Nr. 205 Erstes Blatt 184. Jahrgang Montag, 3. September 1934 Erschein! täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Ml 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen Postscheckkonto: gtantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/n mehr ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das Problem der Tropen. Don E. von Ungern-Siernberg Es hat bisher als ein allgemeingültiger Grundsatz gegolten, daß die tropischen Teile unseres Erdballs von der weißen Rasse aus physiologischen und medizinischen Ursachen nicht besiedelt werden könnten. Der Weiße, hieß es, sei bestenfalls in der Lage, unter Wahrung gewisser Vorsichtsmaßnahmen als Angestellter oder Plantagenbesitzer eine Reihe von Jahren in den Tropen zu verbringen, ohne seiner Gesundheit zu schaden; zur physischen Arbeit aber sei er unfähig, und seine Nachkommen seien bereits in der zweiten oder dritten Generation dem Untergang geweiht oder entartet. Vor etwa fünfzig Jahren, als die Wissenschaft noch nicht den gelben Tod zu bekämpfen verstand und selbst das Anlaufen der Dampfer in den großen Häfen Südamerikas, wie z. B. in Santos, mit Gefahren verbunden war, als die Hamburg-Südame- rikanische Dampsschiffahrts - Gesellschaft dort noch Fieberhospitäler für Mannschaften und Passagiere unterhalten mußte, mochte diese Annahme unwidersprochen bleiben. Der weiße Mann der gemäßigten Zone verstand es nicht, sich dem tropischen Klima anzupassen. Er wollte es im übrigen auch gar nicht: er ging dorthin mit dem Bewußtsein eines Herrenmenschen, dem die Arbeitskraft der Eingeborenen zur Verfügung stand, der unter möglichst vorteilhaften Bedingungen sein europäisches Leben fortsetzen wollte. Der Strom der Auswanderer ergoß sich hauptsächlich in Länder mit gemäßigtem Klima, nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, nach Südbrasilien, Argentinien, Südchile usw. Die Länder der Tropen aber blieben zwangsläufig der Masseneinwanderung verschlossen. Seitdem nun die von der weißen Rasse bewohnten Länder der Erdkugel für die anwachsende Bevölkerungszahl eng zu werden begonnen haben und der Bevölkerungsüberschuß nach einem neuen Leerraum drängt, ist das Problem der Erschließung der Tropen und die Beschaffung von Lebensbedingungen für den weißen Mann wieder in den Vordergrund der Betrachtungen getreten. Die Frage ist für Australien von ganz besonderer Bedeutung, das den fünften Kontinent der vordrängen- den gelben Rasse verschließen und „w e i ß" erhalten will. Man darf sagen, daß Australien mit seinen nur 6,5 Millionen Einwohnern, von denen etwa fünf Sechstel in den Städten wohnen, e i n Raum ohne Volk ist. Namentlich der tropische, teilweise sehr fruchtbare Norden ist gänzlich unbevölkert. Der Vizekanzler der Universität Melbourne, Sir James Barret, hat kürzlich nach eingehendem Studium eine Arbeit veröffentlicht, in der er das Vorurteil der Unbewohnbarkeit der Tropen für die weiße Rasse bekämpft. Er führt als Beispiel Queensland an, in dem sich nun b e - reits durch drei Generationen eine rein weiße Bevölkerung vortrefflich dem rein tropischen Klima angepaßt habe und in der Lage sei, physische Arbeit zu leisten, ohne daß ihre Gesundheit darunter litte. Allerdings beträgt die Gesamtbevölkerung dieses Gebietes von einer halben Million Ouadratmeilen nur 169 770 Einwohner, aber seit dem Jahre 1923 hat sich die Bevölkerungszahl um 29 000 allein durch Geburtenzuwachs vermehrt. Die Körperbeschaffenheit der Männer aus dem tropischen Queensland, die als Soldaten den Weltkrieg mitmachten, ist ausgezeichnet. Der von den Physiologen angeführte Grund gegen die Besiedlung der Tropen durch Weiße, daß der Farbige dem Weißen dort überlegen sei und bessere Arbeit leisten könne, dürfe nicht verallgemeinert werden. Nur beweise der Farbige durch die Art, sich zu kleiden und durch seine Lebensgewohnheiten größere Klugheit. So lege er z. B. bei physischer Arbeit meistens seine Kleidung ab und führe dadurch eine bessere Regulierung der Körpertemperatur herbei. Depression und Weltwirtschaftskrise haben Tausende und Abertausende von Weißen, die bisher tm tropischen Ni e d e r l ä n d i s ch - I n d i e n und auf den Inseln des Pazifik ein Herrendasein führten, hohe Gehälter bezogen und Reichtümer an- fammeln konnten, vollständig entwurzelt. Regierung und Plantagenunternehmer sahen sich gezwungen, die teuren weißen Kräfte durch schlecht bezahlte Eingeborene zu ersetzen, und so ist denn allmählich ein weißes Proletariat entstanden, das endgültig bei den Farbigen den Nym- bus des mächtigen und unantastbaren weißen „Tuan" vernichtet hat. Unter diesen ruinierten Weißen befindet sich mancher früher wohlhabende Händler oder Pflanzer, der nicht mehr in der Lage ist, seinen Wohnort zu verlassen, weil er keine Mittel mehr dazu hat. Viele dieser Unglücklichen verschwinden aus dem Gesichtskreis der anderen Europäer, um ein Asyl im Busch zu suchen, und niemand weiß, wie sie existieren und ob sie überhaupt noch leben. In Neu-Guinea, in den Neuen Hebriden und in den anliegenden Inselgruppen gibt es heute Briten, Franzosen und Holländer, die alles verloren haben. Ihr Geschäft ist kaputt und ihr Anwesen verschuldet. Es fehlt ihnen das Geld zur Heimreise; ihre Lebenskraft ist untergraben, und nun lungern sie an den tropischen Gestaden herum. Es ist ein ungemein akutes Problem, einen Ausweg für diese Menschen zu schaffen. Wollte man sie heimbefördern, — sie würden sich kaum wieder als nützliche Mitglieder der europäischen Gemeinschaft ein'gliedern. Aber ihre langen Tropenerfahrungen könnten sie befähigen, als Pioniere in tropischen Siedlungsgebieten zu wirken, sofern von staats- wegen die notwendigen wirtschaftlichen und hygienischen Vorbedingungen geschaffen werden könnten. Die Südsee ist entzaubert. Der Besucher jener paradiesischen Inseln, die man in Europa in Filmen zu sehen bekommt, stößt heute überall auf eine -große Zahl von armen, heruntergekommenen Weißen, die schon lange ihren Rassestolz eingebüßt haben, sich leicht als Handlanger der kammunisti- Amerika vor einem neuen Riesenstreik. Rund eine Million Textilarbeiter in den Ausstand getreten. — Man befürchtet Ausschreitungen als Folge kommunistischer Heharbeit. Washington, 3. Sept. (DNB.-Funkspruch.) In der Nacht zum Sonntag begann der größte Streik, der jemals von dem amerikanischen Gewerkschaftsbund ins Werk gesetzt worden ist. A n - nähernd eine Million Ange st eilte der Baumwoll-, Woll- und Kunstseiden- i n d u st r i e dürfte die Arbeit e i n g e st e l l t haben. Da der heutige Montag ein nationaler Feiertag ist, wird es erst am Dienstag möglich sein, sich ein klares Bild davon zu machen, in welchem Umfang in den einzelnen Staaten die Arbeit ruht. Die Streikführer erklären, daß eine Million Textilarbeiter Streikbefehl erhalten hätten. Andere Schätzungen dagegen besagen, daß es sich nur um 660 000 Arbeiter handelt, nämlich um 407 000 Baumwollarbeiter, 150 000 Seiden- und Kunstseidenarbeiter und 130 000 Wollarbeiter, die in 2781 Fabriken beschäftigt seien. Im Süden der Vereinigten Staaten wird der heutige Arbeitsfeiertag nicht allgemein innegehalten und infolgedessen wird sich bereits ein Eindruck gewinnen lassen, wie weit die Behauptung der Arbeitgeber zutrefft, daß die M e hrzahl der Angestellten gegen den Aus st and sei. Der Präsident des Baumwolltextilinstitutes, Sloan, hat am Samstag erklärt, die Arbeiterschaft von 12 Fabriken im Süden habe mit überwältigender Mehrheit gegen die Befolgung des Streikbefehls gestimmt. Befürchtungen, daß es zu Zusammenstößen zwischen Streikenden und Arbeitswilligen kommen könnte, werden allgemein geäußert. Die Arbeiterführer im Süden erklären, sie seien entschlossen, durchzuhalten und glaubten, daß die Arbeitgeber sich gezwungen sehen würden, die von den Arbeitern gestellten Bedingungen anzunehmen. Die Forderungen der Textilarbeiter lauten wie folgt: 1. Sechsstündiger Arbeitstag und fünftägige Arbeitswoche bei gleicher Bezahlung für alle Bezirke. 2. keine Verminderung der jetzigen Wochenlöhne. 3. Aufhören der Zurücksetzung in der Behandlung organisierter Arbeiter. 4. Aufhören des Brauches, die Zahl der von einem Arbeiter benutzten Websiühle zu vermehren, ohne zugleich den Lohn zu erhöhen. 5. Anerkennung des Verbandes als Vertreter der Arbeiter bei Verhandlungen. 6. Einsetzung eines Schiedsgerichtes. 7. Stärkere Vertretung des Bundesamtes zur Behebung der Wirtschaftskrise in den Arbeitsämtern der einzelnen Bezirke. Aus Pawtucket (Rhode Island) wird berichtet, daß die Arbeiterführer ankündigten, sie würden zu jeder Fabrik, die dem Streikbefehl nicht Folge leistet, starke Streikpostenabteilungen schicken, um die Arbeitseinstellung zu erzwingen. Die Fabrikbesitzer erklären ihrerseits, sie hätten für bewaffnete Schutz wachen gesorgt und würden den Betrieb mit nichtorganisierten Arbeitern in Gang halten. Diese beiden Erklärungen eröffnen die Aussicht auf ernste und möglicherweise blutige Zusammenstöße. In Georgia hoffen dort einige Fabriken, am Dienstag den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Polizei wird in Bereitschaft gehalten, um jeder Ruhestörung entgegenzutreten. Der Vorsitzende des Streikausschusses, der in England geborene Textilarbeiter Francis Gorman warnte in einer Rundfunkansprache vor R u I) e ft ö r u n g e n , die sogar „angesichts von Herausforderungen" unterbleiben müßten. Die Streikführer haben auch Abordnungen an die Gouverneure der in Frage kommenden Staaten gesandt mit dem Ersuchen, die Ordnung im Notfälle unter Heranziehung von Truppen aufrechtzuerhalten. Sie fürchten, daß die Kommunisten die Gelegenheit benutzen wer- schen Propaganda anwerben lassen oder dunkle Gewerbe betreiben, bis sie langsam zugrunde gehen. Ueberall im Osten erwacht das R a s s e n b e - wußtsein der gelben Völker. Unter der Führung Japans rüsten sich etwa 800 Millionen Farbige, die Weißen aus ihren bevorzugten Stellungen zu vertreiben. Abgesehen von der Entsendung von Kriegsschiffen, der Anlage von strategischen Stützpunkten und dem Handelsprivilegien, tun die europäischen Mächte kultur- und sozialpolitisch nichts, um den weißen Pionieren in den entfernten Tropen zu Hilfe zu kommen. Ist es erst durch die Erfahrung bewiesen, daß die weiße Besiedlung von tropischen Gebieten erfolgreich durchgeführt werden kann, so gibt es noch tropische Landstrecken genug, die den Weißen vorbehalten bleiben könnten. Wenn auch Java zum Beispiel von in der Zivilisation verhältnismäßig fortgeschrittenen Malaien dicht bewohnt ist, so sind doch Sumatra und namentlich Borneo, ebenso wie Neu-Guinea und Nordaustralien, zu großen Teilen noch von gänzlich wilden Stammende- völkert, die dem Aussterben geweiht sind. Wer wird die Nachfolge antreten? Heute wehrt sich nur Australien gegen den Andrang der Farbigen. Aber während für Rüstungen und Abwehrmaßnahmen Millionen und aber Millionen verausgabt werden, scheut man die Mittel, um von Staats wegen hygienischeund wirtschaftliche Vorbedingungen für eine erden, die Streikenden zu Gewalttätigkeiten aufzureizen. Heber 20 Millionen Hilfsbedürftige in den Vereinigten Staaten. Washington, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Zahl der Unterstützungsbedürftigen in den Vereinigten Staaten dürfte nach einem Bericht des Chardin, 3. Sept. (DRB. Funkspruch.) Die chinesischen Banditen, die den blutigen Ueberfall auf einen Expreßzug bei hsuangschenpao auf dem Gewissen haben, konnten von den mandschurischen und japanischen Regierungstruppen e i n g e h o l t und umstellt werden. Den Banditen wurde die Forderung übermittelt, sofort alle Gefangenen freizugeben. Um das Leben der entführten Passagiere zu schonen, wurde auf Weisung des Oberkommandos kein Feuer gegen die Banditen eröffnet. Sollten die Banditen die Forderung der Auslieferung ablehnen, so werden sie bis zur freiwilligen Uebergabe umzingelt gehalten. Die Banditen sind bereit, die Entführten unter der Voraussetzung freizulassen, daß man ihnen freien Abzug gewährt. Das japanische und mandschurische Oberkommando haben jedoch diese Bedingung abgelehnt. Der dänische und der amerikanische Reisende, die nach dem furchtbaren Eisenbahnanschlag als Geiseln verschleppt worden waren, konnten befreit werden. Die beiden Befreiten sind Ange st eilte einer amerikanischen Filmgesellschaft: beide sind unverletzt; der Amerikaner ist aber völlig erschöpft. Die beifolgreiche Massenansiedlung von Weißen in jenen Landstrecken zu schaffen. Professor Sir James Bar- lett hat den Erfolg der weißen Besiedlung von Queensland nachgewiesen Wenn die Bevölkerungs- zahl dort auch heute noch sehr gering ist, so läßt sie sich doch leicht durch eine verstärkte Einwanderung erhöhen, falls der Staat die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen würde. Vom rein geschäftlichen Standpunkt aus betrachtet, würden sich Siedlungen erst auf lange Sicht bezahlt machen und hohe anfängliche Ausgaben erfordern, aber sozialpolitisch würde sich der Versuch lohnen und vielleicht wertvoller sein als der Bau von Panzerkreuzern. — Vor wenigen Jahren hat der Instrukteur der bolivianischen Armee, General Kundt, den Vorschlag gemacht, am Oberlauf des Amazonenstromes eine Massenansiedlung von Weißen durchzuführen. Die dafür erforderlichen Mittel wurden von Kundt auf rund 1,2 Milliarden Mark beziffert. Der Vorschlag wurde als Utopie abgelehnt. Nun haben sich in jenen überaus fruchtbaren tropischen Landstrichen aber doch aus eigener Initiative an den Ostabhängen der Anden weiße Siedler, darunter auch zahlreiche Deutsche niedergelassen, haben durch eigene physische Arbeit Kaffee- und Kakaoplantagen angelegt, haben durch den Verhältnissen angepaßtes Leben die Gefahren des Klimas gut überstanden, und es soll ihnen verhältnismäßig gut gehen. Natürlich eignet sich nicht jedes Tropengebiet für eine weiße Farmertätigkeit, die undurchdringlichen Urwälder Zentral- Sekretärs des Nothilfeausschusses an Präsident Roosevelt im Februar 20 bis 23 Millionen, also etwa ein Sech st el der Bevölkerungs- zahl der Vereinigten Saaten, erreichen. Die bisherigen Gesamtausgaben für die N o t h i l f e seit dem Jahre 1930 werden auf drei Milliarden Dollar geschätzt. den haben berichtet, daß sie bei dem nächtlichen Ueberfall aus dem Zuge gezerrt und, an den Händen gefesselt, wie Vieh davongetrieben worden seien. Jedesmal wenn sie mit ihren Entführern an japanischen Truppen vorbeigekommen seien, seien die beiden Gefangenen von den Banditen gegen etwaige Schüsse als Schuhschild benutzt worden. Sie seien dann auf eine 3 n- fet gebracht worden, wo sie von einem japanischen Erkundungsflugzeug entdeckt worden seien. Daraufhin seien von japanischen Kanonenbooten Mannschaften gelandet worden. Dem Dänen Iohansen fei es gelungen, seine Fesseln zu lösen, und dann den Amerikaner Curt) zu befreien. Beide seien dann zum Fluh geeilt, wo sie an Bord eines der Kanonenboote gebracht worden seien. Ein neuer Eifenbahnanschlag in der Mandschurei. Mukden, 2. Sept. (DNB.) In der Nacht zum Montag haben chinesische Banditen an der Strecke Kirin — Keschan einen Arbeits - 3 u g zur Entgleisung gebracht, wobei acht Personen getötet und viele verwundet wurden. brasiliens, die Regenwälder Zentralafrikas usw. können keinen Daueraufenthalt für Weiße bieten, aber der Glaube, daß die Tropen als solche dem Weißen verschlossen bleiben müßten, dürste sich heute als Fehlschluß erweisen. 0er erste Gonderzug zum Reichsparieitag. Die ersten tausend Mann Arbeitsdienst in Nürnberg eingetrossen Nürnberg, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Von den Arbeitsdienstabteilungen, die am Reichsparteitag in Nürnberg teilnehmen, sind am Montagfrüh kurz nach 5 Uhr die ersten tausend Mann eingetrossen. Es handelt sich um den Arbeitsdienst Berlin-Potsdam und vier Lehrabteilungen der Reichsschule Berlin - Potsdam. Vor dem Stadion-Buhnhof nahmen die einzelnen Abteilungen mit ihren Fahnen und Musikkapellen Aufstellung. Gcruarbeitsführer Major a. D. La nc eile hatte seine Kameraden als erster in Empfang genommen. Kurze Zeit später traf dann Reichsinspekteur Schmeer von der Reichsorganisationsleitung des Reichsparteitages mit dem Stab seiner Mitarbeiter ein, um den ersten Sonderzug zum Reichsparteitag zu begrüßen. Er schritt die Front ab und begrüßte die Kameraden mit einer kurzen An- Zwei Geiseln ans der Gewalt der chinesischen Vandilen befreit Die Eisenbahnräuber von mandschurischen und japanischen Truppen umstellt. Schuschniggs Programm. Eine Rede des österreichischen Bundeskanzlers auf der Innsbrucker Landesgedenkfeier für 1809. Innsbruck, 3. Sept. (DNB.) Innsbruck prangte am Sonntag zu Ehren der Landesgedenkfeier 1809 in festlichem Flaggenschmuck. Schon in den frühen Morgenstunden langten zehntausende Tiroler Schützen in ihren Trachten in Sonderzügen und Kraftwagen an. Dor dem Denkmal Andreas Hofers hielten Bundespräsident Miklas, der Landeshauptmann von Tirol Dr. Stumpf und Generaloberst Graf Dank! Ansprachen. Nach ihnen ergriff Bundeskanzler Dr. Schuschnigg das Wort. Nachdem er des Heldenkampfes von 1809 gedacht hatte, ging er auf die Gegenwart über und führte u. a. aus: Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß nicht ein Fuß breit deutschen Bodens dieses Landes irgendwann und irgend jemand überantwortet wird, weil wir verantwortlich find für die Zukunft. Man muß sich dann endlich damit abfinden, daß wir Oesterreicher die S e l b st b e st l m m u n g in Anspruch nehmen. Den Zeitpunkt, wann wir unser Volk zum Bekenntnis rufen werden — aber gewiß nicht in der Form der alten Parlamentswahlen —, diesen Zeitpunkt werden wir Oesterreicher selbst bestimmen. Wir wollen Wächter und Bürgen des Friedens sein. Darum der Kampf um die Freiheit und Selbständigkeit, die — wie ich ausdrücklich hier feststellen will — von allen Seiten gleichermaßen zu achten ist. Wir wollen den Frieden mit allen, denen die Liebe zum Vaterland gemeinsam im Herzen sitzt, aber es darf keine Waffen geben außer in den Händen derer, die bereit sind, sich für das Vaterland zur Verfügung zu stellen. Geheime Waffenlager, die man für alle Fälle reserviert — ausgeschlossen! Und es muß die klare Erklärung kommen, daß man nichts zu tun haben will mit den Methoden des Terrors, daß man einverstanden ist mit dem Grundsatz: Oesterreich den Oesterreichern! So sehr uns allen die Befriedung im Volke am Herzen liegt, so klar ist es mir, daß wir zu diesem Frieden nicht kommen können, solange irgendwo irgendeine Emigrantenpolitik den Ausschlag gibt. Die Geschichte lehrt: Emigrantenpolitik ist nie aufbauend und positiv. spräche. Nach dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes marschierten die einzelnen Abteilungen an Reichsinspekteur Schmeer vorbei. Die Abteilungen bezogen dann das Zeltlager Langwasser. Adolf Hitler dankt dem deutschen Bauern. Der Führer an Reichsbauernführer Darr6. Berlin, 2. Sept (DNB.) Der Führer hat an den Reichsbauernführer Darre folgendes Schreiben gerichtet: Berlin, 29. August 34. Lieber Parteigenosse Darre! Die Wahl vom 19. August hat erneut bewiesen, daß das deutsche Bauerntum in seiner überwältigenden Mehrheit einmütig zum national- fozialistischen Staat steht. Dies ist mit in erster Linie Ihrer Arbeit zuzuschreiben. Indem ich Ihnen dafür danke, danke ich den Millionen deutscher Bauern, die nicht nur sich, sondern der ganzen Ration durch ihre Treue und Standhaftigkeit eine bessere Zukunft sichern helfen. Mit deutschem Gruß Ihr gez. Adolf Hitler. Zu dem Dank des Führers an das deutsche Bauerntum veröffentlicht der Reichsbauernführer R. Walter Darre nachfolgende Erklärung: „Ein Jahrtausend hat das deutsche Bauerntum darum geschritten und gelitten, daß ein Deutsches Reich werde, welches den deutschen Bauern anerkennt und in welchem deutsches Blut und deutscher Gei st die Führung haben. Adolf Hitler hat diese alte Sehnsucht verwirklicht. Da wollen wir unseren Dank an ihn nicht in einem Lippenbekenntnis erschöpfen, aber wiederholen, was wir schon öfter den Gegnern unseres Führers gesagt: Dir sind entschlossen, unsere Treue lieber dadurch zu beweisen, daß wir wieder als freie Bauern mit Adolf Hiller für seine Staatsidee kämpfen, als daß wir wollen, daß nochmals undeutsche Kräfte uns Bauern zu Knechten eines artfremden Herrschaftssystems in Deutschland machen. Dieses Gelöbnis sei unser Dank an den Führer für seine Anerkennung." Gauführertagung des NS.-Iuristenbundes. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Im Hause der Deutschen Rechtsfront begann die erste Gauführertagung oes NS.-Juristenbundes unter der Leitung des Reichsjuristenführers, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, der u. a. erklärte, daß der Kampf um unsere nationalsozialistische Idee auf dem Gebiete des Rechts der Kampf um die Existenz eines eigenen deutschen Rechtslebens sei. Das deutsche Rechtsleben trete in Zukunft in zwei Exponenten zutage: Im Reichsjustizministerium als Repräsentant des reichsformalen Rechtslebens und in der Rechtsabteilung-Reichsleitung der NSDAP, als Repräsentant der gesamten nationalsozialistischen Rechtsidee. Es folgten dann die Berichte der einzelnen Reichsfachgruppenleiter. Aus verschiedenen klang besonders die Sorge um den Nachwuchs für den deutschen Rechtsstand hervor. In der Fachgruppe der Richter beklage man einerseits eine außerordentlich starke Ueberlastung derRich- te r, während andererseits fast 5 000 G e- r i ch t s a s s e s s o r e n keine besoldete Beschäftigung gegeben werden könne. Der Leiter der Reichsfachgruppe Hochschullehrer zeigte nachdrücklich die Gefahren auf, die sich daraus ergeben, daß der Lehrkörper der deutschen Hochschulen nicht erst seit 15 oder 16 Jahren, sondern seit fast einem Jahrhundert vom liberalisti- jchen Geist beherrscht werde. Gegen diesen noch stark an unseren Hochschulen herrschenden Geist gelte es Front zu machen. Die nationalsozialistischen Hochschullehrer, wenn ihre Zahl auch heute noch verschwindend gering sei, hätten den Willen, das feinste Präzisionsinstrument in der Hand des Reichsjuristenführers zu sein. Oer Führer Schirmherr des Deutschen Listen Kreuzes. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat auf Antrag des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha die Schirmherrschaft über das Deutsche Rote Kreuz übernommen, die bisher Reichspräsident und Generalfeldmarschall von Hindenburg inne hatte. Bei diesem Anlaß hat der Führer dem Deutschen Roten Kreuz feine aufrichtigen Wünsche für seine weitere gemeinnützige Arbeit, die dem ganzen deutschen Volk dienen soll, zum Ausdruck gebracht. Waffenringtag der ehemaligen deutschen Feldartillerie Das Treffen der ehemaligen deutschen Feldartille- risten zum 3. Waffenringtag in Köln gab dem Stadtbild schon seit Freitag abend eine besondere festliche Note. Samstag vormittag trafen die Teilnehmer in Sonderzügen ein. Mit der Jahres- § n p t v e r s a m m l u n g im Gürzenichsaal wurden die Festtage eingeleitet. Eine große Zahl von Ehrengästen, unter ihnen General der Artillerie von Gall witz, war erschienen. Nach der Begrüßung gab der Waffenring-Führer, Exzellenz Freiherr von Watte r, einen Bericht über die Tätigkeit des Waffenringes im vergangenen Jahre. Eingehend erörterte er die Stellung zum Deutschen Relchskriegerbund K y f f h ä u s e r. lieber den B a u öes Reichsehrenmals der deutschen Feldartillerie sprach er sich anerkennend aus und dankte der Stadt Köln für ihr großzügiges Entgegenkom- men. Auf den Kölner Ehrenfriedhöfen wurden an den Gräbern der Gefallenen Gedenkfeiern abgehalten, die auch den Toten der einstigen Gegner galten und an denen auch die konsularischen Vertreter der betreffenden Staaten teilnahmen. Der französische Generalkonsul in Köln legte Kränze im Namen seiner Regierung nieder. Am Nachmittag besuchten die Feldartllleristen das große Reit-, Fahr- und Springturnier im Stadion. * An den Führer und Reichskanzler wurde folgendes Telegramm gerichtet: Die zum dritten Waffentag in Köln versammelten ehemaligen Feldartilleristen entbieten in alter Kameradschaft dem Führer des Reiches ergebensten Gruß. General der Artillerie von Gallwitz, Generalleutnant Freiherr von Watter. — Der Führer und Reichskanzler hat hierauf telegraphisch wie folgt geantwortet: Den zum dritten Waffentag versammelten alten Feldartilleristen danke ich für ihre Grüße, die ich in Kameradschaft herzlich st erwidere, (gez.) Adolf Hitler. Auflösung desKonzentrationslagersOranienburg Berlin, 1. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Göring hat nunmehr die Nachprüfung aller Schutzhäftlinge zu Ende führen lassen. Auf seine Anordnung werden zum 1. September 1934 weitere 742 Schutzhäftlinge aus der Haft entlassen. Das sind weit ü b e r d i e H ä l f t e der in Preußen insgesamt einsitzenden Schutzhäftlinge. Es handelt sich zumeist um ehemalige Angehörige der SPD. und KPD. Die Großzügigkeit, mit der die Amnestie des Führers und Reichskanzlers durchgeführt worden ist, hat die Auflösung des Konzentra- tionslagers Oranienburg zur Folge, das für die Unterbringung von Schutzhäftlingen nicht Warschau, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die halbamtliche „Gazeta Polska" veröffentlicht unter der Ueberschrift „Wahrheiten unter Verbündeten" einen Aufsatz, in dem sie ausführt, sie breche nunmehr das Schweigen, das sie sich angesichts der polenfeindlichen Angriffe der französischen Presse in der Hoffnung auferlegt habe, daß diese Angriffe aufhören würden. Sie glaube gezwungen zu sein, gegen einen derartigen Feldzug Einspruch zu erheben, da er dem höchsten Gut, nämlich dem Bündnis der beiden Nationen, schließlich Abbruch tun könne. Der polenfeindliche Feldzug beruhe auf Lügen, Unwissenheit und Unkenntnis des Kernes der polnisch-französischen Beziehungen selbst. Das Bündnis zwischen Polen und Frankreich entspringe nicht nur der Sympathie der beiden Nationen für einander, sondern vor allem ihren tiefsten Lebensinteressen. Das Bündnis schaffe die Grundlage für die Gleichordnung ihrer internationalen Politik, besonders dort, wo gemeinsame Interessen in Frage kämen. Aber gemeinsame Politik bedeute nicht fo viel wie die Politik nur eines der Vertragspartner, wie es gewisse französische Publizisten hinstellen möchten. Das polnisch-französische Bündnis, eines der Hauptpfeiler des europäischen Friedens, bestehe inGegenseitigkeit. Eine auf dieses Bündnis begründete Politik werde nur dann wirksam fein, wenn sie das Ergebnis gegenseitiger Verständigung sei. von einer solchen könne jedoch keine Rede jein, wenn eine Partei versuche, der anderen ihre Gedanken aufzuzwingen. Insbesondere könne nichts Positives und Dauerhaftes in Osteuropa außerhalb Polens und oder ohne Polen getan werden. Auch der regierungsfreundliche „Surfer P o - r a n n y" richtet an die Adresse Frankreichs offene Worte, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Das Blatt meint, es könnte in der Tat die Frage gestellt werden, ob ein Frieden möglich fei, wenn in die internationalen Beziehungen eine Atmosphäre des Skandals hineingetragen und der Verbündete in verantwortungsloser Weise verdächtigt werde. Wollte man die polenfeindliche Kampagne eines Teils der französischen Presse auch nur "für einen Augenblick billigen, dann könnte man sich der Theorie anschließen, daß der Krieg ein sehr gutes Mittel des Kampfes für den Frieden fei. Es scheine daß die bisherige Methode französischer Blätter, dem tugendhaften Juristen B a r t h o u bei der Rettung des Ostpaktes behilflich zu sein, nur die eine Folge gehabt habe, daß man auf Dinge aufmerksam gemacht worden sei, die verborgen hätten bleiben sollen. Denn in die polnisch-französischen Beziehungen habe sich von Anfang an eine Lüge eingeschlichen. Sie beruhe darauf, daß man in Frankreich bestrebt fei, sich d i e Interessen Po lens unterzuordnen, ohne die Folgerungen aus diesem Verhältnis, nämlich die Verant- Kopenhaaen, 1. Sept. (DNB.) Die kirchliche Weltkonferenz auf der Insel Fanö nahm zum Abschluß ihrer Beratungen eine Ent- schließung an, in der es u. a. heißt, es sei besondere Aufgabe einer allgemein-kirchlichen Bewegung, dem Gefühl der gegenseitigen Verantwortung innerhalb aller christlichen Kirchengenossenschaften Ausdruck zu geben und es zu vertiefen. Der Rat fei von herzlichem Wohlwollen gegenüber dem deut sch en Volk und tiefer. Dankbarkeit für den nicht genügend zu würdigenden Beitrag der deutschen Evangelischen Kirche zum Leben und theologischen Denken der Christenheit erfüllt, wobei er alle politischen Motive zurückweise und mit Verständnis den besonderen Schwierigkeiten einer Revolutionszeit gegenüber« stehe. Er erkenne auch die Sünden und Versäumnisse an, die sich in den im ökumenischen Rat vertretenen Kirchen fänden. Der ökumenische Rat müsse jedoch der Ueberzeu- gung Ausdruck geben, daß eine kirchliche Alleinherrschaft, besonders wenn sie dem Gewissen in Form eines feierlichen Eides auferlegt werde, sowie die Anwendung von Gewaltmethoden und Unterdrückungen der Aeußerungsfreiheit mit dem wahren Wesen der christlichen Kirche unvereinbar seien. Er bitte daher im Namen des Evangeliums für feine deutschen Brüder in der deutschen evangelischen Kirche um die Freiheit sowohl des gedruckten Wortes als auch von Versammlungen im Dienste der christlichen Gemeinde, und Freiheit der Kirche zur Unterweisung ihrer Jugend in den Grundsätzen des Christentums und Schutz dagegen, daß ihr eine Lebensanschau- ung aufgezwungen werde, die im Widerspruch zum christlichen Glauben stehe. Gine Gegenerklärung der deutschen Abordnung gibt einleitend der Ansicht Ausdruck, daß der ökumenische Rat aus Rücksicht auf die Zukunft der ökumenischen Kirche sich seiner besonderen Verant- mehr benötigt wird. Bei der Nachprüfung ist mit größtem Wohlwollen verfahren worden. Die Festsetzung in Schutzhaft wird im übrigen ft a r f ein« geschränkt und nur noch in Fällen dringender Gefahr für die Staatssicherheit verhängt. Alle Personen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, werden unverzüglich den Gerichten überwiesen. Unter den Entlassenen befind! sich der ehemalige Oberbürgermeister von Magdeburg, Reuter. Oie Führung des Reichsverbandes der Ortskrankenkassen. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Bekanntlich hat der Reichsarbeitsminister durch Erlaß vom 25. August 1934 den im vorigen Jahr an Direktor Brücker erteilten Auftrag zur Führung des Reichsverbandes der Ortskrankenkassen e. V. Berlin und sonstige Kassenvereinigungen und Gesellschaften widerrufen. Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr diesen Auftrag dem Regierungsrat Martin im Reichsarbeitsministerium übertragen. Regierungsrat Martin wird feine Dienstgefchäfte im Reichsarbeitsministerium weiter versehen. wortung für d i e Sicherheit Polens, auf sich zu nehmen. Frankreich stellte an Polen immer große Ansprüche, ohne es wirtschaftlich und politisch zu unterstützen. Die polnische Regierung stütze sich auf das Mandat des ganzen Volkes. Sie werde die aktuellen Pläne Barthous fachlich prüfen; denn sie müßten erwogen und dürften nicht aufaezwungen werden. Das fei das Wesen des polnisch-französischen Bündnisses, daß jede Friedensidee nicht nur vom Pariser, sondern auch vom Warschauer Gesichtspunkt betrachtet werde. Frankreich und seine Alliierten rüsten für Genf. Paris, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Barth ou und der rumänische Außenminister T i t u l e s c u haben sich, wie der „Excel- sior" erklärt, über die Taktik geeinigt, durch die bei den kommenden Genfer Verhandlungen eine Krise vermieden werden könne und befriedigende Ergebnisse erzielt werden sollen. Ueber folgende Punkte soll gesprochen worden sein: 1. Garantie für die Unabhängigkeit Oesterreichs; 2. Donaufrage; 3. Saarfrage; 4. Ostpakt; 5. Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund; 6. Zuteilung eines ständigen Ratssitzes an Sowjetrußland. Der rumänische Außenminister wird sich von Paris direkt nach Genf begeben. Es wird von der Möglichkeit gesprochen, daß Außenminister B a r • thou nach seinem Besuch in Rom sich auch nach Athen begeben könnte. Minister Pesmazoglu hat bei seinem letzten Pariser Aufenthalt Barthou namens der griechischen Regierung nach Athen eingeladen. Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch wird sehr wahrscheinlich kurz nach Barthou zu Besprechungen mit Mussolini in Rom eintreffen. Oesterreich wünscht Konvertierung der Völkerbundsanleihe von 1923. Wien, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Dor feiner Abreise zur Völkerbundsratstagung erklärte Finanzminister Dr. Bure sch, daß Oesterreich zur Erleichterung seiner Finanzlage die Konvertierung der Völkerbundsanleihe von 1923 beantragen werde. Die Verhandlungen seien soweit fortgeschritten, daß diese Frage in der nächsten Sitzung des Finanzausschusses des Völkerbundes geregelt werden könne. Oesterreich wünsche eine Verlängerung dieser bis zum Jahre 1934 zu tilgenden Anleihe. Eine Herabsetzung der Jahreszahlungen würde die Finanzlage Oesterreichs und seines Staatshaushaltes fühlbar erleichtern, um fo mehr, als die Jahreszahlungen nach dem ursprünglichen Plan von Jahr zu Jahr ansteigen. Er fei überzeugt, daß die Vertreter der Mächte in Eens ter „europäischen Mission Oesterreichs" und der Rolle, die es bei dem Staatsstreich vom Juli gespielt habe, Rechnung tragen und ihre Mithilfe nicht versagen würden. wortung hinsichtlich der Grenzen feiner ökumenischen Aufgaben bewußt fein müsse, wenn es sich um das Verhältnis zu den inneren A n - gelegenheiten einer d e m Rat angehörenden Kirche handele. Die deutsche Abordnung lege aufgrund ihrer dem Rat zugegangenen eingehenden Darstellungen besonders gegen folgende Punkte Verwahrung ein: Sie weise zunächst die Auffassung zurück, als ob es in der deutschen evangelischen Kirche eine „kirchliche Alleinherrschaft" gebe. Es handele sich hier eher um eine Zusammenfassung b e r kirchlichen Führung und um Maßnahmen bezüglich der Kirchenordnung. Die deutsche Abordnung bestreite weiter die Ansicht, daß die Verbreitung des Evangeliums in Wort und Schrift gefährdet sei und die Jugend keine christliche Erziehung erhalte. Sie bekenne vielmehr, oaß die allgemeinen Verhältnisse im Deutschland der Gegenwart der Verkündung des Evangeliums weit mehr Möglichkeiten böten als früher. Die deutsche Abordnung weise schließlich die einseitige Hervorhebung einer bestimmten deutschen kirchlichen Gruppe zurück, und ferner, daß der Rat sich dieser theologischen Sondermeinung anschließe. Die deutsche Abordnung sehe darin eine Stellungnahme z u innerdeutschen kirchlichen Verhältnissen, die bedenklich die Grenzen der Aufgaben des ökumenischen Rates überschreite. „Wir werden unseren Weg weitergehen." Eine Erklärung der Reichskirchenregierung. Zu der Entschließung der kirchlichen Weltkonferenz auf der Insel Fanö wird kirchenseitlich eine Mitteilung veröffentlicht, in der u, a. heißt: Die Beratungen, bei denen die deutsche evangelische Kirche amtlich durch eine Abordnung vertreten war, wandten ihr besonderes Augenmerk der kirchlichen Lage in Deutschland zu. Erklärte man sich auch für eine Vertiefung der Verantwortung in allen Teilen der kirchlichen Presse für verantwortlich, glaubte man doch, eine Kritik an den deutschen kirchlichen Verhältnissen üben zu müssen, die bei aller Bereitschaft, Fehler zuzugeben und zu erkennen, als völlig abwegig bezeichnet werden muß. Warum hat der ökumenische Rat nicht in Deutschland getagt, um sich selbst ein freies, ungetrübtes Urteil zu bilden! Seine Entschließung wäre anders ausgefallen! Denn angesichts der Zusammenfassung in der kirchlichen Leitung, d. h. der Verwirklichung der Jahrhunderte alten Sehnsucht der evangelischen Deutschen nach einer einzigen und möglichst einheitlichen religiösen Heimat wird zum Ausdruck gebracht, daß e i n „autokratisches Kirchenregiment" mit dem wahren Wesen der Kirche Christi unvereinbar ist. Man muß daher mit Recht erstaunt fein und feststellen, daß jene Bezeichnung auf die Leitung der evangelischen Kirche nicht z u t r i f f t. Mit welchem Schmerz aber muß es jeden evangelischen Deutschen erfüllen, wenn der ökumenische Rat meint, bitten zu müssen um Freiheit für d i e Evangeliumsverkündung, Freiheit, die Jugend nach den Grundsätzen des kirchlichen Glaubens zu erziehen und sie vor Aufzwingung einer mit dem christlichen Glauben im Widerstreit stehenden Weltanschauung zu schützen. Wie kann eine Versammlung von Männern, die sich Förderung praktischen Christentums zur Aufgabe gesetzt hat, nicht sehen, was in Deutschland in den vergangenen anderthalb Jahren auf sozialethischem Gebiet geschehen ist! Praktisches, positives Christentum wurde im nationalsozialistischen Deutschland getätigt. In welchem Staate der Welt find so gemeinsame Maßnahmen ergriffen worden, um der Arbeitslosigkeit zu steuern, wie in dem armen, durch das Versailler Diktat ausgepowerten Deutschland! Wo hat man so erfolgreich den Kampf ausgenommen gegen Schmutz und Schund im Bereich der Volksbildung und Erziehung. Weiß man nichts vom Hilfswerk für Mutter und Kind, nichts von der Ermöglichung der Eheschließung durch öffentliche Mittel, von der Begünstigung kinderreicher Familien, was alles bewirkt, daß nicht Hunderttausende Kinder wieder in Mutterleib getötet werden?, Warum hat man nicht die Stimme in Fano erhoben, um es als unchristlich und u n • ethische zu brandmarken, wenn das Ausland Zinszahlungen von uns aufgezwungenen Anleihen verlangt, wenn man uns bewußt boykottiert, wenn man die schlimmsten Greuelmärchen verbreitet. Was haben dis Männer in Fanö getan, um das Gespenst des Bolschewismus zu bannen, der das Ende des Christentums ist. Wir werden unseren Weg weitergehen, wir werden uns auch in unserem Verhältnis zum ökumenischen Rat und den dort geltenden Anschauungen unsere Entschließungen freihalten. Kunst und Wissenschaft. Internationale Wissenschaftliche Mache in Frankfurt. 3n Frankfurt wurde die Internationale Wissenschaftliche Woche, an der auch 60 Vertreter ausländischer Wissenschaft teilnehmen, feierlich eröffnet. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache von Geheimrat Prof. Dr. Krüß entbot Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs den Wissenschaftlern den Gruß der Stadt Frankfurt und des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger. Wahrheit fei oberstes Gesetz der Forschung. Gerade die Anwesenheit der zahlreichen ausländischen Wissenschaftler sei Beweis dafür, daß man im Ausland heute schon nicht mehr an die Märchen glaube, die "ach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus auch über die deutsche Wissenschaft verbreitet worden seien. Dem gegenwärtigen Leiter des Georg- Speyer-Jnstitutes, Geheimrat Prof. Dr. Ko Ile, wurde das Ehrendoktor - Diplom der Frankfurter medizinischen Fakultät überreicht. Den Dank der ausländischen Gäste stattete Prof. Dr. Madsen- Kopenhagen ab. Prof. Kölle wies darauf hin, daß die Konferenz das Symbol für das Gemeinschafts, gefütjl der Vertreter der Wissenschaft im heutigen Europa sei. Die Tagung stehe im Zeichen des neuen Wollens, den Begriff des Göttlichen auch in der Wissenschaft wieder zur Geltung zu bringen. In den Vorträgen werden Themen zur Bekämpfung und Verhütung von Krankheiten und Seuchen aus allen Teilgebieten medizinischer Wissenschaft behandelt. 100 Jahre „verein für hessische Geschichte und Landeskunde". Der „Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde" beging in Kassel das Jubiläum seines hundertjährigen Bestehens, das unter der Schirmherrschaft S.K.H. des Prinzen Philipp von Hessen stand. Im Mittelpunkt der Veranstal- tung stand die große Festoersammlung, die von Prinz Philipp von Hessen eröffnet wurde, er überbrachte die Glückwünsche der Reichs- und Staatsregierung und gedachte dann der Männer, die vor hundert Jahren den Hessischen Geischichtsverein ins Leben gerufen hatten. Nach den Worten des Führers Adolf Hitler seien gerade die Geschichtsvereine dazu berufen, die große Tradition unsres Volkes zu pflegen. Weitere Glückwünsche überbrachten u. a. Landeshauptmann von Pappenhestn für den Bezirksverband Hessen, der Rektor der Marburger Universität Professor Dr. Bauer, Professor Dr. Stengel für die historische Kommission für Hessen und Waldeck, Exzellenz General der Infanterie v. Hülsemann für den Kyffhäuserbund und ein Vertreter des Historischen Vereins für Hes- en-Darmstadt. Der Vorsitzende des Vereins, Bibliotheksdirektor Dr. W. H o p f, teilte mit, daß anläßlich des Jubiläums die Ehrenmitgliedschaft des Der. eins verliehen worden sei an den Chef des fürstlichen Hauses, Prinz Friedrich Karl von Hessen, an Landeshauptmann von Nappenheim an Pr°f°,s°r Dr. Stengel unt^rof. Dr Rn et f ch, betbe aus Marburg. Den Festoortrag hielt der Vor- chende des ®efamtt>ereins für Geschichte und Alter- umstünde, Bibliotheksdirektor Dr. ch ° p p e 41791 i 55456 I 62036 75184 > 94968 103963 126504 137550 146961 162361 181123 198351 210669 217114 225673 235871 259975 269697 284596 294229 307723 328923 339024 350914 365874 388929 344932 14 Gewinne zu 224327 247111 44 Gewinne zu 98 Gewinne zu 500 TL ____ ____ ____ 23790 25050 49801 51822 55462 63200 5. Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staals-Lotterie 21. Ziehungstag 31. August 1934 vn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinne zu 5000 TL 4 Gewinne zu 3000 TL 8 Gewinne zu 2000 TL 13071 43769 264388 369146 36174 241609 313117 270405 9689 14890 17264 17466 118568 250618 388917 119255 249150 323039 388226 64436 168780 359569 100375 192216 276551 330057 397542 107517 246491 294471 375357 111606 246985 322508 380019 80715 185238 382814 32737 102258 232568 291407 334452 273800 328697 396396 378121 m 30 Gewinne zu 1000 TL 121852 137148 167475 254458 281132 328060 72 Gewinne zu 600 TL --------- . — 51387 73593 75352 77399 82193 ------ ------ ------ 150789 3663 9091 300 TL 14617 27825 61066 69696 93171 19149 34659 57379 76631 103612 116493 135960 156876 176214 207168 219762 245189 249058 264018 274189 285653 299072 316753 337066 355158 362643 381390 389608 -93903 27299 48794 60774 87053 27463 48830 63549 87556 106541 123236 140863 165111 179142 208777 225300 247466 250069 265166 280928 289094 304478 317468 342777 358979 364428 381809 391984 399556 18869 30554 56660 74146 99203 112538 132623 152881 171358 187121 212164 241299 248016 258401 272715 283017 294576 314430 323828 351204 360897 366662 382930 393520 104936 121103 139155 163029 178607 208534 223743 246412 249874 264274 280177 287420 299240 316889 341507 358785 363107 381505 389789 394111 26317 40271 59539 84505 101366 116381 135600 155933 172990 206857 214131 241508 248961 259353 273522 284917 298172 315862 336925 352639 361404 374222 386985 393883 397836 302 Gewinne zu 16547 28544 54247 73484 94879 107501 129774 142865 167523 184762 211979 235859 247832 250513 266192 282695 290575 308143 318234 348302 360370 365802 382403 392191 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar fe eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 155916 158301 162550 316700 322917 333981 163710 200219 306828 336599 Im Gewinnrade verblieben: 180 TageSprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 80000, 4 zu 20000, 12 zu 10000, 58 zu 5000, 114 zu 8000, 264 zu 2000, 504 zu 1000; 1348 zu 500, 5350 zu 300 M. Mein lieber Mann und guter Lebenskamerad, mein treubesorgter Vater von derMse zurück ist heute für immer von uns gegangen. Gießen, am 1. September 1934. 5106 D 2326 A 51080 11.15 Ahr vormittags eröffnet. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 4. September, nachmittags 2 Uhn auf dem Neuen Friedhof statt — Beileidsbesuche dankend verbeten. In tiefer Trauer: Gertrud Bönnings Gerta Bönnings. Die hessische Landesbank — Staatsbank — Darmstadt, Pautusplah 1, wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 15. Oktober 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Absatz 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 28. August 1934. Hessisches Amtsgericht. und zum Bauen Abermann Danksagung. Für die überaus herzliche Anteilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, für die Kranz- und Blumenspenden, sowie für die erhebenden Worte des Herrn Pfarrers Weisel sagen wir unseren herzlichsten Dank. Familie Jakob Bepler. Heuchelheim, den 3. September 1934. ________________________________________________5103 Dl Herr Dipl.-Ing. Dr. phil. Rudolf Bünnings Gewerbeschulrat Diese Bücher können von jeder Buchhandlung bezogen werden Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde SanMsrai Or.Gchliephake Goethestraße 44 Von der Schönheit der deutschen Heimat und von ihrer Erhaltung und Pflege berichten in Bild und Wort die folgenden reich bebilderten Bücher: ßro. E. 56 (a) /1934. Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb (Eigentümer-Pächter-Betrieb) des Friedrich Kissel I. und dessen Ehefrau Katharine, geb. Düringer, in Garbenteich wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um Nächsten Mittwoch, den 5. September, findet bie Versteigerung des Gemeindeobstes (hauptsächlich Zwetschen) statt. Anfang 13 Uhr am Ortsausgang Garbenteich. Dorf-Gill, 31. August 1934. 5104D Hessische Bürgermeisterei Dors-Gill. K n ö p p e r. Ächtung r Hartmetr versteigert am Dienstag, dem 4.Sevt., ab 14 Uhr, im „Löwen", Neuenweg 28, meistbietend gegen Barzahlung: ISchlafzimmer(neu), einBüsett und Kredenz (neu), 2 Vertikos, 1 Ausziehtisch, 5 Zimmertische, 6 Sofas, 1 Sekretär, 25 Polsterstühle, 8 Kommoden, 1 komvl. Küche (fait neu), 25 Bilder für Eß-, Schlaf- und Wohnzimmer, Wasch- u. Nachttische, 2 Kinderbetten, 4Schreibtischsesfel, 2run- de Tische (Eiche u. Nußbaum), 1 Damenschreibtisch, 2 Friseurtoiletten, 8 Gramm ovbone,Mar- mortiscke, 1 Motorrad, 1 Gasherd m. Ständer, Wäschemangel, Oelbehälter u. v. a. 5110D Versteigerung bestimmt. Besichtigung ab 10 Uhr erwünscht. Ludwig Hartmeh Auktionator und Taxator. Wald weben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tiei- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes mit Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff.. Leinen RM 4.80 Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer v.P.F. Weckmann-Wittenburg. Mit 64 Kunstdrucktafeln. BroschiertRM.3.-, gebunden RM 4.- H ei matsch utz und Heimatpflege. VonRektor Hermann Wille. Brosch. RM. 1.80, geb. RM 2.95 Naturschutz und Ingenieurwerk.VonDr.W. Lindner. .. Brosch. RM. 2. -, geb. RM. 3.— Vom deutschen Weidwerk. Von Prof. Dr. Koepert. Broschiert RM. 2.50, gebunden RM. 3.50 Heimatschutz.V.E.Rudorf f.Br.RM.2.-,gb.RM.3.- Naturdenkmäler aus der Vogelwelt. Von v. Lucanus. Brosch. RM. 2 —, gebunden RM. 3.— Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg. Broschiert RM. 2.—, gebunden RM. 3.- Naturschutz und Forstwirtschaft.Von Forstmeister Feucht. Brosch. RM. 2 —, geb. RM. 3.— Naturschutz und Arbeitsschule. Von W Schoenichen.. .Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Kamera im Dienste der Natur. Von Dr. Effenberger . Brosch. RM 2.50, geb. RM. 3.50 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen............... • Broschiert RM. 3.-, gebunden RM. 4.- SCl«^-tlPuseen- Wesen und Gestaltung. Von Dr. W. Schoenichen........Gebunden RM. 13.50 _____________________________________5111 D öflöoeriingea»“! senwirt.a.i.d.hartnäck.Fäll.todsich. u.Gar.innerh.5-6Tg.restl.m.Wurz. beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best, erb'. Löwen-Droq.W.KilbingerNachf..Seltersw.69 Mietgesuche Junges Ehepaar mit einem Kind sucht zuml.—15. Oktober schöne 1—2 -Zimmer- Wohn. m. Küche Schr. Angeb. mit Preis unt. 04278 andenGieß.Anz. Ganz einfach möbl.Zimmer -.mieten gesucht. Preisoff.u.04280 andenGieß.Anz. Leerer Raum oder SaaHür christliche Lichtspielhaus ♦ Gießen Heute Montag und morgen Dienstag Mady Christians Ivan Petrovich Ellen Richter In dem Kriminal- u. Abenteuerfilm Manolescu Versammlung z.mieten^esucht. Schr.Angeb.unt. 04279 a.d. G.A. Tüchtiges moöiBtn zur Aushilfe sofort gesucht. 5113D Faulstich Bahnhofstr. 59. Aelteres in allen Hausarb. erfahr. Mädchen sucht Stellung, woselbst 14 Tage alt. Kind mit untergebracht werden kanwTaschengeld erw.Schr Ang.u. 04275 q. d. G. A. f~ Verkäufe [ Herrenzimmer eichen, sehr gut erhalt, weg. Umzug billig zu verkaufen. 04276 Seltersweg 38 N Heilungen zu verkaufen. Schr. Angeb. u. 51070 a.d.G.A. Weg. Umzug sehr billig zu verkam.: 2 Madras-Vor-'- häng^Vorhang- stang.m.Ringen, ger. Bild., elektr. Steh- u. Hänge- lamv., Panelbr., Regale, Svruch- schilder, 1 Wohl- muth-Avv., Sitzwanne, Kohlenfüller usw. 04277 Seltersweg 38II der Fürst der Diebe mit Alfred Abel Fritz Kämpers Hilde Hildebrand Hubert v. Meyerink Vorher: Gutes Bei-Programm und Ufa -Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr GiosC Verschiedenes TORPEDO nur RM. 188.— schon für 4,89d 7.90 monatlich Allelnverkanl Niederhausens Co. Bahnhofstraße ßeßontib.Botel Schütz Vornehm/ GeschmackvollI Persönlich I Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brllhl'sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 MkllstW blau-weiß „Peterle" entflogen. 5112D Am Nalirungsberg 2. Sützev Traubenmost Liter 90 Pfennig Weinstube Seibel Gießen 50950 Ludwigsplah jfe sind%udick! Herz, Leber, Darm, Niere usw. arbeiten besser, wenn Sie mindestens 10 Pfd. abnehmen. Schlank sein, heißt gesund sein. Schlank sein, heißt auch schön sein. Beginnen Sie noch heute mit der ettzehrenden Reinin“ - Kur. den unschädlichen Entfettungstabletten. RM 1.75. In allen Apotheken erhältlich. Verlangen Sie nur „Rein in**. Gutschein Ich leide an Fußbeschwerden. Senden Sie mir darum sofort kostenlos u. portofrei die wichtige Druckschrift 5102 V „Fußleiden und ihre Behebung“ Fügen Sie auch 1 Beutel von Ihrem sauerstoffhaltigen Kuki- rol - Kräuter - Fußbade-Salz im Werte von 20 Pfennig zu Versuchszwecken kostenlos bei. Name....................................... Adresse................-................... An Kukirol, Bin.-Lichterfelde. Montag, 3. September 1934 Nr. 205 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) S.Jl.-J’port 7a Punkte entschieden... scheu Rekord, er hatte jedoch ebenso wie Becker (Saarbrücken) gegen die Schweden nichts zu bestellen. Die 4X400-Meter-Staffel wurde eine Beute der Schweden in 3:16,8 Minuten. Deutschland (Hamann, Boigt, Single, Metzner) blieb knapp um 2 Meter geschlagen und hatte den Gesamt-Sieg vergeben. 1900er Werfertriumphe in Fritzlar. JeisterschastssußbalbAuftaktinderGaulW ge- Gtädte-Achter — Abrudern. der Meter-Hindernislauf blieben erwartungs-, sucherzayL nur 1200. In Bayern. Der Meisterschaftsauftakt im Gau Bayern ver- nach wäre ein Unentschieden von 1:1 gerechter wesen. Zur Halbzeit stand das Spiel 0:0. gemäß die beiden Schweden Larsson und Ekman vor den Deutschen Dompert und Göhrt in Front. galt den Kampf um den Städteachter auszutragen, außerdem offiziell abzurudern und damit die Rudersaison zu beenden. Zunächst gingen die Boote sämtlicher drei Gießener Vereine auf das Wasser. Die Mannschaften ruderten dann etwa 1500 Meter die übersichtliche Lahnstrecke hinauf und kamen dann in schöner Ordnung wieder herab. Es war eine stattliche Anzahl von Booten, die die drei Vereine (Gießener Rudergesellschaft 1877, Ruderklub Hassia Gießen und Verein Rudersport 1913) auf das allen Spielen gab es die erwarteten Resultate. Die Vereine — und besonders die „großen" — wissen eben, um was es geht und lgfsen sich deshalb auf keinerlei Experimente ein, sondern packen jeden Kampf mit vollem Ernst an. Der Meister der vorigen Saison, der 1. FC. Nürnberg, ließ sich von dem Neuling Spvgg. Weiden im „Zabo" nicht viel vormachen. Die Oberpfälzer mußten sich mit 5:1 klar geschlagen bekennen, nachdem sie allerdings bis zur Halbzeit das Ergebnis auf 1:1 halten konnten. Im Münchener Doppelspiel gab es zwei einheimische Siege. 1860 fertigte den ASV. Nürnberg mit 2:0 ab, und Wacker gab dem Neuling BC. Augsburg etwas glücklich mit 3:2 das Nachsehen. Der Regensburger Großkampf zwischen „Jahn" und Bayern" endete mit einem gerechten 2:2 unentschieden. Schwaben Augsburg landete einen knappen 4:3= Sieg über den gefürchteten FC. Schweinfurt 05. Gp.-Ag. 1900 - Sv 05 Wetzlar 1:2 Der gestern auf dem Platz an der Liebigshöhe ausgetragene Freundschaftskampf zwischen den Ligamannschaften der Spieloereinigung 1900 und des Sportvereins Wetzlar nahm einen sehr anregenden Verlauf. Man sah ein schönes und sehr fair ausgetragenes Spiel, das die etwas besseren Wetzlarer mit 1:2 als Sieger sah. Dem Spielverlauf mit 1.0 (1:0) über die Saarbrücker Sportfreunde, und auch in den übrigen Spielen des Tages gab es nur knappe Ergebnisse. Phönix Ludwigshafen schlug den FSV. Frankfurt mit 3:1 (2:0). Leider gab es hier drei Platzverweise, ein unschöner Auftakt zur neuen Spielzeit. Die beiden Gauliga-Neulinge hielten sich sehr gut. Union Niederrad schlug die Wormser Wormatia mit 3:2 (2:2), und Saar 05 Saarbrücken rang der Neunkirchener Borussia mit 1:1 (0:1) in Saarbrücken einen wertvollen Punkt ab. Die Besucherzahlen des ersten Sonntags waren Unterfeldwebel Gugel (1. 15) wirft 45,80 Meter (!), A. Kilo 43,90 Meter Diskus! Die beiden 1900er Werfer Unterfeldwebel O. Gugel (1.15) und A. Kilo scheinen endlich ihre Form gefunden zu haben. Bei den gestern stattgehabten Nationalen Wettkämpfen des T. u. Spv. Fritzlar — eines alten Leichtathletikpioniers — warteten sie jedenfalls mit Leistungen auf, die alle Erwartungen übertrafen. Insbesondere war Unterfeldwebel Gugel in ausgezeichneter Verfassung. Nachdem er bereits im Vorkampf die Scheibe 45,80 Meter weit geworfen hatte, stand sein Sieg so gut wie fest. Allerdings gab sein Vereinskamerad Kilo die Sache nicht verloren, sondern kam ihm im Endkampf auf 43,90 Meter nahe. Dritter im Diskuswettbewerb wurde Altmeister Junghenn (Kassel) mit der ebenfalls ansprechenden Weite von 40,50 Meter. Das Kugelstoßen sah die 1900er Farben ebenfalls in Front. Gugel war auch hier wieder bestens aufgelegt und sicherte sich den Sieg mit 14,40 Meter. Die beiden Nächstplacierten (darunter v. Hofe, Kassel) blieben über 1,20 Meter zurück. A. Kilo wurde hier Vierter mit 12,49 Meter. deutsche Meister Scheele (Altona) ein hervorragendes Rennen und siegte in 54,2 Sekunden vor den Schweden Dahlgren und Lundgren, während Kopp (Wiesbaden) disqualifiziert wurde. Im 100-Me- te r-Lauf behielt anschließend Borchmeyer in 10,7 die Oberhand vor Hornberger (10,9). Im Dreisprung blieben dagegen die beiden Schweden Svensjon und Holmberg mit 14,68 bzw. 14,56 Meter in Front. Gottlieb (Landau) sprang 13,88 Deutschen Schaumburg und Paul. Mit 49,97 Meter holte sich anschließend der schwedische Weltrekordmann Andersson den Diskuswurf vor Weltrekordmann Sievert (Hamburg) mit 48,23 Meter. Karlfson (Schweden) wurde Dritter vor dem Deutschen Meyer. Irn Stabhoch svru na gab es gleich drei erste Preisträger. Der Schwede Ljung- bera sowie die Deutschen Wegner und Müller er- reicyten je 3,90 Meter. Zu einem neuen Erfolge kam der deutsche Meister Syring (Wittenberg) im 10000-Met er-Lauf, den er sicher in 31:42,8 vor dem Schweden Magnusen, dem Berliner Bree und G. Andersson gewann. Nach dieser Uebung führte Deutschland noch mit 96% : 89% P., in den beiden folgenden Konkurrenzen kamen jedoch die Schweden zu ganz überlegenen Erfolgen und damit zum Endsiege. Im Hammerwerfen kamen die beiden Schweden auf die ersten Plätze. Seeger (Oßweil) schaffte zwar mit 49,16 Meter einen neuen deut- Auf der Lahn herrschte gestern zum Abschluß Gießener Rudersaison noch einmal Hochbetrieb. Es Deutschland verlor den Leichtathletik-Länderkampf gegen Schweden mit 101%: 100% Punkten. Der erste Tag. Am ersten Tage des Leichtathletik-Länderkampfes Deutschland—Schweden hatten sich im Stockholmer Stadion trotz des trüben Wetters nahezu 12 000 Zuschauer eingefunden. Die deutsche Mannschaft trat in einer ganz vorzüglichen Form an und erlangte bereits am ersten Tage eine Führung von 50:38 Punkten. Von den Deutschen erreichten Metzner, Leichum und Syring im 400-Meter-Lauf, Weitsprung und 5000-Meter-Lauf sogar Jahres- b e st l e i st u n g e n. Neben zwei schwedischen Erfolgen brachte der Eröffnungstag nicht weniger als sechs deutsche Siege, die in einigen Fällen überraschend kommen und daher doppelt freudig ausgenommen werden können, lieber 2 0 0 Meter siegte Borchmeyer in 21,8 vor Schein-Hamburg und den Schweden Strandberg und Erikson. Im 110- Meter-Hürdenlauf triumphierte anschließend der Schwede Sten Petterson in 14.9 vor Wegener- Berlin (14,9), Lidman-Schweden und Welscher. Einen schwedischen Doppelsieg gab es über 800 Meter. Erik Ny lief hier ein schönes Rennen und gewann in der neuen schwedischen Rekordzeit von 1:50,4 vor seinem Landsmann Wenn»' berg, König-Hamburg und Dr. Dessecker-Stuttgart, der in der ersten Runde zu Fall gekommen war. Den Hochsprung ließen sich die Deutschen Wein- kötz und Martens mit je 1,91 Meter nicht entgehen und über 5000 Meter lief Syring mit 14:54,4 Jahresbestzeit heraus. Im Weitsprung behielten Leichum (7,65) und Lang (7,49) die Oberhand. Leichum erreichte dabei den deutschen Rekord Songs. Der Frankfurter Metzner stellte über 400 Meter mit 47,9 ebenfalls als Sieger neue Jahresbestzeit auf. D e Entsche^una des Sonniaes. Die beispiellose Erfolgsreihe der deutschen Leichtathletik-Mannschaft erlitt am Sonntag im Stockholmer Stadion im Kampfe gegen Schweden eine Unterbrechung. Die Nordländer, die noch am ersten Tage mit 38:50 Punkten im Nachteil gelegen hatten, holten sich am Sonntag allein sieben von den 11 Konkurrenzen und kamen dadurch zu einem überaus knappen Sieg mit 101% : 100% Punkten. Die anwesenden 20 000 Zuschauer, unter denen man auch das schwedische Kronprinzenpaar bemerkte, Der Schwede Erik Ny war über 1 500 Meter Der Meisterschaftsauftakt im Gau Bayern vernicht zu schlagen, er gewann glatt vor den beiden lief in diesem Jahre ohne jede Ueberraschung. In Meter und Sälzer (Hamm) sogar nur 13,63 Meter. .... Den Speerwurf gewann Ättervall (Schweden) noch recht gering. In den drei Spielen in Offenbach, mit 66,14 Meter vor dem deutschen Meister Wei- Niederrad und Saarbrücken waren je 3000 Zumann (65,57) und Stöck (64,50 Meter). Im 3 000- schauer anwesend, in Ludwigshafen betrug die Be- Nordhessens Neulinge geschlagen. In der Gruppe Nvrdhessen standen am ersten Sonntag der Meisterschaftsspiele nur zwei Begegnungen auf dem Programm. In beiden Treffen traten die beiden Gauliga-Neulinge auf den Plan und mußten Niederlagen einstecken. Germania Fulda empfing auf eigenem Platze Hessen Hersfeld und mußte sich nach eindrucksvollem Spiel der Hersfelder mit 0:2 geschlagen bekennen. Ausschlaggebend für den Sieg der Gäste war vor allem die große Schnelligkeit. Eine noch empfindlichere Niederlage mußte die SpVgg. Langenselbold gegen Spieloerein Kassel einstecken. In einem flotten Kampf, in dem Langenselbold nur während der ersten Halbzeit einigen Widerstand aufbrachte, landeten die Kasselaner einen einwandfreien 6:l-(3:l-)Sieg. Bei Langenselbold machte sich die mangelnde Wettkampferfahrung stark bemerkbar. Sier Gv'ele sm Äau Güdwest. Mit vier Spielen begann am Sonntag der Gau waren natürlich von den Leistungen ihrer Mann- , ~ schäft begeistert, spendeten aber auch den erfolg- Südwest die neue Spielzeit. Der Gaumeister, reichen deutschen Athleten starken Beifall. ! Kickers Offenbach, errang_nur einen knappen Sieg Im 4 0 0 - Meter - Hürdenlauf lief der Nürnberg Von Wilhelm Kunze eine Zeitlang alles zu verdanken hatte. Reichsstadt wahren. Nürnberg ist immer eine gibt kaum ein Stadt gewesen, uiC um ovuipn» y*-*i*— — Partnern verhandelte und wetteiferte; ihre Kultur hat sie aus dem Boden des Volkstums selbst geschöpft. Das Patriziat war sich mit dem ehrbaren Handwerk eins in der Liebe, eins in der Tatkraft, eins in dem aufrechten vaterländischen Sinn. Es Die eigentliche Entwicklung der Stadt geschah vom 13. ins 16. Jahrhundert. Sie fing an, neben der Blüte des Handwerks die des Handels und der Kunst zu entfalten. Handwerk und Kunst gingen Im Hintergrund der Betriebsamkeit und Emsigkeit eines neuzeitlichen Geschäftslebens schlummert heute die Vergangenheit dieser Stadt wie in einem tiefen märchenhaften Schlaf, aus dem einzig die großartigen Baudenkmale in den Tag hineinragen. Der in ihr und mit ihr lebende Mensch des 20. Jahrhunderts hat oftmals die Empfindung, als müßte die fast ein Jahrtausend alte Geschichte Nürnbergs aus ihrem Zauberschlaf erweckt werden; sie tritt ihm bisweilen in spinxischen Rätseln entgegen; sie steht vor ihm als etwas unerhört Großes, das in nahezu allen feinen Teilen erst noch der Entdeckung und Deutung harrt, und es sind in dieser Stadt vermutlich immer Kräfte am Werk gewesen, die einzig dem mit einem auf das Mythische lauschenden Sinn Begabten offenbar werden. Auch vor hundert Jahren hat Nürnberg wie ehedem im Mittelalter im Brennpunkt des allgemeinen Interesses gestanden. Damals wanderten Ludwig Ti eck und Wilhelm Heinrich Wackenroder, die Sänger der Romantik, durch die Straßen und Gassen der Stadt, und Wackenroder schrieb: „Nürnberg, du vormals weltberühmte Ltadt! Wie gerne durchwanderte ich deine krummen Gassen; mit Was die heutige Handels- und Industriestadt Nürnberg in den Ruf eines „Schatzkästleins des Deutschen Reiches" gebracht hat, verdankt sie teils ihrer baulichen, teils ihrer kulturellen Tradition, die in eben die Zeit zurückgeht, da Regiomontan, Luther und Ulrich von Hutten lebten. Es war eine Zeit, die ähnlich der unseren eine Zeitwende gewesen ist, da zu Nürnberg die großen Geister wirkten, deren Namen in die deutsche Kulturgeschichte Eingang gesunden haben, Gelehrte, Dichter und Künstler: Albrecht Dürer, Willibald Pirckheimer, Hans Sachs, Adam Kraft, Peter Vischer und viele andere. Damals stand die Stadt durch große Männer in engster Verbindung mit der geistigen Bewegung, die für Jahrhunderte Geltung gewinnen sollte. Damals war ihr großartiger Bürgersinn zur schönsten Blüte gediehen und konnte ihr durch Jahrhunderte den stolzen Charakter einer freien gibt kaum ein besser geglücktes Bild dieses Zustandes als Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg", wo uns Gedanke und Wesen der Meisterschaft im alten ursprünglichen Sinne so beispielhaft nahegerückt werden. Meisterschaft hieß hier auch: Meisterung des alltäglichen Lebens — und der praktische Sinn der Nürnberger hat sich bis in unsere Tage erhalten. i welcher kindlichen Liede betrachtete ich deine alt- uiiuiiec eilte ausgesprochene freie väterischen Häuser und Kirchen denen die feste die mit Kaifern und Fürsten als ; Spur von unserer alten vaterländischen Kunst e:n- —ttv.cAvif ihr» gebrücft ist!" Und heute wie vor hundert Jahren stehen diese altväterischen Häuser und Kirchen noch auf denselben Straßen und Plätzen, über die der ungemein lebhafte Großstadtverkehr dahmsttebt. Die alte, geschichtlich so inhaltsreiche Kaiserburg erhebt sich über der Stadt, über Kirchen und Brunnen, über alten Sandsteinhäusern und Fachwerkbauten über dem Renaissance-Rathaus und dem Fachwerkhaus Albrecht Dürers. Die beiden großen Kirchen enthalten Kunstwerke Peter Vischers, Adam Krafts und Veit Stoßens. Das Germanische Na- tional-Museum enthält in reichhaltigen Sammlungen die Denkmäler deutscher Geschichte, deutscher Kultur und deutschen Volkstums. Stattliche Bürgerhäuser mit ihren schmucken Jnnenräumen und Höfen sprechen für die geschmackvolle Baukunst der . Altvordern, und so deutet jedes einzelne Bau- und vielfach zusammen, sei es, daß noch manches Handwerk ein künstlerisches Empfinden voraussetzte, sei „ ... w.n/5l . , es, daß mancher neben seinem Beruf noch der Kunst Ium^elchöpartettag vom4 vis 9 September p^egte Nach der anderen Seite hin entwickelte sich aus dem Handwerk die Industrie. Gehörten manche, wie die Goldschmiede, schon mehr zur Kunst, so be= Als Regiomontan, der größte Mathemati- stimmte andere der Charakter ihres Berufes, wie ker und Astronom feiner Zeit, im Jahre 1471 sich die Tuchwalker, schon für die Industrie. Auch ent- in Nürnberg ansässig machte, tat er es aus dem stand durch eben die letzten und verwandten Ge- Grunde, weil er sich, wie er selbst sagte, in Nürn- biete ein lebhafter Handel, worunter der Manu- berg „gewissermaßen im Zentrum Europas" befand: J fakturhandel sich so ausbreitete, daß ihm die Stadt denn die Nürnberger Kaufleute unterhielten nach ! allen Richtungen des Kontinents ihre Handelsverbindungen. Nur wenig später nannte Luther diese | Stadt „das Auge und Ohr Deutschlands", und Ulrich von Hutten zitierte das venezianische Sprichwort „Alle Städte in Deutschland seien blind, allein Nürnberg sehe auf einem Auge". Kunstdenkmal, jedes Glasfenster in einer der Kirchen, jede Madonna an einem der alten Häuser, immer nur auf die hohe und tragfähige Kultur derer, die vor uns waren. Sie haben Nürnberg zu dem gemacht, was die Stadt heute noch ist: ein „S ch a tz k ä st l e i n des Deutschen Reiche s". Aber sie haben der Stadt auch jene Dvppelgesichtigkeit verliehen, die sie heute noch kennzeichnet. Es ist charaktristisch, daß dieses Nürnberg mit seinen dauerhaften klaren Bauten im Mittelalter zugleich den ganzen mittelalterlichen Drang zum Unerklärbaren beherbergte; wie es charakteristisch ist, daß der überaus realistische Maler Albrecht Dürer zugleich der Urheber eines so rätselhaften Blattes war, wie es der Stich „Melancholie" ist. Nürnberg mit feinen korrekt gezogenen und korrekt gewinkelten Straßen und Gassen beherbergt eine zweite, unzugängliche Stadt unter sich: zahlreiche, heute noch kaum enträtselte „unterirdische Gänge" durchziehen die Stadt in verschiedenen Rich» tungen. Und um das Doppelantlitz zu vollenden: gerade auf den verkehrsreichsten, betriebsamsten Platz der Stadt, auf den Marktplatz — der heute zu Ehren des Führers „Adolf-Hitler-Platz" genannt ist — haben die Alten den „Schönen Brunnen" gestellt, dieses geheimnisreiche Kunstwerk von überragender geistiger Bedeutung. Nur in der Nacht steigt manchmal die verträumte Vergangenheit aus der Tiefe herauf und liegt mit dem Mondschein auf den alten Giebeln und Erkern, Türmen, Brücken und Brunnen der still gewordenen Stadt. Die große Geschichte der Stadt, die mit der Geschichte des Deutschen Reiches so eng verknüpft ist, hebt alles, was ist, in ihr mildes Licht und läßt auch die Gegenwart groß erstrahlen. 3eiffd)riffen. — Der 1000jährige Geburtstag des persischen Nationaldichters Firdusi, der in seinem Heimatland festlich begangen wird, ist für die I 11ustrirte Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) Anlaß gewesen, dem Lande Persien, seiner Kultur und Wirtschaft eine Sondernummer zu widmen. Die Kunst, in der sich die große und reiche Vergangenheit des alten Landes ausdrückt, nimmt einen großen Raum des Heftes ein. Der Direktor der Staatlichen Museen, Berlin, Dr. Kühnel, weiß in seinem Beitrag „Persien in der Kunst" viel Interessantes über die Geschichte zu sagen. „Firdusi und das persische Nationalepos", ein Beitrag des Berliner Professors Dr. Schaeder, berichtet über Gestalt und Wirken des großen Dichters. Auch dem modernen Persien unter der Führung seines zielbewußten Herrschers werden Artikel und Bilder aus den verschiedensten Gebieten gerecht. Wasser bringen konnten. Auch die Damen beteiligten sich. Ein schönes Bild bot der Abschluß der Ausfahrt, die mit vier Achtern würdig beendet wurde. Im Anschluß daran wurde der Städteachter aus- getragen, an dem sich in diesem Jahre die Wetzlarer Mannschaft leider wieder nicht beteiligen konnte. So mußte die Entscheidung zwischen den beiden Booten der Gießener Rudergesellschaft und der Renngemeinschaft Gießen (Verein Rudersport und GRG.) fallen. Der Ausgang war vorauszu- fehen; die Mannschaft der GRG. gewann den Kampf und setzte sich damit für ein weiteres Jahr in den Besitz der von den Städten Gießen und Wetzlar gestifteten Trophäe. Ergebnisse des Zubiläumsschießens in Laubach. Nachstehend bringen wir die inzwischen ermittelten weiteren Ergebnisse des dieser Tage stattgefundenen 6 0. Jubiläumsschießens des Schützenvereins Laubach, verbunden mit einem Freundschaftsfchießen der dem seitherigen Bezirks-Schützen-Verband Hessen-Nassau angehörigen Vereine. Feldmeisterscheibe (300 Meter): 1.0. Müller (Siegen) 50 Ringe; 2. W. Ruppertsberg (Marburg) 47 R.; 3. I. Reiffenrath (Neunkirchen) 43 R.; 4. A. Manegvld (Marburg) 42 R.; 5. I. Buchhammer (Alsfeld); 6. O. Dula (Marburg) 41 R.; 7. H. Appel (Gießen); 8. A. Vogt (Laasphe); 9. F. Kalkbrenner (Alsfeld) 39 R. B. Standmeisterscheibe (175): 1. G. Hill (Alsfeld) 55 R.; 2. H. Sauer (Gießen) 54 R.; 3. H. Appel (Gießen) 52 R.; 4. Chr. Tag (Bad Homburg; 5. A. Manegold (Marburg); 6. *£). Müller (Siegen) 51 R.; 7. W. Ruppertsberg (Marburg) 50 R.; 8. H. Buchhammer (Alsfeld); 9. I. Elmshäuser (Marburg) 49 R.; 10.0. Dula (Marburg); 11. A. Fricke (Butzbach) 48 R.; 12. H. Becher (Betzdorf); 13. K. Neumann (Schotten); 14. F. Kalkbrenner (Alsfeld) 47 R.; 15. H. Dula (Marburg). C. Lorenz-Gewehr-Mei st erscheibe (175 Meter): 1. O. Müller (Siegen) 52 R.; 2. A. Manegold (Marburg) 49 R.; 3. H. Vetter (Marburg) 46 R.; 4. W. Vetter (Marburg). D. Auflage-Mei st erscheibe (100 Meter): 1. F. Kaiser (Nieder-Fischbach) 36 R.; 2. O. Müller (Siegen) 35 R.; 3. K. Biedermann (Alsfeld); 4. I. Wießler (Butzbach); 5. F. Kalkbrenner (Alsfeld); 6. H. Heinen (Wetzlar) 34 R.; 7. H. Neumann (Schotten); 8. I. Buchhammer (Alsfeld) 9. H. Becher (Betzdorf); 10. H. Sauer (Gießen); 11. I. Reiffenrath (Neunkirchen); 12. O. Dula (Marburg); 13. Dr. Roßbach (Laubach); 14. H. Müller (Schotten); 15. G. Thoms (Wallau); 16. H. Ermert (Herdorf); 17. H. Vetter (Marburg); 18. O. Högy (Laubach) 33 R.; 19. H. Griebel (Marburg); 20. A. Morgenschweiß (Kirchen-Wehbach); 21. G. Hill (Alsfeld), 22. W. Georg (Gießen); 23. K. Pitz (Lau- bgch); 24. Dingeldey (Alsfeld); 25. K. Balser (Wallau); 26. W. Stauf (Siegen). B. G l ü ck s ch e i b e (100 Meter): 1. K. Pitz (Lau- bach) 0,5 Teiler; 2. K. Becker (Laubach) 5,3 T.; 3. G. Hill (Alsfeld) 5,5 T.; 4. Se. Erl. Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach 5,8 T.; 5. K. Becker (Laubach) 6,4 T.; 7. Arnold Enders (Laubach) 8,0 T.; 8. Fritz Rühl (Laubach) 9,2 T.; 9. K. Pitz (Laubach); 10. derselbe; 11. H. Elmsberger (Biedenkopf) 11,8 T.; 12. A. Enders (Laubach) 12,1 T.; 13. W. Kreicker (Laubach) 12,3 T.; 14. Ed. Göbel II. (Laubach) 12.5 T.; 15. H Bucbhammer (Alsfeld) 113,0 T.; 16. A. Rudersdorf (Haiger) 14,0 T.; 17. H. Elmsberger (Biedenkopf) 14,1 T.; 18. E. Rubl (Laubach); 19. A. Enders (Laubach) 14,4 T.; 20. K. Schlörb (Lauter) 14,5 T. F. Auflage-Punkttabellen (100 Meter): 1. H. Müller (Schotten) 30 Punkte; 2. H. Kriebel (Marburg) 26 P.; 3. I. Reiffenrath (Neunkirchen); 4. O. Högy (Laubach) 25 P.; 5. H. Sauer (Gießen). G. Wildstand (laufender Keiler, 60 Meter): 1. H. Heinen (Wetzlar) 34 R.; 2. E. Högy (Lau- Deutsche Bauern in einem Land des Ueberfluffes. Das heutige Groß-Rumänien mit seinem bunt zusammengewürfelten Rassengemisch ist ein Land der Gegensätze genannt worden, und wie es hier sehr arme Gebiete gibt, so gibt es auch ein Land des Ueberflusses. Das ist Bessarabien. Die Deutschen haben in dieser Ecke Rumäniens mehr Freiheiten, als ihnen sonst in der Fremde gelassen wird; mit großer Tapferkeit haben sie gegen den Ansturm des Bolschewismus gekämpft und man räumt ihnen dafür auch Stellungen bei Post und Eisenbahn sowie im staatlichen Schuldienst ein. Otto S ch n e l l b a ch, der in der „Deutschen Arbeit" von den deutschen Bauern Bessarabiens erzählt, berichtet, daß zehn Stück Eier dort 20 Pfennige kosten und die Hühner nur paarweise gehandelt werden. Alles ist im Ueberfluß, und alles steht im Anfang. Das i Ackerland ist Schwarzerde und trägt noch immer Frucht, obwohl man seit 100 Jahren einen unerhörten Raubbau treibt. Da man keine Brache und keine Düngung kennt, sondern den prächtigen Mist für die Heizung im Winter verwendet, sind die Ernten in Bessarabien trotz des guten Bodens geringer als in anderen Teilen Rumäniens. Auch mit der Feldbestellung macht man sich nicht viel Mühe; man pflügt mit guten, meist deutschen Geräten, aber man arbeitet nicht tief. Da man dem lieben Gott so gern die Sorge um das Feld überläßt, so hofft man auch auf reichlichen Regen. Regnet es einmal nicht genug, dann gibt es nicht etwa eine schlechte Ernte, sondern eine vollkommene Mißernte, und dann geraten Mensch und Vieh in diesem reichen Lande in große Not. Wenn nach dem Getreide Mais und Wein geerntet sind, dann kommt der harte russische Winter, in dem der Bauer nichts tut. Die Deutschen haben prachtvolle schnelle Pferde, die sich sehr vorteilhaft von den kleinen Panjepferden der Russen und Bulgaren unterscheiden. Aber auf zehn Pferde kommen nur etwa vier Stück Rindvieh, denn die Weide ist schlecht und Futter wird nicht angebaut. Großes Interesse herrscht für die Soja-Bohne, die in dem warmen Klima gedeiht, ohne daß man den Boden besonders vorbereiten müßte. Man wußte zunächst nicht viel mit der Bohne anzufangen, jetzt aber hoffte man, daß Deutschland die Soja-Bohne in größeren Mengen abnehmen wird. Die schwäbischen Bauern, die die Fortschrittlichen im Lande sind, und die auch die Vorkämpfer für die Verwendung deutscher Geräte und Werkzeuge waren, gehen zunächst zu dem Anbau der neuen Frucht über, und werden so in noch engere wirtschaftliche Verbindung mit der alten Heimat kommen. Erhält das Land brauchbare Landstraßen und neue Eisenbahnlinien, dann kann es einen gewaltigen Aufschwung erleben. Den Herrmann-Görina-Gepäck marsch feuerwehr und Bürger von Dorf-Gill versagt hätten, j AEG um 0,40 v. H. hoher. Auch Montanwerke er JJK.U m u II 11 uw ,1, SV, V v ... zcn' 'm___s/ £.-■ c c___s. ______I kÄihn ft* nnn ihron lobten 6>nr«rürf nrinnpn etwas lin) in 2:42 Stunden. anleihen ruhig und behauptet. fahren im August. Nach Mitteilungen des Sta- beabsichtigt sei, nur noch von den aktiven Wehr band Gießen sei dies noch nicht bestimmt. Die Rech- Deoisenmarkl Berlin — Frankfurt a. ZR. 31.August 1 .September und des Horst-Wessel-Liedes sang. Bürgermeister Schäfer warnte vor Zuwachs bei den Feuerwehren von solchen Leuten, die sich auf Kosten der SA. und SS. drücken wollten, die men. Verbandsführer Wenzel gab noch Beschlüsse von Bad-Nauheim bekannt. U. a. teilte er mit, daß Der Nachwuchs-Tennis-Länderkampf zwischen Deutschland und Frankreich in Berlin steht nach dem zweiten Tage 7:0 für Deutschland. Hierauf wies Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier auf die Feuerschutzwoche hin, die vom 17. bis 23. September stattfinden soll. Bei dieser Gelegenheit erwähnte er, daß die Pflichtfeuerwehren auch die Broschüren zu verkaufen hätten und das Ministe- AusdemWasser ging die ungarische Wasserball-Nationalmannschaft bei ihrem zweiten Spiel in Wembley. Die Ungarn wurden dauernd von dem englischen Schiedsrichter Emery benachteiligt und verzichteten schließlich auf die Fortsetzung des Kampfes, bei dem ihnen reihenweise die Spieler aus dem Wasser geschickt wurden. Lage das Wort reden. Im wesentlichen waren wieder einige Sonderbewegungen im Vordergründe, vor allem Siemens um insgesamt 4 v. H. befestigt. Die Aeußerunaen über das Exportgeschäft und über die übrige Bedeutung des Siemensgeschäftes regten an. Mitge- zogen waren Schuckert mit 2,50 v. B. Besserung, Verlegung des Herbstverbandstages infolge des Todes des Generalfeldmarschalls von Hindenburg Kenntnis. Zu Ehren des verstorbenen Feldmarschalls erhoben sich die Anwesenden und gefolgt Jack Crawford vor den Amerikanern Wood und Shields. 3 4 Flugzeuge, ulfo sämtliche gemeldeten Teilnehmer, wurden nach Prüfung der Sollausrüstung und des Leergewichtes zur Teilnahme am Europa-Rundflug zugelassen. Die teilnehmenden Maschinen verteilen sich auf Deutschland (13), Italien (6), Tschechoslowakei (3) und Polen (12 Maschinen). Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 3. Sept. Vorbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1517 Rinder (443 Ochsen, 142 Bullen, 447 Kühe, 425 Färsen, 518 Kälber, 49 Schafe (43 Hämmel), 4366 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 23 bis 25 Mark, Bullen 22 bis 31, Kühe 13 bis 31, Färsen (Kalbinnen) 22 bis 35, Kälber 25 bis 46, Hämmel 30 bis 34, Schweine 40 bis 53 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig. wehren sind. Verbandsführer Wenzel gab Anregungen für Kurs schloß mit 95,50 nach 96. Auch Montanwerte lagen weiter freundlich bei einem Kursgewinn bis 14. Her-fiverbandsiag -er freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen. Frankfurter Börse. Freundlicher. dachten seiner in Stille. In seinem Bericht gab der Verbandsführer bekannt, daß der Herbstoerbandstag der praktischen Tätigkeit und der Geselligkeit gewidmet sein soll. Daran festzuhalten, sei Ehrensache. Weiter gab er die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Müschen heim bekannt. Ebenso sind Gründungen von Freiwilligen Feuerwehren in Langsdorf, Reinhardshain und in Ober-Bessingen beabsichtigt. Ferner wurde bekanntgegeben, daß zur Feuerschutzwoche eine Broschüre verkauft werden soll. Ein Erlaß des Innenministers, wonach der Feuerwehrmann nicht mehr der SA. und SS. angehören soll, wurde bekannt- gegeben. Verbandsführer Wenzel gab seiner Freude über die Unterstützung der Feuerwehren .... .... ________ —Frankfurt a. M., 1. Sept. Die Wochenschlußleuten Beiträge einzuziehen. Für den Kreisver- börse lag bemerkenswert freundlich. Zwar sind die 2'-L— ......2- 72-,- Auslandstimmen zur Schachtschen Forderung un- nungsprüfer wurden vom Verbandsführer be- freundlich, doch gebe es auch ziemlich Stimmen, die stimmt. Anträge waren nicht eingegangen. einer vernünftigen Rechnungtragung der deutschen Kreisleiier Wambold zum Oberbürgermeister von Darmstadt gewählt. D a r m st a d t, 1. Sept. (LPD.) Jrn festlich geschmückten Rathaussaal hatte sich heute der S t a d t- r a t zur Vornahme der Oberbürgerwahl versammelt. Der bisherige kommissarische Oberbürgermeister, Kreisleiter Wambold, wurde m i t 28 Ja-Stimmen gewählt. Zwei Stimmzettel wurden leer abgegeben. Nach der Wahl begrüßte Bürgermeister Haug den inzwischen eingetroffenen Reichsstatthalter Sprenger und sprach dem neuen Bürgermeister die Glückwünsche des Stadtrates aus. Prooinzialdirektor Dr. I a n n führte den Oberbürgermeister dann in sein Amt ein und verpflichtete ihn. Weiter teilte er mit, daß nunmehr auch die beiden kommissarischen Bürgermeister Haug und Kopp offiziell in ihrem Amte beftätigt worden seien. Bürgermeister Haug überreichte anschließend Oberbürgermeister Wambold die Amtskette der Stadt Darmstadt. In einer kurzen Ansprache begrüßte Reichsstatthalter Sprenger den neuen Oberbürgermeister und wies auf die schweren Pflichten und Sorgen hin, die ihn in seinem Amte erwarteten. Der Reichsstatthalter teilte mit, daß ein neues Reichskommunalgesetz in Aussicht gestellt sei und bereits im Herbst in Kraft treten werde. Im anderen Falle hätte er dafür gesorgt, daß die überalterten Formen längst beseitigt worden wären. Irgendwelche Befürchtungen, daß ein Bürgermeister gestürzt würde, brauchte man aber da nicht zu hegen, wo sich der Stadtrat rein nationalsozialistisch zusammensetze. Sich an Oberbürgermeister Wambold wendend betonte der Reichsstatthalter, er werde in nächster Zeit verpflichtet sein, das Darmstadt bisher noch Mangelnde auszugleichen. Erst nach Durchführung der Reichsverwaltungsreform werde es möglich fein. Darmstadt alles das zu geben, was ihm heute noch fehle. Mit den besten Wünschen für die Amtsführung schloß Reichsftatt- halter Sprenger seine Ansprache. Oberbürgermeister Wambold dankte zum Schluß und umriß in großen Zügen fein zukünftiges Aufgabengebiet. rium verfügt habe, an der Feuerschutzwoche müßten alle Gemeinden teilnehmen. Weiter ging er noch ________y......... . auf den Brand in Dorf-Gill ein, bei dem die Pflicht- daneben Licht und Kraft 1,50, Gesfürel um 0,50, MitPlätzen mußten sich die deutschen Teilneh- Verbandsführer Wenzel gab Anregungen für mer am Rigaer Reitturnier beim Kampf um den die Feuerschutzwoche. Da mittlerweile Branddirektor Pokal des lettischen Kriegsministers zufrieden ge- Braubach (Gießen) ankam, wurde er von Verben. Der Ostpreuße Lengnick kam hinter dem bandsführer Wenzel begrüßt. Schweden Oswald auf den zweiten Platz, während Regierungsrat Grein überreichte hierauf dem Axel Holst Vierter wurde. Feuerwehrmann Heinrich Winter (Birklar) das * Ehrenzeichen für 25jährige aktive Tätigkeit zum William Tilden hat eine Rangliste der Wohle der Allgemeinheit mit dem Glückwunsch der Tennisspieler aufgestellt. Er setzt den Engländer Regierung. Fünf weitere Wehrmänner der Wehr Perry vor seinem Landsmann Austin an die erste Birklar: Heinrich Ott, Heinrich Schneider, Stelle und führt den deutschen Meister Gottfried Philipp Düringer, Hermann Weisel und von Cramm an dritter Stelle auf. An vierter Stelle Heinrich Heinz erhielten die gleiche Auszeichnung. Das Ehrenzeichen für 15jährige Dienstzeit, gestiftet vom Kreisverband, wurde an 50 Feuerwehrmmän- ner verliehen, die es von ihren Wehrführern bei nis-Spitzenfpieler Fred Perry nicht, feine eigenfchaft aufzugeben und sich der Tilden-Truppe anzuschließen. Der Engländer hat das Angebot jetzt endgültig abgelehnt. Wirtschaft. ♦ D i e Konkurse und Vergleichsver holten sich von ihren letzten Kursrückgängen etwas, so Rheinstahl um 0,25, Phönix 0,50, Klöckner 0,50, Harpener 0,75, Buderus 1 v. H. Schiffahrtswerte behauptet. Zellstoffwerte lagen uneinheitlich, Aschaffenburger verloren 2,40, aber Waldhof um 0,75 hoher. Sehr beobachtet waren AKU., die 1 v. H. anzogen, dagegen anfangs Bemberg 0,90 v. H. schwäche.'. Verkehrswesen wieder lebhaft und2v. H. fester, auch die übrigen Bahnaktien gesucht. Im einzelnen waren Westd. Kaufhof um 1,25 erholt, Deutsche Lion, angeregt durch den Bericht der Rhein. Lino um 0,75 v. H. fester. Ruhig blieben Automobilwerte, Daimler 0,25 v. H. erhöht. Der Rentenmarkt lag nicht ganz einheitlich. Valutawerte, die zu Tauschwerten verwendet wurden, höher gesucht. So wurden schweizerische Bundesbahnen bis 5 v. H. höher gesucht. Mexikaner vorübergehend lebhafter bei Steigerungen von 0,13 bis 0,40 o. H. Deutsche Reichsanleihen waren behauptet. Altbesitz 0,13 freundlicher. Späte Schuldbücher unverändert 94,13. Pfandbriefe neigten bei etwas größerer Nachfrage teilweise zu Steigerungen. Stadtanleihen ebenfalls überwiegend freundlicher. Im weiteren Verlaufe blieb die Stimmung weiter freundlich. Das Hauptinteresse sanden Auslandrenten, die durchweg höher lagen und noch gegen Schluß der Börse weitere Steigerungen erzielten. Schweizer Bundesbahn, die vorübergehend bis zehn vom Hundert anzogen, schlossen mit einem Schlußgewinn von 8 v. H. Auch Mexikaner und ungarische Werte blieben beachtet bei leichten Kursbesserungen. Eine Sonderbewegung hatte Schram Lack auf die 40prozentige Umsatzsteigerung. Das Papier wurde bei einer Kurssteigerung von 3 v. H. nur mit 70 v. H. zugeteilt. Von innerdeutschen Werten verzeichnete Schuckert eine lebhafte Umsatztätigkeit. Der Gestern fand in dem festlich geschmückten L e i h- geftern der 14. Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gießen statt, bei dem 28 Freiwillige Feuerwehren vertreten waren. Bereits am Samstagabend fand ein Fackel- zug der Wehr mit Gefallenenehrung statt, wobei Pfarrer R e u f ch die Gedenkrede hielt. Aus- gehend von dem Wort von Walter Flex „Ein Volk in toter Helden Schuld, brennt tief in Dankes Ungeduld" ging er auf den Geist ein, den die Krieger beseelte, und der die heutige Generation wieder beseelen muß, den Geist der Pflichterfüllung, der Gottesfurcht und der Einigkeit, der notwendig ist, mit dem Führer das Reich zu bauen. Nach der Ansprache des Ortsgeistlichen legte der Kommandant der Wehr einen Kranz nieder. Der F e st k o m m e r s auf dem Festplatz brachte zunächst die Begrüßung durch den 1. Kommandanten. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier dankte für die Begrüßung. Der Verbandslag am Sonntagoormittag wurde von dem Verbands- führer Wenzel (Gießen) eröffnet. Er begrüßte zunächst die Vertreter der Wehren und besonders den Vertreter des Kreisamtes, Regierungsrat Grein, den Vertreter der Gemeinde Beigeordneten Schäfer (Leihgestern), sowie den Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier. Negierungsrat Grein begrüßte sodann die Vertreter der Wehren und Gemeinden. Als Referent für das Feuerlöschwesen des Kreises freue er sich ganz besonders, an der Tagung teilnehmen zu können. Er danke den Wehren für ihre Mitarbeit. Ganz besonders danke er auch dem Kreisfeuerwehrinspektor für seine Mitarbeit bei der Bildung freiwilliger Feuerwehren. Die freiwilligen Feuerwehren hätten schon immer die wahre Volksgemeinschaft in die Tat umgesetzt. Weiter forderte Regierungsrat Grein die Gemeinden, die noch keine freiwilligen Wehren haben, zur Gründung solcher auf. Derbandsführer Wenzel dankte dem Redner für seine vortrefflichen Worte. Beigeordneter Schäfer- Leihgestern brachte die Grüße des nichtanwesenden Bürgermeisters und die Grüße der Gemeinde dar. Er erinnerte an die Verbindung der Gemeinde mit ihrer jungen Wehr und verlangte weiterhin Treue. Mit einem Sieg- Heil auf den Führer schloß er seine Ausführungen. Daraus gab Verbandsführer Wenzel von der auch die Wehren ablehnen müßten. i. - - -- . r ~ ~ f . Hieraus verlas der Schriftführer den Bericht über tistischen Reichsamts wurden im August durch den den Frühjahrsoerbandstag in Gießen. Reichsanzeiger 213 Konkurse — ohne die wegen Verbandsrechner Rohrbach-Lollar begrüßte, Maffemangels abgelehnten Anträge auf Konkurs- daß den Anordnungen Folge geleistet wurde und eröffnung — und 65 eröffnete Vergleichsverfahren ermahnte die wenigen Wehren, die noch im betanntgegebrn. Die entfpredjenben Zahlen für Öen Rückstand find, ihren Verpflichtungen nachzukom- Vormonat stellen sich au, 196 bzw. 58. Wehren, während Pfarrer Reusch öte Festrede hielt. In seiner Ansprache kam er aus die Bedeutung des 2. September vor 64 Jahren (Sedan) zurück, dann schilderte er den Aufstieg des Vaterlandes, unseren allverehrten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Führer. Wenn je das Wort Volksgemeinschaft Bedeutung habe, so bei den Freiwilligen Feuerwehren, denn hier sei es die edelste Form, in der Gefahr seinen Mitmenschen zu helfen. Branddirektor Braubach (Gießen) dankte dem Redner für seine vortrefflichen Worte, der Wehr Leihgestern für ihre Arbeit und den Einwohnern für ihre Gastfreundschaft. Fräulein Heß bach) 29 R.; . F. Kaiser (Nieder-Fischbach) 24 N.; 4. K. Wellbruch (Wetzlar) 23 R. H. Kleinkaliber-Meisterscheibe: 1.0. Müller (Siegen) 35 R.; 2. Kraft (Marburg) 34 R.: 3. G. Schilling (Gießen): 4. A. Manegold (Marburg) 33 R-: 5. Briel (Marburg): 6. H. Heinen (Wetzlar): 7. H. Becher (Betzdorf): 8. Th. Spamer jun. (Nidda) 32 R.; 9. K. Schlörb (Lauter) 31 R. Kurze Epvrtnoiizen. Am Schlußtaae der Baden-Badener Renn- woche gewann Grandseigneur unter Karl Visek den Preis der Stadt Baden-Baden sicher vor Airolo und Viaduct. Der Toto zahlte für den Sieg Grandseigneurs 118:10. * Württemberg und Nordhessen lieferten sich in Stuttgart vor 5000 Zuschauern einen Gau - Fußballkampf, den die besser zusammen- spi^lenden Württemberger klar mit 3:0 (1:0) Toren für sich entschieden. * Das Ergebnis der internationalen Motor- rad-Sechstagefahrt weist 96 strafpunktfreie Fahrer auf. 19 Teilnehmer erhielten die silberne und 13 die bronzene Medaille. 10 Fabrik-Mannschaften, darunter BMW., Viktoria, DKW., Zündapp und Ardie, bekamen die Große Goldmedaille der FJCM. * A n dem am 4. September beginnenden Lido-Tennis-Turnier in Venedig beteiligen fick von deutschen Spielern und Spielerinnen Gottfried von Cramm, Dr. Kleinschroth, Cilly Äußern und Marie- luise Horn. * „D e r erste Schritt", dessen Endlauf am Sonntag über 60 Kilometer bei Berlin zum Austrag kam, wurde von dem Berliner Kurt B l e s s i n in 1:41:51 Stunden vor dem Naumburger Otto Schüler (1:45:17) gewonnen. Der Sieger fuhr ein Stundenmittel von 33.550 Kilometer. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsdankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Aus dem Krankenhaus entla ff e n wurde jetzt nach fast fünf Monaten der Kölner Dauerfahrer Franz D e d e r i ch s. Leider war alle Kunst der Aerzte, das kompliziert gebrochene linke Bein zu retten, vergebens, so daß dem Kölner das Bein amputiert werden mußte. gewann der 45jährige Polizist Steinwender (Ber- während fünf fremde Wehren gut zugegriffen hätten, c Er forderte die Gründungen von weiteren Freiwilligen Feuerwehren durch die Kommandanten der Pflichtfeuerwehren und die Gemeinden. Ferner gab er bekannt, daß die neue Uebungsorönung einen besonderen Alarm vorschreibe, damit Mißverständnisse, wie beim Brand in Heuchelheim- Abendstern, vermieden würden. Ein Alarmwecker, der von Jng. Kuntz e müll er vorgeführt wurde und der völlig unabhängig vom Ortsnetz arbeitet, 50 000 Dollars lockten den englischen Ten- wurde den größeren Gemeinden zur Anschaffung seine Amateur- empfohlen. Eine Anfrage der Freiwilligen Wehr Oueckborn über Zuschuß der Brandoersicherungskammer wurde von Regierungsrat Grein dahin beantwortet, daß die Kammer in der Bildung des Landesfeuerwehrausschusses begriffen sei und nach Bildung des Ausschusses die Sachen erledigt würden. Kamerad Klein (Gießen) forderte die restlose Erfassung des Kreises Gießen mit Freiwilligen Feuerwehren und wünscht, daß sich bewährte Feuerwehrleute für die Feuerschutzwoche in Gemeinden zur Verfügung stellen, wo keine Freiwilligen Feuer- sprach ein Gedicht auf die Feuerwehren, dem ein weiteres Gedicht, gesprochen von fünf Mädchen, folgte. Mit einigen Reigen. Gesangsvorträgen der Ausdruck. Mit einem Treuegelöbnis auf den Füh- Gesangvereine und Tanz sand die Veranstaltung rer schloß er seine Ausführungen, worauf die Ver- ihr Ende. farnrnlung den ersten Vers des Deutschlandliedes --------- gierungsrat Grein und Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier geschlossen. Die Hebung der gastgebenden Wehr zeugte von echtem Feuerwehrgeist. Die Exerzierübung wurde gut vorgeführt. Der anschließende Brandangriff, der die Zusammenarbeit der Feuerwehr und der Freiwilligen Sanitätskolonne zeigte, klappte gut, was auch in den anschließenden Kritiken von Branddirektor Braubach, Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier und Verbandsleiter Wenzel zum Ausdruck kam. Am Nachmittdg bewegte sich ein großer Festzug der Feuerwehrleute mit ihren Musikkapellen und Spielmannszügen durch den Ort nach dem Festplatz. Hier bearüßte Kommandant Otto Wagner (Leihgestern) die Äeriin, 1 .September Ameritoni>che Moten.............. Belgische Moten.................. Dänische Noten Englische Noten ....... Französische Noten ... Holländische Noten .............. Italienische Noten................ Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten....... ....... Schwedische Noten Schweizer Noten. ............... Spanische Mote«................. Ungarische Note» ... ........ «Ts™ »•« **■ ' 1 . , « . , nn eihpn runin nnn hpnminfpr. Frankfurt a. Dl Serlin Frankfurt a.Dl Berlin Frankfun a. Dl. Berlin Schluß« fürs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk Dlitlag- börse Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Gchlußk. Mittag, börse Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk Minag- börse Datum 31.8. 1-9. 31.8 1-9. Datum 31-8. 1-9- 31-8. 1-9. Datum 31-8. 1-9. 31.8. 1.9. •% Deutsche Reichsanleihe o. 1927 •% ehern.7% Dl. Reichsanl. o. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mtt 95,25 95 95,25 95,25 4% desal. Serie 11 ......... 8,1 4,3 8,1 4,3 Kansfelder Bergbau......... Pofdmeife 0 77 77.75 77,25 95,4 46,75 241 — 5% Mumän. vereinh. Rente v. 1903 0 96,13 47,5 241 93,3 93,5 93,25 93,3 444 "/»Rumän.vereint,.Renten. 18t 8 0 46,75 241,13 47,75 241,25 4% Rumänische vereinh. Rente 3,8 3,9 3,8 3,8 Rheinische Braunkohlen ..... 10 AuSlos.-Rechten ......... 95,4 95,4 95,5 8%% Anatolier .... 34,13 34,25 Rheinstahl ................. Bereinigte Stahlwerke........ "§p)hipn .......... 0 90 91,25 41 90 40,4 91,25 • 41,4 DeSgl. ohne Auölos.-Rechte...... — 0 40,25 6% ebem.8% Hess. BolkSstaat 1929 Hamvurg.Amertka.Pake« ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 0 26 26 25 26,65 0 14 14,25 127,5 15,5 trückzahlb. 102%) ....... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6Vi% Hess. LandeS-Hopolheken- bank Darmstadt Llout Oberhessen Provinz-Anleih» mil Auslos.-Rechten ...... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar btS 1935 92,25 95,4 92,75 92,75 Kaliwerke Äschersleben........ 5 127 127,5 89,25 90 89,25 Hansa-Dampsschiff....... 0 Kaliwerke Westeregeln........ 6 127 128 127,5 — 84 90 Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... 0 0 4 30,5 71,5 92,5 62,25 92,5 62,5 30,4 71,5 92,25 62,25 30,75 73,5. 92,5 62,5 Kaltwerte Salzdetfurth ..... "V* CI *#.* Itl f Ein Rückblick. (Eigenbericht des Gießener Anzeigers.) Aus der Jugend, wenn sie sich so wie vorgestern und gestern in großen Massen zusammenfindet, spricht deutlicher ihr Wesen als Träger der Zukunft, die vorwärtstragende Kraft, als wenn wir ihr in kleinen Gruppen oder im einzelnen begegnen. Der Schwerpunkt der Tage der Hunderttausend in Frankfurt a. M. lag deshalb nicht auf den äußeren Erscheinungen, sondern auf dem Gemeinschaftsgedanken im Dien sie des Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger (links) im Gespräch mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach (links) und dessen Adjutanten. Volkes und des Vaterlandes. Man weiß um den Gemeinschaftsgedanken in der neuen deutschen Jugend — sinnfälliger kommt er aber zum Ausdruck in den Ereignissen, die die Tage in Frankfurt a. M. brachten. Die ungeheure Menge junger deutscher Menschen bewegte sich in blockartiger Geschlossenheit über große Räume, wurde geführt und ließ sich führen aus dem Gemeinschaftsgedanken heraus und im Geiste einer freiwilligen, disziplinierten Unterordnung. Einzigartig das Ausmaß der geleisteten organisatorischen Arbeit! In zwei großen Lagern waren je 50 000 Jungens zusammengezogen. Wer durch die Laaerstraßen ging, fühlte die große Einheit, die hier waltete. In der Nacht zum Samstag rollten viele Züge nach Frankfurt a. M., aus Oberhessen, aus den anderen hessischen Provinzen, aus Hessen-Nassau und aus ber Pfalz. Tausende marschierten zur gleichen Stunde der Ankunft noch in die glänzend vorbereiteten Lager. Die Gießener Hitler-Jugend kam gegen 1.30 Uhr (Samstag) in Frankfurt an. Schwere, etwas feuchte und kalte Luft lag über den Lagerplätzen, als sich die Jungens in das Stroh gruben, sich in die mitgebrachten Decken wickelten. Die Nacht war kalt. Aber frohgemut sah sie die ausgehende Sonne am anderen Morgen wieder. Einige gymnastische Uebinp gen — die Glieder wurden wieder warm und gelenkig. Frühstück, eine freie Stunde, mit Spiel aus- gefüllt — dann kam der Reichsjugendführer, im Flugzeug von Berlin. Er besichtigte das Lager, während die Jugend zwischen den Zelten angetreten stand und die Fahnengruppen in langer Reihe, tadellos ausgerichtet, in der „Adolf-Hitler-Straße" (der Hauptstraße des Lagers der Hitlerjugend) Aufstellung genommen hatten. Von der Höhe des Turmes aus bot sich ein Bild von phantastischer Schönheit der Ordnung. Dem Reichsjugendführer leuchtete die Freude über diese Jugend aus den Augen. Die Jugend sah ihren Führer mit der Freude der Begeisterung. Im Lager des Jungvolks ein ähnliches Bild Einige Worte über das Lager: Tadellos ausgerichtet standen Hunderte von großen, etwa 10 Meter langen Zelten. Symmetrisch führten einige Straßen hindurch. Sie trugen die Namen der gefallenen Kämpfer der Hitlerjugend. Eine sinnvolle Ehrung! Ein etwa 20 Meter hoher, breiter Kommandoturm überragte das Lager und gestattete einen beherrschenden Blick. Durch starke Lautsprecher übertragen, klangen kurze Kommandos klar über den weiten Plan. Für die Bannführungen waren schöne Rundspitzzelte erstellt worden, die Lagerleitung hatte ein eigenes großes Zelt, eine Postanstalt war eingerichtet, Sanitätszelte waren erstellt worden. Für die Sportler, die in ^tannschaften die einzelnen Banne vertraten, war ein besonderes Lager (über dem Teich) geschaffen. Als am Samstag mittag eine kräftige Erbsensuppe mit Speck verzehrt war (es gab einen tüchtigen Schlag) mußten sich die Kolonnen und Fahnengruppen zum Marsch zum Stadion formieren. Bald löste sich die erste Säule aus dem Lager. In größerem zeitlichen Abstand folgte die zweite, in der auch die o b er h e s si sch e HI. marschierte: die dritte folgte. Der Marsch — ein Werbemarsch erster Ordnung, gleichzeitig eine Demonstration der Kraft in der Jugend — führte auf verschiedenen Wegen durch das Zentrum der Stadt, über den Main, hinaus zum Stadion. Ein feines Bild, als die Jugend mit ihren leuchtenden Fahnen im Glanze der Mittagssonne durch das alte Frankfurt marschierte! Nach zweistündigem Marsch war das Stadion erreicht. Gegen 16.30 Uhr füllten 50 000 Hitlerjungens mit ihren Braunhemden das weite Rund. Kaum reichte der Platz aus. Sie kletterten auf Dächer und Zinnen des Tribünenhauses. Im Kessel des amphi- tj-satralisch aufgebauten Stadions entwickelte sich eine Gemeinsamkeit, wie selten so stark erlebt werden kann. Viestimmiger Jubel brach ai|s, als der Reichsjugendführer an irgend einer Stelle des Stadions erschien. Aus den vieltausendfaltigen Rufen lösten sich aber rasch und klar Worte im Sprechchor. „Wir wollen unseren Reichsjugendführer sehen! £ " Hi Der Reichsjugendführer verfolgt mit großem Interesse die Sportwettkämpfe der HI. Reichsjugendführer wir helfen!" — fordernd klang es im Sprechchor „hierher Reichsjugendführer!" — bis er sich dessen nicht mehr verschließen konnte und langsamen Schrittes auf der Aschenbahn um das Oval ging. Unendlicher Jubel überall da, wo er gerade stand, ging, Bann 116: Die Gießener HI. auf dem Marsch durch das alte Frankfurt. Der Reichsjugendführer stürmisch umjubelt, M W WA - /■ *1; MÜb MM '> A ■ ’••• ■ 'M ‘ fz x - -H 0 ' M MM GM V. . ä i > L v ■' ■ - , grüßte ... Immer noch klangen Sprechchore auf. Erst allmählich wurde es stiller. In lebendiger Abwechslung folgten dann die sportlichen Darbietungen. Freiübungen, Hebungen für den Boxkampf, gymnastisches Spiel mit dem Medizinball, ein Hindernislauf, der viel Anlaß zu herzlichem Lachen gab, Keulenwerfen und noch manche andere Leibesübungen wurden in Gruppen- und Einzelwettbewerben gezeigt. Auch rein leichtathletische Wettkämpfe, 100-Meter-, 1500-Meter- Lauf, Hoch- und Weitsprung usw. wurden ausgetragen, nachdem die Vorkämpfe bereits am Vormittag stattgefunden hatten. Der Bann 116 Gießen errang in dem neuartigen „Rubu" mit der Mannschaft Körner, Vogt, Bender, K. Jung, Reiz, Stumpf, Dilh. Lang, Rudolf Lang, Müller, Klinkei, Viehl, Loh und Möller den ersten Sieg. Das Vorspiel gegen Darmstadt, wie auch das Entscheidungsspiel gegen Hanau endeten jeweils mit 1:0. Line ganz große Freude für die Sieger aus dem Bann 116, als der Reichsjugendführer nach feiner abschließenden Ansprache jedem einzelnen von ihnen die Hand drückte. Ein „Heil H i t l e r", von den Sportlern in weißem Dreß auf der Rasenfläche dargestellt, beschloß die Sportveranstaltung. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der eifrige Förderer und Freund der HI., nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil. Stürmisch wurde auch er begrüßt. Angeregt unterhielt sich der Reichsstatthalter mit dem Reichsjugendführer und seinem Stab, bis ihn andere Pflichten an andere Stelle riefen. Ein vielstimmiges Heil klang auf, als die Jugend sah, daß er sich verabschiedete. Es war inzwischen 19 Uhr geworden. Die Sonne versank hinter Wolken und Bäumen. Für 20.30 Uhr war eine große Kundgebung vorgesehen. Rasch leerten sich die Terrassen der Hauptkampfbahn und bald standen die Fünfzigtausend auf dem großen Dorfelde an der Front der Tribüne. Rach Bannen stellten sie sich auf, richteten sich aus, und harrten auf das Wiedererscheinen des Reichsjugend- führers. Ein großangelegtes Melodram — Wort, Lied, Trompete als Einzelinstrument, Orchester, Spiel- mannszug und viele Sänger des Bannes 117 wirkten zusammen — leitete die Kundgebung ein. Wunsch und Ziel der HI., Treue zu Volk und Vaterland, zum Führer, zur deutschen Ost- und Westmark, edle Gedanken und viel Unerbittlichkeit des Willens zum Guten kamen darin zum ergreifenden, mitreißenden Ausdruck. Als der Reichsjuaendführer sprach, herrschte lautlose Stille. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten alle seinen Worten. Hin und wieder klang stürmischer Beifall auf und unterbrach die Rede für Minuten. In klaren Sätzen rief der Reichsjugendführer die Erinnerung an die Kämpfe der HI. wach, umriß ihre Aufgaben für Gegenwart und Zukunft, forderte Treue um Treue, und Treue zum Führer Adolf Hitler. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler aus fünfzigtausend Kehlen klang wie ein einziger gewaltiger Ruf zum Himmel. Dann übergab der Reichsjugendführer der HI. die 1000 Fahnen. „Vorwärts, vorwärts", das Lied der HI., beschloß die Kundgebung. In geschlossenen Blocks, Fackeln in den Händen, marschierte die HI. wieder in das Lager am Ostpark zurück. Der Sonntag brachte für Frankfurt das große Erlebnis des Vorbeimarsches der Hunderttausend (Hitlerjugend und Jungvolk) vor dem Reichsjugendführer Baldur v. Schirach. Hunderttausende sahen an diesem Tage die Jugend des Gaues marschieren und manch einer wird erhobenen Herzens nach Haufe gegangen fein, der diesen gigantischen Marsch erleben durste. Erwähnenswert ist für uns ferner, daß für die Ausgestaltung der Ausstellung der Hitler- Jugend in Frankfurt ein Angehöriger aus dem Gebiet des Bannes 116 hinzugezogen wurde, und zwar Wilhelm Ruhl aus Garbenteich. Rach feinen Gedanken wurde auch die Ausschmückung des Frankfurter Stadions vorgenommen. Mttionenaufbruch in den Lüften. Von Paul Eipper. In diesen Wochen begibt sich erneut das alljährliche Wunder des Vogelzuges, ein Wunder, das wir Menschen schon seit langem kennen, ohne daß es uns bis heute gelang, die Zusammenhänge völlig zu ergründen. Rätsel, wohin man blickt, und wenn durch viele Beobachtungen die eine Frage getost ist, tauchen an ihrer Stelle fünf neue auf' Schon gleich zu Anfang stutzt der Ausschau hal- tende Tier- und Naturfreund: reifen alle Zugvögel wirklich fort? Wir haben im Naturkundeunterricht der Schule gelernt, daß der Star im Herbst scharenweise nach dem warmen Süden wandere, um erst im April wieder bei uns zu erscheinen. Aber in Holland habe ich zu jeder Winterszeit Stare gesehen, und wenn man in jenen Monaten aufmerksam durch die verschneiten Anlagen deutscher Städte geht, hat man gar nicht so selten das Glück, den schnalzenden Ruf von Staren im Zweiggerippe hoher Bäume zu ver- nehmen. Waren nun unsere Vorfahren so schlechte Beobachter, daß sie den Star fälschlich zu den Zugvögeln rechneten, oder hat sich seine Lebensweise inzwischen verändert? Die letztere Vermutung dürfte richtig sein. Nicht nur der Star, auch die Feldlerche und der Turmfalke, vereinzelt selbst die Mönchsgrasmücke, die Rauchschwalbe, der Weidenlaubsänger und der Storch machen freiwillige Ueberwinte- rungsversuche in Deutschland. Die einen For- scher behaupten, der Grund für diese Erscheinung sei in der zunehmenden Ausbreitung der Kultur zu sehen, darin, daß durch die vielen Schreber- gärten und bebauten Landstriche auch im Winter Nahrungsmöglichkeiten für die Vögel bestünden; die andern Forscher nehmen an, daß der Eintritt einer neuen Wärmeperiode, einer sogenannten Tertiärzeit, auf unserer Erde begonnen habe, die jene veränderte Lebensweise der Zugvögel hervorruft. • . Jeder Mensch, der sich für die Natur interessiert, stellt immer wieder die gleichen Fragen über den Vogelzug. „Auf welche Weise ist diese zweimal im Jahre stattfindende Reise entstanden?" „Warum wandern die Zugvögel?" „Ziehen sie mit dem Wind oder gegen ihn!" „Wandern die Vögel in breiter Front oder auf schmalen Zugstraßen?" Besuch bei 50000Zungvolkpimpfen. Frankfurt a. M., 1. Sept. (LPD.) Während im Stadion heute nachmillag die Hitlerjugend im sportlichen Kampf wetteiferte, konnte man draußen in der Zeltstadt der Jugend, im Huth-Park, das Leben und Treiben des Jungvolkes belauschen. Von weither schon tönt dem Besucher der dumpfe klang der Landsknechtstrommeln und die frohe Symphonie aus Tausenden von Jungenkehlen entgegen. Am Eingang zum Lager wird man von der Lager- polizei empfangen. Mit welchem Stolz versehen diese Jungens, manche kaum 12 oder 14 Jahre alt, ihren Dienst. Alle vier Stunden werden sie abgelöst. Diese vier Stunden „Polizeidienst" aber sind für sie vielleicht die schönsten während der Frankfurter Tage. Und dann das Lager ... Ein Leben und Treiben herrscht hier, wie es nicht zu beschreiben ist. Wie wibbelt und kribbelt es auf der Spielwiese unter-, über- und nebeneinander. Dort sind die einen beim Prellen auf einer Zeltbahn, andere sitzen im Kreise beim Ballspiel und vor dem Kasperltheater hat sich eine andächtige und vor allem dankbare Zuschauergemeinde versammelt. In den Lagerstraßen treten gleichzeitig die Gefolgschaften 3um Marsch durch die Stadt an. Weiter oben hinter dem großen Kommandoturm sind in bunter Reihe die Fahnen und Wimpel der einzelnen Banne im Halbkreis in den Boden gerammt. Vom Kommandoturm erschallen Befehle. Und über dem Ganzen ein Summen und Brummen vor den viel- tausend Stimmen, Fanfarenklänge und Trommel- schall. UeberaU herrscht Leben und Treiben. Einen geradezu imposanten Eindruck bekommt man durch einen Rundblick vom Kommandoturm. Erst von hier sieht man, welches Heerlager hier über Nacht entstanden ist. Alle Jungenstraume scheinen lebendig geworden zu sein. Und trotzdem, weit über das Spielerische hinaus erkennt man überall und in jedem den ernsten Willen, eine Aufgabe, die man freiwillig auf sich genommen hat, zu erfüllen. Gesund und ungekünstelt, ohne Vorurteile und Standesschranken wird hier die deutsche Jugend im Geiste der Gemeinschaft erzogen. Und fragt man einen der jungen Lagerbewohner, wie es ihm in diesem Lager der Jugend gefalle, bann strahlen die Augen. Zu Haufe zwar hat man die weichen Betten und hier nur Stroh. Aber was ficht das einen von diesen Jungvolkpimpfen an. Tausendmal wird es ausgewogen durch das große Erlebnis dieser Lagergemeinschaft. Als Losungswort steht über dem Tag der 100 000: „Marschierender Wille! Junge Kraft! Sozialistische Tat!" Losung ist dieses Wort auch für die Zeltstadt dort draußen mit ihrer fröhlichen Lagerge- meinschaft. Aber es bleibt nicht bei der Losung allein, vielmehr noch ist es Inhalt und Leben geworden. Mffensportsest und Siegerehrung im Stadion. LPD. Frankfurt, 1. Sept. Am heutigen Samstag fand in Anwesenheit des Reichsjugendführers Baldurch v. Schirach, des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, der Führer der Partei, SA., SS. und anderer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ein Maffenfportfest im Stadion statt. Vor den Augen des Reichsjugendführers zeigten die Junaens, daß sie ihren Körper zu mei- ftern wissen und ihren Charakter im sportlichen Kampf zu führen verstehen. In den einzelnen Sportarten wurden teilweise geradezu glänzende Leistungen vollbracht, die klar bewiesen, daß hier eine gesunde Jugend heranwächst, die einmal in der Lage sein wird, ein gesundes Deutschland der Zukunft zu gestalten. Als einige 100 Hitlerjungen auf dem grünen Rasen ein „Heil Hitler^ legten, brachen die Jugend und die zahlreich erschienenen Zuschauermassen in spontanen Beifall aus. Als die Wettkämpfe beendet waren, marschierten die Sieger vor dem Reichsjugendführer und den Ehrengästen auf. Als Reichsjugendführer Baldur v. Gchirach am Rednerpult erschien, wurde er von den Tausenden mit minutenlangem Beifall begrüßt. Hierauf ergriff er das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er u. a. sagte: Die Millionenbewegung der nationalsozialistischen Jugend habe sich ein Pro- gramm gesetzt, das die Schulung von Kör- per u n o (Bei ft fordere. So fei die HI., die neben ihren sonstigen Aufgaben immer den Sport sehr gepflegt habe, zur bedeutendsten Sportorganisation der Welt geworden. Sie fei eine Organisation, in der jeder der Kameraden den Körper als ein Erbe betrachten müsse. Rach langen Jahren des Kampfes gebe es heule in Deutschland eine Jugend in Einigkeit, deren höchstes Ziel die Gemeinschaft sei. Die HI. sei diesem Erlebnis verschrieben. Aber bei alledem dürfe die Jugend nicht vergessen, daß die ältere Generation mit ihren Opfern die Voraussetzung für ihr glücklicheres Dasein geschaf- fen habe. Es sei selbstverständlich, daß in der Jugend das Bewußtsein der Ehrfurcht vor her Leistung der Vergangenheit wachbleibt. Mit einem brausenden „Sieg-Heil" auf den Führer schloß der Reichsjugendführer feine Ausführungen. Die Kapelle fvielte das Lied „Unsere Fahne flattert uns voran , das von den jugendlichen Kämpfern mit Begeisterung mitgesungen wurde. Immer wieder brausten die Heil-Rufe auf, als Baldur von Schirach das Stadion verließ. Baldur v. Gchirach im Römer. Frankfurt, 1.Sept.(LPD.)Samstag mittag wurde der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, im Römer empfangen. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger richtete im Vorraum des Römers das Wort an den Reichsjuaendführer und betonte, daß die Ausmaße, die der Gebietsaufmarsch der HI. in Frankfurt auf» wevse, im Vorjahre nicht geahnt worden wären, man habe sie nicht einmal zu erhoffen gewagt. Der Reichsstatthalter erkannte als ganz besondere Leistung an, daß die beiden Zeltlager im Ostpark und im Huthpark ausschließlich aus den Kräften der Jugend selbst geschaffen worden seien. Auf die Volksabstimmung vom IS. August zu- rückblickend wies der Gauleiter darauf hin, daß die Hitlerjugend, die augenblicklich in Frankfurt marschiere, einmal alle Prozentrechnungen und Spekulationen, die im Ausland an das Wahlergebnis geknüpft worden feien, rücksichtslos vernichten werde. Die deutsche Jugend, die mit jedem Tage ihres Heranwachsens eines Tages zum Volk werde, werde die letzte Entscheidung dafür aussprechen, daß das deutsche Volk in selbstloser Geschlossenheit nationalsozialistisch denke, handele und fühle. Im Kaisersaal des Römers entbot Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs dem Reichsjugendführer den Willkommensgruß der Stadt, die durch ihren reichen Fahnenschmuck ihre Anteilnahme an dem Gebietsaufmarsch der Hitlerjugend zum Ausdruck bringe. Dr. Krebs wies darauf hin, daß gerade in Frankfurt die Zusammenarbeit zwischen NSDAP, und HI. eine vorbildliche sei. Die HI. habe in ihrer wachsenden politischen Selbständigkeit alle Schranken von Konfessionen, Standesdünkel und anderen volkszersehen- den Mächten hinweggeräumt. Eine geschichtliche Tat der HI. sei es gewesen, daß sie auch die politischen Schranken durch Verbrennung der ländertrennenden Grenzpfähle beseitigt habe. Frankfurt grüße in diesen Tagen die HI. als die Garanten der deutschen Zukunft. In seinen Dankesworten hob Baldur von Schirach die besondere Bedeutung hervor, die darin liege, daß die deutsche Jugend ihren größten Aufmarsch gerade in der Stadt abwickeln könne, wo der größte Sohn Deutschlands gelebt habe. An ein Goethe- wort anknüpfend wies er darauf hin, daß Ehrfurcht wesentlichste Grundlage jeder Erziehung sei. Dieser Grundsatz finde heute seine Verwirklichung. Sechs Millionen der Hitlerjugend würden in dieser Ehrfurcht erzogen. Mit der Entwicklung des von Gebietsführer Kramer geführten HJ.-Gebietes sei er außerordentlich zufrieden. Mit Dankesworten an den Gauleiter, den Oberbürgermeister und die Stadt Frankfurt, daß sie diesen Aufmarsch so tatkräftig gefördert hätten, schloß der Reichsjugendführer seine An- spräche. Vor dem Verlassen des Römers trug sich Baldur von Schirach in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein. Die Kundgebung derFugend. LPD. Frankfurt a. M., 1. Sept. Der große Aufmarsch der Hitlerjugend Hessen-Nausfaus fand am Samstag abend feinen Höhepunkt mit der Kundgebung der 50 0 0 0 im Stadion. Es war ein prachtvolles Bild. Zu beiden Seiten des Mittelweges standen die Fahnengruppen des Gebietes. Jrn Licht der Scheinwerfer ein Wall von flammendem Rot. Rechts und links hatten die Oberbanne Aufstellung genommen. Ein riesiger Aufmarsch. Langsam, von jubelnden Heilrufen begrüßt, ging Baldur von Schirach durch den Mittelweg auf die eigens errichtete Rednertribüne zu. An ihrem Fuße wurde ihm Meldung über die angetretenen Formationen erstattet. Dann begann als Auftakt der Kundgebung das Sprechspiel: „Das Reich muß werden!" In Einzelspruch und chorischer Gegenrede, wirkungsvoll musikalisch untermalt eine packende, mitreißende Mahnung. Dann ergriff, abermals jubelnd und vieltausendstimmig begrüßt, der Reichsjugendführer Baldur von Schirach das Wort zu feiner Rede, in der er u. a. ausführte: „Meine Kameraden! Das deutsche Volk hat eine neue Hoffnung bekommen, und ihr seid diese Hoffnung! Ein anderes Deutschland ist erstanden, und ihr seid dieses Deutschland! Es ist ein langer und schwerer Weg gewesen von jenem 9. November 1923 bis zu diesen Tagen. Das Bewußtsein der Leistung durch euren Glauben an das Reich und eure Treue zum Führer ist Verpflichtung für euch zu einem Leben anders, als es das Leben anderer Generationen war. Auch diese Stunde ist der Ausdruck einer neuen Zeit. Ihr habt es alle miterlebt, daß unsere Sehnsucht und unser Wollen auch neue künstlerische Gestalt gewonnen hat. Ausdruck unseres Wesens sind ebenso unsere Fahnen, unsere Kolonnen, un- ser Sozialismus, unsere Einsatzbereitschaft, unsere „Ziehen die Alten mit den Jungen gemeinsam?" „Wie schnell, wie lang?" Es gibt einige gute und gemeinverständliche Bücher über das, was die Wissenschaft bislang vom Wunder des Vogelzugs enträtseln konnte; hier sei in kurzen Andeutungen Folgendes gesagt: Die Wissenschaft neigt zu der Annahme, daß die Vögel ehemals eine Art von Zigeunerleben führten, so planlos im Land umherstreiften, wie es die Kreuzschnäbel, Kernbeißer, Rosenstare und andere immer noch tun. Man vermutet, daß jene früheren Vögel nur solange seßhaft waren, als ihre Brut sie an einen festen Platz zwang. Kaum daß die Mauser überstanden war, flog man in alter Ungebundenheit auf die Suche nach den reichsten und schmackhaftesten Futtergegenden. Den ersten Anlaß zu großen zusammenhängenden Vogelwanderungen mögen die Eiszeiten gegeben haben. Auf der Erde wechselten damals Ueberfluß und Mangel, Fruchtbarkeit und Oede in gleicher Weise wie Frost und Wärme. Weil die kältestarrenden Gebirge von den meisten Vogelarten umgangen werden mußten, haben sich schon damals die Dogel- zugstraßen herausgebildet. Durch das zeitweilige Schwinden von Nahrung und Wärme sind also die Vögel gezwungen, im Winter nach Gebieten abzuwandern, die ihren Lebensbedingungen besser entsprechen. Diese Reise erfolgt Heuzutage schon vor dem Versiegen der Futterquellen; sie ist die Auswirkung eines Triebs, dem yn besonderer und Menschen unbekannter Reiz zugrunde liegen muß. Das Wort „I n st i n k t", mit dem der „Herr der Schöpfung" so gern die Unvoll- kommenheit seines Wissens umschleiert, ist hierbei mit größter Vorsicht, am besten gar nicht anzuwenden. Es lassen sich drei Gruppen von Wanderungen unterscheiden: der Zug, die Wanderung und der Strich. Der Zug erfolgt alljährlich zu bestimmter Zeit und m einer bestimmten Richtung; Wanderungen werden durch besondere Notwendigkeiten hervor- gerufen, und der Strich beschränkt sich auf kürzere Fluge zum Aufsuchen besserer Futterplätze. Die Wanderstrahen sind hauptsächlich Strom- und Gebirgstäler, die in der Richtung des Zuges liegen. Keineswegs vollzieht sich der Vogelzug stets in gro- ßen Massen; die Blaukehlchen und der Kuckuck zum Beispiel fliegen einzeln, andere paarweise; die Dros- fein, Finken und Lerchen dagegen in Scharen. Die alten Vögel wandern getrennt von den Jungen, und zwar fliegen in allen Fällen die Jungvölker zuerst fort. Häufig konnte man auch eine Trennung der Geschlechter während der Wände- rung beobachten. Die Schnelligkeit des Fluges wird meist überschätzt. Auf Grund exakter wissenschaftlicher Untersuchungen ist bekannt, daß der Wanderfalke 59 Kilometer Stundengeschwindigkeit hat, der Kreuzschnabel 60, der Star 74. Die Strecken, die manche Vögel ohne Pause zurücklegen müssen, sind ungeheuer; eine nordamerikanische Regenpfeiferart wandert dreitausend Kilometer über Das offene Meer, von Alaska bis Hawai. Der Zugvogelflug erfolgt aus allen nördlichen Gebieten der Erde in gleicher Weise; dagegen die Winterherbergen in sehr verschiedenen Breitegraden; manchen Vögeln genügt schon ein Aufenthalt in Südeuropa, andere reifen nach Nordafrika, der Kuckuck und die Störche sogar bis nach Südafrika. Entgegen früherer Annahmen stellten die Flug- zeugpiloten fest, daß die Zugvögel keineswegs hoch im Luftraum reifen; dies stimmt auch mit der Tatsache überein, daß viele von ihnen gegen Telegraphenleitungen stoßen, sich verletzen oder töten. Die meisten Vogelarten ziehen über offenes Gelände, einige allerdings auch durch Wälder; Lauf- vögel machen ganze Teile ihrer Wanderung zu Fuß, Wasservögel schwimmen. Diele Zugvögel reifen nur während Der Nacht; die Krähen und Raubvögel am Tag. Kraniche, Störche, Schnepfen, Gänse, und andere tags und nachts. Daß die Wanderschaft in den unterschiedlichsten Anordnungen erfolgt, in Linien, in Reihen, bald in geordneten, bald in regellosen Haufen, ist allgemein bekannt; aber für den Orlen- herungsfinn der gefieberten Lebewesen haben wir Menschen noch keine gültige Erklärung. Man ver mutet den Sitz dieser fast übersinnlichen Eigenschaft m den ampullenförmigen Bläschen des Gehörgangs- es konnte mit ziemlicher Sicherheit beobachtet roer- den, daß auch die einzelnen Mondphasen und Son- nenfledenperioben, ja selbst Nordlichter Einfluß haben auf den Vogelzug. Nock eine Frage zum Schluß: Warum kommen die Zugvogel überhaupt wieder aus den südlichen Landern nach Europa zurück? Es gibt dafür eine naheliegende Erklärung, die Tatsache nämlich, daß am Aeguator sommers und winters der Tag gleich- mäßig 12 Stunden lang ist, wogegen in Deutschland oie Vogelmutter während der Sommermonate täg. uch bis xu 18 Stunden auf die Futtersuche gehen kann und das ist bei der hungrigen Brut recht not- wendig. Doch über diesen äußerlichen Grund steht noch ein k r'^°^erer: in der Seele eines jeden Vogels ux „Heimat" tief und innig eingewur- bas kleine Vogeltier wird von seinem Blut getrieben, dorthin zurückzuwandern, woher es kam, Innern Nest, in dem es ausgebrütet wurde, in sein Vaterland. Die Heimat des Zußballs. Die Florentiner sind stolz darauf, daß sie der modernen Menschheit den Fußball gebracht haben, denn wenn auch die allerersten Ursprünge dieses Sports vielleicht im klassischen Griechenland zu suchen sind, so haben doch die Bewohner der Stadt am Arno das Ballspiel durch die dunklen Jahrhunderte des Mittelalters gerettet. Sie führten die Ueberlieferung ihres Nationalsports, des „Calcio", auf die römischen Ahnen zurück, die ihn wieder von den Griechen übernahmen. Von Florenz kam das Spiel nach Frankreich, von dort nach England und dann auch zu uns nach Deutschland. Die feierliche Form, in der das Fußballspiel alljährlich in der Arno-Stadt gepflegt wird, geht auf einen Vorfall aus dem Mittelalter zurück. Als feindliche Truppen Florenz belagerten, hielten die Eingeschlossenen auf dem Platz von Santa Croce Fußballspiele ab, um zu zeigen, daß sie ihren Mut und ihre Zuversicht noch nicht verloren hätten. Der Brauch war dann im 19. Jahrhundert vergessen worden, wurde aber 1898 wieder belebt und ist seitdem zu einem Höhepunkt der Florentiner Festlichkeiten geworden. Der feierliche Zug nimmt von dem Kloster von Santa Maria Novella seinen Ausgang. Edelleute zu Pferde, reichgeschmückte Truppen der Stadt, die Vertreter der Zünfte, die Spieler und der weiße Ochse, der den Siegespreis darftellt, bewegen sich durch die Dia Tornabuoni nach der Piazza della Signoria. In ihren prächtigen Renaissance- Trachten sind diese Gestalten die lebendige Derkörpe- rung der Glanzzeit der Florentiner Geschichte. Auf dem Rathausplatz, auf den Tribünen für die Besucher errichtet sind, marschiert der Zug unter dem Klang der Trompeten und Kesselpauken auf. Der Herold tritt auf das hohe Podium und verliest die Kundmachung, durch die das Spiel eröffnet wird. Die Edelleute, die Vertreter der Zünfte und die Stadtsoldaten nehmen ihre Plätze unter der Loggia und auf den Stufen des Palazzo Vecchio ein. Die Spieler werfen ihre glänzenden Rocke ab und erscheinen in Hemdsärmeln und buntgestreiften kurzen Hofen. Dann beginnt der Kampf zwischen den beiden Parteien, den Weißen und den Grünen, die die beiden Ufer des Arno vertreten. Wenn ein Tor gewonnen ist, erklingen die Trompeten, und ein Kanonenschuß wird abgefeuert. Die Parteien wech- sein die Stellung mit fliegenden Fahnen. Zunächst war das „Calcio" nur ein prächtiger und malerischer Auszug, aber je beliebter das moderne Fußballspiel m Italien wurde, desto ernster gestalteten sich die Kampfe, und heute ist es ein großes Sportereignis, bas eine gewaltige Zufchauermenge anlockt. Entschlossenheit und unsere Liebe zu unserem Führer Adolf Hitler. Ihr sieht in gewaltiger Zahl. Dieses Schulter an Schulterslehen ist das Symbol einer besseren Zukunft. (Ein Symbol ist auch der Wall der Kameradschaft, des gemeinsamen Blutes und Vertrauens. Das, was hier Gestalt geworden ist, ist nicht von ungefähr gewachsen. Es hat eines langen und harten Einsatzes bedurft. Immer noch werden wir angefeindet und verleumdet, wie einst in den Tagen des harten Kampfes. Wie ihr wißt, daß auch ich von fremden Zeitungen und Sendern verleumdet worden bin. Was bedeuten diese Lügen gegenüber der wunderbaren und herrlichen Tatsache, daß w i r alle einig s i n d, daß wir eine Jugend und e i n Wille sind. Es mag die kleine, erbärmliche Gruppe dieser Kläffer versuchen, unsere heilige Gemeinschaft anzutasten. Sie wird uns nicht berühren können, denn wir sind stark und unermüdlich, durch das Bewußtsein einer Kamerad- schäft, die keine Klassen kennt. Es gab eine Zeit, da solche Mittel etwas nützten. Diese Zeit ist abgeschlossen und vorüber. Jehl isl das deutsche Volk und darin die deulfche Jugend ein geschlossenes Ganzes. Cs gibl in dieser Jugend weder arm noch reich, weder gebildet noch ungebildet, es gibt nur deutsche Jugend. Mögen sie von uns sagen: „Ihr seid wahnwitzige Idealisten, was ihr wollt, kann man in dieser Welt nicht verwirklichen." Darauf geben wir nur eine Antwort, und sie wird vor der Geschichte bestehen bleiben: Seht auf unsere Hitlerjugend, hier ist unser Ideal verwirklicht worden! Nicht mit Versprechungen ist diese Jugend zusammengelockt worden. Wir sind aneinander gebunden durch gemeinsames Opfer, gemeinsame Entsagung und gemeinsame Pflicht, weil wir es in uns fühlen: Wenn wir nicht das Fundament der Treue find für das Reich des nächsten Jahrtausends, wird wieder zusammenbrechen, was in hartem Kampf aufgebaut worden ist. An unserer Treue soll wachsen das ewige Reich. Der Mann aber, der es erschaffen hat, unser Führer Adolf Hitler, er soll wissen, daß er keine treueren Anhänger besitzt, als diese Jüngsten des deutschen Volkes. Diese Behauptung ist erhärtet durch das Blut, das mehr als 21 von uns für dieses Bekenntnis gegeben haben. Einhämmern in die Herzen möchte ich euch bei dieser abendlichen Feier nur das eine: 21 von der Jugend fielen für Adolf Hitler, wenn die Stunde käme, da es notwendig wäre für Deutschland, dann geht auch jeder von uns den letzten und schwer st en Gang. Das Leben ist nichkst Die Treue ist alles! And alles ist die Liebe zu Adolf Hitler, dem Führer des deutschen Volkes. Durch Sozialismus seid ihr zur Ration gekommen! Kameraden, grüßt mit mir die Fahnen des neuen Deutschlands Sieg-Heil! Wie ein Schwur klang das Lied der Jugend gegen den nächtlichen Himmel empor. Nach Abschluß der Kundgebung formierten sich die Gruppen zum großen Fackelzug, der durch die Straßen der Stadt zum Lager im Ostpark führte. Der Reichsjugendführer begab sich unterdessen in das Jungvolklager im Huthpark, um dort die jüngsten Soldaten Adolf Hitlers, für die im Lager eine abendliche Feierstunde stattgefunden hatte, zu begrüßen. 100000 marschierten durch Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 2. Sept. Der Tag der 100 000 ist vorüber. In zweieinhalb Tagen hat Frankfurt ganz der Jugend Adolf Hitlers gehört. Die Hunderttausend, die gekommen waren, haben die Heimfahrt bereits wieder angetreten. Als Erlebnis werden ihnen die Frankfurter Tage noch lange vorausleuchten. Bereits um 6 Uhr heute ertönte überall in den Straßen der Stadt der Weckruf der HJ.-Kapellen. In den Lagern wurde es gleichzeitig wieder lebendig. Langsam wurde zum Abmarsch angetreten, denn um 10 Uhr sollten bereits die ersten Kolonnen am „Eisernen <5teg", am Mainufer, am Reichs- iugendtührer vorbeimarschieren. In den Straßen, durch Die der große Marsch gehen sollte, strömten allmählich immer mehr Zuschauermassen zusammen. Trotz der frühen Morgenstunden wollte niemand versäumen, der HI. auch seinen Gruß zu entbieten. Der Himmel meinte es gut mit diesem Aufmarsch. Bis auf einige Schauer herrschte herrlichster Herbstsonnenschein. Zur vorgesehenen Stunde, gegen 10 Uhr, er- reichten die ersten Formationen den Platz des Vorbeimarsches. Beängstigend stauten sich in den Straßen die Massen. Freudigen Auges und mit frohem herzen wurden die immer wieder neuen Gruppen überall begrüßt. Am Eisernen Steg war neben dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach auch Reichsstatthalter Sprenger mit seinem Adjutanten Pg. aufmarsch war vorüber. Und eins ist gewiß: Wer vor einigen Tagen noch abseits st and, diese herrliche Jugend hat auch sein Herz im Sturme gewonnen. 100000 marschierten, marschierten für Deutschland, marschierten als Sieger. Aus Der Provinzialhauptstadt. Winzerfest. Winzerfest am Rhein — wie wenigen ist es be- schieden, einmal an einem solchen Fest teilzunehmen, die urwüchsige Stimmung voll rheinischen Frohsinns und herzlichen Lachens zu genießen und dabei den edlen Tropfen der Reben sich gut schmecken zu lassen. Für viele ein Wunsch, dem die Erfüllung versagt ist. — Winzerfest in der Gießener Volkshalle — das brauchte sich keiner zu verkneifen. Und wenn dabei auch die herrlichen rheinischen Berge und der alte Vater Rhein selbst fehlten, so erhielt das doch die Tausende von Besuchern nicht ab, sich von Herzen der Stunden zu freuen. Eine Stimmung war da zu verzeichnen, die am Samstagabend und auch am gestrigen Sonntagnachmittag und -abend so voll Fröhlichkeit und Lebensfreude war, daß mdn sich schier in den Trubel eines frohgelaunten Weindorfes am deutschen totrom versetzt glauben konnte. Die Veranstaltung dieses Festes war ein besonders gelungener Wurf der Gießener NS.-Gemeinschaft Heute besinnt unser neuer Roma« Das Volk wacht aus von Walter von Molo iet den GtetzerwV FamMesWatterm H e y s e erschienen, um die Jugend Hessen-Nassaus zu begrüßen. Anwesend waren ferner Vertreter der städtischen Behörden und der Landespolizei. Ein herrliches Bild war es, die Tausende und Zehntau,ende an ihrem Führer vorbeimarschieren zu sehen. In mustergültiger Disziplin, mit lachendem stolzen Gesicht, Bann nach Bann zog so vorüber. Bis gegen 13.30 Uhr dauerte allein der Vorbeimarsch des Jungvolkes an. Dann erst begann der Vorbeimarsch der Hitler-Jugend. Der Himmel hatte sich unterdessen bewölkt. Ein prachtvolles Farbenspiel bot sich dem Zuschauer. Die Fahnen der Jugend sieghaft gegen den Himmel leuchtend, immer wieder marschierende Kolonnen und als Szenerie die historischen Häuser und Giebel des alten Frankfurt. In den Rlarschstraßen wurde in den frühen Rach- mittagsstunden der Andrang der Bevölkerung immer stärker. Der ganze Weg war ein wahrer Triumphzug der Jugend, die morgen schon Deutschland sein wird. Gegen 16 Uhr passieren die letzten Teilnehmer des Marsches den Eisernen Steg. Noch einmal flogen die Hände zum Gruß empor. Der größte Jugend- „Kraft durch Freude", mit dem sie Tausenden von Volksgenossen aus Stadt und Land schöne Stunden nach des Alltags Last und Mühen bereitete. Am Samstagabend ging's schon tüchtig los. Wer geglckibt hatte, gegen 8.30 Uhr noch bequem Platz in der großen Volkshalle zu finden, der sah sich sehr „danebengeraten". Stühle an Tischen zu bekommen, war um diese Zeit schon ungefähr ein Kunststück, das den meisten nicht gelang. Und wer diese Sitz- und Zechgelegenheit erobert hatte, blieb eisern sitzen bis zum Ausbruch. Dabei l^elt der Zustrom der Winzerfestgäste ununterbrochen stark an. Da half dann alles nichts: von überall her wurden wurden Stühle herangeschleppt, mancher nahm eine Bank auf den „Ast" und zog damit in der Volkshalle umher, bis er für sich und fein Anhängsel eine Sitz- und Schaugelegenheit gefunden hatte. Gar schnell war die Volkshalle „voll wie eine Wursthaut"; nicht nur im Saale, sondern auch auf den Galerien und auf der Bühne. Und in den Gängen schob sich eine Menschenmenge hin und her, lachend und frohgestimmt, oder auf der Platzsuche. — Die Volkshalle war überall schön geschmückt. Weinschenken waren in großer Anzahl aufgetan. Im Parterre waren zwei Tanzflächen geschaffen, zwischen denen am Samstagabend die SA.- WMWiW Roman von Anny von panhuys. Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Derlag, Halle (S.) 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Aus Kölnischem Wasser und aus Wohlgerüchen, wie sie sich die feinen Damen aufs Kleid spritzen, oder womit sie sich die Ohrläppchen betupfen, machte ich mir mein Lebtag nichts. Im Gegenteil, die künstlich eingefangenen Düfte störten mich. Aber hier den Geruch unseres Gartenbodens, den empfinde ich immer wieder wie einen Genuß, wie ein köstliches Labsal. In der schweren Krisenzeit, als es manchmal schien, als könnte ich die Gärtnerei nicht halten, da holte ich mir Trost im Freien. Ich ließ die Rechnungsbücher liegen und lief hinaus zu den Blumen und zum Gemüse, zu den Obstbäumen, und wenn aich die reifende Pracht sah und mir der Geruch unserer Erdkrume so stark und belebend entgegenschlug, fühlte ich stets neue Kraft in mir. Ost nahm ich ein paar Hände Erde und legte mein Gesicht hinein, und das tat so wohl; es war mir dabei ähnlich zumute wie einem Kind, das seinen Kopf an die treue Brust der Mutter legt." Es schien, als wollte sie noch etwas sagen und zwänge es in sich zurück. „Wie du unseren Besitz liebst, Muttel!?^ Leise klang Detlef Westkamps Stimme. „Ich glaube, ich weiß, was du noch gern hinzusetztest." Sie schüttelte den Kopf. „Nichts, mein Bub, nichts!" Er wehrte ab. „Doch, Mutter! Ich habe es bisher nicht gewußt, aber heute begreife ich plötzlich, wie sehr du mit allem hier ringsum verwachsen bist, daß du die Geschichte der Gärtner Westkamp als deine Geschichte empfindest und in den derben Sachsenhäufer Gärtnern mehr meine Ahnen siehst als in den Vorfahren deines Vaters. Und heute begreife ich deshalb auch voll und ganz, wie leid es dir tun muß, daß ich kein Gärtner geworden, daß ich nur helfe, um gelegentlich eine Arbeitskraft zu sparen." Er strich sich über das dichte Blondhaar; ein wenig Erde blieb daran haften, und dann lächelte er versonnen. „Arzt zu werden, das lockte mich immer! Da kreisen Blutkörperchen in meinem Körper, die du mitgebracht, die dir dein Vater gegeben. Und eigentlich schaffe ich doch gern im Garten und Feld, fühle mich wohler unter Gottes freiem Himmel als in dumpfen Stuben." Seine Augen leuchteten auf. „Es schadet ja nichts, daß ich mein Abitur gemacht, und was ich bisher von der Medizin gelernt, schadet mir auch nichts, aber ich hab mein letztes Semester hinter mir. Mutter, die Reibe der Gärtner Westkamp darf noch nicht aufhören/ Er schlug sich auf die Brust und rief froh: „Von heute an gibt es wieder einen Gärtner Westkamp!" Frau Charlottes frische Gesichtsfarbe erblich jäh, so sehr bewegte sie die Neuigkeit. Eine frohere gab es ja nicht für sie auf Gottes weiter Welt. Zwei große Tränen rollten langsam aus ihren Augen, und ihr Kinn zuckte, als zwänge sie gewaltsam ein Schluchzen nieder. Er lachte. „Mutter, sei froh und vergnügt! Ich bringe kein Opfer, das fühle ich." Sie wandte sich ab, rief ihm über die Schulter zu: „Ich bin froh, mein Bub! Sehr froh und dankbar bin ich dir — sehr dankbar binAch dir. Aber auch übergroße Freude kann manchmal wie übergroßer Schmerz wirken. Ich muß jetzt ein Weilchen allein sein." Sie eilte in der Richtung des kleinen Hauses davon, und er sah ihr zufrieden nach, fang ein altes, dummes Liedchen: „Ich bin ä Gärtnerborfch, Man nennt mich Aeppelfchorfch, Verkauf Kraut un Rüwe Un tu die Mädche liebe!" In ihrem Zimmer aber trat Frau Charlotte Westkamp vor das große gemalte Bild ihres Mannes, das er ihr einmal geschenkt. Wenn es auch kein großer Künstler gemalt hatte, wer er darauf sehr gut getroffen. Ein bißchen rauher sah der Vater aus als der Sohn, aber die Ähnlichkeit zwischen beiden war sehr stark ausgeprägt. Die Frau blickte zu dem Bilde auf und sagte, als rede sie mit einem lebendigen Menschen: „Sei zufrieden, Westkamp! Dein Junge wird ein Gärtner, wie du es gewesen!" Draußen hatte sich ein leichter Wind erhoben, der drückte den Zweig einer sehr nahestehenden Akazie gegen das Fenster. Es gab ein leises Geräusch, das klang, als poche eine unsichtbare Hand an die Scheibe. Frau Westkamp blickte stumm zu dem Bilde empor und mußte denken: ihr Mann, dem sie über das Grab hinaus Liebe und Treue bewahrt, hatte ihr ein Zeichen aus dem Jenseits gegeben, daß er zrfrieden war mit Frau und Sohn. Zehntes Kapitel. Wie frohgestimmt Detlef Westkamp heute war! Das Rad ließ er zu Haufe, fuhr mit der Elektrischen den ziemlich weiten Weg nach der Vorstadt Bornheim hinüber. Auf und ab wanderte er drüben durch die Straßen und Gäßchen, und endlich, als er heute kaum noch auf eine Begegnung zu hoffen gewagt, sah er Donata Olden vor sich. Er ging sofort auf sie zu, bat leise: „Vergeben Sie mir, Donata! Ich konnte nicht fortbleiben — ich hatte zu große Sehnsucht nach Ihnen!" Sie machte keinen Versuch, weiterzugehen, und ihre Stimme war nicht ganz fest, als sie erwiderte: „So? Und da haben Sie so lange gewartet? Ich habe gedacht--" Was sie gedacht, verschluckte sie, und er empfand Freude, daß alles so glatt ging, und er fand: Mütter waren doch recht klug. Sie gingen nebeneinander her und landeten auf dem Nußberg. Es war an dem Abend ganz sommerwarm, und sie wählten eine leere Bank, ließen sich darauf nieder. Er haschte sanft nach ihrer Linken, die ihm nahe lag. „Sind Sie mir auch wirklich nicht böse, Donata?" Sie schüttelte den Kopf. „Es ist eigentlich dumm, auf einen Menschen böse zu sein, den man gern hat — nicht wahr? Es war natürlich albern von mir — das Weglaufen. Wenn ich Ihnen gesagt hätte: es gehört sich nicht, daß Sie mich heimlich küssen, würden Sie es ja auch nicht wiedergetan haben." Es gelang ihm, ernst zu bleiben. „Natürlich hätte das genügt", versicherte er. Aber dann nahm ihn doch der Schelm beim Wickel, er fragte leise: „Wenn es sich nicht gehört, daß ich Sie heimlich küsse, wie wäre es damit, wenn ich Sie unheimlich küssen würde?!" Sie fuhr auf: „Das ist, das ist--" Er langte sich wieder ihre Hand. I „Donata, liebe Donata — bitte, nicht zürnen! Sie sagten doch vorhin selbst, es wäre dumm, auf einen Menschen böse zu sein, den man gern hat." Er preßte ihre Hand fester in der feinen. „Liebe Donata, Mädel, nicht wieder böse sein! Es wäre gräßlich, wenn ich wieder ein Weilchen so zerknirscht durchs Leben gehen müßte wie letzthin. Es war nichts weniger als schön, und doch war es zu etwas gut." Es war ja Abend, und die Gesichter beider lagen wie hinter leichten Schatten geborgen. Man sah die Züge gegenseitig nicht scharf wie beim Tageslicht. Sie fragte: „Zu was war es gut?" Sie ließ ihm die Hand, die er warm und zärtlich in der feinen hielt. „Ich hab mein Studium aufgegeben", bekannte er, „hab mich ganz rasch entschlossen, ohne mir oder anderen erst den Kopf heiß zu machen, Gärtner zu werden, wie es mein Vater und feine Vorväter gewesen. Dreihundert Jahre Sachsenhäuser Gärtnergeschichte stehen hinter den Westkamps. Das will etwas heißen — nicht wahr? Ich wollte Arzt werden wie Mutters Vater, hab allerdings erst ein bißchen spät mit dem Studium angefangen, aber vorher tüchtig in Mutters Gärtnereibetrieb gearbeitet. Hab das auch neben dem Studium weiter getan, und heute habe ich mich entschieden..." Standartenkapelle 116, am gestrigen Sonntag das Stadttheaterorchester auf erhöhtem Musikpodium saß. Flotte und gute Musik trug sehr wesentlich zur Steigerung der Stimmung bei. Rheinlieber und Weinlieder wurden gemeinsam mit Musikbegleitung gesungen, nachdem vorher als Vertreter der Deutschen Arbeitsfront am Samstagabend Kreisbetriebs« zellenleiter Wagner in einer kurzen Ansprache auf den ideellen Zweck dieses Winzerfestes hingewiesen und dabei die enge und unlösliche Verbundenheit aller Deutschen mit dem deutschen Rhein besonders betont hatte. Dann erklangen auch flotte Tanzweisen, zu denen nicht nur im Parterre auf den Tanzflächen, sondern auch auf den Galerien überall, wo es nur eben einigermaßen ging, eifrig gescherbelt wurde. Dazu gab es ein Stöfschen, das nicht nur sehr billig — das große Glas 25 Pf. — war, sondern auch gut und sehr trinkbar. Kein Wunder, daß überall die allerbeste Stimmung herrschte und die meisten den Gedanken an den Heimweg noch lange und noch immer nicht faßten, weil's eben gar zu schön war. Viele sollen — aus eigener Beobachtung können mir es nicht vermerken — erst reichlich früh am Sonntagmorgen den „vollen Rückzug" angetreten haben... Echtes Winzerfest... * Der gestrige Sonntagnachmittag brachte, ebenso wie der Abend, wieder Großbetrieb in der Volkshalle. Während der Nachmittagsstunden waren erfreulicherweise auch die Volksgenossen und Dolks- aenossinnen aus den Landorten in sehr großer Zahl erschienen, die sich gemeinsam mit dem Gießener Stadtvolk der genußreichen Stunden erfreuten. Die Volkshalle war genau so voll, ja überfüllt, wie am Samstagabend. Viele standen und drängten sich in den Gängen, besonders in der Nähe der Bühne, um hier den Darbietungen unserer Stadttheatermitglieder aus nächster Nähe folgen zu können. Aber auch auf den Galerien schob sich wiederum eine große Menschenmenge hin und her. Die Darbietungen des Nachmittags wurden von Mitgliedern unseres Stadttheaters bestritten. Unser Stadttheater-Dramaturg Paul Nieren, der in letzter Stunde für den ursprünglich vorgesehenen Herrn W r e d e die Leitung der Vortragsfolge übernommen hatte, war wiederum, wie schon bei manchen früheren Gelegenheiten, ein fesselnder und guter Ansager, der es verstand, Stimmung in Schwung zu bringen und sie trefflich zu halten. Herr Hub als Sänger eröffnete den Reigen der Darbietungen mit einem Rheinlied. Gießener Sängerknaben in schmucker Studententracht aus der Biedermeierzeit fangen das Lied „Grüß mir das blonde Kind am Rhein" und den „Hohenfriedberger Marsch". Maja von Rabenau tanzte als Spitzentanz den Pizzicato-Polka, sie wurde abgelöst von Frau Perry mit den acht Sängerknaben als Refrainsänger des Liedes „Wenn am Rhein die ersten Kirschen blühen". In fescher Husarenuniform tanzte Leni Haase auf Spitze den Marsch „Alte Kameraden". Als neues Mitglied unseres Stadttheater-Ensembles stellte sich die Operetten-Soubrette Hansi S a l z m a n n mit dem Walzerlieb „Nur ein Walzer" vor. Maja von Rabenau tanzte den Winzerwalzer, Leni Haase die ulkige Tanzgroteske „Ist im Radio Tanzmusik?". Das Stadttheatermitglied Karl Tank sang mit klangschöner Stimme die Komposition von Paul Buchwald „Gruß an die Saar". Den Abschluß der Darbietungen bildeten wieder die acht Sängerknaben mit den beiden Volksliedern „Heimweh" und „Das Wandern ist des Müllers Lust". Den musikalischen Teil bestritt in ausgezeichneter Weise das Stadttheaterorchester unter der Stabführung von Fritz C u j € ; nicht zu vergessen Albert Krämers Begleitung auf dem Bandonion. Sämtliche Darbietungen unserer Gießener Theaterleute fanden verdientermaßen den stärksten Beifall der riesigen Besuchermenge, die sich von unseren Künstlern in trefflichster Weise unterhalten sah. Der übrige Teil des Nachmittags brachte bei Tanz und frohgestimmter Geselligkeit allen Besuchern ein schönes Erlebnis, das durch die guten Bewirtungs- Er schwieg ein Weilchen. Vielleicht dachte er, sie würde etwas äußern. Doch sie schwieg ebenfalls, und er schloß: „Es gibt Aerzte genug, viel zu viele drängen sich noch dazu. Warum soll ich, der ich mein Brot woanders haben kann, irgendeinem tüchtigen Kerl den Platz wegnehmen?! Mutter wäre sonst nur auf fremde Hilfe angewiesen, und eines Tages ginge es doch zu Ende. So bin ich ein neues Glied in der Kette meiner Gärtnervorfahren, und wer weiß, vielleicht sitzen in hundert Jahren immer noch Westkamps drüben auf unserer Scholle in Sachsenhausen." Sie sagte leise und anerkennend: „Es gefällt mir, wie Sie das auffassen." Er fragte: „Gefällt es Ihnen wirklich? Die meisten jungen Damen freuen sich doch darüber, wenn ihnen ein Studierter den Hof macht." „Na, ich gehör net zu bene Gäns, und wenn Se mich so einschätze, könne Se mer gestohle bleibe! Verstanne?" Er lachte laut auf. Oh, tat ihm jetzt der Dialekt aus dem Munde der schönen Donata Olden wohl! Wenn sie in den heimatlichen Dialekt verfiel, war sie ärgerlich. Aber der Aerger schmeichelte ihm. Er konnte nicht anders, als leise zu sagen: „Mädel, liebes, wie froh bin ich, daß es dich nicht stört, weil ich jetzt nur noch einfacher Gärtner bin." Sie fühlte ihr Herz schlagen, und matt kam ihr Einwand: „Ei, feit wann dürfe Sie dann „bu" über mich sage?" Er lachte mieber. „Seit ich weiß, was für ein golbenes, süßes Mäbel bu bist." Er hatte babei schon seinen Arm um ihre Schultern gelegt unb flüsterte: „Wozu sollen wir bas Glück nicht einlassen, bas vor unserer Tür steht, Donata? Ich habe bich lieb vom ersten Augenblick an, seit ich bich kenne! Und bu magst mich gern, wie bu schon zugegeben hast. Vielleicht ist's auch schon mehr, was bu für mich empfinbeft, unb bu weißt es nur selbst nicht. Das soll manchmal so mit ber Liebe sein." Er bog mit ber Hanb, bie auf ihrer rechten Schulter lag, ihren Kopf sanft näher. „Ich will bir keinen Kuß mehr aufzwingen wie an jenem Abenb, Kinb, aber ich möchte bir mieber- holen: ich habe bich sehr lieb! Unb als ich bich gestorben glaubte, habe ich sehr gelitten. Ich wäre unenblich glücklich, wenn..." Er beenbete ben Satz nicht, denn er fühlte deutlich, wie sich ihr Kopf freiwillig näherschob. Es war keine Nachbarschaft vorhanden, und da wagte er es und küßte sie wieder. (Fortsetzung folgt.) -Verein, Gießen, Am Donnerstag veranstaltete im „Aquarium" in | einer der Vertrautesten des Führers, hat einmal ieken d?e Fachschaft 13 des Reichsbundes der | gesagt: „Ich als Beamter bin erst Deutscher und Motorradlerinnen nach Anlegung eines Notver- — Tageskalender für Montag: Licht- Motorradlerinnen nach Anlegung eines £ spielhaus, Bahnhofstraße, „Manolescu, der Fürst der l bandes zum Sicher Krankenhaus mitnahm. Knegsbeschä'diglen-Zesuch in Gießen. Oberheffen lichcn an der Spitze des gesamten Kirchenvorstan- Beamte, chauen, Wenn eidigt einem bestrebt sein, den Nationalsozialismus zu zu begreifen und anzuwenden. Sie in dieser Woche auf den Führer verworfen sind, so haben Sie den Eid einzelnen Wanne in Deutschland getei- Leben lassen mußte. So wie diese drei uns vorgelebt haben, so wollen wir Mann für Mann ihnen nacheifern und das Gelöbnis ablegen, daß wir diese Opfer verstanden haben und der Gedanke an diese Opfer in unseren lebendigen Herzen brenne. Mit der ersten Strophe des Deutschlandliedes und des Horst-Wesselliedes fand der erste Teil des Abends seinen Abschluß. Für den heiteren Teil des Nachmittags hatten sich Mitglieder des Gießener Stadttheaters in dankenswerter und selbstloser Weise zur Verfügung gestellt. Den Ansager gab mit vielen humorvollen Einfällen, die lebhaft belacht wurden. Vaul Nieren. Herr dann müssen Sie politisch sein. Denn unsere Aufgabe ist es, das Volk zu regieren und so zu- aleich dem Volke zu dienen und es aufwärts zu führen. Das können Sie aber nur, wenn Sie politisch sind, das können Sie nur, wenn Sie die politischen Grundgedanken in sich aufnehmen und danach handeln. Daß Sie nun als Beamte eine gesonderte Stellung einnehmen, zeigt folgender Umstand: Wer ist heute auf den Führer vereidigt? Die politischen Leiter, die Reichswehr und die SS., sowie nun auch die Beamten. Hieraus ergibt sich, daß sich der neue Staat aufbaut auf der NSDAP., auf der Wehrmacht und auf dem Beamtentum. Diese drei sind die Säulen des nationalsozialistischen Staates. Wir werden wohl im Laufe der Zeit dazu kommen, daß die Partei und der Staat sich haben, dann werden Sie auch ans rechte Ziel gelangen. Sie müssen rechte Nationalsozialisten werden und über die politischen Ereignisse vollkommen im Bilde sein. Die Politik ist der Rumpf eines Volkes, die Politik gestaltet ein Volk und das Leben dieses Volkes. Stehen Sie in diesen Grundlinien unerschütterlich, wie die Partei unerschütterlich dasteht. Mut, Entschlossenheit und Kampfgeist, das brauchen wir für die Zukunft. Wir sind nur dann unersetzbar, wenn wir den Geist in uns tragen, der allein Deutschland retten kann. n i n g h o f f verschiedene Fäßchen Bier gestiftet habe und auch für sonstige leibliche Genüsse reichliche Vorsorge getroffen war. Der inzwischen eingetroffene Bezirksobmann der NSKOV. hieß seine Obleute aus Marburg-Stadt und -Land mit den von ihnen betreuten schwerkriegsbeschädigten Kameraden und alle übrigen Anwesenden herzlichst willkommen. Der Redner wies u. a. darauf hm, daß es überaus wichtig sei, die Fronterlebnisse, wie wir sie im Granatfeuer vier Fahre hindurch draußen kennengelernt haben, zu pflegen und den Frontgeist, wie wir ihn wieder durch unseren Führer Adolf Hitler in den Gliederungen der SA., SS., HI. verkörpert finden: «Kameradschaft, Opferfreudigkeit und Treue als übernommenes Erbe sorgsam zu pflegen. In den 14 Jahren vor der Machtübernahme habe man den Frontkämpfer fast ganz vergessen und das Gefühl für Dankbarkeit und Achtung gegenüber den Frontsoldaten und gegenüber den im Kriege zu Krüppeln Geschossenen verloren. Erst unser Führer Adolf Hitler habe dem vergessenen Frontkämpfer die Ehre zukommen lassen, die ihm gebührt, und auch der Hinterbliebenen- gedacht. Der Redner gedachte noch der zwei Millionen deutschen Kameraden, die mit ihren Leibern einen Schutzwall gegen den Feind aufgerichtet haben und derer, die im braunen Ehrenkleide für Deutschlands Wiedergeburt gefallen sind. Im Anschluß an das Lied vom guten Kameraden erinnerte ein SA.- Mann des anwesenden Pioniersturms 23/116 an drei Tote, die auf dem Jnoalidenfriedhos in Berlin ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Im ersten Grab ruht unser roter Kampfflieger Manfred von R i ch t h o f e n, der nach vielen ruhmreichen und unerschrockenen Luftkämpfen über der Front von feindlichen Kugeln getroffen wurde. Das zweite Grab trägt den Namen des Fliegerhauptmanns Berthold, der—ebenfalls für zahlreiche siegreiche Luftschlachten mit dem Pour le merite ausgezeichnet — 1920 auf deutschem Boden von deutschen Brüdern im Kampf um Deutschlands Ehre und Wiedergeburt erschlagen wurde. Im dritten Grab schläft der SA.-Sturmführer Hans M a i k o w s k i, der in der Siegesnacht am 30. Januar 1933 sein Rodheim a. d. Bieber, 31. Aug. Ein Rehbock, guter Sechser mit schön entwickeltem Gehörn, hatten auch keine Führung, sondern einen parlamentarisch-demokratischen Staat ohne Autorität und Schulung. Sie sind zum großen Teil recht spät zu uns gekommen; darauf macht Ihnen kein Mensch einen Vorwurf. Es war sehr schwer und gefährlich, als Beamter vor dem 30. Januar 1933 bei uns zu ein. Um so mehr müssen Sie heute, und gerade als abschnitten und sehr viel Beifall ernteten. Nach dieser Dortragsfolge sprach Herr Nieren die Hoffnung aus, daß diese angenehme Stunde der Erheiterung ebenso die vorhergegangenen Darbietungen dazu beitragen möchten, günstige Eindrücke aus Gießen mitzunehmen und auch denen zu übermitteln, die heute leider zur Teilnahme an dieser Zusammenkunft verhindert waren. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf unseren Führer Adolf Hitler wurden dann die Marburger Gäste zu ihrer Heimfahrt entlassen. Amtseinführung des neuen Pfarrers von Laubach. ch Laubach, 2. Sept. Im heutigen Vormittagsgottesdienst faub die feierliche Amtseinführung des neuernannten Pfarrers Karl Schmidt durch Dekan Widmann (Schotten) statt. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz besetzt. SA. und BdM nahmen geschlossen am Gottesdienst teil. Unter Glockengeläute und den Klängen der Orgel zogen die beiden Geistvöllig miteinander verschmelzen. Neben dem Beamten gilt es den neuen Wen- schentyp heranzuzüchten: den Politischen Leiter, auch unter den Beamten. Heber aller Verwaltung steht der Primat der Politik. Bürokratie und Juristereien alten Stils sind aussterbende Erscheinungen. Seien Sie als Beamter erst Deutscher und dann Beamter, erst fo werden Sie dem Führer gerecht! Nach der eindrucksvollen Rede schloß Fachschafts- leiter Pg. Pfeil den Fachschaftsabend mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer. den Kirchenvorstand statt. L'niio. ei «* 0>ie|;cn. * Lollar, 3. Sept. Der 31 Jahre alte Kernmacher Richard W i ß m a n n verunglückte bei der Arbeit und mußte mit schweren Kopf - und Gesichtsverletzungen nach Gießen in die Klinik gebracht werden. f Treis a. d. L d a., 31. Aug. Gestern gegen 12 Uhr wurde ein Teil unserer Gemarkung von einem kurze Zeit währenden Hagelwetter betroffen, das aber, da die Hagelkörner nicht viel größer als Erbsen waren, kaum Schaden anrichtete. Nur die Salat- und Rübenblätter wiesen einige Löcher auf. * Rüddingshausen, 2. Sept. Die 43 Jahre alte Landwirtsfrau Katharina Grün von hier erlitt bei einem Unglücksfall einen Bruch des rechten Armes, der ihre Ueberführung nach Gießen in die Chirurgische Klinik erforderlich machte. * Beuern, 2. Sept. Der hiesige Einwohner Karl Johann Funk erlitt durch einen unglücklichen Fall einen Bruch des linken Unterschenkels. Der Verunglückte mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. * Lich , 2. Sept. Auf dem benachbarten H o f - gut Kollnhausen ereignete sich am Samstag ein schwerer Unglücksfall. Dort versuchte der 58 Jahre alte Arbeiter Andreas Möller, der in der Scheune beschäftigt war, von der Scheunentenne aus auf ein mit Getreide beladenes Fuhr- Die kriegsbeschädigten Volksgenossen aus Marburg-Stadt und -Land und ihre Angehörigen werden auf dem Schiffenberg begrüßt. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) pg. Klostermann das Wort. Er führte u. a. aus: Wir hatten den Krieg verloren, ehe er begonnen, war, weil das deutsche Volk aus einzelnen Gruppen und Grüppchen, Beamten und Arbeitern, Unternehmern und Kleingewerbetreibenden bestand, die sich bis aufs Messer bekämpften. Wir hatten keine einheitliche Nation, die wurde 1914 wohl zusammengekittet, wir siet. Es gibt heute nur ein gemeinsames Dienen diesem einem Wanne gegenüber. Diese große Verschiebung der Zuständigkeiten ist Ihnen durch den Eid wohl zur Gewißheit geworden. Polizeipräsident P ö h n e r von München, Die Aufgaben des Beamten im nationalsozialistischen Staat. Fachschastsabend der Fachschaft »Kommunale Verwaltungen" im Reichsbund der Deutschen Beamten. werk zu springen, er verfehlte jedoch das Ziel seines Sprunges und stürzte seitlich an dem Wagen herab auf den Scheunenboden. Dabei erlitt der bedauernswerte Mann mehrere Rippenbrüche, die nach erster ärztlicher Hilfeleistung seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik in Gießen nötig machten. Preußen. Kreis Wetzlar Diebe". — Aquarien- und Zierfisch-Verein, E Hotel Köhler, Horst-Wessel-Wall, Werbeschau. Tank fang zwei äußerst klang- und wirkungsvolle Vertonungen und Dichtungen unseres einheimischen Komponisten Paul B u ch w a l d : „Hessens SA. und „Mädel ich bin die so gut." Maja v o n R a b nau und Leni Haase gefielen besonders durch ihre tänzerischen Darbietungen, die immer wieder zu lebhaften Beifallsstürmen herausforderten. Frau- lein Perry und Hansi S a l z m a n n, ein neues Mitglied des Stadttheaters, brachten sehr gut aufgenommene Lieder zu Gehör. Den Schluß bildeten sechs bzw. 7 Herren, ebenfalls vom Theater, die be= sonders gut mit ihrem Hohenfriedberger Marsch dem merkwürdigen Benehmen desselben zu dem Schluß kommen, daß hier völlige Blindheit Vorlieben müsse. Darauf gelang es St. ohne große Mühe, sich des kranken Tieres zu bemächtigen. Nach der Beschaffenheit des Wildbrets zu urteilen, muß die Erblindung erst vor kurzer Zeit eingetreten sein- Das getötete £ier wurde im Forsthaus Dünsberg von Reallehrer Haas und nach dem Gemoinde- lied „Komm heil'ger Geist" hielt Dekan W i d - mann (Schotten) eine Ansprache über 2. Tim. 4,5. Er begrüßte zunächst den neuen Geistlichen und richtete dann das Wort an die Gemeinde. Das Amt eines evangelischen Predigers sei in unserer Zeit'besonders wichtig. Die Gemeinde solle sich darum in Treue hinter ihren Pfarrer stellen. Alsdann erfolgte die Einweisung ins Amt durch Handschlag. Nach dem Hauptlied Nr. 270 predigte Pfarrer Schmidt über den Text Ap.-Gesch. 4, 12 (Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darinnen sie sollen selig werden). Er sprach in packenden Worten zu der Gemeinde und bat sie, ihm Vertrauen entgegenzubringen. Mit einem Chorgesang, Gebet und Segen schloß die überaus eindrucksvolle Feier. Anschließend an den Gottesdienst fand eine Begrüßung des neuen Pfarrers durch (fließen die ftadüchaft 13 des Reichsbundes der! gesagt: „Ich als Beamter bin erst Deutscher uno Deutschen Beamten einen Fachschasts - und dann Beamter". Wenn Sie jetzt als Vertreter des Schulungsabend, bei dem Kreisleiter Pg. Staates Ihre ^Pflichten richttg auffassen wollen, Klo st ermann über „Die Aufgaben des Beamten im nationalsozialistischen Staat" und Dr. M i ch e l über „Ausgaben und Ziele des Reichsbundes Volkstum und Heimat" sprachen. Fachschaftsleiter Pg. Pfeil eröffnete den Fach- chastsabend. Er gedachte unseres unvergeßlichen zweiten Gauleiters des Gaues Hessen, Peter Gemein d e r, dessen Todestag sich am 29. August 1934 zum vierten Male jährte. Die Anwesenden ehrten den Verstorbenen durch Erheben von ihren Plätzen. Nach der Rede von Dr. Michel erläuterte Fach- chastsleiter Pfeil die Satzungen des RDB. und gab einige Rundschreiben bekannt. Hierauf ergriff der Hauptredner des Abends Verhältnisse, sowohl hinsichtlich des Preises, wie auch der Qualität des Gebotenen, noch verschönt wurde. Am Abend ging der Winzerfestbetrieb in flotter Weise weiter, jedoch wurde die Wiederholung der Nachmittagsdarbietungen unserer Stadttheater- Kunstler angesichts des ganzen Betriebs und der Stimmung auf die Tanznummern und einige Ge- fangsdarbietungen beschränkt. Alles in allem: Das von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete Winzerfest war nach jeder Richtung hin ein voller Erfolg, mit dem nicht nur die Veranstalter, sondern alle am deutschen Wein nur irgendwie beteiligten und interessierten Volksgenossen in vollstem Maße zufrieden sein können. Amt für Beamte, Kreis Gießen. Schulungsveranstaltung am 4. September lm Eafe Leib, Gießen, um 20 Uhr. Es spricht Pg. Bücher vom Amt für Beamte, Gau Hessen-Nassau, über: „Unsere grundsätzliche Auffassung über den Nationalstaat und die nationale Wirtschaft". Erscheinen sämtlicher Beamten des Kreises Gießen wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Fachschaftsfahnen sind mitzubringen. NG-Lehrerbund Gießen. Mittwoch, 5. September, 15.30 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums: Bezirksversammlung der Fachschaft Höhere Schule. 1. Mitteilungen. 2. Vortrage der Amtsgenossen Kräm.er und E. Schmidt. Gäste willkommen. Senatspräsident a. O. Dornseiff schwer verunglückt. In Ranstadt bei Nidda, wo er in seinem Hause zum Ferienaufenthalt weilte, verunglückte am Samstag der 79 Jahre alte Senatspräsident a. D. Karl D o r n s e i f f durch Sturz auf der Treppe schwer. Der alte Herr trug bei dem Unglücksfall schwere innere Verletzungen davon, die seine Ueberführung nach der Chirurgischen Klinik in Gießen erforderlich machten. LrornoNzcn. zeigen, wie sehr man über ihren Besuch erfreut war. Schon vorher hatte man in humorvoller I Weise bekanntgegeben, daß die Brauerei Den-! . ' kL V • <7\ • /73 • V U i* v M VvUI CI II ui UJUH t IlllV IU. t-llt. Hl WcIJUL IU d-- ms Gotteshaus em. Die Gememde hatte sich rourie dieser Tage auf einem Kartoffelacker in der van den Platzen erhoben Der K.rchenoorftand. Nahe des Diinsberg-Reoiers oon dem Jagdaus, nahm zu beiden Seiten des Altars Platz Nach Wt @t in Bieber eingefangen und abgenickt. St. einem Chor des Kirchengefangoerems unter L-ttung pachtete das Tier längere Zett und mußte aus ** Lehrer-Organistem brauchen nicht Mitglieder der R e i ch s m u s i k k a m m e r zu sein. Vielfach sind auf dem Lande die Lehrer nebenamtlich als Organisten in der Äirdje tätig unb sind zum Teil auch auf Grund früherer Mitteilungen in die Reichsmusikkammer eingetreten. In einem Schreiben teilt jetzt der Reichsunterrichts- minifter mit, daß nach Benehmen nut dem Reichs- minifter für Volksaufklärung und Propaganda solche Lehrer, die nebenamtlich als Organisten tätig sind, der Reichsmusikkammer nicht anzugehören brauchen. Soweit solche Lehrer der Reichsmusik- kammer bereits beigetreten sind, werden sie ersucht, sofort ihren Austritt dort zu erklären. ** Oef fentliche Bücherhalle. Im August wurden 1249 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 22, Gedichte und Dramen 4, Erzählende Literatur 817, Jugendschriften 157, Länder- und Völkerkunde 52, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 103, Kunstgeschichte 13, Naturwissenschaft und Technologie 22, Heer- und Seewesen 4, Haus- und Landwirtschaft 1, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 7, Staatswissenschaft 39, Sprachwissenschaft 1, Sport 1, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswärts kamen 4 Bände. ** Beim Pilzesammeln im Walde verunglückt. Der 64 Jahre alte Invalide Heinrich Pfaff von hier, Katharinengasse 10 wohnhaft, stürzte am Samstag im Walde beim Pilzesammeln so unglücklich über einen Draht, daß er den rechten Arm brach und in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. ♦* M i t dem Motorrad verunglückt. Gestern gegen 18 Uhr fuhren auf der Landstraße zwischen Steinbach und Lich in der Nähe des Hofes Albach zwei Damen, die auf einem Motorrad oon Gießen nach Gelnhausen unterwegs waren, infolge einer Störung an der Maschine in einer Kurve gegen einen Baurn, wobei sie zum Sturz kamen. Die Führerin des Motorrads erlitt leichtere Verletzungen am Kopfe und am Knie, die Mitfahrerin trug geringfügige Hautabschürfungen davon. Das Motorrad wurde leicht beschädigt. Spaziergänger leisteten den Verunglückten erste Hilfe und veranlaßten die Herbeirufung eines Arztes, der die beiden abgeliefert. * Waldgirmes, 31. Aug. Der 22 Jahre alte Landwirt Wilhelm Kraft von hier wurde bei der Arbeit von einem Unfall betroffen, bei dem er einen Bruch der linken Hand davontrug, der seine Einlieferung nach Gießen in die Klinik erforderlich machte. Anordnungen der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley hat eine Anordnung erlassen, in der es heißt: Es wird angeordnet, daß die Reichsberufsgruppen der Angestellten erst dann in die Ortsgruppen der Deutschen Arbeitsfront eingeordnet werden, wenn die Ortsgruppen der Arbeit s« front soweit gebildet und durchorganisiert sind, daß die Uebernahme der Mitglieder der Reichs» derufsgruppen der Angestellten unter Gewährleistung der erworbenen Rechte und Sicherung der wirtschaftlichen Einrichtungen reibungslos vor sich gehen kann. Die Uebernahme der Reichsberufsgruppen der Angestellten erfolgt auf meine Anordnung über den Pg. Forster. Bis zu diesem Zeitpunkt ist jegliche Einmischung in die Reichsberufsgruppen der Angestellten verboten. Ich verlange, daß alle Stellen der Arbeitsfront in kameradschaftlicher Weise hinsichtlich des Aufbaues Zusammenarbeiten. Eine weitere Bekanntmachung Dr. Lens lautet: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuw«Psen, daß, soweit Reichsberufsgruppen bestehen, von diesen allein d i e Berufsausbildung und Berufserziehung betrieben wird. Soweit Reichsberufsgruppen für einzelne Berufe noch nicht bestehen, kann diese Aufgabe von den Reichsbetriebsgemeinschaften im Einvernehmen mit dem Leiter der Reichsberufsgruppen, Pg. Forster, in Angriff genommen werden Der gestrige Sonntag wird ein großes unvergeßliches Erlebnis bleiben für all die kriegsbeschädigten Kameraden aus dem Kreise Marburg, denen es vergönnt war, mit ihren Angehörigen an der von der Gießener Ortsgruppe der NSKOV. veranstalteten Zusammenkunft auf dem Schiffenberg teilzunehmen. In etwa 80 Kraftwagen, die von dem NSKK. Marburg gestellt waren, trafen die Marburger Kriegsbeschädigten gegen Mittag, oon Kloster Arnsburg kommend, wo sie auf kurzer Rast die dortige schöne Klosterruine besichtigt hatten, auf dem Schiffenberg ein. Allen Teilnehmern merkte man es schon beim Aussteigen an ihrer mitgebrachten guten Laune an, daß ihnen die Fahrt viel Freude und schöne Eindrücke gebracht hatte. Diese wohlgemute Stimmung wurde noch wesent- lich gehoben durch die ihnen von der hiesigen Kreisleitung in Verbindung mit der NSKOV. bereitete überaus herzliche Aufnahme. Man hatte in umsichtiger Weise Vorsorge getroffen, um den kriegsbeschädigten Kameraden in jeder Weise behilflich zu fein. In Abwesenheit des Bezirksobmannes der NSKOV. Gießen, der sich zur Zeit noch auf einer Kriegsbeschädigtenfahrt in Bad Homburg befand und erst später zurückerwartet wurde, begrüßte Pg. Dr. Röder die Erschienenen aufs herzlichste und sprach den Wunsch aus, daß alle nach einer so schönen Fahrt durch unser Hessenland ein paar angenehme Stunden verleben, daß die Beziehungen zwischen den Hessen diesseits und jenseits der Lahn aufs beste gepflegt werden und daß ihnen die im Verlaufe des Tages gebotenen geistigen und leiblichen Genüsse recht gut bekommen möchten. Der Ortsgruppenobmann des Kreises Marburg Pg. S ch ü t r u m p f dankte für den freundlichen Empfang. Inzwischen war auf den mit Blumen reich geschmückten Tischen unter Mitwirkung von Mitgliedern der hiesigen Frauenschaft für die über 300 Erschienenen ein vorzügliches Mittagessen aufgetragen, das allgemeine Anerkennung fand. Danach war allen Fahrtteilnehmern die Möglichkeit geboten, unter Führung von Amtswaltern den Schiffenberg zu besichtigen und den herrlichen Fernblick von der Terrasse aus zu genießen. Nach dem Kaffee wurden die Marburger Gäste noch im Bilde festgehalten, um dann die Fahrt nach Gießen anzutreten, die nach einer imposanten Rundfahrt durch die hauptsächlichsten Straßen unserer Stadt am Cas6 Leib ihr Ende nahm. Für die Folge hatte man auch hier für abwechselungsreiche Darbietungen gesorgt, um unseren kriegsbeschädigten Frontkämpfern in engster Verbundenheit zu .........------ . , , Wenn Sie alle die nötige Auffassung über die ohne Verantwortung. Wenn früher Versammlungen' Grundlagen unseres heutigen Staates und den von Beamtenschaften tagten, dann waren mindestens' nötigen Blick für alle diese Tatsachen gewonnen 3/4 der Zeit mit Diskussionen über Gehaltsfragen x— c;« n,,* 'Riof ne« ausgefüllt. Heute ist der alleinige Zweck Ihrer Zu- ammenkunft die nationalsozialistische, staatspolitische