Nr. 206 Erster Blatt M- Jahrgang Dienstag. 4. September 1934 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: $rantfurt am Main II086 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnIverfitStr-vuch- und Steindrucke«! R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnurnmer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60 Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermähigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B 3m Schatten des Nordostpaktes. Der Weg zum baltischen Staatenbund. Von unserem v. K.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Riga, 1. September 1934. Der am 29. August in Riga paraphierte „Vertrag über das Einvernehmen und die Zusammenarbeit Der baltischen Staaten" trägt im französischen Urtext die Bezeichnung „Traite d'entente et de colla- boration..und wird daher von einer Reihe von Blättern der baltischen Staaten als „Entente" gezeichnet. Dadurch soll offenbar zum Ausdruck zebracht werden, daß der Rigaer Vertrag eine Art „Baltischen Staatenbund" zwischen Lettland, Litauen und Estland geschaffen habe. Diese deberschristen der Blätter eilen jedoch, wie eine »ähere Prüfung des Ergebnisses der Rigaer Verhandlungen zeigt, den Tatsachen voraus. Zwar wird der Vertrag als Vorstufe zu einem bal- lischen Staatenbund der Zukunft angesehen werden nüssen, jedoch nur eben als Vorstufe. Mit Recht veist das neue, führenden Kreisen der Politik Lett- ands nahestehende Rigaer Blatt „Rits" („Der Morgen") darauf hin, daß der abgeschlossene Ver- trag sich nur auf eine politisch-diplo- natische Zusammenarbeit der drei bal- r schen Staaten bezieht. Ein militärisches 8 ü n d n i s der drei Staaten sei so lange nicht möglich, als einer der beteiligten Staaten (gemeint i:t natürlich Litauen) seine Grenzangelegen- leeiten als nicht endgültig geregelt ansehe. Selbst im falle, daß einer der vertragsschließenden Staaten unem Angriff von dritter Seite unterliegen würde, bmme auf Grund des jetzt paraphierten Vertrages lediglich eine politische und diplomatische Unter« fmtzung, aber keine militärische Hilfe in Frage. Die Vorgeschichte des Rigaer Vertrages ist li arakteristisch. Als sich L i t a u e n durch seine Außenpolitik in eine immer stärkere Isolierung hin- k nmanöoriert hatte, hielt es im Frühjahr dieses ?mhres den Zeitpunkt für gekommen, den seit zehn fuhren wiederholten Aufforderungen Lettin nds und Estlands zu entsprechen und mit euer in Riga und Reval gleichzeitig überreichten Tenkschrift über die Zusammenarbeit der baltischen Staaten hervorzutreten. Es folgte im Juli d. I. die Konferenz in Kowno, die aber zu keinem ss eibaren Ergebnis führte, weil es sich herausstellte, daß Litauen mit seinen ungeregelten Wi l n a - und Kemelfragen von den beiden anderen Staaten eme volle Unter st ützung der litauischen Auf- Mung verlangte. Dieser Forderung Litauens konn- tm Estland und Lettland nicht entsprechen, und fi ging die Kownoer Konferenz ergebnislos zu Ende. 2iud) eine auf litauische Anregung zu Mitte August v)rgesehene Tagung in Reval, die die Kow- ru-er Verhandlungen fortsetzen sollte, mußte ver« tig t werden. Denn die diplomatische Vorarbeit jjotte gezeigt, daß die litauischen Wünsche mit dem buedjtigten Interesse der beiden anderen Staaten, nicht in litauische Spezialfragen hineingezogen zu ll-rden, noch nicht in Einklang zu bringen waren. 6*ft als sich die Lösungsmöglichkeit zeigte, sog. ^Pezifische Frage n", die nur einen der bete ligten Staaten angehen, aus dem Vertragswert stu s z u s ch l i e ß e n, hatte es wieder Sinn, zu einer Tagung zusammenzutreten. Am Rigaer L^rhandlungstisch gelang es dann, einen Vertrau p paraphieren, der diese „spezifische Fragen^ öii einzelnen Staaten ausdrücklich von den gemein- Icm baltischen Fragen absonderte. Damit wurde eine (Einigung über die außenpolitische Zusammenarbeit in allen drei baltischen Staaten gemeinsam interes- icrenben Komplexe möglich gemacht. Der Rigaer Vertrag wird von den verantwort- licyen Leitern der Außenpolitik der 3 baltischen Staaten als großer Erfolg gewertet. Bezeichnenderweise giig in einer Presseerklärung der Vertreter L i - tcuens, Direktor Urbschys, am weitesten, indem er den Rigaer Vertrag mit dem Vertragsnetz ver- xlch und gleichsetzte, das die Staaten der sog. „S (einen Entente" verbindet. In der Presse Lbtlands wurde in den letzten Tagen wiederholt krauf hingewiesen, daß durch ein Bündnis sich das spiZifische Gewicht der drei baltischen Staaten nicht noch den Gesetzen der arithmetischen, sondern der ^«metrischen Reihe heben würde, und sich in die- fra Sinn tatsächlich durch den Rigaer Vertrag g e- lben habe. Die durchaus weitsichtige Erkennt- Ti: des lettischen Außenministers Meierowiz, daß I |tr Bündnis zwischen den baltischen Staaten nie« ttills eine einfache Summierung ihrer Kräfte be= te.tet, sondern unter Umständen weit mehr, it«ohne Frage der wichtigste Gesichtspunkt für die le-antwortlichen Leiter der Außenpolitik Lettlands tno Estlands beim Abschluß dieses Rigaer Vertra- s> gewesen. 5s ist nicht schwer, den Drehpunkt in der allge- ijicnen politischen und diplomatischen Lage Euro- a-. zu bezeichnen, um den sich die drei kleinen (Staaten zu einer Einigung zusammengefunden iben. Es ist, obwohl dies natürlich nirgends ge= I ip: wird, das aktivere Einrücken der Sow - " union in d i e we st europäische Poli- i! durch seinen engen Anschluß an Frankreich, ; uch führende Beteiligung an dem Plane eines i a-dostpaktes und durch ihre Bewerbung um die !i gliedschaft im Völkerbund, was die in der Mitte i c großen französisch-russischen Zange gelegenen tciaten zu einer neuen Ueberprüfung und Beant- rtung ihrer Lage veranlaßt hat. Man wird sich danach zunächst die Frage vorzu- zm haben, wie der Vertrag auf die diplomatische ! ndereitung des N o r d o st p a k t e s wirken wird, an dem im französischen Ministerrat soeben gesagt vride, daß er zur Zeit wegen der noch ausstehen- Auftakt zum Nürnberger Reichsparteitag. Der Tag der Ernte. Ein Geleitwort Hermann Görings. Berlin, 4. Sept. (DNB.) Unter obiger lieber« schrist veröffentlicht der „Völk. Beob." einen Aufsatz des preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring zum diesjährigen Reichsparteitag, in dem es u. a. heißt: Die Tage von Nürnberg haben aufgehört, Sache einer Partei allein zu sein, hier treten nicht mehr Vertreter einer Partei an, sondern finden sich die Abgesandten des in dieser einzigen Bewegung zusammengefaßten ganzen deutschen Volkes ein. So wie die nationalsozialistische Bewegung mit ihrem Totalitätsanspruch ganz Deutschland durchdringt, so ist der Parteitag des Jahres 1934 der Tag der einzelnen politischen Organisation Deutschlands, zugleich der Tag der deutschen Nation. Ein kurzer Rückblick auf die Parteitage der Vergangenheit läßt die herrlichen Erinnerungen aus den Zeiten des Kampfes wieder wach werden, er frischt das tiefe Erlebnis des Parteitages im vergangenen Jahre des Sieges wieder auf und läßt uns in diesem Jahre der er st en Ernte unserer Arbeit mit berechtigtem Stolz in Nürnberg wiederum antreten zu einer ganzvollen Demonstration des neuen Deutschland. Nunmehr tritt die von Adolf Hitler festbegründete Einheit des deutschen Volkes und Staates bereits kraftvoll in die Erscheinung. Neben den Vertretern der politischen Organisationen der Bewegung und den vom Führer und Reichskanzler berufenen obersten Leitern der Aemter im Reich und Staat tritt in diesem Jahre zum ersten Male auch die Wehrmacht an. Als einziger Waffenträger, dem die große und heilige Aufgabe des Schutzes der Nation nach außen obliegt, bekundet sie damit den G l e i ch k l a n g der politischen Weltanschauung mit dem ganzen Volke. So wird der diesjährige Parteitag gerade uns alten Kämpfern die wunderbare Vollendung des 15jährigen Ringens fein. Standen die Septembertage des vergangenen Jahres für uns im Zeichen des Sieges, so wollen wir uns in diesem Jahre zusammenfinden, um den Parteitag als den Tag der er st en Ernte unserer Arbeit würdig zu begehen. Für mich, den der Führer zum preußischen Ministerpräsidenten bestellt hat mit dem Auftrag, in dem größten Lande Deutschlands die nationalsozialistische Idee auf »allen Gebieten fest zu verankern, ist e^eine besondere Freude, dem Führer an diesem Tage d i e Vollendung der mir übertragenen Aufgaben melden zu können. Von der ersten Stunde an habe ich es als meine einzige Pflicht angesehen, den Befehlen meines Führers folgend, den übernommenen preußischen Staat von Grund auf zu reorganisieren und an die Stelle des alten überlebten, den neuen nationalsozialistischen Staatsgedanken auf allen Gebieten zu verwirklichen. Ich bin glücklich, daß dieses Ziel erreicht ist, und ich danke allen, die mir dabei uneigennützig an der Stelle geholfen haben, an die ich sie im Auftrage Adolf Hitlers berief. Vor allem danke ich auch den unbekannten Kämpfern aus der Bewegung, die mir mit nimmer müder Energie und Pflichterfüllung zur Seite gestanden haben. Eröffnung der Schlageter-Ausstellung in München. Mit einem eindrucksvollen Weiheakt wurde die Schlageter-Ausstellung deutscher Freikorps im Münchener Residenzgebäude der Öffentlichkeit übergeben. Mit dem Schirmherrn der Ausstellung, Reichsstatthalter General Ritter von Epp hatten sich zahlreiche Ehrengäste sowie zahlreiche Führer und Kämpfer der alten Freikorps eingefunden. Generalmajor von Hoerauf umriß die geschichtlichen Verdienste der Freikorps, von denen diese Ausstellung Zeugnis ablegen soll. Dann gab General von Epp einen Rückblick auf die Periode der Freikorps, die nicht nur den inneren Feind Spartakus niedergeschlagen, sondern auch den einzigen Wall gegenüber dem Bolschewismus im Osten gebildet hätten. Sie hätten damit die Grundlage geschaffen, auf der ein neues Reich sich nach und nach wieder aufbauen konnte. In eindrucksvollen Worten brachte der General zum Bewußtsein, daß die Freikorps die Brücke vom alten Frontsoldatentum zur großen Freiheitsbewegung Adolf Hitlers bildeten und kennzeichnete als Symbol dieser Verbindung Albert Leo Sch läge ter. Der erste Freikorpsführer und Leiter der Ausstellung Major von Randow, feierte Letzte Zurüstungen. Nürnberg, 3. Sept. (DNB.) Am Montag, dem Tage vor der offiziellen Eröffnung des Reichsparteitages 1934 ist man in Nürnberg und um Nürnberg herum überall fieberhaft damit beschäftigt, letzte Hand anzuleben und Nürnberg das Gesicht zu geben, das seiner als Kongreßstadt des nationalsozialistischen Reiches würdig ist. Ueberall wird gearbeitet, gehämmert, geprobt. In dem Riesenzeltlager der Hitler-Jugend auf den Russenwiesen, wo über 2000 Schutzzelte 38 000 Jungen beherbergen werden, ist man dabei, die letzten Zelte aufzustellen. Das Stroh ist bereits überall in die Zelte geschafft. Nun geht man daran, die Zelte gebietsmäßig einzuteilen. In dem großen SA. - Lager Lang wasser ist man mit dem Zeltebau bereits fertig. Auch die vielen hundert Kochherde mit den Riesenkesseln sind gemauert und montiert. Straßen sind gebaut, Fernsprech- und Lichtleitungen sind gelegt, Sanitätszelte errichtet und selbst die Feuerwehr fehlt nicht. In jedem Lager befindet sich ein Beobachtungsturm, der Tag und Nacht mit Feuer- wehrleuten besetzt ist. Lange Waschräume mit frischem Leitungs- und Quellwasser sind hergerichtet. An einer Ecke des Platzes ist der H i l f s z u g Bayern aufgefahren. Daneben stehen zehn lange Möbelwagen, bis oben hin vollgepfropft mit Broten, eine schier unvorstellbare Menge Brot, die aber gerade zur Verpflegung der dort untergebrachten Formationen ausreichen wird. Auf der Zeppelinwiese ist gerade der A r b e i t s d i e n st dabei, die Generalprobe für seinen Appell abzuhalten. Ein Sprechchor, die Musikzüge und Fahnenschwinger bieten eine Leistung, die zu einem harmonischen Ganzen verschmilzt. Berlin, 3.Sept. (DNB.) Die Wehrmacht wird am diesjährigen Reichsparteitag durch starke Abordnungen vertreten sein. Als Ehrengäste nehmen teil: Der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg, die Chefs der Heeres- und Marineleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch und Admiral Dr. b. c. R a e d e r, die Oberbefehlshaber der Gruppen I und II, die Befehlshaber der Wehrkreise, die Chefs der Marinestationen und der Flotte, der Chef des Wehrmachtsamtes. Außerdem entsenden Heer und Marine aus allen Truppenteilen des Reiches 96 Offiziere als Gäste nach Nürnberg. Am 10. September werden die in Nürnberg versammelten Truppenteile unter Leitung des Jnfan- terieführers 7, Oberst Ritter von Schobert, auf der Zeppelinwiese folgende Darbietungen zeigen: Das 18. Reiterregiment wird Exerzierübungen einer kriegsstarken E s - k a d r o n vorführen. Die Nachrichtenabteilung 7 wird den Aufbau der Divifions- und [Regiments ft änbe mit allen Einzelheiten des Fernsprechdienstes zeigen, und zwar werden zwölf motorisierte und bespannte Funkstellen sowie Blinkstellen eingesetzt. Die dritte Abteilung des 7. Ar - tillerieregiments wird in geschlossenem Trabe einrücken. Die Abteilung zeigt den Vormarsch im Abteilungsverband, den Einsatz der Abteilung, die Erkundung durch die Beobachtungsstellen und das Instellunggehen der Abteilung. Die Batterie macht einen Geschützviereraufmarsch, einen Batterieflankenaufmarsch und einen geschlossenen Aufmarsch einer ^Batterie. Es werden dann Verbindungen von der General von Epp und überreichte ihm ein Bild des Kameraden, Offiziers und Freikorpsführers Schla- geter. General von Epp legte dann mit den Ehrengästen am Mahnmal an der Feldherrnhalle einen Lorbeerkranz nieder mit den Worten: Die alten Freikorpskämpfer grüßen ihre Nachfahren, die Gefallenen vom 9. November 1923. Die Straßen Nürnbergs sind nun wieder flammend rote Wege. Links und rechts steht Fahnenmast an Fahnenmast. Von den Masten wallen, im Winde sich bauschend, die langen roten Hakenkreuzfahnen.' Wieder ziehen sich die grünen Girlanden von Haus zu Haus. Der A d o l f - Hitler-Platz bietet nun wieder ein Bild, wie er es vielleicht während eines Turnierspieles im Mittel- alter geboten haben könnte. Aus allen Fenstern hängen Fahnen mit dem roten Adler, alte Städtefahnen, Teppiche mit Wappen. Das Ganze bietet ein so malerisches Bild, daß das Auge sich entzückt stundenlang daran weiden könnte. Die T r i b ü • nen für i> i e Ehrengäste sind hier bereits fertig. Eine große Menschenmenge steht auf dem historisches! Platz, von dem aus der Führer sowohl den Vorbeimarsch des Nationalsozialistischen Arbeitsdienstes als auch den der SA. abnehmen wird. Vor dem Bahnhof hat man eine große Stehtribüne errichtet, da hier der Führer am Freitagabend den Vorbeimarsch von 150 000 politischen Leitern abnehmen wird. Den Auftakt zum Reichsparteitag 1934 wird am Dienstagnachmittag der Empfang der i n= und ausländischen Presse durch den Reichspressechef der NSDAP. SS.-Gruppenführer Dr. Dietrich bilden. Der Auslandspressechef der NSDAP., Dr. H a n f ft a e n g e l, wird eine gesonderte Besprechung mit der Auslandspresse abhalten. Im Laufe des Abends werden der Führer und die Reichsleiter erwar- t e t. Um 19.30 Uhr werden d i e Glocken Nürnbergs, die historischen Glocken von St. Sebaldus und St. Lorentz, die Parteitagswoche e i n l ä u t e n. Eine halbe Stunde später wird der Führer im historischen Rathaussaal Nürnbergs den Reichsparteitag eröffnen. Abteilungsbefehlsftelle zu den Batterien gelegt und die Feuereröffnung der Batterien wird gezeigt. Unter der Annahme, daß die Infanterie vorwärts Boden gewonnen hat, macht eine Abteilung Stellungswechsel nach vorwärts. Die '7. Kraftfahrerabteilung wird das Einfahren in Kolonnen einer Kraftradschützenkompanie zeigen, ferner das Geschicklichkeitsfahren und Vorführer des Einsatzes bis zur Feuerbereitschaft. Eine motorisierte Pionierkompanie des 4. Pionierbataillons zeigt Aufmarsch der Züge und Anlage von Sperren gegen geländegängige Kraftfahrzeuge (Tanks, Panzerwagen ufro.). Zum Schluß wird ein Gefecht gemischter Waffen gezeigt, an dem die Maschinengewehrkompanien, Reiterpatrouillen, eine Artillerieabteilung, Pioniere und Kraftfahrer beteiligt sind. Zum Schluß der Vorführungen wird ein Aufmarsch aller beteiligten Truppen vor der Ehrentribüne zur Paradeaufstellung vorgenommen. An der Spitze marschiert eine Fahnen- fompanie mit den drei Fahnen des Regimentes „Li st", dem der Führer bekanntlich im Weltkriege angehörte. Den Abschluß des gesamten Parteitages bildet ein großer Zapfenstreich der Wehrmacht vor der Unterkunft des Führers, an dem Teile vom Infanterieregiment 19 und 21, Pionierbataillon 4 und 7, Reiterregiment 18, Artillerieregiment 7 und Nachrichtenabteilung 7 teilnehmen. Unter der musikalischen Leitung des Heeresmufikinfpizienten Schmidt werden hierzu sieben Musikkorps, sieben Spielmannszüge und zwei Trompeterkorps vereinigt. Nürnberg in Erwartung des Führers. Die Darbietungen der Wehrmacht den Antwort Polens und Deutschlands in den Hintergrund getreten sei. Daß eine unbesehene und bedingungslose Zuimmung Polens nicht zu erwarten ist, hat man wohl in Paris und Moskau eingesehen. Den polnischen Vorbehalten hatten sich bereits Lettland und E st land angeschlossen; nur Litauen, das sich wegen seiner Differenzen mit Polen um Wilna und mit Deutschland um M e m e l in eine diplomatische Sonderstellung hineinmanövriert hatte, schien den Blick für'dre großen Fragen seiner Existenz verloren zu haben und mit vollen Segeln in das Fahrwasser der französisch-russischen Politik zu gehen. Die nun festgestellte Uebereinstim- mung und vereinbarte Zusammenarbeit kann also im Hinblick auf die im Augenblick vorherrschende Frage nur den Sinn haben, daß sich Litauen der kritischen Haltung Lettlands und Litauens anschließt, die ihrerseits wieder auf dem beschlossenen Zusammengehen mit Polen beruht. Man kann also wohl sagen, daß es Polen auf dem Umwege über die Konferenz von Riga gelungen ist, für die Behandlung des Nordostpaktes auch Litauen in den Kreis seiner Diplomatie zu ziehen, ohne die Wilnafrage zu berühren, was bei direkten Verhandlungen unvermeidbar gewesen wäre. Das unsichere Schicksal des Barthou-Litwi- now-Planes wird damit noch problematischer, ohne daß die stärksten deutschen Bedenken in den Mittelpunkt des Widerstandes zu treten brauchen. Der Zusammenschluß der drei baltischen Staaten zu gemeinsamer diplomatischer Behandlung des Nordostpaktes an der Seite Polens ist jedoch nur der aktuelle Teil einer viel breiteren und dauernden Aufgabe, wie ja auch die führende Beteiligung der Moskauer Politik an dem Paktgedanken nur ein Teil der neuen konstruktiven Gestaltung der russischen Politik darstellt. Selbst wenn der Nordostpakt aufgegeben werden muß oder in einer Form verwirklicht wird, die den ursprünglichen Absichten nicht mehr entspricht, so wird mit der Erneuerung der französisch-russischen Vor- k r i e g s a 1 l i a n z , um die es Paris und Moskau allein zu tun ist, als mit einer schon heute feststehenden Tatsache der europäischen Politik zu rechnen sein. Die Frage ist nur noch, ob diese Tatsache in die Formalität völkerdündlicher Systeme eingewickelt wird, was der französischen neuen Ideologie am meisten zusagen würde, weil damit das Kriegsbündnis durch die Schlagworte von Frieden und Sicherheit vernebelt würde, oder ob sie in ihrer nackten und brutalen Wirklichkeit als Beginn einer neuen Einkreisung Deutschlands in Erscheinung tritt. In beiden Fällen nehmen die drei Ostse.e- staaten mit Polen an den Gefahren, die Deutschland aus einer solchen Gestaltung der europäischen Politik drohen, ihren reich bemessenen Anteil. Ob Rußland Mitglied des Völkerbundes sein wird oder außerhalb des Bundes stehender Verbündeter Frankreichs, ist für den Grad dieser Gefahr so gut wie bedeutungslos, denn die Erfahrungen der kleinen oder machtlosen Staaten zeigen, daß sie so oder so der Großmachtpolitik ausgesetzt sind, wenn sie nicht unter sich Gegengewichte zu schaffen fähig sind, mit denen die Großmächte rechnen müssen. Diese Einsicht scheint nun bei dem Dreibund, der in Riga geschlossen wurde, mehr, als dies nach außen erkennbar wurde, Pate gestanden zu haben. Es ist in der Tat der erste Vertrag, den kleine Staaten mit gemeinsamen Existenz- i n t e r e s s e n unter sich abgeschlossen haben, ohne daß hinter ihm die Hand einer Großmacht sichtbar wird. Diese Staaten wollen nichts als die Sicherung ihres Bestandes und verfolgen, wenn man von Wilna und Memel absieht, zwei Fragen, die offenbar im Vertrag ausdrücklich ausgeschlossen wurden, keine Ziele, die sie mit andern in Konflikt bringen könnten. Es ist ihnen von Moskau versichert worden, daß ihr Bestand von Deutschland bedroht sei. Aber, sei es, daß sie dies nicht glauben, sei es, daß sie sich dem Schutz, der ihnen von Frankreich und Rußland angeboten wird, nicht anvertrauen wollen, sie ziehen es vor, die Sicherheit in ihrem Zusammenschluß zu suchen in der begründeten Hoffnung, daß es schwerer sein wird, drei auf einmal zu verschlucken als drei nacheinander! Wenn man sich erinnert, welch klägliche Rolle die „Neutralität" im Weltkrieg gespielt hat, wie die meisten der kleinen und mittleren Staaten durch den politischen oder wirtschaftlichen Druck der Entente in den Kriegsbund gegen Deutschland hineingezwungen oder zu einer sehr einseitigen Auffassung der Neutralität genötigt wurden, kann man ermessen, wie wichtig ein solcher Zusammenschluß von Staaten und Völkern ist, deren Interessen nur darin bestehen, nicht von einer der großen Machtgruppen verschluckt oder als Werkzeug zur Verwirklichung von Plänen benützt zu werden, die ihnen an sich ganz fern liegen. Nicht nur für einen etwaigen Krieg ist dies wichtig, von dem man jetzt wieder spricht, als sei er ein Kinderspiel, sondern mehr noch für d i e Verhinderung eines leichtsinnig heraufbeschworenen kriegerischen Zusammenstoßes. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, kann Deutschland, das keinen Krieg will, jede Regung der Neutralen nur begrüßen, die ihre Fernhaltung von den Konflikten der Großmächte zum Ziele hat. Es scheint, daß auch die skandinavischen Länder dem Beispiel der baltischen Staaten folgen wollen. Am 6. und 7. September treffen sich auf Einladung der schwedischen Regierung in Stockholm die Außenminister Schwedens, Norwegens, Dänemarks und Finnlands, um, wie es heißt, über die wirtschaftliche Zusammenarbeit der nordischen Länder zu beraten. Aber das Thema dieser Konferenz ist sicher viel weiter gesteckt und dasselbe, wie das der Konferenz von Riga. Denn für die nordischen Staaten ergeben sich aus der immer klarer sich herauskristallisierenden Vo'rkriegssituation Europas dieselben Gefahren und dieselben Folgerungen. Vielleicht und hoffentlich ist die diplomatische Regsamkeit, die sich bei den Mittelund Kleinstaaten zeigt, ein Zeichen ihrer Wachsam- teit und ihrer Sorge, daß sie eines Tages wieder gezwungen werden könnten, ihre Armeen oder ihren Handel fremden Interessen zur Verfügung zu stellen. Deutschland würde eine solche Stärkung des Neutralitätsbegriffs ohne übertriebenen Optimismus, aber um so ehrlicher begrüßen. Oie wirtschaftliche Rüstung Sibiriens. Das erste sowjetrussische Benzolwerk in Betrieb gesetzt. M o s k a u, 3. Sept. (DNB.) Im Kusnezk-Becken ist das erste der in der Sowjetunion errichteten Benzolwerke, dis etwa acht Millionen Rubel gekostet haben, in Betrieb genommen worden. Bisher waren ganz Sibirien und der russische Ferne Osten auf die Belieferung mit Erdölprodukten entweder aus Baku oder aus dem nördlichen Teil der Halbinsel Sachalin angewiesen, was nicht nur mit Transportschwierigkeiten verknüpft war, sondern auch mit großen Kosten. Die Sowjetregierung hat sich bei der Errichtung der Benzolwerke von dem Gedanken leiten lassen, daß bei einem etwaigen Streit im Fernen O st e n damit gerechnet werden muß, daß die Erdöllieferungen aus Sachalin unterbrochen werden würden. Die Erdöllieferungen aus Baku dagegen stoßen insofern auf große Schwierigkeiten, als die sowjetrussischen Eisenbahnen noch nicht genügend Tankwagen besitzen. Oesterreichs Weg zum 2S.Iuli Eine Unterredung mit dem ehemaligen Vizekanzler Winkler. Prag, 3. Sept. (DNB.) Das „Prager Montagsblatt" veröffentlicht ein Interview mit dem ehemaligen österreichischen Vizekanzler Winkler, der sich in Egerland (Tschechoslowakei) aufhält. Zu den Ereignissen des 25. Juli erklärte Winkler: Die nationale Opposition dachte nicht an eine gewaltsame Erhebung, da die Lage vor dem 25. Juli die absolute Gewißheit bot, daß bei dem fortschreitenden Verfall der Regierungsfront und dem Erstarken der Opposition die Frucht von selbst reifen mußte. Ich habe auch die lieber« zeuguna, daß es sich um keine von her NSDAP, und SA. vorbereitete Aktion handelte, da ja nicht einmal die SA. von Wien alarmiert wurde. Es handelt sich also nur um die Teilaktion einer kleinen Gruppe, die eine revolutionäre Entwicklung nicht ab- warten wollte. Winkler erklärte weiter, daß Heimwehrführer und Heimwehrgruppen in den letzten Tagen vor dem Putsch intensiv mit den Nationalsozialisten verhandelt hätten. Fen, durch die Regierungsumbildung vom 11. Juli sehr erbittert, sei entschlossen gewesen, mit den Nationalsozialisten gemeinsame Sache zu machen, um Dollfuß Jo rasch wie möglich zu stürzen. Noch in den letzten Tagen vor dem Putsch habe Fey mit den Nationalsozialisten verhandelt. Dadurch habe er sie außerordentlich ermuntert, den Kampf gegen Dr. Dollfuß zu verstärken. Auf die Frage, wie eine Befriedung Oesterreichs möglich sei, erklärte Winkler u. a.: Das außenpolitische Ränkespiel um Oesterreich muß aufhören. Es muß eine Lösung zwischen allen Nachbarstaaten gesunden werden. Oesterreich muß wieder zu demokratischen Methoden zurückkehren, wenn wieder Friede werden soll. Die Habsburger Frage hält Winkler für ernsthafter als viele andere Fragen. Ein sehr erheblicher Teil der Oesterreicher halte die Rückkehr der Habsburger für das kleinere liebet Innerhalb der Regierung bestehe heute zweifellos eine legiti- misiische Mehrheit. Oer amerikanische Textilarbeiterstreik. Keine Klarheit über die Streilausdehnung Neuyork, 4.Sept. (DNB. Funkspruch.) lieber die Ausdehnung des Textilarbeiterstreiks herrschen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern scharfe Meinungsverschiedenheiten. Während die Unternehmer behaupten, daß h ö ch st e n s 21 v. H. der Arbeiterschaft am Streik beteiligt seien und die Streikaufforderung namentlich in den Südstaaten vielfach unbeachtet geblieben sei, erklärt der Textilarbeiterverband, daß bis zum Mittwoch mindestens 90 v.H. Der Stellvertreter des Führers eröffnet den Internationalen Straßenbaukongreß in München. M ü n ch e n, 3. Sept. (DNB.) Im Thronsaal der Münchener Residenz wurde der VII. Internationale Straßenkongreß in einer feierlichen Vollsitzung eröffnet. Der Aufgang zum Saal war mit den Fahnen der am Kongreß beteiligten 52 Nationen geschmückt. Das kunstvolle Weiß und Gold des Thronsaales mit feinen wuchtigen Säulen und überlebensgroßen Figuren berühmter Wittelsbacher bedarf keines weiteren Schmuckes. Taufende von Kongreßteilnehmern sind versammelt. Unter den Ehrengästen sah man u. a. den Stellvertre- ter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, Reichsverkehrsminister Freiherrn von Eltz- R ü b e n a ch , die Reichsstatthalter Sprenger, Ritter von Epp, Murr und S a u ck e l, Generaldirektor Dr. Dorpmüller, Generaldirektor Dr. K l e i n m a n n , Vertreter von Wissenschaft, Technik, Gewerbe usw. Mit dem deutschen Meister Richard Wagner gab das Reichs-Symphonieorchester unter Leitung des Kapellmeisters Adam den würdigen Auftakt zu der Veranstaltung. Oberbürgermeister F i e h l e r (München) dankte der Leitung des Verbandes, daß sie der Einladung der Reichsregierung nach München gefolgt ist. Er verwies auf die Reichsautvbahnen und Die große Straßenausstellung, auf das hochentwickelte Tiefbaugewerbe Münchens und sprach die Hoffnung aus, daß der Kongreß zum Segen der gesamten Kulturwelt wirken werde. Lebhaft begrüßt trat dann der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß an das Rednerpult. Der Minister führte nach der Begrüßung der Vertreter von fast 50 großen Staaten u. a. aus: Wir empfinden es dankbar, -daß dieser VII. Internationale Straßenkongreß in Deutschland stattfindet, weil damit ein Anlaß besteht, für eine so große Zahl auf ihrem Fachgebiet bedeutender Männer, die gewohnt sind, klar und nüchtern zu sehen, was ist, nach Deutschland zu kommen und in Augenschein zu nehmen, was dieses neue Deutschland insbesondere auf ihrem eigenen Arbeits- gebiet schaffte. Sehen Sie sich unsere Arbeitsdienstlager, die Landgewinnungsmaßnahmen, die Flußregulierungs- und Urbarmachungsarbeiten, sehen Sie sich überhaupt alle sichtbaren Beweise unserer Anstrengungen zur Wirtschaftsbelebung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit an. Betrachten Sie unvoreingenommen die Menschen auf der Straße und den Ausdruck ihrer Gesichter. Besonders diejenigen von Ihnen, welche bereits vor der Machtergreifung des Nationalsozialismus Gelegenheit hatten, in Deutschland Beobachtungen zu machen, werden feststellen können, wie die frühere Bitternis und Verkrampfung auf den Gesichtern abgelöst wurde durch den Ausdruck ruhiger Zuversicht und Hoffnungsfreudigkeit. Sie werden auch feststeUen können, daß alle Klassengegensätze gewichen sind dem Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Wett mag dem nationalsozialistischen System sympathisch gegenüberstehen ober nicht, eines muß sie anerkennen: Die Ergebnisse dieses Regierungssystems sind bei uns auf aUe Fälle derart, daß es lm Hinblick auf die große Krise, welche die Wett augenblicklich durchmacht, und im Hinblick auf die Gebote und Erfordernisse in anderen Ländern für diese zumindest geboten erscheint, unsere Regierungsart und -form nicht ohne weiteres abzulehnen, sondern sie auf alle Fälle zu studieren. Wir betrachten die Wett — wirtschaftlich gesehen — als ein System von sich gegenseitig ergänzenden nationalen Einheiten, so daß Krisen bei einem Teil derselben auch den anderen Teil treffen, d. h. Arbeitslosigkeit und Armut als deren Folge in einzelnen Staaten nicht ohne Rückwirkung auf die übrigen bleiben. Ich glaube, daß die Entwicklung seit Ende des Krieges mit Diktaten und internationalen Verträgen, welche darauf keine Rücksicht nehmen, dies zur Genüge bewiesen hat. Wir sind bereit, alles zu tun, um den Austausch dieser Erfahrungen zu erleichtern, um in gemeinsamem Wirken die Wirtschaftskrise der Wett zu überwinden. Der deutsche Straßenbau ist ein Erfor- dernis des modernen Verkehrswesens, um die Straßen in jenen bestmöglichen Zustand zu versetzen, den der Stand der Technik ermöglicht, und zum anderen ist es der Gedanke der Arbeitsbeschaffung, der im deutschen Straßenbauprogramm seinen Niederschlag findet. Die Planungen für unseren modernen deutschen Straßenbau sind eng verbunden mit dem Streben nach Jahrhunderte überdauernder Festigung der vom Nationalsozialismus errungenen politischen Einheit des Reiches. Das im Aufbau begriffene Verkehrsnetz, welches in Deutschland entstehen wird, erfüllt die Forderung nach Reichseinheit auch auf verkehrstechnischem Gebiete. Es ist uns vom Auslande der Vorwurf gemacht worden, wir legten unser Geld in großen innerdeutschen Projekten an, anstatt unserenSchuld- verpflichtungen nachzukommen. Nach meiner Anschauung kann das Problem der deutschen Arbeitsbeschaffung nicht mit dem der Schuldverpflichtungen in Zusammenhang gebracht werden. Denn mobilisieren wir die Millionen Arbeitslosen nicht zu praktischer Arbeit, geben wir ihnen nicht Lohn und Brot, so liegen bie Arbeits- fräfte brach. So wenig wie ein anderes Volk der Erde könnten und wollten wir die arbeitslosen Volksgenossen zugrunde gehen lassen, wir mußten sie erhalten. Millionen Menschen sahen wir, als wir an die Macht kamen, zur Untätigkeit verdammt. Wir sahen auf der anderen Seite, daß alle Materialien, die wir zum Straßenbau benötigen, innerhalb unserer Grenzen erreichbar find. Was war näherliegend, als daß wir die Frage der Mobilisierung von Menschenkraft und Materialien auf organisatorischem Wege lösten? Damit verwandelten wir vorhandene Arbeitskräfte und vorhandenes Material im Werte, die weiterhin geeignet sind, im Laufe der Zeit neue Werte hervorzubringen. Es ist ein grundlegender Irrtum, zu glauben, man konnte etwa ebensogut mittels dieser Arbeitskräfte und dem lm Inland vorhandenen Material Schulden bezahlen. Schulden bezahlen, heißt exportieren. Die übrige Welt hat den Güteraustausch mit uns eingeschränkt und damit uns die Möglichkeit des Schuldenzahlens genommen. Sie kann nicht erwarten, daß wir deshalb etwa darauf verzichten, die vorhandenen Arbeitskräfte und Materialien im eigenen Lande nutzbringend zu verwerten. Unsere Waren will man vielerorts in der Wett nicht haben; die Menschenkraft, die früher zu ihrer Herstellung verwandt wurde, müssen wir also anderswo ansehen. Zu bedenken ist ferner, daß nur ein Bruchteil der für den Bau her Autobahnen benötigten Mittel dem Staat über die an Jid) für eine entsprechende Zahl Arbeitsloser notwendigen Aufwendungen zur Last fällt. Tatsächlich sind seitens des Staates nur etwa 35 bis 40 v. H. der Baukosten für den Bau über das hinaus aufzuwenden, was an sich der Staat aufzubringen hat, wenn die Bahnen nicht gebaut würden. Mit dem Einsatz von hunderttausenden schaffenden Händen für die Straße erkennen wir zugleicy deren wieder wachsende Bedeutung an. Je mehr die großen Durchgangsstraßen der Nachbarländer zueinander in Einklang gebracht werden, um so mehr wird sich über die großen Straßen der Nationen im Reiseverkehr des Alltags bei wachsendem internationalen Verkehr auch eine wachsende Anerkennung der Völker untereinander ergeben. Wir wissen, daß dann ein ehrliches Urteil über unser Volk entstehen wird. Auf der Basis gegenseitiger Achtung der Völker wird dann ehestens eine Konsolidierung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen eintreten. Auch in diesem Gedanken ließ der Führer die deutschen Reichsautobahnen Gestalt werden. Erkennen Sie, meine Herren Delegierten des Auslandes, auch darin seinen Willen zum Frieden und zu friedlicher schaffender Arbeit. Möge auch dieser internationale Kongreß einen Beitrag darstellen zur Förderung des Friedenswillens aller Völker, und möge insbesondere die Tatsache, daß der Internationale Ständige Verband der Straßenkongresse in Paris sein 25jähriges Jubiläum nicht in Frank- reich, dem geschichtlichen Land des Straßenbaues, sondern in Deutschland feiert, als gutes Omen zu werten fein für die Verständigung der beiden Völker, für deren beiderseitige Wohlfahrt ein gesicherter Frieden die Voraussetzung gibt. Wie dieser Austausch der Gedanken und des Wissens unzweifelhaft allen teilnehmenden Staaten zugute kommt — so möge auch ein auf gleicher Basis entwickelter allgemeiner Austausch der geistigen und materiellen Güter der Völker wieder erstehen. Das ist unser Wunsch für alle Nationen dieser von der Freudlosigkeit von Millionen gequälten Erde! Der Generalinspektor des deutschen Straßenwesens Or.Todt überbrachte dann dem Internationalen Ständigen Verband der Straßenkongresse zu seinem 25jähri- gen Bestehen, das mit dem Jahre des VII. Kon. gresses zusammenfällt, die herzlichsten Glückwünsche aller internationalen Straßenbau-Fachleute. Straßen sind ein Werk des Friedens, selbst wenn sie ursprünglich zu anderen Zwecken gebaut wurden. Je mehr Länder Europas ihre haushalt- mäßig verfügbaren Mittel intensiv für den Bau von Straßen verwenden, je mehr die Industrie und die Arbeitskräfte in ganz großem Maß für eine derart friedliche Arbeit eingesetzt werden, je mehr Teils der Wirtschaft von einer Derart friedlichen Arbeit leben, desto stärker wird im eigenen Land die Abneigung, diese friedliche Tätigkeit zu stören oder zu unterbrechen, desto stärker wächst in eigenem Land der Wille, die begonnenen Arbeiten bei einem lang- anhaltenden Bestand des Friedens weiter^uführen und zu vollenden. Ich bin überzeugt, daß die europäischen Länder ihre Straßenbau-Programme, die meist auf ein Jahrzehnt abgestellt sind, u n g e • ftört durchführen werden. Ich bin überzeugt, daß, ähnlich wie internationale Eisenbahnlinien entstanden sind, internationaleAuto- b a t) n I i n i e n entstehen werden. Ich würde es begrüßen, wenn dieser VII. Internationale Straßen- kongreß den Anlaß gibt, die Schaffung von internationalen Autobahnverbindungen allerorts mit Energie zu fördern. Internationale Aufgaben für unser Arbeitsgebiet, den Straßenbau, sind in reicher Fülle vorhanden. Der Präsident des Internationalen Ständigen Verbandes der Straßenkongresse Senator Matz i e u (Paris) dankte der deutschen Regierung und seinen deutschen Kollegen für Die freundliche Einladung nach München. Wir haben hier, so erklärte er, eine Atmosphäre freundichaf11 icheit Vertrauens und echten Zusammenarbeitens gefunden. Wir sind versammelt in einem Lande, welches auf dem Gebiete des Straßenbaues außerordentliche Fortschritte gemacht hat. Wir haben das vollste Ser trauen km Dem Talen/ und der Schaffensfreude Der deutschen Ingenieure und wissen, daß, wenn sie etwas in Angriff neh» men, sie auch sicherlich Fortschritte erzielen. Anschließend übermittelten die Führer von 22 ausländischen Abordnungen dem Kongreß die herzlichsten Glückwünsche. der Textilindustrie stilliegen würden. Vorläufig arbeiten jedoch in Nord- und Südkarolina allein noch 220 Betriebe, während 200 geschlossen sind. Diele Fabriken sind unter Militärschutz gestellt worden, da Zusammenstöße befürchtet werden. Antwort an Knox. Die Wahrheit über die Saardeutschen im Arbeitsdienst. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes teilt inbezug auf die Behauptungen des Präsidenten der Regierungskommission des Saargebiets in seinem Schreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes hinsichtlich des Arbeitsdienstes mit: 1. Die Behauptung, daß eine militärische Ausbildung der saardeutschen Arbeitsmänner (Arbeitsfreiwillige) im Deutschen Arbeitsdienst stattfindet, entspricht nicht den Tatsachen. Es hat weder solche Ausbildung stattgefunden, noch findet sie statt, wie der Arbeitsdienst überhaupt keinerlei militärische Ausbildung betreibt. 2. Die Behauptung, daß die saardeutschen Arbeitsmänner außerhalb der entmilitarisierten Zone Dienst tun, ist falsch. Tatsache ist vielmehr, daß innerhalb der entmilitarisierten Zone 2115 saardeutsche Arbeitsdien st freiwillige ihren Standort haben. 3. Die „besondere Ausbildung für den S a a r k a m p f" besteht darin, daß den jungen Saardeutschen im Arbeitsdienst eine besondere Betreuung in Hinsicht ihrer Erziehung zu bewußt deutschen Menschen zuteil wird. 4. Von dem Kredit von 12 900 000 Mark für die Unterhaltung von 10 000 jungen Saardeutschen weißt d e r Deutsche Arbeitsdienst nichts. Er trägt die Kosten für die Saardeutschen in seinen Reihen aus eigenen Mitteln. Diese Kosten sind ihm bis jetzt von keiner Stelle und in keiner Form erstattet worden. Die Reichsangehörigkeit bei der Verleihung des Ehrenkreuzes. Berlin, 3. Sept. (DNB ) Für die Feststellung der Reichsangehörigkeit des Antragstellers als Voraussetzung der Verleihung des Ehrenkreuzes (T. 3 der Verordnung des Reichspräsidenten) ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Antrag st el lung maßgebend. Hiernach können auch Kriegsteilnehmer, die erst nach dem Weltkriege die R e i ch a n g e h ö r i g k e i t erworben haben, das Ehrenkreuz erhalten, und zwar gleichgültig, ob sie auf deutscher Seite oder auf Seite der Verbündeten Kriegsdienste geleistet haben. Empfang der Berliner Diplomaten durch den Führer. Berlin, 3. Sept. (DRB.) Nachdem das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers vereinigt und der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in der Volksabstimmung vom 19. Äugust mit Neunzehntel-Mehrheit a l s Staatsoberhaupt bestätigt worden ist, werden die in Berlin akkreditierten Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger der fremden Mächte vom Führer und Reichskanzler zur Entgegennahme ihrer offiziellen Antrittsbesuche und der Glückwünsche der fremden Staatsoberhäupter und Regierungen am Mittwoch, dem 12. September, im Reichspräfidentenpalais feierlich empfangen werden. Kommissarische Beauftragung der Führer der Deutschen Studentenschaft. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen Andreas Fe ick er t hatte Ende August die Führer der deutschen Studentenschaften in Rittmarshausen bei Göttingen einberufen. Im Mittelpunkt dieses Lagers landen die wichtigen Fragen des Arbeits- ) i e n ft e s als Vorauslese zum Hoch- chulzugana, der Kameradschaftser- Ziehung und des akademischen Nachwuchses, vor allem aber die wissenschaftliche Zielsetzung der Deutschen Studentenschaft. Nach der Ernennung der Hauptamtsleiter und Amtsleiter der Reichsführuna der Deutschen Studentenschaft und der Kreisführer der Deutschen Studentenschaft soll den Kreisführern Gelegenheit gegeben werden, für die zukünftige Arbeit der Deutschen Studentenschaft nach der Kenntnis der Arbeit in Rittmarshausen die geeigneten Studentenschaftsführer auszuwäh« l e n. Der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft Andreas F e i ck e r t hat aus diesem Grunde die Führer der Einzelstudentenschaften an den Universitäten und Technischen Hochschulen bis zur Entscheidung durch die Kreisführer lediglich mit der kommissarischen Weiterführung ihrer Aemter beauftragt. Deteranentreffon in Heringsdorf. Der Ehrentag des großen Reichstreffender Altveteranen, zu dem zahlreiche Altkrieger aus allen Teilen des Reiches nach Heringsdorf gekommen waren, wurde mit einem Begrüßungsabend eingeleitet. Dieser Abend erhielt durch die Anwesenheit des Feldmarschalls von Mackensen und des Führers des Kyffhäufer- bundes, Oberst a. D. Reinhardt, sowie der höheren Führer alter ruhmreicher Zeiten, wie General der Kavallerie Grafen (5 a) l i e f f e n, Generalleutnant vv n Schwerin, Generalleutnant D o u s s i n, Generalmajor Klein und des stellvertretenden Bundesführers General von K ü h l w e i n und von Enkevort eine besondere Note. Kurdirektor ©tallberg und General Garnier begrüßten die Erschienenen. Generalfeldmarschall von Mackensen gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Oberst Reinhardt das Reichstreffen der Altoeteranen wieder ins Leben gerufen hat. Er gedachte der großen Heldentaten des deutschen Heeres im Weltkriege und schloß mit einem Appell an die Veteranen, dazu beizutragen, daß der Geist von Düppel, Königgrätz und Sedan unserem Volke und unserer Jugend erhalten bleibe. Der Führer des Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. Reinhardt, gedachte der gefallenen Kameraden, erinnerte an die Schlacht von Tannenberg und des Jahrestages der Schlacht von Sedan. Seine Rede klang in ein Sieg-Heil auf den Führer und das Vaterland aus. Zum Feldgottesdienst am zweiten Tage waren u. a. Gauleiter Schwede und Gruppenführer Friedrich erschienen. Dem Feldgottesdienst schloß sich ein Festakt an, in dessen Mittelpunkt die Festrede des stellverttetenden Führers des Kyffhäuserbundes, General von Enkevort stand. Den Abschluß bildete Der Ehrenvorbeimarsch der SA., SS. und der Kriegervereine vor den Altveteranen. I der d°ß ehen der der ein, hrer 'den. Üus. iUm der ßreß Des und itet. * ■anf> iues, lutes Ung -itige bung 1 des laten sicher flei< lieber iontD quoJ Obt diaen lähri. Kon, inföt Sira, lelbft lebaul shalt. Sau e und >e der. Teil« Urteil e Ab- )er zu Laut lang, liihrer ß dii amtni na«, über, lbah» utu. es de- raßen, Mit' mil i fw i xft ■ niigei Ma. > 6it' rflört ich" m ea1 leit ö 6h! hth« Tal« miet Glüt Aus oder Welt l oangeline Booth wird General der Heilsarmee. Die 69jährige Evangeline Booth, die vierte T chter des bekannten Gründers der Heilsarmee, C nerals Booth, wurde zum General der Heilsarmee ernannt. Evangeline Booth war bi her Kommandant der Heilsarmee in den Ver- er igten Staaten. Lila Schröters Segel-Schleppflug durch Deutschland. Die Fallschirmpilotin und Segelfliegerin Frau Lila Schröter startete von Friedland in Schlesien zu einem Segel-Schleppflug durch Deutschland. Der Flug soll in zehn Tagesetappen du7chgeführt werden, wobei eine Strecke von rund 40)0 Kilometer zurückgelegt werden soll. Ihr Segel- Mehr Wolle aus deutscher Erzeugung. Im Zuge der heimischen Rohstoffversorgung ist es notwendig, daß zum Zwecke der Devisenersparnis alle verwertbaren Erzeugnisse der deut chen Scholle der gesamten Volkswirtschaft zuge ührt werden. Die Erzeugung von deutscher Schafwolle und deutschen Leders aus häuten unseres Viehs ist gerade in der Gegenwart von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Es ist volkswirtschaftlich dringlich, daß der Schafhaltung wieder mehr Augenmerk zugelenkt wird. Die Schafzucht, die durch die liberalistische Wirtschaftsmethoden in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zurückgedrängt wurde, soll wieder zu der Blüte gelangen, auf der sie einst in Deutschland vorbildlich stand. Die bisher gegen die Schafhaltung angeführten Einwände sind durch das neugeschaf- fene Festpreissystem hinfällig, zumal da auch noch die Absatzfrage und die Preisfrage für Wolle in einem wesentlich anderen Lichte als in früheren Jahren erscheint. Die Forderung der Landwirtschaft geht denn auch dahin, daß alle vorhandenen Möglichkeiten, die Schafhaltung zu fördern, gerade jetzt a u s g e s ch ö p f t werden. Hierbei ist keine Zeit zu verlieren. Um dieser Forderung gerecht werden zu können, wuß in erster Linie eine starkeErweiterung her bisherigen Schafweiden durchgeführt «erden. Vielerorts wird es nicht möglich sein, daß eder Bauernhof eigene Schafweideflächen hält. Es erscheint daher dringend notwendig, daß als Voraussetzung der Schafhaltung an die Gründung von 3ß. Weidegenossenschaften herangetreten □irb, um diese Frage auf einer sicheren Grundlage lösen können. Zu diesen Genossenschaftsweiden stllen in erster Linie Gemeinschaftsflächen, W a l d- v e i d e n und evtl, auch Oedlanoflächen her- engezogen werden. Denn die Schafweide ist bestim- nend für brauchbare Wolle und Leder. Das Schaf it auch der beste Verwerter der Nachweiden md spielt besonders heute betriebswirtschaftlich «ine Rolle, die keineswegs zu unterschätzen ist. Ein clter Bauernspruch sagt: „Schafe haben goldene süße". Mit anderen Worten der Schafpferch lebt die Erträge. Die Weidegenossenschaften können sich auch auf ?r Grundlage der Pacht, soweit es wirtschaft- ch tragbar ist, sehr gut erhalten, besonders wenn ne mehrjährige Pacht zum Abschluß ge- :ngt. Durch die vermehrte Bedeutung der Schaf- iltung ist es erforderlich, daß nicht nur Bauer ib Gemeinde, sondern auch der Waldbesitz n Gründungen sog. Genossenschaftsweiden für chafhalter weitgehend entgegenkommt. Die Schaf- iltung selbst kann ebenfalls dort auf genossen- Haftliche Art durchgeführt werden, wo für viele Sauern keine Möglichkeit besteht, sich eine größere ferbe zu halten. Der Zusammenschluß einer Sauern- ober Siedlergemeinbe zu einer Schaf- hultungsgenossenschast hat sich bereits vielfach bewährt. Der Aufwand sowie bas Risiko b'r genossenschaftlichen Schafhaltung ist sehr ge- rng, währenb ber Ertrag aus ber Schafzucht im« rrer noch als gut zu bezeichnen ist. Durch den S>rwenbungszwcmg von beutscher Wolle ist bem Cchafhalter enblich auch der Absatz weit- gehend gesichert. Außerdem wird die Flä- ch»ennutzung durch Düngeranfall erhöht, so daß nicht nur der Bodenwirtschaft, son- birn auch ber Rohstoffwirtschaft ein beträchtlicher Dienst erwiesen wirb. Vom modernen Tauschverkehr zur Großraumwirtschaft. Deutschland zur Mitarbeit gewillt am Wiederaufbau der Weltwirtschaft. Von Or. fy. E Posse, Staatssekretär im Reichswirischastsminisierium. Um die Schwierigkeiten, die sich gegenwärtig im Wirtschaftsleben bemerkbar machen unb eine bem Wirtschaftler völlig neue Ungleichheit zwischen I n l a n b s k o n j u n k t u r unb Weltkonjunktur aufweisen, richtig verstehen zu können, muß man sich bie in unsere nationalen Hoheitsrechte eingreifenben Bestimmungen bes Versailler Diktats vor Augen halten. Man wirb bann beutlich erkennen, baß die Außen- Handelskrise, in der sich die Wirtschaft befindet, auf diese jeder wirtschaftlichen Vernunft baren Bestimmungen des Friedensdiktats und seiner Zusatzabkommen in hohem Maße zurückzuführen ist. Ein wirtschaftlich hoch entwickeltes Land, das mehr als sechs Jahre seiner wirtschaftspolitischen Souveränität beraubt und zum Ausbeuteobjekt der Umwelt gemacht worden ist, wenn es diese Ausbeutungsmöglicy- keiten beseitigt, immer die Feindschaften derjenigen heraufbeschwören, die aus dem Schwächezustand von gestern ihren Nutzen ziehen konnten. Die Nationalsozialistische Reichsregierung hat mit der schwächlichen Haltung des Nachkriegsdeutschlands ein Ende gemacht. Das deutsche Volk ist unter der starken Hand seines Führers und Äolkskanzlers Adolf Hitler wieder zu sich selb st gekommen. Nach 14 Jahren fortgesetzten Nachgebens kann das schwerlich anders als mit Wider st änden von außen vor sich gehen. Diese Widerstände haben wir, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet, in den letzten Monaten sehr deutlich kennengelernt, aber wir wissen auch uns gegen sie zu wehr en und wir haben die Zuversicht, daß wir uns durchsetzen werden. Wenn man heute in zahlreichen Ländern der Welt geneigt ist, Deutschland als den böswilligen Schuldner hinzustellen, der seinen Verpflichtungen nicht nachkommt und dessen hauptsächliches Streben sei, eine Masche zu finden, durch die er sich seinen Verbindlichkeiten entziehen kann, so ist demgegenüber zu erklären, daß man diese internationalen Verpflichtungen einem zusammengebrochenen Staate aufoktroyiert hatte und daß der deutsche Wirtschaftskörper durch den Erfüllungswillen der Nachkriegsregierungen sozusagen ausgeblutet war. Ein Millionenheer von Arbeitslosen zog ohne Glauben an eine Zukunft und mit Angst vor dem Morgen durch die Straßen der deutschen Städte. Der Staat selbst war in seinen Grundfesten erschüttert. Es war im letzten Augenblick vor einem furchtbaren Zusammenbruch, in den nach menschlichem Ermessen nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa hineingezogen worden wäre, als ber greife Generalfelbmarschall von Hinbenburg Abolf Hitler das Steuer des Staates in die Hand gab. Wer den Ernst dieser Stunde richtig erkannt und nicht vergessen hat, der wird auch wissen, wie sehr es vaterländische Pflicht und darüber hinaus eine europäische Aufgabe war, in Deutschland erst einmal wieder den Millionen brot- unb zukunftslos geworbener Menschen Arbeit unb Brot zu geben. Die Nationalsozialistische Regierung vertünbetc ihr Arbeitsbeschaffungsprogramm unb leitete mit ihm eine Politik ein, bie sich auf dem Inland- mar k t als ein voller Erfolg erwies. Daß es nicht gelang, den durch die Wirkungen des Versailler Vertrages unb der Nachkriegsabkommen immer mehr Zusammenschrumpfenden Außenhan- d e l wieder in Gang zu bringen, ist außerordentlich schmerzlich nicht nur für Deutschland, das dadurch am meisten betroffen wird, sondern für die ganze Welt. Es zeigt, daß die Einsicht bei den anderen immer noch nicht getarnten ist und daß man anstelle kühler kaufmännischer lieber» legungen politischenJnteressenkämpfen freien Lauf läßt. Es ist der Wunsch gerade des nationalisoZialisti- schen Deutschlands, mit allen anderen Nationen friedlich zusarnrnenzu ar beiten. Das ist nicht nur rein politisch, sondern auch in den wirtschaftlichen Veziehuvgen der Wunsch der Reichsregierung. Aus diesem Grunde ist es auch ein großes Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik, tatkräftig an einem System auf einander a b - gestimmter Nationalwirtschaften mitzuwirken. Ist das auch noch nicht in jedem Falle zu erreichen, so will die Reichsregierung als ersten Schritt zur Wiedergesundung der Weltwirtschaft versuchen, den wirtschaftlichen Güteraustausch durch Kompensations- und Zahlungsabkommen, die den nationalwirtschaftlichen Inter- essen Rechnung tragen, wieder in Gang zu bringen. Wenn Deutschland in großem Umfange Rohstoffe gegen deutsche Fertigwaren vom Auslande beziehen kann, so bahnen sich automatisch vom Rohstoffland zum Fertigwaren- Produzenten Beziehungen an, die einen dauerhaften Verkehr einander angeglichener Nationalwirtschaften vorbereiten können. So kann aus der Not eine Tugend entstehen und aus einem modernen Tauschoer - kehr der Gegenwart schließlich eine großraumwirtschaftliche Entwicklung sich herausbilden, wodurch wohl am besten eine wirkliche Befriedung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Volkswirtschaften gewährleistet werden kann. flugzeug „Sudetenland" wird an einem 95 Meter langen Seil von dem Motorflugzeug „D 2121" geschleppt, dessen Pilot Ingenieur W o n t o r f aus Solingen ist. Die erste Tagesetappe sollte von Friedland über Görlitz, Dresden und Chemnitz nach Zwickau führen, aber dichter Nebel zwang den Führer des Motorflugzeuges, bereits in Hirschberg niederzugehen. Um den sportlichen Charakter des Fluges zu betonen, war Frau Schröter trotz des schlechten Wetters gestartet. Der Flug wird fortgesetzt, da mit einer Besserung der Wetterlage gerechnet wird. Schneefall, Sturm unb Wolkenbrüche in Oberitalien. In den oberitalienischen Gebirgen ist der erste Schnee gefallen. Das Stilsser Joch har 30 Zentimeter Neuschnee. Im Trientiner Gebiet sind bie Berge schon ab 1800 Meter Höhe schneebedeckt. In den tiefergelegenen Gebieten Oberitaliens herrschten Stürme und Wolkenbrüche, die großen Schaden anrichteten. Das staatliche Weinbauinstitut schätzt allein den in Monferrato, einem der Hauptzentren bes piemontesischen Weinbaues, angerichteten Schaben auf 15 Millionen Lire. Nicht weniger als 200 000 Doppelzentner Weintrauben finb in ben letzten Tagen in biefem Gebiet völlig vernichtet worben. heftige Unwetter über Dänemark. Dänemark würbe in den letzten Tagen vom heftigen Sturm unb wolkenbruchartigen Regen heimgesucht. Stellenweise fielen bis zu 68 Millimeter Regen. In Kopenhagen hatte das Rettungskorps mit der Beseitigung von Wasserschäden stark zu tun. Besonders heftig wirkte sich der Sturm in der Schiffahrt aus. Zahlreiche Dampfer erlitten erhebliche Verspätungen. In verschiedenen Häfen sind zahlreiche kleinere Fahrzeuge von den Vertäuungen losgerissen worden unb gesunken. Von See werden eine Reihe von Strandungen gemeldet, wobei 40 Menschenleben aus Gefahr gerettet werden mußten. Bei Bornholm, wo der Sturm am heftigsten tobte, wurden von der finnischen Bark „Carmen", die gekentert war, Leuchtsignale gegeben. Der Hamburger Dampfer „Ursula Siemers" eilte der Bark zur Hilfe. Nach mehrstündiger Arbeit konnte die 12 Mann starke Besatzung der „Carmen" an Bord ber „Ursula Siemers* genommen werben. Don einem norwegischen Fischbampser, ber in ber Rönne g e ft r a n • b e t war, mußte ber Kapitän, ber fein Schiff nicht verlassen wollte, mit Gewalt an Lanb gebracht werben. Eine weitere Strandung wurde auf Salt- holm in der Nähe von Kopenhagen gemeldet. Die drei Mann starke Besatzung konnte erst nach mehreren Stunden anstrengender Arbeit in Sicherheit gebracht werden. Ferner wurden zwei Insassen eines deutschen Kutters im Kattegat gerettet. Die Sturmschäden in Frankreich. Die orkanartigen Stürme, die in ben letzten Tagen in Südwestfrankreich wüteten, haben nach den bisherigen Feststellungen viel mehr Schaden angerichtet, als man ursprünglich vermutete. Die ganze Gegend von Toulouse bis Bayonne ist von bem Unwetter heimgesucht worben. Außer ben bereits gemelbeten zwei Tobesopfern finb zahlreiche Verletzte zu beklagen. Auf dem fla- chen Lande ist der Telegraphen- und Fernsprechverkehr vollkommen unterbrochen. Die Wein-, Bohnen- und Maisernte ist fast vollständig vernichtet. Die Flugzeuge der Luftfahrtgesellschaft Air France in Toulouse sind vom Orkan wegaerissen worden. Ihre Trümmer liegen auf dem Rollfeld. Deutscher Bergsteiger in den Schweizer Alpen löblich abgestürzl. Der 24 Jahre alte Kaufmann Herbert Walz aus Ulm ist auf ber Maischupfenspitze im Greyerzer Land (Kanton Freiburg) löblich verunglückt. Er verlor an einem Felsabhang ben Boden unter den Füßen und stürzte ab. Die Leiche konnte noch am selben Tage geborgen unb zu Tal gebracht werden. Mndmiihleu-jlugzeuge im Dienste der Post? — Der erste versuch in London. Am Montag senkte sich zum Erstaunen der Passänten ein Windmühlenflugzeug auf das Londoner Postamt von Mount Pleasant herab, schwebte eine geraume Weile in geringer Höhe über dem Dach des Gebäudes und stieg dann wieder in die Luft, um davonzufliegen. Es handelt sich, wie angekündigt, um einen ersten vom Luftfahrtministerium genehmigten Versuch, Um festzustellen, ob es praktisch möglich ist, mit Hilfe von Windmühlenflugzeugen Postsäcke für den Fernluftverkehr abzuholen und abzuliefern. Der Führer bes Flugzeuges Brie erklärte, wenn das Dach des Postamtes flach wäre, dann hätte er ohne die geringste Schwierigkeit darauf landen können. Reichsfendeleiter ordnet aufgelockertes Rundfunkprogramm an. Der Reichsfendeleiter hat angeordnet, daß während der Dauer des Reichsparteitages vom 4. bis 10. September politische und halbpolitische Vorträge abzusetzen seien. Ebenso sollen keine weltanschaulichen Vorträge, Militärmusik usw. gesendet werden. In den anschließenden Wochen vis zum 31. Oktober sei ein aufgelockertes Programm mit besonderer Bevorzugung leichter Musik zu bringen. Auch hier seien Vorträge politischer unb weltanschaulicher Art zu vermeiden, ebenso schwere musikalische Kunstwerke u. a. Mit dieser Anordnung will der Reichssendeleiter dem Bedürfnis aller werktätigen Menschen Rechnung tragen, bie nach ben bedeutsamen Ereignissen des Sommers fröhliche, unterhaltende, entspannende Sendungen wünschen. Eigenartiger Tod eines Lokomotivheizers. Zwischen ben Stationen Pfreimb und Wernberg in der Oberpfalz wurde der Lokomotivheizer Max Degenkolb, ber währenb ber Fahrt außen an ber Maschine zu tun hatte, durch den Lufdruck eines in der Gegenrichtung fahrenden Zuges u n t e r. b i e Räder geschleudert. Er war sofort tot. Jener im Palast des mandschurischen Kaisers Puji. Im Palast des mandschurischen Kaisers Puji in Tschangtschun ist Feuer ausgebrochen. Die Privatgemächer des mandschurischen Kaisers und seiner Familie sind vom Brande noch verschont geblieben, da das Feuer aber weiter wütet, ist zu befürchten, daß der ganze Palast abbrennt. Freiwillige Helfer unb Truppen finb angesetzt, um die Arbeit ber Feuerwehr zu unterstützen. Der Justizminister unb höhere Beamte der Geheimen Staatspolizei weilen am Brandherd, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Die Polizei verhaftete 21 Personen, lein IDC.'1 ientip JJno* n * is- !t’j W V\ * 'N uf < Vt htt * jen' Ul rW । w etN dH l)i* lie !I> mb' Neue niedrigere P für Opel-Lieferwagen und Blitz-Lastwagen SCHNELLÄSTWÄGEN 3,5 Ltr. 6 Zyl. mit Vierganggetriebe, 7-fach bereift 1,2 LITER OPEL - Lieferwagen auf langem Chassis. . . Chassispreis RM 1750 BLITZ 2 TONNER Chassistragfähig- ö Q A A keil 2792 kg.....Chassispreis* RM BLITZ 2 TO. LANG Chassistragfähigkeit 2975 kg . . 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Auf tzde gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen 1 und II: 879 39468 60682 111638 178899 181174 207932 234569 282411 283299 Im Gewinnrade verblieben: 160 Tagesprämien zu 1000 3JL ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 800000, 2 zu 80000, 4 zu 20000, 10 zu 10000, 52 zu 5000, 100 zu 8000, 232 zu 2000, 432 zu 1000, 1178 zu 500, 4636 zu 300 M. A ii ^cine»yhema * ausgifcßäg«W MAGGI5 WÜRZE Erprobtes Rezept: Tomatensalat für 4 Personen 8 feste Tomaten, 1 kleine Zwiebel, 2 Eßlöffel jöl, 1 Teelöffel gehackte Petersilie, Salz, .Pfeffer, Saft einer Zitrone, 1 Teelöffel Maggi's Würze. Oie Tomaten in Scheiben schneiden. Zwiebel und Petersilie sehr fein hacken. Zur Soße: Das öl in einer Schale mit der Gabel schlagen, dabei den Zitronensaft hineintropfen lassen,- nach Salz, Pfeffer und Maggi's Würze abschmecken, zuletzt Zwiebel und Petersilie daruntergeben. 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Maschinenbauschule Giefcen während der Lese täglich frisch gekeltert, im Ausschank und über die Straße. Walltorstraße 83» umd 3000 Mk. a. Hypothek a. 1. ob. 2. St. auszul. Sehr. Ang. unt. 04291 a.d.G.A. 3tt>efd>ulnatbrid)fett Der Münchener Dermatologe Professor Dr. Julius Mayr erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl ber Dermatologie an ber Universität Mün - ft e r; Professor Mayr wirkte seit 1927 als Extra- orbinarius unb Oberarzt an der Münchener Universitäts-Hautklinik. den oder Wochen. Beiträgen - 250 780 1040 1300 1560 1820 und mehr. b) Die bestens Monatsbeiträgen 120 180 240 300 360 420 und mehr Nachweis der llnterstützungsberechtigung. 29. Die Gewährung der Unterstützung ist in der Regel an die Leistung einer Rente durch die Angestellten-, Invaliden- oder Knappschaftsoersicherung bzw. einer Unfall- oder Parteidienstbeschädigtenrente von mindestens 662/s o. H. oder von dem Gutachten eines von der Deutschen Arbeitsfront zu bestimmenden Arztes abhängig. Höhe der Unterstützung. 3fachen Monatsbeitvag 4 „ H 5 ,, „ 6 n »» 7 ,, M 8 ,, H Die Hohe der monatlichen Unterstützung ist mindestens nach dem Monatsbeitrag der Klasse 7 und höchstens nach dem der Klasse 15 zu berechnen. c) Mitglieder derjenigen Reichsbetriebsgemeinschaften, die bislang Invalidenunterstützung nicht kannten, haben vom Inkrafttreten dieser Richtlinien an die volle Wartezeit (10 Jahre) zu erfüllen. Soweit jedoch diese Mitglieder bereits vor dem 1. Januar 1929 den damaligen Gewerkschaften beigetreten sind und ununterbrochen ihre Mitgliedschaft aufrechterhalten haben, umfaßt die Wartezeit für diese nur fünf Jahre. Rach Ablauf dieser Wartezeit erhalten die Mitglieder den Unterstützungssatz, der ihrer tatsächlichen Beitragsleistung entspricht. Beschränkung der Gewährung der Unterstützung. 31. Eine Bewilligung der Invalidenunterstützung ist ausgeschlossen, wenn das Mitglied ein monatliches Einkommen von mindestens 50 v. H. des üblichen Einkommens der Berufsgruppe in seiner Gegend hat und sein Einkommen den Betrag von 100 RM. monatlich erreicht. Sonstiges Einkommen zuzüglich Invalidenunterstützung dürfen zusammen den Betrag von 100 Mark monatuch nicht übersteigen. Aoifallunterflühung. 32. a) Ferner kann die Deutsche Arbeitsfront Unterstützunyen in besonderen Notfällen gewähren. b) Derartige Anträge sind mit einem Gutachten der Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront an das „Amt für Selbsthilfe" der Deutschen Arbeitsfront, Berlin, zu richten, welches über die Gewährung oder Ablehnung endgültig entscheidet. Heiratsunterstützung. 33. Weibliche Mitglieder erhalten, wenn sie sich verheiraten und aus ihrem Arbeitsverhältnis ausscheiden, eine einmalige Heiratsbeihilfe in Höhe von 5 Mark für je 12 Monatsbeiträge bzw. 52 Wochenbeiträge. Der Höchstbetrag darf 100 Mark nicht übersteigen. Sterbegeld. 34. a) Nach Entrichtung von 12 Monats- bzw. 52 Wochenbeiträgen kann die Deutsche Arbeitsfront nach Vorlage der Sterbeurkunde beim Tode eines Mitgliedes an die Ehefrau des Verstorbenen geld gezahlt wird und das Mitglied damit ein Gesamteinkommen von mehr als 100 Mark hat; e) wenn ohne Eintritt der Erwerbsunfähigkeit ein Ruheaeld gezahlt wird, das 50 v. H. feines letzten Arbeitseinkommens übersteigt und fein Gesamteinkommen damit mehr als 100 Mark ausmacht; f) wenn eine Unfall-, Kriegs- oder Parteidienstbeschädigtenrente von mindestens 662/s v. H. gewährt wird und sein Gesamteinkommen damit 100 Mark monatlich übersteigt. Invaliden- und Altersunterstühung. 28. a) Mitglieder, die infolge Krankheit, Unfall, Invalidität oder Alter dauernd erwerbsunfähig sind, können eine laufende Unterstützung erhalten. b) Die Zahlung der Jnvalidenunterstützung beginnt frühestens mit dem Monat des Beginnes der staatlichen Unterstützung. Eine rückwirkende Bewilligung für höchstens drei Monate ist nur dann zulässig, wenn der Antrag spätestens vier Wochen nach dem Ausstellungsdatum des Rentenbescheides gestellt worden ist, sonst beginnt die Auszahlung mit dem dem Antragstage folgenden Monat. c) Alters- und Jnvalidenunterstützungsempfän- ger zahlen Beitrag nach Klasse 3 des Beitragsplanes. 30. a) Die Jnvalidenunterstützung richtet sich nach der Zahl der geleisteten Beiträge und nach dem Durchschnitt der zuletzt gezahlten 60 Monatsbeitrage bezw. 260 Wochenbeiträge. Es wird der Unterstützungszahlung der Beitrag der Klasse zugrunde gelegt, der dem Durchschnitt am nächsten hegt. ' Unterstützung beträgt monatlich bei mim oder, falls er von ihr getrennt lebte bzw. wenn sie verstorben ist, an die Kinder oder an die Person, die die Bestattung nachweisbar aus eigenen Mitteln bestritten hat, eine Sterbegeldunterstützung gewähren. b) Mitgliedern, die bei ihrem Eintritt in die Deutsche Arbeitsfront das 50. Lebensjahr vollendet haben, kann erst nach Leistung von 36 Monats- beiträgen bzw. 156 Wochenbeiträgen die Anwart- schuft auf Sterbegeld zugestanden werden. c) Der Bezug der Sterbegeldunterstützung als Erbgut ohne die Voraussetzung von 14a) und b) ist ausgeschlossen. Sterbegeld für Ehefrauen und schulpflichtige Kinder. 35. Beim Tode der Ebefrau kann an das Mitglied ein Sterbegeld gewährt werden, wenn sie mit ihm bis zu ihrem Tode in gemeinsamem Haushalt gelebt hat. Ebenso kann beim Tode eines schulpflichtigen Kinder im Alter vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ein Sterbe- geld gezahlt werden. In diesen beiden Fällen ist jedoch die Bedürftigkeit zu prüfen. Höhe des Sterbegeldes. 36. a) Die Höhe des Sterbegeldes richtet sich nach der Dauer der Mitgliedschaft. Es beträgt: 20 Mark nach einjähriger Mitgliedschaft, 40 Mar? nach zweijähriger Mitgliedschaft, 60 Mark nach dreijähriger Mitgliedschaft, 80 Mark nach vierjähriger Mitgliedschaft, 100 Mark nach fünf» und mehrjähriger Mitgliedschaft. b) Für jeden Sterbefall kann nur einmal Sterbegeld gewährt werden. Beim Zusammentreffen von zwei verschiedenen ©terbegelofummen für einen Sterbefall wird nur der höhere Betrag bezahlt, und zwar im Zweifelsfall an den Hinterbliebenen Familienvorstand. Opfer der Arbeit. 37. a) Verunglücken durch Naturkatastrophen ober Einwirkungen höherer Gewalt gleichzeitig mehrere Volksgenossen tödlich oder mit tödlichem Ausgang auf ihrer gemeinsamen Arbeitsstelle, so kann den Hinterbliebenen männlicher Mitglieder eine Unterstützung aus der Stiftung „Opfer der Arbeit" gewährt werden. b) Bei sonstigen größeren Unglücksfällen, welche nicht durch Einwirkung höherer Gewalt oder auf Naturkatastrophen zurückzuführen sind, entscheidet der Führer der Deutschen Arbeitsfront oder eine von ihm bestimmte Stelle endgültig über die Zulässigkeit einer Unterstützung. c) Als Hinterbliebene gellen die Ehefrau und Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, die bis zum Tode des Mitgliedes in häuslicher Gemeinschaft mit ihm lebten. d) Die Deutsche Arbeitsfront kann entscheiden, ob sie eine einmalige Unterstützung für angemessen hält oder eine dauernde Unterstützung gewähren will. e) lieber die Höhe und Dauer der Unterstützung wird in jedem einzelnen Falle entschieden. Wirtschaft. Frankfurter Börse. IRiftagsbörfe: weiter fest. Frankfurt a. M., 3. Sept. Die Börse hatte einen sehr freundlichen Wochenbeginn. Größere Anregung ging von den Auswirkungen der Arbeitsbeschaffung und von günstigen Brancheberichten aus. Auch neue wirtschaftliche Verständigungsmaßnahmen mit dem Auslande förderten weiteren Kursanstieg. Es waren diesmal neue Spezialwerte, die in den Vordergrund traten, vor allem Bauaktien, einige Elektro- und Chemiewerte, sowie der Schiffahrtsmarkt. Recht fest waren erneut alle Valutenwerte, die z. T. beachtliche neue Kurssteigerungen brachten. Am Chemiemarkt zogen Farbenindustrie 0,65 v. H., Scheideanstalt 1.50 v. H., Th. Goldschmidt 3 v. H. und Rütgerswerke 1,25 v. H. an. Am Elektromarkt Lahmeyer um 3 v. H., Lechwerke 1,25 v. H., Bekula und Schuckert je 0,75 v. H., AEG. 0,50 o. H. j höher, Siemens behauptet. Von Kunstseideaktien traten AKU. stärker hervor mit 69 nach 67 v. H., Bemberg gewannen 1 v. H. Am Markte der Bauunternehmungen wurden Holzmann nach Wus-An- kündigung um ca. 4,50 v. H. höher geschätzt, Wayß & Freytag im Freiverkehr um 2 v. H. befestigt. Von Zellstoffwerten erholten sich Aschaffenburger von ihrem Samstagsrütfgang wieder ganz, während Waldhof nochmals 0,50 v. H. leichter waren. Montanwerte lagen durchweg fest. Es gewannen u. a.: Stahlverein 0,50 v. H., Phönix 0,75 v. H., Mannesmann bei größerer Nachfrage 1,40 v. H., Klöckner 1,25 v. H., Harpener 0,75 v. H., Buderus 1,50 v. H. Schiffahrtswerte tendierten relativ sehr fest, Hapag um 1,50 o. H., Nordd. Lloyd um 1 v. H. erhöht. Im einzelnen eröffneten: Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H., Gement Heidelberg 0,25 v. H., Reichsbankanteile 1 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,50 v. H. erhöht. Am Rentenmarkt war das Hauptgeschäft bei Auslandswerten, besonders Mexikaner, Ungarn und Anatolier waren gesucht bei steigenden Kursen, so für Mexikaner und Ungarn bis 0,40 v. H., Anatolier um etwa 1,50 v. H. befestigt. Schweizer Bundesbahn-Anleihen wurden erneut 5 bis 7 v. H. höher gesucht. Deutsche Reichsanleihen lagen zwar freundlich, hatten aber sehr kleines Geschäft. Zinsvergütungsscheine plus 0,40 v. H., Kommunal-Umschul- düng plus 0,25 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen plus 0,13 v. H., dagegen Altbesitz mit ca. 95,40 v. H. nur behauptet. Die Börse blieb auch im Verlaufe auf fast allen Marktgebieten fest, und das Geschäft war besonders für Spezialwerte weiterhin lebhaft. Im weiteren Verlaufe ergaben sich hier und da geringfügige Schwankungen, das Gros der Papiere hielt sich aber auf dem Anfangsstand voll behauptet. Besonders fest lagen Chadeaktien mit ca. 217 bis 219 nach zuletzt 206, ferner Accumulatoren 176,50 (plus 4,25 o. H.), Holzmann weiter erhöht und ca. 80 (73,50). Auch Bekula, Kunstseide AKU. und einige Brauereiaktien höher gesucht. Das Geschäft am Rentenmarkt blieb auch späterhin für die Auslandsrenten lebhaft, während deutsche Anleihen weiter ruhig lagen. Am Pfandbriefmarkt konnten sich einzelne Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Obligationen mäßig befestigen, Goldpfandbriefe sowie Stadt- und Staatsanleihen lagen meist unverändert bei stillem Geschäft. Am Geldmarkt trat eine Erleichterung nach dem Monatswechsel ein, der Tagesgeldsatz wurde um 0,25 v. H. auf 3,25 v. H. zurückgenommen. Abendbörfe behauptet. An der Abendbörse blieb die feste Stimmung am Aktienmärkte im Grunde erhalten, die Kursgestaltung war indes nicht ganz einheitlich. Auch war das Geschäft im Vergleich zum Mittagsverkehr erheblich kleiner, da die Kulisse sich etwas zurückhielt. Vom Publikum lagen größere Orders nicht vor, immerhin hielt aber weiter einige Nachfrage an. Bei Börseneröffnung zeigten die Kurse gegenüber dem Berliner Schluß gut behauptete Haltung, einzelne Werte zogen nicht nur über das Frankfurter Mit- tagsschlußniveau, sondern auch gegen Berlin noch mäßig an, besonders einzelne Montan-, Elektro- und Chemiewerte. Farbenindustrie setzten zunächst 0,25 v. H. leichter an, konnten sich aber im Verlaufe wieder erhöhen, ebenso Westdeutsche Kaufhof und Mannesmann-Röhren. Die Schlußkurse waren schließlich nicht ganz einheitlich, wobei die Veränderungen nach beiden Seiten jedoch nur geringen Umfang hatten, lediglich Holzmann gaben in Reaktion auf die starke Steigerung von heute mittag um 1,25 v. H. nach. Der Rentenmarkt lag sowohl für deutsche wie für ausländische Anleihen sehr still, wobei bei letzteren die stark erhöhten Schweizer Bundesbahnanlsihen gegenüber den Mittagskursen um 2 bis 3 v. H. zurückgingen, ohne daß aber drängendes Angebot vorlag. Die Altbesitzanleihe erwies sich mit 95,25 v.H. Geld sehr widerstandsfähig, auch Zinsoergütungsscheine und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen voll behauptet, während Kommunal-Umschuldung eher etwas abbröckelten. Andere ausländische Werte wurden ebenfalls etwas niedriger geschätzt, u. a. notierten: Stahlvereinbonds 79,25, 6-v. H.-Frankf.- Hyp.-Bank-Goldpfandbriefe R 13/15 90, 4-o. H.- Ung.-Staatsrente von 1910 7,20, 4-v. H.-Schweiz.- Bundesbahn von 1912 192, 3,5-v. H. do. 179, Jura- Simplon 172, 4,5 Mexikaner Irrigation 6,5, Adca 48,5, Commerzbank 63,25, DD.-Bank 70,75, Reichsbank 156, Gelsenkirchen 62,25, Harpener 106,25, Klöcknerwerke 78, Mannesmann 72,75 — 72,65 — 72,75, Mansfeld 77,5, Phönix 49,25, Rheinstahl 91, AKU. 69, AEG. 28,25, Bekula 147, Zement Heidelberg 106, Conti Gummi 130,75, Daimler 48,5, Scheideanstalt 223, Licht & Kraft 114,65, IG.-Far- ben 148,75 bis 149, Gesfürel 111,65, Holzmann 80,75, Rheag 104, Rütgerswerke 41,75, Goldschmidt 89,75, Schlickeret 97,25, Westdeutsche Kaufhof 26,90 bis 27, Zellstoff Waldhof 48,75, Reichsbahnvorzugsaktien 112,25, AG. für Verkehrswesen 73,5, Hapag 27,25, Norddeutscher Lloyd 31,25. Im Freioerkehr setzten Wayß & Freytag ungeachtet der schwächeren Haltung von Holzmann ihre Befestigung um 1 v. H. auf 79 o. H. fort. Nachbörfe: JG.-Farden 149. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Sept. Die allgemeine Geschäftslage am Frankfurter Getreidegroßmarkt war zum Wochenbeginn ruhig. Besonders am Futtermittelmarkt bestand für Mühlenabfälle weiterhin Zurückhaltung, da wegen der noch festzusetzenden Festpreise noch keine Bekanntgabe erfolgt ist. Da- gegen machte sich nach ölhaltigen Futtermitteln in Auswirkung der um 50 v. H. gekürzten Monopolabgabe etwas bessere Nachfrage bemerkbar. Am Brotgetreidemarkt lag in Weizen weiterhin umfangreiches Angebot vor, das jedoch kaum Aufnahme fand, da die Mühlen infolge der großen Einlagerung derart im Raum beengt fein sollen, daß sie neue Ware in größerem Umfange vorerst nicht übernehmen können. Roggen war hingegen weniger angeboten und fand auch etwas Beachtung. Futtergerste und Hafer sind immer noch recht knapp angeboten. Das Mehlgeschäft zeigte kleine Bedarfsabschlüsse zu unveränderten Preisen. Es notierten: Weizen Festpreisgebiet W IX 198, W XIII 202, W XIV 206, Roggen Festpreisgebiet R IX 158, R XIII 162. R XV 166, Futtergerste Festpreisgebiet G IX 160, G XI 163, G XII 165, Hafer Festpreisgebiet H XIII 158, H XIV 160, Weizenmehl Type 790 Festpreisgebiet W XIII 26,90 plus 0,50 Mark Frachtausgleich, W XIV 26,90 plus 0,50 Mark Frachtausgleich, Roggenmehl Type 997 Festpreisgebiet R IX 23,00 plus 0,50, R XIII 23,35 plus 0,50, R XV 23,75 plus 0,50, Soyaschrot mit Monopolzuschlag 12,80, Palmkuchen m. M. 13,10, Erdnuhkuchen m. M. 14,30, Treber 17 bis 16,75, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 3 bis 3,10 Mark, Kleie und Nachmehle wurden mit Rücksicht auf bevorstehende behördliche Regelung nicht notiert. Frankfurter Lchtachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 3. Sept. Auftrieb: Rinder insgesamt 1517 (gegen 1405 am letzten Montagsmarkt), davon 443 Ochsen, 138 Bullen, 451 Kühe und 485 Färsen. Kälber 518 (468), Häm- mel 43 (46), Schafe 6 (13), Schweine 4366 (4115). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 35 bis 36, b) 32 bis 34, c) 28 bis 31, d) 23 bis 26. Bullen a) 32, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 23 bis 26. Kühe a) 30 bis 33, b) 27 bis 29, c) 22 bis 26, d) 12 bis 21. Färsen a) 35, b) 32 bis 34, c) 28 bis 31, d) 23 bis 27. Kälber a) 47, b) 40 bis 46, c) 34 bis 39, d) 27 bis 33. Lämmer und Hammel b2) 33 bis 35, c) 29 bis 32. Schafe nicht notiert. Schweine a) 51 bis 53, b) 40 bis 53, c) 47 bis 52, d) 45 bis 51, e) 41 bis 46, gl) 46 bis 49, g2) 40 bis 45. Im Preisoergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Rinder 1 bis 2, Kälber 2 und Hämmel 1 Mark an, Schweine biteben unverändert. Marktoerlauf: Rinder rege, ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe rege, geräumt. Schweine rege, ausoerkauft. Fleifchgroßmarkt. Beschickung: 620 Viertel Rindfleisch, 75 ganze Kälber, 12 ganze Hämmel, 177 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch II 48 bis 52. Rindfleisch II 42 bis 47. Bullenfleisch 47 bis 50. Kuhfleisch II 36 bis 42, III 25 bis 35. Kalbfleisch II 60 bis 68, III 54 bis 60. Hammelfleisch 70 bis 75. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 67 bis 73. Geschäftsgang des Fleifchgrohmarktes: lebha". Nundfunkprogramm. Mittwoch, 5. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk „Unter Tag". Ein Hörspiel von Renö Wirtz. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.10: 3 mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Dor einem kleinen Aquarium. Eine Plauderei. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: Die Frankfurter Messe, die Messe des kaufkräftigen Südwestens. Zwiegespräch. 18.35: Der Bund der Ausländsdeutschen. 18.50: Unterhaltungskonzert. Werke von Alois Pachernegg. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung. 20.35: Stunde der jungen Nation. 21: Operettendialoge II. 22: Elisa Claron mit ihren politischen Satiren von Doornkaat dem Jüngeren. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Kircklicke Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, 5. September. Hungen. 6.30: Messe. Donnerstag, 6. September. Gießen. 17.30: Beichte. Freitag, 7. September. Gießen. 6.45: Segensamt. — Lich. 6.15: Segensmesse. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franksur u. j)l Berlin Franktun a. M Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devi enmarkl Berlin — Frankfurt a. ML Echluß- kurs Schlußk. Abend« börse Schluß- für« Schluß!. Mittag» börse Schluß» hirt Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Miltagbörse Schlußkurs Schluß!. Abend, börse Schlußkurs Schlußk. Minag- börse 1.September Amtliche Notierung (ftcih | Luc 3. September Amtliche Notierung Geld | Brie' Datum । 1.9 3-9. 19 3-9. Datum 1-9 3-9. 1 -9 । 3-9- Datum 1-9 3-9- 'S 3-9- Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Javan ...... Jugoslawien. C8I0.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reuyork... _________25e Amerikanische Belgische Not Dänische Not Englische Not Französische Holländische Italienische Y Norwegische Deutsch Oest Rumänische i Schwedische Schweizer Nl Spanische No üugarijche Nl 0,673 58,545 0,184 3,047 55,09 82,07 12,335 5,445 16,50 169,73 21,60 0,737 5,664 61,99 48,95 11,20 63,62 81,67 34,32 10,44 2,476 rlin, 3-Sepien htotea...... en.......... 0 ......... en ......... loten ....... Roten....... ölen........ Roten ...... rreich, i 100 loten....... Roten....... len......... ten......... tten......... fi £77 0,675 58,665 0,186 3,053 55,16 82,23 12,355 5,445 16,54 170,07 21,67 0,739 5,676 62,06 49,05 11,21 63,66 81,83 34,38 1046 2,479 Brie» _ 244? 58,625 55,11 12,33 16,52 169,99 21,59 62,02 63,63 81,81 34,32 8% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% efjem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 6%% Boung-Anlethe von 1980 . Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mti AuSlos.-Rechten .......... DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 1% eöem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... • % Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12................ 6y.% Hess. LandeS-Hypotheken. bank Darmstadt 6 la ui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.»Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An» leihe Serie 1 mit AuLlos.-Rechten • % ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank Doldpse. 16 unkündbar 618 1936 1% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 »N% ehem. 4*/,% Franks. 09P-* Bank-Llgu.-Psandbrtefe IH% ehem 4Vi% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse 6% ehem. 8% Pr, Landeöpsand» brtesanstalt, Psandbrtese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- brtesanstalt, Psandbrtese R. 10 tzteuergutich Verrechnungskurs * % Oellerrelchtsche Goidrenle. . 4,20% Oesterreichlsche Stlberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrenre v. 1910 4'/,% deSgl. von 1913 ... . 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 95 93,5 95,4 84 90 97,25 97,4 90 90 90 91,4 93 93 101,4 28,75 7,25 6,8 7 9,75 8 95 93,25 95,25 92 89,25 90 97,25 97,5 90 90 90,5 91,75 93 93 101,4 1,1 7,65 7 7,13 10,25 8 95,25 93,3 95,5 92,75 97,65 93 94 101,4 1,15 7,5 9,9 95,25 93,25 95,13 92,25 89,25 97,25 90.4 93 94 101,4 7,7 7,25 10,8 4% desgt. Serie II ........ 6% Rumün. verelnh. Rente v. 1903 4^,%Rumän.oereinh.Reniev.l913 4% Rumänisrbe vereinh. Rente .. 3%% Anatolier ........... vamvurg-Amertka-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampsschisf . 0 Hansa-Dampfschiff..........0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 ’2L®. für Berkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft .. 4 Lommerz- und Prioal»Bank .. 0 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o Reichs bank ............... 12 A.IL.»......................0 Bekula................... 0 Sleto. LteferungSgssestschaft ... 6 Licht und Kraft 6 Fellen L Guilleaume...... 0 Gesellsch.s.Elekrr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ....... 6 Schuckert S Lo............6 Siemens L Halske............ 7 L ahme per LLo............. 10 Buderus ......... 0 Deutsche Srdöl .............. 4 Gelsenkirchener ............. 0 Haroener 0 Hoesch Eisen—Söln-Neuessea .. 0 Ilse Bergbau .............6 Ilse Bergbau Genüsse........t Klöcknerwerke ...............( Mannesmann»SUbre» ........ 0 8,1 4,3 3,9 34,25 92,5 62,5 69,25 72,5 27,5 144,65 102 112,75 74 109 • 02,5 92,5 149 119 87 116 61,75 105,5 131 75,5 71 8,1 4,25 3,9 36,25 27,25 31,25 73,5 92,5 63,25 70,75 73,25 156 28,25 147 102,5 114,65 76,25 111,65 104 97,25 149 121,5 88,5 114 62,25 106,25 133,5 78 72,75 3,8 26,65 30,75 73,5 92,5 62,5 69,25 72,5 156,25 28 144,65 102,25 114,5 74,75 111 95,9 149 120 87,5 114,5 61,5 105,25 73,25 172 133 76 70,5 6,8 4 36,75 27,25 26 31,4 73,4 93,25 63 70,5 73 156,13 28,25 147,5 103,5 115 76 112 104 97 149,25 122,25 88,25 113,25 62,25 106 74 133,75 78 72,75 Manrselder Bergbau......... 0 KolSwerke 0 Phontx Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl ............0 Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen 0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farden-IndusM» ....... 7 Scheide anstatt............. 9 Rütgerswerke ............... 0 Metallgesellschaft.............0 Philipp Holzmann...... 0 Zementwcr üeidelberg •••••. 0 Lernentwer, Karlstadt......... 0 Schultheis Patzenhofer ......0 ilku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg 0 Zellstoff Waldhos ............0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Das ...... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Lrensiein & Koppel ..........0 Leonhard Tietz ............0 Lbade ................10 Atrumulaioren.Fabrü........0 Lonn-Duwmi .......... 0 Grttzner................. 0 Mainkrastwerke Höchst a.öL^ 4 1 Süddeutscher Zucker ......... 8 77,75 47,75 241,25 91,25 41 14,25 127,5 128 164 148,25 223,5 86-5 40,4 87,75 72,5 128,5 65.25 70,65 47,25 65,13 50 58,25 29,25 130 I 27,25 79,25 77,5 49,25 244,5 91 42 14,5 128,5 165 149 229 89,75 41,75 88,5 80,75 106 128,5 69 72 48,75 65 48,5 58,65 27 176,5 130,75 1 27 1 79,5 1 184,75 77 96,13 47,5 241 91,25 41,4 15,5 148,75 88,5 40,65 88,25 74,5 115 67,25 71,65 48 64.5 124,5 48,75 58,13 83 27,5 209 173 129,25 1 * 77,25 98,5 49,25 243 90,9 42 14,5 127 128,5 165 149 89,75 41,5 80,75 82 115 69,25 72,75 48,75 65,5 126,75 48,65 58,75 83,4 26,9 218,5 175 130,13 1 26,65 1 185 - 58,665 0,186 3,053 55,21 82,23 12,365 5,455 16,54 170,07 21,64 0,739 5,676 62,11 49,05 11,22 63,74 81,83 34,38 10,46 2,480 Bantno aber Schilling er 58,545 0,184 3,047 55,04 82,07 12,325 5,435 16.50 169,73 21,63 0,737 5,664 61,94 48,95 11,19 63,54 81,67 34,32 10,44 2,475 1. Gel? 2,427 58,385 54,89 12,29 16,46 169,31 21,51 61,78 63,37 81,49 34,18 Nr. 206 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)Dienstag, 4. September |934 Feuerwehrübung in Leihgestern. Ein Bildbericht. M -m* • - z'/ ^ .. z ,vj--v v'y' • ■ , v* -'*//. ; V WWM. /v8^' '■ • << „ 'MM Die Leihgesterner Feuerwehr zur Hebung angetreten. „Tag der Hunderttausend." - Die im „Rubu" siegreiche Mannschaft wird von Reichsjugendführer Baldur von Schirach beglückwünscht. - Die Zuschauer: von links noch rechts: Regierungsrat Grein vom Kreisamt Gießen (ohne Hut), Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen), der Führer des Kreisfeuerwehrverbandes Wenzel (Gießen) und Stadtbranddirektor Braubach (Gießen). M ■ X L * w „ XV - .. -V.SS- V z- Jll V . Die Leihgesterner Wehr rückt zum Brandplatz ab. Der Brandangrifs. i ■’ p M ! S > JF ? * - S». ;?• M * zp-M - I «'M l ' "'X 3'- Oer neue evangelische Pfarrer von Lauback. Unser Bild zeigt Pfarrer Schmidt inmitten einer Konfirmandengruppe in seinem früheren Wirkungskreis im Schlitzer Land. Augenblicksbild von der großen Kundgebung der HI. am Sonntag vor der Stadiontribüne. Abrudem der Gießener Rudervereine. > ■ RG.-Fahnenweihen in Oberheffen Am vergangenen Sonntag wurde mit der Austragung des Städteachters und mit dem Abrudern die diesjährige Rudersaison beschlossen. Unser Bild zeigt die Auffahrt der vielen Ruderboote. Ministerialrat Ringshausen in Bellersheim. < Bellersheim, 3. Sept. Am vergangenen Sonntag stand unser Dorf in festlichem Flaggenschmuck, da die Fahne der hiesigen Orts« Gruppe geweiht werden sollte. Zahlreicher Besuch von auswärts hatte sich eingefunden, konnte man doch bei dieser Gelegenheit wieder einmal unseren alten beliebten Kämpfer und Landsmann Pg. Ministerialrat Ringshausen sehen und hören. Der Festzug setzte sich gegen 13,30 Uhr in Bewegung. Die neue Fahne wurde von sechs Mädchen vom BDM. an der Spitze des Zuges auf drei Girlanden oorangetragen. Unter der schneidigen Marschmusik der hiesigen Musikkapelle bewegte sich der Zug durch die Straßen und endigte an der Weihestätte, dem Saale Angermüller. Pg. Ministerialrat Ringshausen wurde bei seiner Ankunft mit stürmischen Heil-Rufen empfangen. Ortsgruppenleiter Müller eröffnete hierauf den Festakt. Anschließend an die Begrüßungsworte gedachte er besonders der im Kampf für das Dritte Reich gefallenen Kameraden, wobei die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Hierauf sprach Pg. Ministerialrat Ringshausen. Der Redner führte in seine Ansprache u. a. aus, daß er zum dritten Male in unserer Gemeinde stehe, und zwar jetzt mit dem besonderen Auftrag, die Ortsgruppen« fahne zu weihen Die Ortsgruppe dokumentiere hiermit, daß sie ihrer Fahne und den Farben des alten Reiches mit dem Kampfzeichen der NSDAP, treue Gefolgschaft leisten wolle, wie überhaupt die Weihe erst dann ihren Wert erhalte, wenn der Fahne und somit dem neuen Deutschland die Treue bis zum Tode gehalten werde Die hiesige Gesangverein, der die Feier mit dem Lied „Gott grüße Dich" einleitete, sang am Schluß noch das Lied „Wo gen Himmel Eichen ragen" Pg. Ministerialrat Ringshausen mußte sich bald nach der eindrucksvollen Feier verabschieden, da er in Ettingshausen eine weitere Fahnenweihe zu vollziehen hatte. Ortsgruppenleiter Müller wies noch auf die weitere Bedeutung des Tages als Winzerfest hin und gab bekannt, daß sich der Gesangverein in den Dienst des Tages stelle und mehrere Rhein- und Weinlieder zu Gehör bringen wolle. Zwischendurch wurde bis spät in die Nacht zum Tanz aufgespielt, wobei besonders unsere Jugend auf ihre Rech, nung kam. NSDAP. Ortsgruppe Ettingshausen. * Ettingshausen, 3. Sept. Unser Ort hatte am gestrigen Sonntag einen großen Tag. Das Dorf stand im Zeichen der Fahnenweihe der NSDAP. - Ortsgruppe. Ein großer Festplatz war hergerichtet worden. Im Dorfe wehten Da läutete das Telephon. Von Hans Seifferi. James Fairoiew, der berühmte Krirninalschrift- steller, dessen Romane in der ganzen Welt verschlungen wurden, zündete sich eine neue Zigarette an. Dann überlas er noch einmal das Kapitel, das er soeben geschrieben hatte. Kein Zweifel, es war ihm gut gelungen! Ausgezeichnet hatte er die Spannung zu steigern, die Handlung dem Höhepunkt entgegenzuführen gewußt: „üor lehnte sich zurück. Um seine Lippen spielte ein zufriedenes Lächeln. Draußen trommelte der Regen eintönig gegen die Scheiben. Da läutete das Telephon. Er nahm den Hörer von der Gabel, nannte seinen Namen und lauschte. Zwei drei Sekunden vergingen: dann drang eine halberstickte Frauenstimme an sein Ohr, die im Tone höchster Angst rief--" Da läutete das Telephon. James Fairoiew fuhr zusammen. Sonderbarer Zufall! dachte er belustigt, nahm den Hörer und nannte seinen Namen. Das Rauschen der Muschel drang an sein Ohr, dann eine Frauenstimme, die angstvoll rief: „Retten Sie mich, Mister Fairview!" Was war das? Er griff sich an den Kopf. Spielten die Nerven ihm einen Streich? Aber nein —: wieder, diesmal noch dringender, sprach die Stimme: „Helfen Sie mir, Mister Fairoiew!" Jetzt endlich erwachte er zu seiner gewohnten Entschlossenheit. „Wer spricht dort?" fragte er schnell. „Ann Vickers, Blueberry Street 18!" antwortete die Stimme aus der Muschel. „Warum rufen Sie nicht die Polizei, wenn Sie in Gefahr sind?" „Oh, ich möchte nicht, daß die Polizei sich hineinmischt. Es ist eine heikle Angelegenheit. Und ich habe so grenzenloses Vertrauen zu Ihnen, Mister Fairview." „So? Kennen Sie mich denn?" „Ich habe Ihre Bücher gelesen. Ach, Sie sind so klug, Mister Fairview. Sie allein können mir helfen. Aber bitte kommen Sie schnell!" Mister Fairview war nicht eitel, wie er gern zu betonen pflegte. Dennoch schmeichelte es ihm nicht wenig, daß eine fremde Frau, die seine Bücher gelesen, nun seinen Schutz suchte, und so rief er schnell: „Ich komme sofort!" „Tausend Dank, Meister!" hauchte die Stimme. „Ich wußte ja, daß Sie mir Ihre Hilfe nicht versagen würden. Ann Vickers, Blueberry Street 18. Vergessen Sie nicht!" von allen Hausern die Hakenkreuzfahnen. Die SA. nahm geschlossen an der Veranstaltung teil. Gegen 16 Uhr traf Ministerialrat R i n g s h a u - s e n hier ein. Er wurde von Ortegruppenleiter Pg. Weber herzlich begrüßt. Ministerialrat Rings- Hausen schritt sodann die Front der SA. ab. Die Fahnenweihe wurde mit einem Chorlied ein» geleitet, der Ortsgruppenleiter hielt eine kurze Ansprache. Er erinnerte dabei besonders an die Tatsache, daß Ministerialrat Ringshausen der erste nationalsozialistische Redner in Oberhessen gewesen sei. Die Weiherede hielt Ministerialrat Pg. Ringshausen. In seinen Ausführungen sprach er zunächst von seinen Erinnerungen an die erste Zeit des Kampfes für den Nationalsozialismus, von den zerstörenden Kräften des Kommunismus, die mit verbrecherischem Willen ebenso das gayze deutsche Volk in Streit und Zwietracht hätten entbrennen lassen, wie sie den Reichstag in Flammen aufgehen ließen. Nur wenige seien früher den Weg für das neue Deutschland gegangen. Der Kampf sei aber unentwegt und mutig geführt worden im unerschütterlichen Glauben an den Führer und an die Kraft des deutschen Volkes. Adolf Hitler sei es gewesen, der der Arbeit die Ehre wiedergab, die ihr gebühre. Der Mann der Arbeit werde wieder zur Vorbedingung des Lebens werden, und der Staat werde ihm seine Rechte garantieren. Jetzt würden die Fundamente gelegt für die Zukunft Deutschlands. Dadurch, daß die Leistung in den Vordergrund trete, werde das Minderwertige automatisch ausgeschaltet. Immer müßten wir uns vor Augen halten, daß es nicht um den Einzelnen, sondern um das gesamte deutsche Volk gehe. Nachdem Ministerialrat Ringshausen noch über den Sinn der Fahne als Symbol der Treue gesprochen, weihte er die Fahne der Ortsgruppe, während das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied erklangen. Nachdem noch ein gemeinsames Lied gesungen worden war, schloß Ortsgruppenleiter Pg. Weber mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler die Kundgebung. Gauinspekteur Klostermann weiht Fahnen in Schotten. X S ch o t t e n, 2. Sept. Heute fand in der hiesigen Turnhalle die feierliche Weihe der neuen Fahnen der Kreisleitung Schotten, der Ortsgruppen von Schotten, Ulrichstein und Eichelsachsen statt. Die Halle war festlich geschmückt. Unter den schneidigen Klängen der SA.-Kapelle zogen die alten Fahnen in die i Halle ein. Lebhaft wurde Gauinspekteur Kloster- m a n n begrüßt. Nach einem Prolog — von Lehrer Emrich vorgetragen — begrüßte Kreisleiter Kromm alle Erschienenen, die politischen Amtswalter, die SA. und SAR., die Frauenschaft, BdM.; sein besonderer Gruß galt dem Gauinspekteur K l o st e r « mann. Der Männerchor Schotten trug einen schönen Chor „Heilig ist der Herr" unter Leitung seines Dirigenten Nagelschmidt vor und schuf damit die richtige Weihestimmung. Dann ergriff Gauinspekteur Klostermann das Wort zur Weiherede. Er sagte u. a.: Der staatspolitische Kampf ist am 19. August abgeschlossen worden, einmütig hat sich unser Volk zu dem Führer bekannt. Die Partei ist Staat geworden. Treue haben wir dem Manne geschworen, dessen Wille allein bestimmend für uns ist. Die Partei ist so einig und geschlossen wie nie. In Frankfurt ist heute unsere Jugend versammelt, um die Zukunft braucht uns nicht bange zu fein, aus einem kämpferischen Geschlecht wachsen die Kämpfernaturen. Wir Lebenden können die Gnade noch gar nicht richtig ermessen, daß uns ein solcher Führer wie Adolf Hitler geschenkt wurde. Der Führer wächst ständig, erst die Zukunft wird seine ganze Größe erkennen. Er besitzt Volkstümlichkeit und Macht, dazu tritt die Tradition der Partei, die Deutschlands Zukunft sichert. Die heutige Fahnenweihe ist mehr als eine Feier- stunde, sie ist ein Opfern und Sichhin- geben dem Führer. Rot ist das Zeichen des Sozialismus, weiß das Feld der Ehre und hinein ist das uralte deutsche Hakenkreuz gezeichnet, das Symbol des Nationalsozialismus. Von Sieg zu Sieg sind diese Fahnen getragen worden. Treu verschworen bleiben wir für alle Zeiten diesem Symbol. Mit ernsten Mahnworten überreichte Gauinspekteur Klostermann die Fahnen an Kreisleiter K r o m m, Ortsgruppenleiter Z e s ch k y von Schotten und an die Ortsgruppenleiter von Ulrichstein und Eichelsachsen. Die Ortsgruppenleiter und Kreisleiter versicherten Treue bis zum Tod und übergaben die neuen geweihten Fahnen an die Fahnenträger. Gauinspekteur Klostermann brachte alsdann ein Sieg-Heil auf den Führer aus. Das Horst-Wessel- und das Deutschlandlied wurden begeistert gesungen. Der Männerchor trug das wundervolle Lied „Mahnung" sehr wirkungsvoll vor. Kreisleiter K r o m m sprach allen Mitwirkenden Dank aus. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches wurden die Fahnen aus der Halle gebracht Ein Propagandamarsch aller politischen Leiter, Der gesamten SA. und SAR. durch die Straßen der Stadt schloß sich an. Aus der Provinzialhauptstadt. Gewerbeschulrat Dr. Bünnings t- Nach langer, schwerer Krankheit ist am Samstag der weit über die Grenzen von Oberhessen hinaus bekannte Direktor der Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen, Gewerbeschulrat Dipl.-Jng. Dr. phil. Rudolf Bünnings, verstorben. Am 6. Dezember 1880 zu Elberfeld geboren, besuchte Rudolf Bünnings dort das Gymnasium. Nach bestandener Reifeprüfung erlernte er das Schreinerhandwerk und studierte an der Technischen Hochschule Karlsruhe Architektur und Kunstwissenschaft, diente als Einjährig-Freiwilliger bei dem Fuß-Artillerie-Regiment in Köln und war nach bestandenem Diplomexamen als Regierungsbauführer tätig, um dann als Lehrer an der Baugewerbeschule in Bingen zu wirken. Bei Kriegsausbruch war er Direktor der Gewerbeschule in Reutlingen. Er rückte 1914 als Reserve-Offizier mit dem Fuß- Artillerie-Regiment 3 ins Feld. Infolge Kriegsbeschädigung zum Frontdienst untauglich, wirkte er bis 1919 als Hauptmann und Leiter der Kriegsbeschädigtenfürsorge in Bad Lippspringe. Seit 1919 war er als Direktor der hiesigen Gewerbe- und Maschinenbauschule und als Leiter der Gewerblichen Berufsschule tätig. Seine nimmer rastende Arbeitskraft und sein großes Wissen auf allen Gebieten der Technik befähigten ihn, in zahlreichen Organisationen des Handwerks, der Kunst und der Technik segensreich zu wirken. So. war er bis 1933 Vorsitzender der Meifterprüfungskommission für die Provinz Oberhessen, Leiter der Gewerbeförderungsund Betriebsberatungsstelle der Hessischen Handwerkskammer, Vorsitzender Les Bezirksverbandes der Handwerker des Kreises Gießen, 2. Vorsitzender des Ortsgewerbevereins, langjähriges Mitglied der Vereinigung Darmstädter Künstler und Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. 1925 promovierte er an der Universität zum Doktor der Philosophie. Mit Dr. Bünnings ist ein Mann in die Ewigkeit hinübergegangen, der in seinem Wirken stets bestrebt war, alle seine Kraft einzusetzen für die vollkommenste Erfüllung feiner Aufgaben. Das Gießener und das oberhessische Handwerk haben von dem Entschlafenen reiche Förderung erfahren, sowohl hinsichtlich der Ausbildung des handwerklichen Nachwuchses in der Gewerbeschule, wie auch in der praktischen Berufsberatung der Meister und Gesellen aus dem reichen Schatze von Wissen und Erfahrungen, den Dr. Bünnings besaß und von dem er gerne und ausgiebig an unser Handwerk weiterreichte. Mit besonderem Eifer widmete er sich der Förderung der jungen Meister und Gesellen, wobei ihm seine Tätigkeit als langjähriger Vorsitzender der Meisterprüfungskommission für Oberhesfen zustatten kam. Seine stete Bereitschaft, als wahrer Freund des Handwerks an dessen Wiederaufbau tatkräftig mitzuarbeiten, wie auch sein allezeit gefälliges und freundliches Wesen im Verkehr mit allen, die mit ihm in Berührung kamen, und seine hohen Verdienste um unser oberhessisches Handwerk werden den Entschlafenen bei unseren Handwerksmeistern, seinen ehemaligen Schülern und darüber hinaus bei allen denen, die mit ihm bekannt waren, für alle Zeit unvergessen fortleben lassen. BornoNzcn. — Tageskalender für Dienstag: Aytt für Beamte, Kreis Gießen, 20 Uhr, im Cafö Leib: Schulungsveranstaltung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Manolescu, der Fürst der Diebe". — 9 bis 21 Uhr, Hotel Köhler: Werbeschau des Aquarien- und Zierfischverelns Gießen. NSDAP. - Amt für Äolkswohlfahrt. kreisamksleitung Gießen. An sämtliche Ortsgruppen- und Stützpunktamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen. Betrifft: Sammlung „Mutter und Kind" am 2. September 1 934. Die Ortsgruppen wollen die Kontroll-Listen erste und zweite Ausfertigung an uns einsenden, wogegen die dritte Ausfertigung (blau) bei den Ortsgruppen verbleiben. heil Hitler! Gez.: Kloß, Kreisamtsleiler. 5. d. R.: Gez.: Bl o h a u p t, kreisgefchäftsführer. „Luftfahrt ist nof!' Wir toten Flieger blieben Sieger — durch uns allein! Volk, fliege wieder, und du wirst Sieger — durch dich allein! Diese Gedenkworte am Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe sind eine große Verpflichtung für die Aufbauarbeit kommender Jahre. Heilige Ueberzeu- gUng trug im Großen Kriege den Kampf Deutsch- "d^wille ZUM Heldentum R6otf Bittet tut not! Werde Mitglied im veutscken Luftspoct-Perdandl lands um sein Dasein, trägt den Kampf um seine Zukunft, um Wahrheit, Ehre und Vaterland. Fliegen ift Losgelöstsein von der Erdgebundenheit, Deutschlands Flug geht dem sittlich höchsten Ziele der Menschheit zu, dem wahren Frieden, im Kampf gegen Lug und Trug. Die Fliegerei ist heute nicht nur Ausdruck der Entwicklung der Menschheit, sondern der inneren Kraft eines Volkes. So müßte Deutschlands Luftfahrt heute an erster Stelle stehen! Deshalb, deutscher Volksgenosse, kämpf' selber mit! Werde Mitglied im Deutschen Luftsport- Verbandk Anmeldungen bei: Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt) Fernruf 2951, 2952. Arbeitsdankgeschäftsstellen bei den Arbeitsämtern. Das Staatspresseamt teilt mit: Auf Grund einer Vereinbarung zwischen Lem Landesarbeitsamt Hessen und dem Arbeitsdank, Gau 25, Hessen-Süd, werden bei sämtlichen Arbeitsämtern des Gaues am 1. September 1934 Arbeitsdankgeschäftsstellen eingerichtet. Die Arbeitsdankgeschäfts, stellen unterstützen die Arbeitsämter bei der Vermittlung ehemaliger Arbeitsmänner. Um Verzögerungen zu vermelden, werden daher sämtliche ehemalige Arbeitsmänner, falls sie noch keine Arbeit gefunden haben, angewiesen, sich bei den Arbeits- bankgeschäftsstellen ihrer zuständigen Arbeitsämter unter Vorlage ihrer Papi-re zu melden. Die Sprechstunden der Arbeitsdankgeschäftsstellen sind von 7 bis 10 Uhr festgesetzt. Eine Inanspruchnahme des Er war schon aufgesprungen, hatte fül alle Fälle seinen Revolver zu sich gesteckt und verließ kaum zwei Minuten später seine Wohnung. Unten rief er ein Taxi an — seinen eigenen Wagen aus der Garage zu holen, erschien ihm Zeitverlust —, nannte dem Chauffeur die Adresse „Blueberry Street 18. So schnell es geht!" und ließ sich in die Lederpolster sinken. Während der Wagen ihn seinem Ziel entgegentrug, durchkreuzten Gedanken sein Hirn. Seine Phantasie begann zu arbeiten und gaukelte ihm verlockende Bilder vor, in denen er, James Fairview, als Retter bedrängter schöner Frauen, eine beneidenswerte Rolle spielte. „Nummer 18. Wir sind da!" meldete der Chauffeur und riß den Schriftsteller aus seinen Träumen. Er sprang aus dem Wagen, entlohnte den Mann und ging mit federnden Schritten in das Haus. Es war ein vornehmes Miethaus aus den achtziger Jahren, wie er mit flüchtigem Blick feststellte. Klopfenden Herzens stieg er die läuferbedeckte Treppe empor. An der Flurtür im ersten Stock leuchtete ihm ein Messingfchild „M. P. Vickers" entgegen. Auf sein Klingeln erschien ein Mädchen und fragte nach feinem Begehr. „Die gnädige Frau hat mich zu sich gebeten!" sagte er und gab dem Mädchen seine Karte. Sie verschwand und kehrte nach wenigen Augenblicken zurück: „Die gnädige Frau läßt bitten!" Durch einen dunklen Korridor folgte er dem Mädchen in ein altmodisch eingerichtetes Zimmer, in dem, mit einer Handarbeit beschäftigt, eine weißhaarige Dame faß. Sie dankte auf seinen Gruß mit einem leichten Neigen des Hauptes, lud ihn ein Platz zu nehmen und fragte verbindlich: "Was führt Sie zu mir, Mister — eh, Fairview, nicht wahr?" Auf diesen Empfang war James Fairview nicht gefaßt. „Gnädige Frau", begann er leise und beugte sich vor. „Sie erwiesen mir die Ehre, mich vor einer Viertelstunde anzurufen und meine Hilfe zu erbitten. Hier bin ich. Ich stehe zu Ihren Diensten." Die alte Dame blickte ihn maßlos erstaunt an. "Ich Sie angerufen und um Hilfe gebeten? Das muß ein Irrtum sein!" „Aber — habe ich nicht die Ehre, mit Frau Ann Vickers zu sprechen?" stotterte James Fairview. „Gewiß, das bin ich. Aber ich weiß nicht, wovon Sie reden. Wollen Sie mir nicht erklären ...?" (£r murmelte hilflos: „Aber erinnern Sie sich ood), gnädige Frau! Sie sagten mir, daß Sie in Gefahr seien, und daß nur ich Ihnen helfen könne, da es sich um eine heikle Angelegenheit handle." Er konnte nicht weiter. Die alte Dame betrachtete ihn argwöhnisch. „Gefahr? Heikle Angelegenheit? Die Polizei? Ich verstehe kein Wort von alledem. Aber ich wiederhole Ihnen, daß ich Sie nicht angerufen habe und um Ihre Hilfe gebeten habe. Wie käme ich dazu?" James Fairview fühlte, daß er eine etwas lächerliche Rolle spielte; er erhob sich und erwiderte: „Bitte, verzeihen Sie vielmals, gnädige Frau. Es muß wohl ein Irrtum fein. Vielleicht habe ich den Namen oder die Adresse falsch verstanden. Entschuldigen Sie die Störung, und gestatten Sie, daß ich mich entferne. Adieu." Enttäuscht und in seinem Selbstgefühl empfindlich verletzt, stieg er die Treppe hinunter und ging zu Fuß durch den schnell hereinbrechenden Abend noch Haus. Was sollte er von dieser Sache halten? Welches Geheimnis steckte dahinter? Diese ehrwürdige Greisin ... Ann Vickers ... der Telephonruf ... Und wenn der Hilferuf nun doch aus dem Haus Blueberry Street 18 zu ihm gedrungen war? Verwünscht, er hatte sich tölpelhaft benommen, hatte sich abfertigen lassen wie ein Schuljunge! Aber er würde dem Geheimnis um Ann Vickers schon auf den Grund kommen. Ganz beftimmt! * Immer noch in Gedanken mit dem seltsamen Erlebnis beschäftigt, kehrte er zwei Stunden später in seine Wohnung zurück. Beim Betreten fiel ihm irgend etwas Ungewohntes auf, obwohl er selbst nicht hätte sagen können, was es eigentlich war. Er ging in fein Zimmer und drehte bas Licht an; da weiteten sich seine Augen, und er stieß einen jähen Schreckensruf aus. Schränke und Kasten standen offen; verschiedene in Hast herausgerissene Gegenstände lagen auf dem Fußboden verstreut; an der Wand, wo sein Stolz, der köstliche frühe Corot gehangen hatte, gähnte ein heller Fleck. Er suchte nach der eisernen Kassette, die Geld unb Wertsachen enthielt: weg! Vernichtet warf er sich in feinen Schreibttschsefsel. Da fiel sein Blick auf bas Manuskript. Mechanisch las er: . Sekunden vergingen; dann drang eine halb- erstickte Frauenstimme an fein Ohr, die im Tone höchster Angst rief —" Hier hatte er vorhin aufgehört. Und Darunter hatte jemand mit ungelenker Hand geschrieben: „Fallen Sie nicht auf jeden Telephonruf herein, Mister Fairview! Es war nur ein kleiner Trick, Sie aus dem Hause zu entfernen. Sie, als gewiegter Kriminalschriftsteller, hätten bas eigentlich sofort durchschauen müssen. Mit bestem Gruß Ann Vickers." Arbeitsdankes In Wiesbaden zwecks Arbeitsvermittlung kann in Zukunft nur in ganz besonberen Ausnahmefällen gestattet werden, Damit eine sachgemäße Durchführung Lurch die zuständigen Stellen nicht erschwert wird. Keine persönlichen Anschriften bei Briefen an Behörden. DNB. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Privatpersonen und Privatfirmen richten häufig Eingaben an die persönliche Anschrift von leitenden Beamten, statt an die Behörde selbst. Vielfach wirb die persönliche Anschrift gewählt in der Hoffnung, eine Sonderbehandlung ober gar Vorteile zu erreichen. Demgegenüber wird Darauf hingewiefen, daß persönliche Anschriften auf Brieffendungen an Behörden zwecklos find. Denn auch diese Briefe werden von dem persönlichen Empfänger in den ordnungsmäßigen amtlichen Geschäftsgang gegeben. Wenn der persönliche Empfänger aber, wie häufig, dienstlich abwesend ist, dann bleiben solche Briefeingänge ungeöffnet liegen, oder sie werden nach- gefanöt. Dadurch wird ihre amtliche geschäftsmäßige Behandlung ganz erheblich verzögert. Es kann mithin nur dringend empfohlen werden, Briefe an Be- Hörden stets nur mit der Amtsanfchrift der Behörde zu versehen. OekanatsmissionSfest in der Stadtkirche zu Gießen. Am Sonntag fand das Missionsfest des Dekanats Gießen statt. In den Hauptgottesdiensten predigten in der Johanneskirche Missionar Ruff, in der Petruskapelle Missionar Walther, in der Stadtkirche Missionar Monninger. Am Nachmittag fand in der Stadtkirche die Nachversammlung statt, die Dekan G u ß m a n n eröffnete. Er stellte die Versammlung unter das Losungswort des Tages aus dem 57. Psalm: „Mein Herz ist bereit, Gott, daß ich finge und lobe." Es ist etwas Großes, wenn einer feinem Gott lob- fingen kann. Aber das kann der Mensch nur dann, wenn er ein fröhliches Herz hat. Wir leben in einer großen und verantwortungsvollen Zeit. Viele Aufgaben find in der Heimat zu lösen. Wir haben aber auch viele Aufgaben draußen in der Ferne auf den Missionsfelbern. Wir denken an den Mis- fionsbefehl Christi, mit dem unser ganzes Christentum steht und fällt. Heute muß das Bewußtsein wieder geweckt werden, baß es notmenbig ist, Missionsarbeit zu treiben. Der Bericht von dem vergangenen Jahr ergab einen bedeutenden Rückgang der Einnahmen gegenüber den früheren Jahren. Das ist eine beschämende Tatsache. Darum, muß ein scharfer Appell gerichtet werden an alle Verantwortlichen in unserem Dekanat. Missionsschrift- ten müssen verteilt, Missionsversammlungen gehalten, die Menschen in dem Evangelium unterrichtet werden. Allen denen, die bisher in treuem Dienst aeftanben, wurde öffentlich der Dank abgestattet. Auf der großen Baseler Missionstagung lautete die Losung: „Wer mich bekennet vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor meinem himmlischen Vater." Missionsarbeit ist Bekenntnisarbeit. Nach dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Einer ift’s, an dem wir hangen", sprach Missionar Monninger. Er berichtete von feiner Arbeit im Missionsgebiet an der Goldküste, aus dem er erst vor kurzer Zeit zurückgekehrt ist. Es war ein schwerer Anfang dort draußen. Furchtbar war das Schicksal der ersten Missionare. Aber dem schweren Anfang folgte ein vielversprechender Fortgang der Arbeit. Missionsarbeit ist eine Bußhandlung. Europa hat den Naturvölkern das Geld gebracht, es hat sie aus ihrer Sitte herausgerissen. Damit haben wir uns eine schwere Schuld aufgeladen, für die wir Buße tun müssen. Darum ist es nötig, Mission zu treiben aus dem Evangelium heraus. Das Lied „Wach' auf, du Geist der ersten Zeugen" leitete über zu der Ansprache von Missionar Ruff. Er war 16 Jahre in China tätig. China ist ein armes und sozial sehr schlecht gestelltes Land. Das Existenzminimum beträgt dort 15 Pfennig pro Tag, so daß die Leute z. B. nicht im Stande waren, sich eine Bibel zu kaufen, die 20 Pfennige kostete. Der Chinese zeichnet sich aus durch Liebe zum Kinde. Durch den Ahnenkult und die schlechte soziale Lage kommt es oft dahin, daß man die „Manolescu." Wem zufällig einmal das schmale Reclam-Bänd- chen in die Hande fiel, in dem Leben und Taten des „Fürsten der Diebe" Manolescu beschrieben sind, und wer eine halbe Stunde Lektüre darangegeben hat, der wird es verständlich finden, daß „ 8)lm sich beizeiten dieses dankbaren Stoffes bemächtigt hat und, nach einer (vor Jahren schon hier gezeigten) stummen Fassung, auch die zweite, tönende Auslage sich nicht entgehen ließ: niemand kann erwarten, hier ein ethisch oder pädagogisch zu empfehlendes Schauspiel zu erleben; aber eine abenteuerliche und spannende Sache ist unter der Regie von Dr. Willi Wolff, Der mit Tempo, sauberen Ausnahmen und beträchtlichen Mitteln gearbeitet hat, immerhin entstanden. (Ein paar Unwahrscheinlichkeiten muß man in Kauf nehmen.) In der stummen Fassung gab Mosjukin den Manolescu, diesmal ist es Ivan Petrovich, und er zeigt hier, als Hochstapler großen Stils und gefährlicher Liebhaber schöner Frauen, eine stärkere Leistung, mit mehr Temperament und Schwung, als vor kurzem in der ähnlich romantischen Rolle des Pa- ganini. Nächst ihm sind in zwei scharf ausgearbeiteten, charakteristischen Rollen Hubert von M e y e- r i n cf unb Fritz Kämpers zu nennen, während die weiblichen Rollen in erster Linie von Ellen Richter, Hilde Hildebrand und Mady Chri- ft i a n s getragen werben. — Der Film läuft nut zwei Tage im Lichtspielhaus; das Beiprogramm bringt u. a. einen Schwank „Mord im Kohlenkeller" und die neue Ufa-Tonwoche. Seltsames Ergebnis einer Nasenoperation. Im englischen Badeort Bournemouth fand man bet einer Nasenoperation, die an einem englischen Soldaten vorgenommen werden mußte, eine winzige Papierrolle mit Geheimzeichen. Der Soldat hat den Weltkrieg mitgemacht, wurde verwundet und geriet so in deutsche Gefangenschaft. Nach Kriegsende kehrte er in feine Heimat zurück und klagte dauernd über Nasenfchmerzen, die ihn furchtbar Mitnahmen. Auf Anraten der Aerzte willigte er schließlich in eine Operation der Nase ein, bei der öer Operateur die kleine Papierrolle in der Nase entdeckte. Merkwürdig an der ganzen Sache ist, daß der Soldat nicht die geringste Auskunft geben konnte, wie er zu dieser Papierrolle gekommen wäre. Mit seinem Wissen ist sie ihm jedenfalls nicht in sein Geruchsorgan eingeführt worden. Schmerlen und Beschwerden haben sich nach der Operation Nicht wieder eingestellt. Kinder verkauft. Die Not in China ist Rußland sehr willkommen zur Ausbreitung kommunistischen Ideengutes. Eine zweite große Gefahr ist die Uebertragung des Freidenkertums nach China vom Abendlande her. Die dritte Gefahr ist, daß die Europäer dort ein Absatzgebiet für ihre Waffenindustrie sehen. Und endlich die vierte innere Gefahr ist der Aberglaube und die Furcht und der Kampf mit ihren starken Leidenschaften. Hier müssen wir unsere Aufgabe klar sehen. Wir müssen mit allen Mitteln uns dagegen wenden, daß China für ganz Europa das Schicksal wird. Darum noch einmal der Aufruf zur Mission. Nach diesem eindringlichen Appell sprach Dekan Guß mann den Segen. Kameradschoftsabend im NGOZB. Dom NSDFB. (Stahlhelm) wird uns geschrieben: Am Samstagabend hatten sich die Kameraden der Kameradschaft I (S ü d) mit ihren Frauen zum ersten Kameradschaftsabend nach dem Urlaub auf der Bergschenke recht zahlreich eingefunden. Kameradschaftsführer Wilhelm Grün begrüßte die Anwesenden mit herzlichem Willkomm, insbesondere begrüßte er als Gäste die Kameraden Dr Dehner, Petri und die Kameradschafts ührer Zimmer und Mangold. Dann führte er u. a. aus, daß der Zweck und das Ziel der Einladung sei, von neuem nach dem Urlaub und dem ereignisreichen Sommer den Kameradschaftsgeist, der über allen Veranstaltungen des Stahlhelm schwebt, zu fördern. Nie solle und dürfe der alte Frontgeist verblassen, so lange es Stahlhelmer gibt. Von diesem Geiste erfüllt solle auch dieser Abend sein. Wenn das Wort Kameradschaft besonders betont würde, so solle der Beweis erbracht sein, daß es von jeher kein Klassenunterschied gab, nur echte Volksverbundenheit im Sinne des großen Führers Adolf Hitler. Kameradschaftsführer Grün schloß mit den Worten: „Bist du Graf, Fürst oder Knecht, im neuen Reich hat jeder das gleiche Recht. In Kameradschaft wollen wir treu zusammenstehen, bis der letzte wird zur Ruhe gehen." Hierauf sprach noch Kamerad Gauführer Dr. Dehner. Er gab manches treffende Wort den Kameraden mit auf den Weg, vor allem wünschte er unbedingte Treue dem Führer und Frontsoldaten Adolf Hitler, dann würde auch der echte Stahlhelmgeist bis in Ewigkeit bestehen bleiben. Der weitere Abend verlief in angeregter Stimmung. Für den humoristischen Teil sorgte Kamerad Henn. Die Stahlhelmkapelle hatte sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt und erfreute mit schöner Musik. Mit Tanz endete die schön verlaufene Feier. Bunte Welt im Aquarium. Der Aquarien- und Zierfischverein zeigt in diesen Tagen im Hotel Köhler eine Werbeschau der Aquarien seiner Mitglieder. Selten tritt wohl auf so kleinem Raum die unerschöpfliche Erfindungskraft der Natur so lebendig entgegen wie hier, und selten sieht man so viele Spielarten von Lebewesen auf kleinem Raum beisammen. Jedes Aquarium ist schlechterdings eine Welt für sich. Zunächst fallen die Schleierschwänze auf, jene unbeholfenen Fische, die schon seit Jahrtausenden gezüchtet werden. In mehreren Gemeinschaftsbecken ist eine Fülle der verschiedensten Tiere vereinigt. Fische mit silbernen und goldenen Streifen über den langgestreckten Leib huschen blitzschnell hin und her; leuchtendes Rot und zartschimmerndes Blau, mattes Gelb und perlmuttartiges Grau, alle diese Farben find in vielen Tönen oftmals auf einen einzigen Fischleib von wenigen Zentimeter Länge in verschwenderischer Fülle vereinigt. Es glänzt und blitzt in diesen Becken, daß es nur so eine Art hat. Wieder andere Fische liegen in stoischer Ruhe im Wasser. Nur hin und wieder verrät eine Bewegung der Flossen, daß Leben in ihnen ist. Viele der Fische stammen aus den indischen Gewässern, aus der Südsee, aus afrikanischen und amerikanischen Gewässern. Merkwürdige, bizarr geformte, lang- stengelige Wasserpflanzen füllen die Aquarien und bilden für die Fische die natürliche Umgebung. In einem Salzwasserbecken kann man einen Taschenkrebs beobachten, der mit großer Geschicklichkeit über Steine und die Mitbewohner des Aquariukns, Schnecken, Muscheln und fleischrote Seerosen, hinwegturnt. Nicht weniger Aufmerksamkeit wird man dem merkwürdigen Axolotl schenken, jenem Tiere, das in seiner Form an Tiere der Urwelt erinnert und uns so im Geiste um Jahrmillionen zurückführt. Eines der merkwürdigsten Tiere, die Stabheuschrecke, ist ebenfalls in dieser interessanten Schau zu sehen. Ferner werden verschiedene Arten Kröten gezeigt, und wer über seine Vorurteile Herr zu werden vermag, wird feststellen, daß auch Kröten schön sind — ganz davon abgesehen, daß sie sehr nützliche Tiere sind. Angeregt wird jedermann diese Ausstellung verlassen, die hier von Liebhabern geschaffen wurde, viel Sorgfalt verrät und eine Welt erschließt, der wir sonst fernestehen. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 4. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 11, Klasse A 10»/-, Klasse B 10, Klasse C 9'/-, Klasse D 8»/-, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 30 bis 40. Feldsalat 110, Tomaten 5 bis 12, Zwiebeln 12, Meerrettich 50 bis 80, Rhabckrber 8 bis 10, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln, das Pfund 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 12 bis 15 Pf., Falläpfel 3 bis 5, Pfirsiche 13 bis 35, Brombeeren 30 bis 35, Preißelbeeren 35, Birnen 8 bis 20, Zwetschen 8 bis 10, Mirabellen 15 bis 18, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken, 100 Stück 70 bis 80, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, Bündel 10 Pf. * ** Die Geldsammlung für das Hilfswerk „Mutter und Kind" am vorigen Sonntag hat in der Stadt Gießen das erfreuliche Ergebnis gehabt, daß sämtliche Abzeichen der Sammlung abgesetzt wurden. Der Gesamterlös der Sammlung beziffert sich auf rund 1110 Mk. Dieser erneute Beweis der Opferfreudigkeit unserer Gießener Volksgenossen ist mit dankbarer Anerkennung zu vermerken. Oberheffen. Zum Keuerwehr-Äerbandstag in Leihgestern. Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht über den 14. Herbstverbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gießen ist zu der Wiedergabe der Ausführungen des Kreisfeuerwehrinspektors Bouffier zur Feuerschutzwoche die Berichtigung eines Mißverständnisses hinsichtlich des Brandes in Dorf-Gill erforderlich. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier hat nicht der Pflichtfeuerwehr von Dorf-Gill ein Versagen zum Vorwurf gemacht, sondern sich im Sinne eines Vorwurfes nur gegen diejenigen Einwohner von Dorf-Gill gewandt, die bei jenem großen Brande müßig herumstanden, anstatt der Feuerwehr bei der Bekämpfung der Flammen und bei dem späteren Abbau des Löschmaterials behilflich zu fein. Der Pflichtfeu erwehr und dem Bürger- meifter von Dorf-Gill hat Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier schon damals unmittelbar am Brandort und auch am folgenden Tage bei der Besichtigung der Brandstelle durch den Feuerwehrdezernenten des Kreisamts Gießen volle Anerkennung für ihre zweckmäßigen Maßnahmen und ihre guten Dienste bei der Bekämpfung des Brandes ausgesprochen. 100 Jahre Kleinkinderschule in Lich. )( Lich, 3. Sept. Unsere Kinderschule kann im nächsten Monat ihr 100jähriges Be- st e h e n feiern. Sie ist eine der ältesten Kinderschulen in Hessen. Dem Vernehmen nach sind größere Festlichkeiten des Jubiläums geplant. Lehreriagung in Schotten. rl. Schotten, 3. Sept. Die erfte amtliche Kreislehrerkonferenz im Schuljahre 19 3 4/35 fand am Samstagvormittag in der hiesigen Turnhalle statt. Ebendort tagte am Nachmittag der Kreisverein des NSDLB. Unter Leitung des Kreisschulrats Dr. M e u e r begann um 8 Uhr die amtliche Tagung mit einem ehrfürchtigen Gedenken an den Hingeschiedenen Feldmarschall und Reichspräsidenten und einem Treuebekenntnis zu dem neugekürten Reichsführer. Dr. Günther vom Landwirtschaftsamt Nidda sprach dann an Hand von Lichtbildern sehr anregend über „die hauptsächlichsten Kartoffel- krankheiten und ihre Bedeutung für unsere Volkswirtschaft". Es war für alle Teilnehmer neu, von der vorläufig nicht recht abzuwendenden Gefahr zu hören, die unserem Kartoffelbau von einem oisher der Allgemeinheit fast unbekannten, an den Faserwurzeln schmarotzenden Fadenwurm, der Kartoffel-Nematode, droht. Auch seine klaren Ausführungen über den Kartoffelkrebs und den Kartoffelkäfer, sowie den auch vom Landlehrer mitzuführenden Kampf gegen alle diese Schädlinge haben die beabsichtigte Wirkung sicher nicht verfehlt. Im Mittelpunkt des zweiten Teiles der amtlichen Tagung stand der Vortrag des Professors Weiß- bart (Büdingen) über „das deutsche Volks- l i e d". Von der Klärung des Begriffes „Volkslied" ausgehend eröffnete der Vortragende tiefe Einblicke in das Wesen dieses völkischen Schatzes. Text und Weise gehören wohl zusammen, aber>doch ist Textgestaltung kein wesentliches Merkmal des Volkslieds; Pflicht ist es, in die Gefühlswelt des Liedes einzudringen und es als lebendes Wesen zu erkennen, das schicksalhaften Veränderungen unterworfen ist. Echtes Volkslied ist all das, was vom Volk ausgenommen und weitergesungen wird, und zwar auswendig gesungen. Volksliedsammlungen sind für die Pflege des Volksliedes von zweifelhaftem Wert, viele volkstümlichen Konzertgestaltungen ebenfalls. Kraft des Liedes liegt im Selbstsingen und im Gemeinschaftssingen. Nach Erledigung einer umfangreichen Tagesordnung wurde die amtliche Konferenz um 13 Uhr geschlossen. Auch die Tagung des NSLB. nahm mehrere Stunden in Anspruch. Kreisobmann Schneider gedachte zu Anfang ebenfalls in weihevollen Worten des Stückes Weltgeschichte, das uns letzthin begegnet. Auch das große Erlebnis der Reichslehrertagung in Frankfurt rief er noch einmal in den Herzen aller Teilnehmer wach. Verschiedene Feststellungen und geschäftliche Angelegenheiten, sowie Neuordnungen in der Fachschaft Volksschule, die der Fachschaftsführer Rektor Düll (Laubach) bekanntgab, hielten die Konferenz bis um 17.30 Uhr zusammen. Landkreis (tzietzen. 00 Klein-Linden, 3. Sept. Der für kommenden Sonntag angeordnete Jugendsonntag wird hier mit einem Festgottesdienst und mit einer Abendfeier, bei der die Jugend besonders mitwirken wird, begangen werden. — Am Sonntag, 30. September, hält der Kreis- verband Gießen der evangelisch-kirch- lichen Reichsfrauenhilfe in unserer Gemeinde eine Kreisverbandstagung ab. Als Redner wurde Pfarrer Weinberger (Darmstadt) gewonnen. CO Klein-Linden, 3. Sept. Die Bautätigkeit im laufenden Jahre war hier etwas reger als in den verflossenen Jahren. Es wurden insgesamt drei Einfamilienhäuser, zwei am Friedhof und eins in der Wetzlarer Straße, und ein Zweifamilienhaus in der Kirchstraße erbaut, die alle vis zum kommenden Winter bezogen werden sollen. Ferner wurden noch der Bau eines Lagerhauses und einige kleinere Umbauten an Wohnhäusern und landwirtschaftlich benutzten Gebäuden vorgenommen. — Die Arbeiten am Kriegerdenkmal schreiten rüstig voran; gegenwärtig ist der Bildhauer mit dem Aushauen des Kriegers beschäftigt. Sämtliche Arbeiten dürften in einigen Wochen beendet sein. I Garbenteich, 2.Sept. Am vergangenen Samstag, 1. September, feierte Herr K. Schöck von Garbenteich ein doppeltes Jubiläum. 25 Ihre versieht er nun den Dienst eines Kirchendieners und ebenso lange den Dienst eines P o • lizeidieners. Herr Schöck hatte diesen Doppeldienst von seinem Vater übernommen, der ihn auch 25 Jahre versehen hatte. In seltener Treue und Gewissenhaftigkeit, in steter Unermüdlichkeit hat Herr Schöck zu jedermanns Zufriedenheit seinen Dienst versehen. Im Gottesdienst am Sonntag gedachte Pfarrer Steiner des Jubilars und dankte ihm im Namen der Kirchengemeinde für alle treuen Dienste, die Herr Schöck der Kirche in feinem langjährigen treuen Dienen erwiesen hat. Am 1. Januar kommenden Jahres werden es ebenfalls 25 Jahre, daß Herr Schöck die P o st a g e n - tun in Garbenteich verwaltet. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch recht lange in alter Frische und Gesundheit zum Wohle von Kirche und Gemeinde zu wirken. § Beuern, 3. Sept. Unsere Hebamme Frau Marie Huber, geb. Sommerlad, konnte auf eine 2 5jährige segensreiche Tätigkeit als G e m e i n d e h e b a m m e zurückblicken. Sie hat während dieser Zeit bei 411 Geburten Hilfe geleistet und sich in ihrem schweren Beruf die Liebe und Achtung aller Einwohner erworben. Für ihr gewissenhaftes Arbeiten im Dienst am Dolkswohl wurde ihr auch behördlicherseits oftmals Anerkennung gezollt. An ihrem silbernen Jubiläum wurden ihr von, allen Seiten Ehrungen entgegengebracht. Selbst die Kinder standen nicht zurück und brachten der „Tante Huber", wie sie bei den Kleinen allgemein genannt wird, unter Überreichung von Blumensträußen ihre Glückwünsche dar. Möge der Jubilarin auch weiterhin ein segensreiches Wirken in unserer Gemeinde beschieden sein! cxd Eberstadt, 3. Sept. Auf Anregung der NSV. wurde durch die NS. - Frauenschaft und dem BDM. hier eine größere Menge Honig gekocht. Die Kelter- und Einschälbirnen lieferte die Gemeinde. Das Obst konnte in der Hofreite unseres Beigeordneten Karl Rühl mit der hiesigen Genossenschaftskelter gekeltert werden. Hier wurden auch die Birnen von den Mitgliedern der NS.-Frauen- schaft abends geschält und der Most zu Honig gekocht. Das Ergebnis war eine große Menge Honig, der der NSV. zur Verfügung gestellt wurde. D Lich, 3. Sept. Wie schon im „Gieß. Anz." berichtet, ist Pg. Otto Wahl zum kommissarischen Beigeordneten unserer Stadt ernannt worden. Der neue ehrenamtliche Beigeordnete, ein langjähriger Parteigenosse der NSDAP., ist ein Sohn des vor einigen Jahren verstorbenen Bahnvorstehers und Kirchenvorstehers Johannes Wahl; er steht im 27. Lebensjahr. Er ist als Kaufmann auf dem Büro der hiesigen Brauerei Jhring- Melchior angestellt und mit den Verhältnissen unserer Stadt bestens vertraut. Seine Verpflichtung durch das Kreisamt Gießen wurde Ende voriger Woche vorgenommen. = L i ch, 3. Sept. Unter großer Beteiligung wurde gestern Nachmittag der allseits beliebte und in Berufskreisen wegen seiner Tüchtigkeit hochge- schützte Kupferschmiedemeister Friedrich 3 im- IMkMlkiWWW Roman von Anny von panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.) 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Heute aber lief Donata Olden nicht davon. Sie erwiderte den Kuß und dachte beseligt nichts weiter als das eine: sie liebte Detlef Westkamp, trotzdem sie ihn erst so kurze Zeit kannte. Sie saßen Hand in Hand, versunken in Schweigen, durch das sich Liebende oft mehr als mit vielen Worten sagen können. Eine dicke Frau kam des Weges, nahm auf der Bank Platz, fragte, nachdem sie bereits saß: „Es ist doch erlaubt?" „Natürlich!" gab Westkamp zurück. „Wir wollten sowieso gehen. Komm, Donata!" Die Frau sagte mit etwas gequetschter Stimme: „Guck mal an, die Donata Olden, jetzt erkenne ich Sie erst. Wie geht's — wie steht'?" Donata antwortete kurz: „Sehr gut!" Und nachdem sie ein Stückchen gegangen waren, erklärte sie ihrem Begleiter verstimmt: „Die Frau war eine Nachbarin von uns, ein Klatschweib schlimmster Sorte. Morgen weiß ganz Bornheim, daß ich heute abenb mit einem Herrn auf einer Bank am Nußberg gesessen habe." Er meinte beruhigend: „Das ist doch nicht schlimm! Jedermann darf kdoch erfahren, daß wir uns lieb haben." Sie seufzte. „Ich weiß nicht recht. Vater ist ein bißchen alt- vnodisch in seinen Ansichten und hat schon öfter Neäußert, der Mann, der mid) liebt, müsse zuerst Au ihm kommen und um mich anhalten. Gräßlich «wäre es ihm, wenn der mich vorher in den Mund Aer Leute brächte. Hättest du mich in Gegenwart l)er Schwätzerin vorhin wenigstens nicht mit mei- ’nem Vornamen angesprochen und ,du< genannt." Er lachte. „Mach dir doch keine Gedanken, Donata! Ich will gern schon morgen zu deinem Vater gehen. Und nun sei lieb! Wollen noch einen kleinen Umweg machen." Sie ließ sich beruhigen und gab nach. Die verwitwete Frau Dörner aber war nicht lange auf leer Bank sitzengeblieben. Keine liebere Beschäftigung gab es für sie als den Klatsch. Wenn sie etwas Nachteiliges oder Belastendes über ihre Mitmenschen in Erfahrung gebracht hatte, Zählte sie sich wohl wie ein Fisch im Wasser. Es Dar ihr ureigenstes Element. Sie mußte die Neuigkeit noch brühwarm ihrer .Hausgenossin Dittenhoff erzählen, daß Donata Alden, die immer so prinzessinnenhaft durchs Tpillingsgäßchen schwebte, sich genau so benahm wie andere Mädchen zwischen siebzehn und fünfundzwanzig. Sie wußte ja noch mehr, als die „Prinzessin" ahnte. Sie watschelte, so schnell das ihre geschwollenen Knöchel erlaubten, heimwärts. Als sie an Werner Oldens Haus vorbei mußte, sah sie den Musiklehrer vor der Tür stehen. Sie wünschte einen „Guten Abend!" und blieb stehen. Man kannte sich ja gut in der Nachbarschaft. „Warten Sie aufs Töchterchen, Herr Olden?" fragte sie und redete sofort weiter: „Sie wird wohl gleich kommen — ich hab sie eben oben am Nußberg auf einer Bank getroffen. Es ist aber abends auf dem Nußberg noch wunderschön. Gar nicht kalt ift’s, und junge verliebte Leute brauchen noch keine Angst zu haben, daß ihnen die Lippen beim Küssen zusammenfrieren." Werner Olden anroortete nicht, weil er nicht begriff, was die Schwätzerin andeuten wollte. Aber das glucksende Lachen, das der Bemerkung folgte, klärte ihn rasch auf. Er fragte rauh: „Wie meinen Sie das mit dem Küssen? Was hat das mit meiner Tochter zu tun? Das Mädel ist übrigens alt genug, um auf dem Nußberg abends frische Luft zu schöpfen." So sprach er zwar, aber er dachte erstaunt: Was hat Donata jetzt auf dem Nußberg zu tun? Er erwartete sie doch von Tante Röschen zurück. Witwe Dörner gurgelte wieder ein Lachen hervor, „Aber, Herr Olden, ich hab doch gar nix dagegen, wenn Ihre Tochter auf 'dem Nußberg frische Luft schöpft. Und wenn ihr ein junger Herr dabei hilft, ist das auch in Ordnung. Und wenn sich die zwei beim Luftschöpfen küssen, daß man Lust kriegt, noch einmal jung zu fein und mitzumachen — das ist auch in Ordnung. Ich habe mich gefreut darüber, Herr Olden. Und Sie werden sich auch freuen — nicht wahr? Gute Nacht, Herr Nachbar." Sie schlurfte davon und war sehr zufrieden, dem „verdrehten Musiker" eins ausgewischt zu haben. Sie hatte ja ganz deutlich gemerkt, wie er sich über ihre Neuigkeit geärgert hatte. Das bereitete ihr großen Spaß, und sie schlurfte vergnügt weiter. Ihr heutiges Erlebnis sollten noch viele erfahren. „Begleite mich nicht bis vors Haus!" bat Donata. „Wir treffen uns, wie verabredet, übermorgen in dem kleinen Cafe am Main — ich möchte meine Eltern auf dich vorbereiten. Vater ist ein bißchen nervös, ich will nidjt, daß er dich vielleicht unfreundlich empfängt. Detlef Westkamp war mit allem einverstanden, und sie trennten sich mit warmem, innigem Händedruck. Elftes Kapitel. Mit freundlichem Abendgruß betrat Donata des Vaters Zimmer. Er sagte leichthim „Es hat heute wieder mal lange bei Tante Röschen gedauert!" Donata nickte. „Ich mußte eine lange Eingabe wegen der Steuer aufsetzen und dann erst was essen. Tante läßt vielmals grüßen." Er fragte: „Läßt sonst noch jemand grüßen?" Sie schüttelte etwas befremdet den Kopf. „Nein, Vater!" Bis jetzt hatte er sich zusammengenommen. Jetzt aber glückte es ihm nicht mehr, mit seinem Wissen hinter dem Berg zu halten. Er polterte los: „Ich dachte, dein Liebhaber ließ uns vielleicht auch grüßen! Guck mich nicht so blöd an, Mädel! Oder hast du mehr Liebhaber als einen, daß du nicht weißt, von welchem die Rede ist? Ich meine den, mit dem du dich auf der Bank am Nußberg geküßt hast. Heute abend. Die Spatzen pfeifen’s ja schon von den Dächern." Er hatte ihr ziemlich laut seinen Groll entgegen» geschrien, und seine Frau bat: „Sage alles, wenn es durchaus gesagt werden muß, doch ein bißchen gedämpfter, Werner! Und laß doch überhaupt Donata erst mal reden." Er schlug mit der Faust auf den Tisch. „Was kann sie mir viel sagen! Daß alles wahr | ist, was die Tratsche Dörner mir verabreicht hat wie ne Giftpille, sieht man dem Mädel ja auf den ersten Blick an. Jedenfalls ift’s eine ganz tolle Geschichte, Fräulein Tochter. Und jetzt haben Sie die Gnade, mir mitzuteilen, wer der Seladon vom Nußberg gewesen ist, damit ich mir das Herrchen etwas anschaue, das mit Werner Oldens Tochter umspringt wie mit — ad), ich finde da gar keinen Vergleich." „Detlef Westkamp wird zu dir kommen, Vater, wann du es wünschest", gab Donata zurück. „Detlef Westkamp?" wiederholte Olden ärgerlich. „Das ist ja der Mensch, der dich vor kurzem nachts von unerwünschter Gesellschaft befreit hat." Er lachte ärgerlich. „Ob das auch stimmt? Kamst damals wohl auch nur so spät von einem Stelldichein mit ihm zurück? Hattest dich einfach so lange mit ihm herumgetrieben. Ich glaube gar nicht mehr, daß du an dem Abend so lange bei Tante Röschen gewesen „Vater!" Wie ein Schreckensruf brach das kurze Wort über Donatas Lippen. Sie kannte den Vater. Er war nervös und ließ sich gelegentlich zu Zornes- ausbrüchen hinreißen. Aber die Beschuldigung eben traf sie wie ein Schlag ins Gesicht, traf sie so schmerzhaft, wie vorher der bittere Satz: „Oder hast du mehr Liebhaber, daß du nicht weißt, von welchem die Rede ist." Sie hob stolz den Kopf. „Vater, es gibt Dinge, die dürftest auch du nicht zu mir sagen. Habe ich dir je Grund gegeben, so niedrig von mir zu denken?^ Er antwortete nicht. Es war totenstill in dem großen, behaglichen Zimmer. Auch draußen in der schmalen Gasse regte sich nichts. Werner Olden trat an das Fenster und zog den Vorhang zurück, öffnete einen Flügel. Er spurte das Bedürfnis, einen Hauch frischer Luft einzuatmen. Der Rolladen blieb heruntergelassen. Plötzlich hörte man ziemlich nahe eine laute, gequetschte Stimme: „Komisch, nicht wahr, Frau Dittenhoff, daß die Prinzessin Donata so ne Heimliche ist. Ich komme rauf zu Ihnen. Ich muß Ihnen das erzählen!" Die Witwe Dörner wohnte schräg gegenüber und hatte ihre Neuigkeit von der Straße aus zu ihrer Herzensfreundin Dittenhoff hinaufgerufen, unbekümmert darum, daß es noch andere Nachbarn hören konnten. Werner Olden schloß heftig das Fenster. Dis Scheiben klirrten. Seine Frau machte Donata ein Zeichen. „Geh schlafen, Kind. Morgen bei hellem Tageslicht sieht alles ganz anders aus. Für den Vater und für dich!" Donata hatte große Tränen in den Augen. Sie sagte „Gute Nacht r und wollte gehen. Ihr Vater vertrat ihr den Weg. „Hast doch eben selbst gehört, daß dein guter Ruf schon im Gassendreck liegt." Donata gab zurück: „Du beleidigst mich mehr, als mich eine bekannte Gassenschwätzerin beleidigen kann." „So? Beleidige ich dich? Ist ja ausgezeichnet! In meiner Zeit konnte ein Vater seine Tochter überhaupt nicht beleidigen! Das ist auch so ne neumodische Einrichtung, die ich aber hier bei mir nicht einführen lasse — merke dir das!" Seine Frau legte ihm die Hand auf den Arm. „Werner! Besinne dich doch und laß Donata überhaupt erst erklären, wie alles zusammenhängt. Wir waren doch auch einmal jung, und ein Kuß ist schließlich kein Verbrechen." Er schüttelte ihre Hand ab. „Ein Verbrechen nicht, aber ein Kuß kann, wie in diesem Fall, eine Blamage fein, ein Skandal." Er sah Donata an. „Was ist dieser Westkamp? Ich meine von Beruf?" Sie antwortete erzwungen ruhig: „Gärtner. Er hat einige Semester Medizin studiert, will aber jetzt nur in der Gärtnerei feiner Mutter arbeiten, weil..." Er unterbrach sie: „... weil er entweder ein zu armes Luder ist. um weiter zu studieren, oder zu dämlich dazu ist/ Donata liefen jetzt große Tränen über die Wangen. . „2ch sage jetzt gar nichts mehr. Wie du mit mir hier sprichst, klingt ja doch alles häßlich, was mit Detlef Westkamp zusammenhängt/ (Fortsetzung folgt.) OJL-^poti Oie Lag- im (September ver- be- Saarringer in Giehen erfolgreich! Der „1. Kraft- und Sportklub 1893" Gießen hatte am Samstagabend im Caf6 Leib den Saarbezirksmeister Saarbrücken-West zu einem Freundschaftskampf verpflichtet. Dom veranstaltenden Verein begrüßte Herr Hendrich in kurzen herzlichen Worten die Saarringer, außerdem begrüßte er Kreispropagandaleiter Schmelz und Bürgermeister Dr. Hamm als Vertreter der Stadt. Bürgermeister Dr. Hamm hielt eine kurze Ansprache, in der er die Gäste in unserer Stadt herzlich willkommen hieß. Sorgfältig vorbereitete Marmorgruppen fanden bei den Zuschauern lebhaften Beifall. Bei dem darauf folgenden Gewichtheben konnte besonders der zur deutschen Spitzenklasse zählende Saarbrückener Bantamgewichtler M e tzg e r gefallen. Bei einem Körpergewicht von 112 Pfund brachte er 190 Pfund beidarmig zur Hochstrecke. Die nun folgenden Kraftpyramiden stellten das solide Können der Gießener unter Beweis. Der Saarbrückener Mannschaftsführer Junker richtete treudeutsche Grüße von den Brüdern an der Saar aus. In das von ihm ausgebrachte dreifache „Sieg-Heil" auf den Führer stimmten die Versammelten freudig ein. Dann folgte der Freundschaftskampf im Ringen, den der Saarbezirksmeister mit 18:3 gewann. Großer Sieg -er Leichtathleten des VfB./Reichsbahn Gießen. überrumpeln. Zusammenfassend darf gesagt werden, daß die Saarringer einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen. Auch die Mannschaft des gastgebenden Vereins fand durch ihre ausgezeichnete Arbeit dienten Beifall. Die Darbietungen hätten einen deutend besseren Besuch verdient. noch keinen Beuern aus dem Lande geschienen, sie kann ihn aber sehr groß machen." Die Futtermittelernte ist auch hier sehr knapp. Das Grummet brachte, aufs ganze gesehen, eben ein Viertel eines Normaljahres. Seit vielen Jahren zum ersten Male muß wieder das Waldfutter zur Ernährung des Vlehes heranaezogen werden. Der zweite Schnitt auf den Gemeindewiesen kostete Morgen ie nach dem Wuchs 3 bis 32 Mark. — Bei der Versteigerung des Frühobstes, besonders der Zwet- schen, kostete der Stamm je nach Behang 0,40 bis 5 Mark. Das Spätobst verspricht einen wesentlich besseren Ertrag. Auf dem Gebiet unserer Gemarkung auf dem die Obstbäume seit zwei Jahren einer planmäßigen Behandlung unterzogen wurden, sieht man keine schorfigen und fleckigen Früchte mehr. Der Aufwand an Muhe und Kosten hat sich gelohnt. Kreis Büdingen. * Geiß - Nidda, 4. Sept. Der vor acht Tagen hier von einem ausschlagenden Pferde gegen den Unterleib getroffene 34 Jahre alte Fuhrmann Josef Beul, der mit schweren inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik zu Gießen überführt werden muhte, ist dort am gestrigen Montagabend leider verstorben. -^-Unter-Schmitten, 3. Sept. Emen tragischen Tod fand der in den fünfziger Jahren stehende Bürgermeister und Landwirt D ö l l. In der Nacht zum Sonntag war er im Viehstall beschäftigt, wo eine Kuh kalbte. Als er nach längerem Ausbleiben nicht zurückkehrte, fand ihn seine Frau tot im Stalle. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Der Heimgegangene erfreute sich als Beamter und als Mensch größter Beliebtheit und Verehrung. Sein rasches Hinscheiden wird von der ganzen Gemeinde als schmerzlicher Verlust empfunden. preutzeu. Kreis Wetzlnr. * Rodheim a. d. B-, 4. Sept. Der 63 Jahre alt' Landwirt Wilhelm Schütz von hier hat sich gestern Nachmittag beim Holzhacken mit dem Beil in die Hand gehackt, so daß er mit erheblichen Verletzungen der linken Hand nach Gießen in die Klinik gebracht werden muhte. Im Feldrevier steht die Jagd im Zeichen des Feldhuhns. Sie stellt für nicht wenige Jäger eine der beliebtesten Jagdarten dar. Denn kaum kommt sonst die Zusammenarbeit zwischen Jäger und Hund so sehr zum Ausdruck wie gerade jetzt bei der Hühnerjagd. Hühnerjagd mit schlechtem Hund ist eine Qual, und Hühnerjagd ohne Hund ist überhaupt keine Jagd. Der gute Hund aber, der in verständiger, flüchtiger Suche das Wild zu finden weih, es seinem Herrn durch Vorstehen verweist, das geschossene Huhn sauber bringt, das Geläufe des geflügelten Huhnes brav ausarbeitet und nicht eher ruht und rastet, bis er es im Fang hat, das stt des Jägers Weidgeselle, der Freude bereitet und Erfolg verschafft. Dort, wo gegen die Feinde der Nieder- jaqd, wie Krähen, Wiesel und Katzen, etwas geschah, und wo im Winter für das Huhn durch Fütterung gesorgt wurde, scheint der Besatz besser wie im Vorjahre zu sein. Auch der Hühnerabschuh muß im Gedanken an die Erhaltung des Besatzes ausgeubt werden. Stärker wie bis auf sechs bis acht Stuck sollte keine Kette abgeschossen werden. Der Winter fordert auch noch sein Opfer- Hühner in Ketten überstehen ihn erfahrungsgemäß viel besser als einzelne. Verkehrt wäre es, Grenzketten restlos abzuschießen und Ketten im Herzen der Jagd völlig zu chonen. „Das Huhn will beschossen sein , lautet eine alte Jägerweisheit, die auf der Beobachtung fußt daß starke Völker gern zum Wandern neigen. Also' verspricht auch hier ein vernünftiger und planmäßiger Abschuß das meiste für das Folgejahr. Von sonstigem Federwild sei vor allem die Wildtaube erwähnt, die man häufig im Felde antrifft, oder der der Ansitz an der Tränke gilt. Die E n t e n- jagd kann an Flüssen und stehenden Gewässern weiter mit Erfolg ausgeubt werden. Der Erpel trägt bald wieder sein Prachtkleid und läßt sich dann leicht von der Ente unterscheiden, die der Jäger möglichst vom Abschuß verschonen sollte. Die Lebensbedingungen für unsere Entenvögel werden immer ungünstiger, so daß wir alle Ursache haben, die braven Legerinnen und Brüterinnen zu erhalten. Ende des Monats ist die Waldschnepfe bereits auf dem Zuge gegen Süden. Nur wenige Jäger wissen, daß sie dann auch abends streicht und dann eigentlich mit viel besserem Gewissen besagt werden kann als im Frühjahr. An nassen Gräben liegt wieder die Bekassine. Gelegentlich trifft man bei der Hühnerjagd auch die Wachtel an. Sie und ihr Schlag sind in Deutschland fast unbekannt geworden. Deswegen ist sie auch durch das Gesetz vor dem Abschuß geschützt. Erfreulich lauten die Nachrichten über den Fa° s a n. Aus allen Revieren, in denen der bunte Vogel schon heimisch war, oder in denen er durch Mitglieder des „Hubertus" Gießen oder durch den Verein selbst ausgesetzt wurde, hört man von Ge- sperren gut entwickelter Jungfasanen. Bis der Abschuß am 16. Oktober freigegeben wird, werden sie voll ausgewachsen sein. Zunächst ist er noch verboten. Wer die Freude hat, bei der Hühnerjagd seine Jungfasanen anzutreffen, denke jetzt schon an den Winter. Das Dreschen ist vielerorts schon vorbei, ; Maschinenabfall nicht mehr leicht zu bekommen. 1 Jeder besorgte Jäger kümmere sich baldigst darum und beschicke umgehend seine Fütterungen damit, t Kommt einmal der Winter, ist es zu spät. Dann ist nichts mehr zu bekommen. Die nun folgenden Vorführungen der Turnerinnen des DfB.-R. wurden mit viel Beifall ausgenommen. Besonders das anmutige Keulenschwingen nach den Takten eines Walzers fand viel Beachtung. Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein Hand- rÄchsbahn-Rolweih Frankfurt — DsB.-Reichsbahn Gießen 8:4. Die Gießener lieferten eine gute Partte und waren bis auf den Torwurf unbedingt gleichwertig. Vielleicht war bei den Frankfurtern das Zusammenspiel etwas besser. Ihr Sieg war durchaus verdient, wenn auch nicht in dieser Höhe. Bei Frankfurt wirkte der frühere Mtv.-Spieler S t r e m m e l mit, der sein Können mit einigen Prachttoren unter Beweis stellte. Bei Gießen war die Verteidigung der bessere Mannschaftsteil. Im Sturm gefielen am besten Gries und Jakob. Die eingestellten jungen Kräfte ließen noch die körperliche Harte vermissen. Torman Goldschmidt war diesmal sehr gut. Einige scharfe Bälle hielt er ganz groß. Ein gemütliches Zusammensein, umrahmt von schneidigen Märschen der Kapelle Krengel, hielt die Gäste noch einige Zeit im Vereinsheim des VfB.- Reichsbahn beisammen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I unterliegt Wetzlar I 1:2 (0:0). In diesem Freundschaftsspiel auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe wurde noch nichts Ueberragen- des geboten. Lediglich die beiden Hintermannschaften genügten den Anforderungen, während die Angriffsreihen wenig Ersprießliches leisteten. So verschenkte der Gießener Angriff bis zur Pause den sicher scheinenden Sieg. Nach dem Wechsel war der Halbrechte Schad infolge einer schmerzlichen Huft- verletzung nur noch Statist bis zu seinem gänzlichen Ausscheiden. Damit fiel der Gießener Angriff ziemlich auseinander. Trotzdem wäre auch jetzt immer noch der Ausgleich bei etwas mehr Einsatz zu erzielen und ein Unentschieden gerecht gewesen. In der ersten Spielhälfte hat 1900 immer mehr vom Spiel. Die Verteidigung steht fast ständig im Mittelfeld und wehrt hier die durchsichtigen Wetzlarer Angriffe ab. Lediglich der linke Gästeflügel wurde durch große Schnelligkeit hin und wieder einmal gefährlich. Balser im 1900-Tor rettet einmal in einer kritischen Situation durch entschlossenes Wegfausten, findet aber sonst kaum Beschäftigung. Anders sein Gegenüber, der hat stets alle Hände voll zu tun. Den Gießenern fehlt der Drang nach dem gegnerischen Tor und der beherzte Schuß. Mit 0:0 werden die Seiten gewechselt. Jetzt hat 1900 die Sonne im Rücken, und es wird wenige gegeben haben, die an einem Sieg der Gießener zweifelten. Zum Unglück kam aber nun der Ausfall von Schad. Es wollte nichts gelingen. Wilhelmi spielt nun einmal unnötig lange mit dem Ball, bis er ihn abgenommen bekommt, und ein Wetzlarer Stürmer aus kürzester Entfernung an dem herauslaufenden Balser vorbei unhaltbar einschießt. Jetzt erst tauen die Hiesigen auf, sind aber vom Glück nicht so begünstigt wie der Gegner. Im Gegenteil, die Niederlage wird besiegelt, als Schneider in freier Lage den Ball erhält, mit dem Abspiel etwas zögert und dann einen Gegner anschießt. Dessen überraschenden Schuß aus 16 Meter Entfernung läßt Balser in der.Aufregung passieren. Gießen wird offensiver. Endlich wurden auch zwischen Koch (Frankfurt) und R. Fischer (Gießen). Fischer war wieder einmal in Form und schlägt in einem kraftvollen 400-Meter-Lauf den Frankfurter mit etwa drei bis vier Meter. Rodriguez, Luh und Siegmund vergrößern den Vorsprung auf etwa 20 Meter. Kugelstoßen: 1. Luh, VfB.°R., 13,40 Meter; 2. Mohl, VfB.-R., 11,34; 3. Koch, Ffm., 11,18; 4. Müller, Ffm., 10,70 Meter. Luh gewinnt sicher. Mohl stößt aus dem Stand, da er an einer Hüft- verletzung leidet. Seine Leistungen sind sonst höher. Diskus: 1. Luh, VfB.-R., 37,10 Meter; 2. Jakob, VfB.-R., 30,43; 3. Stützer, Ffm., 26,78; 4. Koch, Ffm., 26,30 Meter. Speer: 1. Jakob, VfB.-R., 50,60 Meter; 2. Rieh, VfB.-R., 48,74; 3. Feller, Ffm., 39,14; 4. Müller, Ffm., 38,70 Meter. Beachtliche Leistungen der beiden Gießener. Technisch waren beide sehr gut. Keulenwerfen: 1. Luh, VfB.-R., 68,70 Meter; 2. Wittmann, Ffm., 65,10; 3. Stötzer, Ffm., 62,05; 4. Mohl, DfB.-R., 59 Meter. Luh auch hier der bessere. Mohls Leistung ist nur relativ zu werten. Weitsprung: 1. Luh, VfB.-R., 6,28 Meter; 2. Feller, Ffm., 6; 3. Sauer, VfB.-R., 5,52; 4. Bongartz, Fm„ 5,47 Meter. Der Mehrkämpfer Luh erringt hiermit seinen vierten Einzelsieg. Hochsprung: 1 Mohr, Ffm., 1,61 Meter; 2. Pich, VfB.-R., 1,56; 3. Luh, DfB.-R. und Stötzer, Ffm., je 1,51 Meter. Der Frankfurter springt technisch richtiger und gewinnt damit. Frauen: Hier waren, wie erwartet, die Frankfurter Damen besser. 10 0 Meter: 1. Franke, Ffm., 14,1 Sekunden; 2 Bauer, Ffm., 14,2: 3. von Baumbach, VfB.-R., 14,4; 4. Mandrella, DfB.-R., 15,7 Sekunden. Weitsprung: 1 Franke, Ffm., 4,20 Meter; 2. v. Baumbach, VfB.-R., 4,13; 3 Bauer, Ffm., 3,96; 4. Mandrella, VfB.-R., 3,90 Meter. Hochsprung: 1. Bauer, Ffm., 1,29 Meter; 2. Luh, VfB.-R., 1,27: 3. Fischer, VfB.-R., 1,24; 4 Franke, Ffm., 1,21 Meter Kugel: 1. Wolf, Ffm., 9,82 Meter; 2. Bauer, Ffm., 8,55. 3. Luh, DfB.-R., 8,52; 4. Mandrella, DfB-.R., 8,10 Meter. Diskus: 1. Luh, DfB.-R., 23,84 Meter; 2. Wolf, Ffm., 22,80; 3. v. Baumbach, DfB.-R., 20,60; 4. Bauer, Ffm., 20,80 Meter. Hier gelang den Gießener Damen der einzige Sieg. 4X100 - Meter - Staffel: 1. Frankfurt 58,8 Sek.; 2. VfB.-R. 60,1 Sekunden. Bantamgewicht: Gegen den außerordentlich kräftigen Saarbrückener Metzger hielt sich Funk überraschend gut. Er unterlag einem blitzschnellen Ueberwurf des Saarbrückeners. Federgewicht: Der Gießener Klotz mußte gegen den famosen Glöckner überraschend auf die Schultern. Leichtgewicht: Der neue Mann der Gießener, Detter (J.-R. 15), führte sich durch einen Schultersieg über den Saarbrückener Bickel gut ein. Weltergewicht: Der Einheimische Tuzel wehrte vorerst alle Angriffe seines Partners Baus ab. Schließlich siegte die größere Kraft des Gastes. Mittelgewicht: Hier gab es einen Schultersieg des Saarbezirksmeisters Jung gegen Wagenpfeil. Halbschwergewicht: Nach langer Pause rang Meininger wieder. Er hielt sich überraschend gut. Schließlich wurde ihm ein Ueberstürzer des Saarbrückener Schmidt zum Verhängnis. Schwergewicht: Gegen den Saarbrückener Ries hatte Belloff zuerst Aussicht auf den Sieg. In der Bodenrunde ließ er sich jedoch durch Ausreißer Im Hochwildrevier beginnt des edlen Hirsches hohe Zeit. „An Aegide (1. September) tritt der Hirsch in die Brunft", sagt eine alte Weidmannsregel. Das äußert sich darein, daß nun bereits die Hirsche anfangen, zum Rudel zu treten, und daß die Rudel allmählich den gewohnten Brunftplätzen zuwechseln. Es vergehen aber noch Wochen bis gegen Monatsende, bis das Röhren des Hirsches in kalter Herbstnacht verrät, daß die Brunft wirklich im Gonge ist. Der D a m s ch a u f l e r steht noch in der Feiste. Seine Jagd stellt in freier Wildbahn an den Weidmann die höchsten Anforderungen, die der nicht ahnt, der das Wild nur aus dem Tierpark kennt. Schwarzwild geht auf den Kartoffelfeldern zu Schaden. Auf Pirsch und Ansitz versucht der Jäger ihm Abbruch zu tun. Wirkliche Aussichten aber bietet erst ein schneereicher Winter. Die Brunft des Rehwildes ging zu Ende, der Bock wurde heimlich. Doch nun im September hält er seinen Wechsel oft wieder wie im Mai. Wer also seinen Abschuß noch nicht erfüllt hat, hat dann noch die Aussicht, dem einen oder anderen braven Bock die Kugel anzutragen, nachdem dieser sich in der Blattzeit noch vererben konnte. Hasen trifft man bei Hühnerjagd in allen Größen. Die Wahrheit zeigt sich wieder, daß viele Mäuse auch viele Hasen bedeuten. Der Dachs ist fett. Besondere Vorliebe zeigt Schmalzmann jetzt für das Fallobst, vor allem Zwetschen. Das Verbot des Schliefens der Erdhunde auf Schliefplätzen zur Vorbereitung für ihre Arbeit im Naturbau und im Revier wird leider bewirken, daß die Zahl der brauchbaren Erdhunde nicht größer wird. Das an sich begrüßenswerte Verbot des Tellereisens rettet auch manchem Grimmbart die Schwarte. Andererseits ist der Dachs bei uns keine Seltenheit, vielleicht in manchen Revieren in größerer Zahl vorhanden, als die Niederjagd es verträgt. Drum sei an den Abschuß am Bau am Herbstabend erinnert, der fast immer Erfolg und bestimmt manche interessante Beobach- tung verspricht. Der Vogelzug hat bereits eingesetzt. Schon in den ersten Augusttagen sind nächtliche Wanderer (Regen« Pfeifer) über Gießen gehört worden, Mauersegler und Störche sind fort. Nun treffen die Raubvögel bei uns auf dem Durchzug ein. Gerade der Jäger des Lahntales kann manchen guten Anblick und — wenn er ein Naturfreund und damit überhaupt erst ein Jäger ist — seine Freude an Weihen und Falken haben. Neigt er aber zum krummen Finger auf diese herrlichen Gescköpfe der Natur, dann fei er gewarnt: alle Raubvögel außer Habicht, Sperber und Mäusebussard (dieser aber vom 1. April bis 1. Oktober) sind geschützt! Abschuß geschützter Tiere hat im letzten Jahre verschiedentlich neben sonstigen Strafen den Jagdschein gekostet. Die Zeiten sind vorüber, wo der Schießer als „Heger" auf alles krumm machen durfte, was krumme Fänge trug und einen krummen Schnabel besaß. „Raum für alle hat die Erde!" Der wahrhaft weidgerechte Jäger ist stolz darauf, seinerseits an der Erhaltung und am Schutze der einheimischen Tierwelt mit« helfen zu dürfen. Er fühlt sich als Diener seines Volkes. Hubertus, hier die Bemühungen durch den Erfolg belohnt. Eine Flanke von Schmelz schießt der Linksaußen Roth unhaltbar ein. 1900 drängt weiter. Wetzlar verursacht viele Eckbälle und verteidigt zahlreicher. Der Ausgleich gelingt infolge der Kürze der Zett Schiedsrichter Rüfpeler (Gleiberg) war dies- mal nicht sicher. — Das Spiel war gut besucht. 1900 II — Heuchelheim I 1:3 (1:2). Von dieser Begegnung, dem ersten Meisterschaftsspiel der Saison, hätte man sich mehr versprochen. Die Gießener Reserve war mit ihren Leistungen gegenüber dem Vorjahr nicht mehr wiederzuerken- nen, so schlecht spielten sie. Heuchelheim errang zuerst die Führung. Best glich für Gießen durch schonen unhaltbaren Schuß aus. Heuchelheim kam wieder in Front, als die Gießener einen Regelverstotz reklamierten und den Gegner ungehindert ziehen lassen. Kurz darauf wechselte man die Seiten. 1900 spielte jetzt mit dem Wind, der Sturm brachte aber nichts zuwege. Als Jäckel einen Ausflug zu wett nach vorne machte, nutzten die Gäste die Belegen» heit durch einen schnellen Durchbruch aus, der nach einigem Hin und Her zum dritten und letzten Treffer führte, da sich niemand in den Gießener Reihen bemühte, den Schützen anzugreifen. Fußball im Turnverein Wieseck. VfB. kurheffen Marburg (Ligareserve) — Wieseck I. 1:2. Zu einem fälligen Rückspiel war Wiesecks erste Elf am vergangenen Sonntag in Marburg zu Gast. Dem Unparteiischen stellte sich Wieseck mit Ersatz [ur seinen linken Verteidiger und Halbrechten, wahrend Marburg verstärkt durch einige Spieler der ersten Elf erschien. _ , . , . . Das Spiel begann sehr flott. Wieseck konnte durch seinen Halblinken in der 7. Minute m Fuhruna gehen. Marburg brachte nun mehr Härte ins Spiel. Wohl waren die Gastgeber technisch gut, sie versagten vor dem Tore. Auf der Gegenseite verhinderte nur die sehr harte Abwehr der Platzbesitzer greifbare Erfolge. Zur Mitte der zweiten Halbzeit kam Marburg zum billigen Ausgleichstor. Das Spiel wurde immer härter, da die Marburger auf Sieg drängten. Wiefeck konnte jedoch auch diese kurze Drangperiode überwinden und lag dann wieder mehr im Angriff um kurz vor Schluß zum Sieges- tor zu kommen. $(£. Teutonia Steinberg II. — Wieseck II. 7:1. Wieseck zweite Mannschaft war mit nur zehn Mann in Steinberg und verlor. Turnverein Treis a. d. Lda. Treis a.d.Lda. — VfB. Gießen III 4:2 (3:1). Die Gäste, die mit Ersatz antraten, mußten sich nach einem sehr schnellen und fairen Spiel mit obigem Resultat zufrieden geben. Treis als Anfängermannschaft war fast auf jedem Posten gut besetzt, und Schiedsrichter R i h m leitete gut. Kurze EportnoNzen. Im Preis der Nationen belegte beim Reitturnier in Riga Polen den ersten Platz vor Lettland und Deutschland. Der deutsche Reiter Temme kam mit Sachsenwald schwer zu Fall und zog sich einen Schulter- und Schlüsselbembruch zu. Am Schlußtage des Turniers gewann Axel Holst auf Egly das schwere Jagdspringen unter zwanzig Bewerbern. Für diesen Klubkampf hate der VfB.-Reichsbahn , größere Vorbereitungen getroffen. Das gesamte Programm sollte eine anschauliche Demonstration der verschiedenen Abteilungen des VfB.-Reichsbahn darstellen. Da beide Gegner in guter Form an- traten, gab es oft schöne, fesselnde Kämpfe. Die neuhergerichtete Laufbahn, die außerdem durch den vorausgegangenen Regen noch besonders gut wurde, ließ auch gute Zeiten erzielen. Nach einem Einmarsch und den Begrüßungsworten des Vereinsführers Baurat Nieder st raßer folgten sofort die Wettkämpfe. Frankfurt hatte eine gute Mannschaft mitge- bracht. Aber die Gießener, auf eigenem Platze kämpfend, brachten Leistungen zuwege, die weit über dem Durchschnitt standen und sicherten sich einen klaren Sieg. Bei 18 Konkurrenzen erreichten die Gießener 16 098,43 Punkte, die Frankfurter 14 231,83 Punkte. Gießen gewann also mit einem Vorsprung von 1866,60 Punkten. Ein Ergebnis, das die Erwartungen weit übertraf. Ergebnisse und Verlauf der Kämpfe: Herren: 100 Meter: 1. Rodriguez, VfB.-R., 11,12 Sekunden; 2. Luh, DfB.-R., 11,2 Sek., (Brustbreite zurück); 3. Koch, Fsm., 11,4; Traudt, Fsm., 11,9. Diesmal schlägt Rodriguez Luh knapp. Ein feiner Lauf von Rodriguez, der im Endspurt mit Brustbreite gewinnt. 200 Meter: 1. Rodriguez, DfB.-R., 23,1 Sek.; 2. Traudt, Ffm., 24,2; 3. Siegmund, DfB.-R., 24,6; 4. Bechtold, Ffm., 25,4 Sekunden. Rodriguez läuft in schönem Stil ein großes Rennen. 800 Meter: 1. Koch, Ffm., 2.06 Minuten; 2. Pfaff, DfB.-R., 2.06,8; 3. Bongartz, Ffm., 2.08; 4. Sobezak, VfB.-R., 2.10,5 Minuten. Ein 800- Meter-Laus, wie man ihn selten sieht. Kamps bis ins Ziel, in dem die Läufer nur geringe Unterschiede trennen. Koch gewann durch energievollen Spurt. 3000 Meter: 1. Wied, Ffm., 9.25,3 Mm.; 2. Pfaff, VfB.-R., 9.41,9; 3. Sobezak, DfB.-R., 9.42; 4. Dörrstein, Ffm., 9.43,9 Minuten. Der bekannte Wied gewann sicher. 4 X 100 Meter - Staffel: 1. DfB.-R. 45,12 Sek.; 2. Ffm. 47,12 Sekunden. Die Gießener gewannen in der Aufstellung Siegmund, Rodriguez, R. Fischer, Luh sicher. Die Staffel hat sich stark verbessert. Schweden st affel (400, 300, 200, 100 Meter): 1. VfB.-R. 2.06,5 Min.; 2. Ffm. 2.09,6 Minuten. Hier kam es zu dem Zweikampf über 400 Meter merll. zuGrabe getragen. Eine Abteilung SS. und mehrere Vereine mit ihren Fahnen eröffneten den langen Leichenzug. Die Feier am Grabe wurde durch einen Chor der „Cäcilia" unter Lei- tung von Chormeister Jlge eröffnet. Stiftdechant Kahn zeichnete in seiner Grabrede ein eindrucksvolles Lebensbild des Entschlafenen als Familienvater, Handwerksmeister und Frontkämpfer, der leider schon mit 54 Jahren plötzlich und unerwartet aus seinem gesegneten Wirkungskreis gerissen wurde und dessen Tod eine empfindliche Lücke im Geschäfts- und Handwerksleben unserer Stadt hinterläßt. Wieder einmal stirbt ein in unserer Zeit selten gewordenes Handwerk in der Gemeinde aus. Die Vereine ließen prachtvolle Kränze am Grabe niederlegen, der Kriegerverein unter dem Kommando von Kamerad Müller schoß die Ehrensalve über das Grab. V Lich, 3. Sept. Die hiesige S a n i t ä ts- ko l o n n e, die der Freiwilligen Feuerwehr angegliedert ist und sich schon große Verdienste um das Sanitätswesen unterer Stadt erworben hat, ist vor kurzer Zeit auf Grund von besonderen Verhandlungen und Vereinbarungen dem Deutschen Roten Kreuz (Hessischer Männerverein) bzw. dessen Sanitätskolonnen beigetreten. Sie wurde der Sanitätskolonne Gießen als dem größeren Verband zuge- teilt. . I Ettingshausen, 3. Sept. In einer Versammlung der hiesigen Pflichtfeuerwehr wurde nach einem Vortrage des Kreisfeuerwehrinspektors Bouffier über die Zweckmäßigkeit und den Wert einer Freiwilligen Feuerwehr der Beschluß gefaßt, auch in unserem Orte eine F r e i - willige Feuerwehr zu gründen. 45 Mann traten der neuen Wehr sofort bei. Kommandant wurde Eduard Seipp, stellvertretender Kommandant ist der seitherige Führer der Pflichtfeuerwehr, W. A l b a ch. Bürgermeister O p p e r begrüßte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mit herzlichen Worten. , , ,, . csd ßangsborf, 3. Sept. Es laßt sich jetzt em Ueberblick gewinnen über die landwirtschaftlichen Ergebnisse des E r n t e j a h r e s. Die Getreideernte, deren Ausdrusch noch im Gange ist, brachte einen vollwertigen Körnerertrag, während das Sttoh unter dem Durchschnitt blieb. Es bewahrheitete sich die alte Regel: „Die Sonne hat Nr. 207 Erstes Blatt 184. Zahrgang Mittwoch, 5. September M4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mtt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt ßernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Franfturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche llniverfitatr Such- unö Stehtöniderei R.Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/zUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 60 Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Stadt des Reichsparteitags begrüßt den Führer. Bekanntmachung. Betr.: Aenderung des arbeitsvertragsrechtlichen Zustandes gegenüber Angestellten und Arbeitern der Gemeinden und Gemeindeverbände. An die Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehendes Rundschreiben des Herrn Reichsministers des Innern vom 21. August 1934 zu Nr. I 5700/25. 6. erhalten Sie zur Kenntnisnahme und Beachtung. Gießen, den 3. September 1934. Kroisamt Gießen. I. V.: vr. S ch ö n h a l s. Der Reichsminister des Innern 15700/25. 6. Berlin NW. 40, den 21. August 1934. An die Innenministerien «(obersten Kommunalaufsichtsbehörden) der Länder. !Betr.: Wie oben. Es wird von feiten der Gemeinden und Gemeindeverbände, aber auch won Kommunalaussichtsbehörden erwogen, den bestehenden arbeitsver- Lragsrechtlichen Zustand der Arbeitnehmer der Gemeinden und Gemeinde- roerbänbe zu ändern. Teils sollen die Lohnbedingungen, teils die Bedin- tguhgen des Arbeitsoertrages, z. B. Ueberzeitarbeit, Urlaub, Krankengeld, Kündigung u. dgl. geändert werden. Einer künftigen allgemeinen Behand- ung der dieses Gebiet betreffenden Fragen für die Arbeitnehmer der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie derjenigen Betriebe der Gemeinden und Gemeindeverbände, die unter das AOGO. vom 23. März 1934 (Reichsgesetzblatt I S. 220, 300) § 1 Abs. 1 b und c fallen, darf aber Nürnberg zum Empfang der Gäste gerüstet. DNB. Nürnberg, 4. Sept. (Eigener Drahtbericht unseres Sonderberichterstatters.) Nürnbergs große Tage sind wieder angebrochen. Als aus leichtem Nebel in den frühen Morgenstunden die stolze Kaiserburg ihre Türme reckte, da lag das bunte Band der Fahnen und Tücher, der Wimpel und Standarten, der golddurchwirkten, smaragdenen Girlanden wie immer an diesen Feiertagen der Nation über den Straßen. Und doch ist Nürnberg seinem alten Ruf als Hort der Kunst treu geblieben, ja, es hat ihn erst recht in diesem Jahre wiedergewonnen. Alles, was fremd und aufdringlich die wundervolle Geschlossenheit der alten Stadt zu stören — - - Xr- »„»..a S. --------f—S. . _ _ Schreck, den Gauleiter Streicher und den Nürnberger Oberbürgermeister Liebel. Auf der Fahrt zum Flughafen zum Hotel „Deutscher Hof" wurde der Führer von einer begeisterten Menschenmenge, die auf dem ganzen viele Kilometer langen Weg Spalier bildete, m i t außerordentlichem Jubel begrüßt. Vor dem Hotel „Deutscher Hof" war eine Ehrenkompanie der SS. aufmarschiert. Der Führer begab sich sofort auf sein Zimmer. Als er sich bald darauf am Fenster zeigte, begann ein ungeheurer Jubel der Massen. Nürnbergs Glocken läuten den Parteitag ein. Punkt 19.30 Uhr strömte in tiefem Ton die Dröhnen der Friedensglocke schmolz der Vierklang des herrlichen St. Ludwigs-Geläutes. Dazwischen ertönten das Silberglöckchen von St. Lorenz, die Sturmglocke der Sebaldus-Kirche und eine Anzahl kleinerer Turmglocken. Es war ein wundersamer Klang, dieser eherne Ruf, der die Feiertage der alten Noris und mit ihnen die stolze Melodie der erfüllten Sehnsucht vieler Jahrtausende, die deutsche Einigkeit und Schicksalsverbundenheit verkündete. Die Anmarschstraßen zum Rathaus waren schon eine Stunde vor dem Eintreffen des Führers so dicht besetzt, daß der Fahrweg nur mit Mühe durch die Absperrmannschaften und die Polizei freigehalten 'werden konnte. Vor dem Rathaus war je eine Ehrenhundertschaft der preußischen und der bayerischen Landespolizei unter Führung des Majors von Stubenrauch aufmarschiert. Als Amtsverkündigungsblatt für die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen Jtr. 45 Erscheint Dienstag und Freitag. 4. (5cp(Ctllt>Cr Aur durch die Post zu beziehen. 4934 Inhaltsübersicht: Ausstellung von Jagdpässen. — Aenderung des arbeitsvertragsrechtlichen Zustandes gegenüber Angestellten und Arbeitern der Gemeinden und Gemeindeverbände. — Antrag des Ueberlandwerks Oberhessen zu Friedberg auf Genehmigung der Anlage einer elektrischen Hochspannungsfreileitung mit einer Betriebsspannung von 20 000 Volt zwischen Leihgestern und Lich. — Meldungen für den freiwilligen Arbeitsdienst. — Dienstnachrichten. Verordnung über die Ausstellung von Iagdpössen. Vom 25. August 1934. Aus Grund des § 66 des Reichsjagdgesetzes vom 3. Juli 1934 (Reichsgesetzblatt I S. 549) wird mit Zustimmung des Reichsjägermeisters folgendes verordnet: Artikel 1. (1) Für die Ausstellung von Jahresjagdpässen ist in Zukunft nur noch das Kreisamt zuständig, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen ständigen Wohnsitz oder, falls er im Deutschen Reich einen ständigen Wohnsitz nicht hat, seinen Aufenthaltsort hat. (2) Für die Ausstellung von Wochen- und Tagesjagdpässen (Artikel 4 Abs. 1 Ziff. 2 und 3 des Hessischen Jagdpaßgesetzes vom 25. März 1929) und von Jnhaberjagdpässen (Art. 5 des Hessischen Jagdpaßgesetzes vom 25. März 1929 (Regierungsblatt S. 46) fein Bewenden. Artikel 2. Ein nach Jnkraftreten dieser Verordnung bei einer örtlich nicht zuständigen Behörde ausgestellter Jagdpaß ist ungültig; er ist durch die Behörde, die ihn ausgestellt hat, wieder einzuziehen. Artikel 3. Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in der Darmstädter Zeitung in Kraft. D a r m st a d t, den 25. August 1934. Der Staatsminister: Jung. Bekanntmachung. Betr.: Antrag des Ueberlandwerks Oberhessen zu Friedberg auf Genehmigung der Anlage einer elektrischen Hochspannungsfreileitung mit einer Betriebsspannung von 20 000 Volt zwischen Leihgestern und Lich. Das Ueberlandwerk Oberhessen beabsichtigt, eine 20 000 Volt Hochspannungsfreileitung zwischen Leihgestern und Lich zu legen. Entsprechender Antrag bei dem Hessischen Staatsministerium ist gestellt. Die Pläne und Beschreibungen hierzu liegen in der Zeit vom 10. bis 17. September 1934 auf der Registratur des Kreisamts Gießen, Landgraf- Philipp-Platz 3, während der üblichen Dienftstunden (Montag bis Freitag von 7 bis 15 und Samstag von 7 bis 12 Uhr) zur Einsicht offen. Etwaige Einwendungen gegen die geplante Anlage können während der Offen- legungsfrift und innerhalb einer Woche nach Ablauf derselben bei dem Kreisamt Gießen schriftlich unter Angabe der Gründe vorgebracht werden. Gießen, den 1. September 1934. Hessisches Kreisamt Gießen I. V.: Grein. nicht durch einzelne Handlungen vorgegriffen werden. Ich ersuche deshalb zu veranlassen, daß jede Veränderung der bisherigen Bestimmungen (Tarifordnungen, Dienst- oder Betriebsordnungen, Satzungen usw.), durch die die Arbeitsvertragverhältnisse der Arbeitnehmer der Gemeinden und Gemeindeverbände geregelt werden, ausnahmslos unterbleibt. Nach Ziffer II der Anordnung über die Weitergeltung von Tarifverträgen als Tarifordnungen (RA. Bl. I, S. 85) war die Weitergeltung der am 30. April 1934 noch laufenden Werk-(Firmen-)Tarifverträge als Tarifordnungen bis zum 30. Juni 1934 beschränkt. Solche Verträge sind auch von den Gemeinden und Gemeindeverbänden in großer Zahl abgeschlossen worden. Die Frist vom 30. Juni 1934 für das Außerkrafttreten dieser Tarifordnungen ist inzwischen durch den Reichsarbeitsminister für die Gemeinden und Gemeindeoerbände und deren Betriebe um drei Monate verlängert worden. In Vertretung: gez.: P f u n d t n e r. Bekanntmachung. Betr.: Meldungen für den freiwilligen Arbeitsdienst. Nach Mitteilung des Meldeamts für den freiwilligen Arbeitsdienst, Meldestelle Gießen, müssen häufig Bewerber für den freiwilligen Arbeitsdienst wegen des schlechten Zahnzustandes zunächst abgewiesen werden. Dies bedeutet nicht nur für den Staat durch die Vornahme einer nochmaligen ärztlichen Untersuchung Mehrkosten, sondern verursacht auch den sich meldenden Personen unnötige Ausgaben und Zeitverlust. Es wird daher empfohlen, daß Personen, die die Absicht haben, sich für den freiwilligen Arbeitsdienst zu melden, zuvor sich die Zähne in Ordnung bringen lassen. Gießen, den 31. August 1934. Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: (Brei n. Dienstnachrichten des Kreisamts. Dem Kreiskasse-Oberbuchhalter Mank ist mit Wirkung vom I.Juli l. I. an die Kreiskasse-Rechnerstelle übertragen worden. halb haben wir alle auch gar nicht die Empfindung» in einer fremden Stadt Fremde zu sein, sondern wir fühlen uns hier heimisch und glücklich wie im eigenen hause. Das fränkische Volk kann mit Stolz von sich sagen, daß es dem schon so frühzeitig in feinem Lande gepflanzten neuen Banner stets in vorbildlicher Treue anhing und darin auch in schlimmen Tagen niemals wankend wurde. Das wissen wir, und um so mehr ist daher die Zeit der Reichsparteitage für uns in dieser Stadt nicht nur ein großes geistiges und seelisches Erlebnis, sondern darüber hinaus e i n wahrhaft glückliches Gedenken, eine allen unvergeßliche Woche in einer wunderschönen Stadt. Den besten Dank aber für das, was Rürn- bera in diesen Tagen uns wiedergibt, wird die Ve- lbstatten, indem sie in hunderttausenden jen im ganzen Deutschen Reiche und weit hinaus erzählen und reden wird vom dieser Stadt, von Nürnbergs ein- tscher Städkeherrlichkeit. inmal schmettern die Fanfaren, dröhnen :n das Lied der Deutschen und den Frei- ig Horst Wessels; ein Fanfarenmarsch be- e eindrucksvolle Stunde. ei der Rückfahrt zum „Deutschen Hof" be- 2 Tausende, die die Straßen der Jnnen- nten, dem Führer begeisterte Huldigungen, otel „Deutscher Hof", das Hauptquartier Leitung der NSDAP, während des Reichs- s 1934, ist, wie bei allen anderen Reichs- n, wiederum der Mittelpunkt n t e r e s s e s. Es ist bei weitem nicht das otel Nürnbergs, aber es hat eine gewisse Bedeutung. Hier wohnen außer dem ■ und seinen Begleitern der Stellvertreter ers, Rudolf Heß, fast alle Reichsleiter 'AP., darunter der Chef des Stabes Lutze, zführer der SS. Himmler, der Reichs- der NSDAP., SS.-Gruppenführer Dr. h, die Reichsminister Dr. Goebbels • r £, der Stabsleiter der PO. Dr. Ley, andere mehr. Links und rechts vor dem tal stehen ehern und unbeweglich die en der SS. Im Hotel herrscht auch in i t e n Abend st unden noch Leben eiben. Ordonnanzen gehen ein und aus. *n Besprechungen abgehalten. Der Füh- die letzten Abendzeitungen und gibt An- i. Und die Bevölkerung, die draußen nun x frühen Morgen ab des Führers geharrt die ihn fast bei jedem Erscheinen am ürrnisch begrüßte und bejubelte, geht nun Hause, um die abendlichen Arbeitsstunden ers und seine Nachtruhe nicht zu stören, hr erlöschen die großen Scheinwerfer, die m strahlenden Sternenhimmel die Alter Bauten beleuchteten und die munber- mheit dieser Stadt auch in den Nachtstun- Dar machten. Deutsche Diplomaten auf dem Dieichsparteitag. n, 4. Sept. (DNB.) Auf Einladung des und Reichskanzlers nehmen neben dem Öfter des Auswärtigen Frh. von N e u - d dem Staatssekretär von Bülow an hsparteitag in Nürnberg als Ehren- il: Die deutschen B o t s ch a f t er in ßon- is, Rom und Moskau, die deutschen G e» n im Haag, .Sofia, Warschau, Bern, Brüs- pest und Stockholm sowie deutschen Ge» o n f u I n in Zürich, Danzig und Mailand. U ergraben. d Steindruckerei. A. Lange, Giehen. mer N. zu Grabe getragen. (Eine Abteilung SS. und mehrere Vereine mit ihren Fahnen eröffneten den langen Leichenzug. Die Feier am Grabe wurde durch einen Chor der „Cacilia" unter Leitung von Chormeister I l g e eröffnet. Stiftdechant Kahn zeichnete in seiner Grabrede ein eindrucksvolles Lebensbild des Entschlafenen als Familienvater, Handwerksmeister und Frontkämpfer, der leider schon mit 54 Jahren plötzlich und unerwartet aus seinem gesegneten Wirkungskreis gerissen wurde und dessen Tod eine empfindliche Lücke im Geschäfts- und Handwerksleben unserer Stadt hinterläßt. Wieder einmal stirbt ein in unserer Zeit selten gewordenes Handwerk in der Gemeinde aus. Die Vereine ließen prachtvolle Kränze am Grabe niederlegen, der Kriegerverein unter dem Kommando von Kamerad Müller schoß die Ehrensalve über das Grab. V Lich, 3. Sept. Die hiesige S a n i t ä ts- ko l o n n e, die der Freiwilligen Feuerwehr angegliedert ist und sich schon große Verdienste um das Sanitätswesen unserer Stadt erworben hat, ist vor kurzer Zeit auf Grund von besonderen Verhandlungen und Vereinbarungen dem Deutschen Roten Kreuz (Hessischer Männerverein) bzw. dessen Sanitätskolonnen beigetreten. Sie wurde der Sanitätskolonne Gießen als dem größeren Verband zugeteilt. I Ettingshausen, 3. Sept. In einer Versammlung der hiesigen Pflichtfeuerwehr wurde nach einem Vorträge des Kreisfeuerwehrinspektors Bouffier über die Zweckmäßigkeit und den Wert einer Freiwilligen Feuerwehr der Beschluß gefaßt, auch in unserem Orte eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. 45 Mann traten der neuen Wehr sofort bei. Kommandant wurde Eduard Seipp, stellvertretender Kommandant ist der seitherige Führer der Pflichtfeuerwehr, W. Alb ach. Bürgermeister Opper begrüßte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mit herzlichen Worten. cxd Langsdorf, 3. Sept. Es läßt sich jetzt ein Ueberblick gewinnen über die landwirtschaftlichen Ergebnisse des Erntejahres. Die Getreideernte, deren Ausdrusch noch im Gange ist, brachte einen vollwertigen Körnerertrag, während das Stroh unter dem Durchschnitt blieb. Es bewahrheitete sich die alte Regel: „Die S noch keinen Bauern aus dem Lande geschienen, sie kann ihn aber sehr groß machen." Die Futtermittel- ernte ist auch hier sehr knapp. Das Grummet brachte, aufs ganze gesehen, eben ein Viertel eines Normaljahres. Seit vielen Jahren zum ersten Male mutz wieder das Waldfutter zur Ernährung des Drehes herangezogen werden. Der zweite Schnitt auf den Gemeindewiesen kostete pro Morgen ie nach dem Wuchs 3 bis 32 Mark. - Bei der Versteigerung des Frühobstes, besonders der Zwei- schen kostete der Stamm je nach Behang 0,40 bis 5 Mark Das Spätobst verspricht einen wesentlich besseren Ertrag. Auf dem Gebiet unserer Gemarkung auf dem die Obstbäume seit zwei Jahren einer planmäßigen Behandlung unterzogen wurden, sieht man keine schorfigen und fleckigen Früchte mehr. Der Aufwand an Mühe und Kosten hat sich gelohnt. Kreis Büdingen. * Geiß-Nidda, 4. Sept. Der vor acht Tagen hier von einem ausschlagenden Pferde gegen den Unterleib getroffene 34 Jahre alte Fuhrmann Josef Beul, der mit schweren inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik zu Gießen überführt werden mußte, ist dort am gestrigen Montagabend leider verstorben. Unter-Schmitten, 3. Sept. Einen tragischen Tod fand der in den fünfziger Jahren stehende Bürgermeister und Landwirt D ö l l. In der Nacht zum Sonntag war er im Viehstall beschäftigt, wo eine Kuh kalbte. Als er nach längerem Ausbleiben nicht zurückkehrte, fand ihn seine Frau tot im Stalle. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Der Heimgegangene erfreute sich als Beamter und als Mensch größter Beliebtheit und Verehrung. Sein rasches Hinscheiden wird von der ganzen Gemeinde als schmerzlicher Verlust empfunden. Preußen. Kreis Wetzlnr * Rodheim a. d. B., 4. Sept. Der 63 Jahre alt? Landwirt Wilhelm Schütz von hier hat sich gestern Nachmittag beim Holzhacken mit dem Beil in die Hand gehackt, so daß er mit erheblichen Verletzungen der linken Hand nach Gießen Die nun folgenden Vorführungen der Turnerinnen des DfB.-R. wurden mit viel Beifall aufge- nommen. Besonders das anmutige Keulenschwingen nach den Takten eines Walzers fand viel Beachtung. Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein Handballspiel Reichsbahn-Rolweiß Frankfurt — VfB.-Reichsbahn Gießen 8:4. Die Gießener lieferten eine gute Partie und waren bis auf den Torwurf unbedingt gleichwertig. Vielleicht war bei den Frankfurtern das Zusammenspiel etwas besser. Ihr Sieg war durchaus verdient, wenn auch nicht in dieser Höhe. Bei Frankfurt wirkte der frühere Mtv.-Spieler Stremm e l mit, der fein Können mit einigen Prachttoren unter Beweis stellte. Bei Gießen war die Verteidigung der bessere Mannschaftsteil. Im Sturm gefielen am besten Gries und Jakob. Die eingestellten jungen Kräfte ließen noch die körperliche Härte vermissen. Torman Goldschmidt war diesmal sehr gut. Einige scharfe Bälle hielt er ganz groß. Ein gemütliches Zusammensein, umrahmt von schneidigen Märschen der Kapelle Krengel, hielt die Gäste noch einige Zeit im Vereinsheim des VfB.- Reichsbahn beisammen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I unterliegt Wehlar I 1:2 (0:0). In diesem Freundschaftsspiel auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe wurde noch nichts Ueberragen- des geboten. Lediglich die beiden Hintermannschaften genügten den Anforderungen, während die Angriffsreihen wenig Ersprießliches leisteten. So verschenkte der Gießener Angriff bis zur Pause den sicher scheinenden Sieg. Nach dem Wechsel war der Halbrechte Schad infolge einer schmerzlichen Hüft- verlehung nur noch Statist bis zu seinem gänzlichen Ausscheiden. Damit fiel der Gießener Angriff ziemlich auseinander. Trotzdem wäre auch jetzt immer nach der Ausgleich bei etwas mehr Einsatz zu erzielen und ein Unentschieden gerecht gewesen. In der ersten Spielhälfte hat 1900 immer mehr vom Spiel. Die Verteidigung steht fast ständig im Mittelfeld und wehrt hier die durchsichtigen Wetzlarer Angriffe ab. Lediglich der linke Gästeflügel wurde durcb aroße Scknelliakeit bin und wieder hier die Bemühungen durch den Erfolg belohnt. Eine Flanke von Schmelz fchießt der Linksaußen Roth unhaltbar ein. 1900 drängt weiter. Wetzlar verursacht viele Eckbälle und verteidigt zahlreicher. Der Ausgleich gelingt infolge der Kürze der Zeit nicht mehr. Schiedsrichter R ü f p e l e r (Gleiberg) war diesmal nicht sicher. — Das Spiel war gut besucht. 1900 II — Heuchelheim I 1:3 (1:2). Von dieser Begegnung, dem ersten Meisterschasts- fpiel der Saison, hätte man sich mehr versprochen. Die Gießener Reserve war mit ihren Leistungen gegenüber dem Vorjahr nicht mehr wiederzuerken- nen, so schlecht spielten sie. Heuchelheim errang zuerst die Führung. Best glich für Gießen durch schonen unhaltbaren Schuß aus. Heuchelheim kam wieder in Front, als die Gießener einen Regelverstoß reklamierten und den Gegner ungehindert ziehen lassen. Kurz darauf wechselte man die Seiten. 1900 spielte jetzt mit dem Wind, der Sturm brachte aber nichts zuwege. Als Jäckel einen Ausflug zu weit nach vorne machte, nutzten die Gäste die Gelegenheit durch einen schnellen Durchbruch aus, der nach einigem Hin und Her zum dritten und letzten Treffer führte, da sich niemand in den Gießener Reihen bemühte, den Schützen anzugreifen. Fußball im Turnverein Wieseck. VfB. Kurhessen Warburg (Ligareserve) — Wieseck I. 1:2. Zu einem fälligen Rückspiel war Wiesecks erste Elf am vergangenen Sonntag in Marburg zu Gast. Dem Unparteiischen stellte sich Wieseck mit Ersatz für seinen linken Verteidiger und Halbrechten, während Marburg verstärkt durch einige Spieler der ersten Elf erschien. Das Spiel begann sehr flott. Wieseck konnte durch seinen Halblinken in der 7. Minute in Führung gehen. Marburg brachte nun mehr Härte ins Spiel. Wohl waren die Gastgeber technisch gut, sie versagten vor dem Tore. Auf der Gegenseite verhinderte nur die sehr harte Abwehr der Platzbesitzer greifbare Erfolge. Zur Mitte der zweiten Halbzeit kam Marburg zum billigen Ausgleichstor. Das Spiel wurde immer härter, da die Marburger auf Sieg drängten. Wieseck konnte jedoch auch diese kurze Dranaveriode überwinden und lag dann wieder Gaarringer in Gießen erfolgt Der „1. Kraft- und Sportklub 1893" Gies am Samstagabend im Caf6 Leib den Sac meister Saarbrücken-West zu einem Freui kampf verpflichtet. Vom veranstaltenden begrüßte Herr H e n d r i ch in kurzen 1 Worten die Saarringer, außerdem begi Kreispropagandaleiter Schmelz und Bi ster Dr. Hamm als Vertreter der Stadt, meister Dr. Hamm hielt eine kurze Ansp der er die Gäste in unserer Stadt herzlich men hieß. Sorgfältig vorbereitete Marmorgrupper bei den Zuschauern lebhaften Beifall. s. darauf folgenden Gewichtheben konnte I der zur deutschen Spitzenklasse zählende So ner Bantamgewichtler M e tzg e r gefall einem Körpergewicht von 112 Pfund brach Pfund beidarmig zur Hochstrecke. Die nui den Kraftpyramiden stellten das solide Kö Gießener unter Beweis. Der Saarbrückener Mannschaftsführer ! richtete treudeutsche Grüße von den Bri der Saar aus. In das von ihm ausgebra fache „Sieg-Heil" auf den Führer stimmten sammelten freudig ein. Dann folgte der Freundschaftskampf im den der Saarbezirksmeister mit 18:3 gewa Großer Gie des VfB./A Für diesen Klubkampf hate der VfB.-R« größere Vorbereitungen getroffen. Das Programm sollte eine anschauliche Demo der verschiedenen Abteilungen des VfB.-R« darstellen. Da beide Gegner in guter F traten, gab es oft schöne, fesselnde Käm; neuhergerichtete Laufbahn, die außerdem t vorausgegangenen Regen noch befand wurde, ließ auch gute Zeiten erzielen. Na Einmarsch und den Begrüßungsworten ! einsführers Baurat Nieder st raßer so fort die Wettkämpfe. Frankfurt hatte eine gute Mannfchaf: bracht. Aber die Gießener, auf eigenei kämpfend, brachten Leistungen zuwege, über dem Durchschnitt standen und siche einen klaren Sieg. Bei 18 Konkurrenzen i die Gießener 16 098,43 Punkte, die Fr 14 231,83 Punkte. Gießen gewann also m Vorsprung von 1866,60 Punkten. Ein ( das die Erwartungen weit übertraf. Ergebnisse und Verlauf der Kä Herren: 100 Meter: 1. Rodriguez, VfB.-9 Sekunden; 2. Luh, DfB.-R., 11,2 Sek., (Bi zurück); 3. Koch, Fsm., 11,4; Traudt, Ffi Diesmal schlägt Rodriguez Luh knapp. E Lauf von Rodriguez, der im Endspurt mi breite gewinnt. 200 Meter: 1. Rodriguez, VfB.-R., 2 2. Traudt, Ffm., 24,2; 3. Siegmund, 24,6; 4. Bechtold, Ffm., 25,4 Sekunden. 9i läuft in schönem Stil ein großes Rennen. 800 Meter: 1. Koch, Ffm., 2.06 Mir Pfaff, VfB.-R., 2.06,8; 3. Bongartz, Ffr 4. Sobezak, VfB.-R., 2.10,5 Minuten. ( Meter-Lauf, wie man ihn selten sieht. Ko ins Ziel, in dem die Läufer nur gering schiede trennen. Koch gewann durch ener Spurt. 3000 Meter: 1. Wied, Ffm., 9.25, 2. Pfaff, VfB.-R., 9.41,9; 3. Sobezak, 9.42; 4. Dörrstein, Ffm., 9.43,9 Minuten, kannte Wied gewann sicher. 4 X 100 Meter - Staffel: 1. 45,12 Sek.; 2. Ffm. 47,12 Sekunden. Die ( gewannen in der Aufstellung Siegmund, guez, R. Fischer, Luh sicher. Die Staffel stark verbessert. Schweden st affel (400, 300, 200, 10( 1. VfB.-R. 2.06,5 Min.; 2. Ffm. 2.09,6 ! Hier kam es zu dem Zweikampf über 40i