m. Jahrgang Gießener Anzeiger ”»™'®ilLS,.8latt—IM- Jaurgang Mittwoch,;. Moberg Sonntags und feiertags jflRw M »nnahmr VON «Kjetget» Btilagtn: -Die 3Uu[triert< ■ . . . ▼ _ für die Mittagsnummer Ei-dener Familienblätter 1 WA # XA A4. A AA A AA HW W AA ,-A, jA _A A AA bis 8-/,Uhrd-s Vormittag- WZ MUNr Ammer Zs von^ einzelnmI^Nummem I f Ich«-Satz 25-, mehr infolge höherer Gewalt Ermäßigte Grundpreise: «« General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: * • ft gen, Bäder-, Unterrichts- u. jsranisurt am Main 1188« vruck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätrvuch- UN» Steindruckerei R. ränge in «ießen. Schriftleitung und «eschSft-fttlle: Schulftrohe 7 MengenabschHe s"aM 8 Rumäniens neue Regierung. Für Titutesku wird der Platz des Außenministers noch freigehalten. — Wird Rumänien sich aus dem pariser Schlepptau lösen? Bukarest, 2.0tl. (BJtB.) Die Regierungskriie " oerMtni5tnaßig sehr schnell beendet worden. Die neue Hlimfferliffe weist in den wichtigsten Ressorts folgende Besetzungen auf: Ministerpräsident, vorläufiger Außenminister und Rüstungsminister: Xalarescu; Inneres: Inculet; Heer: General A n g e l e s c u; Industrie und handel: 2Uano- lescu S Irunga; Justiz: Bidor Mntonescu; Finanz: S l a v e s c u. Die Alinisterliste weist also nicht jene großen Aenderungen auf, die man ursprünglich erwartet hatte. Offensichtlich Hal Tilulescu radikale Aenderungen gegenüber dem alten Kabinett verhindert. Tatarescu, der keinen Zweifrontenkrieg, gegen die ältere Gruppe der Liberalen Partei und gegen Titulescu, führen konnte, hat sich daher mit einer teilweisen Umbildung seines Kabinetts begnügen müssen. Der König hat die Rlinisterliste genehmigt. Hebet die Haltung Titu- lescus erklärte Tatarescu, Titulescu habe im Laufe eines Ferngesprächs grundsätzlich das A u ß e n m i n i st e r i u m wieder angenommen. Titulescus Freunde versichern dagegen, daß Titulescu sich nach wie vor weigere, dem Kabinett beizutreten. Die aktivsten Mitglieder der Iungliberalen wurden mit Hnterstaatssekretariaten betraut. * Die Prophezeiung Bukarester Politiker, daß sich das rumänische Kabinett Tatarescu in seiner bisherigen Zusammensetzung nur bis zum Herbst werde halten können, ist durch den Gang der Ereignisse schneller bestätigt worden, als man es in gewissen europäischen Hauptstädten wünschen mochte. Die Sicherheit der schon vor einigen Monaten gemachten Voraussage aber ist ein Beweis dafür, daß die lebten Ereignisse im Donauraum nicht auf Willkür oder Zufall, sondern auf den Gesetzen einer zwangsläufigen Entwicklung beruhen. Die rumänische Regierungskrise drückt die Veränderungen im sudosteuropäischen Kräftefeld sowohl in ihren innerpolitischen wie in ihren außenpolitischen Voraussetzungen aus. Der rumänische Staat ruht auf zwei Polen, auf der Krone und auf dem Parlament. Eingerichtet nach dem Vorbilde der westlichen Demokratien, aber ohne deren historischen Bindungen und Grundlagen, wurde der unter der Willkürherrschaft der sich gegenseitig ablösenden Parteiencliquen leidende Staat bald zu einem Zerrbild der Demokratie. Es ist das Verdienst der K r o n e , daß sie unter der Erscheinungen Flucht der einzig ruhende Pol blieb. Der Massenverbrauch an Kabinetten und Ministern, den Rumänien wie kein zweites Land erlebt, hat, ist ein Zeichen für die Schwäche des liberalisti'sch-parla- mentarischen Systems, aber auch für das stete Bemühen des Königs, unter Abwendung von überlebten, unfruchtbaren Regierungsformen allmählich eine festere Zentralgewalt in seiner Hand zu vereinigen. Der Plan, eine Militär- kGitfektioK/ | M.23l Zweites Blatt Mittwoch, Z. Oktober |95< Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus -em Reiche der Frau. Stadtfrau und Bäuerin auf dem Markt. Von Elli Heese. Es ist eine Binsenweisheit, daß die kleinen Geschehnisse des Alltags uns oft den Schlüssel für große, geschichtlich - bedeutsame Entwicklungen und Wandlungen geben. — Es ist gut, sich von Zeit zu Zeit dieser Binsenweisheit zu entsinnen, gerade für die Frauen, weil ihr Verhalten stets stärker von persönlichen Erwägungen bestimmt wird als von dem Bewußtsein, daß das eigene Schicksal zugleich Volksschicksal ist. Und doch erfährt gerade die Hausfrau täglich, daß das Leben der Familie und des Einzelnen im Rhythmus des Lebens der Volksgemeinschaft schwingt. Aber verstehen die Frauen auch, daß der Rhythmus der Gegenwart von einem Gleichklang getragen wird, der die Lösung mancher Mißklänge der Vergangenheit bringt? Es scheint fast, daß vielen dies noch verborgen ist, weil die neue Melodie etwas ernst und schwer klingt. Dccher> ist es wohl notwendig, ein paar Worte darüber zu sagen. Seit der Weltkrieg die Haushaltsführung und Bedarfsdeckung in Deutschland vor bis dahin unbekannte Schwierigkeiten stellte, haben sich die Hausfrauen in Stadt und Land redlich bemüht, auf die Lebensnotwendigkeiten der deutschen Wirtschaft Rücksicht zu nehmen. Wir wissen wohl, daß es in all diesen Jahren auch verantwortungslose und recht törichte Hausfrauen gegeben hat, aber von ihnen soll hier nicht die Rede sein. Nur war es seltsam: die Stadtfrau hatte den besten Willen, die Erzeugnisse der deutschen Scholle zu bevorzugen, die Landfrau mühte sich redlich, beste deutsche Ware zu Markt zu bringen — und doch brachte beider Bemühungen weder Gewinn für den deutschen Markt, noch führte es das ersehnte Verständnis zwischen Erzeuger und Verbraucher herbei. Wer entsinnt sich nicht noch der Kämpfe um den Eiermarkt, der ein besonders drastisches Beispiel gibt. Weder die Stempelung und Kenntlichmachung des deutschen Eies brachte der deutschen Ware den Sieg, noch alle staatlichen Hilfen für den Erzeuger die vom Verbraucher gewünschte Verbilligung. Und wir alle kennen noch ähnliche Erscheinungen auf dem Obst- und Gemüsemarkt. Es stimmte etwas nicht, wenn das unter günstigeren Bedingungen erzeugende Ausland den Verbraucher über die Erntezeiten seiner deutschen Scholle täuschen konnte, und warum konnten Bedarf und Erzeugung im eigenen Lande einander nie richtig begegnen? Es klingt so einfach, daß sich die Erzeugung nach dem Bedarf zu richten habe, und daß nicht jeder für sich mit seiner Ware auf den Markt kommen dürfe, wann es ihm gerade paßt, auch nicht willkürlich den Preis bestimmen dürfe, — aber wer hätte vor dem 30. Januar 1933 wohl die Folgerung aus dieser einfachen Erkenntnis gezogen? Heut haben wir den geregelten M a r k t, und nun müssen die Hausfrauen in Stadt und Land beweisen, daß sie den Sinn der neuen Marktregelung verstehen. Noch kommt es wohl vor, daß eine Bäuerin nicht damit zufrieden ist, daß sie nicht mehr wie früher ihre Ware unkontrolliert, wann und wie es ihr gerade paßt, handeln kann, oder daß die Stadtfrau glaubt, der Festpreis bringe dem Verbraucher Nachteile. Die städtische Hausfrau führt als Beispiel meist die Verteuerung der Fette an. Es ist ihr oft gar nicht bekannt, daß ein einziger Walfisch so viel Fett liefert, wie 300 Bauernhöfe m einem Jahr erarbeiten. Sonst würde sie einsehen, daß die hemmungslose Einfuhr von Walfischtran in wenigen Jahren das deutsche Bauerntum restlos zerstört hätte und damit auch Handwerk, Gewerbe und Industrie. Die Bäuerin wieder kann überzeugt sein, daß die Verteilung der Waren über die Zentralstellen und die Eindämmung des stark aufgeblähten Zwischenhandels auch die Zwischen- spanne im Preis zu ihren Gunsten verkleinert. Die Durchgliederung der Milchwirtschaft z. B. in Wirtschafts- und Versorgungsverbände, die Einrichtung einer Ausgleichskasse, die für einen gerechten Preis sorgt, kann allein verhindern, daß der Erzeuger etwa wie früher 5 bis 6 Pfennig für den Liter Milch bekommt und der Verbraucher 25 Pfennig dafür zahlen muß. Bei der Festsetzung des Milchpreises ist auch dafür gesorgt, daß dem der Stadt nahewohnenden Erzeuger die Arbeit höher entlohnt wird als dem Bauern, der weiter von der Stadt wohnt, — im nationalsozialistischen Staat sollen gleiche Arbeitsbedingungen und nicht Zufallsvorteile gelten. Der Fleifchmarkt bietet ein gutes Beispiel dafür, daß nur noch die Mengen über die Grenze kommen, die der Eigenerzeugung zur Deckung des Bedarfs ^Entscheidend ist auch, daß mit den Nachbarländern keine starren Verträge abgeschloffen werden, sondern daß sich auch hier die zugelayenen Einfuhrmengen stets nach dem Bedarf richten. Die Neuregelung des Marktes unterwirft also Stadt- und Landfrau dem gleichen Gesetz daß nämlich Sonderwünsche und -forderungen sich dem Wohle der Allgemeinheit unterzuordnen haben. Die Forderung galt wohl auch früher, aber man wußte den Weg nicht zu if)r. führt Gesunde Frauen durch Leibesübungen Von Ilse Warnick. Unser Weg ist schwer, aber schön. Er uns über Höhen und Tiefen zum Urquell des Lebens. Und Leben ist Bewegung: Bewegung des Geistes und Leibes. Gerade wir Frauen wollen an diesem Letzten nicht achtlos vorübergehen, denn unser seelisches Leben ist ganz besonders stark tritt unserem „Leibesleben" verbunden. Durch wieviel innere Kämpfe müssen wir gehen, von denen die Männer kaum etwas ahnen, und wieviel unend- r.fUp Kraft brauchen wir dazu, heute mehr denn i * Der in den Nachkriegsjahren so verschüttete rainuhe an unsere innerste Berufung und unsere blonderen Aufgaben als Frau ist im neuen Deutschland wieder lebendig, stark und fest gewor- * nicht nur in den Männern, sondern vor allem ben:.nA 4/auen selbst. Wir wissen, daß in unseren Händen und in unserem Herzen.die Zukunft Deutsch- lands geformt wird. Und wir wissen darüber hinaus, daß wir stark und rein an Leib und Seele ein müssen, um diese Aufgaben ganz erfüllen zu können. Einen Weg zum reinen und starken Frauentum ührt uns die L e i b e s ü b u n g. Unser Körper ist uns nicht nur geschenkt zu den reinen Mußbewegungen des Lebens. Er ist uns geschenkt zur Freude für uns und andere. Die Arbeit am Körper ist eine heilige Pflicht und sollte als solche von uns allen erkannt werden. Sie ist die Voraussetzung für die Arbeit, die wir an Leib und Seele unserer Kinder leisten müssen. Ist doch der Körper die schützende Hülle unserer Seele —, ein Heiliges, durch das der Weg zum Allerheiligsten führt. Wenn wir bedenken, wieviel gerade uns Frauen durch die Leibesübungen geschenkt worden ist, so können wir nicht dankbar genug dafür sein, und diese Dankbarkeit beweisen wir am besten dadurch, daß wir alle die, welche noch abseits stehen, für fie zu gewinnen suchen. Leibesübungen treiben heißt, seinen ganzen Körper in den Dienst einer natürlichen, freien und doch wieder formgebundenen Bewegung stellen. Dabei kann jeder mittun, denn das Gebiet'der Leibesübungen ist so unendlich vielseitig, daß für jeden etwas übrig bleibt. Die einen lieben mehr das Geräteturnen, andere die volkstümlichen Uebungen wie Lauf, Sprung und Wurf im Freien, wieder andere mehr das Schwimmen, und nicht zuletzt wir alle die Gymnastik. Diese ist für uns Frauen das Gebiet, das uns fast ausschließlich allein gehört. Man wird es immer als eine tiefe Köstlichkeit empfinden, feinen Körper im Freien zu bewegen, nach bestimmtem Rhythmus zu schwingen, wenn der rauschende Wind die Musik dazu macht. Immer mehr vergessen wir dabei uns selbst, alle Hemmungen, alles Verkrampfte, in das uns das Leben nur allzu oft hineinpreßt, fällt von uns ab, Leib und Seele gehören wieder zusammen als eine Einheit. Leider haben wir es nicht immer so gut, auf grünem Rasen, in Freiluft, Licht und Sonne unsere Gymnastik zu betreiben. Dann heißt es eben in die Turnhalle ziehen, in gut gelüftete Räume. Nach Musik darf sich jetzt unser Körper bewegen. Musik ist etwas, das uns Frauen im Blut liegt. Von der anfänglichen Befangenheit und Ungeschicklichkeit werden wir ganz allmählich hinübergeführt zu einer freieren, leichteren und flüssigeren Bewegung. Alle Muskelgruppen werden beansprucht, gleichmäßig durchgebildet, und alle Schwere und Müdigkeit ist aus unseren Gliedern wie fortgeweht. Ein tiefer Quell der Freude sind die Leibesübungen, Kraft gebend und inneren Schwung für die alltägliche Arbeit. Aus der Freude heraus wollen wir schaffen im Haushalt, in der Familie, im Beruf, wohin uns das Leben stellt, immer Frau bleibend, mütterliche Frau voller Verantwortungsgefühl, wissend, daß nur ein starkes, reines und gesundes Frauentum unserem Volke dienen kann. PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS H I I * DEN | MANGEL I ii Was sollen wir tragen — zum Herbst? welche Formen und welche Stoffe? — Fürs Haus, für die Straße und für die Geselligkeit? — Zunächst die Formen: Für sportliche und Laufzwecke wird sich vor allem die dreiviertellange Jacke noch weiterer Gunst erfreuen, schon deshalb, weil sie wirklich praktisch ist und leicht aus einem zu kurz gewordenen Mantel der letzten Jahre gearbeitet werden kann. — Nur hat sich ihr Gesicht seit dem Sommer insofern verändert, als sie jetzt nicht mehr weit fällt, sondern die Figur betonend meist mit breitem Ledergürtel getragen wird. — Während der siebenachtellange Mantel sehr weit geschnitten sein kann, gern mit großem Kragen getragen und mit großen Holzknöpfen geschlossen wird. Bei ihm besonders sieht man noch immer den Raglanärmel, nur im Schnitt jeweilig stark abgewandelt. — Auch der Uebergangs- mantel und das Jackenkleid zeigen den breiten Ledergürtel, den großen Kragen und die großen Holzknöpfe. Oder zum Schließen die neuartigen Lederriegel. — Neu für die Jackenkleider werden die mannigfachen Lederbesätze sein, aber auch die Pelzkrawatte ist nicht etwa verschwunden! — Die Röcke, einerlei ob vom Kleid ober einzeln, werden seitlich geschlitzt, gewickelt oder mit nur einer Falte geschneidert getragen. — Die Weste für sportliche Zwecke ist aus Samt Leder, Affenhaut oder sogar Pelz, meist ohnerkermel, stark abweichend in der Farbe von Kleid oder Rock. Das lange Cape, vielfach ebenfalls siebenachtellang, läßt die Vorderseite fast ganz frei, ist in der Hauptsache Ergänzung für das Jackenkleid, das sportliche Kleid aber auch für den einzelnen Rock gedacht! — Zu letzterem sehr hübsch mit färb-, lich abstechender Weste! — Das Cape ist immer aus dem gleichen Stoff wie der zu vervollkommnende Anzug gefertigt. Für den Vormittag wird immer noch das einfach geschnittene, oft sportliche Kleid, vielfach mit dreiviertellangen Aermeln bevorzugt sein. Reich ist dann der Ausputz, Leder in jeder Gestalt, Monogramme. Piquö, große Holzknöpfe und Schließen. Am Nachmittag herrscht die st a r k weibliche Note vor, es wird plissiert, drapiert, geschlungen und gebunden. Der Rock zeigt auch hier die lange, betont enge Linie. Ebenso kommt abends dann in der Hauptsache die streckende, stark modellierende Form zur Geltung, wobei die Weite des Rockes ganz nach unten verlagert, oft nur durch einen Volant angedeutet ist. Oft find die Kleider auch nur seitlich geschlitzt, sie verzichten dann ganz auf glockige Weite! — Da aber auch neben den schweren, fließenden Geweben viel Taft, besonders brochier- ter getragen wird, behauptet sich die von der Hüfte ab'stark an Weite zunehmende Form auch weiterhin, vor allem für besonders jugendliche Figuren. Die S t o f f e werden für M ä n t e l und Jackenkleider unfertig in sich gemustert, stichelhaarig, geschoren oder stark plastisch gewebt sein. — Ebenso die dünneren für die einfachen Kleider. Für nachmittags kommen dann schwer fallender Seidenkrepp, Kravattenseide, eine Art Matelasse oder der kleidsame Samt in Frage. Samt überhaupt in jeder Art, besonders auch für abends, dann als gemusterter, oft mit Metall durchwebter oder schillernder Velourstransparent und als ein neuartiger stumpfer Seibenfamt. Für abends auch der oben schon erwähnte, in Form von Streifen, winzigen Blüten oder Karos b r o ch i e r t e Taft. h- MiigeMschefürdasKleinkmd Beim Wäscheeinkauf sind verschiedene Gesichtspunkte zu beachten. Gewiß möchte jede junge Mutter das Schönste für ihr zu erwartendes Kindlein besorgen. Doch Kinderwäsche ist immer hübsch, und es kommt mehr auf die Zweckmäßigkeit an, denn auf Ausstattung. Das Kind unserer Zeit trägt nur weiße Wäsche. Bakterien und Bazillen werden durch das Kochen vernichtet, das Kind bekommt die keimfreie Wäsche, die es zur Gesunderhaltung benötigt. Aus feinstem Leinen-Batist ist das E r st l i n g s h e m d ch e n her- gestellt. Es wird am Halse auf dem Rücken mit einem zarten Band geschlossen, weil dadurch jeder Druck auf die empfindliche Haut des Kindes vermieden wird. Knöpfe werden an den Erstlingshemdchen des Kindes nicht mehr gesehen. Neuerdings werden Hemdchen mit kurzen oder halblangen Aermeln gewählt, weil diese das Anziehen des Kindes erleichtern. Das Kind im ersten Lebensalter soll dem Wärmeverlust möglichst wenig ausgesetzt sein, und wenn die moderne Mutter ihr Baby auch nicht mehr in dicke Decken einhüllt und ängstlich vor jeder Luftzufuhr hütet, wird sie auf das schützende Jäckchen doch nicht verzichten. Diese Jäckchen sind engmaschig gearbeitet, umschließen den Körper des Kindes, ohne ihn einzuengen ober zu behindern. Die Aermel sind lang und durch eine kleine Manschette am Handgelenk anliegend, doch immer so, daß sie von dem Kinde nicht als lästiger Druck empfunden wird. Durch die Querstellung der Maschen an dieser Stelle ist die Manschette fester und hält den Puls des Kindes genügend warm. Das Lätzchen entspricht der Serviette, es wird demzufolge nur dann umgelegt, wenn die Notwendigkeit dafür vorhanden ist, also beim Trinken der Flasche und für die Zeit der kindlichen Aeußerungen des Wohlbefindens — jede Mutter kennt das. Das Windelhöschen hat das einschnürende Wickeltuch ersetzt: es umschließt den kindlichen Körper, läßt Erkältungsgefahren fast verschwinden und hält bie; barunter befinblichen Winbeln zusammen. Es hat zubem ben Vorteil, baß die Unterlagen im Bettchen unb im Wagen nicht fortgesetzt gewechselt werben müssen. Das Höschen aus einem imprägnierten Stoff ist porös, so baß es bie Transpiration gestattet unb bennoch bie Feuchtigkeit nicht burchläßt. Zur Ausstattung gehören einige Paar Winbelhös- chen. Dafür kann bie Mutter bie Ausgabe für bas „Tragekissen" oermeiben, jenes unförmige, unhanb- liche unb bas Kinb einengenbe Bettzeug, bas einer be= fonberen Ausstattung beburfte. Die Mutter hat meistens bie Art bes Haltens, Stützens unb Tragens ihres Kinbes gelernt. Das Kinb ruht vielfach sich selbst überlassen — natürlich unter Aussicht ber Mutter —auf feinem Lager. Es wird roeber gewiegt, noch wird es häufig herumgetragen. Damit es sich beim Strampeln nicht erkältet, bekommt es die weichen Säuglingsstrümpfe an und als letzte Ergänzung die großmaschig gehäkelten Babyschuhe. So ist auch bei kühlerer Temperatur der Kopf- und Ohrenschutz in Form eines zweckentsprechenden Mützchens notwendig. Es gibt in allen Größen und in den verschiedenartigen Ausführungen allerliebste kleine Kindermützchen, wärmend, kleidsam, die Ohren bedeckend, so daß sie sich vollkommen in den Dienst des Kindes stellen. Schü. Vorratswirtschaft im Haushalt. Vom reichen Segen des Herbstobstes darf nichts umkommen! Strichweise gibt es eine überreiche Herbstbirnenernte! Diese verderben rasch, wenn es cm Absatz mangelt. Vor allem sollten bie Hausfrauen jener Gegenden mit reichen Birnenernten diese, recht reif gepflückt, zu „Birnenhonig" verwerten. „Birnenhonig" nennt bie sparsame Bäuerin vom Vogelsberg ein dickes Latwerge von Süßbirnen, die teils geschält, teils überreif gekeltert werden. Da kommt die Jugend aus dem Dorfe auf dem Hofe zusammen, der gerade beim Honigkuchen ist. Die Mädchen und Frauen schälen bie Birnen, bie Männer richten bie Kelter her, um ben Saft der Birnen, ber den Zucker ersetzt, gewinnen zu können. Ist so ein Zentner Birnen verarbeitet und etwa ebensoviel geschält, bann wird die halbe Nacht gerührt im kupfernen Waschkefsel. Dazwischen gibt es einen guten Kaffee, Schnaps für bie Männer unb für alle guten Zwetschenkuchen. Graut bann ber Morgen, kann die Bäuerin gewichtige Steinguttöpfe mit dem schwer vom Löffel fallenden, braunen Birnenhonig beim Bäcker im Buckofen ober im Gemeindebackhaus nachtrocknen. Mit Bienenhonig hat ber Birnenhonig nichts zu tun. Aber er ist süß wie Honig unb wird als Brotaufstrich das ganze Jahr hindurch ebenso gern verspeist wie die dicke Fruchttunke zu Mehlklößen ober die warme Obstsuppe mit Klößen am naßkalten Herbstabenb. So hilft man sich seit uralten Zeiten in den kleinen Dörfern im hohen Vogelsberg in wahrer Dorfgemeinschaft. Mancher könnte davon lernen, und wo Neusiedler eng zusammensitzen ober eine Stabtranbsieblung mit reichern Obstsegen beglückt ist, könnte man ebenso handeln unb sich gegenseitig bie Hilfskräfte zur Verfügung stellen, wenn im Großen eingekocht werben soll. Wenn Ende September bie Zwetschen schon etwas überreif sind, können sie ohne Zucker zu dickem Mus int Wascykessel gekocht werden, besonders wenn ein Zusatz gekelterten Saftes überreifer Süßbirnen sie verbessert. Auch der Saft der reifen schwarzen Hollunder zu */» der Gesamtmasse gegeben, ist gut, da er bie Säure ber Zwetschen binbet. Ob man die Zwetschen zuerst mit Kernen gar kocht und bann burch ein Sieb mit erbsengroßen Löchern streicht, oder sie zuerst entfernt und bann kocht, ist gleichgültig, nur müßte man im letzten Falle einen Leine nbeutel, mit Kernen gefüllt, mitkochen, ba diese ben schonen Geschmack geben; ober man nimmt bie Wallnüsse, wie sie vorn Baurn kommen mit ber grünschwarzen Schale über der holzigen, die wiederum dem Mus etwas Herbheit geben und Zimt ober Nelken überflüssig machen. Solches Fruchtlatwerge, bas mir lange als veraltet ansahen, hilft uns, im Winter ben Küchenzettel zu bereichern. Zur Regelung ber Verdauung ist besonders Zwetschenlatwerge zum Frühstück genossen, gesund. Der Birnenhonig ist bei Kindern außerordentlich beliebt. Darum sollte jede Hausfrau nicht nur Marmeladen, sondern auch Fruchtlatwerge einkochen, damit sie in jeder Jahreszeit genügend Obst- oorrat in ihrem Haushalt hat. Therese Wagner. Kür vier Guide« Aus der Geschichte des „Das Tagebuch der Zeit" ist die Zeitung mit Recht genannt worden, und wer könnte ein solches Tagebuch entbehren, da das Leben des Einzelnen mit der Zeitgeschichte so eng verbunden istl So ist es nicht verwunderlich, daß fast jede deutsche Familie eine Tageszeitung hält, die ihr täglich ins Haus gebracht wird und die ihr sowohl in kultureller, als aud) in wirtschaftlicher Beziehung ein unentbehrlicher Berater und Freund geworden ist. Das Abonnieren von Zeitungen ist in anderen Ländern durchaus nicht so verbreitet wie bei uns. nur iyi Gebiet deutscher Zunge bildet es die herrschende Form des Vertriebs der Zeitungen, während sonst der Einzelverkauf vorherrscht. Das Wort „Abonnement", ursprünglich italienisch „abbonamento“, d. h. Vergütung, findet sich zwar in der deutschen Sprache nicht vor dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Sache freilich war schon sehr viel eher ba; als die ersten Zeitungen aufkamen, die aus geschriebenen Briefen und Briefbeilagen bestanden und bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgt werden können, da erhielt dieser Nachrichtendienst bald eine gewerbliche Form, und es bildeten sich einzelne Sammelpunkte für Nachrichten aus ganzen Ländergebieten, an denen die Nachrichtenvermittler saßen, die zu ihren Auftraggebern in einem festen Vertragsverhältnis standen und für die Uebermittlung der Neuigkeiten eine Jahresbesoldung empfingen. Die Zahlung erfolgte in Stücklohn: so lieferte der „Zeitungsschreiber" Jeremias C r a s s e r in Augsburg im Sommer 1588 dem Grafen Philipp Eduard Fugger 611/» Bogen Neuigkeiten aus aller Herren Länder und erhielt dafür 4 Gulden 6 Kreuzer, von anderen „Abonnenten" ober mehr. Auch als 1610 Kaiser Ferdinand II. dem Buchhändler Johann Theobald Schönwetter in Frankfurt a. M. ein Zeitungsprivileg erteilte, erbot sich dieser, seine „Wöchentliche Avis und neue Zeitungen" — „das Buch für 40 Kreuzer" — zu liefern. Zur Weiterbeförderung ihrer Nachrichten wurden die Posteinrichtungen benutzt, bei denen selbst auf den Hauptrouten der Verkehr damals nur wöchentlich erfolgte. Der Postmeister in den Hauptorten wurde allmählich zu einer Art Redakteur des Nachrichtenblattes, stellte die eingehenden Berichte zu Sammelzeitungen zusammen und bediente mit diesen gegen ein Jahrgeld seine Kunden. Nicht immer aber wurde bar Geld gezahlt. Oft wurden Zeitungsleute, „damit sie bei gutem Willen erhalten werden, mit etlichen geschaw Pfennigen Schaumünzen), Büchern und anderen dergleichen achen verehret." Die Posthäuser wurden zur „Avi- enzeit" (bei Ankunft der Posten) von den „Aus- orschern" belagert: „so traget auch solch eine geheime Communikation dem Zeitunger oft einen guten Wiltpretbraten in die Küche." Die Ansätze zum Abonnement waren also schon bei den geschriebenen Zeitungen vorhanden, denn die Nachrichtenschreiber erhielten einen jährlichen Lohn für ihre Mitteilungen, und der Postmeister stellte gegen ein Jahrgeld die Zeitungen zu. Da die gedruckten Zeitungen, die Anfang des 17. Jahrhunderts zuerst aufkamen und sich in der zweiten Hälfte bereits stark vermehrt hatten, die Einrichtungen von den geschriebenen übernahmen, so wurde auch das Abonnement beibehalten. Die größere Zahl der Kunden konnte nicht von einer Schreibstube aus bedient werden, und so griff man immer häufiger zum Druck der Neuigkeiten, eine Vervielfältigung, die sich als billiger yerausstellte. Auch jetzt blieb das wöchentliche Erscheinen die Regel und die Verbindung mit der Post bestehen, so daß sich sogar gedruckte Wochenzeitungen häufig als „Postzeitung", „Postbote", „Postreiter", „Zeitungspost" usw. bezeichneten. Aus einer Nachricht von 1618 erfahren wir, daß diese gedruckte Zeitung von dem Abnehmer bis zur nächsten Messe bezahlt war. Die Messe war damals für die städtische Bevölkerung allgemeiner Zahlungstermin. Daß das Jahresabonnement als eine stillschweigende und selbstverständliche Vereinbarung bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts üblich war, zeigt am deutlichsten i Neuigkeiten... Zeitungsabonnements. die durchlaufende Paginierung der Zeitungen, sowie die Lieferung eines Titelblattes und alphabetischen Inhaltsverzeichnisses. Man setzte voraus, daß die Bezieher die Zeitung sammelten und den Jahrgang binden ließen, um ihn auch fernerhin als historisches Lesebuch zu benutzen. Diesem Umstände ist es vor allem zu verdanken, daß uns ganze Jahrgänge von alten Zeitungen erhalten sind. Wenn in den Zeitungen des 17. und 18. Jahrhunderts Abonnementspreise nicht angegeben werden, so erklärt sich das daraus, daß diese Preise individuell verscyieden waren. Das Verhältnis der Zei- tung zu ihrem Kunden war ein g a n z p e r s önli - ches, und sie schloß mit jedem ein besonderes lieber» einkommen, mit dem beide Teile zufrieden waren. Aus Breslau beklagt sich ein Zeitungsdrucker, daß die Leute im Bezahlen des Zeitungsgeldes säumig seien, daß sie die Summe herabzudrücken suchten. Halbjährliche Vorausbezahlung wurde auch gefordert, aber die wenigsten Abonnenten hielten sich daran, und man mußte froh fein, wenn die Vierteliahrs- raten nachträglich ein liefen. Deshalb sind die Klagen über schlechte Zahler und Mahnungen sehr häufig. „Da man sich nicht mehr mit dergleichen Neues für bei — „Heimatland" und „Köpfe und Trachten": Unter diesem Titel hat der Verlag Fr. Lometsch in Kassel eine Sammlung von je 37 | Aufnahmen aus Hessen und Waldeck herausgebracht, die einen vielversprechenden Anfang für weitere Hcfte bildet. — (335) — Das Heft „Heimatland" bringt sehr gut gesehene und vortrefflich wieder- gegebene Bilder aus Hessen, vom sächsischen Hessengau bis nach Wilhelmsbad bei Hanau und Frankfurt; Bilder von unseren schönen Bauerndörfern und kleinen wie größeren Städten (z. B. Fritzlar, Alt- Hersfeld, um nur einige zu nennen), Burgen und Schlösser, Bäume, Wasser und stimmungsvolle Landschaften überhaupt. — Das zweite Bändchen mit Text von Dr. Helm, dem trefflichen Kenner der deutschen Volkstrachten, der ja als alter Marburger mitten im reichsten Trachtengebiet ausgewachsen ist, bringt eine zwar nicht erschöpfende — dazu ist der Stoff zu groß — aber eine reichliche Auswahl der meisten noch lebendigen Trachten unserer Heimat, aus der Marburger Gegend und der Schwalm, wie auch aus dem Hüttenberg südlich von Gießen, und dem Schützer Land. Welche Rassenkövfe sind da abgebildet! Man erkennt wieder, welcher kräftige, derbfeste Menschenschlag unser Land bevölkert. Gute Bekannte grüßen: Die beiden Alten, seinerzeit noch von Ubbelohde ausgenommen, und sollte nicht der Mann aus der Schwalm derjenige sein, der unserem leider auch schon verewigten T h i e l m a n n zu dem Titelblatt der „Hessenkunst 1926" gesessen hat? Auch diese Bilder verraten hohes technisches Können. Ganz hervorragend sind die beiden Innenaufnahmen (Gegenlicht!) der Großmutter am Spinnrad und des alten Handwebers aus La Udenhausen. — Der Preis von 1,20 Mark ist mäßia zu nennen. Karl v. Baumbacn. — Die Verstädterung. Ihre Gefahren für Völk und Staat vom Standpunkte der Lebensforschung und der Gesellschaftswissenschaft. Von Prof. Dr. H. F. K. G ü n t h e r. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1934. — (270) — Das neueste Werk des berühmten Jenaer Rastenforschers behandelt eine der wichtigsten Lebensfragen unserer Zeit: Was ist das Schicksal eines Volkes, das der Verstädterung unterliegt, und wie kann es deren Folgen überwinden? Günther zeigt, wie die erblich hervorragenden, leistungsfähigen Familien, die vom Land in die Stadt ziehen, fast sämtlich dem schlimmsten Laster der Zivilisation, der Geburtenbeschränkung verfallen und in wenigen Generationen aussterben. Der Weg aus dieser unheilvollen Krise führt zurück aufs Land: Entstädterung tut not! alten Resten chagrieren kann", heißt es z. B. in der Hallischen Zeitung von August 1763, „so werden selbige Interessenten hiermit nod)malen und allen Ernstes erinnert, ihre alten Reste binnen 14 Tagen abzutun, damit man sich nicht genötigt sieht, unangenehme Mittel zu deren Beitreibung zu gebrauchen." Aus jener Zeit sind einige Abonnementspreise bekannt. Die seit 1757 herausgegebenen „Schwerinschen Zeitungen von den merkwürdigsten Staatsgeschichten" kosteten jährlich einen Taler, vierteljährlich 12 Schillinge, die einzelne Nummer 1 Schilling. Die seit 1769 erscheinenden „Göthischen gemeinnützigen Anzeigen und Nachrichten" kosteten 6 Groschen für den halben, 9 für den ganzen Bogen im Vierteljahr, die einzelne Nummer 1 Groschen. Erhöhungen der Abonnementspreise waren nur bei der (Erneuerung von Privilegien unter gleichzeitiger Erhöhung der „Pachtsumme" durchzudrücken. So mußte die „Vossische Zeitung" auf die landesherrliche Genehmigung zur Erhöhung ihres Bezugsgeldes, „weil das Papier seit 1813 um 40 v. H. teuerer geworden mar", jahrelang warten. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts setzte man die Vorausbezahlung des Abonnements durch, indem man bei vorheriger Bezahlung einen niedrigeren Preis gemährte. Um diese Zeit bürgerte sich das halbjährige Abonnement mehr und mehr ein, das bann im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts durch ein vierteljähriges abgelöst mürbe und jetzt fast allgemein in ein monatliches übergegangen ist. C. K. t Büchertisch. Aber nicht allein Siedlung, Rassenpfleae der erblich Hochwertigen und all die großzügigen bevölkerungspolitischen Maßnahmen des neuen Staates genügen, um dem biologischen Verfall zu steuern, erforderlich ist auch eine (Erneuerung der Gesinnung durch jene aristokratische Hyltung der Persönlichkeit, die unser Führer Adolf Hitler so oft betont hat. — In dem Verlage Bernard & Graefe, Berlin SW 68, erschien der erste umfassende Leitfaden für den Arbeitsdienst. Herausgegeben von Bodo Graefe. 328 Seiten, über 100 Abbildungen. — (309) — Das Buch mill das große Aufbau- merk, welches feit dem Frühjahr 1933 von der Reichsleitung des Arbeitsdienstes unter der Führung von Oberst a. D. Hierl geschaffen worden ist, geiftig unterbauen. Fachleute und Praktiker haben hier ein Buch aefdjrieben, das den Führern im Arbeitsdienst und jedem Arbeitsdienstwilligen ein Wegweiser beim Lehren und Lernen ist. Heinz Hauenstein schreibt einleitend eine aufschlußreiche Geschichte des Arbeitsdienstes. K. H. Schöpke hat den großen Abschnitt „Arbeitskunde für den deutschen Arbeitsdienst" verfaßt. „Die Leibeserziehung im Arbeitsdienst , verfaßt von Sportlehrer Henze gibt genaue Anweisungen für die Gestaltung der sportlichen Erziehung. „Die Freizeitgestaltung im Arbeitsdienst" ist von Dr. Raupach vielseitig und reickhaltig dargestellt. Endlich ist der wichtige Innendienst im Arbeitsdienst knapp, aber umfassend geschildert von Oberstfeldmeister Diestel, der an der Führerfchule des Arbeitsdienstes in Potsdam tätig ist. Der „Leitfaden" ist nicht nur den Männern Des Arbeitsdienstes, sondern auch Schülern und Studenten, die vor dem Eintritt in den Arbeitsdienst stehen, zu empfehlen. — Rumpelstilzchen, Mang uns Mang ..., (Der Reihe 13. Band 1932/33). Broschiert 4.— RM., Seinen 5,50 RM. Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin SW 68. — (431) — In dem ersten Teil des Buches wetterleuchten noch die Bruderkämpfe der damals ungeeinten nationalen Mehrheit herein. Wer eine Chronik schreibt, Woche um Woche, jedes Jahr hindurch, der soll nicht nachträglich alles radieren. Sonst wäre es keine Chronik mehr. Und die von Rumpelstilzchen hat uns durch die ganze Elendszeit seit 1920 hindurch kampfes- frisch erhalten. Auch in dem diesjährigen Bande phosphoresziert der Berliner Sumpf, schillern seine Blasen, bis dann mit einem Schlage der große Plan der politischen, moralischen, künstlerischen Trockenlegung Gestalt gewinnt. Von unverbildetem Berliner Humor ist das ganze Buch wieder durchtränkt. Ueberall ist Rumpelstilzchen dabei. So ist dieser Band wieder eine kulturgeschichtliche Urkunde des Jahres der Erfüllung, die keiner, wird missen wollen. Deutsche Angestelltenschaft noch nicht in DAI. eingegliedert. LPD. Auf verschiedene Anfragen teilt die Deutsche Arbeitsfront mit: Die Verbände der Deutschen Angestelltenschaft (DHV., VWA. usw.) sind noch nicht in die Deutsche Arbeitsfront eingegliedert. Die Angehörigen der DA brauchen deshalb die Fragebogen der DAF. nicht auszufüllen. Die Uebernahme der DA. in die DAF. erfolgt am 1. Dezember 1934. Nähere Anweisungen ergehen noch. Rundfunkprogramm Donnerstag. 4. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45 Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderstunde. 16: Nachmittagskonzert. 18: Spanisch. Sprachunterricht. 18.15: Frohes Leben. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.10: Saar-Umschau. 20.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 21.20: Unser lieber Reiseonkel. Zu Baedekers 75. Todestag. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Worüber man in Amerika spricht. Von K. G. Sell. 22.30: Kammermusik. 23: Tanzfunk. 24 bis 2: Nachtmusik. Freitag, 5. Oktober. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45 Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau: Die neuen deutschen Modestoffe, ein Zwiegespräch. 15.35: Kinder-Unarten, Eltern- Irrtümer. 16: Nachmittaaskonzert. 18: Jugendfunk: Taucher ahoi! (Eine Hörfolge. 18.15: Deutsche Gespräche. 18.35: Kleine Beobachtungen auf einer großen Straße. 18.45: Volksmusik. 19.45: Politi- cher Kurzbericht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation: „(Erbe", eine Komödie von Karl Schönherr. 21: Schöne Volksmusik. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Lied. 23: Deutscher Wald, deutsches Feld, deutscher Strom, eine Funkfolge. 24: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. D. in £. Gegen einen die Unfruchtbarmachung anordnenden Beschluß des Erbgesundheitsgerichts ist die Beschwerde binnen einem Monat nach Zustellung dieses Beschlusses gegeben; sie kann jedoch nicht von einem wegen Geistesschwäche Entmündigten selbst, sondern nur durch seinen Vormund erhoben werden. 2H. $. E. 300. Die für die Errichtung des Schießstandes in Frage kommende Schlucht führt am nordöstlichen Ortsrande entlang und hat eine Tiefe von 2 bis 21/j Meter. Falls entsprechende Schießscharten errichtet und der natürliche Kugelfang noch erhöht wird, läßt sich die Schlucht als Kleinkaliber-Schießstand ausbauen. Sicherheitspolizeiliche Gesichtspunkte stünden alsdann nicht mehr im Wege. (Eine Ge- fährdung der Bewohner, deren Gärten an die Schlucht angrenzen, wäre beim Schießen ausge- schloffen. Weitlauf mit dem Kolosseum. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, Ende September. Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis, das Unzulängliche aber, in Rom wurde es Ereignis. Das Unbeschreibliche, hier ist's getan: ein Kolosseum tritt auf den Plan! Goethe hätte das erleben müssen. Mussolini stellt das Gleichnis auf, das Unvergängliche dem Vergänglichen gegenüber, ein neues Kolosseum dem alten. Wohl sagt die alte Weissagung, daß Rom bestehen werde, so lange das Kolosseum bestehe, und so lange Rom bestehe, werde die Welt bestehen. Der „ewigen" Stadt ist damit immerhin eine Zeitschranke gesetzt, ihre Lebensdauer wird abhängig gemacht von einem Gebilde aus Menschenhand, Das zwar die hassenden Elemente, vor allem die Menschenhände selber noch nicht ganz zerstören konnten, das aber doch ein Menschenwerk bleibt. Was tut nun der lieber» mensch? Nun, er macht es ganz einfach so, wie der gewöhnliche Sterbliche in seinem Familienleben auch, er pflanzt sich fort. Er stirbt nicht, er vergeht nicht, solange sein Blut nicht vergeht. Das Kolosseum kriegt eben einen Nachfolger, einen Stammhalter, basta! Das Unzulängliche wurde Ereignis, als man die Architekten zu einem Jdeenwettbewerb, zu einem Wettlauf mit dem alten Riesenbau einlud. Zu ihrer Entschuldigung muß gesagt werden, daß sie gehandicapt waren, wie wir so schön sportlich sagen, benachteiligt im vornherein durch die historische und tragische Wucht ihres Rivalen, denn ihre Aufgabe war es nicht etwa, irgendwo im weiten Rom einen Neubau zu erstellen, ein Riesenmassen- ftabion. Das wäre nicht schwer gewesen, das hätten die Amerikaner im Handumdrehen gemacht, denn schließlich wäre es bloß auf eine Geldfrage hinaus- gelaufen. Was man aber nicht kann, nicht mit sämtlichen Golddollars der Welt, das ist das: einen tausendjährigen Baum zu bauen. Zeit läßt sich nicht macken, sie muß abgewartet werden. Und ganz ähnlich ist es mit einem Bau, der neben den zweitausendfährigen des Kolosseums gestellt werden und dennoch eine gute Figur machen soll. Mussolini will, daß an der von ihm geschaffenen Prunk- straße, der Jmperiumsstraße, die vom neuen Kapitol wie vom alten ausgeht, schnurgerade durch die Kaiserfora hindurch, und vor dem Kolosseum endet, daß ausgerechnet an dieser Straße, dem Flaoier- zirkus gegenüber, der moderne Titanenbau entstehe, um die faschistische Revolution durch die kommenden Jahrtausende hindurch zu symbolisieren, wie es das Kolosseum für die vergangenen tut. Wann ward so etwas jemals erhört? Wer vermöchte die Kühnheit eines solchen Gedankens zu überflügeln? Schaudernd stehen wir vor dem eben erwähnten Versuch einer früheren Generation, dem Versuch, das Kapitol, das nach Mussolini der heiligste Berg nach Golgatha ist, durch ein anderes, das Viktor- Emanuel-Denkmal, in den Schatten zu stellen. Wohl ist es um einige Meter höher geworden als der michelangeleske Platz, auf dem die antike Reiterstatue Marc Aurels steht, wohl schlägt es mit seinem Konditorschaum den ehrwürdigen Palazzo Venezia, die aus den Quadern des Kolosseums errichtete Residenz des Duce, wohl rasen seine Quadrigen herrlich durch den römischen Himmel, aber die Mitwelt hat bisher nur das einstimmige Urteil gefällt: Kitsch. (Für meinen Geschmack ein übertrieben hartes Urteil, denn dieses National- denkmal hat auch unbestreitbare Schönheiten, wie etwa die himmelstürmende Säulenhalle, und es ist später geadelt worden durch den mit dem unbekannten Soldaten eingelassenen Altar des Vaterlands, der Pilgerstätte einer ganzen Nation.) Der größte, nicht wiedergutzumachende Fehler des Baues liegt jedoch nicht in seinem Aeußeren, sondern in der Tatsache, daß das Hochzeitstortenhafte Monstrum buchstäblich das Kapitol an die Wand gedrückt hat, so daß es nun, vom Venediger Platz aus gesehen, wie ein kümmerliches Anhängsel wirkt. Soll diese Bausünde sich am Kolosseum, diesem — noch — isolierten Quaderberg, wiederholen? Das Unbeschreibliche, hier, in der Ausstellung der Bauprojekte, ist's getan. Ein dem kolossalen Plan entsprechender Künstlerstreit ging voraus. Wahrlich, es geht uns alle an, aber deswegen brauchen wir uns in den Kampf nicht einzumischen, Mussolini und sein neues Italien haben sich mit ihm verpfändet, wir dürfen sicher sein, daß — wenn überhaupt das Ziel erreicht, der Bau unternommen werden sollte — etwas Großes entstehen wird, mindestens ein Zeitdokument. Und unsere Zeit ist ja groß. Die Schöpfer des faschistischen Italiens geben zu, daß der Wettbewerb der bedeutendste, gefährlichste und kühnste unter allen Unternehmungen ähnlicher Art ist und sein muß. Die Romer sind mit Recht aufgeregt. Die Kritiker haben auf den ersten Anhieb fünfeinhalb von den sechs Dutzend Entwürfen abgelehnt und von den übriggebliebenen fünf oder sechs Stück nickt ein einziges als ausführungsreif angesprochen, so daß es ohne Zweifel zu einer Wiederholung des Wettbewerbs kommen wird. Diese Selbsterkenntnis ist schon viel, erinnern wir uns an den Fall des Forums Mussolini, zu dem jede Provinz Italiens Standbilder einschicken mußte: Mussolini ließ diese ersten Athleten, Ringkämpfer, Gladiatoren samt und sonders hinrichten. Dann, nach der unerbittlichen Hekatombe, entstand Brauchbares. Und damals handelte es sich bloß um dekorative Figuren, heute um einen Rivalen zum Kolosseum. Für die Phantastik der Künstler, von Phantasie kann man da kaum mehr reden, nur ein einziges Muster: lieber die vor dem Kolosseum in die Jmperiumsstraße einmündende Via Cavour sollte ein ungeheuerlicher Glasbogen gespannt werden, nicht ein Zweckbau also, sondern reines Symbol unseres Zeitalters. Gottlob wurden ähnlichen Höhenflügeln Die Flügel gestutzt durch die Bestimmung des Duce, daß Der Bau Sitz des Fascio werden und als solcher, Palazzo del Littorio wird das neue Kolosseum heißen, unter anderem auch die faschistische Revolutionsausstellung dauernd aufnehmen müsse. Der Vorschlag eines mehr chronologischen Geistes ging dahin, einen monumentalen faschistischen Kalender zu errichten, bas heißt für jedes Jahr der faschistischen Aera — bekanntlich schreiben wir heute schon Anno XII — ein neues Stockwerk auf das vorherige zu türmen. Auch dieser Turm von Babel wuchs nicht in den Himmel. Mit Wolkenkratzern kann man das Kolosseum nur der Höhe nach überbieten. Die beachtenswerten Entwürfe zeichnen sich weniger durch Neuerungssucht, als durch Beschränkung aus — das Kolosseum hat also zunächst einmal gesiegt. Groteskes bieten sie deswegen noch genug. Einer arbeitet mit himmelhohen Liktorenbundeln wie mit Bleistiften, als ob wir nicht schon genug von der Fassade der gegenwärtigen Revolutionsausstellung hätten. (Er multipliziert sie einfach und verwendet sie wie Filigran. Schauderhaft. Ein Frontalbau besteht nur aus einem ungeheuerlichen Schlund, als wolle er ganz Rom auf einen Zug verschlingen. Ein anderer hat von der Konstantins- bafilita die mächtigen Gewölbe als Leitmotiv übernommen, setzt sie aber, wie es sich für ein Leitmotiv gehört, oben hin, über den Kontrapunkt einer Kaserne. Dann wieder fällt eine Erinnerung an den Koloß des Nero auf, nur daß er, ein Schwarzhemdfaschist, nicht den Strahlenkranz des Jupiters um das Haupt hat, sondern den Arm zum römischen Gruß erhebt. Nicht ausgeschlossen übri- gens, daß tatsächlich Mussolini in Ueberlebensgröfje daraus wird. Der vierte Bau ist ein moderner Bahnhof, Novecentostil, der fünfte ein Ministerium, nehmt alles nur in allem, der sechste eine Art Sportakademie. Hoffentlich wird nun nicht nach dem gestrigen System so vieler Staatsstreiche verfahren und aus den preisgekrönten Entwürfen ein Potpourri ge» macht. Daß Mussolini persönlich sehr für den | Novecentostil eingenommen ist, wissen wir aus seinen Stadtgründungen in den pontinischen Sümpfen, doch darf das nicht ängstigen, denn dort entsteht bedingungslos Neues, an der Jmperiumsstraße verpflichtet die große Ueberlieferung. Nichts wäre jedenfalls unangebrachter als Spott. Unsere Zeit braucht sich vor der Antike nicht zu verstecken und selbst das Erschrecken vor dem Mut oder Uebermut, der bas Kolosseum in bie Schranken forbert, muß ber Bewunberung für eine junge ober uralte, auf jeben Fall sich immer erneuernoe Nation Raum geben. Mussolini wirb mit sicherem Jristinkt bas Richtige finben unb befehlen. Das »tägliche Srof" im Sprichwort. Das tägliche Brot, bas als Gottesgabe überall eine hohe Wertschätzung erfährt, wirb auch im wörtlichen unb übertragenen Sinne im Sprichwort und in zahlreichen bilblichen Wenbungen gebraucht. Auf bem ßanbe finbet sich noch vielfach ber Brauch, vor bem Anschneiben bes Brotes auf beffen Rückseite mit einem „Segne's Gott!" ober auch schweigend drei Kreuze zu zeichnen, unb biefe Sitte zeigt schon an, in welch tiefer, rnahnenber Bebeutung vom täglichen Brot gesprochen wirb. „Salz unb Brot macht die Wangen rot" heißt es; wer aber mit solcher Einfachheit sich nicht zufrieden gibt, und in großen Hoffnungen schwelgt, dem ruft man wohl zu: „Aus dem nächstjährigen Korn kann man heuer kein Brot bacfenr Als den größten Halunken bezeichnet man einen Menschen, „von bem fein Hund ein Stück Brot annehmen will". Diese Wendung ist sehr alt, unb finbet sich bereits bei Hans Sachs: „Ein Hunb ein Brot kaum von mir nem." Von einem Geizhals sagt bas Sprichwort, baß er fein Brot „so bünn schneidet, baß man ben Psalter bin- burchlesen kann." Dom Bäcker, besten Brot viele Löcher aufweist, heißt es, er habe „seine Seele in bas Brot gebacken," womit man besagen will, baß er Betrug verübt, unb sich am geheiligten Brot vergangen habe. „Schnecke bas Brot gleich, so wirst bu reich", heißt es in einem Sprichwort. Mancherorts wird ber letzte Brotlaib, der gebacken wird, besonders gekennzeichnet und „Wirt" genannt; so lange dieser Brotlaib im Hause ist, besteht kein Mangel, wird er aber vor der nächsten Backzeit angeschnitten, so sagt man, es komme eine teure Zeit. Wenn jemanden „die Butter vom Brote fällt", so heißt das, daß er in seinen Erwartungen plötzlich getäuscht wurde. Daher rät man ihm, sich nicht „die Butter vom Brot nehmen" zu lassen. Die Unentbehrlichkeit des Brotes klingt auch in dem Sprichtwort an: „Freundliche Gesichter sind so nötig wie das liebe Brot." Mittwoch, 3. Moderig Netzen« »«zeig« „Konjunktur-Komponisten hat es im Männerchor allzeit gegeben; heute stehen sie in Hochblüte! Was früher der deutsche Rhein und fetzt das Dritte Reich und das Saarland von diesen jederzeit bereiten Auch-Komponisten über sich ergehen lassen müssen, übertrifft alles Dagewesene und bedarf manchmal schon einer polizeilichen Kontrolle. Dor mir liegt z. B. ein (Adolf Hitler gewidmetes!) in Text und Musik gleich schauerliches Machwerk (Werk 100!), das zur Verherrlichung des neuen Deutschland im Mittelsatz mangels anderer Einfälle fast notengetreu die Marseillaise-Melodie bringt und im Schlußsatz das Deutschlandlied harmonisch in der grausamsten Weise vergewaltigt Wenn wir unsere Männerchorliteratur ernstlich reinigen wollen, so dürfen wir vor der neuesten Produktion nicht Halt machen. Hier heißt es: Augen auf! Weg mit dem »nationalen Kitscht" löor innige n. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis gegen 22.30 Uhr, „Der Zr- geunerbaron". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schimmelreiter". — Reichstreubund, Käme- radschaftsabend. — Saal der Landeskirchlichen Ge- meinschaft, 20.30 Uhr, Volks-Missions-Vortrag. * ** E i n H e r b st g e w i t t e r mit vielen Blitzen, aber verhältnismäßig geringem Donner, starkem Regen und heftigem Sturm ging gestern zwischen 19 und 20 Uhr über unserer engeren Heimat nieder. Ob und in welchem Ausmaß Schäden dabei ent- standen sind, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Für die Dickwurz dürfte der ausgiebige Regen wohl noch von Nutzen gewesen sein. a „ ** Staatsprüfung für Muslklehrer und Musiklehrerinnen in Hessen. Am 26. November findet an der Staatlichen Akademie für Tonkunst in Darmstadt die diesjährige Staatsprüfung für Musiklehrer und Musiklehrerinnen statt. Gesuche um Zulassung sind baldigst unter Beifügung der in der Prüfungsordnung vorgeschrie- denen Unterlagen an die Direktion der Anstalt zu richten. ,, _ ** Oeffentliche Bücherhalle. Im September wurden 1359 Bände ausgeliehen. Davon tarnen auf Zeitschriften 11, Gedichte und Dramen 11 Erzählende Literatur 895, Jugendschnften 148, Länder- und Völkerkunde 84, Kulturgeschichte 1, Geschichte und Biographien 110, Kunstgeschichte 9, Naturwissenschaft und Technologie 30 Heer- und Seewesen 6, Haus- und Landwirtschaft 1, Gesund- heitslehre 3, Religion und Philosophie 3, Staats- Wissenschaft 41, Sport 3, Fremsprachliches 3 Bande. Nach auswärts kamen 5 Bände. ** E j n Sonderzug der Reichsbahn nach Kassel und zurück wird am nächsten Sonntag verkehren. Näheres ist aus der heutigen 2In**e,6inrf®r,?Bfilm: „Der Weltkrieg in seinen Höhepunkten" wird von morgen, Donnerstag, ab in den Astoria-Lichtspielen gezeigt. Der Film wird vor allem die Höhepunkte des großen Ringens von 1914/18 bringen. Man beachte die heutige Anzeige. ** Sperrung der Kirch st raße wahrend der Herbstmesse. Die Polizeidirektwn Kamerad Loppe entwarf hierauf ein kurzes Bild des Lebens des Generalfeldmarschalls v o n Mackensen, der heute sein 65jähriges Militar- jubiläum feiern kann, der zu den ältesten Stahlhelmkameraden gehört und den man auch heute noch als Vorbild für jeden Soldaten und jeden Stahlhelmer bezeichnen könne. Er schilderte kurz seine Tätigkeit als Führer des XVII. Korps in der Schlacht bei Gumbinnen und in der Schlacht bei Tannenberg, seine hervorragende Führung in Gemeinschaft mit seinem Generalstabschef o. S e e ck t in der Durchbruchsschlacht von Gorlice-Tarnow, seinen Uebergang über die Donau, die Teilnahme am rumänischen Feldzug und, als der Zusammenbruch der Mittelmächte sich zuerst an seiner Kampffront bemerkbar machte, die schwere Aufgabe, die ihm oblag, seine Heeresgruppe in die Heimat zurück- zuführen. Er wollte der Letzte sein, der heimkehrte. Er geriet in Ungarn in Gefangenschaft und wurde von den Franzosen in Saloniki interniert. Erst 1919 sollte er die Heimat wiedersehen. Dem Ehrenmitglied des NSDFB. (Stahlhelm) v. M a ck e n s e n galt ein donnerndes „Front Heil". An dem Tage, so führte Kamerad Loppe weiter aus, an dem wir dem Vater des Vaterlandes, unserem verewigten Generalfeldmarschall von Hindenburg das Treuegelöbnis nicht mehr darbringen können, kann man über manche Maßnahmen der Obersten Heeresleitung anderer Meinung sein, wie vor 15 Jahren. Es steht wohl fest und bleibt ein unverzeihlicher Fehler, daß man den vielleicht einzigen guten Rat des früheren Reichskanzlers v.Bethmann- hollweg, dem beim Feinde so gefürchteten Hel- denpaar Hindenburg und Ludendorfs schon früher den gesamten Oberbefehl zu über- oeben, erst in die Tat umsehte, als es zu spät war. Unter der Führung dieser Manner stei- Das Reich kommt diesen Bestrebungen entgegen. Alle Anbauer werden zu einem „Reichsoerband der deutschen Anbauer von Heil-, Gewürz- und ähnlichen Pflanzen" zusammengeschlossen. Die Pflanzen ollen nur noch aus kontrolliertem Saat- und Pflanzgut gezogen werden. Die Arzneipflan^en- züchtung wird außerdem durch Prämien gefordert werden. NSDAP., Amt für Beamte. kreis Gießen. Schulungsveranstaltung des RDB., Kreis Gießen, am Freitag, 12. Oktober, um 20 Uhr, im Caf6 Leib. Es spricht Kreisbeamtenschulungsleiter Pg. G. Ulrich. . . Vollzähliges Erscheinen der Beamten im Kreis Gießen wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Ich weife darauf hin. daß durch ministerielle Verfügung den Beamten, gleichgültig ob sie dem RDB an- gehören ober nicht, die Teilnahme an den Schu- lungsücranftaltungen zur Pflicht gemacht worden ist — Fachfchaftsfahnen find mltzubrmgen! ch-il Hitler! ®«»-' Heb. Amtsleiter, d R.: Ulrich, Kreisbeamtenschulungsletter. Oie Besetzung der evanaelischen Dekanate in Oberheffen Alle Rohstoffe, die wir im eigenen Lande er- zeuaen können, müssen wir auch tatsächlich selbst Herstellen, denn der Devisenmangel zwingt uns dazu. Selbst auf den Gebieten, in denen die Einfuhr mengen- und wertmäßig nur gering ist, müssen wir versuchen, weitgehend selbständig zu werden. Hierzu gehören u. a. die Arzneimittel und Heil- trauter. Einst blühte der Anbau dieser Pflanzen in Deutschland, er ging dann aber infolge Absatzschwierigkeiten und Preissenkungen allmählich zu- i rück und ist heute nur noch sehr unbedeutend, so daß im Jahre 1934 nur noch 684 ha angebaut wurden. 1932 wurden 1572 dz im Werte von etwa 3,6 und 1933 1065 dz im Werte von 2,5 Millionen RM. eingeführt. Unter diesen Mengen befinden sich sicher viele Heilkräuter und Arzneistoffe, die wir im Inlands infolge unseres Klimas tatsächlich nicht I anbauen oder erzeugen können. Der Verbrauch und die Ausfuhr von pharmazeutischen Produkten ist gegen früher bedeutend gestiegen. 1932 wurden für 67,6 Millionen RM. und 1933 für 72,1 Millio- nen RM. derartige Erzeugnisse nach dem Auslande verkauft. In erster Linie ist es die hochentwickelte chemische Industrie gewesen, die den Ausfall an Heilkräutern ersetzt hat und der auch die Steigerung der Ausfuhr zuzufchreiben ist. Nackdem die bisherigen Dekane und Dekanstell- Vertreter ihre Aemter zur Verfügung gestellt hatten, sind jetzt die Neuernennungen der Dekane und Dekanstellvertreter der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen erfolgt. In der Provinz Ober- Hessen sind zu Dekanen bzw. Dekanstellvertretern cT^bfeibt vorläufig offen; Sattler, Vieleck Alsfeld: Bernbeck, Alsfeld; Geißler. Stum- pertenrod. Büdingen: Hoch Selters; Adam, Büdingen. Friedberg: Ruhl, Friedberg II, Schäfer, Ober-Rosbach. Grünberg: Schmidt, Grünberg; Reichert, Niedergemunden. Hungen: Wirft man aber einen Blick auf die Lifte der eingeführten Pflanzen und Pflanzenerzeugniffe, so ist man erstaunt über die Reichhaltigkeit der Arten, noch mehr aber darüber, daß sich unter ihnen sehr viele Pflanzen befinden, die wir im Inlands ohne besondere Schwierigkeiten selbst anbauen können I ober auch nur zu ernten brauchen. Mehr als 100 verschiedene Pflanzen und Pflanzenteile werden trnrtet. Wie er dann feine Aufgabe als Reichs-1 aus unseren nächsten Nachbarländern als Heilpräsident auffaßte, als ihn das Volk im Jahre 1925 träuter eingeführt, die wir selbst ebenso gut er- wieder rief, das hat er in feinem ersten Aufruf zeugen können. Aber wer kennt heute noch diese niedergelegt. Er hat für die Beseitigung der un- Psianzen, wer weiß, welche Teile von ihnen ver- gleichmäßigen Behandlung der Wehrverbände ge- wertbar, weih, wo sie zu finden sind? Hier durften orqt, er ist sich selbst und seinem innersten Wesen besonders den Schulen, in erster Linie den Dorf« schulen, in den Naturkundefächern neue Aufgaben erwachsen. Daß Fenchel, Kümmel, Majoran, Koriander, Kamille, Salbei und Schafgarbe zu pharma- zeutischen Zwecken verwandt werden, ist bekannt, auch Form und Gestalt dieser Pflanzen ist vielen kein Rätsel; aber wie steht es mit Bärlapp, Bitter- klee, Frauenmantel, Gänsefinger, Garmanderkraut, mit Braun-, Eibisch- und Hauhechelwurzel, mit Lungemnoos, mit Hirschbrunstpilz und all den DNB. Die Mitglieder der zu Beginn des Weltkrieges gebildeten Jungmannen - Bataillone und -Kompanien rechneten nicht zu den Militärpersonen des Reichshesrss, sondern gehörten während ihrer Verwendung im Etappengebiet zum Heeresgefolge. Sie haben hiernach in ihrer Tätigkeit keine Kriegsdienste im Sinne der Verordnung des Reichspräst- denken vom 13. Juli 1934 geleistet und können daher bei der Verleihung des Ehrenkreuzes nicht berücksichtigt werden. Die Fragebogen des NeichsluftschutzbundeS. Der R e i ch s l u f t s üsu h b u n d teilt mit: Aus organisatorischen Gründen muß die für den 10. Oktober 1934 angesetzte Abholung der während der Feuerschutzwoche in den einzelnen Haushaltungen verteilten Fragebogen schon ab 4. 0 11 ob e r stattfinden. Die Fragebogen find sofort auszufüllen, damit sie für die in den nächsten Tagen einsetzende schweren Stunden des Ringens im Westen, als Hindenburg und fiubenborff bie Führung bes gesamten Heeres übernahmen unb bie Stunben bes Zusammenbruches. Zu Weihnachten 1918 erklärte Hinbenburg bei einer Besprechung sämtlicher Chess bes Generalstabes in Wilhelmshöhe mit tiefstem Ernst auf feinen Zügen, baß er für feine Person bereit sei, bem Daterlanb auch unter ben schimpflichen Bebingungen einer roten Horde weiter zu bienen, bis man feiner nicht mehr bebürfe. Er hat sein Wort gehalten. Sei ganzes Streben war, sein Volk zu einen. Unb bah diese Einigkeit am Enbe seines Lebens lieber 600 Kameraben bes NSDFB. (Stahlhelm) hatten sich gestern abenb im Cafe Leib zu einem Appell zusammengefunben, um am 87. Geburtstag bes verewigten Reichspräfibenten unb Generalfelbmarfchalls von Hinbenburg feiner in Liebe unb Verehrung unb kamerabschaftlicher Verbunbenheit zu gebenfen. Auf ber Bühne ftanb, umrahmt von grünen Lorbeerbäumen unb ben Fahnen des Reichs, bas von bem vor wenigen Tagen verstorbenen Kameraben Szubinski gemalte Oelbilb bes Generalfelbmarfchalls, bas biefer bem. Stahlhelm gewibmet hatte. Ortsgruppenführer Kamerad Loppe gebuchte nochmals in tiefempfunbenen Worten bes Heimgegangenen Kameraben Szubinski, biefes im ebelsten Sinne bes Wortes guten Kameraben. In stillem Gebenken ehrte bie Versammlung ben Verstorbenen, währenb bie Kapelle leise bas Lieb „Ich hat einen Kameraben" spielte. Hitler habe selbst einmal gefugt: „Wenn irgenb« eine neue Lehre ober auch politische Bewegung bie Dergungenheit zu leugnen sucht, sie schlecht unb wertlos machen will, so muh man schon aus diesem Anlah äußerst vorsichtig und mißtrauisch sein. Mei- stens ist der Grund zu solchem Haß entweder nur .eigne Minderwertigkeit, ober hat eine schlechte Abgerte sich die Leistungskraft von Volk und sicht an sich." Die Kameradschaft im Schützengraben fteer in das Riesenhafte, stürzte aber dann am I war Sozialismus, bie Opferung bes eigenen (£nbe des Krieges zusammen. Jchs für bas Vaterland N ati o n a l i s m u s. Ohne I große Worte um unser Tun wollen wir auch Trotzdem hielt Hindenburg aus und führte das 3u(unft durch vorbildliche Haltung, durch unser Heer in Ordnung in die Heimat, die er dadurch Dasein, durch unser So-sein wirken. In diesem vor dem völligen Chaos bewahrte. So hat er ben Sinne legten bie Kameraben angesichts ber Fahne Grunbstock für ben Wieberaufbau 9cf^affen, unt। Lkr Gelöbnis ab. das ist das geschichtlich feststehende große Verdienst «ainerad Weltmann (ftpnrralfelbmar dialls gerne en. In nauiCrau Nach bem zweiten Vers bes Liebes „O Deutfch- lanb hoch in Ehren", bas bie Versammlung stehend fang, fand der feierliche Einmarsch der Stahlhettn- ......—...... ~ sahne statt, auf die eine größere Anzahl von Ka- anderen? meraöen verpflichtet wurde. Außerdem könnte durch verstärkten Anbau dieser In ernsten Worten wies Kamerad Loppe bie Heilkräuter die Einfuhr eingebämmt werben. Was Kameraben auf bie Pflichten hin, bie sie mit biefem bie Natur uns in ber Freiheit bietet unb was nur Treueib zu übernehmen haben. Das Einstehen für gesammelt zu werben braucht, braucht nicht durch die Ehre des Einzelnen und der Gesamtheit, für besondere Kulturmaßnahmen erzeugt zu werden. In Freiheit unb Daterlanb, müsse jebem Herzenssache üie(en Fällen wirb sich ber Anbau allerdings nicht sein die nicht befohlen zu werden brauche. Wer umgehen lassen. Es wäre verkehrt, zu glaubem bie offenen Auges und klaren Verstandes durch die Heilkräuter wüchsen überall ohne besondere Muhe, lebten 15 Jahre geschritten sei, der müsse zugeben. Sie verlangen beim Anbau und besonders bei der uas IJL UU» wuroe, wiru neuen uer tpenugiuuiig uukl K“ SÄ » 'Ät SÄ tl'Ä t* Ä ÜMfÄ ....... ber im Versailler Diktat ausgesprochenen Ausliefe- berg, an den Masurischen Seen an dem geistigen (Stahlhelm) schloß bie murbige unb embrucksvolle runq bes Kaisers zu veranlassen, er erklärte sich Auge vorüber, noch einmal burchledte man bie «Feier. bereit jebes Opfer zu bringen unb stellte sich an ZASML-K Aus der proviuzialhaupisiadt. s diesen Brief Hinbenburgs überhaupt nicht geant-' Gießen teilt uns mit: „Während der Dauer der Herbstmesse vom 7. Oktober bis 14. Oktober auf dem Oswaldsgarten wird die Kirchstraße zwilchen Neustadt und Wetzsteingasse täglich von 11 Uhr ab für den gesamten Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt." ** Eine Hausangestellten - Ehrung plant wiederum der Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz. Anmeldungen müssen bis zum 1. November erfolgt sein. Näheres in der gestrigen Anzeige. Große Strafkammer Gießen. Die Wilhelmine Scheibe! aus Ober-Mockstadt wurde wegen Unterschlagung in Tateinheit mit betrug und schwerer Urkundenfälschung zu insgesamt einem Jahr Zuchthaus und 50 Mark Geldstrafe, evtl, fünf Tage Zuchthaus, sowie in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Die Angeklagte war als Gehilfin in der von ihrem Mann verwalteten Postagentur tätig. Im Laufe der Zeit unterschlug sie einen Geldbetrag von über 500 Mark. Daneben unterdrückte sie eine ganze Reihe Zahlkartenabschnitte. Sodann hatte sich die Kammer mit sechs Einwohnern aus Staden wegen schwerer Urkundenfälschung im Amt bzw. Anstiftung dazu zu befassen. Der vom Kreisamt Friedberg eidlich verpflichtete Wiegemeister Wilhelm D e ch e r t gab von Dezember 1932 bis April 1933 das Gewicht der von den übrigen Angeklagten — dem Johannes Schult, der Margarethe D a u ch jun. und sen., dem Albert Mathesius und dem Wilhelm Rausch — zu ihm gebrachten Schweine zu niedrig an, um die bei den Angeklagten besonders gehaßte Schlachtsteuer zu umgehen. Die Beweisaufnahme ergab, daß D e ch e r t zu seinen Verfehlungen von den übrigen Angeklagten angestiftet wurde. Die Große Strafkammer sprach in erster Instanz im vorigen Jahrei die Angeklagten Schult, Dauch, Matheslus und Rausch frei. Geaen D e ch e r t erkannte sie auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahr. Die gegen dieses Urteil eingelegte Revision führte zur Zurückweisung der Sache an die Große Strafkammer zwecks nochmaliger Verhandlung. Auf Grund des Ergebnisses der gestrigen Hauptverhandlung erkannte das Gericht gegen sämtliche Angeklagten auf die Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus und 20 Mark Geldstrafe. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende auf die überaus harte Strafe hin, von der jedoch in Anbetracht der gesetzlichen Vorschrift nicht abgegangen werden könne. Er legte sämtlichen Verurteilten nahe, an das Ministerium ein Gnadengesuch zu richten. Schließlich stand der schon vielfach vorbestrafte Reinhard Kröll, zur Zeit im hiesigen Landgerichtsgefängnis, vor den Schranken des Gerichts. Diesmal wurde dem Angeklagten, der am Montag voriger Woche vom Sonderaericht wegen Beleidigung der Polizei zu ein Jahr Gefängnis verurteilt worden war, Verbrechen im Sinne des § 176 Ziffer 3 zur Last gelegt. Die Verhandlung fand wegen Gefährdung der Sittlichkeit unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Vor Eintritt in die Beweisaufnahme lehnte der Angeklagte, der als Querulant gerichtsbekannt ist, das Gericht wegen Befangenheit ab. Der Antrag wurde jedoch als unzulässig abgelehnt. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte in unsittlicher Weise zwei Mädchen unter 14 Jahren berührte. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr acht Monaten Zuchthaus. Wegen des besonders gemeinen Verhaltens des Angeklagten wurden ihm außerdem die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkännt. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Limburger und im Alten Stuttgarter Schloß gedacht. Aus all diesen Gründen müsse sich jeder Volksgenosse in den Dienst der Brandverhütung stellen. Wer die einfachsten Brandverhütungsregeln befolge, sich beispielhaft für die Jugend verhalte, der erweise sich selbst, seiner Familie und der Volksgemeinschaft den wirksamsten Dienst. Um Brände verhüten zu können, müsse man sich über ihre Entstehungsursache im klaren sein. Sie seien sehr mannigfacher Art. Naturereignisse als Brandursache seien selten. Immerhin betrage der durch Blitzschlag in Deutschland jährlich verursachte Schaden 40 Millionen Mark. Ein vorschriftsmäßiger Blitzableiter sei der einzige wirksame Schutz. Bei allen Gewittern meide man jeden Punkt mit erhöhter Blitzgefahr (alleinstehende Bäume jeder Gattung, alleinstehende Häuser, hochgelegene Punkte, Berge, Türme, Waldränder, Ufer von Flüssen und Seen, Anhäufungen von Menschen und Tieren). Große Gefahr bedeutet stets der Funkenflug aus Lokomotiven, Lokomobilen und Schornsteinen. Feuerstellen müßten stets sturmsicher geschützt sein. In landwirtschaftlichen Betrieben bilde die Selbstentzündung des feucht gelagerten Heues, des Getreides und des Düngers eine häufige Brandursache. Am furchtbarsten offenbare sich die Jlafur- gewalt in den Explosionen. Ein winziger Funke genüge oft, explosiv gefährliche Stoffe (Benzin, Benzol, Alkohol, Petroleum, Spiritus, Gase usw.), sobald sie sich mit der Luft vermischen konnten, zu entzünden. Diese Gefahr werde meist unterschätzt. Grauenhafte Katastrophen seien meist die Folge. Demgegenüber seien die Vorbeugungsmaßnahmen sehr leicht zu befolgen. Beste Vorbeugungsmaßnahmen sind: äußerste Beschränkung des Vorrates an solchen Stoffen, Fernhaltung von offenem Licht und Feuer, stetige Geschlossenhaltung der Behälter. Explosible Flüssigkeiten könnten nicht mit Wasser, sondern nur mit Sand, mit Decken oder, in neuerer Zeit, mit Schaum gelöscht werden. Rein sachliche Brandursachen seien durch mangelhafte Bauwerke, Schornsteine und technische Anlagen gegeben. Hier tue sich oft ein ganzes Register menschlicher Nachlässigkeit auf. Hauptbeachtung verdienten die Feuerstätten, die unter allen Umständen in Ordnung fein müßten. In den meisten Fällen sei es eine Kleinigkeit, die Feuerstätten ordnungsgemäß herzurichten. Mängel an Schornsteinen können leicht zu Zimmer-, Decken-, Balken» und Kellerbränden führen. Dachstuhl- und Bodenbrände können ebenfalls sehr leicht die Folge sein. Lampen, die mit flüssigen Brennstoffen gespeist werden, bedürften der sorgfältigsten Handhabung. Elektrische Anlagen sollten nur durch Fachleute angelegt werden. Sträflicher Leichtsinn sei es, die Sicherung durch irgendein Stück Draht ersehen zu wollen. Die Ursachen von Schadenfeuern könnten beliebig vermehrt werden, denn überall lauere der Brandteufel, in Kellerschächten und auf dem Gerümpelboden, im Walde und auch auf dem Feld. Schon eine achtlos weqgeworfene Zigarette könne dem betreffenden Menschen den traurigen Ruhm eines Brandstifters vermitteln. Wer sich aber mit den Brandursachen vertraut gemacht habe, werde auch im Falle des Ausbruches eines Feuers klaren Kopf behalten. Jedes Feuer lasse sich in seinem Anfangsstadium wirksam bekämpfen, wenn man nur die einfachsten Hilfsmittel zur Hand habe. Wer mit Achtsamkeit und Verantwortungsbewußtsein den Brandgefahren zu Leibe rücke, der werde allezeit ein treuer Hüter seiner Habe sein. Jeder müsse sich dafür einsetzen, daß im Geiste der Brandverhütung alle Volksgenossen eine Einheit werden zum Segen unseres geliebten Vaterlandes. — Der Vortrag wurde von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und fand lebhaften Beifall. Nach einer kurzen Pause sprach Studienassessor Bauer an Hand einer Lichtbildreihe über die einzelnen Brandursachen und gab damit und insbesondere in Verbindung mit den Bildern recht anschaulich die Möglichkeiten der Brandverhütung zur Kenntnis. Nachdem er noch die Feuermelder im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd und einige der wichtigsten Telephon-Nummern für den Fall von Feuerausbruch bekanntgegeben hatte, beschloß er den anregenden Abend. Brandverhütung. Vortragsabend der NS.-Dolkswohlfahrt. Das Amt für V o l k s w o h lfa h r t der Ortsgruppe Gießen - Süd veranstaltete gestern abend im Hörsaal des Physiologischen Instituts in der Friedrichstraße einen Vortragsabend, der .dem Thema „Brandverhütung" gewidmet war. Studienassessor Bauer hieß die Teilnehmer des Abends herzlich willkommen und wies in feinen einleitenden Worten auf die ungeheure Bedeutung der Brandverhütung für unser Volk und Vaterland hin. Sodann sprach Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier über die Brandverhütung. Er griff zunächst weit zurück in die Geschichte, wies auf die alte Sage hin, nach der Prometheus den Göttern das Feuer entwendet habe und es den Menschen brachte. Das Feuer habe, fo führte er u. a. aus, den Wenfchen erst zum Menschen gemacht, es sei die Quelle unserer Kultur, oftmals aber auch der Feind aller menschlichen Schöpfungen. Solange der Mensch den Gebrauch des Feuers kenne, wäre auch schon der Kampf mit dem Feuer. Don dem Augenblick an, da der erste Mensch das Feuer in seinen Dienst zwang, habe die freie Tochter der Natur gegen diese Fesseln angekämpft unb sich, wenn es ihr gelang, diese Fesseln abzustreifen, plötzlich aus dem Mitarbeiter des Menschen zu dessen grimmigsten Feind verwandelt und ihn zum harten Kampfe für sein Leben und feine Habe gezwungen. Und dieser Kampf fei in den ersten Zeiten unserer Kulturentwicklung immer zum Nachteil des Menschen ausgefallen. Der Redner berichtete, daß man schon zu Beginn unserer Zeitrechnung Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Feuers getroffen habe. Die Feuerspritze fei in ihrer ursprünglichen Form unbestreitbar schon vor Beginn unserer Zeitrechnung erfunden worden. Sülle Keine «io. Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Waren das zwei hübsche Dinger! Na, sie schienen ja jede einen Kavalier zu haben. Wie die heute ungezogen waren! Gemütlich brannte er sich die Zigarre an, die ihm vorhin der vergnügte Kammersänger Schurichtsen gegeben hatte. Die Frau Portier aber kochte gleich einen guten Kaffee, und ihre Freundin mußte den Napfkuchen kosten, der vorhin frisch aus dem Ofen gekommen war. Und die beiden Klatschbasen zischelten und zogen über die Leute im Hause her. Am andern Tage aber, als die Frau Portier beim Hauswirt oben im ersten Stock die Zimmer wischte, da erlebte sie eine fürchterliche Ueberraschung, als siechre boshafte Neuigkeit und Klatscherei anbringen „Die Frau Kulick lassen Sie ja in Ruhe, Frau Lehmann. Ich könnte da sehr, sehr unangenehm werden. Liebe, brave Menschen waren es immer, der verstorbene Herr Kulick und seine kleine Frau. Wir sind seit vierzig Jahren mit Frau Kulick befreundet, und Ihr Hintertreppenklatsch wird das auch nicht ändern. Wenn Sie sich das gefälligst merken wollen." Und die Frau Hauswirt hatte verächtlich gelacht, hatte gesagt: „Ich muß doch Frau Kulick gleich morgen einmal herüberbitten, lieber Wilhelm. Sie muß unbedingt den Stollen kosten, den unsere Luise aus Dresden schickte. Und ich freu’ mich immer, wenn die liebe alte Dame ein bißchen kommt." War das die Möglichkeit! Befreundet! Mit den allmächtigen Hauswirtsleuten befreundet! Frau Portier Lehmann kriegte bald den Schlag. Und sie nahm sich vor, der ollen Heinerken der Klatscybase, das noch einzutränken, daß sie sie in diese Situation gebracht hatte. Dabei hatte die ihr den halben Kuchen weggegessen! Na, warte! Frau Lehmann wischte mit Hingebung den Fußboden auf, aber jeder energische Puff, den sie dem Fußboden versetzte, war eigentlich für die Heinerken bestimmt. Und sie hatte doch immer geglaubt, wenn sie die alte Kulick die Treppe im Vorderhaus bescheiden herabkommen sah, die hätte um Stundung der Mete gebeten. Und dabei kam die vom Besuch, vom Kaffee- besuch beim Herrn Hauswirt! Solch eine Blamage! In diesem Jahre sei die deutsche Wirtschaft durchflutet von neuen Aufbaukräften und neuen Lebensströmen. Aber immer wieder greife die Brandseuche nach unserem Hab und Gut. Aus Städten und Dörfern, aus Feldern und Wäldern züngelten ohne Unterlaß Flammen zum Himmel und Rauchschwaden zögen über die Stätten der Vernichtung. Die Feuerfchuhwoche habe daher alle Volksgenossen dazu aufgerufen, dem Feuer nicht länger Tribut zu opfern, sondern mit wissendem Kopf das Vermeidbare zu vermeiden. Vermeidbar feien % aller Brände. Die Statistik beweise, daß % aller Brände lediglich auf Unvorsichtigkeit im Umgang mit Feuer und Licht und auf Unkenntnis über die Feuergefahren zurückzuführen seien. Brandschadenverhütung sei stets leichter als Brandschadenvergütung. Dor allen Dingen heiße es aufräumen mit dem gedanklichen Grundfehler, die Versicherung decke den Brandschaden. Zwar entlaste sie den einzelnen Brandgeschädigten, die Mittel aber, mit denen sie es tue, ergäben sich allein aus den Versicherungsbeiträgen der Millionen versicherter Volksgenossen. Der Verlust der deutschen Volkswirtschaft, der durch Feuer entstehe, betrage nach den Veröffentlichungen der öffentlichen und privaten Feuerversicherungsanstalten jährlich 4 0 0 bis 5 0 0 Millionen Mark. Das bedeute täglich einen Verlust von weit über eine Million, in der Minute 750 Mark. Was verbrenne, fei der deutschen Volkswirtschaft verloren. Außerdem mühten im Durchschnitt jährlich 1000 Menschen in den Flammen ihr Leben lassen. Ungeheure Kulturwerte seien dem Feuer bereits zum Opfer gefallen. Es fei hier nur an die Brände im Ö.Jl.-fpOTt Wetzlar - 1900 3:0. Die Liga elf der Blauweißen sorgt dafür, daß es auch in den diesjährigen Meisterschaftsspielen nicht an den nötigen Ueberraschungen fehlt, denn nur so ist die Niederlage am vergangenen Sonntag gegen den Sportverein 05 Wetzlar zu verstehen. 1900 war in der besten Besetzung nach Wetzlar gefahren. Abgesehen von der ersten halben Stunde war die Siebener Elf nicht in der Lage, das ihr eigene System beizubehalten, das heißt, den Ball flach zu führen. Solange bei den Gießenern die Kombination lief und schnell abgespielt wurde, waren sie im Vorteil und Wetzlar konnte kaum aufkommen. Es haperte aber am entschlossenen Torschuß. Das Spiel fand wegen dem Erntedankfest bereits schon vormittags statt. Es hatte einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen. Viele waren gekommen, weil sie von den beiden Kontrahenten Höchstleistungen erwarteten. Sie dürften etwas enttäuscht worden sein. Nur die Wetzlarer Anhänger kamen am Schluß auf ihre Kosten. 1900 fand sich schneller und leitete bald schöne Angriffe ein, die meist durch gute Flachvorlagen der Läuferreihe vorbereitet wurden. Diese Ueber- legenheit in der Spielhandlung dauerte fast eine halbe Stunde, ohne daß sie zu zählbaren Treffern führte. Es fehlte im entscheidenden Moment im Angriff am Einsatzwillen. Später flaute der Kampfgeist der Gießener ab. Heilmann beging den Fehler, sich ständig zu weit in der Läuferreihe aufzuhalten. In der letzten Viertelstunde vor dem Seitenwechsel kam der Gastgeber durch raumgreifendes Spie! auf. Die Gießener kamen in Bedrängnis, waren aber durch gute Abwehr auch nicht zu schlagen. Auch nach der Pause ging der Kampf auf und ab. Es ereignete sich in den ersten 20 Minuten wieder nichts, da beide Hintermannschaften auf der Hut waren. Erst als Lippert einen Kopfball verfehlte, kam feiler in Bedrängnis, der den Ball an einen Gegner verlor. Dieser gab dann den Ball an einen inzwischen in Abseitsstellung gelaufenen Mitspieler, der mühelos einlenken konnte. Der Spielleiter erkannte auf Tor. 1900 nahm jetzt Schmelz mit in den Angriff. Die Niederlage der Blauweißen wurde besiegelt, als eine Flanke von links, durch die Verteidiger verfehlt, vom Wetzlarer Rechtsaußen eingedrückt werden tonnte, den Heinbach unbeachtet gelassen hatte. Balser, der sonst tadellos hielt, machte dann einen Schnitzer, der zum drillen Treffer für Wetzlar führte. Ein Einwurf von Heinbach, der ihm galt, wollte er leichtsinnig mit dem Fuß wehren, verfehlte aber durch die Bodenglätte und der Ball rollte gemütlich ins Gießener Tor. Mit einem letzten verzweifelten Ansturm der Gießener ging der Kampf zu Ende. Die Gießener hatten unter dem fast vollständigen Ausfall Heilmanns zu leiden, der einen rabenschwarzen Tag halle. Das Spiel trug kaum Kampfcharakter. Ein Turnertag in Schotten. Der Turnkreis Wellerau-Vogelsberg im Gau Nordhessen veranstaltet nächsten Samstag und Sonntag ein Alterstreffen in dem Vogelsbergstädt- „Gewiß! Wann fährst du nach Berlin?" „Morgen abend. Meine Freunde erwarten mich. Bodenstein ist auch noch dort. Er erwartet seinen Vetter, den Kapitänleutnant, von einer Südseereise Zurück. Kapitänleutnant Bodenstein ist ein famoser Kerl. Wir werden uns sehr gut amüsieren. Und — weißt du, Brigitte, mich zieht da irgend etwas nach Berlin wie mit geheimen Banden. Vielleicht erfüllt sich mein Schicksal schon bald!" „Eine Berlinerin? Die Eltern waren immer dafür, daß du eine Frau nimmst, die den Gutsbetrieb kennt", sagte sie, und die Unmutsfalte auf ihrer sonst so klaren Stirn vertiefte sich. Und je länger sie mit ihm über die Angelegenheit sprach, desto klarer wurde es ihr, daß sie noch einen schweren Stand- punkt ihm gegenüber haben werde. Er lachte jetzt. Sagte scherzend: „Ich denke, wir verbittern uns den heutigen gemütlichen Abend nicht. Ich hatte mich nämlich sehr darauf gefreut. Und denke doch nicht, daß es schädlich für mich ist, mal einige Wochen in Berlin zu sein. Nach alle dem Trubel schätzt man dann den stillen, schönen Landaufenthalt hier doppelt. Wenn du wüßtest, wie gern ich wieder heimgekommen bin." „Dich interessiert aber trotzdem jemand in 23er- lln", sagte sie beharrlich. „Vielleicht hast du recht", sagte er. „Siehst du!" „Ja, alter Kerl und Kamerad, das wirst du wohl nun doch zulassen müssen, daß ich mir eine Frau suche, wo ich sie mir suchen will. Und du hast schließlich recht. Ein bißchen Anspruch auf die volle Wahr- hell hast du auch vorläufig schon, wo alles noch Brigitte von Berken, sehr groß, fast männlich, mit schönen, dunklen Augen, aber sonst fast häßlich zu nennen, blickte den Bruder ungehalten an. Der brannte sich eine Zigarette an, rauchte ein paar Züge und meinte bann: „Kann ich ja tun. Läßt sich sogar recht gut mit meiner ganzen Relle verbinden. Ich will nämlich Gerhard Osten besuchen, wenn ich von Berlin zurückkomme. Und wie du weiht, hat Osten fein Gut in der Nähe von Stralsund. Wenn ich dann also noch mit zu Tante Adelheid reise, ist das mal alles auf einmal erledigt. Paßt, wie gesagt, sehr gut." „Arndt, du willst mich nicht verstehen!" „Liebe Brigitte, und ob ich dich verstehe! Aber du weißt meine Ansicht hierüber längst. Und ich ändere sie nicht, Brigitte!" „Tante Adelheid wird sehr böse sein. Und — Rosemarie von Ulm ist wirklich ein liebes, patentes Kerlchen. Wir haben uns immer gut verstanden, Arndt. Würdest du mir nicht den Gefallen tun und endlich mal an eine Heirat denken? Es muß ja nicht Rosemarie sein, wenn du sie nun einmal nicht willst. 2lber ich meine, du bist alt genug, und schließlich hast du doch wohl unserem alten Namen gegenüber ein paar Verpflichtungen, denke ich?" Auf feiner Stirn stand schräg eine steile Falte. Gr sah zu Boden, sagte langsam: „Ich werde ernstlich an eine Heirat denken — verlaß dich darauf. Aber Rosemarie von Ulm wird's kaum sein." „Das ist sehr schade, und Tante Adelheid hat das immer sehr gern gewollt, und sie wird die Enttäuschung wohl nur schwer verwinden. Aber dein Glück steht mir viel zu hoch, als daß ich dir da zu irgend etwas zureden möchte, was du selber nicht willst. Und du würdest es ja auch nicht tun. Du hast zu große Ideale von Liebe und Ehe. Vielleicht wirst du eben aus diesem Grunde nie die Frau finden, nach der du dich sehnst." „Es käme auf einen ernstlichen Versuch an, Brigitte. Aber sag du mal, mein altes Kerlchen, was treibt denn dich eigentlich dazu, dich hier so halb und halb um die Heimat zu bringen, indem hu mir zu einer Ehe zuredest? Ich meine, du hast hier gern kommandiert, alle haben dich lieb, ich konnte mich auf dich verlassen wie auf mich selber, und nun soll hier plötzlich anders werden, was uns beiden so lange gut genug war?" „Für alleinstehende Damen des Hauses Berken steht ja drüben das Rosenhaus! Es ist schön dort, Arndt, und hierher werde ich ja doch jederzeit kommen dürfen — nicht wahr?" warst — offen gestanden, das verstehe ich nicht. Ich hätte eher gedacht daß du mal Tante Adelheid Pommern besuchen könntest. Sie hätte sich sic „Du kannst immer kommen, Brigitte! Das hier bleibt deine Heimat. Und vorläufig bleib' du ruhig hier noch ein bißchen die Herrin. Mir gefällt es so Und wieder stieg eine ungeheure Wut in Frau Portier Lehmann hoch, die sich am Abend gegen ihren Mann kehrte und am andern Morgen gegen die Heinerken. Jedenfalls hatten die beiden Frauen eine fürchterliche Auseinandersetzung im Keller, und der Fritz Mengers, der mit seinem Vater, einem Flickschuster, im Keller des Hinterhauses wohnte, erzählte grinsend, der falsche blonde Zopf der Frau Portier stecke jetzt auf den schwarzen Haaren der Heinerken, und der schwarze Zopf der Heinerken sitze auf dem strohgelben Kopfe der Frau Portier, und im übrigen hätten sich die beiden im Keller noch ganz andere Sachen an die Köpfe geworfen! Und alles nur, weil eine berühmte Diva ein paar kleinen Mädels einige ihrer schönen, teuren Kleider geschenkt hatte! 3. Kapitel. „Ich verstehe dich ganz gut, Arndt, wenn du ein bißchen hier heraus willst. Aber wozu das ausgerechnet wieder Berlin sein soll, wo du doch schon vor Weihnachten mit dem tollen Udo Bodenstein . jedenfalls sehr. Und anderen Leuten kann's dann ) in , auch recht sein. Und die lante, Adelheid, die soll nur ^uuuiicm vc।uujtii iuiuuc|i. ic hätte sich sicher > die Tochter ihrer Freundin mit irgendeinem andern sehr gefreut und schrieb es mir erst letzthin, daß du > Mann verheiraten." doch mal kommen möchtest." ~ — ....... * ~ ganz unsicher ist. Mir gefällt in Berlin jemand sehr gut. Aber dein Geschmack wird's nicht fein. Es ist eine Filmschauspielerin!" „Das hätte ich mir denken können. Wenn du in her Gesellschaft von Bodenstein nach Berlin fährst, kann nichts Gutes dabei rauskommen. Aber so etwas Ernstliches ist's ja nicht. Du bist selber viel zu klug, um ein solches Experiment zu machen. Eine Filmschauspielerin? Bald genug würde die sich ' wieder in das helle Licht, unter die vielen Menschen, in diese ihr nun einmal gewohnte Atmosphäre zurücksehnen. Du könntest sie hier niemals auf immer fcsthalten. Ein bunter, schillernder Schmetterling fliegt wieder in die Sonne hinaus." Brigitte sagte es mit ihrer ein wenig spröden Stimme, und es klang fast kalt und feindlich. Er sah sie finster an. Dann sagte er: „Ich hätte lieber nichts sagen sollen. Aber da wir nun einmal davon gesprochen haben, will ich noch auf einen anderen Fall zurückkommen. Dir gefällt doch so sehr die Frau von Rankenbühl?" „Eine wundervolle Frau! Und eine Gutsfrau, wie man sie nicht gleich wieder findet." „Siehst du! Und doch war Frau von Rankenbühl vor ihrer Ehe Schauspielerin an einem Hoftheater in Sachsen. Kannst du dir das vorstellen? Und ich habe dir jetzt riesiges Vertrauen gezeigt. Es soll niemand wissen, was Frau von Rankenbühl früher war." „Das kann ich mir denken. Aber von allein kommt keiner auf den Gedanken, und ich freue mich viel zu sehr über dein Vertrauen, als daß ich es je täuschen würde." Da war nun doch wieder die gemütliche Stimmung da. Und sie sprachen von diesem und jenem. Aber zuletzt fragte Brigitte doch noch: „Du denkst also ernstlich daran, jene Frau aus Berlin zu heiraten?" „Nein! Daran habe ich noch nicht gedacht. Immer- hin könnte es möglich sein, daß sie mir so gefiele, daß ich sie heiraten würde." Da schwieg Brigitte von Berken. Sie wußte ja ganz genau: es hatte keinen Zweck, jetzt auch nur noch ein Wort zu sagen in dieser Sache. Er tat ja doch, was er für gut befand. Aber in ihr war ein tiefer Haß auf jene Frau, die hier vielleicht eines Tages ihren Einzug halten würde. Eine Frau, die nicht hierher paßte! „Langweilst du dich, wenn ich fort bin?" fragte er und blickte forschend in ihre dunklen Augen. Sie erwiderte den forschenden Blick aufrecht und gerade. Dann sagte sie: „Langweilen? Nein! Aber ich würde mich freuen# wenn du nicht allzulange fortbliebft" Er drückte ihre Hand. „Ich werde mir jedenfalls Mühe geben, Brigitte!" (Fortsetzung folgt!) Der Erntedanksesttag auf dem Lande von Pfarrer Weck (Öber-Eschbach), eingeübt. Das Heuchelheim TI — Krofdorf II 8:5. Das Spiel brachte viele Tore und verlief recht anregend. Die Platzmannfchaft nützte dabei den Vorteil Les Platzes geschickt aus und war stets etwas im Vorteil. Der Sieg fiel daher auch verdient an Heuchelheim, obwohl die Gäste dem Sieger nicht viel nachstanden. Licht der dichte Nebel weichen mußte, da prangte das Dorf im Schmuck der Fahnen. Don 7 bis 8 Uhr Klein-Linden. 00 Schon vor dem Erntedankfest sammel- ten die Konfirmanden im Dorf Erntegaben zum Ausfchmücken der Kirche. Die Gaben, viele Körbe voll Früchte aller Art, kommen den hiesigen Schwesterstationen, Kleinkinderschule und Krankenstation, sowie dem Elisabethenstift in Darmstadt zugute. Am Samstagabend läuteten die Glocken das Erntedankfest ein. Am Sonntagvormittag strömten die Volksgenossen aller Berufe zum Festgottesdienst in die überfüllte Kirche. Der Kirchenchor sang einen Dankchoral, der Ortsgeistliche predigte über Psalm 34. Er rief auf zum Dank gegen Gott, zum Dank auch gegen den Führer unseres Volkes, der in unser Volk die Empfindung für Volkstum und die Anerkennung des Schöpfungsgedankens gebracht habe, und forderte, daß mit dem Dank auch die innere Haltung unseres Lebens eine rechte werde. Am Nachmittag versammelten sich auf dem großen Platz vor dem neuen Spritzenhaus sämtliche nationalsozialistischen Verbände, die freiwillige Feuerwehr und ein großer Teil unserer Gemeindeglieder, um die Uebertragung der Rede des Führers vom Bückeberg anzuhören. Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", vom Posaunenchor vorgetragen, eröffnete die Feierstunde. Die „Nationale Sängeroereinigung Eintracht-Harmonie" sang unter Leitung ihres Chormeisters Harnisch (Watzenborn- Steinberg) passende Chöre, und vom geschmückten Erntewagen herab sprach Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann darüber,°daß wir nicht nur Grund hätten, für ein Jahr segenbringender Ernte zu danken, sondern daß wir darüber hinaus auch zu Dank verpflichtet feien für ein Jahr jetzt schon früchtetragender Arbeit der nationalsozialistischen Regierung. Mit der Aufforderung an alle Volksgenossen, mitzuhelfen an den großen noch vor uns liegenden Aufgaben und uns in Treue hinter unfern Führer zu stellen, schloß er seine Ausführungen. Dann lauschte die Menge den Uebertragungen vom Bückeberg. Sturmbann-Adjutant Becker brachte zum Schluß das „Sieg-Heil" auf den Führer aus. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst» Wessel-Liedes fand die Nachmittagsoersammlung ihr Ende. Am Abend wurde im Saale des Gasthauses „Zur Deutschen Eiche" ein Volksfest gefeiert, das durch Gesangsvorträge des Männergesangvereins „Arion", von Ehrenchormeister Konrad Nikolai (Großen-Buseck) geleitet, durch Reigen des BdM. und Konzertstücke der Kapelle Lenz besondere Ausschmückung erfuhr. Sturmbannadjudant Becker wies auf die Bedeutung des Erntedanktages für alle Volksgenossen hin. Bei flottem Tanz gingen die Feststunden rasch zu Ende. Dleseck. der mit uns feiern. Im überfüllten Festgottesdienst mit allen Gliederungen der NSDAP, behandelte Pfarrer Sattler in seiner Festpredigt die Lehre des Brotes. Das Brot stärkt 1. als Erdenbrot die Verbindung mit der Erde, 2. als Gottesbrot die Beziehung zu Gott und 3. als Menschenbrot den Zusammenhang mit den Mitmenschen. Unter Leitung von Lehrer S ch n e i d e r fang die Chorschule zwei schöne Chöre. Kinder legten unter Aufsagen von Erntesprüchen die Gaben am Altar nieder, aus dem zwei neue große Leuchter aufgestellt waren, die nach dem Entwurf von H. Sattler in der Werkstätte von Töpfermeister K. Keßler angefertigt wurden. Ein überraschendes Bild bot am Mittag der in großer Vielseitigkeit und Buntheit durchgeführte Festzug, geführt von der Kapelle M a n k, der durch die sahnen- und blumengeschmückten Straßen des Dorfes führte und im Parteilokal Braun endete. Hier wechselten in bunter Reihe bis zu den Uebertragungen Massenchöre der Sängervereinigung und der „Eintracht", die unter Leitung- von Dirigent Philipp Groß „Deutschlands heiliger Name" und „Mahnung" von Heinrichs und Silcher wirkungsvoll brachten, mit Reigen und Vorführungen des Turnvereins unter Leitung von Turnwart O. R e e h und Darbietungen der Musikkapelle. Ortsgruppenleiter K. Euler begrüßte die Erschienenen herzlich und gab in kurzen Ausführungen die nötigen technischen Anweisungen. Froher Tanz in allen Lokalen beschloß das wohlgelungene Erntefest. Heuchelheim. ck. Das Erntedankfest wurde auch in diesem Jahre hier wieder in eindrucksvoller Weise gefeiert. Den Auftakt bildete der in Erwartung eines sehr starken Besuchs in der festlich geschmückten Turnhalle abgehaltene Gottesdienst. Ein großer Erntekranz schmückte die Bühne, auf dem Altar standen die herrlichsten Früchte aus Feld und Garten. Zu Beginn der Erntedankfeier zog Pfarrer Weisel mit einer Schar festlich gekleideter Mädchen und Knaben der oberen Klassen, die jedes in einer Schale eine Sorte Feld- oder Gartenfrüchte trugen, vor den Altar. Hier brachten die Kinder in einem Sprechchor den Dank für die Ernte zum Ausdruck. Verschönt wurde die Feier noch durch den Vortrag von Liedern der Konfirmanden und des Kirchenchors. Nachmittags folgte die gemeinschaftliche Feier mit der Ortsgruppe Gießen-Nord, über die am Montag schon berichtet wurde. Steinbach. 5 Die Feier des E r n t e d a n k f e st e s in unfern Gemeinde nahm einen schönen Verlauf. Um 10.30 Uhr sand Festgottesdienst statt, der von allen Formationen und Vereinen und der Gemeinde gut besucht war. Die Kinder hatten auch dieses Jahr ein Erntedankfestspiel „Der Jahreszeiten Sendung" Launsbach — Wißmar 5:6. 1 • i *4 Dieser mit Spannung erwartete Lokalkampf war sehr gut besucht. Der Kamps war wohl hart, blieb aber stets im Rahmen des Erlaubten und sah diesmal die Gäste als die glücklichere Partei. Das Spiel reihte sich würdig an die bisher ausgetragenen Kämpfe an. dankstimmung. Der Frauenchor sang ein Lied im Erntespiel, und nach der Predigt noch einen Chor. Die Festpredigt des Pfarrers D ö l l forderte zum Dank gegen Gott auf, der beste Dank ist ein Leben im Dienste Gottes und des Nächsten. Nachmittags etzte sich der Festzug zunächst nach Albach in Bewegung, hier schlossen sich die Albacher Gemeindeglieder an. Der Zug ging dann nach Steinbach zurück. Hier verlebte man — wie am Montag schon berichtet — die weiteren Stunden gemeinsam mit den Gießener Volksgenossen. — Auch in Albach war Vormittags ein sehr gut besuchter Festgottesdienst, die Kinder hatten ein schlichtes Erntefestspiel eingeübt und trugen damit zur Verschönerung des Festgottesdienstes bei. hausen. # Mit Millionen deutscher Männer und Frauen eierte unser Ort das E r n t e d a n k f e st, das Fest des deutschen Bauern. Um 9.30 Uhr begann auf dem Alten Friedhof um die Kirche im Freien der Festgottesdienst. SA. und die politischen Organisationen nahmen daran teil. Zwei Lieder des Frauenchores verschönten die Feier. Einen schönen Anblick boten die sinnvoll aufgebauten Erntegaben aus Garten und Feld mit dem prachtvollen Erntekranz in der Mitte. Gegen 14 Uhr empfing man ungefähr 80 Festgäste aus Gießen (aus der Ortsgruppe Mitte). Dann bewegte sich unter Begleitung der Musik des Spielmannszuges des Turnvereins von 1864 ein stattlicker Festzug durch das im Blumen- und Fahnenschmuck prangende Dörfchen: Schuljugend, Jungvolk, HI., SA., BDM., NSDAP., NSBO. und viele weitere Ortsbewohner. Dazwi- sch n eingegliedert fuhr der große, prachtvoll geschmückte und mit Früchten reich beladene Wagen des Obst- und Gartenbauvereins Hausen, (Siehe das gestrige Bild. D. Red.) die Schnittergruppe der Frauenschast mit prächtigem Erntekranz und auf einem Wagen „Die Honigküche" der Hausfrauen mit vielen Kindern. Der Rundgang endete auf dem Adolf-Hitler-Platz. Hier begrüßte der Ortsbauernführer Theodor Schlag die Gäste. Der Gesangverein Eintracht sang das ansprechende Lied: „Nun schweige jeder von seinem Leid", Lehrer Ranft sprach in schlichten Worten vom Erntedankfest in seiner doppelten Bedeutung als Erntefest und als Dankfest. Nach einem zweiten Chorlied erhielten alle anwesenden Kinder Brezeln. In der folgenden Pause waren die Gießener bei den Freunden aus Hausen zu Gast bei Kaffee und Zwetschenkuchen. Nach 16 Uhr füllte allmählich eine nach mehreren Hunderten zählende Schar den Adolf-Hitler-Platz vor dem Rathaus und hörte die Begrüßungsansprache von Minister Dr. Goebbels und die sehr eindrucksvolle Rede des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Zum Schlüsse sang die stattliche Versammlung das übertragene ,^)orft« Wessel-Lied" und „Deutschland, Deutschland über 1 alles" feierlich mit. Nach dem Abendessen bei ihren Gastgebern sammelten sich die Gießener Volks- ’ genossen in der Gastwirtschaft zum Adler und tra- : ten gegen 21 Uhr in froher Stimmung den Heimweg nach Gießen an. Allen-Vuseck. Das Erntedankfest wurde durch feierliches Glocken- i geläute am Samstag eingeleitet. Die Häuser waren i mit Blumen, Girlanden und den Früchten des t Feldes festlich geschmückt. Als am Sonntagmorgen : die Sonne ihre ersten Strahlen sandte, und ihrem X Den Erntefesttag beging unsere Gemeinde in überaus festlicher Weise, trotzdem die vorjährigen Gäste aus der Stabt in diesem Jahre von '.piaccec zd e a ^uet»v^|u^uuu^, emyeuui. -uu» uu» -vuij »n uujmuu u« v«*/”6*1- •vu*‘ * *'»=’ ° «*•#*- fehlten und erst im nächsten Jahre diesen Tag wie- Spiel mit seinen Liedern brachte die rechte Ernte-> veranstaltete der Posaunenchor ein Konzert bei der chen Schotten. Turnkreisführer Thierolf (Friedberg) und Kreisoberturnwart Dr. S i e g e r t (Stockheim) haben für eine abwechslungsreiche Gestaltung der Zusammenkunft Sorge getragen. Es wird lebhaft begrüßt, daß auch der langjährige Schwimm- wart der DT., UniverfitätsTurn- und Sportlehrer Robert Braun (Frankfurt a. M.), als Gast anwesend sein und über „Die Bedeutung des Alters- turnens" sprechen wird. Gleichzeitig nimmt Schotten die Dietwart- t a g u n g des Turnkreises unter Leitung von Kreis- dietwart S ch w i ck e r t (Nieder-Mörlen) auf. Der Arbeitsplan dieser Tagung fällt zum Teil zusammen mit den Veranstaltungen der Altersturner. In folgenden Vorträgen werden die wichtigsten Fragen des Dietwesens behandelt: „Das Wesen deutschen Turnertums und die Stellung der Leibeserziehung im Dritten Reich" (Studienrat Dietz (Bad-Nau- heim); „Führung und Gefolgschaft" (Lehrer Becker (Ober-Seemen): „Dietwart und Presse" (Gaugruppenführer O ß w a l d (Bad-Nauheim); „Praktische Sietarbeit im Verein" (Kreisdietwart S ch w i ck e r t). Schotten hat sich für Samstag und Sonntag zu dem Turnertreffen gerüstet; es wird allen Gästen einen freundlichen Empfang bereiten. Handball im Gan XII der DT. Bezirksklasse: Goßfelden — Lützellinden 3:6 (1:4). Die Gäste hatten sich in diesem Spiel etwas vorgenommen und führten bereits in der ersten Hälfte mit klarem Vorsprung. Die Mannschaft ging sofort zum Angriff über und drängte den Gastgeber in seine Hälfte zurück. Die Ausbeute waren vier schöne Tore während Goßfelden nur einen Gegentreffer buchen konnte. Nach dem Wechsel war Las Spiel verteilt und brachte jeder Partei noch zwei Erfolge. Lützellinden hat sich damit einen der ersten Plätze in der Spitzengruppe gesichert. Kreisklasse I: Lpv. 05 Wetzlar — Hochelheim 5:9 (3:5). Das Spiel war überaus wechselvoll. Die Platzmannschaft konnte in der ersten Hälfte dreimal in Führung gehen, mußte sich aber immer wieder Len Ausgleich gefallen lassen. Durch den größeren Eifer und technisch etwas bessere Leistung vermochte dann der Gast bis zum Wechsel noch zwei Tore zu erzielen und damit Len Pausenstand von 5:3 herzu- tellen. Die zweite Halbzeit sah die Gästemannschaft ast stets im Angriff, Wetzlar kam nur noch zu einigen Durchbrüchen. Hochelheim warf in kurzen Ab- tänden vier weitere Tore denen Wetzlar erst kurz vor Schluß noch zwei Erfolge entgegensetzte. Groß-Rechlenbach — Hörnsheim 3:5. Die Platzmannschaft hatte gegen die Gäste, die in einer neuen Aufstellung antraten, einen schweren Stand, und mußte dem Spielverlauf entsprechend eine knappe Niederlage hinnehmen. Kreisklasse II: Hochelheim II — Hausen I 13:4 (5:1). Hausen mußte in Hochelheim eine hohe Abfuhr einstecken. Die Dtannschaft konnte gegen das technisch gute und harte Spiel der Platzbesitzer nicht ankommen und ließ jegliche Zusammenarbeit vermissen. Trotz der hohen Niederlage kämpften die Gäste unverdrossen.________________________________ Den besten Kauf macht man in Ruhe zu Hause... £ L 'ML •A >" Es gibt not eine Wichtige föfaferregef tm6 die heißk: Dergleichen, vergleichen, vergleichen! Schön ond gut! — Wenn Sie den sieben, langen Tag nichts zu tun hätten dann könnten Sie, um ein Stück Seife zu kaufen, zwanzig Geschäfte durchlaufen, mit vielen Fragen die armen Der« kaufer plagen und sich so mühsam die Warenkenntnisse zu« sammenklauben, die notwendig sind, wenn man wirklich guk und preiswert kaufen will. Aber Sie haben zu tun,- Sie haben sogar viel zu tim? denn Sie wollen den anstürmenden Aufgaben des tägliche» Lebens gerecht werden. Wie gut, daß es da noch eine bessere und weniger zeitraubende Möglichkeit gibt, sich tag, lich eine gründliche Kenntnis des gesamten Warenmarktes zu holen: Den Anzeigenteil der Zeitung. Da finden Sie alle Artikel, die in die engere IBdjl zu stellen sich lohnt. Da wird Fhnen in treffenden Worte» und anschaulichen Bildern geschildert, welche besondere» Eigenschaften dieser Artikel, was für Vorzüge jene Ware hat. Anzeigen sind gute Wegweiser durch das Labyrinth des modernen Marktes,- sie sind nicht nur erfolgreiche Werber für den Verkauf, sondern auch tatkräftige Helfer für den günstigsten Einkauf: Anzeigen helfen Ihnen kaufen) sie helfen -em Werbungireibenden verkaufen! Die Olympische Hymne für 1936 gewählt. Pmipfp iphpr Dlnmniabe werden mit einem ' Olympia! und damit als Preisträger Herr Robert L u b a h n i zeichnen, aus Berlin festgestellt. Die Hymne lautet: l 8. Oktober 1934. 38580 S Steinbach und Hausen, den 2. Oktober 1934. 8g Eg in seinen Höhepunkten Us scmachien r des größten Krieges aller Zeiten Die Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 4. Oktober, 2 Uhr nachmittags statt g 5744 D Die Schlacht Cnntmo derMillionen: W RIA LAU D Gießen (Wettergasse 5), den 3. Oktober 1934. 5739D Auf 5732 D Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Gas- und Bombenangriffe Flieger-Kämpfe und Tank schlachten Zwei Mill i on en bester deutscher Männer blieben auf der Walstatt Die Riesen Zahnarzt Dr. Schott von der Reise zurück Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester,Schwägerin, Tante und Gote Frau Kathrine WalbWwe., geb. Haas nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von nahezu 82 Jahren in die ewige Heimat abzurufen. Die Beerdigung findet Donnerstag, 4. Oktober, nachmittags 3 Uhr, statt 5738 D ferne geschlossen teilnahmen. Es ging eine Kollekte von 110 Mark ein. Gegen 13 Uhr bewegte sich unter den Klängen schneidiger Marschmusik, ausgeführt von dem hiesigen Posaunenchor, ein stattlicher Festzug durch das Dorf. Alle Formationen der NSDAP, beteiligten sich daran. HI. und BdM. stellten drei originelle Festwagen, einen Erntewagen, einen Wagen, der das „Frühstück auf dem Felde" darstellte und „Die Spinnstube". Auf der „Festwiese" fand dann die Feier statt. Nach einleitenden Worten von Bürgermeister Knopper und dem gemeinsam gesungenen Lied „Nun danket alle Gott" folgten Sprechchöre, Gedichte und Lieder ernsteren Inhalts. Den ersten Teil beschloß eine Ansprache von Ortsbauernführer H. S a m e s, In tiefer Trauer: Ludwig Walb L und Familie Sophie Schlag, geb. Walb, und Familie Friedrich Walb und Familie WereineBrilleträgt gebrauche das beliebte TrainersAugenwasser Bestes Mittel zur Stärkung der Augen und Erhaltung der Sehkraft. 4805A Alleinverkauf hier: Drogerie Kreuzplatz 10. Völker! seid des Volkes Gäste, Kommt durchs offene Tor herein! Ehre sei dem Dölkerfeste! Friede soll der Kampfspruch fern. Junge Kraft will Mut beweisen. Heißes Spiel Olympia! Deinen Glanz in Taten preisen, Reines Ziel: Olympia. Vieler Länder Stolz und Blüte Kam zum Kampfesfest herbei: Alles Feuer, das da glühte, Schlägt zusammen hoch und frei. Kraft und Geist naht sich mit Zagen. Opfergang Olympia! Wer darf deinen Lorbeer tragen, Ruhmesklang: Olympia? Wie nun alle Herzen schlagen In erhobenem Verein, Soll in Taten und in Sagen Rechtsgewalt das Höchste sein. Freudvoll sollen Meister siegen. Siegesfest Olympia! Freude sei noch im Erliegen, Friedensfest: Olympia. Unter den übrigen Arbeiten befinden sich einige, die dem preisgekrönten Gedicht an Schönheit und Schwung fast gleichkommen. Eine kleine Auswahl der besten Gedichte soll demnächst in einem besonderen Bändchen veröffentlicht werden. Das Olympische Organisationskomitee hat durch seinen Pressedienst das preisgekrönte Gedicht den Nationalen Olympischen Komitees und den wichtigsten Zeitungen der ganzen Welt mitgeteilt in der Zuversicht, von Freunden der olym-pischen Sache versmaßgetreue Uebersetzungen in die verschiedenen Sprachen zu erhalten. Es hat sich dabei vorbehalten, die schönsten Uebertragungen durch Preise auszu- Torfmull Dungkalk sowie Brennstoffe aller Art empfiehlt jedes Quantum sofort lieferbar H. Glattliaar&Soh Gießen, Frankfurter Str.19 M81D Danksagung. Für alle Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen innigen Dank. Namens der Hinterbliebenen: Frau Berta Rühl. Leiterin der NS.-Frauenschaft, hat sich, wie alljährlich, besonderes Verdienst um die Ausschmückung der Kirche und die Ausgestaltung des Festzuges erworben. Der Zug führte in den Hof des neuen Schulhauses, wo die Empfangsanlage für die Feier vom Bückeberg war. Vor Beginn der Uebertragung sangen die genannten Vereine weitere passende Chore, und es hielten noch kurze Ansprachen der Stützpunktleiter Nau- Weitershain und Bürgermeister Sohl. Das Dorf stand im Schmuck der Hakenkreuzfahnen. Dorf-Gill. x Das Erntedankfest wurde auch in unserer Gemeinde würdig gefeiert. Sonntag morgen fand ein Dankgottesdienst statt, an dem SA. und SA.-Re- Vogtsche Handelsschulen Gießen-Herborn Anmeldung: Goethestr.32 Beginn: 8. Oktober 558OA Halbjahres-Kurse Monatlich RM. 20.00 Keine Nebenkosten Arbeitslose zahlen nur 50% Annliholz liefert. JobmmesWeller Zimmerei und Sägewerk Leihgestern b Gießen. soeoD Karten 0.60, 0.80, 1.-, 1.20 Mk. Kinder nachmittags halbe Preise Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzNWCo., 1 Gießen Seltersweg 44 476ga Astor las« ________________________________________5731 A der in seinen Ausführungen auf die Bedeutung des Reichserbhof- und des Reichsnahrftandgesetzes ein- ging. Den zweiten Teil eröffnete die „Spinnstube mit einem alten Volkslied. In bunter Reihenfolge wechselten Volkstänze, Lieder und Turnvorfuhrun- gen des BdM. und der Jungmadel ab. Den Abschluß der wohlgelungenen Feier bildete eine hu- moristische Rede in Mundart von SA.-Trupp- führer R e u h l. Nach einem Sieg-Heil auf den Führer, dem Deutschlandlied und dem Horst-Wesse - Lied wurde geschlossen abmarschlert. Am Nachmittag hörten dann alle Volksgenossen die Uebertragung der Feierlichkeiten auf dem Buckeberg. BdM. und HI. ließen es sich nicht nehmen, nut den Festwagen nach dem Nachbardorf Eberstadt zu fahren, wo keine Feier stattgefunden hatte. SA.-Fuhrer R e u h l hielt auch hier eine kurze Ansprache. Holzheim. > Die Einwohner unseres Dorfes hatten aus Anlaß des E r n t e f e ft t a g e s ihre Häuser festlw) geschmückt. Am Feldgottesdienst nahmen sämtliche Gliederungen der NSDAP, und die örtlichen Vereine teil. Die Fahnenabordnungen nahmen neben dem Altar Aufstellung. Nach dem Gottesdienst wurde eine Gefallenen-Gedenkfeier am Kriegerdenkmal abgehalten. Zellenwart Pg. Kuhl hielt eine kurze Gedächtnisansprache. Bei gesenkten Fahnen und in einer Minute der Stille gedachte man der gefallenen Helden. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug, an dem sich die ganze Gemeinde beteiligte, durch die Straßen des Ortes. Bei der Kundgebung auf einer Wiese außerhalb des Dorfes hielt der Zellenwart Pg. Kuhl eine begeisternde Ansprache. Der Gesangverein, der Posaunenchor und der BdM. wirkten bei der Feier mit. Das Horst-Wessel-Lied und das Deutschland-Lied beschlossen die Feier. Anschließend hörte man die Uebertragung der Feier auf dem Bückeberg. Grüningen. + Der Tag des deutschen Erntedankfestes wurde hier in würdiger Weise begangen. Am Samstagabend läuteten die Glocken den Erntedanktag ein. Unter größter Beteiligung der Gemeinde fand am Sonntagmorgen der Erntedankfestgottesdienst statt, bei dem Pfarrer S t a u b a ch - Watzen- born-Steinberg die Predigt hielt. In der geräumigen Turnhalle versammelten sich am Nachmittag fast die gesamte Einwohnerschaft, um gemeinsam der Rede des Führers zu lauschen. Mit dem Liede „Goldne Aehre du mußt fallen" wurde die schlichte , Feier eingeleitet. Ortsqruppenleiter Otto Mar- : steller begrüßte die zahlreich Erschienen und wies : auf die Bedeutung dieses Tages für die gesamte Nation hin. Anschließend sprach Ortsbauernfuhrer Karl Marsteller, der in seinen Ausführungen : über Erbhofgesetz und Reichsnährstandsgesetz sprach. 1 Sodann wurde die Feier auf dem Bückeberg mittels ■ des neuen, von der Gemeinde angeschafften Radio- - apparates übertragen. Gespannt lauschten die Zu- : Hörer den Reden des Führers, des Reichsbauern- t führers und des Reichspropagandaministers. Dor- - führungen und Reigen des BDM., die von der Lei- ; terin des BDM., Marie Jsheim, eingeübt worden , waren, umrahmten die Reden. Deutsches Rotes Kreuz, SanitätskolonneGieHen Donnerstag, den 11. Oktober 1934, abends 8 Uhr, beginnt unter ärztlicher Leitung ein neuer MsvlMWlmsus in öer einen öilfeieiftnng Del llnglüdsfüllen ufro. Im Depot sonnenflrnBe 2. An dem Kursus können unbescholtene Personen jeden Standes, welche das 18. Lebensjahr vollendet haben und gewillt sind sich, an der Arbeit der Kolonne aktiv zu beteiligen, teilnehmen. 5729D Anmeldungen imDebot,Sonnenstratze 2 (Rettungswache), oder beim Kol.-Führer Kratz, Diezstratze 11. Der Kolonnenführer. Furchtbar wütet die Kriegsfurie! Erde zittert. — Dörfer und Städte sinken In Staub und Trümmer Sonderzug „b der Reichsbahn mit großer Preisermäßigung am Sonntag, dem 7. Oktober 1934, nach Kassel und zurück Fahrpreis 3. Klasse Hin- und Rückfahrt ab Gießen 4,40 RM. Zug fährt Gießen ab 859 Uhr, Kassel an 10 9 Uhr. Kassel ab 1810 Uhr, Gießen an 21” Uhr Die Spiele jeder Olympiade werden mit einem genau festgelegten, sehr feierlichen Zeremoniell er- öffnet. Nachdem das Staatsoberhaupt vor den aus- marlchierten Teilnehmern die Eröffnung verkündet hat, setzt ein Trompetensignal ein und werden Salutschüsse gelöst; das olympische Feuer wird entzündet, die Flagge mit den fünf Rmgen wird gehißt und Brieftauben fliegen auf. Alsdann setzen Chöre mit einer Kantate ein. Bei den Spielen von Los Angeles 1932 ist als Kantate die von Bradley-Keeler verfaßte „Olympische Hymne" gesungen worden. Dem Internationalen Olympischen Komitee lag bei seiner Sitzung zu Wien im Juni 1933 eine Anregung vor dieses Weihelied als offizielle Olympische Hymne für alle Seiten anzunehmen. Demgegenüber beantragte da- mals der Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, Dr. Lewald (Deutschland), mit Rücksicht auf seine große musikalische lieber« (ieferunq auf jeden Fall die Aufführung einer eigenen Hymne zu gestatten. Seinem Anträge wurde mit der Maßgabe stattgegeben, daß bei der Feier der Berliner Olympiade 1936 neben der neu zu schaffenden auch die Hymne von Bradley-Keeler aufgeführt werden solle. Nachdem sich Richard Strauß bereit erklärt hatte, das Weihelied zu vertonen, schrieb das Organisationskomitee zur Gewinnung eines geeigneten Textes zunächst einen beschränkten Wettbewerb und später, als dieser kein befriedigendes Ergebnis hatte, einen allgemeinen Wettbewerb mit einem Preise von 1000 Reiechsmark aus. Daraufhin find über 3000 Gedichte eingegangen. Sie zu fichten war die mühevolle Aufgabe des Dichters Dr. Borries Freiherrn von Münchhausen. Er und der Präsident des Organisationskomitees, Dr. Lewald, haben in ihrer Eigenschaft als Preisrichter schließlich als schönstes und zugeich geeignetstes das hierunter abgedruckte Gedicht ausgewählt, mit dessen Vertonung sich auch Richard Strauß bereits einverstanden erklärt hat. Bei der Oeffnung der Umschläge am 20. September d. I. wurde als Verfasser des Liedes Bee -jUee l8tb?:sstb79etrOdeenrUhatae; ÄoßeTrittflecke..^ Wi 6 'Hochglanzbeize mitL0B^Ln? Für Bretter- auffHschten?^rum d böden, L-,n