Ur. 77 Erstes Blatt M- Jahrgang Dienstag, 3. April 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.195 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerel R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- anzeigen oonTOmm Breite 60 Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Npf. je mm r UW politische Osterstille nicht, besonders aber nicht gegenüber einem Part- Abkommen der gegenseitigen Unter- Renten oder in niedrigeren Beiträgen zugute kommen. Die Sorge für die alten Tage drückt jeden von uns. Wir wollen aber nicht mehr, wie es früher nur zu viele taten, hierbei nur an den eigenen Berufsstand, sondern auch an die anderen Volksgenossen denken Wir wollen es erreichen, daß jedes Leben ehrlicher Mühe und Arbeit für das Volksganze in einem sorgenfreien Alter seinen Abschluß finden kann. nur eine Minute und klettert in zwölf Minuten auf 8000 Meter. 3m Sturzflug liegt die Endgeschwindigkeit der neuen Maschine bei nicht roenigger als 580 Kilometer. Der Apparat hat ein merkwürdiges Aussehen. Er scheint nur aus einem Motor zu bestehen. Hinter dem Motor ist nur ein winziges kleines Körperchen mit merkwürdig kurzen, beinahe verstümmelten Flügeln. In der Steuerung ist der Apparat so leicht wie ein Auto zu dirigieren. Er steigt mit schier unglaublicher Geschwindigkeit in die Höhe. Fast senkrecht geht er hoch und ist bald nur noch al s kleiner Punkt zu erkennen. Das Sausen des Motors aber erschüttert die Luft mit donnerndem Geräusch. Plötzlich stürz ter nach unten mit atemberaubender Geschwindigkeit. Mau kann es nicht beschreiben, welcheKunsi- sl ü ck e Adel mit diesem Apparat ausführt. Man muß es sehen und muß die atemberaubende Spannung selbst erleben, in die jeder verseht wird, der diesen Flügen beiwohnt. Er fällt nach allen Seiten, sieht minutenlang steil mit den Tragflächen nach unten, so daß man jeden Moment den Abrutsch erwartet. Ein Looping löst das andere. Der Apparat rollt nach links, dann wieder nach rechts, überschlägt sich mehrmals, dreht wieder Loopings, stürzt steil nach unten, rast wieder Küstenkanal, am Neckar und an der Rhein-Main- Donau-Wasserstraße. Die Arbeiten am oberschlesi- schen Kanal, die Niedrigwasser-Regulierung der Elbe und der Weser unterhalb von Minden, die Kanalisierung der Mittelweser von Minden bis Bremen und die Erweiterung des Dortmund-Ems- Kanals werden in Angriff genommen. Mit der Fertigstellung ist noch in diesem Jahre zu rechnen. Die Arbeiten an der Weser dienen auch der Verwirklichung des großen Gedankens der Mittel- land-Kanal-Verbindungen. All diese Arbeiten dienen gleichzeitig der Landwirtschaft durch Entwässerung und den Städten durch Erleichterung guter Wasserversorgung. Königin Wilhelminas Dank an Holland Haag, 31. März (DNB.) Königin Wilh el- mina hielt am Samstag von der großen Kirche im Haag aus eine Rundfunkansprache an ihr Volk, in der sie ihrer großen Dankbarkeit für das tiefe Mitgefühl Ausdruck verlieh, das alle Kreise der Bevölkerung anläßlichdesDahin- scheidens der Königinmutter der Verstorbenen und dem gesamten königlichen Hause gegenüber bewiesen hätten. Die Ueberzeugung von der Zusammengehörigkeit zwischen Volk und Fürstenhaus habe eine neue Stärkung erfahren, die auf eine für die Königin ergrei- sende Weise in Erscheinung getreten sei. Die Rede wurde über alle holländischen Sender verbreitet und auch nach den holländischen Kolonien in Ost- und Westindien übertragen, wo sie fast überall gut verstanden werden konnte. allein, die sehr schwer durchführbar sei, genüget auch wirtschaftlichen Charakter trage. Wenn E n g - ..ich., UVV. ..ich: ........ P_.:-I la nd sich den Durchführungsgarantien an- ner wie Deutschland. Man müsse unbedingt zu einem schließe, so würde die Brüsseler Reise Barthous ~' -1nicht umsonst gewesen sein. Beherrscher der Lüste. f zeigt in Tempelhof seine neue amerikanische Ilugmaschine. Von unserer Berliner Mdaktion. Das Programm der deutschen Wasserwirtschaft. Das Reinhardt-Programm, das über 70 Millionen Reichsmark für volkswirtschaftlich wichtige Arbeiten in der Wasserwirtschaft bereitstellt, wird zur Folge haben, daß Deutschland noch im Verlaufe eines Jahres eine wirkliche V e r e i n h e 11 - lichung feiner Wasserwirtschaft haben wird. Im Rahmen der vorgesehenen Arbeiten sollten vor allem die verschiedenen Netze von Wasserstraßen im Osten des Reiches bis zur Elbe hm, im W e st e n von der Weser bis zu den Kanälen in und aus dem Ruhrbezirk und im Süden die Anlagen am Neckar, am Main und an der Donau eine Verbindung miteinander erhalten. Hierdurch wird eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schiffahrt auf den großen deuftchen Strömen nach den Häfen an der Nord- und Ostsee erzielt. Vor der Vollendung stehen die Bauausführungen am Mittellandkanal, an der Oder, am sicherungsmathematische Bilanz noch einen Fehlbetrag, der unter Annahme eines Zinssatzes von 5 v.H. insgesamt 3,4 und unter Annahme eines Zinssatzes von 4 v. H. sogar 5,4 Milliarden beträgt. Dieser Fehlbetrag muß durch eine B e it r a gs- erhöhung ausgeglichen werden, die für die Invalidenversicherung bei 5 v. H. Zinssatz 0,84 o. H. der Lohnsumme und bei 4 v.H. Zinssatz 1,0.) v-H. ausmachen mu&. Um aber allen Unsicherheitssak. toren gegenüber gewappnet zu sein, beabsichtigt Die Regierung, wie in der Begründung des Gesetzes vom 7. Dezember o. I. gesagt ist, den Beitrag zur Invalidenversicherung zu erhöhen. In der A n g e st e l l t e n v e r s i ch e r u n g soll der Beitrag von 4 auf 5,5 v. H. des End- betrages jeder Gehaltsklasse heraufgesetzt werden. Eine Mehrbelastung für den deutschen Arbeiter und Angestellten und für den deutschen Unternehmer wird durch diese Beitragserhöhung aber nicht erfolgen, da sie erst wirksam werden soll, wenn d i e Beitragslast für die Arbeitslosenhilfe infolge des Rückganges der Arbeitslosigkeit entsprechend herabgesetzt werden kann. Der gesetzlichen Sanierung der Sozialversicherung liegt die Annahme zugrunde, daß es gelingt, Die Arbeitslosigkeit auf den Stand von 1929 zuruck- zuschrauben, daß aber das gegenwärtige Lohnniveau keine Aenderung erfährt Erreichen mir eg — was wir hoffen dürfen — die Arbeitslosigkeit ganz zu beseitigen, und kommen wir dann auf Grund einer Gesundung der Wirtschaft zu einer organischen Erhöhung der Löhne, dann wird Die Besserung der Finanzlage der Sozialversicherung den Arbeitern und Angestellten entweder tn höheren Hätte die nationale Regierung auf diesem Gebiet nicht aufgeräumt, der Zusammenbruch wäre | in wenigen Jahren furchtbar geworden. Die heutigen Beitragszahler hätten dann in ihrem Alter vor dem Nichts gestanden. Man weiß, daß durch das Gesetz vom 7. Dezember v. I. über die Sanierung der Invaliden- und Angestelltenversicherung hier Ordnung geschaffen worden ist. Die soziale Alters- und Jnvaliditätsversicherung ist wieder auf das Anwartfchaftsdeckungs- nerf obren gestellt. Damit ist dem heutigen Bei- tragszahler die Sicherheit gegeben, daß er selbst auch einmal etwas erhalten wird, wenn er seinen Anspruch auf Altersrente erheben muß. Die Frage, die jetzt immer wieder auftaucht, ist, welche Altersrenten denn nunmehr der einzelne Arbeiter und Angestellte zu erwarten hat. Das Gesetz vom 7. Dezember läßt verschiedene Maßnahmen zusammenwirken, um die Sanierung her- beizusühren. Die laufenden Renten bleiben ungekürzt. Die künftigen Renten werden in ihrer Höhe etwas gedrosselt. Da wir uns immer mehr von dem Zeitpunkt der Stabilisierung der Währung entfernen, wird die durchschnittliche Rentenhöhe ansteigen. Dieses Ansteigen ist gegenüber dem alten Recht mäßig gedrosselt worden. Wie berechnen sich die Renten? In der Invalidenversicherung ist der bisherige Grundbetrag gestrichen worden, und der Reichszuschuß ist an seine Stelle getreten. Der Grundbetrag beträgt für alle Renten einheitlich 72 Mark jährlich. Der Steigerungsbetrag muß mindestens 6 Mark monatlich ausmachen und ist im übrigen nach den einzelnen Lohnklassen abgestuft. Er beträgt pro Wochenbeitrag in der 1. Lohnklasse 8 Pf., in der 2. 14, in der 3. 20, in der 4. 26, in der 5. 32, in der 6 38 in der 7. 44, in der 8. 50, in der 9. 56 und in der 10. Lohnklasse 62 Pf. Ein Arbeiter z. B., der in der Lohnklasse IV 1000 Wochenbeitrage entrichtet bat, erhält zunächst 72 Mark Grundbetrag und dann einen Steigerungsbetrag von 1000 mal 26 Pf. = 260 Mark. Die Gefamtjahresrente betragt also in unserem Beispiel 332 Mark, damit die Monatsrente 27,60 Mark. Die Leistungen der A n g e st e l l t e n v e r s i ch e- runa errechnen sich wie folgt: Der Grundbetrag beträgt für alle Beitragsklassen 360 Mark im 3af)r. Der Steigerungsbetrag tn der Beitragsklasse A 0,25 Mark, B 0,50, C 1, D 1,50, E 2, F 2,50, G 3 H 4 16 Mark und in der Beitragsklasfe K 8 Mark für jeden geleisteten Monatsbeitrag. Ein Angestellter also, der z. B 240 ^Monatsbeckrage m der Gehaltsklasse F entrichtet bat .erhalt eme Rente ddh 360 Mark Grundbetrag und einen Steigerungsbetrag von 240 mal 2,50 = 600 Mark, insgesamt also 960 Mark Jahresrente oder 80 Mark Monats- rente. , Gewiß, diese Rentensätze sind nicht hoch- über man muß sich vergegenwärtigen, daß lelbft Die jetzigen Leistungen Der Invalidenversicherung durch eine Erhöhung des Zuschusses desReichesmöglichgeword e n sind.Wahrend 1933 das Reich insgesamt 395 Millionenber Invalidenversicherung zur Verfügung "ellte, w im kommenden Jahr der Zuschuß vom Reich r - schließlich des Reichsbeitrages von 200 Millione 434 57 Millionen betragen. Er wird anjteigen bis auf fast 522 Millionen. Trotzdem aber zeigt Die ver- Die großen fliegerischen Veranstaltungen auf dem Flugplatz in Tempelhof bei Berlin an den Oster- tagen sind nun schon Tradition geworden. Der Ostertag ist der billige V o l k s f l u g t a g , und da läuft alles, was sich für die Fliegerei interessiert, hinaus auf den weiten Platz in Tempelhof, um die alljährlichen Fortschritte des Flugwesens zu bewundern und zum Abschluß das grandiose Feuerwerk ■ ii genießen. Diesmal gab es aber am Ostertag in Tempelhof etwas besonderes zu sehen. Der populäre Kunstflieger Übet, der niemals fehlen darf, wenn es in Tempelhof etwas besonderes zu । eben gibt, führte eine neue Maschine vor. Es bandelt sich um einen Curtiß-Hawk-Dop- peldecker mit einem 750 PS Wright-Cyklone-Mo- tor. Diese eigentümliche amerikanische Kunstflugmaschine wird in den Vereinigten Staaten von den Kunstfliegern D o o l i 11 l e und All V i l l i a m s benutzt. In Deutschland bat man Kunstflüge auf Apparaten gemacht, die nur Motoren besaßen von 150 bis 160 PS. Nur die Maschine, die Fieseler fliegt, bat einen Motor von 450 PS. 3n Amerika hat man von jeher bei der Konstruktion von Kunstsiugmaschinen das Hauptgewicht auf die Stärke des Motors gelegt und ist schon seit längerer Zeit zu dem Motor von 75 0 PS gekommen. Die hervorragendsten Eigenschaften dieses neuen Doppeldeckers sind seine große Geschwindigkeit von etwa 350 Stundenkilon^tern und vor allem seine unglaubliche Steigfähigkeit. Um auf 1000 Meter höhe zu kommen, braucht der Apparat Die Gorge für die alten Tage. Von Or. Erich Schmidt. Wir sind durch Die Revolution arm geworden. Die Inflation hat uns erst Darüber hinweggetäuscht. Dann hat sie uns das Ausmaß Der deutschen Armut in erschreckender Deutlichkeit fühlen lassen. Die Spargroschen waren mit ihr dahin. Die Spargroschen des kleinen Mannes ebenso,' wie die des früher gutgestellten „Bürgerlichen". Nach der Stabilisierung durch die Rentenmark HMerichs fingen wir wieder an, soweit wir es konnten, zu s p a r e n. Die Sorge für die alten Tage hatte die breitesten Volksschichten erfaßt. Wer es vermochte, sparte oder schloß eine Lebensversicherung ab. Der Arbeiter aber und auch der Angestellte begann seiner Sozialversicherung mehr als früher sein Augenmerk zuzuwenden. „Was wird sie mir bieten, wenn ich im Alter oder wegen vorzeitiger Invalidität nicht mehr zu arbeiten vermag?" — das war die Frage, die sich Millionen arbeitender Volksgenossen vorlegten. Der Marxismus wußte das. Er setzte von Gesetz zu Gesetz, von Verordnung zu Verordnung die Leistungen der Invalidenversicherung herauf — ohne nach der Deckung zu fragen — um den Arbeitern die Illusion einer vorzüglichen Fürsorge vorzutäuschen. Aber noch der Zentrumskanzler Brüning mußte durch seine Notverordnungen die Unhaltbarkeit des roten Kartenhauses offenbar werden lassen. Als am 30. Januar 1933 das nationale Deutschland die Macht ergriff, ergab sich, daß trotz der so einschneidenden Notverordnung vom Juli 1932 Der versicherungsmathematische Fehlbetrag der deutschen Invalidenversicherung 12,4 Milliarden betrug. Noch nicht einmal mehr die lausenden Ausgaben 'wurden von den Einnahmen gedeckt. Das Vermögen der Versicherung schmolz wie der Schnee an der Sonne. Von 1930 bis 1933 war es von 1636,7 bereits auf 1192,2 Millionen zurückaegan- gen. Dabei ist die Höchstzahl der laufenden Renten noch keineswegs erreicht. Die Ziffer Der Invalidenrenten, die am Jahresende von 1933 die Summe von 2 608 000 betrug, wird von Jahr zu Jahr weiter anfteigen, bis sie etwa 1970 mit 4 350 000 den Höchststand erreicht haben wird, um dann erst ganz allmählich wieder abzusinken. Wohin? Von unserer Berliner Redaktion. Die Ostertage sind in einer politischen Stille vorübergegangen, die, wie man glauben möchte, überall Gelegenheit zum Ueberlegen und zum ruhigen Nachdenken gegeben hat. Es tat sehr not, daß einmal etwas Ruhe in den Ablauf der politischen Geschehnisse kam, denn mehr und mehr schien es, als sollten sich die Spannungen übersteigern und als würden sie damit doch zu einem gewaltsamen Ausbruch hindrängen. Wenn man sich klar macht, wie lange und wie ergebnislos nun schon wieder inder A b r ü st u n g s f r a g e verhandelt, verhandelt und verhandelt worden ist, wenn man sieht, welche vergeblichen Bemühungen von London und Rom angestellt wurden, wie sehr aber Frankreich sich in sich zurückzog, und seine ablehnende Haltung sogar fast mit jedem Tag versteifte, Dann konnte man eigentlich kaum mehr eine Hoffnung haben, daß sich noch einmal ein Ausweg finden lassen würde. Wohin hätte das geführt? Wohin anders als in eine neue Katastrophe, die vielleicht die Vernichtung Europas und die Vernichtung der europäischen Kultur bedeuten würde. Nun ist aber gerade kurz vor Ostern ein zartes Hoffnungspflänzchen aufgekeimt. Man weiß nicht recht, woher es kommt, aber Nachrichten aus London wie aus Rom und selbst solche aus Paris wollen eine Schwenkung der französischen Rüstungspolitik feststellen können, wollen wissen, daß Frankreich sich nun doch entschlossen habe, dem Gedanken einer Uebereintunft näherzutreten und daraus auch die Folgerung zu ziehen, die der belgische Ministerpräsident de Broqueville für sich bereits in seiner bekannten Rede gezogen hat, nämlich die, Deutschlands R ü st u n g s - a ii s g l e i ch, den man doch nicht mehr zu hindern vermag, gewissermaßen stillschweigend hinzu n e h m e n. Die Hoffnung mag trügerisch sein. In solcher neuen Verhandlungsbereitschaft der französischen Regierung mag nur eine Aenderung der Taktik zu erblicken sein, die darauf hinausläuft, Zeit zu gewinnen und in dieser Zeit die militärische Fähgkeit Frankreichs mit allen Mitteln weiter zu verstärken. Dann würde Frankreich schon bald einen neuen Grund gefunden haben, sich irgendwelchen Abmachungen zu entziehen und den gefährlichen Weg einzuschlagen, den der französische Generalstab als den einzigen ansieht, den Frankreich zu gehen vermag. Solange Frankreich nicht grundsätzlich umlernt, solange nicht der befreiende Entschluß geboren wird, zu dem Adolf Hitler das Nachbarvolk in seiner großen Reichstagsrede aufrief, solange wird das große Fragezeichen am politischen Himmel Europas stehen. Frankreichs Garaniiewünsche. Ein gegenseitiges Unterstützungsabkommen Paris, 3.April. (DNB. Funkspruch.) Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Senats, Henry Berönger, schreibt in Der „Agence Eco- nomique et Financiere“ im Zusammenhang mit Der Brüsseler Reise des französischen Außenministers, wie man bestimmt annehmen könne, seien die französische und die belgische Regierung sich über folgende drei Punkte einig : 1. daß die etwaige Aufrüstung Deutschlands eine Gefahr darstelle, 2. daß ein Rüstungswettlauf eine mindestens ebenso große Gefahr bedeute, 3. daß das beste Mittel, diesen Gefahren vor- z u b e u g e n , in dem Abschluß eines Abkom- mens bestehe, das sowohl Kon troll- als auch Durchführungsgarantien vorsehe. Verenger fügt hinzu, Daß b esondere Durchführungsgarantien unerläßlich seien. Die Kontrolle (E r n ft U 6 e t oor feiner neuen Curtiß-Maschine, mit der er tn Berlin die pfyan aftifdjften fflieqer.Mtrobntentunftftücfe noUfüljrte. Übet hat dieses amerikanische Flugzeug >m Austrage des Reichsluftfahrtministers Göring aus Amerika herubergebracht. tützung gelangen, Das sowohl militärischen als hinauf und kommt endlich mit donnerndem Gebrüll auf die Erde. Eine Flugoorführung Udets mit dieser Maschine ist ein ganz eigenartiges Erlebnis, etwas, was man noch nie gesehen hat. Hier ist das große fliege- rische Können des Meisters mit einer bis ins Höchste gesteigerten Leistungsfähigkeit des Apparats vereint zu einer fast vollkommenen Beherrschung der Luft. 250000 Besucher beim Volksflugtag auf -em Tempelhof. Auf dem von NSBO., Deutsche Arbeitsfront und NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Ostersonntag veranstalteten Volksflugtag auf dem Flugplatz Tempelhof wurden rund 120 000 zahlende Besucher gezählt. Hinzu kommt schätzungsweise mindestens die gleiche Zahl derer, die keinen Einlaß mehr fanden und zusammen mit den Zaungästen auf dem gewaltigen Gelände rings um den eigentlichem Flughafen das große Erlebnis dieses Tages genossen. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man Vertreter fast aller Behörden, viele hohe SS.- und SA.-Führer, hervorragende Vertreter der politischen Organisationen des Luftsports, der Flugsportverbände, der Lufthansa, die Luftfahrts- attachäs fast aller diplomatischen Vertretungen sowie viele bekannte Kriegs- und Sportflieger. Unter anderen bemerkte man die Staatssekretäre Milch und Grauert. Auch der ehemalige Kronprinz war erschienen. Schließlich sah man 800 „Kraft durch Freude"-Fahrer aus Bayern. Die Kunstflüge des Altmeisters Ernst Übet leiteten das eigentliche Programm ein. Dann sprach der Treuhänder der Arbeit Johannes Engel über die Bedeutung der deutschen Verkehrs- und Sportfliegerei. Geschwaderrundflüge mit Großflugzeugen der Deutschen Lufthansa, Luftexerzieren eines aus fünf Klemm-Flugzeugen bestehenden Geschwaders des Deutschen Luftsportoerbandes wechselten dann einander ab mit Kunstflügen mit Gert Achelis und Altmeister Udet am Steuer. Abschließend führte Flugkapitän Untucht das große H e i n k e l - V e r k e h r s f l u g z e u g „H. E. 70" mit seinem einziehbaren Fahrgestell vor, das sieben Weltrekorde hält und eine Reisehöchstgeschwindigkeit von 370 Stundenkilometern erreichen kann. Eine Erinnerung an den Suhrkamps. Bei Krupp wird eine Gedenktafel für die Toten des Karsamstag 1923 geweiht. .Essen, 31. März. (DRB.) Zum elften Male jährte sich am 31. März der blutige Karsamstag des Jahres 1923, an dem mitten in der Kruppschen Gußstahlfabrik 13 Werksangehörige durch französische Kugeln getötet wurden. Auf dem Ehrenfriedhof erinnert ein würdiges Denkmal an die Toten. Künftig wird auch an der Todesstätte die Erinnerung an die Gefallenen jenes Karsamstags 1923 durch eine Gedenktafel wachgehalten. Bei der feierlichen Enthüllung der Ehrentafel, die unter Teilnahme der Werksleitung, des Betriebsrats, der Betriebsoertreter, von Angehörigen der Gefallenen und Verwundeten jenes Tages am heutigen Karsamstag erfolgte, führte Dr. Krupp do n Bohlen und Halbach in seiner Ansprache u. a. aus: Elf Jahre sind verflossen seit jener unglücksreichen Stunde, seit jener bösen Zeit, da fremde Bajonette unser Revier beherrschten, ja heute empfinden wir klarer das, was wir damals nur ahnen konnten, aus t i e f - st em Leid kommt auch die Höch st e Kraft. Gerade in der schwersten vaterländischen Rot sind jene schöpferischen Kräfte erwachsen, die seither zu Gesundung und Wiederaufstieg führten. So ist auch das Blutopfer unserer Werkskameraden ein Bau st ein zu Deutschlands Befreiung, zu Deutschlands Zukunft geworden. Die Tafel bleibe uns allen Mahnung zur vollsten Pflichterfüllung im Dienste unserer Werksund unserer Volksgemeinschaft. Lassen Sie uns in stillem Gedenken unsere Herzen und Sinne auf unsere gefallenen Kameraden lenken. Unauslöschlich bleibe die Erinnerung an die Toten, wir wissen: auch sie „marschieren im Geist in unseren Reihen mit". Während das Lied vom guten Kameraden erklang, senkten sich die Fahnen der NSBO. Für die Belegschaft sprach der Vorsitzende des Kruppschen Arbeiterrates Pg. Klammer, der an die furchtbare Zeit erinnerte, als französische Truppen in das Ruhrgebiet einbrachen und das Werk, in dem friedliche Arbeit geleistet wurde, unter mutwilliger Bedrohung besetzten. Wir wollen, rief er aus, den Tod unserer Kameraden nie vergessen. Ihr Tod sei das Symbol für uns. Ihnen rufen wir über das Grab hinaus zu: Euer Tod gab uns den Glauben an unsere Kraft wieder — Ein dreifaches Sieg- Heil auf den Führer und der Gesang des Deutschlandliedes und Horst-Wessel-Liedes beschlossen die Feier. Schwere kommunistische Bluttat im Saarqebiet. Guedingen. 3. April. (DRB. Funkspruch.) Am Osterfonnlagabend wurde der Eitler junge Wi. eit zur Heimatkirche uni) zu In acker der gab zur der men wurde. Sechs Opfer den Ergebenheitstelegramme gesandt. Lin SA-Mann von einem Wanderburschen eines grauenvollen Raubmordes in USA. Aufsehen erregt in Neuyork ein sind größtenteils unter- ) nicht damit, daß Men- Unglaubliche Zustände in österreichischen Konzentrationslagern Ende Mai dieses Jahres soll erstmals Gelegenheit geben, eine künstlerische Veranstaltung größeren Formats im Münchener Künstlerhaus zur Durchführung zu bringen. erstochen. Tirschenreuth in der Bayrischen Ober- Deutschland ab. An den von Hindenburg Hitler, Reichsbischoff B e r l i n, 27. März. (DNB.) Der Leiter Personalabteilung des Reichspostministeriums Zahlen über die Auswirkungen des Gesetzes Wiederherstellung des Berufsbeamtentums bei Deutschen Reichspost. Danach wurden entlassen bzw. zur Ruhe gesetzt 230 Beamte des höheren Dienstes (13,2 v. H. des höheren Dienstes), rund 2000 Beamte des gehobenen mittleren Dienstes (5 v. H.). 1900 Beamte des weiblichen Dienstes (6,2 v. H.) und 3700 Beamte des unteren Dienstes (3,2 v- H ). Ungeheueres grauenvoller Raubmord, der sich in dem am Stillen Ozean gelegenen Staat Washington in der Nähe der Stadt Bremerton abgespielt hat. An worden. Die letzten Wagen des Zuges wurden von der Rangierlokomotive zertrümmert. Etwa 50 Personen wurden verletzt, davon 14 so schwer, daß sie ins Hospital gebracht werden mußten. Ein Teil der Verletzungen ist darauf zurückzuführen, daß der Zug sich gerade aufeinem Viadukt befand, so daß Holz- und Eisenteile von den zertrümmerten Wagen zwischen die Straßen- Passanten hinunterstürzten. Unter den 600 Fahrgästen befanden sich viele Adventisten, die am Nachmittag an einer großen Versammlung in der Albert- Hall teilnehmen wollten. Nach dem Zusammenstoß knieten die Adventisten, insbesondere viele Frauen, auf offener Straße nieder, um im Gebet für das Wunder ihrer Rettung zu danken. Ein zweiter Eisenbahnunfall hat sich bei Glasgow zugetragen. Dort fuhr eine Lokomotive von hinten in den letzten Wagen eines Personenzuges hinein und beschädigte ihn erheblich. 21 Personen wurden verletzt, von denen sechs ins Krankenhaus gebracht werden muhten. Bei Hulmfirth in Porkshire wurden bei einem Z u - sammenstoß zweier Kraftwagen fünf junge Männner getötet und drei leicht verletzt. Blutiges Unterwelt-Drama in Marseille. In einer übelbeleumundeten Bar von Marseille wurden drei Männer von vier plötzlich eintretenden Personen niedergeschossen. Die Täter sind unerkannt entkommen. Die Bluttat, die man zunächst mit der Prince-Angelegenheit in Zusammenhang brachte, scheint ein Racheakt rivalisierender Zuhälter zu sein. In der Nacht zum Ostermontag wurde nämlich auf einen gewissen D a l e st in Marseille ein Messeranschlag verübt. Auch hier ist der Täter noch unbekannt. Die Polizei vermutet daher, daß die Unterweltler Dalest u m - bringen wollten, weil er Verrat geübt haben soll, als er von der Polizei als Zeuge über die Ermordung der drei Marseiller vernom- Oie Auswirkung des Beamtengesetzes bei der Reichspost. ^eickspräfidenten den Reichskanzler Adolf , , , .. Müller, sowie an den Gustav-Adolf-Derein wur- pfalz wurde der verheiratete SA.-Mann Uebel- oon dem auf der Wanderschaft befindlichen Waschgelegenheit sei äußer st primi- t i v und entbehre des warmen Wassers. Daß nur eine Toilette für die elf Erkrankten zur Verfügung stehe, habe die unerträglichsten Folgen gezeitigt. Da die Gefahr bestehe, daß die Erkrankten weiteren Schaden durch Erkältung usw. erleiden könnten, müßte vom Bundeskanzleramt eine sofortige A b st e l l u n g dieser Zustände verlangt werden. Der Delegierte des amerikanischen Hilfskomitees für Zentraleuropa, G i l d e m e e st e r, der die Absicht hatte, die Konzentrationslager zu besichtigen, erklärte, für die Befreiung der politischen Gefangenen ohne Unterschied von Partei und Richtung tätig sein zu wollen. Diese Aktion sei eine Vorbedingung für die Entspannung der politischen Lage. Wie verlautet, ist jedoch dem amerikanischen Delegierten eine Besichtigung der für die österreichischen Nationalsozialisten angelegten Konzentrationslager nicht möglich gewesen, obwohl die sanitären Zustände in den Konzentrationslagern sich derart verschlechtert haben das fortgesetzt zahlreiche Gefangene wegen schwerer Erkrankungen in die Hospitäler gebracht werden mußten. Insbesondere soll in zwei Konzentrationslagern eine Ruhrepide- m i e ausgebrochen sein und mehrere Nationalsozia- lichen lebensgefährlich erkrankt darniederliegen. In diplomatischen Kreisen wird daher die Frage erörert, ob nicht im Hinblick auf diese unhaltbaren Zustände ein Einschreiten des internationalen RotenKreuzes zugunsten der Gefangenen notwendig geworden sei. wartet. In diesem Jahre, das ein besonderes Schiller-Gedenkjahr ist, stehen „Kabale und Liebe", „Wilhelm Tell" und der „Prinz von Homburg" auf dem Spielplan. Den festlichen Teil der Hauptversammlung bestritt die Vortragskunst des Weimarer Ober- spieileiters und Staatsschauspielers Max Brook. Er bot selten zu hörende Proben aus Schiller, wobei vor allem die Vorlesung „Die Schaubühne als moralische Anstalt" einen tiefen Eindruck hinterließ. Die Reichskammer der bildenden Künste übernimmt das Münchener Künstlerhaus. Die Wünsche des Führers und des Reichsministers für Dolksaufklärung und Propaganda erfüllend, übernimmt die Reichskammer der bildenden Künste am 1. April 1934 das Münchener Künstlerhaus. Das Münchener Künstlerhaus soll zu den Veranstaltungen mehr repräsentativer Art den Rahmen geben, während die Geschäftsstelle in Berlin mehr der Sitz der geschäftlichen Zentrale sein soll. Die Einberufung des Verwaltungsbeirats der Kammer Aus aller" Ein Aprilscherz. Unsere Leser werden sich wohl Gedanken gemacht haben über die seltsamen „M enschenwelle n", denen man, wie im Bild in unserer Osternummer berichtete, in Island auf die Spur gekommen sein will. Inzwischen hat es sich herausgestellt, daß auch in Island die elektrischen Ausstrahlungen des Menschen vorerst nur am 1 April photographiert werden können und die Theorie Professor Kohlmanns, der die Wellen nach den menschlichen Charakteren klassifizierte, leider „gekohlt" ist. Vulkanausbruch auf Island. Wien, 31. März. Von elf im Wiener Neustädtischen Hospital untergebrachten Gefangenendes Wöllersdorfer Konzentrationslagers ist an das Bundeskanzleramt ein Schreiben gesandt worden, in dem es u. a. heißt, daß die rsache der Erkrankung, ohne Zweifel in den unhygientschen Zuständen des Lagers und der Verpflegung liegt. Während die zuerst in das Krankenhaus Eingelieferten in ordentlichen Spitalräumen untergebracht wurden, mußten nach Einlieferung der letzten Erkrankten sämtliche Kranken in eine Notbaracke übersiedeln. Die Unterzeichneten protestieren schärf st ens gegen diese Art der Unterbringung, die den einfachsten Begriffen der Hygiene und der Krankenfürsorge widerspricht. Die Baracke, in der sie untergebracht sind, ist eine Notbaracke mit einfachen Preßspannwänden, sehr zugig und in der Nacht ä u ß e r st kalt. Die Heizung wird durch zwei kleine eiserne Oefen versehen, die viel Staub und Ruß erzeugen. Die Kranken können nicht genügend mit Tee und Wärmflaschen versorgt werden, da die Baracke über keine Kochgelegenheit verfügt. Es lagen sechs Leute mit Bauch- und Magenkrämpfen darnieder und für diese standen nur zwei Wärmflaschen zur Verfügung. Eine besondere Ungeheuerlichkeit stelle es dar, daß die T o i l e t t e n a n l a g e jeder Hygiene Hohn spreche. Sie befinde sich in einem kleinen Vorbau der Baracke, habe keine Wasserspülung und noch nicht einmal eine Senkgrube. Die Luft in der Baracke sei dementsprechend ekelerregend. Auch die schwefelhaltiger Asche bedeckt. Man fürchtet, daß durch die Asche die D e g e t a t i o n in dem betroffenen Gebiet stark in Mitliedenschast gezogen wird. Der Breite-Fluß, der infolge des Schmelzwassers bereits am Samstag aus den Ufern trat, soll inzwischen eine Breite von zehn Kilometer erreicht haben. Es bildeten sich verschiedene Nebenarme des Flusses. Mächtige Eisblöcke wurden vom Hochwasser talwärts getragen. (Ein deutsches Heim in Syrien. In Beiruth fand die Weihefeier des Heimes für den Stützpunkt Syrien der NSDAP, statt. Der Leiter des Stützpunktes Pg. Korvettenkapitän a. D. Rooden-Bock sowie Dizekonsul Dr o o n W a l t h e r als Vertreter der Reichsregie- runa und Pg. Christian Bitzer hielten Ansprachen. Die Feier vollzog sich in sehr würdiger Form. Das neue Heim wird nunmehr den Mittelpunkt für das sehr rege Leben dieses Stützpunktes des Deutschtums in Syrien bilden. feierliche Einweihung der deutschen evangelischen Kirche in Athen. In Gegenwart des deutschen Gesandteni Ei se n . lohr des Stellvertreters des Reichsbischofs, Bischof Heckel, des griechischen Außenministers Maxim os, der Gattin des griechischen Ministerpräsidenten T s a l d a r i s, sowie zahlreicher Persönlichkeiten des griechischen Klerus und des Finanz- und Kultusministeriums fand am Ostersonntag unter feierlichem Glockengeläut die Einweihung der deutschen evangelischen Kirche statt, der.ersten und einzigen deutsch-evangelischen Kirche Griechenlands. Bischof Heckel übergab zunächst das neue Gotteshaus der Obhut der deutschen Gemeinde in Athen. In der anschließenden Predigt wies der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Dr. Kinder- m a n n u. a. auch auf die herzlichen Beziehungen der deutschen Kirche zur griechischen Orthodoxenkirche hin und legte ein freudiges Treuegelobms Metzger Kopp erstochen. Nach dem Polizeibericht hatte Kopp in einer Gastwirtschaft eine Auseinandersetzung mit der Bedienung und belästigte auch die anwesenden Gäste. Nachdem Kopp die Wirtschaft verlassen hatte, ersuchte ihn Uebelacker um seine Papiere und wollte ihn zur Polizeiwache bringen. Ohne einen Wortwechsel st a ch darauf Kopp auf Uebelacker ein und verletzte ihn durch einen Stich ins Herz tödlich. Uebelacker schleppte sich noch ungefähr 180 Meter weit bis zur Tür seiner Wohnung, wo er nach wenigen Minuten verschied. Kopp ging flüchtig, wurde aber von einer SA.-Streife aufgefunden und ins Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Der erstochene SA.-Mann hinterläßt eine Witwe und drei unmündige Kinder. Blutige Folgen einer Auseinandersetzung. In Oberhausen kam es in der Nacht zum Ostermontag auf der Ruhrorter Straße zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Motorradfahrer, dessen Beifahrer und mehreren Passanten. Als der Streit hitzig wurde, feuerte der Beifahrer zwei Schüssse ab. Der Motorradfahrer wurde in den Kopf getroffen und brach tot zusammen. Don der zweiten Kugel wurde ein Passant leicht verletzt. Der Täter wurde festgenommen. Drei Personen bei einer Segelpartie ertrunken. Bei einer Segelpartie aus dem Löwentien- S e e in Ostpreußen sind am ersten Osterfeiertag- nachmittag der Architekt Otto Born, der Zahnarzt Arnold Baumann und dessen Verlobte Gertrud Clos ertrunken. Das Boot, in dem sich fünf Personen befanden, geriet etwa 1000 Meter vom Ufer entfernt in eine Böe und kenterte. Ein Reichswehrsoldat, der den Unfall bemerkt hatte, holte Hilfe herbei. Bevor jedoch die Retter bei dem gekenterten Boot eintrafen, waren die drei genannten Personen bereits untergegangen und ertrunken. Nur mit Mühe gelang es, die beiden anderen Personen zu retten. Schweres TNolorradunglück bei Heidelberg. Auf der B e r g st r a ß e ereignete sich am ersten Osterfeiertag kurz vor Heidelberg ein schwerer Unfall. Ein aus Frankfurt kommendes Motorrad stieß mit einem Stuttgarter Personenauto zusammen. Hierbei erlitt der Fahrer des Motorrades, der 23jährige Schmuck aus Kelsterbach a. M. einen schweren Schädelbruch dem er auf der Stelle erlag. Der auf dem Sozius mitfahrende 48jährige Vater des Schmuck erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und sonstige Verletzungen; er wurde in bedenklichem Zustand ins Heidelberger Krankenhaus em- geliefert. Von den Insassen des Autos wurde niemand verletzt, doch kam der Lenker des Auto s bis zur Klärung der Schuldfrage in Haft. Er soll vorschriftswidrig gefahren sein. Fünfzig verletzte bei einem Eisenbahnunfall in einem Londoner Vorort. Auf der Nordost-Eisenbahn ist ein Zug, der Sonntagausflüglern von Nottingham nach London bringen sollte, in dem Vorort Kilburn beim Warten auf das Einfahrtssignal von einer Rangierlokomotive gerammt Der im südöstlichen Teil der Insel gelegene V u l- kan Skeidar Jo ekel ist wieder in Tätigkeit getreten. Bereits End-' der vergangenen Woche konnte eine starke Veränderung am Skeidar-Glet- scher beobachtet werden. Riesige Eismassen stürzten in den Skeidar-Fluß und ließen diesen zu einem reißenden Strom anschwellen. Noch von Reykjavik aus, das etwa 250 Kilometer von dem Vulkan entfernt liegt, sah man ei-ne riesige Feuersäule zum Himmel lodern, deren Höhe am Ostersonntagabend auf mehrere tausend Meter geschätzt wurde. Innerhalb von zwanzig Minuten wurden allein 7 8 Blitze gezählt. Gleichzeitig hörte man ein unterirdisches Grollen. In der Nacht zum Ostermontag setzte ein Aschenregen ein, von dem auch der nördliche Teil der Insel betroffen werden dürfte, da sich inzwischen die Windrichtung geändert hat. Der Skeidar Fluß führt zum Teil kochendheißes Wasser mit. Die Telegraphenoerbindungen si brochen. Man rechnet jedoch schenleben in Gefahr sind, da die Gegend südlich des Vulkans nur sehr dünn besiedelt ist Am Sonntag war in Breidal der Boden dick mit einem Nebenarm des Puget-Sound in der Nähe von Bremerton besaß der Millionär Frank F. Leider eine große Villa mit Park. Am Ostersonntag wurden nun der Besitzer, seine Frau, das Dienstmädchen und drei Herren, die zu Ostern als Gäste geladen waren, ermordet aufgefunden. Das Innere des Hauses bot einen furchtbaren Anblick. Offenbar haben sich die überrumpelten Hausinfasfen noch zur Wehr gefetzt. Sämtliche Wände des Zimmers waren mit Blut bespritzt. Die Leichen der Opfer waren entsetzlich entstellt. Anscheinend ist auf sie in der brutalsten Weise eingeschlagen worden, ehe sie dann ein Schuß van ihrem Leiden erlöste. Auf Grund der ersten Ergebnisse der polizeilichen Nachforschungen nimmt man an, daß zwischen der Bluttat und ihrer Entdeckung etwa 36 bis 48 Stunden verflossen sind. Sämtliche Räume waren o e r m ü ft e t. Schränke und Behälter erbrochen und ausgeräumt. Die Räuber hatte ihre Opfer nicht nur an Händen und Füßen gefesselt, sondern ihnen auch, um sie am Schreien zu hindern, den Mund mit Heftpflaster- i streifen zugeklebt. Die Türkei will Jnsull an Amerika ausliefern. Wie Reuter aus Ankara meldet, hat das türkische Kabinett am Montag beschlossen, dem Ersuchen der amerikanischen Regierung nachzukommen und den Millionenbetrüger Insul! auszuliefern. Das Gesuch Jnsulls, auf den Dampfer „Maiotis" zurückkehren zu dürfen, wurde abgelehnt. Jnsull war am Nachmittag des Ostersonntags vor einem türkischen Gericht verhört worden. Ein Vertreter des amerikanischen Konsulats war bei dem Verhör nicht zugegen. Das Gericht hatte festgestellt, daß Jnsull st a a t e n l o s sei, da er keinen amerikanischen Paß, sondern lediglich einen griechischen Personalausweis besitze und schließlich erklärt, Jnsull könne gehen, wohin er wolle. Jnsull gab an, er wolle aufs Schiff zurückkehren, wurde aber in Polizeigewahrsam genommen Sein türkischer Rechtsanwalt hat Beschwerde eingelegt. (Ein Flugzeug der ,,Tscheljuskin"-Rellungserpedilion abgestürzt. Der Vorsitzende der Rettungsaktion für die „Tfcheljufkin"-Mannschaft, Kommissar Uschakow, der mit dem Flieger Lewanewski von Nome nach Kap Vankarem gestartet war, um von dort aus die Rettungsarbeiten zu leiten, ist in der Nähe von Kap Urman a b g e ft ü r 3 t. Als das von Lewanewski gesteuerte Flugzeug in eine Nebelbank geriet, stieg der Pilot bis zu etwa 2500 Meter Höhe. Dort über» zog sich die Maschine innerhalb von zehn Minuten miteinerdicken Eiskruste, begann die Geschwindigkeit zu verlieren und zu stürzen. Dem Piloten gelang es, noch im letzten Augenblick das Flugzeug abzufangen und eine Katastrophe zu verhindern. Lewanewski trug nur einige Verletzungen im Gesicht davon, während Uschakow unverletzt blieb. — Wir aus dem Lager Prof. Schmidts gemeldet wird, unternahm der im Lager befindliche Flieger Babuschkin die ersten Probeflüge mit dem Kleinflugzeug, das bei dem Untergang der „Tscheljuskin" geborgen wurde. Die Flüge sind gut verlaufen, obwohl die Maschine sehr gelitten hatte Der geplante Flug Babuschkins an die Küste mußte jedoch wegen Verschlechterung des Wetters verschoben werden. Ein mandschurischer Güterzug von Banditen aus- geplündert. 30 Banditen eröffneten auf einen Güterzug ein Gewehrfeuer, nachdem sie ihn durch Zerstörung des Gleises zum Entgleisen gebracht hatten. Sie überwältigten die militärischen Begleitmannschaften und nahmen sie als Gefangene mit, nachdem sie den Zug beraubt hatten. Zwei Personen wurden bei dem Ueberfall getötet und viele verwundet. Abenteuerliche Ballonfahrt zweier französischer Ingenieure. Eine abenteuerliche Ballonfahrt, die am Montagabend in Candas bei Amiens ihren Abschluß fand, haben zwei französische Ballonfahrer hinter sich. Zwei junge Ingenieure waren am Ostersonntag in d e r Nähe von Amiens aufgestiegen, ohne anscheinend über besondere Erfahrungen auf dem Gebiete der Ballonfahrt zu verfügen. Als sie in den Abendstunden in unmittelbarer Nähe von Amiens landen wollten, stießen sie m i t d e r G 0 n - del gegen eine elektrische Leitung. Der Anprall war so heftig, daß einer der beiden Insassen, der als einziger einige Führerkenntnis be- saß, herausgeschleudert wurde. Der Ballon, der dadurch wesentlich erleichtert war, gewann sofort wieder an Höhe und trieb d i e ganze Nacht über der Gegend einher. Erst am Montag sackte er langsam ab. Hierbei stieß die Gondel gegen eine Baumkrone, so daß der Ballon vollkommen vernichtet wurde. Der übrig gebliebene Insasse erlitt leichte Verletzungen, konnte sich aber noch zur nächstliegenden Gendarmeriestation begeben, wo er Bericht über seine abenteuerliche Fahrt erstattete. Die Leiche seines unglücklichen Begleiters wurde nach langem Suchen gefunden. Schwere Unfälle in den bayerischen Bergen. Der 24jährige Mechaniker Johann Maier aus Stuttgart stürzte am Ostersonntag bei einer Besteigung des etwa 1900 Meter hohen Aagenstein ab und blieb mit schweren inneren Verletzungen und einer schweren Kopfwunde liegen. Noch auf dem Transport in das nächste Krankenhaus ist der Verunglückte gestorben. Arn Ostersonntag verstiegen sich zwei Bergsteiger aus Frankfurt am Main in den sog. Seewänden bet Ober st darf im Allgäu. Auf ihre Hilferufe, die in Eythalhaus gehört wurden, wurde eine Rettungsmannschaft alarmiert, der es gelang, die Bergsteiger am nächsten Morgen zu bergen. Die alpinen Sanitätsmannschaften wurden während der Feiertage auch ins Kleine Walfertal gerufen, wo zwei Skiläufer aus Stuttgart bei einer Skiabfahrt Beinbrüche erlitten hatten. Im Ne - belhorn- Gebiet trugen drei Skifahrer am Ostersonntag Schenkel- und Armbrüche davon. Durch Rauchen von Kindern 28 Bauernhöfe eingeäscherl. In einem Dorfe in der Nähe der ungarischen Stadt Miscolcz rauchten Kinder in einem Wirtschaftsgebäude, während sich die Eltern in der Kirche befanden. Das Wirtschaftsgebäude geriet durch ein fortgeworfenes Streichholz i rt Brand. Das Feuer breitete sich infolge starken Windes rasch aus. Es entstand ein riesiges Flammenmeer, in dem insgesamt 28 Bauernhöfe vernichtet wurden. Ein Bauer erlitt bei den Löscharbeiten erhebliche Verletzungen, die zum Verlust des Augenlichtes führten. Gegen die Eltern der Kinder ist wegen Fahrlässigkeit eine Untersuchung eingeleitet worden. Schwerer Bombenanschlag aus persönlicher Rache. In der südbulgarischen Ortschaft M a b a n wurde in der Nacht zum Ostermontag ein schwerer Bombenanschlag verübt. Die Täter warfen in die Wohnung des Bauern Museff drei große Bomben, die das Haus fast vollkommen zerstörten. Museff und seine Frau wurden in schwerverletztem Zustand aus den Trümmern gezogen. Der Frau war durch einen Bombensplitter ein Arm abgerissen worden. Die Polizei konnte die Täter — zwei Ortsbewohner — fest- nehmen; sie wollen aus persönlicher Rache gehandelt haben. Drei Fremdenlegionäre bei einem Kraftwagenunglück In Marokko umgekommen. In Agadir (Marokko) raste ein Militärkraft, wagen kurz vor der Einfahrt in die Stadt gegen einen Baum und stürzte in einen tiefen Graben. Die Insassen, drei Fremdenlegionäre, Meyer, Lebe! und Bindijonk, wurden auf der Stelle getötet. Erhöhte Bautätigkeit Der Umsatz im Baugewerbe um mehr alS die Hälfte gestiegen. Die Arbeirsbeschaffungsmaßnahmen der Regierung Hitler waren u. a auch daraus bedacht, das Baugewerbe als Lchlüisel- aeroerbe wieder in Gang zu bringen. Gegen- über dem Jahre 1928 waren die Umsätze in der Bauwirtschaft zur Zeit der Re- gierungsübernahme Hitlers auf den Merten Teil gesunken. Im vierten Vierteliahr 1933 war der Umsatz wieder mehr als doppelt so hoch. Gin Beweis dafür, daß tue Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der nationalsozialistischen Regierung m vollem Umfange erfolgreich waren. Dabei sind die Mittel, die zur Belebung des Baugewerbes zur Verfügung gestellt wurden noch lange nicht aufgebraucht. Es steht zu erwarten, daß mit Einsetzen des milderen Wetters eine weitere Belebung tm Baugewerbe eintritt. Wettervoraussage. Nach wie vor bestimmt hoher Druck unsere Wetterlage, der sich mit verschiedenen Kernen von Js- land über Skandinavien bis nach Polen hin erstreckt. Dem Jsobarenoerlauf entsprechend herrscht östliche bis südöstliche Windrichtung vor, so daß bei Zu- fuhr vorwiegend kontinentaler Luft das überwiegend sonnige und trockene Wetter noch anhält. Aussichten für Mittwoch: Ueberroiegenb heiter, vereinzelt auch dunstig oder leicht bewölkt, trocken, tagsüber warm, nachts Temperaturen stel- lenweise in Gefrierpunktnähe. Aussichten für Donnerstag: Noch keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 2. April: mittags 20,3 Grad Celsius, abends 10,5 Grad; am 3. April: morgens 2,7 Grad. Maximum 22,8 Grad, Minimum —0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2 April: abends 9,7 Grad; am 3. April: morgens 5,4 Grad. — Sonnenscheindauer 10 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiten Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. ©., sämtlich in Gieße«, Leistung der deutschen BouwirtschaFt 1933 I Vierteljahr 34,5 I Vierteljahr 43,8 U Vierteljahr 48,? 1932 E Vierteljahr 39,3 § Vierteljahr 5?,5 OLD $)ie echte und die falsche 'Doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Das Mädchen hatte in Reginas Schlafzimmer schon sauber gemacht und die Kleider und Wäsche aus dem großen Koffer in den Schrank eingeräumt. Frau Edda schloß gleich den Schrank auf und nahm ein beigefarbenes Kleid aus fließendem Crepe de Chine, das über einem Bügel hing, heraus, betrachtete es von allen Seiten. „Hübsch. Zieh es, bitte, schnell einmal an — wollen sehen, wie es sitzt." Regina wollte reden, aber sie brachte diesen fröhlichen Augen gegenüber kein Wort von dem heraus, was sie quälte. Sie entschloß sich, das Haus heimlich zu verlassen. Sie zog ihr Kleid aus, schlüpfte in das dünne andere, schaute sich dann im Spiegel an — sah, es stand ihr sehr gut... Frau von Stübnitz zupfte ihr den Scheitel tiefer, meinte: „Die Ondulation verrät die Mooshausener Herkunft, aber schönes Haar hast du. Mein Friseur kommt nachher, er soll dein Haar etwas anders schneiden und ondulieren. Wirst staunen, was der aus dem Haar macht." Sie betrachtete wieder das Kleid. „Da muß eine hübsche Perlschnalle hin. Die leihe ich dir, ich habe so eine." Sie legte ihr den Arm um die Schulter. „Ich freue mich wirklich sehr, so lieben Besuch zu haben." Regina fühlte starkes Herzklopfen. Sie litt unter der Freundlichkeit der Jugendfreundin Fritz Wolframs, und wie ein Strom brach es über ihre Lippen: „Seien Sie nicht so gut zu mir — ich bin ja gar nicht, die ich scheine, bin eine ganz andere..." Frau von Stübnitz hielt ihr scherzhaft leicht den Mund zu. „Weiß schon, weiß schon, Doralies — dein Vater schrieb mir ja ganz ehrlich, was du für ein unberechenbares Müdel wärst. Aber bis jetzt merken wir nichts davon. Du bist allerdings erst seit gestern abend im Hause. Und so schlimm ist das doch auch nicht, liebes Kind. Gib dir nur etwas Mühe, dann schleifst du dich schon ab. Ich habe keine Angst vor deinen Extravaganzen, du siehst gar nicht danach aus. Mooshausen ist ein bißchen öde und langweilig, da hast du für Abwechslung gesorgt. Und in solchen Nestern wird auch übertrieben. Ich kenne das aus meiner Jugend. Da sitzen denn die Frauen zusammen, reihum bei den Freundinnen, trinken Kaffee, essen Kuchen und machen Handarbeiten. Sie sticken und häkeln, und bei jedem Stich, den sie machen, bet jeder Masche, die ihr eifriger Haken pack», ziehen sie über den lieben Nächsten her, Mu , ii aus einer Mücke einen Elefanten und sticken und häkeln Tratsch und Unfrieden zusammen. Da bist du durchgehechelt worden, und dein bißchen junge Fröhlichkeit wurde ganz falsch beurteilt. Laß, Kind, du bist nicht viel anders, als du aussiehst; deine Jugend hat sich nur gegen die Stille und die Klatschweiber von Mooshausen gewehrt. Als» in meinen Augen bist du keine andere, als du scheinst. Beschuldige dich nicht weiter selbst. Ich schicke dir nachher den Friseur herauf, mit mir hat er heute wenig Arbeit." Sie gab Regina einen scherzhaften Backenstreich: „Man sieht es dir nicht an, das Auf-die-Bäume-Klettern und dergleichen — siehst eher aus wie ein griechischer Jüngling mit deinen gradlinigen Zügen. Nachher müssen wir übrigens deinem Vater telegraphisch deine gute Ankunft melden." Regina hatte jetzt den Mut zur Wahrheit endgültig verloren. Bei erster Gelegenheit mußte sie eben heimlich fort. Jetzt wollte sie noch bleiben; es war so schön hier. Die gütige Frau, die bequemen Zimmer, die Aussicht auf den kommenden Abend ... Warum stand mit einem Male Peter Konstantins Bild vor ihr? Sie fror plötzlich. — Was würde er von ihr denken, wenn er wüßte, daß sie eine Betrügerin war? * Doralies war nach ihrer Rückkehr von Karlsruhe gut und heimlich wieder ins Schlößchen gelangt. Sie saß oben hinter verschlossener Tür mit ihrem getreuen „Hänschen" beisammen und berichtete, daß bisher alles geklappt hatte. Sie sagte lächelnd: „Bis Montag früh halte ich mich gut versteckt, und sobald Vati Montag früh abgereist sein wird, kann ich mich in allen Räumen und dem Park bewegen, wie ich mag, außer den paar Stunden, wo das Mädchen, die Suse, im Hause ist." Frau Hensel berichtete Doralies, der Vater sei schon sehr früh zur Ruhe gegangen; anderntags wolle er aber zeitig mit dem Einpacken beginnen und nachmittags noch ein paar Abschiedsbesuche machen. Doralies war erst nach elf Uhr heimgekommen, jetzt schlug es halb eins. Da ging Frau Hensel, versprach ihr das Frühstück am Morgen sofort zu bringen, sobald sie es unauffällig wagen könne. Doralies schlief ausgezeichnet, weder beim Einschlafen noch beim Aufsteigen beschwerte sie die geringste Reue. Gegen neun Uhr erschien Berta Hensel mit dem Frühstückstablett und erzählte: „Dein Vater packt schon, befindet sich in bester Stimmung und sagte: Jetzt hat mein Mädelchen schon eine Nacht in Berlin hinter sich. Hoffentlich meldet sie bald ihre gute Ankunft!" Sie war ein bißchen nervös. „Ich will lieber gleich wieder hinuntergehen, falls er etwas wünscht. Wir müssen sehr vorsichtig sein." Gegen ein Uhr brockte sie das Mittagessen; ihr Gesicht sah ganz verstört aus. Doralies fragte ein wenig erschreckt: „Was ist dir denn, Hänschen? Irgend was stimmt doch nicht mit dir." Die Aeltere stellte das Essen zurecht, murmelte: „Nun ist das Unglück da — hätte ich mich doch nur nicht auf den Unfug eingelassen." Doralies fragte lebhaft: „Was denn für'n Unglück? Unke doch nicht bloß, Hänschen — rede lieber deutlich!" „Eine schöne Geschichte kann das werden! Dein Vater ist vorhin ausgegangen, und nun kam er eben zurück mit wieder riesig vergnügtem Gesicht und sagte zu mir: Liebe Hensel, das Allerneueste! Ich packe wieder aus, denn unterwegs fiel mir ein famoses neues Romanthema ein, und der Roman soll hier spielen. Also bleibe ich vorläufig an Ort und Stelle. Meine Reise werde ich bis zum Frühling verschieben und dann Doralies mitnehmen. Bis dahin hat Frau von Stäbnitz in Berlin sicher schon eine richtige junge Dame aus ihr gemacht." Sie sprach ganz weinerlich. „Nu haben wir die Pastete! Was sollen wir jetzt anfangen? Hast du Mut, runterzugehen und zu sagen: Ich bin noch hier, ich bin gar nicht abgereift nach Berlin! Hast du den Mut, deinen Vater nach Berlin an Frau von Stäbnitz schreiben zu lassen: Meine Tochter hat wieder mal was ganz Tolles eingefädelt, die Berliner Doralies ist eine falsche." Sie wiederholte betont: „Hast d u den Mut?" Doralies hatte mehrmals die Farbe gewechselt, jetzt machte sie ihrem Herzen Lust: „Das ist wirklich ein ordentlicher Schlag ins Kontor. Wer konnte auch so was ahnen! Ich hätte Vati doch für ein bißchen zuverlässiger gehalten. Wie kann er uns so. einen dicken Strich durch die Rechnung machen!" Sie zuckte die Achseln. „Was soll man tun? Ich weiß so schnell auch keinen Rat. Ein Glück nur, daß Reginas Briefe an mich unter deinem Namen kommen." Sie lachte schon wieder. „Bange machen gilt nicht! Wir werden uns schon aus der dummen Geschichte rauswurschteln. Aber ich muß erst in Ruhe überlegen, Hänschen." Sie warnte: „Tue harmlos, Hänschen — wenn du aussiehst wie jetzt, merkt Vati sofort, daß da was nicht stimmt." Ihr „Hänschen" aber konnte nicht so schnell harmlos tun, ihr „Hänschen" war aufs äußerste verdattert, keuchte, von kurzen, abgerissenen Atemstößen unterbrochen: „Daß ich zu solchem Schwindel mitgeholfen habe, werde ich mir nie vergeben. Nie!" Das letzte Nie klang wie ein heiserer Schrei. Doralies machte warnend: „Pscht!", raunte: „Liebstes, bestes Hänschen, sei doch nur ruhig. Es ist ja alles gar nicht schlimm." Sie umfaßte sie. „Was hat sich denn groß verändert? Weiter nichts, als daß Vati nicht weggereift und ich nicht ganz so frei im Hause bin, wie ich wäre, wenn er verreiste. Aber es geht auch so! Vati macht oft weite Spaziergänge; wenn er zurückkommt, drückt er dreimal draußen auf den Klingelknopf — er nimmt ja nie den Schlüssel mit. Und so wissen wir genau, wann ich mich nach hier oben verziehen muß. Hier rauf kommt er wohl überhaupt nicht. Im Notfälle, wenn er viel zu Hause bliebe, werde ich nachts ein bißchen im Park spazierengehen und Luft schnappen. Das mit Lutz wird von Vatis Hierbleiben nicht berührt, das mußt d u ja sowieso deichseln. Zu seiner Mutter dürfte i ch doch nicht gehen, wenn sie auch ganz nahe wohnt. Außer dir und Lutz braucht niemand von meinem Hiersein zu wissen." Sie tröstete: „Beruhige dich doch, Hänschen — es besteht keinerlei Gefahr." Was blieb der gutmütigen Frau anders übrig, als die veränderte Sachlage mit den Augen ihres Lieblings anzusehen. An diesem Tage berichtete sie Doralies aber noch, daß eine Depesche aus Berlin angekommen, durch die Frau von Stäbnitz die gute Ankunft der falschen Doralies mitteilte, und daß ihr Vater eine Depesche fortgeschickt, in der er nach Berlin meldete, er blieb zunächst in Mooshausen. Doralies fand die Situation zunächst eher belustigend als beunruhigend. Tagsüber lag sie auf dem Sofa oder im Bett und las; spätabends, wenn ihr Vater schon schlief, schlüpfte sie durch die Hintertür in den kleinen Park, der sich an der Rückseite des Schlößchens hügelabwärts hinzog. Sie liebte den alten Park schwärmerisch, hatte schon in Kindertagen feste Freundschaft geschlossen mit all den Sandsteinfiguren, die grau und verwittert hier heimisch waren seit ein paar hundert Jahren. Seit die verwitwete Erbprinzessin eines kleinen, längst erloschenen Fürstenhauses das Schlößchen erbauen ließ, um hier, abseits von allem Hofzeremoniell, auszuruhen von einem oben, in Pflichten und kalten Glanz eingezwängten Leben. Doralies huschte wie ein Nachtspuk durch den Park, stand im Mondschein vor den alten Figuren, streichelte sie, flüsterte ihnen zu: Nun kommt Lutz bald! Lutz!, das war der Gedanke, an den sich Doralies klammerte, wenn ihr die Aussicht, monatelang so versteckt weiterleben zu müssen, wenig angenehm schien. Lutz! Der Name war für sie wie eine strahlende Sonne, die hoch oben an ihrem Himmel stand und ihr leuchtete. Sie wußte, ihr Vater wäre wenig erfreut darüber, wenn er wüßte, daß sie Lutz lieb hatte, so über alles lieb. Vater war förmlich eifersüchtig, und er hatte einmal zu Berta Hensel gesagt: „Gut, daß Lutz Gärtner so weit weg kam; die Freundschaft mit Doralies gefiel mir ganz und gar nicht. Ich möchte nicht, daß sich da was anbändelt; für meine Einzige ist mir so leicht keiner gut genug! Außerdem hat mich fein Vater schwer beleidigt." (Fortsetzung folgt.) Von der Reise zurück Wir haben uns verlobt 2035D llllllllllllllllllilllllllllll ÄKMMM Gießen, Wetzlarer Weg 17 Saiger Ml!« 01782 tiges 2033D 01781 Das Hei malbuch vom deutsche nWalde! 2. 3. preis in Leinen R M. 4.80 vor- Verklhi fe WliWllg Erdal ■y mit guten Zeugnissen ges. 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In nichtgeschlossenen, in den Feldgemarkungen liegenden Gehöften sind Hunde festzulegen (anzuketten oder einzusperren), so daß sie die Gehöfte nicht verlassen können. In tiefer Trauer: Margarethe Renner, geb. Rinn Familie Adolf Reuschling II. Familie Ernst Jung. Heuchelheim, den 2. April 1934. guteBrüterin,zu verkaufen, oirso Klein-Linden Franks. Str. 96. llllllllllllllllllilllllllllll SlMlWier Gießen. issaC Mittwoch, 1. 4., 19.30 b. 22 Uhr 25.Mittw.-Abon. Gewöbnl.Preise Katte. Vaterl.Schausp. in 5 Aufzug, von Hermann Bürte, llllllllllllllllllilllllllllll senwirk.a.i.b.hartnäck.Fäll.tobsich. u.Gar.innerh.6-6Tg.restl.m.Wurz. beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best, erb.: Lö wen-Drog.W.Kilb inner Uachf.. Selters w.6b Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Büdingen. Betr.: Der Schuh des Wildes. Auf Grund des Artikels 65 des Gesetzes, betr. die Innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen, vom 8. Juli 1911 wird zum Schutze des Wildes für den Kreis Büdingen auf die Dauer von vier Wochen bei Meldung einer Geldstrafe bis zu 90 RM. für jeden Fall der Zuwiderhandlung mit sofortiger Wirkung angeordnet: 1. In den Feldgemarkungen sowie im Walde müssen sämtliche Hunde dauernd mit festem Halsband versehen sein und an einer sicheren Leine geführt werden; bas freie Umherlaufen von Hunden ist verboten. Blutreinigung im Frühjahr mif Wacholder Medlco Hilst Krankheiten durch Ausscheidung von schädlichen Ablagerungen u. Säuren verhindern, packg. jetzt v.Rm.l.- an. Schier oteichel Medico nur in Drog. u. Apoib. erhälil., sonst durch Oifo Reichel, Alm-Neukölln. verreist vom 1. bis 10. April Vertreter: Herr Dr. Geyer Herr Dr. Wilhelm Klein Herr Dr. Mehl Herr Dr. Neumann-Spengel 2034D An die Bürgermeistereien des Kreises und den Gendarmeriebezirk Büdingen. Die Bürgermeistereien des Kreises haben ___ stehende Anordnung ortsüblich bekanntzumachen. Wir beauftragen Sie, den Befolg der Anordnung streng überwachen zu lassen. Die Polizeibeamten sind entsprechend anzuweisen. Bei Zuwiderhandlungen ist Strafanzeige zu erstatten. Wir weisen ferner darauf hin, daß bas Aufnehmen unb Arteignen von Fallwilb ober ermattetem Wilb gesetzlich verboten unb ftraftbar ist. 2032C llllllllllllllllllilllllllllll Chauffeur (Inh. v. Führer- sch.3)suchtStell. für sofort o.spät. Auch als Lagerarbeiter äugen. Schr. Ang. unter 01777 a.Gß.Anz. illllllllllllllllllllllllllll Lein1-Fräulein f. feines Ladengeschäft (sortbil- bungsschulfrei) gesucht. Schriftliche Angebote mit Abschrift des Schulzeugnisses unter 01784 an d. Gieß. Anzeig. Am ersten Osterieiertag, abends ll‘/2 Uhr, entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Jakob Renner II. Schreinermeister Im 72. Lebensjahre. ( Vereine Tnrnverein 1846 .Heute, 2O.3O Uhr in der Turnhalle tarn iHig der Tenois-Ablei ung Reu-Anrneldun- gen dort 2031D KnoblaucHeereii „Immer jünger“ geruch- und geschmacklos, vorbeugend bei Arterienverkalkung, Gicht, Nbeuma, Magen- u. Darmstör., sow. Würm Zu hab. Drog. Kilbinger, Seltersweg 69r Eentral-Drog., Schulstr.; Drog.Winterhof>',Kreuzpl.lO.i2»2l) »Das ist eine herrliche Welt! Ole beiden Kameramänner sind ihr bis in köstliche Verschwiegenheiten nahe gekommen. — Köstlich ist alles und zauberhaft schön/ Dresdner Anzeiger Verlangen Sie das bebilderte Werbeblatt Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder vom «Suso Vevmühlev Sevlag Berlin-Lichterfelde Du hast mich gefragt, wie ich immer abends noch soviel Zeit finde, Gartenfachblätter und Gartenbücher und anderes zu lesen, trotzdem mein Garten stets sauber und in Ordnung ist. Und du wirst mit der Arbeit nie fertig? Dann opfere doch einfach einmal 50 Pfg. und besorg dir das famose Wolf-Gartenbuch „Bodenpflege und Unkrautvertilgung'*. Wenn du das gelesen hast, kennst du mein Geheimnis. Herzliche Grüße, auch an Anna Dein Fritz. Das oben erwähnte Buch ist für 50 Pfennig zu haben bei J. B. Häuser, Gießen Am Oswaldsgarten 2Q40a Ruf Nr. 2145/2146 . v. t ...und deshalb ein-für allemal: ■ V V Die Schuhe putzt man mit Statt Karten! Meine Verlobung mit Fräulein (SriCü (Sffef, Tochter des verstorbenen prakt. Arztes Or. An- ton Ettel und seiner Gemahlin Käthe, geb. Selchow, zu Berlin gebe ich hiermit bekannt Wilhelm Knetsch Oberleutnant im I. (Hess. Oren.) F.-R. 15 Gießen, den 3. April 1934 Die Verwendung von Hirtenhunden zur gleitung von Herden. Von Jagdhunden Polizeihunden unterliegen außerhalb der des unmittelbaren Gebrauchs den gleichen stehenden Vorschriften. . Büdingen, den 26. März 1934. Hessisches Kreisamt Büdingen: Becker. WNttWKVO« Oie Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildem 150Naturaufnahmen aus demTier-undpflanzen- leben des heimatlichenWaldes auf 128Kupfertief- drucktaseln,mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Gerhard und G. Wolfs Schlosser 27Jahre,bew.in Landmaschinen, nücht. u. fleifeig, sucht Arbeit gl. w. Art. Sehr. 2ln. u.0178oa.d.G.A Verschiedenes] WsniWen Angebote mit Zeugnisabschr. und Gehaltsansprüchen anFrau H. Schultheis, Steinfurth über Bad-Naubeim. Solides iiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiMi —---------- Gebr., gut erh. Sute Stlfrat- Dr.nieil.SdweiM homöopathischer Arzt Gießen, Bahnhofstraße 50 __________________________________2029D Mittwoch, den 4.Avril 1934,nach- inittags 2 Uhr, versteigere ick hier,Neuenweg 28, „3um Löwen" zwangsweise gegen Barzahlung: Bestimmt: 1 Feuerlöschapparat, 1 Oelspar- ap parat, versch.Reste Farben u. Ocker, 40 gr. Oel- u. Lackkannen, 1 Bogelkäfig mit Ständer, 3 gemalte Bilder, Silber- u. Metall - münzen,Arbeitsschürzen,Hand- tücher u. 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April 1934 Ur.Z7 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Hände weg vom Saargebiei und Deutschlands ältester tätiger Handwerksmeister. dürfte, was sie unternimmt. Die Skepsis über internationale Maßnahmen zur Behebung der Krise ist unterdessen im Wachsen begriffen, was sich in England vor allem in einer verstärkten Betätigung der Empire-Leute bemerkbar macht, die zweifellos glauben, daß jetzt ihr Weizen blühen müsse. So kann es gut sein, daß die sogenannte Dollarstabilisierung, die von Roosevelt gewiß auch als Beruhigungsmaßnahme gedacht war, die gegenteilige Wirkung hat — weil die Amerikaner zu sehr an sich und zu wenig an die übrige Welt gedacht haben. neues System von Handelsverträgen aus Gegen- eitigkeit setzen, das aber erst erprobt werden muß. Man versteht es daher, daß die öffentliche Meinung in England äußerst beunruhigt ist, und daß kündig neue Gerüchte von London aus um die Welt laufen, wie zum Beispiel das zweifellos ver- rühte, daß der amerikanische Sonderbotschafter Child den Auftrag habe, eine neue W e l t - Wirtschaftskonferenz vorzubereiten. So weit ist es zweifellos noch nicht, da sich die englische Regierung vorerst kaum darüber schlüssig sein Wissen Sie den Unterschied zwischen einem Kalbskotelett und einem Schweineschnitzel? Wissen Sie, wie man einen Gast allein und in Damengesellschaft begrüßt? Wissen Sie, daß es ungeheuer wichtig werden kann, die Zubereitung von Mayonnaise auswendig zu kennen? Der Schreiber dieser Zeilen hätte sicherlich auf diese Fragen niemals eine Antwort gewußt, wenn er nicht zufällig vor wenigen Tagen in einen großen, im Norden der Reichshauptstadt gelegenen Saal geraten wäre, wo diese Fragen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung haben. Bon ihrer Beantwortung hängen Lebensschicksale ab. Der Reichseinheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes veranstaltet nämlich zur Zeit in ganz Deutschland Prüfungen für ungelernte Kellner, um diesen Berufszweig von ungeeigneten Elementen, die in den letzten Jahren in dieses Gewerbe hineingekommen sind, gründlich zu säubern. Der deutsche Kellner soll wieder das gleiche Ansehen erlangen wie vor dem Kriege, wo man ihn für die Gaststätten der ganzen Welt suchte und seine Zuverlässigkeit schätzte. Wer in den letzten sünfJahren nicht ununterbrochen als Kellner im Gastwirtsgewerbe tätig war, darf künftighin diesen Berus nicht mehr ausüben. Er kann aushilfsweise angestellt werden und auf einem an- wenig zu viel von seinen Absichten für die Zukunft hätte verlautbaren lassen, als ursprünglich beschlossen war. Beinahe — aber in diesem Augenblick erschien ein junger Herr. Dieser junge Herr, durch nichts ausgezeichnet als durch seine Jugend und also für den objektiven Beobachter nichts anderes als ein durchschnittliches Exemplar seiner Generation, stürzte sich mit einem freudigen Laut des Wiedererkennens auf die Begleiterin des älteren Herrn: Lisa. Es blieb dem alteren Herrn nicht verborgen, daß die fröhliche Begrüßung ein ebenso fröhliches Echo fand. Der ältere Herr stutzte. Er vernahm die Versicherungen des jungen Herrn über den köstlichen Zufall dieser Begegnung nur' mit mißtrauisch gespitzten Ohren, und da er nun überdies den Blick bemerkte, nut dem die beiden in heimlichem Einverständnis einander zuwinkten, wurde ihm vollends klar, daß hier von einem Zufall nicht die Rede fein konnte. Der ältere Herr kam zu der Erkenntnis, daß man stch auf feine Kosten verabredet hatte. Der ältere Herr lächelte. Der ältere Herr lächelte und es war ein ein wenig verlegenes Lächeln, em Lächeln der Entsagung und auch ein Lächeln der Weisheit. Entsagung, Verlegenheit vor dem Leben und Weisheit — immer gehen ste ja Arm m Arm miteinander! Der ältere Herr war klug — o, er sah wohl, was hier vorging! Und da der ältere Herr wußte, daß er in diesem Augenblick ein ganz überflüssiger älterer Herr war, so benutzte er die nächste sich bietende Gelegenheit, um unbemerkt von den beiden, die allerdings überhaupt nichts anderes als sich selbst bemerkten, zu verschwinden. Er drückte sich heimlich m einen Seitenweg und blickte ihnen, stehen bleibend, nach. Da gehen sie, dachte der ältere Herr, und: was für eine'Dummheit hätte ich alter Esel da beinahe wieder gemacht! Ja, nun kam er sich vor wie em Narr. Und er zog sein Taschentuch, nahm den Hut ab und trocknete sich die Stirn, denn die Sonne schien ihm an diesem Tage schon ungewöhnlich warm zu sein. Der ältere Herr starrte auf eine Gruppe blauer Veilchen, die zu seinen Füßen der Erde entblühten, über ihm zwitscherte im noch unbelaubten Gezweig eines Baumes winzig ein Vogel. Und es überfiel den älteren Herrn wie von ungefähr und ganz aus heiterem Himmel die Frage, wie oft es ihm wohl vergönnt fein werde, den Frühling, diese seltsame und verzaubernde Jahreszeit noch zu erleben. Heber diesen Gedanken aber erschrak der ältere Herr, denn er wußte, daß er mit ihm jäh und unwiderruflich etwas anderes geworden war, als er bisher gewesen, das nämlich, wogegen er sich vor kurzem noch so heftig zur Wehr gesetzt hatte: ein alter Herr! Der 95jährige Karl Bohn leitet in geistiger körperlicher Frische seinen großen Betrieb als Klaviertastenfabrikant in Berlin. Der Jubilar kann noch in diesem Jahre sein 80jähriges Handwerksjubiläum feiern. Kellner fein dagegen sehr! 5000 Kellnerkandidaten werden zur Zeit in Deutschland geprüft. ihn zwischen den Fingern und verließ, leise vor ich hin pfeifend, mit federnden Schritten das Haus. Er wurde bereits an der Pforte des Parks erwartet. Der ältere Herr, sich über die Hand der jungen Dame beugend und sich wegen der Verspätung entschuldigend, erfuhr betroffen, daß nicht er sich verspätet, sondern vielmehr die junge Dame sich verfrüht habe, eine Tatsache, die ihn eine Minute lang beunruhigte. Unerträglicher Gedanke, daß sie etwa auf sein Alter Rücksicht genommen haben könnte! Da dem älteren Herrn aber zugleich zu Bewußtsein kam, daß er ja auch ein Mann mit Namen war — ein nicht unbedeutender For- schunqsreisender und vor kurzem erst aus fernen Landen heimgekehrt —, daß also solche Rücksichtnahme sich sehr wohl auf seinen öffentlichen Ruhm beziehen konnte, und da die junge Dame sich eben in dieser Minute zutraulich in seinen Arm hing und ihn aufforderte, zu erzählen, so gelang es ihm binnen kurzem, den Schatten der Sorge zu zerstreuen. Der ältere Herr also, beruhigt, erzählte, er erzählte scharmant. Er befand sich, die hübsche Zuhörerin so nahe zur Seite, in einer sonderbar glücklichen Stimmung. Kein Zweifel: der altere Herr war verliebt, so verliebt, wie nur altere Herren es zuweilen im Frühling sein tonnen, wenn die Schneeglöckchen blühen, er war verliebt und dachte nicht'an Herbst und Winter. Der ältere Herr träumte, indes er erzählte, er träumte, er sah dieses junge Mädchen, Lisa, jung wie die Primeln dort unter den Hecken, sich zur Seite gehen, kaum merkbar in seinen Arm gelehnt, daß er die schmetter- linqsleichte Last des schlanken Körpers wie eine geheime Liebkosung spürte, sah sie mit sich erngehen in seine Zukunft, seine ein wenig stille aber heitere Zukunft. Und der ältere Herr wiegte sich ein wenig, ein ganz klein wenig in den Hüften und schwenkte seinen Spazierstock und sagte: „O ja! Und nun, nach meinen Reisen, gedenke ich mich also hier am Ort niederzulassen." Nun, das war eine Andeutung, eine zarte und unverbindliche Andeutung, und niemand konnte erwarten, daß eine so gut erzogene und zurückhaltende junge Dame wie Lisa sogleich bitten wurde: „Mit mir!" Nein, niemand konnte dergleichen erwarten und auch der ältere Herr erwartete es nicht. Doch schien ihm die Frage, die m aller Offenheit gestellte Frage, ob er sich zu verheiraten gedenke immerhin nicht ohne einige Bedeutung, und als er auf sein unentschlossenes „Vielleicht und den bedenkenden Hinweis auf sein Alter unter herzlichem Lachen nun gar erfuhr, daß er ja nach in den besten Jahren sei, schien es ihm durchaus offenbar, daß man ihn verstanden hatte, vollkommen verstanden. Und beinahe wäre es geschehen, daß der ältere Herr, in befremdlicher Weise erregt, em Aelierer Herr im Frühling. Von Oiemar Moering Der ältere Herr — er befand sich an jener Grenze, die die sogenannten und viel gepriesenen besten Jahre von den grausam unwiderrruflichen des Alters trennt — stand vor dem Spiegel und zupfte an feiner Kravatte. Es gibt Situationen, Die auch älteren Herren die Verpflichtung auferlegen, ihrem Aeußeren eine sorgsame Pflege angedeihen zu lassen, und unser älterer Herr gar hatte Grund genug zu solcher Eitelkeit: stand ihm doch nichts Geringeres bevor als eine Verabredung, ein Rendezvous mit einer jungen Dame, Lisa, der Tochter eines Studienfreundes, mit welcher er sich zu einem Spaziergang durch die Anlagen des Stadtparks versprochen hatte. Nicht heimlich natürlich — wie dürfte ein solcher Verdacht wohl den älteren Herrn treffen? Der ältere Herr, wiewohl Junggeselle, war von durchaus gediegener Art und wußte, was er feinem Freunde und dessen Tochter schuldig war. Der ältere Herr bedurfte nicht der verschwiegenen Wege der Jugend, um ein Rendezvous einzuhalten, und wenn seiner Verabredung vielleicht auch gewisse Absichten zugrunde lagen, Absichten, von denen man nur andeutungsweise sprechen darf, well ihr Ziel noch einer weiteren Zukunft vorbehalten bleiben mußte, so soll man darum nicht schlecht oder mit Spott von dem älteren Herrn denken, denn auch ältere Herren haben noch eine Zukunft, solange sie nicht die erwähnte Grenze überschritten haben und alte Herren geworden sind. Unö niemand nein, niemand kann wissen, ob eme Zukunft, wie sie älteren Herren noch offen steht, eme stille also, aber sickere und friedlich hellere Zukunft eme junge Dame w7e Lisa nicht vielleicht lockte. Wer vermag dergleichen von vornherein zu bestimmen. ältere Herr also stand vor dem Spiegel, nn seiner Kravatte rückte an den Knöpfen eines tzobL und Lchtete sich eine Heine Beile. Und weil die Frühling-Ionne den Raum mit einem festlichen Schimmer schmückte u"d die fr sche Uuft würzig belebend durch das geöffnete Fenster yerem drang so fiel es dem älteren Herrn auch durchaus Nichts ein, die silbern getönten Haare an seinen Schläfen als ein Zeichen des nahen Atters zu betrachten. Waren sie nicht vielmehr eine lnterİnte Verzierung feines noch jugendlichen und elastischen Aeußeren, das durch keinen Embonpomt o . . eine andere Würbe vortäuschende Lächerlichkeit verunstaltet wurde? Der ältere Herr, m emer Laune beschwingter Fröhlichkeit, nickte f Spiegelbild, mit dem einen Auge.Ankernd, h gefällig zu, ergriff feinen Spazierstock, schwenkte England nachderSevalvalivn des Dollars. Von unserem (-) Äerichlerstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, März 1934. Wenn man den Durchschnittsengländer fragt, was er für das bedeutendste Ereignis der Nachkriegszeit hatte, so wird er in 99 von 100 Fällen antworten: die Devalvation des Pfundes. So groß ist der Eindruck, den dieses Ereignis auf die große Masse der Bevölkerung gemacht hat. Das Schicksal der britischen Währung ist ja auch entscheidend für jeden einzelnen in England, da es von der Währung abhängt, ob England als Großmacht bestehen bleibt, ja vielleicht sogar, ob das britische Weltreich überhaupt zu erhalten ist. Denn der Stand des Pfundes entscheidet, ob England weiter die Beherrschung des Weltmarktes behält und die Preise hatten kann, die es seinen Kronkolonien und Dominien vorteilhaft erscheinen läßt, im großen Reichsverbande zu bleiben. Lebt doch auch in England selbst über vier Fünftel der Bevölkerung von der Ausfuhr, die wieder weitgehend von dem Stand der englischen Devise bestimmt wird. Jeder Angriff auf das Pfund, jede Maßnahme, die den englischen Handel schädigt, ist daher für London eine Frage der auswärtigen Politik, eine Frage, die jedermann beschäftigt, viel stärker als auf dem Kontinent etwa Währungsfragen die Bevölkerung im allgemeinen erregen. tflur wer das weiß, begreift, warum die A d - Wertung deG amerikanischen Dollars in London eine so außerordentliche Aufregung hervorgerufen hat, die auch heute noch nicht abgeebbt ist, nachdem das Verhältnis zwischen den beiden Währungen wieder einigermaßen normalisiert ist Der Dollar ist eben sozusagen Die einzige Konkurrenz, Die das Pfund hat; kann man doch ohne Uebertreibung behaupten, daß der Weltmarkt zwischen Dollar und Pfund aufgeteilt ist. Diese beiden Währungen erscheinen wie Zwillingsbrüder, deren Wohlergehen voneinander abhängig ist. Wenn die Amerikaner behaupten, daß die Hauptursache der Weltwirtschaftskrise die englische Währungspolitik im vergangenen Jahrzehnt gewesen fei, so behaupten Umgekehrt die Engländer jetzt, daß die Fehler der amerikanischen Währungspolitik, insbesondere die Rooseveltschen Währungsexperimente, die Schuld daran trügen, daß die Welt nicht zur Ruhe komme, und so daran gehindert werde, die Früchte der möglicherweise wieder ansteigenden Konjunktur zu pflücken. Dieser Eindruck ist durch die letzten Maßnahmen Roosevelts, die eine Neufestsetzung des Goldwertes des Dollars bezweckten, eher verstärkt als geschwächt worden. Die Panik, die durch die starken Goldverschiffungen nach den USA. von London aus ausgelöst worden war, sitzt sozusagen noch in jedermanns Knochen; alle Welt befürchtet in London, daß sich die Ereignisse von vor vier Wochen wiederholen könnten, und i daß dann das ganze Gebäude, das die englischen : Bankiers so mühsam errichtet hatten, zusammen- I brechen könnte. Das liegt bemerkenswerter Weise weniger an den Beobachtungen, die man auf dem Londoner Markt machen konnte, als vielmehr an den Folgen, Die man von der Entwertung der amerikanischen Währung für das kontinentale Europa befürchtet. Zwar hat auch London unter dem Schock der Dollarentwertung Verluste gehabt wie groß sie waren, das hat man charakteristischerweise bisher verheimlicht — es hat sich aber relativ gut gehalten, da es meist nur Durchgang s- ft a t i o n für die Goldverschiffungen anderer Länder war. Denn es ist kein Zweifel, daß das amerikanische Beispiel die Hauptursache für die Deva 1 ation der Tschechenkrone war, und daß auch die Schweiz und Holland Verluste erlitten haben, die bedenklich stimmen müssen. Auch Frankreich hat bekanntlich so viel verloren, daß das deutlich spürbar war, so daß möglicherweise auch hier die Vorgänge einen tieferen Eindruck hinterlassen haben, als zunächst erkennbar wird. Den Versuch, den Pfundkurs am Franken zu orientieren, haben die Engländer aufgeben müssen, so daß der Eindruck entsteht, als ob Die kontinentalen Länder in ihren Währungen erschüttert ober doch durch Die Vorgänge an den Devisenmärkten handelspolitisch geschwächt worden sind. Die Verschärfung der handelspolitischen Lage in Europa: Zollkonflikte und Versuche neuer 'Handelsabmachungen „allround" sind nach englischer Auffassung zumindest kein bloßer Zufall, sondern auf das engste verknüpft mit den Folgen der amerikanischen Experimente. Nun ist das Schlimme aber nach englischer Auffassung nicht so sehr in den unmittelbaren Folgen der Dollardevalation zu sehen, als vielmehr in der Tatsache, daß Wiederholungen des amerikanischen Experiments (also eine neue Dollarentwertung) nicht ausgeschlossen sind, und daß diese bann nicht nur bie gefährbeten europäischen ßänber, fonbern auch bie Engländer selbst zu einem weiteren Abgleitenlassen bes Pfundes zwingen könnten! Denn es ist ja selbstverstänblich, baß bie Reaktionen auf jeben Vorgang sich einmal auspenbeln, baß sich also auch jebes noch so sehr gestörte Gleichgewicht boch im Laufe einer gewissen Zeit wieberherstellt. Was stört, ist nicht ein einmaliger Vorgang, fonbern seine Wieberholung ober selbst bie Gefahr seiner Wieberholung ... Ge- rabe bas aber wirb von Amerika immer roieber an- gefünbigt! Roosevelt unb fein Schatzsekretär werben nicht mübe, zu verkünben, baß sie sich nicht scheuen würben, ben Dollar noch einmal abzu- trerten, wenn bie Preissteigerungen nicht ausreichen sollten. r,, v Was aber, wenn bas geschieht? Wirb sich bann das Abströmen bes Golbes, an bem Europa ja so wie so schon Mangel leibet, wieberholen? Werben die Holländer, Schweizer und Franzosen das ein zweites Mal aushatten? Oder werden sie nicht alle dazu verleitet werden, es ebenso zu machen wie die Amerikaner, schon um nicht mit ihrem Außenhandel allzu sehr ins Hintertreffen zu geraten? Und selbst wenn die Amerikaner den Dollar zwar in Ruhe lassen, aber — wie das wahrscheinlich ist — ihr Ziel, die Preise zu erhöhen, nicht erreichen, wird das allein nicht schon allgemein Die handelspolitische Lage so verschlechtern, daß der Weltmarkt überhaupt zusammenbricht? Auch die letzte Ankündigung über eine neue Handelspolitik der Amerikaner ist ja nach englischer Auffassung zweischneidig: Sie kann zur völligen Beseitigung der Freizügigkeit auf dem Weltmarkt führen und an feine Stelle ein völlig dem Platz im Restaurationsbetrieb sein Brot verdienen. Wer zwar die fünfjährige Arbeitsausübung nachweisen kann, aber nicht gelernter Kellner ist, wird Kellnerkandidat, das heißt, er wird zu einer der in allen Städten Deutschlands augenblicklich vorgenommenen Prüfungen zugelassen und darf später, sofern er sich durch feine Kenntnisse bie weiße Ausweiskarte erwirbt, als gelernter Kellner feinen bestimmt nicht leichten Beruf ausüben. Fast 500 0 ungelernte Kellner haben sich im Reich bisher zum Examen gemeldet. 700 Anträge sind allein in Berlin gestellt worden. In großen Sälen finden die Prüfungen, die von sechs Fachleuten vorgenommen werden, statt. 60 bis 70 Anwärter stehen täglich vor den Richtern, die allein zu entscheiden haben: Kellner ober Aushilfsperso- nal!" Ungefähr 25 v. H. der Antragsteller hatten dem Kreuzfeuer der gestellten Fragen nicht stand," erzählt uns Herr Metzler, einer der Prüfungsmeister. Ein perfekter Kellner muß— um nur ein paar Beispiele zu nennen — die Austeilung der Wein- und Speisekarte auswendig kennen, muß wissen, wieviel Minuten Bratzeit ein Kotelett beansprucht und muß den Unterschied zwischen einem Gast- und .einem Schankwirt genau erklären können. „Decken Sie mal einen Frühstückstisch, Müller!" Und er blickte mit scheuen Augen umher, ob vielleicht außer ihm selbst etwa ein Unbefugter dieses Geheimnis entdeckt haben könnte. Zeitschriften. — Die Süddeutschen Monatshefte (München) widmen ihre Märznummer den Rheinlanden. Jp wundervoller Anschaulichkeit erscheinen „Rheinisches Land und rheinischer Geist" im Aufsatz Paquets als untrennbare, aus tausendjähriger Wurzel erwachsene Einheit. Nicht minder aufschlußreich fetzen die übrigen Beiträge den machtvollen Anfangsakkord fort. Paul Zaunert geht gegen Die überlebte Anschauung vor, daß die Franken und Alamannen der Völkerwanderung am linken Ufer des damals bereits „deutschen" Stromes dem Einfluß der Keltoromanen erlagen; gerade die neueren Ausgrabungen in Trier und an anderen Orten zeigen, daß sich die Germanen Jahrhunderte vorher bereits ein bodenständiges Volkstum schufen. Eine bedeutsame Ergänzung zu diesem Aufsatz bietet die Zusammenstellung von Einzelfunden und Lese- früchten, in der Tim Klein Brauchtum unb Eigenart seiner altelsässischen Heimat lebenbig machte. Der Kölner Germanist Friebrich von b er Leyen berichtet van bem rheinischen Gott Wodan, dem wilben Jäger ber Sage, unb vom älteren Siegfrieds- Lieb, bem berühmtesten Sange, ben ber Rhein ber germanischen Wett schenkte. Daß Deutschland nur mit bem lebendigen Vermächtnis des Rheins und seiner unvergänglichen deutschen Kräfte im Kampfe der Zukunft bestehen könne, bezeugen auch die Beiträge von Karl Justus Dbenauer über „Rheinische Mystik", von Frantz Schultz über die „Romantik am Rhein", von Konrad Weiß über „Künstlerische Rheinfahrt" unb von Hermann Unger, über „Musi- kalische Kultur im Rheinland" — Die „R h e i n - M a i n i s ch e W i r t s ch a f t s- zeitung", Zeitschrift bes Rhein-Maimschen Jn- bustrie- unb Hanbelstages, Sitz Frankfurt a. M., läßt eine Sondernummer „Deutscher Außenhandel erscheinen, zu der Reichswirtschaftsminister Dr. Schmidt ein Geleitwort geschrieben hat. Von ben übrigen Beiträgen bes inhaltreichen Heftes, das besonders in unserer Gegend regem Interesse begegnen dürste, seien genannt die Aufsätze „Außenhandel und Währung" vorn Reichsbankpräsibenten Dr. Schacht unb „Deutscher Außenhandel an ber Wenbe" von Dr. Carl L ü e r, Treuhänber ber Arbeit für bas Wirtschaftsgebiet Hessen, Reichsführer des deutschen Hanbels. Auch bie Beiträge „Der Reichsnährstanb unb ber Außenhanbel", „Saarmarkt unb deutsche Ware" und „Der Außenhandel in Deutschlands Wirtschaftsentwicklung" verdienen eingehende Beachtung. W/Z#*; M HW i I & MO-Schwarz-weiß 07 Saarbrücken 2:1 Oer Spielverlauf nnmfihnVÄ.S6'/- 'r6!5 Syst-m vermissen, ergibt sich zum größten Teil aus dem geschilderten f,e 1'^ wieder. D,e Sp,et- Spielverlauf. Auf beiden Seiten war das Schluß- Vereinigung gab aber weiterhin den Ion an. Je eme dreieck sehr gut. auf beiden Seiten war aber der ieH em' ?" Sturm der schwache Punkt der Mannschaften. In der 30. Minute etwa war den Gasten eine große der Lauserreihe wirkten hüben wie drüben ausae- Ium neuen Silfswerk »Mutter und Kind". der Elf die — „Krause, bereiten Sie mal eine Kaffeetafel für eine größere Damengesellschaft vor!" Eifrig führen die Kellnerkandidaten ihre Aufträge aus. Inzwischen prasselt auf ihre Kollegen ein wah- res Feuerwerk von Fragen nieder. Welches sind die wichtigsten Dinge für den Kellner? Ein junger Chance offen: der tadellos geschossene Ball ging aber an die Latte, wurde von Schlarb jedoch zuvor berührt und sprang dann über den Kasten. Die Ecke wurde abgewehrt. Als Roth wenig später ein zweites Tor erzielte, das Leder zwischen vielen Beinen hindurch und am verduzten Torwart vorbei wieder in die linke untere Ecke lancierte, glaubte man das Spiel schon entschieden. Die Saarbrückener hatten nämlich bis zu diesem Zeitpunkt nichts außerordentliches gezeigt und ließen besonders in der Zusammenarbeit viele Wünsche offen. Den Gästen war kurz vor Halbzeit noch eine Chance gegeben, aber der von dem freistehenden Rechtsaußen geschossene Ball war zu leicht getreten. Der Tormann konnte ihn mühelos halten. Schließlich aber gab es vor der Pause noch eine hartnäckig-kritische Situation vor dem der Läuferreihe wirkten hüben wie drüben ausgezeichnete Könner. Einer der besten auf dem Platz war unstreitig Heilmann, der seine Mannschaft immer wieder nach vorne riß. Erwähnenswert ist, daß die 1900er in der Ballbehandlung ihren Gästen überlegen waren. Besonders gefielen sie durch ihre Kombinationstechnik und ihr ideenreiches Spiel. Die Gästemannschaft verdient ein Gesamtlob ob lhres großen Eifers, ihres fairen Spieles und des stets gezeigten guten Willens. Im übrigen hatte man Öen Eindruck, daß sie schlechter disponiert gewesen sein müssen, als es im Spiel gegen Bad-Nauheim der Fall gewesen zu sein scheint. Der Schiedsrichter D e i s - Naunborn hatte ein leichtes Amt. Er trat wenig in Erscheinung und war dem Kampf ein verständnisvoller Förderer. Seine Entscheidungen waren gerecht. Das Publikum folgte dem Kampf mit großer Aufmerksamkeit. haben, kam der Franzose Moll auf Alfa Romeo in 3:31:31,4 Stunden zum Siege. Die Zeit des Siegers entspricht einem Stundenmittel von 90,112 Kilometer. * Einen deutschen Rugbysieg gab es in einem internationalen Treffen in Köln. Der 1. Rug- dyklub Köln hatte den nordfranzösischen Meister Mann weiß die Antwort: Bleistift, Notizblock, Wechselgeld, Streichhölzer, Taschenmesser mit Service- korkenzieher und ein sauberes Taschentuch! Ein Kellner ohne diese Utensilien ist wie ein Grammophon ohne Platte, fügte ein Prüfungsmeister hinzu. Wie öffnen Sie dreißig Fahre alten Bordeaux? Was ist ein Boxbeutel? Welche Spiele sind erlaubt, welche nicht? W i e behandelt man Stammgäste? „Wenn sie mit einer, Dame zum erstenmal ins Lokal kommen, als ob man sie nicht kennt", antwortet ein flinker Berliner Junge. Olymplque Lille zu Gast und besiegte ihn utff 21:13 (12.0). I n Rekordzeit gewann Reichel-Chemnitz die Oster-Radfernfahrt Berlin—Leipzig, die über 150 Kilometer führte. Der Sachse benötigte 3:54:54,3 Stunden. Er verbesserte damit den 1930 von Merlan (Berlin) aufgestellten Rekord um 15 Minuten, Die schöne Plastik auf dem Marktplatz der Luther- stadt Wittenberg, die als erste deutsche Stadt em Denkmal für Mutter und Kind aufstellte In eindrucksvoller Weise hat der Künstler dem Wollen des neuen Deutschland Gestalt gegeben, das die Familie als die Grundlage des Staa- t e s betrachtet und ihr ganz besondere Unterstützung angedeihen läßt. Tragisches Paddelbootunglück auf der Nidda. Vor den Augen des Vaters ertrinken feine beiden Söhne. LPD. Frankfurt a. M., 31. März. Am Freitagnachmittag hat sich auf der N i d d a ein schweres Paddelbootunglück ereignet. Die Brüder Walter und Erwin Blum, 24 und 17 Jahre alt, hatten das schöne Wetter zu einer Paddelboot- ahrt benutzt. Als sie in die Nähe des Brgun- Heimer Wehrs kamen, geriet bas Boot in einen Strudel und kenterte. Der am Ufer stehende Vater der beiden jungen Leute versuchte feine Söhne zu retten, geriet aber felbft in die Gefahr des Ertrinkens. Herbeieilenden Spaziergängern gelang es schließlich, den Vater und den ä 11 e ft e n Sohn Walter aus dem Wasser zu ziehen, doch war der Sohn bereits t o t. Der jüngere Sohn E r- w i n war inzwischen von der Strömung fortgetrieben; feine Leiche konnte bisher noch nicht geländet werden. Nur mit Mühe konnte der unglückliche Da er, der bei dem Unglück feine einzigen Kinder verloren hat, davon abgehalten werden, freiwillig feinen Kindern in den Tod zu folgen. Dann wird der Prüfling vor eine Batterie verschiedenartiger etiketteloser Flaschen geführt. Dickbauchige und schlanke, braune, grüne und weiße. In allen erdenklichen Variationen stehen sie nebeneinander. Welches ist die Moselweinflasche? Worin befindet sich deutscher Sekt? Welche Temperatur muß Rotwein haben? Nicht immer sind die Prüfungsmeister mit der Antwort zufrieden. Einen Fehler machen die meisten: sie wickeln beim Einschenken die Flasche in eine Serviette ein. "Diese umhüllende Serviette muß fort", betont mit allem Nachdruck der Prüfungsmeister. „Der Gast i wuß sehen, daß er eine volle Flasche geliefert bekommt." Auch daß man panierte Gerichte niemals beim Servieren zudecken darf, scheint noch nicht allgemein bekannt zu sein. „Aber, Schulze, Sie halten ja den Daumen direkt in die Suppe", bemerkt ein Herr lächelnd. Schulze bekommt einen roten Kopf und entschuldigt sich. Inzwischen haben seine Kollegen ganze Diners vorbereitet; herrlich gedeckte Tafeln füllen den Raum. Dort steht ein kleiner runder Tisch für ein Abendessen zu zweit. Hier ein gediegener Eichentisch für ein lustiges Herrenessen. Die passenden Weingläser, die vorgeschriebenen Bestecke und die erforderlichen Schüsseln stehen bereit. Die Prüfungs- meifter nehmen an Öen sauber vorbereiteten Tischen Platz und lassen sich riesige Speisefolgen servieren. Leider sind Suppen, Fleisch, ebenso wie die Getränke nur Attrappen. Glücklich strahlen die Prüflinge, wenn sie ihr Kellnerexamen bestanden haben. Und auch der Außenstehende hat einmal gesehen, daß der Kellerberuf nicht so einfach ist, wie man es sich gedacht bat. Wollen wir also in Zukunft geduldiger auf das Erscheinen des „Obers" warten, und wenn er da sit, die Antwort „Ist nicht mein Revier, aber der Kollege kommt gleich" mit Rücksicht auf seine vielen Vorschriften williger in Kauf nehmen. H. M. Der letzte Fußball-Gaumeister wurde am Sonntag im Gau Niederrhein ermittelt. Nicht tfortuna Düsseldorf, sondern der VfL. Benrath ging ^’el- Düsseldorf besiegte Ham- h3:1 <2:^' ®°^renö Benrath gegen den ^'nn1Ä5bUu9r m,t 3'0 (1:0) gewann. Die beiden Mannschaften stehen punktgleich an der Spitze, das 1"15 Slbt auch hier den Ausschlag zugunsten Benraths. ö c. ? e 0 6 e n r e i s d o n 9J2 o n a c o dem bekannten Rundstreckenrennen durch die Straßen von Monte-Carlo, wo die Teilnehmer die 3,18 Kilometer lange Strecke hundertmal zu durchfahren Die Suche nach dem unbekannten Ruderer. Die vom Reichssportführer angeregte Suche n ach öem unbekannten Sportsmann ist auch von den Ruderern mit Begeisterung ausgenommen worden. Haben sie doch damit erstmalig Gelegenheit, mit ihrem Sport an die breiteste Oef- fentlichkeit zu treten und ihn fo in feiner Entwicklung .Zum wahren Volkssport zu fördern, zin Dielen Orten haben die Rudervereine ihre Ru° öerberfenanlagen jedem Volksgenossen von gutem Rus, unabhängig von seiner Vermögenslage, zur Ur*n9 um zugleich die unentgeltliche ruderliche Ausbildung vorzunehmen. Der Erfolg ist berecks im Anfang fo groß, daß z. B. der Mei- ß.ener NV., der fein Ruderbecken bisher nur an ?inem Tag in der Woche benutzte, feit kurzem jeöen Wochentag Ruderunterricht kostenlos erteilt Auch in Magdeburg, Saarbrücken und ande^ ren Orten sind ähnliche Erfolge zu verzeichnen. Zwei gleichwertige Mannschaften kämpften unerbittlich aber fair um den Sieg. Waren die Nürnberger in Ballbehandlung, Körperbeherrschung, auch durch schnellere Auffassungsgabe im Vorteil, fo wurde dies bei den Einheimischen durch einen Rieseneifer und besseres Zusammenspiel ausgeglichen. Ein ungeheures Tempo ließ vorerst kein rechtes Bild über die beiderseitige Spielstärke zu. Die Gäste fallen durch ihre gute Ballbehandlung auf und können, vom Winde begünstigt, den Spielverlau diktieren. 1900 verteidigt geschickt und werden öfters durch blitzschnelle Durchbrüche gefährlich, haben aber vor dem Tore Pech. In der 31. Minute der ersten Halbzeit nahte für die Blauweißen das Verhängnis. Ein schlecht abgewehrter Ball des linken Verteidigers nutzten die Gäste geschickt aus und sührten 1:0. Mit gesteigerter Energie kämpften beide Parteien um die Aenderung des Standes. Es blieb aber beim 0:1. gab bald die Antwort und brachte gleichzeitig eine I große Ueberrafchung: die Blauweißen dominierten! Das Spiel begann mit leichter Nervosität auf beiden Seiten. Die Gäste schienen unruhiger, unsicherer und — waren es auch. Ja, im Verlauf der ersten zehn Minuten kamen die Saarländer kaum aus ihrer Hälfte heraus. Schlarb im Tor der Gießener stand völlig unbeschäftigt da. Die Blauweißen leiteten einen Angriff nach dem anderen ein. Saar wehrte aber energisch ab, her Tormann hielt mit Glück und mit viel Geschick, zu eigenen Angriffen kamen aber die Schwarzweißen in dieser Drang- Periode der Gießener nicht. Einige ihrer Durchbrüche wurden von der Verteidigung zuverlässig ! adgestoppt. Eine Ecke für 1900 wurde vom Gäste- torhuter ausgezeichnet abgewehrt. Roth (1900) vergab eine klare Chance. Schließlich gelang den Gästen em rascher Angriff, der Halbrechte schoß aber im entscheidenden Augenblick hoch darüber. Unmittelbar danach fiel das erste Tor für die Spieloereinigung! Roth brachte einen ausgezeichneten Schuß aus 15 Meter Entfernung in die linke untere Ecke an. Der Tormann der Gäste, der wie ein Hecht nach dem Leder schoß, kam um den geringsten Bruchteil einer Sekunde zu spät. 1:0 für 1900! Der Erfolg der Gießener versetzte die Gäste in erneute Unruhe, ihre Zusammenarbeit, bis dahin an sich wenig glück- ! Nach der Pause liegt sofort 1900 in Angriff. Die Gäste müssen alle Kräfte auf Abwehr konzentrieren. Ein wegen Unsairnis verhängter Elfmeterball bringt durch Mank den Ausgleich. Nun erst kommen beide Mannschaften richtig in Fahrt. Manchem alten Spieler ging bas Herz auf. Das produktivere Spiel lieferte die Platzmannschaft und konnte durch einen glänzend eingeleiteten Angriff von links mit 2:1 Toren in Führung gehen. Schellhaas verwandelte eine Flanke der linken Seite durch Kopfball Das war den Gästen doch zu viel. Ungestüm versuchten sie eine Besserung des Resultates herbeizuführen Ihre Angriffe gewannen an Wucht und verursachten manch heikle Situation vor dem Gießener Tor Ein ebenfalls wegen harten Angehens verursachter Elfmeterball wurde von dem sehr gut aufgelegten Torhüter Bötz in glänzender Weise pariert und zur Ecke abgelenkt. Nürnberg drängte weiter, die Verteidigung hatte alle Hände voll Arbeit. Eine unverhoffte Flanke von links wurde durch den Wind ms Spielfeld gedrückt, alles wartete auf Ausball doch ein fabelhafter Kopfball entschied den Ausgleich. Es find noch 5 Minuten zu spielen. 1900 setzt seine letzten Reserven ein. Eine blendende Ein- zelleistung des Halblinken Schmidt bringt kurz vor Schluß für 1900 den vielbejubelten Sieg und für oie Gäste die erste Niederlage der diesjähriaen Spielsaison. 1900s 1. Jugend Tabellenstand 1933/34 ist erwähnenswert. Bei 17 Spielen 103:14 Toren. Tufpo. Treis — 1900 II. Jugend 0:2. Helmuth Lantschner gewinnt den Feldberg-Pokal. Bei prachtvollem Wetter und ausgezeichnetem Besuch wurden an den beiden Dftertagen die 12. Internationalen Osterskiwettkämpse auf dem Feldberg ausgetragen. 184 Nennungen waren von fünf Na- honen abgegeben worden. Am ersten Tage wurden Abfahrt- und Slalomlauf durchgeführt. Den Ab- f a i)r * „1 ? u f gewann H. Lantschner knapp vor uranj Pf.nür - Schellenberg, wurde aber dafür pon dem Schellenberger im S I a I o m auf den zweiten . Platz verwiesen. Den Höhepunkt bildete am zweiten Tage das Skispringen, daß der Norweger Raabe mit drei Sprüngen von je 505 Meter vor dem Weltrekordler Siegmund Ruud an sich brachte. Sieger der Dreierkombination wurde der Tiroler Helmuch Lantschner mit 1014 P der damit zum ersten Male sich den Feldberg-Pokal erwarb. Skiweltbewerbe auf dem Trebelhorn. Der Skiklub 1906 Oberstdorf führte am Öfter- fonntag die letzten Skiwettkämpfe im Gebiet des Nebelhorns bei sehr guten Schneeverhältnissen durch. Den Slalomlauf gewann Schedler - Oberstdorf in 69,3 Sek. über 180 Meter, während der Einheimische Faschingsleitner unter 56 Bewerbern m 1:38,00 im Abfahrtslauf der Schnellste war. Den Sprunglauf holte sich Wagner-Oberstaufen mit Sprüngen von 35 und 38 Meter. Fußball-Ergebniffe der Osterfeiertage. ^I^aiferslautem —Wormatia Worms (2.) 2:1- AO. Worms — SD. Wiesbaden (2.) 3:1; VfR. Mannheim — ASV. Nürnberg 3:3; FSV. Frankfurt — VfB. Leipzig 3:6 Kurhessen Kassel — Arminia Hannover 4:6; SC. 03 Kassel — Wacker Halle 4:3; VfL. Neckerau — VfB. Friedberg 4:1; -ßfS. Friedberg — Phönix Ludwigshafen 2:3; Stuttgarter SC. — Spvgg. Fürth 2:0; Borussia Fulda — Schwaben Augsburg 2:1 Stadtespiel Frankfurt — Hamburg 1:3. Saarländische Fußballer im Reich. Union Herford — Sportfreunde Saarbrücken 2:4. Borussia Rheine — Sportfreunde Saarbrücken 4:3. ,a -1900 AI s3ugenh 2:3 (1:0) Mit her Verpflichtung her AI-Jugend des 1. F. C. Nürnberg hatte hie Jugenh von 1900 keinen schlechten Griff getan. Durch eine überzeugende Leistung konnte sie am 2. Dftferfeiertag hie Meisterelf aus Nürnberg, die AI-Jugend des 1. F. C. N. mit einer 3:2-Niederlage das Nachsehen geben. Die Zuschauer erlebten ein Propagandaspiel, wie man es selten sieht. Ur. 77 Drittes Blatt Girhener Anzeiger (Eeneral-Anzriger für Vberheffen) Dienstag, 3. April 1934 W 'M v M & ' V "v ■ w - W M «■ ■ ■ J fsi 1 J ■ w waren der Oer Empfang am ersten Feiertag Eine große Kundgebung der Volksverbundenheit schen Volksgenossen in der deutschen Volks- listische Bewegung habe es fertig gebracht, so führte er u. a. aus. ein Volk zu einigen, das in alten seinen Teilen zersplittert gewesen sei. Der Wille zum Zusammenhalten sei im ganzen Volk lebendig. Dem Führer sei unbedingte Gefolgschaft gelobt. Das neue Deutschland sei ausgebaut So freue es uns auch, daß das deutsche Leben an der Saar, dank schen Vaterlande nicht vergessen sein wird, so lange hier ein so deutscher Mann von urdeutscher Gesinnung wie Adolf Hitler die Geschicke des deutschen Volkes leitet. Zum Schlüsse seiner herzlichen Begrüßung gab er dem Wunsche Ausdruck, daß der Zeitpunkt der Rückkehr des deutschen Saargebietes in das große deutsche Vaterland möglichst bald kommen möchte, damit wir dann alle- Deutsche Brüder und Schwestern von der Saar weilten am ersten und zweiten Osterfeiertag als herzlich willkommene Gäste in unserer Stadt. Sie hatten dabei Gelegenheit, sich selbst ein überzeugendes Bild zu machen von der H a r m o n i e u n d Einigkeit im Dritten Reich, im Gegensatz zu dem Kampf aller gegen alle und dem Niedergang in dem überwundenen System. Zweifellos werden unsere deutschen Volksgenossen von der Saar nach dem erhebenden Verlauf der beiden Besuchstage mit den besten Eindrücken in ihre Heimat zurückkehren, und dort werden sie berichten können, wie es in Wahrheit im Deutschland Adolf Hitlers zum Besten aller deutschen Volksgenossen aussieht. Arbeit der Deutschen Front zusammen- vor dem Bahnhofsgebäude brachte die innige Verbundenheit unserer Stadt mit dem deutschen Saarland überzeugend zum Ausdruck. Den weiten Bahnhofsplatz umsäumte eine riesige Menschenmenge, die den Brüdern und Schwestern von der Saar freudigen Willkommen mit dem deutschen Gruß darbrachte. Den Gästen zu Ehren war die HI. mit ihren Fahnen unter Voran- Der führende Reifebegleiter der Saarmannschaft ergriff im weiteren Verlauf des Abends das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er für die überaus herzliche Aufnahme in Gießen dankte. Er legte ein Treuebekenntnis zum Führer Adolf Hitler ab und gelobte, daß das Saargebiet deutsch bleiben werde. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die große Friedensrede des Reichskanzlers im Reichstag im vergangenen Jahre, die im Saargebiet einen ganz besonders tiefen Eindruck gemacht habe. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler beschloß er seine mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Worte. Bei guter Musik und angeregter Unterhaltung blieb man noch geraume Zeit beisammen. Besichtigung der Stadt — Ausflug zum Schiffenberg. Im Laufe des Mortzagvormittags wurde den Brüdern und Schwestern von der Saar in einem kurzen Rundgang die Stadt gezeigt und im Anschluß daran eine Fahrt nach dem Schiffenberg unternommen, der den Gästen die Schönheit des ^hessischen Landes offenbart haben wird. vereinigte am gestrigen zweiten Feiertag nachmit- Adolf Hitler für den Zusammenschluß aller beut» tags unsere Gäste aus Saarbrücken mit einer gro- schen Volksgenossen in der deutschen Volks- ;en Menschenmenge aus unserer Stadt auf dem gemeinschaft des Dritten Reiches. (Bei- Sportplatz der Spieloereinigung 1900. fall.) Die deutsche Front an der Saar werde in Den Gästen zu Ehren war der gesamte S Ä. - R e - einem Jahre in die große deutsche Front im Reiche Deutsche Brüder von der Saar in Gießen Denkwürdige Gießener Tage der deutschen Volksgemeinschaft. Unsere Gäste von der Saar, eine Mannschaft des F u ßball . Sportvereins Schwarz- Weiß 07 Saarbrücken, in deren Begleitung sich auch einige Frauen von Sportlern befanden, waren einer Einladung der Gießener Spiel- Vereinigung 1 900 gefolgt. Mit den 1900ern hieß die ganze Bürgerschaft die Brüder und Schwestern von der Saar freudig willkommen. Den Gruß unserer Stadt an die Gäste brachte reicher Flaggenschmuck mit Hakenkreuzfahnen und schwarzweiß- roten Fahnen sichtbar zum Ausdruck. Dazu kam die Beteiligung einer riesigen Menschenmenge bei dem Empfang am ersten Feiertagabend am Bahnhof, sowie bei der gestrigen Kundgebung für die Saar auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900. - in dem alle deutschen Menschen in einem einheitlichen Gebiet zusammengeschlossen sind. Deutschland habe nur einen Willen, einen Führer, sei e i n Volk in einer Weltanschauung. So sei für uns die Saarfrage eine deutsche Frage und wir sagen: „Die Saar war deutsch, sie ist deutsch und wird deutsch bleiben." — Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen. geschweißt sei. Der Glaube an die bessere deutiche ; Zukunft habe allenthalben gesiegt. Und dieser Glaube - müsse wachgehalten werden. Für die Zukunft aber j dürfe keine Bewegung der Zersplitterung mehr ge- । duldet werden, denn wir brauchten alle Kraft, die aus Blut und Rasse und aus der Heimat geholt werden könne. Heimat sei überall da, wo Menschen deutschen Blutes wohnen. Deutsche Heimat sei im Osten und im Westen und auch da, wo uns Gebiet entrissen worden sei. Die Abstimmung im Saargebiet im Jahre 1935 werde zu deutschen Gunsten ausfaUen. Dafür seien die deutschen Brüder und Schwestern die Garanten. Darüber hinaus aber gelte es, der Welt immer wieder zu verstehen zu geben, daß Deutschland ein einiges Volk sei, das nicht auf sich und seiner Ehre herumtreten lasse Deutschland werde nicht ein geographischer Begriff bleiben, sondern ein Reich der Wirklichkeit werden,' Ein Blick auf den Empfang der Gäste aus Saarbrücken vor dem Bahnhofsgebäude. Im Vordergrund die Gruppe der Gäste mit den Führern der Spvg. 1900 Gießen. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) tritt eines Spielmannszuges auf dem Bahnhofsplatz aufmarschiert, wo ein Sturm der SS. in mustergültiger Weise den erforderlichen Absperr- dienst versah. Nachdem unsere Gäste von einigen Führern der SS. und von Vertretern der Spielvereinigung 1900 aus dem Bahnhofsgebäude geleitet, sich auf dem Bahnhofsplatz versammelt hatten, brachte Beigeordneter Bartholomäus, der mit Vertretern der NS. -Stadtratsfraktion zum Empfang der Gäste erschienen war, den deutschen Brüdern und Schwestern aus Saarbrücken den herzlichsten Willkommengruß Gießens dar. Er brachte dabei in treffenden Worten zum Ausdruck, wie groß die Freude unserer Bürgerschaft über diesen Besuch von der Saar war, und er betonte ebenso treffend die innige Schicksalsverbundenheit des ganzen deutschen Vaterlandes mit dem deutschen Lande an der Saar. Er bekundete weiterhin, daß wir uns der großen Nöte und Schwierigkeiten unserer Brüder an der Saar bewußt sind, daraus aber auch für uns die Verpflichtung herleiten, an unserem Teile alles zu tun, um unseren deutschen Volksgenossen an der Saar das Aushalten und Durchhalten bis zur Rückkehr der deutschen Saar zum deutschen Vaterlande zu erleichtern. Den Gästen gab er die Versicherung, daß dasSaarland im deut- samt ein wahrhaft geeintes deutsches Vaterland besitzen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf das geliebte deutsche Vaterland und seinen Führer Adolf Hitler, in das die Gäste und die riesige Menschenmenge begeistert einstimmten, schloß Beigeordneter Bartholomäus seinen prächtigen Willkommengruß an die deutschen Brüder und Schwestern aus Saarbrücken. Ein Sprecher der Gäste brachte hierauf deren Dank für den herzlichen Empfang in kurzen Worten zum Ausdruck und verknüpfte damit den Wunsch daß das Saarland und das deutsche Vaterland das nächstjährige Osterfest unter der Sonne der Freiheit des Saargebietes und in inniger Verbundenheit mit d e m großen deutschen Vaterlande feiern möchten. Dem deutschen Vaterlande, dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und dem Reichspräsidenten von Hindenburg huldigte der Redner mit freudigen Sieg-Heil- Rufen, die von den übrigen Brüdern und Schwestern von der Saar und von der Menschenmenge kräftig ausgenommen wurden Danach wurden die Gäste unter Vorantritt des SS.-Sturmes, ferner gefolgt von der Hitlerjugend und einer riesigen Menschenmenge in die Stadt geleitet. Der Begrüßungsabend. Am Abend verbrachten die Gäste von der Saar eitrige unterhaltsame Stunden im Kreise der Mitglieder der Spielvereinigung 1900 und einer Anzahl geladener Gäste. Der Vereinsführer der Spielvereinigung 1900, Herr H o h m a n n hieß die Gäste von der Saar und die jugendlichen Fußballspieler des 1. FC. Nürnberg herzlich willkommen Er begrüßte besonders den Kreispropagandaleiter Pg. Schmelz als den Vertreter der NSDAP den Kreisbetriebszellenobmann Pg. Wagne'r der als Stadtverordneter die Stadt Gießen vertrat, ferner den Gaujugendobmann des (Baues 12 im DFB.. Herrn Vondr 0 n . den Bezirksführer des Bezirkes Gießen im Gau 12. Herrn LJp ferner nach die Vertreter der SS. und der HI. Mit den besten Wünschen für den guten Verlaus des Abends beschlatz er ferne einführenden “tarnen des Gaues 12 'prach fadann der Gaujugendleiter, Herr Vondran, f im Namen des Gaues herzlichst willkommen hieß und in feinen Ausführungen auf d" große Mchwn des Sportes hinwies, der in ferner Gesam h noch eines zu fein habe: Dienst amJßo’It u ' terlanb! Herr Vondran beglückwünschte die schast von der Saar zu ihrem Erfolg (3:0) 'fli$ab- Nauheim. Der Sport an der Saar so ^loß Redner, sei und fühle deutsch. So lange der E i des deutschen Sportlers an der Saar lebendig I , brauche es uns um das Saarland nicht bange zu fein. Solange die Sportbewegung an der toaa wirke, so lange könnten wir felsenfest glauben. „Treudeutsch die Saar, immerbar " Kreisbetriebszellenobmann Wagner begrüßte die Gäste im Namen der Stadtverwaltung. Ihr Besuch, so führte er u. a aus, sei mehr als ein sportliches Ereignis. Der Besuch sei eine Gelegenheit, zu zeigen, wie eng das Mutterland mit seinen deutschen Brüdern und Schwestern an der Saar verbunden sei. Wie schwer der Kampf um die Erhaltung des Deutschtums an der Saar sei, das wüßten wir alle. Wir wüßten aber auch, daß öie Brüder und Schwestern an der Saar ganz auf unserer Seite stehen. Anderseits stehe das deutsche Volk einig hinter ihnen. Es werde alle Kraft auf- geboten, daß das Land wieder deutsch werde, das deutsch war. Deutschland habe einen Anspruch darauf zu leben, und seine Heimat zu verteidigen. Deutschland sei kein Land der Barbarei. Vielmehr sei jetzt der Traum der Jahrtausende in Erfüllung gegangen, der Solange Zeit vergeblich geträumt worden fei. Das, was zerrissen war, sei geeinigt. Der Wille des gesamten Volkes sei zusammengefaßt. Das Band, das uns alle umschlinge, sei der Nationalsozialismus, sei die Idee des Führers. Mit der Aufforderung an die Brüder und Schwestern von der Saar, den Kampf um ihr Deutschtum weiterzuführen im Bewußtsein, daß das ganze deutsche Volk hinter ihnen steht, beschloß der Redner seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen. Kreispropagandaleiter Schmelz begrüßte die Saarländer im Auftrag der Kreisleitung Gießen der NSDAP, und damit im Namen der Bevölkerung des ganzen Kreises. Die nationalsozia- Kreisleiter z. b. V. V u 11 m a n n bei seiner Ansprache auf dem Sportplatz. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) serve-Sturmbann I/R 116 unter dem Kommando des Sturmbannführers S o l d a n auf dem Sportplatz aufmarschiert, ferner hatten dort die politischen Leiter der NSDAP., die Hitlerjugend und Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine Aufstellung genommen. Die SA. -Reserve war auf ihrem Marsche vom Sturmlokal Soldan im Seltersweg zum Trieb Gegenstand herzlicher Sympathiekundgebungen großer Menschenmassen, die den Vorbeimarsch ber©türm€ mit lebhaftem Interesse beobachteten. Bei dem Einzug auf dem Sportplatz nahm der Standartenadjutant Sturmbannführer fünfer den Vorbeimarsch der SA.-Reserve ab Die Kundgebung für die deutschen Brüder und Schwestern an der Saar wurde von der SA.-Re- serve-Kapelle unter dem Musikzugführer Herrmann mit schneidiger Musik eingeleitet, in die das Saarlied glücklich eingegliedert war. Hierauf sprach als erster Redner Bezii-kstührei- Happ als Vertreter des Bezirks Gießen im Gau 12 des Deutschen Fußballbundes. Er hieß die Gäste von der Saar mit herzlichen Worten willkommen und wies dabei auf die eindrucksvolle Bekundung der Sympathie unserer Stadt für das deutsche Saarland durch die Anwesenheit der politischen Leiter der NSDAP. Gießen, der SA., der SS., der HI., der Vertreter der Behörden und der riesigen Menge der Einwohnerschaft hin. Weiterhin gab er der u n- verbrüchlichen Verbundenheit aller deutschen Volksgenossen im Reich mit den deutschen Brüdern und Schwestern an der Saar in überzeugenden Worten Ausdruck. Er wies sodann auf die Einigkeit und Geschlossenheit des deutschen Volkes feit der Machtübernahme durch Adolf Hitler hin und bat die Gäste von der Saar, die Gewißheit mit nach Hause zu nehmen, daß sie in ihrem weiteren Kampfe um die Befreiung des schönen deutschen Saarlandes und um dessen Rückkehr zum deutschen Mutterlande nicht allein stehen werden, sondern immer das ganze deutsche Volk hinter sichhaben. Er bat unsere Brüder und Schwestern von der Saar, in diesem schweren Kampfe auf die eigene Kraft und auf den Beistand des ganzen deutschen Volkes unter der Führung unseres Volkskanzlers Adolf Hitler fest und unverbrüchlich zu bauen, wodurch die deutsche Sache im Saargebiet siegen wird und die saardeutschen Sportbrüder dann wieder als freie deutsche Männer im deutschen Vater- lanöe an der großen 11. Olympiade im Jahre 1936 in Berlin teilnehmen können. Kreisleiter z. b. D. Bullmann sprach sodann im Namen der NSDAP. Er erinnerte zunächst kurz an die schwere Kampfzeit, die der innerdeutschen Befreiung vorausging. Sodann wies er die deutschen Brüder und Schwestern von der Saar auf die Einigkeit des deutschen Volkes nach der nationalsozialistischen Revolution hin, aus der das Deutschland Adolf Hitlers als das Deutschland d e r deutschen Menschen hervorging. Das ganze deutsche Volk kämpfe mit eingegliedert und bann gemeinsam mit Adolf Hitler für das deutsche Vaterland im Geiste des Nationalsozialismus kämpfen. Das volksfremde, liberaliftifche und bürgerliche System, das heute noch in Frankreich herrsche und das Saargebiet für sich erobern wolle, sei in Deutschland am 30. Januar 1933 durch die deutsche Jugend hinweggefegt worden. Der Redner bat die Brüder und Schwestern von der Saar, in ihrer Heimat davon zu berichten, daß jetzt i n Deutschland wieder d e r anständige deutsche Mensch regiere und der Intellektuelle und Spießer und übergescheite Bürgerliche demnächst nur noch im Museum zu finden sein werde, daß es in Deutschland nur noch einen Ehrentitel gebe, nämlich: der deutsche Arbeiter! (Beifall), daß der frühere Standesdünkel, sowie das frühere Minderwertigkeitsgefühl breiter Massen des deutschen Volkes der Vergangenheit angehören, daß das deutsche Volk mit der SA., der SS., der HI. und der alten Garde in Deutschland begeistert zu- sammensteht ohne jegliche Vorbedingung bereit zur Mitarbeit an dem Werke des Führers der deutschen Jugend, des deutschen Blutes, der deutschen Rasse L < . 'X;-. > % <*■ - '/V . * , M Der Spielführer H e 11 m a n n (1900) und der Reisebegleiter der Saarmannschaft (in Zivil) tauschen Erinnerungszeichen aus. — Im Hintergrund rechts der Vereinsführer der Spielvereinigung 1900, Herr Hohmann. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) und des Fahnenträgers der deutschen Revolution: Adolf Hitler. Der Redner wies sodann auf den starken Glauben an Adolf Hitler hin, betonte die Friedensliebe des deutschen Lölkes, unterließ aber auch nicht, hervorzuheben, daß das Deutschland des Dritten Reiches nichts mit den Pazifisten zu tun hat. Dieses Deutschland des Dritten Reiches werde den Kampf bestehen im friedlichen Aufbau unter seinem Führer Adolf Hitler, der das ganze deutsche Volk glücklich machen wolle, der einen Staat der Zucht und Ordnung, der Gleichberechtigung und ein Reich mit Arbeit und Brot für alle deutschen Volksgenossen schaffen werde. In Deutschland wisse jedermann, daß noch viel zu tun sei, aber mit froher und starker Kraft gehe jedermann an das Werk. Für uns alle in Deutschland Was der Sauerstoff für unsere Lunge, ist dieArbeitsbeschaffung fürunserVolk. sei maßgebend, daß wir immer in Einigkeit zusammen st ehen und uns nur als Deutsche fühlen. Das auch in Gießen unseren deutschen Brüdern und Schwestern an der Saar die Herzen warm entgegenschlagen, beweise diese Kundgebung. Für jeden deutschen Volksgenossen gelte das Wort des Führers: „Das Saargebiet gehört uns und wir gehören dem Saargebie t." Unser Führer Adolf Hitler werde dafür sorgen, daß das Saargebiet wieder zum deutschen Vaterland zurückkehre. In diesem Kampfe stehe das ganze deutsche Volk treu hinter dem Führer Adolf Hitler, dem Verkünder des deutschen Sozialismus, der als Herzensache aller deutschen Volksgenossen in der nationalsozialistischen Bewegung seinen Ausdruck findet und für den es immer nur heißt: Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen! Der Redner schloß seine eindrucksvollen Worte mit dreimaligen, begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf die deutsche Revolution, auf die herrliche Bewegung des Nationalsozialismus, auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und auf unseren Führer Adolf Hitler. Anschließend wurden gemeinsam die ersten Verse des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschland-Liedes gesungen. Sodann sprach noch kurz ein Vertreter des Sportvereins 07 Saarbrücken, der auch hier für die herzliche Aufnahme in Gießen dankte und dann ein kräftiges Bekenntnis zu dem Manne ablegte, der das Chaos in Deutschland verhütet und ein einiges deutsches Volk geschaffen hat: unserem Führer Adolf Hitler! Das dreimalige Sieg- Heil des Sprechers aalt dem Führer Adolf Hit- l e r und dem Reichspräsidenten von H i n d e n - b u r g. Die Menge stimmte dieser Huldigung unserer Brüder und Schwestern von der Saar für das neue Deutschland und seinen Führer kräftig zu. Damit fand die Kundgebung ihren Abschluß. Hierauf folgte der sportliche Wettkampf des Tages, über den wir in unserem heutigen Sportteil berichten. Gaarkundgebung in Bad-Nauheim. = Bad-Nauheim, 2. April. Am ersten Öfter» feiertag weilte der Sportverein 07 Saarbrücken als Gast in unserer Vadestadt. Der hiesigen Ortsgruppe gab das Anlaß zu einer großen Saarkundgebung. Sie begann Samstagabend mit dem feierlichen Empfang der Saargäste am Bahnhof, wobei Bürgermeister Dr. Ahl namens der Stadt den Willkommensgruß entbot und der Führer der Saarmannschaft mit herzlichem Dank erwiderte. Ein stattlicher Fackelzug, gebildet von der NSDAP, und ihren sämtlichen Organisationen und den Vereinen — es waren etwa 4000 Teilnehmer — geleitete die Volksgenossen von der Saar nach dem Horst-Wessel-Platz, woselbst das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied begeistert gesungen wurden. Am Ostersonntag fand nach einem festlichen Umzug durch die Stadt auf dem Sportplatz eine Saarkundgebung statt, bei der Kreisleiter Seipel namens der NSDAP, die Saargäste in herzlicher Weise begrüßte. Er führte unter starkem Beifall aus, daß wir im Reiche alles tun würden, die Heimkehr des Saarvolkes ins Reich , zu unterstützen. Deutschland lasse nicht ab von der Saar, die deutsch war, deutsch ist und deutsch bleiben werde immerdar. Auch hier sand ein Vertreter der Saar-Mannschaft herzliche Worte des Dankes. Dieser Dank galt nicht nur der Kreisleitung der NSDAP., der Stadtverwaltung und dem Sportverein, sondern vor allem auch dem Führer Adolf Hitler, der allein es verstanden habe, aus einem in Parteien zerrissenes Deutschland ein einiges Vaterland zu schaffen. Das Sieg-Heil auf den Volkskanzler wurde begeistert erwidert und freudig sang die große Gemeinde das Saarlied, das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Das anschließende Freundschaftsspiel der Saargäste mit der ersten Elf des seitherigen Sportvereins endete 3:0 für die Saarmannschaft. Don hier aus begaben sich die Gäste, die mit Worten besonderer Anerkennung für die gastliche Aufnahme von hier schieden, nach Gießen. an beiden Feiertagen war der Ausflüglerverkehi) besonders stark. In Feld und Wald suchten denn auch viele Stadtmenschen Erholung von den Mühen des Alltags und Stärkung für neues Schaffen. Dabei blieben aber erfreulicherweise auch die großen Ereignisse in der Stadt (Empfang unserer Brüder und Schwestern von der Saar) Gegenstand der Beteiligung großer Teile unserer Bürgerschaft. Die Gottesdienste in unseren Kirchen waren an den Feiertagen ebenfalls gut besucht. Erfreulicherweise verliefen die Feiertage nach den bis jetzt vorliegenden Berichten ungestört in schönster Weise. **. Ehrung für Frau Wilhelmine Kramer. Der Vorstand des Aliceschuloereins hat in Anerkennung ihrer großen Verdienste Frau Wilhelmine Kramer aus Anlaß ihres Ausscheidens aus der Vereinstätigkeit zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. ** Dienstjubiläum. Am vorigen Samstag konnte der Betriebsleiter Ingenieur Karl M ül- l e r, Lessingstraße 15, auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Fittingsfabrik Bänninger G. m. b. H., Gießen, zurückblicken. Dem Jubilar wurden von der Direktion, sowie von der Belegschaft herzliche Glückwünsche dargebracht und Geschenke überreicht. * * 25jähr iges Geschäftsjubiläum. Kufermeister Philipp Sommerkorn, Bleichstr. 12, konnte am 1. April auf das 25jährige Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. * * Der Amtstag des Kreisschulamts Gießen, der für den morgigen Mittwoch, 4. April, vorgesehen war, fällt aus. * * Schwerer Motorrad Unfall. Am Samstagvormittag gegen 11 Uhr ereignete sich in der Ludwigstraße, Ecke Bleichstraße, ein schwerer Motorradunfall. Der 20jährige Fritz Neuburger aus Siegen, der sich auf der Heimreise von Berlin nach Siegen befand, fuhr mit seinem Motorrad mit großer Wucht gegen einen Lastkraftwagen. Mit schweren Verletzungen an den Armen und am Kopfe mußte der bedauernswerte junge Mann in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden, wo er sehr ernst darniederliegt. Aus der proviuzialhaupistadi. Die Osterblumen blühen! Der Wald schmückt sich. Noch ehe sich die zarten Blättchen der Bäume entfalten, kommen die ersten Blumen. Aus den braunen, welken Blättern lugen sie hervor und grüßen uns als Osterblumen. Aus halb vermodertem Laub steigen sie empor, als Zeichen der lebendigen Natur, der Auferstehung. Ja, ist es nicht wie ein Gruß aus einer schöneren Welt, wenn auf dem Grund des dunklen Waldbodens die Hellen Sterne erscheinen? Zierliche Stengel, leicht gebeugt, tragen die weißen, an der Spitze rosig angehauchten Blütenblätter. Jedem winzigen Lüftchen geben sie nach. Wie kleine Fähnchen winken sie uns. Sie erscheinen nicht einzeln, sie sind keine Sonderlinge. In Gruppen und ansehnlichen Scharen treten sie an. Wie haben wir einst als Kinder mit jubelndem Ruf ganz dicke Sträuße Anemonen aus dem Walde geholt und sie heimgetragen, um auch unfern Eltern zu sagen: Seht, der Frühling ist auch in den Wald gekommen. Wir nannten sie Osterblumen, wußten noch nichts von dem rechten Namen. Oder ist es doch der rechte Name? Sicher! Jauchzende Kinder mit einem Strauß der rosigweißen Blüten, den roten Stengeln und dem dunklen Grün der Blätter, sind um Namen nicht verlegen. Und so wollen wir auch in diesen Tagen hinaus- ziehen in den Wald und uns an den blühenden, leuchtenden, schön gerundeten Glöckchen erfreuen. Ein paar aber wollen wir vorsichtig pflücken, denn es sind sehr zarte Wesen und lassen leicht die Köpfe hängen, und in unserem Zimmer sollen sie den Tisch schmücken und sollen das sein, was sie uns einst in der Kinderzeit waren: Die rechten Osterblumen! Nat.-Soz. Kriegsopferversorgung. Ortsgruppe Gießen. Mit Wirkung vom 1. April wird die seither bestandene Mitgliedersperre wieder auf- gehoben. Anmeldungen können auf der Geschäfts- relle der Ortsgruppe, Bismarckstraße 24, während der Geschäftsstunden erfolgen. M ö l l, Obmann. Daten für Dienstag, 3. April. 1897: der Komponist Johannes Brahms in Wien gestorben (geboren 1833). Grober Unfug auf dem Gleiberg. Wie uns vom Gleiberg berichtet wird, haben dort am Karfreitag Besucher, die offensichtlich kein Verständnis für Arbeit und Mühen im Dienste des Gemeinwohls haben, groben Unfug schlimmster Art verübt. Diese üblen Zeitgenossen haben die erst kürzlich unter Aufwand großer Geldmittel herge- richteten Wände in dem neugestalteten Teile der Burg so stark beschädigt, daß qine nochmalige Herrichtung erforderlich wird. Auch sonst ist von Besuchern, von denen man am allerwenigsten Rowdytaten erwarten dürfte, allerlei Schaden angerichtet worden. Daß derartige Handlungen von allen anständig denkenden Menschen entschieden verurteilt werden, ist selbstverständlich, ebenso aber auch die Tatsache, daß gegen diese Schädlinge am Gut der Allgemeinheit mit schärfsten Strafen vorgegangen werden muß. Man darf wohl hoffen, daß die Sühne für diese Freveltaten nicht ausbleiben wird. Bei dieser Gelegenheit sei übrigens mitgeteilt, daß der Gleiberg keineswegs — wie verschiedentlich angenommen wird — für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist, sondern daß der Besuch der Burg jedermann offensteht. Bornottzcn. — Tageskalender für Dienstag: Stadtheater, 20 bis 22.30 Uhr „Katte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Skandal in Budapest". — Aftoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Heute kommt's drauf an." Gießener Wochcrrmarktpreise * Gießen, 3. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Weißkraut, das Pfund 15 bis 18, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 12 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8 Pf., Feldsalat 1,— Mark, Zwiebeln 10 Pf., Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20, Kartoffeln 3/4 Pf., der Zentner 3,— Mark, Blumenkohl, das Stück 40 bis 50 Pf., Salat 20 bis 25, Endivien 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 15 Pf. ** Herrliche Dfterfeiertage waren uns in diesem Jahre beschieden. Bei dem prächtigen Frühlingswetter mit wunderbarem Sonnenschein1 EkstttÄsolg desAeichsbenlsswettkampses Deutschlands Jugend bekennt sich in allen Berufen zur Leistung. Zum erstenmal wird in Deutschland dieser Reichs- berufswettkampf durchgeführt, der die Jugend auf allen Gebieten der Berufsarbeit ihre Kräfte messen läßt. Er war ein Wagnis der Veranstalter, und nur der der Hitlerjugend von jeher eigene Elan konnte das Wagnis zum Erfolg gestalten. Nach einer Zeit tiefsten Verfalls jeder Berufsgesinnung, nach einer Zeit, in der die Jugend Jahre und Jahre hindurch keinerlei Erfolg ihrer beruflichen Bemühungen sah und niederschlagende Enttäuschungen erlebte, wurde die deutsche Jugend aller Berufe aufgerufen, Ufr Bekenntnis zur Arbeit und zur Leistung in einem gigantischen, eine Woche dauernden Wettkampf abzulegen. Schon heute zeigen sich die ersten Erfolge. Starke Beteiligung am Reichsberufswettkampf. Kaum waren die Aufrufe zur Beteiligung am Wettkampf öffentlich ergangen, als auch schon eine rege Nachfrage nach Anmeldescheinen einsetzte. Nicht nur, daß Jugendliche aller Berufe sich zahlreich am Wettkampf beteiligen wollten, sie propagierten auch von sich aus bei ihren Arbeitskameraden die Aktion. So setzte in kurzer Zeit teilweise ein wahrer Massensturm auf die Anmeldestellen ein. Viele dieser Stellen mußten bereits ihre Tore schließen, da die höchst- zulässige Zahl von Wettkämpfern erreicht wurde. Aus organisatorischen Gründen ist für alle Berufe eine sechzigprozentige Beteiligung aller in den betreffenden Berufen tätigen Jugendlichen vorgesehen. Nach jetzt vorliegenden Meldungen ist dieser Prozentsatz in vielen Orten bei verschiedenen Berufen zum Teil weit überschritten worden. Es kann demnach schon jetzt von einer äußerst starken Wettkampfbeteiligung gesprochen werden. Nach Meldungen vom 19. März waren bereits weit über 800 000 Wettkämpfer gezählt worden. So meldeten die Sozialämter der Hitlerjugendgebiete: Ostpreußen 21000 Schlesien 40 000 Berlin-Brandenburg 125 000 Nordmark 35 000 Pommern 9 000 Niedersachsen 50 000 Westfalen 120 000 Rheinland 85 000 Hessen 90 000 Südwestdeutschland 80 000 Bayern 25 000 Sachsen 92 000 Mitteldeutschland 47 000 Teilnehmer. Diese Zahlen allein beweisen, welche Wandlung sich in der Jugend zu vollziehen beginnt. Allein die Gruppe der Angestellten umfaßt etwa 170 000 jugendliche Teilnehmer. Es kann also mit Sicherheit gesagt werden, daß rund 1)4 Millionen Jugendliche am Reichs- berusswettkamps teilnehmen werden. Weber die Beteiligung in den einzelnen Berufsgruppen im Verhältnis zur Gesamtzahl der in diesen Berufsgruppen tätigen Jugendlichen liegt eine Zäh- lung aus Westfalen, gleichfalls vom 19. März, vor. Danach hatten sich in der Gruppe Graphiker Textil Nahrung Metall 60 v. H. 45 „ 70 „ 60 „ Bau 90 „ Holz 35 „ Leder 40 „ zum Reichsberufswettkampf angemeldet. Zur selben Zeit meldete Kassel bereits eine Gesamtbeteiligung von 65 v. H. aller berufstätigen Jugendlichen. Das Entscheidende tfti diesen erfreulichen Ergebnissen ist, daß die Jugend von selbst die Initiative ergriffen und dieses Werk in die Wege geleitet hat. Die Ergebnisse sind auf die unermüdliche Werbe- arbeit der Jugend selbst zurückzuführen. In Danzig Der Olympiasieger der archäologischen Wissenschaft. Don unserem stündigen 6. R.-Äenchterstatter. Olympia, im Frühling 1934. Durch den herrlichen, grünen Pinienhain blickt die griechische Frühlingssonne. Ihre milden Strahlen verklären die großen und schönen Ruinen. Beglückend zieht sie auch heute über dem alten und dem neuen Olympia ihre Bahn. Der griechische Himmel ist so wundersam blau, und unter ihm atmet der abgeschiedene Ort, dessen Name im Sturmlauf einst über die Welt sich ausbreitete, der un. Munde aller liegt und bei jedem Volke der Erde Heimatrecht gewann, eine lichte Fröhlichkeit, denn heute gilt es einen zu feiern, dem Olympia und unsere liebe deutsche Heimat viel zu danken haben. Ernst Cur t i us und Wilhelm Dörpf eld sind die beiden Namen, die Deutschland auf immer und erotg mit dem Namen Olympia verbanden und Olympia mit der gesamten Welt. Ernst C u r t i u s war der Mann, der vor etwa hundert Jahren die Idee faßte, zäh an ihr hielt unö nicht nachgab, bis ihm die Verwirklichung gelang: Olympia auszugraben. Und heute feiert Olympia den Vollender des Werkes, soweit es zu vollenden bisher möglich war: Wilhelm Dörpf eld als Olympiasieger der archäologischen Wissenschaft, ^r verdient mit vollem Recht den Oelzweig, wie er einst in der Antike den Olympiasiegern im Zeus- tempel vor der siebenmal lebensgroßen, auf einem rIUn,Je' •! ruhenden Riefen-Zeus-Statue des „gött- $ünltlcr5 Phidias geschah, den Neider in 21tben der Veruntreuung von Geldsummen bezich- tigten, bis er in Olympia Schutz und Aufnahme sano. Die Zeiten sind vergangen, die Tempel ver- , Machen dahin, aber die olympische ^oee blieb auch heute noch lebendig. So nahm Professor Dorpfeld den Oelzweig aus den Händen °es griechischen Ephoren Kyparissis entgegen, wahrend 'ihm Architekt B a l a n o s , der Wiederaufbauer des Parthenon in Athen, das Großkreuz des griechischen Phoenixordens als Vertreter der Regierung in deren Namen verlieh. Ministerpräsi- deut T s a Idari s und seine Frau, alte Bekannte ^gresten. Forschers, konnten leider nicht zu dem Feste erscheinen da die Aerzte Herrn Tsaldaris eine solFs Reise nicht gestatteten. Nach kurzen eindrucks- vollen Worten unseres deutschen Gesandten in Athen, Dr. Eis e n lohr, fiel das weiße Tuch, das die von dem Berliner Künstler Harald I f e n ft c i n geschaffene Büste verhüllt hatte. Professor Dr. Karo vom Athener deutschen Institut würdigte in längerer Ansprache die Verdienste feines großen Lehrers, und nak ihm ergriff der Ephorus der Altertümer Olympias, M i l i a d e s , das Wort, der eine weitere würdige Ehrung der Allgemeinheit verkündete: Olympia ernannte unseren deutschen Gelehrten zu seinem Ehrenbürger. Dann aber sprach Dörpfeld felbft in seiner schlichten Art. Er gedachte der Kameraden, die einst mit ihm hier den Spaten führten, die bis auf drei nicht mehr unter den Lebenden weilen, und die ebenso wie er auf der Suche nach der Wahrheit waren. Er gedachte Griechenlands als feiner zweiten Heimat: aus feinen Worten hörte man aber auch die tiefempfundene Liebe zu feiner deutschen Heimat, die er auch hier unter der Sonne Homers, niemals vergaß. Unter der Menge, die sich in Olympia eingefunden hatte, stand auch ein Greis. Stolz war er in seiner Nationaltracht erschienen, herniedergestiegen trotz seiner 91 Jahre aus feinem 1500 Meter hoch gelegenen Dorfe Angelis Kosmopulos. Ein schlichter Bauer, der im Jahre 1875 Beschäftigung suchte und bei den deutschen Grabungen als Arbeiter eingestellt wurde. Er brachte es durch seinen Fleiß bald zum Aufseher und blieb der treue Begleiter Dörp- felbs. An fast allen deutschen Grabungen in Griechenland bat er, zweimal von Kaiser 'Wilhelm II. ausgezeichnet, teilgenommen. Viele Augen wurden feucht, als der greife deutsche Professor auf feinen alten treuen Freund zuschritt und ihn umarmte. Unvergeßlich für alle Teilnehmer bleiben die Worte, die Dörpfeld dabei sprach: „Und wäre er nicht herabgestiegen zu mir, so wäre ich hinaufgezogen zu ihm". Darin spiegelt sich das schöne Verhältnis, das Gelehrte und Arbeiter verbindet. Für uns alle, die wir an dieser Feier teilnah- men, war das der höchste und eindrucksvollste Augenblick, als Dörpfeld diese Worte sprach und seinem alten Freunde einen Lorbeerkranz auf das Sjaupt setzte. Es war so natürlich und tiefempfunden, daß es wirklich nichts mit theatralischem Tun ober gor.lleEunsteUer Pose zu tun hatte. Es zeigte zwei aufrichtige Männer, die ihren Lebensweg in Ge- unbCauterteit gingen, ber Gelehrte zur Ehre Deutschlands, ber Arbeiter zur Ehre Griechenlands! Und zum Schluß ein Wunsch: Der schöne Zeus- Tempel, in dem einst die Olympiasieger den heiß- umstrittenen Siegespreis erhielten, liegt in £rüm= mern. Nach Professor Dörpfeld sollte man drei auf bauen, um dem Besucher Olympias eine Vorstellung von dem schönen Bauwerk zu vermitteln, denn diese drei Säulen in dem rauschenden Pinienhaine würden die Größe ahnen lassen, die einst über diesen glücklichen Gefilden lag. Nun aber fehlen die Mittel und da fragt man sich: Wäre es nicht vielleicht möglich, durch eine kleine Sondersteuer auf die Eintrittskarten zur „Olympiade 1936" in Berlin jbiefen Traum des Gelehrten Wirklichkeit werden zu lassen? Nicht zur Erfüllung eines Herzenswunsches eines alten würdigen Mannes, sondern als Krönung des deutschen Grabungswerkes in Olympia! Ein Vorläufer des Kinos. Bewegte. Szenen, „lebende" Bilder den Menschen vorzuführen, ist man seit langem bestrebt gewesen, bevor der Film diesen Gedanken in vollkommener Weise verwirklichte. Eine der interessantesten Persönlichkeiten unter den Vorläufern der modernen Kinematographie war der elsässische Maler Philipp von Lutherburg, dessen bisher zu wenig beachtetes künstlerisches Werk jetzt in einigen Proben in London gezeigt wird. Lutherburg erblickte 1740 in Straßburg das Licht der Welt, wurde 1762- in die französische Kunstakademie ausgenommen und verbrachte bann ben größten Teil seines Lebens in England. Er war ein unermüblicher Reisenber, ber eine zehnjährige Wanberschaft in Deutschland Oesterreich, Rußland unb ber Schweiz bazu benutzte, um bie verschiebenartigsten Lanbschaftsein- drücke in sich aufzunehmen unb in seinen Silbern zu verwerten. Als er bann nach Lonbvn kam, entwarf er Dekorationen für bie Oper unb erwarb sich einen so angesehenen Namen, baß er 1780 in bie Akabemie ausgenommen würbe. Dann aber beschäftigte er sich eine Zeitlang ausschließlich mit einem Unternehmen, an bem er seit 20 Jahren gearbeitet hatte. Es war das „E i d o p h u s i k o n", ein Vorläufer des Kinos, das großes Aufsehen erregte. Lutherburg eröffnete sein Theater am 26. Februar 1781 in einem großen Raum seines Hauses, der prachtvoll ausgeschmückt und sehr elegant eingerichtet war. Er zeigte in der ersten Vorteilung eine Ansicht von London im Morgentauen, das dem Aufgang der Sonne weicht: man ah die Stadt im Hellen Licht, sah Kühe, die im Greenwich-Park grasten, sowie Boote, die auf der Themse auf unb nieber fuhren. Nach einem musikalischen Zwischenspiel folgten anbere bewegte Bilder, Sturmszenen auf dem Meer, ländliche Idyllen, Winterbilder aus der Schweiz, auf denen Bauern sich gegen Wölfe verteidigten usw. Diese primitiven „Filme" wurden auf einer kleinen Bühne von 3 :2 Meter durch einen sinnreichen Mechanismus vorgeführt. Ganz London sprach von diesem Wunder, und der Zuschauerraum war stets dicht gefüllt. Das nächste Jahr brachte bann ein neues noch großartigeres Programm, in bem man bie „Wasserfälle bes Niagara" berounbern konnte, fotpie eine phantastische Szenerie nach Milton: „Satan orbnet seine Truppen am Ufer bes Feuerfees". Dabei würbe auch bereits von ber Mitwirkung bes Tones reicher Gebrauch gemacht. „Legionen von Dämonen", heißt es in einer zeitgenössischen Schilderung, „ergeben sich auf Befehl ihres Fürsten, unb es entfaltet sich eine Szene von granbiofem Schauder. Feuerausbrüche, verbunben mit Donner unb Blitz, lobern aus einem Vulkan auf, ber ben See mit einem Strom flüssiger Glut versorgt. Blitz unb Donner sind so natürlich, baß man von Entsetzen gepackt wirb." Das Eibophusikon bilbete viele Jahre eine vielbesuchte Sehenswürbigkeit, bis sich Luther- burg bavon abroanbte unb sich auf Wunderheilun- gen verlegte. Er war augenscheinlich ein Phantast, bem aber jebe betrügerische Absicht fernlag und dessen Ruf unangetastet blieb. Nach 1790 roibmete er sich roieber ber Malerei unb hinterließ bei seinem Tobe 1812 ein großes Lebenswerk an Silbern, bas bisher in öffentlichen Sammlungen nur ungenügend vertreten ist unb von ber Kunstgeschichte wohl noch nicht entsprechenb geroürbigt würbe. Tollkühne Schwimmer im Haifischmeer. Die Sorno-Sorno-Straße bei ben Fidschi-Inseln wimmelt von ben gefährlichsten Menschenhaien, bie bislang bekannt geworben sind. Um so eindrucksvoller ist die Tat einiger Eingeborenen, die eine ganze Nacht hindurch hier schwimmend gegen ben Sturm unb bie starke Strömung kämpften. Es handelte sich um brei Indianer unb zwei Fidschi- Änsulaner, bie mit ihrem Boot ihre Produkte über bie gefürchtete Somo-Somo-Straße bringen wollten unb mitten auf See von ber reißenben Flut umgeworfen würben. Die Labung versank, aber es gelang ihnen, das Boot roieber so aufzurichten, baß es, wenn auch zum großen Teil mit Wasser vollgelaufen, wenigstens einen alten Mann, ber ie begleitete unb ber nicht schwimmen konnte, aufnehmen konnte. Die ganze Nacht hinburch schwammen bie Leute nun neben unb hinter dem Boot und brachten es allmählich durch Stöße immer näher an bas Ufer. Trotz ber sie von allen Seiten umlauernben Gefahren, trotz Nacht, Sturm und Haien gelang es ihnen, doch das rettende Ufer zu erreichen, wo sie in ber Morgendämmerung von ihren Serroanbten und Freunden beglückt in Emp- ang genommen werden konnten. und in Königsberg laufen HJ.-Sprechchöre durch die Straßen und auf die Höfe, in Westfalen sind bereits über 180 Versammlungen durchgeführt worden, in allen Berufsschulen wurden Werbevorträge gehalten usw. Jtcue Derufsgesinnung durch dni Reichsberufs- wettkampf. w Die Jugendlichen aller Berufe haben dadurch bereits in einem überwältigenden Ansturm ihren Willen zur Arbeit und zur Leistung gezeigt. In der „Woche des Berufes" werden sie im Wettkampf sich gegenseitig zu höchster beruflicher Leistung anspornen. Nicht in egoistischer Weise, um den anderen zu benachteiligen, nein, in gegenseitiger Achtung vor der Leistung des anderen und von dem Willen beseelt, alle Kräfte einzusetzen und zu schulen für die kameradschaftliche Aufbauarbeit, so gehen sie in diesen Wettkampf. Nach dem Berufswettkampf werden die Besten besonders geehrt werden und Preise erhalten. Für die Minderbemittelten sind als Preise besondere Stipendien für Ausbildung und weitere Förderung im Berufe vorgesehen. Preisausschreiben sind geplant, in denen diese Jugendlichen berufliche Höchstleistungen vollbringen können. Besonders für den Zweck veranstaltete Ausstellungen werden jedem Jugendlichen Gelegenheit geben, sein Tonnen der gesamten Öffentlichkeit zu zeigen. So wird von Jahr zu Jahr der Wille zu neuem schaffen und zur Leistung sich steigern. Der Anfang ist gemacht. Aus der Kameradschaft der Hitlerjugend beraus beginnt die Jugend die Kameradschaft der Arbeit zu erkennen. Sie wird in Zukunft mehr und mehr im Willen zur Leistung ihren Ausdruck finden. In Gießen Großkundgebung in der volkshalle am 8. April, 16 Uhr! Oberheffen. Iungenfchaffskurs in Grünberg. lieber das Thema „Unser Opfergedanke" sprach am vergangenen Donnerstag der Jungvolkgebietsschulungsleiter Wolf Kofchemann vor den versammelten Schulungsleitern des Oberjungbanns. Dieser Nachmittag war der zweite in der Folge der Gebietsschulung. Der erste stand unter dem Motto: „Der Ehrgedante des deutschen Jungen". Er erläuterte die Verpflichtung zur Treue dem Jungvolkkameraden und dem gesamten Volk gegenüber. Unsere Treue darf sich aber nicht nur auf Menschen beschränken, sondern sie muß sich auf Gedanken, Ueberzeugungen und Anschauungen in demselben Maße erstrecken. Aus der Opferkameradschaft des Weltkriegs, die die Höchstform menschlicher Treue zeigte, erstand uns der deutsche Sozialismus. Um aber Dingen außer sich die Treue halten zu können, muß man gegen sich selbst auch treu und wahr sein. Das ist das Wesentlichste! Wahre Treue wertet sich erst an den Opfern, die sie fordert: dann allein an Opfern ist der Beweis rechter Treue zu erbringen! Das richtige Wesen des Opfertums müssen wir daher erkennen. Von uns wird nur ein freiwilliges, freudiges Opfern erwartet, das keinerlei Gedanken an persönliche Vorteile mit sich trägt. Denn diese Gedanken entwerten ein großes Opfer zum alltäglichen Geschäft. Das Winterhilfswerk hat diesen Unterschied von Opfertum und spekulativem Geschäftsgeist gar oft gezeigt. Wir kennen nur Opfer um des Opfers willen. Aber wir wollen auch nicht nur zu bestimmten Zeiten opferbereit sein, sondern diese Bereitschaft soll Teil unseres Lebens, Eigenschaft unseres Wesens sein. Alle diese Ausführungen brachte der Gebietsschulungsleiter des Jungvolks lebendig und anschaulich vor. Die Führerschaft und die Jungen arbeiteten rege mit und erinnerten an zahlreiche passende Beispiele aus ihrem Lebenskreis und aus der Vergangenheit. Diese Schulung wird unsere Jungen zu dem formen, was man heute unter einem deutschen Sozialisten versteht. Oberjungbann IV/13. SOIahreim Dienste des Gemeinwohls. = Schotten, 31. März. Im März waren es 50 Jahre, daß der jetzt hier im Ruhestand lebende Lehrer Earl Linck als 22jähriger junger Lehrer von Bad-Nauheim nach Rudingshain im Kreise Schotten versetzt wurde. Ein halbes Jahrhundert hat Linck im Vogelsberg gelebt. Nicht nur als Lehrer und Volkserzieher hat er bis zu seiner im 65. Lebensjahre erfolgten Pensionierung mit Erfolg unter schwierigsten Verhältnissen in der Gemeinde Rudingshain jahrzehntelang gewirkt, mit regem Geiste hat er auch an allen öffentlichen Fragen des Heimatgebietes mit großem Eifer lebhaften Anteil genommen. Da waren es vor allem die idealen Belange des Vogelsberger Höhenclubs (VHC.), die er mit allen Mitteln tatkräftig zu fördern bestrebt war. Lange Jahre war er neben feinem Amte als zweiter Vorsitzender auch Schriftleiter der Vereinszeitschrift „Frischauf". Zum Danke für die segensreiche Mitarbeit wurde Carl Linck bei der letzten Hauptversammlung des VHC. zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auch für seinen Berufsstand hat der Jubilar in hervorragender Weise sich betätigt. Lange Zeit leitete er den Bezirks- lehrer-Der ein Schotten als rühriger, geistig hochstehender Obmann, der auch in den Ge- samtöorstand des hessischen Landes-Lehrervereins gewählt wurde und heute noch mit 72 Jahren als tätiges Mitglied im Aufsichtsrat des Feuerversicherungsverbandes hessischer Erzieher seinen Sitz hat. — Ader auch allen Verkehrs- und Wirtschaftsfragen des Vogelsberges brachte Linck jederzeit das größte Interesse entgegen und scheute zur Lösung solcher Fragen keine Opfer an Zeit, Kraft und Geld. Mit welchem Feuereifer widmete er sich vor wenigen Jahren der akut gewordenen Frage einer Fortsetzung der Kleinbahn Nidda—Schotten über Ulrichstein bis Alsfeld, allerdings bis jetzt ohne Erfolg. Auch war er Mitglied des Schottener Kreistages, er arbeitete mit in der hiesigen Volks- b an k, und trotz seines hohen Alters ist er jetzt noch erfolgreich tätiger Direktor der Molkereigenossenschaft „Hoherodskopf", zu deren Mitbegründer er zählt. So kann Carl Lmck auf em arbeitsreiches Leben zurückblicken, das er fünfzig Jahre lang feinem geliebten Vogelsberg in Heimattreue unter Anerkennung feiner großen Verdienste in Segen und hingebungsvollem Eifer in Gemeinnutz gewidmet hat. Der Vogelsberg und feine Bewohner wissen ihm Dank für feine opferwilligen Taten und wünschen ihm einen sonnigen Lebensabend. Gtadtvorstandssihlmg in Alsfeld. £ Alsfeld, 2. April. In der letzthin stattgefundenen Sitzung wurde zunächst durch den Vorsitzenden die V e r e i d i g u n g d e s Be l ge o r d neten Vierheller vorgenommen. Die Festsetzung ber 6d)lad)tt)0fgebübreN sur das R,. 1W4 muß auf Grund der neuen reichsrechtlichen Vorschriften als Einheitsgebühr erfolgen, m der Art, daß die seitherigen verschiedenen Arten »on Geboren in einer Gebühr zusammengefaßt ®^ößn. Die Gebühren sind so zu bemessen, daß sie die Kosten der Verwaltung, Verzinsung und Abschreibung nicht überschreiten. Allgemeine Üeberschüsse dürfen nicht gemacht werden. Die Gebühren wurden gemäß oem Vorschlag des Finanzausschusses wie folgt feftgefegt: Großvieh 7,20 Mark für das Stück: Schweine 4,40 Mark für das Stück für Schlachtungen, soweit sie 10 Stück wöchentlich nicht übersteigen: 3,40 Marr für das Stück für jedes weitere Stück wöchentlich, Kälber 2 Mark für das Stück: Schafe, 3'egen 1 Mark für das Stück: Lämmer, Ferkel 0,50 Mark für das Stück. Im übrigen tritt eine Aenderung in öer Gebührenordnung nicht ein. Der vorgelegte Entwurf der Gebührenordnung wurde in dieser Fassung genehmigt. Wie der Vorsitzende mitteilte, ist beabsichtigt, wie in anderen Städten, allgemein den gesamten Wasserverbrauch nur nach Wassermessern festzustellen und nicht mehr nach einer alljährlichen Einschätzung. Diese Maßnahme soll eine gerechtere Festsetzung des Wassergeldes ermöglichen und zugleich einer Verschwendung von Wasser, besonders in den Sommermonaten, vorbeugen. Demgemäß wird beschlossen, vom Rj. 1934 ab die Berechnung des Wassergeldes nur noch nach Messern vorzunehmen und zu diesem Zwecke die sämtlichen Wasserleitungsanschlüsse, einschließlich der Gartenanschlüsse, mit Wassermessern zu versehen. Der dafür erforderliche Kredit wird bewilligt. Bis zur Durchführung der allgemeinen Einführung der Wassermesfer bleibt die seitherige Regelung über die Festsetzung des Wassergeldes bestehen. Der seither schon in den letzten Jahren erhobene 50prozentige Zuschlag zu dem Wassergeld soll auch für das Rechnungsjahr 1934 in derselben Höhe zur Erhebung kommen. Zu dem Vertrag zwischen der Stadt und dem Turnverein wegen der Benutzung der Turnhalle durch die städtischen Schulen lag ein Abänderungsantrag vor. Danach erhält die Stadt das Recht, bei Kinovorführungen durch die städtischen Schulen, die Stühle der Turnhalle unentgeltlich zu benutzen, während anderseits die seither vom Turnverein für die Mitbenutzung der Reithalle bei Turnfesten an die Stadt zu zahlende Pacht künftig fortfällt. Der Vertrag wurde in trief er Form genehmigt. Landkreis Metzen. $ Alten-Buseck, 1. April. Ein altes Naturdenkmal unserer Gemarkung, die weithin bekannte mächtige Linde am „Hölzernen Born", wäre dieser Tage beinahe das Opfer einer Brand- ftiftung geworden. Aus bis jetzt noch nicht geklärter Ursache stand plötzlich der hohle Stamm samt den Hauptästen des Baumes in Flammen, deren Löschung der herbeigeeilten Feuerwehr infolge Wasferknappheit an dem Platze große Schwierigkeiten bereitete. Man beabsichtigt nun, die hohlen Stellen des Baumes auszumauern, um ihn dadurch vor dem Eingehen zu bewahren. "Y" Großen-Linden, 1. April. Am Samstagvormittag wurde hier in der Frankfurter Straße eine mit M i l ch gefüllte Molkereikanne auf dreiste Weife gestohlen. Ein in Richtung Frankfurt fahrendes Personenauto bog scharf an die an der Ecke Frankfurter Straße und Falltor- straße stehenden Kannen heran, und eine auf dem Trittbrett stehende Person erfaßte die Kanne, während sich das Auto in schleuniger Fahrt aus dem Staube machte. Dem Besitzer, Landwirt L u h, ist dadurch beträchtlicher Schaden zugefügt worden, zumal die Kanne Eigentum war. (xd Grüningen, 30. März. Wie sehr bei dem Abbrennen von dürrem Gras in Gräben und an Rainen Achtsamkeit geboten ist, zeigt wieder einmal ein Vorfall, der glücklicherweise noch gut verlief. Am Karfreitagnachmittag vergnügten sich Schuljungen damit, am Waldrand dürres Gras an- zustecken. Durch das trockene Wetter begünstigt, griff das Feuer auf eine Fichtenfchonung über. Zum Glück waren Leute in der Nähe, die den Brand gleich bemerkten, und sofort den Förster zu Hilfe holten, der alles veranlaßte, um das Feuer zu ersticken. Der Sachschaden wird auf 200 Mark geschätzt. — Bei der Einsammlung für das Winterhilfswerk durch den B. d. M. wurden hier 370 Eier gespendet. (!) Grüningen, 31. März. In körperlicher und geistiger Frische konnte am Donnerstag das Ehepaar Oberpostschafsner i. R. Martin Euler und Ehefrau Sophie, geb. Leidich, inmitten ihrer Angehörigen das Fest der golden Hochzeit feiern. 41 Jahre war der „Postmartin", wie er weithin bekannt ist, als Postillon und Briefträger der einzige Vermittler zwischen Stadt und Land, bis die Verbesserung der Verkehrsmittel diesem Idyll des Postillons ein Ende bereitete. Zahlreich waren die Ehrungen, die dem Jubelpaar zuteil wurden. Die Oberpostdirektion ließ durch den Postdirektor des Gießener Postamtes herzliche Glückwünsche darbringen. Im Auftrage der Reichsregierung überreichte Bürgermeister Euler eine Urkunde mit der Namensunterschrift des Reichspräsidenten von Hindenburg, ebenso überbrachte er die besten Wünsche der Gemeinde. Das Landeskirchenamt ließ durch Pfarrer R e u s ch - Leihgestern gratulieren. Der Gesangverein „Eintracht" ehrte sein langjähriges Ehrenmitglied durch einen Fackelzug und brachte ihm ein Ständchen. Der Führer des Vereins, Adam Buß, übermittelte die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Gleichzeitig überreichte er ein Geschenk in Form eines Gedenkspruches als Dank für die dem Verein geleisteten Dienste. Die besten Wünfche der Ortsgruppe der NSDAP, brachte Schulungsleiter Ludwin Bender dar. * Dorf-Gill, 2. April. Die Milchgenof - fenfchaft hielt dieser Tage im Rathaus ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Schäfer eröffnete die Versammlung. Direktor Matern verlas sodann die Jahresrechnung und die Bilanz und gab ferner einen Bericht über den Geschäftsbetrieb im Laufe des vergangenen Jahres. Jahresrechnung und Bilanz wurden ohne Widerspruch gutgeheißen. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Direktor Matern und Aufsichtsrat Schäfer wurden anschließend wiedergewählt. An Stelle von H. Sarnes 11. wurde der LOF. Sarnes gewählt. Mit der Eingliederung der Eiergenossenschaft erklärte sich die Versammlung einverstanden. — Dieser Tage hielt Forster Schott von Schotten im Rahmen des hiesigen Ob st - und Gartenbauvereins einen Vortrag über den Vogelschutz und seine Bedeutung für den Obstbau. Der Vortrag brachte eme Fülle praktischer Ratschläge und wurde von den Zuhörern dankbar ausgenommen. Kreis Schollen. c. Schotten, 2. April. Die freiwillige S a n i t ä t s k o l o n n e vom Roten Kreuz Schotten hielt unter Leitung bey Kolonnenführers ihre Jahresversammlung ab. Wie segensreich die Arbeit der Kolonne war, geht daraus hervor, daß sie in etwa 120 Fällen Hilfe geleistet und 79 Transporte mit ihrem Sanitätswagen, den sich die Kolonne aus eigner Kraft beschafft hat, besorgt hat. Auch bei dem Wintersport auf dem Hoherodskopf war die Kolonne tätig. Der Jahresabschluß der Rechnung war günstig. Größere Beträge konnten für die Instandhaltung des Sanitätsautos Verwen- i)ung finden. Als Kolonnenarzt amtiert gegenwärtig Kreisarzt Medizinalrat Dr. Koch. — Auch der Bade- und Schlittschuhclub hielt seine Jahresversammlung ab. Das Schwimmbad wurde im vergangenen Jahr eifrig benutzt, so daß auch hier ein guter Ueberschuß erzielt worden ist. * Freienseen, 2. April. Neben zwei Kurz- oorträgen über Innen- und Außenpolitik, erstattet von Arbeiter S ch l e u n i n g und Student Lutz, standen im Mittelpunkt des jüngsten Zellen- schulungsabends der NSDAP, zwei Erzählungen um den Erbbauernhof von Hermann Löns. Lehrer Schäfer wies in feinen einleitenden Worten darauf hin, wie die Lebensanschauung des Nationalsozialismus in vieler Beziehung auf gutes Altes aufgebaut fei und wie der Erbhof, eine alte germanische Einrichtung, sich im Lande des Dichters, der Lüneburger Heide, sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Darauf las er zwei Geschichten aus den „Letzten Häusern von Ohlenhof": „Der Dieshof" und „Der Lütkensweershof". Es schloß sich eine lebhafte Aussprache an, die sich im wesentlichen mit dem Erbhof und dem Widerspruch zwischen dem deutschen Rechtsempfinden und dem römischen Recht beschäftigte. Durch diese Aussprache wurde den Anwesenden offenbar, welche tiefen Werte in der neuen Weltanschauung liegen. Sie bewies aber auch, wie ernst es allen ist, sich in die Lebensanschauung des Nationalsozialismus einzuleben. * Herchenhain, 2. April. Der seitherige Hausverwalter des Vater-Bender-Heims auf der Herchen- hainer Höhe, Julius Habermehl, ist zum Oberfeldmeister und Führer des Arbeitslagers in Mönchbruch bei Groß-Gerau ernannt worden. Da die Verhandlungen des Vogelsberger Höhen- Clubs zwecks Uebergabe des Heims an den Reichsverband deutscher Jugendherbergen noch nicht beendet sind, so wurde das Jugendheim und dessen Verwaltung einstweilen dem Ehepaar Jakob Haas in Herchenhain, vorerst provisorisch, übertragen. Die Uebergabe des Inventars erfolgte durch den Jugendobmann der VHC. Kreis Alsfeld. < Alsfeld, 31. März. Dieser Tage fand die Schlußfeier der Gewerbeschule, statt. Der Leiter der Schule, Rektor Rohrbach, sprach Über die Bedeutung und Aufgaben der Erziehung der deutschen Jugend im neuen Staat. Besondere Bedeutung neben der allgemeinen staatspolitischen Erziehung komme der Berufsausbildung zu, und auf diesem Gebiet sei die Gewerbeschule ein wichtiger Faktor. An die zur Entlassung kommenden Schüler richtete der Rektor herzliche Abschieds- und Mahnworte und wünschte ihnen für ihre Zukunft besten Erfolg. Der Kreisamtsleiter der NS.-Hago, Sattlermeister Koch, beglückwünschte die abgehenden Schüler zur Erreichung ihres Schulzieles und unterstrich die Wichtigkeit einer straffen Berufs- Organisation, wie sie im nationalsozialistischen Staat geschaffen worden fei. Im Anschluß daran kamen die Zeugnisse und die Gesellenbriefe zur Verteilung. Der Abgangsprüfung, die zum Erlaß der theoretischen Meisterprüfung berechtigt, hatten sich 15 Schüler unterzogen, die sämtlich bestanden haben. Den Abschluß der Feier bildete die feierliche Einholung der beiden Schulfahnen unter dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Im Anschluß an die Feier wurde die Ausstellung der Schülerarbeiten eröffnet, die einen sehr interessanten Einblick in die von der Schule geleistete Arbeit bot. ch. Bleidenrod, 2. April. Das sechsjährige Söhnchen eines hiesigen Landwirts wurde auf der Straße von einem Fohlen so heftig gegen den Leib geschlagen, daß das bedauernswerte Kind auf der Stelle bewußtlos wurde und nach Hause getragen werden mußte. Der herbeigerufene Arzt ordnete die Ueberführung in die chirurgische Klinik nach Gießen an. Preußen. Waldbrand bei Krofdorf. * Krofdorf, 2. April. Am zweiten Oster- feiertag gegen 14.30 Uhr ereignete sich im hiesigen Staatswald am Homberg, Distrikt 3, ein g e - fährlicher Waldbrand. Das Feuer griff in ganz kurzer Zeit auf etwa 1 Hektar Waldgelände über. Die Krofdorfer Feuerwehr, unterstützt durch die Bevölkerung, konnte das Feuer auf die Brandstelle beschränken und dadurch anliegende Waldbestände schützen. Die Ursache zu dem Brand ist z. Z. noch nicht bekannt, man nimmt jedoch an, daß ein leichtsinniger Raucher das Feuer verursacht hat. Um 18 Uhr konnte die von der Feuerwehr gestellte Wache die Brandstelle verlassen. Kreis Wetzlar I Dornholzhausen, 2. April. In einer dieser Tage hier abgehaltenen Versammlung, an der Kreisfeuerwehrführer Riegel (Wetzlar) teilnahm, wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, der sofort 39 Mitglieder beitraten. A Niederkleen, 2. April. In einer Versammlung der Ortseinwohner, an der Kreisfeuerwehrführer Riegel (Wetzlar) teilnahm, wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, der sofort 22 Mann beitraten. Koummnalpoliüsthe Tagung in Alsfeld. Alsfeld, 2 April. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g wieder eine kommunal politische Schulunas- t a gu n g der Kreisabteilung Alsfeld des Hessischen Gemeindetages statt, zu der fast alle Bürgermeister des Kreises erschienen waren Der Vorsitzende begrüßte in seinen einleitenden Worten die ebenfalls erschienenen Beamten des Kreisamtes, sowie den kommunalpolitischen Fachberater der Kreisleitung Alsfeld, Verwaltungsgehilfen L a n g l o tz. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende die Ausschreiben des Hessischen Gemeindetages bekannt, unter denen von besonderem Interesse das Ausschreiben des Neichswirtschaftsministers vom 1. März 1934 über die „Kauft am Ort-Propaganda" mar. In diesem wird darauf hingewiesen, daß das Reichsgebiet ein einheitliches Wirtschaftsgebiet darstelle, und daß eine große Reihe wirtschaftlicher Unternehmungen mit ihrem Absatz, soweit sie unmittelbar mit dem Verbraucher in Verbindung treten, an örtliche Grenzen nicht gebunden werden können. Die Folge eines örtlichen Wirtschaftsprotektionismus durch die „Kauft am Ort-Propaganda" sei eine ernste Störung des wirtschaftlichen Wiederaufwerkes innerhalb der Gesamtwirtschaft. Als erstes Referat der Tagung behandelte Bürgermeister Dr. Völsing „die Regelung des Wildschadens in Hessen". Der Vortragende gab zunächst einen interessanten Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung des Jagdrechts vom Mittelalter bis zur Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung des Wildbanns und der ehemaligen Bannforsten der einzelnen Territorien. Er umriß alsdann die gesetzlichen Grundlagen der gegenwärtigen Wildschadensregelung in Hessen, die auf §835 des BGB. und auf dem Hessischen Gesetz, den Ersatz des Wildschadens betreffend, vom 28. Juli 1899 nebst der zugehörigen Ausführungsverordnung vom 2. August 1899 beruhen. Erfatzvflichtig ist der Jagdberechtigte, ersatzberechtigt der Grundstückseigentümer ober der Nutzungsberechtigte (Pächter) der Grundstücke. Wer Jagdberechtigter' ist, bestimmt sich nach Landesgesetz. Nicht gehört zu den Jagdberechtigten im Sinne des hessischen Jagdrechts der Jagdvächter. Jedoch ist durch Artikel 3 des hessischen Wildschadensgesetzes ausdrücklich bestimmt, daß auch der Jagdvächter für den Wildschaden haftet, und zwar solidarisch mit dem Jagdberechtigten: ebenso hasten mehrere Jagdvächter 'solidarisch dem Beschädigten gegenüber. Der Vortragende gab sodann einen Ueberblick über die Einzelheiten der in Betracht kommenden Wildschäden. sowie über das für die Geltendmachung unter Mitwirkung der Bürgermeistereien vorgeschrie- benen Verfahren. lieber die Durchführung der kUllersvende 1934 im kreis Alsfeld zwecks Unterbringung von SA.-Männern aller Formationen in ländlichen Pflegestellen auf Grund von Freischeinen, berichtete Verwaltungsinspektor Dippel! über, das Ergebnis von etwa 40 Gemeinden des Kreises Alsfeld, woraus zu entnehmen war, daß in einer größeren Anzahl von Gemeinden die auf sie entfallenen Freifcheine restlos untergebracht werden konnten, während in anderen Gemeinden dies nicht durchgeführt werden konnte. Die Bemühungen des Kreisamtes zur Durchführung der Hitlerfpende 19 3 4 im Kreise Alsfeld werden fortgesetzt werden. lieber die Festsetzung der Steuerausschlage für die Gemeinden für das Rechnungsjahr 1934 gab Verwaltungsinspektor Dippel! an Hand des ministeriellen Amtsblattes Nr. 2 allgemein belehrende Ausführungen, wobei er insbesondere auf die Notwendigkeit einer genauen und sachgemäßen Aufstellung der Gemeindevoran- schlüge hinwies und dringend die Beachtung der Revisionsbemerkungen des Kreisamts bei der Prüfung der Gemeindevoranschläge empfahl. Es erfolgte alsdann eine Besprechung der vom Kreisamt für die einzelnen Gemeinden vorgeschlagenen Steuersätze. Am Schlüsse der Tagung teilte der Kreisdirektor Dr. Stammler mit, daß Regierungsrat Strack an das Kreisamt Bingen versetzt sei und gedachte dabei in ehrenden und anerkennenden Worten seiner langjährigen, verdienstvollen Tätigkeit im Kreise Alsfeld. Bürgermeister Dr. V ö I f i n g dankte namens der Bürgermeister des Kreises dem Scheidenden ebenfalls in herzlichen Worten für feine zehnjährige segensreiche Wirksamkeit im Kreise Alsfeld. Regierungsrat Strack fei immer ein treuer Berater der Bürgermeister gewesen und habe es verstanden, stets ein gutes Einvernehmen mit dem Kreisamt und den Bürgermeistern zu halten. Die besten Wünsche der Bürgermeister des Kreises Alsfeld begleiten ihn nach feinem neuen Wirkungsort. Am Schluffe der sehr anregend verlaufenen Tagung gedachte der Vorsitzende noch in schwungvollen Worten der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung des Beginns der Frühjahrsoffenfive der A r b e i t s s ch l a ch t mit der großartigen Kundgebung des Führers Adolf Hitler am 21. März und forderte die Bürgermeister des Kreises auf, auch ihrerseits das große Werk der Arbeitsbeschaffung in ihren Gemeinden nach besten Kräften zu fordern und tatkräftig an der Weiterbekämpfung der Arbeitslosigkeit mitzuwirken, was eine vaterländische und nationale Pflicht fei. Mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Sieg-Heil auf den Führer des deutschen Volkes Adolf Hitler wurde die Versammlung gefchlossen. (SinacfonM. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ordnung und Sauberkeit. Ich habe die Gewohnheit, schon früh morgens, bevor ich an die Arbeit gehe, durch die Stadt und deren nähere Umgebung zu gehen, um mich an den Schönheiten der Natur zu erfreuen, was namentlich in der jetzt beginnenden Jahreszeit einen großen Genuß bedeutet, ganz abgesehen von den unbestrittenen gesundheitlichen Vorteilen. Ein großer Teil der Freude wird einem aber verleidet, wenn man sieht, wie die Straßen, die öffentlichen Plätze viele Vorgärten, Höfe usw. aussehen. Ich kann behaupten, daß ich weit und breit in der Welt herum- gekommen bin, aber ich kann mich nicht erinnern, abgesehen von Ländern im östlichen Europa, eine solche Unorbnuna und Unsauberkeit gesehen zu haben. Leere Zigarettenschachteln, Pappkartons, Napier in ieber Form ounb Größe, Obstschalen, selbst Konservenbüchsen und dergleichen liegen überall auf dem Fahrdamm, in den Gossen, auf den Bürgersteigen, in Hauseingängen usw. Die Leute der städtischen Straßenreinigung können ein Lied davon fingen. Sie geben sich eine anerkennenswerte Mühe, den Unrat immer wieder zu beseitigen, aber nach wenigen Stunden ist das Bild wieder das Gleiche. Namentlich in der Nähe von Lebensmittelgeschäfteu sieht es zuweilen besonders bös aus. Nicht nur Kinder, nein, auch Erwachsene werfen, kaum daß sie die Geschäfte verlassen haben, ganz gedankenlos die Papierhüllen weg, die dann vom Wind hin- und hergefegt werden. Ich weiß aus anderen Städten, in denen früher die gleichen Zustände herrschten, daß dort zunächst mit kleinen, notfalls später auch mit größeren Strafen in bar vorgegangen wurde. Es wurde weiter im Das „Fest der deutschen Reise" im Verliner Zoo. 1 1 K JL \ W Zum „Fest der deutschen Reise" im Berliner Zoo, das im Rahmen der großen Werbeaktion für den deutschen Reiseverkehr abgehalten wurde, waren Trachten-Abordnungen aus allen deutschen Gauen erschienen. — Unser Bild zeigt den Präsidenten des Bundes deutscher Verkehrsverbände, Stoatsminister Hermann Esser, bei der Begrüßung einer Trachtengruppe aus Bayreuth. bieten würde, scheint sich doch in Holzverkäuferkreisen eine leicht nervöse Stimmung bezüglich der Nutzholzversorgung geltend zu machen. Das drückt sich naturgemäß auch in den Preisgeboten aus. Ebenso wird verschiedentlich darüber geklagt, daß der Holzoerbraucher eine dem Rundholzpreisstand entsprechende Preislage nicht einräumen will. Besonders dem Platzhslzhandel soll es schwer möglich sein, Verkaufspreise zu erzielen, die mit seinen Einkaufspreisen in Einklang zu bringen sind. Auch die holzverarbeitende Industrie kann nur sehr langsam ihre Preise der Rund- und Schnittholzpreisbewegung anpassen. Berliner Krühbörse. Berlin, 3. April. (DNB. Funkspruch.) Der vorbörsliche Frühverkehr lag nach der mehrtägigen Unterbrechung durch die Osterfeiertage ruhig, die Grundstimmung war aber weiter freundlich. Insbesondere setzt man auf den Kupontermin größere Hoffnungen, da wieder ein erheblicher Betrag von Kuponerlösen frei wird. Auch ist am 1. und 15. d. M. die Rückzahlung von Schuldbuchforderungen zu erwarten. Neben den zuversichtlichen Nachrichten, die wieder aus der Wirtschaft vorliegen, findet vor allem die französische Schwenkung in der Ab- rüstungssrage Beachtung. Am Valutamarkt war das Pfund fest, anscheinend spielt hierbei der günstige englische Haushaltsabschluß eine gewisse Rolle. Gegen Kabel errechnet sich der Kurs auf 5,14 und gegen Mark auf 12,90. Der Dollar war mit 2,51 etwas schwächer. Frankfurter SchLachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. April. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 790 Rinder (345 Ochsen, 42 Bullen, 205 Kühe, 188 Färsen), 211 Kälber, 17 Schafe, 2667 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 25 bis 34 Mark, Bullen 24 bis 30, Kühe 15 bis 30, Färsen (Kalbinnen) 25 bis 35, Kälber 30 bis 50, Schweine 40 bis 47 Mark. — Marktverkauf bei allen Viehgattungen mittelmäßig. Deutschlands größter Rechenmeister starb vor 375 Jahren. Adam Riese, Kanzlist und Rechenmeister der Bergoerwaltung von Annaberg, starb vor 375 Jahren, am 30. März 1559. Das Verdienst Rieses besteht darin, daß er Rechenbücher herausgab, die infolge der Klarheit der Darstellung und der Flüssigkeit des Stils auf lange Zeit hinaus grundlegend für das Rechnen wurden. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 30. März. Zum gestrigen Schweinemarkt waren 228Ferkel und Läuferschweine aufgetrieben. Es wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 17 RM., von 6 bis 8 Wochen 17 bis 21 RM., von 8 bis 13 Wochen 21 bis 26 RM., für Läufer 27 bis 28 RM., für Einleger bis zu 40 RM. Der Handel war mäßig, es verblieb Ueberstand. straße, vor der früheren alten Klinik, dem Hauptzollamt, am botanischen Institut unserer Alma mater, an der Ecke Landgraf-Philipp-Platz— Senckenbergstraße usw. anzusehen, ebenso den Garten vor dem Universitäts-Forstinstitut in der Braugasse. Er muß das aber gleich tun, denn ich nehme an, daß infolge meines Notschreis diejenigen, die sich getroffen fühlten, sofort für Abhilfe sorgen werden. Auch die Ecke beim Hotel Viktoria und vor dem Hause Brinkmann sehen sehr wenig einladend aus, ganz zu schweigen won der furchtbaren Müll- arube an der Bahnhofstraße oberhalb des Eafe Amend, also auf der anderen Seite der Wieleck. Gerade in dieser Gegend, die der am Bahnhof Ankommende zunächst sieht, sollte vor allen Dingen Ordnung herrschen. Man weiß ja, der erste Eindruck ist entscheidend. Der Gipfel aber in dieser Hin- sicht, also in Bezug auf Unordnung ist der „Vorgarten" des Liebigmuseums. Dieser gleicht aufs Haar einer Schuttabladestelle, und zwar schlimmster Art. Dieser „Vorgarten" paßt schlecht zu dem Heiligtum unserer Stadt, das doch dem Andenken an einen seiner größten Mitbürger gewidmet sein soll. Es lohnt sich, sich diese Stätte des Grauens einmal anzusehen. Hoffentlich tragen meine Zeilen dazu bei, eine Besserung auf diesem sehr wichtigen Gebiet herbeizuführen, zum Nutzen der Stadt Gießen und ihrer Bewohner. Man nehme sich beispielsweise die städtischen Anlagen zum Muster, die namentlich in der nun kommenden Jahreszeit eine Zierde der Stadt und eine Freude für jeden Menschen mit Sinn für Schönheit, Ordnungsliebe und Sauberkeit bedeuten. B. D^ Deutsche Reichsbahn im Februar. ■ er Güterverkehr der Deutschen Reichs- l)i. in hat sich im Februar im ganzen günstig entwickelt. Der im Januar übliche Tiefstand wurde rasch überwunden. Trat im Versand von Kohlen und Brotgetreide ein meist jahreszeitlich bedingter Rückgang ein, so wurde er wettgemacht durch den Mehrverkehr in Baustoffen, künstlichen Düngemitteln, Möbeln, Holz, lebenden Pflanzen, Kartoffeln, Butter und Eiern. Die Betriebsleitungen im Güterzugdienst haben zwar zahlenmäßig gegen Januar um 4,58 v. H. abgenommen, sind aber im arbeitstäglichen Durchschnitt um 2,57 v. H. gestiegen. Der Personenverkehr war im Februar im ganzen etwas stärker als im Vormonat und überstieg den des Vorjahres nicht unbeträchtlich. Stärkerer Verkehr infolge politischer Veranstaltungen, der ersten Gesellschaftsfahrten „Kraft durch Freude" usw. führte zur Einlegung einer Reihe von Sonderzügen und konnte durch Fahrpreisermäßigungen begünstigt werden. Insgesamt sind im Februar 3379 überplanmäßige Züge gefahren worden gegen 1599 im Vormonat und 1212 im Februar 1933. Die Betriebseinnahmen beliefen sich im Februar auf 232,66 gegen 239,06 Millionen Mark im Vormonat, gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat waren sie um 31 Millionen höher. Die Ausgaben betrugen 260,3 gegen 260,9 Millionen Mark im Januar, so daß der Monat mit einer Mehrausgabe von 27,6 gegen 21,9 Millionen Mark abschließt. Der Personalbestand zeigt mit 614,916 Köpfen gegen 615 384 im Januar keine wesentliche Veränderung. Weiterer Produktionsanstieg in der Kalkindustrie des Lahntals. Die schon verschiedentlich festgestellte Zunahme der Beschäftigung in der Kalkindustrie des Lahngebietes hat sich im März kräftig fortgesetzt. Ueber- all ist es zu Neueinstellungen gekommen. Es ift gelungen, dem Lahnkalk, der erstklassig ist, neue Abnehmer, besonders in Westdeutschland, zu erschließen und dort erfolgreich mit anderen, auch ausländischen Erzeugergebieten, in Wettbewerb zu treten. Für die günstige Entwicklung kann ein Diezer Werk als erfreuliches Beispiel angeführt werden. Dieses Werk hat von Februar bis jetzt feine Belegschaft von 65 Mann auf 173 Mann erhöht. Es konnte neben starkem Absatz in RohkalkElternhaus, und in den Schulen belehrend gewirkt, und schon nach kurzer Zeit hatte sich die Bevölkerung an Ordnung und Sauberkeit gewöhnt. Das sollte auch in der Provinzial-, Haupt- und Universitätsstadt Gießen so gehandhabt werden. Ein böses Kapitel auf diesem Gebiet sind auch die Mülleimer, deren Inhalt zweimal wöchentlich abgefahren wird. In leider sehr vielen Hofreiten und Hauseingängen bleiben dann einfach Teile des Inhalts zurück, um deren Beseitigung sich niemand kümmert. Derartiges kann man sogar in den sogenannten vornehmen Stadtvierteln dauernd beobachten. Die betreffenden Hauseigentümer sollten bei ihrem Dienstpersonal und bei ihren Mietern darauf sehen, daß beim Herausstellen der Eimer und beim Wiedereinholen saubere Arbeit gemacht wird, und jeder sollte daran denken, daß derartige Zustände gewisse Schlüsse auf die inneren Verhältnisse der Menschen und ihrer Wohnstätten herausfordern. Ein weiteres großes Uebel in bezug auf Ordnung und Sauberkeit stellen auch viele Vorgärten, und zwar in allen Stadtteilen dar. Wenn man auch heutzutage von manchem geplagten Hausbesitzer in Bezug auf Bepflanzung dieser Vorgärtchen nicht allzuviel verlangen kann — hierbei spielt übrigens auch der Geschmack eine wesentliche Rolle —, so darf man aber wenigstens erwarten, daß der schlimmste Unrat, namentlich Papierabfall u. dgl., entfernt wird. Leider treffen die eben gekennzeichneten, zum Teil geradezu widerlichen Zustände auch auf Vorgärten vor öffentlichen Gebäuden zu. Wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich, sich — um nur einige Beispiele zu nennen — die „Vorgärten" vor der Polizeistation Ecke Frankfurter und Liebig- stein im März seine ganze Produktion an gebranntem Kalk, rund 3200 Tonnen, verkaufen. Die Aprilproduktion ist bereits ausverkauft. Diese Absatzsteigerung hat dazu geführt, daß neue Bahnanschlüsse bis an die Oefen herangelegt werden und mit dem Bau von mehreren modernen Schachtöfen mit Unterwindfeuerung in Kürze begonnen werden soll. Auch die Kalkhydratanlage soll erheblich vergrößert ^werden. Durch diese Neubauten soll die Produktion auf monatlich 5000 Tonnen gebrannten Kalk gesteigert werden. In diesem Werk werden also in Kürze weitere Neueinstellungen erfolgen. Der Entschluß zur Erweiterung der Werksanlage zeigt, wie günstig die weitere Entwicklung der Wirtschaft beurteilt wird und wie sehr auch bereits private Initiative die Entwicklung zu fördern sucht. Das Aprilkontingent der loggen- und Weizenmühlen. Der Vorstand der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen gibt im „Reichsanzeiger" bekannt, daß im Monat April jede Mühle Roggen und Weizen in der Höhe des Märzkontingentes abzüglich 25 Prozent verarbeiten darf, wobei — wie bisher — ein Austausch von Roggen und Weizen im Rahmen der Kontingentsmenge nicht gestattet ist und Umtauschmüllerei für Selbstversorger und Deputatenempfänger im Kontingent liegt. Die vom 1. 9. 33 bis zum 31. 3. 34 und die ab 1. 4. 34 verarbeiteten Mengen werden auf das endgültige Kontingent einer jeden Mühle verrechnet. Die Lage der Holzwirtschast Der Reichsverband der Deutschen Waldbesitzerverbände berichtet: Das Geschäft in Nadelstammholz ist trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit noch immer recht lebhaft. Die zur Zeit stark einsetzende Holznachfrage von Seiten des Baumarktes, die von der Holzwirtschaft im weiteren Verlauf des Jahres als sehr hoch eingeschätzt wird, verleitet zu weiteren Rundholzeindeckungen, lieber« all scheint man bestrebt zu sein, die günstige Verkaufslage weitgehendst auszunutzen. Die zu Beginn der Einschlagszeit im Vergleich mit dem jetzigen Preisstand zu verhältnismäßig vorteilhaften Bedingungen getätigten Abschlüsse, lassen die Holzwirtschaft bei ihren Resteindeckungen mit den Preisen höher heraufgehen, als es vom Standpunkt der Kaufkraft und allgemeinen Wirtschaftslage aus als erwünscht angesehen werden muß. Obwohl von forstlicher Seite immer wieder betont wird, daß man über den normalen Einschlag hinaus Rundholz an- Buntes Die germanische Frau als Aerztin. Da in alten Zeiten der Priester zumeist auch als Arzt tätig ist, denn das Leiden gilt als Strafe der Götter und ihr Vertrauter als Besitzer kräftigen Gegenzaubers, so ist es erklärlich, daß priesterliche Stellung, die die Frau bei den alten Germanen besaß, ihr den Beruf der Aerztin nahelegte. Die weisen Frauen, denen außer der Sehergabe noch andere Zauberkraft eigen war, nahmen die Heilung als eine Art Opferdienst vor, in dem sie die beleidigte Gottheit versöhnten. In der späteren germanischen Mythologie gab es eine besondere Göttin der Medizin, Eir, und neben ihr erscheint eine göttliche Frau Menglödh im Kreise von neun heilkundigen Jungfrauen, deren Namen das Schützende, Warnende, Freundliche und Schonende weiblichen Wesens bezeichnen. Wie hier die Heilkunst in den linden Händen überirdischer Frauen gedacht ist, so hielt man auch die irdischen Frauen für die besten Aerzte. Es wird berichtet, daß der oberste der Götter, Wodan selbst, die Walküren in der Heilkunst unterrichtete, und wie diese Kampfjungfrauen die Kraft besaßen, mit Krankheiten die Menschen zu treffen, so konnten sie diese auch wieder von ihnen nehmen. Die Walküre Brünhild erflehte von den Äsen „heilende Hände". Die Frauen und Töchter der Germanen errichteten in der Wagenburg, in die sie sich während der Schlachten zurückzogen, eine Art Feldlazarett ein, um nach dem Bericht des Tacitus die Wunden der Männer sogleich in sachkundige Pflege zu nehmen. In der isländischen Saga finden wir des öfteren die Frau, die als Chirurgin tätig ist, fo etwa in der Geschichte vom Skalden Thormod, dem ein Pfeil tief in der linken Hüfte steckt. Die Aerztin nimmt eine Greifzange und will das Eisen herausziehen, aber es sitzt zu fest; da legte sie mit dem Messer den Pfeil so weit frei, daß die Zange ihn fassen kann, und nun reißt Thormod selbst die Waffe heraus, nachdem er der Aerztin einen Goldring als Lohn gegeben hat. Gewiß war die Behandlung noch stark mit Zaubermitteln verknüpft. Sprüche, Segen und Stäbe, mit geheimnisvollen Runen beritzt, galten als die beliebtesten Mittel. Zweifellos benutzte die germanische Frau ihre Stellung als Priesterin dazu, um eine starke Suggeftivkraft auszuüben, und sie wird eine solche mehr seelische Behandlung mit anderen Kuren verbunden haben. Sie besaß die Kunst, heilende Tränke aus Kräutern zu brauen, wohltätige Salben und Pflaster herzustellen; ja man hört sogar gelegentlich, daß Kaltwasser-Kuren angewendet würden, und sicherlich war die Wirkung bestimmter Quellen bei einer Reihe von Krankheiten bekannt. So gehörte es zu den großen und segensreichen Aufgaben der Germanin, den Kranken mit Rat und Tat beizustehen. Eine rrov Jahre alte Rüstung. In Lanuvio, einer Stadt von alter geschichtlicher Bedeutung, ungefähr 50 Kilometer südöstlich von Rom, ist ein Fund von großer geschichtlicher und altertumswissenschaftlicher Bedeutung gemacht worden. Er besteht neben verschiedenen anderen Waffen und Gebrauchsgegenständen in einer Rüstung, die nach den angestellten Untersuchungen mindestens 2200 Jahre alt ist und die in dieser Vollständigkeit in Italien bisher nicht entdeckt worden ist. Sachverständige vermuten, daß die Rüstung von einem aus Griechenland kommenden Krieger getragen wurde, woraus geschlossen werden könne, daß Aeneas sich nach'den Trojanischen Kriegen mit feinen Soldaten in Lanuvio niedergelassen hat. Die Entdeckung wurde von Arbeitern gemacht. Das Skelett, zu dessen Füßen die Rüstung lag, zerfiel bei der ersten Berührung mit der Lust in Staub. Der Fund, der das Entzücken aller Altertums-Lieb- Haber erregen wird, ist aus gehämmerter und vergoldeter Bronze und besteht aus einem Harnisch mit Vorder- und Rückenstücken, die wunderbar modelliert sind; dazu kommen Scharniere und Spuren einer Unterkleidung aus Leder. Der Bronze- Helm hat Kopfform und schließt dicht an; er bedeckt den Hals bis zum Nacken und hat Ohrenstücke mjt goldenen und silbernen Ecken; außerdem besitzt er eine Vorrichtung zur Anbringung der Federn. In dem Staub des Skeletts wurden zwei künstliche Augen in Gold und Emaille gefunden, die genau in Allerlei. die Augenlöcher des Helmes hineinpassen. Neben diesem Hauptfund wurden an der Ausgrabungsstätte verschiedene andere Gegenstände von ebenfalls großer Bedeutung entdeckt, u. a. ein gekrümmtes vergoldetes Schwert, eine Bronze-Vase in Schalenform, wie sie in den alten Olympischen Spielen Verwendung fand, eine Speerspitze, eine Schnalle aus Bronze mit ßeöerüberreften, Zaumzeug und Rüstungsteile eines Pferdes, Teile von Schnür- fandalen und einer Axt, kleine Begräbnis-Vasen, in denen noch Salbe enthalten ist, Bronze-Nägel und noch manche andere Gegenstände, die noch genauer untersucht werden müssen. Kunst und Wissenschaft. „Woche des deutschen Buches". In der Woche vom 15. bis 21. April veranstalten die in der Reichsschrifttumskammer zusammen- gefaßten Verbände und Gruppen eine „Woche des deutschen Buches" mit den Leitworten: Arbeitsbeschaffung, Volksgesundheit, Bauerntum. Die Veranstaltung soll dazu dienen, der Gesamtheit des deutschen Volkes die Bedeutung des Buches im Aufbau der Nation zu Beginn des zweiten Arbeitsjahres des nationalsozialistischen Reiches wiederum eindringlich vor Augen zu führen. Es muß erreicht werden, daß in dieser „Woche des deutschen Buches" jeder Deutsche ein Buch kauft, um es einem anderen Volksgenossen zum Geschenk zu geben. Zur Vorbereitung der „Woche des deutschen Buches" ist ein Arbeitsausschuß gebildet worden, in dem sämtliche Verbände der Reichsschrifttumskammer vertreten sind. Es ist selbstverständlich, daß sich alle Gliederungen der Kammer unter Aufbietung aller Kräfte in den Dienst der Veranstaltung stellen und mit Wort und Bild, Schrift und Druck, mit kleinen und großen Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit allen dafür zuständigen örtlichen, staatlichen, städtischen und parteiamtlichen Stellen für das deutsche Buch einsetzen. Mit Absicht hat die Reichsschrifttumskammer davon abgesehen, besondere Veranstaltungen planmäßig vorzuschreiben. Sie läßt allen ihren Gruppen und Verbänden völlig freie Hand, das zu planen und durchzuführen, was ihnen für einen durchschlagenden Erfolg wirksam zu fein scheint. Der Erfolg muß den Beweis erbringen, daß die in der Reichsschrifttumskammer zufammengefaßten deutschen Menschen die großen Aufgaben mit Treue und Fleiß zu erfüllen vermögen, die ihnen der Führer und Volkskanzler gestellt hat. Erzähler-Preis der „neuen linie“ 1934. Zum drittenmal gelangte der Erzählerpreis der „neuen l i n i e" (Gesamthöhe von 15 000 Mk. über 5 Jahre) zur Verteilung. In diesem Jahr standen 3000 Mk. zur Verfügung. Ehrenamtliche Preisrichter: Paul Fechter, Helene von N o st i z, Wilhelm von Scholz, Will Vesper und Bruno E. Werner. Den 1. Preis (in Höhe von 1000 Mark) erhielt Maxim Ziese, der bekannte Dramatiker. Den 2. Preis Andreas Z e i t l e r, den 3. Preis Werner B e r g e n g r u e n. Den 4. Preis der Südtiroler Dichter Hubert' M u m e 11 e r , den 5. Preis Eberhard Schulz und den 6. Preis der österreichische Schriftsteller Herbert Stifter. Angekauft wurden u. a. Erzählungen von Lene Wenk, Athen, Martin Rahlenbeck, Bad Pyrmont, Ruth Storm, Berlin. Die Erzählungen erscheinen laufend in der „neuen linie" vom Maiheft an. Der Wettbewerb fand stärkste Beteiligung. Die schriftstellerische Durchschnittsleistung der Einsendungen zeigte überraschende Höhe. Zahlreich besonders die Einsendungen von Ausländsdeutschen in Europa und Ueberfee; erfreulicherweise errang das Auslandsdeutschtum mehrere Preise. Svrccin'tuslden Der Nc-aktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nadimitfaq geschlossen Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Brunnenschriften durch das Fachinger Zentralbüro, Berlin 131 W 8, Wilhelmstr. 55. Erhältl. in Mineralw.-Hdlg., Apoth., Drog. usw., sowie in Gießen bei Jean Weisel, Sonnenstr. 6, Tel. Nr. 3888