282 Erstes Blatt 184. Jahrgang Montag, Z. Dezember 1934 60 Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/„ mehr LrmShigle Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. rn einzelnen Nummern Holge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe r:ter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnach- rti)ten: Anzeiger Gießen vostsGeckkonlo: behördliche Anzeigen 6Rpf. (.■ntiturt nm Main liess vruck und Verlag: vrühl'sche UnioerstlSl; Such- und Stcinöruderei rr. Lange in Gießen. Schristleilung und SeschSfttftell«: Schulstrahe 7 Meng-nabschlüff-Staff-IS Elcheint täglich, außer Sonntags und Feiertag« L ilagen: Die Illustrierte Athener Familienblätter fsimat im Bild Die Scholle Monat5-Vezugrpret§: Alt 4 Beilagen RM.1.95 Cone Illusttierte , 1.80 Zistellgebühr .. „ - 25 such bei Nichterscheinen Sietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag« Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Brette M ein Deutschland der Ehre ist ein Garant des Weltfriedens. Eine wahre Verständigung ist nur zwischen gleichen Partnern möglich. Göring vor den Arbeitern M rheinischen Zndustriereviers. !as Treueverlfältnis zwischen Bolt und Führer das Fundament des Staates. s heinhausen, 2. Dez. (DNB.) Ministerpräft- !tzei- General Göring begab sich am Sonntagvor- i6pag von Essen aus zu einer großen Kundgebung Li das Winterhilfswerk in der Maschinenhalle der Jr^drich-Alfred-Hütte in Rheinhausen. Auf dem Ian- ici Wege dahin wurde Göring von den Tausenden, ne die Straßen umsäumten, herzlich begrüßt. Am fhgang der Friedrich - Alfred - Hütte hieß Krupp ? in Bohlen mit seinen Direktoren den Gast will- forimen und geleitete ihn zur Halle, in der 15 0 0 0 Üifc eiter und Bauern aus dem Kreise e r s mit vielen Fahnen Aufstellung genommen knen. Rach Ansprachen Krupp von Bohlens und k Kreisleiters nahm der Ministerpräsident das 6kt: Henn ihr seht, so erklärte er u. a., wie sie im imstande schielen und tuscheln, dann hört ihr tnmer wieder das eine Wort: Dieser Win - ler von 1924/35 wird der prüf ft ein für Isen Nationalsozialismus sein, in liefern Winter wird er zusammenbrechen, krnn er wird nicht die Kraft haben, diesen win- for zu überstehen. Gelingt es ihm aber, | schreiben sie, dann müssen wir uns klar dar- i*er sein, daß dann bis auf weiteres der Jla- tinalfozialismus das Kennen gewonnen hat. Nr wollen ihnen zeigen, daß wir das 1 ennen gewinnen werden, weil wir b" Nerven haben, um auch diesen Winter durch- zuftehen. Winterhilfswerk ist nicht ein Helfen im Sinne lims Almosen, sondern das Winterhilfswerk ist । ii,e gebieterische Pflicht des Volkes ht jedes einzelnen Menschen geworden. Wenn ML immer noch viele Menschen keine Arbeit otm und dem Hunger und Elend ausgesetzt sind, □ rinnen sie selbst ja nichts dafür. Sie wollten arbeiten, sie wollten ja schaffen. Die Masse er Arbeiter besaß nichts und doch war es d i e p}: f s e der Arbeiter, die als Infanterie niber vorder st en Linie das Vater- | fl d verteidigte. (Stürmischer Beifall.) B e- | |t verpflichtet. Das muß allem voranstehen, M-m wir heute an das Winterhilfswerk gehen. Dc Recht auf Arbeit ist ein heiliges Recht. Dem I 1)016 bie Nation nachzukommen. Und wenn sie das nie kann, dann muß sie die Möglichkeit schaffen, uni dem einzelnen Volksgenossen die Existenz zu «oiuntieren, damit der einzelne Volksgenosse auch -slni'rseits dann bereit ist, für die Existenz des ge= \ girren Volkes mit einzutreten. So ist der tiefere «Bn des Winterhilfswerkes nicht Almosen, nickt Lei,., sondern Pflicht. Und es muß ein wirk- pid, e s Opfern sein. Ich muß wissen, daß ich Mzeholfen habe, daß ich meine Pflicht erfüllt bt Wir werden unentwegt danach streben, daß fyilb wie möglich die Existenzgrundlage des deut- |t? Arbeiters eine bessere und damit fein Leben glücklicheres wird. Jnd) der Machtergreifung hat das Wort VmtfcManb wieder feinen guten jl- ng gefunden. Man weiß, es ist jetzt nicht vb- ein zerrissenes, zerwühltes Volk von Feiglm- « bereit, aus pazifistischem Bedenken heraus sich ,-r aufzugeben. Man weiß, daß man heute Iiinen Spaziergang mehr nach Berlin innen kann. Wir sind wieder e l n e M a ch t j irifinb diese Macht geworden aus uns selbst, nicht | iroi Kanonen, nein, sondern durch i e n e litt« j i,flC Kraft, die immer noch dieletztegrotze IJirtung über alles Irdische hat. Mit diesem 1 imischland muß man jetzt rechnen, und niemand 1 m^en in der Welt braucht sich mehr zu schämen, | c$»r ein Deutscher ist. Hur ein Volk, das ehrlos und wehrlos st ist auch friedlos. Wenn ein englischer Staatsmann vor wenigen lagen erklärte, nur di unbewaffnetes wehrloses Volk reize zum Hfrleben, bann möge er, bitte, auch bedenken, iciß, was für England gilt, auch für Dirutfd)lanb feine Geltung hat. Auch wir lr:b der Meinung, daß ein wehr- und ehrloses Vlilk friedlos werden muh. Nur ein Deutschland der Ehre ist ein Garant des Weltfriedens, stürmischer Beifall.) Deshalb verlangen wir |v: uns das gleiche Recht wie die an- irren. Deshalb verstehen und wissen wir, daß utf) die anderen Volker die Stunde erkennen mrden für jene wahre Verständigung, die immer nur zwischen glel- i)»n Partnern, zwischen Gleichstarken, ilimals aber zwischen Starken und Schwachen »-glich fein wird, wir fehen es immer wieder, \\« Frontsoldaten aller Nationen, ' üi in jahrenlangem gewaltigen Ringen ihren Rutin gestanden haben, die verstehen einander. jT«b warum? Weil sie sich achten gelernt aien. Man kann dem französischen Frontsol- taen, der vier Jahre gegen Deutsche kämpfen nfote, nicht erzählen, die „Boches" feien feige Hunde. Der Frontkämpfer weih, mit diesem Volk kann man f i ch verständigen und muhmansichver ständigen, vor einigen Wochen habe ich Gelegenheit gehabt, den greifen Marschall PLtain zu sprechen. Das ist ein Soldat, und deshalb ist er ein Ehrenmann, der auch den Deutschen achtet. Mit solchen Männern kann man sich verständigen. Heute ist Deutschland im Aufstieg begriffen. Wir haben gesehen, wie uns bas Wunder geglückt ist, daß der Geist über die Materie gesiegt hat, daß Deutschland wieder auferstanden ist aus schwarzer Nacht zu neuem Leben, und wir werden nicht ruhen und rasten, als bis dieser Sieg vollendet ist. Glaubt es mir, in Adolf Hitler und in uns allen ist eine seelische Leidenschaft, erfüllt von dem Drange, euch zu helfen, soweit das nur möglich ist. Unser ganzes Denken, Fühlen und Arbeiten gilt nur euch. Mag man uns Fehler nachsagen. Jeder hat seine Fehler, aber man kann nicht sagen, baß ein Volk da ist. das uns übertrifft an Leidenschaftlichkeit des Willens. Das Gute zu tun und dem Volk zu helfen (Stürmischer Beifall.) Adolf Hitler kennt bei Tag und bei Nacht nur fein Volk, nur die Sorge für dieses fein Volk, und am fernen Firmament da leuchtet das Ziel: das Glück feines deutschen Volkes. Und darum glaubt mir, wer das vertrauen zum Führer zu stören wagt, wer das Gläubige im Volk zu untergraben versucht, der ist ein Verräter, denn er vernichtet nicht nur das Verhältnis vom Volk zum Führer, nein, er zerstört damit das Volk selbst, wer gegen den Führer hetzt, der hetzt gegen Deutschland, denn Adolf Hitler und Deutschland sind unzertrennbar eins geworden. Das Vertrauen der Gefolgschaft zum Führer, die Treue des Führers zur Gefolgschaft, sie sind das Fundament, auf dem das neue Deutschland emporgewachsen ist. Deshalb gedenken wir auch heute dieses Mannes, dem allein wir das alles verdanken. Er hat uns einen neuen Glauben gegeben, er hat uns die Treue w i e d e r g e b r a ch t, er hat uns wieder gezeigt, was Vertrauen ist. Darum unserem Führer Adolf Hitler, dem deutschen Reichskanzler, ein dreifaches Sieg-Heil! (Lebhafter brausender Beifall.) „Man muß mit Hitler sprechen." Französische Frontkämpfer aller politischen Richtungen für den Versuch eines „modus vivendi Paris, 3. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Der neusozialistische Abgeordnete Montagnon, der schon am Samstag in der Kammer gegen die Ausführungen Franklin Bouillons Stellung genommen hatte, wies im „Petit Journal" auf die Notwendigkeit von deutsch- französischen Verhandlungen hin. Die deutsch-französische Entspannung sei augenblicklich die w i ch t i g st e Aufgabe. Da sich die Pariser und die Berliner Diplomaten nicht verstünden, sei das Eingreifen der ehemaligen Frontkämpfer vollkommen berechtigt. Zur Beantwortung der Frage, ob der Führer es mit feinen Annäherungsbestrebungen denn auch ehrlich meine, brauche -man sich nur d i e T a t - fachen vor Augen zu halten. Die Nationalsozialisten wünschen den Frieden, um das politische, wirtschaftliche und soziale Regime weiter ausbauen zu können. Wenn man ihm vorhalte, daß der Führer den Frieden nur wünsche, weil er seine Stellung befestigen wolle, so antworte er darauf, die Hauptsache sei, daß er den Frieden wünsche. Es sei keine Zeit mehr zu verlieren. Man müsse mit Hitler sprechen. Ein wirt- schaftlicher und militärischer „Modus vivendi“ könne gefunden werden. Der aktivistische, rechtsgerichtete Abgeordnete H e n r i o t setzt sich im „Petit Journal" energisch gegen den Vorwurf, ein Kriegshetzer zu sein, zur Wehr. Er redet der italienisch-französischen Verständigung das Wort und beklagt sich darüber, daß Südslawien aufgehetzt worden sei. Zur Fühlungnahme der deutsch-französischen Frontkämpfer bemerkt Henriot: „Ich glaube, daß wir z u einem ,Modus vivendi' mit Deutschland gelangen müssen. Dieser kann nicht in einem Erguß der Gefühle begründet werden, wohl aber in einer richtigen Empfindung von unseren beiderseitigen Belangen. Wir können uns vergleichen, aber wir können uns nicht verstehe n." Eine scharfe Abfuhr erteilt das radikalsozialistische „Oeuvre" dem chauvinistischen Abgeordneten Franklin-Bouillon, es sei wohl eine scheußliche Verirrung nach der Ansicht Franklin-Bouillons, wenn einmal die Frontkämpfer der Rechten und der Linken einig seien. Diese Frontkämpfer hätten die Indiskretion gehabt, sich wieder zu melden und sogar Einfluß auf die Geschicke des Landes zu fordern, obwohl man sie doch mit Kriegsaus- Zeichnungen abgefpeift hatte. Auch d i e Jugend sei mit den Frontkämpfern einer Meinung. Offenbar erhöben nur Franklin-Bouillon, ter Führer der „Action Franyaise" Charles Maurras und seinesgleichen den Anspruch, sie feien das wabre Frankreich. „Das sind die- genigen, die die Ueberlieferung oder wenigstens den Uebergang darstellen; denn sie befinden sich immer zwischen zwei Kriegen, denjenigen, den ihre Väter geführt haben, und denjenigen, den ihre Neffen führen werden. Aber die Neffen würden ihr Wort in die Waagschale werfen. Diese Sätze spielen darauf an, daß gerade Nicht- kriegsteilnehmer die ärgsten Kriegshetzer in Frankreich sind. Mhenttov bei Laval. Paris, 2. Dez. (DNV.) Agentur Havas gibt bekannt, daß der Sondervertreter des Führers und Reichskanzlers von Ribbentrop am Sonntag von Außenminister Laval empfangen In gutunterrichteten französischen Kreisen erklärt wurde. man im Zusammenhang mit den Ausführungen des französischen Außenministers vor der Kammer, wonach Frankreich einen neuen Schritt bei der Reichsregierung wegen des Oft- " mit Deutschland. pattes unternehmen werde, daß es sich hierbei um die Antwort handele, die die französische Regierung der deutschen Note vom 13. September schuldig ist. Es sei aber wahrscheinlich, daß die französische Regierung die Note nicht beantworten werde, bevor sie nicht in den Besitz der polnischen Antwort auf die letzte franzüsifche Note in der gleichen Angelegenheit gelangt fei. Oie gemeinsame Aufgabe der Frontkämpfer. Reichsminister Seldte auf einem Stahlhelm-Appell. Dessau, 3. Dez. (DNB.) In Dessau fand am Sonntag ein Gauappell des NSDFB. (Stahlhelm) des Gaues Magdeburg- Süd statt, der von etwa 19 000 Teilnehmern besucht war. Der Tag erhielt besondere Bedeutung durch den offiziellen Besuch, den der Bundesführer und Reichsarbeitsminister Franz Seldte dem Reichsstatthalter für Braunschweig und Anhalt, Hauptmann L o e p e r, und dem anhaltischen Staatsminister Freyberg machte. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus fand mittags der Aufmarsch statt. Nach Begrüßungsworten des Gauführers Friedrich-Dessau ergriff Reichs- minifter Seldte das Wort. Es fei für ihn, so erklärte er, die Ueberzeugung des Herzens und auch eine Tat des Willens gewesen, als er sich zum Führer bekannte. Die Frontsoldaten haben aus dem gemeinsamen Fronterlebnis Brücken schlagen können. Wenn wir alten Soldaten den Blick hinaus richten und die Hände, die uns aus einem fremden Lande gereicht werden, ergreifen, so liegt das im Sinne Adolf Hitlers und im Sinne aller Kämpfer, deren Lebensziel nicht roher Kampf ist, die vielmehr Werte schaffen wollen in friedlicher Arbeit. Und das ist letzten Endes das große Lebensziel * Adolf Hitlers, daß er die deutschen Menschen befreien will von einem Druck, der von draußen kommt, daß er die Schlagbäume niederreißen will, I die uns hindern, Mensch zu Mensch und Kamerad zu Kamerad zu fein. Das ist auch das Ziel vieler Menschen vorher gewesen; aber feiner war so entschlossen und stark, vor die Front zu springen, bis Adolf Hitler kam, dem unser Herrgott die Kraft und den starken Willen gab. Franz Seldte schloß: Möchte ein gnädiges Geschick das Lebenswerk Adolf Hitlers krönen. Dem Führer Sieg-Heil! Es sprachen dann noch der Reichsstatthalter Hauptmann L o e p e r und der Landesführer des Stahlhelm H u h o l d. Dann folgte der Vorbei- marsch vor dem Bundesführer und dem Reichsstatthalter. Am Abend fand ein Deutscher Abend statt, auf dem Graf ßuefner, der Kommandant des „Seeteufel", die Festansprache hielt. Frankfutter Treffen ehemaliger Kriegsgefangener. Frei Herr vonLersner überFrontso 1 datentum und Frieden. LPD. Fran k für t a. M., 2. Dez. Ein großes Treffen der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegs- gefangener, Gau Südwestdeutschland, führte am Samstag viele ehemalige Kriegsgefangene nach Frankfutt. In der Bockenheimer Turngemeinte sprach Freiherr von Lersner, Bundes- führer des REK. über das soldatische und völkische Erlebnis der Frontsoldaten und Kriegsgefangenen. Er maß einer Verständigung zwischen den Frontsoldaten diesseits und jenseits der deutschen Grenzen entscheidende Bedeutung für die Zukunftsgestaltung bei. Nicht der Politiker, der die Welt in den Krieg gestürzt hat, sondern nur der Frontsoldat, der ihn ausgefochten hat, kann einen neuen Krieg verhindern. Keine Gruppe der Frontkämpfer sei mehr befähigt, die Stimmung im französischen Volk zu beurteilen, als d i e Kriegsgefangenen, die Monate und Jahre im Wechsel zwischen unerhörten Strafen und Achtung vor dem deutschen Menschen- und Soldatentum am eigenen Leibe die Mentalität des französischen Volkes kennengelernt hätten. Die Tatsache, daß e r st durch die Unter st ützung der ganzen Welt und schließlich der zwei Millionen amerikanischen Soldaten es gelungen sei, Deutschland niederzuwerfen, habe die Furcht vor den deutschen Nachbarn ins Unermeßliche gesteigert. Diese Furcht aber könne nur d i e ehrliche Aussprache zwischen Männern, die gegeneinander im Felde gestanden haben, beseitigt werden. Der ehemalige deutsche Kriegsgefangene, der sein eigenes Volk im Vergleich zum französischen Volk gesehen habe, wisse, daß viel- leicht gerade in der grundsätzlichen Verschiedenheit dieser Völker eine Gewähr für eine endliche Befriedung liege. Frontsoldaten und Nationalsozialisten aönnten jedem Volk in ter Welt sein Leben, feine Arbeit, seine Heimat. Das sei das politische Geständ- • nis der Frontsoldaten Adolf Hitlers. Frontsoldaten und Nationalsozialisten wollten nur gleiches Recht für Deutschland — sie wollten nur leben und wollten, daß auch die anderen leben. Oas memettändische Direktorium NeizgyS zurückgetreten K o w n o , 1. Dez. (DNB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, ist am 1. Dezember das Direktorium des Memelgebietes zurückgetreten. Der Gouverneur des Memelgebietes N a v a k a s hat den Rücktritt angenommen. Der Rücktritt dürfte mit ein Ergebnis der Besprechungen in Genf gewesen fein, bei denen der litauische Delegierte Klimas in Rücksprache mit Ede» und Laval den Eindruck gewonnen haben wird, daß die Signatarmächte gewillt sind, sich litauische Verstöße gegen das Memelstatut nicht weiter gefallen zu lassen. Die Litauer werden auf Grund des Berichtes von Herrn Klimas zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß es sich empfiehlt, gegenüber den Signatarmächten einzulenken. Es besteht auch die Möglichkeit, daß die Signatarmächte direkt den Rücktritt Reizgys gefordert haben. Die Memelländer befürchten indessen, daß die Litauer nunmehr eine noch viel schärfer litauisch orientierte Regierung bilden werden. Von einem von den Garantiemächten eingesetzten Juristenkomitee sind kürzlich eine ganze Reihe von Verstößen Litauens gegen d i e Bestimmungen der Memelkonvention festgestellt worden. Vielleicht hängt mit dem Gutachten dieser Kommission der jetzt erfolgte Rücktritt des Direktoriums Reizgys zusammen, das widerrechtlich im Amte war. Es hatte verschiedentlich versucht, sich vom Landtag durch ein Vertrauensvotum den erforderlichen gesetzlichen Unterbau zu verschaffen, aber der Landtag dachte garnicht daran, einen Rechtsbruch auch noch zu sanktionieren. So drehte Reizgys den Spieß dann wieder um und schikanierte die Abgeordneten derart, daß sie nicht dazu kamen, ihrem Mißtrauen Ausdruck zu verleihen. Damit kam aber auch das m der Me- melkonvention vorgeschriebene Vertrauensvotum nicht zustande. Reizgys wütet nun in der unerhörtesten Weise gegen die memelländische Bevölkerung, mit ihm wetteiferte der litauische Kriegskommandant, Einkerkerungen und Verhaftungen erfolgten, ein riesiger Prozeß steht bevor, der den Nachweis der staatsfeindlichen Betätigung von mehr als hundert Memelländern erbringen soll, aber nicht erbringen wird, eben weil die memelländische Bevölkerung bis zum Letzten loyal ist und die bestehenden Gesetze achtet. Sind Gesetzesübertretungen nicht vorhanden, so werden sie einfach den willkürlich Verhafteten untergeschoben, nur um die brutale Diktatur und die litauische Rechtsverletzungen zu verschleiern, Reizgys geht jetzt, es fragt sich, wer i h n ablösen wird, es fraat sich vor allem, ob Litauen bereit und gewillt ist, sich wieder auf die Memelkonvention zurückzuziehen. Allein darauf kommt es an. Nie Organisation der gewerblichen Wirtschaft. Die sachliche und bezirkliche Gliederung. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 1. Dezember erscheinen als erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur V o r b e r e i - tung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft die Bestimmungen über den Aufbau der gewerblichen Wirt- schäft. Die gewerbliche Wirtschaft wird fachlich und bezirklich zusammengefaßt und gegliedert. Die Organisation und die öffentlich-rechtlichen Vertretungen der gewerblichen Wirtschaft werden organisch verbunden. Fachlich wird die gewerbliche Wirtschaft in einer Reichsgruppe der Industrie in Hauptgruppen und in den Reichsgruppen Handwerk, Handel, Banken, Versicherungen und Energiewirtschaft zusammengefaßt. In den Hauptgruppen der Industrie und in den Reichsgruppen der übrigen gewerblichen Wirtschaft werden Wirtschaftsgruppen gebildet, die sich nach Bedarf in Fachgruppen und F a ch - Untergruppen gliedern. Bezirklich wird die gewerbliche Wirtschaft in Wirtschaftsbezirken zusammengefaßt. Wirtschaftsgruppen, Fachgruppen und Fachuntergruppen können sich bezirklich untergliedern, wenn ein zwingendes wirtschaftliches Bedürfnis besteht, einen bestimmten Wirtschaftszweig für einen Wirtschaftsbezirk oder innerhalb eines solchen zusammenzufassen. Auf Anordnung des Reichswirtschaftsministers können Bezirksuntergruppen und Zweigstellen mit Industrie - und Handelskammern verbunden werden. Gruppen verwandter Wirtschaftszweige können Arbeitsgemeinschaften bilden. Die bestehenden Wirtschaftsverbände sind soweit tunlichst in die fachliche oder bezirkliche Gliederung zu überführen. Die bezirkliche Organisation der gewerblichen Wirtschaft, die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern eines Wirtschaftsbezirks erhalten eine gemeinsame Vertretung in der W i r t s ch a f t s k a m° m e r. Die Reichsgruppen und die Hauptgruppen der gewerblichen Wirtschaft und die Wirtschaftskammern erhalten eine gemeinsame Vertretung in der Reichswirtschaftskammer. DieAusgabenderVezirksgruppen Der Reichswirtschaftsminister bestimmt die Gruppen der fachlichen Gliederung und grenzt ihr Fachgebiet ab. Die Unternehmer, die auf dem Fachgebiet selbständig tätig sind, werden den zuständigen fachlichen und bezirklichen Gruppen an- geschlossen. Jede Gruppe der gewerblichen Wirtschaft erhält einen Leiter, der ehrenamtlich tätig ist. Die Leiter der Reichsgruppen und der Hauptgruppen der Industrie werden vom Reichswirtschaftsmini st er bestellt und abberufen. Der Leiter erläßt die Satzung der Gruppe. Er bestellt nach Bedarf Stellvertreter und Geschäftsführer, die die laufenden Geschäfte nach seinen Weisungen führen. Die Gruppe der gewerblichen Wirtschaft hat ihre Mitglieder auf dem Fachgebiet zu beraten und zu betreuen. Der Leiter hat die Gruppe im Sinne des nationalsozialistischen Staates zu führen und die Angelegenheiten der Gruppe und ihrer Mitglieder unter Rücksichtnahme auf die Gesamtinteressen der gewerblichen Wirtschaft und unter Wahrung des Staatsinteresses zu fördern. Mitglieder, die den Weisungen der Leiter vorsätzlich zuwiderhandeln, können durch Ordnungsstrafe bis zu 1000 Mark angehalten werden, den Weisungen zu folgen. Jede Gruppe der gewerblichen Wirtschaft erhalt einen Beirat. Er hat die Kassen- und Rechnung s f ü h r u n g und die für die Erteilung der Entlastung maßgebenden Unterlagen zu prüfen. Cr ist vor wichtigen Maßnahmen zu Horen, insbesondere vor Feststellung des Haushaltsplanes, Festsetzung der Beiträge, Erwerb von Grundvermögen usw., Bestellung von Geschäftsführern und Erlaß ober Aenderung der Satzungen. Wenn eine Entscheidung abweichend von der Mehrheit des Beirats getroffen werden soll, bedarf sie der Zustimmung des Leiters der übergeordneten Gruppe. Für bestimmte Aufgaben können Sonderausschüsse gebildet werden. Die untersten Gruppen der fachlichen und bezirklichen Gliederung und Gruppen mit nicht mehr als 200 Mitgliedern haben jährlich mindeitens eine Mitgliederversammlung abzuhalten, die zur Unterrichtung und Aussprache der Mitglieder über die Tätigkeit und die finanzielle Lage der Gruppe dient. Die Wirlschaflslammer. Die Wirt sch a ft s kämm er ist die gemein- same Vertretung der bezirklichen Organisation, der gewerblichen Wirtschaft, der Industrie- und Handels- kammern und der Handwerkskammern eines Wirt- schaftsbezirkes. Der Reichswirtschaftsminister beruft Den Leiter und einen Stellvertreter. Stellvertreter ist auch der Landeshandwerksmeister. Der Leiter der Wirtschafts- kammer ist Vorsitzender der Industrie- und Handels- kammer des Wirtschaftsbezirks, die der Reichs- Wirtschaftsminister bestimmt. Die Wirtschaftskammer erhält einen Beirat. Dessen Mitglieder sind die Leiter der Bezirksgruppen und die Vorsitzenden der Industrie- und Handelskammern des Wirtschaftsbezirks, ferner die im Wirtschaftsbezirk ansässigen Leiter von Reichsgruppen und Hauptgruppen. Als weitere Mitglieder beruft der Leiter auf Vorschlag der Reichsgruppen Vertreter der in dem Wirtschaftsbezirk hauptsächlich ansässigen in dem Beirat nicht oder nicht ausreichend vertretenen Wirtschaftszweige, auf Vorschlag des Landesbauernführers einen Vertreter des Reichsnährstandes und einen Vertreter der Gemeinden des Wirtschaftsbezirks, der durch den Reichsminister des Innern benannt wird. Die Reichswirtschafiskammer. Die Reichswirtschaftskammer ist die gemeinsame Vertretung der fachlichen und bezirk- lichen Organisation der gewerblichen Wirtschaft, der Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammern. Die Geschäftsführung des bisherigen Führers der Wirtschaft und des Deutschen Industrie- und Handelstages werden zur Geschäftsstelle der Reichswirtschaftskammer vereinigt. Die Reichswirtschaftskammer erhält einen Beirat. Mitglieder des Beirates sind die Leiter der Reichsgruppen und der Hauptgruppen der Industrie, der Wirtschaftskammern und der Vorstand der Reichswirtschaftskammer. Als weitere Mitglieder beruft der Reichswirtschaftsminister auf Vorschlag des Reichsbauernführers einen Vertreter des Reichsnährstandes und auf Vorschlag des Reichsministers des Innern einen Vertreter der Gemeinden. Der Reichswirtschaftsminister kann weitere in der gewerblichen Wirtschaft tätige und mit ihren Verhältnisfen besonders vertraute Personen als Mitglieder berufen. Der Beirat der Reichswirtschaftskammer ist beratendes Organ des Re ich s- wirtfchaftsministers. Die Verordnung soll keine Veuorganisa- H o n der gewerblichen Wirtschaft, sondern nur die Rechtsgrundlage schassen, für den fast abgeschlossenen Umbau der privaten Organisation der gewerblichen Wirtschaft nach den Grundsätzen des nationalsozialistischen Staates. Die Verordnung soll ferner die Grundlage bilden einer engen Zusammenarbeit der Wirtschaftsverbände mit den Industrie - und Handelskammern und den Handwerkskammern. Die Reichsorganisation der gewerblichen Wirtschaft ist nahezu durchgeführt. Der Reichswirtschaftsminister hat den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Hannover, Regierungsrat a. D. Pg. Ewald Hecker, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Jlseder Hütte, als Leiter der Reichswirtschaftskammer, den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. w., Professor Pg. Karl Lüer, Leiter der Reichsgruppe handel der gewerblichen Wirtschaft und den Reichshandwerksmeister Pg. Wilhelm Schmidt, Leiter der Reichsgruppe Handwerk der gewerblichen Wirtschaft, als Stellvertreter berufen. Vie Berufung weiterer Stellvertreter ist in Aussicht genommen. Erleichterte Gewährung von Darlehen durch die Invalidenversicherung. Berlin, 30.Nov. (DNB.) Durch einen Erlaß an die Vorstände der Landesversicherungsanstalten hat das Reichsversicherungsamt Erleichterungen bei der Gewährung von Darlehen durch die Träger der Invalidenversicherung eintreten lassen. Bisher war die Gewährung solcher Darlehen genehmi- gungspflichtig, wenn Zinsen unter einer gewissen Höhe vereinbart worden waren. Um die Bestrebungen nach einer Zins- senkung zu fördern, hat das Reichsversicherungsamt nunmehr dieser Grenze auf jährlich v. H. herabsetzt. Auch bei Einhaltung dieser Zins- grenze ist die Genehmigung dann einzuholen, wenn die Darlehensgewährung aus anderen Gründen genehmigungspflichtig ist. Ferner haben die Dersicherungsträger ihr besonderes Augenmerk auf die Erhaltung der notwendigen Flüssigkeit der Mittel zu richten. Oie Umschulung der weiblichen Erwerbslosen. Berlin, 3. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Angesichts der Tatsache, daß land- und Hauswirt- schaftliches Hilfspersonal nicht in genügendem Maße voryanden ist, während andererseits eine erhebliche Zahl weiblicher Arbeitsloser aus den verschiedensten Berufen besteht, hatte die Reichsanstalt den Bund Deutscher Mädel beauftragt, die Umschulung weiblicher Arbeitsloser auf Haus- und Landwirtschaft durchzuführen. Die Mädel-Referentin im Sozialen Amt der Reichsjugenbführung, Gertrud Kunze- mann, berietet nunmehr im „Jungen Deutschland", daß im ganzen Reich sofort mit der Arbeit begonnen wurde. Die Landesarbeitsämter haben gemeinsam mit dem BDM. den Umschulunasplan für die städtischen weiblichen Erwerbslosen bereits in vielen Teilen des Reiches verwirklicht. Sowohl bei der Umschulung auf Landwirtschaft, wie bei der für die st ä d t i s ch e Hauswirtschaft kommen Kurse von je acht Wochen in Betracht. Die landwirtschaftliche Schulung wird auf geeigneten Bauerhöfen an Gruppen von etwa zehn Mädeln vollzogen. Es hat sich ergeben, daß die meisten der Umgeschulten Freude am Landleben gefunden haben und nun auf dem Lande bleiben wollen. Die Umschulung für die Hauswirtschaft erfolgt in Lagergemeinschaften von 25 bis 40 Madeln. Lagerleiterin ist eine aktive BDM.-Führerin, die selbst die Hauswirtschaft erlernt hat. Nach den acht Wochen werden die Mädel direkt vom Lager aus durch das Arbeitsamt in die Haushalte vermittelt. Die Hausfrauen nehmen gerade diese Mädels sehr gern. Auf dem Lande wie in der Stadt werden die Mädel nach der Umschulung weiter vom BDM. betreut. Der Weg der Hitlerjugend. Gauleiter Sprenger spricht im Rundfunk über das Werden der HI. Der Führer das Vorbild. Enge Verbundenheit vonParteiundJugend. LPD. Frankfurt a. M., 2. Dez. Sonntag nachmittag sprach Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger über den Reichssender Frankfurt zur deutschen Jugend. Der Gauleiter führte dabei u. a. aus: In der Verbotszeit des Jahres 1924 hätten die Parteigenossen unter dem Decknamen der „Deutschen Partei" eine außergewöhnliche Tätigkeit entfaltet. Gerade die deutsche Jugend habe sich da- mals leidenschaftlich zur „Deutschen Partei" bekannt. Aber erst 1927 sei der Gedanke in die Tat umgesetzt worden, der Partei eine Jugendbewegung zu geben. Mit Begeisterung hätten sich auch im Gau Hessen-Nassau die Jungens in der HI. zusammengefunden. Allen Widerständen zum Trotz habe die HI. für den Namen des Führers und für die Partei geworben. Niemand sei mit mehr innerer Begeisterung an eine Aufgabe hevangegangen als gerade die HI. Drei ermordete Hitlerjungen im Gau Hessen - Nassau seien die Blutzeugen des Kampfes: Hans H a n d w e r k, Christian Crößmann, Peter F r i e ß. In Verehrung müsse jeder deutsche Junge zu jenen tapferen Kameraden aufblicken, die auch für ihn geblutet und gelitten hätten. Heute hätte man keine Vorstellung davon, wie schwer es gewesen sei, die Begriffe Jungarbeiter und höherer Schüler zu über« brücken. Und doch sei es herrlich zu beobachten gewesen, wie in der gemeinsamen Betätigung, vor allem aber im gemeinsamen Erlebnis alles Trennende allmählich verschwand. Die Erfassung der Landjugend sei die schwierigste Aufgabe gewesen. Die Selbstlosigkeit aller Mitkämpfer habe aber auch dieses Hindernis überwunden. Ein stolzes Erlebnis fei dann d i e erste Gautagung der Hitlerjugend gewesen. Mit dem Fortschreiten der Bewegung habe sich auch die Führung der Jugend gefestigt. Der Ge- danke, daß Jugend durch Jugend geführt werden müsse, hätte allmählich gefördert werden können, da ja nun die besten Kräfte der Jungman- nen in die Reihen der nationalsozialistischen Kämpfer traten. Bei der Machtübernahme habe sich dann gezeigt, ein wie großer Teil der deutschen Jugend schon in- nerlich zu Adolf Hitler gestanden habe, lieber Nacht sei die Hitleriugend zu einer Riesenformation ge- worden. Um Führerkräfte für die Jugend zu gewinnen, habe er sich auch von feinem Stellvertreter Kramer trennen müssen, um der Jugend einen Gebietsführer zu geben. Die Jugend, die heute mitten im Erlebnis der Gegenwart stehe, müsse den festen Willen zeigen, die Taten von heute dermaleinst fortzusehen. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, sei die Pflicht der Partei. So seien allmäh- lich Im Gau überall Führer schulen entstanden, die jedem Jungen die Möglichkeit böten, seiner Leistung entsprechend in das.Schaffen der HI. einge« gliedert zu werden. Er wolle eine politische Jugend, denn nur die Jugend werde ihre hohe Aufgabe meistern, die die großen Ziele der NSDAP, kenne. Zu diesem Zwecke seien Hitlerjungen in großer Zahl politischen Leitern b e i g e g e - b e n, damit sie dort Einblick in die Dinge bekämen und eine Vorstufe zur Führerauslese durchschreiten. Die Jugend könne nur dann politische Reife erwerben, wenn sie täglich im politischen Leben stehe, gerade die Formung unserer Jugend wird unsere größte Sorge sein und bleiben. Verzärtelt soll die Jugend nicht werden, sondern wir wollen ihr den Weg bereiten, daß sie in eigener Arb eit vor- roärtsbrängt und daß sie in dieser Arbeit sich anschließt an uns, die Gegenwärtigen. Schaut immer auf den Führer, versucht, ihn zu begreifen, versucht, es ihm in jeder Weise nach zu - tun ! Im Führer sind wir alle eins, die Alten und die Jungen! Diese Einheit verbürgt die Zukunft des deutschen Volkes. Um deutsche Ehre und deutsche Kultur. Die deutschen Universitäten protestieren gegen den Prager Rechtsbruch. Berlin, 1. Dez. (DNB.) An allen deutschen Hochschulen wurden am Samstagmittag Protest - kundgebungen gegen d i e Ausschreitungen in Prag veranstaltet. Die Berliner Kundgebung in der neuen Aula der Berliner Universität wurde von allen deutschen Sendern übertragen, die gesamte deutsche Studentenschaft erlebte sie am Lautsprecher mit. Die aufrüttelnden Verse eines Sprechchores leiteten die Feier ein. Stehend und mit erhobener Rechten sangen die Tausende in der Aula, in den angrenzenden Gängen und auf dem Kaiser Franz-Ioseph-Platz das alte deutsche Studentenlied „Burschen heraus", „Lever tob as Slav" fo halten dann wieder wuchtig die Worte des Sprechchores durch den Raum. Der Rektor der Universität Professor Or. Fischer nahm dann das Wort. Ein einziger Schmerz hat uns hierher geführt, so führte er u. a. aus, der Schmerz um unsere gebemütigte Schwester Prag, eine Empörung über bas ungeheuerliche Vorgehen gegen eine altehrwürbige Stätte geistiger Arbeit, ein Gefühl b e r Verbunbenheit mit benen, bie in ber Abwehr ein Stück Deutsch- tum verteibigten, eine beutsche Hochschule, an ber man sich vergriff. Der Rektor gab bann einen ausführlichen lieber» blick über bie Geschichte ber Prager Universität, bie 1348 als erste beutsche Universität unb als ein Bollwerk beutschen Geistes nach Osten begrünbet würbe. Er schilberte ben blinbwütigen Kampf ber Tschechen, bie, verblenbet burch Kriegspsychose und neibischen Haß, immer mehr fremoes Eigentum antasteten, bie ber Prager Hochschule 1920 ben Namen ihres kaiserlichen Grünbers raubten unb ihr nun einen neuen Rechts- bruch ohnegleichen angetan haben. Es geht nicht um materiellen Wert, es geht um beutsche Ehre, bie beleibigt unb getreten ist, es geht u m ein Stück beutscher Kultur, um einen Hort bes Deutfchtumes, unb ein Symptom ist es, baß Schritt um Schritt beutsche Leistung unb beutsches Leben auf Auhenposten im Osten gebrodelt werben soll, unb gerabe heute, wo unser Führer ber ganzen Welt bie Friebenshanb reicht. Es geht nicht um Kleinigkeiten, wie es eine halb- tausenbjährige Goldkette, ein Rektorstab und Fakultätszepter schließlich sind, es geht um eine deutsche Universität. (Lebhafter Beifall.) Was dankt europäische Kultur, so rief der Rektor aus, den deutschen Universitäten in der Reihe der gesamten Universitäten der Welt. Unb nun soll eine aus ihrer stolzen Reihe entehrt werben, veraubt, beschimpft? Wenn wir Deutsche auch nur an- nähernb Aehnliches täten, wie mürbe bas Wort „Barbaren" wohl roieber aufflammen über uns! Wir legen feierlichst Verwahrung ein gegen bas schreienbe Unrecht, bas in Prag geschieht, wir empfinben es als eigenes, alle sind wir getroffen! Aber finb nicht bie anberen auch getroffen? Gibt es keine wirkliche universitas über Lanbesgrenzen unb Nationalitäten hinweg? Merken Bologna, Salerno, Siena, Florenz ober Oxforb nicht, baß ihre eigens Ehre, bie Ehre aller internationalen Wissenschaft angegriffen ist? Wir legen Verwahrung ein vor ber ganzen geistigen Welt! Als Zeichen bes Abscheus unb ber Trauer ruht heute an allen deutschen Hochschule« Arbeit und Unterricht. Der Rektor schloß unk stürmischen Beifall bes Aubitoriums mit dem Dh! an bie ©rüber unb Schwestern Prags: Harrt au unb bleibet stark, benn Recht muß Reckt bleiben, so wahr uns Gott helfe! Oer Führer der Deutschen Studenten schast pg. Andreas Feickert schilderte noch einmal bie unroürbigen Vorfälle U 24. November in Prag. Ein Sturm ber Entrüstung würbe laut bei ber Bekanntgabe, baß bie tschechi^' Postbehörben bie Weiterleitung von deutsch^ Sympathietelegrammen an bie Deutsche UniversilLj verweigert haben. Wir haben mit ben tschechische Stubenten in vielerlei Fragen kamerabschastlich fammengearbeitet. Wir sehen jetzt in den provozierenden Angriffen tschechischer Studenten aus Deutsche Universität in Prag die Grundlage bleit' Zusammenarbeit gefährdet und wollen nicht annti men, daß dieser Willkürakt die Meinung der Z samten tschechischen Studentenschaft ist. Willkür u« gewaltsame Durchführung veralteter Beschlüsse föa nen nicht die Grundlage der Zusammenarbeit jungen studentischen Schichten der Völker bilbm sondern nur Kameradschaftlichkeit unter Ariers nung der Eigenwilligkeit. Der 24. November als ein schwarzer Tag in der Geschichte der 2)r., schen Studentenschaft in ihrem Bewußtsein fortlebr;. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied fo schlossen die würdige Protestkundgebung. Wie an allen deutschen Universitäten unb Hotz schulen, so fanb auch in Gießen eine Uebec tragung im Gießener S tu b e n t e n haui statt. Trotz ber erst kurz zuvor ergangenen Aufsordv rung hatten sich f a ft alle Dozenten uni ©tubenten in ben Räumen bes Gießener 6t» bentenhauses eingefunben unb bamit ihr großes 3» tereffe unb ihr Einverstänbnis zu biefer Protch funbgebung befunbet. Ein Vorschlag zur tatkräftigen Hilf, für Prag. In Breslau berichtete vor ber Übertragung ber Protestkunbgebung ber Rektor ber llnioerfitc; Prof. Dr. W a l z, baß bie Universität Breslau. Senat, Fakultäten, Dozentenschaft unb Studenten schäft 500 Reichsmark als ©runbftorffüi ben 2Ö i e b er a u f b a u ber in Prag sinnlos zerr störten Seminare, Institute unb Bücht< reien geftifet haben. Nun ergeht noch an bin beutschen Buchhänbler unb Verlegni ein Appell, wissenschaftliche Werke aus den Doni hanbenen Bestänben kostenlos ober verbilligt zw Verfügung zu stellen. Der Rektor wirb ferner fämt-. lichen beutschen Rektoren vorschlagen, je eiin ©lieb ihrer Rektorke11e ber beutschen Uni" versität Prag zu stiften. Diese neu zusammenstckii Kette soll bas Sinnbild für bas feste unfidjlfwr Banb feine, bas alle Deutschen im Reiche unb /m- feite ber Grenzen umschließt. Oie Aufgaben des Deutschen Auslaidsktubs. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Der Deutsche Aus l a n b 5 c I u b hat in einer Pressekonferenz seim neuen Aufgabengebiete unb Ziele flargelegt. Dis geschäftsführenbe Vizepräsibent Admiral a. K Glabisch wies zunächst auf bie Umbenen? nung bes A. v. D. in Deutscher Aus>> lanbsclub hin. Dis Generalversammlung ho!« zur Neuorbnung bes Clubs entscheidende W machten auf den Präsidenten Herzog Ads/ss Friedrich zu Mecklenburg übertragen, ’H daß der Club nunmehr nach dem Führerprin^ geleitet werde. Nach ber Neuorbnung verblieb bein A. v. D. als Mitglieb ber Association Internat!» nale des Automobile-Clubs Reconnus (AIACR'. die Vertretung des deutschen Automobilismus in dieser internationalen Spitzenorganisation sowie biä Vertretung auf internationalen Tagungen unb beim Auslanbe gegenüber. Der A. v. D. hat eine ganzgi Anzahl von Veranstaltungen durchgeführt, bei benen mafjgebenben Persönlichkeiten des Auslandein bie nähere Kenntnis bes neuen Deutschland oerr mittest wurde. Auf elf Fahrten wurde Hundertm, von Ausländern hinreichend Gelegenheit geböte:; vom friedfertigen und arbeitsamen Deutschland fü unmittelbare Eindrücke zu beschaffen. Man ha/^ den zuständigen Stellen großen Wert dar auf 0‘‘ legt, daß diese Verfolgung vaterländischer W essen noch ausgebildet werden müsse. Der W hat sich nunmehr klar und eindeutig auf die uw lanbsarbeit umgestellt. Zwei Grundsätze sind baba herauszustellen, einmal: Dauernd oder vorüber' > gehend in Deutschland lebenden Ausländern i Club ein behagliches Heim zu geben und ihn» < mit der Organisation des Clubs in allen Fragen., in denen sie Rat und Hilfe wünschen, zur fügung zu stehen, zum anderen für bie Klubmw' glieber bie Einführung in Auslanbskreise zu möglichen unb zu förbern. Verjüngung des französischen GeneralftabS. Paris, 3. Dez. res bie Altersgrenze von 6 2 Iahrener' reicht haben. Außerbem werben 4 6 Brigaoe generale unb 21 hohe Mili tä r b eawlt. bie gleichfalls bie Altersgrenze erreicht haben, m Ruhestanb treten. Unter ben Divisionsgeneralen ° finben sich fünf 2Ir m e e f o m m a n b e u r e, ner werben ber stellvertretende Vorsitzenbe des V- sten Kriegsrats, General Weyganb, her neralgouoerneur von Straßburgs Mitglied des Obersten Kriegsrates, General W unb ber Oberbefehlshaber der Maro» Truppen zurücktreten. prinzregeni pt»ut in Paris. Paris, 2. Dez. (DNB.) Besprechungen, Prinzregent Paul von Südslaw« am Samstag mit dem Präsidenten ß e b r u n, Ministerpräsident Flandin unb dem minifter Laval führte, haben ber Vertiefung französisch-sübslawischen Freunbschaft gebient u,joni würbe über bie Behanblung ber wischen Denkschrift unb ber ungarische wort burch ben Völkerbunb gesprochen. Suds werbe jebe Lösung, bie ber Völkerbunbsrat P $ ohne Schwierigkeiten zu machen, annehmen. ' anzunehmen, oaß ber französische ^u&cn^nJjd'' ben Prinzregenten gleichzeitig über ben äugen * lichen Stanb ber französisch-italien iw Verhanblungen unterrichtete, die m - Maße von ber Entwicklung ber sübslawycy schen Beziehungen adhängen. Partei war Kirow zum dritten e n > I Kunst und Wissenschaft. ■ lon ie» Aus aller Welt HZ? Un- O/M Eine gehaltvoll-wuruge Mischung nach echt macedonischer Art im Aegypterformat ibtti rlaidM er DeMilü! 1 der Urberg ; or der Unirr Universität W und 6tu> ? Erundstot ln Prag sinitz ute und Z: ergeht noch „ ^und SJerb Lerke aus dn oder ne* tor wird fern-: ^schlagen, i( t e der deutsche neu zusaim das feste ch i im Reiche b wenn durch diese verbrecherischen Taten Mitglieder der Regierung betroffen wurden. Das Verfahren gegen den Mörder wird durch das Bundeskommissariat des Innern (früher O. G. P. U.) abgewickelt werden. Das Urteil fällt der Oberste Gerichtshof der Sowjetunion. Der Chef der GPU. soll in Leningrad seines Postens enthoben werden, da er keine genügenden Sicherheitsmaßnahmen getroffen habe. Der ermordete Sekretär der Parteiorganisation in Leningrad Serjgei Mironowsch Kirow war schon vor dem Kriege Mitglied der Kommunistischen Partei gewesen. Er gehörte zu den Vertrauten Stalins. Auf dem letzten Kongreß der Stunden der Erholung: Ein gutes Buch und eine ALVA »runde sörte Berufsgruppenamt der DAF. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Die Deutsche Arbeitsfront veröffentlicht folgende Anordnung Dr. L e y s : 1. In Ausführung Der Verordnung des Führers vom 24. Oktober 1934, in der der Führer und Kanzler Adolf Hitler die Berufsschulung der Deutschen Arbeitsfront überträgt, wird mit sofortiger Wirkung das Berufsgruppenamt der DAF. gebildet. 2. Aufgabe des Berufsgruppenamtes ist es, a) den Aufbau der Reichsberufshauptgruppen nach meinen Anordnungen durchzuführen; b) Berufserziehungsarbeit innerhalb der Reichsberufshauptgruppen zu treiben und alle damit im Zusammenhang stehenden, der j mit leicht entzündlichen Materialien gefüllten Lagerhäusern eine Explosion, die einen großen Brand verursachte. 20Arbeiter wurden getötet; einige wurden von den Trümmern des Daches erschlagen, die anderen verbrannten bei lebendigem Leibe. 12 weitere Arbeiter wurden verletzt. Der Sachschaden beträgt über 50 000 Mark. Der französische Oberkommissar für Syrien ist an der Un- keiten und Keime ernster Verwicklungen. Die Vorgänge in diesem sonst so unbekannten Winkel Europas verdienen aber trotz aller anderer Sorgen mit denen heute die europäische Politik belastet wird, zweifellos größte Aufmerksamkeit und Beachtung. Das Jahrbuch 1935 „Unsere Saar". Der Stabsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Robert Ley, erläßt folgenden Aufruf an sämtliche Aemter der DAF., Reichsberufsgruppen, Reichsleitung der RSBO., NS.-Hago: Deutsche Volksgenossen! Die deutsche Saar steht im letzten Winter ihres Grenzlandkampfes, und das ganze deutsche Volk nimmt Anteil an dem großen Winterhilfswerk, das für unsere Brüder an der Saar aufgebaut wird. Hunderttausende deutscher Volksgenossen haben bereits durch den Erwerb des S a a r- abstimmungskalenders ihr Saaropfer gebracht, und gerade weil sich dem Winterhilfswerk an der Saar selbst große Widerstände entgegenstellen, wollen wir im Reiche um so opferfreudiger fein. Genau wie beim Saarabstim- mungskalender wird auch der Reinertrag des in den nächsten Tagen erscheinenden Saarjahrbuches 19 3 5 der Saarhilfe zufließen. An jeden schaffenden Deutschen geht daher mein Aufruf: „Opfere für die Saar, erwirb das Saarjahrbuch!" glücksstätte eingetroffen. Folgenschwerer Autozusammensioß. — (Ein Marineoffizier tot, vier verletzte. Ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignete sich in Lichterfelde-Ost bei Berlin. Ein Personenkraftwagen, der mit mehreren Offizieren besetzt wär, stieß mit einem ihm begegnenden Personenkraftwagen in voller Fahrt zusammen, wobei beide Ätz *r[tfQtai l* -e.°ekn eine li 'WenenV ,be’ Mein mit >hr jtofe ' ZU dieser $■ ästigen Kt Neuer Konfliktsstoff auf dem Balkan Ein griechisch-albanischer Minderheitenstreit. Von unserem H. C.-Äerichierstailer. nt übmiiai i ifüi ümbtni Leuten 1 ff/zjedommlwv. entfäeibenbi Herzog 2 übertrag: W Mrels cdnunA per® sociation Inten leconnus (AIN luiomobilismu; GisM fomit I Hängen uni t D.W eine M !N W* !l btetataW* uen MN? ten Dfflbt N ©elegeM^ amen W. schaffen. en ®ert bar DaterländM ien muffe. » ch I® iuemb ol)er. ; nben M Auslands^" politischer Moro m Leningrad. Ein vertrauter Mitarbeiter Stalins erschoffen.—Oer Attentäter geständig. sss . ^iubente« W lewuhtsein fo Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Belgrad, November 1934. Es ist durchaus nicht alles Gold was glänzt. Und Menn auch eben erst a u f der Konferenz der iialkanentente in Ankara mit lauten Borten verkündet wurde, daß die Balkan st aa- $ n einen geschlossenen „Friedens- III o cf" darstellten, so kann doch nicht übersehen werben, daß man von wirklicher Einigkeit inf dem Balkan noch immer recht weit entern! ist. Nicht nur, daß Bulgarien, der durch iline geopolitische Lage besonders wichtige Faktor &r Balkanhalbinsel, dieser Art Balkanpakt, wie 'ne bisher verwirklicht wurde, noch immer fernsteht; mch Albanien hat bisher noch keine Möglich- finden können, seine berechtigten Interessen in- .'rhalb der Balkanentente vertreten zu können. :war hatte man vor allem in Athen und Ankara schosst und erwartet, daß die starke Abkühlung 'Ise r albanisch-italienischen Freund- Ich a f t Albanien ganz automatisch näher an den halkcmpackt heranführen würde. Diese Erwartung o weist sich aber jetzt als trügerisch. Haben sich loch in letzter Zeit in ganz überraschender Weise zwischen Albanien und Griechenland (Schwierigkeiten herausgebildet, die nachgerade hschstbedenkliche und gefährliche Formen anzuneh- t”n beginnen. Wagen schwer beschädigt wurden. Von den Insassen wurden der 40jährige Korvettenkapitän Paul S ch n i e w i n d , der 39jährige Korvettenkapitän Hellmuth Heye, der 32jäyrige Kaufmann Hermann Lilie, der 37jährige Oberleutnant z. S. Gustav Strempel und der 40jährige Hauptmann der Reichswehr Siegfried Harms zum Teil schwer verletzt. Alle fünf Verletzten wurden in das Kreiskrankenhaus eingeliefert, wo Korvettenkapitän Schniewind seinen Verletzungen erlegen ist. Noch in Lebensgefahr befindet sich der Kaufmann Hermann Lilie. Die Schuldfrage konnte vorläufig noch nicht geklärt werden. Fünf Menschen auf dem Eise eingebrochen und ertrunken. Die erst von schwachem Eis bedeckten schwedischen Seen forderten mehrere Opfer. In der Nähe von Solleftea begaben sich vier junge Männer mit einem Schlitten auf das Eis. Sie brachen ein und kamen alle ums Leben. Bei einem Eishockeyspiel auf einem See in der Nähe von Stockholm brach das Eis unter den Spielenden und vier Leute stürzten ins Wasser. Zwei konnten sich selber retten, einer wurde im letzten Augenblick geborgen, der vierte ertrank. Lastauto in einen Fluß gestürzt. — Ein Todesopfer. Auf der Rückfahrt von Wanne nach Lüdenscheid (Westfalen) stürzte ein Lastkraftwagen mit Anhänger, der für die Reichsbahn Güter beförderte, am Eingang des Ortes Schalksmühle aus bisher ungeklärter Ursache an einer scharfen Kurve über eine Brücke in die Walme. Hierbei wurde der Kraftwagenführer getötet, während der Beifahrer ohne wesentliche Verletzungen davonkam. Die DAF. vom Führer in der Verordnung vom 24. Oktober 1934 übertragenen Berufsschulungsaufgaben zu lösen. 3. Die Leitung sämtlicher Reichsberufshauptgruppen übertrage ich hiermit dem Gauleiter der NSDAP. Pg. Albert Forster (Danzig). 4. Zum Stellvertreter des Leiters der Reichs- berufsyauptgruppen und Leiter des Berufsgruppenamtes der DAF. ernenne ich den Pg. Haid, im Range eines Amtsleiters in der Reichsleitung der NSDAP. Die Kranzspenden der SA. V e r l i n, 2. Dez. (DNB.) Die Adjutantur des Chefs des Stabes der SA. gibt folgenden Erlaß bekannt: „Bei Kranzspenden wurden bisher sehr hohe Beträge ausgegeben. Dies entspricht nicht dem Geist der SA. In Zukunft sind für solche Zwecke einfache Lorbeerkränze ober Eichenlaubkränze mit einfacher Schleife zu verwenden. Der ersparte Unterschiedsbetrag ist dem Winterhilfswerk zuzuführen. — Der Chef das Stabes (gez.) Lutze." Drei Beamte aus dem bayerischen Innenministerium entlasten. München, 1. Dez. (DNB.) Der frühere Polizeidirektor von Augsburg, Dr. E i ch n e r hatte am 23. Januar 1933 an das bayerische Innenministerium einen Bericht gerichtet, in dem er die Nationalsozialisten nicht nur mit den Kommunisten auf die gleiche Stufe stellte, sondern sich auch in undefinierbaren Ausdrücken mit ihnen beschäftigte. Wenige Wochen nach der Revolution brachte er es dann fertig, der NSDAP, beizutreten und in ein Reichsamt berufen zu werden. Der bayerische Innenminister Wagner, der erst jetzt von dem Bericht Eichners Kenntnis erhielt, veranlaßte seine Inhaftnahme. Die beiden Perfonalreferenten des Ministeriums, deren Aufgabe es gewesen wäre, den Mildster über diesen Mann zu informieren, wurden zur Rechenschaft gezogen. Auch der Staats- r a t des Innenministeriums hat aus dem Fall d i e Konsequenzen gezogen. Die drei Barnten mußten ihre Aemter verlassen. Staatssekretär Funk spricht in Königsberg über Deutsche Kunst. Das Königsberger Opernhaus feiert fein 125jäh- riges Bestehen mit einer Festwoche, die mit einem Festakt eingeleitet wurde. Oberbürgermeister Will begrüßte besonders den Förderer deutscher Kunst im Ostraum Oberpräsident Gauleiter Koch und den Präsidenten der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Laubinger. Ministerialrat Laubinger führte u.a. aus, das Theater könne losgelöst von der Zeit niemals einen eigenen Charakter haben. An uns sei, zu entscheiden, wie wir uns das Theater wünschen. Vor der Aufführung der „Meistersinger" sprach Staatssekretär Funk. Er überbrachte die Grüße der Reichsregierung und ging dann auf die Aufgaben der Kunst im nationalsozialistischen Staate ein. Für das, was die nationalsozialistische Regierung bereits in den beiden ersten Jahren ihres Bestehens für die Kunst und die Künstler getan habe, gebe es in der Geschichte der modernen Staaten kaum einen Vergleich. Die deutsche Kunst müsse für uns gleichbedeutend werden mit hauptet man albanischerseits, daß es keine einzige albanische Minderheitenschule in der griechischen Grenzprovinz Tschamuria gebe und daß' außerdem zahlreiche Albaner, nur weil sie sich zum Islam bekennen, als Türken bezeichnet und zur Auswanderung nach der Türkei gezwungen worden seien. Außerdem betreibe man mit Unterstützung der griechischen Nationalbank ein planmäßiges Bauern le gen unter den albanischen Ansiedlern in diesem Gebiete. Man sieht also: es steht Behauptung gegen Behauptung, Anklage gegen Anklage. Dieser Zustand ist, wie gesagt, an sich nicht neu. Angesichts der sonstigen politischen Spannungen auf dem Balkan aber haben diese Meinungsverschiedenheiten in den letzten Wochen immer schärfere Formen angenommen und sind nachgerade zu einem bedrohlichen Konflikt geworden. Ende Oktober kam es in Argy- rokastro zu Ausschreitungen gegen das dortige griechische Konsulat, wobei durch Steinwürfe auch einige Fensterscheiben zertrümmert wurden. Dadurch wär der Minderheitenstreit auf einmal zu einem akuten diplomatischen Zwischenfall geworden. Noten wurden gewechselt, Protestschritte erfolgten in den beiden Hauptstädten. Trotzdem gelang es nicht, den Konflikt aus der Welt zu schaffen, oder auch nur eine Beruhigung herbeizuführen. Im Gegenteil: gerade jetzt kommen aus Griechenland höchst beunruhigende Nachrichten, wonach im ganzen Lande Freiwilligen-Derbände gebildet werden, die sich einer Zentralorganisation zum Schutze der Minderheiten in Nord-Epirus zur Verfügung stellen. Man erlebt also jetzt hier auf griechischem Gebiet dasselbe, was man Jahre hindurch mit den Mazedonier- Organisationen in Bulgarien erlebt hat. Gerade eben jetzt ist durch das Eingreifen der Sofioter Regierung die große, in der Tätigkeit dieser Mazedonier-Organisationen liegende Gefahr für die Aufrechterhaltung des Friedens auf dem Balkan, glücklich beseitigt worden, und nun soll auf griechischem Boden dassel'be Spiel von vorn beginnen! Es ist klar, daß diese Entwicklung leicht bedenkliche Formen annehmen kann. Es kommt hinzu, daß es sich hier in seinen Auswirkungen wenigstens nicht um einen bloßen Streit zwischen zwei Nachbarstaaten handelt. Es geht vielmehr um die Stellung Albaniens in der Balkanpolitik überhaupt. Man weiß in Athen offenbar sehr wohl, daß das Verhältnis Albaniens zu seinem italienischen Schutzherrn in den letzten Monaten eine starke Abkühlung erfahren hat. Man weiß aber andererseits auch, daß die Einigungsversuche zwischen Tirana und Belgrad durchaus noch nicht so weit gediehen sind, daß sich Albanien heute schon mit Erfolg auf einen anderen Freund verlassen könnte. Sollte nun von jenen irregulären griechischen Organisationen ein lieber- griff auf albanisches Gebiet erfolgen, so könnte das leicht zu einem Eingreifen sowohl Italiens als auch Südslawiens führen, was natürlich unabsehbare Verwicklungen zur Folge haben müßte. Weiß man doch, daß Griechenland einerseits besondere Freundschaftsabmachungen mit Italien hat und andererseits trotz des Balkanpaktes feinen südslawischen Nachbar besonders im Hinblick aus Saloniki und auf die Verständigungsbemühun- gen zwischen Belgrad und Sofia mit wachsender Sorge betrachtet. Man erinnert sich ja noch, daß die griechische Regierung nach Abschluß des Balkanpaktes ausdrücklich Vorbehalte geltend machte für den Fall eines Konflikts mit einer Großmacht, worunter selbstverständlich nur Italien verstanden werden konnte. In dem albanisch-griechischen Konflikt um die Minderheiten in Südalbanien liegen also MöglichStalins als Parteisekretär gewählt worden. Außerdem spielte er eine bedeutende Rolle in der Jndustrialisierungspolitik Nordwestrußlands. Kirow galt als einer der treuesten Anhänger Stalins. Am Montagfrüh wurde die Leiche Kirows im ehemaligen Taurifchen Palast (wo früher die Reichsduma tagte) aufgebahrt. Die Ehrenwache stellen Vertreter der Armee und Marine sowie hohe Beamte der Sowjetregierung. Auf Veranlassung der Behörden wird das Palais Tag und Nacht offen gehalten. Am Freitagabend wird die Leiche nach Moskau übergeführt. Die Beamten des Bundeskommissariates des Innern (früher OGPU.) stellen die Ehrenwache vor dem Palais. nationalsozialistischer Kunst. Wenn dis Königsberger Theaterfestwoche mit Wagners „Mei- fterfingern eröffnet werde, so deshalb, weil dieses Werk und sein Schöpfer besonders zeitverbunden seien und vom Standpunkt der nationalsozialistischen Lebens- und Kunstauffassung Anlaß zu mannigfachen Vergleichen bieten. Der heroische Lebenskampf, den Richard Wagner für sein Werk führte, gleiche in vielem dem heldenhaften, hen Ringen unseres Führers und unserer Bewegung um die politische Macht. Erst heute in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft erlebe Richard Wagners Werk feine letzte und höchste Vollendung. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, die heute den Staat beherrscht und die heute der Staat selbst ist, wird als höchste Vollendung ihres Kampfes und ihrer Arbeit auf kulturellem Gebiete eine Kultur des deutschen Arbeiters schaffen müssen, die ebenso wie die alte deutsche < Handwerks- und Bauernkultur in der Volksgemeinschaft wurzelt und eine neue Volkskunst entstehen läßt. Das ist der letzte Sinn und das höchste Ziel nationalsozialistischer Kulturpolitik, Siegheil dem neuen deutschen Meistersingen! Parteisekretär Kirow ermordet. Auf der Suche nach Helfershelfern. Moskau, 1. Dez. (DNB.) Der Sekretär der Leningrader Parteiorganisation, Kirow, wurde nm Samstagnachmittag im Gebäude des Leningrader Sowjets von einem Terroristen erschossen. Kirow war Mitglied des Politischen Büros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und Mitglied des Vollzugsausschusses der ivowjetunion. Der Mörder wurde von der DGPU. fest genommen. Es ist ein ehemaliger Angestellter der Leningrader Filiale der Arbeiter- mnb Bauerninspektion, der im Jahre 1904 geborene Leonid Wassiljewitsch Nikolajew. Er hat ge- fit a n D e n, Kirow getötet zu haben. Er habe diesen Plan schon seit mehreren Wochen vorbereitet. Die iIründe zu seiner Tat will er doch nicht angeben. 3£r erklärte nur, daß er nach seiner Entlassung aus fern sowjetrussischen Staatsdienst ungerecht b e - anbei t worben sei. Er werbe sich jeher Strafe । fugen. Der Mürber hat noch keine Aussage bar- der «macht, ob er Mitwisser ober Helfershelfer hatte. In Leningrab würben zahl- xiche Verhaltungen vorgenommen. In erster Linie • anbett es sich um Verwanbte bes Mörbers. In »er Sowjetunion besteht bekanntlich bas Gesetz, baß verwanbte eines politischen Mörbers ober eines ßolfsoerräters in Haft genommen werden können, Hie Meinungsverschiedenheiten zwischen Griechenland und Albanien sind an sich alten Datums. Scho Dir dem Kriege gab es Streitigkeiten über die B> Zehn Verleumder erhalten 71 Monate Gefängnis. Dom Sondergericht in Koblenz wurden wegen Aufstellung bzw. Verbreitung unwahrer Behauptungen über den Gauleiter Staatsrat Gustav Simon und wegen Vergehens gegen die Verordnung des Reichspräsidenten zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung zehn Personen zu insgesamt 71 Monaten Gefängnis verurteilt. Im Verlaufe der Verhandlung nahm der Gauleiter, Staatsrat Simon, selbst das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen über den ungeheuren Schaden durch böswillige oder leichtsinnige Verleumdungen, die das Vertrauen des Volkes zum Führer und feinen Mitarbeitern untergraben. Zwanzig Tote, zwölf verwundete bei einem Explosionsunglück in Syrien. Im Hafen von Beirut (Syrien) erfolgte in den 11 nblung der beiderseitigen Minderheiten. Als ra.nn nach Beendigung des Krieges das Gebiet ron Argyrokastro endgültig bei Albanien ver- tieb und als dadurch tatsächlich ein griechisches Mnderheitenproblem in Albanien geschaffen worin n war, blieb hier eine offene Wunde, die sich snon mehrmals im Laufe der Nachkriegszeit recht sihlbar machte. Für weite Kreise in Griechenland i das Gebiet von Argyrokastro bis zum heutigen Lag „Nord - Epiru s" geblieben, während man t Tirana natürlich nur ein Südalbanien an- dfennt. Während nun von griechischer Seite be- siuptet wird, daß im „besetzten Nord-Epirus" eine griechische Minderheit von rund 150 000 Köpfen vvhne, steht man in Albanien auf dem Standpunkt, ISifj es in den 71 Dörfern Südalbaniens nur höch- si'ns 20 000 „Grekophonen" gebe, das heißt grie« Usch sprechende Einwohner. Die übrigen 130 000 imftrittenen Bewohner dieses Gebietes seien zwar piechisch-orthodoxen Glaubens, aber unzweifelhaft c banischer Nationalität. Als Beweis für dsije Auffassung führt man albanischerseits an, daß «sichrere albanische Minister und führende Personlich- bh.ten der albanischen Nationalbewegung gerade in Gebiete ihre Heimat hätten, woraus hervor- ache, daß von einer wirklich nennenswerten griechi- feen Minderheit in diesem Gebiete gar nicht die Wde sein könne. Dieser grundsätzliche Streit um die Frage, ob lEim hier überhaupt von einer griechischen Mintz clcheit sprechen kann, hat nun auch dazu geführt, tzG weitere Meinungsverschiedenheiten über die kchulfrage entstanden sind. So behaupten die Grie- hnn, ihre nationale Minderheit im „besetzten Nord- kiirus" habe trotz der von Albanien seinerzeit übernommenen Minderheits-Verpflichtungen f eint 1 e i Minderheitsfchulen und die alba- nitchen Behörden unterdrückten diese griechische Rnderheit und versuchten sie auszurotten. Um die- jei! Auffassung und der Forderung nach Aenderung tze Verhältnisse einigen Nachdruck zu verschaffen, ft’int man nun andererseits in Griechenland die lefrt wohnenden Albaner auch nicht gerade beson- tze-s zuvorkommend zu behandeln. Jedenfalls be- “tner«!4; xS di-A« ZS Sä* Untersuchung ist eingeleitet. Der Lastkraftwagen wurde bei dem Sturz in den Fluß zertrümmert. fünfzig Verletzte bei einem Einslurzunglück in Prag. Bei einem Fußballspiel auf dem Platze der „Sla- via" in Prag ereignete sich ein schwerer Unglücks- fall. Eine kleine Stehtribüne stürzte ein; rund 50 Personen wurden in die Tiefe gerissen und von den Trümmern begraben. Die meisten Verunglückten haben Bein - undKnöchelbrüche davongetragen und wurden in die nächstgelegenen Krankenhäuser übergeführt. Etwa acht Fälle werden von den Aerzten als bedenklich angesehen. Der Kemptener Raubüberfall. — Einer der Täter verhaftet, der Zweite ertrunken. Der Polizei ist es gelungen, einen der beiden Verbrecher, die dieser Tage den Raubüberfall in Kempten ausgeführt haben, dingfest zu machen. Die Täter flüchteten mit einem Kraftwagen, der jetzt in Bingen am Rhein bei einer Kraftwagenkontrolle angehalten wurde. Dabei wurde einer der Täter, der in Dortmund geborene Otto Kraus festgenommen und in das Gefängnis eingeliefert. Der zweite Täter ertrank auf der Flucht im Hafen von Freiweinheim. Seine Personalien sind noch nicht festgestellt. Die Vermutung, daß es sich bei den Tätern um Ausbrecher aus der Strafanstalt Hohenasperg bei Ludwigsburg handelt, trifft nicht zu. Wolkenbruch und Riesenüberschwemmung in Melbourne. — Zahlreiche Todesopfer. Rach einem 30stündigen Wolkenbruch und einem Sturmwind, der mit 80 Stundenkilometern dahinbrauste, wurde die australische Stadt Melbourne das Opfer von derartigen U e b e r - schwemmungen, wie sie die Stadt noch nicht erlebt hat. Eine Anzahl von Einwohnern ist ohne Obdach. Bäume wurden entwurzelt, Telegraphen- maste umgerissen, Wege und Straßen zerstört. An der ganzen Küste sind große Schäden angerichtet worden. Die Ueberschwemmungen, die Melbourne und den Bezirk Gippsland heimsuchten, haben nach neuesten Meldungen 14 Todesopfer gefordert. Weitere sechs Todesopfer werden aus Koewe- crup gemeldet. Dort find 2000 Menschen obdachlos geworden. Wie weiter gemeldet wird, ist der Dampfer „Corambach" mit 17 Mann Besatzung unter- gegangen. Schneestürme und Ueberschwemmungen in USA. Die Landeswetterkarte der Vereinigten Staaten zeigte in den letzten Tagen ein ungewöhnliches Bild. Während die Oststaaten Frühlingstemperaturen aufweisen, liegen aus den westlichen Staaten der Union Meldungen über ungewöhnlich heftige Schnee st ürme vor, die vielfach jeglichen Verkehr lahmlegten. Die großen Binnenseen wurden von gewaltigen Stürmen heimgesucht, die zahlreiche Schiffe in Seenot brachten. Auf dem Michigansee scheiterte ein Frachtdampser mit einer Erzladung; die aus 25 Mann bestehende Besatzung konnte nur mit Mühe gerettet werden. Auf dem Eriesee ist ein Schleppdampfer untergegangen. Rordkarolina dagegen meldet ungeheures R e g e n f ä l l e. Die Flüsse sind dort über die Ufer getreten und haben große Ueberschwemmungen verursacht. Zahlreiche Eisenbahnbrücken wurden von den Fluten fortgerissen. Die Mrbelsiurmkalastrophe auf den Philippinen. Allmähliche Wiederaufnahme des Verkehrs nach Ausbesserung der Schäden ermöglicht es, den Umfang der Verwü st ungen festzustellen, die der Wirbelsturm auf den Philippinen angerichtet hat. Danach sind 18 Personen getötet worden. 17 Personen werden vermißt. Die Zahl der Obdachlosen beträgt 15 000. Beim Untergang des Motorschiffs „Pulapan" sind von der 31köpfigen Besatzung 20 ertrunken. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Dollar. Seit September sind die Philippinen von fünf Wirbelstürmen heimgesucht worden, die insgesamt 391 Todesopfer gefordert haben. Don der Insel Luzon kommt die Nachricht, daß bereits wieder ein Wirbelsturm herannaht. Die verheerenden Folgen der mandschurischen Ueberschwemmungen. Wie das mandschurische Innenministerium bekannt gibt, sind durch die Ende des Sommers eingetretenen großen Ueberschwemmungen etwa 36 000 Häuser zerstört und über 3000 Hektar Ackerland vernichtet worden. 722 Menschen seien den Fluten zum Opfer gefallen oder würden noch vermißt. Furchtbares Ende eines Familienstreites. Ein furchtbares Ende fand ein Familienzwist in Hartmutsachsen (Landkreis Kassel). Der Ehemann Wilhelm Wille, der im Hause seiner Schwiegermutter wohnt, sollte, nachdem vor einigen Tagen die Ehescheidung ausgesprochen worden war, das Haus verlassen. Als seine Frau ihr Kind aus dem Bett holte, betrat der geschiedene Ehemann das Zimmer mit einem Revolver in der Hand und streckte Frau und Kind durch Schüsse nieder^ Beide waren sofort t o t. Dann jagte er sich selbst im Nebenzimmer eine Kugel in den Kopf und brach besinnungslos zusammen. Der Mörder wurde in schwerverletztem Zustand in das Kasseler Krankenhaus gebracht. Internationale Puppenausstellung in Antwerpen. In Antwerpen fand in Anwesenheit der Königin Astrid die Eröffnung der Internationalen Puppenausstellung statt. Zahlreiche Länder sind an der Ausstellung beteiligt, darunter auch Deutschland. Als Vertreter des Deutschen Reiches nahm Generalkonsul Schubert an der Eröffnung teil. Die deutsche Abteilung war von der Gattin des Generalkonsuls und verschiedenen Damen der deutschen Kolonie mit Unterstützung eines deutschen Künstlers sehr geschmackvoll hergerichtet worden. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung hielt sich die Königin längere Zeit an dem deutschen Stand auf. Sie ließ sich von Frau Schubert die Erzeugnisse der deutschen Puppenkunst zeigen, für die sie lebhaftes Interesse bekundete. Ihr besonderes Entzücken riefen dreißig Trachtengruppen aus dem Deutschen Puppenmuseum in Neustadt bei Koburg hervor. Die deutsche Abteilung hat schon am ersten Tag auf die Besucher einen vorzüglichen Eindruck gemacht. weihnachtsfahrl des „Graf Zeppelin- nach Südamerika. Am 8. Dezember soll mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" noch eine Fahrt nach Südamerika stattfinden. Der an diesem Tage fällige planmäßige Flug der Deutschen Lufthansa auf der Luftpostlinie Berlin—Buenos Aires fällt aus. Die Fahrt des Luftschiffes bietet eine günstige Gelegenheit zur Versendung von Weihn'achtspost, wobei neben Briefsendungen jeder Art auch Pakete zugelassen sind. Die Post wird am 12. Dezember in Rio de Janeiro und am 13. Dezember in Buenos Aires eintreffen. Die Sendungen für die Weihnachtsfahrt müssen am 8. Dezember bis 11.30 Uhr bei dem Postamt Berlin C 2, bis 13.30 bei dem Postamt Stuttgart 9 oder bis 18 Uhr bei dem Postamt Friedrichshafen am Bodensee vorliegen. Die mit der Weihnachtsfahrt beförderten Briefsendungen sollen den Abdruck .eines Sonderstempels mit dem Wortlaut „Luftschiff Graf Zeppelin Südamerikafahrt Weihnachten 1934" erhalten. — Auf der Rückfahrt soll das Luftschiff am 18. Dezember in Friedrichshafen eintreffen, so daß die Weihnachtspost aus Südamerika am 19. oder 20. Dezember in die Hände der Empfänger gelangen wird. Reichbelohnte Ehrlichkeit. Ein seltenes Glück hatte eine Bahnarbeitersfrau in Landsberg am Lech. Die Frau fand im vorigen Jahre auf der Straße eine Tasche, die rund 8000 Mark in 50- und 100-Markscheinen sowie ausländische Wertpapiere im Gesamtwerte von fast 6000 Mark enthielt. Die Finderin übergab korrekt die Handtasche mit Inhalt der Polizei und freute sich wohl ein ganzes Jahr auf einen nicht unbeträchtlichen Finderlohn. Trotzdem die Polizei nun während der ganzen Zeit Nachforschungen nach dem Verlierer anstellte, meldete dieser sich überraschenderweise nicht. Nach den Bestimmungen des Gesetzes wurde der Finderin nun dieser Tage etwa 13000 Mark ausgehändigt. Es hatte sich herausgestellt, daß der letzte bekannte Besitzer jener ausländischen Papiere bereits 1932 gestorben ist. Anscheinend wurden die Papiere darauf widerrechtlich erworben oder sie sollten ins Ausland geschafft werden und fielen unterwegs aus einem Kraftwagen. Gau-Jugendreferentinnen der DAF. lagen in Berlin. Im Rahmen der Reichstagung der Gau- Jugendwalter und Jugendreferentinnen der DAF. in Berlin fand eine Sondertagung der Gau-Jugendreferentinnen unter Leitung der Jügendreferentin der DAF., Gauverbandsführerin des BdM., Gertrud Marten, statt. Die Arbeit der Bezirks-Jugendreferentinnen wird durch eine Neuregelung der DAF. auf die Gaue konzentriert. Die Referentin erhält jeweils zwei bis vier Sachbearbeiterinnen für die einzelnen Gebiete der Reichsbetriebsgemeinschaft. Gauoerbandsführerin Gertrud Marten wies nochmals auf die grundsätzlichen Aufgaben der Jugendreferentinnen und der Deutschen Arbeitsfront hin. Ein Film der Gcbietsführnng Destmark. In Koblenz wurde der Film „Hitlers W e st - mark-Jugend" uraufgeführt. Im Rahmen einer schlichten Feier fand vor der Uraufführung eine Weihestunde der Hitler-Jugend statt, in der Gebietsführer Karbach auf die Bedeutung des Filmes in der Hitler-Jugendarbeit hinwies. Ein Jugendausfchuß in der Akademie für Deutsches Recht. In Hamburg findet gegenwärtig eine Arbeitstagung der Sozialreferenten und der Jugendwalter der Deutschen Arbeitsfront im Gebiet Nordmark statt, auf der u. a. der Leiter des Sozialen Amtes in der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Artur Axmann, sprach; er erklärte, daß am 3. Dezember in der Akademie für Deutsches Recht ein Jugendrechtsausschuß unter dem Vorsitz des Reichsministers K e r r l zusammentreten werde. Die deutsche Jugend werde ihre Aufgabe der Vorbereitung von Gesetzentwürfen, die die Berufsausbildung der Jugendlichen, die Jugendpflege und Jugendgerichtsbarkeit regeln, mit Hilfe der maßgebenden Reichsstellen im Rahmen der Akademie sür Deutsches Recht erfüllen. Amerikas neuester „Staatsfeind 3Xt. 1“ verhaftet. An einer Kraftomnibushaltestelle im Banden- oiertel von Chikago fuhren überraschend fünf vollbesetzte Kraftwagen mit Geheimpolizisten vor, die sich auf einen Mann und eine Frau stürzten, die an der Haltestelle warteten. Der Mann leistete anscheinend Widerstand, wurde jedoch übermfittU- Die Polizei glaubt, daß der Verhaftete der neuert- „Staatsfeind Nr. 1", John Hamilton, wobl hL letzte Mitglied der Dillinger-Bande, ist, das noo nicht unschädlich gemacht worden ist. Seine gleiterin soll die Witwe des soeben erschossen-1 Verbrechers Nelson sein. Wettervoraussage. Die letzte Phase der Umgestaltung der Großwe!- terlage hat sich sehr rasch vollzogen. Bereits gestern begann unter Windauffrischung subtropische Wann- lüft nach Deutschland einzuströmen. Sie gab haben Anlaß zu verbreiteten und meist auch erhebliche« Regenfällen, fowie zu kräftigem Temperaturanstieg Vorerst verbleiben wir auch noch im Bereiche dieser feucht-warmen Ozeanluft, so daß das milde unk auch sehr unbeständige Wetter anhalten wird. Aussichten für Dienstag: Wolkig bis; bedeckt, zeitweise Regen, bei lebhaften südwestlichem Winden mild. Aussichten für Mittwoch: Immer noch unbeständig und einzelne Niederschläge, bei westlichen Winden etwas frischer. Lufttemperaturen am 2. Dezember: mittags 1,6 Grad Celsius, abends 2,5 Grad; am 3. Dezember morgens 9,6 Grad. Maximum 9,6 Grad, Minimum — 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Dezember: abends 2,8 Grad; am 3. Dezember: morgens 4,2 Grad Celsius. — Niederschläge 9 mm. Hauptschriftteiler: Dr. Friedrich Wilhelm Longe. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig Oie Bedienung der tzoung-ZinSschej«, am 16. Dezember. DNB. Berlin, 30. Nov. Die deutsche Regierung hat mit Ende Juni 1934 den Transfer fü' d i e Zinsen der langfristigen Reichs, anleihen eingestellt. Bis zu diesem Zeit punkt hat sie der Bank für internationalen Zah, lungsausgleich als Treuhänder der Voung-Anleih, die Mittel in der bisherigen Weife noct für einen Monat zur Verfügung gesteh so daß eine Einlösung sämtlicher am I.Dezembe- 1934 fällig werdenden Zinsscheine zu einen Sechstel ihres Nennbetrages in D e > Visen gewährleistet ist. Die Zinsscheine werde: nach dieser Teilzahlung mit einem Durchlochung» stempel „Ein Sechstel bezahlt" versehen. Die Inhaber der in Deutschland zur Ein lösung vorgelegten Zinsscheine werden, soweit fr devisenrechtlich als Inländer gelten, Z a h l u n < in Reichsmark erhalten. Soweit sie Au-' l ä n d e r im Sinne der Divisenbestimmungen sind steht ihnen zu: ein Sechstel in freier Reicksmark fünf Sechstel in Reichsmarkgutschrift im Sinne des Abschnittes Ib. Für Handel und Verkauf der zu einem Sechstel bedienten Zinsscheine gelten di« gleichen Grundsätze wie für die noch nicht bedienten Zinsscheine; auch die Forderungen gegen die Irein Handgesellschaft von 1933 m. b. H. sind übertragbar 9» Da Lang-Göns, Hörnsheim, den 2. Dezember 1934. 7114 D Die Beerdigung findet Dienstag, 4. Dezember, nachmittags l1/, Uhr statt 7109 D Danksagung. W «»otfmuet. Gießen, den 3. Dezember 1934. 7101 D Vereine •r ch Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Blumenspenden sind nicht im Sinne des Verstorbenen. Zum Feldzug gegen Verschandelung der Heimatnaturl Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben treubesorgten Vater, Schwiegervater und Großvater Für die vielen Beweise der Liebe beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen danken wir herzlichst. nach kurzem Krankenlager im 79. Lebensjahr heute früh zu sich zu rufen. Karl Schneider Landwirt und Postagent i. R. Naturprodukt Xw» StvhIregr/r«k RM t.Q5, 1.95 i» Apotheker* vnd Oreff** Keine Ursprungszeugnisse, I andern nur Zeugnisabschriften dem Be werbungs,chreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungäunter lagen müssen zur iS et- rn cibung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers tragen! Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Des en unb(5runb* lagen zeitgemäß.Nalurschuhal-eit v. prvf Dr. Walther Schoemchen Direktor der Staatlichen Stellens Naturdenkmalpflege in Preußen und Leiter der Fachsielle Aatur- schuh im Reichsbund Dolttlimi und Heimat. Mit 24 Lildtafel" Preis: Gebunden RM.360 3u beziehen durch jede Suchhaabliaßi Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde In tiefer Trauer: Otto Schneider und Frau Elisabeth, geb. Borck Imgard und Elisabeth Schneider 1 $ In tiefer Trauer Im Namen aller Hinterbliebenen: Louise Wallenfels, geb. Müller. Gießen, den 3. Dezember 1934. - ' V . • / Statt besonderer Anzeige. Mein guter, treuer Lebenskamerad, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Schwiegervater und Großvater Karl Wallenfels Hessischer Forstrat i. R. ist gestern nach schwerem Leiden im Alter von 75 Jahren für immer von uns gegangen. WM mit Metzel an tüchtige ÄSjS SS® 7104V a.d.G"' I Verstopfung od. Ver- | douungsstörungen, oftl I der Beginn nicht leichll i xu nehmender Obel. 1 Einzigartige Erfolge iM ASVeuundfen* 23 TniicKleKxLpfUk | Kaufgesuche | m Herd zu kauf, gesucht. Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d.G.A. | Empfehlungen"! TORPEDO nur RM. 188.- schon für 7oioD 7.90 monatiidi Alleinverkauf Niederhausen $Co. 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Dezember 1934. nogD Die Beerdigung findet Dienstag, 4. Dez., 14.30 Uhr statt. Vornehm! Geschmackvoll/ Persönlich 1 dleee drei wesentlichen Eigenschaften Verkäufe Gebr.,betriebst, gut erhaltene L>eizungökcssel ILWOft eitel,10 Glied., 7,5 qm Hzfl.,52500N'L/h ILWIa-Kessel, 7 Glied.,8ornHzfl., 64000 WE h, 1 Logana-Zim.- heizk.,2,lqrnHzfl. 25200 WE h, oreisw.abzugeb. Schrift!. An fr. m ^106Da.d.G.M SIMM' (Sieben ss*S Zmn ersten MU Parole: Heiraten! SdnognH.SS*' Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aueführungen sowie Papieren billiget die flrilbrsche Druckerei *8clwlstr. 7. Ruf 2251 Kr.282 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 3. Dezember 1934 ö.A.-’Svort GRG. 1877 und Verein Rudersport vereint... Eine denkwürdige Versammlung im Gießener Rudersport. Jahreshauptversammlung der <5R<5. Unter überaus zahlreicher Beteiligung hielt am Samstag, dem 1. Dezember, die Gießener Rudergesellschaft 1877 ihre Jahresversammlung ab. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vereinsführer, Herrn Niemann, erstattete der Schriftführer, Studienrat Scharmann, den Jahresbericht. Zum Gedächtnis der Toten, zu denen auch das Ehrenmitglied der GRG. 77, Deutschlands greiser Held, Gensralfeldmarschall von Hindenburg gehörte, erhoben sich die Anwesenden von den Sitzen. Der Bericht über die sportliche Tätigkeit der Gesellschaft gab ein beredtes Zeugnis davon, daß man Die Flagge des ehemaligen Vereins Rudersport wird eingeholt. in der GRG. 77 nichts versäumt hat, dem Gedanken unseres Führers Adolf Hitler zu folgen durch Körperertüchtigung und Erziehung der Jugend in deutschem Geist einen gesunden Nachwuchs heranzubilden. Das hervorragende Abschneiden der Mannschaften auf den diesjährigen Regatten, insbesondere der Senioren, die als Verbandsachter ernannt waren, hat gezeigt, daß Gießens Ruderer zu den Besten in Deutschland zu zählen sind. Die Mitteilung, daß die Gießener Rudergesellschaft 1877 auf Grund ihrer Leistungen vom Führer des Deutschen Ruder- Verbandes zur Olympiazelle 1935 ernannt wurde, löste bei der Versammlung lebhaften Beifall aus und gipfelte in dem Gelöbnis, sich dieser hohen Aufgabe stets würdig zu erweisen zur Ehre der Vaterstadt Gießen und zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes. Nach dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstandes begrüßte der stellvertretende Vereinsführer Herr Niemann den Führer des Vereins Rudersport 1913, Herrn Levermann, und die Mitglieder dieses Vereins, die zum Zwecke der Zusammenlegung mit der GRG. 77 erschienen waren. Oie Zusammenlegung. In zu Herzen gehenden Worten schilderte Herr Niemann sowohl wie anschließend Herr Levermann den Gedanken dieses Zusammenschlusses, der schon während der Regattasaison durch die Renngemeinschaft zwischen den beiden Vereinen ein gutes Fundament gefunden hatte. Unter dem Leitgedanken: „Alles für Deutschland" und „Sieg Heil" auf den Führer wurde unter Absingen des Deutschlandliedes und des Horft-Wessel-Liedes dieser symbolische Akt geschlossen. Darauf schritt man zur Wahl des Der- einsführers. Unter lebhaftem Beifall wurde Herr Ernst Niemann einstimmig zum Vereinsführer gewählt. Nach Worten herzlichen Dankes für die einstimmige Wahl, der Herr Niemann die Worte zugrunde legte: „Mein Leben ist auch das der Gießener Rudergesellschaft 1877", berief der Vereinsführer Herrn Fr. L e v e r m a n n zu seinem Stellvertreter und ernannte seine übrigen Mitarbeiter. Damit wurde die Versammlung geschlossen. Ein von Ruderlehrer Kurt Brehm verfaßtes gemeinsames Lied leitete zum gemütlichen Teil über. Die Ilaggenhiffung. Am Sonntagvormittag versammelte sich eine stattliche Anzahl Mitglieder am Bootshaus des früheren Vereins Rudersport 1913 Gießen zur Einholung der Flagge des Vereins Rudersport und der Hissung der Flagge der Gießener Rudergesell- schaf, die in Zukunft stets in Verbindung mit dem Wimpel des ehemaligen Vereins Rudersport erscheinen wird. Der stellvertretende Vereinsführer, Herr Levermann, hielt eine Ansprache, der wir folgendes entnehmen: Als seitheriger Dereinsführer des Vereins Rudersport, auf dessen Platz Sie sich hier befinden, begrüße ich Sie aufs herzlichste und danke Ihnen für Ihr Erscheinen anläßlich der heutigen feierlichen Flaggenhissung. Ein bedeutender und in der Sport- aeschichte der Stadt Gießen einzigartiger Zusammenschluß der beiden Rudervereine GRG. und VRG. ist gestern abend vollzogen worden. Ausgehend von dem Gedanken, daß nur eine große Gemeinschaft, welche unter einer Leitung steht, das vollbringen kann, was man heute im Sport von den Vereinen erwartet und verlangt, haben diesen Zusammenschluß zur Zufriedenheit aller herbeigeführt. Vor nunmehr 21 Jahren war es, als zum ersten Male die Flagge des Vereins Rudersport gezeigt wurde. Die Bestrebungen dieser damaligen kleinen Gemeinde verfolgten dieselben Ziele und verbanden mi ihrer sportlichen Tätigkeit dieselben Zwecke, wie sie der GRG. durch ihre Satzungen bestimmt und 1 5 ■ Der stellvertretende Dereinsführer der GRG., Herr Levermann, während seiner Ansprache zur Fahnenhissung. > 4* (’ü- yU... i 1 Die Flagge der Gießener Rudergesellschaft wird am Fahnenmast des ehemaligen Vereins Rudersport 1913 Gießen gehißt. vorgezeichnet waren. Also zwei Vereine mit gleichen Zielen aber auf getrennten Wegen nebeneinander. Zu unserer Flagge haben wir stets und immer treu gestanden, wir haben, geeint durch diese Flagge, Stunden in unserem Hause verbracht, welche nicht nur dem Sport gewidmet waren, sondern auch der Geselligkeit. Wir haben aber auch angesichts unserer Flagge stets den einen Gedanken hochgehalten, der Jugend zu dienen und der Jugend zu nützen. Nicht Eigennutz war es, was uns unter dieser Flagge zusammenhielt, sondern der Allgemeinheit galt unsere Arbeit. Nicht aus egoistischen Gründen arbeiteten wir für die Jugend, sondern zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes. Wenn wir nun heute die Flagge, welche 21 Jahre diesen Flaggenstock zierte, für immer herunterholen, damit sie einer anderen geeinten Flagge Platz machen soll, so geschieht dieses, weil wir von der Ansicht durchdrungen sind, daß dieses Opfer, das wir bringen, dem Rudersport zum Nutzen sein wird. Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, daß dieser geeinte Weg, wie er uns in diesen Jahren von unserem Führer und Reichskanzler gezeigt worden ist, der richtige Weg ist, um durch diese Einheit im Sport Großes leisten zu können. Und damit verbinde ich den Wunsch, daß der Rudersport in der nunmehr geeinten GRG. segensreich nicht nur für die deutsche Jugend, sondern auch für unser geliebtes Vaterland gedeihen möge unter dem herrlichen Begriff: „Alle für einen, und jeder für alle!" Nach einem Sprechchor, in dem der Eid zur Fahne zum Ausdruck kam, sprach der Vereinsführer noch über die hohen Ziele, die der Rudersport im Interesse der Dolksertüchtigung, im Interesse des Vaterlandes verfolge. Er schloß mit den Worten, daß uns die vereinte Flagge heilig sein solle, daß unter dieser in Verbindung mit den beiden Reichsflaggen unser Sport nicht nur ausgeübt, sondern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gefördert werden solle, zum Wohle der deutschen Jugend, zum Wohle des Vaterlandes unter der Führung Adolf Hitlers. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer, mit dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied und dem Horst- Wessel-Lied fand die Feier ihren Abschluß. Fußball-Lokaikamps endet unentschieden 2:2. Der Fußball-Lokalkampf zwischen den Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und des VfB.- Rcichsbahn hat gestern erneut seine Zugkraft bewiesen. Es hatten sich etwa 900 Zuschauer auf dem Waldsportplatz eingefunden. Der Platz befand sich in bestem Zustand. Die Mannschaften stellten sich dem Schiedsrichter W i n g e n f e l d (Fulda) in folgenden Aufstellungen: Spielvereinigung 19 0 0: Schlarb, Zei- ler, Lippert; Mank, Heilmann. Hainbach; Wilhelmi, Koch,. Schmelz, Horz, Dörr. D f B.- R e i ch s b a h n : Schwan; Lehrmund, Hauptfeld; Sauer, Knaus, Heß; Ritter, Feufter, Birkenbiel, Fehling, Mattern. Beide Mannschaften boten sich in ziemlicher Aus- aeglichenheit der Leistungen dar. Von Versagern konnte man kaum reden. Lediglich Fehling bei VfB.-R. und Hainbach bei 1900 enttäuschten etwas. Auf beiden Seiten wurden gut kombiniert. Die । 1900er waren im Feldspiel, besonders in der ersten Halbzeit, etwas überlegen. Die Verteidigungen stellten die besten Mannschaftsteile dar. Die Läuferreihen liefen auf beiden Seiten nicht zu voller Form auf. In den Stürmerreihen wurde da und dort zu viel gezögert. Der Ausgang des Kampfes erscheint nicht ungerecht. In der ersten Halbzeit hätte die Mannschaft vom Trieb mindestens ein Tor erzielen müssen. Der Spielverlauf gestaltete sich recht abwechslungsreich, wenn auch zum Erstaunen der Zuschauer der Punktekampf kaum zu erkennen war. Anscheinend waren die Spieler recht nvchdrücklich auf die Notwendigkeit eines ritterlichen Kampfes aufmerksam gemacht worden. Zu besonderen Härten kam es tatsächlich auch nicht, so daß der Schiedsrichter kein schweres Amt hatte. Der Kampf begann sehr ausgeglichen. Die Grünweißen vergaben gleich zu Anfang zwei Gietzener Giadttheater. Franz Lehär: „Das Land des Lächelns". Wir haben das „Land des Lächelns" vor vier : Jahren zuletzt hier in Gießen gesehen. Es war damals der große Erfolg nicht nur bei uns, sondern in Deutschland überhaupt, und zwar ebensosehr ein Erfolg L e h ä r s wie des mittlerweile von der Bühne verschwundenen Herrn Tauber. Wir haben : damals in unserer Besprechung darauf hingewiesen, i was uns an diesem immerhin ungewöhnlichen Sie- ! geszug eines musikalischen Stückes über alle Bühnen i besonders merkwürdig erschien Vor allem dies, daß hier ein ganz neuer Stil ider Operette sich mit einem Schlage durchsetzte, der entschlossen mit einer gerade auf diesem Gebiet «außerordentlich hartnäckig sich behauptenden Tradi- ition brach: ein Stil, der das Textbuch wie die Par- ttitur entschieden der Oper annäherte; nicht nur dem iOpernstil im allgemeinen, sondern der berühmten .„Madame Butterfly" im besonderen; die Anklänge lund Parallelen sind greifbar vor allem in den Haupt- imotwen der Handlung wie auch in der Milieuein- IHeibung. Die Annäherung der Operette an die Oper würde, nrein musikalisch bewertet, nicht so ausfallend sein, -zumal es dafür eine Reihe ähnlicher Beispiele gibt. -Sehr auffallend dagegen und eigentlich bis dahin mnerhört war im Grundcharakter die Fabel, die -allem herkömmlichen Theaterbrauch entgegen ein sernsthaftes oder jedenfalls ernstgemeintes Motiv zu ieinem — populär gesprochen — unglücklichen Ende i führt. Es geht nicht gut aus, und sie kriegen sich nicht, und das Land des Lächelns ist vielmehr, wie :wir es aus der „Butterfly" gelernt haben, ein Land Iber Tränen. Die Fabel dürfte in den Grundzügen noch begannt fein. Man wird sie aber vielleicht heute mit sonderen Augen ansehen als vor vier Jahren, weil llfie auf Gegensätzen aufgebaut ist, die gegenwärtig Mündlicher besprochen und ernstlicher bewertet wer- jbcn, als das auf der Operettenbühne üblich, möglich Dober auch nur wünschenswert ist. Der Schauplatz wechselt zwischen Europa unb öChina, zwischen Peking unb Wien, unb biese beiden Manien bedeuten hier mehr als nur äußeren Kontrast ober romantisches Milieu: hier stehen sich zwei Kontinente, zwei Völker, zwei Kulturkreise unb zwei Massen fremd unb im tiefsten Wesensgrunbe unvereinbar gegenüber; zwischen Gelb unb Weiß eine -auf die Dauer unerträgliche Spannung unb nie «völlig zu üterbrücfenbe Kluft. Unb so sehr sich auch Partitur unb Libretto vom herkömmlichen Schema entfernen unb auf neuen We- aen nxmbetn mögen; ein Motiv vermochten weber bie Autoren noch ber Komponist zu entbehren, benn es würbe bas Enbe nicht nur biefer, sonbern jeder Operette bebeuten, wollte man je barauf verzichten. Das ist die Liebe, unb bamit ist schon ber große und natürlich unlösbare Konflikt gegeben. Die junge österreichische Offizierstochter folgt dem von ihr geliebten Prinzen aus Chinalanb in seine Heimat, den ernstgemeinten Antrag eines jungen Landsmannes ausschlagend. Aber sie wird nicht glücklich mit ihrem Prinzen: nach uralter und rätselhafter Sitte im Lande des Lächelns soll sie das Glück ihrer Ehe mit vier Manbschufrauen teilen. Sie verzichtet und flieht mit Hi sie des früher ab- gewiefenen Freiers, der eben zur rechten Zeit auf dem Schauplatz erscheint. Der gelbe Prinz entdeckt zwar die Flucht, aber er gibt die weiße Gemahlin frei, und auch feine kleine Schwester, die sich mittlerweile in den jungen Offizier verliebt hat, bleibt unter Tränen allein im Lande des Lächelns Die Aufführung wurde von Herrn Hub geleitet; die Regie betonte vor allem die stets dankbaren lyrischen und romantischen Elemente der Operette, entlastete den Mittelakt durch ein heiteres und rhythmisch beschwingtes Duett und leitete den letzten recht malerisch unb stilgerecht durch einen hübschen Laternentanz ein (Tanzregie: Herr B ä u l k e). Herr Löffler fand für den fernöstlichen Schauplatz farbig und räumlich, vom komplizierten Beleuchtungsapparat des Herrn Keim wirksam unterstützt, eine stimmungsvolle szenische Einkleidung. Herr Cujs am Dirigentenpult verwaltete die anspruchsvolle Partitur mit sauberen Einsätzen und lebhaften rhythmischen Akzenten. Den Prinzen Sou-Chong sang an Stelle des erkrankten Herrn Weiser Kammersänger John Gläser aus Frankfurt als Gast; er fand sich verhältnismäßig schnell in bie ungewohnte Umgebung, spielte mit barstellerischem Geschmack und Takt und steigerte sich gesanglich vom leichten Parlando zu den großen lyrischen Partten mit vollem Einsatz seines gepflegten und geschulten Organs. Die beiden Glanzstücke Lehärs, „Immer nur lächeln" und „Dein ist mein ganzes Herz", waren natürlich auch die Höhepunkte seiner Leistung. * Maria Perry hatte in der Rolle ber Lisa eine ihr offenbar sehr »zusagenbe Aufgabe gefunben, bie ihr gesanglich eine breite Entfaltung unb übrigens auch einen aparten Tvilcttenwcchsel gestattete. — Hansi Salzmann als Mi holte sich im Duett mit Herrn Hub, mit Spitzentanz unb Spagat einen Sonbererfolg unb fanb auch für bie gebämpften unb schmerzlichen Partien des zärtlichen Abschiebs ben rechten Ton. H u b als Oberleutnant von Pottenstein: fesch, frrfd) unb beweglich, mehr Bonvivant unb Kavalier als Komiker. (Für bie chinesische 93 er» kleibung zuletzt würbe sich eine andere, minder störende Kopfbedeckung empfehlen.) Im großen Ensemble taten sich die Herren Valckenberg als Tschang und V o l ck als komischer Obereunuch hervor. Das stark besuchte Haus spendete großen Beifall unb klatschte mehrere Wieberholungen heraus. hth. Gin Blick in Michelangelos Werkstatt. Jebes große Kunstwerk ist ein Zeugnis bafür, baß sich eine eigenwillige Schöpferkraft eine allgemeingültige Form erkämpfen muß, um überzeitliche Bedeutung zu haben. Dieses Ringen um eine notwendige Gestalt ist auch bei der Arbeitsweise Michelangelos zu beobachten, der sich keinesfalls in einem dämonischen Schaffen nach leidenschaftlichen Visionen erschöpfte, sondern der eine unendlich mühsame und sorgfältige Vorarbeit bewältigte, ehe er in seiner oft beschriebenen, raschen und wilden Art die Figur aus dem Stein herausmeißelte. Wie bei jedem großen Genie ist auch bei Michelangelo der innere Schöpferbrang von einer höchsten geistigen Ueberlegung begleitet gewesen, und schon die gesamte Komposition seiner Werke zeigt kluge Ordnuyg und durchdachte Planung. Die Riesenarbeiten des Meisters erforderten umfassende Berechnungen über den Transport des Materials und über die Verwendung zahlreicher mithelfender Arbeitskräfte. Aber auch die einzelne Statue schuf er nicht etwa nach einem kleinen flüchtigen Modell, sondern er hat selbst mit viel Mühe große Modelle angefertigt, nach denen bann ber Marmor von ben Steinmetzen in großen Zügen zugehauen würbe. Das große Tonmobell eines Flußgottes, aus bem Jahre 1524, ist in ber Akabemie von Florenz aufbewahrt worben, unb bie eigenen Angaben Michelangelos ergänzen unsere Vorstellung über seine Arbeitsweise. Wir besitzen nämlich Notizen Michelangelos für ein Jahr feiner Tätigkeit an den Mebici-Gräbern, in denen fast täglich feine Arbeiten und Ausgaben verzeichnet find; aus ihnen geht hervor, daß diese Figuren-Modelle aus Tonerde und Scheerwolle gemacht wurden. C e l l i n i hat erzählt, daß Michelangelo, „als er erkannte, daß er mit den kleinen Modellen nicht von ferne feinen großen Ideen nahekam, sich später stets mit größter Bescheidenheit daran machte, große Modelle zu fertigen von gpnau denselben Massen, wie das Werk aus dem Marmor herauskommen sollte: unb solches haben wir mit unseren eigenen Augen in der Sakristei von S. Lorenzo gesehen." Der Meister ließ nun, wie aus ben Rechnungsvermerken klar hervorgeht, von Tischlern zunächst bas Gerippe ber Figur aus Holz aufbauen unb legte selbst mit Hand an, um ben ©liebem schon im Holz bie von ihm beabsichtigte Bewegung zu geben. Diese großen Gestelle, zu benen beträchtliche Holzmengen Der» roenbet waren, würben bann mit Werg bekleibet unb bieses umschnürt. Auf bem so gewonnenen Kern wirb bann bie eigentliche Modelliermaffe aufgetragen, bie aus Ton besteht unb mit Kleister, Leim unb Scherwolle vermischt ist. Sechs Wagenladungen solcher Tonerde wurden verwendet, dazu noch 3 Doppelzentner weißer Erde, die als oberste Schicht diente, um dem ganzen eine Ähnlichkeit mit dem Marmor zu geben. Diese von Michelangelo selbst sorgsam ausgeführten Modelle dienten bann als Vorlage für die Steinmetzen, die die rohe Behauung des Marmors unternahmen. Der Meister behielt sich die künstlerische Vollendung vor. Was ein guter Magen leistet. Bekannt ist, daß ber Vogel Strauß so ziemlich alles verschlingt, was er findet, ob verdaulich ober unoerbaulich. Sein Magen verträgt eben alles. Aber auch ein Bufchmcmnsmagen ist nicht zu verachten, wie von Europäern berichtet wird, benn ob es sich um Raupen, Baumharz, Ratten, Oel- früchte ober um Wilb handelt, das mit Giftpfeilen erlegt worden ist, spielt keine Rolle, es wird alles gegessen — und vertragen. Ein Europäer brauchte einen Boten, ber wichtige Briefe nach ber 130 Kilometer entfernten Eisenbahnstation bringen sollte. Schließlich fanb sich ein alter, spinbelbürrer Buschmann bazu bereit, bie Briefe zu beförbern. Er wollte am nächsten Morgen abmarschieren, verlangte aber, sich vorher ordentlich sättigen zu dürfen, wozu er eine Ziege, einige Pfund Reis, etwas Salz unb eine große Portion Tabak benötigte. Er erhielt bas Gewünschte. Die Ziege hatte ein Schlachtgewicht von 18 Pfunb. Der Europäer glaubte, ber Alte würbe bie Ziege mit seiner Sippe verzehren, boch ber Buschmann blieb allein, kochte ben Reis, tat einige Stücke ber Ziege hinein, ben Rest briet er auf glühenber Asche. Am anbern Morgen schien sein Leib wie eine Trommel gespannt unb es schien, als wenn bie bürren Beine unmöglich die Last tragen könnten, aber er nahm einen Stock unb wankte los Am dritten Tag war er wieder da; er hatte für bie 260 Kilometer 60 Stauben gebraucht. Vor feinem Rückmarsch aß er fünf Kilo Fleisch unb Reis. Auf bem Marsch trank er nur aus feiner Feldflasche, aß aber michts, da er ja seinen Proviant im Magen nstt sich;i?ug. s> Wirtschast Untere M 2:2 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse ^rannun a. Di. -Öerha Schlußk. bdrf.- Srie Geld Geld 30 11 | 1.12. 28 27,75 28 134,9 136,75 101,25 101,75 94,13 94 103,2 103,13 103,2 103,13 5 o. H. 4 D. Dividende an. — Die hinter den Papieren Deosienmarkl Berlin — Frankfurt a. 2!L 'J toten. 96,25 96,25 96,25 96,25 101,5 93 93 94 94 96,5 96,5 96,25 93 83,5 102,25 58,65 103,5 84,13 104 59,65 105,5 27,13 139,4 97,75 121 73,5 106,9 93,25 141 112 27,75 24,5 30,75 77,75 93,25 68,75 70,5 72,75 149,5 210 90,25 38,5 83,25 96,25 93 96,25 93 30,9 77 92,5 68,25 70 72 148 31 77 92,75 68,75 70,75 72,75 148,75 84 105,5 59,9 105,25 75,5 117,25 73,65 74,25 7 9 0 0 0 208 90 37,75 82,75 101,75 54,75 132,5 45,75 64 117 47,25 62,75 88 31,75 197 161,5 133 136,5 91,75 98 27 IBM 96,25 93 93,5 27,13 139,25 98 121,25 73,4 107 99 92,75 140,5 27,75 140,25 98 120,5 74 108 99,5 94 143 111 27,75 139,75 98 120,5 74,75 107,5 99 94,5 142,75 112 101,25 93 93 93,65 93,65 134,75 90 95,13 82,5 30,75 76,4 93 68,25 70 72 148,25 rechnet ein Dr 500 00( toahrje — W Men fchenkl unter Aus Hl 17M 63,62 80,53 33,85 54,5 130,5 45,75 64 46,75 62,5 31,65 197 132,75 83,5 102 58,4 103,65 74,65 150 117 M 2,44 57,91 55,08 12,335 16,35 167,66 21,08 61,99 24 6,9 6,4 6,3 11,5 Frohnhausen — Steinberg 5:1 (2:1); Dillenburg — Sinn 2:4 (1:2). 05 Wetzlar hat sich in seiner Form verbessert, der Sturm ist schußfreudiger geworden. Bei Naunheim konnte sich der Sturm nicht durchsetzen, er An die Desintlic lingsg wohl 19« ncn, Fm treten, d Bierti und hall fes Zah gleiche, irgend! NivMU! sich nu Form finge, 1 Wiebe rjji auch ga finge bef (ö h. au fing), Dr, Weit vl 80.80=641 Sterlingen schch vv tat sie' volle Zc bleibt; 1 Zusamr cb uri 80 24,75 1,05 6,9 6,65 6,5 11,25 102,5 56,13 45,75 64,75 117,4 48,65 63,5 88,75 31,9 202 164 133 24 1,1 6,8 6,5 6,65 11,4 Spenden sm da-MnterhilfSwert Sämtliche Zahlungen für den flrds Gießen, die das Diaterhilfswerk 1 934/35 betreffen (Spenden, Straßenfammluagen, Haussammlungen, Eintopfgerichte ufw.), find nur auf Konto der vezlrrssparkafse Gießen, Nr. 4600 oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. BL Nr. 5S7S einzuzahlen bzw. zu überweisen. 56 131 46 65,13 48,5 63 32,25 201 163 133,25 o 0 0 0 0 4 G 0 0 12 1,1 6,9 6,6 6,35 11,5 Srie ~0,632* 58,29 0,206 3,053 55,35 81,23 12,40 5.475 16,43 168,42 21,34 0,725 5,706 62,27 49,05 11,27 63,91 80,87 34,05 1040 2,492 II ri art for @r nifl euch über lunft. Ein M bis 1 fdiin erst lurten. 1 63,83 80,85 53,83 Buenos Aire-. Brüssel tRio de Jan. . Sofia Kopenhagen. Danzig London Helstngfor».. Parts Holland ... Italien Japan Jugoslawien C8to.....: Wien Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neu York ... t. ®. Farben-Jnbustrte chetdeanstalt Goldschmidt Rütgerswerle Metallgesellschaft A.E.G o Beknla o Elektr. LiefenmgSgesellschaft... 6 Ltcht und Kraft 6 Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität 6 SchuckettLCo 6 Siemens & Halske 7 Lahmeyer L Eo 10 . 3n im gn lienisch Drigat nicht c ö" als da letzten mehr t Kampf endete mit 78:46 Punkten zugunsten Deutsch, lands, wobei Albert Richter im Fliegerkampf über Weltmeister Scherens triumphierte. Die Winterhilfsspiele der deutschen Fußballer haben durchweg gute Einnahmen gebracht. Allerdings liegen noch nicht von allen Gauen die Abrechnungen vor, man wird aber mit einem Durchschnitt von mindestens 10 bis 12 000 RM. pro Gau rechnen können. 42 Nationen haben, nachdem jetzt die Zu» sagen von Irland und Monako eingegangen sind, ihre Teilnahme für die Olympischen Spiele 1936 angemeldet. Bon elf Nationen, darunter auch Groß, britannien, stehen die Antworten auf die deutsche Einladung noch aus; abschlägig geantwortet hat nur Palästina. Der Führer hat, dem üblichen Brauch ent- sprechend, die Schirmherrschaft für die Olympischen Spiele 1936 übernommen. Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschtff Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Prioat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank Reichsbank BfB.-Reichsbahn Gießen — 1900 Gießen (0:0); SD. 05 Wetzlar — Naunheim 5:1 (2:1); 1 .Dezember iämthdir -Kotierung ben öerj Jfng ni •aatbran Jipfinge Jjgriff Ren die Len' in Egwief r rjtunbc M) unb M tser Phlltpp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Tementwerk Karlstadt.. markt war das Geschäft etwas ruhiger, nur Zinsver. gütungsscheine zogen bei lebhafterem Umsatz erneut um 0,13 v. 5). an, im übrigen lagen die Kurse unverändert. Irn Verlause blieb die Tendenz fest, wenn auch das Ausmaß der Aufwärtsbewegung kleiner war. Das Geschäft war jedoch noch ziemlich lebhaft. Die zum Teil stark erhöhten Kurse blieben voll behauptet, andere, anfangs weniger gestiegene Papiere erzielten Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H., so Aku 55 bis 56, Schlickert 94 (92,75), Gelsenkirchen 59,65 (58,65), Klöckner bis 74, Rhein. Braunkohlen 215 (214), Zellstoff Aschaffenburg 65,13 (64). Sehr fest waren er« neut Scheideanstalt m t 210 (208). Mannesmann lagen mit 74 nach 74,25 etwas leichter. Am Rentenmarkt waren später Kommunal - Um« schuldunq mit plus 0,13 v. H. sehr lebhaft, ferner gingen Reichsbahn-VA. in größeren Beträgen um. Schuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine lagen etwas ruhiger. Altbesitz exkl. Ziehung stellten sich auf etwa 103,25 bis 103,50. Gold Pfandbriefe waren meist unverändert, ebenso Kommunal-Obügaf'o« nen, fester jedoch Nass. Landesbank. Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen lagen uneinheitlich bei kleinen Veränderungen. Staatsanleihen waren ruhig. Von fremden Werten waren Schweizer Bundesbahnanleihen höher gefragt. Tagesgeld war noch gesucht und mit unverändert 4,50 v. H. verhältnismäßig steis. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1213 Rinder (324 Ochsen, 98 Bullen, 393 Kühe, 398 Färsen), 649 Kälber, 62 Schafe, 4640 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 23 bis 39 Mark, Bullen 24 bis 35, Kühe 10 bis 34, Färsen 23 bis 40; Kälber 20 bis 52; Hammel 32 bis 36, Schweine 40 bis 53 Mark. — Marktverlauf bei allen Viehgattun- gen ruhig. <% Oeftetrdd)H»e Goldrente.... 4,20% Oesterreichtsche SUberrentr 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4%% deSgl. von 1913 6% abgeft. Soldmepkaner von 99 ollanleihe von 1911 aadadbahn-AnIet-e nung, mit allem Ernst an die Arbe« zu geben, die Dienst für Volk und Führer bedeute. Umrahmt war die Tagung von Liedern unserer Turnerschast. Kurze Sportnotizen. Einen neuen deutschen Rekord stellte beim vierten Fest der Frankfurter Sportpresse im Gewichtheben Eugen Mühlberger (Frankfurt) mit 190 Pfund auf. Deutschlands Rugby-Nationalman» schäft bestritt am Sonntag in Maastricht den zweiten Länderkampf gegen Holland. Die deutsche Fünfzehn, die in zweiter Besetzung antrat, lieferte ein ausgezeichnetes Spiel und gewann sicher unb verdient mit 21:0 (16:0). Ein Rad-Länderkampf Deutschland' — Belgien fand am Samstagabend vor 7000 Zuschauern in der Kölner Rheinlandhalle statt. DeE -5HeT 2,46 58,15 55.30 12,371 16,41 168,34 21,16 62,23 Schultheis Patzenhofer O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Beinberg .. O Hellstoff Waldhof 0 Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer GaS ? Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum O Orenstetn L Koppel .••••••••• O Leonhard Tietz v Chade...............••••••>10 Aeru m ul atoren-Fabrkt O Eonti-Gumml 0 'N !H ’ Sn, ■’n Ui, 4uqe । Da '-Um *Qnn j S.ftun ftnttgur .Der' d, Mge[; .Und' Ci^leu: k. -l'Na, »n TM L'nant Non Don allen Turnern wurden Leistungen geboten, die man ruhig mit Spitzenleistungen bezeichnen kann. Das kam auch bei der Siegerehrung durch Kreisober, turnwart Schüler zum Ausdruck. Mit Dank an die beiden Kampfrichter schloß er den Wettkampf. Daraufhin brachten drei Wiesecker Turner (Bettin, Oßwald und Kreiling) noch gutgelungene Flachturn- übungen zur Vorführung, die mit wohlverdientem Beifall belohnt wurden. Das Gesamtergebnis. Großen-Linden: Barren 121 P., Pferd 112,5, Freiübungen 52, Reck 133 P.; Gesamtpunkte 418,5. Lollar: Barren 112,5 P., Pferd 115, Freiübungen 53,5, Reck 118,5 P.; Gesamtpunkte 399,5. Wieseck: Barren 125,5 P., Pferd 129,5, Freiübun- gen 49,5, Reck 142 P.; Gesamtpunkte 446,5. Oietwartetagung des Turnkreises Lahn-Dill in Gießen. Am Sonntag trafen sich auf Anregung des Kreis- dietwartes Dr. Römer (Großen-Lmden) die Der- einsdietwarte der Turner zu einer Turnkreistagung in Gießen. Der Kreisdietwart wies auf die große Bedeutung der Dietarbeit im Reichsbund für Leibesübungen und die enge Zusammenarbeit mit den Schulungsämtern der Partei hin. Kreisschulungsleiter Pa. Michel sprach dann über innen- und außenpolitische Ereignisse der letzten Wochen. Er verstand es, alle Fragen in das rechte Licht zu setzen. Aus jedem Wort klang das unerschütterliche Vertrauen zu unserem Führer. Anschließend legte Dr. Römer in einer eingehenden Aussprache die Aufgaben und Pflichten dar, welche die Dietarbeit mit sich bringt. Dietarbeit sei volkspolitische Schulung in nationalsozialistischer Weltanschauung, die aus den Quellen deutschen Volkstums schöpfe. Es sei notwendig, daß auf allen Gebieten des deutschenTurnens und Sportes wieder der Geist Jährlichen Wollens durchdringe. Nicht Rekordzüchtuna sei der wesentliche Bestandteil der Leibesübung, sondern die sinnvolle Harmonie zwischen Körper und Geist. Die Dietstunden sollten au einer anregenden Unterhaltung über uns bewegende Fragen des Volkstums und der Weltanschauung führen. Neben der engen Verbindung mit den Parteistellen ist auch eine enge Gemeinschaft mit der NS.-Kulturgemeinde und dem Reichsbund Volkstum und Heimat au pflegen. Er zeigte fernerhin Wege zur Pflege Des Liedes, des Laienspiels, der Verwendung der deutschen Sprache und der turnerischenFestgestaltung. In Zukunft würden bet turnerischen Wettkämpfen völkische Aussprachen einen besonderen Raum einnehmen. In der anschließenden Aussprache unterstrich Kreisführer Karl D a u p e r t (Wieseck) den tiefen Sinn der Dietarbeit für das deutsche Turnertum. Dr; Römer schloß die Tagung mit der Errnah- 78 1 75,75 I 78,75 >«l -I I scheiterte an der sicheren Verteidigung der Wetzlarer. Frohnhausen war mit seiner kompletten Mannschaft zur Stelle, wogegen Watzenborn-Steinberg zwei Ersatzleute stellen mußte. Unter anderem fehlte der gute Tormann Happel. Nur so ist die hohe Niederlage der Teutonen zu verstehen. In Dillenburg konnte sich der BC. Sinn mit seiner schnellen Mannschaft durchsetzen und gewann das Spiel verdient. Handball im Dienste der Winterhilfe. Der 2. Dezember war der zweite Opfertag des deutschen Sportes. Diesmal hatten die Handballer, Hockeyspieler, Tennisspieler und Kegler in ganz Deutschland eine großzügige Werbeaktion entfaltet. Der Eigenart ihres Sportes entsprechend, nahmen natürlich die Veranstaltungen der Handballer einen großen Teil im Programm des Sonntags ein. Rund 4000 Mannschaften standen in den sechzehn deutschen Gauen im Dienste des WHW. Neben einigen großen Spitzenereignissen in den einzelnen Gauen gab es, vornehmlich in kleineren Orten und auf dem Lande, eine große Zahl kleinerer Spiele. Die Besucherzahlen bewegten sich durchweg auf beachtlicher Höye. Ehrung eines verdienten Turners. Theodor Daube! vom Tv. 1846 wird mit dem Ehrenbrief der DI. ausgezeichnet. 50 Jahre, ein Menschenalter, ist Theodor Vaubel, dessen ragende Turnergestalt im ganzen Gau Hessen wohlbekannt ist, nunmehr deutscher Turner und Mitglied des Turnvereins 1846 Gießen. Dies gab den Anlaß, ihm in der letzten Turnstunde der Altersturner eine würdige Ehrung zu bereiten, ©abober» turnmart Paul überreichte im Auftrag der Deutschen Turnerschaft dem Jubilar den Ehrenbrief der DT., die höchste Auszeichnung, die die DT. für bewährte Turnertreue zu vergeben hat. Mit ehrenden Worten würdigte der Gauboberturnwart die Verdienste des Turners Vaubel und verlas den Ehrenbrief, in dem die DT. ihren Dank und ihre An- erkennung und ihre herzlichen Wünsche für ein weiteres glückliches Wirken für Turnerschaft, Volk und Vaterland zum Ausdruck brachte. Vereinsführer R e i n i n g und Oberturnwart Erb dankten Turnbruder Vaubel ihrerseits für die treue, selbstlose Mitarbeit im Verein als Vorturner, Kampfrichter oder als Teilnehmer in den Musterriegen. Immer ist Turnbruder Vaubel, das Vorbild eines echten, deutschen Turners im Iahnschen Sinne, zur Stelle gewesen, wenn es galt, den Verein und damit die deutsche Turnerei zu fördern. Mit herzlichen „Gut-Heil!"-Rusen brachten ihm die zahlreich anwesenden Altersturner, Turner und Iugend- turner ihre Glückwünsche zu dieser seltenen Ehrung und ihre Verehrung zum Ausdruck. Sichtlich bewegt dankte der Geehrte für die ihn überraschend gekommene Ehrung mit einem „Gut Heil!" auf das weitere Blühen und Gedeihen seines ihm in den langen Jahrzehnten liebgewordenen Turnvereins von 1846 und die Deutsche Turnerschaft. Geräteweitkampf: Großen-Linden — Loslar - Wieseck. Am Samstagabend fand in Wieseck im Saale von Gastwirt Heinrich Braun der Gerätewettkampf zwischen Großen-Linden. Wieseck und Lollar statt. Viele Turnfreunde aus Wieseck. Großen-Linden, Lollar und anderen Orten der Umgegend hatten sich eingefunden, so daß der große Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Mit dem gemeinsamen Lied „Turner auf zum Streite" wurde der Abend eröffnet. Darauf fang die Gesangsabteilung des Turnvereins Wieseck das Lied „Deutschland". Kreisführer und Führer des Turnvereins Wieseck Karl Dau peri begrüßte die zahlreich Erschienenen und besonders den Kreisoberturnwart Paul Schüler (Wetzlar), sowie die beiden Kampfrichter Kreisehrenturnwart Schmidt (Launsbach) und Leib (Krofdorf). In seiner Ansprache ging der Redner auf den Mannschaftskampf ein und betonte, daß Mannschaftskamvf, Gemeinschaftskampf sei. Mit Derartigen Kämpfen werde eine volkstümliche Aufgabe der Wettkämpfe erfüllt und es werde der turnerische Geist von Jahn immer mehr ins Volk hineingetragen. Mit ein-'m „Gut Heil" auf den Führer schloß er feine Ausführungen und übergab den Wettkampf dem Kreisober- turnmart Schüler. Schüler freute sich über den turnerischen Geist, der in Wieseck herrscht, und gab kurz bekannt, daß bei diesem Wettkampf die besten Landvereine des Kreises mitwirken. Nach der Bekanntgabe einiger Aenderurmen in den Mannschaften Großen-Linden und Lollar begann der Wettkampf In größter Spannung werden die einzelnen Kämpfe verfolgt. Die besten Leistungen im Wettkampf erzielte Wieseck mit insgesamt 446.5 Punkten. Ihm folgte Großen-Linden mit 418,5 Punkten und Lollar mit 399,5 Punkten. Die beste Einzelleistung erzielte E. S ch ö f f m a n n (Wieseck) bei vier Hebungen mit 76 Punkten, ihm folgte Richard Seth (Großen-Linden) mit 75 und K. Bettin (Wieseck) mit 74,5 Punkten. Datum Mansselder Bergbau 0 Kokswerke O Phönix Bergbau 0 Rheinische Braunkohlen .... 10 Rheinstahl 0 Vereinigte Stahlwerke 0 Ltavi Minen 0 Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln 6 Kaliwerke Salzdetfurth iyt ♦ Konkurse und Vergleichsverfahren im November. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im November 211 neue Konkurse, ohne die wegen Massenmangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung, und 65 eröffnete Vergleichsverfahren im Reichsanzeiger bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellten sich auf 267 bzw. 80. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 1. Dez. Die Börse zeigte mit Beginn des neuen Monats und damit einer neuen Rechnungsperiode verstärkte Unternehmungslust. Von der Kundschaft waren im größeren Umfange Kauforders eingetroffen, auch die Kulisse beteiligte sich angesichts der zuversichtlicheren Stimmung lebhafter am Geschäft. So war die Umsatztätigkeit zum Wochenschluß recht lebhaft, die Tendenz war allgemein fest. Von wirtschaftlichen Momenten wurden die Verbesserung des deutsch-französischen Wirtschafts- ab kommens, sowie die Fortschritte der Clearingsverhandlungen mit Holland mit Befriedigung vermerkt. Zunächst setzte das Geschäft etwas zögernd ein, nach Festsetzung der ersten Kurse wurde es auf den meisten Marktgebieten ausgesprochen lebhaft. Im Vordergründe standen Montanwerke, insbesondere Harvener (plus 1,5 v. H.), Klöckner 72,75 bis 73,50 (71,90), Stahlverein 40,50 (39,50), Phönix 47 bis 47,75 (46,50) und Mannesmann 74 bis 74,50 (72,65), Rheinstahl gewannen 0,5 v. H. Größere Umsätze hatten außerdem Farbenindustrie mit 135,65 bis 137,25 (134,90). Deutsche Erdöl lagen 0,75, Metallgesellschaft 0,50 v. H. höher. Elektroaktien lagen relativ ruhig, doch gewannen Siemens 2 v. H., AEG und Ges- fürel je 0,50 v. H., Licht & Kraft bröckelten um 0,75 v H. ab. Bemerkenswert fest Lagen noch Daimler mit plus 1,5 v. H. und Holzmann mit plus 2 v. H. Schiffahrtsaktien, Deutsche Linoleum, Westdeutsche Kaufhof und Aku zogen bis 0,50 v. H. an. Reichsbankanteile 148,50 (148), AG. für Verkehr 76,50 (77), Zellstoff Waldhof unverändert 45,75. Am Renten- Schluß« furrf 30 11 96,4 30-November Amtliche Dotierung Chancen. Ein Strafstoß für 1900, von Schmelz geschossen, wurde von Schwan gehalten. Allmählich arbeitete sich die Spielvereinigung eine sichtliche Ueberlegenheit heraus. Die Verteidigung rückte Der» schiedentlich fast über die Mittellinie auf. Schlarb bekam in dieser Zeit nur sehr wenig zu tun. Eine schöne Vorlage von Fenster brachte eine kritische Situation vor das Tor der Blauweißen, aber Birkenbiel, dem die Vorlage zugedacht war, startete nicht schnell genug. Schlarb hatte aber bald darauf mit ganzem Einsatz abzuwehren. Die Grünweißen holten inzwischen wieder etwas Terrain auf und schufen annähernd das Gleichgewicht im Feldspiel. Ein Murmeln des Bedauerns ging durch die Reihen der Freunde der Spielvereinigung, als Wilhelmi in bester Stellung, frei vor dem Tor der Grün- weißen hoch über das Tor schoß. Das war in der 25. Minute. Gleich darauf gelang aber Fehling in völlig gleicher Situation ebenfalls ein Schuß über das Tor des Gegners. Eine Ecke für VfB.-R. folgte, brachte aber nichts ein. Dann hatte Mattern eine Gelegenheit zum Erfolg für feinen Verein, Schlarb hielt aber auch diesmal sehr sicher. Schwan auf der anderen Seite gefiel verschiedentlich durch sein resolutes Dazwischenfahren. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Das Spiel war bisher verhältnismäßig ruhig, wenn auch unterhaltend verlaufen. Die die Tore sielen. Während der zweiten Halbzeit kam etwas mehr Leben in die Mannschaften. Heilmann konnte bald nach Beginn einen Strafstoß treten, der dem Tormann aber in die Hände ging. Der Kampf vollzog sich in der Folge fast völlig ausgeglichen. Erst in der 12. Minute der zweiten Halbzeit fiel das erste Tor. Schmelz überraschte den Torwart des Gegners, operierte sehr intelligent und setzte sich mit einer schönen Leistung durch. Der Ball ging flach in die linke Ecke, in der der Tormann den Ball nicht erwartet hatte. Schlarb hatte bald darauf Gelegenheit, bei einer Ecke durch feine entschlossene Abwehr zu glänzen. In der 15. Minute — die Freude der Gäste hatte also zunächst nur drei Minuten gedauert — schloß Birkenbiel nach einer Vorlage von Ritter einen zügigen Angriff mit dem gelungenen Torschuß ab. Kaum eine Minute später konnte Ritter seiner Mannschaft zu einem zweiten Erfolg verhelfen, indem er im Gedränge vor dem Tor der Spielvereinigung einen von Schlarb nicht kraftvoll genug fortbefördernden Ball mit dem Kops in das Netz beförderte. Der Kampf gestaltete sich nun zusehends lebhafter, denn die Spielvereinigung hatte aufzuholen, während andererseits die Platzbesitzer den Vorsprung vergrößern wollen. Das Spiel aber nahm wiederum eine entscheidende Wendung, als Schmelz auf eine schöne Abgabe von Wilhelmi den Ball direkt unter die Latte des VfB.-Tores fetzen konnte und damit den Gleichstand herstellte. Schwan konnte diesen Erfolg kaum verhindern. Noch waren über 20 Minuten zu spielen, und man glaubte das Spiel noch längst nicht entschieden. Die Mannschaften schienen sich aber mit diesem Ergebnis zufriedenzugeben, die Spielhandlung flaute wieder etwas ab, es gelang keiner der Parteien mehr ein weiterer Erfolg. So endete das Spiel sehr harmonisch (um nicht zu sagen harmlos), also etwas anders, als man das gewohnt ist. Es wäre verfehlt, die Leistung eines einzelnen Spielers Herausstellen zu wollen. Sie bemühten sich alle nach bestem Können. Der eine mehr, der andere weniger glücklich. Man könnte sich aber denken, daß sich die Mannschaften in ihrer Technik durchaus noch vervollständigen könnten, daß sie sich zu präziserem Abspiel, zu rascherem Zuspiel durch- ringen und — vor dem Tor noch entschlossener werden konnten. Im übrigen konnte das Spiel sehr gefallen. Der Schiedsrichter entschied in unbestechlicher Gerechtigkeit. Fußball-Ergebnisse der Gaumannschasteu. Gau Nordhessen: VfB. Friedberg — Borussia Fulda 2:1; Hanau 93 — Spvgg. Langenselbold 5:0; Hessen Hersfeld — Kurhessen Kassel 3:2; Spielverein Kassel — Sport Kassel 4:2; SC. 03 Kassel — Germania Fulda 0:0. Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — Spfr. Saarbrücken 2:1; 1. FC. Kaiserslautern — Wor- matia Worms 1:3. Gau Bayern: Schwaben Augsburg — Bayern München 1:5; Jahn Regensburg — Wacker München 0:0; l.FC. Nürnberg — BC. Augsburg 0:0; 1860 München — FC. Schweinfurt 05 3:3; Spvgg. Fürth — Spvgg. Weiden 2:0. Ergebnisse der Bezirksklasse, Gruppe Gießen-Dill. Srltzner O 26,5 I 27,251 Moinkrafttottke Höchs» 4.W— <1 7SL I 80,51 «tbeeif (5er Bude*.........178,51 0 761 0 109 0| 135,25 I Vuderu« O Deutsche Erdöl 4 Geilenkirchener 0 Zarpener o welch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ule Bergbau 6 He Bergbau flenüfle 6 löcknerwerle ..... 0 Belgische Roten. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 1OO Schwing Rumänische Noten Schwedische Note» Schweizer Noten «che Note» sche Not« Datum 6% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 6% chcm.7% Dt. Reichöanl. v. 1929 6y2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auslos.-Rechten DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte 6% chein.8"/» Hess. Bolköstaat 1929 (rückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6%% Hess. Landes-Hypotheken- vank Darmstadt Liqui Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyo.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar btS 1936 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1986 6%% ehern. <•/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese 6H% ehern. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse 6% ehern. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 S% ehern. 7% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. Schluß!. Mittag börsc 1-12. .yroniiur, u. DL Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- böi-se Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 30 11 1-12. 30-11 1-12. 4% desgl. Serie II ............. 8 8 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,1 4,2 4,2 4,3 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,8 7 6,8 3,95 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,3 4 3,95 214% Anatolier ............... 31,5 31,5 31,65 31,9 Franlmn a. 2)1. Äerltn Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 30-11- 1-12- 30-11- 1-12- 78,4 79,5 79 79,5 —— — 93,5 94,75 46,5 47,75 46,5 47,5 — 215 217 214,5 88,5 89,5 88,9 89,4 39,5 40,5 39,4 40,5 11,5 11,5 11,75 11,75 —— — 107,25 108,5 107,25 109 106,75 108,5 152 — 151,75 151 0,628 0,632 0,628 58,17 58,29 58,17 0,204 0,206 0,204 3,047 3,053 3,047 55,25 55,37 55,23 81,07 81,23 81,07 12,375 12,405 12,37 5,465 5,475 5,465 16,39 16,43 16,39 168,11 168,45 168,08 21,30 21,34 21,30 0,722 0,724 0,723 5,694 5,706 5,694 62,17 62,29 62.15 48,95 49,05 48,95 11,25 11,27 11,25 63,81 63,93 63,79 80 61 80,77 80,71 33,99 34.05 33,99 10,375 10,395 10,38 2,489 2,493 2,488 Banknoten. Serl>n,1.Dezember Gelt) ' Ar. 4600 n Ich die 3t ngegangen fiti m Spiele W nter auch grch auf die deH geantwortet £ en Brauch »x die Dlgmpifo Insten Dech. egerkampf jL der deutsch Annahmen IOn allen Qoiir aber mit einer >s 12 000 U -Ar. Wo Eisen. *«? Aftlj WfN ‘Sj “'nmlung^ |er, nur Zm.W m Umsatz ml die Suiftatffl fest, km au6) ing /feiner mr. ilij lebW' $'{ noottbeW^ Rapiere erMr? M 55 bis % M5 (58,65) 15 (214), Zell M toaren ep MlMSMW er. lommuna!: Ulfe lebhaft ferntt i Beträgen um. «Mingssche/m PM stellten nf. LME- gen Mchm tsnnlrihen M« ! Schweizer M , mit uncerM chmarkt- (Borbench ) l Lorauftneb: ll 393 » : 640 SchM^ 39 Uarl, «k. ärfen 23 * 36, W», allen mlfotli*. g.ti s !.Ä i'i fb*. n-2 ib* 61 i “ff 1? 0,5 55-j II, l!,j II, 1^8 58,11 55.Z 81-07 12,37 5,4g 16-g ieS,A 2b 0,723 5,6^ 62- 48, L Ä 10,86 1.» cj L Ä i,i Montag, 3. vezembeN934 llr. 282 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen) Vierlinge - seltener als das große Los! Aus der Provinzialhauptstadt 41 570 684 531 541 5 364 67 1 Advenissorgen der Hausfrau. Von Sännt? Maerz Die Wochen des Advents stellen an die Hausfrau in Stadt und Land große Anforderungen. Wenn wir Erwachsenen nicht selbst im Banne der Vorweihnachtsstimmung ständen, (belügen wir uns doch nicht selbst — es ist so!) die beschwingt und uns in eine gehobene Laune des Gebens und Beglückens versetzt, ich glaube, wir Frauen könnten's seelisch und körperlich gar nicht schaffen. Die Herren Gatten machen sich die Sache ja bedeutend leichter; sie meinen, mit ein paar Mark — die man hat, oder auch nicht hat! — ließe sich das alles machen. Gewiß, ohne einen Zuschuß kann man nichts unter den Christbaum legen und Millionen pflichtbewußter Männer beschneiden denn auch Monate zuvor ihre persönlichen Ansprüche, um für den weihnachtlichen Gabentisch etwas zu erübrigen. Das ist anerkennenswert, aber auch selbstverständlich in einer Zeit, wo das stark gekürzte Haushaltungsgeld der Frau keine Rücklage für Geschenkzwecke ermöglicht. Selbstverständlich ist aber auch, daß wir Frauen in diesen Wochen unser Aeußerstes an Kraft und Können hergeben, und uns mehr denn je in der Kunst üben, mit dem Wenigen etwas Schönes, etwas Beglückendes für groß und klein zu schaffen. Man glaube aber ja nicht, daß es die kinderlose Hausfrau in diesen Wochen leichter hätte; sehr oft ist gerade das Gegenteil der Fall. Es gibt in der Welt kein begehrteres, kein umfchmeichelteres Geschöpf als die „verheiratete Tante, die keine Kinder hat". Wenn in einer verarmten Familie die graue, abgehärmte Gestalt der materiellen Sorge selbst im Christenmonat nicht auf einige Tage weichen will, d. h. wenn sich für die Kinder und die oerdienstlosen Eltern kein Stern der Freude und des Beglückens zeigen will, auf die „gute Tante, die keine Kinder hat" wird im Stillen bis zum Abend der Bescherung fest gehofft — und fast nie vergebens! Oft handelt es sich nicht einmal um eine „richtige" Tante, sondern um eine liebe ^rau aus dem Bekannten- und Freundeskreise, die die Kinder aber „Tante" nennen, weil sie halt ebenfalls so lieb, ja mitunter noch lieber wie eine richtige Tante aus der Verwandtschaft ist. Also „Tante", dutzendfach „geliebte Tante" sind wir in diesen Wochen alle. Die eine kann es mehr sein, die andere weniger, das richtet sich leider ganz nach dem Geldbeutel. Schenken, Freude machen, wollen wir ja doch alle, dafür ist ja Weihnachten! — Aber was schenken? ... Zuvor noch eine andere Frage: ist das richtige 'Schenken denn wirklich so schwer? — Ja, es i st schwer-und bedarf vorheriger gründlicher Ueberlegung. Das Beschenken 5-ling) ergibt, mit x. Dann kann man für alle Zukunft voraussagen, daß ein „x-ling" einmal auf n x~* Gesamtgeburten kommt. (Also z. B. ein Vierling in Deutschland = Imal auf 8O3 = 80.80.80 = 512 000 Geburten.) Geteilte Meinungen über »Mehrlmge". Die Meinungen der Menschheit über die Mehrlinge waren im Laufe der Zeit und bei den einzelnen Völkern recht verschieden. Der römische Schriftsteller Seneca berichtet, daß z. B. die alten Aegypter die Geburt von Drillingen oder Vierlingen als großes Glück und günstiges Vorzeichen für die Geschicke ihres Landes betrachteten. Die meisten Naturvölker stehen allerdings auf dem entgegengesetzten Standpunkt und geben ihrer Ablehnung derartiger „Sonderfälle" auf oft sehr grausame Weise Ausdruck. Nicht selten werde die neugeborenen Mehrlinge getötet oder ausgesetzt, man verbannt und verflucht die Mutter, weil sich ein „böser Geist" in ihrem Körper niedergelassen hoben soll. Aus demselben Grund verbrennt man ihr Haus mit dem gesamten Inventar. Wesentlich harmloser sind die Dolksbräuche, die sich auch in Deutschland stellenweise bis heute als Ueberbleibsel alten Aberglaubens auf diesem Gebiete erhalten haben. Eine Schwangere soll z. B. nach dem Volksglauben keine zusammengewachsenen Früchte und Rüben essen, sie soll sich bei Tisch nicht „über Eck" setzen usw. llnd waee meint die Wissenschaft? Wahrheitsgemäß müssen wir seststellen, daß sich die modernen Wissenschaftler, vor ollem die Ent- wicklungs- und Erbforscher, über die Deutung dieser Naturgeschehnisse außerordentlich uneinig sind! Manche Gelehrte fassen die Fähigkeit, Mehrlinge zu gebären als eine Art „Atavismus", als ein Ueber- blcibsel aus der Tierwelt auf und begründen diese Ansicht mit zahlreichen anatomischen Untersuchungen. Tatsächlich sollen die Keimdrüsen der „vielgebärenden" Tiere und der menschlichen Mehrlingsmütter bisweilen eine gewisse Aehnlichkeit in ihrem „Einlinge", Zwillingsgeburten, Drillingsgeburten, Vierlinge, Fünfling. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit der Mehrfach-Geburten? — Geheimnisvolle Gesetzmäßigkeiten. 23 mi Dr. X Henning. mikroskopischen Aufbau besitzen. Aber biefe und die anderen Theorien sind stark umstritten; keine von ihnen hat sich bisher exakt beweisen lgssen. Zwillinge helfen der Wiffenfchast. Ein ganz anderes Problem der Mehrlingsgeburt ist der Mechanismus ihrer Entstehung; hierüber wissen wir nun heute wesentlich mehr. Bekanntlich unterscheidet man bereits bei den Zwillingen zwischen „eineiige n" und „z w e i e i - i g e n" Kindern. Während sich in den meisten Fällen zwei von Anfang an getrennte Eizellen zu zwei gleichzeitig heranreifenden Zwillingskindern entwickeln, kommt es manchmal vor, daß eine einzige Eizelle sich im Frühstadium ihrer Entwicklung in zwei oder mehrere Hälften teilt und daß aus diesen Teilstücken nun nicht etwa verstümmelte „Halbmen- schen", sondern kleinere, aber vollständig normale Zwillinge, Drillinge usw. werden. Länge Zeit hat man diese Entstehungsmäglichkeit überhaupt geleugnet — bis sie schließlich durch moderne Tierversuche einwandfrei bewiesen werden konnte. Das Merkwürdigste an solchen eineiigen Mehrlingen ist ihre außerordentliche A e h n l i ch k e i t, die selbst noch an den feinsten körperlichen und seelischen Einzelheiten zu erkennen ist. Ein amerikanischer Gelehrter hat sich die Mühe gemacht, die Fingerabdrücke — unser bestes Jdentifizierungsmittel — bei solchen Kindern genau zu vergleichen und hat dabei eine geradezu erstaunliche Ueberein st immun g festgestellt. In manchen Fällen waren die Fingerabdrücke sogar vollständig gleich! Die eineiigen Zwillinge zeigen auch sonst eine oft verblüffende Aehnlichkeit im Körperbau, im Aussehen, in der Handschrift usw. Damit aber werden sie zu einem der besten Beweise für die entscheidend wichtige Bedeutung der Erbanlagen. Es ließ sich zeigen, daß eineiige Zwillinge auch dann die gleichen Schicksale erlebten, zur gleichen Zeit erkrankten, daß kriminelle Zwillinge zur gleichen Zeit straffällig wurden — wenn ihre äußeren Lebensumstände auch vollständig verschieden voneinander waren. Die Z w i l l i n g s f o r s ch u n g ist jetzt zu einem der wichtigsten Aufgabengebiete der Vererbungswissenschaft geworden; im übrigen gibt es aber auch eineiige Drillinge, Vierlinge und Fünflinge, allerdings find derartige Fälle sehr selten. Die Erscheinung der Mehrlinge ist jedenfalls weit über alles Sensationelle hinaus, das den extremen Fällen dieser Art anhaftet, zu einem entscheidend wichtigen Faktor der modernen Wissenschaft vom Leben geworden. An diesen Verhältnissen hat sich auch später nichts wesentliches geändert. Die gesamten „M e h r - l ngsgeburten" betrugen z. B. in Preußen so- «nhl 1929 wie 1931 nur 2,4 v. H. der Neugebore- nm, Fünflinge waren darunter überhaupt nicht ver- t ten, dagegen tarnen 1929 einmal „rein weibliche" Herlinge in Hessen-Nassau, 1931 einmal „halb V. d halb gemischte" Vierlinge in Hannover vor. Die- |b Zahlenveryältnis bleibt im großen ganzen das Eriche, auch wenn man die übrigen statistisch er- ffiten Kulturvölker der Erde mit hinzunimmt. Man rchnet im ganzen, daß je ein Zwilling auf etwa 80, ei Drilling auf etwa 6400, ein Dierling auf etwa 50 000 Geourten kommt. Es ist also ganz erheblich r.chrscheinlicher, das Große Los zu gewinnen - diese Wahrscheinlichkeit beträgt z. B. bei der säch- s.Hen Lotterie 1:160 000 — als mit Vierlingen be- s-rnkt zu werden. Ein Fünfling schließlich kommt irlter 50 Millionen Geburten nur einmal vor! Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß hier ganz g e - mäßige Naturvorgänge vovliegen müssen, die laenbroie in der Eigenart des menschlichen Orga- uiimus begründet sind. Die Wissenschaftler haben fb nun bemüht, mit Hilfe einer allgemein gültigen Formel auszurechnen, wie oft überhaupt Zwil- li'Ne, Vierlinge usw. zu erwarten sind. Die oben »"dergegebene Statistik zeigt nun seltsamerweise Muschel. „Nein, Herr Oberst, solange bie 10. flirrpanie auf bem Bauche liegt, liegt auch Ober- hihiant Z. auf bem Bauche." Er lachte. Die 10. ftrapanie war Briqadereserve, weit hinten im Tale. Nun begann ber Apparat wie närrisch zu klin- Seln. „Herr Oberleutnant, Sie greifen an. Herr Oberleutnant, ich stelle Sie vor das Kriegsgericht!" „Geben Sie die Drahtschere her!" sagte Oberleutnant Z. Die Ordonnanz starrte ihn an. „Wird's bald!" Der Telephondraht knackte. „Z., Oberleutnant!" In der Nacht nahm die Kompanie Oberleutnant Z. bie italienische Stellung mit brei Mann Verlust. * Vor Gorlice würbe ein Leutnant eines Berliner Garberegiments zu einem österreichischen Infanterieregiment abbefohlen, um bort weiter Dienst zu tun. Das Regiment lag knapp vor einem Angriff auf freiem Felde, ohne Graben und Unterstand, in knöcheltiefem Morast. Gegen Abend hatte überdies Reaen eingesetzt. Kalter Wind schauerte durch die Soldaten. Durch dies Höllenwetter schritt der Leutnant. Als er die Schützenlinie erreichte, fragte er sich, geduckt wegen der Nähe der feindlichen Stellungen, über die von Zeit zu Zeit Leuchtraketen aufgeisterten, bis zu der Kompanie vor, der er zugeteilt war. Seine norddeutsche Aussprache verstanden die Soldaten in Dunkelheit, Wind und Regen nur schwer, aber sie hoben ihm das Haupt doch freudig entgegen, denn schon damals ging das Wort durch die österreichische Front, daß kein Vormarsch glücke, bei dem sich die deutschen Korporale nicht zeigten. So stand er nach kurzem, jämmerlich durchnäßt, vor einem Mann, der auf dem Boden lag und mit einer Uhr in der Hand zu den Russen hinüberstarrte, dem Hauptmann der Kompanie, der auf die Sekunde des Angriffs wartete, die unmittelbar bevorstand. Der Leutnant nahm Haltung, legte die Hand an den Helm und meldete gehorsamst seine Einteilung in die 10. Kompanie. Der Hauptmann, von Lehm überzogen, reckte ihm die Hand entgegen, zeigte einladend auf die schlammige Erde unb meinte, währenb in seinen Worten bie Höflichkeit ganz Oesterreichs mitschwang: „Servus, servus! Bitte nimm Platz. Ich kann bir leiber nichts aufwarten!" Es bauerte eine kleine Weile ehe ber Leutnant sein militärisches Gleichgewicht roieber gefunben hatte, aber ba lief er schon neben bem Hauptmann ben russischen Stellungen entgegen. ♦ Der Führer einer Sturmkompanie, Oberleutnant F., hatte befehlsgemäß eine italienische Stellung im Hanbstreich überfallen, aufgerollt unb Gefangene gemacht, bie sein Kommanbo aushorchen wollte, da brach plötzlich, noch ehe er und seine Leute den Graben verlassen hatten, ein vernichtendes, außerordentlich gut aezieltes Artilleriefeuer über den Trupp. Ohne recht zu überlegen, packte den Oberleutnant mitten im Heulen und Splittern die Gewißheit, daß dies Feuer durch jemanden geleitet werde, der sich noch in der eroberten Stellung befand. Er rannte, den Dolch in der Hand, von Unterstand zu Unterstand, um den Artilleriebeobachter zu entdecken. Er kam dabei in ein Felsloch, zu dem tiefe Treppen führten, stürzte hinein und sah einen italienischen Offizier im roten Lichte einer Petroleumlampe vor dem Periskop sitzen, ein Telephon vor dem Munde, in der Hand den Revolver... Der Sturmoffizier wurde nach wenigen Augenblicken von seiner Mannschaft gefunden. Er lag ohnmächtig in blutiger Umarmung mit dem gleichfalls besinnungslosen Italiener. Die Jäger trugen beide in die eigenen Stellungen zurück. Die Sanitätswagen konnten an diese Stellung leicht heranfahren, so daß die beiden verwundeten Offiziere schon einige Stunden später sorgfältig verbunden in einen Lazarettzug gelegt wurden. Der Zufall wollte es, daß keiner von ihnen das Be- wußtsein bis dahin wieder erlangte. Der Zug fuhr schon Bozen zu, als Oberleutnant F. erwachte und sich staunend im Bette wiederfand, in einem Zuge, der ihn aus der Betäubung geschaukelt hatte. Er bog sich über die Kante des Bettes und sah unter sich, in einem zweiten Bette, einen Mann, der die Augen offen hielt und dem er eben noch in furchtbarem Sturm der Granaten an die Gurgel gesprungen war. Die Krankenwärter hörten einen Sturz und Schrei. Sie liefen herbei und fanden die beiden Gegner wie Tiere ineinander veroissen. Es braucht nicht mitgeteilt zu werden, daß sich Oberleutnant F. ganz wenige Augenblicke später bei dem italienischen Hauptmann S. mit etwas chwacher, aber doch sehr höflicher Stimme ent- chuldiate. Die beiden Herren stehen heute noch in reundschaftlichem Briefverkehr. Schlechte Zeiten für die Stadtmusikanten. Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. war den Stadtpfeifern und ihren Künsten weit weniger geneigt als seinen „langen Kerls". In Mylius' Corous Constitutionum Marchicarum findet sich „de dato Berlin, den 7. Martini 1720" ein „Edikt wegen des von den Musicanten und Spielleuten bey der Accis- Gaffe zu erlegenden Nahrungsgeldes". Denn König Friedrich Wilhelm I. hatte sich „aus besonderen Ursachen allergnädigst entschlossen, alle und jede sowohl in Städten als auf dem platten Lande woh- ber Erwachsenen, einschließlich der Dienstboten macht weniger Sorge; da kauft man etwas Praktisches (Kleidungsstück) ober etwas für Geist unb Seele (schönes Buch) ober für ben Gaumen (Süßigkeiten, Zigarren usw.) Bei ben Kinbern ist es schon schwieriger, ba will bie Hausfrau manches selbst anfertigen, unb hier bürbet sie sich gewöhnlich zuviel Arbeit auf. Wer es machen kann, ber kaufe sich fertige Gegenstänbe unb verbringe nicht Tage und halbe Nächte mit Hanbarbeiten zu, bie gewöhnlich auch nicht viel billiger kommen. Anbers, wenn man etwas Gebrauchtes schenken unb es zuvor erst gut auffrischen muß, sagen wir z. B. Puppen ober aller- hanb Papp- unb Holzspiele usw., bie man bei einigem Geschick mittels Neueinkleibung unb Malkunststücke roieber wie neu machen kann. Gebrauchtes Spielzeug in nicht mehr ganz reinem Zustand nimmt ein gut erzogenes Kind mit Unbank auf. Mit vier Jahren bekam ich von einer richtigen Tante eine nicht mehr neue aber schön unb reinlich angezogene Puppe geschenkt; ich hatte sie am liebsten, weil sie ein schwerverletztes Beinchen hatte und meine Mutter zu mir sagte, bas „Kinbchen" fei bie Treppe heruntergefallen unb hätte sich arg verletzt; ich müßte es jetzt gut pflegen, bamit es ja roieber gefunb werbe.Ach, wie oft habe bas Bein gewaschen, bie Wunbe gesalbt unb nerbunben unb habet stets auf ihre beweglichen Augen geschaut, ob ich ihr auch ja nicht wehe tue! Die Nachbarsbuben meines Alters waren natürlich alle „Aerzte" und sie mußten kommen unb sie behanbeln, manchmal ftanb ein Dutzend Kinder, bie Mäbels selbstverstänb- lich in Krankenschwestertracht, um bie arme Kranke, bie wir unsagbare bemitleibeten. Dieselbe Puppe lag bei meiner Perheiratung zuoberst im Wäscheschrank — von meiner nun schon längst in Gott ruhenben Mutter als Ueberraschung gebacht. Ein anberes Beispiel: eine mit uns gut befreun« bete Bäuerin sanbte mir für Anfertigung bes Weihnachtsgebäcks Butter, Eier unb Honig, und schrieb, ich möchte ihr etwa um denselben Wert Spielsachen für ihre sechs Kinder senden. Unter anderem legte ich für den fünfjährigen Ernst ein wunderschönes, bebildertes Kubusfpiel und für den zweijährigen Maxle ein halbes Dutzend Holztierchen (Schafe, Kühe, Zieaen, Pferde), die ein paar Pfennige kosteten, bei. Als ich acht Tage später, zu Neujahr, zur Bäuerin hinaus aufs Land kam, spielte der beinahe schulpflichtige Ernst selig versunken mit ben Holztierchen, währenb ber ^a£te (noch im Rock) mit ben bereits schwer befähigten Kubusklötzchen in ber Stube bauernb nach ben Katzen warf. — Nun war ich um eine wertvolle Erfahrung reicher.-- Die Bauersfrauen beschenken, ob zu Nikolaus ober zu Weihnachten, erfahrungsgemäß ihre Kinber vernünftiger; selten sieht man ein Lanbkinb, bas mit seinem Spielzeug nichts anzufangen weiß. Nach meinen Erfahrungen lohnt sich, baß sich gegebenen« falls bie Frau in der Stadt mit der Landfrau vorher genau verständigt, was sie sich gegenseitig für ihre Kinder sowohl an Spielzeug, wie an Kleidungsstücken schenken wollen, damit ihnen Enttäuschungen, ähnlich der meinigen, erspart bleiben. Das Alter bes Kinbes ist in erster Linie zu berücksichtigen unb barauf zu sehen, baß sich mit bem Spielzeug möglichst vielerlei (Baukasten aller Art usw.) anfangen läßt, baß man also Sachen schenkt, bie zerlegt unb immer roieber anbers zusammengesetzt werben können, woburch bie Phantasie und ber kinbliche Tätigkeitstrieb bauernb angeregt und befriedigt werden. Nicht weniger zu berücksichtigen ist bie Umgebungswelt bes Kinbes. Das Lanbkind beschäftigt sich mit anberen Dingen als bas gleichaltrige Stabtkind, wenn auch ihr Verstaub und ihre Phantasie gleich stark entwickelt sein sollten. Wer diese Tatsache nicht beachtet, begeht beim Schenken schwere Fehlgriffe. Noch eine Frage: Soll man Kinder mit zum Spielwareneinkauf nehmen? — Nein, unb nochmals nein!! Stellt ein Kleinkind einmal mitten in einen Spielwarenladen, entweder wird es maßlos begehrlich unb unbescheiben, ober es verliert infolge ber allzuvielen unb hoher ermübenben Einbrücke jebes Interesse. Wer in einem «Spiel- nende Musicanten unb Spielleute, wie sie auch Nahmen haben mögen, unb ohne Unterschieb ber Instrumente, auf ein gewisses Nahruudsgeld setzen zu lassen". Sie müssen „jebesmahl ba sie auf Hochzeiten, Kinbtauffen, Ehrenmahlen, Gelagen, und zum Tantz ober sonsten zur Lustbarkeit mit ber Music aufwarten wollen, zuvor von her Accise- Casse jeher Stabt einen gestempelten Zettel, her nur einen Tag gültig ist, nach ben vom Commis sario loci gesetzten unb Uns allergnäbigst appor- bierten Taxe lösen, ehe aber mit ber Music sich nicht hören lassen, ober in Entstehung besten bas erste Mahl in 6 Thlr. Strafe verfallen seyn, unb bas zweyte Mahl mit ber Music weiter aufzuwarten ihnen gäntzlich untersaget unb verbuchen seyn soll". Diese Steuer belief sich in einem Falle, wie wir aus einer Eingabe ersehen, bei einem Einkommen von 570 Talern auf 30 Taler, b. h. über 5 v. H. Aber nur eine Klasse ber Musikanten, bie Stabt- Pfeifer, waren zu dieser Abgabe verpflichtet. Die „Concerts de Musique“ vornehmerer Künstler und bie niebere Biermusik „in ben Schenken ber ©labte ober in ben aus ben Städten oder Aemtern verlegten SchanckfKrügen in Dörfern" waren von ber Zahlung bes „Nahrungs-Gelbes" befreit. Da bie wirtschaftliche Lage ber ©tabtpfeifer dei ber Nüchternheit unb Sparsamkeit Friebrich Wilhelms I. schon an sich nicht bejonbers günstig war, so mußten bie „Cultores" ber „Music" sich „mit Sorgen ber Nahrung" quälen; wir können banach auch nicht annehmen, daß damals die Musik „floriren konnte. Hochschulnochnchten. Professor Dr. Gustav Aubin, Ordinarius für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität Halle, wurde in gleicher Eigenschaft an die Universität Göttingen versetzt. Der ao. Professor Dr. Girndt an der Universität Frankfurt ist zum Ordinarius für Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf ernannt worden. Der ao. Professor Dr. Gerhardt Fricke an der Universität Berlin ist zum ordentlichen Dro- feffor für deutsche Literaturgeschichte an der Universität Kiel ernannt worden. Privatdozent Dr. W. T r o i t s ch an der Universität Rostock hat einen Ruf auf ben Lehrstuhl für Staats- unb Derwaltunasrecht als Nachfolger von Professor Dr. Wolgast in Rostock erhalten. Warengeschäft zuerst sein Kind fragen mutz: „Was willst du jetzt am liebsten?", der kennt weder die Seele des Kindes im allgemeinen, noch den erzieherischen Zweck des Schenkens. ,Lch kenne Neigung und Charakter meines Kindes und weiß, was eine Phantasie anregt und weiter entwickelt!", o müssen die Erwachsenen reden können, wenn ie ihre Kleinen erfreuen wollen. Aber man chleppe die Kleinkinder nicht durch die Geschäfte und vor die Schaufenster, sondern spare ihre Schaulust, ihre Neugier und Erwartung für die Bescherung auf, dann werden sie in der bescheidensten strohgefüllten Stoffpuppe eine brillante Märchen- fee, in dem grob gezimmerten Güterwagen auf Holzrädern einen schnittigen, rasenden Orientexpreß erblicken, kurz, ihre ungestörte Phantasie wird Raum und den Höhenflug gewinnen zu den schönsten Dingen ihres Lebens. Ein neues Weihnachtsspielauü alterZeit Krippenfpiel-Aufführung der Frauenorlsgruppe des VDA. Gießen. Im Saale des Katholischen Vereinshauses fand sich am gestrigen Sonntagabend eine große Gemeinde in schönster Adventstimmung zusammen. Die Frauenortsgruppe des VDA., die sich schon in vergangenen Jahren durch die Aufführungen weihnachtlicher Spiele viele Freunde geworben hat, brachte aud) diesmal wieder ein Krippenspiel (nach Motiven eines alten Weihnachtsspieles aus dem Jahre 1740) zur Aufführung, das für die Frauengruppe, wie für die Darsteller zu einem vollen Erfolg wurde. Frau Eger, die Führerin der Frauengruppe des VDA. Gießen, hielt eingangs eine kurze Ansprache, der folgendes entnommen fei: Die Frauenortsgruppe wolle mit der Aufführung des Weih- nachtsfpieles urdeutsches Volkstum wieder zu Worte kommen lassen. Wir spürten aus solchen Spielen immer wieder den Zauber und den poetischen Reiz, der in der Weihnachtsgeschichte begründet liege. Die Veranstaltung trage aber auch anderen Sinn: alle, die gekommen seien, das Spiel zu sehen, trügen dazu bei, den in schwerer wirtschaftlicher und kultureller Not stehenden Deutschen im Auslande zu helfen. Der VDA. arbeite schon seit Jahrzehnten in volkspolitischer Mission für die Betreuung der schwer um die Erhaltung ihres Deutschtums im Ausland kämpfenden Volksgenossen. Diese Arbeit sei dem VDA. auch durch den Führer und Reichskanzler zur großen Aufgabe geworden. Reichsinnenminister h r i ck habe bei der Pfingsttagung in Mainz gesagt, daß jeder deutsche Reichsbürger sich dessen bewußt sein solle, daß er nicht nur Staatsbürger, sondern auch Volksgenosse ist, der Verpflichtungen dem ganzen Volke gegenüber auf sich zu nehmen habe. Wenn im Reiche niemand hungern und frieren solle, so sei dies ebenso zu wünschen für die Volksgenossen jenseits der Grenzen, die neben ihrer materiellen Not auch viel kulturelle Not zu tragen haben. Sie seien in Dauernder Sorge um Schule und Kirche, um die Sprache, um die Seele ihrer Kinder. Und doch gelte es, jene deutschen Vorposten in der Welt zu halten. Leider wüßten allzu viele unserer Volksgenossen im Reiche nichts davon. Viele kennen noch nicht die Tätigkeit des VDA. Der Staat müsse an den Grenzen Halt machen, der VDA. könne über die Grenzen greifen. Er könne die im Kampfe Zermürbten aufrichten, ihnen seettsch und körperlich helfen. Dazu müßten sich aber noch viel mehr Hände anbieten, 3u helfen. Hilfe für die Volksgenossen außerhalb der Grenze fei Arbeit am Wohle unseres ganzen Volkes und Vaterlandes. Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache gelangte das Krippenspiel zur Aufführung. In feierlichem Aufzug kamen alle die großen und kleinen Darsteller in den Saal. Die Engel des Spieles trugen lange flackernde Kerzen, die weichen Schimmer verbreiteten. Ein schöner Dorspruch, der den Sinn des Spieles kennzeichnete, ging der Handlung voraus. Dann folgten die einzelnen Szenen, die uns allen vertraut sind, die aber hier in lebendiger Darstellung, getragen von einer beschwingten, feinen, altertümlichen Sprache, zu reinem Erlebnis Tag ber„nalionafen SolidarM"im Kreis Gießen TNchl nur jedes Haus, jede Familie opfert an diesem Tage für das größte soziale Hilfswerk aller Zeiten, sondern jeder Volksgenosse erfüllt seine Pflicht und opfert für das Vttnterhilfswerk. Zeder muh eine der großartigen Veranstaltungen und Kundgebungen des Tages der nationalen Solidarität besuchen. Die ganze Welt soll erfahren, daß Deutschland ein Volk und ein Wille geworden ist. Line Arbeitsleistung für das WHW. ist Ehrendienst am deutschen Volk und Vaterland. Es sammeln an diesem Tage im Bereich der Stadt Gießen: 1. Sämtliche HJ.-Führer vom bestätigten Scharführer an aufwärts. 2. Sämtliche BD7N.-Führerinnen von der Schar- führerin an aufwärts. 3. Sämtliche ordentliche Aniversitätsprofesforen, der Rektor, der Senat der Universität, sowie alle Führer der Studentenschaft. 4. Sämtliche Regierungsräte, Oberregierungsräte, Amtsgerichtsräte, Landgerichtsräte. 5. Der Oberbürgermeister, Bürgermeister, die Direktoren der städtischen Werke. 6. Sämtliche Schulleiter, Rektoren, Direktoren staatlicher Schulen. 7. Sämtliche Künstler und der Intendant des Stadttheaters. 8. Sämtliche Führer des RS.-Arbeitsdienstes Gießen vom Truppführer an aufwärts. 9. Sämtliche SA.-Führer vom bestätigten Scharführer an aufwärts. 10. Sämtliche SS.-Führer vom bestätigten Rottenführer an aufwärts. 11. Sämtliche hoheitsträger der PO„ sämtliche Amtsleiter, Abteilungsleiter unb Unterabteilungsleiter der Kreisleitung, sämtliche Amtsleiter der Gießener Ortsgruppen. Der erste Appell all dieser Sammler findet am Mittwoch, 5. Dezember, um 20.30 Uhr, im Lass Leib statt. Die Sammler haben sich ferner am Samstag, 8. Dezember, in der Zeit von 15 bis 23 Uhr restlos zur Verfügung zu stellen. Diese Zeit ist von jeglicher anderer Verpflichtung frei zu halten. Heil Hitler! 3.23.: Schmelz, KreispropaganLaleiter. wurden. Da erfuhr man die Verkündigung der Maria in klarem Zwiegespräch zwischen dem Engel Gabriel und Maria, belauschte die Hirten, die auf dem Felde von ihren wundersamen Träumen und Erscheinungen erzählten, hörte das feierliche, freudige „Gloria in excelsis deo" des Chores der Engel, und freute sich über die einfache Bereitwilligkeit der Hirten zu schlichter Gabe für das Jesuskind. In weiteren Szenen sah man Maria und Josef in herzlicher Bescheidenheit vor dem Wirt, den sie um Nachtquartier baten, vor der hartherzigen Wirtin, die ihnen die Türe wies, so daß sie schließlich im Stalle Unterkunft finden mußten. Zu schönen Bildern gestaltete sich dann die Anbetung der Hirten und der drei Könige aus dem Morgenlande, mit der das Spiel seinen glücklichen Abschluß sand. Dem in schönen Reimen gesprochenen Wort geselle sich vielfach das Lied zu, im Chor gesungen oder von Einzelstimmen, und verlieh dem Spiel den feierlichen Charakter. Manches schöne alte Weihnachts- lieo wurde lebendig, wurde in die Erinnerung der Zuhörer zurückgerufen. Für die Aufführung des Spieles hatten sich viele Kinder aus den Gießener Schulen zur Verfügung gestellt. Sie waren alle mit großer Begeisterung bei der Sache. Um die musikalische Ausgestaltung des Spieles bemühten sich in glücklichster Weise einige Schülerinnen der Studienanstalt. Die Aufführung des Weihnachtsspieles war für alle, die sich dazu eingefunden hatten, insbesondere aber für die vielen Kinder, eine Stunde der Erbauung und Erhebung. Schurärztliche Ueberwachung der Schulkinder. Der Hessische Stcratsminister macht in einem Ausschreiben bekannt, daß die schulärztliche Ueber- wachung der Schulkinder auf keine Schwierigkeiten mehr stoßen dürste, foa nunmehr alle Kreisarzkstellen wieder besetzt sind. Es wird daher auch an den Orten, an denen Schuluntersuchungen bisher nicht stattgefunden haben, alsbald das Erforderliche veranlaßt. Deutsche Arbeitsfront. RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Bastler, aufgemerkt! Vorn 9. bis 14. Dezember veranstaltet die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eine Bastelaus- stellung im Hause der.DAF. Alle Arbeitskameraden, Die sich mit Arbeiten an der Ausstellung beteiligen, werden gebeten, die Gegenstände bis zum Mittwoch, 5. Dezember, auf der Geschäftsstelle der NSG. „Kraft durch Freude", Schanzenstrahe 18, abzuliefern. Pfundsammlung der Ortsgruppe Gießen-Mitte. Arn Mittwoch, 5. Dezember, wird im Bereich der Ortsgruppe Mitte die zweite Pfundsammlung dieses Winters durchgeführt. Wir richten an alle Volksgenossen der Ortsgruppe die Bitte, angesichts des bevorstehenden schönsten deutschen Festes ihre Spenden recht reichlicy zu bemessen. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen ab 9 Uhr bereitzuhalten und den Inhalt durch Aufschrift auf die Umhüllung kenntlich zu machen. Die Abholung erfolgt durch die NS.-Frauenschaft; für jede Spende wird eine Quittung erteilt. Festnahme eines gemeinen Betrügers. Die Kriminalpolizei st elleGießen teilt uns mit: Am 27. November wurde bei der Kriminalpolizei- stelle Gießen Anzeige erstattet, daß .ein etwa 30 bis 35 Jahre alter Mann, der sich als Beauftragter des Winterhilfswerks ausgegeben habe, bei einer älteren Witwe unter allerlei Vorspiegelungen, u. a. es würden ihr Kohlen, Briketts, Holz oder Kartoffeln im Gesamtgewicht von 10 Zentnern zustehen, vorgesprochen habe. Wunschgemäß würde sie beliefert werden. Die Frau, die den Angaben Glauben schenkte, teilte dem angeblichen Beauftragten ihre Wünsche mit. Nachdem er Notiz davon genommen hatte, erklärte der Unbekannte, daß für Transport der Ware und sonstige Unkosten ein gewisser Betrag zu entrichten sei, den er sofort kassieren müsse. Als der Unbekannte mit dem erhaltenen Betrage weg war, kamen der Frau Bedenken, woraus Anzeige erfolgte. Noch am gleichen Tage wurden weitere Anzeigen gegen den Unbekannten erstattet. Die folgenden Tage ging es ebenso. Gestern gegen Abend konnte der Betrüger festgenommen werden. Es handelt sich um den Alfred Berlit, geboren am 16. März 1909 zu Schlawe, angeblich zuletzt in Wetzlar unangemeldet wohnhaft. Dem Betrüger sind jeweils Beträge von 4 bis 11 Mark in die Hände gefallen. Die Tat ist besonders verwerflich, da B e r l i t zum größten Teil arme, alleinstehende Witwen um die Beträge gebracht hat. Berlit wurde dem Amtsgericht zugeführt. Personen, die geschädigt wurden ober bei denen der TRer w,. folglos vorgesprochen hat und noch keine Anzeigen, erstattet haben, werden ersucht, bei der Krimimll« polizeistelle, Zimmer 62, vorzusprechen. Daten für Montag, 3. Dezember. 1818: der Hygieniker Max von Pettenkofer in Lich, tenheim geboren (gestorben 1901); — 1857: der bauer Christian Daniel Rauch in Dresden gestorben (geboren 1777); — 1888: der UniDerfitätsmetnanifor Karl Zeiß, Gründer der Zeiß-Werke in Jena a-, storben. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Ort» gruppe Gießen-Süd, 20.30 Uhr, Studentenheim öffentlicher Schulungsabend; Redner Pg. Ewald über „Brennende deutsche Wirtschaftsfragen". _ Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30 Uhr, Lieoigshöhe Mitgliederavpell; Redner: Dr. Röder. — Lich,.' spielhaus, Bahnhofstraße, „Marie Luise". — Goethe, bunb, Gießen, 20 Uhr, Neue Aula der Universität Vortrag über „Der Abstimmungskampf an bei Saar". — Turmhaus am Brand, 16 bis 18 U(jr Weihnachtsausstellung der Reichskammer der bi/.' denden Künste, Gruppe Gießen. — Katholisch, Dereinshaus, 20 Uhr, Tanzabend von Maja v-., Rabenau. — Deutsche Bau- und Siedlungsg, meinschaft, 20 Uhr, Hotel Viktoria, Mitglieder- uni Jnteressentenversammlung. ♦ ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Gleisausbesserungsarbeiten am Straßenüber. gang S ch i s f e n b e r g e r Weg wird dies« Uebergang vorn 3. bis 8. Dezember für jeglichen Fährverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Gnauthstraße, Ludwigstraße, Riegelpfad, Aulweg. ** Saarkinder fahren wieder heim. Nach sechswöchigem Erholungsaufenthalt werden am kommenden Mittwoch 320 im Kreise Gießen untefgebrachte Saarkinder vom Gießener Bahnhvs aus wieder in ihre Heimat zurückkehren. Die Ab. fahrt der Kinder von Gießen erfolgt um 9.56 Uhr. ** ßeibesübungen im Dienste der Rasfenpflege." lieber dieses Thema spricht am heutiaen Montag um 17.30 Uhr der höchste mebi- zinische Beamte Deutschlands, Ministerialdirektor Dr. G ü 11 vom Reichsministerium des Innern, über den Deutschlandsender. ** Unfälle. Der Soldat E.Naumann wurde am Samstagnachmittag von einem Wagen überfahren und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz mit einer schweren Beinoer- letzung der Klinik zugeführt werden. — Der 14 Jahre alte Hans Hölters, Frankfurter Straßes wohnhaft, kam am Samstagnachmittag so ungliitf- lich ßu Fall, daß er einen Unterarmbruch erlitt und der ärztlichen Behandlung zugeführt werden muhte. Oberhessen. 7!SLD. Kreis Schotten. Am nächsten Freitag, 7. Dezember, finöet In 1)« Turnhalle zu Schotten eine Kreis-Lehrertagung jiaü. Die Tagung beginnt um 13 Uhr. Landkreis Gießen. -r- Harbach, 1. Dez. Gestern fand hier ein Werbeabend für das Winterhilfswerk statt. Die Veranstaltung war in erster Linie für die Mitglieder der Frauenschaft bestimmt, jedoch waren auch die übrigen Einwohner des Dorfes herzlich eingeladen worden. So erschien denn auch der größte Teil der hiesigen Einwohnerschaft in dem mit Girlanden, Blumen, Tannengrün und Fahne/i prachtvoll ausgeschmückten Parteilokal Herzberg. Die Versammlung wurde von der Ortsfrauenschasir» leiterin eröffnet. Sie gedachte in ihren einleitenden Worten unserer nun bald wieder mit dem Mutterland vereinigten Saar und ließ anschließend die erste Strophe des Saarliedes fingen. Dann erteilte sie dem Redner des Abends, stellvertr. Kreisleiter Hopfenmüller, das Wort. Dieser sprach ausführlich über den Sinn und Zweck des Winerhilfs- werks. Noch feien 2,5 Millionen Volksgenossen N Willis iim 600. Roman von Rainer Helden. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Was Friedrich aber weit mehr bekümmerte, war der geistige Zustand, der sich in all diesem aus« prägte. Wo war die Eva van Koster, die mit glänzenden Augen zuhörte, wenn er mit dem Vater die wissenschaftlichen Dinge besprach? Jene Eva, die den lauten Lärm und die äußerlichen Vergnügungen Londons stets abgelehnt hatte? Die ihr Glück und ihr Genügen fand in einem guten Gespräch, einem guten Konzert, schöner Musik und Der Freude an der Natur? Naturfreude hieß bei Eva jetzt nur noch das Dahinrasen in immer schnelleren Autos, Hetzjagden zu Pferde, Motorboot-Konkurrenzen, Segeljachten, wobei es immer nur darauf ankam, die schönste Jacht zu haben und den ersten Preis zu erzielen. Forderte er sie einmal auf, mit ihm einen Spaziergang durch die liebliche Umgebung von Berley Castle zu machen oder einen Ausflug hinaus die Themse aufwärts, dorthin, wo idyllische kleine Dörfchen lagen, so lehnte sie ab. „Was sollen wir dort?" sagte sie dann und zuckte abfällig die Schultern. „Dort ist ja nichts los. Dort ist ja niemand von der Gesellschaft." Die „Gesellschaft" war für Eva plötzlich ein Götze geworden, den man anbetete. Ihm opferte sie mit immer neuen Kleidern, mit immer neuen Vergnügungen. Um der Gesellschaft willen wurde ihr Haus zu einer Art Hotel, in dem immer neue Menschen kommen und gehen. Menschen, die auch keine anderen Interessen zu haben scheinen als Kleider, Sport, Geld und Klatsch. Friedrich Borgloh war verzweifelt. Er mit seinem Sinn für die feineren Genüsse des Lebens litt tief unter der Oberflächlichkeit feiner Frau. Er hatte es mit allen Mitteln versucht, Eva wieder zu dem zurückzuführen, was sie früher gewesen. Ihm als Arzt war ja nicht unbekannt, daß gerade in den Jahren zwischen vierzehn und siebzehn sich die Menschen entscheidend wandeln konnten. Aber es wollte und ging ihm nicht in den Sinn, daß Eva sich von einem tief fühlenden, geistig strebenden, Kind zu einer äußerlichen, herzenskalten Weltdame entwickelt haben sollte. Jedenfalls — seine Ehe war genau das Gegenteil von dem, was er sich einst in den einsamen Nächten drüben in dem fremden Erdteil erträumt hatte, was er zu finden geglaubt, als Eva in der kleinen, romantischen Dorfkirche von Berley Castle chre Hand in die seine gelegt. Gerade erst war es wieder beim Frühstück zu einer unerquicklichen Szene gekommen. Eva wollte durchaus mit einer größeren Gesellschaft nach Schluß der Londoner Saison im Juli für mehrere Wochen hinauf nach Schottland reisen. Der junge Lord Brendford hatte eine größere Anzahl Personen zur Lachsfischerei auf sein schottisches Besitztum eingeladen. Eva hatte angenommen, ohne ihren Mann vorder zu befragen. Heute beim Frühstück hatte er es so beiläufig erfahren. Zuerst hatte er heftig auffahren wollen. Aber dann hatte er sich bezwungen. Eva war die Tochter feines väterlichen Freundes, von dem er nur Gutes erfahren. Sie war die Frau, die er sich gewählt. An ihm war es, sie so zu formen, wie er es sich erträumt. Er wollte nicht schroff und hart fein. Er wollte sie überzeugen von dem, was er für richtig hielt, aber nicht zwingen. So hatte er denn so ruhig wie möglich gesagt: „Du weißt, liebes Kind, daß es mir unmöglich ist, im September auf längere Zeit von London fortzugehen. Wir haben den internationalen Kongreß der Aerzte für Tropenkrankheiten im Oktober hier. Ich bin hervorragend an den Vorbereitungen für diese Tagung beteiligt. Außerdem habe ich noch sehr viel zu tun, wenn ich meinen großen Vortrag richtig vorbereiten will. Es ist also unmöglich, daß wir so lange nach Schottland gehen. Es wird mir schon schwer, im Juli mit dir für vier Wochen zu verreisen. Aber das habe ich dir versprochen, das will ich halten. Damit muß es dann bis zum Winter genug fein." Da hatte Eva heftig erwidert: „Genug! Immer genug! Vier Wochen! Es ist geradezu lächerlich. Alle meine Freundinnen reifen, sowie die Saison hier vorüber ist, und kommen erst zum Winter wieder. Die ganze gute Gesellschaft Englands kennt das nicht anders." „Du mußt es dir abgewöhnen, Eva, dein Vorbild immer nur in dem zu sehen, was die sogenannte „gute Gesellschaft" tut. Wir sind Menschen für uns und müssen uns nach unfern eigenen Gesetzen richten." Mit blitzenden Augen hatte Eva erwidert: „Das will ich' aber nicht. Das mag bei euch Deutschen gelten. Aber für uns ist die gute Gesellschaft immer noch das Vorbild. Im übrigen — wenn du nicht mitkommen willst, bleibe doch ruhig in London. Dann reife ich eben allein nach Schottland." Friedrich hatte verletzt erwidern wollen, als sie dies „das mag bei euch Deutschen so sein" in scharfer und verletzender Form gesagt. Aber als sie nun Damit drohte, allein nach Schottland zu fahren, erschrak er. Dieser junge Lord Brendford war ihm nie sympathisch gewesen. Ein ziemlich oberflächlicher Mensch, der glaubte, mit feinem Reichtum und feinem hübschen Gesicht die ganze Welt erobern zu können. Er hatte keinen besonders guten Ruf in der Londoner Gesellschaft. Verschieden« Affären mit Frauen waren von ihm bekannt. Er hatte sich in der letzten Zeit Eva sehr ausfallend genähert. Und Eva mit ihrer unersättlichen Neigung zu Flirt und Bewunderung hatte ihn nicht so zurückgewiesen, wie Friedrick Borgloh es von seiner Frau gewünscht und gehofft. Wenn auch Eva mit vielen anderen Gästen zusammen für die Herbstsaison nach Schloß Brendford Castle geladen war — sie war doch damit nickt unter dem Schutze ihres Mannes. Unmöglich, daß sie dieser Einladung folgte. So hatte Friedrich das Gespräch mit den Worten beendet: „Nun, du bist heute in schlechter Stimmung, kleine Eva. Wir wollen uns die Sache gegenseitig nicht schwer machen — wir reden später noch einmal davon." Damit war er gegangen. Denn er wußte: wenn Eva ihre Eigensinnsmiene aufsetzte, war nichts mit ihr zu beginnen. 4. Kapite 1. So saß er jetzt vor seinem Schreibtisch und dachte nach, wie er Eva von dem Gedanken der Reise nach Brendford Castle abbringen konnte. Er mußte sie mit irgend etwas versöhnen. Irgend etwas Schönes mußte er sich ausdenken, womit er ihr eine Freude machen konnte. Ach, er war ja gern bereit, immer wieder alles zum Guten zu lenken, den peinlichen Szenen durch ein freundliches Wort den Stachel zu nehmen. Er wünschte ja nichts als Frieden und Ruhe im Haus. Warum machte Eva ihm das alles so furchtbar schwer? Und warum war sie so ganz anders geworden, als sie zu werden versprochen? Er hörte Schritte draußen. Kam sie noch einmal? Würde sie ihm ein freundliches Wort sagen? Aber nein, da klappte schon die Haustür. Kurz darauf hörte er unten das Auto fortfahren. Sie war gegangen, vermutlich zu irgendeinem ihrer Bridge- Vormittage oder hinaus zum Golf. Sie lebte ja fast den ganzen Tag außer dem Hause. Aber das sollte und mußte anders werden. Er mußte sie zu sich zurückführen und zu einer wirklich harmonischen Ehe. Wenn er doch wüßte, womit er ihr eine Freude machen könnte! Hatte sie nicht neulich erst darüber geklagt, daß sie zu wenig Schmuck besäße? „Mein Vater", hatte sie gesagt, „hat nie gelitten, daß ich Schmuck trage. Und so habe ich tatsächlich nur einige, allerdings sehr gute Imitationen. Aber ich möchte gern noch ein paar schöne Armbänder haben. Schmuck ist doch jetzt die große Mode. Jetzt nach dem Ablauf des Trauerjahres könnte man ja endlich wieder einmal etwas von Luxus zeigen." Er hatte etwas fpöttig gelächelt. Als ob Eva es nicht verstanden hätte, trotz der Halbtrauer, die sie noch trug, ihren Reichtum zur Schau zu tra- genl Freilich, mit Schmuck war ße noch (parjam gewesen, vermutlich eben, weil sie keinen ent« sprechenden besaß. Nun, so wollte er ihr als 23er» söhnungsgeschenk zunächst einmal einen schöm Armreif kaufen. Und zwar wollte er ihn gern» nach dem Muster des französischen Armreifs • fertigen lassen, den er neulich bei ihr auf ton Toilettentisch gesehen. Der Gedanke, Eva mit einem schönen Schm^ stück eine freudige Ueberraschung zu bereiten, machte ihn sofort froher. Er wollte die Angelegen« heit nicht aufschieben. Rasch legte er feine Bücher und Schriftstücke zusammen und ging in Eva- Toilettenzimmer. Es lag noch in der Unordnung, in der Eva es verlassen. Die Zofe räumte im Nebenzimmer auf. Auf dem Toilettentisch zwischen silberbeschlagenen Flaschen, Bürsten, zwischen Puderdosen und Schminktöpfchen stand eine kleine Schatulle. Er kannte sie. Er hatte sie Eva selbst als Geschenk mitgebracht. Es war indische Arbeit. Sandelholz mit schönen Einlagen aus Elfenbein und Halbedelsteinen. Da pflegte Eva ihren Schmuck aufzu« bewahren. Tatsächlich lag auch auf dem mattblauen Samt des Kästchens innen obenauf jener Armreif, den er dem Juwelier als Modell für ein echte- Brillantarmband zeigen wollte. Er nahm es herau- und legte es in feine Brieftasche. Dann machte er sich fertig, um zu dem Juwelier Samers in Die Regent-Street zu fahren. $mei Stunden später kam Friedrich BorflM bleich und mit vollkommen fassungslosem GesiV aus dem Laden des Juweliers heraus. Ohne von dem lebhaften, eleganten Treiben dieser reichen Geschäftsstraße etwas zu sehen, M er langsam vorwärts. Seine Augen blickten als sähen sie etwas, was mit der Wirklichkeit nwP zu tun hatte. Ein paarmal stieß er an Menschs an, die unfreiwillig aufsahen. Dann murmelle e eine Entschuldigung und ging weiter. Wie lange er so gegangen war, wußte er kaiM Auch wohin er seine Schritte gelenkt, hatte er m wachem Bewußtsein nicht in sich ausgenomms Er war nun an Knights Bridge angelanat lich hörte er seinen Namen rufen. Er fuhr J feinen dumpfen Gedanken auf und sah in 0 lachende Gesicht Eduard Mac Leans. „Hallo, Borgloh — was ist denn mit Rennen Ihre besten Freunde über den Haustn bemerken es nicht einmal. Ich freue mich, S'e derzufehen. Wie geht es Ihnen? Aber wie M Sie denn aus?" Der fröhliche Ausdruck im Gesicht Mac Aons wich einer gewissen Besorgnis. Was war mir d loh? War er krank? Hatte er Kummer? Aer hatte das gleichgültig beherrschte Gesicht 1 sympathischen deutschen Gelehrten fo verano (Fortsetzung folgt y Die Ennnerungsfeier der ehemaligen222er evem starken Mit einem Die Hauptseier Reichsbund Volkstum und Heimat: Heimatabend len Worten, ins- :B. (Stahlhelm) vi - Redner des Generalfeld- wir 222er auch zu euch euch zusammen „Deutschalles!" Auf Wiedersehen Ein Blümlein über'm Grab mir pflegt: Blüh' Deutschland über'm Grabe mein, Jung, stark und schön als Heldenhain! linnen. Dann kommen MBtödd) und singen mit MirJO, Deutschland, über ÄM in Neunkirchen!" bei« Geber der des an- üsrreichte. Der Abend war im übrigen mit froher litterhaltung und mit einem kleinen Preisschießen a einem Zimmer-Schießstand ausgefüllt. machte ihnen dieses Wiedersehen zu inneren Erleben. Der Auftakt eil sn M r illte imal eim w oollte er P ! fischen Armreif h bei ihr w Hntoj Zur Erinnerung an die zwanzigste Wiederkehr der läge, an denen das ehemalige Reserve-Infanterie« Regiment 222 zum ersten Male in das große Front« rieben des Weltkrieges eingriff, trafen sich die Ka« geraden der Freien Vereinigung ehema« !iger Angehöriger des R.J.R. 222 am Samstag und am gestrigen Sonntag zur einer E r« imnerungsfeier in Gießen. Die alten jrimeraden verlebten bei diesem Treffen wiederum, rie schon bei den früheren gleichartigen Zusammen- ran!jurter& chmittag so ir. farmbruch eil: fuhrt werben r en. Schotten. ember, finbel is-LehrertaM hr. Öen. fern N (W ei in/^ilsswei - frjm Lime \ütl tant, sebvch w: les Dvchr tyn tn benn auch oiinerW in grün unb $ (total herzbi vüchauensit l ü)ten einfefc ir mit dem Mr tmfflitßtiiJ igen. ertr. -Uoertr. MIA Dieser forad) att ei des ®inei# m MWofse/i' alten Kameraden ehrten die gefallenen Brüder durch Erheben von den Sitzen und Verharren in einer Minute stillen Gedenkens, während die Musik oCin 222ern verehrten, im Jahre 1931 verstorbenen Lanmandeurs Oberstleutnant von Rotsmann, den jyjjptrebner ber Feier Universitätsprofessor Dr. jj rnesfer - Gießen, bie Vertreter ber Presse, di Kameraden aus Frankfurt, Worms, Offenbach, Ei ttin usw., ganz besonders aber die Kameraben aus len Saarland (lebhafte Zustimmung). Zu den Käme« tuen von der Saar gewandt sagte er u. a.: „Diese Fr er möge euch beweisen, wie eng verbunden wir im mit euch fühlen, und wie wir den Augenblick h^beisehnen, in dem ihr wieder mit eurer alten hnmat vereinigt werdet. Wir danken euch, daß ih weder Zeit, noch Geld, noch Mühe gescheut dcii't, um zu uns zu kommen. Haltet Disziplin, beißt ll Zähne zusammen, laßt euch durch keine Provo- hroon aus der Ruhe bringen. Die Tage bis zum 13 Januar 1935 gehen auch noch vorüber. Ihr eiiit ja als alte Soldaten, was Selbstbeherrschung tn’i Disziplin heißt. )0ie Augen von ganz Deutschland sind auf euch gerichtet, alle Herzen fühlen mit euch. ' !ti*r auch diese schweren Stunden gehen vorüber, 3i es kommt wieder einmal die Zeit, wo ihr im ' neisn Saarland alte, gute Soldatenlieder singen limt, ohne daß die Fremdlinge euch etwas anhahen m rQÖenii I ®‘8 Wirt entber für' Wfab & fieber? Aufenthalt c 2 Kreise t Siebener ruckkehren. W um ^Lienstr! ? 5 Thema fprit der höG. ' Ministerin irium des 5- I Baumann?, em Wagen i genSanitatsici er. rin bet Uh' *451 'd ’j'lt ft Q| Mitglje^^ hätten. Pg. Hopfenmüller streifte während seiner Ausführungen die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Lage und würdigte eingehend die Verdienste des Führers um den Aufbau des Dritten Reiches. Seine Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die Ortsstauenschaftsleiterin dankte dem Redner für feine trefflichen Ausführungen und schloß die Versammlung auf die übliche Weise. sterrüßte die Kameraden mit herzliche Andere als Vertreter des NSDF!^ . , , , Scmerab Oberstleutnant a. D. L o p p e, als öer« Irrer bes Kriegeroereins Kamerab Landgerichtsrat 2 mpert, als Vertreter ber Arbeitsgemeinschaft ir Gießener Militär- unb Regimentsvereine Ka- m™ab Kaufmann Müller, ferner Kapitänleut- ! nc.it a. D. von Rotsmann, ben Sohn des von Eine große Anzahl von Heimatfreunben fanb sich am Samstag im Cafö Leib zu einem Heimatabend ein, ber vom Ortsring Gießen bes Reichs« bunbes Volkstum unb Heimat veranstaltet worben war unb ber für alle, bie baran teilnehmen konnten, ein feines Erlebnis würbe. Ein sinnvoller Vorspruch unb zwei schöne altdeutsche Volkslieber („All meine Gebauten" unb „Wach auf, mein Hort"), vom Bauerschen Gesangverein unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Pros. Dr. Temesvary untabeiig gesungen, leiteten ben Abend in glücklichster Weise ein. Der KreisringführerGeorgHeß-Leihgestem hielt die Begrüßungsansprache. Es sei eine große Freude, so viele Teilnehmer au diesem Heimatabend begrüßen zu können. Es sei daran das große Interesse zu erkennen, das in Gießen der Sache des Reichsbundes Volkstum unb Heimat entgegengebracht werde. Dank gebühre aber besonders Herrn Dr. Wichel, dem Orksringführer, der in unermüdlicher Arbeit den Orksring Gießen zu einer Gröhe von 800 Mitgliedern geführt habe, so daß er vorbildlich in der Landschaft Rheinfranken, Hessen-Rossau geworden sei. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich bej Kreisringführer mit ber gesamten Organisation bes Reichsbunbes. Der Heimatgebanke solle, das sei das große Ziel, an alle Volksgenossen heran- getragen werden. Sprache, Lied, Tanz und Feiertagsgestaltung nach Art der Väter sollten erhalten bleiben und lebendig gepflegt werden. Mit einem kurzen Gedenken an die deutschen Brüder von der zwanglosen kamerabschaftlichen Bei- fanmenfein am Samstaaabenb im Stammlokal „.um Anbres" wurde bie Feier eingeleitet. Der Lei- tr der 222er • Vereinigung Kamerad Bankbirektor Üriehbauer (Gießen) begrüßte bie Kameraden ntt einer kurzen Ansprache, besonderen Gruß entbot ei dem Vertreter ber Vereinigung ehemaliger RJR. 2ti, Kamerad Regierungsrat Dr. Krüger. Dieser ü$rmittelte die kameradschaftlichen Grüße seiner Vreiniaung, in deren Auftrag er ben alten 222ern en Wander-Schießpreis als Kameradengeschenk toijas. Äodann ließ er an dem geistigen Auge ber frneraben noch einmal die Ereignisse der letzten gsanzia Jahre vorüberziehen. Er betonte dabei, die 2!2ir hätten draußen im Feld ihre Schuldigkeit m, in treuer Kameradschaft und Volksoerbunben- |ill im Schützengraben und in offener Feldschlacht h beigetragen, daß Deutschland vor dem Schrek- km'des Krieges im eigenen Lande bewahrt wurde. Dr 222er hatten auch gleich nach dem Kriege in ieiser Volksverbundenheit bis auf den heutigen zusammengehalten. ^enn unsre herrliche, unvergeßliche Armee, auf- d’baut auf attpreußische Disziplin, geführt von lilännern wie Hindenburg unb Ludenborff, r cht ihre Schuldigkeit getan hätte, wäre der Mbau eines neuen Reiches unmöglich gewesen. Sei 222er hätten gelobt, auch im neuen Reich als ck Soldaten ihre Pflicht zu tun, soweit dies in Brcn Kräften stehe und soweit ihnen dazu Gelegen- büi gegeben werde. Die meisten von ihnen hätten sh:t>em Stahlhelm, der SS. und SA. angeschlossen ujb sich in die neue Kampffront eingereiht. Die ate'i 222er hätten immer wieder betont, daß unser lilirlanb nur bann roieber gesunben könne, wenn i bi wahren Solbatentugenben, Unterorbnung, Uchtgefühl unb Vaterlanbsliebe unserem Volk : iib-namentlid) unserer Jugenb eingeimpft würben. । @it sei Dank, baß unser Heer bieses Erziehungs- i ®r! in die Hand genommen habe. Dir Redner wies bann darauf hin, daß damals I In Felde unsere Jugend, bie dieser militärischen cbeitslos, die unter allen Umständen unterstützt Derben müßten. Auch sonst fei noch sehr viel Not |n linbern. Es gelte, ben Willen des Führers, I inen Deutschen hungern unb frieren zu lassen, in te Tat umzusetzen. Nur berjenige, ber früher selbst -<--- —k s-- :u dieses Buch zuzumachen. Und wie kommt das? Die Bibel ist ein Buch, das aus dem Leben herausgenommen ist, und im Leben geht es nicht gerade zimperlich zu. Die Bibel ist das klarste Spiegelbild des Menschen, das ihm immer wieder sagt: Freund, so bist du! Aber sie zeigt uns auch, was aus diesem sündigen Menschen durch Gottes Kraft und seinen Ohne Christus fährst du zur Hölle, hast du keine Kraft und keine Freude in deinem Leben. Wir gehen Weihnachten entgegen. Lassen wir uns von Weihnachten predigen: Duran ist erschienen die Liebe Gottes, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, Hotel Schüft Morgen n*° Dienstag: WAMLDW1EIBIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus demTier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktateln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes. Ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bie- ten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens, fedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischemOanzleinenb., Gr.: 20 x26cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. 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