Nr 78 Ertter Blatt 184. Jahrgang Mittwoch. 4. April 1934 Erlchemr tagUd), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bie ener Familienblalter Heimat m Dild Die Scholle Monatr-Bezuaspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1 80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251 Anlchrifl für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Kronlkurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnwerfttSts-vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. 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Die russische Einfuhr aus Deutschland ist von 328 Millionen Rubel im Jahre 1932 auf 148 Millionen Rubel im Jahre 1933 zusammengeschrumpft, und auch die Ausfuhr russischer Waren nach Deutschland ist von 101 auf 86 Millionen Rubel zurückgegangen. Das starke Absinken der russischen Bezüge deutscher Waren ist aber in erster Linie eine Folge von Finanzierungsschwierigkeiten. Sowjet- rutzland hat mit Rücksicht auf seine gespannte Finanz- und Devisenlage seine Einfuhr drosseln müssen, und diese Einfuhrbeschränkung, die ja in einem Lande mit Außenhandelsmonopol ganz unbemerkt und scheinbar reibungslos durchgeführt werden kann, traf keineswegs etwa nur den Bezug deutscher Waren, sondern auch den aus einer Reihe anderer Länder. So ging z. B. die englische Ausfuhr nach Rußland von 92 Millionen Rubel im Jahre 1932 auf 31 Millionen Rubel im Jahre 1933 zurück. In der gleichen Zeit sank der Rußlandexport I t a I i en s von 27 auf 17 Millionen, der der Bereinigten Staaten von 32 auf 17 Millionen Rubel. Die russischen Käufe in Persien erfuhren in der gleichen Zeit sogar einen Rückgang von 50 auf 8 Millionen Rubel. Es handelt sich also einfach darum, daß der Sowjetstaat unter allen Umständen gezwungen ist, seine Einfuhr den vorhandenen Ausfuhrmöglichkeiten anzupassen und seine Außenhandelsbilanz, koste es was es wolle, aktiv zu gestalten. In dem neuen deutsch-russischen Wirtschafts- Protokoll wird daher der Versuch gemacht, den deutsch-russischen Handelsaustausch so zu regeln, daß die Russen zur Bezahlung ihrer Einkäufe deutscher Waren die Erlö.se aus dem Verkauf russischer Waren in Deutschland benützen können. Ein solches Auf- rcchnungsverfahren ist um so unentbehrlicher, als der Sowjetstaat aus früheren Kaufabschlüssen noch größere Beträge an Deutschland z u zahlen hat, die offenbar zum größten Teil nur in Waren abgezahlt werden können. Im Jahre 1934 werden insgesamt 600 Millionen Mark russische Verpflichtungen gegenüber deutschen Verkäufern ober Banken fällig. Ein Teil davon soll nun in der Weise abgetragen werden, daß deutsche Importeure, die russische Erzeugnisse gekauft haben und daher an Rußland Zahlungen zu leisten haben, diese Gelder zum Ausgleich zur Verfügung stellen. Durch die Bestimmungen des Protokolls sollen diese Forderungen gegeneinander aufgerechnet werden, und zwar soll der Ausgleich, wie schon in einem früheren Abkommen grundsätzlich vereinbart war, ausschließlich auf Reichsmark abgestellt werden. In dem deutsch-russischen Wirtschaftsprotokoll wird beftimmt, daß deutsche Firmen und Privatpersonen, die an die Handelsvertretung der UDSSR, ober irgendwelche andere russischen Ausfuhrorgane auf Grund von bereits abgeschlossenen oder künftig noch abzuschließenben Warenlieferungen oder aber aus im Zusammenhänge mit solchen Lieferungen getätigten Fracht- und Speditionsleistungen Zahlungen schulden, diese nur in Reichsmark zu leisten haben. Die Reichsbank wird also ausländische Devisen für irgendwelche Zahlungen nach Rußland nicht mehr zur Verfügung zu stellen brauchen. Der deutsch-russische Warenverkehr dürfte durch die in dem Protokoll festgelegte Regelung der Zahlungen eine wesentliche Erleichterung erfahren. Für den Umfang und die Bedingungen der beiderseitigen Warenlieferungen ist das deutsch-russische Rahmenlieferungsabkommen vom 15. Juli 1932 verlängert worben. Nach biefem Abkommen werden den Russen für ihre Warenbezüge in Deutschland Kreditfristen von 15, 21 ober 28 Monaten eingeräumt. In ber Hauptsache wirb es natürlich von der finanziellen Lage Sowjetrußlands unb von dem Erfolge ber auf eine Ausdehnung bes Warenexports gerichteten Bestrebungen ber Sowjetregierung abhängen, ob unb in welchem Maße bie Russen ihre Wareneinkäufe in Deutschland wieder verstärken werden. Im letzten Jahre haben sie, wie bie Statistik zeigt, aus Deutschlanb hauptsächlich Maschinen unb Apparate sowie Maschinenteile, ferner Eisen und Stahl, Elektromaschinen unb elektrotechnische Artikel, optische, physikalische, chemische unb anbere Geräte unb Apparate bezogen. Weniger be- deutenb war ber deutsche Rußlanderport in chemischen Probukten, Farben unb Farbstoffen, Aluminium, Automobil- unb Motorradteilen, Traktorenteilen und Schiffen. Man ersieht aus diesen Angaben der amtlichen russischen Außenhanbelsstatiftlk sehr deutlich, baß bie Russen in Deutschlanb f a ft ausschließlich Produktionsmi 11 e l kaufen. Der Bedarf Rußlands an diesen deutschen Erzeugnissen ist infolge ber langsichtigen, bisher nur zu einem geringen Teile durchgefuhrten russischen Aufbaupläne noch immer ungeheuer groß Die Z5e-- darfsdeckung hängt aber naturgemäß von den Zay- lungsmöglichkeiten ab. Deutschland bezieht J*incr= feits aus Rußland erhebliche Mengen von Gerste, Hülsenfrüchten, Rohhäuten, Haaren und Därmen, ferner von Molkereiwaren, Kaviar, Oe'kuchen, Flachs, Leingarn und Erdölprodukten. Die deutschen Käufe russischer Rauchwaren sowie russischen Holzes unb russischer Holzwaren sind im letzten Jahre sogar noch bebeutenb gestiegen. Im Verfolge der deutschen Wirtschaftsbelebung wirb sich namentlich der deutsche Bedarf an Holz und Erdölprodukten nndi n)»fentlid) erhöhen, und Oer Führer an Amerika. Deutschland will den Friederyweil es seine ganzen Kräfte für produktiven Aufbau einsehen muß Oie Politik der persönlichen Aussprache. Berlin, 3. April. Reichskanzler Adolf Hitler gewährte dem Berliner Korrespondenten der Ass o- c i a t e b Preß, bes großen amerikanischen Nachrichtenbüros, Louis C. L o ch n e r, eine Unterrebung. Der Reichskanzler wies barauf hin, baß er ein überzeugter Anhänger ber persönlichen Aussprache, ber Mann-zu-Mann-Diplomatie, sei. Nichts sei ihm lieber, als baß er bie verantwortlichen Führer ber wichtigen Nationen einschließlich Amerikas unter vier Augen sprechen könne. Die überlebte biplomatische Methobe bes Notenaustausches richte sich selbst burch bie Tatsache, baß trotz ber Bemühungen ber Diplomaten bie Volker im Jahre 1914 in ben größten Krieg ber Geschichte hineingeschlittert feien, obwohl er persönlich überzeugt sei, bah die Diplomaten selbst am meisten überrascht waren, als der Krieg tatsächlich ausbrach. Der Führer äußerte weiter: Ein jeder Vertreter einer fremden Macht wird bei seiner Aussprache mit mir finden, daß ich mit a b f o l u t e m F r e i- mut sage, was Deuschkand bereit i ft, z u tun unb baß ich meine Forderungen nicht höher ansetze als nötig ist Wenn ich z. B. sage, daß wir eine Wehrmacht von 300 000 Mann benötigen, so lasse ich mich nicht dazu herbei, nachher auf 250 000 herunterzugehen. Ich will Deutschlanbs Wort unb Unterschrift roieber zur Geltung bringen. Unter keinen Umftänben werbe i ch mich einem Di k t a t unterwerfen. W"nn ich einmal überzeugt bin, baß ein bestimmter Kurs ber einzige unb richtige für mein Volk ist, f o halte i ch ihn, komme, was möge. Unb was ich tue, bas tue ich offen. Ich werbe mich z. B. niemals bazu verstehen, 150 000 Mann als genügenbe Stärke nach außen hin für unsere Reichswehr zu akzeptieren unb bann im Geheimen weitete 150 000 Mann auszurüsten. Deutschlands Ziel ift produktive Arbeit. Werte schaffen, nicht zerstören. Niemand würde sich mehr freuen, wenn bie Welt abrüftete als ich. Wir mochten unsere ganzen Kräfte probuktiven Zwecken wi bm e n. Wir wollen unsere Arbeitslosen zurück in bie Arbeit führen. Sobann wollen wir ben Lebensstan- barb eines jeben einzelnen erhöhen. Wir wollen unsere Sümpfe austrocknen unb unprobuktives Land urbar machen unb verbessern, unser Volk nach Möglichkeit in bie Lage setzen, sich selbst zu versorgen, bem Bauern ermöglichen, ein Marimum aus seinem Grunb unb Boden herauszuholen, ben Fabrikanten unb Jnbustriearbeiter in ben Stanb setzen, möglichst probuktiv zu arbeiten, unserem ßanbe burch künstliche Ersatzprobukte bas, was ihm an Rohmaterialien mangelt, nach Möglichkeit liefern. Jnbcm wir Straßen bauen, Kanäle graben, Sümpfe austrocknen, Dämme errichten unb Schleusen anlegen, leisten wir eine konstruktive Arbeit, bie wohl unsere Tatkraft beanspruchen kann. Als Staatsmann, ber für bas Wohl feines Lan- bes verantwortlich ift, kann i ch es nicht zulassen, baß Deutschlanb ber Möglichkeit ausgesetzt wirb, baß etwa ein Nachbar es überfallen könnte, ober Bomben auf unsere industriel- len Anlagen abwürfe, ober einen sogenannten Präventivkrieg führte, nur um von ben eigenen internen Schwierigkeiten abzulenken. damit werden auch bie russischen Bezüge in Deutschland wieder steigerungsfähig werden. Rußland hat heute ein um so größeres Interesse, alle Möglichkeiten des Warenaustausches mit Deutschland restlos auszuschöpfen, als der Absatz russischer Produkte nach an b e r e n ßänbern infolge der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise offenbar weite r rückgängig ist. Stabile Baukosten. Es ist augenblicklich außerordentlich wichtig, eine Erhöhung ber Baukosten zu verhinbern, benn nur niebrige Baukosten gewährleisten in Zeiten ber Ka- pitalschwäche eine ausreichend Beschäftigung ber Baugewerbe. Zweifellos sind gegenwärtig Tendenzen zu einer Steigerung der Baukosten vorhanden. Ein vom Statistischen Reichsamt in der Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik" veröffentlichter Ueberbhcf über die Entwicklung der Baukosten seit dem Jahre 1927 zeigt, daß die früheren Versuche bes Staates, bie Bautätigkeit anzuregen, stets zu starken Erhöhungen ber Baukosten geführt haben. Damit haben sie sich bann immer mehr ober weniger schnell totgelaufen. Der Baukostenindex betrug tm Jahre 1929 runb 180, stanb also um nicht weniger als 80 v. H. über bem normalen Vorkriegsniveau. Bis zum April 1933 ift er aber infolge ber Wirtschaftskrise auf 124,8 gesunken. Als dann bas große nationalsozialistische Bauprogramm in Angriff genommen wurde und zu einer starken Belebung des Baumarktes führte, war bie Gefahr eines Wieberansteigens ber Baukosten außerordentlich groß. Erfreulicherweise ift es bisher ge- Rur aus diesem Grunde — und aus keinem anderen — fordern wir eine Wehrmacht, die den Verteidigungsansprüchen genügt. Auf bie Frage, ob sich ber Reichskanzler bamit begnügen werbe, baß burch Arbeitsstreckung zwar ?inem jeben ein Einkommensminimum zugesichert werbe, baß jeboch größere Einkommen bann ver- schwinben würben, entgegnete ber Reichskanzler: lungen, sie zu bannen. Seit April vorigen Jahres ist der Baukostenindex nur um 4 v. H. gestiegen. Das ist eine Verteuerung, die praktisch nicht sehr ins Gewicht fällt. Unter den Baustoffen ift vor allem bas Schnittholz beträchtlich im Preise gestiegen. Die R o h h o l z p r e i s e haben sich um 50 v. H. erhöht. Auch Baueisen, Dachpappe u. a. weisen kleinere Preiserhöhungen auf Aber biefe Verteuerungen konnten zum großen Teil durch Verbilligungen anderer Baukostenbestandteile ausgeglichen werden. Die Gesamtunkosten haben sich daher in den meisten Teilen Deutschlands nur geringfügig erhöht. Gegen alle Versuche, die zum Teil plötzlich auftretenbe Zunahme ber Nachfrage nach Baustosfen zu unangemessenen Preissteigerungen auszunützen, ift die Reichsregierung charf eingeschritten. Es ist ihr baher gelungen, bie an sich vorhandenen Tendenzen zur Erhöhung ber Baukosten auf ein ber Gesamtlage ber Wirtschaft entsprechendes Maß zurückzubrängen unb bamit die Baukosten im wesentlichen ftabil zu erhalten. Die Organisation des Landjahres. Berlin, 4. April. (DNB.) Der „V. B." veröffentlicht Einzelheiten über die Organisation bes Lanbjahres in Preußen. Danach werben am 16. April 1934 über 2 0 OOOJugenbliche.ba- oon etwa ein Drittel Mäbchen, aus ben I n - bustrie - unb Grenzprovinzen Westfalen, Rheinland, Provinz Sachsen, Oberschlesien und Ganz im Gegenteil! Als erster Schritt muß ich natürlich die Geißel der Arbeitslosigkeit beseitigen. Sobald jedoch unser Volk wieder Arbeit hat, wird auch die Kaufkraft sich heben, unb bann kommt als logischer nächster Schritt bie Hebung bes ßebenftanbarbs. Wir wollen nicht ein primitives Volk werben, sonbern eines mit bem höchstmöglichen ßebensftanbarb. Groß-Berlin auf etwa 500 ßanbheime in ben Nährprovinzen Ostpreußen, Pommern, Grenzmark, Nieberschlesien, Schleswig-Holstein, Hannover unb Mark Branbenburg verteilt. In 18 Führerschulungslagern finb in ben vergangenen Monaten über 4000 Jugenbführer unb Mährerinnen, Lehrer unb Erzieher einer vierwöchigen Bewährungsprüfung unterstellt worden. Nur 1500 von ihnen würben als geeignet auserlesen. Nach einem ausbrücklichen Erlaß bes Ministers Rust ift ber Jugend Gelegenheit zur Erfüllung ihrer kirchlichen Verpflichtungen gegeben Die Jugend wird in den Heimen nach Geschlechtern getrennt untergebracht. Die Mädchenheime werden zumeist selbst bewirtschaftet, weil ja hier die zukünftige Hausfrau und Mutter erzogen werden soll. In den Jungenheimen sorgen Wirtschafter für die Verpflegung, die sehr kräftig und reichlich sein wirb, damit um so mehr Zeit bleibt für Körperschulung, Land- und Gartenarbeit und nationalpolitische Erziehung. Kultusminister Rust und der Reichsjugendführer haben die Vereinbarung getroffen, daß die Jugend im Landjahr H I. - U n i f o r m und die Mädels BDM.- Kleidung tragen mit einem besonderen Landmhr- abzeichen Die Schulung umfaßt bie Gebiete Heimat- unb Volkskunbe, Gelänbe- unb Kartenkunbe und Geopolitik. Besonberer Wert wirb auf bie Bereicherung ber gemeinschaftsbilbenden Fähigkeiten gelegt, wie Lieber- und Musikpflege. Volkskunft- und Volkstanz. Neben ber rein praktischen bäuerlichen und gärtnerischen Schulung auf zumeist heimeigenem Grundstück wird besonders auf ftraffc D i sziplin und Abhärtung gesehen. Kein Primitivitätskult, sondern Hebung des Lebensstandards. Ich gebe bem Amerikaner recht, wenn er nicht alles gleichmachen will, sonbern wenn er bem Prinzip der Stufenleiter huldigt. Nur muß einem jeden d i e Möglichkeit gegeben werden, die Leiter zu erklimmen, auch glaube ich, daß es durchaus recht ist, daß zunächst eine Erfindung das Gut des Erfinders fein soll, doch muß sein Streben darauf gerichtet sein, daß seine Erfindung der Allaemeinheit zugute kommt. Die erste Fensterscheibe war ein Luxusartikel, aber heute fragt jedermann nach Glas. Es wurde zu einem allgemeinen Gebrauchsartikel. Die erste Glühbirne war ein Luxusartikel, aber ber Erfinder bezweckte, sie einem jedem zugänglich zu machen. Der Zweck und das Ziel eines jeden Fortschrittes muß sein, ein ganzes Volk, ja die ganze Menschheit glücklicher zu machen. Aufbauende Kritik. Lochner durfte dann eine Anzahl Fragen stellen, deren Zweck war, bie Persönlichkeit Abolf Hitlers bem amerikanischen Volke besser verstänblich zu machen: Was ist Ihre Einstellung, Herr Reichskanzler, gegenüber ber Kritik, ber persönlichen wie auch ber pressemäßigen? Der Kanzler entgegnete sofort: Wissen Sie auch, baß ich einen ganzen Stab von Sachkennern bes wirtschaftlichen, sozialen unb politischen Lebens um mich versammelt habe, beren einzige Aufgabe es ist, Kritik zu üben? Ehe wir ein Gesetz verabschieben, zeige ich ben Entwurf biefen Männern unb frage sie: „Bitte, was ist hieran falsch?" Ich wünsche nicht, baß sie einfach Ja zu allem sagen. Sie haben keinen Wert für mich, wenn sie nicht kritisieren unb mir sagen, welche Mängel unseren Maßnahmen unter Umftänben an- hängen könnten. Ebensowenig liegt es in meinen Wünschen, daß bie Presse einfach nur bas abbrurft, was ihr ausgehänbigt wirb. Es macht keine Freube, 50 Zeitungen zu lesen, bie alle miteinander fast denselben Wortlaut haben. Im Laufe der Zeit werden unsere Schriftleiter wieder so geschult fein, daß sie eigene wertvolle Beiträge zum nationalen Aufbau beifteuern können. Eines kann ich Ihnen jedoch versichern, ich werde keine Presse dulden, deren ausschließlicher Zweck ift, das zu zerstören, was wir aufzubauen unternommen haben. Wenn bie Einstellung eines Schriftleiters ist, feine eigene interessante Weltanschauung ber unseren entgegenzufetzen, so sei ihm gesagt, baß ich dann die modernen Möglichkeiten der Presse ebenso gebrauchen werde, um ihn zu bekämpfen. Größte Stabilität der Regierung „Während ich einerseits Kritik wünsche", fuhr der Kanzler fort, „so bestehe ich andererseits darauf, daß diejenigen, die für das Wohl bes ganzen Volkes arbeiten, die Sicherheit haben müssen, daß sie in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen können. Der Fehler ber Systeme, bie bem unseren vorangingen, lag barin, baß kein Minister ober Mann in verantwortlicher öffentlicher Stellung wußte, wie lange er am Ruber bleiben werbe. Das führte bazu, baß er roeber bie Miß- ftänbe, bie seine Vorgänger hinterlassen hatten, beseitigte, noch sich mit Plänen, bie die ferne Zukunft umfaßten, zu beschäftigen wagte. Ich versicherte ben Herren, bie mit mir bie Regierung übernahmen, selbst denjenigen, bie nicht meiner Partei ange« horten, baß sie ber Stabilität i 1) r e r 21 ernte r gewiß sein könnten. Daraus ergab sich, baß alle freudig unb mit ganzem Herzen bei ber Sache waren unb baß ihr Augenmerk lebiglich auf eine aufbauenbe Zukunft gerichtet war." Louis P. Lochner fragte bann: Herr Reichskanzler, es wirb manchmal behauptet, baß es unter ben Herren Ihrer nächsten Umgebung Männer gibt, bie f i ch an Ihre Stelle setzen möchten. Von einem Ihrer prominentesten Mitarbeiter wirb z. B. behauptet, baß er Ihre Maßnahmen zu durch- kreuzen versucht. Seinen persönlichen Einbruck nach dieser Frage schildert Lochner mit folgenden Worten: „Des Kanzlers Züge hellten sich auf. Es schien, als ob bie Gesichter ber verschiedenen Männer, bie ihm im Kampfe am nächsten stauben, an feinem Geiste vorüberzögen unb er sich freute über bas, was er innerlich sah." Die Mitarbeiter. Der Führer antwortete: „Ich weiß ja, baß Sie biefe Frage stellen, um mein Verhältnis z u meinen Mitarbeitern klarzustellen unb nicht etwa, weil Sie persönlich beren Loyalität in Frage stellen. Es wäre ja wirklich eine Verleumdung, irgenbeinen ber Männer, bie Jahr um Jahr zu mir geftanben haben, zu unterstellen, baß sie etwa ben Wunsch hätten, mich herauszudrängen. Die Welt hat nie ein schöneres Beispiel von blinber Einfühlung erlebt als bas, welches meine Mitarbeiter geben. Vielleicht liegt ber Grunb, warum Märchen biefer Art entstehen, in ber Tatsache, baß ich mich nicht etwa mit Nullen umgeben habe, sonbern mit wirklichen Männern. Nullen finb runb. Sie finb bie ersten, bie abzurollen beginnen, wenn es schlecht geht. Die Männer um mich sind kantige, aufrechte Männer. Ein jeher von ihnen ist eine kraftvolle Persönlichkeit. Ein jeder hat seinen Willen und ist von Ehrgeiz erfüllt. Wenn sie nicht derartig wären, so stünden sie nicht, wo sie heute sind. Ich begrüße den Ehrgeiz. Wenn nur eine solche Gruppe von machtvollen Persönlichkeiten zusammenkommt, so ist es unausbleiblich, daß einmal eine Reibung vorkommt. Aber noch niemals hat ein einziger ber Männer, die mir Gefolgschaft leisten, versucht, seinen Willen mir aufzuzwängen. Ganz im Gegenteil, sie haben in bewunderungswürdiger Weise sich meinen Wünschen untergeordnet. Oer Fabrikbrand in Neukölln Frankreich hofft auf eine Verständigung mit Rom rüstungsabkommens kaum mit dem Wortlaut d«. Z 173 Vor- und Rachzü«, und ' «°-rn°°-rtr°ge- in Einklang zu bringen fein. Ä“ 4 Die Flucht der Nationalsozialisten und Schutzbündler unterstreicht in wirkungsvoller Weise die Nachrichten, die durch das Internationale Note Kreuz über die grauenhaften Zustände im österreichischen Konzentrationslager Wollersdorf an das Ohr der Welt gelangten. Den politischen Gefangenen der Wiener Diktatur, die im Linzer Landes- gericht gesessen haben, und die teilweise bereits zu schwerem Kerker verurteilt worden waren ist sicher nicht verborgen geblieben, was das an dem Schicksal Oesterreichs interessierte Ausland trotz aller lahmen Erklärungen und Dementis der Männer vom Wiener Ballhausplatz von den Gefahren gehört legentlich Italien anschloß. Gegenüber den Groß- kampfschiffen, in denen England eine gewaltige Ueberlegenheit besitzt, ist die gefährliche Waffe des U.-Lootes verhältnismäßig schnell und billig her- zustellen. In der britischen Fachpresse ist immer wieder beklagt worden, daß in der Ausgestaltung der U.-Bootswaffe der konservative, nur auf Kreu- d.er5 und Großkampfschiffe gerichtete Sinn der britischen Admiralität versagt habe. Auch auf einem anderen Gebiete hat Frankreich England geschlagen. Es hat seine Militärflugzeuge so schnell gebaut, daß England ins Hintertreffen geriet. England ist militärisch keine Insel mehr. Nimmt Frankreich den Aermelkanal für seine U-Boote in Anspruch, dann droht England die Gefahr, im Konfliktsfalle durch diese Ünter- wasserwaffe seinen Hauptverkehrsstrang abschnitten zu sehen. Daher kommt der Meldung,' daß Frankreich gewaltige Mittel bereitgestellt hat, um d i e Rede von Calais zu einem großen U-Boots- Hafen auszubauen, eine 'geradezu England alarmierende Bedeutung bei. Jeder Engländer weiß aus der Geschichte, was Calais als französische Ope- rationsbasis bedeutet. Man kann die Meldung nicht als Schachzug werten, der England vor Frankreichs Aufrüstungswagen spannen soll, denn über ein Pres- stonsmittel ist Frankreich insofern längst hinausqe- gangen, als die Bauarbeiten bereits im Gange find. Im Zuge damit hat Frankreich auch den Bau neuer Kreuzer beschlossen. Während Barthou in allen Noten versichert, Frankreich rüste ab baut es in Wahrheit seine Luftflotte und seine maritimen Machtmittel mit einer ganz deutlichen Spitze gegen England immer stärker aus. abgeloscht werden. Zwischen den verkohlten Holzstößen liegen zu grotesken Formen verzerrte schwere eiserne Doppelträger, die sich bei der ungeheuren Hitze völlig verbogen haben. An den Wänden des Fabrikgebäudes starren solche Träger in bizarren Formen in die Luft. Eine freistehende Brandmauer hängt vollständig über und wird nur noch durch das eiserne Fahrstuhlgerüst notdürftig gehalten. — Die genaue Ent stehuilgsursache des Feuers ist noch nicht ermittelt Der Schaden, der durch Versicherung gedeckt ist läßt sich zur Zeit noch nicht annähernd abschätzen. Neben den riesigen Holzvorräten sind fast sämtliche Maschinen und Werkzeuge der Fabrik vernichtet worden. !den Hauptverkehrstagen in diesem Jahre 250 568 Fahrkarten ausgegeben worden gegenüber 208 284 im Vorjahre. Es ist also eine Steigerung in diesem Jahre um 20 v. H. gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen. Eines möchte ich jedoch betonen: Obwohl ich alle diese kleinen Sorgen anhöre und aus einer Fülle von Einzelheiten mir ein Gesamtbild der Lage mache, so lasse ich es niemals zu, daß mir der U e b e r b l i ck verdunkelt wird. Ich muß mein Augenmerk immer auf unsere Hauptziele gerichtet haben und mit unermüdlicher Zähigkeit verfolgen. Dieses oder jenes Detail gefällt mir vielleicht nicht. Zugegeben: Aber ich muß es meinen Mitarbeitern überlassen, die kleinen Sachen zu bereinigen. Wir verfolgen große Ziele. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, diese Methoden zu verfolgen. Ich brauche vier Jahre, um den ersten Abschnitt unseres Programms zu verwirklichen. Dann werde ich weitere vier Jahre für den nächsten Abschnitt benötigen usw. Wir erstreben ein bedeutenderes, besseres, glücklicheres Deutschland. Großer Daldbrand in Lothringen. Am Sonntagnachmittag brach im Bezirk Pfaffenteich bei Weißenburg (Lothringen) ein Waldbrand aus, der infolge des starken Ostwindes rasch großen Umfang annahm. In kurzer Zeit trafen, Hilfmann- schäften ein, darunter auch Militär. Ebenso stellte sich die Feuerwehr des pfälzischen Ortes Schweigen und das pfälzische Forst, p e r's o na l z u r Brandbekämpfung zur Verfügung. Trotz aufopfernder Arbeit konnte nicht verhindert werden, daß etwa 60 Morgen Wald Aus aller Welt. Oberbayern mit dem Osterbesuch zufrieden. Paris, 4. April. (DNB.-Funkspruch.) Der römische Vertreter der Agentur Havas bespricht die Londoner Reise des italienischen Unterstaatssekretärs S u o i ch und kommt zu dem Schluß, daß dis Atmosphäre für eine italienisch-französische Zusammenarbeit günstig sei. Da Suvich voraussichtlich nicht in Paris Halt machen werde, könne man der Reise keinen fest umgrenzten diplomatischen Zweck beimessen, sondern ihr nur den Charakter eines englisch-italienischen Meinungsaustausches geben, der sich in der Hauptsache auf die Abrustungsfrage und die Lage in Mitteleuropa erstrecken dürfte. Wenn Mussolini in der Abrüstungsfrage auch nach wie vor an der italienischen Denkschrift festhalte, so sei die Haltung Italiens doch nicht so st a r r, daß man die grundsätzliche Ablehnung irgendeiner anderen Lösung befürchten müsse, die Aussicht habe, von den interessierten Machten angenommen zu werden. Man habe in Italien mit besonderer Aufmerksamkeit die französisch-belgischen und die französisch-englischen Besprechungen verfolgt, sowie die günstige Einstellung Englands zu gewissen Garantiewünschen, die über den' Rahmen des Locarnooertrages hinausgingen. Die zweiseitigen Kontrollgarantieen würden in Italien auf keinen Widerstand stoßen. Bemerkenswert seien die sympathischen Kundgebungen für die verschiedenen französischen Abordnungen, die sich augenblicklich in Aalien aufhielten, besonders für die französischen Frontkämpfer. Dies sei ein Zeichen dafür, daß die Atmosphäre für eine politische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern günstig fei. Eine Gevenng-Broschüre „Mein Wen zu Hitler". Essen, 31. März. (DNB.) Wie die „Rheinisch- Westfalische Zeitung" meldet, soll in Berlin in Kürze eine Broschüre des früheren preußischen Innenministers Karl Severing, betitelt „Mein Weg zu Hitler", erscheinen. In dieser Broschüre will Severing beweisen, daß von einem „lieber 6?ng" zu den Nationalsozialisten keine Rede sein könne, da er in der Tiefe feiner Seele stets für Hitler Sympathie gehabt habe. „Niemand kann mir den Vorwurf machen, daß ich Mangel an nationalem Selbstbewußtsein habe", so schreibt Severing nach dem Bericht der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung". „Ich habe meine Diensttätigkeit im Jahre 1919 mit einem Kampf gegen die linksradikalen Elemente des deutschen Volkes begonnen. Diesen Kampf setzte ich im Jahre 1920 fort. Bei der Unterdrückung der Unruhen in Mitteldeutschland im Jahre 1921 wurde nichts gegen die rechtsstehenden Elemente unternommen." Weiter schreibt Severing über die Unterdrückung des Kapp-Putsches durch ihn: „Kapp war ein Monarchist, während Hitler ein Republikaner ist. Das ist eine prinzipielle Differenz, die die Kommunisten nicht verstehen. Schon im Jahre 1932 sagte ich auf einem Kongreß: Wenn der Nationalsozialismus de facto beweisen wird, daß er in der Lage ist, eine fruchtbare Tätigkeit zu entfalten, so wird die Sozialdemokratische -Partei diese Bewegung anerkennen. Mein ehemaliger Parteigenosse Paul Löbe hat bereits den Nationalsozialismus anerkannt. Nun folge ich feinem Beispiel. Als Deutscher bin ich mir und meiner Politik treu geblieben und habe auf diese Weise meinen Weg zu Hitler gesunden. Am 20. Juni 1932 habe ich mich der Gewalt unterworfen, jetzt aber folge ich der Stimme meines deutschen Herzens." Kursänderung der holländischen Sozialdemokratie. Frankreichs Ll-Boot-Basis imKanal Oie französische Pistole auf Englands Brust. Oe Hand am puls derNation. Die letzte Frage Lochners lautete: Herr Reichskanzler, in den Tagen, ehe Sie an die Macht kamen, bewegten Sie sich dauernd unter dem Volk und aalten dadurch stetigen persönlichen Kontakt mit ihm. Heute, wenn Sie irgendwo erscheinen, sind die Straßen geschmückt, Willkommensadressen werden überreicht, Sie werden von den Spitzen der Behörden begrüßt. Wie bringen Sie es trotzdem fertig, 3hre Hand am Puls der Nation zu behalten? Wie halten SiedenKontaktmitdem einfachen Mann aufrecht? ^j£..e’nem soft jungenhaften Lachen antwortete der Führer: Erstens einmal, Sie sollten meine M 111 a g s t i s ch r u n d e oben in diesem Gebäude einmal sehen. Sie würden bemerken, wie dort . jeden Tag neue Gesichter auftauchen. Mein Haus ist wie ein Taubenschlag. Mein Haus ist stets offen für meine Mitkämpfer, einerlei wie schlicht und einfach ihre Verhältnisse sind. Unsere Organisation reicht bis in die kleinsten Dörfer hinunter, und von überall her kommen die Männer meiner Gefolgschaft nach Berlin, um mich auf- zuiuchen. Im Verlauf der Tischrunde erzählen sie mir dann ihre Sorgen und Nöte. Sodann gibt es selbstverständlich noch viele andere Möglichkeiten, mit dem Volke in Berührung zu bleiben. Ich erwähne nur diese eine als ein charakteristisches Beispiel. Nach Auffassung der Polizei ist die Flucht seit längerer Zeit sorgfältig vorbereitet und mit Hilfe eines Justizwachtmeisters durchgeführt worden. Die nprftanhini01 sämtliche Grenzkontrollstellen Maßnahmen zur Ergreifung der hJn öS ferner hat der Justizminister den Leiter des Gefängnisses und die Justizwach- OssOane l h r e s D i e n st e s e n t h o b e n. Die Flucht Übersteigen der Umfassungsmauer erfolgt. Der Justizwachtmeister, der den Nachtdienst versah und den Flüchtlingen behilflich war, ist gleichfalls gefluchtet. * ' 1 Schneetreiben in Wien und Graz. Nach prachtvollem Wetter während der Oster- ferertage ift am Dienstag ein Wettersturz ein- SrG!re™n’ 2)05 Thermometer sank um löGrad. Am Morgen gab es in Wien sogar ein regelrechtes Schneetreiben In Graz hatte es vom Sonntag auf Montag so heftig geschneit, daß die Stadt am Morgen em geradezu winterliches Aus- sehen hatte. In den Alpentälern, foo neue Luft- maffen nur schwer eindringen können, war es indessen fruhiahrsrnäßig warm. Tod in den Bergen. 3n Salzburg unternahm der Student Graf C l a r y mit feinem Freunde, dem Studenten Graf Jt euer ter a, einen A u s f l u g a u f d e n G e i s- b e r g. Als die beiden versuchten, über die steilen Geisbergwände zu steigen, gerieten sie auf eine 30 Meter hohe Steilwand, die sie umgehen wollten. Clary, der voran ging, verlor den Halt und stürzte in die Tiefe. Er erlitt einen Bruch der Wirbelsäule und ist bald darauf g e st o r- b e n. — Beim liebergang vom Moserboden zur Oberwalderhütte am Karlinger Gletscher ist am Ostermontag der Tourist Josef Leitner aus Zell am See in eine Gletscherspalte gestürzt. Noch am Abend ist die Rettungsmannschaft von Ca- prun aufgebrochen, um den Toten heute zu bergen. Ein Berliner SA.-Skandartenführer bei einem Bootsunglück ertrunken. Der Führer der SA.-Standarte 2 Berlin Peter Voß, wollte mit feinem Boot den südöstlich von Berlin bei Königswusterhausen gelegenen Teu- p i tz s e e überqueren. Etwa auf der Mitte des Sees kenterte das Boot infolge des heftigen Sturmes, und Voß versank in den Fluten. Dem Insassen eines Motorboots, der den Vorgang beobachtet hatte, gelang es, den Verunglückten zu bergen, jedoch blieben Die Wiederbelebungsversuche Jahrhundertelang hat England geglaubt, wer Antwerpen besitze, habe den 'Degen gegen England in der Hand. Noch mehr gilt das von C a - l a i s. Im Jahre 1347 wurde im englisch-französischen Erbfolgekrieg Calais von England genommen, erst 1558 als letzte der englischen Besitzungen verloren. Von Calais nach Dover kann man die schmälste Stelle des Aermeskanals in vierzig Minuten zurücklegen. Calais war während des ganzen Mittelalters, als es noch in englischem. Besitz war, die stärkste Seefestung im Kanal. Aus der Höhe von Calais vernichteten die Holländer 1639 die spanische Silberflotte. Immer wieder hat England versucht, durch diplomatische Verhandlungen den Ausbau eines französischen Kriegshafen Calais zu verhindern. Von dieser Stelle aus wollte Napoleon I. seine Truppen nach England werfen und wurde nur durch den Ausbruch des Krieges mit Oesterreich daran verhindert. In England weiß man, was Calais bedeutet. Es ift also von besonderer Bedeutung, wenn jetzt Frankreich die Reede von Calais, die ein weitläufiger und vielverzweiq- ter Kunsthafen ist, als Unterseebootsbasis a u 5 b a u t.. Nach dem Kriege hatte Frankreich der Entente cordiale mit England das Opfer gebracht und die damals kleine U.-Bootstation in Calais auf dem Altar der Freundfck)aft mit England geopfert. Seitdem hat Frankreich nicht aufgehört, feine U n - ter was fermaf fe vor allem im Mittelmeer nad) den modernsten Konstruktionen auszubauen. England hat immer wieder versucht, diese Waffengattung verbieten zu lassen, aber alle Anregungen auf öen verschiedenen Flottenkonferenzen scheiterten an dem französischen Widerstand, dem sich auch ge- Am st erd am, 3. April. (DNB.) Auf dem 40. Parteikongreß der holländischen Sozialdemokratie wurde eine grundsätzliche Kursänderung beschlossen. Es wurde die vollkommene Loyalität der Parte ^gegenüber der R e g i e r u n g fest- gestellt, die Sozialdemokratie müsse jede Regierung unterstützen, die die demokratische Staatsform ge- gegenüber den Angriffen der faschistischen Gruppen verteidigen wolle. Bei der Mehrheit der Kongreßteilnehmer kam das Bestreben zum Ausdruck, die bisherige Destruktions- politik der Sozialdemokratie gegenüber den Erfordernissen der Landesverteidigung fahren zu lassen. Zwei Entschließungen wurden zurückgezogen, in denen die einseitige Abrüstung der Niederlande verlangt und die . Verweigerung der Militärdienstpflicht im Kriegsfälle ausgesprochen worden war. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion der Zweiten Kammer machte die aufsehenerregende Mitteilung, daß die „Liga gegen Krieg und Faschismus , die marxistische W e h r f o r matt o n e n gebildet hatte, revolutionäre Bestrebungen verfolgt habe. Da der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei sich mit diesen ungesetz- "chen Methoden nicht habe einverstanden erklären können, habe er das zwischen Partei und Liga'be- stehende Band zerschnitten. Hierdurch sei der Gefahr, daß die Partei von der Regierung verboten werden könnte, vorgebeugt worden. Auf dem Kongreß kamen große Meinungsverschiedenheiten zum Ausdruck. Zwei bisherige Vorstandsmitglieder verließen unter Protest den Kongreß. Einige Beschlüße stießen auf eine starke Opposition, deren Unzufriedenheit über den neuen Kurs sich bald noch deutlicher fühlbar machen dürfte. Aus dem Gefängnis der Dollfuß -Diktatur entflohen. Wien, 3. April. (DNB.) Aus dem Linzer Landesgericht sind in der Nacht von Montag auf Dienstag der dort gefangen gehaltene Führer desRepublikanifchen Schutzbundes von Oberöfterreich und drei Unterführer a u s gebrochen und im Kraftwagen geflohen. Auch x Na tionalsozialisten sind geflüchtet. Wahrend die vier Mitglieder des Schutzbundes nach der tschechoslowakischen Grenze flüchteten, sollen die beiden Nationalsozialisten in einem Kraftwagen «ach der deutschen Grenze geflohen sein. Die beiden Nationalsozialisten waren bereits zu 14 Monaten schweren Kerker verurteilt worden. shak, die den Häftlingen in den berüchtigten „Anhaltelagern" drohen. Sie haben es daher vorge- zogen, mit letzter Anspannung aller Kräfte ein Wagnis zu unternehmen, das ihnen vielleicht nur noch ein schwereres Schicksal aufbürden wird, dessen Gelingen ihnen aber ein Lebensgut bringen kann, für dessen Gewinnung kein Einsatz hoch genug ist — die Freiheit. Handelspolitische Planwirtschaft der Vereinigten Staaten. Präsident Roosevelt hat vom Kongreß ein Ermächtigungsgesetz gefordert, das ihm weitgehende Vollmachten auf dem Gebiete der Außenhandelspolitik der Vereinigten Staaten geben fall. Das Repräsentantenhaus hat bereits den Entwurf mit einigen Abänderungen gebilligt, die Zustimmung des Senats ist zu erwarten. Das Gesetz gibt dem Präsidenten Vollmacht, mit fremden Staaten neue Handelsabkommen auf Gegenseitigkeit abzuschließen. Das Wesentliche ist jedoch, daß der Präsident die gegenwärtig in Kraft befindlichen Zölle bei den neuen Handelsabkommen bis z u 50 v. H. ermäßigen, sie aber auch bis 50 o. H. erhöhen kann. Von dieser Handlungsfreiheit verspricht sich der Präsident eine Ausweitung des amerikanischen Exportes und damit eine Milderung der wirtschaftlichen Krise in der amerikanischen Industrie und in der Landwirtschaft und ein weiteres Sinken der Erwerbslosenzahl. Das neue Gesetz gestattet den Vereinigten Staaten eine elastische und planwirtschaftliche Außenhandelspolitik zu führen. Zweifellos werden die Großabnehmer amerikanischer Industrie- und Landwirtschaftserzeugnisse bei der Einfuhr ihrer Erzeugnisse nach den Vereinigten Staaten nunmehr entsprechende Gegenleistungen verlangen und erhalten. Welchen Umfang die praktischen Auswirkungen für den Welthandel und besonders für den Export nach den Vereinigten Staaten haben werden, wird sich jedoch erst zeigen, wenn auf der neuen Grundlage abgeschlossene neue Handelsabkommen vorliegen. 3n Berlin-Neukölln brach in einer Möbelfabrik ein gewaltiger Brand aus, an dessen Löschung 450 Feuerwehrleute zehn Stunden lang in Rauch und Flammen arbeiteten. Trotz ihres aufopfernden Einsatzes brannte ein Fabrikgebäude und ein Holz- peicher bis auf die Grundmauern aus. Die Brand- tätte bildet einen ungeheuren Trümmerhaufen. Bis zum Dienstagmittag waren noch immer drei Züge Der Feuerwehr mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt, unterstützt von rund 30 Mann der Tech- nischen Nothilfe. Der Holzplatz selbst, von dem das Feuer seinen Ausgang nahm, bildet eine rau = e n ö e Trümmer st ätte. An verschiedenen stellen glimmen noch einzelne Holzstöße, die auseinandergerissen und durch kräftiges Wassergeben Dank dem prachtvollen Wetter und der wirtschaftlichen Belebung hatte das bayerische'Hochland wäh- » renö der Dftertage einen glänzenden Besuch aufzu- Der yhifepnnnOHPpr hoa ™ weisen. Von und nach München wurden vom tinar mnrhf Orh um be ?or.’? ' Gründonnerstag bis zum Ostermontag insgesamt SSBSlssaE®? abkommens zu halten, so müsse Artikel 2 bes innri^h.-0 ?n die Osterbesuchsziffern jene des Locarnooertrages erweitert werden, was sicher- berfreute^fid?ne^^hhnf^n qj lich nicht leicht sei. Aehnlich verhalte es sich mit s7ifahrer feÜenS ÖGr öer im Locarnooertrag enthaltenen 23eftimmung, Un/erfünfte befehl e r 4 f e 5 9 a b e n waren alle wonach die Garanten dieses Vertrages, qlfo Eng- * kunfte besetzt. * BünbnW mifs^antreTd)9ÄSu;nbmB“uSnb Z«°n finb an b°n fließen bürfk Mu^in bTefem Puntt-Lb°n .Th '' 29. Mörz bi- bi- militärischen Ganftionsmafinabmen bes Ab- h ? ? „ PA/samt 17^ n - rustunasabkornrnens kaum mit hpm WnrHm.t e ” insgesamt 173 Vor- und Nachzuge und Hebet 2 Millionen Mark geerbt ägyptische Fischereiforschungsanstalt hat e i n e n seine Abwechslung bot in dem ewigen Schlangestehen Sachverständigen zur Untersuchung des seit-! vor den Stempelstellen und Wohlfahrtsämtern. Und samen Fundes ernannt. Er hat vorgeschlagen, daß die dann oft enttäuscht zurückkehrten in die Heimat, der Kadaver zunächst vollständig mit Sand bedeckt werden soll, um seine Zersetzung zu verhindern. Es ist beabsichtigt, ihn dann nach dem zoologischen Garten von Kairo zu befördern. denn Arbeit konnten sie auch in Italien, das selber eine Million Arbeitslose hat, nicht finden, aber viel- Dlutiger Dorfkrieg in Mexiko. Zwischen den Ortschaften Guadalupe, Dista Hermosa und Monteleon im Staate Oaxaca bestanden schon seit längerer Zeit Grenz st reitigkeiten, bie jetzt zu einer blutigen Entladung geführt haben. £4e Einwohner von Monteleon verübten einen Ueberfall auf die Ortschaft Guadalupe, plünderten das Dorf vollständig aus, raubten eine grofee Anzahl von Einwohnern als Geiseln und erschlugen 20 Dorf bewohne r. Guadalupe ist nur noch ein Schutthaufen. Die Regierung hat Truppen aufgeboten, die die in das Gebirge geflüchteten gewalttätigen Einwohner von Monteleon verfolgen. Auch Aegypten will ein Seeungeheuer haben. (fine Neuausgabe des berüchtigten Lochneß-See- ungeheuers ist von dem ägyptischen Fischer Rou- mani in der Nähe von Port Said entdeckt worden. Es handele sich um den Riesenkadaver eines u n b e k a n n t e n T i e r e s, das anscheinend an die Küste geschwemmt wurde und bereits zum Teil vom Sand zugedeckt worden ist. Das Gewicht soll 15 Tonnen betragen, die Gesamtlänge 15 Meter, der Umfang 3 Meter und die Schwanzlänge 3,3 Meter. Die Kiemen waren von dem Kadaver abgetrennt und sollen etwa 2,75 Meter lang sein. Fünfzig Fischer haben vergeblich versucht, den Riesenleichnam von der Stelle zu bewegen. Die LPD. Bad Ems, 3. April. Die Osterveranstal- tung des Landesverbandes Mittelrhein im Deutschen Schachbund brachte dem Leiter der Schachecke des Gießener Anzeigers, Otto Benkner, die Meisterschaft des Landesverbands. Nachdem B e n k- n e r in der 4. Runde ein Sieg über Schomerus geglückt war, führte er allein mit drei Siegen. Schomerus konnte sich infolge Zeitnot nicht zu einer schwierigen, aber für ihn günstigen Variante entschließen, kam in Nachteil und verlor infolge eines weiteren Fehlers schnell. B l e u t g e n kam gegen Walter zu einem günstigen Endspiel, das er trotz ungleicher Läufer gewinnen konnte. Schurig kam durch einen Sieg gegen Müller ebenfalls in die Vordergruppe. Dr. T h o m a e stand gegen Dr. Grimm besser, konnte aber einen Gewinn nicht erzielen. In der 5. Runde standen Benkner — Bleutgen im Mittelpunkt des Interesses. Nach langwierigem Stellungskrieg ging Benkner zum Mattangriff über, was ihm zu entscheidendem Figurengewinn verhalf. Die 6. Runde brachte Schurig einen Erfolg gegen Bleutgen, In dem Dorfe Neuglietzen im Oderbruch erhielten dieser Tage neun Einwohner durch die holländische Gesandtschaft die Nachricht, daß sie eine Riesenerbschaft gemacht haben. Im Jahre 1888 war ein Mitglied der Familie Klemer nach H o l l ä n d i s ch - I n d i e n ausgewandert und dort zu großem Reichtum gelangt. Nach seinem Tode erben nun diese neun Erbberechtigten! je etwa 250 000 RM. Der Vulkan auf Island weiter in Tätigkeit. Der Vulkanausbruch auf Island hält mit unverminderter Heftigkeit an. Die Aschensäule erreichte am Dienstag eine bisher noch nicht beobachtete Höhe, und der Aschenregen ist an den beiden letzten Tagen auch über dem ganzen Ostland und dem östlichen Teil des Nordlandes niedergegangen. Die Vulkanexplosionen sind im größten Teil Islands zu hören. Es wurde festgestellt, daß der Ort der Vulkantätigkeit in der Mitte , des Vatnajoekus nördlich des Skeidar-Flusses liegt. Dr. Grimm einen Sieg gegen Walter. Benkner konnte einen weiteren Erfolg erzielen, da Dr. T h o m a e im Verlauf der Partie nachließ und auch in Zeitnot kam. In der Schlußrunde kam es noch einmal zu harten Kämpfen. Schluß st and: 1. Klasse: 1. Benkner- Frankfurt a. M. 5 Punkte, 2. Dr. Grimm- Höchst 4V2, 3. Schurig- Wiesbaden 4, ferner Schomerus 3Vs, Dr. T h o m a e und Bleut- gen je 3, Walter und Müller je 2Vr Punkte. 2. Klasse: Hier war Roß-Frankfurt a. M. den übrigen stark überlegen. Ohne Verlust erreichte er durch umsichtiges Spiel aus sieben Partien 6 Punkte. Zweiter wurde Krebs- Bad-Nauheim, 3.—5. Frühauf, Bernhardt und David (punktgleich). 3. Klasse: Hier teilen sich den Sieg B u tz - Frankfurt und Leber- Wiesbaden mit je 5V2 Punkten. 4. Klasse A: 1.—3. Hergenhahn, Wagner und Li er sch (punktgleich). B: Ueberlegener Sieger ohne Verlust B o r e n s k i - Koblenz. leicht doch mit einem großen Gefüllt im Herzen, was es heißt, eine Heimat zu haben, Deutscher zu sein. Trotz der Verminderung dieser „Tramps" ist aber das deutsche Element nach wie vor sehr stark vertreten. Auch mit geringen Mitteln haben viele ihren langgehegten Plan verwirklicht, einmal Ostern in Rom zu verbringen. Im St. Petersdom, in der Villa Borghese und überhaupt in den Museen, die ja bekanntlich von Fremden immer mehr als von Einheimischen besucht werden und besonders auch abends im Zentrum der Stadt sieht man außer modernen, eleganten Römerinnen, die bedeutend hübscher sein sollen, als ihre antiken Schwestern, viel Deutsche und hört die vielen Dialekte der deutschen Volksgenossen aus den verschiedensten Ländern. * Die Wahlen zum Parlament, das die einzige Aufgabe haben wird, seine Abschaffung zu beschließen, haben wieder einmal bewiesen, wie fest das faschistische Regime steht. Bei 96prozentiger Wahlbeteiligung haben über 99 Prozent für Die Regierung, das heißt für Mussolini g e - ft i m m t, was man wohl auch nicht anders erwartet hatte. Die Wahlpropagcmda verzichtete auf langatmige Aufrufe und beschränkte sich hauptsächlich auf den markanten Kopf des Duce und einige lapidare Sätze, die man in diesen Tagen an jeder Wand in ganz Italien finden konnte. Das Ergebnis dieser Wahl war zugleich eine Demonstration an das Ausland, und als am Abend des Wahltages .die Faschisten — insbesondere die Jugend — singend und „Duce" rufend durch die Straßen zogen und demonstrierten, mag mancher Ausländer die Disziplin und Begeisterung bewundert haben, wie man sie nur noch in Deutschland kennt. Das Vertrauen dieses Mannes in die Zukunft feines Volkes, das erst kürzlich deutlich zum Ausdruck kam, als er anläßlich 'des auch in Deutschland gehörten fünften Jahresberichtes von einem Plan bis zum Jahre 2000 sprach, diese selbstsichere Haltung überträgt sich auf die breiten Massen des Volkes und ist eine unheimliche Kraft. Inzwischen trifft man schon jetzt alle Vorbereitungen für die 2 0 0 0 3 a f) r feier des August us, die im Jahre 1938 hier in ganz großem Stile aufgezogen werden soll. Wirklichkeitsnahe Geschichte! Än der Büste von Julius Cäsar legte das faschistische Syndikat der Journalisten einen Lorbeerkranz nieder, um so den „ersten römischen Journalisten" zu ehren. Seine großartige Kriegsberichterstattung, „Der Gallische Krieg", ist vielen von der Schulbank her noch in mehr oder weniger angenehmer Erinnerung. So erwächst hier täglich aufs neue das Gefühl für das große Geschehen der Geschichte, die Bewunderung für die Vergangenheit fordert, und gleichzeitig eine Mahnung an die Zukunft richtet. Römische Ostern. Das Oster-Schachliirnier in Vad Ems. Otto Benkner gewinnt die Meisterschaft des Landesverbandes Mittelrhein. Pilger ans aller Welt strömen in die „Ewige Stadt". — Zeugen großer Vergangenheit als Ansporn für die Gestaltung der Zukunst. Don Ludwig Fritz, Dipl. rer. pol. Rom, Osterwoche 1934. Die „ewige Stadt" bietet in diesen Tagen einen besonderen Anblick. Die sehnsüchtig erwartete und geschickt vorbereitete „Invasion der Frem- d e n" hat begonnen und scheint — trotz der Wirtschaftskrise — kein Ende zu nehmen. Ein Beweis, was zugkräftige Propaganda auch in diesen Zeiten vermag. Die UeberfüUung der Stadt in diesen Tagen ist kaum vorstellbar. Hotels find schon feit Wochen im voraus belegt, und auch der Baderaum und die Matratze im Auszug find bald vergriffen. Im römischen Hafen Civitavecchia schlafen Ueberseepilger auf den Schiffen, weil die Stadt nicht alle aufnehmen kann. Denn alle kommen nach Rom in diesen Tagen und Wochen. Staatsmänner, die das „Phänomen des Faschismus" studieren und sich zu neuen Kombinationen zusammenfinden wollen, werden in dem modernen „Mekka der Diplomaten" liebevoll und mit ausgesuchter Höflichkeit behandelt: fromme Pilger aus allen Erdteilen, die an diesen hohen Feiertagen innere Erbauung und den Segen ihres höchsten Geistlichen suchen: weltmännische Snobs, die es „chic“ finden, Ostern in Rom zu verbringen, anstatt in langweiligen Rivierahotels — und allen bietet Rom Raum und Erfüllung. Diese Stadt der wunderbaren Gegensätze weiß die glänzenden Zeugen ihrer großen Vergangenheit in bestem Lichte zu zeigen, aber macht gleichzeitig alle Anstrengungen, eine Weltstadt mit den modernsten Neuerungen zu sein. Unter riesigem Kostenaufwand wurden ganze Häuserblocks niedsr- gelegt, um Durchblicke zu schaffen und breite Straßen anzulegen, auf denen sich ein wirklich rasender Verkehr abspielt. Der Reiz der Vergangenheit vereint sich mit der Ahnung einer großen Zukunft, die jedem Italiener täglich rugeimpft wird. Die Invasion der deutschen Globetrotter hat in diesem Frühjahr ein wenig nachgelassen. Diese „Tramps", die in den vergangenen Jahren zu Tausenden die italienischen Landstraßen bevölkerten, unterstützt und genährt oft nur von der Wohltätigkeit ihrer deutschen Landsleute und der Italiener, die so etwas gar nicht verstehen konnten, sind zum Glück etwas vermindert. Zweifellos auch ein Erfolg der neuen straffen Ordnung in Deutschland, dank Arbeitsdienst, SA. und verminderter Arbeitslosigkeit. Die ewige Wanderlust des Deutschen, die lastende Untätigkeit und das tägliche Bewußtwerden der verzweifelten Lage, waren nicht selten die Motive — wie wir wiederholt hören konnten — die diese Menschen hinaustrieben in die unbekannte Fremde, die mit ihren tausend Gefahren lockte und Wettervoraussage. Die aus dem nordöstlichen Hoch ausfließende kontinentale Luft überflutet weiterhin ganz Deutschland und läßt das konstante Wetter fortbestehen, wohl sind über Nordskandinavien, wie auch über Frankreich Störungen erkennbar, deren Ausläufer vorübergehend zu etwas Bewölkung führen dürften. Anderseits schiebt sich wieder ein kräftiges Hoch von Island her östlich vor und wird später die Wetterlage erneut festigen. Aussichten für Donnerstag: Vorübergehend wolkig, im wesentlichen aber aufheiternd, weiterhin stärkere Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht, trocken. Aussichten für Freitag: Noch Fortdauer der Hochdruckwetterlage. Lufttemperaturen am 3. April: mittags 18 Grad Celsius, abends 5 Grad; am 4. April: morgens 2 Grad. Maximum 19 Grad, Minimum —0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. April: abends 8,6 Grad: am 4. April: morgens 4,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. K., sämtlich in Gießen. n I ch t e t wurden. Ein Uebergretfen des Brandes auf deutsches Gebiet konnte abgewendet werden. Man vermutet, daß Brandstiftung vorliegt. Aulo prallt gegen eine Straßenbahn. In Hamborn kam es auf der Kaiser-Friedrich- Straße zu einem folgenschweren Verkehrsunglück. Ein mit mehreren Personen besetzter Kraftwagen geriet bei dem Versuch, einem Radfahrer auszuwei- chen, ins Schleudern und wurde mit großer Wucht gegen eine Straßenbahn geschleudert. Die linke Seite des Kraftwagens wurde vollständig abgerissen und ein Insasse auf der Stelle getötet. Eine weitere Person trug lebensgefährliche Verletzungen davon, während der Fahrer nur leicht verletzt wurde. Von den Fahrgästen der Straßenbahn wurde niemand verletzt. Lin Spaziergänger vom Motorrad überfahren und getötet. Ein folgenschweres Motorraüunglück ereignete sich am 2: Dfterfeiertag bei Etzweiler (Rheinprovinz). In einer Kurve wurde ein Spaziergänger oon einem Motorrad, das die Kurve nicht mehr nehmen konnte und zu weit nach links geriet, überfahren undaufder Stelle getötet. Der Fahrer und fein Mitfahrer wurden auf die Straße geschleudert. Fast im gleichen Augenblick nahte ein zweites Motorrad, das auf das am Boden liegende erste Motorrad fuhr und ebenfalls um stürzte. Von den vier Motorradfahrern trugen zwei sehr schwere Verletzungen davon. Die beiden übrigen wurden leichter verletzt. Bei der Spielerei mit Knallerbsen ums Leben gekommen. In Nürnberg wollte der 14 Jahre alte Schüler Heinz Brosche Knallerbsen Herstellen. Offenbar hat der Junge mit einem Hammer auf die unbekannten Stoffe, die er zum Experimentieren benutzte, draufgeschlagen. Es erfolgte eine E x - plofion, durch die der Junge am ganzen Körper fürchterlich zugerichtet wurde. Noch am gleichen Abend ist der Schüler seinen Verletzungen erlegen. Ein gleichzeitig entstandener Zimmerbrand konnte noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden. Großfeuer in einem amerikanischen Kohlenbergwerk. In Switz City (Indiana) brach in dem Kohlenbergwerk der Gesellschaft Sinclair ein Großfeuer aus. Fünf Bergleute wurden dadurch von der Außenwelt abgefchnitten. Man befürchtet, daß sie e r ft i cf t sind. Der Mangel an Wasser und Lösch-Chemikalien beeinträchtigt die Rettungsarbeiten. Die Rettungsmannschaften der umliegenden Bergwerke wurden zur Unterstützung aufgeboten. Großfeuer durch Blitzschlag. Die kleine Ortschaft Gommersdorf bei Moosbach (Baden) wurde von einem verheerenden Großfeuer heimgesucht. Bei einem schweren Gewitter schlug der Blitz in zwei z u f a m m e n g e b a u t e Scheunen ein. Sie wurden ein Raub der Flammen. Das Feuer griff, begünstigt durch einen starken Wind, sofort auf die nächsten Anwesen über. Trotz energischer Brandbekämpfung fielen a ch t weitere Scheunen sowie ein Wohnhaus den Flammen zum Opfer. Außer großen Heu- und Strohvorräten wurden auch die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte zum größten Teil vernichtet. Das lebende Inventar konnte bis auf einiges Kleinvieh gerettet werden. Der Schaden ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Blitzschlag in einen Pilgerzug. In der Nähe von Salerno (Unteritalien) schlug der Blitz in einen Pilgerzug. Zwei Personen waren sofort tot, 20 wurden verletzt. Es handelt sich um Landleute aus der dortigen Gegend. — Bei Aversa, unweit Neapel, stieß ein mit spanischen Pilgern besetzter Kraftomnibus mit einem Kraftwagen zusammen. Der Führer des Wagens und zehn Pilger wurden verletzt. Riesenbrand in Unter-Aegypten. Bei einem Schadenfeuer in Kafr Helal in Unter- Aegypten, das über 400Wohnhäuferzer- störte, sind drei Frauen, zwei Männer und ein Kind verbrannt. Sturmflut in Neukaledonien. Die französische Südseebesitzung Neukaledonien wurde Ende März von einer Sturmflut heimgesucht, die allenthalben große Verheerungen anrichtete. Viele Verwaltungsgebäude und Wohnhäuser wurden beschädigt. Eine Brücke stürzte unter dem Anprall der Wogen ein. 14 Fischerboote gingen unter. Die Zahl der Todesopfer beträgt nach den vorläufigen Meldungen 18.______________________ Oie Balken biegen sich! Von Georg Miihlen-Schulte. Timm, der Bootsmannsmaat, hat zwei dolle Fehler: er lügt, und er photographiert. Was das Lügen betrifft, da kann man nur sagen: Junge, Junge! Timm weiß ein Garn zu drehen, das zehnmal ungeheuerlicher ist als die längste Seeschlange. Alte, erfahrene Möven fallen tot aus der Luft, sobald Timm zu erzählen anfängt. Und wenn der Klabautermann, der doch ganz gewiß einen Stiebet verträgt, Timms Schiff Heimsucht, dann stopft er sich vorher allemal beide Ohren voll Watte. Das mit dem Photographieren liegt beinahe noch ärger. Vor achtundzwanzig Jahren hatte die holde Seaelmacherstochter Lina Dösch dem Jungmatrosen eine Kamera geschenkt. Mit dieser Kiste gondelte Timm in die Welt hinaus. Niemals trennte er sich von ihr. Die Techniker der photographischen Kunst haben inzwischen allerhand Neues dazuerfunden, und wir kaufen heute für wenige Mark einen Apparat, mit dem wir die Sommersprossen im Gesicht des Mannes im Mond aufnehmen können. Das ist Timm ganz egal; er bleibt feiner alten Kmps- fartaune treu und schießt damit alles was ihm vor die Pupille kommt, in Grund und Boden. Jetzt ist er auf Urlaub hier. Ich saß mit ihm hinter einer ehrlichen Pulle, und nach zehn Minuten hielt ich ein Paket mit Timmschen Photos in der Hand. Einfach doll! Auf einem der Bilder erschien der Leuchtturm von Eddystone m doppelter Ausfertigung. „Das hat nichts zu sagen", meinte Timm: „ich hatte bloß vergessen, den Film weiterzudrehen. Ist so auch ganz hübsch." Die „Partie bei Spitzbergen" wurde von einem runden weißen Fleck beherrscht. „Mitternachssonne , vermutete ich. „Nee, nee", belehrte mich Timm, „da habe ich bloß zufällig meinen Daumen vor dem Obiektiv gehabt!" Auf dem Pik von Teneriffa schaukelte eine chinesische Dschunke; der Rikscha-Kuli oon Colombo hatte keine Beine, und der unglückliche Präsident von Monrovia lief ohne Kopf rum. „Aber sonst sind die Aufnahmen erstklassig", verteidigte sich Timm. Ich hielt einen Abzug in der Hand, der war über und über mit gelben Punkten besät. „Schlechter Entwickler", mutmaßte ich. Da ging es los mit dem Lügen. „Das hat gar nichts mit dem Entwickler zu tun. Es ist der Hafen von Montevideo. Der sah so aus, wie ich das letzte Mal da war. Halbes Jahr ist es her! Waren lustige Tage, sage ich dir. Schöne Mädchen, feiner Tabak und ein erstklassiges Gnrgel- wasser. Mittags um eins kam unser Eimer auf der Riede an. Ich hatte gerade dienstfrei. Stand mit einem Pott ßöffelerbfen in der Nähe von unserer Einundzwanzigzentimeter-Spritze und kuckte so in der Landschaft rum. Hübsches Bild. Nein, wirklich. Reicht natürlich nicht an Hamburg oder an Kiel ran. Das kann man ja auch nicht verlangen, nichtwahr. Aber für die Gegend war's allerhand. Na, also, wir wollen zur Begrüßung man eben'n büschen bummbumm machen, da zuckelt plötzlich so n kleiner Spirituskocher mit Regierungswimpel ran und winkt ab: ,Noch ’n Augenblick mit dem Salut warten, der Präsident ist grabe mit feinem Mittags- Nickerchen beschäftigt und darf nicht geweckt werden'' Gleich hinterher Bootsmannspfeife. Hafenkommandant kommt an Bord. Haltung annehmen! Ich in meiner Verlegenheit, schiebe meinen Erbsenpott in die Mündung von dem Einundzwanziger- Rohr, knall' die Pantoffel zusammen und stehe da wie Kolumbus aus Gußeisen. Uebrigens ein feiner Kerl, der Bahnhofsvorsteher ..." „Bahnhofsvorsteher?" £ .. ... Na ja, der Hafenfritze da von Montevideo. Spater,' als dann das Malhör geschehen war, da hat er mich noch getröstet und mir eine feine Zigarre ver- PQ,Moment mal, Timm! Von welchem Malör sprichst du eigentlich?" „Ach so, das wollte ich ja noch erzählen .. . Ist ja das Originellste an der ganzen Geschichte. Paß auf! Kaum war nämlich der Hafenbulle an Bord, da geht drüben ein Signal hoch: .Präsident ausgeschlafen!' Im selben Moment fängt unser Em- undzwanziger mit dem Salut an. Na, und die Folge? Meine Löffelerbsen rüber nach Montevideo und — patsch! — gegen die schönen weißen Hauser- faHaben. Siehste, davon sind die vielen gelben Spritzer auf der Hafenphotographie! Jawoll! Das ist . die reine Wahrheit! Proscht, mein Jung!" Ich habe nach dieser Erzählung das Fenster geöffnet und dreimal ganz tief Luft geholt. Tiefere Bedeutung. Von Vera Craeuer. „Hallo?" „Kurt?" „Ja." „Bist du mir böse?" „Böse — weshalb?" „Weil — weil ich doch gestern abend nicht gekommen bin." „Gestern abend ...? Richtig! — Nein, nein, deswegen bin ich dir nicht böse." „Ich hab nämlich etwas ganz Sonderbares erlebt ..." „So ...?" „Ja. Etwas, das ich mir selbst noch gar nicht recht erklären kann." „Und beabsichtigst du etwa, mir das jetzt zu erzählen?" „Es geht ganz schnell, Kurt, und außerdem ist es ja auch noch gar nicht fünf." „Aber in zwei Minuten, und im Wartezimmer fitzen bereits Patienten." „Sollen sie noch einen Moment warten. Ich muß dir das nämlich unbedingt erzählen." „Also bitte!" „Hör zu! Wie ich gestern in die Bahn steige, um zu dir zu fahren, fällt mir plötzlich ein Kindheitserlebnis ein. Jahrelang habe ich nicht mehr daran gedacht, und mit einem Male steht es wieder lebendig vor mir. Meine Mutter und ich waren verreist, irgendwo in einem Kurort im Gebirge. Es war während der großen Ferien, ich war damals ungefähr 11 Jahr alt. Horst du zu?" „Jawohl. Du warst 11 Jahre alt." „Wir hatten viele Bekannte dort am Ort und unter anderen einen viel älteren Herrn, der Mutter sehr verehrte, und den ich nicht leiden konnte. Vielleicht war ich eifersüchtig auf ihn, vielleicht ärgerte ich mich auch nur, daß er während der ganzen Zeit unseres Aufenthaltes Mutter nicht von der Seite wich. Jedenfalls waren meine Sympathien für ihn nicht allzu heftig, und ich war manchmal direkt ungezogen zu ihm. Aber er schien das nicht zu be- merken ober nicht bemerken zu wollen, er blieb immer gleichmäßig freunblich unb schenkte mir Schokolabe unb Bonbons." „Hm." „Unb als wir abfuhren, brachte er uns beiben Blumen auf die Bahn." „Euch beiden?" „Mutter und mir. Ich sehe ihn noch genau vor mir, wie er da auf dem kleinen Bahnhof stand, in seinem tadellosen, grauen Ulster und mit zwei Buschen Rosen im Arm. Lange, dunkelrote für Mutter, und Heckenrosen für mich." „Sehr finnig." „Nicht wahr? Und wie dann der Zug einfuhr, und wir uns beeilen mußten, mit all unferm Gepäck hineinzukommen, da drückt er doch in der Verwirrung des Abschieds mir die dunkelroten in die Hand und Mutter die Heckenröschen —" „Na und?" „Gar nicht na und. Das war die Geschichte." „Ach, das war das Kindheitserlebnis?" „Ja. Und das hat mich gestern abend wieder so beschäftigt, daß ich umzusteigen vergaß, und anstatt zu dir, ans andere Ende der Stadt gefahren bin ..." „Interessant!" „Siehst du! Und das muß doch eine tiefere Ursache haben, irgendeinen psychologischen Grund, nicht wahr? Du verstehst doch was von solchen Dingen, was meinst du nun dazu?" „Das kann vielerlei Gründe haben. Zum Beispiel kann man es so erklären, daß dir das jetzt eingefallen ist, weil du den Wunsch hegst, wieder einmal zu verreisen. Zu verreisen und die Bekanntschaft eines älteren Herrn in tadellosem, grauen Ulster zu machen —" „Aber Kurt, du weißt doch, daß ich außer dir — „Gut. Aber wie ist cs denn möglich, daß dieses Kindheitserlebnis dich so stark ergriffen hat, daß du versäumt hast, zu mir zu kommen ...? Beinahe glaube ich, es dir sagen zu können: Du bist gar nicht deshalb nicht zu mir gekommen, sondern weil du mit Stephan zusammengewesen bist —". „Mit Stephan bin ich gar nicht zusammenge- wesen. Ich hab ihn nur ganz zufällig unterwegs getroffen — S)ie echte und die falsche Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, fiaöe ( von uns schon allerlei gelogen", meinte Frau Edda. „Ich verteidige die Lüge nicht; aber es handelt sich wohl hier um einen ganz seltenen Ausnahmefall. Es wäre ja schrecklich in der Welt, wenn jeder, der mal gelogen hat, deshalb gleich zum Mörder werden müßte." „Natürlich nicht!" gab Konstantin zurück. „Aber wenn ich auch der kleinen Notlüge, die sich gesellschaftlich nicht einmal ganz umgehen läßt, nicht gerade harte Feindschaft ansage, stehe ich doch auf dem Standpunkt, es wird auch mit dem Wort Notlüge Mißbrauch getrieben. Die einzige erlaubte Lüge ist die .fromme Lüge', zu der man greift, um feinem Mitmenschen Kummer und Leid zu ersparen. Sinnlose Lügen aber sind in Grund und Boden verwerflich. Menschen, die grundlos lügen, haben keinen guten Charakter — man soll sich vor ihnen hüten." Regina hielt die Augen auf ihren Teller gerichtet. „Ist das nicht ein wenig zu scharf, Herr Doktor? Es lassen sich doch eigentlich noch Unterschiede machen, und ganz grundlos lügen halbwegs gescheite Menschen wohl nie." Er zuckte die Achseln. „Natürlich, der Lügner glaubt immer Grund zur Lüge zu haben, und wenn man so denkt —" Er zuckte wieder die Achseln. „Dergebungssreudige Menschen mögen anders denken; aber ich gehöre nicht zu ihnen. Außer frommen Lügen und allenfalls wirklich dringenden Notlügen lasse ich nichts gelten." Sie hob den Blick. „Wie können Sie mit den Ansichten dann die ftrau verteidigen, deren Tat aus einer überflüssigen Lüge erwachsen ist?" Er lächelte: „Das ist wohl ein anderer Fall. Uebrigens verteidigt sie Herr von Stübnitz — nicht ich. Herr von Stübnitz gehört in jeder Beziehung zu den Menschen, die für alles Verstehen haben — zu den Menschen, die dem Worte folgen: Vergebt, damit euch wieder vergeben werde." Er sah sehr ernst aus. „Ich bin vielleicht noch zu jung, um mich ganz dazu durchzuringen. Mein Daheim war hart und streng, war freudlos, und richtig benannt: puritanisch. Ich lernte die Lüge verabscheuen. Ich bekenne, wenn ich an einem Menschen, den ich gern hätte, eine überflüssige Lüge fände, er wäre für mich tot. Sonst aber zwingt mich mein Beruf zu einem gewissen Verständnis. Theoretisch muß ich mich damit auseinandersetzen und tue es. Aber abseits von meinem Beruf bin ich in der Beziehung puritanisch eingestellt." (Fortsetzung folgt.) Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERN ARD 790 A Höhere pndalichiile Gießen ZMM |Stellenangebote11 Junge Verkäuferin — II I" mit aitfptt Svnrfi» Hier ist das Glück! Lehrling Wernerwall 15 mit guten Fach- Gießen, 0'809 Lichtspielhaus Gießen Illusionist u. a. m. 1941D .arte 5838Ü durch dick und dünn W.WILL 01/96 Universitäts-Turn- und Tanzlehrer. Löberstra&e 12 CARLKinwarx Schönes leeres uni GIESSEN SELTERSWEG 81 an den Gß. Anz. angebote unter IlllllllllllllllllllllllllllliO 1810 a. b. (9 51. 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Heil Hitler! i n des der Kreisbauernschaft Gießen, die gestern hier stattfand, wurde der Beschluß gefaßt, die im vorigen Jahre in Lollar gegründete Bieh-Berwertungs- genossenschaft nach Gießen zu verlegen und gleichzeitig die Vieh - Verwertungsgenossenschaften in Geilshausen und in Reiskirchen damit zu verschmelzen. Die zusammengeschlossenen Genossenschaften wetden künftig als Bezirks - Viehverwer- Der rollende Pfennig ist wichtiger als die Mark im Strumpf. In ehrenden Worten gedachte der Redner sodann der verstorbenen Mitglieder, zu deren Gedenken sich die Versammlung von den Plätzen erhob. Er erinnerte ferner an die Auszeichnungen (bronzene Wabe des Deutschen Jmkerbundes), die den Mitgliedern Wenkebach und Run k zuteil geworden seien. 3n den Ortsgruppen sei auch im vergangenen Jahre eine lebhafte Tätigkeit entfaltet worden. In der kommenden Zeit solle weiterhin großer Wert auf die Vortragstätigkeit gelegt werden, denn es erweise sich täglich, daß der Imker immer neues zu seinem vorhandenen Wissen hinzulernen könne. Besonders sei auf die Kurse, die in Marburg und in Frankfurt abgehalten würden, aufmerksam gemacht. Ferner gab der Redner Kenntnis von der Zusarn- menlegu'ng zweier Ortsgruppen, und^zwar der Ortsgruppe Altenstadt zu Heldenbergen und der Ortsgruppe Lumda und Umgebung zu Grünberg. Der Gau Oberhessen umfasse gegenwärtig 2 4 Ortsgruppen. Am 1. Januar 1933 seien 1517 Mitglieder zu verzeichnen gewesen. Im Laufe des vergangenen Jahres seien 33 ausgetreten, so daß der Mitgliederstand ain Ende des Jahres 1484 betragen habe. Der Verlust sei inzwischen bei weitem wieder aufgeholt worden, da seil dem 1. Januar 1934 dem Gau insgesamt etwa 300 Mitglieder neu beigetreten seien. In seinen abschließenden Worten ging der Gauobmann noch auf die zu erwartende Umor- ganisation ein, die mit der Einglieds* — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr, „Katte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Skandal in Budapest". — Stadttheater Gießen. Morgen abend Deutsche Bühne, Reche 1, ungerade Mitgliedsnummern, und freier Verkauf die Operette: „D i e g o l d n e M e i st e r i n" von Ed. Eyßler. (Siehe heutige Anzeige.) ** Oberhessische Po st Personalien. Angenommen wurden: als Postanwärter die Postschaffner Bayer aus Neu-Isenburg in Büdingen, Diehl aus Offenbach in Groß-Karben, D ö l l aus Offenbach in Homberg, Rausch in Laubach. — Uebertragen wurden: die Oberpostmeisterstelle in Alsfeld dem Oberpostinspektor Rehm aus Holzminden, eine Postsekretärstelle in Gießen dem Postverwalter Heiß aus Lich, eine Postverwalterstelle in Laubach dem Postsekretär S t e t t e r aus Friedberg. — Versetzt sind: Postamtmann Keller von Darmstadt nach Gießen, die Postmeister H e n n i g e von Laubach nach Eberstadt (Bergstraße), I o st von Hungen nach Nidda, Friedrich Vogt von Hirschhorn nach Schotten, der Postverwalter Müller von Groß-Karben nach Hirschhorn, die Pastassisten- tin Karoline Arras von Alsfeld nach Mainz, die Postassistentin Enid Hennig von Darmstadt nach Alsfeld, die Telegraphenleitungsaufseher Jung von tungsgenossenschaft mit dem Sitz Gießen unter der ehrenamtlichen Leitung Kreisbauernführers D ö r r f ch u ck tätig sein. Bornotizen. Klaus, Obmann. Bezirks-Diehverwertungs- genoffenschast in Gießen. einer Versammlung der Hauptabteilung III Der Gau Oberhessen im Landesverband hessischer Imker vereinigte am gestrigen Dienstag vormittag im Hotel Hindenburg die Kreis- und die Ortsgruppenführer, sowie die Beiräte zu einer Gauoersammlung. Der Gauobmann, Lehrer Braun-Rodheim v. d. H., hieß die Teilnehmer willkommen. Nach Feststellung der vertretenen Ortsgruppen verlas der Schriftführer, Herr Bodenbender - Gießen, die Niederschrift der letzten Gauversammlung. Gauohmann Lehrer Braun erstattete im Anschluß daran den I a h r e s b e r i ch t für das Geschäftsjahr 19 33, in dem er zunächst daran erinnerte, wie sich der Neubau des Deutschen Reiches vollzogen habe, wie unter der Führung Adolf Hitlers das Volk geeinigt und zusammengeschlossen worden sei zu gemeinsamer Arbeit. Im Rahmen der großen Ereignisse erscheine die Imkerei nur als kleines Teilgebiet, aber der Imker stehe mit in der Front und werde bestrebt sein, seinen Platz in der Volksgemeinschaft auszufüllen und der Volksgemeinschaft jenen Dienst erweisen, den zu leisten er berufen sei. Für die oberhessischen Imker habe das Jahr 1933 ein besonderes Ereignis gebracht: die große Deutsche Jmker- t a g'u n g' i n Bad-Nauheim, mit der gleichzeitig eine große Ausstellung verbunden gewesen sei, die für die Veranstalter zu einem starken ideellen Erfola wurde. Allen, die zu dem Gelingen der großen Veranstaltung beigetragen haben, sei herzlicher Dank gesagt. Lich nach Gießen und L a u n s p a ch von Altenstadt nach Nidda, die Postschaffner Klotz von Großen-Linden nach Gießen, Scharmann von Grebenau nach Alsfeld und der Hilfspostschaffner G e r l a ch von Offenbach nach Gießen. — In den Ruhestand treten: Oberpostdirektor Körber in Darmstadt (vorher in Gießen), Postdirektor W o l f in Alsfeld, Postinspektor Walker in Friedberg, Telegrapheninspektor Reitz in Gießen, Postmeister Wilhelm Vogt in Schotten, Telegraphenleitungsaufseher Pfeiffer in Nidda und die Oberpostschaffner Heinrich Rück und Seipp in Gießen. ** Mieterjubiläum. Der Postschaffner Heinrich Deibel wohnte am 1. April seit 25 Jahren im Hause Ebelstraße 4. Das Jubiläum beweist das gute Einvernehmen zwischen Mieter und Vermieter. ** Ein Volkstag für Innere Mission soll, wie schon kurz berichtet, am 15. April in ganz Deutschland durchgeführt werden. Dieser Tage versammelte sich unter dem Vorsitz von Pfarrer Lenz (Gießen), der als Vertrauensmann für Innere Mis- fioy dazu beauftragt war, ein Ausschuß zur Vorbereitung des Volkstages und der Sammlungen für Innere Mission in Gießen. Es waren zu der Sitzung von jeder Kirchengemeinde zwei Vertreter erschienen, außerdem waren zwei Vertreter der NSDAP, gebeten worden. Man war einmütig des Willens, die Sammlung in Gestalt einer Haus- s a m m l u ng in den Tagen vom 14. bis einschl. 20. April und außerdem als Straßensamm- l u n g am 14. und 15. April durchzuführen, wie bereits vom Zentralausschuß geplant und vom hessischen Staatsministerium genehmigt ist. Die Einzel- vorberestung und Durchführung verbleibt den Gie* ßener Einzelgemeinden und ihren Körperschaften. ** Verkehrsunfall. Die zwölfjährige Tochter eines hiesigen Bahnassistenten, Martha Engel, stürzte gestern vom Rade und wurde außerdem von einem Kraftwagen angefahren. Das bedauernswerte Mädchen hat 'Weichteilverletzungen am rechten Bein erlitten und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Unfall. Gestern gegen 16 Uhr ereignete sich in der Marktstraße ein Verkehrsunfall, der leicht verhängnisvolle Folgen haben konnte. Der Motorradfahrer Albert Rinn von Heuchelheim fuhr mit großer Wucht in ein Schaufenster der Firma H ä u- f e r hinein. Glücklicherweise erlitt der Fahrer keinerlei wesentliche Verletzung. Lediglich die Schaufensterscheibe ging in Trümmer. Gez.: Klös, Kreisführer des WHW. F.d.R.: gez.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer. Dekr.: kohlenscheine Serie F (Giehen-Skadt). Die Kohlenfchoine der Serie F sind von den Kohlenhändlern bis spätestens 5. April an ^e Geschäftsstelle der Kreisführung des WHW. Gießen, Amtsgericht, Zimmer 202, einzureichen. Spatere Einreichung der Kohlenscheine nach hier ist zwecklos diese müssen direkt an den Landesverband nach Kassel eingesandt werden. Kohlenscheine der Serien A bis E können letztmalig bis zum 10. April an den Landesverband Kassel eingereicht werden. Gez.: Klös, Kreisführer des WHW. F.d.R.: gez.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer. Kreisamtsleiiung des Amtes für Aolkswohlfahri Gießen. Vetr.: Termineinhaltung. An die Ortsgruppenamtsleiter des Kreises Gießen. Ich mache darauf aufmerksam, daß die gestellten Termine pünktlich cingehalten werden müssen. Ortsgruppenamtsleiter, die dies in Zukunft nicht beachten, werden der Gauamtsleitung gemeldet. Gez.: Klös, Kreisführer des WHW. F.d.R.: gez.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer. Bund Nat.-Soz. Deutscher Juristen. Gruppe Referendare und Assessoren. Am Freitag, 6. April, findet um 14.30 Uhr im Restaurant Andres, Sonncnstraße, eine Versamm- besonders Wunderbares ist an ihm nicht zu entdecken. Er ist und bleibt ja ein wunderschöner Waldbaum mit seinem immergrünen Nadelkleide und mit seinem kerzengerade aufstrebenden Stamm, aber sonst —! Oder sollte vielleicht in dem Stamm, in dem unscheinbaren Holz ein Wunder verborgen liegen! Da sind wir auf der rechten Fährte. Fichtenholz ist eine begehrte Ware geworden, denn es ist der Ausgangspunkt, der Rohstoff einer ganzen Reihe von Erzeugnissen, die nicht mehr fortzudenken find aus dem Leben des Kulturmenschen von heute. Das Fichtenholz ist in vielerlei Gestalt der vertraute Freund der Menschen geworden, mit dem er tagtäglich engen Umgang pflegt. Die Taten unserer nationalsozialistischen Regierung und ihren Widerhall in der Welt, Nachrichten aus nah und fern, Anzeigen und Angebote, und wer weiß, was nicht sonst noch alles übermittelt uns Fichtenholz in Gestalt von — Zeitungen und Zeitschriften. Nun — Papier ist meist eine prosaische Sache, selbst wenn es mit Poesie zu tun hat, denn auch bann wird es oft nur als Schutzhülle für andere Gegenstände verwendet. Da gibt es aber noch eine schönere Schutzhülle, blank, durchsichtig wie Glas, hauchdünn und doch äußerst haltbar, — das Cellophan. Jeder kennt es. Es schützt Gegenstände aller Art vor Berührung, vor Staub und fremden Gerüchen und stellt sie in ihrer ganzen Appetitlichkeit zur Schau. Auch diese vorbildliche Schutzhülle ist — Fichtenholz gewesen. Und da wir schon von Schutzhüllen sprechen, — auch die menschlichen Schutzhüllen, viele Kleiderstoffe für die Frauen, die hauchdünnen Strümpfe, die Unterkleidung — auch die Herrenmode ist hier beteiligt — und sonst noch allerlei, haben in ganz großem Umfange von der gemeinen Fichte oder Rottanne ihren Ursprung, denn die Kunstseide ist ein Erzeugnis aus Fichtenholz. Und bann bie allbekannten schönen Küchen- unb Schlafzimmermöbel, bie mannigfachen Gebrauchmöbel, bie man aus beutfchem Fichtenholz herftellt! Nichts ist so geeignet, bie Wohnung ber beutschen Familie gemütlich unb schön zu gestalten, wie bie Möbel aus beutschem Holz, aus bem Holz ber Fichte, wie bes Ahorns, der Eiche, der Rüster, ber Kiefer unb bes Kirsch- unb Nußbaumes — bie in ihrer gelegenen Formgebung unb Verarbeitung ben Vorzug vor allen auslänbischen Holzarten oerbienen, mögen letztere noch so hochpoliert unb oerbtüffenb zurecht gemacht sein. Wenn wir uns nach bes Tages Last unb Muhe im eigenen Heim ausruhen, so können wir beutlich merken, wie ber beutsche Walb in vielerlei Gestalt zu uns spricht, unb wir sehen seine Erzeunisse, bie uns das Leben verschönern, mit anberen Augen an. NS.-Hago., Ortsgruppe Gießen. Donnerstag, 5. April, 20.15 Uhr, öffentliche Mit- glieber-Versammlung im Cafe Leib, Walltorstraße. Erscheinen sämtlicher Mitglieber ist Pflicht. Gez.: S o l b a n , Ortsgruppenamtsleiter. 3u spät? Nein! Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibende, hinein in-die Reichsbetriebsgruppen des Handels, Handwerks und Gewerbes. Anmelbungen nehmen die Ortsgruppen der NS.-Hago entgegen. gez.: Stühler. gez.: Schimmel, Kreisamtsleiter der NS.-Hago. Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34. Kreisführung Gießen. Vetr.: Rechnungen. Sämtliche Rechnungen, welche das Winterhilfswerk betreffen, find bis 5. April bei der Kreisfuh- rung des WHW. Gießen, Amtsgericht, Zimmer 202, Diskretion. Es ist ein großer Irrtum, den Ausdruck „Diskretion" in feiner Bedeutung durch das deutsche Wort „Verschwiegenheit" übersetzen zu können. Auch nicht annähernd wird fein Begriff dadurch gedeckt. Diskretion bedeutet und bezeichnet nicht bloß das Schweigen, das mir gelobt haben unb bas bie Pflicht uns gebietet, es brückt vielmehr jene freiwillige, durch Klugheit, Zartgefühl unb Herzensgute vorgefchriebene Zurückhaltung aus, welche in allen Formen bes gesellschaftlichen Verkehrs bas einzig zuverlässige eines erzogenen Menschen ist. Diskretion ist jene Feinsühlichkeit, bie uns schützenb bavor bewahrt, in ber Unterhaltung Gesprächsstoffe zu wählen, welche einen anberen schmerzlich ober verletzenb berühren können, bie uns oermeiben läßt, auch für allgemeine Wahrheiten eine schroffe Form zu wählen. Es geschieht nicht selten, baß am Kaffeetisch ber Stab gebrochen wirb über einen pflichtvergessenen Ehemann unb Vater, baß ein verlorener Sohn lieblos oerbammt wirb, unb man merkt erst an dem peinlichen Ausdruck des Gesichtes ber Haus- Der Wunderbaum im deutschen Wald. Von Konrad von Jattenhausen. , Es wirb Frühling. Der Kalenber hat seinen Anfang verkünbet, unb scheint recht zu behalten. Es ist ; gegenwärtig nicht so wie in ben letzten Jahren, , wo ber Winter sich noch im Osterrnonb (April) aus- : toben wollte, unb sogar noch seinen bichten, weißen : Mantel ganz unzeitgemäß über bie Erbe ausbrei- , tete. Linbe Lüfte wehen in biefem Frühling. Die . Amsel flötet schon ihr Lieb. Die ersten Blumen blühen. An allen Sträuchern schwellen bie Knospen. ‘ Heber bem Walb liegt bas ewige Wunber von : Werben unb Vergehen. Unb wer unseren Walb 1 recht kennt, wirb in ihm ber Wunber viele erleben. . Nicht allein bie Wunber ber ewigen Gesetze, son- bem noch so allerlei wirtschaftliche Wunber. Es wächst in bem beutschen Walb ber Wunber- . bäum „Bäumchen, rüttle bich, schüttle dich, wirf . viele Sachen über mich", von dem das Märchen berichtet. Dieser Wunderbaum ist bie gemeine Fichte ober Rottanne. Nicht wahr, man sieht es ihr gar nicht an, baß sie ein Wunberbaum ist!? Man mag sich ben schönsten Fichtenbaum im ganzen Walbe ! aussuchen, man mag noch so oft um ihn herum- 8 i gehen unb ihn eingehenb betrachten, irgenbetwas frau, baß eine verratene Frau, eine arme, gebeugte Mutter neben uns fitzt, beren Herz unter unseren Herzen blutet. — Bei anderer Gelegenheit spricht einer in wegwerfendem Tone von Komödianten, von Schulmeistern, vom Krämergeiste des Kaufmannsstandes, vom Standesdünkel der Beamten u. dgl. Das geschieht oft nur aus Gewohnheit und Gedankenlosigkeit, verletzt aber vielleicht eine allgemein beliebte und geschätzte Person, nur weil man sich ihrer Anwesenheit im Augenblick nicht erinnerte. Vergebens bemüht man sich dann, den Mißklang durch Entschuldigungen zu beseitigen; ist aber die Harmonie einmal gestört, so weicht die Verstimmung nicht so leicht. Die Diskretion verbietet uns, auf vertrauliche Bekenntnisse zurückzukommen, zu denen sich Freunde in der Erregung des Augenblicks, im Drange sich mitzuteilen, hinreißen ließen. Heftige und mißtrauische Naturen äußern sich oft in momentaner Verstimmung anklagend auch über Angehörige, denen sie in inniger Liebe zugetan sind, um es, wenn ihre Aufwallung vorüber ist, bitter zu bereuen. Besonders was ein Gatte über den anderen dem Freunde klagt, sollte von dem Vertrauten nie mehr berührt werden, da es entweder die Verstimmung verschärft ober den Freund in die Verlegenheit eines Selbftvorwurfs bringt. Die Diskretion verbietet uns auch, Urteile anderer Leute über uns nahestehende Personen diesen mitzuteilen, selbst wenn wir uns in freundschaftlicher Entrüstung dazu gedrängt fühlen. Ist es doch hauptsächlich die Jugend, die ihre Freundschaft am besten zu betätigen glaubt, wenn sie uns ihre feurige leidenschaftliche Parteinahme gegen Angriffe auf uns wissen läßt und dann Kleinigkeiten halber unter Bekannten Mißstimmung unb Entfrembung schafft, bie vielleicht in Jahren nicht wieder beseitigt werden können. Ist sie aber beseitigt, hat man sich über den Grund ber Verstimmung ausgesprochen unb versöhnt, dann ist tausend gegen eins zu wetten, daß sich die Getrennten einmütig gegen denjenigen wenden, der durch seine Indiskretion den Unfrieden gestiftet hat. Wer durch Erfahrung klug wurde, weiß, welch undankbares Unternehmen Freundschaftsdienste dieser Art sind. Ein wirklich diskreter Mensch wird sich jedem gewöhnlichen Klatsch gegenüber immer ablehnend verhalten und dessen Weiterverbreitung zu verhindern suchen. Ist dieser Klatsch doch, je plumper ober pikanter er ist, um so schwerer aus ber Welt zu schaffen, und gerade die unglaublichsten Dinge werden mit Vorliebe weitererzählt. Nichts aber ist verächtlicher als jene Frivolität, welche, um einem Sensationsbedürfnis zu genügen, schuldlose Menschen an Ehre unb Ruf unheilbar schäbigt burch lieblose, verbächtigende Nachreben, bie an bem Betroffenen für alle Zeiten haften bleiben und immer wieder auftauchen, so ost sich bie Aufmerksamkeit ber Welt roieber auf den Geschädigten lenkt. Oft ist es auch nur ein sogenannter schlechter Witz, vielleicht von einem guten Freunde aufgebracht, der den Menschen für alle Zeit mit dem Fluch der Lächerlichkeit behaftet. Eine der plumpesten, häufigsten unb gefährlichsten Jnbiskretionen ist bie sorglose Gewohnheit ber Namensnennung, welche manche Leute für nützlich unb erforberlich halten, um bie Wahrheit ihrer Angaben zu bekräftigen. Es gibt Menschen, bie keine Geschichte erzählen können, ohne ihre Duellen unb bie ba'bei beteiligten Personen namhaft zu machen, ohne zu bedenken, wie leicht sie Bekannte damit kompromittieren und ihnen Unannehmlichkeiten bereiten können. Viele huldigen dieser Unsitte oft nur aus Prahlerei, um das Vergnügen zu haben, die Namen einiger Renommierbekanntschaften in den Mund zu nehmen, bereiten damit aber diesen Gönnern und Freunden, die ganz unschuldig auf diese Weise mit Klatschgeschichten in Verbindung kommen, oft große Unannehmlichkeiten. In jedes Menschen Leben und Verhältnissen gibt es wohl einen Punkt, dessen Berührung schmerzt. Wo ist die Vergangenheit, welche frei wäre von Leid unb Schmerz unb Kränkung, ob selbst ober durch andere verschuldet, die man nicht zu vergessen wünscht? Nur taktlose Neugier wird sich für berechtigt halten, nach diesen dunklen Punkten zu forschen, von denen der Klatsch erzählt. Ein diskreter Freund wird immer warten, bis sich ihm das Herz des anderen von selbst erschließt, auch wenn er den größten Anspruch auf Vertrauen hat Lebhafte, offene Naturen kommen ost m Gefahr, indiskret zu werden, weniger aus Mangel an Zartgefühl, als aus Unbedachtsamkeit. Diskretion zu üben, lehrt uns nicht nur das erzogene, gebildete Herz, welches es nicht vermag, anderen wehe zu tun, sie wird uns auch geboten durch die Weltklugheit unb allerlei unliebsame Erfahrungen im Leben. Daten für Mittwoch, 4.April. 1933: der Führer Adolf Hitler übernimmt die Schirmherrschaft über das durch R. Walther Darre geeinte deutsche Bauerntum. lung der. Gruppe Referendare und Assessoren im BNSDJ.", Ortsgruppe Gießen, mit sehr wichtiger Tagesordnung statt. Ich verpflichte alle in Gießen beschäftigten Kameraden zum Erscheinen, die sonstigen Kameraden des Bezirks Oberhessen, auch soweit sie nicht zur Ortsgruppe Gießen gehören, bitte ich, soweit irgend möglich, zu kommen. Wenn ick der „Woche des Berufes" vom 9. bis 15. April über eine Million junger deutscher Soldaten der Arbeit sich durch die Beteiligung am Reichsberufswettkampf in allen Berufen zur Leistung bekennt, so hat auch unser heimatlicher Kreis Gießen regen Anteil daran. Die Hitler-Jugend und die Deutsche Arbeitsfront haben in vieler, mühevoller Arbeit, die durch die Vielseitigkeit der Wettkämpfe bedingt ist, die „Woche des Berufes" aufs beste vorbereitet. Ein großer Stab von Wettkampfleitern und Fachmännern mußte herangezogen werden, um den Wettkampf reibungslos und in gerechter, fachlicher Beurteilung ber Leistungen vonstatten gehen zu lassen. Eine Menge Wettkampflokale, Schulfäle, Fabrikräume unb Werkstätten finb nötig, um bie große Zahl ber Wettkämpfer prüfen zu können. Als politische Schirmherrschaft über bem Reichsberufswettkampf würbe ein Ehrenausschuß gebilbet, ber sich aus ben Spitzen ber Behörben, Führern ber Parteiorganisationen, Schulleitern unb Führern ber heimischen Wirtschaft zusammensetzt. Vom Wettkampfort Gießen können wir bis heute bie Anmelbungen folgenber Berufsgruppen melben: Gruppe 1, Graphisches Gewerbe: 48 Setzer, Drucker, Buchbinber unb Graveure, davon 4 weibliche Anmeldungen. Gruppe 2, Oeffentliche Betriebe: 33 Frifeure, 8 Friseusen. Gruppe 5, Tabak: 1302 männliche unb weibliche Tabakarbeiter der Zigarreninduftrie. Gruppe 6, Textil unb Bekleibung: 155 männliche unb weibliche Teilnehmer. Gruppe 7, Baugewerbe: 99 männliche Teilnehmer. Gruppe 8, Eisen und Metall: Gießen: 106 Anmeldungen, Lollar: 34 Anmeldungen. Gruppe 9, Chemie, Papier, allgem. Fabrikation: 17 Jungarbeiter auf Tonwerken, 18 Jungarbeiter der Fachschafft Stein unb Erbe. Gruppe 12, Heimarbeit unb Haus- g e l) i l f e n : 117 weibliche Anmelbungen. .; in Gießen. Gruppe 13: Forst- unb Landwirt* schäft: 30 Anmeldungen. Gruppe 14: Deutsche Ange st eilten* s ch af t: 71 männliche Angestellte, 22 männliche Behördenangestellte, 188 weibliche Angestellte. Wenn man die Zahlen der noch fehlenden Gruppen Holz und Gruppe Nahrungsmittel berücksichtigt, so kann man mit Recht sagen, daß eine breite Front jugendlicher Berufstätiger erfaßt worden ist. Ulan rechnet im Wettkampfabschnitt Gießen mit der ansprechenden Zahl von 2500 Teilnehmern am Reichsberufswettkampf. Die Gruppe Tabak marschiert, entsprechend der in unserer engeren Heimat so stark ausgeprägten- Zigarrenindustrie, mit 1302 Teilnehmern an der Spitze ber Berufsgruppen. Als Auftakt zur „Woche bes Berufes" findet am Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in der Volkshalle eine Großkundgebung statt, an welcher Pg. Beigeovdneter Bartholomäus und Oberbannführer Walter Blumen- r öb er, Friedberg, sprechen werden. Vor ber Kundgebung wird ein Werbemarsch durch die Straßen Gießens veranstaltet. An diesem Marsch werden sich Hitler-Jugend unb B D M. unb die einzelnen Berufsgruppen mit ihren Teilnehmern am Berufswettkampf beteiligen. Vereinsführer! Führer der Betriebe! Wir fordern euch auf, daß sich eure Vereine und Betriebsgefolgschaften geschlossen an der Kundgebung zur Eröffnung der „Woche des Berufes" am 8. April, 16 Uhr, in der Volkshalle, beteiligen. Vergeßt nicht, daß es eure Pflicht ist, für den jungen Nachwuchs eurer Berufe die Augen offen zu halten unb dafür zu sorgen, daß Deutschland auch in Zukunft in feiner Qualitätsarbeit führend bleibt, damit es später wirklich nur noch Könner tmb nicht bloß Besserwisser gibt. Darum ist jeder pflichtbewußte Deutsche bei dieser Kundgebung anwesend! Der Sozialamtsleiter der HI. Bann 116. gez. Heinz Becker. rung in den Reichsnährstand verbunden jein werde. «Die Gaue in ihrer bisherigen Form würden voraussichtlich aufgehoben. Die Zeitschrift *Die Biene" werde bestehen bleiben. Die Honigernte sei im Jahre 1933 nicht voll b e - friedigend gewesen. Bienenseuchen seien wenig in Erscheinung getreten. Die Osterfeiertage dieses Jahres seien verheißungsvoll gewesen, und man hoffe, daß sich das Jahr 1934 für die Imker günstig gestalte, damit die Imker instand gesetzt würden, ihre Aufgaben im Interesse der Volksgesamtheit zu erfüllen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung erstattete der bewährte Rechner Herr Echäfer-Gießen den Kassenbericht, der einen befriedigenden Kassenstand auswies. Der Vermögensstand des Gaues belief sich am 1. Januar 1934 auf insgesamt 2641,43 Mark. Körper zugeführt werde. „Honig kaut, Honig verdaut!" laute ein bekannter Spruch. Die beste Werbung für den Imker sei und bleibe immer die gute Ware. Jeder Imker müsse sich für seine Arbeit verantwortlich fühlen, müsse ehrliche Arbeit leisten, damit er mit seiner Arbeit vor dem Dolksganzen bestehen könne. Der Vortrag löste eine außerordentlich angeregte Aussprache aus, in der von den Versammlungsteilnehmern auf eine Reihe von praktischen Erfahrungen hingewiesen wurde. Die einzelnen Redner teilten mit, daß sich der Honig bei einer ganzen Reihe von Krankheiten als ein Ü n i v e r s a l h e i l m i t- t e l erwiesen habe. Besonders müßten, so wurde verschiedentlich ausgeführt, die Aerzte für die Verwendung des Honigs gewonnen werden. Im Schlußwort gab Pfarrer Aifch noch eine Reihe von Werbemitteln bekannt, die es einzusetzen gelte. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wies der Gauobmann noch auf die notwendige Schulungsarbeit hin. Er sprach weiter kurz über organisatorische Fragen und betonte, daß sich die A n g l i e d e r u n g an die Bauernkammer vorbereite. Er referierte ferner über die Seuchenbekämpfung und empfahl, bis zum Inkrafttreten des neuen Seuchengesetzes nach den bisherigen Richtlinien zu verfahren. Zum Schluß wies er außerdem noch auf die große Ausstellung hin, die in den ersten Dezembertagen in Frankfurt a. M. stattfinden solle, und forderte schon jetzt zu zahlreicher Beteiligung auf. Mit besten Wünschen für ein erfolgreiches Jahr schloß der Gauobmann seine Ausführungen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Volk und Vaterland, auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und den Reichspräsidenten v. Hindenburg fand die Gauversammlung ihren Abschluß. Der Gauobmann wies darauf hin, daß im vergangenen Jahre wiederum gut gewirtschaftet worden sei. Die Rechnung fei geprüft und in bester Ordnung befunden worden. Herr R u n k (Nidda) regte an, für die Veranstaltung von Vorträgen und die Zuziehung von Wan- iderrednern einen größeren Geldbetrag einzusetzen, damit die Fortbildungs- und Schulungsarbeit auf größere Grundlage gestellt werde. Allerdings müßten auch die Vereine ihrerseits bestrebt fein, von diesen Vorträgen Gebrauch zu machen. Insbesondere müsse die Zuziehung von Rednern den kleineren Vereinen dadurch erleichtert werden, daß der Gau einen Teil der Kosten trage. Herr Riedel erstattete den Bericht über die Prüfung der Seuchen-Hilfskasse, die in Ordnung befunden wurde. Die Kasse schloß nach dem Bericht des Rechners mit einem Vermögensbestand von 1400,28 Mark ab. Im Mittelpunkt der Versammlung stand dann ein außerordentlich anregender und lebendiger Vortrag von Pfarrer i. ZR. Aisch-Bad-Nauheim, der über Las Thema „Die Werbung des Imkers" sprach. Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: Die Werbung des Imkers müsse in ganz bestimmter Form geschehen. Werbung sei eine Angelegenheit der Großzügigkeit, bei der allerdings die wirtschaftliche Seite im Vordergrund stehe. Jmkerwerbung! Was habe sie zum Ziel? Sie wolle die Freude an der Bienenzuchten der Biene und am Honig fördern. Ziel sei die Mehrung der Bienenzucht. Es müsse mehr „gekonnt", mehr erreicht und vor allem mehr geerntet werden. Große Aufgabe fei es aus diesen Gründen und zur Erreichung dieser Ziele, über die Bienenzucht grundsätzlich Aufklärung zu schaffen. Die Erkenntnis von der großen Bedeutung der Bienenzucht müsse auf breitesten Grund gestellt werden. Die Bedeutung des Honigs, insbesondere für die Volksgesundheit, müsse im ganzen Volke erkannt werden. Oer Giernhimnet im April. Nachdruck verboten. Sonnenaufgang von 5.35 bis 4.30 Uhr. Sonnenuntergang von 18.30 bis 19.25 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: Letztes Viertel am 7. um 2 Uhr, 1. Viertel am 21. um 22 Uhr, Vollmond am 29. um 14 Uhr. Der Abendhimmel erhält in erster Linie durch den hell leuchtenden Jupiter sein Gepräge. Er kommt am 8. in die Gegenstellung zur Sonne und damit in die Stellung allergünstigster Sichtbarkeit. Er geht auf, wenn die Sonne untergeht; wenn die Für gewöhnlich geht man von den zwei Vorderrädern des Wagens aus und legt durch sie und die drei sogenannten Deichselsterne einen Bogen, den man etwa um die Länge des Himmelswagens verlängert; man kommt dann auf den hell, aber rötlich strahlenden Arctur, und indem man den Bogen noch einmal um ein etwa gleiches Stück verlängert, auf die Spica. Der sogenannte „Himmelswagen" im Großen Bären, von dem wir ausgingen, steht schon recht hoch am Himmel, nicht allzu weit vom Scheitelpunkt. Seine „Hinterräder" führen in der dem Polarstern entgegengesetzten Rich- 12 STERNBILDER: 'w. STABEN inne Mars (^Jupiter Saturn Sterne: Kleine Buch- s, staben <9X A H3S7j V!w * z-\^j o 1 * Mond: \ J) 1. Viertel < @ Vollmond d letztes Viertel Der die 24 Stundenzahlen von Mitt er* nacht bis Mitternacht eines Tages ent• haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei* ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil 1/j Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. Zu werben gelte es ferner für Len deutschen Honig. Es müsse erreicht werden, daß die Biene und ihr Honig überall geliebt werden. Der Imker müsse besonders vom Bauern, darüber hinaus aber von jedermann geschätzt werden. „Obstbau ohne Bienenzucht ist undenkbar." Der Bienenzüchter habe in vielerlei Hinsicht auf den Obstbau einzuwirken. Es sei nur daran erinnert, daß die Spritzung mit Arsenpräparaten in die offenen Blüten zum Zwecke der Schädlingsbekämpfung Gift für die Bienen bedeute. An Hand vieler Zeichnungen wies der Redner sodann die Auswirkung der Arbeit der Bienen für den Obstbau nach und gab zu erkennen, welchen Wert die Bestäubung Lurch die Bienen in bezug auf gesteigerte Erträge, nicht zuletzt aber auch auf die Qualität des Obstes habe. Wissenschaftliche Erhebungen (ebenfalls graphisch dargestellt) ließen außerdem deutlich werden, wie durch die Anpflanzung von geeigneten Sorten unter der Hilfeleistung durch die Bienen die Erträgnisse weiter gesteigert werden könnten. Insbesondere komme es darauf an, Laß eine Obstsorte mit der richtigen anderen Obstsorte der gleichen Obstart zusammenstehe, so daß sie sich mit dem Blütenstaub günstig wirkend ergänzen könnten. Die Arbeit der Bienen werde dann ein übriges tun. Der Obstbauer gebe dem Imker viel, noch viel mehr aber der Imker dem Obstbauern. Der unmittelbare Gesamtertrag der Bienenzucht betrage etwa 40 Millionen Mark, der mittelbare Ertrag aus der Frucht- und Obsternte und der Samengewinnung werde auf 400 Millionen Mark errechnet. In Oberhessen sei der Honig von besonderer Bedeutung, da die Badeorte für die Provinz ein Geschenk, aber auch eine Verpflichtung bedeuten. Für den Herzkranken zum Beispiel sei der Honig ein Lebenselixier. (Prof. Dr. Koch (Bad-Nauheim) habe über dieses Thema einen grundlegenden Vor- trag auf der letzten Deutschen Jmkertagung in Bad- Nauheim gehalten.) Der Honig sei eine Kraft- quelle f ü r das Herz. In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner die Bedeutung des Honigs für den Strafte- haushalt des menschlichen Körpers. Die Energie komme aus der Erde, die Pflanze vereinige sie in sich, unter dem Einfluß des Sonnenlichtes werde Kohlenstoff umgestaltet in Stärke diese Starke werde abgebaut in Dextrine, und diese Dextrine würden bann weiterhin unter dem Einfluß der Sonne zu Zucker umgestaltet. Dieser Zucker sei der Träger der Energie. In den Pflanzen baue sich die Energie auf und werde umgestaltet in die feinorganisierten Nahrungsstoffe. Der Mensch nehme diese Nahrungsstoffe auf, baue sie ab, verwandle den Zucker in Frucht- bzw. Traubenzucker und gebe in seinen Verdauungsorganen den abgebauten Zucker vom Dünndarm zur Leber, von hier aus an alle Muskeln und somit auch an das Herz. In diesen Kreislauf der Kräfte fei der Honig und damit die Arbeit der Biene eingeschaltet. Das der Densch erst im Dünndarm durch die Bauchspeicheldrüse an Verdauungsarbeit zu leisten habe, das habe die Biene im Honig schon alles vollbracht, so daß dieser unmittelbar vom Magen aus in den Blutkreislauf gelange und fomit schnell und leicht zur Kraftquelle für das Herz werde. Außerdem wirkten die Fermente des Honigs, an erster Stelle die Diastase auf alle Stärkenahrung so, daß jede Mehlspeise, sei sie als Brot oder sonstwie gereicht, in Verbindung mit Honig halbverdaut dem Dämmerung heraufzieht, ist er schon so hoch gestiegen, daß er den Dünsten des Horizonts entrückt ist. späterhin steht er dann beim Eintritt der Dunkelheit immer höher am Himmel, und den ganzen Monat bleibt er die ganze Nacht sichtbar. Er steht im Sternbild der Jungfrau, und zwar sehr nahe dem Stern, den man, von der Spica ausgehend, als den zweiten Stern in dem nach rechts gerichteten Jungfraubogen bezeichnen kann. Er bewegt sich nach rechts, „rückläufig", also der gewöhnlichen Bewegungsrichtung der Wandelsterne entgegen. Bei sich bietender Gelegenheit empfiehlt es sich, diesen Riesenwandler durch ein Fernrohr zu betrachten und das abwechslungsreiche Spiel feiner Monde zu verfolgen. So sehr überstrahlt der Jupiter alle andern Sterne, daß auch die links von ihm stehende Spica sofort zu finden ist. Die übliche Art, sie zu finden, muß natürlich eine andere sein, weil ja der Jupiter ein andermal ganz wo anders stehen kann. OieIagd „Jagd" selbst im landläufigen Sinne, also Erlegung von Wild, spielt im Monat April in unseren einheimischen Revieren nur eine ganz untergeordnete Rolle. Auer - und Birkwild, deren Be- jagung in der Balzzeit in anderen Gegenden unseres Vaterlandes der Apriljagd einen besonderen Reiz verleiht, fehlen bei uns, und nur die Jagd auf den rufenden Tauber, den „Hahn des kleinen Mannes", vermag einen schwachen Ersatz zu bieten. Um so eifriger sollte sich der Jäger jeht der Wildpflege widmen. Je mehr es ihm gelingt, seinem Revier Ruhe und Ungestörtheit zu geben, um so mehr jagdlicher Erfolg wird ihm später beschie- den sein. Im Rehwildrevier machen sich leider schon -wieder, wie sich aus den starken Anlieferungen von Fallwild an das Veterinär-Pathologische Institut der Universität Gießen ergibt, Frühjahrserkrankungen bemerkbar, wie sie wiederholt in den letzten Jahren zu schweren Schädigungen der Rehstande geführt haben. Da es sich mit großer Wahrscheinlichkeit fast immer um Magen, und Darmerkrankungen handelt, an deren Entstehung Aufnahme alzhaltiger Ackererde mit Krankheitserregern beteiligt ist, muß überall durch reichliche Salzgaben weiteren Eingängen oorgebeugt werden. Der außerordentliche Wert von Salzlecken wird leider von vielen Revierinhabern immer noch nicht erkannt. Sie scheuen die Ausgaben für Salzfteine, um dafür viel größere Werte an Wild zu verlieren. Wo Salz in den Revieren fehlt, müßte es rafchestens ausgelegt werden, und zwar vor allem in den Randhölzern in Feldnähe, besonders dort, wo das Wild sttzt gern auf die Wintersaat auszutreten pflegt. Im übrigen ist die Form, in der Salz geboten wird, ziemlich gleichgültig. Wo Stöcke und Baumstümpfe ich im Walde befinden, ist es sehr gut, diese zu aUcn. Sie werden mit der Zeit vom Wild förmlich aufgeleckt. Steinfreier Lehm, mit Viehsalz richtig ou und gestampft, gibt gern angenommene . Die bequemste Form sind Salzsteine, Abfallprodukte der Salinen, die u. U. einfach auf öen Boden gelegt werden können. Bezugsquelle für fofort ,9 reif bare Lecksteine kann der Verein „Hu- °:L„^eßen,der größeren Bezug veranlaßt hat, Nachweisen Auch im Rotwildrevier, wo der Hirsch mit dem Neuaufbau seines Geweihes beginnt, sind Sülsen unentbehrlich. Bei diesen Hegegängen wird der Weidmann auch bald die ersten Fegestellen finden und .ich schon ein Bild über die Gehörnent- tung auf den Löwen, und etwa zwischen dem Bären und dem Löwen sehen wir das Sternbild des Luchses, von dem zwei Sterne leicht kenntlich sind. Noch hinter den Hinterrädern folgen einige weitere zum Großen Bären gehörige Sterne, und von hier aus in der Richtung zur Cassiopeia gelangen wir zur Giraffe, die eine noch über den höchsten Teilen der Winterbilder liegenden, an hellen Sternen nicht sehr reiche Himmelsgegend ausfüllt. Die meisten Winterbilder wie der Stier, der Orion und der Sirius verschwinden vom Himmel; nur die Zwillinge, und unter ihnen der Prokyon, zeugen am Monatsende noch von entschwundener Pracht. Am Morgenhimmel leuchtet die Venus als Morgenstern etwa eine Stunde lang. Der Saturn steht am 1. zwar ganz in ihrer Nähe, ist aber an diesem Tage, zumal er etwas unter ihr steht, noch zu schwach, um mit bloßem Auge gesehen zu werden. Er kommt bald besser heraus. im April. Wicklung seiner Böcke machen können. Auch den hessischen Jägern kann nur empfohlen werden, die kommenden Wochen zu einer „Wildzählung" zu benutzen. Jetzt geht es noch verhältnismäßig gut. Mrd der Wald erst einmal grün, ist es damit vorbei. Denn in Kürze werden auch die Besitzer von Schalenwildrevieren in Hessen Angaben über ihren Bestand machen und einen darauf begründeten '21b= schußplan einreichen müssen. Da grobe Fehlschätzungen nach oben ober unten sich im Laufe des Jagdjahres sehr zum Nachteil des Weidmannes auswirken können, erscheint es gut, wenn er sich rechtzeitig auf einen richtigen Abfchußplan einstellt. Das Schwarzwild frischt. Abschuß von führenden Bachen ist jagdlich betrachtet Aasjägerei und in Preußen gesetzlich verboten. Der gleiche Grundsatz gilt auch für alle weiblichen Stücke sonst nicht geschützter Tiere, wie z. B. des Fuchses. Wer die säugende Fähe auf dem Bau abschießt, um die Jungen dem Hungertode zu überantworten, hat mit weidgerechter deutscher Jägerei nichts gemein und gehört aus ihr ausgestoßen. Die Rebhühner sind gepaart, der Fasan steht in der Balz. Bald werden die Hennen auf die Suche nach geeigneten Nistgelegenheiten gehen und dabei leider recht oft auf Schwierigkeiten stoßen. Es geht ihnen wie der Häsin, deren Junge oft vollkommen schutzlos in Furchen, zwischen Schollen oder in Huftritten gesunden werden, weil es an Deckung fehlt. Die Folgen der Feldbereinigungen für Vogelwelt und Niederjagd sind hinlänglich bekannt. Wo die Hecken verschwunden sind, muß der Jäger selbst für Deckung sorgen. Bei gutem Willen ist das fast überall möglich. Ein Stück Oedland wird die Gemeinde meist zur Verfügung stellen können, ein kleinerer Acker ist auch zu pachten. Als ganz besonders zu empfehlen muß der Topinambur genannt werden, eine Knollenpflanze, die im Mai gesetzt wird, auf einigermaßen gepflegtem Boden Stengel bis zu 2,50 Meter Höhe heroorbringt und ausgezeichnete Deckung liefert. Dazu können die Stengel zum Teil gewonnen, getrocknet und im Winter als Trockenfutter dem Wild gereicht werden. Die Knollen selbst stellen ebenfalls hochwertige Winteräsung für Fasanen, Hasen und Schalenwild dar. Bezugspreis pro Zentner etwa 3,— RM. Je mehr kleine Remisen mit dieser oder ähnlichen Pflanzen vorhanden sind, um so sicherer ist der Erfolg. Leider muß man beobachten, daß bis in die letzten Tage hinein Hecken gerodet und Raine gesengt werden. Der Jagdpachter sollte in fedem Falle mit Anzeige vorgehen ober ein Eingreifen bes Gemeindefeldschutzpersonals forbern. Alle derartigen Arbeiten waren laut Naturschutzgesetz am 1. März oinzustellen. Die mangelnde Deckung setzt Jungwild und Gelege in erhöhtem Maße ihren Feinden aus. Da kommt vor allem das Großwiesel in Frage, das an Jungwild, Eiern oder Brutvögeln vernichtet, was vor es kommt, und dem bei feiner heimlichen Lebensweise sehr schlecht beizukommen ist. Hier hilft nur die in Durchlässe, Steinhaufen usw. einzubauende Wiefelfalle. Wenn in einem einzigen Grabenlauf eines Revieres in unserer Gegend in einem Jahre 65 Stück in die Falle gingen, so zeigt das zur Genüge, welche Mengen davon vorhanden sind, welche Gefahr von ihnen droht. Es kommt ferner vor allem die Krähe in Frage, die nunmehr nach dem Durchzug der Saatkrähen sich paart und die Felder in der Umgebung ihres Brutplatzes mit großer Gründlichkeit ausplündert. Abschuß am Nest ist sicherlich ein Weg, der eine gewisse Erleichterung schaffen kann. Aber bei dem fast völligen Mangel an natürlichen Feinden reicht das meist nicht hin, zumal wenn Feld und Wald jagdlich nicht in einer Hand sind. Dann wird dem Feldjäger oft nichts anderes übrig bleiben als bas Phosphorei, besten Berechtigung auch bas neue preußische Jagdgesetz ausdrücklich wieder anerkannt hat. In den Revieren, in denen im letzten Frühjahr ausgiebig damit gearbeitet worden ist, wurden im Winter sehr gute Hasenstrecken erzielt. Auch hier lohnt sich die Ausgabe unbedingt. Wer keinen Pfennig für Wildhegemaßnahmen übrig hat, sondern nur ernten will, entspricht nicht den Anforderungen, die die moderne jagdliche Gesetzgebung an ihn stellt. Daß jagende Hunde und streunende Katzen um so gefährlicher werden, je mehr Jungwild sich draußen findet, ist selbstverständlich. Auch in ihrer Bekämpfung findet der Jäger ein ausgiebiges Betätigungsfeld. Mitte des Monats geht die Schußzeit auf Schnepfen zu Ende. Von örtlichen Ausnahmen vielleicht abgesehen entsprach der diesjährige Schnepfenstrich an Stärke in unserer Gegend nicht dem gewohnten Bild. Die Wildtauben sind zurückgekehrt, und überall lockt der Ringeltauber seine Taube. Auch ihn hat das Gesetz bis zum 15. April freigegeben und damit eine Jagdart, die zwar keine große Beute verspricht, aber an Können und Ausdauer des Jägers immerhin gewisse Anforderungen stellt, mag er den Tauber nun selber locken oder ihn an- springen. Und es kommt ja bei der weidmännischen Jagdausübung und dem jagdlichen Genuß nicht nur auf das „Was", sondern auch auf das „Wie" an. Oberheffen. Oer Licher Voranschlag für 1934. > Lich, 3. April. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden der Voranschlag für den Haushaltsplan 1 9 3 4 der Stadt Lich, der in Einnahmen und Ausgaben mit 328 750 Mk. a b schließt, und gleichzeitig der Voranschlag der städtischen Wohlfahrtskasse, dsr in Einnahmen und Ausgaben mit 41 500 Mk. abschließt, erledigt. Im Haushaltsplan entfallen auf den Betrieb 255 000 Mk. und auf den Vermögensteil Mark 73 750,—. Die Umlagen stellen sich auf 74 256 Mk. (im Vorjahr 82 900 Mk.). Vorgesehen sind für Un- terhaltungs- usw. Arbeiten an den städtischen Gebäuden, die Wasserversorgungsanlage, den Baumbeständen, Friedhofsmauern usw. für 1934 4000 Mark mehr als im Vorjahre, für Neuanlage von Bürgersteigen 2500 Mk., für die Ausführung von Notstandsarbeiten als Anteil der Stadt 10 000 Mk., Zuschuß zur städtischen Wohlfahrtskasse 17 000 Mk. (Vorjahr 16 000 Mk), für die Einrichtung einer Feueralarmanlage 500 Mark. In Einnahmen sind in diesem Jahre der Ertrag aus dem Stadtwald um 10 000 Mk. und die Einnahmen aus Kanalbenutzungsgebühr und Wassergeld um 2500 Mark höher als im Vorjahre. Die Kosten für die Erneuerung der Kirchenheizungsanlage, für Erneuerung und Erweiterung der Wasserleitungs- und Kanalanlage in der Bahnhofstraße, für die Erbauung einer neuen Betonbrücke über den Weidegraben (Ringstraße) sind mit 48 000 Mk. im Vermögensteil enthalten. Die Bürgersteuer und die Biersteuer gelangt in diesem Jahr, wie im vergangenen, mit dem einfachen Satz zur Erhebung. Außer dem Haushaltsplan und dem Voranschlag der Wohlfahrtskasse wurden noch einige weitere kleinere Vorlagen beraten bzw. genehmigt. Landkreis Gießen. * Großen-Buseck, 3. April. Der Hochbehälter unserer Wasserleitung, der im Jahre 1900 erbaut wurde, hat sich angesichts des starken Wachstums der Bevölkerungszahl als zu klein erwiesen. Trotzdem vor etwa drei Jahren eine neue Quelle gefaßt und dadurch Wasser in genügender Menge erschlossen worden war, kam cs in heißen Sommermonaten vor, daß tagsüber bei starkem Verbrauch der Hochbehälter bald leer war und nachts das Wasser ungenutzt fortlief. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, beschloß die Gemeindevertretung die Errichtung eines zweiten Wasserbehälters, der im Laufe des Winters im Rohbau fertiggestellt wurde. Die Maurerarbeiten wurden von den Maurermeistern Wilhelm Harbach III. und Wilhelm Melchior Hahn von hier ausgeführt, die Jnstallationsarbeiten lieferten die Spenglermeister Heinrich Schn egelsberg, Heinrich Mootz und Karl Müller. Der Steinsplitt zum Bau des Hochbehälters wurde mit Hilfe eines Steinbrechers von der Gemeinde selbst gewonnen. Bis auf kleinere Arbeiten ist der Behälter nunmehr fertiggestellt, so daß er in den nächsten Tagen seiner Bestimmung übergeben werden kann. Man hofft in unserer Gemeinde, daß damit der Wassermangel für die Zukunft beseitigt sein wird. wg. Großen-Buseck, 3. April. Dieser Tage hatte die hiesige Ortsgruppe der NS.-Hago zu einer Versammlung im Saale Ler „Germania" ein- geladen. Der mit den Symbolen der Bewegung festlich geschmückte Saal vereinigte fast alle Handwerker und Gewerbetreibende unseres Dorfes und der Nachbargemeinden. Der NS.-Hagofuhrer Heinrich Schnegelsberg gab zunächst einen kurzen Ueberblid über die Werbewoche des Handwerks und orderte alle Handwerker auf, das Handwerk und die Idee unseres Führers noch fester miteinander zu verbinden. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden noch verschiedene Fragen (Zusammenset. zungen der Arbeitsfront, GHG. und NS.-Hago) besprochen. Erfreulicherweise konnten wieder einige Mitglieder in die Arbeitsfront ausgenommen werden. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und das Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. t Treis a. d. L d a., 3. April. Sein 25jäh- riges D i e n st j u b iläu m als Polizeidiener der hiesigen Gemeinde konnte am 1. April unser Mit» Ostertag im Frühgottesdienst. Die Kinder sangen unter Leitung ihres Lehrers Groh zwei mehr- Der mutet. Kreis Alsfeld Wirtschaft Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2Ü. Serlm $ranliun a. 2)1. 29,25 29,13 29,25 29 76 1 761 ’ül -I 76 o| 75,4 0 102,5 0| — | Philipp Holtzmann . ... Zementwerk Heidelberg lernen toeri Karlstadt ■ • Tlektr. LieferungSgesellschast... 6 6 Licht und Kraft 116, 8,05 I 27,131 27,4 1 27,5 78 - - i| 165,25 I 167,75 1 168,5 I Die hinter den Papieren angeführten Ziffern 66,63 81,06 34-23 o 0 33,75 70,25 86,75 49 63 64,13 152,5 142,5 182 62 61,13 80,5 142,25 63,5 60,9 81 66,37 80,74 34,08 0 0 0 4 0 0 0 12 117,75 66-75 69,5 30,9 129,25 101 106 61,75 100,5 104,5 143 118 74,25 116,5 67,5 93,25 118,9 67 68,5 33,75 70 86.75 49,5 63,25 64,5 152.75 7 0 0 0 0 62,13 69,25 54,25 44 50,75 58,5 22,25 158,5 175 145,75 122 181 63,65 61 82,5 142,5 64 60,75 81 107 62,25 68,75 53,75 44,25 120 51 58,9 69,25 22,5 159 176,5 145,5 27,75 74 116,4 67 93 33,65 71 87 49,5 63,25 64,5 153,5 30,5 129,25 101 106 61,75 100,25 95 105 143 118 67,25 93 78,13 138,25 118-5 66 68 7,9 6,7 33,5 70 86-75 49 63 64,5 152,75 30,5 128,5 101,5 107,25 61 100,75 104,5 143,75 118 0 0 0 0 0 7 0 0 0 0 10 0 0 62 67,5 55,75 43,4 51 58 22 158 172,25 145,25 74,13 116,13 67,4 93,25 78,13 140,25 117,75 67 69 A.S.«. Bekula Hüt- kam einen alte hier er 21,75 1,35 8 7,6 7,9 8 6,65 6,7 den bedauernswerten jungen Mann nach in die Chirurgische Klinik zu bringen. öl.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Prioat-Bank ... Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ........ 1 <£ Laubach, 3. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen zirka 260 Schweine zum Verkauf. Man bezahlte bei gutem Handels- verlauf für Ferkel bis zu sechs Wochen alt 10 bis 12 Mark, sechs bis acht Wochen alt 13 bis 16 Mark und 9 bis 13 Wochen alt 16 bis 20 Mark. Mainzer Schlachtviehmartt. Mainz, 3. April. Auftrieb: 22 Ochsen, 10 Bullen, 321 Kühe oder Färsen, 336 Kälber, 704 Schweine. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 29 bis 34, bl) 26 bis 28, c) 24 bis 25. Bullen c) 22 bis 26. Kühe a) 25 bis 29, b) 19 bis 24, c) 13 bis 18. Färsen a) 25 bis 35, b) 22 bis 26. Kälber b) 40 bis 48, c) 30 bis 39, d) 23 bis 28. Schweine b) 43 bis 46, c) 40 bis 46, d) 38 bis 45. Marktverlauf: Rinder und Kälber lebhaft, ausverkauft. Schweine mäßig belebt, geringer Ueberftand. 106,75 62 67,65 54 44,5 117,4 51,5 58,5 70,5 22,25 158,25 174,5 144,25 Bon später notierten Papieren verzeichneten Ilse Genuß und Bekula bis 1,13 v. H. Gewinn, wahrend Zellstoff Waldhof 1,25 v.H. verloren. Der Rentenmarkt lag ebenfalls fast unverändert, nur Neubesitzanleihe auf Gewinnabgaben hin um 10 Pf. leichter. Länder- und Staatsanleihen waren behauptet, während Stadtanleihen etwas angeboten waren und um etwa 0,25 o. H. zurückgingen. Der Pfandbriefmarkt hatte wegen des Kupontermins durchschnittlich freundliche Haltung, Goldpfandbriefe gewannen bis 0,40 v. H., Kommunal-Obligationen lagen gut behauptet, nur Liquidationspfandbriefe gingen bis 0,50 v. H. zurück. Auslandswerte lagen ruhig. — Tagesgeld 3,50 nach 4 v. H. Abendbörse still. Die Geschäftsstille, die schon den Mittagsverkehr beherrschte, hielt an der Abendbövse weitgehendst an. Indessen blieb die Grundstimmung freundlich, und in wenigen Spezialpapieren konnte sich auch einige Umsatztätigkeit entwickeln. So waren am Rentenmarkt Neubesitzanleihe wieder beachtet und mit 23,80 leicht erhöht. Am Aktienmarkt fanden IG.-Farbenindustrie im Hinblick auf die am kommenden Samstag, 7. April, stattfindende Bilanzsitzung bei unverändert 142,25 v. H. etwas Interesse. Die Mehrzahl der Kurse blieb aber gegen den Berliner Schluß behauptet, teilweise ergaben sich geringprozentige Veränderungen nach beiden Seiten. Im Verlaufe versiegte das ohnehin schon geringe Geschäft vollkommen, und die Kurse einzelner Spezialpapiere bröckelten etwas ab. So galten Farbenindustrie nur noch 141,75 bis 142 und Neubesitzanleihe 23,65 bis 23,75 v. H. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 96,90, Neubesitzanleihe 23,80 bis 23,75, 6pröz. Stahloerein-Bonds 74,65, 6proz. Stadt Mainz v. 26 83,50, 5^pro.). Rhein. Hyp.-Bank Liquidation 92,50, Schutzgebietsanleihe v. 1913 9,50, Reichsbankanteile 153,50, Gelsenkirchen 67,50, Harpener 93,25, Mannesmann 68,50, Rheinstahl 96, AKU 62,13, ACG. 30,90, Bekula 129,25, Bemberg 69,25, Daimler 50,75, Deutsche Linoleum 58,50, IG.-Farben 142,25 bis 141,75 bis 142, Gesfürel 100,50, Holzmann 76, Rütgerswerke 61, Schuckert 104,50, Reichsbahn-VA. 113,13, Nordd. Lloyd 33,65. Frankfurter Schlachwicftmartt. Frankfurt a. M., 3. April. Auftrieb: Rinder 790 (gegen 1269 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 352 Ochsen, 43 Bullen, 205 Kühe und 190 Färsen. Kälber 211 (873), Schafe 17 (51), darunter 14 (42) Hämmel, Schweine 2667 (5109). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 34, b) 31 bis 33, c) 28 bis 30, d) 24 bis 27. Bullen a) 30 bis 31, b) 28 bis 29, c) 26 bis 27, d) 24 bis 25. Kühe a) 29 bis 30, b) 26 bis 28, c) 22 bis 25, d) 14 bis 21. Färsen a) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 28 bis 31, d) 25 bis 27. Kälber Sonderklasse —, andere a) 50 bis 52, b) 46 bis 49, c) 40 bis 45, d) 33 bis 39. Lämmer und Hämmel bl) Stallmasthämmel 36, c) mittlere Mastlämmer und ältere Masthämmel 34 bis 35. Schafe nicht notiert. Schweine a) 45 bis 47, b) 44 bis 47, c) 43 bis 47, d) 41 bis 46, e) 37 bis 44, f) —, g) Sauen 37 bis 41. Im Preisvergleich zum letzten Mvntagsmarkt zogen Bullen, preutzen. Kreis Wetzlar. * Wißmar, 4. April. Der 30 Jahre tenarbeiter Reinhard Bechtold von trug. Der bedauernswerte Mann mußte nach der Chirurgischen Klinik in Gießen übergeführt werden. * Launsbach, 2. April. Am ersten Osterfeier- tag wurde in unserer Gemeinde, auf Anregung der Bauernschaft, nach altem Brauch das Oster- feuer abgebrannt. Um 7 Uhr versammelte sich die Gemeinde in der Adolf-Hitler-Straße. Unter Voranmarsch des Spielmannszuges ging es zum Platze, wo das Feuer abgebrannt wurde. Nach dem Lied „Ich hab mich ergeben" schlugen die Flammen zum Himmel empor. Es folgte das Lied „Flamme empor", gesungen von der Schuljugend. Dann ergriff Pg. Strack jun. das Wort, um die Sitten und Gebräuche des Osterfestes zu erläutern. Nach Schluß der Rede erklangen einige flotte Märsche vorn Spielmannszug. Nach dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes wurde die Feier mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer sowie den Reichsbauernführer beendet. * Brand oberndorf, 3. April. Heute nachmittag ereignete sich hier ein Unfall. Das sechsjährige Töchterchen des Müllers Hammel fiel beim Spiel gegen eine eiserne Stange, die dem bedauernswerten Kinde in die rechte Bauchseite drang. Der herbeigerufene Arzt ordnete die sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik Gießen an. mittag wurden in der hiesigen Kirche 34 Kinder, 19 Knaben und 15 Mädchen, konfirmiert, seit 1916 die größte Zahl der Konfirmanden. Der Posaunenchor begleitete mit der Orgel die Gemeindegesänge. Sehr viel Freude hat es bei der Einwohnerschaft gefunden, daß er in der Frühe des ersten Ostertags wieder die Osterchoräle aus verschiedenen Plätzen des Dorfes erschallen ließ. Kreis Schotten. * Laubach, 3. April. Am ersten Osterfeierlag wurde in der hiesigen Stadtkirche die aus dem 15. Jahrhundert stammende Vater-Unser- Glocke durch den Ortsgeistlichen Pfarrer Kornmann neugeweiht. Sie war am 31. August v. I. gesprungen und mußte bei einer Berliner Firma geschweißt werden. Anschließend wurden 37 Kinder konfirmiert, und zwar 19 Knaben und 18 Mädchen. Kühe und Färsen je 1 Mark, Kälber 2 bis 3 Mark und Schweine 3 bis 4 Mark an, Ochsen und Hammel blieben unverändert. Bemerkungen: Bei den Kälbern wurden in der Klasse a) 23, b) 30, c) 72 und d) 53 Stück notiert. Von den Schweinen wur« den zum Preise der Höchstnotiz und darüber verkauft: a) 17, b) 130, c) 165, d) 29 Stück. Marktverkauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft. Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine rege, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 590 Viertel Rindfleisch, 84 ganze Kälber, 3 ganze Schafe, 262 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch I 50 bis 56, II 45 bis 52. Bullensleisch 48 bis 52. Kuhfleisch II 38 bis 42, III 28 bis 32. Kalbfleisch II 70 bis 80, III 65 bis 70. Hammelfleisch 70 bis 75. Schweine* fleisch I 60 bis 65. Geschäftsgang des Fleischgroß« Marktes: langsam. Schweinemarkt in Lich. * L i ch , 4. April. Auf dem gestrigen Schweine- markt waren 696 Ferkel zum Verkauf gestellt. Es kosteten: Ferkel bis zu sechs Wochen alt 14 bis 16 Mark, sechs bis acht Wochen alt 17 bis 22 Mark, acht bis zehn Wochen alt 23 bis 26 Mark pro Stück. Das Handelsgeschäft verlief flott. Es verblieb auf dem Markt geringer Ueberftand. Schweinemarkt in Lauvach. 30,9 128,25 105,25 107,25 61,5 100,75 94,5 104,5 144 117,65 73 ,13 22 1,35 7,6 7,9 8 6,65 6,7 t. G. Farven-Industrie rfiefbeanftalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgeiellschaft Die Schwere der Verletzung machte es erforderlich, Gießen Datum Mansselder Bergbau......... Äofsroerfe ........... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen : Rbeinstahl .............. Bereinigte Stahlwerke Ltavi Minen .............. Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth T * Konkurse und Vergleichsverfahren im März. Im März wurden durch den „Reichsanzeiger" 274 (Februar 227) neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 67 (54) eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. * Weiter gebesserte Absatzverhältnisse bei Adam Opel. Wie von der Adam Opel A G., Rüsselsheim, mitgeteilt wird, ist im Monat März seit Bestehen der Firma bis jetzt uie größte monatliche Absatzzahl in Personen- und Lastkraftwagen erreicht worden. Frankfurter Börse. rNitlagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 3. April. Die Effektenbörse eröffnete nach der Osterpause in freundlicher Haltung, verzeichnete aber — von wenigen Spezialwerten abgesehen — nur kleine Umsatztätigkeit. Vom Publikum lagen nennenswerte Kaufaufträge nicht vor, während die Kulisse, nachdem sie vor den Feiertagen größere Engagements ein gegangen war, etwas Zurückhaltung an den Tag legte. Die freundliche Haltung erfuhr durch günstige Nachrichten aus der Wirtschaft eine Unterstützung, viel Beachtung fand auch die durch die französische Presse verbreitete Stellungnahme Frankreichs zur Abrüstungsfrage. Bei etwas lebhafterem Geschäft eröffneten am Chemiemarkt IG. Farben um 0,50 v. H. höher und zogen später um weitere 0,75 v. H. auf 143,75 v. H. an. Daneben waren Metallgefellfchaft mit + 2,25 v. H. nach dem jüngsten Kursoerlust weiter kräftig erholt. Scheideanstalt setzten 0,50 v. H., Deutsche Erdöl und Rütgerswerke je 0,40 v. H. höher ein. Montanwerte lagen überwiegend fester, so Gelsenkirchen und Harpener um je 1,50 v. H., Stahlverein um 1,13 v. H., Phönix und Rheinstahl um je 0,50 v. H. Rheinische Braunkohlen lagen mit —0,50 v. H. leicht ermäßigt. Laurahütte waren, nachdem nunmehr dem Antrag auf Geschäftsaufsicht statt- gegeben wurde, um 2,13 v. H. gedrückt. Elektrowerte tendierten durchweg freundlicher, Schuckert gewannen 1 v. H., Gesfürel 0,65 v. H., AEG. 0,50 v. H., lediglich Siemens gaben 0,75 v. H. nach. Im einzelnen eröffneten AG. für Verkehrswesen 2 v. H., Bemberg und Deutsche Linoleum je 1,50 v. H., Gebr. Junghans 0,90 v. H. und Zellstoff Aschaffenburg 0,65 v. H. fester. Reichsbankanteile gewannen 0,75 v. H. Am Rentenmarkt hatten Neubesitzanleihe bei Eröffnung lebhafte Umsätze und lagen bei 23,80 v. H. um 65 Pf. gebessert. Altbesitzanleihe dagegen ging um 0,13 v. H. zurück, späte Reichsschulobuchforde- rungen lagen mit 95,13 v. H. gut behauptet. Von Industrie - Obligationen gaben Stahlverein - Bonds 0,25 v. H. nach. Umgetauschte Dollar-Bonds lagen bei wenig veränderten Kursen geschäftslos. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft weiter zusammen, jedoch hielt sich das Kursniveau auf der Hohe der ersten Notierungen. Am Aktienmarkt waren nur vereinzelt geringe Rückgänge festzustellen, so bei IG. Farben, die von 143,75 auf 142,25 v. H. zurückgingen, dagegen lagen Bemberg weiter fest und gewannen noch 0,50 v. H. stimmige Lieder. ? Reiskirchen, 3. April. Der Gottesdienst am ersten Osterseiertag wurde durch gesangliche Darbietungen des erst vor kurzer Zeit gegründeten christlichen Frauenchors verschönt. Der Chor, der unter Leitung des Dirigenten Chr. M ö b u s 2. steht, brachte zu Beginn und nach der Predigt ein Kirchenlied zum Vortrag, dessen musikalische Leistung von gutem Können zeugt. — Am zweiten Feiertag fand die Konfirmation der hiesigen Konfirmanden statt. Hier wurden 20 Kinder konfirmiert, und zwar 11 Knaben und 9 Mädchen. -s- Treis a. d. Lda., 3. April. Gestern vor- i% Ossterretchttche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Sllüerrerrte 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4/i% desgl. von 1918......... 6% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Zollan'lethe von 1911 eate d°adadbahn-Anlethe Geld 2-463 58,31 57,39 12,86 16,46 168,81 21-53 64,67 Kirche und Schule. vanvkrets Gießen. 00 Klein-Linden, 3. April. Am zweiten Osterseiertag wurden in der hiesigen Kirche 43 Konfirmanden, 18 Knaben und 25 Mädchen, durch ^farrer Bremmer eingesegnet. Die Feier war umrahmt von mehrstimmigen Chorliedern der Konfirmanden. y Großen-Linden, 4. April. Am zweiten Osterseiertag wurden in unserer altehrwürdigen Kirche 65 Konfirmanden eingesegnet und zum Abendmahl geführt. An der Feier nahmen Eltern, Großeltern, Paten und sonstige Anverwandte der Konfirmanden zahlreich teil. 6 Steinb a d), 3. April. Bei dem Oster - Festgottesdienst sang der evangelische Frauenchor unter Leitung des Herrn Schleuse zwei Chore. Am zweiten Ostertage fand die Konfirmation statt. 28 Konfirmanden, 15 Jungen und 13 Mädchen, waren bereits am Sonntage Judika vorgestellt und geprüft worden. Bei der Konfirmation sprach Pfarrer Söll, anknüpfend an den Konfirmationsschein der Kinder nach einem Gemälde von Kallista: „Säet, so werdet ihr ernten", über die rechte Saat, die die Lebensernte voraussetzt. Die Lieder der Konfirmanden hatte Lehrer K l ü ck e r eingeübt. Beide Gottesdienste waren von einer zahlreichen Gemeinde besucht. ö A 1 bach, 3. April. Die Vorstellung und Prüfung der hiesigen Konfirmanden fand am Sonntag Judika statt. Es sind 6 Kinder, 4 Jungen und 2 Mädchen. Die Konfirmation war am zweiten bürget Peter Rabenau I. dahier, feiern. Die Gemeinde ehrte ihn durch Ueberreichung eines Diploms und eines schonen Sessels. Kreis Schotten. + Gonterskirchen, 3. April. Heute nacht gegen 3 Uhr brach in der S ch e u n e des Landwirts Heinrich Kroll Feuer aus. Die schnell herbei- geeilte Freiwillige Feuerwehr war daraus bedacht, die Flammen auf ihren Herd zu beschränken was ihr auch in der Haushaltung gelang. Das benachbarte Wohnhaus, dessen Dachstock beschädigt wurde konnte gerettet werden, während die Scheune bis auf d i e Grundmauern niederbrannte. Die Laubacher Motorspritze, die rasch zur Stelle war, brauchte nicht mehr ein- zugreifen. Der Brandschaden ist zum Teil durch Versicherung gedeckt. Es wird Brandstiftung Der» Felten & Guilleaume O Gesellsch.s.Elektr.Unlemehmung. 5 Rheinische Elektrizität 6 Schuckert L Co.............. 6 Siemens L Halske 7 Lahmevei L Lo. 10 Schultheis Patzenhoser .... Qflu nag> börse 29-3. 3-4. 29-3. 3-4- O _ — 75 74,75 0 — — 98,5 99,5 0 53,25 53,75 53,13 53,5 10 204 203,5 203,5 201,5 0 96 96 95,75 96 0 44,75 45,65 44,9 45 0 15,25 15,5 15,13 15,5 6 115,25 114,75 115,5 114,75 5 114,5 115 115 115 iyt 146 147 147,75 144,5 29. März Z.Apru Amilichc Notierung Amtliche Notierung Seid Lrie Gelb Sne Heisings«».. Wien ...... 5,669 47,20 5,681 47,30 5.699 47,20 5,711 47,30 Prag....... 10,38 19,40 10,38 10,40 Budapest ... —— — — — 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,08 169,42 169,23 169-57 Oslo....... Kovenbagen. 64,54 57,34 64,66 57,46 64,84 57,64 64,96 57,76 Stockholm.. 66,23 66,37 66,53 66,67 London ..... 12,845 12,875 12,905 12,935 Buenos Aires 0,631 0,635 0,631 0,635 Neuyork.... Brüssel..... 2,510 2,516 2,510 2,516 58,51 58,63 58,47 58,59 Italien..... 21,60 21,64 21-60 21,64 Paris ...... Schweiz .... 16,50 16,54 16-50 16,54 80,92 81,08 80,92 81-08 Spanien.... 34,23 34,29 34,22 34-28 Danzig..... 81,57 81,73 81-60 81,76 Japan ...... 0,759 0,761 0,763 0,765 Rio de Jan. . 0,211 0,213 0,211 0,213 Fugostawiea. 5,664 5,676 5-664 5 676 Liiiabo» .... 11,70 11,72 11,74 11,76 Kamps gegen die Verschandelung der Heimat. wlJi - , -.'S Schöne alte Dorfstraße mit feinem schmiedeeisernen Ausleger und schandbaren Reklamen. SJixfpoit VfB. Gießen. VfD. Reichsbahn I. — FL. Teutonia Wahen- born-Steinberg I. 3:1 (1:1). Das Verbandsspiel der genannten beiden Mannschaften am 1. Ostekfeiertag auf dem Waldsport- ^latz brachte den Zuschauern eine kleine Enttäu- ^hung. Das Spiel stand nicht auf der Höhe, die man gewünscht und erwartet hatte. Die Platzbesitzer, die mit etwas veränderter Mannschaft antraten, zeigten wenig von den gewohnten Leistungen, die Gäste dagegen waren wohl wieder sehr eifrig, konnten sich aber nicht zu der Einheit finden, die Erfolge garantieren könnte. Wohl entwickelte sich ein lebhafter Kampf, der auch nicht uninteressant war und verschiedene schöne Kampfmomente brachte, der größte Teil des Spiels bestand aber doch in unfruchtbarem Feldspiel. Die Platzbesitzer spielten überlegen, konnten aber trotzdem nicht überzeugen. Vor allem spielte der Sturm nicht sehr glücklich, zum Teil war er aber auch reichlich vom Pech verfolgt. lieber den Spielverlauf ist nicht viel zu sagen. In der 10. Minute etwa konnte Haupt im Anschluß an einen Eckball erfolgreiich sein. Er lenkte das Leder mit dem Kopf unhaltbar ein und sicherte damit seiner Mannschaft die Führung. Die Steinberger kämpften unverdrossen weiter. Sie hielten das Spiel auch stets offen, arbeiteten aber nicht planmäßig genug, um zu Erfolgen zu kommen. Erst ein Handelfmeter, der glatt verwandelt wurde, brachte den Ausgleich. Die Teutonen legten noch mehr Eifer an den Tag, es wollte ihnen aber keine ihrer Aktionen glücken. Allerdings stand der Gästesturm auch einer Verteidigung gegenüber, der kaum beizukommen war. Leutheuser und Wilhelm klärten selbst in den kritischsten Situationen mit vorbildlicher Ruhe. Ihre sicheren und weiten Abschläge schickten die Mannschaft immer wieder auf die Reise. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Das Spiel war für Watzenborn-Steinberg trotz der Ueberlegenheit der Gastgeber durchaus nicht verloren. Ja, es erschien zeitweise möglich, daß die Gäste die Führung an sich rissen. Leider fehlte es ihnen im entscheidenden Augenblick aber immer am letzten Einsatz. Das Spiel flaute ab, als Haupt ein Zweites Mal erfolgreich war. Die Gäste schafften zwar unermüdlich weiter, aber sie verloren noch mehr an Zusammenhang und begaben sich so aller Aussichten auf einen Sieg oder auf ein durchaus noch zu erzielendes Unentschieden. Auch die Grünweißen zeigten keine besonderen Leistungen mehr, und als gar das dritte Tor für die Platzbesitzer fiel, war das Spiel entschieden. Watzenborn-Steinberg spielte einen Teil der zweiten Halbzeit nur mit 10 Mann, die Grünweißen konnten aber trotzdem zu keinem Erfolg mehr kommen. So endete das Spiel mit einem Siege von 3:1 Toren für VfB.-Reichsbahn. Der Kampf wurde sehr fair ausgetragen. Der Schiedsrichter Dr. R ü b n e r - Hanau war ein gerechter Leiter. Gportabieilung des Tv. Wieseck. Wieseck I — Eintracht Frankfurt (Sonderklasse) 1:4. Die erste Mannschaft des Tv. Wieseck hatte sich für den 2. Feiertag die Sonder-Mannschaft der Sportgemeinde Eintracht Frankfurt a. M. zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste stellten eine körperlich kräftige und ausgeglichene Mannschaft ins Feld. Wieseck gab sich redliche Mühe, den Gästen ein ebenbürtiges Spiel zu liefern, hatte aber sprichwörtliches Pech, so daß sich die Mannschaft trotz vieler Chancen geschlagen bekennen mußte. Der Spielbeginn sah Frankfurt vom Anstoß ab in fliegender Kombination vorziehen und schon rollte der Ball auf eine Flanke von Rechts an dem verblüfften Torwart vorbei ins Tor. Eine Minute später wiederholte sich das ganze noch einmal. 2:0! Jetzt wurde das Spiel ausgeglichener, doch kam Wieseck vorerst an der guten Abwehr der Gäste nicht vorbei. Eine Ecke für Frankfurt brachte in der zehnten Minute den dritten Treffer. Wieseck kam nun aber besser in Fahrt, der Sturm vergaß jedoch im gegebenen Augenblick den befreienden Schuß. Ein Handelfmeter für Wieseck wurde neben den Pfosten gejagt. Rach dem Seitenwechsel ging Wieseck mächtig aus sich heraus, die Gäste machten es aber wieder besser und nach vier Minuten stand die Partie 4:0. Wieseck kam noch zu mehreren Ecken, die Gästeverteidigung war aber unüberwindlich. Endlich nach einem schönen Angriff landet überraschend der Ball im Netz der Gäste. Wieseck angespornt zog noch einmal los, doch die Gäste zeigten erneut, daß sie zu kämpfen verstehen. Wenig später brachte' eine Schiedsrichterentscheidung den Gastgebern eine harte Enttäuschung. Aus einem Tor wurde ein Freistoß. So blieb es beim 4:1 für Frankfurt. Das Torverhältnis entspricht nicht dem Spielverlauf. Vor diesem Spiel hatte Wiesecks Jugend die Jugend von Bieber im Verbandsspiel zu Gast. Da Bieber mit wesentlich durch aktive Spieler ergänzter Mannschaft erschien, überließ es Wieseck die Punkte und trug nur ein Freundschaftsspiel aus, das Wieseck überraschend mit 7:2 Toren als Sieger sah. Bieber I — Wieseck II 2:1. Am 1. Feiertag lieferten sich beide Mannschaften in Bieber ein flottes Freundschaftsspiel. Wieseck mit Ersatz aus Jugend und erster Mannschaft, brachte keine geschlossene Leistung auf, nahm auch das Spiel zu leicht, so daß die Einheimischen Sieger werden konnten. „Teutonia" Laubach. Laubach I — Borussia Frankfurt I 3:1 (1:0). Nach längerer Pause konnte man am ersten Feiertag wieder einmal eine Frankfurter Mannschaft in Laubach begrüßen. Die Gäste spielten einen guten Fußball und konnten, obwohl sie in der ersten Hälfte mit dem Wind spielten, außer mehreren Ecken dank der guten Laubacher Hintermannschaft keine Torerfolge erzielen. In der 29. Minute erzielten die Einheimischen nach schöner Kombination durch ihren Mittelstürmer den ersten Treffer. Nach der Pause konnten die Laubacher, den Vorteil des Windes ausnutzend, zu zwei weiteren Torerfolgen kommen. Erft gegen Schluß gelang den Frankfurtern das verdiente Ehrentor. Das Spiel wurde fair ausgetragen. Laubach I — BfB.-Reichsbahn Gießen II 4:1 (2:0). Am zweiten Osterfeiertag trafen sich die genannten Mannschaften zu einem Gesellschaftsspiel. Die Laubacher Mannschaft war besser und wuchtiger und verdiente den Sieg. Sport der Hitler-Jugend. Schar Alten-Buseck — Schar Grohen-Bufeck 2:3 (1:1). Am 2. Ofterfeiertag trafen sich die genannten beiden Mannschaften zu einem Fußballgesellschafts- spiel. Die Mannschaften zeigten ein eifriges und sehr faires Spiel. Die Gegner waren sich ziemlich gleichwertig. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher entsprochen. Das Spiel wurde von Unterbannführer Schneider geleitet. Handball im Gau XII der DT. Tv. Lich I — Tgm. Bockenheim I 4:8. Am ersten Ofterfeiertag weilten die erste und die zweite Handballmannschaft der Turngemeinde Bockenheim in Lich. Beide Spiele wurden zu Werbespielen für den Handballsport. Zuerst spielten die zweiten Mannschaften. Der Kampf wurde von den Gastgebern mit dem Ergebnis von 12:3 Toren für sich entschieden. Das Spiel der ersten Mannschaften verlief äußerst spannend. Gleich zu Beginn konnten die Gäste einsenden und waren auch weiterhin überlegen. Die Bockenheimer zeigten ein vorzügliches Feldspiel. Sicher wanderte der Ball von Mann zu Mann, während die Licher sich in der ersten Halbzeit nicht finden konnten und sehr zerfahren spielten. Erst in der zweiten Halbzeit wurden die Mannschaften gleichwertig. Gute Spielstützen hat der To. Lich in den Albacher Handballern erhalten, denen ein besonderes Lob gebührt. Tv. Grüningen I — Gießener Turnerfchaft komb. 2:8 (1:5). Am zweiten Osterfeiertag war eine kombinierte Mannschaft der Gießener Turnerschaft einer Einladung der ersten Mannschaft des Turnvereins Grüningen zu einem Handball-Freundschaftsspiel gefolgt. Das Spiel war in erster Linie als Werbe- und Lehrspiel gedacht und wird auch seine Wirkung nicht verfehlt haben. Wenn auch die Leistungen der einzelnen Gießener Turner nicht immer ganz befriedigten, so konnten sie doch ein flottes Kombinationsspiel vorführen. Die Mannschaft der Grünin- ger Turner wurde zunächst etwas unterschätzt. Verschiedene gute Einzelkönner sind in der Mannschaft; es fehlt lediglich dem Sturm noch das blitzschnelle Abspiel, das „Freilaufen" und der Torschuß, der Die amtliche Ablösungsplakette mt& Gedenkmünze der Reichsführung des Winterhrlfswerks wird an diejenigen Volksgenossen verausgabt, deren freiwillige Abzüge vom Märzgehalt am Ultimo März erfolgen. Die Plakette kann auch von denjenigen Volksgenossen erworben werden, die nachträglich Opfer für den Kampf gegen Hunger und Kälte bringen wollen. Dieselbe ist bei den örtlichen Dienststellen der N. S. V. erhMlich. Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgefellschaft Berlin W 8, Behrensslraße 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung: „Stiftung ftic Opfer ber Arbeit". Hintermannschaft das Stellungsspiel und der schnellere Entschluß zum Eingreifen. Gießen spielte in der ersten Halbzeit mit dem Wind, drückte auch zunächst etwas. Verschiedene Würfe der Gäste gingen entweder auf den Mann oder knapp daneben. Erst nachdem Gießen mit 2:0 in Führung lag, zeigte sich die Mannschaft von einer etwas besseren Seite. Die Gießener Turner lagen meist im Angriff und konnten bis Halbzeit auf 5:1 erhöhen. Die zweite Halbzeit zeigte fast das gleiche Bild, doch wurden nun die vom Wind unterstützten Gastgeber dem Gießener Tor gefährlich. Da der Gießener Torhüter einen guten Tag hatte, fanden auch die bestgemeinten Würfe nicht den Weg ins Netz. Während die Gießener Turner noch dreimal erfolgreich waren, konnten die Gastgeber auch in der zweiten Halbzeit nur einen einzigen Treffer buchen. Der Schiedsrichter war gerecht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) W. P. Watzenborn. In medizinischen Angelegenheiten können wir keine Auskunft im Briefkasten erteilen. Wir empfehlen Ihnen, sich in dieser Angelegenheit an einen Arzt zu wenden. 2047 i' DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres liehen Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Besonderen Dank unserm Herrn Pfarrer Reusch für die trostreichen Worte am Grabe, sowie den beiden Eisenbahnvereinen und dem Gesangverein Harmonie Großen-Linden. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Faber und alle Angehörigen Leihgestern, den 4. April 1934. Donnerstag, den 5. Avril, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Nenenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Registraturschrank, 2 Warenschränke, 2 Klaviere, 4 Schreibmaschinen, 1 Radioanlage, vier Büfetts, 3 Gläserschränke, ein Wirtschaftsbüfett, 1 Badeofen mit Wanne, 17 Bde. BrockbauS, 2 Bilder, 2 Vertikos, 2 Tische, (i Sofas, 4 Sessel, 1 Trumeau- sviegel, 3 Chaiselongues, ein Grammophon, 1 Kommode, 1 Klciderschrank, IWäscheschrank, 1 Vitrine, 1 Spiegel, 1 Waschtisch, 2 Schreibtische, 1 Ladentheke. Norddeutsche Saat-Kartoffeln Frühe Sort.: Holländer Erstlinge, Asches Goldniere, Böhms Aller- früheste, Odenwälder Blaue Sväte Sorten: Industrie, Ackersegen, Erdgold, DirektorIohann- sen, Edeltraut, Preußen usw. Note Sorten: Vater Rhein, von Sickingen, Zentifolia [2010 d hat lfd. jede Menge abzugeben Loh. LNüllev Gießen, Wilbelmstr. 9, Tel. 3571 An Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Bersteigerunslokal): 2 Schreibmaschinen, 2 Kühlschränke, 150 Meter Segeltuch, 2000 Mtr. Iutegewebe, 19 Wa- geupläne, 301 Säcke, 2 Schreibtische, 2 Kassenschränke, 1 Registraturschrank, 1 Wnrenschrank, 1 Ladentheke, 1 Negistriertasse, Gerüststnngen, Gerüstbohlen, Baubude uuv., 1 Eiskonservator, 9 9tundöien, 1 Büfett, 1 Sofa, 1 Klavier, 1 Bücherschrank, ein Grammophon, 1 Standuhr. Ferner bestimmt an Ort n. Stelle (Bekanntgabe erf. in ob. Lokal): 2 Schweine. 2044d Möll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 Telefon 3239 werden, wenn alles versagte, durch öartenkies Gegen Pickel, Mitesser Starke A Ärztlich empfohlen. Laufen Sie nicht länger so häßlich herum. Drogerie Winterhoff. Kreuzpl. 9/10 aller Art billigst C. Rübsamen Fernsprecher 3659. 1805d Blattpflanzen, Palmen, Kakteen haben das ganze Jahr hindurch ein schönes frisches Aussehen, wenn man ihnen ab u. zu eine kleine Menge Nährsalz im Gießwasser 1598 V zuführt. Diese Düngung hat sich am besten bewährt. Drogerien, Blumengeschäfte u. Samenhandlungen empfehlen Mairol als den besten Pflanzendünger. Dose 50 Pf. 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April 1934, vormittags voitz 9 bis 12 Uhr; am Freitag, dem 20. April 1934, vormittags van 9 bis 12 Uhr; am Freitag, dem 27. April 1934, vormittags vorL 9 bis 12 Uhr. 2050# Ur. 78 Dritte Blatt Metzen« Anzeiger (Seneral-Anzriget für Gberhesien)Mittwoch, 4. April W34 Gießener Giaditßeaier. Hermann Burte: „Katte" Es ift, auf den ersten Blick und von außen gesehen, vielleicht das Merkwürdigste an diesem im Schicksalsjahr 1914 erschienenen Schauspiel, daß ein so völlig nicht nur in preußischer Landschaft, sondern auch in preußischem Geiste gezeugtes Drama von einem Dichter stammt, in dem das alemannische Stammesbewußtsein so ausgeprägt ist wie in Hermann Burte (Strube), und es ist zwar unverständlich, aber nicht ohne Beispiel, daß dem Drama von höchster Stelle die außerordentliche Ehrung versagt wurde, die ihm zugedacht war: der staatliche Schillerpreis. Ein berühmteres Stück, an das man auch sonst beim „Satte" erinnert wird, erfuhr — aus ähnlichen Gründen — ein härteres Schicksal: Kleists herrlichstes und zeitlosestes Werk, »Prinz Friedrich von Homburg", dem nicht nur ein Preis, sondern selbst die Aufführung verweigert wurde. Die Fabel des „Katte" ist aus der Geschichte so bekannt, daß es sich erübrigt, sie im einzelnen zu wiederholen. Das Jahr 1730 ist — durch die mißglückte Flucht des Kronprinzen Friedrich und die Hinrichtung seines besten Freundes Hans Hermann von Katte, vor allem aber durch die Boraussetzungen wie die Folgen beider Ereignisse — als ein Schicksalsjahr der preußischen Geschichte tm 18. Jahrhundert gekennzeichnet. Wem dies gegenwärtig ist, der wird versucht sein, Burtes Schauspiel auf eine naheliegende und einfache Formel zu bringen und sich mit der Feststellung zu begnügen, daß hier wieder einmal der alte, immer aufs neue beschworene Konflikt der Generationen, in der zugespitzten Gegenüberstellung von Vater und Sohn, eine geschichtlich beglaubigte Formulierung erfahren habe. Eine Kronprinzentragödie also, ^ie ' nur ein neues Beispiel in der weitverzweigten Geschichte dieses Motivs bezeichnet? Ja und nein: es erweist sich bald, daß die Antithese zwischen Vater und Sohn in unserem Fall nicht so sehr das eigentliche Problem als vielmehr die Voraussetzung für das Drama bildet. Es erweist sich nämlich ferner, daß für eine wirkliche Austragung des Konfliktes die Gewichte zu ungleich verteilt sind: die Gestalt des Kronprinzen, die spater in ihrer geschichtlichen Tropenwelt ganz nahe bei Vertin. 80000 Orchideen blühen in Tleubabelsberg. und notwendige Starke. Fast 900 „Patienten" werden zur Zeit in diesem Erholungsheim „verarztet". Kein Wunder, daß hier eine derartige Fülle von erkra.-kten Blumen zu finden ist, denn der Preis für die Kur ist erstaunlich niedrig: 50 Pfennig pro Monat. Abseits von den blanken Schienensträngen, die von der Reichshauptstadt nach der historischen Garnisonstadt Potsdam führen, liegen die friedlichen grauen Häuserreihen des westlichen Villenvorortes Neubabelsberg. Sie sind von eintöniger Natur umgeben, von steil in den Himmel ragenden Kiefernwaldungen, weiten Grasflächen und träge rahmfließenden Gewässern. Zwischen den farblosen steinernen Häusern taucht rin Schild auf: Orchidflora. Flüchtig denkt man in Urwald und Tropenfonne. Aber der peitschende Regen, der auf den märkischen Heimatsand niederprasselt, duldet keine Träumereien. „Ja, wir züchten Orchideen in Neubabelsberg", sagt Mynher K r u f f s , der Leiter der seit fünf Zähren hier befindlichen Orchideenkulturen. Durch langgestreckte Glashäuser führt der Weg. Bilder aus „1001 Nacht" werden lebendig. Die ungeheure Verschiedenartigkeit der duftigen Pflanzen und ihre traumhaft zarten Farben strahlen in paradiesischer Schönheit. 80 0 0 0 Orchideen blühen in Neubabelsberg! 2000 verschiedene Arten sind das Ergebnis jahrelanger Züchtungsversuche. Die Anfänge dieser Plantage liegen in den Tropen. Dort war der heutige Leiter dieses Unternehmens ein Vierteljahrhundert als Tabakpflanzer tätig. Lernte die Schönheiten der edlen Blumen kennen und legte sich in seinem Garten ganze Felder dieser Pflanzen an. Einen großen Teil der Orchideen nahm er dann nach Deutschland mit und legte so den Grundstein zu der Farm in ihrer heutigen Gestalt. Unter einer Glasfläche von 3500 Quadratmeter wogen in 18 Treibhäusern die märchenhaften B l ü t e n m e e r e. Die Pflanzen, die sich hier draußen befinden und durch deren Samen eigenartige Kreuzungen erzeugt werden, stammen aus allen Ländern der Welt. „Vorhin ist gerade eine Sendung seltener Exemplare aus Sumatra eingetroffen", erzählt einer der hier beschäftigten Lehrlinge und berichtet, daß die Orchideen, die Herr K r u y f f s züchtet und die vom Urwald nach Neubabelsberg in hölzernen Kisten befördert werden, nicht selten unter den schwierigsten Verhältnissen in außergewöhnlichen Höhen gesammelt werden. Aus Mexiko und Guatemala, aus Asien und Kalifornien treffen Pflanzensendungen ein. Fast die Hälfte der Blüten ist jedoch nach beendeter Reise unbrauchbar geworden. Im Jahre 1928 unternahm Herr Kruyffs persönlich eine erfolgreiche Expedition nach verschiedenen Teilen Amerikas, um dort seltene Exemplare aufzutreiben. In einem neuzeitlich eingerichteten Laboratorium werden die staubfeinen Blütensamen in sterilisierte kleine Glasgefäße gefüllt. Hier entwickeln sich auf dem mit Nährstoffen getränkten Boden einer Naturgelatine, die an den Küsten Japans gewonnen wird, die ersten Keime. Schon nach acht Tagen werden winzige kleine Blättchen sichtbar, ein paar Tage später werden sie mit Hilfe von Pinzetten in Töpfe gepflanzt, zuerst zu vielen Dutzenden, später zu Vieren und Fünfen, bis eines Tages die Pflanze so groß geworden ist, daß sie ihren eigenen Tonbehälter beanspruchen kann. Aber der Weg vom Samenkorn zur Blüte ist lang, unvorstellbar lang. Die Geburt einer einzigen Orchideenblüte dauert sieben bis acht Jahre. Alle vier Monate muß sie in dieser Entwicklungszeit umgepflanzt werden, wird gehütet und gepflegt wie ein schwächliches Kind. Vielfach wird angenommen, Orchideen seien Schmarotzer. Ein großer Irrtum, denn diese Pflanzen nähren sich nicht von der Kraft des .Baumes, an dem sie wachsen, sondern eher aus der Luft, in welche sich ihre feinverzweigten Wurzeln hinausstrecken. Allerdings sind zu ihrem Gedeihen bestimmte Pilze notwendig, die sich mit dem Gewirr der Orchideenwurzel verfilzen. Sie werden auf einem besonders zusammengesetzten Nährboden als Bakterienkulturen gezüchtet. Sonst wird die Orchideenpflanze ausschließlich mit R e g e n w a s s-e r genährt und dank einer sorgfältig konstruierten Anlage ist man hier draußen in Neubabelsberg leicht imstande, Regenwasser leder beliebigen Menge künstlich zu erzeugen. „Das Wasser muß Sommer und Winter eine ständig gleichbleibende Temperatur von 22 bis 24 Grad haben", verrät einer der jungen Arbeiter. Einzelne Pflanzen bleiben jedoch fast ein halbes Jahr ohne Wasserzufuhr, um so die trockene Periode der fernen Heimat einzubalten. Ein scharfer, beißender Geruch überfällt den Besucher beim Eintritt in ein Treibhaus, in welchem uor allem die bekannten zartlilafarbenen Ca 1 - layen, die beliebteste Orchideenart, gezüchtet werden. „Hier ist gerade Nikotin zur Abwehr gegen die Insekten gespritzt worden", erklärt Herr Kruyffs und berichtet, daß dieser Vorgang alle drei Wochen wiederholt werden müßte. Schnell flüchtet man vor dem strengen Geruch in die nächste angrenzende Glashalle, in deren Inneren sich eine besondere Sehenswürdigkeit dieser „Orchideenflora" befindet: das Krankenhaus der Orchideen! Pflanzen von Liebhabern, die unter allzuguter Behandlung und überreichlicher Nahrung gelitten haben, müssen hier eine mindestens sechs Monate lange Kur durchmachen. Besondere Diäten verleihen den geschwächten Blumenleibern neue Lebenskraft Buntes Woran sterben die Menschen? Aus den Ergebnissen der soeben veröffentlichten Todesursachen-Statistik im Deutschen Reich für das Jahr 1931 geht hervor, daß die Gesamtzahl der Sterbefälle im Durchschnitt der letzten zehn Jahre zwischen 700 000 und 800 000 lag. Auf Tausend Einwohner starben in Deutschland 1913: 14,8, 1929: 12,6, 1931: 11,2 und 1932: 10,8. Nach Ansicht der Bevölkerungs-Statistiker müssen wir uns jedoch für die nächste Zukunft auf eine Zunahme der Gesamtsterbeziffern Dorbereiten, wie Dr. Tornau in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" ausführt. — Im Vergleich zu 1930 erhöhte sich vor allem die Zahl der Todesfälle durch Grippe, durch Krankheiten der Kreislauf- und Atmungsorgane, durch Krebs, durch Altersschwäche, durch Gehirnschlag und durch Harn- und Geschlechtskrankheiten, also durch Krankheiten, die besonders bei älteren Leuten verhältnismäßig leicht zum Tode führen. Eine Abnahme ist hingegen bei den Krankheiten eingetreten, von denen in erster Linie junge Menschen befallen werden, wie: Kinderinfektionskrankheiten, Schar- lach, Masern. Diphtherie, Keuchhusten, Verdauungsstörungen usw Auf der einen Seite macht sich hier der geringer werdende Nachwuchs und auf der anderen Seite der Fortschritt in der Behandlung dieser Krankheiten bemerkbar. Ein besonders günstiges Zeichen ist der Rückgang der Todesfälle durch Kindbettfieber, an dem 1931 nur noch 2508 gegenüber 3348 Frauen im Jahre 1929 starben. Die gleiche Entwicklung hat sich erfreulicherweise auch bei den Äinderinfektionskrank- heiten vollzogen. — Beunruhigend ist der Verlauf der tödlich ausgehenden Fälle von Krebs und — hinsichtlich der zu beobachtenden Verschiebungen — auch der T u b e r k u l o s e der sich in der Zukunft voraussichtlich noch ungünstiger gestalten wird. Diese Zunahme der Sterbefälle an Krebs, die besonders stark in den hohen Altersklassen auffällt, ist 3um Teil auf die Ueberalterung des Volkes, zum Teil aber auch auf die verbesserten Methoden der Todesursachenermittlung zurückzuführen, so daß die tatsächliche Verschlimmerung hier nicht so hoch zu veranschlagen ist. Während 1924 nur 60 664 Fälle zu verzeichnen waren, ist diese Zahl bis 1931 auf 79 018 gestiegen. Die Tuberkulosesterblichkeit weist nicht mehr die erschreckende Zahl der ersten Nachkriegsjahre auf, in denen sich noch die Folgen des Krieges auswirkten: 1923 starden 93 074, 1927: 59 037 und 1931: 50 863 Menschen an Tuberkulose, Bedenklich ist allerdings die Tatsache, daß die Kin- „Wissen Sie übrigens, daß auch dicht bei Berlin in den Wäldern der Mark Brandenburg über siebzig verschiedene Arten Orchideen wachsen?" fragt Dr. Kolbe, der ständige Mitarbeiter von Herrn Kruyffs. Allerdings sind ihre Blüten längst nicht so edel und formschön wie die ihrer tropischen Schwestern, und dadurch ist es zu erklären, daß man ihnen so wenig Beachtung schenkt." Durch Kreuzung verschiedener Samen hat man in der Tropenwelt in Neubabelsberg einzigartige Blüten gezüchtet. Diese seltenen Exemplare, die natürlich besonders wertvoll sind, werden vorwiegend von Orchldeensammlern erworben. Die Zeiten, in denen für eine einzige ausgefallene Pflanze viele tausend Mark bezahlt wurden, sind jedoch endgültig vorbei. 100 bis 150 Mark ist heute der höchste Preis für extravagante Orchideen. Die Kosten für ein schönes Zimmerkultur-Sortiment von mehreren Orchideenarten betragen aber im Durchschnitt nur 15 bis 20 Mark Aus der südländischen Orchideenflora tritt man in den kühlen märkischen Abend hinaus. Die Umrisse des dunklen Waldlandes erscheinen schwärzer und düsterer gegen vie zarten Pastellfarben der bunten Tropenwelt. Harney. Allerlei. dertuberkulose seit 1930 wieder zugenommen hat. Eine verstärkte Anfälligkeit ist des weiteren bei der Grippe, besonders in den höheren Altersklassen, zu erkennen. An Altersschwäche starben 1931: 73 365 Menschen, darunter 43 757 Frauen. Im Jahre 1930 ereigneten sich 25 720 tödlich verlaufene Unglücksfälle, 1931 nur 22835. Der Höchststand war 1929 mit 27 697 Todesfällen zu verzeichnen. Der Urschirm Die alten Aegypter, die doch sonst „schon alles" hatten, galten bisher als schirmlos. Nun werden die Aegypter auch in dieser Hinsicht als erfindungsreiches Volk gerechtfertigt, denn aus dem unerschöpflichen Grabe des Tut-anch-amon ist jetzt ein Gegenstand in das Museum von Kairo gelangt, den man als den ältesten Schirm bezeichnen kann. Er ist in der Kulturgeschichte des Pharaonenreiches ein vollkommenes Unikum, denn man hat bisher in keinem andern Grabe etwas Aehnliches entdeckt und auch auf den Wandbildern ist nie etwas Derartiges dar- gestellt. Die einzelnen Stücke wurden in dem Grabe zerstreut gefunden und sind nunmehr von den Sachverständigen des Museums sorgfältig zusammengesetzt worden. Gegenwärtig präsentiert sich dieser „Urschirm" als eine Art Baldachin, der auf vier schlanken, etwa zwei Meter hohen und einem Meter voneinander entfernten vergoldeten Stöcken ruht. An der Spitze sind sie durch ein Gitterwerk aus gekreuzten Stangen zusammengehalten, die ebenfalls aus vergoldetem Holz bestehen. Das Gitterwerk war mit einem Schleier oder einer Decke aus irgendeinem das Licht nicht durchlassenden Stoff bespannt: diese Bespannung war mit dünnen Stricken befestigt, die durch Löcher an den Enden der Stäbe gezogen werden. Die Spitzen der vier vergoldeten Stöcke sind mit reizenden Blumenornamenten aus gefärbtem Elfenbein geschmückt. Im Innern des Gitterwerkes Jinb an der Spitze Verzierungen in vergoldetem Rollwerk angebracht, aus denen man auf einen Einfluß der minoifchen Kultur auf Kreta schließen will. Während sich sonst alle Gegenstände lückenlos vorgefunden haben, fehlte die Bespannung. Ob nun der Pharao unter diesem Dache stand oder ob es über seinem Kopf getragen wurde, während er wandelte, jedenfalls waren fein Kopf und der obere Teil seines Körpers gegen die Sonnenstrahlen geschützt. Man darf also in diesem merkwürdigen und einzigartigen Stück die Urform unseres Schirms erblicken. 3n der Martinswand verstiegen. In der Martinswand, der bekannten senkrechten Felswand bei Innsbruck, von der die Ueberliefe» rung erzählt, daß sie schon Kaiser Maximilian beinahe zum Verhängnis geworden wäre, hat sich ein Innsbrucker Kletterer namens Hugo Niederlindner verstiegen. Er konnte sich selbst nicht mehr befreien. Nachdem die ersten Ret- I tungsversuche durch andere Bergsteiger ergebnis- \ los blieben, rückte am Abend b i e Innsbrucker Feuerwehr aus, die im Lichte von Scheinwerfern versuchte, mit Hilfe von Leitern zu dem Verstiegenen zu gelangen. Jedoch auch dieser Versuch blieb ohne Erfolg. Niederlindner konnte sich während der Nacht an einem kleinen Oie Bostsgesundheit fördern, heiß-Elend verhüten. Werdet Mitglieder der NS.-Bottswohlfahrt! Bäumchen festbinden, so daß er vor dem Absturz bewahrt wurde. Heute früh wurden die Versuche, zu ihm zu gelangen und ihn aus feiner Lage zu befreien, wieder ausgenommen. Von den Bergführern Schmidhuber und Egert, sowie drei Burschen aus Zirl, mußte Niederlindner mehr als 200 Meter bis zur Straße abgeseilt werden. In der Nacht war er durch Zurufe wachgehalten worden und hatte sich selbst durch Körperbewegungen vor dem Erfrieren geschützt. Bei seiner Bergung war er sehr erschöpft. Niederlindner war auf der A u r i k e l s u ch e in die Martinswand hinaufgeklettert und rechts von der bekannten Kaiser-Max« Grotte hoch in die Felsen gestiegen, bis er auf einem Platz angelangt war, von dem er weder vor- noch rückwärts konnte. Die. Martinswand ist infolge ihrer außerordentlichen Steilheit eine der gefährlichsten und schwierigsten Klettertouren. Sie erhebt sich südwestlich von Innsbruck senkrecht aus dem Jnntal auf der linken Seite des Inn. Sie wird von der Mittenwaldbahn durch den bekannten Martinswandtunnel durchquert. Die ganze Durchkletterung der Wand wurde im vorigen Jahre von dem bekannten Innsbrucker Bergsteiger Auken- t h a l e r zum ersten Male ausgeführt. Die Martinswand ift 1113 Meter hoch. Achtung! Achtung! . . . Die Arbeitsschlacht schafft weiteren Millionen Volksgenossen Arbeit und Brot Die seit langem ungewohnte Arbeit kann Anlaß zu zahlreichen Unglücksfällen werden? Für wieviel Hunderte von Millionen Mark werden jährlich Sachwerte durch Feuer vernichtet. Dafür könnte man Tausende von Siedlungshäusern errichten und hunderttausende schöner heuet Mahnungen bauen. Aber auch zahlreiche Menschen fallen einem Brande zum Opfer oder haben lebenslänglich unter den Folgen von Brandverlehungen zu leiden. Darum bedenkt, wenn ihr ein Streichholz achtlos wegwerft, welche Folgen oft kleine Ursachen haben und was für Unglück damit angerichtet werden kann. Unnützes Gerümpel auf dem Dachboden, schlechte Feuerungen, Unordnung in Ställen und Scheunen haben schon manches Schadenfeuer verursacht und Menschenleben vernichtet. Gas, Elektrizität, Benzin können zum gefährlichsten Feind werden, wenn der Mensch mit ihnen nicht richtig umgeht. Schützt euch und eure Mitmenschen vor solchem Unglück, geht vorsichtig mit Licht und Feuer um, so treibt ihr praktische Unfallverhütung. immer! Es ist besser, daß ich sterbe, als daß die Gerechtigkeit aus der Welt kommt. In diesen Worten offenbart sich der tiefere Sinn faffung eines immerhin ungewöhnlichen Menschen zeugend an. Herr Neuhaus gab den König: hier ist Bild in seinen Grundzügen von vornherein Dem erwächst der Gegenspieler Katte, der vom Schicksal zwischen vielmehr erst in die Fronten ge- verblaßt immer Den Katte spielte Herr Löser: mancher mag ihn sich vielleicht blendender, feuriger, leidenschaftlicher gedacht haben. Uns gefiel er so, wie er sich aab: knapp, beherrscht, nobel in Haltung und Wort. Wem er zu ernst, zu besonnen, nachdenklich und in manchen Augenblicken fast träumerisch wirkte für er die Entwicklung des Charakters gradlinig ungebrochen verfolgen ließ. nischen, in Jähzorn ausbrechenden Monarchen mit starken Strichen umriß, sondern daß der Höhepunkt seiner Gestaltung im vierten Akt lag, wo der König im Kampfe um die Behauptung seines Königtums, seiner Staatsauffassung, seines Rechtsempfinden^ und feines väterlichen Gefühls zu einer fast tragischen Gestalt aufwächst. das fest- Lei- nachmalende und berichtende Chronik hinaus: sie sind entscheidend für die innere Entwicklung und für die hieraus abzuleitende Bewertung des Menschen und des Offiziers Hans Hermann von Katte, .. obwohl für den Zuschauer vielleicht die minder preußischen, die gefühlvolleren und fast romantischen Triebkräfte seines Handelns — die Freundschaft mit dem jungen Friedrich und die leidenschaft- Herr Lüpke gab den Kronprinzen in einer Maske, die einem der bekanntesten Porträts des jungen Friedrich glücklich angenähert war, und ließ in den kurzen Szenen, die ihm gegeben sind, die überragenden Züge vorausahnen, die das vertraute spätere Bild unverwechselbar auszeichnen. Sybillc-Evelyne Flemming als Wilhelmine: das zarte und anmutige Aeußere ihrer Erscheinung erinnert ein wenig an das Fräulein von Barnhelm: sonst aber gibt sie die junge Prinzessin so beherrscht, gefaßt, wachsam und ganz verhalten im Gefühl, wie es die Rolle verlangt. genspieler zu der immer wuchtiger Erscheinung des Königs mine, der nachmaligen Markgräfin von Bayreuth — die Wesenszüge des Helden bestimmen werden. Die Aufführung hinterließ, obwohl gegen Ende die Spannung gelockert schien, starke Eindrücke und fand verdientermaßen anhaltenden Beifall, hth. stellt ist. Friedrichs zarter Umriß mehr, und vor die verschwimmenden Konturen schiebt sich immer klarer, schärfer und ausgeprägter das Bild des Freundes. Wenn dieser ihn deckt, sich für ihn einsetzt und für ihn opfert, so stehen sich zwar noch immer zwei Generationen feindlich und zur äußersten Entscheidung bereit gegenüber aber zugleich auch verschiebt sich der innere Akzent des Dramenbaues: aus der Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn wird eine Auseinandersetzung zwischen dem König und Katte — über die Staatsräson. zu finden, und wird es dem Darsteller danken, daß ~ *■ *' und Und damit gerät das Schauspiel ganz in die Nähe und geistige Nachbarschaft jenes großen Schauspiels, dessen Name vorhin schon genannt wurde. In König Friedrich Wilhelm verkörpert sich für Burte die preußische Staatsidee in einem ähnlichen Sinne wie für Kleist in seinem Kurfürsten. Wie die-ser den Sieg nicht will, der ihm „von der Bank fällt", wenn er wider die Order und den Gehorsam erfochten wurde, ... weil er Idee und Bestand seines Staates durch die Willkür eines einzelnen gefährdet sieht, — so besteht der König Friedrich Wilhelm in unbeugsamer Harte auf dem Todesurteil mit der schroffen Begründung, es fei besser, daß einer feiner Offiziere stürbe, als daß die Gerechtigkeit aus der Welt käme. Dies aber macht Katte nicht nur zum Helden, zum Vorbilde des heroischen Menschen, das unsere Zeit auch auf der Bühne zu erleben wünscht, sondern zu einem wahrhaft dramatischen Charakter: daß er die Flucht seines Freundes deckt, sich für ihn opfert und sich dem maßlosen Zorn des Königs ausliefert, ift heroisch: aber wichtiger erscheint, für das Schauspiel, daß wir Kaltes Entwicklung mit- erleben, der, wie Homburg, sich am Ende nicht gegen den Spruch auflehnt, der ihn ausloscht, daß er vielmehr sein Todesurteil innerlich und freiwillig anerkennt — aus der gleichen preußischen Denkweise, aus der gleichen Staatsräson wie der Don den übrigen Gestalten des Schauspiels: Frau „ Schubert-Jungling sehr angemessen als die r Königin: Kühne als Kriegsrat von Mylius, ein uerieoenu un kalter und pflichtstrenger Beamter: Geiger — Dw Rüb- als warmherziger und aufrechter Feldprediger: Eli- _ . ' ! S1G J n 1 a rt h o r imh ff t n h I J r e Flugschrift kommt aus der evangelischen Weltanschauung. Indem sie Luthers Aussagen vom Gehorsam gegen die Obrigkeit wieder gibt, will sie das „Gut Regiment" des neuen Deutschland dankbar auf ihre Weise bestätigen. Der zweite Band des „Kleinen Meyer"*. Ein Spiegel des deutschen Wiederaufstiegs. Der zweite Band der 9. Auflage des „Kleinen Meyer", die gänzlich neubearbeitet wurde (drei Bände in Seinen je 10 Mk., in Halbleder je 15 Mk., ein Atlasband in Leinen 20 Mk., in Halbleder 25 Mk.), ist erschienen. Die grundlegenden Umstellungen aller Lebensgebiete durch die nationale Revolution veranlaßten den Verlag, das Lexikon bereits jetzt wieder neu herauszugeben. Die Artikel sind sachlich auf den neuesten Stand gebracht und vom Blickpunkt unserer neuen Weltanschauung geschrieben. So wird das Werk ein Spiegel des deutschen Wiederaufstiegs. Die Stichworte von Geld bis Niebuhr erfassen ein Fülle brennender Fragen, die gerade in der letzten Zeit bedeutende Wandlungen durchgemacht haben. Neben ausführlichen Artikeln über den Nationalsozialismus und seine Organisation stehen solche über Landwirtschaft und Großhandel. Der Imperialismus wird ausführlich dargelegt, ebenso die Bedeutung der Nationalökonomie und die Geschichte des Geldes. Die kulturellen Artikel, von denen nur die griechische und indische Kultur, Klassik und Romantik, Malerei, Mittelalter hervorgehoben seien, stehen auf einer beachtlichen Höhe. Der Bedeutung des Luftschutzes ist ein interessanter Artikel und eine instruktive Tafel gewidmet. Die Fragen der Lebenshaltung und das Problem des Haushaltplanes werden erörtert, Kino und Musik ziehen in ihrer Entwicklung an uns vorüber. Der über 800 zweispaltige Seiten umfassende Band bringt fast auf jeder Seite kleine Textbilder, die durch eine Reihe Tafeln und tabellarische Uebersichten wirksam ergänzt werden. Gegenüber der 8. Auflage ist der Umfang der Bände um die Hälfte vermehrt worden. Der geschmackvolle Einband und die an Stelle der Antiqua getretene Frakturschrift verdienen hervorgehoben zu werden. Biographisches. — Hanns Martin Elster: Ernst von Wilde n b r u ch. Leben, Werk, Persönlichkeit. Mit einem Bildnis des Dichters. Kartoniert 1 Mk. G. Grote Verlag, Berlin. — (24) — Werk und Persönlichkeit Wildenbruchs werden heute wieder neu entdeckt und gewertet. Seine schöpferische Kraft, seine nationale Leidenschaft, sein soziales Gewissen, seine völkische Verantwortung sollen in der Schrift von Elster dem deutschen Volk nahegebracht werden. — mumme Numsen: Gustav Frenssen. Der Kämpfer für die deutsche Wiedergeburt. Eine neue Würdigung. Mit einem Bildnis Gustav Frenssens. Steif broschiert 1.— Mk. G. Grote Verlag, Berlin. 1933. — (364) — Das Buch gewinnt durch seine frische und aufrechte Art sofort den Leser, um ihn bis zum Ende zu fesseln. Meistens wird der Verfasser volle Zustimmung finden. Manchmal wohl auch Widerspruch erregen. Durchweg aber ist das Buch lebendig und interessant. Was die frisch geschriebene Broschüre will, darüber sägt der Verfasser, ein Vertreter des jungen Deutschlands, in der Vorrede u. a.: Konnte wohl der Großstädter den aus niedersächsischem Bauerntum kommenden Dichter wirklich verstehen? Bei anderen griff das Urteil vor. Das eine Lager fühlte sich beunruhigt durch das kämpferisch-natürliche, das andere durch das germanisch-deutsche Wesen des Dichters. Aber eine neue Geistesrichtung hat sich erhoben, die ebenfo wirklichkeitswahr wie deutsch ist. Sollte heute die Stunde des allgemeinen Verständnisses für Frensien nicht da sein? Jedenfalls fühlen wir uns, in der Erkenntnis, daß die Feinde deutscher Wiedergeburt die die Kritik und Oeffentlichkeit bis jüngst beherrscht haben, Gustav Frenssen ohne Verständnis gegenüberstanden, verpflichtet, diesen Dichter und Grübler, der seit seinen ersten Anfängen ein Kämpfer für ein gesünderes, gerechteres, kraftwilligeres Deutschland war, neu zu beurteilen." — Karl Heinrich Waggerl. Der Mensch und der Dichter. Von Hanns Arens. Mit drei Fotos und drxi Scherenschnitten des Dichters. 20 Seiten. Verlag Kropf & Herz, Tumringen in Baden. Preis 25 Pf. — (93) — Die erste kleine Schrift über Waggerl wird sicher viele Freunde finden. Arens gibt aus naher Kenntnis vom Leben und Werk ein gutes und klares Bild vom Weg dieses Dichters. Die Schrift, geschmackvoll gedruckt, ist geschmückt mit drei Fotos und drei Scherenschnitten von Waggerl. Der Text von Hanns Arens ist warm und sehr anschaulich, bei aller persönlichen Wertschätzung doch sachlich und kritisch wägend geschrieben. Von Waggerl wurden die Romane „Brot", „Schweres Blut" und „Das Jahr des Herrn" früher von uns besprochen; unseren Lesern ist der junge, vom Insel-Verlag entdeckte Dichter auch aus kleinen Beiträgen im Feuilleton bekannt. — Garin Göring. Von Fanny Gräfin von Wilamowitz-Moellendorff geb. Baroüin von Fock-Stockholm. Reich illustriert. Elegant kartoniert 2 Mark^Leinen 2,80 Mark. Martin Warneck, Berlin. — (628) — Frau Garin Göring verdient es, daß ihr ein Denkmal gesetzt wird. Die Schwester der Heimgegangenen, Frau Gräfin Fanny von Wilamowitz-Moellendorff, schildert darin, wie eine glückliche Kindheit und Jugendzeit im Elternhause in Schweden ihr die Kraft schenkten, durch ihr natürliches, fröhliches Wesen in ihre Umwelt Mut zum Durchhalten in schwerster Zeit auszustrahlen. Kriegsund Nachkriegszeit erweckten in dem stammverwandten Lande Teilnahme und Miterleben an dem Schicksal der deutschen Nation, an die Garin dann durch die Lebensgemeinschaft mit Hermann Göring eng gefettet wurde. Alles, was sie damals in schweren entscheidungsvollen Stunden miterlebte und wie sie bei allem an dem unbedingten Glauben an die Sendung des neuen Deutschlands festhielt, wird hier berichtet. Von großem Wert sind die vielen Briefe, die von der Innerlichkeit, der Güte und Fürsorge dieser edlen Frau zeugen. Ergreifend ist der Abschnitt, der uns von den Münchener Erlebnissen berichtet, von Görings schwerer Verwundung, der Flucht usw. Möge das Lebensbild vielen zu einem inneren Erlebnis werden und alle Leser dieser Heldin über das Grab hinaus in tiefer Dankbarkeit gedenken. * Meyers Kleines Lexikon, 9., gänzlich neubearbeitete Auflage in drei Bänden. Rund 72 000 Stichwörter und Artikel auf 4800 Spalten, über 4000 Textabbildungen und 270 zum Teil mehrfarbige Bildtafeln und Karten. Dazu ein Atlasband mit 244 Haupt- und Nebenkarten und einem Regi^ fter mit 72 000 Namen. Band II (Stichwörter von Geld bis Niebuhr) in Leinen 10 Mk., in Halbleder 15 Mk. Verlag Bibliographisches Institut AG.. Leipzig. — (7) —