Nr 79 Erster Blaff |84. Jahrgang Donnerstag, 5. April 1934 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/zUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrist oder schwieriger datz 25°/n mehr Lrmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige (öelegenheitsanzei- gen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. 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Die letzte französische Note habe aber wieder zu einem Punkt des Weges z u - rückgeführt, der längst überschritten worden war. Frankreich erklärte zu Beginn der Abrüstungskonferenz, daß keine Rüstungsverminderung möglich sei, ehe nicht ein Plan gegenseitigen B e i st a n d e s aufgestellt und angenommen worden sei. Erst nach langen Verhandlungen erklärten sich Großbritannien und die Vereinigten Staaten bereit, als Ersatz ein System automatischer Ueberwachung anzunehmen. Großbritannien ist noch weiter gegangen und hat die Konsultation im Falle einer Vertragsverletzung angeboten. Jetzt wünscht eine neue französische Regierung den früheren Forderungen bezüglich der Ueberwachung, Konsultation und Garantien noch weit er gehende Bedingungen für die Sicherung der Alliierte n Frankreichs in Zentral- u n b Osteuropa gegen einen Angriff hinzuzu- fügen. Großbritannien hat nicht die Absicht, sich selbst für die Aufrechterhaltung aller europäischen Grenzen verantwortlich zu machen, von denen einige, wie die öffentliche Meinung zu glauben geneigt ist, nicht in jeder Hinsicht gut gezogen sind. Eine allgemeine Sicherheitsgarantie muß sich auf die Ueberschreitung einer Grenze ober auf irgenb- eine anbere offene Angriffshanblung beziehen. In biesem Falle müßte unvermeiblich eine schwierige Erörterung barüber folgen, ob bie Hanblungsweise des angeblichen Angreifers berechtigt war ober nicht. Bei ber Garantie eines Rüftungs - abkommens würben sich berartige Zweifel höchst wahrscheinlich nicht ergeben. Nur wenn bie internationale Kommission berichten würbe, baß ein bestimmter Staat ben ihm gewährten Rüstungs- ftanb überschritten hat, würben Sanktionen in Fruge kommen. Ueberbies würben im ersteren Fall Feinbfeligkeiten bereits ausgebrochen fein, bevor ein gemeinsames Vorgehen notmenbig würbe, währenb bie Verletzung einer Rüstungsvereinbarung nicht bas gleiche Verhäng- n i s mit sich bringen würbe. Dies allein ist schon ein ganz überzeugender Beweisgrund zugunsten einer garantierten Vereinbarung. Kaum weniger wichtig märe, baß eine Vereinbarung über ben Rüstungsstanb für ein neues unb besseres System eintreten würbe, währenb eine allgemeine Sicherheitsgarantie unvermeiblicherweise von ben Friebensverträgen untrennbar wäre. Alle vorgeschlagenen Auslegungen eines Angriffs grünben sich naturgemäß auf bie jetzige Ordnung Europas, unb tatsächlich ist bie Forberung nach Sicherheit oft kaum zu unterscheiben von einer Forberung nach unterschiebsloser Aufrechterhaltung b e s Status quo für alle Zeiten. Die beste Art, ein bie ganze Welt beherrschenbes Sicherheitssystem aufzustellen, wäre bie, einen Anfang bort zu machen, wo es offenbar am bringenb- ften notmenbig ist, unb bann allmählich bie regionalen Vereinbarungen zu erweitern. Ein garantierter Pakt für bie Begrenzung ber Rüstungen in Westeuropa sollte bas nächste Ziel sein. Das Programm für Guvichs Besuch in Loudon. Lonbon , 5. April. (DNB. Funkspruch.) lieber ben bevorstehenben breitägigen Besuch bes italienischen Unterftaatsfefretärs bes Aeußeren, Suvich,! ichreibt „Daily Telegraph", seine Anwesenheit1 dürfte zur Beschleunigung bes Gedankenaustausches über bie neue französische Note beitragen. Diese werde wahrscheinlich nicht vor Montag überreicht werden. Ein vollständiges Einvernehmen zrnischen Großbritrmnien unb Italien als gemeinsame Bürgen bes Locarnovertrages fei niemals notmenbiger gemefen als jetzt. Zugleich roerbe wahrscheinlich bie österreichische Frage tn ihren politischen mie in ihren rvirtschaftlichen Zu- ammenhängen zwischen Suvich unb Simon aus» ührlich erörtert werben. Man bürfe erwarten, baß Nussolini um bie britische Unterstützung für ben Blau ber wirtschaftlichen Rettung Oesterreichs, Un- xarns unb ber Donaustaaten im allgemeinen ersuchen werbe. Großbritanniens Haltung gegenüber Mussolinis Absichten, ben Hanbel in Mitteleuropa freier unb umfangreicher zu machen, müsse wohlwollend sein. In politischer Beziehung aber werde Großbritannien Vorsicht zeigen unb ke i n aktives Eingreifen ins Auge fassen. pariser Stimmungsmache. Paris, 4. April. (DNB.) Im augenblicklichen Ttabium ber Abrüstungsprobleme bemüht sich bie französische Presse, nicht nur bie Nutzlosigkeit ber Abrüstungsbemühungen zu beweisen, sonbern vor allem auch Englanb zu überzeugen, baß bie französische Sicherheitsf orberung, auf bie Kriegs- unb Luftflotte übertragen, einer ganz ähnlichen englischen Sicherheitsforberung entspreche. 2er „Temps" macht bie Englänber barauf aufmerk- |om, baß sie bie Besorgnisse Frankreichs unb Bellens solange nicht verstanden hätten, als lu sich hinter ihrer Meeresmauer in Sicherheit fühlten. Es beburfte „ber tatsächlich schon eingeleiteten Aufrüstung Deutsch- Ian b s" unb ber beutschen Forberung nach Luftstreitkräften, bamit bie Briten sich voll unb ganz ber Gefahr bewußt würben, bie M Lanb ebenso bebrohe wie bie Nachbarlänber Deutschlanbs. Genau bie gleiche Tenbenz finbet sich im „Journal bes Debats". Als bie Englänber bie Gleichberechtigung Deutschlanbs grunbsätzlich anerkannten, hätten sie geglaubt, bie Gleichberechtigung bleibe auf bas Lanbheer begrenzt. Das sei aber eine kinbliche Illusion. „Oeuvre" behauptet, baß sich in ben letzten zehn Tagen bas Bilb vollkommen verschoben habe, weil (Englanb enblich verstauben Bukarest, 5. April. (DNB.) In ber Kammer erklärte Außenminister T i t u l e s c u über bie r e - visionistischen Kunbgebungen ber un- garischen Regierung: Ich möchte einen Unterschieb machen zwischen bem italienischen unb dem ungarischen Revisionismus. Ersterer scheint sich auf bie Ansicht zu grünben, baß Verträge nicht von ewiger Dauer find; ber zweite stützt sich auf ben Wunsch, bie Gebietshoheit bes gegenwärtigen Ungarn auszubehnen. Der Revisionismus ber ersten Art scheint bis heute lebig- lich zu (Ermutigungen burch Worte seine Zuflucht genommen zu haben, währenb bie zweite Art eine Politik systematischer Störung ber burch bie Verträge geschaffenen Orbnung bebeutet. Die italienischen Kunbgebungen zugunsten eine Revision, so schmerzlich sie für Rumänien auch feien, könnten nicht bie herzlichen Beziehungen zwischen Rumänien unb Italien stören. Der ungarische Revisionismus werbe fein Ziel nicht erreichen. Die Länber ber Kleinen Entente feien sich barüber klar, baß ihre Grenzen burch einen breifadjen Panzer g e - schützt seien, ber juristischer, moralischer unb politischer Art sei. Artikel 19 bes Völkerdunbspaktes könne nicht auf bie territorialen Klauseln angewen- bet werben. Aber selbst wenn bies so wäre, sei Stimmengleichheit erforberlich. Dies bebeute, baß allein bie Parlamente ber betreffenben Staaten souverän über Gebietsteile ihrer Länber entscheiben könnten. Titulescu verwies bann auf bie Interpellation bes ehemaligen Ministerpräsibenten Maniu, bes Führers ber Zaranisten, ber siedenbürgifchen Bauernpartei. Diese Interpellation fei so voller Sorge um bie enbgültige Festigung des durch die Friedensverträge geschaffenen Werkes, daß sie die beste Volksabstimmung Siebenbürgens für bie internationale öffentliche Meinung fei. Denn burch bie Stimme bes Mannes, ber bem Akt ber Vereinigung Siebenbürgens mit bem Mutterlanbe als Vorfitzenber beigeroobnt habe, brücke bie neue Provinz ihren festen Willen aus, für immer mit Rumänien vereinigt zu bleiben. Titulescu fetzte barauf bie Gründe auseinander, die bie Lage in Mitteleuropa so schwierig machten. Die größte Schwierigkeit bestehe in ben Meinungsverschiedenheiten zwischen den Großmächten hinsichtlich Oe st erreich s. Der Anschluß werbe von Italien, Frankreich unb ber Kleinen Entente ab-- gelehnt. Die Vereinigung Oesterreichs mit Ungarn sei für Deutschlanb unb bie Kleine (Entente untragbar. (Eine Vereinigung Oesterreichs, Ungarns unb ber Kleinen Entente rufe ben Wiberstanb Deutschlanbs unb Italiens hervor. Bei einer berarfigen Lage sei bie an sich einzig mögliche Lösung bie Aufrechterhaltung bes Status quo mit Garantien für bie politische Unabhängigkeit Oesterreichs sowie ber Garantie für Deutschland, daß Oesterreich nicht in ein politisches ober wirtschaftliches System em- Frankreichs Gorgen. Der französische Ministerrat hat am 4. April ein ganzes Bünbel Sparverorbnungen beschlossen, um ben Versuch zu machen, ben von Tag zu Tag wach- senben Fehlbetrag bes Staatshaushalts auszugleichen. Währenb so ber Ministerrat sich muht, Frankreichs Sorgen an ben Wirkungen, nicht aber an ben Ursachen zu heilen, richten sich bie fronten auf, um bie politische Gewalt für bie Rechte ober für bie Linke zu erobern. Wie hoch ber Fehlbetrag im Staatshaushalt ist, bas weiß zur Zeit nicht einmal ber Finanzminister, zumal bie Ergebnisse der wichtigsten Steuern auch im März hinter bem Voranschlag zurückgeblieben finb. Die Bank von Frankreich hütet in ihren Kellern e i n e n G o l d s ch a tz von runb 12 Milliarben Mark, aber meber dieser Goldschatz noch ber große ^oUsrela)= tum reichen aus, um alle sozialen unb wirtjchast- habe, „welche Gefahr bie beutschen Rüstungen auch für bas englische Jnselreich bebeuteten". Der sozialistische „Populaire" warnt baoor, bie Aussprache über bie Durchführungsgarantien als Deckung zu benutzen, hinter ber man sich verschanzen könne, um jeben aufrichtigen Abrü - st ungsversuch zu sabotieren. Die nationalistische Presse Frankreichs hätte nur ein französisch-englisches Militärbünbnis ober ben Rüstungswettlaus unb bie Wiebereinführung ber zweijährigen Dienstzeit im Auge. In ben nationalistischen Blättern lese man hingegen kein Wort vom Völker- bunb ober vom Kellogg-Pakt. treten werbe, bas sich gegen Deutschlanb roenbe. Rumänien sei bereit, in wirtschaftliche Zusammenarbeit mit ben Länbern Mitteleuropas zu treten unter ber Bebingung, baß bie Frage ber rumänischen Grenzen aus bem Spiel gelassen wirb. (Es gebe zwei sich befämpfenbe Systeme, zwischen benen Rumänien zu wählen habe. Wirtschaftliche Vereinbarungen, bie bie Grenzen „vergeistigen" würben, unb auf ber anberen Seite bie Revision unb bie Rückkehr zu ben strengen Souveränitätsbegriffen ber Vorkriegszeit. Rumänien fei fest entschlossen, niemals biesen zweiten W e g zu gehen, ber zum Kriege führen müsse. Erledigte Kriegspläne der Kiemen Entente. Die Bukarester Tagung der Generalstabschefs. B uba pest, 4. April. (DNB.) „Uj Nemzebek", berichtet über bie Bukarester Beratungen ber Generalstabschef ber brei Staaten ber Kleinen Entente, daß ber serbische unb ber tschechische Generalstab dem rumänischen schwere Vorwürfe gemacht haben, weil er ben Bau kleiner kurzer, aber strategisch wichtiger Eisenbahnlinien unterlassen habe. Die Linie Dorna — Watra — 2111 r a b n a würde einen tschechisch-rumänischen Truppenaustausch ermöglichen, ohne galizisches Gebiet zu berühren, bas infolge ber beutsch-polnischen Annäherung ohnehin unsicher geworben fei. Die Eisenbahnlinie Karansebes — Resicza würbe eine Einschaltung ber Eisenwerke von Resicza in beu Verkehr ber Hauptlinie Predeal—Bukarest ermöglichen unb die Eisenbahnlinie Galac — Tulcea eine schnelle Beförderung der im Donaudelta ein- kreffenden französischen Kolonialtruppen zum Kriegsschauplatz. Rumänien habe sich auf seine wirtschaftliche Lage berufen, bie ben Bau selbst dieser kurzen Eisenbahnlinie nicht g e ft a 11 c t habe. Der erste Kriegsplan habe darin bestanden, U n - garn niederzuwerfen und in Richtung Prag bis Hannover vorzudringen. Dieser Plan sei m i t dem Abfall Polens zunichte gemacht worben. Der zweite habe in einer Aufteilung Oesterreichs unb in einer Verwirklichung bes tschechisch-sübslawischen Korribors bestanden. Diesem Zweck habe auch die Belieferung der österreichischen Sozialdemokraten mit Skodawaffen dienen'sollen. Man habe geglaubt, daß sich Deutschland in österreichisches Gebiet mit ber Tschechoslowakei unb Süb- slawien teilen werbe. Nach ber beutsch-polnischen Vereinbarung, der Vernichtung der österreichischen Sozialdemokratie unb den Vereinbarungen von Rom sei dieser Plan hinfällig. Die Folgerung, bie bie brei Generalstabschefs aus biefer Sachlage gezogen hätten, fei eine vollständig defensive Einstellung. lichen Wolken zu zerstreuen. Es kommt also nicht nur darauf an, über gewaltige .Kapitalien zu verfügen, sondern darauf, bie finanziellen unb wirtschaftlichen Kräfte planmäßig unb überlegt ein- zusetzen. Daß bas reiche Frankreich es nicht einmal fertigbringen kann, ben Staatshaushalt zu orbnen, ist sicher auch ein Beweis bafür, daß es sich nicht um eine Finanz- ober Wirtschaftskrise, sonbern um eine Systernkrise hanbelt. Frankreich ist eine Demokratie, aber bie tatsächliche Gewalt wirb nicht von einer Kammermehrheit ausgeübt, sonbern von bem Finanzkapital, bas mit ber Großinbustrie eng oerbunben ist. Dies erklärt auch, warum es keine Kammermehrheit wagen darf, Frankreich durch ein gerechtes Steuer- unb Finanzsystem aus ber Krise herauszuführen. Statt bas Steuersystem grünblich umzubilben, begnügt sich bie Regierung Doumergue bamit, an allen Ecken unb (Enben Einsparungen vorzunehmen. Rumänien gegen Ungarns RevifionspoM. Titulesku fordert Erhaltung des Status quo im Oonauraum. Das Milliardendefizit im französischen Staatshaushalt. Starke Widerstände gegen die Durchführung des Sparprogramms. Daß biefe Einsparungen besonbers bie Beamten treffen, hängt bamit zusammen, baß bie innere Verwaltung Frankreichs einem Wasserkopf gleicht. Wenn bie Demokratie sich auf ein Dutzenb von Parteien unb Parteifplittern stützen muß, so ist es sicher, baß diese Parteien unb Parteisplitter ben Wähler umschmeicheln müssen. Dazu gehört auch, so viel Wähler wie irgenb möglich an ber Staatskrippe unterzubringen, um bei Neuwahlen über eine sichere Gefolgschaft zu verfügen. Grünbliche Kenner ber französischen Verwaltung haben zugegeben, baß ohne weiteres hunberttaufenb Nutznießer ber Staatskrippe ausgeschaltet werben können, ohne baß bie Verwaltung babei Schaben leibet Aber bas finb Frankreichs Sorgen, wie es auch Frankreichs Sorgen finb, mit ben fozialen unb politischen Folgen fertig zu werben,.bie sich aus ber Kürzung ber Beamtengehälter zwangsläufig ergeben müssen. Hunberttausenbe von Beamten freizusetzen, wagt auch bie Regierung Doumergue nicht, sie fürchtet sich vor ber Drohung mit bem Generalstreik. öoumergues Sparprogramm Paris, 4. April. (DNB.) Der Ministerrat war ausschließlich ber Prüfung unb Billigung ber 14 Verorbnungen geroibmet, bie Finanzminister Germain bem Präsibenten der Republik zur Unterzeichnung vorlegte. Diese Verordnungen stellen ben er ft en Teil ber Sparmaßnahmen zur Wieberherstellung ber Finanzen bar. Wie man erfährt, sollen bie 14 Verorbnungen rechnerisch Einsparungen in Höhe von 2 7 0 0 Millionen Franken (runb 450 Millionen RM.) ergeben. So erwartet man aus ber Kürzung v o n K r e b i t e n ber einzelnen Ministerien 600 Millionen Franken, aus ber Streichung von staa11ichen Zuschüssen 30 Millionen, aus ber Herabsetzung ber Zahl ber Beam- t e n 750 Millionen, aus ber Reform ber Pensionsansprüche 500 Millionen, aus ber B e - feitigung von Doppelverbienst- unb Pensionsmöglichkeiten 300 Mill., aus Gehaltskürzungen 300 Millionen unb aus einer R e - form ber Arbeitslosenversicherung sowie aus einer Reform bes Eisenbahnwesens ebenfalls 300 Millionen. Ministerpräfibent Doumergue wirb am Montag Vertreter ber ehemaligen Frontkämpfer emfangen unb sich mit ihnen wahrscheinlich über bie weiteren Sparmaßnahmen ins Benehmen setzen. Ein Ausschuß, bem Ministerpräsibent Doumergue, ber Minister für öffentliche Arbeiten, der Arbeitsminister und der Innenminister angehören, soll ein Programm sofort durchführbarer öffentlicher Arbeiten aufstellen und dessen Finanzierung in Form von flüssigen Mitteln ber Sozialversicherungskassen prüfen. Um ben Beamten mit gutem Beispiel voranzugehen, bereu Bezüge ohne Ausnahme um 5 bis 10 o. H. gekürzt werben sollen, hat sich ber Präsibent b er Republik bereit erklärt, a u f 20 v. H. feiner Bezüge z u verzichten, währenb bie M i n i st e r mit ber Kürzung ihrer Bezüge um 15 v. H. einverstanben finb. Den größten Nachbruck legt bie Regierung auf bie Erklärung, baß bie Stabilität derFinanz - läge Frankreichs gerabe heute die unerläßliche Bedingung für die Aufrechterhaltung der Ordnung in Frankreich und sogar in (Europa sei. Für den Ausgleich des Haushaltsplans für 1934 finb runb vier Milliarden aufzubringen. Sie konnten nicht auf bem Anleihewege beschafft werden, da dieser für die Konsolidierung der schwebenden Schuld, für die militärischen Arbeiten und die wirtschaftliche Ausrüstung offen bleiben muß. Auch an das Anziehen der Steuerschraube ist wegen der bereits drückenden Steuerlasten nicht zu denken. Deshalb bleibt als einzige Möglichkeit übrig, die rücksichtslose Senkung ber Ausgaben auf bie Höhe ber Einnahmen. Das gesamte Wirtschaftsleben muß durch eine großzügige Steuerreform unb ein umfangreiches Arbeitsbeschaffungsprogramm belebt roerbeit Nicht weniger als 30 bis 40 Milliarben Franks finb in Frankreich thesauriert, die unbedingt dem Wirtschaftsleben wieder zugeführt werden müssen. Das Echo. Lcharfe Kampfansage der Beamtenverbände. Paris, 4. April. (DNB.) Der Postbeamte n- verband hat beschlossen, sich mit allen Mitteln gegenbie Sparverorbnungen der Regierung zu wenden, die er als antisozial kennzeichnet Der französische Gewerk schaftsoer- band hat dem Postbeamtenverbanb bedingungslose Unterstützung für den Abwehr- kampf gegen bie Regierungsmaßnahmen zu gesagt. Die autonome Beamtenoereinigung, bie Beamten ber Verwaltung ber mbiretten Steuer unb bie Forftbeamten wollen gleichfalls gegen bie Durchführung ber Maßnahmen protestieren. Man rechnet bamit, baß biefe Protestwelle immer größer wird unb befürchtet, daß bie Regierung noch vor schwere Entschlüsse gestellt werben wirb. Die Pariser Morgenpresse, bie sich schon seit Tagen sehr ausführlich über bie neuen Sparmaßnahmen verbreitet hatte, beglückwünscht die Regierung zu ihrem Erfolg. „Echo de Paris" und andere Blätter erinnern jedoch daran, daß es sich n u r u m e i n e n ersten Abschnitt des Sparprogramms handele, da der gesamte Fehlbetrag über vier Milliarden Franken betrage. Man werde demnach nicht umhin können, auch von den ehemaligen Kriegsteilnehmern Opfer zu fordern. Der sozialistische „Populaire" wendet sich natürlich scharf gegen bie Regierungsmaßnahmen, bie er als eine blinbe Deflationspolitik bezeichnet. Schafft neue Llnterkünste für unsere wandernde Lugend! Umfassende Baupläne des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen Berlin, 4. April. (DNB.) Der Reichsver- band für deutsche Jugendherbergen wird mit Unterstützung der Reichsregierung am 20. und 21. April einen Reichs-Werbe - und O p f e r t a g durchführen, um neue Mittel zu erlangen, mit denen neue Jugendherbergen geschaffen, die schon bestehenden finanziell entlastet und, wenn irgendmöglich, auch die U e b e r n a ch - tungpreise weiter gesenkt werden sollen. Im ganzen Reich werden Kirschblüten zugunsten dieses sozialen Werkes verkauft. Für die neu geschaffene schwimmende Jugendherberge „Hein Godenwind", die Ende dieser Woche durch den Reichsjugendsührer in Hamburg feierlich eingeweiht werden wird, liegen bereits mehr als 20 000 Anmeldungen vor. In Hannover wird in Kürze die Paul von Hindenburg-Jugendherberge erbaut. Die fes Haus soll besonders auch als W a n d e r s ch u l e zur Abhaltung von Reichswandererlehrgänge dienen. In Berchtesgaden wird eine Adolf Hitler-Jugendherberge erstehen, da es sich als notwendig erwiesen hat, für die wandernde Jugend, die m ungeheurer Zahl ständig nach dem Obersalzberg strömt, um dort dem Führer nahe zu sein, gute Unterkunftsräume zu schaffen. In Eisenach wird die Langemarck-Jugendherberge gebaut, die ihren Namen tragen soll zu Ehren der jungen Freiwilligenregimenter, die den Opfertod in Flandern erlitten. Die Fahnen der Freiwilligenregimenter, die bei Langemarck mitsochten, werden in' einer Ehrenhalle der Jugendherberge untergebracht. Die Einweihung wird unter Teilnahme der Reichswehr vonstatten gehen. In Pommern sollen nach ganz neuen Ideen Jugendherbergen errichtet werden. Der Herbergsvater soll gleichzeitig als Siedler angesetzt werden, damit die Jugendherbergen einen möglichst geringen Zuschuß benötigen. Eine Jugendherbergssiedlung wird in der Nähe von Stettin errichtet werden. In ihr sollen verheiratete Jugendsüh- rer als Herbergsväter geschult werden. Nach der Schulung sollen sie als Siedler und Herbergsväter angefetzt werden. Veranstaltungen der HI. im Obergebiet West. Am 19. April, 24 Uhr, findet in Duisburg auf einem öffentlichen Platz eine große Kundgebung der HI. zu Ehren des Geburtstages des Führers statt. In Mer nächtlichen Kundgebung wird Obergebietsführer West, H. Lauterbacher, im Namen der Hitlerjugend des Westens dem Führer die Gruße zum Geburtstage entbieten. Diese Kundgebung wird im Rahmen einer Rundsendung — zur gleichen Stunde finden Kundgebungen der HI. im Osten, Norden, Süden und Mitte des Reiches statt — vom Rundfunk übertragen. Am Sonntag, 8. 4. 34, treffen in der Obergebietsführerschule „Baldur von Schlrach" in M e h- I e m sämtliche Gebiets-, Oberbann- und Bannfuhrer der HI. des Obgeb. West zu einer Tagung unter der Leitung des Obergebietsführers West zusammen. Am folgenden Sonntag, 15. d. M., findet eine Tagung der Gebietsjungvolk-Vberjungbann- und Jungbannführer statt. * 9000 Jungoolkführer des Gebietes Hessen-Nassau haben zu Ostern etwa hundert Zeltlager bezogen, um hier in Luft und Sonne im praktischen Lagerbetrieb geschult zu werden. Die DurchMrimg des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit. BeiriebssremdeEingriffe in die Wahl der Vertrauensmänner verboten. Berlin, 4. April. (DNB.) Reichsarbeilsmini- ster und Reichswirlfchaflsminifter geben bekannt: Es liegen Mitteilungen vor, wonach in verschiedenen Teilen des Reichs trotz der klaren Anweisungen der Reichsregierung von betriebsfremden Kreisen versucht wird, in die Wahl der Dertrauensräte einzugreifen, die Wahllisten aufzustellen, zu ändern oder Vorschriften über Zeitpunkt und Formen der Wahlen zu erlassen. Derartige Versuche sind u n z u l ä s - s i g und stehen in scharfem Widerspruch zu Geist und Inhalt des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit. Dieses Gesetz, das auf der Grundlage der Zusammengehörigkeit aller Betriebsangehörigen beruht, geht davon aus, daß soweit wie möglich die Beziehungen des Führers eines Betriebes und seiner Gefolgschaft im Betriebe selb st geregelt werden müssen. Das Gesetz will also gerade Einmischungen betriebsfremder Elemente, wie sie früher von Gewerkschaften vorgenommen worden sind, ausschliehen und die Selb st Verantwortlichkeit der im Betrieb tätigen Menschen stärken. Es bestimmt daher, daß lediglich der Führer des Betriebes im Einvernehmen mit dem V e t r i e b s z e l l e n o b m a n n des Betriebs die Wahllisten der Vertrauensmänner aufstellt und die Wahl durchführt. Wo diese Einigung nicht möglich ist, oder wo die Wahl zu keinem positiven Ergebnis führt, kann allein der Treuhänder der Arbeit die notwendigen Anordnungen treffen. An diesem Grundsatz müh unbedingt festgehal- ten werden. Wer gegen den vom Gesetzgeber gewünschten Grundsatz verstößt, läuft Gefahr, zur Rechenschaft gezogen zu werden, ganz abgesehen davon, daß gesetzwidrige Eingriffe in die Wahlen der Vertrauensmänner die Ungültigkeit der Wahlen nach sich ziehen können. Oie Weitergeltung von Tarifverträgen nach dem 1 Mai. Berlin, 4. April. (DRV.) Der Reichsarbeils- minister hat über die Weilergeltung von Tarifverträgen nach dem l.Mai 1934 unter dem 28. März 1934 eine bedeutsame Anordnung erlassen, hiernach gelten die am 30. April 1934 noch laufenden Tarifverträge als Tarifordnungen so lange unverändert weiter, bis der Treuhänder der Arbeit ihren Ablauf anordnet oder sie a b - ändert. Der Reichsarbeitsminister kann auch selbst den Ablauf bestimmen. Die als Tarifordnungen verlängerten Tarifverträge gelten, wenn sie für allgemeinverbindlich erklärt waren, im Umfange der bisherigen Allg em einverbindlich k e i t, im übrigen nur für die am 30. April 1934 tarifgebundenen Betriebe. Die angeordnete Weitergeltung von Tarifverträgen als Tarifordnungen ist im allgemeinen zwar unbefriedigend, sie ist jedoch nur für eine ge- wisse Uebergangszeit in Aussicht genommen, innerhalb deren die Treuhänder der Arbeit die erforderliche Umstellung vorzunehmen haben. Die Weitergeltung von Werk- (Firmen-) Tarifverträgen als Tarifordnungen ist von vornherein bis zum 30. Juni 1934 befristet, da diese bis spätestens dahin durchVetriebsordnun- g e n erseht werden müssen. Die Anordnung vom 28. März 1934 gilt für private wie für öffentliche Betriebe. Der Bord aus Schloß Wallershausen. Der Krafiwagenführer vor den Schweinfurter Geschworenen. Schweinfurt, 4. April. (DNB.) Die Ergründung des Dramas, das sich in der Nacht zum 1. Dezember 1932 auf dem Schloß Walters- Hausen bei Königshofen abspielte, ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Der ledige Kraftwagenführer Karl Liebig steht unter der Anklage, in der fraglichen Nacht seinen Dienstherrn, den Schloßbesitzer von Woltershausen, Hauptmann a. D. Waldemar Werth er in dessen Schlafzimmer ermordet und ferner den Versuch gemacht zu haben, a y d) d i e Schloßherrin, Frau W e r t h e r, geborene Freiin von Woltershausen ums Leben zu bringen. Schon vom Mordtage ab jagte eine Sensation die andere. Es wurden sowohl Liebig auf Beschuldigung der Frau Wer- ther, als auch diese m Untersuchungshaft genommen, und schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Das Verfahren gegen Liebig wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt. Hiergegen erhoben sowohl der Staatsanwalt als auch der Verteidiger Liebigs, der um seine Unschuld kämpft, Einspruch, aufgrund dessen es nun zu der heutigen Hauptverhandlung gekommen ist. Man rechnet mit einer Derhandlungs- bauer von 14 Tagen bis drei Wochen. Oie Vernehmung des Angeklagten. Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses begann das Verhör des Angeklagten. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er sich schuldig bekenne, antwortete dieser mit einem lauten „Nein", lieber die Vorgänge der letzten Tage vor dem 1. Dezember berichtete Liebig, daß er ungefähr am 25. November in Wülfershausen war und bei dieser Gelegenheit aus seinem Revolver einige Probe- schüsse abgab. Daher fei es gekommen, daß er am Vortage des 1. Dezember nur noch eine Kugel im Laus hatte. Diese habe er am 30. November ebenfalls verschossen, wobei er sich einen Habicht zum Ziel erkor. Dann habe er noch eine häusliche Arbeit verrichtet. Als es dunkel wurde, verließ er das Schloß und hörte, wie die thn begleitende Köchin das Tor hinter ihm verriegelte. Er begab sich zunächst in seine Wohnung und suchte dann seine Braut in Wülfershausen auf. Zurückgekehrt, las er in einem Buch und schlief gegen 23.30 Uhr ein. Am Morgen des 1. Dezember stand er um 7.30 Uhr auf und ging in den Hof, um Waschwasser zu holen, kurz darauf kam das Dienstmädchen gerannt und tief: „Karl, komm her, die gnädige Frau ist wahnsinnig geworden!" Ihr folgte Frau Werther, blutüber- ftrömt, den Revolver in der Hand. Liebig fragte, was denn los fei und erhielt die Antwort: „Karl, gehen Sie und holen Sie Leute!" Kurz darauf aber richtete Frau Werther die Pistole gegen den Gärtner, so daß dieser die Flucht ergreifen muhte. So schnell er konnte, eilte Liebig zum Bürgermeister, der die Polizei benachrichtigte. Liebig war inzwischen in das Innere des Schlosses zurückgekehrt, wo er bereits mehrere Dorfbewohner antraf. Ihnen bot sich ein schauerlicher Anblick. Das Zimmer des Hauptmanns war durchwühlt, die Decken lagen auf dem Boden und Hauptmann Werther selbst lag tot im Bett. Rach kurzer Zeit erschien Polizei und verhaftete Liebig. Englands Lleberfchuß-Etai. Die Frucht einer Gcheinkonjunktur. Mit dem riesenhaften Ueberschuß von stark 31 Millionen Pfund schließt das englische Haushaltsjahr 1933/34 ab, nachdem das vorige fast 32 Millionen Pfund Fehlbetrag aufwies. Auf der Einnahmenseite stiegen vor allem die Zolleinnahmen infolge oer neuen Schutzzollpolitik, aber auch der plötzliche Tod sehr reicher Männer ließ die Erträge der Erbschaftssteuern hinaufschnellen. So brachte allein der Tod des Reedereibesitzers Ellermanns dem Staate 85 Millionen Pfund Erbschaftssteuer ein. Ohne diese Einnahmen wäre Englands Haushalt nicht in Ordnung. Es ist ein Glücksfall für die englische Finanzwirtschaft, der an das Jahr 1913 gemahnt. Damals war Lloyd George Finanzminister und hatte fein großes Budget durchgeführt, das vor allem die Einkommensteuer kräftig erhöhte. Trotzdem schloß der Voranschlag damals mit einem Defizit von 1394 000 Pfund. Lloyd George versprach, keine neuen Steuern einzuführen, sondern er erwartete aus der zunehmenden Belebung der britischen Wirtschaft einen Ausgleich des Defizits. Aber im Verlaufe des Finanzjahres trat das Gegenteil ein. Die Steuereinnahmen gingen zurück und nur der plötzliche Tod einer Reihe von Brauereibesitzern, Bankiers und Fabrikanten ließ durch die Erbschaft s st e u e r e r t r ä g e den Fehlbetrag verschwinden. Man hat damals gesagt, der Tod seiner politischen Gegner habe Lloyd Georges Budget gerettet ... Die Abwertung des Pfundes hat e i n e Scheinkonjunktur hervorgerufen, die natürlich solange nur bestehen kann als die anderen Nationalwirtschaften mit ihren Gegenmaßnahmen noch nicht voll in Abwehrstellung gedrängt wurden. Trotzdem steht die Gesamtlage nicht rosig aus. Entgegen den Be- schlüssen der Ottawa-Konferenz und einer etwas sehr lärmenden Propaganda der Lord Beaverbrook- Presse für die Autarkie hat sich doch herausgestellt, daß die britischen Kronländer in ihrem Warenbezug von der britischen Mutterinsel kein voller Erscktz für die früheren Kunden Englands sind. Und das Vordringen der japanischen Konkurrenz bildet auch heute noch für die früher wichtigsten Zweige her englischen Ausfuhr, für das Textilgewerbe und billige Maffenwaren, der ständige Albdruck. An und für sich wäre England gezwungen, den Ueberschuß für die Tilgung der Staatsschulden zu benutzen. Hätte England seine Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten bezahlt, bann wäre ein Fehlbetrag vorhanden. Ganz England wartet gespannt darauf, ob die traditionsgemäß am 17. April einsetzende Unterhaus« Debatte über den Etat 1934/35 die erwartete Herabsetzung der Einkommen st euer erbringt. Diese Einkommensteuer ist im Laufe der letzten Fehlbetragsjahre erhöht worden. England hat damit das getan, was Frankreich unterließ und zu der starken Krise der französischen Staatsfinanzen, die Ijeute bereits wieder einen Fehlbetrag von fast fünf Milliarden aufweisen, führte. Aber eine Herabsetzung der britischen Einkommensteuer würde die Gesamteinnahmen außerordentlich verschlechtern und vor allem muß England finanziell vorbereitet sein, nach dem Scheitern der Abrüstungsverhandlungen eine Aufrüstung finanzieren zu können. Im neuen Etat sind dafür keine Mittel vorhanden. Englands Steuerzahler wird die Kosten des französischen Nein in der Abrüstungsfrage aufzubringen haben. Oer Wasserweg vom Rhein zur Donau wird ausgebaui. Billige Verlehrsstraße für den Austausch von Massengütern zwischen rheinisch- westfälischem Industriegebiet und Donauraum. Neben den Autoverkehrsstraßen, die Deutschland zu einem Verkehrsland ersten Ranges machen sollen, wendet sich das Interesse dem Ausbau der Wasserwege zu. Eine der wichtigsten Arbeiten in dieser Beziehung ist der Wasserweg, der vom Rhein über den Main zur Donau führen soll. Der von der Rhein-Main-Donau AG. projektierte Wasserweg verläuft von Aschaffenburg über Schweinfurt, Bamberg, Nürnberg, Kehlheim nach Passau. In der Nähe von Nürnberg soll ein Nebenkanal südwestlich abzweigen, der bei Steppberg die Donau kreuzt, Augsburg berührt, und von hier eine Zubringerlinie nach München entsendet. Würzburg soll durch den Ausbau des Main- Hafens, mit dem in diesen Tagen begonnen wurde, an das Kanalsystem herangezogen werden. Zwischen Kehlheim und Passau muh das Donaubett reguliert werden. Zwischen Vilshofen und Passau, eine Strecke von 25 Kilometer, sind diese Arbeiten bereits beendet. Zur Erzielung einer tieferen Fahrrinne wird das Wasser im Kachletwerk um etwa neun Meter gestaut. Der gesamte Kanalbau ist 810 Kilometer lang und hat einen Höhenunterschied von insgesamt 297 Meter zu überwinden. Dieser Kanal ist aber nicht nur ein Verkehrs- instrument, sondern er versorgt Bayern auch m i t elektrischem Strom. 35 eingebaute Kraftwerke sollen jährlich 1,475 Milliarden Kilowatt Strom erzeugen. Auf diesem Wege will man die Mittel aufbringen, die es ermölichen, die Kanalfrachten so niedrig zu halten, daß eine erfolgreiche Konkurrenz mit Eisenbahn und Auto durchführbar wird. Bereits 1925 wurde die erste Stau- und Kraftanlage in der Nähe vom Bamberg in Betrieb genommen. 1928 war das riesige Kachlet-Werk beendet. Dann brach die Wirtschaftskrise Heroin, das Werk konnte nur noch langsam fortgeführt werden, denn die Zuschuhraten von Bayern und dem Reich wurden immer kleiner. Heute allerdings, wo die Arbeitsbeschaffung der Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik geworden ist, herrscht auch an den Baustellen des Rhein-Main-Donau-Kanals neues Leben. Dem diesjährigen Bauprogramm stehen 16 Millionen Mark zur Verfügung. 2250 Arbeitskräfte wurden eingestellt. Die Kanalstrecke läuft durch Bezirke, in denen die Arbeitslosigkeit sehr groß ist. Es sind außerdem reine Erdarbeiten größten Umfanges zu verrichten, die sich für den Einsatz ungelernter Arbeiter in großen Kolonnen eignen. Es ist dies also eine ausgezeichnete Gelegenheit Arbeit in großem Stil zu beschaffen. Infolgedessen wird damit gerechnet, daß die ursprünglich mit 30 Jahren ange'setzte Baufrist sehr stark unterschritten werden kann. Die wirtschaftliche Bedeutung des Kanals ist ohne weiteres klar als billiger Verkehrsweg nach dem Donauraum. Der Kanal wird Groß- raumtransporte zu Preisen gestatten, die die Landverkehrsmittel niemals gewähren können. Das rheinisch-westfälische Industriegebiet erhält einen billigen Frachtweg nach allen Donaulänbern, und die Erzvorkommen der Oberpfalz, vielleicht auch der Steiermark, können ausgebeutet und billig zu den westlichen Hochöfen befördert werden. Durch Heranführung von westdeutschem Koks nach Osten erreicht das Industriegebiet einen Vorteil und eröffnet neue Absatzmöglichkeiten für die bayerischen Massengüter, Holz, Bruchsteine usw. Oie ersten Zeugen. Als erster Zeuge bekundet Amtsgerichts- ral Kaiser, der die ersten gerichtlichen Vernehmungen nach der Mordtat leitete, daß er in dem völlig in Unordnung gebrachten Zimmer u. a. ein Buch vorgefunden habe, auf dessen Rückseite stand: „Karl hat uns gemordet heute nacht um %2 Uhr" und einen Zettel, der die Aufschrift trug: „Karl war es". Bei der späteren Vernehmung habe Frau Werther angegeben, daß sie dies getan hat, um, falls sie in der Rocht ihren Verletzungen erliegen sollte, zu hinterlassen, wer der Täter gewesen fei. Im übrigen habe Frau Werther angegeben, daß sie durch ein Geräusch aus dem Schlaf geweckt worden sei. Beim Erheben habe sie Liebig in der Türfüllung stehen sehen. Auf ihre Frage, was denn los sei, sei Liebig auf sie zugegangen und habe mit den Worten: „R u n erst recht, gnädige Frau", Schüsse auf sie abgefeuert. Als man ihr Liebig am Morgen des 1. Dezember gegenübergestellt habe, habe sie gerufen: „D a s i ft er, tut i h n hinaus!" Liebig habe eine Frage an sie stellen wollen, doch kaum habe er die Worte „Gnädige Frau" über die Lippen gebracht, als auch schon Frau Werther von einem Schreikrampf befallen worden fei. Dabei habe sie behauptet: „So hat er (Liebig) heute nacht geredet". Liebig sei bei seiner Vernehmung außerordentlich ruhig gewesen. Er habe Fragen gestellt, die gänzlich belanglos gewesen seien und sich für Dinge interessiert, die nicht Gegenstand seiner Vernehmung gewesen seien. Der Zeuge fuhr weiter fort: „Ich habe den Eindruck gehabt, daß Frau Werther an dieser Sache mindestens stark beteiligt sein muß; denn ihre Angaben waren im wesentlichen unrichtig." lieber die Vermögensver- hältnisse der Familie Werther bekundet der Zeuge, daß ihm bekannt war, daß seinerzeit das Zwangsverfahren gegen Schloß Woltershausen anhängig war. Die Verwandtschaft der Frau Werther habe es abgelehnt, als Geldgeber einzuspringen, weil „man dort gegen den Hauptmann eingestellt gewesen sei". Auf Vorhaltungen des Verteidigers Dr. Deeg gibt Amtsgerichtsrat Kaiser zu, daß ihm aufgefallen fei, Frau Werther nach einer so aufregenden Nacht äußer st redselig vorzufinden. Hauptwachtmeister R e u s ch, der Polizeistationsführer in Saal a. d. Saale war, gab an, daß er aus dem Telephonanruf Liebigs entnommen habe, daß der Hauptmann erschossen wurde, obwohl Liebig um diese Zeit hierüber noch nichts wissen konnte. Dr. Deeg fragte den Zeugen, ob es nicht der in der Zwischenzeit von Dorfbewohnern aufgeklärte Bürgermeister war, der diese Nachricht durch Fernsprecher gab. Diese Möglichkeit gibt der Zeuge schließlich zu. Or. Schmitz Bürgermeister von Wien. Wien, 4. April. (DNB.) Der Minister a. D. Dr. Schmitz ist zum Bürgermeister von Wien ernannt worden. Die Ernennung erfolgte durch Bundeskanzler Dollfuß. Der neue Bürgermeister wird die drei in der neuen Verfassung für Wien vorgesehenen Vizebürgermeister ernennen. Hum 1. Bürgermeister wird der stellvertretende Landesführer des Wiener Heimatschutzes Major a. D. Lahr, zum 2. Bürgermeister der Generaldirektor der ehemaligen sozialdemokratischen Einkaufsgenossenschaft Dr. Strobl ernannt werden. Der 3. Vizebürgermeisterposten soll durch einen Vertreter der ostmärkischen Sturmscharen besetzt werden. Der langjährige Führer der christlich-sozialen Opposition im Rathaus, Stadtrat Kumschak, hat den ihm angebotenen Posten eines Vizebürgermeisters a b - gelehnt. Minister Schmitz wird sich mit den drei Vizebürgermeistern der Oeffentlichkeit auf einem großen Empfang im Wiener Rathaus am Donnerstagabend vorstellen, zu dem der Bundespräsident, die Bundesregierung, das Diplomatische Korps, der hohe Klerus, die Spitzen der Behörden und der Beamtenschaft eingeladen werden. Aus Oesterreich ausgebürgert. Wien, 4. April. (DNB.) Durch Verordnung des Polizeipräsidenten von Wien, Dr. Seidl, sind mehrere sozialdemokratische Führer und Nationalsozialisten der österreichischen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt worden. Von den Sozialdemokraten sind durch die Ausbürgerung u. a. betroffen die geflüchteten ehemaligen Abg. Dr. Bauer und Deutsch und der Schutzbundführer Heinz. Die Ausbürgerung Dr. Bauers wird damit begründet, daß Bauer zu dem in Brünn bestehenden „Auslandsbureau der öfter reichischen Sozialdemokraten" gehöre, das die Ausgabe habe, die illegale regierungsfeindliche Tätig» feit der Sozialdemokratischen Partei in Oesterreich fortzusetzen. Auch dem vor längerer Zeit nach Moskau geflüchteten Kommunistenführer K o p p e l n i k S-. LL es 'Oller bsJini>. 'früher für das ttstän- >°nd ge= .«u na "e Eng- -"Ttaa- rhanden. )le tradi- ^erhaug, e Her. 'kbrinqt. letzten damit 1 der yn, fast fünf ' Herab- 'urbe die >tern unb eitel fein, Lotungen 1 können, 'rhanden. Ks fron-, ^bringen ut leinifd). je Heroin, führt wer- und dem dings, wo der Wirt- h an den als neues n 16 Mil. beitsträfte durch Be> roß ist. Es größten len Einsatz en eignen. Jelegenheii ifolgedefsen ich mit 30 ierschritten z tos ^Q- ertetystDtg >ird Groh- i die Land' . Das rhei- einen bil- m, und di- t auch der lüg zu den urch Heran- ften erreich! röffnet neue Jlaffengüter, m, daß er >igs ent- erfüllen etiiber noch )en Zeugen. von Dorf' ar, der di^ Möglich!!' q-s in odJ. * Vie» niffer «• wn Wi.' folgte b™ utqernwf11 a für »« t ernennen eünertreienb. .„er«®'« 1 eint««f* neu * Je, "opp°l'A hat de» W ÄL» auf 2 -s wird die Staatsangehörigkeit entzogen. Vorher wurden mit derselben Verordnung zehn Wiener N a t i o n a l f o z i a l i st e n , darunter der Kammersänger 5 o e I (i, „wegen Teilnahme an Terrorakten und staatsfeindlicher Tätigkeit" ausgebürgert, ebenso der Bezirksarzt Dr. Radauern wegen nationalsozialistischer Propaganda und Organisation der nationalsozialistischen Bewegung An dem Grabe der nach dem Februaraufstand Hingerichteten und heimlich begrabenen Schutzbundführer Weis! und Münichreiter versuchten Angehörige des aufgelösten Republikanischen Schutzbundes, eine Kundgebung gegen die Regierung zu veranstalten. Es war ihnen gelungen, die Gräber der beiden Hingerichteten festzustellen. An den Gräbern wurde ein Plakat angebracht, das Beschimpfungen gegen die Regierung enthielt. Bundeskanzler Dollfuß plant einen Besuch in London. Wien, 4. April. (DRV.) Bundeskanzler Dr. Dollfuß beabsichtigt, Mitte des Monats nach London zu reifen. Die auf den 19. April festgesetzte Eröffnung der österreichischen Ausstellung in London bietet den amtlichen Anlaß zu dieser Reise. An zuständiger Stelle wird hierzu erklärt, daß von maßgebender englischer Seite dem Bundeskanzler die Anregung zu seinem mehrtägigen Besuch in London übermittelt worden ist. Die endgültige Entscheidung über die Londoner Reise soll in den nächsten Tagen fallen. Der Bundeskanzler beabsichtigt, in London mit der Regierung in einen engeren Gedankenaustausch über die Oesterreich unmittelbar berührenden internationalen Fragen einzutreten. Die österreichische Ausstellung in London wird durch den Handelsminister S t o ck i n g e r eröffnet werden. Die Nichtangriffspakte zwischen Moskau und den Randstaaien verlängert. Moskau, 4. April. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt, daß im Außenkommissariat die feierliche Unterzeichnung der Protokolle über die Verlängerung des Nichtangriffs- und Schlichtungspaktes zwischen dem Rätebund einerseits und Estland, Lettland und Litauen anderseits stattfand. Der Außenkommissar wies dabei darauf hin, daß die Pakte erst in IV2 Jahren ablaufen. „Der vor der Fälligkeit eingelöste Wechsel zeugt von gutem Willen und von einem Uebermaß an Friedensliebe. Durch den Streit zwischen benachbarten Ländern ist infolge der Unzufriedenheit mit bestehenden Verträgen in Europa Unruhe entstanden. Der Rätestaat hat eine Revision der bestehenden Verträge nie verlangt und beabsichtigt es auch nicht zu tun. Der Rätestaat, dem Chauvinismus, Nationalismus und Rassen- und nationale Vorurteile fremd sind, sieht feine Aufgabe nicht in Eroberung und Expansion und die Ehre seines Volkes nicht in der Erziehung im militaristischen Geist und Blutdurst, sondern im Ideal des Aufbaues einer sozialistischen Gesellschaft. Der Rätebund hat bei Aufrufen zur Festigung und Beibehaltung des Friedens stets mit Ja geantwortet. Die an der Unterzeichnung des heutigen Protokolls beteiligten Staaten geben die Gewähr auch für die Zukunft, daß sie zusammen mit dem Rätebund und im Einklang mit ihm bei derartigen internationalen Befriedungsaktionen stets bereit sein werden, mit Ja zu antworten. Spannungen in Spanien. Madrid, 5. April. (DNB. Funkspruch.) Nach einer äußerst stürmischen Sitzung, bei der sich die Marxisten durch größte Unflätigkeiten ihren Gegnern gegenüber auszeichneten, hat das spanische Parlament die Unter st ützung der niedrigen Geistlichkeit genehmigt. Demnach erhalten alle diejenigen Priester, die ein Einkommen unter 7000 Peseta jährlich haben, Zweidrittel ihres früheren Gehaltes als Unterstützungsgeld. Dieser Erfolg im Kampf gegen die Laiengesetzgebung der Republik ist auf das energische Vorgehen der katholischen Volksaktion und der Agrarier zurückzuführen. In Saragossa haben die Syndikalisten gemeinsam mit den Sozialdemokraten erneut einen 48ftünöigen General st reik vom Zaun gebrochen und wieder einmal das Leben dieser Stadt lahmgelegt. Der Regierungspräsident hat diesen Streik für ungesetzlich erklärt und die Polizei sowie Militär zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Betriebe eingesetzt. In Malaga wurden mehrere Anschläge verübt, wobei ein Polizist erschossen wurde. Ferner wird von dort ein großer Brand einer Nitratsudrik gemeldet, der großen Sachschaden verursachte, und bei dessen Löschung mehrere Feuerwehrleute leicht verletzt wurden. Oer bulgarische Ministerpräsident plant einen Besuch in Berlin. Sofia, 4. April (DNB.) Ministerpräsident M u s ch a n 0 f f wird sich am 9. April in Begleitung des Finanzministers Stephanoff und des Nationalbankpräsidenten Momtschiloff nach London und später nach Paris begeben, um dort die Verhandlungen mit den Auslandsgläubigern des bulgarischen Staates über eine Neuordnung der Vor- und Nachkriegsanleihen wieder aufzunehmen. Nach Abschluß der Verhandlungen wird der bulgarische Ministerpräsident auch Berlin erstmalig einen Besuch abstatten. Kein deutscher Waffenschmugqel an der afrikanischen Westküste. Madrid, 4. April. (DNB.) Die spanische Presse brachte in großer Aufmachung Pariser Meldungen, wonach Deutschland einen Waffen- schmuggel an der afrikanischen Westküste, insbesondere in den dortigen spanischen Besitzungen betreibe. Diese tendenziösen Nachrichten, die zunächst viel Staub aufgewirbelt hatten, werden heute von der spanischen Regie- jrunq offiziell als frei erfunden bezeichnet. Die Regierung stellt ausdrücklich fest, daß keinerlei W a f f e n s ch m u g g e l dort ftattgefunben hat. Gleichzeitig betont der zuständige Minister, daß auch jene Gerüchte, wonach Spanien beabsichtige, in den dortigen Kolonialgebieten eine kriegerische Aktion vorzunehmen, falsch seien. Kleine politische Nachrichten. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Niedersachsen Dr. Martert, der gleichzeitig regierender Bürgermeister der Hansestadt Bremen ist, hat sein Amt als Treu- bänber niebergelegt, weil bie Treuhänber ber Arbeit nach bem Gesetz zur Ordnung ber nationalen Arbeit Reichsbeamte werden, die neben diesem Amt ein anderes Amt nicht bekleiben können. Zu seinem Nachfolger ist ber bisherige Treuhänder für West- alen Dr. Josef Klein ausersehen. * Reichsminister Stabschef Röhm hat die Ehren- ührerschaft des Deutschen Reichskrieger- b u n d e s „ K y f f h ä u f e r " übernommen. Stabschef Röhrn hat damit die besondere Verbundenheit der Obersten SA.-Führung mit der größten Organisation der Frontsoldaten sichtbar zum Ausdruck gebracht. * Der Reichsführer der Technischen Nothilfe Otto Lummitzsch ist von seinem Po st en zurückgetreten. Der Reichsminister des Innern hat ihm seine Anerkennung für die durch die Gründung und langjährige Leitung der TN. dem deutschen Volk geleisteten wertvollen Dienste ausgesprochen. Mit der kommissarischen Führung der Technischen Nothilfe ist der Stellvertreter des Reichsführers der TN. H a m m p e beauftragt worden. Gegen Preistreiberei im Ho-zbandel. Berlin, 4. April. (DNB.) In Anbetracht der Tatsache, daß die Preise für Roh- und Schnittholz einen Stand erreicht hatten, der den Bestand ber beutschen Forst- unb Holzwirtschaft bebrohte, hatte bas Reichsministerium für Ernährung unb Landwirtschaft eine angemessene Preissteigerung im Laufe des Jahres 1933 für berechtigt erachtet. In den letzten Wochen hat nunmehr bei verschiedenen Holzsorten, insbesondere auch bei Bauholz, die Aufwärtsbewegung ber Preise einen Grab erreicht, ber von bem Reichsministerium für Ernährung unb Lanbwirtschaft unter keinen Umftänben gebulbet werben wird. Dieses hat baher bie Absicht, gegen bas Spekulantentum im Handel in rücksichtsloser Weise vorzugehen unb burch Festsetzung von Hoch st preisen für wichtige Holzsortimente ber Preistreiberei ein Enbe zu setzen. „Bauern, baut Flachs !" Zu ben Textilrohstoffen, beren Einfuhr nach Deutschlanb kontingentiert unb ber Kontrolle ber Reichskommissare unterstellt worben ist, gehört auch ber Flachs. Die Verknappung bes Deviseneingangs bei ber Reichsbank macht es notroenbig, bie Einfuhr von inbustriellen Rohstoffen unb bamit auch bie von Flachs nach Möglichkeit einzuschränken. Der Flachs ist überbies, im Gegensatz z. B. zur Baumwolle, auch in Deutschlanb selb st gewinnbar. Die beutsche Lanbwirtschaft brauchte nur mehr Flachs anzubauen, unb bie Einfuhr von auslänbischem Flachs würbe ganz ober zum weitaus größten Teil entbehrlich werben. Wenn nun burch bie Einfuhrbeschränkungsmaßnahmen eine erhöhte Nachfrage nach Flachs erzeugt wirb, so verbessert sich baburch für bie flachsbauenbe beutsche Lanbwirtschaft bie Aussicht, ihre Flachsernte zu günstigen Bedingungen abzusetzen. Die Reichsregierung ist außerbem bestrebt, einen Teil bes Textilwarenbebarss ber inlänbischen Bevölkerung auf Leinen umzustellen, weil bie beutsche Leineninbustrie ihren Rohstoffbedarf im wesentlichen mit deutschen landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu decken vermag. Wenn die Regierung daher in Voraussicht der kommenden Entwicklung jetzt die Aufforderung an die deutsche Landwirtschaft richtet: „Bauern baut mehr Flach s", so entspricht die Erfüllung dieser Forderung nicht nur ben nationalwirtschaftlichen unb bevisenpoli- tischen Notwenbigkeiten, fonbern auch ben eigenen privatwirtschaftlichen Interes - sen ber fianbroirte. Durch ben Mehranbau von Flachs wirb nicht nur ber beutschen Leineninbustrie bie Besriebigung ihres wachsenben Roh- ftoffbebarfs gesichert, fonbern es wirb auch ber beutschen Lanbwirtschaft eine neue Einkommensquelle gezeigt, bie vielleicht noch weit ergiebiger sein wirb, als sich heute schon übersehen läßt. Man barf barum mit Sicherheit annehmen, daß ber Appell an bie beutschen Bauern nicht vergeblich sein wirb, unb baß biese bie günstige Absatzlage für Flachs bazu benützen werben, mehr Flachs als bisher anzubauen, damit bie beutsche Leineninbustrie in Bälbe ihren Bebarf an Flachs aus Erzeugnissen bes deutschen Bodens zu decken vermag und vom ausländischen Rohstoffbedarf ganz unabhängig wirb. Die Bedeutung der Zins- fenkung für die Wirtschasts- belebung. Berlin, 4. April. (VDZ.) Im Zentralblatt ber NSDAP, für Gemeindepolitik erörtert Bürgermeister Fischer (Burghausen) die Bedeutung einer Zinssenkung für ben Fortgang ber Arbeitsschlacht. Würben heute alle Zinssätze bei langfristigen Schul- ben von 6, 7 unb 8 v. H. auf 4 Prozent gesenkt, so bebeute bies die denkbar stärkste Wirtschaftsbelebung unb weitere Senkung ber Arbeitslosenziffer. Die große Bebeutung biefer Arbeitsbeschaffung ergebe sich baraus, baß allein bie deutschen Hypothekenbanken über 6,2 Milliarben Hypotheken ausgeliehen haben. Bei einer Zinssenkungsaktwn konnten somit Hunderte von Millionen fürInstand- setzungsarbeiten flottgemacht werben. Besonders eingehend befaßt sich der Referent des Gemeindetages mit den Auswirkungen für bie © e m e i n b e n. Er stellt fest, daß, wenn heute erfreulicherweise erstmals wieder die Gemeinden ihren Haushalt zum Ausgleich bringen könnten, dies neben ber Senkung ber Arbeitslosenlasten das Ergebnis der Verringerung ber Zins - unb Tilgungslasten durch bas Gemeindeumfchul- bungsgesetz sei In bieses Gesetz konnten allerbings nurbie kurzfristigenSchulden einbezogen werben. Die Gesamtschulden ber beutschen Gemem- ben betragen 11,3 Milliarben, von denen runb 7 Milliarben langfri ft i g find. Der Zinsen- bienft für biese Schulben beträgt jährlich 720 Millionen. Der durchschnittliche Zins ber langfristigen Gemeindeschulden beträgt noch i m m e r 6,3 Prozent. MitRecht hat deshalb Staatskommissar Dr. Lippert auf ber kommunalpolitischen Tagung bes Nürnberger Parteitages bie Reichsregierung gebeten, ben Zins für alle Gemeinbeschulben auf 4 Prozent herabzusetzen. Eine solche Herabsetzung würbe eine jährliche Entla ftu n g aller Gemeinbehaushalte um etwa 200 Millionen Mark bebeuten. 200 Millionen Zms- erfparnis bebeuten bei 4 Prozent Zins unb 2 Prozent Tilgung für neues Gelb 3,3 Milliarben Kapital. Würben bie beutschen Gemeinben nur ein Drittel bis bie Hälfte von biefer Summe für bie neuen Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten aufwenden, so bebeute bies eine gemeindliche Arbeitsb e - schaffung für 1 bis 1,5 Milliarden M k. Kunst und Wissenschaft. Zur Befriedung der Verhältnisse im Deutschen Chorwesen. Der Präsident der Reichsmusikkammer hat angeordnet, daß alle in der Oeffentlichkeit bei der Verbreitung musikalischen Kulturguts mitwirkenden Männergesangvereine ober -Vereinigungen bis zum 15. Mai 1934 bie Mitgliebschast ber Reichsmusikkammer zu erwerben haben. Die Mitgliebschast wirb burch Einglie- berung in ben 23 e r b a n b „Deutscher Sänge r b u n b e. 23." erworben unb ist Voraussetzung für b i e künftige öffentliche Betätigung. Der Nachweis für ben Erwerb ber Mitgliebschast wirb burch eine Mitgliebskarte erbracht, welche ber Deutsche ©ängerbunb e. 23. ber einzelnen Vereinigung ausstellt. Der gesetzliche Vertreter jeher Vereinigung ober eine von biefen beauftragte Person hat beim öffentlichen Auftreten einer solchen Vereinigung bie Mitgliebskarte bei sich zu führen unb auf Verlangen jebem Polizeibeamten vorzuweisen. Eine Männergesangsver- einigung, welche ben Nachweis ber Zugehörigkeit zum Deutschen Sängerbunb e. 23. nicht erbringen kann, wirb an ihrem öffentlichen Auftreten ver- hinbert. 21m bie Schach-Wettmeislerschaft. Im Kurhaus zu Baden-Baben kam am Mittwoch- abenb die zweite Partie um bie Schach-Weltmeisterschaft zwischen Dr. A l j e ch i n unb Bogo- ljub 0 w zur Durchführung. Nach bem unentschie- benen Ausgang bes ersten Treffens mußte diesmal Bogoljudow eine Niederlage in Kauf nehmen. Der Weltmeister Dr. Aljechin tauschte ben Verlust eines Bauern gegen einen Stellungsvorteil ein unb brachte feinen Gegner fo in schwere Be- brängnis. Die schnell ablaufenbe Zeit tat ein weiteres bazu, um es Bogoljubow unmöglich zu machen, bie Partie noch zu feinen Gunsten zu entscheiden. Die zweite Partie endete mit einem Erfolge Dr. Aljechins. 58. Tagung der Deutschen Gesellfchaft für Chirurgie. Im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin wurde die 58. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie eröffnet. Der Vorsitzende Kirschner- Heidelberg gedachte dann der 29 Toten der Gesellschaft. Nach einem Hinweis auf das feit jeher in ben Kliniken unb Krankenhäusern verankerte unbeschränkte Führerprinzip fuhr er fort: Aus all bem folgt eine wesensgebunbene, aus einer inneren Notwenbigkeit erwachsene Zugehörigkeit ber Chirurgen zu ben Grunbsätzen unb Jbealen, bie heute unser großes deutsches Vaterlanb beherrschen unb bewegen, unb uns mit bem unerschütterlichen Glauben an ben Wieberaufstieg unserer teuren Heimat erfüllen. Hieran schloß sich eine längere wissenschaftliche Aussprache, in ber u. a. Lampe-Danzig, Olive- crona-Stockholm, Tönnis-Würzdurg, Jentzer-Genf, Peiper-Frankfurt, Schneiber-Breslau, Löhr-Magde- burg, Jorns-Jena, bas Wort ergriffen. Das Hauptreferat bes Nachmittags hielt Bauer- Breslau über bas Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Er führte u. a. aus: Der Chirurg ist nicht nur als Operateur an ber Unfruchtbarmachung beteiligt, er hat vielmehr auch einen wesentlichen Anteil an ber Ermittlung vieler Erbkrankheiten. Gerabe bie angeborenen erblichen Mißbilbungen kommen zur operativen Beseitigung zuerst in bie Hänbe bes Chirurgen. Hier zeigt sich bie wichtige Feststellung, baß ber Chirurg zwar am einzelnen Erbkranken viele Schüben äußerlich beseitigen kann, baß aber eine Einflußnahme auf bie Erbmasse nicht möglich ist. Bei gegebener Schädi- gung ber Erbmasse muß baher bie Unfruchtbarmachung erfolgen, auch wenn beim erbkranken Jn- bioibuum ber äußere Schaben wirkungsvoll repariert ist. Hier gibt bas Gesetz ben Chirurgen neue Pflichten unb neue Verantwortung. Hansi Niese f. Die bekannte Schauspielerin Hansi Niese erlitt in Wien bei einer Ausführung im Konzerthaussaal einen Schlaganfall unb starb auf bem Transport ins Spital. Hansi Niese war nicht nur eine ber berühmtesten Wiener Schauspielerinnen, fonbern auch im Reich, befonbers in Berlin, burch Gastspiele bekannt. Die Künstlerin ftanb im 59. Lebensjahr. Ihre Hauptstärke war bas Volksstück. Ihr Gatte, ber bekannte Wiener Schauspielbirektor Joseph Jarno, ging ihr vor einigen Jahren im Tob voraus. Paul krannhals zum Chrenboktor der Universität Marburg promoviert. Dem Kulturphilosophen Paul Krannhals (Berlin) würbe auf einstimmigen Beschluß ber Philosophischen Fakultät ber Philipps-Universität in Marburg die Ehrenboktonvürbe verliehen. In ber Urkunbe heißt es u. a., daß bie Ehrenboktonvürbe verliehen werbe „bem Denker, ber bie neue Zielrichtung bes Lebens früh unb klar erkannte, dem Deutschen, ber unserem Volke seine hohe Aufgabe an der Zeitenwende wies, bem Manne, ber bas als richtig erkannte unb durch alle Wibrigkeiten bes Schicksals unbeirrt vertrat". Paul Krannhals gehört seit längerer Zeit zu ben Mitarbeitern bes Karnpf- bunbes für deutsche Kultur. Er verfaßte u. a. das Werk „Das organische Weltbild", bie Grunblage einer neu entstandenen beutschen Kultur. Aus aller Welt. Reichsminister Röhm in Ragusa. Reichsminister Stabschef Rohm ist mit einem italienischen Wasserflugzeug von Brioni in Dubrovnik (Ragusa) eingetroffen. Er würbe von ben Spitzen «ber militärischen unb ber zivilen Behörden sowie vom Landesoertrauensmann der NSDAP. Neuhausen herzlich begrüßt. Tausende warteten geduldig stundenlang, um den Stabschef begrüßen zu können. Röhm, ber im Hotel Imperial Wohnung genommen hat, bleibt eine Woche in Dubrovnik. Ein HJ.-Scharführer beim Paddeln in der Lahn ertrunken. Beim Pabbeln in ber Lahn ertrank in Nassau am zweiten Dftertag ein aus Weiler bei Bad Salzig stammender Scharführer der Hitlerjugend. Aus bis jetzt noch ungeklärter Ursache kenterte das Boot plötzlich. Obwohl sofort mehrere Kameraden des Gekenterten sich bemühten, gelang es nicht mehr, den Jungen zu retten. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Drei Kinder beim Spiel mit einem Blindgänger verunglückt. In Lille hatten drei Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren beim Spielen auf bem Felbe einen aus bem Krieg ftammenben Blinbgänger gefunben. Sie zünbeten ein Holzfeuer an unb warfen bas Geschoß hinein, bas halb barauf explodierte. Das älteste der Kinder wurde auf der Stelle getötet, die beiden anderen trugen schwere Verletzungen davon. Sie wurden in fast hoffnungslosem Zustande in ein Krankenhaus übergeführt. 10 000 Hunde wegen Tollwulepidemie getötet. Im Staat Oklahoma wurden infolge Ausbruchs einer Tollwutepidemie 10 000 Hunde getötet. Die Behörden haben allen Hundebesitzern strikte Anweisung gegeben, ihre vierbeinigen Gefährten zu Hause zu behalten ober an ber Leine zu führen, anbernfalls bie Tiere s 0 f 0 -1 erschossen würben. Man schätzt bie Zahl ber im Staat Oklahoma befindlichen Hunde auf eine Viertelmillion. Schwere Schäden durch Regengüsse in Amerika. Wie aus ber Stabt Elk (Oklahoma) gemelbet wirb, ist ber sonst unbebeutenbe Fluß Washita infolge ber anhaltenden Regengüsse unb ber Schnee- schmelze zu einem reißenben Strom von brei Kilometer Breite angeschwollen. Die Wasser reißen Brücken unb Bahnbämme sowie Häuser ein. Der angerichtete Schaben geht in bie Millionen. Bisher finb 15 Ertrunkene gemelbet worben. Unter ben Toten befinbet sich eine Mutter mit fünf Töchtern. Dem Vater gelang es, zwei weitere Kinber zu retten, bevor bas Haus, bas von ben Fluten fortgerissen würbe, an einem eingestürzten Brückenpfeiler zerschellte. 2Beitere ausgebehnte Überschwemmungen werben aus Wisconsin unb Minnesota gemelbet. Die Nationalgarbe ist zur Hilfeleistung angeforbert worben. Flugzeuge suchen bie überschwemmten Gebiete ab unb werfen ben von allen Zufuhren abgeschnittenen Einwohnern Lebensmittel unb Verbanbzeug ab. Ein Geisteskranker Branbstifter auf der Insel Seeland. Die Bevölkerung bes süblichen Teiles ber däni- schen Insel Seeland ist burch bas Austauchen eines geisteskranken Branbstifters in Schrecken versetzt worben, ber vor zwei Tagen aus einer Irren- anftalt entsprungen ist. In ber Nacht zum Dienstag legte ber Irrsinnige in ber Nähe von Naestveb an zwei verschobenen Stellen Feuer an. Ein Wirtschaftsgebüube brannte nieber, wüh- renb in bem anberen Fall bas Feuer im Keim erstickt werben konnte. Eine starke Polizeiabteilung ist aufgeboten worben, um bes Täters habhaft zu werben. Um sich gegen ben Branbstifter zu schützen, wachten bie Hofbesitzer in ber vergangenen Nacht zusammen mit ihren Knechten. Ebenso ließ man an verschiebenen Stellen in ben Häusern nachts bas Licht brennen. korsischer Vanditenführer nach Marseille gebracht. Der bekannte korsische Banbit Spada, zu dessen Verhaftung seinerzeit ©enbarmerieoerftärtungen von Marseille nach Korsika entsanbt werben mußten, ist nach seiner Verurteilung burch bas Schwurgericht in Ajaccio nunmehr zwecks Beobachtung seines Geisteszustandes nach Marseille gebracht worden. Spada gab im Prozeß Zeichen eines religiösen Wahns. Er trug bei feiner Ankunft in Marseille keine Schuhe — ein Gendarm trug sie ihm nach — war mit einer Cordjoppe bekleidet, wie sie die Bauern auf Korsika tragen, und hatte am Hals an einer Schnur ein Holzkreuz auf der Brust hängen, an dem eine kleine Christusftgur aus Kupfer und zwei Heiligenbildchen befestigt waren. Spada zeigte sich gegenüber den zahlreich erschienenen Prefsephotographen sehr scheu. Doppelmord in Dresden. Arn Mittwoch gegen 7 Uhr wurden der 60jährige Geschäftsinhaber Ernst Nitschke und seine Ehefrau in ihrer Wohnung in der Berggießhübler Straße tot aufgefunöen. Das Ehepaar betrieb ein Produk- tengeschäft und wurde dabei von einer Verwandten, die im gleichen Hause wohnt, unterstützt. Als diese heute früh die Wohnung betrat, fand sie Nitfchke in. einer großen Blutlache tot im Korridor liegen. Die Frau lag tot im Laden. Beide Leichen weisen schwere Kopfverletzungen auf, die offenbar von Schlägen mit einem stumpfen Gegenstand herrühren. Die F e r n s p r e ch le i tu n g war zerschnitten. Vermutlich liegt Raubmord vor. Selbstmord des kubanischen Iustizministers. Der Justizminister Roberto Mendez P e n a t e erschoß sich in seinem Privatbüro. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er in Anwesenheit des Präsidenten Mendieta und verschiedener Kabinettsmitglieder verstarb. Man nimmt an, daß der Grund des Selbstmordes ein Nervenzusammenbruch infolge U Überarbeitung ist. Wettervoraussage. Trotz des allgemeinen Barometerfalls ist die kontinentale Luftzufuhr erhalten geblieben. Während sich die Störungstätigkeit über Frankreich immer stärker zu entfalten droht, ist das Tief über Skandinavien schon abgewandert, und der hohe Druck bei Island breitet sich weiter östlich aus. Im wesentlichen ist daher mit Fortdauer der Schönwetterlage zu rechnen, wenn auch vorübergehend etwas Bewölkung aufkommen wird. Aussichten für Freitag: Vorübergehend Bewölkungsaufzug, dann wieder aufheiternd, tagsüber warm, trocken. Lufttemperaturen am 4. April: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 5. April: morgens 0,1 Grad. Maxttnum 15,4 Grad, Minimum —1,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. April: abends 8 Grad; am 5. April: morgens 4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 10% Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. ©., sämtlich in Gießen. Tür die NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack. 703» grosse Tube lichem Gesicht: „Glauben Sie das wirklich, Frau sel mit den Greifenknöpfen und nahm sich, blaß und verängstigt, wieder einmal vor, das Haus heimlich 8 Fortletzung Nachdruck verboten! zu- Es war so schön hier — so schön! Wenn sie mit Frau von Stöbnitz ausging, war aber, daß es da immer ohne ein bißchen Schwindeln abgegangen ist. Ausgeschlossen! Sie äußerten sich aber viel zu scharf. Ich bin auch keine Freundin der Lüge, aber man kann doch nicht mit dem Donnerkeil auf ein winziges Tierchen losschlagen, das im allgemeinen harmlos ist. Ich habe auch als Ihr Mann stimmte ihr zu: „Ein liebes, zurückhaltendes und bescheidenes, nie die Grenzen überschreitendes Mädel. Ihr Vater muß gar kein Verständnis für Jugend besitzen, jede habt. Jetzt war das alles zu ihr gekommen wie selbstverständlich, und nun mußte sie die Tür hinter sich zuschlagen und alles zurücklassen. Sie war entschlossen: noch an diesem Tage wollte sie fort; aber vor allem mußte sie einen Brief an Frau von Stübnitz schreiben. Sie meinte, Peter Konstantins hübsches, herbes Gesicht dicht vor sich zu erblicken; ein harter Ausdruck lag darauf, und er sah sie kalt an, sagte rauh: Bekenne! Sie dachte an ihren Traum und murmelte: Träume lügen! Sie riegelte sich ein, begann einen Brief an Frau von Stäbnitz, doch kam sie nicht weit. All das Warme und Herzliche, das sie sagen wollte, das sie für die Bitte um Vergebung brauchte, wollte sich nicht in Worte einfangen und festhalten lassen. Sie saß da, und die Feder ruhte. Sie wurde nervös, immer wirrer wurde ihr Denken. Ihr fiel der Halbmaske, der ihr den Talar umgehängt sie geküßt hatte. Ein Traum war es nur. Was deutet ein Traum, auch wenn man ihn in ersten Nacht in einem neuen Heim träumt! Sie aß still weiter, aber sie mußte sich sehr Er zuckte mit den Achseln: „In der ersten Zeit habe ich bei Doralies auch immer gedacht, das dicke Ende kommt nach; jetzt warte ich nicht mehr auf einen dummen Streich von ihr. Doralies ist wie ihr Aeußeres: Geradlinig, zuverlässig; auch ist sie klug. Ich unterhielt mich mit ihr gelegentlich, weil es sie zu interessieren schien, über juristisch Sachliches, und sie äußerte dabei ganz gescheite Worte." Die beiden Herren gingen ins Büro; Frau von Stäbnitz in ihre Privatzimmer. Und oben in ihrem wunderhübschen Salon, in Schwarz und Goldbraun gehalten, saß Regina in einem der geschnitzten Ses- und be- der sammennehmen, um es tun zu können, und war es doch gewöhnt, sich zusammenzunehmen, hatte das immer tun müssen. Die Eltern hatten das schon von ihr gefordert in jüngsten Jahren, ihr kaltherziger Vormund und seine ebenso eingestellte Frau waren darin noch weiter gegangen. Frau von Stäbnitz meinte nach Tisch, nachdem Regina ihre Zimmer aufgesucht hatte, zu Doktor Konstantin: „Ich glaube, Sie haben Doralies moralisch angerempelt, ohne daß sie es wissen, lieber Freund!" Er fragte verwundert: „Wieso?" Sie erwiderte lächelnd: „Run, das ist doch sehr Regina lächelte, aber das Lächeln saß krampfig- schmerzhaft um ihren Mund. Sie dachte in diesem Augenblick an ihren Traum. An den Mann mit . Frau des Vormundes aber war eine geradezu eisige Natur. Jetzt erst lernte sie die sanfte, behütende erkläre ich ruhig, an dem betreffenden Tage etwas Dringendes vor zu haben. Ich lüge ja auch, wenn ich mich zu Hause vor unliebsamen oder langweiligen Besuchern verleugnen lasse. Der Alltag zwingt oft zu kleinen Lügen. Wollen milde sein und diese kleinen Lügen Ausreden nennen. Doralies hat also bei ihren Streichen oft zu Ausreden greifen müssen, um Aerger zu entgehen. Und nun trumpften Sie so überscharf auf. Ich sah es ihr an, sie fühlte sich irgendwie getroffen und litt darunter." Peter Konstantin fragte langsam, mit nachdenk- lebte, hatte sich gerade in den letzten Tagen etwas gelegt, und in Frau von Stäbnitz sah sie eine mütterliche Freundin, beinah eine Mutter. Die ihre war niemals recht warm zu ihr gewesen; es hatte Zärtlichkeit einer Frau kennen, und es tat so gut, sich von den schlanken Frauenarmen ans Herz ziehen zu lassen und weiche, liebe Koseworte zu hören, die sie oft gelesen, oft zu anderen sagen gehört, und die bisher doch niemals ihr gegolten. Sie war sehr verzagt, sah sich in einer Sackgasse, aus der sie nicht herausfand. Sie meinte noch immer Peter Konstantins Stimme zu hären, mit der er sagte: „Ich bekenne, wenn ich an einem Menschen, den ich gern hätte, eine überflüssige Lüge fände, er wäre für mich tot!" Sie zog wie fröstelnd die Schultern hoch. Sie wollte denken: Nun war es eigentlich schon gleich; klang in ihr nach wie etwas ganz Furchtbares. Das quälte sie, als hätte man ihr vor vielen Menschen ein Schandmal eingebrannt, das sie nun mit sich herumtragen müßte, ihr ganzes Leben lang. Ihre Angst, weil sie zu Unrecht in diesem Hause betont, hat sie noch nicht das Geringste gezeigt. Ich durfte herrliche Musik hören, und viele interessante schrieb ihm das auch gestern." lichkeit verhütet. Und ich habe denselben Eindruck wie meine Frau. Sie sinb glaube ich, unserer Doralies tüchtig an den Wagen gefahren." Peter Konstantin bekannte ein bißchen zögernd: „Das würde mir leid tun." Frau van Stäbnitz nickte. „So gefallen Sie mir schon besser. Sie sind doch im allgemeinen ein so froher, lebensbejahender, moderner Mensch, aber die Grundsätze, nach denen Ihre Erziehung geleitet wurde, hängen Ihnen noch an. Da halte ich's lieber mit meinem Manne: Vergebt, auf daß euch wieder vergeben werde. Und Sie sind sonst so ein fideles, gemütliches Huhn — verzeihen Sie den Ausdruck —, Kleinlichkeit paßt nicht zu Ihnen." Sie fuhr fort: „Doralies gefällt mir I Menschen mit berühmten Namen hatte sie schon auf diese Weise kennengelernt. Sie hatte immer Sehn- ! sucht nach Schönheit, Kunst und weiten Blick ge- D^e ecfide und die falscfte Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (©.) von Stäbnitz? Sie neigte den Kopf: „Davon bin ich fest über- zu verlassen. Was Peter Konstantin gesagt, das , , , Harmlosigkeit zum Uebermutsstreich gestempelt junges Mädel ab und zu geschwindelt und tue das haben." Er setzte nachdenklich hinzu: „Ich las ge- noch. Wenn mich zum Beispiel eine Bekannte ein- ' legentlich einige feiner Romane und fand darin lädt, an deren Gesellschaft mir nichts liegt, und zu allerdings ein famoses Verständnis für junge Leute." deren Besuch mich nicht besondere Gründe zwingen, zeugt.' Er schwieg ein Weilchen, meinte dann ruhig: „Es sollte mir leid tun, wenn es so wäre, aber meine Ansicht wird davon nicht berührt." Herr von Stäbnitz, dessen scharf herausgearbeiteter Charakterkopf mit dem ziemlich kurz geschnittenen Grauhaar sich gegen die hohe Lehne eines Stuhles drückte, mischte sich ein. von Tag zu Tag besser, und ich muß gestehen, jetzt war die Lüge schon lange da, nun konnte die immer befremdender scheint es mir, daß sie so ein Lüge ihr auch helfen, noch ein Weilchen Hierblei- Wildfang gewesen sein soll. In den zwei Wochen ben zu dürfen. , , , ihres Hierseins hat sie auch noch nicht den kleinsten I ~ ' ...... einfach. Sie wissen, welcher Ruf Doralies voraus- Ansatz dazu gemacht. Nach meiner Meinung ist sie | ....... ,....... M_______ ________w___a...o,___ ging. Ich meine, daß sie ihr Vater von Hause weg- gut erzogen und sogar etwas zurückhaltend. Von alles in ihr und um sie herum wie ein Rausch, geschickt hat, weil sie manchmal Dinge tat, die der Keckheit ihres Wesens, die ihr Vater besonders Sie genoß. Sie durfte erstklassige Schauspiele sehen, schlecht zu einer jungen Dame passen. Glauben Sie betont, hat sie noch nicht das Geringste gezeigt. Ich durfte herrliche Musik hören, und viele interessante „Ich bin auch fein Freund der Lüge. Aber oft war niemals recht warm zu ihr gewesen; es hatte wird durch eine Ausrede viel Streit und Unannehm- ihrem etwas rauhen Charakter nicht gelegen. Die « ■ « * • । « . « . < . <- « « i L V A 1 • A ST < A V 1 • W A A n A Y* A t* A t M A rt A A 1 I Atli A ein: Frau von Stäbnitz wollte mit ihr ausyehen, und das konnte sie nicht mehr. Sie entschloß sich zu einem ganz kurzen Brief und zog sich überstürzt zum Ausgang an, schlich sich leise die Treppe hm» unter. Sie bedauerte, daß sie den Pelzmantel von Doralies hatte anziehen müssen; aber sie besaß doch keinen anderen Mantel. Ihren schlichten Mantel hatte Doralies in Karlsruhe mitgenommen. Sie öffnete leise die Haustür, und ihr war es, als stoße sie die Hand Peter Konstantins zum Hause hinaus. Fast körperlich spürte sie, was ihr die Einbildung einredete; sie stolperte und fiel ihm gerade in die Arme, an den sie eben gedacht. Peter Konstantin lächelte: „Ohne mich wären Sie gefallen, Fräulein Wolfram. Dafür bekomme ich doch eine Hand — nicht wahr?" Er empfand jetzt sehr stark, was ihm Frau von Stäbnitz vorhin vorgehalten, und dachte, vielleicht schoß er mit feinen Ansichten über Lügen doch ein bißchen weit über das Ziel hinaus. Er spürte jähes Mitleid mit dem Mädchen; auf dem jungen zarten Gesicht lag ein Zug, der ihm auffiel und zu denken gab. Beinahe wie Verzweiflung hing es um den hübschen Mund. Natürlich, Doralies Wolfram hatte sich vorhin irgendwie getroffen gefühlt und es sich zu Herzen genommen. Er haschte nach ihrer Hand. „Also vor dem Fall hätte ich Sie behütet; aber jetzt sagen Sie nur: Wo wollen Sie hin? So viel ich weiß, gingen Sie bisher noch niemals allein aus." Flammendes Rot überzog ihr Gesicht. Er stutzte. Was bedeutete es, daß Doralies Wolfram bei der harmlosen Frage errötete wie auf böser Tat ertappt? Er lächelte: „Ich habe etwas Zeit, und wenn Sie mir erlauben, Sie ein Stückchen zu begleiten, würde ich mich freuen." Reginas Blick traf den feinen, und sie schüttelte mit dem Kopfe. „Ich möchte allein gehen. Ich — ich —" Sie schluckte heftig. „Ich darf Sie nicht bemühen, Herr Doktor! Guten Tag!" Sie war so hastig davongeeilt, daß er verblüfft sekundenlang wie angenagelt auf der Stelle stehenblieb, auf der er stand, und überlegte: Weshalb benahm sich Doralies Wolfram so sonderbar? Begann sie jetzt vielleicht mit ihren Extravaganzen, vor denen ihr Vater Frau von Stäbnitz gewarnt hatte? (Fortsetzung folgt.) 6 er N Am 2. Osterfeiertag verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn. Bruder, Schwager und Onkel gg Herr Wilhelm Ußner im 44. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Ufmer, geb. Müller Gießen (Buddestraße 4), den 4. April 1934. Die Beerdigung findet in der Stille statt. Besucht den MMrs-lW (IW in Gießen! von Sonntag, den 8., bis einschließlich Sonntag, den 15. April 1934 Zum Schau- und Verkaufsmarkt (Messe) auf Oswaldsgarten sind u. a. folgende Geschäfte eingetroffen: Achtbahn. Kinder-Motorradkarussell, Esel-Reitbahn, Taumtmgsschau, Tier-Abnormitätenschau, Ranbtier- Arrkus, Kawerletheater, Militär-Burlesken Auto- Kteilwandfabrer, Schießbuden, Warenverlosungen, ElS-Konditorer, Waffelbäckerei sowie Verkaufsstäude und Buden aller Art. Marktzeit: Werktags von 14-22 Uhr -Sonntags von 14-22 V, Uhr. Für Verkaufsbuden ist die Geschäftszeit wie bei den offenen Ladengeschäften; an den beiden Meile-Sonntagen ist die Verkaufszeit von 14-19 Uhr. 2a53C Freitag, den 6. Avril, nachm. ab 2 Ubr, versteigere ich im „Löwen" Neuenweg 28 freiwillig: 1 Herrenzimmer, 3Schreibtische, 1 Sekretär, Kleiderschränke, Waschtische u. 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Inmitten der vielen wichtigen Probleme, die im ersten Jahr der nationalsozialistischen Staatsfüy- rung in Angriff genommen worden sind, nimmt die Frauenfrage einen bedeutungsvollen Platz ein. Hängt doch von ihrer richtigen Lösung die Zukunft der Nation und damit der endgültige Erfolg aller anderen Reaierungsmaßnahmen ab. Größer als auf den meisten anderen Gebieten sind hier die Schwierigkeiten; denn gerade die Frauenfrage ist in der vergangenen Epoche durch verantwortungslose Hetzer und falsche Propheten in einer gefährlichen Weise kompliziert worden. Jahrelange Entwicklungen auf Grund falscher Maßnahmen sind heute nicht durch einen Federstrich rückgängig zu machen, besonders dann nicht, wenn sie, wie es durch die Uebersteigerung der Frauenerwerbsarbeit in den vergangenen Jahren geschehen ist, Strukturveränderungen in der Wirtschaft zur Folge gehabt haben. Die seelische Umstellung, die durch den Sieg der nationalsozialistischen Weltanschauung heute bereits in breiten Schichten des Voltes vor sich gegangen ist, hat auch die deutsche Frau auf den richtigen Weg zurückgebracht. Sie sieht heute bereits im allgemeinen den neuen Weg und weiß, daß Demagogen, die sie jahrelang zu verwirren versuchten, im nationalsozialistischen Staate keine Betätigungsmöglichkeit mehr haben. Die positive Einstellung zu Volk und Staat ist heute für diejenigen Frauen kein Opfer mehr, die ihrer Berufung als Frau und Mutter folgen dürfen. Hier ist kaum von einer Frauenfrage in Deutschland zu sprechen. Das Problem beginnt erst da, wo die Frau daran gehindert wird, iren arteigenen Beruf ganz oder teilweise zu erfüllen. Vor dieser Tatsache stehen wir heute in Deutschland und werden uns damit noch auf Jahre hinaus abzufinden haben. Millionen von Frauen stehen heute im Berufsleben, ohne daß die Möglichkeit besteht, sie in absehbarer Zeit ins Haus zurückzuführen, weil ihr Arbeitsverdienst nicht nur zur Sicherung ihrer eigenen Existenz notwendig ist, sondern auch in den weitaus meisten Fällen noch zur Versorgung älterer Angehöriger oder minderjähriger Kinder dienen muß. Insbesondere für die Jahrgänge der Frontgeneration besteht kaum eine andere Möglichkeit der Versorgung als eben durch eigene Berufsarbeit. Abgesehen daoon ist ein großer Teil der Industrie heute noch sowohl auf die erheblich niedrigeren Löhne der weiblichen Arbeitnehmer als au chin vielen Gewerbezweigen auf die leichtere und geschicktere Hand der Frau angewiesen. Das Hauptkontingent dieser berufstätigen Frauen stellen die Fabrikarbeiterinnen, von denen heute bereits ein großer Teil in der Deutschen Arbeitsfront organisiert ist. Die Betreuung dieser arbeitenden Frauen ist die Aufgabe des Amts für Frauensachen, das nach der Besetzung der marxistischen Gewerkschaften geschaffen wurde. Das Betätigungsfeld dieses Amts wird begrenzt und bestimmt durch den Umfang der zu löfenden Probleme. In Anbetracht der Tatsache, daß eine schnelle Rückführung her arbeitenden Frauen ins Haus unmöglich ist muß das Hauptaugenmerk darauf gerichtet werden, daß die Fabrikarbeit nicht zu einer gesundheitlichen Schädigung führt, und daß gleichzeitig, insbesondere bei verheirateten Arbeiterinnen, die Last des Doppelberufs nach Möglichkeit erleichtert wird. Insbesondere muß der Schutz für die arbeitende Mutter erheblich verstärkt werden, um die gesundheitliche Gefährdung des Nachwuchses zu verhindern. Es wird dabei nicht genügen, Schutzgesetze zu erlassen; wichtiger noch ist die Ueberwachu'ng einer richtigen Durchführung, die häufig durch unvernünftige Ueberschätzung der eigenen Arbeitskraft unmöglich gemacht wird. Die Erhaltung und Pflege der Arbeitskraft als des einzigen Kapitals der berufstätigen Frau ist eine Notwendigkeit, die nicht oft genug betont werden k-ann. Es wird in Zukunft nicht mehr geduldet werden, daß Frauen in gesundheitschädigenden Betrieben arbeiten oder daß ihre Arbeitszeit beliebig ausgedehnt werden kann. Das Recht auf Erholung, das jedem Volksgenossen zusteht, verdient in doppeltem Maße die Frau, die tagsüber an der Maschine steht und abends ihren Haushalt und ihre Kinder versorgt. Diesen Frauen ist nicht mit einer platten Zerstreuung gedient, wie sie ihnen in der vergangenen Epoche aus Mangel an finanziellen Mitteln nur zugänglich war. Sie dürsen verlangen, daß ihre Organisation Mittel und Wege findet, ihnen die nach Feierabend zu leistende Arbeit zu erleichtern, indem sie ihnen Wege zu rationellerer Wirtschaftsführung zeigt, oder ihnen Möglichkeiten eröffnet, versäumte Kenntnisse nachzuholen. Diese Ausgabe ist von der hauswirtschaftlichen Abteilung des Amts für Frauensachen seit Monaten in immer steigendem Maße durchgeführt worden. Tausende von Arbeiterinnen sind in Berlin und im Reich durch die hauswirtschaftliche Schulungsarbeit in die Lage versetzt worden, ihren Lebensstandard durch Einsetzung von neu erlangten Fertigkeiten, die unmittelbare Geldersparnis mit sich brachten, zu verbessern. Nebenher geht die in großem Maßstabe eingeleitete körperliche Ertüchtigung der berufstätigen Frau durch die Turn- und Schwimmabende des Amts für Frauensachen. Die rege Beteiligung, die diese Veranstaltungen in den breiten Schichten der organisierten Frauen gefunden haben, ist nicht darauf zurückzuführen, daß diese Kurse und Lehrgänge für die Arbeiterin kostenlos sind, sondern sie beweist vor allem den Willen zur Fortbildung und das Interesse an häuslicher Arbeit gerade bei denjenigen Frauen, die zur Berufsarbeit gezwungen find' Neben diesen Bestrebungen, der arbeitenden Frau die Last des Berufs zu erleichtern, wird natürlich die Erkenntnis nicht vernachlässigt, daß jede Frau, die freiwillig ihren Arbeitsplatz räumt, der Arbeitsbeschaffung dient und damit vielleicht einer weiteren berufstätigen Frau, deren Mann Arbeit erhält, den Weg ins Haus frei macht. Wenn sich unsere dahingehende Propaganda in vollem Umfange auswirkt und andererseits durch geeignete Maßnahmen den Zuzug der jugendlichen Arbeiterinnen abgeschnitten wird, darf in absehbarer Zeit mit einem erheblichen prozentualen Rückgang der Frauen-Berufsarbeit gerechnet werden. Das Problem der berufstätigen sfrau. Aus i)er provmzralhauptstadi. ^rühlmg im Bscselnest. Alljährlich wenn der Frühling das neue große Werden, die Zeit der Verjüngung und Erneuerung heraufsühri, lüftet die Natur ein wenig den Schleier, mit dem sie die Rätsel und Geheimnisse der lebenden Welt verhüllt hat; und sonderlich ist es die Vogelwelt, die uns in dieser Zeit fesselnde Blicke in ihr eigentümliches Leben tun läßt, die Amsel in der Buchenhecke, die Schwalbe an der Hauswand, das Blaukehlchen im Schlehdorn, der Storch auf dem Scheunensirst — sie alle machen uns zu Zeugen ihres jungen Glücks, ihrer Freuden und' Sorgen, lassen uns das Werden und Wachsen ihrer Sprößlinge miterleben, bis diese flugbar geworden und nunmehr, selbst fertige Einzelwesen ihrer Art, in die neue bunte Welt hinausstreben. In den ersten Morgenstunden des linden Frühlingstages fliegt das junge Finkenpärchen von Baum zu Baum, um die tauglichste Zweiggabel für den Nestbau zu finden. Wer aber die Stelle, wo das Neste stehen soll, bestimmt, ob Männchen oder Weibchen, ist keineswegs sicher erwiesen. Nur vom Hühnerhabicht weiß man, daß das Männchen den Ausschlag gibt. Bei unserem kleinen Hausfreund, dem Sperling, dem Aschenbrödel unter den Vögeln, sitzt das Männchen tagelang auf dem Dach des alten Starkastens, den es für feinen liederlichen Nestbau erwählt hat, und schilkt und schilkt, bis sich ein Weibchen zu ihm findet, und läßt dieses auf sich warten, so setzt es sein Werben unverdrossen fort, bis endlich eins bereit ist, ihn zu freien. Aehnlich steht es bei dem Zimmermann unserer Wälder, dem farbenschönen Schwarzspecht, in der Sage das Symbol der Heimlichkeit des Waldes und Hüter der „Springwurz". Mr erst dann darangeht, die Nisthöhle in einem morschen Baum mit seinem scharfkantigen Schnabel auszumeißeln, wenn eine Ehegesponsin sich zu ihm gefunden hat. Der eigentliche Bau wird fast immer vom Weibchen allein ausgeführt, während dem Männchen das Heranschaffen der Baustoffe zufällt. Doch ist das Verhalten der einzelnen Arten auch hierin nicht einheitlich: bei Schwalben, Krähen, Elstern und den kleinen Sängern beteiligen sich beide Geschlechter mit der gleichen Hingebung an den Vorbereitungen, wie an der Ausführung. Und alle Vogelnester sind — von den kunstvollen Bauten der Fecht- und Webervögel zu schweigen — in ihrem eigentümlichen Gefüge Muster an Zweckmäßigkeit. Ist der Bau vollendet, beginnt Frau Goldammer ober Frau Grasmücke, Frau Baumläufer oder (trau Sprosser sogleich doo Brutge(d)äft Bei einzelnen Arten lösen sich Männchen und Weibchen regelmäßig ab, vornehmlich bei den Möwen, Sagern, Austernfischern und anderen Wasservögeln; unter den Landvögeln sind es vor allem Tauben, Kiebitze, Sperlinge, Spechte und Regenpfeifer, deren Männchen sich an der Brut beteiligen. Andere brüten zwar nicht mit, tragen mittelbar aber doch zum Brutgeschäft dadurch bei, daß sie das brütende Weibchen sorglich füttern; als besonders aufmerksamer Gatte erscheint der Star, von dem erwiesen i|t, daß er der ans Haus gefesselten Gattin bunte Blüten und grüne Blätter zum Schmuck der Wochenstube zuträgt, auch sucht er ihr die Langeweile der Brutzeit durch fleißiges Schnarren und Musizieren auf dem Stanglern vor dem Flugloch zu kürzen. Kein Vogel beginnt die Brut, bevor das Gelege nicht vollzählig ist. Durchschnittlich zählt dies drei bis fünf Eier, doch bringen es unsere kleinsten Sänger, wie Goldhähnchen, Zaunkönig, Zwergfliegen- schnäpper und Wiesenschmätzer bis zu sieben, zehn und zwölf Eiern. Wird das Gelege durch fremden Eingriff uerminbert ober zerstört, so ergänzt ober erneuert es bas Weibchen jedesmal sogleich, jedoch nur bis zu 16 oder 17 Eiern; bann ist bie Lege- fähigkeit erschöpft. Die Dauer der Bebrütung ist natiirgemäß sehr verschieden; ist aber die Zeit erfüllt, "bann kommt ber frohe Tag, wo es sich unter dem geduldigen Vogelmütterchen zu regen beginnt, bald drängt hier ein kleines Wesen zum Licht, bald dort, und endlich liegen fünf winzige nackte Gelb- schnäbelchen im Nest, die alle nur ein Verlangen kennen: die Stillung ihres Nimmersatten Hungers. Zwar bie „Nestflüchter" verlassen sogleich ihre Geburtsstätte und suchen unter Führung ber 'Mutter selbst ihre Nahrung, bie „Nesthocker" aber — unb das ist die Mehrzahl der Vögel — müssen in aufreibender Arbeit von den Eltern gefüttert werden, von denen überdies anfangs auch immer nur einer zur Nahrungssuche'ausfliegen kann, da ber andere dauernd über den unbefiederten Jungen sitzen und die Frierenden erwärmen muß. Bald aber spalten sich die Federkiele, die Flaumfedern sprossen und bedecken die zarten Geschöpfe mit wärmender Hülle, unb von Stunb an nehmen beibe Alten bie Nahrungszufuhr mit unermüblicher Hingebung auf. Schon beim ersten Tagesschein beginnen bie Flüge, bie ohne Unterbrechung bis zur Dämmerung anbauern. Hessische Landesmeldestekle für Versorgungsanwärier. Auf Grunb ber Verorbnung über bie Einrichtung einer Lanbesmelbestelle für Versorgungsanwärter vom 28. Februar 1934 unb ben hierzu erlassenen Ausführungsbestimmungen ist die Lanbesmelbestelle nunmehr errichtet worden. Ihr Geltungsbereich erstreckt sich auf ben gesamten hessischen Staatsdienst, ben gesamten hessischen Gemeinbe- unb Körper- schaftsbienst, sowie alle hessischen Krankenkassen unb Berufsgenossenschaften. Der Reichsbienst ist bemnach in bie.'Lanbesmelbestelle nicht einbezogen worben. Die Lanbesmelbestelle hat bie Bewerberlisten ber bisherigen staatlichen unb körperschaftlichen Börmer kungsbehörben übernommen. Die vor bem 1. April 1934 zustanbegekornmenen Vormerkungen behalten ihre Gültigkeit. Alle Vormerkungsgesuche — biefe in vier gleichlautenben Ausfertigungen — Mitteilungen ufw. finb künftig nur noch an bie Hessische Lanbesmelbestelle, Darmstabt, Rheinstraße 10, zu richten. Sprechstunde des Gaumspetteurs für Oberhesien. Der Gauinspekteur ber NSDAP, für Oberhessen, Pg. Kreisdirektor K l o st e r m a n n, hält am nächsten Samstag, 7. April, von 13 bis 16 Uhr auf ber Kreisleitung Gießen, Löberstratze 9, Sprechstunde ab. Es kann jeder Parteigenosse, der Anlaß zu Beschwerden zu haben glaubt, diese Vorbringen. Amt für Beamte, Kreis Gießen. Die im RDB. vereinigten Beamten des Kreises Gießen werden ersucht, zum Zeichen der Verbundenheit mit der deutschen Jugend sich an der am Sonntag, 8. April, um 16 Uhr, in der Volkshalle stattfindenden Großkundgebung zur Eröffnung des Reichsberufswettkampfes zahlreich zu beteiligen. Ulrich, Abteilungsleiter. Ortsgruppe Äießen-Güd. Bekr.: Winterhilfswerk 1933/34. Am Samstag, 7. April, ab 14 Uhr wird in der Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, an jede aus dem Winterhilfswerk unterstützungsberechtigte Familie aus der Ortsgruppe Gießen-Süd ein Laib Brot gegen Zahlung von 10 Pfennig ausgegeben. gez.: Zöll, stellv. Ortsgruppenamtswalter. Eingliederung der Landhelfer in dis Hitlerjugend. Durch bie in ben Hänben ber Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung liegenbe Lanbhilse finb bisher rb. 200 000 arbeitslose Jugenbliche, besonders aus ben Grohstäbten, auf bas Laub in bäuerliche Arbeit gebracht worben. Die Lanbhilfe will biefe Jugendlichen möglichst dauernd mit der ländlichen Wirtschaft verbinden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Lcmdhel- fer in die Familien- und Hausgemeinschaft des Bauern aufgenommen. Darüber hinaus ist es notwendig, die Landhelfer auch mit der bäuerlichen Jugend ber Dörfer, in benen sie ihre Arbeitsstellen haben, m möglichst engen kamerabschastlichen Zu« sammenhang zu bringen. Nach einer kürzlich get troffenen Vereinbarung zwischen bem Reichsbauern» führer unb bem Jugenbführer bes Deutschen Reiches sind bie noch bestehenben lanbstänbischen Jugenb- Organisationen in bie Hitlerjugenb überführt wors ben. Damit ist bie Hitlerjugend auch auf bem Lands bie einzige Jugenbbewegung. Im Zuge ber Verein« heitlichung ber gesamten beutschen Jugenb unb uirt insbesondere isolierten Gemeinschaftsbildungen unt ter ben burchwcg stäbtischen Lanbhelfern vorzu* beugen, sinb der' Präsibent ber Reichsanstalt füi* Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung unb ber Jugenbführer bes Deutschen Reiches über« eingenommen, bie Lanbhelfer unb Lanbhelferinnenl in bie Hitle.rjugend einzugliebern. Damit ist bis weltanschaulich-politische Erziehung unb bie körperlich-sportliche Ertüchtigung berje'nigen Lanbhelfer! unb Lanbhelserinnen, bie in ben Altersgrenzen be£ Hitlerjugend unb bes Bunbes Deutscher Mädel stehen, gewährleistet. Die Regelung gilt sowohl für! die in bäuerlichen Betrieben angesetzten Landhelfer, als auch für Landhelfergruppen auf Siedlungs-- gütern. Der Anschluß der Landhelfer an die Gemeinschaft der Deutschen Jugend wird ihre Umstellung zu bäuerlicher Arbeit unb lcmbverbunbe- nem Denken förbern. Wegen ber Betreuung ber« jenigen Lanbhelfer, bie nicht unter bie Altersgrenze ber Hitlerjugenb fallen, wirb bie Reichsanftalt mit ben entfprechenben Organisationen bet Bewegung bemnächst Fühlung nehmen. Anlagenkonzert unserer Reichswehrkapelle. Am kommenben Sonntag, 8. April, findet bef günstiger Witterung von 11 bis 12 Uhr am Hit - 1 e r ro a 11 ein Anlagenkonzert unserer Gießener! Reichswehrkapelle unter Leitung von Ob er Musikmeister K r a u ß e statt. Die Vortragsfolge verzeichnet nachstehenbe Darbietungen: 1. Hulbigungs- marsch (Grieg), 2. Heroische Ouvertüre (Schmidt), 3. Der Lenz! Lied (Hildach), 4. Frühlingsstimmem Tag der Men Garde in Lanierbach. Lleberführrmg der ältesten Gtnrmfahne OSerhefferrs, 9 M l ■ tz Während des Vorbeimarsches der Alten Garde vor dem Brigadeführer Schmidt (in Bildmitte mit erhobener rechter Hand) und vor der alten Sturmsahne. Rechts neben dem Brigadeführer Standartenführer Münch, zwischen und hinter beiden Kreisleiter Kreisdirektor Dr. Lang, Lauterbach. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) U1* •i * . • W* r Vrigabeführer Schmidt (1), fein Adjutant (2), Standartenführer Münch (3), Kreisleiter und Kreisdirektor Dr. Lang, Lauterbach (4), der Bürgermeister von Lauterbach Peter (5) im Kreise der alten Garde. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Iw. Lauterbach, 4. April. Bei herrlichstem Frühlingswetter fand gestern bie Ueberfüh - rung ber ältesten Sturmfahne Ober- Hessens, ber Fahne bes ehemaligen Sturms 6 0, von Vabenrob (Kreis Alsfelb) nach ber Geschäftsstelle ber Stanbarte in Lauterbach statt. Dieser Tag würbe für bie an ber Ueberführung beteiligten alten Kämpfer ber SA., aber auch für bie im unmittelbaren Bereich bes Ereignisses liegenben Orte zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Schon am frühen Morgen waren mit Blumen unb Tannengrün geschmückte Lastautos unterwegs, bie bie alte Garbe Oberhessens zur Sammelstelle in Vabenrob brachten. Zur Teilnahme berechtigt waren alle SA.-Männer, bie ben ehemaligen Stürmen 60, 103, 35, 36, 39, 47, 114 ober ber alten Stanbartenkapelle 8 vor bem 10. Mai 1931 angehört haben. Nach dem Appell ber alten Kame- raben bieser Stürme würbe, bie alte Sturmfahns' voran, ber Marsch ber alten Garbe unter Hingenbem Spiel unb bei frohem Gesang über Wallenrob unb Heblos nach Lauterbach angetreten. Ueberall würben bie alten Kämpfer ber SÄ. mit großer Begeisterung empfangen unb begrüßt. In Lauterbach erfolgte ein Vorbeimarsch voy bem Vrigabeführer, fobann würbe bie alte Sturmfahne feierlich in bas Gebäube ber Stanbarte ein« gebracht. Nach gemeinsamem Mittagessen ber altert SÄ.-Kameraben war ber Rest bes benfroürbigert Tages einem frohaestimmten kamerabschaftlichert Beisammensein gewiomet. Dabei hielten Stanbarten« führer Münch, Vrigabeführer S ch m i b t, Kreis« leiter unb Kreisbirektor Dr. Sang, sowie Bürgermeister Peter herzliche, von echtem SA.-Geist en füllte Ansprachen. Der Ehrenausschuß des Wettkampfortes Gießen beim Reichsberufswettkampf. Walzer (Strauß), 5. Große Fantasie a. d. Oper „Die Walküre" (Wagner), 6. Alte deutsche Treue! Ein Kranz schneidiger Soldatenmärsche (Frantzen). Tagung der Kreisbauernschast Gießen, Hauptabteilung III. Am Dienstag fand im Katholischen Vereinshaus eine Versammlung der Kreisbauernschaft Gießen, Hauptabteilung III, statt, zu welcher nicht nur die Vorstände der landwirtschaftlichen Genossenschaften, sondern auch die Bürgermeister und landwirtschaftlichen Fachberater des Kreises Gießen zahlreich erschienen waren. Die Versammlung wurde von Be- zirksbauernführer D ö r r s ch u ck eröffnet und geleitet und hatte den Zweck, die interessirten Kreise über das landwirtschaftliche Schuldenregelungsgesetz aufzuklären. Der Sachberater der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar, Frankfurt a. M., führte eine Anzahl prakischer Beispiele an, um zu zeigen, welche Betriebe im Rahmen des Gesetzes für das Entschuldungsoerfahren in Frage kommen. Direktor E i d m a n n von der Landesbauernkasse Frankfurt a. M. erläuterte die Ausführungen des Redners und betonte, daß nicht nur den Landwirten, welche unverschuldet in Not geraten sind, geholfen werden solle, sondern auch den Gläubigern. Anträge auf Eröffnung des landwirtschaftlichen Entschuldungsverfahrens können nur noch bis 30. Juni d. I. bei dem zuständigen Amtsgericht gestellt werden. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 5. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis IQ, Eier (inländische) 9, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8 Pf., Feldsalat 1,— Mark, Tomaten 50 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kartoffeln 3/4, der Zentner 3,— Mark, Suppenhühner, das Pfund 70 bis 80 Pf., Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Salat 25 bis 30, Endivien 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater (Deutsche Bühne): 20 bis 23 Uhr, „Die goldne Meisterin". — NS.-Hago, Ortsgruppe Gießen: Cafe Leib, 20.15 Uhr, öffentliche Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Mit dir durch dick und dünn". — Astoria-Licht- spiele (Seltersweg): „Frisko-Expreß führerlos!" — Aus dem Stadttheaterbureau. Morgen, Freitag, abend die Oper „Der Evangeli- mann". (Siehe heutige Anzeige.) — E i n Konzert des Kinderchors der Singgemeinde Wiebelskirchen (Saar) wird am kommenden Sonntag in Verbindung mit einem Vortrag über das Thema „Der Kampf um die Seele des Saarkindes" im Cafe Leib gegeben. (Siehe heutige Anzeige.) * ** E i n Siebzigjähriger. Am heutigen Donnerstag, 5. April, begeht der Gastwirt Franz Buchberger, Gastwirtschaft „Zum Riegelhof", Riegelpfad 100, seinen 70. Geburtstag. Herr Bricht' e r g e r ist seit über 40 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und seit über 30 Jahren treuer Bezieher des „Gießener Anzeigers". ** D i e Vermietung der städtischen Tennisplätze betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Besucht biß Gießener Frühjahrsmesse! Mit dieser Aufforderung treten in unserm heutigen Anzeigenteil die Schausteller der Gießener Frühjahrsmesse vom 8. bis 15. April an die Oeffent- lichkeit. Die Marktzeit ist werktags von 14 bis 22 Uhr, Sonntags von 14 bis 22.30 Uhr. Man beachte die heutige Anzeige. ** D i e Nachsendung von Postsendun- g e n. Das Postamt Gießen teilt mit: Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Formblätter zu benutzen, die an den Postschaltern und von den Postzustellern zur Abgabe bereitgehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Formblätter gewährleistet die pünktliche Nachsendung der Post und ist daher zum Vorteil der Empfänger. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 31. März verstarben in Gießen: 15.: Elisabeths Dorothea Herrndorf, geb. Wolf, 74 Jahre alt, Hammstraße 1. 16.: Charlotte Adler, geb. Soltans, 57 Jahre alt, Friedrichstraße 3; 17.: Jakob Jakob, ohne Beruf, 75 Jahre alt, Marburger Straße 25. 18.: Anna Maria Gerhardt, ohne Beruf, 75 Jahre alt, Rodheimer Straße 11; Martha Göbel, geb. Voigt, 52 Jahre alt, Schützenstraße 5. 19.: Georg Kling, Rektor der Pestalozzischule, 61 Jahre alt, Marburger Straße 52. 20.: Berta Fuld, geb. Krämer, 35 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 28. 22.: Wilhelmine Johannette Preuschen, geb. Beckurts, Wwe., 97 Jahre alt, Marburger Straße 20; Wilhelmine Margarete Weller, geb. Stephany, 80 Jahre alt, Wolkengasse 22; Karl Peppel, Invalide, 58 Jahre alt, Liebigstraße 14. 23.: Emilie Alwine Cappeller, geb. Brombach, 40 Jahre alt, Walltorstraße 45. 25.: Liselotte Kindt, ohne Beruf, 17 Jahre alt, Plockstraße 4. 26.: Georg Gottlieb Stark, Zigarrenfabrikant, 69 Jahre alt, Ludwigstraße 10. 27.: Ernst Meyer, Kontroll-Sekretär i. R., 67 Jahre alt, Wilhelmstraße 53. 28.: Christiane Dürbeck, geb. Finger, Wwe., 64 Jahre alt, Am Nahrungsberg 12; Richard Buchacker, Kaufmann, 73 Jahre alt, Neuen Bäue 11. 31.: Ludwig Schmidt, Maurergehilfe, 64 Jahre alt, Friedrichstraße 1. ** D i e viertägige Postauto-Oster- f a h r t, die von Gießen aus während der Osterfeier- tage unternommen wurde, hat — wie man uns berichtet — den Teilnehmern Gelegenheit geboten, viele interessante Orte unserer schönen deutschen Heimat kennen zu lernen. Der erste Reisetag führte durch den Odenwald über Michelstadt, Eberbach nach Heilbronn, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Am Nachmittag ging es weiter nach Marbach, wo Schillers Geburtshaus und das Schiller- Nationalmuseum besichtigt wurden. Gegen Abend wurde als erste Etappe Schwabens Hauptstadt erreicht. Don dort aus wurde am Ostersamstag ein interessanter Ausflug unternommen, der die Teilnehmer nach der Universitätsstadt Tübingen, dem gewerbsamen Reutlingen und zu den schönsten Teilen der Schwäbischen Alb führte, wo die Nebelhöhle und das sagenhafte Schloß Lichtenstein besucht wurden. Gegen Abend kehrten die Fahrtteilnehmer über Eßlingen nach Stuttgart zurück. Am dritten Reisetag ging die Fahrt über Schloß Solitude in den Schwarzwald: Calw—Hirsau—Wildbad nach Freudenstadt Interessant war es zu sehen, wie auf den Höhen stellenweise noch Schnee bis zu 50 Zentimeter lag, während in den sonnigen Tälern schon der Krokus mit seinen leuchtenden Farben die Wiesen schmückte. Ohne Zweifel am herrlichsten waren die Reise-Eindrücke am Morgen des vierten Tages, an dem von Freudenstadt über Schönmünzach das Murgtal abwärts nach Baden- Baden gefahren wurde. Das überwältigende Bild der landschaftlichen Schönheit dieses Tales — das konnte man deutlich erkennen — bietet sich dem Reisenden nur von der Landstraße aus, da die Bahn dort häufig durch Tunnels fährt. In Baden-Baden zeigte ein anderthalbstündiger Aufenthalt den Fahrtteilnehmern das prächtige Bild dieses eleganten deutschen Kurortes. Die Rückfahrt führte über Karlsruhe, wo das Mittagessen eingenommen wurde, Heidelberg, die Bergstraße, Darmstadt und Frankfurt zurück nach Gießen, das programmäßig gegen 22 Uhr erreicht wurde. Die Organisation und Leitung der Reise hatte das Hapag-Reisebüro Gießen übernommen. Die Fahrtteilnehmer waren hoch- befriedigt, nicht zuletzt auch wegen des herrlichen Wetters während der vier Tage. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im März wurden 1403 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 5, Zeitschriften 49, Gedichte und Dramen 10, Erzählende Literatur 883, Jugendschriften 147, Länder- und Völkerkunde 76, Kultur- .geschichte 12, Geschichte und Biographien 114, Naturwissenschaft und Technologie 49, Heer- und Seewesen 5, Haus- und Landwirtschaft 3, Gesundheitslehre 12, Religion und Philosophie 14, Staatswissenschaft 17, Fremdsprachliches 7 Bände. Nach auswärts kamen 11 Bände. Welche große politische Bedeutung dem Reichs- berufswettkampf der deutschen Jugend beizumessen ist, zeigt, daß in allen Wettkampforden die führenden Männer der Behörden, Parteiorganisationen, Bildungsstätten u»d der Wirtschaft mit Freude die politische Schirmherrschaft für die größte Kundgebung deutschen Berufsaufbaues übernommen haben. Die Ueberzeugung, daß die berufliche Leistungssteigerung der Jugend mit aller Tatkraft gefördert werden muß, hat sich zu der ihr unbedingt zukommenden großen Bedeutung durchgerungen. Auch in Gießen hat sich für den Reichsberufswettkampf und für die am 8. April stattfindende Großkundgebung in der Volkshalle ein Ehrenausschuß gebildet, dem folgende deutsche Männer und Frauen angehören: Alfred Häuser, Führer des Bannes 116 der Hitler-Jugend Hermann Schneider, stellvertretender Bannführer der Hitler-Jugend Karl Rühl, Adjutant des Bannes 116 der Hitler- Jugend Heinz Becker, Leiter des Sozialamts im Bann 116 der Hitler-Jugend Erhard Waag, Presseleiter im Bann 116 der Hitler-Jugend Willi Hanke, Organisationsleiter im Bann 116 der Hitler-Jugend Lotte C r o o n, Ringführerin des BDM. Heinrich Bartholomäus, Beigeordneter der Stadt Gießen Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s Regierungsrat Lutter, Führer der SA.-Stan- darte 116 SA.-Standartenadjutant Münker SS.-Obersturmbannführer M o z e k Franz S o l d a n, Führer des Sturmbanns SA.- Reseroe 1/116 Dr. Mettenheimer, Führer des SA.-Marine- sturmes Am gestrigen Mittwoch weilten die Schafhalter und Schäfer, die Schafzüchter und die Vertreter der Gemeinde-, Gefellschafts- und Genossenschaftsschäfereien aus Hessen und Hessen-Nassau in unserer Stadt, um in einer Versammlung im Restaurant F a u l st i ch die Gründung des Landesverbandes der Schafzüchter Hessen- Nassau zu beschließen. Den Vorsitz führte zunächst der Direktor des Tierzuchtamtes Gießen Oberlaudwirtschastsrat Direktor Dr. Wagner. Er gab zunächst bekannt, daß er mit der Leitung der Gründungsversammlung des Landesverbandes der Schafzüchter von der Landesbauernschaft beauftragt worden sei. Dann gab er einen Rückblick auf die jüngere Geschichte der Schafzucht. Der Rückblick auf die vergangenen Jahre sei wenig erfreulich, um so tröstlicher und zuversichtlicher aber der Blick in die Zukunft. Im Jahre 1873 habe es in Deutschland 25 Millionen Schafe gegeben, heule seien es deren nur noch 3,5 Millionen. Der Schafbestand habe also in dieser Zeit ganz rapid abgenommen. Dadurch sei Deutschland mit der W o l l e v e r s o r g u n g in völlige Abhängigkeit vom Ausland geraten. Nur 7 v. H. der Wolle, die in Deutschland gebraucht werde, sei aus der deutschen Schafzucht gewonnen. Der Weltkrieg habe den amtlichen Stellen in den ! Jahren nach dem Kriege die Augen öffnen müssen. stellvertretender Kreisleiter der NSDAP., Hopfenmüller Kreisbetriebszellenleiter Wagner Kreisamtsleiter der NS.-Hago Schimmel Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck Kreiskassenwart der NSDAP. Pape Zolloberinspektor H e ß, Kreisleiter des NS.-Beam- tenbundes Kreisleiter der NSV. Heinrich K l ö ß Dr. E. Pauly, Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer Regierungsrat Dr L i st, Direktor des Arbeitsamtes Major von Wachter, Kommandeur des 1. Battl. 15. Jnf.-Reg. Ludwig Stühler, Vorsitzender der Handwerkskammernebenstelle Gießen Otto Schwarz, Vertrauensmann der Deutschen Angestelltenschaft Prokurist K. H. Kuhl, Kreisleiter der Deutschen Stenographenschaft Fabrikant Ludwig Rinn Fabrikant Wilhelm Poppe Fabrikant Kommerzienrat Adolf Noll Druckereibesitzer Richard Lange Direktor Fritz Müller in Firma Schaffstaedt G. m. b. H. Bankdirektor Ludwig Grießbauer Direktor der Bezirkssparkasse Philipp Z a ch e i s Emilie Weitzel, Rektorin der weiblichen Berufsschule Dr. Dipl.-Jng. B ü n n i n g s, Gewerbestudien- direktor Dr. Moritz Wendel, Handelsstudiendirektor Privatdozent Schulleiter Dr. Kruse, Dipl.-Han- delslehrer Schulleiter Dipl.-Handelslehrer Heinrich Heyder Friedrich Adam, Rektor an der Berufsschule Prof. D. Heinrich B o r n k a m m, Rektor der Lan- desuniversität. Niemand versäume die Großkundgebung zum Reichsberufswellkampf am Sonntag, 8. April, 16 Uhr in der Volkshalle! Leider sei aber aus dem Mangel an Wolle während des Weltkrieges keinerlei Folgerung gezogen worden. Den Schafzüchtern seien Schundpreise für die Wolle geboten worden, so daß sich die Schafhaltung kaum mehr rentiert habe. Wenn der Schafzüchter mit dem Rechenstift ebenso umgegangen wäre, wie es in anderen Wirtschaftszweigen der Fall war, dann gäbe es heute keine Schafe mehr. Es habe aber doch noch manchen Schafzüchter gegeben, der die Schafzucht aus Passion betrieben habe. Diese Treue und Liebe zu den Schafen werde heute durch die Regierung Adolf Hitler belohnt. Der Wollepreis liege jetzt 25 v. H. höher, als bisher. Angestrebt werde, möglichst alle Wolle im Jnnland zu erzeugen, soweit sie für den deutschen Bedarf notwendig sei. Das Ziel werde zwar nicht hundertprozentig zu erreichen fein, man werde aber schon Anlaß zur Zufriedenheit haben, wenn Deutschland von der ausländischen Wolle unabhängiger werde, als bisher. Die Anzahl der Schafe in Deutschland könne ohne große Schwierigkeit um das drei- bis vierfache erhöht werden. Vor allem müsse in den Gutsbetrieben die Schafzucht wieder eingeführt werden, da gerade der Gutsbetrieb die notwendigen Voraussetzungen am besten erfülle. In den Gemeinden sehe es hinsichtlich der Schafzucht wenig befriedigend aus. Bor allem müsse hier mehr Entgegenkommen in der Bereitstellung von Weiden gezeigt werden. Zwar sei die Neugründung von Schafherden in Gutshöfen und Gemeinden nicht von heute auf morgen durchzuführen. Das sei in erster Linie ein fi- Gründung des Landesverbandes der Schas- zöchier in Hejsen-Aaffan. Meine Geschichten vom großen Spohr. Zum 150. Geburtstage am 5. April. 23on Will Scheller. Der Komponist Louis Spohr, der, in Braunschweig geboren, feit 1822 in Kassel gelebt und, bis zu seinem Tode, gewirkt hat, war, wie noch sein Standbild erweist, von außergewöhnlicher Körpergröße. Dieses Größenmah wurde denn auch zu verschiedenen Malen Anlaß ergötzlicher Begebenheiten. Als der Komponist einmal den Dichter Grabbe, der freilich ein besonders kleiner Mann war, in Detmold besuchte, wich dieser in komischem Entsetzen vor ihm zurück und rief: „Sie können mich ja zum Fenster hinauswerfen!" „Jawohl", erwiderte Spohr, „das könnte ich; aber zu diesem Zweck bin ich nicht hierher gekommen." Als er unter allgemeiner Teilnahme fein 25- jähriges Kapellmeister-Jubiläum feierte, fand im Kasseler Hoftheater, in dem Spohr eine führende Rolle spielte, ein großartiger Festakt statt. Die Regie dieser Veranstaltung hatte der durch seinen Situationswitz bekannte Buffo-Komiker Birnbaum. Als der nun in dem eigentlichen Festspiel von Spohrs Leben erzählte und berichtete, wie der spätere Violin-Virtuose daheim als Kind seine erste, mit Zwirnsfäden bespannte Geige von der Messe mitgebracht erhalten hatte, kam der Passus vor: „Hört man den ganzen Tag den kleinen Louis geigen." Die Art, wie Birnbaum diesen Satz vorbrachte, war von durchschlagender Wirkung; der vollbesetzte Zuschauerraum dröhnte vom Gelächter des feierlich angeregten Publikums. Gern ist berichtet worden, daß einige Mitglieder des Opern-Enfembles, wie die Koloratur-Sängerinnen C a n z i und Roland, die der an sich strenge Spohr schätzte, jeweils auf einen Stuhl klettern mußten, wenn sie mit ihm sprechen wollten. Tragischer hat sich die Größe Spohrs bei einem anderen Kasseler Komiker namens Wüstenbera ausgewirkt, der eines Tages, und zwar angeblich auf Grund persönlicher Differenzen, in eine Geisteskrankheit verfiel und unter der, wie es heißt, tödlichen Zwangsvorstellung litt, den großen Spohr verschluckt zu haben. Zuvor nämlich hatte er verlauten lassen, er hätte Spohr „im Magen". * Im übrigen entsprach Spohrs körperlicher Größe allenthalben der wuchtende Eindruck seiner geistigen Persönlichkeit. Daß es aber auch Leute gab, die wenn auch nicht seinem Können als Violinvirtuose und seiner Dirigententätigkeit, so doch seiner eigenen Musik kritisch gegenuberstanden, ist geschichtlich nicht zu bestreiten. Zu diesen dem Komponisten Spohr gegenüber reservierten Leuten gehörte auch der Germanist Jacob Grimm, und es gibt von seiner Meinung über Spohrs Tondichtungen eine hübsche und für beide, für den Kritiker wie für die kritisierte Musik, recht kennzeichnende Anekdote. Zu Anfang der zwanziger Jahre hatte Spohr mit seiner Oper „Jefsonda" einen beträchtlichen Er-! folg zu verzeichnen gehabt. Jacob Grimm, der sich allerdings überhaupt nicht viel für Theater und I Musik interessierte, wurde von zahlreichen Enthusiasten aebeten, sich das Werk auch einmal anzuhören. Lange sträubte er sich, aber es gelang am Ende doch, ihn mürbe zu machen. Mit lebhafter Spannung warteten die Freunde auf das Urteil Grimms, der, ohne ein Wort zu sagen, mit Ruhe und Andacht der Aufführung beiwohnte. Als er nun am Schluß nach seinem Eindruck gefragt wurde, meinte er: „O ja, recht hübsch, — aber man möchte nur einmal ein Donnerwetter darin fluchen!" * Es ist gelegentlich behauptet worden, Spohr hätte in den letzten Jahren seiner Tätigkeit als Hofkapell- meifter unter der Wesensart seines Landesherrn zu leiden gehabt, und es wird sogar mitunter von Verbitterung gesprochen. Tatsache ist, daß die Verabschiedung Spohrs nach 35jähriger Dienstzeit, übrigens zwei Jahre vor seinem Hinscheiden, wohl aegen seine persönlichen Erwartungen erfolgt ist. I Andererseits war er damals schon 73 Jahre alt und bereits zehn Jahre zuvor, und zwar ungeachtet des von ihm stets furchtlos betonten Männerftolzes vor Fürstersthronen, gelegentlich des erwähnten Jubiläums, von Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Hessen-Kassel zum General-Musikdirektor ernannt und mit der Hoffähigkeit ausgezeichnet worden war, was gewiß nicht als Abneigung oder gar als Schikane auszulegen ist. * Eine innerliche Zurückhaltung Spohr gegenüber hatte der an sich mißtrauische Landesherr des von diesem gleichwohl nach Verdienst geschätzten Musikers wohl daher gefaßt, als Spohr nach dem Ableben feiner ersten Gattin eine zweite Ehe mit der Tochter eines bekannten Juristen und oppositionellen Politikers eingegangen war. Daß indessen diese Animosität nicht viel wog, beweist folgende Geschichte. Richard Wagner hat sich bekanntlich in die achtundoierziger Wirren persönlich eingemischt und sich damals bei den deutschen Fürsten keinen guten Namen gemacht. Als nun 1853 in Kassel, wo ja in politischer Hinsicht ein besonders scharfer Wind wehte, erstmalig der „Tannhäuser" aufgeführt werden sollte, hatte Kurfürst Friedrich Wilhelm I. im Hinblick auf die Beteiligung des Komponisten an den Dresdener Unruhen seine Genehmigung versagt. Der General-Intendant des Hof-Theaters, Josias von Heeringen, der zugleich Hofmarschall war, brachte jedoch den „Tannhäuser" abermals zum Vorschlag. Der Kurfürst wunderte sich Über dieses ungewöhnliche Verfahren und fragte bei Tafel nach den Gründen solcher Hartnäckigkeit. Heeringen antwortete, er habe den Vorschlag wiederholt, weil Spohr es für eine Ehrensache jeder besseren Bühne erachte, sich für das Werk Richard Wagners einzusetzen. Der Kurfürst, der trotz der erwähnten Bedenken große Stücke auf seinen General-Musikdirektor hielt, erwiderte: „Nun, wenn der alte Spohr es will, soll der ,Tannhäuser' zu Pfingsten gegeben werden." Und am 15. Mai 1853 hob sich der Vorhang im kurfürstlich hessischen Hoftheater trotz aller offiziösen Einwände vor der Halle, die Elisabeth mit ihren Jubelklängen grüßt, — bei dieser Gelegenheit in Gestalt eines Fräulein Bamberg vom Hoftheater in Schwerin, das im Herbst zuvor mit Erfolg in Kassel gastiert hatte und die Elisabeth binnen kurzem zwanzigmal singen mußte, — ein Beweis dafür, daß auch in dieser Epoche der sogenannten Reaktion und selbst unter der Regierung des angeblich engherzigen Kurfürsten von Hessen die Kunst der Politik den Rang abzulaufen vermocht hat. Das Denkmal eines treuen Hundes. Haschie-Ko, der japanische Hund, der jahrelang am Schibuja-Bahnhof in Tokio auf seinen Herrn wartete, der bei einem Eisenbahnunglück getötet worden war, hat jetzt eine Statue erhalten. Während seines langen und unermüdlichen Harrens kamen Tausende nach dem Bahnhof, um den treuen Hund zu bewundern. Diele erboten sich, ihn mitzunehmen und gut zu pflegen, aber keine Lockung konnte das Tier dazu bringen, die Eisenbahnstation zu verlassen. Schließlich nahm ihn der Stationsvorsteher auf. Vor dem Bahnhof ist jetzt eine bronzene Statue von Haschi-Ko errichtet worden; sie steht auf einem Sockel, auf dem ein Gedicht eingemeißelt ist, das der Dichter Teijiro Pamamoto zum Preise des treuen Hundes geschrieben hat. > Können SieSchnittmusterbogen lesen? Es gibt nicht allzuviele Frauen, die sich wirklich auf das Lesen und Verwerten des Schnittmuster- bogens verstehen. Um ehrlich zu sein, ich habe es auch erst jetzt gelernt, aber soviel Freude daran bekommen, daß ich es meinen Mit-schwestern nicht vorenthalten möchte. Jahrelang war das erste beim Oefsnen des Modeheftes, daß der lästige und für mich zu nichts zu verwertende braune oder gelbe Bogen beiseite gelegt wurde. Vor kurzem suchte ich einen Schnitt für einen neuartigen Kragen, durchforschte alle Schnittmusterabteilungen und fand nicht das Geeignete. — In der letzten Nummer meines Modenheftes hatte ich einen gesehen, der es mir angetan hatte, und ausgerechnet ihn konnte ich nicht finden. Ich sagte der Verkäuferin, wo ich ihn gesehen hatte, und sie erklärte mir, daß diese Firma bei ihnen nicht geführt würde, daß ich ihn aber doch sicherlich auf dem Schnittmusterbogen finden würde. Ich machte also aus der Not eine Tugend und ging an das schwierig erscheinende Werk, das in Wirklichkeit so kinderleicht ist. Auf beiden Seiten stehen am Rand des Bogens die Abbildungen. Jede ist mit einer Nummer und mit einem Zeichen versehen. Nun sucht man die groß gedruckte Zahl auf dem ausgebreiteten Bogen und findet dort auch das angegebene Zeichen, verfolgt es mit Rot- oder Blaustift und hat den fertigen Schnitt. Von Eifer erfaßt, habe ich sofort die Schere genommen und ihn ausgeschnitten, das war aber falsch, denn nachdem ich einmal gelernt hatte, wie leicht es ist. wollte ich noch mehr der angegebenen Schnitte heraushaben. Das ging nicht, da ich einen Teil weggeschnitten hatte. Die Linien laufen nämlich alle durcheinander und sind nur nach ihren besonderen Zeichen zu erkennen. Es ist darum besser, man radelt sie durch und schneidet sie dann nach der Radspur aus. Sie glauben gar nicht, was es alles auf dem Schnittmusterbogen gibt: Handtaschen, Garnituren, Änderungsvorschläge, Capes und Jäckchen, Aermel, Blusen, Röcke, Kleider, Mäntel, Morgenröcke und Kinderkleider und selbst die Buben kommen nicht zu kurz darauf, für sie gibts Hosen und Sport- anzüge und alles, was sie brauchen. Ehe man sich einen Schnitt besorgt, hat man oft schon wieder die Lust dazu verloren, hat man ihn aber kostenlos zur Hand, ist manches schnell gemacht. Versuchen Sie es einmal! Charlotte. Oberheffen Unsere Ein- Osterfeuers wieder zur Geltung Preußen Kirche und Schule der sich er- wohnerschaft beteiligte sich mit großer Stärke nn der Veranstaltung, die auf dem Sportplatz durchgeführt mürbe. Ansprachen hielten der landwirtschaftliche Fachberater Grün und Lehrer Fischer, die in ihren Darlegungen die Aufbauarbeit des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler schilderten und dabei die vertrauensvolle Gefolgschaft unserer Einwohnerschaft hervorhoben. Gemeinsame Lieder und die Darbietungen einer Musikkapelle umrahmten die Ansprachen. Mit dreifachen Sieg-Heil- Rufen auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, sowie auf den Reichsbauernführer Darre und mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes würde die schöne Veranstaltung geschlossen. — Im Rahmen des Winterhilfswerkes wurden in unserer Gemeinde bei der Brotsammlung 70 Brote und 10,80 Mark in bar gespeudet, bei der Eiersammlung wurden rund 300 Eier aufgebracht, am letzten Eintopfsonntag wurden rund 75 Mark gesammelt. ll. Merlau, 4. April. In unserer Gemeinde wurde am ersten Osterfeiertag bei starker Beteiligung der Einwohnerschaft ein Osterfeuer abgebrannt. An der Veranstaltung, die auf dem neuen Sportplatz durchgeführt wurde, nahmen sämtliche Gliederungen der Partei, sowie der Krieger- und der Gesang-Verein teil. Ortsfachberater Hörle hielt dabei eine Ansprache über die Bedeutung des Osterfeuers. Rach dem gemeinsamen Gesang des Deutschland-Liedes führte der BdM einen Reigen auf. Zellenwart Münch brachte zum Schluß ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer aus, anschließend wurde das Horst-Wessel-Lied gesungen und dann geschlossen zum Ort zurückmarschiert. ll. Rieder-Ohmen, 4. April. Bei starker Beteiligung unserer Orts^inwohner wurde am ersten Osterfeiertag ein Osterfeuer an der Straße Rieder-Ohmen—Elpenrod abgebrannt. Die Formationen der PO. und die Vereine des Ortes beteiligten sich sämtlich an der Veranstaltung. Die Ansprache über die Bedeutung und den Zweck des Osterfeuers hielt Pg. Eisenach, weiterhin sprach der Ortsgruppenleiter. Rach gemeinsamem Schlußgesang marschierte der Zug geschlossen zum Dorfe zurück. — Hier wurden zu Ostern 30 Schulkinder (15 Knaben und 15 Mädchen) aus der Schule entlassen. Der neue Bürgermeister der Stadt Wetzlar. Wetzlar, 4. April. (LPD.) Zum neuen Bür- ger meister der Stadt Wetzlar ist der Assessor Kindermann aus Königsberg i. Pr. in Aussicht genommen. Er weilte gestern an seinem neuen Wirkungsort und besichtigte in Begleitung des Landrats und des stellvertretenden Kreisleiters die Stadt. Er wird fein Amt in etwa 14 Tagen übernehmen. Steuern muffen bezahlt werden! LPD. Biedenkopf, 4. April. Der neue Bürgermeister, Kreisleiter und Gauinspekteur Thiele, erläßt einen Aufruf an die Bürgerschaft, in dem er seststellt, daß der größte Teil der Einwohnerschaft feine Pflichten gegenüber dem neuen Staat nicht erfülle. Die Nachprüfung der Stadtkasse habe ergeben, daß zahlreiche Einwohner mit ihren Steuern und sonstigen Gemeindeabgaben im Rück- st a n d seien. Der Bürgermeister appelliert an das Pflichtbewußtsein und an das Verantwortlichkeitsgefühl feiner Mitbürger und macht darauf aufmerksam, daß wenn sein Aufruf unbeachtet bleibe, er mit den schärfsten, ihm zu Gebote stehenden Mitteln gegen die vorgehen werde, die ihre Pflichten nicht erfüllten. Jur selben Stunde gestorben. Gladenbach, 4. April. (LPD.) In unserer etwa 1800 Einwohner zählenden Gemeinde ereignete sich der eigenartige Fall, daß zwei A n - st r e i ch e r m e i st e r, die treue Berufsgenossen und Freunde waren und oft zusammenarbeiteten, Hügel und konnten ihn her freudig überraschten Besitzerin wieder zustellen. * L i ch, 5. April. Im Geschäftsbezirk des Amtsgerichts L i ch tommcn voraussichtlich folgende Eintragungen in die Erbhofrolle in Betracht: Bettenhausen 7, Birklar 3, Dorf-Gill 6, Lich 12, Eberstadt 7, Langsdorf 12, Hattenrod 6, Muschenheim 10, Rieder-Bessingen 5, Ober-Bes- a n einem Tag zur selben Stunde ft a r» b e n. Sie wurden gemeinsam zu Grabe getragen unh ruhen nun Seite an Seite. Kreis Wetzlar <£ Krofdorf, 4. April. In der gestrigen Gemeinderatssitzung wurde die Zahl der Schöffen für die Landgemeinde Krofdorf-Gleiberg auf 3 festgesetzt. Die Zahl der Gemeinderäte wurde auf 8 festgelegt, einschließlich dem rangälteften SA.- Führer und dem obersten politischen Leiter. Die Vergnügungssteuer wird in Zukunft nach dem Landes-Vergnügungssteuer-Gesetz erhoben. Im übrigen wurden einige kleinere Angelegenheiten erledigt. (D Salzböden, 4. April. Infolge Erreichens der gesetzlichen Altersgrenze ist am 1. April Hegemeister Saleck, Hierselbst, in den Ruhe st and getreten. Einer alten rheinischen Försterfamilie entstammend, war Hegemeister Saleck mit Leib und Seele Forstmann und Jäger. Seit 1919 betreute er, von dem abgelegenen Forsthaus Sommet in der Eifel kommend, das Forstamt Salzböden der staatlichen Oberförsterei Krofdorf und die Gemeindewaldungen von Salzböden und Odenhausen. Geschätzt und geachtet von Vorgesetzten und Untergebenen erfreute er sich allgemeiner Beliebtheit. Die Bevölke- rung des Bezirks sieht den tüchtigen Beamten nur ungern aus feiner Arbeit scheiden, die er stets unter Einsetzung seiner vollen Kraft zum Nutzen und Segen für Staat und Gemeinden leistete. Zum Nachfolger von Hegemeister Saleck wurde Förster H e h m a n n , zur Zeit in der Oberförsterei Krofdorf beschäftigt, von der Regierung in Wiesbaden ernannt. Nachbargemeinde Trohe. Als einheitlicher Konfirmationsspruch war das Bibelwort: „Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost" gewählt. Zwei Liederchöre der Konfirmanden verschönten die feierliche Handlung. (D ® r ü n i n g e n , 4. April. Am zweiten Osterfeiertag fand die feierliche Einsegnung der Konfirmanden (5 Mädchen und 4 Buben) durch Pfarrer R e u s ch (Leihgestern) statt. Zwei schön zu Gehör gebrachte Lieder der Konfirmanden verschönten die eindrucksvolle Feier. Kreis Schotten. ch Groß-Eichen, 4. April. Am zweiten Osterfeiertag fand hier die feierliche Konfirmation statt. Es waren diesmal nur elf Konfirmanden, fünf Knaben und sechs Mädchen, darunter zwei Knaben und zwei Mädchen aus Klein-Eichen. Am gestrigen dritten Feiertag wurde, wie üblich, von den Konfirmanden mit ihrem Pfarrer eine Wanderung unternommen, die diesmal über Ulrichstein (Schloßberg), Selgenhof, Wiesenhof, Feldkrücken, Petershainer Hof führte. Kreis Alsfeld. 11. Merlau, 4. April. In der hiesigen Kirche wurden am zweiten Osterfeiertag 3 2 Konsir» mannben (16 Knaben und 16 Mädchen) des Kirchspiels Merlau von Pfarrer Kalb Henn ein« gesegnet. Üfliiötri’i* Mi fj*‘K * Saubringen, 4. April. Auf dem Hei- bertshäuser Hof brach in der Nachtzum 30 März, gegen 2.30 Uhr, im Hühner ha u s ein Brand aus, dem der Dachstuhl zum Opfer fiel Vermutlich ist der Brand auf Ueberheizen einer künstlichen Glucke (Brutapparat) Zuruckzufuh- ren Die Flammen konnten auf ihren Herd be "nb'örf (Lahn,, 5. April Hier ward- in der Wohnuna des Maurers Heinrich Muller e?n Diebsta h l verübt, bei dem ein Geldbetrag oon 3 6 Mark gestohlen wurde. Der Diebstahl ist vermutlich von einer Z ige unerin begangen worden. Die Ermittlungen sind im Gange. (T) ©rüningen, 4. April. Gestern wurde der Witwe Alles das Glück zuteil, ihren Ira“ri5l hatte. Kinder, die auf dem Gr und stuck Veilchen pflücken wollten, fanden ihn auf einem Maulwurfs- Landkreis Metzen. X Wieseck, 4. April. Am Ostersonntag wurde der Hauptgottesdienst durch eindrucksvolle Chöre und Osterlieder eines gemischten Chores, bestehend aus der Sängervereinigung und dem F r a u e n ch o r unter der bewährten Leitung des Dirigenten Phil. Groß, verschönt, feierlich begleitet durch ein Instrumental-Terzett. Am Ostermontag wurde der erste Teil der diesjährigen 108 Konfirmanden, 58 Kinder, eingesegnet. Im Gottesdienst, der durch Konfirmandenchöre bereichert wurde, half beim Abendmahl Missionar Walther- Gießen dem Ortsgeistlichen. Der dritte Feiertag brachte, wie Üblich, eine große Feier der Kinderkirche im Walde bei herrlichstem Wetter und unter großer Beteiligung der Bevölkerung. Die Kinder erhielten ihren Osterhasen von der Evangelischen Frauenhilfe. Der Kindergarten hielt für seine Freunde und die Angehörigen der Kleinen seine Osterfeier im Saal von Adam Döbus ab, bei der in Wort, Lied und Spiel die Kinder viel Schönes zeigten und unter großem Jubel ihre Osterge- schenke empfingen. Bürgermeister K. Euler sprach in herzlichen Worten den Dank an die verdiente Leiterin des Kindergartens, Fräulein Becker- Altenbuseck, aus. § Alten-Buseck, 4. April. Am zweiten Osterfeiertag fand die feierliche Einsegnung unserer Konfirmanden, 20 Knaben und 16 Mädchen, durch Pfarrer Naumann statt. Hiervon entfielen 7 Knaben und 2 Mädchen auf unsere nanzielle Frage. Immerhin gebe es geeignete Wege, deren einer insbesondere die langsame Vermehrung von Herden sei. Fauerbach bei Nidda sei in dieser Hinsicht vorbildlich vorge- -angen. Auch von den staatlichen Behörden, insbesondere von den Oberförstereien, müsse der Schafhaltung mehr Interesse entgegengebracht werden. Ferner müßten Straßengräben und Böschungen von den Provinzialverwaltungen zur Beweidung freigegeben werden. Die Provinzialstraßenbauoer- waltung von Oberhessen habe hier schon manches Entgegenkommen gezeigt. Ihr gebühre der Dank der Schäfer. 3n den landwirtschaftlichen Schulen müsse durch geeignete Vorlesungen das Interesse für Schafzucht bei den jungen Landwirten geweckt werden. Der lange Zeit ausgesprochene Satz „Das Schaf muß der Kultur weichen!" müsse verschwinden. Die Schafhaltung gehöre geradezu zu einer intensiven Bewirtschaftung. Die Provinz Sachsen weise neben ihrer intensivsten landwirtschaftlichen Stultur eine ebenso rege Schafpflege auf. In allen intensiv bewirtschafteten Betrieben sei die Schafhaltung noch vorzufinden. Schafhaltungsei nicht rückschrittlich. Die Schafhalter müßten durch persönliche Fühlungnahme mit allen interessierten Kreisen für die Schafzucht werben. Die Schafzucht könne eine Rente abwerfen. Adolf Hitler habe Wege für das deutsche Volk und seine Zukunft gesunden, er habe mit seinen Beauftragten auch bereits Mittel und Wege gefunden, die Schafzucht zu fördern. Es gelte in Treue zum Führer zu halten und ihn in seiner Arbeit zu unterstützen, jeder an seinem Teil. Die Hebung der Schafzucht sei Dienst am Volke! — Die Ausführungen des Redners wurden mit großem Beifall aufgenommen. Sodann trat die Versammlung in die Tagesordnung ein. Zunächst stand die Annahme der bereits ausgearbeiteten Satzungen zur Beratung. Oberlandwirtschaftsrat Dr. O. Wagner verlas die Satzungen, gegen die sich kein Widerspruch erhob. Der Verband trägt den Namen „Landesverband der Schäfzüchter Hessen-Nassau". Sitz des Landesverbandes ist Gießen. Er umfaßt Oberhessen und Starkenburg, ferner die Provinz Hessen-Nassau. Der Landesverband ist der Hauptabteilung II der Landesbauernschaft Hessen-Nassau angegliedert. Ziel des Landesverbandes ist die Pflege und Förderung des schwarzköpfi- gen Fleischschafes und des Württemberger Schafes. Der Landesverband ist eine Zwangsorganisation, der jeder private Schafbesitzer, sofern er über 50 Schafe hat, als Einzelmitglied angehören muß; Gemeinde-, Gesellschafts- und Genossenschaftsschäfereien müssen dem Landesverband als korporative Mitglieder angehören. Im Anschluß an die Genehmigung der Satzungen zurde zur Führerwahl geschritten. Oberlandwirtschaftsrat Direktor Dr. Wagner schlug im Auftrag der Landesbauernschaft Hessen-Nassau den Oberverwalter Büchsen- s ch ü h (Lich), den Administrator des fürstlichen Gutes zu Lich, als Führer des Landesverbandes vor. Die Versammlung nahm diesen Vorschlag sehr beifällig auf. Oberverwalter Büchse n s ch ü h galt ohne weiteres als gewählt. Der neugewählte Landesverbandsführer ernannte sodann die Mitglieder des Vorstandes. Stellvertretender Führer ist Adolf H a u b a ch - Fleisbach (Dillkreis), gleichzeitig ist er Provinzialführer von Hessen-Nassau; Gutspächter Schuster - Häuserhof wurde zum Führer des Prooinzialverbandes Starkenburg bestimmt. Zu Geschäftsführern wurden ernannt: Direktor Dr. T o r n e d e - Biedenkopf für den Provinzialverband Nassau; Direktor Seeger- Darmstadt für den Provinzialverband Starkenburg und Oberlandwirtschaftsrat Direktor Dr. Wagner- Gießen für den Provinzialverband Oberhessen. Zu Rechnungsprüfern wurden Bürgermeister H ö g y - Laubach und Bach- Lang-Göns bestimmt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung gab Oberiandwirtschastsrat Direktor Dr. Wagner die Verordnung über den Absatz der im Jahre 1934 anfallenden Wolle bekannt. Die Wolleerfassung in der neuen Form habe, so führte er u. a. aus, nichts mit der Zwangswirtschaft zu tun, wie sie aus den Kriegsjahren noch in Erinnerung sei. Die Verordnung wolle dem Schafhaller die denkbar beste Verwertung seiner Wolle ermöglichen. 0O Lich, 4. April. In Steins Saalbau fand gestern eine Kundgebung der N S. - H a g o Lich statt. Nach schneidiger Marschmusik der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr und dem Einbringen der NS.-Hago-Fahne eröffnete Ortsgruppenamtsleiter Carl Schwab die Kundgebung. Pg. Wagner (Frankfurt a. M.) geißelte zunächst in kurzen, scharfen Worten das Verhalten d e r Volksgenossen, die sich Nationalsozialisten nennen, aber ganz so wie Gegner des Nationalsozialismus handeln. Diese Volksgenossen müßten noch viel lernen, bis sie echte Nationalsozialisten feien. Sodann beschäftigte sich der Redner mit der Iubcnfrage, wobei er u. a. hervorhob, daß der Nationalsozialismus sich gegen die Juden nicht um deren Religion willen wende, sondern deshalb, weil sie als ein dem Deutschen vollkommen fremder Volksteil mit dem deutschen Volke nicht blutsverwandt und vvlksver- bunden seien, trotz ihrer kleinen Minderheit aber unter dem überwundenen System eine stark dominierende Stellung im deutschen Vaterlande einnahmen. Gegen die Herrschaft eines ganz geringen Prozentsatzes volksfremder Menschen wehre sich der Nationalsozialismus. Deutsche könnten nur von Deutschen regiert werden. Es sei jedoch nicht damit getan, diesen Grundsatz zu erkennen, sondern es müsse auch danach gehandelt werden. Es sei nicht nationalsozialistisch gehandelt, wenn jemand um etwaiger geringer und augenblicklicher Vorteile willen Geschäfts mit Juden mache. Auch nach dieser Richtung hin müsse van den deutschen Volksgenossen konsequent im Sinne des Nationalsozialismus gehandelt werden. Weiter machte der Redner auf das Wort des Führers im Reichstag aufmerksam: „Was war, kommt nie wieder!" Entsprechend diesem Wort werde in Deutschland nie wieder eine Regierung mit jüdischem Einfluß kommen, ebensowenig werde die Erbmonarchie zurückkehren. Zum Begriff der Volksgemeinschaft betonte der Redner, daß im na= tianalsozialistischen Staat das Wort „Arbeiter heiße „Schaffender" sein. Vom Standpunkt dieser Volksgemeinschaft aus nahm der Redner mit Entschiedenheit Stellung gegen den überwundenen Klassenstaat und gegen solche Zeitgenossen die immer noch in den Gedankengängen des Klassenstaates befangen seien. Den Weg der Volksgemeinschaft nach der Idee des Führers Adolf Hitler seien Millionen gegangen, und dieser Weg werde auch fernerhin maßgebend sein. Zum Schlüsse sprach der Redner über die Notwendigkeit der Erziehung der deutschen Jugend im Geiste Adolf Hitlers, über die Verbundenheit aller Deutschen durch ihr Volkstum, und er schloß seine mit starkem Beifall aufgenommenen Worte mit der Ermahnung an alle deutschen Volksgenossen, bei ihrem Wirken und Streben immer nur an Deutschland zu denken. NS -Hago-Kreisleiter Schimmel (Gießen) hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er das innerste Wesen des Nationalsozialismus erklärte. Der Na. nal ozialist sei nicht d e r Volksgenosse, der aus eigennützigen Erwägungen zur Partei komme, Natio- tionalsozialismus fei keine Idee, die man studieren könne, sondern er könne nur erlebt werden. Nati^ nalsozialist sei auch nicht t)er1emge, der immer noch um geringer materieller Vorteile willen beim Juden kaufe. Nationalsozialist sei derjenige deutsche Volksgenosse, der alles für den Bau des deutschen Hauses, für d e deutsche Zukunft emsetze und gestalte. Rach einem kurzen Schlußwort des Pg. W a g - ner und dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes schloß NS.-HaM-Amtswalter Schmäh bte eindrucköooll- Kundgebung mit beg°,st-rt nusg-nom- m-n-m dreifachen Sieg-Heil aus den Führer. Kreistag des Kreises Schotten. T Schotten, 4. April. Im Rathaussaal trat heute der Kreistag des Kreises Schotten zusammen. Rach Begrüßungsworten des Kreisdirektors Zürtz wurde das neu in den Kreistag eintretende Mitglied, Kreisbetriebszellenobmann Schneidmüller, in üblicher Weise eingeführt und verpflichtet. Die Kreiskasserechnung von 19 3 2, die mit einem Uederschuß von 77 866 Mark abschließt, wurde vorbehaltlich der Nachprüfung durch die Oberrechnungskammer genehmigt. Der günstige Abschluß erklärt sich zum Teil daraus, daß die früheren Kreiswohlfahrtsschulden vom Reich aufgewertet worden sind. Der Verwaltungsbericht aus dem Rechnungsjahr 1932 wurde alsdann entgegengenommen. Der Kreisooran- d) l a g für das R j. 1934 wurde ohne Debatte angenommen. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 282 866 Mark (im Vorjahr 252 648 Mark) ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 199838 Mark (im Vorjahr 190193 Mark), auf die Vermögensrechnung 83 028 Mark (62 455 Mark). Die Kreisumlagen find für das kommende Rj. 1934 gegen das Vorjahr um weitere 10 000 Mark gesenkt worden und wurden auf 70 200 Mark festgesetzt. Für das Landwirtschaftsamt Nidda, das Stadttheater in Gießen und für die gewerblichen Fortbildungsschulen des Kreises wurden je 1000 Mark genehmigt. Der Kreis ist dem neugebildeten Garantieverband Rhein-Main in Frank- urt als Mitglied beigetreten, der hierfür notwendige Garantiebetrag wurde gleichfalls bewilligt. Die Fleischbeschausätze werden gesenkt werden. Für eine sparsame Aufstellung des Voranschlags wurde ge- orgt. Die Steuerausschlagsätze konnten sonach, da die Umlagen niedriger wurden, ebenfalls gesenkt werden. Sie betragen für Gebäude 2,8 (3,8 im Vorjahr), für landwirschaftlichen und forstwirtschaftlichen Grundbesitz 5,3 (7,1), für Gewerbekapital 5,7 (7,1), für Gewerbeertrag 28 (30) Pfennig, die Sondergebäudesteuer blieb in vorjähriger Höhe 14,9 bzw. 13 Pfennig. — Mit einem Sieg-Heil auf Vogelsberg, Vaterland, Volk und Führer schloß der Vorsitzende die Tagung. Kundgebung der NS.-Hago in Lich. singen 6. Kreis Friedberg. * Friedberg, 4. April. In der alten Seminarstadt Friedberg trafen sich am Dfterhienstag die im Jahre 1909 abgegangenen Lehrer zur Feier ihres silbernen Dienstjubiläums. Im Kreise einiger noch lebender Lehrer wurden alte Erinnerungen ausgetauscht und liebgewordene Stätten einer Besichtigung unterzogen. Auch eine im Jahr 1908 abgegangene Seminarklasse hatte ihre Zusammenkunft auf diesen Tag festgelegt. Kreis Schotten. V Schotten, 4. April. In der gut besetzten Turnhalle gab am Sonntag die Kapelle der Standarte 222 ein schönes Konzert. Die vielen musikalischen Darbietungen, besonders die alten Märsche mit Fanfaren und Kesselpauken, fanden großen Beifall. Am zweiten Osterfeiertag fand, wie üblich, die Konfirmation der 71 Konfirmanden des Kirchspiels Schotten durch Dekan W i d- m a n n statt. ch Groß-Eichen, 4. April. Am ersten Oster- tag abends wurde aus dem „Rotlaim" unter großer Beteiligung der Gemeinde ein Osterfeuer abgebrannt. SA., SAR., HI. und Jungvolk beteiligten sich geschlossen an der Feier. Nach der Eröffnungsansprache des Ortsbauernführers E. Greif hielt SA.-Mann Pg. Pfarrer König die Feuerrede. Der Feuerspruch wurde von Karl Merz (Jungvolk) vorgetragen. Nach Schluß der Feier wurde dann noch von einigen der Feuersprung ausgeführt. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 4. April. Am Ostermontag veranstaltete der hiesige Männergesangverein „Liederkranz - Harmonie" im großen Saale des „Deutschen Hauses" ein Konzert zum Besten der NS.-Volkswohlfahrt. Der über 100 Sänger zählende Chor gab unter Leitung seines Chormeisters, des Musiklehrers Heinrich Glitsch, überzeugende Proben seines gediegenen Könnens. Von den zahlreichen, klangvoll und gut ausgearbeitet vorgetragenen Chorwerken seien — neben schönen Volksliedern und den kraftvollen Gesängen des neuen Deutschland — das Jnnsbrucklied und der 23. Psalm von Franz Schubert (mit Orchester) erwähnt. Das neugegründete Volksorchester Alsfeld-Lauterbach (das ebenfalls Müsiklehrer Glitsch leitet) gab dem Abend mit Werken von Telemann, Stamitz und Haydn einen wirkungsvollen instrumentalen' Rahmen. Ansprachen des Vereinsführers (Steuerinspektor Bender) und des Ortsgruppenamtsleiters des Anckes für Dolkswohlfahrt (Bürgermeister Dr. Völfing) wiesen auf die große Bedeutung hin, geben. In jedem Falle müsse aber erreicht werden, daß den Versteigerungen von irgendeiner außenstehenden Seite keine Konkurrenz gemacht werde, die den regulären Absatz der Wolle zu roün- schenswerten gerechten Preisen in Frage stelle. Alle Wolle müsse über die Reichswollestelle geleitet werden. Allerdings müsse bet den Sammlungen daraus gesehen werden, daß einigermaßen gleichmäßige Wolle vereinigt werde. Die Ausführungen des Redners wurden mit außerordentlichem Interesse verfolgt. In der Beantwortung vieler Fragen aus der Versammlung wurde noch manches Problem eingehender erläutert. Auch der Punkt „Verschiedenes" brachte noch etne rege Aussprache. Insbesondere beschäftigte man sich mit der B e s ch a f s u n g v o n Weide n , mit der Weidedauer, mit der Weide im Walde, sowie mit verschiedenen anderen einschlägigen Fragen. Die Versammlung wurde dann von dem Lan- desverbandsführer Oberverwalter B u chs enl Alls mit einem dreifachen „Sieg-Heil! auf den Führer Adolf Hitler geschlossen. die im neuen Staat der Pflege her Kunst und ve» sonders dem deutschen Volkslied zukommt, und unterstrichen den Wert solcher Veranstaltungen echter Volksgemeinschast. Eine wirkungsvolle Bereicherung der Vortragsfolge bildeten einige Sologesangsvorträge: Frau Emma M o e l l e r - L o r e n z^ (Sopran) erweckte eine Arie aus Händels „Scipio" nach 200jährigem Schlummer zu neuem Leben (am Flügel stad. mus. Erwin V ö l j i n g) und war dem herrlichen Werk eine vollendete Interpretin; in dem „Volkslied" von Reger und dem „Heidenrösein" von Schubert bewährte sich die Künstlerin als beachtliche Liedersängerin. Viel Beifall fand auch das reizende „Briefduett" aus „Figaros Hochzeit", bei dem Frau Helene H o o s - Lauterbach (Sopran) erfolgreich mit= wirkte. Die Dereinsleitung kann auf die wertvolle und erfreulich gut besuchte Veranstaltung, in der beste deutsche Kunst sich in den Dienst armer Volksgenossen gestellt hatte, stolz sein. n. Flensungen, 4. April Arn ersten Osterfeiertag kam auch in unserem Orte die Sitte des Die beste Verwertung sei nur auf dem Wege Versteigerung möglich. Am einfachsten werde die Verwertung der Wolle jener Schafhalter möglichen lassen, die über einen Zentner Wolle abzugeben haben. Verkäufliche Wolle müsse dem Reichsverband gemeldet werden. Versteigerungen seien vorgesehen in Ulm (Wolle des Würt- ternbergischen Schafes), in Paderborn (Wolle des schwarzköpfigen Fleischschafes) und in Kassel (Wolle der Kreuzungen). Eventuell werde auch die Versteigerung in Köln beschickt. Dem Schafhalter sei es dabei freigestellt, auf welchem Markt er seine Wolle versteigert haben wolle. Insbesondere könne hier berücksichtigt werden, daß die Wolle mit nicht allzu hohen Frachtsätzen belastet werde. Schwerer sei die Erfassung kleinerer Mengen. Wolle, die im eigenen Haushalt verbraucht werde, schalte von vornherein aus. Geringere Mengen dürfen an Spinnereien abgegeben werden, die gesponnene Wolle müsse aber dem Schafhalter zurückerstattet werden. Auch in bekannten, vertrauenswürdigen Tuchgeschäften könne die Wolle abgeliefert werden. Diese Tuchgeschäfte müßten allerdings die gesammelte Wolle der Reichsstelle melden und ihr ab- &Upor< 18 Mannschaften kämpfen um die Deutsche Wafferballmeifterschast. Für die Deutsche Wasserball-Meisterschaft 1934, dk4 im Rahmen der Deutschen Kampfspiele und der Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Nürnberg abgewickelt wird, sind 18 Meldungen abgegeben worden, eine Zahl, die in früheren Jahren nie erreicht wurde. An der Spitze der Teilnehmer stehen der deutsche Wasserballmeister Hellas Magdeburg und sein Vorgänger und letzter Enüspielpartner Weißensee 96 Berlin. Ferner haben gemeldet: 1. FC. Nürnberg, Bayern 07 Nürnberg, München 99, SV. Ludwigsburg, SV. Augsburg, TV. 46 Nürnberg, PoseiÄon Magdeburg, Magdeburg 96, Poseidon Köln, Schwimmsportfreunde Barmen, SV. Duisburg 98, Wasserfreunde Hannover, Spandau 04, Bremischer Schwimmverband, Turngemeinde Mühlhausen und Hamburger Turnerschaft. Reger Segelflugbetrieb in Hirzenhain. In dem Segelfliegerlager Hirzenhain herrscht in der letzten Zeit reger Betrieb, denn mehrere Gruppen weilen zu längerer Schulung auf den Bergen. 17 A=, 8 B= und 4 OPrüfungen wurden abgelegt. Daneben konnten mehrere Stundenflüge durchge- sührt werden. Kurze Sportnotizen. Prüfung für das Sportabzeichen. Am Sonntag, 8. April, vormittags 9 Uhr, findet am Schützenhaus die Abnahme für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen im Radfahren (20 Kilometer) statt. Für die „1000 Meilen von Bresci a", das am 8. April stattfinüende große Automobil- Rennen, wurden diesmal nur 63 Wagen genannt, eine gegenüber den Vorjahren stark gesunkene Zahl. (Still) Außem kam beim Tennis-Turnier in Rapallo zu zwei schönen Erfolgen. Sie holte sich mit MißRyan das Damendoppel gegen Baumgarten- Sarkany (Ungarn) und mit dem Amerikaner Culley das „Mixed" gegen Miß Ryan-Hines (Amerika- England). Zwölf Nationen haben bis zum offiziellen Nennungsschluß ihre Meldung für die Amateurbox-Europameisterschaften in Budapest abgegeben. Insgesamt werden 74 Boxer im Ring erscheinen. Der deutsche Weltergewich'tsmeister G u st a v Eder hat den Europameister ' dieser Klasse, Jack Hood-England, zu einem Kampf um den Titel herausgefordert. llm die SeilWe Mballmeiflerschafi. Dorrundenspiele in 4 Gaugruppen. Zum erstenmal seit vielen Jahren wird die Deutsche Fußballmeisterschaft nicht nach dem k.-o.-Sy- stem, sondern'in Rundenspielen ausgetragen, wenigstens in der ersten Etappe. Die sechzehn Gaumeister sind in vier Gaugruppen untergeteilt, in der jede Mannschaft gegen jede in Vor- und Rückspiel antritt. und erst die vier Sieger der Gaugruppen bestreiten Vorschlußrunde und Endspiel. In der auf Schalke 04 und Eimsbüttel in Hamburg auf den VfL. Benrath treffen. Der Ausgang aller dieser Spiele ist nur schwer vorauszusagen. Man kann an diese Spiele weder den Maßstab der abgelaufenen Gauspiele noch den der zahlreichen Spiele an Ostern legen. Klare Favoriten gibt es nur wenige, da geeignete Vergleichsmöglichkeiten über das Können in den einzelnen Gauen fehlen. 'DRESDNER SC NÜRNBERG 'UNlON-BOlKINGEN 'GRUPPE MITTE PREUSSEN- ^QANZIG VIKTORIA- STOLPjl, GRUPPE OST EIMSBÜTTEL ■ GRUPPE \MMMEST /WERDERBREMEN X .BEUTHEN 09 / /^MÜLHEIMER SV VfL-BENRATH VIKTORIA-Z^ ßERLIN< •SCHALKE A. 04 ^WACKER-HALLE > BORUSSIA-FULDA« KICKER^ ) OFFENBACH« imDHOF-'Z / MA'NNHEIMW / Unsere Darstellung zeigt die neue Einteilung der 16 deutschen Gaumeister in 4 Gruppen. Gaugruppe Südwest erwarten die Offenbacher Kickers den württembergischen Meister Union Bückingen, während der Mittelrheinmeister Mülheimer SV. in Mannheim bei dem badischen Meister Waldhof zu Gast ist. In der Gruppe Mitte muß der Bayernmeister, 1. FC. Nürnberg zum Meister des Gaues Mitte, Wacker Halle, nach der Saalestadt fahren, während in Kassel der Nordhessen-Meister Borussia Fulda auf den sächsischen Meister Dresdner Sportklub trifft. In der Gruppe O st treffen sich Viktoria Stolp und Viktoria 89 Berlin in Stolp und Beuthen 09 mit Preußen Danzig in Beuthen, während in der Gruppe N 0 rdwe st Werder Bremen zu Hause Die rückständigen Spiele in den südwestdeutschen Gauen haben nur noch hinsichtlich der Abstiegsfrage Bedeutung. Angesetzt sind folgende Treffen: Gau S ü d w e st: Spfr. Saarbrücken — ^SV. Frankfurt; Eintracht Frankfurt — A. O. Worms. Gau Baden: VfL. Neckarau — Germania Brötzingen; Phönix Karlsruhe — 1. FC. Pforzheim? Gau Bayern: Wacker München — Schwaben Augsburg; FC. München — FC. Bayreuth. Gau Nordhessen: Spv. Kassel — Hessen Hersfeld. Außerdem bringt der Sonntag einige Repräsenta- tivspiele, so einen Gaukampf Württemberg gegen Baden in Stuttgart und zwei Städtespiele Kölns in Trier und Bonn. Gpielvereimgung 1900 Gießen. Hungen I — 1900 II 3:3 (3:1). Die Blauweißen folgten am ersten Osterfeiertag einer Einladung des Sportvereins 1930 Hungen ZU einem Gesellschaftsspiel. 1900 war vorzüglich aufgelegt. Im Sturm lief die Kombination ausgezeichnet. Nur die beiden Verteidiger hatten anfangs Schwächen, worauf auch die 3:1-Führung der Gastgeber bis zur Pause zurückzuführen war. Nach dem Wechsel spielten die Gießener bergab unb erzielten auch noch den verdienten Ausgleich. Das faire Spiel war unter guter Leitung ein Werbe- B^st' Sie Ire^cr für 1900 erzielten Koch (2) und Mücke-Flenfungen I — 1900 III 2:4 (2:2). Auf dem herrlich gelegenen Sportplatz an der Straße nach Ruppertenrod entwickelte sich vor etwa 400 Zuschauern ein spannendes Spiel, das die Gießener Gäste bei ausgeprägterem Können stets etwas im Vorteil und zum Schluß als verdiente Sieger sah. Durch die Aufstellung von H. Schneider und A. Reining hatte die Gießener Elf außerordentlich an Durchschlagskraft gewonnen. Bis zum Wechsel konnte der eifrige Gastgeber die Partie noch remis gestalten, dann aber entschied die bessere Schußkraft der Gießener Stürmer. Ein prächtiges Spielfeld und eine einwandfreie Spielleitung sicherten dem Kampf einen schönen Verlauf. Gpielvereinignng 1926 Leihgestern. Spog. 26 Leihgestern — Eintracht Frankfurt „Soma“ 2:3 (0:2). Am ersten Feiertag empfing die erste Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die Sondermannschaft der Eintracht Frankfurt a. M. zu einem Freundschaftsspiel. Was die Gäste an Technik voraus hatten, wurde von den Einheimischen durch ihren Rieseneifer ersetzt. Es entwickelte sich sofort nach Anstoß ein flottes Spiel. Nach zehn Minuten mußte der Lcchgesterner Torhüter Fischer den Ball zum erstenmal aus seinem Heiligtum holen. Anken- brandt war der Schütze. Die 'Blauweißen setzten nun alles auf eine Karte, um das Ergebnis wieder remis zu stellen, aber der gute Gästetorhüter ließ keinen Treffer zu. Als Ankenbrandt nach einem Alleingang noch ein zweites Tor erzielte, ging es in die Pause. Nach dem Wechsel gingen die Gäste sofort wieder vor des Gastgebers Tor, ohne aber Zählbares erreichen zu könüen. Die Blauweißen machten sich wieder frei, aber der Halblinke Höhl war es, der in der 20. Minute der zweiten Halbzeit das dritte Tor seiner Mannschaft erzielte. Das war den Einheimischen zu viel. Funk, der unverwüstliche Mittelläufer, gab eine Steilvorlage zu Konstanz, dieser zu Brück, Brück umspielte den rechten Verteidiger der Eintracht und schoß aus ungefähr sieben Meter den ersten Gegentreffer. Durch' die Zuschauer angefeuert, gingen die Blauweißen immer wieder vor und belagerten das gegnerische Tor. Brück war es wieder, der zehn Minuten vor Schluß den rechten Verteidiger umspielte, scharf aufs Tor schoß, der Gästetorhüter konnte den Ball nur noch abklatschen. Heil war sofort zur Stelle und lenkte den Ball ein. 2:3! Die Eintracht war zeitweise nur noch mit der Abwehr beschäftigt, aber Strauß sorgte dafür, daß für die Vlauweißen kein Treffer mehr gebucht wurde. Schiedsrichter W l o d a r e k (Wieseck) war dem Spiel ein gerechter Leiter. Vor dem Spiel der ersten Mannschaft war die erste Jugend des SC. Daubringen bei der ersten fugend der Spielvereinigung zu Gast und wurde geschlagen. Am Ostermontag empfing die erste Jugend die gleiche der Sportfreunde Wetzlar und gewann nach Belieben mit 15:1 (7:1). Handball im Gau XII der DT. Io. Pohlgöns 1 — Tv. Lang-Göns I 10:6 (3:5). Etwa 400 Zuschauer waren zu diesem Freund- schaftssptel am zweiten Feiertag auf dem Platz des Tv. Pohl-Göns erschienen, um Zeuge eines spannenden Kampfes zu sein. Beide Mannschaften traten komplett an. Sofort sah man schnelle und wuchtige Angriffe von beiden Seiten. Nach einigen Minuten Spielzeit gelang den Gästen überraschend das Führungstor. Kurze Zeit später hieß es bereits 2:0. Nun tauten die Platzbesitzer auf und bald war das Resultat auf 2:1 gestellt. Dann wurde auch der Ausgleich hergestellt. Wenn man jetzt eine allgemeine Ueberlegenheit der Pohl-Gönser erwartete, so sah man sich getäuscht, denn die Mannschaft des Tv. Lang-Göns lag bei Halbzeit mit 5:3 in Führung. In der zweiten Halbzeit fetzte sich die größere Spielerfahrung der Platzmannschaft durch. Angriff auf Angriff rollte vor das Gästetor, doch die Hintermannschaft wehrte hervorragend ab. Stand das Spiel etwa 15 Minuten vor Schluß noch 6:4 für die Gäste, so war es der kampferprobte Sturm der Pohl-Gönfer, der für seine Mannschaft das Resultat in der letzten Viertelstunde auf 10:6 verbesserte. Tv. 1883 Lollar — Tv. Rüffelsheim 3:6. Die 1. Handballmannschaft des Turnvereins 1883 Lollar hatte zu Ostern' die 1. Elf des Turnvereins Rüsselsheim eingeladen. Bei herrlichem Frühlingswetter fand am 1. Feiertag das Wettspiel statt, das die Rüsselsheimer mit 6:3 Toren gewannen. Schon gleich nach Beginn des Spieles zeigte sich, daß die Gäste durch ihr flottes und genaues Zuspiel ein Plus hatten, das die Lol- larer durch großen Eifer auszugleichen suchten. Das Führungstor war zwar nach etwa 10 Minuten Spieldauer nach einem schönen Durchbruch der Gäste nicht zu verhindern, jedoch konnte Lollars Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeite beschaffungsprogramm des Rhein-Main-Gebiets: Maßnahme: Tagewerkes Instandsetzung von ftädtifchen Schulgebäuden durch die Stadt Kassel 4770 Aufforstung von wenig ertragfähigen Forstgrundstücken durch Unterbau mit Vuchensämlingen durch die Waldinteressenschaft Altenburschla 125 Aufforstung von wenig ertragfähigem Forst durch die Gemeinde Altenburschla 750 Eindeichung der Werra innerhalb der Gemarkung Ellershausen durch die Deichgenossenschaft Ellershausen 2800 Rechtsaußen bald darauf gleichziehen. Ein Strafstoß wurde von Rüsselsheim kurz vor der Pausa zum 2. Treffer verwandelt. Gleich nach Beginn der zweiten Halbzeit konnten die Gäste einen weiteren Erfolg für sich buchen, dem aber Lollar wieder ein Tor entgegensetzte. Beim Stand von 3:2 hatten dis Einheimischen noch Hoffnung auf ein gutes Ergebnis. Lollars Tormann mußte aber dann doch noch drei weitere Tore passieren lassen, während Rüsselsheims Hintermannschaft nur noch einmal umspielt wurde. Neues für dm Bücherir'sch. — Sörries, Freiherr von Münchhausen: Geschichten aus der Geschichte, einer alten Geschlechtshisiorie nacherzählt. Mit zahlreichen Bildern. Geheftet Mk. 5,50, in Ganzleinen Mk. 7,50, in Ganzpergament Mk. 12.—. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (113) — Münchhausen verdankt die große Verbreitung, die seine Bücher gefunden heiben, seinen beiden dünnen Gedichtsammlungen, dem Balladenbuch und dem Liederbuch. In seinem neuen Werk tritt er zum erstenmal als Geschichtsforscher vor uns, der in bald tiefsinniger, bald humoriger Weise Anekdoten aus der Geschichte derer von Münchhausen erzählt. Ein altes deutsches Adelsgeschlecht, das sich bis auf Ludwig den Deutschen (850) zurückführen läßt, wird in seiner Entfaltung durch mehr als ein Jahrtausend deutscher Geschichte lebendig. Eine Fülle eigenartiger Charaktere tritt uns nähe, Menschen von echter Rasse, jeder eine scharfgeprägte Persönlichkeit, einige davon hochberühmt, wie der Minister Gerlach Adolf von Münchhausen, der Begründer der Universität Göttingen, und der bekannte „Lügen-Baron". Viele bedeutsame Einzelzüge und reizvolle Anekdoten klingen auf, die uns z. T. schon aus Münchhausenschen Balladen und Liedern bekannt sind. So darf dieses Buch nicht nur als wertvolle Quelle für Ursprung und Wesen des Dichters, sondern auch als Quelle vieler seiner Dichtungen angesehen werden. Heute, wo Ahnenkunde und Familiengeschichte eine neue Bedeutung für uns gewonnen haben, ist uns diese so reiche Chronik aus Dichterhand von besonderem Wert. Das Buch ist für den einzigen Sohn des Dichters bestimmt gewesen, der ihm durch einen Unfall so früh entrissen wurde — nun ist es zum Denkmal für ihn geworden. — Walter Berten: Musik und Musikleben der Deutschön. (Vermächtnis und Aufgabe.) Mit Notenanhang. Leinen 6,50 RM. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (641) — In unseren Tagen, da der einzelne wieder zur Gesamtheit des Volkes in Beziehung tritt, zugleich auch alle Formen des politischen und kulturellen Lebens der staatlichen Gemeinschaft dienstbar gemacht werden, hat die Musik eine ganz besondere Aufgabe zu erfüllen. Aus dieser Erkenntnis schuf Walter Berten sein Werk als eine künstlerische Schau und Betrachtung der deutschen Musik, ihres Wesens und Lebens im Volk. In dieser Verbindung mit dem Volkstum erstehen die Großen des deutschen Musiklebens in vollkommen neuer Sinndeutung vor uns. Es sind nicht nur jene, die mit vollendeter Beherrschung eines Instrumentes Unvergängliches geleistet haben, sondern auch erstmalig die, die mit beglückend reiner Stimme oder mit überragendeiszenischer Gestaltungskunst Wirkungen über eins Zeit hinaus erlangten. Berten ergänzt feine Geschichte des Musikschaffens durch eine Darstellung des Musiklebens und der Musikpflege. Hier wird die gemeinschaftsformende Kraft, die der Musik innewohnt, gezeigt. Ein reichhaltiges Heft mit Notenbeispielen wird das, was das Wort nur unzulänglich auszudrücken vermag, beseelen. — Paul Fegeler-Felkendorff: Nende u t j ch e Kunsterziehung. Ein Grundriß der geistigen Erneuerung und der Aufgaben der Kunst und Kunsterziehung im naUonalsozialistischenI Staat. Ganzleinen 3,50 RM., kartoniert 2,80 RM« Wilh. Gottl. Korn Verlag, Breslau. — (493). —• Diese Darstellung der Malerei, Plastik und Musik entspricht vollkommen dem neuen deutschen Welt-« bilde. Fegeler deutet das Wesen der Kunst in ganz zeitnaher Form. Er gibt eine scharfe Kampfesansags gegen Aesthetizismus und Formalismus und deckt dis nunmehr wieder eng werdenden Beziehungen zwischen Volk und Künstler im lebendigen Staate auf. Der Autor nimmt auch den Kampf gegen den Kitsch radikal auf und weist dem Künstler zusammen mit dem Kunsterzieher die Aufgabe zu, auf allen Gebieten die Realität ins Symbolische zu steigern und erst die Kunst zu schaffen, die alle tägliche Mühe und Zermürbung erhöht und sinnvoll macht. — Lehrbuch des Deutschen Zivilprozeßrechts. Von Professor Dr. L. Rosenberg, Leipzig. Nachtrag zur 3. Auflage nach dem Stande vom 1. Januar 1934. München und. Berlin 1934. C. H. Beck. Geheftet 1,80 Mk. — (35) — Dieser Nachtrag zu dem bekannten Rosenbergschen Lehrbuch ergänzt das Werk nach dem neuesten Stande von Gesetzgebung und Rechtsprechung. Die Notverordnungen der Jahre 1931/32 mit ihren zum Teil einschneidenden Neuerungen, die durch die nationale Revolution veranlaßten Gesetze mit ihren Rückwirkungen auf den Zivilprozeß, die neue Zivilprozeßordnung vom 8. November 1933 haben eingehende Berücksichtigung gefunden, auch die neuesten Ergebnisse von Wissenschaft und Praxis sind herangezogen worden. Die Gliederung des Nachtrags schließt sich eng an den Ausbau des Lehrbuchs an. Der Nachtrag hat Wert für alle, die sich über die neuen Prozeßreformen an Hand einer kurzen wissenschaftlich - systematischen Darstellung unterrichten wollen. — Lya E s ch: Unstet und flüchtig ... Novellen. 402 Seiten 8°. Verlag von Ernst Ewerh Kassel 1933. — (164). Schöffengericht Gießen. Ein junger Mann aus Gießen, z. Z. in der Zellenstrafanstalt in Butzbach, kaufte unter Eigentumsvorbehalt ein Fahrrad und zahlte 20 Mark an. Die über die 20 Mark ausgestellte Quittung änderte er in 70 Mark um und verkaufte alsdann das Rad weiter. Wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung erkannte das Gericht, entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, auf eine G e - jamtgefängnisstrafe von einem Jahr fünf Monaten. Wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. März 1933 wurde der H. B. aus Berstadt zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte sich gegen das Winterhilfswerk ausgesprochen und ein SA.-Lied teils mit geballter Faust mitgesungen. Der Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängnis beantragt. Ein Mann aus Gießen hatte sich wegen einfachen Diebstahls in neun Fällen und wegen eines versuchten schweren Diebstahls und einer Unter- fchlagung zu verantworten. Der Angeklagte hatte es durchweg auf Fahrräder und Fahrradteile abgesehen. Das Gericht erkannte auf ein Jahr drei Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft. Rundfunkprogramm. Freitag, 6. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I (Georg Gebhardt). 6.30: Stuttgart: Gymnastik II (August Glucker). 6.55: Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. Guter Dinge ans Tagewerk! 8.25 bis 8.45: Stuttgart: Gymnastik (August Glucker). 10: Stuttgart: Nachrichten. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mittagskonzert I. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: Mittagskonzert II. 13.50: Stuttgart: Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.40: Stunde der Frau. Industrien, die für uns arbeiten! 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Stuttgart: Nachmittagskonzert. 17.30: „Ernst Wiechert". Vortrag von Ruth Gräntz. 17.45: Kleine Unterhaltung. Ausführung: Georg Ripperger (Tenor). 18: Stunde der Jugend. 18.25: Von Köln: Englifcher Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Von Köln: Unterhaltungskonzert. Das kleine Orchester des Westdeutschen Rundfunks. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.15: Von Breslau: Reichssendung: Stunde der Nation. Vom Ringen des deutschen Handwerks« Eine Hörfolge von Fritz Wenzel und Walter Kühn« Musik von Friedrich Wirth. 21.15: Von Stuttgarts VII. Sinfonie in L-Dur von Anton Bruckner. 22.15$ Von Dresden: Reichssendung: Adolf-Hitler-Preis des deutschen Volksliedes. Preisverteilung. 22.30$ Stuttgart: Nachrichten. 23: Vom Schicksal Der deutschen Seele: Die Unbefangenheit der deutschen Seeles Vortrag von Achim von Akermann. 24 bis 1: Von Stuttgart: Nachtmusik. Samstag, 7. April. 6.05 Uhr: Stuttgart: Gymnastik I (Georg Gebhardt). 6.30: Stuttgart: Gymnastik II (August Glucker). 6.55. Stuttgart: Frühmeldungen. 7.10: Stuttgart: Frühkonzert. 8.45: Stuttgart: Gymnastik (August Glucker). 10: Stuttgart: Nachrichten. 10.10$ „Wir besuchen die Bildungsstätten unseres Gebiets.^ 1. Die Gebietsführerschule der Hitler-Jugend Nie« derwalluf a. Rh. 11.50: Sozialdienst. 12: Von Stuttgart: Mittagskonzert I des Rundfunkorchesters. 13: Stuttgart: Nachrichten. 13.20: Stuttgart: Mittags- konzert II. Hugo-Wolf-Stunde. 13.50: Stuttgart; Nachrichten. 14: Stuttgart: Mittagskonzert IJf* Bummel durch München. 14.30: Fröhliches Wochenend. Walter Jäger: „Heiteres am Flügel". 15.10$ Stuttgart: Lernt morsen! 15.50: Wirtschaftsberichts 16: Stuttgart: Unterhaltungs- und Tanzmusik der* Kapelle Otto Kermbach. 18: Stimme der Grenze« 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 18.50$ Sozialdienst. 19: Stuttgart: Am Lauf. 20: Stutt* gart: Zeitangabe, Nachrichten. 20.05: Stuttgart; Saarländische Umschau. 20.15: Von Münchent Alte frohe Heimat. Ein Reigen von seligen Erinnerungen aus guten alten Zeiten. 1. Das letzte Fensterln, 2. Bunter Teil. 22: Stuttgart: Nachrichten. 22.25: Vom Deutschlandsender: Sport im Vorfrühling. Hans Stuck fährt Weltrekord. Fußball; Länderspiel Deutschland — Luxemburg. Schwer« gewichtsmeisterschaft im Boxen. Rugby: Länderspiel Deutschland — Frankreich. Schlußrunde des Berliner 6-Tage-Rennens. 22.45: Kassel: Zwischenprogramm. 23: Stuttgart: Bunte Stunde. Ferner;' Instrumentale und gesprochene Einlagen. 24 bis 2t Stuttgart: Der Troubadour. Oper in 4 Akten ooii Giuseppe Verdi. Spretinsunverr der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslack nachmittag geschloffen. Nr. 79 Drittes Blatt Metzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Donnerstag, 5. April MH Bern, vertritt nun neuerdings die Ansicht, daß es tenden Weise. Es ist bekannt, daß das Ergrauen Falls es nicht möglich ist, den immer besonders wichtig sein, daß eine Wunde nicht hinweggeschwemmt. Fuß nach vorne zu neigen, lege man die Hand an nur heilt und schnell heilt, sondern daß die Narbe biege ihn zwangsweise dem bieten ist. die Fußsohle und Unterschenkel zu. die strengste Diät nichts mehr." Warum werden wir grau? Im allgemeinen wurde bis jetzt angenommen, daß das Ergrauen der Haare auf einem Nachlassen der Pigmentbildung beruht. Professor N a e g e l i, später und werden schließlich zu unangenehmen Knochenwuchk^rungen. — Behandelt werden die Ge- lenkserkrc^kungen der Wechseljahre mit den gleichen Methoden wie die wirklichen rheumatischen oder gichtischen Erkrankungen. Moor-, Schwefel- und Radiumbäder, Diathermie, Röntgenbestrahlung, Massage und Gymnastik werden mit Erfolg angewandt. — Man darf gerade bei diesen klimakterischen Ge lenkerkrankungen nicht versäumen, zum Arzt zu gehen, und sich nicht selbst „verarzten", da dem im fortgeschrittenen Stadium eintretenden Knochenschwund bzw. Knochenwucherung schwer Einhalt zu Grundregeln der Wundbehandlung Erstes preffe-Kameradschasts lager des Reiches. Kohlsorten meiden. Verboten sind ebenfalls alle scharfen Gewürze. Als Getränk empfehlen wir warmen Tee (gezuckert mit Zitronensaft, Milch oder Kognak). Kaltes Wasser, kaltes Bier und Eis bilden eine besondere Gefahr. — Noch vor einem muffen wir den Gallenleidenden warnen: „Aergern Sie sich nicht, ärgern ist auch für Gefunde ungesund, aber für Sie ist Aerger oder Aufregung gleichbedeutend mit einem schmerzhaften Anfall, da hilft dann auch Der schmerzhafte Wadenkrampf. Der Wadenkrampf ist eine unangenehme, sehr schmerzhafte Erscheinung, die wohl jedem Sportler aber auch vielen anderen Menschen bekannt ist. Er tritt als Ermüdungserscheinung, als Folge von Platt- und Senkfuß, als Begleiterscheinung schwerer, mit großen Säfteverlusten einhergehender Krankheiten auf. Besonders bekannt und gefürchtet ist der Wadenkrampf, der den Schwimmer befällt, wenn er im kalten Wasser die ersten kräftigen Schwimmstöße gemacht hat. Durch das starke Strecken der Fußspitzen werden die Wadenmuskel stark in Anspruch genommen, so daß hier unter Mitwirkung der Kälte eine besonders große Krampf- neigung besteht. Man erklärt sich den Krampf als eine Störung der Blutftrömung in den Adern, die den Blutstauungen in den erweiterten Gefäßen der Krampfadern ähnlich ist. Wahrscheinlich geht mit dieser Störung im Blutumlauf eine Verdickung des Blutes Hand in Hand. Begünstigt wird die Krampfneigung durch die bei großen Anstrengungen sich bildenden Ermüdungsstoffe, zu denen besonders die Muskelmilchsäure gehört. Wer zu Krämpfen neigt, wird im allgemeinen körperlichen Anstrengungen am besten aus dem Wege gehen und den Genuß von Tabak und Alkohol einschränken. — Die meisten an diesen Krämpfen Leidenden versuchen durch Massage oder heftige Bewegungen des Beines den Krampf zu beheben. Es fei hier nun ein einfaches anfall, der mit sehr starken Schmerzen, Fieber und verbunden ist, wird mit Bettruhe, nicht zu unschön ist. Mit Hilfe von Höhensonnebestrahlungen erreicht man eine weiche, blutreiche Narbe. Schon während der Wundheilung kann die Bestrahlung einsetzen. Nicht infizierte Wunden werden auf diese Weise schneller heilen und bei infizierten Wunden entfaltet die künstliche Höhensonne einen desinfizierenden Einfluß. DieDiätdesGallenstemleidenden Unter dem Begriff „Gallensteinleiden" faßt der Laie die sich in ihren Erscheinungen sehr ähnlichen drei Gallenerkrankungen zusammen: die Gallenblasenentzündung, die Gallenwegeentzündung und die Gallensteine. Fede Gallenerkrankung kennt zwei Stadien, das latente oder chronische Stadium und das akute. Im akuten Stadium, also beim Kolikgute Erfolge erzielt wurden. Man versuche die, lenden Wunde beim Entfernen des trockenen Ver- Zehen so weit es geht, der Vorderseite des Unter-| bandsstoffes zu verhindern, bedeckt man die Wunde fchenkels zuzuneigen. Da die Beugemuskeln des mit einer Heilsalbe. — Eine Anzahl Medikamente, Fußes an der Wadenhinterseite laufen, wird sie auf die in die frische Wunde einaebracht werden, ver- diese Weise stark gedehnt. Der Blutkreislauf befiert1 hindern das Auskeimen der Bakterien und erleich- fich und die Ermüdungsstoffe werden mit dem Blut! lern die Wundheilung. — Dem Verletzten wird es Oie „falsche Gicht". Häufig treten bei Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, Beschwerden auf, die ganz den Beschwerden des Rheumas ober der Gicht entsprechen. Erst die letzte Zeit hat die Erkenntnis gebracht, daß es sich bei diesen „rheumatischen" Beschwerden, die der Auftakt zu nachweisbaren Gelenksveränderungen sind, um Folgen des Klimakteriums (Wechsels), d. h. um Störungen der Eierstocktätigkeit handelt. Im allgemeinen traten diese Gelenkerkrankungen an den Händen und Knien, seltener an Hüften, Arm, Fußgelenken usw., auf. Langsam entsteht eine Schwellung der Gelenkkapsel, die Eine erschreckende Sorglosigkeit und Unkenntnis herrscht m Laienkreisen über die Behandlung von Wunden. Nicht oft genug können die Grundregeln der Wundbehandlung wiederholt und die Gefahren der Infektion dem Laien vor Augen geführt wer- loU 015 infiziert betrachtet vumu huu ucu»uuiV» uie uuö t» roeroen. dies nicht durch den Gegenstand, mit sich beim Ergrauen der Haare um Veränderungen oem Die Wunde zugefugt wurde, geschehen, so be- innerhalb der fertigen Pigmente handelt. Er beweist sieht immer noch die Gefahr, daß vom Wundrand i seine Theorie in einer auch für den Laien einleuch- und der Wundnachbarschaft nachträglich Keime in ------ . . - . oie Wunde getragen werden. Ja des öfteren bewirkt Weichteile um das Gelenk fangen ebenfalls an zu schwellen, später können sogar Knochenschwunde ein- Erbrechen , . treten. Eigenartigerweise hat man noch nie ein Ver- Wärmeanwendung, Morphium- ober Bellabonna- wachfen 8er Oelenfenben festgestellt. Die Gelenke,1 Einspritzungen eine Linberung geschaffen. Erst in soweit sie nicht von ber Schwellung beengt werben, ■ ber Zwischenzeit des latenten Krankheitszustandes behalten ihre Bewegungsfreiheit. Ebenso stehen die j wirb bann an bie eigentliche Behandlung gegangen. Gelenksveränderungen, die sogenannten Heberben-1 Der Gallenleidenbe muß nicht nur sehr starke dien Knötchen mit bem Wechsel in Zusammenhang. I Schmerzen aushalten, er muß auch über eine un- Es hanbelt sich hierbei um Knötchen, welche in sym-1 geheure Gebulb verfügen unb muß imstande Jein, metrischer Anordnung auf ber Rückseite ber Enb- eine Kur mit aller Konsequenz durchzufuhren, gelenke ber breiqliebrigen Finger auftreten. Die > Neben einer Kalsbaber Trinkkur ist vor allem auf Knötchen finb -anfangs weich, verhärten sich aber ’ eine besonbers strenge Diät zu achten. Hauptrege, später unb werben schließlich zu unangenehmen für diese Diät ist: Jedes kalte Getränk, jede grobe des Haares dagegen noch eine vollständige Pigmentierung auf weist. Besonderen Wert legt Naegeli auf , die Feststellung, daß der Ergrauungsprozeß von der | Spitze zur Haarwurzel fortfchreitet. — Sollte sich die Theorie von Professor Naegeli bewahrheiten, jo ' wird sich die innere Behandlungsweise, die bis jetzt eine erhöhte Pigmentbildung zum Ziele hatte, völlig Als ber Ruf erging, am ersten Presse- Kamerabschaftslager bes Gaues unb bes Reiches in Wiesbaben teilzunehmen, mag manchem Teilnehmer bie Bebeutung bieses Lagers nicht restlos klar gewesen sein. Man kann nun nach Beenbigung bes Lagers sagen, baß viel mehr als umstellen müssen. Zahnpflege durch Ernährung. Die selbstverständliche, äußerliche Pflege der Zähne durch Bürste, Zahnpasta und Mundwasser hat neben ihrem Schönheitswert auch eine hygienische Bedeutung. Sie entfernt Speiseüberreste, bie sonst in Fäulnis übergegangen, den Nährboden für Bakterien bilden, unb fördert bie Durchblutung bes Zahnfleisches. Sie genügt aber nicht allein zur Erhaltung schöner, gesunder Zähne. — Gesunbe Zähne sinb Vorbebingung für gesunben Stoffwechsel unb bamit für eine normale Blutzusammensetzung. Wiederum wirkt sich ein gestörter Stoffwechsel schädlich auf den Zustand der Zähne aus. Wurzellockerungen, Zerfall der Zahnmasse und Zahnfäule sind die Folgen einer schlechten Blutzusammensetzung, d. h. eines Mangels an Vitaminen und Kalksalzen. Es müssen also durch die Ernährung die fehlenden Substanzen zugeführt werden. Am einfachsten geschieht dies durch den Genuß von rohem Obst, Blattsalaten, Gemüsen unb Vollkornbrot. Der Frühling, bie Zeit ber frischen Gemüse, Kräuter unb bes be- ginnenben frischen Obstes, sollte auch für die Zähne eine Zeit ber Erneuerung sein. Was gibt es Neues in der Medizin ? Don Or. p. Wötffel. Speise vermeiden unb nie ben Magen überlasten/bloße Richtlinien zu bleibenben Werten geworben Eine Zuwiberhandlung gegen biese Gebote wirb. sinb. der Kranke mit einem akuten Kolikanfall büßen | Ein bebeutenbes Moment war bas gegenseitige müssen Harte Würste, Gans, Ente, Aal, Hummer, Kennenlernen, bas Mitemanberleben für einige Krebse Lunge, Niere, rohes Obst, besonbers aber Tage. Die sich bort im Lager zusammenfanben, Feigen, Datteln, Rosinen, Malaga-Trauben, Man- ftanben alle im Erleben bnn als Solbaten ber Fe- deln unb Nüsse finb verboten. Ein Teil biefer ver- ber. Hier sah man ben erfahrenen Schriftleiter botenen Speisen ist eventuell stark zerkleinert (Lunge neben bem Pressereferenten einer Formation und unb Leber z B durch ein Sieb gepreßt, Mandel j beim kameradschaftlichen Zusammensein wurde os- unb Haselnüsse burch eine Mühle gemahlen) zu rei- fenbar, baß gar mancher bebeutenbe Pressemann dien Ferner muß ber Kranke alle blähenben Speisen, | babei war. Gebenbe unb Nehmenbe, befannte wie Schwarzbrot, Linsen, Erbsen, Bohnen, alle Männer unb einfache Pressewarte, waren gleicher- Ole -lisunDe getragen werben. Ja des öfteren bewirkt1 der Haare oft in kurzer Zeit erfolgen kann, manch- Wgar eine unsachgemäße Behanblung, Benutzung mal sogar „über Nacht". Nimmt man an, daß das mcbt Jteruer Verbandsstoffe usw. eine nachträgliche Ergrauen auf einem Versagen der Pigmentbildung Infektion. Zu allererst versuche man mit steriler beruht, so wäre ein rasches Ergrauen bei einem (yase oder, falls diese nicht zur Hand ist, mit fri- j Wachstum von einem Zentimeter im Monat un- |d)en Wäschestücken bie Blutung zu stillen. Der | denkbar, der vollständige Ergrauungsprozeß müßte Rand der Wunde wird mit Jodtinktur bestrichen, i also Monate, ja Jahre dauern. Ferner wäre dann um das schon erwähnte Verschleppen von Keimen I Voraussetzung, daß das Ergrauen an der Haar- 3U verhindern. Waschen mit Seife ist immer zu ver- wurzel beginnt, während erfahrungsgemäß sehr meiden, ein Abreiben der Umgebung mit Benzin oft bie Haarspitzen schon weiß sind, der obere Teil ober Äther ist, wenn kein Job vorhanben ist, besser als gar nichts. Ist ein Frembkörper in bie Wunbe eingebrungen, so versuche man ihn mit einem Strahl Kochsalzlösung herauszuspülen. Wunben, bie mit ber Erbe in Berührung gekommen finb, müssen zum Schutz gegen ben Wundstarrkrampf ge- unb billiges Mittel angegeben, mit bem auffallenb impft werben. Um bas Wieberaufbrechen einer hei- maßen zusammengefaßt als Arbeiter einer gemeinsamen Wirkungsart. Deshalb gebiehen auch ber Er« fahrungsaustausch unb bie Anregungen. Jeder erlebte seiner bisherigen Zeitungserfassung gemäß Entscheibenbes. Dem Pressewart erstanb ein Stück Fachgeschichte, ber Schriftleiter fanb bie rechte Ver- binbung zu seinen Mitarbeitern. Manche Wünsche unb Unklarheiten erfuhren so ihre sofortige und beste Regelung. Das reichhaltige unb anftrengenbe Programm, bas sich in knappe Lehrvorträge, in Besichtigungen unb in befonbere Darbietungen glieberte, war in seiner genauen Durchführung bewunbernswert. Alles Wesentliche, was mit ber Presse im allgemeinen unb im befonberen mit ber heutigen Presse im Zusammenhang steht, würbe vorgebracht und behandelt. Von großer Wichtigkeit war die Frage des Nachwuchses. Gerade die junge Pressegeneration nahm das meiste mit an Erfahrungen und Wegweisungen. Dem Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der am Karfreitag das Lager begrüßte, und dem Lagerleiter, Gaupressechef W o w e r i e s , ist im wesentlichen die Durchführung dieses einzigartigen, erstmaligen Gemeinschaftslebens der Preffemänner zu danken. P. Der neue evanqelische Felbbischof der Wehrmacht. | Berlin, 4. April. (DNB.) Der Reichspräsident hat zum Nachfolger des bisherigen Felb- bischofs ber Wehrmacht D. Schlegel, ber am 1. April wegen Erreichung ber Altersgrenze i n ben Ruhestanb getreten ist, Wehrkreispfarrer Konsistorialrat D. Franz Dohrmann (Stettin) ernannt. Felbbischof D. Dohrmann steht im 53. Lebensjahr. Er stubierte in Greifswalb und Berlin unb ist seit seiner Drbination in ber Militärseelsorge tätig. 1920 würbe er zum Wehrkreispfarrer bes Wehrkreises II (Stettin) berufen und 1927 zum Konsistorialrat ernannt. Die theologische Fakultät ber Universität Greifswald verlieh ihm ben Ehrendoktortitel. — Unser Bild zeiat ben neuen Felbbischof D. Dohrmann (links) beim. Antrittsbesuch bei seinem Vorgänger Felbbischof a. D. D. Schlegel (rechts). Kleine Wiese, schon etwas grün men, Wüsten, Gletscher! ... Unb wir?! ... Wir gehen vielleicht unser ganzes Leben lang auf einem Stück Erbe herum, bas fooo klein ist!.. Don Zohan Luzian. Es ist ein warmer Abenb. Zwei junge Leute von einfachem Stande gehen bie kahle 2IUce entlang Arm in Arm durch das Vorftadtland. Die Luft macht bas Blut unruhig, blanke Sonne liegt aus allen Dingen, auf Gaslaternen unb Briefkasten, Schutteimern unb Gartenzäunen, Fensterlaben unb Häuserwänben, Bretterbuben und Ziegeldächern. In ben Gärten riecht es nach umbrochener Erde die Sträucher werden beschnitten und die Wege frisch geschüttet. Alles wirb neu, unb das Leben soll von vorne anfangen. Sie stecken bie Nase in die Luft und schnuppern. Es liegt allerlei Sehnsucht in der Luft, allerlei Hoffnungen, Wünsche, Träume ... Plötzlich sagte die junge Frau leise vor sich hm: „Buenos Aires .. ." u Er fragt verwundert: „Was heißt denn das? „Oh nichts..." sagt sie verlegen, „ich dachte nm, daß es irgendwo eine Stadt gibt, die so heißt... Und mitten in den kahlen Frühjahrsgärten sagt sie dann: „Tokio..." Und nach einer Weile: „Kalifornien ..." „Ja, gewiß, dorther kommen die schonen Aepfel, die so mittelmäßig schmecken", entgegnet er, f abzulenken, denn er weiß, wohin wieder einmal die Reise geht. „Durch die Ladenscheideri gesehen sieht das Fremde herrlich aus, aber wenn du es dann in der Hand haft... Da bleibt sie zornig stehen und fragt empört: „Du! Meinst du wirklich, daß wir das niemals sehen sollen: Buenos Aires und Kalkutta und Mos tau und Chile unb Persien unb Hawai unb oqs Uralgebirge unb ... unb ..." „Langsam, langsam! Du bringst mit einer Hastigkeit ja ben ganzen Globus durcheinander^ lacht ber junge Mann. Als gewissenhafter Mens^ möchte er wenigstens einigermaßen Ordnung ber Geographie hatten. Aber sie reißt sich von ihm los und geht hastig weiter, ihre Augen blitzen unb sie atmet ras ) heftig. „Das gibt es alles, bas liegt alles für uns Da. Peru unb Afghanistan unb Paris unb Sizilien und Alaska unb Gronlanb! Berge, Meere, Inseln, Pal Sie zeigt mit zwei Fingern, wie klein Deutschlanb ist, von Peru ober Persien aus gesehen unb sagt: „Es ist .. es ist unglaublich! ..." Ja, er weiß auch nicht, was er von dieser Sache halten soll. Es liegen eben immer einige taufenb Kilometer Zwischenraum ba unb finb nicht aus ber Welt zu schaffen. Die Perser gehen jetzt vor ben Toren von Teheran herum unb möchten zu uns unb bie Leute von Buenos Aires stehen am Silberstrom unb blicken herüber. Sie haben sich nun im Gartenlanb verlaufen. Ueberall finb Zäune unb stachelige Weißbornhecken. Dann kommt eine tiefe Grube mit Asche unb Blechbüchsen Papier unb Schutt unb baneben ein Hügel aus nacktem Lehm. Eine Bank steht barauf unb ein witziger Mensch hat „Zur schönen Aussicht" baran geschrieben. Unb gar nicht mit Unrecht! Denn vor ihnen liegt ein kleines Stück Wiese. Dürftig, schmächtig, aber schon etwas grün. Sie sitzen auf der Bank unb sehen über bas Lanb unb über bie kleine Wiese. Er hat ben Arm um seine kleine Frau gelegt unb hält sie fest, bamit sie ihm nicht fortläuft nach irgenbeinem abenteuerlichen Erdteil. Aber bann springt sie auf, geht ben Lehmhügel hinunter, mitten in bie kleine Wiese hinein. Unb nun ist sie zurück von ber Reise! Sie breht ihr lachenbes Gesicht ihm zu unb hat roieber bi^ hellsten Augen ber Welt: „Sieh mal, lauter Ganje- blürnchen!" Unb bückt sich unb freut sich unb rupft, als wären es bie Blüten im Wunbergarten eines Maharabschas! Diese stillen, schüchternen beutschen Gänseblümchen ... Vergessen ist Honolulu unb Jamaica. Feuerlanb unb Samarkanb! Stell dir das mal alles grün vor!" ruft er und zeigt mit bem Arm runbherum über bte nackten Gärten. „ Unb voller Blüten! Ach, bas wirb herrlich! Sie steht vor ihm, feine kleine Frau, unb halt ihm die kümmerlichen Blümchen unter bie Nase: ^Riechen sie nicht rounberbar herb? .. Die ganze Wiese ist barin mit allen Säften, Düften unb Wurzen! Ja, man. muß nur bie Sinne wachhalten bann hat man in einem Brocken Erbe bte ganze Welt. Oie Amerikanerin erobert neue Berufe. Die letzten 12 Monate finb für bie amerikanischen Frauen von großer Bebeutung geworben, beim sie haben ihnen mehr unb wichtigere Berufe erschlossen, als ihnen je vorher zugänglich waren. Die Frau hat an ben Wieberaufbau-Arbeiten in ber amerikanischen Wirtschaft einen hervorragenben Anteil. Die Anerkennung weiblicher Leistung beruht zum nicht geringen Teil barauf, baß bie, Gattin bes Präsi- benten, Frau Franklin Roosevelt, seit Jahrzehnten als Lehrerin, Wirtschaftsorganisatorin unb tüchtige Hausfrau ein ausgebreitetes Wirken entfaltet unb ihr Mann sich aus nächster Nähe bavon überzeugt hat, was weibliche Energie vermag. Er hat baher Frauen an Posten berufen, bie sie vorher nie innegehabt haben. So würbe Frances P e r k i n s als Staatssekretärin im Arbeitsamt angestellt unb trat als erste Amerikanerin in ein Kabinett ein. Das rief natürlich großen Wiberstanb hervor. Die Gewerkschaften protestierten, Leute aus allen Teilen bes Lanbes erhoben in Telegrammen unb Briefen Einspruch. Dabei leugnete niemanb ihre Eignung, beim sie ist lange Zeit Leiterin bes Arbeitsamtes von Neuyork gewesen unb hat mit Roosevelt als Gouverneur bes Staates Neuyork zusammengearbeitet. Der Präsibent nahm baher auf bieten Entrüstungssturm keine Rücksicht unb tat gut baran, beim Miß Perkins hat sich in ber schlimmsten Zeit, bie je ein amerikanischer Arbeitsminister burchzumachen hatte, vortrefflich bewährt, hat an bie brei Millionen Arbeiter toieber in bie Wirtschaft eingefügt, bie harten Herzen von Stahlmagnaten erweicht, so baß sie ihren Arbeitern höhere Löhne unb bessere Arbeitsbebingungen gewährten, unb hat bie völlige Abschaffung ber Kinberarbeit burchgesetzt. Aber aud) im biploma- tischen Dienst würbe eine Frau von Roosevelt an einen wichtigen Posten gestellt. Als ber erste weibliche Gesanbte der Bereinigten Staaten fuhr Frau Ruth Bryan Owen im Mai vorigen Jahres nad) Dänemark unb richtete in Kopenhagen ein enb zückenbes amerikanisches Heim ein, bas sie zu einem Mittelpunkt ber Geselligkeit gemacht hat. Nellie Taylor würbe ber erste weibliche Direktor ber Münze ber Vereinigten Staaten; in Boston wählte man eine Frau zum Einwanberungs-Kommissar unb in Connecticut zum Finanzbirektor. Neun Frauen sitzen im Abgeorbneten-Haus unb auch in ben Senat ist bas erste weibliche Mitglieb ein- gezogen. In 38 Staaten stehen Frauen an ber Spitze ber Organisationen zur Arbeitsbeschaffung für Frauen, unb besonbers hat jetzt bie amerikanische Weiblichkeit sich bie Bekämpfung bes Verbrechertums zur Aufgabe gestellt. Wenn man be- benft, baß 400 000 Männer unb Frauen in ben Vereinigten Staaten ber „Unterwelt" angehören, baß jebes Jahr mehr als 12 000 Morbe, 40 000 Einbrüche unb 50 000 Beraubungen vorkommen, baß bie Korruption noch sehr verbreitet ist, so kann man sich vorstellen, welch ungeheures Arbeitsfelb hier vor ben amerikanischen Frauen liegt. Ein Baby hält einen Expreßzug auf. Die kleine aber rasch aufstrebende Siedlung Lois in Kanada hatte kürzlich ihren großen Tag. Die erst seit einiger Zeit zur gemeinschaftlichen Aufbauarbeit vereinten Kolonisten waren über bie Geburt bes Babys Theiriault beglückt, benn bieses Mäbchen war ber erste in ber neuen Heimat geborene Ge- meinbebürger unb darf also stolz die Nummer 1 tragen. Man bereitete sich auf die Taufe vor, die in aller Einfachheit gefeiert werden sollte. Diese Taufe aber machte das freudige Ereignis eigentlich erst zu einer Sensation, die in ber Geschichte von Lois immer einen hervorragenben Platz einnehmen wirb. Es traf sich nämlich, daß in dem Zug, der den Geistlichen aus dem hohen Norden zur Vornahme des Taufaktes in die kleine Gemeinde bringen sollte, auch der Führer des Stadtrats von Montreal in seine Vaterstadt zurückkehrte. Als dieser im Gespräch mit dem Geistlichen erfuhr, unter welchen schwierigen und bescheidenen Umständen die Taufe des kleinen Mädchens in der hart um ihr Bestehen ringenden Siedlung von Lois vor sich gehen würde, wollte er es sich nicht nehmen lassen, bei der feierlichen Handlung selber anwesend zu sein. Ja, er bot sich sofort als Gevatter an und bestimmte die ebenfalls in diesem Zug der kanadischen Nationaleisenbahn mitreifende Gattin eines Notars, als Patin mitzuwirken. Dann veranlaßte der mächtige Mann aus Montreal ben Zugführer, in ber nächsten Umgebung von Lois anzuhalten. In einer Holzhütte tleibete sich ber Geistliche schnell in sein Amtsgewanb und vollzog in Gegenwart ber beiben auf so seltsame Weife zur Patenschaft gekommenen Reisenden die feierliche Handlung an ber kleinen Erdenbürgerin. Die ganze Zeremonie dauerte etwa 20 Minuten, während der sich alle Mitfahrenden über das Ereignis lebhaft unterhielten Die kleine Theiriault aber kann sich mit Stolz rühmen, schon in den ersten Tagen ihres Lebens eine so impofanta Einrichtung wie den kanadischen Expreß von seinen sonst so streng eingehaltenen Fahrgewohnheiten abgebracht zu haben. Wirtschaft. Das Deutsche Aauernsparbuch Das Erbhofgesetz bildet die Krönung jener Maßnahmen der Regierung unseres Führers Adolf Hitler, mit denen die Festigung eines breiten, gegen alle Stürme gesicherten Bauernstandes, die dauerhafte Verwurzelung Millionen deutscher Menschen im deutschen Boden bewirkt wird. Jeder Volksgenosse muß sich mit vollem Herzen zu diesem großen Werk des Reichsbauernführers und Reichsmini- fters Walther Darre bekennen. Auch die deutschen Sparkassen, als bodenständige Einrichtungen begründet und bis heute wirkend, stehen seit 150 Jahren im Dienst der deutschen Landwirtschaft, des deutschen Bauern. Heute verwalten sie rund 1% Milliarden Mark landwirtschaftliche Kredite, die als kleine Hypotheken und Personalkredite gerade den bäuerlichen Schichten zugeflossen sind, deren die Fürsorge der nationalsozialistischen Agrarpolitik besonders gilt. Als berufene Förderer des Spargedankens haben sich — so wird uns geschrieben — die Sparkassen das große Ziel gesetzt, das Werk der Stärkung des Bauernstandes zu ergänzen. Sie wollen mit dahin wirken, daß nicht nur der Anerbe, der den Hof erhält, gesichert dasteht, sondern daß gemäß den allgemein auf Bekämpfung der Entproletarisierung gerichteten Bestrebungen der Reichsregierung auch für die nachgeborenen Kinder des Bauern Aufstieg, Berufsausbildung, Ausstattung usw. gewährleistet sind. Gestärkt werden müssen auch die landwirtschaftlichen Bevölkerungsschichten, die von den Segnungen des Reichs-Erbhofgesetzes nicht erfaßt werden, also besonders die kleineren Landwirte: bei ihnen gilt- es, den Weg zum Ausbau und zur Stärkung des Betriebes zu weisen Den angedeuteten Zielen dient eine Schöpfung der deutschen öffentlichen Sparkassen, nämlich das Deutsche Bauernsparbuch. Jeder Bauer und Landwirt kann für sich oder seine Angehörigen bei jeder deutschen Sparkasse ein solches Bauern- sparduch einrichten lassen bei einer Mindesteinlage von 1 Mark. Entsprechend dem Zweck der Einlagen auf Bauernsparbuch (für Berufsausbildung, Schaffung neuer Bauernstellen oder einer sonstigen Existenz, Ausstattung der Töchter usw.) sind die Kün- digungs und Rückzahlunqsbestimmungen gehalten. In Verbindung mit langfristiger Anlage kann ein gewisser Zinsvorteil gewährt werden. Der Zinsfuß für Spareinlagen auf Bauernsparbücher beträgt % v. H. über dem Zinssatz für normale Spareinlagen. Die Spareinlagen auf Bauernsparbücher sind, wie alle Einlagen bei den öffentlichen Sparkassen, mündelsicher. Durch das Deutsche Bauernsparbuch wird anderseits den Volksgenossen aus der Landwirtschaft keine ungebührliche Bevorzugung eingeräumt. Denn jeder andere Sparer kann gleichfalls durch Vereinbarung entsprechender Kündigungsfristen einen günstigeren Zinssatz erlangen, als bei normalen Spareinlagen. Rur in den Rückzahlungsbedingungen unterscheidet sich das Bauernsparbuch von dem normalen Sparbuch, das heute in einer Anzahl von 22 Millionen Stück verbreitet ist. Der große Vorteil besteht darin, daß die längere Kündigungsfrist den Bauern stets an seine großen Sparziele erinnert und ihm die allmähliche Sicherstellung der Zukunft seiner Kinder wesentlich erleichtert. * * Reue Schatzanweisungsemission. Noch Ueberwindung des Ouartalsultimos bat die Nachfrage nach Schatzanweisungen in verstärktem Umfange eingesetzt, so daß gestern bereits mit dem Verkauf eines neuen Abschnitts per 16 September 1935 zum unveränderten Satz von 4,25 v. H. begonnen werden konnte. frankfurter Börse. Mittagsbörse still und schwächer. Frankfurt a. M., 4. April. Die heutige Börse verzeichnete weiterhin nur kleine Umsatztätigkeit und neigte überwiegend zur Schwäche. Vor allem enttäuschte der Rückgang der Farben-Aktie, da nunmehr angenommen wird, daß in der Bilanzsitzung am kommenden Samstag gegenüber den bisherigen Hoffnungen nur noch ein Vorschlag von unverändert 7 v H. Dividende zu erwarten ist. Die geringe Beteiligung der Bankenkundschaft und die Zurückhaltung der Kulisse brachten es mit sich, daß die Kurse gegenüber der gestrigen Abendbörse meist etwas nachgaben. Ein stärkerer Rückgang konnte jedoch durch den günstigen Bericht des Instituts für Konjunkturforschung, der merkliche Erholungszeichen in der Industrie feststellt, vermieden werden. Wie schon erwähnt, waren IG.-Farben stärker angeboten und gingen um 2,5 v. H. zurück Daneben verloren von Ehemieaktien Th. Goldschmidt 2,40 v. H., Metallgesellschaft und Scheideanstalt je 1 v. H. und Rütgerswerke 0 90 v H. Montanwerte lagen meist bis 1 v. H. niedriger, darüber hinaus Rhein. Braunkohlen um 3 v. H., Buderus und Klöckner um je 1,50 v. H. rückläufig. Von Elektroaktien gaben Geffürel 2, Schuckert 1, AEG. 0,50 vom Hundert nach, Siemens lagen behauptet und Bekula 0,25 v H. freundlicher. Die Nebenmärkte gingen ebenfalls zurück, so Zement Heidelberg um 2 v. H., AG. für Verkehrswesen um 1,50, Zellstoff Waldhof um 1 v. H. Bernberg, die zu Beginn noch 1 v. H. fester waren, lagen im Verlaufe um 0,75 vorn Hundert leichter. Behauptet zeigten sich Deutsche Linoleum, Daimler Motoren und Kunstseide AKU Da die erwarteten Auswirkungen des Kupon- termins ausblieben, zeigte der Rentenmarkt ebenfalls nur ein stilles Geschäft, jedoch hielt sich das Kursnioeau zu Beginn noch gut behauptet. In der zweiten Börsenstunde jedoch gingen Altbesitzanleihe um 0,40 auf 96,50 v H., Neubesitzanleihe um 10 Pf. auf 23,65 v. H. zurück. Späte Reichsschuldbuchforderungen wiesen bei 94,50 v. H. einen Kursverlust von 0,50 v H auf. Von Industrie-Obligationen waren Stahlvereins-Bonds stärker gedrückt und 1,50 v. H. niedriger. Stilles Geschäft hatten Staats-, Länder- und Stadtanleihen, die meist gehalten waren. Der Pfandbriefmarkt lag überwiegend unverändert, nur Goldpfandbriefe zeigten hier und da Rückgänge bis 0,25 v. H. Am Aktienmarkt schwächten sich die Kurse im Verlaufe noch bis 0,50 v. H. ab. Stärker ermäßigt waren nochmals IG.-Farben um 1.25 v. H. auf 138,25 v. H. Daneben waren Daimler um 0,65 o. H. niedriger Später waren Reichsbankanteile 2 v. H. schwächer, dagegen Südd. Zucker 1 v. H. fester. Tagesgeld unverändert 3,50 o. H. Nachbörse: JG.- Farben 139, Neubesitz 23,90. Abendbörse: Neubesih fest, sonst still. Bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen setzte sich die Befestigung der Neubesitzanleihe auch an der Abendbörse fort. Diese war seitens der Berliner Arbitrage gesucht und zog zunächst um 10 Pf. an, um im Verlaufe unter kleinen Schwankungen um nochmals 10 Pf. auf 24,10 v. H. anzusteigen. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchförderungen lagen bei geringem Umsatz mit 96,13 bzw. 94,65 v H. behauptet. Die übrigen Gebiete des festverzinslichen Marktes lagen still. Am Aktienmarkt war nach den Abschwächungen im Mittagsverkehr zwar keine Erholung zu verzeichnen, doch kamen die Rückgänge zum Stillstand. Lediglich IG. Farbenindustrie bröckelten um 0,40 v. H. ab, andererseits konnten sich Akkumulatoren Berlin um 1,50 v. H. erhöhen. Im übrigen hielten sich die Schlußkurse behauptet. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 24 bis 24,10, Altbesitzanleihe 96,13, Schutzgebietsanleihe von 1913/14 9,50, 6 (6) v. H. wertbest. Stadt Frankfurt von 1926 82, Commerzbank 49, Dresdner Bank 64,75, Reichsbank 150,50, Gelsenkirchen 65,25, Klöckner 64,50, Rheinstahl 94, Stablverein 44,25, Akkumulatoren 177, Aku 61 25, AEG. 29.50. Bernberg 70,75. Daimler 49,75, Scheideanstalt 179, Deutsche Linoleum 58, Licht & Kraft 104, IG. Farben 139 bis 138,75, Gestürel 98,50, Metallaefellschaft 80,50, Schuckert 103.25, Siemens 140,50, AG für Verkehrswesen 67,75, Nordd. Lloyd 32,90. Nachbörse: Neubesitzanleihe 24,13, IG Farben 138,75 bis 139. "Rinhermarff in Ziehen Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 490 Stück Großvieh, 105 Fresser und 127 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragende Kühe: 1. Qualität 330 bis 470 Mark 2 Qualität 220 bis 280 Mark, 3. Qualität 140 bis 200 Mark Schlachtkühe a) 130 bis 205 Mark, b) 70 bis 120 Mark Rinder bis ^jährig 50 bis 100 Mark, bis 2iährig 70 bis 150 Mk.. tragend 190 bis 350 Mark. Kälber das Pfund Lebendgewicht 25 bis 35 Pfennig. — Marktverlauf: Schleppend. Frankfurter Sch^achtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. April. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 45 Rinder, 1135 Kälber, 103 Schafe, 640 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 50 Mark, Hämmel 30 bis 36, Schafe 24 bis 35, Schweine 38 bis 47 Mark. — Marktverkauf bei allen Viehgattungen mittelmäßig. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. April. Das Geschäft am Getreidegroßmarkt bewegte sich auch nach den Feiertagen in engsten Grenzen, da die Mühlen sich vor dem Inkrafttreten des Mindestpreises für Weizen reichlich versorgt hatten. Trotz der Höherbewertung im Monat April war Weizen ausreichend angeboten, auch in den übrigen Artikeln blieb das Angebot relativ groß Die Weizenmehlpreise wurden um 30 Pf. und die für Roggenmehl um 25 Pf. pro Sack erhöht Am Futtermittelmarkt lagen Palmkuchen und Treber weiter ermäßigt, Trockenschnitzel zogen leicht an, im übrigen blieben die letzten Preise unverändert. Es notierten: Weizen 203 Mühlenpreis, Roggen 173, Braugerste 172,50 bis 177,50, Hafer 157,50 bis 160, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauichweizen 29,70 bis 30,25, do. ohne Austauschweizen 28,20 bis 28,75, Roggenmehl 0- bis 60proz. 23,50 bis 24,25, do. südd. Spezial 0 24,25, Weizenkleie 10,25, Weizenfuttermehl 11 bis 11,15, Roggenkleie 10,60 bis 10,70, Soya- fchrot 15,45 bis 15,55, Palm tuchen 14,25 bis 14,50, Erdnußkuchen 16,75 bis 17,30, Treber 14,50, Trockenschnitzel 9,70 bis 9,80, Heu 6, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebünd. 2, Kartoffeln: Industrie hief. Gegend 2,75 Mark (unv.) per 50 Kilogramm bei Waggonbezug Frankfurter Obst- und Gernüsernartt. Frankfurt a. M., 4.April. Arn Gemüfe- markt hielten die starken Zufuhren in ausländischem Blumenkohl an. Das Angebot in Spinat und Salat war gut, im übrigen genügend. Die Preise für ausl. Kopfsalat sind gestiegen, für ausl. Blumenkohl bewegen sie sich rückläufig, ebenso wie in allen inländischen Salatarten, Spinat und Zwiebeln die Preise abbröckeln. Der Absatz war nur teilweise gut. Es erzielten: Blumenkohl, 1 Steige 9 Stück, 350 ital., Feldsalat 30 bis 40, Gewürze!, großes Bündel 35 bis 40, Gurken (Treibhaus) Stück 65 bis 70, Karotten 10 bis 12, Kohlrabi (Treibhaus) Stück 20 bis 22, Kopfsalat (Treibhaus) 18 bis 22, ausl., Steige 25 Stück, 400 bis 450 ital., 450 bis 600 span., Lattich (Treibhaus) 40 bis 50, Schlüpfer (Treibhaus) 50 bis 60, Radieschen, Bündel 8 bis 10, Rha- barber 20 bis 25, Römischkohl 35 bis 40, Rotkraut 9 bis 10, holl., Sellerie, je nach Größe 5 bis 25, Spinat, Gärtner, 10 bis 13, Spinat, Pfälzer 9 bis 10, Schnittlauch 70 bis 80, Schwarzwurzel 12 bis 18, Tomaten, Kistchen 5 Kilo netto, 400 bis 450 kam, Weißkraut 9,5 bis 12 holl., Wirsing, spitz 15 bis 18, Wirsing, rund 10 bis 12, Zwiebeln, 50 Kilo 600 bis 650. Für Obst und Südfrüchte blieb das Angebot bei unveränderten Preisen und schleppendem Verkauf gut. Es erzielten Aepfel k 25 bis 30, II 16 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 14, amerikanische Aepfel, Kiste etwa 40 Pfund, rote 775 bis 950, gelbe 950 bis 1150, span. Apfelsinen, blond 12 bis 16, Blut 12 bis 17, italienische Apfelsinen, blond 12 bis 16, Blut 16 bis 22, Bananen, Kiste 12,5 Kilo netto, 550 bis 600 Jam., Tafelbirnen, Kiste etwa 40 Pfund, 1350 bis 1500, amerik., Kochbirnen 8 bis 10, Erdnüsse 13 bis 14, Mandarinen 15 span., Zitronen, 50 Kilo 750 bis 800. Die angegebenen Preise sind Großbezugspreise, sie sind, sofern nichts anderes vermerkt, auf ein halbes Kilo bzw. Stück in Pfennigen umgerechnet. Die Mttiregelmig für Gier in Kraft. Mit dem 1. A p r i l 1934 ist die neueMarkt- r e g e l u n g über d i e Erfassung und den Verkehr mit Hühnereiern für das ganze Reichsgebiet in Kraft getreten. Mit den neuen Bestimmungen tritt also auch derUebernahmefchein^ für Inländer er in Geltung. Kennzeichnungsstellen und ftandardifierungsberechtigte Einzelerzeuger haben nunmehr auf dem vorgefchriebenen Antragsformular den llebernahmefchein A bei der Reichsflelle für Lier anzufordern, und zwar zunächst für den voraussichtlichen Lierabsah in einer Monatsfrist. Die Antragsteller haben gleichzeitig mit dem Antrag die Gebühr, die im Eiergesetz vorgesehen ist, zu entrichten; sie beträgt 1 Mark für 100 Kilo Eier, bzw. 0,06 Pfennig je Ei. Grundsätzlich dürfen die genehmigten Uebernahmeschein'e erst ausgehändigt werden, wenn der Gebührenbetrag geleistet ist. Es empfiehlt sich also, bei der Reichsstelle für Eier ein kleines Konto zu unterhalten, von dem der jeweilige Gebührenbetrag abgezogen wird. Dadurch ist die Gewähr gegeben, daß in der Bewilligung des Antrags nicht die geringste Verzögerung eintritt. Die standardisierungsberechtigten Einzelerzeuger, die auf Grund eines Uebernahmescheines verkaufen, schicken am Monatsende nach Ablauf des Uebernahmescheines mit dem erfüllten und abgerechneten Schein auch die einzelnen Rechnungsdurchschriften ein, wie sie es bisher schon gegenüber dem Eierüberwachungsausschuß getan haben. An diesen brauchen keine Belege mehr zu gehen. Rechtzeitig vor Beginn des neuen Monats werden die Anträge für den nächsten Monat gestellt, worauf sich das Verfahren wiederholt. Es ist nicht notwendig, daß die im Uebernahmeschein angeforderte Menge voll erfüllt ist; bleibt ein Rest, für den die Gebühr bereits bezahlt ist, so wird automatisch der hierfür zu berechnende Gebührenrest gutgeschrieben und beim nächsten Schein verrechnet, so daß keinerlei Schädigung eintritt. von nun ab sind zum Eieraufkauf nur bie vom Vezirksbeauftraglen bestätigten Sammler berechtigt, die im Einverständnis mit der Be- zirkszentrate bzw. den Kennzeichnungsstellen und für deren Rechnung arbeiten. Alle anderen Ermächtigungen, fei es der übliche IBanber- gewerbefchein, fei es ein Ausweis vom Reichs- verband der ambulanten Gewerbetreibenden Deutschlands, berechtigt nicht zum Eieraufkauf neben der Erfaffungsorganifation. Zufarnrnenfaffend sei nochmals zur neuen Eierbewirtschaftung gesagt: Zur Regelung des Marktes find sämtliche Eier bei den genossenschaftlichen Sammelstellen bzw. Kennzeichnungsstellen, die bekanntgegeben worden sind, abzuliefern. Befreit sind von dieser Ablieferung d i e Eier, die vom Erzeuger unmittelbar an Verbraucher ab gesetzt werden; unter Verbraucher zählen in diesem Sinne Krankenhäuser, Erziehungsanstalten usw. Dagegen sind Hotels, Gasthäuser, Pensionen und dergleichen keine Selbstverbraucher im Sinne des Gesetzes. Der Verkauf an diese Stellen ist deshalb verboten. Die kennzeichnungssiellen versorgen ihren Bezirk mit Eiern, und zwar in der Weise, daß sie an den ortseingesessenen handel liefern. Lin freies Aufkäufen von Eiern ist nicht mehr statthaft. Auf der anderen Seite ist kein Erzeuger gezwungen, einer Genossenschaft als Mitglied beizutreten. Auszahlungspreise und das Gebiet der Preisspannen überwacht der Bezirksbeauftragte. Das Gesetz {ott den 21 b f a £ und Erlös für d e n Bauern sichern, es soll eine geregelte Versorgung des Verbrauchers zu angemessenen Preisen gewährleisten. Es muß erwartet werden, daß sich nicht alle Anstrengungen darauf richten, die neuen Vorschriften und Anordnungen zu umgehen, sondern daß das Ziel — der vereinigte und geregelte Markt — über die eigenen, oft falsch verstandenen Interessen gesetzt wird. Die Anschrift des Beauftragten für die Eierbewirtschaftungsstelle Hessen-Nassau lautet: Stellvertretender Bezirksbeauftragter für die Eierbewirtschaftungsstelle Hessen-Nassau in F r a n k -- furt a. M., Hermann-Göring-Ufer 31, Fernsprechnummer 33 424. Alle Anfragen, die die neue Eierbewirtschaftung betreffen, sind von jetzt ab an diese Anschrift zu richten. Steigende Selbstversorgung des deutschen Volkes Brotgetreide Sonst.Getrelde Hülsenfrüchte Gemüse Davon Erzeugnis der deutschen Bauern I 1926-1935 in v.H. iy*26-O5«1UU 10O ______ 99, Fleisch flolK-ProduKte Fette Eier 100 Die Sicherung der Ernährungsgrundlags des deutschen Volkes! Durch die marristische Mißwirtschaft ist die Wirtschaftslage des deutschen Bauerntums in der Nachkriegszeit immer schlechter geworden. Es war dem deut-« fchen Landwirt kaum noch möglich, die allernotwendigsten Anschaffungen zu machen. Trotzdem gab sich der deutsche Bauer alle Mühe, die Produktion der wichtigsten Nahrungsmittel so zu steigern, daß Deutschlands Ernährungsgrundlage sichergestellt wird. Durch die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung für das deutsche Bauerntum wurde im letzten Erntejahr wieder eine bedeutende Steigerung der Eigenproduktion erreicht und sind wir der Selbstversorgung des deutschen Volkes mit Lebensmitteln wieder ein gutes Stück nähergekommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuietzi veichiosienen Dividende an — Relchsbankdiskoni 4 o H. Lombardzinsfuß 5 v. H. .Vrant'ur d. Ml 8erhn Schluß» fürs Schluß!. QlbenD» börfe Schluß» fürs Schlußf mittag» börfe Datum 3.4. | 4.4- 3.4. 4.4. 6% Deutsche Reichsanleihe v 1927 96 96 95,9 95,9 6% ehem.7% Dt. Reichsanl v. 1929 100 100 100,2 100,13 6%% Doung-Anleihe von 1930 94,75 93.25 13,75 93.25 Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mit Au-los..Rechten 96,9 96,13 96.8 96,13 Desgl ohne AuSloi.-Rechte ..... 23,75 24-10 23,75 23-9 6% ehem.8% Hess Bolksstaat 1929 (rüktzahlb. 102%) 94 93,75 '3,65 93,4 6% Hess Landesbank Darmstadt Gold R 12 92,5 92-5 _ 92,25 d'/r% Hess Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui 91,75 91,5 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslol.-Rechten 94 93-5 _ - Deutsche Komm Sammelabl. Anleihe Serie I mit Auslos.-Rechten 95,5 95,65 95.6 95,65 6% ehem 8% Iranks Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 93 92,5 93 92,25 6% ehem 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse 16 unkündbar bis 1936 93 92,5 _ bVi% ehem «'/,% Frankl Hyp.- Bank-Ligu.-Psandoriese 91.65 91-75 _ Wi% -hem 4V,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-Goldvfe 92-5 92,75 _ _ «% ehem 8% Pr Landespfand, briejanftalt, Pfandbriese R 19 94,25 94 14-25 94,25 6% ehcm 7% Pr Lanvespfand- brtefanftalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Steuerpult cf) Verrechnungskurs 97-3 97,3 97,3 97,3 4% Oeltenetd)t|(t)e (ßolbrente. . <,20% Oeftenefd)ijd)e Silberrente *% Ungarische Goldrente *% Ungarische Staatsrente v. 1910 *Vt% öesgl. von 1913 6% abgest Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 *% Düykische Bagdadbahn-Anleihe Serie I 21,75 1,35 8 7,6 7,9 8 6,65 — — 20,75 1,35 — — 8,1 —— 8 7,4 —— 7,9 — 7.95 7,75 — 8 6,65 — — 6,75 — - tranffun a. m Berlin Schluß» furS Schluß!. Abend- börfe Schluß» fürs Schlußk. mittag» börfe Datum 3.4. 4-4- 3.4. 4.4. 4% desgl. Serie II 5% Rumön vereint). Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 4% Rumänische vercinh. Rente .. S%% Anatolier vamvurg.'Amerika-Paket .... o pamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff .......o Norddeutscher Lloyd ......... 0 G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Sommer,- und Prioat-Bank .. 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft ............... o Dresdner Bank.............. o Reichsbank ....... \2 V.G.G. o Bekula................. o irifiltr. LteferungsgeseNl'chäft ... 6 Lidit und Ärafi .... 6 Zelten L Guilleaume........ 0 Gelellich.s (ilefrr Unternehmung. 6 Rheinische Ho l , iai ...... 5 Schuckert S Co ........... 5 Siemens L Halske.7 Lahmepei »ULo. ............ 10 Buderus ................. Deutsche Srdbi ..............4 Gelsenkirchener ........... 0 Harpener g Voesch Eisen—Söln-Neuesten .. 0 Ilse Bergbau ... 5 Ilse Bergbau Genüsse ... . .. - Klöcknerwerke ......... „.....0 Manne-mann-RSbr«........ 0 6,7 4,13 30 29,25 53,65 71 87 49,5 o3,25 64,5 153,5 30,9 129,25 101 106 61,75 100,5 104,5 143 118 74,25 116,5 67,5 93,25 118,9 67 e8,5 6,75 4,65 4,175 29,9 28,5 32,9 67,75 86,5 49 64,25 64,75 150,5 29,5 128,5 100,5 104 60,25 98,5 95,75 103,25 140,5 72 114 65,25 93 138 116,5 64,5 c7 29,25 33,75 70 86.75 49,5 63,25 64,5 152.75 30,5 129,25 101 106 61,75 100,25 95 105 143 118 73 116,13 67,25 93 78,13 138,25 118.5 66 PR 4,5 7,5 4,1 30 28,65 26,75 32,9 67,75 86,75 49 64,25 64,75 150,25 29,13 128-75 100,5 103.75 60,5 98.5 95,75 103,5 140 117,75 72 113,5 65,4 93,13 75,75 139 117,75 64,5 67 ftrantruri a. 2)1 8erhn Schluß» fürs Schluß. Abend- börjf Schluy- turs Schlußf minag= börfe Daium 3.4. 4.4. 3.4. 4.4. Mansfeider Bergbau .. ....... 0 — — 74,75 73,25 Kokswerke ..... ....... 0 -- —— 99,5 97,13 Phoni; Bergbau ..... ....... 0 53,75 52,25 53,5 52 Rheinische Braunkohlen ..... 10 203,5 202,75 201,5 202 Rheinstahl ....... 0 96 94 96 94 Bereinigte Stahlwerke. ....... 0 45,65 44,25 45 44 Otavi Minen .......0 15,5 15 15,5 14,9 Kaliwerke Aschersleben. ....... 6 114,75 —— 114,75 112-5 Kaliwerke Westeregeln. .......6 115 — 115 114,5 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7V2 147 144 144,5 144,5 I. G. Karven-Industrie ....... 7 122 138,75 142,25 139,13 Scheideanstalt........ .......9 181 179 — Goldschmidt ........ .......0 63,65 61 63,5 61 Rütgerswerke ........ .......0 61 59,75 60,9 59,9 MetaUgelellschaft...... .......0 82,5 80,5 81 81 Phtltpp Holzmunn .... Zementwerk Heidelberg .......0 76 75 76 75 ......0 102 100 - Lementwerk Karlstadt.. .......0 109 - Schultheis Payenhoser ....... 0 — — 107 104,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 62,13 61,25 62,25 61,75 Bemberg .. ...... 0 69,25 i4,25 70,75 68,75 71.4 Zellstoff Waldhos ..... ....... 0 53,25 53,75 52,9 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 44 — 44,25 43 Dessauer Gas ..... ....... 7 —— —- 120 119,75 Daimler Motoren..... ....... 0 50,75 49.75 51 49,65 Deutsche Linoleum .... ....... 0 58,5 58 58,9 57,9 vrenstein L Koppel ... ....... 0 — — 69,25 68,5 Leonhard Tietz ...... .......0 22,25 21,25 22,5 21 Lliade ....... .......10 158,5 159 159 158,5 Attumulatoron.ffabrtk. .......0 175 177 176,5 175,5 Lonri^Nummt ...... ....... 0 145,75 146 145,5 146 GNtzner............. ......0 27,4 28,9 27,75 28,5 Marnkraftwerke Höchst a.SL... 4 - Süddertscher Zucker .. 167,75 168,75 169,5 Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a M 3. April 4.Apr Amtlich, Jiotierunq Amtlich, .Notierung Brie Geld Brie Helsingsor».. 5,699 5,711 5,719 5,7.Zs Wien ..... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag ...... 10,38 10,40 10,38 10,45 Budape- ... — — —* Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,23 169.57 169,18 169-52 Oslo ...... 64,84 64,9 65,13 65,27 riovenhagen. 57,64 57,76 57,94 58,06 Stockholm 66,53 66,67 66,83 66,97 London .. 12,905 12 935 12,965 12.995 Buenos Aire- 0,631 0,635 0,633 0,637 Reuyork ... 2,510 2,516 2,500 2-506 Brüssel..... 58,47 58,59 58,49 58,61 3 falten..... 21-60 21,64 21,58 21,62 Baris ...... 16.50 16,54 16,50 16,54 Schweiz 80,92 81-0 80.97 81,13 Spanien.... 34,22 34.2 34,22 34,28 Danzig..... 81-60 81,76 81,62 81,78 Japan ..... 0,763 0,765 0,764 0,766 Rio de Ian. . 0,211 0,213 0,214 0.216 Jugoslawien 5-664 5 676 5,664 5,676 Lissabon... 11,74 11,76 11,79 11,81 Banknoten Berlin, 4.April Geld Brief ~ Amerikanische Roten....... 2-453 2,473 Belgische Roten .......... 58,33 58,57 Dänische Noten .......... 57,68 57,92 Englische Noten .......... 12,92 12,98 Französische Noten........ 16,46 16,52 Holländische Noten........ 168,76 169,44 Italienische Noten......... 21-51 21,59 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ö 1OO Schilling 64,97 65l23 Rumänische Noten ....... ...... Schwedische Noten........ ...... 66,67 66,93 Schweizer Noten.......... e e e e e e 80,79 fii 11 Spanische Noten.......... 34-22 Ungarische Not«................