184. Jahrgang Zreitag, 5. Januar 1954 Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/3Uf)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger üatz 25°/0 mehr GrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u.Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt _ EZL General-Anzeiger für Oberhessen Poftfd)e r. F. Dietrich. Mit 64 Kunstdrucktafeln. Broschiert RM. 3 —, in Ganzleinen gebund. RM. 4.- Natördenkmäler aus der Vogelwelt von Oberstleutnant von Lucanus Broschiert Reichsmark 2.-, gebunden Reichsmark 3.— Die heimischen, geschützten Raubvögel. Von Dr. Martin Löpelmann. Mit 9 farbigen und 16 Schwarz tafeln, 9 Flugtaftln und 26 Abbildungen im Text. 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Durch mehr als drei Jahrzehnte bis um die Jahrhundertwende blieb Mendels Werk verschollen. Es ist kaum begreiflich, daß selbst ein so bedeutender Botaniker wie der Münchener N ä g e l i, mit dem Mendel in einem gelehrten Briefwechsel stand, Theorien praktisch zu verwerten. Hal in der Pflanzenzucht die schönsten Erfolge erzielt und auch bereits für die Tierzucht manches daraus gelernt, ja denkt daran, diese Gesetze auch zum Wohle der Menschheit nutzbar zu machen Johann Mendel, der am 22. Juli 1822 in Hein- zendorf, einem kleinen Ort in Oesterreich-Schlesien, als Bauernsohn geboren wurde, stammt aus einem alten deutschen Geschlecht, das unter dem Namen Mandel schon im 17 Jahrhundert in der kleinen deutschen Kolonie innerhalb fremdstämmiger Umgebung ansässig war Der Vater soll eine besondere Neigung zur Obstzucht gehabt haben, so daß der aufgeweckte kleine Hans schon früh nicht nur in die Landwirtschaft, sondern auch in das Pfropfen und Okulieren eingeweiht wurde. Da er eine starke Begabung zeigte, ließ ihn der Vater die höhere Schule besuchen, und auf dem Gymnasium in Troppau brachte ihn der Direktor, ein Augustinerpriester, auf den Gedanken, sich dem geistlichen Stande zu widmen. wodurch der sehnlichste Wunsch seiner Mutter erfüllt wurde. 1843 trat Mendel ins Brünner Augu- brechen kann, so hielten auch die Richter an in ihrem Mörderamt und sahen wartend auf das Volk, das, ein neues Schauspiel witternd, Beifall und Hohngelächter schrie. Sie hätte doch nichts mehr erreicht, als eine Pause in dem Schlächterwerk, wenn nicht der grauenvollen Unzucht dieser Stunde entsprungen ein mißgestalteter Mensch vor sie getreten wäre — der Kopi von einem schlanken Jüngling war gefallen, der Krüppel trug ihn lachend an den Haaren und bot ihr einen Becher dar mit seinem rauchend warmen Menschenblut: So trink das Wohl des Volkes zum Beweis! Da sank ihr rasch der schwurbereite Arm: das Grausen riß sie zum Fallbeil hin Schon aber scholl das Hohngelächter wie ein Gebell von Hunden über sie, daß sie noch mitten auf der Treppe sich rückwärts wandte. Da sah sie ihren Vater, der als ein Edelmann an diesen Richtern vorüber gehen wollte, flehend um ihr Leben vor ihnen stehen: und wie ein Blitzstrahl in der Nacht Dächer und Türme grell erleuchtet, erkannte sie die feige Schuld von ihrem Wort und daß hier Adelspflicht gewesen wäre, das liebste Leben wie das eigene gering zu achten. Da hob das Fräulein von Sombreuil sich auf wie eine Hündin, die geschlagen ist, und schritt, den Blick fest aus den Becher gerichtet, an den Tisch und nahm das Zinn in ihre weißen Hände und schenkte sich nichts und blickte offenen Auges hinein und trank daraus. Und hob den wunderblassen Kopf und ließ den Becher mit so heiligem Saft nicht fallen und hatte um die scharf gespannten Lippen einen Streif von Menschenblut. Und wartete, geduldig nicht und nicht verlangend, bis ihr die Richter den Vater gaben, dessen Leben sie sich gerettet hatte, um ihn für immer zu verlieren. Und führte ihn durch eine Gasse, die ihr das Volk mitleidig machte, hinaus aus der Gemeinschaft ihres Standes, die sie verlassen mußte um ihres Adels willen. Neues aus dem Prado in Madrid. Die berühmte Gemälde-Sammlung des Prado in Madrid hat einen neuen bedeutenden Zuwachs erhalten in drei hervorragenden Werken Goyas, die ursprünglich für den Palast des „Friedensfürsten" Godoy geschaffen waren. Die Bilder sind kreisrunde Temperamalereien, die den Ackerbau, die Industrie und den Handel darstellen. Eine vierte Allegorie, die der Wissenschaft, ist durch eine spatere Restaurierung so zerstört worden, daß sie nicht mehr als von Goyas Hand herrührend angesehen werden kann. Godoys Palast, der dann das Marine- Ministerium geworden war, wurde vor einigen Zähren niederg^rissen, als das neue Admiralitäts» Zum 1. Hessischen Zunsteniag. Der Organisationsleiter des 1. Hessischen Juristentags in Darmstadt, D e n z e r, teilt mit: Ich habe Anlaß, nochmals darauf hinzuweisen, daß teilnahmeberechtigt am Hessischen Juristentag nichts nur die Mitglieder des Bundes sind, sondern darüber hinaus alle Angehörigen der Deutschen Rechtsfront, die alle Diener des Rechts umfaßt, vom Präsidenten bis zum- Justizwachtmeister. Die Teilnehmerkarten für den Juristentag kosten 1 Mark Verbilligte Teilnehmerkarten zu 0,50 Mark erhalten alle Diener des Rechts, die ohne Einkommen sind, außerdem von den unteren Beamten bis zum Kanzleiassistenten. Im Nordwesten Boliviens ist ein Aufstand der Indianer ausgebrochen, die den Eisenbahnverkehr von der Hauptstadt La Paz nach der Grenze lahmlegten und die Stationen plünderten. Die Regierung hat Truppen in das Aufstandsgebiet entsandt. — Unser Bild zeigt Jndianer- typen von der bolivianischen Hochebene. — Unten links: Karte des Aufstandsgebietes mit der Eisenbahnlinie Guagui—La Paz Klosteraarten ausführte Hier hat er mehr als 15 0 0 0 Versuche mit seinen Erbsen und Bohnen vorgenommen und die Mendelfchen Gesetze entdeckt Heute wachsen dort keine Erbsen für die Pflanzen gefundenen Gesetzmäßigkeiten auch in der Tierwelt nachzuweisen, und er wählte dazu als das geeignetste Geschövf die Biene. "Der eifrige Imker hat kurze Berichte über Bienenzucht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht, aber von den Notizen über feine Züchtungsversuche ist nichts erhalten, wie überhaupt fast alle seine ko st baren Aufzeichnungen verloren gingen, da man ihnen nach feinem Tod keine Beachtung schenkte. Neben seinen biologischen Arbeiten machte Mendel regelmäßige Wetterbeobachtungen und hat z. B. einen wertvollen Aufsatz über eme Windbase die sein Kloster stark beschädigte, geschrieben. D *e Untersuchungen führten ihn zu Himmelsbeobach un- gen, bei denen ihn besonders die Sonnenflecken interessierten. Das Jahr 1868 riß ihn, nachdem er zum Abt und Prälaten seines Stiftes gewählt wurde, aus einer so fruchtbaren Forscher- und Lehrtätigkeit heraus. Nun mußte er für sein Kloster fämpfen, das durch ungerechte Besteuerung in Schwierigkeiten geriet „Zuerst von vielen unterstützt, später von ebensovielen verlassen," schreibt sein Biograph, „kämpft er, ein zweiter Michael Kohlhaas, den aus- sichtslosen Kampf ums Recht, der den von Natur aus heiteren und liebenswürdigen Mann in feinen letzten Lebensjahren zum weltfremden Misanthropen machte, der ihm seine besten Güter, Ruhe, Lebensfreude und Gesundheit, rauben sollte." Traurig schrieb er damals: „Ich fühle mich wahrhaft um alücklich, daß ich meine Pflanzen und Bienen so Brünner Oberrealschule tätig war. In diese 14 Jahre fallen seine grundlegenden Studien, die er im mortafel, die die unvergängliche Bedeutung seines Forschens hervorhebt Noch erhalten ist der Bienenstand Mendels im Klostergarten, in dem er bis zu 50 Völkern hielt Mendel hat nämlich versucht, die $rauen als Erfinderinnen. Man sollte meinen, daß sich der Erfindergeist der Frau gerade auf den Gebieten am meisten und erfolgreichsten betätigt, für die sie durchweg die gründlichste Erfahrung mitbringt. Dagegen ist festzustellen, daß z B. die Neuerungen im Haushalt, die so manche oft beklagte „Plackerei" beseitigen oder doch mildern, in den seltensten Fällen von Frauen erfunden werden. Die neuen Methoden zur Tellerreinigung, zur Zubereitung von Fleisch un- anderen Speisen sind von Männern erfunden worden. Dagegen betätigt sich die Frau mehr in der Richtung der nicht zum Haushalt gehörigen Technik, besonders gern im Automobilwesen. Das ist — so hat Georg H. Rayner, ein bekannter englischer Patentanwalt ausgeführt — eine bedauerliche Abirrung, denn sie entzieht den Erfindungsgeist und die Kombinationsgabe der Frau einem Gebiet, auf dem sie zum Segen des ganzen Menschengeschlechtes viel besser angewendet werden könnten. Während 1897 noch 702 Patent-Anerkennungen für Frauen erfolgten, war die Zahl im Jahre 1932 nur noch 520, was Rayner als einen Beweis dafür ansieht, daß der weibliche Geist zunehmend auf wesensfremden Gebieten arbeitet. 19, IN' ich amt erbaut wurde. Der jetzige Marineminister hat die Allegorien, die Meisterwerke des großen Malers sind, dem Prado überwiesen, wo sie in dem Goya- Saal hoch genug ausgehängt wurden, um ihre starke dekorative Wirkung zu bewahren. Außerdem sind der Galerie noch eine schöne Arbeit Tiepo - l o s aus der Kirche San Pasquale in Aranjuez und ein kulturgeschichtlich interessantes Bild des Malers Louis P a r e t, das König Carlos III. bei Tisch im Kreise seiner Höflinge und Jagdhunde darstellt, gestiftet worden. Unter der Leitung von Sanchez C a n t o n wurde ein neuer Katalog des Prado veröffentlicht, der auf 909 Seiten 1880 Bilder und 168 Skulpturen beschreibt, und an dem 20 Jahre gearbeitet worden ist. Damit sind aber durchaus noch nicht alle Schätze der Sammlung verzeichnet. W. R. s h ir >u 'N )r IN h! Menschheit in diesen Arbeiten eine unvergleich iche Gabe hinterließ ... C. K. Ibt bet Sin* '.em- 0.50 tt. end. uns cvro* „Meine Zeit wird schon kommen," pflegte der Abt und Prälat des Augustinerklosters St. Thomas in Brünn, des sog. Königsklosters, Gregor Mendel, in feinen letzten Lebensjahren zu sagen, als er erleben mußte, daß seine Züchtigungsforschungen Überhaupt keine Beachtung fanden Die Zeit Mendels ist gekommen Als er am 6. Januar 1884 nach längerem Siechtum die Augen schloß, da ahnte niemand, daß hier ein Mann dahinging, der Unsterbliches für die Wissenschaft und Menschheit geleistet. Man hob in den zahlreichen Nachrufen den aufopfernben Kamps für fein Kloster, seine Tätigkeit als Lehrer und Seelsorger, seine Treue zum Deutschtum hervor, man streifte wohl auch seine gelehrten Forschungen, aber sie erschienen mehr als ein Steckenpferd, während sie doch tatsächlich die Grundlage eines ganz neuen Wissensgebietes von ungeheurer Traaroeite waren Wohl niemals sonst ist eine ganze Wissenschaft auf einer einzigen dünnen Abhandlung aufgebaut worden. Mendels Vermächtnis aber ist in wesentlichen in dem 1865 veröffentlichten „Versuch über Pflanzenhybriden" beschlossen, einer mit vorbildlicher Klarheit geschriebenen Untersuchung über seine mit Erbsen- und Bohnensorten ausgeführ- M gen Ian. B Lieb. Das Fräulem von Sombreuil Von Wilhelm Schäfer Sie stand in schwerer Ungeduld auf dem Balkon am Wespienhaus zu Aachen, den Vater zu erwarten, der schon vor dreizehn Tagen aus Paris gefahren war; als sie den Kutscher Baptiste ohne Pferd und Wagen und ganz in Not und Dreck, der sonst so sauber schreiten konnte, nicht eben rasch vorn Marschiertor ankommen und sie erblickend stehen bleiben sah, wie wenn ihn da die letzte Kraft verließe. Sie aber, die in gelber Seide im reichverzierten Gitter stand wie eine hohe Flamme, sie beugte sich mit beiden Händen leicht über das Geländer und rief ihn so bei Namen, daß er nach wenigen Minuten, den Hut fest in der Linken, mit seiner Nachricht gebührend vor ihr stand Doch wie Baptiste, Leibkutscher beim Baron Sombreuil, in solchem Aufzug aus rasch gestellte Fragen lang überlegte Antworten zögernd und nur flüsternd gab, wie wenn es nicht gestattet wäre, dergleichen laut am hellen Tag zu sagen da wars, wie wenn die weiß- und goldlackierten Wände, die Gobelins mit der Geschichte Moses, die Kerzenleuchter in das Parkett versänken Das Licht war tot, wovon sie glänzten: Ludwig von Frankreich, der überall, wo solche Säle und solche Menschen in Seidenschuhen standen, die Sonne war, davon sie lebten: der König saß gefangen in einem ^och. Daraus sie Strolche und Räubervolk ans Licht gelassen hatten Da war das Schicksal des Barons zu klein, davon zu sprechen, und stand doch lchlunm $ Se?n Wagen war schon aus den Toren der Stadl gewesen, als es der alte Herr doch nicht vermochte, Paris und Frankreich zu verlassen, ohne die Hande noch einmal aus die Sarkophage der Könige in St Denis gelegt zu haben. Da aber waren Die Horden eingebrochen und hatten an den Steinernen Särgen gewüstet, wie wenn es Wölfe tot zu 'fpla5 gen gäbe, und hatten den stolzen Greis, her ciao verhindern wollte, zum Spott vor feine Pferde mit der Halfter eingespannt und waren so mit mm zurückgefahren, inmitten frecher Weiber, hie m> Unrat'nach ihm warfen und Begrabmslieder heulten. Nun saß er wie sein König gefangen in -mein schmutzigen Loch mit Hunderten seines Standes uno hatte ihr ein Medaillon gesandt, dann das Viio und die Haare der toten Mutter waren: es muroe ihm nicht allzu schwer, statt aus Pans gleich au3 der Welt zu gehen, die ihren Anstand verloren habe Als sie das schwarzgezierte Gold in Händeni bi lang an der Kette, wie wenn sie damit spielen wöllte^da war es fast, wie wenn es doch nicht schicklich gewesen wäre, daß Baptiste in solchem Auszug vor sie trat. Sie schickte ihn, daß ,er sich waschen und anders kleiden möge, und ging zwar chwer doch ohne Wanken, im Hause ihrer Gastgeber anzusagen, was sie zu tun entschlossen se. Und ob dies bei den alten Leuten ungläubigen Schrecken Warnungen und ratlose Trauer gab, unö ob es ganz unmöglich schien, auf solchen zollen- meqen noch dxrchzukomm-n- Io begann fie noch am (eiben Mittag ihre Fahrt und langte nach uns Tagen an Auch land fie gutgefinnte M°nfchen trotz aller wilden Zeit, datz zwar der Kutlcher Bapiifte nicht weil er ein Bürger war, ledoch sie selber un- aebindert zu ihrem Vater ins (Befanams gehen durste Da binnen eine Woche lang die trüben in Stolz und Elend verglasten Blicke der Befangenen an ihr die still und schlank in ihren Kerker kam ,,nb darin blieb trotz ihrem Vater, der sie mit oater= lirfiem storn zuerst, nachher mit angenommener Verachtung oon sich stietz und bann oerleugnefe; bis auch an ihn die Reihe kam. nors Tribunal ge- holt zu werden Denn anders mordet auch der Pöbel nicht, als in den Formen des Gerichts. So rasch die Kopse von der Guillotine abgeschnitten wurden: ein leber Durfte seine Zunge und seinen Scharfsinn noch einmal brauchen, sich zu retten: wenn er geringen Sinnes und ohne Stolz vor seine Metzger kam, hie wie im Schlachthaus nur die Opfer bei Namen r'ften und rasch ihr Urteil fällen mußten, den täglichen Bedarf der Messer zu erfüllen Denn das Verbrechen war bekannt und stets das gleiche: ein jemb d-s Volkes zu sein, bas hier mit Männern Frauen, auch mit Kinbern sich Tag für Tag ein Schauspiel daraus schaffte, feine Edlen gleich Kaninchen abzu- ^Denn^niemals sah der Tod so seine Würde, und Nacken für Nacken ungebeugt vor diesen Richtern, und noch im Blick der abgeschlagenen Kopfe Stolz und Verachtung. Auch der Baron, dem nun das Fräulein nicht mehr folgen durfte, und der nur mit der Hand dem Richter seine Fragen verwies und ohne Urteil, wie man gemeinem Gasienvolk vorüber geht die Stufen zum Fallbeil aufsteigen wollte. Da sprang sie, die das alles wußte und ihre Worte danach erwogen hatte, rasch durch die Henkersknechte vor und stand, die Hand zum Schwur gehoben, blaß zu dem Volk gewandt, das unter thr mit hundert Augen blickte, die alle wie von tückischen Tieren waren, und sagte mit zu heller Stimme und zitterte mit keiner Falte ihres schwarzen Kleides: Er ist mein Pater und kein Feind des Volkes! Und wie das Unerwartete den stärksten Willen Der Baler der Bererbungswiffenschast Zum 50. Todestage von Gregor Mendel am 6 Januar fcocbfdwlnorbricbfcti Auf Grund des § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums ist dem nichtbeamteten außerordentlichen Professor für Röntgenologie an der Universität Frankfurt a. M., Dr. Franz Groedel, die Lehrbefugnis entzogen worden. sich um diese Arbeiten Mendels gar nicht bekümmerte. Aber die Zeit war für eine solche Erkenntnis der tiefsten Gesetze der Natur noch nicht reif. Erst nach 1900 entdeckten drei Forscher, dorrens, E. Tschermak und de Vries, die sich mit Vererbungsproblemen beschäftigten, unabhängig von einander in der Abhandlung der Brünner Prälaten den Grundstein für ein neues Gebiet der Biologie die Vererbungswissenschaft, deren wesentlicher Teil heute zu Ehren seines Schöpfers .Mendelismus" benannt wird Auf dem Deutschen Naturforscherkongr^ß zu Meran 1905 hob dorrens hervor, daß Mendels Werk unsterblich und G . , v t,.....- . — unvergeßlich fein und daß das deutsche Oesterreich mehr, aber mitten unter Blumen steht eine Mar- daraus stolz sein könne, diesen bescheidenen Forscher h,° imnorrmnnrifhp Bedeutung fernes im stillen Klostergarten hervorgebracht zu haben. 1910 wurde sein Denkmal in Brünn enthüllt Damals waren seine Ideen schon durch die ganze zivilisierte Welt gedrungen, und seitdem ist die Zahl der Forscher, die an der Fortführung der Mendel- schen Probleme arbeiten, noch weiter gestiegen: eine unübersehbare Literatur hat an das dünne Heft an- Am 10. Januar startet von San Diego (Kalifornien) ein Geschwader von sechs Marine-Flugbooten zu einem Rundflug um die Welt. Die Maschinen sind dieselben, die in diesem Jahre einen gemeinsamen Flug vom Norden der Vereinigten Staaten nach dem Panamakanal unternahmen. Als erste Etappe loll Hawai erreicht werden. ten Kreuzungsversuche und die von ihm beobachteten Gesetzmäßigkeiten im Verhalten der einzelnen --------- ( Merkmale der verschiedenen Sorten bei der Kren- geknüpft, und man ist dazu ubergegangen^seirw ftinerkloster ein und nahm den Namen Gregor an. Nachdem er mehrere Jahre Pfarrer gewirkt aiuaua), UUÖ lu, |Ilcllie VHMlU)eil Mllv —.... hatte ließ ihn das Klafter in Wien Mathematik gänzlich vernachlässigen muß." Er wußte, daß er der und Naturwissenschaften studieren, worauf er 1854 " - ~ - • • • ' - bis 1868 als Lehrer der Naturwissenschaften an der w. ie b ie ?<3Z Moquegna^ Oruro ^=jJqu/que SJlxfpoit der I Händen Ls wird auch nicht schwer fein, sie zu die finden. Der Deutsche Fußball-Bund ist nicht nur Wirtschaft Frankfurter Börse. Börse Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. Berlin Franuur o. l>l Fronk'ur v. JJl Beri furt 3.1. Datum 25,25 26,25 93 92 94,25 71 Vanknoten. 4,85 6,6 6,2 6,1» ötauu»manu4Mrti .„n.H 0 190 Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an — Reichsvankdiskont 4 d ft Lombardzinsfuß 5 o ft. Die hinter den Papieren a; 94 94 96,2 o 0 4 0 94 99,9 28,5 59 87 45,5 52.5 58 167.5 29 62 88 46,25 55 59 168,5 24,75 22,5 13 27,9 58,9 87,25 45,5 52,5 58 167 nuar, 5. 11. Juni, zember. 128 192 51,25 54,9 68,5 126,15 48,5 53 65 Schluß- furt 94,9 100 95,65 95,13 18,45 95 94 93 88 93,9 94 94 94,5 94 94 94 96,2 93,5 93,5 95.9 o 4 0 0 0 6 8 0 25,25 119 89 98,75 53 89,5 90.75 105,75 147 112.5 24,9 118,75 88,75 98,9 53,13 88.75 91,75 105,25 146,5 112 72,5 107 59,9 89,5 67,65 141 107,75 60,25 63,76 27,75 121,65 90,5 100 53,5 91,25 93,5 105,75 150 114 0 0 0 0 0 7 0 0 0 0 7 0 0 0 0 70 84 90,5 28,13 46.5 199 90,75 39.5 12,5 117,5 118,5 155 93,25 17,80 94 93 71,5 106 58,25 89 143 107,5 59,5 63 27,9 87,65 46,25 199.75 90 38,75 12,65 118 119 155 127,13 50,65 54,4 69 94 43,25 46,5 49,5 36 114 38 46,25 59,5 14,5 183 150 91 38 12,5 115,25 116 153 S^lußf. Abend, börse S ch ö n - R i ch l i konnten ihre Spitzenstellung beim Brüsseler Sechstagerennen in der vorletzten Nacht verteidigen. 42,9 47 51 38 38,25 47,65 15 144,25 185,5 151,75 43 47 49,75 36,5 38,13 46,5 14 143,75 149,75 . 0 . o 12 . 0 . 0 . 0 . 6 . 6 iVt 72 105,75 58,4 88,65 66,75 142 107,75 59,5 62,4 16,5 0,90 4,90 4,80 4,75 6,4 96,75 43,5 47 50,25 37 1143 38,25 47,25 61 15,9 144,25 186,5 153 17,25 0,90 4,9 4,75 4,65 5,11 8 A 27,75 122,5 91,75 100 54,5 91,5 93,5 106,5 149,5 114 72,65 107,75 60 90,5 141 109 60,75 64,5 25,5 87 45,4 199,75 90 38,13 12,5 114,75 115.75 153 17 J5 ,80 4,9 4.75 nicht ausüben können. Es ist überhaupt fraglich, ob Frl. Notte nochmals auf der Aschenbahn wird erscheinen können. Die Massachusetts Rangers, der Eis- Hockey-Welfmeister 1933, befinden sich wieder in Schultheiß 'jiayentjofer ähi (Allgemeine Kunstseide) .. Vemberg ............ Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer (Sa- ............. Daimler Motoren ...... Deutsche Linoleum ....... Vren stein & Koppel Leonhard Tietz ............. 0; 25,5 0 0! 45,25 10 200,75 Zeit dazu berufen fein, Deutschlands Fußballsport erhöhte Geltung zu verschaffen. Um dieses hohe Ziel erreichen zu können, muß mehr als bisher der Spielbetrieb des Nachwuchses geför- dett und systematisch gestaltet w erden, denn nur dann kann das Allgemeinkönnen im deutschen Fußball wesentlich gehoben werden. Europa. Im Londoner Baßwater-Rink erreichten sie bei ihrem ersten Gastspiel gegen eine englische Auswahl nur ein 3:3-Unentschieden. Gesellschaft.. Dresdner Baal Reichsbank ... Mansselder Bergbau .. kkokvwerke .... Phonir Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 85 92,25 94 94 93,5 93,5 93,5 93,5 95.9 25,9 21,5 13,25 28,5 61,25 87,5 46 6 ,5 59 168.75 3. börse 4.L Buderui ................... Deutsche Lrdvl ......... Geilenkirchener Harpener voesch Essen—Köln-Neuessen .. Jlfe Bergbau .......... zlse Bergbau Genüsse Klöckn erwecke .......... bfrfc 4-1. -21.(4.®...................... Bekulo................. 0 Eiekrr. LtekerungSgeseNschosl''' 6 Licht und Krasl ... 6 «Felten & (Sutlieaume 0 Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 6 Schurken »Co. ............ 5 Siemen« » HaUke ...... 7 LabmeveiSEo.............'10 Philipp HoUmana..... O| Zementwerk Heidelberg ..... Ol Lemenlwerk Karlstadt......... O] regung dafür sind die Konversionserwartungen. Die Bankenkundschaft hat eine beachtliche Auftragssteigerung für festverzinsliche Papiere vorgenommen, so daß bei lebhaften Umsätzen der gesamte Rentenmarkt sehr fest tendierte. Speziell standen Reichsanleihen im Vordergründe, wo Altbesitz 1,50 d. ft., Neubesitz 0,25 v. ft., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,65 v. ft. über den festen Abendbörsenkursen eröffneten. Auch Stahloerein-Bonds, die gestern abend plötzlich stark anzogen, weiter bis 0,75 v. ft. freundlicher. Für Pfandbriefe bestand schon anfangs der Börse auf 0,50 bis 1 0. ft. höherer Grundlage Nachfrage. Reichsmark-Obligationen und Stahlverein-Bonds lagen unterschiedlich 1 bis 2 v. ft. fester. Don Auslandsrenten Anatolier I/II 0,65 v. ft. gebessert. Der Aktienmarkt war durch die Rentenbewegung mitgezogen. Außerdem profitierte er durch eine Reihe von günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft, so von den Dividendenerhöhungen bei Zuckergesellschaften, über die Auslandsaufträge für die AEG. und die deutsche Kohlenindustrie und nicht zuletzt durch die Erwartung einer gewissen Entspannung in den deutsch-französischen Handelsbeziehungen. Farbenindustrie allerdings ruhiger und kaum verändert, dagegen Montanwerte alle durchweg 0,50 dis 1 v. ft. fester. Nur Rheinstahl 1 v. ft., Rheinbraun 1,75 v. ft. und Mannesmann 0,25 v. ft. leichter. Elektroaktien sehr beachtet unter Führung von AEG. die insgesamt 1,25 v. ft. gewannen. Daneben Bekula 2 v. ft., Lahmeyer und Siemens je 1,50 v. ft., Schuckert und Felten je 0,75 v. ft. höher. Eine Sonderbewegung hatten auch Reichsbahn-VA., die 2,40 v. ft. anzogen, ferner Metallgesellschaft in Auswirkung der Bilanzvorlage 3,50 v. ft. höher. Der Kassamarkt lag überwiegend fest und etwas belebter. Das Interesse für ftypothekenbank- attien blieb bestehen. Im weiteren Verlaufe traten neue Kurssteigerungen ein, so bei Montan- und Elektroaktien bis zu 1 v. ft., auch Farbenindustrie 0,50 v. ft. fester. Siemens gewannen sogar 2 v. ft., Reichsbankanteile insgesamt 1 v. ft. Etwas schwächer lagen Aku 43,25 bis 42,90. Renten blieben lebhaft, die Altbesitzanleihe stieg weiter um 0,50 v. ft. auf 95 v. ft., Neubesitz um 0,50 v. ft. auf 18,50, später allerdings 18,35 v. ft. und späte Schuldbücher um 0,25 v. ft. auf 95,25 v. ft. Gold- und Liquidationspfandbriefe sowie Kommunal-Obligationen lagen fast durchweg 0,50 bis 1 v. ft. über die festen Vortagskurse erhöht. Auch die Länder- und Stadtanleihen lagen sehr fest, und teilweise mehrere Prozent höher. Von fremden Werten waren Türken etwas fester. — Tagesgeld unverändert 3,50 v. ft. Abendbörse: weiter aufwärts. An der Abendbörse machte die Aufwärtsbewegung des Kursniveaus weitere Fortschritte. Von der Kundschaft lagen erneut zahlreiche Kauforders vor, daneben schritt die Spekulation zu weiteren Meinungskäufen. Im Vordergrund des Interesses standen indessen Dividendenwerte, während der Rentenmarkt zwar in ebenfalls fester ftaltung verkehrte, aber nicht mehr die lebhaften Umsätze aufwies. Gegenüber dem Berliner Schluß betrugen die Gewinne bei den Aktien durchschnittlich 0,50 bis 1 v. ft. Besonders lebhaft lagen IG. Farben. Im Verlaufe setzten sich vielfach weitere Erhöhungen durch, und auch die Umsätze blieben beachtlich. Von Renten Altbesitz und späte Schuldbücher ziemlich unverändert, Neubesitz aber fester (+15 Pf.), Reichsbahn-Vorzugsaktien stark gesucht und insgesamt 1,75 v. ft. fester, Pfandbriefe waren ebenfalls gefragt, nachdem gegen Mittagsschluß verschiedentlich Abgabeneigung zu beobachten war. 6 0. H. Baden-Baden Goldanleihe von 1924 erschienen mit Minus-Zeichen auf die Nachricht, wonach die 1. Januar 1934 fälligen Zinsscheine in Vapierdollar eingelöst werden sollen. Altbesitz 95,13, Neubelltz 18,45, R^chsbank 168,50, Gelsenkirchen 60, Rbein- stahl 90,75, AEG. 27,25 bis 27,75, Deutsche E^d- Öl 107,50 bis 107,75, IG. Farben 127,50 — 128, Schuckert 106.50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 109,25 bis 109,75, AG. für Verkehr 61,25 bis 62. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 4.Januar. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 20 bis 20,10 Mark, per Januar Bezirk 9 19,20, Bezirk 10 19,40, Bezirk 11 19,70 (stetig); Sommerweizen (80 kg) 20,10 bis 20,30; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mann- heim) 17 bis 17,20, per Januar Bezirk 9 16,40, Bezirk 8 16,10 (stetig); Hafer (inländischer) 14,75 bis 15; Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 18,15; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 18,50; Futtergerste 17,25 bis 17,50; Mais (La Plata) 19,75 bis 20; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Sojcrschrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14 50; Palmkuchen 15,50 dis 15,75; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 17,75; Malzkeime 14,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9,75 bis 10: Rohmelasse 8 50; Wiesenheu (loses) 6,60 bis 6,70; Rottleeheu 6,80 bis 7.20; Luzernekleeheu 7,60 bis 8,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2. ®rt*n«....................O| 19 1 21 I —s Mainkraftwerke Höchst a-M...» 41 69 --1 — 6U66eut14tt Buda .. . . .. l| 191 | 1991 190 I Ein Wanderpreis des Kanzlers. Volkskanzler Adolf Hitler hat für die in der Zeit vom 7. bis 12. Februar in Berchtesgaden statt- findenden Deutschen Ski-Meisterschaften einen Wanderpreis zur D e r f ü gung gestellt, der dem Sieger der Staffel-Konkurrenz überreicht werden soll. Der Volkskanzler hat damit lieber einmal der Bedeutung, die er den Leibesübungen beimißt, beredten Ausdruck gegeben. Skisport als pflichssport. In den südlichen Bannen der Hitler-Jugend hat jetzt der Führer des Gebietes 19 Hochland, Emil Klein, die Ausübung des Skisportes zur Pflicht gemacht. Zu den südlichen Bannen zählen B/l Berchtesgaden, B/28 Chiemgau, B/2 Oberland, B/26 Werdenfels und B/20 Allgäu. Olympia-Sprungschanze im Entstehen Die Umbauarbeiten an der neuen Olymvia- Schanze bei Garmisch neigen sich jetzt ihrem Ende au. In wenigen Wochen werden auch die letzten Arbeiten erledigt sein und dann wird mit den ersten Probesprüngen begonnen werden tonnen. Wasserballer werden vorbereitet. Der Wasserballwart des Deutschen Schwimm- Verbandes, E. Hofmann (Nürnberg), hat jetzt die deutsche National-Mannschaft und eine Reihe der bekanntesten Nachwuchsspieler nach Kassel zu einem zweitägigen Trainingskurs eingeladen. Der Lehr- Swird vom 20. bis 21. Januar stattfinden. An n Tagen gibt es zum Abschluß Uebungsfpiele zwischen der National-Sieben und den geeignetsten Nachwuchsspielern. GolDpokal von St. Moritz entschieden. Im Vordergrund des Schlußtages der Eishockeykämpfe um den Goldpokal von St. Moritz stand am Donnerstag das Zusammentreffen der beiden Endspiel-Teilnehmer, Queens Club London und LTC. Prag. Die Engländer gewannen nach einem harten, aber jederzeit fairen Spiel erwartet mit 3:1 (0:0, 1:1, 2:0) und kamen damit in den Besitz des wertvollen Pokals. Auch der Berliner Schlittschuhklub, der am Vortage von London eine knappe Niederlage bezog, trat noch einmal in Aktion. Im Kampf um den dritten und vierten Platz trennte er sich mit dem HC. Mailand unentschieden 1:1 (0:0, 1:1, 0:0). Die beiden Gegner einigten sich dahingehend, keine Verlängerung auszutragen und sich in die Preise zu teilen. Der Budapester EV. kam im letzten Spiel des Turniers zu einem glücklichen Erfolg über Rapid Wien mit 1:0 (0:0, 0:0, 1:0). Oie Tabelle Der Bezirksklasse (Gruppe Oberhessen). Rach dem Abschluß der Vorserie. Nachdem die Spiele der Dorserie im Fußball- Meisterschaftswettbewerb der Bezirksklasse im Bezirk Oberhessen abgeschlossen sind, weist die Tabelle folgenden Stand auf: 4.1 91,75 100 95,25 95,13 18,30 95 Datum 8% Deutsche Reichsanleihe v 1927 «°/o ehem.7°/<» Dl. Reichsanl. v. 1989 6Vt% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüi.-Schuld mit Auslos.-Rechten Desgl. ohne Aualm..Rechte ..... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 18 Hess Landes-Hypotheken- bank Darmstavt Liaui Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Gerte 1 mit Auölos.-Rechten 6% ehem 8% »Franks. Hyv.-Bank Goldpse ld unkündbar bis 1935 •% ehem 7% «Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6y*% ehern. börse Datum 3.1. 4.i. 3-1. 4-l 4% oe»gl. -verte I> 5,2 5,2 — 5,13 6% Rurnän. vereint;. Rente v. 1903 4 4 — 4^,%Rumän.oereinh.Reniev.l9ir 6,5 6,5 — — 4% Rumänische vercinh. Rente .. 3,25 3,20 3,3 3,20 «%% Anatolier ............. 27,6 27,9 27,5 27,9 3.Januar 4.Januar Amtliche Jiotieruna ilimii'che Rasterung Meld | ?rif #*ei> ?rie Helstngsort.. 6,014 6,026 6,014 6,026 Wien ..... 47,55 47,65 47,45 47,55 Prag ...... Budapest ... 12,415 12,435 12,425 12,445 — — — — Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Lolland .... 168,33 168,67 168,23 168,57 Oslo ...... 68,28 68,42 68,28 68, 2 Kopenhagen. 60,64 60,76 60,64 60,76 Stockholm 70,08 70,22 70,08 70,22 London ..... 13,58 13,62 13,595 13,625 Buenos Aires 0,636 0,640 0,635 0,639 Neuyorl 2,632 2,638 2,667 2,673 Brüssel..... 58,17 58,29 58,14 58,26 Italien..... 22,02 22,06 22,00 22,04 Paris ...... 16,415 16,455 16,42 16,46 Schweiz .... 81,05 81,21 81,02 81,18 Spanien.... . 34,47 34,53 34,47 34,53 Danzig..... 81,52 81 ,68 81,52 81.68 .■Japan...... 0,819 0,821 0,817 0,8'9 Rio de Jan. . 0,226 0,228 0,226 0,228 ^ugostawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon .... 12,39 12,41 12,39 12,41 Berlin, 4.Januar Geld —Sriei ■ Amerikanische Noten.............. 2,62 2,64 Belgische Noten.................. 57,98 58,22 Dänische Noten ................. 60,38 60,62 13,55 13,61 Französische Noten............... Holländische Noten.............. 16,38 16,44 167,81 168. <19 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,88 21,96 68,11 68,39 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling — — Rumänische Noten............... — —- Schwedische Noten............... 69,91 70,19 Schweizer Noten................. 80,84 81,16 Spanische Noten................. 34,33 34,47 Ungarische Not« ................ Amtsverkündigungsblatt für die provinzial-irektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen Np. 1 Erscheint Dienstag und Freitag. 5. ZüNUar Nur durch die Post zu beziehen. 1934 Inhaltsübersicht: Abänderung der Vollzugsverordnung zur Durchführung des Milchgesetzes. — Ausführung des Reichsviehseuchen- gesetzes. — Dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer. — Winterhilfsmerk für das Deutschtum im Ausland. — Dienstnachrichten. Zweite Verordnung zur Ausführung des Milchgesetzes. Vom 8. Dezember 1933. Auf Grund des § 52 des Milchgesetzes vom 31. Juli 1930 (Reichs- gesetzbl. I S. 421) in Verbindung mit der Verordnung des Reichspräsidenten zur Vereinfachung des Erlasses von Ausführungsbestimmungen vom 30. März 1933 (Reichsgesetzbl. I S. 147) wird nach Zustimmung des Reichsrats verordnet: Im § 21 Abs. 1 der Ersten Verordnung zur Ausführung des Milchgesetzes vom 15. Mai 1931 (Reichsgesetzbl. I S. 150) werden die Worte „innerhalb zweier Jahre nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung" ersetzt durch die Worte „bis zum 31. Dezember 1934". Berlin, den 8. Dezember 1933. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. In Vertretung: H. Backe. Der Reichsminister des Innern. In Vertretung: P f u n d t n e r. Erste Verordnung zur Abänderung der Vollzugsverordnuug znr Durchführung des Milchgesetzes. Vom 28. Dezember 1933. Auf Grund der Paragraphen 43 Abs. 2, 52 bis 54 des Milch- gesetzes vom 31. Juli 1930 (Reichsgesetzbl. I S. 421) und des §30 der Ersten Verordnung zur Ausführung des Milchgesetzes vom 15. Mai 1931 (Reichsgesetzbl. I S. 150) wird verordnet: I. 1 In § 64 Abs. 2 der Vollzugsverordnung zur Durchführung des Milchgesetzes vom 31. Juli 1930 (Reichsgesetzbl. I S. 421) vom 23. Dezember 1931 (Reg.-Bl. S. 233) wird die Jahreszahl „1934" durch die Zahl „1936" ersetzt. 2. Der Abschnitt VI der vorgenannten Vollzugsverordnung vom 23. Dezember 1931 wird gestrichen. II. Diese Verordnung tritt mit dem 1. Januar 1934 in Kraft. Darmstadt, den 28. Dezember 1933. Der Hessische Staatsminister: Jung. Bekanntmachung betreffend Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes,' hier: die Einfuhr von Vieh aus stark versuchten Gebietsteilen. Vom 18. Dezember 1933. Die preußischen Regierungsbezirke Düsseldorf, Münster, Aachen und Hannover gelten bis auf weiteres alsstark verleucht^rm Sinne unserer Anordnung vom 13. Januar 1928 (Reg.-Bl. S. 3) und der ergänzenden Bekanntmachung vom 14. Jun 1932 (Reg.- ^Mes^aus diesen Gebietsteilen nach Hessen eingeführte Nutz- und Zuchtvieh (Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen) unterliegt demnach der fünftägigen Absonderung nach Maßgabe der tn den genannten Anordnungen gegebenen Vorschriften. Unsere Bekanntmachung, dasselbe betreffend, vom 27. September 1933 (Darmstädter Zeitung Nr. 233) wird hiermit aufgehoben. Darmstadt, den 18. Dezember 1933. Ministerialabteilung Ib des Hessischen Staatsministeriums (Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege). Weber. Bekanntmachung, betreffend Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes,- hier: die Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen. Vom 28. Dezember 1933. In Ergänzung unserer Bekanntmachung vom 18. Dezember 1933 (Darmstädter Zeitung vom 27. Dezember 1933) wird hiermit bestimmt, daß außer deu Regierungsbezirken Düsseldorf, Münster, Aachen und Hannover auch die Regierungsbezirke Lüneburg und Osnabrück als stark verseucht im Sinne unserer Anordnung vom 13. Januar 1928 (Reg.-Bl. S.3) uud der ergänzenden Bekanntmachung vom 14. Juli 1932 (Reg.-Bl. S. 91) gelten. Alles aus diesen Gebietsteilen nach Hessen eingeführte Nutz- und Zuchtvieh (Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen) unterliegt demnach der fünftägigen Absonderung nach Maßgabe der in den genannten Anordnungen gegebenen Vorschriften. Darmstadt, den 28. Dezember 1933. Hess. Staatsministerium, Ministerialabteilung Ib, Innern. I.A.: Weber. Betr.: Dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer. An die Bürgermeistereien des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, die Fleischbeschauer und Trichinenschauer Ihrer Gemeinde auf die nachstehende Bekanntmachung aufmerksam zu machen und sie darauf hinzuweisen, daß sie an der Versammlung teilzunehmen haben. Gründe des Fernbleibens sind schriftlich mitzuteilen. Gießen, den 4. Januar 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Schmid t. Bekanntmachung. Am Samstag, dem 13. Januar 1934, um 14.30 Uhr, findet im Restaurant „Bayerischer Hof" zu Gießen eine dienstliche Versammlung der Fleischbeschauer und Trichinenschauer des Kreises statt. Gießen, den 4. Januar 1934. Kreisamt Gießen. J.V.: Schmidt. Betr.: Winterhilfswerk für das Deutschtum im Ausland. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Wir weisen Sie auf die Verfügung des Hessischen Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum vom 23. Dezember 1933 Nr. I 5730, abgedruckt in der Darmstädter Zeitung Nr. 304 vom 29. Dezember 1933 hin und empfehlen Ihnen, das Erforderliche zu veranlassen. Gießen, den 30. Dezember 1933. Hessisches Kreisschulamt. J.V.: Dr. Henß. Dienstnachrichten des Kreisamts. Heinrich Niebergall aus Lumda wurde als Polizeidiener für die Gemeinde Lumda bestellt und verpflichtet. Hermann Binz aus Allendorf a. d. Lahn wurde zum Polizei- dieuer für die Gemeinde Allendorf a. d. Lahn bestellt und verpflichtet. 5reitag,5.ZanuaN934 ütler schafft Arbeit! bewilligte Maßnahmen des Arbeils- sprogramms im Rhein-Main-Gebiet: Tagewerke Maßnahme ng von Wielenländereien ossenfchafl Niederjossa ig der Vetriebsvcrhällnisse ibel - Verteilungsnehes in f u r l a. M. isarbellen im hessischen Voltsstaat Hessen isbetriebe einschließlich Kais- und Kläranlagen im lahnkreis rngs- und Ergänzungsarbei- cknhausen, Wächtersbach und lau, Kreis Gelnhausen auf der Baustelle: 2100 1040 117590 4100 1860 id) die häßliche Schadenfreude in solchem erzähle ich deshalb die Geschichte und rals. )eim, ein Schalk, nimmt mich bei Seite izelnd berichtet er: „Des Buben, dem die genützt zerbrach, geriebener Großvater gewaltiger in Irgendwo. Er schloß sich mderung seiner Mitarbeiter immer ein lgte das Schlüsselloch. Eines Tages aber enbar vergeßlich. Ein Lichtstrahl huschte .üsselloch in die Schreibstube. Ein Schrei- ein Dreikäsehoch, sah neugierig durch die \t Oeffnung. Grinsend winkte der Frechandern herbei. Da saß denn der hohe >em Pultschemel — aber nicht auf dem Hosenboden. Nein, den schonte er fem und die Unaussprechlichen dazu. Er meinte als junger Naseweis: Geiz ist ein Erbgut? te ich einen, der einst als armer Bube erwandtschaft zum Essen rechum ging, >iß zum Millionär gebracht hatte. Mußte in ein Wirtshaus gehen, gab er dem en ganzen Pfennig Trinkgeld. Was lag daß ihn die Tischgenossen deshalb auf- ) daran, daß der Ober vor seinen Augen stücklein in die Armenbüchse warf? Der inn eben nicht aus seiner haut heraus as nächste Mal wieder einen Pfennig! i der andern. s nicht zum Hellen Auflachen — ärgert richt! — daß solch ein Geizkragen und ne Pfennigfuchserei auch noch als eine ib ansieht? Wer mir ein Gaudi bereitet, -eund. Gewiß hält sich der Geizhals für rn Mann. Don der Wurzel so vieler er nichts. Er „spart" — aber immer am Zerdienst der andern. Immer hat er sein armes Leben. Und er glaubt be- mand durchschaue ihn und seine köstliche daß der Geizhals g e l d k r a n k ist, gebet Trunkenbolb alkoholkrank ist. — r den Geizhals, der nichts vom Leben ) schön sein kann, muß ich lachen — n! Bon seinem Mammon nimmt er ganz s mit ins bessere Jenseits. Dom golde- im das er sein Lebtag tanzte, nicht ein- chwanzspitze. Seine Erben werden das b unter sich verteilen. Dann werden sie Halse lachen. oerde mitlachen über meinen leider toten i Geizhals. Z- ten für Freitag, 5. Januar. Physiker und Astronom Isaac Newton orpe geboren (gestorben 1727); — 1846: ch Rudolf Eucken in Aurich geboren (ge- 5). gen, wo der Bestand bis auf etwa 20 unengeschmolzen ist. Druck der Brühl'sch nuty erjien oommenagen. crs gior oirauajer, an denen Die langen Kätzchen hängen, und andere Sträucher, die morgen blühen werden, wenn die Nacht so sanft ist wie diese letzten Nächte, die im wachsenden Monde langsam und milde vergangen sind. Und dabei ist Weihnacht nah; die Leute sagen es wenigstens, und kommt man abends in die über- hellen Straßen der Stadt, so ist das Gedränge groß, und die Schaufenster schimmern. Hier aber in dem großen Garten, in dem wir wohnen, wird nicht Weihnacht sein: ein Tag wird kommen, hell und strahlend, und wird vergehen, und ein Frühlingsabend wird sein — ein Abend mit fernen dämmernden Himmeln, aus denen plötzlich alle Sterne brechen, alle die vielen Sterne, die über südlichen Gärten stehen. Für uns aber wird dieser Abend nur eine stille Stunde sein, nichts mehr; wir werden in dem entlegenen kleinen Gartenhaus sitzen und an jene denken, die Weihnacht haben... als ob wir selbst noch irgendwo die Kinder wären, die wir einmal waren — die wartenden, frohbangen Weihnachtskinder, auf die die großen Ueber- raschungen zukommen... Rainer Maria Rilke, Aus den Briefen. Winter im rumänischen Feldzug. Der Schneefall dauerte noch den ganzen Dormittag. Die Leute hatten innerhalb der Baracken in großen Blechkesseln Feuer angezündet; einige wuschen sich, andere lagen rauchend und lesend aus dem halbgrünen Maisstroh. Jeder spürte nun erst seine ganze Ermüdung, jeder lobte das beharrliche, ruheverbürgende Gestöber. Draußen sah ich einen Mann, der aus Uebermut Brot in Schnee padte und über das Barackendach warf. So besprengt man da und dort in Niederbayern zur Weihnachtszeit Schneeballen mit geweihtem Wein und schleudert sie über das Haus, um es vor Unglück zu bewahren Aber nach zwölf Uhr schneite es nicht mehr; Ostwind öffnete den Himmel, und bald horte man wieder Schüsse aus schwerem Geschütz das Tal durchhallen. Um die zweite Stunde kam der Marschbefehl. Dem Trotusul entlang zogen wir bald über ungarisches, bald über rumänisches Gebiet. Eine Strecke ging es durch das Gesichtsfew der Rußen, deren Bergstellungen sich dort nahe en Universitäts-Buch- und Steindrucke kälte gingen, sahen wir unsere vordersten Gruppen bereits hoch über uns vor orangerot beleuchtetem Gestein aufsteigen und dahinter verschwinden. Diese gehorsam stetige Prozession grauer Manner, die aus der scharf abscheidenden Helle ins Unbekannte wanderte, zog immer wieder den Blick empor... Hans C a r o s s a, „Rumänisches Tagebuch". Schnee in Rußland. nn diesem Jahre hatte es nur einen armen Winter in den Südländern gegeben, der Schnee hatte sich weit nach Norden zurückgezogen — plötzlich und gerade an dem Tage, an dem Christian m den Svrenqelvorort Holstein gefahren war, stieß der Schnee wieder vor. Es schneite dicht und lautlos bei völliger Windstille. Flocken wie Wattebäusche kamen daher, dick wie Kinderfäuste, wollig, als würden alle Wolkenschäfchen der Himmelsflur auf einmal geschoren. Die Luft war milde und fast warm, der Himmel schien ausdrucken zu wollen, daß er es trotz neuem Winter gut meine, es solle ein Vergnügen sein, sich beschneien zu lassen. Gestreichelt wurde man, dicht bedeckt wurde man, ein- qeheqt in himmlische Wolle — und gab man sich der Lust sich so angenehm beschneien zu lassen, nur ein wenig hin, so war man bereits eingeschneü. Christian und der Pfarrer traten bald, nachdem sie sich verwundert ein Weilchen umgeschaut hatten, tn ben Kriliz zurück - schwer zogen sie die Wmdfana- tür hinter sich ZU, soviel Schnee war gefallen, roat)- rend sie draußen gestanden hatten .. Eines solchen Schneefalls erinnerte sich weder der Pfarrer, noch der Schulmeister. Wer draußen war, mußte elend umkommen. Nicht die Länge eines ausgestreckten Armes weit konnte man sehen. Dorn Pastorat bis ,um Glockenstuhl war nicht weiter als ein Steinwurf aber weder der Stallknecht des Pfarrers, noch'dieser selbst, noch der Schulmeister durften es wagen, hinauszugehen und die Glocke Verirrten zum Zeichen zu läuten, der Glockenton wäre nicht über das Dorf hinausgedrungen. Alle Schälle starben sofort im Schnee, aus Weiche und Wolle kam kein Hall. Die weite Welt beschränkte sich plötzlich für einen Menschen, der draußen war, auf ihn selbst, er bekam Angst, er fühlte sich totallein, er begann zu laufen, wenn er noch eine Richtung ei, N. Lange, Gießen. dem Licht dahin. In den Hallen unb Domen unter ben Aesten und Bäumen dämmerte es geheimnisvoll und von nie gesehener Färbung. Die Schatten leuchteten blau, tiefer als die Flecke des Himmels zwischen den Kronen der Beschneiten in der eiskalten Höhe, die Strahlenherde auf den Kuppeln der Bäume blendeten, es war ein verzaubertes Reich bald überhell, bald als erglänzte ein längst verlassener Weltkörper im Ampellicht des Alls... Mario zog gegen Abend eines sinkenden Tages, der klar und feierlich erstanden und vergangen war, durch die sanften Höhenzüge jenseits des Flusses der Hütte zu, eilig, da die Dämmerung kurz und kein Mond vor Mitternacht zu erwarten war. Seine eigenen Spuren im Schnee führten ihn zurück, wie blaue kleine Löcher zogen sie sich bahin, unb weiter fern vor ihm wie eine Perlenkettenschnur Zuweilen kreuzte eine andere Perlenkette, feiner und leichter bereitet, seinen Weg, er erkannte hier und da den Tritt des Rehs und die von der hängenden Rute leicht verwehte Bahn des Fuchses, jeboch nichts war recht beutlich, benn der Schnee war zu locker unb stäubte... Langsam brach in Herrlichkeit der Sternenhimmel Über Mario auf, als er heimlief. Im Dunkel des Hochwaldes sandte er ben Blick zu den Ewigen empor, es schien, als hingen sie als winzige blitzende Kerzlein im geschmückten Gezweig. In heiliger Feier prangte der mächtige bunkle Dom. Waldemar B o n s e l s , „Mario unb bie Tiere". Murmeltiere in den deutschen Alpen. Das Alpen-Murmeltier war schon im 19. Jahrhundert fast nur noch in der Gegend um Berchtesgaden und dem Allgäu anzutreffen. Die Bodenbeschaffenheit in diesen Gebieten gewährt die günstigsten Lebensbebingungen für bie Murmeltiere. Der Bestand in der ursprünglichen Heimat ist auch heute noch verhältnismäßig groß; er wird im Berchtesgadener Gebiet auf 600 Stück und im Allgäu auf 1700 Stück geschätzt. Man hat, wie in der Zeitschrift „Das Bayernland" mitgeteilt wird, die Ansiedlung auch in anderen Gebieten versucht, so in der Pfrontener Gegend, wo heute ungefähr 50 Tiere angetroffen werden können, und in den Zeitschriften. Naturforscher" vereint mit „Na- chnik". Bebilderte Monatsschrift für das biet der Naturwissenschaft urtD ihre An- Naturschutz, Unterricht, .Wirtschaft unb Technik. Herausgeber: Dr. Oskar P r o ch n o w. Jahrgang 10, Heft IP 8Ä Seiten, 3 Tafeln unb 23 Textabbildungen^, Preis vierteljährlich 2,50 Mk., einzeln 1 Mk. H«go Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — 2&r Luftschutzgebanke gehört heute zu den brennendsten Tagesfragen. Einen wichtigen Beitrag über ben gesamten persönlichen und Sammelschutz gegen Giftgase bringt Dr. Otto Rebmann in seinem Aufsatz „Gasschutz . Dr. K. Kuhn behandelt die für die Vererbungsforschung so wichtige selbständige Entwicklung der Samenfäden, die sogenannte männliche Zeuguna. Mit Erstaunen erfährt ber Leser aus den Ausführungen von Professor Dr. Otto Scheerpeltz, wie im Wasser lebende Entwicklungsstufen von Kerbtieren den stärksten Wasserströmungen 3U trotzen vermögen. An Hand prachtvoller Aufnahmen zeigt Dr. Oskar Prochnow technische Leistungen der Natur im Tier- und Pflanzenbau in seinem Beitrag „Kunstvolle Stützgerüste in Bauformen der Natur" Heber das Vorkommen von Fehlfarben bei Tieren berichtet Dr. Knottnerus-Meyer. Professor Schwaßmann- Bergedorf zeigt eine reizvolle Aufnahme von dem Sternschnuppenfall am 9. Oktober 1933. Schließlich sei noch auf eine Abhandlung über das neue Tierschutzgesetz hingewiesen, in der die wichtigsten Bestimmungen wörtlich wiedergegeben und erläutert sind. Zahlreiche kleine Beiträge und Berichte über neue Forschungsergebnisse beschließen das wie immer mit vielen schönen Bildern ausgestattete und hervorragend gedruckte Heft. — Das neue Heft ber Leipziger „Illustrir - ten Zeitung" beginnt mit einem großangelegten Rückblick auf „Das Schicksalsjahr 1933". Daran schließt sich eine reich illustrierte Würdigung des nunmehr 70jährigen norwegischen Malers Edvard Munch. Dem Züricher Reformator Zwingli ist zu seinem 450jährigen Geburtstag ebenfalls ein mit interessanten Bildern ausgestatteter Beitrag gewidmet. Ferner enthält das Heft viele schöne ein- unb mehrfarbige Winterbilder. Außerdem Beiträge über bas Mussolini-Forum in Rom, über deutsche Dolksbräuche zum Dreikönigstag, über die Verwendung von Holz im Straßenbau unb über den Betrieb ber Reichspost. 9.A Ein Wanderpreis des Kanzl Volkskanzler Adolf Hitler hat für d Zeit vom 7. bis 12. Februar in Berchtesga findenden Deutschen Ski-Meisterschaften Wanderpreis zur Ve r f ü gung g der dem Sieger der Staffel-Konkurrenz werden soll. Der Volkskanzler hat dami einmal der Bedeutung, die er den Leiber beimißt, beredten Ausdruck gegeben. Skisport als Pfilchtsport. In den südlichen Bannen der Hitler-Ju jetzt der Führer des Gebietes 19 Hochla Klein, die Ausübung des Skisportes zr gemacht. Zu den südlichen Bannen zäl Berchtesgaden, B/28 Chiemgau, B/2 Oberlr Werdenfels und B/20 Allgäu. Olympia-Sprungschanze im En Die Umbauarbeiten an der neuen Schanze bei Garmisch neigen sich jetzt ihr xu. In wenigen Wochen werden auch d Arbeiten erledigt sein und dann wird mit d Probesprüngen begonnen werden können. Wasserballer werden vorbere Der Wasserballwart des Deutschen S Verbandes, E. Hofmann (Nürnberg), ha deutsche National-Mannschaft und eine 9 bekanntesten Nachwuchsspieler nach Kassel zweitägigen Trainingskurs eingeladen. D e wird vom 20. bis 21. Januar stattfii n Tagen gibt es zum Abschluß Uebu zwischen der National-Sieben und den gei Nachwuchsspielern. Goldpokal von St. Moritz enffd Im Vordergrund des Schlußtages der C kämpfe um den Goldpokal von St. Moi am Donnerstag das Zusammentreffen di Endspiel-Teilnehmer, Queens Club Lon" LTC. Prag. Die Engländer gewannen nc harten, aber jederzeit fairen Spiel erwc 3:1 (0:0, 1:1, 2:0) und kamen damit in d des wertvollen Pokals. Auch der Berliner fchuhklub, der am Vortage von London ein Niederlage bezog, trat noch einmal in Ak Kampf um den dritten und vierten Plat er sich mit dem HC. Mailand unentschi (0:0, 1:1, 0:0). Die beiden Gegner einigte» hingehend, keine Verlängerung auszutrager in die Preise zu teilen. Der Budapester im letzten Spiel des Turniers zu einem ; Erfolg über Rapid Wien mit 1:0 (0:0, 0:0 Die Tabelle der Bezirkskla (Gruppe Oberhessen). Nach dem Abschluß der Vorserie. Nachdem die Spiele der Dorserie im Meisterschaftswettbewerb der Bezirksklasse i Oberhessen abgeschlossen sind, weist die Ta genden Stand auf: Verein Gew. Unentsch. Verl. T« SD. Bad-Nauheim 6 Germania Marburg 6 SV. Groß-Karben 5 SV. 05 Wetzlar 4 VfB. Gießen 4 1900 Gießen 3 FC. Ockershausen 4 FC. Watzenborn- Steinberg 3 VfR. Butzbach 1 SD. Lollar 0 2 1 41 2 1 24 2 2 21 3 2 26 1 4 26 3 3 13 1 4 14 2 4 22 1 7 11 1 8 12 Handball im Gau XII der 1 To. Ruttershausen — Io. Wißmar 2:2 Beide Mannschaften sind ernsthafte Anw den ersten Tabellenplatz ihrer Gruppe und sich einen harten aber fairen Kampf. D besitzer hatten vor der Pause etwas m Spiel und drückten dies in zwei verdie: folgen aus. Nach der Pause wurde das unverminderter Schnelligkeit fortgeführt un bis zum Schluß durch zwei verwandelte E ein Unentschieden zustande. Kurze Sportnotizen. Das Brüsseler Sechstagei brachte auch in der letzten Nacht heftige Kc die Rundengewinne. Das deutfch-schweizeri! Schön-Richli hielt sich gegen die energischen der starken Gegner ganz hervorragend und nach 138 Stunden (3043,325 Kilometer) noch an der Spitze. Die Massachusetts Rangers, der Eishockey-Welkmeister 1933, befinden sich wieder in ein starkes Vertrauen im Handwerk, daß sich die Verhältnisse durch die zielbewußte Wirtschaftspolitik der nationalsozialistischen Regierung und Behörden auch weiterhin immer günstiger für das Handwerk gestalten wird. Mttagsvorse weiter rett. Frankfurt a. M., 4. Jan. An der Börse setzten sich die Kurssteigerungen auf allen Marktgebieten fort. Wiederum stand der Renten- markt im Vordergrund des Interesses. Die An- luuyen 11,£..j ui» xi,uu, ununvu \»«n* x*,«*,» Malzkeime 14,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9,75 bis 10: Rohmelasse 8 50; Wiesenheu (loses) 6,60 bis 6,70; Rottleeheu 6,80 bis 7.20; Luzernekleeheu 7,60 bis 8,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Relchsvankdiskont 4 v H Lombardzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. Berlin jranuur a. 2h. 3.1. 4.L Datum Datum 28,13 25,5 45,25 10 200,75 91 25,25 26,25 94 95 94 95 93 94 93 93 126,15 127.13 o 85 88 51 92,25 93,9 92 94,25 94 94 71 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Jementmerf Karlstadt.. 94 94 93,5 94,5 Banknoten. 93,5 94 93,5 94 93,5 94 17,6 4,85 149,75 6,6 5,15 0 5,2 6,2 5,11 190 190 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veichiossenen Dividende an 95,13 18,30 93,5 95,9 95,13 18,45 92,75 17,7 93,5 95,9 94 96,2 0 0 12 52,5 58 167 38,25 47,65 54,9 68,5 48,5 53 65 183 150 93,25 17,80 94 99,9 94,9 100 95,65 94 96,2 0 0 0 0 0 141 109 60,75 64,5 24,9 118,75 88,75 98,9 53,13 88,75 91,75 105,25 146,5 112 24,75 22,5 13 27,9 58,9 87,25 45,5 25,9 21,5 13,25 28,5 61,25 87,5 46 :l 38,13 46,5 70 84 90,5 Schluß» mrS 50,65 54,4 69 o o 6 6 0 0 0 0 e 7 e o o c 46,5 199 90,75 39.5 12,5 117,5 118,5 155 143 107,5 59,5 63 A.G.G. Betula . 55 59 168,5 91,75 100 95,25 52.5 58 167.5 71,5 106 58,25 89 29 62 88 46,25 27,75 121,65 90,5 100 53.5 91,25 93,5 105,75 150 114 71,25 85 43 47 49,75 36,5 94 43,25 46,5 49,5 36 114 38 46,25 59,5 14,5 25,25 119 89 98,75 53 89,5 90,75 105,75 147 112,5 38 12,5 115,25 116 153 127,25 191 49 53,25 65 72,5 107 59,9 89,5 67,65 141 107,75 60,25 63,75 15 144,25 185,5 151,75 27,9 87,65 46,25 199.75 90 38,75 12,65 118 119 155 14 143,75 42,9 47 51 38 5 ,5 59 168,75 . o . 0 . 0 . 5 . 5 1V1 93,5 99,9 93 72 105,75 58,4 88,65 66,75 142 107,75 59,5 62,4 72,65 107,75 60 90,5 ',80 4.9 1.75 Z. iS. Farven.Invustne Gcheideanstali........ Goldschmidt ......... RütgerSwerle ........ Metallgeiellichaft...... 16,5 0,90 4,90 4,80 4,75 6,4 96,75 43,5 47 50,25 37 1143 38,25 47,25 61 15,9 144,25 186,5 153 27,75 122,5 91,75 100 54,5 91,5 93,5 106,5 149,5 114 17,25 0,90 4,9 4,75 4,65 (SchluAk Minaa- , bön'e (Stttnei....................O| Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ......... l| War^feiDet Bergbau Rohmette ... Phonir Bergbau ..... Rheinische Braunkohlen Rhetnsrahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 4% Oesierreichtsch, (Holdren». . 4,20% Oesterreichische Sllberrente 4% Ungarische Goldrenre . . 4% Ungarische SraatSreate v. 1910 *Vt% DesgLoon 1918 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche 4% vesgl. Serie II 6% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4)4 %Wumün.Detcin6.9ienteB.1918 4% Rumänische verctnh. Rente .. tK% Anatolier .............. 128 192 ,25 28,5 59 87 45,5 8% Deutsche Reich-anleihe v 1927 8% ehem.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 6¥i% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Ant.-Abllti.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ...... Desgl. ohne AuSloi.-Rechte ..... 6% ehem.8% Hess. BolkSltaat 1929 (rückzahld. 102%) 8% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 18 6Vi% Hess. Landea-Hypothekea- bank Darmstadt Liaui Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An- leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe 16 unkündbar bis 1985 8% ehem 7% Franks Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 8%% ehem 4*4% Franks Hyp^ Bcmk-Ltqu.-Diandbriese IH% ehem 1 19 I 21 I I 69 - I 191 1301 . 0 0 . 0 . 0 . 0 . 7 . 0 . 0 . 0 . 0 .10 . 0 . 0 Gesell ch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schucken »Eo............. 5 Siemen«S Halske........... 7 Lahmeve» «Eo............. "10 «Ai..*. <54)11161. Abend- bSrie "^ronltun a.Dl. Serlin Schluß« furä Schluß!. Abend* b5rfc Schluß» turS Schlußk. Mi lag» börlr 3-1. 4-1. 3-1- 4.1- 5,2 5,2 — 5,13 4 4 •— — 6,5 6,5 — — 3,25 3,20 3,3 3,20 27,5 27,9 27,5 27,9 irranHur v. Dl Lien Schluß» fürs Schlußk. Abend* börse Schluß» fürs Smlußf Mittag. bSrse Datum 3-1- 4.1- 3.1. 4.1 3.Januar 4.Januar Amtliche Jiotieruna ?rie' Amtliche Rolleninn Geld I »ne Helsingsor».. 6,014 6,026 6,014 6,026 Wien ..... 47,55 47,65 47,45 47.55 Prag ...... BudapeS ... 12,415 12,435 12,425 12,445 — — — —— Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,33 168,67 168,23 168.57 OSlo ...... 68,28 68,42 68,28 68, 2 stopenhagen. 60,64 60,76 60,64 60,76 Stockholm 70,08 70,22 70,08 70,22 London ..... 13,58 13,62 13,595 13,625 Buenos Aires 0,636 0,640 0,635 0,639 Neuuort 2,632 2,638 2,667 2,673 Brüssel..... 58,17 58,29 58.14 58.26 Italien..... 22,02 22,06 22,00 22,04 Paris ...... 16,415 16,455 16,42 16.46 Schweiz .... Spanien.... 81,05 81,21 81,02 81,18 . 34,47 34,53 34,47 34,53 Danzig..... 81,52 81.68 81,52 81.68 Japan ...... 0,819 0,821 0,817 0,8'9 Rio de Jan. . 0,226 0,228 0,226 0,228 3ugoflaroten. 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon.... 12,39 12,41 12,39 12,41 Serlin, 4. Januar Geld Met Amerikanische Noten.............. 2,62 2,64 57,98 58,22 60,38 60,62 13,55 13,61 16,38 16,44 167,81 168.49 Norwegische Noten .............. 21,88 21,96 68,11 68,39 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling — — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 69,91 70,19 Schweizer Noten................. 80,84 81,16 Spanische Noten................. 34,33 34,47 llogarijchr Note» •••••••••••••••• — Nr. 4 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 5.)anuaN934 2100 1040 117590 4100 1860 Aus der Provinzialhauptstadt K. L. soll. er o Bermuhler Verlag, Berlin- Luftschutzgedanke gehört heute Murmeltiere in den deutschen Alpen. auf der Baustelle: Legende von diesen Königen und ihrem Stern, der ihnen einen neuen Inbegriff ihres Menschseins bringen sollte, daß sie trotz aller Ungewißheit, in die jedes Morgen und jeder große Wurf gehüllt ist, den Weg gingen, den zu gehen ihnen eine innere Stimme gebot, für die ein deutscher Dichter die Worte fand: „In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne." Das sind jene Sterne, die den Menschen dann und wann auf ihrer Erdenwanderung leuchten, denen es zu folgen gilt, wenn der Pfad nicht in die Irre und in das Gestrüpp der Verzweiflung führen Chiemseebergen, wo der Bestand bis auf etwa 20 Stück zusammengeschmolzen ist. gesamte Gebiet der Naturwissenschaft und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar P r o ch n o w. Jahrgang 10, Heft 1A 8Ä Seiten, 3 Tafeln und reis vierteljährlich 2,50 Mk., wußte, er erreichte ein Haus, und dort, bei seinesgleichen, entging er der über ihn hereingebrochenen Weltangst. Josef Ponten, „Volk auf dem Wege". Winter im Wald. Ein paar Wochen später lag der Schnee fußhoch. Die Zweige groß und klein trugen schwere Lasten und waren tief herabgebeuat, man schritt durch Hügel und Berge von Kristall, Glas und flimmerndem Licht dahin. In den Hallen und Domen unter den Aesten und Bäumen dämmerte es geheimnisvoll und von nie gesehener Färbung. Die Schatten leuchteten blau, tiefer als die Flecke des Himmels zwischen den Kronen der Beschneiten in der eiskalten Höhe, die Strahlenherde auf den Kuppeln der Bäume blendeten, es war ein verzaubertes Reich bald überhell, bald als erglänzte ein längst verlassener Weltkorper im Ampellicht des Alls... Mario zog gegen Abend eines sinkenden Tages, der klar und feierlich erstanden und vergangen war, durch die sanften Höhenzüge jenseits des Flusses der Hütte zu, eilig, da die Dämmerung kurz und kein Mond vor Mitternacht zu erwarten war. Seine eigenen Spuren im Schnee führten ihn zurück, wie blaue kleine Löcher zogen sie sich dahin, und weiter fern vor ihm wie eine Perlenkettenschnur Zuweilen kreuzte eine andere Perlenkette, feiner und leichter bereitet, seinen Weg, er erkannte hier und da den Tritt des Rehs und die von der hängenden Rute leicht verwehte Bahn des Fuchses, jedoch nichts war recht deutlich, denn der Schnee war zu locker und stäubte... Langsam brach in Herrlichkeit der Sternenhimmel über Mario auf, als er heimlief. Im Dunkel des Hochwaldes sandte er den Blick zu den Ewigen empor, es schien, als hingen sie als winzige blitzende Kerzlein im geschmückten Gezweig. In heiliger Feier prangte der mächtige dunkle Dom. Waldemar B o n s e l s, „Mario und die Tiere". Mein Freund, der Geizhals. Man soll jedem Ding, jedem Geschöpf, das da kreucht und fleucht, eine gute Seite abgewinnen. Man soll sich auch über nichts und niemanden ärgern. Höchstens über sich selbst, wenn man wieder einmal etwas gründlich falsch gemacht hat. Unter unseres lieben Herrgotts schönem Himmel laufen gar viele Kostgänger umher. Sie sind nicht alle nach einem Muster gefertigt. Wenn anders, wäre es vor Langweile auf Erden nicht auszuhalten. Lustieren wir uns also doch nach Kräften, so wir einen Kauz finden, der aus der Schablone, die wir an den Mitmenschen anzulegen pflegen, sichtbarlich herausfällt. Solches braucht natürlich nicht mit lauten Worten, gar mit Gepolter, zu geschehen. Zum Lustieren genügt schon ein innerliches Schmunzeln. Da ist zum Beispiel mein Freund — der Geiz- Hals. Diele mögen ihn nicht leiden. Ich aber komme in eine heitere Stimmung, ich belustige mich über ihn, wenn er mir in Reinkultur begegnet. Ja, ich darf ihm gegenüber sogar einmal den Pharisäer spielen: „Herr ich danke dir, daß ich nicht bin wie dieser da", so klingt's leise in mir auf. Schon in der Jugenü zeigen sich eines Geizhalses Talente. Da wird zur heißen Sommerzeit ein Schulausflug gemacht. Die Mutter hat ihrem Buben, dem Geizhälschen, eine Flasche mit Himbeerwasser mitgegeben. Ihn dürstet zwar, aber er trinkt noch nicht. Ein Kamerad, dem ebenfalls die Zunge am Gaumen klebt und der nichts zu trinken hat, bittet ihn um einen Schluck. Vergeblich. Es kommt zum Zank zwischen beiden. Die Jungens gehen aufeinander los. Der Limonadenbesitzer — stolpert über einen Stein. Er fällt und die Flasche zerbricht. Hallo, wie jubeln die anderen Buben. Welche Freude hat uns allen der Geizhals bereitet. Wie 23 Textabbildunge , , , . einzeln 1 Mk. Hch"go Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — r f Drerkönigsiag. Ein Stern war den drei Königen, jedem in seinem Reiche erschienen, den sie noch nicht kannten. Eine innere Stimme befahl ihnen, diesem leuchtenden Zeichen zu folgen. Sie machten sich unter seiner Führung auf ihren weiten Weg zu einem Ziele, dessen Bedeutung sie nur durch die Ungewöhnlichkeit der himmlichen Erscheinung vielleicht nur ahnen mochten, dessen geheimnisvoller Sinn ihnen jedoch verborgen war. Sie hatten nur das verpflichtende Empfinden, daß am Ende ihrer Reise etwas ihrer harrte, das nicht allein das persönliche Opfer ihres Marsches, sondern auch einer Gabe wert war, mit der sie auch ihre äußere Machtfülle einem Höheren unterordnen zu müssen glaubten. Gold, Weihrauch, Myrrhen haben ihre sinnbildliche Bezüglichkeit aus der verehrungsvollen Huldigung, mit der sie als unerlöste Gottsucher dem Künder einer neuen Heilslehre zu Füßen sanken. Der Stern, der die heiligen drei Könige zu einem Kinde in der Krippe eines Stalles geleitete, in dem auch der geringste Prunk fehlte, der sie in ihrer Heimat umgab, will Symbol jener bedingungs- und vorurteilslosen Gläubigkeit sein, die sich in blindem Vertrauen auf die schicksalbestimmte Sendung eines außergewöhnlichen Menschen, wie er in dem Neugeborenen in die Menschheitsgeschichte eingetreten war, seiner Führung unterwarf. Weil die drei Könige Menschen waren, mit allem Hoffen und Sehnen, das in jeder Menschenbrust als zehrende Flamme schwelt, deshalb glaubten sie ihrem Stern, deshalb vertrauten sie sich ihm als Pfadfinder an, und deshalb setzten sie ihr eigenes hochgeborenes Ich hintan, um der Weisung von oben zu folgen, die ihnen die fleischgewordene Menschheitssehnsucht, den Erlöser, den Befreier aus den dumpfen Niederungen eines primitiven All-Erlebens als höheres Ideal einer Daseinsführung zeigte. In der Krippe von Bethlehem waren alle sonstigen Unterschiede ausgelöscht. Nur der Mensch mit der außerirdischen Weihe der von Gott Begnadete, war das Licht in der Finsternis, war der wahre Herrscher. Die heiligen drei Könige, die hinter dem Stern herqingen, haben deshalb für uns Jetzige einen tieferen Sinn bekommen, den man in Zeiten verkannte, die statt der gestaltenden Einzelpersönlichkeit nur eine Vielheit von Meinungen kannte, aus der nie ein geeintes Wollen werden konnte, das Anstoß und Aufbau einer Zukunft gewesen wäre. Vielleicht ist das die beglückende Offenbarung der frommen Zeitschriften. — „D e r Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Bebilderte Monatsschrift für das Hitler schafft Arbeit! Wettere bewilligte Maßnahmen des Arbetts- beschaffungsprogramms im Rhein-Main-Gebiet: Tagewerke Maßnahme Entwässerung von Wielenländereien Drängenossenschaft lieberjoffa Verbesserung der Betriebsverhältnisse des kabel - Verteilungsnehes in Frankfurt a.2H. Meliorationsarbeiten im hessischen Ried, Volksstaat Hessen Versorgungsbetriebe einschließlich fia- nalisations- und Kläranlagen im Untertahnkreis Insiandsehungs- und Ergänzungsarbei- ten in Gelnhausen, Wächtersbach und Altcnhahlau, Kreis Gelnhausen Zum Gaudi der andern. Und ist es nicht zum Hellen Auflachen — ärgert euch doch nicht! — daß solch ein Geizkragen und Knauser seine Pfennigfuchserei auch noch als eine reine Tugend ansieht? Wer mir ein Gaudi bereitet, ist mein Freund. Gewiß hält sich der Geizhals für einen klugen Mann. Von der Wurzel so vieler Hebel weiß er nichts. Er „spart" — aber immer am gerechten Verdienst der andern. Immer hat er Sorge um fein armes Leben. Und er glaubt bestimmt, niemand durchschaue ihn und seine köstliche Eigenschaft. Ich weiß, daß der Geizhals g e l d k r a n k ist, genau so, wie der Trunkenbold alkoholkrank ist. — Aber über den Geizhals, der nichts vom Leben hat, das so schön sein kann, muß ich lachen — — siehe oben! Don seinem Mammon nimmt er ganz gewiß nichts mit ins bessere Jenseits. Vom goldenen Kalb, um das er sein Lebtag tanzte, nicht einmal die Schwanzspitze. Seine Erben werden das goldene Kalb unter sich verteilen. Dann werden sie aus vollem Halse lachen. Und ich werde mitlachen über meinen leider toten Freund, den Geizhals. Z- Daten für Freitag, 5. Januar. 1643: der Physiker und Astronom Isaac Newton in Woolsthorpe geboren (gestorben 1727); — 1846: der Philosoph Rudolf Eucken in Aurich geboren (gestorben 1926). vollen wirtschaftlichen Kreislauf der Nation, so mutz es 1934 gelingen, einen neuen ökonomischen Ausgleich zwischen den Völkern durch Wiederherstellung eines normalen Waren- und Geldverkehrs zu finden. In Niedersachsen sind in dem abgeschlossenen Jahre Millionen-Bauprojekte begonnen ober vorbereitet worden, die großen Harz-Wasserpläne, umfangreiche Flußregulierungen, Brückenbauten und vor allem Oedlandkultivierungen. An alle diese Aufgaben knüpfen sich mannigfaltige Hoffnungen der niedersächsischen Wirtschaft. Niedersachsen mit seinen ausgedehnten Mooren und Brüchen wird ein Hauptgebiet für die neue Siedlungstätigkeit werden, wenn erst einmal die Bodenverbesserungen durchgeführt sind. Die niedersächsische Industrie mit ihren weitreichenden Exportbeziehungen ist von der Hoffnung kann. Es folgt Schlesien. Schlesien, vor allem Ober- schiesien, wird in dem Maße ein intakter Wirtschaftsköper werden, in dem es die Hilfe der Neichs- instanzen erhält. Die Formel umfaßt die ganze Problematik der künftigen Gestaltung der schlesischen Geschichte. Dies arme Land, das nicht nur unter den Nachwirkungen der allgemeinen Wirtschaftskrise, sondern auch unter den Schäden einer verfehlten Grenzziehung, der Gebietsverluste und des Flüchtlings- zustromes, leidet, kann unmöglich aus eiaener Kraft gefunden. Es war darum die zentrale Aufgabe der Arbeit des ausklingenden Jahres, die Kenntnis Schlesiens zu verbreiten, die Kenntnis der Besonderheit seiner Situation. Auch im Jahre 1934 wird diese Aufgabe bestehen bleiben. Es ist eine große Hoffnung und ein großer Wunsch der ganzen Pro-. vinz, daß man ihr die Beachtung schenken wird, die sie braucht und die sie wahrhaft verdient. Dabei handelt es sich gleichermaßen um die Beachtung der Schönheit und der Nöte des Landes. In Pommern bildet die Frage der Unterbringung der Arbeitslosen noch immer das Hauptproblem. Das Ziel, Pommern von Arbeitslosen frei zu machen, soll und muß bis zum nächsten Frühjahr erreicht werden. Zwei Drittel der pommerschen Arbeitslosen beherbergt allein Stettin. Diese Arbeitslosen gilt es umzuschulden und auszusiedeln. Es ist ein Werk von großer wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung, das damit eingeleitet wird. Eine Kolonisation von einem Umfang, wie sie bisher noch niemals durchgeführt worden ist. Dor allem die dünn bevölkerten Teile Ostpvmmerns werden besiedelt werden. Nicht nur Landwirte sollen zur eigenen Scholle gelangen, auch Handwerker und Arbeiter werden angesiedelt. . Was die Wasserkante betrifft, so wird ihr Schicksal verbunden mit der Entwicklung der Hafen- metropole Hamburg und Bremen. Was man ihnen in erster Linie wünschen muß, ist mit einem Schlagwort gesagt: Normalisierung der Weltwirtschaft. Alle Tatkraft und Initiative, die in dem jetzt vollendeten Jahr gerade in den beiden Hansestädten entfaltet worden ist, um die Fundamente ihrer Existenz, Handel und Schiffahrt, wieder zu festigen, ist im praktischen Endergebnis an internationale Voraussetzungen geknüpft. So wie es im neuen Deutschland gelungen ist, einen notwendigen Ausgleich zwischen Binnenmarkt und Weltmarkt herzustellen, wie Exporteur und Reeder sich einordnen konnten in den Außenhandels bringen wird. .In Thüringen hat man energisch zur Selbsthilfe gegriffen und wünscht, daß diese Selbsthilfe durch eine politische und wirtschaftliche Befriedung der Welt gefördert würde, damit die vielseitige hochqualifizierte Exportindustrie Thüringens wieder stärker als wertvoller Faktor auf dem Weltmarkt auftreten kann. Davon hängt alles andere ab: Zurückführung der sozialen Not auf ein Mindestmaß, Hebung des allgemeinen Volkswohlstandes und der Volksgesundheit, befriedigende Lösung des Bevölke- und es gewiß zum Millionär gebracht hatte. Mußte er einmal in ein Wirtshaus gehen, gab er dem Kellner einen ganzen Pfennig Trinkgeld. Was lag ihm daran, datz ihn die Tischgenossen deshalb aufzogen? Und daran, daß der Ober vor seinen Augen das Kupferstücklein in die Armenbüchse warf? D> Geizhals kann eben nicht aus feiner Haut heraus und gibt das nächste Mal wieder einen Pfennig! zu den brennendsten Tagesfragen. Einen wichtigen Beitrag über den gesamten persönlichen und Sammelschutz gegen Giftgase bringt Dr. Otto Rebmann in seinem Aufsatz „Gasschutz . Dr. K. Kuhn be« handelt die für die Vererbungsforschung so wichtige selbständige Entwicklung der Samenfäden, die sogenannte männliche Zeugung. Mit Erstaunen erfährt der Leser aus den Ausführungen von Professor Dr. Otto Scheerpeltz, wie im Wasser lebende Entwicklungsstufen von Kerbtieren den stärksten Wasserströmungen zu trotzen vermögen. An Hand prachtvoller Aufnahmen zeigt Dr. Oskar Prochnow technische Leistungen der Natur im Tier- und Pflanzenbau in seinem Beitrag ,Kunstvolle Stützgerüste in Bauformen der Natur" Heber das Vorkommen von Fehlfarben bei Tieren berichtet Dr. Knottnerus-Meyer. Professor Schwaßmann- Bergedorf zeigt eine reizvolle Ausnahme von dem Sternschnuppenfall am 9. Oktober 1933. Schließlich sei noch auf eine Abhandlung über das neue Tierschutzgesetz hingewiesen, in der die wichtigsten Bestimmungen wörtlich wiedergegeben und erläutert sind. Zahlreiche kleine Beiträge und Berichte über neue Forschungsergebnisse beschließen das wie immer mit vielen schönen Bildern ausgestattete und hervorragend gedruckte Heft. — Das neue Heft der Leipziger „I11 u ft r i r • t e n Zeitung" beginnt mit einem großangelegten Rückblick auf „Das Schicksalsjahr 1933". Daran schließt sich eine reich illustrierte Würdigung des nunmehr 70jährigen norwegischen Malers Edvard Munch. Dem Züricher Reformator Zwingli ist zu seinem 450jährigen Geburtstag ebenfalls ein mit interessanten Bildern ausgestatteter Beitrag gewidmet. Ferner enthält das Heft viele schöne ein- und mehrfarbige Winterbilder. Außerdem Beiträge über das Mussolini-Forum in Rom, über deutsche Dolksbräuche zum Dreikönigstag, über die Verwendung von Holz im Straßenbau und über den heranbiegen. Sie bemerkten uns, zielten aber schlecht; Granaten schlugen in den Fluß und jagten Wassersäulen auf, beschädigt wurde memand Dm- qesu durcheilten wir ohne Aufenthalt und stiegen dann durch ein Seitental aufwärts. Heberall ist der Schnee zu hohen Wehen durcheinander gebaut: blaue Schattenwände stießen an Wände von brennendem (Silber... Einmal, an kahler Gegenwand, springt die Straße schräg nach oben zurück, und während wir als Letzte noch tief unten m Schattenkälte gingen, sahen wir unsere vordersten Gruppen bereits hoch über uns vor orangerot beleuchtetem Gestein aufsteigen und dahinter verschwinden. Diese gehorsam stetige Prozession grauer Manner, die aus der scharf abscheidenden Helle ms Hnbekannte wanderte, zog immer wieder den Blick empor... Hans Carossa, „Rumänisches Tagebuch". Schnee in Rußland. In diesem Jahre hatte es nur einen armen Winter in den Südländern gegeben, der Schnee hat^ sich weit nach Norden zurückgezogen - plötzlich und gerade an dem Tage, an dem Christian m den Sprengelvarort Holstein gefahren war, stieß der Sckmee^ wieder vor. Es schneite dicht und lautlos ^ völliger Windstille. Flocken wie Wattebausche kamen daher, dick wie Klndersauste, wollig, als würden alle Wolken,-haschen der Himmelsflur au Einmal geschoren. Die Luft war milde und saft wärm der Himmel schien ausdrucken zu wollen, däk"r es trotz neuem Winter gut meine es solle ein Vergnügen sein, sich beschneien zu lassen. Gestreichelt wurde man, dicht bedeckt wurde man, em- gehegt in himmlische Wolle - und gab man sich der Hust, sich so angenehm beschneien zu lassen, nur 'nia hin so war man bereits eingeschneit. ffbriftianSunt> der Pfarrer traten bald, nachdem sie sich verwundert ein Weilchen umgeschant hatten, m ben Krttiz zurück - schwer zogen sie die Windsana- hinter sich zu, soviel Schnee war gefallen, wah- rend^sie draußen gestanden hatten .. Eines solchen Schneefalls erinnerte sich weder der Pfarrer, noch der Schulmeister Wer draußen war, mußte elend umfornrnen Nicht die Länge eines ausgestreckten Armes weit konnte man sehen. Vom Pastorat bis ,um Glockenstuhl war nicht weiter als ein Stein- 3murf aber weder der Stallknecht des Pfarrers, noch dieser selbst, noch der Schulmeister durften es wagen, hinauszugehen und die Glocke Denrrten ,2 pichen zu läuten, der Glockenton wäre nicht über das Dorf hinausgedrungen. Alle Schalle starben sofort im Schnee, aus Weiche und Wolle kam kein Hall. Die weite Welt beschränkte sich plötzlich für einen Menschen, der draußen war, auf ihn elbft, er bekam Angst, er fühlte sich totallem er begann zu laufen, wenn er noch eine Richtung Winterlandschast. Aus deutscher Prosa-Dichtung. Winter in Rom. Nach vielen langen Regentagen mit schweren fallenden Himmeln hebt hier eine Art von Frühling an; Duft kommt aus den Büschen, und die Lorbeerbäume, die der Mittag erwärmt, riechen nach ersten Sommertagen. Es gibt Sträucher, an denen die langen Kätzchen hängen, und andere Sträucher, die morgen blühen werden, wenn die Nacht so sanft ist wie diese letzten Nächte, die im wachsenden Monde langsam und milde vergangen sind. Unb dabei ist Weihnacht nah; die Leute sagen es wenigstens, und kommt man abends in die über- hellen Straßen der Stadt, so ist das Gedränge groß, und die Schaufenster schimmern. Hier aber in dem großen Garten, in dem wir wohnen, wird nicht Weihnacht sein: ein Tag wird kommen, hell und strahlend, und wird vergehen, und ein Frühlingsabend wird sein — ein Abend mit fernen dämmernden Himmeln, aus denen plötzlich alle Sterne brechen, alle die vielen Sterne, die über südlichen Gärten stehen. Für uns aber wird dieser Abend nur eine stille Stunde sein, nichts mehr; wir werden in dem entlegenen kleinen Gartenhaus sitzen und an jene denken, die Weihnacht haben... als ob wir selbst noch irgendwo die Kinder wären, die wir einmal waren — die wartenden, frohbangen Weihnachtskinder, auf die die großen Heberraschungen zukommen... Rainer Maria Rilke, Aus den Briefen. Winter im rumänischen Feldzug. Der Schneefall dauerte noch den ganzen Vormittag. Die Leute hatten innerhalb der Baracken in großen Blechkesseln Feuer angezündet; einige wuschen sich, andere lagen rauchend und lesend auf dem halbgrünen Maisstroh. Jeder spürte nun erst seine ganze Ermüdung, jeder lobte das beharrliche, ruheoerbürgende Gestöber. Draußen sah ich einen Mann, der aus Hebermut Brot in Schnee packte und über das Barackendach warf. So besprengt man da und dort in Niederbayern zur Weihnachtszeit Schneeballen mit geweihtem Wein und schleudert sie über das Haus, um es vor Hnglück zu bewahren Aber nach zwölf Hhr schneite es nicht mehr; Ostwind öffnete den Himmel, und bald horte man wieder Schüsse aus schwerem Geschütz das Tal durchhallen. Um die zweite Stunde kam der Marschbefehl. Dem Trotusul entlang zogen wir bald über ungarisches, bald über rumänisches Gebiet. Eine Strecke ging es durch das Gesichtssei der Russen, deren Bergstellungen sich dort nahe rungsproblems unb Steigerung der kulturellen Leistung. Schließlich gibt es für den Thüringer noch immer eine Frage, die ihn naturgemäß weit stärker berührt als die übrigen Volksgenossen: die große Flurbereinigung, Exklavenbeseitigung und natürliche innerdeutsche Grenzziehung im Rahmen der Verfassungsreform. Im R h e i n l a n d hat man den unerschütterlichen Glauben, daß das neue Jahr einen allgemeinen Aufstieg Deutschlands bringen wird. Von diesem Optimismus sind alle Schichten der Bevölkerung erfüllt, man erhofft eine stärkere Belebung des Jnland- absatzes und bei zunehmender Konsolidierung der außenpolitischen Verhältnisse auch eine Ankurbelung des Exportgeschäftes. In der S ü d w e ft m a r k, Deutschlands fruchtbarstem Garten, wünscht jeder vom neuen Jahr, daß Sonne und Regen so gleichmäßig verteilt sind, daß der Wein und der Tabak, Obst und Braugerste gut gedeihen. Die Schiffahrt würde es nicht ungern sehen, wenn durch Aenderung der Seehäfen-Ausnahmetarife die Binnenwasserstraßen besser ausgenutzt würden. Nach sieben bis acht Jahren wird die Regulierung des Oberrheins vollendet sein. Man wünscht, daß durch sie der Bau des Rhein-Seitenkanals, für den der Versailler Vertrag Frankreich die Genehmigung erteilt hat, verhindert wird, weil sonst große Gefahren für die Grund- wafserverhältnisse im badischen Oberland entstehen. schön ist doch die häßliche Schadenfreude in solchem Falle. Daheim erzähle ich deshalb die Geschichte und lache nochmals. Mein Oheim, ein Schalk, nimmt mich bei Seite und schmunzelnd berichtet er: „Des Buben, dem die Flasche ungenützt zerbrach, geriebener Großvater war Aktengewaltiger in Irgendwo. Er schloß sich zur Verwunderung seiner Mitarbeiter immer ein und verhängte das Schlüsselloch. Eines Tages aber war er offenbar vergeßlich. Ein Lichtstrahl huschte durchs Schlüsselloch in die Schreibstube. Ein Schreiberlehrling, ein Dreikäsehoch, sah neugierig durch die bohnengroße Deffnung. Grinsend winkte der Frechdachs die andern herbei. Da saß denn der hohe Chef auf dem Pultschemel — aber nicht auf dem obligaten Hosenboden. Nein, den schonte er fein säuberlich und die Hnaussprechlichen dazu. Er sparte! Ich meinte als junger Naseweis: Geiz ist also gewiß ein Erbgut? Da kannte ich einen, der einst als armer Bube bei der Verwandtschaft zum Essen rechum ging. Das Alpen-Murmeltier war schon im 19. Jahrhundert fast nur noch in der Gegend um Berchtesgaden und dem Allgäu anzutreffen. Die Bodenbeschaffenheit in diesen Gebieten gewährt die günstigsten Lebensbedingungen für die Murmeltiere. Der Bestand in der ursprünglichen Heimat ist auch heute noch verhältnismäßig groß; er wird im Berchtesgadener Gebiet auf 600 Stück und im Allgäu auf 1700 Stück geschätzt. Man hat, wie in der Zeitschrift „Das Bayernland" mitgeteilt wird, die Ansiedlung auch in anderen Gebieten versucht, so „ , „ in der Pfrontener Gegend, wo heute ungefähr 501 Betrieb der Reichspost. Tiere angetroffen werden können, und in den - Hoffnung auf Aufstieg. | Unter den vielen Umschauen, Rückblicken und Umfragen, die zum eisernen Bestandteil der Neujahrsnummer einer Zeitung gehören, hebt sich diesmal eine besonders gute Umfrage heraus. Eine Berliner Zeitung hat ihre Korrespondenten der Länder und Provinzen Deutschlands angewiesen, kurz darüber zu berichten, welche Hoffnungen die einzelnen Landesteile Deutschlands in wirtschaftlicher Hinsicht mit dem Jahre 1934 verbinden, welche Wünsche sie über den wirtschaftlichen Wiederaufstieg äußern. An der Spitze steht O st preußen. Hier berichtet der Korrespondent, daß er überraschend Un& dEseude Erf01 ge der Sommer- ^pvlwezieyungen YI von oer j;ojynung schacht gegen öie, ^61*5(0^^ erfüllt, daß das Jahr 1934 eine Belebung des trauen aller Schichten Wiederaufleben ließ, ^chaf- . fensfreudigkeit an die Stelle lähmender Lethargie gesetzt hat. Die Durchführung des Jndustnalisie- rungsplanes ist in wirtschaftlicher und damit auch in sozialer Hinsicht die stärkste Maßnahme des neuen Jahres. Aus dieser modernen Kolonisation aus der Rückführung ostpreußischer Landsleute aus den übervölkerten Heberschußgebieten des Reiches, aus diesem Ostlandzug arbeitswilliger und arbeitsfreudiger Leute wird 'sich bei der Schaffung einer landwirtschaftlichen Industrie über die neuen Arbeitsmöglichkeiten für einheimische Arbeitslose hinaus die Möglichkeit einer dichteren Besiedelung des mensch- armen ostpreußischen Raumes bieten. Ihre Auswirkungen werden sich auf sämtlichen Gebieten der Wirtschaft bemerkbar machen, vor allem aber bei der Landwirtschaft, die dann ihre Produkte in ausreichender Menge sozusagen an Ort und Stelle absetzen Londesberatungsstelle für das Büchere»wesen in Hessen. Der Herr Hessische Staatsminister Jung hat das nachstehende Ausfchreiben an alle unterstellten Be- hörden gerichtet: Die nationalsozialistische Revolution hat auch das Schrifttum in einen tiefgehenden Umbildungsprozeß einbezogen und damit den Büchereien als Verwaltern und Vermittlern dieses hohen Gutes grundlegend neue Aufgaben und außerordentliche Verpflichtungen im Hinblick auf die geistige und seelische Erneuerung unseres Volkes und seine Erziehung im Sinne des neuen Staates auferlegt. Der hessische Staatsminister hat es daher allen verantwortlichen Stellen zur Pflicht gemacht, den Büchereien ihres (Hnflußgebiets erhöhte Aufmerksamkeit und Förderung in ideellem und materiellem Sinne zukommen zu lassen. Dies gilt für die öffentlichen Volks- und Schülerbüchereien, für die Büchereien von Organisationen, Verbänden, Arbeitslagern, Fabriken, Gefängnissen usw. In Anbetracht der Bedeutung einer klaren, eindeutigen Zielsetzung hat das Hessische Staatsministerium — Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum — im Einvernehmen mit mir den Aufgabenkreis, zualeich aber auch die Befugnisse der Staatlichen Landesberatungsstelle für das Büchereiwesen in Hessen erweitert und neu festgelegt. Der Leiter dieser Stelle ist beauftragt, die Bücherbestände aller genannten Büchereien zu überprüfen und die Entfernung und Vernichtung aller politisch, geistig, sozial und religiös zersetzender, art- und oolksturnsfremder Bücher durchzumh- ren. Mit der Bereinigung des Bestandes ist aber nur ein erster Schritt getan; der zweite, Auf- und Ausbau, muß folgen. Die Staatliche Landesberatungsstelle, die für alle Anfragen fachlicher und technischer Art zur Verfügung steht, wird laufend Anschaffungsoorschläge hinausgehen lassen, die den Büchereioerwaltern als Richtlinien dienen sollen. Die Neuanschaffungen haben in Zukunft in Zusammenarbeit und im Einverständnis mit der Beratungsstelle zu erfolgen. Sie steht ihrerseits in enger Arbeitsoerbindung mit den politischen und kulturellen Körperschaften des Staates und des Reicks. Ausführungsbestimmungen im einzelnen zu dieser Verfügung ergehen noch; vor allem auch für Fragen der Bückereitechnik und Büchereiverwaltung. Ebenso folgen Bestimmungen für die privaten (gewerblichen) Leihbibliotheken. Die Veröffentlichungen der Beratungsstelle erfolgen im NS.-Erzieher, dem Organ des NSLB., außerdem ist das Wiedererscheinen der „Mitteilungsblätter der Beratungsstelle" in Aussicht genommen. . Die Staatliche Landesberatungsstelle für das Büchereiwesen in Hessen steht unter der Leitung von Bibliothekar Dr. Fuhr und befindet sich seit 1. Januar 1934 in Darmstadt, Neckarstraße 3, II. (Gewerbemuseum). Sprechtag zunächst nur Mittwochs von 8 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, an anderen Tagen nur nach vorheriger Anmeldung, Fernruf 1233. Sie ist dem Arbeitsbereich des Referenten für das Schrifttum der Ministerialabteilung für Bildungswefen, Kultus, Kunst und Volkstum eingegliedert, der gleichzeitig Verbindungsmann für die'Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums ist. Der Oienstverkehr mit den Lehrerverbänden. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum veröffentlicht die nachstehende Verfügung an alle unterstellten Behörden: 3m Neichsministerium des Innern, beim Leiter der PO. der NSDAP, und in der Reichskanzlei wurde am 8. Dezember 1933 nachstehende Verfügung unterzeichnet: 1. Im Hinblick auf den NSLB. und die gegenwärtigen organisatorischen Maßnahmen verfügt das Reichsministerium des Innern, daß ein Wiederaufleben alter aufgelöster oder in Auflösung befindlicher Verbände absolut oeronten ist. Letztere sind in den Fachschaften des NSLB. aufgegliedert und üben dort ihre Facharbeit aus. 2. Der NSLB. stellt im Hinblick auf Politik und Weltanschauung die große deutsche Erzieherfront analog des Reichsleiters Schcmm als selbständiges Amt der politischen Organisation dar. 3. Der NSLB. stellt im Hinblick auf seine Fachschaften vom Kindergarten über Volksschule, höhere Schule und Hochschule einschließlich aller Fach- und Arbeitsgebiete die auf Erziehung bezügliche fachliche Organisation der NSDAP, dar. gez.: Frick, Reichsminister des Innern, „ Dr. R. Ley, Leiter d. polit. Organisation, „ R. Heß, Stellvertreter des Führers und Reichsminister, „ H. Schemm, Reichsleiter des NSLB. und Staatsminister für Unterricht und Kultus in Bayern, „ Dr. Schmitt, Reichsuirtschaftsminister. Auf Grund vorstehender gemeinsamer Erklärung der NSDAP, und des Reiches, die wir hiermit allen unterstellten Behörden zur Kenntnis geben, ordnen wir an, daß in Zukunft ein amtlicher Verkehr mit anderen Erzieherorganisationen außer der des NS.-Lehrerbundes nicht stattzufinden hat. Eine Bitte des Saupresseamtes. Dom Gaupresseamt wird mitgeteilt: Das Gaupresseamt bittet die Herausgeber von Zeitschriften und Mitteilungsblättern jeglicher Art, von der ersten nach dem 5. Januar erscheinenden Ausgabe zwei Belegstücke an das Gaupresseamt (Gauarchiv), Frankfurt a. M, Adolf-Hitler-Haus, einzureichen Reichsmusikkammer und Dolksmusskvereine. stpa. Im Rahmen der Reichsmusikkammer wurde ein „Reichsoerband für Chorwesen und Volksmusik" gegründet. Die Fachgruppe II „Volksmusik" gliedert sich in folgende Fachschaften: 1. Laien-Orchestervereine. a) Streich-, b) Blas-, c) Symphonieorchester. 2. Handharmonika. 3. Mundharmonika. 4. Konzertina und Bandonion. 5. Laute (Gitarre) und Mandoline. 6. Zither. Im Auftrag der Landesleitung Hessen und -Nassau der Reichsmusikkammer fordert die unterzeichnete Organisation alle Vereine, die zu den unter 2 bis a6 genannten Fachschaften gehören — auch die Musikgruppen anderer Vereine — auf, ihre Meldung mit folgenden Angaben umgehend an den Gau- Werbe und -Pressewart Ph. Schweitzer, Darmstadt, Schlageterstraße 4, vorzunehmen-. Name des Vereins, Namen der Vorstandsmitglieder, Zahl der Mitglieder (namentliches Verzeichnis) und in welchem Volksmusikoerband bereits Mitglied Es besteht Veranlassung daraus hinzuweisen, daß die G IVÜR8EL Deutschland macht mit dem SterMsiernngsgefeh Weltgeschichte^ Das ist das Urteil eines ausländischen Gelehrten von Weltruf über das deutsche Gesetz zur Bekämpfung erbkranken Nachwuchses, das am 1. Januar 1934 in Kraft getreten ist. Dieses Gesetz ist von einschneidender Bedeutung für die at- sarnte Zukunftsentwicklung des deutschen Volkes. Wer das Gesetz und die wichtigsten Teile seiner Begründung liest, wird überrascht fein von der unangreifbaren Folgerichtigkeit seiner Gedanken. Jeder Deutsche muß den Wortlaut dieses Gesetzes und das ihm zugrundeliegende Material kennen und begreifen. Die dritte Aufklärungsschrift, „Gesunde Eltern — gesunde Kinder", die die N. S. Dolkswohlsahrt im Rahmen der bevölkerungspolitischen Aufklärungsaktion herausbringt, gibt diese Möglichkeit. Sie vermittelt in unterhaltsamer Form alles Wissenswerte und Wichtige über diese Frage. Verbände und Vereine beziehen sie in Sammelbestellungen durch die Ortsgruppen der N.S.D.A.P. Einzelexemplare werden an jedem Postschalter im ganzen Deutschen Reich für 10 Pf. abgegeben. Auch die ersten beiden Broschüren, „Mütter, kämpft für eure Kinder!" und „Die kommende Generation klagt anl", sind noch bei denselben Stellen zu haben. Vereine nach dem Gesetz zur Meldung verpflichtet sind und Ausnahmen nicht gestattet werden. Sie unter 1) genannten Vereine melden die geforderten Angaben direkt an die Landesleitung der Reichsmusikkammer in Darmstadt. Rhein-Main-Gau im DMGB. (Reichsverband für Mandolinenmufik) im Reichsdeutschen Großverband für Zupfmuflk. Ortsgruppe Gieyen-Süb. Am Sonntag, 7. Januar, werden anläßlich des Eintopsgerichts Haussammlungen oorgenom- men. Hierzu haben vormittags 10 Uhr im Hotel Hopfeld sämtliche Amtswalter der NSV. und die Blockwarte der PO. zu erscheinen. Die im Besitze der Amtswalter befindlichen Spendelisten find mitzubringen. Die Ablieferung der Sammelbeträge erfolgt ebenfalls im Hotel Hopfeld, in der Zeit von 16 bis 17 Uhr. gez. Schwarz, Ortsgruppenleiter. Deutsches Iungvoik. Stamm Delfen und Stamm Geusen. Der für Freitag ursprünglich angesetzte Führer- avpell wird auf Montag, 8. IanUar 1934, verschoben. An diesem Appell haben sämtliche Führer und Stellvertreter vorn Jungenschaftsführer aufwärts, teilzunehmen Antreten: 17.30 Uhr, Universitätsbibliothek. Der Führer des Stammes I Welfen: Hans Ebe. Der Führer des Stammes II Geusen: Karl Thron. BornoNzen. — Tagestalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Der Herr Senator". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zwei gute Kameraden". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Nagana". — Aus dem Stadttheaterbureau wird mitgeteitt: Am morgigen Samstag findet eine Wiederholung des „Bunten Abends" statt. Der Reinertrag fließt dem Winterhilfswerk zu. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Techniker-Derbanoes veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil eine Einladung zu einer Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.) * ♦♦ Eine öffentliche SitzungdesStadt- rotes findet am kommenden Montag, 18 Uhr beginnend, im Sitzungsfaale des Stadthauses Bergstraße statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. folgendes: Amtseinführung und Verpflichtung des Stadtratsmitgliedes Versorgungsanwärters Hermann Wagner, Niederschlagung uneinbringlicher Ausstände von 1930, Baugesuche, Vergebung von Arbeiten und Lieferungen, Rechnungslegung von städtischen Betrieben von 1931, Umstellung des Stromoersorgungsnetzes der Gemeinde Annerod, Jn- standfetzungsarbeiten im Volksbad. ** Finanzamtsperfonalie. Infolge Erreichung der Altersgrenze tritt der Leiter der Steuerabteilung beim Landesfinanzamt Darmstadt, Landesfinanzamtsdirektor Linden struth, mit Ablauf des Monats Januar 1934 in den dauernden Ruhestand. Bei dieser Gelegenheit ist ihm von der Reichsregierung die besondere Anerkennung für die in verantwortlicher Stellung der Reichsfinanzverwaltung geleisteten Dienste ausgesprochen worden. ** Po st Personalien aus Oberhessen. Uebertrageni sind die Dorsteherstelle des Postamts in Friedberg dem Postamtmann Schmidt in Friedberg; eine Postassistentenstelle dem Postschaffner Hch. K ö h l e r in Lauterbach. — In den Ruhestand treten der Postdirektor Harresin Friedberg, Postdirektor im Wartestand Zimmer in Bad-Nauheim, Postamtmann im Wartestand Zinck in Niedermörlen, Postinspektor Kinzenbach in Gießen, die Oberpostsekretäre I a n s o h n in Nidda, Ringenwald in Gießen; die Oberpostsekretäre im Wartestand Geldbach und Menges in Gießen. Keller in Grünberg, Scheer in Lauterbach die Obertelegraphensekretäre Espenschied und R u p p e l in Gießen, Postafsistent Schmitt in Gießen; die Postassistenten im Wartestand Kemps und Sauerwein in Vilbel, L o h s i n k in Bad-Nauheim, Schneider in Allendorf (Gießen), der Telegraphenoberleitungsaufseher Blei in Stockheim (Oberhess.), der Telegraphenleitungsaufseher Wagner in Gießen, die Oberpoftschaffner Becker, Gräf und Hahn in Gießen, Kircher in Schlitz, die Oberpostschaffner im Wartestand Birx und L i n ck in Gedern, H ö ch st in Londorf, Nies in Oberseemen, Weider in Gießen; die Postschaffner im Wartestand Hofmann, Stamm und D a - lentin in Gießen, Mietzner in Wieseck, R h e i s in Rüddingshausen über Grünberg. ** Zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Um die hessische Lehrerschaft mit dem Aussehen und der Bekämpfung des Kartoffelkäfers vertraut zu machen, werden in den einzelnen Kreisen Lehrvorträge für die Gesamtlehrerfchaft eingerichtet. Ministerialrat Ringshausen empfiehlt den Kreis- und Stadtschulämtern, sich alsbald mit dem Naturhistorischen Museum der Stadt Mainz (Professor S ch m i d t g e n) wegen der Abhaltung dieser Vorträge ins Benehmen zu setzen. ** Saar-Umschau in der Sendergruppe W e st. In Zukunft bringt die Sendergruppe West jeden Samstag von 20 bis 20.10 Uhr aus Frankfurt eine „Saar-Umschau", die sich jeweils mit den brennend gewordenen Fragen des Saargebietes befassen wird. Erstmalig wird am 6. Januar, 20 Uhr, diese Saar-Umschau des drahtlosen Dienstes über die Sender der Gruppe West gehen. ** Tragischer Unfall auf der Jagd. Unweit von Saasen ereignete sich gestern Nachmittag ein schwerer Jagdunfall. Der etwa 60jährige Mühlenbesitzer Wilhelm Möser von Gießen, der sich allein auf der Jagd befand, wurde mit schweren Schrotschußverletzungen im Unterleib und im Oberschenkel, sowie mit einem Oberschenkelbruch hilflos im Walde auf gefunden. Don hilfsbereiten Personen wurde der bedauernswerte Mann, der beim Gang im Walde offensichtlich gestürzt war, wobei sich die Iagdwaffe entlud, zunächst nach Saasen gebracht und von dort von der sofort benachrichtigten Freiwilligen Sanitätskolonne Gießen nach der Chirurgischen Klinik gebracht. Bereits eine Stunde nach der Einlieferung erlag der Verunglückte leider seinen schweren Verletzungen. ** Zur Richtigstellung. Wir werden leider erst heute darauf aufmerksam gemacht, daß uns in dem Bericht über den Bunten Abend des Stadttheaters zu Silvester — infolge eines Mißverständnisses bei der Programmansage — ein Irrtum unterlaufen ist: die Jongleur-Nummer wurde nicht von Herrn Sieten, sondern von einem Berufsartisten, Herrn Solton, Mannheim, ausgeführt. ** Zur Weihnachtsfeier der Kriegsblinden. Wie wir nachträglich erfahren, ist das Aur Bewirtung der Kriegsblinden und ihrer Ange- yörigen (etwa 150 Personen) erforderliche Backwerk von den diesigen Bäckern und Konditoren gestiftet worden. Die Hilfe, die das Bäcker- und Konditorgewerbe den Kriegsblinden dadurch erwies, verdient dankbare Anerkennung. Sie Dorbereitungsarbeiten für die Feier wurden auch in diesem Jahre wieder von dem einzigen sehenden Mitglied des Vorstandes des Bundes erblindeter Krieger, Herrn Vogel, geleistet. ** Filmvorführung der Friseur- Zwangsinnungen. Sie Frifeur-Zwangsinnun- gen Gießen-Stadt, Gießen-Land und Wetzlar hatten für gestern Abend zu einer Pflichtversammlung eingeladen. Ser Abend war, auch von Gästen, sehr gut besucht und brachte nach kurzen einleitenden Worten des Jnnungsführers Schäfer- Gießen _ einen Film, der in den Laboratorien und Derfuchsräumen einer großen Haarpflegemittel-Firma aufgenommen worden war. In klaren Bildern waren zunächst die mannigfachen für das Haar schädlichen Einwirkungen eines harten Wassers in Verbindung mit Seife dargestellt, dann wurden alle Haarpflegemittel in der Anwendung gezeigt, die die Wissenschaft dem Handwerk an die Hand gab, um eine schonende Behandlung des Haares zu ermöglichen. Zahlreiche hervorragende Mikroaufnahmen ließen die Wirkungen im einzelnen genau erkennen. Mit großem Interesse dürften die Zuschauer den Bildern gefolgt fein, die das richtige und falsche Ondulieren in der Gegenüberstellung veranschaulichten. Sas Waschen, Färben und Bleichen des Haares, sowie die Anfertigung von Dauerwellen, Wasserwellen usw. nach schlechter ober nach veralteter Methode, dann aber auch in der Gegenüberstellung der richtigen Arbeit, entsprechend den Erkenntnissen der Wissenschaft der Haarpflege, das alles wurde so gezeigt, daß jeder Handgriff genau beobachtet werden konnte. Der Film war sehr lehrreich und für den Laien, wie für den Fachmann interessant. Innungsführer Schäfer schloß den Abend mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hiller. Große Strafkammer Gießen. Ein Kaufmann aus Gießen wurde kürzlich vom Gießener Schöffengericht wegen Kreditbetrugs zu ünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde gestern entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts kostenpflichtig zurückgewiesen. Der Angeklagte bestellte im Januar 1932 bei einer Berliner Firma einen größeren Posten Maskenkostüme. Um seiner Bestellung eine kreditwürdige Note zu geben — er war Wohlfahrtsempfänger — fragte er z. B. an, ob der angefetzte Preis der Nettopreis fei. Seine Bestellungen blieben aus. Eine Pfändung blieb erfolglos. Ser Schaden belief sich auf rund 1000 Mark, der aber später auf wiederholtes Srängen der Firma durch Zurücksenden der Kostüme gedeckt wurde. Strafverschärfend wirkte die Tatsache, daß der Angeklagte wegen Betrugs bereits rückfällig ist. Ein Schneidermeister und dessen Ehefrau wurden wegen Verstoßes gegen die Sevifenbewirtschaftungs» Verordnung vom Schöffengericht zu je drei Wochen Gefängnis und je 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Auf die Berufung der Angeklagten wurde gestern das Urteü der Vorinstanz aufgehoben und die Angeklagten freigesprochen. Ein Schlosier aus Geisa (Rhön) fertigte zwecks Erlangung von Provision 16 fingierte Aufträge an und schädigte auf diese Weise einen Kaufmann, z. Z. im Zuchthaus Marienschloß, in Höhe von etwa 35 Mark. Sas Schöffengericht verurteilte ihn deswegen zu einem Monat Gefängnis. In Anbetracht der großen Nollage, in der sich der Angeklagte befand, wurde das Urteil der ersten Instanz aufgehoben, die Gefängnisstrafe auf eine Woche herabgesetzt und dem Angeklagten drei Jahre bedingter Strafaufschub gewährt. Kalender für 1934. — Historischer Kalender des Sritten Reiches. (Verlag Jos. C. Huber, Siehen vor München.) — (653) — Ser Kalender ist die Zusammenfassung der Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung in kurzen, prägnanten Sätzen, in klar geordneten Säten, in charakteristischen Aussprüchen der Führer des Nationalsozialismus und vieler, die den völkischen Staat bejahen. In der Gegenüberstellung sind aber auch Aussprüche von Daterlandsverrätern wiedergegeben, die durch ihre Handlungsweise das deutsche Volk systematisch zugrunde richten wollten und nun auch in diesen Blättern und in dieser Form für alle Zeiten ge- branbmarft sind. Sie Trennung der in Verbindung mit jedem Tag des Jahres genannten geschichtlichen Säten ist sehr klar durchgeführt. Es ist unterschieden zwischen den Ereignissen vor und während des Weltkrieges und jenen nach dem Weltkrieg, jener Epoche des Kampfes um die Behauptung der nationalsozialistischen Bewegung. Erschütternd ist es, fast auf jeder Seite des Kalenders das Kreuz des Todes zu finden, denn fast auf jedem Blatt muhte der Tod eines oder mehrerer Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung festgehalten werden. Neben den Säten geschichtlicher Ereignisse in unserem Vaterlande sind auch viele Erinnerungen an welt- geschichtlicke Vorgänge ausgezeichnet worden. Der Kalender ist von bleibendem Wert. — Seutscher Handwerks-Kalender 1934, illustrierter Abreißkalender, 7. Jahrgang, herausgegeben vom Reichsstand des deutschen Handwerks, Berlin NW 7, Dorotheenstr. 35. (Konkordia-Verlag, Leipzig. Preis 2 Mark.) — (656) — Sie Bilder dieses Kalenders gewähren einen lehrreichen Einblick in die Arbeitsweise der einzelnen Gruppen im Handwerk und zeigen formgerechte, schöne Handwerkserzeugnisse, daneben Aufnahmen aus dem Zeitgeschehen des letzten Jahres. So wird die Gründung des Reichsstandes des deutschen Handwerks festgehalten. Mehrere Aufnahmen berichten von dem eindrucksvollen Verlauf der Reichs- handwerkswoche. Kurze Begleitterte geben Aufschluß und Erläuterung. Ein schönes, aufschlußreiches Werk über die Bedeutung des Handwerks für Volk, Kultur und Wirtschaft. — Jugend-Jahrbuch „Technik voran" 19 3 4. Herausgegeben vom SATSch.-Lehrmittel- dienst GmbH, und dem Reichsbund Seutscher Technik E. V., 248 Seiten mit 9 Kunstdruckbeilagen und 110 Abbildungen, sowie einer Kartenbeilage. Ta» schen-Format S3NA. 6. In Ganzleinen gebunden 0,90 Mark. Zu beziehen vom SATSch.-Lehrmittel- dienst GmbH., Berlin W 35, Potsdamer Str. 119 b. — (341) — Sas Jahrbuch enthält eine Menge Material aus dem Bereiche der Technik und der Wirtschaft. Sarüber hinaus werden die Lebensinter- effen der Nation mit anerkennenswerter Frische vertreten. lieber die Stellung der Technik und des Technikers im nationalsozialistischen Staate werden grundlegende Ausführungen in dem Einführungsartikel „Technik im neuen Seutschland" gebracht. Ferner verdienen die Aufsätze über das Saargcoict, die Kolonien und den germanischen Menschen besondere Erwähnung. Eine Karte über die Weft- grenzen des Reiches ergänzt das Kartenmaterial früherer Jahrgänge. Ser Text findet weitgehende Erläuterungen durch klare Zeichnungen und Bilder. „Kalender für Geflügelzüchter auf das Jahr 1934." Jahrbuch des Reichsverbandes der Geflügelwirtschaft. 670 Seiten mit 104 Abbildungen und zwei Farbtafeln. In Halbleinen gebunden mit Tasche und Bleistiftöse 75 Pf. (Verlag Fritz Pfennigstorff, Berlin W. 57. — (583) — lieber die verschiedenen Rassen ist in dem Kalender ein längerer Aufsatz enthalten, auch über die Grundlinien der Zucht wird etwas gesagt, viele Aufsätze behandeln die Fütterung unter Berücksichtigung der billigsten Futtermischungen. Ein längerer Artikel ist der Erkennung und Heilung der wichtigsten Geflü- gelkrankheiten gewidmet, ein anderer Aufsatz beschreibt an Hand von Skizzen, wie man sich die gebräuchlichsten Geräte selber zimmern kann. Andere Beiträge behandeln den Anbau von Futterpflanzen, die Erfahrungen und Forschungen der Lehr- und Versuchsanstalten im letzten Jahr, Brut und Aufzucht, kurz, der Kalender stellt einen praktischen Ratgeber dar. Oberheffen. Grenzen Deutschlands hinaus bekannt werden. Für seine Arbeit wurde Professor Becker vom P a p st Pius XL mit dem Sylvesterorden ausgezeichnet. Opel-Gedächtnisstiftung für 10 000Mark Lose Preußen sehr Aus aller Welt wis- eden Kräften zu unterstützen, damit er Aufwärts aus eigener Kraft! Denkt daran am 7. Januar! Am ersten Eintopfsonntag im neuen Jahr! Wie erst jetzt aus Island nach Berlin gemeldet wird, fand auf Veranlassung der isländischen Regierung in den letzten Tagen des vergangenen Jahres im Dom zu Reykjavik eine ergreifende Trauerfeier für die bei der Rettung eng« sches wurde, feierlich begrüßt, die Fahne elnge« p. e n b e ro e g u n o Hans v. L u p k e r,t am bracht. Sodann begrüßte der erste Führer K. V o l z r, r cy Neujahrstages unerwartet an den tfol- «lle Erschienenen. Den Mitgliedern G. Lotz, Fritz & Schlaganfalls im Alter von 67 Jahren Schmidt, G. Schmidt, Aug. Hisgen, Ehr. gev emes g pfarramtnd)(? Vauf= Ximmer überreichte er Ehrenbriefe und ermahnte g e s . 1925 wirkte er als Super- k in echter Turn°rtr-u« weiterhin den Verein^m.t Seitdem lebte er °rm,ndern und zweimal zu fahren,, darauf wurde der Fuhrmann ausfällig gegen die Frau. Das Amtsgericht aerurteilte den Fuhrmann wegen Tier miß- hnnMuna zu zwei Wochen Gefängnis. Das Delikt wurde darin erblickt, daß er dem Pferd eine zu große Last zumutete und es obendrein Mit Peitschenhieben traktierte. Schloß Oranienstein »Christian Größmann^-^übrerschule. LPD Diez, 4. Äan. Der Jugendführer des Deut- m.: Kpy. Besichtigung des Domschatzes im be- -5 ♦«Sborn zu Speyer wird jetzt als beson- ©peperer . Grab mit seinem Inhalt ent» ®Ur?'4rS n die nach der Zerstörung des ging den FranzoM,^ im 3al)re 1689 die Grabstätten der deutschen Kaiser nach Schätzen K xSi Der Ring ist ein einzigartiges roma- ^n^^Kunstwerk von außerordentlicher Schönheit, msches Kurütwerrv ^^d von seinem FreunÄ und Erzieher, dem Erzbischof Adalbert von vermutlich bei der Feier seiner Schwert- ^mJürtuna zu Worms im Jahre 1064. Auf der reich em Filigran ausgebildeten Platte sitzt zwl- ’*b«‘n&B« P°rl-n ein großer blaßer Saphir. Ein Vorkämpfer der Dorfkirchenbewegung gefkorben. Der bekannte Vorkämpfer der Dorf- »enbeweguna Hans v. Lupke i|t o rem Volkskanzler Adolf Hitler weiter im Geiste unseres Turnvaters Jahn das Vaterland in Ehren halte. Echter Turnergeist sei nationalsozialistischer Geist. Nach dem kräftigen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler, das Vaterland und die Deutsche Turnerschaft rollte der Vorhang auf, und unter -^aizerklängen zeigten Turnerinnen und Turner irachtvolle Hebungen am hohen Barren, die von leihlger Arbeit der Abteilungsleiter (Hilde Pappe, H. Bolz) zeugten. Ein deutsches Volksstück wurde dann meisterlich aufgeführt. Großer Beifall belohnte die Darsteller für ihre vorzüglichen Leistungen. Als u ,Deiüschänd am Schlüsse des Stückes erklang, erhob sich die Menge und sang begeistert mit und geigte damit, daß wir ein Volk sind und Brüder allerwege. Tanz beschloß den Abend. Der Turn- Derllnr-Lann .stolZ auf diese Veranstaltung sein und muh sich weiterhin bestreben, zur Ehre der Stadt Lich volkserzieherisch und turnerisch zu wirken. Kreis Alsfeld. > Bleidenrod, 4. Jan. Unsere Kirche soll demnächst eine Heizung erhalten. Es kommt, da unser Gotteshaus nicht allzu groß ist, wahrscheinlich Ofenheizung in Frage. Die Kosten werden größtenteils aus einer Spareinlage und aus der Stiftung eines hiesigen Ortsbürgers bestritten. st. Kirtorf, 4. Ian. Bei der im hiesigen Stadtwald und im Schenkschen Revier abgehaltenen Treibjagd auf Schwarzwild konnten durch Förster Walther (Maulbach) eine Bache und ein Keiler in mittlerem Gewicht erlegt werden. Ein weiteres angeschossenes Wildschwein, ein schwerer Keiler, konnte erst andern Tags tot aufgefunden werden. Goldenes Jubiläum eines Kirchenerbauers. LPD. Mainz, 4. Jan. Sein 5 0. Jubiläum als Architekt kann der Dombaumeister Professor Ludwig Becker begehen, unter dessen Leitung die Sicherungsarbeiten an dem gefährdeten Mainzer Dom durchgeführt wurden. Seine schöpferische Tätigkeit erstreckt sich auf über 300 Kirchenbauten, darunter die Liebfrauenkirche in Berlin, St. Josephskirche in Speyer, Herz-Jesu-Kirche in Ko- blenz. St. Marienkirche in Düsseldorf, den Dom an der Bergstraße in Heppenheim und die St. Mar- hältnisie schuf, konnte mit Erfolg gegen die Flammen vorgegangen werden. So gelang es auch, wenigstens das Maschinenhaus zu retten, wenn auch nicht zu verhindern war, daß die Holzaufbereitungs-Anlage, Holzbearbeitungs-Maschinen, Fertigfabrikate, Holzvorräte und Motore ein Opfer der Flammen wurden. Die Kreismotorspritze bekämpfte in Verbindung mit der Freiwilligen Feuerwehr von Watzenborn-Steinberg mit drei 75er- Schlauchleitungen unter Leitung von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) das Schadenfeuer, so daß man nach IVrstündiger Arbeit und unter Zurücklassung einer 15 Mann starken Brandwache (Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Watzenborn-Steinberg) wieder abrücken konnte. Der Schaden ist außerordentlich groß. Das Sägewerk war nicht versichert. Die Ursache des Brandes konnte bisher nicht ermittelt werden. Man vermutet Brandstiftung. Wicken. )—( Bersrod, 3.Jan. Das Fest der Goldenen Hochzeit feierten am Silvestertage der Rechner Wilhelm Graulich und seine Ehefrau Katharine, geb. Debus von hier. Pfarrer Schmidt, Beuern, hieU die Traurede und vollzog die Einfta- nung. Zahlreiche Glückwunschschreiben und Geschenke wurden dem Jubelpaare zuteil, so vor allem von dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, der hessischen Staatsregierung, dem Kreisamte Gießen. Der Ortsgeistliche verlas die Glückwünsche der obersten Kirchenbehörde und überreichte in deren Auftrage ein Gesangbuch und im Namen des Kir° chenvorstandes, dessen langjähriges Mitglied Herr Graulich war, eine Rudolf-Schäfer-Bilderbibel. Herr Graulich steht tm 74., seine Gattin im 76. Lebensjahr. Das Ehepaar erlebte 4 Kinder, 11 Enkel und 1 Urenkel. Leider verstarb die älteste Tochter Großfeuer in einem Sägewerk bei Watzenborn-Steinberg. * Watzenborn-Steinberg, 5. Jan. Heute morgen gegen 3.30 Uhr wurde die Einwohnerschaft unseres Ortes durch Feueralarm aus dem Schlaf geweckt. In dem etwa 200 Meter vom Orte entfernten, nach Garbenteich zu liegenden Sägewerk von Johann Jakob Ruhl war Feuer aus- gebrochen. Das Feuer mußte schon geraume Zeit vorher entstanden sein, denn als die Freiwillige Feuerwehr von Watzenborn-Steinberg ankam, stand bereits das ganze Werk in hellen Flammen. Inzwischen war auch die Kreismotorspritze von Gießen angefordert worden, erschien bald darauf an der Brandstelle und wurde tatkräftig eingesetzt. Das Feuer fand in den aufaeftapelten großen Holzvorräten und in den Gebäuden reiche Nahrung. Die Flammen schlugen, weithin sichtbar, zum nächtlichen Himmel empor. Die Bekämpfung des Feuers machte zunächst erhebliche Schwierigkeiten, da der Wasserdruck nicht ausreichte, um das Feuer mit den Mitteln der Freiwilligen Feuerwehr energisch genug zu bekämpfen. Erst als die Kreismotorspritze eingesetzt wurde und bessere Druckver- (D Orüningen, 4.Ian. Die Zelle Grü- ningen ber NSDAP, die seither der Ortsgruppe Lang-Göns angegliedert war, wurde mit Wirkung vom 1. Januar in eine selbständige Ortsgruppe umgewandelt. Zur Ortsgruppe Grüningen gehören die Zellen Dorf-Gill und Eberstadt. Zum Drtsgruppenleiter wurde Zellenwart M a r st e l l e r (©rüningen) ernannt. — Die am Neujahrstage erzielte Einnahme beim Handballspiel der Turnvereine Holzheim und Grüningen wurde dem Winterhilfswerk zugeführt. * Lich, 4. Ian. Der Unterhaltungsabend des Turnvereins Lich 1860 am Neujahrstage gestaltete sich zu einem großen Ereignis. Die Turnhalle war bis zum letzten Platz besetzt, als ber Eröffnungsmarfch (Regensburger Turnermarsch) ertönte. Unter den Klängen des Badenweiler Marin Göttingen, wo er sich ausschließlich feinen ftnschaftlichen Arbeiten widmete. Schon 1907 gründete er gemeinsam mit dem Schriftsteller Heinrich S o h n r e y die Zeitschrift „Die Dorfkirche" und wandte sich damit dem Arbeitsgebiet zu, dem sein ganzes weiteres Lebenswerk gewidmet war. Unter seiner Führung entstand die Dorfkirchenbewegung, die sich bald über ganz Deutschland verbreitete und im deutschen Dorfkirchenoerband ihre organisatorische Zusammenfassung fand. In einer überaus weitreichenden literarischen Tätigkeit, insbesondere in der von ihm begründeten Zeitschrift „Die Dorf- kirche" hat er die Ziele der Dorfkirchenbewegung vertreten. Seiner Anregung ist es zu verdanken, wenn innerhalb der Dorfkirchenbewegung durch zahlreiche Kurse und durch ländliche Feste heimatliche Sitten und Gebräuche wieder eingeführt wurden. Das letzte Ziel war dabei die innere Erneuerung und Reinigung des ganzen Volkes aus Volkstum und Evangelium. Im Juli letzten Jahres erhielt Hans v. Lüpke vom preußischen Kultusministerium einen Lehrauftrag für Fragen des deutschen evangelischen Volkskirchentums innerhalb der theo- logischen Fakultät an der Universität Göttingen. Island ehrt deutsche Seehelden. f a u in Diez-Oranienstein den Namen des für die nationalsozialistische Revolution gefallenen Hitlerjungen Christian Größmann verliehen. Streie 'LScular (D Krofdorf, 4. Ian. Am zweiten Tag des neuen Jahres wurde Werkmeister im Ruhestand Karl Schmidt von hier, eine markante Persönlichkeit unseres Ortes, zu Grabe getragen. In der Zigarrenbranche tätig, trat der Verstorbene im Jahre 1897 in den Fabrikbetrieb der Firma Rinn & Cloos, Zigarrenfabriken AG. in Heuchelheim ein, wo er verschiedene Filialbetriebe, zuletzt den in Krofdorf, in mustergültiger Weise leitete. Seit einigen Jahren lebte er im wohlverdienten Ruhestand bei seiner hier verheirateten Tochter, geschätzt und geachtet von seinen Mitbürgern. — In den hiesigen Gemeinde- und Staatswaldungen treiben neuerdings wildernde Hunde ihr Unwesen. Sie bringen nicht nur Unruhe in den Wildbestand, sondern richten auch Schaden durch Reißen von Rehwild an. Verschiedentlich wurden von Jagdschutz ausübenden Personen gerissene und angeschnittene Rehe gefunden. Trotz eifrigen Nachstellens bei Tag und Nacht konnten die blutdürstigen Hunde, die scheinbar nicht laut jagend ihre Opfer verfolgen, noch nicht erlegt werden. Ein Luchs kommt den Anzeichen nach nicht in Frage, wie man überhaupt in hiesigen Jägerkreisen den in letzter Zeit verbreiteten Gerüchten von einem Auftreten dieses Tieres in den deutschen Wäldern skeptisch gegen- übersteht. J_ Waldgirmes, 4. Ian. An kirchlichen Amtshandlungen wurden im alten Jahre getätigt (die Zahlen in Klammern beziehen sich auf Naunheim): Taufen 31 (27), Konfirmanden 24 (21), Trauungen 22 (19), Beerdigungen 15 (10), Abendmahlsgäste 1781 (1284). An Kollekten ohne Natura- lien gingen gemeinsam ein 2987,80 Mark. Kreis Biedenkopf. als junge Frau vor mehreren Jahren. Ein Schwiegersohn fiel auf dem Felde der Ehre. Der Jubilar war 46 Jahre lang Gemeinderechner und feit Einrichtung der Untererhebstelle deren Leiter. Noch heute versieht er das Amt des Kirchenrechners der Gemeinden Bersrod und Winnerod, sowie das Amt des Rechners der Ortskrankenkasse, letzteres schon nahezu 50 Jahre lang. Am Abend überbrachte der Posaunenchor dem Jubelpaar ein Ständchen. is. Steinbach, 4. Jan. Der ä 11 e ft e Einwohner unseres Dorfes, Landwirt und Fürst!. R o 11 m e i st e r i. R. Heinrich Keßler!., wurde im Alter von fast 91 Jahren zu Grabe getragen. Am 1. Juni v. Is. feierte er mit seiner 86jährigen Gattin das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Er war der letzte der noch lebenden Gründer des Gesangvereins „Eintracht" vom Jahre 1863. Der Verein ehrte fein verstorbenes Ehrenmitglied durch schönen Grabgesang und einem warmen Nachruf durch seinen Vorsitzenden Fr. Walb unter Niederlegung eines Kranzes. Im Auftrag des Fürstlichen Hauses Lich legte Förster Häuser unter Anerkennung feiner 46jährigen Tätigkeit als Rottmeister dem Verstorbenen ebenfalls einen Kranz nieder. Innerhalb der drei letzten Wochen starben außerdem noch drei ältere Leute unserer Gemeinde im Alter von 90, 82 und 75 Jahren. — In den letzten Tagen im Dezember werden alljährlich die Generalversammlungen der hier bestehenden zwei Rindvieh-, zwei Schweine- und der Ziegenkasse abgehalten. Welchen Wert der Zusammenschluß der Viehbesitzer hat, geht daraus hervor, daß im Jahre 1933 an Entschädigungen für gefallenes und not- geschlachtetes Vieh hier über 4500 Mk. aufgebracht wurden. Man kann es deshalb nicht verstehen, daß es noch Gemeinden gibt, in denen diese nützlichen Einrichtungen nicht bestehen und der Betroffene den Schaden allein zu tragen hat. V Watzenborn-Steinberg, 4. Ian. Aus dem kirchlichen Leben im Jahre 1933 sind folgende Zahlen festzustellen: Es wurden 33 Kinder getauft, 21 Paare.eingesegnet, 24 Personen kirchlich beerdigt. Am heiligen Abendmahl nahmen 2473 Personen teil. Konfirmiert wurden 27 Kinder. tinskirche in Chicago; weiter zahlreiche Villen, Fabrik- und Bürohäuser, Vereinshäuser, Schulbauten . „ , und Krankenhäuser, die Artilleriekaserne in Baben- der II. Geldlotterie fürArbeitsbeschaf- hausen, das Kaufmannserholungsheim in Sab jung übernommen. Etwaige Gewinne sollen zur Salzhausen. Diele Wettbewerbserfolge im In- Unterstützung von Werkveteranen und Werkinva- und Ausland ließen seinen Namen weit über die' liden verwendet werden. AM SONNTAG IM KAMPF GEGEN HUNGER UND KÄLTE lischer Fischer vom 12. Dezember ums Le - ben gekommenen Angehörigen ber Besatzung eines beutschen Fischbampfers statt. Dompfarrer Bjärmi I o n s s e n hielt vor den aufgebahrten beut- chen Seehelden in Anwesenheit der drei istänbi- chen Staatsminister, zahlreicher Behördenvertreter, )er Bevölkerung Reykjaviks, der Angehörigen der deutschen Kolonie sowie zahlreicher Engländer und englischer Seeleute im überfüllten Dom zuerst in deutscher und dann in englischer Sprache die Trauer« predigt, worauf Regierunosmitglieder an den Särgen Kränze niederlegten. In Deutschland wird diese schöne Geste des verwandten und durch Kultur verbundenen isländischen Volkes, die die traditionelle Freundschaft zwischen Island und Deutschland hervorhebt, dankbar empfunden werden. Französische Offiziere beim Internationalen Reitturnier in Berlin. Zu dem vom 26. Januar bis zum 4. Februar anläßlich der Grünen Woche in Berlin ftattfin- benben Internationalen Reitturnier sind u. a. auch bie Franzosen eingeladen worden. Jetzt ist eine in sehr höflichem Tone gehaltene Antwort der französischen Regierung eingegangen, der zufolge her französische Außenminister dem deutschen Botschafter in Paris mitgeteilt hat, daß der französische Kriegsminister eine Abordnung französischer Offiziere beauftragt hat, an dem Berliner Internationalen Reitturnier teilzunehmen. 3agbeinlabung des polnischen Staatspräsidenten an den Vizepräsidenten des Danziger Senats. Der polnische Staatspräsident hat zu ber traditionellen Jagd, die alljährlich in ben Forsten von Bia- lowicz abgehalten wird, für ben 11. und 12. Januar den Danziaer Senatsvizepräsidenten Greiser eingeladen. An ber Jagd wird u. a. auch der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, Minister P a p e e, teilnehmen. In ben Forsten von Bia- lowicz befinben sich bekanntlich noch Wisente in freier Wildbahn. Der Lohngeldraub von Merzig. — Der vierte Beteiligte festgenommen. Bei einer großen Streift im Gelände von Gers- roeiler (Saar) konnte die Polizei eine Person v e r - haften, bie vermutlich als Hauptbeteiligter an dem großen Lohngeldraub am 10. August v. I. in Merzig in Betracht kommt, bei dem ben Räubern der Betrag von 260 000 Francs in die Hände fiel. Es handelte sich um Lohngelder der Firma Villeroy & Doch. Schon wenige Tage später konnte der Besitzer des bei dem Raub beteiligten Kraftwagens in der Person eines Gastwirts aus St. Avold festgenommen werden, ebenso der Führer des Wagens. Gleichfalls konnte durch einen Zufall der größte Teil des Geldes wieder herbeigeschafft werden; ein Feldhüter hatte zwei Männer beobachtet, die im Freien ein Kiste aus einem Versteck holten und eine große Geldsumme zählten. Dabei fiel ein weiterer an dem Raube Beteiligter der Polizei in die Hände. — Der jetzt Verhaftete scheint der Bruder dieses dritten der Räuber zu sein, ein gewisser Heinrich G r a b i n s k y aus Duisburg. Er leugnet das zwar noch, doch wird er von Zeugen aufs bestimmteste erkannt. Bluttat im religiösen Wahnsinn. Eine entsetzliche Bluttat ereignete sich in der Oberförsterei Leschütz im Kreise Bromberg. Dort wurde der 39jährige Arbeiter Wroblewski plötzlich von religiösem Wahnsinn befallen und e r ■ schlug dabei seinen Freund, ben 45jährigen Arbeiter M u st a l. Beibe bewohnten in der Oberförsterei ein Zimmer. Als sie vor dem Zubettgehen das Abendgebet sprachen, unlerbrach Wroblewski plötzlich seinen Freund mit dem Bemerken, er spräche sein Gebet falsch. Als Mustal dieser Bemerkung kein Gehör schenkte, sprang Wroblewski auf, ergriff einen Hammer und schlug dem betenden Freunde die Schädeldecke ein. Mustal war sofort tot. Nach dieser in einer Anwandlung religiösen Wahnsinns begangenen Tat geriet Wroblewski vollständig in geistige Umnachtung. Er legte den Leichnam auf den Fußboden und nagelte Hände und Füße des Erschlagenen in der Lage eines Gekreuzigten an die Bretter des Fußbodens an. Durch das Klopfen wurden die Bewohner ber Oberförsterei wach. Sie brangen in bas Zimmer ein unb tonnten ben Wahnsinnigen erst nach heftiger Gegenwehr bänbigen. Der Untersuchungsbehörde hat der Verhaftete bisher nur unzusammenhängenbe Aussagen machen können. 8oi Wundsein^Penaterr£re^ An sämtliche hessischen Vereine. schriflliche Angaben zu Vereins. Trefz, Leiter der Reichspropagandastelle Hessen. Mit Steueramtmann Ernst Lehr nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 53 Jahren. Gott der Allmächtige hat nach einem langen, arbeitsreichen Leben Friedberg (Kaiserstraöe 152), den 3. Januar 1934. seine treue Dienerin 63 D Die Beerdigung findet in Gießen in der Stille statt. IIIIIIOIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIOIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII 56D kaufen Sie: 39 D llllllllüllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllll IBrust-CoromeHen Bekanntmachungen des Personalamts. Hiermit öffentliche Konzerte, oalistische Wettkämpfe, Gesangs- oder Theaterdarbietungen usw.) und die Öffentlichkeit zur Teilnahme einladen. aufgefordert, bei der Reichspropagandastelle Hessen in Darmstadt, Staatsministerium, Adolf- werden sämtliche hessischen Vereine, die Veranstaltungen durchführen (Vorträge. Wechnachts- und andere Feiern, karne- Sitzungen, Kurse, Sport- und andere Für 825.- Mk. Bedarfsdeckungsscheine Opfern heißt säen für eine bessere Zukunft! Aufwärts aus eigener Kraft! Hitler-Platz 2, folgende machen: 1. Name des Vereins. 2. Genaue Anschrift des 3. Zweck des Vereins. 4. Zahl der Mitglieder. gez. Sauerwein, Darmstadt und der Polizeirat Hans Schmidt, Mainz. Am 21. Dezember 1933 wurde der Pfleger bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen, Heinrich (Solbad) auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste und unter Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns mit Wirkung vom 1. März 1934 in den Ruhestand versetzt. lizei-Oberleutnants ernannt: der Polizei-Leutnant Philipp Heinz aus Duisburg-Hamborn und der Polizei-Leutnant Walter Dolkenand aus Dortmund. Mit Wirkung vom 1. Januar 1934 wird der Polizei-Kommissar Anton Fries zu Worms a. Rh. auf fein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. Mit Wirkung vom 1. Januar 1934 werden auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 der Polizeiverwaltungsobersekretär Oskar Kraus in Viernheim zum Polizeiverwallungssekretür und der Polizeikommissar Karl Zintel zu Lampercheim zum Polizeimeister ernannt. Mit Wirkung vom 1. April 1934 werden auf Grund des § 5 Abs. 2 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 der Polizei-Oberinspektor Bernhard W a h l i g in Neu-Isenburg und der Polizeimeister Wilhelm Heutzenröder zu Darmstadt in den Ruhestand versetzt. Mit sofortiger Wirkung wird auf Grund des § 2 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 der Kriminalsekretär i. R. Ludwig Roth zu Frankenwinheim entlassen. Mit sofortiger Wirkung werden auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 entlassen: der Po- lizei-Verwaltungssekretär Karl Müller, Offenbach ftinfrttcbe Jlachritbfen. Katholische Gemeinde. Samstag, den 6. Januar. Gießen. 9 Uhr: Militärgottesdienst; Amt mit Predigt; 16.30 und 19: Beichte. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Karl D. in W. Der Ihnen im Jahre 1925 gewährte Notstandskredit muß gemäß den seiner Zeit aetroffenen Vereinbarungen zurückgezahlt werden. Der Rückforderungsanspruch, für welchen die Gemeinde des Darlehensnehmers gewöhnlich Bürgschaft geleistet hat, verjährt erst in 30 Jahren, so daß der Darlehengeber das ihm gewährte Darlehen noch heute in voller Höhe fordern kann. Anders dageaen ist es mit den angeforderten Zinsen. Diese verjähren innerhalb 4 Jahren. Die Zinsen für die Jahre 1925 bis einschließlich 1930 sind daher verjährt und können, falls Sie den Einwand der Verjährung erheben, nicht geltend gemacht werden. schadet Ihnen TL bringt Erkältungskrankheiten. Einige der in über 40J ahren bewährten Kaisers Brust-Caramellen schützen Sie davor. Kaufen Sie sofort eine Packung. Was man gleich tut, vergißt man nicht! Entlaufen hellbraunerDackel Abzug. Stuben* burgwall 80. «v [Verschiedenes] lllllllllllllllllllllllllllll Leupin-Creme und Seife seitJahr.bew.bei FlecMe-» Hautjucken Ausschi. Wunds. usw.Löwen Drog.W Kilbinger Nacht, Sel- tersw.79a;Drog. Win- terhotf, Kreuzplatz 10 Jllllllllllllllllllllllllllll 5000 Hl. gegen Hypothek. Sicherheit ges. Sckriftl. Angeb. unter 037 an den Gieß. Anzeiger. Maria Winberger zu sich in die Ewigkeit gerufen. Die heiligen Sterbesakramente hatte sie schon vor 10 Tagen empfangen. Sie hat aber darnach noch öfter die heilige Kommunion empfangen. Die letzten Worte ihres Testamentes sollen nach ihrem Willen allen bekannt werden: Freut Euch mit mir, ich habe ausgekämpft Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Januar, um 12 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Berliner Hrühbörse. Berlin, 4. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Im vorbörslichen Frühverkehr war die Tendenz im Anschluß an die Befestigung an der Frankfurter Abendbörse weiter zuversichtlich. Aus Publikumskreisen lag wieder stärkere Nachfrage für Anlagewerte vor. Die schnelle Erleichterung am Geldmarkt und die infolge der übergroßen Nachfrage nach Reichsschatzanweisungen vorgenommene Ermäßigung des Diskontsatzes für diese Anweisungen um 0,13 o. H. auf 4,50 v. H. wurden günstig aufgenommen. Man nannte Neubesitz mit 18,50, am Aktienmarkt Farben mit 128. Auch die aus der Wirtschaft vorliegenden Nachrichten regten weiter an. So verwies man auf die anhaltende Besserung des Kohlenabsatzes und die starke Steigerung der deutschen Roheisen- und Rohstahlgewinnung im vergangenen Jahr, die fast doppelt so viel beträgt wie die europäische Durchschnittssteigerung. Auch die steigenden Einnahmen der Reichsbahn, sowie die Tatsache, daß das Deutsche Stickstoffsyndikat nunmehr ohne Außenseiter ist, waren stimulierende Momente. Am Markt der Dollarbonds waren Vereinigte Stahl- und Viag gefragt. Der Weltmarkt war weiter entspannt. Am Valutamarkt bröckelte der Dollar auf 2,6350 und das Pfund auf 13,59 ab. Der französische Franc lag angesichts der erstmals wieder höheren Deckungsbestände der Bank von Frankreich fester. _____ Wirkung vom 1. Dezember 1933 werden unter Berufung in das Beamtenverhältnis zu Po- 1 Schlafzimmer QCf) Eiche........Mk. UÜUi" 1 Wohnzimmer Eiche, m. 160er Schrank, QQll Auszugtisch, 4 Stühle . 1 Küche _ mit 160er Schrank in nur 1 /Bk guter Qualität ... .Mk. I TU« Besichtigung ohne Verpflichtung Louis Vetter, Kaiserallee 19 GsraExmaa Jetzt: Beutel 35 PL Dose 40 n.75P . Zu haben in Apotheken, Droger. und wo Plakate sichtbar. seo’V der litauischen Regierung anerkannt werden müssen. Zudem gehört' die ArbeitsAesetzgebung und die Regelung des Aufenthalts von Ausländern zur Zuständigkeit der memelländischen Landesregierung. Die Memellandautonomie würde also in ihren wichtigsten Punkten außer Kraft gesetzt werden, falls die litauische Regierung auf der Durchführung der Entlassungen bestehen sollte. Die Reichsregierung hat gegen diese Rechtsverletzung in Kowno nachdrücklichst Einspruch erhoben. Wir sind hier gewiß, daß es der Reichsregierung außerordentlich ernst mit dem Schutz der Memellandautonomie ist, um so mehr, als das nationalsozialistische Deutschland sich stets für die Anerkennung der Volkstumsrechte, ganz gleich welcher Nationalität, eingesetzt hat. Darüber hinaus sollte die litauische Regierung endlich erkennen, daß sie mit irgend welchen Gewaltmaßnahmen im Memelgebiet nicht zum Ziele kommt. Es sei hier nur an die Blamage des Gouverneurs M e r k y s erinnert, der vor etwa zwei Jahren das Direktorium Böttcher mit Militärgewalt absetzen ließ, der Rechtsbruch auf Rechtsbruch häufte, und der das Deutschtum einfach niederknüppeln zu können glaubte, und es dann doch erleben mußte, daß das ganze Land gegen ihn aufstand, so daß er nach del vernichtenden Niederlage der Litauer anläßlich der Landtags- wahlen im Mai 1932 seinen Posten verlas- s e n mußte. Damals wurden von 29 Abgeordneten 24 Deutsche und nur 5 Litauer in den Landtag gewählt. Daß sich inzwischen die Volksstimmung nicht im geringsten gewandelt hat, haben die Ende Oktober dieses Jahres stattgefundenen Landwirtschaftskammerwahlen schlagend bewiesen. Hier mußten sich die Litauer anstatt der bisher acht Sitze von insgesamt 36 mit einem einzigen Abgeordneten begnügen. Wenn nun großlitauische Kreise darüber jammern, daß im Memelgebiet das Litauertum mehr und mehr zusammenschmilzt und wenn sie nach neuen Gewallmaßnahmen rufen, so sollte man doch einmal über die wirklichen Ursachen nachdenken. Wenn man immer wieder versucht, ein rein- deutsches Land zu litauisieren, und wenn man in Kowno kein Verständnis für die Bedürfnisse und die Eigenart eines Gebietes aufbringen kann, das 700 Jahre zu Deutschland gehört hat, dann ist es fein Wunder, wenn die Memsttandbevölkerung sich von ihren litauischen Unterdrückern abwendet. Es liegt hier ein geradezu klassischer Beweis für die Richtigkeit der These Adolf Hitlers vor, daß es eben unmöglich ist, aus Deutschen Litauer zu machen, ebenso wie man es nicht fertigbringen würde, aus Litauern oder Polen Deutsche zu machen. In Kowno glaubt man anscheinend, daß jetzt die Gelegenheit zu neuen Gewalttaten besonders günstig wäre. Gewiß, Deutschland ist aus dem Völkerbund ausgetreten und hat infolgedessen nicht mehr die Möglichkeit, litauische Rechtsverletzungen im Völkerbundsrat zur Sprache zu bringen. Das wird das Reich aber nicht abhalten, zu anderen Mitteln zu greifen, um Litauen zur Einhaltung feiner vertraglichen Verpflichtungen anzuhalten. Zudem entbindet die Tatsache des Austritts Deutschlands aus dem Völkerbund die Unterzeichner und Garanten des Memelabkommens — England, Frankreich, Italien und Japan — keinesfalls, im Memelgebiet nach dem Rechten zu sehen. Und es war ja auch weniger der Völkerbund als vielmehr der Abwehrwille der Memelländer, wenn die litauische Gewaltpolitik Niederlage auf Niederlage einstecken mußte und wenn das Land heute ebenso deutsch ist, wie vor 15 Jahren. Heute aber, wo sich auch die Memelländer zu einer neuen und starken Einheit zusammengeschlossen haben, werden sie um so entschlossener für ihre Rechte zu kämpfen wissen. Und wenn es wirklich hart auf hart geht, wird, dessen ist man in Memel gewiß, das gesamte deutsche Volkstum hinter ihnen stehen. MnikWainpsimseinMl Von unserem br.-kkrrespondenfen. Memel, Ende Dezember 1933. Das deutsche Memelland, das in Versailles gleich anderen deutschen Gebietsteilen vom Mutterlande abgetrennt und später den Litauern in die Hände gespielt wurde, steht wieder einmal im Zeichen schwerer Kämpfe. Der erst seit einigen Wochen amtierende Memelgouverneur Dr. N a v a k a s hat es ohne Rücksicht auf den Weihnachtsfrieden für nötig gehalten, den ihm vorausgegangenen Ruf des „starken Mannes" unter Beweis zu stellen und mit der Ausweisung von über 100 reichsdeut- f cf) e n Beamten den schwersten Rechtsbruch zu begehen, den das vielgeprüfte Memelland in feiner leidvollen Geschichte hat erdulden müssen. Die Folgen, die sich hieraus für das kleine Memelland ergeben können, sind noch gar nicht abzusehen. Unter den Entlassenen befinden sich etwa 80 Lehrer. Das ist nahezu ein Viertel des gesamten memelländischen Lehrkörpers. In der Hauptsache spielt sich der Schulbetrieb in kleinen einklassigen Landschulen ab, an denen meistens nur ein Lehrer tätig ist. Muß dieser das Land verlassen, und läßt sich kein Ersatz für ihn finden, dann bleibt nichts anderes übrig, als die Schule zu schließen und Tausenden von Kindern die Schulerziehung zu nehmen. Tatsächlich liegen die Dinge so, daß die vom Gouverneur als Ersatz vorgeschlagenen litauischen Lehrer nicht in Frage kommen, da sie einmal die deutsche Sprache entweder gar nicht oder nur mangelhaft beherrschen, und zum anderen, weil ihre Ausbildung für einen nach deutschem Muster aufgezogenen Schulbetrieb unzureichend ist. Ebenso werden an den mittleren und höheren Schulen, die von den Entlassungen ebenfalls betroffen werden, erhebliche Lücken entstehen und verschiedene Lehrfächer ganz ausfallen müssen, da auch hier einen brauchbaren Ersatz nur reichsdeutsche Lehrkräfte darstellen. Genau so liegen die Dinge an den Gerichten. Im Memelgebiet besteht deutsches und in Litauen russisches Recht. Werden die reichsdeutschen Richter entfernt, so müssen die Gerichte ihre Betriebe einstellen, ober aber die Bevölkerung müßte sich einem ihr gänzlich unbekannten Recht unterstellen. Sowohl das eine wie das andere würde den klaren Bestimmungen des Memelabkommens zuwiderlaufen. In diesem im Mai 1924 abgeschlossenen Abkommen hat Litauen sich feierlich verpflichtet, dem Memelgebiet Autonomie zu gewähren, um, wie es im Autonomiestatut heißt, „die überlieferten Rechte und die Kultur seiner Bern o h n e r zu sichern". Wenn aber Litauen jetzt versucht, zwei der wichtigsten autonomen Einrichtungen, die Schule und das Gerichtswesen, lahmzulegen, dann (teilt das eine Verletzung des Memelabkommens dar, wie man sie sich schwerwiegender kaum denken kann. Die Beschäftigung von reichsdeutschen Beamten ist darüber hinaus im Autonomiestaat ausdrücklich festgelegt worden, und zwar deshalb, weil selbst die alliierten Machte es damals nicht verantworten wolllen, daß das kulturell und zivilisatorisch hochstehende Memel- land mit Beamten aus Russisch-Litauen überschwemmt wurde. Bis zum 1. Januar 1930 durfte die memelländische Schulbehörde soviel Lehrpersonal anstellen, wie für die ordnungsgemäße Durchführung des Schulunterrichts notwendig war. Die Belassung von Beamten oder anderen Personen im Gebiet ist lediglich durch die Bestimmung eingeschränkt, daß sie sich politischer Agitation gegen die litauische Regierung enthalten müssen. Ein Nachweis dafür ist aber bisher i n keinem einzigen Falle erbracht worden. Weiter schreibt das Memelstatut ausdrücklich vor, daß die alterworbenen Rechte der Beamten, die zum Teil lebenslänglich anqestellt sind oder schon lange vor dem Kriege im Gebiet tätig waren, auch von Jungvolk. Wir marschieren und kämpfen Für Freiheit und Recht. Unser die Zukunft! Wir werden nicht Knecht. Heil unferm Führer, der uns das Kämpfen gelehrt, Doch wer wider uns ist, der schmeckt unser Schwert. Das Jungvolk marschiert Für Freiheit und Licht. Wer jetzt uns noch fernsteht, Den wollen wir nicht. So stehet denn nun, schließt fester die Reih'n, ATarschiert geeint in die Zukunft hinein. Claus. a. M., der Gendarmerie-Hauptwachtmeister Nikolaus Kern, Groß-Gerau, der Polizeiwachtmeister Friedrich Göbel, Darmstadt, der Polizeihaupt- Wachtmeister Leo Zimmer, Mainz, der Polizeihauptwachtmeister Wilhelm Hölz e r, Offenbach a. M., der Kriminal-Hauptwachmeister Johann Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahmebeim Heim gange unseres lieben Entschlafenen, des Bürgermeisters Job. Müller sagen wir allen herzinnigsten Dank; insbesondereHerrn Regierungsrat Dr. Krüger für seinen tieiempfundenen Nachruf, Herrn Pfarrer Draudt für seine lieben, trostreichen Worte, dem Beigeordneten Wagner, der S. A. und den Vereinen für die Kranzniederlegungen, für die zahlreichen Kranzspenden, sowie der ganzen Gemeinde für ihre wohltuende Teilnahme. Emilie Müller Wwe Birklar, den 2. Januar 1934, Kaufmann mit eigen. Auto sucht Will!« inLebens-u.Ge- nußmittel. Schr. Angeb. u.042 an d. Gieß. Anzeig. Bez.-Vertreter gesucht! Dauer-Stell, m. Fixum. Bewerb, erbet, an Cb em. Fabr. Hartmann & Künnecke, 4iV Braunschweig. Nach Gottes unerforschlichcm Ratschluß verschied plötzlich und unerwartet nach kurzer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit mein lieber. unvergeßlicher Mann, unser allzeit treusorgender Vater Im Namen der trauernden Hinterbliebenen« Katharina Lehr Tilly Lehr Giesela Lehr Erich Stahl Mittwoch abend verschied plötzlich und unerwartet unsere hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Berta Loth, geb. Zoll Kochfrau im Alter von 68 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Freiburg. Ruhla, Wiesbaden, den 4. Januar 1934. Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Januar, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt n?2 070 Beuern. Reiskirchen, den 4. Januar 1934. Die Beerdigung findet am Sonntag, 7. Januar, nachmittags 2 Uhr statt. 07 fl Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht 12'/r Uhr unseren lieben Vater. Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Onkel Strabenwart i. R Heinrich Sommeriad in. Veteran von 1870/71 im Alter von 87 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Ranft Wwe. Familie Ludwig Schäfer III.