Nr. 252 (Elftes Blatt 184. Jahrgang Donnerstag, 4. Oktober 1934 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Zrantturt am Main llßss Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStsvuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. Erschemt tägltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Giehen (An anlimarristisches Konzeniraüonskabinett in Spanien. Lerroux wiederum der Nothelfer aus beständigen Derlegenheiien.-Keine Aussicht auf einen Giern erster Ordnung am politischen Himmel Spaniens. Madrid, 4. Off. (DNB.) Der mit der Regierungsneubildung beauftragte Führer der Radikalen Partei, Lerroux, wird am Donnerstag dem Staatspräsidenten eine M i n i st e r l i st e zur Genehmigung vorlegen. In maßgebenden Kreisen verlautet, dah dies offiziell bereit- erfolgt sei, die Liste aber nicht vor Donnerstagmlttag veröffentlicht würde. Das kommende Kabinett wird sich danach wie folgt zusammensehen: Ministerpräsident: Lerroux (Radikal) Auhenministerium: Samper (Radikal) Justizministerium: A i z p u n (katholische Volks- aftion) Marineministerium: R 0 cha (Radikal) Finanzministerium: Marraco (Radikal) Innenministerium: Salazar Alonso (Radikal) Unterrichtsministerium: V i l l a l 0 b 0 s (Liberaldemokrat) Arbeitsministerium: Anguero de Soso (kath. VolksaEtion) Verkehrsministerium: LloyVaquero (Rad.) Landwirtschaftsministerium: Iimenez Fer- n a n d e z (kath. Volksaktion) Oeffentliche Arbeiten: Guerra del Rio (Radikal) Industrie und handel: Lid (Agrarier) Minister ohne Portefeuille: Martinez de V e l a s c 0 (Agrarier) und Pita Römers (Unabhängig.) Außer dem Ministerpräsidenten, der der Radikalen Partei angehört, gehören also dem kommenden Kabinett sechs Vertreter der Radikalen Partei, drei Vertreter der Katholischen Volksaktion (Leda), zwei Vertreter der Agrarier, ein Vertreter der Liberaldemokraten und ein Unabhängiger an. hieraus ergibt sich, dah man es mit einer Koalitionsregierung zu tun hat, die alle ftaafser- haltenden und au f b au w i ll i gen r e - publikanischenGruppen umfaht. Der Ideologie nach kann sie als a n t i m a r x i st i s ch angesprochen werden. Das neue Kabinett hat infolge des Eintrittes der Katholischen Volkaktion in die Regierung eine entscheidende Mehrheit im Landtag hinter sich. Die neue Regierung ist entschlossen, den Grundsatz der Staat sautorität mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten und dem Zustand der Unsicherheit und dem revolutionären Zustand in Spanien sowie den Uebergriffen des Separatismus ein Ende zu bereiten. . , Bemerkenswert ist, dah diese Ministerliste acht Mitglieder der zurückgetretenen Regierung enthält, darunter Samper, den von allen Seiten immer wieder sehr stark angegriffenen Präsidenten des zurückgetretenen Kabinetts. Die amtliche Bestätigung sowie die Besetzung des Postens des K r i e g s m i n i st e r s, den wahrscheinlich ebenfalls Lerroux übernehmen wird, erfolgt erst am Donnerstagmittag. Als die spanischen Cortes am 1. Oktober zu der kritischen Sitzung in Madrid zusammentraten, da konnten die Tribünenbesucher, die sich das aufregende parlamentarische Schauspiel einer Kabmettskrste nickt entgehen lassen wollten, eine aufschlußreiche Beobachtung machen: Zum erstenmal in der ®e- ffhichte der spanischen Volksvertretung hatte man die traditionelle Sitzanordnung der Parteien auf- aeboben und die Abgeordneten im Saale so verteilt, daß die gefährlichsten und radaulustigsten Gegner rnick am weitesten voneinander entfernt saßen. Diese Beobachtung ist bezeichnend für die Linie der ««ne Beova^n» k'tit fcit w und Tag Panih^i Neaierunqen eingehalten wird. Diese Takttk, von den Regierungen n s 8 tz e b e s ch w i ch - Y'ÄKS'ä Ö teilten Äobindbme4[el und zugleich das vierte Kabinett Le rr 0 ux, denn auch Ministerpräsident Samper galt von vornherein nur als Stellvertreter des Parteiführers der Radikalen in der Regierung. Wer mit den Gepflogenheiten anderer parlamentarischer Demokratien vertraut ist, fragt sich verwundert nach dem Sinn einer solchen Regierungsmethode. Tatsächlich ist es nicht nur taktische Vorsicht und Gewandtheit, die Herrn Lerroux so langsam Schritt für Schritt vorwärts gehen läßt, sondern es ist auch einStück spanischen Volkscharakters, ein Teil jener verhängnisvollen Re- signatton, die nun schon seit Hunderten von Jahren fast ununterbrochen über dem Volke lastet und es von jeder befreienden Tat ausschließt. Spanien war einst ein Weltreich, dessen Macht und Stärke kein anderer Staat auf dieser Erde aleich kam. Aber ebenso schnell wie dieses gewaltige Imperium mit seinem überreichen Kolonialbesitz entstand, ebenso schnell und unerwartet zerfiel es wieder. Ein plötzlich aufflammender, beispielloser Heroismus, der sich die halbe Welt unterwarf, verwandelte sich ebenso plötzlich in die Trägheit eines ewig untätigen Daseins. Im Schatten Don Quichottes stand Sancho Pansa. So wie sich aus der von den heißen Strahlen der Sonne ausgedörrten, vegetationslosen Landschaft plötzlich der gewaltige Gebirgszug der Sierra Nevada mit seinen von ewigem Eis und Schnee bedeckten Gipfeln in den Himmel erhebt, so ragt auch aus der unfruchtbaren Ebene der spanischen Geschichte nur das 16. Jahrhundert einsam und groß als Höhepunkt des staatlichen Lebens heraus. Seitdem haben die plötzlich ausbrechenden Leidenschaften des Spaniers ein großes Ziel nicht mehr erreichen können, heute erschöpfen sie sich in einem Kleinkrieg gegen die staatliche Autorität, und ihre negativen Vorzeichen werden von fremden Mächten ausgenutzt. Auch dem spanischen Königtum fehlte die überragende Persönlichkeit und die entscheidende Tat, denn Primo de Riveras Diktatur war nicht mehr als ein retardierendes Moment, das die allgemeine Entwicklung kaum aufhalten konnte. Aber heute ist der große Mann, der die Geschicke des Vaterlandes in seine starken Hände nehmen könnte, noch weniger sichtbar. Auch der Führer der Katholischen Volksaktion, Gil Nobles, auf den viele ihre Hoffnung gesetzt haben, droht augenscheinlich der Gefahr der Verantwortungsscheu zu unterliegen. In ihm sehen viele Spanier, die ihrem Lande endlich die innere Ruhe und eine starke Staatsgewalt wiedergeben wollen, den kommenden Ministerpräsidenten. Spanien schläft einen unruhigen Schlaf. Wird es zur rechten Zeit erwachen, um aus der Wüste der staatlichen Zerrüttung zu fliehen? Um den Zusammenschluß der Mitte in Frankreich. Oaladiers Appell an die Republikaner. Paris, 4. Oft. (DNB.-Funkspruch.) Der frühere Ministerpräsident D a l a d i e r veröffentlicht in dem in Marseille erscheinenden „Petit Proven^al" einen Artikel, der die innerpolitische Lage grell beleuchtet. Daladier schreibt u. a.: „Die Kantonalwahlen stehen vor der Tür. Die Tribünen der gemeinsamen Front, auf der S 0 zialiften und Kommuni st en miteinander ausgesöhnt die Lehre vom Klassenkampf und der Diktatur des Proletariats verteidigen, hallen von Schritten gegen die Radikalsozialisten wieder. In Paris verfügt der Faschistische Block über wenigstens 30000 bewaffnete Mitglieder, die sich auf den Bürgerkrieg vorbereiten, obwohl sie behaupten, daß sie einzig und allein bezwecken, Frankreich vor der kommenden Revolution zu schützen. Inzwischen verschärft sich die Wirtschaftskrise. Der Winter verspricht gefährlich zu werden. Wäre nicht die Zeit gekommen, an den Zusammenschluß der Republikaner zu denken, die die demokratischen Freiheiten erhalten möchten und eine tiefgreifende Reform der Wirtschaftsbedinqungen sowie den inneren und äußeren Frieden wünschen? Das aber wird nicht möglich sein, solange die heftigen Angriffe gegen die Radikalsozialistische Par- t e i fortgesetzt werden. In 18 Monaten sind vier radikalsozialistische Regierungen unter dem Kreuzfeuer der Sozialisten und Reaktionäre gefallen. Diese wiederholten Regierungskrisen in einer Zeit ernster Wirtschaftsschwierigkeiten haben stark dazu beigetragen, eine vorfa- s ch i st i s ch e Atmosphäre zu schaffen. Die Ra- dikalsozialisten kennen die gemeinsame Front, jedoch nicht ihr Aktionsprogramm. Die Unterstützung der Arbeiterklasse, so nötig sie auch sein mag, kann nicht genügen. Die Republikanische Verteidigung verlangt auch die Mitwirkung aller Demokraten, selbst solcher, die weiter rechts stehen als wir." Der Vorsitzende des nationalen Frontkämpferverbandes ß e b e c q und das Vorstandsmitglied des Verbandes Abgeordneter G 0 y erklären sich im „Excelsior" mit Doumergues Staatsreformplänen grundsätzlich einverstanden, weil der Ministerpräsident die Lösung nicht in der Umwälzung, sondern in einer langsamen Entwicklung suche. Auch die Frontkämpfer zögen die Evolution einer Revolution vor. Es sei aber höchst bedauerlich, daß der Ministerpräsident dabei den Unterbau für sein Werk vollkommen vergesse: die Wahlreform. Unmöglich könne man das Parlament zur Achtung des Wohles der Allgemeinheit und zur Zurückstellung von Sonderinteressen veranlassen, wenn das gegenwärtige Wahlsystem beibehalten werde. Die Frontkämpfer forderten die s ch l e u n i a e Einführung d e s Verhältniswahlsystems. HatBarthou dieHoffuuug auf -en Ostpakt noch nicht ausgegeben? Frankreich sucht angeblich erneut Fühlungnahme mit Berlin und Warschau. London, 4. Oft. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt: Der französische Außenminister Barthou hat beschlossen, die Besprechungen mit verdeutschen und der polnischen Regierung über den osteuropäi- schen Sicherheitspakt wieder aufzunehmen. In Paris find die Antworten Deutschlands und Polens sorgfältig geprüft worden. Die Schlußfolgerung war, daß sie die Möglichkeit einer Verständigung nicht völlig ausschließen. In Erwartung des Ergebnisses dieser Besprechungen wird kein weiterer Schritt zu einer engeren Vereinbarung Sowjetrußlands mit Frankreich getan werden. Barthou weiß genau, daß jeder Schritt in dieser Richtung Polen unvermeidlich noch mehr in die Arme Deutschlands treiben würde und vielleicht zu einer Kündigung des französisch- polnischen Bündnisses führen könnte. Gleichzeitig sieht man, ein, daß Polen nicht bereit sei, an einem Pakt teilzunehmen, dem Deutschland fernbleibt. Polen ist sehr zufrieden mit der Ernte, die es jetzt aus der neuen Verständigung mit Deutschland gewinnt und wird nichts tun, um diese Vereinbarung zu stören. Die Politik Frankreichs in Osteuropa wird daher gegenwärtig darauf gerichtet sein, bessere Beziehungen mit seinem alten Freund Polen und infolgedessen auch mit Deutschland herzustellen. Die Aussichten auf Erfolg sind nicht besonders glänzend. Aber die so erzielte Atempause wird Barthou mindestens ermöglichen, die Zudringlichkeiten Sowjetrußlands abzuwehren. Don der Romreise Barthous erwartet das Blatt keine Verständigung über das Problem der österreichischen Unabhängigkeit. Im besten Falle werde Barthou eine Besserung d e r Beziehungen zwischen Italien und Süd - s l a w i e n erreichen. Hierbei werde ihm zustatten kommen, daß in Paris und Rom die Ueberzeugung herrsche, daß die südslawische Feindschaft gegen Italien nicht das Ergebnis eines neuen und engeren Einvernehmens zwischen Südslawien und Deutschland sei. Aber trotzdem werde Mussolini sich kaum zu gemeinsamem Vorgehen mit der Kleinen Entente oder zu einer Unterordnung seiner Beschlüsse unter den langsamen Apparates des Völkerbundes bereit finden. Eine polnische Stimme. Warschau, 4. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Gazeta Warszawska" schreibt über die österreichische Frage, ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung, insbesondere die Jugend, spreche sich entschieden für Eitler aus. Daher besitze die Politik des Dritten Reiches an der Donau eine wichtige Unterstützung sowohl in der Gedankenwelt der Oeffentlichkeit, wie in den großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in denen sich Oesterreich befinde. Das einzige Hindernis für denAnfchluß fei im wesentlichen d e r Widerspruch der Großmächte, die ein Wachsen der deutschen Macht fürchten. Wenn dieser Umstand nicht wäre, so wäre die österreichische Frage schon lange g e l ö st und Oesterreich würde sich in den Grenzen des Reiches befinden: fo aber werde als Folge der HaltungJtaliens und Frank- re i ch s die österreichische Frage noch lange d 1 e Quelle der Beunruhigung und Ueber- raschungen sein, die mittelbar auch Polen berühren müssen. Das Winterhilfswerk. Das Winlerhilfswerk des deutschen Volkes wird am 9. Oktober durch den Führer eröffnet. Erft an diesem Tage beginnen die Sammlungen für das Winterhitfswerk. Die Sammlungen der landwirtschaftlichen Spenden für das Winterhilfswerk werden diesmal durch die Orguisation des Reichsnährstandes unter der Leitung der Landesbauernführer vorgenommen. Spenden, die zu anderen Sammlungen vor dem 9. Oktober gegeben werden, kommen also dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes nicht zugute. Das Rezept der „Times". Das beste Mittel gegen das Wettrüsten heißt selber rüsten. London, 4. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Times" schreibt, niemals sei d i e öffentliche Meinung der Welt so nachdrücklich für Beseitigung des Krieges gewesen wie gegenwärtig. Aber die Regierungen aller Länder zeigten die entgegengesetzte Neigung Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß die Hauptursachen des Aufsteigens der Rüstungskurse die japanische Politik im Fernen Osten und das vorsätzliche Aufrüsten Deutschlands unter dern Hitlerregime sind. (!) Die weiteren Ausführungen der „Times", die den Rüstungen der einzelnen Länder gewidmet sind, beziehen sich auf allgemein bekannte Tatsachen, wie den Bau des französischen Festungsgürtels, die letzte Verordnung des polnischen Präsidenten über Mobilmachung der Zivilbevölkerung, die bekannte Verfügung Mussolinis betreffend Beginn Tier militärischen Erziehung im neunten Lebensjahr, die Rüstungen der S 0 w j e t st a a t e n usw. Am ausführlichsten berichtet „Times" über Deutschland und läßt dabei wieder einmal den üblichen Phantasien über Aufrüstung usw. freien Lauf. Das Blatt kommt zu dem Schluß: Ein Fieber des Militarismus, das an Wahnsinn grenzt, fegt über Europa hinweg. Unter diesen Umstanden ist es offenbar verfrüht, Pläne für einen Weltstaatenbund auszuarbeiten oder die Bildung einer internationalen Polizeimacht vorzuschlagen. Das beste was geschehen kann, ist, auf der negativen Seite, die Verteidigungsmittel Englands gut instand zu halten und auf der positiven Seite eine Politik der Versöhnung und Gerechtigkeit zu betreiben und in Wort und Tat den Abschluß regionaler Verträge nach dem Locarno-Muster für gemeinsames Auftreten gegen einen Angreifer hochzuhalten. Auf diese Weise wird allmählich ein allgemeines Sicherheitssystem aufgebaut werden. Farbige Truppen werden nach Frankreich verlegt. Paris, 3. Okt. (DNB.) Im Zusammenhang mit dem durch den Geburtenrückgang während der Kriegsjahre eingetretenen Rekrutierungsausfall während der kommenden fünf Jahre hat der französische Generalstab im Einvernehmen mit der Regierung beschlossen, farbige Truppen aus Marokko nach Frankreich zu verlegen, um die hier entstehende Lücke auszufüllen. Das- 14. und 15. algerische Schützenregiment werden auf Chateauroux, Angers, Chatelleraült (sämtlich südlich und westlich von Orleans), Perigueux, Bergerac (östlich von Bordeaux) verlegt werden, während das 8. marokkanische Schützenregiment in Agen, Marmande und Auch (südöstlich und südlich von Bordeaux) untergebracht werden soll. Außerdem ist beabsichtigt, das 41. Ko- lonial-Maschinengewehrregiment, das bisher in Fontenay in Garnison lag, nach Toni (Lothringen) zu versetzen, um die erste französische Linie im Osten zu verstärken. In Chälons (Champagne) soll in den nächsten Tagen des 8. Zuavenregi- ment zusammengestellt werden, das zum größten Teil aus motorisierten Streitkräften bestehen wird. Titulescu beharrt auf die Unantastbarkeit der Verträge. London, 4. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der nach Montreux entsandte Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" meldet, Titulescu werde Donnerstag oder Freitag von Montreux nach Bukarest abreisen. Der wahre Grund seines Rücktrittes sei sein W i - derstand gegen jede Vertragsrevi- s i 0 n. Er betrachte, ebenso wie viele andere Staatsmänner, die Erklärung des polnischen Außenministers Beck über das Minderheitenproblem als einen Vorstoß in der Frage einer etwaigen Revision der Friedensverträge. Die Aufrechterhaltung dieser Verträge sei sein Programm und wenn er bei dieser Politik keine Unterstützung finde, werde er nicht länger rumänischer Außenminister bleiben. 13 Todesopfer des Eisenbahnunglücks bei Krakau. Die Liste der Todesopfer der Eisen- bahnkatastrophe in Krzeszowice bei Krakau hat sich auf 13 erhöht, da noch drei Schwerverletzte im Krankenhaus geftorben sind. Die Gesamtzahl der Schwer- und Leichtverletzten beträgt 56. Als Schuldige an der Katastrophe wurden der Fahrdienstleiter der Station Krzeszowice und ein Blockwärter verhaftet; der Untersuchungsausschuß hat feftgeftellt, daß der Schnellzug Wien—Warschau auf dem Streckenabschnitt gelassen wurde, ohne das die Strecke als frei zurückgemeldet worden war. Deutschland wünscht die Wiederaufrichtung eines normalen Welthandels. Staatssekretär Funk begrüßt den Internationalen Hotelierkongreß in Berlin. DNB. Berlin, 3. Okt. In den festlich mit den Farben des Dritten Reiches und den Fahnen sämtlicher Kulturstaaten der Erde geschmückten Reichs- tagssaal bei Kroll wurde am Mittwoch der Internationale Hotelierkongreß eröffnet. Dem Festakt war eine feierliche Kranzniederlegung am Ehrenmal vorausgegangen. Der Präsident des Hotelbesitzervereins, Burkard - Spillmann (Luzern), wies auf die internationale Krise im Hotelgewerbe hin. Der Fremdenverkehr, der den Staaten zahlreiche Einnahmequellen erschließe, müsse unter staatlichen Schutz gestellt werden. Im Gastland Deutschland seien diese Fragen bereits energisch in Angriff genommen worden. Anschließend übermittelte Staatssekretär Funk die besten Wünsche der Reichsregierung und insbesondere des für das Fremdenverkehrswesen zuständigen Reichsministers Dr. Goebbels. Der Staatssekretär führte dann u. a. weiter aus: Wir heißen Sie, meine Herren Hotelbesitzer aus allen Ländern der Welt, herzlich willkommen und sind überzeugt, daß Ihnen der Aufenthalt in unserem deutschen Vaterlande die besten Eindrücke vermitteln wird, so daß Sie als Freunde des neuen Deutschlands in Ihre Heimatländer zurück- kehrsn werden und dort berichten können, wie das junge Deutschland in einer neuen herrlichen Volksgemeinschaft sich bemüht, Staat, Kultur und Wirtschaft neu aufzubauen und mit neuem Leben zu erfüllen. Sie werden bei Ihrem Aufenthalt in Deutschland erkennen, daß alles ganz anders ist, als es in einer feindseligen Einstellung zur nationalsozialistischen Staatsform und Weltanschauung im Auslande dargestellt wird. Dabei sind Sie besonders berufen, die Wahrheit über Deutschland zu verkünden, denn das Hotelgewerbe ist auf gute Beziehungen der Völker untereinander im besonderen Maße angewiesen. Wir heißen jeden Ausländer, der nach Deutschland kommt, herzlich willkommen, weil wir keinen Zweifel haben, daß er zu einem Propagandisten für uns wird, wenn er die Dinge in Deutschland objektiv und neutral beobachtet und der Wahrheit die Ehre gi bt. Die wirtschaftliche Zerrüttung, in die die Welt verfallen ist, wird von Ihrem Gewerbe be- onders schwer empfunden. Das Hotelgewerbe ist tark konjunkturempfindlich und ein einer Barometer der Wirtschaftslage. Die deutsche Regierung bemüht sich mit allen Kräften, zur Beseitigung der schweren Wirtschaftsnöte der Welt das ihrige beizutragen, denn Deutschland hat kein Interesse d.aran, wenn sich der Welthandel auf einer Einbahnstraße bewegt, auf der man nur nehmen und nicht geben will. Diese Straße muß schließlich in einer Sackgasse enden. Die Wiederaufrichtung eines normalen Handelsverkehrs in der Well liegt durchaus auch im deutschen Interesse, und wir werden nichts unversucht lassen, um die zur Zeit bestehenden Schwierigkeiten zu beseitigen. Dies wird aber nur möglich sein, wenn man sich zu einer Generalbereinigung entschließt und die maßgebenden Wirtschaftsländer der Welt sich auf einen Plan einigen, der einen gesunden Ausgleich zwischen Rohstoff- und Industrieländern herbeiführt, und wenn die Regierungen von Geld- und Währungsexperimenten absehen, die keine Lösung bringen können und schließlich immer nur zu neuen Kapitalverlusten und neuen Erschwerungen des Weltverkehrs führen müssen. Der deutsche Reichsbankpräsident und Wirtschaftsminister Dr. Schacht hat immer wieder erklärt, daß Deutschland solche Experimente nicht mitmachen kann und wird. Andererseits wird Deutschland unter dem Druck dieser verfehlten Wirtschasts- methoden gezwungen, aus der Devisennot eine R o h st o f f t u g e n d zu machen, d. h. synthetische Rohstoffe zu erzeugen, was eines Tages vielleicht einmal die Rohstoffländer vor eine völlig neue, für sie keineswegs erfreuliche Situation stellen könnte. Besser wäre es schon, man kehrte wieder zur Natur zurück und gebe Deutschland für gute Ware gutes Geld, damit es kaufen und verkaufen kann, um auf diese Weise wieder wirtschaftlich stark und unabhängig zu werden. Aber so oder so, dieses Ziel wird die nationalsozialistische Regierung a u f jeden Fall erreichen. Auch im Fremdenverkehr vertreten wir unbeschadet des Primats der nationalen Pflichten und Belange grundsätzlich - durchaus den Standpunkt der Freizügigkeit und bedauern es selbst sehr, daß zur Zeit für Deutschland auf diesem Gebiete so große Schwierigkeiten bestehen. Die Deutschen sind immer ein reisefreudiges Volk gewesen, das Ausland verdankt dem Deutschen hinsichtlich der Entdeckung landschaftlicher Schönheiten und historischer Sehenswürdigkeiten außerordentlich viel, denn die Deutschen sind in dieser Hinsicht die besten Propagandisten auch für den Fremdenverkehr des Auslandes gewesen. Wir sehen als ein gutes Zeichen an, daß das internationale Hotelgewerbe mit dieser Tagung eine anerkennenswerte Solidarität und den Mut zur Objektivität bekundete und wünschen sehr, daß dieser Geist auch auf andere Wirtschaftszweige und auf die Regierungen der Staaten übergreifen möge. In diesem Sinne wünscht die deutsche Reichsregie- rung Ihrer Tagung einen vollen Erfolg. Nach kurzen Begrüßungsansprachen weiterer Ehrengäste sprach noch der Führer des deutschen Gaststättengewerbes in der Gruppe Handel der Gesamtorganisation der deutschen Wirtschaft, Fritz Dressen (Bad Godesberg), ferner die Ehrenmitglieder und ehemaligen Präsidenten des Vereins, Francis T o w l e (London) und Nils T r u i s- s o n (Stockholm). Dann hielt Reichsfachgruppenleiter des Reherbergungs- gewerbes im Reichseinheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes, Friß Gabler- Heidelberg, einen Vortrag über Fremdenverkehrspolitik und Beherbergungsgewerbe im neuen Deutschland. Er führte u. a. aus, daß es sich bei der Fremdenverkehrsfrage vor allem um dreierlei handele: Einmal um die Ausschaltung des zweckwidrigen Nebeneinanders im organischen Aufbau und um die Zusammenfassung aller Kräfte zum gleichgerichteten Handeln. Ferner werde eine vorbildliche deutsche Gastlichkeit angestrebt, die sich ohne Unterschied nach Klasse, Stand, Religion und Nation betätigt. Endlich sei es notwendig, aus der praktischen Erfahrung heraus zu handeln, wobei neben der Werbung vor allem dem Leistungswillen und der Wertung der Leistungsfähigkeit der gewerbsmäßigen Verkehrsträger sachkundige Fürsorge zu widmen sei. Die grundsätzliche Einstellung der NSDAP, erklärte Gabler an einem internen Erlaß des Gaues Baden, wonach jeder Nationalsozialist sich jedem Fremden gegenüber in hohem Maße zuvorkommend und hilfsbereit zeigen müsse: „Ein freundliches Verhalten der gesamten Bevölkerung gegenüber den Erholung suchenden Fremden im Sinne alter deutscher Gastfreundschaft gibt unserem Lande mit der Zeit eine größere Anziehungskraft, als es die ausgedehntes^ Propaganda vermag." Als Abschluß des heutigen Vormittags sprach Syndikus Dr. Bloemers-Köln über den Begriff der Jnternationalität, wie er vom IHV. verstanden und planmäßig vorgelebt wird. Am Nachmittag wurden die Tagungsteilnehmer im Rathaus bei einem Tee- Empfang von Oberbürgermeister Dr. Sahm begrüßt. Am Abend fand dieser erste Kongreßtag mit einer Festvorstellung in der Staatsoper „Der fliegende Holländer" und mit einem Empfang im Hotel Adlon seinen Abschluß. Die Teilnehmer haben an den Führer folgendes Telegramm gesandt: „Dem Führer und Kanzler des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler entbietet der zum Internationalen Hotelierkongreß im Reichstagssaal zu Berlin mit 6 0 0 Mitgliedern aus 23 Ländern tagende internationale Hotelbesitzerverein, Sitz Köln, ehrerbietigen Dank für die dem Verein seit 65 Jahren in Deutschland gewährten G a st r e ch t e. Der Kongreß folgk'aufmerksam den gewaltigen Bestrebungen Deutschlands zur Lösung seiner großen inneren Aufgaben und unterstützt lebhaft jeden gegenseitigen Fremdenverkehr, der außer seiner wirtschaftlichen Bedeutung das hohe Ziel der Völkerverständigung und des Friedens zu erreichen versucht. Gez. Präsident Burkhard-Spillmann, Luzern." „Wer hütet das Reich?" Wohin zieht der politische Kurs in Oesterreich unter dem Regime Echuschnigg-Starhemberg? Fragen an den Vundeskanzler. Berlin, 3. Okt. (DNB.) In der „Berliner Börsenzeitung" erscheint unter der Überschrift: „Wer hütetdas Reich?" ein Artikel, der eine grundlegende politische und kulturpolitische Aussprache mit dem heutigen Oe st erreich bringt. Der nicht genannte Verfasser stellt an die Spitze die von dem neuen Oesterreich zur Rechtfertigung seiner Politik vorgebrachten Thesen: 1. Das Oe st erreiche r- t u m sei der legitimierte Treuhänder der gesamtdeutschen Idee gegen die Verfälschung des Deutschtums im Dritten Reich. 2. Das neue Oesterreich habe als christlich-katholischer Staat seine besondere deutsche Kulturmission gegen die Welle des «christlichen kulturzerstörenden ,/braunen Bolschewismus". 3. Es sei Fortsetzer und Er- füller der alten O st m a r k m i s s i o n. 4. Das neue Oesterreich hüte denechtenReichsgedanken, die Idee des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und damit die letzte große Zukunft der Deutschen. Der Verfasser stellt fest, daß, vom Reich und von den Ideen des Nationalsozialismus aus gesehen, die Furcht vor gewaltsamer „Gleichschaltung" oder gar Annexion ein Phantom der Propaganda oder gar Unkenntnis sei. Wäre zur Zeit des Umschwungs im Reich oder später in Wien eine österreichische Regierung gewesen, die durch Wort und Tat die gesamt-deutsche Solidarität bewiesen und der geschichtlichen Größe des Augenblicks Verständnis entgegengebracht hätte, dann wäre das Auseinanderleben niemals möglich gewesen. „Dem gesamtdeutschen Denken widerstreitet es, dem neuen Oesterreich eine betont, ja ausschließlich katholische Aufgabe zuzuschreiben. Das Schicksal hat uns Deutschen unter allen Völkern in Glaubensdingen die Last der Spaltung auferlegt. Die Spaltung ist durch Jahrhunderte hindurch auch eine politische Spaltung gewesen. Wer gesamtdeutsch denkt, darf sie nicht aufs neue aus dem Religiösen ins Politische durchbrechen lassen, sonst wird das Bekenntnis zum Gesamtdeutschtum ein Lippenbekenntnis. Wir wissen nicht, ob Schuschnigg die Errichtung des neuen Oesterreich in den Formen eines Kirchen- st a a t e s ganz billigt. Wir wissen aber, daß sich vom politischen Katholizismus des Reiches zum neuen Oesterreich Fäden spinnen, die letzten Endes bei der Rhein- und Mainlinie und beim Verrat am gesamtdeutschen Gedanken enden müssen. Die Geschichte hat uns Deutschen 400 Jahre lang eingebläut, daß es auf konfessioneller Basis eine gesamtdeutsche Zukunft nicht gibt. Wenn das neue Oesterreich also betont, daß es gesamtdeutsch sei, daß es in der deutschen Zukunft noch eine-ent- scheidende Rolle zu spielen habe, und wenn es seinen Staat im Gegensatz zum Reich auf betont konfessionellem Boden errichtet, dann liegt hier ein unlösbarer Widerspruch vor. Auch den Anspruch einer besonderen Ostmark- Mission Oesterreichs im Donauraum, dem man ja nach dem Auditorium bald ein deutsches, bald ein europäisch-pazifistisches Gesicht gibt, weist der Verfasser das heutige Fehlen aller Voraussetzungen nach. Man wolle großösterreichische Mission treiben und doch Kleinösterreich bleiben, es sei denn, man steuere auf die R e st a u r a t i o n hin, und damit bekäme dieser Missionsgedanke eine aggressive Tendenz. Bleibe also nur die Mission im Auftrage der anderen, die man die „europäische" nennt, mit deren Hilfe diese anderen das Gesamtdeutschtum und sein Einigungswerk auseinander- s pr e n g e n können. Am widerspruchvollsten erscheine die Ideologie des Bundeskanzlers in der anspruchvollsten Formulierung, daß das heutige Oesterreich „Hüter des Reiches" sei. Als sich in Florenz Bundeskanzler Schuschnigg und Mussolini trafen, standen im Lichte ihrer stolzesten und letzten geschichtlichen Auffassung gesehen einander gegenüber der Vertreter des „Sacrum Imperium Romanum deutscher Nation" und der Vertreter des „Imperium Romanum Restituendum" (Heiliges römisches Reich deutscher Nation und Wiederherzustellendes römisches Weltreich. D. Red.) Wie rätselhaft erscheine in diesem Licht die österreichische Ideologie und die österreichische Jtalienpolitik! Wer den Anspruch des „Sacrum Imperium Romanum" im Ernst aufwirft, der verneint das Dritte Reich nicht nur, sondern bedroht es geistig,historisch und politisch. Denn ohne Zerfall der Dritten Reiches ist ein anderes nicht möglich. Scheint nicht das neue Oesterreich Monat um Monat in der Erwartung und in dem Wunsche gelebt zu haben, daß es zerfallen möge? Starhemberg,der auszuplaudern pflegt, was andere nur denken, hat es vor kurzem so formuliert: „Dieses neue Oesterreich ist und muß der Zufluchtsort und die Auffangstellung des echten Deutschtums, ja die Festung sein, von der die Gegenrevolution des Deutschtums gegen die Barbarei des Nordens ihren Ausgang nimmt." Diese Entwicklung könnte nur bei der Verleugnung der Geschichte und in der Preisgabe der gesamtdeutschen Solidarität enden. Liegt aber bei den Legitimisten nicht der Wunsch nahe, die „Krone Karls des Großen" auf dem Haupte eines Habsburgers glänzen zu sehen. Wir haben bis hierher unterstellt, daß wir es mit ernsthaften Gedanken zu tun haben. Als zweite Möglichkeit bliebe nur die Annahme daß wir es mit Bluff oder Tarnung einer planmäßig antideutschen Politik zu tun haben, einer Politik, die die gottgegebene Gemeinschaft aller Deutschen leugnet, die nicht Hüter und Mehrer, sondern Sprenger des „Reiches" wäre und nicht davor zurückschreckte, im Reich lieber das zersetzende Chaos als den einenden Nationalsozialismus herrschen zu sehen. Wir schaudern vor diesem Blick in den Abgrund brudermörderischer Zwietracht zurück. Wir vertrauen darauf, daß das deutsche Gewissen, dieser höchste Richter über Deutschland und Oesterreich, den Lärm des Mißtrauens, der Verkennung und Verleumdung übertönen wird, und daß wir diesen Kampf um und in Deutschösterreich in absehbarer Zeit als das beendet sehen können, was er im Lichte der gesamtdeutschen Geschichte ist: Die letzte Phase der deutschen Bruderkriege in Europa" Ich bin ein auslandsdeutscher Lehrer. Ein Mott zur Volksdeutschen Opserwoche. Von.... vom 1. bis 15. Oktober findet im ganzen Reich die Volksdeutsche Opferwoche statt, deren Erträgnisse den deutschen Schulen im Ausland zugute kommen. Die bedeutsam die Rolle der Schule im Leben und Denken der Ausländsdeutschen ist, beweist der nachstehende Aufsatz eines auslandsdeutschen Lehrers. Ich bin der dritte Sohn eines deutschen Bauern. Das Geschlecht sitzt nachweislich seit 4 50 Jahren a u f seiner Scholle, unnachweislich wohl seit 600 und mehr Jahren. Seit Generationen ist es bei uns Brauch, daß der dritte Sohn Pfarrer oder Lehrer wird. Es find immer mehr Kinder im Dorf, als der Boden Herren gebrauchen kann. Vier Jahre Dorfschule unter meinem Oheim, der Lehrer war. Vier Jahrgänge aufgeteilt in zwei Klassen. Die eine Klasse hatte Unterricht von 8 bis 11, die andere von 11 bis 1 Uhr. In den vorderen Bänken der niedrigere, in den hinteren Banken der höhere Jahrgang — damit die Großen die Klemen nicht verdecken. Alle zwei Tage eine Abwechslung — dann hält der Herr Pfarrer den Unterricht. Dafür sißt mein Oheim, der Lehrer im Pfarrhaus und macht Schreibarbeit. Sonntags muß er auch an der Orgel sitzen und den Kinderchor dirigieren. Das war damals so und ist heute nicht viel anders. Danach vier Jahre Gymnasium in der Stadt M. Wir Dorfkinder wohnten fast alle im „Alumnat", einem ehrwürdigen Schülerheim, das heute noch unverändert besteht. Das kann der Va- ter gerade noch bezahlen. Das Schulgeld wurde ihm erlassen, weil ich ein guter Schüler war. Jeden Freitag kam die Mutter auf den Markt und brachte das mit an Brot, Speck und Wurst, was die Alumnatsleitung einsparen mußte. So wurde der Freitag zum Festtag. In den Sommerferien — im Herbst gab es noch besondere Ernte- oder Weinleseferien — wenn die Stadtkinder „sich erholten", mußte ich daheim die bunte Schülermütze an den Nagel hängen und wieder Bauernbursch sein. Das tat nicht wohl. Aber ich weiß heute, daß ich nur durch Arbeit Bauer bleiben konnte, und daß ich Bauer sein muß, wenn ich auf dem Lande lehren will. Der Bauer, auch das Bauernkind, er* öffnet sich nur dem, der seinesgleichen ist und den Umgang versteht mit Acker und Gerät. Als die vier Jahre Gymnasium um waren, kam ich auf das Seminar nach H. Wir wohnten alle in der Anstalt, waren fast alle Bauernburschen, wurden, wenn wir in die Stadt gingen, etwas über die Schulter angesehen von den Gymnasiasten, die sich schon als halbe Studenten fühlten. Wir haben ihnen freilich nachgeeifert, Bänder und Mützen getragen, Kneipen veranstaltet und was so dazu gehört. Vier Jahre währte das Seminar. Da wird aus dem Bauernburschen der junge Lehrer gemacht. Der Unterricht war vernünftig und maßvoll, man hat uns nicht zu Intellektuellen gemacht und abgedrängt von unserer ersten Bestimmung, Bauer zu sein mit anderen Mitteln. Man hat uns freilich auch nicht gesagt: dies und das ist eure Aufgabe im Bereich des großen deutschen Volkstums, eure volkspolitische Aufgabe. Das war da- mals noch nicht modern. Die deutschen Stämme im Ausland lebten jeder für sich ihr Dasein. Aber unser Instinkt war größer, als die Unterlassung unserer Lehrmeister. Da wir Bauern waren, wußten wir schon, was es heißt, und daß es nottut, um die Scholle zu kämpfen und u m d i e deutsche Seele im K i n d e. So ist es ein wahres Glück, daß nach unserem alten Brauch Bauernsöhne Lehrer werden, denn sie wissen, das Feld zu bestellen. Ich war dann „Kandidat", Hilfslehrer, in einem kleinen Dorf neben einem hochbetagten Lehrer, der nur unwillig etwas aus der Hand gab, weil er gar so sehr an seiner Aufgabe hing. Ich tat, was ich im Seminar gelernt hatte und noch viel mehr das, was ich an meinem Oheim gesehen hatte. Zum wirklichen, selbständigen Unterrichten kam ich nicht, und das war gut — denn so war ich entbehrlich, als ein heißer Wunsch in Erfüllung ging: Ich durfte nach Deutschland fahren! Ein Stipendium hatte dies möglich gemacht. Als ich Abschied nahm vVn meinem alten Lehrer, ging ihm das Herz auf und die Erinnerungen entströmten ihm an eine Zeit, da er selber Deutschland erlebt hatte. Und was er sagte, klang wie ein erschütterndes Glaubensbekenntnis. Es waren wohl fünf Jahrzehnte vergangen feit diesem seinem Erlebnis. Aber er trug es wie ein Heiligtum wohl behütet durch sein Leben und erfüllt^ alt und gebrechlich noch ein Gelöbnis, für Deutschland zu wirken in den Herzen deutscher Kinder. Für das große Deutschland aller Deutschen! Da wurde mir klar, was ich vorher nur ganz unbestimmt gefühlt hatte, und die winzige Scholle, der ich mein Leben weihen sollte, war Deutschland, mochte sie auch in weitester Ferne von ihm liegen. Ich habe Deutschland dann erlebt in seiner tiefsten Schmach und Erniedrigung, 1923/24. Ich war dabei, als in München eine Hoffnung zerbrach und doch das neue Reich geboren wurde. Ich lernte im Daumel der Enttäuschungen, der Aergernisse, der Verzweiflung eines ganzen Volkes, Land und Volk zu lieben, wie man eine Mutter lieben lernt, wenn sie krank und gebrechlich wurde. Es kam die Zeit der Versuchung: Hier bleiben, hier kämpfen, hier fällt die Entscheidung! Ich wurde in meiner Abwesenheit zum Lehrer gewählt eines der kleinsten und ärmsten Dörfer meiner Heimat, und ich rang mich durch in einer schlaflosen Nacht zu der Erkenntnis, daß es wichtiger sei, dort zu kämpfen, wo das Schicksal es von mir fordert; daß meine Urväter ausgezogen sind in ihre neue Heimat in Erfüllung einer deutschen Aufgabe und daß ich diese Aufgabe zu erfüllen hätte — für die deutsche Nation. Ich bin nun Lehrer in diesem kleinen Dorf, seit zehn Jahren. Es ist ein kärgliches Leben und manch reichsdeutscher Kollege würde es ablehnen, fein Leben so zu fristen, daß er der Reihe nach immer bei einem anderen Bauern sein Mittagbrot ißt, weil die Gemeinde ihn nicht bezahlen kann. Aber es ist in dieser kleinen Gemeinde nicht nur die Existenz der Schule wirtschaftliche gefährdet; wir liegen an der Sprachgrenze; drei Kilometer weit liegt die schöne neue Staatsschule, die den Kindern schöne, helle Räume, Spiel- und Turngerät, auch Kleidung und ein warmes Mittagessen bietet, wenn sie nur ihre Muttersprache ersetzen durch eine andere. Aus unserem Dorf geht nur ein Kind in diese Schule; das Kind des Kesselzigeuners. Kein deutsches Kind hat unsere Schule verlassen. Kein deutsches Kind ist im Orte, kein schulentlassener Bursche, kein Jungmädel, kein Knecht, feine Magd, fein Bauer, feine Bäuerin, die nicht Liebe im Herzen trüge zur Scholle, die uns anvertraut ist, zum Stamm, dem wir entsprossen sind, zum großen deutschen Volfe, als dessen Glieder wir uns fühlen, zu seinem Führer, den wir inbrünstig verehren, an den wir glauben, wie Menschen nur glauben fönnen. Wenn mir nichts weiteres beschieden ist in meinem Dasein, fein Wir- fungsfreis mit weiterem Ausmaß — so will ich doch zufrieden sein in der Gewißheit, daß ich meine Pflicht tat und erfüllen darf für dich — mein deutsches Volf! Verlängerung landwirtschaftlicher Zinserleichterungen. Durch eine frühere Notverordnung war mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 für eine Periode von zwei Jahren eine Herabsetzung b e r Zinsbela . ft u ti g bei Realkrediten für den landwirtschaftlichen Kreditnehmer u m 2 v. H. vorgenommen worden. Eine entsprechende Regelung wurde f ü r den Auslandkredit für die Zeit vom 1. April 1933 bis zum 30. September 1934 getroffen. Durch ein soeben verkündetes Gesetz wird die Herabsetzung der Zinsen u m 2 o. H. für den landwirtschaftlichen Kreditnehmer, jedoch nicht unter einerZins- höhe von 4 v. H. bis zum 30. September 1935 verlängert. Eine entsprechende Regelung gilt auch für den Auslandkredit. Die neuen Bestimmungen bedeuten für den Bauern, daß die bisherigen Zins- senkungen weiter für ihn Gültigkeit haben werden. Es tritt jedoch insofern eine Aenderung ein, als die Zinsen gesenkt werden, ohne daß der Be- trag, um den sie gesenkt werden, dem Kapital z u g e s ch l a g e n wird. Es entstehen also nicht mehr wie bisher durch die Zinssenkung Zusatzforderungen und Zusatzhypotheken. Die Reichshilfe zur Deckung ihrer Ausfälle wird von jetzt ab den Kreditinstituten gewährt, ohne daß es darauf ankommt, in welchem Verhältnis der Betrag der zinsgesenkten Grundpfandrechte zum Gesamtbestand an Grundpfandrechten steht. Der Reichsfinanzminister wird ermüd)- tigt, im Jahre 1938 fällige Schatzanweisungen in Höhe des Betrages der Reichshilfe auszugeben. Für die zinsgesenkten Forderungen gilt die gesetzliche Stundung mit der Bestimmung, daß der Gläubiger die Rückzahlung nicht vor dem 1. April 1936 Der- langen kann. Für die landwirtschaftlichen Auslandkredite tritt eine entsprechende Regelung in Kraft. Inhaber landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder gärtnerischer Betriebe, die sich lediglich die Dor» teile der Zinssenkung für den Realkredit über den 30. September 1935 hinaus erhalten wollen, haben die Möglichkeit, die Eröffnung des Entschuldungsverfahrens nach dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 in der Zeit vom 1. August bis 15. September 1935 zu beantragen. Das Verfahren darf jedoch in diesen Fällen nicht vor dem 1. Oktober 1935 eröffnet werden. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen treten mit dem 1. Oktober in Kraft. Neuordnung der evangelischen Landeskirche Württembergs. Berlin, 3. Okt. (DRB.) Durch K i r ch e n g e - f e tz vom 28. September hat das Geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche einige Organe der Landeskirche Württemberg u m g e b i l - d e t, wie dies auch bei den Eingliederungen der übrigen Landeskirchen erfolgte. Der Landeskirchentag wird umgebildet in die Landessynode, die aus dem Landesbischof als Präsidenten, 18 Mitgliedern und einem Vertre- tre der theologischen Fakultät der Universität Tübingen besteht. 12 Mitglieder der Landessynode werden vom Landesbischof aus den bisherigen Mitgliedern des Landeskirchen- t a g e s berufen. Für die Berufung wird die Zusammensetzung des bisherigen Landeskirchentages nach deren Wahl von 23. Juli 1933 zugrunde gelegt. Sechs weitere Mitglieder werden vom Landesbischof ernannt. Die Hälfte der Mitglieder müssen Laien sein. Rach Bildung der Landessynode gilt der bisherige Landeskirchentaq als aufgelöst. Der Landeskirchenausschuß besteht in Zukunft aus dem Landesbischof und zwei Mitgliedern, von denen eins vom Landesbischof ernannt, das andere von der Landessynode aus ihrer Mitte gewählt wird. Der Landesbischof ernennt weiter die Mitglieder des kirchlichen Disziplinargerichtes, den Vorsitzenden, zwei Mitglieder aus der kirchlichen Verwaltung, zwei Mitglieder aus der Landessynode und zwei Mitglieder, die ein kirchliches Hauptamt bekleiden müssen. Die Befugnisse des Landesbischofs übernimmt bis auf weiteres der von der Deutschen Evangelischen Kirche bestellte geistliche Kommissar. Die Verfassung der evangelischen Landeskirche Württemberg ist nunmehr der Verfassung der übrigen Landeskirchen innerhalb der Deutschen Evangelischen Kirche angeglichen. ♦ In Ergänzung der Meldung über die Notwendigkeit der Einsetzung eines Kommissars für die württembergische Landeskirche teilt die kirchenamtliche Presse st elle mit: Nunmehr liegt der Bericht vor, den die bisherigen Beamten der landeskirchlichen Kassenverwaltung über die kassenmäßigen Vorgänge bei der Evangelischen Landeskirche Württemberg gegeben haben. Danach haben sich bereits im April d. I. der Landesbischof WurmundOber- kirchenrat Dr. Schauffler die alleinigen Vollmachten über Guthaben der Landeskirche in Höhe von 1 621 038 Mark übertragen lassen. Es heißt in dem Bericht: „Dieser Betrag ist in ungewöhnlicher Weise der ordentlichen Verwaltung durch den Kassenleiter entzogen worden. Ein derartiges Eingreifen dürfte in einer öffentlichen Verwaltung wohl einzig daltehen." So veranlaßte Oberkirchenrat Dr. Schauffler auch am 6. September, also nach vollzogener Eingliederung der Landeskirche in die Deutsche Evangelische Kirche, die Ueberweifung von insgesamt 230 000 Mark aus landeskirchlichen Mitteln an die Basler M i s sionsge s e l lschaft und an die sog. „Bekenntnissynode" in Barmen, zu Händen des Superintendenten i. R. K o ch (Oeynhausen). Ein Verwendungszweck ist nicht angegeben. Dbr Kassierer des württembergischen Oberkirchenrates machte schriftlich und mündlich Bedenken gegen die Ueberweisungen geltend. Seine Einwendungen wurden jedoch von Dr. Schauffler zurückgewiesen und die Ueberweifung angeordnet. Gleichzeitig erhielt die Registratur des Oberkirchenrates den Auftrag, den Einlaufsvermerk für das Schreiben des Kassierers, in dem dessen Bedenken geltend gemacht wurden, so zu löschen, daß er nicht mehr sichtbar lei. Aeichsbifchos Müller spricht in Stuttgart. Stuttgart, 3. Okt. Reichsbischof Müller sprach in Stuttgart in einer großen Bersammlung au der Bevölkerung der Landeshauptstadt. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. auch Reichsstatthalter Murr und Ministerpräsident M e r - genthaler und den kommissarischen Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Württembergs, Eberhard Krauß. Ausgehend vom Erlebnis des Frontkämpfers zeichnete der Reichsbischof das Wachsen und Werden des neuen Volksbewußtfeins, das in der nationalsozialistischen Bewegung und zuletzt im nationalsozialistischen Staat seinen Ausdruck gefunden hat. Er kam dann auf jenes große Erlebnis zu sprechen, das ihm durch die Bekanntschaft mit dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde. Solange er lebe und arbeite, bleibe er dem Führer treu bis zum Letzten. In der Kampfzeit habe die nationalsozialistische Bewegung im Kamp > gegen Marxismus und Bolschewismus das Werk der Deutschen Evangelischen Kirche getan. Deshalb bedauere er, daß Pastoren aus dieser Kirche den '2öeg zu Adolf Hitler immer noch nicht gefunden hätten. Wenn die evangelische Kirche an dieser ■ Volksbewegung vorbeigehe, oder wenn diese Dolks- I bewegung an der evangelischen Kirche vorbeigehe, dann sei es mit ihr und damit mit der evangelischen Kirche aus. Deshalb sei es notwendig geworden, !das nationalsozialistische Erlebnis in die Kirche hineinzutragen. Unsere 'Pastoren dürfen nicht über dem Volke stehen und : oon den Kanzeln auf das Volk herabreden, sondern ! sollen mitten im Volke stehen. Kein einziger Pfar- irer ist in Deutschland brotlos geworden, und kein «einziger Pfarrer ist je gehindert worden, das «Evangelium zu verkünden. Das Innenleben der Deutschen Evangelischen Kirche müsse ganz au «Christum gegründet sein. Mit dem Rufe: „Christus jfür die Kirche, die Kirche für Christus!" schloß Meichsbischof Müller seine Rede. Grußielegramm des Gustav-Adolf- BereinS an den Führer. Königsberg i. Pr., 3. Okt. (DNB.) Die '78. Hauptversammlung des Gustao-Adolf-Vereins «richtete an den Führer und Reichskanz- Uer folgendes Telegramm: „Zur Hauptversammlung in Königsberg vereint entbietet das Gustav-Adolf-Werk aller deutschen evangelischen Kirchen innerhalb und außerhalb der Grenzen des Reiches dem Führer unseres Volkes und Haupt unseres Reiches ehrerbietigen Gruß Wir geloben unentwegte Gefolg- chaft in der Erfüllung der uns durch mehr als ein Jahrhundert anvertrauten Aufgabe, für die Glaubensgenossen in derZerstreu- ung, besonders für die bedrängten evangelischen Volksgenossen in aller Welt, Fürsorge zu üben als Werkzeug des gesamten deutschen Protestantismus. Wir erbitten des Führers Schutz und Förderung für unsere Arbeit. Eröffnung des Deutschen Vibel- tages in Salle. H a l l e a. d. S., 3. Okt. (DNB.) In Halle wurde durch eine eindrucksvolle Kundgebung der Deutsche Bibeltag 1934 eröffnet. Bischof Peter (Magdeburg), dem oon der Reichskirchenregierung das Protektorat über die Deutschen Bibelfeiern übertragen wurde, wies darauf hin, daß die Lutherbibel sich durch die Jahrhunderte als ein deutsches Buch erwiesen habe, von dem die gesamte deutsche Kultur beeinflußt worden sei. Das sei auch kein Wunder, denn in der Bibel werde eine Sprache gesprochen, die nicht zuletzt vom gemeinen Mann verstanden werden könne. Luthers Sprache habe die Möglichkeit einer Verständigung von Ost nach West und von Süden nach Norden über alle Grenzen und Unterschiede der Mundarten hinweg geschaffen. Das Bibeljubiläum habe es weiter mit dem religiösen Gehalt der Bibel zu tun. Im deutschen Volk sei eine starke Sehnsucht nach Offenbarung und Gott lebendig. Deshalb entspreche es einer inneren Notwendigkeit, wenn gerade die Besten dieses Volkes ihr Leben auf die Bibel gründeten. Allen Verdrehungen und Entstellungen zum Trotz werde man die Bibel in der evangelischen Kirche nicht fahren lassen, sondern sich immer mutig und fest zu ihr bekennen. Der Bibeltag solle nicht im Verborgenen oder im Winkel, sondern vor aller Welt gefeiert werden. „Wir wollen es der ganzen Welt zeigen", so erklärte der Bischof", daß wir im Dritten Reich einen Bibeltag erleben, der das Wort Gottes zu seinem Panier macht!" Namens des Reichsbischofs erklärte er dann den Deutschen Bibeltag für eröffnet. Es folgten mehrere Grußworte, u. a. von Bergrat Abel, der als Bergmann, Hausvater und Grenzdeutscher oon den unvergänglichen Werten der Bibel sprach und nut den Worten schloß: „Wir schaffendes Volk in Mitteldeutschland streben hin zur Bibel!" Generalsuperintendent i. R. Professor D. Schöttler umriß die geschichtliche Bedeutung Halles als einer Werkstatt der deutschen Bibel. Professor D. Hans Schmidt, der Vorsitzende des theologischen Fakultätentages, zeigte an Beispielen die Meisterschaft lutherischer Sprachschöpfung. Der Vikar der Deutschen Evangelischen Kirche v. Enge l k e ging von der Kritik aus, die vielfach an der Bibel geübt wird. Man müsse durch die Nebelwand, die sich vielfach vor die Bibel gelegt habe, hindurchstoßen und von neuem erkennen, worin die unverlierbare Bedeutung dieses Buches der Bücher besteht. Christus spreche durch seine Person das Wort der Ordnung in alle menschlichen Verhältnisse der Unordnung und Krankheit hinein. An ihm müsse die Welt zur Erkenntnis ihrer Schuld kommen, an ihm werde sie aber auch zum Glau- I ben gelangen. Allen Ansprüchen gewachsen! Organisation und Aufgabe des Textileinzelhandels. Drei Tatsachen sind es, die gerade in diesen Tagen den Textileinzelhandel und damit auch die Textilindustrie in den Vordergrund des wirtschaftspolitischen Interesses rücken; die Königsberger Tagung des Reichsbundes des Textilyandels, die Verordnung der Reichsregierung über die Pflichtorganisation des Einzelhandels, die für den Textilhandel insofern von besonderer Bedeutung ist, weil der vor einem Jahr gebildete Reichsbund schon eine Vertretung dieses Wirtschaftszweiges auf Grund der neuen Ordnung darstellt, und die Rohstoffrage, die in Verbindung mit der Faser st osfverordnung der Reichsregierung in diesem Gewerbezweig von aus- chlaggebender Bedeutung wird. Bernhard Köhler, der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik in der Reichsleitung der NSDAP, hat in Königsberg laut „Textilzeitung" (Nr. 229) betont, daß die Gewerbefreiheit nicht in dem Willen bestehen darf, die Konkurrenz mit allen Mitteln zu beseitigen. Um das zu verhindern, mußte die Gewerbefreiheit eingeschränkt und besser geordnet werden, damit der Tüchtige auf sei ne m Platz ungehindert arbeiten kann. Deshalb wurden auch die Pflichtorganisationen gegründet, die weniger mit Markt ordnung als mit Sitten Ordnung zu tun haben. Die Partei denke nicht daran, den privaten Kapitalismus zu einem staatlichen Kapitalismus zu machen. Es ist sehr bemerkenswert, daß in Königsberg oon allen zuständigen Seiten betont wurde, daß im nächsten Frühjahr alle Ansprüche an Mode und Qualität für den Bedarf b e- r i e ö i g t werden können. Die Preispolitik der Re- sierung baut sich darauf auf, daß sich die Wirtschaft auf die Mengenkonjunktur stützt, nicht aber auf eine Preiskonjunktur. Gerade um die Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer einander auszugleichen, muß ein labiles Preisniveau vorhanden sein. Der Textileinzelhandel ist Brücke und Verbindung zu zahlreichen Berufsgruppen der Industrie und des gesamten geroerblidjen Lebens. Der Reichsbund des gesamten Textilemzelhandels umfaßt allein 14 Fachgruppen, die regional in 13 Landesgruppen untergeteilt find. Dadurch wird die für diesen Einzelhandelszweig außerordentlich bedeutsame Fach- arbeit, die sich natürlich nur auf Fachte n n t n i f f e aufbauen kann, für die Gesamtorganisation gesichert. Der Einzelhandel mit Textilien umfaßt nach einer Aufstellung der „Textilzeitung" zur Zeit 90 945 Betriebe mit 311013 beschäftigten Personen. Rund 56 000 Geschäfte betreiben den Handel mit Web-, Wirk-, Strick-, Kurz- und Besatzwaren. An zweiter Stelle steht mit 9000 Betrieben der Einzelhandel mit Textilwaren aller Art. Hierbei handelt es sich allerdings um kaufhausähnliche Geschäfte, die im Durchschnitt zehn Personen beschäftigen. Mehr als 5000 Betriebe umfaßt der Handel mit Wäsche und Weißwaren, sowie der Handel mit Hüten, Handschuhen und Stöcken. Rund 4000 Betriebe führen Herren- kleidung, während Damenkleidung nur in 1700 Geschäften vertrieben wird. An letzter Stelle steht der Einzelhandel mit Kürschnerwaren. Gegenüber dem Jahre 1925 ist die Gesamtzahl der Betriebe um 1,8 v. H., die Zahl der beschäftigten Personen um 6,2 v. H. zurückgegangen. Im gesamten Einzelhandel ist demgegenüber sowohl in der Zahl der Betriebe als auch in der Zahl der beschäftigten Personen eine Steigerung zu verzeichnen. Die U m s a tz e n t w i ck l u n g des Textileinzelhandels ist deshalb besonders bemerkenswert, weil sie zum Teil andere Kurven zeigt als die des übrigen Einzelhandels. Der Rückgang des Textileinzel- handels setzt bereits im Jahre 1929 ein, in welchem der übrige Einzelhandel sich noch halten konnte. Die Umsatzverluste in den Jahren bis 1932 waren beim Textileinzelhandel mit 56,6 v. H. gegenüber 1928 (zu 1932) bedeutend stärker als die Verluste des übrigen Handels mit 38,6 v. H. im Durchschnitt. Dann brad)te der politische Umschwung 1933 dem Einzelhandel mit Textilien beträchtliche Umsatz st eigerungen, so daß 1933 der Umsatz im Textilfachhandel sogar um 0,7 v. H. höher war als 1932, während im übrigen Handel die Umsätze noch um 3,7 v. H. zurückgegangen waren. Die Umsatzsteigerung im Textilfach- yandel ist auch deshalb bemerkenswert, weil d i e Preise für Bekleidungsgegenstände 1933 noch um 5 v.H. gesunken sind. Der Umsatzverlauf innerhalb dieses Gewerbes zeigt auch hier, daß die Fachgeschäfte bei der Belebung besser abgeschnitten haben als die Waren- und Kaufhäuser. Zwei Drittel der Umsatzzunahme seit 1933 entfallen auf den Kauf größerer Mengen oder besserer Qualitäten, ein Drittel auf Erhöhung des Preisindex. Der Fachhandel mit Textilwaren hat im August 1934 gegenüber August 1933 eine Umsatzzunahme von 27,1 v. H. erzielt, so daß gerade in allerjüngster Zeit in dieser Branche außerordentliche Erfolge erzielt werden konnten. Der Textileinzelhandel arbeitet auf das engste mit der Textilindustrie zusammen. In der Industrie hat eine Arbeitsstreckung auf Grund der Faserstoffverordnung stattfinden müssen, die sich so auswirkt, daß die tägliche Arbeitszeit von 7,43 Stunden im Juli auf 6,85 im August gesenkt werden mußte. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter ist gleich geblieben, die der A n - ge stellten sogar noch gestiegen. Die Produktion ist ihrer Menge nach im Juli noch bedeutender geworden als im Juni und hat sich im August gehalten. In der Bekleidungsindustrie ist der Beschäftigungsgrad stark gestiegen, sowohl was die Zahl der beschäftigten Personen anbetrifft, als auch der geleisteten Arbeitsstunden. Selbst im Vergleich zum Nachkriegsrekordjahr 1927 ist nur noch ein Erzeugungsrückgang von 7,5 v. H. in diesem Industriezweig zu verzeichnen. Durch den Vergleich mit 1927 soll gezeigt werden, daß ein größerer Teil der Textilproduktion der letzten Monate noch in den Lägern der Industrie und des Handels liegen muß. Die Lagerbestände des Textileinzelhandels dürften heute nur um 10 v. H. kleiner fein als 1927, in welchem der höchste Nachkriegsstand erreicht worden war. Damit dürfte eine 40prozentige Lagervermehrung stattgefunden haben. Von den mannigfachen Problemen, die den Tertil- einzelhandel in Königsberg beschäftigten, interessiert den Verbraucher am meisten die Beantwortung der Frage: Ist für die Zukunft der Bekleidungsbedarf der Bevölkerung gesichert? Diese Frage ist klar und deutlich beantwortet worden. Auf den Mitgliederversammlungen der einzelnen Reichsfachgruppen wurde oon den Geschäftsführern die übereinstimmende Erklärung abgegeben, daß für die Herbst- und Winterfaison nicht mit den gering st en Schwierigkeiten hinsichtlich der Bekleidungsversorgung der Bevölkerung zu rechnen ist. Auch im Frühjahr werden wir ohne nennenswerte Schwierigkeiten den gewohnten Bedarf der Bevölkerung befriedigen können. Voraussetzung allerdings ist, daß in normalem Umfange, also w i e bisher, gekauft wird. Der Führer des Textileinzelhandels, Tengel- mann, der übrigens in das Präsidium des Gesamtverbandes des deutschen Einzelhandels (Pflicht- organifation) berufen worden ist, hat der Meinung Ausdruck gegeben, daß d i e Mischgewebe sich durchsetzen werden. Er sei überzeugt, daß jeder, der sie gründlich tennengelernt habe, aus innerer Ueberzeugung sich für die Mischgewebe einsetzen werde. Jedenfalls möge der Verbraucher davon überzeugt sein, daß in Zukunft die Industrie nur solche Mischgewebe herausbringt, die sich durch ihre hohe Qualität und nicht durch eine geschickte Reklame durchsetzen werden. Meine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat an den König von Bulgarien aus Anlaß des Jahrestages seiner Thronbesteigung nachstehendes Telegramm gerichtet: „Eure Majestät bitte ich, an« läßlich der Wiederkehr des Tages der Thronbesteigung meinen aufrichtigsten Glückwunsch entgegenzunehmen. Ich verbinde hiermit meine herzlichsten Wünsche für Eurer Majestät Wohlergehen und das weitere Gedeihen Bulgariens. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." * Ihre Majestät dieGattinÄesKönigsvon A f g h a n i st a n hat am 23. September d. I. einem Sohn das Leden geschenkt, welchem der Name Prinz Ahmed Shah Khan gegeben worden ist. Der Führer und Reichskanzler hat dem König von Afghanistan aus diesem Anlaß durch fren deutschen Gesandten in Kabul seine Glückwünsche aussprechen lassen. * Die 3 0 0 dienstä11esten poli 1 ischen Lei- ter der NSDAP, aus dem ganzen Reiche wer- den vom 5. bis 7. Oktober Gäste der Gaulei- tung Sachsens in Dresden fein. Im Rahmen dieses Treffens wird auch eine Gauleitertagung stattfinden. Der deutsche Gesandte Herr von Papen ist nach einem kurzen Aufenthalt in Ungarn, roo er i n Budapest auch dem Ministerpräsidenten Göm - bös einen Besuch ab stattete, nach Wien zurück- gekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wie- der übernommen. Der deutsche Botschafter in Moskau Graf von der Schulenburg hat am Mittwoch im Kreml dem Vorsitzenden des Zentralexekutivkomitees sein Beglaubigungsschreiben überreicht. * In Wilhelmshaven wurde der Kreuzer „Em» d e n" wieder in Dienst gestellt. * Am 4. Oktober werden im polnischen Außen« ministerium die deutsch-polnischen B e - stprechungen über Pressefragen fortgesetzt. Zu den Verhandlungen treffen Ministerialrat Dr. Jahnke, Meyer-Heidenhagen, Geheimrat A s ch m a n n und Konsul Schonberg in Warschau ein. ♦ Der ehemalige österreichische Minister und Landbundführer B a ch i n g e r wurde auf freien Fuß gesetzt. Bachinger war unter der Beschuldigung, in den Putsch vom 25. Juli verwickelt gewesen zu sein, verhaftet worden. * Wie zuverlässig verlautet, ist die ursprünglich für Mitte dieses Monats vorgesehene Reise Barthous nach Rom auf Ende des Monats ober Anfang November verschoben worden. In gut unterrichteten politischen Kreisen erklärt man dazu, daß dieser Aufschub in engem Zusammenhänge mit der bevorstehenden Pariser Reise des südslawischen Königs stehe. Das schwedische Kronprinzenpaar traf in Ankara, der türkischen Hauptstadt, ein. Am Mittag stattete der Kronprinz in der Villa des Ghazi einen Besuch ab, während die Kronprinzessin die Gatinnen der Minister empfing. Nach einem Frühstück mit dem Außenminister besichtigte bas Kronprinzenpaar bas Ethnographische Museum und bas Hygienische Institut. Am Abenb gab ber Ghazi ein Festbankett. Kunst und Wissenschaft. Reichsminister Rust besichkigl ein Universiläts-Jnstiluk. Reichsminister R u st besichtigte eingehend das Hydrotherapeutische Institut der Universität Berlin. An die Besichtigung schloß sich ein Vortrag des Leiters des Instituts, Professor Dr. Janson. Reichsminister Rust hat Prof. Dr. Janson als Referenten in das preußische Kultusministerium berufen. Gustav Gründgens zum Intendanten des Staatsschauspiels ernannt. Der preußische Ministerpräsident hat den bisherigen Intendanten des Staatlichen Schauspielhauses Berlin, Herrn Dr. U l b r i ch, nachdem dieser mehrere Monate einen Sonderauftrag erledigt hat, bis auf weiteres als Sachverständigen in seinen Stab übernommen. Zum Intendanten des Staatlichen Schauspielhauses hat der Ministerpräsident Herrn Gustav Gründgens ernannt, der das Staatliche Schauspielhaus seit mehreren Monaten als kommissarischer Intendant geleitet hat. Zwei Jahre im Sibirischen Eismeer. — Heimkehr einer russischen Expedition unter weiblicher Leitung. Nach über zwei Jahren ist jetzt eine sowjet- rus s (sch e Arktis-Expedition nach Leningrad zurückgekehrt. Die aus vier Personen bestehende Forschergruppe hat auf dem Tairnyr-Archipel im westlichen Teil des Sibirischen Eismeeres zweimal überwintern müssen, ehe ihr die Rückkehr ermöglicht werden konnte. Die Forscher haben auf ihrem eigentlichen Expeditionsgebiet, dem menschenleeren Nordland (Sewernaja Semlja), kartographische sowie pflanzen- und tierkundliche und geologische Arbeiten ausgeführt; auch die Eisbewegungen wurden wissenschaftlich beobachtet. Die Expedition, die von der Arktisforscherin Frau Nina D e m m e geleitet wurde und zu der der Meteorologe Senkow sowie ein Funker und ein Koch gehörten, wurde am 16. August 1932 durch den Eisbrecher „Russanow" auf Nordland abgesetzt. Versuch, sie im Herbst 1933 wieder abzuholen, mißlang, da der Eisbrecher „Sedow" wegen unüberwindlicher Schwierigkeiten umkehren mußte. So waren die Expeditionsteilnehmer gezwungen, einen zweiten Winter über auf Nordland zu bleiben, was natürlich nur unter größten Schwierigkeiten möglich war. Zwar reichten die Kohlenvorräte noch aus, aber der Holz- und Petroleumbestand war bald erschöpft. Der Vorrat an Nahrungsmitteln wurde durch Jagd auf Eisbären ergänzt, von denen im Laufe der beiden Winter 19 erlegt wurden. Auch im Sommer dieses Jahres vermochte sich kein Hilfsschiff den Weg nach Nordland zu bahnen. Man entschloß sich daher zur Entsendung eines Was- serflugzeuges, das am 27. August auf einer inzwischen eisfrei gewordenen Insel niedergehen und die Expedition an Bord nehmen konnte. Nach 2Vrstün- digem Fluge war Kap Tscheljuskin erreicht, wo der Eisbrecher „Sibirjakow" die Forscher übernahm. Heber die Inselgruppe von Sewernaja Semlja, die nun wieder völlig menschenleer daliegt, führte im Juli 1931 auch der Arktisflug des Luftschiffes „Graf Zeppelin". Wettervoraussage. An der Südseite des Tiefdruckgebiets über Irland, das sich noch vertieft hat, wird weiterhin ozeanische Luft mit lebhafter Bewegung nach dem Festland befördert. Somit hält das wechselhafte und unfreundliche Wetter noch an. Die von Norden sich ausbreitende Kaltluft veranlaßt allgemein niedrige Temperaturwerte und wird stellenweise zu schauerar-tigen Niederschlägen führen. Aussichten für Freitag: Wechselhaftes, meist wolkiges Wetter mit vereinzelten Regenschauern, im ganzen kühl, lebhafte Luftbewegung. Aussichten für Samstag: Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Derlagt Brühl'sche Universitäts-Buch. und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. NIVEA nur irdie ffFOSSCTube 7053 mild, leicht «chäumend, ganz wundervoll Im Geschmack. Aus aller Wett scheu Sanitätsbehörden haben Maßnahmen getrof- Slughaiens 1« «Sieken neuzeitlicher Flugsport mit 5751 D Propagandaleitern der NSDAP. 5745O Den Anweisungen der Polizei ist Folge zu leisten. 3m 3m § 4. ' Freitag, den 19.10.1934, von 9 bis 12 Uhr vorM. dem Stadtwald unmittelbar nach dem [ Freitag, den 26.10.1934, von 9 bis 12 Uhr vorm- 3m Der von Gießen—Rödgen von der 4. Schneise bis zur Ueberführung der Bahnlinie Gießen—Fulda. Offen: Bahndamm von Kreuzung Bahnlinie Gießen—Fulda, Rödgener Straße bis zum Ostrande des Waldes, genannt der Junkernstrauch, sodann in nordwestlicher Richtung durch den Wald bis zur Struppmühle. Norden: Bon der Struppmühle dem Lauf der Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margaret he Am end, geb. Herbert nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 38 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Amtliche Bekanntmachung des Kreises Wetzlar. Tuberkulose-Auskunfts- und Fürsorgestelle. Westen: Dem von der Gansmühle in südwestlicher Richtung nach dem Trieb führenden Weg entlang, Ostrand der Wiesecker Spielplätze bis zur Straße Gießen—Rödgen. Die Fürsorgesprechstunden im Monat Oktober finden statt: 57550 Freitag, den 5.10. 1934, von 9 bis 12 Uhr vorM- Freitag, den 12.10.1934, von 9 bis 12 Uhr vorM- Runkel (Lahn), z. Z. Gießen, Lahnstraße 15 H. II., Rüsselsheim und Aliendorf (Lahn), den 3. Oktober 1934. Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt Mit der Kraftpost zur Lahnquelle. Am Sonntag, dem 7. Okt. über Gladenbach,Biedenkovf,Laasphe Sieg - Lahn - Dillauelle, Straß- eberSbach, Dillenburg, Herborn und Wehlar. Abfahrt 8 Uhr Post- Hos. Nückk. 19 Uhr. Fahrkarten zu 4.20 Mk. Schalter 6, Postamt 1. Slinmp und Repmren an Flügel,Pianos und narmoniums führt erftkl. und preiswert aus E. Zollinger Klaviertechniker und geprüfter Konzertstimmer Gießen Seltersweg 69. Tel. 3119 . 5762d Die Straße Gießen—Rödgen ist von 13 bis 17 Uhr nur für den Durchgangsverkehr von Gießen nach Rödgen und umgekehrt geöffnet. Gießener Wochrnmarktpreise. * Gießen, 4. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 9 bis 11, (inländische Kühlhauseier) 9 bis 11, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 30 bis 35, Rosenkohl 30, Feldsalat 80, Tomaten 10, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 25, Rhabarber 6 bis 8, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 35, Kartoffeln 4% Pf., der Zentner 4,— Mark, Pfirsiche, das Pfund 25 bis 40 Pf., Preiselbeeren 30, Aepfel 7 bis 15 Pf,, der Zentner 8 bis 14 Mark, Zwetschen, das Pfund 10 bis 15 Pf., Birnen 8 bis 15, Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken (100 Stück) 1,— bis 1,50 Mark, Endivien, das Stück 5 bis 15 Pf., Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10, Zwiebeln, das Pfund 10 Pf. In tiefer Trauer: Ludwig Amend und Kinder Bahnhofsvorsteher nebst allen Angehörigen Erscheint in Waffen! Flieger-Ortsgruppe Gießen des OLD Schwere Folgen einer Schwarzschlachtung. In den letzten Tagen erkrankten in Lorenz- re u t h bei Marktredwitz (Fichtelgebirge - Oberfranken) 30 Personen an Trichinose. Eine 36jährige Frau ist bereits im Krankenhaus g e st o r b e n. Bor einiger Zeit hatte der Metzgermeister Erhard Werner ein Schwein geschlachtet, ohne es durch den Fleischbeschauer einer amtlichen Kontrolle unterziehen zu lassen, weil er anscheinend die Fleischbeschaugebühren und die Schlachtsteuer sparen wollte. Kurz darauf stellten sich im Ort bei etwa 30 Personen Krankheitserscheinungen ein. Als die Untersuchungen eines polizeilichen und ärztlichen Ausschusses an Ort und Stelle ergaben, daß die Erkrankungen auf den Genuß t r i ch i n e n h a l t i g e n Fleisches aus dem Laden Werners zurückzuführen sind, erhängte sich der Metzgermeister in einem Schuppen seines Anwesens. Zwei Todesopfer einer rätselhaften Vergiftung. Unter schweren Vergiftungserscheinun- g e n wurden der Rentner B a t t i g e und der Händler Kudat in das Stettiner Krankenhaus eingeliefert. Beide hatten in einer Schankwirtschaft von einer Flüssigkeit aus einer mitgebrachten Flasche einen tüchtigen Schluck zu sich genommen und waren einige Zeit später wie leblos umgefallen. Kurze Zeit nach ihrer Einlieferung, die ein sofort hinzugezogener Arzt veranlaßt hatte, sind beide, ohne die Besinnnung wieder erlangt zu haben, v e r st o r b e n. Die Untersuchungen über die rätselhafte Angetegenheit sind im Gange. Schwere Zuchthausstrafen für Unterschlagungen beim Winterhilfswerk. Das Göttinger Schwurgericht verurteilte dieser Tage nach mehrtägiger Verhandlung den früheren Kreisamtsleiter der NSV. Hagemann-zu sechs Jahren Zuchthaus, 200 Mark Geldstrafe und zehn Jahren Ehrverlust; den früheren politischen Kreispropagandaleiter Niens zu drei Jahren drei Monaten Zuchthaus, 200 Mark Geldstrafe und den früheren Propagandaleiter der PO. W o l t - j e s zu drei Jahren drei Monaten Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Die Verurteilten hatten sich wegen Untreue und Unterschlagungen am Winterhilfswerk 1933/34 zu verantworten. Die Schwere der Strafen war bedingt durch die Tatsache, daß es sich um Gelder des Winterhilfswerks handelte. Als eigentlicher Urheber der Gesamtaktion war Woltjes anzusehen, der Hagemann veranlaßte, ihm ein Darlehen von 350 Mark auszuzahlen und diesen Betrag nicht zu buchen. Niens ließ sich für die Städtischen Spiele in Göttingen ein Darlehen von 2500 Mark geben, über das nicht quittiert und das nicht verbucht wurde. Ferner konnte Hagemann keine Auskunft über den Verbleib von 3000 Mark geben und a.läft.Haare,Leberfleck., Muttermal. Narben, Pickel,Sommer- ivroff. ufw. enti. u. Gar. f. immer. 12Fahre Praxis. Frau B. Gulden. Sprecbst.Freitag Gießen, Hinden- bnrgwall 15, 9—7 Uhr durchgehend. Vornehm! Geschmackvoll! Persönlich I Oleee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 § 6. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeioerordnung werden mit Geldstrafen bis zu 90 Reichsmark be- straft. Landsturm- Bataillon Gicken (XVIII,9) Vataillonstag amSonntag,7.0kt. Treffpunkt: Vorm. ab 9 Uhr bei Kobel 04761 Liebigstraße. 10.15 Uhr: Gefallen.-u.Toten- Gedächtnisfeier a.d. N. Friedhof. Frühschoppen b. Prell(St.Mainz) Nachm. 3 Uhr: Gemeinsame Feieri.Cafs Leib Walltorstraße. Samstag, 6.Oktob. abends 8 Uhr: । Vorfeierb. Kobe Liebigstraße. [Stellenangebote Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnis- abichriften dem Be^ werbungsichre iben beilegen I — LichtbUder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Ver Meldung von Verlusten aus der Rückieite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I Schwarze mtss Marsche stiefel Gr. 43, zu verk. Bahnhofstr. 69 p. 3-4 öWW in guter Lage Gießens zu verkaufen. Schrift.!. Ang unt. 04787 an o. Gieß. Anz. Todesopfer eines Verkehrsunfalles. * Orten berg, 4. Okt. Der Motorradun- fall, der sich am vorigen Samstag in der Nähe des Ortes Rohrbach ereignete, hat nunmehr ein Todesopfer gefordert. Der Gewerbelehrer und Kreisschulungsleiter Hermann I e ck e l aus Ortenberg, der im Gesicht und an «der Brust schwere Verletzungen erlitten hatte und in das Büdinger Krankenhaus gebracht werden mußte, ist seinen Verletzungen erlegen. Das Befinden seines Beifahrers, der bei diesem Unfall ebenfalls schwer zu Schaden kam, ist unverändert ernst. Schwerer Verkehrsunfall in Garbenheim. * Garbenheim, 4. Okt. Am gestrigen Mitt- wochoormittag ereignete sich hier ein schwerer Verkehrsunfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. In der Ortsdurchfahrt begegneten sich zwL i Autos, der Personenwagen eines Herborner Fabrikanten und ein Lastkraftwagen. Als der Personenwagen das Lastauto bereits passiert hatte, tauchte unvermutet hinter dem Lastfahrzeug ein Radfahrer auf. Dieser wurde vom Kotflügel des Personenautos erfaßt und durch die Wucht des Anpralles durch die Windschutzscheibe Wieseck entlang bis zur Gansmühle. Die Straße I Flughafen führende Feldweg wird von 15 bis 18 Wieseck—Alten-Buseck ist nur für den Durch- Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt, gangsverkehr geöffnet. § 5. hindurch auf die rechte Seite des Wagens ge- chleudert. Mit schweren inneren und einer Kopfverletzung blieb der bedauernswerte Mann bewußtlos liegen und mußte durch die Sanitätskolonne in das Wetzlarer Krankenhaus gebracht werden. Kurz nach der Einlieferung erlag er seinen Verletzungen. Der Verunglückte, ein Mann namens Groh aus Atzbach, hinterläßt eine junge Frau und drei Kinder. Er stand im 32. Lebensjahr. Unwetter über dem Lahntal. LPD. Marburg, 3.,Okt. In den Abendstunden des gestrigen Tages ging über dem L a h n t a l in der Umgebung Marburgs ein schweres Unwetter nieder. Das Gewitter war von starkem Regenfall und Hagelschlag begleitet. Die Hagelkörner erreichten stellenweise Taubeneigröße. In Marburg schlug der Blitz an mehreren Stellen in Bäume. An Licht- und Fernsprechleitungen wurden zahlreiche Störungen angerichtet. Besonders heftig wütete das Unwetter im Ebsdorfer Grund. Taubeneigroße Hagelkörner vernichteten hier die Obsternte, soweit sie noch nicht eingebracht war. Zwischen Heskem und Winnen schlug der Blitz in mehrere Bäume am Straßenrand und stürzte sie um. Durch den orkanartigen Sturm wurde das Dach des Sägewerks Lingenbach bei Mölln a b g e d e ck t, schwere Bretter wurden da- bei weit ins Feld geschleudert. Zu den Aufräu- mungsarbeiten wurde überall die Feuerwehr hin- zugezogen. Der Sachschaden dürfte erheblich sein. Zusammenlegung der Sparkassen von Biedenkopf und Gladenbach. LPD. Biedenkopf, 3. Okt. Das Preußische Staatsministerium hat mit Wirkung vom 1. Oktober die Zweckoerbandssparkassen zu Biedenkopf und zu Gladenbach zu einer gleichzeitig errichteten Kreissparkasse zu Biedenkopf zusammengelegt. Die bisherige Zweckverbandssparkasse in Gladenbach ist in eine Nebenstelle der Kreissparkasse in Biedenkopf umgewandelt worden. SeMMffengerW Siefen. Der Georg Becker aus Bad-Nauheim beleidigte in einer Wirtschaft die SA. Das Gericht verurteilte ihn, der wegen einer ähnlichen Sache schon vorbestraft ist, zu einer Gefängnis st rase von acht Monaten und in die Kosten des Verfahrens. Sodann beschäftigte sich das Gericht mit den Brüdern W. und K. I. aus Gießen wegen Einbruchsdiebstahl, außerdem bezüglich W. I. wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Beide Angeklagten benutzten die Abwesenheit ihres Vaters, um in dessen Wohnung einzusteigen und Lebensmittel, sowie bares Geld zu entwenden. Zu ihrer Entschuldigung schützten sie eine Entschädigung dafür vor, daß ihr Vater seiner Unterhaltspflicht gegenüber seiner Frau nicht nachkäme. W. I. setzte bei seiner Festnahme den Beamten erheblichen Widerstand entgegen und erhielt deshalb eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr einem Monat, während K. I. mit einem Jahr Gefängnis belegt wurde. Beide Angeklagten tragen die Kosten des Verfahrens. Wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug wurde der M. R., zur Zeit in Gießen, zu a d) t Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der bei einer Versicherungsgesellschaft als Außenbediensteter tätig war, gab eine ganze Reihe fingierter Anträge auf. Auf diese Weise verschaffte er sich ungerechtfertigt die dafür vorgesehene Provision. Da der Angeklagte verurteilt ist, fallen ihm auch die Kosten des Verfahrens zur Last. Schließlich befaßte sich das Gericht mit dem schon vorbestraften A. L. aus Bad-Nauheim, zur Zeit hier in Untersuchungshaft, dem die Anklage einen Fahrraddiebstahl zur Last legte. Obwohl sehr viele Momente für die Anklage sprachen, konnte der Einwand des Angeklagten, er habe das Rad käuflich erworben, nicht widerlegt werden. Es mußte daher Freisprechung erfolgen. Die Kosten trägt die Staatskasse. Irivevl. Person für dortige Bezirksfiliale als Generalvertreter gef. Hoh. dauernd. Berd. Beruf gl.(kostenlos) Gehring & Co. G.m.b.H., Unkel Rhein § 2. Für die Dauer der Sperrzeit ist das Betreten des innerhalb der obengenannten Grenze liegenden Ge- biete nur mit Ausweisen der Flugleitung oder nach Lösung der von dieser ausgegebenen Eintrittskarten und lediglich auf den von der Flugleitung hierzu bestimmten Zugangswegen gestattet. § 3. FrischeMische zum Kochen im Ausschnitt Pfd.von 45 4 an FiletMarke.Fifft Pfd.von 40-Han. Leb. Aale, 576uD I Ml. LL waren empfiehlt A. Koch Macht.. Mäusburg15 Tel.3612 l Besuchskarten I bei Brühl, Gießen StMUM Gießen sersv Freitag, 5. Okt., 20 bis gegen 23 1. Freitag- Abonnement Operettenvreise Der Zigeunerbaron. Rom. Operette in 3 Akten von Johann Strauß. KleineAnzeigen Im Gießener Anzeiger werden von Tautenden beachtet und gelesen. Weltmeister Neseler in der hohen Schule des Kunstflugs. Außerdem noch Mit- Wirkung der Flieger-Kette der Landesgruppe VII Süd-West des DLV. mit Hochschleppen von Segelflugzeugen, Kunst« fiug mit Segelflugzeug, Kunstflug mit Motorflugzeugen, Ballonrammen, Fallschirmabsprung Liu Gietzen noch nie gesehene Leistungen Beginn 15 Uhr * Ende 17 Uhr Eintrittspreise: im Vorverkauf 40 Pf., Jugendliche 30 Pf., an den Tageskassen so Pf. — Mitglieder des OLB. haben gegen Dorzeigen der Mitgliedskarte freien Eintritt Vorverlaufsfiellen in Gießen: Sporthaus Schwan, Mäusburg,- Musikhaus ChaNie«, Neuenweg? Zigarrengeschäfie Moeser, Seltersweg und am Äahnhof; Zeitschristenvertrit Weber, plockstraße,- Papierhandlung Jung, Seltersweg,- Zigarrenhaus Richter, Fra^ furter Straße,- Zigarrenhaus Gemmer, Bahnhofstraße r Zigarrenhaus Stephan, Äahnhof straßei Konfektionshaus Sommer, Bahnhofstraße; in den übrigen Orten bei den Ortö« Großflugtag m Gießen Am nächsten Sonntag, dem 7. Oktober, auf dem Gelände des Das Ergebnis des Gordon-Bennett-Fluges. Nach den Berechnungen des Sportausschusses des Gordon-Benett-Fluges belegen die deut- jchen Ballons „Deutschland" -Wilhelm vonOp° und „Stadt Essen" den 11., 12. und 14. P atz. Die amtlichen Ergebnisse werden voraussichtlich am 4. Oktober verösfentlicht. Die Pre,sv-rt-,lung findet ,wei Wochen nach der Veröffentlichung statt. Zur Qeit prüft der Sportausschuß noch die Frage des Ballons „Polonia", der auf einem finnischen See niederaing und den Barographen verlor. Unter Umständen kann infolgedessen der Ballon „Polonia", der den 4. Platz inne hat, nicht gewertet werden. Nachspiel zur Katastrophe der „Morro Laslle". Auf Anordnung ites amerikanischen Admiralitäts- gerichtes sind der Dampfer „Oriente" vom Typ der Morro Castle" sowie die Dampfer „Siboney" und ".Obriza" für den Fall zu beschlagnahmen, daß sie im Zuständigkeitsbereich des Gerichtshofes angetroffen werden. Diese Maßnahme ist im Zusammenhang mit einem Schadensersatzpro- z-e ß ergriffen worden, der von Fräulein Helene Sherman in ihrer Eigenschaft als Testamentsvollstreckerin für das Ehepaar Greisner angestrengt worden war. Das Ehepaar Greisner war bei dem Unglück der „Morro Castle" ums Loben gekommen. Englischer Frachtdampser funkt SOS. — Schiff und Besatzung scheinen verloren. Der englische Frachtdampfer „Millpool" hatte dieser Tage funkentelegraphisch Hilferufe ausgesandt. Der Frachtdampfer „Büickgull" sandte einen Funkspruch aus, wonach wiederholt zwei Dampfer den von der „Millpool" zuletzt angegebenen Standort überkreuzt hätten. Von „Millpool" sei jedoch keine Spur mehr gefunden worden. Die Hoffnung, die 26köpfige Besatzung des vermutlich bereits untergegangenen Dampfers retten zu können, ist so gut wie aufgegeben worden. Der furchtbare Sturm hält unvermindert an. Die Funkstationen haben keinerlei neue Nachrichten mehr von dem Dampfer erhalten. Linsturzunglück in Erfurt. — Lin Toter, zwei Verletzte. Beim Einlagern von Getreide in einer Erfurter Fabrik brach plötzlich der Fußboden durch. Die Wucht der stürzenden Massen war so groß, daß die Decke des Kellers und der Boden des ersten Geschosses zusammenbrachen. Drei Arbeiter wurden mit in die Tiefe gerissen. Einer war sofort tot, zwei trugen schwere Verletzungen davon. Pest in einer mandschurischen Stadt. — Bisher 150 Tote. In der Stadt Nunan in der Mandschurei ist die P e st ausgebrochen. Nach den bisherigen Meldungen sind mehr als 15 0 Todesopfer zu verzeichnen. In der 12 000 Einwohner zählenden Stadt herrscht furchtbare Panik. Zahlreiche Einwohner versuchen, die Stadt zu verlassen. Die mandschuri- schließlich hat er 750 Mark durch doppelte Quittungen unterschlagen. Die zum Nachteil deutscher not- leidender Volksgenossen unternommenen Veruntreuungen haben somit ihre gerechte Sühne gefunden. Die dem Winterhilfswerk 1933/34 durch Hagemann ------------------- ----- —,------ ö— entzogenen Gelder werden dem Winterhilfswerk I fen, um eine Verschleppung der Krankheit zu Der 1934/35 zur Verfügung gestellt werden. 1 hindern.__________ Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Betr.: Flugveranstaltung in Gießen am 7. Oktober 1934. Polizeiverordnung. Auf Grund des Art. 65 des Gesetzes, betreffend die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen vom 8. Juli 1911 werden im Einvernehmen mit der Provinzialdirektion Oberhessen für die am 7. Oktober 1934 auf dem Flughafen in Gießen stattfindende Flugveranstaltung innerhalb der von dem Herrn Reisverkehrsminister bestimmten Flughafenzone folgende Sicherheitsmaßnahmen angeordnet: 57540 § 1. Während des 7. Oktober 1934 wird für die Zeit von 13 Uhr bis 18 Uhr das innerhalb der nachstehend näher bezeichneten Grenzen liegende Gelände polizeilich gesperrt: 3m Süden: 100 Meter südlich entlang an der Straße Verkäufe Nutria (Pelztiere) denkb. niedr.Hal- tungskosten. Nur Pflanzenfresser. Einige Zuchtpaare wey. Plabmang. billigst abzugeb. Wilhelm Strtrbf Butzbach 67o8d Schubertstr. 10. Beratung kosten!. | Vermietungen") Freund i.gulmöv. Zimmer mit Zentralhzg. und Balkon zu vermieten. octm Karl-Bogt-Ttr.5 Tel. 2880 | Mietgesuche| 2-3-Zim.-Wohn. mit Küche i. ruh. Lage, am liebsten Stadtrand evtl. Bororte, z.l 12. od. früher preiswert zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. u. 05779 an d. Gieß. Anz. l-2-ZM.-WohiL sofort gesucht. Sehr. 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Geburtstage des toten Reichspräsidenten „Ich kenne die Dame zu wenig, um mir schon heute ein Urteil bilden zu können, und ich glaube nicht, daß Ihnen Fräulein Kranz dankbar dafür ist, wenn Sie sie — ich meine — sozusagen — einem Manne anbieten." „Das hätte ich getan? I du meine Güte! Wenn Sie das so auffassen, dann hätte ich allerdings lieber schweigen sollen. Also dann tun Sie, als hätten Sie nichts gehört." „Jawohl, Herr Professor!" Der Professor stand dann allein an einer Säule, die mit Rosen umwunden war, und er strich sich den roten Vollbart, dachte: Ein schwieriger Charakter. Ein sehr, sehr schwieriger Mensch!" Berten hatte ihn lächelnd beobachtet, hatte ihm die Gedanken direkt von der Stirn abgelesen. Mila Kranz! Die schöne schlanke Frau mit dem berauschenden Duft des blonden, schimernden Haares, den wundersamen blauen Augen, den kleinen weißen Zähnen, die da waren wie Perlen. Und den müden, und dock so aufreizenden Bewegungen. Und die Männer waren toll nach dieser Frau! Sie aber hatte so offen gezeigt, daß nur er ihr gefiel! Er, Arndt von Berken! Eine Filmschauspielerin! Ein Vorurteil war da gewesen! Eine Künstlerin wird nie eine Gutsfrau sein können! Und es wird ihr auf dem Lande, in der Stille eines Schlosses nicht lange gefallen. Das Weltkind will wieder hinaus! Und fort ist das Glück, das kurze, berauschende Glück! Aber es gab Ausnahmen! Die schöne Maria von Rankenbühl! Die ehemalige sächsische Hofschauspielerin! Die war eine wundervolle Gutsfrau geworden, lebte seit fünfzehn Jahren in Lürhofen, und Gottfried von Rankenbühl war der glücklichste Mensch unter der Sonne. „Dir kann ich's ja sagen, Berken! Meine Frau war früher sächsische Hofschauspielerin. Wenn aber die Damen hier im Umkreise das gewußt hätten, dann hätten sie immer und ewig was an ihr aus- zuseßen gehabt. Da sie nur wissen, daß meine Frau die Tochter eines Gutsbesitzers ist, was, nebenbei gesagt, nicht mal 'ne Lüge ist. Der Vater besitzt wirklich ein Gut, aber seine Tochter hat's dem alten Herrn erst gekauft — so, siehst du, so wurde sie liebevoll im Kreise der Damen ausgenommen. Die Leute wollen es — dos' zeigt ihr Benehmen — selber nicht, daß man ihnen immer alles auf die Nase bindet. Und meine Frau hat sich nie zurückgesehnt. Sie liebte mich so sehr, daß sie auf all das glänzende Leben gern verzichtet hat." Und Gottfried von Rankenbühl hatte einen gewaltigen Schluck des guten Mosels getrunken, der vor ihnen auf dem Tisch gestanden hatte. Mila Kranz! Ob sie auch auf alles verzichten konnte, wenn er sie hierher nach dem stillen, schönen Berkenhofen Reichswehr hält die Ehrenwache am Sarge des verewigten Feldmarschalls und Reichspräsidenten von Hindenburg im Turm des Tannenberg-Denkmals. Wie wird der „-1934er" werden? Ein Zahrhundert-Weinchen. - Gchvn hängt der Strohwisch an der Stange. In diesen Tagen rüstet man, früher denn in den letzten Jahren, allenthalben in den deutschen Reben- geländen zum frohesten Fest des Jahres: zur Weinlese. Hoffnung und Gebet haben die Reben i bewacht und umklungen, und der Himmel hat der j deutschen Winzer Sehnsucht und Glauben nicht zu- ‘ schänden werden lassen —: das wird ein Weinchen werden, dieser 1934er, wie ihn jedes Jahrhundert ' meist nur einmal kennt und schenkt; die Kenner , werden sich vermutlich einige Flaschen von ihm im Keller aufbewahren bis an ihr Lebensende, um ab und an bei besonders feierlicher Gelegenheit noch einmal die Sonne und den Duft dieses'unbeschreiblich sonnigen Sommers und Herbstes 1934 Gegen- : wart werden zu lassen in vertrautem Kreis, dem die Geister des 1934er Wärme und Heiterkeit und köstliches Labsal schenken werden. Der letzte große und edle Weinjahrgang ist für I Deutschland der 19 2 1er gewesen Er ist berühmt und gesegnet bei allen Kennern in aller Welt. Der 1934er jedoch soll ihn allen Anzeichen nach noch übertreffen, so wird uns von den Fachleuten des Rheinlandes, der Mosel, der Nahe, der Ahr, 'der Schwabengaue versichert —: er wird ein so- genanntek Jahrhundertwein sein, der dritte 34er, der zu Weltruhm gelangt. Schon im Jahre 1734 hat herrlicher Wein die deutschen Lande gesegnet. „Diel und gar köstlich gut!" vermelden uns die Chroniken und wissen ! ähnliches von dem Gottessegen des Jahres 1834 auszusagen: „Der Winter ganz gelind", so findet man in der Rheingauer Geschichts- und Wein- chronik ausgezeichnet, „weder Schnee noch Eis, ständig heftiger Wind, Frühjahr zeitig, naß und kühl, WMWM Vornan von Gert Gothberg Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Weinblüte Johanni ganz vorüber, Mai bis Oktober beständig Schönwetter, viel Hitze, wenig Regen, klein Wasser. Den 8. Oktober, abends zehn Uhr, noch 16 Grad Wärme. Die Qualität des Weines außergewöhnlich feingärig, jedoch im allgemeinen nicht fett und dick, ein vollkommener Herbst. Viel und sehr gut, ganz vorzüglich, Gott allen Dank und Preis!" Solch Rühmen und Danken wird wohl die Chronik nun auch einmal von dem 1934er vermelden. Denn die Sonne dieses Sommers, die ansonsten dem Landmann gelegentlich viel Sorge bereitet hat, ist des Winzers Segen gewesen am Rhein, an der Mosel, am Main. Schon im frühen April begann der Austrieb der Reben. Selbst die gefürchteten Eisheiligen haben nicht gestört durch ihren berüchtigten Frost. Die ganze Folgezeit lieh die Reben in bester Gesundheit zu prallster Fülle reifen. Hundert Tage sind seit beendeter Blüte vergangen, in diesen Tagen segnete nichts als Sonne die Trauben, die das Licht und die Wärme des Himmelsgestirns zu seltener Süße wandelten, als welche sie bald wärmend unser Blut durchrieseln wird. In dem berühmten Markgräflerland allerdings wird es, wie gemeldet wird, quantitativ nur einen durchschnittlichen Herbst geben. Aber es kommt ja auch nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität an, und die wird einen Rekord bedeuten, wie man ihn auch hier seit einem Jahrhundert nicht mehr erlebt hat — das kann mann nach den Ergebnissen der Frühlese schon heute feststellen. Im Schwabenlande sind die Weinberge bereits Es war sehr gemütlich im großen, schönen Wohnzimmer von Berkenhof. Und einmal ging der Blick Des Brudes über die Schwester hin, und in seinen Blick kam etwas Grübelndes. Brigitte lebte hier jahraus, jahrein, und nie beanspruchte sie etwas für sich. Wenn sie nun auch endlich einmal auf Reisen ginge? Irgendwohin? Er wollte chr doch den Vorschlag machen. „Brigitte, ich überlege mir eben, daß du doch eigentlich gar nichts hast. Reise doch auch einmal! Wirklich!. Ich muß sehen, einmal ohne dich auszu- lommeir." „Ich? Nein! Reise du! Ich habe ja genug gesehen non bei Welt. Früher, als die Eltern noch lebten mb du noch ein dummer Bub warst. Laß nur gut ein. Ich fühle mich hier sehr wohl, und ich bin nun nal zwölf Jahre älter als du und bemuttere dich lieber weiter." „Alter Kerl!" i Arndt war ganz gerührt und nahm die Schwester i nnfach in seine Arme, küßte sie herzlich. Brigitte lachte und sträubte sich auch, aber im J Grunde genommen freute sie sich doch über die j teltene Liebkosung. Sie sagte jetzt lachend: [ „Heb dir das nur alles auf! Die Küsse und so. | Wirst es brauchen können." „Meinst du? Na — vielleicht!" Und sie lachten beide herzlich. Und sie hatten auch beide denselben Gedanken — ■ : ämlich, daß es wirklich nicht nötig sei, jetzt schon । (inen dritten Menschen hierher zu bringen, weil es doch jetzt so gemütlich und friedlich war. Arndt von Berken aber dachte an eine schöne, schlanke, blonde Frau. Er hatte sie auf einem Atelier- ] pst des berühmten Bildhauers Benigfen kennen- 1 gelernt. : Mila Kranz! j , Die gefeierte Filmschauspielerin! Und auch jetzt schlug sein Herz laut und schnell, i . OL5 er an sie dachte. Er hatte mit ihr getanzt. Und der berühmte Bildhauer hatte nachher zu llm gesagt: „Lieber Herr von Berken, Sie haben bei der schönsten Frau mächtige Chancen. Mila Kranz ist schr zurückhaltend sonst. Aber heute läßt sie es sich je ziemlich deutlich merken, wie sehr Sie ihr ge- fetten. Gefällt sie Ihnen auch?" Der berühmte Künstler hatte ihn, n schwerdesührer nunmehr ihre Beschwerde, die schriftlich zu begründen und zu unterzeichnen ift. Dem Führer des Betriebes einreichen. Dieser ist verpflichtet, binnen drei Tagen bie Beschwerbe an ben Treu- hänber ber Arbeit weiterzugeben. Ohne vorherige Beratung unb Abstimmung im Vertrauensrat lie- . gen bie Voraussetzungen ber Zulässigkeit zur An- Anon «« Ob«, Jungvieh da- NM -um E d Ausübung ch--^p»!°n-.ch°n S.e alUin bestimmt ift, geschlagenes Holz usw^ fertiger Anrufung" ehrengerichtlich zu verantworten. Alle biese für bie Aufrech erhaltung bes Wirt- ,o 36 q 3.) Eine Rechtfertigung bahin, baß sie sich schaftsbetriebes also entbehrlichen Dinge sinb unter aDuf einen Mehrheitsbeschluß bes Vertrauensrates gewissen Voraussetzungen pfänbbar. Unb zwar gilt berufert ist ausgeschlossen. hier eine noch nicht als enbgültig anzusehenbe Treuhänber hat nun bie Möglichkeit, die Uebergangsregelung, bie vom Gesetz ausbrucklich )n<, unbearünbet zurückzuweisen ober d. I°'ch° bezeichne, wirir Das wird banon ab- beTäwf«K hangen, wie sie sich bewahrt. Danach ist es zur Führers bes'Betriebes bie erforberliche Rege- •vett l0: lunfl selbst zu treffen. In Anbetracht ber Tatsache, Bis zur Höhe von 150 RM. kann jeber Gläubiger bie deutschen Arbeiter bazu erzogen werben bes Bauern unbeschränkt entbehrliche lanbwirtschaft- fo(Ien if)re Angelegenheiten selbst zu regeln, muß liehe Erzeugnisse ber oben geschillerten Art pfanben. bie Entscheibung bes Treuhänbers ber Arbeit jeboch Will ein Gläubiger wegen höherer Forberungen eine Ausnahme bleiben. Der Treuhänber wirb bes- pfänben, so muß er bies einen Monat vorher bem ba(b in ben Füllen, in benen er einer Beschwerbe zustänbigen Kreisbauernfuhrer anzeigen. Dieser kann stattgibt bie Sache zwecks eigener Regelung an ben die Schulb auf ben Reichsnährstanb übernehmen Betriebsführer zurückverweisen. unb ist bann verpflichtet, ben Gläubiger bes Bauern -------- zu bezahlen. Die Forberung geht bann auf ben Reichsnährstanb über, und dieser kann ungehindert (VHrtä AtlÖ (yhtiitdtWÖS gegen ben Bauern pfänben. L 7« 2,, liebernimmt ber Kreisbauernführer innerhalb ber danehensschemen rst Pfanovar. Monats rist bie Schulb bes Bauern nicht, so kann 1 ' \ .. . der Gläubiger nunmehr nach Ablauf der Frist in Bekanntlich erfolgt die Hingabe von Ehestands. ,*“n“ ta iSÄSÄSS schäften unb ^^eugni en, bie 3 ^p« Tunern tragbar. Eine Forberung ist aber in Ermangelung unb zum Un Malt Jur bie ?«nihe v« ^ue^ besonderer Vorschriften nur insoweit der Pfändung leistet PMdba? sknd nur dik Erzeugnis,-, die über unterworsen, als ,i- übertragen ist (§ 851 Absatz 1 bi.1«. notwendigen Bedarf hinaus erzeugt werdens sich um bk P^dung des Ein. Diese Bestimmung soll der Wahrung der bäuerlichen Standesehre dienen unb bie Krebitfähigkeit ........ ..... bes Bauern trotz ber Schutzbestimmungen bes Erb- deckungsscheinen bezahlt haben. Warenumsatz beben- Hofgesetzes aufrechterhalten. | tet Arbeitsbeschaffung. Auch ber weitere Zweck bes Gesetzes, bie Förberung ber Eheschließungen, ist erfüllt, ba bie Empfänger ber Ehestanbsbarlehen bie zur Grünbung eines eigenen Hausstanbes not- wenbigen Möbelstücke gegen Hingabe ber Bebarfs- beckungsscheine an ben Schulbner erworben haben. Mehr will bas Gesetz nicht. Diesen beiben Zielen allein soll auch bie in § 9 ber obengenannten Durch- _ - führungsverorbnung festgelegte Unübertragbarkeit Don Gerichisreferendar Fnh Huvner. ber Bebarfsbeckungsfcheine bienen; bem Darlehensnehmer fall bie Möglichkeit genommen werben, bie eine negative Entscheibung bes Führers kann an- Bebarfsbeckungs cheine anbers zu verwerten als ba- gefochten werben. Weigert sich z.B. ber Führer durch, baß er bamit Möbel unb Hausrat kauft, eines Betriebes, in bem in ber Regel minbeftens Sinb bie Bebar sbeckungsscheine auf biese Weise in zwanzig Angestellte unb Arbeiter beschäftigt sinb den Besitz ber Verkaufsstelle gelangt, so ist bem (§ 26 bes Gesetzes zur Drbnung ber nationalen Ar- vom Gesetzgeber mit ber Versagung ber lieber« beit), eine Betriebsorbnung zu erlassen ober ein« tragbarteit erstrebten Zwecke genügt, fo baß ber zelne vom Vertrauensrat gewünschte Bestimmun- § 9 der genannten Durchführungsverordnung wei- gen in sie aufzunehmen, so besteht auf Grund die- terhin nicht mehr in Anwendung kommen kann, ser ablehnenden Entscheidung die Möglichkeit einer Wollte man bei der großen Zahl der heute ge« Beschwerde an ben Treuhänber. tätigten Käufe mit Bebarfsbeckungsscheinen ben (Tine weiter- wesentliche Voraus,-tzuna für die Gläubigern der Mabelhändler den Zugriff auf den ZuWigkM der AVfechZng der Cntscheidung er- K in Me «Renten. ®n o,™S5?ntau* »«. blickt der Gesetzgeber in der Tatsache, daß die Mehr- wahren, 1° wurde die Kred, sahigkeit der Mo heit bes 23ertrauensrates bie erlassene Entscheibung hanbler unb der hier in »6^0^ fom als unsozial betrachtet. Diese 23eurteiluna burdi ben I menben Verkaufsstellen erheblich beeinträchtigt. Vertrauensrat wirb als Begrünbung ber'Beschwerbe Ihnen märe.^^Lf^nnbaT marum1 ei^^änble^9bet nniiifiiapn fein lieber bie Richtiakeit dieses Urteils aber auch Nicht erkennbar, warum ein Hanbler, Der der Betriebsordnung f-stg-legte Lohnregelung kann, t-rgehenden Schutz gegen Zwangsrwllst-ckungen - sÄiKwa s «■ s ':-‘= sSWäs Beschäftigten nicht gerecht. angegeben werben müssen, änbert hieran nichts; Was bas Der fahren bei ber Anrufung bes hj^rburch soll offenbar nur bie Nachprüfung ber Treuhänbers ber jMeit burch ben Vertrauensrat gefebmä§igen Derwenbung ber Bebarfsbeckungs- * anlangt, so sinbet sich seine Regelung einmal m bem erleichtert werben. Die Pfänbung bes Ein- bereits oben erwähnten § 16 bes Arbeitsorbnungs- zLngsanspruchs unb bie Wegnahme bes Bebarfs- gesetzes wie man es auch urz zu nennen psiegsi L^ungsscheines bei ber Verkaufsstelle erschwert 6UM andern m demi 15 ber ^erorbnung bißre Nachprüfung nicht, ba biese Vorgänge vom zur Durchführung des Gesetzes zur Ebnung ber Laubiger burch öffentliche Urkunben ohne weitenationalen Arbeit vom 10. Marz 1934 (RGBl. I nachgewiesen werben können. Bezieht sich nach S. 187), ber sich eingehend mit bem Beschwerbe- ^^^gten bas Verbot ber Übertragung ber verfahren befaßt unb dabel Bedarfsbeckungsscheine nicht mehr auf solche, bie auf eine Einigung innerhalb bes Betriebes legt. b^eit5 m den Hänben bes Inhabers einer Ver- Die Einlegung ber Beschwerbe ist erst zulässig, kaufsstelle befinben, so steht ber hier beantragten nachbem ber Inhalt ber Beschwerbe, b. h. bie ein- Pfänbung bes Einlösungsanspruchs nichts un Wege, zelnen Beschwerbepunkte vorher im Vertrauensrat Daraus ergibt sich also, baß ber Anspruch bes erörtert worben sinb. Der Führer bes Betriebes ist Schulbners gegenüber bem Finanzamt auf Ein« verpflichtet, ben Vertrauensrat einzuberufen, wenn losung ber Bebarfsbeckungsfcheine gepfänbet uno bie Hälfte ber Vertrauensmänner es beantragt, bem Gläubiger zur Einziehung überwiesen werben (§ 12.) In biefem Gremium haben bie Vertrauens-1 kann (vgl. Juristische Wochenschrift, 63. Jahrgang, männer ihre einzelnen Einwänbe gegen bie erlas- > 1934, Heft 27, Seite 1685/86). 1 2li ivk k0! lii ei d l | 9: Di ot \ I i ( f ei Ä L- do D di de G N ne A D le 's d z e ( i c s i 1 8 6t h Xt & 2 il 3 n ke V Id r R ut re, Kr not Hai der zue Tc D eil bb 9u sch es für in am ein ber ive Tl h il 9 li (c be fo die die kvi der lies. Uni nitf 9ioi r-ld be$ rab ikei Hin Nr. 232 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 4. Oktober 1934 Das Landestreffen der DAI in Wiesbaden und die Ab- 2. Der vollendete Aufmarsch der Kreise steht mit Auflösung nach der Kundgebung verboten. können nur die vorgesehenen Sonderzüge benutzt Lünnt. n nui uit vuiiut-i juyv uciiugi > > *> j ö ö werden. Die Benutzung eines anderen Zuges ist! Im übrigen wird von allen Teilnehmern die ge- nicht möglich. Die Rückfahrt erfolgt geschlossen vom wohnte Zucht und Disziplin erwartet, damit der Standquartier. Das Betreten des Bahnhofs ist gewaltige Eindruck des Aufmarsches durch keinerlei nur für Formationen möglich. I Ausfälle beeinträchtigt wird. Ausfälle beeinträchtigt wird. für Formationen möglich. nur Aus der Provinzialhauptstadt der auf vier Partei- Angelegenheit 3. 4. 1. 2. 3. feuerwerk stattfinden. Dann beginnt der gewaltige Abtransport Teilnehmer vom Landestreffen. Sonderzug Sonderzug wird Wiesbaden verlassen. Es wird wie folgt angelreten: Uniformierte, Teilnehmer im Festanzug der DAF., sonstige Teilnehmer. Bekanntmachungen zum Landestreffen. Die Teilnehmer sammeln sich zur Bahnfahrt in ihrem Kreis nach Anweisung des Kreiswalters. Nach Ankunft des Zuges im Bahnhof Wiesbaden muß folgendes beachtet werden: Der Bahnsteig wird sofort geräumt und außerhalb des Bahnhofes in Zwölfer-Reihen angetreten. Verpflegung. Am Samstag und Sonntag bleiben die Geschäfte geöffnet. Die Verpflegung erfolgt in Restaurationen, Massen- und Privatquartieren. Als Mittagessen wird ein Eintopfgericht verabreicht zum Preise von 25 Pfennig. Jeder Teilnehmer hat hierfür einen Löffel mitzubringen. Wenige Tage trennen uns von dem größten Aufmarsch, den Wiesbaden je erlebte. Unzählige Kameraden der DAF. aus allen Teilen des Gaues werden am 6. und 7. Oktober nach Wiesbaden kommen. ohne Grund befiehlt man beim Militär den Truppen den Gesang während eines anstrengenden Marsches. Man weiß, daß die Abwechslung neue Frische in die erschöpften Menschen bringt. Nicht ohne Grund haben Kinder zwischen jeder Unterrichtsstunde eine Pause. Ohne diese Entspannung wären sie einfach nicht aufnahmefähig. Aus den Momenten der Entspannung, der Loslösung vom Gewohnheitsmäßigen, dem Sichhinggeben der Dinge, die tief in uns schlummern, kommt die Beglückung, die uns die Kraft gibt, unser Tagewerk und unser Leben im besten Sinne zu vollenden. Wir müssen einsehen, daß die Arbeit allein nicht genügt, und daß sie unterbrochen werden muß, um unsere seelischen und geistigen Güter von ihr nicht erdrücken zu lassen. Nur der Zusammenklang von Arbeit, seelischer Entwicklung und geistiger Beweglichkeit kann den Rhythmus ergeben, den ein Mensch braucht, um sich wohl zu fühlen und über sich selbst hinaus an der Entwicklung mitzuwirken. Daten für Donnerstag, 4. Oktober. 1515: der Maler Lukas Cranach d. I. in Wittenberg geboren (gestorben 1586); — 1669: der Maler Rembrandt Harmensz van Ryn in Amsterdam gestorben (geboren 1606); — 1830: der Generalfeldmarschall Graf Dorck von Wartenburg gestorben (geboren 1759); — 1865: der Schriftsteller Max Halbe in Güttland (Westpreußen) geboren. Der Leiter des Kreises begibt sich zu dem durch ein Schild gekennzeichneten Quartieramt. Hier erhält er folgendes: 1. den Namen des Standquartiers, Der Samstag. Samstag nachmittag um 4 Uhr findet die feierliche Eröffnung des Landestreffens mit einem Kongreß sämtlicher Amtswalter der DAF. des Gaues im großen Saale des Pau- linenschlößchens statt. Um 6.30 Uhr ist gemeinsames Abendessen in sämtlichen Sälen des Paulinenschlößchens. Der Kreisleiter und Oberbürgermeister von Wiesbaden Pg. Piekarski wird die Amtswalter hierbei begrüßen. Um 8 Uhr abends veranstaltet der Reichssender Frankfurt einen großen Bunten Abend unter Mitwirkung von Frankfurter und Mainzer Künstlern und des Landes- Sinfonie-Orchesters in allen Sälen des Paulinenschlößchens. Gleichzeitig wird um 8.15 Uhr im Kurhaus Wiesbaden ein chorisches Spiel „Der Weckruf der Arbeit" von Till Kaiser-Wiederstein mit 350 Mitwirkenden ausgeführt. Im Stadion „Unter den Eichen" wird am Abend ein,großes V o l k s f e st stattfinden. 9.45 Uhr wird dann im Kurhausgarten ein großes Feuerwerk abgebrannt. Der Sonntag. Am Sonntag wird Sonderzug auf Sonderzug in Wiesbaden eintreffen und die Hauptteilnehmer zum Landestreffen bringen. Um 7 Uhr morgens beginnt das große Wecken durch sämtliche Kapellen der DAF. unter Mitwirkung der HI. und des Arbeitsdienstes. Dann werden die Vorbereitungen zu dem großen Appell getrüffen, der um 11 Uhr auf dem Wiesbadener Exerzierplatz stattfindet und bei dem der Führer der ÄAF., Pg. Dr. R o b e r t L e y , Gauleiter Sprenger und Landesobmann der NSBO., Willi Becker, sprechen werden. 2000 Fahnen der NSBO. und der NS.-Hago werden sich am Aufmarsch beteiligen. 100 neue Fahnen werden durch Dr. Ley geweiht. Das Aufmarschgelände ist so gelegen, daß der Aufmarsch in kürzester Zeit beendet ist. Um 1.30 Uhr ist der Appell bereits beendet und die Kolonnen marschieren in ihre Standquartiere zur Verpflegung. Eine große Anzahl wird auch in einem riesigen Zelt, das auf dem Aufmarschgelände errichtet ist, verpflegt. Um 3 Uhr nachmittags beginnt ein Fußball - Städtewettkampf Wiesbaden gegen Mainz, verbunden mit sportlichen und turnerischen Darbietungen. Um 4.30 Uhr nachmittags wird im Stadion „Unter den Eichen" D o l k s f e st veranstaltet. 50 auserwählte Werkchöre und Werkkapellen aus Hessen-Nassau werden ihre Kräfte in einem Wettstreit messen. Der Gou- stoßtrupp vom Amte „Volkstum und Heimat" wird spielen und tanzen. Wiesbadener Gesangvereine werden die DAF.-Mitglieder durch Darbietungen erfreuen. Abends um 8.30 Uhr wird im Paulinen- schlößchen abermals ein großer Bunter Abend vom Reichssender Frankfurt veranstaltet, der unter Leitung des Intendanten und Gaukulturwartes Fricke steht. Abends um 9.45 Uhr wird dann im Stadion „Unter den Eichen" das große Schluß- die genaue Zeit des Antretens marfchzeit zum Festplatz, die genauen Verpflegungsplatze, außerdem erhält jeder Kreis genossen zugeteilt, die über alle des Kreises in Wiesbaden orientiert sind und deren Anordnungen wegen der An- und Ab- Marschwege, als auch zum Kundgebungsplatz und zurück, genau befolgt werden müssen. Diese vier Parteigenossen stehen für den Kreis während seiner Anwesenheit in Wiesbaden von seiner Ankunft bis zur endgültigen Abfahrt zur Verfügung. Jeder Kreis erhält beim Quartieramt ein Schild mit der Aufschrift seines der Front nach der Tribüne. Vor der Tribüne nehmen die Gau-Kapelle, die NSBO.-Kapelle Wiesbaden und eine Kapelle des Kreises Groß-Frank- furt Aufstellung. Nach Abschluß der Kundgebung marschieren zuerst die Fahnen vom Platze. Danach treten die Kreise ab, nachdem von der Tribüne durch den Lautsprecher deren Namen bekanntgegeben wurden. Der Aufmarsch auf dem Festplatz, sowie die Aufstellung wird von der Tribüne durch Lautsprecher bekanntgegeben. Die Fahnengruppen der einzelnen Kreise marschieren geschlossen bis zum Aufmarschplatz, wo sie in Empfang genommen und zur Polizei-Unterkunft in der Gersdorffstraße geführt werden. Die von den Kreisen mitgebrachten Kapellen verbleiben bei ihren Formationen. Die Auflösung der Formationen nach dem Abmarsch erfolgt vor dem Standquartier. Für rechtzeitiges Antreten zum Anmarsch ist der Kreiswalter der DAF. verantwortlich. Ebenso trägt der Kreiswalter für rechtzeitiges Antreten abends, zum Abmarsch nach dem Bahnhof und für vollzählige Anwesenheit seiner Mitglieder die Verantwortung. Das Rauchen ist vom Antreten ab bis zur Kreises. Die O u a r t i e r k a r t e n für Privat- und Massenquartiere werden am Bahnhof am Samstag, 6. Oktober, ausgegeben. Es ist Vorsorge getroffen, daß jeder Kreis ein eigenes Standquartier erhält. An- und Abfahrt der Züge. Für die Anfahrt am Samstag sind bisher 6 und für den Sonntag 46 Sonderzüge vorgesehen. Soweit wie möglich fahren die Kreise geschlossen in eigenen Sonderzügen. Die Kreise bestellen den verantwortlichen Transportführer, der für das disziplinierte Verhalten seines Zuges verantwortlich ist und das Bahnpersonal unterstützen muß. Die Teilnehmer der Sonderzüge erhalten eine Ermäßigung von 75 v. H. Diese gilt auch für die Anfahrt bis zu den Sonderzügen. Die Fahrkarten werden durch die Kreiswalter, beziehungsweise Ortsgruppenwal- ter den Teilnehmern zugestellt. Bei der Rückfahrt Rhythmus des Alltags. Jeder hat seinen eigenen Entspannungsrhythmus und muß versuchen, das zu finden, was ihm wahre Beglückung bringt. Es ist sicher im Anfang schwer, sich aus der Arbeit heraus zu lösen und vielleicht nur für ein paar Minuten eine ganz andere Welt einzuschalten. Immer wieder wird der Gedanke an verlorene Zeit uns beherrschen und die Umstellung erschweren, aber mit ehrlichem Willen ist es bald erreicht. Nichts ist zu klein und zu unbedeutend, um nicht Entspannung und Beglückung zu werden. Ein Kapitel eines Buches, ein kleiner Spaziergang, der dem Körper wohltut und die Augen erfreut, ein wenig Musik, das Zeendedenken eines Gedankens, der uns beschäftigt hat, das Spiel eines Tieres, die Umgliederung der Zeit, die Beschäftigung mit irgendeinem Interessengebiet, welches außerhalb der zu verrichtenden Arbeit liegt, kann genügen. Man nimmt oft irrtümlich an, daß eine Unterbrechung der Arbeit schadet. Das Gegenteil ist der Fall. Der Entspannte wird mit viel größerer Intensität an seine Arbeit Herangehen und sie ausführen, als der an ihr müde werdende Mensch. Denken Sie einmal daran, wenn Sie als Kind eine Aufgabe nicht lösen konnten und sie verzweifelt beiseite legten. Nach einer Stunde, in der Sie sich mit ganz anderen Dingen beschäftigt hatten, gelang es spielend. Kein Mensch verträgt ein ewiges Einerlei, es macht Nerven weich und das Gehirn stumpf. Nicht Sammlungsgenehmigung für die Innere Mission. Die Hessische Regierung (Innere Verwaltung) gibt in einem Schreiben an die Kreisämter, Polizeidirektionen, Polizeiämter und an das Staatspolizeiamt folgendes bekannt: „Der Reichsschatzmeister der- NSDAP, hat namens des Stellvertreters des Führers und im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister der Finanzen dem Zentralausschuß für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche in Berlin-Dahlem die Genehmigung zur Sammlung von Sach- und Naturalspenden im ganzen Reich für die Zwecke der Inneren Mission in der Zeit vom 23. September bis 7. Oktober 1934 erteilt." Oer Großflugtag in Gießen. Im heutigen Anzeigenteil lädt die Flieger-Ortsgruppe Gießen des Deutschen Luftsport-Verbandes (DLV.) zu dem Großflugtag in Gießen am kommenden Sonntag auf dem Gelände des Flughafens ein. Bekanntlich wird bei dieser Veranstaltung der Weltmeister im Kunstflug, Gerhard F i e f e 1 e r, seine sensationellen Flugleistungen zeigen, die staunende Bewunderung in zahlreichen großen Städten Europas gefunden haben. Ferner werden flugsportliche Leistungen der Flieger der Landesgruppe VII Süd-West des DLV. gezeigt, bie' ebenfalls viel Neues auf dem Gebiete der Sportfliegerei bringen werden. Erfreulicherweise hat es die Gießener Flieger-Ortsgruppe fertiggebracht, trotz sehr hoher Unkosten die Eintrittspreise in volkstümlichen, außerordentlich niedrigen Grenzen zu halten, so daß jedermann der Besuch dieser einzigartigen, sehenswerten Veranstaltung möglich ist. In einer Bekanntmachung des Kreisamts Gießen im heutigen Anzeigenteil wird eine Polizeiverordnung für die Flugveranstaltung am kommenden Sonntag veröffentlicht, in der die Absperrmaßnahmen zur öffentlichen Kenntnis gebracht werden. Unsere Leser seien auf diese wichtige Bekanntmachung ebenfalls hingewiesen. Gaar-Hilfswerk und Saar-AbstimmungS-Kalender. Bereits vor einigen Tagen wurde auf die großzügige Aktion hingewiesen, die mit dem Saar- Abstimmungskalender zugunsten des Winterhilfswerks an der Saar eingeleitet ist. Hundert Tage läuft der Kalelnder und hundert Tage vor der Abstimmung sollen dem treuen Gedenken an die Saar gelten. Der Abstimmungskalender, der am 5. Oktober in jedem deutschen Arbeitsraum hängen soll, ist in seiner künstlerischen wie inhaltlichen Aufmachung ein Meisterwerk, an dem alle Beteiligten gern, freudig und selbstlos mitgearbeitet haben. Hundert Blatt erzählen vom deutschen Saarland, dem Saarvolk, der Saarwirtschaft, erzählen von den tausend und abertausend Fäden, die die Saar mit dem Gleich verknüpfen. Bild und Text zeigen die völkische, politische und wirtschaftliche Verbundenheit des Saarlandes mit dem Reich. Der Abstimmungskalender ist vom ersten bis zum letzten Blatt ein wertvolles Aufklärungswerk, das den Willen der Saardeutschen kundtut: Das deutsche Saarland zurück zum Reich! Der Abstimmungskalender gibt ein anschauliches Bild von dem Leben und Schaffen an der Saar. Zahlreiche selten schöne Naturaufnahmen sind zerstreut über die hundert Blatt, Kleinode deutscher Naturschönheiten, die 15 Jahre hindurch vom Mutterlande getrennt waren. Das Leben an der Saar ist in allen feinen Sitten und Gebräuchen geschildert. Von dem saar- deutschen Arbeiter und Bauern, von Arbeitsstätte, von Heim und Hof erzählen Dutzende von Blättern dieses Kalenders. Sowohl im Text, wie im Bild ist in diesem Abstimmungskalender ein Meisterwerk geschaffen. Der Kalender ist in jeder Buchhandlung zu haben! Preis 1 Mk. Jeder deutsche Volks- „Ein Mann will nach Oeuischland." Lichtspielhaus. Viele werden den Roman von Fred Andreas kennen, der vor einiger Zeit erschienen ist und die Vorlage für das Drehbuch lieferte; der Autor selbst schrieb es zusammen mit Philipp Lothar May- ring: es weicht in nicht unwesentlichen Teilen vorn Roman ab, aber die Grundgedanken blieben hier und dort unverändert. Dieser Film kam gerade zur rechten Zeit und ist in diesen Wochen, wo wir des Kriegsausbruchs vor 20 Jahren gedacht haben und noch immer gedenken, von besonderer Aktualität. Hier haben wir die Odyssee eines deutschen Ingenieurs, der vom Ausbruch des Weltbrandes drüben in Venezuela überrascht wird und von Heimweh, von Liebe, Sorge und Pflichtbewußtsein getrieben, sich den Weg zurück erkämpft in die alte Heimat, um sich einzusetzen mit den Millionen seiner Landsleute für die um Tod und Leben kämpfende Nation. Ein sehr guter Stoff, weil er ein an sich belangloses Einzel- schicksal in den großen Zusammenhang rückt und es in eine Sphäre erhebt, wo es allgemeinere Geltung beansprucht: was hier geschildert wird, könnte in allen Teilen — so abenteuerlich es manchmal anmutet — nichts weiter sein als eine Chronik, ein in Bilder übersetztes Tagebuch, ein Tatsachenbericht aus dem Jahre 1914, der vergessen wurde, weil damals mehr auf dem Spiel stand als das Schicksal eines einzelnen Mannes. Aber das Schicksal dieses Mannes ist so oder so — abgewandelt in unzähligen Varianten, Episoden und Einzelzügen — doch das Schicksal von Hunderten und Tausenden unserer Leute gewesen, die alle den gleichen Weg gemacht haben auf zahllosen gefährlichen Umwegen, alle das gleiche Ziel gesunden (oder auch nicht gefunden) — aber in jedem Fall heißen Herzens gesucht haben. Darauf allein kommt es an, nicht darauf im letzten Grunde, wo die Flucht übers Meer einmal endete. Freilich ist diese Bilderfolge nach einem Roman gemacht, und wir sehen keinen Grund, etwas dagegen einzuwenden, daß sie bei aller Wirklichkeit auch sehr romanhafte Züge trägt, denn nicht nur für die späte Chronik, sondern erst recht auch für den Roman liefert noch immer das wirkliche Leben den besten und unerschöpflichen Stoff. Also haben wir hier nicht allein die Odyssee und ein wenig sogar die Robinsonade eines Heimkehrers (mit feinen Kameraden) anno 14, sondern auch die Herzensgeschichte des Mannes, der nach Deutschland will. Und gerade weil der Gefühlsstrom, der ihn da hineintreibt, sich mit jenem andern kreuzt, und weil er nur von einem von beiden sich tragen lassen kann und darf, darum ist diese Liebesgeschichte innerhalb des Heimkehrerromans kein Zugeständnis etwa ans Publikum, keine unwürdig verkleinernde Episode in einem ernsten Epos vor weltgeschichtlichen Hintergründen, sondern sie stellt den Mann gleichsam zwischen zwei Feuer und vor die große Entscheidung seines Lebens. Er findet den einzigen Weg, der in solcher Lage möglich ist, und der Roman, soweit es sich hier um einen handelt, wird dadurch nicht schlechter, weil er — auf eine überraschende Weise — trotzdem glücklich endet. * Der Schauspieler Paul Wegener stellt sich mit diesem Film xum erstenmal als Regisseur der Öffentlichkeit. (Zwar erscheint er auch, gegen Ende, in einer kleinen Rolle als Darsteller, aber das ist hier belanglos.) Seine Inszenierung ist ausgezeichnet: man erlebt einen Film, der von leidenschaftlichem Impuls und gewaltiger Spannung vorwärts getrieben wird; eine aufregende Sache ist das, aber nicht nur aufregend wie ein Kriminalfilm im stürmischen Ablauf seiner Tatbestände und Ereignisse, sondern erregend aus einer tieferen Schicht des Bewußtseins und Mitempfindens, weil ja, wie wir schon andeuteten, die endgültige Entscheidung in diesem Fall nicht äußerlich, sondern nur ganz innen erlebt und sichtbar werden kann. Das ist Wegener, von vielen prächtigen Einzelheiten zu schweigen, imponierend gelungen; dies und das merkwürdige und oft fast verwirrende Nebeneinander von Wirklichkeit und Erfindung. Die Ufa hat neben einem bedeutenden materiellen Aufwand auch eine Besetzung von hohem Rang zur Verfügung gestellt. Karl Ludwig Diehl in der männlichen Hauptrolle: man hat ihn oft in ähnlichen Masken, in ähnlichem Umkreis spielen sehen, aber nicht immer wurde so viel beherrschte und doch erwärmende Vertiefung einer Gestalt von ihm gefordert, wie er sie hier überzeugend aufbringt. Neben ihm Brigitte H o r n e y : eine herrliche Rolle; gespielt mit dem vollen Einsatz der Persönlichkeit; beherrscht und ohne große Geste oder lautes Wort werden die beiden regierenden Jnnenkräfte geformt, welche die Handlung dieser Frau bestimmen: Leidenschaft eines zärtlichen Herzens und fast männliche Kraft des Willens. — Dann muß man Speel - m a n 3 nennen mit hohem Lob: lange nicht mehr gesehen, erfreuliche Wiederbegegung mit einem Schauspieler von Temperament, Humor und innerer Gesundheit. Unter den vielen anderen: Schur, Leibelt, Hadank, Zesch-Ballot; Wege- n e r nannten wir schon. * Im Beiprogramm: schöne Aufnahmen von der adriatischen Küste und einen luftigen, technisch sehr interessanten Farbenfilm; gerührtes Wiedersehen mit den Tricks der jeligen Mickymaus. „Kabale und Liebe ' in Frankfurt. Die Eröffnung der diesjährigen Spielzeit im Frankfurter Schauspielhaus stand bereits im Zeichen des Schillerjahres. Zu Ehren des großen Toten bildete die Neuinszenierung von „K a- bale und Liebe" den Auftakt zu dem Winter 1934/35. Die große Theaterwirkung des Stückes zeigte sich besonders in seinen beiden Kulminationspunkten, im dritten und fünften Akt. Hier wächst die Dramatik dieses Jugendwerkes ins Grandiose. Nach dem dritten und fünften Akt gab es begeisterten und langanhaltenden Beifall. Mit großem Temperament setzte sich Joachim Gottschalk für die Rolle des Ferdinand ein, während Hanni Hoeß - r i ch eine sehr sympathische Luise gab. Als Auftakt zu dem Drama und zum Spieliahr trug Hermann Schömberg Schillers vielzitierte Abhandlung „Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet" vor. Hochzeit im Reich der Mitte. Im Reich der Mitte wird auch heute noch in vornehmen Familien die Hochzeit nach den alten Sitten und Gebräuchen gefeiert. Beim ersten Hahnenschrei begibt sich der künftige Gatte, von allen männlichen Verwandten begleitet, nach dem Buddhatempel und stellt vor dem Altar des Gottes seine Geschlechter- tnfeln auf, um sich die Ahnen gnädig zu stimmen. Dann geht der Zug zur Wohnung der Braut, am hellen Tage von Laternenträgern geleitet, die eine letzte Erinnerung an den alten Gebrauch der Nachtheiraten sind. Im zweiten Hof ihres Hauses wartet die Verlobte, schwer mit Schmuck beladen, einen Blumenkranz auf dem Haar und unter dem weichen Schleier das Gesicht dick geschminkt, die Ankunft des Bräutigams. Der Bräutigam überreicht zunächst dem Schwiegervater eine wilde Ente, die in China das Symbol der Liebe und Treue ist, bann treten sich die beiden neuen Ehegatten zum ersten Mal gegenüber, grüßen sich feierlich und knien nieder, um den Himmel und die Erde anzubeten; sie sind nun für ihr Leben vereint. Dann steigt jeder der beiden Angetrauten in eine schön geschmückte Sänfte und nun werden sie in feierlichem Aufzug durch die Straßen getragen nach ihrem neuen Heim, wobei ihr ganzes Mobilar hinter ihnen hergeschleppt wird. So wogt eine bunte Fülle von Gegenständen hinter ihnen her, das Brautbett neben einem Vogelkäfig, Kochgeschirr neben Lampen, Stühle und Reissäcke alles wird mit feierlicher Würde dahergebracht. Vor dem neuen Heim angelangf, schlägt der Gatte mit seinem Fächer gegen die Sänfte seiner Frau und lädt sie ein, mit ihm das Haus zu betreten, wobei wieder eine Unzahl tiefer Verbeugungen sich vollzieht. Ein kurzes Festmahl wird eingenommen, dann sind die Ehegatten endlich allein. Sie sitzen einander gegenüber, eme Zeit lang im tiefften Stillschweigen verharrend, wie es die Wohlerzogenheit gebietet, dann erhebt sich der Gatte, verbeugt sich und reicht seiner Frau eine Tasse Tee, aus der beide feierlich ihre Lippen benetzen. Darauf tanzen sie mit langsam gravitätischen Schritten vor dem Altar der Ahnen einen seltsamen Hochzeitstc^iz. Sochschulnacknchten. Der Privatdozent Dr. Walter Dieter an der Universität Kiel ist zum o. Professor für Augenheilkunde an der Universität Breslau ernannt worden. Der Privatdozent Dr. Erhard T o r n i e r an der Universität» K i e l ist zum o. Professor für Mathematik der Universität Göttingen ernannt worden. Der Privatdozent Dr. Otto Stickl an der Universität Greifswald ist zum o. Professor für Hygiene in Greifswald ernannt worden. Dre ao. Professor Dr. Hans Knauer an der Universität Breslau hat einen Ruf auf das Ordinariat für Kinderheilkunde an der Universität Bonn angenommen. Der Chefarzt Professor Dr. Grütz in Wuppertal-Elberfeld ist zum o. Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn ernannt worden. Der Pfarrer W. Schmidt in Bethel bei Bielefeld ist zum o. Professor für Theologie an der Universität Münster ernannt worden. An der Deutschen Universität Prag sind der ao. Professor für historische Hilfswissenschaften und Geschichte des Mittelalters Dr. Heinz Zatschet, der ao. Professor für Mathematik Dr. Karl Löw- ner, der ao. Professor für Strafrecht und Strafprozeßrecht Dr. Edgar M. F o 11 i n , der ao. Professor für allgemeine und experimentelle Pathologie Dr. Julius R i h l und der ao. Professor für griechische Altertumskunde und Epigraphik Dr. Viktor Ehrenberg zu ordentlichen Professoren ernannt worden. Der Präsident des staatlichen Materialprüfungsamtes in Berlin Geheimrat Professor Dr.-Jng. e. h. Robert Otzen ist im Städtischen Krankenhaus in Hannover nach kurzem schweren Leiden im Alter von 62 Jahren g e ft o r b e n. Länger als ein Vierteljahrhundert, von 1905 bis 1932, gehörte er dem Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover an. Fast zwei Jahrzehnte hindurch hat Geh. Rat Otzen als ordentlicher Professor zahllose Bauingenieure in der Kunst des Stahl-, Beton- und Eisenbetonbaues ausgebildet. Kaum hatten die SA.-Aerzte der Gruppe Hessen, die zu einem Schulungskurs im Gießener Studentenhaus versammelt waren, das Kameradschaftshaus verlassen, als schon neue Uniformen dort zu sehen waren. In ihrer schmucken Arbeitsdienstkleidung trafen Abiturienten und Studenten der Gruppen 222 und 225 des Nationalsoziali- stischenArbeitsdienstesim Kameradschafts- dentenschaft gezeigt. Hervorgehoben sei nur die Arbeit unserer Gießener Kameraden von Graeve seine Gründe, die im einzelnen erläutert werden sollen. Fangen wir mit unserer Universität an, so müsse man als erstes betonen, daß die Gießener Hochschule nicht nur einige Fakultäten hätte, sondern eine Volluniversität sei, deren Einzelfakultäten einen sehr guten Ruf genießen. gegeben. Selbstverwaltung müsse als Selbstverantwortung betrachtet werden. Die Interessen der Gemeinden müßten vom Bürgermeister unter allen Umständen gewahrt werden. Der Gemeinderat sei zu hören. Die Berufung eines Bürgermeisters werde nur im Einverständnis mit dem politischen Leiter geschehen können. Staatsaufsicht sei, in Interesse der Gemeinden, in der zu erwartenden Reichsgemeindeordnung verankert. Bei den Erörterungen der Steuerreform Jahre 1933, mit dem Stand der Gemeindefinanzen 1934, den Aussichten für die nächste Zeit und mit der Kassenlage. Die Aufstellung der Haushaltspläne 1934 sei rechtzeitig erfolgt. Der Ausgleich konnte jeweils geschaffen werden. Die Kassenlage der Gemeinden sei befriedigend, mit Ausnahme jener Gemeinden, die noch unter der Arbeitslosigkeit zu leiden hätten. Die Marschroute sei klar: Die Gemeinden möchten gerne Aufträge an die Wirtschaft gebendes sei aber hierbei Vorsicht zu empfehlen solange, bis der neue Steuerausgleich eine Uebersicht über die zu erwartenden Mittel gestatte. Aus allen bisherigen und vorbereiteten Maßnahmen fei zu erkennen, daß der Führer gewillt sei, den Gemeinden zu helfen. Es fei bisher schon eine ganze Reihe von wesentlichen Erfolgen zu verzeichnen. Aus dem Trümmerfeld, das die früheren Regierungen hinter sich ließen, könne aber nicht mit einem Schlage ein Prachtbau erstellt werden. Zunächst werde erreicht werden müssen, daß die Gemeinden zu einem gesunden Eigenleben kommen können. Im schwersten Ringen um die außenpolitische Behauptung und im Kampf um die Erringung einer dieser Treffen. Den ersten Vortrag hielt der Hauptamtsleiter V der Gießener Studentenschaft, Kamerad Hans Fritz Schuster über das Thema „Gießen, die alte Universitätsstadt an der Lahn, ruft euch!" und „Das Studium in Gießen". Der Referent führte ungefähr folgendes aus: „Die Hörer ständen jetzt bald am Ende ihres Werkhalbjahres und damit vor der Entscheidung, an welcher Hochschule sie ihr Studium beginnen bzw. weiterführen wollten. Wenn jetzt für die Gießener Universität gesprochen würde, so habe das Zur Stadt Gießen gehört der Student! Arbeitsdienst—Gtudententreffen. Der Stand der kommunalen Gesetzgebung Oie Arbeitsmarktlage im Arbeitsamtsbezirk Gießen. Nach einer kurzen Pause sprach der Führer der Gießener Studentenschaft Kamerad H.I.Adam über „Einsatz der Studentenschaft an der Hochschul e". Diesem Vortrag entnehmen wir folgendes: Ausgehend von der alten Hochschule kennzeichnete der Redner die Fehler der Vergangenheit und kam dann auf die neuen Wege zu prechen. 7Nan dürfe nicht nur kritisieren und verneinen, sondern man müsse auch positive Wege zur Verbesserung zeigen. Schon die Laufbahn von der Reifeprüfung bis zur Hochschule zeige deutlich, daß ein anderer Wind in der Studentenschaft wehe. Alle Abiturienten, die tudieren wollten, müßten durch das W e r k h a l b - j a h r hindurch und würden das Erlebnis des Arbeitsdienstes mit in das studentische Kameradschaftshaus bringen. In dem Kameradschaftshaus würde das Erlebnis der Gemeinschaft weiter fortgesetzt. Die später an- chließende Fachschaftsarbeit habe ebenfalls )en Zweck, bei der Neugestaltung der Hochschule mitzuarbeiten. Gerade auf die Jungmannschaft, die jetzt zur Hochschule komme, komme es ganz besonders an. Es gehe nicht so, daß man einen Strich unter das Vergangene setze und dann neu anfange, sondern man müsse gerade bei der Wissenschaft auch das alte kennengelernt haben. An der Universität mühten sich fast alle Disziplinen mit dem Nationalsozialismus auseinandersehen, was an einer Technischen Hochschule nicht ganz der Fall wäre. Dann kam der Führer der Studentenschaft auf die Korporationen zu sprechen und bezeichnete sie als st u d e n t i s ch e M ä n n e r b ü n b e ; diese kleinen Gemeinschaften seien erforderlich, denn heute käme es darauf an, daß die ganze Arbeit v o n G e m e i n s ch a f t e n getragen werde. Diese Bünde müßten unbedingt Mitarbeiten und neue Ziele weisen, denn in der alten Form könnten sie nicht weiterbestehen. Die Generation, die nach 1933 auf dem Plane stehe, dürfe nicht einfach abtreten, sondern müsse Stand halten, um das Erlebnis der nationalsozialistischen Revolution hinüberzutragen in kommende Generationen. Hier gelte es nur Bestehen oder Versagen. Selbst wenn man bei seiner Arbeit Enttäuschungen erlebe, müsse man trotzdem daran gehen, es besser zu machen, damit man unser schönes Ziel erreiche. Nach dem Abendessen fand dann In der Tages- , halle des Hindenburghaufes ein Kamerad« schaf tsab end statt, der mit feinem improvisierten Programm die Werkhalbjahrsabiturienten einige frohe Stunden verleben ließ. lieber die anderen Vorträge werden wir in Hfl* serer morgigen Ausgabe beruhten. und Paul Seipp. Das Kameradschaftshaus der Gießener Studentenschaft entspreche mit seiner einfachen, aber dem neuen Geist der Deutschen Studentenschaft voll gerecht werdenden Einrichtung ganz dem Sinn der neuen Zeit. Jeder echte nationalsozialistische Student, der sich bewußt in die Aufbauarbeit einschalte, werde eine Reklame anderer Hochschulen, die mit ihren luxuriös ausgestalteten Kameradschaftshäusern hausie- ren gehen, strikte ablehnen. Ferner sei die Möglichkeit der Ausübung jeglichen Sports in Gießen gegeben: der herrlich gelegene Universitätssportplatz und die Universitätsreitbahn, ferner die Strandbäder und die Bootstouren auf der Lahn; im Winter locke der nahe Vogelsberg mit dem Hohe- rodskopf zum Skilaufen und Rodeln, ferner das städtische Hallenschwimmbad und die Turnhallen zur Sportausübung. Außerdem würden Stadt- theater, Lichtspielhäuser, Vortragsabende des Goethebundes, die Konzerte des Konzertvereins und die alten Studentenlokale die freien Abende verkürzen helfen. Zur Sfabf Giehen gehöre der Student, das würden sie bald bei dem Umgang mit der Gießener Bevölkerung merken. Die Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetages, Landesstelle Hessen- Hessen-Nassau, vereinigte gestern vormittag im Hotel Hindenburg die Bürgermeister und Ortsgruppenleiter des Kreises Gießen zu einer Tagung. Bürgermeister Pg. Euler - Wieseck eröffnete die Versammlung, hieß besonders den stellvertretenden Kreisleiter der NSDAP., Pg. Hopfenmüller, ferner Oberregierungsrat Pg. Dr. S ch ö n h a l s , Regierungsrat Grein, Bürodirektor Fabian vom Kreisamt und außerdem den Hauptredner der Tagung, den Leiter der Geschäftsstelle der Landesstelle Hessen-Hessen-Nassau des Deutschen Gemeindetages, Pg. Dr.' G ö b - Frankfurt a. M., herzlich willkommen. Or. Göb, Frankfurt a. M. hielt sodann einen Vortrag über das Thema: „D er Stand der kommunalen Gesetzgebun g". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Auf allen Gebieten der Kommunalpolitik seien die bisherigen.Maßnahmen sehr rasch getroffen worden. Die Zusammenlegung der kommunalen Spitzenverbände sei im Rahmen der Vereinheitlichung notwendig gewesen. In erster Linie war dabei der Gedanke der Wirtschaftlichkeit maßgebend. Ein weiterer Hauptgrund für die Zusammenlegung der kommunalen Spitzssnverbände sei die Notwendigkeit gewesen, die Gegensätze zwischen Stadt und Land überwinden zu helfen. Der Deutsche Gemeindetag, inzwischen zur öffentlich-rechtlichen Körperschaft geworden, fei in erster Linie dazu da, die Bürgermeister bet iyrer Arbeit in den Gemeinden zu beraten. Engste Verbindung zwischen dem Gemeindetag und der obersten PO. sei gewährleistet. Alle Arbeit stehe im Zeichen des Dienstes für die Allgemeinheit. • Es gebe keine Gesetze mehr, die nur für einzelne Slädle, kreise ober Gemeinben Geltung hätten. Dann berichtete der Redner noch von den Sehenswürdigkeiten der Stadt und der nächsten Umgebung, wobei er besonders auf den durch die Studentenschaft aller Zeiten schon historisch gewordenen Gleiberg zu sprechen kam, in dessen Mauern sich das Schulungslager der (3 t e - jener Studentenschaft befände. Es würde ich schon lohnen, einige Semester an der alma mater ludoviciana zu verbringen. Ueberhaupt gehöre der junge Student in die Klein« t a d t, heraus aus der Großstadt, wo er nur im Trubel und in der Menge unterginge. Die Hochschule und bie Studentenschaft müsse lm Drillen Reich mit Sfabf unb Landschaft eng verbunden fein, nur dann sei es möglich, daß aus den Sfubierenben später einmal rechte Führer würben. Mit dem Wunsche, bald die Versammelten als Kommilitonen an unserer Hochschule hier begrüßen zu können, schloß Kamerad S ch u st e r feine Ausführungen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich bet' Redner mit der großen Frage der Gemeinden: der Finanzlage. Diese Frage sei besonders bedeutungsvoll geworden durch die ungeheure Belastung von der Seite der Arbeitslosigkeit her. Noch vor anderthalb Jahren sei die Lage der Gemeinden trostlos gewesen. Wenn die Gemeinden in jener Zeit nicht zusammengebrochen seien, so sei das ein Verdienst der Gemeindeverwaltungen und der von ihnen bekundeten Widerstandskraft. Der Führer Adolf Hitler habe zwei besondere Aufgaben herausgestellt: die Rettung des Bauernstandes und die Eingliederung der Erwerbslosen in den Arbeitspro- z e ß. Das bedeute grundsätzlich, daß Bauer und Arbeiter voneinander abhängig seien. Durch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sei die Finanzlage der Gemeinden mit einem Schlage geändert worden. Die Gemeinden standen in der Arbeitsschlacht kn her ersten Front; das möge in Zukunft auch so bleiben. Es sollten aber nicht willkürlich Projekte entworfen werden, denn man müsse vor allem mit der Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen rechnen. Allerdings solle auch nicht eine gewisse Aengstlichkeit, etwas zu unternehmen, Platz greifen. Denn auch bie einzelne Gemelnbe arbeitslosen- frei fei, fo fei bie Frage bet Arbeitsbeschaffung für ben befreffenben Bürgermeister noch nicht gelöst. Aus ber anfänglichen Arbeitsanregung bürch bie Regierung müsse sich eine organische Dirtschaftsbelebung entwickeln. Die Steuergesetzgebung ber Zukunft werbe dieser Entwicklung förberllch fein. Hitler, ferner von der Reichsbahn-Hauptverwal- . tunq, der Reichsbahndirektion und dem Retchsbahn- betriebsamt I überreicht. Von dem Amtsvorstand des Bahnbetriebsamtes I, Oberbahnrat Wilke, ^urde dem Jubilar als persönliches Geschenk das Buch des Führers Adolf Hitler, „Mein Äampf , übermittelt. In feiner Glückwunschansprache würdigte der stellv. Dienststellenleiter die Pflichttreue, den Diensteifer und das verträgliche Wesen des treuen Thtarbeiters, der sich durch diese Eigenschaften das Vertrauen der Verwaltung erworben habe. Von seinen Mit-1 arbeitern wurde ihm als Ausdruck der allgemeinen Wertschätzung durch Reichsbahn-Inspektor Schmidt ein Landschaftsbild mit entsprechender Widmung überreicht. Auch hierbei wurde zum Ausdruck gebracht wie beliebt der Jubilar bei seinen Arbeits- kameraden ist. Alle äußerten den Wunsch, noch recht lange mit ihm zusammenarbeiten zu können. Der Arbeitsplatz des verdienten Mannes war mit Blumen prächtig geschmückt. ** Personalien. Ernannt wurden: der Ober- justizinspektor bei dem Amtsgericht Vilbel Wilhelm Klaus zum Oberjustizinspektor bei dem Amtsgericht Gießen; der Oberjustizinspektor bei dem Amtsgericht Osthofen Wilhelm Stetter zum Oberjustizinspektor bei dem Amtsgericht Vilbel, beide vom 1. Oktober ab; der Hilfsbibliothekar I,ic. Erwin Schmidt aus Gießen zum Bibliothekar bei der Universitätsbibliothek in Gießen mit Wirkung vom 1. November ab; der Oberförster Karl Simon zu Laubach zum Forstmeister mit Wirkung vom 1. Septbr. ab; der Amtsarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Offenbach Medizinalrat Dr. Adolf Otto zum Kreisarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Büdingen mit der Amtsbezeichnung „Medizinalrat" mit Wirkung vom 16. Oktober ab. — In den Ruhestand versetzt wurde der Strafanstaltsoberwachtmeister beim'Landgerichtsgefängnis zu Gießen Karl Orth auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. *♦ Eine Kraftpostfahrt zur Lahn- quelle findet am kommenden Sonntag von Gießen aus statt. Näheres ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. ** Herb st messe auf Oswaldsgarten. In der Zeit vom 7. bis einschließlich 14. Oktober findet auf Oswaldsgarten die diesjährige Herbstmesse statt. Viele verschiedenartige Verkaufsgeschäfte werden auch diesmal wieder zum Markte erscheinen. An Volksbelustigungen wird es auch nicht fehlen, denn eine Wasserrutschbahn, eine russische Schaukel, Humoristisches Velodrom, Asfendressuvschau, Marionettentheater usw. werden genügend Gelegenheit zur Unterhaltung bieten. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Unfall bei der Arbeit. Der 28jährige Drucker Karl Theiß, Seltersweg 77, kam bei der Arbeit mit der rechten Hand in die Maschine und erlitt dabei erhebliche Verletzungen. Er mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Alle Gesetze müßten in nationalsozialistischem Erdmann vom Arbeits- Geiste ihr- Durchsührung finben. Um Ines zu Unt-rf-ldme.st-r E r dm.a n Dom , arbeite währleisten, seien Kreise und Gemeinden mit der ha t-! aus Anordnung oer or°uys.enung L^Reichs-''u7d VermLnasreform werde'un'- W °7n°dİer gen Brn nächsten Schritt werde d.e Fmanzresorm o^/biih^ bc5 Hi-ß-ner Kameradschaft-. Öa%r (Tnhnnrf h»r sRPtA6rt»mpinhPnrh. WWs Gerhard Pallrnann begrüßte mit ferm- ®er Entwurf der R e i ch s g e rn e i n d e o r d Worten die Kameraden aus dem Arbeitsdienst nung wolle "1 der Leitung der Gemeinden das 6 erläuterte in kurzen Ausführungen den Sinn Fuhrerpnnzip. Die Leitung solle m einer Hand I etL“ul.vlc 0 1 ' ö liegen. Ausschlaggebend sei die Persönlichkeit. Ihr sei Autorität nach unten, Verantwortung nach oben genösse bringt fein Saaropfer durch Erwerb des Kalenders. In jedem deutschen Arbeitsraum soll am 5. Oktober ein Abstimmungs- kalender hängen. Neuregelung Der Genußrechte von Industrie-Obligationen. Don der Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes wird uns geschrieben: Vor wenigen Tagen fand im Reichswirtschaftsministerium eine durch mehrere Eingaben des Sparerbundes veranlaßte Besprechung wegen Neuregelung der Genußrechte statt. Da sich schon bisher die Abhängigkeit von der Dividende als unzuträglich erwiesen hat, schlägt der Sparerbund in feinem Antrag vor, daß die seiner Zeit im Aufwertungsgesetz vorgesehene Zusatzaufwertung der Jndustrieobligationen in Höhe von 10 v. H. in Form von Genußrechtsurkunden jetzt endlich klar gelöst werden müsse. Dies kann auf mehreren Wegen erreicht werden. Verzinsung und Tilgung muß entweder schon bei Ausschüttung einer Dividende oder schon bei Ausweis eines Reingewinns eintreten. Gegen eine Behandlung als schuldendes Unternehmen sprechen Bilanzbedenken wegen der neuerlichen Passivierung dieser Posten. Der Sparerbund hat vermittelnd Verzinsung und Auslosung gefordert bei Vorliegen eines Reingewinns. Eine weitere Eingabe des Sparerbundes bezüglich einer endgültigen und klaren Regelung der Jndustrieobligationen mit Zahlenmaterial liegt bereits dem Reichs- wirtschaftsministerium vor. BornoNzen. — Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Ein Mann will nach Deutschland". - Astoria-Lichtspiele Seltersweg, „Der Weltkrieg". — DHC., 20.30 Uhr, Monatsversammlung mit Lichtbilderoortrag. — J-ov Uhr, Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft, Dolksmissionsvortrag. . — „Der Weltkrieg". In den Astona-Llcht- spielen gelangt von heute bis Sonntag einschließlich der Großfilm der Ufa „Der Weltkrieg, wie er wirklich war" zur Aufführung. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerfam gemacht. * ** D i e Sprechstunden des Staatsministers fallen, nach einer Mitteilung des Staatspreffeamts, am kommenden Samstag, 6. Oktober, aus. , ** Dien ft Jubiläum bei der Reichsbahn. Der beim Gießener Bahnhof in Dienst stehende Reichsbahn-Obersekretär Georg Kuhn, Liebigstraße 77 II, konnte heute auf eine 40jähnge Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm heute vormittag von dem stellv. Leiter des Gießener Bahnhofs, Reichsbahn-Inspektor L o ck e m a n n, je ein Glückwunsch-, Dank- und Anerkennungsschreiben des Deutschen Reiches durch den Führer und Reichskanzler Adolf festen wirtschaftlichen Position unter den Völkern müsse sich der Staat auf gesunde Gemeinden stutzen können. Alle Gemeinden, die dem Führer die Treue gelobten, müßten nun mit allen Mitteln am Aufbau mithelfen. (Anhaltender lebhafter Beifall!) Jm weiteren Verlaufe der Verfammlung erinnerte Oberregierungsrat Dr. Schönhals an den Tag der Saarabstimmung unb warb für den Sa a r - kalender, der aus Anlaß der Saarabstimmung herausgebracht werde und der in feinem Haufe und bei keiner Behörde fehlen dürfe. Oer Leiter des Arbeitsamtes Gießen, pg. Or. List sprach dann an Hand interessanter graphischer Darstellungen über den „Stan d der Arbeitslosigkeit im Bezirk des Arbeitsamts Gießen" und über „Anträge auf N o t - stanüsar beiten". Die Reichsregierung wolle, so führte er u. a. aus, im kommenden Winter nicht in gleichem Maße Mittel zur Verfügung stellen, wie es bisher geschehen sei. Neue Darlehen seien also kaum zu erwarten. Als erfreuliche Tatsache fei festzustellen, daß die Einstellungen in der Wirtslchaft stärker gewesen seien, als man vielleicht aus allgemeinen Zahlen entnehmen könne. Unser Gebiet habe in der Arbeitslosenbewegung außerordentlich hohe Spannungen aufzuweisen. Bei höchstem und niedrigstem Stand ergebe sich eine Differenz von 12 000 Menschen. Die Industrie der Steine in Oberhessen erweise sich immer wieder als sehr stark saisonbedingt. Die Spannungen im Arbeitsamtsbezirk Giehen ergäben sich klar aus der Struktur des Bezirks. Rückgänge in der Beschäftigung feien gegenwärtig bei Buderus in Lollar und in Hirzenhain zu verzeichnen. Dieser Rückgang sei darauf zurückzuführen, daß die großen hausinstand- sehungen, die von der Reichsregierung stark gefördert worden waren, zu einem großen Teil abgeschlossen sind. Die Textil- und die Schuhindustrie seien befriedigend beschäftigt. Durch die Einführung der 36-Stunden-Woche in der Textilindustrie werde eine große Anzahl von Arbeitern und Arbeiterinnen gehalten werden können. Die Zigarrenindustrie sei sehr stark beschäf- tigt, und es sei kaum möglich, die Anzahl der verlangten weiblichen Arbeitskräfte zu vermitteln. Die Steinbrüche waren bisher gut beschäftigt, man müsse aber tn diesem Winter einen gewissen Rückfluß an Arbeitskräften erwarten. Die Bauindustrie in unserem Bezirk werde durch zwei größere Bauvorhaben eine erfreuliche Belebung erfahren, und zwar durch den Ausbau der katholischen Kirche in Gießen und durch die Errichtung eines Pädagogiums in Friedberg. 3m Arbeitsamtsbezirk Gießen fei es gelungen, die Wohlfahrtserwerbslofen zum größten Teil in Arbeit zu bringen. Das Ergebnis, bas hier erzielt worben sei, erweise sich als bas beste in den 17 Bezirken des Lanbes- arbeitsamtes. Leider sei aber in Gießen die Arbeitslosenziffer noch sehr groß, und sie habe sich hartnäckig konstant gehalten. Bei ber Genehmigung von Notstandsarbeiten habe bas Arbeitsamt Gießen immer besonberen, Wert barauf gelegt, baß werbenbe Maßnahmen (Meliorationen, Wegebau, Bachregulierung usw.) unterstützt würben. Die Arbeiten, bie in bieser Hinsicht zur Ausführung gelangt feien, wären auch zu anberer Zeit im Finanzgebahren einer Gemeinde burchaus als normal bezeichnet worben. Die Durchführung von Notftanbsarbeiten solle nicht in höherem Maße als unbedingt not- wenbig betrieben werben, denn es sei richtig, daß bie Erwerbslosen völlig organisch in ben Arbeitsprozeß eingegliebert würben. Wenn gegenwärtig auch kaum eine besondere Förderung von Rotslandsar.beiten möglich fein werde, so sei es doch angebracht, Pläne bereitzuhalten, die dann zur Ausführung kommen könnten, wenn weitere Unterstützungen von Notstandsmaßnahmen möglich würden. Eventuell sollten größere Arbeiten auf zwei Etatsjahre verteilt werben. Mit allen Mitteln solle verhütet werben, baß neue Arbeitslose geschaffen würben. Die Ausführungen des Rebners wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt unb fanben viel Beifall. Nachdem Diplom-Ingenieur Umlauf von der Wassermesser - Vertriebsgesellschaft noch über die Vorteile des Einbaues von Wassermessern gesprochen und nachdem Bürgermeister Euler (Wieseck) noch einige Rundschreiben des Deutschen Gemeindetages bekanntgegeben hatte, beschloß der Versammlungsleiter bie anregende Tagung mit einem breifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. stellte der Redner heraus, daß die Steuerreform eine Verminderung der Steuerarten, gerechte und soziale Verteilung unb Vereinfachung ber gesamten Steuergesetzgebung, sowie wirtschaftliche Tragbarkeit für ben Steuerzahler erstrebe. Das Steueraufkommen solle so gestaltet werden, daß lediglich der notwendigste Bedarf des Reiches gedeckt werde. Der Finanzausgleich fei überfällig. Es werde in Zukunft auf die kleineren Gemeinden mehr Rücksicht genommen werden müssen. Die Er- $as Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten Hebung von bestimmten Steuern müsse deni Gemein- in Gießen sei schon immer ein gutes gewesen, und ben für bie Erfüllung ihrer ureigensten Pflichten zu- na$ ber nationalsozialistischen Revolution sei an gestanden werden. unserer Hochschule ein vorbildliches tarne- Den Gemeinden solle auch die Wöglichkeit ge- radschaftliches Verhältnis zwischen geben werden, ihre Aufgaben hinsichtlich der Hochschullehrern und Schülern entstan- Volksschule zu erfüllen. Der jetzige Volksschul- ben. Die Gießener Stubentenschaft, bie schon lange laffenausgteid) fei unzulänglich. ?°r Machtübernahme nationalsozialistisch gerne-- . ’ ” . . fen sei, habe ebenfalls m ihrer stubentlschen Arbeit Der Gemeindevorsteher werde auch hier zu verant- nur Vorbildliches geleistet. Dies habe sich deutlich warten haben. Er werbe sich Nicht mehr hinter auf bem Deutschen Stubententag 1933 in Aachen und Mehrheitsbeschlüssen verschanzen können Er sei ber bei ber letzten Neugestaltung ber Deutschen Stu- Regierung verantwortlich, unb bannt sei ihm eine • * ■ - - '■ • - - - - - • finanzpolitische „Hausorbnung" gegeben. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich ber Rebner mit dem Abschluß der Gemeinden im 1 u f I Der Grniedanksesstag aus dem Lande. Obbornhofen. Die Feier des Erntedankfestes gestaltete sich in unserem Dorfe auch in diesem Jahre wieder zu einem eindrucksvollen Bekenntnis für das deutsche Bauerntum. Die Glocken der Dorfkirche lauteten am Abend vorher den Festtag ein. Kaum ein Haus, an dem nicht eine Fahne oder sonstiges Festzeichen prangte. Sonntagmorgen war gemeinsamer Gottesdienst, an dem Die Parteigliederungen und die Ortsvereine geschlossen teilnahmen . Um 13 Uhr wurde der Festzug aufgestellt. Voran das Trommler- und Pfeiferkorps des Turnvereins. Hiernach folgte SA., Parteimitglieder und Mitglieder des Reichsnährstandes. Drei Wagen mit landwirtschaftlichen Produkten, denen der Sämann mit Plug und Egge vorausfuhr, wurden allenthalben sehr beachtet. Auf und zwischen den einzelnen Wagen sah man landwirtschaftliche Arbeiter mit verschiedenen Geräten. Es war ein prächtiges Bild bäuerlicher Arbeiten und Leistungen, das sich durch unseren Ort bewegte und von allen Zuschauern freudig begrüßt wurde. Der stellvertretende Orts- bauernführer Hermann Sauber hielt auf dem Schulhofe eine kurze, kernige Ansprache, in der er den Bauernstand als den Träger und Quell der deutschen Kraft hervorhob. Mit dem Gesang des ersten Verses des Deutschland-Liedes und des Horst-Wessel-Liedes und mit einem dreifachen „Sieg- Heil" auf den Führer und Reichskanzler fand die Feier ihren Abschluß. Am Nachmittag wurde die Uebertragung der Führerrede von der großen Bauernkundgebung am Bückeberg angehört. Bei Tanz und gemütlichem Beisammensein fand man sich am Abend im Saale von Erich Wenzel wieder zueinander. Ronnenrolh. "Y Unter Beteiligung der gesamten Bauernschaft nahm hier das Erntedankfest einen harmonischen Verlauf. Wald und Garten hatten ihren letzten Schmuck geliehen, um dem Dorfbild sein festliches Gepräge zu geben. Girlanden und Herbstblumen in reicher Fülle grüßten von den Häuserfronten. Ueberall wurden die Fahnen des neuen Reiches gezeigt. Gegen 14.30 Uhr bewegte sich der Festzug durch die Dorfstraßen. Besonderes Interesse erregten eine mit Blumen überladene Sämaschine, vor der ein Sämann einherschritt, außerdem ein mit allen Erzeugnissen der Scholle beladener Erntewagen, sowie ein Leiterwagen mit Burschen und Mädchen, als Spinnstube gedacht — als Ganzes symbolisch den bäuerlichen Lebenskreis darstellend. Ungetrübte Festfreude leuchtete allen Festzugsteilnehmern aus den Augen, die beim Abschluß gerade dieses Erntejahres ihre besondere Berechtigung hat. Verschiedentlich wurde dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben, daß diese Freude fein Echo finden konnte; es fehlten unseren Landleuten die Menschen der Stadt, ein Beweis dafür, daß deutsche Menschen wieder am Werk sind, Brücken zueinander zu bauen in die neue Zeit hinein. Im Hofe des Gastwirts Rinker versammelte sich dann die Gemeinde, um nach einem Lied des Gesangvereins, dem Gedichtvortrag einer Schülerin und einer kurzen Ansprache des Beigeordneten und Orts- bauernführers W. K o ch die Rede des Führers entgegenzunehmen. Weickartshain. cv) Das^ Erntedankfest nahm in unserer Gemeinde einen schönen Verlauf. Am Samstagabend wurden die Flaggen gehißt. Diele Einwohner schmückten ihre Häuser mit frischem Grün. Am Sonntagmorgen fand ein Platzkonzert statt. Am Festgottesdienst, der sehr gut besucht war, nahmen sämtliche Organisationen der Partei geschlossen teil. Der stattliche Festzug, der sich unter Vorantritt der Musikkapelle des hiesigen Musikoereins durch die Straßen des Ortes bewegte, bot ein schönes Bild. Im Schulhof hörte man dann gemeinsam die Rede des Führers Adolf Hitler. Vor der Uebertragung unterhielten der Musikverein und die Schulkinder durch Lieder und Musik, die dem Sinne des Tages angepaßt waren. Merlau. ll. Dem Erntedankfest in unserer Gemeinde ging am Samstagabend eine Gemeindeversammlung unter dem aufgestellten Erntebaum voraus. Es wurde dabei manches schöne Volkslied gesungen. Der Sonntagvormittag brachte zunächst zu früher Stunde das Wecken durch den SA.-Musikzug; dann wurden die Fahnen gehißt, und gegen 12 Uhr versammelte sich die Gemeinde wieder unter dem Erntebaum. Nachdem Bürgermeister Kochen- d ö r f e r eine kurze Ansprache gehalten, setzte sich der Festzug unter den Klängen des Musikzugs des Sturmbannes 1/254 in Bewegung. Auf dem Festplatz hielt Bürgermeister Kochendörfer eine kurze Ansprache, an die sich die Wahl des Erntekönigs anschloß. Die Wahl fiel auf den Bauern Kaspar Becker, der eine Aehre mit 78 Körnern bringen konnte. Nachdem noch einige Volkslieder gesungen waren, beschloß das dreifache „Sieg- Heil!" auf den Führer die Kundgebung. Dor der Uebertragung der Führerrede im Saalbau Hörle unterhielten BDM. und Schüler mit Volkstänzen und Sprechchören. Mit dem Erntetanz fand das Fest feinen Abschluß. Flensungen. n. Unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft unserer Gemeinde wurde das Erntedankfest gefeier, das am Samstagabend mit einer kleinen Vorfeier auf dem Sportplatz begann. Am Sonntagmittag wurde der Zug, der diesmal die vier Jahreszeiten veranschaulichte, auf dem Sportvlatz zufam- mengestellt. Nach einer kurzen Ansprache des Bürgermeisters bewegte sich der Zug durch Mücke und Flensungen. Den Beginn bildete ein Wagen, mit frischem Grün geschmückt, ihm folgten sämtliche landwirtschaftlichen Geräte zur Frühjahrsbestellung. Dann kamen die Erntewagen des Sommers und des Herbstes. Die Schüler trugen in Körbchen die edelsten Früchte des Herbstes zur Schau. Auch der Gartenbauer fehlte nicht. Den Schluß des Zuges bildete die ländlich-winterliche Spinnstube. Für die größte Kornähre mit 59 Körnern, die Landwirt Heinrich B r ä u n i n g II. erzielte, wurde er zum Erntekönig ernannt, gleichzeitig wurde ihm die vom BDM. gestiftete Aehrenkrone überreicht. Laubach. Das Erntedankfest nahm in Laubach einen schönen Verlauf. Am Vormittag fanden die kirchlichen Feiern statt. Der Kindergottesdienst um 9 Uhr stellte den Sinn dieses Tages besonders dadurch lebendig dar, als neben den einheimischen Kindern Jungvolk-Jugend aus Köln daran teilnahm. Dadurch kam die iftnige Verbundenheit von Stadt und Land zum Ausdruck. In den Jugendgottesdienst brachte ein kleines Erntedankfestspiel mit symbolischer Darstellung des Naturgeschehens den Kindern die Gedanken des Tages nahe. Der Hauptgottesdienst, an dem die Formationen geschlossen teilnah- men, war überfüllt. Im Mittelpunkt der Predigt stand der Dank gegen Gott, der uns dieses Jahr wunderbar gesegnet hat und der es uns schenkte, daß wir dieses deutsche Erntedankfest feiern können. Nachmittags bewegte sich ein Festzug durch unsere Staot. Voran trug das Mädchenarbeitslager einen Erntekranz. Auch SA., die als Gast aus Frankfurt den Tag mit unserer Bevölkerung beging, nahm daran teil. Der Zug endete auf der Helle. Dort wurde nach Ansprachen des stellvertretenden Orts- bauernführers, des Ortsgruppenleiters H e n tz e und des Sturmbannführers Hahn, die Rede des Führers auf dem Bückeberg gemeinsam gehört. Am Abend fand in den Sälen der Stadt Tanz statt. Ruppertsburg. )-( Die Feier des Erntedankfestes nahm hier einen schönen Verlauf. Die Einwohner hatten ihre Häuser mit Blumen und Fahnen prächtig geschmückt. Im Festgottesdienst am Vormittag, der sehr gut besucht war, wirkte der Posaunenchor mit. Pfarrer D. Fritsch predigte über den Text: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich". In dem Festzuge, der sich zwischen 14.30 und 15.30 Uhr durch die Ortsstraßen bewegte, wurden durch 12 feingeschmückte und der Bedeutung entsprechend ausgestaltete Festwagen sowie durch mehrere Marschgruppen, geordnet nach Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die Arbeiten und Sorgen, aber auch Freuden des Landmannes gezeigt. An den Festzug schloß sich auf der Müllerwiese am Bahnhof die Feier an. Ansprachen hielten Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Lind und Pfarrer D. Fritsch. Umrahmt waren die Reden von Gesängen der Versammlung und des Gesangvereins und einer Deklamation durch Schulmädchen. Die Pause bis zur Uebertragung der Reden Darrss und des Führers füllten Volkstänze der Mädchen des BdM. aus. Nidda. tz. Anläßlich des Erntedankfestes traten nachmittags alle Gliederungen der NSDAP., sowie der Kriegeroerein Hassia, der Gesangverein Sängerkranz, der Turnverein 1859, die Freiwillige Feuerwehr, die Mitglieder der Schützengesellschaft und eine beträchtliche Anzahl Volksgenossen in der Ludwig- und der oberen Bahnhofstraße zu einem stattlichen Festzuge unter Mitwirkung von zwei Musikkapellen durch die reichbeflaggten Straßen der Stadt an, um am Ende durch den auf der Gänswiese angebrachten Lautsprecher die Rede des Führers bei den Feierlichkeiten des deutschen Erntedanktages auf dem Bückeberg anzuhören. Zahlreiche Wagen, geschmackvoll mit allerlei Feld- und Gartengewächsen geschmückt, sowie mit Blumen und üppigem Grün versehene Ackergeräte u. a. gaben dem Festzuge ein reizendes Gepräge. Am Abend fand im Gasthaus „Zum Gambrinus" öffentliches, stark besuchtes, Tanzvergnügen statt. Buhbach. pb. Das Erntedankfest wurde in diesem Jahre gemeinsam auf dem Schrenzerberg, von dem man einen prachtvollen Blick auf die nördliche Wet- terau hat, begangen. Vormittags fand Kirchgang aller Gliederungen der NSDAP, statt. In der über» füllten St. Markuskirche hielt Pfarrer Linden- struth die Festpredigt. Nachmittags stellte sich am Lahntor ein stattlicher Festzug auf, an dem alle Gliederungen, Verbände und Vereine teilnahmen und der sich durch die Wetzlarer Straße, Weiseler Straße, Bahnhofsstrahe usw. nach dem Schrenzerberg begab, wo der Kundgebungsplatz mit Fahnen und Girlanden würdig hergerichtet war. Ortsgruppenleiter Forstaffeffor Schneider eröffnete die Erntedank-Kundgebung. Nach der Rede des Führers und Reichskanzlers klang die Kundgebung mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes aus. Rodheim a. Bieber. <£ Der Erntedanksonntag wurde in Rodheim eröffnet mit einem Dankgottesdienst, bei welchem unsere altehrwürdige Dorfkirche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Pfarrer D ö m e l hielt die Festpredigt. die Feier wurde umrahmt von Vorträgen des Gemischten Chores. Am Nachmittag um 15.30 Uhr versammelten sich die Partei- und SA.-Formationen, Organisationen und Vereine im Benderschen Garten um die Bauernkundgebung auf dem Bückeberg durch Rundfunkübertragung mitzuerleben. Zu diesem Zwecke war der Großlautsprecher im Garten aufgestellt worden, und um ihn gruppierten sich malerisch die Fahnen der Vereine und Organisationen, dann die Fuß-SA., Motor-SA., Kraftwagenzug, Hitlerjugend, BDM., NS.-Frauenschaft, Kyss» Häuserbund, Turn- und Sportgemeinde, Gesangverein usw. Eröffnet wurde die Feier durch eine Ansprache des Leiters der Ortsbauernschaft Friedrich Schneider, der in seiner Rede den Nachweis erbrachte, daß die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung zur Rettung und zur Hebung des deutschen Bauerntums — das ist heute schön erkennbar — zu vollem Erfolg führen werden. Deshalb fei Vertrauen des Bauern zur Reichsführung eine Selbstverständlichkeit und Dankbarkeit und Hingabe zum Führer Adolf Hitler einfach Pflicht. Hierauf erfolgte die Uebertragung von der Bückebergkundgebung. Im Anschluß an diese sprach der Ortsgruppenleiter Karl Keller das Schlußwort, das er in ein Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler ausklingen ließ. Abends fand im Bender- fchen Saale Ernteball statt, bei dem die Rodheimer Jugend fleißig das Tanzbein schwang. Wißmar. <£ Nachdem am Morgen des Erntedankfestes der Ruf der Kirchenglocken verklungen mar, erschollen vom Kirchturm einige Choräle. Am Fest- gottesdienst nahmen alle Parteigliederungen und Vereine mit ihren Fahnen teil. Der Altar war prächtig mit Feld- und Gartenfrüchten geschmückt. Wirtschaft. Frankfurter Börse. Mittagsbörse: freundlich. Frankfurt a. M., 3. Okt. Das Geschäft an der Effektenbörse zeigte auch heute keine nennenswerte Ausdehnung. Die Aufträge der Kundschaft hielten sich weiter in engen Grenzen, wodurch die Unternehmungslust der Kulisse etwas gehemmt wird. Indessen ist die Grundstimmung weiter freundlich, und auch das Kursniveau zeigte eine weitere leichte Erhöhung. Einige Spezialpapiere verzeichneten etwas lebhafteren Umsatz und gaben der Gesamtbörse in Verbindung mit weiter günstigen Mitteilungen aus der Wirtschaft eine Stütze, daneben fanden die in letzter Zeit abgeschlossenen Zahlungs- und Verrechnungsabkommen sowie die verschiedenen Wirtschaftsbesprechungen mit dem Auslande Beachtung. Am Aktienmärkte traten AEG. etwas stärker in den Vordergrund, die unter Schwankungen bei lebhaftem Geschäft bis auf 30,75 (29,75) anzogen. Die übrigen Elektroaktien lagen zumeist gut behauptet, nur Bekula gingen um 0,75 v. H. zurück. Der Montanmarkt war gleichfalls wieder lebhafter und fester. So gewannen Gelsenkirchen 0,75 v. H., Mannesmann 0,40 v. H., Harpener, Phönix und Stahlverein je 0,25 v. H. Schiffahrtsaktien zogen an, und zwar Hapag um 0,65 v. H. und Norddeutscher Lloyd um 0,75 v. H.; AG. für Verkehrswesen lagen mit 81 um 1 v. H. schwächer. Mehr befestigt waren noch Holzmann mit plus 1,25 v. H. Farbenindustrie hatten ziemlich kleines Geschäft, lagen aber bei 144 v. H. gut behauptet. Im einzelnen eröffneten: Daimler 0,25 v. H., Jung- hans 0,50 v. H., AKU. 0,50 v. H., Deutsche Linoleum 0,40 v. H., Reichsbankanteile 0,50 v. H. freundlicher, auch Westdeutsche Kaufhof fetzten ihre Befestigung um 0,25 v. H. auf 35,25 v. H. fort. Etwas schwächer waren andererseits Zellstoff Waldhof (—0,65 v. H.) und Deutsche Erdöl (—1 v. H). Das Bekanntwerden der Uebernahme von öffentlichen Anleihen durch Versicherungsgesellschaften gab dem Rentenmarkt einige Anregung. Altbesitzanleihe waren lebhafter und 0,40 v. H. höher, auch Kommunal-Umschuldung hatten bei etwas höherem Kurs größeres Geschäft. Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben gut behauptet. 6 v. H. Stahl- verein-Bonds lagen 0,65 v. H. leichter. Von fremden Werten hatten Mexikaner bei gehaltenen Kursen einigen Umsatz. Im Verlaufe wurde das Geschäft zwar allgemein etwas lebhafter, die Kursgestaltung war aber sehr unregelmäßig. Die Veränderungen hielten sich indes in engen Grenzen. Etwas mehr rückläufig waren Ilse Genuß (- 1,75 v. H.), Mansfelder (— 1,25 v. H.) und Klöcknerwerke (— 1 v. H.). Westdeutsche Kaufhof gaben 0,50 v. H., Reichsbank 0,50 v. H., Farben 0,25 v. H. nach, andererseits zogen Schiffahrtsaktien und Deutsche Erdöl sowie einige Elektropapiere um 0,50 bis 0,75 v. H. an. AEG. blieben gut behauptet. Am Rentenmarkt wurden späte Reichsschuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung bei unveränderten Kursen lebhaft umgesetzt, Altbesitz lagen ruhiger. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen waren meist gefragt und bis 0,25 v. H. befestigt, Liquidationspfandbriefe lagen zumeist unverändert. Stadtanleihen erhöhten sich von 0,25 bis 0,50 v. H. Fremde Werte lagen ruhig, Mexikaner bröckelten eher etwas ab. Tagesgeld war zu 3,25 v. H. erneut um 0,25 v. H. leichter. Abendbörse freundlich. Das Geschäft an der Abendbörse war zwar nicht groß, die Haltung war aber weiter freundlich. Die Kundschaft zeigte ebenso wie die Kulisse kleines Kaufinteresse, wobei Montanwerte bevorzugt blieben bei leicht anziehenden Kursen. Etwas bewegter waren auch Farbenindustrie mit 144,25 bis 144 bis 144,25, Scheideanstalt konnten sich um 1 v. H. erhöhen, daneben fanden AEG. noch einige Beachtung. Im allgemeinen blieben die Berliner Schlußkurse gut behauptet, nur Schiffahrtsaktien konnten die höchsten Kurse nicht'ganz behalten. Am. Kassamarkt erhielt sich das Interesse für Hypothekenbankaktien bei weiter erhöhten Kursen. Am Rentenmarkt blieb die Haltung fest, wobei Kommunal-Umschuldung bei lebhaften Umsätzen im Vordergründe standen. Im übrigen war das Geschäft kleiner bei unveränderten Kursen. Fremde Werte lagen ruhig, Schweiz. Bundesbahn-Anleihen zogen um Bruchteile eines Prozentes an. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 98, 6 o. H. Stahlverein- Bonds 79,25, Schutzgebietsanleihe 9,10, Reichsbahn- Dorzugsaktien 112,40, Braubank 116,25, Franks. Hyp. Bank 80, Pfälz. Hyp. Bank 78,50, Buderus 88,50, Gelsenkirchen 66,25, Harpener 106, Klöckner 76,75, Mannesmann 78,40, Mansfeld 78,65, Phönix 50,75, Stahlverein 43,75, Aku 62, AEG. 30,65, Deutsche Erdöl 111,50, Scheideanstalt 220, Licht und Kraft 121,25, Gefftirel 111,25, Holzmann 83, Junghans 64,50, Rheag 105, Rütgerswerke 41.75, Schuckert 94,90, Zellstoff Waldhof 68,40, Südd. Zucker 192, AG. für Verkehrswesen 81,50, Hapag 27, Nordd. Lloyd 30,13. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Oft. Am Getreidegroßmarkt blieb das Geschäft klein. Das Angebot in Brotgetreide ist infolge der Feldarbeiten der Landwirtschaft zwar kleiner geworden, Weizen ist aber angesichts der nur minimalen Kaufmeinung der Mühlen weiterhin mehr als reichlich. Dagegen werden Hafer und Futtergerste bei guter Nachfrage nur knapp offeriert. Brau- und Jndustriegersten liegen geschäftslos. Das Mehlgeschäft stockt weiter vollkommen, die Preise für Weizenmehl wurden um eine Viertel Mark heraufaesetzt, Roggenmehl blieb dagegen unverändert. Oelhaltige Futtermittel werden bei knapper Zuteilung der Oelmühlen weiter gut gefragt, während Mühlennachfabrikate ruhigeren Markt haben. Es notierten: Weizen W IX 200, W XIII 204, WXVI 208. Roggen RIX 160, R XIII 164, RXV 168. Futtergerste G IX 162, GXI 165, G XII 167. Hafer HXIII 160, HXIV 162. Weizenmehl WXIII 27,15, WXVI 27,15; Roggenmehl R XIII 23,35, RXV 23,75; Weizennachmehl 16,25; Weizenfuttermehl 12,50; Weizenkleie W XIII 10,40, W XVI 10,60; Roggenkleie R XIII 9,60, RXV 9,84; Soja- schrot 13; Palmkuchen 13,30; Erdnußkuchen 14,50; Treber 17,25 dis 17,35; Heu 11; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt ober gebündelt) 3,60 bis 3,75. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 4.Oktober. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 27 Rinder (10 Ochsen, 3 Kühe, 14 Färsen), 927 Kälber, 117 Härnrnel, 79 Schafe, 615 Schweine. Es kosteten: Kälber 26 bis 50 Mark, Hämrnel 29 bis 34, Schafe 17 bis 32, Schweine 46 bis 53 Mark. — Markt- oerlauf: Kälber, Hämrnel und Schafe mittelmäßig, Schweine rege. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franuul. a. JJt. 2)en; . Schluß« kurs Schluß». Abendbörse Schluß« kurs Schluß». Mittagbörse Datum 2-10. 3-10 2.10. 3-10 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 94,75 94,75 95 95 6% ef)eip.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 — — — — 6*/2% Äaung-Anleihe von 1930 .. 93,25 93 93 92,25 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 98,13 98 98,13 98 Desgt. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Vollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 94,25 94,25 94,25 94,25 ®% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12...... 92 92 92 92 B’4% Hess. Landes-Hypotheken- baut Darmstadt Ligui......... 91,25 91,75 — ■— Oberhessen Provinz-Anleihe mit Au^los.-Rechten .... _ — — — Deutsche Komm. Sammelabl. An- lerhe Serie 1 mitAuslos.-Rechten 101 101,25 100,75 101,25 6% ehem. 8% Franks. Hyp..Jank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 92,25 92,25 — 92 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 92,25 92,25 •r. 6*/2% ehem. 4/t% Franks. Hyp.. Bank-Ltqu.-Pfandbriefe....... 6/2% ehem. 4-/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 92,4 92 — — 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 93 93 93 93 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 93 93 93 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,75 101,75 101,75 101,75 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterretchtsche SUberrente 1,3 1,4 1,65 1,4 4% Ungarische Goldrente....... — 7,5 7,6 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7 7 —- 7,25 7,13 7,13 ■ ■ 7,25 6% abgest. Gold Mexikaner von 99 13,5 13,5 13,9 13,4 4% Türkische Zollanlethe von 1911 — — —— 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie ...................... 8 8 «yranuuL u. .ui. Berlin Schlußkurs Schluß». Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 2.10. 3-10 2-10. 3-10 4% desgl. Serie 11 ............. 8 4,9 7,4 4,5 35,25 25,9 28,75 82 95,5 67 70,5 74,25 147 29,75 147,5 101,75 121 82 111,5 105 94,25 148,25 124,5 88,5 111,75 65 105,75 125,75 78 78,5 8 4,9 4,4 35,25 27 30,13 81,5 95,5 67 70 73,25 147 30,65 146,65 102,25 121,25 82 111,25 105 94,9 148 88,5 111,5 66,25 106 170 124 76,75 78,4 4.9 7,3 4,75 35 25,9 28,75 82 96 67 70,75 74,25 146,5 29,65 147,4 101,5 121 82 111,75 105,5 94,5 148 125,25 88,25 111,5 65 106 78 165,25 125,25 77-75 78,65 7,13 4,35 35 27,4 25 30,4 81,4 96 67 70 73,25 146,75 30,5 146,9 102,75 122 82 111,4 105,9 94,75 147,75 125 88,25 111 65,75 106 77,9 170 123,5 76,9 78,75 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4*/2%Rumän.veretnh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2V«% Anatolier............... Hamburg-Amertka-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa-Dampfschiff........... o Norddeutscher Lloyd .........o A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o Relchsbank 12 A.E.G....................... Bekula...................... Aeltt. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 gelten & Guilleaume.........O Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 Schuckert L Co...............6 Siemens L HalSke............7 Lahmeyer L Co.............10 Buderus ............... O Deutsche Erdöl..............4 Gelsenkirchener..............O Harpener...................O Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau .............. 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............ O ManneSmann-Röhren........O ftranfiurt a. 'DL Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 2-10- 3.10 2-10. 3.10 Mansfelder Bergbau.........O Kokswerke..................O Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl .................. 0 Vereinigte Stahlwerke........O Otavt Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7*4 3. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................O Rütgerswerke...............0 Metallgesellschaft.............« Philipp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......O Cementwerk Karlstadt.........O Schultheis Patzenhofer .......O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............O Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........° Orenstein & Koppel..........0 Leonhard Tietz..............0 Chade......................1° Bttumulatoren-Fabrik........O Mainkraftwerke Höchst a.M.,.. 4 Süddeutscher Zucker.........8 79,75 50,5 242,75 93,4 43,25 13,5 122 154 144 219 93,5 42,65 90 83 119 134 61,25 65,5 50,65 69 51,5 61,75 35 205,5 133 79 192 78,65 50,75 243 92,75 43,75 13,25 155 144,25 220 94 41,75 89 83 118 134 62 65 50,13 68,4 51,75 62 34,13 207 31,75 79 192 79,75 99,9 50,25 242,5 93,65 43-13 13,25 124 154 144 94 42 89,5 83 112 61,5 131 50,9 68,5 126,25 51,65 62 90,5 34,5 205,5 133 3M 192,5 78,25 99,5 50,9 240 93 43,75 13,5 123 122 155 144,25 94 41,65 89 83 111,5 62 132 50,4 68,5 126 51,75 62,25 90,5 34,13 206 174 133,25 3M 192 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Banknoten. 2-Oktober Z.Oktober Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Seid | Brie- Geld Brie Buenos Aire» 0,651 0,655 0,646 0,650 Brüssel..... 58,18 58,30 58,17 58,29 Rio de Jan. . 0-204 0,206 0,204 0,206 3 047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54^32 54,42 54,34 54,44 Danzig..... 81,32 81,48 81,22 81,38 London ..... 12,165 12,195 12,17 12.20 Heljingfors.. 5,37 5,38 5,375 5,385 Paris ...... 16,41 16,45 16,39 16,43 Holland .... 168,79 169,13 168,64 168,98 Italien..... 21,45 21,49 21,45 21,49 Java» ...... 0,714 0-716 0,713 0,715 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 OSlo.....: 61,14 61,26 61,14 61,26 Wien....... 48-95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,04 11,06 11,045 11,065 Stockholm... 62,73 62,95 62,76 62,88 Schweiz .... 81,22 81,38 81,18 81,34 Spanien.... 34,02 34,08 33,97 34,03 Prag....... 10.385 10,405 10,37 10,39 Budapest ... Neuyork... 2,476 2,480 2,472 2,476 Berlin, Z. Oktober Geld Briet Amerikanische Roten.............. 2,424 2,444 Belgische Noten.................. 58,01 58,25 Dänische Noten ................. 54,18 54,40 Englische Noten ................. 12,135 12,175 Französische Noten............... 16,35 16,41 Holländische Noten............... 168,22 168,90 Italienische Noten................ 21,33 21,41 Norwegische Noten .............. 60,98 61,22 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Schwedische Noten ............... 62,59 62,85 Schweizer Noten................. 81,00 81,32 Spanische Noten................. 33,83 33,97 Ungarische Notes................ Pfarrer Capell tief in seiner Predigt die Ge- memde zu Lob und Dank an Gott auf. Der Kirchenchor brachte einige Lieder zum Vortrag. Anschließend fand eine Gefallenenehrung statt. Der Seelsorger gedachte des großen Opfers der Helden. 3n stillem Gedenken verharrte die Gemeinde, als du Glocke, die den Gefallenen geweiht ist, erklang. Mehrer Schnorr spielte an der Orgel das Lied vom guten Kameraden. Am Nachmittag setzte sich unter Leitung des Stützpunktleiters Pg. Best der Festzug durch das geschmückte Dorf in Bewegung. Die Festwaaen waren prächtig geschmückt. Die Arbeiten des Bauern waren vielfältig versinnbildlicht. Nach dem Festzug versammelten sich die Ortsbewohner auf dem Festplatz. Der Gesangverein „Germania" fang unter großem Beifall zwei Chore. Dankbar wurden die Reigen der Jungmädchen ausgenommen. Landwirt Georg Hermann vom Reichsnährstand hielt eine kurze Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Erntedanktages hinwies. Seine Ansprache klang in einem begeistert aufgenommenen „Sieg-Heil!" auf den Führer und im gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied aus. Nach der Führerrede gedachte der Propagandaleiter Pg. Schnorr der Brüder im Land an der Saar. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Volk und Führer sand der offizielle Teil der Feier seinen Abschluß. Am Abend vereinigte man sich noch zu frohgestimmtem Beisammensein. O.jl.-'Spoit Neuer Sportbeauftragter in Hessen. Truppführer Hans L i m p e r t, der bisherige Beauftragte des Reichssportführers im Bezirk 3 (Hessen) des Gaues XIII, wurde als Adjutant in den Stab des Reichssportführers, Gruppenführer von Tfchammer und Osten, berufen. Mit der Weiterführung der Geschäfte des Bezirksbeauftragten des Bezirkes 3 (Hessen) wurde Sturmmann Hermann Topp- Frankfurt a. M. beauftragt. Zum Fachamtsleiter für Leichtathletik in Würt- tember wurde vorläufig Chr. Bauer- Stuttgart bestimmt. SA erwirbt den Grundschein derOeutschenLebensrettungSgesellschast Die SA. - Gruppe Hessen teilt mit: Im Rahmen der sportlichen Ausbildung der SA. fällt dem Rettungsschwimmen eine immer größere Aufgabe zu. Was die Reichsschwimmwoche an Aufklärung und Werbung so erfolgreich geleistet hat, soll als Forderung zu jedem SA.-Mann dringen; nämlich mit dem Grundschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft die Eignung als Rettungsschwimmer zu beweisen. Besonders die SA.-Führer haben hier vorbildlich zu wirken! Als einer der Ersten hat Gruppenführer Beckerle den Grundschein erworben. Fußball-Lokalkampf 1900 gegen AfB.-Neichsbahn. Der kommende Sonntag bringt für die Anhänger des Fußballsportes in unserer Stadt wieder ein Ereignis. Im Verbandsspiel werden sich die ersten Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und des VfB.-Reichsbahn gegenübertreten. Das Spiel findet auf dem Sportplatz der Spielvereinigung statt. Der Kampf, bei dem es um wertvolle Punkte geht, sollte ein sportliches Ereignis sein, wenn sich beide Mannschaften eines ernsthaften und schönen Spieles befleißigen. Lippert, 1900 Gießen in der Nachwuchself des Gaues Nordhessen. Bleicherode weibt am 14. Oktober sein Stadion ein. Aus diesem Anlaß werden die Gaue Hessen und Mitte ein Festtagsspiel austragen. Der Gau Hessen hat dafür folgende Nachwuchself aufgestellt: Weyand (Marburg); Rueff (Marburg), Schröder «Kurheffen Kassel); ßippert (Spog. 1900 Gießen), Maintz und Strasser (Borussia Fulda); Lammerzayl (Hersfeld), Niedermeier (Kurhessen Kassel), Wolch gemuth (Spv. 05 Wetzlar), Köhler (06 Kassel), Markert und Kleim (03 Kassel) und Schweröle (Tura Kassel). Fußbatt-Länderkampf Deutschland-Dänemark. Zum siebten Male findet am Sonntag ein Fußball-Länderkampf Deutschland - Dänemark statt. Nur zweimal hat Deutschland bisher gegen Dänemark gewonnen, während die Dänen vier Siege zu verzeichnen haben. Zurückzuführen ist dies darauf, daß der DFB. meistens die Dänen unterschätzt und zu den Länderspielen gegen unsere nördlichen Nachbarn schwächere Mannschaften gestellt hat. Diesmal ist der DFB. aber scheinbar entschlossen, die Bilanz zu verbessern, denn er schickt unsere augenblicklich stärkste Mannschaft nach Kopenhagen. Die deutschen , Farben vertreten: Buchloh; Janes, Schwartz; Grämlich, Szepan, Zielinski; Lehner, Hohmann, Conen, ! Rohwedder, Fath. Wir hoffen auf einen deutschen Sieg, der sich dann würdig den großen internationalen Erfolgen deutscher Turner und Sportler auf allen Gebieten der Leibesübungen anschließen wird. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — Dich I und II komb. 4:1 (3:1). Am vergangenen Sonntag standen sich diese beiden Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel auf dem Sportplatz in Garbenteich gegenüber. Sofort nach § Spielbeginn legten die Gäste mächtig los, ihre An- ' griffe scheiterten aber am Schlußtrio der Platzbesitzer. Garbenteich spielte zunächst etwas zerfahren, kam aber in der zehnten Minute durch einen Prachtschuß des Halbrechten Stumpf zur Führung. Die Gäste warteten in der Folge mit mehreren gefährlichen Angriffen auf, die aber immer wieder von der Verteidigung zunichte gemacht wurden. Garbenteich fand sich dann besser, zeigte besseres Spiel und erzielte bis zum Schluß noch drei weitere Tore, denen die Gäste nur eins entgegensetzen konnten. Der Schiedsrichter aus Bissenberg amtierte sehr korrekt. Lehrgangsarbeit des Turngaues Nordhessen. Mit einem Lehrgang für Frauenturnen, der am Sonntag in Marburg stattfand, hat die Lehrarbeit dieses Winters, die im Gau und in den Kreisen heuer besonders vertieft werden soll, bereits begonnen. Am 13. und 14. Oktober findet in Gießen ein Gaulehrgang für das Männerturnen statt. .... ... , Auch die Mannschaftskampfe im Geräteturnen setzen jetzt überall ein. Nächsten Sonntag treffen sich drei Turnkreise des Gaues in Marburg zu einem großen Kunstturnwettkampf, der unter persönlicher Leitung von Gauoberturnwart R. P a u l- Gießen stehen wird. Es sind die Turnkreise Wil- helmshöhe-Reinhardswald, Fulda-Edder und Lahn- Ohm. Bei der ersten Begegnung im Frühjahr dieses Jshres in Homberg a. d. E. blieb Wilhelmshöhe- Reinhardswald mit seinen Kasseler Spitzenturnern überlegen. Für diesmal erscheint uns der Kampf ganz offen, denn Lahn-Ohm, das in der Hauptsache Turner aus der bekannten Marburger Schule ins Treffen schickt, ist inzwischen wesentlich stärker geworden und wird der Mannschaft aus dem Norden des Gaues ein starker Gegner werden. Handball im Gau XII der OT. Tv. Münchholzhausen — Tv. Kirch-Göns 6:8 (4:6). Die Platzbesitzer vermochten auch in diesem Spiel nicht zu überzeugen und haben von ihrer früheren Spielstärke beträchtlich eingebüßt. Das Spiel war trotzdem jederzeit spannend und ergab einen verdienten Sieg der Gäste. Die Deutsche Bereinsmeisterschast der Leichtathleten. In der deutschen Vereinsmeisterschaft der Leichtathleten hat sich die Reihenfolge abermals geändert, da auch der Kölner BC. seine bisherige Leistung verbessern konnte. Die Spitzengruppe hat jetzt folgendes Aussehen: 1, Stuttgarter Kickers 8837,78 Punkte; 2. München 1860 $654,52 P.; 3. Polizei Berlin 8362,29 P.; 4. Kölner BC. 8337,20 Punkte. Kurze Sportnotizen. Die Erdteil-Staffel im 4 mal 200- M e t e r - Cr a w l f ch w i m m e n, die bei den Olympischen Spielen in Los Angeles zum ersten Male ausgetragen wurde, wird anläßlich der Olympischen Spiele 1936 in Berlin wiederholt werden. Als Termin wurde der 16. August 1936 festgelegt. Der bekannte französische Tennisspieler Jean Borotra, der sich seit zwei Jahren ausschließlich im Doppel betätigte, will in der kommenden Saison wieder Einzelspiele bestreiten. Allerdings nur in solchen, die auf Hartplätzen stattfinden und bei denen zwei Gewinnsätze zum Siege genügen. Der erfolgreichste Auto-Rennfahrer dieses Jahres ist der Auto-Union-Fahrer Hans Stuck. Der Italiener Varzi (Alfa Romeo) folgt vor Luigi Fagioli (Mercedes-Benz), Graf Trofsi (Alfa Romeo), Caracciola (Mercedes-Benz), Manfred von Brauchitsch (Mercedes-Benz) und Tazio Nuvolari (Maserati). Das kürzeste Berg-Rennen der Welt, das über 1000 Pards (915 Meter) führende Shels- ley-Walsh-Bergrennen in England, kam in diesem Jahre bereits zum zweiten Male zum Austrag. Sieger wurde Whitney Straight auf Maserati mit einer Gesamtzeit von 88,8 Sek. für zwei Fahrten (44,6 und 44,2 Sek.). Einen schönen deutsch en Auto-Sieg gab es bei einer 1000-Meilen-Fahrt um die Humphrey-Trophy in Kimberley (Südafrika). Unter 33 gestarteten Fahrzeugen errang der einzige deutsche Wagen, ein von Dutölt gesteuerter Adler-Trumpf, den ersten Preis. Die ONS. für d i e deutsche Kraft- fahrt hat nunmehr zur genauen Ermittlung der diesjährigen Motorrad-Bergmeister in den Klassen bis 500 und bis 1000 Kubikzentimeter einen Entscheidungslauf angeordnet, der am 20. Oktober auf der Schauinslcmd-Strecke bei Freiburg i. Br. zum Austrag kommt. Jules Ladoumegue gewann in Moskau ein 1500-Meter-Laufen in 4:01,6 Mim ganz über« legen. Das neue Reichssportabzeichen unter* scheidet sich dadurch von dem alten, daß an Stelle der Initialen des alten Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen die des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen (DRL) getreten find, während der Eichenkranz unten ein Hakenkreuz erhalten hat. /* Ä Kirche und Schule. Kreis Schotten. (D Schotten, 30. Sept. Unter dem Vorsitz des Dekanstellvertreters Pfarrer Römer (Schotten) fand hier die 4. diesjährige Konferenz der Geistlichen des Evangelischen Dekanats Schotten statt. Die eröffnende Andacht wurde von Pfarrer Naumann (Ober- Seemen) gehalten. Im Mittelpunkt der Konferenz stand das Thema „Evangelische Jugend heute", das von Landesjugendpfarrer H a s z (Mainz) behandelt wurde. Außerdem erfolgte auf der Konferenz die Verabschiedung der mit dem 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand tretenden Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburg) und B r e u n l i n (Burkhards), sowie die Begrüßung der neu in das Dekanat eingetretenen Geistlichen Pfarrer Schmidt (Laubach) und Pfarrverwalter Schanz (Herchen- hain). Weiter wurden noch dienstliche Angelegenheiten besprochen und auch darauf hingewiesen, daß das Dekanats-Missionsfest am 14. Oktober in Wingershausen und das Jahresfest des Zweigvereins Schotten der Gustav-Adolf-Stiftung am 28. Oktober in Michelbach gefeiert wird. Schließlich wurde noch beschlossen, den 31. Oktober im Dekanat geschlossen als Reformations- bzw. Bibelfest zu feiern. Suchen Sie Kleiderstoffe von Geschmack und Qualität? 5765 A RichtCPj GioBCHj Seltersweg 71 kaufen Sie beim Webereifachmann na A der Ufa Groß-Film Freitag, dens.Ottoher wird 5762D v Verkauftstände und Buden aller Art 5747 C Schlachten rr derMMonerv Somme Karten: 5748 A Neuenweg 28. 6759A Ist das Beste gerade gut genug. 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Oktober im „Bayrischen Hof", Gießen, festgesetzte Versammlung findet nicht statt. Dodiöeler-Innung für öle Steife 6leßeu, Welöunömitetöfld) K. Kröck, Obermeister. M782 Irisch geschlachtet Empfehle la. Hansmacher« Heinrich Dippel, Restauration. Sb sieht er aus- der schöne qualitätvolle und moderneMantel für Herbst und Winter. In allen Größen u. allen Formen sind wir bestens sortiert, denn unsere Auswahl ist sehr reichhaltig. 51S3a Bitte besuchen Sie uns! Astoria:: Vesucht den Serbftmarl1(Mffe) in /AinAhtt oon Sonntag, den 7., bis einschl. lll tt/ltpCIl Sonntag, den 14. Oktober 1934 FeinsteMilets aus Kabeljau, Seelachs, Barsch, Schellfisch ff. Kochfiscbe aller Art Makrelen, Heilbutt, Tarbutt Fischhaus „Cuxhaven“ Marktstraße 23 Tel. 2417 ________________________________5756A dos g»r6 0ten Krieges aller ZeHe* Furchtbar wütet die Kriegsfurie I Dte Erde zittert — Dörfer und StMte sinken In Staub und Trümmer. Millionen «■WH Deutsche im offenen Kampf H Raß!and: Dfe deutsche Offensive IMS Mackensen befreit Przemyii end Lemberg W --<*« meuecbeneorden* Verdun scmkm Todesfort Douaumont REV. - Gastwirte-Innung. Mitglieder, die am 9.10. mit zur Kodilcunstausstellung nach Frankfurt a. M« fahren, melden sich zwecks Fahrtverbilligung umgehend auf der Geschäftsstelle Gießen. 57SoD Freitag, 5. Oktober, nachmittags ab 2Ubr versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: 1 Küchenschrank mit Anrichte, Tisch u.Stühle, 3Kleiderschrän- ke,Kommoden,Wasch-u.Nacht- tische, Zimmertische, Sofas, Schreibtischsess.,Nähtische, Da- mensctzreibtische, Regulatoren, Grammcwb., 1 Schnellwaage (10 Kilo Berkel), 1 Flurgarder., 2Trumeausviegel,l Gasofen u. Herd, 1 Vervielfältigungsavv.