Samstag, 3. März 1934 184. Jahrgang Nr. 53 Erstes Matt Eichener Anzeiger Q Oie Wetterecke Eden erstattet Bericht stand halte. 0 Frankreich sucht seineAichiabrWung zu verschleiern n ZS 2,0 o> 1 se allgemeine Verwirrung platzen nun mitten hinein die Rest au rat io ns gelüste des Haukönnen, wie die Vereinigten Staaten es gewünscht hätten. Die Vereinigten Staaten mischten sich nicht in die europäische Politik. Sie seien aber st a r k interessiert an der Erhaltung des Friedens in Europa und betrachteten daher ein Abkommen, das die tatsächliche Abrüstung her- beisühre, als Vorbedingung zur Erleichterung der allgemeinen politischen Befriedung. Die amerikanische Regierung erkläre daher die von der britischen Regierung vorgetragenen Grundsätze als sehr begrüßenswert. Sie erhoffe die baldige Wiederaufnahme allgemeiner Abrüstungsverhandlungen. Norman Davis werde erst dann nach Genf gesandt werden, wenn der Zeitpunkt für die allgemeinen Besprechungen festgesetzt sei. Ferner wurde die Zustimmung Amerikas zu dem britischen Vorschlag einer beschränkten deutschen Ausrüstung bestätigt. C« o 5 »er außer acht gelassen ist bei den statistischen Angaben die Stärke der U e b e r s e e t r u p p e n von 150 000 Mann, die vor den Toren Frankreichs jederzeit zum Einsatz auf europäischem Boden bereitstehen, ferner die ungeheure Steigerung des Kriegs- gerätes und des Materials feit 1914. Tatsächlich beträgt die Gesamtwehrmacht Frankreichs zur Zeit 43 000 Offiziere und 655 000 Mannschaften. Die Ausführungen Massiglis sind also nur ein Spiel mit Zahlen, hinter dem sich der Wille zur Nichtabrüstung verbirgt. Verstärkung der britischen Luftflotte. London, 2. März. (DNB.) Im englischen Luftfahrtetat ist für das Jahr 1934 eine Summe von 17 561000 Pfund Sterling vorgesehen, das bedeutet im Vergleich zum Haushalt für das Jahr 1933 eine Erhöhung von 135 Tausend. Im Etat sind vier neue Geschwader vorgesehen, zwei davon für die Verwendung im Bin- vD *2 o L IS 5» »c Ls PS 1 " ro : ^5 ä & SS. der Landesverteidigung zur Hauptsorge zu erheben. Natürlich würde Frankreich mit seiner Wahl nicht zögern, wenn eine w i r k s a m e u n b garantierte Begrenzung des militärischen Wachstums Deutschlands in Kraft gesetzt werden könnte. Aber je länger der Streit andauere, um so deutlicher werde es, daß Frankreich in dieser Hinsicht nichts ernst zu nehmendes geboten werde. Frankreichs Wahl könnte also nicht zweifelhaft sein. Die schlimmste Lösung bestände in einer Aufrüstung Deutschlands, verbunden mit einer Abrüstung Frankreichs. London sieht keine Aussicht auf eine Abrüstungs Verständigung mit Frankreich. 3 0: Q 2 ft (PC* H 2 L-S a» r. k ?? Berlin, 2. März. (DNB.) Der Vorsitzende des Ausschusses für Heeresfragen, Masfigli, hat im französischen Senat an Hand einer Statistik die Behauptung aufgestellt, Frankreich habe gegenüber 1914 seine Heeres st ärken um 55 v. H. herabgesetzt. Er gab dazu die Effektivstärken für 1914 mit 675 000, für 1927 mit 439 000 und für 1934 mit 300 000 an. deren Hauptsorge es stets gewesen sei, sich den anderen entgegenkommend zu zeigen und schließlich in hauptsächlichsten Punkten nachzugeben. Die Methode Doumergues und Barthous schütze vor Schwäche und schalte Mißverständnisse aus. „Echo de Paris" schreibt u. a., Frankreich tehe vor der Wahl, entweder durch internationale Verträge die Begrenzung des militäri- chen Wachstums Deutschlands zu erreichen — und zwar durch Herabsetzung der französischen Streitkräfte und Materialien — oder die Aufrechterhaltung und Verstärkung ses Habsburg. Um die Kaiserin Zita, die ehrgeizige und intrigante Mutter des ungarischen Thronprätendenten Otto ist es in der belgischen Verbannung lange Zeit ruhig gewesen. Hin und wieder machte ste bei Empfängen österreichischer oder ungarischer Legitimisten von sich reden, Heiratspläne tauchten auf und wurden dementiert, Fühler wurden hierhin und dorthin ausgestreckt, aber die Hoffnungen der ehrgeizigen Bourbonin auf eine Rückkehr ihres Sohnes nach Wien oder Budapest schienen endgültig begraben. Nun erhalten sie unerwartet neue Nahrung. In Wien drängt sich in der kleinen Klique der gegenwärtigen Machthaber der legitimistische Flügel immer mehr in den Vordergrund. Die Kleine Entente, einst zu dem Zweck der Abwehr eines jeden Versuchs zu einer Restauration der Habsburger gegründet, nimmt auch jetzt sofort scharf Stellung gegen einen solchen Gedanken, aber in Paris scheint man nicht ganz so entschieden ablehnend und auch Roms Meinung ist undurchsichtig. Ob die widerstreitenden Interessen eine Einigung auf dieses Kompromiß zulassen, das gleichsam ein italienisch-französisches Kondominium in Wien und Budapest begründen würde, erscheint mehr als. zweifelhaft. Die Tschechoslowakei könnte sich schwerlich damit abfinden. Sie würde sich gewiß nicht scheuen, in diesem Falle neue Garantien für ihre Sicherheit dort zu suchen, wo sie sie finden kann. Die Erinnerung an den deutsch-polnischen Verständigungspakt dürfte in Paris noch wach genug, sein, um die Gefahren zu sehen, die aus einer von Frankreich begünstigten Rückkehr der Habsburger für den Bestand der südöstlichen Bundesgenossenschaften zwangsläufig erwachsen müßten. So stehen in Südosteuropa vorerst alle gegen alle. Sollen Donau» raum und Balkan wieder das Betätigungsfeld einer imperialistischen Großmachtpolitik alten Stils, sei es Frankreichs, sei es Italiens, werden, oder wird auch hier der von dem nationalsozialistischen Deutschland und seinem Führer aufgeworfene Gedanke der völkischen Fundierung der Nationen sich durchsetzen, der Gedanke der naturgewachsenen, gemeinschaftsbildenden Staaten, die untereinander durch eine natürliche Abgrenzung ihrer Lebensbedürfnisse eine feste Ordnung gewährleisten? Diese Frage wird die nächste Zukunft beantworten müssen, wenn der Südosten endlich aufhören soll, den traurigen Ruhm zu haben, die Wetterecke Europas zu sein. Washington, 2. März. (DNB.) Das Staatsdepartement hat eine Note in der Abrüstungsfrage an die englische Regierung gesandt, die eine Antwort auf die britische Abrüstungsdenkschrift dar- ftellt. Da Großfiegelbewahrer Eden jetzt von seiner Europareise nach London zurückgekehrt und damit ein gewisser Abschluß der Abrüstungsbesprechungen erreicht fei, habe die amerikanische Regierung Veranlassung genommen, ihre in der Botschaft des Präsidenten Roosevelt vom 16. Mai 1933 dargelegte Auffassung erneut zu bekräftigen. Der amerikanische Unterftaatssekretär Phillips hat dem britischen Botschafter in Wafhington gegenüber die grundsätzliche Uebereinstimmung der Vereinigten Staaten mit den britischen Vorschlägen betont. Die Vereinigten Staaten sehen ein, daß die britische Regierung mit Rücksicht auf die politischen Verhältnisse in Europa nicht so weit habe gehen Dieses Spiel mit Zahlen, selbst wenn man sie als zutreffend hinstellt, hat den Fehler, irreführend zu sein. 1914 galt in Frankreich nämlich d i e dreijährige, 1927 die a nd e r t h a l b j ä h r i g e und 1934 die einjährige Dienstzeit. Selbstverständlich verändert bei einem Heer der allgemeinen Wehrpflicht die Länge der Dienstzeit notwendig das Bild der „Effektivstärken". Daraus laßt sich aber keinBeweisfür eine Abrüstung herleiten, da die Herabsetzung der Effektivstärken auf der anderen Seite eine Zunahme der aus» -, gebildeten Reserven bedingt. Gänzlich ° s ö 9 v» •* s 23 " s 2'3*- n 9 Donauraum und Balkan haben ihren alten zwei- felhasten Ruf, ständiger Unruheherd und politisches Spannungsfeld ersten Ranges zu sein, auch über die grundsturzenden Aenderungen des Weltkrieges hinaus bewahrt. Ja, man darf kühn behaupten, daß die in den Pariser Vorortverträgen beschlossene „Neuordnung" Mittel- und Südosteuropas beinahe alle politischen und wirtschaftlichen Probleme und London, 2. März. (DNB.) Nach seiner Rückgelöst ließ. Selbst die Nationalitätenfrage, an t>er h-efjr aus Paris erstattete Großsiegelbewahrer Eden die habsburgische Doppelmonarchie schon innerlich am Freitag dem Außenminister Sir John S i - zerbrochen war, bevor ihr das Schwert aus der m o n über seine Unterredungen in Paris, Berlin Hand gewunden wurde, konnte nicht in einer für unb Rom Bericht. Außerdem hatte Eden mehrere alle Beteiligten befriedigenden Weise bereinigt wer- Besprechungen mit führenden Beamten des Foreign den. Die Unersättlichkeit der „befreiten" Völker Office. Auch Macdonald und Baldwin wur- stand einer wahrhaft weisen, Frieden und Beftän- foen ÜOn den Ergebnissen der Reise Edens unter- digkeit verheißenden Lösung entgegen. Heute sind I richtet. die Nachfolge st aaten Polen, die Tscheche Die Aussichten in der Abrüstungsfrage werden flowakei, Rumänien, Südslawien so gut ftationulid DOn dem „Daily Telegraph" sehr pessimistisch tätenstaaten, wie es einst die Donaumonarchie der beurteilt. Man gebe zu, daß sich der englische Habsburger gewesen war. Alle schließen in ihren und italienische Standpunktsehr nahe Staatsgrenzen Millionen völkischer Minderheiten x^me und auch die Anschauungen Engeln, die unter Mißachtung des Selbstbestimmunas- lands und Deutschlands kefne große rechts der Völker von ihrem Mutterland losgerissen Verschiedenheiten aufwiesen. Aber die oder an der Vereinigung mit ihm gehindert wur- Äußerungen französischer Minister Eden den und heute überall einen harten Kampf um ^gegenüber und die einstimmige Feind- ihre kulturelle Eigenart und ihre wirtschaftliche selig keit der französischen Presse Existenz zu bestehen haben. Eingebettet zwischen öcm abgeänderten englischen Abrüstungsplan gegen- diese aufgeblähten Nutznießer des Zusammenbruchs über zeigten, daß wenig Aussicht auf der Donaumonarchie liegen die Leidtragenden I ejn.e Annahme des Planes durch Frankreich be- Oe st erreich und Rumpfungarn, beide in stunde. Der sozialistische „Daily Herold" meldet u. a., dem ihnen in den Friedensdiktaten zugeschnittenen > - - .......lt» r Kleid nicht lebensfähig und also, wenn sie ihren natürlichen Instinkten folgen dürften, auf eine Aen- derung des in St. Germain und Trianon geschaffenen Zustands bedacht. Wenn die amtliche Politik am Wiener Ballhausplatz heute einen andern Kurs steuert, so beweist das nur die Dolksfremdheit der gegenwärtig m Wien herrschenden legitimistisch-klerikalen Klique, die gemein am mit den Vätern des Diktats von, q»är, (DNB) Der Ministerrat be- St. Germain die dem deutschen Volk m Oesterreich Parls 2LJXarjdWI ein^ Berichtes des wider seinen durch. Volksabstimmung und Paria- J • 4, ober die letzten Besprechungen mentsbeschluß heutig bekunde en^ Willes aus- Iub-nmmist°r^ ^b.e ° qungen9 völkischen Instinkts »ijÄaW; rat Gutachten un» iuj »,»-»« 1« />*"„ «»><> -« Bfatt «F~ aornienen neuen Kapitel machtpolitischen Ringens Die Presse hält es für unwahrscheinlich daß Donauraum und auf dem Balkan Ungarns Frankreich dem italienisch-englischen Plan zustimmt, Stelluna eine weitaus festere als die Oesterreichs, weil dies eine vollkommene Umw alzun g in dem^ Dollfuß sich ständig in Gefahr sieht, den der politischen Einstellung Frankreichs in der Ru- Boden unter den Füßen zu verlieren. Mit der Un- ftungsfrage bedeuten wurde. Das Journal des ^rdrückuna des Marxismus und der scharfen Front- Debats begrüßt es, daß die neue Regierung andere stelluna gegen den Nationalsozialismus begab sich Methoden anzuwenden scheine als ihre Vorgänger, der österreichische Bundeskanzler inner- rote außen- , . 1--— An'G^fangene?^ 'geworden ist, so Len Zusammenschluß der Kleinen Entente zum bleibt ihm außenpolitisch nichts anderes, als seinen Zweck einer einheitlichen Außenpolitik von stärkerer Wma|,CC 6er Kn,= ®a°t6tr“fÄ SfflÄ KiUSun® Briefen. ii.h"~ESS p™iHt,nLÄnC Ä Bal ton Pakts mundung gl1, »ff.»'4*? I gJHCTS beiden Anwohnern der Adrw, Kroaten ""d Jtatte- g Spitze gegen Italien unverkenn- bar^S hat ^griechische Aub°nmimst»M axi - jugoslawischen Königreich ubertrug die historisch U. ' Wettkrieq als Sieger hervor- ^es'genchsen des Wettkrieges wurden f£ ^öDreiib i" ^^ron^ber em; der Friebensverhanblungen erbitterte Gegner, denn I g sch ' * 9 Griechenlanb aus ber SL. .16 »b« BSV." Alliierten im Londoner Vertrag °°w ^hre luio °j°^i- häuiigen Besuche aller in Betracht tom- gemachten D^l^L'L^^ünd den Mont^Nevoso, wenden Balkandiplomaten in Paris mit Gewißheit die^S-rbien^llr sich bfean|pÄ‘ftieg^a^'ffienn Segenzug Mussolinis blieb nicht aus. Fiume erfüllte die ersten Nachkrg l h . ^-r Besuch seines Staatssekretärs Suvich m auch di- Vertrag- »°nm”“p““L*1fl92regeikn (nach- Wien und Budapest hat den Boden sondiert für (1924) die Fragen der auf den Abschluß eines D r - i e r a b k ° m m e n s z w i, dem Italien durch den bestellt (dien Italien, Ungarn und Oesterreich, Fiume die Welt vor vollendete chchen 9 1 bei eimr Ausammenkunst zwischen Mussolini hatte), so blieb der Konst'» zwischen ° Gombös und Dollfuß Mille März in Rom perfekt Adriamächtcu latent, fallens ganzes ^n I zu gemacht werden soll. Es ist noch nicht klar -rsicht- dem Balkan lief daraus hinaus, -! °wt«n^ i g dieses Abkommen aus wirtschaftliche isolieren. Das enge Bündnis mit Ung , <5 Fragen beschränken soll, die ja schon lange NN Mit- schastspakt- mit Griechen and der ™ I der Debatte zwischen den drei Landern garten, i-l sogar Wik Rumänien, em m ° oder ob die Beteiligten sich auch auf eine Haber der Klemen Entente und das tt Jn gemeinfame außenpolitische Linie sestlegen wollen. Protektorat über Albanien, alles diente oem „Oiornate d'Jtalia" schrieb: „Die Staaten der Ziel der Einkreisung und Lähmung ^u°,ia s,astlichen Block die Rede In diesem Weltlaus um Bundesgenossen und w/'t ^'er °°N emem witti-ya, che^ Unmög= Interesienspharen zwischen Italien und Frankreich h krank °ws sil mit einigem Nutzen für MaÄÄÄ&s assiss&^s w...™« „. x ... , , Ä .—- Annahme von Anzeigen Erfchemt täglich, außer • A W für bie Mittagsnummer Sonntags und Feiertags . LJ. , * ükM ▲ I ▲ A. A l>is8'/,UhrdesV°rmittag- WZ VJIVQVHVl «11^1 WM ZW Seneral-Anzeiger für lvderhchen richten: Anzeiger Ziehen Vereins-u.Tageskalenber granifH0rt?Äinil686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Such- und Steindruckerei «.Lange in Siehen. Schriftleitung und Seschäftrstelle: Schulstratze 1 im Textteil 12 Rps. je mm nenlande, eins für Uebersee und eins für Marinezwecke. Somit beläuft sich die britische Luftflotte auf 81 reguläre und 13 nichtreguläre Geschwader. Lord Londonderry erklärte, man wolle um jeden Preis in Anbetracht des zu erwartenden Ergebnisses der Abrüstungs- konkerenz jeden Rüstungswettlauf auf dem Gebiet der Luftfahrt vermeiden. Die neuen britischen Einheiten entsprächen dem Mindestbe- darf. Das Sicherheitsinteresse Großbritanniens gestatte es der Regierung nicht, sich weiterhin mit einer Unterlegenheit der britischen Luftflotte abzufinden. Große englische Flottenmanöver vor Gibraltar. London, 1. März (DRB.) Flottenmanöver in der Art der Vorkriegszeit mit voller Beteiligung der britischen Heimat- und Mittelmeerslotte werden am 15. März zwischen St. Miguel, den Azoren, Spanien und Gibraltar beginnen. Die Manöver dauern fünf Tage. Sie haben den Zweck, alle Teile der Flotte in der Kriegführung zu üben. Der Plan der Manöver ist in großen Zügen der, daß „Blauland" eine Expeditionsstreitkraft entsendet, um die H a f e n b a s i s des befreundeten, von „Rotland" bedrohten „Ostlandes" au besetzen. Die gegnerische „Rotland"-Flotte mit Basis G i - b r a l t a r muß in See stechen, um die „Blauland"- Flotte daran zu verhindern. Beide Flotten sollen auf hoher See zusammentreffen. Flugzeuge nehmen in großem Maße, vor allem bei der Erkundung, an den Manövern teil Den Zerstörerflottillen wird gestattet, mit einer Geschwindigkeit von 24 Knoten zu fahren, während den Schlachtschiffen 16 Knoten zugestanden werden. Ostafrikas Zukunst. Stärkere britische Einwanderung gefordert London, 3. März. (DRB.) Die „Morning Post" veröffentlicht einen Bericht aus Dar-es- Salaam, in dem es heißt: „Die Wohlfahrt der Eingeborenen in Tanganyika ist die Richtlinie unserer Verwaltung des Mandats. Aber wir fahren doch aus unserem Schlafe auf, wenn wir entdecken, daß Deutschland sich um die Rückgabe seinerfrüheren Kolonie bemüht, um eigenen Raum für seine überschüssige Bevölkerung zu erlangen. Und wir horchen auch mit einer gewissen Vor- ahnung auf ein Grollen aus Südwest- a f r i k a, das mehr nationalen als Rassen-Empfin- düngen entspricht." Das Blatt tritt daher für einen engeren Z u - sammenschluß von Kenya (Britisch-Ost- ofrika) und Tanganyika (Mandatsgebiet) ein. Das ist ein alter Lieblingsgedanke der englischen Imperialisten, der sich aber mit den Bestimmungen des vom Völkerbünde verliehenen Manüatsrechts nicht in Einklang bringen ließ. Der englische Berichterstatter sagt weiter: „Fünfzehn Jahre nach dem Waffenstillstand sind mehrere Hunderte deutscher Staatsangehöriger mehr alsBriten in Tankanyika angesiedelt, und sie werden für ein ferneres Bleiben finanziert. Fünfzehn Jahre lang haben Deutsche, Griechen, Holländer und Inder mehr Förderung erhalten, dies Land zu dem ihrigen zu machen als unserer eigenen Landsleute. (?) — Es ist eine müßige Be- bauptung, daß Tranganyika Raum für Zehntausende hat, aber es hat ein dringendes Bedürfnis nach einer beschränkten britischen Einwanderung, und gewisse gesunde und fruchtbare Distrikte z. B., die außerhalb der unmittelbaren Nachbarschaft von Moschi und Aruscha im Norden liegen, und deren gute Aussichten für d e n Anbau von Tee ober Kaffee nachgewiesen sind, schreien direktnach ihrer Entwicklung. Wenn auch der Gedanke immer wieder geäußert wird, daß eine weitere weiße Besiedelung von Tanganyika keine Aussichten hat, die glänzende europäische Kolonie an den Südhängen des Kilimandscharo beweist das Gegenteil und zeigt, welches Aufblühen erreicht werden kann." Wien Dementiert Den plan einer Rückkehr DerHabsbnrger Wien, 2. März. (DNB.) Von maßgebender Regierungsseite wird zu der in der ausländischen Presse viel erörterten Frage einer Wiederherstellung der habsburgischen Monarchie erklärt, daß Gerüchte über dahingehende Verhandlungen und Dorberei- tunaen in keiner Weise den Tatsachen entsprechen. Die Regierung vertrete vielmehr den vom Bundesführer Starhemberg eingenommenen Standpunkt, daß diese Frage nicht aktuell sei und die Regierung vorläufig dringendere Probleme zu lösen habe. Das Pariser Blatt „Le Jour" veröffentlicht eine Erklärung eines Vertrauensmannes der Habsburger, des Ritters von Wiesner. Darin werden die Gerüchte in Abrede gestellt, daß eine Thronbesteigung Erzherzog Ottos unmittelbar bevorstehe und daß die österreichischen Legitimisten einen Staatsstreich vorbereiteten. Die Wiedereinsetzung der Habsburger würde nach vollkommen unanfechtbaren Verfahren von st a 11 e n gehen. Die österreichischen Legitimisten planten die Wiedereinsetzung der Monarchie nur für Oe st erreich und blieben damit i m Sn a hmen der bestehenden Verträge. Sie begriffen deshalb die Besorgnisse in Kreisen der kleinen Entente nicht. Oeutsch-dänischesWirtschastsabkommen Berlin, 3. März. (DNB.) Die Wirtschafts- Verhandlungen zwischen Deutschland und Dänemark haben am I.März 1934 zur Unterzeichnung eines deutsch-dänischen Abkommens über den gegenseitigen Warenverkehr geführt, das geeignet ist, die wirtsä-astlichen Beziehungen beider Lander auf eine befriedigendere, ihren wichtigsten Ausfuhrbedürfnissen entgegenkommende Grundlage zu stellen. Für die deutsche Ausfuhr nach Dänemark yat die dänische Dalutaregelung den beson- J’“’1 deutschen Bedürfnissen in angemessener r -i c.r?cd)nun9 öu tragen. Deutschland hat ander- Jetts Dänemark zugesagt, einen der dänischen Aus- fuhr des letzten Jahres im wesentlichen entsprechen- den Anteil an Molkereierzeugnissen " £0 Eiern zur Einfuhr nach Deutschland zuzulassen Darüber hinaus hat sich durch die Ausdeh- nung Des Uebernahmescheinversahrens auf Schlacht- meh ein Weg finden lassen, der es ermöglicht, Dänemark auch auf dem für dieses Land beson- ders wichtigen Gebiet ein gewisses Entgegenkommen zu gewähren, ohne daß dadurch der deutsche Schlachtviehmarkt gestört wird. Oie Toten Des 4. März 4949 Trauertag des Sudetendeutschtums Die Hoffnung der Sudetendeutschen lebte nach all dem Leid und Der Not mächtig auf, als bei Kriegs- schluh 1918 Wilsons „vierzehn Punkte" als Verhandlungsgrundlage für die Friedensverträge angenommen wurden. War das mit den vierzehn Punkten ehrlich gemeint? Dann war der Weg zu einer glückhafteren Zukunft offen. Wartend stand das sudetendeutsche Volk an der Schwelle des Friedens, der dem blutigsten Ringen der Geschichte ein Ende setzte, und das hoch nicht vergebens gewesen war, wenn für die Volker der Erde das freie Selbstbeftimmunysrecht erkämpft wurde. Bald aber sollten auch die Sudetendeutschen schwer enttäuscht werden. Die Friedenskonferenz nahm vom Vorhandensein der 3,5 Millionen Sudetendeutschen und ihren Wünschen nicht die geringste Kenntnis. Die Hoffnung darauf, Daß das Brudervolk im Reiche trotz seiner Wehrlosigkeit sich ihrer annehmen oder nur zu ihnen bekennen würde, schwand schnell dahin. Für dieses gequälte, ausgeblutete, hundertfach enttäuschte sudetendeutsche Volk blieb kein anderer Weg als der des Prote st e s. Trotz der Aussichtslosigkeit ging man auf die Straße. Die gewaltige Demonstration des 4. März in allen sudetendeutschen Städten sollte das „Weltgewissen" wachrütteln. Da strömte dieses Volk, subetendeutsche Männer, Jünglinge, Frauen, Greise und Kinder, aus den Häusern, auf die Gassen, auf die Marktplätze. Sie Sm herab von den Einödhöfen des Böhmer- es, herunter vom Riesen- und Erzgebirge, im Egerlande, in Nord- und Ostböhmen, in Mähren und Schlesien, im Weinland Südmährens, überall in den Hunderten von Städten und Stadeln des 600 km langen deutschen Siedlungsgürtels, der um die Länder der „böhmischen Krone" gelegt ist. Waffen- und wehrlos. Sie wollten nichts anderes als noch einmal laut und vernehmlich in die hoffnungslose Welt hinausrufen: „Was nun geschieht, geschieht wider unseren Willen und wider unser gutes Recht. Man vergewaltigt uns, weil wir zu dem Volk der Besiegten gehören, weil wir Deutsche sind!" Gewehrsalven und Maschinengewehrgeknatter war die Antwort auf den Aufschrei eines wehrlosen Volkes. 54 Tote uni) 112 Schwerverletzte blieben Die stummen Zeugen des 4. März. Der Arbeiter lag neben dem Dauern, der Student neben dem Handwerker, unter ihnen Jünglinge, Frauen und Kinder. Am 10. März 1919 wurde im Friedensdiktat von St. Germain das sudetendeutsche Land der Tschechoslowakei zugesprochen. Der Anschluß Oesterreichs an Deutschland wurde verboten. Vom Selbstvestim- mungsrecht sprach man nicht mehr! Wilson aber, der amerikanische Apostel, bekam in Prag ein Denkmal gesetzt. Fünfzehn Jahre sind seit dem blutigen 4. März vergangen, und das sudetendeutsche Volk ist sehr arm geworden. Doch die Armut kann sein Schicksal allein nicht besiegeln, denn dem, der Not und Leid standhaft zu ertragen weiß, erwachsen Kräfte, mit denen er die Not dermaleinst bannen und durch die er eine glücklichere Zukunft erringen wird. „Denn nicht, was wir erleben, sondern w i e wir erkennen, was mir erleben, macht unser Schicksal aus" sagte die sudetendeutsche Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach. Ein junges Geschlecht wächst heran, das Kraft und Mut in sich fühlt, die Not zu bannen. Das fröhliche und sorglose Lachen hat dieses junge Geschlecht niemals gekannt, hart und verbissen geht es daran, den Schutt hinwegzuräumen, der sich hindernd in den Weg stellt. Parteienwesen und Klassenkämpfe haben reichlich Schutt angesammelt, Schutt, den das große Brudervolk im Reich innerhalb eines Jahres beseitigen konnte, gläubig und voll Vertrauen auf die eigene Kraft will das junge Geschlecht seinen Weg gehen. Es hat keine Zeit für Träume. Ein glühender Wille regt sich allerorten und ist am Werke. Die Toten dss 4. März sollen nicht u m s o n st gestorben sein. Das Schicksal rief, die Stunde hat's geboten, Und ohne Zögern folgtet Ihr der Pflicht! Heut feiern wir die Stunde unserer Toten! Gefallen seid Ihr, — doch vergessen nicht. Und roie’s für Euch kein Zögern gab, kein Wanken Und wie Ihr so dem Volk ein Vorbild ward, Woll'n Euer Opfer wir durch Taten danken. Aus Gräbern klingt die Mahnung: Werdet hart! Am 4. März 1919 wurde das Bekenntnis der dreieinhalb Millionen Sudetendeutschen, unlösbar zum großen deutschen Volke zu gehören, von den Tschechen mit Pulver und Blei beantwortet. Am 4. März 1934 veranstalten siebenundzwanzig nationale tschechische Verbände unter dem Protektorate des „Narodni räda“ (Nationalrates) einen Tag f ü r das Auslandstschechentum. An dem Tage also bekennt das Tschechenvolk vor aller Welt, daß es die außerhalb der Grenzen seines Staates lebenden Volksgenossen als zu sich gehörig betrachtet. Wegen des gleichen Bekenntnisses schoß die tschechische Soldateska am 4. März 1919 in die wehrlosen Sudetendeutschen. Es scheint diesem Volke das Selbstverständlichste von der Welt, daß mit zweierlei Maß gemessen wird. Das ist im Angesicht der Tatsache, daß das deutsche Volk den guten Willen, mit allen Völkern in Frieden und guter Nachbarschaft zu leben, nunmehr hundertfach bewiesen hat, ein Rückfall in den ärgsten Vorkriegsnationalismus. Hat denn dieses Volk, dessen Schicksal durch die Jahrhunderte unlösbar verbunden war mit dem deutschen Schicksal nichts hinzugelernt? Senkung Der Abgaben für Arbeitslosenhilfe ab 4. April, Durchgreifende Maßnahmen Hamburg, 2. März (DNB.) Das „Hamburger Fremdenblatt veröffentlicht eine Unterredung mit dem Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Reinhardt. Es kam dabei die Notwendigkeit zum Ausdruck, die Wirtschaft durch Steigerung der Kaufkraft der Bevölkerung weiterhin zu beleben. Besonders beschäftigt den Staatssekretär die Hebung der Kaufkraft der ärmeren Bevölkerungsschichten. Die Spanne zwischen Brutto- und N e 11 o l o h n erscheint ihm gegenwärtig aus verschiedenen Gründen z u hoch. Dazu trügen nicht nur die staatlichen Abgaben bei, sondern vielfach auch die hohen Pflichtbeiträge ü r Organisationen usw., für deren Verringerung er sich bereits mit Nachdruck eingesetzt habe. Das Reich werde mit gutem Beispiel vorangehen. Die Abgaben für Arbeitslosenhilfen erbringen im laufenden Rechnungsjahr rund 525 Millionen Mark. Er beabsichtige nun, die Abgabe mit Wirkung ab 1. April 1934 um rund 285 Millionen Mark zu senken. Dom 1. April ab wolle er alle Einkommen von nicht mehr als 200 Mk. monatlich völlig frei von der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe gestatten. Für die in Betracht kommenden Schichten ergibt das eine Ersparnis und dementsprechende kauskraftsteigerung von insgesamt 225 Millionen Mark. Die Einkommen zur Hebung der Kaufkraft. von 200 bis 300 Mark monatlich sollen um 35 Millionen Mark weniger und die Linkom- mensstufen von mehr als 300 Mark monatlich um 25 Millionen Mark weniger als bisher an Abgabe zur Arbeitslosenhilfe aufbringen. 3m übrigen komme die freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit, die ihre große Wirkung in den Wintermonaten getan habe, am 1. April ebenfalls in Fortfall. lieber die bevorstehende F r ü h j a h r s o f f e n- sive in der Arbeitsschlacht äußerte sich der Staatssekretär durchaus optimistisch. Er verwies dabei auf die erheblichen Mittel, die nod) aus den verschiedenen Arbeitsprogrammen zur Verfügung stehen. Auch die Haushaltlage des Reiches sei günstig zu beurteilen. Als ein Zeichen der wachsenden Wiederkehr des wirtschaftlichen Vertrauens sei eine anhaltende Erhöhung der Einkünfte aus faft sämtlichen Steuer» arten festzustellen. Dafür machen sich freilich im neuen Haushaltsjahr erstmals die großen Vorbelastungen aus den verschiedenen Arbeitsbeschaffungsprogrammen fühlbar. Staatssekretär Reinhardt machte energisch Front gegen alle Gelüste nach einem inflationistischen oder devalvationistischen Kurs, der ein Verbrechen an der Wirtschaft darstellen würde. Regierung und Partei seien entschlossen, nicht das Vertrauen der Sparer zu enttäuschen. In dieser Beziehung sei die Reichsregierung nur einer Meinung. Die deutsche Eidgenossenschaft an der Saar Das Fiasko der französischen Rheinlandpolitik. - Will Frankreich auch heute noch keine Verständigung? Vizekanzler von Popen über Frankreichs Saarpoliiik. Berlin, 2. März. (DNB^) Vizekanzler von P a p e n hielt vor der Lessing-Hochschule einen Vortrag über „Frankreichs Saarpolitik". Der Vortragende zeichnete in großen Zügen ein eindrucksvolles Bild von der jahrhundertealten, immer wieder zum Rhein drängenden Ostpolitik Frankreichs und unter- trich die zähe Widerstandskraft der Bevölkerung des -eutigen Saargebietes gegenüber den verschiedenen ranzosischen Eingliederungsversuchen. Der Saar- bevollmächtigte schloß seine Ausführungen mit etwa den folgenden Worten: Die Abstimmung im nächsten Jahr wird Den unrühmlichen Abschluß dieser Rheinlandpolitik Frank- relchs bringen. Die in Versailles erfundene Kon- truktion des Saargebietes war der letzte Der- altes Ziel zu erreichen. Mit dem 2lbftimmungstage, Der aller Welt eindeutig und unmißverständlich den Zusammenbruch dieser Annex,onspolltik auf Umwegen beweilen wird, ist HF* eV1i.d,tponti^r Vergewaltigung, imperiali- ttid}er Methoden in Zukunft nicht mehr gangbar. Urne wieder erstarkte Nation, urdeutsches Volkstum stehen als unerschü 1 terliche B o l l w e r ke einer Fortführung überholter außenpolitischer Methoden entgegen. Frankreich wird sich deshalb schlüssig werden müssen, ob es den vom Führer angebotenen Weg der Zusammenarbeit und der Verständigung mit uns gehen will. Die Politik der deutschen Reichsregierung ist ganz aus diese Verständigung und Zusammenarbeit ge- ridptet. So unerschütterlich unser durch die Geschichte eines Jahrtausend fundierter Glaube an das Deutschtum des Volkes an der Saar ist und so unerschütterlich daher die Reichsregierung die territoriale Rückgliederung des Saargebietes an das Reich nicht nur als eine geschichtliche, sondern als eine weltpolitische Angelegenheit betrachtet, ebenso sehr sind wir überzeugt davon, daß g e ° raöe dieses Gebiet mit (einer vielseitigen Entwickelung d i e beste Brücke geistiger und wirtschaftlicher Verständigung zu der großen französischen Nachbarnation bildet. Der Staatsmann, der versucht, dem durch die Folgen des Versailler Friedens zerrissenen europäischen Zustande wieder eine gewisse Stabilität zu verleihen, müßte schon aus diesem Grunde ablehnen, den gegenwärtigen Status quo des Saargebietes' auf weitere Zeit verlängert zu sehen. Damit mürben alle Unruhenmomente der deutsch-franzosischen und der europäischen Politik bestehen bleiben, und der große Befriedungsakt zwischen den beiden Nationen, der endgültige Ausgleich jahrhundertealter Differenzen würde auf weite Zeiten unmöglich ge- Der neu erstandene Geist deutschen Volkstums, der Geist gemeinsamen nationalen Erlebens hat sich an der Saar gerade gestern aufs neue in einem grandiosen Akte manifestiert. Man hat an der Saar alle Fesseln der Parteien und Konfessionen und der Klassenunterschiede abgeftreift, um sich zur gemeinsamen deutschen Front zusammenzuschließen. Wir hoffen, daß diese geistig-seelischen Vorgänge auch auf der andern Seite der Grenze als Das gewürdigt werden, was sie sind: Das glühende Bekenntnis eines Volkes, das heim will zur Heimat, aber das zugleich beseelt ist von einer tiefen Sehnsucht nach Frieden und Verständigung mit seinem großen Nachbarn. Oie NGOAP. im Dienst Der Deutschen Front. Staatsrat Spaniol Führer der Deutschen Front im Reich. Berlin, 2. März. (DNB.) Staatsrat «Spaniol ist mit der Führung der Deutschen Front irn Reich beauftragt worden. Diese umfaßt alle außerhalb des Saargebietes wohnenden abstimmungsberechtigten Saardeutschen. Staatsrat Spaniol hat folgenden Aufruf erlassen: „Deutsche Volksgenossen an der Saar! Parteigenossen! Mit dem 1. März 1934 sind wir an der Saar in eine bedeutende geschichtliche Stunde ein« fietreten. An diesem Tage hat das «Saarvolk durch eine führenden Männer vor der ganzen Welt d i e deutsche Eidgenossenschaft gebildet. Nicht zuletzt ist dies das Verdienst der Getreuen Adolfs Hitlers, die unverdrossen gegen ungeheure Widerstände die Idee der Volksgemeinschaft in Die Herzen Des Saarvolkes hineingetra- gen haben. Die Selbstlosigkeit ihres Kampfes hat ihre Krönung an diesem Tage darin gefunden, daß alle Volksgenossen an der Saar ohne Unterschied der Konfession, Partei und des Standes den Männern heute zur Schicksalsgemeinschaft Die HanD reichen, Deren Fahnen mit Blutopfern geweiht finD. Mit gewohnter selbstloser Hingabe stehen Diese alten Kämpfer freudigen Herzens in der Eidgenossenschaft. Als Landesleiter Der NSDAP. Des Saargebietes gebe ich bekannt: Im Zuge Der getroffenen Vereinbarung, Die zur umfaffenDen Volksgemeinschaft aller an Der Saar geführt hat, erkläre ich: 1. Die MitglieDscha ft zur NSDAP. Saargebiet ruht vom heutigen Tage an mit allen an Diese gebunDenen gelblichen und sonstigen Verpflichtungen. ' 2. Der gesamte Parteiapparat Der NSDAP. (Amtswalter unD Mitarbeiter) geht mit Dem heutigen Tage nach Den Richtlinien Der Deutschen Front in Deren Besitz über, Desgleichen werden die gefaulten Räumlichkeiten sowie deren Einrichtung dieser bis zum Abstimmungstage überlassen. Hiermit lege i ch Die Führung der NSDAP., einem höheren Ruse folgend, nieder. Unser einziges Ziel ist: Unser Deutschland! Heil dem Führer! (geg.) Staatsrat Spaniol, Führer der Deutschen Front im Reich. OerZuristenausschuß zur Vorbereitung der Saarabstimmung. Genf, 2. März. (DNB.) Dem Juristenausschuß ür die Klärung von Vorfragen für die Saarabstimmung werden folgende Persönlichkeiten angehören: Eugen Bore.l (Schweiz), K o st e r s (Mitglied Des hollänDischen Kassationshofes) und Baron Marks von Württemberg (PräsiDent eines schwedischen Appellations- Hofes). Die nächste Tagung Des ^Ausschusses wird voraussichtlich am 19. März in Genf stattfinden. Er soll sich darüber äußern, was unter „Personen, die qjn 28. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben" und deshalb abstimmungsberechtigt sind, zu verstehen ist. Er soll weiter Vorschläge darüber machen, welcher Gemeindeverband als „Bezirk^ oder „Gemeinde" im Sinne des Vertrages anzusehen ist. Schließlich oll er sich über eine Reihe von Rechtsfragen äußern,die nach vollzogener Abstimmung Bedeutung gewinnen werden. Das Gutachten des Juristenausschusses wird Dem Dreier-Ausschuß, dessen Vorsitzender Baron Aloisi (Italien) ist, vorgelegt werden. Wie man weiter hört, roirD im Völkerbunds» efretariat auch eine Liste neutraler Per- önlichkeiten vorbereitet, aus Denen Der Abstimmungsausschuß für Das Saargebiet gebildet werden soll. Dieser Ausschuß selbst soll allerdings voraussichtlich nur aus Drei Jeronen bestehen. Dabet besteht Der Eindruck, daß eine Befugnisse sich nur auf einen Teil der bei )er Saarabstimmung auftauchenden Fragen er- trecken werden und Daß geplant ist, Der Regierungskommission immer noch weitergehende Vollmachten bei Der Durchführung Der Abstimmung zu überlassen. . Erste Tagung der Deutschen Dozentenschaft. München, 2. März. (DNB.) Die Gruppe Dozentenschaft in Der Fachschaft I Des Nationalsozia- ustlschen Lehrerbundes hielt ihre erste Unterführer» agung ab. Dr. Gall von Der Technischen Hoch- chule München begrüßte Die Erschienenen und gab )er Freude Darüber Ausdruck, daß der National- ogialtsmus mit den „Hochschuldynastien" und mit dem Hochschuldünkel aufgeräumt habe. Die erste Avraussetzung für den Neuaufbau der Deutschen Hochschulen ist nicht irgend eine StunDenplanarbeit, onpern Die Durchsetzung Der Hochschule mit Dem nationalsozialistischen Ideengut. — Der Führer Der Deutschen Dozentenschaft an der Universität Berlin, s ?!? Hvlzlöhner, sprach von Der Krise Der Wissenschaft, Die nicht eine Konjunktur, sondern eine Strukturkrise sei. Die Wissenschaft habe dem Nationalsozialismus keine Konzessionen zu machen, ie habe nationalsozialistisch zu werden oder sie werde zugrunde gehen. Der nationalsozialistische Staat habe ein lebhaftes Interesse gerade auch an der Heranziehung des akademischen Nachwuchses. — Der politische Referent Des Reichs-SA.-Hochschul- amtes Reinhold Schulze, gab einen Ueberblick über Die bisherigen Bemühungen und Erfolge in Der einheitlichen Erziehung Des Deutschen Studie« renden und Dozenten an Den Hochschulen im Wehrport., Es bestehen zur Zeit 33 SA.-Hochschulämter mit eigenen Lagern. - Daran schloß sich eine ein- ,^usfPractK über Fragen, Die mit Den hier einschlägigen Problemen im Zusammenhang stehen. - ureitagabenD verkündete in Der Technischen Hochschule Kultusminister Schemm als Führer Aus aller Welt ermor- Die lettländische Regierung unter Führung des Ministerpräsidenten Blodnlk ist zurückgetreten, nachdem der Ministerpräsident im Parlament ein Mißtrauensvotum, das der Bauernbund eingebracht hatte, erhalten hat. Von 100 Abgeordneten sprachen nur 9 dem Ministerpräsidenten ihr Vertrauen aus. Der Bauernbund wird die Neubildung der Regierung übernehmen. Wie die englische Presse aus der Stadt Michigan (USA) meldet, wurde dort unter außergewöhnlichen Umständen der Mörder Hagley Edward hin- gerichtet, der im Juli 1932 seine Frau------ bet hat. Die Hinrichtung war genau auf Mitternacht vom Donnerstag auf Freitag anberaumt. Am Donnerstagnachmittag verschaffte sich Edward je- doch aus unerklärliche Weise ein Stück Glas und schnitt sich damit die Pulsadern auf. Er hatte so viel Blut verloren, daß er das Bewußtsein zu oer- Berlin, 2. März. (DNB.) Der Berliner Presse erklärte der Leiter der Berliner Städtischen Gesundheitsverwaltung Stadtmedizinalrat Dr. Klein: Am 20. April, lieren begann. Da wurde der Wärter aufmerksam und alarmierte die Gefängnisleitung. Obwohl nur noch wenige Stunden bis zur Hinrichtung waren, fetzte man alles daran, das Leben des Verbrechers Der Präsident der spanischen Republik hat den Führer der Radikalen Partei Lerroux wieder mit der Kabinettsbildung beauftrag t. Lerroux will versuchen, eine Regierung aus Mitgliedern der eigenen Partei, der Katalanischen Liga und der Agrarier zu bilden. ' " g Stadtmedizinalrat Dr. Am 20. April, dem Geburtstag des Führers, werden mit der Errichtung der „Beratungsstellen für R a f s e n p f l e g e" die neuen bevölkerungspolitischen Maßnahmen der Stadt Berlin verwirklicht werden, die ihre Krönung in der lieber» nähme von Ehrenpatenschaften finden. Für jedes dritte und oierteKind einer erbgesunden Familie, das nach diesem Zeitpunkt empfangen wurde, und für das d i e Reichshaupt ft adt die Ehrenpatenschaft übernimmt, wird im ersten Lebensjahr eine Ehrengabe von monatlich je 30 Mk., in den folgenden 13 Jahren von monatlich je 20 Mark an Die Eltern zur Auszahlung gelangen. Voraussetzung für die Verleihung einer Ehrenpatenschaft ist G e s u n d - beit und Erbgesundheit der ganzen Sippe. Hierbei werden sorgfältige behördliche Prüfungen stattfinden. gericht in Leipzig das ergangene Urteil auf. Es verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung nach Dessau zurück. Diese Maßnahme war erforderlich, da das angefochtene Urteil durchgreifende Mängel in prozessualer Hinsicht aufwies. Die Angeklagten waren in unzulässiger Weise von der Teilnahme an einem Lokaltermin ausgeschlossen worden, indem sie während dieser Zeit im Polizeikraftwagen festgehalten wurden. Auch ist die Beeidigung zweier während des Lokaltermins vernommenen Sachverständigen unterblieben. Ein hitterjunge und ein Invalide von einem Betrunkenen niedergestochen. Kleine politische Nachrichten. Bei der Obersten S A. - F ü h r u n g wird ein Minister amt errichtet, das die Aufgabe hat, alle die Angelegenheiten zu bearbeiten, die den Stabschef der SA. Röhm in seiner Eigenschaft als Reichsminister berühren. Das Ministeramt hat seinen Sitz vorläufig in Berlin, Wilhelmstraße 63. Zum Chef des Ministeramtes wurde SS.-Gruppen- führer Reiner ernannt. Gläubiger kann durch Verzicht auf das Auslosungsrecht nebst Anleiheablösungsschuld die Vorzugsrente auf 100 v. H. des Nennbetrages erhöhen, und wenn er zur Zeit des Verzichtes bereits 60 Jahre alt ist, auf 120 v.H. des Nennbetrages. Alle drei Jahre findet eine Nachprüfung d e r Bedürftigkeit statt, soweit nicht der Rentenempfänger inzwischen das 60. Jahr vollendet hat. Solange die Rente gewährt wird, nimmt das Auslosungsrecht nicht an der Auslosung teil. Die Rente ist unveräußerlich und nicht'vererblich, sie unterliegt nicht der Pfändung, und bei der Festsetzung von öffentlich-rechtlichen Unterstützungen bleibt sie bis zur Höhe von jährlich 270 Reichsmark außer Ansatz. Die Vorzugsrente ist also für die große Zahl der früheren Reichs- und Staatsanleihebesitzer, denen von ihrem ersparten Vermögen wenig ober nichts mehr als die abgewertete Anleiheablösungsschuld nebst Auslosungsrecht verblieben ist, von allergrößter Bedeutung. Auch wenn Bedürftigkeit im Sinne des Gesetzes (Jahreseinkommen unter 1000 Reichsmark) noch nicht vorliegt, so mag doch die Gefahr des Sinkens unter diese Grenze jederzeit drohen. Da nun aus ausgelosten Stücken ein Rentenanspruch nicht mehr hergeleitet werden kann, so empfiehlt sich die Prüfung, ob nicht gegebenenfalls zur Wahrung des Rechts auf die Rente, bis auf weiteres auf Teilnahme an der Auslosung verzichtet werden soll, was jederzeit widerrufen werden kann. Ein solcher Verzicht müßte der Reichsschuldenverwaltung unter Ueberfenbung des Auslosungsscheines erklärt werden. Der Reichsschuldenverwaltung liegt die Verwaltung der Vorzugsrenten und die Entscheidung über den Antrag auf ihre Gewährung ob. Der Antragsteller hat sich zunächst an die für seinen Wohnsitz zuständige Bezirkssürsorge- st e 11 e (Wohlfahrtsamt) zu wenden, wo er unentgeltlich jede Auskunft und den Vordruck zum Anträge erhält, den er dort ausgefüllt und eigenhändig unterzeichnet wieder abzugeben hat. Die Fürsorgestelle prüft sodann die Verhältnisse des Antragstellers und sendet den Antrag, falls sie ihn für berechtigt hält, der Reichsschuldenverwaltung zu. Diese trifft schließlich die Entscheidung und zahlt die Rente durch die Post aus. zu retten. Ein Gefangener stellte sich für eine Bluttransfusion zur Verfügung, und unter Mitwirkung mehrerer Aerzte gelang es dann, das Leben des Delinquenten bis Mitternacht zu erhalten. Um 12 Uhr wurde er dann auf den elektrischen Stuhl geführt und hingerichtet. Blutiger Kampf in Neu-Guinea. Nach einem amtlichen Bericht aus Brisbane wurden bei einem Kampf zwischen einer polizeilichen Strafexpedition und Eingeborenen in Neu-Gumea 19 Papuas getötet und 10 verwundet Die Strafexpedition soll in einem unter australischem Völkerbundmandat stehenden Teil Neu- Guineas durchgeführt worden sein, um eines des Mordes verdächtigen Mann zu verhaften. keine Konkurrenz für Loch Netz. — Es war nur ein Walfisch. Zum größten Bedauern der Bevölkerung von Quergueville (bei Cherbourg) haben drei Wissen- schofler, die man zur Begutachtung des dort an» gespülten „ S e e u n g e h e u e r s " herangezoaen hatte, feftgefteüt, daß es sich um eine Abart des Walfisches handelt. Hiermit ist also dieser geheimnisvolle Fall, über den dieser Tage berichtet wurde, geklärt. Kunst und Wissenschaft. Der neue Intendant des Südwestfunks. lieber die Persönlichkeit und den Werdegang des, neuen von Minister Dr. Goebbels zum kommissarischen Leiter des Südwestfunks ernannten Intendanten Hans Otto Fricke erfahren wir folgendes: Hans Otto Fricke ist Niedersachse und steht im 38. Lebensjahre. Im Weltkrieg stand er über drei Jahre in vorderster Front. Nach dem Kriege nahm er an den Kämpfen in Oberschlesien teil. Dann widmete er sich dem Theaterberuf, war u. a. Leiter des Hannoverschen Städtebund-Thea- ters und übernahm bann die Vereinigten Städtischen Bühnen Dorderwestfalens. Frick ist seit fahren Mitosied der NSDAP, und war früher SA.- Sturmführer im Gau Groß-Berlin. Im Frühjahr 1933 wurde ihm die Leitung des Deutschen Volkstheaters in Berlin übertragen. Ehrenvolle Berufung des Frankfurter Chefdramaturgen Bethge. Der Chefdramaturg des Frankfurter Schauspiel-« Hauses, Friedrich Bethge, der Autor von „Reims", ist vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels in den Dichterkreis des Reichsbundes für Freilicht- und Volksschauspiele berufen worden. Die chinesische Regierung hat gegen die Ausrufung des mandschurischen Kaiserreiches p rote st i e r t und Japan dafür verantwortlich aemacht. Das japanische Außenministerium hat beschlossen, keine Antwort auf diese Note zu geben, da irgendwelche chinesische Ansprüche nicht geltend gemacht werden können. Rennwagen rast in die Zuschauermenge. — 7 Tote, 15 Schwerverletzte. Aus Rosario in Argentinien wixd berichtet, daß bei dem Rennen um den großen Automobilpreis von Argentinien ein Wagen in der Kurve ins Schleudern kam und in die Z u s ch a u e r m e n g e hineinraste. Sieben Personen wurden getötet und fünfzehn schwer verletzt. Einheitlicher Binder znm Festanzug der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 2. März. (VDZ.) Von der Reichszeug- meifterei der NSDAP, ist zum Festanzug der Deutschen Arbeitsfront neben der Festmütze auch die F e st k r a w a t.t e festgelegt worben. Es soll ein einheitlicher Binder hergestellt werden, ein „£)rigi= nalbinber", ber eine besonbers glatte Webart des Stoffes aufweist. Die Festkrawatte wird in fünf Ausführungen herausgegeben. Die Reichszeugmeiste- rei will ben „Driginalbinber" mit einer Siegelmarke zeichnen und die Krawatten durch die zugelassenen 10 000 Uniformverkaufsstellen vertreiben lassen. Das Gerücht, es fei angeordnet, den Festanzug ber Deutschen Arbeitsfront bis zum 1. Mai 1934 für jedes Mitglied zwangsmäßig einzuführen, entbehrt jeder Grundlage. Grohfeuer in der Wittenberger Oelmühle. In Wittenberge brach nachts aus noch unbekannter Ursache in der Herzschen Oelmühle ein Groß- feuer aus, das einen fünfstöckigen Speicher, der mit großen Mengen Delfaaten und Deien ange- üllt war, vollständig einäscherte. Die Wittenberger Feuerwehr mußte die Werkfeuerwehren der „Singer-Nähmaschinen" und des Reichsbahnausbesserungswerkes zu Hilfe rufen. Außerdem wurden SA.- und SS.-Abteilungen und die Perleberger Feuerwehr zur Bekämpfung des Brandes herangezogen. Die Stadt war taghell erleuchtet von riesigen Flammen, die wie aus einem glühenden Hochofen, aus dem Speicher aufftiegen und einen Funkenregen verursachten, ber die benachbarten Hafenanlagen und die im Hafen liegenden Fahrzeuge gefährdete. Erst nach mehrstündigen Löscharbeiten war die Gefahr beseitigt. Der Schaden durfte eine Million Mark übersteigen. Die Oelmühle, die zur Zeit rund 180 Mann beschäftigte, ist das größte Unternehmen dieser Art in Deutschland. Verheerendes Grotzfener in einer mexikanischen des NSLB. die Gründung der bayerischen Dozentenschaft. Kultusminister Schemm for- । derte die organisatorische Zusammenfassung des Stoßtrupps, der bas geistige Leben an unseren Hochschulen im nationalsozialistischen Geiste beeinflussen müsse. Es müsse an ben deutschen Hochschulen nunmehr endlich ans Werk gegangen werden. Diese zusammenfassende Organisation müsse bas i geistige deutsche Leben genau so erobern, wie die ! SA. die politische Macht im Staate erobert hat. I Diese Eroberung der Hochschulen könne nur aus- i gehen von Kräften, die sich eingliedern in das Volks- ' ganze. Der Minister verkündete dann die Fach- । gruppe der bayerischen Dozentenschaft als Zusammenschluß von Menschen, welche die Verbindung mit der Jugend absolut besitzen. Er bat alle beteiligten Kreise, am Ausbau dieser Gründung mitzu- mirfen. Der Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft. Berlin, 2. März (DNB.) Das Amt für Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft teilt mit: Alle Abiturienten und Abiturientinnen, die zu studieren beabsichtigen, dürfen sich nicht bei den Meldämtern bzw. Arbeitsämtern melden und müssen diese Meldungen, soweit sie sie schon vorgenommen haben, sofort rückgängig machen. Sie werden automatisch ab 5. M a i in den Arbeitsdienst eingezogen und erhalten bann das Pflichtenheft für bas Diensthalbjahr. Wer außerhalb dieses Diensthalbjahres von ihnen in den Arbeitsdienst geht, kann bas Pflichtenheft nicht erhalten und später bas Studium auch nicht beginnen. Lastenausgleich zugunsten kinderreicher Aerzte. Berlin, 3. März. (DNB.) In ber Erkenntnis, daß gerade die deutschen Aerzte in ber Familienpolitik richtung- und beispielgebend voranzugehen haben, wird bei der Hauptgeschäftsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands eine „Ausgleichskasse" errichtet, die sich in eine „Familienlastenausgleichskasse" und in die „Aerztliche Ausgleichskasse für Notstandsgebiete" gliedert. Die letztere hat den Zweck, durch Unterstützung der Kassenärzte in wirtschaftlich notleidenden Gebieten die ärztliche Hilfe der Bevölkerung sicherzustellen. Die „Familienlastenausgleichskasse" dagegen dient dazu, bei der Verteilung des Kassenarzthonorars kinderreiche Aerzte besonders zu berücksichtigen. Vom 1. Januar J934 führen sämtliche Orts-, Betriebs-, Jnnungs- und Ersatzkassen 3 v. H. und sämtliche Landkranken- kassen 2 v. H. der von ihnen für die Kassenärzte zu zahlenden Vergütungen an die Hauptgeschäftsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Aus diesen Beträgen zahlt dann die Zentrale Familien- ausgleichskasse vom 1. April 1934 ab an alle Aerzte, die Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung sind und drei und mehr Kinder haben, für jedes dritte und weitere Kind monatlich den Betrag von 50 Mark aus. Vorläufig werden etwa 7500 Aerzte mit 4 und mehr Kindern den Vorteil von dieser Regelung haben. Die Zuschüsse werden bis zum 21. Lebensjahr geleistet. Berlin übernimmt die Ehrenpatenschaft für erbgesunde Kinder. Berlin, 2. Marz (VDZ.) Der Bundesführer des „Stahlhelm", R-ichsarbeitsmimst-r Franz S e l d t e , veröffentlicht folgenden Sefe^L „Ich habe den Landesfuhrer von Schlesien, Graf von Pückler, seines Amtes enthoben, weil er wider alles Recht und gegen meinen ihm bekannten Willen den Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in Schlesien f ur a u fg e l oft er f la rt bat Der Stahlhelm bleibt — wie überall |o au* in Schlesien bestehen. Ich h°b- die Führung de? Landesverbandes Schlesien bis °uf weiteres selbst übernommen und erwarte, daß dl«i schl-st- schen Kameraden ihr- Pflicht tun, b. h. treu ;um Bunde halten, ebenso wie ich zu ihnen‘ . Die Organisationsabteilung des Stahlhelm Buno amtes gibt gleichzeitig bekannt, daß der Bun ' fütjrer ben Kameraden aus allen Teilen des -weiches, besonders aber denen aus Schlesien, f u r o i e Treuerklärungen danken lasse, die m ben letzten Tagen beim Bunbesamt spontan uno zahlreich eingegangen feien. Wettervoraussage. Ein Ausläufer des nörblichen Tiefs erstreckt sich bis nach Deutschland vor und hat besonders im nördlichen Teil des Reiches zu Niederschlägen geführt. Von Südwesten her ist aber Luftdruckanstieg zu erkennen, der sich über das Festland ausbreitet und somit eine Hochdruckbrücke nach dem Finnlandhoch hin schaffen wird. Bei meist westlichen Winden gestaltet sich das Wetter zwar noch wechselhaft, doch wird infolge des steigenden Luftdrucks bei uns keine bedeutendere Niederschlagstätigkeit aufkommen. Die Temperaturen werden sich zunächst meist über Null bewegen, dürften aber später bei nächtlichem Auf- klaren wieder Gefrierpunktsnähe erreichen. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, nur vereinzelt leichtete Schauer, Temperaturen meist über Null. Aussichten für Montag: Im ganzen noch etwas wechselhaftes, aber ruhigeres Wetter. Lufttemperaturen am 2. März: mittags 3,2 Grab Celsius, abends 2,4 Grad; am 3. März: morgens 1,5 Grad. Maximum 3,2 Grad, Minimum 0,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. März abends 1,5 Grad; am 3. März morgens 1,3 Grad Celsius. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 4 Grad, im Walde 40 cm Schnee, Bruchhavsch, Sportmöglichkeit im Walde gut. Sauerland. Willingen: Klar, — 3 Grab, 20 bis 30 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut. Schwarzwal b. Feldderg: Bedeckt, — vier Grad, 55 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit sehr gut. _______________________________________________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 1.34: 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruckeret R. Lange, K. G., sämtlich in Meßeru Die Erfahrungen, ber ber „Volksbunb ber Sparer" bei feinem Rate, bie Auslosungsscheine über bie Auslosungsrechte in bas Reichs- schulbbuch einzutragen, gemacht hat, scheinen zu beweisen, daß noch immer nicht überall die Bedeutung der mit den Auslosungsscheinen verbundenen Rechte voll erkannt ist. Uebrigens glauben irrigerweise viele Besitzer von Papiermarkanleihen des Reiches ober der Länder, welche den Umtausch auf Grund des Anleiheablösungsgesetzes versäumt haben, daß mit diesen alten Papieren dieselben ober ähnlichen Rechte verbunden seien, wie mit denen den Altbesitzern erteilten Umtausch stücken nebst Auslosungsscheinen. Das ist natürlich nicht ber Fall. Andrerseits stellt sich noch immer eine gewisse Unkenntnis ber Möglichkeit heraus, auf Grunb der Auslosungsrechte den Anspruch auf die „V o r z u g s r e n t e" geltend zu machen. Dieser Anspruch des wirtschaftlich schwach gewordenen Volksgenossen gegen das Reich ist nicht etwa ein Almosen, ober ein Gnadengeschenk, sondern e i n echter Rechtsanspruch. Ihn kann jeder bedürftige Reichsdeutsche erheben, der am 1. Juli 1920 Besitzer von Anleihen des Reichs ober ber ßänber war unb (als sog. Altbesitzer) daraufhin im Umtauschwege Stücke der Anleiheablösungsschuld des Reichs und Auslosungsrechte erhalten hat und diese noch besitzt. Das gleiche gilt auch, wenn bas Auslosungsrecht nicht ihm selbst, sondern seinem verstorbenen Ehegatten oder einem seiner verstorbenen Eltern, gewährt war, und er es als deren Rechtsnachfolger erhielt. Der Antragsteller muß im Jnlande wohnhaft fein und gilt als bedürftig, wenn fein Einkommen in dem dem Anträge voraufgegangenen Kalenderjahre 10 0 0 Reichsmark nicht überstiegen hat. Die Vorzugsrente beträgt 80 v. H. jährlich vom Nennbetrag des Auslosungsrechtes, aber höchstens 8 0 0 Reichsmark jährlich, also bei einem auf 50 Reichsmark lautenden Auslosungsrechte 40 Reichsmark, bei 1000 Reichsmark Auslosungsrechte 800 Reiksmark, jährlich ufw., und wird bei 1O0 Reichsmark einmal im Jahre, bei höheren Beträgen in zwei gleichen Teilen halbjährlich gezahlt, und zwar lebenslänglich, sofern nicht eine ber genannten Voraussetzungen fortfällt. Der In der mexikanischen Stadt Fresnillo brach ein Brand aus, der ungeheuren Umfang annahm und erst im Laufe des folgenden Tages gelaicht werden konnte. Mehrer Häuserblocks wurden vollständig v e r n i ch t e t. Bei den Aufraumungsarbel- ten fand man die verkohlte Leiche einer Greisin. Man befürchtet jedoch, baß noch weitere Opfer unter den Trümmern liegen. Der Ge amtschaden wird auf über eine Million Pesos geschätzt. Der Brand konnte so außergewöhnlich große Ausmaße annehmen, weil in der Stadt kein e Fe u e r • wehr besteht und überdies die Loscharbeiten durch Wassermangel sehr erschwert wurden. Explosion in einer Tuchfabrik. Im Betriebe dec Tuchfabrik und Wollspinnerei August C. Mohr in Kellinghusen (Schleswig- Holstein) explodierte beim Anlassen eines Dieselmotors der Luftdruckbehälter, dessen Deckel sämtliche Decken des Gebäudes durchschlug und au dem Dach liegen blieb. Die Fensterscheiben und Fensterrahmen des Fabrikgebäudes wurden ausnahmslos herausgeschleudert. Die Explosion riß in eine dicke Mauer ein zweimal drei Meter großes Loch. Wie durch ein Wunder kam der Betriebsinhaber, der den Motor anließ, ohne wesentliche Schäden davon. Da die eine Wand des Gebäudes eingestürzt ist, mußte das Gebäude abgestützt werden. Oberbürgermeifterwechfel in Potsdam. Der preußische Minister des Innern Hal sich, mit Erlaß vorn 1. März 1934 auf Grund bes Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 mit dem Rücktritt des Oberbürgermeisters Ra u s ch e r in Potsdam einverstanden erklärt. Als Nachfolger hat der preußische Minister des Innern den Kreis- leiter der NSDAP, in Potsdam, Generalmajor a. D. Friedrichs, berufen. Die Todesurteile im zweiten hecklinger-Prozeh aufgehoben. Auf die Revision ber zehn im zweiten fietflin- ger-Prozeh am 28. November v. I. vom Schwurgericht Dessau wegen gemeinschaftlichen Mordes an dem SA.-Mann S t e s l i t rum Tode verurteilten Kommunisten hob das Reichs- Die Borzugsrente des bediWgenSparers Äon Dr. Ernst Springer, Geh. Oberfinanzrat. Selbstauslösung des Bundes Königin Luise. Halle, 2. März. (DNB.) Die Bundesführung bes Bundes Königin Luise gibt in einem 2lufruf an alle Mitglieder des Bundes bekannt, baß nach Rücksprache mit dem Stellvertreter des Führers, Rubolf Heß, und der Führerin der NS-Frauenichaft, Frau S ch o l tz - K l i n f, der Bund feine Auflösung mit Wirkung vom 1. April 1934 beschlossen habe. Die Abwicklung der Geschäfte läuft bis 1.Juli 1934. Der Eintritt in Die NS. -Frauenschaft und den Bund beut- cher Mädels wird in dem Aufruf den Mitglie- >ern des Luisen-Bundes nahegelegt. Die Bundes- ührerin Charlotte Freifrau von H adeln chließt ihre Abschiedsworte an Die KarneraDinnen mit Dem Ausdruck ber Gewißheit, baß die elfjährige Bunbe»arbeit nicht umsonst 95^" . . Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat der Bundesführerin, Freifrau von H ad ein, feine Anerkennung für bie gute und verdienstvolle Arbeit ausgesprochen, die der Bund in ben vergangenen Jahren geleistet hat. Er gab der ftoffnuna Ausdruck, daß die im Bunde wurzelnden Werte durch das Aufgehen in die gesamte national- sozialistische Frauenorganisation w e 11 e r h i n für Deutschland erhalten bleiben. Oer „Stahlhelm". In Hindenburg (Oberschlesien) trat der Maler Watzlawski, ein alter Zuchthäusler, in b e - trunkenem Zustande zu dem 18 Jahre alten Hitlerjungen Schottet, pöbelte ihn an und ragte ihn, weshalb er nicht grüße. Es kam zu einer Auseinandersetzung, in Deren Verlauf schließlich Watzlawski mit einem Stock auf Den Hitlerjungen einschlug. Der JnvaliDe L a m i k wollte Den Streit chlichten. Plötzlich zückte Watzlawski ein Messer unD tach auf den Hitlerjungen und Lamik ein. Der Hitterjunge erhielt einen schweren Rückenstich und Lamik einen lebensgefährlichen Stich in die Lunge. Außerdem wurde ihm die linke Hand durchstochen. Die beiden Schwerverletzten mußten in das Krankenhaus geschafft werden. Der Täter wurde verhaftet. Drei Kinder durch Schierlingswurzeln vergiftet. In Liebenwalde (Brandenburg) fanden zwei Brüder im Alter von vier und sechs Jahren und ihre kleine Schwester beim Spielen in der Nähe der Kanalbrücke Pflanzenwurzeln. In der Meinung, Kalmuswurzeln gefunden zu haben, aßen sie davon. Das Mädchen spie jedoch den Bissen sofort wieder aus und lies nach Hause. Der kleinere Knabe wurde gleich darauf bewußtlos. Sein Bruder bemühte sich, das Elternhaus zu erreichen, gelangte aber nur bis zur Treppe der elterlichen Wohnung, wo auch er das Bewußtsein verlor. Der Arzt konnte nur noch das Mädchen retten. Bei den beiden Knaben war jede Hilfe vergebens. Die Ermittlungen ergaben, daß die Kinoer von Schierlingswurzeln gegessen hatten. TNasern-Epidemie unter schlesischen Schulkindern. In Ottendorf (Niederschlesien) sind in letzter Zeit die Masern sehr stark aufgetreten. Insgesamt liegen 70 Schulkinder darnieder. In den meisten Fällen verlaufen die Erkrankungen sehr schwer, weil zu den Masern noch Lungenentzündung hinzutritt. In zwei Tagen sind bereits zwei Todesopfer zu verzeichnen. Auf Anordnung des Kreisarztes ist die Schule in Ottendorf vorläufig auf 14 Tage geschlossen worden. Brandstiftung und gescheiterte Sträflingsrevolte. Im Hauptgefängnis von Rangoon (Birma), in dem sich ungefähr 1500 Strafgefangene befinden, brach ein Brand aus, den ein Teil der Sträflinge selbst gelegt hatte, um bei der eintretenden Panik und der allgemeinen Verwirrung ausbrechen zu können. Das Feuer griff mit rasender Schnelligkeit um sich; jedoch wurde die Hoffnung der Sträflinge nicht erfüllt, denn starke Abteilungen von Polizei und Militär gingen mit Bajonetten gegen Die aus» brechenden Gefangenen vor und hielten sie im Schach. Nach mehrstündiger Arbeit ist es dann auch der Feuerwehr gelungen, des Brandes Herr zu werden. Amerikanischer Gattenmörder nach vereiteltem Selbstmordversuch hingerichtet. [Stellengesuche) Schöne 1302V fabr. pflichtet. Kleine Anzeigen zu kleinsten Preisen Kaufgesuche~| 5 Pfennig je Millimeierzeile Garage frei! [01127 Mietgesuche*"] 5. 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Ang. unt. 01186 a.d.G.A. anges der Maßnahmen und zur Ueberwachung der- elben ist für jede Gemeinde eine Kommission zu bilden. Dieser Kommission gehören an: a) der Bürgermeister oder sein Vertreter; b) der örtliche Führer für Obstbau; c) der Ortsbauernführer; d) ein Baumwärter; e) zwei vom Kreisbauernführer auf dieDauer von drei Jahren bestimmte, am Obstbau interessierte Bauern (Landwirte). § 4. Den Vorsitz in der Kommission führt der Bürgermeister oder sein Vertreter. § 5. Die Kommission hat alljährlich bis spätestens 15. Oktober alle Obstbäume der Gemarkung daraufhin nachzusehen, in welchem Umfang die in § 1 angeführten Maßnahmen erforderlich find, und alsdann der Ortspolizeibehörde unter Angabe der Obstbaum- befitzer und der Beanstandungen Mitteilung zu machen. Guter 1207V Verdienst d.Verk.v.Kaffee an Selbstverbr. Curt Lienau, Kaffeeversand, Hamburg 21. Kleines Haus mit sreiwerdend. 5-Zimm-Wobn. preiswert zu verkaufen. Schriftliche Angebote u. 1278V an den Gieben. Anzeig. 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Auf Beschwerden der Baumbesitzer oder Nutzungsberechtigten gegen Anordnungen der Ortspolizeibehörde entscheidet das Kreisamt nach Anhörung des zuständigen Sachverständigen der Landesbauernschaft endgültig. Die Beschwerde muß binnen 14 Tagen nach ergangener Aufforderung mit Begründung bei der Ortspolizeibehörde eingelegt werden. § 8. Dem Sachverständigen der Landesbauernschaft steht das Recht zu, die Tätigkeit der Kommission zu überwachen und dem Kreisamt zur Herbeiführung notwendiger Maßnahmen Vorschläge zu machen. . § 9- Wird der Aufforderung binnen der gesetzten Fristen von feiten der Baumbesitzer, Nutzungsberechtig- ten oder deren Vertreter keine Folge geleistet, so kann die Ortspolizeibehörde die erforderlichen Maßnahmen auf Kosten der Besitzer oder Nutzungsberechtigten durchführen lassen. § 10. Sofern es nach Lage der Verhältnisse und im Interesse des Obstbaues zweckmäßig erscheint, ist die Ortspolizeibehörde berechtigt, von einer Aufforderung der Baumbesitzer, Nutzungsberechtigten oder deren Vertreter zur Vornahme der Arbeiten abzu- sehen und die Maßnahmen unter Leitung des Sachverständigen der Landesbauernschaft unter entsprechender Verteilung der Kosten auf die Besitzer oder Nutzungsberechtigten selbst ausführen zu lassen. § H. Dem Kreisamt bleibt es überlassen, vorstehende Maßnahmen auch auf Wildbäume Ziersträucher, Hecken usw. auszudehnen, sofern sich ein Bedürfnis hierzu. ergibt. t3io£ 3 £ Zimmer gr. Veranda, kl. Küche u. Keller, in gut. Hause u. schön.,ruh. Lage, b. eins. Dame zu vermieten. Schr. Sing. unt. 01124a. d.G.A. Herd links, ca.l x2m, gut erb., zu tauf, ges. Schr. Ang. mit Preis unter 01139a. d.G.A. IMnung Schr. Ang. unt. Sonnige 3-4-3.-Wolmg. m. Bad, Zentr.- Heizg. zu verm. Schr. Ang. unt. 01122 a.d.G.A. Gut möbl. Zimmer mit sev. Eingang ab 15. 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Auf Grund des Artikels 43 Abf. 2 des Feldstraf. gefetzes, des Artikels 48 III Ziffer I und des Artikels 64 der Kreis- und Provinzialordnung wird mit Zu- timmung des Kreisausschusses und mit Genehmi- wnq der Ministerialabteilungen la (Polizei) und le (Landwirtschaft) vom 22. Februar 1934 zu Nr. le 3381 für den Kreis Gießen verordnet: § 1. Zur Bekämpfung von allen pflanzlichen und tierischen Schädlingen des Obstbaues sind rechtzeitig alle erforderlichen Maßnahmen durchzuführen, ins- besondere sind in der Zeit vom Herbst bis Frühjahr alle Obstbäume abzukratzen, zu bürsten und zu reinigen, die Baumkronen sachgemäß zu lichten und von allen dürren Aesten zu befreien. Alle dürren und abgängigen Obstbäume sind zu beseitigen und aus den Obstanlagen zu entfernen. Die ordnungsmäßig gereinigten Obstbäume sind einem planmäßigen Spritzverfahren zu unterwerfen. Zur Durchführung oder Duldung der Maßnahmen des § 1 find die Besitzer der Obstbäume oder die Nutzungsberechtigten bzw. deren Vertreter ver- Möbl.Zimm.m. sep. (Sing. z. vm. Näh. Bahnhof- straste 631. 011*2 Gut möbl. Zimmer preiswert z. vermieten, onss Alicenstr. 36III [Stellenangebote! Junger Kaufmann geschäfts- und reisekundig, Fahrer, für angen. Grosthandels- brancbe gesucht. Schr. Ang. unt. 1328V a.d G.A. Benfion für Quintaner d. Höh.Privatschule GAHhii i. d. 1-2 Simm, z. ein.Versammlungsraum geeignet sind, in zentr., ruh. Lge. ab 1. April zu miet. ges. Ausf. schr. Angeb. mit Preis u. 01126 a. d. Gieß. Anz. Häuschen od. Wohnung in schön geleg. Landhaus am Wald mit Bad, Garten, für Er- holungsbedürft. preiswert sofort gesucht. Schriftl. Wnneb. u. 01055 an. d. Gien.Anz. Illllllllllllllllllllllllllll Schöne Wohnung 3 Zimmer y.Küch m. Zentralheiz., für einz. Dame geeignet, zu vermieten. Schriftl. Ang. u. 01165 a.d. G.A. Illlllllllllllllllllllllllll Ab 1. Avril Nr. 53 Zweiter Statt Gießener Anzeiger iSeneral-Anzeiger siir Sberheßen) Samstag. 3. Mit M.S. „Pionier" nach Kamerun. Oer dreiköpfige Drache Afrikas. Von Dr. Paul Rohrbach. Unser langjähriger Mitarbeiter, einer der besten Kenner der deutschen Kolonialwelt in Afrika, an deren Aufbau er als Ansiedlungskommissar für Deutsch-Süd-West tatkräftig mitgearbeitet hat, hatte im vergangenen Jahre in' einer Reihe von Briefen an den „Gießener Anzeiger" über seine Reise durch Ostafrika, das Kapland, Südwest und Angola berichtet. Run ist er auf dem Wege nach Kamerun, von wo er unseren Lesern in den nächsten Wochen fortlaufend Schilderungen über die gegenwärtigen Zustände dieser alten deutschen Kolonie geben wird. I. Golf von Biscaya, Ende Febr. 1934. Der Leser möge sich nicht wundern, daß ich schon wieder nach Afrika unterwegs bin. Ich war eigentlich nur auf kurzem Zwischenaufenthalt in Deutschland; denn daß der Besuch in Kamerun nicht gleich an die vorjährige Studienreise nach un- sern alten Kolonien angeknüpft werden konnte, lag vor allem an den schlechten Schiffsverbindungen an der Westküste von Afrika. Diesmal geht es mit einem Motorschiff der Afrikanischen Frucht-Compagnie nach Kamerun, aber eigentlich hat die Afrikarelse schon in der Bernhard- Nochtstraße in Hamburg angefangen. Dort liegt das Hamburgische Institut für Schiffs - und Tropenkrankheiten, in dem sich die Uebel Afrikas und die helfende Hand der deutschen Wissenschaft begegnen. Professor Sonnenschein vom Tropeninstitut, den medizinische Aufgaben mit uns nach Kamerun führen, war so freundlich, uns vor der Abreise das Institut und besonders die Sammlung zum Studium der Tropenkrankheiten zu zeigen. Aengstliche Gemüter kann da schon das Gruseln ankommen, welch eine Legion von Feinden in Afrika auf den Ankömmling aus unserem „sanierten" Europa erwartet. Wer Erfahrung hat, der weiß aber, daß er bei gehöriger Vorsicht und kürzerem Aufenthalt keine Gefahr läuft. Geht man freilich aufs Ganze, so sieht man auch bald genug den Drachen, der am Marke Afrikas frißt. Er hat drei Köpfe: Malaria heißt der erste, Wurm- k r a n k h e i t der zweite, Schlafkrankheit der dritte. Ein paar Jahre nach dem Kriege wurde ms Hamburger Tropeninstitut ein Engländer mit schwerer Schlafkrankheit eingeliefert. Die bisher angewandten Mittel hatten bei ihm versagt, und da der Mann sonst verloren gewesen wäre, so wagte man es, an ihm ein neues, in jahrelangem Bemühen zunächst „wissenschaftlich" ausgearbeitetes Medikament zu erproben. Es hieß bescheiden „Bayer 205", aber bald wurde es berühmt als „G e r m a n i n". Der Kranke wurde gesund, die Schlafkrankheit war besiegt, — stolz kann die deutsche Heilkunde den Fuß auf einen Kops des Drachens setzen. Aber war nicht oben gerade Deutschland in Versailles für unwürdig erklärt worden, sein Teil kolonialer Kulturarbeit in Afrika zu leisten? Was ist Schlafkrankheit? Eine afrikanische Stechfliege aus der Familie der Glossinen kann mikroskopische Blutvarasiten, Trypanosomen, beherbergen, deren massenhafte Vermehrung den Menschen tötet, in dessen Blut sie durch den Stich der Glossine kommen. Der ursprüngliche Herd der Krankheit liegt wahrscheinlich in der Tiefe der Kongo-Urwälder. Verbreitet hat sie sich, seit — nach Stanleys großem Entdeckungsmarsch __ jene Wildtiefen von Trägern und Soldaten aus anderen, von der Krankheit vorher freien Teilen Afrikas durchzogen wurden. Die Glossine lebt am Wasser. Hatte eine von ihnen am kranken Blut gesogen, kamen dann Leute zum Baden oder Wasserschöpfen, kreuzte eine Karawane den Fluh und wurde ein Mann von einer Trypanosomentragerm gestochen, so war nicht nur er selbst verloren, sondern noch Wochen und Monate später konnte er in einer anderen Gegend Verderben um sich verbreiten, wenn eine Glossine wiederum Blut von ihm sog. Ueber die Bekämpfung der Schlafkrankheit in Afrika wäre viel zu sagen; davon vielleicht noch einiges von Kamerun aus. Weiße werden selten krank, weil ihr Körper durch Kleidung geschützter ist, als der des Schwarzen; aber sicher sind auch sie nicht. Vor einigen Monaten fuhr ich aus Afrika mit einem jungen Manne, einem Deutschen, nach Hause, der schlafkrank geworden war. Er wollte sich ins Tropeninstitut begeben, zur Nachbehandlung, Germanin hatte er schon in Afrika bekommen. Er tanzte vergnügt, spielte Tennis, denn er wußte, er würde leben! Früher, vor dem „deutschen" Mittel, wäre er wahrscheinlich ein Todeskandidat gewesen. Im Institut zeigt eine ganze Abteilung, wie Malaria bekämpft wird. Auch Malaria ist Blutzerstörung durch Parasiten, die aber diesmal durch eine Mücke, Anopheles (die. Unnütze!) vom Erkrankten auf Gesunde übertragen werden. Auch die Schwarzen haben Malaria, namentlich die Kinder. Die Anophelesmücke fliegt nur in der Dämmerung und nachts. Man sucht sie durch Drahtgaze vor Fenstern und Türen und durch Moskitonetze über den Betten abzuhalten. Außerdem werden die Larven vernichtet, und man nimmt vorbeugend Chinin, das aus der Rinde des Cinchonabaumes gewonnen wird. Seine Heimat ist Peru, aber heute kommen 95 v. H. alles Mit dieser Bezeichnung für die Bauernsiedlung ist eine neue Zielsetzung und eine grundsätzliche Abkehr vom Siedeln im bisherigen Sinne ausgesprochen. Die in ihrer wirtschaftlichen Grundlage sowie ihrem Aeußeren vielfach verfehlten „S i e d l u n - g e n" des Systems haben nur mit Aufwendungen sehr erheblicher Mittel bereinigt werden können. Die „landwirtschaftliche Siedlung" der vergangenen Zeit war vielfach widerspruchsvoll, entbehrte einer höheren Zielsetzung und litt in Sonderheit unter den widerstreitenden Interessen der Parteienpolitik. Nicht der Mensch, sondern wirtschaftliche, finanzielle Gesichtspunkte waren das Vorherrschende, trotzdem wurde aber bei der betriebswirtschaftlichen und finanziellen Ausklügelei der Siedlung oft die Gesamtentwicklung der deutschen Wirtschaft übersehest und darüber hinaus das höhere Ziel, das durch die Förderung der Neubildung deutschen Bauerntums erreicht werden muß. Als das alteingesessene Bauerntum immer stärker Gefahr lief, durch übermäßige Belastung völlig in die kapitalistische Hörigkeit ab= zugleitech wurden gleichzeitig „landwirtschaftliche Siedlungen" mit Renten belastet, die selbst gut eingespielte alte Höfe zu tragen nicht in der Lage waren. Als dann unter dem Einfluß der unentbehrlichen Schutz- und Entschuldungsmaßnahmen für die alteingesessene Landwirtschaft das Landangebot immer geringer und die katastrophale Lage der Altsiedler sowie der Siehlungsunternehmungen sich deutlich abzeichneten, drohte das gesamte Bauernsiedlungswerk zum Stillstand zu kommen. Die Neubildung deutschen Bauerntums ist sinnvoll eingeordnet in die nationalsozialistische Agrarpolitik des Reichsernährungsministers. Aufs engste ist die Neubildung deutschen Bauerntums verbunden mit dem agrar politischen Grundgesetz des nationalsozialistischen Staates- mit dem Reichserb- hofgese tz. Beide Gesetze bilden eine natürliche Ergänzung, ein untrennbares Ganzes. Während durch das Erbhofgesetz ein unveräußerliches, unbe- lastbares und unteilbares Erbgut den bäuerlichen Familien und Sippen übergeben ist, die in ihrer Gesamtheit den wahren und wertvollsten Blutquell des deutschen Volkes ausmachen, ist damit in der Hauptsache dieZukunstdesHofesunddie Zukunft des Anerben gesichert. Das Streben der nachgeborenen Bauernkinder wird zum großen Teil dahin gehen, selbst wieder durch Erwerb zur Malariabekämpfung gebrauchten Chinins aus den Anpflanzungen auf Java. Ueber ein halbes Jahrhundert haben die Chemiker aller Länder daran gearbeitet, auf synthetischem Wege ein dem Chinin gleichwertiges Anti-Malariamittel zu finden. Seit kurzem ist es da, es heißt A t e b r i n und ist wiederum der deutschen Wissenschaft zu verdanken. Den Larven der Anopheles geht man zu Leibe, indem man die stehenden Gewässer, in denen sie leben, mit einer dünnen Petroleumhaut überzieht und ste so der Luft beraubt. Ganz neuerdings werden Moskito-Brutgewässer auch mit einem südamerikanischen Fisch, Gumbusia besetzt, dessen Lieblingsnahrung Moskitolarven sind. Noch ausgedehnter als bei Malaria und Schlafkrankheit lind die Verheerungen, die der Hakenwurm (Ankylostomum) in Afrika anrichtet. Er ist ein Darmschmarotzer, der von den NährMten lebt, die im Darmkanal zum Uebertritt ins Blut fertig bereitet werden. Die Folge ist fortschreitende, zuletzt zum Tode führende Blutarmut. Beim Neger erkennt man sie an der Verfärbung der schwarzen ober braunen Haut ins Graue. Fast ganz Afrika ist vom Hakenwurm verseucht. Seine Ausrottung heißt vor allen Dingen, den Neger zum Gebrauch von Aborten zu erziehen. Siehe 'Tropeninstitut! So groß ist das Feld, auf dem wir dem schwarzen Erdteil Gesundheit bringen müssen. Ich jage: Wir! Um dieses „Wir" willen bin ich von neuem auf dem Wege nach Afrika. von Feld und Hof die Verbindung mit einem Stück deutschen Heimatbodens zu finden und damit z u m Erbhof z u gelangen. Die durch das Gesetz vom 14. Juli 1933 zur Reichssache erklärte Neubildung deutschen Bauerntums gibt diese Möglichkeit für d i e nachgeborenen Bauernkinder, die mit den neuen Bauernhöfen gesicherte Ausgangspunkte für spätere Generationen finden und somit zur Stärkung und Mehrung der bäuerlichen Lebensgrundlage unseres Volkes beitragen. Das Erbhofgesetz dient der Erhaltung, das Gesetz über die Neubildung deutschen Bauerntums der Mehrung des blutsmätzig wertvollsten Teiles unseres Volkes. Es wäre abwegig, das gesamte Bauernsiedlungswerk lediglich als Versorgung für nachgeborene Bauernkinder aufzufassen. Die Neubildung des deutschen Bauerntums- dient unmittelbar höheren Zielen und trägt im weitesten Ausmaß dazu bet, lebenswichtige bevölkerungs-, sozial- und grenzpolitische Aufgaben des Reiches zu lösen. Im Westen und Süden des Reiches ist die räumliche Verteilung der deutschen Bevölkerung vielfach ungesund. Unter der Auswirkung eines verfehlten Erbrechtes hat sich dabei auch eine ungesunde B e s i tz z e r s p l i t t e r u n g des bäuerlichen Eigentums ergeben, während i m D ft e n und Norden noch weite Flächen zur Gründung von neuen Bauerndörfern herangezogen werden können. Dort, wo übermäßig große Besitzungen zu einem gewissen Bevölkerungsschwund geführt haben, wo der Boden vielfach im Sinne kapitalistischen Unternehmergeistes lediglich zum Betriebsmittel degradiert ist, stocken Handel und Verkehr und find bis in die letzte Zeit hinein starke Ab- und Auswanderungsverluste zu beklagen. Die bäuerliche Kultur hat nicht zuletzt unter der Auswirkung der jahrzehntelangen Beschäftigung von Hunderttausenden fremdrassiger Saisonarbeiter in diesen Bezirken schwer gelitten, so daß der O st e n immer menschenleerer, immer ärmer und im Hinblick auf die Bevölkerungs- und Siedlungsbewegung in den Nachbarländern immer stärker gefährdet wurde Dabei ist es kein Zweifel, daß die Aufwendungen der öffentlichen Hand zur Entschuldung und Stützung vielfach schlecht bewirtschafteter Betriebe begrenzt sind, und daß das Mitschleppen solcher Be- triebe zum Nachteil der noch zu rettenden Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe ausschlagen muh. Bei der allgemeinen Förderung der Bauern- siedlung in diesen Bezirken wird nach Verfügung des Reichsbauernführers aus rassischen Gesichtspunkten auch wertvolles Bauernblut aus dem Westen und Süden des Reiches herangezoaen und damit den von jeher kolonisatorisch befähigten Stämmen der Niedersachsen, der Franken, Schwaben, Hessen u. a. neue Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. Eine besondere Verfügung des Reichsbauernführers hat dafür gesorgt, daß durch strenge Auswahl unter den Bewerbern für neue Bauernhöfe nur bestes deutsches Blut, nur bauernfähige junge Menschen seßhaft werden können, die auch in rassischer Beziehung allen Ansprüchen genügen und im soldatischen Gefühl des Verpflichtetseins dem Dolksganzen gegenüber befähigt sind, ihre nationalen und bevölkerungspolitischen Aufgaben zu lösen. Der zu enge Lebensraum unseres Volkes zwingt dazu, strenge Sichtung zu halten, so daß wir in erster Linie nur Jungbauern, geeignete Landarbeiter und landverbundene Handwerker, die insbesondere ihren Verpflichtungen dem Dritten Reich gegenüber durch Dienst- leistung in der SA. oder SS. genügt haben, sowie Kriegsteilnehmer berücksichtigen können. Neubildung deutschen Bauerntums wird nicht nur in den ausgesprochenen Siedlungsbezirken von Ost- und Norddeutschland vor sich gehen; auch in weiten Teilen Mittel-, West- und Süddeutschlands bietet sich Gelegenheit, Neubauernstellen zu begründen und durch Förderung der Bodenverbesserungen alle vernünftigen Möglichkeiten zu erschöpfen, um im weitesten Ausmaße Menschen mit dem deutschen Heimatboden zu verbinden. Der Mensch steyt im Vordergrund des Interesses. Seine richtige Auswahl bestimmt den Erfolg unserer Arbeit, nicht die Höhe der dem Bewerber zur Verfügung stehenden Geldmittel. Die Auswahl der deutschen Bauernsiedler liegt nach der Verfügung des Reichsministers Darre in der Hand des Reichsnährstandes, der darüber hinaus verantwortungsreich in das getarnte Bauernsiedlungswerk eingeschaltet ist. In dejonderen Schulungskursen, denen sich alle Bauernführer unter- ziehen müßen, werden die Vertreter des Reichsnährstandes auch für diese hohe Aufgabe vorbereitet. Die Neubildung deutschen Bauerntums vollzieht sich zukünftig nicht mehr planlos, sondern nach den Richtlinien einer Raumordnung, die in Abstimmung mit den in Betracht kommenden Ministerien festgelegt ist und auf mehrere Jahre Richtung, Umfang und Tempo der Arbeit auf diesem Gebiete festlegt. Erst durch dieses planvolle Gestalten kann die Neubildung deutschen Bauerntums über ihrs engere Aufgabe hinaus dem Dolksganzen dienen. Gleichzeitig wird von dieser Stelle dafür gesorgt, daß die Neubauernhöfe als lebensfähige Dorf gemein schäften zufam- mengefaßt werden, soweit das der Stammes- fitte entspricht, wobei neben der Beachtung selbstverständlicher wirtschaftlicher Forderungen auch der Bau der Gehöfte und die Anlage des Dorfes der bäuerlichen Eigenart, der Landschaft und dem Streben nach geistiger und kultureller Gemeinschaft angepaßt werden. Zur Durchführung der Neubildung deutschen Bauerntums im Jayre 1934 wurde es notwendig, einschneidende Maßnahmen zu ergreifen, die insonderheit in der Verfügung des Reichsministers Darrs vom 8.11.1933 zur Entschuldung der Altsiedler zum Ausdruck kommen, mit der die Folgen einer 14jährigen verhängnisvollen Siedlungstätigkeit zu beheben lind. Aus dem Gefühl der Verantwortung den Altsiedlern gegenüber wurden etwa 50 Millionen zur Lastensenkung rückwirkend bis 1920 bei Zinssätzen bis herab zu 1,2 v. H. zur Verfügung gestellt. Weitere Beträge mußten bereitgestellt werden, um die finanzschwachen Siedlungsgesellschaften wieder arbeitsfähig zu machen. Gleichzeitig wurden von der überaus großen Zahl von mehr als 200 Siedlungsunternehmungen, die in manchen Fällen AeubildungdeuischenVaiiemiumsimDnitenReich Don Dr. Kummer, Abteilungsleiter im Deichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Pferde und Heller. Don Dudols &. Dinding. Wunderbares Mitgeschöpf des Menschengeschlechtes auf dieser Erde: — das Pferd. Kriegsgefahrte des Mannes in tausend Schlachten, endlosen Mar- schen, ewigem Soldatentum, wozu kein anderes Pferd tauchte. Männlichem Dienst, männlicher Tugend gesellte sich von allen Tieren nur das Pferd: es vergrößerte beides, Dienst und Tugend, es erhöhte sie. Männlicher Kraft allein gehorchte es ganz. Selbst mutig, stark, edel, ausdauernd, schweigsam, die Weite und die freie Bahn liebend, wurde es das Tier der Mutigen, der Edlen, der Beharrlich- lichen, der Schweigsamen, der Großen und Hochfliegenden, der Weitschauenden, der Freien. Männer vertrauten sich ihm im Kampf, auf weiter Fahrt, zum Spiel der Waffen vor der Dame ihres Herzens, im Wettkampf um Ehre und Ruhm, als Rei- terführer vor tausend Berittenen, zum Einbruch in den Feind, zum Sieg, zur Flucht und zur Rettung — wo ist ein Tier, das Gleiches von sich sagen kann? Zu denken, daß es ohne Pferd keine Ritterlichkeit gäbe. Daß dieser Begriff, dieses Gefühl diese Sicherheit, dieses Vorrecht der Mannlichkett, diese innere Verpflichtung, dieses höchste Gesetz des Man- nestums im Wesen des Mannes fehlen wurde. Daß ein Knabe, ein Jüngling ohne dieses Wort groß würden. Daß etwas anderes an seine Stelle treten müßte Daß dieses andere einen anderen Namen führen müßte. Welchen? — Keiner vermochte ihn iu nennen Ritter und Ritterlichkeit waren nicht ohne das Pferd. Das Pferd macht den Ritter. Dies ist nicht eine Ansicht. Dies ist mehr. AusJ)er Burg Homberg im Neckartal, wo Gotz von Ber- lichingen starb und die Jahre feiner Ritterschaft abbüßte, wird von den jetzigen Eignem, seinen Nachfahren, die Urkunde verwahrt, in der er die über ihn vom Kaiser verhängte Gefangenschaft unb Acht auf sich nahm. Vor einigen Jahrer- habe ich diese Urkunde in den Händen gehabt Aber keine der scharfen Bestimmungen, die Gotz auf Rrtter?wrt einzuhalten sich mit seiner Unterschrift verpflichte e — daß er den Bezirk von Homberg nie verlassen, -aß er keine Reisigen halten würde, daß er keinerlei Waffen gegen den Kaiser tragen, daß er reine Ritterdienste in irgendeinem Land oder befolge annehmen dürfe, daß er sich völlig unterwerfe — war der einen zu vergleichen: daß er sich verpflichte, nie wieder ein Pferd zu besteigen. Als ich dies las, wußte ich, mit was man einen Ritter und einen Reiter entrechtet. Wer jemals wahrhaft Reiter war — nicht nur ein sonntäglicher in den Parks und ein alltäglicher auf Feldwegen — sondern ein Gegenspieler des kraftvollen Organismus, den man Pferd nennt: des schnellen, federnden, starken Gebäudes und Willens, die unter einem Reitersattel sich vereinigen — der weiß auch heute von der gegenseitigen Erziehung zwischen Mensch und Tier. Sind wir Lehrmeister des Pferdes, so nicht minder das Pferd unser Lehrmeister. Laßt es mich wieder bekennen wie von je: Hier auf dem Rücken von tausend Pferden lernt der Mann die Stetigkeit und Geduld, die ihm sonst kein Lehrmeister je beibringen könnte. Hier lernt er das Sich-nie-Aufgeben, das Sich-nie-Gehen- lassen. Hier lernt er die Rücksicht, die Anerkennung jeder natürlichen Regung. Hier lernt er sich sammeln, gerecht zu sein, nie in Zorn zu geraten. Hier [ernt er die Liebe für alles Elementare, Ungeban- digte. Hier lernte ich — auf den stärksten Leibern edlen Blutes — alles was mich belohnte, alles was mich bestrafte. Hier verlernte ich alle Eitelkeit, alle Selbstgefälligkeit, alle Selbstherrlichkeit. Hier war ein Wille, der nicht zu mißachten war, nicht zu umgehen war. Hier war die Herrschaft der größeren Kraft und meine zartere Herrschaft über sie. Hier — in einer schweigsamen Schule — gewann ich, gewinnt der Mann, gewinnt die feinfühlende Frau als Letztes die Herrschaft über sich selbst, die Zucht ihrer Leiber und ihrer Seelen. ♦ Bevor aber diese hohe Lehre des Pferdes am Menschen und des Menschen am Pferde beginnt, sind wir Menschen freilich die Erzieher der jungen Tiere. Wir sehen mit Lust den „schweigenden Lehrmeister" heranwachsen. Ist es nicht wie ein Training des Fohlens durch die Stute, was wir an einer edlen Stute erblicken, die es an ihrer Seite galoppieren läßt? Auch ist es wohl ein langer Lebensweg — wenn auch an Jahren des Pferde- lebens kurz — von dem scheuen, erschrockenen und verwirrten Blick des entwöhnten Fohlens, das erstmalig die Ungeheuerlichkeit eines Halfters an sich verspürt und den selbstsicheren „Aufsatz" eines edlen hannoveranischen Hengstes im Vollbesitze seiner Kraft und Vertrautheit. Auf halbem Wege zu bei- dem, halb dumm, halb vertraut, halb „grün , halb erwachsen blicken uns die beginnenden Jährlinge, des Halfters schon gewöhnt, neugierig und zukunftshungrig aus dem Gestänge der Koppel entgegen. — Es mag auch noch eine Zeit dauern bis die jungen ungebärdigen beiden Hengste, die die ruhige starke Faust des Wärters am langen Zugel fuhrt und sein ruhiges Muge vor noch größerem Ueber- mut zurückhält, sich dem Sattel fügen. Großes im Gehorsam erreicht geduldige Gewöhnung — nicht die Dressur des Zirkus, der oft grausamen Pilaren und der Peitsche — sondern die freiere, man möchte sagen, menschlichere, die jetzt in deutschen Gestüten längst ihren Einzug genommen hat. Frei, auf Gehorsam beruhend — nicht auf Zwang und Angst — ist die stolze Bewegung des aufsteigenden Hengstes in ihrer Anmut und in der ungebrochenen — nur gezügelten — Natur. * Wo immer aber wir Hinblicken: in einem gleichen und gleichwertigen Verhältnis wie der Mensch zum Pferde und das Pferd zum Menschen steht fein Tier der Schöpfung. Pferd und Reiter: sie können eins werden, wo Jäger und Hund, Bauer und Rind und selbst Sancho Pansa auf seinem Esel immer nur ein Mensch und ein ihm dienendes Tier sind. Das Tier selbst, das Pferd hat eine gewisse Heber- legenheit für sich im Leben der Völker errungen, die der Reiter gerne mit ihm teilt, wenn er sie unter dem Sattel fühlt. Nichts sei gesagt gegen das brave Zugpferd in den Aeckern, das Lastpferd der Gebirge, die Gespannpferde unserer Armee, noch gegen das Pferd in irgendeiner Verwendung. Aber für den Reiter ist es ja doch so, wie einer der Besten der reiterlichen Zunft als Wahrspruch in einem Exemplar der „Reitvorschrift für eine Geliebte" für sich in Anspruch nehmen mag: Ewige Stimme dir spricht von der Geliebten, vom Pferde. Wehre ihr nicht. Auf dieser Erde geht uns nur Tiefstes noch an. Und wenn wir nichts andres gewönnen: Reiten heißt es um leben und sterben zu können. Kochschuln ach richten. Professor Dr. Otto Haupt von der Universität Erlangen wurde als Nachfolger des verstorbenen Professors Lichtenstein auf den ordentlichen Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Leipzig berufen. Der bekannte Strafrechtler Professor Dr. Carl S t o o ß , der lange Zeit als Ordinarius an der Wiener Universität lehrte, ist jetzt, 85 Jahre alt, in Graz, wo er feinen Lebensabend verbrachte, gestorben. Königliche Majestät in Uganda. Sein „Palast" steht unter tropischer Sonne im innersten Teil 'des schwarzen Erdteils, an einen Berghang gelehnt und ist — wenn man ihn mit den nüchternen Augen des Europäers betrachtet — eigentlich nur eine Ansammlung von kleinen unscheinbaren Hütten, die ihr königliches Aussehen nur durch den Luxus eines Zinkdaches erhalten. Es gibt recht viele von diesen Gebäuden, denn der schwarze König hat viele Frauen. Man spricht von fünfzig. Man darf seiner Majestät deshalb schon einige Erfahrung zujprechen, wenn er seine Weisheiten über die Rolle der Frau in diesem irdischen Dasein vernehmen läßt. Er hat seine besonderen Ansichten über die Schwäche der Frauen. „Zwei vertragen sich niemals" versicherte er dem Fremden. — Häufiger hört man den vertrauten Klang der Werkzeuge, wenn eine der ärmlichen Hütten ein neues Zinkdach erhält, das ist dann ein Zeichen, daß sehr bald eine neue Frau ihren Einzug in die königlich Residenz halten wird. Die weiblichen Mitglieder des Hofstaates bleiben nicht müßig; sie arbeiten alle in den Ländereien ober handeln mit den Gütern des königlichen Gatten. Manche von ihnen kann man in der Hauptstraße des Dorfes sehen, wie sie Kokosnüsse verkaufen ober anbere Waren feilbieten. Das Marktleben gehört überhaupt zu bem größten Vergnügen ber afrikanischen Frau. Dieser schwarze König ist in jeber Beziehung ein Geschäftsmann, aber er ist auch ein gläubiger Anhänger ber mobernen Erziehung. Für seine eigenen Bebürfnisse hat er eine Schule eingerichtet unb einen Lehrer angestellt, ber bie Legion seiner Kinber in bie Anfangs- grünbe ber „Bilbung" einführt. Ein Fest im königlichen Palast ist auch heute noch ein buntes Erlebnis. Seltsam mischen sich bie alten Bräuche mit manchen angenommenen Sitten, burch die man Würde und Macht gerade dem Europäer gegenüber betonen möchte. Der größte Augenblick ist es, wenn der Königstanz beginnt. Im Schmuck der Staatskleider mit einer ungeheuren Krone von Federn auf dem Kopf, erhebt sich ber Gewaltige feierlich von seinem Sitz unb führt seinen Gästen einen Tanz vor, in bem sich sein ganzes Selbstgefühl einbrucks- ooll verkörpert. — Macht man bem Herrscher aber einen Besuch, so trifft man ihm sehr unfeierlich in den ältesten unb abgetragenen Kleibern. „Ihr wißt, ich habe eine große Menge schöner Gewänber", sagt er bann wohl wie zur Entschulbigung, „aber ich kann sie nicht alle Tage tragen, weil jie sonst zu schnell aufgebraiicht werben." Seiner unnachahmlichen Würbe tut bieser nüchterne Stanbpunkt aber keinen Abbruch. sich nicht von Grundstücksspekulanten und Güterschlächtern unterschieden, nur noch wenig mehr als 30 Gesellschaften zugelassen, in denen das Reicbsernährungsministerium und der Reichsnährstand seine Vertreter hat. Die gesamte Finanzierung der Siedlung, die Abrechnung über jedes einzelne Verfahren unterliegt nunmehr der Kontrolle des Reiches. Nachdem unter Mitwirkung des Reichsnährstandes und des Rasseamtes der SS. die. Sicherheit für die richtige Auswahl der Neubauern gegeben ist, galt die nächste, aber fast auch schwerste Sorge der L a n d b e s ch a f f u n g , die unter dem Einfluß der Osthilfe, Der Entschuldungsmaßnahmen aller Art und des Dollstreckungsschutzes immer schwieriger wurde, zumal die Landankäufe von vornherein ausgerichtet find auf die unter normalen Verhältnissen tragbare Rente des Bauernsiedlers. Trotz der eingreifenden organisatorischen Veränderungen und der oft recht schwierigen Aufräumungsarbeit auf finanziellem Gebiet gelang es in den letzten Monaten, rund 400 000 Morgen Land f ü r Bauernsiedlungen fest au kaufen, so daß mit dem Landanfall, der sich zwangsläufig aus dem Entschuldungsverfahren ergibt, allen Widerständen aum Trotz das geplante Vorhaben 1934 sich durchführen lassen wird. Im Zusammenhang mit diesen Ausführungen ist nur wenig Raum, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Bauernsiedlung für die Siedlungsbezirke zu erläutern. Durch Erlasse des Reichsernährungsministers wurde schon zu Beginn des Winters im Hinblick auf das Vorhaben 1934 den Siedlungsträgern Weisung gegeben, Baustoffe und Baumaterialien in weitestem Umfang in Auftrag zu geben, so daß teilweise die Ziegeleien und die in Betracht kommenden Industrien nicht nur voll beschäftigt waren, sondern kaum noch den Anforderungen gerecht werden konnten. Es wurde dafür Sorge getragen, daß das bodenständige Klein- und Mittelhandwerk in ausreichendem Maße mit Aufträgen versorgt wurde und die Wirtschaftsbelebung solchen Gegenden zugute kam, die arbeitsmarktlich besonders schwere Sorgen hatten. So hat die Neubildung deutschen Bauerntums im nationalsozialistischen Sinne sich schon vor Beginn der eigentlichen Siedlunasarbeiten wohltuend auswirken können. Zuversichtlich gehen wir trotz mancher Erschwerungen ans Werk in der Hoffnung, daß in den neutzegründeten deutschen Bauernhöfen und -dörfern bäuerliche Kultur und bäuerlicher Gei st Einzug halten und Menschen darin leben, die aus Pflichtgefühl gegenüber dem Volksganzen tatkräftig für den Aufstieg unseres Vaterlandes kämpfen. Geschichten aus aller Welt. Eine Ttaatseiscnbahn, die das Mittagessen serviert.... (—) Southampton. Soeben hat man in Southampton die „Staatseisenbahn" des Maharadjas von Gwalior verladen. Seine Heimat ist die Provinz Scinde in Nordwestindien. Wenn man die Landkarte betrachtet, wird man erstaunt fragen, zu welchem Zweck sich ein so kleiner Maharadja eine Staatseisenbahn leistet. Nun — wir können beruhigen: Der Zug war in drei Kisten verpackt. Er besteht aus reinem Silber in Maschine und Wagen und Schienen, dafür ist er aber auch nur em — Tischzug. Eine Maharadja- laune, die vor 27 Jahren Gestalt annahm. Damals mußte eine Firma in Northampton einen richtigen, naturgetreuen Zug bauen, aber so klein und so fein konstruiert, daß er das Mittagessen servieren könne. Zur Generalrevision, weil der Maharadja demnächst ein Jubiläum feiern will, hatte er den Zug nach England ■ geschickt, von wo man ihn jetzt, in „allen Teilen gründlich überholt", zurückschickte. Seine Technik ist folgendermaßen: Die zum jeweiligen Gang gehörigen Genüsse des fernen Indien werden auf den Zug gepackt- und fahren nun mit natürlich gemäßigtem Tempo rund um den Tisch. Kommt gerade ein „Waggon" mit einer gewünschten Speise an dem eßfrohen Gast vorbei, dann drückt er auf einen neben seinem Platze angebrachten Knopf. Und schon steht der Zug still, um sich erst wieder in Bewegung zu setzen, wenn Kock des Schiffes sofort in die Stadt, „um Einkäufe zu machen" und kehrt mit einem ganzen Käfig voll lebender Tauben an Bord zurück, was durchaus nicht auffällig ist, da er sie, wie er vorgibt, für die Schiffsküche schlachten will. Statt dessen jedoch befestigt er unter ihren Flügeln die bestellten Opiumtuben und läßt sie frei. Kurze Zeit darauf ist dann der Taubenhalter im Besitze Der bestellten Ware. Vorläufig stehen die Behörden, wie das „Soera- baja Handelsblad" berichtet, diesem Treiben völlig machtlos gegenüber. Man müßte, meint das Blatt, für diesen Schmuggel in der Luft Polizeitauben so ähnlich wie die Polizeihunde auf dem Land abrichten können... Wo ist das Kind geboren? C.R. Athen. Die Athener Zeitungen meldeten, daß in einem Abteil des Personenzuges Larissa—Athen eine Frau einem gesunden Knaben das Leben schenkte. Mitten aus der Fahrt, beim Rollen und Rattern des Zuges, das die erste Musik für den neuen Erdenbürger bedeutete. Nun aber tauchte die Frage auf, wo ist das Kind eigentlich geboren? Wie erfolgt die Eintragung in die Geburtsmatrikel? Wenn der Junge zur Schule kommt und nach feinem Geburtsort ge° fraqt roirb, müßte er von Rechts wegen antworten: zwischen Acharnä und Athen. Oder genauer: am Kilometerstein 325 der Strecke Larissa—Athen. Aber da er diese Ortsbestimmung unmöglich in die Geburtsurkunde des neuen Erdenbürgers eintraaen kann, steht der Matrikelbeamte vor einer großen Schwierigkeit. Da man gerade mit der Ausarbeitung eines neuen Gesetzbuches in Griechenland beschäftigt ist, schlagen die Athener Blätter vor, eine besondere Regelung für bte „roüenb" geborenen Erdenkinder einzufügen.. M Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Man mutz sich zu Helsen wissen! (th.) Neuyork. In einer amerikanischen Funkzeitschrift plaudern bekannte „Professionals" des Mikrophons über ihre Erlebnisse und Erfahrungen, über Mißgeschicke und Zwischenfälle, die ihnen bei ihren Rundfunkvor- trägen widerfuhren. Unter anderen erzählt ein Professor einer amerikanischen Universität, der bei den Rundfunkhörern als lebendiger und eindringlicher Plauderer über wissenschaftliche Probleme beliebt ist, über eine Erfahrung, die er einmal vor dem Mikrophon gemacht hat. Eines guten Tages stand er wieder einmal im Senderaum und entwickelte auf Grund feines vor ihm liegenden Manuskriptes in gefälliger, volkstümlicher Art feine Gedanken zu einem bestimmten Thema, als er beim Umwenden des Manuskriptes «die niederschmetternde Entdeckung machte, rabe bie wichtigsten beiben Blätter 4 unb 5 des Manuskriptes fehlten. Sie enthielten Ziffernmaterial, das den wissenschaftlichen Kernpunkt seines Vortrages bildete, und das er selbstverständlich nicht im Kopse hatte. Wahrscheinlich hatte er die beiden Blätter zuhause liegen gelassen ober gar unterwegs verloren. Was tun? Professor M. ist nicht nur infolge feiner langen Rundfunkerfahrung mit der Radiotechnik sehr vertraut, sondern auch ein begabter Geräuschimitator. Nach kurzem Ueberlegen begann er fürchterlich zu keuchen, sich zu räuspern und ließ ein langgezogenes Geheul ertönen, womit er bei allen Hörern Den Eindruck einer Störung durch Rückkopplung hervorrief. Eine halbe Minute später brach er dieses Geräusch ab und las seelenruhig von Blatt 6 seines Manuskriptes an weiter. Fern Andra heiratete ihren früheren Gatten wieder. th. Los Angeles. Der einst weltberühmte Filmstar Fern Andra, der lange Zeit in Europa lebte, macht jetzt durch eine aufsehenerregende Heirat (genauer gesagt: Wiederheirat) von sich reden. Fern Andra hat ihren früheren Gatten Jan Keith, von dem sie geschieden worden war, wiedergeheiratet. Jan Keith ist ebenfalls eine Größe der amerikanischen Filmwelt. Fern Andra stammte aus Watseka im Staate Illinois, kam aber schon als Kind nach Europa, wo aus der kleinen Deutschamerikanerjn eine gute Schauspielerin wurde. Ihr erster Mann war ein Neffe der vormaligen Kaiserin Zita von Oesterreich, Baron von Weichs, der im Kriege fiel. Fern Andra heiratete später den Mittelgewichts- Boxer Kurt Prenzel. Aber diese Ehe hielt nicht lange. Auch Jan Keith hat eine bewegte eheliche Vergangenheit. Er wurde von der Schauspielerin Purka Blanche geschieden, um Miß Clayton zu heiraten. Diese Miß Clayton stemmte sich sehr gegen eine Scheidung und verhinderte über ein Jcchr lang in Los Angeles die erste Heirat zwischen Jan Keith und Fern Andra. Im letzten Dezember wurde die Filmwelt in Los Angeles mit der Nachricht überrascht, daß die Ehe mit der „Baronin", wie Fern Andra genannt wird, ein Fehlschlag gewesen sei. Nun freilich war die Ueberraschung nickt geringer, als man erfuhr, das Jan Keith und Fern Andra sich wieder verheiratet haben. Ein eheliches Hin und Her, über das man in Europa den Kopf schütteln wird, und über das man auch in Amerika staunt. Allerdings sollen rein wirtschaftliche Gesicytsvunkte bei der Wiederverheiratung eine sehr wesentliche Rolle gespielt haben. Don beiden Seiten waren Entschädigungsansprüche angestrengt worden, und da die beiderseitigen Forderungen bewilligt worden waren, hätten sich die ehemaligen Ehepartner gegenseitig finanziell ruinieren können. Sie zogen es vor, wieder zu heiraten. der Gast sich bedient hat. Kein Diener erscheint während der ganzen Mahlzeit in dem Eßraum. Wenn ein Gericht genügend serviert ist, legt der Maharadja eine Weiche herum und der Zug rollt fröhlich in die Küche hinaus, wo er mit neuen Leckerbissen beladen wieder auf die „Reise" geschickt wird. Der Specht als Detektiv. z. Paris. Es braucht nicht immer die Sonne zu fein, die etwas an den Tag bringt. Nach den letzten großen Skandalen in Frankreich haben selbst in den kleinsten Gemeinden Kassenrevisionen stattgefunden, denn man kann ja nie wissen —. So auch in dem kleinen Cevennenstädtchen Montpözat (Departement Ardecne), mit dem betrüblichen Ergebnis, daß man in der Gemeindekasse einen Fehlbetrag von 4000 Franks entdeckte. Der sofort ins Gebet genommene Kassenverwalter M. schwur Stein und Bein, mit diesem Fehlbetrag nicht das geringste zu tun zu haben. Man hielt im Hause seiner verheirateten Schwester, bei der er wohnte, eine Haussuchung ohne Den geringsten Erfolg ab, und da sich M. auch während der letzten Zeit nicht durch ungewöhnliche Geldausgaben verdächtig gemacht und sein gewohntes bescheidenes Leben weitergeführt hatte, konnte man ihm nichts anhaben. Man beurlaubte ihn allerdings vom Dienst und beobachtete ihn einige Zeit, ohne irgendwelche Beweise für seine Täterschaft ausfindig machen zu können. Bis kürzlich ein Waldwärter in der Nähe von M.s Haus, das etwas außerhalb des Städtchens liegt, eine merkwürdige Entdeckung machte. Der Wärter beobachtete einen Specht, der, etwa hundert Meter von dem Hause entfernt, eine Buche beklopfte. Plötzlich flatterte ein Papier von dem Baumstamme herab, und als der Wärter es aufhob, hatte er einen Hundert-Frankschein in Der Hand. Dem einen folgten noch drei andere, und als die von dem Finder heimlich herbeigeholte Polizei den Baum erstieg, entdeckte sie hoch oben im Stamm eine natürliche Höhlung und in dieser noch weit über dreitausend Franks. Der sofort vor das corpus delicti geführte M. gestand schluchzend, dieses Geld aus der Gemeindekasse entwendet und in der durch Rindenstücke maskierten Höhlung des Baumes versteckt zu haben. Bon dem Gelds fehlten lediglich 40 Franks, mit denen er eine Schuld bei seinem Fahrradhändler bezahlt hatte. Die Einwohner von Montpszat aber wünschen dem braven Specht, der sich hier als erfolgreicher Detektiv betätigt hat, die Ehrenlegion... Opiumschmuggel mit Brieftauben. (a) Arnsterdarn. Mit aller Energie bekämpfen die niederländischen Kolonialbehörden auf Java, Borneo und Sumatra den chinesischen Opiumschmuggel, und Opiumpolizei und Zollbehörde haben auch schon recht greifbare Ergebnisse aufzuweisen. Die meisten Gaunereien der Opiumschmuggler sind im Lause der letzten Zeit aufgedeckt worden, bis man nun hinter einen neuen raffinierten Trick der auf den Inseln lebenden Chinesen gekommen ist, sich das so begehrte Rauschgift, den „göttlichen Mohnsaft", unbehelligt zu beschaffen. Man hat nämlich festgestellt, daß die in Soera- baja, Sidoardjo, Bangil und Malang wohnenden Liebhaber des Opiums in letzter Zeit eine merkwürdige Passion für Brieftauben besaßen. Sie kauften sich meist ein Dutzend dieser Tiere, und wenn sie bei ihrem Zwischenhändler im Hafen eine Opiumbestellung aufgaben, ließen sie für jede gekaufte Opiumtübe eine Taube bei ihm. Läuft nun das Opiumschiff den Hafen an, so begibt sich der Die Krau im neuen Volksstaat. Von Paula Giber, Referentin für Frauenfragen im Reichsministerium des 3nnern. Im Geist Des Nationalsozialismus ist Das Wort „Volksgemeinschaft" zu einem verantwortlichen Begriff geworden. JeDes einzelne GlieD Des Volksganzen, einerlei, ob Mann oder Frau, ob arm oder reich, ist in diese Volksgemeinschaf hineingestellt und in ihr zum Diener dieses Pflichtbegriffes geworden. Im Nationalsozialismus ist der einzelne Mensch nicht mehr nur Einzelwesen, sondern er ist Teil eines Ganzen und als solcher dem Ganzen untergeordnet und verantwortlich. Jeder hat von Dem Platze aus, auf Dem er steht, Dienst am Volksganzen zu leisten: Männer auf Männerart, Frauen auf Frauenart. Die Verpflichtung unD Verankerung Der Frau im Volk aber wurzelt in ihrem Muttersein unb ihrer MuttersenDung. Und von diesem Muttersein her bindet erstmalig der Nationalsozialismus die Frau in die ihr von Gott gesetzte, eigen- mertige Aufgabe ihres Frauendienstes an Leben und Volk. Das Bekenntnis des Nationalsozialismus zur Frau aber sagt, daß im Schoße der Frau dieZukunstdesVolkes ruht und in ihrer Seele das Herz eines Volkes. Eine tiefere Verwurzelung von Frau und Volkstum, eine größere, aber auch verantwortungsvollere Anerkennung und Verpflichtung dieser tiefen Verwurzelung kann es nicht geben. Wie keine andere Weltanschauung baut der Nationalsozialismus den Begriff Volk und Volksgemeinschaft auf der Familie auf als der Keimzelle des Volkes und folgert aus den hier von der Natur geschaffenen ewigen Gesetzen seine Erkenntnisse für das Volk und die Volksgemeinschaft. Darum, wie in der Familie Mann und Frau den andersartigen, aber gleichwertigen Gesetzen des Lebens Dienen und nur durch ihre artgemäße Ergänzung beide zusammen am Werke Gottes und der Familie arbeiten können, verlangt die innere Gesetzmäßigkeit in der Gestaltung des Volks- und Staatslebens dieArtergänzungvon Mann und Frau, zu der beide als schaffende und tragende Kräfte berufen sind. Aus den Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte ist es unmöglich, eine Wertung dieser beiden großen Lebenskräfte Mann und Frau abzuschätzen. Ein Männerstaat, der das hohe Gesetz der Achtung vor dem Muttersein vergißt, wird an seinen beiseite geschobenen und unterwerteten Müttern sich innerlich zersetzen und daraus folgernd an seinen ungeborenen Kindern sterben. Andererseits aber wird ein Staat, der die Ueberroertung der Frau lebt, an seinen verweichlichten Männern zugrunde gehen, weil er das Leoensgesetz der Kraft, das der Lebens- fchöpfung vorausgeht, zertreten hat. Heute leben wir den Sieg des Nationalsozialismus über das verweichlichte Zerbrechen der letzten Jahrzehnte in einem starken Mannesringen um neuen Aufbau und neue Volksgestaltung. In diesem Mannesringen um neue Dolksgestaltung ist aber bereits klar und deutlich Das Bekenntnis zum Lebenswillen unh Lebenmüssen Des Volkes ausgesprochen, D. h. aber nicht mehr und nichts weniger als das Bekenntnis zum Muttersein Der Frau. Alle tragenden, helfenden und pflegenden Kräfte, die in der Volkserhaltung, Volkserziehung, Volks- Hilfe und Volkswirtschaft verlangt werden, sind Kräfte fraulicher Art, die organisch zur Lösung der großen Aufgaben der Volksgemeinschaft die Mitarbeit der Frau bedingen. Den Dienst der Volkserhaltung lebt die Frau in ihrer leiblichen Mutterschaft, und heute, da wir aus der unnatürlichen Entwicklung der hinter uns liegenden Verfallsjahre in Gefahr sind, ein sterbendes Volk zu werden, ist die Erkentnis dieser naturgesetzten, leiblichen Mutterschaftsverpflichtung erstes Gebot der nationalsozialistischen Frau als Dienst an ihrem Volke. Aber die höchste Berufung der Frau ist nicht die, Kinder nur zu gebären, sondern Die, bewußt und aus der ganzen Hingabe ihres Mutterseins und ihrer Mutterpflicht heraus ihrem Volke Kinder zu erziehen. Und hier beginnt der große Aufgabenkreis der seelischen Muttersendung, zu der nicht nur die verheiratete Frau berufen ist, sondern die jeder Frau, einerlei ob verheiratet oder unverheiratet die Erfüllung ihrer naturgesetzten Aufgabe am Lebens- und Volksdienst ermöglicht Die weitaus größte pädagogische Arbeit in einem Volke leistet die Mutter als erste Erzieherin des Menschengeschlechtes. Das ist grundlegende Erkenntnis und von ausschlaggebender und verpflichtender Bedeutung für alle Gesichtspunkte der Heranbildung eines geistig reifen foroie seelifch und körperlich gesunden und starken Frauengeschlechtes. Die Mutter ist auch die Vermittlerin zu Volk und Volkstum, dem sie und ihr Kind angehören. Denn sie ist die Bewahrerin ferner Kultur, die sie in Märchen, Sagen, Spielen und Gebräuchen ihrem Kinde bestimmend für sein ganzes späteres Verhältnis zu feinem Volke mit auf den Weg gibt. Auf dem Gebiete Der Volkserziehung und Volkskultur arbeiten neben der Mutter Scharen von unverheirateten Frauen als Lehrerinnen in allen Schulen weiblicher Jugendbildung und Juaendertüchtigung sowie der Kinderbetreuung: in Kindergärten, Horten, Jugendheimen, Waisenhäusern und in all den großen Aufgaben nationalsozialistischer Wohlfahrtspflege, die nicht nur an die augenblickliche Befriedigung bestehender Notzustände denkt, sondern zu den Ursachen der Not vordringt, wo jede wahre Hilfe zur Volkserziehung wird. In den großen Aufgabenbereichen des neu gestalteten Frauenarbeitsdienstes und dem vor seinem endgültigen Aufbau stehenden Mütterdienst berühren sich bereits die kulturellen Frauenaufgaben mit den sozialen Aufgaben der Frau im Volksdienst. Das Aufgabengebiet der Volkshilfe ist fast unbegrenzt. Und hier sind gerade der unverheirateten Frau die, wenn auch oft bitter schweren, so doch schönsten Aufgaben des seelischen M u 11 e r f e i n s gegeben. Denn hier ist ein ganzes Volk, das Die Frau braucht in Der Not Des Leibes unb in Der Not Der Seele, in wirtschaftlicher unD seelischer BeDrängnis unD Verirrung, in Verlassensein unD Familiennot. Don nicht zu unterschätzenDer BeDeutung ist Die Aufgabe Der Frau in Der Volkswirtschaft als Sachwalterin von 75 v. H. Des gesamten Volkseinkommens unD Die Aufgabe her Frau in Der LanDwirtfchaft, Denn eine gefunDe bäuerliche Wirtschaft ohne eine gesunde und tüchtige Bäuerin ist ebenso undenkbar wie eine gesunde Siedlungspolitik ohne verantwortungsbewußte Mitarbeit der Frau. Alles das ist im Rahmen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft eigenwertiges Frauenaufgabengebiet, das der Nationalsozialismus der Frau nicht nach Laune und Zeitvertreib überläßt, sondern ihr zu verantwortlicher Pflichtaufgabe und Berufung übertragen hat. Ob wir wollen oder nicht, wir sind alle hineingestellt in eine unendlich große Zeit der Neuwerbung. Wir müssen die Kämpfe und Opfer der großen neuen Volkswerdung mit gläubigem Herzen leben und sie aus Diesem gläubigen Herzen bejahen. Dann werben wir aus her Opferkraft beutscher Frauenherzen heraus b e n rechten Weg finben, auf bem wir uns nach Aufgabe unb Eigenberufung bas neue Frauenleben bauen, bas ein Leben heiligen Mutterbienstes ist in ber kleinen Zelle her eigenen Familie sowohl wie in ber großen Verpflichtung unb ben großen Der Frau zugewiesenen Volksausgaben ber nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Sie Heimalzeiümg im Vauemhaus. Äon Max Griesheimer. (Nachbruck verboten.) . Aber auch bie Zeiten finb herum, wo man glaubte, bie Zeitung währenb bes Sommers entbehren zu können ..." Wenn bie Zeitung ins Bauernhaus kommt, verschnauft sie zuerst ein wenig nach ihrem wilben Tempo burch bie Rotationsmaschine, ben Versanb- raum, zur Post, Bahn, zum Auto, in bie Hanb bes Austrägers! Der Bauer lieft keine Zeitung steh- lings ober gar neben ber Arbeit her, wie es viele unrastvolle Stäbter tun; er wartet, bis ihm ber Tag eine Stunbe Ruhe gönnt; dann setzt er sich an den Tisch, breitet „fein7' Blatt vor sich aus unb lieft bas, was ihn gerabe freut. Am Abenb, kaum baß ber Eßtisch ab geräumt ist, kommt bie Zeitung wieher zum Dorfchein. Der älteste Sohn hat sie griffest in ber Hanb unb „verschlingt" mit ernster Miene so ziemlich alles, was feinen Wissensburst zu stillen unb feinen Geist weiter zu beschäftigen vermag. Er weiß: heutzutage ist ber Bauer voll eingeschaltet in ben Lauf bes öffentlichen Geschehens; er muß über gar Vieles unterrichtet fein, muß Rebe unb Antwort stehen können, ober man wirb nicht als „voll" genommen. Heute, ha bie halbe Welt in Gärung unb vor schweren Entscheibungen steht, im eigenen Vaterlanb bie Neuwerdung täglich Altes, Unbrauchbares über ben Haufen wirft, fall ein Mensch noch ohne Zeitung auskommen?! Das würbe für ben tatkräftigen unb verantwortungsbewußten Bauern etwa soviel bedeuten, wie für die Bäuerin bie Zumutung: bu barfft zum Brotbacken fein Salz mehr verwenben! Nein! Ohne Zeitung kommt man nicht mehr aus. Aber auch die Zeiten sind vorbei, wo man glaubte, die Zeitung während des Sommers entbehren zu können; nichts wäre schädlicher als das! Der Bauer, heute wieder ber erste und wichtigste Stand im Staate, steht auch in diesem Sommer noch ganz besonders im Brennpunkt der agrarfreundlichen Regierungspolitik und fein Organ und feine Einrichtung ist so wie die Zeitung dazu berufen, dem Bauer all das auszudeuten und verständlich zu machen, was Tag um Tag an Neuem in fein Leben und Wirken tritt. Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen dem Bauer, der das ganze Jahr mit Interesse und Bildungseifer eine Zeitung liest und vielleicht seinem Nachbar, der das nicht tut. Weich' gespanntes Aufmerken, welch' ein Fragen unh kurzweiliges Diskutieren beleben bie Stunben ber Familie, wo, wie bas vielerorts geschieht, bie Mutter unb ber Vater mit erwachsenen Söhnen unb Töchtern interessante Nachrichten, spannenbe Romane, allerhand abenteuerliche Kurzgeschichten, Aufsätze über Haus unb Hof, Haushalt, Gesundheitspflege, Erziehung unb butzenbe anbere, teils auch lustige Dinge einanber laut Vorlesern Man frage auch ben Lehrer, er weiß es, um wieviel geistig reifer bie Kinber aus ben Familien finb, in Denen im Verlaufe bes Jahres hunbertemal Dinge aus Welt unb Leben von ben Erwachsenen gemeinsam besprochen werden, über die die Zeitung berichtet hat. Die Kinder hören zu, und wenn sie auch nicht alles verstehen, so werden sie doch zum Denken, Sinnieren unb Fragen angeregt. Die gute Heimatzeitung wirb ihnen neben ber Schule mit zum Führer auf bem Weg in bas Leben. Welcher Bauer weiß gewöhnlich nicht, was bas Vieh unb bie Erzeugnisse kosten? Natürlich berjenige ber aus falscher Sparsamkeit keine Zeitung lieft unb nur auf Fragen angewiesen ist. Unb wieviel gewinnt bie Bäuerin, bie jahraus, jahrein aus bem Anzeigenteil ihrer Zeitung genau erfährt, was bie xWolle, was bie Strümpfe, Schuhe, Kleiber, Kolonialwaren unb bie vielen sonstigen Haushaltungsartikel kosten! Der Bauer, und sei es auch der kleinste, mutz, wenn er nicht schweren Schaden erleiden will, das ganze Jahr hindurch, also auch im Sommer, seine heimalzeilung lesen. Die Heimatzeitung berichtet nicht nur über alles Wissenswerte aus aller Welt unb hält ben Bauer über alles Wirtschaftliche unb Berufliche auf bem ßaufenben, fonbern die Zeitung ist auch, wie bereits gesagt, ein hervorragendes Bildungsmittel für Die gesamte Bauernfamilie. 500000 HM. für Wohlfahrt und „Kraft durch Freude". Die AD am Opel AG., Rüsselsheim hat jetzt ihren Geschäftsbericht für bas vergangene Jahr 1933 vorgelegt. Die Bilanz schließt mit einem Gewinn von runb 5 Millionen Mark ab, ber zur Minberung ber in ben Vorjahren entstanbenen Unterbilanz Verwenbung sinbet. Soeben wirb bekannt, baß von ber Firma für bie Werkswohlfahrt (Abam-Opel-Gebächtnisstiftung), für sportliche Zwecke unh zur Verwirklichung bes großen Gebankens „Kraft burch Freube" eine Spenbe von fünfhunberttausenb RM. zur Verfügung gestellt worben ist. Oberheffen igspoiittr, oer« io ZweikinderVfB. VfB. Krofdorf-Gleiberg. Krof- Der von der Auto-Union konstruierte neue beut- herigen Aufstellung an. Liaailüel tritt die 1. Jugend zum sche P-Rennwagen wurde am ^reitagmittag auf der die 1 Juaend von Lollar an. Die Avus bei Berlin einer neuen Probe unterzagen. btebtn Das naßkalt« W-lt-r halt« di- Bahn glitschig g-. Auch Axel Holst, der Champion der deutschen Springreiter, wird sich mit seinem ausgezeichneten ist nicht vorauszusagen. Handball im Gau XII der OT. Großen-Linden I — Lang-Gäns I. Nach einer längeren Pause trägt der To. Großen- Linden auf eigenem Platze ein Freundschaftsspiel aus. Gegner ist der Nachbarverein Lang-Gons, der in den seitherigen Begegnungen immer eine eifrige Mannschaft ins Feld stellte. Der Platzbesitzer sollte auf Grund feiner größeren Spielerfahrung einen knappen Sieg erringen können. Wieder Versuchsfahrten mit dem p-Wagen Nach dem i Kamps gegen Gießener sollten dabei Turnfestfilm:,,TreuunseremVolke" Erste Aufführung in Oberheffen. gewordenen Frage der Bevölkerungspolitik, Der- warf die moderne Ehe des Ein- und Zweikinder- syftems und wies auf eine starke Jugend als das kostbarste Gut des Staates hin. Mit dem Deutschlandlied schloß der erste Redner des Abends seine Ansprache. Dann unterhielten Frauenschaft und BDM. durch Reigen, Sprechchöre, Gedichte usw. die Besucher aufs angenehmste. Am Schluß führte der zweite Redner Pg. Bartholomäus den Sinn und die Aufgaben der NS.-Frauenschafts« beroegung aus. Mit dem Sieg-Heil und dem Horst- Wessel-Lied fand der eindrucksvolle Abend seinen „Tierschutz" des Reichsbundes, bestehen. D. h. also: auch die Ortsgruppe „Gießen" bleibt. Das Vermögen des Gesamtoereins übernimmt der Reichsbund: es muß ausschließlich für Tierschutzzwecke verwendet werden. In gleicher Weise wird sinngemäß mit dem Vermögen der Ortsvereine, also auch mit dem des „Gießener Tierschutzvereins", sowie mit den für Sonderzwecke (z. B. Tierheim) gestifteten und angefammetten Beträgen verfahren. Ministerialrat Ringshausen sprach allen im Tierschutzverein tätig gewesenen Persönlichkeiten für ihre mühevolle Arbeit seinen herzlichsten Dank aus. Er hofft, daß sie nach wie vor ihre Arbeit in den Dienst des Tierschutzes auch im Rahmen der neuen Organisation stellen werden. Dies sind im wesentlichen die Gesichtspunkte, nach denen die Umgestaltung des hessischen Tierschutzvereins und somit auch der einzelnen Ortsvereine vor sich gegangen ist. Diese Umgestaltung bildete in den Dorstandssitzungen des Gießener Tierschutzvereins ven Mittelpunkt. Es erwuchs vor allem dem Vorsitzenden, Berufsschullehrer i. R. Heinrich Müller, viel Arbeit, deren er sich mit Geschick und großer Sorgfalt entledigte, und für die ihm herzlichst gedankt sei. Er nahm mit dem Rechner des Vereins, Herrn Leitner, an der Hauptversammlung in Darmstadt (Juli 1933) teil, desgleichen an der anschließenden Feier anläßlich des 60jäh- rigen Bestehens des Hessischen Tierschutzvereins. Wie in den vergangenen Jahren mürben von den Gießener Schulen zahlreiche Tierschutzkalender bestellt (zirka 2300). Desgleichen wird den Schu- len (auf Anordnung der Behörden) die Jugendbeilage „Derjunge Tierfreun d", ab 1.1.1934 nunmehr „Der Heimatfreund" betitelt, auf Bestellung geliefert. Für die Errichtung eines Tierheims wurde eine Sammlung in die Wege geleitet,, die jedoch nur ein mageres Ergebnis zeitigte, begründet wohl in den allgemeinen Verhältnissen der Zeit. An Prämien wurden an fünf Fuhrleute, einen Feldschützen und einen städtischen Gärtner je 5 Mk. nebst Diplom verabreicht und an drei Polizeiwacht- meifter je 5 Mark verteilt. Am „Tag des Pferdes" beteiligte sich der Gießener Verein, vor allem Herr S ch ö m b s, aufs tatkräftigste. Voll Mut und Hoffnung tritt der Gießener Tier- schutzverein in das neue Rechnungsjahr ein. Wie bisher, wird alles getan werden, was möglich ist, um die Kreatur zu schützen. Eine planmäßige Er- ziehung zum Verständnis gegenüber dem Tier, die der Verein anstrebt, wird jedem Volksgenossen das Gewissen schärfen, auch seine Pflicht zu tun gegenüber dem Bruder i n Not! Das deutsche Vaterland über alles! Um die Gerötemeisterschast im Turngau Aordheffen. Im Turngau Nordhessen gehört der morgige Sonntag den besten Geräteturnern. Sie treffen sich in Marburg, woselbst unter Leitung von Gau- oberturnroart R. Paul (Gießen) und (Baumännerturnmart Dahms (Bad Wildungen) die M e i» sterschaften im Kun st turnen zum Austrag kommen, die gleichzeitig als Ausscheidung für die Weltmeisterschaften in Budapest gelten. Sorneit uns die Namen der Teilnehmer bekannt mürben, scheint fein besonders gutes Meldeergebnis vorzuliegen. Kaum beteiligt ist der Nordbezirk (Kassel), der nur Otto Gergs von der älteren Kasseler Turngemeinde entsendet. Dagegen hat der Südbezirk (Gießen) verhältnismäßig gut gemeldet, wenn man auch hier eine Anzahl Spitzenkönner wie S i n n w e 11 (Bad-Nauheim), D e - chent (Friedberg) und Eckhardt (Nidda) leider auf der Teilnehmerliste vermissen muß. Es treten vom Bezirk Gießen an: Seht (Großen-Linden), Ahrens und Eberspächer (Tgm. Marburg), Fink und Hannebuth (T. u. Spv. Marburg), H. Herbert, L. Herbert und S ch i ck (Tv. 1846 Gießen), Lettin und Schöff mann (To. Wie- seck), Kraft und Breidenbach (Turnerschaft Büdingen), Jaenkopf und Löschengruber (T. u. Spvg. Hanau), Valentin (Tv. Kesselstadt- Hanau), Möller (Tgm. Hanau). In der Klasse I (Budapester Hebungen) turnen nur Seht, Ahrens und G e r g s, alle übrigen im Klasse II (erleichterte Hebungen). Als Kampfrichter sind tätig: Becker (Kassel), Keil (Homberg), Textor (Marburg) und Reuter (Gießen). Fußball der Bezirksklaffe In der Bezirksklasse der Gruppe O b e r h e s s e n stehen morgen vier Begegnungen auf dem Programm: 1900 Gießen — FC. Teutonia Watzenborn-Steinbg. Sportverein Wetzlar — VsB./Reichsbahn Gießen VsR. Butzbach — Sportverein Bad-Nauheim Marburg Germania — Ockershausen. Das Spiel in Butzbach dürfte dem Tabellenführer weitere zwei Punkte bringen. Die Butzbacher werben sich gegen ihre Gäste kaum behaupten können. Für sie kommt es mehr auf ein ehrenvolles Ergebnis an. In Marburg Dringt ber Sonntag ein Lokal- berbp, das von den Germanen gewonnen werden müßte. In unserem engeren Bezirk interessiert besonders die Begegnung Spieloereinigung 1900 — $ den Kreis feiner Fürsorge-Empfänger sollen im i Wege des öffentlichen Wettbewerbs vergeben - werden: a) Schuhe b) Schubreparaturen c) Blaue Arbeitsanzüge, Wolldecken, Stroh- säcke und Wäsche d) Särge e) Mechanische Heilmittel (Brillen, Bruchbänder, Leibbinden, Bandagen, orthopädische Gebrauchsartikel). , Verschlossene Angebote sind unter Beischluß von Mustern bis spätestens 12. März 1934 bei dem Stadt. Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 17, einzureichen. Dort können auch die allgemeinen Lieferungsbedingungen und die Vorschriften über die Form der Einreichung in Empfang genommen werden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nicht in Gießen ansässige Gewerbetreibende, Warenhäuser und Filialgeschäfte von der Lieferung ausgeschlossen sind. 1332V Gießen, den 2. März 1934. Bürgermeisterei Gießen _______________(Wohlfahrtsamt).__ Geschäfts-Drucksachen Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 *6 W. Nr. 53 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)8amtag,3.Märzl934 X ‘.*erw 3, •' | r* t ’ 6 ' Aus der Provinzialhauptstadt stibt der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen sind Hungerdemonstranten in London Die (Sine Löwenfamilie überschreitet die Autostraße. Bevölkerung Transvaals gerät beim Anblick da er auf des Herrn Geheih feine Netze auswarf: voll Vertrauen auf den allwaltenden Helfer. Er weiß, daß er nur Werkzeug ist, nur sichtbare Hand, aus der die glatten, prallen Körner in die Erde rinnen. In gleichmäßigem Rhythmus mit den schrei, lenden Füßen wiederholt sich der Schwung des Ar- mes. Golden rieseln die Körner durch die Strahlen der Sonne. Unermüdlich wandert der Sämann das riesige Rechteck der Flur auf und nieder, von Grenze zu Grenze. Zuweilen verschnauft er und überblickt, was getan und was noch zu tun ist. Oder er muß sich aus dem abseits stehenden Sack eine neue Körnerlast in die Schürze holen. Der Himmel strahlt in wolkenloser Bläue wie Gottes gütiges Daterauge, in Wohlgefallen geneigt. Er lächelt Gnade dem demütigen Werk. Er wird das große Wunder wirken, die Keimkraft jedes Kornes erwecken und zu grünen Halm aussprießen lassen. „Weil du geglaubt hast", so weht es verheißungs- voll um die schweißbeperlte Stirn des Mannes, „wird dir hundertfältig gelohnt werden. Jeder Halm wird eine Aehre tragen, nicht ein Korn, sondern eine ganze Spindel voll Körner." Bald ist des Sämanns Arbeit getan. Getrost geht er heimwärts. Das kleine menschliche Vorspiel der Feldbestellung ist zu Ende. Run setzt das heilige Wirken Gottes ein mit Regen und Sonne, mit Tau und Wind. Bald umbrausen uns wie eine ge- beschieden fein. Oer Dank des Landesbischofs. EPH. Landesbifchof Lic. Dr. Dietrich olgendes bekannt: „Zu meiner Berufung 311111 Landesbischof der Raubtiere Afrikas nicht gleich in Furcht und Zittern. Man hat sich an sie gewöhnt, ja manche unter ihnen werden wie Haustiere angesehen und behandelt. Und umgekehrt vertragen sich die Tiere in manchen Gegenden schon ganz gut mit den Men- scheu. Das veranschaulicht eine hübsche kleine Begebenheit, die ein Beamter dort im Wildschutzgebiet auf einer Autoreise erlebte. „Büffel, Hyänen, Leoparden sahen wir auf unserer Fahrt", erzählte er, „und einmal kreuzte eine Löwenmutter mit ihren Jungen den Weg, dicht vor unserem Wagen, der natürlich angehalten hatte. Kaum mar sie mit ihren ersten Sprößlingen drüben, so kehrte die Löwin zurück, um zwei weitere Junge im Maul herilber- zutragen, behutsam eines nach dem anderen, im ganzen sieben an der Zahl. Der alte Löwenvater ftano während dieser ganzen Zeit mitten auf der Landstraße und hielt den Verkehr auf, wie ein Schupo an einer verkehrsreichen Straßenecke. Erst als die ganze Familie heil auf der anderen Stra» ßcnseite gelandet war, wandte er sich um und folgte den Seinen in das Gehölz. seinen Lebensberuf und im öffentlichen Leben hat das edle Weid werk im Leben des Jubilars immer eine besondere Rolle gespielt. Oekonomierat H 0 f f - in a 11 n dürfte einer der erfolgreichsten oberhessischen Weidmänner sein. Wem es vergönnt war, In seinem „Atlerheiligsten", seinem Jagdzimmer, sein Gast zu sein, oder in seinem Schußbuch zu blättern und sich dabei von früherem Weidwerk erzählen zu lassen, der fühlt überall die Liebe heraus, die den Weidmann mit seinen Revieren und seinem Wilde verband. Dem Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein, der dieses Weidwerk schützen will, hat er jahrzehntelange Treue gehalten. Mit seinem Uebersiedeln nach Gießen vor etwa 10 Jahren wurde der „Hubertus", Verein weidge- rechter Jäger, der Kreis, in dem er sich am wo hl st en fühlte und in dem er durch den reichen Schatz seiner Erfahrung am besten wirken konnte für den Wiederaufbau der durch den Krieg zerrütteten deutschen Jagd. Mit beispielhafter Regelmäßigkeit nahm er an allen Sitzungen des Vorstandes oder Versammlungen teil, und war immer zur Stelle, wo er raten und helfen konnte. Es entspricht dem Gefühle tiefster Dankbarkeit und Verehrung, wenn der Vorstand den Jubilar anläßlich seines 80. Geburtstages zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt hat und damit den Wunsch verband, daß es dem alten Weidmann von rechtem Schrot und Korn noch lange vergönnt sein möge, im deutschen Wald die Büchse zu führen. Möge dem greisen Landwirt und Nimrod noch ein fernerer heiterer Lebensabend in Gesundheit persönlich zu antworten. Ich darf daher auf diesem Wege meinen h e r z l i ch c n Dank sagen. Lic. Dr. Dietrich, Landesbifchof. An die Einwohnerschaft Gießens! Anläßlich der Kundgebung des Gauschulungvleiters für Hessen-Nassau pg. p r 0 f e f s 0 r w e r n e r am $ 0ii 111cig, 4. 2Uär 3, in der Voltshalle fordern wir die Bewohner Gießens auf, ihre Verbundenheit mit der nationalsozialistischen Idee und ihr Interesse an der großen Anfgabe. welcl^e das Amt für nationalsozialistische Schulung für Deutscl)- land zu leisten hat, dadurch zu bekunden, daß Gießen in reichem A l a g g e n s ch m u rf prangt. Gießen, 1. März 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. Oie parfcirunöflcbuiifl in der Volkshalle. Oie weiße Squaw. Im Kiowa-Reservatgebiet in Oklahoma ist jetzt die siebzigjährige Millie Durgan gestorben, die ein seltsames Lebensschicksal gehabt hat. Als vierjähriges Mädchen wurde sie mit einer Anzahl anderer weißer Frauen und Kinder nach einem Uebersall auf eine Farm im nördlichen Texas geraubt. Während man die Leidensgefährten nach einiger Zeit unversehrt wieder entließ, wurde die kleine Millie von dem Stamm zurückgehalten, während man den anderen Gefangenen mitteilte, daß sie gestorben sei. Fortab lebte das weiße Mädchen unter dem Namen Oogie Goombi mit den Indianern zusammen, nahm völlig ihre Gewohnheiten und Sitten an und fühlte sich bald nicht mehr als eine Fremde. Drei mal heiratete sie nach den Riten des Jndianerstam- mes und ging ganz in der Gemeinschaft ihrer roten Mitmenschen auf. Später lüftete man den Schleier des Geheimnisses und gab ihr Auskunft über ihre Herkunft. Die weiße Squaw hat ihre Verwandten daraufhin verschiedentlich besucht, aber niemals die Sehnsucht verspürt, wieder zu den Weißen zurückzukehren. So blieb sie eine weiße Indianerin bis zu ihrem Tod. nach der Studienzeit an den Universitäten Gießen und Halle a. d. S. der angestammten Landwirtschaft. Ausgestattet mit vorzüglichen züchterischen Talen- tcn förderte er die hessische und die deutsche Landwirtschaft, insbesondere auf dem Gebiete der Pferde- und Schweinezucht und errang vielfach auf bedeutenden Ausstellungen hohe und höchste Preise. Er machte Hof-GUU zu einem landwirtschast- lichen Musterbetrieb, in dem landwirtschaftliche und kaufmännische Erfahrungen in einer exakten Buchführung derart Hand in Hand arbeiteten, daß die in dieser Wirtschaft gesammelten Erfahrungen mehrfach als Grundlage wissenschaftlicher Doktorarbeiten dienen konnten. Hoffmanns Leistungen fanden Anerkennung weit über die deutschen Grenzen hinaus. Jahrzehntelang führte er die Oberaufsicht über Witt- aensteinsche tschechoslowakische Güter. Er ist Inhaber der Großen Max-Eyth-Medaille. Bis vor kurzem mar er Mitglied des Vorstandes der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Berlin und Vorsitzender der Zuchtabteilung Deutsches Edelschwein. Roch heute ist es erster Führer des Landwirtschaftlichen Klubs in Frankfurt a. M. und Vorsitzender des Auf- sichtsrats der Friedberger Zuckerfabrik. Der Butz- bach-Licher Eisenbahn hat er gleichfalls wertvolle Dienste geleistet. Schließlich sei auch noch seiner 17jährigen Tätigkeit im Kreisausschuß des Kreises Gießen gedacht. Der Jubilar, Inhaber mehrerer Ordensauszeichnungen, legte feine militärische Dienstzeit als Einjährig-Freiwilliger bei dem Regiment der Darmstädter weißen Dragoner zurück, deren ältester noch lebender einstiger Reserveoffizier er ist. Neben der damit kurz umriffenen Tätigkeit für Krühjahrspräludium. Von Peter Bauer. Weithin wirft der Osten seinen Feuerschein wie die Esse einer Schmiede. Der junge Tag ist am Werk sich seine Lichtwaffen zu schweißen. Lautlos glüht er sich Sonnenpfeil um Sonnenpfeil und läßt einzelne schon probeweise über den Himmel flitzen. Sein Antlitz rötet sich in fieberhaftem Eifer und bald ist die Arbeit getan. Strahlend schreitet der himmlische Jäger westwärts, die flüchtigen Schatten und Rebel mit einem Hagel von flammenden Pfei- len zerstreuend. Jedes der schimmernden Geschosse zieht eine leuchtende Spur, die nach allen Seiten goldene Helle sprüht und Himmel und Erde verklärt. Aus den braunen Ackerbreiten liegt festlicher Abglanz. Wie Silber blitzt die stählerne Pflugschar, die sich lautlos durch die Schollen vorwärts wühlt und den Grund sich aufbäumen läßt und auseinanderwogen wie ein Schiffskiel die Wasser eines Stromes. Die schwarzbraune Erde dampft in der leichten Brise des Frühlingswindes, wie die Nüstern der stampfenden Pferde und ihre warmen Flanken dampfen. Die Stille einer feierlichen Weihe stimmt zu andächtigem Schauen. Fest ruht die gebräunte Faust des Pflügers am Sterz. Schweigend schreitet er in der srischgebrochenen Furche. Streng hält er mit sparsam gerufenem „Hü!" und „Hott!" die Tiere in der Richtung. Nur in nächster Nähe ist der dumpfe Tritt der Hufe zu vernehmen und dann und wann ein helles Klirren, wenn die rhythmisch in Schritt nickenden Pferdeköpfe sich einmal im Geschirr schütteln. Hinter dem Pflüger, in gemessenem Abstand, nicken ein paar schwarz glänzende Raben die ilirejÄ Erdschlaf entrissenen Engerlinge und feisten WiMlier auf. Rein soll die Erde sein, die gewürdigt wird zu empfangen und gesegneter Schoß zu werden, spendende Mutter für uns alle. Schweigend gürtet sich der Mann die körner- schwere Last vor den Leib. Er hat den Rock abgelegt trotz der Morgenfrische und den rechten Hemdsärmel bis zum Ellenbogen hinaufgewulstet. Den braunen Unterarm strafft gesunde Kraft. Hinter dsrn Handgelenk schwellen die Muskeln von dichtem Flaum dunkler Haare umspielt. Jetzt greift die Faust eine Handvoll Saat und schlägt auf der Mitte des Ackers mit zwei Würfen ein Kreuz wie der Priester mit der Monstranz die Gemeinde segnet: von oben nach unten, von links nach rechts. Dabei ist feine Stirn ins Licht gerichtet wie das Gesicht eines gläubigen Beters. Ernst schreitet er zum Ackerrain und beginnt im Namen Gottes die Arbeit. Wie Petrus der Fischer, der Welt, das ermöglicht, die scheinbaren Durch" messer einiger besonders großer Fixsterne zu bestimmen. Die Größe des Sternscheibchens von Mira Eeti ergab sich zu 0,056 Bogensekunden, was bei einer Entfernung von 170 Lichtjahren dem 300- fachen Sonnendurchmefser entspricht. Mira Ceti ist also ein Niesenstern erster Ordnung, ein sogenann- ter Ueberglgant, der mit elneih Durchmesser von 420 Millionen Kilometer nahezu die Größe der Marsbahn erreicht. In dem hohl gedachten Innern dieses Sternes könnte die Sonne stehen und Merkur, Venus und Erde in ihren wahren Abständen um sie kreisen. Freilich ist die mittlere Dichte eines solchen Riesensternes außerordentlich gering. Sie entspricht etwa der Dichte der Luft in den höheren Schichten der Stratosphäre, 30 Kilometer über dem Erdboden, während unsere Sonne als Zwergstern rund eine Million mal so dicht ist. Daraus folgt aber, daß Mira Eeti kein alternder, dem Erlöschen naher Stern ist, sondern eine Junge Riesensgnne. Auch die absolute Helligkeit ober Leuchtkraft von Mira ist sehr groß. Im Lichtmaximum strahlt der Stern etwa tausendmal so stark wie die Sonne. Merkwürdigerweise halten sich die Temperatur- schwankungen in ziemlich engen Grenzen. Im Mini- mum der Helligkeit beträgt die Temperatur 1800 Grad und steigt im Maximum auf 2300 Grad. Die Wärmestrahlung von Mira Ceti schwankt daher nur um den dreifachen Betrag, die Helligkeit aber um das 600fache. Zur Erklärung des Lichtwechsels genügen die Temperaturschwankungen nicht. Man nimmt daher an, daß sich der Niesenstern periodisch zusammen- zieht und wieder ausdchnt. Im Helligkeitsmaximum ist Mira größer als Erdbahn, im Minimum kleiner. Solche periodischen Schwingungen oder P u l s a - t i 0 n c n sind bei dem roten Niesenstern Beteigeuze im Orion direkt nachgewiesen. Mira Eeti ist nun im Minimum leider zu schwach für Interferometer- Messungen. Wenn es gelingt, die Empfindlichkeit und Genauigkeit dieser Methode weiter zu steigern, wird man wahrscheinlich auch bei Mira Eeti rhythmische Schwingungen, Pulsationen von elf monatig er Periode feststellen können. Der Wunderstern im Walfisch ist nur ein beson- ders typischer Vertreter einer ganzen Klasse von roten Veränderlichen, der er den Namen gab. Man kennt bis jetzt etwa 800 Mrasterne. Wenn wir nun gegenwärtig das Aufleuchten des Wundersterns im Walfisch beobachten, so ist dabei zu bedenken, daß dieser Vorgang auf dem Stern in Wirklichkeit vor 170 Jahren, zur Zeit Friedrichs des Großen, sich ab- . gespielt hat. Oer Wunderstern im Walfisch. ; Don Dr. Erwin Kossinna. Unter den Sternbildern, die während der Winter- । monate am Südhimmel sichtbar sind, zeichnet sich das des Walfisch s mehr durch die eigenartige < Form als durch besonderen Glanz aus. Dafür enthält es einen der merkwürdigsten veränderlichen Sterne, der feit feiner Entdeckung durch den Pfarrer David Fabricius im Jahre 1596 die Aufmerksamkeit aller astronomisch interessierten Kreise auf sich gelenkt hat. Als Fabricius den neuen Stern zuerst beobachtete und bemerkte, daß feine Heilig- teil ständig abnahm, glaubte er, eine „Nova ge- funben zu haben, bie einmal ausslammt, um bann ür immer ben Blicken zu verschwlnben. Fabricius hat dann einige Jahre später an derselben Stelle im Walfisch wieder einen Stern gesehen, und bereits vermutet, daß es sich dabei um dasselbe Objekt handle, ohne jedoch an einen veränderlichen Stern zu denken. Mehrere Jahrzehnte spater, um 164ch erkannte Johann Holvarda in Friedland nach jahrelangen Beobachtungen die Veränderlichkeit dieses merkwürdigen Sterns. Den Namen „Wun- berftern im Walfisch" ober -Mira Ceti verdankt er fieDel in Danzig, der zuerst bemerkte, daß ber Stern burchschnittlich sieben Mona e unsichtbar bleibt und vier Monate dem freien Auge sichtbar wirb. Noch im 17. Jahrhunbert tonte Bo ui klaub in Paris bie Perlobe bes Lichtwechsels zu ^^geii hpftimmen unb bald erkannte man auch, baß recht erhebliche Abweichungen von biesem Mittelweg> vor- Pnmmon Tiip für;im Fernrohr sichtbar. Ausnahmslos "ber geht der An stieg zur größten Helligkeit viel rascher vor s ) bas Absinken zum Minimum. Gegenwärtig läßt sich am südwestlichen Himmel wieder bas Aufslammen von Mira Ceti zur «roßten Helligkeit gut beobachten. Nachbem der Stern fahr - lang dem freien Auge unsichtbar geblieben war da die Maxlma gerade in bie Sommermonate sielen, wo er wegen der Nähe ber Sonne nicht sich war isl, bietet sich Enbe Februar unb Anfang Marz eine belonbers günstige Gelegenheit zu seiner Beob- acytung. Welches finb nun die Ursachen dieses merkwürdi gen Lichtwechsels von Mira Ceti? Es lag nahe, bie Veränderlichkeit des Wundersterns auf die Bildung 1 ausgedehnter Flecken auf feiner Oberfläche zuruck- zuführen. Wenn das Auftreten solcher Flecken wie bei der Sonne periodisch ist, würden dadurch auch periodische Helligkeitsschwankungen entstehen. Doch erheben sich gegen diese Erklärung schwere Bedenken. Die Strahlungsänderungen der Sonne infolge von Fleckenbildungen sind so gering, daß sie sich praktisch kaum bemerkbar machen, wahrend bei Mra Ceti der Lichtwechsel nicht weniger als sieben Größenklassen umfaßt, die Helligkeit dieses Sternes also um den 600fachen Betrag schwankt! Die F ecken müßten die ganze Oberfläche einnehmen, um solche enormen Unterschiede der Leuchtkraft zu verursachen, und Mira Ceti wäre nach dieser Theorie eine alternde, dem Verlöschen nahe Sonne, die fast ständig mit dunklen Flecken bedeckt ist und nur alle elf Monate zur ursprünglichen Helligkeit aufleuch et. Nun spricht zwar die rote Farbe des Sterns für eine relativ niedrige Oberflächentemperatur, aber es ist physikalisch nicht gut denkbar, daß ein dem Erlöschen naher Stern alle elf Monate von derartigen Umwälzungen betroffen wird, daß sich seine Strahlung auf das 600fache steigert. Auch die sorgfältigen Untersuchungen von Joy aus dem Mount Wilson - Observatorium in Kall° fornien brachten noch nicht des Rätsels Lösung. Joy hatte durch zahlreiche Spektralaufnahmen fcftgeftellt, daß sich das Miraspektrum zur Zeit des Minimums auffällig ändert und bann teilweise die Merkmale eines weißen Heliumsterns zeigt. Heliumsterne haben sehr hohe Temperaturen, 12 000 Grad und darüber, während rote Sterne nur 2000 bis 3000 Grad be sitzen. Mira Ceti müßte danach im Minimum heißer sein als zur Zeit seiner größten Helligkeit, was ganz unwahrscheinlich ist. Joy nahm daher an, daß das Heliumspeltrum bei Mira von einem schwachen Begleiter herrühre, ber nur zur Zeit des -Minimums sich bemerkbar mache, sonst aber von Mira überstrahlt wirb. Dieser vermutete Hellumstern wurde nun systematisch gesucht und tatsächlich am । 19. Oktober 1923 von Aitken aufgefunben. Jedoch handelt es sich dabei sehr wahrscheinlich um einen : optischen Begleiter, der nur zufällig dicht neben dem i Hauptstern steht, aber mit diesem keinen physischen । Zusammenhang hat. i Der Lösung ber Frage des Wunbersterns Mira , tarn man näher, als es Pease 1925 gelang, mit , bem Interferometer ben Winkelburchmesser von : Mira Ceti zu messen Das Interferometer des , hunbertzölliaen Hookerspiegels auf bem Mount Wilson - Observatorium ist das einzige Instrument wattige Fuge bie ©timnten bes Frühlings unb aus Knospen und Schollen entfaltet sich die ewig überwältigende Schau ber grünenden Natur. 80. Geburtstag des Oekonoinierats Hoffmann. Am morgigen Sonntag begeht Oekonomierat Hoffmann von Hof-Güll in voller körperlicher unb geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Geboren in Hof-Güll, einen» ehemaligen Arns, burger Klostergut, das im Jahre 1803 bei ber Säkularisation ber Klöster an bas Fürstliche Haus Sollns- Braunfels fiel unb bas sich nunmehr feit über 130 Jahren im ununterbrochenen Pachtbefitz ber Familie Host mann befinbet, widmete sich ber Jubilar nach kaufmännischen Lehrjahren in Frankfurt a. M. unb Als erster der Züge, bie von überall her jetzt auf die englische Hauptstadt zuströmen, hat eine Abteilung von 400 schottischen Arbeitslosen jetzt London erreicht. Tausende von Kommunisten veranstalteten im Hydepark eine Kunbgebung zu ihrem Empfang. Von der Kreisleitung der NSDAP. Gießen wird darauf ausmerksam gemacht, daß die Kundgebung in der Bolkshaiie am morgigen Sonntag nachmittag, 16 Uhr beginnend, mit Gaufchulungsleiter Pg. Prof. Dr. W e r n e r als Redner für j e b e r - m an n — also nicht nur den Politischen Leitern und Parteigenossen — zugänglich ist. Von 15,30 Uhr ab werden Mufikvorträge der SA. ^Reserve Kapelle die Besucher unterhalten. Um 16 Uhr wird bie Kundgebung mit dem Einmarsch ber Fahnengruppen ber PO., NSBO., NS.-Beamtenschaft, des RS.-Lehrerbunbes, sowie der Politischen Leiter beginnen. Hieraus wird Kreisschulungsleiter Pg. M i ch e l die Eröffnungsansprache halten. Dann ... wirb der stellvertretenbe Kreisleiter Pg. H opsen- „ .... mir müll er bie Versammlung begrüßen. Anschließend freundliche Glückwünsche aller Art in großer Zahl folgt die Rede des Gauschiilungsleiters und Gau- zugegangen. Es ist mir unmöglich, jedem einzelnen I Inspekteurs Pg. Prof. Dr. W e r n c r. Gegen 18 Uhr wird der Ausmorsch der Fahnen und der Politische Leiter die Kundgebung abschließen. Die Teilnahme an der Kundgebung ist den Mitgliedern aller Formationen der NSDAP, zur Pflicht gemacht. Bund Nat.-Soz. Deutscher Juristen Ortsgruppe Gießen. Der Besuch der Kundgebung am Sonntaa, dem 4. März, nachmittags 4 Uhr, Bolkshalle, Redner: Pg. Prof. Dr. Werner, ist Pflicht für alle Mit- glleder des Bundes. gez.: Luley, Rechtsanwalt und Notar. Betrifft alle Zeitschriften im Sau HesienRaffau. Die Schriftleiter der gesamten im Gebiet des Gaues Hessen-Nassau der NSDAP, erscheinenden politischen, konfessionellen, fachlichen oder Vereinspresse haben umgehend ein Belegexemplar ihrer Zeitschrift mit genauer Angabe des Titels der Zeitschrift, des Herausgebers und der Auflage an die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 9/11, einzusenden. Diese Anordnung betrifft alle Zeitungen und Zeitschriften (außer der allgemein bekannten Tages- presse), gleichgültig, in welchen Zeitabständen sie erscheinen oder welche Auflage sie haben. gez.: Müller-Scheld, Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volks- aufklärung und Propaganda. Aufruf des Landesbischofs. Liebe evangelische Jugend! Am Sonntag Okuli, 4. März 1934, findet die feierliche Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hi t l e r-Iuaend statt. Ich entbiete Euch zu diesem hochbedeutsamen Tage meine herzlichsten Grüße, danke Euch für Eure Treue, mit der Ihr bisher zu unserer Kirche gestanden habt und gebe der Erwartung Ausdruck, daß Ihr Euch auch fortan innerhalb der Hitler- Jugend als gute evangelische Christen und treudeutsche Christen bewährt. Ihr tragt nun den Namen und das Ehrenkleid des größten Deutschen, unseres Führers Adolf Hitler. Dieser Name legt Euch eine große Verantwortung und Verpflichtung auf. Je fester Ihr auf dem Boden des Evangeliums steht, desto treuer könnt Ihr diesen Dienst leisten. Nützt die Abende und die Sonntage, die der evangelischen Jugendgemeinschaft gehören, fleißig aus, damit Ihr im Glauben gefestigte, starke und reine Menschen werdet. Darmstadt, 2. März 1934. Heil Hitler! Euer Landesbischof gez.: Lic. Dr Dietrich. Am Tage des Eintopfgerichts bewährt sich der Deutsche! Am 4. März wird das vaterländische Gewissen jedes Deutschen wiederum geprüft, keiner darf sich national nennen, der sich an diesem Tage um das Eintopfgericht drückt oder die Sammler und Sammlerinnen mit ein paar Pfennigen abspeist. Jeder Deutsche, der die große Hol des Volkes mitempfindet. verzichtet auf den gewohnten Sonntagsbraten und läßt dos ersparte Geld restlos dem Minterhilfswerk zukommen. Wie gering erscheint diese Geldspende im Vergleich zu dem, was die Schöpfer des neuen Reiches an Gut und Blut geopfert haben! Wer in Arbeit und Brot ist, hat die moralische Verpflichtung, an den andern zu denken, den schwere Sorgen drücken. Volksgemeinschaft darf kein leeres Dort sein. Rur der verdient den Ehrennamen eines Deutschen, der im Eintopfgericht verzichtet, um den bedrängten Volksgenossen zu helfen. Am 4. März opfert der Volksgenosse für den Volksgenossen durch das Eintopfgericht! Volks- not verpflichtet jeden, der geben kann. Die Gauführung des Dinterhilfswerks. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 3. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,05 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 8, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 18, (grün) 20 bis 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben-10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 50, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3'/- Pf., der Zentner 2,80 bis 3 Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Birnen 15 bis 25, junge Hähne 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35. PornoNzen. 6 e s ka le n d e r für Samstag: Oberhesfrscher Kunstverein, 16 bis 17 Uhr, Turm- j)01!9 Brand Ausstellung. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Viktor und Viktoria". — Astoria- L-ichtspiele, Seltersweg: „Flucht vor dem Gestern". — Reichsverband Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender, 20,30 Uhr, „Hotel Prinz Carl" Pflicht-Versammlung. — Artillerie-Verein, 20 30 Uhr, Monats-Dersammlung mit Vortrag. — Deutsche Stenographenschaft, 20.30 Uhr, „Stadt Lich" Vereins-Abend. — Tageskalender für Sonntag- NSDAP., 16 Uhr, Volkshalle, öffentliche Kund- gebung. — Stadttheater, 19 bis 21,15 Uhr „Hokuspokus . — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Viktor und Viktoria". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Flucht vor dem Gestern". — Physiologisches Institut, 11.30 Uhr, öffentlicher Vortrag über Physiologie. — Evange- lische Stadtmission, Löberstraße 14, 20.15 Uhr, Vortrag „Irrendes Suchen". * ♦♦ Straßensperre. Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird auf der Provinzial- straße Lich—Grünbera die Ortsdurchfahrt Queck - b o r n vom nächsten Montag ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Münster, Hohe Straße. ** Eine Schweinezwischenzählung findet am kommenden Montag, 5. März, statt. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei. ♦♦ 8 0. Geburtstag. Der Bauassistent i. R. Karl Roth, Steinstraße 71, feiert am 4. März einen 80. Geburtstag in selten geistiger Frische und Regsamkeit. Trotz seines hohen Alters kann man ihn jeden Tag seinen Spaziergang in den Anlagen unserer Stadt machen sehen. Auch an den Geschehnissen der jüngsten Zeit, insbesondere an dem nationalen Neuaufbau durch unseren Volkskanzler Adolf Hitler, nimmt er regen Anteil. ** D i e Reifeprüfung an derStudien- a n st a l t. Am gestrigen Freitag nachmittag wurden an der Studienanstalt die Reifeprüfungen abge- chlossen. 23 Schülerinnen, die sich der Prüfung unterzogen, konnten sämtlich bestehen. ** D i e Vergebung von Lieferungen und Arbeitsaufträgen für das Wohlahr t s a m t betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Städtische Brennholzversteige- rungen finden am Mittwoch und Freitag kommender Woche statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei hingewiesen. ** Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag nächster Woche hier statt. Der nächste Schweinemarkt ist für den 21. März vorgesehen. ** Das Museum im Alten Sch lo ß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ♦♦ Konzert im Eva n gelt scheu Schwe- st e r n h a u s. Man schreibt uns: Donnerstagabend brachte der Posaunenchor von Lang-Göns den Kranken des Evangelischen Schwesternhauses ein schönes und erhebendes Ständchen dar. Alle Bewohner des Hauses haben sich über die schön ausgeführten Musikstücke gefreut und mit großer Dankbarkeit wurden die.Darbietungen aufgenorn- men. Man findet wohl selten Gemeinden, die mit einem solchen ehrenhaften Schwung den Kranken des Hauses eine so erhebende Freude bereiten. Im Namen aller Kranken und Insassen des Hauses sei deshalb dem Posaunenchor herzlich gedankt. ** Vogelsberger Sänger im Rundfunk. Nach langer Pause hat der Südwestfunk nunmehr die auf dem Lande so beliebte Stunde des Chorgesanges wieder ausgenommen. Diese Stunde bedeutet Jür unsere Gesangvereine stets eine wertvolle Anregung. Besonders wird es aber begrüßt, wenn der eine oder andere Verein selbst vor das Mikrophon treten und fingen kann. So wird am Vormittag des 11. März der Gesangverein „Liederkranz" von Ruppertenrod unter der Leitung von W. D a u p e r t - Ulrichstein im Südwestfunk fingen. Der Verein wird Chöre hervor- ragender Komponisten des 20. Jahrhunderts fingen, in denen besonders der Geist des neuen Deutschland zu spüren ist. Einzelne Chöre werden auch mit Instrumentalbegleitung vorgetragen werden. Studentische Winterhilfe. Oie Gießener Studentenschaft zeigt Sozialismus der Tat. Die Gießener Studentenschaft, Abt. Winterhilfswerk, hatte über 10 0 bedürftige Volksgenoffen zu einem warmen Mittagessen am Freitag in das Studentenhaus ein- le laben. Pünktlich 13.30 Uhr wurde das leckere Nah! ausgegeben. Nach dem Essen begrüßte der Führer der Gießener Studentenschaft cand. iur. H. I. Adam die Gäste und führte etwa folgendes aus: „Ich reue mich, daß Sie unserer Einladung so zahlreich Folge geleistet haben und zu uns herauf ins Studentenhaus gekommen find. Viele werden zum erstenmal dieses Haus von innen heute gesehen haben. Auch hier wird wahrer Sozialismus gepflegt, und besonders bei den Studenten soll die Forderung Adolf Hitlers wahr werden, daß jeder deutsche Volksgenosse in diesem Winter nicht hungern und nicht frieren soll. Wir hoffen, daß wir Sie noch öfters bei uns als Gäste sehen, damit Sie sich überzeugen können, daß der Student von heute sich voll und ganz seiner Pflicht, die er Volk und Vaterland gegenüber hat, bewußt ist. Innerhalb eines Jahres ist durch unseren Führer Adolf Hitler schon ein sehr großer Teil des Arbeitslosenheeres wieder zur produktiven Arbeit zurückgeführt worden. Natürlich ist die restlose Beseitigung der Arbeitslosigkeit nicht von heute auf morgen zu erreichen. Ich will hoffen, daß Sie von hier den Eindruck mitnehmen, daß die Studenten von heute auch im Gei ft e Adolf Hitlers arbeiten und helfe n." Bei einer Tasse Kaffee und Zigaretten begrüßte dann noch der Rektor der Landesuniversität die Gäste der Studenten. Er sagte, selbstverständlich wäre es besser, wenn jeder deutsche Volksgenosse in seinem eigenen Heim sein könnte. Er habe bemerkt, daß jeder mit etwas Leid hierher gekommen sei; aber als Rektor könne er ihnen versichern, daß d i e Studenten heute an allen Nöten des Volkes Anteil nehmen. Unsere Studersten sind anders geworden. Wenn man früher einen Arbeiter nach einem Studenten fragte, so hatte dieser nur den Eindruck eines Bierstudenten, der nächtelang durchkneipt. Die Studenten von heute dagegen, die sich selbst oft durch ihr Studium hungern müssen, haben noch das eine mit ihren Vorgängern gemein, nämlich daß sie lustig find. vielen Studenten ist es heute klar geworden, daß es für sie ein Vorzug ist, wenn sie studieren können; dafür wollen sie gern auf manche Annehmlichkeit des Lebens verzichten. Ich will hoffen, fo schloß der Rektor, daß Sie heute einen kleinen Eindruck mitbekommen, daß bei den beschränkten Mitteln, über die die Studentenschaft verfügt, von diesen praktischer National- sozialismus gezeigt wird, und die Stunden, die Sie bei den Studenten hier verleben, noch lange in angenehmer Erinnerung bei Ihnen bleiben werden. Der Kreisführer für das Winterhilfswerk pg. Kloeß dankte im Namen aller Anwesenden für die freundliche Einladung und betonte, daß die Studenten und Dozenten den Begriff „Sozialismus" voll verstanden hätten. Das habe sich auch gezeigt, als die Studenten sich beim Sammeln und Kartoffelnausladen mit ihrer ganzen Person für das Hilfswerk eingesetzt haben. Zum Schluffe brachte er auf unfern Volkskanzler Adolf Hitler, dem es allein zu verdanken fei, daß es heute keine Klassenunterschiede mehr in Deutschland gäbe, ein dreifaches „Sieg-Heil!" aus, in das alle Anwesenden freudig einftinrmten. Vor dem Studentenhaus machte der Gauphotograph Pfaff noch eine Gruppenaufnahme, damit jeder Teilnehmer eine bleibende Erinnerung an den Pssfuch bei den Studenten hat. Sehr erfreut waren die Beteiligten über die Mitteilung, daß Photo-Pfaff jedem kostenlos einen Abzug dieser Ausnahme zustellen will. Die zweite Arbeitsschlacht in Oberhessen. Anspannung aller Kräfte für die weitere Arbeitsbeschaffung. Auf Einladung des Leiters des Arbeitsamts Gie- ßen, Regierungsrats Dr. L i st, fand gestern nachmittag im Saale des Hotel Schütz eine Besprechung zwischen dem Leiter des Arbeitsamts Gießen, den verschiedenen Dienststellen der Partei, den Dertre- tern zahlreicher Behörden und den Vertretungen der Wirtschaftskreife über die weitere B e - schaffung von Arbeitsmöglichkeiten im Rahmen der zweiten Arbeitsschlacht statt. Regierungsrat Dr. List betonte in feinem einleitenden Heb erb lief zunächst, daß die Voraussetzung für den Erfolg dieser zwei- ten Arbeitsschlacht eng ft es Zusammenarbeiten zwischen allen Parteidienststellen, Behörden und Wirtschaftsvertretungen sei, um dadurch eine einheitliche Stoßkraft zur Erreichung des Zieles zu gewinnen. Wichtig fei auch die Mitarbeit des Finanzamts und der Gewerbeaufficht, wenn es sich um Maßnahmen für oder evtl, auch gegen die Betriebe handele. Bei einer Reihe von Betrieben müsse noch manches anders werden, wenn es nationalsozialistisch sein soll. Es müsse auch darauf geachtet werden, daß man immer den richtigen W e g einhalte, z. B. müsse sich der einzelne Handwerksmeister über den Handwerksführer an die Handwerkskammer wenden, damit an keiner Stelle ein Neben- einander aufkommen könne. Die Zuständigkeiten könnten natürlich nur insoweit gewahrt werden, als federführende Stellen dafür vorhanden feien. Das Arbeitsamt fei beauftragt worden, die Vermittlung von Arbeitsstellen für alte Kämpfer besonders zu betreiben. Bevorzugt zu vermitteln feien die Angehörigen der Wehrverbände vor dem 10. Januar v. I., die Mitglieder der Partei mit der Mitgliedsnummer unter 300 000 und die Amtswalter, die länger als ein Jahr Amtswalter feien. Dieser Kreis dürfe nicht erweitert werden, bevor die jetzige Aufgabe nicht restlos erledigt fei. Er für feine Person lehne eine derartige Erweiterung ab. Bisher feien 750 alte Kämpfer untergebracht worden, jedoch warteten immer noch rund 125 auf Arbeitsstellen. Dabei handele es sich z. T. um An- gcbongc von Berufen, die bisher nicht gerade von der Wirtschaftsbelebung betroffen worden feien, z. B. bas graphische Gewerbe, also um Volksgenossen, die 5 „"besonderen Anspruch darauf hätten, daß sie berücksichtigt würden. Durch die Unterbringung die- wenigen Leute werde bas Gedeihen der Wirt- gefährdet. Selbstverständlich müsse der Gesichtspunkt der Eignung beachtet werden. Bis zum 1. 2Hal müßten die alten Kämpfer untergebracht sein. Das Arbeitsamt Gießen werde jetzt durch verstärkten Außendienst bei jedem Betrieb auf diese volksgenosien besonders aufmerksam machen. Das Arbeitsamt werde es ablehnen, diese Hinweise etwa als Eingriff in die Wirtschaft auffassen zu lassen. Die beschleunigte Lösung dieser Aufgabe sei notwendig, denn der Führer wolle am 1. Mai gemeldet haben, daß alle alten Kämpfer untergebracht seien. Dabei fei aber zu beachten, daß nicht der einzelne Betrieb direkt um die Einstellung angegangen werden dürfe, sondern die Zuweisung nur durch das Arbeitsamt erfolge. Der Stand der Arbeitslofenzahl habe sich in Ober« dessen auch in diesem Winter trotz des ungünstigen Wetters im Dezember günstig entwickelt, frühere Rückschläge feien vollkommen wieder aufgeholt worden. Am 1. März habe man in Oberhessen 7061 männliche und 390 weibliche Arbeitslose gezählt. Dieser Stand liege unter der Ziffer, die bisher überhaupt erreicht worden sei. Gegenüber der höchstkurve vom Januar 1932 mit 17200 Arbeitslosen seien jetzt noch etwa 43 v.h. ohne Arbeit, also 57 v. h. seien untergebracht worden. Dieses Ergebnis liege weit über dem Reichsdurchschnitt. Zur Zeit seien in Oberhessen 2840 Notstandsarbeiten im Gange. Die Arbeiten der O b ft b a u m » Säuberungsaktion feien von großem volkswirtschaftlichen Wert, da durch deren Ertrag auch die Bauern wieder kaufkräftiger und zu Abnehmern von Industrie und Handwerk werden würden. Während des Winters feien bei diesen Arbeiten rund 2000 Mann beschäftigt worden. Erfreulich sei weiterhin, daß in den letzten Wochen die Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit auf dem Gebiete der Jnstandfetzungsarbeiten zu lebhafterem Abruf von Arbeitskräften geführt hätten. Für die Stadt Gießen könne eine weitere Belebung von der Durchführung der Stadtrandsiedlung an der krofdorfer Straße erwartet werden. Es feien bis jetzt 50 S t a d t r a n d f i e d l u n - gen an dieser Stelle mit je 1000 bis 1200 Quadratmeter Land vorgesehen. Don Wichtigkeit sei hierbei natürlich auch die Eignung des Siedlers und feiner Frau, z. B. müsse Interesse für die Landwirtschaft vorhanden fein. Dabei lperde die aktive Mitwirkung der Siedler beim Bau bis zur Herstellung der getarnten Siedlungen verlangt. Während dieser Zeit bekämen die Siedler natürlich ihre Unterstützung weitergezahlt, bis sie soweit seien, daß sie von ihrer Siedlung leben konnten. Das fei jÄoch nur ein Anfang. (Beigeordneter Bartholomaus als Vertreter der Stadt erklärte in einer Zwischenbemerkung, daß im Laufe des Mai noch 100 Kleinsiedlungen hinzukämen.) Die Reichsregierung gehe im neuen Jahre andere Wege als bisher. Vor allem richte sich das Haupt- augenmerf auf den Dau der Reichsautobahnen, die Stadtrandsiedlung, große landwirtschaftliche Sied- hingen und Meliorationsarbeiten. Jetzt müsse die Kraft zur Arbeitsbeschaffung sehr verstärkt werden. Dabei werde das Arbeitsamt die Initiative und das Eigenleben der Wirtschaft fördern und stärken, soweit es das tun könne. Zum Schluffe forderte der Redner zur Erreichung des großen Zieles auch engstes Zusammenarbeiten zwischen den Unternehmern, der Deutschen Arbeitsfront, den Parteidienst, stellen, Behörden ufw. Die Aussprache. An der regen Aussprache beteiligten sich u. a. der Führer der Handwerkskammernebenstelle Gießen, Pg. Stüh le r, der Syndikus der Industrie- und Handelskammer Gießen Pg. Dr. Keim, als Vertreter der Stadt Pg. kommissarischer Beigeordneter Bartholomäus und eine Anzahl Herren aus dem Gießener Wirtschaftsleben, ferner Regierungsrat Dr. L i ft. Im Verlaufe der Aussprache trat zutage, daß die Handwerkskammer und die Han- delskammer ihre Kraft und ihre Wirkungs- Möglichkeiten bereitwilligst in vollem Umfange für die weitere Arbeitsbeschaffung zur Verfügung stellen werden. Erfreulicherweise konnte in diesem Zusammenhänge von dem Syndikus der Jndustrie- und Handelskammer Gießen betont werden, daß die wirtschaft in Oberhesfen zwar in langsamer, aber stetig auswärtsgerichleter Entwicklung begriffen ist und ein gesunder Optimismus volle Berechtigung hat. Selbstverständlich wurde auch von dem Vertreter der Gießener Stadtverwaltung die vollste Beritwilligkeit zur tatkräftigen Mitarbeit bei der Lösung der großen und vordringlichen Aufgaben der Arbeitsbeschaffung auf den verschiedensten Wirtschaftsgebieten bekundet. Von verschiedenen Rednern wurden weiterhin die Beschäfttgungslage und die Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten, sowie die Absatz- verhältnisse in verschiedenen Wirtschaftszweigen erörtert. Dabei wurde besonders auf die ungünstige Lage im graphischen Gewerbe und im Schreinerhandwerk hingewiesen, zugleich mit dem Wunsche, daß in diesen Branchen die Möglichkeiten zu vermehrter Arbeit und damit zur verstärkten Einstellung von Arbeitskräften geschaffen werden möchten. Mit Genugtuung wurde auf die Besserung der Beschästiaungslage im Bergbau und in der Industrie der Steine und Erden hingewiefen, wobei auch die Verdienste der Provinzialdirektion Oberhessen um die Steinindustrie durch Doroergebung von Aufträgen gebührend anerkannt wurden. Das Ergebnis. Wenn man den Verlauf der Aussprache mit ihren vielfachen Anregungen und mit der starken Bereit- schäft aller Kreise zur eifrigsten Mitarbeit bei der Arbeitsbeschaffung rückschauend überblickt, so muß man sagen, daß diese Beratung ein verheißungsvoller Auftakt für den Kampf gegen die Arbeitsnot in diesem Jahre gewesen ist. Das Arbitsamt Gießen hat damit eine gute Ausgangsstellung geschaffen. Gewinnauszug 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 19. Ziehungstag 1. Marz 1934 3n der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®etotnn« tu 6000 M. 112657 4 Gewinne zu 3000 M. 341400 388429 8 Gewinne zu 2000 M. 109300 120671 199281 350413 12 Gewinn» zu 1000 M. 63162 112359 262642 299870 317740 368207 82 Gewinne zn 500 W". 11672 40344 60091 62319 62928 63216 65887 67945 71563 78590 95917 99518 108419 122924 150945 152616 158177 177134 197047 200760 202824 213102 242442 254586 257078 270664 271439 286177 293689 297033 298214 303767 309514 333060 337139 366951 369489 370639 373640 382603 383320 420 Gewinn« tu 300 M. 1157 1292 2886 4211 6209 6139 7536 8904 1 1325 12785 14861 18904 18920 19028 32647 34202 34997 35055 36091 36503 36784 39737 44072 45383 47205 47373 47444 49366 51418 64776 60145 61653 61715 66522 69154 71226 72167 73942 75121 78621 79603 83640 84548 84787 85021 85067 88735 92747 93391 94386 95752 96024 96315 99078 100830 101294 102047 102767 102825 103347 105938 121869 122740 124476 125944 130863 133416 134096 134198 135781 137576 138898 140844 141844 143345 149541 156081 155889 162885 164780 167238 167321 168675 173062 176850 177299 179173 179948 182549 184387 184526 188107 189801 190367 190759 192078 194913 199157 200794 202418 203289 203766 203822 206025 206689 208942 209466 210323 211830 214514 216326 217296 218144 220770 227550 227782 234208 234890 236196 240774 242656 244825 249141 249176 250595 251201 252469 256833 257552 265561 266610 266885 267803 269653 270763 272874 273058 273354 273769 273868 276015 275016 278730 278738 279446 279472 283726 284047 286350 286684 287335 289368 290429 290443 291930 292161 292468 294124 295237 296096 297683 297764 303515 308846 310710 312105 312198 315908 318707 324008 327353 328743 330171 330296 332267 333707 339835 340302 341818 344376 345667 345776 346331 349044 349693 350186 354854 355906 362476 362782 363767 363993 367126 367847 368497 371950 376195 379851 380685 382445 383277 383302 383859 383971 385052 387277 388393 393328 393454 397830 103409 116438 126853 148010 162502 178637 200810 218877 222949 231883 247515 260992 284492 293413 318069 330753 355186 371129 104082 121278 131384 150157 164978 188901 213011 220814 226006 240474 250712 273772 287448 307100 322570 340967 359189 383939 107532 121380 134340 156740 171894 195138 213421 222165 227826 242158 252811 274668 289549 309237 328233 341829 359813 385481 113325 121498 135204 156217 172691 196546 216529 222576 229917 242668 254043 276207 289578 314224 328753 347939 361693 393621 103807 118999 129254 149447 162781 179318 210369 219838 226761 236455 247790 267955 287378 307074 321510 339104 359066 380635 114659 123712 138946 158862 176113 200407 217216 222784 230125 244350 255892 281940 291582 317369 328899 350243 82771 285375 229305 34514S 4 Dewinn« gu 10000 M. 4 Gewinn« |u 5000 M. Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinn« zu 3000 QU. 6 D«winn« tu 2000 M. 14 Gewinne tu 1000 W. 19420 124970 6002 275419 287297 72349 343682 393571 123178 198805 235557 329419 362457 34 Gewinn, tu 600 M. 37620 67719 91472 118070 118577 143676 255235 260712 268023 270316 281212 335048 367241 383192 335467 335796 361247 296 Gewinn« zu 300 SOL 1142 3424 5689 । 6601 10808 12316 16027 18488 24354 26573 27347 34181 39017 40472 40730 43133 I 44566 60580 62152 63397 66272 68939 62976 65092 69043 71787 72071 73882 74665 79851 85587 86644 87707 93064 94821 95329 96083 I 96221 101506 Der Gießener Hausbesitz imWre 1933 Gießen ernannt Mit dieser Ehrung soll der aufrichtige Dank des Vereins und feine warme Anerkennung der großen Verdienste des Vereinsführers in treuer Verbundenheit bekundet werden. — Die Versammlung bestätigte einstimmig die Ernennung des Herrn Launspach zum Ehrenvorsitzenden und erhob sich zu seinen Ehren von den Plätzen. Der Vereinsführer Launspach brachte in feinen Dankesworten #um Ausdruck, daß die Ehrung, die feine Mitarbeiter im Vorstand und der Verein ihm bereitet haben, ihn aufs tiefste rührte. Er betonte, daß er in den verflossenen 25 Jahren fein Wirken immer nur nach dem Gesichtspunkt des Idealismus und des Gemeinnutzes eingestellt habe und daß ihm die rein ehrenamtliche Tätigkeit stets eine Selbstverständlichkeit gewesen sei. Er yabe seine Arbeit immer in dem Sinne aufgefaßt und nungen von dieser Miethöhe an nicht mehr dem Wohnungsmangelqesetz unterliegen. Am 15. Dezember kam eine neue Kündigungssperre bis zum 31. Dezember 1934 für alle neuen Hypotheken heraus, somit kann keine Hypothek vor diesem Zeitpunkt gekündigt werden. Am 24. Januar stellte das Reich erneut 50 Millionen und am 21. September weitere 500 Millionen zur Instandsetzung des Althausbesitzes und zur Wohnunqsteilung zur Verfügung. Während bei den 50 Millionen die Bezuschussung erst bei Arbeiten von 250 Mark an erfolgte, wurde der Zuschuß bei den 500 Millionen bereits schon bei Arbeiten von 100 Mark an gegeben. Diese Arbeiten konnten sich aus das ganze Haus verteilen, der Zuschuß hierfür betrug 20 v. H. des Rechnungsbetrages: bei Wohnungsteilung oder Einbauten wurden 50 v. H., jedoch im Einzelfalle höchstens 1000 Mark gewährt. Außerdem wurden noch auf sechs Geschäftliches. Der heutigen Gesamtauflage liegt ein Werbeblatt der Vogtschen Privat-handelslehranslalten Giehen- Herborn bei 1316V Die Werbewoche des deutschen Handwerks im Oktober gab in der breiten O öffentlich keit der berechtigten Forderung Ausdruck, daß dem fleißigen und tüchtigen Handwerker, der vielfach auch Besitzer von Grund und Boden ist, in seiner Rot wieder die Möglichkeit zum wirtschaftlichen Aufstieg gegeben werden müsse. Die Zahl der Kundgebungen der Treue und der Zustimmung des deutschen Volkes zu der schicksalsschweren Entscheidung unserer Reichsregierung, die von unserem Volkskanzler Adolf Hitler geführt wird, war groß. Auch der deutsche haus- und Grundbesitz, als wichtiger Grundpfeiler unseres Staates, ist am 12. November geschlossen für die nationale Regierung eingetreten. Durch diese Volksabstimmung hat das deutsche Volk seinem Führer den Dank abgestattet für seine befreiende Tat und weil er vor der ganzen Welt für einen wahren Frieden auf der Grundlage von Ehre und Gleichberechtigung eingetreten ist. Dem deutschen Haus- und Grundbesitz sind in der Kriegs- und in der Nachkriegszeit Riefenlaften auf- gebürdet worden; er hat sie getragen in der Hoffnung, daß es einmal in Deutschland wieder anders werden und daß dann auch die große Steuerlast von ihm genommen würde. Diese Zeit ist nun gekommen. Selbstverständlich können die schweren Steuerlasten, vor allem die Hauszinssteuer, in Hessen Sonder st euer genannt, nicht von heute auf morgen beseitigt werden, da ja bekanntlich Reich, deutsche Volksgemeinschaft bezeichnet; seine Arbeit habe auch immer dem Bestreben gegolten, dem Interesse der Vereinsmitglieder, zugleich aber auch dem Interesse der ganzen Gießener Bevölkerung förderlich zu sein. Er habe sich dabei immer bemüht, in Ruhe und Frieden, keinem zuliebe und keinem zuleide zu wirken. Heute sehe er, daß dieser Grundgedanke feiner Arbeit während der verflossenen 25 Jahre der einzig richtige war. Für ihn sei es selbstverständlich gewesen, daß er imme^ auf nationalem Boden mit starkem sozialem Verantwortlichkeitsgefühl sich betätigte, auch in der schlimmsten Zeit des Marxismus, vor dessen Drohung er nie zurückgeschreckt fei. Solange er seine Kraft zur Verfügung habe, werde er vor wie nach im Interesse des Vereins und seiner Mitglieder tätig fein. Den Tag der Ehrung durch den Verein werde er (nie vergessen. (Großer Beifall.) Anschließend wurde in die Tagesordnung eingetreten. Zuerst beschäftigte sich die Versammlung mit Länder und Gemeinden durch die frühere verkehrte Finanzwirtschaft heute aus den Eingang dieser Steuern nicht ohne weiteres verzichten können. Erst wenn der hausbesitz wieder frei über sein Vermögen verfügen kann, wird er in der Lage fein, seinen Besitz vollständig lnstandzusehen, und dann wird er wieder der größte Arbeitgeber sein, der er auch vor dem Kriege bereits gewesen ist. Für den Hausbesitz ist eine umfassende Senkung der Zinsen und Steuerlasten in Aussicht genommen. Durch die Bezuschussung bei Jnstandsetzungs- und Umbauarbeiten, durch Steuererlaß bei Ersatzbeschaffungen usw. sind für den Hausbesitz bereits große Erleichterungen eingetreten. Am 1. April wurde das Wohnungsmangelgesetz vollständig aufgehoben, so daß von diesem Zeitpunkt ab alle Wohnungen, Geschäftsräume usw. frei vermietet werden konnten. Am 7. April kam ein neues ausgeübt, den man heute als gute und wahre1 folgendem Bericht des Veremsfiihrers Launspach für 1933 Das verflossene Jahr brachte für Deutschland einen Umbruch in einer Größe, wie sie die Weltgeschichte noch nie erlebt hat. Als am 30. Januar 1933 unser Führer Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, war die Begeisterung in ganz Deutschland groß, denn jeder hoffte, daß es nun unter seiner Führung besser in unserem deutschen Vaterland werden würde. Und wahrlich, ungeheuer groß sind für Deutschland die Ereignisse des vergangenen Jahres. Mit die erste Arbeit unseres Führers war das große Aufräumen in unserem durch Korruption verseuchten Staat. Die Kommunisten und Marxisten, die sich einst so mächtig fühlten, find 1)0llstänLig ausgerottet worden, und die anderen Parteien, die sich durch ihre Kompromißschließungen mit den Marxisten unmöglich gemacht hatten, mußten sich eine nach der anderen selbst auflösen. Das Wohl und die Zukunft Deutschlands liegt bei der Reichsregierung und beim deutschen Volk. Am 1.2Nai v. 3. hat das deutsche Volk durch seine Massenbeteiligung an der Feier des ersten Tages der nationalen Arbeit gezeigt, wie eng es mit der Reichsregierung und seinem Führer verbunden ist. Durch großzügige Arbeitsbeschaffung ist es der Regierung gelungen, die Arbeitslosenzahl um zweieinhalb Millionen zu vermindern, und es'wird auch weiterhin die erste Pflicht der Regierung bleiben, dafür Sorge zu tragen, daß auch der letzte Arbeitslose wieder Arbeit findet. Kündigungsrecht für Beamte, Rechtsanwälte usw. heraus, wonach diese Mieter im Falle ihrer Absetzung ihren Mietvertrag lösen konnten, selbst wenn dieser noch längere Zeit bestand. Am 1. Juni wurden die Mieteinigungsämter aufgehoben und gingen auf die Amtsgerichte über. Am 12. Juni kam eine neue Zahlungsfrist für Aufwertungshypotheken heraus; oer Schuldner konnte, falls er nicht in der Lage war, die Hypothek zurückzuzahlen, erneut Antrag auf Zahlungsfrist stellen. Am 1. Juli trat eine weitere Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft ein, wonach in Gießen Wohnungen von 800 Mark Friedensmiete an nicht mehr dem Mieterschutz- und Reichsmietengesetz unterlagen. Wohnungen von 600 Mark Friedensmiete an können ebenfalls gekündigt werden, wenn sie nach dem 1. Januar 1932 neu vermietet waren, da von diesem Zeitpunkt ab Woh- Der Hausbesitzerv^erein Gießen hielt am Donnerstagabend im Saale des „Hindenburg feine 27. Hauptversammlung unter Leitung des Vereinsführers H. Launspach ab. Ehrung des Bereinsführers. Vor Eintritt in die Tagesordnung erinnerte Architekt PH. Nicolaus daran, daß der Vereinsführer H. Launspach vor etwa vier Wochen auf feine 25jährige Tätigkeit im Vorstand zurückblicken konnte. Davon wirkte Herr Launspach mehr als 20 Jahre in der Stellung des Vorsitzenden bzw. Führers des Vereins. In feine Amtszeit fielen die Jahre der schwersten Kämpfe, die der Verein zu erleben hatte: die Kriegszeit, die Jnfla- tionsjahre und die Zeit der marxifttschen Herrschaft, in der man den Hausbesitz fast als den größten Feind des Volkes bettachtete und stets geneigt war, das Recht des Hausbesitzers von Jahr zu Jahr mehr zu schmälern, zum Schaden der Volksgemeinschaft und des deutschen Volkes. In diese Jahre fiel die HaupttäDgkeit des Dereinsführers Launspach. Große Anforderungen wurden dabei an ihn gestellt. In den Kreisen des Hausbesitzervereins konnte man ermessen, was Herr Launspach besonders in dieser schweren Zeit für den Hausbesitz getan hat. Unerschrocken und geleitet von geradem Sinn war sein Streben immer nach Recht und Gerechtigkeit gerichtet, und mit ganzer Entschlossenheit war seine Kraft für den Hausbesitz eingesetzt. Dabei vergaß er niemals, daß der Kampf ausgetragen werden mußte nicht zur Wahrung einseitiger Hausbesitzerinteressen, sondern daß mit dem Kampfe dem allgemeinen Wohl und dem Besten des ganzen Volkes zu dienen war. Wie recht und richtig diese Einstellung des Herrn Launspach war, beweist die Erkenntnis, die mit der Uebernahme der Regierungsmacht durch den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler in unserem Vaterlande sich Bahn gebrochen hat. Seitdem kann der Hausbesitz mit Genugtuung feststellen, daß die Regierung des Volkskanzlers Adolf Hitler die Notwendigkeit der Erhaltung und der Gesundung des deutschen Hausbesitzes erkannt hat, weil sie der Ansicht ist, daß der Haus- besitz im kulturellen und wirtschaftlichen Leben ein unentbehrlicher Faktor ist. In diesem Geiste bewegte sich auch in der Zeit des Marxismus die Tätigkeit unseres Vereinsführers Launspach. Im Hinblick auf feine außerordentlich verdienstvolle Arbeit für den Hausbesitz und das deutsche Vaterland wurde Herr Launspach, der während der ganzen Zeit feines bisherigen Wirkens ehrenamtlich an der Spitze unseres Vereins tätig war und dabei feine ganze Kraft eingesetzt hat, zum Ehrenvorsitzenden des Hausbesitzervereins Detektiv K. Gen Bad-Nanhelm Kurstraße 17, erleb. alle vertrauliche Privat- und Gefchäftsangele- aenheiten, wie Auskünfte,Beobachtungen, Ermittelungen,Beschaffung vonBe- weismaterial in Straf- und Zivilproz., streng diskret. Svrechst.: 9-12V,u.3-6Ubr. MM LedensmsWellWs-GeseWnsl sucht für die Besetzung ihrer Jnkassostelle Gießen energische, kauüonsWge arische Persönlichkeit Da von dem Inkassanten neben der B- treuung des Bestandes auch entsprechendes Neugeschäft erwartet wird, kommen nur Serrett in Frage, die hauptberuflich diesen osten zu übernehmen bereit sind. Bewerbungen mit Belegen über seitherige Erfolge, Angaben von Referenzen und Beifügung eines Lichtbildes unter F.M.6138 (1249V) an den Gießener Anzeiger erbeten. — Strengste Verschwiegenheit wird zugesichert. Wertpapierdrucke Aktien, Schuldverschreibungen Wertpapiere bei Brühl, Schulstr. 7* TodeS'Anzeige Gestern abend entschlief sanft nach schwerem Leiden, im Alter von 39 Jahren, mein treuer Gatte, unser lieber Bruder und Schwager Herr Adolf Wilhelm Süßmuth Die trauernden Hinterbliebenen: i. d. N.: Frau Elisabeth Süßmuth, geb. Jung Klein-Linden, am 3. März 1934 Die Beerdigung findet am Montag, dem 5. März, 14*/, Uhr, in Klein-Linden statt. ■_________01180 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir aut diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Dern und Angehörige Leihgestern, den 3. März 1934 01151 Elisabeth Wink Gießen, den 3. März 1934 nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich in die ewige Heimat abgerufen Die Beerdigung fand auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt. Von Blum en spenden und Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen 011.91 Gott hat meinen geliebten, treuen Vater Georg Wink vom Trauer hause aus statt 1342 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder u. Schwager Philipp Balser V., städt Arbeiter nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 59 Jahren zu sich zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Balser, geb. Roth. Rödgen, Butzbach, Trohe und Reiskirchen, den 2. März 1934, Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. März, nachmittags 14.30 Uhr, Brennholz-Versteigerungen der Stadt Gießen. A. Mittwoch, den 7. März 1934, 9% Uhr beginnend, aus den Abteilungen 58a und 59a (Stadtwald), Försterei Gienen: 17,— rm Buchenscheiter I. Klasse, 2,7 rm Eichenscheiter I. Klasse, 62,— rm Kiefernscheiter I. Klasse, _ 3,6 rm Birken- u. Fichtenscheiter I. Klasse, 19,9 rm Buchenknüvpel, 23,8 rm Eichenknüppel, 73,— rm Kiefernknüppel, 3,— rm Birken- und Fichtenknüvvel, 1220 Wellen Buchenreisig III. Klasse, 6,5 rm Eichenreisig I. Klasse, 10,6 rm Kiefernreisig I. Klasse, 1,1 rm Eichen-Nutzknüppel (2,20 m lang). Zusammenkunft: Wannschneife — 5. Schneise. B. Freitag, den 9. März 1934 , 9 % Uhr beginnend, aus den Abteilungen 10, 11, 17, 19 (Philofovhenwald), 23, 29, 33, 36, 40 und 42 des Stadtwaldes, Försterei Rödgen: 15,— rm Eichenscheiter I. und II. Klasse, 33,9 rm Kiefernscheiter I. und H. Klasse, 9,2 rm Fichtenscheiter I. und II. Klasse, , 7,3 rm Lärchen-, Ahorn- und Birkenscherter I. Klasse, 27,— rm Eichenknüvvel, 52,3 rm Kiefernknüppel, 17,2 rm Fichtenknüvvel, 6,— rm Lärchen- und Birkenknüvvel, 1,7 rm Eichenreiseri. Klasse, 21,7 rrn Fichtenreiseri. Klasse, 825 Wellen Kiefernreisig III. Klasse, 1,6 rm Eichenstöcke, 11 Stück Fichtenderbstangen I. Klaste, 33 Stück Fichtenderbstangen II. Klasse, 150 Stück Fichtenderbstangen III. Klasse. Das Holz aus den Abteilungen 17 und 19 (Philosophenwald) und 23 und 29 (Stadtwald) wird nicht vorgezeigt,- vorherige Besichttgung wird empfohlen. \ , 1321C Zusammenkunft: Grünberger Straße am Schützenhaus. Gießen, den 2. März 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Bartholomäus. Rechnungen bei Brühl, Gießen Kannst Du Neues nicht erwerben Mußt Du Dir das Alte färben 1 undzwormi» h AU S H ALTFAR D E N Das Selbstfärben ist denkbar einfach und lohnt sich immer. Es kostet ja nur wenige Pfennige! Wie's gemacht wird, sagt Ihnen ausführlich Os-t' neues Färbelehrbuch. Sie erhalten dieses farbenfreudige Büchlein kostenlos und unverbindlich in allen Fachgeschäften, wo Haushaltfarben zu kaufen sind (Drogerien, Landapotheken usw.) — Auf Wunsch portofrei von uns direkte ll!lll!llllllllllll!ll!ll!IIIIIIV!lll»l!IIIIVI!l!!lllll Statt Karten. Wir bitten auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank für alle Beweise der Verehrung unserer lieben Mutter und die warme Anteilnahme an unserer Trauer aussprechen zu dürfen. Die Hinterbliebenen: Hans Kirch Familie Ernst Niemann Familie Carl Roth Das Werk kann durch jede Luchhandlung bezogen werden. SugoVermWer Verlag Berlin-Lichterfelde Gießen, Kiel-Gaarden, im März 1934 Seltersweg 64 Werftstralse 116 1327 0 Bekanntmachung. Am S.rNarz 1934 findet eine Schweinezwischen- zählung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg statt. Die Schweinebesitzer haben den Zählern die notwendigen Angaben bezüglich ihrer Schweinebestände bereitwilligst zu erteilen. Auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen, angeschlagen in den Aushängekasten der Stadt Gießen, wird besonders hingewiesen. 1298G Gießen, den 1. März 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. 1299C Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. 1934. Gießen, den 3. März 1934. 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Nächster Schwei nemarkt: Wittwoch, den 21. TNärz WILHELM BRAUNS GMBH Ü.U L-D L IN B U'R'G ■ Nur 4 Sonntage bis Ostern ff sind dal (arte 5838D Die Frühjahrs mode ist ge- 1310 V Gebr.lmheuser 1329 D am Marktplatz A Sport. Großstädtische Auswahl. mit der großen Auswahl. 1322 A flectod des Gietzener Anzeigers GIESSEN • SELTERSWEG17 131 7 D IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIllliliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniig DampfsägewerkLolIar s. Huhn, Collar 25.- 33.- 45.- 53.- 65.- Jünglings* und Knoban-Kleidung sehr preiswert. führt,wie weithin bekannt ist,über die Die Frühjahrs Neuheiten Mäntel Kostüme Kleider Röcke Blusen schmackvoll, formschön, wirklich flott und jugendlich. Lassen Sie sich die Neuheiten unverbindlich vorführen Mercedes Kleinschreibmaschine nur 182.— RM. schon fürmtl.RM.7.90 Franz Vogt & Co. 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Leonhardt (Offenbach). Innere Bereinsangelegenheiten. Im vergangenen Jahre fanden statt: vier Dorstandssitzungen, eine Hauptversammlung am 23. Februar, in welcher der Jahresbericht des Vorsitzenden, der Kassenbericht ufro. abgegeben wurden, eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 9. August, in der die Gleichschaltung des Vereins erfolgte, eine Mitgliederversammlung am 16. November wegen Arbeitsbeschaffung, Vortragender der Direktor des Arbeitsamtes Gießen, Herr Dr. L i ft. Bei der Gleichschaltung des Vereins wurde der seitherige 1. Vorsitzende H. Launspach einstimmig zum 1. Führer wiedergewählt. Dieser berief als seinen Stellvertreter Oberingenieur Kurz und als weiteren Beirat die Herren Klein, Köhres, Matheis, Nicolaus und Schmidt. Der Verein überwies dem Finanzamt für die nationale Spende zur Förderung der Arbeit den Betrag von 100 Wark, dem Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen wurden zur Verteilung an 40 bedürftige Kleinrentner zu Weihnachten 120 Wart überwiesen. Auf der Geschäftsstelle herrschte nach wie vor ein überaus reger Betrieb, es gab Eingaben an Behörden, Steuererklärungen und alle Arten Berechnungen in Hülle und Fülle zu bearbeiten. Der von uns eingeführte Wohnungsnachweis hat sich ebenfalls gut bewährt. Die Geschäftsstelle wird von Tag zu Tag hierfür mehr in Anspruch genommen. Doch ist es immer noch nicht so weit, daß alle unsere Mitglieder ihre freiwerdenden Wohnungen bei uns anmelden: diese haben dann oft genug die Folgen dieser Unterlassung zu tragen. Nachdem wir nun* wieder einen festen Staat haben, stehen auch die Wirtschaft und das Eigentum auf einem sicheren Fundament. Der deutsche Haus- und Grundbesitz wird auch in Zukunft eine feste Stütze des heutigen Staates bilden, da er dem großen Führer Adolf HÄ 29.- 38.- 46.- 57.- 68.- Frühjahrs-Mäntel 1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Darlehen langfristig, unkündbar, zu günstigen Bedingungen, Zweckspar- Aktlenges.Mainz, Mainz, Äaiser- straße 18, Unter Neichsaufstcht It. Gesetz vom Mai 1933. Kostenlose Beratung: 8ioD Otto Wagner, GroßenBuseck Vertreter gesucht llllllllllllllllllllllllllllll Jahre je 4 v. H. Zinsvergütungsscheine für die restlichen 80 v.H. der ausgebrachten Unkosten gewährt. Bei Gas- und elektrischen Anlagen wurde der Zuschuß in letzter Zeit schon von 32 Mark an bewilligt. Alle diese Maßnahmen dienten in erster Linie dazu, die Arbeitslosigkeit zu beheben. Am 1. April wurden für Gießen die Straßenreinigungsgebühren von 28 auf 25 Pf. für je 1 Quadratmeter Reinigungsfläche und die Kanalgebühren von 1 Mark auf 0,80 Mark je 100 Mark Brand Versicherungswert gesenkt. Dagegen wurde die städtische Grundsteuer rückwirkend ab 1. April 1932 erhöht, und zwar von 32,9 auf 34 Ps. bei bebauten Grundstücken und von 32,9 aus 47 Pf. bei landwirtschaftlich genutzten Grundstücken für je 100 Mark Steuerwerk. Der Brandversicherungsbeitrag für 1933 wurde von 7 auf 5% Pf. für je 100 Mark Branüversiche- rungswert ermäßigt. Die Hessische Landeshypothekenbank Darmstadt ermäßigte die Zinsen für die Aufwertungshypotheken rückwirkend ab 1. Januar von 6 auf 5% v. H., die hiesige Bezirkssparkasse setzte jedoch den Zinsfuß auf 5% erst vom 1. Juli herab. Berbandsangelcgenheiten. Auf dem Zentraloerbandstag am 8. Dezember v. I. in Frankfurt trat der seitherige Präsident des Zentralverbandes Humar (München) zurück. Er wurde für feine dem Verband geleisteten großen Verdienste zum Ehrenpräsidenten und der Obersturmbannführer Tribius (Magdebura) zum Präsidenten ernannt Als Redner bei dieser Tagung traten u. a. auf die Herren Reichsstatthalter Sprenger, Staatssekretär Krohn, Staatssekretär F e - der und der Präsident des Rhein-Mainischen Wirtschaftsoerbandes, Dr. Lüer. Der 3. Landesverbanüstag des Schutzverbandes der heftzschen Hausbesitzervereine fand am 10. September in Gießen statt. Als neuer Führer wurde Herr Appelshäuser (Offenbach) gewählt. Als seinen Stellvertreter berief er H. Launspach, als weiteren Beirat die Herren I. Meyer (Mühl- Es ist schwer zu sagen, was es ist, aber es ist da — ein gewisses Etwas, das eine Seereise mit Schiffen der Hamburg-Amerika Linie so angenehm macht. Vielleicht ist es der Eifer des Personals an Bord und zu Land, vielleicht ist es die ruhige Fahrt und die behagliche Einrichtung der Hapag-Schiffe, vielleicht ist es einfach — Tradition... Was es auch sei. Sie werden empfinden: Hitler fein volles Vertrauen schenkt. Heil Hitler! Heil Deutschlandl Heil dem deutschen Volke! Der Jahresbericht wurde ohne Aussprache einstimmig gutgeheißen. Gute Finanzlage. Anschließend erstattete der Vereinsrechner Matth e i s die Rechnungsablage für das Jahr 1933, aus der heroorging, daß dank der sorgfältigen Vereinsführung ein gutes Ergebnis der Vereinsfinanzen zu verzeichnen war. Der Bericht des Rechners wurde einstimmig genehmigt. Anschließend wurde nach dem Bericht der Rechnungsprüfer dem Rechner und dem Vorstand einmütig Entlastung erteilt. Stiftung für die Winterhilfe. Auf Vorschlag des Vereinsführers Launspach wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen, eine weitere Spende in Höhe von 100 Mark aus den Mitteln des Vereins der Winterhilfe zur Verfügung zu stellen. Der Abschluß des Abends. Zu Rechnungsprüfern wurden die bisher mit diesem Amt b^rauten Herren Milbradt und Hengst einstimmig wiedergewählt. Die neuen Vereinssatzungen, entsprechend der gesamten Neuordnung in der deutschen Hausbesitzerorganisation, wurden unter Berücksichtigung einiger kleinen lokalen Aenderungen einmütig gutgeheiben. Zm Anschluß an die geschäftlichen Verhandlungen hielt Rechtsanwalt Dr. Wämser einen sehr aufschlußreichen und mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Vortrag über das Thema „Testament und eheliches Güterrech t". Die Versammlung bekundete ihre Anerkennung für die lehrreichen und allgemein verständlichen Darlegungen mit starkem Beifall. An den Vortrag schloß sich die Beantwortung zahlreicher Fragen durch den Vortragenden an. Mit dreifachem Sieg-Heil-Ruf auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. Beachten Sie bitte unsere Schaufensterl KmM durch 0845 Reinigung mitKräuterhaus Oarmgleilöl Fachgeschäft SKräuterhaus JUNG in d. Schnlstraße. Leistungsfähige sächsische Lvoiiievwaven-Kabvik sucht einen bestens eingeführten tüchtigen Vertreter Schr.Angebote unt. 1344V a.d. Gieß.Anzeiger. KOHLER Das fortschrittliche Fachspezialhaus Jahrgang 1933 Heimat imMid Beilage zum Gießener Anzeiger in Ganzleinen gebundener Sonderdruck auf holzfreiem Papier. Preis-RM.40.- WAILDW1EIBIEN Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald Ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bie- ten- Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Oanzleinenb., Gr.: 20 x26 cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde guterhaltene Drehbänke von 200—2000 mm mit Leitspindel-. und Zugspindel, Meeh.-Bänke usw. 30 Bohnnascliinen in allen Größen, Fräsmaschinen, Hobelmaschinen, Shapingmaschinen, Schleif- und Poliermaschinen, Drückbänke, Stanzen, Blechscheren, Spindelpressen Exzenterpressen, Ambosse, Richtpl., Ventilatoren, Sch weißapparate, Spenglerei- masch neu all. Art Treibriemen Transmissionen, Riemenscheiben, sehr billig abzugeb Maschinenöl A R X Frankfurt a. M. Kronprinzenstr. 55 Tel. 33096. 1323y bei Rud. Leisler Gießen ■ Neuenweg 23 .................................................. Annahme v. Ehestandsdarlehen d. h. die Schule, die nicht durch anreißerische Reklame,sondern durch Leistungen wirbt Die Ö. H. L. bildet die Schüler nur durch Diplomhandelslehrer zu wirklich brauchbaren Kaufleuten aus. Größter Wert wird auf die Ausbildung tüchtiger Stenographen und Maschinenschreibern gelegt. Beratung, Auskunft u.An- meldung jedenTag von 8-12 Uhr. öffentl. Handelslehranstalt Gießen,Lieblgstr.16(Alte Klinik). W i’ v M V>'- :-.WW Nr. 55 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-AnzeigerfürOberheffen) 8am§tag.Z.Mrz 1934 Kraft durch Freude. S' -.Xi«. W! s?«. i< Blick in den Saal des Cafe Leib. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) Die erste Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" war ein Opern- und Operettenabend des Gießener Stadttheaterorchesters, über den bereits ausführlich berichtet wurde. Unsere Bilder geben je einen Blick in den vollbesetzten Zuschauerraum und auf die mit den Fahnen und Hoheitszeichen der Bewegung reich geschmückte Bühne und das Orchester mit seinem Leiter, Kapellmeister C u j 6 (neben dem Podium stehend). (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) W W>: B "5 I r Programms bildete ein musikalischer Sketch, den die Musiker mit viel Hingabe aufführten und sich dadurch abermals lebhaftesten Beifall sicherten. In seiner Schlußansprache wies der Verbandskreisleiter auf die ernste Arbeit hin, die innerhalb des Verbandes zu leisten sei. Er forderte zu eifrigem Besuch der Fortbildungskurse, insbesondere des Nähkurses auf, wies auf die Pflichten der Hausgehilfinnen im Haufe ihrer Arbeitgeber hin und ließ feine Rede in einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Führer Adolf Hitler ausklingen, in das die Besucher lebhaft einstimmten. Gemeinsam wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Eingliederung der Landheiser in die Hiiler-lugend Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mit-t geteilt: I Durch die in den Händen der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung liegende Landhilfe sind bisher rund 200 000 arbeitslose Jugendliche, besonders aus den Groß- tädten, auf das Land in bäuerliche Arbeit gebracht worden. Die Landhilfe will diese Jugendlichen möglichst dauernd mit der ländlichen Wirtschaft verbinden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Landhelfer in die Familien- und Hausgemeinschaft des Bauern ausgenommen. Darüber hinaus ist es notwendig, die Landhelfer auch mit der b ä u e r - lichen Jugend der Dörfer, in denen sie ihre Arbeitsstellen haben, in möglichst engen kameradschaftlichen Zusammenhang zu bringen. Nach einer kürzlich getroffenen Vereinbarung zwischen dem Reichsbauernführer und dem Jugendführer des Deutschen Reiches sind die noch bestehenden landstänhischen Jugendorganisationen in die Hitler-Jugend überführt werden. Damit ist die Hitler-Jugend auch auf dem Lande die einzige Jugendbewegung. 3m Zuge der Vereinheitlichung der gesamten deutschen Jugend und um insbesondere isolierten Gemeinschaftsbildungen unter den durchweg städtischen Landhelfern vorzubeugen, sind der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und der 3u- gendführer des Deutschen Reiches übereingekommen, die Landhelfer und Landhelserinnen in die hitler-3ugend einzugliedern. Damit ist die weltanschaulich-politische Erziehung und die körperlich-sportliche Ertüchtigung derjenigen Landhelfer und Landhelferinnnen, die in den Altersgrenzen der Hitler-Jugend und des Bundes Deutscher Mädels stehen, gewährleistet. Die Rege- hing gilt sowohl für die in bäuerlichen Betrieben angesetzten Landhelfer, als auch für Landhelfergrup- pen auf Siedlungsgütern. Der Anschluß der Land- Helfer an die Gemeinschaft der deutschen Jugend wird ihre Umstellung zu bäuerlicher Arbeit und landverbundenem Denken fördern. Wegen der Betreuung derjenigen Landhelfer, die nicht unter die Altersgrenze der Hitler-Jugend fallen, wird die Reichsanstalt mit den entsprechenden Organisationen der Bewegung demnächst Fühlung nehmen. Bunter Abend des Deutschen Heimarbeiter- und Hausgehilfen Verbandes in Gießen. Im Cafe Leib fand am Donnerstagabend ein außerordentlich gut besuchter „Bunter Abend" des Deutschen Heimarbeiter- und Hausgehllfmnenver- bandes im Gesamtoerband der Deutschen Arbeiter (Vcrbandsort Gießen) statt. Der Abend, der nach der Tage ernster Arbeit für die Heimarbeiter und die Hausgehilfinnen eine Ausspannung bedeuten sollte, brachte ein außerordentlich abwechslungsreiches, sehr unterhaltendes Programm, in dem besonders der Humor zu seinem Rechte kam. Verbandskreisleiter Pg. Metzler (Gießen) begrüßte die Teilnehmer, hieß insbesondere den Bezirksleiter Pg. Rahner (Frankfurt) und den Be- zirksfinanzwart Pg. Schneider (Frankfurt) herzlich willkommen. Verbandskreisleiter Metzler betonte, es fei wünschenswert, daß die Fachschaftsabende ebenso gut besucht sein möchten, wie der Bunte Abend. Bezirksleiter Rahner hielt eine kurze Ansprache, in der er u. a. ausführte, daß zwar keine Zeit für große Feste sei, daß aber einige unterhaltsame Stunden wohl dann Sinn und Berechtigung hätten, wenn sie Ausspannung bedeuten und der Erholung dienen. Die Hausgehilfin, die heute inmitten des Verbandes stehe, habe neben ihren Rechten auch Pflichten zu erfüllen, denen sie sich nicht entziehen dürfe. Wenn man von Pflichterfüllung spreche, muffe uns immer der Führer Adolf Hitler als großes Beispiel vor Augen stehen. Wer im Verband sei, müsse mit aller Kraft die Interessen der Deutschen Arbeitsfront wahren helfen. Mit einem dreifachen I düng genommen. , ... Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als sich die Kapelle auf Schrammelmusik umstellte und durch i volkstümliche Darbietungen engste geistige, Verbm- I bung mit der Zuhörerschaft schuf. Den Schluß des Sieg-Heil! auf den Führer schloß der Redner seins beifällig aufgenommene Ansprache. Der weitere Verlauf des Abends, der zunächst durch schneidige Musik der Kapelle des SA.-Marine- Sturmes eingeleitet worden war, brachte in der Folge einige ausgezeichnete musikalische Darbietungen der Kapelle, die dankbare Zuhörer fanden. Mit anhaltendem Beifall wurden die Lylophonsolis des 11jährigen Söhnchens des Bezirksführers Rahner ausgenommen. Der kleine Künstler beherrscht sein Instrument mit einer erstaunlichen Virtuosität. Studienrat Philipps (Friedberg) hielt eine launige Ansprache über den wahren Humor und brachte bei seinem zweimaligen Auftreten eine Reihe reizender Gedichte in Wetterauer Mundart zum Vortrag, die stürmische Heiterkeit auslösten. Die Musikkapelle brachte weiterhin verschiedene Konzertstücke für Streichmusik zu Gehör, die ebenfalls viel Beifall fanden Herr P r o m m a ch e r sang einige bekannte Lieder, die durch die ausgezeichnete Art des Vortrags ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlten. Der Sänger mußte sich zu einigen Zugaben verstehen. _ . ., Mit großer Freude und herzlicher Dankbarkeit wurde die Bemühung der Verbandsleitung um das leibliche Wohl der Teilnehmer des Abeiws (ausreichende Versorgung mit Kaffee und Kuchen) auf- 3m Bilde links der B-zirksleiter des Deutschen I Bezirkssinanzwatt Pg. i Schneider (Frankfurt jer Verbandskreisleiter Pg. (Aufnu Photo-Pfaff, Gießen.) Oie Durchführung des Reichserbhofgefehes in Oberhessen Bis Ende Februar bereits über 2500 Anmeldungen. Die Anerbengerichte bei den Amtsgerichten der Provinz Oberhessen sind gegenwärtig mit den Arbeiten zur Durchführung des Reichserbhofgesetzes beschäftigt. Zunächst handelt es sich darum, die Anmeldungen zur Eintragung in die Erbhöferolle entgegenzunehmen. Bis Ende Februar lagen bereits über 2500 Anträge vor, jedoch ist bei der Würdigung dieser Zahl zu beachten, daß bei verschiedenen Gerichten ein abschließendes Ergebnis über die Anmeldungen bis jetzt noch nicht feststeht. Auf Anfrage bei den Geschäftsstellen der Amtsgerichte über den Umfang der eingereichten Anträge erhielten wir bisher folgende Mitteilungen. Es wurden Anträge auf Eintragung in die Erbhöfe- rolle gestellt bei den Anerbengerichten in Gießen 91 Anmeldungen Grünberg zirka 250 Alsfeld 684 Lauterbach 304 ,, Schlitz 220 ,, Herbstein 517 ,, Vilbel 77 Laubach zirka 70 Schotten zirka 140 Hungen 63 H Büdingen 118 W Insgesamt handelt es sich hiernach um 2534 Anmeldungen. Wieviel davon zur Eintragung in die Erbhöferolle kommen werden, kann zur Zeit noch nicht gesagt werden, da nunmehr die Anmeldungen erst in den einzelnen Gemeinden zur Veröffentlichung gelangen, um etwaige Einsprüche.zu ermitteln. Nach Ablauf der Aushangfrist wird die weitere Behandlung der eingereichten Anträge durch das Anerbengericht mit dem Ziele der endgültigen Ermittlung der Erbhöfe und deren Eintragung in die Erbhöferolle Platz greifen. Von den Amtsgerichten in Butzbach, Friedberg, Nidda und Ortenberg konnten uns bisher noch keine zahlenmäßigen Angaben über den Umfang der Anmeldungen gemacht werden, da die bisher vorliegenden Gemeindeverzeichnisse noch keinen Abschluß ermöglichten. Ferner fehlen uns zur Zeit noch die Angaben der Gerichte in Lich, Bad-Nauheim und Homberg. Die oben vermerkte vorläufige Gesamtzahl der Anmeldungen wird also noch eine wesentliche Erhöhung erfahren. Wieviel Erbhöfe wir nach Abschluß aller gerichtlichen Arbeiten zur Durchführung des Reichserbhofgesetzes in Oberhessen schließlich haben werden, wird Isich nach Lage der Dinge erst im Verlaufe des kommenden Sommers ergeben. wo in bentfcblanA galt öas kcdhofcecht Die Zersplitterung des landwirtschaftlichen Besitzes. Durch das Erbhofgesetz wurde bestimmt, daß alle Betriebe, die heute noch mindestens die Größe einer Ackernahrung haben und nicht größer sind als 125 Hektar Ackerland, als Erb- Höfe ungeteilt auf den ältesten bzw. jüngsten Stammhalter übergehen. Als Ackernahrung ist die Menae Landes anzusehen, welche notwendig ist, um in den einzelnen Teilen Deutschlands eine Familie unabhängig vom Markt und der allgemeinen Wirtschaftslage zu ernähren. Das Bild zeigt, wohin die hauptsächlich in West- und Südwestdeutschland bisher übliche Erbteilung der Bauerngüter führt. Die einzelnen Nachkommen haben in diesen Gebieten oft nur noch so kleine Güter, daß sic gezwungen sind, noch etnen anderen Verdienst zu suchen. Auch derjenige, der die ehemaligen Gebäude des großen HofeSi erbt, ist dadurch nicht in die Lage versetzt, ohne daß er noch einen Betrieb In den Gei bäuoen aufmacht, seinen Lebensunterhalt zu erarbeiten. dfd MW gesdilossene Vererbung, Reafe'lung L- l qeschtoasene Vererbung ohne Bevorzugung der Anerben M MW r W' /?- Erziehung und Wehrwille! Von ttarl Ludwig von Oerhen, Oberst a. D. In der Hanseatischen Verlagsanstalt, Hamburg, erschien soeben eine Sammlung wehr- politischer Aufsätze unter dem Titel „W e h r - gedanken", herausgegeben von Generalleutnant a. D. Friedrich von Cochenh-ausen. Wir entnehmen diesem vielseitigen Werk, das den Geist, der eine wehrhafte Nation auszeichnen muß, in vielen Abhandlungen bedeutender Wehrpolitiker nüchtern darstellt, nachfolgenden Abschnitt: Die wortstarken wehrpolitischen Auslassungen, die man in den letzten Jahren hören konnte, haben häufig, besonders auch im Auslande den Eindruck erweckt, als sei das deutsche Volk, oder doch wenigstens ein erheblicher Teil von ihm, kriegerisch gesonnen, sei angriffslustig und liebe den Kampf um des Kampfes willen. Nichts ist unrichtiger als diese Annahme. Die Deutschen sind ein besonders friedliches Volk-, es bedarf erst eines Angriffes auf ihre Lebensnotwendigkeiten, auf ihre Freiheit und Unabhängigkeit, um ihren kämpferischen Widerstandswillen zu entflammen. Schädlicher war, daß unter den Wehrwilligender Eindruck erweckt wurde, als fei man in der Lage, mit Aussicht auf Erfolg zu kämpfen, oder könne wenigstens rasch ein Heer unter die Waffen bringen. Dietrich Schäfer, dem sicher niemand nationale Weichheit vorwerfen kann, schrieb auf einer der letzten Seiten seiner Geschichte Deutschlands: „Zur Zeit sind wir ohne Macht. Wir können sie nur in langer Arbeit wiedergewinnen." Wir sprachen von dem Ueberlegenheitsgefühl der deutschen Soldaten, das sie aus dem großen Kriege mit nach Hause brachten. Dies Ueberlegenheitsgefühl darf nicht verloren gehen. Denn in ihm, nur in ihm liegt die Gewähr künftiger Siege. General Graf von der Goltz schrieb vor einigen Monaten einen Aufsatz, dem er die Ueberschrist gab: „Nie wieder Lange- marck", in welchem er ausführte, man dürfe den Opfermut der deutschen Jugend nicht in einem aussichtslosen Kampf verbrauchen. Gewiß hängt es nicht von uns Deutschen ab, ob Krieg oder Frieden in der Welt ist. Unsere Aufgabe ist und bleibt, dem hundertfach überlegenen Gegner keinen Vorwand zu geben, über uns herzufallen. Heere aufstellen und Heere erziehen ist nicht nur eine kostspielige, sondern auch eine langwierige Arbeit. Wenn wir in die Geschichte rückwärts blicken, sehen wir zunächst die von dem Glanze kriegerischen Ruhmes strahlenden Gipfel. Vor unser geistiges Auge treten die Grenadiere des Großen Königs, deren Fahnen siegreich bei Leuthen und Zorndorf flatterten; vor unser Auge treten die Seydliß- Kürassiere und die Dragoner von Ansbach-Bayreuty; die Regimenter, die Chlum und Roßbach stürmten und den Widerstand der Verteidiger von St. Privat brachen. Vor unser Auge treten die grauen Regimenter des Großen Krieges, deren Hörner auf fast allen Teilen des Kontinents zum Sturm riefen. Im Schatten dagegen bleiben die kargen Stuben, wo an Fienenen Tischen tagaus — tag ein und dazu manche Nacht gedacht, geforscht, geplant, entworfen, verfügt und befohlen wurde, und im Schatten bleiben die Kasernen, die Höfe und Plätze, wo in rastloser, unermüdlicher Wiederholung desselben die einzelnen, die kleinen und die kleinsten Teile des gewaltigen Uhrwerkes zu vollendetem Gleichmaß gebildet' und so glatt geschliffen wurden, daß die Maschine reibungslos lief. Die Größe und die Vielfältigkeit, aber auch die Notwendigkeit und den Segen dieser Arbeit gilt es aufzuzeigen, das geistige Rüstzeug zu schaffen, mit dem man die Grundlagen einer deutschen Wehrpolitik aufbauen kann. Wehr und Waffen Ein Milk hinter Frankreichs Festungswall an der Ostgrenze Die erste Haager Friedenskonferenz 1899 be- hören Luftschlösser zu bauen und beginnen, in ernster Arbeit Stein um Stein zu formen und herbeizubringen. Denn nur so kann der Dom der deutschen Freiheit wieder errichtet werden. stimmte in Artikel 25 ihrer „Land-Kriegs-Ordnung" (der ersten Kodisikation dieses Rechtsgebiets): „Es ist untersagt, unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten ober Gebäude anzugreifen oder zu beschießen." Und um dieses Verbot auch auf das Bornbard-rnent aus der Luft auszudehnen, fügte die zweite Konferenz 1907 hinzu: „mit welchen Mitteln e s auch se i". So klar aber solche Regelung schien, so bewies doch sieben Jahre später der Weltkrieg, daß diese Haager Theorien die Praxis nicht genügend berücksichtigt hatten, denn um sich als „unverteidigt" zu erkennen zu geben, mußte eine Stadt doch erst einmal mit der feindlichen Kriegsmacht in Berührung gekommen sein. Wie aber" sollte das anders geschehen, als indem sie eben „angegriffen" wurde, was doch gerade verboten war? Oder wenn Wandel nachgingen. So wurde das Haager Verbot gegenstandslos, und die feindlichen Fliegerangriffe auf Kinderspielplätze und Krankenhäuser in Freiburg, Karlsruhe, Mannheim zeigten, wie rücksichtslos man nun den Begriff des „Unverteidigtseins" verhöhnte. Die Nachkriegsrüstungen unserer Nachbarn aber brachten noch eine ganz neue Note in diese Entwicklung. Die Vervollkommnung der Fliegerei, die immer vermehrte Steigfähigkeit, Geschwindigkeit und Traglast der Flugzeuge ließ den Angriff auf die Städte nicht mehr nur als erlaubt, sondern gerade als wesentliches Ziel des Luftkrieges erscheinen. Luftmanöver wurden immer mehr reine Stadtangriffs-Manöver. Links: Ein unterirdisch eingebautes Geschütz; rechts: Eingang zu einer der Beton-Kasematten, die sich viele Kilometer weit in der Champagne und in den Vogesen hinziehen. man selbst einen unbehinderten Einmarsch feindlicher Truppen in eine Stadt nicht als „Angriff" auffassen wollte, — wie sollte das Flugzeug den verteidigungslosen Charakter einer Gemeinde erkennen? Sollte der Flieger zunächst keine Bomben abwerfen, sondern harmlos über einem Orte kreisen und sich den Verteidigungsmitteln der Stadt als Ziel darbieten, bis er aus der Ingangsetzung des Abwehrapparates merkte, daß die Stadt „verteidigt" wurde? Und wenn schließlich der Flieger so seine Existenz aufs Spiel gesetzt und sein Entkommen nahezu unmöglich gemacht hätte, — hatte nicht sein bloßes Erscheinen über der Stadt bereits einen „A n g r i f f" dargestellt, eine Bedrohung der Bewohner, zumindest einen militärischen Eingriff in die Hoheit des kriegführenden Staates, wenn auch nur zu Erkundungszwecken? Ja, schon das Ueberfliegen der Frontlinie war doch Nicht darum handelt es sich, operative, kriegs- geichichtliche, organisatorische ober technische Kenntnisse zu verbreiten, sondern auf ben eigentlichen militär-politischen Gebieten mehr Klarheit zu schaffen. Militärpolitik hat sich mit ben militärischen Dingen zu befassen, die, obwohl eben militärisch boch politischer Entscheidung unb Beeinflussung unterliegen. Auf diesem Grenzgebiet entscheibet nicht der Fachmann, sonbern ber Politiker. Das wirb schon baburch unzweifechaft klar, baß bie höchsten militärischen Stellen unb gerabe die höchsten militärischen Stellen von politischen Instanzen unter Berücksichtigung politischer Gesichtspunkte besetzt werben. Eine solche Beherrschung bes militärpolitischen Stoffes setzt Kenntnisse unb Urteilsfähigkeit voraus. Gewiß kann jeder sich diese aneignen. Autodidakten gibt es sicher auch auf diesem Gebiet. Wer aber wünscht, daß der Besitz solcher Kenntnisse für jeden Die Städte im Lustkrieg Von Dr. jur. H. von Frankenberg. sorts unb glaubte sie beim Knogsminlstermm unb Generalstab wohl aufgehoben. Wesentlich hat sich auch heute die Lage noch nicht geändert. Das Schlagwort beherrscht das Feld, unb von einer planmäßigen Unterrichtung ber Jugend ist nur wenig zu merken. In selbsterarbeiteter Klarheit werden die Redensarten bald absterben, man wird auf- Und auch die Abwurfmittel wurden mehr und mehr aus Waffen gegen die Truppe umgewandelt in Instrumente der Städtebekämpfung. Vor allem ist es hier die kleine Brandbombe von 1 bis 2 Kilogramm, die für den Frontkrieg nahezu wertlos sein würde, sondern ausschließlich zurJnbrandsetzung der Städte bestimmt ist. Von ihr kann der Flieger mehr als 1000 Stück mitführen, wirft sie reihenweise über die Häuser ab und erreicht durch das geringe Gewicht der Bomben, daß sie nur den Dachstuhl durchschlagen und in dem Boden-Gebälk sehr leicht zünden. Die Bomben (Elektron-Thermit) entflammen sofort und entwickeln eine Hitze bis zu 3000 Grad. Das wäre im Sand der Schützengräben und TrichterfeDer ohne große Bedeutung. Für die Städte aber stellt gerade diese Waffe eine gefährliche Bedrohung dar, der nur durch planmäßig organisierten Brand- s ch u tz zu begegnen ist. Die Sprengbomben, die während des Weltkrieges noch die einzige Waffe des Flugzeuges gegen die Wohnstätten bildeten, sind durch Verstärkung ihres Kalibers (bis 2000 Kilogramm) und die Erhöhung der Brisanzkraft ebenfalls stark vervollkommnet worden. Ihre Gefahr für die Städte hat sich jedoch vor allem durch die technische Verbesserung des Flugzeuges, die Erweiterung seines Aktionsradius und größere Genauigkeit der Ziel- und Abwurfsvorrichtungen wesentlich erhöht. Ein absoluter Schutz der Städte gegen Brisanzangriffe ist fast nur in der Verteidigung durch eine eigene starke Luftflotte und ausreichende Luftabwehr vom Boden aus gegeben: Flak- Ge-fchütze, Steilfeuer-Maschinengewehre, Scheinwerfer, Horchapparate. Die Wirkung der Brand- und Sprengbomben auf die Städte wird vermehrt, wenn sie zugleich m i t giftigen Gasen gegen die Bevölkeruna angewandt werden. Denn obgleich es gegen die düngen» und Hautgase an sich einen ausreichenden Schutz durch Masken unb imprägnierte Schutzstoffe gibt, obgleich also die Gasgefahr als solche bürd), passive, zivile Maßnahmen wirksam genug bekämpft werden kann, so vermag ihre Kombination mit den übrigen Luftwaffen doch die Verteidiger stark zu behindern. Ein Gasangriff auf Städte ist während des Weltkrieges noch nicht erfolgt. Er war jedoch bereits für Frühjahr 1919 auf Berlin vorgesehen. Jeder Luftschutz muß daher auch den Gasschutz umfassen. Die Lage der Städte im Luftkrieg erfordert somit umfassende Vorbereitungen zu ihrem Schutze. Es ist ein neues Aufgabengebiet für die Zivilbehörde, dem sie nicht früh genug ihre Aufmerksamkeit widmen kann. politisch Gebildeten eine Selbstverständlichkeit ift,feine Angriffshandlung, das ganze Land stellte wird sich auf den Selbstunterricht nicht verlassen bei dem heutigen Stande der Kriegführung —-eine dürfen. Verbreitung von Kenntnissen setzt Unter-! verteidigte Festung dar. Jede -stabt, ja alle Dörfer richt und Unterricht voraus, Urteilsfähigkeit eine । und Wohnstätten waren Instrumente der natwna- gewifse Tradition. Wenn wir uns in unserem Vater-1 len Kraftentfaltung. Es gab keine wirksamen -Lren= lande umsehen, so sehen wir nur geringe Ansätze i nungsstriche mehr zu ziehen wie in früheren Ärie» dazu. Vor dem Kriege behandelte man die militari» gen, wo nur hier und da die Heerhausen aufeln- schen Angelegenheiten gemeinhin als Sache des Res-1 ander stießen, während die friedlichen -stabte im sorts unb glaubte sie beim Kriogsministerium unb wesentlichen unbehelligt ihrem alten Handel und wm 5 Der F Überwieg« Da der 5 non Woc Wächst Geschäft »erkcmst etwas U für Schi um 361 wurden Preise j Der Stück ft verblieb werft nat besonders nach, wä! letzten Pi I konnten a ! werden. Auch q km Bes- Rückgang geringere Mittelmaß dämm 1,5 einzig verzeichne um 153 ' sig 15.60 ebenfalls Rauh Markt- u' zen- und 1,90 bis Am K noch kein kartoffel per 50 j ooni Der 8 letzten 1 bie Umi' schwung Stimm" Cebot de seicht g- Die 1 196 M Md da , Das Belebua UreiM M ui Mebot verändert FürG in feiB bin unb von 175 Industrie! W fl,ld Der hi eine Erho per Dann Das § bei stetig« mit 15/-k 20 Pf- h beachtet i teurer, u Woche sä .Ccnsfttuosc '6 MA •ItaLi Linei HM Co"xbbe» wvuA-U LiL (Wt Fran §olglose Jinn der Seiten gekämpft. Douaumont, Vaux, Fleury, Thiau- mont, Louvemont, Pfefferrücken, Cote de Talou, der Tote Mann unb Höhe 304 waren bie Brennpunkte bieses unerhörten Ringens. Nach anfänglichen Erfolgen lief sich der Angriff fest. Am 4. Juni begann in Rußland die erste große Brussilow-Offensive, am 22. Juni die Entlastungsoffensive an ber Somme. Die beutschen Verluste vor Verbun standen nicht mehr im Verhältnis zu bem Gewinn an Raum. Im FVer X 7J Verdun. Am 21. Februar jährte sich ber Tag, an dem vor 18 Jahren die „Hölle von Verdun" ihren Anfang nahm. Allen Frontkämpfern, die aus dieser Hölle entkamen, wird das Erlebte und (Erlittene unauslöschlich in der Seele haften. Um diese Festung haben zwei Völker mit einer (Erbitterung, mit einer Heldenhaftigkeit gerungen, wie bie Geschichte ber Menschheit solche noch nie erlebt hat. Hier sind nahezu 700 000 Menschen den Heldentod fürs Vaterland gestorben, von denen etwa zwei Drittel auf die Franzosen, ein Drittel auf uns entfallen. „Verdun lag", so schrieb Kronprinz Friedrich Wilhelm in seinen (Erinnerungen, „wie ein Alp auf den beteiligten Stäben unb Truppen. Unsere Verluste waren für uns zu schwer. Es kam noch ber seelische Druck hinzu, ber burch Verdun bas gesamte Westheer belastete." Dieser seelische Druck war verständlich, weil dieser übermenschlichen Kraftanstrengung kein sichtbarer Erfolg beschieden war, wie z B. in den Schlachten von Tannenberg und an den masurischen Seen. Eine tiefe Schwermut lag über diesem unfaßbaren Geschehen. Marne-Schlacht und Verdun sind in dem Bewußtsein unseres Volkes und namentlich der Mitkämpfer, als zwei rätselhafte Ereignisse verankert, bie schon bald von ber ßegenbe überwuchert wurden. Warum, so taucht immer wieder die Frage auf, warum wurde dieses Unternehmen ins Leben gerufen, warum hat man gerade diese gewaltige Festung zum Angriffsgegenstand gewählt, wer hat diesen Plan gefaßt und zur Tat werden lassen, welchen Zweck verfolgte man mit diesem Angriff? Alles Fragen, die erst jetzt, nachdem auch feindliche Veröffentlichungen vorliegen, der Beantwortung entgegenreifen. Mit dem Namen Verdun ist untrennbar ber Name bes Generals Erich von Falkenhayn oerbunben, ber sich später in ber Durchbruchsschlacht von Gorlice, bei ber (Eroberung Serbiens unb ber Niederwerfung Rumäniens als ausgezeichneter Felbherr erwiesen hat. Als bie beutschen Heere im August unb September 1914 burch Belgien weit ausholenb nach ber Marne strebten, würbe ber Name Verbun kaum in ben Heeresberichten genannt, obwohl bie Truppen bes deutschen Kronprinzen die Festung bis auf eine Lücke im Süden des Befestigungsgürtels von etwa 20 bis 25 Kilometer umzingelt statten. Die große Kette der französischen Festungen Verdun—Toul— Epinal—Belfort blieb nahezu unberührt. Der Franzose sah sich durch ben siegreichen Vormarsch ber Deutschen burch Belgien unb Nordfrankreich gezwungen, alle nur irgendwie entbehrlichen Truppen aus bem Bereich ber Festungen an die Marne zu werfen, um hier ben Zusammenbruch der Front zu verhindern. Nach unserem Rückzug an ber Marne erstarrte die Front in Frankreich langsam. Der Neue gewaltige Ausgaben unb Entscheibungen brängten zur Lösung. Unsere Bundesgenossen mußten gestützt unb bie Lage auf dem Balkan gemeistert werben. Dieser Verlauf der Dinge gab wohl ben letzten Anstoß zur (Ernennung bes Generalfelbmar- schalls von Hinbendurg zum Chef des Gene- ralftabs unb Lubenborffs zum Ersten Generalquartiermeister. Hindenburg schreibt in seinen Lebenserinnerungen darüber: „Welche Gründe unsere plötzliche Berufung in ben neuen Wirkungskreis veranlaßten, erfuhr ich aus bem Munde meines Kaisers, der meines Vorgängers stets ehrend \; .Vom« * * wv***2)aituovLp Wirtschaft 0, Rundfunkprogramm Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse - Reichsbankdiskoni 4 d fi Lombardzinsfuß 5 o f). Vevifenmorkl Berlin - ^ranffurl a M flerhn Vranffun a. Dl 2.3. 2.3. 6,8 29,9 30 92,5 94,75 94,25 a.s.G. Bekula Lrtes Geld 97 ,95 >1 301 28 - 1 75 75 1 - l| 1731 1731 1731 Die hinier Cen Papiere» anHetubrten Elftem iieden Du f)otR Sei zuleßl °eichil>,ienen Dividend' an 100 93,75 96 19,3 94,25 92,5 100,1 94 95,75 19,2 o 0 0 0 0 4 0 0 0 12 118,75 67,75 70,13 34,13 69,5 95,25 52,4 66 68 169 28,5 133,5 102,5 106 61,5 99,5 96,5 103,5 151 123 79 110 65 96 103,75 55,25 56,5 51 42 121,5 50 53,13 69,75 21,25 165,65 181,75 157 96 19,4 94,25 52,5 91,13 92,5 94 92,75 92,75 91,25 92 94 94 97,13 o 0 34,13 70,75 95 53 66,75 69 170 29,65 31 33,9 70 94,75 53 66,75 69 169,5 29,5 135 102,75 107,5 61,5 101,25 97 105 150,25 122 81,5 111,25 66,25 95,5 78,75 139 119,25 68,25 72,25 28,4 133,65 101,75 106 61,25 99,65 96,5 103,25 151,25 123,13 79,5 109,25 65 96,4 76,4 139,25 119 67,75 70,25 29,13 29,65 34 69,5 95 53 66 68 169 55,75 54 50,13 41,5 50 52,25 20,75 183,65 154,5 inet neuen unmittelbar ingen vom 55 56,25 51 42,25 49,13 52,75 21 165,5 182,25 157 50,13 41,5 121,25 50,25 52,4 69,25 21 182,75 155 27,75 175 119,25 68 72,4 29,5 135 103 107 61,75 100,5 96,9 105 150 122,25 81 112 65,75 95,5 Schluß«. Abend« börfe Schluß! Uliiiog» börfe 94 94 97,13 18,25 1,3 6,75 6,5 6,75 9,1 1,3 6,85 6,8 5,1 ',25 4,2 31,5 1,3 6,8 6,45 6,4 .,75 6,65 6,75 Mrieges legen die mg ihres Erhöhung kommnet ich jedoch ■ung bei insradiui Abwurfs« abjolu/er t fast nur eigene ! Luft- n: Flak« cheinwer- mben auf eich mit m ange» fangen» ' Schutz le M, Mwe, oamvurg-Amenka-Pakei Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa-Dampfschifs Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft.......... Dresdner Bank............. KeichSbank .............. 4,2 31,75 6,5 6,8 6,5 4,25 31,65 100 93,65 95,9 19,25 93,75 92,5 91,65 92,5 94,75 92,5 92,5 91,25 92,5 94 94 97,13 17 1,3 6,9 6,6 8,75 6,65 6,7 7,35 4,2 31,8 94 94 ,13 mgesehen. S Gasschutz s g erfordert '■ m Schutze, die Zivil- ; Aufmerk'^ lte^ N|et । 1 tret 1 kri,. achife d- im e* uni >.i jlieget: nhäusei i, wie « „Ufe ’n aber se Ent- K die Ndigkej, Nfs aus sondern Luft- miner m mehr ^ewan- 8- Vor b e von nahezu etzlich ^stimmt M Stück iiuser ab r Boni- gen und ie Voni- unb enb wäre im >er ohne stellt ge« ung dar, irand- @rttnn....................0| Mainkrastwerke Höchst a.0L«.. 4 Süddeutscher Zucker......— 8| n. reingenoni- feindlichen betrachtet, lussung der eutsche Ver- 16 gewaltig Franzosen ireifen des Heer war n war ve- iblung grv' iffre muhte man wu||< erlügt"“" -u uerfei1' irtier !»-' te, £ iiirW w fej’l Sag 94000 !«:• isti ’S i* K K« r #(rw ”! ederlE gew^^st' Mudi^. (ff- Preußen. Kreis Wetzlar. J Groß-Rechtenbach, 2. März. Bei der am VDA. -Opfertag für die Winterhilfe durchgeführten Haus- und Straßensammlung gingen in der hiesigen Gemeinde 30,58 Mark ein. | Lützellinden, 2. März. Von der hiesigen Krankenpflege st ation wurden im Jahre 1933 insgesamt 331 Personen gepflegt. i Waldgirmes, 2. März. Bei der N u tz - Holzversteigerung im Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Eichenschnittstämme 2. bis 3. Klasse, per Festmeter 60 bis 73 Mk., (eine einzelne Eiche über 200 Mark), 2. bis 4. Klasse 40 bis 55 Mark, Wagnerholz 12 bis 15 Mark. Buchenschnittstämme 25 bis 35 Mark, Fichtenschnittstämme 30 bis 42 Mk., Bauholz 17 bis 22 Mk., Kiefern 8 bis 12 Mark, Fichtenstangen 1. Klasse per Stück 1,20 bis 1,60, 2. Kl. 0,80 bis 1,20, 3. Kl. 0,70 bis 1,30 Mark. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 4. März. Okuli. Schultheis Payenhoser ...... 0 -21 tu (Allgemeine Kunstseide) •• 0 Bemberg 0 Estoss Waldhos .........0 stoss Aschaffenburg .......0 auer Oa5 ...... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ........... 0 Lrenstein L Koppel.......... 0 Leonhard Tietz ...... 0 {habe ...............10 Lerumulmoren-Jabrik ..i.... 0 Lontt-wummi 0 lagen sehr ruhig bei nur wenig veränderten, eher aber etwas nachgebenden Kursen. Im Verlaufe blieben die Umsätze recht ruhig, die Kurse gaben überwiegend weiter etwas nach, wobei die durchschnittlichen Rückgänge 0,25 bis 0,75 v. 5). betrugen. Fester lagen andererseits Aku (plus insgesamt 1,40 d. H.), Conti Linoleum Zürich (plus 1 d. 5).), AG. für Verkehr waren um 0,50 o. H. erholt. Von später notierten Werten verloren Kali- Aschersleben 3 v. $)., Westeregeln Alkali 2 v. H., Salzdetfurth 2,50 v. $)., Deutsche Erdöl 2 v. $)., während Lahmeyer sich um 1,25 v. H. erhöhten. Der Kassamarkt verzeichnet bei großer Publikumsbeteiligung lebhaftes Geschäft. Zwar standen den Befestigungen von durchschnittlich 1 bis 2 v. H. auch einige Abschwächungen, so bei Bankaktien bis 1 d. 5)., Dortmunder Ritterbrauerei und Mainzer Brauerei je 1,50 o. H., Chem. Altbert 1 v. $)., Gritz- ner 2 v. y). und Siemens Glas 3 v. 5). gegenüber, doch lag die große Mehrzahl der Jndustrieaktien fest. Ganz besonders Brauerei Werger und Südd. Banknoten. Lenin? 2 ürz '"I Slodtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Balz: 11: Km- derkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrassistent Balz: 18: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfr. Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johan- nesgemeinde; 20: Mrssionsstunde; Pfr. Groh. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Saal der Tleuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld. — Konfirmandensaal (Lie- bigslraße 56). 14: Taubstummengottesdienst; Feier des hl. Abendmahls: Pfr. Bechtolsheimer. — Wiefeck. 9: Uebertragung des Gottesdienstes im Berliner Dom anläßlich der Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitler-Jugend; 10: Hauptgottesdienst: 19.30: Passionsstunde mit Lichtbildern. — Alback. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottes- dienst; 11.15: 1. Kindergottesdienst; 13: 2. Kindergottesdienst. — Kirchberg. 10. — Daubringen. 13.30. — Mainzlar. 13.30. — Treis a. b. £ba. 10: Hauptgottesdienst; 13: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und hl. Abendmahl für die Jungverheirateten; 11: Kindergottesdienst. — Dahen- born-Steinberq. 10.30: Hauptgottesdienst; 19.30: Passionsandacht. — hausen. 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Garbenleich. 13: Gat- tesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Lich. 9.45: Beichte; 10: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; hl. Abendmahl; 13: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Haupt- gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. Mittwoch, den 7. März. Klein-Linden. 8 Uhr: Passionsandacht. — Llch. 20: Passionsandacht. katholische Gemeinden. Samstag, den 3. März. Gießen. 15, 16.30 und 19 Uhr: Beichte; 20.15: Vortrag. Sonntag, den 4. März. 3. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Vortrag: 11: Messe mit Vortrag; 20.15: Vorkrag mit Schlußfeier der religiösen Woche. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 6. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Mittwoch, den 7. März. Hungen. 7.30 Uhr: Messe. Freitag, den 9. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Oeffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon- 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leit* । fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst - 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. A e r z t e: Dr. W. Klein. Dr. Ploch. : Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Hirschapotheke. Frankfurt a. M., 2. März. Der abermals erfolglose Besuch Edens in Paris führte bei Beginn der heutigen Börse zunächst zu einer stärkeren Zurückhaltung. Nachdem schon gestern Abend einige Glattstellungen erfolgt waren, setzte die Kulisse diese Sonntag, 4. März. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.45: Evangelische Mor- genfeier. 9.30: Feierstunde der Schaffenden. 10: Katholische Morgenfeier. 10.45: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Don Trier: Alte frohe Heimat. 12: Vom Schloßplatz Stuttgart: Promenaden-Konzert. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Mittagskonzert. 14.20: Stunde des Landes. 15: Bunte Volksmusik. 15.45: Don Basel: Eishockey-Länderkampf Deutschland—Schweiz. 16.15: Kasperl-Stunde. 17: Orchester- Konzert. 18: Pilger ziehen durch die Eifel. Hörfolge. 18.30: Fröhliches Zwischenspiel. 19: „Der Himmel im März", Vortrag. 19.25: „Der Lebenssinn der Wissenschaft". Von Paul Krannhals. 20: Paul- Lincke-Abend. 22.15: Du mußt wissen ... 23: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. TUontag, 5. März. 6 Uhr: Choral. 7.10: Frühkonzert. Fideles Wecken. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Liedes. Altdeutsche und italienische Volksmusik. 16: Nachmittagskonzert. 7.30: „Selbsterziehung", Zwiegespräch. 17.45: Eine Viertelstunde Zithermusik. 18: Stunde der Jugend. 18.50: Griff ins Heute. 19: Von Hamburg: Stunde der Nation „Godioa". 20.10: Konzert mit Franz Völker. 22.15: Du mußt wissen ... 22.40: Zwischenprvgramm. 23: Europäisches Konzert aus Jugoslawien. 24 bis 1: Nachtmusik. Dienstag, 6. März. 7.10 Uhr: Frühkonzert. Illustrierte Proben aus , Brehms Tierleben" (Schallplatten). 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 17.30: „Corregio". Zu seinem 400. Todestage. Vortrag. 17.45: „O wie so trügerisch". Ein kleines Zwischenspiel. 18: „lieber die Erweiterung des Kleinkredits". Bericht. 18.15: Aus Wirtschaft und Arbeit 19: Stunde der Nation D 40". Hörwerk aus dem Betriebe der Deutschen Reichsbahn. 20.10: Kleines BiolimKonzert. 20.25: Landschulheime im Dritten Reich. Ein Horbericht 2105: Reichswehr-Musik-Abend. 22.15: Du mußt wissen ... 22.40: Zwischenprogramm. 23: Nachtmusik 23.30: „Tausend Sterne leuchten" Eine bunte unterhaltsame Abendstunde. 24 bis 1: Nachtmusik. Slektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft 6 »leiten & Guilleaume 0 ®efeliftf).f.l£lcttr.Unternehmung. 6 Rheinische öleftrWtäi . 6 Schulten 8 Co............5 Siemens L HatSke............ 7 Cabmeöer & Ha. ............ 10 v. H. erholt waren. Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen bis 0,25 H. leichter, Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen waren aber später bei größerem Geschäft bis zu 0,50 v. H. fester. Neubesitz hielten sich bei 69,25 v. H. behauptet. Reichsmark-Anleihen Wochenbericht ■ vom Frankfurter produktenmartt. i Der Frontfurier Getreidegroßmarkt nahm in der ■ letzten Woche einen stetigeren Verlauf, wennglelch die Umsatztätigkeit noch nicht den erwünschten Aus- schwung erfahren hat. Die etwas zuversichtlichere ' Stimmung ist vor allem mit dem verringerten Angebot der Landwirtschaft, dann aber auch mit einem leicht gebesserten Mehlgeschäft zu begrünben. Die Notiz am Weizenmarkt blieb zu 195 bis 196 Mark zwar unverändert, jedoch wurden hier und da auch leichte Preiserhöhungen zugestanden. Das Mehlgeschäft erfuhr eine geringfügige Belebung. Roggenmehl hatte bei unveränderten preisen normalen Abruf, was dem Roggen- parkt eine dauernd stetige Tendenz verlieh. Das Angebot war kleiner. Der Preis stellte sich auf unverändert 172,50 bis 173 Mark per Tonne. Für G e r st e zeigte das Geschäft keine Besserung; in feinsten Drauqualitäten waren die Brauereien hin und wieder aufnahmefähig zum letzten Preis von 175 bis 177,50 Mark per Tonne. Futter- und Jndustriegerfte war reichlich angeboten, fand allerdings nicht viel Absatz. Der H a f e r m a r k t lag fester. Die Notiz erfuhr eine Erhöhung um 2 Mark auf 147,50 bis 150 Mark per Tonne. Das Kraftfuttermittelgeschäft blieb bei stetiger Grundhaltung klein. Soyaschrot notierte mit 15,25 bis 15,45 Mark je 100 Kilogramm um 20 Pf. höher. Don Kleie war Roggenkleie besser beachtet und mit 10,60 bis 10,70 Mark um 10 Pf. teurer, während Weizenkleie schwächer lag. Die Woche schloß zu folgenden Preisen je 100 Kilogramm in Ndark: Weizenkleie 10 bis 10,10, Weizen- wttermebl 11,35, Erdnußkuchen 16,30 bis 17,10, Palmkuchen 15,05 bis 15,15, Treber weiter rückläufig 15.60 bis 15,75 (—20 Pf.), Trockenschnitzel ebenfalls weiter ermäßigt 9,70 bis 9,80 (—10 Pf.). Rauhfuttermittel hatten unveränderte Markt- und Preislage. Heu südd. 6 bis 6,40, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt, 1,90 bis 2 Mark. Am Kartoffelmarkt machte sich bis jetzt noch keine größere Nachfrage bemerkbar. Jndustrie- lartoffel hiesiger Gegend notierten mit 2,50 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug unverändert. Wochenbenchl oom Frankfurter Scblacbtviebmarkt Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete überwiegend stärkere Zutriebe als in der Dorwoche. Da der Monatswechsel in die Mitte der vergangenen Woche fiel, war der Absatz an den Konsum zunächst unbefriedigend, später entwickelte sich das Geschäft etwas besser, und es wurde auch meist ausverkauft bis auf Schweine, in denen erneut etwas Ueberftand verblieb, obgleich der Auftrieb für Schweine in der abgelaufenen Woche mit 4518 um 361 vermindert war. Für gute Fettschweine Mittwoch, 7. März. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk. 12: Mittagskonzert. 14.30: 3X15 Minuten. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Aus Zeit und Leben. 17.45: Stunde der Jugend. 18.20: „Marionetten-Theater", Vortrag. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation: „Anton Bruckner". 9. Sinfonie in V-Moll. 20.10: „Bitte einschalten!" Großer bunter Südfunk- Abend. 22.15: Du mußt wissen ... 22.40: Zwischenprogramm. 23: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Donnerstag, 8. März. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Jugend. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Der gestaltende Mensch", Vortrag. 17.45: Anita Franz singt Opereklenlieder. 18: „Die Ausfuhr südwestdeutscher Qualitätsware in alle Welt". 18.15: Familie und Rasse. Vortrag. 19: Von Leipzig: Stunde der Nation. „Dr. Faust". Hörspiel. 20.10: Mandolinenkonzert. 20.45: Südwestfunkriygsendung. Heitere Heimat. 21.30: Kammermusik. 22.20: Kurt G Sell: Worüber man in Amerika spricht. 22.45: Von Mannheim: Zwischenprogramm. Freitag, 9. März. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Bild und Charakter der städtischen Landschaft". 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Linderstunde des Frankfurter BdM. 18.50: Griff ins Heute. 19: Stunde der Nation. „Luftschiff marsch!" 20.10: „Der Mikado". Operette. 22.40: Zwischenprogramm. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Samstag, 10. März. 7.10 Uhr: Frühkonzert. Rhythmus wie noch nie. 10.10: Schulfunk. 12: Mittagskonzert. 14.30: Fröhliches Wochenend. 15.10: Lernt morsen! 16: Nachmittagskonzert 17 bis 17.50: Einlage: „Frühling : in der Wetterau" 18: Stimme der Grenze. 19: i Vom Deutschlandsender: Stunde der Nation. Musik : im deutschen Heim. 20.05: Saarländische Umschau. . 20.15: Don Stuttgart: „Einladung bei Pfleiderers". 21.10: Bunter Abend. 22.15: Du mußt wissen ... ; 22.40: Hörbericht von dem großen Reit- und Fahrturnier in der Festhalle zu Frankfurt a. M. 23 bis 2: Nachtmusik. 1% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 <% ehem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 iy.% Young-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schutd mit AuSlos.-Rechlen vesgl ohne Ausloi.-Rechte ..... 8% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 ttückzahlb. 102%) ■ ■ «% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ty,% Hess Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui Oberwellen Provinz-Anleihe mit Auolos.-Rechten Deul|che Komm. Sammelabl. 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