m. Jahrgang Gietzener Anzeiger Nr. 152 Erster Blatt M. Jahrgang Dienstag. Z.Iuli 1954 IS-SbIÄ XPrt * « e »nnahm. von Anzeigen AH AH Aü 11H4 Ai Heimat im Bild - Die Scholle fl MUHM fl fl W HX fl fl M fl ▼ VI gl X 1 wM A Y J Grundpreise für 1 mm Höhe Monats Bezugspreis: MR fl fiffi fl fl^B fl fl fl^F fl M n fl fl fl fl fl für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen NM. 1.95 IV II flT fl ■ HF fl fl flT fl Z fl W fl ^fl flT fl fl fl Bf fl Breite 7 Npf.. für Text- Ohne Illustrierte „ 1.80 ® fluW fl H^^ fl fl fl . . fl fl fl Hfl - fl W Nfl . fl anzeigen von 70mm Breite Zustellgebühr .. „ -.25 W" ▼ ■ fl ▼ fl W fl fl fl V wfL V 60Rpf..Platzvorschriftoder ZÄÄ V WH Srunbpreife: MM General-Anzeiger für Sberhessen. MS Stantiurt am Main llGss Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitSt; Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mmg-n?bschwst-stAs Go schauten sie den 1. Mai! Ausstellung von Bildern Hessen-Nassauischer Künstler im Stadel. Auf Anordnung meines Gauleiters Pg. Sprenger forderte ich seinerzeit während der Vorbereitungen zum 1. Mai 1934 alle schaffenden Künstler im Gau Hessen-Nassau auf, den Nationalfeiertag des deutschen Volkes in Bildern aller Art festzuhalten. Das Echo war unerwartet stark. 167 Künstler aus allen Teilen des Gaues meldeten 274 Bilder an. Diese Werke werden im Monat Suli im StädelschenKunstinstitut zu Frankfurt a. M., Schaumainkai, unter dem oben angegebenen Titel a u s g e st e l l t. Der Gauleiter und Reichsstatthalter Pg. Sprenger wird persönlich diese in ganz Deutschland einzig dastehende Ausstellung am Sonntag, den 8. Juli, um 11 Uhr eröffnen. Anläßlich dieser kulturellen Demonstration erwartet der Gauleiter die Beteiligung aller führenden Persönlichkeiten im Gau Hessen-Nassau. Durch die Ausstellung und die Größe ihrer Eröffnung wird der nationalsozialistische Kunstgestaltungswille in unserem Gau einen unerhörten Auftrieb erhalten. Dazu soll erreicht werden, daß möglichst alle Bilder von Wert durch eine großzügige Propaganda verkauft werden. Heil Hitler! gez. Müller-Scheid, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Oer Sieg- -es Führers. Das ewige Volk der Deutschen hat im Laufe seiner Geschichte so viele und furchtbare Erschütterun- len durchgemacht wie kaum ein anderes Volk in Europa. Aber seine unverwüstliche Lebenskraft, eine innere sittliche Größe hat es aus Blut und )reck, aus Not und Verzweiflung, aus Schande und Elend immer wieder hinausgeführt auf einen besseren höheren Lebensweg, aus allen Niederungen feiner politischen Entwicklung ist es aufgestiegen zu neuer Größe, zu neuem Dasein. Das deutsche Volk, im Kernland Europas, hat alles überwunden, was seinen Bestand und damit das Gefüge unseres Erdteils bedrohte. Auf seinem heiligen Boden tobten die Machtkämpfe der Weltanschauungen und der Dynastien, in seinen Grenzen wickelten sich die Schlachten eb, die fremde Mäche einander lieferten. Die blutigen Auseinandersetzungen des Mittelalters zwischen geistlicher und weltlicher Herrschaft, die Bauernkriege, der Dreißigjährige Krieg, der Entschei- Lungskampf gegen das napoleonische Ueberreich und die klägliche Revolte in Deutschlands schwächster Stunde. Feindliche und wesensfremde Mächte, Abenteurer, ehrgeizige Verräter, Egoisten haben seit Jahrhunderten versucht, das deutsche Volk für ihre Zwecke zu mißbrauchen. Sie haben noch jedesmal Schiffbruch erlitten. Das deutsche Volk blieb immer ungeschlagen und es errang seinen gewaltigsten Sieg nach einem Niedergang ohnegleichen, als es am 30. Januar 1933 endlich und zum erstenmal in seiner Geschichte sich s e l b st, nur sich selbst und ganz sich selbst, in der Person Adolf Hitlers in den Besitz der Macht setzte. Seitdem schreitet es unaufhaltsam vorwärts und aufwärts. Das Vertrauen in seine Kraft wächst von Tag zu Tag. Nur so war es möglich, daß die letzte schwere Prüfung bestanden werden konnte, ohne daß während der ganzen Aktion auch nur einen Augenblick der geringste Anlaß bestand, an dem völligen Erfolg der Säuberung zu zweifeln. Das in seinem Führer verkörperte Volk hat gesiegt über diejenigen, die versuchten, seine Ehre zu besudeln . und seine Freiheit zu verkaufen. Die ewigen Tugenden unseres Volkes, Mannestreue und Mannesmut, haben sich vor den Völkern der Erde aufs neue als unvergängliche Charakterwerte gezeigt: Mit rücksichtslosem Einsatz seiner eigenen Person hat der Führer an einem einzigen Tage blitzartig die geplante Revolte zerschmettert. Hinter ihm stand das ganze, von ihm und in chm geeinte deutsche Volk mit ihm kämpften die alten Streiter für das na- . tionalsozialistische Deutschland auch diesmal in vorderster Front. Die Aktion ist abgeschlossen. Im ganzen Reicke herrscht vollständige Ruhe und sie ist !einen Augenblick unterbrochen gewesen. Das Volk st glücklich und atmet befreit die reine Luft nach dem Gewitter, dessen Blitzschläge die Feinde des Staates getroffen haben. ist außerordentlich bezeichnend, daß auch das Ausland nicht umhin kann, dem Führer für sein schnelles und erbarmungsloses Durchgreifen Anerkennung zu zollen. Man erkennt auch jenseits unserer Grenzen mehr und mehr, daß die Autorität des Führers absolut und uneingeschränkt gilt und daß sie sich auch in den letzten Tagen wieder zum Segen des deutschen Volkes ausgewirkt hat. Selbst der nationalsozialistischen Regierung sonst feindlich gesonnene Blätter haben sich zum Teil diesem rich- ügen Urteil angeschlossen. Wenn neben diesen Stimmen der Bewunderung und der Anerkennung frier und da in den Spalten notorischer Hetzblätter versucht wird, den Sinn der letzten Ereignisse zu verfälschen, wenn Gegner des neuen Deutschland es vagen, von „Kursänderungen", von „gemäßigten nnd extremen Richtungen in Deutschland", von einer -Aktion gegen die SA.", von „radikalen und kon- strvativen Flügeln", von einem „Sieg der Reichs- vchr" zu sprechen, so sei ihnen noch einmal gesagt: Ls gibt in Deutschland nureine einzigeRich- Unsinnige Gerüchte der Emigrantenpreffe schlagend widerlegt. Sämtliche von ihr als angeblich erschossen genannten Persönlichkeiten wohlbehalten und im Dienst. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Die blitzschnelle Aktion des Führers gegen ein kleines Häufchen von Aufrührern, die ihrem verdienten Schicksal zugeführt wurden, hat insbesondere die Emigranten p r e s s e nicht schlafen lassen. Während sie vorher gerade die jetzt wegen Hochverrats abgeurteilten Männer nicht genug beschimpfen konnte, seht sie sich plötzlich mit außerordentlicher Wärme für sie ein und fühlt sich mit ihnen solidarisch. Allein dieses Verhalten dürfte genügend zu denken geben. Es kommt hinzu, daß die Emigrantenpresse die Gelegenheit der Niederschlagung eines Putschversuches benutzt, um die abenteuerlich st en Gerüchte über Deutschland zu verbreiten. Obwohl aus den veröffentlichten Darstellungen einwandfrei hervorgeht, daß nur ein kleiner Führerklüngel aus der SA. betroffen worden ist und die ganze SA. und der grö.hte Teil ihres Führerkorps sich ihrer Verpflichtung und ihres Eides voll und ganz bewußt sind und dem Führer zu allen Zeiten die Treue gehalten haben, werden die abenteuerlich st en Meldungen über Hinrichtungen und Erschießungen in Deutschland verbreitet. Wan nennt phantastische Totenzahlen und gibt seitenlange Li st en vonangeblicherschossenenpersönlich- feiten aus, die sämtlich wohlbehalten sind, und die zu allen Zeiten ihrem Dien st nachgehen. So wurde heute z. B. in der Emigrantenpresse des Saargebiets die Nachricht verbreitet, der katholische Bischof von Berlin, Bares, und der Ehef der Heeresleitung, General der Artillerie v. Fritsch, seien erschossen worden. Beide Persönlichkeiten haben selbst sestgestellt, daß es ihnen ausgezeichnet geht und kein Wensch sie auch nur im gering st en irgendwie behelligt hat. Auch Grafhelldorf, der Potsdamer Polizeipräsident, der gleichfalls zu den Totgesagten gehört, versieht seinen Dien st wie immer und stattete Wontag aus dem Reichspropagandaministerium einen Besuch ab. Genau so verhält es sich mit den zahlreichen anderen genannten Personen, seien es hohen- z o l l e r n p r i n z e n, für die die marxistische Emigrantenpresse plötzlich eine gewisse Sympathie entdeckt hat, W i n i st e r oder bekannte Führer der NSDAP. Es kann der Emigrantenpresse jedoch gesagt werden, daß alle ihre Spekulationen auf weitgehende Unstimmigkeiten in Deutschland oder aus ein weiteres Umsichgreifen oder einen größeren Umfang der Hochverratsaktion restlos fehl geh en. Noch nie haben Deutschland und die nationalsozialistische Bewegung so fest, einig und geschlossen dagestanden, wie gerade im jetzigen Augenblick, denn immer war die NSDAP, am stärksten, wenn sie und die Treue ihrer Wikglieder zum Führer einer Belastungsprobe ausgesetzt wurden. ♦ Zu den unsinnigen Gerüchten der Emigrantenpresse über eine Erschießungdes Generals, v. Fritsch wird vom Reichswehrministerium er-I klärt, daß diese Nachricht jeder Grundlage entbehrt. ♦ Die Pressestelle des bischöflichen Ordinariats in Berlin- teilt mit: Seine hochwürdigste Exzellenz der Herr Bischof Nikolas Bares ist am Montag um 21.20 Uhr in Begleitung feines Sekretärs, eines Domvikars, von einer Fir - mungsreife aus Pommern in die Berliner Kurie zurückgekehrt. Der hochwürdigste Herr Bischof erfreut sich seiner vollsten Gesundheit. Des Reichspräsidenten Dank andenWrernnddenMnisterpräsldentenGöring Berlin, 2. Juli. (DNB.) Amtlich wird mil- gefeilt: Reichspräsident von Hindenburg hat heute aus Neudeck folgendes Telegramm an den Reichskanzler Adolf Hitler gesandt: „Aus den mir erstatteten Berichten ersehe ich, daß Sie durch Ihr entschlossenes Zugreifen und die tapfere Einsetzung Ihrer eigenen Person alle hochverräterischen Umtriebe im Meinte erfficft haben. Sie haben das deutsche Volk aus einer schweren Gefahr gerettet. hierfür spreche ich Ihnen meinen tiefempfundenen Dank und meine aufrichtige Anerkennung aus. Wit besten Grüßen gez. von Hindenburg." Ferner hat der Herr Reichspräsident aus Neudeck an den preußischen Winisterpräsidenten General der Infanterie Hermann Göring folgendes Telegramm gerichtet: „Für Ihr energisches und erfolgreiches Vorgehen bei der Niederschlagung des Hochverratsversuches spreche ich Ihnen meinen Dank und meine Anerkennung aus. Wit kameradschaftlichen Grüßen gez. von Hindenburg." Or.Goebbels dankt der deutschen presse. Berlin, 2. Juli (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, spricht der deutschen Presse seinen Dank aus für die vorbildliche Disziplin und die u n b e i r r t e Jnstinktsicherheit, die die deutsche Presse anläßlich der Röhm-Revolte bewiesen hat. Rettung vor dem kommunistischen Chaos. Alfred Rosenberg über die Tat des 30. Juni. Berlin, 3. Juli. (DNB.) Im V. B. nimmt Alfred Rosenberg zu den Ereignissen des 30. Juni in einem Leitartikel Stellung. Er schreibt u. a.: Durch die Revolution des 30. Januar 1933 wurde ganz Deutschland vor dem kommuni st ischen Chaos gerettet. Durch die Säuberung des 30. Juni 1934 schüttelte die nationalsozialistische Bewegung und der nationalsozialistische Staat alles ab, was an Schmarotzern, an ränkesüchtigen Reaktionären sich hervorgewagt hatte. In großmütiger Weise hat der Führer, der Reichskanzler einen Strich unter die Vergangheit gezogen und seinen übrigen politischen Gegnern die Möglichkeit gegeben, in diesem neuen Staat und für eine deutsche Zukunft zu arbeiten. Diese Großmut ist falsch verstanden worden. Die Herren von der morschen Reaktion hofften, daß die gutbürgerlichen Zustände mit dem alten Brigantenwesen wieder zu ihrem Recht kommen würden — seit Beginn des Jahres 1934 konnte man dann den einen und den anderen immer drastischer hervortreten sehen. Menschen, die sich sonst zu Tode haßten, fanden sich in dieser Verschwörung, um gemeinsam ein Komplott herzustellen, das in vielen Zentren Deutschlands wirken, seine Emissäre schon ins Ausland sandte, um hinter dem Rücken der eigenen Reichsregierung bereits Abmachungen für Sicherungen des kommenden Putschkabinetts zu treffen. Ein Sieg dieser Elemente hätte für Deutschland das furchtbarste Elend bedeutet, daß ein Heer unfähiger, ränkesüchtiger Reaktionäre einen Bürgerkrieg von unabsehbarer Tragweite entfesselt hätte, und alles zusammen hätte bei einem Sieg des Komplotts Deutschland i n jenen dunklen, kommuni st ischen Abgrund hineintreiben müssen, vor dem der Führer und seine Bewegung uns in einem unerhörten Kampf und mit unerhörten Opfern einmal bereits gerettet haben. Es ist nur zu wahr, was der greife Reichspräsident an den Führer gedrahtet hat: Adolf Hitler hat mit seinem entschlossenen Zugreifen und tapferen Einsetzen der eigenen Person das deutsche Volk aus einer schweren Gefahr gerettet. Dafür dankt ihm dieses deutsche Volk heute mehr denn je, er wird noch entschlossener als früher zu seiner Führung stehen, alle faulen Elemente, die sich in diesen 1% Jahren als solche gezeigt haben, von sich abschütteln und mit doppelter Energie seinen inneren Aufbau fortführen und seinen Kampf um deutsche Gleichberechtigung fortsetzen. Das Ausland selbst, das von den weiteren einzelnen Tatsachen noch keine Kenntnis hat — Tatsachen, die bald über die Verschwörergruppe in Bad Wiessee hinausgehen, dieses Ausland hat einen neuen, ungeheueren Respekt vor dem Führer eingeflößt erhalten. Die ganze Welt hat gesehen, daß bei aller Großzügigkeit und allem Großmut in Deutschland eine starke Faust und ein eiserner Wille regiert. t u n g: den Nationalsozialismus; nur einen Kurs: den Adolf Hitlers. Nicht gegen die SA., sondern für die SA. setzte der Führer sich ein. Die Reichswehr aber als Waffenträger der Nation steht allen innerpolitischen Auseinandersetzungen völlig fern. Vielleicht würden diese merkwürdigen Zeitungsmänner, die jede Gelegenheit benutzen, ihrem Haß gegen Deutschland und ihrer Unwissenheit die Zügel fchießen zu lassen, anderen Sinnes sein, wenn sie die letzten Tage in Deutschland miterlebt hätten. Sie würden sehen, wie das Volk selbst eine unerhörte Disziplin bewies, weil es sofort wußte, worum es sich handelte, und weil die amtlichen Berichte mit schonungsloser Offenheit das aussprachen, was in anderen Ländern mit einer parlamentarischen Verfassung vielleicht still und heimlich in irgendwelchen Untersuchungsausschüssen begraben worden wäre. Sie würden sehen, wie dankbar das Volk seinem Führer ist, daß er so scharf durchgegriffen hat. Sie würden sehen, daß die unbedingte Treue des Führers zu seiner Gefolgschaft und anderseits der Getreuen zum Führer niemals besser zum Ausdruck gekommen ist, als gerade in diesen Tagen der Entscheidung. In unerschütterter Geschlossenheit steht das Volk hinter seinem Führer, bereit, die letzten Kräfte für das gemeinsame Werk des Wiederaufbaues einzufetzen und darüber hinaus allen jenen Völkern die Hand zu reichen, die sich für eine natürliche und gerechte Ordnung der Welt einfetzen wollen. An dieSA. der Gruppe Hessen Weine SA.Kameraden! Dir haben schwere Stunden hinter uns. Stunden, die uns alle im tiefsten erschütterten. Schien es doch so, als sollte durch einige Wenige, die nicht mehr zu uns gehören, in Frage gestellt werden, daß der Führer sich aus uns, seine SA., verlassen könne, llleine Kameraden, es bedurfte keines Wortes von mir, um euch an eure einzige Plicht zu erinnern, keines Wortes von euch, um mir euren blinden Gehorsam zum Führer zu versichern. Wir alle haben wie am ersten Tage so für alle Zeit und bis zum letzten Blutstropfen nur einen Führer, den Führer unseres Volkes. So kenne ich euch im ganzen Gebiet meiner Gruppe, wo ich mit so vielen von euch kämpfend groß geworden bin. Und so war es selbstverständlich, daß ihr wie ein Wann zusammen st andef zur Fahne und zum Führer. Der Führer hat seine Richtlinien In zwölf Punkten herausgegeben, die uns allen aus dem Herzen gesprochen sind und deren Geist seif je auch der unsere war. Wir freuen uns und hoffen zuversichtlich, daß die strikte Befolgung feiner Gebote im Bereich der gesamten SA. Deutschlands die letzten Unvoll-I komme nheifen aus tilgt und uns alle $u| einem immer besser werdenden Wachfmiftel in seiner Hand macht. Der Leitgedanke der SA. der Gruppe Hessen, den ich in drei Worten immer und immer wieder in eure Herzen eingegraben habe, bleibt auch weiterhin bestehen: blinde Treue zum Führer, aufopfernde Kameradschaft, glühendes nationalsozialistisches Herz. Der Führer der Gruppe Hessen. Gez.: A. h. Bewerte, Gruppenführer. Der Oberstlandesführer der SA.-Reserve II an den Führer. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Der Oberstlandesfüh- rer der SA.-Reserve II Oberst a. D. Reinhard sandte am Samstag folgendes Telegramm a n d e n Führer Reichskanzler Adolf Hitler: Des Führers und obersten SA.-Führers in Stunden schwerster Entscheidung gedenkend, gelobe ich im Namen der gesamten SA.-Reserve II und aller alten Soldaten des Kysfhäuserbundes bedingungslose Gefolgschaft. Der Oberstlandesführer sandte folaendes Telegramm an den Chef des Stabes der SA. Obergruppenführer Lutze: Hinter dem Führer Deutschlands und seinem Chef des Stabes steht in Treue fest die SA.- Reserve II. i M tteln des Berrate reantonare ......'------x, den Führer griffen, und mit Schrecken hat machen, welche Summe von physischem und mora- oen tjuqrer yi n , > cr.r,u. (tfrhom Witi ,n hpm Naraeden des Führers aebort. es^ge^hen, wie hohe nationalsozialistische SA.-FÜH- rer die Treue mit Füßen traten. Das Volk m feiner einfachen und schlichten Hingebung an den Führer hat heute nur einen Wunsch, bis ms letzte hinein die Schädlinge und Hintermänner gepackt Besuch ab. Er war vom Reichsminister des Aeußeren, Freiherrn von Neurath, begleitet. Kurz darauf fand sich auch der preußische Ministerpräsident Hermann Göring im Hotel Adlon ein. Günstige Entwicklung des Fremdenverkehrs. WillMacdonald dm präfihenfat Aoosevelf besuchen? Vorbereitung der Flottenkonferenz. London, 3.Juli. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Herald" meldet, daß der englische Ministerpräsident Macdonald feinen Erholungsurlaub in Ka- na da möglicherweise zu einem Besuch bei dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt benutzen werde. 'Irgendwelche festen Pläne in dieser Hinsicht seien jedoch noch nicht gemacht worden. Einer der hauptsächlichsten Gesprächsstoffe bei einer Unterredung zwischen Macdonald und Roosevelt werde die im nächsten Jahre stattfindende Flottenkonferenz sein. Der Bau von Kriegsschiffen für ausländische Staate n wird nach dem ,^Daily Telegraph" bei den gegenwärtig laufenden englisch- amerikanischen Flottenbesprechungen besondere Beachtung erhalten. Das Blatt weist auf die ruffi- schen Aufträge an Frankreich aus Kreuzer und Unterseeboote hin, erwähnt jedoch nicht, daß auch die englische Schifsahrtsindustne viele Kriegsschiffe an ausländische Mächte geliefert hat und noch liefert. Der französische Marine- minisier fahrt nach London. Prag, 2. Juli. (DRB.) Der Minister des Auswärtigen Dr. Benesch sprach am Montag in beiden Kammern des Parlaments Über „Die neue Phase im Kamps um das europäische Gleichgewicht". Die Lage in Europa fei ernft, wenn auch nicht kritisch. Die innere und äußere Lage Frankreichs sei gefestigt worden, die Kleine Entente habe ihre Stellung in Mitteleuropa verstärkt, sie habe ihre Armeen und ihre Verwaltungen in Ordnung gebracht. Der Balkanpakt mit feiner Devise: Der Balkan den Balkanoölkern, fei als weitere Friedensgarantie gefolgt. Als weitere Folge fei die schon längere Seit vorbereitete Neuorientierung Sow - etrußlands mit seiner Annäherung an einige europäische Staaten, vor allem an Frankreich, einqetreten, wobei es auch zur Regelung der Beziehungen zwischen Rußland und der Kleinen Entente gekommen sei, die die Grundlage für das künftige Freundschaftsverhältnis zu der größten südslawischen Nation werden werde. Das alles bilde die Voraussetzungen, unter denen die heute viel erörterte Idee eines europäischen O st Paktes entstanden sei, dessen Sinn darin bestehe, zu verhindern, daß sich in Europa etwas ereignet, falls im Fernen Osten ein Krieg ausbräche. Wenn die Sicherheit bestehe, daß Europa r^hig bleibe, würde wahrscheinlich im Osten kein Streit ausbrechen. Wenn auch kein Wunder von dem Pakt erwartet werden könne, würden doch alle Schwierigkeiten in der Sicherheit durchgekämpft werden, daß es keinen Krieg gebe. Falls der erste Versuch mißlinge, werde die Idee bald in anderer Form Belebung finden. Inzwischen, fuhr Dr. Benesch fort, arbeiten wir mit unfe- ren Freunden an der Sicherung des Friedens, zu sehen. „ Die ganze Welt steht, wie die „Berliner B ö r s e n z e i t u n g" feststellt, unter dem Eindruck der Ereignisse in Deutschland. Es ist ihr fast um faßbar, daß eine Meuterei, deren Kern gefährlich war, und die sich gegen Hitler selbst richtete, in dem Augenblick völlig zerschlagen wurde, in dem sie aus- bred)en sollte. Die Imponderabilien, Autorität und Volksvertrauen, haben sich in den Händen Adolf Hitlers als unbesiegbare Waffen und als uneinnehmbare Festungen erwiesen. An das Ausland wendet sich „Der Tag , das sich Wochen vorher mit Behauptungen über eine angebliche Führerkrise in der nationalsozialistischen Bewegung und dem Staat beschäftigt hat. Dieses Ausland, so schreibt das Blatt, muß jetzt feftfteüen, daß das reinigende Gewitter über Deutschland durch die Aktion Adolf Hitlers gekommen ist. In Treue stehen die nationalsozialistische Bewegung und das ganze Volk zum Führer. . Die „DAZ." schreibt in ihrem Leitaufsatz u. a.: Als Hitler in seiner Reichstagsrede die Säuberung Paris, 3. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Der „Petit Parisien" veröffentlicht eine Unterredung mit König Alexander von Südsla- wien, in der der König feine Uederzeugung zum Ausdruck bringt, daß fein Land ernstlich daran denke, einen Krieg zu entfesseln. Das Friedensgebäude würde nach seiner Ansicht b e • trächtlich verstärkt nxrben, wenn Deutschland und Frankreich bereit wären, f i ch direkt miteinander zu verständigen. Die besten Abkommen seien immer diejenigen, die Berliner preffestimmen zur Niederwerfung her Revolie Die Neuordnung des landwirischastlichenMrkles. Harmonie von Erzeugung und Bedarf. Berlin, 2.Juli. (DNB.) Stabsamtsführer Dr. R e i s ch l e äußerte sich gegenüber der Presse über agrarpolitische Fragen. Er führte u. a. aus: Die Ausgliederung des Nährstandes aus der spekulativ- kapitaliftischen Marktwirtschaft ist gelungen. Uno die Bilanz eines Jahres ergibt, daß Zielsetzung und Erfolg sich decken, daß in der Tat diese Ausgliederung und Neuordnung des Marktes die wirtschaftliche Rettung des deutschen Bauerntums s i ch e r g e st e l l t hat. Damit aber ist erst einmal die Grundlage geschaffen für die weitere Aufgabe, nunmehr die Erzen g u n g der deutschen Landwirtschaft in den einzelnen Zwei- gen auszurichten nach dem Bedarf. Durch behutsame Umsteuerung der Erzeugung werden wir dahin kommen, daß jeder bäuerliche Betrieb unter Berücksichtigung seines Standortes und breiter Vielseitigkeit zunächst das erzeugt, was er selb st braucht und demnächst das für den Markt, woran die übrige Bevölkerung Bedarf hat. So kommen wir wieder zu einer Harmo - nie zwischen Erzeugung und Bedarf, die um so inniger wird, jemehr das einseitig verstärkte Zahlenverhältnis von Stadt- und Landbevölkerung sich ebenfalls wieder lebensgesetzlicher gestalten wird. Diese harmonische Ausgleichung der deutschen Er- zeugungsverhältnisse wird aber auch eine weitere volkswirtschaftlich wie politisch wichtige Folge haben. Wir werden durch sie auf allen Erzeugungsgebieten zu einem gewissen, aber in kritischen Zeitläufen nicht lebensgefährlich hohen Bedarf an Erzeugnissen fremder Landwirtschaft kommen. Seine Zuteilungen an die Bauernstaaten, insbesondere des europäischen Ostens und Süd- ostens wird uns politische Freundsch a f t e n erleichtern und unserer I n d u ft r ie Aus- suhrwege öffnen, wie dies tatsächlich in den vorwiegend auf unsere Initiative hin abgeschlossenen Handelsverträgen und Abmachungen der letzten Monate bereits praktisch als möglich erwiesen ist. Die Marktordnung des Reichsnährstandes gewähr- leistet auf der anderen Seite, daß diese Zufuhren den Markt und damit den Preis des deutschen Erzeugnisses nicht mehr stören können. Der % hidjsfina ten zunäc (Hn, die Under od □•irö der 2 k innahi festeren wi steuerlichen Erliche vte '?lls Zvis, hj die @e; ler ober Berlin, 2. Juli (DNB.) Der Reichspressechef der NSDAP, teilt mit: Im Benehmen mit dem Chef des Stabes der SA., Lutze, wird das Presseamt der Obersten SA.-Führung mit sofortiger Wirkung a u f g e l ö ft. Der bisherige Aufgaben- kreis des Presseamtes der Obersten SA.-Führung geht auf die Reichspressestelle der NSDAP, unmittelbar über. (gez.) Dr. Dietrich Reichspressechef der NSDAP. lischem Mut zu dem Vorgehen des Führers gehört. Kein Mensch wird je erfahren, welcher Schmerz, welche tiefe menschliche Enttäuschung hinter dem ehernen Entschluß stand, die Freunde aus den Jahren des Kampfes für ihre Sünde gegen die Reinheit der Bewegung, für ihren Bruch so oft geschworener Eide mit der äußersten Strafe zu belegen. Stille Ehrfurcht verlangt dieses tragische Erleben der geschichtlichen Persönlichkeit, das dem Alltagsmenschen erspart bleibt. Es wird nie möglich fein, dem Führer diese Dankesschuld voll abzutragen. Er ist uns in den Tagen und Nächten, die er für uns durchkämpfen mußte, wieder ein Stück entrückt. Es wäre kein Wunder, wenn er nach solchen Enttäuschungen Menschenverächter würde; und wenn er es nicht wird, dann nur aus einer unerschöpflichen Kraft, dieses Volk zu lieben. Wir können es ihm nicht beweisen, seine alten Anhänger nicht und noch weniger die jungen, wie sehr wir ihm vertrauen, wie sehr wir seine Liebe und Treue erwidern. Wir können ihm nicht tragen helfen, was er an Enttäuschungen durchzumachen hat. Wir können nur in stillschweigendem Respekt jeder an seinem Platze unsere kleine Pflicht tun, wie er seine große tut. Vielleicht kommt einmal der Tag, wo sich erweist, wer wirklich auch in der Stunde, die Gefahr bringt und Einsatz erheischt, zu dem Treueschwur dieser & | "Me, ßv fe °° Veneschs Sehnsucht nach einem Ostpakt Oer tschechoslowakische Außenminister stellt korrekte Beziehungen zu Deutschland fest. Es ist in (teuer mit 1 und im Ra tu n g der Landespolizeigruppe „General Göring", eingefunden. Auf dem Vorplatz des Bahnhofes hatte eine Ehrenkompagnie der Landespolizei Aufstellung genommen, die unter den Klängen des Präfentiermarfches die Ehrenbezeugungen erwies. Das Königspaar und fein Gefolge begab sich unmittelbar vom Bahnhof zum Hotel Adlon, wo es Wohnung genommen hat. Der stellvertretende Chef des Protokolls, Legationssekretär von Mumm, hatte das Königspaar im Auftrage des Auswärtigen Amtes in Hamburg abgeholt und es mit feinem Gefolge in zwei Salonwagen nach Berlin geleitet. Der Reichskanzler stattete um 17.30 Uhr dem König und dec Königin von Siam feinen Sozialismus lebe! Eine ungeheure Warnung, so schreibt „Der Deutsch e", ist das Durchgreifen Hitlers gegenüber dem Versuch aus dem eigenen Lager, das Reich zu zerstören und das deutsche Volk zu schädigen. Das ganze deutsche Volk steht restlos hinter Hitler. Die Menschen, die immer so tun, als lebte in der Arbeiterschaft der marxistische Geist, mögen sich gesagt sein lassen, daß gerade die Arbeiterschaft in diesen schweren Stunden des Führers zu ihm gestanden hat, daß sie ihn begriffen hat und ihm von heute an noch mehr die Treue zu halten gewillt ist als schon bisher. Das Blatt schreibt weiter: „Ausländische Mächte hatten die Hand im Spiel neben erprobten Verrätern an der NSDAP, und dunklen Kräften in der Reaktion, als deren Feind man sich immer und immer wieder aufspielte. Fürchterlich der Gedanke, daß ein S t r a s s e r und daß der von uns mit Leidenschaft bekämpfte Intrigant Schlei- cher in diese Verschwörung mit hineinspielen." In Einmütigkeit, so führt die „Deutsche Zeitung" aus, steht das deutsche Volk geschlossen hinter Adolf Hitler. In Schrecken hat es erkannt, zu welchen Mitteln des Verrats reaktionäre Kreise Berlin, 2.Juli. (DNB.) Die jetzt abgeschlossene Aktion gegen die Meuterer und das entschlossene Zugreifen' des Führers finden in den Berliner Blattern eingehende Würdigung. Ein Abenteuer wurde, ehe es ein großes Volk in Gefahr brachte, so schreibt der „A n g r i f f", im Keime erstickt. Admf Hitler selbst sprang vor die ganze Nation, setzte sich persönlich der höchsten Gefahr aus, ging mit em paar Mann Begleitung in die Zentrale der Verschwörer hinein und überwältigte durch die mora- li'che Macht seiner Person widerstandslos die Verräter. Was sagt das Volk? Der Jubel in den Sturm- lokalen der SA., der feierliche Gesang vor der Reichskanzlei sprachen den Dank aus, den wir alle dem Führer abstatten. Es ist Hitlers Genius zu sagen, was.Wirklich ist, und nichts zu verheimlichen, wenn er das Volk durch eine schwere Stunde hin- durchführt. Er hat es wieder getan. Wir wollen ihm die getreuesten Helfer fein, damit der deutsche AuhatteuderEmdruck in England London, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Oxforder Professor Cr ohmann sprach am Montagabend von Berlin aus zu den englischen Rundfunkhörern über die Ereignisse m Deutschland. Er sprach seine Anerkennung für das Vorgehen Hitlers aus und erklärte, daß in Deutschland alles ruhig fei. Die G l ü ck w u n f ch t e l e- gram me des Reichspräsident en an Hitler und Gärung haben hier ungeheuren Eindruck gemacht. „Hindenburg beachs Hitler" („Hindenburg hinter Hitler") steht im Fettdruck auf den Plakaten der Zeitungskraftwagen, die durch die Straßen Londons saufen. Die Blätter veröffentlichen auf der vordersten Seite in großer Ausmachung die Wotte des Reichspräsidenten: „Sie haben das deutsche Volk gerettet!" „Evening News" schreibt: Hitler hat Rücksichtslos, aber mit riesigem Mut im besten Interesse des deutschen Volkes gehandelt. Dies ist die allgemeine Ansicht der Deutschen selbst und wird bestätigt durch die Tatsache, daß die verfassungsmäßige, nichtpolitische Reichswehr weiterhin Hitler ihre loyale Unter st ützung gibt. Das Blatt schließt: Es ist Tatsache, daß nichts m den letzten drei Tagen geschehen ist, was darauf hindeutet, daß das Hitler-Regime in feiner großen aufbauenden Aufgabe der Errichtung des Deutschlands, das das deutsche Volk will, versagt. — Der „Manchester Guardian" schreibt: General von Schleicher habe zweifellos nicht vergessen können, daß er mitgeholfen habe, drei Kanzler zu stürzen; er habe sich daher dem nationalsozialistischen Radikalen zugewandt, um durch die SA. wieder ins Amt zurückzukehren. Er habe, wie es heißt, feine Abgefandten in Pans und London gehabt, die diplomatische und finanzielle Unterstützung zu erhalten versucht hätten. Dies war, so bemerkt das Blatt, die letzte Karte des schlauen Glücksspielers, aber \ i e verjagte. Im gegenwärtigen Augenblick scheint H i t° l e r fester im Sattel zu sitzen als je. Die verbrecherischen Wahnsinnigen sind vernichtet 3teid)5prä' Kern in ! ötWfisber Amtlich t imister uni M und 2i «beit der I H er am $ J* deutschen ^handelst Aeußenhausc W hielte Ufiaub für klum in bi Mästen fer LrKyffhc iEL teiIt Mauser st ! Deutsch 's 9. Juli Wagtunb iapani l?thn an für i ’^panie ?:es dem ' » der ü ! dem in, °9t Nach jj ' I'ch der ffL°nnien 6 l'i«« 8e, len mitenthaltene Verkehr der Auslandfrem• den weist gegenüber i>em Mai 1933 d i e einein- t) a l b f a d) e Zahl der Meldungen und die einoinhalbfache Zahl der Uebernachtungen aus. Neben dem warmen und sonnigen Wetter und dem diesmal in den Mai gefallenen Pfingstfeiertaaen haben zu dem günstigen Ergebnis u. a. die üblichen Feiern des Tages der nationalen Arbeit am 1. Mai, die „Kraft durch Freude"-Fahrten und die Oberammergauer Paffionsfpiele erheblich beigetragen. Das siamesische Königspaar in Berlin. B e r l i n, 2. Juli (DNB.) Ihre Majestäten, d e r König und die Königin von Siam, sind am Montag von Hamburg kommend, um 16.11 Uhr auf dem Lehrter Bahnhof eingetroffen. Auf dem Bahnsteig hatten sich zur Begrüßung u. a. Reichsminister des Auswärtigen und Freifrau von Neurath, der Chef des Protokolls, Graf B a f f e w i tz, die Staatssekretäre Meißner, von Bülow und Lammers, Oberbürgermeister Dr. Sahm, der siamesische Gesandte sowie Oberleutnant JaLoby, der. Kommandeur der worden. Ruhige Beurteilung in Amerika. Neuyork, 3. Juli. (DNB.-Funkjpruch.) Die Blätter bringen weiterhin ausführliche Berichte über die Vorgänge in Deutschland. Trotz sensationeller Auf- rnachung der einzelnen Meldungen beginnt sich langsam die Einsicht Bahn zu brechen, daß das energische Durchgreifen des Führers ein größeresBlut- vergießen mit der Gefahr ein es Chaos verhindert hat. Namentlich in F inan z- kr eisen wird die Weiterentwicklung in Deutschland mit zuversichtlicher Ruhe verfolgt. machen werde für solche anständigen Menschen, die nur deswegen abseits stünden, um nicht mit Konjunkturrittern verwechselt zu werden. Mit dem 30. Juni ist durch die Ausstoßung unsittlicher Elemente und die Abstellung von Mißständen der Weg für diejenigen frei geworden, die sich ehrliche Bedenken gemacht hatten. Am 30. Juni ist der Feldzug gegen Miesmacher und Nörgler zu Ende gegangen, die Redner gehen auf Urlaub, es ließe sich von einem „Waffenstillstand" sprechen. Am Abschluß dieses Feldzuges steht die Tat, die mit der Beseitigung der Gründe für die Unzufriedenheit den sinnvollsten und schönsten Weg eröffnet hat, der vom Waffenstillstand zum Friedensschluß führt. Allen ehrlich wollenden und anständigen Menschen wird der 30. Ium den Weg in die Volkgemeinschaft ebnen: „Jede Hand, die sich uns entgegenstreckt, soll unsere Freundeshand empfangen." (Dr. Goebbels in der Rundfunkrede vom Sonntagabend.) Die „Germania" meint unter der Ueberschnft „Die falsche Rechnung": Der Führer hat unser Volk davor bewahrt, oaß die deutsche Revolution vom 30. Januar in ihr Gegenteil verkehrt wurde, daß der politische und geistige Umbruch vom Frühjahr 1933 um seine Wirkung gebracht und schon im voraus der Möglichkeit beraubt wurde, das, was an guten Kräften und gutem Willen ausgelöst wurde, sich bewähren und reifen zu lassen. Die Wirkung der großen Säuberungsaktion wird uns aber erst in ihrem vollen Umfange klar, wenn wir sie im Zusammenhang mit der gesamten außenpolitischen Lage betrachten. In dem Bericht der Partei ist davon die Rede, daß die Konspirateure in Verbindung mit einer fremden Macht gestanden, d. h. um nach bekannten Vorbildern zu sprechen, daß sie sich für die Verwirklichung ihrer Pläne die Zustimmung und die Hilfe dieser Macht auf irgendwelchen Wegen versichert haben. Schon diese Tatsache mußte, für sich genommen, dem Plan den Charakter des Landesverrates geben.---Der Führer hat auch diese Pläne zuschanden gemacht. Die „Kreuzzeitung" schreibt u. a.: Kein Außenstehender kann sich eine Vorstellung davon Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts sind im Mai in 200 wichtigeren Fremdenverkehrsorten des Deutschen Reiches 1,01 Millionen Fremdenan- _ _r....... . Meldungen und 2,94 Millionen Fremden-Uebernach- 0 f, n c Mittelsmänner abgeschlossen wurden, tungen gezählt worden, d. h. rund e i n D r i 11 e l - mehr als im Mai 1933. Der in diesen Zah-1 Ein Erlaß des Reichsinnen- ministers an die Beamten. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Reichsminister Dr. Frick hat an die Beamten folgenden Erlaß gerichtet: Die Vorgänge des 30. Juni 1934 haben gezeigt, daß vereinzelte Bestrebungen vorhanden gewesen sind, gegen den Willen des Führers , eine eigene Politik zu betreiben, damit den Führer und die Reichsregierung in Schwierigkeiten ; zu bringen und den gesamten nationalsozialistischen ; Staat zu zerstören. Der nationalsozialistische Staat ist aber auf unbedingten Gehorsam, Disziplin und Unterordnung unter d e n Willen des Führers und seiner Beauftragten aufgebaut. Die Vollstrecker des Willens des Führers sind die Mitglieder der Reichsregierung und die ihnen uüter» stellten Gliederungen, demnach vor allem auch die Staatsbehörden. Sämtliche Beamte schulden nach den gesetzlichen Bestimmungen ihren Vorgesetzten unbedingten und ausschließlichen Gehorsam, Treue und Hingebung an ihre Amtspflichten. Sie sind ihnen allein hierin voll verantwortlich. Wenn mir auch irgend ein Sabotageakt aus den Reihen der an Pflichterfüllung und Gehorsam sowie an die Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen gewöhnten Beamten nicht bekannt geworden ist, will ich doch keinen Zweifel darüber lassen, daß ich jeden Versuch von Ungehorsa m un d Sabotage am großen Werke unseres Führers entsprechend ahnden werde. Jeder Vorgesetzte hat darauf zu achten, daß die ihm unterstellten Beamten auch weiterhin ihre Pflicht voll und ganz erfüelln. Gegebenenfalls ist an mich auf dem Dienstwege zu berichten. ©er Reichsarbeitsführer an den Chef des Stabes. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Reichsarbeitsführer Hierl hat an den Chef des Stabes folgendes Telegramm gesandt: „Lieder Pg. Lutze! Ich beglückwünsche Sie zu dem Vertrauen des Führers und wünsche Ihnen vollen Erfolg bei der Durchführung der Ihnen übertragenen Aufgaben. Frei von Selbstsucht, Eifersucht und Ueberheblich- feit, lediglich wetteifernd in Öen Seift u n g e n, jeder in seinem Amtsbereich, wollen wir Führer der NS.-Gliederung unverbrüchlich treu zu- sammenstehen als Diener unserer nationalsozialistischen Bewegung und damit unseres deutschen Volkes und als gehorsame und treue Gefolgsleute unseres großen Führers. Heil Hitler! In alter nationalsozialistischer Kampfoerbundenheit Ihr (gez.) Konstantin Hierl, Reichsarbeitsfuhrer. ©as Presseamt der Obersten SA.-Jührung aufgelöst. an der eigenen Sicherung mit eigenen Kräften, an unserer eigenen Verteidigung. Die tschechoslowakische Regierung werde wahrscheinlich ge- zwungen sein, die Verlängerung der Militärdienst zeit zu verlangen, um in jeder Hinsicht vorbereitet zu sein. Die Kleine Entente sei ein Faktor des Gleichgewichtes in Europa. Ihr Ziel bleibe unverändert. Gegen jede gebietsmäßige Revision, gegen den Anschluß und gegen jede Habsburger Restauration. Das Verhältnis zu Polen habe sich in der letzten Zeit nicht so entwickelt, wie es die Republik wünschen würde. Ein Einvernehmen über alle Fragen, die nur die beiden Länder beträfen, wäre wahrscheinlich leicht. Die wirkliche Schwierigkeit sei die Tatsache, daß die Ansichten der beiden Regierungen über gewisse Fragen der europäischen Politik nicht gleich seien. Daraus folge ein verschiedenes Vorgehen. Unser Verhältnis zu Deutschland ist ein gutes und korrektes. Dieser unser Standpunkt wird in nichts durch die Ereignisse der letzten Tage in Deutschland geändert. Meine Rede, so sagte der Minister, habe ich schon vor diesen Ereignissen vorbereitet, und ich habe keine Ursache, irgend etwas daran zu ändern. Soweit diese Ereignisse nur innere Angelegenheiten betreffen, ist es unsere Pflicht, hier einfach objektiver und vorsichtiger Beobachter zu sein. Was die internationalen Konsequenzen betrifft, muß einstweilen mit dem Urteil abge- warlet werden. Es kann aber heute jedem klar sein, daß dies innerpolitisch und internatio- I nal sehr wichtige Ereignisse sind, die ziemlich deutlich auf die weitere Entwickelungstendenz des ganzen Regimes Hinweisen. Mit Wirk hritlichu gelegenhm dnlW’ WMW Men angi Wchtsteue Den. Paris, 2. Juli. (DNB.) Der französische Außenminister wird auf seiner Reise nach London am 8. Juli vom Kriegsmarineminister Pi6tri begleitet sein, der an den Vorbesprechungen für Die Londoner Flottenkonferenz teilnehmen will. Pistri erklärte Pressevertretern, er sei der Kammer sehr dankbar, daß sie den Flottenbauabschnitt für 1934 verabschiedet habe, ' denn Frankreich brauche die geforderten Schiffe. Die Regierung habe die Tonnage von 26 600 für Panzerkreuzer nicht erhöhen wollen. Man werde auf diese Weise eine einheitliche Flottendivision haben. Spater könne man immer noch sehen. Mtri sprach bann auch über die deutschen Kreuzer und erklärte,, daß manche diese Schiffe für sehr schwach hielten. Das sei aber falsch. Sie seien gut bestückt und gut gepanzert und hätten großen Wert. Amerikanische Versuche mit einem neuen Bombenflugzeug. L o n d o n, 3. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die ame- rikanischen Luftstreitkräfte führen Versuche mit einem neuen Bombenflugzeug Typ „Martin" aus, das eine Geschwindigkeit von annähernd 370 Stundenkilometer bei voller Bombenladung erreicht. Diese Geschwindigkeit ist höher als die der amerikanischen Kampfflugzeuge, die dem Bombenflugzeug bei Hebungen nicht zu folgen vermochten. Die amerikanische Flugzeug- Industrie sieht sich daher vor der Aufgabe, eine neue, noch schnellere Kampfmaschine herauszubringen. ©er König von Südslawien für eine deutsch-französische Verständigung. Als Hitler in seiner Reichstagsrede die Säuberung unö umiag eryeyayr, zu von unlauteren Elementen ankündigte, begründete j geschichtlichen Stunde steht, er diesen Schritt auch damit, daß er den Weg frei» heute noch fe !5S- Art (l|en dm« «treff'"? J; «d W1 (ihren, wen der gehöre^ W-neostene leform. Der Reinharöische Steuerreform-Plan Vereinfachung des Gteuerrechts den. 1. 2. Reichsfinanzausgleich 3. Renten Kleine politische Nachrichten ihm Die Steuergesetze sind aus dem Geist nationalsozialistischer Weltanschauung auszulegen. Dabei sind der Zweck und die wirtschaftliche Bedeutung der Steuergesetze und die Entwicklung der Verhältnisse zu berücksichtigen. Entsprechendes gilt für die Beurteilung von Tatbeständen. und seiner schweren Aufbauarbeit." Sochscdulnachncdten. (Eine Frankfurter Verbindung für neue akademische Formen. Reichspräsident von Hindenburg empfing gestern in Neudeck den neuen Reichsminister ohne Ee'chäftsbereich, Kerr^ zur Vereidigung. Der japanische Prinz Kava legte am Freitag ir Berlin am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz für die Gefallenen nieder. Eine Ehrenkompanie der Reichswehr war angetreten und erwies dem Prinzen die Ehrenbezeugungen. Der Kranz, der über einen Meter im Durchmesser mißt, ist ein einfacher Eichenkranz, der eine weiße Schleife mit dein japanischen Wappen, der roten Sonne, trägt. Nach der Niederlegung des Kranzes verneigten sich der Prinz und seine Begleitung in der traditionellen Weise ihres Landes mehrmals vor dem Gedenkstein der Gefallenen. Nach dem Vorbeimarsch der Ehrenkompanie verließen der Prinz unb seine Begleitung das Ehrenmal. Bisher liegen außerdem die Entwürfe zu folgenden neuen Gesetzen vor: Einkommensteuergesetz, Körperschaftssteuergesetz, Vermögenssteuergesetz, Umsatzsteuergesetz, Kapitalverkehrssteuergesetz, Reichsurkundensteuergesetz, Grunderwerbsstsuergesetz, Erbschaftssteuergesetz. Mit allen diesen Entwürfen wird sich im Juli und im August der Finanz- und Steuerrechtsausschuß der Akademie für Deutsches Recht befassen. Es ist vorgesehen, diese Entwürfe Mitte September dem Reichskabinett zuzuleiten und sie spätestens im Oktober durch das Kabinett verabschieden zu lassen. Das Steueranpassungsgesetz wird in das Steuerverwaltungs-Gesetz übernommen sen Gauen ebenso wie den Gemeinden eine gewisse finanzielle Selbstverwaltung und Selb st Verantwortung übertragen kerden müssen. Dabei wird zu prüfen sein, was den Ländern oder Gauen als eigenes Vermögen zu belassen sein wird. Die finanzielle Selbstverwaltung wird sich im wesentlichen auf überwiesene Einnahmen erstrecken. Die Aufgaben zu verteilen, wird ausschließlich Sache des Reichs sein. Das Abgabenrecht der Gemeinden und der Kreise wird durch Reichsgesetz abschließend zu regeln sein. Welche Steuern erhoben werden und nach welchen Merkmalen, bestimmt ausschließlich das Reich. zu einer Senkung der Biersteuer jedoch nur unter der Voraussetzung einer bestimmten Senkung des Bierpreises bereit sein. XVII. Abbau der Gemeindegetränkesteuer. Mit Wirkung ab 1. Dezember 1933 ist die Schaumwein st euer beseitigt worden, um auf diese Weise die Schaumweinindustrie vor dem Erliegen zu bewahren, die Notlage der Weinbauern zu mildern und Tausende von Volksgenossen wieder in Arbeit zu bringen. Der Zweck dieser Aufhebung ist voll erreicht. Die vorausgesagte Belebung ist eingetreten. Gleichzeitig war die Frist für die Nichterhebung der Mineralwassersteuer verlängert worden. Daran, die Mineralwassersteuer jemals wieder zu erheben, denkt niemand. Im Jahre 1935 soll nun auch an den Abbau der Gemeindegetränke st euer hinange- ggngen werden. Nach Artikel 2 § 2 Ziffer 1 der Wohlfahrtshilfeverordnung war Voraussetzung für die Beteiligung eines Bezirksfürsorgeoerbandes an der sogenannten Wohlfahrtshilfe, daß die „gesetzlich zugelassenen oder vorgeschriebenen Steuern in der erforderlichen Höhe ausgenutzt sind". Zu diesen Steuern gehört an sich auch die Gemeindegetränkesteuer. Der Reichsminister der Finanzen hat am 30. Juni 1934 an die Landesregierungen ein Schreiben gerichtet, wonach die Beteiligung eines Bezirksfürsorgeverbandes an der Wohlfahrtshilfe nicht mehr von der Erhebung der Gemeindegetränkesteuer abhängig gemacht wird. Damit ist die Entscheidung über die Weitererhebung der Gemeindegetränkesteuer ausschließlich in das Ermessen der Gemeinden g e st el l t. Es ist zu wünschen, daß diejenigen Gemeinden, die eine Gemeindegetränkesteuer noch erheben, nun sobald wie möglich einen Abbau und schließlich eine Beseitigung der Gemeindegeträntestouer beschließen. irine- onöon. französische reich brauch« * * l ,»r m«)1 " r$ei|e em 'La« w* und-K |tü«unö 0ut Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichswirtschafts- minifter und preußische Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Schmitt hat sich durch die Arbeit der letzten Wochen so stark überanstrengt, tafc er am Schlüsse seines Appells zur Förderung der deutschen Ausfuhr auf der Tagung der Auslandshandelskammern im großen Sitzungssaal des Preußenhauses einen Ohnmachtsanfall erlitt. Die Aerzte hielten einen unverzüglichen Erholungsurlaub für erforderlich. Der Reichsminister wird darum in den nächsten 14 Tagen seinen Arnts- gkschäften fernbleiben. * Der Kyffhäuser-Bundesführer, Oberst a. D. Reinhard, teilt mit: Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser steht treu zur Regierung Hitler. Der 5 Deutsche Reichskriegertag, der vom 7. bis 9. Juli in Kassel stattfinden sollte, ist abgesagt und wird auf spätere Zeit vertagt. 'kein, "ein. und bie 'N auf XIX Im Rahmen der Steuerreform wird das a e - samte Steuerrecht wesentlich verein- facht werden. Die Tatsache, daß der Spielraum für die Auslegung der einzelnen Bestimmungen in manchen Fällen viel zu groß war, hat zu einer sehr bedenklichen Erschütterung der Steuerrechtssicherheit und infolgedessen zur Verärgerung des Steuerpflichtigen und zur Befehdung der Finanzverwaltung durch den Steuerpflichtigen geführt. Für den Steuerpflichtigen und auch für die Steuerverwaltung ist Steuerrechtssicherheit nur dann gegeben, wenn der Spielram für die Auslegung der einzelnen Bestimmung m ö g l i ch st eng gezogen ist, und wenn es nur in wenigen grundsätzlichen Fragen eines Verfahrenswegs bis zum Reichsfinanzhof bedarf, um festzustellen, was recht ist. Die gesamte Steuergesetzgebung wird neuge- st a l t e t werden. Die Form der Gesetze wird ein« f a ch sein. Die Sprache wird klar und eindeutig sein. Die Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs wird, soweit nach nationalsozialistischer Auffassung volkswirtschaftlich und sozial vertretbar, berücksichtigt sein. Zur Vereinfachung der Gesetze wird auch die Tatsache dienen, daß die Bestimmung der verschiedenen Grundbegriffe, die für die Besteuerung maßgebend sind, nicht in jedes einzelne Steuerge- setz ausgenommen werden, wie das in der bisherigen Gesetzgebung oft in den verschiedensten Sprachweisen und Darstellungsweisen geschehen war, sondern daß ein besonderes Steueranpassungsgesetz vorgesehen ist. Dieses Steueranpassungsgesetz wird beispielsweise die folgenden Abschnitte enthalten: Auslegungs-Grundsätze, Ermessens-Entscheidungen, Steuerschuld, Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt, Geschäftsleitung, Sitz, Betriebsstätte, gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke usw. § 1 dieses Steueranpassungsgesetzes wird lauten: XVIII. Der Reichsfinanzausgleich wird im Zug der R ichsfinanzreform neu gestaltet werden. Es wer- deii zunächst die Aufgaben abzugrenzen sein, die die Gemeinden, Gemeindeverbände und Linder oder Gaue zu erfüllen haben werden. Dann wird der Ausgabenbedarf und schließlich der Ennahmenbedarf festzustellen sein, beim festeren wieder zunächst die Summe der äußerst uerlichen Einnahmen und schließlich der erfor- d rliche Steuerbedar-f. Als Zwischenglieder zwischen das Reich einerseits uni die Gemeinden anderseits werden die L ä n - d«r oder Gaue einzuschalten sein. Es wird die- Der „Verein Deutscher Studenten" zu Frankfurt a. M. hat cm den Rektor der Universität und an den Führer der Studentenschaft ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: Der „Verein Deutscher Studenten" zu Frankfurt a. M. als politische Kameradschaft sieht sich nicht mehr in der Lage, bei irgendeiner akademischen oder anderen Veranstaltung inWichszu chargieren. Form und Symbole sollen der Wesensausdruck der Kameradschaft sein. Dies ist bei studentischem Wichs nicht mehr der Fall. Der neue Typ des deutschen Studenten, der auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges und in den Kämpfen um das neue Deutschland geschmiedet wurde, kann nur noch das Braunhemd als Ausdruck seines Wesens und seiner Art anerkennen. Ferner lehnt er es grundsätzlich ab, zu Kommersen und Kneipen gleich welcher Art noch offizielle Vertreter zu entsenden ober selbst Kommerse oder Kneipen zu veranstalten. Politische Arbeit im Geiste des Führers und der nationalsozialistischen Weltanschauung weist auch den Weg zu neuer Haltung und Form. Im revolutionären Kampf um die Wiedergeburt des deutschen Volkes folgt so der „Verein Deutscher Studenten" zu Frankfurt a. M. der alten, ruhmreichen, kämpferischen Tradition besten deutschen Studententums und sucht mit neue Tradition zu schaffen. „Mit Gott für Adolf Hitler und bas nationalsozialistische Deutschland" ist bie Parole, bie Gauleiter, Obxr- präfibent unb Staatsrat Kube, ber Führer bes Kyffhäuserverbanbes ber Verein« Deutscher Studen- ten für uns herausgegeben hat. Aus aller Welt. Die 500 000. Meile des Luftschiffes „Graf 3eppetin". Die 500 000. Meile wirb das Luftschiff „Graf Zeppelin" auf seiner am 30. Juni in Buenos Aires begonnenen Rückreise von Südamerika nach Deutschlanb zurücklegen. Eine Riesenleistung ist mit dieser Rekvrdziffer erreicht, denn sie ist gleichbedeutend mit dem 20 fachen Erdumfang am Aequator oder mit einer Hin- und Rückreise zum Mond mit dreifacher Mondumkreisung. Es ist die 370. Reise bes Luftschiffes, auf ber es diese Rekordziffer erreicht. Auf allen Fahrten hat der Zeppelin seinen Fahr- Jn Valencia (Spanien) explodierte am Montagabend gegen 11 Uhr vor dem dortigen deutschen Konsulat eine Bombe. Die Fenster- scheiben des Gebäudes gingen in Trümmer. Personen wurden nicht verletzt. Kunst und Wissenschaft. 70. Geburtstag des Erfinders des künstlichen Rebels. Am 3. Juli begeht Professor Dr. ing. e. h. Albrecht Schmidt in Frankfurt a. M., ein hervorragender Wissenschaftler und ein bedeutender Förderer der Jugend, seinen 70. Geburtstag. Professor Schmidt, ein Schüler Bunsens, war lange Jahre in führender Stellung der damaligen Höchster Farbwerke. Er hat als Leiter großer Erfinder-Laboratorien ganze Generationen junger Chemiker ausgebildet. Während des Weltkrieges leitete er die von ihm in Höchst gegründeten Gaskampfstoff-Betriebe und wurde besonders durch seine Erfindung des künstlichen Nebels bekannt. Im Jahre 1921 schrieb er ein Werk über die Aufgaben der höheren Schule. Seit 1931, noch mit 67 Jahren, hält er im Interesse der kämpfenden studierenden Jugend der Chemie Vorlesungen über die Bedeutung der industriellen Chemie und deren technischen Inhalt nebst zahlreichen Exkursionen in die Technik. Wie wir erfahren, beabsichtigt er noch in diesem Jahr ein umfassendes Werk über die akademische Jugend herauszugeben, das dazu bestimmt ist, ihr weiterhin die Wege zu ebnen. Die deutsche Himalaja-Expedition hat den Hauptangriff auf den Rcmga Parbat begonnen. Dem Drahtlosen Dienst, dem Nachrichtendienst des deutschen Rundfunks, ist von dem Leiter der deutschen Himalaja-Expedition folgender Bericht zu- ge gangen: • „Die Tage sind wolkenlos. Die stabile Schönwetterlage hat nunmehr offenbar eingesetzt. Es beginnt der Hauptangriff auf den Berg. Er wird in zwei Partien geführt. Die erste Gruppe besteht aus Merkl, Welzenbach, Schneider, Aschenbrenner, Bech- thold, Müllritter und Kapitän Frier, sowie 14 Darjeeling-Trägern mit ihrem kühnen Anführer Lewa. Die zweite Gruppe bilden: Wieland, Dr. Vernarb, Kuhn und Kapitän Sangster mit 10 Darjeeling, deren Trägerabmann Sonam Togbay ist. -oewe Gruppen wollen die Hochlager anlegen und sich dann am Silbersattel des Nanga Parbat in 7000 Meter Höhe vereinigen. Alle Teilnehmer befinden sich bei bester Gesundheit. Inzwischen verwaltet Hieronymus in verantwortungsvoller Arbeit das Hauptlager. Im Hauptlager wird die wissenschas - liche Gruppe nach aufschlußreicher Arbeit im Rupafe Tal am Donnerstag, also am 5. Juli, zuruckerwartet. Gez. Merkl." Reichstreffen deutscher Diplom-Landwirte in Goslar. Die 16. Bundestagung der deutschen Diplom- Landwirte erhielt ihren Auftakt durch einen Begrüßungsabend im Kaisersaal des Bahnhofshotels, auf dem Landesbauernführer v. Rheden betonte, daß es gerade nach dem schweren Tag des 30. Juni notwendig fei, in unverbrüchlicher Treue zum Führer zu stehen und die Ruhe zu bewahren. In den Mittagsstunden des Sonntag fand im Kaiferfaal die Hauptkundgebung des ersten Reichstreffens statt. itschen Er. ie weiter» )'ge haben, ungsgebie» Zeitläusen an Er. rtschajt ernstaakn, unb Süd- ichaften rieAus- in den vor. leschlosjenen ber letzten rroiefen ist. es gewähr- ! Zufuhren 5 deutschen inen. erenz. ch.) „Daily terpräsident ) in Ka- such bti \\benten wiche sesten och nicht gewichsten ®e» oischen Mac- jchsten Jahre sein. i für aus- dem :ben englisch' sondere De- bie russi- h auf KM' jeboch nicht, chrtsindustrie chte geliesert werden, das im kommenden Frühjahr an Stelle bet bisherigen Reichsabgabenordnung erscheinen wird. Aus das neue, für das gesamte Reichsgebiet maßgebende Gewerbesteuergesetz und das Grund st euergesetz werden erst int kommenden Frühjahr erscheinen. Vereinfachung der Verwaltung. XX. Die Vereinfachung wird sich nicht nur auf das Recht und auf die Gesetze erstrecken, sondern auch auf die Verwaltung. Es werden verschiedene Zusammenlegungen erfolgen, für die der Zeitpunkt im wesentlichen aus dem Fortgang der Reichsreform sich ergeben wird. Im Ziel darf es grundsätzlich nur noch Reichs st euern und nur noch eine Rei chsfinanzverwaltung geben, womit jedoch nicht gesagt fein fall, daß die Länder ober Gaue und die Gemeinden ohne finanzielle Selbstverwaltung und Selbstverantwortung gelassen werden sollen. Verzugszinsen und S t u ndung5zin- s e n werden in der Reichsfinanzverwaltung mit Wirkung ab 1. Januar 1935 abgeschafft werden. Die Mahn- und Beitreibungsgebühren werden jedoch erhöht werden. Nach Schluß eines jeden Jahres wird eine Liste der säumigen Steuerzahler aufgelegt werden. In diese Liste wird jeder ausgenommen werden, der einer ihm erteilten ersten schriftlichen Mahnung nicht gefolgt ist, der es also zur Mahnung durch den Beitreibungsbeamten hat kommen lassen. Die Liste der säumigen Steuerzahler wird erstmalig im Frühjahr 1936 für das Jahr 1935 auf- gestellt werden. In die Liste der säumigen Steuerzahler wird nicht ausgenommen werden, wer bis zum 31. Dezember 1934 seine Rückstände beseitigt und im Jahr 1935 es nicht zu einer Mahnung durch den Beitreibungsbeamten kommen läßt. Die Einführung der Liste der säumigen Steuerzahler in Zusammenhang mit der Beseitigung der Zinsenwirtschaft in der Reichsfinanzverwaltung bedeutet eine sehr wesentliche Verwaltungs- Vereinfachung. Die Vollstreckungsabteilungen werden sehr erheblich abgebaut werden können. Zum Schluß rufe ich alle Volksgenossen und Volksgenossinnen auf, ihre Steuern nicht nur pünktlich, sondern möglichst auch bargeldlos zu entrichten und auf der Rückseite des Zahlkartenabschnitts oder dergleichen stets recht deutlich anzugeben, wofür die Zahlung dient. Auch die Beachtung dieses Grundsatzes wird zu einer wesentlichen Entlastung und Vereinfachung führen. Das Ziel muß fein, daß Steuern nur noch bargeldlos entrichtet werden dürfen. Meine liefen Volksgenossen, wir alle, die Steuerpflichtigen einerseits und die Gesetzgeber und Beamten anderseits, wollen im Geist wahrer Volksgemeinschaft unentwegt nichts tun als unsere Pflicht! plan mit vorbildlicher Pünktlichkeit einhallen können. Die vorgeschriebene Fahrzeit wurde auf keiner Strecke überschritten, vielmehr konnte häufig ein früherer Ankunftstermin erzielt werden. So hat „Graf Zeppelin" beispielsweise auf feiner vorigen Südamerikafahrt die Strecke Friedrichshafen—Pernambuco in 62 Stunden zurückge- legt und damit die fahrplanmäßige Zeit um nicht weniger als zehn Stunden oder 15 v.H. gekürzt. Im Fahrtenprogramm des Luftschiffes stehen für die kommenden Wochen zunächst zwei Schweizer Fahrten am 10. und 12. Juli, zu denen schon jetzt fast alle Plätze vergeben sind. Dorn 21. Juli ab unternimmt der Zeppelin wieder mit 14tägigem Abstand Passagier-, Post- unb Frachtfahrten nach R i o de Janeiro. Acht Tage später wird die Deutsche Lufthansa abwechselnd mit „Graf Zeppelin" ebenfalls mit 14tägigem Abstand auf dieser Strecke eine Flugverbindung mit Postdienst Herstellen, jo daß alle acht Tage eine Schnellverbindung nach Südamerika für Postsendungen und alle 14 Tage für Passagiere besteht. Der Deutsche Sängerbund (DSV.) tritt dem Reichsbund Volkstum und Heimat (RVH.) bei. Aus Nürnberg wird berichtet: Zwischen dem Führer des Deutschen Sängerbundes (DSB.), Oberbürgermeister Pg. Meister, und dem Leiter des Reichsbundes Volkstum und Heimat, Pg. Werner Haverbeck, ist in Nürnberg eine Vereinbarung getroffen worden, durch die sich der Deutsche Sängerbund der breiten Front ber im RVH. unter nationalsozialistischer Führung geeinten Volksturns- arbeit eingliedert. Der Führer des Deutschen Sängerbundes, Pg. M e i st e r, hat mit seiner Vertretung im Führerrat des RVH. den Führer des Gaues Niedersachsen des Deutschen Sängerbundes, Dr. Langemann-Hannover, beauftragt. Der Leiter des Reichsbundes Volkstum und Heimat, Pg. Haverbeck, hat seinerseits den Leiter der praktischen Volkstumsarbeit bes RVH., Pg. Bernhard von P e i n e n, in die Bundesführung des Deutschen Sängerbundes entsandt. Grohfeuer an der Wartburg. — Das Hotelgelände teilweise vernichtet. Am Montag gegen 14 Uhr brach im Wartburg- Gasthof, der unmittelbar neben der Wartburg auf dem Wartburg-Berg liegt, aus noch unbekannter Ursache Großfeuer aus, das den Dachstuhl und die oberen Stockwerke des Hauptgebäudes vernichtete. Es gelang den Eisenacher Feuerwehren, unterstützt vom Freiwilligen Arbeitsdienst, SA., Reichswehr und Polizei, sowie jugendlichen Helfern, das Feuer in einigen Stunden einzudämmen. Die Wartburg selbst war nicht gefährdet, so daß auch die Führung in vollem Umfange durchgeführt werden kann. Ebenso wird der Gasthof feinen Betrieb aufrechterhalten. Schneeslurm über Reuseeland. In der Provinz Dtago wütet ein schwerer Schneesturm, der heftigste seit 30 Jahren. Die Stra- ßenbahn- und Eisenbahnverbindungen sind teilweise unterbrochen. _____________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gichen. w * Ober. ra0en. che MM- Das japanische Kabinett hat am Diens- . ßje amt' tag seinen Rücktritt beschlossen. Der Be- ' mH c'nenl soll mit dem Aktienskandal in Zusammen- " aus, d"! f)arg stehen, der frühere Minister und ein Mitglied zhern° des gegenwärtigen Kabinetts in den Verdacht der "Ii-r DolN' Bestechung gebracht habe. " ■ feH '' ♦ i« «n 8Jif« e 7000.1 onn en • Kr ?u5 e r Ich 1 lles machte am Freitag vormittag 10 Uhr $u(13eUfl im Kieler Hafen beim Signalturm fest. Der Kreuts eine ne"b> zec wird bis zum 6. Juli im Kieler Hafen liegen. beraU6 Hm 11 Uhr besuchte der Kommandant des engli- i)1 scheu Kreuzers in Begleitung des britischen Vize- , JrtC tonfuls den Chef der Marinestation der Ostsee im tlt Rommanbogebäube. Ein weiterer Besuch galt bem „ z:/,ntlA- Befehlshaber ber Aufklärungsstreitkräfte auf bem äflvW Petit Lreuzer „Königsberg". Mittags fanb ein Frühstück >) h u n f Mm Chef ber Marinestation ber Ostsee statt. Vize- nterk^sla'rdmiral Albrecht hieß babei bie britischen Gäste n 6U° m't einer herzlichen Ansprache willkommen. ter Schah von Persien hat am Montag- l)a* 8 fce'^mittag Istanbul verlassen. Die Heim- . ÄnsE.sch' ttise an Borb bes türkischen Passagierbampfers n D Uttnbbe« tzücher ge. Reichsführer der SS. Himmler war weaen der politischen Vorgänge am Erscheinen verhindert. Ministerialrat Dr. Kummer (Berlin), der bisherige Führer des Bundes, gab von der Berufung Himmlers zur Führung des Bundes Kenntnis. Hauptabteilungsleiter Staatsrat Reinke sprach über Treue, Kameradschaft und Ehre, als die Voraussetzungen, die die Umwälzung der Revolution erst ermöglicht hätten. Er wandte sich besonders gegen solche, die von diesen Tugenden immer redeten, im entscheidenden Augenblick aber selbst versagten. Anschließend wurde folgendes Begrüßungstelegramm an den Führer gesandt: „Von der Arbeitstagung und dem Reichstreffen der deutschen Dilplom-Landwirte in Goslar, deren Führung in den Händen des Reichsführers der SS., Diplom-Landwirt Himmler, liegt, grüßen wir unseren Kanzler. Unsere Herzen sind bei 6 Dre i. Ek plötzlich und unerwartet heimgerufen, im 56. Lebensjahre. Langsdorf in Oberhessen, den 2. Juli 1934. J937D 3942 D Empfehlungen verschieden. Gonsenheim-Mainz, Sofia, den 1. Juli 1934. Die Beisetzung findet Mittwoch, den 4. Juli, nachm. 3 Uhr statt. Jüngere 3rnn 03369 oder WWn Hotel Schütz ? sauber und flink, . leichte Fabrik- 3940 d arbeit ges. 7- 9-Zimmer- 03364 Schöner schattiger Garten. 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Per- für Personen- und Lastwagen Groß-Garage am Aulweg Garagen zu vermieten kennen vor den Menschen, vor der ganzen Welt. Dazu gehöre das Lesen der Heiligen Schrift, auch des Alten Testamentes, denn Jesus berufe sich immer wieder darauf, und ein Neues Testament habe es damals noch nicht gegeben. Gerade in diesem Jahre, in dem 400 Jahre vergangen seien, daß Martin Luther die Uebersetzung des Alten Testamentes vollendet habe, müsse man immer wieder nach der Bibel greifen. Jesus habe gesagt: „Gehet hin in alle Welt...!" Er sei nicht nur für einzelne Länder gekommen, sondern für alle Menschen. Und aus diesem Grunde müßten wir Missionsarbeit leisten. Darauf sprach Missionar Michel (Darmstadt) von der Baseler Mission. Seiner Ansprache legte er das Wort Johannes 14, 6 (Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben...) zugrunde. In anschaulicher Weise stellte er die Probleme der heutigen Weltenwende dar. Er zeigte, wie sich bei den großen Völkern Asiens das Ringen um die Führung, um die Wahrheit und um das Leben zur Zeit abspielt. Aber auch hier gäbe es nur einen Weg, den zu Jesus. Nach ihm müßten wir uns richten. Für ihn müßten wir arbeiten und Mission treiben. Und deshalb zögen immer wieder tatbereite Männer hinaus in die Welt, um unter schwersten Opfern, oft auf verlorenem Posten, das schwere Werk der Mission zu vollbringen. Der O r t s- st e i st l i ch e wies dann kurz darauf hin, wie einst vor etwa 80 Jahren die Missionsseste entstanden, zu gleicher Zeit die Posaunenchöre, und lud die Gemeinde ein, an der Feier des 80jährigen Bestehens des Posaunenchores zu Klein-Linden am nächsten Sonntag teilzunehmen, ebenso an dem Missionsfest am kommenden Mittwoch in Holzheim. Nach einer Kaffeepause, in der die auswärtigen Besucher Gäste der Lang-Gönser Gemeindemitglieder waren, sprach VUssionar Michel noch einmal und schilderte in zu Herzen gehenden Worten das Los der chinesischen Frau, von seiner jahrelangen Arbeit in der dortigen Mission ausgehend. Seiner ersten Predigt, die er in chinesischer Sprache gehalten habe, hätte er den Text zugrunde gelegt: „Kommet her zu mir alle, die ihr beladen seid..." Und das wären in erster Linie die chinesischen Frauen. Er erzählte und schilderte, in welchem Joche diese Frauen noch stünden, mit welcher Mühe und Arbeit sie ihr Leben verbrächten. Zum Schluß des Festes gab Pfarrer Schäfer noch einen kurzen Bericht über die Baseler Missionskonferenz. Für die Heidenmission wird eine Kollekte erhoben. Sofa, 4 Polsterstühle, Tisch, alt- nußbaum geichn. preiswert abzu- Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 3.—, gebunden RM. 4.—. Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg. Br. RM. 2.-, geb. RM. 3.-. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Kirche und Schule. Missionsfest in Lang-Göns. Lang-Göns, 1. Juli. Am heutigen Sonntag wurde das für das kirchliche Leben der Gemeinde so bedeutungsvolle M i s s i o n s f e st gefeiert. Es findet alle zwei Jahre statt. Begünstigt von dem schönen Wetter war es außerordentlich stark besucht, auch von auswärts. Eingeleitet und weiterhin bereichert durch Vorträge und Begleitung des Gemeindegesanges wurde das Fest vom hiesigen Posaunenchor unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Karl Boller. Außerdem trug der Gemischte Chor mehrere Lieder vor. Als erster Redner sprach Pfarrer Paul Gerhard Schäfer (Bad-Nauheim) über das Bekenntnis zu Jes^s. Wenn wir echte Christen sein wollten, dann müßte Jesus Raum in uns haben. Wir müßten Jesus aber nicht nur e r kennen, sondern auch b e - Im Namen aller Hinterbliebenen: In tiefer Trauer: Minna Schneider, geb. Benner. Heute nacht verschied mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Herr Moritz Oppenheimer Auto-Mbelwag zur Mitnahme von Gütern 10. Juli von Darmstadt-Fr furt a.M. nach Gießen, v 17. Juli von Worms-Mainz Frankfurt a.M. nach Giem bietet an: Stückrath & Bender Möbeltransport Walltorstr. 53 3934D Televh. 351! In tiefer Trauer: Berta Oppenheimer und Kinder Mädel 23 I., perfekt im Kochen u. Haushalt, sucht Stel- Dr.-Jng. P u p p e aus Düsseldorf wurde zum R 0 h- stoffkommissar im Reichswirtschaftsministerium ernannt. Seine Aufgabe wird es sein, angesichts der Devisenlage darauf hinzuwerken, daß die Verwendung ausländischer Rohstoffe möglichst eingeschränkt wird und daß an ihrer Stelle soweit wie angängig heimische Rohstoffe gewonnen und verwendet werden. In der Iauchegrnbe ertrunken. 4- Münsterb. Butzbach, 3.Juli. Das eineinhalbjährige Söhnchen des Landwirts und Gemeinderechners Christ weilte gestern im Hofe des Elternhauses. In einem unbewachten Augenblick stürzte es auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weise in ein Jaucheloch und ertrank. Nach längerem vergeblichen Suchen zog es der Großvater t 0 t aus der Grube. Wettervoraussage. Da sich über Schweden und der Ostsee ein Wirbel etwas kräftiger ausgebildet hat, gelangt durch seine Rückseite kühlere Luft nach Deutschland, die wechselhafte Bewölkung verursacht. Wenn auch dadurch der Witterungscharakter leicht unbeständig wird, so behält bei uns der hohe Druck doch die Vorherrschaft, so daß keine bedeutenderen Niederschläge zu erwarten sind und nur stellenweise mit dem Auftreten leichter Schauer zu rechnen ist. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, meist trocken. Lufttemperaturen am 2. Juli: mittags 24,4 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 3. Juli: morgens 15 Grad. Maximum 26 Grad, Minimum 12,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juli: abends 24,6 Grad: am 3. Juli: morgens 18,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9,3 .Stunden. RunOfunfprogramm. Mittwoch, 4. Juli. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert des Kurorchesters Badenweiler. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: 3mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Praktische Wetterregeln für Sport und Wandern. Vortrag von Paul Palmen. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: Wie steht es heute mit der Eigenerzeugung von Oel in Deutschland? Ein Bericht von K. Nowar, Frankfurt a. M. 18.35: Junge deutsche Dichtung: Otto von Pfister. 18.50: Griff ins Heute. 19: Musik auf Volksinstru- menten. 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den i 25D tue i.r Wohn., An der Johmmeskirche5 (Hindenburgw.), zu verm. sw>?d Architekt Nicolaus. Bei jeder Reise muht Du eine Spendenkarte für „Mutter und Kind" am Fahrkartenschalter lösen llllllllllllllllllllllllllllll WM liefert billigst überall hin durch Lastwagen 03349 Wilh. Rinn 8., Heuchelheim. llllllllllllllllllllllllllllll Mittwoch, den 4. Juli 1934, nach-1 mitt.2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen , zwangsweise gegen Barzahlung: An Ort nnd Stelle, „ Bekanntgabe in obigem Lokal: 2 Büfetts, 1 Kredenz, Bücherschränke, Kassenschränte, 1 Kleider- u. 1 Gewehrschrank, Sofas, 1 Chaiselongue, Sessel, Schreibtische, 1 Herrenzimmertisch, eine Kommode, 1 Trumeauspiegel, Teppiche,Pianinos,lLadentheke 1 Kastenwagen, 1 Bohrmaschine, Schreibmaschinen, Nähmaschin., 1 Registrierkasse, 99 Rollen Tapeten, 45 Rehstangen, 1 Gasherd, 1 Fernglas, 1 Photoapp.(Leica), 1 große Partie Bücher. 3931D Bestimmt: 1 Feuerlösch- u. 1 Oel- sparapvarat, Farbenreste, eine Dezimalwaage ohne Gewichte, 4 Originalwachier, 3 Haarzövfe, 1 Partie Bettwäsche, Schrubber, Bürsten, Schwämme, Parfüms, Pfeifen und Mutzen. Lunkev Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesecker Weg Ilh Televhon 3383 Weg frei zur Verständigung! 20.30: Festkonzert anläßlich des 80. Geburtstages von Heinrich Zöllner, Kompositionen von Heinrich Zöllner. Der 80jährigt Komponist plaudert aus seinem Leben. 21.20: Unter Haltungskonzert. 22: Paul Laven: Stegreiferzäh hing. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen.. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: m“ Musketiere und ein Hund fahren in Urlaub, heiteres Hörspiel. 24 bis 1: Nachtmusik. Große WBeWseniog. Mittwoch, beit 4. Juli, ab 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, im Auftrage: 1 Schlafzimmer mit dreitürigem Spiegelschrank (kompl., Eiche) und Federdecken, 1 Herrenzimm. (Eiche), 1 Fremdenzimmer, ein Wohnzimmer, 1 kompl. Küche, 3 Einzelbetten, 1 Vertiko, Eßservice, Kaffeeservice, Küchengeschirre, 2 Sofas 1 Küchenherd, Kleiderschränke, Waschtische und Kommoden,! Ausziehtisch, ovale und runde Tische u.v.a. Versteigerung bestimmt. 8o3oa £. Aavtmetz, Auktionator und Taxator, Neuenweg 28. Tanz- Wunschabend jeden Mittwoch Samstag Sonntag im 03351 Wta Der Herr über Leben und Tod hat heute nacht i/2‘l Uhr meinen lieben, braven Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater und Großvater Wilhelm Schneider Eisenbahnsekretär i. R. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser. Busch und Halm von K O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und O. Wolff. Zig. - Fabrik, Dammstraße 35 Stellengesuche| Jung.Halbwaise sucht Stellung i. Büro evtl, mit Verk. Stenogr. u. Masch. Sehr. Ang. unt. 03360 an o. Gieß. Anz. 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Nr. 152 Zweiter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Vienrtag, 3. Juli (954 Merkwürdige Testamente. Bon Peter Omm. 1 Testamente — letztwillige Verfügungen, durch 25 d die jemand Erben ernennt — bieten genug Spiel- weiraum für Ein- und Aussetzung gewisser Erben und 1. V geben die Möglichkeit, über die Hinterlassenschaft, p" ihre Teilung und Bestimmung, Anordnungen zu treffen. Zwar regeln Gesetze die Willens-Dollstreckung des Erblassers und bestimmen auch die Pflichtanteile der Familie. Trotzdem sind oftmals Streitigkeiten unter den Erbberechtigten und denen, die sich dafür halten, nicht zu vermeiden. Und mancher, der sein Testament aufsetzt, hat aus tausenderlei Gründen zwingenden Anlaß, besonders ausgeklügelte Bestimmungen zu treffen. Wie verschiedenartig Testamente abgefaßt wurden, mögen die nachfolgenden wahren Berichte aufzeiaen. Aus ihnen spricht manches Mal Bosheit, Rachsucht und Narrheit und andererseits kluger Verstand, klarer Wille und eine durch die menschliche Natur begründete Lust am Außergewöhnlichen So hinterließ ein bekannter holländischer Rechtsanwalt, der kürzlich in Groningen starb, folgende Bestimmung: „Durch die Narrheiten der Menschen habe ich mein Vermögen erworben, und da ich keine Leibeserben habe, so vermache ich meinen irdischen Besitz den staatlichen Irrenanstalten, damit es den Narren wieder zugute kommt". Josua Deckenson aus London bestimmte letztwillig: „Mein riesiges Vermögen hinterlasse ich meiner Frau unter der Bedingung, daß sie, die zu meinen Lebzeiten sich nie um mich gekümmert hat, jeden Tag zwei Stunden an meinem Grabe verbringen soll". Die Witwe ließ dem Verstorbenen im Garten seiner Besitzung ein Grab errichten. Darüber baute sie sich ein kleines Haus und da ihr Schlafzimmer direkt über dem Grabe lag, erfüllte sie die Bestimmung. Benjamin Franklin vermachte der Stadt Boston testamentarisch eine Summe, die hundert Jahre Zinsen tragen sollte, die dafür bestimmt sein sollten, die Straßen zu pflastern. In Tyburntree bei London — wo der Galgen stand — hinterließ ein Bürger der Stadt einen Betrag, von dessen Zinsen jedem armen Sünder ein schöner Blumenstrauß gekauft werden sollte, den er zu bekommen hatte, ehe er den Gang zur Hinrichtung antrat. Der Bürger hatte den Wunsch, daß auch dem bösen Menschen in letzter Lebensminute noch einmal die Schönheit der Natux vor Augen geführt werde. In der vatikanischen Bibliothek (in Rom) entlieh sich ein Student ein Buch eines ganz unbekannten Schriftstellers, der längst tot war. In diesem Buche klebte ein Zettel: „Wer diesen Zetten findet, soll zu dem Advokaten Gosparri gehen und sich das Aktenstück RST 8229/1784 aushändigen lassen. Roma, am 4. Februar 1784". Der Student begab sich zu dem Advokaten und bat um das besagte Aktenstück. Er fand es und erhielt in diesem Aktenstück eine Anweisung auf 800 000 Lire. Dieser unscheinbare Zettel war ein Teil des Testamentes eines reichen Schriftstellers, dessen letztes Buch niemand gekauft und niemand gelesen hatte. Zu seinem Erben hatte er denjenigen ernannt, der das Exemplar in der vatikanischen Bibliothek lese, und soviel Interesse an dem Autor habe, daß er dem Aktenstück nachginge. Vor vielen Jahren starb in Whittleston, England, ein Notar und begeisterter Horazjreund. In seinem kürzlich erst bekannt gewordenen Testament heißt es: 1. Auf mein Grab soll man, sobald ich eingesenkt worden, ein kleines weißes Stück Marmor legen mit der Inschrift: NON OMNIS MORIAR. (Ich werde nicht ganz sterben). J. UNDERWOOD 1833. 2. Sollen, sobald dies geschehen, die Herren (es waren sechs Personen namhaft gemacht) die letzten Strophen aus Horazens 20. Ode des II. Buches fingen. 3. Sollen keine Glocken geläutet werden, auch soll mich niemand im bunten Kleide zu Grabe geleiten. 4. Soll man mich in meinen gewöhnlichen Kleidern in den ©arg legen, den Horaz unter dem Kopfe, Bentley Milton zu den Füßen, ein kleines griechisches Testament in der Rechten, eine kleine Edition des Horaz in der Linken und Bentleys Horaz unter dem Sitzteil. 5. Soll der Sarg grün angestrichen werden, weil dieses immer meine Lieblingsfarbe gewesen. 6. Soll meine Schwester die obengenannten sechs Personen nach der Beerdigung im Sterbehause mit einem Abendessen bewirten und jedem für feine Bemühungen 12 Guineen auszahlen, und 7. sollen diese sechs Herren nach dem Abendessen Horazens 31. Ode des 1. Buches absingen; danach aber sollen sie bei einem Glase Wein fröhlich sein und nicht mehr an Underwood denken/ Ein ironischer und boshafter Neuyorker Geschäftsmann schrieb in sein Testament folgende Bestimmungen: „Meiner Frau hinterlasse ich einen Liebhaber und die Versicherung, daß ich niemals so blind war, wie sie glaubte. Meinem Sohn hinterlasse ich das Recht auf Arbeit. Während der bisherigen fünfunddreißig Jahre feines Lebens hat er dieses Recht mir allein überlassen. Meiner Tochter vermache ich hunderttausend Dollars. Sie wird sie nötig haben, denn es ist das einzige Mittel, daß sie jemals einen Mann bekommt. Meinem Kammerdiener vererbe ich alle Kleider und Wertsachen, die er mir während der letzten zehn Jahre gestohlen hat. Meinem Chauffeur schenke ich meinen Wagen, er hat ihn schon nahezu vollkommen ruiniert, so daß ich ihn nicht des Vergnügens berauben möchte, sein Zerstörungswerk zu vollenden. Mrs. Frederico Cook in London schrieb zwanzig Jahre lang an ihrem achtbändigen Testament, das die absonderlichsten Klauseln enthält, die ein Men- schenhirn jemals erdacht. Dabei hinterließ sie keine Millionen und keine riesigen Ländereien oder dergleichen — sondern ganze fünftausend Pfund! Der englische Richter W. D. aus Norwich, der 1724 starb, hinterließ diese Bestimmung: sein Vermögen von 4000 Pfund sollte sechzig Jahre auf Zins gelegt und dann zum Bau einer Schule verwendet werden, in der hundertzwanzig Knaben erzogen, gekleidet und ernährt werden sollten. — Die Testamentsvollstrecker haben diesen Willen getreulich erfüllt, nach sechzig Jahren war die Summe auf vierundsiebzigtausend Pfund angewachsen, die Schule wurde gebaut und die Zinsen der Restsumme reichten aus, die 120 Schüler zu kleiden, zu nähren und zu unterrichten. Der Straßburger Kaufmann Fortunatius Dreinull (gestorben 1713) hinterließ in seinem Testament: „Wenn man die Zinsen zum Kapital schlägt, vermehrt sich dasselbe in 100 Jahren um 130 Mal. Ich hinterlasse 600 Livres, die ich in fünf Teile dividiere und verordne, daß sie um die Zinsen vermehrt werden, jedoch also, daß alle 100 Jahre ein Fünftel gehoben und angewendet werde. Für den ersten Teil, der in 100 Jahren 13 000 Livres betragen wird, soll ein Morast urbar gemacht werden. Weitere 100 Jahre später wird das zweite Fünftel, also 1700 000 Livres betragen, davon sollen 80 Preise zur Aufmunterung der Wissenschaft gestiftet werden. Und weitere 100 Jahre darauf ist das dritte Fünftel auf 220 Millionen angewachsen, hiervon sollen im ganzen Reiche 100 patriotische Leihhäuser angelegt werden, welche fleißigen und redlichen Bürgern zinslos Vorschüsse machen. Das vierte Fünftel wird abermals 100 Jahre später 30 Milliarden betragen. Hiervon sollen 100 neue Städte gebaut und jede mit 150 000 Menschen bevölkert werden. Das letzte Fünftel wird nach Ablauf von 500 Jahren bis auf 3900 Milliarden gestiegen fein. Hiervon sollen zuerst unsere Staatsschulden bezahlt werden und dann, wenn es reicht, die Schulden der Engländer, aus Dankbarkeit für Newtons schönes Werk, die Unioersal-Rechenkunst betitelt. Die Testamentsvollstrecker sollen aus den redlichsten Männern gewählt werden, jeder soll sterbend seinen Nachfolger ernennen. Für ihre Bemühung mögen sie bei Hebung des vierten Fünftels einen kleinen Bruch von 32 Millionen unter sich verteilen!" Gerade dieses letzte Testament zwingt zum Bedauern, daß die letztwilliaen Verfügungen nicht immer im Sinne der Erblasser vollstreckt werden! Das siamesische Königspaar in Berlin. Der Führer dankt den Berlinern Treuebekundungen Adolf H der Berliner Bevölkerung dankt. Hinter dem für die spontanen Huldigungen und an einem Fenster der Reichskanzlei, wo Führer General L i tz König Prajadhipok und Königin Rambai Barni nach ihrer Ankunft auf dem Berliner Bahnhof, wo sie von Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath (rechts) begrüßt wurden. V' % —Ä M Ein Fachmann. Von Karl M. Berg Obermann schlendert durch die Ausstellung. Er hat die Hände in den Taschen seines Frühjahrspaletots, dessen gigantischer Achselpolsterung man nicht ansieht, daß er gestern noch an der Stange hing. Ab und zu bleibt Obermann vor einem Wagen stehen, betrachtet ihn mit mäßigem Interesse, schüttelt dann den Kopf und wandert weiter. Ein großes, blaues Kabriolett scheint ihm mehr zu imponieren. Er besichtigt es von allen Seiten, und man sieht es seinem Gesicht an: er ist sehr Interessent. Auch dem Mann im Verkaufsstand scheint das so. Er tritt an Obermann heran, verbeugt sich höflich und sagt: „Wenn der Herr Interesse an dem Wagen hat.." Obermann mißt ihn von oben bis unten und von unten bis oben. „Wieviel Pferde?", läßt er sich herab, zu fragen. „Fünfunddreißig Steuer=PS, achtzig Leistung/' „Sieht nach mehr aus", erklärt Obermann. „Wieviel Stundenkilometer?" „Reichlich hundertzwanzig. Wird aber auch mit Kompressor geliefert, und gibt dann gut hundert- fcchzig her." „Preis?" „Achteinhalb Mille. Der Wagen hat selbstverständlich alle Neuerungen, Schwingachse ..." „Das sowieso", schneidet Obermann die weitere Auseinandersetzung ab, und betrachtet den Wagen weiter. „Käme vielleicht in Frage", sagt er dann gleichgültig. „Aber natürlich nur mit Kompressor. Zahlungsbedingungen?" „Drei Mille Anzahlung, der Rest in vier Quartalswechseln." „Wieviel Nachlaß bei sofortiger Barzahlung?" Der Verkäufer sieht Obermann mit einem Blick an, der ungeheuchelte Bewunderung verrät. „Da mühte ich mich erst erkundigen", sagt er mit einer Verbeugung, „das ist nämlich bis jetzt nicht vorgekommen." Obermann lächelt dünn. „Natürlich!", sagt er. „Stottern! Ist nicht meine Sache." „Wenn der Herr den Wagen einmal fahren wollte", sagt der Verkäufer, und macht wieder eine Verbeugung, die ausdrücken fall, daß dem selbstverständlich nichts im Wege'stünde. Im Gegenteil! „Könnte man machen", sagt Obermann mit ziemlichem Wohlwollen. „Schade, daß ich meinen Chauffeur weggelchickt habe — ich hätte gerne gesehen, daß er auch dabei gewesen wäre. Vier Augen sehen immer mehr als zwei. Nachmittags, meinen Sie? Geht leider nicht. Aufsichtsratssitzung. Wenn schon, dann gleich!" Fünf Minuten später saust Obermann im Fonds dieses wundervollen Wagens die Avus entlang, und der Chauffeur des Werks bemüht sich, aus dem Wagen herauszuholen, was irgend möglich ist. Obermann sieht wirklich feudal aus in dem Wagen, und man sieht ihm an, daß er das auch fühlt. „Beinahe Rekordzeit!", sagt der Chauffeur, als sie wieder zurück find, und erwartet ein Wort der Anerkennung und vielleicht auch noch etwas anderes. Aber Obermann ist ein so großer Herr, daß er gar nicht daran denkt, ein Trinkgeld zu geben. Er nickt nur und sagt dann zu dem Verkäufer: „Ganz nettes Wägelchen — kommt allenfalls in Betracht. Schreiben Sie mir Ihre Telephonnummer auf — Sie erhalten heute noch Bescheid!" Der Verkäufer ist zwar ein wenig enttäuscht, aber Obermann grüßt so bestimmt, daß eine Fortführung der Verhandlungen rein unmöglich geworden ist. Und schon ist er verschwunden. Obermann geht weiter durch die Ausstellung. Er ist jetzt bei den Wagen der Mittelklasse — auch hier erregt das eine oder andere Gefährt sein mäßiges Interesse Vor allem, wie es scheint, eine tabakbraune Limousine. Er bleibt stehen, geht ein paar Schritte rückwärts, anscheinend um die Strom- linien-Silhouette besser auf sich wirken zu lassen, geht wieder vor, besieht den Wagen von der Seite — der Verkäufer ist bereits auf ihn aufmerksam geworden und kommt grüßend heran. .Schöner Wagen, nicht?", sagt er höflich. ^Ganz nett", bemerkt Obermann gönnerhaft. „Wieviel Pferde?" „Fünfzehn-vierzig", sagt der Verkäufer. „Höchstleistung?" „Hundertzehn Stundenkilometer. Wahrscheinlich etwas übertrieben. Preis?" ^.Dreitausendzweihundert „in dieser Ausführung. Kann aber auch billiger.. " „Kommt nicht in Betracht , winkt Obermann ab. „Zahlungsbedingungen?" t t „Zwölfhundert bar, den Rest in zehn Monatswechseln." ,, r ~ . _,r , . „Konnte mich höchstens auf Quartalswechsel ein» lassen", sagt Obermann. Das ließe sich selbstverständlich machen. Wenn der Herr sich ernsthaft interessiert — eine kleine Probefahrt..." „Müßte aber gleich sein — ich habe nicht viel Zeit!" Fünf Minuten! später saust Obermann in der hübschen Limousiste die Avus entlang. Er sitzt neben dem Führer und betrachtet kennerifch den Geschwindigkeitsmesser, der rasch auf achtzig, neunzig, hundert klettert, dann aber nicht mehr recht weiter will. Obermann schüttelt bedenklich den Kopf, was den Fahrer ärgert —: der Messer springt glatt auf hundertfünfzehn. „Bravo", sagt Obermann anerkennend, und dann — läßt er sich die Telephonnummer geben und verspricht für heute noch Bescheid. Nur — die Polsterung müßte blau geliefert werden — feine Frau wollte das so haben. Und nachlässig grüßend geht Obermann weiter. Es ist jetzt ein Uhr und Herr Obermann hat Hunger. Er ißt in der Restauration ein Paar Würstchen zum Frühstück, und dann wandelt er weiter durch die Ausstellung. Er ist jetzt bei den Kleinwagen — auch von ihnen erregt der eine oder andere Obermanns Interesse. An den Dreirädrigen allerdings geht er ziemlich rasch und hochnäsig vorüber, aber es sind da auch schon ganz hübsche Wägelchen, die auf vier Rädern laufen, und sogar einen Rücksitz für zwei Kinder haben. Niedlich! Vor allem ein grauer Wagen, der aussieht, wie ein erwachsener — den beäugt Obermann besonders eingehend. „Gefällt Ihnen der Wagen?", fragt der Verkäufer. „Niedlich!", sagt Obermann. „Da braucht man wohl einen Schuhlöffel, um hineinzukommen, und einen Büchsenöffner, wenn man wieder heraus will, was?" „Der Witz hat einen fooo langen Bart," sagt der Verkäufer mißbilligend. ,-,Wenn der Herr sich überzeugen will ...!" „Wie stark ist der Wagen?" „Drei zu zehn. Und läuft gern seine achtzig Kilometer, wenn's pressiert. Kostet vierzehnhundert Mark. Anzahlung vierhundert, den Rest in zehn Monatswechseln." Fünf Minuten später fährt Herr Obermann in dem Kleinwagen die Avus entlang, macht ein ziemlich gelangweiltes Gesicht, ist aber nett und freundlich zu dem Fahrer. Am Verkaussstand vollzieht sich das Uebliche, und Obermann hört im Weggehen, wie der Verkäufer zum Fahrer sagt „Nassauer!" Immerhin: Obermann ist dreimal die Avus hinaus und hinunter gefahren. Er geht jetzt in die Wassersportausstellung, und bedauert nur, daß es hier keine Probefahrten gibt — es wäre sehr nett gewesen, in einem hübschen Motorboot eine halbe Stunde spazieren zu fahren. Und schließlich kauft Obermann sogar etwas, nämlich das kleinste Faltboot, das man unter den Arm nehmen kann, wenn manj es nicht abrpontieren will. Es kostet fünfund- dreißig Mark, fünfzehn Mark Anzahlung und den Rest in vier Monatsraten. Das läßt er sich zuschicken. Und dann geht er zufrieden mit sich und der Welt in sein Junggesellenzimmerchen heim mit dem, Bewußtsein, einen schönen Tag hinter sich zu haben, und außerdem als Käufer ein nützliches Glied der menschlichen Gemeinschaft zu sein. Und morgen wird Obermann wieder seine Kunden rasieren und mit ihnen fachmännische Gespräche über Autos und Motorboote führen. Zeitschriften. — „Aus dem Schönheitssalorf der Naturvölker", ein Beitrag des bekannten Forscherehepaares Dr. H. A. und Emmy Bernatzlik, zeigt im neuen Heft 4659 der L e i p z ig e r „I11 u st r i r t e n Zei - t u n g", daß nicht nur zivilisierte Welt eine künstliche Schönheit kennt. Wer weiß denn, daß die Nuer, ein afrikanischer Volksstamm, ihr gekraustes schwarzes Haar in strähniges rotes verwandeln und daß es auch im tiefsten Afrika „Friseusen" gibt? — Ein Artikel von Professor Dr. Schulz, „Die Kluft zwischen Japanern und Chinesen", macht die jüngsten Ereignisse im Fernen Osten auch vom völkercharakterologischen Standpunkt aus verständlich. Dazu kommen noch Moden-, Literatur- und Kunstbeilagen sowie ein reichhaltiger aktueller Teil. — Westermanns Monatshefte beginnen in dem soeben erschienenen Juliheft mit dem Erstabdruck des neuesten Romans von Konrad Beste, dem unlängst mit dem Lessingpreis der Stadt Hamburg ausgezeichneten Dichter. Er erzählt von dem „vergnüglichen Leben der Doktorin Löhnefink", die als jungverheiratete Arztfrau von der Stadt aufs Land kommt und in einen Wirbel heiterer Erlebnisse und seltsamer Verlegenheiten mit Mensch, Tier und aller ungewohnten Dörflichkeit gerät. Der humoristische Roman ist so recht geeignet zur Ferienlektüre. In farbig illustrierten Beiträgen werden das künstlerische Schaffen des Malers Karl Hagemeister, sowie eine Anzahl außerordentlich eigenartiger, seltener Pilzblumen geschildert. Aufsätze mit Aufnahmen in Kupfertief- und Buchdruck sind dem Hochseesport, einem wenig bekannten Vogelschutzgebiete in Estland, den Waika-Riffen und dem schonen Städtchen Stein am Rhein gewid- mit. In einem hochinteressanten Aufsatz behandelt Paul Rohrbach die Frage „Kononialwirtschaft und koloniale Siedlung". Unter den ganzseitigen Kunst- drucken fällt besonders die Rötelzeichnung von Ernst Schäffer auf, die- uns das kluge und strenge Man- nesgesicht des Reichswehrministers von Blomberg zeigt. Wirtschaft Brtfof ntatautnfflzr Leutsche Zeine MolkereibuNer DlnlimigrnoncnfdmP Steffin fleutfdietonöbutier SeuischeLachduNer die Saarbrücken bezeugte wurde 2.7. 28.6. 2.7. 27,25 25,5 25,5 61,6 I 108 125,5 | Banknoten. Gritzne, ll 177*951 o| Hödnetroerfe . 0 71 Kiuuneiiuciic ......••••••••• u /1 ©tonrfnunukWta’ 0 65,13 65,07 81,26 34,18 65,33 81,58 34,32 o 0 6 6 0 23,65 141,65 81,75 109 67,5 107 101,25 92,13 150 122 30,25 62 90 57,5 62,5 65,5 153 76 118,5 58,5 104 72 170 129,5 69,5 64 96,75 10,25 14,5 127,5 172 146,75 207 68,5 37,5 85,75 Schluß- tms 149,4 68,4 38 86,5 147,5 68,5 37,75 85,75 2,463 58,34 56,44 12,605 16,46 169,31 21,41 63,42 2,483 58,58 56,66 12,665 16,52 169,99 21,49 63,68 o 0 0 0 0 4 0 0 0 12 32,75 63,75 89 57,5 63,25 65,75 154 31,25 62,75 89,5 57,5 62,5 65,5 153 22,65 142 80,75 108,25 65,75 105,5 101 90,5 145,75 116 45,5 235 94,25 39,4 14,75 129,25 129 172 61 64 48 56,4 46,9 61 19,5 181 191 130,5 78,75 93,5 47,13 233,5 97 40,25 14,5 127,5 128,25 172 114 61 63,5 48,25 56,75 133 46,75 61 62,5 18,75 179 191,5 130,25 76 92,25 45,25 233,5 94 39,4 14,4 129,25 128,75 172,5 76,65 119,75 60 107 74,5 174 129,25 71,25 64,75 o 0 0 7 0 0 0 0 JO 0 0 112,75 63,9 69 50,75 54,25 134,25 49,75 62,75 66 19,65 184,75 193,75 134 24 141,65 82,25 109 67,5 107,25 101,5 92 150 122 76,4 120,25 60 07 174 i30,25 Ulinag» Mrfe 63,65 68,25 51,5 53,75 19,65 tum in Rußland. - Pfarrer S t e u L i n g - 149 808 69 18,75 ordne Laiede Artikc stemp ten) 3Ut bei ftellr An . 0 • 0 • 0 .. 6 . 5 7y, 118 58.25 103,4 170 129 70,25 64,5 Ä.E.G...................... Betula (Sletti. LteferungSgesellschast... Licht und Kraft ..... 27 24,13 32,9 63,75 89 57,5 63,25 65,75 154.25 Die Kennzeichnung der fünf deutschen Buttersorten wurde umrahmt durch wirkungsvolle Musikoor- träge von Kirchen-, Bläser- und Schülerchören und wurde geleitet von Stadtpfarrer Hahn (Erbach). Die Ansprachen eröffnete Pfarrer D. Wagner- Bensheim, der Vorsitzende des Hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolf-Stiftung. Sein Gruß galt den deutschen Volks- und evangelischen Glaubensgenossen. Das Volk bleibt stark, führte der Redner aus, das einen starken Glauben hat. „Für Glaube und Volkstum" hat daher der Gufte - Adolf-Verein als Motto über feine diesjährige Tagung geschrieben. Propst Dr. Müller- Darmstadt überbrachte mit den Grüßen der Kirchenregierung deren Dank und Anerkennung für den Gustav-Adolf-Verein als den treuesten und erfolgreichsten Mitarbeiter des kirchlichen Lebens. Pfarrer S t o f ch - Wittenberg, der Leiter des dortigen Diakonissenhauses für Gemeindeschwestern im Ausland, wies in seiner Ansprache darauf hin, daß in den letzten hundert Jahren etwa 6V2 Millionen Deutsche ausgewandert sind. Was ist aus es nach der am 1. Juli in Kraft tretenden Butterverordnung künftig geben wird. Beut|d]ß Mlkereibutler UmanrtrUttatMrtwt Boötb Sennerei Weiler Schultheis Patzenhose, 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 den einmütigen Willen des deutschen Saarlandes, am 13. Januar nächsten Jahres zum Vaterland zurückzukehren. Er sprach aus, daß alle Verlockungen und Bedrückungen der Gegner an dieser unabänderlichen Tatsache nichts ändern können. An führender Stelle im Kampf des Saarlandes um fein Selbstbestimmungsrecht steht auch die evangelische Kirche, die dort zwar in der Minderheit den anderen Volksgenossen gegenüber ist, die sich aber in opferbereiter Treue und angestammtem deutschem Volkstum von niemand übertreffen läßt. Den Höhepunkt der Volksversammlung am Nach- mittag des ersten Festtages bildete das T r e u e • gelöbnis für Kirche und Volk. In zündenden Worten beantwortete Oberkirchenrat Dr. Müller- Darmstadt das Treuegelöbnis von der Saar, das ausgeklungen war in die Worte: „Wir wollen lieber mit unseren Brüdern im Reich trockenes Brot essen, als getrennt von ihnen an vollen Tischen sitzen." Gerade die deutsche Not hat den deutschen Menschen zur Treue gegen die Brüder in Not in der Nähe und in der Ferne erzogen. Mit aufgehobenen Händen bezeugte es die Riesenversammlung: „Wir schwören Treue unserem Volk und seinem Führer, unserer Kirche und allen ihren Gliedern." Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, sowie der Choral „Nun danket alle Gott" bildeten den Abschluß der Feier. ihnen und ihren Kindern geworden in Nord» und Süd-Amerika? Die bittere Antwort lautet: Zum großen Teil Kulturdünger! Aber das darf nicht sein. Unser Volk und seine Söhne sind uns zu gut dazu. Darum gilt es, diesen Söhnen unseres Volkes chren evangelischen Glauben und damit ihr deutsches Volkstum zu erhalten. In der Zweimillionenstadt Rio de Janeiro z. B., der Hauptstadt Brasiliens, leben 15 000 Deutsche, z. T. in großer Armut und Dürftigkeit, verlorene Söhne und Töchter unseres Volkes, wenn ihnen nicht die deutsche Gemeindeschwester nachgeht und die deutsche Kirchengemeinde sie betreut. Pfarrer Stenzel entwarf erschütternde Bilder über die Not unserer Glaubens- und Volksgenossen in Rußland unter dem Thema: „Blut und Tränen deutsch-evangelischer Chri- sten in der Sowjet-Hölle". Der Redner wies die ganze Hohlheit und Haltlosigkeit von Lenins Losung nach, aus die ganz Rußland hört: „Wir bauen eine neue bessere Welt." Alles was der Bolschewismus den Rußlanddeutschen in wirtschaftlicher und weltanschaulicher Beziehung bisher. gebracht hat, war zwar neu, aber eine Verschlechterung ihrer Lage, denn Bolschewismus heißt Verneinung und Vernichtung. Mit ergreifenden Worten rief der Redner auf zur Hilfe für das Deutsch- 23 141 80,5 107 67,13 105,5 100,5 90,25 146 116,25 Mainkrastwerke Höchst a.OU«« 4 Süddeutsch« ßuda —e| Selten & Guilleaume „ Gesellsch.f.Elektr.Unternehmuna. 6 Rheinische EletMzttäl ........ 6 Schuckerl L Eo....... ....... 5 Siemens L Halske ..... 7 Lahweve» L Lo............. 10 ManSfelder Bergbau .. Kokswerte......... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohle« Rheinstahl ......... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ....... Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerk Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Philipp Hot-mann . Zementwerk Heidelberg .. Lemeutwerk Karlstadt..... t®. Farven-Industrie chetdeanstalt........ Goldschmidt . RütgerSwerke . Melallgesellschaft Sie' Staat? lizeid" Mds Kennt ,M 2100/i gehe" „nage ansta" 316$ Bernie Die urspri genoss Betei! zweit, sten ' Ft noch Slufei Zeit Der ' benot Diesel ein gi Rüde- Züge notm bchä obm burd Mit gegei Guts ten 1 Di. Eesch 59,5 1 62 | 108,75 1 - 1261 -I Erster Tag. (EPH.) Strahlender Festhimmel leuchtet über dem schönen Odenwaldstädtchen Erbach, sonniges und doch kühles Wetter lockt die Menschen am Vormittag zu Hunderten, am Nachmittag zu Tausenden von nah und fern nach der Feststadt — sie alle waren dem Ruf des Gustav-Adolf-Ver- e i n 5 gefolgt, um mit ihm seine jährliche große Heerschau zu begehen: die Jahreshauptversammlung. Glockengeläute, Posaunenblasen und Kurrendesingen eröffnen als Auftakt den ersten Festtag, der mit seinen zahlreichen Gustav-Adolf-Gottesdiensten in den Odenwaldgemeinden der weiten Umgebung von Erbach feierlich anhebt. In Erbach steht auf der Kanzel der wundervoll erneuerten Kirche ein treuer Zeuge des Evangeliums, ein aus Rußland vertriebener Wolgadeutscher, Pfarrer Stenzel, der jetzt ein Pfarramt in Berlin innehat. In ergreifenden Worten schildert er den Kamps des Deutschtums in seiner Heimat in alter und neuer Zeit; einem Trümmerhaufen und Leichenfeld gleichen heute die einst blühenden deutschen Kolonien im blutüberströmten Rußland, etwa 50 000 Deutsche werden es sein, die in den furchtbaren Gefangenenlagern im äußersten Norden Rußlands einem langsamen, aber sicheren Tod durch Hunger und Kälte zugeführt werden — satanische Mächte, wie sie im Bolschewismus wirksam geworden sind, haben dort ihr Werk tun dürfen, und was noch übrig ist an Glaubens- und Volksgenossen, das schreit nach Hilfe und dem muß geholfen werden, soll es nicht völlig versinken im namenlosen Elend'. Nach der Festpredigt grüßt in Stellvertretung des verhinderten Landesbischofs Oberkirchenrat Propst Dr. Müller (Darmstadt) den Guftav-Adolf-Der- ein mit dem Pauluswort: „Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht, denn es ist eine Kraft Gottes". Wo diese Gotteskraft oie Her- Iahresiagung des Hess. Hauptvereins derGustav-Adols-Stiftung am 1. und 2. Zuli in Erbach. vamvurg-Amerika-Pakel Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschifs.......... Norddeutscher Lloyd W.®. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank .. Deutsche Bank und Disconw- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ; Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten .......... Englische Noten Französische Noten Holländische Note« .... ... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, I 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Note« Schweizer Noten Spanische Note» ........... gen erfüllt, da öffnen sich die Hände in heiliger Bruderliebe, ohne die eine christliche Kirche nicht bestehen kann. Eine Kirche ohne Volk und engste Volksverbundenheit ist nichts, aber auch ein Volk ohne Kirche ist eine seelen- und heimatlose Masse. Es ist der Ehrentitel des Gustav-Adolf-Vereins, daß er mithilft, unserem deutschen Volk Kirche zu schaffen, und unsere evangelische Kirche mit dem Volk in fester Verbindung zu halten. Oie Volksversammlung des Nachmittags Oer Kursstand der Aktien Ende Juni. Der Monat Juni stand äußerlich, wie im Wirtschaftsbericht der Commerz- und Privatbank hervorgehoben wird, zwar im Zeichen der neuen 4pro- zentigen Reichsanleihe, die neben der Barzeichnung dem Umtausch der Reichsanleihe von 1929 und des Neubesitzes gedient und die mit einem Betrage von etwa 300 Millionen Mark einen recht zufriedenstellenden Erfolg gebracht hat. Tatsächlich wickelte sich aber der größte Teil des Börsengeschäftes auf den Aktienmärkten ab, auf denen einige Gruppen von Spezialwerten im Mittelpunkt eines verstärkten Interesses standen. Der Anteil der höher im Kurs notierten Werte, besonders derjenigen Papiere über 100 bis 150 v. H., hat erheblich zugenommen, während die unteren Kategorien Rückgänge erkennen lassen, Anlaß zu der vergrößerten Nachfrage nach Aktien dürfte der Umstand gegeben haben, daß das Ausland feine hier befindlichen Sperrmarkguthaben teilweise in Effekten umwandelte und hierbei vor allem die sogenannten Rohstoffwerte bevorzugte. Dies gilt vor allem für Braunkohlen- und Kaliwerte, während Montanaktien im weiteren Verlauf des Monats eher vernachlässigt waren und sich eine deutliche Zurückhaltung gegenüber solchen Industriezweigen bemerkbar machte, die in starkem Maße von der Versorgung von Rohstoffen aus dem Auslande abhängig sind. Die zeitweilig auflebenden Erörterungen über eine allgemeine Herabsetzung der Zinssätze lenkten die Aufmerksamkeit erneut auf die sogenannten Versorgungswerte, die teilweise erhebliche Kurssteigerungen erzielten. Am Rentenmarkt selbst bahnte sich aus denselben Gründen vorübergehend ein Umschichtungsprozeß derart an, daß hochverzinsliche und daher im Kurs hochstehende Renten verkauft und gegen solche mit niedrigerem Nominalzinsfuß und dementsprechend niedrigen Kursen umgetauscht wurden. Diese Bewegung kam aber bald zum Stillstand, während sich die vielfach nur unter scharfen Repartierungen zu befriedigende Nachfrage nach den Steuergutscheinen während des ganzen Monats erhielt. Oie Entwicklung der Kali-Industrie im Jahre 1933. Die besonders innerhalb der deutschen Landwirtschaft eingetretene Zuversicht führte, wie im Geschäftsbericht der Kaliwerke Salzdetfurth A G. ausgeführt wird, zu einer erheblichen Steigerung des Kaliabsatzes im Jnlande. Auch im Auslandgeschäft ergab sich in 1933 trotz des Wettbewerbs der neu erstandenen Kalierzeugungsstätten eine Absatzerhöhung. Die Erlöse erfuhren allerdings einen Rückgang, so daß der Gesamtwert der Lieferungen niedriger war als im Vorjahre. Die Abladungen des deutschen Kalisyndikates im Berichtsjahr beliefen sich auf 9,37 (8,47) Millionen Doppelzentner Reinkali. 23,6 (24.3) v. H. des Absatzes entfielen auf das Ausland. Der Anteil der Gesellschaft stellte sich auf 50,1335 (50,1493) Tausendstel, ihre Produktion betrug 0,49 (0,38) Millionen Doppelzentner reines Kali. Die Belegschaft konnte um 20 v. H. verstärkt werden. Das Frühjahrsgeschäft 1934 setzte zeitig ein und zeigte eine wesentliche Besserung gegenüber dem Vorjahre. Der 21 nteil der Kaliwerke Aschersleben, deren Kapital sich etwa zur Hälfte bei der Kali Sckkzdetfurth befindet, am Kaliabsatz stellte sich Ende 1933 auf 105,8928 (105,9264) Tausendstel. Die Belegschaft stieg auf 1927 (1630) Mann. Die Beteiligung am Absatz des Deutschen Steinsalz-Syndikats betrug 5,9333 v. H. Die Beteiligung der Consolidierten Alkaliwerke Westeregeln und ihrer Töchter am Syndikatsabsatz betrug 95,3959 (95 4259) Tausendstel. Seit Anfang 1933 wurden 768 Personen eingestellt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Juli. Zum Börsen- und Wochenbeginn lagen nur wenig Aufträge vor. Die Kulisse selbst war ebenfalls sehr zurückhaltend. Infolge der Geschäftsstille lag die Börse uneinheitlich, hatte aber vereinzelt stärkere Kursverschiebungen. Der Halbjahresultimo ist gut überwunden. Auch machte die politische Festigung unserer Regierung nach der raschen Ueberwindung der Meutereioersuche einen ausgezeichneten Eindruck, verstärkt durch die ruhige Aufnahme in der Auslandpresse. Kaliwerte lagen ziemlich fest in Nachwirkung der Bilanzvorlagen der Salzdetfurthgruppe und der Ausführungen bei Wintershall. Die Kursgewinne betrugen etwa 3 v. H. Montanwerte dagegen allgemein schwächer. Es verloren Rheinstahl 1 0. H., Phönix 0,75 v. H., Gelsenkirchen 1,40 v. H., Harpener 3 v. H. und Mansfeld 2 v. H. Farbenindustrie kaum verändert, zunächst 0,25 0. H. fester, später bis 0,50 v. H. schwächer. Scheideanstalt verloren 1 v. H., Goldschmidt aber plus 0,75 v. H. Am Dlektromarkt durch einen Festzug eingeleitet, dessen Teilnehmer aus Erbach und zahlreichen Odenwaldgemeinden stammten. Auf dem schön gelegenen Gelände des Sportparks sammelten sich die Massen zu einer gewaltigen Kundgebung f ü r Glaube und Volkstum. Die Veranstaltung Datum | 28.6 ....... 0 78" 0 - ....... 0 47,25 10 233,25 Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstein L Koppel .. Leonhard Dietz Thade .............. S«uimUatoren-Fabrü Dontt-Gummt....... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. lagen Tarifwerte überwiegend fester, so Gesfürel und Bekula von 0,50 bis 1 0. H., dagegen setzten Lahmeyer ihren Kursrückgang um 3 v. H. fort, auch Siemens 3 v. H. und Schuckert 1,25 v. H. niedriger. Freundlich lagen Reichsbankanteile (plus 0,50 v. H.), AG. für Verkehr und Hapag je plus 0,75 v. H. und Cement Heidelberg plus 0,50 v. H. Daimler Motoren büßten 2 v. H. ein. Aschaffenburger Zellstoff waren erneut um 2,25 0. H. erhöht, dagegen Waldhof auf die Sanierungsbefürchtungen 1,25 v. H. schwächer. Auch Deutsche Linoleum verloren 1,25 v. H., Conti Gummi 3 v. H., Aku und Bemberg je 2,50 v. H. Der Rentenmarkt laa ruhig, Neuanlagekäufe waren nicht sehr groß. Auch hier bröckelten die Kurse infolge der Geschäftsstille ab, so Altbesitz um 0,13 v. H., Reichsmark-Obligationen um 0,13 bis 0,25 v. H. Späte Schuldbücher blieben behauptet, Stahlverein-Bonds lagen 0,75 v. H. freundlicher. Der Verlauf stagnierte nahezu vollkommen, und die Kurse neigten fast allgemein zur Schwäche, wobei die Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. betrugen. Am Rentenmarkt herrschte auch späterhin Geschäftslosigkeit. Goldpfandbriefe blieben gut behauptet, vereinzelt auch etwas fester, während Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen uneinheitlich lagen bei Veränderungen von 0,25 bis 0,50 d. rj. Stadtanleihen waren kaum verändert, aber sehr still. Fremde Werte waren kaum beachtet. — Tagesgeld war leichter und wurde auf 3,50 v. H. ermäßigt. Frankfurter Abendbörse weiter abbröckelnd. Die Abendbörse verkehrte in außerordentlich stiller Haltung, da Aufträge nahezu fehlten. Die Kulisse verhielt sich weiterhin reserviert. Obwohl die Grundstimmung nicht unfreundlich war, gaben die Kurse aber unter dem Druck fast völliger Stagnation überwiegend weiter etwas nach. Farbenindustrie setzten 0,75 v. H., Bekula 1 v. H., Licht & Kraft 1,25 v. H., Harpener 0,65 v. H. schwächer ein und auch sonst lagen die Schlußkurse um 0,25 bis 0,50 v. H. unter dem bereits matten Berliner Schlußstand. Das Rentengeschäft stagnierte bei kaum veränderten Kursen vollkommen. Von fremden Werten setzten Schweiz. Bundesbahn-Anleihen ihre Abwärtsbewegung um 2 v. H. fort; 4prozentige von 1912 155, 3,5prozentige von 1912 144. Es notierten u. a.: Altbesitzanleihe 93,90, 6prozent. Stahlverein- Bonds 76,75, 5,5proz. Frankf. Hyp.-Bank Liquidation 87,75, Commerzbank 57,50, DD-Bank 62,50, Reichsbank 153, Gelsenkirchen 58,25, Harpener 103,40, Phönix 45,50, Rheinstahl 94,25, Stahlverein 39,40, Bekula 141, Conti Gummi 130,50, Daimler Motoren 46,90, Scheideanstalt 207, Licht & Kraft 107, JG.-Farben 146,75, Gesfürel 105,50, Holzmann 59,50, Rheag 100,50, Schuckert 90,25, Siemens 146, Zellstoff Aschaffenburg 56,40, Reichsbahn - VA. 110,90, Hapag 25,50. Nachbörse: JG.-Farben 146,40. Frankfurter Schiachrvlehrnartt. Frankfurt a. M., 2. Juli. Austrieb: Rinder 1236 (gegen 1266 am letzten Montagsmarkt) darunter befanden sich 422 Ochsen, 111 Bullen, 328 Küche und 375 Färsen. Kälber 469 (507), Hämmel 36 (28), Schafe 7 (27), Schweine 3964 (4098). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 29 bis 31, d) 24 bis 28. Bullen a) 30, b) 27 bis 29, c) 24 bis 26, d) 21 bis 23, Kühe a) 29 bis 30, b) 25 bis 28, c) 20 bis 24, d) 12 bis 19. Färsen a) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 28 bis 31, d) 23 bis 27. Kälber a) 45 bis 46, b) 38 bis 44, c) 31 bis 37, d) 21 bis 30. Lämmer und Hämmel bl) 34 bis 35, c) 30 bis 33. Schafe nicht notiert. Schweine al) 50, a2) 45, b) 38 bis 43, c) 38 bis 43, d) 34 bis 42, gl) 33 bis 36, g2) 30 bis 32. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Rinder, Kälber und Hämmel um je eine Mark an, Schweine blieben unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine ruhig, geringer Ueberftanö. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Juli. Der Großmarkt für Getreide blieb zwar fest, doch ist eine gewisse Beruhigung unverkennbar. Die Angebotsverhältnisse haben sich nur wenig verändert, reichen aber für die Nachfrage aus. Für Hafer gingen die Preise etwas zurück, neue Wintergerste wurde noch nicht notiert, die gezeigten Muster haben eine vorzügliche Qualität. Roggenkleie war noch gesucht und höher, auch sofort lieferbares Sojaschrot blieb beachtet. Die Preise lagen fast unverändert. Weizen 210, Roggen 186, Hafer 207,50 bis 210, Weizenmehl, Festpreisgebiet W X 28,90, W VII 28,60, Roggenmehl Festpreisgebiet R VIII und R VI je 25,25, Weizenmehl IVB 16,75, Weizennachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,25, Weizenkleie, fein 11,40, grob 11,75, Roggenfuttermehl 13, Roggenkleie 12,25 bis 12,50, Sojaschrot 16, Palmkuchen 15,70, Erdnußkuchen 17,20, Treber 17, Heu 10,50 bis 11, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 2,80 bis 3, gebündelt 2,90 bis 3,10, Kartoffeln: gelb fleischige Frühkartoffeln, 6,50 Mark. Tendenz: fest. Die Mehlpreise verstehen sich ausschließlich 0,50 Mark Frachtausgleich. eahrio» ...................O Deutsche SrdA Gelsenkirchen« O Bpener...................O ich Stsea—Köln-Neuesten .. O Bergbau ............. - Bergbau ®enüffe 6 1801 180 i 180,25 6-y Abmd. bSrse 1 Frankfun 0. Ul. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. FranktuN a. Ul Berlin Gchluß» kurs Schlußk. Abend- börse Gchluß» kurs Schlußk. Mittag, börse Datum 28.6. 2.7. 28.6. 2.7. 4% vesgl. Serie 11 ....... 7,8 7,7 _ _ 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,25 4,45 4,4 4^%Rumän.vereinh.Rentev.i913 6,6 6,8 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,9 3,7 3,85 3,75 2y<% Anatolier .......... 35 33,5 35 33,5 Frankiur u. 2)1 Berlin Schluß» hird Schlußk. Abend« börse Schluß, für« Schlußk. Mittag, börse Datum ?8.6 2-7- 28.6 1 2-7- •% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 93,75 93,25 93,75 93,65 6% c^em.7% Dl. Reichsanl. 0.1929 99,8 — 99,75 — 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 . 30.75 90 "0.25 90 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtt 94,4 93,9 Auslos.-Rechten ...... 94,5 93,9 Desgl. ohne Auslos..Rechte...... -- — — — 6% ehem.8% Hess. Volksstaai 1929 90,5 lrückzahlb. 102%) .......... 90 89,25 89,5 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ........... 89 89,25 «■* 89 6¥i% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadl Ltqui 87,25 88 — Oberhessen Provinz-Anleih« mtt Auslos.-Rechten ..... 95 95,5 ** — Deutsche Komm. Sammelabl. An» leihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten 95 94,9 — 94,9 6% ehem. 8% Frankf. Hyp.-Bank 88,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 88,5 87,75 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 88,25 88,5 — —— W/o ehem. 4Vi% Franks. Hyp^ Bank-Liqu^Psandbriese..... 87,65 87,75 — Wi% ehem. 4¥t% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. .. 89 89,4 — 6% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 91,5 91,5 91 91,5 8% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanstatt, Psandbriese R. 10 92,5 92 92 Eteuergutsch. Verrechnungskurs 101,1 101,13 101,1 101,13 4% Oesterreichttche Goidrenre.... 4,20% Oesterretchische Sllberrrntr 1J 24,5 — 25 1,2 4% Ungarische Goidrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,5 7 7,4 6,9 7,45 7,13 7,35 4yf% deSgl. von 1913 ........ 6% abgesl. Goldmertkaner von 99 7 7 7,2 7,2 8 8,25 8,7 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4^ Türkisch« Bagdadbaha-Anleihe /.65 7,65 8 7,2 »eeeeeeeeeeeeeeeeeee- 7,75 7,6 «■» 28.3unl 2.JUÜ Amtliche Notierung Amtliche Notierung Seid Brie' Geld | Brie» Buenos Aires 0,603 0,607 0,600 0,604 Brüssel..... 58,57 58,69 58,50 58,62 Rio de Jan. . . 0,189 0,191 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,54 50,66 56,49 56,61 Danzig..... 81,97 81,83 81,67 81,83 London ..... 12,655 12,685 12,650 12,680 Helsingfors.. 5,594 5,606 5,594 5,606 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,53 21,57 21,53 21,57 Japan...... 0,749 0,751 0,749 0,751 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... : 63,59 63,71 63,59 63,71 Wien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Lissabon ... 11,52 11,54 11,51 11,53 Stockholm... 65,23 65,37 65,23 65,37 Schweiz .... 81,48 81,64 81,44 81,60 Spanten.... 34,29 34,35 34,32 34,38 Prag....... Budapest ... 10,44 10,46 10,44 10,46 Neuyork... 2,508 2,514 2,510 2,516 Berlin, 2-Zuli Geld Bries Hr. 152 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 3.ZulU934 Einsatztätigkeit seinerzeit alle Kräfte beanspruchte und wenig Zeit für die Berichterstattung oder Materialsammlung übrig ließ. Es ist an der Zeit, diese Lücken auszufüllen. Alle alten N o t h e l f e r, ehemaligen Mitarbeiter und Freunde der Technischen Nothilfe, die an den ersten Einsätzen der Technischen Abteilung oder der Technischen Nothilfe mitgewirkt, oder aus den Händen ehemaliger Beteiligter entsprechende Unterlagen im Besitze haben, werden dringendst gebeten, das ihnen zur Verfügung stehende Material im Interesse der Sache zur Verfügung stellen. Erinnerungsstücke jeglicher Art sind erwünscht. In Betracht kommen vor allem Bilder. Ausweise, Abzeichen, Personalpapiere, Befehle, Meldungen, Karten, Zeitungen, Flugblätter, Handzettel, Plakate, Erlebnisberichte und sonstige Aufzeichnungen. Jeder, der etwas beisteuert, seien es auch scheinbar Unterlagen Aus der Provinzialhauptstadt. brachte der Vorsitzende ein begeistert aufgenommenes dreifaches Sieg-Heil auf unseren Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg, unseren Führer Reichskanzler Adolf Hitler und unseren Die Arbeitsbeschaffung in der ForsiwirWast alle kühnsten Träumen aus, wie es wohl wäre, wenn ften Amtsverkündigungsblatt zur Kenntnis. Llrkundenstempel und NSDAP. Der Hessische Staatsminister Jung hat an hessischen Behörden die nachstehende Verfügung gerichtet: Durch das Gesetz gegen' die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 und durch das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. Dezember 1933 ist die politische Einheit von Staat und. Partei in der Weise gesetzlich festgelegt worden, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei die alleinige und ausschließliche Trägerin des Staatsgedankens ist. Luftfahrtminister Hermann Göring aus. Eine Bitte der Technischen Nothilfe. Von der Reichsführung der Technischen Nothilfe wird uns geschrieben: In die Zeit der bolschewistischen und marxistischen Revolten des Jahres 1919 und der folgenden Jahre fällt die wichtigste Einsatztätigkeit der Technischen Nothilfe und ihrer Vorläuferin, der Technischen Abteilung bei der Garde-Kavallerie-Schützen-Division. Einsätze in den verschiedensten lebenswichtigen Betrieben und Gegenden folgten in fast ununterbrochener Reihenfolge aufeinander. Der Nachwelt ist hierüber verhältnismäßig wenig bekannt, weil die können: Möbel, Kleider — eine Reise würden wir machen. Ja, wenn! Aber liegt denn das „Wenn" so unglaublich weit entfernt? Man halte nur die Aug^n affen. Die diesjährige Arbeitsbeschaffungslotterie der NSDAP, bietet allen Volksgenossen einen braunen Schein, der leicht ein Tausender und zehn Tausender oder noch mehr werden kann. Schon am 21 und 22. Juli findet die Ziehung statt, und man beeile sich, die Arbe-itsbeschaffungslose zu 1 Mark zu erstehen. Im Gegensatz zu den beiden vorjährigen Lotterien wurde der Gewinnplan um ein Beträchtliches erweitert. Die Anzahl der Gewinne ist um fast 50 v. H. erhöht worden, allerdings wurde dafür von einem einzelnen übergroßen Hauptgewinn abgesehen. Aber man bedenke, welche Gewinnfreuden vielen Deutschen jetzt bevorstehen, lieber 400 000 Gewinne, 1% Millionen Mark, werden insgesamt ausgelost. Luftschuh-Beratungen in Gießen. Oer Gebrauch der Bezeichnungen „Führer", „Gauleiter" usw. Die Ministerialabteilung la (Polizei) des Hessischen Staatsministeriums hat den Kreisämtern, den Polizeidirektionen und Polizeiämtern nachstehendes Rundschreiben des Reichsministers des Innern zur Kenntnisnahme mitgeteilt: „Mein Runderlaß von 7. März 1934 — I A 2100/5. 3. — ist von einzelnen Stellen zu weitgehend ausgelegt worden. Jnbesondere sind Bezeichnungen wie „Vereinsführer", „Verbandsführer", „Bundesführer", „Gauführer", „Bezirksführer" beanstandet worden. Da diese Bezeichnungen in der NSDAP, nicht eingeführt sind, bestehen gegen die Verwendung solcher Bezeichnungen, die das Wort „Führer" in Verbindung mit einem anderen Wort enthalten, »keine Bedenken. gez. Frick." Das Kreisamt Gießen bringt dieses Rundschreiben den Bürgermeistereien des Kreises Gießen im neu- Neben den regelmäßigen, d. h. jedes Jahr wiederkehrenden Arbeiten in der Forstwirtschaft, wie Holzhauerei, Kulturarbeiten usw., wurden zahlreiche zu- ätzliche Arbeiten ausgeführt, d. h. Arbeiten, die aus laufenden Etatmitteln nicht finanziert werden konnten. Bei den zusätzlichen Arbeiten erhält also der Träger der Arbeit entweder ein Darlehen unter der Bedingung, daß der Nachweis erbracht wurde, daß eine Verzinsung des aufgewendeten Kapitals in einer vorgeschriebenen Laufzeit durch eine Erhöhung des Holzpreises sichergestellt wurde — Sofortprogramm der Neichsregierung —, ober es werden dem Träger der Arbeit Zuschüsse zu dem Arbeitslohn bezahlt, die bisher bei der Notstandsarbeit 3 RM. je Tagewerk und bei dem freiwilligen Arbeitsdienst im geschlossenen Lager 2 RM. je Tagewerk betrugen. Von allen drei zusätzlichen Arbeitsformen wurde in den staatlichen Forstämtern der Forstbezirks- gruppe Gießen Gebrauch gemacht. Es wurden 91000 zusätzliche Tagewerke geleistet. Heben anderen Arbeiten, wie Meliorationen und Aufforstungen, wurden 18,4 Kilometer Dege chauf- fiert und 12,2 Kilometer Wege planiert. Zu diesen zusätzlichen Arbeilen kommen die regelmäßigen, d. h. planmäßigen Arbeilen. Diese umfaßten in einem Jahre bei 12 Forstämtern 194 217 Tagewerke. Große Arbeitsmöglichkeiten stecken noch in der Forstwirtschaft. Wurden doch im 10-Jahresplan allein für die Forstämter der Forstbezirksgruvpe Gießen (die etwa 20 bis 25 v. H. des hessischen Staats- und Gemeindewaldes umfassen) fast drei Millionen Tagewerke vorgesehen, wovon auf Wegebau allein 2 Millionen Tagewerke entfallen. Neben Wegebauarbeiten kommen Aufforstungen von Oedland, Reinigen von Hegen durch Aushieb wertloser und bessere Holzarten schädigende Hölzer, Aestungen junger Nadelholzbestände zur Erzielung astreiner Schnittware, die jetzt noch vielfach aus dem Ausland eingeführt werden muß, und andere Arbeiten in Frage. Die Kapitalien, die in den Wald gesteckt werden, sind gut angelegt, denn welchen Wert der deutsche Wald in naher Zukunft haben wird, das ahnen heute noch die wenigsten. Einmal wird durch den großen Raubbau, der in vielen holzreichen Ländern, in erster Linie Rußland und den Vereinigten Staaten von Nordamerika, bisher getrieben wurde, eine starke Holzknappheit eintreten, sodann hat die chemisch-technische Erforschung des Holzes in jüngster Zeit neue und zukunftsreiche Verwendungsmöglichkeiten für das Holz erschlossen. Wir erwähnen hier nur die Holzgas-Generatoren (Betriebskosten ein Sechstel der Benzinmotoren!), die Verzuckerung des Holzes und die Spiritusgewinnung aus Holz, das Holzpflaster u. a. Leider werden Forstarbeiten als Notstandsarbeiten nicht mehr gefördert, so daß für die zusätzlichen Arbeiten zur Zeit nur der Arbeitsdienst übrig bleibt. Die unlösliche politische Verbundenheit von Staat und Partei läßt es geboten erscheinen, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ft e m = pelrechtlich dem Reich gleichzustellen. Ich ordne daher an, daß die Befreiungen von ben |tUyU|U.ii iiuumcn uua, mit ta ivuyi wuic, lucim ßairbesftcmpelabgaben, die für das Reich (gemäß unverhofft ein Tausender auf dem Tisch läge. Ja — Artikel 7, Absatz 1, Ziffer 2 des Hessischen Urkunden- wenn —! Was würden wir da nicht alles kaufen stempelgefetzes oder auf Grund sonstiger Vorschriften) bestehen, im gleichen Umfange auch der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei eingeräumt werden. Die Gleichstellung beschränkt sich auf die Partei als solche. Wenn schon die Nachfolger Bismarcks die sichere Grundlage des Agvarftaates verlassen hatten und die Umstellung Deutschlands vom Agrar- zum Industriestaat nicht nur auf dem Rücken der Landwirtschaft, sondern auch auf dem der Forstwirtschaft ausgetragen wurde (z. B. deutsch-russischer Handelsvertrag 1905/06), so verkannte man nach dem Zusammenbruch im Jahre 1918 noch viel mehr, welche hohe Bedeutung der Wald und die For st wirtschaft für Deutschland haben. Erst unter der Kanzlerschaft Adolf Hitlers wurde die Forstwirtschaft nicht mehr als Aschenbrödel behandelt, und man muß immer wieder bewundernd anerkennen, wieviel auch hier in der kurzen Zeit von IV2 Jahren geleistet wurde. Wir erinnern nur an das Gesetz gegen die Wald- verwüstung, an das nationale Aufforstungswerk des Reichsministers Darre, an die Stabilisierung der Holzpreise und daran, daß im Dezember vorigen Jahres in dem größten deutschen Lande, in Preußen, die Angelegenheiten der Landesforstver- waltung auf den preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring übergegangen sind und in ihm einen tatkräftigen Förderer gefunden haben. Wo sonst in der Welt in der letzten Zeit tatkräftige und weitblickende Männer die Staatsführung übernommen haben, da haben sie auch die große Bedeutung des Waldes für die Gesamtheit erkannt. So hat Mussolini vor zehn Jahren die Miliza forestale oder die Forstmiliz geschaffen, er hat umfangreiche Aufforstungsarbeiten gemacht und es verstanden, dem italienischen Volk wieder Verständnis für den Wald beizubringen. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika wurde unter der Präsidentschaft Roosevelts den unvorstellbar großen Waldverwüstungen Einhalt geboten, indem ein Forstgesetz geschaffen wurde, das neben anderem große Aufforstungen vorsieht und insgesamt einen Kostenaufwand von 750 Millionen Dollar erfordert. Wenn also, wie gesagt, die Forstwirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland wieder den ihr gebührenden Platz erhielt, so sind sich auch die Forstleute der Verpflichtung bewußt geworden, der Beseitigung der Arbeitslosigkeit — als das vom Führer als dringlichste Forderung der Gegenwart bezeichnete Problem — ihre ganze Kraft zu widmen. Bei einer vor kurzem stattgehabten Sitzung der Forstbezirksgruppe Gießen — die Forstbezirksgruppe Gießen umfaßt 13 staatliche oberhessische Forstämter und eine Reihe größerer Privatwaldungen — wurde neben rein forstlichen Fragen und einem allgemeinen Vortrag des Vorsitzenden des Arbeitsamts Gießen, Regierungsrat Dr. List, über Arbeitsbeschaffung auch die Arbeitsbeschaffung in der Forstwirtschaft behandelt. Ein Rückblick über die im Laufe eines Jahres — der Betrachtungszeitraum umfaßte die Zeit vom 31. März 1933 bis 1. April 1934 — geleisteten Arbeiten zeigt auch jedem Laien, daß die Forstwirtschaft durchaus nicht fo arbeitsextensiv ist, wie man es gemeinhin annimmt. Arn Sonntagvarmittag fand im „Bayerischen Hof" eine Tagung der Ortsgruppenführer der Reichsluftschutzortsgruppen Oberhessens statt, die von der Bezirksgruppe Oberhessen einberufen war. Der Tagung, die von dem Bezirksgrupvenführer Bürgermeister Dr.-Jng. E. Hamm (Gießen) geleitet wurde, wohnte als Vertreter der Landesgruppe Hessen-Rheinland-Süd e.V. Stabsführer Jäger bei. Alle Ortsgruppenführer, mit zwei entschuldigten Ausnahmen, waren anwesend und bezeugten so ihr reges Interesse an der so nötigen Luftschutzbewegung. Die Versammlung verlief sehr anregend und dauerte bis in die Nachmittagsstunden. In der Aussprache, an der sich zahlreiche Ortsgruppenführer, der Vorsitzende Dr. Hamm, der Stabsführer der Landesgruppe, Jäger, der Schulungsleiter der Bezirksgruppe, Gewerbelehrer Schuch ardt und der Adjutant der Bezirksgruppe Oberhessen, Diplom- Kaufmann Braubach, beteiligten, wurden alle Fragen des Luftschutzes eingehend behandelt und beachtenswerte Anregungen für die Führung der Ortsgruppen gegeben. Zum Schluß der Tagung Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Die Arbeitsgemeinschaft Volksschule des N SLB., Bezirk Hungen, hält am morgigen Mittwoch, 15 Uhr, im „Solmser Hof" in Hungen eine Sitzung mit Vortrag über „Hördt: Grundformen volkhaster Bildung" und mit anschließender Konferenz ab. NS.-Gemeinschaft„KrastdurchIreude" Erste Rheinfahrk am 8. Juli. Für die Teilnehmer an der ersten Nheinfahrt ist noch zu melden, daß wir in Rüdesheim einen Aufenthalt von etwa 3 Stunden nehmen. In dieser Zeit kann das Niederwalddenkmal besichtigt werden. Der Fahrpreis mit der Zahnradbahn auf den Niederwald und zurück beträgt pro Person 70 Pfennig. Dieser Preis ist außerordentlich billig und bedeutet ein großes Entgegenkommen der Stadtverwaltung Rüdesheim. Um eine schnelle Abfertigung für die Züge am Zahnradbahnhof zu gewährleisten, ist es notwendig, daß jeder, der das Niederwalddenkmal besichtigen will, sich bei seinem Betriebszellenobmann bzw. der Geschäftsstelle der NSG. „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, meldet. Mit der Meldung ist auch der Preis von 7 0 P f. gegen Empfang eines Gutscheines zu bezahlen. Dieser Gutschein wird in Rüdesheim von den Bahnbeamten mit einer Fahrkarte eingelöst. Die Karten sind morgen, Mittwoch, auf der Geschäftsstelle der NS.-Organisation abzuholen. Zweite Rheinfahrt am 22. Juli. Die zweite Rheinfahrt findet am 22. Juli, wie ursprünglich angenommen, statt. Diejenigen Polks- genossen, die die erste Rheinfahrt wegen zu großer Beteiligung nicht mitmachen konnten, sind für die zweite Fahrt vorgemerkt und erhalten in den nächsten Tagen Bestätigung ihrer Anmeldung. Betreffs I des Besuches vom Niederwalddenkmal gilt das Gleiche wie oben erwähnt. Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 4,90 Mk. ohne Mittagessen und 5,50 Mk. mit Mittagessen. Abfahrt des Zuges gegen 8 Uhr. Jeder Teilnehmer bzw. Betriebszelle muß sich selbst darum kümmern, ob er rechtzeitig im Gießener Bahnhof sein kann. Die Zeit ist so gewählt, daß es wahrscheinlich allen ohne Schwierigkeiten möglich ist. Letzter Meldetermin Mittwoch, 18. Juli. Sonderfahrt nach Marburg zum Besuch der Marburger Festspiele am Samstag, 7. Juli. Die Stadtverwaltung Marburg ist der NS.-Ge- rneinschaft „Kraft durch Freude" dadurch sehr entgegengekommen, daß sie uns den Eintrittspreis für die Aufführung des „Sommernachtstraum" von Shakespeare bei 120 Teilnehmern von 1.50 RM. auf 0.70 RM. ermäßigt hat. Der Fahrpreis nach Marburg beträgt 1.60 RM. (Sonntagskarte). Abfahrt ab Gießen Samstag mittag 15.48 Uhr oder 18.25 Uhr. In Marburg Treffpunkt 20 Uhr auf dem Festplatz. Beginn der Vorstellung 20.30 Uhr. Rückfahrt 0.32 Uhr. Die Teilnehmer melden sich bis spätesten Freitag, den 6. Juli, 18 Uhr, auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18. Neichsbund Ao kstum und Heimat. Samstag, 7. Juli: Besuch der Marburger F e stf p i e l e: „Sommernachtstraum". Abfahrt 15.48 Uhr (Eilzug), 15.54 oder 18.24 Uhr; Rückkunft 1.23 Uhr. Sonntagskarte 1,60 Mark. Spielbeginn 20.30 Uhr. 3. Platz ermäßigt, voraussichtlich auf 70 Pfennig. Anmeldungen bis spätestens Freitag erbeten an Dr. Michel, Weserftraße 4. Gäste willkommen! „Ein Tausender." Manchmal malen wir uns vielleicht in unseren Der Markuslöwe. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. In Venedig gibt es Gondeln, Tauben und Löwen. Ich hatte es aus historischen Gründen auf einen Löwen abgesehen. Tippelte also ein Brückchen hinauf, winkte dem Gondoliere, der mich aufzufangen unten sogleich anhielt, ab, tippelte das Brückchen hinunter und steuerte mutig in einer der Lädelchen hinein, die genau so groß sind, wie es für einen Raubtierkäfig notwendig ist. „Signorina", sagte ich zu der einladend lächelnden Dompteuse, „ich möchte den Markuslöwen kaufen." „Sehr wohl, mein Herr!" Und ihre Augen streiften, die reiche Auswahl preisend, die Front ihrer funkelnden Lieblinge ab. Markuslöwen in jeder Größe und Preislage, vom einfachsten bis zum eleganteften Genre, in Messing, Silber, Blei und modernen Legierungen. Der Markuslöwe ist das Sinnbild der Dogenstadt, er hat Flügel wie ein Adler, er ist ein Löwe wie der Duce, der Münzen prägen ließ mit der Inschrift, es sei besser, einen Tag als ßäjpe zu leben, statt hundert Jahre als Schaf. Und die mächtige Tatze ruht auf einem aufgeschlagenen Buch, so daß jedermann lesen kann: Pax! Friede! Ader die Löwen alle, wie sie da standen in Reih und Glied, befriedigten mich nicht. Viel zu unscheinbar. Wenn ich schön einen Löwen kaufe, müsse er groß sein. Die Signorina schaute mich verwundert an. Der da für 28 Lire sei der größte, der hergestellt werde, Noch niemand habe bisher ein mächtigeres Exemplar verlangt. Den meisten Fremden — Einheimische kaufen natürlich keine Markuslöwen — könne er nicht klein, heißt das, billig genug fein. Sie verstehen, mein Herr, die Krisis! Und keiner wolle seine Koffer beschweren, geben sie zur Entschuldigung an. Am meisten ginge das Mittelgewicht. Das nehmen die Hochzeitspärchen. Die anderen Touristen wollen für das Souvenir ganz wenig ausgeben, es handle sich ja nur um ein Geschenk, die Gießereien gingen daher mit der Größe immer weiter herunter. Es gibt Markuslöwen so klein, daß man sie für Siegelringe hält, da darf man natürlich nicht nach feiner Ausführung fragen, das Buch mit der bedeutsamen Inschrift kommt ganz in Wegfall. Nehmen Sie diesen, mein Herr, er ist unter Garantie ausgewachsen, nur 27 Lire, prego! 26 Lire! Zu teuer? Aber wir sind ja schon tutto bancarotta! Ich blieb hartherzig und schlenderte weiter. Es kam wieder ein Brückchen, wieder ein Rio, wieder ein Calle, wieder ein Lädelchen. Der Com- messo zerrte mich, kaum daß er meinen zögernden Schritt bemerkte, in die Löwengrube und fing die Reihe von unten an. Ein so winziger Löwe, daß er auf einem Dolchgriff Platz hatte. Es ist der Dolch der Desdemona! sagte er bedeutungsvoll. Nicht des Othello? gab ich zurück. Othello, bitte sehr, haben wir auch: 4 Lire nur Signore! Danke, ich mochte den größten Markuslöwen haben, den es gibt. Er brachte ihn: 23 Lire. Es kam wieder ein Brückchen, wieder ein Rio, wieder ein Calle. Der Löwe wurde immer kleiner — im Preis. Je weiter weg vom Markusplatz, um so wehr schrumpfte er ein. Jetzt hing ihm schon im Schaufensterchen ein Täfelchen um: 18 Lire. Die Maximalgröße blieb dieselbe. Nun, es war verlockend, dieser Fährte nachzugeben. Brückchen, Kanal, Gasse. Wieder einer: 16 Lire. Je tiefer man in das Labyrinth der Gäßchen« eindringt, die immer wunderlichere, in keinem Wörterbuch zu findende Namen annehmen, Salizzada, Ruga, Rughetta, nm fo interessanter und — billiger wird es Da gibt es zehnfache Glasperlenketten für eine ober zwei Lire, Korallenketten für 50 Centefimi, man darf gar nicht daran denken, was wohl die Heimarbeiter für das Einfädeln kriegen. Unfaßbare Armut schaut aus den grauen Fensterhohlen wie aus erloschenen Augen. Die Kanäle fangen an, recht übel zu riechen. Klapperdürre Katzen strolchen herum, die Kinder spielen nicht mehr damit rote auf ben Campi und Campielli beim Canäle granbe, sie hocken' teilnahmslos in ben Winkeln, wenn sie nicht auch nach irgendetwas Eßbarem schnuppern, Orient, denkt man, Orient. Aber der Fremde wird mit hinreißender Liebenswürdigkeit behandelt und staunt immer aufs Neue darüber, daß eine Rughetta, die für zwei nebeneinandergehende Personen zu schmal wäre, die nicht selten als Sackgasse endet, so sauber sein kann. Selbst in die Obstlädelchen kann man getrost hineingehen. Dem Kompaß nach mußte ich mich in der Gegend der Waldenserkirche befinden, als mir wieder ein anderer Dolch in die Augen fiel, der, den ich vor Jahren auf einer römischen Auktion für sieben Lire erworben hatte, echte Bronze. Damals schämte ich mich fast des lächerlichen Preises, jetzt sah ich ihn mit drei Lire ausgezeichnet und witterte meinen Löwen dahinter. Richtig, der Patrone in eigener Person, zu einem Kommis langte es in dieser Wildnis nicht, legte mir zunächst einen Haufen von verschiedenen Dolchen vor, einer bizarrer als der andere, mit geschlängelten Ungeheuern, mit verrückten Säulen und rätselhaften Figuren als Griff, jeder nach einem berühmten Original gearbeitet, der Dolch des Romeo, des Moro, des Dandolo, des Falieri, ein Geschichtsathlet müßte man sein, um alles auseinanberzuhalten. Dann, als ich mübe ge= rebet war, wählte er selbst drei der verdrehtesten aus, legte sie zusammen auf eine silberne Platte und bot sie mir mit unwiderstehlich wegwerfender Grandezza an, ein Geschenk, weil ich Fremder sei: acht Lire alle drei, sieben, sechs Lire! Ein Glück, daß ich noch schnell genug ein Zehnlirestück aus der Tasche fischen konnte, sonst hätte er den Nullpunkt unterschritten. Dann forderte ich ben Markuslöwen. Na schön, sagte er nur, auch zehn Lire. Aber ich hatte nun schon meine fixe Jbee unb trottete ihr nach. Brückchen, Knäle, Calle. Der Schrumpfungsprozeß ging weiter. 9 Lire 20 Centisimi der nächste. Vielleicht fiel mir noch Alabins Wunderlampe in die Tasche. Sesam, tu dich auf! Und jungenhaft klapperte ich mit meinen Dolchen. Wieder ein Löwenfräulein. 9 Lire. Ich muß aus- gesehen haben wie ein Kunde, dem man nichts recht machen kann, denn schließlich rief sie verzweifelt aus: „Sv nehmen Sie doch den heiligen Theodor!" Der heilige Theodor ist auch ein Schutzpatron Venedigs und steht auf einem Krokodil, wenn ich nicht irre, aber ist ein Krokodil ein Löwe? Abgelehnt. Weiter. Als es dunkel wurde, sank ich jagbmübe in eine Gondel. Links auf das Kiffen vor mir legte ich die Dolche, zu denen ein vierter sich gesellt hatte, mit einem Griff wie die Jrminsäule. Und rechts stellte ich den Löwen hin. meinen Markuslöwen, Maximalgröße. 17 Zentimeter hoch, 20 Zentimeter lang, 4 Pfund schwer. Massiv, rein Messing. Er kostete 8 Liere und 40 Centefimi. „polizeiakte 909." Das Lichtspielhaus Bahnhof st raße bringt seit gestern einen Kriminalfilm, für den ein recht interessantes Thema gewählt wurde. Eine Firma bemühte sich um die Herstellung eines Serums gegen die Pest, ein japanischer Klüngel stört aber um des Geschäftes willen die notwendige wissenschaftliche Arbeit durch den Diebstahl eines halb- fertigen Präparates. Aber die Diebe konnten sich nicht in den Besitz der chemischen Formeln setzen. Diese müssen sie sich erst erarbeiten. Ein gewiegter Kriminalist wird eingesetzt, er spürt den Japanern nach, stellt sie, verliert aber dabei sein Leben; er wird von einem der Japaner, und zwar von dem maßgeblichen Wissenschaftler ermordet. Damit aber der Mörder, der Wissenschaftler, zu Gunsten feines Landes seine Arbeit an dem gestohlenen Präparat vollenden kann, übernimmt ein anderer die Schuld, Aber das Gericht klärt, trotz aller Zurückhaltung der Japaner in ihren Aussagen, den Sachverhalt und zieht den wahren Mörder zur Rechenschaft. Der Film hat seine Qualität in der klaren Behandlung des Stoffes. Einige Szenen gerieten durch den Versuch, japanischen Stoizismus und zur Schau getragene Gleichgültigkeit wiederzugeben, etwas lang. Den Höhepunkt der Handlung stellt die wirkungsvolle Gerichtsverhandlung dar. Der Film in feiner Gesamtheit ist szenisch von Akt zu Akt geschickt gesteigert und interessiert vom ersten bis zum letzten Bild. Die Darstellung ist sehr gut. Viktor d e K o w a als der Kriminalist Bninsky beherrscht seine Rolle ausgezeichnet. Liane Haid, die Sängerin Laroche, die dem Kriminalisten behilflich ist, vermag ihre vermittelnde Rolle recht glaubhaft eigennützig zu gestalten. I n k i s ch n o f f als Dr. Thkeramo trifft den Charakter des Japaners und des ehrgeizigen Wissenschaftlers sehr gut. Veit Harlan als Hironari, der den Mord auf sich nimmt, macht eine sehr sympathische Figur. Zu nennen sind ferner Paul Mederow als Vorsitzender des Gerichts, Paul Henckels als Verteidiger und Bernhard G ö tz k e als Staatsanwalt. — Im Beiprogramm wird der Boxkampf Camera gegen Paolini gezeigt. Der Tag des deutschen GebrauchShundes. Interessante Vorführungen in Gießen. unbedeutender Art, hilft nicht nur der Technischen Nothilfe ein würdiges Denkmal setzen, sondern leistet auch für die spätere deutsche Geschichtsschreibung eine wichtige Vorarbeit. Material ist an die Reichsführung der Technischen Nothilfe, Berlin-Steglitz, Birkbuschstrahe 18, einzu- senden. Das Vater-Bender-Heim. Der Vogelsberger Höhen-Club (DHC.) hat das im Jahre 1925 auf Anregung des bekannten Frankfurter Professors Gg. Bender auf der H e r - chenhainer Höhe errichtete Vater-Bender-Haus endgültig dem Reichsverbande Deutscher Jugendherbergen, Gau Main-Rhein-Lahn- Fulda, für seine Zwecke überlassen. Der VHC. wollte durch Diese Stiftung zum Ausdruck bringen, daß die Leitung der für die wandernde einheitliche deutsche Jugend bestimmten Heime und Herbergen dem Einheitsgedanken entsprechend in eine feste Hand gehört und auch in dieser Hinsicht jede Eigen- brödelei aufhören muh. Auf dieser Grundlage sind die von dem Nachfolger Prof. Benders in der Herbergsleitung, Rektor Ludwig Dem, Offenbach am Main, mit dem Reichsverbande DJH. geführten Verhandlungen nun zu einem beide Teile befriedigenden Ergebnis gekommen. Seinem ureigensten Zwecke entsprechend bleibt das Heim auch weiterhin eine Raststätte zur körperlichen und geistigen Ertüchtigung der deutschen Jugend. Aus Dankbarkeit gegen den Gründer wir^d der Namen „Vater-Bender-Heim" für alle Zeiten beibehalten. Den Mitgliedern des Vogelsberger Höhen-Clubs, dessen Ehrenmal die Spitze des Berges krönt, steht das Heim jederzeit zu den gleichen Unterkunfts- und Verpflegungssätzen zur Verfügung, wie den Mitgliedern des Herbergsverbandes. Zur Zeit ist das Heim von zwei Klassen der Ziehen-Oberrealschule in Frankfurt a. M. mit insgesamt 84 Schülern belegt, die in der frischen Vogelsbergluft Erholung finden. Das Heim soll auch künftighin, wie seither, sowohl als Jugendherberge wie auch als Schul-Landheim in gleicher Weise Verwendung finden. Wer darf Musikunterricht erteilen? Die Landesmusikerschaft Hessen-Nassau des Fachverbandes B in der Reichsmusikkammer bittet um Aufnahme folgender Zeilen: Im Kampfe gegen das Pfuschertum im Musikunterricht, unter dem bisher weite Volkskreife zu leiten hatten, ist von der Reichsmusikkammer eine Lizenz eingeführt worden, die einzig und allein zur Erteilung von Musikunterricht berechtigt. Der musikalische Lehrberuf wurde bisher vielfach von Leuten ausgeübt, die zwar eine gewisse Fertigkeit auf ihrem Instrument besaßen, denen aber ander- eits jedes methodisches und pädagogisches Wissen ehlte. Das Publikum hat es seinerseits häufig an )er nötigen Sorgfalt bei der Wahl von Musiklehrkräften fehlen lassen und zog sich schließlich enttäuscht vom Musikunterricht zurück, wenn Zeit und Geld unnütz vertan waren. Eine eingehende methodische Schulung ist im Musikerunterricht unerläßlich: der ernsthaft strebende Musiklehrer schafft sich in einem mehrjährigen Seminarlehrgang die methodische Bildung für sein Instrument, um den Anforderungen der Praxis genügen zu können: er ist allein berechtigt, nach abgelegter Prüfung und Eingliederung in die Reichsmusikkammer die Lizenzkarte zu führen. Der neue Staat hat damit auch diesen Berufsstand von leichtfertigen Elementen gereinigt, die aus geringerem Verantwortungsgefühl ernsthaft Strebenden unlautere Konkurrenz machen. Nicht nur Neuanmeldungen, sondern auch Musikunterricht, der bisher schon erteilt wurde, ist lizenzpflichtig. Kann die Lizenz nicht beigebracht werden, so ist der Musikunterricht verboten und kann nötigenfalls von der Reichsmusikkammer mit staatlichen Mitteln verhindert werden. Storno tuen. — Tageskalender für Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Polizei-Akte 909". Die Fachschaft für das Schutz- und Dienstgebrauchshundewesen, Bezirk Oberhessen, veranstaltete am Sonntag nachmittag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 aus Anlaß des „Tages des deutschen Gebrauchshundes" eine Werbevorführung, die die vielseitige Verwendung des Hundes als Schutz und für den Dienstgebrauch in hervorragender Weise veranschaulichte. Erfreulicherweise war der Besuch der Veranstaltung außerordentlich stark, ein Zeichen dafür, daß man den Bestrebungen der Veranstalter besonderes Interesse entgegenbringt. Beteiligt an den Werbevorsührungen waren die Fachgruppen Gießen, Bad-Nauheim, Lich, Wieseck, Lollar und Großen-Buseck. Vor Beginn der Vorführungen begrüßte der Bezirksleiter, Kriminalhauptwachtmeister Rien- Hardt, die zahlreich Erschienenen und wies in kurzen Worten auf den Zweck der Veranstaltung hin. Er betonte, welche wertvollen Dienste die Hunde der Menschheit im Weltkriege geleistet hätten und daß durch ihre Tätigkeit manches Menschenleben gerettet worden sei. Auch als Begleit- und Wachhunde könnten diese Freunde der Menschheit bei entsprechender Schulung Hervorragendes leisten. Es sei zu wünschen, daß auch die Behörden den Bestrebungen der Organisation weitgehendes Interesse entgegenbrächten, daß insbesondere die Hundesteuer eine entsprechende Ermäßigung erfahre. Die Fachschaft für Schutz- und Dienstgebrauchshunde würde nicht eher ruhen, bis dieses Ziel erreicht fei. Erfreulicherweise werde dem Hundesport auch von maßgebenden Persönlichkeiten unserer jetzigen Regierung weitgehendes Interesse entgegengebracht. Der Redner schloß seine Ausführungen mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und unseren Volkskanzler Adolf Hitler. Bei den anschließenden Vorführungen fiel der Aufmarsch der beteiligten 13 Hunde, die auch bewundernswerte Gehorsamsübungen zeigten, sofort angenehm auf. Es war eine Freude, zu fehen, wie die Vierfüßer, jedes Wort verstehend, die gegebenen Befehle ausführten. Dabei zeigten sie sich auch durchweg als gute Springer. Einzelne kletterten Kleingärtner und Kleinsiedler werben. Von der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinfiedler Deutschlands wird uns mitgetoilt: Am 15. Juli findet in ganz Deutschland der Werbetag der Kleingärtner und Kleinsiedler statt. Die Bedeutung dieses Tages liegt darin, die Oeffentlichkeit und die Kleingarten- und Kleinsiedlerwelt Deutschlands von den Aufgaben des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinfiedler Deutschlands e. V. in Kenntnis zu setzen. Der breiten Masse des Volkes muß gezeigt werden, daß der Nationalsozialismus und die grundlegende Idee von R. W. D a r r 6 über die Verbundenheit von Blut und Boden auch in den Kreisen der Kleingärtner und Kleinsiedler unter dem Grundsatz des Führerprinzips Einzug gehalten hat. Der Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e. V., der heute schon nahezu eine Million Mitglieder aufweist, ist in ganz Deutschland die einzige von der Reichsleitung der NSDAP., Amt für Agrarpolitik, anerkannte Organisation auf dem Gebiete des Kleingarten- und Kleinsiedlungswesens. Er ist nicht mehr eine Interessengemeinschaft, die früher ähnliche Organisationen darstellten, sondern er erzieht seine Mitglieder zu vollwertigen Volksgenossen und Nationalsozialisten, sowie zur Nutzung des ihnen anvertrauten Bodens gemäß den Darrs- schen Grundsätzen und der Idee „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Der Werbetag, der in allen Teilen Deutschlands Massenkundgebungen und Sommerfeste vorsieht, sogar an einer ca. drei Meter hohen steilen Wand empor. Weiter wurde gezeigt, wie sich der Hund als Begleiter auf der Straße, selbst im Gedränge, benehmen muß. Ein besonders guter Springer sprang über fünf Stühle. Bei einem markierten Ueberfall auf zwei Damen auf einsamem Waldweg kamen die Vorteile der Ausbildung eines Hundes in vortrefflicher Weife zum Ausdruck. Während der ausgebildete Hund auch nicht durch Schläge und Schüsse von dem Angreifer abließ, nahm der zweite dabei beteiligte unausgebildete Hund bei dem ersten Schuß Reißaus. Auch bei einem markierten lieber- fall auf ein Liebespaar mit Handtaschenraub zeigte sich, welche wertvolle Dienste der ausgebildete Hund dem Menschen leisten kann. Nach einem vom Senior der Bezirksgruppe B i e r a u - Wieseck mit einem 13jährigen Hund gezeigten Dressurakt, nahm dieser Hund die Entfesselung seines überfallenen und geknebelten Herrn vor. Interessant war auch die Bewachung eines Fahrrades und die Stellung des fliehenden Diebes durch einen Hund. Daß der Hund ferner als treuer Begleiter im Auto wertvolle Dienste leisten kann, zeigten die beiden Vorführungen: „Bewachen eines Personenkraftwagens" und „Ueberfall auf Insassen eines Autos". Recht interessant und spannend war der Feuerüberfall einer Schmugglerbande auf Grenzschutzbeamte, wobei veranschaulicht wurde, wie sehr der Hund geeignet ist, den schweren Dienst der Grenzschutzbeamten in bester Weise zu unterstützen. Am Schluß der Vorführungen betonte Bezirksleiter Rienhardt noch die Bedeutung der Ausbildung der Hunde für die Allgemeinheit und forderte die Hundebesitzer auf, von der Möglichkeit der Ausbildung der Hunde durch die Fachschaft weitgehend Gebrauch zu machen. Weiter gab er dem Wunsche Ausdruck, daß weite Kreise dem Hundesport, insbesondere auf dem Gebiet der Ausbildung von Gebrauchshunden, besonderes Interesse entgegenbringen möchten. An die Veranstaltung schloß sich ein gemütliches Beisammensein der Mitglieder und Hundefreunde auf der Liebigshöhe an. findet seinen Höhepunkt in der großen Kundgebung der Berliner Kleingärtner und Kleinfiedler auf dem Tempelhofer Feld. Hierbei werden Pg. Reichssied- lungskommisfar Staatssekretär Feder sowie der Führer des Reichsbundes, Pg. Dr. K a m m l e r , das Wort ergreifen, deren Reden auf sämtliche deutschen Sender übertragen werden. ieücner Wochenmarttprcise * Gießen, 3. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 Mk., Landbutter 1,30 bis 135 Mk., Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 10%, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, ungestempelte 7%, Wirsing (grün), das Pfund 15, Weißkraut 15, Gelbe Rüben, das Bund 10, Rote Rüben 10, Spinat, das Pfund 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25 bis 3Ö, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 15, Kartoffeln (alte) 5 Pf., der Zentner 4,80 bis 5 Mk., neue, das Pfund 10 bis 15 Pf., Himbeeren 30 bis 35, Kirschen 15 bis 25, Heidelbeeren 20 bis 25, Stachelbeeren 15, Johannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 50, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 25 bis 30, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch (Suppengrünes) 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 25, Radieschen, das Bund 10, Bohnen (gelb), das Pfund 25. * ** Finanzamtspersonalien. Versetzt wurden: Steuerinspektor Karl Gröninger vom Finanzamt Gießen an das Finanzamt Groß-Gerau, Steuerpraktikant H. Dörr vom Finanzamt Fürth an das Finanzamt Schotten, Regierungsrat Karl Orth vom Finanzamt Weiden (Landesfinanzamt Nürnberg) als Vorsteher an das Finanzamt Lauterbach, Steuerpraktikant Ludwig eigner vom Finanzamt Worms an das Finanzamt Grünberg. ** Justizperfonalie. Auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurde der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Alsfeld Ernst B e r ck mit Wirkung vom 1. April 1934 in den Ruhestand versetzt. ., ** Dienstjubiläum. Der Arbeiter Heinrich Balser aus Rödgen bei Gießen konnte am 1. Juli sein 40jähriges Dienstjubiläum bei der Heeresstand- ortverwaltung Gießen begehen. Aus diesem Anlaß wurden ihm vom Herrn Reichspräsidenten eine Urkunde und vom Wehrkreisoerwaltungsamt V, Stuttgart, ein Geldgeschenk in Höhe von 150 RM. übermittelt. Außerdem erhielt er von den Dienststellen der Heeresstandortverwaltung und des Bataillons verschiedene Geschenke. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 30. Juni: 16. Erika Goß, 14 Jahre alt, Katharinengasfe 9; 17. Emil Heppert, ohne Berus, 57 Jahre alt, Kirchen- platz 11; 18. Waltraude Kuhl, 1 Jahr alt, Bleich- straße 5; 19. Heinrich Günther, Kaufmann, 49 Jahre alt, Weserstraße 15; 19. Luise Heister, geb. Diehl, 46 Jahre alt, Lahnstraße 21; 20. Anna Uhrig, ohne Berus, 78 Jahre alt, Johannesstraße 7, 20. Susanns Schmidt, geb. Siegfried, 76 Jahre alt, Löberstr. 11; 20. Karl Philipp, Musiker, 36 Jahre alt, Liebig- straße 72; 23. Marie Wagner, geb. Keil, Wwe., 64 Jahre alt, Löwengasse 24; 24. Maria Olt, geb. Bott, Wwe., 65 Jahre alt, Bleichstrahe 27; 24. Luise Amon, geb. Herdt, Wwe., 70 Jahre alt, Bahnhofstraße 43; 26. Jakob Müller, Gastwirt, 68 Jahre alt,' Rodheimerstraße 81; 30. Friedrich Bintz, Hausmeister i.R., 80 Jahre alt, Am Nahrungsberg 77. **DerGoethe-Bund schreibt uns: Der Gie- ßener Goethe-Bund kann in diesem Jahre auf eine zwanzigjährige Tätigkeit zurückblicken. Der Gründer und bisherige Vorsitzende des Bundes, Dr. Otto Henning, hat für die für November vorgesehene 20-Jahrfeier des Bundes, die im Rahmen einer Festveranstaltung dem 175. Geburtstag Schillers gewidmet fein soll, den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Dr. Hans Friedrich B l u n ck zur Uebernahme des Festvortrages eingeladen. Wir werden demnächst unseren Lesern einen Rückblick über die Tätigkeit des Bundes geben. ** Die Nachsendung von Postsendun- g e n. Das Postamt Gießen teilt mit: Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Formblätter zu benutzen, die an den Postschaltern und von den Postzustellern zur Abgabe bereitgehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Formblätter gewährleistet die pünktliche Nach- sendung der Post und ist daher zum Vorteil der Empfänger. ~ , ** Oe ff entließe Bücherha11e. Im Juni wurden 1198 Bände ausgeliehen. Davon tarnen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 23, Gedichte und Dramen 5, Erzählende Literatur 769, Jugendschriften 127, Länder- und Völkerkunde 76, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 116, Kunstgeschichte 20, Naturwissenschaft und Technologie 23, Heer- und Seewesen 1, Haus- und Landwirtschaft 3, * Gesundheitslehre 3, Religion und Philosophie 2, Staatswissenschaft 20, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswärts kamen 2 Bände. ** Versammlung der Gießener Neuhausbesitzer. Am Samstagabend fand im Caf6 Ebel eine Werbeversammlung der Ortsgruppe Gießen des Landesverbandes Hessen im Reichsverband deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer statt, in der der Geschäftsführer des Landesverbandes, Schneider- Darmstadt, über die bisherigen Erfolge und die Ziele feiner Organisation sprach. Aus den Ausführungen war zu entnehmen — fo berichtet man uns — daß bisher alle Erleichterungen, die für den Neuhausbesitz gewährt wurden, der Arbeit und dem Bestehen des Reichsverbandes zu verdanken feien. Insbesondere der Vollstreckungs- schutz und die Senkung der Grundsteuer seien auf die Tätigkeit des Neuyausbesitzerverbandes zurück- Was mein einstwar Vornan von Klothilde von Gtegmann. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Mit dem Ohr an der Tür wartete sie, horchte auf die Schritte im Korridor, immer ihre Armbanduhr vergleichend — endlich war es sieben Uhr, die Zeit des großen abendlichen Diners. Jetzt konnte sie sicher fein, niemanden von Bekannten auf den Gängen zu treffen. Ihre Zofe hatte sie beurlaubt. Sicher saß Lucille längst unten in dem Gesellschaftszimmer, das dies elegante Welthotel auch für die Dienerschaft eingerichtet hatte. Endlich wagte sie es, schlich aus der Tür ihres Zimmers und eilte in einen Nebengang, der, wie sie wußte, auf die Hintertreppe des Hotels führte, die nur von Dienstleuten benutzt wurde. — Sie hatte Glück. Sie traf niemanden. Ein paar Kofferträger, die ihr begegneten, hielten die dunkel und unauffällig gekleioete Dame für eine Angestellte oder Modistin, die irgendwelche Geschäfte hier im Hotel hatte. Niemand hätte in ihr Lou de Lormes vermutet, die sich auf Geheiß Siemens stets mit extraoaganzer Eleganz kleidete. Eine Stunde später saß Madame de Lormes bereits in einem Zuge, der über die Grenze ging. Sechzehntes Kapitel. In dem kleinen Alpendorfe kam eines Morgens, in einem Gespann vom Bahnhof her, eine ausländisch aussehende und gebrochen deutsch sprechende Dame an, die als einziger Gast in dem Wirtshause vom Hirschbauer Quartier nahm. Sie ging wenig aus und saß viel iy der Wirtsstube unten. Freilich, das Wetter hatte sich auch sehr verschlechtert, die Wolken lagen dick über den Bergen, und die weißen Bergriesen mit dem ewigen Schnee verbargen ihre Häupter vor den Augen der Menschen. — Die letzten Gäste flohen aus dem kalt gewordenen Tale — und nur die einsame Dame blieb und schien auch noch keine Absicht zu haben, abzureisen. Sie war sehr freundlich und ließ sich immer in Gespräche mit dem Hirschbauer und seiner jungen blonden Frau ein, schenkte dem Buben, dem fünfzehnjährigen Seppi, Schachteln mit füßem Backwerk und kaufte ihm beim Krämer ab und zu ein paar Bonbons und Rosinenstangen. So erfuhr sie allmählich einiges von den Neuigkeiten des Dorfes. „Mich interessiert hier alles", sagte sie freundlich in ihrem gebrochenen Deutsch. „Mir gefällt es hier, ich möchte mich vielleicht hier ankaufen. Sind denn hier noch andere Menschen als die Eingeborenen ansässig?" „Nicht viele!" meinte die freundliche Hirschwirtin. „Da ist nur oben ein Häusl, dös ghört einem deutschen Maler — und dann droben auf dem Spitzeck, das kleine Bauernhaus, das soll einem ausländischen Herrn gehören, den man aber kaum hier sieht. Neulich war er einmal ein paar Tage da — aber er ist schon wieder mit feinem Auto auf und davon. Ein komischer Herr, kauft sich hier ein Häusl und ist nie da! Gewöhnlich kommt er bei Nacht und Nebel und fährt auch nachts wieder fort — ich, wenn ich ein Haus hier haben tat, dann würd ich es nicht nur bei Nacht anfchau'n, dann tat ich hier mal ein bifferl bleiben, in der schönen Gottesnatur." Madame de Lormes' Herz klopfte wie rasend. Sollte sie jetzt, auf der Spur dieses Siemen sein? „Ja, das muß ein komischer Herr sein", meinte sie und zwang sich zur Ruhe. „Vielleicht ist er alt und häßlich und mag sich nicht vor Menschen sehen lassen?" „Der alt und häßlich? Da täuscht sich die gnädige Frau aber. Ich hab ihn einmal gesehen, da hat er hier telephoniert, weil wir doch auch die Poststelle haben, wie sein Telephon kaputt war — ein nobler Herr, groß, größer als mein Anton und schlank wie eine Tanne oben auf der Hochalp — bloß im Blick hat er was, ich weiß nicht, aber wenn ich mit ihm zu tun hätt, zu Tod tat ich mich fürchten. Die hübsche junge Frau schüttelte sich, sie schien noch in Gedanken Furcht zu empfinden. „Was macht er denn nun, der fremde Herr, wenn er fo bei Nacht und Nebel ankommt? fragte Madame de Sormes, anscheinend harmlos. Die junge Frau sah sich um: „Daß nur mein Anton nichts hört", meinte sie, „der sagt, das ist Weiberklatsch: aber ich mein, da oben geht was nicht mit rechten Dingen zu. Denn oben sind zwei Frauen, eine Aeltere — und eine junge Hübsche. Wir selbst haben sie ja nie im Dorfe zu Gesicht bekommen, die Jüngere, denn nur die Aeltere kommt manchmal herunter, Einkäufe machen, und redet kein Wort mehr dabei als nötig ist. Und kein Mensch kommt oben dort ins Haus hinein. Nur der Seppi, der unsere Ziegen am Abhang droben hütet, der sieht manchmal die Junge auf dem Balkon, und die hat immer arg traurig ausgeschaut, und manchmal hat der Seppi auch ein Weinen gehört. Schön wie ein Engel ist die Junge!, sagt der Seppi, und wir im Dorfe meinen, dort oben geht was vor, was nicht recht und billig ist." „Und warum, wenn Sie Verdacht haben, daß dort etwas Unrechtmäßiges geschieht, haben Sie nicht einmal der Polizei etwas gesagt?" Die Hirschwirtin wehrte entsetzt ab: „Wo denken S' hin, gnä’ Frau, wir sehen doch nix Richtiges — und wir werden doch hier keinen Streit anfangen mit einem Herrn, der immer pünktlich feine Steuern zahlt und alles im Dorfe einkauft. Das können S' nicht verlangen. Und wer weiß, ob wir uns nicht irren? Die Stadtleut find ja oft komisch, die haben andere Sitten als wir einfachen Bergler — am besten, wir kümmern uns nicht drum." Und sie wandte sich energisch ihren Gläsern zu, die sie mit einem Tuche noch blanker zu putzen suchte, als sie schon waren. Madame de Sormes sah, hier war keine Hilfe zu erwarten. Aber sie mußte ihren Wan, zu dem Hause von Siemen vorzudringen, ausführen, ehe er roieberfam. Und das konnte ja stündlich fein. ♦ Am kommenden Morgen stand der Gast vom Hirschengasthaufe schon zeitig auf und ging den Weg hinauf zum Berghange, wo die Ziegen des Hirschenwirts immer weideten. Bald hörte Madame de Sormes auch das luftige Geklingel und sah den Seppi, den Sohn des Hirfchenbauers, die Herde vor sich hertreiben. Als er die Dame sah, zog er mit einem fröhlichen „Grüß Gott!" feinen grünen Filzhut mit der langen Spielhahnfeder von Dem braunen Krauskopfe. Er und die Dame waren gute Freunde, überhaupt feit sie ihm die heißbegehrte Mundharmonika vom Krämer geschenkt hatte. Bald gingen die beiden in lebhaftem Gespräch nebeneinander, indessen die Ziegen einen Seitenpfad emporklommen, der sie schnell hinaufführte. „Bist du den ganzen Tag da oben, kleiner Seppl?" fragte die Dame. „Wird dir das nicht langweilig?" „Langweilig?" fragte der Seppl zurück. „Aber ich hab doch zu schau'n, den Himmel und die Berge und die Wolken — das ist doch nimmer langweilig." „Und Menschen siehst du nie oben?" Der Seppl nickte pfiffig und deutete mit dem Daumen auf ein buntes Bauernhaus, das da schroff am Abhang lag, durch ein Tal von feinem Weideplatz getrennt. „Dort, in dem Haufe", sagte er geheimnisvoll, „dort sehe ich immer eine Dame, die allein auf dem Balkon ist — arg traurig schaut sie aus. Die könnt ich mir immerzu anschauen, und i denk immer: was mag ihr nur fehlen, daß sie fo allein und fo traurig ist und niemals herauskommt? Vielleicht ist sie krank?! Aber niemand im Dorf hat den Doktor zu ihr raufgehen fehen. Wie eingesperrt schaut sie aus." , Sein fröhliches Jungengesicht sah ehrlich bekümmert aus. Plötzlich packte er Lou de Lormes hart am Arm... „Schaun S'! Jetzt kommt sie wieder! Können S Wr Lou de Lormes mußte ihre Augen anstrengen, um auf fo weite (Entfernung genau fehen zu können, wie der Seppl mit feinen Falkenaugen. Ja! Jetzt glaubte sie eine schlanke Gestalt zu erkennen, die sich weit über den Rand des Balkons lehnte und hinaussah in die unendliche Weite der Landschaft. Sehn S', das ist sie! So steht sie manchmal eine Stunde um die andere, und ich krieg fast Angst, daß sie einmal sich herunterstürzt!" sagte der Seppl aufgeregt. „Da ist was nicht richtig! Das wird mir kein Vater und niemand nicht ausreden." Lou de Lormes sah den Jungen mit dem klugen, offenen Gesicht prüfend an. Vielleicht erwuchs ihr hier noch ein Helfer. „Hör mich mal an, Seppl!" Jagte sie ernst. „Bist du ein Mann, auf den man sich vollkommen verlassen kann? Der schweigen kann? Oder bist du noch ein dummer Bub, der ausplaudert, wenn man ihm was anvertraut?" ' Der Seppl wurde feuerrot: „Ein Mann bin ich noch net; aber ausfchwähen tue ich nix, wenn ich einmal versprochen hab zu schweigen/ Seine Worte klangen so ehrlich, in seinen Augen stand eine so überzeugende Wahrheit, daß Lou de Lormes alle Bedenken fallen ließ. „Nun höre mich an, Seppl!" sagte sie ernst. „Ich will dir etwas sagen, was kein anderer Mensch außer uns beiden vorläufig erfahren darf. Du mußt mir helfen. Ich brauche dich. Du hast recht — dort oben in dem Hause scheint etwas vorzugehen, was unrecht ist. Wenn man dies traurige Fräulein, das du da immer allein auf dem Balkon siehst, vor etwas Schlimmem behüten müßte, würdest du da mitmachen? Es soll dein Schaden nicht sein. Du bekommst eine schöne Geldsumme in dein Sparbuch eingezahlt." Der Seppl bekam aufgeregte Augen: „Deswegen mache ich's nicht, gnä Frau, wegen dem Sparbuch; aber wenn ich Ihnen helfen kann, Ihnen und dem Fräulein dort — und wenn was Unrechtes im Gange ist, hernach bin ich dabei!" Lou de Lormes atmete tief auf. „Also gut, Seppl, wir sind von heute an Freunde und Bundesgenossen — ja?!" Sie hielt ihm die Hand hin und der Seppl schlug mit einem mächtigen Schwünge ein. „Gut ift’s!" sagte er lakonisch. „Du Seppl, ich will erst mal versuchen, die Dame dort zu sprechen." „Wird nicht gehn, gnä Frau", meinte der Seppl. „Die dort lassen niemand ein. Eher kommt man in den Himmel, als dort in das Häusel. — Aber versuchen können S' ja." „Gut! Ich versuche es. Und wenn es mir nicht gelingt, bann muß ich der jungen Dame dort eine Nachricht zukommen lassen; aber so, daß niemand davon erfährt. — Weißt du da einen Weg?" Der Seppl kniff die Augen zusammen und dachte angestrengt nach. Plötzlich erhellte sich fein Gesicht. „Ich hab's!" sagte er und erklärte flüsternd feinen Plan. Lou de Lormes' Gesicht hellte sich auf: „Du bist ein Prachtkerl, Seppl!" Sie strich ihm über das braune Kraushaar. Dann entnahm sie ihrem Täschchen eine Geldnote und steckte sie ihm, trotz feines Sträubens, einfach in die Tasche der abgewetzten Lederkniehose. (Fortsetzung folgt) zuführen. Für die Zukunft werde sich der Verband mit ganzer Kraft für eine allgemeine Zinssenkung und für eine Entschuldung des Neuhausbesitzes einsetzen. Die Ausführungen des Geschäftsführers sanden in der Versammlungr lebhaften Widerhall und lösten eine rege Debatte aus. Bemerkenswert war die Feststellung des Redners, daß eine ehrliche Zusammenarbeit mit der Organisation des Althausbesitzes in gleichgerichteten Fragen durchaus begrüßt und angestrebt werde, daß es aber niemals möglich sei, daß der Althausbesitz hundertprozentig die Interessen des Neuhausbesitzes vertreten könne und daß deshalb eine eigene Organisation für den Neuhausbesitz auch in Zukunft nötig sei. ** Jungvögel nicht mit nach Hause nehmen! Es kommt immer wieder vor, daß Jungvögel, die in der Natur noch flugunfähig angetroffen werden, aus Mitleid mit nach Hause genommen werden. Der Laie, der das Vogelleben nicht kennt und nicht ganz flügge Vögel antrifft, glaubt, die Vögel seien aus dem Nest gefallen, von den Alten verlassen und so dem Hungertod preisgegeben. Aus Mitleid nimmt er die Jungen nach Haus, füttert sie, gewöhnt sie an die Gefangenschaft und macht sie so zum Leben im Freien untauglich, auch wenn er sie später der Natur zurückgeben möchte. Ganz abgesehen davon, daß sich die Betreffenden, obwohl sie in den meisten Fällen aus Mitleid handeln nach den bestehenden Gesetzen strafbar machen, erweisen sie der Vogelwelt einen schlechten Dienst. Wer richtig handeln will, nimmt keinen Jungvogel mit nach Hause, sondern hebt ihn auf und setzt ihn in der Nähe des Fundplatzes in irgendein Ge- büsch, wo er nicht leicht gesehen werden kann. Man kann sicher sein, daß die Alten ihre Kinder jederzeit wieder auffinden und aufsuchen, sobald kein Mensch in der Nähe ist. Auch die Jugend sollte in der Schule in diesem Sinne belehrt werden. Die heimische Natur verarmt immer mehr an seltenen Vögeln. Es muß daher von feiten des Menschen alles geschehen, was möglich ist, um auf diesem Wege Schädigungen der Natur zu vermeiden. Schwurgericht Gießen. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Held tagte gestern das Oberhessische Schwurgericht. Gegenstand der Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, waren Verbrechen im Sinne des § 218 RStGB. bzw. Beihilfe dazu. Angeklagt waren Kathinka Bellinger, Marie Ruppel und Frieda Paul, sämtlich in Bad- Nauheim. Das Gericht erkannte gegen K. Bellinger aufzweiJahreZuchthaus unter Anrechnung von vier Monaten und drei Wochen Untersuchungshaft und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. M. Ruppel und Frieda Paul wurden zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht beschloß, den beiden letzten Angeklagten bedingten Strafaufschub zu gewähren. Die Kosten des Verfahrens tragen sämtliche Angeklagte. Das hauswirtschastliche Jahr für die Iungmädchen ist da! Deutsche Hausfrauen, Sie wissen, daß der nationalsozialistische Staat seinen Frauen und Mädchen die höchste Verantwortung für das Gelingen des Neuaufbaues von Volk und Staat überträgt. Die deutsche Familie und das deutsche Haus sind die Kraftquellen des Volkes und sie müssen als solche gehütet und gepflegt werden! Aach dem Willen unseres Führers sollen Haushalt und Familie wieder echte und lebendige Mittelpunkte des deutschen Lebens und die Urzelle einer neuen Volksverbundenheit werden! Nicht nur die SA., die SS., die HI. und der BdM. sollen diesem großen Ziele dienen. Auch die Familie muß diese Volksverbundenheit schaffen helfen! Ostern 1934 ist der erste starke Nach- kriegsjahrgang zuv. Schulentlassung gekommen. Doppelt soviel Mädchen wie im Vorjahre — rund 3000 in Oberhessen — wollen in das Erwerbsleben. Nur ein kleiner Teil konnte bisher Unterkommen. Die anderen warten und mit dem Warten gehen kostbare Monate und Jahre hin, Jahre, in denen das Jungmädchen weder seine Kräfte üben, noch seinen Tatendrang befriedigen kann. Arbeitslosigkeit und mit ihr wirtschaftliche und sittliche Not stehen am Anfang seinesLebens, wenn hier nichts geschieht. Aus der Erkenntnis dieses Notstandes ist das hauswirtschaftlicbe Jahr für Mädchen eingeführt worden. NS.-Frauenwerk, Reichsjugendführung und die Reichsanstalt f. A. u. ÄV. haben gemeinsam die Richtlinien dazu erlassen. Alle jungen Mädchen, die noch nicht in einem Beruf untergekommen sind und auch zu Haufe nicht ausreichend beschäftigt werden können, sollen ein Jahr im haushalt lernen und arbeiten! Wie der Freiwillige Arbeitsdienst ist dieses Haushaltjahr Dienst am Volke. Ls ist schlicht um schlicht abzulelsten. Die Hausfrau gewährt Kost und Wohnung (ausnahmsweise kann das Jungmädchen zu Hause schlafen) und die Krankenkassenbeiträge. Sie verpflichtet sich, das Jungmädchen in allen häuslichen Arbeiten anzuleiten und' nimmt es ganz in ihre Familie auf. Dem Jungmädchen aber ist damit Gelegenheit gegeben, unabhängig davon, welchen Beruf es später ergreift, ein Jahr im Haushalt zu lernen. Es wird sich körperlich in dieser Zeit kräftigen, es wird die Kenntnisse sammeln, die es als Hausfrau später braucht. Deutsche Hausfrauen, es gilt, die Frauen- aeneration der Zukunft für die Aufgaben als Hausfrau und Mutter zu erziehen! Helfen Sie dabei! Nehmen Sie die Jungmädchen in Ihre hausfrauliche und mütterliche Betreuung! Jungmädchen, meldet euch zum Hauswirtschaft» llchen Jahr! Ihr habt keine Zelt zu verlieren. Meldungen nimmt das Arbeitsamt Gießen. Abt. Berufsberatung, entgegen. Oberheffen. Gtadtratssihung in Buhbach. pb. B u tz b a ch, 2. Juli. In der jüngsten Stadt- ratsfitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Für den geplanten Postneubau werden die der Frau A l t e n d o r f in Gießen gehörigen Parzellen Flur I Nr. 657 und Nr. 744 mit zusammen 1030 Quadratmeter benötigt. Für den Garten in der Großen Wendelstraße (Parzelle Nr. 650) werden 4,50, und für den Lagerplatz in der Weiseler Straße (Parzelle Nr. 744) 4 Mark pro Quadratmeter vergütet. Für die auf letzterem Grundstück stehende ehemalige Faßhalle werden 400 Mark vergütet. Insgesamt beträgt der Kaufpreis 4945 Mark. Die Kosten übernimmt die Stadt. Uebergabe erfolgt am 1. November d. I. Der Stadtrat beschließt die Erwerbung der Parzellen und genehmigt den am 13. 6. bereits abgeschlossenen Kaufvertrag. Ebenso genehmigt der Stadtrat den Grundstückankauf Flur I Nr. 651 = 464 Quadratmeter zum Preise von 4 Mark von Gebr Grüninger, Hirschgasse, sowie den am 26.6 bereits abgeschlossenen Kaufvertrag. Das Grundstück soll als Tauschgelände für den vom Hess. Staat abzugebenden F o r st a m t s - garten in der Weiseler Straße, auf dem das zukünftige Postamtsgebäude errichtet werden soll, dienen. Uebergabe erfolgt gleichfalls am 1. November d. I. Seitens der Industrie- und Handelskammer Friedberg ist beim Kreisamt Friedberg der Erlaß einer Polizeiverordnung angeregt worden, wonach für den Straßenhandel und das Anbieten und Verkaufen von Waren in den Häusern eine E r l a u b n i s p f l i ch t eingeführt werden soll, die von einem Bedürfnisnachweis abhängig ist. Der Stadtrat befürwortet den Erlaß der im Entwurf vorliegenden Polizeiverordnung. Weiterhin prüft er in der vorgeschriebenen Form die Rechnungen der Stadt usw., wobei sich keine Beanstandungen ergeben haben. Ebenso genehmigt er das Niederschlagsverzeichnis im Petrage von 11684,25 und das Ausstandsverzeichnis in Höhe von 9479,14 Mark, sowie das Verzeichnis der aus Mehreinnahmen und Ausgabenerüiarnissen zu deckenden Kredite für Rj. 1932. Einweihung eines neuen Spritzenhauses in Klein-Linden. CO Klein-Linden, 2. Juli. Mit der Ein ° weihung eines neuen Spritzenhauses für die hiesige Feuerwehr wurde in unserer Gemeinde einem Bedürfnis abgeholfen. Bald nach feiner (Einberufung im vorigen Jahr ging der neue Gemeinderat daran, den alten Uebelftanb zu beseitigen und der Feuerwehr eine neue Gerätehalle zu beschaffen, um die Schlagfertigkeit der Wehr zu erhöhen. Am Samstagabend fand in Gegenwart von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen), ferner des ersten Kommandanten der Gailschen Freiwilligen Feuerwehr Gießen Münch (Gießen) und des Bürgermeisters Fischer von hier die offizielle Uebergabe des neuen Gebäudes an die hiesige Feuerwehr statt. Geleitet von ihrem Kommandanten Fritz Müller führte die Freiwillige Feuerwehr Klein-Linden Fußexerzieren, Geräteübungen und einen Brandangriff vor, die alle von bester Schulung zeugten, den Beifall der Zuschauer und die öffentliche Anerkennung des Kreisfeuerwehrinfpek- tors fanden, der die exakten Hebungen mit dem Prädikat „Sehr gut" bewertete. In feiner Ansprache dankte Kreisfeuerwehrinfpektor Bouffier der Gemeinde Klein-Linden, die trotz Geldknappheit dieses Werk zum Segen aller Volksgenossen geschaffen habe. Sein Dank galt auch den Handwerkern, die an der Ausführung des Baues beteiligt waren. Er führte ferner aus, daß das neue Haus eines der schönsten im Kreise Gießen sei, es verpflichte aber auch die Feuerwehr Klein-Linden alles aufzubieten, um ihrer hohen Aufgaben im neuen Staat gerecht zu werden. Die Feuerwehr habe heute nicht nur bei Bränden zur Stelle zu fein, sondern auch bei anderen Gelegenheiten Pflichten übernommen, die viel weiter gingen als in verflossenen Jahren. Man denke nur einmal an die unendlich wichtige Frage des Luftschutzes, die zu lösen ohne Feuerwehr unmöglich erscheine und eine sehr umfangreiche Ausbildung des Feuerwehrmannes verlange. Seine Rede klang aus in dem „Wehr-Heil!" auf unseren Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg und den Herrn Reichskanzler Adolf Hitler. Für die Gemeinde Klein-Linden sprach Bürgermeister Fischer. Er dankte allem, die zum Gelingen des Werkes beigetragen hatten. Kommandant Münch von der Gailschen Freiwilligen Feuerwehr Gießen sprach sich sehr lobend über den praktisch ausgestatteten Raum aus. Das neue Spritzenhaus steht an der Ecke Stein- straße/Hügelstraße auf einem fast quadratischen Platz von etwa 40 Meter Seitenlänge und bietet genügend Raum zur Abhaltung von Hebungen. Die Maurerarbeiten verrichtete Maurermeister Karl Jung, früherer langjähriger Kommandant und jetziger Ehrenkommandant der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, die Schlosserarbeiten wurden von Schmiedemeister Wilhelm Schaum von hier und die Dachdeckerarbeiten von der Firma Köhler in Großen-Linden ausgeführt. Die Architektur lag in Händen von Architekt Wilhelm Fink von hier. Der ganze Bau kostete nahezu 6000 Mark, zu denen öffentliche Körperschaften einen großen Teil beitrugen. An Feuerwehrgeräten stehen heute zur Verfügung: 2 Spritzen, nämlich 1 Saug- und Druckspritze, und eine Druckspritze, 2 Leitern, darunter eine neue Schiebeleiter und eine Stützleiter, ferner ein Hydrantenwagen, ein Leiterwagen, 360 Meter Schlauch von 52 Millimeter Weite, zwei doppelte Standrohre und fünf Strahlrohre. Im Anschluß an die offizielle Feier fand ein gemütliches Beisammensein der Feuerwehrleute statt. Landkreis (Srctzen. a Klein-Linden, 2. Juli. Am Sonntagvor- mittag fand im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" eine Versammlung b e r Neuhaus b e s i tz e r unseres Dorfes statt. Herr S ch i r m b e ck von der Ortsgruppe Gießen des Landesverbands Hessen im Reichsverband deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer wies einleitend auf die Bedeutung des Zusammenschlusses aller Neuhausbesitzer hin. Landesgeschäftsführer Schnei- der- Darmstadt nahm dann Stellung zu den für die Neuhausbesitzer wichtigen Fragen. Er schilderte ibte Entstehung der Wohnungsnot, sprach über die ! schwierige Sage der Neuherusbesitzer und schilderte die Ziele des Verbandes, die in der Hauptsache darin bestehen, die Not der Neuhausbesitzer zu lindern. Acht Personen traten dem Verband bei. Die Versammlung wurde von Herrn S ch i r m b e ck - Gießen mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler geschloffen. (D Grüningen, 2. Juli. Unter großer Teilnahme der Bevölkerung wurde der Oberpostschaff- ner Martin Euler zu Grabe getragen. Pfarrer R e u f ch, Leihgestern, hob unter Zugrundelegung des Bibelwortes „Fahr auf die Höh" ein Lebensbild des pflichtgetreuen und bescheidenen Mannes, der 41 Jahre lang die L a n d p o st mit seiner P o ft» kutsche von Grüningen über Watzenborn-Steinberg nach Gießen fuhr und während dieser Zeit als Briefträger manche freudige und traurige Nachricht übermittelte. Ein Vertreter der Postbehörde legte mit anerkennenden Worten einen Kranz nieder; ebenso im Namen des Gesangvereins „Eintracht" der Vereinsführer Adam Buß. Die Trauerfeier wurde mit zwei stimmungsvollen Chören des Gesangvereins „Eintracht" umrahmt. ? L i ch, 2. Juli. Am gestrigen Sonntag fand in der hiesigen Turnhalle durch die Landesfilmstelle Frankfurt a. M. der NSDAP, eine Tonfilm- veranstaltung statt, bei der der bekannte Tonfilm „Hitlerjunge Quer" zur Aufführung gelangte. Nachdem am Vorabend und am Sonntagmorgen durch Sprechchöre der Hitlerjugend und des BdM. für den Besuch der Veranstaltung geworben worden war, fand am gestrigen Nachmittag für die Schuljugend, Jungvolk, BdM. und Hitlerjugend eine Vorführung des Films statt. Am Abend wurde dann den Formationen, Vereinen und der übrigen Bevölkerung, die zahlreich erschienen war, der Film, der das Leben, den Kampf der jungen Generation vor der nationalsozialistischen Revolution für die Verwirklichung der Idee Adolf Hitlers zeigt, vorgeführt. Der Film, der gespannteste Aufmerksamkeit fand, hinterließ einen tiefen Eindruck. Die Veranstaltung brachte noch zwei weitere Filme, deren einer, ein Kulturfilm, das Leben der orientalischen Völker kennenlernen ließ. # Lauter, 2. Juli Dieser Tage wurden Hch. Schmidt IV. und August Schlörb als Ortsgerichtsmänner verpflichtet. Zu deren Ersatzmänner wurden Hch. Keil uttd Wilhelm S p r a n k e l ernannt. — Durch die Ortsgruppe Grünberg des RLB. wurde in unserer Gemeinde eine Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes gegründet. Der Werbeleiter der Ortsgruppe Grünberg Dr. Manger hielt einen Vortrag, in dem er über Zweck und Ziele des Luftschutzes sprach und auf die durch einen Luftangriff drohende Gefahr hinwies. Zum Gemeindegruppenführer wurde Hch. Schmidt IV. ernannt. Sein Stellvertreter ist Karl Scheuermann II., Werbeleiter ist Lehrer Röschen. — Bei der jüngsten Kirfchenversteige- rung wurden recht hohe Preise erzielt. Teilweise wurde als Pfundpreis am Baum der Ladenpreis erzielt. — Gegenwärtig werden an unserer Kirche weitgehende Reparaturarbeiten ausgeführt. Kreis Schotten. □ Laubach, 2. Juli. Der Mädelarbeits- dienst L a u d a ch, der in den oberen Räumen der hiesigen Turnhalle untergebracht ist, feierte am Samstag fein einjähriges Bestehen. Nach- mittags fand eine kleine Feier vor dem Lager statt. Nach der Begrüßungsansprache durch die Leiterin Fräulein K a i b e l unterhielt die rührige Belegschaft des Lagers t>ie Gäste mit Volkstänzen, Gedicht- und Gesangsvorträgen. Namens der Stadt Laubach sprach Bürgermeister H ö g y , im Auftrage her Kreisleitung der NSDAP. Schotten Ortsgruppenleiter Pg. Otto Braun. Am gleichen Tage fand im „Schützenhof" ein Bunter Abend" statt, zu dem die gesamte Bevölkerung eingeladen war. Der gute Besuch ist ein Beweis für die Verbundenheit der Lau- bacher Einwohnerschaft mit dem Arbeitslager. Das reichhaltige Programm wurde beifällig aufgenommen. Mit Tanz ging das Fest zu Ende. * Rudingshain, 2. Juli. Infolge Erreichung der Altersgrenze find hier der Polizeidiener Georg Frank III. und der Feldschütz Joh. Hch. Stein von ihren Aemtern zurückgetreten. Zum Polizeidiener wurde Karl Keil IV., zum Feldschütz Otto W i e g e f e l d mit Wirkung vom 1. Juli ab bestimmt. Kreis Alsrelv. § Alsfeld, 2. Juli. Der hiesige V o l k s k i n • bergarten veranstaltete in feinen neuen Räumen im Evangelischen Gemeindehaus einen gut- besuchten Elternabend, mit dem die schlichte, aber würdige Feier der Einführung des neuen Vorsitzenden, Pfarrer Bernde ck , verbunden war. Der stellvertretende Vorsitzende, Bürgermeister Dr. V ö l f i n g, begrüßte in herzlichen Worten den neuen Vorsitzenden, der infolge feiner Tätigkeit als Leiter des Kindergartens feiner früheren Gemeinde besonders zu diesem Amte berufen fei. Pfarrer Bernbeck dankte herzlich für die ihm zuteil gewordene Begrüßung und für das ihm durch die Wahl zum Vorsitzenden bewiesene Vertrauen des Vorstandes. Er werde stets seine ganze Kraft der segensreichen Einrichtung des Alsfelder Volkskindergartens widmen, und er hoffe, mit dem Vorstand und der Kinderfchwester Fanny ersprießliche Arbeit zu leisten. In klaren und fesselnden Ausführungen sprach der neue Vorsitzende sodann über die Ziele und Aufgaben des Kindergartens, wobei er grundlegende und beherzigenswerte Gedanken entwickelte. Wertvolle Kammermusikdarbietungen, um die sich Frau Moeller- Lorenz (Violine), Rechtsanwalt Dr. Dingel- d e y (Violine) und stud. mus. Erwin Völfing (Klavier) mit Werken vqn Bach und Händel verdient machten, umrahmten den anregenden Abend. Frau Moeller-Lorenz bewährte sich außerdem mit der trefflichen Wiedergabe einer Arie mit obligater Violine von Händel als Sängerin von hohem Rang. Die zu einer ständigen Einrichtung gewordenen Elternabende sollen in erster Linie die Verbindung zwischen der Leitung des Kindergartens und der Elternschaft enger gestalten, Wünsche und Anregungen sollen besprochen werden. Preußen. t Krei^ Wetzlar. Rodheim a. d. Bieber, 2. Juli. Den gestrigen Sonntagnachmittag widmete die hiesige N S.- Frauenschaft den hier und im benachbarten Vetzberg unteraebrachten Ferienkindern aus Hanau. Die Frauenschaft war fast vollzählig erschienen, und die Mütter hatten auch ihre eigenen Kinder mitgebracht, um den Gästen aus der Stadt einige frohe Stunden zu bereiten. Burg Gleiberg war als Wanderziel ausersehen. Nach dem Marsche mundete dort der Kaffee besonders gut, und man konnte die erfreuliche Feststellung machen, daß bei den meisten der Gastkinder schon eine merkliche Besserung im Aussehen und im Appetit zu verzeichnen ist. Nach dem Kaffeetrinken beschäftigten sich die jüngsten Mitglieder der Frauenschaft in sehr herzlicher und liebevoller Weise mit den Kindern, und bald hallten frohe Kinderstimmen durch die Mauern und Türme der Burg. Die Stunden vergingen wie im Fluge. Sie sind vergangen — aber wenn unsere Gäste längst wieder zurückgekehrt sein werden in die Heimat, werden sie sich immer noch gern des schönen Sonntags auf dem Gleiberg erinnern. Der Frauenschaft gebührt herzlicher Dank für diese soziale Tat. Sie hat erneut bewiesen, daß es ihr ernst ist mit ihrem Grundsätze, im Sinne des Führers von Sozialismus nicht bloß zu reden, sondern sozial zu handeln, selbst bann, wenn es auch einmal ein ganz klein wenig schwer fällt. (D Dutenhofen, 2. Juli. Am gestrigen Tage ist Hauptlehrer Hamel von der hiesigen Schule in den Ruhe st and getreten, nachdem er fast 27 Jahre seine Kraft in den Dienst der Gemeinde Dutenhoven gestellt hat. Die Abschiedsfeier am Freitag zeigte, wie stark die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrem Lehrer und Erzieher war. Im festlich geschmückten Saale des „Gambrinus" ver- jammeHen sich die Schulkinder, das Lehrerkollegium Der Gemeinde- und Schulvorstand, sowie zahlreiche Kollegen aus den Orten des vormaligen Amtes Krofdorf. Die Kinder erfreuten mit Gesängen und Gedichten, Lehrer Gaß sprach namens der Schule tiefempfundene Worte dem scheidenden Kollegen, der, vom Rhein kommend, in seiner neuen Heimat Dutenhofen in stets gleichmäßigem, hohem Pflichtbewußtsein gewirkt habe. Wenn er nun in Marburg seinen Lebensabend verbringen wolle, so würden ihn dahin die besten Wünsche seiner Gemeinde begleiten. Der Ortsbürgermeister und der Be- zirksobmann der Lehrerschaft hoben in ehrenden Worten die Verdienste des Scheidenden hervor und gedachten dabei auch seiner vorzüglichen menschlichen Charaktereigenschaften. Bewegt stattete Hauptlehrer Hamel seinen Dank ab mit dem Wunsche für ferneres Wohlergehen der Gemeinde und mit der Aufforderung zur Treu für Führer und Reich. Zahlreiche Geschenke waren Anerkennung für die geleistete Arbeit des verdienstvollen Jugenderziehers, dem abends auch die PO. unter Mitwirkung des „Männerchores" ihren Dank darbrachte. Dillkreis. LPD. Dillenburg, 2. Juli. Der städtische Derwaltungsoberinspektor Wenzel, gegen den im Juli 1933 wegen angeblicher kommunistischer Agitation in den Dienststunden ein D i e n st st r a f v ersah r e n mit dem Ziel der Dienstentlassung eingeleitet worden war, ist von der Dienststrafkammer Wiesbaden wegen erwiesener Hnschuld freigesprochen worden. Hauptversammlung des Oberhessisthen Gebirgsvereins. ][ Biedenkopf, 2. Juli. In Verbindung mit der Hauptversammlung des Oberhessischen Gebirgsvereins konnte am gestrigen Sonntag der Zweigverein Biedenkopf sein 40jähriges Bestehen feiern. Die Tagung begann mit einer Gedenkfeier auf dem inmitten der Hinterländer Waldberge gelegenen, etwa 500 Meter hohen Hohenstein, wo sich Hunderte von alten und jungen Wanderern bei dem als Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges gestalteten mächtigen Felsgebilde zusammenfanden. Pfarrer S ch ü ß l e r - Biedenkopf fand in seiner Predigt zu Herzen gehende Worte. Auf schattigen Waldwegen stieg dann die Wanderschar nach Biedenkopf hinab, wo im Zühlschen Saale die Hauptversammlung ^usammen- trat. Aus dem vom Vereinsführer, Lehrer a. D. Walter- Marburg, erstatteten Jahresbericht ist hervorzuheben, daß sich der jetzt 18 Zweigvereine im Gebiet zwischen Alsfeld, Homberg (Ohm), Gießen, Gladenbach, Steinperf, Hatzfeld, Vöhl und Neustadt umfassende Oberhessische Gebirgsverein gut weiter entwickelte. Im letzten Jahr sind die Zweigvereine Alsfeld und Gießen hinzugekommen. Man hofft, daß die in letzter Zeit eingeschlafenen Zweigvereine in Battenberg und Allendorf (Eder) bild wieder zu neuem Leben erweckt werden können. Nachmittags durchzog ein stattlicher Festzug das fahnengeschmückte Städtchen. Die öffentliche Kundgebung für die deutsche Wanderjache auf dem Marktplatz, bei der auch Kreisleiter Thiele und Landrat P ö n i s ch das Wort ergriffen, gestaltete sich zu einer Treuekundgebung für unseren obersten Führer Adolf Hitler. Der Führer des Biedenkopfer Zweigoereins gab einen kurzen Rückblick auf die Geschichte und die seitherige Arbeit dieses Zweigvereins, der eines der schönsten hessischen Wandergebiete, das Hinterländer Waldgebirge, zu betreuen hat, durch Bezeichnung von mehr als 130 Kilometern Wanderwege, Erbauung von Aussichtstürmen auf Sackpfeife und Johanniskopf mit umfassendem Rundblick, Fassung zahlreicher Waldquellen und Ausgestaltung eines der schönsten Gesallenen-Ehrenmäler Deutschlands (auf dem Hohenstein) wahrhaft uneigennützige Arbeit im Dienste der Volksgemeinschaft leistete. Nach der Weihe von einigen Wanderwimpeln durch den Hauptvereinsführer, Lehrer a. D. Walter, endete die Kundgebung mit einem brausenden Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland und seine Führer, sowie mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. In einem an den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler gerichteten Telegramm versicherten die oberheffischen Wanderer Treue und Ergebung. Spenden für die 7ISV. werden eingezahlt ans Konto 7lr. 4513 bei der Bezirkssparkaffe Gießen. O.l-fpor/ Non den Leichtathletik-Meisterschaften der Landes-Ltniversität zwar Balser 1900 : VfB.- R.: der Die acht Läufer warten auf den Startschuß. ganz nen und Schmelz Lippert Gath Mank Heinbach Weiß Jakob Koch Jung Dörr Fehling Haupt Heß Wilhelm Schmidt Feuster Knauß Leutheuser Kreß Lehrmund Janz Die erste Halbzeit Spiel nahm einen ruhigen Verlauf. (Immer wieder erscheint das Publikum leidenschaftlicher als die Spieler selbst!) Der Kampf verlief während der ersten Minuten recht ausgeglichen. Aber schon nach kurzer Zeit ye- wannen die Grünweißen etwas an Uebergewicht tm Feldspiel. Die Blauweißen kamen, durch einen Elfmeter, von Koch verwandelt, zum ersten Tore. Schon wollte mancher glauben, daß der Torreigen so beginnen sollte, wie vierzehn Tage vorher. Es kam aber anders. Wenige Minuten, nachdem das Füh- Der Bann brach aber erst 10 Minuten vor Schluß der ersten Halbzeit. Wilhelm vermochte auf eine gute Vorlage von Schmidt aus ziemlicher Entfernung einen Ball in die linke obere Ecke zu platzieren, der für Balser kaum zu halten war. Mit 2:1 Toren ging es in die Pause. Nach der Pause. Nach dem Wechsel tauten die Blauweißen etwas mehr auf. In unvermindertem Tempo wurde gekämpft und die Jugendlichen der Gäste hielten glatt durch. Das Spiel gestaltete sich nun etwas ausgeglichener. Die Angriffe der DfBer waren aber immer weitaus gefährlicher, da sie energischer und zielbewußter vorgetragen wurden. Die Blauweißen spielten nicht schlecht zusammen, im Torschuß mangelte es aber an der nötigen Entschlossenheit. Allerdings hatte der Platzbesitzer eine Verteidigung zur Stelle, die schwer zu überwinden war. In der Folge deckten die Grünweißen nicht mehr sehr genau ab, so daß die 1900er vorübergehend etwas aufkamen und in guter Kombination immer wieder vor das Tor der Platzbesitzer kamen. Immer aber waren sie im Torschuß, oder auch nur im Versuch dazu, wenig glücklich. Dann begann aber eine erneute Druckperiode der Grünweißen. Fehling wurde zum zweitenmale für seine Mannschaft erfolgreich indem er einen scharfgeschossenen Ball an den rechten Torbalken setzte, der in das Tor prallte; unhaltbar für Balser! Wenige Minuten später war es wieder Fehling (er hatte einen guten Tag!), der das Ergebnis weiter erhöhte. Nun stand das Spiel 4:1 für VfB. und war damit ziemlich entschieden. Die eifrige Mannschaft von 1900 gab aber den Widerstand nicht auf, kämpfte vielmehr auch unverdrossen weiter, als es Schmidt (VfB.) gelang, trotz zahlreicher Abwehr in entschlossenem Schuß, den Ball über viele Köpfe hinweg aus ziemlicher Entfernung in das Tor zu heben. Das schönste Tor war unzweifelhaft der letzte Erfolg der VfBer in diesem Spiel. Heß erhielt von Haupt eine saubere Vorlage. Heß schoß sofort, Balser lief dem Ball entgegen, warf sich danach, berührte ihn aber nur leicht, lenkte ihn etwas ab, aber doch nicht soweit, daß er nicht doch noch in das Tor gerollt wäre. Resigniert holte er das Leder aus dem Netz. Der bis zehn Minuten vor Schluß recht eindeutige Sieg der Grünweißen erfuhr in den letzten Spielminuten noch eine Abschwächung. Schmelz, der mit nach vorne gegangen war, brachte einen schönen Schuß an und verkürzte auf 6:2 Tore. Dörr schmälerte den Erfolg der Platzbesitzer noch eine Sekunde vor Schluß um ein weiteres Tor, in dem er eine Hereingabe von Schmelz glatt verwandelte. Als wieder angespielt werden sollte, pfiff der Schiedsrichter ab. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf und dem Kräfteverhältnis. Ein interessanter, abwechse« lungsreicher Kampf war zu Ende. Er wurde, von wenigen Ausnahmen abgesehen, erfreulich fair ge< führt. Die Härten, die zu Beginn des Spieles auf. traten, hätte der Schiedsrichter unterbinden müssen. Mit seiner Leitung war das Publikum nicht immer einverstanden. Mit diesem Spiel wurde die Fußball- saison 1933/34 abgeschlossen. Sprechstunden der Redaktion. 1L30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag gejchlojfen. der schöne Kirchtum von Eberstadt. Noch merkte man den Läufern kaum irgend eine Müdigkeit an. Das Tempo schien nicht im geringsten vermindert. Die Läufer nahmen auch nichts an Getränken zu sich, um den Magen nicht zu belasten. Erst auf dem Rückweg nahm der eine oder andere kleinste Quanten, gewissermaßen nur einen Fingerhut voll des mitgeführten heißen Tees zu sich. Gegenseitig machten sich insbesondere die auswärtigen Läufer auf die schöne Ruine Münzenburg aufmerksam. Eberstadt wurde durchlaufen. Etwa 1500 Meter Die Sieger: In der Mitte Schaukel, rechts Faulseit. links R e u s ch e r. Links: Ein Hochsprung in guter Haltung. — Rechts: Studentinnen beim Weitfprung. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Die Begegnung der beiden Lokalrivalen, das Spiel der Mannschaften des VfB.-Reichsbahn und der Spielvereinigung 1900 auf dem Waldsportplatz, war diesmal eine reichlich ungleiche Partie. Es besteht wohl kaum ein Zweifel darüber, daß das Ergebnis bei einer anderen Mannschaftsaufstellung der Spielvereinigung anders gelautet hätte. Die Spielvereinigung schickte für diesen Kampf probeweise ünf Jugendliche aus der ersten Jugendelf ins Treffen, fünf junge Burschen, die außerdem zum erstenmal in der Liga spielten und unzweifelhaft etwas unter Lampenfieber litten. Erfreulich war es jedoch, zu sehen, daß recht guter Sport von feiten dieser jungen Kräfte geboten wurde. Wenn die nötige Kampferfahrung und die ebcnso notwendige Härte hinzukommt, wird der Nachwuchs eines Tages in der ersten Elf recht brauchbar werden, lieber« raschend war. daß sie das ganze Spiel in unvermindertem Tempo durchhielten. Die Grünweißen hatten ihre bewährtesten Kämpen zur Stelle, denen es nicht sehr schwer fallen konnte, sich gegen die Elf der Spieloereinigung hervorzutun. Die Grünweißen bestimmten das Spiel insbesondere in der ersten Halbzeit. Die Mannschaften standen wie folgt: Von den insgesamt 61 Sonderzügen, die nach Nürnberg fahren werden, interessiert uns besonders der Zug, der am 21. Juli von Dortmund über Gießen und Friedberg fährt und am 30. Juli zurückkehrt. Der Fahrpreis beträgt von Gießen aus 9 Mark und ab Friedberg 8 Mark. DfB Reichsbahn: Leichtathletik. Wie vorauszufehen war, war die Besetzung bei den 8. Nationalen der Sportvereinigung 04 Arheil- gen bei Darmstadt außerordentlich gut. Besonders die Frankfurter Großvereine waren mit vollem Aufgebot zur Stelle. Gute Leistungen und harte Kämpfe gab es deshalb in fast allen Konkurrenzen. Die VfB.-Reichsbahner Luh und Jakob setzten sich jedoch durch und gestalteten ihre Starts erfolgreich. Nachstehend ihre Leistungen: D r e i k a m p f, Klasse I: 1. Luh, VfB.-R., 2183 Punkte; 2. Diehl, Allianz Ffm., 1888 P.; 3. Horst, Groß-Gerau. Der Mehrkampf ist Luhs Stärke. Sein Sieg wurde sehr siecher erkämpft. Kugelstoßen, Klasse I: 1. Schneider, Polizei Darmstadt, 14,48 Meter; 2.. Luh, VsB.-R., 13,60 Meter; 3. Baß, Eintracht Frankfurt, 12,48 Meter. Speerwerfen, Klasse I: 1. Braun, To. Ar- Heilgen, 49,15 Meter; 2. Holler, Sp. Club 1880 Frankfurt a.M., 47,98 Meter; 3. Jakob, VfB.- Reichsbahn, 45,87 Meter. Der Spielvereinigung 1900 Gießen war der ehrenvolle Auftrag zuteil geworden, die diesjährige Marathon-Meisterschaft des Gaues Nordhessen durchzusühren. Unter der Führung des Trainingsleiters Schmidt (Spielvereinigung 1900) nahm die, Veranstaltung den besten Verlauf. Acht Läufer nahmen an dem Wettbewerb teil und begann mit kleinen Reibereien, an denen der Schiedsrichter aus Wetzlar nicht ganz unschuldig war. Man vertrug sich aber bald wieder, und das Die Ergebnisse. ZNarathon-ZNeisterfchaft: 1. Schranke!, A., VfB. Diez, 3 Std. 22 Mim 19,4 Sek.; 2. Faulseit, H., 1900 Gießen, 3:24,31 Std.; 2. Reuscher, Gr., VfB. Diez, 3:24,31 Std.; 3. Rodday, Fr., VfB. Diez, 4:04,45 Std.; 4. Goßmann, FV. Weilburg, 4:18,35 Std.; 5. Fohr, Th., VfB. Diez, 4:43,10 Std. Der VfB. Diez, der das Ziel mit insgesamt vier Läufern passieren konnte, sicherte sich damit den er st en Platz im Mannschaftslauf mit 6 Punkten. Meisterschaft im 25-kilometer-Gehen. 1. Niemann, Paul, Kurhessen Kassel, 2:24,43 Std. (Pionier-Sturmbann 7); 2. Bendick, Hubert, VfB. Friedberg, 2:25,01 Std. Faulseit (1900) und Reuscher (VfL. Diez) passieren kameradschaftlich als 2. Sieger das Ziel. Sie legten die gesamte Strecke von 42,2 Kilometer Seite an Seite zurück. hinter dem Dorfe war vom Straßenwärter ein breiter weißer Strich gezogen worden: Wendepunkt! Die Rennleitung war im Kraftwagen vorausge- ahren und wartete am Wendepunkt. Bald erschien )ann auch die konstante Spitzengruppe, die ohne den geringsten Aufenthalt kehrt machte und sofort die Strecke zurücklief. In größeren und zum Teil inzwischen recht bedeutend gewordenen Abständen passierten dann alle Läufer den Wendepunkt. Der Aßlarer Turner Wambach hatte unter Muskelschmerzen zu leiden und Goßmann, der Weilburger, hatte Schwierigkeiten mit seinen Schuhen bekommen. Beck, immer noch guter Dinge, war auf der ihm doch etwas schweren Strecke müde geworden und ging verschiedentlich. Schließlich mußte er unweit von Kloster Arnsburg a u f g e b e n. Er tat es recht ungern. Auch der Aßlarer Turner schied aus dem Wettbewerb. Sie wurden beide später im VfV.-ReichsbahnI. -19001.6:3 Begegnung her Lokalrivalen im Zugendopferspiel. Llm die Marathon-Meisterschast im Gau Äordheffen. Glänzende Leistungen zweier Oiezer und eines Gießener Läufers. Billige Fahrgelegenheiten zu den Deutschen Kampsspielen (23. bis LS. Zuli Ld34) nach Nürnberg Zu den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg werden aus dem ganzen Reichsgebiet ©onbenüge abgelassen. Hitlerjugend und BDM. genießen hierbei eine Fahrpreisermäßigung von 75 Prozent, und für die erwachsenen Teilnehmer an den Sonderzügen wird ein Nachlaß von 60 Prozent auf den Normalpreis gewährt und zwar ohne Rücksicht auf die Entfernung des jeweiligen Einsteigeortes von Nürnberg. Gleichfalls 60 Prozent Fahrpreisermäßigung wird für die Zufahrt aus einem Umkreis von 100' Kilometer, von allen Einsteigestationen der Sonderzüge gerechnet, gewährt. An diesen Sonderzügen kann sich jedermann beteiligen. Die aktiven Teilnehmer erhalten gegen Vorzeigung der Teilnehmerkarte eine Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent des normalen Fahrpreises, und Einzelreisende können aus einem Umkreis von 250 Kilometer von Nürnberg eine Sonntagsfahrkarte mit 33'/s Prozent Ermäßigung und erweiterter Geltungsdauer lösen. Bei gemeinsamen Fahrten von mindestens 12 Er- wachenen in fahrplanmäßigen Zügen wird der für Gesellschaftsfahrten übliche Nachlaß von 33Vs Prozent bzw. 40 Prozent gewährt, wozu noch kommt, daß eine oder mehrere Personen Freifahrt erhalten. Das war umso bedauerlicher, als hier Sportler zu einem Wettbewerb starteten, der in sportlicher Hinsicht und in Bezug auf die Willensäußerung das Aeußerfte barstellt, was auf dem Gebiete des Sportes überhaupt geboten werden kann. Gegen 7.17 Uhr fiel der Startschuß für die beiden Geher, die zuerst auf ihre lange Strecke geschickt wurden. Sie verließen vom Start aus nach einer Runde auf der Aschenbahn den Sportplatz in ihrem raschen Schritt, der für den Zuschauer immer den Eindruck des Eigenartigen erweckt. Selbstverständlich schreiben dje Bestimmungen vor, daß die Geher in „reiner Gangart" zu gehen haben und nicht etwa in den Lauf verfallen dürfen. Zwei Minuten, nachdem die Geber den Startplatz verlassen hatten, traten auch Die acht Marathonläufer zu ihrem schweren Wettbewerb an. Alle acht waren lustig und guter Dinge. Auch der taub- Die Spitzengruppe aus der Strecke. Hausen zu zog sich das Feld bereits etwas auseinander. Es bildete sich eine Spitzengruppe von zunächst vier Mann, nach einigen Kilometern lagen drei Mann vorne' (Schranke!, Faulseit, Rodday), die über die Strecke von nahezu vierzig Kilometer zusammenhielten. In prächtigem Stil, mit jener wundervollen ausgefeilten Technik, die dem Langläufer zu eigen sein muß, wenn er so eminent lange Strecken bewältigen will, und mit einer natürlichen, spielerischen Eleganz liefen die Teilnehmer ihre Strecke und brachten Kilometer um Kilometer hinter sich. In der 28. Minute war von der Spitzengruppe bereits Hausen erreicht. Die übrigen Läufer folgten in Abständen. In unverändertem Tempo ging es durch Hausen und Garbenteich. Viele Einwohner der beiden Ortschaften standen an den Straßen und harrten mit Interesse der Läufer. Mancher ermunternde §uruf klang auf. In bewundernswerter Form lief die Spitzengruppe unermüdlich weiter; auch die übrigen Läufer gaben sich redliche Mühe, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Sie konnten es aber nicht verhindern, daß die Spitzengruppe Meter um Meter gewann. In leichten Steigungen und Gefällen führte der Weg weiter. Bald war Lich erreicht, die Läufer passierten die Stadt aber nicht, sondern bogen rechts auf die Straße nach Butzbach ab, liefen vorbei am Kolnhäuser Hof, gewannen die Höhe bei Kloster Arnsburg und kamen nun dem Wendepunkt merklich näher. Bald grüßte rungstor für die Spieloereinigung gefallen war, hatte Fehling Gelegenheit, für feinen Berein gleichzuziehen. 1:1! Die Platzbesitzer legten nun mächtig las und drängten ihren Gegner mehr und mehr in dessen eigene Hälfte zurück. Janz im Tor der VfBer bekam in der Folge nicht viel zu tun. Er mußte nur zwei ober dreimal ernsthaft eingreifen. Balser dagegen mußte sehr auf der^Hut sein, denn immer wieder kamen die Grünweißen in gefährliche Nähe, schossen aus allen Lagen und Entfernungen. Die Verteidigung, in der besonders Lippert sehr ruhig arbeitete, hatte viel zu tun. Es gab Ecken auf beiden Seiten, die aber nichts einbrachten. Leutheufer brachte einmal einen tadellosen Schuß an, der von Balser unmittelbar am Balken sehr sicher gefangen wurde. folgende: Schranke!, VfB. Diez a. d. L.; Rodday, VfB. Diez a. d. L.; Fohr, VfB. Diez a. d. L.; Reuscher, VfB. Diez a. d. L.; Goßmann, Weilburger Fußballverein; Beck, Spielvereinigung 1900 Gießen; Faulseit, Spielvereinigung 1900 Gießen; Wambach, Tv. Aßlar. Der erste Anwärter auf die Gaumeisterschaft, der ehemalige Heeresmeister Herrmann von Kur- hefsen Kaffe! konnte leider nicht teilnehmen. Mit der Austragung der Meisterschaft im Marathonlauf, fand gleichzeitig auch die Austragung der 25-kilometer-Gehermeisterschaft des Gaues Nordheffens statt. Zur Stelle waren zwei Geher, und zwar der 46 Jahre alte Hubert Bendick von VfB. Friedberg und Paul Niemann von Kurheffen Kassel. Der (Start lieber dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 lag hellster Sonnenschein. Die Läufer waren pünktlich zur Stelle. Zuschauer fehlten. Außer den unmittelbar Beteiligten war niemand anwesend. stumme 1900er I. V e ck schaute hoffnungsfreudig in die Welt. Er und der noch junge 1900er Faul« eit liefen die gewaltige Strecke zum ersten Male. Mit dem Startschuß setzten sich die Läufer in verhaltenem Lauf in Bewegung. Geschlossen verließen ie den Platz. Auf her Strecke. Zunächst führte der Weg über die Grünberger Straße bis zur ersten Schneise, die bis zur Hänfener Straße durchlaufen wurde. Die Luft war wunderbar rein und frisch, die Läufer hatten zunächst den wohltuenden Schatten des Waldes um sich .unb kamen rasch vorwärts. Auf ber Straße nach Die Entscheidung. Der Laus würbe erst auf ben letzten drei Kilometern entschieben. Als bie Spitzengruppe mieber auf bie erste Schneise einbog, legte Schranke! einige Schritte zu unb schuf sich ganz allmählich einen Vorsprung von 10, 20, 30 unb mehr Metern, ein Vorsprung, ber schließlich als er bie Schneise an ber Grünberger Straße verließ, auf etwa 180 Meter erhöht worben war. Reuscher unb Faulseit hielten auch weiterhin gleichen Schritt. Herzlich begrüßt traf Schranket, ber ein alter Kämpe ber Marathonstrecke ist, auf bem Sportplatz ber Spielver- einigung ein unb lief in noch hervorragenber kor- perlicher Verfassung unb mit lachenbern Gesicht bie letzte Runbe auf ber Aschenbahn. Balb folgten ihm Reuscher unb Faulseit, bie Seite an Seite karnerabschaftlich bas Ziel passierten. In größeren zeitlichen Abstänben trafen bann bie brei weiteren Teilnehmer ein. . Die Zeit bes Siegers mit 3:22,13,4 Stunden ist recht gut zu nennen. Am erstaunlichsten ist aber unzweifelhaft die Leistung des Gießener Faulfeit, der, wie schon erwähnt, diese Strecke zum ersten Zitate zurücklegte und so glänzend durchhielt. Geraume Zeit vor den Marathonläufern waren die Geher wieder auf dem Sportplatz eingetroffen. Paul Niemann hatte sich feinem älteren Konkurrenten als überlegen erwiesen, indem er mit über IV2 Minuten Vorsprung das Ziel passieren konnte. Kraftwagen abgeholt. Die Spitzengruppe hatte inzwischen Lich wieder erreicht und strebte unaufhaltsam Garbenteich zu. Eine kurze Strecke nur fiel die Gruppe in Schritt, nahm aber nach wenigen Minuten ben Laus mieber auf. Faulfeit, ber junge 1900er hielt sich inmitten ber beiben Diezer Schranke! unb Reusch e r hervorragenb gut unb gab biesen beiben kei- Schritt Vorsprung. Robbay, Goßmann F 0 h-r folgten in weiten Abstänben, Mr