Nr. 127 Erstes Blatt 184. Jahrgang Montag, 4 Juni 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: fironffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Universitäts-Buch- und Steinörudcrct R.Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 60 Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Von der zum System der Militärbündnisse. Englische Gedanken zur neuen Wendung in Genf. Mustolmis Warnung Bon unserem römischen ^.-Korrespondenten Rom, Ende Mai. „Was die Mutterschaft für das Weib, das ist der Krieg für den Mann!" Und weiter: „Die Geschichte lehrt uns, daß zur Entwicklung der Menschheit der Krieg gehört. Er ist das tragische Geschick, das auf ihr lastet." Auf diese harte Formel also glaubt Mussolini die Folgerung aus einer ungewöhnlichen Laufbahn in ungewöhnlicher Zeit bringen zu müssen. Dabei bekannte er sich noch einmal ausdrücklich als „Jünger von Nietzsche" und stützte sich auf Proudhon, der gesagt habe, der Krieg sei göttlichen Ursprungs, sowie auf Heraklit, nach dem der Krieg der Vater aller Dinge wäre. Dreitausendjährige Weisheit also! Dann wandte er sich zu dem verstümmelten Kriegsblinden D e l Croix, dem ersten Patrioten Italiens, und rief sarkastisch aus: Lieber Kamerad, du weißt das so gut wie ich, und daher wirst du nur im Schmerz vom Nobelpreis gesprochen haben! Um diese Wendung zu verstehen, muß daran erinnert werden, daß Mussolini für den Friedens-Nobelpreis vorgefchlagen werden sollte. Und in der Tat, er hätte ihn verdient, verdient wenigstens bis gestern, denn niemand konnte eifriger als er für die Erhaltung des Friedens in den letzten Jahren arbeiten. Heber Nacht aber kam der Umschwung, Mussolini ist in seine alte Skepsis zurückgefallen, er „glaubt nicht mehr an den ewigen Friede n". Er wird weiter daran arbeiten, den Krieg so lange wie möglich hinauszu- schieben, jedoch ohne Hoffnung. Ja, ohne Begeisterung, denn „der Friede ist für die Mannestugenden niederdrückend und verneinend, nur im blutigen Kampf erheben sie sich zum vollen Licht des Tages!" Darauf eine praktische Einschränkung: „Dies unsere theoretische Ueberzeugung, unser politisches Leben freilich, unsere Interessen, die Wiederaufbauarbeit im Innern lassen uns eine lange Friedensperiode wünschen. Wie dem nun auch sei, sollte der dramatische Tag kommen, so wird das von der Aristokratie des Liktorenbündels erzogene und geschulte italienische Volk den Ereignissen in voller Ruhe, mit bewußter Disziplin und unbeugsamer Entschlossenheit entgegentreten!" Damit endete d i e historische.Kammerrede vom 26 Mai, als die Gemüter noch berauscht waren "on der eben beendeten Kriegseröffnungsfeier, die vierhundert Abgeordneten sprangen auf, die Tribünen rasten, ein Orkan brach sich an den Wänden: Duce! Duce! Die Revolutions- Hymne brandet heran, schäumt über Straßen und Plätze hinweg, es ist, als ob die „strahlenden Mai- tage" von 1915 zurückgekehrt seien. Wer das in Rom miterlebt hat, mußte über das anfangs nur schwache, wenn auch durch die tropfenweise Berichterstattung erklärliche Auslandecho staunen. Jenseits der Alpen wird mancher die entscheidenden politischen Worte in der scheinbaren Wirtschaftsrede gar nicht gelesen haben. Und die Nationen spielen ja auch in Italien Fußball und Autorennen, als ob gar nichts Böses in der Luft liege. Berechtigt oder nicht, es ist eine nachweisbare Zeiterscheinung, daß man vor Sport im internationalen Blätterwald die gewichtigeren Bäume nicht sieht. Inzwischen haucht die Abrüstungskonferenz ihre letzten Seufzer aus und nüchterne Briten können schreiben, der Völkerbund habe sich als ein Kriegsherd erwiesen. „Der Ausrüstung entgegen!" Auch dies ein Ducewort. Gleichzeitig kündet er die Verstärkung der Luftflotte und den Bau von mächtigen Kriegsschiffen an. Wem fällt es ein, darüber überhaupt noch abzustimmen? Der Rüstungswettlauf ist in vollem Gange. Da das baldige Erwachen und Erörtern einer „Schuldfrage" mit Sicherheit erwartet werden kann, geziemt es sich, in aller Ruhe festzustellen, daß heute noch, wie in den Junitagen vor zwanzig Jahren, der Friede gerettet werden könnte. Italien hat eine Derständigungsformel vorgeschlagen, die von Deutschland und England angenommen wurde. Mussolini hat ferner den Viererpakt zustande gebracht, Italien, Deutschland und England sind bereit, abzurüsten ober nicht weiterzurüsten. Nur Frankreich will nicht mitmachen, keinen Mann und fein Gewehr aufgeben. Auch das eine historische Tatsache, an der zu dieser Stunde nicht zu rütteln ist — während man morgen bereits versuchen wird, sie zu verschleiern. Erschütternd bereits, zu sehen, wie jetzt Demagogen aufstehen und das arme Frankreich als bedroht hinstellen, weil es demokratisch sei, während die autoritären Staaten kriegslüstern zu sein haben. Da wird wacker unterschlagen, daß Hitler, seit er an der Macht ist, den Frieden und immer nur ben Frie- ben geprebigt unb gepriesen hat, baß Musso- 1 i n i bis auf bie Luftgewehre abrüften wollte, währenb man links vom Rhein sich nicht scheute, mit einem Präventivkrieg zu liebäugeln. Warum ist ber Umschwung in Rom über Nacht gekommen? Er kam in ber gleichen Stunbe, als bie stärkste Militärmacht Europas ihr enbgüüiges Veto gegen iebe Abrüstung einlegte. Die Flugzeuge kreisen wie hungrige Abler, ^r- binien und Korsika spähen aufeinander wie feindliche Horste, Skoda arbeitet mit Nachtschicht, die parfümierten Kanonenherren schmunzeln. Fragt sich nur: wem gilt es? Nun, gegen wen woh^ sollte Mussolini Kriegsschiffe bauen? So sagt sich ber Mann auf ber Straße. Aber zur selben Stunde kann er von französisch-italienischen Verbrüderungsfesten lesen. Er rechnete, wenn er Italiener ist, nut ber bulgarischen Freundschaft, und nicht erst feit dem Tage, da eine Tochter Viktor Emanuels als Königin in Sofia einzog. Jetzt auf einmal wollen ihn ausländische Blätter darüber aufklären daß der faschistische Umschwung dort für das faschistische Italien — eine Schlappe bedeute. Ist vielleicht auch auf Ungwn kein Verleih? Unb mn« mä^e non brtr Gegen Litwinows Sicherheitsplan London, 4. Juni (DNB.-Funkspruch.) Zu Litwinows „Sicherheitsplan" bemerkt „Daily Telegraph": Der Plan bildet zweifellos den Keim eines neuen Bündnisses zwischen gewissen europäischen Ländern — Frankreich, Sowjetrußland, Kleine Entente, Türkei und Balkanstaaten. Diese würden eine sehr starke Gruppe werden, doch sei es fantastisch und übereilt, schon von einer „Isolierung" Großbritaniens zu sprechen. Die Vereinigten Staaten, Italien, Belgien und die skandinavischen Länder würden gar nicht daran teilnehmen. Die Neutralen würden somit zahlreich genug ein, um kein Gefühl der Isolierung haben zu brauchen. - Eine Gegenkoalition würde sich beinahe automatisch bilden, wenn der Plan der Vollendung nahekäme, und es würde sich die furchtbare Aussicht auf ein ins Schwanken geratenes Europa bieten. Der Genfer Korrespondent der „Times" meldet: Die Vorschläge, die jetzt das Feld beherrschen, sind die ber türkischen Delegation vom letzten Freitag, bie von bem Gebauten ausgehen, baß Sicherheit unb Nichtabrüstung bie unmittelbare Sorge ber Konferenz sein sollte. Die Delegationen Rußlanbs unb Frankreichs finb entschlossen, bie Konferenz womöglich auf biefen Wegen entlang zu ühren, gleichviel, ob bie britische Delegation ein- jerftanben ist ober nicht. Welche Ergebnisse sie zu- tanbe bringen werben, ist eine anbere Frage. Die britische Delegation sollte sich bemühen, eine Vertagung bis zum Herbst burchzusetzen. Manche Leute behaupten, baß Henberson biefe An- icht teile unb baß Norman Davis sich anschließen nerbe. Was in Wahrheit in Genf im Gange ist, ist, baß Frankreich unb Rußlanb, unterstützt von ber Kleinen Entente unb bem Balkanblock, eine Flucht von ber „gefährlichen Jbevlogie" ber Abrüstung weg unb eine Rückkehr z u bem System mi- litärischer Bündnisse begonnen hat. Die französischen Frontkämpfer melden sich znm Wort. Paris, 3. Juni. (DNB.) In Blois fanb ber Kongreß bes nationalen Verbanbes ber Kriegsverletzten im Beisein ber ehemaligen Ministerpräfibenten Paul-Boncour sowie Ehautemps feinen Abschluß. Der Kongreß verurteilte die Aufrüstung, bie sich nur unter Verletzung ber Verträge vollziehen könne, sowie bie Herstellung unb ben Hanbel mit Waffen unb sprach bie Ansicht aus, baß unter ber Voraussetzung gewisser Garantien unb ber Gewährleistung bestimmter Grunblätze bi rekte Verhanblungen mit Deutsch- l a n b ausgenommen werben können. Der Pensionsminister R i v o l e t, ber als Vertreter ber Kriegsteilnehmer bem Kabinett Doumergue angehört, erklärte, bie Regierung habe bas Gespenst bes Zusammenbruchs gebannt. Frankreich werbe sein Friebenswerk in ber Stärkung bes Völkerbunbes fortsetzen. Auf bie öffentliche Meinung gestützt, werbe bie Regierung ihre Arbeit für ein Zeitalter bes Friebens burch Schiebsgerichte, Sicherheit unb Abrüstung fortsetzen. In Anbelys tagte ber ßanbesoerbanb Normanbie ber UNE. Nationalverbanb ber Kriegsteilnehmer) ber zweitgrößten Organisation bes Spitzenverbanbes, In ber bort angenommenen Entschließung wirb gefordert, baß bie Kriegsteilnehmer ihre bisherige Zurückhaltung aufgeben unb f i ch aktiver ins nationale Leben einfchal- t e n sollen. Der Kongreß sprach sich für eine Staatreform aus im Sinne einer Stärkung ber Gewalt im Rahmen ber Republik. Frankreich befinbe sich an einer entscheibenben Wenbung seiner Geschichte, unb bie ehemaligen Kriegsteilnehmer mühten ihre Stimme erheben, um Frankreich nicht abwärtsgleiten zu lassen. Annäherung Deutschlanbs an Jugoslawien zu halten? Man könnte dieses Rätselraten nach Belieben fortfetzen, denn tatsächlich vermag sich bas italienische Volk über bie gegenwärtige Konstellation am außenpolitischen Himmel kein rechtes Bilb zu machen. Um so stärker wacht roieber bas instinktive „Italia farä da se“ auf, bas heißt: Italien wirb jetzt nicht mehr nach links ober rechts blicken, fonbern ben Weg gehen, ben ihm feine ureigenen Interessen vvrschreiben. Selber muß man stark sein, sagt Mussolini, bann fehlt es einem nie an Freunden. Militärisch wenigstens soll eine Autarkie angestrebt werden und daher wird bie Nation zur größten Sparsamkeit, zur Bescheidenheit in ber Lebenshaltung unb zur Opferwilligkeit für ben Staat angefeuert. Die Steuern, erklärt Mussolini, können nicht noch höher hinaufgeschraubt werben, folglich muß bas Gelb auf anbere Weise hereinkommen. Vor allem nichts mehr ins Ausland hinaus! Italien ist eingeschwenkt in bie Front ber Länber mit Devisenkontrolle Allerbings leistet auf ber Apenninenhalbinsel ber nicht zu oertretenbe Alpbruck bes Rohstoffmangels, bes Kohlenmangels, lastet bas furchtbare Gefühl im Mittelmeer eingeschloffen zu sein, so wie es bem Herrn ber Meerengen gefällt. Ueberlegungen, die auch einen Mussolini zum Fatalisten machen könnten In Angouleme trat ber republikanische Verbanb ber Kriegsteilnehmer zujammen. Unter ben Rebnern erntete ber ehemalige Ministerpräsibent Dalabier großen Beifall, ber von ber Einschaltung ber Kriegsteilnehmer in bas öffentliche Leben sprach. Dalabier richtete einen unmißverstänblichen Angriff gegen bie Hintermänner ber heutigen Regierung. Vor einiger Zeit, so sagte er, seien bie Kriegsteilnehmer von einer gewissen Koalition Dunkelmänner a u f g e h e tz t worben, gegen bie republikanischen Freiheiten zu kämpfen (Das ist eine Anspielung auf bie Ereignisse im Februar.) Heuet aber wollten b ie f e l b e n Leute, baß bie Kriegsteilnemer s i ch nicht mehr rühren sollten. Die Kriegsteilnehmer würben biefen Zauberlehrlingen halb eine Lehre erteilen. In einer Zeit, wo bie große Presse unb mit ihr bie mächtigsten Ausbrucksmittel in bie Hänbe einiger Jnteres- fentengruppen gefallen seien, sei es außerordentlich schwer geworben, bie Wahrheit zu verbreiten. Den ehemaligen Kriegsteilnehmern gebühre es, im Lanbe einen Damm zu errichten, an bem sich alle Lügen brechen könnten. Die Löjung ber Gegenwartsfragen hänge vielmehr von bem Willen ber Kriegsteilnehmer ab als von allzu schematischen Phrasen, in bie sich bie Wirklichkeit nicht zusammenpressen lasse. Aus diesen Tagungen verschiedener Kriegsteilnehmer-Verbände, den bei dieser Gelegenheit gehaltenen Reden und zahlreichen Entschließungen kann man deutlich eine gewisse Spannung ersehen, die sich feit einiger Zeit in Frankreich wieder stärker bemerkbar macht. Alles spricht von einer bevorstehenden Einschaltung der Kriegsteilnehmer, aber es zeigt sich, daß die Kriegsteilnehmer untereinander nicht einig finb. Nur eines scheint daraus hervorzuaehen, daß alle mitder gegenroärtigenßöfung unzufrieden sind. Die nächsten Wochen werden daher wahrscheinlich wieder eine erhöhte innen- ß ü b e cf, 2. Juni. (DNB.) Auf dem ßübeefer Marktplatz fand am Samstagmittag eine große nordische Kundgebung aus Anlaß der Reichstagung der Nordischen Gefellschaft statt. Strahlender Sonnenschein lag über dem altehrwürdigen Platz mit seinen vielen historischen Gebäuden, als nacheinander die Formationen der Polizei, ber SA., ber Reichswehr, eine starke Abteilung ber Reichsmarine von ber zweiten Torpebohalbflotille, weiter HI., BbM., Freiwilliger Arbeitsbienst unb VDA. mit flingenbem Spiel aufmarschierten. Nach Einleitung ber Kunbgebung burch Fanfarenbläser trat Reichsleiier Alfred Rosenberg ans Mikrophon, an bem er u. a. ausführte: Die große Erneuerungsbewegung, bie heute Deutsch- lanb beherrscht, zieht ihre Kraft aus einer einzigen Wenbung bes Geistes, bie in ebenso einfacher wie großer Weise burch bie Kraft Abolf Hitlers vollzogen worben ist. Der Begriff bes Nationalsozialismus würbe von allen wirtschaftspolitischen unb bynastischen Zusätzen gereinigt, bie soziale Idee aber auf ihr eigentliches Wejen, eine rechtlich ge- grünbete Volksgemeinschaft, zurückgeführt. Trotz verschiedenster Völkertemperamente ist die Welt in den letzten vier Jahrhunderten europäisch bestimmt worden. Ueberaü empfand man ben Europäer als einen Anhalt, solange sich bie europäischen Völker nicht selbst ben furchtbarsten aller Kriege lieferten unb bie eine Seite zur Unterstützung ihrer Bestrebungen alle Rassen ber Welt gegen ein europäisches Volk Ein Ami der Technik Berlin, 3. Ium (DNB.) Wie bie NSK. melbet, hat ber Stellvertreter bes Führers folgenbe Verfügung erlassen: 1. Die Unterkommission für Wirtfchaftstechnik ber Politischen Zentralkommission (U 3 b ber BZK. ber NSDAP.) wirb hiermit aufgelöst. 2. Ihre Aufgaben werben übernommen vom „Amt für Technik". 3. Die Oberleitung bes Amtes für Technik liegt in ben Hänben bes Pg. Gottfrieb Feder, dessen Stellvertreter Pg. Dr. Todt ist. Zum Amtsleiter bes Amtes für Technik, bas feinen Sitz in München hat, ernenne ich Pg. Seebauer. 4. Das Amt für Technik ist ber Stabsleitung ber PO. bei ber Reichsleitung unterstellt. 5. Die Gebietsbeauftragten unb Gaufachbearbeiter ber aufgelösten Ü 3 b werben vom Amt für Technik personell unb mit ihrem bisherigen Arbeitsbereich übernommen. Der Kampfbunb ber Architekten unb Ingenieure (KbAJ.) wirb mit Zustimmung bes Pg. Alfreb Rosenberg hiermit aufgelöst. Seme Aufgaben übernimmt ber „National- sozialistische Bunb beutcher Teknik" (NSBDT.), ber ber Stabsleitung ber PO. bei ber Reichsleitung untersteht. Zum Vorfitzenben bes NSBDT. ernenne ich Pg. Gottfrieb Feber. Zum fteüoertretenben Vorfitzenben bes NSBDT. ernenne ich Pg. Dr. ing. Tobt. Pg. Seebauer über- politische Tätigkeit mit sich bringen, beren Ausgang jeboch noch nicht zu übersehen ist. Frankreich befestigt die Kanalküste. GegenDeutschland sagt man, gegen England meint man. ß o n b o n, 3. Juni. (DNB.) Wie „Sunbay Ehronicle" melbet, erwägen bie französischen Be- hörben zur Zeit einen Plan für eine groß angelegte Befestigung ber französischen Kanalküste. Die soeben beenbeten kombinierten Manöver ber französischen Armee, Flotte unb ßuftftreifräfte, hätten gezeigt, baß ein feinblicher ßanb= unb Seeangriff längs ber franzö, fischen Kanalküste unb ber Atlantikküste unter ben gegenwärtigen Umftänben erfolgreich sein würbe. Der G r u n b zu bem neuen Befestigungsplan soll, wie bas Blatt schreibt, „selbstoerstänblich" bie Furcht vor einem beutschen Seeangriff fein. Frankreich sehe ein, baß es sich nicht mehr auf bie Unter st ützung ber britischen Flotte verlassen könne. Die jetzigen Erwägungen ber französischen Militär» und Regierungsbehörden richteten sich daher u. a. auf folgende Maßnahmen: 1. Bau einer zweiten Verteidigungslinie von Schlachtschiffen im Format der „Duncergue" (22 000 Tonnen), angeblich um ben beutschen „Taschenpanzerkreuzern" entgegentreten zu können. 2. Bau einer „Mauer von Stahl unb Eisen" längs ber Kanalküste mit Boben- forts unb ben schwersten Küstengeschützen. 3. Schaffung eines mächtigen Unterseebootsstützpunktes in Calais. 4. Verlängerung ber gegenwärtig bis zur belgischen Grenze gehenden französischen Ostbefestigun- gen bis zur Kanalküste. mobilisierte. Diese Sünbe nüber bie fahr- tausenbalte Trabition bes europäischen Erbkreises roieber gutzumachen, ist eine ber größten Pflichten aller jener, bie außerhalb Europas wirtschaftlich, kulturell unb politisch tätig finb. Aus biefer Erkenntnis heraus geht heute eine Neugeburt bes europäischen Gebankens vor sich. Das Blut bedingt in hervorstechenbem Maß Charakter unb geistige Haltung eines Volkes ober einer Volksgemeinschaft, bas politische Schicksal aber formt von außen bas Bewußtsein einer sprachlichen Gemeinschaft, unb bie ßanbfchaft, in ber Blut unb Charakter eingebettet finb, weckt ben Willen, Blut, ©oben unb Staat als eine Einheit zu oertelbigen. Jnbem ber Nationalsozialismus eine glühenbe ßiebe zu Blut, Boben unb Ueberliefeerung geweckt hat, hat er zu gleicher Zeit auch bas Verstänbnis auf- zubringen gewußt für bie Selbstachtung unb ßiebe anberer Nationen zu ihrem Blut, zu ihrem Charakter, zu ihrem Boben unb zu ihrer Geschichte. Den Ostseeftaaten ist bie Aufgabe gestellt, alles zu prüfen, was im wirklichen Lebensinteresse eines jeben Volkes liegt unb bernnach organisch bie Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ber Sphären zu finben, nicht im Sinne einer roilben, hemmungslosen Konkurrenz unb bes „Aller gegen Alle", wie es bas Prinzip bes 19. Jahrhunberts war, sonbern eben in bem aus bem neuen Nationalismus geborenen allseitigen Gerechtigkeitsbewußtsein. Wir haben ber alten kleinlichen Kabinettsbiplomatie entsagt. Wir glauben, baß über ben verschiebenen Regie» rungssystemen unb ihren politischen Prinzipien b i e große Schicksalsgemeinjchaft Skanbi- nimmt kommissarisch bie Geschäftsführung des Nationalsozialistischen Bunbes Deutscher Technik. Die Mitglieber ber bisherigen KDAJ., bie Parteigenossen finb, werben in ben Nationalsozialistischen Bunb Deutscher Technik übergeführt. Die Mitglieber bes KDAJ-, bie nicht Parteigenossen finb gelten vorläufig als außer» o r b e n 11 i d) e Mitglieber bes Nationalsozialistischen Bunbes Deutscher Technik. Mitglieber für ben Nationalsozialistischen Bunb Deutscher Technik bürfen in Zukunft nur aus ben Reihen ber Parteigenossen geworben werben. Dazu gibt ber Stabsleiter bes Stellvertreters des Führers Reichsleiter Martin Bormann nach» stehenbe Aborbnung heraus: Die vorstehenbe Verfügung des Stellvertreters des Führers liegt im Sinne ber Arbeiten bes vom Stellvertreter bes Führers ernannten Ausschusses zum Aufbau einer Reichskammer ber Technik. Es besteht als weitere Aufgabe bie allseitig erwünschte unb als notmenbig erkannte Zusammenarbeit bes „Nationalsozialistischen Bunbes Deutscher Technik" unb ber „Reichsarbeitsgemeinschaft ber technisch-wissenschaftlichen Arbeit" (RTA.). Pg. Dr. Tobt übernimmt baher bie Leitung ber Reichsarbeitsgemeinschaft (RTP.) unb tritt als Vertrauensmann für alle Fragen ber Technik unb beren Organisationen zum Stabe bes Stellvertreters bes Führers. Mit ber Vertretung bes Pg. Dr. Tobt in ber Reichsarbeitsgemeinschaft ber technisch-wissenschaftlichen Arbeit würbe Pg. Dr. Schult beauftragt Deutschland und der nordische Gedanke. Die Lübecker Ueichstagung her Nordischen Gesellschaft. navlens und der Ostfeevökker steht. Wir erblicken in dem Verhalten eines der größten skandinavischen Dichter, Knut Hamsuns, zum neuen Deutschland eine»Gewähr dafür, daß auch alle anderen Streiter einer europäischen Kulturgemeinschaft mit ihm das große Ringen des deutschen Volkes begreifen. Reichsminister Rust wies dann in einer Ansprache darauf hin, daß das Werk des Nationalsozialismus nicht eine abstrakte weltanschauliche Konstruktion sei, sondern daß zum ersten Male aus der Verbundenheit des Blutes und aus der Volksgemeinschaft ein neuer Staat entstanden sei. Zu diesem Staate hätten sich alle die bekannt, die noch lebensfrisch aus ihrem nordischen Blutserbe heraus für die große deutsche Volksgemeinschaft zu empfinden vemochten. Im Lichte unserer Rassenkenntnis haben wir begriffen, daß Kulturen nicht Dinge an sich sind. Selbst wo ein großer Einzelner in einem Volk in Erscheinung trat, ist er doch immer nur eine ungewöhnliche Sammlung der Kräfte seines Volkes in seiner rassischen Bestimmtheit. Wir sehen die großen Führer der Vergangenheit, die dem Volke jene Unterlagen gaben, auf denen allein es wachsen kann, denn wie der Raum den Boden braucht, so muß auch der Mensch seinen Urgrund haben. Die ewigen Schwankungen in der deutschen Geschichte werden einer Kon st ante der Entwicklung weichen. Die deutsche Kultur wird aufhören, ein Spiegelbild fremder Kulturwerte zu sein. Wir wollen uns s e l b st g e st a l t e n. Wenn wir das tun, sind wir keine Bedrohung anderer. Der völkisch und rassisch denkende deutsche Führer des Dritten Reiches ist zwangsmäßig der Verfechter eines Wegs friedlicher Entwickelung, weil er von einem Zuwachs fremder Volksmassen sich nicht einen Vorteil, sondern nur einen Nachteil verspricht. Die nordischen Völker sollen nicht glauben, daß sie unsere Anschauungen übernehmen sollen. Sie werden aus sich selb st heraus eines Tages sich eine neue Weltanschauung schaffen und einer Zeit, die kein Lebensrecht mehr hat, ein Ende bereiten. Es bricht der völkische Tag an, so rief der Minister aus, wir aber sind die Vorhut dieses anbrechenden Tages. Das Feuerrad des Hakenkreuzes ist aus der Nacht über den Horizont ssmporgestiegen! Deutschland marschiert voran, und einer trägt unsere Fahne, dem wir alle folgen. Wie fcr heute nicht nur das Sinnbild deutscher Auferstehung ist, sondern darüber hinaus einer Welthoffnung, ist Adolf Hitler der Bannerträger einer neuen Welt. Gesandter Werner Oaitz sprach über deutsch-nordische Wirtschaftspolitik, wobei er davon ausging, daß eine kontinentaleuropäische Großraumwirtschaft bereits zur Zeit der Hanse und des Ritterordens bestanden habe, aus der die ganze hohe Kultur des Mittelalters entstanden sei, die dann durch die freie Wirtschaft der letzten Jahrhunderte zerschlagen worden seien. Jetzt machten sich aber Bestrebungen geltend, die natürlichen Grundlagen, nämlich d i e Volkswirtschaften, an Stelle der zerfahrenen Weltwirtschaften zu einem wohlgeordneten Kosmos zusammenzufassen. Die künftige Großraumwirtschaft Kontinentaleuropas sei kein imperialistisches Gebilde, sondern eine kameradschaftliche Zusammenarbeit freier Volkswirtschaften zum gemeinsamen Bestehen. Deutschlands Aufgabe bestehe darin, den Südostraum in Verbindung mit dem Norostraum und dem Ostseegebiet zu bringen und eines Tages über Rußland zu schließen. Gerade im Hinblick auf das amerikanische Interesse an Rußland-Sibirien werde es um so notwendiger • sein, daß ein enger fester Zusammenhalt der Völker um den O st raum herum erfolgt, damit den kontinental-europäischen Völkern der gebührende Einfluß bei einer wirtschaftspolitischen Neugestaltung des russisch-sibirischen Raumes gewahrt bleibe. Nicht nur die einzelnen Volkswirtschaften, sondern auch die Kontinentaleuropas mußten sich aus eigener Kraft helfen. Schon heute beträgt der Ostfeeverkehr etwa 12 v. H. des Gesamthandels und wie die Ostsee schon einmal das Ausfallstor gegen Osten war, so muß sie es wieder werden. Ein deutsch-nordisches Gchriftstellerheim in Travemünde. Die Teilnehmer der Reichstagung der Nordischen Gesellschaft fuhren nach Travemünde, wo das schöne Posselhaus, ein von Vonder- velde erbauter reizvoller Landsitz am Ostseeufer, als deutsch-nordisches Schriftsteller- haus seiner Bestimmung übergeben wurde. Der Präsident der Schrifttumskammer H. Friedrich B l u n ck wies daraus hin, daß die Umwandlung in Deutschland auf den tiefen Wunsch nach einer bleibenden geistigen Verbindung mit dem Norden eingestellt sei, gleich ob sie heute oder morgen in diesem oder erst im nächsten Geschlecht erfüllt werde. Das Schrifttum sollte sich üben, im Geiste 50 Jahre über die Gegenwart hinauszudenken und die große Ueberlieferung von Nord und Süd zu erhalten. Zum Besihwechsel der Frankfurter Zeitung. Frankfurt a. M., 2Huni. (LPD.) Der Verlag der „Frankfurter Zeitung" gibt bekannt: „Der Besitzwechsel bei der „Frankfurter Zeitung" hat in der Presse eine Reihe von Nachrichten her- vorgerufen, die den Tatbestand unrichtig darstellen. An den neuen Besitzverhältnissen sind nicht, wie im Ausland behauptet wird, irgendwelche öffentlichen Stellen oder eine große Jndustriegesellschaft beteiligt. Ebensowenig liegt Alleinbesitz einer Einzelpersönlichkeit vor. Vielmehr befinden sich die Anteile im privaten Eigentum einer Reihe von Persönlichkeiten." Eine Kongreßhalle für die Reichsparteitage in Nürnberg. Zu den Anlagen für die Reichsparteitage in Nürnberg gehöret auch die Erirchtung einer Kongreßhalle mit einem Fassungsvermögen von 60 000 Personen. Nachdem in Besprechungen mit dem Führer die Platz frage gelöst worden war und auch die F i na n z i e r u n g des Baues in Verhandlungen mit dem Reichsfinanzministerium geklärt werden konnte, hatte Oberbürgermeister Liebel den Nürnberger Architekten Prof. Ludwig Ruff gebeten, ein Projekt für die Kongreßhalle auszuarbeiten. Dieses Projekt hat die volle Anerkennung des Führers gefunden. Die Stadtverwaltung hat deshalb unter Verzicht auf eine öffentliche Ausschreibung Prof. Ludwig Ruff mit der weiteren Bearbeitung seines Projektes beauftragt. Der Bericht des Srelerausschuffes über die Saarabstimmung ist dem Mkerbundsral überreicht. Genf, Z. Juni. (DNB.) Am Sonntag, um 18 Uhr, ist im Völkerbund der Bericht des Dreierkomitees für die Saarabstimmung veröffentlicht worden, der morgen dem Völkerbundsrat zur Annahme unterbreitet wird. Als Anlagen sind dann beigefügt die Briefe des deutschen und des französischen Außenministers an den Vorsitzenden des Dreierkomitees, die die vereinbarten Garantieerklärungen enthalten. Eine weitere Anlage betrifft die Einzelbestimmungen für die Durchführung der Volksabstimmung im Saargebiet. Diese Bestimmungen enthalten nicht weniger als 60 Artikel. Nie Abstimmungsgerichie. Heber den Inhalt des Berichts kann folgendes mitgeteilt werden: Der Abstimmungstermin ist auf den 13. Januar 1935 festgesetzt, d. h. auf den nach den Verträgen frühest möglichen Zeitpunkt. Der Text enthält ferner diejenigen Maßnahmen, die von beiden Regierungen zu treffen sind, um eine unbeeinflußte und ruhige Abstimmung zu ermöglichen und Ausschreitungen und politische Verfolgungen, die mit der Abstimmung verbunden sein könnten, zu unterbinden. Im beiderseitigen Einverständnis werden außerdem Abstimmungsgerichte ernannt, die vor der Abstimmung, während der Abstimmung und noch ein Jahr nach der Rückgliederung ihre Tätigkeit ausüben. Die Abstimmungsgerichte sind zuständig für alle mit der Abstimmung selbst zusammenhängenden Vergehen und Straftaten. Es werden acht Gerichte er st er Instanz und ein Obergericht gebildet werden entsprechend der alten Kreiseinteilung. Nach der Abstimmung wird das Obergericht noch für die vereinbarte Zeit bestehen bleiben. Das Obergericht besteht aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und drei Richtern, während in den anderen Gerichten wahrscheinlich nur ein Einzelrichter fungieren soll. Die Gerichte sollen aus neutralen Personen gebildet werden. Oie Abstimmunqskommission. Wie schon früher vereinbart, wird der Völkerbundsrat bei dieser Gelegenheit auch die Abstimmungskommission ernennen, die ebenfalls aus neutralen Persönlichkeiten bestehen soll. Die Abstimmungskommission wird mit besonderen Vollmachten ausgestattet und wird ihre Tätigkeit neben der Regierungskommission ausüben, also ein selbständiges Völkerbundsorgan bilden. Verstärkung derpolizeiaus der einheimischen Bevölkerung. Der Plan, geschlossene ausländ ifche Polizeikörper ins Saargebiet zu rufen, war schon seit längerer Zeit als undurchführbar auf- gegeben worden. Nach den jetzigen Pereinbarun- gen soll die Regierungskommission eine für notwendig erachtete Verstärkung der Polizei nach Möglichkeit durch Anwerbung im Saargebiet durchführen. Falls sie die ihr erreichbaren Polizeikräfte aber nicht für ausreichend hält, wird ihr das Recht zugestanden, auch außerhalb des Saargebietes Polizeibeamte anzuwerben. Dabei sollen der Völkerbundsrat und das Dreierkomitee der Regierungskommission praktisch helfen. Es bestand bei den Besprechungen Uebereinftimmung darüber, daß nur deutschsprechende Polizei b e a m t e angeworben werden sollen. Selbstverständlich muß von deutscher Seite erwartet werden, daß die Regierungskommission bei ihren Entschlüssen die Tatsache berücksichtigt, daß die Deutsche Front im Saargebiet durch die Disziplin ihrer Mitglieder selbst in weitestem Maße für Ruhe und Ordnung sorgt, so daß die Rekrutierung ausländischer Polizisten, die bei dieser Lage nur ein Element der Beunruhigung darstellen könnten, bei objektiver Prüfung überflüssig ist. Hinsichtlich der Emigranten ist bet den gepflogenen Besprechungen empfohlen worden, k eine neuen Emigranten einzustellen. Es ist auch die Entlassung der bisher aus Emigrantenkreisen eingestellten Polizei und Verwaltungsbeamten nahegelegt worden; ob sich Herr Knox an diese Wünsche hüll, muß abgewartet werden. Oie Abstimmungskosten. Für die A b st i m m u n g s k o st e n ist festgesetzt worden, daß Deutschland und Frankreich je fünf Millionen französischer Francs und die Regierungskommission eine Million französischer Francs vorschießen. Deutschland und Frankreich müssen, falls erforderlich, noch weitere Nachschüsse leisten. In dem Dokument wird weiter hingewiesen auf die Garantieerklärungen, die von den Außenministern Deutschlands und Frankreichs dem Präsidenten des Dreierkomitees llnd durch diesen dem Dölkerbundsrat abgegeben worden seien. Der Völkerbundsrat behält sich nach dem Bericht vor, die nach den Vereinbarungen zwischen Deutschland und Frankreich zunächst nur für die Abstimmungs- berechtigten getroffenen Sicherungen auch auf diejenigen Einwohner des Saargebietes auszudehnen, die kein Abstimmungsrecht haben. Der Völkerbundsrat wird über die Durchführung der hier übernommenen Verpflichtungen wachen, die er für eine wesentliche Bedingung für die Volksabstimmung hält. Wer ist abstimmungsberechtigt? Aus den Bestimmungen für die Durchführung der Abstimmung, die dem Bericht a l s Anlage beigefügt find, ist folgendes wichtig: Die Artikel 3 bis 9 erklären u. a., abstimmungsberechtigt ist jeder Bewohner des Saargebietes, der am 28. Juni dort wohnte und am Tage der Abstimmung 20 Jahre alt ist. Ausdrücklich ausgeschlossen vom Recht der Stimmabgabe werden die Besatzungstruppen. Im Artikel 10 wird festgelegt, daß nach Bürgermeistereien abgestimmt werden soll und nach Gemeinden, wo diese nicht zu irgend einer Bürgermeisterei gehören. Auch das Ergebnis der Wahl soll in der g l e t ch e n Weise se st ge stellt werden. Oie Wahlausschüsse. In den weiteren Kapiteln wird dann die Zusammensetzung der Wahlausschüsse festgelegt und bestimmt, daß alle Behörden diesen Ausschüssen Unterstützung zu leisten haben. Die Wahlausschüsse sollen auch ständig mit den Beamten der Abstimmungskommission zusammenarbeiten. Artikel 16 setzt fest, daß das Abstimmungsober- gericht die letzte Entscheidung über Beschwerden wegen der Wahlberechtigung hat. Dann folgen in einer Reihe von Artikeln genaue Bestimmungen über die Art, wie die Wahllisten eingereicht und entgegengenommen werden und die Reklamationen vorgebracht und entschieden werden sollen. Oie Sicherung des Wahlaktes. Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit der Vorbereitung und der Durchführung des Wahlaktes, mit der Bereitstellung der Wahllokale und anderem mehr. Ebenso genaue Bestimmungen folgen für die Zusammensetzung der Wahlausschüsse und für das Sammeln und Prüfen der Stimmen. Dor allem wird größter Wert darauf gelegt, daß sich die Wahlen unbedingt völlig geheim und unbeeinflußt vollziehen. Im Zusammenhang mit dem Wahlreglement werden dann noch die Strafanordnungen bekannt gegeben, die durch das Abstimmungsgericht wegen Vergehens gegen, die Abstimmungsbestimmungen, insbesondere gegen die Unabhängigkeit und Freiheit der Wahl, verhängt werden können. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Geldstrafen bis zu 15 000 Franken und um Gefängnisstrafen bis zur Höhe von mehreren Jahren. Außerdem ist die Schutzhaft ohne Haftbefehl in gewissen Fällen gestattet. Mit besonders hohen Strafen werden die an der Abstimmung beteiligten Behörden bedroht. Sehr wichtig ist schließlich im Wahlreglement eine Bestimmung, in der bestimmt wird, daß der Antrag der Erteilung der Wahlberechti- gung an denjeniaen Wahlkreis gerichtet werden muß, in welchem der Abstimmungsberechtigte am 28. Juni 1919 gewohnt hat. Damit soll verhindert werden, daß eine Massierung von auswärts kommender W a h l b e r e ch t i a- ter an bestimmten Grenzorten versucht werden kann. Frankreich und Deutschland geben Garanüen für die Freiheit der Volksabstimmung. Oie deutsche Erklärung. Ein Brief Neuraths an Aloisi. Genf, 3. Juni. (DNB.) Don den gleichlautenden vereinbarten Garantieerklärungen, die sowohl der deutsche wie der f r a n z ö fische A u ß e n rn i n i st e r zur Abstimmung im Saargebiet dem Präsidenten des Dreierausschusses Baron Aloisi gegenüber abgegeben haben, hat die deutsche folgenden Wortlaut: Herr Präsident! Mit Beziehung auf Ihr Schreiben vom 1. Juni 1934, betreffend die Volksabstimmung im Saargebiet, beehre ich mich, Ihnen namens der deutschen Regierung folgendes mitzuteilen: I. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, unbeschadet der Bestimmungen des z 39 der Anlage zu Art. 50 des Vertrages von Versailles a) sich jedes unmittelbaren oder mittelbaren Druckes zu enthalten, der die Freiheit und die Aufrichtigkeit der Stimmabgabe beeinträchtigen könnte; b) sich ebenso hinsichtlich der abstimmungsberechtigten Personen jeder Verfolgung, Vergeltungsmaßnahme ober Schlechter st ellung wegen der politischen Haltung, die diese Personen während der Der- waltung durch den Völkerbund mit Beziehung auf den Gegenstand der Volksbefragung eingenommen haben, zu enthalten; c) die geeigneten Maßnahmen zu treffen, um jede diesen Verpflichtungen zuwiderlaufende Handlung ihrer Staatsangehörigen zu verhindern oder ihr Einhalt zu gebieten. II. Wenn ein Streit zwischen Deutschland und einem Mitglied des Dölkerbundsrates über die Auflegung oder Anwendung der in dieser Erklärung übernommenen Verpflichtungen entsteht, ist die deutsche Regierung damit einverstanden, daß dieser Streit gemäß den Bestimmungen des Haager Abkommens zur friedlichen Erledigung internationaler Streitfälle vom 18. Oktober 1907 vordenStän- digen Schiedshof gebracht wird, damit dieser über die Streitfrage und über die zu treffenden Maßnahmen entscheidet, unbeschadet der Rechte des Völkerbundsrates, gemäß der ihn anvertrauten Ausgabe auf die Erfüllung dieser Verpflichtungen zu achten. III. Außerdem ist die deutsche Regierung damit einverstanden, daß für den Zeitraum eines Jahres, gerechnet von der Einführung des endgültigen Regimes an, das Abstimmungs- obergericht unter folgenden Bedingungen beide h a l t e n wird. a) Jede im Saargebiet abstimmungsberechtigte Person kann beim Abstimmungsgericht Beschwerde einlegen, wenn sie wegen ihrer während der Verwaltung des Gebiets durch den Völkerbund mit Beziehung auf den Gegenstand der Dolksbeftagung eingenommenen politischen Haltung einen Druck, eine Verfolgung, eine Vergeltungsmaßnahme ober eine Schlechter st ellung erlitten hat. Die Beschwerde wird nur zugelassen, wenn sie sich auf eine im Saargebiet begangene Handlung ober auf eine Entscheibung von Behörden bezieht, die im Saargebiet oder in den Bezirken bestehen, denen Teile dieses Gebietes angeschlossen sind; b) das Gericht ist zuständig, über die Beschwerden zu entscheiden und alle Maßnahmen wegen an» aemesser Wiedergutmachung geldlicher ober sonstiger Art anzuorbnen; keine Entscheidung selbst gerichtlicher Art, die unter die vorgenannten Bedingungen fällt, kann gegen die Entscheidung des Äbstim- mungsgerichtes Geltung beanspruchen; c) falls eine Person, die im Saargebiet abstimmungsberechtigt ist, von einer Strafverfolgungs- oder Verwaltungsbehörde außerhalb des Gebietes verfolgt wird, kann sie unter denselben Bedingungen beim Abstimmungsgericht eine Entscheidung darüber beantragen, ob die Verfolgung im Widerspruch z u den in dieser Erklärung übernommenen Verpflich - tungen steht; die Verfolgung ist bis zu einer Entscheidung des Abstimmungsgerichtes ausgu- setzen und, wenn diese Entscheidung es mit sich bringt, einzu st eilen. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, alle Vorkehrungen zu treffen, um die Ausführung der Entscheidungen zu sichern, die unter den vorstehenden festgelegten Bedingungen ergehen. Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung (gez.) Freiherr o. Neurath. Landwirt, Arbeitsschlacht und Landflucht. Von Staatsrat Reinke. Der landwirtschaftliche Großbetrieb ist in den vergangenen Jahrzehnten oftmals Gegenstand der öffentlichen Kritik gewesen. Der ostelbische Junker und Großagrarier war das rote Tuch, womit der Marxismus alle niedrigsten Instinkte beim Menschen zu wecken versuchte. Es war dem Marxismus ein leichtes, gerade beim deutschen Menschen die Begehrlichkeit nach Land und Boden zu wecken, weil im Herzen des deutschen Menschen an sich schon eine starke Sehnsucht nach einer eigenen Scholle immer lebendig gewesen ist. Dieser Kampf des Marxismus gegen den landwirtschaftlichen Großbetrieb war aber nur ein Scheinkampf. Rußland hat uns in der Praxis gezeigt, daß bas wirkliche Ziel des M a r - xismus gerade die Zerschlagung der kleinen und mittleren bäuerlichen 'Betriebe ist. Durch die agrarpolitischen und besonders durch die agrarwirtschaftlichen Maßnahmen des liberalistischen Staates der Vergangenheit stand das gesamte deutsche Bauerntum bereits vor seinem Untergang. Nur die nationalsozialistische Revolution und die dann einsetzende entschlossene^ mutige und rücksichtslose Arbeit des Reichsbauernführers gegenüber allen Sonderwünschen und Sonderbeftrebun- gen hat das deutsche Bauerntum vor dem Schicksal des russischen Bauern bewahrt. Wenn schon so oft auf die geschitliche und wirtschaftliche Bedeutung der landwirtschaftlichen Großbetriebe hingewiesen wirb, so muß babei doch gesagt werden, daß der rein landwirtschaftliche Großbetrieb in keiner Weise germanischen Ursprungs, sondern vielmehr eine römische, liberalistische Schöpfung ist. Es ist deshalb auch gar kein Wunder, daß die agrarpolitische und besonders agrarwirtschaft- liche Struktur dieser rein landwirtschaftlichen Großbetriebe von Grund auf llberalistisch ist. In vielen Fällen läßt sich auch nachweisen, daß der rein landwirtschaftliche Großbetrieb mit dem Liberalismus besonders agrarwirtschaftlick) Hand in Hand gearbeitet hat. Es soll damit nicht gesagt sein, daß dieses in den meisten Fällen bewußt geschah, sondern es war diesen rein landwirtschaftlichen Großbetrieben viel leichter als den bäuerlichen Betrieben, sich der liberalistischen Agrarpolitik und Agrarwirtschaft anzupassen und sich rein industriell umzustellen. So wie in der Industrie lebte auch hier die Maschinisierung, Rationalisierung, Kapitalisierung der ganzen Betriebswirtschaft. Zwischen dem Besitzer und dem Arbeiter stand in vielen Fällen der Administrator, Inspektor, Leuteaufseher und Vorarbeiter. In vielen Fällen ließ sich der Besitzer nur im Sommer auf seinem Gute sehen oder im Winter bei der Jagd. Sein Interesse galt weniger dem Wohl und Wehe der auf dem Hofe Beschäftigten, als vielmehr der Rentabilität des Betriebes, den Preisen der Börse. Die billigste Arbeitskraft war ihm die wertvollste. Er leistete der liberalistischen Wirtschaftsordnung keinen Widerstand, sondern paßte sich einer solchen Wirtschaftsordnung an. Mit dieser Anpassung entstand der Saisonarbeiter, der nicht mit dem Hof verbundene Schnitter, dem es gleich war, wem er diente, und ob morgen der Hof den Besitzer wechselte. Der nur das eine Interesse hatte, im Sommer so viel zu verdienen, daß er im Winter davon leben konnte. Wer dieses Schnitterleben nicht selbst kennengelernt hat, wird es nie verstehen, daß der best- geschulle Landarbeiter in Scharen nach der Großstadt abwanderte, wo er von selten der Industrie sehr geschätzt, gesucht und gern aufgenommen wurde. Diesem deutschen Landarbeiter folgte der primitivdenkende, an die Kultur wenig Anspruch stellende, auf Sittlichkeit und Gesundheit wenig bedachte polnische Schnitter. Es sollen die furchtbaren Folgen dieser liberalistischen Umschichtung nicht weiter aufgezeigt werden. Wir haben vielmehr die Aufgabe, darüber nachzudenken, wie und ob es möglich ist, die mit der Scholle und mit dem Hof nicht verwurzelten Landarbeiter, die oftmals den größten Teil des Jahres und oftmals sogar mit schulpflichtigen Kindern in „Kasernen" wohnen, welche als Wohnung für deutsche Landarbeiterfamilien in einem nationalsozialistischen Staat unwürdig sind, hier seßhaft zu machen und mit der Scholle und dem Hof zu verwurzeln. Daß es möglich ist, beweisen eine ganze Anzahl landwirtschaftlicher Großbetriebe, die entsprechend ihrer Größe für die notwendigen Landarbeiter anständige Wohnungen mit Stall und Garten im Laufe der Jahre errichtet haben. Selbstverständlich werden besondere Schwierigkeiten zu überwinden sein. In diesem Falle muß vieles nachgeholt werden, was in der Vergangenheit versäumt wurde. Der Nationalsozialismus hat nie Hindernisse gekannt, um volks- und staatsgefährliche liberalistifcke, kapitalistische Einrichtungen zu beseitigen. Daß Die Beseitigung solcher Einnch- Jungen für die Betroffenen mit Schmerzen verbunden ist, damit müssen wir uns abfinden. Bei dieser Frage geht es darum, auch dem Landarbeiter Anteil und damit Liebe und Interesse am deutschen Boden zu geben, wofür er wie jeder andere in den Materialschlachten des Weltkrieges gestanden hat. Immer ist die Geburt einer neuen Zeit ebenso wie. die Geburt von neuem Leben mit Schmerzen verbunden aewesen, die nur mit Härte und Ausdauer Überwunden werden konnten. Auch die Lösung der sozialen Frage des Landarbeiters wird eines verlanaen, nämlich: Nationalsozialist der Tat ober Revolutionär d e s Herzens zu fein. Diese Frage tritt heute an jeden landwirtschaftlichen Großbetrieb heran. Möge der Opfergeist des unbekannten 621.» Mannes ober ber Nationalsozialismus als Retter vor bem bolschewistischen Chaos über alle Schmerzen unb Schwierigkeiten einer solchen Umstellung yinweghelfen unb ben richtigen Weg zeigen. Don dieser Einsicht unb Erkenntnis hängt vieles ab, ob es möglich ist, auf diesen rein landwirtschaftlichen Großbetrieben einen mit der Scholle unb bem Hof oerbunbenen seßhaften Lanbarbeiterstarnrn zu schaffen, ber mit seiner kinberreichen Familie ben Saisonarbeiter überflüssig macht. Es ist selbstver- stänbllch, baß diese Frage nicht von heute auf morgen gelöst werden kann, aber der Anfang muß gemacht werden, unb zwar besser heute als morgen. Sie nationalsozialistische Revolution ist auch nicht von heute auf morgen gekommen; aber wir haben den Anfand aus einem Nichts gemacht. Der Kampf um das Ziel begann auch erst bei jedem um die eigenen innerlichen Hemmungen und dann gegen die Hindernisse, die von außen an uns herantraten. Der Führer verlangte diesen Kampf und wir haben ihn ausgenommen. Auf Befehl des Führers stehen wir heute in der Arbeits schlacht. Sein Wille, ber für jebcn Nationalsozialisten immer höchstes Gesetz war, ist es, baß jeder Arbeiter einen Arbeitsplatz findet, der ihm mehr als Geldverdienen gibt, nämlich eine Heimat, die er liebt, an ber er hängt und für die er bereit ist, auch fein Letztes zu opfern. An dem Ruf nach Saisonarbeitern unb nach Schnittern werben wir feststellen, ob unb wie weit ber Lanbwirt sich loslöst von alten reaktionären Gewohnheiten und liberalistischen Einrichtungen und wo ber Anfang gemacht wirb, um ben fianbarbeiter zu schaffen, den alle Lockungen der Großstadt nicht vom Lande lösen können. Das ist die Aufgabe des Landwirts in der Arbeit s s ch l a ch t. Seine Aufgabe ist es, alles zu tun, um die Zuwanderung ber Landarbeiter in bie Großstabt zu verhindern, eine Betriebsgemeinschaft zu schaffen von Führer unb Gefolgschaft. Großzügige Luftfahrtwerbung im Berliner Flughafen. Die Sonntagsveranstaltungen auf dem Berliner Flughafen aus Anlaß der Werbewoche des Deutschen Luftsportverbandes hatten in Anwesenheit des Reichswehrministers v. Blom- berg, des Staatssekretärs Milch, des Direktors der Lufthansa Wronski und des Führers der SA.-Obergruppe Berlin Ernst bei bestem Wetter einen Massenbesuch aufzuweisen. Präsident Loer- z e r nahm die Taufe eines Ballons der Ballongruppe des DLD. auf den Namen „General Göring" vor. Unter dem Jubel der Menge stieg der Ballon mit Gruppenführer Ernst an Bord zu seiner Jungfernfahrt auf unb entfernte sich mit acht weiteren Ballons in füböstlicher Richtung, verfolgt von Wagen bes NSKK. unb bes DDAC. 10 000 Brieftauben würben losgelösten unb 20 000 Kinderballons trugen Erinnerungskarten der HI. in die Ferne. Aus der Fülle der weiteren luft- sportlichen Darbietungen seien die Flüge bes Pioniers ber beutschen Motorfliegerei, Hans Grabe, erwähnt, ber mit seinem selbsterbauten alten Eindecker in geringer Höhe Platzflüge vorführte. Zu Ehren des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und des Reichsministers für Luftfahrt veranstaltete der Deutsche Luftspvrtverband einen Festfackel - zug, an bem uniformierte Flieger teilnahmen. Eine unabsehbare Menschenmenge hatte sich in ben Straßen, bie vom Zuge berührt wurden unb besonders in der Wilhelmstraße, eingefunden. Mit „Deutschland, Deutschland über alles!" marschierten die endlosen Reihen der Flieger am Reichskanzler- unb Reichspräsibentenpalais vorbei. Aus aller Wett. „(Braf Zeppelin" auf der Heimreise. Nachdem das Luftschiff „Graf Zeppelin" von seiner Fahrt nach Rio de Janeiro nach Per- nambuco zurückgekehrt war, startete es zur Fahrt nach Deutschland. Am Samstag um 7 Uhr stand es in der Nähe der Insel Fernando Noronha. Das Luftschiff dürfte in den Morgenstunden des Montag die Kanarischen Inseln erreichen. * Das Luftschiff hat, wie ein bet der Bordfunkstelle des Luftschiffbaues Friedrichshafen eingegangener Funkspruch besagt, auf feiner Rückfahrt von Südamerika am Sonntag um 7.40 Uhr den Aequator überflogen. Unter ben Passagieren befinbet sich ber deutsch-brasilianische Bischof Müller, dem in humorvoller Weise die 2Iequatortaufe gespendet wurde. 100-3af>rfeier der Kurverwaltung Bad Kreuznach. Bad Kreuznach an der Nahe beging unter lebhafter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung die Feier bes 100jährigen Bestehens des Bades. Reichsarbeitsminister S e l b t e überbrachte die Grüße des Reichspräsidenten, des Führers und der Reichsregierung. Namens der Aerztefchaft und der benachbarten Universitäten Köln, Bonn, Heidelberg, Gießen unb Marburg sprach ber Direktor der Chirurgischen Klinik in Frankfurt a. M. Professor Dr. Schmieden, t^r bie Bedeutung von Bad Kreuznach auch für die medizinische Forschung unb wissenschaftliche Tätigkeit unterstrich. Ein begeistert aufgenommenes Sieg-Heil auf ben Reichs- präfibenten und den Reichskanzler Adolf Hitler sowie ber Gesang bes Deutschlandliebes und des Horst-Westel-Liedes beschloß ben Festakt. In dem Kreuznacher Stadion fand eine vaterländische Kundgebung statt, an der Reichsarbeitsminister S e l b t e unb der Führer der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley teilnahmen. Dr. Ley entbot bie Grüße ber Partei, erinnerte an die lange Kampfzeit und gedachte der Gefallenen. Endlich Regen und bessere Ernte-Aussichten in USA. In weiten Gebieten Manitobas und des Saskatchewans sind zahlreiche Niederschläge zu verzeichnen. Der Regen ist nach ber Trockenheit für das Getreide überaus nutzbringend. Auf bem Markt in Winnipeg ist der Preis um 1—3 Sents für den Scheffel gesunken. Auch in der Gegend von Ottawa ist Regen gefallen, der in dem von der Dürre betroffenen Gebieten besonders ben jungen Saaten zugute gekommen ist. Wenn weiter ausreichende Niederschläge erfolgen, wirb ber in biefen Gebieten angerichtete Schaben in sehr erheblichem Maße wieder gut aemacht werden können. In einigen Gebieten der südlichen Prärieprovinzen allerdings besteht keine Hoffnung auf Rettung der Ernte. In den Rocky Mountains waren leichte Regenfälle zu verzeichnen, und es wird weiterer Regen erwartet. In Nebraska sind schwere Regenfälle und Hagelschauer niedergegangen, die den Feldern schweren Schaden zugefügt haben. Auch aus Indiana, Missouri und Illinois wird Regen gemeldet. In dem von ber Dürre befonbers .schwer betroffenen Gebieten waren am Sonntag bie Kirchen überfüllt von Leuten, bie um Regen beteten. In ben östlichen Staaten herrscht unoeränbert furchtbare fiifce. Millionen haben sich am Sonntag aus ben Stäbten ans Seeufer ober aufs Lanb geflüchtet. Die Unwetterverheerungen im Saargebiet. Die Unwetterkatastrophe im Warndt bat wie aus Saarbrücken gemeldet wird, einen viel gröberen Umfang angenommen, als es zuerst ben Anschein hatte. Drei Bergleute, bie auf ben be Wendelschen Schachtanlagen beschäftigt waren, mürben, als sie bei ber Kontrolle bie Jffiettcrturen öffneten, von Öen wild hereinbrechenden Wassermengen erfaßt unb er tränte n. Die Ha hl der Todesopfer bes Unwetters erhöht sich damit auf fünf. Der Sachschaden, den das Unwetter anrichtete, kann auch nicht annähernd abgefchatztwerden. Der Gewalt der Wasserfluten widerstand fast nichts mehr. Neu angelegte Straßen mürben voll- ftänbig zerstört, ja sogar Häuser stark in Mit- leibenschaft gezogen. Die Windmaschine ber de Wendelschen Schachtanlage Wilhelmine mürbe durch Blitzschlag zerstört und außer Betrieb gesetzt, lieber bie Hälfte ber Bergarbeiter konnte nicht em» fahren. Gerabezu vernichtend ist der Schaben in den Bergen und auf den Feldern. An abschüssigen Stellen wurde alles fortgerissen unb restlos zerstört. Eine Wetterkatastrophe in solchem Umfange ist seit 1891 hier nicht mehr erlebt worden. Wolkenbruch über bem Moseltat. lieber bem Moseltal entlub sich in ben letzten Tagen bei bem bekannten Weinort Glusserath ein schweres Unwetter. Gewaltige Regen- unb Hagelmengen stürzten herab unb überflute- t e n innerhalb kurzer Zeit bie Dorfstraßen unb zum Teil auch bie Weinberge. Das Wasser brang im Ort in bie Häuser ein. Auch auf ben Wiesen und Felbern würbe schwerer Schaben angerichtet. Bor bem Damm, über ben die Mittelmoselstraße führt, stauten sich die Wassermassen. An mehreren Stellen wurde bie erst vor zwei Jahren fertiggestellte Straße aufgerissen oder mit Geröll unb Schlamm-Massen so bebecft, baß sie für den Durchgangsverkehr vollständig gesperrt werden mußte. Erdbeben in Island. In verschiedenen Bezirken von Island wurde ein hoeftiges Erdbeben verspürt, durch das in der Hauptsache nur materieller Schaden angerichtet wurde. In Dalvik wurden sämtliche Wohnhäuser so sehr beschädigt, daß die Bewohner obdachlos wurden, und in Husavik war tvas Beben so stark, daß Strahenpassanten hinstürzten. Schweres Erdbeben in Bengalen. Die Stadt Muzaffarpur in Bengalen wurde erneut von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, das etwa eine halbe Minute lang dauerte. Biele Häuser wurden zerstört, alte Erdspalten öffneten sich erneut. Die Bevölkerung stürzte schreckerfüllt auf die Straßen unb ergriff die Flucht. Gleichzeitig mit dem Erdbeben trat ein schwerer Wir b e l ft ur m , verbunden mit Hagelfchlag unb Wolkenbruch, auf. Die Verwirrung würbe badurch vergrößert, daß die Stromzufuhr unterbrochen wurde und auch Telephon unb Telegraph unbrauchbar würben. Die Naturkatastrophe kün- bigte sich durch eine leuchtend gelbe Himmelsfärbung an. Die Stadt bietet einen trostlosen Anblick. Alle Straßen sind mit umgestürzten Bäumen unb Dachtrümmern bedeckt. Todesopfer sind bisher nicht gemeldet worden, da ein großer Teil der Bevölkerung bereits seit dem letzten Erdbeben im Freien hauste. Der Seismograph in Kalkutta verzeichnete anschließend an den Hauptstoß noch drei leichte Beben. Das Zentrum des Erdbebens wird in einer Entfernung von 470 Kilometern vermutet. Die Erdstöße waren auch in Kalkutta fühlbar. Der Bereich bes Erbbebens umfaßt bas ganze Gebiet ber Januarkatastrophe, befonbers bie Gegenb um Patna unb Benares. Heftige Stöße waren in ber Provinz Affam zu verspüren. Die Geologen erklären bie Stöße als eine Folge bes Einsetzens ber Regenzeit unb bes dadurch bebingten Einsturzes ber burch bas Januarbeben geschaffenen Hohlräume. Man erwartet weitere berartige Beben in ben fommenben Monaten. Opfer des Taifuns an der Küste von Korea. Zu der großen Taifun-Katastrophe an der Westküste von Korea wirb mitgeteilt, baß von ben 500 vermißten Fischern bisher 84 als Leichen geborgen würben. Man befürchtet, bah noch eine anbere Gruppe von 290 Fischern, die dieser Tage in See ging, ebenfalls dem Taifun zum Opfer gefallen ist. Beim IHolortabrennen tödlich verunglückt. Bei der vom DDAC. und dem NSKK. veranstalteten Zuverlässigkeitsfahrt „Rund um Thüringen" ereignete sich ein tödlicher Unfall. Beim Nehmen einer Kurve in feinem Heimatort Gorndorf bei Saatfeld fuhr ber Motorrabsahrer W. Werlich gegen eine steinerne Straßenbrüstung. Der Fahrer erlitt einen Schädelbruch und war sofort t o t. Wieder drei Leichen im Bugginger Unglücksschacht * geborgen. lieber den Fortgang der Bergungsarbeiten in Buggingen, bie zur Stunde noch nicht abgeschlossen sind, ist zu berichten, daß man zunächst auf ber Unglückssohle (793 m) bis zur einfallenden 6 oorgebrungen ist, bie sich ungefähr in gleicher Entfernung wie bie schwebende 8 ber 754 m-Sohle vom Schachtausgang entfernt befinbet. Damit war man in bie nächste Nähe bes Brandherbes gelangt. Hier würben verkohltes unb verbranntes Gehölz sowie eingestürztes Gestein festgestellt. Im allgemeinen finb aber bie Gesteinsbeschaffenheiten verhältnismäßig gut. Die analysierten Grubenver- yältnisse ergaben noch einen Gehalt von 2.9 Prozent Kohlenbioxyd unb 0.4 Prozent Kohlenoxyd, also noch ein Vielfaches der tödlich wirkenden Menge. Außerdem wurde bas Vorhandensein von Methan- Gas, eines überaus aiftigen Grubengases, bis zu 0.3 Prozent festgestellt. Durch bas Deffnen ber Dammtür sowohl auf ber Sohle 793 m wie auf ber 754 m-Sohle würbe ein natürlicher Lust- burchzug geschaffen, so baß bas Vorbringen etwas leichter erfolgen konnte. Die Hauptarbeit gilt jetzt ber Abdichtung ber Queroerbinbungen nach ber Sohle 812 m. Auf ber 793 m-Sohle finb roieber- um brei Leichen gefunben worben. Es han- beit sich um ben Förberausseher Grabe, ben Bunkerbediener Wiedemeier und den Hauer K a m e n i f ch. Da die Verunglückten unmittelbar an ihrer Arbeitsstelle aufgefunben würben, ist an- zuneymen, baß sie von bem Kohlenoxybgas augenblicklich getötet worben finb. Bier Tote unb zahlreiche Verletzte bei einem Autounglück. In ben Abendstunden bes Sonntags fuhr in ber Gemeinbe Eichnerscheidt bei Münstereifel ein auf ber Rückfahrt vom Nürburgring be« finblicher Lastkraftwagen, auf bem etwa 25 Personen aus Birkesborf (Kreis Düren) untergebracht waren, auf ber stark abfaüenben Dorf- straße in einer Kurve gegen ein Haus. Durch ben Anprall zogen sich mehrere Personen lebensgefährliche Verletzungen zu. Bei drei Personen waren bie Verletzungen so schwerer Natur, daß sie bereits an ber Unglücks st eile Der« ft a r b e n. Eine Frau starb wenige Stunben später im Krankenhaus in Münstereifel. Bei fünf weiteren Schwerverletzten besteht keine Lebensgefahr mehr. Skandal in Nizza. Die Polizei in Nizza verhaftete einen Nachkommen des französischen Marschalls B e r 11) i e r, Prinz von Wagram, Gras Berthier de S a u v i g n y , wegen D i e b st a h l s. Der Besitzer eines großen Geschäftes für Sportartikel hatte fest- gestellt, daß ihm jedesmal nach bem Besuch bes Grasen, ber in einem teuren Kraftwagen vorsuhr, wertvolle Sportartikel fehlten. Er erstattete bei ber Polizei Anzeige, bie ben Grasen überwachen ließ und feststellte, daß er der Dieb war. Bei seiner Vernehmung mußte er ferner eingestehen, daß er zahlreiche Kraftwagen gestohlen unb sie zu Schleuderpreisen weiterverkauft hatte. Graf de Sauvigny steht vollkommen unter bem Einfluß von Rauschgiften. Durch bie Diebstähle verschafft er sich bie Mittel für ben Kauf von Heroin unb Kokain. Neuer deutscher Rekord: Berlin — London in 3 Stunden 50 Minuten. Ein von dem deutschen Piloten N o a ck gesteuertes Verkehrsflugzeug hat einen neuen Rekord aufgestellt. Das Flugzeug legte die Entfernung Berlin — Croydon (London) in 3Stunden und 50 Minuten zurück. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ber Maschine betrug 264 Stunbenkilometer. Polnischer Bauernwagen vom Zug erfaßt. — Zwei Tote, zwei Schwerverletzte. Bei Jsroslawice in ber Nähe von Lublin würbe ein Bauernwagen mit fünf Insassen beim lieber» queren eines Bahngleises von einem Perso« n e n 3 u g e ersaßt und zertrümmert. Zwei der Insassen wurden auf der Stelle getötet, zwei andere trugen schwere Verletzungen davon; an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Internationaler Gemeindekongreß 1935. Der große, alle drei Jahre stattfindende Kongreß des Internationalen Gemein- deverbandes findet auf Einladung des Deutschen Gemeindetages im Jahre 1935 in Berlin und München statt. Reichspräsident von Hindenburg hat die Schirmherrschaft übernommen. Der Internationale Gemeindekongreß umfaßt bie kommunalen Spitzenverbände fast aller Kulturstaaten. Es wevben zu dem Kongreß Abordnungen aus etwa 40 Ländern erwartet. Zur Erörterung stehen die Bekämpfung der Erwerbslosigkeit durch Arbeitsbeschaffung und Arbeitslosenfürsorge, wovon die erste Frage in Berlin, die zweite in München behandelt wird. An den Kongreß schließen sich Besichtigungsfahrten durch verschiedene Teile bes Reiches an. BriefmarFen-Baritäten unter dem Hammer. In London sand eine Versteigerung besonders wertvoller und seltener Briefmarken aus der be» r hinten Sammlung bes Amerikaners Arthur Hind statt. Eine Britisch Guyana von 1850 bis 1860, dortselbst primitiv gebrückt, erregte bei sehr zahlreich bietenben Käufern bas lebhafteste Interesse. Das seltene Stück erzielte 14 000 RM. Für 2 Cents — rose — der Britisch Guyana»„Circulars" von 1850 wurden 30 000 RM. bezahlt; der Umschlag trägt die Aufschrift „Miß Rosa in Blankenburg". Es existieren hiervon nur noch zwei Stücke. Eine andere frühe Briefmarke, die 4-Cents-Britisch Guyana von 1856, die inbezug auf Ausführung ber heutigen nahekommt, brachte 13 000 RM.; sie stammte aus ber Ferrari-Sammlung, bie erst 1922 bekannt würbe. Eine Reihe von 4 Barbabos von 1878 mit 1 d Nachporto 5 Sh., die Hind für 3000 RM. gekauft hatte, erzielte bei Ferrari 9100 RM. Dieser Streifen existiert überhaupt nur ein» m a l und gilt daher als das seltenste Stück der Sammlung. Noch ein anderes Britisch-Guyana-Cir- cular von 1856 zu 4 Cent brachte 6600 RM., während 8 Cent grün derselben Ausgabe noch nicht volle 6000 RM. erzielte. Die ältesten deutschen Eichen stehen in der Rhön. Eine überraschende Entdeckung wurde nach einer Meldung aus Hersfeld jetzt in der Nähe des Rhön» borfes Schmalroasser gemacht. Dort würben beim Ab holzen eines undurchbringlichen Tannendickichts brei riesige Eichen gefunben. Die mächtigen Bäume haben einen Durchmesser von etwa brei Meter und sollen nach dem Gutachten der Forstverwaltung ungefähr 2000 Jahre alt sein. Da bisher nicht bekannt geworden ist, daß es auch noch andere Eichen von so hohem Aller in Deutschland gibt, kann angenommen werden, daß sich bie ältesten Eichen Deutschlands in ber Rhön befinden. Ein einzigartiges hitterbild. In monatelanger mühevoller Arbeit hat der SA.- Mann Schenk, Altenburg, ein einzigartiges Hi11erbild geschaffen, das Buch und Gemälde zugleich ist. Schenk übertrug das 781 Seiten starke Werk des Führers „Mein Kampf" in die De u t f ch e Kurzschrift unb orbnete bie Zeilen so an, daß bas naturgetreue Bilb bes Führers entstaub. Um die eine* halbe Million Silben unterzubringen, mußten bie Zeichen so klein geschrieben werben, baß sie mit dem bloßen Auge überhaupt nicht gelesen werden können. Das Bild wurde dem Führer zum Geburtstag geschenkt. Ein Reichstreffen der Attoekeranen von 1864, 1866, 1870/71 veranstaltet der Kyffhäuserbund vom 25. August bis 2. September d. I. im Ostfeebad Heringsdorf. Den Altveteranen wird auf Grund einer Teilnehmerkarte in Höhe von 10 Mark Freiquartier mit voller Verpflegung gewährt. Den Mitgliedern des Kysthäuferbunbes gewährt die Reichsbahn eine 50- prozentige Ermäßigung für Hin- und Rückfahrt. Don der Kurverwaltung sind vorgesehen ein Emp- fangsabenb im Kurhaus mit künstlerischen Darbietungen, freier Besuch der Festspiele der Pommer- schen Gau-Freilichtbühne in Heringsdorf, Führungen in die Umgebung sowie freie Fahrten mit Motor- unb Segelbooten in See. Zu Ehren der Altveteranen wird am 2. September eine Sedan-Feier veranstaltet werden. Die Kamöraden werden regi- menter- bzw. armeekorpsweise beieinander wohnen und ihr gemeinsames Versammlungslokal haben. Der Kyffhäuserbundesführer, Oberst a. D Reinhard, ruft alle Gliederungen der Organisation zur Unterstützung dieser Veranstaltung auf, damit den Altveteranen eine besondere Ehrung zuteil wird. Wird der mont-Btanc-Tunnet Wirklichkeit? In dem savoyischen Städtchen Bonneville trafen sich dieser Tage die Vertreter der Schweiz, Frankreichs und Italiens, um sich über die Frage eines Mont-Blanc-Tunnels auszusprechen. Für Frankreich sprach Senator Fernand David, für die Schweiz der frühere Staatsrat Bron unb für Italien Senator 93 re 33 i. Alle Rebner hoben bie großen Vorteile bes Durchstichs des Mont-Blanc-Massivs für ihre ßänber hervor. Auch einige technische Angaben über bas Projekt würben bekanntgegeben. Danach würbe ber Tunnel bei Chamonix beginnen unb eine Länge von über 3wölf Kilometer haben. Die Kosten bes Baues werben auf etwa 300 Millionen fränkische Franks geschätzt. Man glaubt, baß bie Linie rentabel sein würde. Für den Transport eines Autos durch den Tunnel will man dabei nicht mehr als 25 französische Franks fordern. Von Interesse war es, daß der italienische Redner anfünbigte, er sei überzeugt, daß Mussolini seine Unterstützung nicht versagen werde. Ein vorläufiger Arbeitsausschuß wurde eingesetzt, dessen Ehrenvorsitzender der französische Senator Fernand David sein soll. Berühmte Flüstergalerien. Dionys, der Tyrann von Syrakus, war mit Recht mißtrauisch gegen seine Umgebung, und manches mag gesprochen worden sein, was für sein Ohr eigentlich nicht bestimmt war. Nun kannte man zu jener Zeit schon die eigenartige Erscheinung, daß in kugelförmig oder elliptisch gebauten Räumen der Schall eines Tones gleich einem Echo zurückgeworfen, zugleich aber auch bedeutend verstärkt wird. Auf diese Erscheinung besann sich ber Tyrann und ließ einen Flüsterweg anlegen, der nach zeitgenössischen Berichten vorzügliche Ergebnisse lieferte. Im Jahre 1500 baute Leonardo b a Vinci in Mailanb für ben Herzog von Sforza eine ziemlich komplizierte Flüstergalerie, die dem ebenso ängstlichen wie neugierigen Herzog gestattete, mitzuhören, was in verschiedenen Zimmern seines Palastes gesprochen wurde. Neben diesen, absichtlich zu Flüsterräumen hergerichteten Bauten kennt man Flüstergewölbe, bi? nicht als solche angelegt würben. Eine vorzügliche „Wispergalerie", wie man biese Räume auch bezeichnet, ist vor allem die Kuppel der Paulskirche in London, in deren oberen Teil man, wenn man an einer Seite steht, das leiseste Flüstern von der weit entfernt gegenüber liegenden Seite aufs deutlichste vernehmen kann. Auch bie Vorhalle bes Gewerbemuseums in Paris stellt einen Flüsterraum bar, in dem man selbst das Ticken einer Taschenuhr von einer Seite zur anderen hören kann: Eine Wispergalerie gibt es auch in ber Nähe ber Reichshauptstabt im Schloß Nieberschönhausen. Auch hier kann man Uhrticken unb Flüstern von einer Seite zur anderen ganz deutlich hören. Das Schwein Im Rhein. In Irlich bei Neuwied am Rhein hatte ein junges Schweinchen einige Aufregung unter der Dorf- bewohnerschaft hervorgerufen. Das Borstentierchen war nämlich aus seinem Stall ausgerissen und lief nun kreuz und quer durch den Ort. Anscheinend hatte es keine Lust, bei bem schönen Wetter roieber in seinen dunklen Stall zurückzukehren, denn stets wußte es seinen Häschern wieder zu entkommen. Als sich schließlich der Ring der Verfolger immer enger schloß, stürzte sich bas Schweinchen kopfüber in den Rhein. Alle glaubten nun, baß des Borstentieres letztes Stündlein geschlagen habe — aber weit gefehlt. Es schwamm munter drauf los und hätte bestimmt das jenseitige Ufer erreicht, wenn nicht die Mannschaft eines zufällig vorüber- fahrenden Schleppers auf den kühnen Schwimmer aufmerksam geworden wäre. Man setzte ein Boot aus und holte das zappelnde Tierchen nahe bem Ufer aus bem nassen Element. Der Besitzer hatte sich inzwischen auch mit einem Kahn hinter dem Tier hergemacht unb konnte jetzt den Ausreißer wieder dem heimatlichen Stall zuführen. Tagung der Synode der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen. EPH. Im Anschluß an bie Einführung ber Pr 0 pste in Darmstadt am Mittwoch, dem 6. Juni 1934, findet um 12.30 Uhr in dem Syno- balgebäube zu Darmstadt eine Sitzung der Landessynode statt. Der einzige Punkt der Tagesordnung lautet: Bildung der neuen Landessynode gemäß Paragraph 2 des Kir« chengefetzes über bie Leitung der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen vom 7. Mai 1934. Wettervoraussage. An der Rückseite der restlichen (Störungen über Polen fließt in Verbindung mit ber Dorberseite bes hohen Druckes im Westen kühle Luft nach Deutschlanb, woburch sich ber Witterungscharakter weiterhin etwas wechselhaft unb verhältnismäßig kühl gestaltet. Vereinzelt ist auch noch mit geringen Schauern zu rechnen. Späterhin wirb sich jeboch der hohe Druck mehr östlich ausbreiten unb ruhigeres unb wärmeres Wetter veranlassen. Aussichten für Dienstag: Wechseln!) wolkig, mit Aufheiterung, mäßig warm, vereinzelt leichtere Schauer. Aussicht en für Mittwoch: Wieder ruhigeres unb auch wärmeres Wetter. Lufttemperaturen am 3. Juni: mittags 17,1 Grad Celsius, abenbs 13,1 Grab; am 4. Juni: morgens 11,8 Grab. Maximum 19,9 Grab, Minimum 6,7 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juni: abenbs 18,1 Grad; am 4. Juni: morgens 13,9 Grad Celsius. — Niederschläge 2,8 mm — Sonnenscheinbauer 2% Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben •übrigen Teil: I. V.: H. fi. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck unb Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Aufruf der Technischen Notyilfe. Die Technische Nothilfe ist ein Machtmittel des Staates. Sie Hot große und schwere Auf - gaben zu erfüllen. So stellt ihre Luftschutzabteilung z. B. Berßungs- ▼ trupps zur Befreiung Verschütteter; Jnstandsetzungstrupps zur Wiederherstellung zerstörter Straßen und Brücken und zur Niederlegung oder Abstützung beschädigter Bauteile; sie stellt die nötigen Fachkräfte zur Wiederherstellung zerstörter Leitungen für Wasser, Gas und Elektrizität, ebenso für die Entgiftung vergasten Geländes. hierzu braucht sie zahlreiche beherzte Männer, denen das Wohl der Gesamtheit über dem eigenen steht. „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" war schon der Wahlspruch der Teno bei ihrer Gründung im Jahre 1919. SA.-Gruppenführer Staatsrat Ernst äußerte im Berliner Lustgarten über die Arbeit der Teno u. a.: „Sie haben den Mut aufgebracht, ähnlich wie die alten Kämpfer der NSDAP, zum Wohle des geliebten Vaterlandes zu kämpfen". — „Es war die Technische Nothilfe, die mit dem Mut zur Unpopularität hinausgezogen ist, opferbereit für die Allgemeinheit einzutreten." — Oder SS.-Gruppen- führer Lorenz in Altona: „Wir wollen keinen Krieg, wenn wir aber angegriffen werden, so werden wir uns durch eure Maßnahmen schützen!" Darum, deutscher Volksgenosse, willst du Mitwirken bei dem Schuhe deiner Familie und Heimat, dann werde aktives Mitglied der Teno. Jeder unbescholtene Deutsche arischer Abstammung, der sich verpflichtet, jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat einzutreten, kann in unsere Reihen ausgenommen werden. Meldungen nimmt jeder uniformierte Rothelfer, oder die Ortsgruppe Gießen, Ste- phanstraße 11, Fernruf 2034, entgegen. Wer aber körperlich nicht in der Lage ist, aktiv mitzuwirken, sollte förderndes Mitglied werden. Er trägt dann wenigstens dazu bei, daß die aktiven Nothelfer für ihren schweren Dienst die beste Ausbildung und Ausrüstung erhalten können. Sein kleines Opfer wird sich für ihn und seine Familie im Ernstfälle bestimmt lohnen! Es ist selbstverständlich, daß die Nothelfer auch bei Katastrophen jeder Zeit zum Einsatz bereit st ehe n. Technische Nothilfe, Ortsgruppe Gießen. Einkommensteuer und Ehestandshilse im 3uni. Von Wirtschaftsprüfer und Steuersyndikus Or. jur. et rer. pol. Brönner, Äerlin. In dieser Zeit geht den Steuerpflichtigen der Einkommensteuerbescheid für das vergangene Jahr zu. hieraus können sich zunächst Nachzahlungen auf die Einkommensteuer und Ehestandshilfe für 1933 ergeben, die innerhalb eines Monats feit Erhalt des Steuerbescheids abzuführen sind. Auch bei ungünstiger Wirtschaftslage kann der Steuerpflichtige auf Erlaß oder Ermäßigung der Nachzahlungen aus Billigkeitsgründen nur in ganz besonderen Ausnahmefällen rechnen. Nach den Anordnungen des Reichsfinanzministers ist regelmäßig Voraussetzung, daß durch die Ablehnung des Erlaßantrages die Bestreitung des notwendigen Lebensunterhalts vorübergehend oder dauernd gefährdet würde, oder bei Gewerbetreibenden und Landwirten auch, daß eine erhebliche Gefährdung der Fortführung des Betriebes eintreten würde. Bestehen Zahlungsschwierigkeiten, so wird der Steuerpflichtige im allgemeinen nur zinslose Stundung und Abtragung der Steuerschuld in Teilzahlungen erreichen können. Die am 11. Juni fällige zweite Vorauszahlung auf die Einkommen st euer 19 3 4 richtet sich, sofern der Steuerpflichtige den neuen Steuerbescheid für 1933 nicht bis zu diesem Zeitpunkt erhalten hat, noch nach der Einkommensteuerveranlagung für 1932. Wird sich die Einkommensteuer für 1933 nach der abgegebenen Einkommensteuererklärung niedriger stellen, so wird nach dem Ministerialerlaß vom 3. März 1933 einstweilige Stundung eines dem Rückgang des Einkommens entsprechenden Teils der Vorauszahlungen beantragt werden können. Das gleiche gilt, wenn nach der abgegebenen Steuererklärung ein Anspruch auf Erstattung von 1933 überzahlten Vorauszahlungen besteht. Ein darüber hinausgehender Rückgang des Einkommens im Jahre 1934 gegenüber 1932 kann unter den im folgenden angegebenen Voraussetzungen ebenfalls geltend gemacht werden. Ist der Einkommensteuerbescheid für 1933 bis zum 11. Juni zugestellt, so ist die darin festgesetzte Vorauszahlung maßgebend. Eine Herabsetzung der Vorauszahlung im Wege der Stundung kann beantragt werden, wenn sich das Einkommen im Jahre 1934 voraussichtlich um mehr als ein Fünftel, mindestens aber um 1000 Mark niedriger als das Einkommen für 1933 berechnen wird. Bei einem geringeren Einkommensrückgang kommt eine Stundung aus Billigkeitsgründen in Betracht, wenn sich Härten ergeben. Entsprechendes gilt für die Vorauszahlungen auf die E h e ft a n d s h i l f e. Der Gewerbetreibende wird nach Möglichkeit eine Zwischenbilanz einreichen; andernfalls wird eine Gegenüberstellung der Umsätze, eine Darlegung der Unkosten usw. gegenüber dem Vorjahre erforderlich sein. In Betracht kommt auch die Geltendmachung von besonderen Abzügen vom Einkommen des Jahres 1934 wie für steuerfreie Ersatzbeschaffungen, Gebäudeinstandsetzungen und -ergänzungen usw. In diesen Fällen ist ein Entgegenkommen der Finanzbehörden bei Stundungsanträgen besonders zu erwarten. Möglich ist, daß die in dem Steuerbescheid für 1933 festgesetzten Vorauszahlun- gen für 1 93 4 niedriger als die bereits auf Grund des früheren Bescheids an früheren Vorauszahlungsterminen für dieses Jahr geleisteten Zahlungen sind. Trifft dies zu, so kann nach dem Ministerialerlaß vom 28. 2. 1929 eine entsprechende Herabsetzung der weiteren Vorauszahlungen beantragt werden. Es ist hier ausdrücklich geltend zu machen, daß sich die Einkommensteuer 1934 voraussichtlich nicht höher stellen wird als die Einkommensteuer 1933. Beispiel: Einkommensteuerschuld für 1932 800 Mark, vierteljährliche Vorauszahlungen 200 Mark. Einkommensteuerbescheid für 1933 zugestellt am 2. Juni 1934; Steuerschuld 400 Mark. Gezahlt sind am 10. März 200 Mark. Nach dem neuen Bescheid sind vierteljährlich 100 Mark zv zahlen. Ist die mutmaßliche Steuer für 1934 nicht höher als 400 Mark, so können die am 10. Juni, fD. September und 10. Dezember fälligen Vorauszahlungen auf je etwa 67 Mark herabgesetzt werden. In den oben erwähnten Fällen, in denen sich das Einkommen 1934 niedriger stellen wird als im Jahre 1933, kann gegebenenfalls in dem Anträge auf Herabsetzung der Vorauszahlungen — wegen Einkommensminderung um mehr als den 5. Teil — ebenfalls verlangt werden, daß bereits geleistete höhere Vorauszahlungen Anrechnung finden. Vogelschutz und Obstbau Leider wird die Frage des Vogelschutzes In n>d- Es ist gewiß nicht nur vom volkswirtschaftlichen Standpunkte zu begrüßen, daß sich der deutsche Obstbau nun endlich aufrafft, um dem schon zu sehr erstarkten Wettbewerb des Auslandobstes entgegenzutreten. Zur Erzeugung von Qualitätsobst ist vor allem eine planmäßige Bekämpfung der Schädlinge vonnöten, die man nach dem Vorbilde der amerikanischen Obstfarmer in erster Linie mit chemischen Mitteln durchführt. Gegen die pilzlichen Feinde, insbesondere gegen Schorf, führt die richtige und rechtzeitige Anwendung der Spritzmittel durchweg zu vollem Erfolg. Anders aber ist die Wirkung der Chemikalien gegen tierische Schädlinge. Trotz einwandfrei durchgeführter Winterspritzungen konnte das Auftreten der Apfelbaumgespinstmotte und des Apfelblütenstechers bis jetzt nicht unterbunden werden, und gerade diese Tatsache mag dazu beigetragen haben, daß man sich neuerdings wieder mehr der natürlichen Feinde der Obstbaumschädlinge, nämlich der nützlichen Dogelwelt, erinnerte. Mehr Vogelschutz! hallt es aus Versammlungen und Fachzeitschriften! Und mit Recht wird diese Forderung erhoben! Es ist keine Frage, daß das spitze Schnäbelchen der Meise die Obst- und Baumoerderber auch aus jenen Schlupfwinkeln holt, wohin kein Spritzstrahl zu dringen vermag und sie auch am Lattenzaun sucht, wohin keine Spritzlösung gerichtet wird. Dazu kommt noch, daß die Bekämpfung mit chemischen Mitteln gewöhnlich erst dann einsetzt, wenn der Schaden sich bemerkbar macht, während ein sachgemäß durchgeführter Vogelschutz eine vorbeugende Bekämpfungsmaßnahme darstellt. Noch ist dabei zu berücksichtigen, daß sich die mittelbare Schädlingsbekämpfung weit billiger stellt, als die Durchführung von Spritzungen. Vermag doch eine einzige Meise beispielsweise Schädlingsmengen bis zum eigenen Körpergewicht zu vertilgen, und ein Meisenpaar mit seiner sechsköpfigen Kinderschar im Laufe eines Jahres Insekten und deren Eier und Larven im Gewicht von eineinhalb Zentnern zu verzehren. Wenn man dabei bedenkt, daß mehrere hundert Kerfeneier nur ein Gramm wiegen, kann man den Nutzen leicht ermessen. len Kreisen immer noch als eine Spielerei betrachtet. Immer und immer wieder muh deshalb der Ruf ertönen: Vogelschutz ist Pflanzenschutz. Nach der Nistart haben wir F r e i b r ü t e r und Höhlenbrüter zu unterscheiden. Beide leiden unter großer Wohnungsnot. Gerade die nützlichsten unserer gefiebreten Sänger sind in den letzten Iah- ren ständig zurückgegangen, und zwar hauptsächlich aus Mangel an geeigneten Niststätten. Wohl wissen sich einzelne Vogelarten den veränderten Verhältnissen anzupassen, andere sind gezwungen, in Gegen- den auszuwandern, in denen sie bessere Lebensbedingungen oorfinden. Wieder andere sind dem Aussterben nahe. Die Hauptursachen der Wohnungsnot sind in der rationellen Waldbewirtschaftung, besonders in der Entfernung aller hohlen Bäume, der intensiven landwirtschaftlichen Kultur mit der Beseitigung aller Hecken und in dem Fortschreiten der Technik zu suchen. Neben der Anlage von Futterplätzen im Winter ist deshalb vor allem die Schaffung von Nistgelegenheiten ins Auge zu fassen. Es ist das große Verdienst des Altmeisters von Berlepsch, nachdrücklichst auf die Wichtigkeit der Vögel im Haushalte der Natur hingewiesen und vor allen Dingen auch Wege gezeigt zu haben, sie an ihre Heimat zu fesseln. Durch Aufhängen von Risthöhlen hat man den Höhlenbrütern Heimstätten geschaffen. Leider wurden dabei die Freibrüter ganz vergessen, deren Ristgelegenheiten infolge der erwähnten Beseitigung von Hecken und Büschen und Verlegung von Vachläufen sehr beeinträchtigt wurden. Als Ersah dafür müssen deshalb Vogelschuhgehölze geschaffen werden. Geeignete Stücke Land sind in jeder Gemarkung vor- Händen, auch nach Beendigung der Feldbereinigung. Für die Obst- und Gartenbauvereine erwächst gerade hier eine dankbare Aufgabe, die bei gutem Willen und zielstrebiger Arbeit der Beteiligten auch nicht allzu schwer zu lösen ist. Kunst und Wissenschaft. Oer Schachweltmeistersckaftskampf. In Mannheim begann die 23. Wettkampfpartie,' bei der sich der Weltmeister Dr. A l j e ch i n als Nachziehender mit der Annahme eines Damengambits verteidigte. Die Partie wurde frühzeitig interessant, da beide Spieler mit gefährlichen Angriffen drohten. Bogoliubow, der zuerst angriff, erreichte eine ausgesprochene Gewinnstellung, die er aber nicht folgerichtig ciusnützte. Immerhin ist Bogoljubow in der Abbruchstellung überlegen. Allerdings ist es nicht gewiß, ob diese Ueberlegen* beit in Gewinn umzusetzen ist. Die Partie wird am Montagabend zu Ende geführt werden. Jahrhundertfeier der Universität Vern. In Bem begänne* die großen Feierlichkeiten aus Anlaß der Jahrhundertfeier der Berner Universität, zu denen neben Vertretern der Landesbehörden u. a. Abordnungen fremder Hochschulen aus 18 Ländern erschienen sind, darunter auch Abordnungen von 22 deutschen Universitäten. Die Hessische Landesunioersität Gießen war durch ihren Rektor Professor D. Born- kämm offiziell bei der Feier vertreten. Reues von der deutschen Himalaya-Expedition. Das endgültige Hauptlager der deutschen Himalaya-Expedition Willi Merck! wurde am 22. Mai erreicht. Es liegt, wie dem „Drahtlosen Dienst" berichtet wird» auf der Endmoräne des Ra- kiot-Gletschers nördlich des Nanga-Parbat-Mafsivs in Höhe von 3600 Meter. Zu den Hochträgern aus Darjeeling sind noch zehn Balti-Leute als Verstärkung eingetroffen. Zwischen dem vorläufigen und dem endgültigen Hauptlager entwickelt sich ein täglicher Pendelverkehr. Sämtliche Lasten müssen heraufgeschafft werden, das ist eine anstrengende Arbeit bei 2 Meter Schneehöhe. Die Schönwetterlage hat nunmehr endgültig eingesetzt. Wenn sie anhält, wird das Hauptlager in den ersten Junitagen ausgebaut und beziehbar sein. Als Haustiere haben sich bet der deutschen Himalaya-Expedition inzwischen Zwei junge Wölfe in paradiesischer Zutraulichkett eingefunden. Großer Veifall ' für die deutschen Sänger in St. Louis. Botschafter Luther war dieser Tqge Ehrengast der Handelskammer von St. Louis, wo er über internationale Wirtschaftsfragen sprach. Der Festausschuß des Bundessängerfestes, das mit einem großen Konzert eröffnet wurde, erhielt Glückwünsche des deutschen Reichspräsidenten und des Präsidenten Roosevelt. Der frühere Präsident des Deutschen Sängerbundes, Georg Brauner, überbrachte ein Bild des Reichskanzlers, was. mit herzlichem Beifall aufgenommen wurde. Die mehr als 8000 Zuhörer belohnten die Darbietungen des Berliner Doppelquartetts mit brausendem Beifall. Als Botschafter Luther die Konzerthalle betrat, wurde er mit lebhaftem Händeklatschen begrüßt. Der Zeichner August Röseler f. Der betonte Kunstmaler und Illustrator August Röseler ist im 69. Lebensjahre an einem Darm- leiden in Hamburg gestorben. Der Künstler, ein geborener Hamburger, wurde in weiten Kreisen bekannt durch seine ^lustigen Zeichnunyen in den „Fliegenden Blättern", mit denen er über 30 Jahre lang die Menschen erfreute und die in erster Linie heiteres Münchener Leben darstellten. Vie jungen Gemüfe gewinnen ganz besonders an Wohlgeschmack durch einige tropfen maggpwUrze Erprobtes Rezept Frühjahrs - Oreigewüse. (Für 4 Personen.) Zutaten: V2 pfunb Spargel, 1 Pfund junge Mohrrüben, 2 Pfund junge Schotenerbsen, 2 Eßlöffel (40 g) Sutter, 1 Eßlöffel (20g) Mehl, Salz nach Geschmack, 1/2 Liter Wasser, 1 Teelöffel Maggi's Würze, fetngehackte Petersilie. Zubereitung: Den Spargel schälen, in kurze Stücke brechen, die Mohrrüben schaben, in Streifen schneiden und zusammen mit den jungen Erbsen in der Sutter andünsten. Wasser zufügen und garkochen. Das Mehl mit etwas Wasser verquirlen, zum Gemüse geben und unter ständigem Rühren gut durchkochen. Mit Salz abschmecken, Maggi'S Würze darunterrühren und feingehackte Petersilie barüberstreuen. I Lichtspielhaus Gießen I Heute Montag: Ein entzückendes Lustspiel — er- 1 frischt durch köstliche Konflikte, durch flottes Tempo — umrahmt ■ von wundervollen Aufnahmen des 1 Traunseegebietes 3364 c I Die Rosl I I vom Traunsee Hauptdarsteller; W» Herta Worell Hans Stuwe B A. v. Schlettow, Paul Otto, Curt Vesper- B mann, Gustl Stark, Gstettenbauer Vorher: Gutes Beiprogramm, Ufa-Tonwoche | Oeffentliche Erinnerung. Die Einlösung der Gewerbescheine für das Rj. 1934 kann noch bis einschließlich 13. Juni d. I. ohne Kosten erfolgen. Nach diesem Zeitpunkt muß ohne weitere Mahnung die Zwangsvollstreckung auf Kosten des Schuldners eingeleitet werden. 33700 Gießen, den l.Juni 1934. ________ Finanzamt (Finanzkasse) Gießen. Bekanntmachung. Die in den Gärten vorhandenen Schnakenlarven sollen beseitigt werden. 33670 An alle (Karteninhaber ergeht daher die Bitte, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbekämpfung dadurch zu unterstützen, daß den beauftragten Personen das Betreten der in Frage kommenden Gärten gestattet wird. Gießen, den 2. Juni 1934. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: G r a v e r t. Lw. E. 17 (a) / 34. Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Landwirts Hermann Vinz und seiner Ehefrau Jdhannette, geb. keiner, beide in Allendorf (Lahn), wird das Entschuldungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldoerhältnisse vom l.Juni 1933 heute um 12.35 Uhr nachmittags eröffnet. 33720 Die Landesbauerukasse Rhein-Main-Reckar e. G. m. b. h. in Frankfurt (Main), Vockenheimer Landstraße 25, roijb zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 5. Juli 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 26. Mai 1934. Hessisches Amtsgericht. Heugrasversteigerung von den staatlichen Wiesen. Donnerstag, den 7. Juni, vormittags 10 Uhr, in der Gastwirtschaft „Germania" in Gießen: Gemarkung Gießen: die gleichen Flächen wie im Vorjahre mit Ausnahme von Flur 57, Nr. 14, Los 1 und 2, Flur 54, Nr. 34, Los 5. Gemarkung Wiefeck: die gleichen Flächen wie im Vorjahre, mit Ausnahme der Stockwiese, Lose 80 bis 99, Herrenwiese Lose 41 bis 44, 48 bis 54, 56, 58 bis 62, 78 bis 79. Gemarkung Rödgen: Flur V/16 (Pfarrwiese), Flur VI, 46 bis 51, 57. 33710 Freitag, den 8. Juni, in Gemarkung Alten-Buseck: 13 Lose Kleegarten und Dürrgarten. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr: Kleegarten. An demselben Tage in Gemarkung Staufenberg und Daubringen: 24 Lose der Lang- und Sorau- wiese. Zusammenkunft vormittags 11 Uhr am Bahnhof Daubringen. Nähere Auskunft durch Forstamt und Förster. Gießen (Moltkestraße 3), den 2. Juni 1934. Hessisches Forstamt Gießen. 9öOnerao9en»ifHT^ senwirk.a.i.d.hartnäck.^äll.todsich u.Gar.innerh.5-6Tg.restl.m.Wurz. beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best, erst: Löwen-Drog. W.KilbingerNachf.,Seltersw.69 Sie heiraten auch Und dazu half das Ehestands- Darlehen. — Auf Ihren Darlehens-Schein bekommen Sie natürlich auch Hausgerät Wenn Sie für Ihre Aussteuer gut beraten werden wollen, so gehen Sie zu J.B. Häuser Am Oswaldsgarten zbs&a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 1 Büfett, 1 Gläfer-Eckschrank, 1 Auszugtisch, 4 Stühle, 2 gleichmäßige Betten, 1 Flurgarderobe (alles Eiche), 1 Konsolschrank mit Spiegel, 1 Oelgemälde, 1 Ladeneinrichtung für Butter und Käse, 1 Spezereieinrichtung,! Eisschrank, IWäschemang., 1 Handgrasmäher, 1 Küche (weiß), Nachttische, Waschrische, Kommoden, Tische, eine Chaiselongue, 1 Sofa, elektrische Beleuchtungen usw. 02883 Srandgaffezp., vormittags. Dienstag, den 5. Juni 1934, 14 Uhr, sollen im „Löwen" hier, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel all. Art, Stoffe, 1 Grammophon, Schnellwaag.,Ladenkass.,Radios ISchleifbanr, Mikroskope,Luven, Klaviere, Kassenschr., 1 Friseur- ladeneinricht., Badeöfen, Pelzmützen, Roto- u. Schreibmasch., !Motor,1Bohnermasch.,l Bandschleifmaschine mit Motor. Bestimmt: 1 Registriert., 1 Dampfmaschine IV, PS, 2 Nachttischlampen, Warenschränke und Regale, sowie Ladentheken. 33691) Scharmann, Gerichtsvollzieh.k.A., Gießen, Walltorstr. 48, Tel. 3108. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Vertreter für Gießen und Umgegend zum Verkauf von Holländer, Gouda-, Edamer- und Brot-Käse von seit 1875 bestehender Firma gesucht. Angebote mit Referenzen unter 32670 an den Gießener Anzeiger. [ Vermietungen | | Mietgesuche | H-b.-M Universitätsnähe eventl.mitLaden perl.Oktober zu vermieten, Ludwigstr.36. Einige tagen sofort zu vermieten. Hinden- burgwall 7. Maes llllllllllllllllllllllllllllll Mittl. Beamter mit 1 Kind, sucht sonnige 3-Zini.-Wohng. mit Küche und Zubehör i.Südviertel. Schriftl. 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Deshalb wird jede Gemeinde, jede christliche Kirche immer Liebestätigkeit haben müssen, und die Innere Mission wird solange ihre Bedeutung behalten, wie sie ein K r a f t z e n t r u m solcher Liebestätigkeit bleibt. Die Formen ■ freilich wechseln und richten sich danach, wo die Tätigkeit der Kirche einsetzt. Zukünftig wird die Arbeit der Inneren Mission davon abhängen, was der Staat mit seiner Wohlfahrtspflege angreift und angreifen kann. Immer aber wird viele Not Staatsleben. Dadurch stellt die Innere Mission ständig von Neuem auch die Verbindung zwischen der Kirche und dem Alltagsleben und den Alltagssorgen des Volkes her. Und schließlich 3. Durch die Tätigkeit der Inneren Mission spüren breite Massen des Volkes etwas von der lebendigen und praktischen Arbeit der Kirche. Die Innere Mission besitzt auch eine außerordentliche Bedeutung für das kulturelle Leben unseres Volkes. Kultur ist nicht zu denken ohne die lebendige Kraft der Seele. Das kulturelle Leben eines Volkes wird nur dann stark und gesund sein, wenn die Seele des Volkes stark und gesund ist. Ze mehr Krankheiten die Seele des Volkes bedrohen, desto schwerer ist sein Kulturleben gefährdet. Nun aber arbeitet die Innere Mission vom Innersten her, vom Religiösen, von Gott aus an der Seele unseres Volkes, und zwar gerade dort, wo sie gefährdet ist. Wir suchen nicht das Kranke zu erhalten, sondern wir suchen das Kranke gesund zu machen und zu bleibendem Dienst in die Volksgemeinschaft einzuordnen. So gesehen ist auch unsere Trinkerfürsorge und Mitternachtsmission Kulturarbeit. Denn wir wollen dadurch Krank- h e i t s k e i m e e r st i ck e n, die die Seele unseres Volkes bedrohen. Noch deutlicher wird die kulturelle Bedeutung der Inneren Mission an unserer Kinder- arbeit. 200 000 deutsche Kinder werden von der sinken plötzlich, nicht nur nach einem Sprung in das kalte Wasser, sondern oft, nachdem sie schon eine ganze Weile geschwommen sind. Jeder Laie weiß, daß er nicht erhitzt ins Wasser gehen darf, doch nimmt er fälschlicherweise an, daß ihn dann „der Schlag treffen würde". Die Untersuchungen eines Freiburger Arztes haben nun ergeben, daß es sich bei den vielen Fällen des Ertrinkens nicht evangelische Laienschulung, durch die wir evangelische Menschen für den Gemeindedienst und die evangelische Liebestätigkeit ausrichten, ihnen Festigung in Bibel und Bekenntnis geben wollen. Unsere Üaienschulung soll aber gleichzeitig Schulung im Gei st e des Nationalsozialismus sein, evangelisch und nationalsozialistisch. Beides hängt eng zusammen, ebenso wie Evangelium und Volkstum, weil Staat und Volk Gottesordnungen sind. Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, daß Abfall von Gott zugleich Zerstörung des Volkstums ist. Und so glauben wir, durch unsere kulturelle Arbeit der evangelischen Laienschulung dem deutschen Volke einen besonderen Dienst leisten zu können. zogen. Darüber hinaus liegt aber ein wesentlicher Teil ihrer Tätigkeit auf dem Gebiete der Hilfe für Kranke und Hilfsbedürftige, für Kinder und Alleinstehende. Grundsätzlich unterscheidet sich die Arbeit der Inneren Mission von aller anderen Hilfsarbeit dadurch, daß ihre Tätigkeit nicht allein Wohlfahrtspflege, sondern zugleich Evangeliumsverkündigung, Seelsorge und Volksmission ist. Inneren Mission betreut, darunter Tausende von Waisen und Tausende von Kindern, deren Elternhaus versagt. Wir sorgen dafür, daß der Mutterboden, auf dem diese Kinder wachsen, gesund ist. Don weitgreifender kultureller Bedeutung ist die Arbeit der V o l k s m i s s i o n, der wir in Zukunft einen wesentlichen Teil unserer Aufmerksamkeit zuwenden und für die wir unsere Berufsarbeiter und Helfer in allen Teilen unseres Tätigkeitsgebietes ausrüsten werden, um auf diese Weise breiteste Volksschichten zu erfassen, und für die wir neue Wege gehen wollen. Volksmission ist ebenso Evangeliumsverkündigung wie Volkserziehung, und zwar Erziehung aus dem Geistigen heraus, von der Seele her. Unter Dolksmission fällt auch die der Zug aus den Bahnhöfen fuhr, riefen sie „Heil Hitler!", an den Schranken standen sie und hoben die Hände. Wo die Häuser versanken. So sauber St. Wendel ist, so schmutzig liegt Neunkirchen da. Die Hütte, ein riesiges Werk, deren Hochöfen Tag und Nacht brennen ohne Unterlaß, liegt mitten in der Stadt. Auf den Straßen und Wegen liegt dicker, grauer Staub. Ich gebe es bald auf, meine Schuhe zu putzen; eigentlich sind sie schwarz, hier sind sie von einer merkwürdig hellgrauen Farbe. Die Schlote rauchen schon wieder, die Arbeit ist in vollem Gange. Nur die Grube liegt noch still. An einer langen Seilbahn hängen die Förderkörbe stumm und bewegungslos. Wir kommen an den Schacht, sehen in einige Körbe hinein. Sie sind bis zum Rand mit Kohle vollgepackt. Es ist allerdings keine Kohle, die die Hütte brauchen kann, sie brennt nicht gut genug für Hochöfen, im Winter wird sie an die Arbeitslosen gegeben. Wagen voll von angeschwemmtem Kohlenstaub stehen da. Der soll sogar noch besser brennen als Kohle selbst. Wir gehen um die Grube herum, kommen in einen anderen Stadtteil. Da ist eine Straße, in der sämtliche Häuser langsam in die Erde gesunken sind. Man sieht den oberen Teil der Haustür aus der Erde schauen, aus dem Erdgeschoß ist ein zweiter Keller geworden. Ein Haus ist ganz und gar verschwunden. Zuletzt sah man nur'noch das Dach, das hat man dann weggenommen, es sah zu lächerlich aus. Wir kommen an der Stelle vorüber, an der vor einigen Jahren der große Gasometer auseinanderriß.'Man zeigt mir neben der Straße eine große leere Fläche. Da haben Häuser gestanden, eins neben dem andern, wie unten in der Stadt. Sie sind alle weggerissen. * Aus jedem Haus hängt eine Fahne. Ich spreche mit einigen Leuten. Ich erfahre, daß man fo gut wie ausschließlich deutsche Waren kauft, obwohl sie durch den Zoll teurer sind als die französischen. So zeigt sich gerade in der Wirtschaft das von der Wirtschaft geleugnete Gefühl der Zugehörigkeit zum Vaterland am deutlichsten. Lieber zahlt man mehr. OieKücheneinrichtung vor 400 3. Die Reifenden ftnb alle auf einer Seite im Gang und schauen auf den Rhein. Man denkt, der Zug müßte schief stehen unter ihrer Last. Gab es bisher nur sanft gewellte Hügel, so fährt der Zug jetzt in schrofferes Gebirge hinein, schlängelt sich der Schienenstrang längs der Nahe dahin, neben den Bergen, und die Tunnels beginnen. Tal folgt auf Tal, Tunnel auf Tunnel. Immer näher kommen wir der Grenze. Der Schnellzug beginnt zu schleichen, hält an kleinen und kleinsten Bahnhöfen und Haltestellen. Wir stehen und laufen aufgeregt auf dem Gang herum, die erste Kontrolle erscheint. Wir müssen unser Geld vorweisen. Der Beamte nickt einmal im Abteil herum, dann verschwindet er wieder. Da ist Namborn, die Saargrenzstation. Wir dürfen nicht aussteigen, liegen in den Fenstern und sehen das Saarland vor uns liegen. Wir nehmen tue Koffer und Rucksäcke aus den Netzen und warten. Drei Männer in Uniform treten ein, zum erstenmal sehe ich eine französische Uniform. Der Franzose steht . sich einmal um, laßt sich zwei Soffer offnen, blickt nur kurz hinein und verschwindet wieder. Wir zücken die Hand nach den Pässen niemand verlangt sie von uns. Zoll- und Paßkontrolle sind vorbei, der Weg ist offen. Zwei Städte. An einem Berg gelehnt liegt St. Wendel. Ein Paradies für Radfahrer, die von oben herunter wollen eine Hölle für tue, tue ihr Rad den Berg hinauf'schieben müssen. St. Wendel ist eine alte Stadt, im Gegensatz zu dem benachbarten, dreimal so großen Neunkirchen. Bei-St. Wendel gibt es nur eine Grube, und die liegt einigermaßen außerhalb, daher kommt es, daß die Stadt sehr sauber ist, im Verhältnis zu den lungeren Jndustrleorten, die an derselben Strecke liegen. Es gibt hier auch ein Gymnasium, während Neunkirchen nur eine Realschule besitzt. Die Neunkirchener schicken nun ihre Söhne nach St. Wendel auf die Schule. Die Ueberlegenheit der alten Stadt wird neidlos aner= kannt. Sie ist ein geschlossenes Ganzes, eine Kleinstadt, wie es die meisten in Deutschland auch stno. Weder französische Uniformen sind zu sehen, noch irgend etwas anderes Französisches, seien es Zeitungen, Waren oder dergleichen, ja, in keinem Ort, den ich besuchte, von Grenze zu Grenze, konnte Oie sorgsättige Zahnpflege. Zur Zahnpflege gehört außer einer der Empfindlichkeit des Zahnfleisches entsprechenden harten oder weichen Zahnbürste, eine gute Zahnpaste, die folgende Eigenschaften besitzen muh: 1. muß sie in Wasser leicht löslich sein, da sie sich in der kurzen Zeit des Zähneputzens auf alle Stellen des Mundes verteilen soll; 2. muß sie sich wieder leicht von den Zähnen entfernen lassen; 3. muß sie fettlösend sein, da sie durch diese Eigenschaft das Ansetzen von Zahnstein verhindert. Eine weitere Eigenschaft der guten Zahnpasta ist die Feinkörnigkeit. Es ist leicht vorstellbar, daß eine grobe Paste den Zahnschmelz zerstört und das Aussehen der Zähne nicht hebt. beheben. Viele Menschen leiden unter einem leicht blutenden Zahnfleisch. Kaurn haben sie die Zahnbürste angesetzt, schon strömt das Blut aus den Zahn- fleischspitzen zwischen den Zähnen. Selbstverständlich müssen diese Menschen für eine weiche Zahnbürste sorgen, eventuell für eine Bürste mit Dachshaaren. Eine Kräftigung des Zahnfleisches erreichen sie durch tägliche Massagen mit einer schwachen Alkohollösung (auch Franzbranntwein). Läßt die Blutung nicht nach, so muß von einem Zahnarzt fest- gestellt werden, ob etwa eine Erkrankung des Zahnfleisches vorliegt oder ob sich zuviel Zahnstein ge- ihrem häuslichen Leben ausgezeichnet. Aus solchen Inventaren, und zwar aus den Jahren 1503 bis 1662, wurden z. B. Küchengeräte der Vergangenheit zusammengestellt, so daß wir uns eine ziemlich genaue Vorstellung davon machen können, mit welchen Instrumenten die Hausfrauen und Köchinnen der Reformationszeit hantierten. Der Kochherd befand sich noch zu Anfang des 15. Jahrhunderts unter dem Mantel des Kamins. Der Boden war zunächst mit Steinen und Ziegeln bedeckt; später verfertigte man ihn aus Gips, aber eine Verordnung von 1485 befahl die Verwendung von Eisen. Häufig war der Feuerherd mit prächtigen Reliefverzierungen ausgestattet, in denen männliche und weibliche Heilige ihren Segen zum häuslichen Tun gaben. Unter dem Kaminmantel hing an schwerer, mannigfach verzierter Kette der Kessel von rotem Kupfer, hingen die riesigen dreizinkigen Bratengabeln, zierlichere Bratspieße, die kräftigen Feuerzangen und die großen Schaufeln. Der Kessel ruhte, wenn unter ihm das flackernde Feuer entzündet wurde, in einem großen fteigbügelartigen Gestell; die irdenen Töpfe wurden auf kleinere Dreifüße gesetzt, die den Namen „die Magd" führten, lieber» Haupt hatten manche Küchengeräte ihren Namen vom Gesinde erhalten; so gab es „den Diener", ein Holzgestell, „den Burschen", eine Art Schrank zum Aufbewahren der Geräte. Noch heute gibt es in manchen Gegenden Deutschlands eine besondere Form eines kleinen Tischchens, das den Namen „stummer Diener" trägt und aus dem sich dann unser Teewagen entwickelt hat. Manche dieser Instrumente, die zunächst ganz ungeheure und uns jetzt fast lächerlich anmutende Ausmaße haben, nehmen um 1500 bereits die heute üblichen Formen an, so die Feuerschaufel und die Feuerzange, die ihre weitausladenden Arme verliert. Sehr zahlreich waren die Formen der Feuerböcke, auch Feuer- Hunde genannt, die bisweilen ganz herrliche schmiedeeiserne Kunstwerke waren. Der künstlerisch gestaltende Geist dieser Epoche entfaltet auch in den Küchengeräten seine üppig derbe Phantasie und ließ seinen Hupior selbst in den hölzernen Büchsen spielen, so z. B. in einem Salzgefäß, dessen Vorderteil die Züge eines alten Weibes mit knolliger Nase und hängendem Kinn zeigt, das die Unterlippe entsetzt vorschiebt und sein ganzes Gesicht zu den bittersten Falten zusammenzieht, als wenn es eben eine tüchtige Portion des salzigen Inhalts geschluckt hätte. Diese Verbindung vom Gebrauchsgegenstand und handwerklicher Kunst mit naiv-derben Ausdrucksformen lebt heute noch in der Volkskunst mancher deutschen Landschaften fort. um einen Herzschlag handelt, sondern um eine Ohnmacht, die den Menschen unfähig macht, sich über Wasser zu halten. Sinkt er, ohnmächtig, aber erst mit Mund und Nase unter Wasser, so bringt es in den Körper ein und führt zum Tode. Wie kommt es nun zu diesen Ohnmachtsanfällen? Durch die plötzliche Abkühlung oder durch den längere Zeit einwirkenden Kältereiz ziehen sich die Blutgefäße der Haut übermäßig zusammen und das Blut strömt in das Körperinnere. Wird dieses Zurück- ftrömen des Blutes zu stark, so entsteht im Gehirn eine Blutleere, die bekanntermaßen eine Ohnmacht auslöst. Es ist also schon ganz richtig, wenn der vorsichtige Schwimmer oder Nichtschwimmer sich vor dem Baden mit kaltem Wasser solange abreibt, bis die Haut sich an die Temperatur gewöhnt hat und den Kältereiz des Wassers aushält, ohne sich in gesteigertem Maße zusammenzuzlehen. Schwimmer, die vorhaben, eine längere Strecke zu schwimmen, sollten sich vorher gründlich einfetten. Besonders wichtig ist ein vorsichtiges Schwimmen für die Menschen, die ein'Ohrenleiden haben. Dringt das Wasser in das Innere des Gehörganges, so entstehen Gleichgewichtsstörungen, die, leicht erklärlich, zum Ertrinken führen. Die Ohrenleidenden sollten sich deshalb immer mit fettgetränkter Watte gegen das Eindringen des Wassers schützen und außerdem jedes Tauchen und llnterwasserschwim- men vermeiden. Oas Gerstenkorn. Das Gerstenkorn ist eine sehr unangenehme, wenn auch in den meisten Fällen ungefährliche Krankheit. Ohne irgendeinen besonderen Grund entsteht plötzlich an der Außenseite des Augenlides eine rötliche Schwellung, die sich mit der Zeit zu einer, Eiterpustel auswächst. Durch den Druck, den die Geschwulst auf die Lider, Augapfel und die Bindehaut ausübt, hat der Kranke außer einem starken Juckreiz auch meistens heftige Schmerzen. — Eine Linderung wird durch Wärmeanwendung in jeder Form erreicht. Kamillendämpfe, Kamillenumschläge verhüten, wenn sie sofort beim Auftreten der Rötung angewandt werden, eine schwere Eiterung, lieber Nacht kann man einen Lehmverband auflegen, der in fertigen Packungen in jeder Apotheke zu haben ist. In den schlimmsten Fällen wird der Arzt durch einen kleinen Schnitt den Abzeß öffnen. Da durch Verschleppen der Bakterien leicht mehrere Gerstenkörner hintereinander entstehen können, muß vor allen Dingen daraus geachtet werden, daß die eitrige Stelle nicht berührt wird. Forschungen über die Bergkrankheit. Während sich der Gesunde den Höhenunterschieden leicht anzupassen vermag und sich auf den Bergen oft bedeutend wohler fühlt als auf der Ebene, rönnen den Kranken, insbesondere Personen mit fortgeschrittener Arterienverkalkung und mit Her^ klappenfehlern, schon Höhenunterschiede von fünfhundert Metern empfindliche Beschwerden bringen. ich etwas davon entdecken, das auch nur den Anschein fremder Art erweckte. In den Schaufenstern sieht man nur deutsche Waren. Ungewöhnlich ist nur der Preis für den Reichsdeutschen. Unwillkürlich denkt man: Donnerwetter ist das hier teuer, solch schäbiger Schlips kostet 9 Mark? Das sind umgerechnet zwar nur eine Mark dreißig Pfennig, aber weil nicht dabei steht „Franken", 'bekommt man erst einen kleinen Schreck und faßt besorgt nach der Tasche. „Im nächsten Jahr wird alles gut". Ich klettere durch die Straßen. Im Fenster einer Buchhandlung hängen deutsche Zeitungen neben der „Saarbrücker Landeszeitung" und dem „St. Wen- deler Volksblatt." Auf der Straße spielen die Kinder wie bei uns, die Alten gehen zur Kirche wie' bei uns, aus den Fenstern liegen Männer und Frauen in der Sonne und schauen mich neugierig an. Nichts, gar nichts deutet hin auf die große Spannung, die über diesem Lande liegt. Aus den alten, steinernen Brunnen rinnt das Wasser, wie Jahr um Jahr vorher, nur die Polizei sieht etwas anders aus als bei uns, es stehen zwei Beamte am Bahnhof, sonst kann ich in der ganzen Stadt keinen erblicken. Ich komme mit einem Mann ins Gespräch. Er ist Gärtner, seine Familie seit Jahrhunderten in St. Wendel ansässig. Wir sprechen erst über das Wetter und die Umgegend von St. Wendel. Wälder soll es geben, in denen man tagelang gehen kann, ohne an ein Dorf oder eine Lichtung zu kommen. Aber bald ganz unversehens, sind wir bei der Saarfrage angelangt. Und so geschieht es mir immer wieder. Ich kann kein Gespräch anfangen, ohne daß mehr oder weniger schnell diese Frage auftaucht. Kaum sage ich, daß ich aus dem Reich bin, werde ich gefragt, was man im Reich von der Saar spricht. Aus allen Worten spricht es wie ein Aufatmen: Na, im nächsten Jahr hört das ja alles auf, im nächsten Jahr wird alles gut. Diesen Satz höre ich stets, mannigfaltig abgestuft, von manchem zaghaft, von manchem nur hoffend, von den meisten als eine unbezweifelbare Gewißheit. Der Gärtner sagt, daß dieses Vertrauen erst feit kurzer Zeit bei ihnen eingekehrt sei, seit in Berlin eine starke Hand regiere. Ich glaube es, nirgendwo in Deutschland habe ich begeisterter „Heil Hitler!" rufen hören, wie dort aus den Zügen, die in das Reich fuhren und zurückkamen. Aus den Wegen und Straßen blieben die Menschen stehen, wenn ein Zug vorbeikam, und winkten nicht, sondern hoben den Arm zum Gruß, und die im Zuge reckten sich aus den Fenstern und grüßten wieder. Aus den Häusern schauten sie und grüßten, wenn IM. b e w u ß t e u n d k l a r e P . - .-----, ----------- - . . , ■ ... zu treiben I die Innere Mission führt die Kirche durch ihre ganz Die Innere Mission hat rund 80 000 Berussarbei- auf die Tat eingestellte Wirksamkeit, den Beweis ter und -arbeiterinnen, von denen — man muß die , des Geistes und der Kraft. 2. Die Arbeit der Jnne- große Zahl der unverheirateten Diakonissen und ren Mission ist weiter ganz auf das Leben jüngeren Hilfskräfte berücksichtigen — und 30000 des Alltags eingestellt und ist auf das Familie haben. Man kann also rechnen, daß die! Engste verbunden mit dem gesamten Volks- und Innere Mission mit ihrer Arbeit rund 200 000 deutschen Menschen ständiges Brot gibt, ungerechnet diejenigen, die von uns unterstützt werden ober die an der Bedarfsbeschaffung für unsere Manche Menschen leiden an einem unangenehmen Mundgeruch, der selbst bei bester Zahnpflege nicht weichen will. In diesem Fall muß man nach der wirklichen Ursache suchen. Jede eitrige Erkrankung der Hals- und Nafenschleimhäute, der Mandeln und der Nasennebenhöhlen kann diesen Geruch erzeugen. Sind Hals und Nase gesund, so lasse man Magen und Darm untersuchen, in vielen Fällen wird hier der Grund zu finden sein. Bei Magen- und Darmerkrankungen wird man den Mundgeruch durch Abbürsten des in diesen Fällen tmt v.utu,.» ................ .. ------------... . - meist vorhandenen Zungenbelags verhüten. Eben- Lage und der Betr'iebstechnik. Das Ziel ist, in der, die Tat wird der Beweis geführt, daß die Botschaft falls kann ein leerer Magen zu dieser unangeneh- — ' - ■ • Planwirtschaft des Christentums lebendig ist. Diesen Beweis für men Erscheinung fuhren. Dagegen gibt es ja nun | die Innere Mission führt die Kirche durch ihre ganz ein einfaches Mittel, eine geringe Nahrungsaus- ........ ' nähme hilft schon. Liegt keiner der eben erwähnten Fälle vor, so ist unbedingt zu raten, einen Zahnarzt aufzusuchen. Des öfteren entsteht ganz ohne Schmerzen ein Zersetzungsherd unter einer alten Plombe. Eine neue Füllung wird dann das liebel Die Innere Mission in Staat und Kirche Von Pfarrer Themel, Präsidenten der Inneren Mission. irtschafi durch Obst — am Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU 92,65 93 Banknoten. 94,25 94 98,5 98,1 99,7 92,75 22,45 93,25 90,75 97,25 99,6 91,9 22,25 93 90,5 89,5 95,5 92,25 90 90 89'65 90 94 94 98,5 25 1,1 7,75 6,85 7,13 6,75 22,1 93,25 90,5 Politik gesprochen hatte, schloß er den Schulungsabend mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf unseren obersten Führer. . rr Bieber, 2. Juni. Der 21jahrige Schlosser Hugo Schlicht von hier erlitt gestern einen Unfall. Mit einem Bruch des linken Fußes mußte er in die Chirurgische Klinik nach Gießen emgelie- fert werden. .. p Bieber b. Gießen, 31. Mai. Unter Führung von Lisa Junker machten die I u n g m ä d e l s einen W e r b e m a r s ch in das Hinterland. Um 98 99,8 92,13 Haussammlung für den Lustsport! Bon Montag bis Freitag einschließlich werden Spenden zur Lustfahrt-Werbewoche in den Wohnungen abgeholt. Zeder (Spender fördert den Aufbau! Volke selbst verbraucht würden und nur ein Zehntel ausgeführt würde. Unser Export müsse noch gesteigert werden. Der Redner erntete dankbaren Beifall. Nachdem Pg. Lerch noch über die Außen- 98 99,6 92,4 22,4 93 90,5 89,5 96 92,9 90,25 90,25 89,9 90,25 94 94 98,65 25,5 1,1 7,75 7,15 7,4 8 6,75 1,05 7,5 7,25 7,25 7,8 94,25 94 98,65 26 7,95 7,3 7,5 8,25 6 Uhr früh waren alle zur Stelle und es ging bet fröhlichem Singen zunächst nach Königsberg, dann über Hohensolms, Groß-Altenstädten, Bermoll und Altenkirchen nach Mudersbach. Ueberall in den Ortschaften fanden die Mädchen freundliche Aufnahme. Nach längerer Rast führte sie der Weg über Erda zurück. Gegen 19 Uhr trafen die Mädchen wieder im Heimatorte ein. Schweres Autounglück bei Hüffelsheim Drei Tote und mehrere Berlehte. Rüsselsheim, 3. Juni. (LPD.) Ein Autobus, der mehrere Arbeiter nach den Opelwerken fahren wollte, verunglückte in der Nähe von Mönchsbruch, wobei er sich überschlug und in Trümmer ging. Die Arbeiter kamen unter den schweren Wagen zu liegen und konnten nur mit Mühe aus den Trümmern geborgen werden. Drei Arbeiter wurden tot geborgen, während mehrere andere teils mit schweren, teils mit leichteren Beringungen in das Krankenhaus überführt werden muhten. Das Unglück dürfte dadurch entstanden sein, daß der Lenker des Autobus einen Wagen überholen wollte, dabei die Richtung verlor und den Wagen gegen einen Baum steuerte. auch noch innere tige Einlieferung in nötig machten. — Auf der Reichsnährstandsausstellung in Erfurt erhielt der Gemeinde- ziegenbock „Stromer" den S t a a t s ehrenpreis des preußischen Landwirtschaftsministeriums. zusehen. Was sott der Sportler essen? d. Laubach, 2. Juni. Dieser Tage fiel der Dachdeckermeister Konrad Ledermann bei der Ausführung von Reparaturen vom Dache eines Wohnhauses und : Of zog sich neben zwei Armbrüchen Verletzungen zu, die feine sofor- das Laubacher Krankenhaus Die Grenze des Wohlbefindens liegt da ganz ver-f Auf ein Gesuch des hiesigen SA.-Sturmes (3/116) schieden, über eine bestimmte Grenze jedoch kann! um einen Zuschuß zur ^richtuna eines SA.-Lagers kein Kranker hinaus. Neuere Forschungen haben im Bereich des Sturmbannes 1/116 bewilligt der - - - «-■ ; Gemeinderat den Betrag von 1UU inzuc. Im Verlaufe hielt die feste Haltung bei weiter beachtlichen Kurserhöhungen an. Im Durchschnitt wurden die Anfangskurse um 1 v.H. überschritten. Darüber hinaus Farbenindustrie 139,50 bis 140, Hapag bis 28,50 nach 26,50, Norddeutscher Lloyd bis 35 nach 33,75, AKU. bis 61,13 (59,50), Daimler 49 (48), Conti Gummi ausschließlich Div. bis 142 (140,25), Waldhof 47,25 (45,65), Salzdet- furth 145 (142), Goldschmidt 68,50 (65), Chads 174,50 (169) und Tietz 19,50 bis 20 (17,75 v. H ). Die Börse blieb bis Schluß fest, allerdings ließ das Geschäft etwas nach. Zu erwähnen find noch Harpener bis 94,75 (93) und Siemens bis 137 (134), während Hapag auf 26,50 nach 28,50 zurückfielen und auch Norddeutscher Lloyd um 1 v. H. auf 34 v. H. zurückgingen. Am Rentenmarkt schlossen Neubesitz mit 22,40 (22,45), Reichsmark-Anleihen waren nochmals 0,25 v. H. höher, 4 v. H. Kom- munal-Umschuldung 80,50 (80,25). Pfandbriefs waren überwiegend gut behauptet, vereinzelt um 0,25 o. Hundert. Rheinische Hypotheken Gold um 0,75 v. H. fester. Stadtanleihen meist von 0,50 bis 1 v. H. höher, von Staatsanleihen Pounganleihs 92,40 (91,75 v. H.). Bon stemden Werten waren Schweizer Anleihen meist etwas niedriger, Ungarn und Oesterr. Goldrente weiter leicht befestigt. Am Kassamarkt waren Chem. Albert auf den überraschenden Verwaltungsbeschluß stark gesucht und mit 70 taxiert (nach zuletzt amtlich 59,75 v. H.). — Tagesgeld blieb zum Satz von 3,75 v. H. unverändert. Frankfurter Erermarkt. Frankfurt a. M., 2. Juni. Infolge des in die abgelaufene Woche fallenden Monatswechsels hat das Geschäft noch nicht die erwartete Belebung erfahren. Bei freundlicher Tendenz und weiter etwas eingeschränkten Zufuhren als Folge der jetzt schon merklich verminderten Legetätigkeit blieben die Preise für alle Sorten gegenüber der Vorwoche unverändert. Der Konsum deckte nur den notwendigsten Bedarf. Es notierten in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischeier Kl. S 9,75, Kl. A 9,50, Kl. B 9, Kl. C 8,50. Holländer Kl. S 9,50 bis 9,75, Kl. A 9 bis 9,25, Kl. B 8,75 bis 9. Dänen und Flandern Kl. S 9,50, Kl. A 9, Kl. B 8,50. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 2. Juni. Im Buttergeschäft blieb die Haltung während der ganzen Woche sehr ruhig. Seitens des Kleinhandels erfolgten nur Abrufe für den laufenden Tagesbedarf. Die Eingänge in deutscher Butter waren zwar mehr als ausreichend, einen stärkeren Druck auf den Markt übten sie indessen nicht aus. Die Großhandels- Einst andspreise hielten sich weiterhin unverändert und zwar kostete deutsche Markenbutter 127,00 und feine deutsche Molkereibutter je nach Qualität 123 bis 125 RM. per 50 kg Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Juni. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 1755 Rinder (464 Ochsen, 165 Bullen, 495 Kühe, 631 Färsen), 546 Kälber, 16 Hämmel, 14 Schafe, 4071 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 26 bis 35 Mark, Bullen 25 bis 32, Kühe 14 bis Färsen (Kalbinnen) 25 bis 34; Kälber 32 bis 53; Schweine: al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 50; a2) Fettschweine über 300 Pfund usw. 30 bis 42 Mark. Marktverlauf: Rinder und Schweine schleppend, Kälber, Hämmel und Schafe ruhig. Kreis Alsfeld. * Homberg, 1. Juni. „Auf nach Homberg" so lautete am vergangenen Sonntag die Parole, die durch die HI. in und um Homberg verkündet wurde. Die NSG. ,Kraft durch Freude" hatte zu einem bunten Abend in die Stadthalle eingeladen, und diesem Ruse waren etwa 400 Volksgenossen gefolgt. Eröffnet wurde das abwechslungsreiche Programm durch einen schneidigen Marsch, der Kapelle H i s s e r i ch. Dann sprach der Kreisbetriebszellenobmann Pg. Hartmann (Nie- der-Ohmen). Er führte unter anderem aus, daß zur Erreichung des Zieles, das sich die NSG. „Kraft durch Freude" gestellt habe, in erster Linie die Familie als Urzelle eines jeden Staatslebens erfaßt werden müsse. Erst wenn dies erreicht sei, dann sei die Arbeit keine vergebliche gewesen. Hervorragend gefielen die reizenden Tanzfzenen der kleinen Müllerstöchterchen. Der Beifall wollte kein Ende nehmen. Der-urwüchsige Humor von Herrn Schnabel (Wiesbaden) löste viel Freude aus. In angenehmer Form wurde manche Lebensweisheit vermittelt. Das gleiche Ziel verfolgte Lehrer Kraus (Ruhlkirchen) mit feiner Laienspielschar, die in ihren Leistungen hervorragendes zeigte. Viel Spaß erweckte der fidele Handwerksbursche Herr Fr. Lang (Alsfeld) mit feinen originellen Witzen. Ein besonderer Genuß waren die vier Lieder, die Herr Nikolaus (Nuppertenrod) zu Gehör brachte. Der Abend bedeutete vier Stunden reinster Freude. Preußen. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 1. Juni. Das Kre 1 samt Wetz- l a r teilt mit: Mit Rücksicht auf die außerordentliche Bedeutung, die der Ernte für die Ernährung der Bevölkerung zukommt, werden die Landwirte darauf hingewiesen, das Lagern von Getreide, Heu, Grummet usw. in unmittelbarer Nähe des Bahnkörpers wegen der damit verbundenen Brandgefahr zu vermeiden. p. Sieber, 1. Juni. Die NSDAP. undNSBO. hielten bei Scherer einen gut besuchten Schulungsabend ab. Pa. K. R e e h sprach über das Gesetz zur nationalen Arbeit. Er zog Vergleiche zwischen dem Liberalismus und dem Nationalsozialismus. Liberalismus bedeute: alles seinen Gang gehen lassen; Nationalsozialismus aber: Kampf um die Arbeit, Selbstgestaltung des Lebens, Mithilfe am Auf- und Weiterbau zum Wohle des Volksganzen. Die Wirtschaft solle selbständig sein, ihre Führung solle aber unter allen Umständen vom Reich überwacht werden. Der Redner wies noch darauf hin, daß neun Zehntel unserer Produktion vom deutschen Starker Durst ist durch Mundspülungen mit lauwarmem Wasser zu bekämpfen, gegebenenfalls durch kleine Mengen Zitronen- oder Himbeerlimonade. Bei starkem Schweißverlust ist die Flüssigkeitszufuyr zu steigern. Bei starkem Schweiß werden auch nicht unerhebliche Kochsalzmengen aus dem Körper ausgeschieden, die wieder ergänzt werden müssen, damit es nicht zu Magenerkrankungen kommt. Sehr empfehlenswert sind vhosphathaltige Getränke, am besten wirkt bei besonders anstrengendem Sport Phosphorlebertran. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe der zuletzt deichlosienen Dividende an. — ReichsbankDiskom 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. t% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 •% efcm.7% Dt. RetchSanl. v. 1929 SH% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche 8Lnl..2lblöl.-(5djulb nttt Ausios.-Rechten ............. Desgi. ohne AuSloj.-Rechtr...... •% efcm.8% Hess, volvstaal 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Heg. Landesbank Darmstadt Gold OL 12.................. 6%% Hess. Landes-Hypothekeo- 6an! Darmstadt Liqui......... Oberhelsen Provinz-Anleihe mit BuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten »% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 1% eben. 7% Franks. Hyo.-Bank Goldpse. 16 unkündbar btl 1936 IKi% ehem. *y,% Franks. Hhp^ Bank-Liqu.-Psandvrtese....... »K% ehem. *y,% Rheinische Hyp.-Bank»Ltgu.»Goldpse..... 6% ehem. 6% Pr. Lande-Pfandbrief anstatt, Pfandbriefe R. 19 •% eocm. 7% Pr. Landerpfand- briesanstatt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Berrechnuna-kur». 4% OesterretchtsHr Soldrrntr.. 4,20% Oesterreichische Sllberrrntr 4% Ungarische Goldrente...... 4% Ungarische Staat-rente v. 1910 4%% de-gl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihr von 1911 4% Dürktsch* Bagdadbahn-Anleihe Oberhessen. Gemeinderat in Grünberg. + Grünberg, 1. Juni. Der seitherige Beigeordnete Karl Möller wurde durch Verfügung des Staatsministeriums vom 25. April für die Dauer von sechs Jahren bestätigt. Bürgermeister Dr. M i I d n e r nahm die durch das Gesetz vorgeschriebene Verpflichtung durch Eidesleistung und schriftliche Unterzeichnung der Bestellungsurkunde vor. Der Kaufmann August Röhm bittet um die Erlaubnis zur Aufstellung seiner Tankanlage am Ausgang der Bismarckstraße. Der Bürgermeister wird beauftragt, mit der Provinzialdirektion und dem Hochbauamt Gießen, die seither aus verkehrstechnischen und feuerpolizeilichen Gründen nicht glaubten zustimmen zu können, nochmals zu verhandeln. Die Preise für den Besuch des Waldschwimmbades für die diesjährige Badezeit wurden vom Gemeinderat nach folgenden Sätzen beschlossen: a) Dauerkarten: Familienkarten (einschl. Kinder bis 20 Jahren) 10 RM. (1933: 12 RM.), Einzelkarten für Erwachsene mit Kabinenbenutzung 7 RM., mit Hallenbenutzung 5 RM (1933: 8 bzw. 6 RM.), Einzelkarten für Kinder, Schüler und Studierende mit Kabine 3 RM., mit Halle 2 RM. (1933: 4 bzw. 3 RM.), Familienkarten für Sommerfrischler für zwei Wochen 3 RM., Einzelkarten für Erwachsene 2 RM.; b) Einzelkarten: Erwachsene mit Kabine 25 Pfg., mit Halle 20 Pfg., Kinder 10 Pfa. Geschlossene Schulklassen je Person 5 Pfg., Zuschauer- farten für Erwachsene 15 Pfg., für Kinder 10 Pfg. Die Ausübung des Wirtschaftsbetriebes im Bade soll öffentlich an den Meistbietenden vergeben werden. Die Ernährungsweise des Sportlers bedarf besonderer Beachtung. Reine vegetarische Kost ist für Sportsleute nicht geeignet, vielmehr empfiehlt sich gemischte Kost, die gut zubereitet und avpetitlich dargereicht sein soll. Im übrigen hat die Waage zu entscheiden, ob die Ernährung richtig ist. Ist der Kalorienbedarf höher, als er durch die Nahrungszufuhr gedeckt wird, so kommt es zum lieber» training und zu unerwünschtem Gewichtsverlust. In diesem Falle müssen mehr Fleisch, Käse, Milch, eventuell auch Eier gegessen werden. Im entgegengesetzten Falle ist die Verwendung dieser Nahrungs- mittel einzuschränken. Zum Ausgleich einmaliger besonderer Sportleistungen ist Fett- und Zuckernahrung zu empfehlen, weil sie am schnellsten vom Körper ausgenommen wird. Kohlehydrate sollen während des Trainings nur mäßig zugeführt werden, weil sie sonst Gase bilden und damit Herzarbeit und Atmung erschweren. Das Trinken ist auf ein Mindestmaß zu beschränken. Der Flüssigkeitsbedarf des Körpers kann teilweise auch ' besten gekocht — gedeckt werden, durch Mundspülungen mit lau- Erläuterungen zum ReichSbankauSweiö vom 31. Mai. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Mai 1934 hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks Lombards und Wertpapieren um RM. 329,7 auf 3955,4 Mill, erhöht. Im einzelnen haben die Be-, stände an Handelswechseln und -schecks um 271,6 auf 3173,8 Mill., an Reichsschatzwechseln um 10,5 auf 14,0 Mill, und an Lombardforderungen um 50,1 auf 124,5 Mill, zugenommen, dagegen die Bestände an deckungsfähigen Wertpapieren um 2,2 auf 320,3 Mill, abgenommen. Die Bestände an sonstigen Wertpapieren zeigen mit 322,7 Mill, eine Abnahme um 0,3 Mill. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 280,9 Mill, in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 271,9 auf 3635,4 Mill, erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 75,6 auf 1436,2 Mill. zu. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich auf 54,4, Diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung von 9,6 Mill, neu ausgeprägten und 13,1 Mill, wieder eingezogenen auf 228,3 Mill, ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 537,7 Mill, eine Zunahme um 15,8 Mill. Die Bestände an Gold und deckungs- ähigen Devisen haben sich um 18,6 auf 135,8 Mill, vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 16,8 auf 130,1 Mill, und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 1,8 auf 5,7 Mill, abgenommen. Die Deckung der Noten betrug am Ultimo 3,7 Prozent gegen 4,6 Prozent am 23. Mai ds. Js. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Juni. An der Wochen- schluhbörse setzte fick Besserung des Kursniveaus weiter fort und die Umsatztätigkeit war in manchen Spezialpapieren schon von Beginn ziemlich lebhaft, aber auch sonst hat die Geschäftstätigkeit durch die erhöhte Publikumsbeteiligung eine beachtliche Vermehrung erfahren. Da auch die Kulisse mit neuen Käufen folgte, herrschte allgemein eine feste Tendenz, wobei die Kurserhöhungen z. T. wieder beachtliches Ausmaß annahmen. Neben dem bekannten Umtausch der Neubesitzanleihe als anregendem Faktor machte vor allem die außenpolitische Entspannung, insbesondere die Einigung in der Saarfrage, einen nachhaltigen Eindruck. Farbenindustrie eröffneten bei lebhafteren Umsätzen mit 138,75 um 1,50 v. H. fester, Deutsche Erdöl lagen behauptet. Elektrowerte lagen etwas ruhiger, jedoch ebenfalls meist etwas höher; etwas stärker AEG., die in Anpassung an Berlin 1,75 v. H. gewannen. Am Montanmarkt setzten die meisten Werte bis zu 1 v.H. fester ein, darüber hinaus erhöhten sich Phönix um 1,65 v. H., Mannesmann und Klöckner um je 1,25 v. H. und Harpener 1,50 v.H. Erneut stärker beachtet und erhöht waren am Schiffahrtsmarkt Norddeutscher Lloyd mit plus 1,75 v. H, Hapag gewannen 0,50 v. H., AG. für Verkehr 0,75 v. H. Im übrigen lagen Reichsbank 1 v. H., Daimler 0,75 v. H., Kunstseiden- und Zellstoffwerte von 0,50 bis 0,75 v. H. freundlicher. Am Renten markt zogen Neubesitzanleihe bei lebhaftem Umsatz (etwa 300 000 Mark) um 20 Pf. auf 22,45 v. H. an, auch Stahlverein-Bonds weitere plus 0,13 v. H. (74,65). Späte Reichsschuldbuchforderungen und Reichsmark-Obligationen erhöhten sich um 0,25 bzw. 0,25 bis 0,50 v. H. Sehr fest waren weiterhin Wiederaufbauzuschläge mit 57,50 bis 58,50 v. H. Landkreis Metzen. ? Lich, 3. Juni. Am Samstagabend gab das Gießener Stadttheater in der hiesigen Turnhalle sein drittes Gastspiel des Jahres. Zur Aufführung gelangte unter der Spielleitung von Anton Neuhaus das rheinische Lust- piel „Schneider Wibbel" von Hans Müller-Schlös- er. Obwohl dieses Stück nicht gerade zu den jüng- ten Schöpfungen der Bühnenliteratur gehört, verehrte es trotzdem ober vielleicht gerade darum auch hier nicht feine Wirkung. Lange hatte sich das Theaterpublikum nicht mehr so gut unterhalten, als bei der Aufführung dieses Volksstückes voll herzerfrischenden Humors. Das gute Spiel der Künstler erntete zum Schluß reichen Beifall. ♦ Birklar, 2. Juni. Der Landwirt Heinrich Wagner von hier wurde, als er ein junges Pferd zäumen wollte, von dem jungen Tiere so heftig mit den Hufen geschlagen, daß er mit einer schweren Schädelverletzung und mit einer Brust- guetschung in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden mußte. * Hvlzheim, 3. Juni. Der 23jährige Schneider Wilhelm Ze iß von hier erlitt beim Handballspiel einen Unfall. Er zog sich einen Schlussel- beinbruch zu, so daß er in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden mußte. O Weitershain, 2. Juni. Der Gastwirt Heinrich Theiß feierte gestern im Kreise seiner Angehörigen seinen 8 0. Geburtstag. Herr Theiß versieht noch heute wie vor 50 Jahren die Wirtschaft und erfreut sich noch aller körperlichen und geistigen Frische. Kreis Schotten. gelehrt, daß Patienten, die mit solchen oder ähnlichen Krankheitserscheinungen zu tun haben, auch Bergbahnen meiden sollen, die in größere Höhen als zweitausend Meter gehen. Dies gilt namentlich für Leute mit Arteriosklerose, auch wenn sie erst mit leichteren Anfällen zu tun hatten. Desgleichen ist große Vorsicht geboten bei höherem Blutdruck, bei Luftansammlung in den Geweben (infolge von Verletzungen der Lunge und der Luftröhre), ferner bei allgemeinem körperlichem Verfall (etwa infolge von Tuberkulose, Krebs usw.), bei Blutungen der Netzhaut, bei bestimmten Stadien der Zuckerkrankheit, bei stark entwickelter Blutarmut und dergleichen. Solchen Kranken wird der Höhenunterschied umso verhängnisvoller, je schneller Die Ueberwin- Dung Der Höhenunterschiede vor sich geht. Es ergibt sich Daraus, daß man vor allem bei Seilbahnen sehr vorsichtig sein muß. Hier können unter UmftänDen auch schon kleinere Höhenunterschiede recht nachteilige Folgen haben. Leute mit unzureichenden Nierenfunktionen und mit schweren Her3- ftörungen müssen vor allen Dingen auf sich acht geben, auch dann, wenn die Bergbahn in nur wenige hundert Meter Hohe führt. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist als eine der Hauptursachen für Das Auftreten der Beschwerden Die geringere Sättigung Der roten Blutkörperchen mit Sauerstosf an- Frontsuri a. DL Berlin Schluß» hird Echlußk. Abend» börse Schluß fert Schluß», mittag» Datum 1.6. 2-6. 1.6. 2.6. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Echlußk. Abend» börse Echluß» kurs Ecblußk. Mittag» börse Schluß» kurS Echlußk. Abend» börse Schluß» fürs Echlußk. Minag- börse Datum 1.6. 2-6. 1-6- 2.6. Datum 1-6 2-6. 1.6. 2-6. 4% de-gl. Serie 11 ............. 7,2 7,2 3,9 7 7,2 4 Martfelder Bergbau......... O Aokswerke ............. O 72,25 73,25 71,9 74,25 95,25 49,25 226 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4 94 47 225,5 6,4 3,6 6,4 3,45 Phontr Bergbau.............O 47 49 4% Rumänische vereinh. Rente 3,65 3,5 Rheinische Braunkohlen .....10 223 225 8 *4% Anatolier ............ 31,13 31.65 31,5 32 Rhein stahl................O Bereinigte Stahlwerke........O 91,25 92,5 91 93,5 41,75 40 41,5 40 Hamdur-.Amerita.Pate: ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd ......... 25,75 32 26,5 34 24,75 23,75 31,5 26,65 25,5 33,25 Otaoi Minen ............O 13,75 106 143 14 14,5 106 142,5 14,25 107,25 107 145 0 0 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 107 106 145 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 65,25 66 65,25 67 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 84,25 84,5 85,25 85,75 3- G. Yarben-Jndustrte.......1 137,25 139,5 137,13 139,65 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Dis conto- Gesellschaft................ Dresdner Bank.............. 0 50 50 50 50 Scheideanstatt......... 9 Goldschmidt ................O 195 65,25 38 196 68,5 40,25 81 65,5 38,4 80 68,5 40,65 81,25 0 52,5 59,75 152.5 53,5 59,75 153,5 52,5 59,75 53,5 RütgerSwerke ............... O 0 59,75 154,5 Metallgeiellschaft.............0 79,5 Reichsbant ................ 12 153,25 Philipp Holzmann .... .. O 59 60,25 100 59 61,75 0 0 25,75 133 24 132,5 26 132,9 Zementwerk Heidelberg ...... O Le «entwert Karlstadt.........O 99,75 - Betula........ 132,75 99,75 I 124 124 - Delir. LieferungSgelellschäft... 6 100 98,9 100,5 Licht und Kraft........ Fetten & Guilleaume....... 6 103,5 104,5 103,25 104,5 Schultheis Patzenhoser ....... O •— — 101,25 104,9 0 56,5 58 56,9 59 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... O 58,9 61 57,5 60,5 A'Äsd-'-^ektr.UnlernehtMMg. 6 Rheinische Clekttüttät ........ 6 97,25 98 97,13 98,5 Bemberg..............O 69,5 70 68,5 70 — — — — - Zellstoff Waldhof ............ O 45,25 47,25 44,9 40,75 47 Schuckert SEo......... 6 86 86,25 85,25 87,25 Zellstoff Aschaffenburg .......Ö 40,5 41,5 41,4 Ziemens L Halskr.. ...... 7 133,5 115 135,5 115,75 133,75 116 137 Dessauer Gas ......... 7 - - _ 121,5 47,5 62 123,25 48,9 62,5 LahmeverSGo............. 10 116,75 47,25 61,65 49 62,5 Deutsche Linoleum ...........O Khierntf ................... 0 73 73,75 73 74,25 Cremtetn & Koppel..........O — — 60 62,75 Deutsche Erdöl ........ ... 4 117,5 58,5 91,5 118,25 117,25 118,25 Leonhard Tietz ..............O 17,75 20 18,13 20 Gelsenkirchener ........... o 62 59,9 62,25 94,75 73,25 Tbade......................10 169,5 174 171 172,5 Harpener.................. o 93 91,65 Asrumulatorrn-FabrÜ........O 169 170 168,5 171 Hoesch Bsen—Oöln-Neuesse« . 0 69,9 LontbGumm«...............O 147,25 142 147,5 141,25 Ilse Bergbau .............. 1 — —— 143 Ilse Bergbau Genüsse....... l 112 113,75 111,75 114,5 Gritzner................. C 1 - 22,25 | 22,5 64 65,25 63,5 64 66,25 63,65 Matnkrastwerke Höchst a-SJL... 4 Süddeutsch« Buder ......... e 1 72,5 ! 175 1 175,5 Wanaömann-gWtaw N(MM c 61,13 61,4 1 175,75 I 175,5 1-Juni 2.Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Seil' Brie« Geld Brie- Buenos Aires 0,593 0,597 0,608 0,612 Brüssel..... 58,52 58,64 58,48 58,60 Rio de Jan. . 0,149 0,151 0,151 0,153 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,79 56,91 56,69 56,81 Dm,zig..... 81,60 81,76 81,60 81,76 London ..... 12,715 12,745 12,69 12,72 HelsingforS?^ 5,619 5,631 5,609 5,621 Paris ..... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland ... 169,68 170,02 169,48 169,82 Italien.... 21,46 21,50 21,68 21,72 Japan ..... 0,756 0,758 0,755 0,757 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Cslo..... 63,94 64,06 63,79 64,91 Wien...... 47,45 47,55 47,45 47,55 Lissabon... 11,57 11,59 11,55 11,57 Stockholm.. 65,55 65,69 65,43 65,57 Schweiz ... 81,42 81,58 81,37 81,53 Spanien... 34,29 34,35 34,25 34,31 Prag...... 10,43 10,45 10,43 10,45 Budapest .. — — Neuyork... 2,509 " 2,515 2,507 2,513 Berlin, 2- Juni Geld Brief Amerikanische Violen.............. 2,46 2,448 Belgische Noten.................. 58,32 58,56 Dänische Noten ................ 56,54 56,76 Englische Noten ................. 12,545 12,705 Französische Noten............... 16,46 16,52 Holländische Noten .............. 169,06 169,74 Italienische Noten................ 21,56 21,64 Norwegische Noten .............. 63,62 64,88 Deutsch Cesterreich, 1 1OO Schilling Rumänische Noten............... _ _ Schwedische Noten............... 65,27 65,53 Schweizer Noten................. Spanische Note»................. 81,19 34,11 81,51 34,25 Ungarische Note» •••••••••••••••« Kr. 127 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheffen) Montag, 4. Juni W Gegen Nörgler, Miesmacher, Kritikaster Große Kundgebung der NGOAP. in der Volkshalle. Die Kreisleitung der NSDAP, hatte ihre Gliederungen zur Teilnahme an einer großen Kundgebung gegen die Nörgler und Miesmacher aufgeforbert. Der Ruf n>ar nicht ungehört verhallt. Sämtliche Gliederungen der NSDAP, der Stadt und des Kreises Gießen nahmen teil und viele Volksgenossen hatten sich eingefunden, um den Redner, den Gaupropagandaleiter Müller-Scheld zu hören. SA., SS., HI. und VdM. marschierten geschloffen nach der Volkshalle, viele Betriebe unserer Stadt vereinigten ihre Arbeitskameraden unter der Fahne der Betriebszelle, um ebenfalls geschloffen der Volkshalle zuzustreben; viele andere Volksgenossen strömten zum Ort der Kundgebung und gegen 14 Uhr war die Dolkshalle nahezu bis auf den letzten Platz besetzt. Etwy 5000 Menschen mögen sich zu der Kundgebung eingefunden haben. Mit großer Spannung harrte man der Ausführungen des Gaupropagandaleiters. Der Musikzug der SAR. unter der bewährten Stabführung des Musikzugführers Herrmann leitete mit?einem schneidigen Marsch die Veranstaltung ein. Unter den Klängen eines weiteren Marsches betrat der Redner des Tages den Saal und wurde von allen Anwesenden stehend mit erhobener Hand begrüßt. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches wurden dann die Fahnen der Ortsgruppen, Fahnen Es sei Kicht zu leugnen, so begann der Redner, baß in manchen Kreisen unserer Bevölkerung Unzufriedenheit herrsche. Das habe verschiedene Ursachen. Es könne und werde nicht geleugnet, daß Fehler gemacht worden seien, denn die nationalsozialistische Bewegung sei eine junge Bewegung. Es könnten nicht alle, die am Werke sind, Meister fein'. Ls frage sich aber, ob die Fehler, die gemacht worden find, im Verhältnis zu dem bereits Erreichten so große seien, daß die Unzufriedenheit gerechtfertigt wäre. So sei sicherlich manches z. B. in der Pevsonenbe- setzung nicht so, wie wir es selbst wünschten. Umwandlungen aber, wie sie die nationalsozialistische Revolution mit sich gebracht habe, könnten aber auch nicht ohne jede Schwierigkeit vor sich gehen. Unsere Gegner seien nicht die einigen, die die Fehler erkennen. Die Führer im Reich, in den Gauen und in den Kreisen wüßten ganz genau, wo es noch fehle. Jene, die heute kritisieren, seien aber früher nicht in der Lage gewesen, ihre eigenen Fehler zu erkennen. Wenn jemand in der Bewegung heute am verkehrten Platze stehe, so werde es kein halbes Jahr mehr dauern und er werde dort feinen Dienst tun, wo seine Arbeitskraft besser verwertet und seinen Fähigkeiten mehr Rechnung getragen ist. Insbesondere aber gelte es heute gegen drei Arten von Menschen anzukämpfen, die der Bewegung gerne am Zeuge flicken möchten. Da sei in erster Linie der Jude; die von ihm drohende Gefahr könne leicht erkannt werden. Man könne verstehen, daß er sich wehre. Seine starke Stellung im Nachkriegsdeutschland sei durch die nationale Revolution gebrochen worden. Er benütze jetzt natürlich jede Spur von Unzufriedenheit, um Unruhe zu stiften. Leider leihe mancher unzufriedene Bauer schon heute wieder dem Juden das Ohr. Es gebe aber dann eine zweite Gruppe von Menschen, an die man nur mit gemischten Gefühlen denke: an jene Menschen mit sehr hohen Stehkragen und mit einem Glasscherben im Auge. Der Krieg habe sie nicht etwa ausgerottet, jene allzu vornehmen, die national waren „bis in die Knochen", der teilnehmenden SA.-Formationen und die vielen Fahnen der Betriebszellen eingebracht. Kreispropagandaleiter pg. Schmelz eröffnete die Kundgebung. Mit großer Freude stellte er die Teilnahme sämtlicher Organisationen der Partei fest. Es sei, so führte er u. a. aus, auch schlecht denkbar, daß sich auch nur eine Gliederung hätte ausschließen wollen. An der geschlossenen Front der Bewegung und der Partei sollten und müßten alle Angriffe der Nörgler und Miesmacher abprallen. Besonders heiße er aber die Reichswehr willkommen, der es heute'nicht mehr, wie einst, verboten sei, an politischen Kundgebungen teilzunehmen.. Der Gruß des Redners galt ferner dem Reichstreubund und den Mitgliedern des Maler- und Tünchermeister-Landesverbandes Rhein- Main, die ihre Anwesenheit in Gießen dazu benützten, trotz Fahnenweihe und Arbeitstagung, an der Kundgebung teilzunehmen. Gerade diese Tatsache sei ein Beweis dafür, daß alle Organisationen mit der politischen Organisation eines Willens sind. Das müsse besonders hervorgehoben werden, weil es noch manchen Volksgenossen gebe, der den guten Willen zur Mitarbeit nicht ausbringe oder nicht aufbringen wolle. Schließlich begrüßte Kreispropagandaleiter Schmelz den Redner der Kundgebung. nur nicht sozial... Jene Menschen haßten uns, weil sie zurückgedrängt worden seien. Ihnen aber müsse gesagt werden, daß die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht nicht gestohlen, sondern hart erkämpft hätten. Die dritte Gruppe spekuliere aus Glauben und Frömmigkeit, um sie gegen den Nationalsozialismus auszuspielen. Es gebe ganz vorzügliche Geistliche. Ihre Arbeit in seelsorgerischer Hinsicht werde ihnen niemals bestritten, vielmehr würden sie stets dabei gestützt werden. Aber die Erörterung politischer Fragen gehöre nicht zum Arbeitskreis eines Geistlichen. Gewarnt werde vor allem davor, den Versuch zu machen, Trennungslinien aufzurichten, einen Separatismus heraufzurufen, der zu trennen drohe, was zusammengehöre. Mit Gerüchten könne sehr schnell eine Stadt verseucht werden. Die Gerüchtemacher aber seien schlecht zu fassen. Witze, die gemacht würden, um Führer lächerlich zu machen, seien von Interessenten bewußt unter das Volk gebracht. Es würde den Nationalsozialisten aber nicht schwer fallen, hier einmal ein abschreckendes Exempel zu statuieren. Das was der Nationalsozialismus wolle, ist der eine große Wunsch, daß jedermann den Führer begreife und dann hinter ihm stehe. Nach der zweiten, weniger glücklichen Schlacht bei Tannenberg im Weltkrieg habe einmal ein Journalist Hindenburg gefragt, warum diese Schlacht weniger guten Erfolg gezeitigt habe. Und da habe Hindenburg gesagt: Weil die Beter hinter der Front fehlten! Adolf Hitler habe die Marxisten und das Zentrum vernichtend geschlagen. Jetzt werde zum zweiten Schlag ausgeholt, da sich Grüppchen bildeten, die zu kritisieren begannen und nörgelten. Da seien nun allenthalben auch die klugen Besserwisser da, die da sagen: Wenn ich Hitler, Göbbels, Göring wäre, dann täte ich ... — von der Klugheit jener Leute habe man vor 1933 allerdings nichts gehört. Wenn heute bei den übergeordneten Parteistellen Beschwerden vorgebracht werden würden, dann müßte von dem betreffenden Volksgenossen auch der Beweis für falsches oder ungerechtes Handeln des Beschuldigten angetreten werden. Es bedürfe der positiven Beweise und der — Zivilkourage. Wer anklagen wolle, müsse auch den Wut haben, seine Anklage schriftlich zu Protokoll zu geben. Er, der Redner, habe da schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Wer zu klagen habe, müsse öffentlich dafür eintreten können. Es gehe nicht an, daß zu Hause und am Stammtisch nur gescholten und räsonniert werde und auf der Straße werde doch stramm ,^)eil Hitler!" gerufen. — Es fei vielen unserer Volksgenossen, die uns feindlich gegenüber; standen, viel zu gut gegangen. Die Bewegung sei bei der Machtübernahme viel zu rücksichtsvoll gewesen. Wer den Nationalsozialismus verstehen wolle, müsse den Führer zu verstehen versuchen. Wer ihn verstehe, werde nie mehr an der Seite der Meckerer zu finden sein. Adolf Hitler stamme aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Er habe sich sein Brot früh selbst hart verdienen müssen, habe keine Gönner gehabt. Immer sei er auf eigene Kraft angewiesen gewesen. Adolf Hitler habe einmal zur Kunstschule in Wien gewollt, aber die Aufnahme wurde ihm verweigert, weil er keine „Zeugnisse" besaß. Es habe sich gerade hier bewiesen, daß das beschriebene Papier kein ausschlaggebender Faktor sei. Wie stünde wohl jener Mann vor ihm, der ihn damals abgewiesen hat, wenn er ihm heute gegenübertreten müßte? Und dann sei der Führer Hilfsarbeiter auf dem Bau geworden und habe das Wiener Proletariat und gleichzeitig den Fleiß des Arbeiters kennengelernt und in München — die Kunst. Er sah und horte Theater, Musik, die Werke der Klassiker, erlebte die Welt des deutschen Geistes und erkannte die Werte, die er der Menschheit gab. Und bann sei das große Erlebnis über ihn gekommen: der Kriegsausbruch, ber taifunartige Willensausbruch bes beutfchen Volkes. Er zog hinaus, erlebte bie ungeheure Organisation bes beutfchen Heeres, bie Sturmfluten ber beutfchen Solbaten an allen Fronten, erlebte es mit eigenen fliegenden Pulsen. Dann die Kameradschaft. Er spürte, wie an der Front die Spreu von Weizen geschieden wurde, wo es gleichgültig wurde, ob der Kamerad zu Hause ein Bauer oder ein Millionär war, wo nur die Kraft, der Wille, der Charakter, das Erbgut galten. Da habe er dann nach dem Kriege in München den Satz ausgesprochen, daß er aus dem deutschen Volke die Starken herausholen wolle. Den Zusammenbruch des deutschen Volkes habe er in allen Fasern erleben müssen und doch gleichzeitig erkannt, daß er vom Schicksal als der Führer und Erretter bes deutschen Volkes bestimmt war. Sein unvergleichlicher Kampf um die Macht fei in unser aller Erinnerung. Einmal habe er es mit Gewalt versucht. Er habe dafür IV2 Jahre im Gefängnis sitzen müssen. Jener Zeit verbankken wir bas Buch: „Wein Kampf!". Und bann habe die Parole geheißen: „Wir wollen die Macht auf legalem Wege erringen!" Das Volk fei in der Folge durch die Herzen und die Seelen gewonnen worden. Und zu einer Zeit, da die Sprengung der Partei versucht wurde, habe er, der Führer, sich schon in Gedanken mit der Machtergreifung beschäftigt. Nun sei der Nationalsozialismus im Besitze der Macht! Aber: Was habe er übernommen? Mit Zentnergewichten am Fuß gehe der Führer seinen Weg, langsam, Schritt für Schritt. Für feinen schweren Weg brauche er bas ganze Volk hinter sich unb nicht einen hausen Nörgler. Zu nörgeln unb unfruchtbare, negative Kritik zu üben, sei Verbrechen am Volk. Der Führer aber habe nicht nur unmögliche Finanzverhältnisse übernommen, sondern auch einen ver- Gaupropagandaleiter Mller-Schetd spricht... elenbeten Bauernstand, eine blutleere Industrie unb — ein Heer von 6V2 Millionen Arbeitslosen. 300 Stunden müßte man ausharren, wollte man dieses Heer in Achterreihen an sich vorüberziehen lassen. Und nun, nach 1% Jahren, seien vier Millionen in Arbeit gebracht. Sie arbeiten zum Teil um geringeren Lohn, aber es sei tausendmal besser als sie arbeitslos zu sehen. Was verzehrt werden solle in unserm Volke, müsse erst gewachsen sein. Man könne nicht heute Weizen säen und in 14 Tagen ernten wollen. In Deutschland gebe es nicht weniger als zwei Millionen erbkranke Menschen, für die jährlich 350 Millionen Mark ausgegeven werden müßten. Der crbgefunbe Mensch habe bisher kaum eine Unterstützung erfahren können. Wenn die Entwicklung und Vermehrung der Erbkranken nicht aufgehalten würde, wäre die deutsche Nation in 75 Jahren ein ruiniertes Volk. Der Führer habe dieser Entwicklung das Sterilisierungsgesetz all Bollwerk entgegengesetzt. Die Welt sei keine Fürforgeanstall, sondern ein Kampfplatz, auf dem sich nur ber Lebenstüchtige behaupten könne. Einem wahren Christen werde es nicht gleichgültig sein können, ob das deutsche Volk in einem bestimmten Zeitraum ein Volk von Minderwertigen sei, ober ob die kommenden Generationen kraftvoll und aufrecht durch die Straßen schritten. Im deutschen Volke müsse aber auch der Wunsch zum gesunden Kinde wieder wach werden. Die junge Frau müsse die Mutterschaft und die Arbeit um des Kindes willen auf sich nehmen und sich nicht nur „ausleben" wollen. Der Führer wolle die freudige Gefolgschaft aller Deutschen. Er wolle sie nicht „beherrschen". Für bas Volk habe der Führer gelitten, seien 300 gestorben, seien viele Tausende zerschunden worden an Leib und Seele. Das dürfe nie vergessen werden. Der Führer wolle nicht Krieg, wolle nicht stürmen; die Franzosen hätten besser daran getan, ihre Bahnanlagen so auszubauen, daß nicht alle fünf Minuten ein Unglück passiere, anstatt eine „Zone des Todes" aus Stahl und Beton von der Nordsee bis 3ur Schweiz zu bauen. Dem Führer Adolf Hitler sei es gelungen, eine Verständigung mit Polen zu erreichen. Was den Pazifisten nie gelang, gelang ihm wie über Nacht. Die ganze Well schaue jetzt auf Adolf Hitler, unb es werbe bie Zeit kommen, wo bie Völker kommen unb fragen werben: Was sollen wir tun, um unser Haus wieber in Orbnung zu bringen. Die Wett sehe mit Staunen auf bas neue beutsche Wunber. Angesichts biefer Tatsache bürfe es einst vor ber Geschichte nicht heißen: Eine große Zeit fanb ein kleines Geschlecht! Niemand von uns dürfe den Kopf hängen lassen. Das Volk müsse einig bleiben. Mit Adolf Hitler lebe ober sterbe das deutsche Volk, mit dem deutschen Volk bestehe oder zerfalle Europa, mit dem europäischen Kontinent stehe oder falle die weiße Raffe. Wir müssen die Zeichen der Zeit verstehen. Dementsprechend müsse unsere Haltung fein. Jeder müsse willens und geartet sein, zu den Starken und Geraden zu gehören. Mit einem dichterischen Wort beschloß Gaupropagandaleiter Müller-Scheld seine mit großer Aufmerksamkeit und anhaltendem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Kreispropagandaleiter Gchme'z forderte in feinem Schlußwort dazu auf, die Nörgler beiseite zu schieben, sich das Haus rein zu halten von Miesmachern und aufrechten geraden Sinnes weiter zu arbeiten für Volk und Vaterland und den Bestand der Nation. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf unseren Führer Adolf Hitler wurde von der Versammlung lebhaft ausgenommen und füllte vieltausendstimmig den Raum. Der gemeinsam gesungene erste Vers des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes beschlossen die Kundgebung. Allerlei Geschichten von Kirschen und Königen. „Die Lust der Knaben und Vögel" wurden die an den Bäumen reifenden Kirschen einmal genannt, und mancher Junge hat sich schon die Hosen zerrissen, wenn er heimlich ein solch früchteschweres Bäumlein bestieg, um sich dort, inmitten des Spatzengezänks, die Kirschen ohne den Umweg über den Händler einzuverleiben und sich, mit Kirschenohrringen geschmückt, aus dem Garten zu stehlen. Aber in der Schar der Kirschenliebhaber finden sich neben den Knaben und Vögeln auch große Könige und Feldherren, und von ihnen und manch anderen, die durch Selbstzeugnisse, Briefe, Geschichten und Sagen mit den Kirschen in Gutem ober Bösem verbunden sind, soll hier berichtet werden. Der Schöpfer ber berühmten römischen Gartenanlage, der Horti Luculliani aus dem Monte Pincio' Lucius Licinus Lucullus soll unter der kostbaren Kriegsbeute, die er von seinem Sieg über den König Mithridates (64 n. Ehr.) im Triumphzug nach Rom führte, auch einige Bäume mttgebracht haben, die sich von unschätzbarem Wert erwiesen, auch als alle anderen Beutestücke längst vermodert waren. Es waren Kirschbäume vom Rande der pontischen Wüste zwischen Sinope und Trapezunt, aus der Stadt Kerasus, der sie auch ihren Namen cerases" verdanken. Aber nur eine edlere Kirschensorte kann es gewesen sein, die der römische Feldherr für so wertvoll hielt, daß er ste mit nach Rom führte; denn wilde Kirschenarten gab es damals chon in Italien wie in allen anderen Landern Europas. So sind in Dänemark und Böhmen Lehmabdrücke von Kirschen aus ber alleren S em- zeit gesunden worden, und auch die Pfahlbauten aus ber jüngeren Steinzeit in der Schweiz und die Stätten der französischen ~cr Bronzezeit sind Fundorte von Kirschensteinen. In jenem Triumphzug aber zog bie Ebelkirsche bei uns ein, bie bald vielfach gezogen und den wilden Kirschbäumen aufgepfropft wurde. * Noch waren aber die Edelkirschbäume eine seltene Kostbarkeit, und die Chronisten rühmen eines der Meistergüter Karls des Großen, der dort neben 100 Birn- und 115 Pflaumenbäumen 1125 Kirschbäume setzen ließ. Ein reicher Legendenkranz rankt sich bald um den Kirschenbaum, dessen zweimalige Blüte in einem Jahr das schlimme Omen zugesprochen wird, daß sie Krieg ansage. Aber auch eine segenspendende Kraft wird dem Kirschbaum nachgesagt, der aus einem Kirchkern erwachsen ist, den ein Vogel zur Erde fallen ließ. Eine Wiege muß aus ihm verfertigt werden, und das Kind, das in ihr gewiegt wird, vermag Erlösung und Glück zu bringen. * Auch Friedrich II., dem großen Dreußen- fönig, haben die Kirschen gemundet, und der sonst so sparsame Monarch, der für sich selbst die geringsten Ansprüche stellte, hat angeblich seinen Appetit auf Kirschen schon im Januar nicht bezähmen können unb einmal für 180 Kirschen 180 Taler bezahlt, für jede Kirsche also einen Taler. In der Schatzkammer von Berlin soll das Aktenstück darüber aufbewahrt fein. Und rührend ist die Entschuldigung, die ber König seinem getreuen Freders- borf gegenüber für diese einmalige große Ausgabe schriftlich beilegte: „Du wirst schmälen, daß gestern vor 180 Thaler Kirschen gegessen worden und ich werde eine liederliche Reputation machen. Soll auch gewiß nicht wieder vorkommen." Viel Kummer aber haben die Kirschen den Schauspielern vom „Goethe-Theater" in Lauchstädt gemacht, worüber uns ein Brief des Schauspielers Becker aus dem Jahre 1799, also vor der Ueber- nahme der Theaterleitung durch Goethe, berichtet. „Schon seit mehreren Vorstellungen hatten anbere Schauspieler die Erfahrung gemacht' daß Kirschkerne aus das Theater geworfen wurden, ja von einem sagt man, daß er durch das ganze Stück soll wirklich getroffen worden sein, und er hat es ertragen! Auch wurden! während der Akte alle grünen Blätter, welche in den Kirschkörbchen liegen, über das Orchester weg aufs Theater geworfen, so daß man, wenn der Vorhang aufging, wie in einem grünen Garten war. Daß dieses so eine Weile hin- gegangen, hatte die Herren so kühn gemacht, und so machten sie denn vor Anfang der „Räuber" solch einen Lärm, wie ich ihn Zeit meines Lebens noch nicht in einem Schauspielhaus erlebt... Die Wache, solche Ruhe gebot, wurde ausgelacht und so fort. Wie der zweite Akt anging und ich meinen Monolog als Franz Moor hielt, kam mir ein Kirschkern auf den Tisch, an welchem ich saß, geflogen. Ich stand auf und trat vor und sagte zu einem Trupp, der vorn am Orchester saß und Kirschen aß: „Was soll das? Kirschkerne auf das Theater zu werfen! in einem festen unb befehlenden Ton, welchen ich so ganz in meiner Rolle als Franz Moor inne hatte. Sie fingen an, zu pochen, aber alles zischte: „Stille!" Wie es stille war, ging ich in meiner Rolle weiter und durch das ganze Stück herrschte Ruhe und Stille, wie niemals. Nach der Vorstellung brachten mir die Studenten, welche selbst höchst unzufrieden über den Auswurf unter ihnen sind, ein Vivat vor meiner Tür, und bis jetzt hat sich keiner wieder unterstanden, Kirschkerne ober Blätter auf bas Theater zu werfen." * Den Beschluß dieser heiteren Geschichten um bie Kirsche soll ein altes Volksrätsel machen, bas Karl Simr 0 ck mit besonberem Stolz in sein „Deutsches Rätselbuch" aufnahm. In ihm vereinigt sich bie Freude am Blühen unb Reifen der Kirsche mit ber Wehmut, bie ben Rötseldichter beim Anblick ber bunteirot leuchtenden Frucht mit ihrem samtenen Schimmer befiel. „Als ich von meiner Mutter kam, Halt' ich ein schneeweiß Hemdchen an, Als mir Gott ein grünes gab, Goß er drein Blut und Wein Und dazu ein Herz von Stein." Arzt-Honorare in alter Zeit. Einen interessanten Einblick in bie Honorare, bie bie Aerzte vor einem Dierteljahrtausend erhielten, gewährt eine Gebührenordnung vom Jahre 1686, die im Augsburger Städtischen Archiv aufbewahrt wird. Es wird da genau vorgeschrieben, wieviel der Arzt für seine Bemühungen nehmen darf: „Für den ersten Gang zu einem Bürger und dessen Angehörigen in gemeinen Schwachheiten sollen dem Medico ein halber Gulden gebühren, und für jeden folgenden Gang, soviel deren auf Begehren der Kranken ober feiner Freunde geschehen, ein Viertel eines Guldens. In gar langwierigen Schwachheiten, da über drei oder vier Gänge wöchentlich vonnöten, soll der Patient eine ganze Woche einen Gulden zugeben und der Medicus nach Gelegenheit der Schwachheit zu erscheinen schuldig sein. In potagies und ansteckenden affectibus soll für den ersten Gang ein Gulden und für den folgenden jeden ein halber Gulden erleget werden. Da zween oder mehr Medici zusammen gefordert würden, soll für die erste (Konsultation jedem ein Goldgulden verehrt werden, und so der Patient ferner ihrer sämtlichen Erscheinung begehrt, soll er jedem für jeden Gang einen halben Gulden zu reichen schuldig fein wegen vieler Versäumnis, die in solchen zu gewisser Stund an- gesetzten Zusammenkünften sich befinden. Für eine Visitation nächtlicherweise soll dem Medico ein Gulden präsentiert werden. Für fremde Personen, welche in der Stadt schwach liegen, soll anstatt der ganzen, halben und viertel Gulden ganze, halbe und viertel Reichstaler gegeben werden; nämlich in gemeinen Schwachheiten für den ersten Gang ein halber Reichstaler, für den folgenden ein viertel Reichstaler, in gefährlichen giftigen Morbi doppelt soviel. Für Reisen zu ausländischen habhaften Kranken, mag ber Mebicus begehren von jeber Meil bis zum Patienten einen Reichstaler unb von jedem Tag. bis er wieder zu Haus kommt, zween Reichstaler. Herren, Standesperfonen aber und vor- nehme vom Adel wissen selbst der Medicorum Fleiß und angeroenbete Mühe mit mehreren zu erkennen; bahero gemeiniglich ber Mebici bei solchen Personen ihrer Diskretion alles anheimgeben." Die „Taxvrb- nung ber Barbierer" schreibt vor, baß für „einen Armbruch mit einer Röhre zu heilen" 6 Gulben, für einen „Armbruch mit beiben Röhren" 12 Gulben, für bie Heilung eines Beinbruches bei Erwachsenen 18 Gulben unb bei Kinbern 12 Gulben zu zahlen finb. Für „Schenkelabschneiben samt Kur" barf der Barbier 24 Gulden fordern, unb vielsagend schließt bie Verorbnung: „So ber Patient matt ober gar stirbt, gibt man bie Hälft". Da man in jener Zeit für breioiertel Reichsgulben einen Scheffel Roggen kaufen konnte, so sind diese Preise erstaunlich hoch und sicherten jedenfalls dem Arzt ein gutes Auskommen. 6od)fd)ulnad)nd)ten. Dem Leiter der Chirurgischen Abteilung des Ru- dolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin, Professor Dr. Willy Usadel, wurde der ordentliche Lehrstuhl der Chirurgie und bie Leitung ber Chirurgischen Klinik an der Universität Tübingen übertragen. Der ao. Professor für Kunstgeschichte an ber Universität Erlangen, Dr. Alsreb Stange, würbe zum Drbinarius in Erlangen ernannt. Der Privatbozent Lic. theol. Gerharb von Rad an ber Universität Leipzig hat einen Ruf auf das alttestamentliche Ordinariat an ber Universität Jena angenommen. Der Münchener Privatbozent Dr. Berthold Mueller erhielt einen Ruf auf ben ordentlichen Lehrstuhl für gerichtliche Medizin an der Universität Göttingen. Aus der Provlnzialhauptstadi Wenn am Walde die Heckenrosen blüh n! Vor Jahren war's. Da mußte ich zur schönen Sommerzeit im Bette liegen. Ich konnte nur die rauschenden Baumwipfel droben auf der Höhe sehen und den Sonnenschein darauf. War das fünfter, geöffnet, dann strömte der Duft der Gärten herauf. Da erschien eines Tages ein Kind des Nachbars, ein kleines Mädchen, und brachte mir von ihrem Spaziergang einen Strauß Heckenrosen mit. Es waren nicht nur die Blumen, die mir die Tränen in die Augen steigen ließen, sondern auch die roten Backen und die glänzenden Augen des Kindes, wie es mit ganzem Herzen und dem innigen Wunsch, mich bald wieder gesund zu sehen, vor mir stand! Wir waren schon lange Zeit die besten Freunde. Aber die größte Freude bereitete mir das blonde Kind mit dem Strauß Heckenrosen. Da standen sie denn nun neben meinem Bette, und mein Blick flog hinauf nach dem Hohlweg, der neben dem Wald herläuft und in dem Taufende von Röschen blühen. Der herrliche Duft erquickte mich, die zarten Farben beruhigten und erfreuten zugleich. Und ich dachte an die vielen Vogelnester, die im Blattwerk der Sträucher gar gut vor den Räubern geschützt sind. Wie haben es die kleinen Vögel schön, wenn sie dort im grünen, schattigen Blätterhaus zur Welt kommen, wenn sie noch Tage und Wochen von den sorgenden Eltern behütet und gefüttert werden. Sobald sie ihre Augen öffnen, sehen sie die goldnen Sonnenstrahlen, die hier wie Pfeile durch die Blätter dringen und kleine helle Pünktchen und Flecke auf das Grün malen. Sie selber aber, die kleinen Vögel, liegen gesichert auf weichem Lager, lassen sich füttern, hören den Gesang des trefflichen Vaters, der nicht weit von ihnen auf einer Buche sitzt, und schwelgen im herrlichen Dufte der Heckenrosen! Das sind so die Gedanken, die uns unwillkürlich kommen, wenn wir im Bette liegen müssen, wenn draußen im Walde die Heckenrosen blühen. Ja, im Herzen tief innen ist alles daheim, der Freude Saaten, der Schmerzen Keim. Drum frisch sei das Herz und lebendig der Sinn, dann brauset, ihr Stürme, daher und dahin! Wir aber sind allzeit zu singen bereit: Roch ist die blühende, goldene Zeit, noch sind die Tage der Rosen. (Roquette.) Um so dankbarer nehmen wir die Wunder der Natur entgegen, wenn wir gesund und hoffnungsfroh den Wald durchstreifen, wenn wir staunend stehen bleiben vor dem Rosenstrauch. Die schlichte Schönheit des Heckenrösleins hat es von jeher dem Menschen angetan. Da ist keine überschwengliche Pracht, keine große „Aufmachung". Nur fünf aarte Blütenblättchen, außen dunkel, innen hellrosa gefärbt, leuchten uns entgegen, umhüten die goldgelben Staubfäden. Aber ein wunderbarer Duft entströmt den einfachen Blümchen. Besonders schön sind die jungen Knospen, die sich eben öffnen wollen. Wir sagen: Frisch wie eine Heckenrose! Oder: Sie blüht wie eine Heckenrose! und tun recht daran. Denn all der Zauber eines herrlichen Sommertages wirkt auf uns, strahlt uns entgegen, wenn mir Die Heckenröslein sehen, wenn ein Strauß von ihnen unser Zimmer schmückt. L. Der Dank der SA. Die SA.-Standarte 116 teilt uns zur Veröffentlichung mit: Die S A.- Standarte 116 dankt allen denen, die am SA.-Spendetag ihre Opferfreudigkeit bewiesen haben. Sitzung des provinzialausschuffes der Provinz Oberheffen. Es kamen folgende Gegenstände zur Verhandlung: 1. Der Klage des Bezirksfürsorgeverbandes des Obertaunuskreises Bad Homburg v. d. H. gegen den Bezirksfürsorgeverb anL des Kreises Friedberg auf Erstattung von Pflegekosten für Rudolf Schneider aus Vilbel im Betrage von 627,50 Mark ist stattgegeben worden und der Beklagte verurteilt, me aus dem Pflegefall entstehenden, notfalls in einem besonderen Verfahren festzusetzenden Kosten zu tragen. 2. In der Klagesache des Bezirksfürsorgeverbandes des Landkreises Eschwege, vertreten durch den Magistrat der Stadt Eschwege, gegen den Bezirksfürsorgeoerband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Fürsorgeaufwendungen für Christine Muskat, geb. Schäfer aus Eschwege wurde die Urteilsverkündung ausgesetzt. 3. Eine Klage des Bezirksfürsorgeverb-andes der Stadt Fulda gegen den Landesfürsorgeverband Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg, auf Erstattung von Krankenhauskosten für Friedrich Hartmann aus Essen wurde kostenpflichtig zurückgewiesen. NS. Gemeinschaft,,Kraft durchIreude" Täglich mehren sich die Anfragen nach den Ferienzügen in alle Deutschen Gaue. Meistens herrschen Bedenken, wie es überhaupt möglich sein könnte, in der Hauptsaison der Reisezeit so viel Sonderzüge fahren zu lassen, wie in der Vorsaison. Daß hier keinerlei Bedenken bestehen, beweist die Tatsache, daß auf der Tagung der Gauwarte, die dieser Tage in Berlin stattfand, annähernd 130 Land-Sonoerzüde mit je 1000 Mann für eine Woche Urlaub ms Programm gesetzt wurden. Für insgesamt 37 000 Arbeitskameraden und -kamera- binnen wurden Seereisen in Aussicht genommen. Nachstehend geben wir auszugsweise die Züge wieder, die aus unserem Gaugebiet Hessen-Nassau im Juni, Juli und August die Vornotizeit. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Rosl vom Traun- fee". ♦* Schwerer Verkehrsunfall. Am gestrigen Sonntag nachmittag wurden in die Chirurgische Klinik zwei Studenten, der 23 Jahre alte Hans Schnell aus Bad-Nauheim und der 20- jährige Gustav G e r l a ch e r aus Schwanheim eingeliefert, die beide bei einem Motorradunfall in der Nähe von Klein-Linden Gehirnerschütterung und Weichteilverletzungen erlitten hatten. ** Verhängnisvoller Sturz vom Fahrrad. Die 20jährige Haustochter Emmi Horn von hier kam am Schiffenberg durch einen Bruch der Lenkstange ihres Fahrrades so schwer zu Fall, daß sie mit einer Gehirnerschütterung in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. **Die Bekämpfung der Schnakenlarven. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt weist darauf hin, daß die in den Gärten vorhandenen Schnakenlarven beseitigt werden sollen und bittet daher alle Gartenbesitzer, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbekämpfung dadurch zu unterstützen, daß den beauftragten Personen das Betreten der in Frage kämmenden Gärten gestattet wird. (Siehe die heutige Bekanntmachung.) ** Langersehnter Regen. Der Bauer und der Gärtner haben lange auf einen ausgiebigen Regen gewartet. Am Samstagmorgen begann es für kurze Zeit zu tröpfeln. Der Segen von oben dauerte aber nicht lange. Erst am Samstagabend zu später Stunde öffneten sich die Schleusen des Heute beginnt unser neuer Vornan Katarina kann sich nicht entscheiden in den Gießener Jamil ienbtättern Volksgenosien hinaus bringen in andere Gegenden und andere Gaue unseres schönen deutschen Vaterlandes. 1. Zug vom 24. Juni bis 1. Juli: Pommersche Seeküste. 2. Zug vom 8. Juli bis 15. Juli: Bayerischer Wald. 3. Zug vom 15. Juli bis 22. Juli: Oestliche Ostsee (Rügenwalde). 4. Zug vom 22. Juli bis 29. Juli: Bodensee. 5. Zug vom 5. August bis 12. August: Glatzer Bergland. 6. Zug vom 12. August bis 19. August: Nordsee. 7. Zug vom 19. August bis 26. August: Erzgebirge. 8. Zug vom 19. August bis 26. August: Holstein (Ostsee oder Nordseeküste). 9. Zug vom 26. August bis 2. September: Allgäu. Nähere Anweisungen werden demnächst durch die Zeitungen befanntgeaeben, insbesondere die Höhe der Unkosten für diese Fahrten. NGLB., Fachschaft Höhere Schule. Mittwoch, 6. Jyni, 15.30 Uhr, im Turnsaal der Oberrealschule: Sitzung der Fachschaft Höhere Schule (Gießen-Stadt) Vorträge der Amtsgenossen Hahn und Schlosser. Anschließend Bezirksversammlung des NSLB. Dr. Adolph. Himmels ganz sacht, dann aber weiter und weiter und schließlich entwickelte sich ein schöner Landregen, der fast die ganze Nacht und auch am Sonntagvormittag noch anhielt. Erst gegen Mittag hellte sich der Himmel auf und die Sonne brach sich Bahn. Mancher Gartenbesitzer mag sich darüber gefreut haben, daß er nun für eine Reihe von Tagen das anstrengende Gießen sparen kann, ganz abgesehen von den wohltätigen Wirkungen, die ein gediegener Landregen sonst auf alles Grüne ausübt. Dem Bauern dürfte ein Teil feiner Sorgen um die Ernten abgenommen worden fein. ** Versammlung der Neuhaus- und Eigenheimbesitzer. Man berichtet uns: Die vor einiger Zeit gegründete Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes deutscher Neuhaus- und Eiaen- heimbesitzer hielt dieser Tage ihre erste Mitgliederversammlung im Cafö Ebel ab. Das mit der Führung der Ortsgruppe beauftragte Vorstandsmitglied P. Schirmbeck erstattete Bericht über die in Darmstadt stattgefundene Ver- treterversammlung der Neuhaus- und Eigenheim- befitzer für ganz Hessen. Den Ausführungen war zu entnehmen, daß der Landesverband Hessen unter der tatkräftigen Führung von Bauinspektor Pg. Dörr- Worms und des Geschäftsführers Pg. Schneidsr-Darmstadt im Jahr 1933 die Zahl feiner Mitglieder von 1000 auf 5270 steigern konnte und so innerhalb eines Jahres 2/s aller Neuhausbesitzer in Hessen in seine Reihen aufnehmen konnte. Dem Doraehen aller Landesverbände, gestützt auf das von ihnen gesammelte Material über die Notlage des Neuhausbesitzes, sei es nicht zuletzt zuzuschreiben, daß die Reichsregierung den Neuhausbesitzern Erleichterungen zugestanden habe. Als die weitgehendste Maßnahme sei der Fortfall der gemeindlichen Grundsteuer ab 1. Oktober 1933 zu erwähnen, für deren Ablösung das Reich 50 Millionen RM. zur Verfügung gestellt habe. Aus demselben Fonds könnten Neuhausbesitzern weitere Erleichterungen bei der Aufbringung der Zinsen und Tilgung für das staatliche Bauoarlehen gewährt werden, wenn ihr Einkommen die festgesetzte Grenze nicht überschreite. Wenn diese Erleichterungen von den Neuhausbesitzern durchaus anerkannt werden, so bleibe doch die Kernfrage für den Neuhausbesitz die Frage der Zinssenkung in Verbindung mit einer Schuldabwertung bestehen, da nur hierdurch dem Neuhausbesitz grundlegend geholfen werden könne. Daß die Reichsregierung dies erkannt habe, zeigen die unter dem Vorsitz des Staatsrats Görlitzer - Berlin wiederholt geführten Verhandlungen mit den Vertretern der großen Hypothekenbanken und dem Neuhaus^efitz, die über die Notwendigkeit einer raschen und durchgreifenden Hilfe keinen Zweifel gelassen hätten. Wenn es trotzdem noch nicht zu einer Zinssenkuna gekommen sei, so liege dies daran, daß die Reichsregierung das Zinsenproblem noch nicht einseitig zugunsten des Neuhausbesitzes lösen könne, sondern Dies nur im Rahmen einer allgemeinen Zinssenkuna für alle Wirtschaftszweige möglich fei. Bei der Dringenden Notlage des Neuhausbefitzes stehe jedoch zu erwarten, daß die Reichsregierung sich weiteren Erleichterungen nicht verschließen wird, wenn nicht der Neu- hausbesitz, der doch immerhin einen beachtlichen Teil unseres Volksvermögens darstelle, ganz zum Erliegen kommen solle. — Die Versammlung befaßte sich noch mit einer ganzen Reihe für den Neuhausbesitz wichtigen Fragen, meist jedoch lokaler Natur. ** Unterhaltungsabend der Verbrauchergenossenschaft. Die Verbrauchergenossenschaft veranstaltete am Samstag im Saale des Katholischen Vereinshauses für ihre Mitglieder eine Famifienzufammenkunft. Das Konzertprogramm brachte Darbietungen der verschiedensten Art, die durchweg weitgehendes musikalisches Können verrieten. Als Solist war Karl Luft (Gießen) gewonnen worden, der mit einer Anzahl ernster und heiterer Lieder aufwartete. Die Zuhörer nahmen feine Darbietungen sehr beifallsfreudig auf. Zwischendurch erfreute er auch durch humoristische Beiträge. Geschäftsführer Schneider hielt eine kurze Begrüßungsansprache, in der er darauf hin- wies, daß der Abend zur Vertiefung der Gemeinschaft in genossenschaftlichem Sinne dienen solle. Es dürfe nicht verkannt werden, daß im vergangenen Jahr in der Konsumvereinsbewegung vieles wieder gut gemacht worden sei. Es habe sich um Sein oder Nichtsein gehandelt. Es fei Pflicht der Verbraucher, die Genossenschaft zu unterstützen, zumal es sich auch darum handele, die gesparten Groschen der Arbeiterschaft zu erhalten. Fräulein H e u t g e n s (Düsseldorf) sprach dann zunächst über -die Erzeugnisse aus einem Betrieb der Einkaufsgenossenschaft der Konsumvereine. Die Ausführungen der Rednerin, die mit rheinischem Humor gewürzt waren, fanden reges Interesse und reichen Beifall. Frl. Heutgens trug außerdem durch ihren Humor wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Sehr unterhaltsam waren die sonstigen humoristischen Einlagen. Das Schlußwort sprach Geschäftsführer Dietz. ** Heugrasver st eigerungen von staatlichen Wiesen finden am Donnerstag, 7. Juni, in der Gastwirtschaft „Germania" zu Gießen statt. (Siehe die heutige Anzeige.) Llnd nun, Ellen? Vornan von Käthe Metzner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 22 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er wußte nur, daß es um die Ehre seines Hauses ging. Um die Ehre! Das raubte ihm fast die Besinnung. Er nahm den Hörer von der Gabel. Die Zentrale meldete sich. „Das Werk in Wahren, bitte!" Zitternd stand der alte Mann da. Rote Funken tanzten vor seinen Augen. „Direktor Meinhardt! Bitte, Herr Geheimrat — Fräulein Ehlers? Ach ja — richtig. Die ist da. Sofort fristlos entlassen? Ja — ja — gewiß, Herr Geheimrat!" „Ja, sofort! Die Dame verläßt augenblicklich den Betrieb. Welche Kündigungsfrist hat sie? Halojähr- lich? Soso?! Ja, es war meines Sohnes Wunsch. Gut — zahlen Sie das Gehalt auf ein halbes Jahr aus. Sofort — allerschnellftens. Die Papiere können Sie nachschicken. Schnellstens." Unverständliche Worte drüben. Der Geheimrat hatte schon aufgelegt. Nun wurde er ruhiger. Ganz ruhig. Jetzt glaubte er, richtig gehandelt zu haben. Wenige Minuten später brachte ihm ein Bürobote die tägliche Post. Obenauf die Zeitungen. Aengstlich, als wären es unbekannte Sprengkörper, entfaltete er die „Nachrichten" — und erblaßte. „Furchtbarer Mord an der Gattin des bekannten Erfinders Rainers von Rakenius. Rakenius wegen dringenden Verdachtes sofort verhaftet." Der Geheimrat sank in seinen Sessel nieder. In seinem Hirn wirbelte alles durcheinander — alles. * Für den Tatmenschen verliert das Elend alle Schrecken, sobald er nur wieder Verantwortung auf feinen Schultern fühlt. So erging es Ellen Ehlers seit dem Tage ihrer ersten Tätigkeit hier draußen in der Fabrik für ätherische Oele. Sie stand gerade am Fenster, ihrem Lieblingsplatz, und beobachtete die Reagenz in einem kleinen Gläschen. Der weiße Labormantel hob ihre Schönheit zu berückender Süße und Lieblichkeit. Doch Ellen wollte ja nicht wie die Durchschnittsfrau wirken. Schaffen wollte sie, schaffen — und täglich, wie jetzt, hinunter in das Treiben des Wetters sehen können. „Sie möchten bitte in das Büro kommen. Der Herr Direktor verlangt Sie!" Eine fremde Stimme riß Ellen plötzlich aus ihren Betrachtungen. Ellen fuhr herum. Röte färbte ihre zarten Wangen. Wie ein Goldrahmen umgaben die hellblonden Locken das feine Oval ihres Gesichtes. „Ich komme sofort!" sagte sie mit freundlicher Bereitwilligkeit. Sie stellte das Reagenzglas auf den Ständer und ging mit leichten, federnden Schritten hinter dem Boten her. „Herein! Ach, Sie, Fräulein Ehlers! Ja — hören Sie mal — tut mir ehrlich leid. Doch — Sie müssen sofort nach Hause gehen. Hm! Hm! Sie müssen mich verstehen. Ich war mit Ihren Leistungen sehr zufrieden. Anweisung vom Generaldirektor — sofort entlassen!" Der Direktor stotterte verlegen. Noch nie war ihm ein Auftrag so schwer geworden. Unerträglich schien es ihm, zu sehen, wie alle frohe Ahnungslosigkeit in dem schönen Mädchengesicht einer schmerzlichen Hilflosigkeit wich. So bittere Verzweiflung stand in den großen, reinen Kindesaugen, daß der Direktor sich erschüttert abwandte und auf feinen Schreibtisch starrte. „Entlassen — fristlos entlassen? Warum?" Wie ein furchtbarer Schrei aus unendlich gequälter Brust kamen die Worte. Nebel wogten vor Ellens Augen. Rote, seltsame Nebel, die sich unablässig drehten — drehten. So übel wurde iyr. Sie begriff nicht. „Sie werden alles Nähere erfahren, liebes Fräulein Ehlers. Mehr kann ich im Augenblick nicht sagen." Die Worte des Direktors waren eine halbe Lüge, denn er glaubte selber nicht daran, daß die Generaldirektion einer Angestellten über ihre Anordnungen Rechenschaft geben werde. „Sie bekommen ja auch Ihr Gehalt auf ein halbes Jahr ausgezahlt. Gehen Sie nur — gehen Sie..." „Wer ist denn der Herr Generaldirektor? Vielleicht ... Ich habe doch nichts getan. Ich war ja fo froh und fo dankbar.. „Don Rakenius?" Nichts weiter mehr hörte Ellen als diesen Namen. „Von Rakenius..." Noch einmal wiederholte sie ihn und preßte die Hand auf das unheimlich klopfende Herz. Kurze Zeit darauf schritt sie an dem Portier vorbei, eine Aktentasche mit ihren zwei weißen Mänteln unter dem Arm. Mit letzter Kraft ging sie vorwärts auf der langen unbebauten Straße/ Doch dann kam sie nicht weiter. Wo an der Kreuzung die ersten Häuser anfingen, standen ein paar Bänke. Nur ruhen — ausruhen! Ein anderer Gedanke war nicht mehr in ihr. Zu Tode erschöpft sank sie auf eine nasse Bank. Sie merkte nicht, wie die Feuchtigkeit allmählich durch ihren dünnen Mantel drang — spürte nicht, wie die wässerigen Schneeflocken sie langsam einschneiten. „Was tut ihr mir, ihr Menschen? Was nur? Was tue ich euch? Ach, warum laßt ihr mich nicht einmal, nur einmal kurze Zeit ausruhen. Ich wollte ja nichts, nur arbeiten — arbeiten — den Verlust der geliebten Mutter überwinden — und dich, Rainer von Rakenius! Nun verfolgt ihr mich..." Immer langsamer arbeiteten die Gedanken. Eine traumschöne Ohnmacht kam. Das Schluchzen verklang — ungehört. Gegen Mittag kam ein Straßenarbeiter. Aus einem naheliegenden Hause holte er Hilfe. Mehr Menschen kamen. Ein Arzt wurde gerufen. Das Sanitätsauto kam und holte das Mädchen. Der Arzt las in der Handtasche auf einer alten Stempelkarte Namen und eine Hausnummer in der Nordftraße. Die Menschen verliefen sich. So etwas ist nichts Neues. Jetzt noch sprechen sie davon, fünf Minuten später von einem überfahrenen Hund. Wen interessiert es — wer nimmt wahrhaftig Anteil an dem Schicksal gestrandeter, hilflos aufgefundener Menschen? Fast alle grauen sich vor solcher Tragik, an der andere, Gutgestellte, schon längst zerbrochen wären. Mit wahnsinnigem Schrecken lief Bernd Caßler zu dem nächstbesten Arzt und stand dann mit keuchender Brust neben der weinenden Frau Zimmermann am Bett der Kranken. Was war nur geschehen? Was war mit Ellen geschehen? Doch so seyr er auch grübelte, er fand feine Antwort. Am Morgen noch war sie fröhlich und gesund in den Dienst gegangen. Ob er noch schnell in der Fabrik nachfragte? Die Anweisungen des Arztes zerrissen seine Gedanken. Ein schwerer Nervenzusammenbruch ... Ein Würgen war in Bernd Caßlers Kehle. Ellen! Ellen! Endlich, nach langem, geduldiaen Warten und unermüdlichem Auflegen kalter Kompressen schlug das Mädchen müde die großen Augen auf. Mit dem Bewußtsein schien ihr jedoch im selben Augenblick auch die Erinnerung zurückzukehren. Wie von Fieber gepackt, schüttelte sich der zarte Körper. „Ent — lassen..murmelten die trockenen Lippen. „Fristlos — entlassen — Bernd ..." „Entlassen?" wiederholte, am Verstand des schönen Mädchens zweifelnd, Bernd Caßler. Beruhigend drückte er die matte Hand der Kranken. „Das hat ja jetzt alles keine Bedeutung. Nur nicht aufregen — nicht aufregen 1" „Und schließlich bin ich doch auch noch da, Kindchen!" Frau Zimmermann liefen die hellen Tränen übers Gesicht. „Ich bin doch noch rüstig. Kann zur Not auch noch arbeiten. Wir werden schon durchkommen, wir drei." Die Kranke öffnete noch einmal die Lippen, doch ein neuer Anfall von Schwäche verschloß ihr den Mund. Die ganze Nacht hindurch hielt Frau Zimmer- mann die Nachtwache. Nicht einen Augenblick war sie vom Bett ihres „Engelchens" gewichen. Drüben in feinem Zimmer schritt Bernd Caßler unruhig auf und ab, stand immer wieder von der Arbeit auf und fragte leise, durch die halb geöffnete Tür, ins Nebenzimmer: „Schläft sie noch, Frau Zimmermann? Ja? Ach, wie gut — wie gut." Dann schlich er wieder davon. Als der junge Tag grau und trübe anbrach, erhob er sich frierend und übernächtigt von feinem Arbeitsplatz. Dort lagen die Zeichnungen der Nacht. Sie waren kräftig und lebenswarm. Und doch — plötzlich zerriß er sie. Nein, fo würden sie nicht zum Publikum sprechen können. Es fehlte ihnen die Seele. Jetzt erst wußte er, daß er nur ganz mechanisch gearbeitet hatte. All feine Gedanken und Empfindungen waren bei der Kranken gewesen. Im Flur traf er Frau Zimmermann. „Gott hat sie doch lieb; er hat ihr fo tiefen, erquickenden Schlaf geschenkt. Der ist besser als alle Medizin!" „Ja, Gott hat sie lieb — und wir zwei auch. Vielleicht auch ein dritter noch, doch der — der hat nicht gut an ihr gehandelt. Vielleicht kennt er sie nicht, wie wir sie kennen." „Wen meinen Sie, Herr Caßler? Steckt ein Mann dahinter?" „Ich muß noch schweigen, Frau Zimmermann. Hier haben Sie Geld. Bitte, holen Sie Milch. Und dann, wie der Arzt sagt, eine kräftige, aber leichte Kost, bamit sie bald wieder in die Höhe kommt. Ich werde mich nach einer Pflegerin umsehen — ich verdiene ja." „Nein — nein! Ich werde die Arbeit schon schaffen. Lassen Sie nur, für das arme Kind sorge ich allein. Aber warum sprechen Sie nicht offen zu mir, Herr Caßler? Sie sagten, ein Mann steckt dahinter? Männer sind doch sehr, sehr schlecht." „Wieso, Frau Zimmermann? Bisher dachten Sie doch anders?" Wider Willen muhte Bernd Caßler über diese Aeußerung seiner alten Wirtin jetzt lächeln. Frau Zimmermann aber blieb todernst. „Ja, manchmal spricht man das so hin, wenn man einen schrecklichen Eindruck gehabt hat. Sie wissen doch, es stand doch in den Nachrichten. Da hat wieder einer feine Frau erschossen. Besitzer einer großen chemischen Fabrik. Na, wissen Sie, da soll man nicht? Aber warum machen Sie denn plötzlich so ein Gesicht? Was ist Ihnen denn?" „Erschossen? Seine Frau erschossen? Ein Chemiker? Ich habe ja die Nachrichten gestern gar nicht gelesen. Haben Sie sie noch?" Caßler stürzte sich auf das Blatt. Plötzlich lachte er grell heraus: „Das ist ja Wahnsinn, heller Wahnsinn! Das ist ja dieser Mann! Unsinn — ich verstehe überhaupt nichts mehr, gar nichts! Dieser Mensch? Oh, ich kenne ihn — ich kenne ihn. Nein, nein — das muh ein furchtbarer Irrtum sein!" (Fortsetzung folgt.) lii und starben. In Ehrfurcht stünden wir nun vor eine 1. 2. Ver- ?Ach, wehrlos gegenübersteht. kt ein Er dem vor. taat. Juni, statt. er. cher. >Qde ieder tpro. nsten Kön- ifeen) nster nah. auf. tische eine hin» nein» solle, rgon» vieles I um t der t, ZU' Tro» iu{ein über aufs» jrun» ■ ge» d)en ux 6) des onsti» sprach auch. - der nnt er Den -nze Don ben, esitz Mer dem nne. igen Landesverbandstagung des Min-Maimschen Maler- und Tünchermeisterverbandes in Gießen n, er* 5 alle von ab- Der überwältigende Erfolg der Volksabstimmung und Reichstagswahl am 12. November 1933, dieser Ausdruck einmütigen Vertrauens zum Führer und einer endlich wiedergewonnenen einheitlichen politischen Willensbildung des deutschen Volkes, der Aufmarsch von Millionen schaffender Menschen am 1. Mai 1934, dem „Tag der Nationalen Arbeit", haben zweierlei der gesamten Welt bewiesen: den stahlharten Willen eines durch Jahrzehnte zerrissen gewesenen ganzen Volkes, sich zu behaupten und seinen ihm gebührenden Platz ner Gastgebern, die die Durchführung des Festes unter der Initiative ihres Führers, Kamerad Schwenker, und nicht zuletzt durch die tatkräf- mit inb feit men noch lltgt ifen« Reu« iiah. Bitt. Not. rten, nm. Reu* idjen zum beben loka« schon ) sorge ffen jj GH! ir iw । w rechen wußte hatte. ?n bei & gegen eine Welt von Feinden. Reichs tr e u bund! Treue ist Edelmanns Art. Wer nicht treu ist gegen Gott, der wird nie zuverlässig sein in der Not seines Vaterlandes. Wer in Demut Jesus Christus folgt, ist Garant für Volk und Vaterland. Treue ist Soldatenart in Hitze und Kälte, in Hunger und Durst, auf dem Lande, auf dem Meere und in der Luft, stets bereit, das Vater- land zu schützen. Und wenn man die Totenschädel der zwei Millionen gefallenen Helden zu einer Pyramide tragen wollte, dann müßten darüber die Worte stehen: „Der Sold der Treue!" Heute ist der Ehrentag des Reichstreubundes. Der Reichstreubund wird das Reich schützen helfen müssen, das Reich jenen Riesen, den man in der Flanke verwundete, der aber steht im Vertrauen auf seine Söhne. Nie soll verstummen das Heldenlied der ch, erlernen: Nacht, ich - Fahnenweihe des Reichstreuhundes ehemaliger Berufssoldaten. Sodann hielt der evangelische Militärgeistliche, Pfarrer Ausfeld wenn it. en. SeW Sie,hö e denn unter den Völkern zu erkämpfen, den unbedingten aus der Achtung vor anderen Nationen erwachsenen Friedenswillen des deutschen Volkes unter seinem Führer Adolf Hitler. Beides sind Tatsachen, an denen die Welt nicht mehr vorübergehen kann, seit der Nationalsozialis- mus in einem in der Geschichte aller Völker beispiellosen Ringen die Macht in Deutschland er- ■ntann. h. Und | leicht jen -* Volk fliege wieder...! Zur Luftfahrt-Werbewoche vom 1. bis 8. Luni 1934 deutschen Treue ... Oie Fahnenweihe. Die Ansprache zur Weihe der Fahnen hielt Oberstleutnant Gallenkamp, der älteste aktive Offizier unseres Bataillons, führte folgendes aus: Kameraden! Obermusikmeister E. Krauße gespielt, bereitete Gottesdienst die ernste feierliche Stimmung kurze Predigt. Seinen Worten sei folgendes entnommen: Als ein Wahrzeichen soldatischer Treue en<5it llaßlek n ch nte us. nte. auf iot; zu. IUs. die 9e. en nen den der Wache der Zeughauskaserne untergebracht worden waren, nachdem die ehem. Soldaten die alte Kaserne besichtigt und dann das einfache Mittagessen eingenommen hatten, traf man sich wieder zur Teilnahme an der Kundgebung in der Volkshalle. Der rest- "che Nachmittag gehörte einem unterhaltsamen tarne- raoschaftlichen Beisammensein in der „Karlsruhe". Erst zu später Stunde und nachdem der Eisenbahn-Fahrplan den Aufbruch notwendig befahl, trennten sich die vielen auswärtigen Kameraden von den Gieße- Die Weihe der Fahnen der Ortsgruppen Gießen, Butzbach und Hanau des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten, die am gestr-gen Sonntag auf dem Hof der Neuen Kaserne an der Licher Straße stattfand, wurde in der Form, in der sie abgehalten wurde, nicht nur zu einem Ausdruck der innigen Verbundenheit der aus dem Heer ausge- schiedenen zu den aktiven Soldaten, sondern gleichzeitig auch eine große Kundgebung der engen geistigen Verbundenheit unserer Bevölkerung mit der Wehrmacht. An der Feier des Reichstreubundes nahmen in erster Linie Offiziere und Mannschaften der Reichswehr teil, ferner die SA. uni) die SS. mit starken Abordnungen und Stürmen, der Nationalsozialistische Frontkämpferbund, die Militär- und Kriegervereine und Vertretungen der studentischen Korporationen. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man die Vertreter der NSDAP., viele Offiziere der alten Armee, ferner Offiziere der Reichswehr, sowie eine stattliche Anzahl von Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden. Die Reihe der Feierlichkeiten des Tages wurde mit einem Feldgottesdienst eröffnet. Der Choral „Großer Gott wir loben dich!" von der Reichswehrkapelle unter der Leitung von Als Leiter der Heeresfürsorgestelle und damit derjenigen Dienststelle, der die Betreuung der aus- scheidenden Heeresangehörigen zufällt, ist mir die hohe Ehre und große Freude zuteil geworden, an Ihrem heutigen Festtage einige Worte an Sie richten zu dürfen. Sicher haben Sie alle diesen Tag, der auch Ihrer Vereinigung als Ehrenzeichen die Fahne bringen soll, heiß herbeigesehnt. Sind doch unter Ihnen zahlreiche Männer, die noch am Kriege teil» genommen und die in diesem heißen Ringen um unseres Vaterlandes Freiheit stets treu zu ihrer Fahne gestanden haben. Gerade Sie mußten es besonders schmerzlich empfinden, als Sie vom Feinde nicht niedergerungen in die Heimat zurückkehrten, daß Ihre Fahne und all das, was sich mit ihr verband herabgerissen unb m den Staub gezogen wurde. Volksfremde Pazifisten hatten die Macht ergriffen und arbeiteten dem Feinde in die Hand, indem sie mit zugleich in völliger Verblendung auch Deutschlands M, sein Heer, zerschlugen. Was war der Wille des Feindbundes gewesen, als er für Deutschland ein Heer von 100 000 Langgedienten forderte? Die alte Verbundenheit zwischen Heer und Volk sollte zerschlagen und das Heer zum Fremdkörper im Staate werden. Propaganda einer marxistisch-iuoi- schen Presse arbeitete in gleicher Richtung und hatte teilweise Erfolg. Das mußtet ihr, Kameraden, als ihr noch den grauen Rock trugt und nach eurem Ausscheiden häufig genug empfinden. Wie oft wurde euch Behörden und Privatleuten auf euer Gesuch schlägiger Bescheid erteilt, wie oft mußtet ihr hören, daß man unfähige Leute ohne Verdienst an eure Stellen gesetzt hatte. Vergessen war das stille Arbeiten der Truppe hinter den Kasernenmauern, vergessen der Einsatz als Ultima ratio in dem Kampfe an der Ostgrenze und in den so traurigen Kämpfen gegen die Kommunisten im Ruhrgebiet, in Thüringen und gegen die Räteherrschaft in Bayern. Doch auch die härteste Not hat euch nicht verzweifeln lassen. Immer mächtiger brach sich im Laufe der Zeit der Wille Bahn, wir gehören doch Mit wenigen Worten, mit visionärer anschaulichung zeichnete der Geistliche die Größe des deutschen Menschen und des deutschen Volkes. Das Reich in feiner Gröhe der Vergangenheit und Gegenwart sei heute erkannt. Der einzelne sei schwach, aber die vielen seien stark und gewaltig. Tropfen zu Tropfen geben den Bach, den Fluß, das Meer. Der Reichstre-ubund sei gegründet worden in dem Willen, ein großes Ganzes, ein starkes Glied in unserer Volksgemeinschaft zu sein. Und aus Männern besteht der Bund, die den Kindern vom Weltkrieg erzählen können und erzählen werden, die zu Helden geschlagen wurden im Kamps verbindet und die damit zum Ausdruck bringen will, daß Sie die alten schönen Soldatentugenden mit hinübernehmen sollen in die neue Zeit. Und nun blicken Sie umher im weiten Kreise. Da wehen zahlreiche ehrwürdige Fahnen zur Begrüßung der neuen Ehrenzeichen. Dort sehen Sie die Fahnen der Kriegervereine, die Zeugen stolzer Tradition, hier stehen die Banner der Studentenschaft und damit der jungen Generation, dort in kameradschaftlicher Verbundenheit die Fahnen aller braunen Kämpfer für Deutschlands Erneuerung. Und oben von den Dächern grüßt Sie die Fahne, unter der Sie den letzten Teil Ihrer Dienstzeit verbracht haben. Das weite Rund der Kaserne füllen Vertreter der Behörden, der Vereine und Angehörige der Be- völkerung, um Ihre enge Verbundenheit zu Ihnen und Ihrem Ehrentage zu zeigen. Das ist aber nicht nur ein äußeres Zeichen. Nein, das bedeutet ein mächtiges Symbol! Das, was unsere Feinde in Tücke und Bosheit erstrebt hatten, Volk und Wehrmacht zu trennen, ist tot und vergangen. Auch hier hat der einigende Gedanke gesiegt. Deshalb ist auch diese Feier mehr als eine einfache Fahnenweihe. Sie will auch an dieser Stelle den eindeutigen Willen des Volkes zum Ausdruck bringen, daß es nicht gewillt ist, Uebertritte über seine Grenzen kampflos hinzunehmen. Mögen das endgültig diejenigen ehemaligen Gegner erkannt haben, die einmal an dem klaren Friedenswillen unseres Führers deuteln, die aber andererseits immer wieder den Versuch machten, Deutschlands Ehre anzutasten und ihm bisher deutsches Land vertragswidrig vorzuenthalten. Aber der Besitz einer Fahne verpflichtet auch. Denken Sie daran, daß die Fahne den Führer bedeuten soll. Sv wurde sie einst geschaffen, als die Heere größer wurden und nicht mehr jeder Kämpfer seinen Führer vor Augen haben konnte. Ihr die treue zu halten sei oberstes Gebot. Denken Sie an die vielen Beispiele aus dem Kriege, in dem der Träger und oft die ganze Truppe diese Treue mit dem Tode besiegelten. So sei auch für Sie diese Fahne ein Sinnbild der Treue dem Führer gegenüber. Und wie sich im Kampf um die Fahne die Truppe schart, so mögen sich in treuer Kameradschaft um Ihre Fahne stets die Angehörigen Ihrer Vereinigung sammeln. In diesem Sinne wurden unter präsentiertem Gewehr der Ehrenkompanie die Fahnen enthüllt. Und so übergebe ich, so fuhr der Redner fort, als aktiver Reichswehrangehöriger diese Fahnen ihrem Träger und ihrem Sturm. Sei Ihnen das und das Präsentieren der Ehrenkompanie ein Sinnbild für die enge Kameradschaft, die wir stets miteinander pflegen wollen zum Wohle unseres heißgeliebten Vaterlandes. Euch stolzen Ehrenzeichen aber rufe ich zu: „Wehet stets in Reinheit und Ehre euren Stürmen voran in einem freien und starken Vaterlande." Euer Sinnfpuch fei: per aspera ad astra: „Durch Kampf zum Sieg". Zur Weihe und Ehre der neuen enthüllten Zeichen erklang so^nn der Präsentiermarsch. Eine weitere Ansprache hielt sodann der Führer des Landesverbandes des Reichstreubundes, Kamerad Moßner-Ommstabt. Er begrüßte zunächst alle, die heute dem Reichstreubund die Ehre geben, an der erhebenden Feier teilzunehmen. Bei der Weihe der Fahnen der Ortsgruppen Gießen, Butzbach und Hanau handle es ich nicht um eine Vereinsfahne im üblichen Sinne, andern um eine Sturmfahne. Wer Soldat gewesen ei, wisse, was Fahne und was Standarte für den Soldaten bedeuteten. Die Feier der Weihe werde deshalb auch in soldatischem Geiste begangen. Er, der Redner, danke dem Rechnungsrat Wagner als dem Vertreter der Regierung in Darmstadt für seine Teilnahme und das damit zum Ausdruck ge- . brachte Interesse, das dem Reichstreubund von Sei- . ten der Regierung entgegengebracht werde. Dank sei auch Oberstleutnant Gallenkamp gesagt für die Weihe der Fahnen. Daß die Fahnenweihe im Ka- : sernenhof stattfinde, sei ein Zeichen und der Aus- । druck der Verbundenheit des Reichstreubundes mit dem Heer. In diesem Kreise fühle sich der ehemalige ' Soldat wohl. Mit Stolz denke der alte Soldat an i die Vorkriegszeit, an die Tage in Gießen, an die । Mannöver in Oberhessen. Das Soldatenleben habe : geistig und körperlich stark gemacht. Die Soldatenzeit sei eine Schule für das ganze Leben gewesen, i Die Kameradschaftspflege fei der Grundgedanke [ für den Bund. Das Wollen des Bundes fei nationalsozialistisch aus dem Wollen zur Kameradschaft heraus. Im Sinne der Kameradschaft solle weitergearbeitet werden zu unserem Teil an der völligen Einigung unseres deutschen Volkes. Die neue Fahne, die die alten Farben mit dem Zeichen des Dritten Reiches verbinde, zeige in ihrer Gestaltung Form und Richtung des Reichstreubundes an. Der Reichstreubund gelobe, daß der ganze Mann eingesetzt werde für Das deutsche Vaterland. In diesem Sinne solle uns auch die Fahne voranwehen, als Wahrzeichen echter Kameradschaft und Opferbereitschaft, als steter Mahner der Treue zum Führer. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsident von Hindenburg und auf den Volks- anzler Adolf Hitler schloß der Landesverbands- ührer seine Ansprache. Gemeinsam wurden sodann )as Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Den würdigen Abschluß der Feier bildete ein Vorbeimarsch einer Ehrenkompanie der Reichswehr und sämtlicher teilnehmender Organisationen an Oberstleutnant von Wachter und den zahlreichen Ehrengästen. Gesallenen-Ehrung. Unter dem Vorantritt der Reichswehrkapelle marschierten dann sämtliche teilnehmenden Organisationen durch Kaiserallee, Gartenstrahe, Neuen Bäue und durch die Sonnenstraße zum Landgraf- Philipp-Platz, zum Gefallenen-Ehrenmal der 116er. General Fritz hielt die Gedächtnisansprache: heute seien, so führte er u. a. aus: die Fahnen der Ortsgruppen Gießen, auch nach unserem Ausscheiden zusammen, und wie kann dieser Wille besser in die Tat umgesetzt werden, als wenn wir uns mit der großen Familie verbunden fühlen, der wir 12 lange Jahre angehört haben. So entstanden nach und nach immer andere Ortsgruppen ehemaliger Reichswehrangehöriger in den Standorten. Aber ihnen allen fehlte das einheitliche, alles umfassende Band. Da kam der 30. Januar 1933! Und damit der Tag, an dem der greife Generalfeldmarschall den Frontsoldaten berief, den feine Führereigenschaften in zähem Ringen zum Führer zahlloser Millionen emporgeführt hatten. Diesen beiden Männern war es vorbehalten, der Fahne wieder Achtung und Geltung zu verschaffen, für die wir alle unser Leben eingesetzt hatten. Und mit dieser Fahne gewannen auch Wehrmacht und Wehrwille ihr Ansehen wieder. Die Wahrheit brach sich Bahn, daß nur das Volk Anspruch auf Eyre und Geltung haben kann, das gewillt ist, diese und seine Heimat zu verteidigen. Und es war für den Führer eine Selbstverständlichkeit, daß nun auch der ausgeschiedenen Heeresangehörigen gedacht und ihrem Willen, sich zusammenzuschließen, Rechnung getragen wurde. Das ist im Laufe des letzten Jahres in enger Kameradschaft mit der Truppe geschehen; heute steht die große Organisation fertig da. Um diesem Werke gewissermaßen auch hier den Abschluß zu geben, soll von heute ab an ihrer Spitze die Fahne wehen, die symbolisch mit den stolzen Farben der alten Armee das Hoheitszeichen der neuen Zeit und Kameradschaft sollten die Fahnen in ernster und großer Zeit geweiht werden. Gottes Augen schauen nach den Treuen im Lande. Gottesfurcht ist oie Wurzel der Treue; wer Gott fürchtet, fürchtet sonst nichts auf der Welt. Das haben wir im Kriege oft genug erlebt. Das, was wir tun für Beruf, Volk und Vaterland, tun wir, weil es Gott wollte, weil er uns auf unseren Platz gestellt hat. Und da fordert Gott Treue von uns. Es kommt nicht darauf an, ob man geehrt und angesehen ist, ob man eine Stellung bekleidet, die unter den Menschen viel gilt. Es kommt aber sehr darauf an, daß jeder in Treue steht und seine Pflicht erfüllt bis zum letzten. Von Gott angenommen zu fein durch die Taufe, durch Jesus Christus, ist höchster Adel. Dementsprechend müssen wir leben. Ein Christ und rechter Soldat muß sich zu gut dazu sein, etwas Schlechtes au tun. Gottesfurcht und Treue find eine große Einheit, eine Einheit, die in der Kameradschaftlichkeit ihren Ausdruck findet. In der Kameradschaftlichkeit ist ein Teil christlicher Liebe erfüllt, gleicherweise dienend dem Nächsten und dem Ganzen. Solche Gesinnung bürgt wahre Volksgemeinschaft, in die wir mehr und mehr hineinwachsen müssen. Und diese Fahnen, die heute geweiht werden, mögen immer erinnern an Gottesfurcht, an Treue, Ehre und Kameradschaft und an die Tapferkeit — denn Gottes Augen sehen nach den Treuen im Lande ... Gebet und Vaterunser beschlossen die Predigt des evangelischen Geistlichen. Sodann sprach der katholische Geistliche Pforrer Dr. Hemmes. dem Denkmal, um den gefallenen Kameraden des Weltkrieges den Dank abzustatten für all das, was sie für das Vaterland taten. Vier Jahre kämpften sie gegen eine Welt von Feinden und manchen Sieg hefteten sie an ihre Fahnen. Dem heimatlichen Lande sei der Schrecken des Krieges erspart geblieben. In Gedanken an ihre Opfer wollen wir geloben, jeden Atemzug dem Vaterland zu widmen, unser Leben dem Vaterland zu geben, wenn es verteidigt werden solle. Dank aber fei auch jenen Toten gesagt, die nach dem Weltkrieg um Deutschlands Erneuerung kämpften und es zur Einigkeit führen halfen durch ihr Opfer. Sodann legte General Fritz einen Kranz am Denkmal nieder. Mit dem Gelöbnis: „Eingedenk Eures Opfers wird der Reichstreubund in heißer Liebe zum Vaterland alle Opfer bringen, bie verlangt werden!" und mit den Worten: „Treue um Treue"; Euer Blut soll nicht umsonst geflossen sein!" schloß General Fritz seine eindrucksvolle Ansprache. Mit dem Lied vom guten Kameraden fand die Gefallenen- Gedenkfeier ihren Abschluß. Nachdem die Fahnen des Reichstreubundes in den Jnstandsetzungsarbeiten wesentlich unter die Arme gegriffen habe. Es fei nicht anaebracht, dem Finanzamt zu grollen. Es sei die Kasse unseres deutschen Volkes. Dankbar wolle man auch in dieser Stunde des Führers gedenken, der alles daran setze, dem deutschen Volke wieder aufwärts zu helfen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler beschloß der Redner seine kurze Ansprache. Gemeinsam wurde sodann das Horst-Wessel-Lied gesungen. Der Vertreter des Reichsverbandes, Syndikus F r ä n E e, übermittelte die Glückwünsche des Reichs- verbandes und betonte, daß die Tagung im Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Zukunft stehe. Er, der Redner, erkenne, daß im Landesverband Rhein- Main ein frohgemuter Geist herrsche, von dem er gerne dem Reichsverband berichten werde. Oberregierungsrat Schmidt, der Vorsteher des Finanzamtes, sprach davon, daß sich das Finanzamt dem Handwerk schicksalsverbunden fühle, weil es die Not des Handwerks nur zu genau kenne. Man wisse beim Finanzamt auch, daß es notwendig sei, eine Steuerreform herbeizuführen, die Steuerlasten herabzusetzen und gerechteste Verteilung der Lasten anzustreben. Der unterhaltende Teil des Begrüßungsabends brachte eine Reihe zum Teil recht humvorvolle Darbietungen. Der Musikzug der SA.-R. brachte verschiedene Musikstücke hervorragend gut au Gehör, Herr Carl F eu s e r sang zwei Lieder, Die anhaltenden Beifall fanden, und Herr Schwarz- lose bewies erneut mit einem Trompetensolo die außerordentliche Beherrschung seines Instrumentes. Frl. Haase wartete mit zwei Tanzdarbietungen, einem Walzer und einer Groteske auf, die ebenfalls sehr dankbar aufgenommen wurden. Lustige Duettszenen von Hekrn C. Seufer und Frau Brusius lösten herzliches Lachen aus. Der Führer der gastgebenden Innung beschloß den offiziellen Teil Des Abends mit Worten des Dantes an die Redner und alle jene, die zur Verschönerung des Abends beigetragen hatten. Am Sonntagvormittag fand im Saale des Cafä Leib der Die deutsche Fliegerei hat heute keine geringere Aufgabe, als durch die in ihrem Wesen begründete Art der Erziehung zu wehrhaften Menschen, denen der Dienst am Volke höchstes Ziel bedeutet, am Aufbau der Nation mitzuarbeiten. Und nichts in der Welt wird das deutsche Volk davon abhalten können, die sittlich hohen und nationalen Aufgaben der Fliegerei in die Tat umzusetzen und feine Jugend im Geiste eines Richthofen, eines Boelcke zu erziehen. Aus solchen Werten heraus entstand nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges die deutsche Sportfliegerei, die bis zum Machtantritt des Nationalsozialismus durch ihre zahllosen Vereine und sonstigen interessierten Gruppen ein getreuer Spiegel der Zerrissenheit des Volkes war. Erst die nationalsozialistische Revolution brachte die Zusammenfassung aller Kräfte zu einem einheitlichen Ganzen, Dem Deutschen Luftsport-Verband (DLV.). Ganz auf sich allein angewiesen — Versailles London und Paris verbieten die Fliegerei als eine Einrichtung des Staates, verbieten auch die Zuwendung staatlicher Mittel an sie — muh der Deutsche Luftsport-Verband seine gewaltigen Aufgaben im Aufbau der Ration erfüllen. Die Mittel zur Erfüllung dieser Aufgaben zu schaffen, ist die Aufgabe der Luftfahrt- Werbewoche. Zu wiederholtem Male erwächst dem deutschen Volke die Ausgabe, durch seinen Opfermut selbst an der Erfüllung dieser Aufgabe mitzuarbeiten. Von Tag zu Tag wächst der Wille und die Freude, durch den eigenen Opfermut eine tatkräftige Mitarbeit zu leisten. Die deutsche Sportfliegerei nimmt leider heute eine Stellung ein, die den Tatwillen eines ganzen Volkes erfordert und wenn sich dieser wieder einmal mehr bewährt, dann findet bas Wort auf bem Flieger-Denkmal auf ber Wasserkuppe feine schönste unb tiefste Erfüllung: „Volk fliege wieder und Du wirst Sieger durch I Dich allein!" Unter starker Beteiligung ber Kollegenschaft bes Maler- unb Tünchergewerbes aus bem Gebiet bes ßanbesoerbanbes Rhein-Main, fand am Samstag unb am Sonntag eine Tagung statt, bie am Samstagmorgen mit einer geschäftlichen S i tz u n g der Obermeister im Hotel Prinz Carl eröffnet wurde. Am Abend fand man sich zu einer Begrüßungsfeier durch die Maler-Pflichtinnung Gießen im Saale des Cafö Leib ein. Der Saal mar sehr geschmackvoll ausgestattet worden. Ausgezeichnete Musik bes Musikzuges ber SAR. unter ber Leitung von Musikzugführer Herr- mann leitete den Abend ein. Ein Vorspruch (Frl. F e u s e r) wurde sehr beifällig ausgenommen. Der Führer ber gaftgebenben Innung, Pg. Stüh 1 er (Gießen) hieß bie Teilnehmer bes Abenbs herzlich willkommen. Die Zeiten seien, so führte er u. a. aus, anbere geworden, schwere Zeiten seien und würden auch weiterhin überwunden; in ber Gemeinschaft aller beteiligten Kreise werbe sich auch bas Malerhandwerk wieder zur einstigen Höhe führen lassen. Der Rebner begrüßte besonbers bie an» wesenben Vertreter ber NSDAP., ber NS.-Hago, ben Vertreter bes Reichsverbandes, bes Lanbesver- banbes Rhein-Main unb ber Pfalz, ganz besonders aber auch bie Vertreter ber stäbtischen unb staatlichen Behörden, der Bauämter, der Architekten, ferner bie Führer anderer Innungen, die Meister, die Gehilfen unb bie Lehrlinge bes Berufes. Im Namen ber Behörbenvertreter bankte Regierungsrat Weber vom Kreisamt Gießen für die freundliche Einladung unb wies darauf hin, daß es nicht möglich fei, bie Interessen eines einzelnen Berufsstandes von denen der Gesamtheit zu trennen. Adolf Hitler wolle die Hebung bes Lebensniveaus bes ganzen beütschen Volkes. Bei ber bamit verbunbe- nen angestrengten Aufbauarbeit sei jeher verpflichtet, mitzuhelfen. Der Lanbesverbanbsführer Bäuerle- Darm» stabt gab feiner Freube über bie Anwesenheit bes Vertreters bes Finanzamtes Ausbruck unb vergaß nicht ber befonberen Erwähnung, baß bas Finanzamt als bie ausführenbe Behörde bes Reiches bem Hanbwerk burch Krebitgabe, burch bie Zuschüsse zu Butzbach unb Hanau bes Reichstreubunbes ber ehemaligen Berufssolbaten geweiht worben. Die Fah- , , z „ nen tragen bie Farben schwarz-weiß-rot, unter tige Unterstützung bes Bataillons, so vorzüglich benen Millionen Kameraben kämpften, bluteten vorbereitet unb burchgeführt hatten. oberte. Der Versailles Diftatfrieben erzwang von bem beütschen Volke Leistungen, wie sis noch nie in ber Geschichte von einem Volke verlangt würben. Aber nie erfüllte ein Volk solche Bebingungen auch gewissenhafter und bis zur Aufgabe des nationalen Stolzes, als das deutsche Volk. Ein unaufrichtig gegebenes Abrüstungsversprechen erzwang die lieber» gäbe und Zerstörung der deutschen Waffenrüstung in einer Art und in einem Umfange, wie er vorher kein Beispiel hatte und auch in aller Zukunft wohl nicht mehr finden wird. Unter den gewaltigen abgelieferten und zerstörten Waffen in Heer und Flotte befanden sich u. a.: 15 700 Flugzeuge, 27 757 Flugzeugmotoren. Damit wurde eine ber stolzesten Waffen bes beut» scheu Volkes im großen Kriege zerschlagen. Der« sailles unb später ßonbon unb Paris legten bie Deutsche Fliegerei in Fesseln, bie ben anberen Mächten einen willkommenen Hintergrunb zu einer eigenen gewaltigen ungestörten Aufrüstung insbefonbere ber Luftwaffe boten, ber Deutschlanb vollkommen I Das Links: Gottfried von Tramm. — Rechts: der Australier Jack Crawford. ccm Ueberreichun wl Kreisgebiet Gießen zählt in 17 Ortsgruppen 1189 Mitglieder. Gottfried von Tramm trug in Paris wohl den bisher größten Erfolg seines Lebens davon. Im Endspiel der französischen Tennismeisterschaften schlug von Tramm den Australier Crawford nach einem herrlichen Kampf mit 6:4, 7:9, 3:6, 7:5, 6:3 und setzte sich damit an eine der ersten Stellen der Weltrangliste. Der Wimbledonsieger war zum Schluß etwas nervös, während der Deutsche durch Deutscher Sieg im Eifelrennen Erfolgreicher Sieg der neuen Mercedeswagen vor 300000 Zuschauern Ehrend gedachte die Vertreteroersammlung des oer- torbenen Rektors Gg. Kling- Gießen, des lang- ährigen verdienten Obmanns des Wettschreibeaus- Die Lizenz-Solofahrer warteten ebenfalls mit Leistungen auf, die staunen liefen. In den vier Klassen gab es drei deutsche Markensiege. S ö - n i u 5 (NSU) schlug Rüttchen in der 1000er Klasse, Ley (DKW) holte sich den Sieg in der Halbliterklasse und Kahrmann-Fulda (DKW) war bei den „Kleinsten" erfolgreich. Klei n-Frank- Gottfried von Gramm MW Crawford Feierliche Einführung der Pröpste von Frankfurt und Nassau. LPD. Frankfurt a. M., 3. Juni. In der estlich geschmückten St. Katharinentirche zu Frank- urt a. M. fand am Sonntag nachmittag die zierliche Einführung der neuen Pröpste von Frankfurt und Nassau. Trorn- mershausen und Peter, durch den Landes- bischof Lic. Dr. Dietrich statt. Der Landesbischos hielt die Liturgie und verlas das Schriftwort. Landesbischof Dr. Dietrich hielt die Einführungsrede. Er wies darauf hin, daß die Kirche heute mitten im Umbruch des Volkes stehe und daß ihr neue Aufgaben gestellt worden seien. Er hob die aufopferungsfreudige Gemeindearbeit der beiden Pröpste hervor und forderte sie auf, auch in ihrem neuen Amt ihre ganze Kraft für das Wohl der Kirche einzusetzen. Danach nahm er ihnen das Treugelöbnis ab und hing beiden die silberne' Amtskette um. Die Festpredigt hielt Propst Trommershausen. Das Schlußgebet sprach Propst Peter, den Segen erteilte der Landesbischof. Schmetterbälle immer wieder Punkte sammelte und so die beiden letzten Sätze in großem Stile an sich brachte. Riesenbeifall der 8000 Zuschauer belohnte die großartige Leistung des Siegers. Im Dameneinzelspiel bestätigte die junge Engländerin Peggy Scriven ihre aufsteigende Form und schlug Helen Jacobs 7:5, 4:6, 6:1 überaus sicher. furt (Norton) brachte das Rennen bis 350 an sich. v. Brauchitsch vor öfurf. eberreichun ad e r Gesellenbriefe statt, orauf Altgeselle Mohr (Vetzberg) die Prüflinge mit schlichten Worten und Handschlag in den Kreis der Gesellen aufnahm. * Bad-Nauheim, 3. Juni. Gestern und heute tagte in unserer Badestadt das Kreisgebiet Gießen der Deutschen Stenographenschaft. Die Arbeitstagung begann an Samstagnachmittag mit einer UnterrichtsleiterBesprechung, bei der Diplom-Handelslehrer Dehmer - Gießen einen äußerst aufschlußreichen Vortrag hielt über „Wie ist der Redeschriftunterricht zu betreiben?" Eine rege Aussprache schloß sich an. Abends fand im Teichhaus die Vertreter-Versammlung tatt. Der Führer des Kreisgebietes, P. H. K u h l ° Gießen, konnte in seinem gründlichen Jahresbericht Rückschau halten auf ein Jahr, das in der Geschickte der Stenographie besonders bedeutungsvoll gewesen ist, hat es doch endlich die ein e deutsche Kurzschrift und damit dem Sehnen des Schöpfers der deutschen Stenographie, Franz Taver Gabelsberger, nach hundert Jahren die Erfüllung gebracht. Der Bericht ging näher auf die Bedeutung der Kurz- chrift im neuen Deutschland ein. An allen deutschen Schulen werde jetzt die deutsche Kurzschrift gelehrt und allen jüngeren Beamten sei die Beherrschung der Stenographie zur Pflicht gemacht. Besondere Bedeutung werde in Zukunft den Handwerkskammerprüfungen beigemessen, die mehr auf die Brei- tenleistuna eingestellt würden. Auch dem Maschinenschreiben solle mehr Beachtung geschenkt werden. Im Oktober findet bereits ein Maschinen-Leistungs- schreiben des Gaues in Frankfurt a. M. statt. ger die Waffen strecken, Zoller kam Wer blt zweite Runde nicht hinaus und auch Nuvolan ereilte in der siebten Runde das Geschick. Deutschland unterliegt den Tschechen. Tschechoslowakei—Deuschland in Rom 3:1 (1:0). Der erfreulich schöne Siegeszug des deutschen Fußballsportes, begonnen mit den programmmäßigen Länderspielen eines ganzen Jahres und ortgesetzt mit den schönen Erfolgen der ersten leiden Runden bei der in Italien stattfmdenden Weltmeisterschaft, hat am Sonntag eme Unter- brechung gefunden. Die deutsche Mannschaft stand in Rom vor nur 15 000 Zuschauern der Elf der Tschechoslowakei zum ersten Male in einem Canber« kämpfe gegenüber und wurde mit 3:1 (1 :0) geschlagen. Der Kampf war heiß und hart. Beide Mannschaften gaben ihr letztes her, um den Sieg an sich zu bringen. Die Tschechen waren sehr gut, sie waren aber nicht unbedingt besser als die deutsche Mannschaft und mit etwas mehr Glück hätte auch der deutschen Elf der Sieg in den Schoß fallen können. Dieses Glück war nicht mit uns und es bleibt uns nur noch die Aussicht auf den dritten Platz, den wir uns durch einen Sieg über Oesterreich am Donnerstag in Neapel allerdings erst erkämpfen müßten, lieber den Spielverlauf berichten wir morgen. In Mailand wurde zu gleicher Zeit vor ausverkauftem Stadion das andere Vorschlußrundenspiel, das Oesterreich und Italien als Gegner sah, gespielt. Die Italiener siegten 1:0, so daß die Endrunde um die Weltmeisterschaft zwischen Italien und der Tschechoslowakei ausgetragen wird. DieTurnerweltmeisterschafien in Budapest. Deutschland an 3. Stelle. Der zweite Tage der 10. Turner-Weltmeisterschaften in Budapest hat den famosen Eindruck, den unsere Turner am Eröffnungstage — besonders durch den Erfolg des Frankfurters Winter im Reckturnen — hinterließen, wieder etwas verwischt. Di« am Samstag beendeten Titelkämpfe brachten den Schweizer Turnern einen Riesenerfolg ein. Einen ganz bestechenden Triumph feierte der Baseler Mack, der sich nicht weniger als vier W e 11 • meister-Titel sicherte. Er gewann den Einzel- 15-Kampf, das Barrenturnen, den Pferdsprung und am Pferd quer. Auf Grund der hervorragenden Leistungen Macks kamen die Eidgenossen auch im Mannschafts-15-Kampf zum Siege, während an den Ringen erwartungsgemäß der Tscheche H u d e k einen Erfolg feierte. Sieger in der Freiübung, wo keine Meisterschaft zu vergeben war, wurde ebenfalls ein Schweizer: Miez-Chiasso. Deutschlands Turner waren durch das üor^eittae Ausscheiden ihres Besten, des Müncheners Kr ötzsch, der sich am Vortage am Pferd eine schwere Hand- Verletzung zugezogen hatte, natürlich stark benachteiligt. Bester Deutscher im Einzel-15-Kampf blieb Sandrock, der mit 131,85 Punkten allerdings nur einen der hinteren Plätze belegte. Ihm folgt Ernst Winter mit 131,40 Punkten. Im Gesamt-Ergebnis belegte die Schweiz den ersten Platz mit 787,30 Punkten vor der Tschechoslowakei mit 772,90 Punkten und Deutschland mit 769,50 Punkten. Sommerspielpause im Fußball. Die Sommerspielpause im Fußball ist vom Deutschen Fußballbund für das ganze Reichsgebiet für die Zeit vom 2. Juli bis 15. August einheitlich festgesetzt worden. Segelflugzeug-Modell flog 15 Kilometer. Eine außerordentlich gute Zeit und Strecke erreichte ein Segelflugzeugmodell, das auf dem Hirzenhainer Segelfluggelände aufgelassen wurde. Es segelte 7 Minuten über Start, entfernte sich bann in nordöstlicher Richtung und landete leicht beschädigt bei Offdilln. Die zurückgelegte Luftlinie beträgt 15 Kilometer. Eine Flieger-Ortspruppe in Lauterbach. Lauterbach, 2. Juni. (LPD.) Nachdem sich hier bereits vor einiger Zeit eine JungfliegergruppO gebildet hatte, die während des Winters aus eigenen Mitteln ein Hochleistungs-Segelflugzeug im Rohbau fertigstellte, wurde hier in Anwesenheit von Jlieger-Untergruppen-Führer Graf Solms zu \ La.ubach, eine Flieger-Ortsgruppe Lauterbach im DLV. gegründet, deren vorläufiger Leiter Bürgermeister Peter ist. In der Gründungsversammlung 1 meldeten sich 50 Freunde der Fliegerei als aktive oder fördernde Mitglieder. Die junge Ortsgruppe will zunächst ein einfaches Schulflugzeug, Typ „Zögling", bauen, um dann auf einer Anhöhe bei dem benachbarten Kreisort Maar, der Bilskuppe, mit dem lieben beginnen. Die Bilskuppe wurde von Sachverständigen für die Durchführung der A» und 8-Prüfung für geeignet befunden. Kurze Sportnotizen. Unsere Sportler - N a t i o n a l m a n n- schäften werden bei Auslands-Starts in Zukunst ■ eine einheitliche Kleidung tragen. Der Reichsbund für Leibesübungen hat dafür eine Tracht geschaffen, die aus braunem Rock mit dem Hoheitsabzeichen, einer braunen Mütze und grauer Wollhose besteht. Deutsche Gienografenschasi SaS Kreisgebiet Gießen tagte in Bad-Aauheim. Bei dem stark besuchten Unlerhallungsabend, den die Ortsgruppe Bad-Nauheim zur Begrüßung der Gäste bot, waren die Vertreter der Ortsgruppe der NSDAP., der Stadtverwaltung, der Handelskammer Friedberg, der Presse in größerer Zahl erschienen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Bad- Nauheim der Deutschen Stenographenschaft Hans Schnell verband mit seiner Begrüßung herzlichen Dank an die Regierung des neuen Reiches, die die Kurzschrift wieder in ihre Rechte als deutsches Kulturgut erhoben habe. Begeistert wurde das „Sieg-Heil!" auf den Führer ausgenommen und mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst - Wessel - Liedes erwidert. Kreisgebietsführer Kuhl dankte für die freundliche Aufnahme in Bad-Nauheim und nahm unter lebhaftem Beifall die Ehrung besonders verdienter Stenographen vor. Es erhielten den Ehrenbrief der Deutschen Stenographenschaft die beiden hochverdienten langjährigen Vorsitzenden der früheren Gießener Stenographenvereine Franz H a n ft e i n und Alex Karnbach, ferner Hans Schnell, Frl. Minna Franke und L. Wer le (Bad-Nauheim). Am Sonntag früh sand in der Stadtschule und in der Ernst-Ludwig-Schule das Leistungsschreiben statt. Da die Kurzschrift allmählich zur Volksfchrift werden soll, wird jetzt erhöhter Wert auf saubere und richtige Schreibweise gelegt, damit jedermann auch das Stenogramm eines anderen gut lesen kann. Deshalb muß jeder Wettschreiber jetzt auch immer eine Arbeit im Richtigschreiben abliefern. An dem Wettbewerb beteiligten sich 167 Personen. Die Preisverteilung nahm am Nachmittag der Obmann des Wettfchreibe-Ausschusses Aug. Siebert (Gießen) vor. Er dankte herzlichst für die gestifteten 23 Ehrenpreise und für die bereitwillige Mitarbeit bei der mühevollen Wertung der Arbeiten. Heber das Ergebnis des Wettschreibens werter. _ .. Aus dem Kassenbericht geht heruor, daß die Einnahmen in der Zeit vom 1. April 1933 bis 31. Dezember 1933 8508,72 Mark, die Ausgaben 8005,83 Mark betrugen. Die Aenderung der Satzungen wurde genehmigt. Als nächster Tagungsort wurde Rüdesheim a. Rh. bestimmt. Hierauf hielt Malermeister Wilhelm Kraus (Frankfurt a. M.) einen Vortrag über „Die volksverbundene Tätigkeit des Malermeisters auf dem Lande". Er führte u. a. folgendes aus: Die Museen sollten uns den Volksgeist unserer Väter erkennen lassen. Aeußerungen von Kunst und Handwerk sollten sich erdverbunden zeigen. Der Maler sei besonders geeignet, wahre Volkskunst erstehen zu lassen. Die Not der Zeit müsse Lehrmeister in der Kunst werden. . . Die Ausgestaltung der Gasthäuser auf dem Lande müsse die Verbundenheit mit der Natur erkennen lassen, ebenso die Ausgestaltung der Schu- len. Der kulturelle Geist der neuen Zeit muß ein- geflochten werden, ohne die Verhältnisse auf dem Land zu stören. , ~ , Das zweite Referat hielt Malermeister Jakob Kleid (Frankfurt a. M.) über „künstlerische Raumgestaltung". Der Redner sprach über die Voraussetzungen der Raumgestaltung, erläuterte die Entstehung des Raumes, sowie die Entwicklung der Bauweise und die Gestaltung und Veredlung des Raumes durch die Farbe. Zum Schluß wies er noch auf besonderen Schöpfergeist in früherer und neuerer Zeit ^Anschließend betonte Handwerkskammerpräsident Müllerdie Bedeutung der Presse und das Wesen der Kritik. Ein schlechter Handwerker bedeute nicht die Gesamtheit des Handwerkerstandes. Auf Anregung des Verhandlungsleiters wurde an den Reichshandwerkführer folgendes Treugelöbnis gesandt: „Die anläßlich des Rhein-Mainischen Malertages in Gießen versammelten Malermeister entbieten ihrem Reichshandwerksführer herzliche Grüße mit der Versicherung treuester Gefolgschaft." Arn Schluß der Verhandlungen brachte der Verbandsführer ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler aus. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied bildeten den Abschluß der anregenden Tagung. Arn Nachmittag nahmen die Verhandlungsteilnehmer an der Kundgebung in der Volkshalle teil Anschließend fand eine Familienzusammenkunft au der Liebigshöhe statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die feierliche Lossprechung der Lehrlinge. Zunächst wies Jnnungsführer Stühler darau hin, daß sich das Handwerk in der Zeit der Zünfte nur dadurch so günstig entwickeln konnte, weil Meister, Geselle und Lehrlind im Dreiklang verbunden waren. Durch das liberalistische System sei dieser Zusammenhalt verloren gegangen. Dadurch habe auch die Ausbildung des Nachwuchses leiden müssen. Es sei erfreulich, daß das Ideal der Zünfte im Dritten Reich wieder zur Geltung kommen solle. Der Redner wandde sich dann an die Prüflinge und wies daraus hin, daß ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen fei; jeder Meister pflege eine andere Arbeitsweise. Gesellenprüfungsmeister K. W a g n e r berichtete, bekrön 24 Prüflingen 23 bestanden hätten. Handwerkskammerpräsident Müller richtete ebenfalls ernste Mahnworte an die Pxüflinae. Nach dem Gelöbnis der Prüflinge fand die Lossprechung und Im übrigen trugen musikalische Darbietungen, Liedervorträge, Darbietungen der Tanzgruppe, Sing- und Spielschar der Guttempler-Loge wesentlich zur Verschönerung der Zusammenkunft bei. Rhein-Mainikche Malertag statt. Außer zahlreichen Fachkollegen aus nah und fern nahmen an den Verhandlungen u. a. teil: Handwerkskammerpräsident Müller, Handwerks- kammersyndikus Dr. Reif (Darmstadt), Kreisleiter der NS.-Hago Schimmel, stellv. Kreisleiter H e y d, Obermeister Stühler (Handwerkskammer-Nebenstelle), außerdem der Syndikus des Reichsverbandes, Derbandsführer Fritz Buchenberger vom Pfälzer Landesverband, sowie ein Vertreter der Handwerkskammer Kassel. Nach einigen Musikstücken van Mitgliedern der SA.-Reserve-Kapelle und dem Fahneneinmarsch begrüßte der Landesverbandsvorsitzende für den Rhein-Main-Verband, Albert Bäuerle (Frankfurt a. M.) die Erschienenen. Der Vertreter des Reichsverbandes übermittelte die Grüße desselben und wies darauf hin, daß rege Beziehungen zwischen der Reichsleitung und den Landesverbänden dzw. den Innungen zu nutzbringender Arbeit dringend notwendig seien. Der Gemeinschaftsgedanke- müsse sich den Eigeninteressen gegenüber immer mehr durchsetzen. Der Vertreter der Handwerkskammer Kassel sowie der Landesführer des Pfälzer Verbandes übermittelten Grüße der von ihnen vertretenen Organisationen, ebenso Handwerkskammerpräsident Müller für die Handwerkskammern Darmstadt und Wiesbaden. Letzterer führte dabei u. a. folgendes aus: Es gelte die Grundsatztreue zu wahren von einst, Handwerkerbewuhtsein sei das Gebot der Stunde. Wer vor der Revolution nicht mitgekämpft habe, sei heute nicht berechtigt zu kritisieren. Das Handwerk habe in den letzten 200 Jahren keinerlei Heber- heb lichtes gezeigt. Die Industrie sei ein Kind des Handwerts; sie müsse wissen, was sie dem Handwerk schuldig sei. Nur der könne als Führer in Frage kommen, der geistig, sittlich und fachlich auf der Höhe sei. Durch das Bewußtsein der Allgemeinheit zu dienen, sei das Handwerk groß geworden. Wenn das Handwerk aufleben solle, müsse der Geist früherer Zeit wieder einziehen. Vor Eintritt in die Verhandlunaen gedachte der Derbandsführer der im letzten Jahre verstorbenen 22 Kollegen. Aus dem Bericht über die Tätigkeit des Landesverbandes in der Zeit von Dezember 1933 bis heute ist zu erwähnen, daß der Aufbau auch in der Berichtszeit intensiv weiter betrieben wurde. Der Landesverband umfaßt jetzt 27 Innungen mit 2500 Mitgliedern. Durch das Arbeitsbefchafungsprogramm sei die Be- schäftigung im Maler- und Tünchergewerbe zufrie- denstellend gewesen. Die Verhandlungen bezüglich des öffentlichen Derdingungswesens feien vorwärts gekommen. Anschließend bemerkte Handwerkskammerpräsident Müller, daß das Kapitel „Preisangebot" heute besonders wichtig fei. Die zutage tretenden Unterbietungen hätten oft ihre Ursache in der Derschiedenart der Verhältnisse der einzelnen Hand- Das Eifelrennen auf dem Nürburg-Ring bewies auch in diesem Jahre seine große Anziehungskraft. Trogdem das Wetter am Samstag und Sonntagvormittag alles andere denn schön war, strömten die Massen in unübersehbaren Kolonnen zum Ring. Als dann am Sonntagvorrnittag gegen 11 Uhr zum ersten Male bei durchbrechender Sonne ein voller Heberblick über die Rennstrecke gewonnen werden konnte, war man nicht überrascht, mindestens 250 000 Zuschauer längs der Rennstrecke versammelt zu sehen. Als um 7.30 Uhr das erste Rennen der Ausweisfahrer abgelaffen wurde, herrschte auf der ganzen Strecke starker Nebel. Am Trussell war dieser sogar so dicht, daß die Fahrer nur 20 Meter weit sehen konnten. Trotz dieses Handicaps vollbrachten die Amateure Leistungen, die als ganz erstklassig zu bezeichnen sind. In der 500er Klasse brachte es der Kölner Freund sogar auf einen Stundendurchschnitt von 93,5 Kilometer. Als die Lizenzfahrer an den Start gingen, hatte sich das Wetter gerade etwas gebessert, es kam für kurze Zeit sogar die Sonne durch. Zuerst absolvierten die Beiwagensahrer ihren zweiten Lauf zur Deutschen Straßenmeisterschaft. Das schweizerische Ehepaar Stärkte war hier allen anderen Teilnehmern überlegen. Aber sechs Kilometer vor dem Ziel blieb es aus unbekannten Gründen auf der Strecke liegen und mußte so den Sieg an den Nürnberger Schumann abgeben. In der schweren Klasse verwies W e y r e s (Aachen) den Münchener Möritz auf den zweiten Platz. Bis zum Beginn des Rennens der Wagen hatte sich die Zuschauermenge auf 300 000 erhöht. Auch das Wetter hatte sich vollkommen aufgeklärt und Sie Bahn war fast ganz abgetrocknet. Gleich nach dem Start, der um 15 Uhr erfolgte, ereignete sich ein schwerer Unfall. Franke auf Bugatti überschlug sich und blieb mit einem Schädelbruch auf der Bahn liegen. Durch diesen Unfall kam das Feld in Verwirrung. Verschiedene Fahrer hielten an. Das Rennen aing aber weiter. Bald hatte sich v. Brauchitsch mit seinem Mercedes einen ausreichenden Vorsprung vor seinem Stallkameraden F a gj o l i gesichert. Während Fagioli aber im Verlaus des Rennens hinter Hans Stuck (Auto-Union) und Chiron (Alfa Romeo) zurckfiel, fuhr v. Drauchitsch in gleichmäßig schnellem Tempo sein Rennen als Sieger nach Hause. Zweiter wurde Hans Stuck, der Chiron ständig gut im Schach hielt. Ausfälle gab es genügend. Don der Auto-Union mußten Prinz Leiningen und Momber - chusses. Der Kassenbericht des Rechners L. ®ra« d e l i u s = Gießen zeigte gesunde Kassenverhältnisse. Dem Rechner wurde Dank für seine sorgfältige Arbeit und einstimmige Entlastung erteilt. Die nächstjährige Kreistagung findet m Wetzlar statt. Zum . Obmann für das Maschinenschreiben im Kreisgebiet I berichten mir noch, wurde Fidel Balken- Gießen bestimmt. W