Montag, 5. März 1934 184. Jahrgang Nr. 54 Erstes Matt 2lr- ein, der Er Wo sieht England? Von Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Professor der Geschichte an der Universität Vertin. der ost beobachtete Gegensatz zwischen einem Par- lamentsautzenminister und der französisch orientierten Bürokratie des Außenamts, existiert für Eden nicht, dessen Auffassungen und Neigungen nach Paris gehen. Das bedeutet keine Deutschfeindlichkeit. Das ist reine englische Jnteressenpolitik, die die jüngere Generation fordert, mit der ist auch zu arbeiten. Man empfindet jetzt nachdrücklich, wie die Stellung Deutschlands nach dem großen Entschluß Adolf Hitlers vom Oktober in sich fest ruht und von diesem festen Standpunkte aus eine elastische, sichere und ruhige Politik gemacht werden kann. Man sieht auch an der Reise Edens, daß der englische Staatsmann auch in der Methode dasselbe jetzt als zweckmäßig ansieht, was der deutsche Kanzler verfolgt, nicht die große internationale Konferenz auf der nichts herauskommt, und auch nicht die Vermittlungsgespräche zu Dritt oder zu Viert, sondern, wie sich im deutsch-polnischen Abkommen so wirkungsvoll gezeigt hat, die Verhandlung zu Zweit, Staatsmann zu Staatsmann, Auae in Auge. $o sicher es ist, daß eine Revolution, wenn sie wirklich echt ist, imSchlußerfolgeinen gewaltigen Kräftezuwachs für en Volk bedeutet, so sicher auch ist es, daß sie in der ersten Phase ihrer Entwicklung die Reserven eines Volkes angreifen und damit zu einem gewissen Kräfteschwund führen Wechsel sei auch in anderen Ländern festzustellen. Deutschland beschäftige sich augenblicklich am stärksten mit dem Problem der Arbeitslosigkeit. Hitler müsse vorsichtig und langsam handeln. Eine ausländische Verwicklung sei daher das letzte, w a s er wünsche, denn sie würde seine großen Pläne für ein blühendes, befriedetes Deutschland zunichte machen. Kein Schritt vorwärts. Die französische Note wird Ende der Woche in London erwartet. London, 5. März. (DRV. Funkspruch.) Die französische Antwortnote zur Abrüstungsfrage dürfte, wie „Daily heralb" sagt, Ende der Woche nach London gesandt werden. Ls sei nicht länger daran zu zweifeln, daß sie, möge sie auch in der Form noch so höflich sein, tatsächlich die Vorschläge der britischen Denkschrift völlig ablehnen werde. Sie werde überdies weitere Verhandlungen völlig aussichtslos machen. Es verlaute, daß Doumergue und seine Kollegen wieder alle Forderungen stellen werden, die die früheren Schwierigkeiten ergeben haben, und die sich nicht wesentlich von dem Standpunkt vom Oktober v. 3. entfernen. Lloyd George zeigt Verständnis für Deutschlands Kriedensarbeit Oie Dreierkonferenz in Rom Begrüßungsaufsähe der italienischen presse. äIa6*a**am\1**aa**am Heimat imBildDieScholle M ■ Md WT Md ■ ■ Md fl ■ ■ Md W M I I V I für Anzeigen von 22 mm VJlvnvIlvl Zill w Ulv l WZ von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein« WZ Seneral-Anzeiger für ivberhesien MW * 0 Vereins- u. Tageskalender zrankfurt am Main 11688 Druck unö Verlag: vrühl'sche Unioerfitälr vuch- und Steindruckerei R. Lange ln Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze l im Textteil 12 Rpf je mm Sietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Reichspropagandaminister Dr. Goebbels eröffnet die Leipziger Messe. Oie Messe des wirtschastlichen Wiederaufstiegs. — Eine Schau deutscher Qualitätsarbeit Wicklung Oesterreichs und Ungarns, den entscheidenden Wert der Stellung der beiden Länder im mitteleuropäischen Rahmen, die Notwendigkeit besonderer Stützung und Zusammenarbeit für die beiden Länder und schließlich die Wichtigkeit überlegten Vorgehens in den drängenden Fragen und in der Verwirklichung der Absichten und Richtlinien, die im Donaubecken herrschen. — Der „Lavoro Fascista" spricht von der tiefen Sympathie des italienischen Volkes für das österreichische und das ungarische Volk. Die italienische Nation werde in Erinnerung an die eigenen Unabhändigkeitskämpfe den Verteidiger der Unabhängigkeit des „kleinen" Oe st erreich festlich empfangen und ebenso den Vertreter Ungarns, des Landes, das mit allen friedlichen Mitteln darauf bestehe, daß ihm sein Recht werde. London, 4. März (DNB.) Lloyd George verneint im Sunday Dispatch die Frage: „Wird es einen Krieg in Europa geben?" Er schreibt dazu u. a.: „Hitler scheint der einzige zu sein, der in der allgemeinen Aufregung d i e Ruhe behält. Er ist eifrig damit beschäftigt, die Ursachen für etwaige Reibungen mit seinen Nachbarstaaten zu beseitigen. Sein Pakt mit Polen ist ein bemerkenswertes Ereignis, eine Tat der mutigen Staatskunst." Keiner der Vorgänger Hitlers würde es gewagt haben, eine solche Vereinbarung durchzuführen. Es fei ein Beweis des Vertrauens, das Hitler allen Klaffen in Deutschland eingeflößt habe, daß diese Verständigung mit allen ihren Folgerungen ohne Tadel ausgenommen worden sei. Der Pakt mit Polen würde es einer chauvinistischen Regierung in Frankreich schwer machen, wegen der Braunhemden oder wegen der Gerüchte von einer deutschen Wiederaufrüstung Unruhe zu stiften. Wenn sich Polen abseits halte, könnte sich Frankreich kaum eine Aktion am Rhein leisten. Auch die englische Oeffentlichkeit würde sicherlich ein aggressives Vorgehen gegen Deutschland nicht unterstützen. Hitlers persönliche außenpolitische Aeußerun- gen hätten eine beruhigende Wirkung gehabt. Die Stellungnahme der englischen Oeffentlichkeit gegenüber Deutschland sei seit dem letzten Jahre bedeutend freundlicher geworden. Dieser Zeitpunkt der Umstellung von Fleisch- auf Pflanzenkost für einen bisher sleischessenden Menschen zweckmäßigerweise nicht dann aussucht, wenn dieser Mensch eben eine sch w e r e Krankheit durchzumachen hat, und jeder tiefgehende Eingriff in seine organischen Funktionen den sofortigen Tod herbeiführen kann. Wir übernahmen die deutsche Wirtschaft in einem solchen Zustande. Wir mußten alle Kräfte anspannen, um ihr d i e nackte E x i st e n z zu retten. Es war uns nicht freigestellt, nach den Gesichtspunkten eines reinen Ideals zu handeln, wir mußten vielmehr nach den Gesichtspunkten einer vor- handenen Realität, die wir vorfanden, ans Werk gehen. Die nationalsozialistische Revolution hat diese Probe des Lebens glänzend bestanden. Ohne sich im Geringsten von ihren programmatischen Forderungen abdrängen zu lassen, hat sie sie doch mit «den wechselnden Erfordernissen des Tages in Heber- I einstimmung zu bringen verstanden, und das Er- So hat sich der Engländer nicht nur erneut klargemacht, was das deutsche Programm ist und unweigerlich will, die Gleichberechtigung, die Verteidigungswaffen, (auch in der Luft), das Heer von 300 000 Mann, die Bereitschaft zur Kontrolle der nichtmilitärischen Verbände, wenn alle anderen Mächte in gleicher Weise dazu bereit sind. Er sah, wie eine Grundlage in der Verbindung mit Englands Vorschlägen und dem italienischen Standpunkt gefunden werden kann. Und er hat auch gesehen, daß er im Gespräch mit dem Führer das ganze deutsche Volk einheitlich und geschlossen zur Verständigung sich bereit gegenüber hat. Wo bei ihm aber etwa kritische Einstellung aus älteren englischen Meinungen gegen das neue Deutschland noch mitspräche, so weiß gerade dieser jüngere Staatsmann selbst zu gut — denn auf dieser Woge wird auch er getragen! — wie sehr und wie tief die neuen Gedanken der neuen Zeit, die im vorigen Jahre für Deutschland anbrach, nun auch in „old England" wühlen! muß. Wir wußten das auch sehr wohl und sahen deshalb unser erstes Ziel darin, diesen Kräfteschwund sobald und so schnell wie möglich wieder aufzuholen, um damit die deutsche Ration fähig zu machen, den nun an- brecheuden schweren Daseinskampf siegreich zu bestehen. Es war dabei von minderem Belang, ob d i e rein nationalsozialistischen Aufbaumethoden, die wir hätten zur Anwendung bringen sollen, theoretisch gesehen den Methoden überlegen waren, die wir tatsächlich zur Anwendung gebracht haben. Denn was hier zur Entscheidung stand, war weniger eine Frage der Theorie als der Praxis. So richtig es sein mag, daß die Pflanzenkost den menschlichen Körper besser ernährt als die Fleischkost, so richtig aber auch ist es, daß man den Rom, 3. März. (DNB.) In einem, vom italienischen Außenministerium inspirierten Artikel sagt das „Giornale d'Italia", der bevorstehende amtliche Besuch von Dollfuß und Göm- b ö s in Rom vervollständige die Reihe von zweiseitigen Begegnungen zwischen den Vertretern der drei Länder im letzten Jahre. Die drei befreundeten Lander verfolgten nicht nur im gegenseitigen Interesse, sondern auch zugunsten eines wohlverstandenen europäischen Gleichgewichtes eine Politik r e - g i o n a l e r Abkommen, wie sie ja auch international als wirksames Mittel zur Lösung besonderer Schwierigkeiten anerkannt seien. Die Politik der italienisch-österreichisch-ungarischen Verständigung diene zur Beschleunigung des Klärungs- und Festigungsprozesses im Donaubecken. Als Grundlagen nennt das Blatt: das unmittelbare und dauernde wirtschaftliche und politische Interesse Italiens am Bestand und an der Ent- Sicherlich ist es Wunsch der englischen Regierung, der auch weithin in der maßgebenden Konservativen Partei geteilt wird, daß die Abrüstungsver- handlungen zu einer wirklichen Einigung im Sinne der Herabsetzung der Rüstungen führen. Man weiß in England, daß die alte Alleinherrschaft zur I Leipzig, 4. März. (DNB.) Die diesjährige See für immer dahin ist, und man hat sich auch Frühjahrsmesse wurde auf dem Gelände der Tech- damit vertraut gemacht, daß der Jnselcharak- Nischen Messe mit einem schlichten Festakt feierlich ter des Reiches seit dem U-Boot- und dem Luft- eröffnet. Die Bedeutung, die der diesjährigen Frühschiff tatsächlich nicht mehr besteht. Und man jahrsmesse von der Reichsregierung beigelegt wird, wünscht eine Beschränkung der Rüstungsausgaben, fam darin zum Ausdruck, daß der Reichsminister für man wünscht die Bahn frei zu bekommen für eine Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goeb- wirklich aufbauende Weltreichspolitik, mit der man he fs, dem das Messewesen untersteht, gekommen wesentlich nicht vorankommt. Daher die Semüfyun= roar, um die Messe persönlich zu eröffnen. Zahlgen Macdonalds um Fortsetzung der Genfer Ar- reiche weitere Ehrengäste wohnten der Feier bei, beit. Daher die Reise des Lordsiegelbewahrers unter ihnen Reichswehrminister Generaloberst von Eden, der vielleicht der nächste Außenminister B l o m b e r g, zahlreiche Gesandte, zahlreiche Englands sein wird und sich die Sporen dafür schon Staatsminister der Länder, preußische Staatsräte, verdient hat. Vertreter der Reichswehr, der SA., SS., ber Reichs- Aber zwischen Maodonald und Edens Auffassung leitung der NSDAP., der Reichsstände und der und Anlage ist ein tiefgreifender Unterschied, in dem Presse. zugleich die Krise der englischen inneren Politik mit Fanfarenklänge leiteten den Eröffnungsakt der heraufziehenden englischen Entscheidung in der dann sprach der Präsident des Direktoriums Rnstungsfrage merkwürdig verbunden ist. Und dar- Leipziger Messe, Dr. Raimund Köhler, über muß man sich in Europa sonst ganz klar sein! führte'u. a. aus: Das Kabinett Macdonald ist nicht mehr Die Leipziger Messe ist das hohe Lied der populär. Man vermißt Führung und Wille. Noch beit des deutschen schaffenden Volkes, das die F e r- mehr: auch drüben drängen bie neuen Geban-Itigniciren als Gebrauchsartikel und ken mit aller Wucht an die alte Ueberlieferung Produktionsmittel herstellt. Ein großer und Form heran. Nationalsozialistisches Gedanken- Teil der mit der Fertigwarenherstellung Beschaftig- gut drängt herein, ebenso wie Mussolinische Ideen und ten erhält die Arbeit durch Messeaufträge zugewie- Rooseveltsche Programmatik. Draußen wühlt unb hen. Wir dürfen aber nicht nur zahlenmäßig die arbeitet öie Fafchistenbewegung Mos - Bedeutung der Leipziger Messe und der Fertig- leys mit seinen „Schwarzhemden", die schon bei Warenerzeugung erfassen, wir müssen sie auch vom den Parteiführern und den größten Zeitungen recht Standpunkt ihrer ideellen Bedeutung für das Wohl ernst genommen wird und immer nachdrücklicher bes gesamten Volkes betrachten. Da ist festzustellen, nach Führern ruft, die man nicht findet. Im Ka- baß gerade bei der Fertigwarenindustrie der Qua- binett arbeitet der Landwirtschaftsminister Walter litätsarbeiter sein Wirkungsgebiet hat. Die Messe Elliott, vielen aus den Genfer Verhandlungen jst aber nicht nur eine wirtschaftliche Angelegenheit, bekannt, ein konservativer Schotte, auch von der' sie jsi in großem Umfang auch eine Erziehungs- jünqeren Generation. Was dieser sagt und tut, er- angelegenheit. Von der Messe aus geht die Wirkung innert stark an Roosevelts Maßnahmen und auch zur Steigerung der Qualität, denn auf der Messe an Gedankengänge Adolf Hitlers. Inwieweit zu sieht Konkurrenz an Konkurrenz, und eine ßet= dieser Richtung Anthony Eden gehört, wissen wir stungsfront zur anderen an. Die Messe ist außer- nicht Heber innere Politik und Wirtschaft spricht er bem eine Propagandaeinrichtung von größtem Äus- nicht, aber er ist er ft 37 Jahre, Frontkämpfer, jün- maß. Sie wirkt durch ihre Einrichtungen auch aere Generation, die auch hier vorwärts drängt! außerhalb der eigentlichen Messezeit belebend für Das ist von innen heraus die kritische Lage, bie ganze deutsche Wirtschaft über die gesamte Welt Schwerlich wird das Hebergangskabinett Macdonald hmweg. demgegenüber die gesetzliche Dauer des Parlaments Dann sprach, von stürmischem Jubel begrüßt, außenpolitischen Erfolg baoontragen, är nur a^u f dem Abrüstungsfelde liegen könnte. Von hier aber kommt die andere Krise. Die Jüngeren, gewiß auch die Rüstungsinteressenten und die Volksgenossen und Volksgenossinnen? Die Imperialisten alten Stils, aber doch vor aüem bie I ber nationalsozialistischen Revolution, die jüngeren Konservativen, und unter ^en wieder Januar 1933 an die Macht tarnen, über Eden, fragen mit steigender Sorge, ob nicht bet n ^de, nicht beirren lassen. Wir waren doner Flottenpaktes vom April 1930 mit ihren Uebeneugung, daß, wenn es uns gelingen Programmen des letzten ^h^es in vollem Maße bas ganze deutsche Volk zu mitwirkender aus. An beiden Stellen hat die ostasiatlsche und die ouhurufen es uns auch gelingen würde, mit Völkerbundskrij- zu einem ,-hr starken Einfluß der W Herr zu Admiralität geführt. Kem Wunder, daß bas in n Sie wichtigste und entscheidenste Auf- England nachwirkt, daß man die Position m Smga. Lösung anvertraut wurde, war pore auf einer wie niemals sonst betanntgegebemm 9^e, o.e un^gu Arbeitslosigkeit. Konferenz prüfest laßt, oder die Frage wie: man ist vielfach Klage darüber geführt worden, für die Flottenkonferenz des nächsten Jahres fid) £ b(?'r Nationalsozialismus sich vorerst m der vorbereite, wenn der Flottenpakt ablauft etwa in ^l/rd)|üf)runq seines rein programmatischen wirt- einem so wichtigen Problem, ob künftighin Groß- “Inhalts größte Behutsamkeit kampfschiffe noch gebaut werden sollen oder nicht, uv l ^)abei war uns das durch die Zwangs- Aus verschiedenen Quellen drangt so lmmer em- ' « ber Entwicklung selbst sozusagen anbe- heitlicher em Strom gegen Macdonalds Auffassung 9 6s qinfl nicht an, in einer Zeit, m der und Taktik in der Rüstungsfrage heran, ein Strom, ^UOnen Menschen die vitalsten Bedingungen ber zugleich auch immer stärker vom Volker- materiellen Existenz bedroht sahen, Debatten d und ab lenkt. „ ir, .. ’ führen und Experimente zu versuchen; es war Im Gefühl so heraufziehender Entscheidungen, “ gnMe Stunde gekommen, zu handeln die gleichzeitig drinnen und draußen sich vor- bag entscheidende Problem der deutschen Wirt- bereiten, machte Eden diese ^eife. Neue Informa- aft5frife gleichviel mit welchen Mit- tionen konnten sie ihm schwerlich bringen Er hat Mtsmse, g^ cy rststungVb = r°-^°om°B°d°n"der W-ichb-r" ch! । - »<■ ->°" -'n- wenn jie tigunq aus Deutschland ist. Er hat in Berlin und Rom gesehen, daß man an beiden Stellen unter gewissen Voraussetzungen die letzten englischen Vorschläge, die den schweren Fehler Simons im letzten Oktober einigermaßen wieder 6^ machen als geeignete Grundlage betrachtet Unb er sieht in Paris, daß man dort mit nicht einmal neuen Formeln die alte Starrheit in der Ablehnung der Abrüstung fortsetz So wird vor ß Solange ber jetzige Skandal bauert, so- allem (ein Zweck gewesen (em,^ zu tun wa^der .fi Frankreich nicht die Entscheidung im Diplomat nennt „tater le terram , d a Finne etwa der „nationalen Union unb eines ab t oft en und prüfen °ufd'° Entscheidung hm, ^mchen Führertums gefallen ist, kann keine Par- anf die der betre sende Staatsmann stch °°rb° tei und kein Politiker dort aus den ausgefahrenen reitet Als ein typisch englischer konservativer P°U starren Sicherheitspolitik heraus. Wann titer überstürzt dieser arnmenöe U S (i* bas ändert, weiß Mister ebensowenio wie m.r. lanbs großer Politik nichts. Aber natürlich wird af)cr die Entscheidung er in solchem 3ufammenpang mit «n« “r“™9e".L England selbst heraufzieht, darüber muß Fahrt viel oorbereiteter, sichere^und damitempug । „ a gurpa ttar fein. reicher innerhalb ber Partei, im Kabine , 9 9 I gs £ ■ r»eapn , wei große Linien aber für über seinem eigenen Führer ^dwm und ooll englischen Staatsmann fest. Draußen, über gegenüber Männern wie Macdonald oder ga eeerüftung und sonst, die V e r ft a n - Simon. .. . . Meli- nockdigung mit Amerika, keinesfalls em Begen- Diefe Art Politik wmd gewiß eine W le noch Spannung, wie sie A. Chomberlam den Genfer Faden weiter^mnen. Sich^rüch ab 1« herbeigeführt hatte. Und bnnnen, alfo in ffiu. wird Eden aus Berlin nicht den Emdrucl muge r sicherlich die Lime noch bewußter bracht haben, es werde gelingen, Deuflchland, ^geh^»°^stch^^ 3rantreid)s. Sann einigen Rebensarten wieber nach Genf unb auf b ben pfzülichen Botschafterwechsel Englanbs in aussichtslosen Weg ber Abrüstungsgesprach z schon io beuten? Gewiß war Lorb % i) r e 11 -u bringen. Unb aus Paris nahm er den Embr Par sch J . Stützen ber englisch-frunzosischen mit, baß bie innere Krise Frankre chs «n wr uarqwn EranFer Mann dieses zu einer vorwartsgehenben Außenpolltik'm gn er einiC frischere Kraft braucht, Sinne ber allgemeinen Rustungsverstanbigung Nicht weyr mogucy, B gebnis war ein wirtschaftlicher Erfolg, wie er in diesem Ausmaß selbst nicht von den Optimisten erwartet worden war. Der Nationalsozialismus an sich ist eine grandiose Umstellung der gesamten organischen Funktionen unseres Volkslebens. Diese Umstellung aber konnte in der Situation, in die wir hineingestellt wurden, nur vollzogen werden nach Maßgabe der organischen Funktionsmöglich- leiten. Die deutsche Wirtschaft selbst war innerlich schon so zermürbt und widerstandsunfähig geworden, daß man ihrer alleinigen und einzigen Initiative den zu vollziehenden Umschwung nicht mehr zutrauen konnte. Die Regierung hat ihr deshalb ihre helfende Hand gereicht. Sie hat mit ganz großzügigen und manchmal kühnen Projekten in den Wiederankurbelungsprozeß der deutschen Produktion eingegriffen, hat ihn geregelt und in feste Bahnen hineingelenkt, hat ihm Sinn, Methode, Klarheit und Ziel gegeben. Anderseits durfte sie aber dafür mit Recht von der Wirtschaft erwarten, daß sie nun nicht ihre einzige Hoffnung auf den Staat setzte und sozusagen darauf wartete, daß Kredite und Aufträge vom Himmel herunterregne- lAi, daß sie vielmehr mit wachem Verständnis den Maßnahmen von oben ihre Unter- stühung lieh und die großzügig getätigte amtliche Initiative durch eine ebenso kühne und hoffnungsfrohe pri- i vate Initiative ergänzte. In diesem Sinne und aus solchem Geiste heraus sind Regierung und Wirtschaft gemeinsam an die Arbeit gegangen. Der Erfolg, der gezeitigt wurde, ist der beste Beweis für die Richtigkeit der Methode, die dabei zur Anwendung kam. In der ersten Offensive gegen die Arbeitslosigkeit gelang es uns, die Erwerbslosenziffer um 2,24 Millionen zu senken. Im Jahre 1933 hat die Zahl der Konkurse um 46 v. h. und die Zahl der Vergleichsverfahren um 76 v. H. abgenommen. Im Jahre 1933 sind mengenmäßig 12 v. h. mehr Waren erzeugt worden als 1932. Der Produktionswert der Industrie beläuft sich 1933 auf rund 41 Milliarden gegenüber 38 Milliarden im Jahre 1932. Produktion und Umsatz der Maschinenfabriken betrugen im Januar 1933 etwa 80 Millionen, im Dezember 1933 etwa 140 Millionen. Die Erzeugung der gesamten deutschen T e x t i l i n d u st r i e betrug 1932 6,4, 1933 7,2 Milliarden. Die Beschäftigung im Baugewerbe stieg im Jahre 1933 um 60 v. h. Es wurden im Jahre 1933 etwa 200 000 Wohnunaen errichtet, das sind rund 40 000 mehr als im Jahre vorher, und die Erzeugung in der A u t o m o b i l i n d u st r i e lag im letzten Halbjahr 1933 um rund 121 v. h. über dem Stande des entsprechenden Halbjahres 1932. Oder um es an dem nächstliegenden Beispiel klarzumachen: Die Leipziger Frühjahrsmesse 1934 wird um mehr als 1 200 Firmen stärker b e - schickt, als die Frühjahrsmesse im Jahre 1933. Damit aber nicht genug! Das deutsche Volk hat durch ein ganz großzügiges soziales Hilfswerk auch für die Aermsten der Armen die Ueber- dauerung dieses schweren Winters möglich gemacht. Das Winterhilfswerk, das mit dem 3. März seinen Kampf gegen hunger und Frost für diese Kälteperiode abschließen wird, kann dabei voraussichtlich einen Umsatz von rund 3 2 0 Millionen in Geld und Sachwerten verbuchen. Mit Beginn des Frühlings, am 21. März, eröffnet die Regierung zusammen mit der deutschen Wirtschaft die zweite große Jahresoffen five gegen die Zeitkr ank- heit der Arbeitslosigkeit. Sie wird sogleich mit einem fertigen Programm an die Oeffentlichkeit treten, in dessen Vollzug wir wiederum rund zwei Million en der grauen Etendsarmee von der Straße in die Fabriken und Kontore zurückzuführen hoffen. Die Regierung rechnet dabei auf die tatkräftige Unterstützung aller Kreise des deutschen Wirtschaftslebens. Sie ist der Ueberzeugung, daß es gelingen muh, das große Ziel zu erreichen, wenn niemand sich den Verpflichtungen entzieht, die die Rot der Zeit jedem von uns aufbürdet. An die Stelle eines lähmenden Pessimismus find gläubige Zuversicht, tapfere Lebensbejahung und konsequente, stolze Lebens- gestaltung getreten. Die deutsche Ration erhebt sich wieder aus der drohenden Gefahr eines alles zerstörenden Primitivitätskutts und erklimmt wieder mutig den steilen Weg zur höhe eines europäischen Kulturstaates. In diesem glückhaften Zeichen steht die Eröffnung der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse. In einer großen internationalen Schau präsentiert sich die deutsche Wirtschaft in edlem Wettstreit mit der Wirtschaft anderer Länder. Sie gibt dem ganzen Volke einen plastischen und imponierenden Ueberblick über die höhe ihrer Leistungsfähigkeit, über den Rang deutscher Wertarbeit und über die Güte deutschen Schaffens, hier aeigt sich, was deutscher Erfinder- ge-ist, deutscher Unternehmersinn und Fleiß und Tüchtigkeit des deutschen Arbeiters zu leisten vermögen. Die Leipziger Messe ist deshalb auch von der nationalsozialistischen Regierung als einzige, allgemeine internationale Messe im Deutschen Reich ausdrücklich anerkannt worden. Ihr im Namen der gesamten Regierung all unsere Hoffnungen und unsere wärmsten Wünsche mit auf den Weg zu geben, ist mir ein herzliches Bedürfnis. Mit starkem Selbstvertrauen wollen wir auf dem einmal eingeschlagenen Wege deutscher Zukunft weiter schreiten und uns durch keine Not und durch keine Gefahr vom klaren Kurs abdrängen lassen. Wo Mut und Tatkraft, Fleiß und Beharrlichkeit, Wärme des Gefühls und Tapferkeit des Denkens sich miteinander vermählen, da muß es am Ende auch wieder nach oben gehen. Der größte Teil der deutschen Not liegt hinter uns. Den klein- ren, der vor uns liegt, werden wir in gemeinsamem Kampfe bezwingen. Wenn Regierung und Volk treu zusammenstehen, wo gäbe es ein Unglück, das uns in unserem Gleichmut erschüttern könnte? In diesem Sinne erkläre ich die Leipziger Frühjahrsmesse 1934 für eröffnet! Keine besonderen Studenten- Arbeitslager. Berlin, 3. März. (DNB.) In der Presse war verschiedentlich die Ansicht aufgetaucht, daß für die Studenten besondere Arbeitsdienstlager eingerichtet würden. Demgegenüber wird betont, daß die ©tu? denten nicht in eigenen Studentenarbeitslager untergebracht, sondern daß sie auf die verschiedenen Arbeitslager verteilt werden. Eine Zusammenballung der Studenten in eigenen Arbeitslagern soll auf jeden Fall vermieden werden. Im Gegenteil soll ja gerade erzielt werden, daß die jungen Leute sich in die Volksgemeinschaft einfühlen, für sie Verständnis finden und nicht Sondergruppen bilden. Erleichterung des Auslandsstudiums. Berlin, 3. März. (DNB.) Der Reichsführer der D. St., Dr. S t ä b e l, hat eine Verfügung erlassen, die sich mit den Studierenden befaßt, die ihr Studium an deutschen Hochschulen unterbrechen, sei es, um als Werkstudent zu arbeiten oder an einer ausländischen Hochschule zu studieren. Diese Studenten haben bei der örtlichen Studentenschaft, der sie angehören, um Urlaub nachzusuchen. Die ins Ausland gehenden Angehörigen der D. St. erhalten künftig eine besondere Mitgliedskarte, die deutschen Behörden und Organisationen im Ausland gegenüber und während der auf den Ausländsaufenthalt folgenden Ferien auch im Reiche als Ausweis gilt. In Fällen plötzlicher Erkrankung oder wirtschaftlicher Notlage wird daraufhin den im Auslande weilenden Studenten die kameradschaftliche Hilfe der Deutschen Studentenschaft zuteil werden. Damit ist ein großes Risiko, das bisher mit dem Auslandsstudium verbunden war, beseitigt. Eine weitere Förderung des Auslandsstudiums ist in einer gleichzeitigen Anordnung zu erblicken, wonach diejenigen Abiturienten, die im Besitze der Hochschulreife sind und das Sommer-Semester an einer Universität der französischen Schweiz verbringen wollen, vom Werkhalbjahr bedingungsweise beurlaubt werden. Diese Studierenden werden ihrer Arbeitspflicht in anderer Weise zu genügen haben; gegebenenfalls wird das Werkhalbjahr für sie auf das Winter-Semester gelegt werden. Die Abiturienten, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen, können bei der Deutschen Studentenschaft (Berlin SW. 68, Friedrichstraße 235) eine vorläufige Mitgliedskarte beantragen, die ihnen die gleichen Vorteile sichert wie den übrigen im Auslande befindlichen Angehörigen der Deutschen Studentenschaft. Gute Erfolge des ersten Messetages. Lebhaftes Interesse des Auslandes. Leipzig, 4. März. (DNB.) Der erste Tag der Frühjahrsmesse erhielt seine Prägung durch die große Zahl der in- und ausländischen Regierungsoertreter, die der Eröffnung beiwohnten, und durch die packende Rede des Reichspropagandaministers. Nirgends war das Bedrücktsein der Menschen festzustellen, das die letzten Messen in der Zeit des Niederganges kennzeichnete. Ueberall trat eine hoffnungsfrohe Stimmung in Erscheinung. In vielen Fällen sind bereits am ersten Tage die Hoffnungen, die man auf die Messe setzte, erfüllt worden. Selbstverständlich war nichts zu hören von Abschlüssen, die wichtige Umsätze darstellen. Darin unterscheidet sich das bisherige Ergebnis nicht von dem der Vorjahre, denn am ersten Tage der Messe kommt zunächst die Kundschaft aus der Umgebung Leipzigs, die ihren kleinen Bedarf deckt. Es ist aber zu erkennen, daß dank der erfolgreichen Maßnahmen der Reichsregierung eine h e - bung der Kaufkraft der Bevölkerung eingetreten ist und daß ihr dadurch Rechnung getragen wird, daß die Verkaufsläger mit kleineren Tagesbedarfsartikeln aller Art auf gefüllt werden. Die Saar und Oberschlesien haben ihre hauptsächlichsten Erzeugnisse gesammelt ausgestellt. Auf der Technischen Messe gibt es eine Fülle von Neuheiten. Dies gilt namentlich für den Fahrzeugbau. Mit einer ganzen Anzahl von außerordentlich zweckmäßigen Neuerungen wartet die för- üertechnische Industrie auf. Die Maschinenfabriken haben beachtliche Neukonstruktionen ausgestellt. Ihnen schließt sich die Elektrotechnik an, in der der Drang nach Sicherheit und Sparsamkeit erkennbar ist. Die R a d i o i n d u st r i e stellt sehr große Geräte zur Schau, doch wurde hauptsächlich großes Interesse für (Empfänger» Verbesserungen bekundet. Bei den Verbrennungskraftmaschinen fällt auf, daß mehr Viertakt- als Zweitaktmotoren sieht. Der Kraftwagenmotorenbau hat wahrscheinlich die Konstruktion der übrigen Maschinen beeinflußt. Auf der B a u m e s s e stehen die Neuerungen auf dem Gebiete des Straßenbaues (Holzsteinpflaster und Stahlroststraße) im Vordergründe des Interesses. Auf der T e x t i l m e s s e wurden Artikel für den täglichen Bedarf am ersten Tage bereits sehr lebhaft gefragt. Auch die M ö b e l m e s s e übt eine große Anziehungskraft aus. Die Werbe- und Verpackungsmesse konnte zu gewissen Zeiten des Tages kaum die Besucher fassen. Man spricht für die Frühjahr'messe von etwa 16 0 0 0 Einkäufern, eine Zahl, die nach den wenigen beim Messeamt bisher eingegangenen Meldungen recht erheblich ist. Von 7562 Aus stelle r n sind 133 000 Quadratmeter Fläche belegt, das sind 18 v. h. mehr Aussteller und 21 v. h. mehr belegter Raum als bei der Frühjahrsmesse 1933. Unter den Ausstellern sind 5 4 7 aus dem Aus - lande, also etwas weniger als bei der letzten Frühjahrsmesse. Diese Abnahme ist zum Teil durch die hemnisse zu erklären, die den Ausstellern aus Oesterreich in den Weg gelegt werden. Außerdem ist festzustellen, daß die Ausländsaussteller sich zur Frühjahrsmesse 1934 auf 24 Auslands st aa- ten verteilen, während im Vorjahr nur 22 fremde Staaten an der Messe als Aussteller vertreten waren. Die Zahl der deutschen Aussteller hat gegenüber der Frühjahrsmesse u m 1200 zugenommen. Ueberaus zahlreich sind die Aussteller aus der Tschechoslowakei erschienen. Die Tschechoslowakei stellt die zweitgrößte Auslandsgruppe unter den Ausstellern dar. Von den Auslandsvertretern in Leipzig sind messeamtliche Anmeldungen durchschnittlich in f a ft doppelter Zahl gegenüber denen zur Frühjahrsmesse 1933 eingegangen, besonders aus Schweden, Norwegen, Dänemark, Groß-Britannien, Holland, aus der Schweiz, der Türkei und Südslawien, Die Allpreußische Landeskirche derLeikung der Reichskirche unterteilt Einheitliche Führung der Gesamtkirche. - Verbilligung der Verwaltung. Berlin, 3. März. (DNB.) Der Evangelische Pressedienst teilt mit: Durch eine am 1. März in Kraft getretene Verordnung hat der Reichsbischof als Landesbischof der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union seine Befugnisse aus die Deutsche Evangelische Kirche übertragen. Die Verordnung ist auf Grund der „Verordnung zur Sicherung einheitlicher Führung der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union" vom 26. Januar erlassen. Das geistliche Ministerium hat darauf ein Kirche n g ese tz beschlossen, das am 2. März in Kraft getreten ist. Nach § 1 dieses Gesetzes übernimmt die deutsche evangelische Kirche unter Führung des Reichsbischofs als Landesbischof durch ihre Organe die Leitung der evangelischen Kirche der altpreußi- chen Union. Die Einrichtung der General- ynode wird aufgehoben, an ihre Stelle tritt die Landessynode, welche aus den gewählten altpreußischen Mitgliedern der Nationalsynode besteht. Der Reichsbischof ist befugt, die Zahl der Mitglieder durch Zuernennung auf 30 zu erhöhen. In ß 3 wird die Umbildung der Provinzialsynoden geregelt. Diese treten innerhalb der nächsten 2 Wochen zur Bildung einer neuen Provinzialsynode aus ihrer Mitte zusammen. Die neue Provinzialsynode besteht aus dem Bischof (Landespfarrer) als Präses, achtzehn Mitgliedern und einem Vertreter der evangelisch-theologischen Fakultät der Provinzialuniversität. Von den achtzehn Mitgliedern werden zwölf durch die bisherige Pro- vinzialsynode gewählt und sechs durch den Bischof ernannt. Die Hälfte der Mitglieder müssen Laien ein. Die Wahl erfolgt im Verhältnis der auf Grund der Wahlen vom 23. Juli 1933 bestehenden Zusammensetzung der bisherigen Provinzialsynode. Das Fakultätsmitglied wird auf Vorschlag der Fakultät durch den Bischof (Landespfarrer) ernannt. Kommt eine Wahl in einmaliger Sitzung durch die bisherige Provinzialsynode nicht zustande, so ernennt der Bischof (Landespfarrer) sämtliche Mitglieder der neuen Provinzialsynode. Der Provinzialkirchenrat besteht aus dem Bischof (Landespfarrer) und fünf Mitgliedern, oon denen zwei der Bischof (Landespfarrer) aus der neuen Provinzialsynode ernennt. Die übrigen drei -Nitglieder werden durch die neue Provinzialsynode aus ihrer Mitte gewählt. Bei den Beratungen der Landessynode und der Provinzialsynode erar= e Srwode ihre Willensmeinung in brüder- llcher Aussprache. Kommt eine einmütige abschließende Stellungnahme nicht zustande, so sind für die Ent- chlleßurm der Kirchenbehörde die Stimmen zu wägen. Der Rechtsausschuß der Kirche besteht aus dem durch den Reichsbischof ernannten Vorsit- jcnben sowie sechs weiteren Mitgliedern, von denen der Relchsbischvf zwei aus der kirchlichen Verwal- tung und vier aus der Landessynode ernennt. Der u a ui 5 a 11 v f u der Kirchenprovinz besteht aus dem durch den Bischof (Landespfarrer) ernannten Vorsitzenden sowie vier weiteren Mitgliedern, von denen der Bischof (Landespfarrer) ein Mitglied aus der kirchlichen Verwaltung und drei aus der Provinzialsynode ernennt. Die Mitglieder der Rechtsausschüsse werden auf die Dauer von zwei Jahren bestimmt. In der Erläuterung zu dem Gesetz heißt es u. a.: Das Gesetz stellt das Verhältnis zwischen der deutschen evangelischen Kirche und der größten deutschen Landeskirche auf eine völlig neue Grundlage. Die evangelische Kirche der Altpreußischen Union bleibt als solche bestehen. Ihre Leitung wird dagegen mit der der Reichskirche vereinigt. Durch diese Uebersührung der leitenden Organe der Alt- preußischen Union in die Reichskirche ist eine wesentliche Voraussetzung für eine einheitliche unb bewegliche Führung der Gesamtkirche geschaffen. Die Verfassungsreform, die das neue Gesetz einleitet, erstreckt sich innerhalb der Landeskirche bis hinunter zur Stufe der Provinzialkirchen. Die Synoden werden wesentlich verkleinert, ihr parlamentarischer Charakter verschwindet. Die Meinungsbildung erfolgt nicht mehr durch Abstimmungen, sondern auf dem Wege brüderlicher Aussprache. Auch die Gesetzgebung wird auf eine neue Grundlage gestellt. In Zukunft werden die altpreußischen Kirchengesetze entweder durch die Landessynode im Zusammenwirken mit dem geistlichen Ministerium oder aber von diesem allein erlassen. Vor allem aber tritt eine wesentliche Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung dadurch ein, daß die beiden großen Kirchenregierungsbehörden, die bisher unabhängig von einander bestanden, in ein organisches Verhältnis zu einander gebracht werden. Damit ist die Möglichkeit gegeben, Aufgaben, die kraft alter Uebedieferungen bisher von der altpreußischen Landeskirche erledigt wurden, mit den entsprechenden Aufgaben der Gesamtkirche unter eine einheitliche Leitung zu bringen und wiederum die alt- preußische Verwaltungserfahrung weit unmittelbarer als früher für die Interessen der Reichskirche nutzbar zu machen. Durch ein besonderes Gesetz wird die Tätigkeit des geistlichen Ministeriums auf die unmittelbar verfassungsmäßigen Aufgaben beschränkt. Das Ministerium ist nicht mehr Verwaltungsinstanz. Seine Mitglieder sind deshalb ehrenamtlich tätig. Das Fugendwerk der evangelischen Kirche. Berlin, 3. März. (DNB.) Das geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche hat am 2. März ein Kirchengesetz beschlossen, das die Jugendarbeit der Deutschen Evangelischen Kirche regelt. Danach faßt die Deutsche Evangelische Kirche die gesamte evangelische Jugendarbeit zusammen und führt sie, von der Gemeinde ausgehend, als „Jugendwerk der Deutschen Evangelischen Kirche" durch. Mit der Leitung des Jugend- wertes beauftragt der Reichsbischof den Reichs- jugendpfarrer, der Landes - und Kreisjugendpfarrer bestellt. Alle bisherigen Rechtsbestimmungen über das evangelische Jugendwerk werden aufgehoben. Der Reichsjugendpfarrer erläßt die zur Durchführung des Gesetzes erforderlichen Ausführungsbestimmungen. Das Gesetz lenkt eine 100jährige erfolgreiche und gesegnete Arbeit in neue, unserer Zeit gemäß« Bahnen. Die Jugendoerbände hören auf, in der bisherigen Form zu bestehen. In Zukunft gibt es nur noch Jugendarbeit auf dem Beben der Kirchen und der Gemeinden. Das Jugendwerk erstreckt sich nicht nur auf die bis- herigen hündischen Wirkungskreise, sondern auf all« Gebiete, auf denen die Kirche mit der Jugend zu tun hat, insbesondere auch auf den Konfirmanden- unterricht, Kindergottesdienst, Freizeitgestaltung, Schulungsarbeit, Gemeinde-Jugendkreise. Das Gesetz nimmt ausdrücklich Bezug auf das Abkommen zwischen dem Reichsbischof und dem Reichsjugendführer und beschränkt dementsprechend die kirchliche Jugendarbeit auf die Wortverkündigung in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit. Zugleich gibt es der Jugendarbeit einen universalen Charakter, indem es jede Sondermitgliedschaft auf hebt und jeden evangelischen Jugendlichen in den Wirkungskreis kirchlicher Jugendarbeit einbezieht. Baldur von Schirach begrüßt die evangelische Jugend. Berlin, 4. März (DNB.) Der Reichsjugend- führer, Baldur von Schirach, erläßt folgenden Tagesbefehl an die Hitlerjugend: Mit dem heutigen Tag wird die Eingliederung der evangelischen Jugendorganisation in die Hitlerjugend abgeschlossen. Ich begrüße unsere neuen Kameraden, die mit ihrem Bekenntnis zu uns ihren Willen zu einem Deutschland der Einheit und Kameradschaft bekundet haben. Die Tat der evangelischen Jugend hat den wenigen, die noch beiseite standen, ein Beispiel gegeben. Seid willkommen, Kameraden, die Jugend Adolf Hitlers ist stolz auf Euch! GAR I. und Stahlhelm. Berlin, 3. März. (DNB.) Auf zahlreiche Anfragen über das Abkommen, das am 25. Januar 1934 betreffs SAR. I zwischen dem obersten SA.- Führer und dem Stahlhelm, BdF., abgeschlossen wurde, teilt der Bundesführer des Stahlhelms folgendes mit: Durch dieses Abkommen des obersten SA.-Füh- rers — also des Führers selbst — mit der Gegenzeichnung des Stabschefs, ist das Verhältnis zwischen SAR. I und dem Stahlhelm völlig geklärt und geregelt. Hiernach treten möglichst alle S t a hl- hel m k a m e r a d e n zwischen 35 und 45 Jahren in hie SAR. I. Gleichzeitig können sie, Mitglieder des Stahlhelms bleiben.' Diejenigen Kameraden, die aus körperlichen oder beruflichen Gründen, z. B. wegen Kriegsverletzung, sich nicht in der SAR. I betätigen können, verbleiben w i e bisher im Stahlhelm, BdF., dessen wehrsportliche Betätigung auf die SA. und SAR. I übergegangen ist. Für diejenigen Kameraden, die hiernach nur Mitglieder des Stahlhelms find, gilt folgende Anordnung: Meine (d. h. des obersten SA.-Führers) nachfolgenden Anordnungen berühren das Fortbestehen des Stahlhelm, BdF., nicht. Dieser stellt eine Vereinigung von Kriegsteilnehmern und solchen Männern über 35 Jahre dar, welche als Träger der Tradition des Frontsoldatenerlebens für geeignet gehalten werden. Der Bund ist dem Führer unterstellt, er wird vom Bundesführer Seldte geleitet. Im Einverständnis mit diesem weise ich darauf hin, daß d i e bisherige Bundestracht mit der roten Hakenkreuzkampfbinde auch weiterhin von den Bundesmitgliedern, soweit sie nicht der SAR. I angehören, getragen werden kann. Hinsichtlich der Eingliederung selbst spricht das erwähnte Abkommen die Erwartung aus, daß diese „Zusammenfassung von SA. und SAR. I reibungslos und harmonisch vor sich geht, und daß von keiner Seite auf den einzelnen ein Zwang ausgeübt wird". Nach diesen klaren Bestimmungen des Abkommens vom 25. Januar 1934 verstoßen alle eigenmächtigen Handlungen, die auf eine Schädigung oder teilweise Auflösung des Stahlhelm hinauslaufen, einerseits gegen die ausdrücklichen Anordnungen des Führers und des Stabschefs, andererseits auch gegen diejenigen des Bundesführers des Stahlhelms. Oie Eingliederung des Kernstahlhelms in die SA. am Niederrhein. Duisburg-Hamborn, 3. März (DNB.) Anläßlich der Eingliederung des Kernstahlhelms in öie SA. wird von dem bisherigen Landesführer des Stahlhelms, Major a. D. N i e d e r h o f f, ein Tagesbefehl ausgegeben, in dem er mitteilt, daß er bie Uebersührung des Landesverbandes Niederrhein des Stahlhelms indieSAR. I verfügt habe. Führer in der SAR. I können, so heißt es in dem Tagesbefehl weiter, auf Grund des Befehles des obersten SA.-Führers, nicht gleichzeitig Führer im Stahlhelm fein. Nach Meldung der mir unterstellten Verbände, hat sich keiner der Kameraden bereit erklärt, den Stahlhelm weiterzuführen. Damit stelle ich fest, daß der Stahlhelm im Bereich des Landesverbandes Niederrhein ohneFührer ist und somit zu bestehen a u f g e h ö r t h a t. Auch der Führer der SA^Gruppe Niederrhein, Gruppenführer Knickmann, hat einen Tagesbefehl ausgegeben, in dem gesagt wird: Mit der Eingliederung des Kernstahlhelms ist >er letzte Schein einer Trennung zwi- chen den politischen Kampforganisationen des beut» chen Volkes beseitigt, alle tragen in Zukunft Jas braune Ehrenkleid; unter alles Vergangene ist omit ein Strich gezogen. Gemeinsam werden wir im gleichen Marschtritt und im gleichen Glauben unter Hitlers Fahnen einer neuen deutschen Zukunft entgegengehen. Französisches Kapital für die Mandschurei. ^aris, 4. März. (DNB.) Havas meldet aus Tokio, daß nunmehr endgültig eine französisch- japan i s ch e Gesellschaft zur Investierung von Kapitalien in der Mandschurei gegründet worden ist. Das Abkommen wurde von dem Vertreter einer französischen Wirtschaftsgruppe und von einem leitenden Mitglied der südmandschurischen Eisev- bei Wettervoraussage 7,3 Grad Obwohl streckt, ist Strafanstalt gelang, obwohl diese von einer Mann starken Postenkette umgeben war. Tagung -es Sachverständigen beirates für Volksgesundheit. Die japanischen Militarkreise zitterten bei dem Gedanken einer Vereinigung der 400-Mil- lionen - Bevölkerung Chinas, die das gesamte Kräfteverhältnis in der Welt ändern und das Kräfteverhältnis in Asien überhaupt vollkommen umgestalten würde. In Japan befürchte man, daß China sich entweder auf die Vereinigten Staaten oder auf Sowjetrußland stützen könnte. Dieser und jener Weg würde denen nichts gutes verheißen, die von einer Herrschaft über Asien träumten. Hinter der Krönung Pujis stehe der Gedanke eines Vorstoßes der Japaner in das Jangtse-Gebiet unter der Losung „Vereinigung Chinas unter der alten rechtmäßigen Herrschaft der Tschang-Dynastie". Die Träume Pujis und der hinter ihm stehenden Kreise seien nicht allein gegen Rußland gerichtet, sondern bildeten lediglich eine neue Fassung des Planes einer j a - panifchenAlleinherrschaftüberAsien. Abenteuerliche Flucht eines berüchtigten amerikanischen Bankräubers. malen ordentlichen Verwaltung eines Hauses alle Teile zurecht kamen. Als Ergebnis all der unglücklichen Einflüsse aus der Zeit von 1914 bis 1932 haben wir jedenfalls heute einen Hausbesitz, der steuerlich Überla st e t ist und z u hohe S ch u l d z i n s e n, ms- besondere beim Neuhausbesitz, aufzubringen hat. Wir haben leerstehende Häuser, Laden und Verwaltungsgebäude, dabei vielfach einen schlechten baulichen Zustand infolge nicht vorgenommener Reparaturen und obendrein einen Vollstreckungsschutz, der nicht nur den Gläubigern schwere Sorgen macht, sondern auch die Kreditwürdigkeit des deutschen Hausbesitzes auf die Oie Giavifky-Schecks. Paris, 3. März. (DNB.) lieber die geheimnisvolle Auslieferung der 1200 Stavisky-Scheckabfchnitte sickert in der Presse noch dies und das durch. „Echo de Paris" vermutet, daß die Scheckabschnitte nicht ausgeliefert, sondern von dem Gewährsmann d e r Polizei verkauft worden feien. Das Blatt fragt übrigens, was aus den Schmucksachen im Werte von 10 Millionen Franken geworden fei, die Stavisky sich vom Bayonner Leihhaus kurz vor dem Krach habe aushändigen lassen. „Petit Parisien" glaubt zu wissen, daß der Privatsekretär Staviskys, Romagnino, am 24. 2. eine Reise nach London unternommen habe und daß er dort die Scheckabschnitte aus einem Bankbuch geholt habe, die man vorgestern abgeliefert habe. Es handele sich um einen Racheakt Romagninos, denn er soll gesagt haben: Allein werde ich nicht fallen. „Le Jour" nimmt Kenntnis davon, daß einige der Scheckabschnitte herausgerissen waren und erklärt, der unbekannte letzte Inhaber des Buches habe für sich zunächst einmal den „Zehnten" eingeheimst, indem er die Hälfte der Schecks an sich genommen und die Hälfte der Namen ausgestri- ch e n habe. Habe er damit gute Freunde retten ober politischen Freunden dienen und sich vor Repressalien schützen wollen? Zwei Empfehlungsschreiben, die dem Antrag au Arbeitserlaubnis für die beiden Schauspielerinnen Rita George und Marianne Kupfer beim französischen Arbeitsministerium vorlagen und verschwunden waren, sind wieder aufgefunden worden. Sie tragen die Unterschrift des Attaches im Finanz- Dillinger selbst und der Neger sind entkommen. Ein Polizeibeamter wurde von einer Kugel Dillingers tödlich verletzt. — Dillinger ist einer der gefürchtetsten Verbrecher der Union. Er war erst vor kurzer Zeit wieder verhaftet worden, nachdem er im vorigen Sommer unter ähnlichen abenteuerlichen Umständen aus einem Gefängnis ausgebro- chen war. Reuter meldet ergänzend aus Crownpoint, daß tausende von Polizisten und Milizsoldaten in Indiana und Ohio aufgeboten sind, um den Verbrecher wieder zu fassen. Mit Hilfe der von ihm selbst an- gesertigten Pistolenattrappe hat Dillinger die zahlreichen Wärter einzuschüchtern verstanden, die zu seiner Bewachung aufgeboten waren. Zur Flucht Ein Sonntag des Gauleiters. Frankfurt a. M., 5. März (DNB.) Vom Gaupresseamt wird mitgeteilt: Der Gauleiter weilte am Sonntagvormittag zur Eröffnung der Senefelder-Ausstellung in den Räumen der technischen Lehranstalten in Offenbach. Anschließend begab sich der Gauleiter nach Mainz. Hier erwartete ihn eine Vorbereitungskommission, welche dem Reichsstatthalter an Ort und Stelle die Pläne des ersten großen rhein-mainischen Thingplatzes vorlea- ten. Der hierfür vorgesehene Platz liegt in landschaftlich außerordentlich reizvoller Lage auf den Trümmern des geschleiften Forts Weisenau am Rhein gegenüber der Mainmündung und ist hierdurch sowie durch seine riesige Ausdehnung geeignet, auch die größten Menschenmassen aufzunehmen. Das Gelände wurde vom Gauleiter und dem anwesenden Landesstellenleiter,Pg. Müller- Sch e l d , unter Führung des Kreisleiters, Oberbürgermeister Dr. Barth, eingehend besichtigt und geprüft. Nach einer dienstlichen Besprechung in Wiesbaden begab sich der Gauleiter nach Herborn im Dillkreis. Hier stand die ganze Stadt im Zeichen der vorgesehenen Sprenger- Kundgebung. Quer durch die Stadt bildeten SA.- Männer in stattlichen Reihen Spalier. In den drei größten Sälen Herborns war die Bevölkerung eng gedrängt versammelt, um den Gauleiter, der mit einem reichen Blumensegen begrüßt wurde, zu dem Thema „Vom Parteien st aat zum Volks- st a a t" zu hören. Insgesamt dürften es etwa 3000 Menschen gewesen sein, die seinen Worten lauschten, ein Beweis dafür, welch gewaltige Zugkraft der Nationalsozialismus und sein rhein-mainischer Führer immer wieder besitzt. benutzte er den Kraftwagen der Gefängnisdirektion. Der Ausbruch des Schwerverbrechers aus der — - - - ....... • 50 sich hoher Druck über das Festland er= die Beständigkeit der Wetterlage erneut gefährdet. Ein kräftiges Tief ist nämlich bei Island erschienen und schreitet ziemlich schnell ostwärts. An seiner Südseite führt es warme Lust heran, die beim Aufgleiten auf die vorgelagerte Kaltluft des Hochs Dunstbildung und später auch einzelne Niederschläge verursachen wird. Die Temperaturen steigen dabei an und gehen auch in der Nacht kaum noch unter den Gefrierpunkt zurück. Aussichten für Dienstag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, milder, Neigung zu Nie- Berlin, 3. März. (DNB.) Auf der Arbeitstagung der deutschen Hausbesitzer hielt Reichswirt- schaftsminister Schmitt eine Ansprache, in der er zunächst auf die Notlage des Hausbesitzes einging. In dem Vorkriegsdeutschland betrug der Wert unserer deutschen Häuser etwa 100 Milliarden und zwar sein wirklicher Wert, das heißt der jederzeitige Verkaufswert. Es war dies ein Drittel des gesamten deutschen Volksvermögens. Auf diesem Grundbesitz konnten 50 Milliarden Hypotheken ruhen, die in ihm unbedingt gesichert waren und zwar sowohl was Kapital als auch Zinsen anlangte. Schuldner und Gläubiger waren zufrieden, weil bei einer nor- Oer Hausbesih als Faktor des wirtschaftlichen Wiederaufbaus Eine Rede des Reichswirtschastsministers Schmitt. Mittelgesetz ufw. Daß das Reichsgesundheitsamt aller Strenge wissenschaftlicher Grundsätze unvoreingenommen und aufgeschlossen neuen Problemen der Zeit gegenübertritt, zeigt seine Mitarbeit an der Klärung des Wünschelrutenproblems, des Problems der Erd strahlen, an den Fragen der H o m ö o pm t h i e , der Heilmittel- propaganda, aber auch an wichtigen Fragen 4. März: abends 2,1 Grad; am 5. März: morgens 0,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein., Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 1.34: 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. verschlügen. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd- wolkig, ziemlich mild, einzelne Regenfälle. _ Lufttemperaturen am 4. März: mittags 7,7 ~ Celsius, abends —0,7 Grad; am 5. März: morgens — 2,1 Grad. Maximum 11,3 Grad, Minimum — 3,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am ministerium, Guiboud Ribaud. Rlbaud gilt als einer der Hintermänner Staviskys, dem die Aufgabe zufiel, ^die von dem Betrüger erschwindelten Beträge an die verschiedensten Helfershelfer zu verteilen. Er wurde verhaftet. Rita George verwahrt sich gegen die Beschuldigung, Spionagedienste für Stavisky geleistet zu haben und erklärt, sie habe den Schwindler während ihres Pariser Aufenthaltes ein einziges Mal gesehen, ohne zu wissen, welche Rolle er spielte. München, 4. März. (DNB.) In München tagte der Sachoerständigenbeirat für Volksgesundheit bei der Reichsleitung der NSDAP. An der Sitzung nahmen auch die Gauobmänner des NS.-Aerzte- bundes, defsell Beauftragte bei den Landes- und Provinzialverbänden und die Leiter der Sachverständigenbeiräte bei den Gauleitungen teil. Der Vorsitzende des NS.-Aerztebundes Dr. Gerhard Wagner teilte mit, daß der NS.-Aerztebund nun restlos in der PO. eingegliedert und infolgedessen neue Satzungen erhalten werde, wobei er auf- hören werde, ein eigener eingetragener Verein zu jein. Weiter konnte Dr. Wagner schon für die nächsten Wochen die Errichtung einer Reichs- ärztsckammer in Aussicht stellen, der dann zunächst einmal die Anerkennung der Dentisten und Heilpraktiker als gesetzlicher Stände folgen werde. Ministerialdirektor Dr. G ü 11 betonte, daß eine Vereinheitlichung des öffentlichen Gesundheitswesens zu erfolgen habe, die schon in Bälde dem Reichskabinett zur Entscheidung vorgelegt werde. Dabei soll die Zusammenfassung unten in amtsärztlich geleiteten Gesundheit sämtern beginnen und von hier aus soll nach oben weitergebaut werden. Zu den Gesetzentwürfen, die in absehbarer Zeit zu erwarten sind, gehören u. a. ein.Feuerbestattungsgesetz, ein Gesetz über die Regelung der Schwangerschaftsunterbrechung, ein Heilpraktikergesetz, ein Dentistengesetz, ein Arzneimittelgeseü. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Dr. Reiter, berichtete über die Arbeit am Reichstierschutzgesetz, an einem Schularztgesetz, an einem neuen Jmpfgesetz, das auch die Gewissensklausel enthält, an einem Krebsgesetz, das jedenfalls das beste derzeit mögliche Gesetz dieser Art sein wird, an einem Krüppelgesetz, Hebammengesetz, Arznei- der Ernährung. Staatsminister a. D. Dr. Müller (Darmstadt) sprach als Bevölkerungspolitiker. Er behandelte die Steuer« und Besoldungsprobleme, wobei daran zu denken wäre, daß innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen die Familie mit vier Kindern einkommensteuerfrei zu stellen ist und daß der Beamte mit drei Kindern das Normalgehalt bezieht, zu derb je nach Kinderzahl Zuschläge oder Abzüge kommen. Auch die bevölkerungspolitische Ausgestaltung der Wasser- und Stromtarife, der Verkehrstarife, der Organisationsbeiträge und anderes zog er in den Kreis seiner Betrachtungen. H. A l t h a u s (Berlin) sprach über Fragen der Volkswohlfahrt. Vor allem gelte es, d i e Familie zu stützen, damit sie selbst wirtschaftlich und seelisch ein Bollwerk im Kampf gegen die Not bilden kann. Weiter entwickelte der Redner die Leitgedanken und die Pläne für das kommende Hilfs- wert „Mutter und Kin d". lieber grundlegende Fragen der Schulungs- und Propagandaavbeit auf dem Gebiete der Bevölkerungs- und Rassepolitik sprach schließlich Dr. Groß, der Leiter des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik. Das Schwergewicht dieser Arbeit liege nicht im Organisatorischen, sondern in der positiven geistigen Leitung. Ausschlaggebend sei die Idee der Rasse als der Angelpunkt der beginnenden großen geistigen Auseinandersetzung. Der berüchtigte Bankräuber Dillinger ist jetzt zum zweiten Male unter sensationellen Umständen aus dem Gefängnis entflohen. Dillinger, der im Staatsgefängnis von Indiana, in Crownpoint, untergebracht war, zwang den Gefängniswärter, seine Zelle zu öffnen, indem er ihn mit einer heimlich geschnitzten Holzpistole bedrohte. Er veranlaßte die anderen vier Zellen- insassen, darunter einen Neger, ihn zu begleiten. Alle fünf begaben sich dann in das Büro des Gefängnisdirektors. Dillinger ergriff ein Maschinengewehr, das dort aufbewahrt wurde, jchleppte einen Gefängnisbeamten als Geisel mit sich, stahl in der nahen Garage ein Auto und raste mit seinen Zellengenossen und dem Garagenwärter in Richtung Chicago davon. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung auf, und es gelang ihr auch, trotz der wilden Schüsse, die Dillinger auf seine Verfolger abgab, drei Sträflinge wieder einzufangen. Aus aller Wett. Der vermißte Flieger (Softes in Münster gelandet. Der französische Flieger (Softes, der sich auf einem Fluge von Paris nach Kopenhagen befand und feit Samstag Nacht oermißt war, ist in der Nacht zum Montag auf dem Flugplatz von Münster wohlbehalten gelandet. Empfindliche Strafe wegen Störung des Gottesdienstes. Wegen ungebührlichen Benehmens und gewaltsamer Störung des Gottesdienstes in der Berliner St. Hedwigskirche am 1. März wurde der 26jährige Student der Theologie Paul Festag aus Braunsberg (Oftpr.) vom Schnellr-ichter zu einer Gefängnisstrafe von neunMo- naten verurteilt. Festag wurde zur Verbußung der Strafe sofort in Haft genommen. Fünf Tote, zwölf Schwerverlehte bei einem holet- brand in USA. In der Stadt Worcester im Staate Massachusetts brach in einem Hotel aus unbekannter Ursache Feuer aus, das mit rasender Schnelligkeit um ich griff. Fünf Personen fanden den T o d in den Flammen; 12 erlitten schwereVerletzungen. Fünf Tote bei einem Autounglück in USA. Ein schweres Kraftwagenunglück wird aus Carmi im Staate Illinois gemeldet. Auf der Landfttaße stieß ein Personenkraftwagen mit einem Lastkraftwagen zusammen. Die sechs Insassen des Privatwagens wurden auf die Straße geschleudert. Fünf von ihnen blieben tot liegen, während der sechste mit schwerenVerletzungen davonkam. Bäuerliches Ehepaar muß wegen Brandstiftung und Versicherungsbetruges ins Zuchthaus. Nachdem vor Jahresfrist die Ehefrau des Land- wirts S ch ö m e h l aus Dorsheim bei Kreuznach wegen Brandstiftung zu einem Jahr 6 Monaten Zuchthaus verurteilt worden war, wurde in den letzten Tagen die gleiche Angelegenheit vom Schwurgericht Koblenz erneut behandelt. Diesmal hatte sich der Ehemann selbst zu verantworten, der von seinem Sohn nach vorausgegangenem Streit bei der Polizei der Brandstiftung bezichtigt wurde. In der Schwurgerichtsverhandlung sagte der Sohn unter Eid aus, daß auch der Vater an der Brandstiftung beteiligt gewesen sei. Obwohl der Angeklagte dies bestritt, war das Schwurgericht der Ueberzeugung, daß Schömehl nicht der Anstifter ist, sondern daß er sich der Mittäterschaft zu der Brandstiftung, tateinheitlich mit Versicherungsbetrug seiner Ehefrau schuldig gemacht habe und verurteilte ihn zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Schwere Eholera-Epidemie auf den Philippinen. Wie Reuter aus Manila meldet, ist in den nördlichen Provinzen der Philippinen eine heftige Choleraepidemie ausgebrochen, die bereits über 300 Todesopfer gefordert hat. Die Behörden, die alle Anstrengung unternehmen, um ein weiteres Umsichgreifen der Krankheit zu verhüten, erklären jetzt, daß dank der getroffenen Maßnahmen nicht mehr zu befürchten fei, daß sich die Epidemie auf andere Teile der Insel ausdehnt. Nach Informationen aus Tokio dagegen nimmt die Cholera auf den Philippinen einen immer größeren Umfang an. Die Zahl der Toten soll bereits 500 betragen. 2000 Krankheitsmeldungen sind bisher zu verzeichnen. Zur Bekämpfung der Epidemie sind alle erdenklichen Maßnahmen getroffen. An einzelnen Punkten sind Qarantäneftationen errichtet worden. bahngesellschaft am Samstag in Tokio unterzeichnet. Es sieht die Schaffung eines Konsortiums mit französischem und japanischem Kapital zu gleichen Teilen vor. Rußland und die Kaiserkrönung Puyis. Moskau, 3. März. (DNB.) In der „Jswestija" nimmt Radek zur Krönung des Kaisers Puji Stellung. Man müsse fragen, welcher Grund die japanischen Militärkreise veranlaßt habe, den Kaiserthron in Hsingking aufzurichten. Das dabei verfolgte Ziel gehe weit über die Grenzen der Mandschurei hinaus. Auch die Besitzergreifung Dschehols und der inneren Mongolei fei nicht ihr Endziel. Alle diese Handlungen trügen nur den Charakter vorbereitender Aktionen, um die Grundlage für weitere Vorstöße zu schaffen. Dauer gefährdet ober unmöglich macht. Wenn wir das Heer unserer Arbeitslosen immer weiter verringern können und damit die Konsumkraft des Volkes steigern, wird die Zahl der Menschen, die sich eine Wohnung, einen Laden, ein Büro mieten können, zunehmen. Mit der steigenden Konsumkraft wachsen die Steuereinnahmen, und wenn der Staat und alle Stellen, die das Arbeitseinkommen des Volkes durch Beiträge und Abgaben belasten, die größte Sparsamkeit malten lassen, so werden die Lasten, die auf dem Arbeitseinkommen des deutschen Menschen liegen, inten, es wird eine neue Kaufkraft und eine teue Besserung der ganzen wirtschaftlichen Lage ge- ichert sein. Damit wird auch neues Kapital gebildet, wie wir das schon jetzt an dem erfreulichen Bild unseres Kapitalmarktes, vor allen Dingen der Entwicklung der Sparkassen sehen. Gewiß wird unser heutiger Staat in Zukunft b i e Kapitalleitung beaufsichtigen. Aber gerade deshalb gelangen wir zu billigeren Zinssätzen nicht im Kampfe mit dem Kapital, sondern daurch die Ordnung, Pflege und Rechtssicherheit unseres Kapitalmarktes. Einen billigen Kapitalmarkt, vor allen Dingen auch für Neuinvesti- tionen wird die Regierung nur dadurch erreichen, daß sie den Sparer schützt und die großen Massen ihre kleinen ersparten Beträge vertrauensvoll zur langfristigen Anlage zur Verfügung stellen. Mit dem Wachsen dieses Vertrauens finken die Zinsen. Jeder, der schon in des Lebens harter Schule wirtschaften mußte, weiß, daß einem nichts geschenkt wird und daß nur Tüchtigkeit, Ehrlichkeit und vor allen Dingen ausdauernder Fleiß uns wieder hochbringen können. Die Aufgabe der Regierung ist es, dafür zu sorgen, daß diejenigen, die diese schönen menschlichen Eigenschaften haben, wieder hierfür den Erfolg für sich und ihre Kinder sehen. Glauben Sie an uns und helfen Sie uns, helfen Sie uns dadurch daß Sie den harten Weg entschlossen mitgehen und in ehrlichem Ringen die allmählich kommenden Erleichterungen für den Hausbesitz auswerten, um den deutschen Hausbesitz wieder zu dem Faktor zu machen, der er einst war. Ein Zeichen der Güte der echten Eiksteinsrund dick - ohne Mdst. ist ihr Umsatz: keine andere Zigarette in Deutschland erreicht ihn. !Rosemarie, tRosemarie... Roman von Käthe Metzner. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Mit andächtigem Staunen hörte Rosemarie Doktor Brunner von der toten Mutter erzählen. Als er gegangen war, wußte sie, daß sie nun einen Freund hatte, der ihr helfen würde — vor- wärts und aufwärts. Doktor Brunner aber gelobte sich, Rosemaries Leben schützend in seine Hände zu nehmen. Er wollte ihren Lebensweg ebnen und ihr die toten Eltern ersetzen, mochte sie nun Talent haben oder nicht. So hatte das Glück in zwei einsamen Herzen überraschend schnell Einzug gehalten. * Zweimal war ein Brief Doktor Wangenheims an Rosemarie mit dem Vermerk „Adressat unbekannt verzogen" zurückgekommen! Und wie Wangenheim auch grübelte und grübelte, er konnte sich die Zusammenhänge beim besten Willen nicht erklären. Der Zustand seines Vaters hatte sich gebessert, das heißt, soweit man bei seinem Alter eben von Besserung reden konnte. Jedenfalls aber war der Schlaganfall nicht so schwer gewesen, wie es für den aufgeregten Direktor im ersten Augenblick den Anschein gehabt hatte, und seine Gesundheit war wenigstens insofern wiederhergestellt, als man nicht jeden Tag das Schlimmste befürchten mußte. Da hatte er sich gewaltsam frei gemacht, nicht, um, wie er daheim vorgab, verschiedene Angelegenheiten bei Bachstedt & Co. zu ordnen, sondern Rosemarie für sein Verhalten Aufklärung zu geben und sich sein Glück durch einen kleinen goldenen Ring für immer zu sichern. Mit glücklichem Herzen war er der Stadt ent- aegengefahren, die so wundersame Erinnerungen für ihn barg. Und nun stand er im Privatbüro seines Onkels. Ach, wieviel Gespräche mußte er über sich ergehen lassen, ehe es die Gelegenheit erlaubte, einmal durch die Büros zu gehen, um von Rosemarie einen flüchtigen Blick zu erhaschen! Er konnte es nicht erwarten, zu sehen, wie sich die Ueberraschung auf ihrem lieben Gesicht malte. Doktor Wangenheim gab sich alle Mühe, seinem Onkel nicht uninteressiert an dessen geschäftlichen Berichten 'zu scheinen; aber in seinen Füßen zuckte die Ungeduld, und er wäre am liebsten aufgesprungen und davongestürmt. Endlich war es so weit. „Du scheinst etwas abgespannt zu sein, Wolfgang!" sagte Bachstedt freundlich. „Gehe hinüber in die Wohnung und ruhe dich aus, lieber Junge! Es ist gleich Mittag. Ich komme auch bald." Wangenheim erhob sich schnell. „Ja, Onkel, ich bin etwas abgespannt! Die ganze Nacht hindurch gefahren. Aber ehe ich hinübergehe, möchte ich, wenn du es gestattest, erst einmal einen kleinen Spaziergang durch den Betrieb machen. Man freut sich doch, den alten Platz seiner Tätigkeit wiederzusehen." „Aber gern, Wolfgang! Veränderungen sind inzwischen nicht vorgenommen worden." Wolfgang ging. Ueberall, wo er auftauchte und die Abteilungsvorsteher mit freundlichem Handschlag begrüßte, wurde sein Gruß herzlich und respektvoll erwidert. Endlich stand er vor der Tür der Korrespondenzabteilung. Er mußte sich stark zusammennehmen, um ein recht gleichgültiges Gesicht zu machen. Und Rosemarie — würde sie sich nicht verraten, wenn er so unverhofft eintrat? Er drückte die Klinke nieder und stand im Rahmen der Tür. „Ach, der Herr Doktor!" Wie elektrisiert sprang die Lobe von ihrem Stuhl auf. Dor Ueberraschung wechselte sie die Farbe, und ihr Wesen zeigte eine Unsicherheit, die Doktor Wangenheim nicht entaing. „3a, ja, Fräulein Lobe, auch mal wieder im Lande. Allerdings nur vorübergehend noch mal. Dann ist meine Gastrolle in dieser schönen Stadt ausgespielt." Doktor Wangenheim konnte sich nicht entschließen, der Lobe die Hand zu geben wie den anderen Abteilungsvorstehern zuvor. Wieder machte sie auf ihn einen so ungünstigen Eindruck, daß er jede Berührung mit ihr scheute. Aber da erklang schon ihre Stimme: „Ach, der Herr Doktor leiten dann wohl die Werke des Herrn Vaters? Der Herr Kommerzienrat ist doch hoffentlich wieder wohler?" „Ja!" sagte Wolfgang kurz und abwesend. Jeder Nerv in ihm bebte. So, nun konnte er sich nach Rosemarie umwenden. Sie war inzwischen gewiß ihrer Verlegenheit Meister geworden. Langsam drehte er sich um. Doch — er riß die Augen auf. Rosemarie war ja nicht mehr hier. An ihrem Platz saß eine Fremde. Doktor Wangenheim schien wie erstarrt zu sein. All sein Freuen war aus — gelöscht. Also hatte es doch seine Bedeutung mit den zurückgegangenen Briefen „Adressat unbekannt verzogen"? Ahnte die Lobe, was in ihm vorging? Sie sah, daß sein Gesicht bleich war, als er sich umrmlndte, und hörte, daß seine Stimme zitterte, als er gelassen fragte: „Nanu! Personalveränderungen vor sich gegangen in der Korrespondenz?" In den Augen der Lobe blitzte ein unverkennbarer, gemeiner Triumph: „Ja, die Neuß ist nicht mehr hier." „Die Neuß?" Wolfgang ging ein Stich durch das Herz. Seine Augen flammten zornige Empörung. Wie konnte diese falsche Katze es wagen, so respektlos von seiner künftigen Braut zu sprechen. „Ja, Herr Doktor, diese unverschämte, scheinheilige Person ist an demselben Taye, als Herr Doktor von hier weggingen, wegen Diebstahls entlassen worden. Sie hat vierhundert Mark gestohlen!" Ah! So tief saß es also doch noch bei ihm. Oh, wie gut tat es ihr, ihn jetzt so zu demütigen. Alle Reue, die sie manchmal wegen ihrer gemeinen Tat doch empfunden hatte, war in diesem Augenblick wie weggeblasen. So, nun gab es keinen Weg mehr zu ihr. Dessen war sie sicher. Doktor Wangenheim konnte es nicht mehr verhindern, daß sein Gesicht sich erschreckend veränderte. Kein Wort kam über seine Lippen. Sein Glück hatte er sich holen wollen? Sein Glück??? Klang von den Wänden herab nicht ein höhnisch gellendes Lachen? Kein Wort, keinen Blick sandte er mehr zu der Lobe. Mochten sie von ihm denken, was sie wollten! Es war ihm alles so gleichgültig. Er kam ja sowieso nicht wieder hierher. Mit einem Ruck wandte er sich zum Gehen. An irgend einem schuldlosen Gegenstand mußte er seinen Schmerz ausrasen. Mit furchtbarem Krach flog die Tür hinter ihm ins Schloß. Auf dem schnellsten Weg eilte er auf sein Zimmer. Was war hier zu tun? Nicht einen Augenblick zweifelte Wangenheim an Rosemaries Unschuld. Was hatte das geliebte Mädchen durchlitten? Wie hatte sie es ertragen? Hatte sie nicht auch an ihm zweifeln müssen, als er an jenem Abend zur verabredeten Stunde nicht gekommen war? In Wangenheims Brust tobte ein Schmerz, wie er ihn in seinem Leben nicht gekannt hatte. Er zermarterte sein Hirn. Wie sollte er sie wiederftnden? Und wo? Endlich, nach langem, hoffnungslosem Grübeln kam ihm ein Gedanke. Er würde sofort zu ihrer Tante gehen. Die mußte wissen, wohin Rosemarie sich gewendet hatte. Eine ganz, ganz kleine Hoffnung war da, die ihn aber im Augenblick belebte. Als sein Wagen vor dem Hause hielt, das über sein Schicksal entscheiden sollte, griff wieder die Angst mit würgenden Händen nach seinem Herzen. Drei Treppen hinauf! Etwas atemlos stand er vor der Tür, die den Namen „Bergmann, Damenschneiderin" trug. Vorsichtig klingelte er. Ein junges Mädchen öffnete die Tür und ließ ihn in das kleine Besuchszimmer eintreten, nachdem sie nach seinem Namen gefragt hatte. Seine Augen überflogen mit unsagbarer Zärtlichkeit die einfache, aber geschmackvolle Einrichtung. Da, auf dem kleinen Ziertisch ein Bild von Rosemarie. Hastig griffen seine Hände danach und seine Lippen preßten sich in heißem Schmerz auf das kühle Glas. Dann stellte er das Bild wieder an seinen Platz. Endlich kam das junge Mädchen wieder: „Frau Bergman ist leider nicht zu sprechen. Sie ist außerordentlich stark in Anspruch genommen." Doktor Wangenheim hörte die Ablehnung. Aber noch einmal raffte er sich zusammen: „Dann möchte ich die gnädige Frau doch herzlich bitten, mir wenigstens die Adresse von Fräulein Rosemarie Neuß zu geben." Das junge Mätzchen verschwand, kam aber sehr schnell zurück: „Die Adresse von Fräulein Neuß ist Frau Bergmann leider unbekannt." Da wußte Wangenheim, daß hier für ihn nichts zu hoffen war. Frau Bergmann ließ sich vor ihm verleugnen, obwohl sie ihn aus Rosemaries Er- iählungen doch genau kannte. Und Rosemarie hatte )och immer mit so herzlicher Liebe von ihr ge- prochen und ihm gegenüber oft gerühmt, was für eine wundervolle gütige Frau ihre Tante Berta sei. Mit einer stummen Verbeugung ging er. Als er in derselben Nacht nach Haufe zurückfuhr, wußte er, daß er nicht Rast noch Ruhe finden könnte, bis er sie wiedergefunden hatte. Das gleichförmige Hämmern der Lokomotive und das Raffeln der Wagen legte sich endlich betäubend auf fein schmerzhaft arbeitendes Hirn. Zur Musik wurden ihm die eintönigen Geräusche in seinem Zustand zwischen Schlaf und Wachen. Er sah sich wieder mit Rosemarie in jenem kleinen, hübschen Cafe, hörte plötzlich des Sängers wundervolle, tränendurchzitterte Stimme: Rosemarie, Rosemarie, sieben Jahre mein Herz nach dir schrie... aber du hörtest es nie ... Er schaute Rosemarie neben sich mit ihren schreckhaft geweiteten Augen, die ihm wie die einer Seherin erschienen waren. Plötzlich wußte Doktor Wangenheim in heller Erkenntnis, daß Rosemaries Seele damals den Dingen in banger Ahnung vorausgeeilt war. Der D-Zug bornierte durch die Nacht. In Wolfgang Wangenheim wühlte ein grausamer Schmerz. Am Bahnhof stand sein Wagen. Der Chauffeur hatte ihm eine ernste Mitteilung zu machen. Aber als er in das fahle, leidverzerrte Gesicht feines Herrn sah, hielt er zurück. Wahrscheinlich hatte er es schon erfahren... Etwa eine Stunde noch summte der große, elegante Wagen über die Landstraßen den Rhein entlang, an dessen Ufer die herrliche, schloßartige Besitzung der Wangenheims lag. Als Wolfgang das Haus betrat, schaute er in die blassen, verweinten Gesichter des Personals. Unheimliche Stille herrschte in den hohen Räumen. Was war geschehen? Da trat ihm aus dem Zimmer seines Vaters der alte Hausarzt entgegen und drückte ihm in stummem Mitgefühl die Hand. „Der Herr Kommerzienrat... Die Besserung feines Befindens hat uns getäuscht..sagte er leise und stockend. Am Totenbett feines Vaters sank Wangenheim in die Knie. Seine Hände falteten sich, aber feine Lippen fanden keine Worte für das Schicksal, das ihm an einem Tage die beiden liebsten Menschen genommen hatte. 4. Kapitel. Zwei Jahre waren vergangen, seit Rosemarie an jenem naßkalten Oktoberabend die Heimat verlassen hatte, um im großen Berlin ein neues Leben zu beginnen. Eifrig waren die Briefe zwischen Tante Berta und Rosemarie hin und her gegangen, aber alle inständigen Bitten der alten Dame hatten nicht vermocht, Rosemarie auch nur für wenige Tage nach Hause zu holen, wenn auch zwischen den Zeilen ihrer Briefe oftmals schmerzliches Heimweh zu lesen gewesen war. Wangenheim war von Rosemarie nicht wieder erwähnt worden, aber Tante Berta wußte auch, daß Rosemarie nie wieder Interesse für einen anderen Mann gehabt hatte. Soviel sie von ihrem „Onkel Brunner" zu Gesellschaften mitgenommen wurde, soviel die junge, knospenhafte Schönheit Rosemaries die Zielscheibe heißer, werbender Männerblicke war, es schien, als sei sie durch ihr erstes urchtbares Erlebnis vor weiteren Enttäuschungen gefeit. Ihr Herz gehörte der Kunst. Eifrig widmete sie ich ihrem Studium, und Doktor Brunner, an dem ie einen wahrhaften Vater gefunden hatte, blieb ihr einziger Vertrauter. Und weil Tante Berta das alles' mit feinem Verständnis und einem Herzenstakt, wie er oft chlichten Menschen so wundervoll eigen ist, ahnte, jatte sie Rosemarie auch von dem damaligen Beuch Doktor Wangenheims nichts geschrieben. Wozu dem Kinde das Herz schwer machen, das kaum wieder ein wenig Mut zum Leben gewonnen hatte? Wozu Wunden, die kaum sich geschlossen, wieder aufreißen? (Fortsetzung folgt.) 1349V Berghöfe r. 1352V Mittwochabend 20.30 Uhr ansterordentl. Mlgllever- Gießen, den 28. Februar 1934, Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der vom Rat der Gemeinde Treis a. d. £ba_ durchberatene Voranschlag für das Rechnungsjahr 1934 liegt von Montag, den 5. l. M., ab acht Tage lang auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Treis a. d. Lda., den 4. März 1934. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. 5tflöttOeatet Gießen. imiD Dienstag 6. 3. 20—22 Uhr 21. Dienst. - Ab. Gewöhnt. Preise Hokuspokus in 3 Akten von Curt Goetz. Nach Gottes unerforschtem Ratschluß verschied am 2. März 1934 plötzlich und unerwartet mein innigstgeliebter Mann, unser guter treusorgender Vater, unser Heber Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Knipp im 76. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen in tiefer Trauer: Eva Knipp, geb. Blesgen Wilhelm Knipp und Familie Franz Knipp und Familie Otto Knipp, Maria Knipp. Gießen, Düren/Rhld., Berlin, Frankfurt/M„ Ahlen/Westf., 3. März 1934 Das Seelenamt ist am Dienstag, dem 6. März, 7.30 Uhr. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. März, um 14.30 Uhr statt. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. 01195 Lw. E. 26 (a) / 33. Beschluß. Ueber den landwirtschaftlichen Betrieb des Landwirts Friedrich Karl Brod und feiner Ehefrau Elisabeth, geb. Eonrad, beide in Oppenrod, wird das Ent- schuldungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom I.Juni 1933 heute um 2.15 Uhr nachmittags eröffnet. Die Landesbauernkasfe Rhein-Main-7leckar e. G. m. b. h. in Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstraße 25, wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 10. April 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachfeile. Kann abgegeben werden eine beschränkte Anzahl Dorbeftellter, jedoch unanbrtng» lid) geroordenerAuflagenstücke des neuen MWUS SNSlMMMeWMm Abgabe nur gegen Kasse in der Geschäfts- stelle des Oberhess. Adreßbuchverlages Bietzen • Schnistratze 7 Giebener Konzertverein Sonntag, 11. März, 17 Uhr, Univ.-Anla. Achtes Konzert n , Klavier-Abend Professor Wilhelm Backhaus Beethoven-Sonaten op 26 (mit demTrauermarsch) op. 272 (Mondschein) - op. 54 F-Dur - op. 81a (Lebewohl) — op. 109 E-Dur Der Bechstein-Konzertflügel ist vom Pianohaus Schönau, Bahnhofstraße 76 Eintrittskarten: 1.50, 2.25 und 3KM. bei Ernst Cha Ilie ■ und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus. Mitglieder der Deutschen Bühne und Erwerbslose 30 Pf. gegen Ausweis an der Abendkasse. 13*00 Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche,hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberf läch - liehen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u. bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten der Naturwissenschaft. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. Probehefte u. Werbeblätter kostenlos! Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo BermOhler Verlag Berlin-Lichterfelde ^uchtrag.Kühe u.Kalben über 11 ZA, ca 20 Ctr. Milchleist., Preis 3.00-, 9 Btr. 15 Ltr. Pr.230.-,Jung- rn?erJ?~69tr-^r- 23.-RM.V.ZK. fnJfowB? ■ f aufwärts frucht- und ÄEsenfrei leb. Bahnstation. Reelle lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll öüljnerauflen»fH0S fenwirk.a.i.d.bartnäck.Fäll.todsich. u.Gar.innerh.5-6Tg.restl.rn.Wurz. beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best, erb.: Löwen-Grog. W.KilblngerNachf.,Seltersw.69 lllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Betfommlung rönVrt"*''* ‘'■W* *,uuniiuuuit. yreeue (Vereinsheim). iStaluWen,latÄÄ^D f Mietgesuche | , Junge Dame sucht in d. Räbe der Kliniken ein gut möbliertes Zimmer a.Alleinmieterin Schr. Angeb. u. 01196 a.d.G.A. [Stellenangebote! Fleiß, ordentlich. Hausmädcheo in die Nähe Gießens per sofort gesucht. Zu erfr. in der Geschäfts- stelle des Gietz.A. Suche sofort od. zum 15.d.M. einfache 13MD Haustochter oder ältere Pdrs. bei bescheid. An- sprüchen.Dauer- beim. Gebe 10^ Taschengeld,vollen Familienanschluß zu 2 Pers. Zuschrift, mögl. mit Bild an Frau Marie Heinen, Marburg a. d.L. Schützenstr. 15a. Verkäufe "~| Gebrauchter Kindersportwagen SU verk. 01197 Landgralenitr.BH Kaufgesuche"] Viehtransport wagen für Großvieh (Einspänner) zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. mit Preisangabe unt.01194anden Gieß. Anzeiger, Hlllllllllllllllllillllllllll Kaule Inflationsgeld u. zahlelüslOM. per Stück. Nab. M. Grimm, Bernburg. Hlllllllllllllllllillllllllll [Verschiedenes] Salzfreie Brote für Herz-, Nieren- usw. Kranke oass ß^TKränterhans JUNG Gießen in d. Schnlztraße. Schneiderin empfiehlt fick in und außer dem Hause. oio63 Weserstr. 31 v. Die Beleidigung _ gegen oii93 Hans Pfaff I., Launsbach, nehmen wir zurück. Unna Bruns ßilfaüetö Brefdjer Launsbach. | Vereine | Lichtspielhaus ♦ Gießen Der Tunnel Heute Montag große Premiere des mit größter Spannung erwarteten gigantischen Filmwerkes: nach dem weltbekannten Roman von B. Kellermann. Hauptrollen: Paul Hartmann Gustav Griindgens — Olly v. Flint Das gewaltigste Filmwerk dieses Jahres! — Ein Film mit technischen und schauspielerischen Leistungen, wie sie — in dieser Vollendung — nur vereinzelt ein Film aufzuweisen hat. 1348 C Im Beiprogramm: DeuischesLied u.deutsches Land und die hochinteressante UFA-TON-WOCHE „Ihm“ gefallen die schönen Tischbestecke auch. Davon gibt es welche mit Holz- oder Metallheften. Und dann aber auch die praktischen Tischbestecke die vollkommen rostfrei sind. Am besten Ist es, Sie sehen sich die große Auswahl an bei J. B. Häuser Dienstag, 6. März, 14 Uhr, sollen im „Löwen", hier, Neuenweg 28 bezw. an Ort ».Stelle (Bekanntgabe in obig Lokal), zwangsweise geg.Barzahl.versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Klaviere, 1 Berkelwaage, Ladenkassen, Kassenschränke, Schreib-, 1 Bohr-, 1 Roto-, 1 Roßhaarzupf- und 1 Schubmacher-Ausputzmaschine, Pelzmützen,Radios,IPritschen- wagen, Drahtgeflecht, 1 Eisen- und Blechschere, Schraubstöcke, 1 Stanze, Spiegel, 1 Mikroskop, Lupen, 17 Bände BrockhauS, 1 Schleifbank, 1 augenärztl. Instrument, 1 Goniometer, Ferngläser, 1 Ausstellungsschrank, 1 Nivellierungsinstrum.,1 Standuhr, Stoffe. Bestimmt: 1 Dielengarnitur, bestehend aus einem Tisch, einer Bank, 4 Sessel und 2 Hockern? 1 Llektrolux-Wascher. 1353D , Scharmann Gerichtsvollzieher k. A. Gießen Walltorstr. 48, Tel. 3108. Am Oswaldsgarten 810 a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Montag, 5. Marz 193H Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) m. 54 Zweites Blatt HO H M W «UM IM» Deutschlands freudiger zum Tantze Bedrohte bayerische Ostmark Sin altes deutsches Siedlungsland. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Adana (Cilicien) im Februar 1934. Der nächtliche Riesenbrand des Großspeichers in der Oelsabrik von Wittenberge. Der Speicher brannte völlig aus, gewaltige Vorräte an Rapsfamen und Oelen wurden vernichtet. rell, nachdem es seinen Jnselbesitz im östlichen Mittelmeer in erstaunlich schneller Zeit gefestigt hat und mit seinen Armen bereits nach dem abessinischen Bergland greift. „Tanztee" im Jahre 4650. Bayerischen Wald und Kraut kaum etwas gedeiht. Gren^lande Schlesien und Ostpreußen richten, ge- ' schicksalumwittertes Stück derttscher Erde im „Oie Deutschen an die Krönt!" Zur 30. Wiederkehr des Todestages des Grafen Walderfee am S.Mürz. Bon $. Langer. Syrischer Frühling. Oer Kampf der Großmächte in Vorderasien. — OaS Mossulöl. — Frankreichs Syrienmandate. Von unserem A.G.-Sonderberichterstatier. Rach Genüssung dieser Augen- und Zungenlust er- hub sich die Gesellschaft alsobald, und machte sich zu den Lusttäntzen bereit. M a h r h o l d war der erste, der von seiner Rose mund aufgefordert ward; und fing an, nach steigender Art, mit Fortsetzung des rechten Fußes, auf der rechten Seite des Zimmers, vom Aufgang gegen den Niedergang, zu tanken. Nachdem er sich nun im Tantzen gemachsam berüm gedrehet hatte: so blieb er stehen, und wartete seiner Rosemund; welche straks mit Fortsetzung des linken Fußes, auf der linken Seite des Saales, auch vom Morgen nach dem Abende zu lauffend und mit behenden Trittlein getantzet kam und im Tantzen sich gemach nach dem Mahrhold zu drehete und ihm die -and bot. Nach geschlossenen Händen tantzten sie beide zusammen, und als dieser Tantz dreimal wiederholet war, so ließ sich Mahrhold mit der Rosemund nieder; und die Stil muht forderte den Deut sch lieb auf, der erst ein gantzes Gesetz allein mit Fortsetzung des rechten Fußes männlich tantzete- welches nachmahls S t i l m u h t ebenmäßig, doch mit Fortsetzung des linken Fußes, auf der anderen Seite des Zimmers, weiblich verrichtete: bis sie endlich beide die Hände fügten und den Abgesang von hurtigen Dattelreimen nach dem Dreischlage zusammen austantzten. Hierauf erhub sich die freundseelige Sch atz- wert h und ersuchte den Lieb hold ihr Gesell- wogen wurde, sich auch zu Aufgaben und Stellungen berufen zu fühlen, die ihm nicht immer zukamen, dessen größtes Verhängnis aber doch ge- wesen ist, daß er nicht allein dem Namen nach der Nachfolger des großen Schwelgers M o l t k e sein wollte, dessen Freund und Vertrauter er ge- Seine Aufgabe war es vielmehr, all die verschiedenen und oft sehr weit auseinandergehenden Sonderwünsche der sieben beteiligten Mächte auf einen Nenner zu bringen. Dreiviertel Jahr hat Walder- see dieses Oberkommando mit seltenem diplomatischen Geschick und Gerechtigkeitssinn geführt und damit seine zweifellos große diplomatische Begabung in den Dienst einer Sache gestellt, die das Ansehen des Deutschen Reiches in der Welt be- N?cht ganz vier Jahre danach ist Graf Walder- see am 5. März 1904 gestorben. Die 30 Jahre die seitdem verflossen sind, geben den notigen Abstand zu die em Mann und die Möglichkeit, sein Leben und Wirken nicht mehr im Licht der oft gehässigen Intrigen zu sehen, die zu seinen Lebzeiten um ihn und sein Verhältnis zu dem Reichsgrunder fptelten und etwa dazu führen konnten, daß in Deutschland die sozialdemokratische und verwandte Presse mit Wonne jene berüchtigten „H u n n e n b r i e f e veröffentlichen und durchkauen konnte, zur gleichen Zeit, da Walderfee auf seinem so exponierten Posten in China weilte. Diese Dinge sind heute langst tot, und Walderfee lebt in der Erinnerung als der Mann fort, der vielleicht von seinem Ehrgeiz be- die Seitenspieler ankamen, die Tafel zu dekken und bat den Mahrhold, seine Freunde zum Niederlassen zu nöthigen. Sie inzwischen nöthigte das übrige Frauenzimmer: und also begaben sie sich sämtlich zur Tafel, die mit allerlei eingemachten Sachen, Kuchen und Zukkerbilderchen gleichsam als beschneiet stund. Sonderlich aber ward im letzten Gange ein Springbrunnen von weiß und gelbem Zukker- kant, mit Wein gefüllet, aufgetragen, und in einer breiten künstlichgetriebenen güldenen Schüssel mitten auf die Tafel gesetzet. Dieser Brunnen hatte rund ümher einen etwas -erhobenen Rand, dadurch sechs Säuen ityce Kopfe gleichsam so herfür täten, als wann sie aus dem Brunnen gekrochen kämen, und durch ihren Rachen den Wein in die Schüssel von sich gaben. Mitten aus diesem Brunnen kam ein indischer P^mbaum über ich gestiegen, aus dessen länglich-runden Russen ein edler Wein auf allen Seiten heraus sprühete, und die kleinen Rosenstöcke, so zwischen den Lauen oben auf dem Rande stunden, befeuchtete. Diese Lust aber währete nicht lange. Denn so bald der Wem des Brunnens Grundsatz von außen überschwammte, so zerschmolz der Zukkerkant, und der Brunnen be= gunnte sich gemach und gemach zu senken. die Zeit vorbei zu sein, da mit militärischen Machtmitteln allein Recht in Unrecht verkehrt werden kann. Der Lebenswille der Nationen wird auch in der Exotik von gestern stärker als Maschinengewehre und Langrohrgeschütze. Wenn es heute auch noch unerfindlich ist, wie sich solche Gegensätze, wie sie in Vorderasien bestehen, friedlich ausgleichen sollen, so deutet das Erwachen der hier lebenden Nationen, verbunden mit einem wirtschaftlichen Aufstieg ungeahnten Ausmaßes auf schnelle Aenderungen, die für . ' . . rr f. _«___— Stnla.PTl „Die Legende vom vertauschten Sohn" im Hessischen Landestheater. In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste fand im vollbesetzten Großen Haus des HessischenLan- destheaters in Darmstadt die süddeutsche Erst» aufführung von Malipieros Oper „Die Legende vom vertauschen Sohn" nach dem Text von Pirandello statt. Zwei anerkannte Künstler Italiens beschreiten mit diesem Bühnenwerk neue Wege, auf denen sich das Darmstädter Publikum, wie bei der deutschen Uraufführung in Braunschweig, vielfach noch nicht zurechtfand; trotzdem wurde am Schluß dem anwesenden Komponisten und seinen Dolmetschern auf der Bühne und im Orchester mit lebhaftem Beifall und wiederholten Hervorrufen Dank und Anerkennung gezollt. Die Legende vom vertauschten Sohn entstammt einem sizilianischen Volksmärchen, das Pirandellg zu seiner Dichtung benutzt hat. „Kein Ding ist wahrhaft — doch alles zur Wahrheit kann werden" sagt der falsche Prinz, als ihn die Stimme des Blutes zur Mutter zurückführt und ihn der Kö- nigsherrschaft entsagen läßt, die ein der Mutter seinerzeit untergeschobener Tölpel „als wirklicher König" antritt. Im Rahmen der ausgezeichneten Bühnenbilder Suhrs erschien unter der straffen Spielleitung des Generalindendanten Dr. Prasch die Aufführung in ihrer Symbolik und Realistik sehr überzeugend; mit vorzüglichen stimmlichen und bar» stellerischen Leistungen zeichneten sich die Haupt- darsteller Berta O b h o l z e r (Mutter), Magda Strack (Seherin Manna Scoma), Dr. H. All- m e r o t h (der richtige Sohn) und Eugen Vogt (der „idiotische Sohn des Königs") aus. Unter der überlegenen Stabführung Karl Friderichs erklang die schwierige, erfindungsreiche Partitur, besonders in der Ouvertüre zum zweiten Akt, in all ihren überraschenden Schattierungen. H. Mabrhold ging mit seinen lieben Freun- ben in bie Tafelstube, bamit man zu den angestellten Wän en6Treitld,aft mochte Di- Fenster üefc I er mit dünnen Tüchern verhangen, und alle X-iä) der ter auf dem Kr°hn°Mucht°r ^r «ch für den Vwx, Einwohner) zu- en. - Xu..... ,.u, trotzdem in der Bevölke- Es war eine ber glanzvollsten Zeiten ber jüngeren beutschen Geschichte, in ber der Name bes Ge- neraUelbrnarschalls unb „Weltmarschalls Grasen Alfreb von Walbersee in ber ganzen Welt genannt würbe. Er war es, ein Deutscher ber berufen war, Höchstkommanbierenber einer internationalen Truppe zu sein, bie vor nun balb 35 Jahren die Ermorbung bes beutschen Gesanbten von Ketteler sühnen unb bie B o x e r d e w e a u n g nieberschlagen sollte, bie bamals China burchtobte. Eine ber qlänzenbsten militärischen Laufbahnen, allerbings auch nicht frei von Rückschlägen, hatte Walbersee hinter sich, als jene Aufgabe an ihn herantrat, mit ber gleichzeitig bas junge beutfche Kaiserreich zum ersten Male m voller Gleichberechtigung nicht nur neben ben anberen großen Nationen ber Welt auftrat, fonbern eine führende Rolle zu spielen hatte. Walbersee hat sich ber Aufgabe gewachsen gezeigt bie baburch nicht weniger schwierig würbe, baß bie entscheibenben Kampfe gegen bie chinesische religiös-nationale Sekte ber „G r o ß e n H a n b" schon beenbet waren, als Graf Walbersee am 21. September 1900 an Borb . „ 1 «v ______ «Ai- hör Slnnnnp = Der Aufstieg, ber bem Sohn bes bamahgen Gouverneurs von Berlin beschieben war, hat nicht so balb seinesgleichen. Mit knapp 18 Jahren war Alfreb von Walbersee Leutnant, mit 35 Jahren schon Generalstabsmajor, brei Jahre spater Flugel- abjutant bes Königs unb schließlich Generalstabschef einer Armee im Kriege 1870/71. Vorher schon hatte er bie Aufmerksamkeit baburch auf sich gelenkt, datz er als preußischer Militärattache in Paris, von Bismarck persönlich empfohlen, eine Stellimg einnimmt, von ber aus er mustergültige Berichte über die französische Armee, über die Wirkung ber Chassepotgewehre unb ber Mitrailleusen, baneben aber auch allgemein politische Berichte nach Berlin schickte, bie von bester Urteilskraft unb einem scharfen Blick für bie Schwächen bes napoleonischen Systems zeugten. Nach bem Kriegein bem er seine militärischen unb taktischen Fähigkeiten be» sonbers in bem Felbzug an ber Loire unter Be- tueis stellte, würbe er von Bismark 1871 zum ersten beutschen Geschäftsträger in Frankreich ernannt, ber bie Aufgabe zu lösen hatte, bie biplomatischen Beziehungen zu ber französischen Republik roieber in Gang zu bringen. Walbersee ist aber nicht nur Offizier unb Diplomat, fonbern in vielleicht noch weitergehenbem Maße Politiker unb Kulturpolitiker gewesen. Früher als anbere Staatsmänner hat er bie große Gefahr gesehen, bie bem jungen Reich von ber Sozial- bemotratie her brohte, unb mit Bismarck traf er sich in ber Vernichtungspolitik gegen ben Marxismus, bie allerbings nicht Wirklichkeit werben konnte, als ber große Steuermann bei bem jungen Kaiser in Ungnabe fiel. Kaum ein Jahr war Bis- marck in Friebrichsruh, als auch Walbersee bas gleiche Schicksal erreichte, obgleich Wilhelm II. ihn ursprünglich zu Bismarcks Nachfolger aus- ersehen hatte. Inzwischen hatte allerbings ein Er- : eignis biese kaiserlichen Pläne burchkreuzt, bei bem ■ Walbersee feine bamalige Aufgabe als Chef bes : Generalstabes so ernst genommen hatte, baß er nicht tatkräftige Gegenmaßnahmen ergriffen werben Die Umwälzungen in Böhmen und die Nationalitätenpolitik der Tschecho-Slowakei, d,e eine Zersplitterung der deutschen Bevölkerung innerhalb ,. . , . i der "eigenen Staatsgrenzen bezweckt, spielen emp- Während sich aller Augen mit Recht auf unsere vh°yerische Ostmark hinüber denn das . ewtiroufeon richten. ae- s o 1 O) $ ist die vollkommene Beseitigmig rät ein schicksalumwittertes Stucroern^er ml ii f,''^mfrfjen Vorfeldes in Böhmen eme Ge- Südosten unseres Vaterlandes m Gefahr, in ber b-c um|Q schwerer wiegt, als an den gefahrbreiteren Oeffentlichkeit unbeachtet zu bleiben, trotz , stellen biefes Grenzlanbes bie nach bem aller Hilfsmaßnahmen, bie insbefonbere üon ber I 1 ^nsetzenbe Lanbflucht nicht nur ben Ge- bayerifchen Regierung gerade im letzten Mr burte9nüberfd)u6 aufgezehrt, sondern sogar noch durchgeführt worben finb. Die bayerische Ost'« in den Bevolkerungsbestanb von 1913 ge mark bereu nörblichster Punkt Hof ist, bie gegen Osten eine 340 Kilometer lange gemeinsame Grenze 1^ Lanbwirtschast bleiben weit hin- S" »gzsgs .7' Naab aufhört, ist altes deutsches Siedlungsland, I @ranit unb anderen Stei- bas in 3 h nh^t* hphauütet Ä und L E, bXÄi-MÄ*' hat, was schon der oberflächliche Bl ck auf bie Einbußen aber bie Verkümmerung brei- Sanbtarte einbringlich vor Augen fuhrt. Dl - be Volksschichten, bie ungünstige Entwicklung ber sche Kolonialarbeit war im Lau^ J - Unb bie schlechten Wohnverhat- roie Kurt Tramplet m bem j5agernl £ Furchtbare Berichte kommen vor al em aus Verlag, München, er^enenen ^ • ^ör^rn im Bayerischen Walb, wo unb Aufbau der bayerischen Ostmark wyrt, | unb Kraut kaum etwas gedeiht, stetig weiter rodend und fuüimerenb 1 Allein in 20 Notgemeinben mit zusammen 46 000 finb über bie Oberpfalz, die „R o t <»;« nnnprmüftüdier Heimatsinn unb em f s si-, Kind-rfcht-ck - und -m I°hrhun°-r^i^^^ dr°ißigi°>>r,g° Kn-g. Jn^d-N innerbcut(d)em berten würbe bie . Kriegen Heim- Zwist unb vonÄ^Mung 'X Bayer- Ur»«"® äü SS schäft zu leisten unb tantzte mit ihm einen ansehnlichen Hochdeutschen Tantz. Endlich folgten alle bte anderen, die bisher nur Zuschauer gewesen, und ließen auch spüren, daß sie die Fertigkeit ihrer Glieder nicht verlassen hatte. Als man sich nun mit allerhand Täntzen wohl erlustiget hatte, so ward auch noch zuletzt das Lehrgedicht vom Vulkan und der Venus durch etliche Schautäntze sehr artig für« gestellet. Und hiermit nahm diese Lust mit jedermanns Vergnügung ihren gewünschten Ausgang ... Der historische Weg nach Indien ist längst nicht mehr die ausschließliche Domäne Großbritanniens. Was den Oelinteressen der englischen Admiralität recht ist, das soll den Motorisierungswünschen der ranzösischen Armee billig sein. Frankreich hat ich politisch und militärisch in Syrien festgesetzt, und es ist entschlossen, hier nimmermehr zu weichen. Im Gegenteil! Dadurch daß es der „Regierung" von Damaskus einen unannehmbaren Vertrag nach dem anderen anbietet, versucht es, sein „Mandat" über Syrien zu verewigen und aus dem schnell aufstrebenden Land eine franzö- ische Kolonie zu machen. Jtti Norden, an der tür- 'ischen Grenze, versucht man, die Kürden gegen Ankara aufzuhetzen, und die vor einigen Wochen aufgetauchte Leseart eines Mandatswechsels in Palästina — der Ersatz Englands durch Polen! — war nichts weiter als ein französischer Versuchsballon. Hartnäckig hält sich bei all bem bas Gerücht, baß bie Rußlanbverträge über Angreifer, Nichtangreifer u. bgl., keineswegs an ben yrifchen Fragen, namentlich, soweit bas Oel in Frage kommt, vorbeigegangen finb. Schließlich liegen Mossul unb Baku in betreiben geologischen Becken... Unb mit steigender Erbitterung sehen bie arabischen Bewohner bieses Raumes, wie bie Schätze ihrer Muttererbe gehoben werben für fremde Rechnung, wie man ihnen lediglich die Abfälle hm- rvirft, wie ergebenen Hunden. Das erklärt in ein- acher Weife die Tatsache, daß ganz Syrien heute ein politischer Unruheherd erster Ordnung ist. Der Hintergrund des Kampfes der Machte m Vorderasien ist bie panarabische I b e e ! Die bie natürlichen Reichtümer ihrer Erbe, tm Lebens- sein können. ________ kampf der Völker aufzutreten. Und wirklich scheint I Wer, noch trunken von dem Zauber Ist an- ! b u l s, von der erhabenen Schönheit des Goldenen Horns, der Prinzeninseln und des Golfs von Jsmid, 1 mit der Taurusbahn den Weg nach dem Innern > Anatoliens nimmt, der glaubt, die Zeit stünde , mit einem Male stille. Mit wahren Riesenkräften arbeitet bie junge Türkei an ber Erschließung bes bünnbefiebelten Innern Kleinasiens. Aber bieses ungeheure Gebiet mit seinen ungehobenen Schä- , tzen ist in wenigen Jahren nicht zu meistern. Oebe, kahle Felsen, Berge, bie keinen Namen tragen, Steppe, soweit das Auge reicht. Und wenn der Zug dann am Rande der Salzwüste zwischen Konia, dem Jconium der Antike, und dem cilicischen Taurus, entlangeilt, wenn Stunden um Stunden vergehen, ohne daß das Auge einen Ruhepunkt findet, so gehört eine gewisse Stärke dazu, um gegen die Verzweiflung änzukämpfen. Und umso höher steigt in einem die Achtung vor dem Mut der hier schaffenden türkischen Pioniere — und nicht zuletzt vor der Gigantenarbeit, die hier beim Bau dieser Bahn von deutschen Menschen geleistet worden ist. Aber weder Steppe, noch Wüste, noch Weltenmeer sind ohne Grenzen. Der wildromantische Taurus setzt der anatolischen Einöde ein Ende, und durch ungezählte Tunnels trägt die Maschine den Menschen in eine andere Welt. Der Winter bleibt mit dem Gipfelschnee zurück, und vor dem Beschauer breitet sich das Paradies Ciliciens mit seinen Palmen- und Orangenhainen, mit seinen immerblühenden Gärten und seiner selbst im nordischen Kältemond belebenden und wärmenden Sonne. Man ist bereits im syrischen Raum, der von ber Bucht von Alexanbrette bis an ben Kanal von Suez reicht, fruchtbar unb unenblich reich, unb qerabe beshalb, bis auf ben heutigen Tag, Spielball in ben Hänben ber Mächtigen auf biefer Erbe. Jugenbwo liegt Europa mit feinen Hoffnungen unb Sorgen, mit feinem politischen Tageskram. Fast ist man versucht, all bas, was von ben Sieger machten bort an ben berühmten grünen Tischen verhandelt wirb, als Theater anzusehen, als Täuschungsmanöver, dazu bestimmt, die Aufmerksamkeit von bort abzulenken, wo praktisch gearbeitet wirb, wo man ben unterbrückten Völkern zwar aud) oon zwischenstaatlichen „Gesetzen" spricht, von Manbats- Rechten" unb einem Bunb ber Nationen, wo man aber, unter sich ber Wirklichkeit offen Rechnung tragt unb die Kinder all beim rechten Namen nennt. Frankreich, England, Rußland und Italien sind hier seit Jahr und Tag dabei, ohne jebe Rücksicht auf Genf unb anbere politische Schemen chre diplomatischen Angelegenheiten auszuhanbeln. Alles ist zwar noch im Fluß, noch in voller, bei weitem noch nicht abzusehenber Entwicklung, aber ba man willens ist, vorwärts zu kommen, macht man sicy gegenseitig nicht bas geringste vor. Im „vet- ko n z e r t ", um nur ein Beispiel zu nennen, haben sich Englänber, Franzosen unb Italiener mit ber Regierung bes Irak geeinigt, unb noch tr biesem Frühjahr, also ein volles Jahr vor Ab lau ber vertraglichen Fristen, wirb bas Mossulol im Ausmaße von monatlich 300 000 Tonnen 3" den Häfen am Mittelmeer fließen. Der gesamten Wirtschaft Vorberafiens wirb bas 3ugute kommen, uno wenn nicht alles trügt, fo bürfte hier bie „Weltkrise" balb nur noch ein Märchen sein. Das alles ist natürlich nur Mittel 3um Zweck. Das Aufblühen im syrischen Raum, bie Bewässerungen unb Anpflanzungen, bie Grunbung neuer unb ber Ausbau bestehender Jnbustrien, geschieht E um der fchEN, "uudelformigen Araber- —vor ber Jangtse- ITa H ÄS ku°s°ss°n?wirtKastlich'uL kuttu-> Mündung auf der Reed^ d-s^ufungsart- eintras. bei -em Kaisermanöver in Schlesien im Herbst 1890, bei dem Wilhelm II. die eine Armee geführt hatte, auch nicht vor einer Kritik des jungen kaiserlichen Feldherrn zurückgeschreckt war. Nicht nur die militärische, sondern auch die politische Karriere hatte sich Waldersee dadurch verscherzt; kurz nach Bismarcks Absetzung wird Waldersee als Korpskommandant in Altona kaltgestellt, der Mann, der als Nachfolger Moltkes den höchsten Posten in der besten Armee der Welt eingenommen hatte. Dennoch aber hat das Geschick ihm einen Ausgleich gewährt, als bei den chinesischen Wirren nicht nur K e t t e l e r ermordet, sondern gleichzeitig auch sämtliche europäischen und die japanische Gesandtschaft in Peking belagert wurden, der Entsetzungsversuch des englischen Admirals Seymour aber mißlang. Der Ruf: „The Germans to t h e front!“ erschallt, und Waldersee wird ausersehen, die internationale Armee in China zu befehligen. So undankbar auch diese Aufgabe war, so glänzend haben sich Waldersee und vor allem die kleine deutsche Truppe in China ihrer entledigt. Nicht unerwähnt darf gerade für die heutige Zeit bleiben, daß jene kleine deutsche Heeresmacht, die Deutschland nach China warf — 20 000 Mann Truppen, vier Panzerschiffe, vier große und sieben kleine Kreuzer, fünf Kanonen- und drei Torpedoboote stark — einen verschwindenden Bruchteil des damaligen deutschen Heeres darstellte, während jene 20 000 Mann heute ein Fünftel unserer gesamten Heeresmacht darstellen, während die Kriegsflotte, unter Waldersees Kommando fast stärker war als | die, die Deutschland heute in militärischer Ohnmacht zum Schutze seiner Grenzen und seines Uebersee- handels hat. Nützlich ist diese Erinnerung und Gegenüberstellung, denn sie läßt die Gegenwart wirder einmal ein Augenmaß für den Abstand gewinnen, der sich zwischen dem Einst und dem Heute dehnt. So bedeutungsvoll die Tatsache war, daß damals, als Waldersee zur Erfüllung seiner Aufgabe nach Ostasien fuhr, sämtliche britischen Garnisonen auf den Zwischenhäfen den Oberbefehlshaber in Paradeaufstellung erwarteten, daß Teile aller bedeutenden Armeen Europas und Japans eine Heerschau der Nationen vor einem deutschen Feldmarschall darbrachten, als er in China den Oberbefehl antrat, so sehr Waldersee diesen Oberbefehl auch nicht nur zum Scheine innehatte und sich mit Klugheit und diplomatischem Geschick bei allen durchzusetzen wußte — eines brachte ihm auch dieser Ostasienfeldzug nicht, so sehr er ihn zu Ruhm und Ehre des deutschen Namens durchführte. Gerade dieses Eine aber versagte ihm das Geschick, obwohl es die Krönung seines Lebens gewesen wäre — wirklichen Feld- herrnruhm. Zwar glommen schon damals unterirdisch die Funken, die 14 Jahre später den Weltenbrand entflammen sollten, aber als das geschah, ruhte, Waldersee schon zehn Jahre in dem Mauso- leum'von Waterneverstorf in Holstein. Daß er die Funken knistern hörte, bezeugen die letzten Worte, die sich in seinem Tagebuch fanden: „Ich bitte Gott, daß ich das nicht zu erleben brauche, was ich kommen sehe!" Borussia Fulda vor der Meisterschaft. Mit dem 2:1-Siege, den Borussia Fulda am Sonntag bei Kuvhessen Kassel errungen hat, haben sich die Domstädter die Meisterschaft schon beinahe gesichert. Sie haben nun zwei Plus- und drei Minuspunkte Vorsprung vor dem SC. Kassel 03, der diesen Rückstand kaum noch aufholen dürfte. Die Borussen brauchen aus zwei Spielen nur noch einen Punkt, dann sind sie Meister. Im zweiten Spiel des Tages gab es eine kleine Ueberrafchung, da Hermannia Kassel in Marburg bei den Kurhessen mit nicht weniger als 6:1 Toren siegreich bleiben konnte. Den Hermannen nützt dieser Sieg allerdings nichts mehr, aber die Marburger sind dadurch wieder in erhöhte Abstiegsgefahr gekommen. Fußball der Bezirksklaffe. Die am gestrigen Sonntag in der Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen ausgetragenen Spiele brach-; ten einige überraschende Ergebnisse. Bad-Nauheim konnte in Butzbach nur ein 3 : 3 erzielen. Mit einem 2:2 trennten sich Ockershausen und Germania Marburg. Die Mannschaft des VfB. Gießen verlor in Wetzlar knapp mit 2:1 Toren. Die Elf der Spielvereinigung siegte gegen Watzenborn-Steinberg sicher mit 5 :0. Gpielvereinigung 1900 Gießen 1900 — „Teutonia“ Watzenborn-Steinberg 5:0 (2:0). Das Auftreten der Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 gestaltete sich nicht sehr glücklich. Die Gäste mußten eine eindeutige Niederlage hinnehmen. Die Mannschaft der Spielvereinigung war unstreitig in der Zusammenarbeit besser, an. der es bei den Gästen sehr fehlte. Außerdem spielten die Gastgeber produktiver, sicherer, in der Ballbehandlung zuverlässiger, in den Vorlagen genauer, vor allem aber in der Hintermannschaft ohne Tadel. Die Mannschaften traten in folgenden Aufstellungen an: 1900: Schlarb; Zeller, Lippert; Grünewald, Langsdorf, Heinbach; Luft, Heilmann, Wilhelmi, Schmelz, Jäger. Watzenborn-Steinberg: Happel; Bur- Ser, Wehrum; Schäfer, Schmandt, Euler; Buß, ang, Happel, Fischer, Fett. Das Spiel begann zunächst mit einer halbstündigen Verspätung. Der Schiedsrichter Stumpf (Friedberg) hatte abaesagt, an seiner Stelle kam Schiedsrilyter Leonhardt (Frankfurt-Höchst),der irrtümlich erst für 15 Uhr bestellt war, während das Spiel mit Rücksicht auf die Kundgebung in der Volkshalle schon um 14 Uhr beginnen sollte. Der Kampf, der sich entwickelte, gewann erst allmählich an Tempo, ließ aber doch bald eine leichte Ueber- legenheit der Gastgeber erkennen. In der fünften Minute gab es bereits eine kritische Situation vor dem Tor der Spielvereinigung. Im Gegenangriff kam Schmelz gut vor das Steinberger Tor, stand vor dem Kasten völlig frei, jagte aber den Ball hoch darüber. Bald darauf gelang es Heilmann durch einen Fehler der gegnerischen Verteidigung gut placiert und unhaltbar zum 1:0 einzusenden. Kaum eine Minute später hatten die Gäste eine Ausgleichschance in der Form eines Elfmeterballes. Der Ball wurde hoch darüber geschossen. Die Ueber- legenheit der Platzbesitzer kam nun immer mehr zum Ausdruck, sie schnürten den Gegner nahezu völlig ein, der sich nur für einige Durchbrüche freimachen konnte, die allerdings meist recht gefährlich waren. Schlarb hatte einige Male einzugreifen, war aber der Situation immer gewachsen. Das zweite Tor fiel durch einen Elfmeterball für 1900, der von Schmelz geschossen wurde. Der Tormann, geschickt getäuscht, konnte den Erfolg nicht verhindern. 2:0. Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeit. Die zweite Spielhälfte zeigte nichts wesentlich anderes. Die Watzenborn-Steinberger bemühten sich mit großem Eifer um Erfolge. Sie hatten aber wenig Glück. Die Läuferreihe insbesondere war im Spielaufbau wenig glücklich, so daß einerseits die Verteidigung überlastet, andererseits aber der Sturm nicht so bedient war, wie es notwendig gewesen wäre, wenn hdie Mannschaft zu Erfolgen kommen wollte. Die Blauweißen blieben nach wie vor überlegen, und obwohl sie nicht in bester Form spielten, lagen sie doch immer mehr im Feld der Gäste. Bald nach dem Anstoß setzte Wilhelmi einen Ball an die innere Kante des Gästetores, der Ball sprang in das Tor und wieder heraus, der Schiedsrichter entschied Tor. Im weiteren Verlauf des Spieles schoß Heilmann das vierte Tor. Er war dicht vor dem Kasten von zwei Verteidigern hart bedrängt, konnte aber doch während des Bruchteils einer Sekunde die sich bietende Gelegenheit zum Torschuß ausnützen. Mit einem weiteren Elfmeterball, von Wilhelmi geschossen, erhöhten die Gießener auf 5:0. Der restliche Spielverlauf brachte mannigfaches Hin und Her. Verschiedentlich kamen die Gäste auf, hielten die Gastgeber auch für einige Zeit vor ihrem Tor fest, zu Erfolgen kam es aber nicht, denn nicht nur die Verteidigung der Spielvereinigung, sondern auch der Tormann waren sehr auf der Hut. Der Kampf wurde sehr fair ausgetragen. Die sympathische Gästemannschaft nahm die Niederlage mit aller Würde auf sich. Der Schiedsrichter amtierte einwandfrei. Gau-Pflichtspiele in Süd- und Güdwestdeutschland. Gau Bayern: 1860 München — Bayern München 0:0; FC. Schweinfurt 05 — 1. FC. Nürnberg 1:4; Jahn Regensburg — Spvgg. Fürth 0:0 ASV. Nürnberg — FC. Bayreuth 4:0; FC. München — Würzburg 04 2:6. Gau Südwest: Wormatia Worms — FK. Pirmasens 1:1; FSV. Frankfurt — Eintracht Frankfurt 1:6; Spfr. Saarbrücken — SV. Wiesbaden 6:0; Kickers Offenbach — FC. Kaiserslautern 6:0; FSV. Mainz 05 — AO. Worms 3:1; Phönix Ludwigshafen — Bor. Neunkirchen 2:2. Geräte-Monnschafiskampf Wieseck - Leihgestern — Atzbach. Der Gerätemannschaftskampf zwischen den Turnvereinen von Wieseck, Leihgestern und Atzbach, der am Samstag in Wieseck stattfand, brachte der Mannschaft von Wieseck den Sieg mit 485 Punkten vor Leihgestern mit 449 Punkten und Atzbach mit 375 Punkten. Ausführlicher Bericht folgt. prüfungsiurnen für die Weltmeisterschaften in Budapest. Am 7. und 8. April treffen sich in Leipzig die besten Kunstturner der 16 deutschen Tumgaue zu einem Ausscheidungsturnen, das die Teilnehmer für die Weltmeisterschaften in Budapest zu ermitteln hat. Um die Vertreter des Gaues Nordhefsen für Leipzig zu bestimmen, fand gestern in Marburg ein Prüfungsturnen statt, das die bekannten Turner R. Seht (Großen-Linden) und A. Ahrens (Marburg) als Anwärter für Leipzig sah. Beide erbrachten den Beweis, daß sie die äußerst schwierigen Uebungen für die Weltmeisterschaften in ihren Grundformen beherrschen, daß sie einige Uebungen sogar schon in einer Vollendung zeigen können. Seht war vor allem am Reck, Ahrens am Barren in ausgezeichneter Form. Mit je 187 Punkten erwarben sich beide die Teilnahmeberechtigung an dem Ausscheidungsturnen der DT. in Leipzig. Für die guten Geräteturner des Gaues, die die- Budapester Uebungen in der kurzen Vorbereitungs- zeit noch nicht meistern konnten, fand in einer zweiten Klasse mit erleichterten Uebungen ein Kunstturnwettkampf statt, in dessen Verlauf vor allem sehr schone Kürübungen gezeigt wurden. Bei dem spannenden Kampfe gab es folgende Rangfolge: 1. A. Eberspächer, Tgm. Marburg, W. Fink, T. u. Spv. Marburg, Heinrich Herbert, Tv. 1846 Gießen mit je 188 Punkten; 2. E. V a - lentin, Tv. Keffelstadt-Hanau, 176 P.; 3. Ludwig Herbert, Tv. 1846 Gießen, 174 P.; 4. Richard Kraft, Tschft. Büdingen, 173 P.; 5. W. L ö - f d) e n g r u b e r, T. u. Spv. 1860 Hanau, 172 P.; 6. Karl Bettln, Tv. Wieseck, Adam Fahrenkopf, T. u. Spv. 1860 Hanau, 163 P.; 7. Hans Breidenbach, Tschft. Büdingen, 155 P. Die Veranstaltung, der ein verhältnismäßig zahlreiches sachverständiges Zuschauerpublikum beiwohnte, wurde von Gauvberturnwart R. Paul (Gießen) und Gaumännerturnwart Dahms (Bad Wildungen) geleitet. Als Kampfrichter waren Reuter (Gießen), Schüler (Wetzlar), T e x t o r (Marburg) und Keil (Homberg) tätig. Darbietungen der Marburger Turnerinnen unter Leitung von Kreisoberturn- roart Martin Textor umrahmten die Wettkampf- handlungen. Die Siegerverkündigung nahm Gauoberturnwart Paul mit einer eindrucksvollen Ansprache vor, die mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf bas deutsche Vaterland und seine Führer schloß. Kurze Sportnotizen. Der Revanchekampf im Eishockey zwischen Deutschland und der Schweiz endete in Basel vor 6000 Zuschauern mit einem unverdient hohen 5:0 (2:0, 2:0, 1:0) Siea der Schweizer über unsere Europameister-Mannschaft. Der Radball-Länderkampf Deutsch- l a n d—S chweiz in München sah die deutsche Mannschaft (Schreiber/Blersch - Frankfurt) mit 7:5 (4:2) Treffern siegreich. Erwin Casmir belegte beim Internationalen Fechtturnier in Stockholm beim Säbelfechten nach knapp verlorenen Stichkämpfen gegen die Ungarn Racjanycs und (Sabas den dritten Platz. Beim Holmenkollen - Rennen siegten auch am Sonntag wieder die Norweger. O. H a - a e n gewann die Kombination (Sprunglauf und Langlauf), Birger Ruud blieb im Spezial- Sprunglauf siegreich. Die teilnehmenden Deutschen kamen wieder auf recht achtbare Plätze. Die neue Flagge des Fußball-Welt- verbandes (FIFA). die erstmals bei den Weltmeisterschaften in Italien gezeigt werden soll, ist rechteckig und zeigt auf hellblauem Grund die beiden Welthalbkugeln. Ein neuer Großverein ist in Darmstadt durch den Zusammenschluß der Turngemeinde von 1846 und des VfR. Rot-Weiß entstanden. Der neue Verein zählt über 2000 Mitglieder. Wirtschaft. Frankfurter Börse. Frankfurter Dorfe befestigt. Frankfurt a. M., 3. März. Die festere Tendenz, die während der ganzen Woche zu verzeichnen war, hielt auch an der Wochenschlußbörse an, wenn auch die Kursbesserungen zunächst nur kleines Ausmaß hatten und auch die Umsatztätigkeit wesentlich ruhiger als seither war. Neben kleinen Publikumsaufträgen und einigen Käufen der Spekulation gaben besonders die weiterhin günstigen Wirtschaftsnachrichten der Börse Anregung. Die schon in den letzten Tagen stärker forcierten Daimler-Aktien hatten auch heute relativ lebhafte Umsätze aufzuweisen bei 1 v. H. Kurssteigerung, im Freiverkehr nannte man Adlerwerke Kleyer mit 43 nach gestern abend 42,50 v. H. Farbenindustrie sowie die übrigen Chemieaktien lagen gut behauptet. Elektrowerte hatten größtenteils Besserungen von 0,25 bis 0,75 v. H., Siemens litten aber offenbar noch unter Wochenschlußrealisationen und gaben um 1,50 v. H. nach, auch Bekula verloren 0,50 v. H. Der Montanmarkt entwickelte sich durchweg fester bei Kursbesferungen von 0,50 bis 1 v. H. Von Einzelwerten eröffneten Cement Heidelberg 0,50 v. H., Zellstoff Waldhof 0,40 v. H. freundlicher, Deutsche Linoleum lagen 0,25 v. H. niedriger. Reichsbankanteile waren um 2,25 v. H. befestigt, ferner waren Holzmann gesucht, ein Kurs kam aber nicht zustande, die Taxe lautete auf 74 nach gestern 72,75 v. H. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig, deutsche Anleihen sowie späte Reichsschuldbuchforderungen (94 v. H.) lagen gut behauptet. Reichsmark-Obligationen hatten ebenfalls nur kleines Geschäft bei meist nur knapp behaupteten Kursen. Von fremden Werten lagen Anatolier Eisenbahn I und II mit 30,75 um 1 v. H. schwächer. Im Verlaufe beschränkte sich das Geschäft im wesentlichen auf Spezialwerte, Daimler waren erneut um 1,13 v. H. auf 52 v. H. und Adlerwerke Kleyer um 2 v. H. auf 45 v. H. erhöht. Lebhafter lagen auch einige Elektroaktien, Elektr. Lieferungen + 2,25 v. H., Geffürel + 0,75 v. H., Siemens + 0,50 v. H., ferner Kunstfeidenwerte, AKU. + 2,25 v. H., Bemberg +1,50 v. H., sowie Harpener Bergbau + 2 v. H. AG. für Verkehr +1,75 v. H. Farbenindustrie waren vernachlässigt und schlossen mit 134,25 nur mäßig höher. Der Kassamarkt war wesentlich ruhiger und wies uneinheitliche Haltung auf, wobei die Veränderungen nach beiden Seiten etwa 1 bis 2 v. H. betrugen. Der Rentenmarkt lag auch späterhin sehr ruhig, deutsche Anleihen hielten sich auf den Anfangskurfen (Altbesitz 95,75, Neubesitz 19,25) unverändert. Stadtanleihen lagen ruhig. Am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen ziemlich unverändert, dagegen lagen Liquidationspfandbriefe meist um 0,25 und 0,50 v. H. fester. — Tagesgeld zeigte noch keine Erleichterung und blieb unverändert 4,75 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. März. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1161 Rinder (370 Ochsen, 104 Bullen, 380 Kühe, 304 Färsen), 442 Kälber, 13 Schafe, 3909 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 24 bis 32 Mark, Bullen 23 bis 29, Kühe 12 bis 28, Färsen (Kalbinnen) 23 bis 33, Kälber 27 bis 44, Schweine 40 bis 49 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, Kälber, Hümmel und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig bis mittelmäßig. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 3. März. Nachdem das Geschäft vorübergehend etwas lebhafter war, wurde es gegen Wochenschluß sehr ruhig, so daß das Angebot ziemlich stark in Erscheinung trat. Deutsche Butter blieb im Preise unverändert, dagegen bröckelte holländische etwas ab. Per 50 Kilo frei Frankfurt a. M. notierten: Oberhessische und würt- tembergische Butter 130 bis 134, holländische 138 bis 140 Mark, wobei im Höchstpreise der Aufschlag für ausgeformte Ware enthalten ist. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 3.März. Bei weiter reichlichen Zufuhren nahm das Geschäft nicht den gewünschten Verlauf, wie man es nach dem Monatswechsel meist erwartet hatte. Der Absatz an den Konsum beschränkte sich vielmehr weiterhin nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfs, wobei besonders wieder billige Eier gefragt waren. Die Preise blieben gegenüber der Vorwoche fast unverändert und notierten in Pfennigen pro Stück frei Frankfurt a. M. wie folgt: Deutsche Frischeier Kl. S 10,25, Kl. A 9,5, Kl. B 9, Kl. C 8,25. Holländer und Flandern Kl. 8 9,75, Kl. A 9,25, Kl. B 8,75, Kl.G 8,25. Ungarn Kl. A 8,50, Kl. B 8,25, Kl. C 8. Bulgaren Kl. B 8,50. Bayerische Landeier ohne Stempel 8,50 Pfennig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H. 93,75 93,75 94,25 92,5 92,5 92,5 92 91,65 91,5 92,5 92,5 94,75 94,75 94,75 94,9 92,5 92,65 92,5 92,65 91,25 91,75 92,5 92,5 Banknoten. 94 94 94 94 ->,95 6,7 6,7 35,9 19,25 95,75 19,2 97,5 100,1 93,9 95,65 19,2 97,75 100 93,65 95,75 19,25 97,25 100,1 94 97 100,1 94 94 97,13 94 97,13 94 97,13 94 97,13 1,3 6,85 6,6 8,75 6,65 6,5 8,75 6,65 17 1,3 6,9 1,3 6,85 6,5 6,8 8,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M 18 1,35 6,8 •% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 •% c5em.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6Vi% Doung.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit Auslos.-Rechten .......... DeSgl. ohne AuSlof.-Rechte...... 6% ehemL% Hess. BollSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ........... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.............. 6%% Hess. Lander-Hypothekenbank Darmstadt Liqut........ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammela6L An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 • % ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar biS 1936 6K% ehern. *y,% Franks. Hyp^ Bank»Ltqu--Dsandbrtese....... • h% ehern. 4y,% Rheinische Hyp^Bank-Ltqu.-Goldpse..... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand» vrtesanstalt, Pfandbriefe R. 19 • % ebcm. 7% Pr. Landespsand» briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Gteuergutsch. BerrecbnunaSkurS .. i% Oesterrelchtlchr Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4*4% deSgl. von 1918 ......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Sranffuri a. M. Berlin Schluß« furt Schluß. Abendbörse Schluß» kure Schlußk. Dllttag» börse Datum 2-3- 3.3. 2.3. 3.3. Frankfurt a.M. Berlin Frankfun a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittag» börse Schlußkurs Schlußk. Abend» börse Schluß» kurs Schlußk. Minag- börse Datum 2-3. 3.3. 2-3. 3-3. Datum 2-3. 3-3- 2.3. 3-3- 4% deSgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4V»%Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier .............. Vamdurg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschiff..........O Norddeutscher Lloyd ......... O A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ o Dresdner Bank.............. 0 Retchsbank ............... 12 A.E.G....................... Bekula.................... 0 ZAr. LieferungSgesellsch'aft... 6 Licht und Kraft 6 Alten & Guilleaume......... O Unternehmung. 5 Reinliche Elektrizität ....... 5 Schuckert & Go......... 5 Siemens« Halske... 7 Lahmeyer & (Jo.....10 Buderus ................ 0 Deutsche Erdöl ......... 4 Gelsenkirchener............... Harpener.................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau g Ilse Bergbau Genüsse ........ fl Klöcknerwerke ............... 0 Mannesmann-Röbrev........ 0 6,5 6,8 6,5 4,25 31,65 29,9 34,13 69,5 95,25 52,4 66 68 169 28,5 133,5 102,5 106 61,5 99,5 96,5 103,5 151 123 79 HO 65 96 Hö,75 67,75 70,13 6,75 5,13 7,25 4,25 30,75 29,75 34,75 71,25 95,25 52,25 65,25 67 171,25 28,75 133,5 103,4 106,25 61,5 101 103,75 150 123,5 80 110,25 66 98 119,5 68,75 71,65 6,8 4,2 31,75 29,13 29,65 34 69,5 95 53 66 68 169 28,4 133,65 101,75 106 61,25 99,65 96,5 103,25 151,25 123,13 79,5 109,25 65 96,4 76,4 139,25 119 67,75 70,25 6,75 5,2 7,4 4,3 30,75 29,75 28,13 34,4 71,5 95,25 52 65,25 67 171,25 29,25 134,5 102,75 107 61,5 101,5 96,25 104 151 122,5 80,5 111 66,25 97,75 77,9 118,75 69 71,9 ManSfelder Bergbau.........O Kokswerke .............«... 0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl ................. O Bereinigte Stahlwerke........0 Olavi Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3- ®. Farden-Industrie.......7 Scheldeanstalt......... 9 Goldschmidt ................ O RütgerSwerke ......... O Metallgeiellschaft.............O Philipp Holzmann......... O Zementwerk Heidelberg .... O Lemeotwerk Karlstadt......... O Schultheis Patzenhoser .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg..................O Zellstoff Waldhof ............O Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ........... 7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum...........O Orenstetn & Koppel ..........O Leonhard Tie- ............. 0 Thade......................10 Leeu mulatoren-Fabrtk........O Lonti-Gummi .............. 0 Gritzner.................... 0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........e 37 51 204,5 91 43,25 14,5 122 122,5 154 134 185,5 62,5 58,5 83,75 72,75 93 101 55,75 54 50,13 41,5 50 52,25 20,75 183,65 154,5 28 75 173 37,25 51,75 205,25 92,25 43,75 14,25 122 121,5 153 134,25 185,5 62,75 58,65 85 93,75 100,5 58 55,5 51 41 52 52,75 21 182,5 154,5 27,25 2 36,75 90,75 50,75 204,5 91 43,5 14,13 120,25 123 154,5 134,13 62,25 58,65 83,25 102,5 55,5 54 50,13 41,5 121,25 50,25 52,4 69,25 21 132,75 155 27,75 175 37,5 91,9 52 205,5 92,75 44,9 14,5 122 119 153 134,13 64 58,65 85 103,5 58,25 55,75 51,5 42 123 52,13 54,75 70,5 21,75 182,75 155,25 27,25 181 2-März 3-März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld Brie Geld 1 Brie Helstngfos.. 5,639 5,651 5,624 5,636 Wien ...... 47,20 47,30 47,2(1 47 30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 Budapest ... Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,88 169,22 168,88 169,22 Oslo....... 64,14 64 26 Kopenhagen. 5LÖ4 57,16 56'89 57'01 Stockholm... 65,83 65,97 65,68 65,82 London ..... 12,765 12,795 12,735 12,765 Buenos Aires 0,648 0,652 0,648 0,652 Neuyork.... 2,512 2,518 2,512 2,518 Brüssel..... 58,49 58,61 58,49 58,61 Italien..... 21,60 21,64 21,58 21,62 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz .... 80,97 81,13 81,02 81,18 Spanien.... 34,14 34,20 34,12 34,18 Danzig..... 81,77 81,93 81,77 81,93 Japan ...... 0,753 0,755 0,753 0,755 Rio de Jan. . 0,214 0,216 0,214 0,216 Iugoflawteu. 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon .... 11,63 11,65 11,60 11,62 Berlin, z.März Geld Bries Amerikanische Noten.............. 2,465 58,33 56,64 2,485 58,57 56,86 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. 12,69 12,75 Französische Noten............... 16,46 16,52 Holländische Noten............... 168,46 21,46 169,14 21,54 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling 63,82 64,08 Rumänische Noten............... -__ Schwedische Noten ............... 65,52 80,84 33,98 65,78 ‘80,16 34,12 Schweizer Noten................. Spanische Note»................. Ungarische Note» •••»«••••••••••« Nr. 54 Drittes Blatt Eichener Anzeiger IGemral-Anzetger fflr GberWen) Iltontag, 6. Mär; 1954 Vereidigung der Moior-GA. Weihe eines Standers. w x,, "RO • -/■ MM <- > " 11 Sie Swdenknschast speist Mbedllrstige VMgenoffen. Vor dem Studentenhaus nach dem Mittagessen. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Aus der Provinzialhauptstadt Schuh den Frühlings-Blumen! OieASV.will ein gesundesBolk schaffen Denke an Dein Kind, werde Mitglied! Bereits kündet lieh der Frühling an. Die Kätzchen der Weiden und Haselnüsse längen sich und schaukeln im Winde. Bald haben sie die Aufmerksamkeit gedankenloser Kinder auf sich gezogen. Jammern ragen nun noch die verstümmelten Zweige in die Lust als wollten sie das ungezogene Treiben anklagen. Doch, wer hat's den Kindern vorgemacht? Liegen Nicht bei vielen Menschen die Begriffe Landpartie und Blumenpflücken so nahe, daß sie schier unzertrennlich inö Raubt man im Frühling und Sommer der Natur ihren Blumenflor, so ist es im Herbst das gefärbte Laub, und im Winter muß sich die immergrüne Fichte der Willkür der Herren der Erde beugen. Wenn man wüßte, daß das Entstehen und Werden eines Tannenastes Jahre dauert, daß in der Küche der Pflanze" Kraftleistungen zur Bereitung der Baustoffe nötig sind, dann würden sicherlich die meisten diese Verstümmelungen unterlassen. Oder betrachten wir das Sinnbild der Bescheidenheit, das im Verborgenen blühende Märzveilchen. In schlechtem Boden müssen die Wurzeln die Nährstoffe zusammensuchen. Wie reckt sich das zarte Blättchen der warmen Frühlingssonne zu! Welche Kraftentfaltung gehört dazu, wenn es sich nun gar zur höchsten Lebensbetätigung aufrafft und blüht, um den Zweck seines Daseins zu erfüllen! Nicht alle sind's, immer nur Auserwählte kommen zum Ziel! Und diese Auserwählten sind's, die ruchlosen Händen zum Opfer fallen. In den meisten Fällen kommen sie nicht in die Blumenvase. Gewöhnlich verschmachten sie in den warmen Händen und werden dann, „weil sie nicht mehr schön sind", weggeworfen. Pflicht der Eltern und Lehrer ist es, ihren Kindern unnachsichtlich einzuschärfen, daß zweckloses Blumenpflücken eine schwere Sünde wider die Natur ist. Gewiß wollen wir nicht die Kinder Floras in unseren Stuben ober bei Festlichkeiten vermissen. Im Gegenteil, noch mehr als seither sollen wir Blumen zu uns „sprechen" lassen. Friedrich Rückerts schöne Verse sollen uns immer vorschweben: Am gemeinsamen Mittagstisch: Se. Magnifizenz der Rektor Professor v. B o r n k a m m ist einem alten Herrn behilflich. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Die Vereidigung: Der Führer im Vordergrund links: Führer der Motorstandarte Dr. Koch. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Die Gießener Studentenschaft, Abteilung Winterhilfs-1 werk, bewirtete — wie wir am Samstag bereits | berichteten — am Freitagmittag im Gießener Studentenhaus 100 bedürftige Gießener Volksgenossen mit einem kräftigen Mittagessen und anschließendem Kaffee. Unsere beiden Bilder erinnern an dieses schöne Beispiel der engen Verbundenheit zwischen den Studenten und ihren Gästen. Nach der Vereidigung formierten sich die Sturme zum Vorbeimarsch vor dem Standartenführer am Landgraf-Philipp-Platz. Danach ruckten die Formationen zu ihren Standorten zuruck. Schweres Autounglück bei Langen. LPD. L a n g e n, 3. März. Am Freitag um 18.30 Uhr ereignete sich im Dreieichenhainer Wald em schweres Autounglück. In einer Waldkurve stieß das Auto des Kaufmanns Adam aus Kronberg (Taunus), das von dem Chauffeur Kunz gesteuert wurde, mit großer Wucht mit einem von Sprendlingen kommenden anderen Auto zusammen. Dabei wurde dem Chauffeur Kunz durch Splitter der Windschutzscheibe die H al s s ch la g a b e r durchschnitten, so daß der Tod bald eintrat. Der Kaufmann Adam konnte erst nach längeren Bemühungen schwer vorletzt aus den Trümmern des Autos befreit werden. Dw drei Insassen des anderen Autos, Mitglieder der Motorradstafteln Langen und Dreieichenhain, erlitten leichtere Verletzungen. Die Verletzten wurden in das Langener Krankenhaus gebracht. Wie es heißt, soll das Kronberger Auto mit einer Geschwindigkeit von 100 km aus der Kurve geschleudert und dabei mit dem anderen Auto zusammengeprallt sem. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf H i t l e r, auf den Reichspräsidenten General- eldmarschall von Hindenburg und auf das )eutsche Vaterland und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes fand die erhebende Feier auf dem Trieb ihr Ende. Standartenführer Koch brachte in feiner An- prache den Geist der 621. zum Ausdruck. Die SA. ei kein bürgerlicher Klub; sie sei -ine Vereinigung von revolutionären Kämpfern. Die SA. werde energisch darüber wachen, daß der Aufbau des Dritten Reiches von keiner Seite gestört werde; an dem Granitblock der SA. werde alles zerschellen. Daraul verlas er den Artikel der SA., die Pflichten und Ausgaben der in ihren Reihen stehenden Kampfer, und sprach anschließend die Eidesformel vor. Mit den Worten „Ich gelobe esl", legten darauf die MSA.-Männer den Schwur der Treue zum Führer und zum Vaterland ab. Standartenführer Dr. Kock bei der Verlesung der Eidesformel; dahinter links Staffelführer Dr. Schaefer, rechts der Adjutant des Standartenführers. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Inzwischen war Standartenführer L u t t er, Gießen, in Begleitung seines Adjutanten, Sturmbannführer M ü n k e r, erschienen, der als Standortaltester die Weihe des Standers eines Motorsturmes vornahm. Mit eindringlichen Wo - ten wies Standartenführer^Lutter: auf & deutung dieser Handlung hm. Die Fahne sei für die SA. das Heiligste, das sie besitze und ^as die Fahnen für die alten Sturme der uUB'tozi. seien das sei der Stander für die Motorsturme. W"^h^Sa^^RlZba^ni^ tenmhrer Lutter beendete feine Ansprache m,^-IN-M dreifachen Sieg-Heil auf den Fuhre^ Di- KapeUe der SA.-Männer einfielen. Darauf bestieg der evangelische Pfarrer Lenz die Kanzel, die mit frischem Grün und den Sym boten des neuen Reichs 8-!^«war^ Zu yerzen gehende Worte von Treue und Gruben und Volkstum richtete er an feine Auh°rer. ur^rver in ronH ftnrf und treu sei, der sei auch ein f und treues Glied seines Volkes. Unsere Bewegung itebe heute auf der Höhe ihrer Macht, h tz aber Verantwortung. Wenn durch den Marken Arm der Reaierung die Gottlosenbewegung zugrunde ge- richtetlei dann könne sie innerlich nur überwunden werden durch unseren Geist, durch den Geist des rechtschaffenen Wandels. Gott wolle man zum Zeugen anrufen für die Treue zum Volk und seinem Führer. Das sei die rechte Trepe, wo Gott die Herzen reinigt und heiligt. Der katholische Pfarrer Dr. Hemm es sprach darauf insbesondere von der Bedeutung des Treue- chwurs. Wenn man sich zusammengefunden habe, um in aller Oeffentlichkeit einen Schwur cibzulegen und den Allerhöchsten zum Zeugen dafür anzurusen, dann müsse dieser Schwur erfolgen in Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit. Es handle sich um die Rettung des Volkes, um das Volk wieder zur Hohe zu führen. Wehe dem, der etwas Falsches schwort! Treue sei Edelmanns Art. Ein Mann, em Wort. Man muß zu seinem Worte stehen und treu bleiben dem Schwur bis zum letzten Augenblick. Betrifft alle Zeitschriften im Gau Heffen-Naffau. Die Schriftleiter der gesamten im Gebiet des Gaues Hessen-Nassau der NSDAP, erscheinenden politischen, konfessionellen, fachlichen oder Vereinspresse haben umgehend ein Belegexemplar ihrer Zeitschrift mit genauer Angabe des Titels der Zeit- chrift, des Herausgebers und der Auflage an dis Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 9/11, einzusenden. Diese Anordnung betrifft alle Zeitungen und Zeitschriften (außer der allgemein bekannten Tages- presse), gleichgültig, in welchen Zeitabständen sie erscheinen oder welche Auflage sie haben. gez.: Müller-Scheld, Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Winterhilfswerk. Kreisführung Gießen. Betrifft Kohlengutscheine Serie F. Die auswärtigen Ortsgruppen werden ersucht, die Kohlengutscheine umgehend auf der Kreisführung des Winterhilfswerks, Gießen, Amtsgericht, Zimmer 202, abzuholen. Heil Hitler! K l ö ß, Kreisführer des WHW. F. d. R.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer des WHW. Das Betreten und Befahren des Flughafens Gießen ist verboten. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: In letzter Zeit wurde wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß der durch rotweiße Bretter kenntlich gemachte Flughafen durch das Publikum betreten und mit Fuhrwerken aller Art befahren wurde. Verschiedentlich wurden auch Reiter beim Ueberqueren des Flughafens beobachtet. Das Publikum wird auf die bestehende Polizeiverordnung für den Flughafen Gießen nochmals aufmerksam gemacht. Nach der Verordnung ist das Betreten und Befahren des Flughafens, sowie das Reiten auf demselben verboten. Mit Rücksicht auf die erheblichen Gefahren, die nicht allein dem Publikum, sondern auch den Fliegern entstehen können, darf cfN wartet werden, daß das Publikum der Polizeiverordnung mehr Beachtung schenkt, damit die mit der Ueberwachung des Flughafens beauftragten Polizeibeamten nicht zum Einschreiten gezwungen werde» Du magst, soviel du willst, von Blumen pflücken, um dich, und was du willst, damit zu schmücken. Dazu sind Blumen da, von dir gepflückt zu sein, sie selber laden dich dazu mit Nicken ein. Nur eines unterlaß ich nicht, dir einzuschärfen, daß du nie pflücken darfst, bloß um es wegzuwerfen. Der schönste Strauß des Frühlings blüht für dich, doch wenn du ihn nicht brauchst, so laß ihn blühn für sich. Beim Blumenpflücken aber gehe man recht schonend um. Nicht der dicke Strauß macht's, zwei, drei Blumenkinder im Glas oder Becher kommen ja viel besser in ihrer Schönheit zur Geltung. „Brichst du Blumen, sei bescheiden, nimm nicht gar zu viele fort!" Das Sträußlein am Hute ziert den Wanderer, der Riesenbusch dagegen kennzeichnet den rücksichtslosen Plünderer. Niemals reiße man Pflanzen mit den Wurzeln aus: Ihr Dasein wird dann für immer vernichtet. Benutze auch nicht den Stamm der Waldbuche, um deinen Stammbaum einzutragen! Tritt nicht die Köpfe der Pilze mutwillig um! Zweige sind mit scharfem Messer vorsichtig abzuschneiden, damit die glatten Wunden schnell verheilen und die übrig gebliebenen Teile sich weiter entwickeln können. Jage nicht selten gewordenen Pflanzen nach! Weißt du den einzigen Bärlapp am Bachrand der Waldmark, so bewahre dieses Geheimnis für dich! Halte es auch so mit dem lieblichen Enzian, der frühen Küchenschelle und der Europäischen Trollblume. Ja, mache es wie jener wahre Naturfreund in derbem Bauerngewand, der sogar in der Frühe des Sonntagmorgens für Verbreitung aussterbender Pflanzen sorgt, die Ginster stundenweit holt, den giftigen Seidelbast im Garten vermehrt und bann im feuchten Waldwinkel ansiedelt und den fleisch- ressenden Sonnentau mit Erdbällen verpflanzt. Das Getreidefeld sei dir heilig! Nur am Rande und in der Furche sei der Zutritt gestattet! Zertritt auch nicht das zarte Frühlingskleid des Wiesenplanes. Freue dich der schönen Pracht der Blüher und gönne ihnen ihr kurzes Leben! Die Bäume blühn, die Vöglein singen, die Wiesen bringen ihr erstes Grün. Schier tut mir's leid, zu treten auf die Erden und ihr zu gefährden ihr neues Kleid. (Lenau.) K. B. Während noch das wunderbare Erlebnis des vergangenen Sonntags in eindringlicher Deutlichkeit vor unserem geistigen Auge steht, während noch das überwältigende, unverbrüchliche, alles überragende Bekenntnis der PO., der Führerschaft der HI., des JV. und des BDM. zum Führer und dem von ihm geschaffenen nationalsozialistischen Deutschland die Herzen im Glauben an eine neue Zeit hoherschla- qen läßt, sind wir wiederum um ein Erlebnis reicher geworden, das nicht nur zu einer Feierstunde für die unmittelbar daran Beteiligten wurde, sondern auch in der Gießener Bevölkerung stärksten Widerhall fand. v , ,, t Bei strahlendem Sonnenschein und unter starker Anteilnahme der Gießener Bürgerschaft fand am gestrigen Sonntag auf dem Trieb die Vereidigung der Motorstürme der hiesigen M o t o r st a f f e l statt. Bereits in den frühen Morgenstunden sah man die SA.-Männer der Sturme ihren Aufmarschplätzen zuströmen. Von hier ruckten die Stürme, diszipliniert und in mustergültiger Ordnung, frische, frohe Lieder singend, zum Trieb. Andere Kolonnen wieder waren mit ihren Fahrzeugen angetreten und bewegten sich in langer Kette, in brausender Fahrt durch die Straßen. Auf dem Trieb entwickelte sich reges Treiben; die Fahrzeuge wurden ausgerichtet, bis sie in schnurgerader Linie ein prächtiges Bild der Ordnung boten. Dann nahmen die Stürme unter dem Kommando des Staffelführers Dr. Schaefer Gießen, im offenen Viereck vor der Volkshalle Aufstellung. Kurz danach erschien Sturmbannführer Dr. Koch - Friedberg, der Führer der Motorstandarte, der unter den Klängen des Präsentiermarsches die Parade Oie letzten Chancen der Winterhilfe-Lotterie. Der Trumpf der großen Reichswinterhilfe-Lotte- rie für die Reichswinterhilfe ist die Verlosung der Prämienscheine. In jedem braunen Losbrief befindet sich rechts einer angeheftet. Haben Sie sich die Ihrigen aufgehoben? Letzte Möglichkeiten, sich einen solchen Prämienschein zu erwerben, bieten die Anfangslage des Lenzmonates, denn am 15. März findet schon die Ziehung der Prämien statt! 15 0 0 0 0 Mark kommen nochmals zur Verlosung, d. h. die bisher gespielten dreißig Spielserien erhalten je eine Prämie von 5000 Mark. Man achte darum nicht nur auf seine Prämiennummer, sondern auch auf die Seriennummer, die an der Spitze des Scheines prangt. 9hir noch ein paar Tage bleiben für den Kauf des inhaltreichen Losbriefes offen, nur noch wenig Zeit bleibt uns, im Glückversuchen unser letztes Scherflein zur Linderung der Not der Armen in Deutschland beizusteuern. Mit dem Abschied des Winters sagt uns auch der graue Glücksmann Lebewohl. Aber als ein rechter Glücksbringer schenkt er uns noch in letzter Stunde die verheißungsvolle Aussicht auf einen beträchtlichen Geldgewinn. Wer sagt da nein? Fröhlich greifen wir noch einmal in den Schicksalskasten des treuen Straßenwarts, der uns in seiner grauen Uniform, seiner rotbebänderten Mütze fast zum Wahrzeichen der gebefreudigen und hilfsbereiten Stadt wurde und den wir in dem eintönigen Straßenbild so sehr missen werden, wie die tägliche heitere Aufmunterung, die er uns ständig auf unseren sonst ernsten und gewichtigen, sorgenvollen Stadtwegen zurief. Obechessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. In einer gemeinsamen Sitzung mit der Gießener Chemischen Gesellschaft sprach am vergangenen Dienstag Professor Bonhoeffer, Frankfurt am Main, zu dem Thema: „Neues über den Wasserstoff (Schweres Wasser u. a.)". Der Vortragende ging davon aus, daß man durch die Forschungen im letzten Jahrzehnt drei Formen des Wasserstoffes unterscheiden gelernt habe: den atomaren Wasserstoff, den Para- und Ortho-Wasser- stoff und schließlich den schweren Wasserstoff, auch Deuterium genannt. Diese Feststellungen sind von spektroskopischen Untersuchungen ausgegangen. Dem atomaren Wasserstoff ist das Balmer-Spektrum eigentümlich, während das sog. Viellinienspektrum vom molekular gebauten Para- und Orchowasser- stoff hervorgerufen wird. Im Para- und Orthowasserstoff sind die Moleküle in verschiedenen Rotationszuständen, wobei Para- und Orthozustände nebeneinander bestehen, ohne unmittelbar ineinander überzugehen. Neuerdings aber ist es gelungen, Ortho- in Parawasserstosf bzw. umgekehrt überzuführen und zwar unter Verwendung tiefer Temperaturen (flüssige Luft in Absorbtionskohle), also bei Herabminderung der Moleklllrotation. Wie heute erwiesen ist, geschieht diese Umwandlung unter dem Einfluß des Jonenmagnetismus. Auch der. „Schwere Wasserstoff" ist auf spektroskopischem Wege gefunden worden. Urey entdeckte vor zwei Jahren, daß es auch Wasserstoff-Atome mit der Masse 2 gibt. Daraus war zu schließen, daß es auch Wasser mit dem Molekulargewicht 20 geben müsse. In der Tat konnte man solches „Schweres Wasser" schließlich auch auf elektrolytischem Wege Herstellen. Im gewöhnlichen Wasser ist es nur im Verhältnis 1:5 bis 6000 enthalten. Das Schwere Wasser unterscheidet sich, wenn auch nur wenig, in fast allen chemischen Konstanten vom gewöhnlichen. In physiologischer Hinsicht ist von Interesse, daß z. B. Tahaksamen nicht in ihm keimen können und Tiere (Fische, Kaulquappen, Pantoffeltierchen) in ihm eingehen. An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine Diskussion an. K. Daten für Montag, 5. März. 1531: der italienische Maler Antonio da Correggio in Correggio gestorben (geboren 1494); 1933: Nationale Erhebung in Deutschland: Reichstagswahl mit nationaler Mehrheit. Oer Tod des Baren. Von Marieluise Henninger. In Südgrönland lebt ein Mann namens Qua- vangarnisangik. Die Fangleute rühmen ihm Mut und Frohsinn nach. Quavangarnisangik ist ein Draufgänger, hat Lust an kühnen und bösen Abenteuern. Weil er der kleinste unter den Walfischfängern ist, heißt man ihn „den kleinen Südländer." Eines Tages zieht es ihn nordwärts. Er hat von einem großen Bären gehört, der die Menschen anfällt. Quavangarnisangik treibt mit seinen beiden Frauen durch das Kreisen der Jahreszeiten, durch den Farbenrausch des Nordlichtes, durch frostige Bläue und das Anschießen und ächzende Bersten des Eisganges im ozeanischen Gedränge. Ueberall, wo er Menschen begegnet, fragt er nach dem Bären. Endlich erreicht er einen der nördlichsten Wohnplätze. Ohne an Land zu gehen, schreckt er die Fangleute mit seinem Anruf aus den Zelten: „He, habt ihr nicht von jenem Bären gehört, der die Menschen anfällt?" „Ja — da mußt du noch weiter nach Norden ziehn!" Der kleine Südländer klatscht vor Freude in die Hände. Ganz außer sich schreit er: „Uva — uva — uva — Tat! Tat" Stößt von Land und rudert, rudert. Dort, wo die Sonne verblutet, öffnet sich plötzlich ein großer Fjord. Zwei kleine Häuser tauchen hinter einem Vorgebirge auf. Männer und Frauen staunen dem Fremden entgegen. Trauer ist unter ihnen. Wortlos weichen sie in die Häuser zurück. Das Hohngelächter des Fremden rollt hinter ihnen her. Nachdem er mit seinen Frauen das Zelt auf- geschlagen hat, betritt er das erste Haus. Hier wohnt ein Mann namens Breitrücken. Der liegt auf feiner Pritsche zwischen zwei Weibern. Nur seine Fußsohlen sind sichtbar. Prall und schmetternd entlädt sich das Gelächter des Fremden: „Ein schöner Wirt bist du! Bekommst-Gäste und heißt uns nicht einmal willkommen? Setz dich ordentlich hin. Siehst du nicht, daß ich komme, dich zu besuchen?" — Breitrücken hebt den Kops ein wenig, als der Fremde ihn mit der Frage überfällt: „Hast du von jenem großen, grimmigen Bären gehört ...?" „Mein Bruder und ich wollen nichts mehr von diesem Untier hören!" knurrt Breitrücken. „Warum?" „Weil er den Sohn meines Bruders Dickhals überfallen und gefreßen hat!" Dickhals ist noch trauriger als fein Bruder. Er liegt wie dieser auf der Schlafbank zwischen seinen Generalversammlung der Freien Ileischer-Znnung Gießen. Die Fleischer-Innung Gießen hielt dieser Tage ihre Hauptversammlung unter Leitung ihres Führers C. P i r r ab. Die Innung hatte bereits vor einiger Zeit beschlossen, sich in eine Pflichtinnung umzuwandeln. Das soll in aller Kürze geschehen. Die diesmalige Generalversammlung war deshalb die letzte Versammlung der freien Fleischer-Innung Gießen. Mit Rücksicht hierauf hatte man der Versammlung ein besonders feierliches Gepräge ge- aeben. Der Saal bei Mitglied Faulstich war mit Blumen und Fahnen geschmückt, auch hatte man die Innungsfahne, sowie die Fahne des früheren Gesellenvereins „Brüderschaft" zur Aufstellung gebracht. Der Versammlung wohnte der Vorsitzende der Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen, Pg. Stüh- l e r, der zugleich auch als Vertreter der NS.-Hago erschienen war, bei. Anwesend waren außerdem Schlachthofdirektor Dr. Keller, der Tierarzt des Schlachthofes Dr. Schleimer, der Leiter der Berufsschule Rektor Adam, außerdem für die Gesellen der Kreisfachschaftswart Beyer. Der Geschäftsbericht wurde von dem langjährigen Geschäftsführer Fr. Boe ck-Gießen erstattet. Anschließend berichtete der Jnnungsführer über den Verlauf der in letzter Zeit abgehaltenen Obermeistertagungen und nahm dabei eingehend Stellung zu den verschiedenen Standesfragen, die infolge der politischen und wirtschaftlichen Umstellung heute mehr wie jemals früher für Meister, Gesellen und Lehrlinge richtig seien. Der Vorsitzende der Handwerkskammer-Nebenstelle, Pg. Stüh l er überbrachte zunächst die Grüße des Präsidenten der Handwerkskammer Darmstadt, des Kollegen Müller- Mainz, ergänzte die Ausführungen des Jnnungsführers und gab außerdem aufklärenden Bescheid zu all den verschiedenen Fragen, die jetzt besonders für die Gründung der Pflicht-Innung und die zukünftige Einstellung des Handwerks unbedingt beachtet werden müßten. Den Abschluß der Versammlung bildete der feierliche Aufmarsch der Fahnendeputation, die Ueber- reichung eines Hitlerbildes, das in der Geschäftsstelle zum Aufhang kommen soll, außerdem die Stiftung eines Hakenkreuzwimpels für die Jnnungs- fahne. Bis zur offiziellen Gründung der Pflichtinnung wurde der derzeitige langjährige, bewährte Jnnungsführer Karl P i r r mit der Leitung der Innung beauftragt, dem zugleich von allen Seiten ein herzlicher Dank für alles das gesagt wurde, was er bis jetzt im und für das Interesse des Fleischerhandwerks und der Innung getan hat. Deutsches Obst - Deutsches Gemüse. Bei den verschiedensten Obst- und Gemüsearten ist es nicht möglich, die Märkte das ganze Jahr hindurch mit deutschen Erzeugnissen zu beliefern. Vor der Einbringung der deutschen Ernte ist vielfach eine Versorgung mit heimischen Erzeugnissen nicht möglich. Um den Verbraucher auch in dieser Zeit mit frischem Obst und Gemüse zu beliefern, war es bisher üblich, ausländische Erzeugnisse einzuführen und auf dem inländischen Markt anzubieten. Etwa ein Drittel des deutschen Bedarfs an Gartenbauerzeugnisfen stammte in den letzten Jahren aus dem Ausland, vornehmlich aus Holland und Italien. Die holländische Einfuhr bestand dabei hauptsächlich aus in Deutschland fehlendem Frühgemüse. Italien dagegen liefert vor chllem Südfrüchte. Durch diese Einfuhr ausländischer Erzeugnisse gingen dem deutschen Volk Jahr für Jahr über 300 Millionen Reichsmark verloren. Der Leidtragende war der deutsche Gartenbau, der deutsche Bauer. Es war ihm oft nicht möglich, seine Erzeugnisse in der Erntezeit restlos abzusetzen. Deutsches Obst und Gemüse verkam in der Zeit der hauptsächlichsten Angebote, während bald danach ausländische Waren den deutschen Markt beherrschten. Durch die Erweiterung der vorhandenen Kühlhallen und die Erziehung zum Anbau lagerungsfähigen Gemüses wird es aber möglich sein, die Lücke zwischen zwei Ernten zu schließen. Die größte Verantwortung für den Wegfall der Ersatz- und beiden Frauen. Nur seine Fußsohlen sind sichtbar. Quavangarnisangik fragt nach dem Bären. Dickhals schweigt lange. Dann sagt er grimmig: „Du wagst es, an meinen Schmerz zu rühren, auszusprechen, was sonst niemand wagt? Du erinnerst mich an den Sohn, der sich kühn und geschmeidig zwischen den Klippen bewegte, daß fein anderer ihm zu folgen vermochte, den der Bär auf das Eis hetzte und ihn dort zerriß?" Des gewaltigen Dickhals Augen funkeln vor Zorn. Er entkleidet sich und fordert den kleinen Südländer auf, ein Gleiches zu tun. Dann hocken sie sich auf den Boden. Ihre Hände verkrampfen sich ineinander, und sie beginnen sich zu drehen, umeinander zu kreisen, zu kreisen ... nur noch auf den Hacken ruhend, quirlen und schwirren sie umeinander. Als die Umstehenden denken: Dickhals siegt, klatscht Quavangarnisangik seinem Partner wuchtig auf den Schenkel: „Verliere keine Zeit mit Herausforderungen! Morgen wirst du mir die Klippen zeigen, die der Bär aufsucht!" Als die Nacht in den Tag mündet, verlassen zwei Männer den Wohnplatz. Dickhals mit einer mächtigen Harpune bewaffnet; der Stoßzahn eines alten Narwals bildet ihre Spitze. Quavangarnisangik führt nur ein armseliges Messer bei sich mit einer Klinge, die nicht länger ist als das Glied eines Fingers. Vor ihnen treppt sich ein steiler Fels in vier Absätzen empor. Eine Menge loser Steine haben sich zu seinen Füßen angesammelt. Der kleine Südländer rafft so viele davon zusammen, wie seine Hände zu halten vermögen. Dann springt er von Stufe zu Stufe. Ueberall häuft er Steine. Dickhals klettert auf die Spitze. Sein Blick über» fliegt die Hochebene. „Hier! Sieh dieses elende Messer! Es soll meine einzige Waffe fein im Kampf mit dem Untier, das die Menschen anfällt!" Damit schwingt Quavangarnisangik sein Messer über dem Kopf und schießt hinunter auf die Hochebene. Surürf bleibt Dickhals und gleicht einem kleinen ogel auf der Spitze des Felsens. Quavangarnisangik scheucht alles Getier des Fjordes auf mit feinem Gebrüll. Kreischend lüften Schneehühner die Flügel. Hasen schnellen hoch. Robben klatschen schwerfällig davon. Dann verschluckt sie die weiße Unendlichkeit. „Nane, nane, nane — togitata tilia ...!" Alte Zauberworte sind es, die der kleine Südländer beschwort. Sie sind bestimmt, den großen Bären aus dem Schlaf zu scheuchen, ihn zum Ueberfall zu stacheln Schwellender, schwerer, weißer Nebel hebt sich Über dem Binneneis empor. Fetzen, groß wie eine Stadt, reißen sich los und treiben dem Fjord zu. Quavangarnisangik spürt die Bisse des Frostes. Ergänzungskäufe aus dem Ausland aber tragt der Verbraucher. Er muß erkennen, daß das deutsche Obst und Gemüse ebenso, wenn nicht weit schmackhafter und gesünder ist, als die ausländischen Erzeugnisse. Ist die Einfuhr aus dem Ausland in den letzten Jahren auch schon wesentlich zurückgegangen, so ist das hauptsächlich auf die allgemeine wirtschaftliche Not zurückzuführen. Es muß erreicht werden, daß sich der Anteil der ausländischen Obstund Gemüseerzeugnisse an der deutschen Versorgung vermindert, und daß das Geld im eigenen Lande bleibt, um dem Wiederaufbau der zerrütteten Volkswirtschaft zu dienen. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Tunnel". — Ortsgruppe Gießen-Nord, Schulungsabend, Zellen 1, 2, 3 und 6, „Frankfurter Hof", Zellen 4, 5 und 7, Kaufmännisches Dereinshaus, 20.30 Uhr. — Ortsgruppe Gießen-Mitte, 20.30 Uhr, Caf6 Leib, Ortsgruppenversammlung. — Ortsgruppe Gießen-Süd, 20.15 Uhr, „Stadt Wetzlar", Zellen 1, 2 und 6, Zellenversammlung mit Vortrag von Pg. Dr. Kranz. — Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30 Uhr, Zelle 1 und 2, „Schützenhaus", Zellenabend mit Vortrag von Pg. Hummel; Zellen 3 und 4, bei Weber, Kaiser-Allee, Zellenabend mit Vortrag von Pg. Lahr; Zellen 5, 6 und 7, „Germania", Zellenabend mit Vortrag von Pg. Gert Geiger. — Stadttheater Gießen. Morgen, 20 Uhr, „Hokuspokus" in drei Akten von Curt Goetz. (Siehe heutige Anzeige.) ** Neue Zelleneinteilung in der Ortsgruppe Gießen-Ost. Von jetzt ab ist für die Ortsgruppe Gießen-Ost eine neue Zelleneinteilung eingefübrt. Es gehören jetzt zu den Zellen 1 und 2: Licher Straße 45 bis Ende, Alter Steinbacher Weg, Anneröder Weg, Doeringstraße, Me- meler Straße, Posener Straße, Danziger Straße, Schlesiener Straße, Gailstraße, An der Kaferns, Kugelberg und Friedensstraße; zu den Zellen 3 und 4 gehören: Kaiserallee, Grünberger Straße, Rödgener Straße, Flughafen, Heyerweg, Eichgärten, Schlageterstraße, Wolfstraße, Alter Rödgener Weg, Licher Straße 1 bis 43, Karl-Vogt-Straße und Landmannstraße; die Zellen 6 und 7 umfassen: Moltkestraße, Roonstraße, Großer Steinweg, Eich- weg, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Gutenbergstraße, Gedenket der hungernden Vögel! Bergstraße, Keplerstraße, Stephanstraße, Nahrungs. berg, Henselstraße, Lessingstraße und Gnauthstraße. ** Reifeprüfungen an der Ob err e al- schule. Am Freitag und am Samstag wurden unter der Leitung von Oberstudiendirektor Leonhardt (Gießen) bzw. unter Leitung von Oberstudiendirektor Leip (Darmstadt) an der hiesiaen Oberrealschule die Reifeprüfungen durchgeführt. Von 67 Schülern, die sich der Prüfung unterzogen, tonnten 58 bestehen. Amtsgericht Gießen. Ein Kraftfahrer und ein Schlossermeister, beide aus Gießen, erhielten einen Strafbefehl wegen Verstoßes gegen die Kraftfahrzeugoerkehrsordnung. Dor Eintritt in die Hauptverhandlung nahmen beide den gegen den Strafbefehl erhobenen Einspruch zurück. Wegen nächtlicher Ruhestörung wurde ein Einwohner aus Wies eck in einem Strafbefehl mit zehn Mark Geldstrafe belegt. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte in angetrunkenem Zujtand singend die Nachbarn im Schlafe störte. Die tm Strafbefehl festgesetzte Strafe wurde beibehalten. Kommt die Lahnkanalisiemng in Gang? Anfang April Vorbesprechungen über LPD. Limburg, 2. März. Heute nachmittag fand hier die Hauptversammlung des Fulda- Lahn - Kanal - Vereins statt. Der Versammlung kam erhöhte Bedeutung bei, weil in letzter Zeit der schon lange erstrebte weitere Ausbau des Lahnkanals von Steeden bis Gießen wieder Aussicht auf Verwirklichung erhalten hat. Der Verein hat in den letzten Jahren seine Arbeiten ruhen lassen, da ihm von der früheren Regierung bedeutet wurde, daß mit einem weiteren Ausbau des Lahnkanals erst nach besserer Entwicklung des Verkehrs auf der kanalisierten Strecke zu rechnen sei. Nun liegen die Dinge aber so, daß der untere Teil nie zur vollen Ausnutzung kommen kann, wenn nicht die Kanalisierung bis Wetzlar oder Gießen erfolgt, da gerade am Oberlauf wichtige industrielle Anlagen vorhanden sind, denen der Schiffahrtsweg bedeutende Erleichterungen bringen würde, und die die gesamte Schiffahrt auf der Lahn erst zur rechten Blüte bringen könnten. Im neuen Reich finden Bergbau und Industrie im Lahngediet wieder die Beachtung, die sie ihrem volkswirtschaftlichen Wert nach verdienen, und man strebt nach einer Fortentwicklung vor allem des Bergbaues. Im Zusammenhang damit ist auch der Ausbau des Lahnkanals wieder akut geworden. Direktor Bansa (Limburg) konnte darauf Hinweisen, daß die Schiffahrt auf der kanalisierten Lahn trotz der schweren Wirtschaftskrise, in der mit ihr überhaupt erst begonnen wurde, eine aus steigende Entwicklung genommen hat. Trotzdem liege der Schwerpunkt der Verfrachtung im oberen Lahngediet. Von hier aus könnten die reichen Bodenschätze Nassaus und Hessens zu den Verbrauchsgebieten am Rhein, an der Ruhr, nach Holland ufw. gebracht werden. Zehn Millionen Mark Baukapital aus den noch vom Herzogtum Nassau vorhandenen Kanalisationsanlagen die Fortführung der Lahnkanalisierung. liege nach Ansicht Direktor Bansas brach und könnte mit verhältnismäßig geringen Mitteln einer ausreichenden Schiffbarmachung dienstbar gemacht werden. Die Gesamtkosten für den Ausbau der Kanalisierung der oberen Lahn werden auf acht bis zehn Millionen Mark veranschlagt. Am 6. April finden auf Veranlassung der Rheln- strombauverwalkung Besprechungen in Wetzlar mit der inlerefsierlen Industrie über die Schiffbarmachung statt, wobei wichtige Vorfragen geklärt werden sollen. Das Reichsverkehrsministerium hat die Angelegenheit bereits aufgegriffen und in Bearbeitung genommen. In der Versammlung wurde einstimmig der anwesende Landeshauptmann T r a u p e l zum Führer des Fulda-Lahn-Kanal-Vereins gewählt. Dieser ernannte zu seinem Stellvertreter Kreisdirektor Klostermann (Gießen). In den Führerrat berief er Geheimrat Dr. Köhler (Wetzlar), Generaldirektor der Nassauischen Landesbank Avieny (Wiesbaden),' Landesrat Schlüter (Wiesbaden) und zum Geschäftsführer wiederum den um den Verein sehr verdienten Direktor Bansa (Limburg). Den Kaffenbericht über das letzte Jahr erstattete Landesrat Schlüter. An Kasienbestand waren Ende 1933 20 665,50 Mk. vorhanden. Regierungs- und Baurat Kees von der Rheinstrombauverwaltung in Koblenz schilderte die eingeleiteten Vorarbeiten für die Kanalisierung der oberen Lahn und wies nochmals auf die Wetzlarer Besprechungen hin. Landeshauptmann T r a u p e l gab schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde, die Kanalisierung der Lahn zu vollenden und damit die deutsche Wirtschaft in ihrer Gesamtheit zu fördern. Er schloß die Tagung mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Dann geht heißer Atem über sein Gesicht. Ein Koloß bauscht sich ihm entgegen, dröhnt durch feinen eigenen Dampf. Im Kampfesrausch schreit der Angreifer: „Bär! Wilder Bär!" Dann verschluckt der Nebel Menschen und Tier. Als der Mensch wieder auftaucht, schwingt er sein Messer durch die Luft, rennt um fein Leben auf die Klippen zu. Seine Lungen find am Zerspringen. Er brüllt: „So groß ist der Bär! Und dennoch bin ich über ihn hinweggesprungen, fyabe ihm mit meinem kleinen Messer den Bauch gekitzelt! So groß ist der Bär! Und dennoch wühlte ich mich in sein Bauchhaar ... Lobe mich! Lobe mich doch ein wenig, Dickhals! Lobe mich! Ein ganz klein wenig ...!" Noch einen Augenblick — und wieder verschluckt ihn und sein Gelächter die große schimmernde Wolke, die um den Bären schwimmt. Lange bleibt er unsichtbar. Die Ebene färbt sich mit Blut. Plötzlich schnellt Quavangarnisangik nach vorn, schwingt sich auf den untersten Absatz des Felsens. Seine Hände erraffen die Steine. Der Bär holt mit gewaltiger Tatze aus, taumelt zurück: Steinhagel umpraffelt feine Schnauze. Er sieht Funken, heult auf und schnaubt von Absatz zu Absatz, den Feind hoher hinaufdrängend. Groß werden Dickhals' Augen. Er kann keinen Gedanken fassen. Plötzlich steht Quavangarnisangik neben ihm, reißt ihm die Harpune mit dem Narwalzahn aus der Hand, jagt sie in die Brust des Bären ... Der Koloß taumelt von Absatz zu Absatz ... Dickhals sieht, wie Quavangarnisangik dem sterbenden Bären die Flanken tätschelt ... Dann hört er ihn triumphieren: „Bär! Bär! Grimmiger Bär! Mächtiger Bär! Ich habe dich getötet! Ich habe dich getötet! Uva, uva, uva! Tak! Tak!" Dickhals ist überwältigt. Langsam steigt er den Fels hinab. Kaum, daß Quavangarnisangik ihn erblickt, schlägt er eine Lache auf: „Komm nur, du, der es wagt, mich herau^zufordern! Sieh, meine Beute! Das Fleisch kannst du haben. Das ist nicht mehr als recht. Ich aber nehme mir fünf Haare, damit ich meinen Kameraden im Süden etwas vorweifen kann!" Er schneidet fünf Haare heraus, mitsamt den Wurzeln. Sie sind schwer, ganz unglaublich schwer. Dann reift er mit feiner Beute durch Frühjahr und Winter gen Süden, von Strahlenbündeln der Sonne umschwirrt. Er führt unter den funkelnden Säulen des Nordlichtes, fährt durch frostige Bläue und rauchenden Nebel oon Fifchplatz w Fifchplatz. Immer hat er fein Singen in der Kehle vom Bären, den er getötet hat: „Nane, nane, nane, togitata ..." und lacht, lacht wie ein Kind, dem seligste Erfüllung wurde ... Zeitschriften. Im Februarheft der „Süddeutschen Monatshefte", dem der Reichsjuristenführer und Reichsjustizkommissar Dr. Frank ein Geleitwort oorausgeschickt hat, gibt der Marburger Deutschrechtler Professor Merk ehren ausgezeichneten Abriß vom Sinn und Wesen der deutschen Rechts» erneuerung. Weg und Ziel deutscher Rechtserneuerung liegen in der Rückkehr und dem Sichbesinnen auf die völkischen Grundlagen unseres Rechts. Mit der Erhaltung des Volkes steht und fällt der völkische Staat. Deshalb sind die bevölkerungspolitischen Maßnahmen zur Erhaltung der deutschen Volkszahl und des deutschen Dolkswertes besonders berücksichtigt. In der Frage der staatlichen deutschen Gestaltung kommt Merk zu dem Ergebnis, daß heute für uns das Ziel nur in der germanischen Verbindung von Herrschaft und Genossenschaft in einem Führer- und Volksstaat sein könne. Zu dessen Aufbau bedarf es aber nicht der Erhaltung der alten Formen des „dynastischen Bundesstaats". Die Gründung des nationalsozialistischen Einheitsstaates erwies sich deshalb als ein Gebot der Notwendigkeit gerade für den Bestand des völkischen Führerstaates. Merk schließt seine Ausführungen mit wichtigen Betrachtungen über die „Erziehung zu deutschem Rechtsdenken". Die führenden Schichten unseres Volkes „sollen Recht und Staat als Ausdruck des Lebens und der Eigenart unseres Volkstums verstehen lernen". 6od)fd>ulnad>rid)ten. Privatdozent Dr. med. Georg Barkan von der Universität Frankfurt, der bereits seit mehreren Semestern als ordentlicher Professor und Direktor des Pharmakologischen Instituts an der Universität Dorpat wirkt, ist für diese Tätigkeit für Zwei Jahre weiterbeurlaubt worden. Der langjährige Leiter des Elsaß-Lothringen- Jnstituts an der Universität Frankfurt, Geheimrat Prof. Dr. Wolfram, wurde in den Wissenschaftlichen Rat des Deutschen Auslands- Instituts in Stuttgart berufen. Geheimrat Wolfram, der durch den Aufbau und die Führung des Elfaß-Lothringen-Jnstituts und durch feine eigenen Arbeiten in der ganzen wissenschaftlichen Welt bekannt ist, hat den ehrenvollen Ruf angenommen. Dem nichtbeamteten außerordentlichen Professor für innere Politik, Oberarchivrat Dr. phiL Ludwig Bergsträffer, ist auf Grund von § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Lehrbefugnis an der Universität Frank- furt a. M. entzogen worden. Aas Zugendherbergswerk in Oberhessen Ganschnlnngsleiter und Gauinspeklem Professor Dr. Werner Jeder mutz sich immer an unserem herrlichen Führer ein Beispiel nehmen. Dann werden wir auch das Herz des deutschen Arbeiters, dieses wertvollen Teiles des deutschen Volkes erringen. Jeder muß immer so handeln, als ob von ihm allein die Ehre des deutschen Volkes abhinge. Wer es bisher nicht schon getan hat, möge nun umlernen und die Zeichen der neuen Zeit verstehen. Vor allem ist aber zu fordern: Treue zum Führer und zu seinem Werk! Diese Treue zu halten sind wir verpflichtet. Der Führer hat uns 14 Jahre lang die Treue gehalten und wird sie uns auch immer halten, bis man ihn in die Grube trägt. Wenn wir immer geschloffen hinter unserem Führer marschieren, dann werden wir am Ende dieser Straße die deutsche Freiheit und das ewige Deutschland erblicken. (Langanhaltender starker Beifall.) Kreisschulungsleiter Michel sprach dem Redner im Namen der Versammlung herzlichsten Dank aus und betonte, daß diese Worte allen Nationalsozialisten aus dem Herzen gesprochen seien. Er wünschte, daß jeder diese Worte in seinem Herzen gut bewahren und ein treuer Kämpfer des Führers Adolf Hitler sein möchte, der seine ganze Kraft in den Dienst des deutschen Volkes stelle und dem wir mit voller Hingabe folgen müssen. Das Gelöbnis der Treue zum Führer bekräftigte die Versammlung mit dreimaligem begeisterten Sieg-Heil-Rufen auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes. Arbeit und Wollen des Nationalsozialismus Eine Riesenkundgebung in der Gießener BolksbaUe Das Herbergswerk soll jetzt zu Erziehungsschulen des nationalsozialistischen Staates und zu einer Pflegestätte deutschen Volkstums gestattet werden. Damit wird dem Werk eine neue verantwortungsvolle Aufgabe zuteil. Jugendherbergsarbeit soll Dien st am Volk und an der Heranwachsenden Jugend werden. Die Arbeit der Ortsgruppe Gießen erstreckt sich in Zukunft namentlich auf Mitgliederwerbung, ferner auf Uebertragung des Herbergsgedankens und im besonderen auf die Betreuung der Herbergen in Gießen und auf dem Hoherodskopf. Der Arbeit der Ortsgruppe Gießen war in dem ersten Jahrzehnt ein reicher Erfolg beschieden. Heute seien in Oberhessen, so führte Dr. F l ö r k e aus, eine genügende Zahl von Jugendherbergen vorhanden. Auch der VHC. habe das Werk unterstützt, die große Jugendherberge auf der Herchenhainer Höhe geschaffen und die Schottener Herberge ausgebaut. Der Verband Evangelischer Jugend habe die Herberge in Herbstein eingerichtet. Wenn auch unsere oberhessischen herbergen nur einfach ausgestaltel seien, so erfüllten sie doch alle ihren Zweck, und der Ortsgruppe sei es durch rechte Geldwirtschaft erspart geblieben, Schulden aufnehmen zu müssen. Sämtliche oberhessischen herbergen konnten im letzten Jahr gehalten werden. In Friedberg harre die Schaffung einer zeitgemäßen Herberge immer noch der Lösung. Nachdem ein Teil der dortigen Schupokaserne vorübergehend als Jugendherberge benutzt werden konnte, gingen diese Räume zuerst an die HI. über, dann wurden sie durch die Stadt der SA. zur Verfügung gestellt. Die Verhandlungen mit der Bürgermeisterei Friedberg wegen Schaffung eines Raumes für eine neue Jugendherberge seien noch nicht abgeschlossen, doch hoffe man auch hier auf eine glückliche Lösung der Frage. Dem Jahresbericht der Geschäftsführerin Dr. Hotz entnehmen wir folgendes: Die Zahl der I Mitglieder in 1933 betrug 420 (gegen 322 im Jahvs davon aus: Maßgebend für den Aufstieg ist die persönliche Befähigung und nicht die soziale Stellung und der Geldsack des Vaters. Deshalb räumen wir die Hemmnisse hinweg, die eine asoziale Zeit charakterisieren. Wir sind Feinde alles Dünkels und alles Klafsengetstes, sowohl beim Adel, wie beim Akademikertum, wie überall. Akademikern, die glauben, irgend welche Vorrechte zu haben, weil sie Doktor oder Professor sind, sagen wir, wenn sie einen Vater hatten, der ihnen das Geld gab für das Studium, dann haben sie dafür nicht mehr Rechte, sondern sie haben nur erhöhte Pflichten gegenüber dem Volke! Wir Nationalsozialisten beurteilen den Menschen nur nach dem, was er l e i st e t und ob er ein Kerl i st. Tragen Sie alle bei zu der V o l k w e r d u n g unseres Volkes, indem Sie alle den Erziehungsprozeß an sich selbst vollenden und den Dünkel beseitigen, aber auch die deutsche Krankheit der Titelsucht, die schon die deutschen Frauen ergriffen und verseucht hat. Da legt man bei vielen den Finger auf einen sehr wunden Punkt. Wir sind alle nur deutsche Volksgenossen und nichts anderes! Wir Nationalsozialisten sagen: n-icht was du arbeitest, sondern daß du arbeitest ist die. Hauptsache! Deshalb haben wir auch die Ar- ; e i t wieder zur Höch st en Ehre de s d e u t- schen Menschen gestempelt. Em ehrbarer Handwerker, der sein Handwerk kann, ist genau so viel wert wie der geistige Handwerker. Niemand erschauere vor den akademischen Titeln! Jenen einstigen Typ wollen wir ausmerzen. Wir wollen wie- der harmonisch ausgeglichene Naturen haben tne Sinn und Verständnis für das Leben haben. U n- sere Jugenderziehung muß andere Bahnen gehen, wir muffen wieder das stark pulsierende Leben in den Vordergrund stellen. Eine goldeneJugen d muffen wir den Kindern mitgeben, die ist mehr wert als em Sack voll Geld. Wir müssen unsere jungen Leute auch mehr ins Ausland schicken, damit sie sich dort umsehen und später dann auf dem glatten Boden stehen können, auf dem sie mit dem Ausland verhandeln müssen und dabei erfolgreich sein sollen. Weder Strese- mann noch Brüning waren dazu geeignet, sie waren absolut unfähig, beiden fehlte vor allem die Menschenkenntnis und der erforderliche Instinkt, mit denen man Außenpolitik wacht. Brüning appellierte in Genf sogar an die christliche Nächstenliebe derer, die uns am liebsten seden -Lag zu Gulasch gemacht hätten. (Beifall.) Die anderen Staaten haben erst wieder Respekt vordem deutschen Volke bekommen, als ein Mann aus t) em Volke aufstand!., (Beifall.) Im Jahre 1930 sagte mir ein Engländer: „Wann wird Deutschland einmal einen Mann nach Gens schicken, der Nein sagen wird? Dieses machtvolle, kräftige Kein hat unser Führer gesprochen. Es hat Wunderdinge in Europa geschaffen. Seit jenem Nein ist es in den europäischen Kreisen ge- : nau so, als wenn mit einem Stock in einem Ameisenhaufen gerührt worden wäre. Unser Führer wird : das Schwergewicht des 12. November i an dem er ein Ergebnis im deutschen Volke erzielt hat wie es auf der ganzen Erde noch nicht dage- - wesen ist, zur rechten Zeit zeigen und sagen, was Adolf Hitler sagte auch: „Der deutsche Arbeiter muß zum gleichberechtigten Volksgenossen gemacht werden." Die vom Führer bisher erlassenen Gesetze haben das erwiesen. Wir haben dabei gesehen, daß für den Führer das Wort stimmt: Ein Mann, ein Wort. Jetzt zeigen wir dem deutschen Arbeiter durch Ferienreisen die deutsche Heimat, um ihn dadurch in engste Verbindung mit dem deutschen Heimatboden zu bringen. Wenn wir 1934 das Gespenst der Arbeitslosigkeit weiter bezwungen haben werden, dann möchte ich den sehen, der noch Marxist sein will. wir reichen aus innerer Ueberzeugung jedem ehrlichen Deutschen die Bruderhand, besonders auch dem deutschen Arbeiter. Die soz ia le Frage ist nur zu lösen durch eine starke Regierung, die von einem Manne geführt wird, der s e l b st Arbeiter war und eine schwere Jugend hinter sich hat, der weiß, w o d e m einfachen Mann der Schuh drückt. Weil der Arbeiter genau weiß, daß nur ein solcher Mann die früheren Wälle übersteigen kann und den Weg zum Herzen des einfachen Menschen zu finden weiß, deshalb kommt der Arbeiter zu uns, und hier liegt das Geheimnis der Zuneigung des Arbeiters zu Adolf Hitler. Der frühere Staat wurde nur zufammengehalten durch das Band der Verfassung. Der nationalsozialistische Staat wird zusammengehalten durch den S t a a t s g e i st, durch die g e m e i n s a m e W e l t- anschauung, aber nicht durch eine Verfassung, die für uns nur eine zweite ober dritte Frage ist. Für uns besteht auch nicht die Frage: sagte in seiner großen Rede u. a.: Wenn der Nationalsozialismus nur die Aufgabe gehabt hätte, die äußere Macht zu ergreifen, dann wären die zahllosen Opfer, die für die große Idee des Führers gebracht wurden, umsonst gestorben. Wenn es sich für uns lediglich um die äußere Machtergreifung gehandelt hatte, dann wären wir wahrscheinlich nicht länger als ein Menschenalter an die Macht berufen worden. Uns geht es um mehr! Uns geht es darum, den neuen Typ eines Menschen, den nationalsozialistischen Menschen zu formen. Das ist die Aufgabe der Schulung, der herrlichen Aufgabe, die unser Führer uns in die Hand gegeben hat. Wenn wir diese Aufgabe richtig lösen, dann wird der Nationalsoziattsmus keine Angelegenheit einer Generation, sondern eine Sache von Jahrhunderten und Jahrtausenden sein. Am 30. Januar 1933 ist eine alte Wett dahingesunken, die niemals mehr wiederkehren wird und darf. (Beifall.) Wir alle werden dafür forgen, zufammen mit unserer $21. und SS., dah diese Welt niemals mehr wiederkehren wird, dah es keinen 9. November 1918 mehr gibt. Das möchte ich gerade von dieser Stelle aus sagen! Das zu sagen fühle ich mich gerade in Gießen so besonders berufen, indem ich mich nicht so sehr nach links als an das Rechts von gestern wende. (Lebhafter Beifall.) Deutschnationale von gestern, die ihr heute, getarnt mit dem Zentrum von gestern und manchem Hefensatz von links von gestern zu]am- men seid, gebt euch feine Mühe! Lernt um oder laßt dieHände weg von der Politik! Wir werden sehr wachsam sein, gerade wir, die wir das national] o= zialistische Ideengut in die Hände bekommen haben. Wir werden euch auf die Finger sehen. Und wenn die Form eurer getarnten Schulung, uns von hinterrücks zu bekämpfen, in die Gestalt eines katholischen oder evangelischen Geistlichen übergeht, so werden wir sie genau so bekämpfen, wie den Kommunisten oder Zentrumsmann. Dieser Kamps richtet sich nicht gegen die Religion. wir Nationalsozialisten rühren nicht an religiöse Dinge, wir achten das, was uns als Religion hoch und heilig ist. Aber es sei klar und deutlich gesagt: Meine Pfarrer beider Konfessionen, Sie haben eine einzige Aufgabe im heutigen Staat zu erfüllen: dah Sie Ihrer Gemeinde ein gutes Beispiel vorleben, nicht vorreden (Beifall) und das Christentum in reiner Form predigen. Dann gibt es zwischen uns keine Feindschaft. Wenn Sie aber uns angreifen wollen, dann werden wir auch vor niemand Hallmachen. Nationalsozialisten, laßt den revolutionären Geist nicht einschlafen! Denn nur wenn der revolutionäre Geist tätig und immer sichtbar in Erscheinung tritt, werden wir immer Nationalsozialisten und Kampfer bleiben. (Beifall.) Wir müssen so sein, denn jonft schläft der deutsche Zeitgenosse ein. Das darf niemals fein, er muß immer in Bewegung bleiben. Deswegen unsere Schulung. Diese ist aber nicht etwa eine schulmeisterliche Tätigkeit, sondern sie ist immer das U e b c r tr a g e n von l e b endig e m Kämpfergeist, weniger aus dem Kopse, als vor allem aus dem Herzen heraus zu den andern Volksgenossen. Und kommt es dabei nicht auf totes Wissen an, sondern die Schulung hat nur dann Wert, wenn sie C h a r a k t e r b i l d u n g ist und im praktischen Leben angewandt werden kann., Dir wollen nationalsozialistischen Geist in die Zeitgenossen hineinbringen. Dabei wird es vor allem Aufgabe der Schulung em, a e M - genoffen den Begriff der „Volksgemeinschaft fo klarzumachen, dah sie ihn finden. Wenn es uns nicht gelingen würde dieseGedan^n in das Volk hineinzutragen, dann waren dl Herr liche Lebensarbeit unseres Führers Most Ht uni) die Opfer feiner Kampfer umsonst gewefen Volksgemeinschaft müssen wir wer den. Wir sind 5mar feit b«n 12- “MS fo etwas wie - in Volk geworden. Aber wir.waren rüher kein Volk, wei, wir in hundert Efchied-n 0 . n - n verfielen. Daraus ist es auch zurückzus y An daß der deutsche Arbeiter zum Marxisten wurde. Sozialdemokraten und Kommunisten waren etgent- ttch n cksts anderes als unzufriedene Menschen und zwar nicht fo sehr wegen des geringen Lohnes Indern in Der Hauptsache, weil sie als deutsche Volksgenossen zurückgesetzt worden waren, weil unsere Väter, weil das Spießbürgertum in seiner politischen Instinktlosigkeit und mangelndem Fingerspitzengefühl den deutschen Arbeiter zurücksetzte. Gerade in Gießen ist das ein sehr aktuelles Thema. (Beifall.) Diese Volksgemeinschaft ist eine absolute Voraussetzung, wenn wir den deutschen Arbeiter dauernd gewinnen wollen. Der deutsche Arbeiter hat immer ein unendliches Feingefühl gehabt. Durch das Bewußtsein von Generationen hindurch, sich zurückgesetzt zu fühlen, Hürde dieses Feingefühl geradezu überspitzt. Nehmen wir nur den Fall des sozialen Aufstiegs: Noch in der verflossenen „sozialen" Republik war dem begabten Jungen des Landarbeiters oder Fabrikarbeiters der soziale Aufstieg versagt, weil dieser Aufstieg an den Geldsack des Vaters gebunden war. Wir Nationalsozialisten dagegen gehen Die Gießener Volkshalle war gestern nachmittag der Schauplatz einer Kundgebung, die zu den eindrucksvollsten in unserer Stadt seit der Machtübernahme durch den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler gehört. Es handelte sich um eine große Rede des Gauschulungsleiters und Gauinspekteurs Prof. Dr. Werner. Die Straßen unserer Stadt waren dem Gast zu Ehren und als äußeres Zeichen der Verbundenheit Gießens mit dem Nationalsozialismus reich beflaggt. In der Volkshalle saß eine riesige Menschenmenge bis zum letzten Platz dicht gedrängt beieinander. Von der Bühne aus bot sich ein Bild der Volkshalle dar, wie man es nur bei großen Anlässen zu schauen gewöhnt ist. Die Kapelle der SA.-Reserve unter Leitung des stellv. Musikzugführers May füllte die Zeit bis zum Eintreffen des Redners mit guter Musik in schönster Weise aus. Der Gauschulungsleiter und Gauinspekteur Prof. Dr. Werner wurde beim Durchschreiten der Volkshalle von der Riesenversammlung stehend mit dem deutschen Gruß empfangen; Tausende von Armen reckten sich, während gleichzeitig flotte Marschmusik erklang, jpontan dem Gast zum Gruß entgegen. Dann folgte zu den Klängen des Badenweiler Marsches der feierliche Einmarsch der großen Fahnengruppe mit den Fahnen der Ortsgruppen, der NSBO. usw. von den Besuchern ehrerbietig mit dem deutschen Gruß empfangen. Anschließend an die Fahnen marschierten die langen Reihen der Politischen Leiter mit ein, denen der Gruß der Versammlung in gleicher Weise galt. Dann eröffnete Kreisschulungsleiter Michel die Kundgebung mit kurzen Worten. Er entbot dem Gauschulungsleiter den herzlichen Willkommengruß Gießens und dankte ihm für feinen Besuch. Sodann Monarchie ober Republik. Ich glaube, daß die Monarchie für das deutsche V o l k endgültig zu Grabe getragen ist. Eine Idee hat nur so viel Wert, als der Träger dieser Idee Opfer zu bringen imstande ist. Wenn nur ein einziger der Könige in Deutschland im Jahre 1918 für seine Idee an den Stufen des Thrones in dessen Verteidigung sein Leben gelassen hätte, dann hatte er damit den Wert feiner Idee erwiesen. Aber keiner von chnen tat es. Sie ließen sich alle mehr oder weniger gut abfinden. Ich will den früheren deutschen Kaiser hier nicht in die Erörterung hineinziehen, aber ich will doch sagen: er war einmal der deutsche Kaiser. In Doorn und in Deutschland muß jeder mit der Tatsache rechnen, daß die Monarchie durch das Dritte Reich und der deutsche Kaiser durch Adolf Hitler abgelöst worden sind. (Starker Beifall.) Heute gibt es in Deutschland kein Volk mehr, das gegen die Regierung und den Staat in Feindschaft steht, wie früher. Heute sind in Deutschland Volk, Staat, Regierung und Führer eins. Am 30. Januar d. I. hat sich der tausendjährige Wunsch, das tausendjährige Sehnen des deutschen Volkes erfüllt: Die deutsche Reichseinheit ist am 30. Januar zur Tat geworden. (Starker Beifall.) Jetzt gibt es in Deutschland keine verschiedenen Staatsbürger, mehr, sondern nur noch den deutschen Staatsbürger. Dadurch ist die Reichseinheit herrlich vollzogen worden. Ujib so wird weitergearbeitet werden. Ich glaube auch sagen zu können, daß wir schon in ganz kurzer Zeit ein Reichs - Erziehungsministerium bekommen werden. Was wir im heißen Kampf errungen haben, wollen wir dem jungen Deutschland rein übergeben. Wir sind nur Platzhalter für die Jungen. Sauber und rein wollen wir den deutschen Staat haben. Auf allen Gebieten soll das Führerprinzip zum Durchbruch kommen, auch auf dem Gebiete der Wirtschaft, mit Autorität von oben und Gehorsam von unten, mit Verantwortlichkeit aller und mit Respekt eines jeden vor der Arbeit des anderen. Dieses Führerprinzip ist der granitene Fels, auf dem der nationalsozialistische Staat ruht. Wir wollen darüber wachen, daß der neue nationalsozialistische Staat immer voranschreitet. Die Revolution ist abgeschlossen. Unsere Tätigkeit beginnt jetzt. Sie besteht darin, den neuen deutschen Menschen zu formen, den Umschmel- zungsprozeß durchzuführen. Dabei kommt es nicht darauf an, welche Abzeichen einer hat, sondern nur i darauf, daß er das richtige Herz in sich trägt. wünschte er, die Versammelten möchten diese Stunde voll und ganz in ihr Herz aufnehmen und als echt nationalsozialistische Stunde begehen. Stellv. Kreisletter Hopsenmiiller führte dann u. a. aus: Wenn die nationalsoziali- stische Bewegung, fo als ob nichts geschehen wäre in Deutschland, als ob niemals eine Machtergreifung stattgefunden hätte, Sie zusammenruft, dann aus der Erkenntnis heraus, daß es niemals genug fein kann für uns, daß unser Führer und die nationalsozialistische Bewegung an der Macht sind sondern daß die Machtergreifung nur einen Sinn hat, wenn die Bewegung immer wieder da hingeht, wo sie entstanden ist, wenn sie immer wieder hinausgeht in die breite Masse des deutschen Volkes und wenn es durch die Machtergreifung gelingt, aus der Millionenmasse unseres Volkes und aus jedem Einzelnen das zu machen, was wir unter Nationalsozialismus verstehen: daß jeder einzelne Volksgenosse in seine Seele aufnimmt, was der Nationalsozialismus will, wenn jeder einzelne versteht, sein ganzes Denken und Trachten so einzustellen, wie der Führer es von uns verlangt, sein Denken und Trachten umzusehen in die natinalsozialistische Tat, sein ganzes Leben und handeln so einzustellen, daß aus jeder seiner Handlungen spricht: Das ist Nationat- sozialismus. Dieses Ziel zu erreichen ist eine unendlich große Aufgabe, so ungeheuer groß, daß sie Generationen beschäftigen wird und beschäftigen muß. Möge diese Kundgebung dahin auf Sie wirken, daß es der Zweck unseres Zusammenseins ist, für dieses große Gebäude einen weiteren Grundstein zu legen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen (DJH.) hielt am Samstagabend im Singsaal der Oberrealschule unter Leitung ihres Führers, Studienrat Dr. Flörke, ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Der Ortsgrup- , penführer gab zunächst einen Rückblick über die Ge- ■ schichte der Ortsgruppe, die jetzt auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann. Studienrat Dr. Flörke führte u. a. aus, daß ; vom Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda im Sommer । 1923 an den damaligen Beigeordneten der Stadt, : Dr. Frey, der in unserer Stadt im Asterweg | eine Jugendherberge geschaffen hatte, die Anregung s gegeben wurde, in Gießen eine Ortsgruppe der j DJH. zu gründen. i Die Gründungsversammlung fand am 10. März 1924 im Städtischen Wohlfahrtsamt statt. Die i neugegründete Ortsgruppe übernahm die Aufgabe, neue Freunde für das Jugendherbergs- i werk zu gewinnen, die bereits bestehende Jugendherberge weiter auszubauen und auf dem hoherodskopf eine neue Jugendherberge zu beschaffen. Der hessische Staat stellte ein Häuschen auf dem Hoherodskopf zur Verfügung, und durch eine Lotterie wurden die Mittel zum Ausbau der Herberge beschafft. Im Jahre 1926 wurde der damalige Geschäftsführer Dr. Flörke in den Gauvorstand berufen und mit der Betreuung sämtlicher oberhessischen Herbergen beauftragt. Der hessische Staat, die Provinz Oberhessen, die Stadt Gießen, der Kreis Gießen und andere Körperschaften stellten Mittel zur Verfügung, mit denen die Jugendherbergen in Oberhessen ausgebaut werden konnten. Nachdem im Jahre 1928 Dr. Frey nach Frankfurt berufen wurde, übernahm Dr. F l ö r k e den Vorsitz, und die Lehrerin Frl. Hotz die Geschäftsführung. Im verflossenen Jahr wurde das Werk auf neueGrund- lagen gestellt. Der Reichsjugendführer hat die Oberleitung übernommen und in die (Sauführung I Vertreter der nationalsozialistischen Jugendfüyrung berufen, I er will. Unsere Aufgabe ist es, das Verständnis für d i e Maßnahmen unseres Führers im Volke vorzudereiten, damit ie im Volke ein millionenfaches Echo i n d e n ! Adolf Hitler ist der Mann, auf den das tolze deutsche Wort zutrifft: „Ein Mann ein Wort!" Das deutsche Volk soll und muß wieder eine geschlossene Willenseinheit werden. In der Zeit des früheren Kampfes brauchten wir keine Angst zu haben, daß unsere Idee durch Spießer verwässert würde. Der Kampf war das Schutzmittel gegen die Spießer, denn sie kamen nicht zu uns, weil sie keine Kämpfer waren. Jetzt dagegen besteht die Gefahr der Verwässerung unserer Idee, denn heute ist es geradezu eine Kunst, nicht Nationalsozialist zu sein. Ich habe nur den Wunsch, daß es noch einmal einen reinigenden Kampf geben möchte. Dann lassen wir sie alle antreten, die Spießer. Bis dahin laßt sie opfern und spannt sie ein in die Arbeit, denn an der Leitung werden sich die Geister scheiden. So wollen wir bleiben! Den Vertretern der Behörden möchte ich sagen: Zuerst kommt die NSDAP, und dann erst kommen die Behörden. Wenn es umgekehrt wäre, dann wäre in drei Jahren der Nationalsozialismus so verwässert, daß er nicht mehr zu erkennen wäre. Es muß immer so bleiben, daß wir Nationalsozialisten euch vorschreiben, was ihr im Interesse des deutschen Volkes zu tun habt. Ich betone jedoch, daß ich kein Feind des deutschen Bamten bin, im Gegenteil. Wir wollen den deutschen Beamtenstand schaffen, der sich als e r st e r Diener des deutschen Volkes fühlt. Aber alle Beamten müssen sich immer vor Augen halten: ich bin des Volkes wegen da und nicht das Volk meinetwegen! Wir alle wollen täglich im Sinne der deutschen Volksgemeinschaft unseren Anteil zum Gelingen des großen Ganzen beitragen. Adolf Hitler hat am 30. Januar gesagt: „Der deutsche Bauer muß wieder in die Lage 'versetzt werden, daß seine Arbeit sich lohnt." Die Zeit ist vorbei, in der der deutsche Bauer von seinem Grund und Boden vertrieben werden konnte. Der deutsche Grund und Boden gehört dem ganzen deutfchen Volke, und der deutsche Bauer ist nur Sachwalter dieses Nationalgutes. Deswegen ist das deutsche Dorf ein Heiligtum und darf von einem Juden nicht mehr betreten werden. (Beifall.) Wir haben den Juden nicht vergessen. Der Deutsche darf nur noch durch Deutsche regiert werden. 1932), davon entfallen auf Einzelmitalieder 195, auf Körperschaften (Schulen, Vereine u. dgl.) 65, auf Erwerbslose und in Berufsausbildung befindliche Jugendliche 160. Ferner wurden 261 Bleidenaus« weife und 160 Führerausweise ausgestellt. Frl. Hotz berichtete ferner über die Ausgestaltung des Werbetags am 9. und 10. September, an dem die nationalsozialistischen Jugend verbände in Lied, Wort, Schrift und Bild für den Jugendherbergsgedanken warben. Das Ergebnis der Strahensamm- lung in unserer Stadt betrug 447,92 Mark, das der Haussammlung 600 Mark. Dr. F l ö r k e sprach der Geschäftsführerin anerkennende Worte für ihre Tätigkeit aus. Kassenwart, Sparkassen-Obersekretär Wolf gab den Rechnungsbericht. Den Einnahmen von 3446,81 Mark stehen 2323,63 Mk. Ausgaben gegenüber, so daß ein Rest von 1123,18 Mk. verbleibt. In der Einnahme sind u. a. enthalten das Kopfgeld der Jugendherberge Hoherodskopf mit 404,30 Mk. (zum Teil noch aus dem Jahr 1932), ferner der Jugendherbergspfennig der Gießener Schulen mit 131,21 Mark, der erst im letzten Vierteljahr 1933 erhoben wurde. Seit Oktober v. I. wird in allen Schulen von jedem Kind im Monat ein Pfennig erhoben, das macht allein in Oberhessen im Jahr 4000 Mark an Einnahme. Laut Mitteiluna des Gaues sollen diese Gelder für die oberhessischen Herbergen Verwendung finden. Geplant ist die Erweiterung der Jugendherberge in Büdingen. In den Ausgaben erscheinen die Zuschüsse zur Unterhaltung der in unserer Provinz bestehenden Herbergen, so für Gießen 83,77 Mark, für Büdingen 181,93 Mark, für Hoherodskopf 349,32 Mark und für Nieder-Ofle-iden 158,40 Mark. Die Rechnung war von Prokurist Georg geprüft und für richtig befunden worden, so daß dem Kassenwart Entlastung erteilt werden konnte. Der Ortsgruppenführer widmete dem Rechner herzliche Dankesworte. Mit der Neuorganisation desJugend- herbergswesens war die Ausarbeitung einer neuen Satzung nötig geworden. Diese wurde von dem Führer bekanntgegeben und fand einstimmige Annahme. Auf Grund der neuen Satzung wird Mitgliedern, die nicht auf dem Boden der nationalsozialistischen Regierung stehen, die Mitgliedschaft entzogen. Die Ernennung des Beirats wurde anschließend vorgenommen. Die seitherige Geschäftsführerin Frl. Hotz hatte wegen ihrer Versetzung nach Schotten um Befreiung von ihrem Amt gebeten. Ferner schieden Herr Wolf wegen Uebertoftung und die beiden Rechnungsprüfer, Frl. Stahlhacke und Herr Georg, freiwillig aus ihren Aemtern. Herr Dr. F l ö r k e dankte diesen treuen Freunden am Herbergswerk für ihre langjährigen wertvollen Dienste. Von dem Führer wurden in den Beirat berufen Dr. Dufeberg, der schon seit Oktober die Geschäfte übernommen hatte, zum Geschäftsführer, Diplom- Handelslehrer Karl Müller als Kassenwart, ferner Studienrat Schaaf, Sparkassen-Obersekretär Wolf und Lehrer Rau (Klein-Linden). Ein Vertreter der Stadt und der nationalsozialistischen Jugendorganisationen werden später noch in den Beirat berufen werden. Dr. Flörke, der im Herbst verflossenen Jahres dem Reichswanderführerlehrgang in Saarbrücken beigewohnt hatte, hielt zum Schluß noch einen Lichtbildervortrag über das deutsche Land an der Saar und seine Jugendherbergen. Er zeigte herrliche Bilder des Landes, dessen Bewohner aus deutschem Blut mit deutschem Boden verwachsen sind, und führte aus, wie organisch sich an der Saar Industrie in Landschaft und Volkstum einfüge. Besonders reizende Bilder aus dem Warndt, einem nach Lothringen zu gelegenen und besonders gefährdeten Zipfel des Saarstaates, ließen die Schönheiten und den Reichtum des Landes erkennen. Leider werde dort heute von den Franzosen Raubbau an deutschem Gut vorgenommen. Der Redner sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß unsere Brüder an der Saar bald zum deutschen Mutterland zurückkehren möchten, damit es unserer Jugend mogtid) werde, dieses schöne Stück deutscher Erde auf Wanderfahrten aus eigener Anschauung kennenzulernen. Oberheffen. Oie „befrag" im Dienst an Volk und Staat. Heiratsbeihilfen und Geschenke bei Geburten. Wie eine nationalsozialistische Betriebsführung ihre Pflichten gegen Staat und Volk zu erfüllen versteht, zeigt Die Haltung des Vorstandes des Braunkohlen-Schwelkraftwerkes „Hefrag" in Wölfersheim. Zur Unterstützung der Bestrebungen der Reichsregierung zur Rückführung weiblicher Angehöriger der Wirtschaft in die Hausfrauenarbeit hat die Firma allen weiblichen Mitarbeitern eine Heiratsbeihilfe in Höhe des ansehnlichen Betrages von 50 0 Mark ausgesetzt, die dann ausgezahlt werden, wenn die Betreffende, um zu heiraten, aus der Firma ausscheidet und damit die Möglichkeit gibt, einen Arbeitslosen einzustellen. Darüber hinaus erhält jeder Werksangehörige, dem ein Kind geboren wird, ein Geschenk von 10 0 Mark, wodurch auch hier wieder zum Ausdruck gebracht wird, wie sehr der neue Staat und im Einklang damit die Führung der Hefrag den natürlichen Wunsch des Volkes zum Kinde unterstützt und fördert im Interesse der Verjüngung von Volk, Staat und Kultur. Diese Tat spricht für sich und zeigt, wie gerade in unserem Wirtschaftsgebiet das neue Ideengut die Wirtschaftsführung beeinflußt und zu welch oünftigen Auswirkungen eine verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Volk führt, wie sie der Nationalsozialismus in steigendem Maße verwirklicht. Landkreis Gießen. K Alten-Buseck, 4. März. Unser ältester Mitbürger, Altbürgermeister Wilh. Körber, konnte heute in seltener körperlicher und geistiger Frische sein 8 9. Lebensjahr vollenden. Die ganze Gemeinde nahm herzlichen Anteil an diesem Tage. 00 Daubringen, 3. März. Der Spar« und Vorschußverein Daubringen hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Preis, eröffnete die Versammlung. In ehrenden Worten gedachte er zunächst der im Jahre 1933 verstorbenen Mitglieder. Nach einigen Ausführungen über die Umordnung der Dinge durch die nationalsozialistische Revolution, die auch einen neuen Geist in das Genossenschaftswesen brachte, erstattete der Direktor der Kasse W. Alb ach den Geschäftsbericht. Im Jahre 1933 waren fünf neue Mitglieder zu verzeichnen. Abgänge durch Tod und Kündigung erfolgten acht, die jetzige Zahl der Genossen beträgt 58 Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr belief sich auf 296 616,85 Mark, der Stand der festen Darlehen auf 145 838,65 Mark. Der Reingewinn beträgt 1571,67 Mark. Die Anlegung des Gewinnes erfolgte in folgender Weise: 6 v. H. Dividende für o'/. Mitglieder; 100 Mark werden dem Verein Kleinkinderfreunde als Stiftung überwiesen; 50 Mark werden auf Vorschlag des Kreisbauernführers Dorrschuck der Volksschule zur Beschaffung von Bibliotheksbüchern gegeben. Der Rest kommt zu gleichen Teilen als Betriebsrücklage und für den Reservefonds zur Verwendung. Bilanz und Geschäftsbericht samt Gewinnverteilung wurden einstimmig genehmigt und dem Vorstand wie auch dem Äufsichtsrat Entlastung erteilt. Nach einer Statutenänderung erfolgte die Neuwahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck gab die Ursachen zu dieser „Gleichschaltung" bekannt, die bezwecken solle, daß beide Körperschaften verjüngt werden und Nationalsozialisten zu ihren Mitgliedern zählen. Sein Vorschlag wird einstimmig angenommen. Dem Vorstand gehören an: Direktor W. Albach, Stellvertreter K. G r ö l s II und Rechner W. Braun II. Dem Aufsichtsrat gehören an: Bürgermeister Preis, Lehrer Henkel, Blvckwart Stein, Wilh. Roth, Wilh. Mohr und Aug. Weimer. Verbandsrevisor Hartmann machte noch Mitteilung von der Vereinheitlichung des Genossenschaftswesens mit dem Ziel, jedem ürt ein Kreditinstitut und eine Absatzgenossenschaft zu verschaffen (Geldgenossen- schaft und Warengenossenschaft). Das führe in Daubringen zur Auflösung des Raiffeisenvereins und zur Uebernahme von dessen Geldgeschäften durch den Vorschußverein. Die Gründung einer Warengenossenschaft wurde in Aussicht gestellt. Zum Schluß sprach Herr Hartmann dem Vorstand wie auch dem Aufsichtsrat für die zufriedenstellende finanzielle Lage und die einroanofreie Geschäftsführung feine volle Anerkennung aus. Die Versammlung schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. — Die Spar- und Darlehenskasse (Raiffeisen) Daubringen hielt dieser Tage ebenfalls ihre Generalversammlung ab. Aufsichtsratglied Walter eröffnete die Versammlung. Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck gab einleitend bekannt, daß zur Bereinigung des ländlichen Genossenschaftswesens die Auflösung dieser Genossenschaft notwendig fei, da nach den Anordnungen des Landesbauernführers ein Bestehen zweier Kreditinstitute in einem Orte nicht mehr möglich sei. Der ländliche Genossenschaftsoerband Rhein-Main-Neckar hatte bereits fein Einverständnis zur Auflösung gegeben. Einstimmig wurde sodann die Auflösung der Genossenschaft beschlossen. Die Geldgeschäfte werden von dem Sparund Vorschußverein Daubringen übernommen. Die Abwicklung des Geschäftes wird mit aller Rücksichtnahme erfolgen. Zu Liquidatoren wurden die Herren Wilh. O p p e r , Karl Schneider und Lehrer Henkel bestellt. Die Neugründung einer Waren- Bezugs- und Absatzgenossenschaft soll demnächst erfolgen. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 3. März. Polizeidiener Ernst Koller trat am 1. März in den wohlverdienten Ruhestand. 44 Jahre hindurch hat er den Einwohnern mit der Ortsschelle die neuesten Bekanntmachungen verkündet. An seine Stelle tritt Wilhelm Scharmann 2. Flugzeugtause im Fliegerhorst Butzbach. * Butzbach, 4. März. Der Fliegerhorst Butzbach im DL V. (Deutschen Luftfahrtoerband) hatte am Samstagabend seine Freunde und die gesamte Bevölkerung zur Taufe der n e u e n Gleitmaschine eingeladen. Kreisleiter Seipel hatte zugesagt, die Taufe vorzunehmen. Graf Solms- Laubach war ebenfalls anwesend. Sonst bemerkte man noch Vertreter der Stadt Butzbach, der Ortsgruppe der NSDAP, und die Führer der Fliegerhorste Bad-Nauheim und Nieder-Ofleiden. Die stattliche Besucherzahl ließ erkennen, daß der Gedanke des deutschen Flugsportes schon in weite Kreise der Bevölkerung Eingang gefunden hat. Der Saal war mit Fahnen ausgeschmückt. Auch die Bühne prangte in reichem Flaggenschmuck. Rechts ein Bild des Ministers Göring, links des Reichskanzlers Adolf Hitler. Und über der Bühne ein weit in den Saal hinein leuchtendes Wort von Hermann Göring „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden." Die Veranstaltung begann mit einem Vorspiel zu der Oper „Der Kalif von Bagdad". Es folgte der Badenweiler Marsch. Dann sprach Herr Luft aus Gießen einen Prolog. Nach einem weiteren Marsche „Mein Vaterland" hieß der Horstführer die Teilnehmer willkommen. Das neue Flugzeug sei bereits das zweite, das der Horst in Besitz nehme. In etwa sechswöchiger Arbeit sei es erbaut worden. Den Bestrebungen der Fliegerhorste in früheren Jahren, Deutschland den ihm gebührenden Platz an der Sonne zurückzuerobern, hätten ungünstige Sterne entgegengestanden. Vor allem feien dies die Fesseln des Versailler Diktats gewesen. Aber auch die früheren Regierungen hätten es nicht für nötig erachtet, das deutsche Flugwesen zu fördern. Unsere Jugend, die flugbegeiffert den Fliegerhorsten zuströme, muhte sich genau so wie die Verbände, die die Segelfliegerei betrieben, er ff bas Verständnis erkämpfen. Erst durch den Sieg der nationalen Bewegung wurde hier Wandlung geschaffen. Jetzt sind alle Vereine und Verbände, die vordem zu Dutzenden auf eigene Faust die Fliegerei betrie- ben, im DLV. zusammengeschlossen. Der Redner 14 0 rtc ^>a.nn die Organisation des DLV., der in 14 Landesfliegergruppen zerfällt, die ihrerseits wieder in Untergruppen, Fliegerhorste und Fliegernester zerfallen. Wir wissen, daß wir umgeben sind von einer Kneife von gerüsteten Staaten, die sich nicht scheuen werden, im Kriegsfall auch gegen Frauen und Kin- oer ihre -Bomben abzuwerfen. Wir besitzen nicht nur reine Kampf- ober Jagdflieger zu unserer Verteidigung, man hat uns sogar die Luftabwehr verboten. Cs war uns sogar verboten, staatliche Mittel zum Segelflugzeugbau zu geben, sondern das Segel- restlos von den dafür interessierten Verbanden finanziert werden. Nach einem von Herrn Luft aus Gießen vorgetragenen Gedicht „Die deutsche Fahne" ergriff ^reisleiter Seipel das Wort. Wir toten Flieger Blieben Sieger Durch uns allein. Deutsches Volk, fliege wieder, Und du bleibst Sieger Durch dich allein. So stehe geschrieben auf dem Grabmal der toten deutschen Flieger. Die Tradition der Fliegerei sei die höchste, die es in der Geschichte des deutschen Volkes und des vergangenen Krieges gegeben habe. Hier, bei der Fliegerwaffe, gab nicht die Möglichkeit, das Material zu erneuern, Granaten und Kanonen zu produzieren, den Ausschlag, sondern einzig und allein der persönliche Mut. Der Flieger, der sich in fein Flugzeug setzte und den Gegner anflog, der bestand den persönlichen Kampf. Er wußte beim Aufstieg nicht, ob er wieder lebendig landen würde. Und deshalb sei mit der Fliegerei ein Moment verknüpft, das ein Moment des Deutschtums fei und bleiben solle: das Moment des persönlichen Mutes. Wenn es nun in Deutschland so geworden sei, daß jeder, der persönlichen Mut besitze, die Möglichkeit zu fliegen habe, da sei es die Pflicht und Schuldigkeit eines jeden, der deutschen Segelfliegerei die Wege zu ebnen. Er selbst, sagte der Kreisleiter dann unter tosendem Beifall, werde sich in der nächsten Zeit bei dem Horst Butzbach als aktives Mitglied melden. Heute habe er die Plicht, das zweite Flugzeug des Horstes Butzbach zu taufen. Er taufe es auf den Namen „Silberfalk e". Er wünsche, daß die Männer, die es in Zukunft in die Lüfte führen würden, genau so mutig sein möchten, wie der Name, den der Vogel nun trage. Graf Solms-Laubach dankte dem Kreisleiter nicht nur für sein Erscheinen, sondern vor allem für die Worte echt fliegerischer Kameradschaftlichkeit. Es gelte heute, an die Stelle des Schönredens oder des Vielredens die Tat und die Leistung zu setzen. Eine Bitte habe er: der Kreisleiter möge ihm helfen bei der politischen Schulung des jungen Fliegernachwuchses. Zum Schlüsse forderte er alle Anwesenden auf, ben Flugsport zu unterstützen. Ls gibt manchen, der kann nicht aktiv fliegen, und es gibt manchen, der kann nicht feine Faust und feinen Kopf einsehen für die Fliegerei. Aber es gibt keinen, der nicht ein Opfer bringen kann für die Fliegerei. Und für die Fliegerei ein Opfer bringen, das ist eine Sache, die notwendig ist, die zum Wohle des Ganzen, zum Wohle Deutschlands geschieht." Während der Fliegermarsch ertönte, wurde von den Fliegern des Horstes das Flugzeug auf offener Bühne abmontiert. Herr Luft aus Gießen fang jnit Klavierbegleitung, und Turnerinnen erfreuten durch unterhaltende Darbietungen. Auch eine humoristische Einlage wurde mit reichem Beifall quittiert. Die Standartenkapelle 222 unter Leitung von Musikzugführer A d e r h o l d mußte sich oft zu Zu- gaben entschließen. An die offizielle Veranstaltung, die gegen 23.30 Uhr ihr Ende gefunden hatte, schloß sich gemütliches Zusammensein an. Wegen Beleidigung des WHW. festgenommen. Darmstadt, 4. März (LPD.) Wie die Kreis, führung des Winterhilfswerks Darmstadt mitteilt, wurde am Sonntag der Diplom-Ingenieur K. aus Darmstadt wegen Beleidigung des W H W. in Schutzhaft genommen. K. hatte sich anläßlich der Brotsammlung durch das Jungvolk bzw. beim Einsammeln der Spende zum Eintopfgericht verächtlich über das Winterhilfswerk geäußert. Schließung des Kaufhauses Wronker in Frankfurt. F r a n f f u r t, 3. März (LPD.) Das Frankfurter Kaufhaus Hermann Wronker AG. wird am 15. März sein Hauptgeschäft an der Zeil schließen. Die Filialbetriebe in Frankfurt-West, Mannheim und Hanau, sowie das zu Wronker gehörende Kaufhaus Hansa werden fortgeführt. Der Frankfurter Einzelhandel hat sich bereit erklärt, einen großen Teil der durch Schließung des Stammhauses brotlos werdenden Angestellten in Einzelhandelsgeschäften unterzubringen. Heber die weitere Verwendung des Hauses an der Zeil sind noch keine Entscheidungen getroffen worden. Das Unternehmen war in den letzten drei Jahren bereits zweimal saniert worben; es ist aber nicht gelungen, den Betrieb rentabel zu gestalten. Aus aller Wett. General a.D. von hülsen Lhrenführer im kyfshäuserbund. Der Führer des Kyffhäuserbunbes, Oberst a.D. Reinhardt, gibt bekannt: Den langjährigen Ehrenvorsitzenden des früheren Kriegerbundes Kurhessen und Waldeck, Seine Exzellenz.General der Infanterie a. D. von Hülsen, Kassel, habe ich nunmehr zum „Ehrenführer des Landesverbandes Hessen-Nassau des Kyffhäuserbundes" ernannt. Bei dieser Gelegenheit spricht der Bundesführer General von Hülsen seinen Dank für bäs dem Kriegervereinswesens stets bewiesene Interesse aus. Ländliches Familiendrama. — Word oder Selbstmord. In der Ortschaft Thessen bei Grabow (Kr. Jerichow I) ereignete sich ein Familiendrama. Der Geschirrführer Rockar aus Thessen meldete dem Gendarmeriewachtmeister von Grabow, daß seine 71jährige Mutter, die in feinem Haufe das Altenteil genieße, sich in ihrer Wohnstube erhängt habe. Der Gendarmeriebeamte beaab sich sofort nach Thessen und untersuchte die Angelegenheit. Da er an einem Selbstmord zweifelte, alarmierte er die Magdeburger Mordkommission, die feststellte, daß wahrscheinlich Mord vorliegt. Das Verhältnis zwischen der alten Frau und ihrem Sohn, insbesondere jedoch zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter soll unerträglich gewesen sein. Ein Zeuge will zu der fraglichen Zeit Hilferufe in dem Rockar- schen Haus gehört haben. Rockar und seine Frau wurden fe ft genommen. Gefährlicher Kurpfuscher im Westerwald unschädlich gemacht. Vom Neuwieder Amtsgericht wurde der schon mehrfach vorbestrafte Händler Jürgens aus Niedersalvey zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte sich auf dem Westerwald als Sohn des „Thüringer Tropfenmannes" aus- gegeben, erzählte den Leuten in Asbach, Dierdorf, Altenkirchen und auch in Neuwied, er fei Apotheker, und brachte es fertig, auch den gesündesten Menschen irgend eine Krankheit einzureden. Die harmlosen Säftchen, die er den Dummen für teures Geld andrehte, trugen schöne Namen wie „Thüringer Hausmittel", „Jerusalemer Balsam" usw. Für jede Krankheit mischte er aus seinen vielen Fläschchen irgend eine Tinktur zurecht, und seine Opfer waren dann nicht wenig erstaunt, wenn sie für ihr „Heilmittel" 20 bis 30 Mark bezahlen mußten. Ein Gendarmeriewachtmeister legte dem Burschen schließlich das Handwerk. Hinrichtung eines gemeingefährlichen Verbrechers. Der am 28. Februar zum Tode verurteilte H a n n a ck ist in Hambura durch das Beil t) i n • gerichtet worden. Die Verurteilung war erfolgt, weil Hannack in Hamburg und Bergedorf im Oktober 1933 Polizeibeamte, die ihn verfolgten, getötet hatte. Wegen der Gemeingefährlichkeit des wiederholt Schwerbestraften hat der. Reichsstatthalter von feinem Gnadenrecht keinen Gebrauch gemacht. Der Löwe ist los! In Poitiers hat sich dieser Tage ein Zwischenfall ereignet, der leicht schwere Folgen hätte haben können. Ein Zirkuswagen mit Löwen und Tigern prallte an einer Straßenbiegung gegen einen Baum. Durch den Stoß sprang der Käfig auf und ein Tiger und zwei Löwen suchten das Weite. Zwei Raubtierbändigern gelang es nach kurzer Zeit, den Tiger wieder einzufangen. Schwerer war es jedoch, mit den Löwen fertig zu werden. Einer von ihnen hatte sich in ein Haus geflüchtet, wo man ihn nur mit großer Mühe herausholen konnte. Der andere hatte sich im Hof des gleichen Hauses in Sicherheit bringen wollen. Der Direktor des Zirkus konnte schließlich auch diesen Löwen mit Hilfe eines Lassos wieder einfangen. Hünengräber in Franken. In der Gemarkung Külsheim bei Wertheim (Unterfranken) wurden elf Hünengräber entdeckt, die 7 bis 12 Meter lang und 3 bis 6 Meter breit sind und sich einen Meter über den Erdboden erheben. Der Fund weift darauf hin, daß diese Gegend schon vor 2000 bis 3000 Jahren besiedelt war. Gewinnauszu» 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 20. Ziehungstag 2. März 1934 3n der heutigen Vormittagsztehung wurden Gewinne über 150 3 R. gezogen 2 Gewinn« zu 75000 M. 335784 2 Gewinnezu 30000 M. 340301 6 Gewinn« zu 5000 M. 120433 188176 396865 4 Gewinnezu 3000 W. 211777 350612 18 Gewinne zu 2000 M. 8998 10260 13160 15364 34468 136501 221832 352598 355861 22 Gewinne ,u 1000 M. 18842 42983 75362 89335 97809 196124 206660 267660 271566 297576 301255 50 Gewinne zu 500 M. 19129 20031 44112 63407 86502 115352 142451 166720 170115 182932 188440 191963 203690 220195 220549 220832 225793 302630 307433 320823 325992 367426 368249 372148 396294 360Gewinne zu 300 M. 3291 3326 3849 9119 14396 16308 16352 17427 20357 20606 21022 26178 26664 28474 29804 31418 31825 33403 34117 34190 35226 35992 40810 42281 43342 51077 51750 59123 60818 66244 69521 71719 71781 73249 75065 75415 79371 80689 82638 83949 83978 89625 92335 94086 94150 98205 105240 106002 108555 110177 110617 113796 1J.4073 116317 118794 120615 120790 123392 25287 125751 127569 128476 129067 129312 132652 133608 134476 134847 137164 137226 138368 143761 146655 147070 148919 150578 1H2672 156465 158126 166873 167738 170942 1 ZI346 175019 177391 177633 181165 181437 '30436 190480 200611 202475 oor?2r 211036 211633 219235 219746 239274 A6746 232672 233743 237046 WA Ä M B » » » ä I 293667 294683 296233 300277 301674 302964 303578 304506 304582 305891 306093 306787 309619 312840 315204 316851 317754 3189H 323425 328551 332538 334066 336623 339310 54J98' 342062 342190 344932 348963 348844 350119 352034 355693 356862 359472 371865 372365 380801 381058 395692 99793R 384298 236452 392019 392646 oy < yoo 20. Ziehungstag 2. März 1934 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 2 Gewinne zu 3000 M. 288398 112409 16 Gewinne zu 2000 M. 21229 28554 169550 196818 292664 311495 328029 8 Gewinn« ,u 1000 M. 82190 109245 121834 340087 52 Gewinne jn 500 M. 2744 23441 28049 40135 81521 81649 90587 93800 132311 142587 146745 152521 166743 243080 256437 260064 282567 283995 288233 296507 327818 337429 359900 392401 395943 397178 328 Gewinn« zu 300 M. 308 1519 2405 4978 6953 8753 9495 16212 19748 22055 23386 28310 29000 30728 32167 34660 39501 42091 49063 50071 51886 56008 56200 57262 58352 59700 66084 67039 71723 74084 75690 76139 79025 82968 85649 85775 87338 87717 89177 90855 94660 94845 96444 97313 100255 103069 103116 104100 105703 106270 107448 108018 111323 113111 114730 116649 120907 126214 129347 130550 131134 134302 134819 134925 141853 145504 150035 151213 157127 158102 163510 168697 170132 171115 178696 179557 180309 183109 188853 189252 189940 190570 191042 196480 197774 197824 202148 202870 206245 206366 207124 207828 210402 212052 212102 214362 218070 220829 225485 230373 233658 236137 256315 258735 258830 260217 261059 263635 267205 272917 276214 277047 277771 280103 287317 287558 288993 290096 297552 297602 298751 301132 303973 312200 317694 318160 318430 318485 319423 320239 323324 324009 330107 330425 331338 332542 332870 336695 340543 341173 344463 346434 349990 350324 350850 351539 353668 353840 354745 362400 368671 371174 374109 374271 375159 375919 377363 381984 387849 389870 389985 394181 395332 399798 20 Tagespramien. 18730 34194 117568 164815 204150 269085 279558 353296 359762 256920 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 80000, 6 zu je 10000, 62 zu je 5000, 106 zu je 3000, 174 zu je 2000, 832 zu je 1000. 924 zu je 600, 5902 zu je 300 unb 200 Lagesprämien zu je 1000 Mark.