Nr. 258 Erstes Blatt 184. Jahrgang Samstag, 3. November 1934 Erschein: täglich, außer ♦sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat es Präsidenten ber Regierungskommission bes Saargebiets, wie es heißt, „jebe aufrührerische Betätigung ber nationalsozialistischen Organisationen Die Nachrichten von französischen Truppenkonzen- rrationen an ber Westgrenze bes Saargebiets haben m Deutschlanb Helle Empörung ausgelöst, aber auch darüber hinaus die Weltöffentlichkeit, soweit sie sich ? in gesundes Rechtsempfinden und ein Gefühl für »ie bem Weltfrieden brohenben Gefahren bewahrt Uat, in große Erregung versetzt. Das ist in Paris nicht ohne Wirkung geblieben. Man hat begriffen, »aß ein Schritt, ber überall als Schlag gegen bie Freiheit ber Abstimmung empfunben werben muß, ßch schlecht mit so vagen Gerüchten von brohenben Hutschen rechtfertigen läßt. Die französische Politik foat sich deshalb auf den von ihr in solchen Fällen immer bevorzugten Weg juristischer Begründungen begeben. Paris erklärt also, „selbstverstand- lidi" denke man nicht im entferntesten daran, auf i iqene Faust ins Saargebiet einzumarschieren, vielmehr werde Frankreich sich glücklich schätzen, wenn ; twa im Saargebiet ausbrechende Unruhen von ben )lOrt befindlichen Polizeikräften unterdrückt werden könnten. Sollte indessen dies nicht gelingen unb ber Uräsident ber Regierungskommission um Hilfe er- Indien — daß der famofe S)err Knox sich s-Ibstv-r- Itfänblid) an das uneigennützige Frankreich wenden Dirb, gilt in Paris als ausgemacht, bann erft und mur in diesem Falle würbe Frankreich „sich ntcpt leinen internationalen Verpflichtungen entziehen . Man muß die Weitsicht bewundern, mit ber bie vanwsische Politik Vorsorge trifft unb würbe es sicherlich warm begrüßen, wenn Frankreich mit gleichem Bedacht unb gleichem Eifer auch anderen feierlich übernommenen Verpflichtungen, wie z. -o. : , >. , rr. , m.j.1 n»Amnion ifromho Tninnpn im Vnnno no: Abstimmungsergebnis interessierten Macht besetzt sei, tarnen damals die Vereinbarungen über den französischen Bahnschutz im Saargebiet zustande, dem nach der Zurückziehung der im Saargebiet stehenden französischen Truppen die strategische Sicherung der durch das Saargebiet lausenden Etappenlinie ber französischen Rheinarmee zufiel. I.930 mit der Räumung de r Rh ei nlande auch :™"y^ye^'Ianb unter dem Schutz' der französischen dieser Bahnschutz aus dem Saargebiet osch Generäle landfremde Abenteurer und pflichtver- al ° -9era^U -9rh°tesf'„TruÄes, ehrloses Gesindel ihren separatistischen heute sich auf eine Vereinbarung k^uf , Mummenschanz treiben konnten und unter den mals begrenzten strategischen Bedürfnissen^ ent- y bes französischen Militärs friedliche deutsche ^rang. Sie widersprach damals schon de Bürger und pflichttreue deutsche Polizeibeamte von Bestimmungen des Versailler Vertrages, Separatistenhordcn bestialisch ermordet wurden, Saargebiet aus chließl.ch der Obhut des Volker- ^para^ - saargebiet unter dem Schutz bunöcs unterstellten, rote viel mehr Heu , französischer Bajonette eine herrliche Zeit anbrechen irgendwelche strategische Grunde, die außerhalb des unb ©6^01^^ deren Schreckens- Saargebiets liegen nicht mehr vorhanden sind. Der Wr um gr friebIiebePnbe deutsche Bevölkerung Volkerbundsrat hat ,a auch der seit 1930 gänzlich d Mchasl oie f i ; « schon Deutschland und Frankreich sei ein reines Trugbild, ja sogar ein Verbrechen gegen das französische Volk. Entweder behalte Frankreich die Ueberlegenheit der Streitkräfte, die die Verträge ihm hätten zuerkennen wollen, oder Deutschland werde Ueberlegenheit besitzen und das würde Frqnk- reich in eine fürchterliche Lage versetzen, deren Ausgang niemand voraussehen könne. Man müsse sich übrigens fragen, ob Deutschland diese Ueberlegenheit vielleickt nicht schon erreicht habe. Die Stärke des einen ergebe sich vor allem aus der Schwäche des anderen. Ein uneiniges Volk sei eine leichte Beute für den Nachbarn, der ihm seine Reichtümer und seinen Wohlstand nicht gönne. Der Abg. G e l l i 6 , der den Bericht über die Landesverteidigung erstattete, stellte dann gänzlich unsinnige Behauptungen über die gegenwärtige Stärke des deutschen Heeres auf und phantasierte in der üblichen Weise über die ungeheure Zahl „h a l b m i l i ä r i - scher Truppen", die angeblich in Deutschland vorhanden sein sollen. Die Märchen, die Gellte auftischte, dienten natürlich nur als Vorwand 3ur Begründung weitgehender französischer Aufrüstungsforderungen. So verlangte Gelliö die Aufstellung eines Berufsheeres von lOOOOOMann, das außer dem Volksheer gehalten werden müsse. Diesem Berufsheer würde vor allem die B esetzung der G r e n z b e f e st i g u n g s w e r k e zufallen. Nur dann könne man sich mit der Beibehaltung der einjährigen Dienstzeit begnügen. Veunruhjgung im Saargebiet. Saarbrücken,^ Nov. (DNB.) Zu der französischen Saarbedrohung schreibt die „ S a a r - Zeitung" u. a.: Frankreich legt anscheinend Wert darauf, wieder einmal der Störenfried Europas zu werden. Es sitzt neben dem Pulverfaß und hat die Lunte in der Hand. Wehe, wenn der Funke überspringt. Dreimal wehe aber denen, die die A n st i f t e r einer derartigen Tat sind, die den Frieden nicht achten, Verträge brechen und über eine ruhige Bevölkerung grundlos Erbitterung, Unruhe und Elend bringen. Die Nachrichten aus Paris sind geeignet, g r ö ß t e Beunruhigung auszulösen. Den französischen Verlautbarungen ist nur der Sinn einer unverhohlenen Forderung beizumessen, einer Forderung uns gegenüber, ein Ansporn für die status-quo-ßeute. Das ist aber ein unzulässiger Beeinslussunas- versuch der bevorstehenden Abstimmung. — Das „Saarbrücker Abendblatt" weist darauf hin, daß die französische Bedrohung nur eine Folge der von separatistischer Seite geflissentlich verbreiteten Gerüchte über bevorstehende Unruhen im Saargebiet ist. In Wahrheit herrschte 15 Jahre hindurch bei dem aufs äußerste provozierten Saarvolk eine bewundernswerte Disziplin. — In der „Saarbrücker Landeszeitung" heißt es: Wollen die französischen Militärs um jeden Preis einen Husarenstreich im Saargebiet unternehmen und soll die Volksabstimmung am 13. Januar unter dem „Schutze" der französischen Bajonette vor sich gehen? Die Saarbevölkerung ist friedliebend. Das hat sie in hohem Maße während der ganzen Zeit der Fremdherrschaft immer bewiesen. Und von der treudeutschen Saar- bevölkerung mit einem Putsch zu rechnen, daran zu glauben kann nur denen überlassen bleiben, denen ein Putsch überhaupt einzig gelegen käme: Den Separatisten aller Sorten. — Die „Deutsche Front" schreibt: Man droht mit einem Einmarsch ins Saargebiet, weil man weiß, daß Deutschland niemals dagegen marschieren kann und weil Deutschland noch immer die Zielscheibe des internationalen Hasses ist. Man möchte marschieren und sucht einen Anhaltspunkt. Ein tatsächlicher Grund besteht nicht. An der Saar herrscht absolut Rübe und Ordnung. Die Freiheit der geheimen Abstimmung ist tatsächlich gerantiert. Sie könnte öffentlich fein, und sie würde nicht anders ausfallen, wie sie am 13. Januar ausfallen wird: Für Deutschland! Und weil man das weiß, und weil das so ist, sucht man sie unter die Spitzen der französischen Bajonette zu drücken, obwohl das das Abstimmungsergebnis nicht im geringsten beeinflussen könnte. Kommunisten entweihen katholische Vereinshäuser. Saarbrücken, 2. Nov. (DNB.) In letzter Zeit Und mehrfach katholische Vereinshäuser an verschiedenen Orten des Saargebietes auf Grund der bekannten Saalverordnuna für Kundgebungen der marxistisch-fepa- rati st ischen Einheitsfront beschlagnahmt worden. Diese Maßnahmen haben in den katholischen Kreisen der Bevölkerung lebhafte Erbitterung hervorgerufen. Der letzte Vorfall spielte sich im Katholischen Vereinshaus von S a a r- b r ü ck e n - B u r b a ch ab. Auf ihr, wie überall, blieb die wohlbegründete Verwahrung des zuständigen Pfarramtes unbeachtet. Unmittelbar neben der katholischen Pfarrkirche, in der zur gleichen Zeit zahlreiche Andächtige versammelt waren, erklang aus dem Volkshause die gröh- lende Musik der kommuni st ischen Weltrevolution. Wie leicht es möglich gewesen wäre, den Katholiken diese Zumutung zu ersparen, ergibt sich aus der Tatsache, daß die Versammlung außerordentlich schwach besucht war und ein großer Teil des Saales und seiner Nebenräume leer blieb. Abgesehen davon haben im ganzen Saal nur 900 Personen Platz, während die kommunistische Arbeiterzeitung triumphierend behauptete, es seien 2500 „Freiheitskämpfer" anwesend gewesen. Die pflicht des Völkerbundes. Eine italienische Stimme zum Saarkonflikt Rom, 2. Nov. (DNB.) Tevere schreibt: Wie kommt es, daß der französisch-deutsche Streit um die Saar zu einem europäischen Problem geworden ist? Es kommt daher, daß die französische Diplomatie und Propaganda es verstanden haben, die Saarfrage hinzuft eilen, alseineFragenach Frieden oder Krieg für einen ganzen Kontinent, in dem sie wie üblich die französischen und europäischen Interessen vermengten, eine Eigenschaft, die für die französische Mentalität charakteristisch ist. So kommt es, daß am Vorabend einer Abstimmung, die feststellen soll, ob die Saar- kohle deutsch oder französisch sein soll, d. h. ob die deutsche Wirtschaft oder die französische einen Vorzug besitzen soll, ganz Europa sich einer tragischen Alternative gegenübergestellt sieht, die man geradezu d e n Waffen anvertrauen will. Der Völkerbund hat die Pflicht, die Ordnung an der Saar auf» rechtzueichalten und die unparteiische Abwickelung der Abstimmung zu garantieren. Wenn er materielle Kräfte notig hätte, um sein Prestige aufrechtzuerhak- ten, so könnte er sich n i ch t auf ei nee i n 3 i g e Nation stützen und noch dazu nicht auf eine direkt interessierte. Da der Völkerbund keine eigene Polizei besitzt, müßte er an die Soor im Falle des Bedarfes internationale und vollkommen neutrale Kräfte entsenden. Ein Auftrag an Frankreich wäre geradezu skandalös. Ministerpräsident Göring gegen Preissteigerungen. Berlin, 2. Nov. (DNB.) Der preußische Ministerpräsident hat folgenden Erlaß an die Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und Polizeipräsidenten gerichtet: In Verfolg der vom Führer gestern abgehaltenen Besprechung mit den Reichsstatthal- fern ordne ich an: „Die Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und Polizeipräsidenten haben in Fällen von Preis- ft eigerungen, die nichtoffiziell von Staats- stellen genehmigt sind, besonders bei Preissteigerungen auf Lebensrnittel, unverzüglich und in schärf ft er Form einzugreifen. Bereits vorbeugend sind Versuche solcher Preissteigerungen zu unterbinden. Die Lebensmittelpreise sind lau- Wie werden die Aenderungen aussehen? Paris, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Ministerrat am Samstag soll die Einigung der Kabinettsmitglieder über die Verfassungsreform bringen. Er wird von der Morgenpresse auf Grund der gestrigen Vorberatungen als aussichtsvosil beurteilt. Die Stimmung geht dahin: Der politische Waffenstillstand sei nicht abgebrochen, er sei bloß schwer erschüttert. Nach dem Kabinettsrat vom Freitag hat Staatsminister Her- r i o t noch bis in die Nacht mit den radikalsozialistischen Regierungsmitgliedern verhandelt. Nach Mitternacht erklärte er kurz: „Wir haben über die Vorlage gesprochen, die am Samstag hoffentlich vom Ministerrat angenommen werden wird. Ich beurteile die Lage optimistisch." Das „Journal" will den Wortlaut der Verfassungsreform, wie sie Ministerpräsident Doumergue vorschlage, angeben können. Sie lautet danach: 1. Zum Anfang des Artikels 6 des Verfaffungs- gefetzes vom 25. Februar 1875 folgenden Absatz einzufügen: „Die Zahl der Minister darf 2 0 nicht über ft eigen einschließlich des Ministerpräsidenten, der neben seinem Amt kein Ministerium verwaltet. 2. Den ersten Absatz des Artikels 5 des Verfassungsgesetzes vom 25. Februar 1875 durch folgende Bestimmungen zu ersetzen: „Der Präsident der Die politische Lage im Orient hat sich seit dem Ende des Weltkrieges in einer Weise entwickelt, die den englischen Interessen durchaus abträglich ist. Die großen Gegenspieler Sowjetrußland und Japan haben ihre Positionen in Asien und Afrika sehr verbessern können. Auch der italienische und f r a n z ö s i - s ch e Imperialismus machten sich in verstärktem Maße bemerkbar. Dazu kam der durch den großen Krieg geförderte Selbstständigkeitsdrang der eingeborenen Völker, die den Streit der Großmächte geschickt benutzten, um von fremden Einflüssen unabhängige Nationalstaaten zu begründen. So befreite sich Persien mehr und mehr von der englisch-russischen Vorherrschaft und suchte in freien Vereinbarungen mit der Türkei und der Sowjetunion seine internationale Stellung zu verbessern, so vermehrte Ibn Saud sein großes Araberreich in wenigen Jahren um ein Vielfaches. Der Hauptleidtragende an dieser Entwicklung war in jedem Falle Großbritannien, für das die einwandfreie Sicherung des See- und Luftweges nach Indien und Australien eine Frage auf Leben und Tod ist. So mußte man in London alle Kräfte darauf verwenden, die Flankendrohung gegen das Empire dadurch abzuschwächen, daß man die noch vorhandenen Machtpositionen nach Möglichkeit verstärkte und ausbaute. Zu diesen Stützpunkten der britischen Weltherrschaft gehört in erster Linie Aegypten. Die ägyptische Krise, die jetzt wieder ausgebrochen ist und bei der es um die Beseitigung oder Beibehaltung der gegenwärtigen Regierung geht, ist eine Dauerkrise. Sie besteht seit zwei Menschenaltern und wird solange fortbauern, wie der nationale Eigenwille der eingeborenen Bevölkerung mit den militärischpolitischen Interessen des englischen Imperiums in Widerspruch steht. Don ihren Ansprüchen aber wird keine der beiden Parteien jemals abgehen können, ohne sich selbst aufzugeben. Für die B e r l i n, 2. Nov. (DNB.) Am Montag kommender Woche beginnt in Berlin der große Rundfunkprozeß „Magnus und Genossen". Es ist Anklage erhoben worden gegen den früheren Rechtsanwalt Dr. Kurt Magnus, den Staatssekretär a. D. und früheren Reichsrundsunkkommissar Dr. Hans Bredow, den früheren Rundfunkintendanten Dr. med. Hans Flesch, der zunächst in Frankfurt a. M. und dann in Berlin Rundfunkintendant war, den Rechtsanwalt Hans Otto, den Kaufmann Dr. Fritz Kohl, Mirag-Leipziq; Dr. Erwin Jaeger (Fall Leipzig); den Schriftsteller Ernst Hart (Köln); den Direktor Paul Korte (Köln); den Schriftsteller und Intendanten Fritz Bischof (Breslau). Bischof ist amnestiert worden, weil eine höhere Strafe als sechs Monate bei ihm nicht zu erwarten war; den Bankdirektor Emil Z o r e k (Breslau) und den früheren Rechtsanwalt Dr. Dr. Erich F r e y, der sich zur Zeit im Auslande befindet und dem Parteiverrat an dem Schriftsteller Scyarnke zur Last gelegt wird. Wegen der Abwesenheit dieses Angeklagten ist das Verfahren gegen ihn vorläufig eingestellt worden. Bei diesem Prozeß ist wesentlich, daß die örtlichen Sendegesellschaften seinerzeit als reine Privat- send zu überwachen. Ich mache auch darauf aufmerksam, daß ich nicht dulden werde, daß in irgendeiner Form versucht wird, durch künst - lich herbeigeführte Warenknappheit höhere Preise zu erzielen. Nachdem die meisten Le- bensmittelpreise geregelt sind, besteht auch für den Handel keinerlei Anlaß, irg end e i n R i - j i t o einzukalkulieren, um dadurch zu höheren Prei- sen zu gelangen. In einer Zeit, da alle Opfer bringen sollen und gerade die werktätige Bevölkerung bereits ihre Opferwilligkeit für den Neuaufbau des Vaterlandes bewiesen hat, ist es ein Ve rb r e ch e n, wenn von einzelnen Seiten versucht wird, den privatkapitalistischen Profit über das allgemeine Volks- wohl zu stellen. Die Strafe hierfür kann gar nicht scharf genug bemessen sein. Ich hoffe und erwarte, daß bet schärfster Beobachtung der Pretsentwick- hing und der Versorgungslage seitens der Behörden keine irgendwie geartete Ueberteue* rung vorkommen kann. Sollte sich trotzdem irgendwo eine Verteuerung bemerkbar machen, so ist mir persönlich darüber umgehend telegraphisch zu berichten, damit ich in der Lage bin, selbst ein- zuschreiten. Es geht jetzt nicht um den Profit einzelner, sondern um das Wohl aller, insonderheit um das Wohl der schwer arbeitenden und nicht begüterten Volksgenossen. Der preußische Ministerpräsident (gez.) Göring. Republik kann die Abgeordnetenkamme r vor Ablauf ihrer gesetzmäßigen Amtszeit auflösen. Im Laufe des er st en Jahres dieser Amtszeit kann die Auflösung nur auf Grund eines entsprechenden Gutachtens des Senats ausgesprochen werden. In dem darauffolgenden Jahre kann der Präsident der Republik die Kammer ohne entsprechendes Gutachten des Senats auflösen." 3. Artikel 4 des Verfassunqsgesehes vom 25. Fe- bruar 1875 durch folgende Bestimmungen zu ergänzen: „Der Staat sichert den Beamten die Festigkeit ihrer Anstellung und berufliche Garantien. Jede ungerechtfertigte ober verabredete Einstellung des Dien st es zieht den Bruch des Bandes nach sich, das sie mit dem Staat verbindet." 4. Artikel 8 des Grundgesetzes vom 25. Februar 1875 durch folgende Bestimmungen zu ergänzen: „Abgesehen von den Vorschlägen Der Regierung ist kein Ausgabevoranschlag annehmbar, wenn nicht vorher beide Kammern einen Vorschlag über eine entsprechende Einnahme angenommen haben. Wenn der Haushalt eines Jahres von den beiden Kammern nicht vor dem 1. Januar des betreffenden Jahres verabschiedet worden ist, kann der Präsident der Republik durch eine im Staatsrat beschlossene Verordnung den Haushaltsplan des vorausgegangenen Haushaltsjahres ganz ober teilweise verlanget n." Englänber ist die Beherrschung des Suezkanals eine unbebingte Voraussetzung für ben Fortbestanb ihres Kolonialreiches, für bie Aegypter ist bie wahre Unabhängigkeit ber uralte Traum völkischer Sehnsucht. Es kann sich also bei ben Versuchen, bie innen- unb außenpolitische Krise zu überroinben, niemals um eine radikale Aende- rung des bestehenden Zustandes handeln, sondern nur darum, die Gegensätze zu mildern und bie Krise erträglich zu machen. Die Besetzung Aegyptens durch britische Truppen datiert seit dem Jahre 1882. Die englische Schutzherrschaft würbe bamals als Gegengewicht gegen bas Osmanische Reich gar nicht so unangenehm empfunben, aber mit ber türkischen Niederlage im Weltkriege schlug auch bie Stimmung gegen Englanb um. Dem äcwptischen Volke entstaub in Saab Zaglvul ein Führer, ber bie nationalen Energien in unerhörtem Maße wachrief unb sich in ber Wafb - Partei eine Bewegung schuf, bie bie Englänber zu äußerster Vorsicht zwang. Das Ergebnis war bie Erklärung ber ägyptischen Unabhängigkeit am 16. März 1922, die zwar zunächst eine gewisse Beruhigung zur Folge hatte, im übrigen aber an den Machtbefugnissen ber Englänber nicht bas Geringste änberte. Es blieb bie britische Besatzung unb Polizei, es blieb ber britische Oberkommis - (ar unb es blieben bie sogenannten „Kapitula - t i o n e n", bie ben auswärtigen Mächten bas Recht geben, eine eigene Konsulargerichtsbarkeit in Aegypten aufrecht zu erhalten. Gerabe bie letzte Bestimmung, zu deren Beseitigung sich Deutschland schon bereit erklärt hat, wurde von ben Aegyptern stets als besonders entehrend empfunden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sich bie Engländer über kurz ober lang bazu bereitfinben werben, bie Abschaffung ber Kapitulationen vorzunehmen, um so bie innerpolitische Krise Aegyptens wenigstens in einem wichtigen Punkte zu beenben. gesellschaften gegründet wurden. Die Ueberwachung dieser Unternehmungen erfolgte durch das Reichsministerium des Innern und zwar durch bie sog. Kulturbeiräte und Ueberwachungsausschüsse. Lediglich die technische Einrichtung wurde damals dem Rundfunk von der Reichspost zur Verfügung gestellt. 1925 wurden die örtlichen Sendegesellschaften der Reichsrundfunkgesellschaft zusammengefaßt, deren Geschäftsführer Dr. Kurt Magnus und der frühere (nichtangeklagte) Ministerialrat Gieisecke waren. Die Reichsrundfunkgefellschaft hatte die Aktien- majorität bei allen deutschen Rundfunkgefellschasten. 1926 wurde ber Rundfunkkommissar des Reichspost- ministers Dr. Bredow in fein Am eingeführt. Dieser Rundfunkprozeß ist durch den Selbstmord des Geschäftsführers der Funkdienst G. m. b. H. (so hieß der Verlag der Zeitschrift für die „Funkstunde") Knö pske, im September 1933 ins Rollen gekommen. Bei einer Haussuchung bei ber Reichs- runbfunkgesellschaft würben Quittungen von Knöpfke vorgefunben, aus benen hervorging, baß er laufenb Zahlungen von insgesamt 200 000 RM. als Bestechungsgelder ber Firma Preuß (bie bie „Funkstunbe" brückte) erhalten hat. Vor einer Einigung über die Verfassungsreform in Frankreich. Herrioi ist opiimistisch.-Doumergue wird in wesentlichen Punkten durchdringen. Englands Kampf in Aegypten. Der Berliner Rundfunkprozeß beginnt. Cs fiel auf, daß sich der Angeklagte Staatssekretär a. D. Bredow sehr für seinen Freund Knöpfke eingesetzt hat. Ihre persönlichen Beziehungen machten überhaupt erst den ganzen Korruptionssumpf möglich. Die Staatsanwaltschaft kommt bei der Anklage- erhebung zu dem Schluß, daß in der Hauptsache für die Verfehlungen bei ben Sendegesellschaften außerhalb Berlins Magnus unb Brebow strafrechtlich verantwortlich sind. Um bie Prozeß- bauer abzukürzen, ist ber Fall Knöpfke mit dem Hauptangeklagten Radzijewski, dem Geschäftsführer ber Firma Preuß, abgetrennt worben. Da es der Staatssekretär a. D. Brebow oetftan- ben hat, sich für seine Tätigkeit im Rundfunk einen Privatdienst vertrau zu verschaffen, offen, bar in ber Absicht, möglichst viel unb unkontrolliert nebenbei zu oerbienen, so ist in ber Anklageerhebung bie Beamtenqualität für Brebow ver. neint worben. Daburch fallen einige ihm zur Last gelegte Delikte (vor allem ber Fall Beamten- bestechung) für bie Hauptverhanblung fort. Auch für ben Intendanten Flesch ist bie Beamteneigenschaft verneint worben. 2Reid)$minifTer Dr. Goebbels besichtigt dos WHW. Berlin, 2. Nov. (DNB.) Reichsminister unb Gauleiter Dr. Goebbels besichtigte bas Berliner Winterhilfswerk. Er überzeugte sich bavon, baß eine Versorgung aller Bebürstigen in ber Reichshaupt st abt mit Kohlen unb Kar- io ff ein für biesen Winter in ausreichen« b em Maße gesichert ist. Alle vom Winter« hilfswerk Betreuten können bamit rechnen, baß sich bie Leistungen minbeftens in denselben Ausmaßen wie im Vorjahre bewegen werden. Dr. Goebbels besichtigte u. a, bie Kleibersammlung. Vor allem aber ließ er sich auch eingehenb Bericht erstatten über bie Maßnahmen für „Mutter und Kinb". Dem Gauamtswalter ber NSV. unb seinen Mitarbeitern sprach Dr. Goebbels seinen befonbe« ren Dank aus. Dr. Goebbels besuchte bann bas Frauenwerk am Maydachufer, wo ihm Pgn. S ch o l tz - K l i n k über bie Aufgaben unb Arbeiten ihrer Dienststelle Bericht erstattete. Kündigung des deutsch-niederländischen Elearing-Dertrageö. Berlin, 2. Nov. (DNB.) Die nieberlänbische Regierung hat ben Vertrag über ben beutsch-nieber« ländischen Verrechnungsverkehr gekündigt. Der Vertrag tritt am 16. November außer Kraft. Bis dahin werden Devisenbescheinigungen bis zur Hälfte ber für ben ganzen November vorgesehenen Beträge erteilt werben. * Die nieberlänbische Regierung stützt sich bei ihrer Künbigung auf eine Vereinbarung, wonach die Kündigung möglich ist, wenn dem Interesse des niederländischen Zwischenhandels nicht in gebührender Weise Rechnung getragen wird. Die deutschen Rohstoffimporteure sind infolge der geringen Zuteilung von Barbevisen mehr und mehr dazu übergegangen, bie Einfuhr von Rohstoffen burch Tausch-Verrechnungsgeschäfte vorzunehmen. Die nieberlänbische Regierung vertritt nun ben Standpunkt, daß hierdurch die Interessen des niederländischen Zwischenhandels eine Schädigung erfahren und verlangt, daß für den niederländischen Zwischenhandel in einem angemessenem Umfang Bardevisen zur Ver« fügung gestellt werden. Dies lehnt die deutsche Regierung ab. Sie ist der Auffassung, daß der niederländische Zwischenhandel nur Gleichstellung mit dem übrigen Handel verlangen kann. In der Zurverfügungstellung von Bardevisen, da, wo sie für den übrigen Handel versagt werden, läge aber eine Bevorzugung des niederländischen Zwischenhandels. Das mandschurische Erdöimonopo'. Tschangtschun, 2. Nov. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt, baß eine Erbölgefellschaft unter dem Namen „Mandschukuo Oil Company“ mit einem Aktienkapital von 5 Millionen ®en ge- grünbet wird. Davon gehört ein Aktienpaket in Höhr von 1 Million Pen bermanbschurischenRe- g i e r u n g, 2 Millionen Pen Aktien der Verwaltung ber Südrnanbschurischen Bahn, währenb bie restlichen 2 Millionen Pen von ben Gesellschaften Nichon-Sekiju unb Kokura - Oil übernommen werben, die den japanischen Großkonzernen Mizui und Mizubisi sehr nahe stehen. Zum Vorsitzenden der „Mandschukuo Oil Company“ wurde der Chef der Erdölfirma Kokura Oil, T h a s i m e t o , ernannt, der vor zwei Jahren im Auftrage des japanischen Erdölsyndikats mit ber Sowjetregierung ein Abkommen über bie Lieferung russisch en Erböls nach Japan abgeschlossen hat. Schlimme Mißstände im sowjetrussischen Eisenbahnwesen. Das Volkskommissariat für Verkehrswesen veröffentlicht einen Bericht über bie schwierige Lage ber sowjetrussischen Eisenbahnen. In diesem Bericht heißt es, daß die Eisenbahnwerke ihre Verpflich- hingen bezüglich ber Ausbesserung von Lokomotiven nicht erfüllt hätten. Verschiebene Eisenbahn- werke hätten nur 48 v. H. bes Planes er« füllt unb gefäbrbeten dadurch den gesamten Verkehr. Die ausgeführten Arbeiten an ben Lokomotiven seien so schlecht unb minderwertig, daß d i e Maschinen nach kurzer Zeit erneut in bie Werkstä11en geschickt werden mußten. Die Arbeitsräume befänden sich in schlechtem Zustande, die sanitären Verhältnisse in den Werkstätten seien unhaltbar. Das Volkskommissariat droht mit Zwangsmaßnahmen, falls die Mißstände w abgestellt werden. Starker Fremdenverkehr im Sommer 1934. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes hat bie günstige Entwicklung bes Frembenoer- k e h r s auch im September angehalten. In 247 wichtigeren Frembenverkehrsorten bes Deutschen Reiches waren gegenüber dem September 1933 die Frembenmeldungen um 26 v. H. auf 1,30 Mill, und bie Fremdenübernachtungen um 32 v. H. auf 4,33 Mill, gestiegen, darunter für Auslands f remde um 63 v. H. Jrn ganzen Sommerhalbjahr (April bis September) 1934 haben die Fremdenmelbungen in 227 Berichtsorten, von denen vergleichbare Angaben für beide Sommerhalbjahre vorliegen, um über ein Fünftel (20,8 v. H.) auf 7,35 Mill, unb die Fremden-Uebernachtungen in 207 Berichtsorten, die schon im Sommerhalbjahr 1933 die Aufenthaltsdauer der Fremden feststellten, um rund ein Viertel (25,2 v. H.) auf 26,75 Mill, zugenommen. Der in diesen Zahlen mitenthaltene Fremdenverkehr aus dem Ausland weist gegenüber dem Sommerhalbjahr 1933 sogar eine Steigerung um meyr als die Hälfte (plus 55,5 v. H. ber Meldungen uno des renzen und jeder. Aei> ballig e der -ich 'urch Ms für an» 3er» er« wxn ver- beg eint Mi Aus aller Welt. Dle hundertste Fahrt der „Bremen". Schnelldampfer „Bremen", das Flaggschiff Jekaterinenburg, als die Zarenfamilie ermordet wurde, nur leicht verwundet worden fei. In der allgemeinen Verwirrung gelang es ihr, über die Straße zu entkommen und in einem Frauenkloster Zuflucht zu finden. Die Oberin Radischewa versteckte sie und pflegte sie gesund. Später flüchteten dann beide weiter nach' Kiew und Warschau, wobei die Zarentochter den Namen der Oberin annahm. Immer aber blieb sie noch in klösterlicher Einsamkeit verborgen, da sie gelobt hatte, nie wieder als Großfürstin aufzutreten. Bei einem Besuch im Allgemeinen Krankenhaus wurde sie jedoch von dem leitenden Arzt sofort als „Großfürstin Tatjana" erkannt. Seinem Einfluß ist es zu verdanken, daß die Frau ihrem Gelübde doch untreu wurde und sich bewegen ließ, mit dem Arzt nach Belgrad zu gehen, wo sie viele hohe Würdenträger des einstigen Zarenreiches finden und von ihnen ihre Anerkennung als Großfürstin bestätigt haben wollten. Obwohl diese Geschichte lebhaft an das Auftauchen der „Zarentochter" Anastasia erinnert, sind bereits viele russische Emigranten des Glaubens, es handele sich tatsächlich um die Großfürstin Tatjana, so daß die sei. i ver- W Berifl pflich- tomo- batjn* i et1 rW' otonw ih di' M Vertat ibe' Hattet zum deutschen Buch! Zur Woche des deutschen Buches 4. —11. November. Belgrader Gesellschaft einigermaßen in Aufregung versetzt ist. Vier rNörder hingerichtek. Im Hofe des Dessauer Gerichtsgefängnisses wurden h i n g e r i ch t e t: Der 45jährige Paul Rolle aus Gerlebogk, der 23jährige Albert Lehmann aus Dessau, der 18jährige Fritz Gehre aus Dessau und der 19jährige Theo Wolf aus Dessau. Der Reichsstatthalter in Braunschweig und Anhalt hat von seinem Begnadigungrecht keinen Gebrauch gemacht. Paul Rolle war wegen Mordes an seiner Ehefrau durch Urteil des Dessauer Schwurgerichtes vom 5. Mai 1934 zum Tode verurteilt worden. Das Reichsgericht hat das Urteil bestätigt. Rolle hatte seine Ehefrau einer anderen Liebschaft wegen im Bett erschossen und einen Selbstmord seiner Frau vorgetäuscht. — Die gemeine Mordtat an dem Dipl.-Jng. Wiederhold der Grube Leopold-Edderitz aus Bitterfeld wurde durch das Dessauer Schwurgericht geahndet, das Albert Lehmann, Fritz Gehre und Theodor Wolf zum Tode und den jugendlichen Hans Joachim Herbstfahrt hinter der Westgrenze Von unserem Or. $. L.'Äerichterstatter. r ü d) e zu verüben, wird allmählich zum Schrecken l es nordöstlichen Niederösterreich. Schwer bewaffnet bringt er in kleine Bauerndörfer ein, plündert und i.aubt und versteckt sich dann wieder in den Wäl- t em. In den letzten Tagen verübte er drei Ein- I rüche, zuerst einen bei seinem Vater, dann einen im der Ortschaft Niederkreuzstätten und einen dritten m der durch seine Brandstiftung ohnedies so schwer l.eimgesuchten Gemeinde Oberkreuzstettcn. In den in Betracht kommenden Bezirken Niederösterreichs ourben zahlreiche Gendarmen zusammengezogen, irm die Verfolgung in ganz großem Maßstabe auf- «unehrnen. An dieser Verfolgungsaktion werden außerdem noch Schutzkorpsleute und bewaffnete Sauern teilnehmen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Eupen, Ende Oktober 1934. „Eigentlich" sollte es nach Brüssel gehen, aber die Devisenvorschriften kürzten die Reise und beschränkten den Aufenthalt auf das deutschsprachige Land hinter der Grenze. Gelobt sei diese Regelung, die uns ein herrliches Stück deutschen Herbstzaubers im Ausland sehen ließ! Nur durch ein Versehen sind die rund 20 000 Deutschen im äußersten Nordosten Belgiens zu diesem Staate gekommen: 1815 wurden sie als „Hochzeitsgabe" den Vereinigten Niederlanden dargebracht; als diese 1830 im Gefolge der Pariser Unruhen auseinanderbrachen, teilte man das Dutzend hochdeutsch sprechender Gemeinden in Unkenntnis ihrer nationalen Eigenart dem jungen belgischen Staate zu. Da dieser auch in seiner Südostecke um Arel westlich von Luxemburg hochdeutsche Gemeinden umfaßt, ist er seit der Stunde seiner Geburt ein Drei sprachen st aat. Das deutsche Binnenland hat freilich vor dem Kriege an diesen Volksgenossen leider noch weniger Anteil genommen als an dem Selbstbehauptungskampf der stammverwandten Flamen. Und so darf man nicht überrascht sein, daß diese Deutschen Altbelgiens sich immer mehr dem Gesamtvolk entfremdeten; ja, es ist als ein Wunder und als ein Beweis der Schollenverbundenheit dieses mittelfränkischen Bauerntums zu bezeichnen, daß es zum Unterschiede von seiner „Intelligenz" nicht auch noch sprachlich ver- welschte. Der Grenzlandwanderer aus dem Reich, der etwa gerade von der österreichischen Grenze kommt und dort mit Erschütterung die gesamtdeutsche Opfergesinnung der Heimattreuen Tiroler und Salzburger erlebt hat, ist betroffen von der kühlen Zurückhaltung, mit der hier Menschen deutschen Blutes und deutscher Sprache die Dinge sehen. Allein, jeder Schatten eines Vorwurfs verschwindet, wenn man diese prächtigen Menschen näher kennenlernt und sieht, wie sie auf ihre Art von dem allgemeinen Verwelschungsfirnis frei zu kommen suchen und mit gradliniger Hartnäckigkeit die Sprache der Väter den Kindern erhalten wollen. Wie reizvoll ist es, den unpolitischen Erzählungen dieser vielen, fast oerlorengeglaubten Volksgenossen zu lauschen, ihrer Schlagfertigkeit und ihrem herben Witz. Langsam' rollt der Wagen durch die herbstliche Landschaft und läßt sie wie im Film vorübergleiten, aber doch gewissermaßen im Zeitraffer gegenüber dem Schneckentempo, in dem wir 1914 und 1915 hier vorbeikamen. Da ist das kleine einst neutrale M o - resnet, das von 1830 bis 1914 durch Preußen und Belgien gemeinsam verwaltet wurde und damals als „Niemandsland" einen leichten Schuß „mondäner Jnternationalität" hatte. Jetzt freilich ist es wieder solide, bäuerlich und handwerklich geworden. Die Straßenbahn von Aachen her ist durch die nahe Grenze fühlbar zerschnitten und bietet ein ähnliches Bild wie etwa die gleichfalls in zwei Staaten laufende Straßenbahn zwischen Beuthen und Kattv- witz. Da sehen wir hinter den schon im Altertum abgebauten Galmeigruben und gegenüber der wiederhergestellten Emmaburg, von wo der Geheim- schreiber Karls des Franken namens Einhard die Tochter des Kaisers entführte, den im Kriege errichteten stattlichen Viadukt der von Deutschen erbauten Fernbahn Aachen—Tongern. An der Straße, die bis 1914 neutraler Grenzweg zwischen dem Deutschen Reich und Belgien war, grüßt uns ein alter preußischer Adler, der zu der Dekanatskirche des altbelgischen deutschsprachigen M o n tz e n hinüberschaut. Im nahen Homburg berichten uns die Grabinschriften des 18. Jahrhunderts, daß hier nur deutsch gesprochen wurde, während das 19. Jahrhundert hier wie überall die „Verwelschung" auf dem Vormarsch sah. Erst die allerjüngsten Gräber tragen — wenigstens teilweise — wieder deutsche Worte. Von der gleichfalls hochgelegenen uralten Kirche von Heinrichkapellen, wo deutsch gepredigt wird und sogar die belgische Verwaltung sich zu zweisprachigen Bekanntmachungen entschlossen hat, umfaßt der Blick das abwechslungsreiche herbstliche Land über die Essen von W e l k e n r a d t zum früheren Grenzbahnhof Herbesthal, über das gesegnete Hügelland nach dem gleichfalls deutschsprachigen Balen (westlich von Eupen), dessen Kirche schon vor 1000 Jahren erwähnt wurde und die heute einen ganz einzigartigen gedrehten Turm trägt, nordwestwärts aber bis zu Den Höhen von Aubel. Auch dieser Ort hat ähnlich dem südvst- belgischen Arel schicksalhafte Bedeutung. Verwelscht find Straßennamen, Schulunterricht und Amtssprache heute in beiden. Hier wie dort wird das Andenken an die Kriegsereignisfe mit Nachdruck gepflegt; ist es in Arel das bekannte Standbild des Bajonettbelgiers, nach mancher Meinung das unversöhnlichste Gedenkzeichen Europas für die im Weltkrieg Gefallenen, fo ist es in Aubel ein künstlerisch besser gelungenes Denkmal eines Trompeters, der immer wieder alte Wunden aufreißen soll. In Aubel, das bezeichnenderweise einen dreieckigen Marktplatz fyat, berühren sich heute d i e d r e i Sprachgebiete des Hochdeutschen, des Flämi- IBefferoorausfage. Die Zufuhr kalter Luft ist abgeschnitten, doch kam es in der Nacht zum Samstag infolge verstärkter Ausstrahlung auch bei uns zu verbreiteten Frösten. Dabei ist in den Niederungen vielfach Nebel aufgekommen, während die Mittelgebirge in ihren oberen Lagen heiteres Wetter zeigen. Ein bei Irland liegender Wirbel ist nur schwach entwickelt, so daß er keinen nennenswerten Einfluß auf unser Wetter gewinnen wird. Es wird im wesentlichen durch einen über Mitteleuropa liegenden Hochdruckausläufer bestimmt. Aussichten für Son n t a g : In den Niederungen vielfach neblig, darüber zunächst heiter, später aufkommende Bewölkung, nachts leichte Frostgefahr, schwache Luftbewegung. Aussichten für Montag: Entwicklung noch nicht genau absehbar, doch voraussichtlich noch keine stärkere Niederschlagstätigkeit. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. WIE EIN MEI STER des Weltempfangs erobert der TELEFUNKEN- »llleistersuper« im Handumdrehen die Welt. Er hat den 4 fachen Superschutz und die trennbesseren H-Eisenspulen. Das macht ihn so trennsicher, spielsicher, zukunftssicher. Er kostet einschl. Röhren RM 284,- bzw. RM 289,-. TELEFUNKEN Oll DEUTSCH! WILTMAKKI schen und des Wallonischen. Wird i>as belgische Deutschtum in seiner Vereins«- mung diese doppelt gefährdete Stellung halten können? Beim Verlassen dieser Dreisprachenecke umfaßt das Auge noch einmal die ganze gesegnete Landschaft, die mit ihrer Weite, aber auch mit Den zahlreichen Hecken, den vielen Rindern erster Qualität unD dem überall zutreffenden, zahllv>sen lieben Federvieh in aleicher Weise an Flandern wie an das südschwedische Schonen erinnert, während von Nordosten der Aachener Stadtwald, von Westen -die 1914 so hart umkämpften Maashöhen bei Visä und von NorDwesten schließlich die riesigen Kohlenhalden Des nach dem Kriege aus dem Baden geschossenen holländischen Industriegebietes im Maastrichter Zipfel herüber grüßen. Drei Sprachen und drei Staaten. Aber mit Grenzen und Menschen, die sich gegenseitig verflechten ... Welch anderen Eindruck macht Eupen! Bis zu den Bestimmungen von Versailles im Verband des Deutschen Reiches und aufs glücklichste mit feiner Wirtschaft verknüpft — wie viele von uns trugen doch im Kriege feldgraues Tuch Eupener Herkunft — bietet Der Ort heute noch das bezeichnende Bild einer preußischen Kreisstadt. Hier hat man sich frei- gehalten von Der Problematik Des altbelgischen Deutschtums, Das sich in hundert bitteren Jahren der Einsamkeit mit dem belgischen Staate abgefunden hat. Hier sehnt man fich mit allen Kräften Der Sc.le „heim ins R e i cy". Deutsch ist das Fühlen, deutsch die Sprache und deutsch der Zukunftsglaube. Man gibt pflichtgetreu dem Staate, was des Staates ist, aber Alt und Jung, NieDrig unD Hoch haben, auch in Tagen der stärksten Verleumdungen des neuen Reiches stets betont und vorgelebt, ,^>aß die Staatssgrenzen von heute nicht die Volksgrenzen sind und niemals Kullurgrenzen werden dürfen. Lehmann zur höchsten Strafe für Jugendliche, zu zehn Jahren Gefängnis, verurteilte. Das Urteil Des Dessauer Schwurgericht wurde durch das Reichsgericht bestätigt. Die vier jungen Burschen hatten im Mai den Dipl.-Jng. Wiederhvld aus Bitterfeld in feinem Kraftwagen überfallen und ermordet. Herzog Karl Eduard von Sachsen Loburg und Gotha schenkt der Stadt Erfurt das Schloß Gleichen. Nachdem im vorigen Jahr die Wasserburg Kapellendorf wieder in das Eigentum der Stadt Erfurt gelangt ist, ging nunmehr auch SchloßGlei» ch e n durch Schenkung des Herzogs Karl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha an Die Stadt Erfurt Über. — Oberbürgermeister P i ch t e r hat die Schenkung artgenommen, wodurch zugleich für zahlreiche Volksgenossen Erfurts und der Umgebung neue Arbeitsmöglichkeiten erschlossen worden sind. Die Stadt hat mit dem Bund Heimatschutz einen Erbvertrag auf 90 Jahre abgeschlossen, der dem Bund Heimatschutz das ausschließliche Recht des Ausbaues, der Unterhaltung und der Nutzung der Burg und ihrer Anlagen gewährt. Die seit zwei Jahren dem Publikumsverkehr entzogene Burg wird am Reformationstag, 31. Oktober, nach den notwendigsten Sicherungsarbeiten in einer schlichten Feier der Oeffentlichkeit übergeben werden. 40 Jahre Ingenieurschule Ilmenau. Am 3. November 1934 kann die Ingenieurschule Ilmenau in Thüringen, die als höhere technische Lehranstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik weit über Deutschlands Grenzen ein hohes Ansehen genießt, auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Gründung fällt in die Zeit der glänzenden Entwicklung der deutschen Industrie, der Bedarf an jungen Ingenieuren war groß und es war dem Bedürfnis der Industrie nach praktisch und theoretisch gut ausgebildeten Konstrukteuren und Betriebsingenieuren noch wenig Rechnung getragen. Auf diesem günstigen Boden gelang es Dem ersten Leiter Der Anstalt, Direktor Eduard Jentzen, in Verbindung mit seinem jugendlichen Mitarbeiter, Dem derzeitigen Leiter, Professor Georg Schmidt, Der Anstalt einen glänzenden Aufschwung zu geben. Mit 142 Studierenden beginnend, nahm deren Zahl von Jahr zu Jahr zu und hatte 1901 bereits 800 überschritten. Den Anstoß zu dieser Entwicklung gab die von Schmidt als wissenschaftlichem Organisator der Anstalt durchgeführte Unterrichtsgestaltung in der Elektrotechnik. Bereits 1894 organisierte er, eine selbständige elektrotechnische Abteilung mit Maschi- nen- und Meßlaboratorium und verstand es, mit der raschen Entwicklung der Elektrotechnik auf allen Gebieten Schritt zu halten, so daß die Anstalt mit ihren musterhaft eingerichteten Laboratorien in Elektromaschinenbau, Fernmeldetechnik, Radiotech- nif. Meß- und Zählertechnik, Hochspannungstechnik, Elektrowärme- und Hochvakuumtechnik durch ihre Vielseitigkeit im elektrotechnischen Ausbildungswesen einen anerkannten Ruf genießt. Die englischen Ausiralienflieger Jones und Waller stellen zwei neue Weltrekorde auf. Die englischen Flieger Jones und W a 1,1 e r trafen auf ihrem Rückflug von Australien auf dem Flugplatz Lympne ein. Sie benötigten für den Flug England — Melbourne und zurück insgesamt 13 Tage, 6 Stunden, 43 Minuten und 30 Sekunden und für den Rückflug Melbourne — Eng- land 6 Tage, 15 Stunden und 39 Sekunden. Die beiden Flieger haben damit zwei neue Weltrekorde ausgestellt. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Man- ta g, den 5. November, 20 Uhr, zur „W o ch e des deutschen Buches" im Sportpalast. Außer Dr. Goebbels werden noch Hans Friedrich Blunck, Der Präsident der Reichsschrifttumskammer, und ihre Mitglieder Hanns I o h st, Joseph Magnus Wehner und Friedrich Kayßler sprechen. Der japanische Konsul in Los Angeles hat gegen d i e Ausweisung japanischer Kolonisten aus Arizona (USA.) Einspruch erhoben. Die Zahl der ausgewiesenen Familien ist von 30 auf 51 gestiegen. Insgesamt haben 160 Japaner die Anweisung erhalten, die Vereinigten Staaten in kürzester Frist zu verlassen. Sensation um eine angebliche Zarentochter in Belgrad. In Belgrad wiederholt sich zur Zeit Der aufsehen- arregenDe Fall Der „Zarentochter" Ana ft a- I lii a, Die seinerzeit als Schwindlerin entlarvt wurde. I diesmal soll es die zweite Tochter des russischen i .Vaiferpaares sein, Tatjana, die plötzlich in Bel- rab aufgetaucht ist. Es handelt sich um eine ! ?:rau Natalie Radischewa, in Begleitung des russischen Arztes Dr. Krassowski, des einstigen Leiters der chirurgischen Abteilung des Allgemeinen Zirankenhauses in Warschau. Das Erscheinen Dieser s rau erregt in Belgrad, besonders in den russischen (imigrantenfreifen, lebhaftes Aufsehen. Die Frau sllbst lebt sehr zurückgezogen und empfängt nieman- b»n, doch gerade hinter diesem Verhalten witterte man eine Sensation und wird durch die Aus- f: gen des Arztes in dieser Mutmaßung nur noch be» siürkt. Dr. Krassowski berichtet, Daß Die Grvß- fi rftin Tatjana in Der Nacht zum 17. Juli 1918 in Kann es etwas Wunderbareres geben als über Raum und Zeit mit dem Geist großer Menschen verbunden zu sein? Ist es nicht so, als ob wir Zwiegespräche mit Walter von der Vogelweide, Hans Sachs, Schiller ober Goethe hielten, wenn wir die Werke ihres Geistes aufschlagen? Oder ist es nicht wie das beglückende Gefühl der persönlichen Aussprache, wenn wir das Buch eines lebenden Schriftstellers lesen? Wer Den G e i st der Großen liebt und s i ch am Schönen erfreuen, wer das Leben und die Kämpfe der Menschheit in allen Tiefen und Hohen erleben will, wird ein Freund des Buches ein, wie das Buch fein Freund fein soll. Bücher ind treueste Freunde; sie stehen immer bereit, in guten und bösen, in heiteren und trüben Tagen. Bücher sind die besten Waffen und Rüstungen im Kampf Der Geister. Ihr persönlicher Besitz bringt ie uns erst recht nahe. Darum erwerbt gute ) eutsche Bücher, hütet sie und haltet ihnen die Treue! Das deutsche Buch ist Wahrer und Hüter des deutschen Geistes. Gez. Dr. Wilhelm Frick, ReicHsminister des Innern. Deutsche Volksgenossen! Der Nationalsozialismus hat uns zu einer Volksgemeinschaft fest zusammengefügt. Volksgemeinschaft ist Gemeinschaft des Blutes, Der Geschichte und des Geistes. Täglich erleben wir diese Zusammengehörigkeit aufs neue. Kameraden, Arbeiter der Stirn und der Faust! Wir haben die Schranken niedergerissen, die euch den Anteil am Geistesgut der Nation verwehren sollten. Das Kulturgut im Buch ist nicht eine Angelegenheit des einzelnen, nicht nur für eine Schicht der „Gebildeten" bestimmt, sondern plus 53,2 v. H. der Uebernachtungen) auf. In den Bädern und Kurorten hat der Fremdenverkehr auch infolge des außerordentlich günstigen Wetters gegenüber Dem Sommerhalbjahr 1933 um rund ein Drittel (plus 38 v.H. der Meldungen und plus 27 v. H. der Uebernachtungen) zugenommen, darunter für Auslandsfremde um 138 v.H. (Meldungen) und um 82 v. H. (Uebernachtungen). Kunst und Wissenschaft. Auftakt zur deutschen Buchwoche in Berlin. Die Reichsfchrifttumskammer veranstaltete zur Woche des deutsches Buches im „Kaiferhof" in Berlin einen Empfang, auf dem hervorragende Persönlichkeiten des öffentlichen und geistigen Lebens über Zweck und Ziel der Buchwoche sprachen. Präsident Dr. Blunck begrüßte Die Erschienenen. Der stellvertretende Präsident Der Reichsschrifttumskammer Dr. Wismann sprach über Den künstlerischen Wert des deutschen Buches und seine Bedeutung für Das Deutsche Kultur- und Geistesleben. Oberbürgermeister Dr. Sahm kündigte an, daß Die Stadt Berlin vom nächsten Jahre an einen Preis der deutschen Literatur bereitstellen werde. Schulrat Dr. Meinshausen erklärte u. a., daß das gute deutsche Buch immer nationalsozialistisch sein werde, auch wenn es nicht ausdrücklich vom Nationalsozialismus handele. Der Redner wandte sich nachdrücklich gegen jene Machwerke und Kitschprodukte, Die mit Dem Nationalsozialismus Geschäfte machen wollen. Der PräsiDent Des Deutschen Industrie- und Handels- tages, Dr. v. Renteien, befaßte sich mit Der wirtschaftlichen Seite; etwa 300 000 Volksgenossen feien in Der materiellen Herstellung Des Deutschen Buches tätig; Das Buch stelle somit einen mächtigen Wirtschaftszweig Dar. Den Dank Des Buchhandels stattete Verlagsbuchhändler H i 11 g e r ab, Der in einer Parallele zum Reichsautobahnenstraßennetz Das deutsche Schrifttum als den geistigen Wegebau bezeichnete, für Den sich Schriftsteller und Buch- hanDel, Industrie und Produktion vereint zur Verfügung stellten. Der Geschäftsführer Der Schrift- himsfammer, Dr. Haupt schloß Den Empfang mit einem Appell an Die Oeffentlichkeit, Die Woche des Deutschen Buches mit leidenschaftlicher Anteilnahme zu unterstützen, getreu dem Wahlspruch: .Haltet zum deutschen Buch!" das Deutsche Buch ist für jeden geschrieben, der den Weg zum Geistesgut der Nation sucht. Das politische Buch läßt euch die Größe deutscher Geschichte und die Bedeutung der nationalsozialistischen Revolution erkennen. Das Fachbuch bringt euch Wissen und Können. Die Dichter aber sprechen zu euch von Wesen und Art deutscher Seele und deutschen Geistes. Deshalb: Haltet zum deutschen Buch! (Gez.) Dr. Ley, Stabsleiter der PO. „Die Reichsschrifttumskammer veranstaltet unter der besonderen Förderung des Reichsministers Dr. Goebbels vom 4. bis 11. November eine Woche des deutschen Buches. In ihr soll für Das gute Deutsche Buch geworben werden. Als Handwerker kann ich diese Werbung nur warm befürworten. Niemand erlebt es deutlicher als der Handwerker, welcher gefährliche Unsinn es ist, Handarbeit und Kopfarbeit voneinander zu trennen. Der tüchtige Handwerker i ft zugleich ein gut g e - fchulter Geistesarbeiter. Er muß nicht nur fachlich, betriebstechnisch und kaufmännisch auf dem Laufenden sein, sondern auch die Tradition, die Lebensnotwendigkeiten und Ziele seines Berufsstandes kennen. Er muß Darüber hinaus seine Zeit so verstehen, daß er in ihr an seinem bescheidenen Teil als Kulturschaffender wirken kann. Darum braucht d e r H a n d w e r k e r das gute Buch Das zugleich im Preis erschwinglich und im Inhalt knapp, lebendig und wesentlich sein muß. Solche Bücher für den Handwerker aus der Flut des Schrifttums herauszusuchen und zu verbreiten, ist eine Aufgabe, die weit über die Woche des Schrifttums hinaus uns lange Zeit beschäftigen muß. gez. W. G. Schmidt, Reichshandwerksmeister." Norddeutschen Lloyd, ist unter Führung von Kapitän Ziegenbein aus Bremerhaven zu seiner 10 0. Fahrt nach Neuyork ausgelaufen. Das ' Schiff wurde am 19. Juni 1929 auf Der Linie Bre- imen—Neuyork in Dienst gestellt. Bereits auf dieser «ersten Reise erwarb sich Schnelldampfer „Bremen" foas „Blaue Band des Ozeans". Zuchthaus für einen rabiaten Apfeldieb. Bei einem nächtlichen Rundgang entdeckte ein -Flurhüter in Weis bei Neuwied am Rhein auf «einem Apfelbaum einen Dieb, Der fich gleich Körbe iinD Säcke mitgebracht hatte. Da Der Dieb trotz Aufforderung des Flurhüters nicht herunterstieg, stellte fich der Hüter auf Posten; einmal mußte der Wursche schließlich seine Stellung verlassen. Nach einer Weile aber feuerte der Dieb plötzlich mehrere Schüsse auf Den Flurhüter ab. Beim Dritten Schuß sprang er vom Baum und suchte das Weite. Aber auch der Flurhüter hatte zur Waffe gegriffen und brachte Dem Mann einen Schuß in Den Unterarm bei. Durch Die Blutspuren konnte Der Dieb von I Einwohnern von Weis ermittelt werben. Da Der Bursche schon mehrjährige Zuchthausstrafen auf fei» I mem Konto und eines Obstdiebstahls wegen ein Menschenleben aufs Spiel gesetzt hatte, verhängte bie Strafkammer Neuwied eine ganz exemplarische I Strafe in Höhe von einem Jahr und sechs Monaten ! Zuchthaus. MUhFAckter Raubüberfall auf Der Wiener Sudbahn. Ein frecher R a u b ü b e r f a 11 hat sich in einft ber letzten Nächte auf der Semmeringstrecke Der Wiener Südbahn ereignet. Als gegen Mitternacht ein Personenzug zur steilsten Stelle der niederöster- ^eichischen Rampe der Semmeringbergstrecke bei der Station Wolfsbergkogel kam, sprangen drei Burschen mit Masken auf den Postwagen des Zuges. Zwei Burschen hielten mit einem Revolver Den Beamten in Schach. Der dritte durchwühlte die Postsendungen. Zu ihrer größten Ueberraschung i:anben die Räuber aber kein Geld. Wütend sprangen Die Drei Burschen knapp vor Der Station Semmering, wo sich Der Zug noch in langsamer Fahrt befindet, wieder ab. Es wurden sofort Gendarmerie- litreifen eingesetzt. Es gelang auch, die drei Täter jiU verhaften. Sie scheinen auch durch abgerissene Knöpfe, die sie im Eisenbahnwagen verloren haben, überführt zu sein. IDer Brandstifter Sailer, ein niederösterreichischer Dauernschreck. Der Brandstifter und Einbrecher Alois Sailer, d«er, wie bereits gemeldet, kürzlich vier Bauernhöfe in einer Ortschaft Niederösterreichs nieder- hrannte, um während Der Verwirrung Ein- | Kaufgesuche] {Verschiedenes] Zum Erwerb von '!463V 2 einschläfrige 1Bettstellen billig zu verkau- (05321 fen. 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In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 6465V Am 12. 3uli 1934 bei der Firma Bachmann & Schäfer in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 17. September 1934 bei der Firma Carl Berg in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 19. September 1934 bei der Firma Radw- haus Dr. Wolfgang Weyer, Gießen: Die Firma ist geändert in: Rundfunk- und Eletirohaus Dipl.-Jng. August Kuntzemüller. Inhaber ist Diplom-Ingenieur August Kuntzemüller in Gießen. Am 25. September 1934 die Firma Otto Jung in Garbenteich. Inhaber ist der Kaufmann Otto Jung in Garbenteich Am 2. Oktober 1934 bei der Firma Carl Lhambre in Cid): Die Firma ist erloschen. Die Prokura der Mar Chambre 1. Ehefrau Emilie, geborene VA in Lich ist erloschen. Am 2. Oktober 1934: a) bei der Firma Modehavr Salomon, kommanditgefellschaft, in Gießen: Die Firma ist geändert in „Modehaus Salomon", Gie« ßen Inhaberin ist Arthur Dreyfuß Witwe Meta, geb. Salomon, in Gießen. Dem Kaufmann Werner Dreyfuß in Gießen ist Prokura erteilt; die Prokuren der Arthur Dreyfuß Ehefrau Meta, geb. Salomon, und des Emil Freund, beide in Gießen, find er« loschen. Die Kommanditgesellschaft ist erloschen- b) Bei der Firma Haus der Handarbeit und Ausstattung Arthur Dreyfuß in Gießen: Die Firma ist geändert in: Heinrich Lehmbecker, Handarbeiten, Gardinen, Damenstoffe und Wäsche, Gießen. 3n* Haber ist Kaufmann Heinrich Lehmbecker in Gießen. Die Prokura des Emil Freund in Gießen ist erloschen ,, Am 4. Oktober 1934: a) die Firma Egon klein in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Egon Klem in Gießen, b) Boi der Firma Ferdinand Jlenn|tiei Sohn in Gießen: Der Ferdinand Nennstiel jun. Ehefrau Gertrud, geb. Schupp, in Gießen ist -Pro* kura erteilt. Gießen, den 30. Oktober 1934. Hessisches Amtsgericht. Hie ganze «Ickckt im Mime [es Änen 7) ' 1311 einem gr Hellsten Jul Äichis. Die i Wh en aus Milzen, ab selbst wagt michl hinat Mk selbst t moonnenen !-!des glänz >i zurück. 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Seine Infanterie, zunächst die vorderste Brigade von W o y n a, überschritt unterdessen auf der Eisenbahnbrücke Malstatt—Bürbach dickt westlick von Saar- Höhenrand. Eine kurze Atempause, und dann begann mit donnerndem Hurra der Sturm. Die Besatzung, das französische 10. Jäger-Bataillon, wich in die höher liegenden Gräben zurück. Die Stellung war genommen, aber der tapfere Führer gefallen! An der Spitze der 9./39 war General v. Francois von fünf Kugeln zu Tode getroffen worden. Mit den Worten: „Es ist doch ein schöner Tod auf dem Schlachtfelde, ich sterbe gern, da ich sehe, daß das Gefecht vorwärtsgeht",starb er den herrlichsten Soldatentod, ein Muster der Pflichttreue und Tapferkeit für Freund und Feind. Rur mühsam gelang es den schwachen preußischen Kräften, die gewonnene Stellung zu behaupten. Jeder Versuch, vorwärts zu kommen, scheiterte. Denn ben, beim Heraustreten aus dem Walde durch das preußische Artilleriefeuer zu große Verluste zu erleiden, der Hauptgrund war aber wohl die Sorge um die linke Flanke. Denn hier hatten sich inzwischen überraschende Vorgänge abgespielt. Das I/JR. 53 hatte auf einem großen Umweg ganz plötzlich durch den dichten Wald Stieringen-Wendel erreicht und gegen dessen Besatzung, fast schon im Rücken der Franzosen, ein lebhaftes Feuer eröffnet. Der Schrecken der Franzosen, die s(ch bereits vollständig umgangen fühlten, war ein derartiger, daß- sofort alle noch vorhandenen Reserven zur Abwehr des unerklärlichen Angriffs in größter Eile herangezogen wurden. Zu ihnen gehörte auch die Brigade (Regimenter 32 und 55), welche bei Forbach an drr Straße nach Völklingen stand und diese gegen einen Angriff aus der Richtung Groß-Rosseln—Völklingen sichern sollte. Nun wurde das ganz überraschende Auftreten des I/JR. 53 bei Stieringen-Wendel für die von Völklingen im Anmarsch gemeldete feindliche Kolonne (Division v. Glümer) gehalten und die Straße fast völlig freigegeben. Nur 2 Dragoner- Eskadrons 12 und 1 Genie-Kompanie blieben zur Deckung zurück. Denn den 10 preußischen Kompanien im Gifert- Walde und am Roten Berge standen 55 französische Kompanien gegenüber. Nach dem französischen Ge- neralstabs-Werk soll die Befürchtung überwogen ha- Das Geschick oder besser gesagt das Ungeschick der Aufklärung versagte der Division, wie wir bereits lesehen, die Riesen-Chance eines ungeheuren Er- Brigade v. Woyna in dem dichten Unterholz stark durcheinander gekommen waren und vereinzelt fochten, sogar zu mehreren gefährlichen Rückschlägen. Die Gefechtskraft der Division o. Kamecke war völlig erschöpft. Da trafen zum Glück die ersten Verstärkungen der 16. und 5. Division ein, die General v. A l v e n s l e b e n , der kommandierende General des III. AK., persönlich auf das Schlachtfeld heran- aeholt hatte, in dankenswertester Weise dabei von seinen Unterführern unterstützt. Im Ganzen waren es 12 Bataillone und 4 Batterien, die somit noch in die Schlacht eingreifen und sie zu Ende führen konnten. Auch dem kommandierenden General des VIII. AK., v. (Soeben, gelang es noch, das JR. 40, Hus.-Rgt. 9 und 2 Batterien / FAR. 8 heranzuholen. Immerhin waren die Franzosen noch in bedeutender Ueberlegenheit und besonders bei Stieringen- Wendel im siegreichen Vordringen. Lediglich die Rücksicht auf seine von Völklingen her bedrohte linke Flanke und die schlechten Nachrichten von seinem rechten Flügel bei Spichern, wo die neu eintreffenden Kräfte des 40. Jnf.-Rgts. und das 1/12 die höchste Terrasse des Roten Berges erstürmt hatten, bewogen General Frossard nicht weiter vorzu- jcmgteit der Truppe fast völlig aufhob. So kam es irit nur nicht zu dem von Napoleon heiß er- vmschten überraschenden Vorstoß über die Saar lin Wegnahme des Saar-Gebietes, sondern zu einer Du.ffommenen Stockung d e s Aufmarsches. Ird} der zahlreichen Kavallerie überschritt auch nicht । nr Patrouille die Saar. Vom Feinde wußte man hui. daß er nördlich von Saarbrücken aufmarschierte. ‘SieUtoetfe und inneres Reich. Zur ..Woche des deutschen Buches". Iiorgen beginnt die „Woche des deutschen Buches". Z n^anzen Reich wird man während der kommen- ijten iad)t Tage, von Sonntag zu Sonntag, einer 3piung der Reichsregierung folgend, des deutschen HiCtiC5 gedenken und für das deutsche Buch werben. Veranstaltung hat, sofern wir es recht oer= slbchn, einen doppelten Sinn. Wenn es in den Auf- der 14 Division, Generalleutnant v. Kamecke, vom Roten Berg erhielt, ein derartiger, daß er zuheute von keinem Buch nur annähernd wieder erreicht worden ist. Und wenn vor wenigen Tagen erst, aus anderm Anlaß, an die großartige, bahnbrechende und wahrhaft reformatorische Tat der lutherischen Bibelübersetzung erinnert worden ist — der Name des Mannes aus Eisleben, die Namen Wittenberg, Wartburg und Worms müßten auch hier wiederum genannt werden, denn wir begreifen in ihnen Wende und Aufbruch im Leben unseres Volkes, sie stehen am Anfang einer neuen Zeit und sind aus der Geschichte des deutschen Geistes nicht wegzudenken. Oil Such der Bücher genannt wird, und das eit jftrr Zeit eine Verbreitung gewann in Deutsch- h ii) imb in allen Sprachen der Erde, wie sie bis 0)11$ 64650 chnia"° ten. r l M Radio- tma ß pl'-W wnitut W Ito W Lhack ene ® 3-CL * 2 l ion J me % n r Pll>^ 1 HwV Ml ml! nein. ,-Jt, ?lus> eröi. lUk, V\YC v n. iXWt ttem molk 5M brücken die Saar und ging tn sehr schwierigen Un- terholz-Verhältnissen durch den Saarbrückener Kom- munal-Wald gegen Stiering-Wendel vor, das der linke franzchische Flügel mit einer Jnf.-Brigade besetzt hielt. Gegen den rechten französischen Flügel, isr-eckt im Saar-Tal liegt, von nur schwacher In- (üförie (es war das II. Batt. JR. 40 und 3 Esk.- llcien 7) verteidigt wurden. „Natürlich" kam es u inem großen Siege, der in ganz Frankreich den •jellttcn Jubel auslöste, aber weiter erfolgte auch 5. Die Franzosen beschossen von ben-„eroberten" ..)6l°n aus den Saarbrückener Bahnhof mit 34 Ge- s hiFen, aber fast ohne jede Wirkung. In die Stadt s .'lii wagten sie aus Furcht vor einem Ueberfalle rid hinabzusteigen und am nächsten Tage gaben V? Llbst den mit so großem Truppenaufgebot ge- nomenen Höhenzug wieder auf und kehrten, froh iiessglänzenden Sieges, in ihre alten Stellungen • iitorf. (•o kam es, daß am Morgen des 6. August die k'seinen unbewalbeten felsigen Hängen mit diW^engräben in Stockwerken unb Geschützein- j-irten versehen. Die Spicherner Höhen bilden 'D sermaßen das abfallende Dach eines Hauses, rtiei heiA, jeder Volksgenosse $olle es sich in diesen 2Eigm zur Aufgabe unb zp nationalen Pflicht rp:tjen, einem anbern, oermanbten, befreunbeten dir am Enbe gar ganz fremben, ein Buch zu Stelle nach unb nach 24 preußische gegen 12 französische Geschütze im Feuer stauben unb langsam bie Ueberlegenheit gewannen. Die Nichtbeschäftigung bes Roten Berges aber hatte zur Folge, baß bie bort stehenben französischen Reserven sich gegen bie Angreifer auf beiden Flügeln wenden konnten und besonders im Gifert-Walde ein Vorwcirtskommen der beiden Bataillone 39 zunächst verhinderten. Erst der Erfolg seines Artilleriefeuers bestimmte General von Kamecke zu dem Versuche, sich des Roten Berges zu bemächtigen. Hierzu standen nur poch das. I und F./J.-R. 74 zur Verfügung, die ihr Brigade-Kommandeur, Generalmajor v. Francois (der Vater des bei Tannenberg entscheidend wirkenden kommandierenden Generals des I. AK.) persönlich gegen die feuerspeienden Hänge vorführte, deren Ersteigen vollkommen aussichtslos erschien. Tatsächlich mißlangen alle ersten Versuche unter großen Opfern. Erst als am linken Flügel der beiden Bataillone die 9./30 die Linie verlängerte und eine kleine Mulde geschickt zum Aufstieg benutzte, gelang das unglaublich Erscheinende. Den heldenmütigen Brigade-Kommandeur, General v. Francois, an der Spitze, erreichten die Stürmenden den Und noch eine dritte Gestalt sei beschworen etwa dem gleichen Zeitraum, obwohl damals minderem Gewicht, von geringerer Wirklichkeit Reichweite — vielmehr gleichsam verschleiert, wittert von Geheimnis unb bunkler Beschwörung, mehr vertraut unb erkennbar als phantastische Gestalt eines alten Volksbuches benn als körperhafte Erscheinung: ber große Abenteurer unb Magier Doktor Faust. Sein Name ist boch für unser Volk bis auf ben heutigen Tag lebenbig geblieben, weil er eingegangen ist in jenes Buch, bas wir wohl am ehesten zu nennen pflegen, wenn wir mit einem einzigen Namen, einem einzigen Wort ben Inbegriff unseres bichterischen Wesens zusammenfassen wollen. Kein Name wäre auch besser geeignet, um an einem lebenbigen Beispiel zu zeigen, was ba« mit gemeint sei, wenn hier von ber Weltweite unb bem inneren Reich bes beutschen Buches bie Rebe Ä pr. 258 Zweites Blatt ’.e — - ------- steilen Hangen bes Eifert - Walbes entlang zog, gesehen, bie Riesen-Chance eines ungeheuren Ergingen I unb 11/39 unter großen Verlusten unb W* m ben Rucken ber Franzosen. Auch bie Ein- Mühen vor. Die Mitte, ber Rote Berg, blieb somit Wirkung des vereinzelten I/JR 53 bl.eb bei bem ausgespart unb lag nur unter bem Feuer ber brei I schnellen Einsetzen der französischen Resernen ohne Batterien ber Division Kamecke, so baß an bieser nachhaltigen Erfolg. Es kam, da die Bataillone der Werther. Begreift man heute noch, was das Erscheinen dieses Buches auf der Michaelismesfe 1774 bedeutet hat; erinnert man sich, daß die Veröffentlichung, wenn der Vergleich gestattet ist, unter den Zeitgenossen wie em Vulkanausbruch wirkte ober wie eine Revolution; baß bie Gestalt bes unglücklichen Helben einer ganzen Epoche ben Namen gab unb halb in aller Welt bekannt war: „Auch sogar ber Chinese malet mit ängstlicher Hand Werthern unb Lotten auf Glas" .. Und wiederum umgekehrt: wie dieses Buch einmal im Sturm die Welt erobert hat, so erschließt es heute noch dem, der sich darin vertieft, in einer einzigen hingegebenen Stunde des Lesens eine ganze Welt, einen Teil vom inneren Reich unseres Volkes, ein Stück deutschen Lebens, das längst ausgelöscht in seinen irdischen Spuren, aber unverlierbar und unzerstörbar eingegangen ist mit seinem geistigen Vermächtnis in den Besitz der Nation. Die Namen und die Bücher, die wir hier eben genannt haben, sollen und können, wie sich versteht, nur als mehr oder minder zufällige, vielleicht besonders kennzeichnende Beispiele dessen gelten, worauf es uns in dieser Betrachtung ankam; die Reihe der Namen kann beliebig und fast ins Unendliche verlängert werden. Jeder, dem bas beutsche Buch am Herzen liegt, mag auf seine Weise bie Reihe fortführen, ben Kreis erweitern unb abrunden unb Buch an Buch, .Namen an Namen fügen; besinne sich jeher unter uns einmal auf ben Reichtum bie Fülle, ben ewigen Vorrat unb unveräußerlichen Besitz, ben ihm bie Welt bes beutschen Buches erschlossen hat unb immer aufs neue erschließt; wir alle wollen ihn mitteilen unb wei- ferqeben an jene unter uns, bie bieses Besitzes noch nicht teilhaftig finb; es sollen ihnen bie Augen qeöffnet unb Lust gemacht werben, selber einzu- brinqen ins innere Reich bes beutschen Geistes, bas bie Besten bes Volkes uns hinterlassen haben als Erbteil unb Verpflichtung. Besinnen wir uns in diesen Tagen einmal auf alles, was an Traum unb Tröstung, an Beglückung unb Erschütterung aus ber Welt bes beutschen Buches auf uns einströmt an Lächeln unb Tränen, an Erkenntnis unb Bestätigung, an Vertiefung unb Erweiterung unseres Blickfelbes, an Formung unb Bilbung unserer Persönlichkeit. Denken mir einmal im Jahre baran was wir bem beutschen Buch verbauten feit der Zeit, ba wir lesen gelernt haben, — von ber Fibel unb ber biblischen Geschichte unserer ersten Schulstunben an bis auf ben heutigen Tag. Nimm unb lies; kauf dir ein Buch, schlag es auf unb erkenne bich selber barin, bich unb dem Vott; nimm dir den Luther her und lies einmal die Tischreden, den Sendbrief vom Dolmetschen ober tue parabiesische Epistel an sein Söhnlein Hans Wenn bu willen willst, wie es ein Jahrhundert spater m Deutschland ausgesehen hat, mußt du ben „Aben, , .. „. ... . nun trafen starke französische Verstärkungen ein, bie unb 39er wie bei ber Eskalabier-, sofort zum Angriff übergingen unb bas I/J.-R. 39 itig auf bie Schultern steigen muß- ■ aus bem Gifert-Walbe herauswarfen. Es ist schwer on nnrh.pron Wnnh orffimmpn 111 u;fn. II. I vom Kelsch-Berg Zevor ich nun näher auf bie eigentliche Schilbe-! ^er9 nttt 356 M ru--a ber Schlacht bei Spichern eingehe, was ich nur . v ~ inqrofcen Zügen tun kann, muß ich in kurzen Wor- den Roten Berg mit 320 Meter unb einem Stellte, die Tage vor bem 6. August berühren. Die obfall in bie sich zwischen ihm unb ben Saarbrücker 6i»qserklärung Frankreichs an Preußen, bem sich Höhen erftrerfenbe Ebene (Exerzierplatz) van 230 qeien jebes Erwarten bes Kaisers Napoleon III. Meter Höhe. Dieser Steilabfall muß zur Zeit ber südliche anberen deutschen Staaten anschlossen, war Schlacht ein viel schrofferer gewesen sein, da die ihn an 18. Juli 1870 erfolgt. Bereits am 12. Juli stürmenden 74 er *Q<”* """ hpi ff^fninhiPr, a! e r waren die französischen Regimenter aus ihren Wand sich gegenseitig . . .. .. . ..... ..... -- Grnisonen in ihre Aufmarschgebiete abtransportisrt ken, um nur den vorderen Rand erklimmen zu. zu verstehen, weshalb die Franzosen hier nicht so- mriien, immobil, ohne Ausrüstung, ohne Trains j können. . fort bei ihrer großen Ueberlegenheit nachstießen, nn Kolonnen. Das gab ein tolles Durcheinander, Jedenfalls war der Eindruck, den der zunächst auf •* [>a! geradezu unentwirrbar wurde und die Marsch-' den Saarbrückener Höhen eintreffende Kommandeur Samstag, 5. November 1934 Ein Denkmal für Carl Hans Lody, ber am 6. November 1914 a l s Offizierskundschafter im Tower zu London erschossen wurde, wird an seinem 20. Todestage in Lübeck enthüllt werden. Es ist am alten Lübecker Burgtor angebracht und stellt einen gefesselten Ritter mit geschlossenem Visier bar, ber von ber Schlange bes Verrats umstrickt wirb. gehen, um bie Verwirrung nicht noch zu Der» größern. Aber auch bei den preußischen Truppe» im Gifert-Walbe unb am Roten Berge war das Durcheinanber ein furchtbares. 43% preußische Kompanien stauben bort gegen 90 französische im Kampf, die bazu noch überhöhenb bie Angreifer mit Artillerie- und Mitrailleusenfeuer überschütteten. Es war bie höchste Zeit, baß eine energische Hanb bie Leitung ber Schlacht ergriff. Es war General v. Alvens- leben, der 4.30 Uhr nachmittags auf bem Winterberg südlich Saarbrücken nach Orientierung über die Gefechtslage den Entschluß faßte, in der Mitte der ' französischen Stellung bei ber ©olbenen Bremm I (Bremm = Ginster) burchzustoßen unb von bort die I steile Höhenstellung der Franzosen anzupacken. Da drei kommandierende Generäle (III., VII. und VIII. AK.) auf dem Schlachtfelde vorhanden waren, übernahm General v. Alvensleben den Befehl auf dem linken Flügel, da hier nur noch Truppenteile seines Armeekorps in den Kampf eingriffen. Unter unsäglichen Mühen gelang es, zunächst ein Geschütz unb dann noch 7 weitere die steilen Abhänge des Roten Berges hinauf zu zerren und 6 Uhr nachmittags fiel teuerlichen Simpliciffimus" des Grimmelshausen lesen: Feuerschein und Feldgeschrei des Dreißigjährigen Krieges sind darin. Wenn du im Radio vielleicht eben eine Serenade ober ein Menuett von Mozart gehört hast, dann nimm dir die Briefe vor, die Wolfgang Amadeus an die „allerliebste Schwester", an das „Bäsle" in Augsburg ober an seinen Papa geschrieben hat, — bann lies baneben bie Ansprache Friebrichs an seine Generale vor Leuthen, unb es wirb ein unvergleichliches unb vielleicht sehr über« raschenbes Bilb eines großen Jahrhunberts vor beinen Augen erstehen. Den „Prinzen von Homburg" mußt bu lesen von Kleist, weil es eines ber bcrrlichsten Schauspiele ist, bie jemals in beutscher Sprache geschrieben würben; Hyperions Schicksals- lieb unb vom alten Matthias Claubius bas Wiegenlieb beim Monbschein zu singen, weil sie zu ben schönsten Gebichten gehören, die unser Volk hervorgebracht hat. Von Mörike kauf bir nur lieber gleich alle Gebichte auf einmal unb stelle sie neben bie Sieben Legenben von Keller — ach, man könnte viele Seit-'füllen unb käme wohl boch nie zu Enbe bamit, unb dabei haben wir nur so hingeschrieben, was uns gerade durch den Sinn gegangen und eingefallen ist; und noch haben wir dabei mit keinem Wort der Lebenden gedacht, noch keinen der Namen genannt, die später einmal das geistige Gesicht unserer Zeit bestimmen und formen werden. Denken wir etwa an die Gedichte Georges, an die „Perpetua" von Scholz, an die Erzählungen der Ina Seidel, an die Anekdoten von Schäfer —: taucht nicht mit jedem dieser Namen eine neue, eigene, in sich gerundete Welt vor uns auf, und tragen nicht dennoch alle, fo verschieden sie sein mögen, das gemeinsame Schicksal und geschwisterliche Antlitz ihrer unverwechselbar deutschen Herkunft? * Wiederum nur einige wenige Namen an Stelle von hundert andern, und dabei haben mir doch bisher immer nur eine einzige Saite flüchtig angeschlagen, nur ein einzelnes Gebiet herausgegriffen — bas bichterische Buch. Aber neben bie Dichter treten alsbalb bie Philosophen unb bie Geschichtsschreiber, bie großen Felbherren, bie berühmten Staatsmänner, bie Abenteurer unb Reisenben, bie Flieger über ben Polen ber Welt, bie Forscher in ben Urwälbern Brasiliens unb Afrikas, bie Tier- freunbe unb bie Naturkunbigen, bie Rechtsgelehrten unb bie Aerzte, bie Felbsolbaten an allen Fron- ten bes großen Krieges unb bie Wegbereiter bes Dritten Reiches — Namen über Namen könnte einer nennen unb käme boch nie zu Enbe bamit, benn bie Welt bes beutschen Buches ist wie ein unerschöpflicher Brunnen ... Ein Buch aber, bas bu bir gekauft, erspart, vielleicht sogar erhungert hast, bas bir lieb geworben unb ans Herz gewachsen ist, wirb bich burch bein ganzes Leben begleiten; es wirb immer für bich bereit fein, zu jeber Stunbe, bei Tag unb bei Nacht. hth. ß MUMM dort unter dem begeisterten Hurra der Infanterie der erste Schuß. Verzweifelt wehrten sich die Fran« zvsen, hin und her wogte der Kampf und oft sah es übel genug für die preußischen Angreifer aus. Aber sie hielten trotz aller Rückschläge fest, bis der Angriff auf die Goldene Bremm und die Höhen- stellung des Spicherner Berges erfolgen konnte. Es war etwa 6.30 Uhr nachmittags, als sich das erste Treffen der Anariffskolonne des Generals v. Schwerin — F/12, II/8 und Jäger 3 — un< ter dem Gesang der „W a ck t am Rhein" in Bewegung setzte. Aber die Aufgabe war zu schwer. Die steilen Hänge längs der Straße Forbach —Saarbrücken waren mit dichten Schützengräben besetzt, aus denen den Angreifern, die ja nach damaligem Gebrauch noch in Kolonnen oorgingen, ein vernichtendes Feuer entaegenschlug, der Anstieg so steil, daß die einzelnen Leute nur auf Händen und Füßen, gezogen und geschoben, vorwärts kamen. Als sich nun auch die Franzosen von oben herab im wuchtigen Gegenstoß ihnen entgegenwarfen, da war kein Halten mehr, und nur das starke Artilleriefeuer von den Folster Höhen, wohin General o. Alvens- leben inzwischen fast die gesamte Artillerie vorgezogen hatte, hinderte einen Zusammenbruch. Ueberhaupt muß den Franzosen ein hohes Lob wegen ihrer Tapferkeit gezollt werden. Der Divisions-Kommandeur, General Laoeaucoupet, stellte sich mit dem Feldgeistlichen persönlich an die Spitze des Gegenstoßes, aber der Tag war für die Franzosen verloren. Die Sorge um die linke Flanke überwog. Schon begannen die clairons überall den Rückzug einzuleiten, bei Stieringen-Wendel naturgemäß zuerst. Rur, wo die Truppen sich zu hartnäckig ineinander verbissen hatten, wie am For- bacher Berg, dauerte der Kampf bis in die Dunkelheit hinein, bis auch hier die Franzosen dem Drucke der preußischen Reserven — Jnf.-Rgt. 52 — die in einer Schlucht die steilen Hänge erstiegen hatten, weichen mußten. General Frossard hatte seinen Entschluß zum Rückzüge dem Marschall Bazaine 7.22 Uhr abends telegraphisch gemeldet: „Wir sind von Wehrden (Völklingen) her umgangen. Ich nehme sämtliche Gruppen auf die Höhen zurück." — Eine Verfolgung des unter lebhaften Nachhutkämpfen abziehenden Gegners fand auf keinem Punkte des Schlachtfeldes statt. Ueberall wurden zunächst nur die taktischen Verbände geordnet und die erschöpften Mannschaften gesammelt. Auch die zahlreiche Kavallerie wurde zur Verfolgung nicht ausgenutzt. Nicht einmal Offizier- Patrouillen blieben am Feinde. Cs fehlte eben an der Oberleitung der Schlacht. General v. Steinmetz, der Oberbefehlshaber der ersten Armee, war erst um 7 Uhr nachmittags auf dem Schlachtfeld ein- getroffen, ohne Gelegenheit zu nehmen, noch ernzu- greifen. Das Korps Froffard war, als es freiwillig die Schlacht abbrach, keineswegs geschlagen. Erst der nächtliche Rückzug brachte die Truppen in eine Der- fassung, die den Eindruck eines taktischen Mißerfolges zu dem einer Niederlage verschärfte. Die Der- luste auf preußischer Seite betrugen 223 Offiziere, 4648 Mann, die der Franzosen 249 Offiziere, 3828 Mann. Ungeheuer war der moralische Eindruck in der ganzen Welt. Frankreichs Vorherrschaft in Europa hatte einen vernichtenden Schlag erhalten, alle Bund- nisgedanken (Oesterreich!) schwanden unter dem Staunen und Schrecken über die beiden deutschen Siege an einem Tage (Spichern und Wörth) dahin. Wahrlich eine herrliche Zeit! Denn nur, wenn Volks- charakter und Kriegsgewohnheit in beständiger Wechselwirkung sich gegenseitig tragen, darf ein Volk hoffen, einen festen Stand in der politischen Welt zu haben. Daß dieser Gedanke endlich nach langen schmachvollen Jahren in der Jetztzeit neue Lebenskraft erhalten hat, verdanken wir unserem großen Führer. Heil Hitler! Sauempoliiik vor m!> nach der Revolution. Von £)r. H. Hirsch, Adjutant des Landes- dauernführers von Heffen-Itasiau. Die Grundlage j,eber echten, aus sich selbst erstandenen arteigenen Kultur sind Blut und Boden. Jedes Volk, das sich von den Gegebenenheiten seines Seins entfernt, das im Geiste fremder Kulturen lebt und das Sitten und Gebräuche dem Verfall preisgibt, kann kein Zusammengehörigkeitsgefühl zum Bauerntum mehr haben und muß ihm verständnislos, ja sogar ablehnend, gegenüberstehen. Die Asphaltpresse hat es im vergangenen System sehr geschickt verstanden, das Bauerntum in den Augen der übrigen Volksgenossen herabzuwürdigen, durch Wort und Bild, durch harmlose Erzählungen und Darstellungen, Sinn und Wesen für deutsches Volkstum und deutsche Eigenart zu zerfetzen, dem deutschen Menschen seinem Blut und Boden immer mehr zu entfremden und den Gedanken des volkszersetzenden Pazifismus zu propagieren. Der Na- tionalsozialismus hat dieser unheilvollen Entwick- lung Einhalt geboten. Die Umstellung in der Weltanschauung mußte kommen, um das Bauerntum wieder zum steten blutmähigen, geistigen und seligen Erneuerungs- quell unseres Volkes zu machen, um die Erhaltung der Familie, des Volkes und der Rasse zu sichern. Immer wieder steht uns der Mann vor Augen, ! der für seine Ueberzeugung, seine Vaterlandsliebe, seinen Willen, Deutfchland vor dem Chaos rettete, der mutig, unerschrocken und unermüdlich kämpfte und die Macht errungen hat. Er ist es, der der Landbevölkerung für die Dauer des Staates die größte Bedeutung zumißt. In den acht Jahren der Systemwirtschast 1924 bis 1932 ist die Verschuldung des deutschen Bauerntums unaufhörlich gestiegen. Für 12 Milliarden Mark deutscher Heimatboden lag in den Fesseln des internationalen Leihkapitals. Die Ernährungs- arundlage des deutschen Volkes wurde von der deutschen »Scholle weg in fremden Raum verlegt. Wichtige bäuerliche Betriebszweige, wie die Viehzucht, die Milchwirtschaft, die Geflügelwirtschaft, der Gartenbau, der Wein- und Hopfenbau waren weitgehend durch starke Senkung oder völlige Beseitigung der Zölle dem Wettbewerb des unter günstigen klimatischen Bedingungen arbeitenden Auslandes ausgesetzt. Die Einnahmen des deutschen Bauerntums sind in wenigen Jahren von 10 auf 5 Milliarden im Jahr gesunken. Wer erinnert sich nicht mehr an das irrsinnige Chaos einer Zeit nach dem Weltkriege, als die Ueberindustrialisierung, unsinnige Exportpolitik, grenzenlose Verschuldung der Bauernhöfe, weil der Boden zur Handelsware herabgemindert war, Triumphe feierten, da der deutsche Bauer in jeder Minute dem Pfändungsbefehl entgegensehen mußte, da die Verstädterung und Landflucht des Volkes immer mehr zunahm, wer erinnert sich nicht mehr an die Loslösung des deutschen Volkes von seiner Heimaterde, an den Klassenkampf der Parteien, an den engstirnigen und selbstsüchtigen Kampf in Stadt und Land. Jeden Glauben an die Ehrlichkeit der Staatsführung hatte der Bauer verloren. Die Taktik des marxistischen Klassenkampfes ebnete dem Blutbolschewismus den Weg. Nacht für Nacht mußte der Bauer auf der Hut fein, um fein Anwefen vor ti i-t firne deutsche Wiege für die Urenkelin des Schwedenkönigs Diese Wiege hat die Stadt K o b u r g der Prinzessin Sybille von Schweden, einer geborenen Prinzessin von Sachsen-Koburg-Gotha, für ihr jetzt geborenes Töchterchen geschenkt. Die Wiege hat einen doppelten Boden, der mit Erde aus dem Heimatland der Prinzessin Sybille gefüllt ist, damit ihr Kind über deutscher Erde gedeihen soll. — Prinzessin Sybille ist die Gemahlin des Erbprinzen Gustav Adolf, des Sohnes des Kronprinzen von Schweden. kommunistischen Mordbrennern zu schützen. Endlich kam der Umsturz und mit ihm das gewaltige Aufbauwerk des Führers und feines Reichsbauernführers R. Walter D a r r 6. Der deutsche Bauer hat in den ersten Tagen der Revolution ein Bekenntnis abgelegt mit hartem und entschlossenem Willen mitzuarbeiten und mitzuhelfen am Schicksal der Gesamtheit, er weiß, daß nicht der Nationalsozialist ist, der nach mehr Rechten strebt, sondern jener, der bereit ist, Pflichten zu übernehmen. Bereits im Aufruf der Reichsregierung vom 1. Februar 1933 hatte der Kanzler neben der Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die Rettung des deutschen Bauern aus seiner Verelendung als Hauptaufgabe proklamiert und in der ersten Verordnung die Durchführung von Zwangsver- ft eigerungen von landwirtschaftlichen Grundstücken für unzulässig erklärt. Durch das Gesetz über Den Dollstreckungsschutz hat der Führer Zehntausende von Bauernhöfen vor dem sicheren Untergang gerettet. Durch ein zweites Gesetz über die Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse, das auf der Grundlage der ersten Verordnung aufbaute, wird diese Sicherung noch dadurch weiter ausgebaut, daß überlastete und vor dem Zusammenbruch stehende Bauernhöfe dem Besitzer durch das Entschuldungsverfahren gerettet werden können. Das Verfahren verfolgt den Zweck, zu einer Regelung der Schuldverhältnisse zu führen, bei der die Forderungen gegen den Betriebsinhaber in unkündbare Tilgungsforderungen mit einem bestimmten Zins- und Til- gungsfatz umgewandelt und durch Eintragung gesichert werden. Eine ähnliche Sicherung wurde für die Pächter landwirtschaftlicher Grundstücke in dem Pächterschutzgesetz geschaffen, das bestimmt, daß eine Kündigung des Pachtverhältnisses durch den Verpächter nur dann erfolgen kann, wenn die Von der Deutschen Akademie für Dichtung. Die Deutsche Akademie der Dichto^ hielt in Berlin die Herbsttagung des Senats uj der Ausschußvorsitzenden ab. Durch den Senat wurde Dr. h. c. Binding (im Bild) als zweite Vorsitzender bestimmt. Der Vorstand besteht also au; Hanns Johst als erstem Vorsitzenden, Rudolfs Binding als zweitem Vorsitzenden und Werner 33 tu, melburg als Schriftführer. ordnungsmäßige Fortführung des Betriebes nicht mehr gegeben ist. M Die beiden bedeutungsvollsten Aufbaumaßnch men der Regierung Adolf Hitler auf dem Gebiet, nationalsozialistischer Agrarpolitik sind das Reiche erbhofgesetz und der Aufbau des Reichsnährstände, Das Reichserbhofgesetz sichert dem deutsch« Bauer seinen Grund und Boden, das Reichs, nährstandsgesetz sichert ihm den Badener, trag. Beide gemeinsam erstreben die Sicherheit bei deutschen Bauern und seines Arbeitsertrags. Das Reichserbhofgesetz will unter Sicherung all« deutscher Erbsitte das Bauerntum als Blutsquell, deutschen Volkes erhalten, Bauernhöfe vor lieber- fchuldung und Zersplitterung im Erbgang schütz« und sie dauernd als Erbe der Sippe in der Hand freier Bauern festlegen. Eine gesunde Verteilung landwirtschaftlicher Besitzgrößen ist anzustreben, dr eine große Anzahl lebensfähiger kleiner und mitt lerer Bauernhöfe, gleichmäßig über das ganz, Land verteilt, die beste Gewähr für die Gesunderhaltung von Volk und Staat bildet. Wer den Kampf des deutschen Bauerntums in den letzten Jahrhunderten deutscher Geschichte verfolgt, das Ringen des deutschen Bauern zwischen Freiheit und Knechtschaft, den Kampf, den unsere Vorfahren, ein Hermann der Chörusker, die Sachsen und Alemannen, die Bauern im Freiheitskriege, das Ringen des deutschen Bauerntums zur Zei! des Novembersystems um ihr Recht, und um di, Freiheit ihrer Muttererde geführt haben, der weih daß der Führer durch das Reichserbhofgesetz feinr Schmälerung der Freiheit des bäuerlichen Besitzt! > oder seines Eigentümers will, sondern im Gegentcii ein Garant für das Fortbestehen des Hofes un!i für das diesen Hof bewohnende und dessen Scholli! bearbeitende Geschlecht. Nur diejenigen Teile den deutschen Volkes werden diese Maßnahmen als halt empfinden, denen baburch ihre Spekulationsgeschäft! mit dem Grund und Boden verdorben sind Das Reichserbhofgesetz, das die Gesundung b«; deutschen Bauerntums sicherstellt, ist engstens tw bunben mit dem Gesetz zur Neubildung beutfitw Bauerntums. Durch biefe bäuerliche Sieblunq gelangen die Nachgeborenen, nicht erbberechiialtn Bauernsöhne sowie rassig einroanbfreie und geeignete bobenoerbunbene anbere Volksgenossen wieder zu einem neuen Bauernhof. Die zweite Großtat ber Reichsregierung Adolf Hitlers war ber Aufbau bes Reichsnähr« ft a n b e 9. Die Tatkraft bes Reichsernährungs- Ministers unb Reichsbauernführers R. Walter Darrö hat bie in viele Organisationen, Parteien unb Richtungen zersplitterte Lanbwirtschast zu einer organischen Einheit zusammengefaßt. Im Reichsnährstanbsgesetz hat ber Führer de; ÄS M l.l$W «M1 SM IM* ÄiM' C bä« 91= {leW M Bet foie anti triften. - (Nachd : Daß bi Reiben, f fimmt es Ne reichli Mer alte W fältel finaiicn sei kn 'M dr |M im w roooob. Er waren d 'tßrobeauf Spc Anstimm llfllän^enb Wertrag, X* btt! i i Duste #4uf der Men „be Der Geburistagsbraten. Von Görge Gpervogel. Das fette Kaninchen sitzt in feinem Käfig. Es hat eine gute Nase, hat große Ohren und zwei schnelle Augen. Die Menschen müssen umhergehen, um bie Sachlage zu erfahren, bas alte Kaninchen sitzt in seinem Käfig und ist im Grunde schlauer als alle Menschen. Es nagt an einer ungemein delikaten, äußerst zarten, jungen Grasspitze, wackelt ein wenig mit den Ohren, muffelt mit der Nase und ist sich völlig klar. ♦ Anders die Menschenkinder. Sternblume, sagen sie, ach Gott, ja, Sternblume. Oder ein Huflattich Kommt hierher, seht die Buschwindröschen. Da die Leberblumen. Was ist das hier? Wahrhaftig, Seidelbast. Riech' doch mal, das ist Seidelbast. Ein Veilchen, ein Veilchen! Goldene Kätzchen. Hungerblumen, Schneeglöckchen, Scharbockskraut. Märzbecher, Lerchensporn und Milchsterne. So finden es bie Kinber heraus. Die Eltern haben ihren Kalenber. „In zwei Tagen", sagt ber Vater, „bann sinb es zehn Jahre." „Und fünf , sagt die Frau, „unb vier." „Vier Feste auf einmal", sagt ber Mann, „etwas viel." Wenn Eltern unter sich sprechen, versteht man sie nicht. Sie kämen auch ganz ohne Reben aus. Wollte bir ber Vater erklären, um was es sich eben han- belte, würbe er etwa sagen: „Zehn Jahre sinb wir verheiratet. Vor fünf Jahren kamen wir in bieses Haus. Vor vier Jahren würbe Hans geboren. Alles an einem Tage. Heuer einen Sonntag." Gewiß, ein schönes unb gewaltiges Fest, ge« ziemend zu begehen. Der Vater hat den Malerquast gehandhabt, das Haus sieht innen und außen blitzweiß aus. Gelöschter Kalk, Milch und eine Prise Wascheblau, das ist das Rezept. Ja, das Haus, eines von dieser Sorte Fachwerkhäuser mit dunklen Stielen und Riegeln und vermoostem Dach. Du darfst aber jetzt nicht glauben, daß dieses Haus blitzte und blänferte nun weithin in die Lande. Keine Rede davon. Das ist nicht dieser Häuser Art. Die Hauptsache ringsumher ist dieser Baum, er hat nicht seinesgleichen. Eine ganze Welt von einem Baum, voll Leben unb Vielfalt. Der Berg ist höher, bas Tal ist länger, bie Wiese breiter als ber Baum, aber nichts kommt an Pracht unb Macht an ihn heran. Blitz unb Donner konnten ihn nicht umbringen. Ein Urweltstück von einem Walnußbaum. Der Mann, bie Frau unb bie fünf .'/über, sie wohnen in bem Haus. Das kleine Haus, der waum, Üed an. wie es bar unter verschwindet. „Ein Rotkohlkopf, Kartoffeln, Speck, Pflaumenmus und frisches Brot." „Genug", sagt die Frau, genug, denkt der Mann. Feste feiern, schön und gut. Dies und das für die Kinder, einen Stoff für die Frau. Vorräte im Keller, mehr als genug. „Uebermorgen", sagen die Kinder, „ist ber Tag." „Morgen ist Der Tag , am fommenben Tage. Alles schön unb gut. „Gibt es einen Braten, wenn ich Geburtstag habe?" fragt Hans. Er weiß gut, wie man Feste feiert, aus ben Märchen, bie Mutter erzählt, weiß er es. Hansens Geburtstag unb ein Sonntag oben- brein, alles ohne Braten. „Wartet nur, was es für einen Schmaus geben wird", sagt bie Mutter. „O ja", sagen bie Kinber Keinen Braten? benkt ber Mann. Der Mann geht auf seinem Anwesen umher. Er besieht ben Kohlgarten unten am Bach, ben Acker am Hang, ben Blumengarten. Kein hervorragenber Boben, steinig unb feucht. Der Mann wohnt nicht zum Spaß in biesem Tal. Nein, das hat seine Geschichte. Der Mann war eigentlich ein Arbeiter ber Stirn, wie man zu sagen pflegt. Er wohnte in ber Stabt. Wer seib ihr? fragte bie Stabt. Womit wollt ihr euch wehren? Nichts selb ihr, Not unb Elenb werben euch bas Mark aus ben Knochen holen, bie Sorge wirb eure Hirne zerfasern, bie Krankheit wird eure Kinder fressen. Fort mit euch! So sprach die Stadt. Sie hat diese Familie sozusagen von sich gestoßen. Aber seht den Mann, seht die Frau, sie rafften sich auf, sie verzichteten auf alles, auf Untergrundbahn und Wasserspülung, nun leben sie in diesem Tale. Mann, wenn du es wissen willst: das ganze Haus samt Wiese, Acker, Garten unb Walnußbaum kostet weniger als zwei stäbtische möblierte Zimmer mit Komfort. Der Mann geht umher, ein Fest steht vor ber Türe, ein Fest ohne Braten Der Mann fragt, fühlt sich seiner Familie verpflichtet, einen Braten zu schaffen, feine Ehre verlangt es so, ja, seine Ehre. Im Stall steht eine Ziege. Sie gibt Milch, eine gute Ziege schlachtet man nicht ohne weiteres. Milch ist nötig. Aber wie steht es mit bem Kaninchen? Olles Kaninchen, sagen die Kinder unb brücken es an ihre Brust. Wenn ich roieber mit Schneeglöckchen ober Primeln in bie Stabt roanbere, benkt ber Mann, bann müßte es möglich fein, für ben Gewinn ein junges Kaninchenpaar zu erwerben. So unb so, sagt ber Mann zu seiner Frau, wir werben bas Kaninchen braten. Glaube nicht, baß bie Frau ihren Mann nicht oerftünbe. Der Mann wetzt ein Messer. Er hat bisher noch fein Tier geschlachtet, aber nun hat er seinen Beschluß gefaßt, M bat ihn ausgesprochen unb wird ihn auch durchführen, ba gibt es kein SBanicii. „Eine Pelzmütze ober ein Kragen", sagt er, „roiro auch babei herausspringen." Der Mann geht hinter bas Haus. Die Frau ruft bie Kinber in bie Küche. „Bleibt nun hier", sagt bie Mutter unb geht in bie Stube, um aus bem Fenster zu sehen. Das Kaninchen hat sein Gehäuse verlassen, es sitzt auf bem Hackeklvtz unb erfreut sich ber Sonne, bie es bescheint. Der Mann macht allerlei Anstalten, geht hierhin unb dorthin. Er kann es nicht, denkt bie Frau, er barf es nicht können, lieber Gott, laß es ihn nicht können! Ach, es banbelt sich ja nicht um bas Tier, es geht um ben Mann, bie Hänbe bes Mannes sinb nicht araufam unb sollen nicht grausam werben. Die Minuten vergehen, ber Mann betrachtet bas Kaninchen. Die Frau öffnet bas Fenster. „Ja, gleich", sagt ber Mann etwas fahrig, „bu siehst besser nicht zu", unb ergreift bas Messer. „Du solltest nicht so halsstarrig sein", sagt mit trauriger Stimme bie Frau, „glaubst bu, es würbe ein Fest, wenn bas Kaninchen —" „Ihr sollt euren Braten haben", sagt ber Mann trotzig, „unb ich brauche ben Stall, unb ich werbe mit einem Kaninchen schon fertig werben, unb ben Pelzkragen sollst bu auch bekommen, unb bas Leben ist eben oerbammt hart." So legt ber Mann seine Trümpfe hin. Ich weiß nicht, was bu von Kinbern hältst. Kin- ber sinb in vielen Dingen klüger unb sicherer als bie Großen. Die Kinber sitzen in biesem Falle burch- aus nicht stillvergnügt in ber Küche herum, nein, sie wissen Augen unb Obren aufzusperren, obenbrein ist ihr Gefühl für Ereignisse noch nicht abgestorben; sie wittern, was bein Gehirn erst mühsam zusammenbauen muß. Die Kinber kommen heran, alle fünf. Sie schreien nicht unb rennen nicht, sie sinb auch nicht im geringsten verzweifelt. Sie kommen ruhig herbei unb nehmen zuvörderst ihren alten Kaninchenbock auf den Arm. Sie tun bas so sicher unb selbstverstänblich, daß der Vater es geschehen lassen muß. „Armer, oller Kaninchenbock", sagt eines. „Ist unser Kaninchen", ein anderes. „Wenn du nicht mit ihm spielen willst, wir aber!" ein brittes. Hans sagt: „Aus Ochsen unb Schweinen macht man Braten." „Na ja," sagt ber Aelteste, „ein Ochse ist kein Kaninchenbock." „Nee, nee", jagen alle. „Ihr wollt boch einen Braten haben," sagt ber Vater beinahe streng. „Nöö", schreien alle fröhlich im Chore. „Rotkohl, Speck unb Kartoffeln", jagt bie Mutter. „Plaumemnus unb frisches Brot." Ho! Nun solltest bu bie Kinber sehen. „Pflaumenmus!" schreien sie. „Was für ein Schmaus!" „Na, benn", jagt der Vater, unb Mutter lächelt ihm zu. Zeitschriften. Westermanns Monatshefte beginne« bie Novembernummer mit einem Beitrag Walter Linbens zum 175. Geburtstag Schillers. In ber bebilberten Reisebericht „Weltstabt am Urroafi)' schilbert Arthur Rehbein ben Einbruck ben baf Wunber ber innerhalb weniger Jahrzehnte zwischen Weltmeer unb llrwalb entftanbenen Millionenstab Rio be Janeiro auf ihn gemacht hat. Die Tatsacht daß wir vor einer Neuformung unsrer Musikkultur' stehen, bietet Dr. Fritz Stege Veranlassung Z>> einem Rückblick geschichtlicher Art „Kunstmusik unh Volksmusik". Der unterhaltenbe Teil bes Hesttt> erfährt wertvolle Bereicherung burch bie Novellen von Georg Grabenhorst „Die Bergprebigt" uiv Heinrich Zillich „Die Reinerbachmühle". Der 21uffo| von Dr. Karl Buchholz „Leibesübung unb Leidet erziehung in ber germanischen Frühzeit" behände! bie Pflege unb Wertschätzung ber ßeibesübungw bei unsren germanischen Vorfahren. Beiträge Woche bes beutschen Buches sinb „Wege zum Bli-d von Dr. Hellmuth Langenbucher unb „Lesen rufstätige Bücher unb Zeitschriften" vor Prof. #■ Gerharb Menz. Hochschulnachnchten. Der Privatbozent Dr. Rubolf Fahrns an ber Universität Marburg erhielt einen M E bas Extraorbinariat für neuere beutsche Liters an ber Universität Heibelberg, bas Friebrich Gunbolf verwaltete. , Dr. Rubolf Richter, ao. Professor an der IN’ versität Frankfurt a. M., ist zum OrdinaM' für Geologie unb Paläontologie in Frankfurt e' nannt worben. . Der Direktor bes Lanbwirtschaftlichen Senunm - in Wolfsanger bei Kassel, Artur S ch mann, ist zum o. Professor an ber Universtt Göttingen ernannt worben. .. Professor Dr. Arno Wetzel von ber Tierarz lichen Hochschule in Hannover hat einen an bie neue Landwirtschaftlich-tierärztliche Fakuu ber Universität Berlin angenommen. Der Oberingenieuer Otto Schöne in Ber l ist zum Orbinarius für Dampfkroftmaschinenlea unb Wärmewirtschaft an ber Technischen HochM Berlin ernannt worben. h,f, Dr. Max be (Trinis, ao. Professor an Universität Graz, würbe zum Orbinarius 1 Psychiatrie unb Nervenheilkunbe an ber Umveri Köln ernannt. ,rtll Der ao. Professor Dr. Gerharb W u l I weber an ber Universität Köln ist 3um narius für Innere Medizin in Köln ernannt woro ursp :5a 1 ! Der A Mnnt, food) übei dchatzam Ng, da> Mrage t Une au Jiäubiqe H Berp Merun Wer das stehen un Me-mges fern Wndes-Ai «00, die s Troubadour ErhölfOch ' • / «e**\ V MR 1 W ww riilii Mussolini mit der Spitzhacke Neues für -en Büchertisch r, n ab- Geschichten aus aller Welt und durch Abbildungen erläutert sind. ans i n ns und wie wird zimächst verschiedenen gegeben, die Sooann wird W v! und Berlin 1934. —(406.)— Nach tenden Vergleich non Auge und Ohr ein umfassender Ueberblick über die Schallarten und Schallerscheinungen findet in allem ein Haar, wenigstens soviele, man braucht. Polizei schlummert „antik". (th) Gloucester. men, es handele sich hierbei um freiwillige Spenden statt um festverzinsliche Negierungsanleihen. Wie dem auch fei: das Schatzamt hält ständig Bargeld im Gesamtbeträge dieser ausstehenden Verpflichtungen bereit, um selbst diesen teilweise sahrhunderte- alten Verpflichtungen jederzeit nachkommen zu können, denn es besteht ja immerhin noch die theoretische Möglichkeit, daß irgendeine alte Matratze plötzlich vergessene Millionen in Gestalt von Regierungs- Zertifikaten zutage fördert. Er sucht in allem ein Haar. (—) London. Man sieht ihn stets mit einem mächtigen Beutel durch die Straßen Londons ziehen. Hier schaut er in einen Ascheneimer, dort fragt er in einem Geschäft nach. Was der Mann mit dem Beutel eigentlich macht? Er übt einen Monopolberuf aus: er sammelt nämlich ausgekämmte lange Frauenhaare. Keine leichte Sache heute und deshalb nicht schlecht bezahlt als Beruf. Wozu man nun die Haare braucht? Für die wissenschaftlichen Instrumente von Hoyer Empfindlichkeit, vor allem im Observatorium von Grenwich. Man wüßte nicht, wo man alle diese Haare herbeibekommen sollte, wenn man Herrn Frank Morle nicht hätte. Auf ihn kann man sich nämlich verlassen. Er sucht ltzu'chen Bauerntums dem Handel und den Be- -'n- Verarbeitern landwirtschaftlicher Produkte die .übliche Grundlage gegeben, als erster Stand im a^nalsozialistischen Staat sich öffentlich-rechtlich „iimmenzuschließen und unter Reichsaufßcht, ftregelung und Preisregclung durchzufuhren. p ^zeichnend für den neuen Gemeinschaftsgeist s^-je Tatsache, daß sich Landarbeiter, Bauerntum, » ,sssenschaftcn, Landhandel, Be- und Verarbeiter ai'ivirtschaftlicher Produkte zu einem Ganzen im ^j-isnährstand vereinigt haben. Durch das Reichs- Mstandsgesetz wurde die Erzeugung und der Ab- züver bäuerlichen Erzeugnisse organisiert und die eukche Rahrunqsfreiheit gesichert. Die Börse ;mde als Regulator des Preises ausgeschaltet und . jnc Regelung dahin erreicht, die dem Bauer auf im täglichen Leben eine Rolle spielen. das sogenannte Richtungshören besprochen, die Ermittlung des Standortes von Schallquellen durch das Ohr. Der letzte Abschnitt beschäftigt sich in ausführlicher Weise mit dem Flugzeugschall und der Verwendung des Ohres beim Luftschutz. Den Kern des Büchleins bilden zahlreiche Hebungen und Spiele zur Schiilung im Richtungshören im Gelände, die für jedermann verständlich beschrieben schaftlichen Liberalismus und die Tendenz zur Einschränkung der weltwirtschaftlichen Bindungen. — Schule des Horchens. Von Prof. Dr. E. Wae tz mann. Mit 14 Abbildungen. Kartoniert RM. 1,40. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig " einem einlci- der einen Seite durch den volkswirtschaftlich gerechten Preis seine Lebcnsmöglichkeit sichert und auf der anderen Seite die Verteuerung der Nahrungsmittel für den deutschen Arbeiter verhindert. Aus der Erkenntnis sozialistischer Volkskameradschaft beweist der deutsche Bauer dem deutschen Arbeiter, daß ihm der nationalsozialistische Grundsatz keine leere Phrase bedeutet, sondern tiefe sittliche Verantwortlichkeit. Wenn auch noch mancher verständnislos der nationalsozialistischen Agrarpolitik gegenübersteht, so kann dennoch nach einem Jahr festgestellt werden, daß das deutsche Bauerntum wirtschaftliche Erfolge errungen hat, wie sie kein Land außerhalb Deutschlands aufzuweisen vermag. [le reichlich grotesk: Dir alte Herr zählte rund fünfundsechzig Jahre d fristet ein durchaus sorgenfreies Leben von lokn feines berühmten und vielperdienenden hl es. Eines Tages wurde ihm aber das Nichts- i iroh des hohen Alters langweilig und er meldete , im Aufnahmebüro eines Filmateliers von Holly- o'.. Er nannte feinen Namen bzw. den nicht ganz durch ein leicht hingeworfenes Wort vom Schinder- Hannes. Wie daraus ein bös Gerücht entsteht, wie Schreck und Verstörung die festestrunkenen Bauern ersaßt, wie sie ihr Dorf verschanzen und schließlich gar den armen Hascher von Landstreicher in ihrer Angst erschießen, als er nichtsahnend sich dem Dorfe nähert, das ist prachtvoll erzählt. — Peter Hagen: Greta und Ulke. Novelle. Mit einem Nachwort von Hans-Jürgen N i e- rentz. Reclams Univerfal-Bibliothek Nr. 7269. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf. — (384) — Peter Hagen, in der Kampfzeit der nationalsozialistischen Bewegung Schriftleiter des „Angriff" ist bekannt geworden durch seine Romane „SA.-Kamerad Tonne" und „Die Straße zu Hitler". Neben diesen politischen Erzählungen stehen seine rein dichterischen Werke — eines der schönsten davon bringt das vorliegende Bändchen. Deutsche Jungens sind auf sommerlicher Wanderfahrt in Finnland, und hier, in der Schärenwelt von Helsingfors, spielt die duftige, reine Liebesgeschichte zwischen dem Berliner Jungen und dem finnischen Mädchen. Es ist ein Buch aus der Seelenhandlung der neuen deutschen Jugend, das alle jungen und jung gebliebenen Menschen erfreuen wird. _ Gustav Renker: Der Kampf mit dem Gletscher. Roman. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. Leinenband 4.80 Mk. __ (455) — Ein Alpenroman, in dem der Zauber der Hochgebirgswelt lebt. Schlicht und einfach ist die Handlung, und ungekünstelt sprechen auch die Menschen zu uns. Durch ein Lawinenunglück in den Alpen verliert eine noch junge, norddeutsche Witwe ihren einzigen Sohn. In ihrem Schmerz kündigt sie ihre Stelle und beschließt, mit ihrem (Hochdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) vuster Keaton — Vater und Sohn ! (th) Neuyork. D: ß die Söhne dem Berufe ihrer Väter treu fcllpiU’n, kommt bekanntlich häufig vor. Manchmal f "mmt es aber umgekehrt. Und in unserem Spezial- — Im Verlag Ullstein, Berlin, erscheint eine große Novellensammlung unter dem Titel „H e i m a t". Die deutsche Landschaft in Erzählungen deutscher Dichter. (440 Seiten. Leinen 4,80 Mark.) — (458) — Mitarbeiter dieses stattlichen Bandes sind u. a. Hi Friedrich B l u n ck, Manfred Hausmann, xy Leip, Hans Fallada, Hans Christoph Kaer- a e l, Heinrich Z i l l i ch , Gerhard Menzel, Joseph Winckler, Wilhelm Schmidtbonn, Heinrich Hauser, Anton B e tz n e r, Ernst Pen- z o l d t, Adam K a r i l l o n , Wilhelm v. Scholz, Georg B r i t t i n g , Max Mohr, Hubert M u - melier, Kurt Heuser. — Im Geleitwort heißt es u.a.: Heimat ist der enge oder weite Kreis der Landschaft, in der Natur und Ding, Gewächs und künstlerische Offenbarung uns mit dem Zauber des Vertrautseins ansprechen, ohne daß wir zu sagen wüßten, es sei um dieses oder jenes Grundes willen. Deutschland, das Herzstück Europas, eingebaut zwi- schen Meer und Alpen, östlichen Weiten und westlicher Enge, verdankt der Schöpfung eine reichge- aliederte und vielgestaltige Landschaft, die viele Temperamente und Charaktere in sich vereinigt. Diesen Reichtum der Heimat, der deutschen Landschaft zu zeigen, und zwar im dichterischen Ausdruck, der uns dafür ein bestes Mittel zu sein scheint, das ist der Sinn und das Ziel dieses Buches. Mancher Leser wird suchen und doch nicht finden, was er liebt und was ihm als engere Heimat im Herzen liegt. Aber indem er das Buch ... durchblättert und so vom Norden über die Mitte gen Süden wandert, wird er die Zeichen auch seiner engeren Heimat oder — was wichtiger ist — auch die größere Heimat erkennen: das Reich und darüber hinaus das ganze Deutschtand in der Vielfalt und Buntheit seiner Er- ^scheinungen, in der kraftvollen oder auch stillen Lebensäußerung seiner Stämme. — Josef Friedrich Perkonig: Der Schinderhannes zieht übers Gebirg. (Die Kleine Bücherei Nr. 41.) Preis 80 Pf. Albert Langen/Georg Müller, München 1935. — (371). — In der kräftigen Sprache der Bergbauern feiner Heimat erzählt Perkonig die Geschichte vom vermeintlichen Schinderhannes. Zwischen den unwirtlichen Bergen Kärntens liegt ein kleines Dörflern. Hochzeit wird dort gefeiert, mit Breughelfchen Farben zeichnet sie der Dichter, und plötzlich kommt die Nachricht, der Schinderhannes mit seiner Bande ziehe übers Gebirge. Es ist aber nur ein armer Landfahrer, der bei einer einfältigen Almdirn feiner Bitte um ein Stück Brot Nachdruck verleiht Güte, die „vor lauter Kraft nicht laufen können". Aber als er an die österreichisch-tschechoslowakische Grenze kam und „folcye" Muskeln hatte, betrachteten ihn die Zöllner trotz allen Ruhmes, der ihm voraufging, mit erheblichem Mißtrauen. Sie bedeuteten dem starken Johann, er möge doch einmal feinen Rock ablegen. Johann zierte sich wie ein schüchternes Mädchen. Man wurde deutlicher und alarmierte zur Sicherheit die gesamte Zollstation. Da legte denn Johann den Nock ab — und siehe da: der starke Johann löste sich sozusagen in — Sacharin auf. Wo man Muskeln vermutet hatte, die freilich in dieser Ausdehnung unwahrscheinlich waren, fand man Sacharin in Säckchen fein um die Arme gebunden. Erschüttert hüllte sich der an den Armen ungewöhnlich stark abgemagerte starke Johann wieder in seinen Rock und ließ sich abführen. Sibirisches Schnlidytt. (ku) Moskau. Auch an der sibirischen Nordküste will man den Kindern die Errungenschaften des Lesens und Schreibens beibringen. Aber nachdem man nun einige Schulen hergerichtet hatte, mußten sich die Lehrer zu einer grundlegenden Aendcrung der Schulordnung entschließen. Denn die Kinder weigerten sich, sich von ihren Gewehren und ihren Bogen zu trennen, mit denen sie außerhalb der Schule jagen. Sie dürfen sie also mit in die Klasse nehmen. Und wenn draußen mal ein großer Vogelschwarm vorbeizieht, dann dürfen die Kinder hinaus und ein wenig schießen, denn zu bändigen sind sie dann in den Klassen ja doch nicht mehr. — Man wird verstehen, daß die Lehrer mit diesen Schülern immer recht freundlich sind, denn die Lehrer siud gänzlich unbewaffnet ... In der Familenbibel stand das Datum mit dem 18 November 1834 angegeben. Danach hatte man ich auch gerichtet. Aber als man jetzt eine Urkunde zu diesem ereignisreichen Tag vorbereiten wollte, scistug man in den amtlichen Registern nach. Mit Erstaunen vermerkte man, daß unter 1834 keine Mrs. Lamont geboren wurde. Man blätterte weiter. 1835 auch nicht. Sollte alles ein Irrtum fein? Bis einer auf den Gedanken kam, einmal zurückzublät- tern. Und siehe da — unter dem 18. November 1833 stand die Geburt registriert. So kommt es, daß man in Aberdeen einen hundertjährigen Geburtstag ein Jahr zu spät begeht. Findelkinder bekommen neue Namen. (u) Madrid. Da find in den letzten Wochen einige Namens- gefetze erlassen worden in Spanien. In der Mehrzahl der Fälle Formalitäten. Aber eins hat doch eine erhebliche Bedeutung: das Gesetz über die Findelkinder. Bisher wußte man in Spanien sofort, wer ein Findelkind war, denn sie hießen alle „Expo- sito“. Diese Kennzeichnung wurde als eine Ungerechtigkeit empfunden. So wurde denn bestimmt, daß die Findelkinder in Zukunft den Namen der Stadt führen dürfen, wo man sich ihrer entledigte. Die Aen- derung der Namen derjenigen Personen, die heut noch als „Exposito“ Herumlaufen, wird übrigens kostenlos und schnellstens vorgenommen. Der starke Johann. (ns) Drag. Jetzt liegen die Akten des starken Johann bei der Staatsanwaltschaft und er sitzt hinter Gittern. Alles wegen feiner Muskeln. Johann Jleik war wirklich ein sehr starker Mann — einer von der Ersparten den Sohn zu suchen, um ihn, wenn nicht lebeildig, so doch tot noch einmal zu sehen. Die tapfere Frau weiß alle Hindernisse zu überwinden, und mit einigen zuverlässigen Männern aus dem Gebirge geht sie an die Arbeit. Die Gestalt dieser eigenartigen Frau und Mutter, die sich in Sehnsucht nach ihrem toten Kinde verzehrt, und über die doch schließlich die Freude am Leben den Sieg davonträgt, ist Renker vortrefflich gelungen. Der besondere Reiz dieser Erzählung aber liegt in dem Zusammenfließen von Natur und Menschenleben und in den fesselnden Schilderungen der Gletscher- weit. — Werner Sombart: Deutscher Sozialismus. 363 Seiten. In Ganzleinen 6,30 RM. Verlag Buchholz & Weißwange G. m. b. H., Berlin- Charlottenburg II. — (332.) — Unter der großen Anzahl von Autoren, die sich mit dem Kapitalismus und Sozialismus auseinandergesetzt haben, sieht Werner Sombart in der ersten Reihe. Die letzte Studie des Verfassers mar „Die Zukunft des Kapitalismus", eine kleine Schrift, in der er bereits die Umrisse der neuen deutschen Wirtschaft aufzeichnete. Heute bekennt sich der Gelehrte zum neuen Deutsch- land und versucht, seinerseits einen Aufriß der neuen deutschen Lebensform zu geben. In unerbittlicher Folgerichtigkeit zeigt uns Sombart, wie der deutsche Sozialismus notwendigerweise aus den Verirrungen der Vergangenheit erwachsen muß. Ausgehend von der wirtschaftlichen Entwicklung behandelt er die verschiedenen Definitionen und Arten des Sozialismus, gibt dann eine Darstellung des proletarischen Sozialismus und der Irrtümer des Marxismus. In den weiteren Abschnitten „Deutscher Sozialismus" — nicht Sozialismus von Deutschen, sondern Sozialismus für Deutschland — werden der Staat und die Wirtschaft dargesiellt. In dem Abschnitt über die Wirtschaft beschäftigt sich Sombart vorwiegend mit den praktischen Problemen, die uns und die Welt um uns beschäftigen: der Technik, der Güterverzehr, der Gütererzeugung ufro. Es ist keine „aktuelle" Schrift, sondern ein mit wissenschaftlichem Rüstzeug versehenes Werk über die sozialen Probleme der Zeit, das die Diskussion um die Wiederaufrichtung unseres so schwer geprüften Vaterlandes auf das ernsthafteste befruchten wird. — Dr. Karl E. Thalheim, ao. Professor der Volkswirtschaftslehre an der Handels-Hochschule Leipzig: Werden und Wesen der modernen Wirtschaft. (Wirtschaftslehre 3.) Reclams Univerfal-Bibiliothek Nr. 7230. — (221) — Aufgabe dieses Heftes ist es, in das Verständnis der Eigenart der modernen Wirtschaftsordnung, die man gemeinhin als „Kapitalismus" bezeichnet, em- zuführen. Zu diesem Zwecke stellt Thalheim zunächst ihren Entwicklungsgang dar, wobei es ihm auf die Herausarbeitung der großen Grundlinien ankommt. Ausführlich behandelt der Verfasser Wesen unb Bedeutung des Kapitalismus, wobei sowohl seine positiven Leistungen wie seine Schattenseiten und Gefahren sachliche Würdigung finden, und gibt dann einen konzentrierten Ueberblicf über den Verlauf des hochkapitalistischen Zeitalters bis zum Weltkriege. Der Schlußabschnitt geht den Wandlungen des Wirtschaftslebens in der Gegenwart nach: hier betont der Verfasser vor allem das Ende des roirt- iwif antiken Bauwerke verdecken ober ihre architektonische Schönheit beeinträchtigen, planmäßig zeisssen. Boi den Arbeiten, die jüngst zur Freilegung des Mausoleums des Kaisers Augustus in Angriff genommen wurden, legte der Duce persönlich Hand ans Werk. Die Polizisten in Gloucester sind genau so tüchtig wie ihre besten Kollegen sonst wo in der Welt. Aber sie haben sich entschlossen, nun doch einmal Einspruch zu erheben: die unverheirateten Beamten leben nämlich in einer Gemeinschaftskaserne. Man verträgt sich gut. Nur: mit dem Schlafen ist das so eine Sache. Mit den Betten ist ein wahrer Spuk im Gange. Die Betten wandern. Wenn einmal einer eine Stunde weg ist und nicht einen guten Freund mit der Aufsicht betraut, bann ist bas Bett weg. Stattbessen steht ein anberes da, vom gleichen Format zwar, aber noch schlechter. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß die Beamten noch immer in jenen antiken Betten schlummern, die einst im Jahre 1839 angeschafft wurden, als die Polizeikaserne gegründet wurde. Sie wollen also in Zukunft als Wächter der öffentlichen Ordnung etwas moderner schlummern. Und in der Erkenntnis, daß ein gutgelaunter Polizist mehr wert ist als ein ungedeckter Stadtwechsel auf ein paar Dutzend neue Bettstellen — wird es mit den Betten jetzt anders werden bei der Polizei in Gloucester ... Der 1 btt. Geburtstag — ein Jahr zu spät gefeiert! (—) Aberdeen. Wie stolz war man doch, eine Hundertjährige zu haben. Mitte November soll der 100. Geburtstag der Mrs. Dugald Lamont gefeiert werden. Mit viel Aufwand, wie es sich geziemt für solch ein Ereignis. U kannten Namen seines Sprößlings. Daraufhin ttiwim die Herren spaßeshalber bereit, eine ^üroieaufnahme anzufertigen. Aber dann wurde aus tvüin Spaß Ernlt: Die Sachverständigen vertraten e jnfinnmig die Meinung, daß der alte Mann einen gicrenöen Komiker abgebe! Er bekam sofort einen 9krag, der arbeitslustige Greis, der allem Anschein nntf das — Talent seines Sohnes geerbt hatte! $ ifter Keaton senior stellt sich also demnächst aiiftoer Flimmerwand vor! Hoffentlich wird er fei» fljen,.,beerbten Erben" nicht k. o. schlagen ... vergessene zwanzig Millionen Dollar. (h. w. v. d.) Washingto n. , Dir Amerikaner ist zwar als guter Geschäftsmann fi Wannt, aber in gewissen Beziehungen scheint er dtzhiübervorsichtig zu fein! Die letzte Inventur des SWo-zamtes ergab nämlich die überraschende Festste!- Iilrg daß das Schatzamt Passivposten im Gesamt- bMqge von über 20 Millionen Dollar besitzt, die es tijlni' ausgleichen würde, wenn es die rechtmäßigen Mi iLiger ausfindig machen könnte. Die meisten bie- fil Verpflichtungen bestehen in alten, überfälligen Rkrrungsanleihen, Spar-Zertifikaten u. bgl., bie Mr bas ganze Land verteilt in unzähligen Mali M m unb Sparstrümpfen längst ber Vergessenheit anicmgefaüen ober womöglich schon unfreiwilliger- mr vernichtet sind. Verschiedene dieser ausstehen- dD Ierpflichtungen datieren aus der Zeit der ersten es-Anleihe der Vereinigten Staaten von vor pW die schon vor über hundert Jahren fällig marin, und ber Wert ber einzelnen Anleiheposten Rn) nft zwischen einer während des Weltkrieges sgegebenen Sparmarke im Werte von 25 Cents uw Gold-Zertifikaten der amerikanischen Kriegsan. Iiila im Nominalwerte von je 10 000 Dollar. ficlft täglich kommt es vor, daß dem Schatzamt eliiif der alten, schon fast vergessenen Anleihe-Stücke SWiQinlöfung oorgekgt wird. Der älteste ausstehende qlkrt m in den Büchern des Schatzamtes erreicht die h ilislye Summe von 27 870 Dollar und ist ein Teil ei n rBprozentigen Regierungsanleihe aus dem Jahre 17!) und der größte Einzelposten, welcher von sei- nenBesitzer niemals zurückgefordert worden ist, be- t n, 119 400 Dollar einer 7,3prozentigen Anleihe Oboern Bürgerkriege von 1873. ünnbeftens ein Teil dieser uneingelösten Verpflichte »'s 'N ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß tii ursprünglichen Zeichner dieser Anleihen annah- uns: btuf bfum rt* ib < mit n s % hrslst beitf, Reil M erheil gs. rungi Mutsqi or Üi fl w ber- ßertfi trebei unbi w | e Sl. M1 ton M v n N Sffltri ofes u 6(ti: die I als hi geldii K Sjj Ferner der zehntauiendfoch bewährte v. unerreichte Einkreiser „200 für Europa• Empfang mit Kurzwelle 6 Kreil Superhet OO£ mH Föhren RM AQJ." für Wechielifrom rückkopolungsfroior Zweikreiser mit Röhren RM ZV Oe- für Wedi.ebtro* 7 Kreis Superhet rrflt Kurzwelle O O # mit Röhren RM VwOe* für Wedi.elitrXNe In »Amtlichen in herrlichen Edelholzgehäusen mit neuartiger „Schwarz-weiß"-Stationsskala für hervorragenden, selektiven und klangschönen Fernempfang NORA-Rienzi NORA-Troubadour NORA-600 Rienzi Nachdruck verboten! 6 Fortsetzung. seine geliebte, angebetete Frau. erregung infolge meiner Krankheit sein? Was hat neie ang' nitz auch den letzten Rest ihres Vermögens verloren. Innerhalb eines Tages verblieb ihr nichts mehr als der riesenhafte Besitz in Wannsee, dessen Erhaltung bisher nur unter den größten Opfern möglich gewesen. Sie hatte von dem Zusammenbruch aller Werte an den Börsen keine Ahnung. Sie saß ja völlig abgetrennt von den Tagesereignissen drau- sie verbarg es tapfer. Der liebe, gütige Mann sollte nichts anderes an ihr sehen als ein frohes und zuversichtliches Gesicht. Als sich seine hohe Gestalt zum letztenmal aus dem Fenster des Schlafwagenabteils herausbeugte, als sie zum letztenmal den festen warmen Druck seiner Hand spürte, wurde ihr doch sehr wehmütig zu Sinn. Hier ging der beste, treueste Freund von ihr fort. Der einzige vielleicht, den sie auf Erden hatte. Unbestimmt und schemenhaft, wie sich jetzt im Rauch der abfahrenden Maschine das Gesicht Robert Kutschners aufzulösen schien, hinschwand und unsichtbar wurde. Edelgard kam nicht dazu, lange dieses lastende Gefühl des Abschieds zu spüren. Sie war nur mit Mühe nach Hause gekommen. Frost und Hitze jagten abwechselnd durch ihren Körper. Als sie dab-ürn angelangt, endlich ins Bett taumelte und das Thermometer einlegte, stellte sie Aufgaben. .. Das war auch eine ihrer Sorgen, wie sich ihre Stellung nun gestalten würde. Freilich hatte Robert m t I w * han I UNd „Ach nein, danke!" sagte Edelgard leise. „Es geht schon vorbei." Sie konnte es Kutschner ja nicht sagen, was sie erschauernd gespürt hatte: den kalten Hauch des Schicksals, der aus der dunklen Zukunft an sie herangeweht. Zwischen diesem letzten Abend und der Abreise Hätte Robert Kutschner nicht gerade am Tage vor der Börsenkatastrophe Deutschland verlassen, so hätte er vielleicht doch eingegriffen; und hätte Edelgard nicht am schwarzen Freitag gerade mit hohem Fieber apathisch zu Bett gelegen — vielleicht hätte sie noch einen Teil ihres mütterlichen Vermögens retten können. So aber kümmerte sich niemand um die geschäftlichen Angelegenheiten der beiden Frauen. Und als am Abend die Börse vorüber war, standen die Papiere von Frau von Dönitz gleich Rull. Aber das war noch nicht das Schlimmste. Ohne Edelgards Wissen hatte Frau von Dönitz ihre Papiere bei der Bank schon ziemlich stark beliehen. Nach der Katastrophe verlangte man Regulierung der Schulden. Es war nichts da als die völlig entwerteten Papiere und das Haus. Aber auch das war schon mit einer ziemlich hohen Hypothek belastet. Er hatte Edelgard erst auf dem Bahnhof davon gesprochen, als daran nichts mehr zu ändern war. Er hatte gewußt, in ihrer übergroßen Scheu, etwas vor anderen vorauszuhaben, hätte sie diese seine Bemühung nicht gutgeheißen. Aber ihm war es unerträglich, zu denken, daß Edelgard wieder in eines der großen Büros zurückversetzt würde. So hatte er denn den Brief an Robby Herman hinterlassen. Er lag in der Mappe mit den Informationen. herum und wagte der Tochter nichts zu sagen. Edelgard glaubte, die Mutter ängstige sich so um sie. „Aber wer wird denn ein solcher Hasenfuß sein, liebe Mutti!" sagte Edelgard lächelnd und streichelte zärtlich die Wangen der Mutter. „Lieber Herr Sanitätsrat", wandte sie sich an den alten Hausarzt, der ihr soeben eine Krankenvisite gemacht hatte, „ich glaube, Sie müssen es Mutti noch einmal sagen. Sie glaubt und glaubt es nicht, daß ich nur ein wenig Schnupfenfieber habe. Sie ängstigt sich unnötigerweise. Wenn sie so weiter- macht, dann wird s i e bald krank sein." „Na, ein Schnupfenfieber war es ja nun nicht gerade nur, Fräulein Edelgard, sondern eine ganz richtige ausgewachsene Grippe. Aber Grund zur Besorgnis ist nun wirklich nicht mehr, wenn Sie sich noch ein paar Tage schonen." Er wandte sich an Frau von Dönitz. „Seit wann sind Sie so kleingläubig, verehrte Freundin?" „Seitdem das Leben für mich nur Katastrophen und Unglück in Bereitschaft hat!" Die Stimme der alten Dame zitterte. „Aber Mütterchen!" Edelgard streichelte liebevoll die welke Hand der Mutter, über deren Antlitz jetzt Tränen rannen. Da füllten sich auch Edelgards Augen mit Tränen. Sie war doch noch von der Krankheit sehr mitgenommen und nicht Herr über ihre Nerven. Nun aber wurde der alte Sanitätsrat energisch: „Nein, ein Weinduett kann ich unter keinen Umständen gestatten. Wenn Sie sich aufregen, Fräulein Edelgard, übernehme ich keine Garantie, daß das Fieber nicht wiederkommt. Und Ihnen, meine verehrte Freundin, muß ich sagen, daß Sie ein wenig undankbar sind. Ich weiß, ich weiß, wieviel Schweres Sie durchgemacht haben. Aber schließlich sollten Sie über der Vergangenheit nicht vergessen, was die Gegenwart Ihnen gelassen hat. Sie haben eine Tochter, um die Sie mancher Mensch beneiden würde. Nein, nein, Fräulein Edelgard, Sie brauchen gar nicht rot zu werden. Es ist so. Sie sind ein lieber, tapferer Kerl, sorgen für sich und die Mutter — das ist schon viel. Außerdem das wunderschöne Haus. Und wie ich weiß, ein paar Sparpfennige auf der Bank Wissen Sie auch, verehrte Freundin, wie wenige Menschen heute noch so dastehen? Na nun, was ist denn nun?" unterbrach er sich, denn Frau von Dönitz war aufgestanden. Ein erstickter Laut, dann unterdrücktes Schluchzen, kam aus ihrem Munde. Sie machte ein paar abwehrende Bewegungen mit der Hand. Ehe noch der Sanitätsrat und Edelgard zu fragen vermochten, war Frau von Dönitz aus dem" Zimmer. Man hörte den Schlüssel an der gegenüberliegenden Tür sich herumdrehen. Angsterfüllt sah Edelgard den alten Sanitätsrat an. „Begreifen Sie, Herr Sanitätsrat, was mit Mutti geschehen ist? Das kann doch nicht nur die Nervenfast 39 Grad Fieber fest. Sie erschrak. Das war also keine leichte Unpäßlichkeit, wie sie sich den ganzen Tag hatte vorreden wollen. Das war eine ernl“! Erkrankung. Sie würde ein paar Tage das Bett hüten müssen. In Rücken und Brust stach es wie mit spitzen Nadeln, die bald feurig, bald eisig schienen. Um den Kopf schien ein Reif von Eisen gelegt. Das Zimmer drehte sich in eigentümlichen Kreisen. Gut nur, daß sie durch die Abreise Robert Kutschners für ein paar Tage keine dringende Arbeit hatte! Ehe nicht der neue Direktor kam und über das Personal bestimmte, hatte sie keine eigentlid)en folger hinterlassen, in dem er ihn ausdrücklich gebeten, Edelgard von Dönitz, wenn irgend möglich, in ihrer Stellung als Privatsekretärin zu belassen. Ml-«MMN Vornan von Klothilde v. Stegmann. Kutschners nach Amerika und dem Unglück im Hause a.,___________ _ , ,, Dönitz lagen nur wenige Tage. Lag der schwarze ftutfdjner einen persönlichen Brief an seinen Nach- Freitag an der Börse-. ' '' ' ' rr K Innerhalb weniger Stunden hatte Frau von Dö- Kopsschüttelnd sah der Sanitätsrat auf die verschlossene Tür: „Ich weiß es auch nicht, Fräulein Edelgard. Aber irgend etwas scheint das Gemüt Ihrer lieben Mutier schwer zu bedrücken. Es wäre gut, wir könnten es bald herausbekommen. Ein Kummer, schweigend ge. tragen, belastet das Gemüt viel mehr als ein Leih das man mitteilt." Noch lange, nachdem der Sanitätsrat sie verlassen grübelte Edelgard über den Grund des mütterlichen Kummers nach. Sie nahm sich vor, einen Tag t)ln, gehen zu lassen, bis sie selbst kräftig geworden und! die Erregung der Mutter etwas abgeebbt war. Dann aber wollte sie die Mutter unbedingt dazu bringen, sich auszusprechen. Alles Schlimme war besser als Schweigen und Ungewißheit. Aber es bedurfte der Aussprache mit der Mutter nicht. Ein Zufall enthüllte ihr alles. Während die Mutter nachmittags etwas ruhte läutete das Telephon. Der alte Gärtner stellte die Verbindung zu Edelgard her. Bankdirektor Nitfchke war am Apparat, und in wenigen Minuten wußte Edelgard alles. Sie wugte I von der Beleihung der Papiere. Sie erfuhr, alles verloren war und die Bank bei den au^tl ordentlichen Verlusten, die sie selbst erlitten, auf Regulierung der Verbindlichkeiten drängen mußte. Edelgard erschrak furchtbar. Das also war der Grund zu dem verstörten Wesen der Mutter. Duz war das Schreckgespenst, das seit Tagen vor dm Geiste der Mutter stand. Wie aber sollte man es bannen? „Wir haben nichts mehr, Herr Direktor!" sagte fr so ruhig sie konnte durchs Telephon. „Nichts als bas Haus. Mit den Zinsen des Vermögens und meinem Gehalt gelang es uns gerade, bei äußerster Gin. fchränkung hier alles aufrechtzuerhalten. Das Hau- — wir wollten es gern halten, aber ..." Ihn Stimme schwankte, sie konnte nicht weiterfprechen. „Gnädiges Fräulein", klang die Stimme des Bankdirektors Nitschke mitleidig an ihr Ohr, „ich kann das verstehen. Glauben Sie mir, es ist mir selber sehr schmerzlich, Ihnen diese traurige Eröffnung machen zu müssen. Aber es bleibt nichts anderes übrig. Wäre nicht Ihr verehrter Herr Valer eines unserer geschätzten Aufsichtsratsmitglieder gewesen, die hohe Beleihung der Papiere wäre schon lange ausgeschlossen. So aber — und weil ich mich persönlich dafür eingesetzt habe, hat man bisher Ad- stand genommen, Ihre Frau Mutter zu mahnen. Ich werd'e auch jetzt nach Möglichkeit versuchen, Un- annehmlichkeiten von Ihrer Mutter und Ihnen fern- zuhalten. Aber Sie werden sich doch mit dem Gedanken vertraut machen müssen, das Haus zu ner- kaufen, denn ob die Bank die hohen Schulden Ihr« Frau Mutter weiter bestehen lassen kann, ist bei den heutigen unbestimmten Verhältnissen sehr bie Frage." (Fortsetzung folgt!) All das brach über Frau von Dönitz herein, wäh- tlltHunV rend Edelgard krank lag. Drei Tage lief die Mutter ’ sie nur? ßen in ihrem einsam gewordenen Heim. Edelgard selbst war gerade an dem schwarzen Freitag .wegen einer Erkältung daheim geblieben. Sie hatte Kutschner am Abend vorher zum Zuge nach Hamburg gebracht, von wo sein Schiff nach ......._ Neuyork am nächsten Morgen abgehen sollte^ Es. gj*m Obsten hätte er ja Edelgard überhaupt aus war ein kalter Regentag gewesen. Sie hatte schon bem gan,en Betrieb herausgenommen. Aber da sie seit ein paar Tagen die Vorboten einer heftigen I if)m nocf) nid)t gestattet hatte, zu ihrer Mutter von Erkältung in sich gespürt. Aber sie wollte es Kutsch- , reinen Hoffnungen zu sprechen, so war daran gar ner nicht antun, ihn allein und einsam von Berlin , ni^t senken. Er hätte es gar nicht gewagt, ihr abfahren zu lassen. Hatte er doch extra den Zeitpunkt : jrqenbejne finanzielle Unterstützung anzubieten, ohne seiner Abreise nicht bekanntgegeben, um, mtc er a^er ^ckst auskommen konnte. So war alles, sagte, als letzte Erinnerung an die Heimat ihr Ge- . mQ5 er vermochte, dies eine: zu versuchen, ihr die sicht ZU sehen. . , , „ j gehobene Stellung im Betriebe zu erhalten, bis Er hatte es mit einem Lächeln gesagt, aber sie . er ejnnia[ aus alledem herausholen konnte als spürte sehr wohl, wieviel Schmerz und wieviel Liebe > - - - - - ■ ■ — unter diesem Lächeln verborgen war. So war sie mitgegangen, obwohl sie schon Fieber spürte. Aber ssZ 11 . W w te i M ö? ' ‘ ihren c* j f I eine lur hf* w M Wl u Wieru teilen 0 | D.iitun( einen töni 'jlid)t holzig HUlMi'i denn e: Es gin Fülle Eine ( ,■ chüehl v genani \ horte j5)a be i ging tons durch -Dergute,billige und bequeme ^renn Briketts^ i, keine Schlacken ng, Knr Gre ohm mef): Zwe mach eine weiht ihn n M 1 (Statt Karten! Bahnhof-Gaststätten in Giehen Vorträge Vermählte Gießen, den 3. November 1934 6461 D EMIL BECK 05307 Betten- und Polstermöbel - Werkstätten Fernruf Nr. 4195 Läwengasse Nr. IS Statt is t’s S* Öffentllanz Jetzt gute, solide Erscheinen unbedingte Pflicht. 6468D Unterzeuge Flocköper, Flanelle, einen guten Wollstoff für warme Kleider oder ein Bettjäckchen von t. 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In gleichmäßiger Anordnung bilden ihre gleicharti- 8. 11—19 „ Die Tagesordnung verzeichnet der '4X 1 L tT II U u l | v i ' iv ' — . . < . mentserrichtung, insbesondere die Errichtung des beschieden sein. 63 286 100 100 3. 4. 5. 6—21 11—13 8—12 „ 6—20 „ forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes, RM. Gswerbekapital, RM. Gswerbeertrag. 6—13 6—10 Dectel stellte er außerdem noch etwas roie ein un- aclöltes Rätsel dar. Was mochte wohl sein Inhalt sein? chatte er überhaupt einen? Cm so großes, öOüigeiüUtes Paket konnte einerseits nicht unoe- meril verlorengehen, anderseits legt man einen prima Karton, auch wenn er leer iji, nicht einfach □ur die Straße. Uever dem bräunlichen Karton schweote ein mystischer Schimmer. y;5 regnet Bindfaden — alles rennt mit gesenktem Kops und hochgeschlagenem Kragen die stille stell Der Pappkarton als Limousine! ausgekochte biennsayrer wären erblaßt, batten sie dem folgenden Rasen und Glitschen bei- gl.wohnt. Wild tobte die Papplimousine über den 'Aiphalt. Wiederholte Pannen an der Kupplung — mK nn nämlich der Bindfaden aus dem Karton riß — konnten der Lust am eigenen Auto keinen Abbruch tun. Höchstens der Streit um den einzigen Führersitz überschattete gelegentlich das autosport- Liche Abenteuer. Indes kann selbst kindliche Phantasie nicht die Ausmaße eines Pappkartons ändern. ÜCs bleibt stets ein gewisser Unterschied zum sechs- Seit einigen Tagen herrscht m unseren Straßen wieder mehr Leben, denn da das Wintersemester 1934/35 mit dem 1. November begonnen hat, haben sich die Studenten wieder bei ihrer geuebten alma mater ludoviciana eingefunden. In den Abendrunden ist auf dem Seltersweg z. Z. des „Bummels wieder das farbenfrohe Bild der einzelnen Couleu- rren zu sehen. Auch viele Abiturienten, die nach Ab- Das vermehrte Straßengeräusch nimmt man gern und freudig mit in Kauf, und vielleicht müssen für die ersten Tage die Glockenzeichen der Wagenführer öfter und rascher aufeinanderfolgen, um das Publikum zur Vorsicht zu gemöhnen und Unfällen vorzubeugen. Auf die beiden ersten Tage des neuen Betriebes dürfen wir mit Zufriedenheit zurückblicken/ Im Laufe der Jahre ist dann die Straßenbahn im Verkehrsbild unserer Stadt ganz natürlich ihres Charakters einer lokalen Sensation entkleidet worden und in den Bereich der alltäglichen Selbstver- Am 1. Nov-ember trat der Amtsgehilfe des Hess. Untersuchungsamtes für Infektionskrankheiten W i l- h e l m S ch e r m u l y in den Ruhestand. Mit ihm scheidet ein in der Gesinnung und in der Tat stets mustergültiger Beamter aus o:m Hess Staatsdienst. 40 Jahre hat Schermuly dem Staate treu gedient. Er war die erste und bis 1928 die einzige männliche den Jahren, vor allem auch in der Kriegszeit, als dem Amt die Untersuchungen für die Lazarette und die Herstellung von Impfstoff übertragen wurden, als selbst'oser und pflichtgetreuer Beamter geleistet hat, ist schon ungeheuerlich. Er kannte für sich keine Schonung. Streng abgegrenzte Dienststunden und Urlaub waren ihm jahrzehntelang unbekannte Begriffe. Seine ganze Kraft stellte er in den Dienst der leidenden Menschheit, und wenn er bei seinen gefährlichen Arbeiten selbst vor Ansteckung bewahrt blieb, so beweist das, wie sauber und gewissenhaft er trotz der Fülle seiner Aufgaben gearbeitet hat. Es muß auch noch erwähnt werden, mit wieviel Liebe und welchem Geschick er für die zahlreichen Versuchstiere sorgte. Für jeden, der Schermuly Heuchelheim. I In diesem Monat der Vollendung des ersten Vier- [ teljahrhunderts unseres Straßenbahnbetriebs wird: man bei der Wiederkehr des Eröffnungstages am Damit wird aber die NS.-Dolkswohlfahrt immer mehr zu einem Bollwerk innerstaatlicher Sicher- heit und völkischen Selbslbewußtseins werden. Jeder Deutsche (teuere dazu bei, indem er die letzten Astern ins Volk trägt. Bürgermeisterversammlung in Gießen die Aster, die Herbstblume, als Zeichen der Volksverbundenheit Auf der Straße liegt ein großer Pappkarton. Nicht irgendein altes, emgerijsenes Gebilde, sondern Laßt uns von der L'ebe reden' Bei der zweiten diesjährigen Haus- und Straßensammlung für das Winterhilfswerk soll überall am Sonntag, 4. November, Milchverkauf Roheisverkauf Verkauf von Blumen und Gärtnereierzeugnissen Zustellung leicht verderblicher Expreßgüter Zeitungsoertrieb: a) Austragen von Haus zu Haus b) in Verkaufshäuschen c) auf öffentlichen Straßen und Plätzen und in Gaststätten d) in stehendem Gewerbebetrieb Badeanstalten: a) in der Stadt Scraße entlang. Niemand kümmert sich um die Poppichachtel. Bis ein Trüpplem Kinder auftaucyt. Uno diese kleinen, aber unerschrockenen Pioniere ter Stadtstraßen, die keinerlei Witterungsuiwill an ihren Streitfzugen zu hindern vermag, stürzen sich mit Indianergeyeul auf den interessanten Behälter. Cine kurze Beratung — und schon ergreift ihn der Aelteste, trägt ihn zunächst einmal aus dem feuchten Rieseln tn die Trockenheit der näcysten Toreinfahrt. Und nun wird der Deckel abgehoben, das Mysterium entschleiert. Die Wirklichkeit bleiot indessen (wie jo Ost) hinter den hochgespannten Erwartungen zurück. Der Karton enthält lediglich einen Bogen weißen Seidenpapiers. Sonst nichts! So könnte diese Angelegenheit erledigt sein. Der bei der Schaffung der Straßenbahn festgesetzte Fahrpreis von 10 Pfennig wurde nach Die Kreisabteilung Gießen des Deutschen Ge- meindetaqs, Landesdienststelle Hessen-Hessen-Nassau, Die artenreiche Pflanzengattung der Aster, der Sternblume, bildet seit über 100 Jahren eine Hauptzierde der herbstlichen Gärten. „Stell' aus den Tisch die duftenden Reseden, die letzten roten Aftern tragt herbei und laßt uns wieder von der Liebe reden, wie einst im Mai." Die Herbstblume wird uns Schwestern und Brüdern der großen deutschen Notgemeinschaft eine Mahnerin, wieder von der Liebe zu reden, von der Liebe, die nicht zu schänden werden läßt. Sie ist gleichzeitig ein wundervolles, natürliches Sinnbild einer wohlgeordneten Gemeinschaft. iÄ. MÄS ÄSÄ verbraucht werden wurde. Er trat deshalb am 1.11. oenourg zu uh ß verzeichnet der 11934 unter Anerkennung der dem Staate geleisteten einberufen. D 9 Mortrnae- Justizinspektor langjährigen Dienste in den wohlverdienten Ruhe- ^chenfolge n ch f 9 9 Erbrecht, Testa- ftani). mögen ihm noch viele und schone Lebens.ahre < ® Eber i " " 1 Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd. In der Woche vorn 5. bis 10 d. M. findet eine Lebensmittelsammlung statt. Die mit Ausweis versehenen Blocksrauen der NS.-Frauenschast sind mit der Durchführung dieser Sammlung beauftragt. 6— 9 6—13 Aus der Provinzialhauptstadt Pappkarton als Limousine. Nottestaments"; Sparkassendirektor Hopfenmül- ler (Gießen) über „Landwirtschaftliche Entschuldung und bäuerlicher Kredit". Anschließend Verschiedenes. Hessische Verordnung über die Bürgersteuer. Der Hessische Staatsminister Jung veröffentlicht in der gestrigen Ausgabe der amtlichen „Darmstädter Zeitung" die nachstehende hessische Perordnung über die Bürgersteuer vom 31. Oktober 1934: Auf Grund des Bürgersteuergesetzs (BStG.) vom 16. Oktober 1934 (RGBl. I S. 985) und der Verordnung zur Durchführung des Bürgerfteuerqesetzes (BStDVO.) vom 17. Oktober 1934 (RGBl. I S. 987) wird das Folgende verordnet: I. Allgemeine Bestimmungen. § 1. Rechtsmittel und Rechtsmittel- verfahren. Soweit nur die Verletzung landesrechtlicher Vor- Straßenbahn baues nach 2$ i,gj;e ck erneut in Fluß. Zu dieser Zeit waren die Mäglichkeiien zur Verwirklichung des jahrelang gehegten Wunsches günstiger als je zuvor. Es kam denn auch zum Bau der Strecke nach Wieseck, die nach etwa vierteljähriger Bauzeit am 22. Dezember 1932 dem Verkehr übergeben wurde. Seitdem hat sich die Straßenbahnlinie Gießen—Wieseck in der Frequenz sehr gut entwickelt, so daß die Erwartungen, die man an den Bau dieser Erweiterungsstrecke geknüpft hatte, erfüllt wurden. In diesem Monat kann die Stadt Gießen auf das 2 5jährige L e st eh e n der Gießener SSLVLL' WM W aeriieia Schon daß er überhaupt da ist, ist eine1 b) Flußbad 9. Verkauf von Obst, Speiseeis, Südfrüchten und gerinaroertigen Lebensmitteln auf öffentlichen Straßen und Plätzen 10. Aufnahme von Lichtbildern 10—15 ,, Die Bekanntmachungen des Polizeiamts Gießen vom 27. März 1919 und 23. Februar 1921 und des Kreisamts Gießen vom 12.Oktober 1926 und 28.November 1932 werden hiermit aufgehoben. da doch möglichst viele Einwohner das neue Ver- t ^c,bruar 1934 nb zunächst für die Dauer von drei kehrsmittel benutzen wollten. 1475 zahlende Per- Monaten Teilstrecken zum Fahrpreis von 10 Pfen- fonen befördert, von denen 355 Zahlmarken abgaben. n|q einzurichlen. Anfangs konnte man an diesen Am darauffolgenden Sonntag, 21. November 1909 gsefebtuft wohl mancherlei Hoffnungen für den belief sich die Zahl der beförderten Personen auf Straßenbahnbetrieb knüpfen, leider aber zeigte sich 9355, von denen 1954 Zahlmarken abgegeben wur- j.mmer mehr daß der erwartete Widerhall von der den. Die Beamten der Straßenbahn waren — nach Seite der Bevölkerung her nicht eintrat. Zwar ha- emem Bericht im „Gießener Anzeiger vorn 23. No- b>en roir ,ben 10-Pfennig-Teilstrecken-Tarif auch heute vember 1909 — der Ansicht, daß an diesem oonntag, ped) aber Don einer Besserung des betriebswirt- an dem absichtlich keine Kontrolle des Fährverkehrs fchafH.chen Eraebni ses der Straßenbahn kann man stattfand, mindestens 4000 bis 5000 Menschen ohne (e;ber svrecken Bezahlung gefahren find. Von den Zahimarken, doii ; r ri,a)I ,prcn}en denen die Verwaltung 15 000 Stück beschafft hatte,' war an jenem Sonntagmittag bereits fein Stück mehr zu haben. Bei dem neu eröffneten Straßenbahnbetrieb tarnen neben dem Betriebsleiter noch 15 Wagenführer, drei Schlosser, zwei Hilfsarbeiter, zwei Gleiswärter und zwei Kontrolleure als Straßenbahnpersonal in Betracht. Bei 7,5-Minuten-Ver- kehr auf beiden Strecken wurden zehn Wagen in den Betrieb eingestellt, bei dem 15-Minuten-Verkehr auf jeder Strecke waren je drei Wagen in Betrieb. Das neue Verkehrsmittel fand bei der Bevölkerung außerordentlich großes Interesse. Darüber wird im „Gießener Anzeiger" vom 22. November 1909 u. a. ge- schriben: „Jeder wollte einmal eine Fahrt mitmachen, und die sich zusammenrottenden Fußgänger blickten dem neuen Verkehrsmittel schmunzelnd nach. Rpf. je-------- Für die Bemessung der Höhe der Bürgersteuer Heber 130 erste Semester haben sich in den vergangenen Tagen zur Immatrikulation an der Landesum- »erfität gemeldet. Schon zum Teil in den höheren Schulen und La n später in den Arbeitslagern haben sich die jungen Leute für den Besuch der Gießener Univer- :: ifi'ät entschieden; denn der gute Rufe der einzel- men Fakultäten, das vorbildliche kameradschaftliche Verhältnis zwischen Hochschullehrer und -schülern, Vie mustergültige Einrichtung des Kameradschafts- Hauses und der Wohnkameradschaften der Gießener Koroorationen, der geregelte Dienstbetrieb der stu- ventenschaftlichen Arbeit waren alles maßgebende Faktoren zur Wahl der Universitätsstadt Gießen.' Setzt man die Zahl der ersten Semester, die jetzt iim Wintersemester hier in Gießen ihr Studium beginnen, ins Verhältnis zu der Zahl der überhaupt jum Studium zugelassenen Abiturienten im Reich unb berechnet dann den für Gießen in Normaljah- • en bestehenden Prozentsatz an Neuanmeldungen, so naben wir in diesem Semester eine Zunahme von aber 200 Prozent zu verzeichnen. Die Umversitats- • Oie Sonntagsruhe im Hani>eiög»werbe in Gießen. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt die nachstehende Bekannt- aber^'ickt Dem XtanTÄn i ^i ten des § 25 Absatz 1 und 2 BStDVO. An- aber 111^. Dem jahrelangen Drängern mif ber Maßgabe, daß an die Stelle des ........ —.-----■ - r be^n^H^na^oaialiftifc^e Stabtrat ‘im Januar 1934 ^ei^^5finan3hofe5 ber ^ef^^f^^e ^crmaltungsgerl^^t5. stimmt. Am Nachmittag jenes Samstags wurden, entgegen intern er beschloß, versuchsweise üom v°f tritt. (id)e Einheit ber blühenden Pflanze. Wie ihre Farbenpracht Augen und Herz erfreut, so werden die großen Wunder der Erfüllung aller unserer schweren ?lrbeitsaufgaben starke Anerkennung und hilfsbereite Unterstützung im deutschen Volke finden. ,, am Mittwoch, 17. November 1909, mit dem letzten fpinpm nprirhiAifonon Abendwagen vom Bahnhof stillgelegt wurde, trat die demerrenswerte Taljache. Mit feinem vMchloftenen! Straßenbahn als besseres Verkehrsmittel """" ”• aul,crücm nodl etmas w>e ein un= QU? ,bie 'nor ben Augen einer außerordentlich zahlreichen Menschenmenge vor sich ging, fand am 5. November 1 90 9 vormittags zwischen 10 und 12 Uhr statt. Die landespolizeiliche Abnahme erfolgte am Samstag, 2 0. November 1 909, vormittags um 10 v v t 4 Uhr, die Inbetriebnahme ging am Nachmittag bes 1 bcr Inflation nicht wieber eingeführt. Seitbem war gleichen Tages vor sich. Nach einer Bekanntmachung ber Fahrpreis ein sehr umstrittener Punkt unseres der Stabtverwaltung vom 19. November 1909 war Straßenbahnbetriebs. Mehrfach beschäftigten sich die der Fahrpreis auf 10 Pfennig pro Per on festgesetzt, Stadtverwaltung, ber Stadtrat und die Bevölkerung -- . aa c- mnr. Kinder bis zu sechs Jahren in Begleitung einer mit bie|em Problem, zu einer befriedigenden Rege- f ^ten ^eltend^ gemacht wird, stnden ^ Vor- zahlenben Person wurden frei befördert. Für ein f^ng kam es aber nick ~ Handgepäckstück bis zum Höchstgewicht von 25 Kilo nuch Einführung eine wurde der Beförderungspreis auf 10 Pfennig de- j ............ Nicht aber für Kinder! Selbst eine leere Streichholzschachtel kann für Kinderyerzen ein Objekt mit hungert Verwendungsmöglichkeiten fein. Geschweige -denn ein Pappkarton von großartigen Ausmaßen. Cs ging hier lediglich noch um die Frage, aus ber Fülle der Varianten die reizvollste auszuwäylen. Eine angeregte Debatte entjpann sich und führte schließlich zu einer Löjung, die in ihrer Art genial genannt werden mußte. Zu ihrer Ausführung gehörte lediglich Phantasie und ein Stück Bindfaden. ■Da beides in ausreichendem Maße vorhanden war, ging man jetzt daran, in die Stirnwand des Kartons ein Loch zu stoßen und den Bindfaden hin- durchzusühren. Einer hatte an dieser Schnur zu ziehen, ein anderer in bas Innere zu steigen und in kurzen Abständen schauerliche Mißtöne auszu- jtüßen. So entstand hier an der Straßenecke im Handumdrehen, was sonst das Produkt mühseliger unb langwieriger Werkarbeit ist: ein Auto! Jawohl, ein Auto! Mit Hupe! Und daß es reg- ncie, war für diese technische Errungenschaft nur Angenehm. Denn Regen macht den Asphalt schlüpfrig, leicht gleitet auf ihm em energisch gezogener Karton dahin. Was anderen Automobilisten em Greuel, das gereichte also diesen kleinen Erfindern ! Ohne Führerschein zum glatten Vorteil. Um so mehr, als somit auch der Deckel einem konstruktiven Zweck zugeführt werden konnte. Irn offenen Wagen macht Regenwetter nicht den rechten Spaß Da ist ..... - SHS&afö sSk 1 Bsmä d)n mit beiden Hanven "ber sich u 0 9 9 . Jahre 1919 mußte der Betrieb wegen Kohlenknapp- «BaDDtarton als Stmoufme! h-it sür kürzere Zeit tageweise und einmal auf drei Wochen eingestellt werden. Unter dem tollen Wirbel der Inflation hatte natürlich auch das Straßenbahnunternehmen der Stadt ganz empfindlich zu leiden. Untere Elektrische wurde 311 einem richtiggehenden Schmerzenskind ber Stabt. Die Lage ber öffentlichen Finanzwirtschaft machte es der Stadtverwaltung zur Pflicht, den Straßenbahnbetrieb vom 27. Oktober 1923 bis zum 30. Juni 1924 stillzulegen. Vom 1. Juli 1924 ab wurde der Betrieb zunächst auf der Bahnhofstraßenlinie wieder auf- »iuitipn Ackt^nlinder ~ I genommen. Eine erneute Stillegung machte sich für ^Lid-r V hinsichtlich der Dualität, der chattbar- die Zeit °am 2 Januar »31 bis zum 29. tteit des Materials. Und hier beginnt die Geschichte 1932 erforderlich. on da f 6 fins Tragische abzugleiten. Pannos, der Gott ber - wieder auf beiden Decken normal. Sommer iLlutomobile, wendet seine Gunst eben lieber dem 1929 war es möglich, f fflrünbuna des rHundertpferdigen als dem Chausseefloh zu. Und im wagen zur WartungI bes; nonbe j b J Vorliegenden Fall tat der Regen noch das ©einige, Unternehmens her vorhan g P iben Vorfall des Gefährtes zu beschleunigen. Sei Di«nst^zu^ stellen, iidem wie auch immer will, in einer Kurve löste sich s " 'rdr;’r Hilfskraft des Amtes, obwohl sich das Amt von iieiftung'^' W-/khalbjah7/s"7°tzt mit ihrem Stu- einer «-inen Auswurfuntersuchungsstelle zu einem 6ium beginnen wallen, sind nach Gießen gezogen. Zentralmstitu ches-ns mit ,ahrl,ch_ 40 00Cl Untei- -!n’ nnnnJHer Vielheit die Herr- ■Heber 130 erste Semester haben sich IN den vergan- Buchungen entwickelt hatte. Was Scheimuly g Miihenhen 'ßflanre. Wie ihre Rar-- feier in b e Turnhalle am Oswalbsgarten einge- laben. Die Teilnahme war so groß, daß eine zweite Versammlung im Caf6 Leib und eine dritte in der Folgende Zahlen aus dem Betriebe der Straßen- ^euen ^ula der Landesuniversität nötig wurde, bahn erscheinen in Gegenüberstellungen besonders insbefonbere waren die Landgemeinden aus der interessant: v n L .nnn.._ 1 ffietterau, vom Vogelsberg unb aus ber Wetzlarer An Wagenkilometern würben im Jahre 1909/10: @eqenb narf vertreten. In allen drei Versammlun- 473 000, im Jahre 1932/33: 623 000 gefahren. Be- begrüßte ber Dorsitzenbe ber oberhessischen Be- förbert wurden im Jahre 1909/10: 1 200 000, fenntnisgemeinschaft Herr Präsident i. R. Neuen- 1932/33: 1 650 000 Personen. Im ersten Jahre des b a g e n (Gießen) unb gab einen Ueberblick über Betriebes würben 159 000 RM., 1932/33: 235 000 Bestrebung. Das Hauptthema des Abenbs: „Ist RM. vereinnahmt. Die Straßenbahn hatte in ber bie reformatorische Verkünbigung in ber Deutschen gleichen Gegenüberstellung bes ersten Betriebsfahres Evangelischen Kirche in Gefahr?" behanbelten zum Jahre 1932/33 einen Stromverbrauch von. mf^rer Putz (München), ein ganz alter Kämpfer 340 000 bzw. 560 000 Kilowatt aufzuweisen. Die £'r Port7i, in der Turnhalle und im Cafe Leib, Streckenlänge betrug 1909/10: , 5,8 Kilometer, mfarrer (München), der Sohn des be- 1932/33: 8,9 Kilometer. Die Niedrigste Bechrde- ^'nnten Leipziger Kirchenhistorikers, in der Neuen ■ rungszahl lag m einem Monat des Jahre 1909/10: aruIo mbbrenb sich in die biblischen Ansprachen uer öeineo Diuyer uui uuia uiu|cyiuiu;cn t sen aus allgemeinen Steuermitteln aufrechterhalten wurde und jedenfalls auch weiterhin Opfer des Stadtsäckels erforderlich machen wird. Immerhin darf dabei nicht unbeachtet gelassen werden, daß es! sich hier um eine Einrichtung gemei nm ü tz i- j genCharaktersimDien st eder Bürger-' gesamtheit handelt, für die gewisse Opfer nicht u— -- , . - •, , . . ■ w ungerechtfertigt sind. Und schließlich werden in die- 1935 ist derjenige Steuersatz maßgebend der prozen- fern Jubiläumsmonat bie bisher noch unerfüllten tual am höchsten ben entsprechenben Lanbesburch- Wünsche auch wieber in das Blickfeld der Bevölke- schnittssatz übersteigt. rung treten in der Hoffnung, diese Wünsche in künf-' tigen besseren Zeiten durch entschlußfreudige Taten zu verwirklichen. In dieser Betrachtung der gegenwärtigen Lage ber Dinge unb in dieser Hoffnung $ie oberhessische Bekenntnisgemeinschaft der deut- auf die Zukunft gelten unserem Straßenbahnunter- evangelischen Kirche hatte am 1. November nehmen bei der Vierteljahrhundertwende die beftvi -bre Mitglieder und Gäste zu einer Reformations- Wünsche der Gießener Bevölkerung. I f Ä -----*■— ---- igioien zjemui;uiigvn m puyi- I------- f - , und Gebete die Herren Pfarrer Anthes unb Unfalls bie Limousin« in Wohlgefallen und ver-, ren Jahren kam im Sommer 1932 die Frage des Jahre 1925 bei 255 000 P-rfonen tn einem Monat. Ausfeld, (Gießen), L«n z, (Münzenberg) und ffchiedene Pappscheiben aus. Der Motor erhielt burch !■ I_l_lr‘rf--------E—--— ldiese wesentliche Entlastung ungeahnte Beschleuni- .. . .. nrnt()nhiar Neuan- Munq unb wäre um ein Haar aus die Nase gefallen, stadt Gießen steht somit p z hpllHrhpn iint- Ler stolze Fahrer aber saß plötzlich im Dreck. Er Meldungen mit an erster Stelle der deutschen Uni- rutschte noch ein bißchen, dank des Beharrungsver- versitaten überhaupt. mögens. Aber dann war es endgültig aus, und die Dieser Zuzug der Jungmannschaft zur aima Tatsache von der Vergänglichkeit irdischen Besitzes mater ludoviciana bedeutet nicht nur für unsere iDiirbe offenkundig. \ Universität, Studentenschaft und Korporationen Aber wie schnell verwindet nicht oft ein Kind die einen schönen Auftrieb, sondern er wird sich auch | Schläge des Schicksals! Der Bindfaden war auf weitgehend im ganzen Wirtschaftsleben unserer Leden Fall noch da, und so löste sich der ad hoc Stadt bemerkbar machen. gebildete Autoklub ohne viel Umstände auf. Die । Wir freuen uns, diese Feststellung machen zu kon- Mitglieder entschwanden auf der Suche nach neuen nen, und hoffen, daß die jungen und alteren fetu= Abenteuern, ein melancholisches Pappwrack und deuten sich recht wohl in den Mauern Gießens fuy- sine wiederum stille Straße im Regen zurücklassend, len werden und dann später den Rus der alten H. C. von Massow, ।Universitätsstadt Gießen an der Lahn weit in deut- Ae eö Leben in der alten Üniversitäts- 8anbe tra9cn roer6en- Wilhe in Schermuly Landesdurchschnitt. Als Landesdurchschnitt der Gemeindegrundsteuern 20. 910 oem ber gerne ber Annehmlichkeiten ge- unb der Gemeinbegewerbesteuern im Sinne bes benten, die der Straßenbahnverkehr ber Bevölke- § 4 BStG^ werden für die Burgersteuer 1935 die rung bietet. Man wirb auch nicht übersehen, .daß folgenden Steuersatz^ festgesetzt. „ h der Betrieb bisher nur unter ansehnlichen Züschüs-1 34 Rpf. je 100 RM. ©teuerroert ber G RM. Steuerwert bes lanb- und VVIlSVCU’UlIVlIllllll O---... v sxss* “u •“ ”"n "".»Sä »Äöösfi ber Hanb hergestellt. > ber Bebürfmsse ber Bevölkerung erforberlich ist, für ben Bereich der Stadt Gießen mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt: 1. Bäckereien 8—12 Uhr 2. Konditoreien 8—12 und 14—16 „ Strafrechtliche Vorschriften. (1) Die strafrechtlichen Vorschriften ber Reichs- abgabenortmung gelten auch für die Bürgersteuer. (2) Hinsichtlich des gerichtlichen Strafverfahrens sind die §§ 461 bis 470, 472 bis 476 der Reichsabgabenordnung anzuwenden. Das Verwaltungs- strafverfahren richtet sich nach den Bestimmungen bes Gesetzes vom 20. September 1890, betreffend bie Einführung bes Verwaltungsstrafbefcheibs bei lpinpr n.mT ,nrrmpn Zuwiberhanblungen gegen die Vorschriften über § 7c P -u •• r die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefalle. I Eine offene Frage ist gegenwärtig noch die E r - y g „ Weiterung der Straßenbahnlinie nach Klein-Linden bie schon seit einer Reibe von . Selb staub i ge G . m ar kunge . Jahren angestrebt wird, bisher jedoch an dem fata=1 , An felbstandigen ®2martungen tann nur bann len Hindernis der Bahnüberführung in der Frank- eine Bürgersteuer erhoben weden-wenn eine G, furter Straße und natürlich auch an der Geldfrage mernbe Eigentumerin (Inhaberin) des Gemarkung-, scheiterte. Ebenso offen ist noch .die Frage bes Stra- rechts ist. ßenbabnanschlusfes nach Krofdorf und nach II. Besondere Bestimmungen für bie Bürgersteuer Kreisamtsleitung der NSV. eise im Namen der Deutsche Stenografen- Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. V. Ortsgruppe Gießen. Oie NSV. ruft auf zum Opfern! Bei der zweiten diesjährigen Straßensammlung für das Winterhilsswerk am Sonntag, 4. November 1934, wird überall die Aster als Zeichen der Volksverbundenheit in fröhlichen Farben leuchten. Am Sonntag keinDolksgenosse ohne dieses Zeichen! Ersollauch nach außen hin zeigen, daß er den Opsergedanken des Führers verstanden hat. Heil Hitler! Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 3. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 10 bis 13, (inländische, Kühlhaus) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 Pf., der Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 8, Unter- kohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 bis 80, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: Orts- An alle Partei- und Volksgenossen! Am Montag, 5. November, um 20.30 llhr findet im Cafe Leib, Walltor. straße eine große * Beuern, 3. Nov. Am morgigen Sonntag, 4. November, kann der Zimmermeister Wilhelm Arnold IV. von hier in bester Frische seinen 7 0. Geburtstag begehen. Herr Arnold ist seit 48 Jahren selbständiger Zimmermeister und weithin in der ganzen Umgegend bekannt. Seit 25 Jahren versieht er das Amt des Feuervisitators, seit 44 Zähren ist er Leichenbeschauer unseres Ortes. Besonders bekannt wurde er dadurch, daß er schon vor fahren ganze Häuser heben und versetzen ließ, z. B. in Geilshausen und in Elimbach. In seinen jungen Jahren hat er sich auch im Ausland, u. a. in Paris, umgesehen. Herr Arnold, der all« gemein große Wertschätzung genießt, ist seit 44 Iah- ren ununterbrochen treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ch Rabertshausen, 2. Nov. Die hiesige Zelle hatte zu einem Schulungsabend in den Saal des Pg. Karl Scherer eingeladen. Die Veranstaltung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Anwesenheit von Volksgenossen von der Saar. Der Zellenleiter Pg. Sang hieß die deutschen Brüder von der Saar auf das herzlichste willkommen. Schulungsleiter Roth sprach über Innen- und Außenpolitik. Pg. Sang gab einen Bericht über seine Erlebebnisse in Nürnberg. Einer der saarländischen Gäste sprach in packenden Worten von der Liebe und Treue des Saarvolkes zu Deutschland. Die NS.- Frauenschaft trug durch zwei Lieder zur Verschönerung des Abends bei. <^Rodheim a. d. Horloff, 2. Nov. Die Orts- gruppeRodheimderNSD. hat dieser Tage acht Saarkinder zum Ferienaufenthalt aufgenommen. Sieben Kinder, sechs Buben und ein Mäd- chen, wurden in Rodheim untergebracht, ein Mädchen kam nach Rabertshausen. Kreis Schotten. x Schotten, 2. Nov. Gestern morgen war auf den Höhen des Vogelsberges der erste Schnee gefallen, die Berge in ihrem Herbstlaub und dem weißen Schneegewand boten einen prächtigen Anblick. Auch heute vormittag fiel dicker Schnee, so daß der Wintersport bald einsetzen kann. — Aus Anlaß des S p a r t a g e s ist in der hiesigen Volksschule ein Betrag von 103 Mark von den Kindern als Sparsumme zusammengetragen worden. kreis Alsfeld. * M e r l a u, 2. Nov. Der 19 Jahre alte Büro- gehilfe Ernst Weber von hier kam so unglücklich zu Fall, daß er, da der Verdacht innerer Verletzungen bestand, zur Untersuchung und.»Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte. 88. Grebenau, 2. Nov. Am Mittwoch abend kamen mit dem Zug von Alsfeld 13 Knaben aus dem Saargebiet zur Erholung hier an. Zum Empfang waren die hiesigen Schulkinder am Bahnhof erschienen, die unsere kleinen Gäste mit dem Liede „Deutsch ist die Saar" empfingen. Al- Vertreter des Ortsgruppenamtsleiters Fröhlich der NSV. sprach Pg. H e r b o l d einige Worte der Achtung! Giraßensammlung am Sonntag, 4. November dicht bildete einen sinnvollen Auftakt für den Abend. Ein Sprecher der Saarländer dankte in herzlichen Worten im Namen seiner Brüder und Schwestern von der Saar auch für diesen Abend und betonte, daß dieser Dank an die Volksgenossen am 13. Januar bewiesen werde. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland schloß er. Nach der launigen Anmeldung durch Herrn N i e- r e n erschien dann Fräulein S a l z m a n n , die Soubrette unseres Stadttheaters, auf der Bühne und fang das Lied aus der „Gräfin Mariza" „Einmal möcht ich wieder tanzen!", für das sie dankbaren Beifall quittieren konnte. Nicht weniger anregend gestaltete sich ihr zweites Auftreten, bei dem man das Lied „Einer wird kommen..." aus dem „Zarewitsch" hörte. Paul Nieren wußte im weiteren Verlaufe des Abends mit zwei hübschen Rezitationen zu gefallen, in deren einer er vom „Lachenden Dalles" erzählte und in der zweiten eine Erklärung über die Entstehung des Kusses vom Stapel ließ. Schließlich erschien Herr Wrede auf der Bühne und erntete zunächst für seinen immer wieder gern gehörten „Augustin" stürmischen Beifall. Sehr gerne begleiteten ihn seine Zuhörer außerdem auf einer musikalischen Reise durch Wien, in der eine Reihe von originellsten Wiener Liedern zusammengefaßt war. Ueberflüssig zu erzählen, daß der unverfälschte Wiener Dialekt des Vortragenden die Illusion vollständig machte. Nachdem schon im Laufe des Abends gemeinsam nach den Klängen der Kapelle ein Rheinlieder-Pot- wurri gesungen war, beschloß ein zweites gemein- ames Singen — viele alte schöne Soldaten- und Volkslieder — den schönen Abend. ** Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Sonntag, 4. November, begeht der Hausmeister und Korpsdiener der Hafsia i. R. Wilhelm Dürr, Steinstraße, feinen 70. Geburtstag. .** F o r st Personalien. Versetzt wurden: der Förster Wilhelm M a ck zu Schellnhausen der Försterei Ermenrod des Fortamts Göringen, in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Treis a. d. Lumda des Forstamts Gießen; der Förster Gustav Hofmann der Försterei Rothenberg des Forstamts Hirschhorn in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Ermenrod des Forstamts Göringen; der Forstmeister Friedrich Zimmer zu Ulrichstein in gleicher Diensteigenschaft in das Forstamt Laubach; sämtlich mit Wirkung vom 1. November 1934 ab. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 31. Oktober verstorben in Gießen: 17. Karl Brod, Derwaltungsoberinspektor i. R., 70 Jahre alt, Kaiserallee 24; 18. Susanne Lämmer, geb. Langsdorf, 70 Jahre alt, Marktstraße 4; 18. Katharine Schupp, geb. Pfeiffer, Wwe., 89 Jahre alt, Licher Straße; 20. Anna Elisabeth Theis, geb. Find, Wwe., 63 Jahre alt, Landgraf - Philipp- Platz 10; 20. Mathilde Kühne, geb. Kurtz, Wwe., 59 Jahre alt, Bismarckstraße 31; 21. Therese Lenz, geb. Wißner, Wwe., 88 Jahre alt, Seltersweg 52; 25. Wilhelm Pfannkuchen, städtischer Arbeiter, 70 Jahre alt, Löberstraße 3; 28. Dieter Hohmeier, 2 Jahre alt, Bleichstraße 27; 29. Agnes Noll, geb. Kohl, Wwe., 88 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 9. ** D a s Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. .** Zur „W oche des deutschen Buches" sei nochmals auf die Veranstaltung am morgigen Sonntag im Stadttheater hingewiesen und dabei betont, daß Eintrittskarten kostenlos in den hiesigen Buchhandlungen zu haben sind. (Siehe gestrige Anzeige.) ** Buchaus st ellung im NS. -Lehrer- bun d. In Ergänzung zu unserem gestrigen Bericht über die Versammlung des NS.-Lehrerbundes im Cafe Leib ist nachzutragen, daß die Pfeiffersche Buchhandlung und die Goethe-Buchhandlung eine kleine Buchausstellung veranstalteten, die in Uebereinstim- mung mit dem Vortrage des Redners zusammengestellt war. Oer Dank des Führers an die OAF. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 2. Nov. (LPD.) Der F ü h - rer und Reichskanzler Adolf Hitler hat an die Deutsche Arbeitsfront Gau Hessen-Nassau folgendes Telegramm gesandt: Landesobmann der NSBO. und Bezirkswalter der DAF. Becker, MdR., Frankfurt a. M. Dem Gau Hessen-Nassau der Deutschen Arbeitsfront danke ich für das Gelöbnis der Treue und der Mitarbeit, das ich als sichere Grundlage des äußeren Zusammenhalts wie der inneren Gemeinschaft aller schaffenden Volksgenossen gern entgegennehme. Adolf Hitler. Kleider- undpfundpäckchen-Sammlung in der Ortsgruppe Gietzen-Ost. Montag, 5. November, ab 14 Uhr, findet in der Ortsgruppe Gießen-Ost unter Mithilfe der Reichs- wehr, der NS.-Frauenschaft und von Jungmädchen eine Kleidersammlung statt. Hornisten der Reichswehr machen durch Signale auf die Sammlung aufmerksam. Für jede Spende wird eine Quittung erteilt, die der Spender mit unterschreiben muß. Es wird gebeten, die Spenden gut verpackt bereit» zuhalten und den Inhalt der Päcke auf die Umhüllung zu schreiben, damit die Art der Spende in der Quittung angegeben werden kann. Ab 5. November wird durch die Frauenschaft die Pfundpäckchen-Sammlung in Lebensmitteln für den Monat November durchgeführt. Auch hierbei wird für jede Spende eine Quittung erteilt. Der Inhalt der Päckchen ist durch Aufschrift auf die Umhüllung anzugeben. Volksgenossen, opfert im Sinne unseres Führers zum Wohle unseres Volkes! Noch ist die Not groß! Der Ortsgruppenbeauftragte desWHW. Reichsbund Holkstum und Heimat. Sonntag, 4. d. M., 15 Uhr, gemeinsam mit der Schiffenberger Heimatvereinigung Führung durch das Kloster Schiffenberg (Reg.- Baurat Kuhlmann) und Vortrag aus der Geschichte des Schiffenberas (Dr. Waldrach). Freier Zutritt für Mitglieder und Gäste. Oie Trommel ruft zum Werbeabend des Jungvolks des Stammes Welfen am morgigen Sonntag, 20.15 Uhr, im 1 Caf6 Leib. Die Spielfolge sieht Sprechchöre, Gedichtvorträge, Lieder, Fanfarenmarsch, Kanon und Sprechchorspiele vor. Der Werbeabend dürfte in weiten Kreisen der Bevölkerung besonderes Interesse finden. gruppe Gießen-Süd, 20.30 Uhr, „Graf Zeppelin", Zelle 2: Zellenoersammlung. — NSLB., Arbeitsgruppe der Gewerblichen Berufsschule, 15.30 Uhr, Lehrzimmer der Gewerblichen Berufsschule: Arbeitsstunde. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Krach um Jolanthe". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Schüsse aus dem Hinterhalt". — Gießener Rad- sahreroerein von 1885, 20 Uhr, Caf6 Leib: Winterfest. — Artillerieverein, 20.30 Uhr, „Hessischer Hof": Monats - Versammlung. — Deutsche Stenografen» ichaft, „Stadt Lich": Vereinsabend. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19 bis 21,30 Uhr „Traoiata". — Stadt- theater, 11 Uhr, öffentliche Kundgebung zur „Woche de deutschen Buches". — Lichtspielhaus, Bahnhof- ftrape: „Krach um Jolanthe". — Astoria-Lichtspiele, etF5mre^: "Schüsse aus dem Hinterhalt". — s erhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- plafc, 11 bis 13 Uhr, Gemälde-Ausstellung. — Ka- Meldungen für die Großkundgebung am 18. Nov. in Frankfurt a. M. können noch bis zum 5. Nov., 18 Uhr, bei der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Bismarckstraße 24 I, angenommen werden. Keine Beschränkungen im Kartoffelverkauf an Verbraucher. Dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft find Nachrichten darüber zugegangen, daß gewisse Zweifel darüber bestehen, was auf Grund der vom Reichsnährstand erlassenen Vorschriften beim Verkauf von Kartoffeln rechtens ist. Es wird deshalb ausdrücklich das folgende bekanntgegeben: 1. Es gelten keinerlei Beschränkungen für den Verkauf von Kartoffeln vorn Erzeuger unmittelbar an den Verbraucher. 2. Der Erzeuger von Kartoffeln ist beim Verkauf an den Verbraucher nicht gehalten, zu seinem Erzeugermindestpreis Handelszuschläge zu erheben, da ihm ja auch nicht die Aufwendungen erwachsen, die der Handel zu tragen hat. Zw Interesse der Verbraucher von Speisekartoffeln werden binnen kürzester Frist Verbraucher- Höchstpreise festgesetzt werden, die die Verladekosten, die entstehende Fracht, die Kosten für Lagerung und sonstige Aufwendungen des Handels enthalten werden. 5200 Mark für die Kriegsgräberfürsorge.9 Das Ergebnis der Sammlung des Volksbun- des Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Kreise Gießen (einschließlich der Stadt Gießen) belauft sich auf den stattlichen Betrag von rund 5200 Mark. Das Sammelergebnis stellt der Opferbereit« schäft und dem Geiste der Pietät unserer einheimischen Bevölkerung das beste Zeugnis aus. Skilauf-Möglichkeiten auf dem Hoherodskopf. Wie uns vom Klubwirt B e n d e r auf dem Hohe- rodskopf gemeldet wird, liegen im Walde auf dem Hoherodskopf bereits 15 Zentimeter feiner Pulverschnee. Auf den Hängen liegen ebenfalls 10 Zentimeter Schnee. Skilauf ist unter diesen Umständen bereits möglich. Er herrscht prächtiger Sonnenschein. Die Temperatur betrug heute morgen 5 Grad unter Null (in der vergangenen Nacht 6 Grad). Die Bäume sind von Rauhreif bedeckt und bieten einen prächtigen Anblick. Bunter Abend für die Saargäste. Die Ferienwoche, die 80 deutsche Volksgenosien von der Saar gegenwärtig hier verleben, hat den Gästen schon mancherlei Unterhaltsames gebracht, so daß sie bisher sicherlich den besten Eindruck von unserer Stadt, wie auch von dem geistigen und kulturellen Leben in Gießen gewonnen haben dürften. Der gestrige Abend brachte nun, veranstaltet von der Kreisamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt und der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", einen Bunten Abend im Caf4 Leib, der in herzlichster Kameradschaft die Gäste von der Saar und viele Volksgenossen von Gießen drei Stunden lang vereinigte. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Abend brachte ein sehr unterhaltsames Programm. Mitglieder des Musikkorps unserer Gießener Reichswehr konzertierten und unterhielten die Zuhörer mit vielen schönen Darbietungen. Nach einem einleitenden Marsch hieß der Kreisamtsleiter der NSV., Pg. K l ö ß, die Saarländer und alle anderen Teilnehmer des Abends herzlich willkommen, bat die Gäste, sich frei zu fühlen tm freien Deutschland und dem Humor zu feinem Rechte kommen zu lassen. Dann übergab er das Wort an Herrn Paul Nieren vom Stadttheater, der sofort alle Zuhörer durch feine geschickt improvisierten Schnurren zum Lachen reute und schon bei seinem ersten Auftreten beifällig begrüßt wurde. Er hieß die Saarländer auf seine Weise im Namen der Kunst und der ausübenden Künstler des Abends herzlich willkommen. Nach einer weiteren musikalischen Darbietung eröffnete Paul Nieren das Programm mit einer Rezitation ernsteren Charakters. Für die hervorragende Wiedergabe der hochdramatischen Ballade „Pidder Ling" von Detlev von Liliencron erntete er stürmischen Beifall. Das Ge- Oberhessen. Oer Führer als Pate. r+' Butzbach, 2. Nov. Aus Anlaß der Geburt des 10. Kindes des städtischen Flurschützen Konrad Emmerich übernahm der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Patenstelle In einem herzlich gehaltenen Schreiben ließ er den Eltern sowohl als auch dem Patenkinde die besten Glück- und Segenswünsche übermitteln. Emmerich ist Sturmbannführer der SA. Abschied vom Kreisdirektor Zürtz in Schotten. 8 Schotten, 2.Nov. Gestern abend verab, s ch i e d e t e sich der seitherige Kreisdirektor der Kreises Schotten, Zürtz, von der Bevölkerung der Kreises und der Stadt. Die Sturmbannkapelle eröffnete die Feier mit einigen Musikstücken. Ortsgruppenleiter W. Z e s ch k y begrüßte die Erschienenen, besonders den scheidenden Gast. Ihm zu Ehren erklang unser Heimatlied: „Dir meinem Vogelsberg". Bürgermeister Menge! widmete bann herzliche Worte des Abschiedes und die besten Wünsche namens der Bürgermeister des Kreises und der Kreisstadt dem Kreisdirektor. Für die SA. sprach Sturmbannführer Straub. Kreisdirektor Zürtz gab in feiner Abschiedsrede zunächst ein treffendes Lebensbild unseres Führers und dankte für alle Ehrungen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 1. Nov. Am Abend des Reformationsfestes wurde in der Kirche unter Mitwirkung des Kirchenchors, des Mädchen- und Frauenchors, vieler evangelischer Gemeindeglieder und der Gesamtgemeinde das ernste Spiel „Gottes Wort bleibet in Ewigkeit" von O. Rieth- muller bargeboten. Die Orgelpartien spielte Organist Otto Weigel. Das Spiel hinterließ tiefen Einbruck bei allen, bie es miterlebten. Arn Gottes- bienst bes Vormittags nahm bie gesamte evangelische Schuljugenb teil. £ Wieseck, 2. Nov. Der Gemeinderat befaßte sich in seinen beiden letzten Sitzungen mit folgenden Angelegenheiten: Die im Entwurf vorliegende Ortssatzung über die Erhebung einer Filial - und Warenhaus st euer wurde genehmigt und die Erhebung dieser Steuer in Höhe von 200 v. H. der Gemeindegewerbesteuer beschlossen Joseph Rupprath wurde die Schafweide für weitere drei Jahre zu den gleichen Bedingungen wie seither zugesprochen. Dem K. E ck h a r d t in der Gießener Straße wurde der Kostenersatz für den durch die Kanalisation hervorgerufenen Schaden an seinem Hause zugebilligt. Auf Grund einer Verfügung des Hessischen Staatsministeriums, wonach Notstandsgemeinden nicht von der Getränke- steuer befreit werden können, mußte ein Gesuch um Aufhebung dieser Steuer abgelehnt werden. Die Instandsetzung der Straße Am Eichelbaum wurde vorerst zurückgestellt. Da die Gemeinde Wie- seck als Notstandsgemeinde anerkannt ist, wurde beschlossen, allen in die Gemeinde zuziehenden Hilfsbedürftigen eine Unterstützung von 60 v. H. der gültigen Fürsorgerichtsätze zu gewäh- ren. Der Beitritt zum Heilstättenverein mit einem Jahresbeitrag von 20 Mark wurde genehmigt. Wilhelm H o f erhält ein Grundstück an der Ecke Graben/Horst-Wessel-Straße zum jährlichen Pachtpreis von 5 Mark. Für den Einspännerwagen Sand aus der Gemeindesandgrube werden 2 Mark, für den Doppelspänner 3 Mark gerechnet. Die Bürgersteuer für 1935 bleibt bei dem eiterigen Satz von 500 v. H., damit die Gemeinde die Beihilfe aus dem Ausgleichsstock weiter erhalten kann, zumal der Voranschlag für 1934/35 noch nicht ausgeglichen ist. Wilhelm Reuter wurde an seinem Bauplatz in der Gartenstraße die Abgabe eines Geländestreifens von 50 Zentimeter anstatt 200 Zentimeter zugebilligt, damit er bauen kann. Das Hessische Hochbauamt ist mit dieser Regelung einverstanden. Oeffeniliche Kundgebung der Ortsgruppe Gießen.Nord statt. Es spricht der Oberbürgermeister der Giadi Gießen pg. Witter über die Aufgaben und Pflichten des Vottsgenosten im neuen Staate. Oer Eintritt ist frei. Es wird erwartet, daß sich die Partei- und Vott-genossen recht zahlreich beteiligen. ninchenzucht-Derein, 9 bis 18 Uhr, Caf6 Ebel, Kaninchen» und Produktenschau. — Heimatvereinigung Schiffenberg, 15 Uhr, Familienzusammenkunft; Führung durch das Kloster Schiffenberg zusammen mit dem Reichsbund für Volkstum und Heimat durch Baurat Kuhlmann; Vortrag von Dr. Walbrach über die Geschichte des Schiffenbergs. — Reichsfachschaft Imker e. V., Kreisgruppe Gießen, 14 Uhr, Restauration Faulstich, Schulungstagung. — VfB.-Reichsbahn 9 Uhr, Ab turnen der Turnabteilung, ab 16 Uhr Fimilienausflug nach der Karlsruh. — Stadttheater Gießen. Morgen, Sonntag, Oper „Traviata"; Montag, Vorverlegung der Freitag-Abonnement-Vorstellung mit Shakespeares Lustspiel „Was ihr wollt"; Dienstag, Schauspiel „Heimkehr des Matthias Bruck"; Mittwoch „Krach um Jolanthe"; Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag, Schauspiel „Langemarck". (Siehe heutige Anzeige.) — Die NS. -Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, hat in unserem gestrigen Anzeigenteil Spielplanänderungen für November und die Termine der Kartenausgabe für November veröffentlicht. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen. — Die Gesellschaft für Erd» und Völkerkunde veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil das Verzeichnis der Vorträge in diesem Winterhalbjahr. Es sprechen: Prof. Dr. Erich Obst- Hannover über „Südwest- und Südostafrika"; Prof. Dr. George S e s s o u s - Gießen über das Thema „Als landwirtschaftlicher Sachverständiger vor und während des Krieges tm deutschen Schutzgebiet Samoa"; Prof. Dr. Walter Behrmann- Frankfurt a. M. über „Reisen in der nördlichen Sahara" und Prof. Dr. Wolfgang Panzer- Berlin über „Reisen und Forschungen in Ostasien". — D i e Gasgemeinschaft Gießen veranstaltet am kommenden Dienstag, 20 Uhr, im Caf6 Leib in Verbindung mit der NS.-Frauenschaft, der Hausfrauenberatung und dem Gießener Fischhcm» del einen Hausfrauenabend, der durch Vorführungen, Filmvortrag und Konzert ausgefüllt fein wird. Auch eine Ausstellung von Gasgeräten wird mit der Veranstaltung verbunden sein. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. ßtnn gjinil hilDl M DM vinen W e' sollen ge, froher 2 ihre begehen Ein, einem b und de- den letzt Ginne i in der ' riellen deutsch die dann ' zahlrei Geist Die weit ftithe I ischiet ein, am habe bertl ! i 31.1 ■j Stüc über man sie t Freu .. Wehr S.Jlxfport nur wege. Hubertus. □tahltore FRANKFURT A. M. 05341 £>iß auch H.k'aessl/laM Eine Sensation! Kreuzplatz 15 6513 A Gießen, im Oktober 1934 HI WERBEIII 05317 .326 A be! Sod brennen u Magen be st h werden Bü HrichTcible ff CH zopfg. Wolf Nefter&JacobiWerke Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Menges XIL Familie Ludwig Schaum Familie Heinrich Schaum. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Launspach, geb. Becker Familie Ludwig Launspach III. nebst allen Angehörigen. T)te kueuje, kSINGE Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unsere hebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Maria Schaum Wwe., geb. Faber im Alter von 76 Jahren zu sich zu nehmen. Ala Anzeigen-Aktiengesellschafi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen / Sthulfivatze z empfehlen in bekan nter Güte und Preiswürdigkeit Reiskirchen (Kreis Gießen), den 2. November 1934. Die Beerdigung findet Montag, 5. November, nachmittags 2 Uhr, statt 6510 D Großen-Linden, Leihgestern. Garbenhelm, den 2. November 1934. Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 4. November, nachmittags 2’/a Uhr. Von den Jugendmannschaften ist die zweite gegen Großen-Buseck I hier tätig. DfD.-ReichsSahn Gießen. VfV.-Relchbahn II — Leihgestern I. und zum Bauen Abermann Danksagung Für die zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme, die mir bei dem so schmerzlichen Verlustmeines lieben Mannes durch Wort, Schrift, Blumenspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht wurden, sage ich hierdurch meinen herzlichen Dank Elisabeth Pfannkuchen JEodenmiintcl für Herren und Knaben Nordhessische Handball-Gauliga. 1900 tritt in Kassel gegen Tuspo. 86/09 an. Zum vierten Gauligaverbandsspiel tut 1900s erste Mannschaft einen schweren Gang. Sie tritt in Kassel dem vorjährigen Staffelsieger, Turn- und Sportverein 1886/1909 gegenüber. Die Kasselaner haben wie die 1900er bereits 6 Pluspunkte, sind allerdings ein Spiel voraus. Man wird also mit Recht dem morgigen Spiel eine entscheidende Bedeutung beizumessen haben. Tuspo. Kassel stellt eine äußerst ausgeglichene Mannschaft ins Feld und wird alles daran setzen, die beiden wertvollen Punkte für sich zu retten. Die Spieloereinigungsleute werden sich daher in bester Form präsentieren müssen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — Dillenburg (Liga). Morgen setzt die Fußballabteilung der Spielvereinigung ihre Meisterschaftsspiele fort. Als Gegner der ersten Elf tritt die Reichsbahnsportvereinigung Dillenburg auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe an. Beim Vergleich der seither erzielten Resultate ist keineswegs ein Sieg der Gießener vorauszusagen. 1900 wird dieses Spiel in der zuverlässigen Aufstellung der letzten Spielsonntage bestreiten, wenn auch die Mannschaft etwas gehandicapt ist, da Lippert abermals, und zwar schon am heutigen Samstag, in der Gaumannschaft Nordhessen gegen Baden in Kassel mitwirkt und auch Heilmann ausfällt. Trotzdem setzt man in die Platzleute das Vertrauen, daß auch dieses Mal mit Ehrgeiz und Siegeswillen gekämpft wird, und vor allem bei dem früheren Spielbeginn alle Spieler rechtzeitig zur Stelle sind. Man darf den Gegner nicht unterschätzen, denn dessen 6:1- Sieg am letzten Sonntag in Bissenberg bedeutet doch recht viel. Als Spielleiter fungiert Schiedsrichter Reis- Niederflorstadt. Dem Ligaspiel voraus geht das Treffen zwischen 1900 II und Lollar I. Nach dem letzthin immer schlechter werdenden Abschneiden der Blauweißen kann man auch gegen diesen Partner nicht mit Erfolgen rechnen. Die dritte Mannschaft kreuzt ebenfalls zu Hause, und zwar schon am Vormittag, die Klingen mit der ersten Elf des Turnvereins Londorf. Es ist die erste Begegnung der Gießener mit diesem Verein. INH: WILHELM HO« N UND SOHN sowie Jlnzu&stoffe NäJwasdwiJZ fitfden/faushatt SINGER NAHMASCHINEN AKTIEN GES E LLSCHAFT Gießen, Marktplatz18 6480 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute abend 6 Uhr meinen guten Mann, meinen lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, unseren lieben Bruder, Schwager, Onkel und Pate Ludwig Launspach I. im 71. Lebensjahre nach schwerer Krankheit zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Elegante 'tointer-OKäntel Ulster und Paletots Försterfamlkle. Grotzvaler war —- als ISIS die Rheinlande zu Preußen kamen — der erste preußische Förster im Soonwald. Er genügte nach seiner im Hochelheimer Pfarrhaus verbrachten Jugend und nach der ersten Ausbildung im Forstdienst beim Rheinischen Jäaerbataillon Nr. 8 in Wetzlar seiner Militärdienstpflicht, aus der er, wie von seinem Kriegsdienst 1866 und 1870/71, noch fesselnd zu erzählen weiß. Nach mehr als 50jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand versetzt, hat er es sich nicht nehmen lassen, seine letzte, während des Weltkrieges verwaiste Försterei Dieblich an der Mosel erneut zu verwalten. Wegen seines urwüchsigen Humors und seiner hohen jagdlichen Eigenschaften war er bei den westdeutschen Förstern und Jägern eine allbekannte Persönlichkeit, der man bis zum heutigen Tage die größte Wertschätzung entgegenbringt. Hubertustag 4934. (3. November.) Wenn der Wald sich verfärbt hat und der Westwind die Blätter von den Bäumen schüttelt, daß sie .herniedersinken und den Waldboden mit lauterem Golde zu bedecken scheinen, wenn im Herbstwald die Büchsen knallen, die Hunde läuten, das Jagdhorn klingt, dann feiern die Jäger alljährlich, uraltem Brauche folgend, ihr Fest, den Tag St.Huberti, des Schutzpatrons des Waidwerks. Zusammen mit seinen Waidgesellen soll man an diesem Tage jagen, so sagt es die Regel, und ist der Tag zu Ende, dann sollen gemeinsame Speise und Trank und der Klang froher Jägerlieder die Waidmänner vereinen. So pflegen auch an diesem Tage die jagdlichen Vereine ihre Mitglieder zusammenzurufen, um das Fest zu begehen und alten Bräuchen zu huldigen. Ein „Fest" soll ein Tag der Sammlung unter einem bestimmten Gedanken, ein Tag des Rückblicks und des Ausblicks fein. Nie ist ein Hubertustag in den letzten Jahrzehnten mehr ein „Festtag" in diesem Sinne gewesen. Wenn das deutsche Waidwerk einzig In der Welt dastand, wenn sich in dem ganzen materiellen Getriebe der Zeit immer und immer wieder deutsche Männer zu selbstlosem Tun und Opfern für die Erhaltung unserer Wildstände zusammenfanden, dann ist es das nie wegzuleugnende Verdienst der zahlreichen deutschen Jagdvereine gewesen, diesen Geist gepflegt und für ihn gekämpft zu haben. Dieser Rückblick drängt sich heute um so mehr auf, weil der Hubertustag für viele Waidmänner, die seither in gemeinsamem Rahmen wirkten, ein Ab- .chiednehmen bedeutet. Der größte deutsche Jagdver- ain, der Allgemeine Deutsche Jagdschutzverein, stellt nm 31. Dezember seine Tätigkeit ein, viele Vereine naben sich schon aufgelöst, andere benutzen den Hu- - vertustag zur letzten Feier, aber alle müssen sie am 81. März 1935 ihre Akten abschließen und damit ein stücf deutscher Jagdgeschichte beenden, das nicht übersehen werden kann. Es wäre -unwahr, wollte man leugnen, daß der Gedanke vielen wehe tut und ne der Rückblick in diesem Jahre nicht nur mit Freude und Stolz auf Geleistetes, sondern auch mit Wehmut erfüllt. Und doch wäre nichts verkehrter Begrüßung. Dann wurden Me Knäbel an btS einzelnen Familien, die ebenfalls an der Bahn erschienen waren, verteilt. Die Knaben werden voraussichtlich fünf Wochen hier bleiben. Preußen. Ein alter Wetzlarer Jäger. (D Wehlar, 2. Nov. Am Sonntag, 4. November, begeht ein bekannter ehemaliger Wetzlarer Jäger seinen 9 0. Geburtstag : Ludwig L u - - Pe rus- irr B-grübungsonfpruche des ersten Vorsitzenden apelle. 9,30: Pfr. Trapp, - Suat der Neuen Krippe. W Will folgten die Vorführungen am Reck, am 11: Kinderkirche für die Johannesgernemde; Pfr. Barren und am Pfe/d, die eine gute Schulung be035 Heissmangel Vertreter 6474 D Betr. Am Oswaldsgarte «185Ä Gießen Ruf Nr. 2145/2146 64^2 D Sicherer Verdienst durch die neuzeitlich ausgestattete übeitragen. Wir bitten höflichst, Rückfragen und dergl. an genannte Adresse zu richten. Herrn Walter Müller Gießen, Friedrichstr. 14II Wir geben unserer verehrten Kundschaft zur Kenntnis, daß wir die Bezirksstellen Gießen und Bad-Ems (Lahn) ab 1. November 1934 vereinigt haben. Die Leitung haben wir nach Gießen verlegt und unserem langjährigen Bezirks-Leiter n. v. Bäckerei V. Ehrhardt (Hrosren-Linden, Franks. Str. 115 Wiederverkäufer geiucht Holzkunsl Bildhauer- und SreWeriverlfliM H.Kürschner Wernerwall 5. itir Zucker-/ Magen und Darm kranke Himbeeren Preußen nefensrüchtig kräftige Originalvslanz. vom Züchter Gärtnerei Schwarz Fernruf 4082. Ausbau der Wasserkraft in der Mühle des Heinrich Ludwig Frey in Allendorf an der Lumda. Deutscher Lloyd Lebensversicherungsbank AG., Leipzig Geschäftsstelle Frankfurt am Main, Kaiserstraße 37 I. Ruhr- Anthrazit- Eiform- irikcrta Kar-n.ErholünfisheimFalkenedi draunfels Lahngeb.- Neuzeit!. Jungborn f Naturheilverfahren. Darmbäd.,Dauerbraus., Sehschule. Vorzügl. Küche u. Heildiät Jahr- Ub. geöff. Weihnachten 6äste herzl.wlllk. Schnee und Kälte bedingen 11111111111111111111111111111 Boiistümildje Hfltnr- TOHfenWt in reichbebilderten, «ichtverständl. Werken und in verschiedenen Preislagen diet.n unsere Derlagserzeug- nisse. Sie orrmitleln einen tiefen Einblick in die Geheimnisfe des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen er- höhleFreudeanden vielfältigen Schön- heilen der Natur. Verlange» Sie Pro spe kte und Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" öugoBernutilet Berlog veriln tmerlelve iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Der Mühlenbesitzer Heinrich Ludwig 3tcP 3U Allendorf an der Lumda beabsichtigt den Einbau einer Turbine in seiner in der Gemarkung Allendorf an der Lumda, Fl. IX, Nr. 80, Londorfer Straße 35 gelegenen Mühle. Die Pläne und Beschreibung liegen in der Zeit vorn 7. bis 20. November d. 3. auf der Bürgermeisterei Allendorf an der Lumda zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen können innerhalb der Offenlegungssnst schriftlich oder mündlich zu Protokoll auf der Bur- germeisterei Allendorf an der Lumda erhoben werden. Nach Ablauf der Frist ist die Geltendmachung von Einwendungen ausgeschlossen. Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen. Betr.: Genehmigung von Bäckereien und Backwarenverkaufsstellen. Nach § 17 der Verordnung vom 14. Juli 1934 zur Ordnung der Getreidewirtschaft in der Fassung der Verordnung vom 16. Oktober 1934 (Reichsgesetz- blatt S. 629 und 999) dürfen Bäckereien und Betriebe, die Getreide oder Erzeugnisse hieraus verteilen, nur mit Genehmigung der Hauptvereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft in Berlin neu errichtet werden. 6502C Für Bäckereien ist also gegenüber dem frühen" Rechtszustand insoweit eine Aenderung eingetrett", als nunmehr eine Genehmigung zur NeuerrichE von Betrieben erforderlich ist, während eine solche nach dem Einzelhandelsschutzgesetz nicht erforderlich war. Die Genehmigung der Hauptoereinigung ist ferner bei Errichtung von Backwarenverkaufsstellen einzuholen. Fein sieht »r aus Beim Braten kann man sich auf einen Gasherd verlassen. Denn die Hitze ist regulierbar. Aber ebenso sicher ist der Gasherd auch beim Kochen und Backen. 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MF W i, ZWU W - >V •Wz ' K 1k * f y: f 4^ tzr Blick auf die Schnellpresse beim Druck des Buches. K || LW I ß ■i I Der gute Freund des Menschen, der Begleiter in nächste Station des entstehenden Buches darstellt. reizvoll, gerade zu Beginn der Woche des deutschen angeschafften Druckpapiers Blatt um Blatt über den )>es druckt, so bleiben die Bogen noch einige Stunden lar, wird in den schweren Jahren des Krieges bis zu den zusammengestellte Gruppe von Seiten entsprechend vordersten Schützengräben und Batteriestellungen der Größe der Druckmaschinenplatte (sog. Funda- Der Buchdruckmaschinenmeister richtet die Form, d. h. er ordnet eine nach den laufenden Seitennummern I ss ch e Buch, wird von morgen ab für einige Tage besonders in das Blickfeld aller Volksgenossen ge- | fftellt. Wir begegnen diesem guten Freund alltäglich, ga stündlich, aber wohl nur ein verhältnismäßig kleiner Teil unserer Volksgenossen kennt den Weg, den das Buch von seinem ersten Eintritt in diese frohen und ernsten Stunden, der liebe Gefährte am häuslichen Herd oder draußen in der Welt, der selbst Beseitigung aller Unebenheiten ein gleichmäßiger Druck des Zylinders auf das Schriftbild der Seiten erzielt wird, regelt die Druckfarbe und ihr Aufbringen auf die Walzen und nimmt die ersten Probedrucke vor. Sind diese zufriedenstellend ausgefallen, rer zum Ausdruck. Daß sie gut untergebracht wurden, ist der außerordentlich rührigen Tätigkeit des Lehrers i. R. Jakob zu danken, von dem sie auch während ihres Aufenthalts aufs beste betreut wurden. Dem Besuch des Gottesdienstes beider Konfessionen am Sonntag folgte ein eingehende Besichtigung mit Vortrag über unsere altehrwürdige Marienstiftskirche, in der die gespannt lauschenden Zuhörer zuletzt noch meisterhaft vorgetragene Orgelwerke unseres Organisten Stein hörten. Ein Gang durch den ältesten Teil unserer Stadt führte zu der weithin bekannten landwirtschaftlichen Maschinenfabrik Georg Schieferstein in der verlängerten Bahnhofstraße und dem sog. Weg zu den Schriftsetzern zurück, wo die Fehler beseitigt werden. Hierauf wird in der Regel ein weite- ^etzwerk abgeschlossen. Runmebr wird der Satz, nach der genauen Folge ter Seiten geordnet, dem Druckmaschinen- (aal zugeleitet, wo die Buchdruckschnellpresse die f'coen, damit der frische Druck etwas abtrocknen kann. Sodann wandern die Druckbogen zur Buchbinderei. Hier setzt zunächst ein Zählgeschäft ein, um festzustellen, ob die der Auflage entsprechende . Anzahl von Bogen abgeliefert ist. Hierauf wandern die Bogen zum Falzen, d. h. der einzelne Bogen wird so vielmal in sich gefaltet, bis schließlich der einzelne Bogen eine geschlossene Folge von Seiten im Format des Buches darstellt. Run werden die einzelnen Schichten der gefalzten Bogen nach der Folge der Seitennummern aufeinandergelegt, bis man die Gesamtheit des Buches Bogen auf Bogen i vor sich liegen sieht. Dann treten die Heftmaschinen i in Funktion, nachdem vorher noch einmal eine genaue Kontrolle nach der richtigen Folge der Seiten stattgefunden hat. Nach der Arbeit der Heftmaschinen liegt erstmalig das Buch als ein geschlossener Buchblock auf dem Tische. Jetzt geht es ans Leimen, hierauf folgt die Beschneidemaschine, die überflüssige Ränder an den Druckseiten beseitigt und dafür sorgt, daß kein Bogen in dem Buchblock unausge,schnitten bleibt. Bei kostbareren Büchern folgt nun das Färben des Schnitts, dann geht's an das Hülsen, d. h. an den Rücken des Buchblocks werden die Papierhülsen geklebt, die zur Vereinigung des Buchblocks mit der Buchdecke erforderlich sind. Jetzt wird der Buchblock in die Buchdecke eingehängt, hierauf folgt der Falz, d. h. das „Scharnier", an dem der Deckel sich bewegt. Nunmehr liegt das Buch fertig vor uns. Nach einer letzten Prüfung daraufhin, ob alle Seiten : ordnungsmäßig aufgeschnitten sind, das Buch im Verlaufe des Arbeitsganges nicht beschädigt oder- beschmutzt worden ist, sich also nach jeder Richtung hin in einwandfreiem Zustand befindet, folgt der Schutzumschlag, dann wird es in Packpapier eingeschlagen oder in eine Papphülse gesteckt, und nunmehr h-at es i die Station der Buchbinderei völlig durchlaufen. | Der nächste Weg bringt es zu dem Verlagsbuchhändler, der die Auflage in den Regalen seines Buchlagers sorgfältig aufstapelt. Von hier aus nimmt es Über den Buchhandel feinen Weg hin- au5 zu den Volksgenossen. In den Buchhandlungen ____ .. fa Der fertige Buchblock wird in der Einbanddecke befestigt. Beim Verleger — Eine „Kom zusammengesteili. Buches diesen Werdegang eines Unserer wichtigsten kulturellen Schätze zu überblicken. Die Wiege des Buches haben wir natürlich beim Autor zu suchen, aus dessen Geist die Gedanken entspringen, um dann auf dem Papier festgehalten SU werden. Hat der Verfasser sein schriftstellerisches\ Werk vollendet, so tritt als Nächster der Verleger des Buches in Erscheinung. Wird von dem Vuchverlag das Manuskript des Autors nach der Prüfung durch den Lektor als Verlagswerk angenommen, so wandert es zur Setzerei. Hier wer- . Den zunächst von dem Leiter des technischen Betriebs ille Grundlagen für die Gestaltung des Buches in Der Setzerei, in der Druckerei und in der Buchbin- »erei geschaffen, je nach der Eigenart des Buches gestaltete Entwürfe für Titelblatt, Satzausführung, Druckbild, Stärke und Farbe des Buchdeckels erwogen, zugleich die geeignete Art des Papiers ausgewählt, und die Aufteilung der Arbeit in die einzelnen Herstellungsgänge vorgenommen. Sind diese Maßnahmen getroffen, so bekommen die Schrift- «etzer das Manuskript zur Herstellung des Satzes in )oie Hand. Nunmehr wird Zeile für Zeile gesetzt. Da- nei werden, je nach der Art des Buches, Bilder oder Zeichnungen in den Satz eingebaut und 'das ganze r-atzwerk auf Seitenformat geordnet. Dergestalt entlieht Seite um Seite. Davon werden gleichzeitig die Korrekturabzüge, sog. Korrekturfahnen auf den Abziehpressen hergestellt. Diese Abzüge mit den zugehörigen Manuskriptbogen wandern zum Korrektor, ner den Satz in genauem Vergleich mit dem geschriebenen Manuskript prüft, um Satzfehler anzu- ttreichen. Die Korrekturfahnen nehmen dann ihren L i ch , 2. Nov. Wie Gießen, Alsfeld und Wetz- ..... so wurde am vorigen Samstag auch unser Städtchen durch das Eintreffen einer Gruppe saar- deutscher Brüder und Schwestern erfreut. Nach offizieller Begrüßung in Gießen durch die Kreisbehörde brachte ein blumen- und fahnengeschmücktes Postauto die Gäste in unsere Stadt. Zu ihrem Empfang hatten sich neben Bürgermeister Geil noch verschiedene anoere Persönlichkeiten im Rathaussaal versammelt, wo ihnen herzlicher Willkomm geboten wurde. Den Dank der Gäste brachte ihr Füh- steht es in großen Verkaussregalen in den Läden, ziert es die Schaufenster, und tritt von dort den Weg an zu den Menschen, die Gefallen an ihm finden und denen es dann ein guter Freund und häufig sogar treuer Begleiter auf Jahre hinaus, ja bis ans Ende des Lebens fein kann. Unsere Volksgenossen, die nicht „vom Bau" sind, werden sich nun wohl eine Vorstellung vom Werdegang des Buches machen können. Sie dürsten dabei auch auf einen Gesichtspunkt aufmerksam geworden fein, der beim Buch im allgemeinen nicht ohne weiteres zuerst auftaucht. Geläufig ist jedermann das Bewußtsein von dem hohen kulturellen Wert des deutschen Buches, das Wissen um die starke Kraft, die dem Buch als Verkünder mnd Erhalter unseres deut- vovdrang, um dort Licht und Sonnenschein in die \ ment) zusammen, bringt diese Form auf das Fun- Herzen deutscher Menschen zu tragen, das deut- imment der Druckmaschine, macht die Zurichtung des Druckzylinders fertig, die darin besteht, daß durch scheu Volkstums drinnen wie draußen, wie auch als Werber für deutsche Kultur und deutsche Volkstumsart eigen ist. Aber — und das ist in diesem Zusammenhänge der nicht alltägliche Gesichtspunkt — denken unsere Volksgenossen auch daran, daß das deutsche Buch ein großer Arbeitgeber ist? Angefangen von den Holzfällern im Walde, die den Urstoff zur Papierherstellung heranbringen, über die verschiedensten Stationen der Papierfabriken, die Farbenfabriken und die sonstigen industriellen Betriebe bis hin zu den Volksgenossen, die geistig und technisch das Buch schaffen, und denen, die es dem Leser zugänglich machen, sind es einige Millionen von deutschen Menschen, denen das Buch Existenzmöglichkeit bietet. Es ist eine bedeutsame Antriebswelle für die große Maschinerie der Arbeitsbeschaffung, die wir auch im deutschen Buch zu erblicken haben. Möge diese Antriebswelle immer rege im Lauf bleiben, damit das Gesamtdeutschtum in vielfacher Art Segen daraus gewinnen kann. Saardeutsche Gäste in Lich. lPa sjUprfpa iUr Autorkorrektur zu ae stellt mirh reno llc9 an oer Ltusyevpeue uer jjiajajine Drurfereibetriebs das bisher angefertigte Erzeugnis t er Setzerei. Hat der Autor fein Einverständnis mit en Korrekturabzügen kundgegeben, so ist damit das Welt bis zu feinem Leser durchwandern muß. Es ist dann wird die Druckmaschine in Gang gesetzt, die 1 —«n/X« x-- nun bie großen Stöße des aus dem Papierlager her- Teufelswiefenweg. In liebenswürdiger Weise fand unter Führung des Herrn K. Schiefer st ein eine eingehende Besichtigung des ganzen Werkes statt, die alle erkennen ließ, welch weittragende Bedeutung dieses Unternehmen für unsere Stadt und Umgegend hat. Zur Erinnerung an den Besuch erhielt jeder Teilnehmer eine kleine Gabe, die ihm bei täglichem Gebrauch fich und das Werk vor Augen führt. Ein Dämmerschoppen im Parkhotel beschloß diese Montagsarbeit. Der folgende Abend vereinigte die Saardeutschen in der Gastwirtschaft von Ludwig Heller zu einem gemütlichen Beisammensein mit dem Ortsgruppenleiter der NSV. und einigen seiner Amtswalter. In erstaunlicher Weise schilderte ein Volksgenosse aus Saarbrücken die Verhältnisse seiner Heimat. Ein Schwerarbeitstag, oder wie andere sich ausdrücken, „ein Schlemmer- und Genießertag" war der Mittwoch. Er brachte am Nachmittag zuerst eine erfolgreiche Besichtigung der Großschlächterei H. Dietz. Zu dem notwendigen Kraftaufwand der für die nachfolgende anstrengende schwierige „Durchdringung" aller Ardeits-, Maschinen- und Kellerräume der Brauerei Jhring-Melchior stellte die Metzgerei das nötige Hackfleisch, die Bäckerei Peter Dietz die entsprechende Menge Brot zur Verfügung. Im Braustübel, dem sog. „Sternwirt", fand dann nach herzlichen Begrüßungsworten des Brauereidirektors und -besitzens Hans Jhring ein äußerst anregender, aber auch arbeitsreicher Tag einen recht versöhnenden Abschluß. Nachdem am Donnerstag unter Führung des Herrn Jakob der altersgrauen und in ihrem verfallenen Zustand noch gewaltig wirkenden Klosterruine Arnsburg ein Besuch abgestattet worden war, weilten die Saardeutschen als Gäste bei dem hiesigen katholischen Geistlichen Er ö nie in. Heute wollen unsere Gäste mit ihren Quartiergebern einen gemütlichen Abend im Gasthaus „Zum Löwen" verbringen, am Samstag soll ein Saarabend mit ausgezeichnetem Programm einen großen Teil der hiesigen Bevölkerung mit unfern Saarbrüdern in der Turnhalle vereinigen. Man sieht, wie alle Teile der Einwohnerschaft wetteifern, um den Gästen ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und ihnen Liebe und Verbundenheit zu zeigen. In dankbarer Anerkennung für all das Gebotene wollen die Saarleute am nächsten Sonntagmorgen, ehe sie unsre Stadt wieder verlassen, am Kriegerdenkmal vor der Marienstiftskirche einen Kranz niederlegen, um die auch für ihre Heimat gefallenen Söhne unserer Stadt zu ehren. Die Stadt Lich und ihre Bewohner haben alles aufgeboten, um ihren lieben Gästen Freude zu bereiten, bamit sie mit neuer Kraft an ihre Arbeitsstätten zurückkehren, starken Glauben an Deutschland und innige Liebe zu ihrem großen Vaterland im Herzen in die Heimat tragen und versichert seien, daß sie nur bei ihrer deutschen Mutter am besten aufgehoben und geschützt sind. - Om Buchladen beim Wnkmch Jugend und Hochschule iagegen bei den von Privatangestellten, selbständigen Handwerksmeistern und mittleren und kleinen Landwirten. Bei der allgemeinen Abnahme des Neuzuganges zu den wissenschaftlichen Hochschulen im Studienjahr 1933/34 gegenüber 1932/33 hat dieser natürlich auch in den meisten einzelnen Studienfächern abgenommen, aber auch da in sehr verschiedenem Maße. Von bekannteren S t u d i e n f ä ch e r n , die eine besonders große Abnahme zeigen, seren genannt das kaufmännische Studium, das Handelsten, von Rechtsanwälten, von Agenten und von Apothekern; ganz besonders klein b( v _ Kindern von Lehrern ohne akademische Bildung, lehramtsstudium, die Physik, die Philosophie und Allgemeine Pädagogik, die Mathematik, die Chemie, die Neuen Sprachen und das Vermessungswesen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Anzahl Fächer mit Zunahme des Neuzuganges; es feien angeführt die Landwirtschaft mit Gartenbau, ganz besonders aber das V o l k s s ch ulke h r e r st u d i u m mit einer Zunahme von über einem Drittel und das Berufsschullehrerstudium, das einen Neuzugang sogar fast verdoppelt hat. Stark ist das Studium der Ausländer zurückgegangen, besonders in der letzten Zeit. Es studierten bei uns im Winterhalbjahr 1933/34 nur noch rund 4800 Ausländer und Ausländerinnen gegenüber rund 7300 im Winterhalbjahr 1930/31, und noch stärker ist vom Studienjahr 1930/31 zum Studienjahr 1933/34 der Neuzugang an Ausländern gefallen. Einen Gegenstand, der bevölkerungspolitisch von großem Interesse ist, hat die Hochschulstatistik in diesen letzten Band neu ausgenommen: den Zusammenhang zwischen Hochschulstudium und F a m i l i e n g r ö ß e. Es ist schon des öfteren darauf hingewiesen worden, daß zwischen dem Geburtenrückgang und der Abnahme der kinderreichen Familien einerseits und dem Andrange zu den höheren Schulen und Hochschulen andererseits offenbar ein Zusammenhang besteht. Aber die Statistik hatte bisher nur wenig getan, diese Frage zu klären. Hier bringt nun der neue Band der Hochschulstatistik einiges Material. Die Ergebnisse weisen allerdings, wie die Hochschulstatistik selbst mitteilt, noch gewisse Mängel auf; man wird den diesbezüglichen Angaben deshalb vielleicht auch noch mit einem gewissen Vorbehalt gegenübertreten müssen. Sie be- Unblutiger Zweikampf kostet einen Gulden ... Tübinger Ltndentenleben in alter Zett Das Tübinger Studentenrecht von 1518 schrieb u. a. vor: Die Studierenden sollen sämtliche Predigten und Litaneien besuchen. Wer vom Pedell während ber Predigt „in der Stadt oder auf dem Felde" angetroffen wird, ist vom Rektor zu bestrafen. Verbalinjurien unter Studenten sollen mit W zehn Kreuzern bestraft werden. Wer den Degen zieht, zahlt 22 Kreuzer. Ein Zweikampf, öer unblutig verläuft, wird mit 1 Gulden, leichte Verwundungen mit 2 Gulden abgegolten. Wer einem Kommilitonen schwere Wunden zufügt, kann nach Ermessen des Rektors bestraft werden. Teilnehmer am Zweikampf müssen den Degen den Pedellen ausliefern oder ihn mit 1 Gulden einlösen. Beleidigung der Nachtwächter ist mit 15 Tagen Karzer zu bestrafen. Nachtlärm, namentlich das Musikmachen, ist bei Karzerstrafe verboten. Wer nach der Abendglocke ohne Licht ausgeht, muß 14 Tage sitzen. Die „häufige Sitte", in Scharen nachts spazieren zu gehen, wird streng unterlagt. (Diese Bestimmungen haben nicht viel genützt, denn Kulturgeschichte, Sport, Musik und Lied, und zwar hatte die spanische Gruppe dabei deutsche und die deutsche spanische Lehrer. So kam man rascher in Melodik und Ausdrucksform der fremden Sprache hinein." „Seid ihr denn nicht mit den übrigen Bewohnern des Dorfes zusammengekommen?" „Doch, bei Einkäufen, ab und zu auch mal abends, um ein Glas Wein zu trinken. Dann mußten wir aber meist über den Zaun klettern, denn erlaubt war das natürlich nicht. Ader es festigte die Kamerad- chaft. Nachmittags machten wir meist Ausfluge, oft in die Berge der Sierra. Abends gab es ge- meinfame Spiele oder Volksliedersingen. Unver- geßlich sind mir besonders die Liederabende. Was wir da an Schätzen in uns aufspeicherten und auch wieder verschenkten — ganz unbeschreiblich. Gegen 22 Uhr mußten wir zu Bett gehen. Müde genug waren wir ja meist. Trotzdem gaben uns gerade die Zimmerkameradschaften — auf jedem Zimmer hausten zwei Spanier und zwei Deutsche — Gelegenheit, das Innere, die Gefühls- und Empfm- dungswelt der Jugend des anderen Volkes kennenzulernen." „ . .. m „Hoben Sie denn tiefere Einblicke in Die Verschiedenheit der Lebensanschauung und Sinnesart zwischen den beiden Völkern und ihrer Jugend tun können?" „O ja! Wissen Sie, im ersten Jahr meines La Granja-Aufenthaltes — ich war 1933 und in diesem Sommer dort — habe ich nur die verrußten Eisenbahnen, die Fehler und Mängel der Babeem- richtung und all der bei uns so hervorragend funk- tionierenben. Dinge gesehen — in diesem Sommer aber habe ich dies alles nicht mehr bemerkt. Da gab es für mich nur das eine, einzudringen in Die Seele des spanischen Volkes." Als wir uns verabschieden, sagte Dr. Mösle: „Ich glaube, wir können mit unserem Schüleraustausch zufrieden sein. Es kommt dafür natürlich nur eine gesiebte Elite in Frage." „Erlauben Sie mir gerade in diesem Zusammen- Hang noch eine Frage: Halten Sie die Gymnasiasten in ihrem jugendlichen Alter für die ihnen gestellte, immerhin verantwortungsbeladene Aufgabe für reif genug?" „Ich weiß, worauf Sie anspielen, auf die Frage ,Schüler - oder Studentenaus- tausch'. Je älter das ausgetauschte Menschen- material wird, desto weniger aufnahmebereit wird es. Die Gefahr der vorgefaßten Meinung ist ja gerade auf diesem delikaten Gebiet größer als man denkt! Der Akademiker geht belastet nut einem Sack voller Probleme hinaus. Auf der Suche nach ihrer Beantwortung verliert er leicht tue weite Sicht. Unsere Jungens sind eindrucksfähiger. Daher halte ich am Schüleraustausch fest. Dies ist auch die Ansicht der Schulverwaltung und — damit drücke ich einen alten Wunsch aus — auch die Presse sollte für den Gedanken des Schüleraus- tausches in unserem Volke werben. Wir wissen doch, worum es im letzten geht: Um Deutschlands Ansehen und Weltgeltung! R. J. Als Austauschschüler in Spanien Ein Berliner Oberprimaner erzählt seine Erlebniffe. nach der Ortsgrößenklasse ab." Zu beachten ist ja allerdings bei der Größe oer Familien, daß durch den Krieg und seine W Wirkungen natürlich eine starke Beeinträchtig der Kinder- und damit auch der Geschwister^^ eingetreten ist (besonders durch den Geburtenaussau- während des Krieges und danach). Wenn ,raan aber fragt: ob in Zukunft, wenn einmal die Kmver der in der letzten Vergangenheit, etwa in den Jay« ren 1926 bis 1932, entstandenen Familien die Studentenschaft bilden, die Geschwisterzahlen günstiger sein werden, so erscheint das äußerst zweifellM und auch das Gegenteil als möglich. Wir legen dabei allerdings die Gestaltung unserer Geburtenziffern 1927 bis 1933 gegenüber der Vorkriegszeu und Kriegszeit bis 1920, mit gewissen, nicht unv - trächtlichen Abwandlungen für die hier in Frag kommenden Bevölkerungskreise, zugrunde, und sey von in diesem Jahre etwa bereits eingetreten ober künftigen, zu erhoffenden Wiederverbesserung der Geburtenziffer ab. In den hier in Rede stey den Ziffern der Hochschulstatistik drücken sich 3 die Kriegsfolgen mit aus, andererseits aber oua) höheren Geburtenzahlen der Vorkriegszett, ®at) seit dieser die Geburtenzahlen bekanntlich gera 6 katastrophal gesunken sind; dieser allgemeine stürz wird aber schwerlich an den hier tn F 9 kommenden Familien spurlos vorübergegangen i ziehen sich übrigens nur auf die Mitglieder der „Deutschen Studentenschaft", die ja aber bis auf wenige Prozent die Gesamtzahl der Studierenden umfaßt; ausgenommen sind ferner nur lebende Geschwister. Wir heben von diesen Ergebnissen nur zwei heraus. Das wichtigste — das sich allerdings nicht auf ganz Deutschland, aber doch auf die wissenschaftlichen Hochschulen von Preußen, Sachsen, Baden, Thüringen, Mecklenburg und Hamburg zusammen auf das Winterhalbjahr 1933/34 bezieyt — ist, daß annähernd die Hälfte (47,6 v. H.) der Studenten und Studentinnen und derjenigen ihrer Geschwister, die bereits eine abgeschlossene Hochschulbildung hatten ober bie im Auslanbe ftubierten, aus Ein- unb Zweikinbersamilien stammte. Fast ein weiteres Viertel (22,52 v. H.) stammte aus Drei- finberfamilien, unb nur ber ein reichliches Viertel umfassenbe Rest (29,88 v. H.) entstammte Familien von vier unb mehr Kinbern. Die große Mehrzahl ber Akabemiker würbe also von Familien gestellt, bereu Fortpflanzung zu gering war, um auch nur einen Rückgang unserer Volkszahl zu verhinbern. Ferner zeigte sich (festgestellt für bie wissenschaftlichen Hochschulen von Preußen, Sachsen, Württemberg, Baben unb Thüringen zusammen), baß der Anteil ber Ein- unb Zweikinberfamilien an den Familien, bie überhaupt Stubierenbe an ben getarnten Hochschulen im Winterhalbjahr 1933/34 stellten, in ben Großstäbten größer war als in den mittleren unb kleinen Stäbten, unb in biefen wieder größer als in ben ßanbgemeinben, währenb es M bei ben kinberreichen Familien umgekehrt verhielt. „Der Kinberreichtum stuft sich also ganz regelmäßig höheren als vierte Semester, bie in solchen Wohnheimen wohnen, an bie Familien b e r U n i = versitätsstabtzurückverroeifen Bei ber Betrachtung bieser Frage muß jedoch betont werben, baß bie Bilbung neuer stubentischer ©emeim schaftskerne, in benen bie Voraussetzung für bie Erfüllung ber neuen Aufgaben bes Stubenten geschaffen werben, eine geschichtliche Notwendigkeit von so hoher Bebeutung ist, daß angesichts besten manche schmerzliche Härte im einzelnen m Kauf genommen werben muß. Wohnkamerabschaften unb Kamerabschaftshauser werben also zu beweisen haben, inwieweit es ihnen gelingt, bie Kamerabschaft zwischen Student unb Arbeiter zu vertiefen. Kamerabschaft wächst nur im Kampf, unb barum wirb eine Kamerabschaft zwischen Arbeiter unb Stubent nur da entstehen, wo beide nicht zusammenkommen, nur etwa um sich kennenzulernen, fonbern um gemeinsam für etwas zu kämpfen. Unsere SA. in ben Jahren bes Kampfes ist bie vorbilblichste Kamerab- schaftserziehung überhaupt gewesen unb bas um so mehr, je größer bie tägliche Gefahr war, m ber sie zu fämpfen hatte. Die Gefahren ber neuen Kamerabschaft bebrohen weniger bas leibliche als bas seelische Leben. Sie gehen nicht aus von bem Marxismus, ben es zu brechen galt, fonbern von einer Reaktion, bie in allen Zweigen bes kulturellen unb seelischen Lebens ber Nation heute noch sehr sicher unb fest ihre feinen Fäben spinnt. Innere Wachsamkeit unb innerliche Bereitschaft muß baher hinzutreten zu der äußeren Wachsamkeit und der steten Bereitschaft zum Einsatz des Lebens, die der SA. ihre Haltung gab. Es wird sich zeigen, ob das deutsche Arbeitertum den Willen zu einer solchen kämpferischen Kameradschaft zwischen Student und Arbeiter erkennt und aufgreift. streckt, sondern daß das Arbeitertum überhaupt ber fentftehungsortbertommen ben neuen volklichen Kultur in Deutschlanb fein wird unb baß barum bas Stubententum als eine der Dorberften Reihen ber fulturtragenben Schicht innerlich in biefes Arbeitertum hmemwachsen muß, bann wirb bas beutfche Stubententum m der en- fcheibenben Stunde einer Zeitwende an ferner Aufgabe vorbeigehen unb ber Loslosung vom Volke, eine Gefahr, ber es in ben Vorknegsfahren entgegentrieb, nicht entgehen, fonbern verfallen. Man barf sicher fein, baß ber NSDStB burch eine zielklare unb energische Führung alle Versuche reaktionäre Formen vergangener Jahrzehnte künstlich am Leben zu erhalten, zu überroinben wissen wirb. Auf ber anberen Seite ist es auch klar, baß er alle die wertvollen erzieherischen Momente des st u b e n t i s ch e n B u n b e s für bie Prägung bes neuen Gemeinschaftsstils nach jeber Richtung hin auswerten wirb unb auf ber Grunblage ber bisher von ben stubentischen Bünben geleisteten Vorarbeit weiter aufbauen wirb. Allerbings wirb burch bie Kamerabschaftserzie- hung ben jungen Semestern bie Möglichkeit ver- chlossen, ihre ersten Semester als Untermieter in Familien ihrer Universitätsstabt zu verbringen. Die stubentischen Wohnungsämter werben biefen Ausfall jeboch fo regulieren, baß bie bebürftigen Volksgenossen zuerst Mieter zugewiesen erhalten unb werben so einen Ausgleich wenigstens insoweit schaffen, als gerabe bie weniger bemittelten Bevölkerungskreise, welche auf bas Vermieten an Studenten angewiesen sinb, in erster Linie berücksichtigt werben. Die Stubentenschaft wirb anbererfeits bie vvrhanbenen Stubentenwohnheime, soweit sie auch ältere Semester aufnehmen, in bie Kamerab- schaftserziehung einzubeziehen haben unb bamit alle Die Entwicklung unseres Hochschulstudiums. Von Dr. K. v. Mangoidt. Angesichs ber gewaltigen Ausdehnung, bie bie Zahl der Studierenden bei uns allmählich erfahren hat, und der zur Einschränkung dieses Andrangs ergriffenen Maßnahmen ist es von besonderem Interesse, an Hand des kürzlich erschienenen letzten Bandes der „Deutschen H o ch sch u l st a t i st i k", der das Winterhalbjahr 1933/34 behandelt, bie neueste zahlenmäßig f e ft g e ft eilte Entwick lung zu verfolgen. Zugrundegelegt sinb dabei nur die wissenschaftlichen Hochschulen, mcht auch die künstlerischen und dergleichen, bei ersteren aber nicht nur bie Universitäten unb Technischen Hochschulen, onbern auch die verriebenen kleineren Hochichul- arten, wie z. B. die Landwirstchaftlichen Hochschulen, die Handelshochschulen, die Bergakademien und bie Hochschulen füü Lehrerbildung, alles in allem neun verschiedene Hochschularten. Es zeigt sich, daß die schon seit mehreren Jahren zu beobachtende B e r - minberung des „ Neuzugangs "(d. h. der zum ersten Male auf die Hochschule kommenden Personen) an reichsdeutschen Studierenden, männliche und weibliche zusammengenommen, sich im letzten Studienjahre, welches das Sommerhalbjahr 1933 unb das Winterhalbjahr 1933/34 umfaßt, kräftig fortgesetzt hat: währenb in bem Stubienjahr 1930/31 noch runb 30 800 reichsbeutsche Stubierenbe als erste Semester neu auf die beutschen wissenschaftlichen Hochschulen kamen, waren es in dem Studienjahr 1933/34 nur noch rund 20 800, also 10 000 weniger dem unmittelbar vorangehenden Studienjahr 1932/33 gegenüber runb 3700 weniger. Gemessen an bem voraussichtlichen künftigen Bebarf an Akabemikern sinb aber auch biese verringerten Zahlen jebenfau5 noch erheblich zu hoch. Die Gesamtzahl aller Stubierenben an ben wissenschaftlichen Hochschulen Deutschlanbs, Jnlänber und Aüsländer zufammen- genommen, ist vom Winterhalbjahr 1930/31 bis zum Winterhalbjahr 1933/34 von runb 130 100 auf runb 106 800 gesunken — doch eine recht beträchtliche Verringerung. Stellt man allerdings das Winterhalbjahr 1933/34 allein dem Winterhalbjahr 1932/33 gegenüber, so ergibt sich — zunächst üoerraschender- foyers. Winter und Frühjahr sind von ben „Foyer- abenben" ausgefüllt, an benen Auslänber, auch Angehörige ber Berliner Botschaften unb Gesanbtschaf- ten, Vorträge über ihr Lanb halten. Im spanischen Foyer wechselten Spanier unb Sübamerikaner in bunter Reihenfolge einanber ab. Lanb, Leute, Sprache, Geschichte, Kultur, Kunst, Literatur sinb bie wichtigsten Themen. Auch bie für bie Praxis wichtigen Nebengebiete, Staatsaufbau, Verkehrs- unb Schulwesen, Sitten unb Gebräuche, auch bie Fragen bes Takts unb persönlichen Auftretens kommen nicht zu kurz. Vor allem aber pflegen wir bas V o l k s l i e b. Das große Ereignis bes Sommers ist bann bas Ferienschullager in Deutschlanb. Die jungen Spanier kamen bamals mit uns nach Pots- bam. In ber Schule hatten wir in ben letzten Tagen mächtig gepaukt unb so gerüstet, bie kleinen Liliputwörterbüchlein im Koffer, holten wir unsere Kameraben ab. Zunächst war es natürlich schlimm, bie Spanier konnten kaum ein Wort Deutsch, unb wir hatten vor Aufregung auch alles vergessen, bis einer auf bie Jbee kam, ganz warm unb herzlich bas Wort „Biengessen" (Willkommen) in bie Verlegenheit ber ersten Begrüßung zu werfen, unb ber Bann brach. So bahnte sich eine sechswöchige Freunbschaft an, bie bei manchem noch heute anbauert. Der folgenbe Winter brachte bann bie Vorbereitungen unb bie engere Auswahl für bas A u s- lanbsferienschullager 1 934 in L a Granja." „Wie verlief benn bort ein Tag?" Lebhaft, unterbricht mein Gegenüber. „Wir waren ja nicht gleich bort. Zuerst haben wir eine große Runbreise gemacht. San Sebastian—Burgos—Mabrib—Toledo, all diese gewaltigen Eindrücke nahmen wir in uns auf. Dann erst ging es mit unseren spanischen Kameraden in die malerischen Berge ber Sierra Gua- barrama, nach La Granja, 70 Kilometer nördlich non Mabrib. Wir wohnten dort sozusagen als Gäste bes spanischen Präsidenten im Seitenflügel eines alten Schlosses, bas währenb ber heißen Monate ber Sitz bes Präsibenten ist. Herr Alcala-Zamora hat uns auch einmal empfangen unb eine sehr nette Ansprache über bie herzlichen Beziehungen zwischen unseren beiben Völkern gehalten. Der Tag selbst begann mit Morgengymnastik. Nach bem Frühstück gab es Unterricht in Sprache, Der Schüleraustausch von Lanb zu Lanb ist besonbers im neuen Deutschlanb zu einem häufig umstrittenen Problem geworben. Mannigfach sinb bie angeführten Grünbe für unb nüber. Aus diesem Grunde hatte unser Mitarbeiter mit dem Leiter der Gruppe Spanien im „Nationalen Verein für Schüleraustausch", Dr. Mosl 6, und einem Austauschschüler der Ferienschule in La Granja eine Unterhaltung, die über den Charakter und die große, kulturpolitische Be- Bedeutung des Schüleraustausches für Deutschland Aufschluß gibt. „Die Wahrheit ist unsere beste Propaganda". Diesen Satz stellte Dr. Mosls seinen Worten voran. „Sehen Sie, wenn unsere Jungens nach Spanien kommen oder in die anderen Länder, mit denen der Austausch besteht, z. B. nach Frankreich, England, Italien und später nach Schweden, Griechenland und Amerika, dann stürzen sich natürlich ihre neuen Kameraden auf sie und fragen sie nach all dem, was in Deutschland geschehen ist, und das sie dort nicht fassen können. Nun — unsere Jungens erzählen frisch und froh drauf los und — langsam zerslattern Hirngespinste und Lügengewebe. Für die Jungens und Mädels selbst — mit Spanien haben wir seit letztem Jahr gemischten Austausch — hat der Auslandsaufenthalt noch einen weiteren Vorteil. Nicht nur, daß unsere Jugend im Ausland lernt, fremdes Volkstum zu achten, sie lernt vielmehr das eigene lieben!" Mit lebhafter Gebärde mischt sich nun Heinz Rüdiger Hummel, Oberprimaner aus Berttn- Neulölln, in unser Gespräch: „Tatsächlich, man glaubt, wenn man von draußen kommt unb über unsere Grenze fährt, man hätte Deutschlanb nie gekannt. Gestern noch unter ber glühenden Sonne Spaniens, fährt man heute mit bem Zuge burch bie lieblichen Gaue unseres Vaterlanbes unb immer inniger erlebt man bas Glück, Deutscher zu sein. Alles sieht man jetzt anbers — als Deutscher!" „Wie spielt sich nun solch ein Austausch ab?" So einfach ist bas nicht", lächelte ber Primaner, , Dr. M o s!6 gab uns manche Nuß zu knacken. Im Herbst melbet man sich zu ben einzelnen Länder- Der neue Lebensstil des Studenten. Von Gerhard Pattmann, Kameradschastssüyrer der Universität Gießen. ; Bei ber Verkünbung ber Verfassung ber Deutschen Stubentenschaft am 7. Februar 1934 bezeichnete ber Führer ben Kampf ber nationalsozialisti- ' scheu Bewegung für bie Organisation ber neuen ! Führung in unserem Volk sowie für bie Erziehung ber Führung zum Volk unb bes Volkes zur Führung, ben Kampf für bas rücksichtsvolle gegenseitige Verstänbnis von Geist unb Kraft unb Die ■ treue Brünberlichkeit ber beiben Repräsentanten der Arbeiter der Stirne und der Faust als so ge- ' wattig, so schön und so erhaben, daß die Jugend der Nation in ihm ihre höchste in die Zukunft tnei» sende Lebensaufgabe sehen müsse. Er hat damit be» reits die tiefe Wandlung angkkündigt, Die sich , im Innern jener Studentengeneration zu vollziehen beginnt, die im Arbeitsdienst zu einem ganz besonders eindringlichen Erlebnis der Wirklichkeit Volk gelangt ist. . - Diese studentische Arbeitsdienstgeneration ist wen - , ger bürgerlich als alle ihre Vorgänger an den beut- ; scheu Hochschulen in ben letzten Jahrzehnten, sie i|t ■ schon arbeitertümlicher als irgenb em Stubenten- ■ jahrgaug vorher. Das Suchen nach einem mcht mehr bürgerlichen Lebensstil in ber ©tubenten- . schäft, einem Lebensstil, ber geprägt ist nach bem Bilbe bes Typs bes fommenben Jahrhunderts, nach dem Bilde des Arbeiters, jenes Suchen, das etwa in der neuen Erziehungsform des Lagers einen Ausdruck gefunden hat, es erfährt m ber Kamerab- schaftserziehuug als bem neuen Lebensstil des jungen Stubenten feine erste greifbare Ausprägung von Gewicht. , , . Die Kamerabfchaftserziehuug vollzieht sich in bem Kamerabschaftshaus, das bie Fuhrer- schicht einer jeben Stubentenschaft tn sich aufnimmt, unb in ben Wohnkamerabschaften ber stubentischen Bünbe. Bereits aus ben vergangenen Semestern liegt von zahlreichen Versuchen in allen Teilen bes Reiches eine Fülle von Erfahrungen vor, bie letzt von ber Reichsführung zu klaren R i ch 11 i u len zusammengefaßt worben sinb. Als bie eißentltcfje Aufgabe ber Wohnkamerabschaften unb ber Kame- rabschaftshäuser schält es sich immer mehr heraus, baß keinerlei äußerer Betrieb ober äußere Aufmachung, fonbern baß allein ber Ernst, mit bem bie obenstehenben Worte bes Führers hier begriffen worben sinb unb mit bem man nach bieser Erkenntnis handelt, ben Ausschlag gibt. Währenb bem sich bas stubentische Leben noch in ber Zeit vor bem Kriege in abgeschlossenen Zirkeln ber „akabemischen Kreise" unter sich vollzog, ist es bie Parole ber Kamerabschaftserziehung, bie Türen ber Kamerab- schaftshäuser unb Wohnkamerabschaften allen Schichten bes Volkes so weit zu öffnen, wie nur irgenb möglich. £ Die Stubentenschaft barf sich rühmen, ber Entwicklung immer um eine gewisse Zeitspanne vorauszueilen. Das gilt auch für bie Kamerabschaftserziehung. Denn in ihr vollzieht sich bas erste Tasten nach einer neuen Gemeinschaftskultur, bie entgegen allen bürgerlichen Formen kulturellen unb künstlerischen Lebens, wie etwa Konzert, Oper unb ähnliche für ein lebiglich ge- nießenbes Publikum bestimmte Darbietungen, allein aus ber Gemeinschaft für bie Gemeinschaft, aus dem Volk für das Volk, kurz nicht von Künstlern für Zuhörer, sondern von allen Kameraden für alle Kameraden zu wachsen beginnt. Es ist bie große Lebensfrage für jeben studentischen Bunb, mag er nun Farben tragen ober nicht, ob er biese neue große, bem stubentischen Gemeinschaftsleben vom Führer zugewiesene Ausgabe nicht nur äußerlich anerkennt, sondern sich innerlich vollkommen zu eigen macht unb aus bieser Hingabe heraus alle jene Äußerlichkeiten aus ber Vorkriegszeit, bie ben klassenmäßig bebingten Charakter ber Korporationen besonbers betonten, von sich abstreift unb bie einzelnen Zellen bes bünbischen Lebens an ber Hochschule bamit zugleich zu* ben Wachstumszellen einer neuen arbeitertümlidjen Kultur werben. Solange ber Stubent nicht begreift, baß ber deutsche Arbeiter für ihn nicht jener Volksgenosse ist, bem man nunmehr jovial bie Bruberhanb Hinweise — nicht eine Verminderung des Neuzugangs an reichsdeutschen Studierenden, sondern eine Vermehrung. Das hängt, wie bie Hochschulstatistik aus- einanbersetzt, mit bem A r b e i t s b i e n st »zusammen. „Aus ber Verschiebung ber Neuzugänge vom Sommerhalbjahr auf das Winterhalbjahr infolge des Arbeitsdienstes erklärt es sich, daß diese im Winter 1933/34 um 1809 Personen höher waren als im Winter 1932/33. Diese Zunahme barf also keineswegs als ein neues Wachstum bes Hochschulstudiums gedeutet werden." Für die Zukunft ist natürlich bie Richtung der Entwicklung besonders wichtig, und da ist von Bedeutung, daß, wie sich aus bem Vergleich mit dem vorangehenden Bande der Hochschulstatistik ergibt, offenbar auch die Zahl der Abiturienten in Deutschland vom Schuljahr 1931/32 zum Schuljahr 1933/34 abgenommen hat. Auch zeigt sich, wie ber Text ber Hochschulstatistik aus- sührt, wenn man sich an gewisse methobisch-stati- stische Bebenken nicht stößt, baß sich berjenige Anteil der Abiturienten, ber zur Hochschule gegangen ist, bei ben Osterabiturienten 1933 gegenüber ben Öfter abiturienten 1931 erheblich verringert hat, währenb den Osterabiturienten 1932 gegenüber bas Ergebnis zweifelhaft ist. Der Rückgang in ber Zahl ber neu zu ben Hochschulen fommenben reichsbeutschen Stubierenben war in ben einzelnen Berussschichten, denen sie nach ber Stellung ihrer Väter angehörten, keineswegs gleichmäßig. Er war, wenn man bas Stubienjahr 1933/34 bem Stubienjahr 1932/33 gegen» überstellt, relativ ganz besonbers hoch bei ben Kinbern von Direktoren von Aktiengesellschaften u. bgl, von Inhabern von Großhanbels- unb Bankgeschäft Herzog Christof schreibt im Jahre 1565 an den Senat: „Als wir jüngst mit den hochgeborenen Fürsten Unseren freundlichen lieben Vettern Herzog Ludwig dem Pfalzgrafen und Landgraf Wilhelm zu Hessen zu Tübingen gewesen, mit der Tat begegnet, daß dermaßen durch die ganze Nacht ein Mordgeschrei, Toben und Wüten uff der Gassen, fast durch die ganze Stadt gewesen, daß wir selbst keinen ruhigen Schlaf haben.") Ein Wirtshaus soll der Student nur besuchen, wenn er von seinem Präzeptor oder einem Verwandten begleitet ist. Es kostet 15 Kreuzer Strafe, wenn der Student eine Hochzeit besucht. Im Jahre 1575 werden die Vorschriften dahin ergänzt, daß Eltern nicht verpflichtet sind, Trink- schulden zu bezahlen und daß Apotheker bestraft werden und ihres Zahlungsanspruches verlustig gehen, wenn sie den Studenten „Marzipan, Konfekt oder anderes Schleckwerk" verkaufen. Welsche Geiger und Spielleute sind in der Stadt und namentlich an den Kosttischen der Studierenden nicht zu dulden. Im Dezember 1596 wird nach den Angaben von R. v. Mohl dem Senat angezeigt, daß sich ein Student namens Leipziger dem Teufel für ein Geldgeschenk verschrieben haben soll. Die theologische Fakultät erhält den Auftrag, zu untersuchen, ob Leipziger schon lange mit dem Teufel Umgang gepflogen und wie oft er von ihm Geld empfangen habe. Ferner soll Leipziger darüber Auskunft geben, welche Bücher er gelesen hat. Leipziger erklärt dazu, daß er den Teufel nur einmal getroffen und noch kein Geld von ihm erhalten habe. Er habe die Verbindung mit dem Teufel ausgenommen, weil er in Tübingen 200 Gulden schuldig sei und er vor allem von einem Messerschmied wegen einer Schuld von 3^4 Gulden in die Enge getrieben werde. Das Abkommen mit dem Teufel solle nur auf zwei Jahre gelten. Wäre er in dieser Zeit gestorben, so hätte er dem Teufel abgesagt und erklärt, er habe einen besseren Helfer, Jesum. Der hohe Senat beschließt: Leipziger bleibt bis 3um Christtage im Karzer. Er soll sich zum Heiligen Abendmahl vorbereiten und nach Teilnahme an dieser Feier ein halbes Jahr zu Hause bleiben, abgesehen vom Besuche der Kirche und Vorlesungen. Im Januar 1597 wird dem Senat angezeigt, daß Leipziger nicht zu Hause bleibt, sondern in Wirtshäusern 3 silberne Becher und 3 Löffel gestohlen und sie nachher verkauft hat. Nunmehr wird das peinliche Gerichtsverfahren gegen Leipziger eröffnet. Vorher aber soll seinem Vater Nachricht gegeben werden, damit dieser einen Anwalt „schicken kann". C. I. Weber schildert das Tübinger Studentenleben vor hundert Jahren (1826) folgendermaßen: Ich hörte in Tübingen abends die Musen in den Straßen singen, sah sie bei Tag in den Straßen rauchen, und auch mein Herr Neffe besuchte mich mit brennender Lunte. Griechisch waren die Musen nicht gekleidet, sondern im schlichten Flaus oder „Gottfried", und was diesem an Inhalt abging, ersetzten reichlich die weiten, wellenschlagenden Matrosenhosen; indessen das kleine rote oder schwarze Käppchen auf dem linken Ohr hat doch etwas Neugriechisches und Altdeutsches? Ich habe nie Altdeutsche gesehen, aber sie lebten in Wäldern, folglich war es verzeihlich, wenn Haar, Bart, Wäsche und übrige Kleidung nicht in der besten Ordnung gewesen sind. Vielleicht wäre es gut, eine Uniform einzuführen, wie zu Petersburg geschehen und zu meiner Zeit in Göttingen freiwillige Sitte war." Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auch im letzten Viertel des Monats Oktober nahm die Umsatztätigkeit im Frankfurter Getreidegroßhandel kein nennenswertes Ausmaß an. Die Ursachen hierfür blieben die gleichen wie in der letzten Woche: in den meisten Artikeln zu kleines Angebot, zum andern aber auch nur kleine Nachfrage. Obschon das Angebot an Weizen sich im Hinblick auf die um 2 Mark höheren Festpreise für im November angelieferten Weizen stark verringert hat, war es immer noch ausreichend, da die Kaufmeinung der Großmühlen noch keine Besserung erfahren hat. Roggen war so gut wie nicht angeboten, während die Nachfrage der Mühlen, insbesondere der Klein- und Mittelmühlen, unvermindert anhielt, was angesichts des als sehr schlecht bezeichneten Roggenmehlgeschäftes immerhin etwas überrascht. Ob hier vielleicht Vorräte gesammelt werden angesichts der Möglichkeit, daß die Landwirtschaft Roggen rn stärkerem Umfange zur Verfütterung heranziehen könnte, oder ob eine andere Ursache hierfür gegeben ist, war nicht zu ermitteln. Das Angebot in Hafer hat keine Zunahme erfahren, lediglich aus Norddeutschland lagen einige im Preis schon höher gehaltene Partien vor, für die sich indessen nur wenig Interesse zeigte, während süddeutscher Hafer gesucht blieb. Futtergerste wird schon seit Wochen nicht angeboten, so daß Abschlüsse nicht bekannt werden. Brau- und Lndustriegersten sind am Frankfurter Markt^nur wenig gefragt, soweit aber etwas gesucht wird, wird Tauber- und Franken-Braugerste wegen ihres geringen Eiweißgehaltes bevorzugt. Das Weizenmehl geschäft zeigte zum Monats- fchluß eine merkliche Belebung für die alten Kontrakte, während Neubestellungen nur in kleinem Umfange erfolgten und meist nur, wenn noch 10 v. H. Auslandweizen beigemahlen war. Für spätere Lieferung, also Dezember, sind die Mühlen nur noch mit deutschem Mehl am Markt. Infolge des außerordentlich geringen Angebots war das Geschäft am Kraftfuttermittelmarkt gleich Null. Mühlennachfabrikate, besonders Kleie, war ebenfalls 'gut gefragt, aber auch nur knapp angeboten. Zuckerhaltige Futtermittel werden gleichfalls stark begehrt, merkwürdigerweise sind aber die Fabriken am hiesigen Markt noch nicht mit Angeboten da. Wochenbericht vom Frankfurter, Schlachtviehmarkt. Das Schlachtviehgeschäft stand in dieser Woche deutlich irn Zeichen des Monatsendes. Das Geschäft nahm auf den meisten Märkten einen mehr oder minder ruhigen Verlauf, obschon die Zufuhren überwiegend etwas geringer waren. In guten und besten Qualitäten war die Nachfrage lebhaft, sobald aber diese Tiere verkauft waren, ließ das Geschäft erheblich nach, so daß vielfach Ueberstände verblieben. Der Auftrieb an Großvieh war in allen Gattungen ausreichend. Auffallend war hier, daß sich in mittleren Qualitäten das Angebot verringert hat, während geringe Tiere in der Ueberzahl und wirklich gute Tiere nur ungenügend zugetrieben waren. Beste Qualitäten wurden bei unveränderten Preisen (etwa 38 bis 40 für Ochsen und Färsen) ausoerkauft, hingegen verblieb in mittleren und geringen Tieren bei um 1 bis 2 Mark nachgebenden Preisen Ueberstand. Die Gesamtzufuhr war mit 1521 um 7 Stück stärker. Am Kälbermarkt waren Qualitätstiere wenig vorhanden und stark gesucht, so daß eine Er- Höhung der Preise um 2 Mark eintrat, im übrigen war das Geschäft bei etwa letzten Preisen mittelmäßig. Der verminderte Zutrieb von 1106 (gegen 1265) Stück wurde geräumt. Am S ch a f m a r t t nahm das Geschäft einen ruhigen Verlauf, die Preise bröckelten etwas ab. In Schafen verblieb Ueberstand, Hämmel wurden ausverkauft. Auftrieb 411 (416). Am Schweinemarkt übertraf der Auftrieb trotz Verringerung um 268 auf 4868 Stück bei weitem die Nachfrage, so daß in geringen Tieren merklicher Ueberstand verblieb. Gute Schweine waren schnell verlauft bei unveränderten Preisen, wogegen sie für geringe um 1 bis 2 Mark zurückgingen. Frankfurter Börse. AUtlagsbörfe unelnheillich. Frankfurt a. M., 2. Nov. An der Börse hat sich das Geschäft noch nicht belebt. Der Auftragseingang aus Privatkretsen blieb außerordentlich klein, so daß für die Kulisse keine Anregung zu nennenswerten Eigengeschäften vorlag. Das deutsch-englische Zahlungsabkommen, sowie eine ganze Anzahl günstiger Nachrichten aus der Wirtschaft fanden wohl Beachtung, einen stärkeren Impuls vermochten sie indes nicht zu geben. Die Grundstimmung war aber freundlich, während die Kursgestaltung weiter uneinheitlich war. In den mehr spekulativen Papieren erfolgten einige Abgaben, wogegen in anderen, weniger Schwankungen unterworfenen Werten eher kleine Käufe getätigt wurden. Stärkeres Angebot, das aber trotzdem relativ gut ausgenommen wurde, bestand wieder in Farbenindustrie mit 141,65 bis 141,25 (141,75). Von anderen chemischen Papieren waren ferner Goldschmidt nach der letzttägigen Steigerung um etwa 1,50 v. H. gedrückt, während Metallgesellschaft 0,90 v. H. und Rütgerswerke 0,65 v. H. anzogen. Der Elektromarkt wies bei nur minimalen Veränderungen sehr kleines Geschäft auf, auch Bergwerkspapiere lagen sehr ruhig, aber recht widerstandsfähig. Nur Mannesmann gaben um 0,75 v. H. und Phönix um 0,40 v. H. nach. Von Kaliaktien waren Aschersleben um etwa 3 v. H. erhöht. Schiffahrtswerte lagen bei kleinem Umsatz behauptet. Fester notierten u. a.: Moe- nus-Maschinen mit plus 1 v. H., Holzmann mit plus 1,50 v. H., Gebr. Junghans mit plus 0,75 v. H. und Zellstoff Waldhof mit plus 0,25 v. H. Reichsbank lagen unverändert. Am Rentenmarkt setzten sich die Abgaben m Altbesitz (103,90 bis 103,50 nach 104) fort, auch Kom- munal-Umschuldung mit 84,75 gaben um 0,25 v. H. nach, anderseits lagen späte Reichsschuldbuchsorde- rungen mit 96 v. H. und Zinsvergütungsscheine gut behauptet. Etwas lebhafteres Geschäft hatten im Freiverkehr polnische und russische Bahnprioritäten; Warschau-Wiener Stücke-Obl. 15,75 bis 16 (15,50), Iwangorod Dombrowa 16,25 (15,75) und Russen- Südwest 6,50 (6,25). Im Verlause war die Haltung zumeist schwächer, bie Kurse gaben gegen den Anfang um durchschnitt- lief) 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Farbenindustrie gingen auf 140 v. H. zurück. Die Stimmung war ziemlich unsicher. Niedriger lagen außerdem Schiffahrts- und Kunstseideaktien, auch Montan- und Clektropapiere gaben nach. Zellstoff Aschaffenburg waren mit minus 1,50 v. H. stärker gedrückt. Am Rentenmarkt schwächten sich die Kurse für Altbesitz auf 103,13 und für Kommunal-Umschul- dung auf 84,65 ab, während sonst kaum Aenderun- gen eintraten. Goldpfandbriefe und Kommunal- Obligationen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen notierten bei kleinen Abweichungen uneinheitlich. Verhältnismäßig lebhaftes Geschäft erhielt sich für Exoten, wie Talonserben mit 8,25 bis 8,50 (zirka plus 0,75 v. H.), Lemberg Czern. ftrfr. 6,10 (5,90) usw., dagegen lagen Warschau-Wiener und Russen-Südwest etwas leichter. Am Kassamarkt kamen Hasenmühle Frankfurt nach achttägiger Pause mit 90 (75,50) zur Notiz, wobei aber nur 25 v. H. zugeteilt wurden. Abendbörse: sehr ruhig. Die Abendbörse verharrte allgemein in stärkster Zurückhaltung, um so mehr, als zum Wochenschluß keine Neigung zu Engagements bestand. Im Vergleich zum Frankfurter Mittagsschluß gaben die Kurse in Anpassung an Berlin weiter nach. In Farbenindustrie zeigte sich im Verlaufe erneut Abgabeneigung, so daß der Kurs bis auf 139,25 unter einigen Schwankungen absank. Auf dieser Basis zeigte sich dann etwas Aufnahmeneigung. Der Rentenmarkt stagnierte fast vollkommen sowohl für deutsche als auch für ausländische Anleihen, besonders die im Mittagsverkehr lebhaften russischen und polnischen Bahnprioritäten lagen sehr ruhig, aber behauptet. Am Kassamarkt kamen- Grün & Bilfinger nach Pause mit 210 (am 31. Oft. 200) wieder zur Notiz. U. a. notierten: Altbesitz 103,13, 6 v. H. Stahlverein 79,25, 6 v. H. Stadt Mainz von 28 86, Lissaboner Stadtanleihe von 1886 55,13, Reichsbank 145,13, Gelsenkirchen 60,50, Klöckner 74,50, Rheinstahl 90, Stahlverein 39,50, Betula 141,50, Daimler 48, Scheideanstalt 210,50, Deutsche Linoleum 59,50, Eßlinger Maschinen 61, IG. Farben 140 bis 139,75 bis 139,90 bis 139,25, Gesfürel 110,50, Holzmann 78, Metallgesellschaft 84,50, Rheay 99,50, Siemens 139, Zellstoff Waldhof 46,50, Reichsbahn-VA. 113,65, Hapag 27,50, Norddeutscher Lloyd 29,50. Sranffurfer Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 2. Nov. Das starke G e - müfeangebot hielt an, insbesondere von Es- karol, Wirsing und Weißkraut. Etwas Nachfrage bestand nach Blumenkohl, Rosenkohl und Spinat, für letzteren war der Preis etwas gebessert, im übrigen blieben sie unverändert. Es notierten: Blumenkohl 15 bis 45, Bohnen 50, Eskarol 3 bis 8, Feldsalat, groß, 20 bis 25, klein 50 bis 60, Karotten 3 bis 5, Kohlrabi, ober, 3 bis 5, Kopfsalat 3 bis 10, Pfifferlinge 50, Steinpilze 45, Rettig 4 bis 10, Römischkohl 4 bis 5, Rosenkohl 15 bis 18, Rote Rüben 3 bis 4, Rotkraut 5 bis 5%, Sellerie je nach Größe 5 bis 30, Spinat 5 bis 6, Schwarzwurzel 12 bis 16, Tomaten I 20 bis 25, II 10 bis 15, Weißkraut 2% bis 3, Wirsing 2% bis 4, Zwiebeln, Gärtner, 5% bis 6, Sachsen 6J4. Der Obstmarkt hatte sehr starke Zufuhren von Aepfeln und Birnen, die Qualitäten waren aber gut. Die Nachfrage blieb allgemein schleppend, nur beste Sorten sind besser gefragt. Die Preise lagen unverändert. Aepfel I 12 bis 15, II 8 bis 10, Wirtschaftsäpfel 6 bis 8, Goldparmänen I 12 bis 16, Boskop I 12 bis 14, Schafsnasen 6 bis 8, Birnen I 12 bis 15, II 8 bis 10, Kochbirnen 4 bis 5, Molle- dusch 12 bis 15, Bananen, Kiste, 12'/s kg, 7. — Jam. Haselnüsse 35 bis 40, Kastanien 10 bis 14, Preiselbeeren 25, Quitten 6 bis 8, Trauben 44 bis 45 holl., 25 bis 27 span., Walnüsse 28 bis 32, 35 bis 40 ital., 32 bis 35 rum., Zitronen, Kiste, 300 Stück, 10. — ital. Frankfurter Liermarkt. Frankfurt a. M., 2. Nov. Im Frankfurter Eiergroßhandel ist die Stimmung zwar ruhig, aber doch stetig. Die Nachfrage hat sich nach dem Monatswechsel leicht gebessert, so daß die nur in geringem Umfange angelieferten frischen Eier glatt geräumt wurden. Für Kühlhauseier zeigte der Verbrauch in dieser Wache weniger Interesse. Deutsche Frischeier sind nur in ganz geringen Mengen vorhanden und werden trotz der relativ hohen Preise gut gekauft, wogegen die Preise für Holländer und Dänen eher etwas billiger waren, im übrigen traten keine nennenswerte Veränderungen ein. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Frischware: Deutsche Markeneier Kl. 8 13*/2, Kl. A 13, Kl. B 12V2, Kl. C IVA?, Kl. D 10V2. Holländer Kl. S 13V2, Kl. A 13, Kl. B 12'/, bis 13, Kl. C 12'41 bis 12'/2. Dänen Kl. S 13, Kl. A 12'/2, Kl. B 12, Kl. C 11'/-. Bulgaren IIV2 bis 12. Jugoslawen und Rumänen je 11 bis 11'/,. Kühlhausware: Deutsche Markeneier Kl. S IIV2, Kl. A 11, Kl. B 10'/-, Kl. C 10, Kl. D 9*/i bis 9'/-. Frankfurter Duttermarkt. Frankfurt a. M., 2. Nov. Die Konsumnachfrage nach Butter hat sich nach dem Ultimo merklich belebt, so daß bei dem knappen Angebot an frischer deutscher Butter sich etwas Mangel fühlbar machte. Es mußte daher wieder auf Auslandsbutter zurückgegriffen werden, obwohl sich der Preis für holländische Butter etwas erhöht hat. Deutsche und dänische Butter notierten unverändert. Kühlhausbutter war sehr vernachlässigt und für sibirische Butter, die in Süddeutschland nicht gangbar ist, bestand infolge der nicht zusagenden Qualitäten kaum Interesse. Es notierten in RM. pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M.:Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130. Holländische Markenbutter 145 bis 150 (zuletzt 145 bis 148), dänische Markenbutter 145 bis 148. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 2. Nov. Es notierten (Großhandelspreise je 100 kg loko Mainz) in RM.: Weizen 21,00, Roggen 17,00, Hafer 16,70 ab Station, Braugerste 19,50 bis 20,00, Jndustriegerste 19,00, Malzkeime 15,50 bis 16,00, Weizenkleie 10,75 (Mühlenpreis), Roggenkleie 9,96 (Mühlenpreis), Weizenfuttermehl 13,65 bis 13,75, Biertreber 16,75 bis 17, Soyafchrot 13,00 (Fabrikpreis ab füdd. Fabrikstation). Tendenz: Getreide stetig, Futtermittel gefragt. Daten für Samstag, 3. November. 1500: der italienische Goldschmied und Bildhauer Cellini in Florenz geboren (gestorben 1573); — 1801: der Buchhändler Karl Baedecker in Essen geboren (gestorben 1859); — 1871: der Schriftsteller Hanns Heinz Ewers in Düsseldorf geboren. Daten für Sonntag, 4. November. 1743: (Eröffnung der Universität Erlangen; —- 1903: (Eröffnung der Akademie in Posen. Rundfunkprogramm. Sonntag, 4. November. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. Der Malerpoet. Hans Thoma zum 10. Todestag. 10.15: „Hessisches Preishüten". Schäfer aus verschiedenen deutschen Gauen im Wettbewerb. 10.30: Tennysons Enoch Arden. Ein Melodrama. 11.15: Zur Woche des deutschen Buches: Rudolf G. Binding spricht über „Buch und Schrifttum von heute und morgen". 11.30: Herr Gott, dich loben alle wir. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert I. 13: (Ein Fabrikarbeiter kommt auf den Bauernhof. Zwiegeschräch. 13.15: Kindstauf bei Schall und Platt. 14: „Wir machen die Kinderstunde wieder selber!" 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Klavierquintett op. 99 von Hans Fleischer. 18: Sankt Hubertus. Funkfvlge. 18.30: Blasmusik. 19.30: Deutsche Turn- und Gerätemeisterschaften. Ein Funkbericht. 19.50: Sportbericht. 20: Leichte Kavallerie. Operette in 2 Akten. 21.30: 3. Meisterkonzert des deutschen Rundfunks. Konzert in O-Dur für Violoncello mit Begleitung des Orchesters von Joseph Haydn. 20: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Der Zeitfunk bringt den Sportspiegel des Sonntag. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 5. November. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Die Freiwilligen. Hörspiel von den Kämpfen um Langemarck. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderstunde. 15.30: Landschaftstheater, Thingspiele. Von Prof. Dr, Arthur Kutscher. 15.45: Der Zeitfunk sendet Kurzgeschichten aus dem Leben. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. 18.15: Zur Woche des deutschen Buches: Gäste auf meinem Bücherbrett. Zwiegespräch. 18.35: Dichter am Bodensee. Josef Albicker: Bäuerliche Kurzgeschichten. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Volk und Wirtschaft an der Saar. 20.30: „Haltet fest am deutschen Buch." Reichsminister Dr. Goebbels spricht. 21.45: Volksmusik. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Balladen. 23: Tanzmusik. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. __Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an — Relchsbankdlskont 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.__ Frani'url u. Di. ■öeriii. ,vrannui. u. DL Berlin Frankwn a. DL Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TI. Schlußkurs Schluß. Abend- börfe Schluß- fure Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Schlußk. Abend- Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mistag- börfc 1. November Amtliche Notierung | Brie' 2-November Amtliche Notierung öafum 1-11. 2-11. 1-11. | 2.11. Datum 1-11. 2-11. 1.11. 1-11. Datum 1.11. 2.11. 1-11- 2-11- Geld Brie' Buenos Atre Brüssel----- Rio de Jan. Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland ... Italien..... Javan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... Berlin,; Amerikanyche Belgische Note Dänische Note Englische Note Französische 9 Holländische N Italienische N Norwegische 9 Deutsch Oeste Rumänische N Schwedische N Schweizer No Spanische Not Ungarische No 0,639 58,17 0,204 3,047 55,24 81,12 12,37 5,445 16,38 168,19 21,30 0,720 5,694 62,16 48,95 11,23 63,80 80-98 33,97 10,375 2,486 .November Rvien...... ........... n ......... n ......... oten....... oten....... )ten........ oten ...... creich, ä 100 oten....... oten....... en......... en......... en........ 0,644 58,29 0,206 3,053 55,44 81,28 12,42 5,48 16,42 168,51 21,34 0,724 5,706 62,38 49,05 11,27 64,02 81,09 34,06 10,395 2,493 Briek 2,461 58,15 55,39 12-395 16,40 168,43 21,16 62,34 63,99 81,07 34,00 16% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 16% ehein.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 16%% Doung-Anleihe von 1930 .. ^Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. IDesgl. ohne Auslos.-Rechte...... >6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ ,6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 16'4% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... « Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .... ! Deutsche Komm. Sammelabl. Am .Jelf>e «enel mit Auslos.-Rechten SS% ehem. 8% Franks. Hyp.°Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 56% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 »Yi% ehem. 4%% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriese .. »%% ehem. 4%% Rheinische HyV.-Bank-Liqu.-Goldp/e..... B% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefansialt, Pfandbriefe R. 19 8% ehem. 7% Pr. Landespfand, briefan statt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs. 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 11% Ungarische Goldrente....... il% Ungarische Staatsrente v. 1910 11%% deSgl. von 1913.......... !'•% abgest. Goldmextkaner von 99 h% Türkische Zollanleihe von 1911 f.% Türkische Bogdadbahn-Anlethe Serie 1..................... 96 95,65 104 96.25 93 93,65 101,13 93 93 94,25 94,4 94,75 102,2 29 1,3 8 7,4 8 96,13 95,4 103,13 96,25 93 93,65 100,65 93 93 94 94 94,75 102,2 29 7,9 7,5 7,5 13 8 96,4 95,5 104,13 96 93,25 101,25 93 94,9 94,75 102.2 28,75 . 1,25 8,05 7,55 13,2 96,4 103,2 96 93,25 100-75 94,13 94-75 102,2 29 1,15 7,95 7,5 13,1 4% desgl. eerie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4%%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 '21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaf'. ...............0 Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ................ 12 A.E.G............... 0 Bekula..............0 Elettr.LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft........6 Felten L Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Un, lehmuna 5 Rheinische Elektrizität ß Schuckert LCo....... 5 Siemens S Halske.......... 7 Lahmeyer L Co............. t0 Buderus ................. 0 Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener............... Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ............ q Ilse Bergbau Genüsse....... 6 Klöcknerwerke ............... 0 Mannesmann-Röhreu......... 8 4,4 6,6 4,2 34 28 29-75 79 95,25 71 73,5 75,75 145 28 143,25 102 118-25 75 111,75 99 94 140,5 120 87,4 104,5 61 106,5 119,13 75,65 76,75 8 4,4 6,6 4-15 34,4 27,5 29,5 79 95,75 70,25 73,5 75,75 145.13 28,13 141,5 101,65 117 75,25 110 5 99-5 139 120 86-9 104 60,5 106,25 144-25 119.25 74,5 75-25 6,6 4,15 33,9 28 29-65 79,25 95,5 71 73,5 75,75 145,5 28,13 143,13 102 118,25 75,5 111.4 99 94 141 120 87-13 104 61,13 106,4 77,75 144 119,25 75,9 76,9 8.3 4,15 6,95 4 34-25 27,5 29,5 79 95,75 70-25 73,5 75,75 145 27,65 141.5 101-25 117 75,25 111 100 93,5 138,5 85,5 102,75 60,5 106,5 76.65 144,5 119,25 74,5 74,9 Mansselder Bergbau......... 0 Kokswerke ..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....10 Rheinstahl .................. 0 Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farben-Jnbustrte....... 7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 0 Rütgerswerke ............... 0 Metallgesellschaft............. 0 Philipp Holzmann ........... 0 Zementwerk Heidelberg ...... ° Cementwerk Karlstadt......... 0 Schultheis Patzenhofer .... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos ............ 0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........0 Orenstein & Koppel.......... 0 Leonhard Tietz .............. 0 Chade......................10 Aecumulatoren-Fabrik........0 .......................... 0 Grttzner.................... 0 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8 78,25 48 219 91 40,5 12,5 111,65 111 154 141,75 210,5 93,25 38,9 78 113,25 133 60,9 134,5 47,75 65,75 49-25 60 33 213 163,25 132 29,75 84,13 186 I? 47 219 90 39,5 12,5 114 111 154 139,75 210,5 90,5 38,9 84,5 iS 133 60,5 134 46,5 64,25 48 59,5 32,4 212,5 163,5 132-25 291 84 78,25 96 47,75 220 91,25 40,65 12,75 111,25 111,75 154,4 142 92,75 98 84,5 78,25 110,13 61,25 135 47,75 65,13 120,65 49,25 60 90,5 32,5 213 163,5 132 29,75 78 94,75 47,25 217 89,5 40-25 12,5 114 111,75 154,13 139,75 90,5 97,13 84,5 78,75 110-13 60 135 46.65 64,5 119,5 48,25 60 89,75 31,9 213 164,75 132.5 29,75 18a> 58,29 0,206 3,053 55,36 81,28 12,40 5,455 16,42 168,53 21,34 0,722 5,706 62,28 49,05 11,25 63,92 81,14 34,03 10,395 2,490 Bankno Schilling en. 58,17 0,204 3,047 55,32 81,12 12,39 5,47 16,38 168,17 21,30 0,722 5,694 62,26 48,95 11,25 63,90 80,93 34,00 10,375 2,489 Geld 2,441 57,91 55,17 12,355 16,34 167,75 21,08 62,10 63,73 80,75 33,86 " ■Äl “*?v 'T-i <<<< f"|| 1/ /fist die M Gdsküche 1 W r f r LnunterbrochenerDauerbrand während des Winters, bei nur 24stündiger Beschickung. 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