die Denkungsart des deutschen Volkes von einst, das sich nur zu leicht ablenken ließ von Blendern und Verführern, zu denen keine blutgemäße Bindung bestand. Die Abkehr von diesen Auffassungen mußte naturnotwendig kommen. Sie trat ein in dem Augenblick, als Adolf Hitler durch die Tat zur Umkehr und zur Selbstbesinnung aufrief. Endlich durfte sich die Nordische Gesellschaft sagen, daß ihre viel gelästerte und kaum offen anerkannte Vorarbeit nicht vergeblich war. Jhxe Stunde war gekommen. Wann würde über den Kreis der Wissenden die ganze Nation jenen Blick durch das Tor nach dem Norden richten? Im Verlauf dieser von eigenartigen „Tagsatzungen" erfüllten Beratungen, im Anschluß an die Berichte, Vorträge und Rechenschaftsleistungen, die von der Nordischen Gesellschaft für ihre Angehörigen abgegeben wurden, schälte sich auch für den Unkundigen Sinn und Bedeutung der Gesellschaftsarbeit heraus. Diese Reichsorganisation betrachtet ihr Aufgabengebiet und seine Bewältiaung: Von der Tatsache ausgehend, daß die Ostsee für Deutschland das historisch wie geographisch bedingte Schicksals- meer ist, sieyt die Nordische Gesellschaft ihre vornehmste Aufgabe darin, an der freundschaftlichen Zusammenarbeit mit den anderen Ländern des O st seeraumes mitzuwirken. Ihr kulturelles Wirken bezieht sich zunächst darauf, das deutsche Volk mit den Ländern und Völkern des Nordens und den großen Kündern nordischer Kultur bekanntzumachen. Sie will aber darüber hinaus als treue Dienerin am Neuaufbau des deutschen Volkes beitragen, daß sich die Menschen in Deutschland in stetig wachsendem Maße ihrer nordisch bedingten Ursprünge bewußt werden. Sie sucht zu erreichen, daß unser Volk nicht mehr wie bisher fast hypnotisiert nach dem Westen und Süden schaut, sondern sich feinen eigenen Ursprüngen im Norden und Osten zuwendet. Nichts Künstliches soll dabei geschaffen werden, aber die starken nordischen Kräfte, jetzt noch zersplittert und verborgen, sollen aktiviert werden. Diese innerdeutsche Arbeit ist eine Schulungstätigkeit, die auf lange Sicht geplant werden muß. Aber sie wird durchgeführt. Dafür bürgen die Worte des Reichsministers Rust bei seiner Ansprache auf dem historischen Markt der Stadt. Reichsleiter Alfred Rosenberg gab zu unserem Blick durch das Tor nach dem Norden Erläuterungen, die für feine These, daß der Ostseeraum stärker als bisher in das Blickfeld aller deutschen Freundschaftsbeziehungen zu rücken ist, ungeheuer aufklärend sind. Wir stimmen ihm zu, weil er nun endlich das klar bezeichnet und ausspricht, was in uns verborgen schlummerte, ohne daß wir uns darüber Rechenschaft geben konnten, warum und weshalb. Aber hier in Lübeck wird es uns klar: Der Hanfe g e i ft lebt noch, hat sich durch Jahrhunderte erhalten, obwohl fein Sterben längst verkündet war. Nicht mit den zu kriegerischem Beginnen über die Ostsee segelnden Hansekoggen wollen wir ihn aus- breiten, sondern im Sinne der treuen Pflichterfüllung für eine Aufgabe, die bezweckt, alle Menschen an den Ostseeufern zusammenzurufen, auf daß sie aus ihrer geistigen Einstellung heraus zum Döl- kerfrieden gelangen und glückliche wirtschaftliche Beziehungen sie miteinander verbinden. Die alte Ratskirche St. Marien, im 14. Jahrhundert vollendet, eine dreischiffige Basilika mit Chorumgang und Kapellenkranz, das mächtigste Denkmal kirchenbaulicher Backsteingotik, war der wunderbar ausgewählte Schauplatz eines Konzertes um Mitternacht, auf der sich dänische, norwegische und deutsche Kräfte vereinigten, um skandinavische Kirchenmusik zu vermitteln. Die fast beispiellos reiche künstlerische Ausstattung aus allen Zeiten der „lübischen Kunst, waren Zeugen einer neuen Phase im Völkerleben an der Ostsee. Und mit der Versammlung größten die erlesenen künstlerischen Darbietungen über das Meer hinweg alle jene Menschen, „die ehrlich gewillt sind, die Aufgaben unserer Zeit zu erfassen, ihnen zu dienen und gemeinsam dadurch mitfluroirfen für die Befriedung unseres alten Europa, zum Besten eines jeden Volkes in Skandinavien und an der Ostsee". Aus aller Well. Die Bergung der Toten von Buggingen. Bei den Bergungsarbeiten im Unglücksschacht von Buggingen konnte wieder eine Anzahl Toter geborgen werden. Bei den in der provisorischen Leichenhalle ausgebahrten Leichen steht eine Ehrenwache von Bergleuten. In einer Pressebesprechung machte Oberbergrat Z i e r v o g e l nähere Ausführungen zum Fortgang der Bergungsarbeiten. Insgesamt sind jetzt sieben Leichen über Tage gebracht und identifiziert worden. Die Untersuchungen ergaben einwandfrei Gasvergiftung als Todesursache. Keineswegs kann von Hungerstod oder Aehnlichem gesprochen werden. Da die Toten in unmittelbarer Nähe ihrer Arbeitsstellen aufgefunden wurden, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sie vom Gas überrascht wurden. Die Untersuchungen der Elektrosachverständigen über die Ursache des Kurzschlusses dürften in etwa 14 Tagen zum Abschluß kommen. Bei den geborgenen Toten wurde noch unverdauter Mageninhalt vorgefunden, ferner Brot und andere Nahrungsmittel in den Kleidungsstücken. Eine Anzahl weiterer Toten ist gesichtet worden. Die Bergung wird in diesen Tagen erfolgen. Berüchtigter Ein- und Ausbrecher in Sicherungsverwahrung gebracht. Das Brieger Schöffengericht verurteilte den 34- jährigen berüchtigten Ein- und Ausbrecher Paul Kaßner aus Berlin zu Sicherungs- Verwahrung. Kaßner hat nicht weniger als 100 Einbrüche verübt. Der Wert der gestohlenen Gegenstände einschließlich des baren Geldes wird auf über eine halbe Million Mark geschätzt. Darüber hinaus sind noch eine Reihe Einbrüche unaufgeklärt, die auf das Konto Kaßners fallen. Annähernd zehnmal gelang es dem gefährlichen Verbrecher, aus Fürsorgeanstalten, Gefängnissen und Zuchthäusern auszubrechen. Sein Trick bestand in der Hauptsache darin, mit den nackten Füßen an Fassaden der vornehmsten Hotels hockzuklettern und in die Jnnenräume einzudringen. Auf diese Weise gelang es ihm, von den Nachttischen große Werte zu stehlen. In Wiesbaden brach eine Freifrau von Münchhausen, als sie nachts plötzlich den Fassadenkletterer vor sich sah, infolge Herzschlags tot zusammen. 20 Tote bei einem Bergrutsch in Rumänien. In der rumänischen Gemeinde Drateni wurden 20 Bauern am Fuße eines Berges beim Graben nach Lehm durch einen Erdrutsch verschüttet. Die zu Hilfeleistung herbeigeeilten Dorfbewohner konnten bisher nur einen Toten bergen. Von einer Rettung der übrigen kann keine Rede mehr sein. Seltene Jagdbeute. In den Wäldern von Ober-Ingelheim am Rhein trieb seit langer Zeit ein Raubtier sein Unwesen und fügte dem Wildbestand großen Schaden zu. Dem Jagdaufseher Schneider gelang es nun, des Wildräubers in Gestalt einer großen Wildkatze habhaft zu werden. Das Tier, das in der hiesigen Gegend nur sehr selten auftritt, hatte eine Länge von 92 Zentimeter. ,,Zns Wasser mit den Parlamentariern." Unzufriedenheit unter den französischen Bauern. Paris, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Land» Wirtschaftskrise mit all ihren Begleiterscheinungen hat unter der bäuerlichen Bevölke » rung eine lebhafte Beunruhigung und Gärung hervorgerufen. Das Landvolk will es nicht mehr ruhig mit ansehen, wie die Parlamentarier wochenlang über Getreidepreispolitik debattieren, ohne zweckdienliche Maßnahmen zu beschließen. Die Auswirkungen dieser Unzufriedenheit mußte der sozialistische Abgeordnete B e n a s s y , der einen bäuerlichen Bezirk vertritt, am eigenen Leibe spüren. Seine Wähler holten ihn, als er in einer Versammlung sprechen wollte, von der Tribüne herunter, verabreichten ihm eine gehörige Tracht Prügel und schrien im Chor: „Ins Wasser mit den Parlamentarier n". Dem Volksvertreter blieb nichts anderes übrig, als unter den Drohungen der Menge das Weite zu suchen. In einer Versammlung in Roubaix, in der der rechtsstehende Abgeordnete H e n r i o t vor gelaßenem Publikum über die innerpolitische Lage sprechen wollte, kam es zu schweren Zusammenstößen. In den umliegenden Straßen hatten sich antifaschistische Gruppen versammelt, die Henriot zurückzuhalten suchten. Das Polizeiaufgebot mußte verstärkt und auch berittene Polizei eingesetzt werden, um die Angreifer zurückzudränaen. Als die Demonstranten sich zur Wehr setzten, kam es zu einer regelrechten Straßenschlacht. An verschiedenen Stellen der Stadt wurden Barrikaden errichtet, die von der Mobilgarde geftürmt wurden. Erst gegen 20 Uhr war die Ruhe einigermaßen wieder hergestellt, so daß Henriot vor etwa 2000 Hörern sprechen konnte. Die Lärm- und Tumultszenen wiederholten s i ch nach Schluß der Versammlung. England zahlt nicht am 15. Juni. Die zwischenstaatlichen Schuldenzahlungen verhindern eine Erholung der Welt. Washingtoe, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die britische Regierung hat die Vereinigten Staaten in einer Note wissen lassen, daß sie die am 15. Juni fällige Kriegsschuldenrate nicht zahlen werde. Die britische Regierung würde durchaus bereit sein, eine weitere Anerkennungszahlung zu leisten, wenn England nicht als säumiger Schuldner betrachtet werde. Durch die neuerliche Gesetzgebung (gemeint ist die Johnson Acte) sei indessen eine solche Erklärung jetzt nicht mehr möglich. Im Falle einer Wiederaufnahme der vollen Zahlungen an die Vereinigten Staaten mühte Großbritannien an seine eigenen Kriegs» schuldner eine entsprechende Forderung richten, wodurch wieder die gleichen Zu stände herbeigeführt werden würden, die in erheblichem Maße zu der Weltkrise betragen hätten. Dadurch würde eine Bombe in die europäische Arena geworfen werden, die sinanz'^lle und wirtschaftliche Folgen in allen Weltteilen haben und auf unabsehbare Zeit eine Erholung der Welt verhindern würde. Der Aufschub der Zahlung bedeute jedoch nicht, daß die britische Regierung ihre Verpflichtungen verleugnen wolle. Vielmehr sei sie bereit, eine (Erörterung der Kriegsschuldenfrage zu beginnen, wenn Präsident Roosevelt glaube, daß eine solche Konferenz wertvolle Ergebnisse haben würde. Wettervoraussage. Der noch hohe Druck breitet sich nach Skandinavien hin aus, so daß wir an feine Südseite zu liegen kommen und infolgedessen die Winde mehr nach Osten drehen werden. Da sich über Polen noch flache Störungsreste bewegen, tritt zunächst wechselhafte Bewölkung auf, doch ist mit Niederschlägen kaum zu rechnen. Die Temperaturen werden infolge Zufuhr kühler Luft anfänglich verhältnismäßig niedrig gehalten, dürften aber späterhin durch stärkere Sonnenstrahlen zum Ansteigen gebracht werden. Vorhersage für Mittwoch: Wechselhaft, wolkig, aufheiternd, vorerst noch keine stärkere Erwärmung, meist trocken. Vorhersage für Donnerstag: Vorwiegend trocken, wolkig mit stärkerer Aufheiterung und auch wärmer. Lufttemperaturen am 4. Juni: mittags 18,5 Grad Celsius, abens 10,6 Grad: am 5. Juni: morgens 10,6 Grad. Maximum 19,5 Grad, Minimum 6,6 Grad. Erdtemperatüren in 10 cm Tiefe am 4. Juni abends 16,6 Grad, am 5. Juni morgens 13,3 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 1,8 Stunden, Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. VaniUe-PudcUng viele andere Zusammenstellungen zeigt mein färb. ist. Prospekt „Pudding mit Zrllchten". Zusendung kostenlos. £>r. Huguft Oetker, Vielefelü Vom Eifelrennen auf dem Mburg-Mg sind. Kreis Schotten. V: 1. Frau Elisabetha Schäfer, geb. Seipp 2. Lollar, den 4. Juni 1934. Unter Garantie werden auch Jhre____ Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Juni, nachmittags 3 Uhr, statt. u. Haufunreinigkeilen durch Dc Druck reys Drula Bleichwachs Wi 3. 3390 D 4. am 4. Juni schmerzlos und sanft heimgegangen In tiefer Trauer: Florine Heuser 6. ■ ? • 3389 D Wieseck, den 5. Juni 1934 3383 D Sommersprossen Nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, entschlief sanft am 3. d. M. meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die trauernden Hinterbliebenen: Fran Anna Schüler Wwe. Familie Otto Gustav Schüler Familie Walter Müller sau An lief) Cor den hat. ihre in As rat Po üb ein süh tet hei ge) eil ur Die Leh- Allen, die uns beim Heimgang unserer geliebten, unvergeßlich enMutter ihre Anteilnahme bewiesen,so wie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir herzlichsten Dank Else und Aenne Hopfner tag im „SHützengarten" in Wetzlar zu einem festlichen Akt versammelt. Es galt der neuen Fahne der Kreisgruppe des NSLB. die Weihe zu geben. Ein aus Mitgliedern der Lehrerschaft zusammengestelltes Orchester spielte als stimmungsvollen Auftakt der Veranstaltung Händels Concerto grosso in D-Dur. Kreisobmann Lehrer Gaß (Dutenhofen) 5. Desgl. der Provinzialflraße Schotten—Rainrod km 28,546—29,690; Ausführung: 2400 edm Erdbewegung, 3000 qm Bankettherstellung, 1500 m Grabenherstellung, 2450 qm Chaussierung, 1400 qm Kurvenüberhöhung. Lieferung: 1000 cbm Basalt-Bruchsteine, 350 cbm Basalt-Kleinschlag, 80 cbm Splitt. so Un ÜÖ1 lig ael bin 9?eq strit Fei' geisl aus erzi es So teir 5n fro bei lan aut lege feie ses men Deutscher Volksgenosse, willst Du dieses Abzeichen tragen? Dann werde Mitglied einer Flieger-Ortsgruppe und unterstütze dadurch die deutsche Segelfliegerei! Jedes aktive und jedes fördernde Mitglied hat das Recht, dieses Abzeichen zu tragen. Alte Mitglieder dieser Ortsgruppen kämpfen gemeinsam mit unserem Reichsluftfahrtmini st er Göring für den Ausbau der deutschen Sportfliegerei! Deutscher Volksgenosse, hilf mit! Werde Mitglied! Melde dich an bei der Geschäftsstelle der Flieger- ortsgruppe Gießen, Kreisamt Gießen. sie mi un die! in das hük in Eit 6e der ob Eec 5 Schimmel aus Frankfurt a. M.-Höchst, in sein Amt eingeführt. Landrat Dr. Dünger, der die Verpflichtung vornahm, führte in einer Ansprache aus, daß die langjährigen Dienste, die Bürgermeister Schimmel im Heere und in der Reichsverwaltung dem Vaterland geleistet habe, sowie sein aufopfe- rungsvolles Wirken im Dienste der Partei, der Be- völkerung dafür bürgen, daß Pg. Schimmel die Ge- schäfte des Leiters der Stadtverwaltung so führen werde, wie es dem Wollen der Regierung Adolf Hitlers entspreche. Der bisherige Leiter der Stadtverwaltung, Beigeordneter Sanitätsbrigadeführer Dr. Siedel, legte dem Pg. Schimmel als vordringlichste Auf- gäbe die Wiederinstandsetzung des Dillenburger Walzwerks ans Herz, damit die 120 Wohlfahrtserwerbslosen der Stadt wieder in Arbeit und Brot kämen. Eine Ansprache des Ortsgruppenleiters der RSDAD., Hafer, verlieh der Genugtuung darüber Ausdruck, daß, allen reaktionären Wiederbestrebungen zum Trotz, ein alter Kämpfer der Bewegung an die Spitze der Dillenburger Stadtverwaltung getreten sei. Bürgermeister Schimmel bat in schlichten Dankesworten um die Mitarbeit aller, damit das Ziel Adolf Hitlers, die Errettung des gesamten deutschen Volkes, bald zur Wirklichkeit werde. Kreis Marburg. LPD. Marburg, 3. Juni. Bei Ausschachtungsarbeiten im Garten des unterhalb der Nordseite des Schlosses gelegenen Corpshauses der „Teutonia" wurden in Vi Meter Tiefe drei menschliche Skelette gefunden, von denen besonders die Schädel noch gut erhalten waren. Auch in unmittelbarer Nähe der Fundstelle sind bereits vor einiger Zeit menschliche Skelettteile gefunden worden. Wahrscheinlich handelt es sich bei den Funden um die Ueberrefte von Soldaten, welche bei Belagerungen des Landgrafen- schlosses im Mittelalter gefallen sind und an Ort und Stelle beerdigt wurden. Statt Karten Für die so wohlwollende Anteilnahme an dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken herzlich im Namen aller Hinterbliebenen Frieda Schäfer, geb. Höpfner und Horstei Gießen, den 5. Juni 1934 de ui ui V 9' b' o. bt bt ob ppr Sl Oberheffen. Kreis Büdingen. w. Nidda, 3. Juni. Der Gemeinderat faßte in seiner letzten Sitzung folgende Beschlüsse: Für das Rechnungsjahr 1934 wurde die Erhebung einer Filialsteuer in Höhe von 200 Prozent Zuschlag zur gemeindlichen Gewerbesteuer für Warenhandelsunternehmen und 100 Prozent für Filialbetriebe von Brauereien beschlossen. Die Gemeinde lehnt es ab, sich an den nicht unerheblichen Kosten der Errichtung eines Selbstanschlußamtes für den Fernsprechverkehr zu beteiligen. Die Durchführung der Bauland-Umlegung in der Beundestraße wurde beschlossen. Hinsichtlich des Erlasses von Gewerbesteuer aus Billigkeitsgründen sollen die Richtlinien, wie sie für 1933 maßgebend waren, auch für 1934 Anwendung finden. Der Gemeinderat beschloß ferner für die Folge nur solche jungen Leute mit städtischen Arbeiten zu beschäftigen, die im Besitze eines Arbeitspasses Der Start zum Rennen der schweren Klasse, das Manfred von Brauchitsch (im Ausschnitt) auf Mercedes-Benz gegen stärkste internationale Konkurrenz gewann. Ringshausen die Fahne der Lehrerschaft. Anschließend verpflichtete er die Fahnenträger und die Bezirksobleute. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer, Deutschland-Lied und Horst-Wessel-Lied und zum Schluß das Kampflied Hessen-Nassau: „Es brach uns an ein neuer Morgen" beendeten die eindrucksvolle Kundgebung, die gezeigt hat, daß auch die Erzieherschaft des Kreises Wetzlar voll und ganz am Wiederaufbau des Reiches beteiligt fein wird. Schweres Unglück am Herdfeuer 0 Krofdorf, 4. Juni. In große Aufregung wurden gestern gegen Abend die Bewohner der hiesigen Rodheimer'Straße versetzt, als aus einem Hause Rauchwolken drangen und Hilferufe schallten. Beherzte Männer drangen sofort an die Wohnung em und holten durch das Fenster ein in hellen Flammen stehendes lljähriges Mäd- ch e n heraus. Es hatte, um den noch im Felde beschäftigten Eltern das Abendessen vorzubereiten, das Herdfeuer angezündet, wobei ihm ein Herdring in das Feuerloch fiel, den es mit einem Haken wieder herausholen wollte. Dabei müssen wohl seine Kleider Feuer gefangen haben. Mit sehr schweren Verbrennungen am ganzen Körper wurde das bedauernswerte Kind sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht. Einführung des neuen Dillenburger Bürgermeisters. LPD. Dillenburg, 3. Juni. In dem festlich geschmückten Sitzungssaal des Rathauses wurde am Samstag der zum kommissarischen Bürgermeister der Stadt berufene Kreisleiter Obersteuerinspektor preutzen. Fahnenweibe des NSLB. Kreis Wetzlar. (D Aus dem Kreis Wetzlar, 4.Juni. Gießen, den 5. Juni 1934 0290 pfl, ber Te 0f)| Ar hu da 6l ArbeW-u.Lieferungs-Vergebung Auf Grund der Reichsverdingungsordnung sollen die für nachstehende Straßenstrecken erforderlichen Materiallieferungen und Arbeiten im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. 3253D Bekanntmachung. Betr.: Reichserbhofgesetz. Das gerichtliche Verzeichnis der Höfe in der Gemeinde Gießen, deren Eintragung in die Erbhöferolle in Aussicht genommen ist, wird in der Zeil vom 23.2Uai bis 20. Juni 1934 durch Aushang an der Ortstafel im Stadthaus, Gießen, Bergstraße 20, zu jedermanns Einsicht offengelegt. Es wird darauf hingewiesen, daß jeder Eigentümer, dessen Hof zu unrecht eingetragen ist, binnen zwei Wochen nach Beendigung der Offenlegungsfrist beim Anerbengericht Einspruch erheben kann. Gießen, 23. Mai 1934. 3093D I. A. des Anerbengerichts Gießen. Ortsgericht Gießen. S o l d a n, Vorsteher. G W (Ba gle ten Hot völ Ge| schv daß »Fi heir gen zu rüsi Gei zu (Bel Da wei im . r lebe eine unb er 1 brai naf| 'fei 3eii .,Dc b»n solo abs hab im Nationalsozialistischen Lehrerbund geeinte rerschaft des Kreises Wetzlar hatte sich am Sams- Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Karl Schäfer III., Gastwirt für die vielen Blumenspenden und Beileidsbezeugungen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler, dem Gemeinde vorstand und Beamten, Spar- und Vorschuß verein, sowie allen Vereinen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank ' 's iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten , bei BrUhl, Schulstr.7 I iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii im Alter von 55 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schäfer III. Herstellung von Kleinpflaster auf der prooin- zialstrahe Schotten—Rainrod km27,020—28,600; Ausführung: 9500 qm Pflasterarbeiten, 3160 m Randsteinversetzen, 9500 qm Vorprofilierung, 3160 m Bankettherstellung, 1580 m Grabenherstellung. Lieferung: 1400 t Flußsand, 1300 Ztr. Zement, 500 cbm Basalt-Kleinschlag, 450 cbm Splitt, 150 cbm Sand. , Desgl. auf der Provinzialstraße Leusel—Angenrod km 3,364—4,422, Ausführung: 6300 qm Pflasterarbeiten, 2130 m Randsteine versetzen, 6300 qm Vorprofilierung, 4250 qm Bankettherstellung, 2120 m Grabenherstellung. Lieferung: 10601 Fluhsand, 420 Ztr. Zement, 120 cbm Basalt-Kleinschlag, 180 cbm Basalt-Splitt. Desgl. auf der Provinzialstraße Hungen—Inheiden km 20,963—23,148; Ausführung: 13100 qm Pflasterarbeiten, 4300 m Randsteine versetzen, 11 800 qm Vorprofilierung, 2800 qm Kurvenerhöhung bzw. Verbreiterung, 10 000 qm Bankettherstellung, 4000 qm Grabenherstellung. Lieferung: 2000 t Flußsand, 1100 Ztr. Zement, 600 cbm Basalt-Kleinschlag, 400 cbm Splitt, 200 cbm Basalt-Sand, 500 cbm Basalt-Bruchsteine. . Verbreiterung der Provinzialstraße Jlr. 16 Ober-Schmitten—Nidda km 34,0—38,530; Aus- führung: 20 000 cbm Erdbewegung, 10 000 qm Chaussierung, 150 m Rohrverlegung. Lieferung: 1000 cbm Basalt-Kleinschlag, 175 cbm Basalt- Splitt, 3500 cbm Basalt-Bruchsteine, 325 cbm Schlämmsand. Desgl. der Provinzialstrahe Eichelsdorf—Ober- Schmitten km 32,584—34,075; Ausführung: 1500 cbm Erdbewegung, 3700 qm Bankettherstellung, 1500 m Grabenherstellung, 2700 qm Chaussierung, 2500 qm Kurvenüberhöhung. Lieferung: 1500 cbm Basalt-Bruchsteine, 500 cbm Basalt - Kleinschlag, 120 cbm Basalt - Splitt, 50 cbm Sand. ? Schotten, 4. Juni. Am Samstagabend hielt der Turnverein in der Turnhalle einen Werbe ab end ab. Nach einem einleitenden Musikstück hiett der Vereinswalter, Oberforstmeister D e u st e r, eine Gedächtnisansprache auf Albert Leo Schlageter, den Helden und Vorkämpfer unserer deutschen Sache. Eine Turnerriege zeigte alsdann schöne Uebungen am Barren und gut ausgeführte Freiübungen. Daran schloß sich ein Licht- bilderoortrag (Sprecher Oberturnwart W. Z e s ch - k y), in dem die umfangreiche, vielseitige turnerische und sportliche Arbeit der Deutschen Turnerschaft in Wort und Bild gezeigt wurde. ^-Ulrichstein, 4. Juni. Früher als sonst beginnen in diesem Jahre die Edelkirschen zu reifen, die längs der Straße nach Babenhausen II gepflanzt sind. Es ist das einzige Obst, das hier oben in dieser Höhenlage noch gedeiht. Eine helle Sorte dürfte dieser Tage schon pflückreif werden Kreis Mleul # Ober-Ohmen, 4. Juni. Hundert Meter unterhalb der Wirtschaft „Zum Ohmtal" fuhr ein Auto gegen einen Apfelbaum, der buchstäblich aus der Erde gerissen wurde. Der Fahrer erlitt glücklicherweise keine Verletzungen. — Die Arbeiten am Notstandtzprojekt am „Galgenberg" sind vorübergehend eingestellt worden. U. Nieder - Ohmen, 3. Juni. Johannes Keil III. und dessen Ehefrau feierten gestern das Fest der goldenen Hochzeit. Johannes Keil ist der einzige Veteran von 1870/71 in unserem Dorfe. begrüßte die anwesenden Erzieher, sein besonderer Gruß galt den Gästen: Ministerialrat Rings- hausen, Schulrat D e i ß (Wetzlar), HI.-Vertreter L e h n h a r d t, Bürgermeister Kindermann (Wetzlar), Kreisleiter Haus und anderen; auch übermittelte er die Grüße des erkrankten Landrats Grillo. Ein Chor Wetzlarer Schülerinnen mit reizenden weißen und blauen Kränzchen im Haar sangen: „Nimm deine schönsten Melodien" Nach dem Adagio cantabile aus dem Quintett in Es= Dur von Beethoven und dem „Feierlichen Marsch" von Mozart ergriff Ministerialrat Ringshausen das Wort, um in großen Zügen, ausgehend von dem gewaltigen Geschehen unserer Zeit, auf die hohen Pflichten des Erziehers hinzuweisen. Wissen, so führte er u. a. aus, sei angelernt, aber der gleich einem Quell aus deutscher Seele und deutschem Blut sprudelnde Instinkt des Volkes als das Naturhafte, sei siegreich und deshalb zu fördern. Deutsches Vorbild der Vergangenheit muß erhalten bleiben: Glaube an Gott, Vaterland, Heimat und Blut. Daraus sei die Kraft zu nehmen, um Volk und Vaterland zu dienen und dazu komme die Notwendigkeit einer Erziehung, die den Willen stärkt, um fähig zu sein zur letzten Tat. Nach eingehender Betrachtung der vielseitigen erzieherischen Ausgaben im Staat, wobei der Erzieher, um jung zu bleiben, mit der Jugend marschieren müsse, wies Redner auf die Fahne, als dem Symbol hin, das blutgetränkt an ernste Verpflichtungen mahnt. Sie, die Fahne, die uns sagt, daß der Deutsche aus innerer Freiheit das Höchste hinzugeben vermag, muß uns heilig sein. Darum sei diese Stunde ein heiliges Bekenntnis zur Fahne. Mit den Worten: „Es lebe der Führer und sein Volk" weihte Ministerialrat Angebotsvordrucke sind, soweit Vorrat reicht, ab Sonnabend, 2. Juni, bei uns (Gießen, Hitlerwall 37) erhältlich. Die Bedingungen liegen bei uns offen. Die Angebote sind verschlossen, und zwar für jede Straße in besonderem Umschlag, mit entsprechender Aufschrift versehen, bei uns bis Montag, den 11. Juni 1934, vormittags 9 Uhr, portofrei einzureichen. Die Oeffnung erfolgt in Gegenwart der etwa et* schienenen Bewerber. Die Ergebnisse werden für die einzelnen Straßen in der vorstehend angegebenen Reihenfolge verlesen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 28. Mai 1934. Provinzial-Tiefbauamt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. — Die Beerdigung findet am 7. Juni, vormittags um 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Gießen. Friedrichstraße Nr. 11, den 5. Juni 1934 Nach kurzem Kranksein ist mein innigstgeliebter guter Mann Professor Dr. Emil Heuser Oberbibliothekar i. R. Nach kurzem Krankenlager starb heute unsere innigst- geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Henriette Goldschmidt, geb. Wertheimer im 75. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Daniel Goldschmidt Hans Nathan Goldschmidt Gießen (Bahnhofstraße 58 I H.), 4. Juni 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Juni, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Israelitischen Friedhof statt. 02B(KI v--X 3391 M.128 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheilen) Dienstag, 5. Juni 1934 England amüsiert sich. Zum Beginn der „Season" in London. Von unserem W. O «Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, Juni 1934. In England und London erlebt man gegenwärtig den Höhepunkt des gesellschaftlichen, des politischen und des klimatischen Jahres, alles zusammengefaßt unter dem Wort „S e a s o n", die sich in deutschen Ohren dadurch auszeichnet, daß dabei sogar Opern gegeben werden. Während der Berliner augenblicklich mit dem abgrundtiefen Problem befaßt ist, ob er seinen Sommerurlaub an der See oder auf dem Lande, und wenn schon an der See, ob an der Nord- oder Ostsee, und wenn schon im Lande, ob >m Flachlande, im Mittel oder Hochgebirge verbringen soll: also eine Flucht aus der Stadt im vollen Schwünge ist, sind alle Gaststätten Londons, alle Hotels und Herbergen überfüllt. Wegen der „Season" Es ist also etwas los. Fragt sich aber was? Zunächst reagiert der Geldbeutel auf die Saison. Eltern, die zu den „besseren" Zehntausend gehören, führen jetzt ihre mit einigen Unkosten herangezüchteten und dementsprechend selbstverständlich „blühenden" jungen Töchter bei Hofe vor. Die jungen Damen bekommen ein teures Kleid angezogen, ein paar weiße Straußenfedern ins Haar gesteckt und werden dann über das Parkett geführt, um ihren kunstvollen Hofknix darzubieten. Den haben sie unter fachkundiger Leitung mühsam erlernt. Sie müssen dabei das eine Knie unter das andere stecken und gerade das scheint dem sportlich geübten Mädchen von heute schwerzufallen. Die Belohnung für diesen Aufwand an Mühe, Geld und Grazie besteht in besseren Heiratsaussichten und außerdem darin, daß das Konterfei der jungen Dame (wenn sie hübsch ist, oder — — wenn sie Geld genug hat) in den Zeitschriften erscheint, die den Markt der Eitelkeit verherrlichen. Jedes Jahr zu Beginn der Season erscheinen diese Bilder — und gegen Ende der Saison die Bilder der Verlobungen oder Hochzeiten, die den Nettoertrag der Season bilden. Nun weiß man von altersher, daß es garnicht fo leicht ist, zwei Menschen „zweckentsprechend" zusammenzubringen. Bei manchen sind eine große Anzahl von „Vergnügungssemestern" dazu erforderlich. Dabei mag an den übrigens sehr tüchtigen Landwirtschaftsminister E l l i o t erinnert werden, den man erst vor kurzem unter die Haube gebracht hat. Seine politische Karriere steht zwar noch in ihren Anfängen, aber da seine Eheschließung ihn in verwandtschaftliche Beziehungen zu dem Hause Asquith gebracht hat, ist er nie in eine Linie geraten, die nach Meinung kundiger Leute auf den Posten des Premierministers hinführt. Woraus sich denn ergibt, daß auch in der Season so ganz nebenher Politik getrieben wird. Das Unterhaus freilich hat seine gesellschaftliche Funktion völlig verloren. Es ist dork so grenzenlos langweilig, daß es kaum noch lohnt, hinzugehen. Früher gehörte es in diesen Tagen zu den Hauptanziehungspunkten. Dort konnte man sehen, wie sich Regierungspartei und Opposition um die Herrschaft stritten. Mit Witz und Wissen, mit Würde und Feierlichkeit zeigten die Erwählten des Volkes ihre geistigen und. politischen Qualitäten. Die Geschichten aus jener guten alten Zeit werden heute noch aerne erzählt, sei es auch nur um zu zeigen, wie schlecht es um den heutigen Parlamentarismus bestellt ist. So z. B. jene, als sich in den 80er Jahren ein Vulkanausbruch aus den Virgin-Jslands (Jungfern- Jnseln) ereignet hatte, der Gegenstand einer Anfrage an den Prmierminister Gladstone war, wobei der Fragesteller wissen wollte, wo die Virqin-Js- lands eigentlich lägen. Zwar wußte das Gladstone auch nicht, aber es glückte ihm, sich aus der Verlegenheit zu ziehens indem er hobeitsvoll antwortete: „Ich kann dem ehrenwerten Mitglied des Hauses versichern, daß die Jungfern-Jnseln in vollkommen sicherer Entfernung von der Insel Man liegen." Daß das englische „man" gleichzeitig auch „Mann" heißt, braucht wohl kaum hinzugefügt zu werden. Und daß Gladstone die Lacher auf seiner Seite hatte, ebensowenig. Solche Schnurren kommen nur noch ganz selten vor. Die Regierung weiß garnicht, was sie mit ihrer Mehrheit anfangen soll. Sie hat keine Gegner im Hause. Umsomehr dafür aber außerhalb des Hauses. All diese Dinge werden jetzt an tausend Tischen bei tausend Abendessen von vielen Tausenden von Menschen erörtert. Die Season des Jahres 1934 wird so ganz unter der Hand und nebenher dann auch die Entscheidung über d i e Zukunft des Ministeriums Mac- d o n a l d und über die künftige Politik Englands bringen. Denn hier entsteht die öffentliche Meinung des nächsten Jahres. Wenn es nach außen hin auch wichtiger erscheint, zu wetten, welches Pferd Haussammlunq für den Lustsport! Von IHontag bis Freitag einschließlich werden Spenden zur Luftfahrt-Werbewoche in den Wohnungen abgeholt. Jeder Spender fördert den Aufbau! das Derby gewinnen wird. Eine Wahrsagerin aus den Vereinigten Staaten hat schon verkündet, Pferd 3E9)3 werde gewinnen. Im Interesse der Buchmacher wollen wir hoffen, daß nicht alle auf dieses Pferd setzen, und daß es nicht gewinnt. Nach außen hin erscheint es auch wichtiger, das Abschneiden der australischen C r i ck e t-Mannschaft zu erörtern, die zu einer Reihe von Herausforderungs-Wettspielen nach England gekommen ist. Cricket ist, was die wenigsten wissen, der eigentliche Nationalsport Englands. Es nimmt den höchsten Rang unter den Rasenspielen ein und gilt als das edelste dieser Spiele. Auf allen Rasenflächen Englands spielt man jetzt Cricket. Lange, weiße Gestalten werfen einen harten Ball nach einem anderen Spieler, der, mit einer Keule bewaffnet, vor drei in den Boden gerammten Stöcken steht, und eine Zahl weiterer Spieler steht im Umkreise verteilt, um den abgeschlagenen Ball aus der Luft zu fangen. Es ist ein hübsches Bild, und wenn es nicht immer noch recht kalt wäre, wäre es noch hübscher. Nebenher wird Golf gespielt. Ein Amerikaner kam, sah und siegte und zog dann mit dem riesigen Pokal der englischen Golfmeisterschaft wieder ab. Der beste englische Spieler war übrigens außerstande, auch nur einen einzigen Punkt zu gewinnen. Fußball wird jetzt nicht mehr gespielt. Dagegen ober zahlreiche andere Ballspiele, die sozusagen den Bewegungsumkreis der Londoner Season bilden. Vor allem Tennis in den zahllosen „Verlobungszwingern", für die man in Deutschland den nüchternen Ausdruck „Tennisplätze" gebraucht. Also kurz und gut: England amüsiert s i ch so gut es geht. Aber das englische Vergnügen hat sehr stark die Merkmale einer gesellschaftlichen Arbeit angenommen. Die englische Gesellschaft repräsentiert nicht nur sich selbst, sondern zugleich die Würde und das Ansehen des Reiches nach innen und außen. Obwohl die Season die ganze Nation in Anspruch nimmt, oder vielleicht gerade weil sie es tut, handelt es sich um eine höchstaristokratische Angelegenheit. So kommt es denn, daß der Klassenkampfgedanke in England keinen Fortschritt macht, so viel Mühe man sich auch damit gibt: und so erklärt es sich auch, daß selbst der Arme sich am Glanz des Reichtums freut, den er nicht besitzt. Grundsteinlegung zum Gisenforschungs-Ästilut in Düffeldors. ß >i i -S ' : ' iS I. V H G In Düsseldorf wurde jetzt der Grundstein für den Neubau des Eisenforschungs-Jnstituts der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gelegt. — Unser Bild zeigt Generaldirektor Dr. V ö g l e r bei der Weiherede. Dahinter von links nach rechts: Minister Dr. Rust, Geheimrat Planck und Staatsrat Florian. „Sie Perser" des Aischylos in Achen. Deutsche Aufführung im Antiken Theater des Herodeö Attikus. Von Gurt Rösner, Athen. Der Tag geht zur Neige. Fern und dumpf tönt der Lärm aus dem neuen Athen herauf in die Stille des heiligen Felsens, der die Akropolis trägt. Vollbracht ist das Tagewerk für die arbeitenden Menschen, die nun zu- Ruhe und Erholung streben. Heute aber füllt sich die Straße, die hinaufführt in die Ruinen, füllt sich der Platz vor dem antiken Theater des Herodes Attikus. Wagen an Wagen fährt heran, die Polizei hat Not, die Menschen zu ordnen, die heute kommen, um die deutschen ,P e r s e r" des Aischylos zu sehen, wie sie uns ein deutscher Künstler in vollendeter Übersetzung aus dem Altgriechischen schenkte. Die Tore, die vor zweitausend Jahren sich schon dem theaterfreudigen attischen Geschlecht öffneten, durchschreiten auch heute Griechen und Fremde, in dem großen antiken.Raume und auf den alten Marmorstufen harren alle auf das Ereignis. Denn was nun kommt, ist fein Spiel allein, ist nicht nur Theater, es ist ein Erlebnis. Eines von jenen Erlebnissen, die sich in die Menschenbrust tief eingraben und durch das ganze Leben unvergeßlich mit ihm ziehen. Noch tuschelt's und lacht's, noch spricht's und lärmt's in dieser antiken Umgebung, leise und langsam kommt die Dämmerung und dann der Abend, blitzen am Himmel, der bisher den deutschen „Persern" grollte, die funkelnden Diamanten der Nacht. Das künstliche Licht der Scheinwerfer beginnt zu spielen, Nachtfalter und Fledermäuse flattern vom Schein des elektrischen Strahls geblendet im Raume, majestätisch und gewaltig stehen die hohen bogengewölbten Mauern des Herodes-Attikus-Theaters vor uns. Fanfarenstoß und Trommelschlag! Langsam schreitend, zieht feierlich der Chor in die Orchestra. Kirchenstille überall. Eine Musik, die vom ersten Tone die Zuhörer gefangen hält, begleitet das Kommen der Mädchen und Männer. Jeder Schritt, jede Bewegung ist gemeistert. Man sieht, die jungen Leute, die doch eben noch mit uns und um uns waren, sind zurückgeworfen in Asiens unendliche Weiten und durch die Weiten der Jahrhunderte in des Terxes Reich. Mit einer Beklemmung hörten wir die Klage, sahen und fühlten den Schmerz der Perser, das Unheil, das über ihr Volk so schicksalsschwer auf den glorreichen Wassern von Salamis über sie hereingebrochen war und erkennen daran den gewaltigen, unermeßlichen Sieg der Griechen, dem wir noch heute die Ausschaltung Asiens aus Europa danken; erkennen, daß kaum je ein dichterisches Kunstwerk besser, tiefer, über- zeugender und flammender den eigenen Triumph verewigen konnte. Die deutsche Aufführung der „Perser", die gleichzeitig mit einer gänzlich anders aufgefaßten griechischen Aufführung der „Perser" in Athen über die Bühnen ging, ist ein schlagender Beweis dafür, daß ein friedlicher Wettbewerb unter den Nationen in dieser Aeußerung des menschlichen Geistes möglich ist, daß die Olympiade des Geistes kommen muß und wird, denn die Antike ehrte und jubelte nicht allein dem sportgestählten Körper zu, dem physisch vollendeten Menschen — ihr waren Körper und Geist unzertrennliche Begriffe. Und wie die Griechen in ihrem Nationaltheater eine gänzlich anders geartete Aufführung der „Perser" boten, die in ihrer Art auf ganz andere Weise dem großen Aischylos gerecht zu werden suschte, so fand Dr. L y h a u s e n den Weg zu einer überwältigenden Darstellung, schrieb den Schmerz und das innerste Bewegnis, die der Dichter zu vermitteln suchte und Von allen Wirisboufern und ihrer Gastlichkeit. Von Dalenan Tornius. Gastfreundschaft ist ein Kapitel, das die zuverlässigsten und besten Zinsen trägt. Denn wer einen Gast ehrt, erwirbt sich damit den Anspruch, auf gleiche Weise geehrt zu werden, gibt damit zu erkennen, daß er Menschenwürde achtet. Von primitiven Naturvölkern bis zu hochstehenden Kulturvölkern wird Gastfreundschaft als ungeschriebenes Gesetz anerkannt, und Verstöße dagegen gelten als schwere Verletzung der Menschenrechte. Man weiß, daß die alten Germanen besonders gastfrei waren. „Für Gelage und Bewirtungen zeigt kein Volk so hemmungslose Neigung", berichtet Tacitus. „Irgendeinen Menschen, wer es auch sei, vom Haufe zu weisen, gilt als Frevel: je nach Vermögen rüstet jeder dem Fremden das Mahl. Wenn das Seine verzehrt ist, weist der Gastgeber den Weg zu einem anderen Gastfreund und gibt dahin das Geleit. So treten sie ungeladen ins nächste Haus. Da liegt nichts dran: mit aleicher Freundlichkeit werden sie ausgenommen. Bekannt oder unbekannt: im Gastrecht unterscheidet man nicht" Das war auch nicht anders im Mittelalter. Aber jede Gastlichkeit hat ihre Grenzen. Wenn man einen Fremden freundlich aufnimmt, ihn beherbergt und bewirtet, fetzt man stillschweigend voraus, daß er dieses entqeqenqebrachte Wohlwollen nicht mißbraucht d h. nicht Wochen oder Monate lang nclsfauert. Drei Tage sich der Gastlichkeit zu er- freuen, hielt man qerabe noch Jur eme angeme fene Seif obroobl ein altes deutsches Sprichwort sagt. Den ersten Tag ein Gast, den zweiten eine Last, den dritten stinkt er fast." Immerhin kam es vor, solange sich noch der Verkehr von Burg zu Burg abspie,te, daß der Gast auch langer verweilte, ohne dadurch dem Gastgeber zur Last zu fallen. Diese in der Zeit des Rittertums b-fonders gepflegte und sinnig ausgebildete Gastlichkeit kam dem mit dem Erwachen der Städte ausbluhenden Gaststättenwesen zugute. Auch hier Herr chte der Geist der Zuvorkommenheit, freilich nun nicht mehr ohne Anspruch auf Entgelt. Man ließ sich die gute Aufnahme gebührend bezahlen. Allem die Bewirtung mußte auch ihres Lohnes würdig fern. Uno darm scheint man in deutschen Landen früh seinen Stolz gesetzt zu haben. Der vielgereiste französische Schriftsteller Montaigne, der tm 16. Jahrhundert lebte und als erster eingehend das Wirts- Hauswesen seiner Zeit beschrieb, räumt den deutschen Gasthöfen den Vorzug vor den französischen und italienischen ein, sowohl in bezug auf die Beherbergung wie auf die Beköstigung. Er erzählt, daß er auf seiner ganzen Reise durch Deutschland kein Schlafzimmer und keinen Speisesaal gesehen habe, der nicht getäfelt gewesen wäre. Er lobt außerdem die Sauberkeit. „Wir bemerkten", schreibt er, „niemals Spinnewebe oder Schmutzspuren in allen diesen Gasthäusern", wobei er auf Augsburg anspielt. Samstags wurden die Treppen' innen gescheuert und mit Leinenzeug belegt. Ferner rühmt er die guten holzgearbeiteten Betten und vor allem die weichen Pfühle, die er hier zum ersten Male sieht. Nur vermißt er die Bettvorhänge, an die er in Frankreich gewöhnt ist. Was die Speisesäle an- lanqt, so imponieren ihm diese durch ihre Größe und Ausstattuna. In Bafel, berichtet er, verfüge der geringste Gasthof über zwei oder drei schone Sveifesäle, die von elf Küchen bedient würden. Montaigne unterrichtet uns auch genau über die Küchenverhältniffp in den damaligen Gasthäusern. Er preist in Süddeutscbland die Abwechslung an Supnen. Saucen und Salaten und hebt außerdem den Wohlaefchmack der Sveifen hervor, der kaum von der Küche des französischen Adels übertroffen werde. Aus Basel hat er uns eine ausführliche Beschreibung einer Mahlzeit hinterlassen An jedem Tisch bediente ein Kellner. Vor dem Gedeck des Gastes stand ein Becher oder silberner Pokal, der immer wieder, sobald er leer war, von neuem gefüllt wurde. Man trank den Wein jedoch ungetauft. Zu jedem Fleischqang gehörten zwei ober drei Platten Doch wurde die Platte immer erst gereicht, nachdem die andere hinausaetraaen war. , Was Tellerwechsel betrifft", sagt Montaigne, „so besteht folgender Gebrauch: wenn das Fleisch abgetragen ist und das Obst an die Reihe kommt, wird mitten auf den Tisch ein Weidenkorb oder ein großes, bemaltes Holzbrett gestellt, und darauf legt nun der Angeseh"nste als erster seinen Teller: der Ehrenrang wird hierbei streng eingehalten." Die Teller waren meist aus Holz, doch be- nußte man auch Zinnteller, ja, für besonders vornehme Gäste gab es Tafelqerät aus Silber. Infolge der großen Zahl der Gänge dauerten die Mahlzeiten oft drei bis vier Stunden Man ersieht aus .dieser Schilderung, in welcher üppigen Form damals die Gastlichkeit der Wirtshäuser sich den Fremden barbot. Es liegt -eine eigenartig onheimelnbe Stimmung über jenen altbeutschen Gaststuben, die durch die Jahrhunberte ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Schon bie in kunstvoller Schmiebeardeit gefertigten Namensschilber „Krone", „Hecht", „Bär", „Linde", „Hirsch", „Abler", unb wie sie sonst alle beißen mögen, welche an ben bemalten unb mit Schnitzwerk verzierten Fachwerkfassaben prangen, verheißen Solibität, Freundlichkeit unb Behagen. Unb betritt man erst bie niebrigen, holzgetäfelten Räume mit ihren breiten farbiaen Defen unb Kaminen, mit ben bleigefaßten Butzenscheiben unb schweren Eichentischen unb Bänken, tönt einem durch Tabakgewölk eine muntere Unterhaltung entgegen unb bewillkommnet einem ber herzliche Gruß eines behäbigen Wirtes, so fühlt man sich gleich von ber herrschenben Gemütlichkeit in ben Bann gezogen. Der aute Tropfen im Römer ober bas wohlgepflegte Bier vom Faß tun bas ihrige, ben Geist zu beschwingen unb bie frohe Lonne zu steigern. Wer in solchen ehrwürbigen Ggststätten verkehrte — es gibt ihrer ja eine stattliche Anzahl in alten beutschen Stäbten — weiß bie Reize biefer Gastlichkeit zu roürbiaen. Hier waltet noch ber ge- funbe biebere Bürgersinn einer verklungenen, bem Idyllischen unb Beschaulichen zugewandten Epoche. Hier lebt noch etwas von ber Trabition jener Wirtshausgeselligkeit weiter, bie Goethe in „Hermann und Dorothea" so meisterhaft geschilbert hat. örabflofe Suche nach dem verlorenen Sohn Nicht nur im Bereiche ber Weltpolitik unb im Wirtschaftsleben ber Volker ist bie brahtlose Telegraphie zu einem unentbehrlichen Verkehrsmittel geworben, sie bilbet auch bas wichtigste Verbin- bungsmittel zur Welt für alle biejenigen, bie auf kühnen Erpeditionen ober in Ausübung ihres Berufes in Not unb Gefahr geraten finb. Manchmal aber bringt sie auch einem Menschen in seinem persönlichen Schicksal Hilfe unb trägt seinen sehnlichsten Wunsch als Bote um bie ganze Welt, bis er in Erfüllung geht. So wollte eine alte Bergarbeiterfrau aus Glamorgan in Englanb, bie vor einiger Zeit ihren Gatten unb nun auch ihre Tochter verloren hatte, gern ihren einzigen Sohn wie- dersehen, ber vor vierzehn Jahren in bie Welt hin- auszog, um sein Glück zu suchen. Nach langem Zögern ließ sie sich bazu bewegen, ih'-en Herzenswunsch einem in einem Nachbarort wohnenben Parlamentsmitglied mitzutellen, ber der alten Frau versprach, bie Suche nach bern verlorenen Sohn aufzunehmen, so weit es in seiner Macht stehe. Er veranlaßte, baß in größeren Zeitabstänben ein brahtloser Ruf nach bem Manne um bie ganze Welt gefanbt würbe, unb wie groß war seine Ueberröschung, als nach einigen Monaten aus einem kleinen Ort in Australien plötzlich eine Antwort bei ihm eintraf. Der Sohn ber Bergarbeiterfrau war auf feinen Wanberfahrten burch bie Welt bort ansässig geworben, unb zufällig erreichte ihn ber Rundfunkruf, er möge ein Lebenszeichen von sich geben. Sein Verlangen nach ber Heimat unb nach seiner Mutter ist jetzt so übermächtig geworben, baß er nun seine Heimkehr betreibt unb recht bald roieber zu Hause zu sein hofft. Der freunbliche Mittler ließ es sich nicht nehmen, ber alten Frau selber bie Freudenbotschaft zu bringen. Reicher ist wohl noch niemanb bebanft worben als er — von ben Freudentränen einer alten Mutter. Zeitschriften. — Im Juniheft ber „Z e i t w e n b e" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München) beleuchtet Kurt von Raumer zum 15. Jahrestag bes Vertrags von Versailles bie Menschlichkeiten, benen d^ser mißglückte Friebe seine Entstehung verbankt: Den ftänbigen Streit ber Siegermächte um bie Verteilung ber Beute, ber stets roieber auf Kosten Deutschlanbs geschlichtet würbe, bie Rivalität ber führenben Staatsmänner: aber auch bie für bie Sieger kaum faßliche Schwäche bes November- Deutfchlanbs, bie verschärfte Friedensbedingungen cierabezu herausforberte. Natürlich fehlt auch ein Hinweis auf ben ungeheuerlichen Wortbruch nicht, ber bas Friebensbiktat kennzeichnet: bie feierliche Friebensabrebe vom 5. November 1918, bie Wilsons 14 Punkte zur Grundlage des Friedens machte, wurde von unseren Gegnern in aller Form gebrochen, ja ber Versailler Vertrag selbst, auf besten „Heiligkeit" bie Franzosen fortroöhrenb pochen, würbe niemals in ber Form verwirklicht, in ber er geschlossen würbe. Das Heft ist auch reich an Beiträgen zur Beurteilung unserer unmittelbarsten Gegenwart: Christian Stoll, „Irrlehre in ber Evangelischen Kirche: Gerharb May, „Das Außenbeutsch- tum unb die deutsche Wandlung": Fritz Cronhcim, „Rom und Romidee im Werke Mussolinis", lieber das heute so viel umstrittene Verhältnis von Volkstum und Evangelium bringt Gerhard Rosenkranz' Beitrag „Evangelium und Volkstum in Japan" reichen Stoff zum Nachdenken. Wirtschaft ei C in 3 mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 14.30: B irem Landes- 9 in ei ge Devijenmarkl Berlin — Frankfurt a. Bl. Berlin ytrlin Datum | 2 8 | 4-6- 4.6. 4.6. 26,5 c< 93 Banknoten. t 118,25 119,25 01 98 99,6 92,4 22,45 93,25 90,75 94 90,25 0 4 0 Schluß» für« 144,5 70 41 82 24,9 175,5 bt zi 98 99,4 92,75 95,75 22,75 93 90,5 89,75 96 93,75 90,65 90,65 90 91,25 94 94 98,75 98,1 99,7 92,75 94,25 94 98,65 26,65 25,5 33,25 67 85,75 50 53,5 59,75 154,5 26 134 101 105,5 60,75 99,75 98 89,5 138,25 116,5 75,5 63,25 95,5 74,25 145 116,5 68,5 64,65 76 50 229 95,75 42,25 14,25 109,5 109 148 64,25 101 125 139,65 68,5 40,65 81,25 74,75 97,25 49,5 228,5 94,9 42,13 14,5 108,5 108,5 147 o 0 0 0 0 4 0 34 66 84,5 50 53,5 59,75 153,5 74,25 95,25 49,25 226 93,5 41,75 14,25 107,25 107 145 104,9 60,5 70 47 41,4 123,25 48,9 62,5 62,75 20 172,5 171 141,25 25,75 133 100 104,5 58 98 86,25 135,5 115,75 73,75 118.25 62 93 thibrna Deutsche «rtW Gelsenkirchen« 26,25 135,5 100,25 105,5 60,75 99,75 98,5 89,75 138,5 116,5 72,5 119,5 64 96,75 143,5 117 69 64,75 Schluß!. Dlinog« bärfe Mainlrastwerke Höchst a.«-.. 4| Süddeutscher Zucke, tt L 2 5 e b bi l v b ii b Anordnung über den kommissionö- we sen Berkaus von Frühkartoffeln. u A kl 113,75 65,25 63,5 22,4 93 90,5 89,5 96 92,9 90,25 90,25 89,9 90,25 94 94 98,65 ei Ul Ul Di I b< 8 7,5 7,65 8,4 31,25 68 86,75 50,5 55,5 60,5 154 104,5 62,9 71 48,4 43 124 48,13 63 62,75 20,13 180 171,75 141 142,75 69,4 41 81,25 64,5 98,1 99.6 93 95,9 22,5 93,13 4 6,25 3,7 33,5 25 26 31 67,75 86 50,5 55,5 60,5 154 ler (Agenten, Kommissionäre). 3. Für den Fall der Zuwiderhandlung setze ich auf Grund -er Verordnung üb-er den Absatz von Frühkartoffeln vom 17. Febr. 1934 § 1 Ziffer 5 eine Ordnungsstrafe von 25 RM. je Zentner, — im Wiederholungsfälle von 100 RM. je Zentner — vorschriftswidrig verkaufter Frühkartoffeln fest. 4. Das in § 1 Ziffer 5 der Verordnung über den Absatz von Frühkartoffeln vom 17. Februar 1934 (RGBl. Teil 1, Seite 111) vorgesehene Schiedsgericht wird von Fall zu Fall berufen. * Der Abschluß d e r Deutsche Lufthansa-AG., Berlin. Von dem in 1933 erzielten Rohüberschuß von 7,52 (7,7) Millionen sollen 5,29 (5,38) Millionen zu Abschreibungen auf Anlagen und 0,34 (1,58) zu anderen Abschreibungen verwandt werden. 0,30 (0,70) Millionen gehen gn die Selbstversicherungsrücklage, die damit einschließlich der in 1933 gebildeten, durch Schadensfälle nicht beanspruchten Prämienrücklagen einen Stand von 2,6 (1,5) Millionen erreicht. Einer Rückstellung für technische Neuerungen sollen 1,2 Mill, und einem neu gebildeten Wohlfahrtsfonds 0,25 Millionen zugewiesen werden. Der Rest von 0,15 (0,04) Millionen soll wieder der gesetzlichen Reserve zugeführt werden. Das Berichtsjahr entwickelte sich im allgemeinen günstiger als das Vorjahr. Im europäischen Dienst sind inbezug auf Verkehrsleistungen und Beförderungsergebnisse bemerkenswerte Fortschritte zu verzeichnen. Der außereuropäische Dienst (besonders in Richtung Südamerika und Ferner Osten) ist weiter ausgebaut worden. Die Aussichten für 1934 sind als befrie dig end anzusehen. * Belebung d e s R o h e i s e n-A u s l a n d - geschäftes im Mai. Nach Mitteilung des Roheisenverbandes bewegte sich das Roheisen-Jnland- geschäft im Mai in ruhigeren Bahnen als in den Vormonaten. Die Abrufe zeigten einen leichten 25,5 i,i 7,75 7,15 7,4 3 6,75 94,25 94 98,75 27 8,15 7,6 7,65 8,45 n Ü 11 b u Ä d 2 u bi 91 24 gc kl ir ll t( g v oamvurtz-Amertka-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff Hanja-Dampfschiss ..... Norvdeurscher Lloyd ...... A.G. für Verkehrswesen tot .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank .. Deutsche Boni und Dtsconto- 26 7,95 7,3 7,5 8,25 63 72,5 49 43,75 48,4 63 20,25 180 172,5 141 23,75 175,5 4% Ctiteneid)t)(he Goldrenle. 4,20% Lesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente .. . 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4*4% be»flL von 1918 6% adgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollonleihe von 1911 4% lürttldy Bagdadbahv-Anteihe Nundfunkprogramm Mittwoch, 6. 3unL Schlüße. Mittag- dörse 26 132,9 100,5 104,5 59 98,5 87.25 137 116,75 74,25 I g' zi öl zr 61 70 47,25 41,5 49 62,5 20 174 170 142 22,25 | 72,5 175 I 62,25 ; 94,75 73,25! 143 l 114,5 66,25 63,65 1 73,25 49 225 92,5 41,5 14 107 । 106 I 145 I 139,5 | 196 68,5 40,25 81 60,25 | 100 | 124 | Sielte. Lieferungsgesellschaft ... 6 Licht und Krall ... 6 gelten & Guilleaume ... 0 GeseUsch.f.Eleltr.Unternehmung. 6 Rheinische Elekteizität . 6 Schuckeri S Co......... 5 Siemen» S HalSke... ........ 7 Babmeoer & (io. ........... 10 lagen ferner Treber und Trockenschnitzel (bis plus 0,50). Es notierten: Weizen 207, Roggen 181,50, Hafer 182,50, Weizenmehl Type 563 (Spez. 0 aus Inlandsweizen) Festpreisgebiet W X 28,90 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich, do. Festpreisgeblet w VII 28,60 plus 0,50 Mk., Roggenmehl Type 610 (0 bis 60 Prozent Ausmahlung) Festpreisgebiet R VIII und R VI 25,50 plus je 0,50 Mk., Weizenmehl IV B 16,50, Weizennachmehl 15,50, Weizensuttermehl 11,80, Weizenkleie fein 10,60 bis 10,75, mittel 10,85, qrob 11,25, Roggennachmehl 16,50, Roggenfuttermehl 12,25, Roggenkleie 11,35, Soyaschrot 16, Palm- kuchen 15,15 nominell, Erdnußkuchen 17,20 nominell, Treber 14,50, Trockenschnitzel 10,90 bis 11, Heu und Weizen- und Roggenstroh wurden nicht notiert. , m . Kartoffeln: Industrie hiesige Gegend alte Ware 4 Mk. (zuletzt 3,40 bis 3,50 Mk.), Erstlinge ab Verladestation 8,40 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: fest. Srantfuvtcr Frankfurt a. M., 4. Juni. Auftrieb: Rinder insgesamt 1755 (gegen 1566 im letzten Montagsmarkt) darunter befanden sich 464 Ochsen, 165 Bullen, 495 Kühe und 631 Färsen. Kälber 546 (727), Hümmel 20 (6), Schafe 10 (5), Schweine 4071 (3850). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 29 bis 31, d) 26 bis 28. Bullen a) 31 bis 32, b) 29 bis 30, c) 25 bis 28, d) 21 bis 24. Kühe a) 29 bis 30, b) 26 bis 28, c) 22 bis 25, d) 15 bis 21. Färsen a) 34, b) 31 bis 33, c) 28 bis 30, d) 24 bis 27. Kälber a) 52 bis 53, b) 48 bis 51, c) 41 bis 47, d) 30 bis 40. Hämmel bl) 36 bis 37. Schafe nicht notiert. Schweine al) 50, a2) 38 bis 42, b) 38 bis 42, c) 37 bis 42, d) 35 bis 41, e) 32 bis 38, gl) 34 bis 35, g2) 31 bis 33. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt gaben Bullen, Kühe und Färsen 1 bis 2, Kälber 3 bis 4 RM. nach, Ochsen blieben gehalten, Schweine zogen 1 RM. an. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand (220 Stück). Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, geräumt. Flüstern ober ihr Brausen widerhallen. Die mächtige, eindrucksvolle Wand, die im Laufe der Jahrhunderte durch die attische Atmosphäre goldig verwittertes Gestein heroorzauberte, zittert das gesprochene Wort hinein in die Menge. Es ist, als lebten, als sprächen die Steine mit, als wäre alles lebendig und in Bewegung. Und über den „Persern" steht, jeder Zoll eine Königin, in Geste und Wort die Zuschauer beherrschend und faszinierend, die Mutter des Terxes — Atosfa. Allgemein fiel die Erziehung an den Schauspielern auf; Staunen erregte, wie das Ensemble in die Dimensionen dieses Ortes hinein- .gesteigert war. Wie eine Ode klang die erzene Stimme Albrecht S ch ö n h a l s', wie drohendes Gewitter von Winter st eins Sprache. Der Schmerzensschrei des Terxes — Heinz Klingen- b er a — und, als Geist des Darios, S ü s s en- gut y s Grabesworte vollendeten den unvergeßlichen Eindruck. Eine Klage der ganzen Erde — so drang die schöne Stimme Anna Maria Looses hinein in die bewegte Menge. Und die Totenklage zieht hinauf in die Burg, in die Akropolis, die einst dieses geschichtliche Ereignis sah und fühlte, das heute durch Dr. Ley- Hausens Bearbeitung der „Perser" des A i s ch y- l 0 s einen Mitkämpfer und Mitstreiter bei der Schlacht von Salamis sprechen läßt; einen Künstler des Wortes, der selbst das Schwert zu führen verstand und jenes unsterbliche Ereignis persönlich erlebte. Und über den Felsen hinweg blickt der Giebel des Parthenon im Schein des Lichtes, das vom Theater zu ihm hinaufsttömt, hinab auf ein großes Ereignis! der Uebertretung dieser Anordnung ihrem Gebietsbeauftragten bzw. iy: bauernführer zur Bestrafung durch mich zu melden. Als Zuwiderhandelnde im Sinne dieser Anordnung gelten bei inländischen Frühkartoffeln die Versender; bei ausländischen Frühkartoffeln die Dermitt- Auf Grund der Verordnung über den Absatz von Frühkartoffeln vom 17. Februar 1934 des RGBl. 1934 Teil 1, Seite 111, und der Ergänzungsverordnung zur Aenderung der Verordnung über den Absatz von Frühkartoffeln vom 9. Mai 1934 hat der Reichsbeauftragte zur Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln, Boettner, folgende Anordnung erlassen: 1. Für die Zeit vom 6. Brächet (Juni) bis zum 20. Heumond (Juli) verbiete ich. im gesamten Reichsgebiet den waggonweisen Vertrieb unverkaufter Frühkartoffeln in'- und ausländischer Herkunft, sowie den Abschluß von Kommissionsgeschäften mit Frühkartoffeln in- und ausländischer Herkunft. 2. Die Bezirksbeauftragten und die Beauftragten der Landesbauernführer sind verpflichtet, jeden Fall unverzüglich 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 9.45: Werbe-Vortrag. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk: Kennst du deinen Wald? Von Werner Reichardt. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittaaskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. Schultheis $oynbofet .......O üfu (Allgemeine ftunftfeibe) .. O Bemberg O Hellltoff Waldhof ............O Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Sa« .............. 7 Daimler Motoren............ O Deutsche Linoleum........... O Oren stein & Koppel .......... O Leonhard Dietz ............. O Ihade.....................10 •äu m ul atoren-Fabrü........O Lonri-Gurvm'............... O Rückgang. Auf 'dem. Auslandmarkte trat eine kleine Belebung ein bei weiter gedrückten Preisen. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 4. Juni. An der Börse war auch zum Wochenbeginn wieder mehr Leben bei anhaltend fester Stimmung. Auf Grund der wesentlichen außenpolitischen Entspannung nach der Saar- Regelung kamen seitens der Bankenkundschaft zahlreiche Kaufaufträge an die Märkte, die bekanntlich seit langer Zeit vollkommen leer waren. Da auch die Kulisse Meinungskäufe vornahm, war schon börsentechnisch eine stärkere Auswärtsdowegung bedingt. Verkaufsaufträge waren kaum vorhanden. Der Auftrieb der Börse wurde durch die aktive Anleihepolitik des Reiches begünstigt. Dazu kam noch die leichte Verfassung des Geldmarktes, die ihren Ausdruck auch in der am Samstag vorgenommenen Privatdiskontermäßigung fand. Dor allem waren die Kursgewinne am Aktienmarkt beachtlich. Farben- induftrie um 2*50, Scheideanstalt gar um 4, Deutsche Erdöl um 1,25 und Th. Goldschmidt um 0,50 v. H. erhöht. Am Montanmarkt waren die Steigerungen ziemlich kräftig; Klöckner 3,40, Harpener 3, Rheinstahl 2,50, Gelsenkirchen und Mansfeld je 1,25, Phönix und Mannesmann je 0,75 v. H. fester. Am Elektromarkt gewannen Chadeaktien auf feste Meldungen aus der Schweiz 3,75 Mark, ferner zogen Siemens 2,25 v. H., Rhein. Elektro 2,50, AEG. 0,75 v. H. an. Kunstseideaktien auf die gestiegenen Ausfuhrzisfern freundlich, Bemberg 2,13, Aku 2 v. H. höher. Motoren-, Bau- und Zementwerke durchweg fest, u. a. gewannen Daimler 0.25 v. H., Adlerwerke Kleyer 1,50, Gement Heidelberg 1, Holzmann besonders fest (plus 3,25 v.H.), ferner am Zellstoffmarkt Waldhof 1,40 Aschaffenburg 1,50 v. H. Schifffahrtsaktien lagen nach der starken Steigerung am Samstag schwächer, Hapag minus 0,50, Norddeutscher Lloyd minus 1,75 v. H. Sonst eröffneten noch AG. für Verkehr 1,50, Junghans 3, Reichsbank 1, Buderus 2 o. H. fester. Renten lagen ruhiger, aber freundlich. Neubesitz mit 22,40 v. H. behauptet, ebenso Altbesitz nach der Ziehung. Stahlverein-Bonds und Reichsmark- Anleihen bis 0,65 v. H. höher. Von fremden Werten waren Ungar. Anleihen gefragt und um 0,25 v. H. freundlicher. Im Verlaufe blieb die Haltung durchaus fest und die Haupttverte am Aktienmarkt zogen erneut um durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. H. an. Andererseits ergaben sich in den Nebenwerten kleine Abschwächungen um etwa 0,50 bis 1 v. H., besonders Schisfahrtsaktien ließen nach. Stark befestigt waren erneut Chadeaktien mit nochmals plus 3 Mark, auch die später notierten Werte lagen meist von 1 bis 2 v. H. höher. Renten blieben bei kaum veränderten Kursen weiterhin ruhig. Kommunal-Umschul- dung aber weiter gesteigert und zwar bis 81,13 v. H. nach 80,50 v. H. Stadtanleihen lagen fest und von 1 bis 1,50 v. H., Heidelberger sogar um 2,50 d. H. fester. Am Pfandbriefmarkt bestand Nachfrage, die nur bei um 0,25 bis 0,50 v. H. höheren Kursen befriedigt wurde. Staatsanleihen lagen ruhig. Schweiz. Bundesbahnanleihen waren neuerdings 2.6. 7,2 3,9 3,65 31,65 2-6. T/Z 4 3,5 32 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Soziale Bestimmungen im alten deutschen Recht. Zwiegespräch zwischen Dr. H. Braun und Dr. A. Pfeiffer (Frankfurt a. M.). 17.45: Stunde der Jugend: Aus fremden, bunten Ländern! Ein luftiger Reisebericht von Cattina von Seybold. 18.20: „Ich packe zu." Erlebt und berichtet von Dietrich Joachim Graf. 18.35: Junge deutsche Dichtung: Ewald Brun. 18.50: Griff ins Heute. 19: Kinder spielen Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung! 20.30: Unterhaltungskonzert. 21: Festkonzert anläßlich des Musikfestes' des allgemeinen deutschen Musikeroereins. 22: Kleine Unterhaltung. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Vrieffasten der Ueöafhim (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Mietvertrag D. 2N. Wenn der Mietzins nach Monaten bemessen ist, so ist die Kündigung nur für den Schluß eines Kalendermonats zulässig und hat spätestens am 15. des Monats zu erfolgen. Sollte dagegen ein jährlicher ober vierteljährlicher Mietzins mündlich vereinbart sein, und die monatliche Zahlung, eine Teilzahlung auf die an sich vierteljährlich geschuldete Miete sein, so ist die Kündigung nur für den Schluß eines Kalendervierteljahres zulässig und hat spätestens anT 3. Werktage eines Vierteljahres zu erfolgen. Es kommt also auf die seinerzeitige Vereinbarung des Mietzinses an, ob er nach Vierteljahren oder nach Monaten bemessen war. Der Verkauf des Hauses hat jedenfalls keine Einwirkung auf den mit Ihrem ersten Vermieter mündlich geschlossenen Vertrag. Daten für Dienstag, 5. Juni. 1399: der spanische Maler Don Diego Velazquez in Sevilla geboren (gestorben 1660); — 1826: der Komponist Karl Maria von Weber in London gestorben (geboren 1786); — 1887: der Maler Hans von Maröes in Rom gestorben (geboren 1837); — 1906: der Philosoph Eduard von Hartmann in Groß- Lichterfelde gestorben (geboren 1842). 4.6. 7,2 4,25 6 3,65 33,55 25 wieder fester. Tagesgekd war leicht und 3,50 v. S). nach 3,75 v. H. am Samstag. Auch im weiteren Verlaufe hielt die feste Sttm- mung an, wenn auch die Kurse ihre Aufwärtsbewegung in erheblich langsamerem Tempo sortsetzten. Das Geschäft ließ ebenfalls etwas nach, in einigen Spezialpapieren entwickelten sich immer noch beachtliche Umsätze. Am Schiffahrtsaktienmarkt bröckelten die Kurse weiter ab, Hapag schlossen mit 24,50 nach 26, Nordd. Lloyd mit 31 nach anfangs 32,25. Auf den übrigen Marktgebieten konnten sich die hohen Kurse in den meisten Fällen gut behaupten, nur hier und da ergaben sich geringprozentige Rückgänge. Die Börse schloß in fester Tendenz. Frankfurter Abendbörse weiter fest. Frankfurt a. M., 4. Juni. Die feste Haltung der Mittagsbörse blieb auch im Abendbörsenverkehr bestehen und darüber hinaus hat sie noch eine Verstärkung erfahren. Die Umsatztätigkeit in einigen Spezialwerten war bei Eröffnung schon verhältnismäßig lebhaft, da von der Kundschaft neue zahlreiche Kaufaufträge Vorlagen, die in Verbindung mit weiteren Meinungskäufen der Kulisse neue Kurssteigerungen um etwa 0,50 bis 1 v. H. gegen den Berliner Schluß herbeiführten. Freilich vollzog sich das Tempo der Aufwärtsbewegung in wesentlich kleinerem Ausmaß als heute mittag. Stark gesucht blieben von lokalen Papieren neben IG. Farbenindustrie Scheideanstalt, für die eine Taxe von 205 bis 207 v. H. gegeben wurde nach heute mittag amtlich 202 v. H. und 40 v. H. Repartierung. Im Verlaufe setzten sich die Kurserhöhungen bei lebhaftem Geschäft fort, wobei die neuesten Mitteilungen aus Genf, insbesondere der Vorschlag Hendersons von Anregung war. Lebhaftes Interesse hatten Farbenindustrie, die bis auf 144,50 v. H. (!), also um 1,75 v.H. anstiegen. Auch sonst schloß die Börse überwiegend mit Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H. gegen Berlin. Zu erwähnen sind Bekula mit +1,50 v. H., Bemberg mit + 1,50 d. H., Mansfeld Bergbau mit + 1,25 v. H. usw. Scheideanstalt kamen mangels Angebots nicht zur Notiz. Die Taxe erhöhte sich auf 207 v. H. stramm Geld. Am Kassamarkt kamen eine ganze Reihe von Papieren, die seit zwei, drei Tagen gestrichen waren, erheblich höher zum Kurs. Für Ehern. Albert allerdings kam weder ein Kurs zustande, noch war eine zuverlässige Taxe zu erfahren. Die letzte war bekanntlich 70 v. H. Geld nach am Freitag amtlich 59,75 v.H. Am Rentenmarkt wurden Neubesitzanleihe gefragt und lebhaft umgesetzt. Der Kurs hat sich bis auf 22,75 v. H. herangeschafft. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen sowie Stahlverein-Bonds blieben behauptet, Kommunal-Um- schuldung war weiter gesucht. Nachfrage zeigte sich außerdem nach einigen Goldpfandbriefen und Stadtanleihen bei leicht anziehenden Kursen. Fremde Werte lagen still und ohne Interesse. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,60 bis 22,75, Altbesitzanleihe 95,75, Stahlverein-Bonds 74,65, Schutzgebietsanleihe von 1908 bis 1911 9 Geld, Oberhessen Provinz- anleihe 96,50, 6 v. H. Voigt & Häffner 79,75, 6 v. H. Heidelberger Stadt von 1926 82,50 rat., 6 v. H. Franks. Hyp. Bank Gold R 13 bis 15 90,75, 6 v. H. Schatzanweisungen des Reiches von 1923 10 bis 1000 Dollar 73,25, 5,50 v. H. Rhein. Hyp. Liquid. 91,25, AKU. 63, Bemberg 72,50, Conti Gummi 141, Daimler 48,40, Deutsche Erdöl 119,90, Deutsche Linoleum 63, Licht & Kraft 105,50, IG. Farben 142,90 bis 143,50 bis 143,25 bis 144,25 bis 144 bis 144,50, Gelsenkirchen 63,50 bis 64, Goldschmidt 70, Holzmann 64,25, Ilse Genuß 117, Kali Aschersleben 109,50, Klöckner 69, Lahmeyer 116,50, Mannesmann 64,65 bis 64,75, Metallgesellschaft 82, Phönix 49,50 bis 50, Rhein. Braunkohlen 229, Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. TI., 4. Juni. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt war weiter fest und hatte heute erstmals seit längerer Zeit etwas lebhafteres Geschäft zu verzeichnen. Die Hauptanregung gab habet weiterhin die Preisbewegung am Futtermittelmarkt, daneben erhält der Markt aber auch durch die fortschreitende Verringerung der Vorräte und infolge des wesentlich besser gewordenen Mehlgeschäfts eine gute Stütze. Von letzterem wurde der Weizenmarkt günstig beeinflußt, zumal das Angebot sich verringert hat. Es wurden Preise bewilligt, die sogar über dem Mühlenfestpreis lagern Roggen ist kaum angeboten, dadurch ist das Geschäft allerdings beschränkt; hier lagen die Forderungen weit über dem Festpreis, die wegen des knappen Angebots auch bezahlt wurden. Gerste war nicht angeboten, daher erfolgte auch feine Notiz; die Lage hierfür ist ebenfalls weiter fest. Hafer zog bei kleinem Angebot um erneut 2,50 Mark per Tonne an. Für Mehle blieben die Preise unverändert, das Geschäft hat sich jetzt zu den neuen Bedingungen gut eingespielt. Roggenmehl ist nur für den laufenden Konsumbedarf gefragt. Aus den bekannten Gründen blieb der Futtermittelmarkt sehr fest, besonders oel- haltige Artikel erzielten Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 Mk., auch Kleie war bis 0,25 Mk. höher. Die Preise für Nachmehle blieben unverändert. Fest PHMvv Hoizmano ...........0] ftemrntwerf Heidelberg ••••.. O XemtntnxTl Karlstadt......... O| zu vermitteln verstand, um die Größe des Sieges bei Salamis gigantisch und zyklvpenhaft erstehen xu lassen, in die Sprechweise und auf die Erscheinung feiner Mitwirkenden im Sprechchor. Sv wird der Gedanke des Dichterehepaares Site- l i a n o s, die in den von ihnen geschaffenen Delphischen Spielen eine alle Welt umspannende geistige Union schaffen wollen und die Dr. Ley - Hausen zur Olympiade des Dramas erheben möchte, zur Wirklichkeit. Die Olympiade des Dramas ist in Athen geboren, sie lebt und wächst und wird mit raschem Flügelschlage sich über die ganze Erde spannen. Die Arbeit, der Aufwand, die Mühen, das Harren und Bangen sind belohnt, der Griechische Gedanke von Delphi und die deutsche dee der Olympiade des Geistes wird noch die Menschen zu friedlichem Tun begeistern und umfassen, mit denselben Zielen, wie das Internationale Olympische Comitß die Nationen der Erde zu sammeln verstand! Nur wird sie es schwerer haben, weil sie sich in den Dienst des reinsten Geistes stellt. Eine feierliche Stille im Zuschauerraume des antiken Theaters; viele Griechen flüterten; bas, was da unten auf der Orchestra vorgeht, ist echteste Kunst, ist — Gottesdienst. Die Musik unterstreicht das gesprochene Wort, bald rauscht es lieblich rpie linder Wind durch Frühlingspracht, bald braust es donnernd und drohend durch die Reihen, bald klagt es verzweifelnd im herzzerreißenden Schmerz. Symphonisch dramatisch wie eine große Bachpassion, tragisch durchglüht wie eine Beethoven-Symphonie vermitteln die „Perser" die Kraft und die Glut des größten Dichters am Mittelmeere. Und die wunderbare Akustik des antiken, offenen Freilichttheaters verschönert noch der Menschen Stimme, läßt ihr t®. Farden-JnousM«....... ? cheidean stall............... 9 Goldschmidt ................O Stütgertroertc ...............O yietnUflrkUichaft.............O Datum «% oeffjl. Serie 11 ..... 5% Äumän. veretnh. Rente v. 190S 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereint). Rente .. 8%% toiatoHer harpener ................. O hoesch Eisen—Kdin-Neuesseu .. O Ilse Bergbau Jlfe Bergbau Genüss« . ftlödnetroerfe Djannrt mann-Stöbere «ansselder Bergbau.........O| Kokswerke ............ O Phönix Bergbau ............ O Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl O Bereinigte Stahlwerke........O Otaot Minen ......... O Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7V,| Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. n angeführten Ziffern geben tue Hohe der zuletzl velchioffenen Dividende an - Reichsbankdiskonl 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt o.M. furt bSrfe Frankfurt a. HL Schluß!- <5« ufr Abend. 'U" börfe Datum •% Deutsche RetchSanleihe v 1927 «%ehem.7%Dt.Reichsanl.v.lSL9 6Vi% Dvung-Anteihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablüs.-Schulb mit Auslos.-Rechten ........ Desgl. ohne Auölos.-Rechle...... 6% ehem.8% Hess. PolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ....... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ........ 654% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltqui...... Oberhessen Provinz-Anleih» mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mttAuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hhv.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 • % ehem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 »%% ehem. *V>% Franks Hyp^- Bank-Ltqu.-Psandbriese • K% ehe" Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse. «% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 • % ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergulsch Berrechnunaskur» Schluß- kurS 2.6. Frantfuri a. HL Berim Schluß- hird Schluß!. Abendbörse Gchiufr turs Schluß!. Mittag- börse 26- 4.6- 2.6- 4.6. 2-Juni 4-3uni Amtliche (Stein iotierung Brie Amtliche Geld | Dotierung Brie Buenos Aires 0,608 0,612 0,613 0,617 Brüssel----- 58,48 58,60 58,47 58,59 Rio de Jan. 0,151 0,153 0,146 0,148 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56.69 56,81 56,66 56,78 Danzig..... 81.60 81,76 81,60 81,76 London ..... 12,69 12,72 12,69 12,72 Helsingsors.. 5,609 5,621 5,609 5,621 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland ... 169,48 169,82 169,53 1^9,87 Italien.... 21,68 21,72 21,73 21,77 Japan ..... 0,755 0,757 0,755 0,757 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... 63,79 64,91 63,79 63,91 Wien...... 47,45 47,55 47,45 47,55 Lissabon... 11,55 11,57 11,55 11,57 Stockholm.. 65,43 65,57 65,41 65,55 Schweiz ... 81,37 81,53 81,34 81,50 Spanien... 34,25 34,31 34,22 34,28 Prag...... 10,43 10,45 10,43 10,45 Budapest .. — — Neuyork... 2,507 2,513 2,507 2,513 Gesellschaft ....... ....... 0 Dresbner Bank....... .......0 RetchSbank .......... ...... 12 S.G.G............... .......o Bekula.............. ....... 0 Berlin, 4. Juni Geld Brie. Amerikanische Noten.............. 2,46 2,48 Belgische Noten................. 58,31 58,55 T'flnijrf}- Noten ................. 56,51 56,73 Higttsch- Nuten ................. 12,545 12,705 16,46 16,52 169,79 Italienische Noten ........... 2b 61 21,69 64,88 Deutsch L esterreich, * 1OO Schilling _ Rumänische Noten............... — —— Schwedische Noten............... 65,25 65,51 Schweizer Note» ................ 81,16 81,48 Spanische Note»................. 34,08 34,22 Hnaariidjf Note»................ —— mtsverkündigungsblatt Dienstag, 5.ZuniM4 für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt (Ziehen JHp. 28 Erscheint Dienstag und Freitag. 5. IUM Nur durch die Post zu beziehen. 1934 Inhaltsübersicht: Erlaubnispflicht für den Straßenhandel in Gießen. — Saison-Schlußverkauf 1934. — Sprechstunden bei dem Kreisschulamt. — Sammlung durch Schüler anläßlich des „Rotkreuztages" am 9. und 10. Juni 1934. — Schulungslager der Hitlerjugend und des Jungvolks. — Dienstnachrichten. Bekanntmachung. Betr.: Erlaubnispflicht für den Straßenhandel in Gießen. Auf Grund des § 42b der Gewerbeordnung in der Fassung des Art. II Ziff-2 des Reichsgesetzes zum Schutze des Einzelhandels vom 12. Mai 1933 (RGBl. Teil l, S. 263) und des § 70 der Hess. Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung wird nach Anhörung der Stadtvertretung von Gießen und der zuständigen gesetzlichen Berussvertretung angeordnet: § 1. Wer im Gemeindebezirk Gießen einen Wohnsitz oder eine gewerbliche Niederlassung besitzt und innerhalb des Gemeindebezirks auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten oder ohne vorgängige Bestellung von Haus zu Haus 1. Waren feilbieten oder 2. Waren bei anderen Personen als bei Kaufleuten oder solchen Personen, welche die Waren herstellen, oder an anderen Orten als in offenen Verkaufsstellen zum Wiederverkauf anbieten, oder Warenbestellungen bei Personen, in deren Gewerbebetriebe Waren der angebotenen Art keine Verwendung finden, aufsuchen, oder 3. gewerbliche Leistungen, hinsichtlich deren dies nicht Landes- gcbrauch ist, anbieten oder Bestellungen auf solche aufsuchen will, bedarf dazu der Erlaubnis des Kreisamts Gießen. Die Erteilung der Erlaubnis hängt von dem Nachweis eines Bedürfnisses ab. Entsprechende Gesuche sind bei der Polizeidirektion Gießen einzureichen. § 2. Die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 27. Dezember 1922 über die Einführung der Hausiererlaubnisscheinpflicht für Gießen wird hiermit aufgehoben. § 3. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. Gießen, den 4. Juni 1934. Hess. Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Bekanntmachung. Betr.: Saison-Schlußverkauf 1934. Auf Grund des § 9 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb in der Fassung der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Wirtschaft vom 9. März 1932 (RGBl. Teil I, S. 123) und des § 9 unserer Bekanntmachung vom 30. Mai 1932 über Ausverkäufe und ähnliche Veranstaltungen, abgedruckt im Amtsverkündigungsblatt Nr. 40, wird für den Saison-Schlußverkauf 1934 Nachstehendes angeordnet: I. Der Beginn des Saison-Schlußverkaufs wird auf den letzten Montag im Juli, das ist der 30. Juli 1934, die Dauer wird auf i längstens 12 Werktage festgesetzt. TT. Der Zeitpunkt des Beginns der Veranstaltung ist für jedermann deutlich erkennbar anzugeben. III. Auf den Saison-Schlußverkauf bezugnehmende Ankündigungen und Mitteilungen jeglicher Art dürfen nicht früher als 24 Stunden vor dem Beginn der Verkäufe erfolgen. In Zeitungen, die weniger als 7mal in der Woche erscheinen, dürfen Ankündigungen und Anzeigen von Saison-Schlußverkäufen bereits in derjenigen Ausgabe enthalten sein, welche vor dem 29. Juli 1934 erscheint. Die vorzeitig erfolgenden Ankündigungen und Mitteilungen müssen deutlich und unmißverständlich den Tag des Beginns der Veranstaltung angeben. Unstatthaft sind jedoch solche vorzeitige Ankündigungen und Mitteilungen, die durch Schaustellung von Waren in Schaufenstern, Schaukasten und dergleichen erfolgen. IV. Es ist nicht statthaft, im Zusammenhang mit dem Saison- Schlußverkauf in öffentlichen Bekanntmachungen oder Mitteilungen, die für einen größeren Personenkreis bestimmt sind, Waren zum Verkauf anzubieten, die nach ihrem Verwendungszweck und dem Zeitpunkt ihrer Anschaffung oder Herstellung durch den Verkäufer für den Vertrieb oder Verbrauch in dem künftigen Verbrauchsabschnitt (Saison) bestimmt sind. Das Angebot von Waren aus früheren Verkaufsabschnitten ist zulässig. V. Die Schreibweise des Wortes „Saison-Schlußverkauf" ist in folgenden Formen als zulässig anzusehen: 1. Saisonschlußverkauf (ohne jede Trennung),' 2. Saisonschluß-Verkauf (einmalige Trennung nach „Saison- schluß"),' 3. Saison-Schluß-Verkauf (Trennung in die drei Wortbestandteile). Unerheblich ist hierbei, ob die genannten Schreibweisen Trennungsstriche aufweisen oder nicht. Bei allen drei Formen der Schreibweise dürfen aber in keinem Falle die Wortbestandteile „Schluß" oder „Schlußverkauf" irgendwie (z. B. durch größeren Druck, durch andere Farbe oder durch die Anordnung als solche» vor den übrigen Wortbestandteilen hervorgehoben werden. Dagegen können die Wortbestandsteile „Saisonschluß" gegenüber dem Wortbestandsteil „Verkauf" bei allen drei Formen der .Schreibweise stärker berausgestellt werden, wenn dies völlig gleichmäßig für die Bestandteile „Saison" und „Schluß" erfolgt. VI. Diese Regelung gilt auch für die von Versandgeschäften veranstalteten Saison-Schlußverkäufe. Gießen, den 4. Juni 1934. Hess. Kreisamt Gießen. I. V.: Weber. Betr.: Sprechstunden bei dem Kreisschulamt. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die Sprechstunden bei dem Kreisschulamt fallen am kommenden Mittwoch aus. Der nächste Amtstag findet am Freitagvormittag (9 bis 12 Uhr) statt. Gießen, den 4. Juni 1934. Hess. Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Betr.: Sammlung durch Schüler anläßlich des „Rotkreuztages" am 9. und 10. Juni 1934. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die nachstehende abschriftliche Verfügung des Hess. Staatsministeriums, Ministerialabteilung Ila vom 28. Mai d.J. teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Unterstützung der Sammlung mit. Gießen, den 2. Juni 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Wir benachrichtigen Sie, daß wir dem Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz die Verwendung von Schülern und Schülerinnen bei der Straßensammlung des Roten Kreuzes am 9. und 10. Juni 1934 unter den in unserem Ausschreiben vom 23. April 1934 zu Nr. III. 11127 (Amtsverkündigungsblatt Nr.23 v. 12.5.34) angegebenen Bedingungen gestattet haben. Betr.: Schulungslager der Hitlerjugend und des Jungvolks. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die nachstehende Verfügung des Hess. Staatsministeriums, Ministerialabteilung Ila vom 1. Juni 1934 teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Bekanntgabe an sämtliche Lehrkräfte mit. Gießen, den 4. Juni 1934. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Auf Anordnung der obersten Führung der Hitlerjugend und des Jungvolks müssen die Angehörigen dieser Verbände Lehrgänge in Schulungslagern — die ungefähr vierzehn Tage dauern auftauchen. Wir machen uns gleich an den Aufstieg. Oedes, steigendes Gelände, dürftig mit Ginster bewachsen. Kleine Schluchten, die letzten Risse der großen Verstungen des Gebirgs, das vor uns hängt. Dann steigen wir in die verkohlte Hochwand. Schmale Serpentinen führen über Asche, schlackige Blöcke und knirschenden Staub. Leises Tosen beginnt Je höher wir steigen, um so tiefere Risse tun sich im Berg auf. Und was wir aus der Ferne nicht sehen konnten, erblicken wir jetzt: der ganze Berg, nicht nur der zerklüftete Sturzkrater, ist furchtbar zerrissen, und aus braunen, schwarzen und roten Spalten fauchen giftige Rauchschlangen. Der Pfad windet sich schräg durch Sturzasche. Die Hölle hängt drohend über uns. Unsere Ohren fangen an zu branden, denn aus tausend Löchern stößt die Erde ihren sausenden Schwefelatem aus. Manchmal fegt ein Windstoß giftige Rauchschwaden aus der Hohe herab. Dann stehen wir, pressen die Taschentücher vor den Mund, bis es vorüber ist Die Schluchten werden tiefer. Mit ungeheurer Schnelligkeit schießen Schwefelräuche über uns hinweg, zerfahren in der Luft. Manchmal unter uns ringelt sich plötzlich Dampf, brennt in den Füßen bis zum Herzen. Das Brausen wird zum Donner. Wir blicken zum Himmel. Keine Wolke mehr. Kein Blau. Rur fliegende Schwefeldünste, zerflatternd, zerstäubend, höher hinauf in den Sturzkrater. Unter uns dampfende Tiefe. Kein Pfad mehr, wir müssen kriechen. Und Absturz droht in die Messer und Nadeln der Lava. Jetzt donnert die Höllenwaad auf. Wir sind erkannt. Blicken schnell auf: Hölle über unserm Haupt. Grüne Schwefelsäulen kochen im Donnerton, soweit unser Auge noch zu blicken vermag, ungeheuerliche Glut stößt herab. Und da: .grellrotes Feuer, Flammen, dunkel, fegen und zischen die Wände herab. Der Berg siedet und zittert von slus- sigem Schwefel. Wir treten in den Boden der Wand. Es donnert hohl unter uns. Wollen weiterkriechen. Schwefelrauch, höhnisch, stechend, pfeilschnell von allen Selten. Wir sind eingehüllt, können nicht weiter. Die Höllenorgel brüllt, blendet mit grellem Gelb und iuciqc 4vivciyt|u;i uir urc yttr^ft^uwtorn xmxityt [einer Lava donnerte, dann war er, von giftigen Schwefelwolken umhüllt, wie ein Thron der Hölle und wir versetzten gern alles Böse und Feindliche, das uns s,imal5 begegnete, in die Risse, Schlünde und Sturzkrater von Vulcano. Weit schob er seine Klippen und Pranken ins Meer, steil stiegen hinter dem Hauptkrater die schlanken Windungen des Monte Sarazeno aus dem Samt des Lavatales und unaufhörlich rauchten aus der Kruste unterhalb der Krater die grüngelben Fumarolen. In der Frühe eines sonnenhellen Tages fuhren mein Freund, seine Frau und ich in einem roten Liparesenboote auf ihn zu. Auf dem emailblauen Meer, dessen Wogen Kig glänzten, schimmerte die Morgensonne. Die Uferfelsen, ebenfalls vulkanischen Ursprungs, jäh abgeschnitten, bestanden aus Wallen von übereinandergelagerten Lavamänteln die in den verschiedensten Farben leuchteten. Wo ihr Saum im Meer stand, waren blutrote Höhlen, aus denen das ewige Wasser glühende Fluten wusch. Als wir an der Enge zwischen Lipan und Dul- cano vorbeifuhren, sahen wir auf dem Meere kleine silbergraue Segelchen heranschimmern in der Große einer Kinderhand. Es wurden ihrer rmmer: mehr und bald waren wir von einer blitzenden Flottille umgeben, von Tausenden dieser zarten Tiere, die von^ den Ruderern fiori del mare, Blumen des Meeres genannt wurden. Wir nahmen eines aus dem Wasser und endeckten an ihm ein entzückendes W-sen Das silbergraue, fast durchsichtige Seaelchen stak in einer ebenso großen geformten silbernen Tragfläche und auf deren Unterseite rundherum ein Perlenkranz von violetten Saugfußchen. Das tanzte nun in Scharen auf den großen Wagen mr seinen tapferen Lichtsegelchen, tauchte auf und unter und begleitete uns. Mr fuhren an Vulcanello heran. Das sind zwei kleine, sehr regelmäßig geschnittene ^rutertopfe, bereits erloschen, die mit dem Feuerberg durch eine Lavaebene verbunden sind. Sie lagern ins Meer hinein, verzerrte und erstarrte Massen von esien- hartem Basalt, der in-Würfelblocken starrt. Hart und finster lagern diese bizarren Feuertropfen unter den lieblichen Farbschluchten von Vulcanello, die an Sonnelchängen mit dunkler MMe beklerdet waren. über eine Schlucht, ziehen uns am Stock zu einer Basallnadel, kriechen verzweifelt. Vor uns schwarze Türme, hinter denen vielleicht Schutz ist. Die Höllenorgel brüllt fort. Der Boden ist heiß. Weiter. Endlich ein Stück Himmelblau. Wind! Wir saugen ihn wie Wein. Der heimtückisch fließende Sand hört auf. Ein Riesenblock Wir ruhen hinter if)m. Vor uns breitet sich schwarze Hochöde. Der Boden ist dünn und spröd wie Glas. Unter ihm dumpfe Höhlen. Aber Sonne flimmert tausendfach an den Kanten der scharfen Obsidianpfeiler, die in diese weite Höllenkruste eingeschmolzen sind. Nachdem wir aus^eruht haben, gehen wir über die hitzeflimmernde Ebene zum Hauptkrater. Im dünnen Boden sind überall offene Schwefelmäuler, ohne Rauch, erloschen. Der Wind dreht die Gift- aewölke von uns ab. Herrlich steigt der Gipfel des Monte Saraceno aus dem Südtal. Wir sehen das Meer im schryeren Silber des Scirocco und die stillen Aeolischen Inseln, den erhabenen Aetna über den sizilischen Gebirgen und im weißen Schaum die kalabrische Küste. Und wir schreiten nun an leise rauschenden, geborstenen Urblöcken vorbei und werfen den ersten Blick in die riesige Mulde des Mutterkraters. Wir stehen still. Schauen in die ungeheuren Staffelungen hinab bis auf den Grund des Schoßes, atmen den stummgewaltigen Schwung von der Tiefe hoch zu den an den Flanken im Lichte brennenden Hüftkegeln, gleiten mit den Augen über die langen Schwellungen der Muldenlippen, die von der Sonne geküßt werden. Und ich kann nicht anders, ich muß hinab. Meine Freunde bleiben oben. Wind weht mächtig von einer Seite und treibt die Dämpfe von mir ab. Ich steige hinunter. Bis die Steine anfanaen zu glühen. Schaudernd blicke ich gen Himmel. Und fühle die gewaltige Wölbung des Kraters. Blauer Himmel und ein Kreis von Wolken decken mich zu. Ich stehe in der Kugel von Himmel und Hölle. Wir fahren dann durch den Lavasand ab ins westliche Tal. Goldene, schwerduftende Ginsterbäume umblühen uns. Dann trinken wir schweren, schwarzen Dulcanowem. nant G a l l e n k a m p während der Weihe- ansprache. < M * ■ / .&r MAU r g hat in einer Verordnung in einheitlicher ganz Deutschland den Verkehr mit Speise- llt. Von jedem Speiseeishersteller wird vor langt, daß er die Herstellung in Räumen t, die für diesen Zweck geeignet sind und luber gehalten werden. Erforder- >aß die Herstellung unter sorgfältig- ieachtung aller hygienischen : 5 p u n f t e erfolgt, daß die Zutaten ge- ch einwandfrei und der Hersteller sowie fer gesund sind. Der Gesetzgeber hat eine erschiedener Speiseeissorten zugelassen, die Verhütung von Täuschungen in genau iebener Weise bezeichnet werden müssen, igsten Speiseeissorten sind: Kremeis, Sahne- hteis sowie Milchspeiseeis und Kunstspeise- Bestandteile der einzelnen Eissorten an ihne, Eiern, Fruchtsaft usw. sind genau fest- iie Geschmackgebung darf nur durch natür- uchs- und Geschmackstoffe, also nicht durch Essenzen u. dgl. erfolgen. Auch künstliche ist verboten. 'Milchspeiseeis muß, seiner iing entsprechend, vor allen Dingen Voller eine entsprechende Menge kondensierter ) enthalten, und zwar mindestens 70 v. H., gen Eismasse. tspeiseeis heißen alle jenen Speiseeise, Oualitätsanforderungen der obengenannten iforten nicht ganz erfüllen. Sie brauchen icht geringwertig zu sein. Häufig enthalten re Mengen Milch, Früchte ober Fruchtsäfte, incht bei ihnen die rote ober gelbe Farbe n Früchte- ober Eiszusatz herrühren. Sie lso künstlich gefärbt unb auch künstlich aro- roerben. Das Kunstspeiseeis muß aus- als solches gekennzeichnet werben. t werben bürfen alle Speiseeissorten, auch istspeiseeis, nur mit reinem weißen Zucker, irzuna von pfarreraehättern Ztaatspressearnt teilt mit: Unter ber rift „Kürzung der Pfarrergehälter in Hessen" )ie Frankfurter Zeitung im zweiten Mor- vom Freitag, 1. Juni 1934, eine Mitteilung, bie staatlichen Leistungen für bie wirtschaft» rforgung bes Pfarrstandes herabgesetzt seien „Nie Avsl vom Traunsee." »enhafte Geschichte vom reichen Amerikaner, ihm zugedachte, nicht minder wohlhabende ännin verschmäht, sich kurzerhand in die ryerische Wichs steckt, sich in die Nichte des om „Almblick" heftig verliebt und mit Hilfe roßen Schwindels und seiner sehr gütigen uno gar nicht amerikanisch anmutenden Großmutter auch wirklich heiratet. Die Handlung dieses Lust- spielchens (Manuskript von Hans Vietzke unb Dr. Max Wallner) ist nicht übermäßig ergiebig, unb ber Regisseur Hans von Wolzogen hat, abgesehen von einer stürmischen Autofahrt unb einer recht animierten Bauernkirchweih, mehr Gewicht auf stimmungsvolle Lanbschaften unb ibyllische, teilweise auch komische Episoben gelegt; etwas mehr Konzentration unb Tempo hätte bem Film jebenfalls nicht geschadet. Herta W o r e l l, blonb, schwärmerisch unb wienerisch, ist bie Rosl; Hans Stüwe ein sympathischer Liebhaber, ber bas musikalische Leitmotiv „Du bist entzückenb, Rosemarie" mit weichem Bariton unb übrigens recht unamerikanisch zum Besten gibt. In größeren Rollen machen sich außer- bem H. A. von Schlettow, Ery B o s, Max G ü l st o r f f, Paul Otto, Curt V e \ p e r m a n n unb Olga Engl oerbient. Musik: Walter Sieber. — Im Beiprogramm: zwei Lanbschaftsfilme und ein Konzertfilm „Rabetzkymarsch". £)od)fcbulnad)nd)fetL Geh. Rat Prof. Fritz Lange, Orbinarius für Orthopäbie in München, würbe von ber Verpflichtung zur Abhaltung von Vorlesungen befreit. Der Direktor bes Kaiser-Wilhelm-Instituts für Zellphysiologie, Professor Dr. Otto H. Warburg in Berlin, würbe zum auswärtigen Mitglied ber Royal Society of London gewählt. Der Professor für Tierzucht an ber Universität Breslau, Dr. Wilhelm Zorn, ist Mitglieb ber Kungl. Fysiografiska Sällskapet in Lunb geworben. Der o. Professor für Geschichte, Dr. Heinrich Finke in Freiburg i. Br., wurde von ber Philosophischen Fakultät ber Universität Barcelona zum Ehrenboktor ernannt. Die „Gesellschaft zur Förderung ber Tonkunst" in Hollanb, bie vor einiger Zeit bevollmächtigt würbe, an ber Reichsuniversität in Utrecht einen Lehrstuhl für allgemeine Musikwissenschaft zu errichten, hat Dr. Willem Mengelberg, ben Dirigenten bes Concertgebouw-Orchesters in Amsler b a m , auf btefen Lehrstuhl berufen. Mengelberg hat bie Berufung angenommen. xu vermitteln verstand, um die Größe des bei Salamis gigantisch und zyklopenhaft e xu lassen, in die Sprechweise und auf d scheinung seiner Mitwirkenden im Sprechch, wird der Gedanke des Dichterehepaares ( lianos, die in den von ihnen gescht Delphischen Spielen eine alle Welt umspa geistige Union schaffen wollen und die Dr. Hausen zur Olympiade des Dramas ( möchte, zur Wirklichkeit. Die Olympiade de mas ist in Athen geboren, sie lebt und roäd wird mit raschem Flügelschlage sich über die Erde spannen. Die Arbeit, der Aufwar Mühen, das Harren und Bangen sind beloh §riechische Gedanke von Delphi und die i dee der Olympiade des Geistes wird m Menschen zu friedlichem Tun begeistern ur fassen, mit denselben Zielen, wie das Interne Olympische Comit? die Nationen der E sammeln verstand! Nur wird sie es schwerer weil sie sich in den Dienst des reinsten Geiste Eine feierliche Stille im Zuschauerraur antiken Theaters; viele Griechen slüterter was da unten auf der Orchestra voraeht, ist Kunst, ist — Gottesdienst. Die Musik unte das gesprochene Wort, bald rauscht es liebl linder Wind durch Frühlingspracht, bald bi donnernd und drohend durch die Reihen, da es verzweifelnd im herzzerreißenden Schmerz phonifch dramatisch wie eine große Bach tragisch durchglüht wie eine Beethoven-Syr vermitteln die „Perser" die Kraft und die (J größten Dichters am Mittelmeere. Und die 1 bare Akustik des antiken, offenen Freilicht verschönert noch der Menschen Stimme, l werden — besuchen, selbst wenn die Teilnahme in die Schulzeit Wir geben Ihnen hiervon Kenntnis und ordnen an, daß den betreffenden Schülern der erforderliche Urlaub gewährt wird. Grundbedingung ist jedoch, daß 1. ein von der vorgesetzten Dienststelle der HI. und des Jungvolks ausgefertigtes Einberufungsschreiben zur Kenntnis vorgelegt wird,- 2. der Schüler die Gewähr dafür bietet, daß er ohne Nachteile sur sein Weiterkommen in der Schule während des Lehr- gangs der Schule fernbleiben kann. Die Entscheidung hierüber l,t im Benehmen mit den Klassenlehrern zu treffen. r fluche für Schüler, die diesen Bedingungen nicht entsprechen, sind abschlägig zu bescheiden. Der betreffenden Dienstelle der HI. und des Jungvolks ist eine kurze Mitteilung unter Angabe der Grunde zuzusenden. Dieustnachrichteu -es Kreisamts. Die Ministerialabteilung Ib des Hessischen Staatsministeriums hat genehmigt: L Kölner Dombau-Geldlotterie 1934 zugunsten des Kölner ' Und anderer deutscher Baudenkmäler,' Vertriebsgebiet: Volksstaat Hessen: Vertriebszeit: 29. Mai bis 11. September 1934. 2- VIII. Badische Wohlfahrtslotterie zugunsten des Evangelischen Frauenverbandes für innere Mission und des Badischen 2 — ^desverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose: Vertriebs- « - Semet: Volksstaat Hessen: Vertriebszeit: 29. Mai bis 11. August - Hessische Staatsministerium, Abteilung Ib (Innere Verwaltung) hat bezüglich der nachstehenden Lotterien Terminsverlegungen gestattet: 1- Lotterie der Pensionsanstalt der Genossenschaft Deutscher Buhnenangehöriger: Verlängerung der Vertriebszeit der Losbriese bis zum 31. August 1934. 2. Geldlotterie zum Besten des Thüringer Museums in Eisenach: Verlegung des Ziehungstermins auf den 17. August 1934. Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) des Hes- siläien Staatsmmisteriums hat nachstehende Lotterien genehmigt: < Ausspielung von lebenden Tieren und Bargeld anläßlich dev Beerfelder Pferdemarktes 1934, zur Hebung der Pferde- und Rindviehzucht. Ziehung am 10. Juli 1934. !^ur Förderung der deutschen Zen- tialbucherei für Blinde, -eipzrg. Ziehung am 9. Juni 1934. s°n ”,uröe Rechner für die Gemeinde Lollar bestellt und verpflichtet. Wilhelm Jung XI. von Klein-Linden wurde als Beigeordneter für die Gemeinde Klein-Linden bestellt und verpflichtet. ^„Ruholf Schneider aus Langd wurde als Kommandant der PflichtfAierwehr der Gemeinde Langd bestellt und verpflichtet. b D h' 6 2 d i i Aus Den oerannien kdiuhuvh 1887: der Maler Hans 25 26,5 0 8 10 0 0 0 0 0 0 0 22,5 175,5 24,9 175,5 o o 34 66 84,5 50 53,5 59,75 153,5 26,25 135,5 100,25 105,5 60,75 99,75 98,5 89,75 138,5 116,5 74,25 118,25 62,25 94,75 73,25 143 114,5 66,25 63,65 0 o o 0 10 0 0 0 0 0 0 0 23,75 175,5 65,25 81,16 34,08 65,51 81,48 34,22 8i N de ro [a 25 26 31 67,75 86 50,5 55,5 60,5 154 22,25 72,5 175 o o 12 25,75 133 100 104,5 58 98 86,25 135,5 115,75 72,5 119,5 64 96,75 143,5 117 69 64,75 26 132,9 100,5 104,5 59 98,5 87.25 137 116,75 26 134 101 105,5 60,75 99,75 98 89,5 138,25 116,5 61 70 47,25 41,5 49 62,5 20 174 170 142 63 72,5 49 43,75 48,4 63 20,25 180 172,5 141 25,5 1,1 7,75 7,15 7,4 8 6,75 26,65 25,5 33,25 67 85,75 50 53,5 59,75 154,5 104,9 60,5 70 47 41,4 123,25 48,9 62,5 62,75 20 172,5 171 141,25 vk m 75,5 119,25 63,25 95,5 74,25 145 116,5 68,5 64,65 Io Hi m 9' Di £ianja,®ampffd)iff ..... Norddeutscher Lloyd A.G. für Berkebrswesen SQL .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank . Deutsche Bank und $)tsconto- Gesellschaft Dresdner 'San! ReichSbank : ei K re _25rle'____ 2,48 58,55 56,73 12,705 16,52 169.79 21,69 64,88 tr Id tt 113,75 65,25 63,5 1,1 8 7,5 7,65 8,4 fl.ii.il ................... Bekulo Sleftr. LkferungSgeseNschaN Licht und Krafi anzusehen. * Belebung des Roheisen-Ausland von Marses in Rom gestorben (geboren 1837); — 1906: der Philosoph Eduard von Hartmann in Groß 31,25 68 86,75 50,5 55,5 60,5 154 26 7,95 7,3 7,5 8,25 104,5 62,9 71 48,4 43 124 48,13 63 62,75 20,13 180 171,75 141 ®rMrf bet Brühl Ichen Univ°rNtSts.Buchend St-indrucker-i, 2t. Gange. Di-h-n. 27 8,15 7,6 7,65 8,45 73,75 118.25 62 93 Buenos Air Brüssel ... Rio de Jan. Sofia .... Kopenhagen Danzig ... London... Helsingsors Paris .... Holland .. Italien... Japan.... Jugoslawien Oslo Wien Lissabon.. Stockholm. Schweiz .. Spanien.. Prag Budapest . Neuyork... vamvurg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. Gritzne,....................0 Mainkrnftwerke Höchst 4| Süddeutscher Zucker Buderus Deutsche (hbftl Gellenkirch-»-, Haroener Hoesch Eisen—Kbln-Neuesse» Alse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse , Klücknerwecke .. •-j-«, IRannHtnaBB-R66tre . feiten & Guilleaume ..... 6 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmuna. 6 Rheinische Elekirtzität . 6 Schucken SCo 5 Siemens L Halste. Ladweyer S Eo. SchutthetS Patzenhofe, ilhi (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg E stoss Waldhos stoss Aschassenburg sauer Gar Daimler Motoren Deutsche Linoleum Oren stein & Koppel Leonhard Dietz lhade Äaurnul atotnt. Fobrg........ Lonti-Guwmi............... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. — Reichsbankdiskonl 4 0 H.. Lombardztnsfuß 5 0. H. Geld 2,46 58,31 56,51 12,545 16,46 169,11 21,61 63,62 Geld 0,613 58,47 0,146 3,047 56,66 81,60 12,69 5,609 16,50 169,53 21,73 0,755 5,664 63,79 47,45 11,55 65,41 81,34 34,22 10,43 2,507 i% Lesterreichllchr Gotdrente... 4,20% Oesterreichische Siiberrente 4% Ungarische Goldrente ... . 4% Ungarische Slaatsrente v. 1910 4Vi% deSgL von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Dürkische gollanieihe von 1911 4% tütfildy Bogdadbaha-Anleihe co>eld 0,608~ 58,48 0,151 3,047 56,69 81,60 12,69 5,609 16,50 169,48 21,68 0,755 5,664 63,79 47,45 11,55 65,43 81,37 34,25 10,43 2,507 Sric 0,617 58,59 0,148 3,053 56,78 81,76 12,72 5,621 16.54 1C9,87 21,77 0,757 5,676 63,91 47,55 11,57 65,55 81,50 34,28 10,45 2,513 I Srie 0,612 58,60 0,153 3,053 56,81 81,76 12,72 5,621 16,54 169,82 21,72 0,757 5,676 64,91 47,55 11,57 65,57 81,53 34,31 10,45 2,513 Banknoten. Anordnung über den fommifn’i weifen Berkaus von Hrühkartoss Auf Grund der Verordnung über den Ak Frühkartoffeln vom 17. Februar 1934 des 1934 Teil 1, Seite 111, und der Ergänzung nung zur Aenderung der Verordnung über fatz von Frühkartoffeln vom 9. Mai 1934 Reichsbeauftragte zur Regelung de fatzes von Frühkartoffeln, Boe folgende Anordnung erlassen: 1. Für die Zeit vom 6. Brächet (Juni) 20. Heumond (Juli) verbiete ich. im gesamter gebiet den waggonweisen Vertrieb unoi Frühkartoffeln in- und ausländischer Herk wie den Abschluß von Kommissionsgeschä Frühkartoffeln in- und ausländischer Herki 2. Die Bezirksbeauftragten und die Beai der Landesbauernführer sind verpflichtet, je der Uebertretung dieser Anordnung unv ihrem Gebietsbeauftragten bzw. ihrem bauernführer zur Bestrafung durch mich zu Als Zuwiderhandelnde im Sinne dieser Ar gelten bei inländischen Frühkartoffeln die der; bei ausländischen Frühkartoffeln die ler (Agenten, Kommissionäre). 3. Für den Fall der Zuwiderhandlung auf Grund der Verordnung über den Al Frühkartoffeln vom 17. Febr. 1934 § 1 eine Ordnungsstrafe von 25 RM. je Zentm Wiederholungsfälle von 100 RM. je Zei vorschriftswidrig verkaufter Frühkartoffeln 4. Das in § 1 Ziffer 5 der Verordnung Absatz von Frühkartoffeln vom 17. Febri (RGBl. Teil 1, Seite 111) vorgesehene E richt wird von Fall zu Fall berufen. * Der Abschluß der Deutsche Hansa-AG., Berlin. Von dem in zielten Rohüberschuß von 7,52 (7,7) Milli len 5,29 (5,38) Millionen zu Abschreibui Anlagen und 0,34 (1,58) zu anderen Abj gen verwandt werden. 0,30 (0,70) Million gn die Selbstversicherungsrücklage, die tx schließlich der in 1933 gebildeten, durch (‘ fälle nicht beanspruchten Prämienrücklag Stand von 2,6 (1,5) Millionen erreicht. Ei stellung für technische Neuerungen sollen und einem neu gebildeten Wohlfahrtsfo Millionen zugewiesen werden. Der Rest (0,04) Millionen soll wieder der gesetzliche: zugeführt werden. Das Berichtsjahr entro im allgemeinen günstiger als das Vor europäischen Dienst sind inbezug auf leistungen und Beförderungsergebnisse b werte Fortschritte zu verzeichnen. Der a päische Dienst (besonders in Richtung Si und Ferner Osten) ist weiter ausgebau Die Aussichten für 1934 sind als b e f r i e v. j). nnm öu,t>v u. wuviuutn.;... —v- - nnn 1 hi% Hess. LandeS-Hypothekev- vank Darmstadt ßiqul....... 89,5 89,75 — — Oberwellen Provinz-Anleih» mit 96 96 AuSlos.-Rechten — —— Deut|che Komm. Sammelabl. An- 92,9 93,75 94 leihe Serie 1 mit AuSlol.-Rechten 93 6% ehem. 8% Franks. Hhp.-Bank 90,25 90,65 90,25 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 — •% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank 90,25 90,65 Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 — — iyL% ehem. 4Vi% Rranlf Hyp.. 89,9 90 Bank.Liqu.«Pfandbriese — — 6/i% -hem. x v 1 * 1MW' ■ - w m /rv:l Blick auf die Bühne der Volkshalle während der Kundgebung gegen Nörgler und Miesmacher. Am Rednerpult der Gaupropagandaleiter Müller-Scheid. Die Fahnenweihe des Reichstreubundes. Während der Fahnenweihe der Ortsgruppen Gießen, Butzbach und Hanau des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten. haus Seltersweg, nochmals ein. Es sprechen Dr.- Jng. Schliephake und Oberingenieur Kurz unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder über Elektrizitätserzeugung, Verteilung und Verwertung. Zum Schluß der Vorträge werden die letzten Neuerungen auf dem Gebiete der Elektrotechnik in Trick- und Werkstättenfilmen vorgeführt. Alle Volksgenossen, die an der Entwicklung ber deutschen Elektrotechnik und Elektrowirtschaft Anteil nehmen, sind freundlichst eingeladen. Bezüglich der Auflösung des KDAJ. und Ueberführung desselben in den Nationalso - zialistischen Bund deutscher Technik" (NSBDT.) werden die Weisungen der Reichsleitung den Mitgliedern des KDAJ. durch die Bezirksleitung zugehen. Vorläufig werden die Obliegenheiten der Mitglieder und die der Bezirksleitung unverändert weitergeführt. Die Beiträge find nach wie vor an das Postscheckkonto der Bezirksleitung Gießen Nr. 6469 Frankfurt a. M. in der zuletzt bezahlten Höhe zu entrichten. Die Veranstaltungen des KDAJ. werden im „NSBDT." weitergeführt. Der nächste und voraussichtlich letzte Schulungsabend im Juni ist für Mittwoch, d e n 20. Juni, in Aussicht genommen. Pg. Kreisschulungsleiter Michel wird über „Leben und Brauchtum unserer germanischen Ahnen" sprechen. Gez.: Kurz, Bezirksleiter. Wie das Speiseeis beschaffen sein muß! Die heißen Tage haben auf vielen Straßen die Eiswagen wieder erscheinen lassen. Die Reichs- Dberftleutnant SaUenfamj) während der Weiheansprache. H M M * m t _ n • ]L regierung hat in einer Verordnung in einheitlicher Weise für ganz Deutschland den Verkehr mit Speiseeis geregelt. Von jedem Speiseeishersteller wird vor allem verlangt, daß er die Herstellung in Räumen vornimmt, die für diesen Zweck geeignet sind und t e t 5 sauber gehalten werden. Erforber- ich ist, daß die Herstellung unter sorgfältig- ter Beachtung aller hygienischen Iesichtspunkte erfolgt, daß die Zutaten ge- undheitlich einwandfrei und der Hersteller sowie eine Helfer gesund sind. Der Gesetzgeber hat eine Anzahl verschiedener Speiseeissorten zugelassen, die aber zur Verhütung von Täuschungen in genau vorgeschriebener Weise bezeichnet werden müssen. Die wichtigsten Speiseeissorten sind: Kremeis, Sahneeis, Fruchteis sowie Milchspeiseeis und Kunstspeiseeis. Die Bestandteile der einzelnen Eissorten an Milch, Sahne, Eiern, Fruchtsaft usw. sind genau festgelegt. Die Geschmackgebung darf nur durch natürliche Geruchs- und Geschmackstoffe, also nicht durch künstliche Essenzen u. bgl. erfolgen. Auch künstliche Färbung ist verboten. Milchspeiseeis muß, seiner Bezeichnung entsprechend, vor allen Dingen Vollmilch oder eine entsprechende Menge kondensierter Vollmilch enthalten, und zwar mindestens 70 v. H., der fertigen Eismasse. Kunstspeiseeis heißen alle jenen Speiseeise, die die Qualitätsanforderungen der obengenannten Speiseeissorten nicht ganz erfüllen. Sie brauchen jedoch nicht geringwertig zu sein. Häufig enthalten sie größere Mengen Milch, Früchte oder Fruchtsäfte. Nur braucht bei ihnen die rote oder gelbe Farbe nicht von Früchte- oder Eiszusatz herrühren. Sie dürfen also künstlich gefärbt und auch künstlich aromatisiert werden. Das Kunstspeiseeis muß ausdrücklich als solches gekennzeichnet werden. Gesüßt werden dürfen alle Speiseeissorten, auch das Kunstspeiseeis, nur mit reinem weißen Zucker. Kürzung von psarrercrehäliern Das Staatspresseamt teilt mit: Unter der Ueberschrift „Kürzung der Pfarrergehälter in Hessen" bringt die Frankfurter Zeitung im zweiten Morgenblatt vom Freitag, 1. Juni 1934, eine Mitteilung, wonach die staatlichen Leistungen für die wirtschaftliche Versorgung des Pfarrstandes herabgesetzt seien Oer Höttenkrater. Von Joses Magnus Wehner. Wir hatten ihn schon lange von ßipari aus betrachtet, den düstersten unter den Riesen der Aeoli- schen Inseln. Wenn die Nacht hereinbrach und der weiße Meergischt an die glasschwarzen Wände seiner Lava donnerte, dann war er, von giftigen Schwefelwolken umhüllt, wie ein Thron der Hölle und wir versetzten gern alles Böse und Feindliche, das uns Simals begegnete, in die Risse, Schlünde und Sturzkrater von Vulcano. Weit schob er seine Klippen und Pranken ins Meer, steil stiegen hinter dem Hauptkrater die schlanken Windungen des Monte Sarazeno aus dem Samt des Lavatales und unaufhörlich rauchten aus der Kruste unterhalb der Krater die grüngelben Fumayolen. In der Frühe eines sonnenhellen Tages fuhren mein Freund, seine Frau und ich in einem roten ßiparefenboote auf ihn zu. Auf dem emailblauen Meer, dessen Wogen Slig glänzten, schimmerte die Morgensonne. Die Uferfelsen, ebenfalls vulkanischen Ursprungs, jäh abgeschnitten, bestanden aus Wallen von übereinandergelagerten ßavamänteln, die >.n den verschiedensten Farben leuchteten. Wo ihr Saum im Meer stand, waren blutrote Höhlen, aus denen das ewige Wasser glühende Fluten wusch. Als wir an der Enge zwischen ßipari und Dul- cano vorbeifuhren, sahen wir auf dem Meere kleine silbergraue Segelchen heranschimmern m der Große einer Kinderhand. Es wurden ihrer immer mehr, unb ballen wir von einer blitzenden Flottille umgeben, von Tausenden dieser zarten Tiere, die von den Ruderern fiori del mare, Blumen des Meeres, genannt wurden. Wir nahmen eines aus dem Wasser und endeckten an ihm ein entzückendes Wesen Das silbergraue, fast durchsichtige Seaelchen stak in einer ebenso großen geformten silbernen Tragfläche und auf deren Unterseite ein Perlenkranz von violetten Saugfußchen. Das wnz.7 nun in ächar-n auf den gro&en Wagen mit feinen tapferen Lichtfegelchen, tauchte auf und un> ter und begleitete uns. Wir fuhren an Vulcanello heran. Das sind zwei kleine, sehr regelmäßig geschnittene Kraterto^fe bereits erloschen, die mit dem Seuerberg durch eine Lavaebene verbunden sind. Sie lagern ins Meer hinein, verzerrte und erstarrte Massen von esten- hartem Basaltz der in Würfelblocken starrt. Hart und finster lagern diese bizarren Feuertropfen unter den lieblichen Farbschluchten von Vulcanello, die an Sonneuhängen mit dunkler Malve bekleidet waren. Nun hatten wir auch Vulcanello umrudert und tiegen in der Bucht unterhalb Vulcano an Land. Im Himmel vor uns hängt der Sturzkrater. Tief- geschluchtet, eine riesige, kaum vernarbte Wunde. Aus seinem oberen Rande schießen Schwefelrollen und ballen sich zu Wolken. Hinter ihm liegt die Mulde des Mutterkraters, unsichtbar, nur zu fühlen an den Gewölken, die hie und da aus feiner Tiefe auftauchen Wir machen uns gleich an den Aufstieg. Oedes, steigendes Gelände, bür füg mit Ginster bewachsen. Kleine Schluchten, bie letzten Risse der großen Berstungen bes Gebirgs, das vor uns hängt. Dann steigen wir in die verkohlte Hochwand. Schmale Serpentinen führen über Asche, schlackige Blöcke unb knirschenben Staub. Leises Tosen beginnt Je höher wir steigen, um so tiefere Risse tun sich im Berg auf. Unb was wir aus ber Ferne nicht sehen konnten, erblicken wir jetzt: ber ganze Berg, nicht nur ber zerklüftete Sturzkrater, ist furchtbar zerrissen, unb aus braunen, schwarzen und roten Spalten fauchen giftige Rauchschlangen. Der Pfad windet sich schräg durch Sturzasche. Die Hölle hängt drohend über uns Unsere Ohren fangen an zu branden, denn aus tausend Löchern stößt die Erde ihren sausenden Schwefelatem aus. Manchmal fegt ein Windstoß giftige Rauchschwaden aus ber Höhe herab. Dann stehen wir, pressen die Taschentücher vor den Mund, bis es vorüber ist. Die Schluchten werden tiefer. Mit ungeheurer Schnelligkeit schießen Schwefelräuche über uns hinweg, zerfahren in der Luft. Manchmal unter uns ringelt sich plötzlich Dampf, brennt in den Füßen dis zum Herzen. Das Brausen wird zum Donner. Wir blicken zum Himmel. Keine Wolke mehr. Kem Blau. Nur fliegende Schwefeldünste, zerslatternd, zerstäubend, höher hinauf in den Sturzkrater. Unter uns dampfende Tiefe. Kein Pfad mehr, wir müssen kriechen. Und Absturz droht in die Messer und Nadeln der ßat>a. Jetzt donnert die Höllenwand auf. Wir sind erkannt. Blicken schnell auf: Hölle über unserm Haupt. Grüne Schwefelsäulen kochen im Donnerton, soweit unser Auge noch zu blicken vermag. Ungeheuerliche Glut stößt herab. Und da: grellrotes Feuer, Flammen, dunkel, fegen unb Zischen ou Wände herab. Der Berg siebet unb zittert von flüssigem Schwefel. „ v , Wir treten in den Boden der Wand. Es donnert hohl unter uns. Wollen weiterkriechen. Schwefelrauch, höhnisch, stechend, pfeilschnell von allen Seiten. Wir sind eingehüttt, können nicht weiter. Die Höllenorgel brüllt, blendet mit grellem Gew und Blutrot. Uns ist, als ob wir brännten und Schwefel spieen. Die Frau greift nach ihrem Herzen, kann nicht mehr atmen. Mein Freund stürzt vorwärts, ich werfe mich in die Lava, um die Stürzende aufzufangen. Da vergeht mir der Atom. Jetzt schnelle Flucht. Hinunter ist unmöglich. Die Tiefe wächst erstickend zu uns herauf. Der Freund fast seine Frau, wir schwingen sie hoch, springen über eine Schlucht, ziehen uns am Stock zu einer Basaltnadel, kriechen verzweifelt. Vor uns schwarze Türme, hinter denen vielleicht Schutz ist. Die Höllenorgel brüllt fort. Der Boden ist heiß. Weiter. Endlich ein Stück Himmelblau. Wind! Wir saugen ihn wie Wein. Der heimtückisch fließende Sand hört auf. Ein Riesenblock Wir ruhen hinter ihm. Vor uns breitet sich schwarze Hochöde. Der Boden ist dünn unb spröb wie Glas. Unter ihm bumpfe Höhlen. Aber Sonne flimmert tausendfach an ben Kanten ber scharfen Obsidianpfeiler, die in diese weite Höllenkruste eingeschmolzen finb. Nachdem wir aus^eruht haben, gehen wir über bie hitzeflimmernbe Ebene zum Hauptkrater. Im bünnen Boden finb überall offene Schwefelmäuler, ohne Rauch, erloschen. Der Winb breht die Gift- gewölke von uns ab. Herrlich steigt der Gipfel des Monte Saraceno aus bem Südtal. Wir sehen das Meer im schweren Silber bes Scirocco unb bie stillen Aeolischen Inseln, ben erhabenen Aetna über ben sizilischen Gebirgen unb im weißen Schaum die kalabrische Küste. Und wir schreiten nun an leife rauschenden, geborstenen Urblöcken vorbei und werfen ben ersten Blick in bie riesige Mulde des Mutterkraters. Wir stehen still. Schauen in die ungeheuren Staffelungen hinab bis auf den Grund des Schoßes, atmen ben ftummgeroaltigen Schwung von der Tiefe hoch zu den an ben Flanken im Lichte brennenden Hüftkegeln, gleiten mit ben Augen über die langen Schwellungen ber Muldenlippen, die von der Sonne geküßt werden. Und ich kann nicht anders, ich muß hinab. Meine Freunde bleiben oben. Wind weht mächtig von einer Seite und treibt bie Dämpfe von mir ab. Ich steige hinunter. Bis bie Steine anfangen zu glühen. Schaubernd blicke ich gen Himmel. Und fühle die gewaltige Wölbung des Kraters. Blauer Himmel unb ein Kreis von Wolken becken mich zu. Ich stehe in ber Kugel von Himmel unb Hölle. Wir fahren dann burch ben Lavasand ab ins westliche Tal. Golbene, schwerduftende Ginsterbäume umblühen uns. Dann trinken wir schweren, schwarzen Vulcanowein. „Die Nosl vom Traunsee." Märchenhafte Geschichte vom reichen Amerikaner, ber bie ihm zugebachte, nicht minber wohlhabende ßanbsmännin verschmäht, sich kurzerhand in die kurze bayerische Wichs steckt, sich in die Nichte des Wirts vom „Almblick" heftig verliebt und mit Hilfe eines großen Schwindels und seiner sehr gütigen und gar nicht amerikanisch anmutenden Großmutter auch wirklich heiratet. Die Handlung dieses ßuft- spielchens (Manuskript von Hans Vietzke und Dr. Max W a 11 n e r) ist nicht übermäßig ergiebig, und der Regisseur Hans von Wolzogen hat, abgesehen von einer stürmischen Autofahrt und einer recht animierten Bauernkirchweih, mehr Gewicht auf stimmungsvolle ßandschaften unb ibyllische, teilweise auch komische Episoben gelegt; etwas mehr Konzen- tration und Tempo hätte bem Film jebenfalls nicht geschadet. Herta W o r e (l, blonb, schwärmerisch unb wienerisch, ist bie Rost; Hans Stüwe ein sympathischer Liebhaber, ber bas musikalische ßeit» motiv „Du bist entzückenb, Rosemarie" mit weichem Bariton unb übrigens recht unamerikanisch zum Besten gibt. In größeren Rollen machen sich außer- bem H. A. von Schlettow, Ery Bos, Max Gülstorff, Paul Otto, Curt Vesper mann unb Olga Engi oerbient. Musik: Walter Sieber. — Im Beiprogramm: zwei Lanbjchaftsfilme und ein Konzertfilm „Rabetzkymarsch". Öocbfcbulnad) richten. Geh. Rat Prof. Fritz ßange, Orbinarius für Orthopäbie in München, würbe von ber Verpflichtung zur Abhaltung von Vorlesungen befreit. Der Direktor bes Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Zellphyfiologie, Professor Dr. Otto H. W a r b u r a in Berlin, würbe zum auswärtigen Mitglied ber Royal Society of London gewählt. Der Professor für Tierzucht an ber Universität Breslau, Dr. Wilhelm Zorn, ist Mitglieb ber Kungl. Fysiografiska Sällskapet in Lunb geworben. Der o. Professor für Geschichte, Dr. Heinrich Finke in Freiburg i. Br., wurde von ber Philosophischen Fakultät ber Universität Barcelona zum Ehrenboktor ernannt. Die „Gesellschaft zur Förberung ber Tonkunst" in Hollanb, bie vor einiger Zeit bevollmächtigt würbe, an ber Reichsuniversität in Utrecht einen Lehrstuhl für allgemeine Musikwissenschaft zu errichten, hat Dr. Willem Mengelberg, den Dirigenten bes Concertgebouw-Orchcsters in 21 m • fterbam, auf biefen Lehrstuhl berufen. Mengelberg hat bie Berufung angenommen. Aufruf! Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch die Regelung des Arbeitseinsatzes. Die Reichsregierung hat in dem Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes vom 15. 5. 1934 festge- legt. in welcher Richtung in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit weiter zu gehen ist. Wir machen alle Unternehmer darauf aufmerksam, datz sie 1. alle Arbeitseinstellungen nur durch das Arbeitsamt vorzunehmen haben, 2. in jedem Fall, in dem Personen, die am 18. 5. 1934 oder in den vorhergehenden 3 Jahren länger als 52 Wochen in der Landwirtschaft tätig waren, in anderen als landwirtschaftlichen Betrieben oder -Berufen für andere als landwirtschaftliche Arbeiten nur auf vorhergehenden schriftlichen Antrag (Formular beim Arbeitsamt) und nur mit darauf ergangener schriftlicher Zustimmung des Arbeitsamtes eingestellt werden dürfen. Zur Befriedigung des Bedarfs an Arbeitskräften für die Landwirtschaft für das Jahr 1934 kann das Arbeitsamt den Betrieben, die in einer Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt genannt sind, die Verpflichtung auferlegen, Arbeiter oder Angestellte zu entlassen, die in den letzten 3 Jahren in der Landwirtschaft tätig waren. Wir nehmen an, datz die mit diesen Anordnungen begonnene Umschichtung von dem Betriebsführer dadurch unterstützt wird, datz sie in erster Linie junge ledige Kräfte unter 25 Jahren auf die für sie im FAD. und in der Landwirtschaft gegebenen Arbeitsmöglichkeiten Hinweisen. Die so freiwecden- den Plätze werden soweit als möglich durch alte Kämpfer und fozialbedürftige, verheiratete, arbeitslose Volksgenossen beseht und soweit Jugendliche an die Stelle der Ausgeschiedenen treten müssen, durch Angehörige des Freiwilligen Arbeitsdienstes, die eine 12monatige Tätigkeit in den Arbeitslagern durch Vorlegung des Arbeitspasses nachweifen können. Glehen, den 28. Mai 1934. Kreisleitung der NSDAP.: Klo st ermann. Arbeitsamt Gießen: Der Vorsitzende: gez. Dr. L i st. Kreisamt Gießen: I. V.: Dr. Schönhals, Ober-Reg.-Ral. und demzufolge eine Verkürzung der Pfarrergehälter notwendig geworden fei. Für das Gebiet der ehemaligen Landeskirche Hessen- Dar m st a d t ist diese Mitteilung nicht richtig. Hier sind die staatlichen Leistungen nicht herabgesetzt worden. Die Nachricht bezieht sich in Wahrheit nur auf das preußische Gebiet der neuen Einheitskirche Nassau-Hessen, nicht aber auf das hessische Gebiet dieser Kirche. Demgemäß ist auch die Überschrift der Mitteilung nicht zutreffend. * Der Evangelische Presseverband berichtigt die von ihm herausgegebene und von uns am Samstag veröffentlichte Notiz ebenfalls und zwar in folgender Form: In dem Artikel unserer gedruckten Pressekorrespondenz Nr 22 vom 29. Mai 1934 berichteten wir über Sparmaßnahmen auf dem Gebiete der Pfarrversorgung. Es heißt dort: Die Staatsleistungen für die wirtschaftliche Versorgung des Pfarrerstandes im Rechnungsjahr 1934 sind gegen 1933 weiter gekürzt worden. Wir bemerken dazu, daß es sich um den Preußischen Staat handelt, die hessischen Staatsleistungen sind aufgrund des Abkommens von Staat und Kirche um etwas erhöht. Die Ergebnisse des Leistungs-Wetischreibens der Stenographen. Am vergangenen Samstag und Sonntag fand, wir berichteten bereits eingehend darüber, in V a d - Nauheim eine Tagung des Kreisverbandes Gießen der Deutschen Stenographenschaft statt. Mit dieser Tagung war ein Wettschreiben verbunden, bei dem folgende Teilnehmer als Preisträger hervorgingen: Oie Ergebnisliste. 80 Silben: 1. Preise (E ist Ehrenpreis): Willi Lampert, Vad-Nauheim (E); Paul Großhaus, Grünberg (E); Frau Marie Seeger, Vad-Nauheim (E); Ilse Schneider, Friedberg (E); Wilhelm Laubach, Friedberg (E); Karl Weinandt Großen-Linden: Ernst Dech, Wieseck; Anneliese Mucke, Gießen; Walter Zulauf, Gießen; Dina Michel, Grünberg; Maya Müller, Vad-Nau- heim; Hildegard Siebert, Gießen; Erna Hofmann, Friedberg; Liesel Ziegler, Vad-Nauheim; Ernst Busch, Friedberg; Ludwig Holler, Friedberg; Elli Klodt, Bad-Nauheim; Hans Krueger, Butzbach. 2. P r e is e: Leni Ditschler, Büdingen; Albert Oß- wald, Wieseck; Willy Kornrumpf, Bad-Nauheim; Grete Schmidt, Gießen; Marie Jhl, Friedberg; Elli Philipp, Gießen; Ernst Weber, Grünberg; Erna Bellos, Wieseck; Hans Rapp, Wieseck; Otto Dapper, Wieseck; Albert Kreicker, Laubach; Heinrich Jakobi, Bad-Nauheim; Emmi Wahl, Gießen; Paul Heid- lindemann, Gießen; Erich Högel, Laubach; Heinrich Barth, Büdingen; Werner Becker, Wetzlar; Walter Billasch, Friedberg; Walter Lang, Großen-Linden; Helmi Zschritz, Bad-Nauheim; August Günther, Friedberg; Irmtraut Kraft, Büdingen; Marie Bierau, Wieseck; Heinrich Schmitz, Friedberg; Willy Stamm, Bad-Nauheim; Erwin Heller, Butzbach. 3. Preise: Hanni Groß, Friedberg; Erika Wigandt, Gießers Irma Braun, Wieseck; Irma Schneider, Wieseck. 100 Silben: 1. Preise: Aenne August, Friedberg (E); Lotte Enders, Alsfeld (E); Marie Möller, Grünberg (E); Gusti Ehrig, Friedberg; Margarete Frey, Friedberg; Georg Bingel, Gießen; Elisabeth Schrödt, Friedberg; Liesel Bernot, Friedberg. 2. Preise: Wilhelm Liehr, Grünberg; Hilde Becker, Bad-Nauheim; Emmely Schneider, Wieseck; Karl Bender, Butzbach; Wilhelm Rempel, Büdingen; Eduard Eisenmann, Friedberg; Erna Zabel, Alsfeld; Heinrich Lindenau, Friedberg; Helga Trom- mershäuser, Friedberg; Hermann Blum, Gießen; Elfried'e Loth, Alsfeld; Gretel Reichert, Friedberg; Lina John, Friedberg. 3. Preise: Paul Klrschat, Butzbach; Marga Michl, Butzbach; Georg Strudel, Butzbach; Tilly Stamm, Bad-Nauheim; Else Sturm, Friedberg. 120 Silben: 1. Preise: Käthe Hartmann, Bad-Nauheim (E); Ria Henkel, Bad-Nauheim (E); Georg Heier, Bad- Nauheim (E); Luise Fisch, Bad-Nauheim (E); Marie Kromm, Schotten; Emmi Huppert, Friedberg; Georg H. Gröninger, Friedberg; Rudi Hörnle, Bad-Nauheim; Otto Heßler, Gießen; Heinrich Heßler, Butzbach; Elfriede Kaiser, Wieseck. 2. Preise: Rud. Pfeiffer, Biedenkopf; Karl Hahn, Wetzlar; Elvira Spitaler, Friedberg; Rudolf Volp, Friedberg; Marga Seidler, Bad-Nauheim; Alois Hahn, Bad-Nauheim; Martha Merkel, Bad- Nauheim; Katharina Grill, Gießen. 3. Preise: Heinrich Reitz, Laubach; Theodor Knaf, Büdingen; Heinrich Mathes, Bad-Nauheim; Erna Hilgen, Butzbach; Lieselotte Meiselbach, Butzbach; Lina Degen, Grünberg; Hermann Pauli, Bad-Nauheim; Wilhelm Jungermann, Bingenheim; Reinhold Hahn, Grünberg. 140 Silben: 1. Preise: Luise Metz, Gießen (E); Emma Reitz, Gießen (E); Gerda Hüter, Gießen (E); Karl- Heinz Schneider Friedberg; Frieda Döringer, Wieseck; Lieselotte Röhm, Gießen. 2. Preise: Elsa Röhm, Grünberg; Adolf Schmidt, Wieseck; Lina Klugermann, Alsfeld; Walter Bende, Gießen; Heinrich Schreiner, Alsfeld; GeorgSchaaf, Gießen; Otto Hahn, Butzbach; Wilma Leipold, Gießen; Emma Lotz, Wieseck; Käthi Nohy, Friedberg; Lina Bötz, Wieseck; Leni Grafenstadt, Butzbach; Karl Borchard, Alsfeld; Lott Horn, Bad- Nauheim; Henni Schürmayer, Wieseck; Ursula Süß, Gießen; Robert Wolf, Alsfeld. 3. Preise: Irma Krämer, Gießen; Friedrich Hildebrand, Wieseck; Berta Eisenbach, Gießen. 160 Silben: 1. Preise: Anny Stadelmann, Friedberg (E); Lieselotte Böttcher, Wetzlar (E); Dora Kern, Gießen. 2. Preise: Toni Riedesel, Biedenkopf; Ilse Schütz, Friedberg; Heinrich Barth, Friedberg; Marie Kellenbenz, Butzbach; Emil Jost, Gießen. 3. Preise: Otto Krumm, Gründern; Adolf Möser, Büdingen; Wilhelm Hofmann, Gießen; Otti Muhl, Gießen. 180 Silben: 3. Preise: Emilie Lang, Alsfeld (E); Georg Heuser, Alsfeld; Frieda Wagner, Biedenkopf. 200 Silben: 1. Preise: Johanna Bohl, Gießen (E); Franz Koch, Gießen (E). 2. Preise: Ernst Eckhardt, Gießen; Georg Garg, Alsfeld; Fritz Reh, Gießen. 3. Preise: Hch. Becker, Biedenkopf; Karl Klingel, Alsfeld. 220 Silben: 2. Preis: Gertrud Müller, Gießen (E). 260 Silben: 1. Preis: Willi Brückmann, Gießen (E). Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 5. Ium. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, Klasse S 10%, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, ungestempelte 7%, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Gelbe Rüben, das Bund 15, Spinat, das Pfund 15 bis 20, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grün) 30 bis 35, Spargel 25 bis 45, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (alte) 3% Pf., der Zentner 3,20 bis 3,30 Mark, neue, das Pfund 12 Pf., Aepfel 20 bis 30, Kirschen 30 bis 35, Stachelbeeren (grün) 20, Erdbeeren 50 bis 60, Blumenkohl, das Stück 10 bis 45, Salat 8 bis 10, Salatgurken 30 bis 45, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch (Suppengrünes) 5 bis 10, Radieschen, das Bund 8 Pf. Bornotizen. — Tagest alender für Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Rosl vom Traunsee". — Verbrauchergenossenschaft Gießen, 20.30 Uhr, Cafe Leib, Konzert. ♦ ** Hervorragender Erfolg eines Gießener Architekten. Der Architekt Georg Wellhausen, ein Sohn unserer Stadt, der wiederholt an großen Wettbewerben teilnahm, hat im Jdeenwettbewerb um die Kongreßhallen in Hamburg, die 60 000 Menschen fassen, und ein Drittel des Heiligengeistfeldes bedecken sollen, den zweiten Preis errungen. Georg Wellhausen, hat seine Ausbildung in Gießen bei Baurat Meyer und in Darmstadt an der Baugewerkschule und als Meisterschüler von Professor W i e n k o p erhalten. Nach seiner Ausbildung'war er in Düsseldorf, in Bochum und jetzt in Hamburg mit großem Erfolg tätig.. ♦* Brigade Ehrhardt. Alle ehemaligen Angehörigen der Brigade Ehrhardt, der Organisation Consul (O.C.) und Wiking-Bund werden gebeten, ihre genaue Anschrift an Standartenführer Schaefer, Friedberg (Hess.) Haagstraße 16, mitzuteilen. Ausweise über die frühere Zugehörigkeit zu einer dieser Organisationen sind zu Prüfungszwecken beizufügen. Die Ausweise werden nach Prüfung zurückgesandt. Rückporto ist beizufügen. Um Nachdruck wird gebeten. ** Die diesjährige öffentliche Impfung in Gießen findet am Mittwoch, 6. Juni (erster Termin), am Mittwoch, 13. Juni (zweiter Termin) und am Mittwoch, 20. Juni (dritter Termin) in der Turnhalle der Pestalozzischule statt. Auf die heutige Bekanntmachung sei hingewiesen. ** Arbeitserleichterungen. Die körperliche Leistungsfähigkeit hängt wesentlich auch von der Umgebung ab. Darum besitzt die Gestaltung des Arbeitsraumes für jeden Arbeitenden eine große Bedeutung. Im geschlossenen Raum wird die Luft sehr schnell verbraucht, und auf die geringe Veränderung in der Luftzusammensetzung.reagiert das Nervensystem außerordentlich fein. Es soll deswegen nicht nur einmal am Tage lange, sondern mehrmals kurz gelüftet werden. Das gilt auch für den Winter. Man erkältet sich nicht dadurch, daß man lüftet, sondern daß man sich den ganzen Tag über in schlechter überheizter Luft befindet. Wie soll man aber lüften? Lüftet man durch ein unteres Fenster, so kann die einströmende kühle Luft die verbrauchte warme Luft im oberen Teil des Raumes nur unvollständig verdrängen. Lüftet man jedoch durch ein Oberfenster, so verdrängt die einströmende kühle Luft die verbrauchte warme fast vollständig. Außer der Sorge für frische Luft ist auch die Beleuchtung für die Arbeit wichtig. Abgesehen von der schädlichen Wirkung auf die Augen, vermag eine schlechte Beleuchtung auch unmittelbar die Leistung stark zu mindern.Wenn man bei angestrengter Tätigkeit auch noch einen Teil seiner Arbeitskraft durch besondere Anstrengungen des Auges vergeuden muß, so ist vorzeitige Ermüdung die Folge. Wo bei künstlichem Licht gearbeitet werden muß, empfehlen sich dringend Tageslicht- oder Blaulichtlampen. Auch sollte das Auge immer vor direktem Lichteinfall geschützt werden. Deswegen sind Lampen, die sich im Blickfeld befinden, in richtiger Weise abzublenden. Mit jeder Entfernung der Lichtquelle nimmt auch die Sehleistung ab. In solchen Fällen tritt eine lieber- anstrengung des Auges ein. Amtsgericht Gießen. Ein Kraftfahrer aus Bieber wurde wegen Vergehens gegen das Kraftfahrzeuggesetz zu 10 0 M k. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte verursachte durch unvorschriftsmäßiges Fahren einen Zusammenstoß mit einem Motorradfahrer Ecke Marburger Straße und Steinstraße. Mainz feiert Gutenberg. LPD. Mainz, 4. Juni. Die Geburtsstadt des Erfinders der schwarzen Kunst veranstaltet wie alljährlich so auch in diesem Jahre am Johannistag ihre traditionelle Huldigung vor dem (Buten- bergdenkmal. Vormittags findet im Kurfürstlichen Schloß die 33. ordentliche Mitgliederversammlung der Gutenberg-Gesellschaft, der Internationalen Vereinigung für Geschichte und Gegenwart der Druckkunst unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Barth statt. Dr. Karl Schottenloher, Abteilungsdirektor der Bayrischen Staatsbibliothek München, wird im Verlauf der Versammlung über das Thema „Der Buchdrucker als neuer Berufsstand des 15. und 16. Jahrhunderts" sprechen. Am Vorabend des Johannistages findet ein kameradschaftlicher Abend der Buchdrucker und Freunde der Druckkunst statt. Unö nun, Ellen? Roman von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Die bestürzte Frau Zimmermann zweifelte an dem Verstand des jungen Mannes, der wie ein Besessener im Korridor hin und her lies und dann die Finger auf die Lippen legte: „Pst! Still sein! Fräulein Ehlers darf das noch nicht erfahren. Es könnte bei ihrem Zustand gefährlich sein. Sie kennt ihn. Nur jetzt das arme Kind nicht aufregen!" Frau Zimmermann wollte fragen. Da klingelte die Post, und dann hielt Bernd Caßler einen Brief in den Händen, mit dem er in seinem Zimmer verschwand. Gleich kam er wieder, sauste mit weit offenem, wallenden Gummimantel, ohne Hut an der sprachlosen Wirtin vorbei und lief durch die Straßen. Kurzatmig hielt er endlich an der Tür zum Untersuchungsgefängnis. „Wen wollen Sie sprechen?" Der Justizbeamte ließ ihn ein. Herrn von Rakenius. Der Richter hatte nichts dagegen. Also schritt Bernd Caßler hinter dem Beamten her. Seine Augen sahen nicht rechts, nicht links in dem langen Gang. Schlüsselgerassel. „Sie kommen selbst, Herr Caßler?" Der Justizwachtmeister wich nicht von der Stelle. Auch der Untersuchungsrichter sand sich ein. „Ja, ich komme selbst, Herr Doktor. Sie schrieben mir, ich sollte mich Fräulein Ehlers' annehmen. Sie ist krank, schwer krank. Fristlos entlassen — warum? Wie? Ich weiß nun alles. Doch lassen Sie mich — ich muß Zeit haben. Ich komme wieder — sehr, sehr schnell. Ich wollte nur sehen, ob alles wahr ist — alles wahr. Verzagen Sie nicht, Herr Doktor. Wiedersehn ..." Die Beamten sahen sich fragend an. „Wollen Sie nichts zu Protokoll geben?" fragte der Untersuchungsrichter. ,Hch komme gleich wieder — gleich!" Damit war der seltsame Besuch schon weggelaufen. Ellen Ehlers lag wie eine stille Dulderin in den weißen Kissen, als Bernd Caßler vorsichtig mit Frau Zimmermann eintrat. „Sie fühlen sich wohler, Ellen?" „Ja, Herr Caßler! Es war nur eine törichte Schwäche." „Sann ich mit Ihnen etwas Wichtiges besprechen, Ellen Ehlers? Ganz Wichtiges? Erschrecken Sie auch nicht? Nein — nicht wahr? Das dürfen Sie nicht! Es ist nämlich ein Mensch in Gefahr, ein Mensch, ben wir beide lieben. Wir nur können ihm helfen, vielleicht helfen!" „Von wem sprechen Sie, Bernd? Von ihm? Er hat mich ja entlassen!" Ein trauriges, verbitter- tees Lächeln huschte um den bleichen Mädchenmund, und doch stand in den Augen noch immer trotz allem und jedem so viel gläubige Liebe. „Nein! Er hat Sie nicht entlassen! Ein Irrtum! Ein schrecklicher Irrtum! Doch kurz: Doktor Rakenius ist verhaftet. Seine Frau ist erschossen worden!" Das Mädchen zuckte entsetzt zusammen, beherrschte sich aber dann und fragte ganz, ganz schwach: „Und wir können helfen? Wir?" „Ja freilich! Wir vielleicht als einzige. Ich bin mir vollkommen klar. Denken Sie an den seltsamen Begleiter von Frau von Rakenius in dem kleinen Cafe kürzlich." Ellen Ehlers richtete sich jäh auf. „Gehen Sie, Bernd! Warten Sie draußen auf mich!" „Sie wollen aufstehen? In diesem Zustand auf» stehen?" Bernd Caßler und Frau Zimmermann riefen es fast gleichzeitig, doch die Kranke wehrte gefaßt ab. „Was liegt an meinem bißchen Gesundheit? Dort ist ein Mensch in furchtbarer Gefahr! Lassen Sie mich...!" Die beiden erschrockenen Menschen wichen vor der Entschlossenheit der Kranken zurück. Hier half nichts, das fühlte sie. Kein Betteln und Bitten. „Wir werden einen Wagen nehmen, Frau Zimmermann, damit Fräulein Ehlers nicht gar so lange unterwegs ist — sie ist ja so schwach!^ Die alte Frau nickte nur. Das alles war ihr unbegreiflich und kaum zu fassen. „Wir werden Ihnen erzählen, Frau Zimmermann, wenn alles so eingetroffen ist, wie ich denke. Doch jetzt ist keine Zeit zu verlieren. Ich muh schnellstens einen Wagen besorgen." Ellen Ehlers zitterten die Knie, als sie, von Bernd Caßler geleitet, die Treppen hinunterstieg. Doch sie biß tapfer auf die Zähne. Rainer von Rakenius! Kein anderer Gedanke beherrschte sie mehr, als dem geliebten Manne zu helfen, ihn aus feiner furchtbaren Qual zu befreien. So groß war ihr Glaube an ihn, daß ihr nicht einen Augenblick Zweifel kamen, ob er nicht vielleicht der Täter sein könnte. Und dann standen sie vor dem Untersuchungsrichter. Zwei Augen ruhten forschend, prüfend auf Ellens Gesicht. „Sie sind also Fräulein Ehlers? Und Sie Herr Caßler?" Ein zweistimmiges: „Ja!" „Ich muß Sie aber bitten, einstweilen hinaus- zugehen, Herr Caßler. Ich habe natürlich Interesse daran, Fräulein Caßler zu vernehmen. Hätte sie gerade heute nachmittag noch hierher gebeten. Doch — Sie interessieren uns nicht bei dieser Sache." Aus den Augen des blassen, zusammengesunkenen Mädchens war aller Glanz gewichen. Wie ein krankes Kind saß sie auf dem Stuhl. Doch Caßler stand aufrecht dahinter. „Fräulein Ehlers ist sehr, sehr krank, Herr Untersuchungsrichter! Lassen Sie mich dabei. Sie werden gleich erkennen, daß ich ebenso notwendig bin. Sie können unsere Angaben genau nachprüfen. Sie stimmen!" „Und warum melden Sie sich erst jetzt?" „Wir erfuhren erst heute morgen davon. Ich holte ja Fräulein Ehlers gleich. Nehmen Sie Rücksicht auf die Kranke." Ellen schüttelte mit dem Kopse. „Keine Rücksicht auf mich ..." Der Richter suchte die Akten unter einem Stoß anderer, blätterte und blickte dann scharf in die Augen des Mädchens. „Wir haben leider keinen Anhaltspunkt. Niemand hat Frau von Rakenius je mit einem anderen Menschen gesehen. Der Mord ist rätselhaft." „Mir nicht!" fiel Ellen voller Gläubigkeit an die Schuldlosigkeit des geliebten Mannes ein. „Sie lieben den Verdächtigen? Aus Abschiedsbriefen der Toten geht es hervor..." „Ja, ich liebe ihn!" So unmittelbar aus dem Herzen kam diese Antwort, daß der Richter erstaunt aufblickte und zu begreifen schien. „Sie geben also zu, mit Herrn Doktor von Rakenius ein Verhältnis gehabt zu haben?" sagte er ohne Schärfe. „Ich?" Der ganze Stolz einer reinen Frau lag in der entsetzten Frage des Mädchens, das wie unter einem Stich sich kerzengerade aufgerichtet hatte. „Sie dürfen ihr nicht weh tun, Herr Richter. Fräulein Ehlers ist doch krank." Ein dankbarer Blick des Mädchens. „Weh tun? Es gehört zur Sache! Aber gut... Es ist nicht so. Dann erzählen Sie bitte selbst. Diel- leicht kommen wir da eher weiter." Der Richter war erschüttert von so viel Reinheit und Liebe. Nein! Diese Kinderaugen konnten nicht lügen. Aber welche Rolle spielte nur ihr Begleiter dort... dieser Mann mit dem bleichen, intelligenten Gesicht? Noch schien es ein Rätsel. Doch als Bernd Caßler zu erzählen begann und Ellen ihn unterstützte, klärte sich auch das allmählich. „Ich sah jenen Mann, von dem ich jetzt immer sprechen muß, zum ersten Male — im Kino. Ich war dort Platzanweiserin. Es gab keine andere Verdienstmöglicbkeit." Der Richter sah auf. So viel Lebensmut!, dachte er in stiller Anerkennung. „Sprechen Sie nur ganz ruhig weiter, Fräulein Ehlers. Wann sahen Sie ihn dann wieder?" „Wir sahen in einem Cafs der Innenstadt. Herr Caßler und ich. Wir sind durch die Not der Zeit Kameraden geworden. Ich verdanke ihm viel. Er ist so gut." Der Richter sah auf den jungen Menschen, der jetzt unter dem unerwarteten Lob heftig errötete. „Ich weiß nicht gleich, wie das Cafö heißt..." Bernd Caßler nannte den Namen. „Und da kam wieder dieser Mann — und nicht lange nach ihm — Frau von Rakenius. Ich kannte sie ja auch. Hatte sie früher schon einmal im Auto neben ihrem Gatten gesehen, später war sie dann auch einmal im Lichtspielhaus. Ich ahnte damals nicht, daß sie meinetwegen gekommen sein könnte. Vielleicht hat man ihr von mir viel Unwahres erzählt. Ich habe ja Herrn Doktor von Rakenius nur einmal einen Tag lang gesprochen. Es war bei dem Unglücksfall, den ich Ihnen schon schilderte. — Dort in dem Cafs haben wir dann die beiden Menschen in seltsamer, erregter Debatte gehört..." Erschöpft schwieg Ellen. Bernd Caßler beugte sich leicht gegen den Untersuchungsrichter, als dieser ihn bat, das Gespräch ungefähr wiederzugeben. „Wenn dieser Weg zum Ziele führt, dann atmet ja die ganze Leipziger Gesellschaft auf. Der arme Mensch. Noch glaubt wohl keiner an seine Schuld. Doch die Indizien erdrücken jeden Zweifel!" sagte der Untersuchungsrichter. Caßler sprach klar und fest. „Jener seltsame Mann fragte, gleich nachdem die Dame gekommen war, leise — doch so laut, daß wir es deutlich genug hören konnten: ,Du hast es also besorgt?' — Wir wußten natürlich nicht, worum es sich handelte. Aber vielleicht um etwas sehr Wichtiges." Der Richter hörte äußerst gespannt zu. Neben ihm notierte ein Beamter. „Darauf antwortete die Dame etwas wie: ,Es ging erst heute. Ich muß es aber morgen sofort wieder haben!' Später fragte Frau von Rakenius auch einmal: »Und wann fahren wir?' Worauf sie anscheinend mit dem seltsamen Menschen in Streit geriet. Ich hatte den Eindruck, sie wollte mit diesem Manne fliehen oder auch nur verreisen, aber er wollte nicht. Was mir aber die Hauptsache scheint, gegen Ende der Unterhaltung sagte der Mann ganz deutlich: ,Gut! Ich werde an dem betreffenden Abend kommen, dann regeln wir die Sache!' Er drohte auch, sich die Sachen selbst zu holen, wenn Frau von Rakenius sie nicht mitbringen würde." Schweigen. „Geben Sie mir nun noch einmal dis Beschreibung des Mannes — und dann — warten Sie hier einen Augenblick. Ich bin gleich zurück." Nicht lange danach stand" er Doktor von Rakenius in der Zelle gegenüber. (Fortsetzung folgt.) Die Regelung des Friihkarloffelabsatzes in Heffen-Rasfau. Auf Grund der Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über den Absatz von Frühkartoffeln und die Anordnung des Reichsnährstandes über den Absatz von Frühkartoffeln wurde der Unterzeichnete zum Gebietsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau ernannt. Das Ziel der Absahregelung ist, den Anbauern der Frühkartoffeln einen angemessenen Preis zu sichern. Außerdem sollen durch Garantie einer einwandfreien und guten Qualität die Interessen der Käufer gewahrt werden. — Es wurde daher angeordnet: Alle vor dem 20. Juli zum Versand gebrachten Frühkartoffeln dürfen nur in Säcken bis zu 50 Kilogramm versandt werden. Der Versand und Verkauf der Frühkartoffeln in Kommission ist verboten. — Der Erzeuger darf die Frühkartoffeln nur zu dem von dem Reichsbeaus- tragten festgesetzen Preisen abgeben. Die Kontrolle über die Beachtung der angegebenen Vorschriften obliegt dem unterzeichneten' Gebietsbeauftragten. Für Zuwiderhandlungen werden Geldstrafen bis zu 100 Mark je Zentner verhängt. Zur Durchführung der Absahregelung im besonderen werden innerhalb der Landesbauernschaft Hessen-Nassau die beiden Hauptanbaugebiete für Frühkartoffeln zu geschlossenen Anbaugebieten erklärt. Das eine führt den Namen Untermain-Mittelrhein (Bezirksbeauftragter Bezirksbauernführer Faust, Wiesbaden, Mainzer Straße 17), das andere Wetterau lBezirksbeauftragter Landwirtfchaftsdirektor Becker, Friedberg, Landwirtfchaftsamt). Die Erzeuger haben ihre Frühkartoffeln, die nicht im eigenen Betrieb oder am Ort der Erzeugung verbraucht werden können, re st los an die Ortsfammel st eilen abzuliefern. Die Ortssammelstellen nimmt die Kartoffeln im Auftrage der Bezirksoertriebsstelle entgegen und bringt dieselben an den von der Bezirksoertriebsstelle ihr aufgegebenen Empfänger zum Versand. Im geschlossenen Anbaugebiet dürften außer der genannten Ausnahme für die am Ort der Erzeugung verbrauchten Kartoffeln alle Frühkartoffeln ausschließlich nur durch die Bezirksoer- triebsstelle verkauft werden. Die Bezirksvertriebsstelle hat der Reichsbeauftragte für die beiden geschlossenen Anbaugebiete in Hessen-Nassau der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft, Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 12, Telephon 20 401 übertragen. Alle an den Ortssammelstellen abgelieferten Kartoffeln werden durch einen amtlich be st eilten Verladeprüfer kontrolliert und die erfolgte Kontrolle durch einen Stempel auf dem vorgeschriebenen Anhänger bescheinigt. Außerdem wird auf dem Anhänger neben dem Zeichen der Be- zirksoertriebsstelle und der Ortssammelstelle auch der anliefernde Bauer oder Landwirt mit einer Nummer angegeben, so daß im Falle der Beanstandung einer Sendung der Lieferant für jeden Sack ermittelt und ihm für mangelhafte Lieferung entsprechender Abzug gemacht werden kann. Hierbei ist eine allgemeine Preisminderung jedoch ausgeschlossen. Zur eindeutigen Kennzeichnung der Anlieferer muh jeder Erzeuger sich zu Beginn des Frühkartoffelgeschäftes bei seiner Ortsfammelstelle in eine Liste eintragen lassen. Während des diesjährigen Frühkartoffelgeschäftes können die Frühkartoffeln nur über diese Sammelstellen abgeliefert werden. Die Eintragung bei zwei oder mehreren Ortssammelstellen ist unzulässig. Der Bezirksbeauftragte ist ermächtigt, falls es sich notwendig erweist, die Zufuhr zu regeln und zeitweise eine Beschränkung des Anbaues anzuordnen. Da die Preisbestimmung in den Händen des Reichsbeauftragten liegt, ist die etwa notwendige tageweise Beschränkung des Versandes in keiner Weise gefährlich, da gerade durch diese Beschränkung zeit- weises Ueberangebot und daraus folgendes Absin- ken der Preise verhindert wird. Den mit der Erfassung der Frühkartoffeln beauftragten Sammelstellen und der Vezirksver- triebsstellen find für die Dauer der Absahrege- tung eigene Geschäfte in Frühkartoffeln verboten. Die Bezirksoertriebsstelle verkauft die Kartoffeln an den Großhandel bezw. die Großbezieher und Großverbraucher sowie an den örtlichen Kleinhandel auf Rechnung des Erzeugers. Vor allem wird hierbei Wert darauf gelegt, daß nur zuverlässige Firmen am Fr üh k arto ffe lae sch ä ft b e» t e i l i g t werden. Grundsätzlich müssen die Kartoffeln umgehend an die Bezirksoertriebsstelle bezahlt werden, die schnellstmöglich mit den Sammelstellen abzurechnen hat, die wiederum dann sofort den eingegangenen Betrag an den Anbauer auszahlen. Der unreelle Gelegenheitshandel, der gerade im Frühkartoffelgeschäft in früheren Jahren besonders großen Schaden anrichtete, ist von nun an von diesem Geschäft ausgeschlossen. Die Unkosten der Bezirksvertriebsstelle und der Ortssammelstelle werden so niedrig wie möglich gehalten. Der von der Bezirksvertriebsstelle den Abnehmern zu berechnende Preis wird von dem Reichsbeauftraqten festgelegt. Der Preis gilt ohne Sack ab Verladestation. Der Anbauer erhält diesen Preis abzüglich der oben genannten Unkosten der Bezirksoertriebsstelle und der Ortssammelstelle und der allgemeinen Kosten der Absatzregelung, die durch eine Umlage je Zentner aller zum Verkauf körn» menden deutschen Frühkartoffeln aufgebracht werden Außer den besonderen Anhängern, mit denen jeder Sack (auch bei ganzen Wagenladungen) gekennzeichnet sein muß, sind auch noch die Sacke mtt dem Aufdruck „Deutsche Frühkartoffeln Hessen-Nassauzu versehen. In dem geschlossenen Anbaugebiet dürfen daher nur die von der Bezirksoertriebsstelle bereitgestellten Säcke Verwendung finden. In den nicht geschlossenen Anbaugebieten ist der Handel mit Frühkartoffeln an sich frei. Die Händler bzw. die Genossenschaften müssen sich aber verpflichten, den vom Reichsbeauftragten festgesetzten und bei der Landesbauernschaft zu erfragenden Mindestpreis nicht zu unterschreiten, einen ordnungsgemäß ausgefüllten Schlußfchein unmittelbar nach Tätigung des Kaufabschlusses einzusenden und die vom Reichsbeauftragten festgesetze Umlage je Zentner umgehend an die Landesbauernschaft zu bezahlen. Wer diesen Vorschriften zuwider handelt, wird, falls nicht noch eine Geldstrafe verwirkt ist, sofort von dem weiteren Handel mit Frühkartoffeln ausgeschlossen. Der direkte Verkauf von Frühkartoffeln auf Wochenmärkten ist in geschlossenen Anbaugebieten nur am Orte der Erzeugung, in den nicht geschlossenen Anbaugebieten bis auf weiteres auch in den Nachbarorten zugelassen. Es wird jedoch erwartet, daß die Anbauer ihre Kartoffeln nur zu einem Preise abgeben, der über dem vom Reichsbeauftragten festgesetzten Großhandelspreis liegt und der es dem Handel erlaubt, unter Berechnung seiner Unkosten und seines Verdienstes die Kartoffeln zum gleichen Preise abzusetzen. Falls von den Erzeugern diese notwendige Rücksicht auf den ehrbaren Handel nicht genommen wird, wird der Direktoerkauf verboten werden. Frauenireffen der evangelischen Irauenhilfen des Lumdatales in Mainzlar. y. Mainzlar, 3. Juni. Heute fand in hiesiger Gemeinde ein Frauentreffen der evangel. Frauenhilfen des Lumdatales statt. Da der Kreis Gießen zur Zeit 38 Frauenhilfen (früher evangelisch-kirchliche Frauenvereine genannt) zählt, pflegen sie in vier Teilen jährlich unter der bewährten Führung ihrer Kreisleiterin, Frau A. K r e u d e r (Gießen), gesammelt zu werden. Die ganze Gemeinde, auch die Frauenschaft der Gemeinde, mit der die hiesige evangelische Frauenhilfe im besten Einvernehmen und Zusammenarbeiten steht, nahm an dem seltenen Feste Anteil. Das bewies der reiche Fahnenschmuck der Häuser, wie auch die Beteiligung an den Veranstaltungen. Um 13 Uhr brachte ein Extrazug, von Grünberg ausgehend, die evangelischen Frauenhilfen der Gemeinden Treis a. d. Lda., Allendorf a. d. Lda., Allertshausen, Beuern, Londorf-Kesselbach, Geilshausen, Odenhausen, Göbelnrod, Lehnheim, ungefähr 1000 Frauen. Sie wurden von den fünf evangelischen Frauenhilfen des Kirchspiels Kirchberg am Bahnhof erwartet. Unter flotter Marschmusik des bewährten Posaunenchors aus Treis a. d. Lda. (Leiter: Ludwig Becker II.) bewegte sich ein langer Zug nach dem großen schattigen Hofe der neuen Schule, wo durch die aufopferungsvolle Mitarbeit der Mainzlarer Männer Sitzgelegenheit für die vielen Teilnehmer geschaffen worden war. Die Ostseite des hoch gelegenen Schulhauses war von geschickter Hand schön geschmückt. Weithin leuchteten die Farben des violetten Kreuzes auf weißem Grund und die Farben des Dritten Reiches. Die Anbringung eines Lautsprechers, ermöglicht durch das freundliche Entgegenkommen der Buderusfchcn Eisenwerke Lollar, ließ die Vorträge bis in die entferntesten Winkel hören. Zunächst begann der Festgottesdienst. Pfarrer R e u s ch (Leihgestern) hielt die packende, anschauliche Predigt über Joh. 19, 27: „Siehe, das i st deine Mutte r". Nach dem Segen des Geistlichen begrüßte der Ortsgeistilche, Dekan G u ß m a n n (Kirchberg) die Gäste und erinnerte daran, daß die Frauenhilfe Mainzlar am heutigen Tage zugleich ihr 25jähriges Bestehen feiere. Er dankte der erschienenen ersten Vorsitzenden Frau Lehrer Kurz (Gießen), sowie der jetzigen bewährten Führerin Frau Lehrer Weisel für ihre Treue Oberheffen. NSDAP.- Ortsgruppen - Zahnenweihe in Bersrod. (D Bersrod, 4. Juni. Am Sonntag fand die Fahnenweihe der Ortsgruppe Bersrod der NSDAP., 3U der einige Nachbargemeinden gehören, statt. Am frühen Nachmittag bewegten sich unter Dorantritt eines SA.-Trommlerchores und einer SA.-Musikkapelle ein stattlicher Festzug durch die Straßen unseres Ortes. Hieran beteiligte sich die Ortsgruppe Bersrod mit den Untergliederungen der Partei, sowie die Ortsvereine unserer Gemeinde und verschiedene Vereine aus den Nachbarorten. Am Festplatz eröffnete Ortsgruppenschulungsleiter Pg. Heß (Winnerod) die Veranstaltung und erteilte dem Orts- aruppenleiter Hofmann das Wort zur Begrüßungsansprache. In herzlichen Worten hieß er die zahlreichen Teilnehmer willkommen. Als Vertreter der Kreisleitung der NSDAP. Gießen hielt der stellvertretende Kreisleiter Pg. Hopfenmüller die Festansprache, in der er etwa folgendes ausführte: Das deutsche Volk k>at sich im vergangenen Jahre einmütig zu unserem Führer Adolf Hitler und den nationalsozialistischen Regierungsmaßnahmen bekannt. Nun gilt es weiter zu arbeiten im Ringen um die deutsche Seele. Der politische Gegner von früher ist heute unser Volksgenosse, der mit und kämpft. Die noch abseits Stehenden sollen nicht mit Gewalt, sondern durch das gute Vorbild der Nationalsozialisten überzeugt werden. In der kur- zen Regierungszeit haben die Nationalsozialisten Großtaten vollbracht im Kampf gegen den Zerfall der letzten 14 Jahre, in denen unser Volk dem sicheren Untergang entgegenging. Etwas Besseres als den Nationalsozialismus kann man sich nicht vorstellen. Allerdings soll für jeden Nationalsozialisten der Führer die Richtschnur seines Handelns sein. Pg. Hopfenmüller übergab sodann die Fahne dem Ortsgruppenleiter, der sie in den Schutz der Ortsgruppe nahm und dabei einen Appell an die Amtswalter und Parteigenossen richtete, der Fahne stets die Treue zu halten und ihr zu folgen bis in den Tod. Sprechchöre, Gedichtvorträge der Schule und Liederchöre verschönten die Feier. Mit Dankes- worten an alle Mitwirkenden und an alle Erschienenen durch Pg. Heß wurde der offizielle Teil der Feier auf nationalsozialistische Werse geschlossen. Volksfest und Tanz hielt die Teilnehmer noch viele Stunden in echter Volksgemeinschaft zusammen. und verlas die Namen von 20 lebenden Mitgründerinnen des Vereins; ihnen wurde ein schlichtes, sinniges Andenken überreicht. In der Kaffeepause wurden die zahlreichen Gäste in den Häusern der hiesigen Frauenhilfe gastfrei ausgenommen. Das alles vollzog sich völlig reibungslos. Um 15.30 Uhr begann die Nachversammlung. Nach gemeinsam gesungenen Liede sprach die Kreisvorsitzende Frau K r e u d e r (Gießen) herzliche Worte der Begrüßung und des Dankes, erstattete den Jahresbericht, besprach kurz das Geschäftliche und übergab Frau Ohly (Alsbach) das Wort. Diese überbrachte zunächst die Grüße und Wünsche der Landesführerin, Frau H e r ä u s (Offenbach), für den fein Jubiläum feiernden Verein und ging dann zu ihrem Hauptvortrag: „Mutter, wir helfen dir" über. Es war naheliegend, daß sowohl Predigt wie Vortrag auf bas große soziale Liebeswerk „Mutter und Kind", angeregt von dem Führer und durchgeführt von der NSV., dem die evangelische Frauenhilfe seither bereits diente und in Zukunft noch mehr dienen will, eingingen. Die Rednerin konnte aus ihrer reichen Erfahrung im Müttererholungsheim H i r s ch p a r k zu Alsbach, wo schon viele abgearbeitete Mütter — neuerdings durch die NSV. vermittelt — Erholung gefunden haben, berichten. Sie betonte, daß allen nicht nur körperlich, sondern auch seelische Erholung not tue. Und das werde von Frauen und Männern, wie viele Briefe bewiesen, dankbar anerkannt. Nach dem gemeinsamen Liede ,Zch bete an die Macht der Liebe" sprach dann Dekan G u ß m a n n das Schlußwort. Er dankte allen Mithelfern. In Uebereinftimmung mit dem herzlichen Grußworte des leider am Erscheinen beruflich verhinderten Propstes Knodt (Gießen), das die Kreisführerin der Versammlung zum Beginn der Versammlung mitgeteilt hatte, ermahnte er die evangelischen Frauenhilfen, ihren hohen Idealen treu zu bleiben und sich als bewußte Glieder unserer Kirche und des Dritten Reiches zu fühlen. Mit der gemeinsam gelungenen Bitte: „Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ" klang das Fest aus. Um 18 Uhr brad)te der Extrazug die Teilnehmerinnen wieder in ihre Heimatgemeinden zurück. Wertungssingen des Sängerkreises „Niddatal" in Schotten. x Schotten, 4. Juni. Das Wertungssingen des Sängerkreises „Niddatal" wurde gestern hier abgehalten. Die Stadt war zum Empfang festlich geschmückt. Im Laufe des Vormittags trafen die Vereine mit ihren Fahnen ein und hielten in der Turnhalle eine Probe der Massenchöre. Mittags stellte sich an der Turnhalle der Festzug auf und marschierte mit Musik und Fahnen durch die Stadt. Am Rathaus vor der Stadtkirche war eine Tribüne mit den Fahnen des neuen Reiches und der Stadt errichtet. Nach dem Sängergrutz und dem ersten Massenchor „Mahnung" von Will Vesper entbot der Führer des Sängerkreises, Lehrer Diehl- Oberschmitten, allen Sängern und den Ehrengästen einen Gruß und sprach herzliche Worte auf das deutsche Vaterland. Das Deutschlandlied wurde begeistert gesungen. Bürgermeister Menge! begrüßte die Sänger namens der Stadt, wies auf die Bedeutung der Wertungssingen hin und auf den kostbaren Schatz des deutschen Volksliedes, das bei dem heutigen Wertungssingen besonders zu Ehren komme. Die schwungvolle Ansprache klang aus in ein „Sieg-Heil!" auf das deutsche Lied und die Heimat. Kreisleiter K r o m m brachte mit zündenden Worten ein „Sieg-Heil!" auf den Führer aus, worauf das Horst-Weffel-Lied folgte. Zwei Massenchöre, „Sonnenaufgang" von Cornelius und „Maienschein", wurden von dem etwa 1000 Mann starken Massenchor machtvoll zu Gehör gebracht. Nach dem Umzug durch die Stadt fand unter der Zensur von Musiklehrer Blaß- Gießen in der Turnhalle das eigentlche Wertungssingen statt. Es beteiligten sich daran die Gesangvereine Ober-Schmitten, Eichelsachsen, Nidda, Nieder-Mock- stadt, Ober-Widdersheim, Dauernheim, Echzell, Unter- Widdersheim, Eichelsdorf, Schotten, Unter-Schmitten, Feldkrücken, Betzenrod, Borsdorf, Wallernhausen, Geiß-Nidda, Rainrod. Jeder Chor fang zwei selbst gewählte Volkslieder. Die Zuhörer waren von den teilweise ausgezeichneten Leistungen der Sänger begeistert. Larrvkreis Gietzen. ck. Heuchelheim, 4. Juni. Der hiesige Turnverein veranstaltete am Sonntag im Rahmen der Werbewoche der Deutschen Turnerschaft einen Werbetag, der in seiner Vielgestaltigkeit ein Überzeugendes Bild von der großen Arbeit gab, die die Vereine der DT. leisten. Nach einem Umzug durch den Ort führten sämtliche Abteilungen auf dem Sportplatz Spiele wie Handball, Schlagball, Faustball, Völkerball usw. vor. Abends in der Turnhalle wurde am Reck, am Barren und am Pferd geturnt sowie Keulenschwingen und Reigen der Damenabteilung vorgeführt. Der Vereinsführer Otto Rinn sowie Dr. R e i b t hielten Ansprachen über die Geschichte der DT. und warben für den Eintritt in den Turnverein Heuchlheim. CO Klein-Linden, 4. Juni. Am Sonntag feierten die Mitglieder des Kindergottesdien- ft e s mit ihren Helferinnen und unter Beteiligung der Gemeinde ihr diesjähriges S o m m e r f e ft. Unter den Klängen des Posaunenchors bewegte sich am Nachmittag ein langer Zug, dem einige Körbe voll Brezeln durch Kinder vorangetragen wurden, zum Wald. Dort sammelte sich die frohe Kinder- schar zunächst in einem großen Kreis und fang frohgemute Loblieder. Dann hielt der Ortsgeiftliche eine Besprechung über die Schöpfung, in die der feierliche Tannenwald so recht hineingestellt wurde. Nach weiteren Liedern teilten sich die Kinder mit ihren Helferinnen in Gruppen zum frohen Spiel, woran sich groß und klein erfreuten. Seiber waren die schönen Stunden zu schnell vorüber. Nach einem frohen Choral kam als Abschluß die Brezeloertei- hing. Dann ging es wieder singend heimwärts. * L e i h g e st e r n, 4. Juni. Am vergangenen Samstag abend veranstaltete der Turnverein „Frisch auf" Leihgestern 1893 im Vereinslokal „Zum Löwen" einen Werbeabend. Der Veranstaltung ging, unter Vorantritt eines Trommlerkorps, ein Umzug durch die Ortsstraßen voraus. Im Vereinslokal hielt der 1. Vereinsführer W. Will eine Ansprache über den Sinn und den Zweck der Werbewoche, sowie über den Wert des Turnens für Körper und Geist. Die von den Jugendturnern und der 1. Riege gezeigten Hebungen zeugten von einem beachtlichen Können. Der 2. Führer des Vereins, Rektor Lotz, sprach noch kurz über das Thema „Nationalsozialismus und Tumerfchaft." Die vielfachen Darbietungen des Abends wurden sehr dankbar ausgenommen. * Hausen, 4. Juni. Am Sonntag, 3. Juni, unternahm der Frauenchor Hausen einen Ausflug nach Marburg. Ein großes Post- auto brachte die 58 Teilnehmer nach Gießen an die Bahn. In Marburg angelangt wurde der Gottesdienst in der Elifabethkirche besucht. Im Gottesdienst sang der Frauenchor zwei Lieder, die durch ihren guten Vortrag großen Eindruck hinterließen. Nach einer kurzen Mittagspause und einem Gang durch die Anlagen jenseits der Lahn wurde die Elifabethkirche noch einmal einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Der Gang auf das Schloß zeigte dann Marburg in seiner ganzen Herrlichkeit. Im raschen Fluge ging die Zeit dahin. Die Teilnehmerinnen werden gerne an diesen Tag zurückdenken. £ Wieseck, 4. Juni. Am Samstagabend fand bei Gastwirt Richard Weller die Jahreshauptversammlung der Spar- und Darlehnskasse e. G. m. b. H. statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Schreinermeister Gustav Seibert eröffnete die Versammlung und gab den Revisionsbericht bekannt. Geschäftsführer Werner erstattete den Geschäftsbericht. Der Umsatz betrug im Jahre 1933: 1 959147,86 Mark gegenüber 1 127 901,40 Mark im Vorjahr. In den ersten fünf Monaten von 1934 beträgt der Umsatz bereits 760 000 Mark statt 330 000 Mark in der gleichen Zeit 1933. Der Kassenumsatz betrug 1933 288 306 Mark gegenüber 201000 Mark im Rj. 1932. Bis 1. Juni 1934 beträgt der Kassenumsatz bereits 210 000 Mark gegenüber 84 000 Mark der gleichen Zeit 1933. Diese Zahlen lassen auf eine gute Entwicklung schließen. An Spareinlagen wurden 1933 32 400 Mark zurückgezahlt. Die neueingerichtete Schulsparkasse brachte in sechs Monaten rund 800 Mark. Die vielen kleinen Sparer (5 Pf. bis 500 Mark Spareinlage) sind eine gute Stütze der Kasse. An Dividende auf die Geschäftsanteile wurden 3% v. H. vorgeschlagen und von der Versammlung genehmigt. Der Rest wird der Betriebsrücklage und dem Reservefonds gutgefdjrieben. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Durch die Umstellungen mußten die Paragraphen 14, 36 und 48 geändert werden. Die Versammlung gab ihre Zustimmung. Zum Schluß fpra- chen noch einige Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder und forderten zur weiteren Belebung der Kasse auf. = Alten-Buseck, 5. Juni. Am Sonntagnach- mittag veranstaltete der hiesige Obstbauver- e i n unter Führung von Obstbauinspektor R e n t s ch (Friedberg) einen Geländegang zum Zweck der Besichtigung des Obstbaumbestandes unserer Gemarkung. Es konnte festgestellt werden, daß die Mehlzahl der Obstbaumbesitzer bestrebt war, durch fachgemäße Anpflanzung, Pflege und Behandlung der Bäume die einheimische Obstproduktion sowohl quantitativ, wie auch qualitativ zu steigern. Leider sind auch irt diesem Jahre die Obstbaumschädlinge, besonders die Zwetschenschildlaus und der Apfelblattfloh, wieder sehr stark in Erscheinung getreten. Diesbezügliche Ratschläge und Anweisungen von Inspektor R e n t s ch wurden mit Interesse entgegengenommen. Anschließend fand bei Gastwirt Rabenau ein Vortrag über Schädlingsbekämpfung statt. Herr R e n t s ch erläuterte die für die verschiedenen Zeitabschnitte in Frage kommenden Spritzoerfahren und betonte, daß kein Obstzüchter etwa aus falsch angebrachter Sparsamkeit das Spritzen unterlassen dürfe. Ein durchschlagender Erfolg sei auch nur bann gewährleistet, wenn jeder Baumbesitzer in dieser Beziehung seine Pflicht der Allgemeinheit gegenüber erfülle. Jedoch warnte er dringend vor einer Spritzung in die bereits eingetretene Baumblüte, weil hierdurch die für einen erfolgreichen Obstbau unbedingt notwendigen Bienen in ungeheurer Menge vergiftet und vernichtet würden. Lebhafter Beifall der Anwesenden und Danfesrocrte des Vorsitzenden des Vereins belohnten den Redner. wg. Großen-Bufeck, 3. Juni Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, hatte, zu einer Versammlung im Saale von Wilhelm Wagner e'ngeladen. Der landwirtschaftliche Ortsfachberater Wilhelm Schmidt leitete die Versammlung. Als Redner des Abends sprach Pg. Betz (Gießen) über das Thema „Kampf gegen Miesmacher, Kritiker und Reaktion". Seine eindringlichen Worte wurden begeistert ausgenommen. Anschließend hielt der stellvertretende Betriebszellenleiter Pg. Hahn (Großen-Buseck) noch einen Vortrog über das Thema „Was ist Nationalsozialismus . Der Ortsfachberater dankte den beiden Rednern für ihre klaren Ausführungen. Der Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes und das dreifache „Sieg- Heil!" auf Führer und Vaterland beschlossen die Versammlung. — Anläßlich der Reichswerbewoche der Deutschen Turnersachft veranstaltete der hiesige Turnverein „Gut Heil" ein Platzkonzert und einen Um,)ug durch die Straße unseres Dorfes. — Dieser Tage veranstaltete der Konsum verein Gießen und Umgegend für seine Mitglieder der Verteilungsstelle 33 Großen-Buseck im Saale der Gastwirtschaft „Zum kühlen Grunde" einen Unterhaltungsabend. Der Abend wurde durch einen lustigen Film eingeleitet. Rach einem Vortrag von Frl. H e u t g e n s aus Düsseldorf wurde der Film „Don Menschen und Mühlen" vorgeführt. Die Pausen wurden durch humorvolle Darbietungen von Frl. H e u t ge n s und durch flottgesvielte Klavierstücke (Ernst Nicolai) ausgefüllt. — Am Freitagnachmittag ereignete sich am Ortsausgang Großen-Buseck ein schwerer Unglücksfall. Der Schwerkriegsbeschädigte Heinrich Rühl von hier wurde von einem vorbeifahrenden Lastauto erfaßt und zu Boden geschleudert. Der bedauernswerte Mann erlitt schwere Verletzungen an seiner Kriegswunde und mußte mit dem Sanitätsauto der Chirurgischen Klinik in Gießen zimeführt werden. r. Weickartshain, 3. Juni. Dieser Tage fand hier in dem mit zahlreichen Hakenkreuzfahnen und Girlanden geschmückten Hockschen Saale eine n a - tionalsozialistische Versammlung statt. Sämtliche nationalsozialistische Organisationen nahmen geschlossen teil. Der Musikverein leitete den Abend mit einigen flotten Märschen ein. Nach der Eröffnung der Kundgebung durch Stützpunktleiter Melchior sprach der stellvertretende Kreisleiter Hopfenmüller über Kritiker und Miesmacher. Er schloß seine mit starkem Beifall aufgenommene Rede mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf das deutsche Volk und den Führer. Zum Schlüsse unterhielt der Musikverein die Anwesenden durch musikalische Darbietungen. — Anläßlich des Sängerfestes am 30. Juni, 1. und 2. Juli lfd. Js. in Grünberg fanden sich heute im Hockschen Saale in Weickartshain der hiesige Gesangverein sowie die Vereine von Stockhausen, Altenhain, Flensungen und Lauter zusammen, um die Chöre, die die genannten Vereine gemeinschaftlich vortragen, durchzuüben. Zum Schlüsse der Uebungsstunden wurden noch einige Einzelchöre vorgetragen. 9.Jl.-'SpoTt Vierfacher Sieger bei den Turn-Weltmeisterschaften. Der Schweizer Eugen Mack, der bei den in Budapest ausgetragenen Weltmeisterschaften im Kunstturnen vierfacher Weltmeister wurde. Er errang die Titel im Fünfzehnkampf, am Barren, am Pferd quer und im Pferdsprung. VfB. Reichsbahn Gießen. Wetzlarer SV. 05 I. — Vfv. Reichsbahn I. 4:0 (3:0) Trotzdem jne VfBer in Wetzlar mit einer stark mit Ersatz durchsetzten Mannschaft antraten, lieferten sie ein annehmbares Spiel und waren sogar zeitweise feldllberlegen. Der Sturm verstand es nicht, trotz zwingender Torgelegenheiten sich gegenüber der körperlich spielenden Verteidigung der Wetzlarer durchzusetzen. Dem einwandfrei leitenden Schiedsrichter D e i s - Nauborn stellten sich die VfBer mit Janz; Kreß, Lehrmund, Hauptfeld, Knauß, Feuster, Ranft, Heß, Schmidt I, Schmidt II und Fehling. Wenn auch die ganze Mannschaft mit großem Ehrgeiz kämpfte, so hoben sich doch unter den einzelnen Spielern Kreß und Lehrmund und Feuster hervor. Wetzlar hatte seine komplette Mannschaft zur Stelle. Die ersten 20 Minuten waren beide Mannschaften im Mittelfeld, ohne daß die Torleute stärker beschäftigt wurden. Ein plötzlicher Vorstoß des rechten Wetzlarer Flügels führte zu ihrem ersten Er- fola. Wohlgemuth nahm die Flanke des Rechtsaußen aus der Luft und gegen seinen Flachschuß war der Gießener Torhüter machtlos. Die VfBer erwiderten mit heftigen Gegenangriffen, die aber an dem glänzenden Wetzlarer Verteidiger Benner abprallten. Zwei VfBer versuchten vergeblich den Rechtsaußen vom Ball zu drängen und sein Schrägschuß landete in der äußersten Ecke. Bis zur Halbzeit erzielten die Wetzlarer noch ein drittes Tor. Hatte man geglaubt, daß die VfBer nach der Pause das Opfer des eigenen Tempos werden würden, so war man angenehm von dem Gegenteil enttäuscht. Immer und immer wieder rollen die Angriffe auf das Wetzlarer Tor. Ranft lief durch statt zu schießen, gab er den besser stehenden Fehling, dessen Zögern dem Wetzlarer Verteidiger Gelegenheit zum Eingreifen gab. Eine klare Torchance war vergeben. Eine Weitvorlage Feusters schoß Schmidt über das leere Tor. Im Gegenangriff erzielten die Wetzlarer ihr viertes Tor und als Feuster einen wegen Handspiel verhängten Elfmeter verschoß, war die Niederlage der Gießener besiegelt. Vfv. II. — wieseck I. 1:6 (0:3). Durch Abgabe an die erste Mannschaft kam eine Mannschaft auf das Feld, die den Wieseckern eine Klasse unterlegen war. Die ersten beiden Tore waren auf Stellungsfehler der Verteiditzung zurückzuführen. Nach Halbzeit erhöhten die Wiesecker auf 5:0, denen die Gießener durch einen Fehler des Wiesecker Tormanns das Ehrentor entgegensetzen konnten. Als Sauer vom Feld mußte, wurde Wieseck stark überlegen und erzielte ein weiteres Tor. Vfv. III. — Garbenleich I. 6:3 (3:1). Dieses Spiel war ein Gesellschaftsspiel, das durch die Fairneß beider Mannschaften dem Schiedsrichter wenig Gelegenheit bot, einzugreifen. Trotz der anfänglich starken Ueberlegenheit der Gießener griffen die Garbenteicher durch geschicktes Einsetzen ihrer Flügel immer wieder an und erzielten dre! Gegentore, von denen das dritte eine glänzende Leistung des Halbrechten war. Erst in den letzten 10 Minuten gelang es den DfBern durch zwei weitere Tore den Sieg sicher zu stellen. Nie 1. Zugendmannschaft der Spielvereinigung 1900 Sieger der psticht- ipiele 1933 34. Der 1. Jugendmannschaft der Gießener Spielvereinigung 1900 ist es gelungen, mit einem großen Punktvorsprung die Gruppenmeisterschaft des Spieljahres 1933/34 zu erringen. Durch ihre Beständigkeit konnte die Mannschaft sämtliche Spiele gewinnen. Ihr folgt als zweiter Sieger die Jugendmannschaft des Turnvereins Wieseck. Die 2. Jugendmannschaft der Spielvereinigung 1900 konnte nicht so gut abschneiden, doch auch sie hat bewiesen, daß sie gute Kräfte besitzt, das beweist allein das 2:2-Spiel gegen die 1. Jugendmannschaft des VfB.-Reichsbahn Gießen. Als Gruppensieger der Schülerklasse ging die Schülermannschaft der Spielvereinigung 1926 Leihgestern hervor. Diese Mannschaft hat sich besonders tapfer geschlagen und den Verein durch das Auftreten und Verhalten auf den Sportplätzen stets würdig vertreten. Um den dritten Tabellenplatz werden voraussichtlich Watzenborn-Steinberg und Heuchelheim antreten, da diese Mannschaften punktgleich sind. Aufstiegspiele im Gau Nordheffen. Die Gruppe Nord des Gaues Nordhessen beendete ihre „Vorrunde" am Sonntag mit dem Treffen des FV. Wallau gegen Tuspo 86/09 Kassel. Wallau kam nach einem nur mäßigen Kampf zu einem knappen, aber verdienten 1:0 (0:0) Sieg über seinen sich tapfer wehrenden Gegner. In der Tabelle steht nunmehr Germania Fulda mit vier Pluspunkten weiterhin an der Spitze vor Wallau und Kassel, deren Aussichten durch diese neuerliche Niederlage so ziemlich auf den Nullpunkt gesunken sind. Die Tabelle: Germania Fulda 2 Sp. 4:2 T. 4:0 P. FV. Wallau 2Sp. 2:2 T. 2:2 P. Tuspo Kassel 2Sp. 1:3 T. 0:4 P. Obergruppenführer Hühnle n an den Reichskanzler. Der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Obergruppenführer Hühnlein, hat nach dem Eifel- rennen folgendes Telegramm an Reichskanzler Adolf Hitler gesanht: Durch einen überlegenen Sieg über beste aus- ländische Fahrer und Maschinen konnten heute nuf dem Nürburgring von Brauchitsch auf Mercedes cls Erster und Stuck auf Auto-Union als Zweiter ifyrec Klasse den Dank für die tatkräftige Förderung, die die deutsche Kraftfahrt durch Sie, mein Führer, er^ fuhr, einen ersten sichtbaren Ausdruck geben. Auch NSU. und DKW. gelang es, in den Klaffen der Krafträder je zwei erste Preise für sich zu erringen. Heil meinem Führer! Hühnlein, Obergruppenführers Endspiele um die deutsche Handbai-Meisterschaft. 3n Darmstadt und Mannheim. Bekanntlich stehen in den Endspielen zu den deutschen Handballmeisterschaften der Manner und Frauen allein drei süddeutsche Mannschaften. Die Deutsche Handball-Leitung hat nun dieser Tatsache insofern Rechnung getragen, als die beiden Endspiele nach Süddeutschland,vergeben wurden. Darm- stadt und Mannheim sind Schauplatz der Kämpfe, die am 10. Juni abqewickelt werden. In Darmstadt ist das Hochschulstadion, in Mannheim der VfR.- Platz der Schauplatz. Bei den Männern treffen sich in Darmstadt Po- lizei Darmstadt und Spielvg^ Fürth, bei den Frauen begegnen sich VfR. Mannheim und der Nordmarkmeister TV. Eimsbüttel. Fußball gegen die Tschechen. Wie Deutschland unterlag. Die schöne Erfolgssereie im deutschen Fußball hat, wir berichteten bereits kurz darüber, nach zwei Siegen in der Vor- und /Zwischenrunde eine Unterbrechung gefunden. Die Tschechen, die nur wenig in ihren Spielen gegen Rumänien und die Schweiz zeigten, warteten gegen unsere Vertreter mit einer glänzenden Leistung auf und schlugen uns mit 3:1. Nur 15 000 Zuschauer wohnten in Rom dem Treffen bei, dem Mussolini an der Spitze prominentester Gäste durch seine Anwesenheit eine besondere Bedeutung verlieh. Die Tschechen waren in einer unerwartet glänzenden Verfassung und gewannen den Stampf auch in gewisser Beziehung verdient. Sie spielten den systemvolleren Fußball. Die deutsche Mannschaft trat ohne Grämlich und Hohmann an, während die Tschechen den rechten Verteidiger Zenisek durch Burger ersetzt hatten. Die Deutschen spielten nach dem bisherigen Schlachtplan, nur hing Czepan diesmal nicht so weit hinten als in den bisherigen Spielen. Siffling fühlte sich auf dem rechten Der- bindungsposten offensichtlich wohler als bisher auf der linken Seite, außerdem lieferte auch der Ham- borner Cielinski eine gute Leistung. Der Kampf... Es sah schon von Anfang an nicht günstig für die deutsche Mannschaft aus. Sowohl der Rechtsaußen Junek als auch der Halblinke Nejedly statteten der deutschen Hintermannschaft gefährliche Be- I suche ab. Auf der Gegenseite verfehlte ein Schuß von Kobierski knapp sein Ziel. Später hatte Conen eine gute Gelegenheit, sein Schuß wurde von Pla- nicka mit großer Kunst gehalten. Ueberhaupt war der tschechische Tormann in der ersten Halbzeit in glänzender Form. Die Tschechen kommen schließlich zu ihrem ersten Treffer. In der 20. Minute fällt nach einem Flan- kenwechsel zwischen Puc und Junek dieses Tor, als Kreß den Ball fallen ließ und der Heransturmende Nejedly nach Kampf mit drei deutschen Spielern das Leder eindrückte. Deutschland ließ sich nicht entmutigen, griff weiter an und kam auch nach der Halbzeit sehr gut in Schwung. Der verdiente Ehrentreffer fiel in der 18. Minute durch Noack nach schönem Zusammen- spiel zwischen Conen und Siffling. Ein weiteres Tor wurde von dem die Vorteilsregeln außer Acht lassenden Schiedsrichter Barlassina nicht gegeben. Dagegen kamen die Tschechen nach einem Strafstoß von Puc durch schönen Kopfbgll von Nejedly in der 27. Minute zum zweiten Treffer Und in der 31. Minute war das Schicksal der Deutschen besiegelt, als der gleiche Spieler auch den dritten Treffer einsenden konnte. Der Kampf flaute dann sehr ab und die restlichen Minuten änderten nichts mehr an dem Stand. Die deutsche Mannschaft, die nicht mehr ganz das Können der letzten Spiele erreichte, hatte einige Schwächen in der Hintermannschaft. Sie unterlag einem groß in Fahrt befindlichen und in technischer 1 Beziehung hervorragenden Gegner. Ihr Rnirh-Band darf nicht ■ III I W* I I lästig und hindernd H sein! Hat ihr Arzt einen Bruch festgestellt, dann emp- M I ehleich Ihnen,sich für meinegesetzlich geschützten 3„Heila“-ModelleD R.6.M • Konstruktion - zu interessieren. Darunter 1 Modell: ohne Rückenfeder, ohne Schenkelriemen, ohne starren Stahl- oder Eisenbügel! Für ganz schwere Hodenbrüche meine „Patent“-Bandage. Ferner: Spezial-Bandagen mit und ohne Feder. Für jeden Fall individuelle Maßanfertigung! 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Donnerstag, 7.$nni 34, vorm. 10'/, Ubr, soll ein m der Gemark. Bernsscld gelefl.Jagdhaus öffentlich zwangsweise geg. Barzahlung versteigert werd, ^ulammenk. der Kaufliebhaber auf dem Geschästsz. der Bürgermeisterei Bernsfeld. Seibert, Gerichtsvollzieher zu Homberg (Oberhessen). «miD 02895 | Vermietungen! 7-Zirtlm. m. Badezimmer, zwei Mansarden- -imm „Bleichpl., m gutem Hause MMütze zu vermieten. Schriftl. Ang. u. 02897 a.d.G.A. Hindenburg». 221 G-Zimni. Wohn. m.Heiz.u.Zubeh. zu vermiet, osoos I Mietgesuche I Miete 200-300 qm alte Stall- 0. Kellerräume a. Stadtrand. Schr. Ang. unt-02903anden Gießen. Anzeig. 34Zim.-Woli zum1.7.oder1.8. gesucht, mögl.m. Zentr.-Heizung, ruh. Lage. Schr. Ang. unt. 02902 an 0. Gieß. Anz. Dauermiet. sucht mb. möbl. Zimmer mit Verpfl.; erbitte auch Angeb. v.guteniPrivat- Mittagst. Schr. Angeb. u. 3379D an 0. Gieß. Anz. Stellengesuche! Kriegsbeschädigter, ebemalig.Bäcker. Kenntn.d.Land- wirtsch., geschäftlich tätig gewes., lucht Beschäftig. irgendwelch.Art. 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