Nr. 29 Erster Blatt 184. Jahrgang Samstag, Februar 1934 8to«twtta*n 11686 VrvSi unb Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vllch- und Sleindruckerei kl.Lange in Gießen. Schrlftle-tung und Geschäftsstelle: Schulfiratze 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Sicherheit-Kontrolle zuschließen; diese wären nur insoweit zweckmäßig,, als sie, ohne die in Kraft befindlichen Abkommen,! P a r i s, 2. Febr. (DNB.) Das aide mömoire d e r französischen Regierung vom 1. Januar 1934 zu den Forderungen Deutschlands hinsichtlich feiner militärischen Gleichberechtigung ist nunmehr veröffentlicht worden. Die französische Regierung begrüßt die Bereitschaft der Reichsregierung, mit allen Nachbarn Nichtangriffspakte ab- Man muß, gemessen an der Durchmilitarisierung des gegenwärtigen Frankreich, Wort für Wort, Satz für Satz des französischen Memorandums mit der gesamten europäischen Lage überprüfen, um zu ermessen, daß tatsächlich die sanften Worte ein Nein bedeuten, eine Wende zu dem von Frankreich im Versailler Vertrag eingegangenen Verpflichtungen ist im französischen Schriftstück nicht festzustellen, vielmehr nur eine Neuauflage jener Politik, die sich abseits von der europäischen Entwicklung zu einem vernünftigen Ausgleich der Nationen stellte. Wird sich nun Frankreich weiterhin an die längst überholten Argumente seiner Genfer Abrüstungspolitik klammern und sich in den Genfer Schmollwinkel zurückziehen, oder wird es sich der englischen Intervention bedienen? Das Ministerium Chautemps und mit ihm der Außenminister Paul-Boncour, der unentwegte Verfechter der Gedanken des Genfer Protokolls, ist zurückgetreten. Herriots verhängnisvoller Einfluß scheint, im Augenblicke wenigstens, ausgeschaltet. Der neue Ministerpräsident Daladier, der sein eigener Außenminister ist, gilt als Anhänger eines deutsch-französischen Ausgleichs. Der deutsche Pakt mit Polen, der der französischen Politik das vorgetäuschte Argument, Frankreich könne seine Bundesgenossen nicht im Stich lassen, aus der Hand schlägt, sollte Frankreichs außenpolitische Entscheidungen wesentlich erleichtern. Was im Osten gelang, sollte auch für den Westen möglich fein. Von der Entscheidung Frankreichs hängt die Befriedung Europas ab. schimmern. Worte können nicht erröten, aber es bleibt doch ein starkes Stück, wenn im französischen Aide memoire mit einer laxen Handbewegung hinsichtlich des Landmaterials erklärt wird, Frankreich wolle wohl abrüsten, aber künftige Abrüstungsübereinkommen dürften nicht den „gegenwärtigen Stand feiner gesamten Rüstung" überschreiten. Frankreich will also seine gegenwärtige Höchstrüstung beibehalten. Es verzichtet nicht auf die Millionen ausgebildeter Reservisten, die, als aktive Soldaten jahrelang geschult, von heute auf morgen brauchbare Frontkämpfer sind und für die, vom Bombenflugzeug bis zur Handgranate herab, alle in Depots bereitliegt, um sie sofort in Feldzugsfoldaten zu verwandeln. Frankreich verzichtet mit diesen Millionen ausgebildeter Soldaten im Hinterhalt nicht darauf, daß es die gesamte Zivilbevölkerung, militärisch durch organisiert, während andere Nationen solche „militärähnliche Verbände" und vor allem in einem solchen Ausmaß nicht besitzen. Und wenn die schöne Geste der frnazösischen Denkschrift anbeutet, Frankreich sei bereit, seine Bombengeschwader um die Hälfte zu verringern, dann fehlt doch der französischen Note die selbstverständliche Ergänzung, was mit der nichtverwendbaren Hälfte geschehen soll. Kein Sterbenswörtchen enthält das französische Schriftstück darüber. Die Note sagt nicht, man werde, um eine Luftabrüstung tatsächlich durchzuführen, die Hälfte der Bombengeschwader einschrotten, wie man es in Versailles von Deutschland verlangt und auch erzwungen hat. namentlich aus dem Locarno-Vertrag, zu schmälern, neue Sicherheitsgarantien schaffen könnten, „durch die die Signatarstaaten gleichzeitig gegen jede Bedrohung ihrer äußeren Unabhängigkeit und gegen jeden Versuch der Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten geschützt werden". Ebenso nimmt die französische Regierung mit Be- friebigung zur Kenntnis, baß bie Reichsregierung „wenigstens im Prinzip" einer an Ort unb Stelle vorzunehmenben automatischen unb periobischen unb in ihrer Gegenseitigkeit gleichen Kontrolle zu- Wer in kommenden Zeilen als Führer vor die Bewegung gestellt werde, werde immer die Partei als ein beispiellos geschlossenes, in blindem Gehorsam der Idee dienendes Instrument und in ihr bereits den sicheren Garanten für die weitere Zukunft finden. In feinen von wahrhafter Größe getragenen Ausführungen unterstrich der Führer weiter die starken kraftspendenden Wirkungen der Geschlossenheit, der Autorität und der Disziplin, in der die gesamten Führer der Bewegung, die Kreuzritter hinter jeden Entschluß der Partei treten. Das Bestehen dieser unerschütterlichen Einheit der Führergemeinschaft der Partei und die Kraft, die sie ausftröme, sei uner- das amerikanische Volk eine Abneigung gegen Abmachungen Hal, aus denen sich außenpolitische Verwicklungen ergeben könnten. Aus diesem Grunde würde sich u. U. nicht erreichen lassen, eine Richt- angriffsvereinbarung in schriftlicher Form niederzulegen, aber es wäre sehr wünschenswert, wenn man wenigstens zu einer Verständigung gelangen könnte, die vom Geiste eines Nichtangriffspakts getragen ist. Weiter erklärte der Botschafter noch, von der Gefahr eines Krieges zwischen Japan und Rußland könne keine Rede sein. Den Vereinigten Staaten gegenüber hege Japan den Wunsch, in der Einwanderungssrage auf dem gleißen Fuß behandelt zu werden, wie die europäischen Rationen. Die vollständige Sperre für japanische Einwanderer sollte beseitigt werden. Er hoffe, daß Mandschukuo von der Washingtoner Regierung anerkannt werde. Amerikas handel werde durch Japan keineswtz^ bedroht. Japan habe auch nicht die Absicht, den Markt in Mandschukuo für sich allein mit Beschlag gezogen werden. Es ist mir bekannt, so führte er dazu aus, daß Die französische AbriistungSdentschrifi vom 1. Januar veröffentlicht. Ziehung von Sowj,etrußland in Betracht belegen. Man werde es dort, wie bisher, bei der Politik der offenen Tür belassen. Die Form, in der die V e r s ch m e l z u n g v o n Weltanschauung und Staat durchgeführt werde, fei die Partei. In der großen vom ganzen Volke getragenen Gemeinschaft des Rationalsozialismus müsse bie Partei e i n auserlesener Orden des Führer- tum s sein, der den nationalsozialistischen Staat für alle Zukunft zu garantieren bestimmt sei. Was der Staat vom Volke verlange, das werde diefer Orden einer verschworenen Führergemeinschaft in besinnungsloser Unterordnung unter feine eigenen Gesetze in komprimitiertester Form bei sich selbst verwirklichen. In dieser auf Gedeih und Verderb verbundenen Gemeinschaft werde, nachdem andere Faktoren staatspolitischer Beständigkeit nicht mehr vorhanden feien, die ab f o - lute Kontinuität der Entwicklung der deutschen Ration für alle Zukunft niedergelegt fein. Mit der unerschütterlichen Fundamentierung dieser Führungshierarchie sei auch die Frage der Parteiführung an sich gelöst und diese für alle Zeiten gesichert; denn nachdem diese neue Führerorganisalion des deutschen Volkes durch eine einmalige schöpferische Leistung errichtet fei, gewährleiste sie nunmehr in sich die durch nichts zu unterbrechende Folge der höchsten Führerpersönlichkeit. Politik her offenen Tür in Mandschukuo. Washington, 3. Febr. (DRV. - Funkspruch.) In London hat der neue japanische Botschafter für Washington, der sich Samstag früh von England nach den Vereinigten Staaten einschiffen wird, in einer Unterredung mit amerikanischen Pressevertretern für ein GentlemenAgreement zwischen Japan und den Vereinigten Staa- t e n Stellung genommen. Botschafter h i r o s ch i Saito erklärte u. a.» in der Geschichte der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan müsse ein neues Blatt begonnen werden. Beide Völker müßten sich die Hände reichen, um den Frieden im Gebiet des Stillen Ozeans zu sichern. Er sei der Ansicht, daß man, wenn er erst seine Arbeit in Washington begonnen habe, z u einer Art Richtangriffsvereinbarung mit den Vereinigten Staaten kommen könne. Dabei könne auch die Mithereinbe- Verschmelzung von Weltanschauung und Staat im nationalsozialistischen Führerium. Oie Kontinuität her Entwicklung wirh hurch Begründung einer nationalsozialistischen KüHrungsHierarchie für alle Zeiten sichergestellt. schweren Angrissswassen im Laus von fünf Jahren abschaffe 'n sollen. Auf Militärluftfahrt sollen alle Staaten ein Recht haben, falls sie nicht binnen zwei Jahren allgemein aufgegeben ist. England wünscht also für sich Sicherheit in der Luft unb Entlastung ber Militäretats. England will zwar auch bie „anbre" Möglichkeit, baß nämlich bie hochgerüsteten Mächte nicht abrüsten „können ober wollen", baß sie sich aber verpflichten, ihre gegenwärtigen Rüstungen nicht zu erhöhen, nicht schlechthin aus ber Diskussion ausscheiben. Der Ton aber liegt ent- schieben auf ber Durchführung des Abrüstungsprin- zips. Dies ist ber Hauptunterschieb zwischen bem englischen unb bem italienischen Gebankengang. M u s s o l i n i sagt: Die Abrüstung ber Hochgeruste- ten ist nun einmal nicht zu erreichen — bar um: Erfüllung ber beutschen Forderungen, bie befenfio sind unb niemanbes Sicherheit bebrohen. Englanb hängt am alten Konventionsentwurf MacDonalbs, beffen Zähigkeit im Bekenntnis zur Abrüstung unb besten schwierige Stellung gegenüber ben wiberstrei- tenben Richtungen in ber englischen öffentlichen Meinung unschwer zu erkennen sinb. Zur englischen unb italienischen Denkschrift ist nun als drittes Dokument bas Aide memoire ber französischen Regierung vom 1. Januar dieses Jahres getreten. Die Veröffentlichung ber beutschen Denkschrift, bie bisher vertraulich behanbelt würbe, steht nun ebenfalls unmittelbar bevor. Es gibt ein französisches Sprichwort: Wenn Worte bie Fähigkeit hätten, zu erröten, würben manche Sätze blutrot nere Atmosphäre hoffen will. Beibe Pläne enthalten eine Fülle technischer Einzelheiten, bie von ben Berliner zustänbigen Stellen mit ber gleichen vorurteilslosen Grünblich- feit geprüft werben, wie sie bas französische Aide memoire vom 1. Januar erfuhr. Aber über biefe Vorschläge im einzelnen hinaus lassen bie Denkschriften doch eine grunbsätzliche Haltung erkennen, die heute schon erörtert werben kann. Beide unter- scheiben sich in einem wesentlichen Punkt. Mussolini geht bavon aus, baß schon bie einfache Erwägung, es könnte zur Anwenbung von „Sanktionen" kommen, unabsehbare Gefahren in sich schließt. Daher müsse oermieben werben, baß die beutsche Aufrüstung „ohne jebe Regelung unb Kontrolle" geschieht. Am besten sei es, ben hoch- qerüfteten Mächten ihren jetzigen Bewaffnungsstanb zu belassen, ihre Militärausgaben auf ben jetzigen Stanb festzulegen, ben chemischen Krieg unb ben Bombenabwurf auf bie Zivilbevölkerung zu verbieten unb Deutschland Forberungen in bezug auf Defensivbewaffnung anzuerkennen Dafür sei zu hoffen, baß Deutschlanb nach Genf zuruckkehrt Der Gegenwert für Frankreich liege bann, baß es feine heutige Gesamtrüstung unb damit für jedes vernünftige Urteil auch feine Sicherheit behalt ba ja auch bie Verpflichtung Italiens unb Englands aus bem Locarnopakt, also bie Garantie ber französischen Ostgrenze, natürlich bestehen bleibt. Englanb bagegen wünscht am Abrüstungsziel festzichalten. Es erkennt an, baß, innerhalb gewisser Etappen aus bem Prinzip ber Gleichberechtigung heraus „eine Lage erreicht werben muß, in welcher Waffenarten, bie bem einen erlaubt sind, bem anberen nicht mehr verboten werben können. Es wünscht einen Kompromiß zwischen ben beiben Heeresziffern von 200 000 ober 300 000 Mann für Deutschlanb, es will alle „mih= tärähnliche Ausbilbung" verboten unb bie Durchführung bes Verbots kontrolliert sehen; es gesteht die deutsche Defensivbewaffnung im wesentlichen zu und bleibt bei dem Verlangen, bah alle Mächte ihre setzlich für bie zukünftige Existenz der gesamten Nation. Der Führer gab feiner festen Ueberzeugung Ausbruck, baß bas beutsche Volk allem wiberstehen könne unb werbe, wenn bie Bewegung biefe ihre Eigenschaften ganz auf ben Staat übertrage. In ber Harmonie zwischen Partei unb Staat liege somit letzten Enbes bie Kraft, bie es bem Staat ermögliche, alle Probleme zu meistern. Die akkumulierte Kraft bes Volkswillens, wie sie am 12. November ber Wett sichtbar gemacht worben ist, sei bafür ein einzigartiger Beweis. Der Führer schloß mit ber Mahnung, stets bieses aufgezeigten großen Gesichtspunktes eingebenf zu fein. Wer in ihrem Sinne hanble, ber trete ein für bie Unsterblichkeit ber Bewegung unb bamit unseres Volkes. Japan schlägt einen Nichtangriffspakt der pazifischen Machte vor. Tokio hat den Wunsch zur Verständigung mit Amerika und Rußland. Oie neue Phase. r Gestern waren genau zwei Jahre seit bem Tage vergangen, an bem am 2. Februar 1932 Henber - f on in Genf bie Wettabrüftungskonferenz eröffnete. Damals erklärte Henderson vor den zweitausend Delegierten, die vierzig Staaten vertraten: „Unsere Aufgabe auf dieser Konferenz erfordert gebieterisch klares, zielbewußtes und positives Handeln: die Welt braucht Abrüstung. Die Welt will Abrüstung. Es liegt in unserer Macht, bie Geschichte ber Zukunft formen zu helfen. Hinter all ben technischen Fragen, Mannschaften, Geschützftärken, Tonnagen, Kategorien usw. steht bas Wohlergehen ber Menschheit, bie Zukunft unserer sich entwickelnben Zivi- lisatign. Die Menschheit erwartet von ber Konferenz, daß sie ihr bie Gabe ber Befreiung von ber Bedrohung bes Friebens unb ber Sicherheit schenkt, die in ber Beibehaltung großer nationaler Rüstungen immer liegen muß ..." ' Drei Tage später überreichte T a r b i e u um- ; fangreiche französische Vorschläge, bie ben Zweck , haben sollten, bie Arbeiten ber Abrüstungskonferenz । schon zu ihrem Beginn auf ein falsches Gleis zu lenken. Frankreichs Drachensaat ist prächtig aufgegangen. Am 14. Oktober 1933 war man vom eigentlichen Ziel ber Abrüstung ber hochgerüsteten Staaten im Sinne ber im Versailler Vertrag festgelegten Abrüstungsverpflichtung so weit entfernt, baß Deutschland sich um seiner Selbstachtung willen gezwungen sah, die Abrüstungskonferenz zu verlassen. Frankreichs Politik dreht sich im Kreise. Ob Poin- carö ober Tarbieu, Paul-Boncour ober Herriot, der Sicherheitskomplex beherrscht alles Sinnen unb Trachten ber französischen Staatsmänner. Sie starren auf dieses Irrlicht unb wollen nicht erkennen, baß es sie schon in eine Sackgasse lockte. Denn wenn „Sicherheit" in ber Sprache ber französischen Diplomaten gleichzusetzen ist mit Frankreichs Hegemonie in Europa, so ist bafür feit einem Jahre schon bie Voraussetzung, ein uneiniges, kraftloses Deutschlanb nämlich, fortgefallen. Die große innere Wanblung in Deutschlanb gestattet nicht, bas Rab der Geschichte auf Versailles zurückzubrehen. Mag Frankreich biefen grunblegenben Wanbel auch erkannt Haden, so besitzt es doch nicht genug Wendigkeit, seine Politik der veränderten Lage an= Ön und in guter Haltung mit bem Selbst- Jfein bes Ueberlegenen bie Folgerungen aus dieser oeränberten Lage zu ziehen, wie es sein polnischer Verbündeter mit vorbildlicher Energie und Schwung getan hat. Daß auch England und Italien des fruchtlosen Debattierens müde sind und aus ber unfruchtbaren Jbeologie ber Abrüstungspolitik Pariser unb Genfer Musters herausstreben zu einem neuen festeren Ufer, bürste aus dem soeben ber Öffentlichkeit bekanntgegebenen englischen Memoranbum zur Abrüstungsfrage unb ber gleichzeitig veröffentlichten Denkschrift Mussolinis zum gleichen Thema hervorgehen. Beibe Dokumente leiten eine neue Phase in bem biplomatischen Kampf um eine stabilere Plattform für eine Abrüstungskonvention ein, ber Deutschlanb sowohl wie Frankreich zustimmen könnten. Die italienische Erklärung ist bem britischen Außenminister Sir John Simon schon Anfang Januar bei seinem Besuch in Rom übergeben worben. Es liegt also bie Annahme nahe, bah bie Stellungnahme beiber Mächte auf gegenseitigem Meinungsaustausch beruht. Daß beibe Regierungen entgegen ber bisherigen Gepflogenheit in den deutsch-französischen Verhandlungen ihre Denkschriften veröffentlicht haben ist wohl ein Beweis, daß man in Rom sowohl wie in London der Auffassung ist, der Hilfe der öffentlichen Meinung und gegebenenfalls auch bes Drucks bieses gewaltigen Machtinstruments nicht länger entbehren zu können, wenn man in Paris auf eine aufgeschloffe- Große Rehe hes Führers vor hen Gauleitern. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Die Gauleiter- tagung in Berlin fanb, wie bie NSK. melbet, am Freitag ihren Höhepunkt unb Abschluß mit ber Rebe bes Führers vor ben versammelten Reichsleitern, Gauleitern unb Amtsleitern ber obersten Leitung ber politischen Organisation. In eingehenben Ausführungen wies ber Führer zunächst auf bie Größe unb Bebeutung ber Aufgabe hin, den nunmehr eroberten Staat nicht nur mit ber nationatfoziatiftifchen Weltanschauung völlig zu burchbringen, sondern auch den gesamten Staatsapparat i m Geist der siegreichen Bewegung zu einem geschlossenen, lebensvollen Organismus auszubauen. Wenn die nationalsozialistische Revolution gegen den Novemberstaat kommen mußte, weil dieser ooltsfrembe Staat gegen bas flutenbe Leben ber Nation Dämme aufrichtete, bann werbe ber nationalsozialistische Staat sich so organisieren, baß seine innere Volksoerbunbenheit naturnotroenbig feinen Bestanb garantiere. Als stabiles Gerüst einer solchen Staatsorganisation brauche bie Führung eine Garbe d o n zuverlässigen politischen Funktionären, eine iBerroaltungsapparatur, bie bie Führung in bie Lage versetze, bas nationalsozialistische Gebankengut auf allen Gebieten auch praktisch zu verwirklichen. Nur mit einem solchen schlagfertigen Instrument, bas weltanschaulich burch- knetet unb von treue ft em Pflichtbe- wußtsein burchbrungen fei, könne bie Befehlsfähigkeit ber Führung nach unten voll zur Wirkung kommen. Wenn wir ben nationalsozialistischen Staat, einen berart geschlossenen Apparat, besten Vollenbung natürlich feine Zeit erforbere, geschaffen hätten, bann liege barin eine ganz außer- orbentliche Leistung für bie Zukunft unseres Volkes. renz. Jedenfalls fei es wahrscheinlich, daß die Siel- Präzise Kragen im aktiven Dienst befindlichen Militärflugzeuge fein der europäischen Hauptstädte zu beauftragen, falls weitere Aufklärungen über die englischen Abrüstungspläne gewünscht werden sollten. „Daily Mail" rechnet damit, daß Eden am Donnerstag abreisen und Paris, Berlin und Was die Frage der P e r s o n a l st ä r k e n anlangt, so wäre die Vereinheitlichung der Heeres- typen natürlich davon abhängig, daß der vorgesehene Typ auch von anderen Staaten angenommen wird. Außerdem kann aber der Wert der von Frankreich schon für die ^erste Periode zugestandenen Herabsetzung seiner Personalbestände erst dann beurteilt werden, wenn feststeht, was mit den französischen Ueberseetruppen geschehen soll. Für die in Afrika stehenden Truppen sind alle organisatorischen Vorbereitungen getroffen, um sie jederzeit binnen kurzem nach Frankreich bringen zu können. Liegt unter diesen Umständen nicht die Annahme nahe, daß die Herabsetzung der Heimattruppen stets durch Heranziehung von Ueberseetruppen wieder wett gemacht werden könnte, sofern nicht auch die letzteren in das System der Herabsetzung der Personalbestände einbezogen werden? 9 Worauf soll sich die Kontrolle der Z i ° vllluftfahrt und der Flugzeugherstel- un g erstrecken, die nach dem französischen Vorschlag die Voraussetzung für die Herabsetzung der 12. Sind die Ausführungen des Aide m&noire über die Kontrolle des Kriegsmaterials so zu verstehen, daß Frankreich für sich nur die Kontrolle der Fabrikation und der Einfuhr anzunehmen bereit ist, oder soll sich diese Kontrolle auch aufdie Bestände an den im Dienst befindlichen und lagernden Material erstrecken? 13. Welche Stellung nimmt die französische Regierung hinsichtlich der Rüstungen zur See ein? AllemonarchistifchenVerbände werden aufgelöst. Der Reichsinnenmmister entspricht der Anregung Görings. B e r l i n, 3. Febr. (DNB. Funkspruch.) Auf das Aide memoire der französischen Regierung vom 1. Januar 1934 hat die deutsche Regierung am 19. Januar in einem Memorandum geantwortet, dem wir folgenden Auszug entnehmen: Die deutsche Regierung begrüßt es, daß die französische Regierung die Anregung unmittelbarer diplomatischer Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen über die zwischen ihren Ländern schwebenden Probleme ausgenommen hat. Die deutsche Regierung hat die Ausfüh- runtzen des französischen Aide memoire über die Abrüstungsfrage in voller Unvoreingenommenheit und unter dem entscheidenden Gesichtspunkt geprüft, ob und welche Möglichkeiten danach für b t e Verwirklichung d e s Gedankens der allgemeinen Abrüstung heute als gegeben erscheinen. I. mit aller Entschiedenheit zurückzürn e i s e n. Der Vorschlag der deutschen Regierung, eine erste und schnelle Regelung auf der Grundlage einer Begrenzung der Rüstungen der hochgerüsteten Staaten auf ihren jetzigen Rüstungsstand zu suchen, ist allein deswegen geschehen, weil der Verlauf der nun bald acht Jahre andauernden Verhandlungen klar gezeigt hat, daß die hauptsächlich in Betracht kommenden hochgerüsketen Mächte gegenwärtig zu einer wirklich einschneidenden Abrüstung nicht bereit sind. Selbstverständlich ist es aber nicht der Sinn des deutschen Vorschlags, jetzt auch solche einzelnen Abrüstungsmaßnah- men beiseite zu schieben, über die eine Einigung alsbald möglich erscheint. Diese Rüstungsbeschränkungen werden jedoch keinesfalls ein Ausmaß erreichen, daß damit die Gleichberechtigung Deutschlands verwirklicht wäre. Sieht man dieser Realität ins Auge, dann bietet sich, um überhaupt zu einer baldigen vertraglichen Regelung zu kommen, kein anderer Ausweg als die Abrüstungsmaßnahme, über die eine Einigung im gegenwärtigen Zeitpunkt möglich ist, festzulegen, im übrigen aber die Rüstungen der Hochgerüstelen Staaten für die Dauer der ersten Konvention auf den gegenwärtigen Stand zu begrenzen und die Gleichberechtigung Deutschlands durch eine gewisse Anpassung seiner Rüstungen Q n das Rüstung sniveau der an - deren Länder zu verwirklichen. Oie „militärähnttchen" Organisationen. Aus den Angaben der deutschen Regierung gehe nämlich nicht nur hervor, daß Deutschland die E r - Höhung seiner ständigen Truppenzahl auf 3 0 0 0 0 0 Mann verlange, sondern auch, daß diese Zahl bei weitem noch nicht die Gesamtzahl der Streitkräfte darstellen sollte, über die Deutschland jederzeit verfügen könne, ohne daß eine Mobilisierungsmaßnahme nötig wäre. Denn es komme die beträchtliche Zahl der Polizeikräfte hinzu, deren Charakter als militärische Organisation in den früheren Konferenzarbeiten anerkannt sei und deren Abschaffung trotz der erheblichen Verstärkung der ständigen Personalbestände, die sich aus dem Programm der Reichsregierung ergäbe, nicht beabsichtigt zu werden scheine. Besonders seien hinzuzurechnen die militärähnlichen Organisationen, die seit der Machtergreifung des jetzigen Regimes eine Entwicklung und einen Aufbau erfahren hätten, daß sie ein unumgängliches militärisches Problem dar- stellten. Das aide memoire erklärt weiter, daß die Angehörigen dieser Formationen mindestens zum großen Teil durch Reichswehr-cadres ausgebildet, daß sie, wenn auch nicht alle ständig bewaffnet, mindestens in der Handhabung der Kriegswerkzeuge ausgebildet seien, jederzeit zur Verfügung ihrer Führer stünden, jetzt auch Kraftfahrformationen, Kavallerieeinheiten, ja Pioniertruppen umfassen und ihre Organisation und räumliche Verteilung den Verhältnissen beim Heer genau nachgebildet seien. Die französische Regierung müsse deshalb darauf beharren, daß die Nichtberücksichtigung solcher Formationen bei der Berechnung der Personal be st än de einen angemessenen Vergleich zwischen den in Frage kommenden Streitkräften unmöglich mache. Oas Kriegsmaterial. III. Die vorstehenden Ausführungen zeigen, daß die Hauptpunkte, in denen die Ansichten der beiden Regierungen hinsichtlich des Abrüstungsproblems noch auseinandergehen, die Frage der Berechnung der Personal st ärken und die Frage des Zeitpunkts der Ausstattung der künftigen deutschen Armee mit Verteidigungswaffen sind. Die französische Regierung kann nicht verkennen, daß das, was die deutsche Regierung in dieser Beziehung fordern zu müssen glaubt, weit hinter dem zurückbleibt, was Deutschland bei wirklich vollständiger Durchführung der Gleichberechtigung zuzubilligen wäre. Auch wenn die künftige deutsche Armee mit kurzer Dienstzeit 300 000 IRann stark ist und wenn sie gleichzeitig mit der Umwandlung der Reichswehr in den neuen Armeelypus die notwendigen Verteidigungswaffen erhält, behalten Frank- reich und die anderen hochgerüsteten Staaten einen gewaltigen Vorsprung auf dem Gebiete der Rüstungen. Unter diesen Umständen könnte die Ablehnung der deutschen Forderungen nur bedeuten, daß man die Gleichberechtigung Deutschlands in Wahrheit nichtanerkennen will. Die deutsche Regierung hofft deshalb, daß sich die französische Regierung dem deutschen Standpunkt nicht verschließen wird. 3n welchem Geiste Deutschland zur internationalen Zusammenarbeit bereit ist, ergibt sich in seinem Angebot des Abschlusses von Nichtangriffspakten. Und die deutsche Antwort. Oie französischen Einwände werden entkräftet und Deutschlands maßvolle Forderungen auf Bereitstellung einer Derteidigungsarmee begründet. stimme: sie möchte aber wissen, ob Deutschland den im Laufe der letzten Genfer Komiteearbeiten — „an denen Deutschland leider nicht teilgenommen hat" — in Aussicht genommenen Maßnahmen zustimmt. lieber einen besonders wichtigen Punkt müsse sich die französische Regierung in aller Offenheit aus- sprechen: „Im gleichen Augenblick, wo das Reich unter Bedingungen, die die Regelung der gegenwärtigen Schwierigkeiten erleichtern sollten, seinen guten Willen versichert, glaubt es, auf dem Gebiet der Rüstungen ein Programm von Forderungen aufstellen zu sollen, das den Grundsätzen direkt zuwiderläuft, die die Genfer Konferenz, und Zwar mit Zustimmung der deutschen Abordnung selbst, bisher anerkannt hat, und die in der Erklärung der Mächte vom 11. Dezember 1932, auf die die deutsche Regierung gern Bezug nimmt, ausdrücklich ins Auge gefaßt sind." Gleichzeitig mit dem Memorandum hat die deutsche Regierung einige Fragen an die französische Regierung gerichtet, die hier wiedergegeben werden: 1. Auf welche Höchststärke sollen die gesamten französischen Personalbestände in Heimat und Uebersee herabgesetzt werden? 2. In welcher Weise sollen bei der in dem französischen Aide memoire vorgesehenen Regelung di e Ueberseetruppen und die ausgebildeten R e s e ro e n F ra n k re i chs in R e ch - n u ng gestellt werden? 10. Soll die allgemeine Abschaffung der Militär- luftfahrt in der Konvention für einen b e - stimmtenZeitpunkt endgültig festgelegt werden und für welchen? 11. Soll das Bombenabwurfverbot, das die französische Regierung anzunehmen bereit ist allgemein und absolut sein, oder welchen konkreten Einschränkungen soll es unterworfen werden? ti Oie Vereinheitlichung des Heerestyps. Frankreich erklärt sich zu einer Abänderung des britischen Plans in dem Sinne bereit, daß einer Herabsetzung der französischen Streitkräfte in den ersten Jahren zeitlich eine Umbildung der jetzt bestehenden deutschen Streitkräfte mit dem Ziel des einheitlichen Typs eines Verteidigungsheeres mit kurzer Dienstzeit und beschränkter Truppenzahl parallel läuft, d. h. der Personalbestände, die zur Verteidigung des Mutterlandes bestimmt sind. Hinsichtlich des Landkriegsmaterials will Frankreich vom Zeitpunkt des Abkommens ab den gegenwärtigen Stand seiner Rüst ungen nicht überschreiten und die Herstellung größerer Kaliber oder höherer Tonnengehalte, als sie allen Staaten gestattet sind, verbieten. Gleichzeitig wäre die Anwendung und Klarstellung einer auf alle Staaten anwendbaren Kontrolle zu betreiben, die sich auf die Personalftärke wie auf die Herstellung oder Einfuhr von Kriegsmaterial erstrecken wurde. In einem zweiten Stadium des Abkommens wäre die allmähliche Abschaffung des über die festgesetzten qualitativen Grenzen hin- ausgehenden Kriegsmaterials oorzunehmen, ferner ebenso allmählich die Steigerung der Zuteilung des erlaubten Kriegsmaterials an die den Militärbestimmungen der Friedensverträge unterworfenen Staaten. (In dieser Forderung ist also d i e „P r o b e z e i t", wenn auch unausgesprochen, so doch praktisch, enthalten. DRB.- Redaktion.) Oie Lustrüstungen. Hinsichtlich der ßuftrü ft ungen erklärt sich Frankreich zum Verbot des Bombenabwurfs unter den in der Entschließung vom 23. Juli 1932 festgelegten Sebjjigungen bereit und würde bei einer allgemeinen Herabsetzung der Stärke der hauptsächlichsten Luftflotten und bei einer wirksamen Kontrolle der zivilen Luftfahrt und der Herstellung von Luftfahrtmaterial eine Herabsetzung seines jetzt in Dien st befindlichen Materials um 50 v. H. in Aussicht nehmen. Als Endziel sieht Frankreich immer noch Abschaffung jeder nationalen und Seren Ersetzung durch eine internationale Lustmacht. OerVorschlag einer Konferenz der Großmächte. Eine Europarundreise Edens. London, 3. Febr. (DNB. - Funkspruch.) Von unterrichteter englischer Seite wird erklärt, daß das englische Kabinett wahrscheinlich bereit fein würde, den Lordsiegelbewahrer Eden mit einem Besuch Hinsichtlich ber ßuftftreitträfte wäre zu über- legen, ob nicht mit der nach dem französischen Aide memoire vorgesehenen Methode ihrer Verminderung das wichtige Prinzip aufgegeben würde, alle großen Luftflotten auf einem einheitlichen Niveau einander anzugleichen. Aber auch hiervon abgesehen, stellt sich für Deutschland ote Frage, ob es für die erste Phase und sogar für die zweite Phase der Konvention dabei bleiben soll daß es k e i n e r l e i m i l i t ä r i s ch e L u f t f a h r t besitzt. In diesem Falle würde auch die vorgeschlagene Herabsetzung der Luftstreitkräfte der anderen Staaten an dem Zustand der radikalen Ungleichheit und der völligen Wehrlosigkeit Deutschlands in der Luft praktisch nichts ändern. Sind die Ausführungen des Aide mömoire über die Kontrolle etwa dahin zu verstehen, daß das ganze Regime der zweiten Phase von den Erfahrungen während der ersten Phase abhängig gemacht werden soll? Dann würde die Durchführung der allgemeinen Abrüstung auch für diese zweite Phase mit einem gefährlichen Unficherheits- faktor belastet werden. Es liegt auf der Hand, daß die Vorausfehung der Parität ber Kontrolle nichtmehrgegeben wäre, wenn sich die Kontrolle praktisch in den bereits auf Grund der Friedensverträge abgerüsteten Ländern in ganz anderer Weife als in den übrigen Ländern auswirken würde. Würde sie nicht, da sie in den bereits abgerüsteten Ländern ein viel weiteres Anwendungsgebiet hätte, hier, auch bei loyalster Vertragserfüllung, viel leichter als in den anderen Ländern zu Differenzen Anlaß geben, die dazu ausgenuht werden könnten, das Regime der zweiten Phase noch weiter hinauszuzögern? II. Wenn man sich die Hauptpunkte des französischen Plans und feine Folgen vergegenwärtigt, erheben sich ernste Zweifel darüber, ob auf diesem löege eine Regelung des Abrüstungsproblems ge- unden werden kann, die wirklich der Gerechtigkeit entsprechend und der Sicherheit des Friedens dienen wurde. Deutschland würde es noch immer für die beste Losung halten, wenn alle Länder ihre Rüstun- gen entsprechend der im Versailler Vertrag vorgesehenen Entwaffnung h e r a b s e tz t e n. Diese ein- heutige Erklärung gibt der deutschen Regierung das Necht, die Behauptung, als fei das eigentliche Ziel ihrer Politik die Aufrüstung Deutschlands, : sonders dann, wenn man diese Ziffer mit den Rüstungen der hochgerüsteten Nachbarn Deutsch- । lands vergleicht. Dabei ist zu bedenken, baß alle diese Länder über gewaltige Wengen ausgebildeter Reserven verfügen, da sie seit dem Ende des Krieges auf Grund der bei ihnen bestehenden allgemeinen Wehrpflicht die gesamte militärfähige Jugend einer Ausbildung im Heere unterzogen haben. Diese Reserven belaufen sich allein in Frankreich auf etwa fünf W »llionen. Den ausgebildeten Reserven der anderen Länder hat Deutschland einen vergleichbaren Faktor nicht gegenüberzu- stellen. Insbesondere ist es unmöglich, die in Deutschland bestehenden politischen Organisationen mit den militärischen Reserven anderer Länder auf eine Stufe zu stellen. Im übrigen hat sich ja die deutsche Regierung bereit erklärt, den nichtmilitärischen Charakter der in Rebe stehenden Verbände der geplanten internationalen Kontrolle zu unter- stellen, sofern die anderen Länder für ähnliche bei ihnen bestehende Organisationen die gleiche Verpflichtung übernehmen. Was die Frage ber Polizei anlanct, so wird sich eine Verständigung darüber voraussichtlich unschwer erzielen lassen. Schließlich ist bei der Beurteilung der Ziffer von 300 000 Mann noch zu berücksichtigen, daß es sich hierbei um Soldaten mit kurzer Dien ft- ze it handeln würde, während die Reichswehr aus Berufssoldaten mit zwölfjähriger Dienstzeit besteht. Die französische Regierung selbst hat stets die Auf- fassuna vertreten, daß der militärische Wert kurz- dienender Soldaten erheblich geringer zu veranschlagen ist, als derjenige von Berufssoldaten. Auch unter diesem Gesichtspunkt wäre es verfehlt, in der Ziffer von 300 000 Mann eine wesentliche Erhöhung der gegenwärtigen Wehrkraft Deutschlands sehen zu wollen. Die französische Regierung stelle ferner fest, daß die deutsche Regierung auf dem Gebiet des Kriegsmaterials zu Lande und in der Luft eine bedeutende Aufrüstung sowohl in quantitativer, wie qualitativer Hinsicht verlange. Die in der Erklärung vom 11. Dezember 1932 grundsätzlich anerkannte Gleichberechtigung setze aber in ihrer praktischen und gerechten Verwirklichung eine vorherige Angleichung und Vereinheitlichung der Personalbestände voraus, und Deutschland vertrete selbst die Ansicht, daß mehrere Jahre hierzu nötig seien. Die französische Regierung fordert schließlich eine klare Aeußerung über die Frage, von welchem Zeitpunkt an die Kontrolle wirksam werden soll. „Die Einführung und Erprobung dieser Kontrolle unter Bedingungen vollständiger Gegenseitigkeit sind nun aber gerade die Voraussetzungen für ein loyale Durchführung des Abkommens; nur fo ist es möglich, die in Aussicht genommenen Rüstungsverminderungen in gegenteiliger Sicherheit zu bewerkstelligen." Berlin, 2. Febr. (DNB.) Auf Grund einer ^re9un9 des preußischen Ministerpräsidenten hat sich der Reichsinnenmini st er veranlaßt gesehen, die Landesregierungen zu ersuchen, alle monarchistischen Verbände sofort aufzulöfen und zu verbieten. Die Maßnahme hätte sich erübrigt, wenn sich die Verbände der gebotenen Zurückhaltung befleißigt und auf die Pflege rem geschichtlicher Erinnerungen beschränkt hatten. Der nationalsozialifttsche Staat wird die historischen Verdien ft e großer deut» d)er Fürsten und preußischer Könige tets anerkennen. Er kann es aber nicht Dulden, daß sich dunkle Elemente in die monar- chlsusche Bewegung einschleichen und den Versuch machen, sie zu einer Opposition gegen ben nationalsozialistischen Staat auszubauen. Schon solche Versuche verstoßen gegen Sinn und Geist des Gesetzes gegen die Neubildung von Parteien vom 14.Juli 1933, das die NSDAP, als einzige in Deutschland bestehende Partei anerkannt hat. Kultusminister Gchemm auf einer Massenkundgebung des Berliner 7IGLB. •®rerIJn'»2- £ebr' ^NB.) „Gegen die Wühl- mause der Reaktion - Für nationalsozialistische Erziehungs- und Kulturarbeit" lautete das Thema einer Massenkundgebung, zu der der Gau Groß- Berlin des Nationalsozialistischen Leh- rerbunbes aufgerufen hatte. Mit mehreren tausend Erziehern waren auch die Leiter der Ber- ttner Hochschulen erschienen. Der Reichsleiter des Bundes, der bayerische Kultusminister S ch e m m. nannte als zwei getarnte Gegner gegen Staat und Es ist auch nicht abzusehen, inwiefern die Durchführung des deutschen Vorschlags ein Wettrüsten Zur Folge haben könnte. Es würoe sich für Deutschland nur um die Schaffung einer 23 er» teibigungsarmee hanbeln, bie nicht im entfernte ft en eine Bedrohung für irgendein anderes Land barfteUen könnte. Ueberbies geht ber beutsche Vorschlag ja dahin, daß für alle Staaten beftimmte Rüftungs- grenzen vertraglich feftgelegt werden sollen, wo- durch die Möglichkeit eines Wettrüstens von vornherein ausgeschlossen werden würde. Ebenso kann die deutsche Regierung den Einwand nicht anerkennen, daßdieZiffervon300000 Mann für die deutsche Verteidigungsarmee zu hoch gegriffen fei. Diese Ziffer bedeutet schon ange- fidjts der geographischen Verhältnisse, insbesondere der Länge und der Beschaffenheit der deutschen Grenzen das Minimum dessen, was Deutschland unter den gegenwärtigen Umständen f ü r feine Sicherheit braucht. Das erhellt be- lungnahme der Regierungen zu den englischen Ab- rüstungsvoisschlägen zunächst nicht in formellen und klar umriffenen Noten festgelegt, sondern durch mündlichen Meinungsaustausch auf den normalen diplomatischen Wegen dargelegt werden würde. Auf i diese Weise sollte es möglich fein, festzustellen, o b 'die Zeit für eine persönliche Fühlung- - nähme zwischen ben verschobenen Regierungs» einer F ü nsmächtekonferenz, Deutsch- chess und Außenministern entweder in der Form lvnds, Italiens, Frankreichs, Englands und der von Zweimächtebesprechungen ober in der erwähn- Vereinigten Staaten zur Sprache bringen. „Daily ten Form einer Konferenz mehrerer Mächte gekom- Telegraph" spricht von der Möglichkeit einer Vier-, men sei. möchte- oder einer Sechs- oder Achtmächte-Konfe-1 -------- 3. Ist Frankreich bereit, falls die Umwandlung der Heere in Verteidigungsheere mit kurzer Dienstzeit sich nicht auf die im Heimat- wie im Ueberfeegebiet stehenden Ueberfee- ftreitfräfte erstreckt, eine Verpflichtung zu übernehmen. die Kolonial-Truppen in Kriegs- und Friedenszeiten im Heimatgebiet weder zu stationieren nochzu verwenden? 4. 2ßas soll mit den das Kaliber von 15 Zentimeter überschreitenden Geschützen der beweglichen Landartillerie geschehen. Sollen sie zerstört werden? Soll auch weiterhin die Ausbildung an diesen Geschützen zulässig sein? 5. Welche Höchsttonnage soll für Tanks vorgesehen werden, und was soll mit den diese Höchsttonnage überschreitenden Tanks geschehen? 6. Denkt die französische Regierung für alle Länder an eine zahlenmäßige Beschränkung einzelner Waffengattungen, und zwar unter Einschluß der lagernden Bestände? Welche Waffengattungen sind dies? 7. Mit welchem Material sollen bie französischen Truppen, bie ber Vereinheitlichung ber Heere nicht unterworfen werden, ausgerüstet werden? 8. Binnen welcher Frist würde die Herabset- zungder im Dien st befindlichen Flug- zeuge um50vomHundert durchgeführt werden? Soll die Beseitigung der ausscheidenden Flug- zeuge durch Zerstörung erfolgen oder auf welche andere Welfe? Würde eine Konvention auf der Grundlage des französischen Planes zustande kommen, würde auf dem wichtigen Gebiet des Kriegsmaterials die Abrüstung um mehrere Jahre hinaus- geschoben. Während dieser Zeit würden die hochgerüsteten Staaten ihr gesamtes schweres Land- material auch insoweit unvermindert behalten, als es in erster Linie für Angriffs- Zwecke in Betracht kommt. Es fragt sich, ob es bemgeaenüber vom Standpunkt der allgemeinen Sicherheit erheblich ins Gewicht fallen würde, wenn die hochgerüsteten Staaten während dieser Zeit auf die Neuherstellung schwerer Angriffswaffen verzichten. Deutschland würde seinerseits auf die im Versailler Vertrag vorgesehenen, völlig unzureichenden Waffenarten beschränkt bleiben, hätte aber während dieser Periode gleichwohl die Umbildung der Reichswehr vorzunehmen. Wie soll jedoch die Umbildung eines Heeres praktisch durchgeführt werden, wenn ihm nicht von vornherein das für feine Verwendungsmöglichkeit notwendige Material zur Verfügung steht? Wie kann bei einer derartigen Umbildung 6er Reichswehr bie deutsche Sicherheit auch nur einigermaßen gewährleistet werden? Rom besuchen werde. Hierbei werde er nicht nur eine Annahme der englischen Abrüstungsvorschläge befürworten, sondern auch einen Vorschlag Mussolinis auf Einberufung einer Fü nsmächtekonferenz, ~ " g Deutschland und Oesterreich darauf ein. t schen Einheit zusammengeschweiht zu haben, Der« bitten es uns, daß man die Weltanschauung mit einer historischen Bewegung des ganzen deutschen Volkes. Der Nationalsozialismus, der die Bevölkerung des Reiches mit elementarer Die deutsche Regierung bedauere es daher, daß die österreichische Regierung schwerwiegende Vorwürfe erhoben habe, obwohl sie deren Unrichtigkeit ohne weiteres hätte ersehen können. Falls die österreichische Regierung sich an denvötkerbund zu wenden beabsichtige, so müsse die Reichsregierung ihr die Verantwortung für einen solchen Schritt überlassen, da es sich bei dem vorliegenden Problem um einen rein innerpolltischenkonfllkt in Oesterreich handele, der einer internationalen Behandlung nicht zugänglich ist. Zu der Beschwerde über die angeblichen Hetzkampagnen der reichsdeutschen Pr esse gegen die österreichische Regierung wird erklärt, daß in der Tat in einzelnen Fällen Angriffe erfolgt seien. Diese seien jedoch lediglich die Antwort auf eine Unzahl gehässiger Ausfälle der österreichischen Presse gegen das neue Deutschland. Die Neuordnung im Stahlhelm Auch die SA.-HI erhält das braune Ehrenkleid der SA. unserer Väter als Heidentum bezeichnet. Schließlich- aab der Minister Kenntnis von einer Aussprache mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Die im NSLB. geeinete Lehrerschaft habe die Erziehung der Jugend in der Schule vorzunehmen und die HI. die Heranwachsenden außerhalb der Schule au betreuen. Beide Organisationen arbeiten Hand in Hand und ergänzen sich in ihrer Erziehungsarbeit zu dem gemeinsamen Ziel der Erziehung der Jugend zum Nationalsozialismus. scher kreise in Deutschland ist niemals etwas geschehen, was einer solchen Verständigung hätte entgegenwirken können. Daß die deutsche Regierung stets darauf Bedacht genommen hat, eine Verschärfung der Lage zu vermeiden, kann die österreichische Regierung z. B. aus der Zurückhaltung ersehen, mit der von deutscher Seite der Zwischenfall Schuh m a ch e r behandelt worden ist. Obwohl es sich um die Erschießung eines Reichswehrsoldaten durch bemntete österreichische Grenzorgane auf deutschem Gebiet handelte und obwohl die gemeinsame Untersuchung die Alleinschuld der österreichischen Organe ergab, hat die deutsche Regierung alles getan, was eine schnelle Beilegung dieses ernsten Zwischenfalles ermöglichte. Trotzdem hat die österreichische Regierng es bis her un t er la ] - f e n , die zugesicherte gerichtliche S uh n e herbeizuführen. Die deutsche Regierung muß darau bestehen, daß ihr jetzt endlich die damals in Aufsicht gestellte Mitteilung über die Bestrafung der Tater Die Reichsregierung weist dann in sechs Punkten die Beschwerden der österreichischen Regierung im einzelnen zurück. Die Behauptungen über an- gebliche Pläne der österreichischen Legion seien unwahr, die österreicherseits übermittelten Zeugenaussagen trügen deutlich den Stempel der Unqlaubwürdigkeit. Das fei auch durch Untersuchungen bestätigt worden. Die Behauptung von der Sendung von Propaganda- und Spreng- Die „Times" warnt Dollfuß. London, 3. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Die Blätter rechnen mit der Möglichkeit, daß Oesterreich sich andenDölkerbund wendet. „Times" sieht sich jedoch veranlaßt, die Regierung Dollfuß vor einem solchen Schritt zu warnen. Man solle sich in Wien erst einmal die Folgen einer Anrufung des Dölkerbundsrates im vollen Umfange überlegen. In diesen Tagen, wo der Völkerbund eine kritische Zeit durchmache, müsse man realpolittsä) denken. Der Völkerbund sei kein „Deus ex machina , sondern eine Körperschaft praktischer Staatsmänner, von denen jeder die Regierung seines Landes vertrete, auch wenn sie vorübergehend ein Schiedsgericht bildeten. Don der Vermutung bis zum Beweis sei ein weiter Schritt. Man wisse nicht recht, welche Entscheidung der Dolker- bundesrat treffen könne, falls die österreichische Regierung nicht durchschlagendes Beweismaterial gegen Deutschland vorlegen könne. GewissenSklausel im neuen Impfgesetz. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Die bevorstehende Revision des Jmpfgesetzes wird nach dem Vorgang anderer Länder, z.B. Englands, Hollands, voraussichtlich die sog. Gewissensklausel bringen, durch die grundsätzlichen Gegnern der Impfung die Möglichkeit gegeben wird, unter bestimmten Voraussetzungen die Befreiung von Zwangsmaßnahmen zur Durchführung der Impfung zu erreichen. Im Hinblick hierauf hat der Reichs- Minister des Innern angeordnet, daß in den Regelfällen außerhalb der Zeiten besonderer Gefährdung des Volkes durch Epidemien von Maßnahmen z u r z w a n g s w e i s e n Impfung und von der Einleitung der Strafverfahren wegen Unter- lassung der Impfung einstweilen Abstand genommen wird. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Adolf Hitler empfing in der Reichskanzlei die Vertreter der 24 großen europäischen Luftverkehrsgesellschaften, die gegenwärtig anläßlich der 7. Jnternattonalen Flugplankonferenz in Berlin werten. Die Erschienenen wurden dem Kanzler von Staatssekretär Milch vorgestellt. * Der Chef der Heeresleitung hat den Unteroffizier Gentner des 21. (bayerischen) Infanterie-Regiments, dem Führer der seinerzeit bei Re it im Winkel von österreichischer Seite bsschoss-E Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brähl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei L. Lunge. K. G.. jämtliH in Gießen, Aus aller Welt. Die Katastrophe des russischen Stratosphärenballons. Die von der Osso Aviachim eingefehte Kommission zur Untersuchung der Katastrophe des sow- letrussischen Stratosphärenballons tellte fest, daß die Notizen der Fahrtteilnehmer und die Aufzeichnungen des Barographen bei dem Sturz der Gondel unversehrt geblieben waren. Es konnte daher einwandfrei festgestellt werden, daß der Ballon am 30. Januar um 12.33 Uhr (Moskauer Zeit) die bisher unerreichte Höhe von 22000 Metern erreicht hatte. Der Ballon blieb 12 Minuten in dieser Höhe und sank dann stetig bis etwa 16 Uhr. Um 16.21 Uhr setzte der Baro- graph aus. Die Uhr des Teilnehmers W a s s e n f o blieb um 16.23 Uhr stehen, so daß man annimmt, daß sich die Katastrophe zu diesem Zeitpunkt ereignet hat. Als Ursache der Katastrophe nimmt man den z u schnellen Abstieg des Ballons an, wodurch sich die Gondel von der Ballonhülle gelöst haben muß. Die Aufzeichnungen der Fahrt- teilnehmer zeigen an, daß die Besatzung bis 16.10 Uhr in bester Stimmung war und keinerlei Befürchtungen hegte. Man hofft, daß die in der Gondel vorgefundenen Apparate noch eine große wissenschaftliche Ausbeute ergeben werden. ♦ Die drei Insassen des verunglückten Stratosvären- ballons wurden in einem Ehrengrab an der Kremlmauer am Roten Platz feierlich b e i g e s e tz t. Sensationelle Aufklärung eines Todesfalles. unter die Führung der entsprechenden S A. • (Gruppen stattfindet. Das bedeutet praktisch also einen Wegfall der Oberlandesverbände und des Führungsstabes. An ihre Stelle treten auf dem Instanzenwege zur Obersten SA.-Führung die Gruppen und Obergruppen. Im roiteren Verlaufe der Umorganisation ist dann allerdings mit einer nach örtlichen Gesichtspunkten geregelten Z u - fammenlegung der O r t sg r u p p e n - R e - serveformationen der aktiven SA. mit den SA. - R. I. -Einh eiten zu rechnen, wobei für die Führung in erster Linie die bisheri- gen SA.-R. l.-Führer eingeteilt werden dürfen. Unberührt von dieser Regelung bleibt der Fortbestand des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten. Ihm kann weiterhin jeder angehö- ren, der ihm heute angehört, gleichgültig, ob er in der SA.-R. Dienst tut oder nicht. Seine Angehörigen tragen, soweit sie nicht als SA.-R.-Männer das braune Ehrenkleid tragen, wie bisher das selb- graue Ehrenkleid. Am kommenden Sonntag wird in Berlin eine Tagung der Landesführer ftattfinben, auf der der Bundesführer die notwen- digen Anordnungen für die weitere Arbeit des Stahlhelm treffen wird. Oie Dienststelle des Führers der SA.-Reserve I aufgehoben. B e r I i n, 2. Febr. (DNB.) Das Stahlhelmbund e s a m t teilt mit: Gemäß Verfügung der obersten SA.-Führung ist auf Grund der angeordneten Verschmelzung der SA.-Reserve I mit her 621. die Dienststelle des Führers der SA.-Reserve I auf gehoben worden. Der Stabschef Röhm hat Oberlandesführer von Stefani feinen Dank und feine Anerkennung für die bis dahin geleisteten Dienste ausgesprochen und ihm zur Verfügung der ober st en SA.-Fuh- r un g gestellt. Oberlandesführer von Stefani hat gleichzeitig sein Amt als Bundeshaupt- in a n n im Stahlhelm B. d. F. niedergelegt. Aeue Forderungen derHeimwehr Wien, 2. Febr. (DNB.) Nach einer Mitteilung der halbamtlichen Polizeikorrespondenz sind am Freitagnachmittag aus allen Bezirken Wiens mehrere tausend Heimatschützler zur Verstärkung der bereits früher aufgebotenen Schutzkorpsbrigade ausgerückt. Gegen Mittag wurden von den Heimwehr- abteilungen zwei neue Kasernen in der inneren Stadt bezogen. In Graz ist auch eine Verstärkung der aufgebotenen Wehrverbände erfolgt. Es besteht daher der Eindruck, daß die in Tirol von den Heimwehren eingeleitete S t r a f e x p e d i t i o n jetzt mit großer Beschleunigung auch auf die anderen Bundesländer ausgedehnt wird. Das Vorgehen der Tiroler Heimwehren gegen die Nationalsozialisten bedingt immer mehr den Charakter auch eines innenpolitischen Vorgehens, da die Tiroler Heimwehren jetzt über die Forderung auf rücksichtslose Bekämpfung des Nationalsozialis- mus hinaus auch die Selbstauflösung der Christlich-Sozialen Partei, den Rücktritt sämtlicher Christlich-Sozialen von den öffentlichen Stellen und sofortige AuflösungberSozial- demokratischen Partei gefordert haben. In Innsbruck sind nur etwa 500 Heimwehr- teute in geradezu jämmerlicher Kostümierung gestellt worden, während die amtlichen Berichte von einem Heimwehraufgebot in Stärke von 8000 Mann sprechen. Als die einzelnen Heimwehrabteilungen in die Stadt einzogen, grüßten vom Innsbrucker Stadtturm zwei riefiae H a k e n k r e u z f a h - n e n , während ganze Salven von Kanonenschlägen die Stadt erdröhnen ließen. Die Heimwehrleute wußten sich nicht anders zu helfen, als wahllos die üblichen Massenverhaftungen vorzunehmen. Ins- gesamt wurden über 160 Personen feftgenommen. Berlin 2. Febr. (DNB.) Die „Stahlhelm- Bundeszeitung" schreibt wer die Neuordnung im Stahlhelm u a.: Äl- im H-rbst dem Stahl- Helm nach dem Tag- uan Hannover d>e Ausgabe übertragen wurde, die SA.-R. I auszustellen da mußt- für den, der die innere Sogit im Ausbau des politischen Soldatentums des neuen Staates begriffen hatte klar sein, daß die durch diese Aufgabenstellung geschaffene Regelung nur einen lieber g a n g s- zustand bedeuten konnte. Ging man nämlich von dem Grundgedanken aus, daß d i e a e s a m t e S A., zu der seit der Eingliederung die Formationen des Stahlhelm auch gehörten, zu einer wesentlichen und ständigen Einrichtung des nationalsozialistischen Staates mit besonderen innerpolitischen Aufgaben ausgebaut werden sollte, so ergab sich schon aus organisatorischen Gesichtspunkten die Notwendigkeit, die zunächst noch unverbunden nebeneinandergestellten Teilgliederungen der Gesamt-SA. zu vereinheitlichen und miteinander zu verzahnen. Es war nötig, aus den Reserveformationen der aktiven SA und den vom Stahlhelm aufgestellten Formationen der SA.-R I eine einheitliche Gliederung zu bilden, in die ohne weitere organisatorische Schwierigkeiten und gefühlsmäßige Hemmungen Jahr für Jahr die nunmehr 35jährigen SA -Männer übergeführt werden können. Mit aus diesem Grunde ist auch die Regelung vorgesehen, daß künftig auch die S A. - R. I an Stelle des qrauen Ehrenkleides des Frontsoldaten das braune Ehrenkleid der SA. trägt. Die Verleihung der braunen Tracht an die Männer der SA.-R. I versinnbildlicht die Tatsache ihrer völligen und unterschiedslos gleichberechtigten Zugehörigkeit zum politischen Soldaten- t u m A do k f H i t l e r s. Betrifft die Frage der Tracht jeden einzelnen SA.-R. I. Mann, so wird die organisatorische Neu- regelung d i e unteren Einheiten zunächst weniger berühren, da lediglich eine Unterstellung der geschlossenen SA.-R. I. - Formationen der Landesverbände Die Beschwerden bezüglich der Rundfunk pro- paganba widerlegt die deutsche Note mit der Feststellung, daß die Vorträge des Rundfunks sich an die reichsdeutschen Höhrer richteten. Dagegen sei festzustellen, daß die Oesterreicher den Rundfunk zu intensivster Propaganda gegen das neue Deutschland verwendeten und s e l b st vor Verleumdungen nicht zurückschreckten. Der Kampfring der Oesterreicher in Deutschland werde von der Regierung nicht gefördert. Die Reise des Erbprinzen Waldeck nach Wien könne auf keinen Fall als eine Konspiration gegen die österreichische Regierung angesehen werden. Der Erbprinz habe sich im amtlichen Auftrage nach Wien begeben, um sich bei der deutschen Gesandtschaft über die Lage zu informieren. Hierbei habe er Herrn Frauenfeld in dessen Wohnung aufgesucht und dort auch den Grafen Alberti getroffen. Graf Alberti sei zu dieser Zeit der Füh- r der niederösterreichischen Heimwehren, also M i t- lied einer Regierungspartei gewesen. Wettervoraussage. In dem Hochdruckkeil, der über Deutschland liegt, hat sich ein Kaltluftherd gebildet, der im südlichen Teil des Reiches Temveraturwerte bis nahe minus 20 Grad aufweist. Ausläufer des nordöstlich ab« ziehenden Tiefs drängen sich südlich vor und bringen wärmere Lust mit sich, so daß zeitweise Bewölkung aufkommt und vereinzelt sogar Neigung zu etwas Schneefall besteht. Dabei wird auch der Frost vorübergehend abgeschwächt. Da über Skandinavien Kält'ezunahme und Barometeranstieg . zu erkennen ist, dürfte auch bei uns der winterliche Witterungscharakter erneut gekräftigt werden. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt und vereinzelt auch Neigung zu etwas Schneefall, weiterhin Frost, doch etwas gelinder. Aussichten für Montag: teils bewölkt, teils aufklarend, meist trocken, noch Frost. Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags —1,4 Grad Celsius, abends —7,8 Grad; am 3. Februar: morgens —10 Grad. Maximum —1,4 Grad, Minimum —10,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Februar: abends —0,5 Grad; am 3. Februar: morgens —1,2 Grad Celsius. — Schneedecke 3,3 cm. — Sonnenscheindauer 8% Stunden. Amtliche Dinlersporlnachrichten. Vogelsberg: Hoherodskopf: Heiter, —12 Grad, 60 bis 70 cm Pulverschnee, Sportmög- lichkeit sehr gut. — Herchenhainer Höhe: Bedeckt, — 8 Grad, 35 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. Sauerland: Winterbera: Wolkig, —7 Grad, 47 cm Pulverschnee, 1 bis 2 em Neuschnee, Sport sehr gut. Schwarzwald: Feldberg: Klar, —12 Grad, 115 cm Pulverschnee, Sport sehr gut. Alpen: Garmisch: Klar, — 20 Grad, 70cm Pulverschnee, Sport sehr gut. Bewegung, die mit der heuchlerischen Maske der Religion und der Konfession Gegenarbeit zu leisten suchten, und weiter diejenigen, die mit dem Begriff des Fa ch e s der zünftigen Wissenschaft und mit der Begründung der Notwendigkeit dieser fachlichen Dinge merkwürdige und gefährliche Ansichten verträten. Dazu sei hervorzuheben, daß der Nationalsozialismus diese Facharbeit durchaus bejahe, aber nur dann, wenn sie im Dienste des Volks- ganzen stehe. Die ersteren lehnten z. B. den weltanschaulichen Inhalt unserer Bewegung als Heidentum ab. Wir Nationalsozialisten, so erHarte Schemm, die wir stolz darauf sind, das deutsche nen Skimannschaft für sein bei dem Vorfall bewiesenes umsichtiges Verhalten seine Anerkennung ausgesprochen und ihn zum über« zähligen Feldwebel ernannt. ♦ Die bisher in Leipzig in Schutzhaft gehaltenen Bulgaren Dimitroff, Popoff und T a n e f f sind nach Berlin übergeführt worden. * Angesichts der französischen Weigerung, die vollen Einfuhrkontingente in allen Fällen für englische Waren wieder herzustellen, werden die angedrohten englischen Gegenzölle voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft gesetzt werden. Die französische Antwort auf die neuerlichen englischen Vorstellungen wird in politischen Kreisen als durchaus unbefriedigend bezeichnet. Herr Dollfuß nicht befriedigt. Oesterreich will den Völkerbund bemühen. Wien, 2. Febr. (DNB.) Das Kabinett hat den Inhalt der dem österreichischen Gesandten in Berlin übermittelten Antwortnote der Reichsregierung zu dem österreichischen Schritt vom 17. Januar d. I. geprüft, lieber die Beratungen des Kabinetts wurde folgende amtliche Verlautbarung veröffentlicht: „Der Ministerrat mußte aus der Antwort der deutschen Reichsregierung mit Bedauern entnehmen, daß auch dieser Versuch der österreichischen Bundesregierung, den Konflikt unmittelbar zwischen den beiden deutschen ©taten zu bereinigen, bei der deutschen Reichsregierung kein Verständnis gefunden hat. Die Antwortnote der deutschen Reichsregierung trägt den von der österreichischen Bundesregierung erhobenen Beschwerden in keiner Weise Rechnung und begnügt sich damit, die einzelnen Beschwerdepunkte einfach i n A b r e d e zu stellen. Aus diesem Grund hat der Ministerrat die deutsche Antwortnote einhellig für unbefriedigend gefunden. InI dem zuversichtlichen Vertrauen auf das gute Recht und in einmütiger Entschlossenheit wird die Bundesregierung unter Führung des Bundeskanzlers Dollfuß nunmehr den W e g w eite r g e h e n, der ihr durch die Verhältnisse aufgezwungen ist." Nach einer halbamtlichen Mitteilung wird ein außerordentlicher Ministerrat bereits in allernächster Zeit zusammentreten, um den endgültigen Beschluß über die internationale Aktion Oesterreichs gegen Deutschland zu fassen. Man erwartet, daß die Sitzung noch vor der Abreise des Bundeskanzlers Dollfuß nach Budapest am 7. Februar ftattfinben wird. Die als unmittelbar bevorstehend angesehene Anrufung des Völkerbundes durch die Regierung wird von der Presse bereits als eine feststehende Tatsache hingestellt. Die Reichsregierung veröffentlicht ihre Antwortnote. Die Wiener Beschwerden im Einzelnen widerlegt. B e r I i n, 2. Febr. Angesichts der Stellungnahme der österreichischen Regierung hält es die deutsche Regierung für angebracht, die deutsche Antwort bekanntzugeben: In der Antwort auf die von dem österreichischen Gesandten überreichten Notiz h ißt es u. a.: Die Notiz enthalt eine einseitige Schilderung gewisser Vorkommnisse in Oesterreich und verbindet damit den Vorwurf, daß diese Vorkommnisse auf eine unzulässige, von Deutschland ous unternommene Einmischung »n die innerP°}fl tischen österreichischen Der h a ltrn, se zurückzuführen seien. Sie spricht von einem Konflikt zwischen den beiden deutschen Staaten und gibt dem ganzen Fragenkomplex eine Darstellung die sie von vornherein unter ein en f al schen Gesichtspunkt rückt. Bevor die deutsche Regierung auf die einzelnen Vorkommnisse eingeht: halt sie es für nötig, diesen falschen Gesichtspunkt richtig zu stellen. Ls handelt sich n i ch t um einen Konflikt Zwischen den beiden deutschen Staaten, als solchen, der unter den von der österreichischen Regierung geltend gemachten formalen Begriff des Völkerrechts fiele, sondern um die Aus- einanderjehung der österreichischen Regierung Die Göttinger Kriminalbehörden stehen vor der sensationellen Aufklärung eines Todes- falles. Dor einigen Jahren starb in Horde am Harz die Offizierswitwe Frau von Berkefeld, eine in der Gegend bekannte und geachtete Frau. Ihre Pflegerin, eine Frau Großkopf, machte alsbald gegen die Erben der Verstorbenen Ansprüche geltend; sie legte einen Darlehensvertrag mit Frau von B. vor, nachdem sie der Offizierswitwe angeblich 3000 Mark geliehen haben wollte, die sie nun zurückverlangte. Da die Erben Einspruch erhoben, kam es zu einer Zivilklage vor dem Göttinger Landgericht. Im Laufe des Prozesses wurde die überraschende Feststellung gemacht, daß die Unter- schrift der Frau v. B. gefälscht war Die Staatsanwaltschaft erhielt von dem Vorfall Kenntnis und ordnete die Ausgrabung der Leiche an. Der Sektionsbefund war überraschend. Die Leiche enthielt ein solches Quantum Arsenik, daß man damit eine ganze Familie hätte umbringen können. Inzwischen wurde auch ermittelt, daß die Großkopf sich tatsächlich Arsenik verschafft hatte und durchaus nicht die makellose Frau war, für die man sie überall hielt. Sie ist wegen Betruges bereits vorbestraft. Frau Großkopf wurde feftgenommen und ins Göttinger Untersuchungsgefang- nie gebracht. Verhängnisvolle Verwechslung. — Statt Glühwein ätzendes Soda getrunken. Kraft ergriffen und der die deutsche Bevölkerung Oesterreichs schon seit langem in seinen Bann gezogen hat, wird von der österreichischen Regierung mit allen Rütteln der Gewalt in seiner freien Entwicklung und Entfaltung gehindert. Ls ist selbstverständlich, daß durch die politische Grenze zwischen dem Reich und Oesterreich das Gefühl völkischer und geistiger Verbundenheit nicht beseitigt und das Uebergreifen volksbewegender Ideen nicht aufgehalten werden kann. Die österreichische Regierung kann nicht erwarten, daß Deutschland einem Regierungssystem gleichgültig gegenübersteht, das alles das entrechtet und unterdrückt, was das deutsche Volk mit neuem Mut und neuer Zuversicht erfüllt. Es ist unvermeidlich, daß der schwere innerpolitische Konflikt in Oesterreich auch auf das Der- hältnis des Reiches zu Oesterreich feine aefubte- mäßige Rückwirkung hat. Trotzdem hat die deutsche Regierung es auf das peinlichste vermied e n, sich in die innerpolitischen Verhältnisse Oesterreichs einzumischen. Sie hat wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß ihr jeder Gedanke an gewaltsame Einmischung oder irgendeine Verletzung vertraglicher Bindungen v o l l k o m m en f er n liegt. Sie kann daher nur ihr lebhaftes Befremden darüber äußern, daß die österreichische Regierung bei mehrfachen Anlässen die deutsche Regierung verdächtigt hat, als ob sie die II n a b i) ä n g i g f e i i Oesterreichs bedrohe. Bei dieser grundsätzlichen Einstellung der deutschen Regierung versteht es sich im Gegensatz zu der Darstellung der österreichischen Regierung ganz von selbst, daß die deutsche Regierung es nur begrüßen würde, wenn e n d l i ch eine Verständigung zwischen der österreichischen Regierung und der Nationalsozialistischen Partei in Oesterreich herbeigeführt werden könnte. Auch von Seiten nationalsozialisti- Dolk unter dem Begriff der Rasse zu einer völki- material von Deutschland nach Oesterreich sei " ' 1 ' " ' ' ---. ebenfalls genau nachgeprüft worden. Keinerlei amtliche ober parteiamtliche deutsche Stellen seien an einem derartigen Schmuggel beteiligt gewesen ober hätten ihn auch nur begünstigt, falls er sich tatsächlich ereignet haben Ein pensionierter Eisenbahnbeamter in Koblenz ist bas Opfer einer Verwechslung geworben. Er war zu einer ihm bekannten Familie gekommen unb fanb auf bem Küchenherb einen Topf mit Flüssigkeit vor, von ber er annahm, baß es sich um einen Glühwein hanbele. Kurz entschlossen tränt er von ber Flüssigkeit. Die in einem Nebenzimmer an- wesenben Wohnungsinhaber hörten alsbalb lautes ! Aufschreien, unb als sie in bie Küche eilten, fanben ie ben Beamten, wie er sich in Schmerzen auf bem Erbboben wälzte. Bei ber Flüssigkeit hatte es sich um kaustisches 6oba gehandelt. Ein herbeigerufener Arzt orbnete bie sofortige Ueberführung ins Krankenhaus an; dort trat der Tob kurz Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis 13. Februar 1934 einschl. gemahnt: Schulgeld für die Hess. Studienanstalt für November und Dezember 1933. 700C Wohnungsmiete aus städtischen Häusern usw. für November und Dezember 1933. 4. Ziel Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren 1933. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Gießen, den 3. Februar 1934. _________________Stadtkasse Gießen.________________ Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 685C 1. Impftermin: Mittwoch, 7. Februar 1934, von 15 bis 16 Uhr; Nachschau.- Mittwoch. 14. Februar 1934, von 16 bis 16% Uhr; 2. Impftermin: Mittwoch, 14. Februar 1934, von 15 bis 16 Uhr; Nachschau: Mittwoch, 21. Februar 1934, von 16 bis 16% Uhr. Jmpflokat ist die Turnhalle der Pestalozzischule, Wernerwall 18. Zu diesen Terminen können alle in 1932 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelassen. Gießen, den 28. Januar 1934. Bürgermeisterei Gießen. I. A.: Kolb. Brennholzversteigerung der Gtadt Gießen. Dienstag, den 6. Februar 1934, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 46 (Stadtwald), Försterei Rödgen: 694C 1,9 rm Buchenscheiter 2. Klasse, 55,4 rm Eichenscheiter 1. Klasse, 90,4 rm Eichenscheiter 2. Klasse, 3,3 rm Buchenknüppel, „ 68,5 rm Eichenknüppel, « 840 Wellen Buchenreisig 2. Klasse, 475 Wellen Lindenreisig 2. Klasse, 75 Wellen Eichenreisig 3. Klasse, 55,25 rm Eichenstöcke, 7,2 rm Eichen-Nutzscheiter 1. Kl. (1 und 1,25 m lang). Zusammenkunft: Grünberger Straße — Abzweig des Fußwegs nach Annerod (am Mühlberg). Die im Januar 1934 ftattgefundenen Brennholzversteigerungen wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 10. Februar 1934 in Empfang zu nehmen. Gießen, den 2. Februar 1934. Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Bartholomäus. Vergebung von Materiallieferungen und Strahenbauarbeiten. Auf Grund der Roichsverdingungsordnung sollen auf nachfolgenden Straßenftrecken die zur Verlegung von Kleinpflaster und Herstellung einer Zementschotterdecke erforderlichen Materiallieferungen (Klein- und Mittelpflastersteine, Randsteine, Sand und Zement) und Arbeiten (Pflaster-, Vorprosilie- rungs-, Kuroenregulierungs- und Straßenverbreiterungsarbeiten) im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: 1. Schellnhausen—Romrod km 39,000—41,100; 2. Selters—Bleichenbach km 51,389—53,154; 3. Willofs—Lauterbach km 24,068—25,768; 4. Büßfeld—Homberg km 14,250—15,150; 5. Ortsdurchfahrt Homberg km 16,523—16,823; 6. Dorn-Affenheim—Reichelsheim km 9,495 — 10,495; 7. Ortsdurchfahrt Lißberg km 74,657—75,174; 8. Ortsdurchfahrt Düdelsheim km 17,175—17,947; 9. Steinfurth—Bad-Nauheim (Zementschotterdecke) km 8,940—11,328. Bei der vorstehend auszuführenden Zementschotterdecke werden die Zementschotterarbeiten getrennt von den Vorprofilierungs-, Kuroenregulierungs- und Straßenoerbreiterungsarbeiten vergeben. Angebotsoordrucke sind, soweit Borrat reicht, ab Montag, den 5. d. M., b uns (Hitlerwall 37) erhältlich. Die Bedingungen liegen bei uns offen. Die Angebote find verschlossen, und zwar für jede Straße in besonderem Umschlag mit entsprechender Aufschrift versehen, bei uns bis zum Donners- tag, dem 15. d. M., vormittags 9 Uhr, portofrei ein- zureichen. 675D Die Oeffnung erfolgt in Gegenwart der erschienenen Bewerber, die Ergebnisse werden für die einzelnen Straßen in der vorstehend angegebenen Reihenfolge verlesen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 1. Februar 1934. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. Rutz- u.9rennholz-Versteigerung im Albacher Gemeindewald. Mittwoch, den 7. Februar, vormittags 9% Uhr, nach Zusammenkunft auf der Straße Albach—Oppenrod, Kreuzung nach Steinbach, wird in den Distrikten Dachsberg und Kreuzholz versteigert: 1. Nutzholz. Langholz: Eiche Kl. 2 2 Stück, 1,47 fm N; Kl. 3 3 St., 2,37 fm N; fil. 5 1 St., 2,06 fm tt; Kl. 6 1 St., 3,26 fm A. — Abschnitte: Kl. 2 5 St., 2,07 fm N; Kl. 3 3 St., 1,66 fm N; Kl. 4 5 St., 3,81 fm N; Kl. 4 2 St., 1,31 fm A. Buche: Kl. 4 1 St., 1,18 frn A; Kl. 5 1 St., 0,81 fm A; Kl. 6 1 St., 2,21 frn A; Kl.3 2 St., 1,79 fm N; £1.4 4 St., 4,07 fm N. Kiefer: Kl. 3b 1 St., 0,59 fm N. Dcrbstangen: Eiche Kl. 2 14 St. (Deichseln), Fichte Kl. 2 213 Stück, Kl. 3 200 St. Nuhscheiler: Eiche Kl. 1 2 rm (gesp.); Kl. 2 14 rm (2,2 m lang, Gartenpfosten); Fichte: 22 rm Kl. 2 (3 und 4 m lang). II. Brennholz. Buche: 70 rm Scheit, 90 rm Knüppel, 7 rm Stöcke, 1000 Wellen. Eiche: 15 rm Scheit, 13 rm Knüppel. Fichte: 25 rm Scheit, 25 rm Knüppel. Das Brennholz wird am Vormittag versteigert. Das Nutzholz ab 1 Uhr am Hattenröder Weg. Das Holz ist ohne Rinde gemessen. Auskunft erteilt Förster Becker, Steinbach. Albach, den 2. Februar 1934. 712D Hessische Bürgermeisterei: ßen$. Vermietungen SöDoietlel Sehr schöne 7- Zimm.-Wohn. m. Bad, Balkon, Garten,Zentralheizung usw.ver 1.4. 34 zu verm. Schr. Ang. unt. 0607 a. d. G.A. Schöne geraum. 7-Zinn 257 D verm. g. unter 0575 o. Gieß. Anz. an A. Becker. Kevlerstr. 9. mieten. Schristl. An, m.siieß.marm.u. kalt.Wass.,Balk., Bad, reich!. Zubehör u. Gart.. i. gut. Lage, preiswert zu vermiet. Schritt!. Angeb. unt. 0565 an d. Gieß. Anzeiger. 6-3im.-Wotin. Walltorstr. 48 p. links per 1. 4. zu Schöne WOHNUNG, 3 Zimmer u. toe mitZentralheiz., für einz. Dame geeignet, zu ver- 5-M-Bijn. Liebigstr. 461 sof. z. verm. Näheres A. Becker, Kep- lerstr. 9. 258 D Schöne sonnige 5'Zimtiölm. mit Bad u. Zen- tralheiz., in best. Lage, evtl, für Praxis od. Büro zu vermieten. Schriftl. Angeb. unter 0573 an d. Gieß. Anzeiger. 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Februar 1934, oorm. 10 Uhr. in der Gastwirtschaft Delling, Odenhausen, aus Schutzforst Rabenau, Forstort Höhringsteich 10, Odenkopf 11, Rangen 21 und 27, Hörnes 41 und Geiselstruth: 673V Scheiter, rm: Buche 280, Fichte 10; Knüppel, rm: Buche 230, Fichte 4; Reisig, rm: Buche 700; Stöcke, rm: Buche 30. .. . . Das mit 00 gezeichnete Holz wird mcht versteigert. Londorf, den 1. Februar 1934. Hessisches Forstamt Rabenau. ^Brennholz -Versteigerung der Gemeinde Laubach am Dienstag, dem 6. Februar d. 3., vorm. 10 Uhr, im „Solmfer Hof“ aus den Forftorten Alte Ziegel- Hütte la, Rother Stahl 2, 3, 5a, 7 und 8, Wann 10—11, Einfirste 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7. Scheitholz: Buche 590, Eiche (rund) 2,9 (2,5 m lang), Fichte 2. Kl. 47, Kiefer 14. Knüppel: Buche 91, Fichte 5, Kiefer 7. Reisig: Buche 9. Stöcke: Buche 32. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht zum Verkauf. 686V Laubach, den 30. Januar 1934. Hessische Bürgermeisterei. ____________ Högy._______________ Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichscheu Oberförsterei Hohensolms. Donnerstag, 8. Februar, 10 Uhr. im Gerlachschen Saale zu Bieber aus Helfholz und Lberstein: rm Scheitholz: Bu. 164; Knüppel: Bu. 139, Ei. 54, Na- delh. 21; Wellen (Reish.): Bu. 6000, Ei. 1200 (Forst- wellen); Stück Derbstanqen: Fi. 1. Kl. 150, 2. Kl. 200, 3. Kl. 170, Ei. (Deichseln) 25; einige Bu.- u. Ei.- Stämme (3. u. 4. Kl.), einiae rm Gartenpsosten. Freitag, 9. Februar: Jsselscheid: rm Scheith.: Bu. 24; Knüppel: Bu. 14, Ei. 8, Nadelh. 12; Reish.: Ei. 160; Wellen: Bu. 800, Ei. 800; Stck. Derbstangen- Fi. 1. Kl. 30, 2. Kl. 300, 3. Kl. 700; Reisstangen: Fi. 4. Kl. 850, 5. Kl. 250; Bohnenstangen 1500; einige rm Gartenpfosten 568V Zusammenkunft: 10 Ahr: Straße Fellingshausen— Frankenbach, Eingang zur Jsselscheid.__ Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichfchen Oberförsterei Lich. Montag, 5. Februar: Fuchsstrauch, Fasanerie: rm Scheitholz: Bu. 30, Ei. (rund) 23, Akazie 1; Knüppel: Bu. 23, Ci. 55; Stockh.: Bu. 5; Reiskn.: Ei. 3, Weichh. 8; Wellen (Reish.): Bu. 360, Ei. 1500 (gute Forstwellen); fm Wagnerholz: Ei. 17; Akazie 1; Stck. Derbstangen: Fi. 250; Reisstangen 400; Bohnenstangen 2500; 36 rm Gartenpfosten und Weidepfähle. Zusammenkunft: 10 Ahr: Bahnunterführung im Fuchsstrauch. Dienstag, 6. Februar: Wehrholz, Schießacker, 6t- lesberg, Langeberg: rm Scheitholz: Nadelh. 40; Knüppel: Ei. 25, Nadelh. 50; gute Forstwellen: Bu- 300, Ei. 4300 ; 60 rm Schlagreiser; Schnittholz: Kiefer (3. u. 4. Kl.) 5 fm; einige rm Gartenpfosten und Weidepfähle. 569V Zusammenkunft: 10 Uhr: Wehrholz (Heerstraße); 2 Uhr: Langeberg. Weitere Versteigerungen: 12.2.: Höler (Südseite), 13.2.: Mönchwald, 19. 2.: Hard._____ Holzversteigerungen der Fürst zu Solms-Lichschen Oberförsterei Lich. Montag, 12. Februar: höhler (Südseite): rm Scheitholz: Bu. 190, Ei. 107, Kie. 16; Knüppel: Bu. 66, Ei. 77, Nadel 13; Stockh.: Bu. 53, Ei. 60; Reiskn.: Ei. 90; Wellen (Reish.): Bu. 3300, Ei. 600 (dabei gute Forstwellen).— fm Schnittholz: Ei. (4. u. 5. Kl.) 39, Bu. (4.) 8, Kie. (3. u. 4.) 8; Wagnerholz: Ei. 5; Stck. Derbstangen: Fi. (2. u. 3. Kl.) 200; Bohnenstangen 1000 ; 26 rm Stangen in Schichthaufen, 24 rm Gartenpfosten 713V Zusammenkunft: 9% Uhr: Straße Lich—Garbenteich (Waldeingang). Dienstag, 13. Februar: INönchwald, Weilbach: rm Scheitholz: Bu. 127, Ei. u. a. 18, Kie. 50, Fi. 11; Knüppel: Bu. 128, Ei. 34, Kie. 30, Fi. 12; Stockh.: Bu. 6; Reiskn.: Ei. 12; Wellen (Reish.): Bu. u. Ei. 2300 (dabei gute Forstwellen). — fm Schnittholz: Ei. (6. Kl.) 2; Stck. Derbstangen: Fi. (1.-3.) 200; 26 rm gute Stangen in Schichthaufen, 24 rm Gartenpfosten und Weidepfähle. Zusammenkunft: 10 Uhr: Meilbachpflanzgarten. Letzte Versteigerung: 19. 2. Hard. Holzverkauf Slaatsoberförslerei Krofdorf Dienstag, den 6. Februar d. 3., 9 Uhr, bei Gastwirt Klinke! zu Odenhausen a. d. Lahn: 617V Försterei Salzböden, Distr. 66b Eulenkopf, 67 Alter Stall, 68, 72 Hirschsprung und Försterei Waldhaus, Distr. 55a, 57b Lindenschied. Ei.-Sch. u. Kn. 67 rm, Bu.-Sch. u. Kn. 653 rm, Reis III 1500 rm, sowie das Nutzholz aus vorgenannten Distrikten: Ei.-Stä. Kl. 2 = 0,33 fm; Schichtnutzholzrollen II 6 rm, Fi.- u. Lä.-Stä. Kl. la bis 3a -- 2,55 fm, Fi.-Stangen I bis IV = 296 St., Lä.-Nutzrollen und Knüppel 9 rm. Auto (offen) od.Liniousine gegenbarz.kauf. ges.Schr.Angeb. m.Pr.u. Motorstärke urft. 0524 a. d. Gieß. Anz. Gebrauchter Kleinwagen zu kauf, gesucht. Schr. Angeb. mit Angabe d. Baujahres u. 674D an d. Gieß. Anz. i Gut erhaltenes Miet z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 0586 a. d. G. A. Kleiner Küchenherd sof. z. kaufen ges. Schr. Ang. unter 0577 a.ü.G.An». Verschiedenes ZwecksDekümpsungder Schwarzarbeit können Arbeiir-Ange- botc von Handwerkern nur mit Namenonem rmnq n. unter Vorlage besGcwerbenachweiles an genommen werben. Verlag desSiehenerAnzeigers Sonntag, den 4. i*ebr., nachmittags 3 Uhr Jahres- Haoplversammlung im Vereinslokal Hessischer Hof ). Allseit. Erschein, ist dringend notwendig. 6osd Der Führer. Skumeükel Gießen 7md Sonntag, d. 4. 2. 19—21,15 Uhr: AußerAbonnenr. Ermäß. Preise. Der Herr Senator. Lustsp in 3 Auszügen n. Schön» tban-Kadelburg. Dienstag, d. 6.2. 20—22,15 Uhr: Das Konzert. Mittwoch,d.7.2. 19,30-22,30Uhr: Die gold’ne Meisterin. Donnerst.,d.8.2. 20-22.45 Uhr Alle geg. C?ine« -Einer f. Alle. Freitag, den 9.2. 20—22 Uhr Bob macht sich gesund Samst., d. 10.2. 20-22.45 Uhr Alle geg. Eine« -Etner fürAlle. Sonntag,d.11.2. 19—22 Uhr Die gold’ne Meisterin. Kr. 29 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheilen) 5amrtagF.8ebruaN9Z4 „Mit Hitler in die Macht." Die Preisarbeiten des deutschen Iournaliften-Wettbewerbs. Aus der Provinzialhauptstadt. Mehr sein als scheinen! Don Superintendent Lic. Borrmann. Diel leisten, wenig hervortreten, mehr sein als scheinen — das war der Grundsatz, den Generalfeldmarschall von M o l t t e seinem Generalstab m Fleisch und Blut einimpfte. Besonders dadurch, daß er selbst nach diesem Grundsatz lebte. Ihm war aller äußere Schein zuwider, aber wo er Echtheit, Leistung, Begabung fand, da förderte und half der ^roße Schweiger nicht mit Worten, aber nut der Mehr sein als scheinen — dieser Lebensgrundsatz des großen Schlachtenlenkers ist ein echt christlicher. Er ist der Bibel entnommen, die des öfteren diese Lebenswahrheit ausspricht oder darstellt. So auch im Evangelium des morgigen Sonntags (Luc. 8, v—15) Dort wird von einem Ackerfeld berichtet, das mehr scheint, als es in Wirklichkeit ist, und von Aehren auf diesem Feld, die mehr versprechen als sie her- nach halten. Saatgut, so erzählt diese Geschichte, fällt auf ein Erdreich, dessen Oberschicht guter Boden ist, darunter aber ist Felsgestein. Rasch schießen die Halme auf, aber die Sonne bringt diese Halme ebenso rasch zum Welken, weil sie nicht tief genug gewurzelt sind. Und Jesus erklärt dieses Gleichnis so: „Die auf dem Felsgestein sind die Menschen, die das Wort Gottes, wenn sie es hören, mit Freuden annehmen: aber sie haben nicht Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der An- fechtung fallen sie ab." Mit anderen Worten: Es sind Menschen, die mehr scheinen, als sie sind. Ihr Glaube scheint zu blühen, aber eben: es scheint nur so. Laßt Leid diesen Glauben treffen, so wird das Leid diesen Menschen nicht zur Bewährung ihres Glaubens, sondern führt zu des Glaubens Vernichtung. Ihr Glaube ist eben ein Strohfeuer, das mit Natur- Notwendigkeit nicht lange brennen kann. Es find Menschen, die mehr scheinen, als sie sind. Ihre Nächstenliebe scheint auf den ersten Blick wirklich tätig und zum Segen der Mitmenschen zu arbeiten. Aber wenn von ihrer Liebe wirkliche Opfer verlangt werden, wenn diese Liebe wirklich zum Wohl des Nächsten entbehren soll, dann offenbart sie sich als Scheinliebe: zur Selbstverleugnung ist sie nicht fähig. Gottlob, daß das Gleichnis mit dieser traurigen Feststellung nicht schließt. Es berichtet noch von einem anderen Ackerboden, der gar nicht besonders gut aussieht, aber er ist gutes Land und bringt darum hundertfältige Frucht. Unter diesem guten Land und diesen herrlichen Früchten sind die Menschen dargestellt, die Gottes Wort hören, aufnehmen und in guten wie in bösen Tagen danach tun. Es sind die Menschen, die mehr sind, als sie scheinen. Solche Christen braucht unsere Zeit, die viel leisten, wenig hervortreten, mehr sind, als sie scheinen. Das sind die Menschen, auf die man sich unbedingt verlassen kann. Das sind Menschen, die einen nie enttäuschen, sondern die in sie besetzten Erwartungen noch übertreffen. Und meist sind das Menschen, denen man auf den ersten Blick eine derartige Tüchtigkeit nicht ansieht, weil sie eben bewußt mehr sein als scheinen wollen. Fragen wir noch, warum diese vor der Welt meist verborgenen und ihr unbekannten Menschen so treu sind bis in die kleinsten Kleinigkeiten ihres täglichen Berufs? Weil sie Menschen der Ewigkeit sind und immer mehr sein wollen. Sie fühlen sich Gott verantwortlich. Sie nehmen ihren Beruf, mag er noch so unscheinbar sein in den Augen der Welt, aus Gottes Hand, und darum nehmen sie ihn unendlich ernst. ßintopffleridft — ein BolkSbrauch. Wir alle wissen, daß wir einer vom anderen ab- hängen und daß wir ohne die Volksgemeinschaft nichts sinv. Das E i n t o p f a e r i ch t macht diese Tatsache für jeden Volksgenossen begreiflich. In den wenigen Monaten seit dem 1. Oktober 1933 hat sich dieser Dolksbrauch bereits so fest verwurzelt, daß er wohl niemals wieder verschwinden wird. Es gibt jedoch noch immer Volksgenossen, die den Sinn des Eintopfgerichts nicht begriffen zu haben scheinen. Das Eintopfgericht hat nur dann einen Sinn, wenn es zugleich ein Opfer darstellt. Man soll sich zwar satt essen, aber man soll eins ach essen und das Geld, das man dadurch spart, für die notleidenden Brüder opfern. Zuerst war überall die Beteiligung lebhaft, und sie wuchs von Monat zu Monat. Wie es aber immer ist, so kann man auch hier beobachten, daß bei manchen Menschen das Strohfeuer bald abbrennt. Nach dem Weihnachtsfest ist an einigen Orten ein gewisses Nachlassen der Erträge eingetreten. Zum Teil mag das auf Geldmangel nach den Feiertagen beruht haben. Es gibt aber zu denken, daß gerade in Städten und Bezirken, in den vorwiegend arme Landarbeiter wohnen, auch im Januar eine erhebliche Zunahme zu verzeichnen war. Sie betrug z. B. in den nordwestfälischen Großstädten gegenüber dem Dezember teilweise bis zu 40 v. H. Das ist ein Beweis dafür, daß der nationalsozialisti- sche Gedanke der Volksgemeinschaft in die breiten Massen gedrungen ist und von diesen voll verstanden wird. Um so bedauerlicher ist es, wenn verschiedentlich festgestellt werden mußte, daß wohlsituierte Herrschaften die Sammler abgewiesen oder mit ganz geringfügigen Beträgen abgespeist haben. Wer so handelt, stellt sich außerhalb der Dolksge- meinschaft. Er wird ein Fremder im eignen Vaterland. Immer sitzt ihm das schlechte Gewissen im Nacken. Wenn ihm ein frohes „Heil Hitler!" ent- qegenschallt, dann muß er erröten, weil er dem Dolkskanzler nicht die Treue gehalten, der ihn und seinen Besitz vor dem Bolschewismus geschützt hat. Wenn andere frohen Mutes ihr herzhaftes Eintopfgericht verzehren, dann muß er fürchten, von seinen Kindern und von seinem Hausmädchen verachtet zu werden. Solche Menschen werden niemals Nationalsozialisten werden, und man muh sogar daran zweifeln, ob sie es überhaupt verdienen, Deutsche zu heißen. Denn das Eintopfgericht ist ein deutscher Volksbrauch geworden, dem sich niemand mehr entziehen kann. 3m 3eid)en her grauen Glücksmänner. Das erste Jahr der nationalsozialistischen Revolution ist vorüber. Im Zeichen des W i n te r h i Iss- Werks für die notleidenden Volksgenosse n steht der Dank, den das deutsche Volk feinem Führer zollt. Die Winterschlacht neigt sich ihrem Ende zu. Aber noch einmal gilt es, a l l e Kräfte anzuspannen, um Sorge uno Lew zu bannen, um Mut und Glauben an das Leben auch für die Aermsten wieder aufzurichten. Unzählige Male sind in diesen letzten Wochen Die Unsere Leser sollen selbst urteilen! Tausend Mark für die riichtige Lösung. NSK. Dir beginnen im folgenden mit dem Abdruck der im Deutschen Journalislenwetbewerb .Mit Hitler in die Dacht" vom Preis- gericht ausgewählten Arbeiten. Den Vorsitz des Ireisgerichles hatte bekanntlich Reichsminister Dr. Soebbels. Der Abdruck der fünf preisgekrönten Arbeiten erfolgt ab heute fortlaufend in belie- iger Reihenfolge ohne Kennzeichnung der erfolgten Zrämiierung. Die Reihenfolge der Prämiierung (mit dem 1„ 2., 3.. 4., 5. Preis) ist nur dem Preisgericht bekannt. Die erste Preisarbeit erscheint heute unter dem Titel „Ianget an!“ Die deutschen Zeilungslefer sollen nun selbst darüber urteilen, welche der Arbeiten mit dem 1.» 2., 3., 4., 5. Preis ausgezeichnet worden ist. Wir veröffentlichen hier eine der fünf preisgekrönten Arbeiten im deutschen Journalistenwettbewerb „Mit Hitler in die Macht!" Die übrigen vier werden in den nächsten Tagen folgen. NSK. Ein langgestreckter, graudüsterer Hof: ein Hof wie unzählige andere auch. Und doch ist dieser > Hof ein besonderer Hof: denn er kann erzählen von I bitterem Leid, von Elend und Sorge und von | tausendfältigen Enttäuschungen. Er ist darum ein besonderer Hof, weil er nur betreten wurde mit tiefem Haß und wieder verlassen wurde mit Bitterkeit. Er kann erzählen, dieser Hof, von Stunden der Zwietracht der Brüder eines Volkes, feine hohen Häuserwände hallten wider von den gellenden Schreien verhetzter Menschen, vom Wimmern und Stöhnen der Niedergeschlagenen, die politischer Rache zum Opfer fielen. Diele Höfe gleichen in Deutschland diesem Hof. Und doch ist wiederum gerade dieser Hof ein besonderer Hof, dieser Hof des Frankfurter Arbeitsamtes. Denn er war ausersehen, neues Leben, neue Hoffnung hinauszutragen in ein verzweifeltes Volk. Und dieser kleine unscheinbare Hof im Herzen der alten freien Reichsstadt am Main wird dereinst eingehen in die Geschichte eines neuen Reiches, wird Zeuge fein eines neuen Geistes. Sein Geburtstag ist der 23. September 1933. In diesem Hof, eingeengt zwischen hohen Häuserwänden, wurde der neue deutsche Arbeitsmensch geboren, der freie Arbeiter der Faust. Und in ihm wurde geboren der Glaube des deutschen Arbeiters an den Führer. Das aber geschah so ... An jenem Morgen des 23. September 1933 betraten, gegen 7 Uhr, siebenhundert deutsche Men- schen zum letzten Male nach langen Jahren der Not diesen Hof. Sie traten an, nicht um wieder Schlange zu stehen, sondern sie traten an in zehn Gliedern, Alte und Junge, mit hoffnungsfreudig leuchtenden Gesichtern, aus denen Not und Sorge ausgelöscht waren. Sie standen da im blauen Arbeitskittel, im Ehrenkleide des deutschen Arbeitsmannes. Und diese Siebenhundert hörten ein beglückendes Wort: „Ihr seid nun zum letzten Male im Hofe des Arbeitsamtes, den ihr so lange mit Erbitterung betreten habt...!" und sie hörten voll tiefster Freude das andere Wort: „Fanget an!" Und in siebenhundert deutschen Arbeiterherzen keimte ein Glaube... Und zur gleichen Stunde keimte dieser Glaube m tausend anderen, einst leiderfüllten Herzen: das aber geschah in den Herzen der Frauen und Mutter der Siebenhundert, denn diese Stunde brachte wieder Brot, erworben durch ehrlicher Hände Arbeit. Das war die Geburtsstunde des Glaubens. Der aber wurde vertieft, als die Siebenhundert zum letzten Male durch das Tor des Hofes schritten und auf dem Börsenplatz zu Frankfurt aus der Hand des Statthalters ihr Arbeitsgerät empfingen. Jür die richtige Lösung ist vom Reichvpressechef der RSDAP. Dr. Dietrich ein Preis von R 2N. 1000 ausgesetzt worden. Gehen mehrere richtige Lösungen ein, so wird der Preis in fünf Preise zu je RD. 200 geteilt. Gehen mehr als fünf richtige Lösungen ein, so werden die fünf mit einem Preis von RD. 200 bedachten Lösungen unter Ausschluß des Rechtsweges durch das Preisgericht durch Los bestimmt. Die Einsendungen sind bis zum 15. Jebruar zu richten an den Reichsverband der Deutschen presse, Vertin W 10, Tiergartenstrahe 10. Jeder Einsendung muh die letzte Bezugsquittung des Giehener Anzeigers beigefügt werden. Einsendungen ohne ordnungsgemäße letzte Bezugsquittung werden nicht berücksichtigt. Und wieder wurde ihnen das Wort gesagt: „Fanget an!" Das Wort, auf das ein Millionenheer feit Jahren gewartet. Und sie, diese Siebenhundert, waren ausersehen, die Ersten zu sein bei dem Bau eines neuen Reiches, die Ersten dieser Millionenarmee, sie sollten das Wort wahr machen. Und ihr Glaube wurde mächtig, ihre Herzen schlugen höher, als sie durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt marschierten nach ihrem Arbeitsplatz. Sie alle wurden sich bewußt, daß auch ihnen dieses Festkleid der Straßen galt. Denn ihnen, diesen siebenhundert Menschen der Arbeit, galt der Jubel der Menschen, nicht etwa dem Arbeiter Soundso, der zufällig mitmarschierte. Nein, sie alle fühlten, daß dieser ehrliche Jubel dem Bruder im Arbeitskittel, dem deutschen Volksgenossen galt. Sie fühlten die Schranken fallen, die einstmals künstlich aufgerichtet wurden und die das Volk trennten. Dieser Marsch aber gab ihnen das stolze Gefühl der Verbundenheit wieder. Und der Glaube an das Wort „Fanget an" und an das Reich wuchs, ergriff sie und wühlte sie auf: die, die da auf der Straße marschierten und die, die an der Straße standen. Und dieser Marsch der Siebenhundert fand sein Echo im ganzen Reich. Allüberall zündete der Geist der marschierenden Arbeiter, rüttelte die Lauen auf, zeigte ihnen den Willen eines neuen Deutschland. Eines Deutschland der Arbeit, eines Deutschland einig in einem Führer. Der Wille des Einen aber war es, der diese Siebenhundert aus dem düsteren Hof des Arbeitsamtes hinausführte in die wahre Freiheit, der fie alle wieder machte zu freien und stolzen Menschen, der ihnen den Platz wieder gab, der ihnen gebührt im Volk. Und diese Siebenhundert verstanden den Ru des Führers und traten vor ihn hin dort am Ufer des Mainflusses, voll Glauben an ihn und sein Werk. Sie verstanden ihn auch, als er in ihrer Sprache zu ihnen sprach: denn er war einer der ihren, er fühlte wie fie, er dachte wie sie. Er sprach nur zu ihnen und gab ihnen den Befehl: „Fanget an!" Und sie wurden Zeugen des Augenblicks, als sich der Spaten zum ersten Spatenstich tief in die Erde senkte; als der Führer, ihr Führer, das Zeichen gab zum „Fanget an!" der Arbeit, einer Arbeit, die das ganze deutsche Volk erfassen sollte. Und dieses Volk verstand den Sinn dieser Tat und das Wollen des Führers. Das Wort „Fanget an!" wurde das Losungswort eines ganzen Volkes, wurde das Zeichen des Sieges. Und aus den Siebenhundert, die an jenem Mor- gen des 23. September 1933 voll Hoffnung und Glauben auszogen aus dem Hofe des Frankfurter Arbeitsamtes, wurden Taufende und aber Taufende, die das Wort aufgriffen, das ihnen zugerufen wurde. Das aber war das Werden des neuen Reiches. „Fanget an!" glänzenden Laufbahn entsagt, um sich ganz der Mu» ik zu widmen, nachdem er mehr und mehr gerade als Regerspieler einen Namen erworben hat. In vielen Besprechungen wurde immer wieder hervorgehoben, wie er gerade durch die geistige Durcharbeitung der unendlich schwierigen Telemannvariationen mit ihrem polyphonen Gewebe und iprem Arabeskengewirr sich besonders ausgezeichnet habe. Ortsgruppe Gießeu-Süd. Am Sonntag, 4. Februar, werden von den Amtswaltern der Ortsgruppe die Ersparnisse anläßlich des Eintopfgerichtes in den Haushaltungen in der Zeit zwischen 11 und 14 Uhr eingesammelt. Ich bitte alle Bewohner der Ortsgruppe Gießen-Süd, ihre Spende bereitzuhalten und bei Vorlegung der Sammelliste den Amtswaltern auszuhändigen. gez.: Friedel, Drtsgruppenroalter. Veränderungen in der oberhessischen Justiz. Wie das Personalamt bekanntgibt, wurden durch Urkunde des Herrn Reichsstatthalters in Hessen auf Vorschlag der hessischen Regierung u. a. ernannt: der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Lauter- bach Dr. Wilhelm Kalbfleisch zum Land- gerichtsrat bei dem Landgericht Gießen; der Gerichtsassessor bei dem Amtsgericht in Darmstadt Dr. August S p r e y zum Amtsgenchtsrat beim Amtsgericht Lauterbach unter Berufung in das Beamtenoerhältnis; der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht in Herbstein Hans Werner zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Offenbach; der Gerichtsassessor zur Zeit beim Landgericht Darmstadt Dr. Karl Otto Trieb zum Staats- anwalt bei dem Landgericht Gießen unter Berufung in das Beamtenverhältnis; der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Butzbach Richard S ch a e g zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht Gießen; der Staatsanwalt bei dem Landgericht Gießen Alfred Schneider zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht Gießen; der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Grünberg Dr. Wilhelm Christ zum Landgerichtsrat beim Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleich zum Amtsrichter beim Amtsgericht Mainz; der Justizpraktikant Justizsekretär Andreas Merle zum Oberjustizsekretär bei dem Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 1. Januar 1934; der Gerichtsassessor zur Zeit bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Hermann Georgi zum Direktor bei dem Hessischen Landeszuchthaus Marienschloß in Rockenberg; der Gerichtsassessor bei dem Landgericht Darmstadt Dr. Friedrich Brun zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Vilbel; der Gerichtsassessor beim Amtsgericht Butzbach Ludwig Günter Buxbaum zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Osthofen; der Gerichtsaffeffor in Gießen Dr. Hans Finke zum Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Gießen; der Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft Gießen Dr. Wilhelm C l a ß zum Staatsanwalt bei dem Landgericht Gießen; der Gerichtsaffeffor bei dem Amtsgericht Gießen Dr. Karl Hofmann zum Staatsanwalt bei dem Landgericht Gießen; der Gerichtsaffeffor beim Amtsgericht Darmstadt Dr. Ludwig L a m b zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht in Friedberg; der Gerichtsassessor bei dem Amtsgericht Büdingen Hugo S ch m i cf zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Büdingen; der Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt Albin Lösch zum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Gießen. 3ur Ginfommcnffeuererhärung für 1933. DNB. Die Steuerpflichtigen haben in der Zeit vom 1. bis 15. Februar 1934 ihre Einkommensteuer- ertlärung für die im Kalenderjahr 1933 endenden Steuerabfchnitte abzugeben. Eine Verlängerung der Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung kann nur in ganz besonderen Ausnahmefällen gewährt werden. Bei der Veranlagung des Einkommens 1933 kommen zum erstenmal die Steuervergünstigungen zur Berücksichtigung, die im Rahmen des Kampfes um die Verminderung der Arbeitslosigkeit gewährt werden. Es fei hier auf das Gesetz über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen vom 1. Juni 1933, auf die Steuerermäßigung gemäß § 1 des Gesetzes über Steuererleichterunben vom 15. Juli 1933, auf den Runderlaß betreffend Aufwendungen zu Zwecken des zivilen Luftschutzes vom 10. Oktober 1933 usw. hinaewiesen. Auch die Fragen der Behandlung von Reichszuschüssen für Instandsetzungen und Ergänzungen von Gebäuden, der Zinsoergütungsscheine, der Steuergutscheine usw. spielen bei der Veranlagung der Einkommensteuer und Körperschaftssteuer für 1933 eine große Rolle. Das Reichsfinanzministerium hat soeben amtliche „Richtlinien zur Veranlagung der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer für 1933" herausgebracht. In diesen Richtlinien sind Zweifelsfragen, die bei der Veranlagung für 1933 auftauchen, in leicht verständlicher Sprache beantwortet. Diese Richtlinien sind nicht nur bestimmt, den Finanzbeamten bei der Durchführung ihrer Veranlagungsarbeit zu dienen, sie sind auch bestimmt, den Steuerpflichtigen bei der Feststellung ihres steuerpflichtigen Gewinns für 1933 zu dienen und ihnen die Wahrnehmung der gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten zu erleichtern. Es ist deshalb den Steuerpflichtigen zu empfehlen, ihre Steuererklärungen nicht abzugeben, ohne die „Richtlinien für die Veranlagung der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer für 1933" gründlich durchgelesen zu haben. Diese Deranlagungsrichtlinien sind zum Stückpreis von 70 Pf. (mit Anlagen) und zum Stückpreis oon 40 Pf. (ohne Anlagen) im Buchhandel erhältlich. Bericht derKnminalpolizeiftelleGießen Pfarrhauseinbruch. In der Nacht zum 1. Februar 1934 wurde ein Einbruchsdiebftahl in das Pfarrhaus in Oppershofen ausgeführt, wobei dem Täter etwa 15 Mk. Bargeld in die Hände fielen. Der Täter hatte es vermutlich nur auf Geld abgesehen, da sonstige Wertsachen unberührt blieben. Die polizeilichen Ermittlungen wurden sofort durch die Kriminalpolizeistelle Gießen ausgenommen. Acchrraddlebslähle: In den letzten Tagen wurden nachstehend beschriebene Fahrräder hier gestohlen: Herrenfahrrad Marke grauen Glücksmänner der Straßen- Lotterie die Freudebringer im letzten verzweifelten Augenblick gewesen. Es hat sich längst im ganzen Volke herumgesprochen, daß in den Kästen dieser Glücksmänner die Gewinnlose in gerechter Auswahl verteilt sind, daß auch der Prämien- schein des Nietenloses im März noch einmal Aussicht auf Belohnung findet. Wenige Wochen noch wird die Straßen-Lotterie gespielt, keiner möge Nachlassen im Suchen nach dem Glück, zugleich in der Hilfsbereitschaft für sein Volk: Wenn du noch helfen kannst, so helfe. Groß ist die Not im deutschen Land. Denk an den Bruder, der da leidet, und reiche helfend ihm die Hand. Lotterieglück - Winterhilfeopfer. Bei der Winterhilfe-Lotterie der NSDAP., deren Lose durch die bekannten Glücksmänner in den Straßen unserer Stadt verkauft werden, gewann gestern eine hiesige Witwe a u f ein 50-Pfen- nig-Los den Betrag von 5 0 M a r k. In anerkennenswerter Weise hat dabei die glückliche Gewinnerin auch der Winterhilfespende gedacht, der sie von ihrem Gewinn den Betrag von 5 Mark zu- wies. Das Gesetz zur Aeuderuug des hessischen Besoldungsgesetzes verlängert. LPD. Vom hessischen Staatsmimster Jung ist folgendes Gesetz zur Aenderung des Besoldungsgesetzes vorn 18. Januar 1934 beschlossen und vorn Reichsstatthalter in Hessen ausgefertigt und ver- kündet worden: Auf Grund des vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 31. März 1933 (Reichs-Ges.-Bl. I S. 153) wird folgendes Ge- setz beschlossen: Die Geltungsdauer des Gesetzes zur Aenderung des Besoldungsgesetzes vom 10. Dezember 1930 (Reg.-Bl S. 309) wird bis auf werteres verlängert. Das Winterhilfswerk ruft auch Dich! Der „Bunte Abend", den Leitung und Per- fonal des Stadttheaters zugunsten des Winter- Hilfswerks am heutigen Abend im Stadttheater veranstalten, muß im Interesse der großen und guten Sache restlos ausverkauft werden. Es wird mit der Wiederholung des mit großem Beifall aufgenommenen Silvesterprogramms und einigen nicht unwesentlichen Programmänderungen, unter Mitwirkung verschiedener auswärtiger Gäste, ein kabarettistisches Buntprvgramm aufgezogen, das allen Ansprüchen an Humor, Tanz, Gesang und Artistik durch seine Vielgestaltigkeit vollauf gerecht wird. Die kleinen Preise ermöglichen es jedem, der guten Sache zu dienen und sich selbst einen fröhlichen Abend zu verschaffen. Spieldauer von 20.15 bis 22.45 Uhr. Eine Max-Beqer-ffeier in Gießen Dem Andenken Max Regers, dieses großen Künstlers und einzigartigen Menschen, ist eine Feier besonderer Art gewidmet: Prof. Dr. Fritz Stein, Direktor der Hochschule für Musik in Berlin und stellvertretender Vorsitzender der Reichs-Musikkam- mer, vordem namentlich bekannt als Leiter des Kamvfbundes für deutsche Kultur in der Abteilung für Musik, wird über „Reger, der Mensch" sprechen! Keiner ist so berufen, wie Prof. Stein, da er, früher Schüler und später vertrautester Freund Regers, mit ihm jahrelang in enger beruflicher und menschlicher Beziehung gestanden hat. Kein Wesenszug des großen Meisters ist ihm fremd geblieben, und er weiß nicht nur über das Schaffen und die gewaltige Zahl feiner Werke, über fein Ringen und Kämpfen, fein Siegen und feinen Aufstieg zu berichten, sondern auch über feinen nie versagenden Humor und seine treffsichere Schlagfertig- feit Aber auch Werke des Meisters, von berufenster Hand gespielt, sollen erklingen: Ludwig Kaiser aus Kassel wird einleitend Werke aus dem Tage- buch und zum Schluß das große Werk: Dariatio- nen und Fuge über ein Thema von Telemann spielen. Ludwig Kaiser hat vor zwei Jahren einer „Fanget an!" Eine preisgekrönte Arbeit aus dem deutschen Lournalisten-Wettbewerb. SS. bläst zum Sammeln gegen Hunger und Kälte kenball. Iwiuiuuyi 10 uis ^u, jvo|entoi)i öd Ps., yeiupaiat 1 bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf., Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 25, Aepfel 15 bis 25, Birnen ^reiinbe nna ftcm g^roorben und absolut. Diese Freunde Schifferknoten als Krawatte. Und all diese Pracht ^reunve aus vem MinterPUG, aus bem Amberbu« stehen wie bunte Wachsfiguren blieb herrlich wie am ersten Tag, obwohl Sigis- ■o -nrr»_____«xv____________ in uBF Ü)(hPHP Unipfp« (\priorta nhsr tot »v.a »»«X ff x:£rt_."±. z». 3 —•< Äon Werner Bergengruen. ••r-iö oevmann öic ■Iber noch s besonders am und noch Bekanntschaft Diese Gestalten also haben wir in unser Herz und Leben genommen zu einer Zeit, da wir selber noi' in der magischen Welt zu Hause waren i nichts ahnten vom Unterschied zwischen wahren und Lusgedachten Geschichten. Und das gibt diesen Wesen einen wunderlichen Vorrang vor all den Gestalten der Dichtung, die wir später, als Heranwachsende oder Herangewachsene, kennenlernten. Noch eins haben sie für sich: ihre Reihe ist geschlossen, es fön» nen sich keine Fremdlinge zu ihnen gesellen; sie sind längst allem Streit der Literaturmeinungen entrückt. b a ch, der in der letzten Zeit seinen 80. Geburtstag feiern durfte. Der vorgesehene Vortrag von Pfarrassistent B e r n b e ck über „Volksdeutsche Aufgaben der evangelischen Kirche jenseits der Grenze" wurde verschoben zugunsten einer Aussprache über aktuelle Fragen. Gießener Wochenmarltpreise. Sin Vornan der White-Star £inte Der englische Lyriker M. John Masefield sieht sich in der letzten Zeit fast in jeder großen englischen Zeitung gedruckt. Allerdings nicht, wie man von vornherein annehmen mochte, im unterhaltenden Teil der Blätter, sondern auf ihren Anzeigenseiten, auf denen er einen Aufruf veröffentlicht. Der Dichter hat nämlich die Absicht, ein Epos der bekannten englischen Schiffsr^ederei, der White- Ltar-Linie, zu schreiben, deren Schiffe, dte er im Hafen von Liverpool ausfahren sah, in seinen Kindheitserinnerungcn eine große und anregende Rolle spielen. Ob er die Geschichte dieser Gesellschaft, die die Geschichte der englischen Kauffahrteischiffahrt der letzten siebzig Jahre schlechthin umfaßt, in Strophen oder in Prosa dichten will, verrät Mase. field in seinem Aufrufe nicht, der sich an alle Eng- länder wendet, die jemals mit White-Star=(5d)iffen aefahren sind, und sie bittet, dem Dichter alle in ihrem Besitz befindlichen Dokumente, Anekdoten, Zeichnungen und Photos über die White-Stanßinic für sein Werk auszuleihen. Besonders dramatisch mag der Dichter den Untergang der „Titanic" gestalten, die der Gesellschaft gehörte. * Gießen, 3. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 Mark, Kochbutter 1 bis 1,05 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11 bis 12, Wirsing, das Pfund 15 bis 18, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15. Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 35 Pf., Feldsalat 1 12 bis 20, junge Hähne 80, Suppenhühner 70 bis 80, Gänse 65, Enten 85, Blumenkohl, das S'ück 30 bis 60, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. Daten für Samstag, :r. Februar. 1813: Aufruf Friedrich Wichelms III. in Breslau Mr Bildung freiwilliger Jägerkorps; — 1845: der Dichter Ernst von Wildenbruch in Beirut geboren (gestorben 1909); — 1851: der Maler Wilhelm Trüb- ner in Heidelberg geboren (gestorben 1917). Taten für Sonntag, 4. Februar. 1682: Friedrich Büttger, Erfinder des Porzellans, in Schlitz geboren (gestorben 1719); — 1871: Gouverneur a. D. Schnee in Reuhaldensleben geboren; — 1915: Winterschlacht in Masuren (bis 22. Februar); — 1921: der Dichter Karl Hauptmann in Schreiberhau gestorben (geboren 1858). Indessen darf der Lobsänger der Freunde nicht verhehlen, daß sie auch zu Feinden werden können. Dies geschieht da, wo sie uns den Zugang zu ihren namensgleichen Urbildern versperren: weil viele Menschen in ihrem ersten Lebens'ahrzehnt mit Don Quixote, Siegfried, Gulliver, David Copperfield und Ali Baba Freundschaft geschlossen haben, nämlich auf Grund mehr oder weniger geschickt ab'^tafiter Jugendschriften, so verfallen sie später nich" mehr darauf, zu Cervantes, Swift, Dickens, zum Nibelungenliede oder zum wirklichen Wunderbuch von den taufend Nächten und der einen Nacht zu greifen. Solchen bleibt eine unausschöpfbare Fülle der Herrlichkeit verschlossen. „Don Quixote" etwa gilt ihnen als die Geschichte eines pudelnärrischen Kauzes, mit Erlebnissen von drastischer Außenkomik; sie erfahren nicht, daß wir es hier mit einer der wenigen Dichtungen zu tun haben, um derentwillen wir den Weiterbestand der Welt wünschen möchten. Aber was besagen Einwände gegen Freunde? Unsere Freunde sollen wir nehmen, wie sie sind. Und die Freunde aus dem Kinderbuch haben uns ia noch eine ganz besondere Freude aufbehalten: die nämlich, daß wir eines Tages die eigenen Kinder den alten Freunden zuführen und uns, gerührte Paten, einer abermals auf ein Menschenalter sich schließenden Freundschaft freuen dürfen. Und so spult die bunte Kette sich niemals ab. Vornotizen. — Tageskalender für Samstagr Stadttheater, 20.15 bis 22.45 Uhr, Bunter Abend. — Am lebhaftesten sind uns naturgemäß diejenigen gegenwärtig, die wir nicht nur vom Buch, sondern auch vom Bilde her kennen. Wenn ich überhaupt zeichnen könnte, so könnte ich noch heute geschlossenen Auges Karl Mays blauroten Methusalem zeichnen mit der dicken Knollennase und dem Studentenkostüm aus dem Maskenverleih, oder die hamburgischen Geschwisterpaare Karl und Marie und Roland und Elisabeth, die freilich gleich ihrer Schöpferin, der guten alten Elise Averdieck, jüngsten Generationen bereits fremd sind; den vor Robinson ehrfürchtig knienden Freitag ober den wackeren Seemann Sigismund Rüstig. Ja, dieser hat es mir " "igetan, und das Buch, das mir feine , , ,t vermittelte, steht mir zum Greifen ^u9en- hatte Abbildungen in der Stahl- lnchmamer der Biedermeierzeit, und zwar zeigten sie den geliebten Helden, allem Situationswechsel zum Trotz, im gleichen Kostüm: er hatte schnee- roetpe Hosen mit Bügelfalten, einen lackierten j^ütiuer, wie ihn wohl in den vierziger Jahren die Kapttane getragen haben mögen, einen sauber gestärkten Hemdkragen und einen tadellos gebundenen Wir alle leben mit Menschen von zweierlei Art; einmal mit jenen unserer alltäglichen Wirtlichkeit, zum zwecken aber mit solchen, die wir nie mit Lewes- augcn erblickt haben, — mögen sie nun vor Jahrhunderten von dieser Erde weggenommen sein oder aber diese Erbe nie betreten haben. Falstaff und Hamlet, der sinnreiche Junker von der Mancha und der Doktor Faust, Hagen und Oedipus, der Armen- adookat Siebenräs und der Student Anselmus, ja, die in tausend Verhüllungen und Benennungen unsterblich wiederkehrende Prinzessin vom Monde, — sie alle (der großen Unsichtbaren aus der Glaubenswelt nicht zu gedenken), sie haben für viele von uns eine stärker wirkende Gegenwart als der Kollege Ypsilon oder der Onkel Otto. Immerhin hat man uns oder haben wir uns mühsam geschult, zwischen angeblich realen und angeblich irrealen Gestalten einen unterscheidenden Strich zu ziehen. Diesen viel- leicht notwendigen, sicher aber betrüblichen Strich hat es in unserer Kindheit noch nicht gegeben. Das Kind lebt in einer magischen Welt, magischen Zeit; Widersprüche schließen einander nicht aus, sondern liegen versonlich in einer lieben Dämmerung beieinander. Der Teddybär wird als wattegefüllter Stoffklumpen erkannt; dies hindert nicht, daß er Wünsche Arten, Unarten und alle Lebendigkeiten hat. Die Öftereier bringt der Hase aus dem Wald; es macht nichts, daß daß man sie noch vorgestern beim Zuckerbäcker Brumm im Schauferster gesehen hat. Der Weih- nachtsmann ist wahr und wahrhaftig ein mythisches Wesen, halb freundlich und halb furchterregend, Exponent einer oberen Gerechtigkeit; und doch ist er auf eine geheimnisvolle Weise zugleich der Papa, der seinen Pelz verkehrt angezogen hat. Rotkäppchen ist „im Buch zugleich aber in einem durchaus vor. handenen Walde, vielleicht gar nicht weit vom sommerlichen Badeplatz oder Ausflugsort entfernt. Und ähnlich verhält es sich auch mit allen anderen Gestalten der kindlichen Literaturwelt, von denen man erzählt ober oorgelesen bekommt. • v m < • - ' । 1 viiiv i/.iiuuj iuie ujn eqien xag, ovwoyr toigis- in der Galerie unseres Herzens, aber nicht tot wie mund inzwischen Schiffbrüche, Dornendickicht, Fels- diese. Nur die Hand brauchen wir nach ihnen aus« "-----.Pei9 , zustrecken, und schon springen sie von ihren Piede- stalen, laufen uns quicklebendig entgegen, alterslos । und unverstaubt. Sie nehmen uns bei den Händen und holen uns heim in ihre Welt. Da hebt Aladdin i leuchtend die Wunderlampe, der kleine Muck schlüpft 1 in die zauberischen Pantoffeln, der Eisenhans dehnt sich rostig im Brunnen, der große und der kleine Klaus stapfen miteinander über den Acker höhlen, Unwetter und allerlei andere Mühsal hinter sich gebracht hatte. Aber wie nach Goethe die mythologische Frau nicht altert, so kann beim Freund aus dem Kinderbuch die Taubenreinheit des Hemdkragens, die Adrettheit der Bügelfalte, der Glanz des Zylinders und die korrekte Flottheit der Halsbinde auch durch die ärgsten Lebensunbilden kein? Einbuße erfahren, und so wird Sigismund Rüstigs unzerstörbare Propretät zu einem Sinnbild der unzerstörbaren und ewigen Jugend all dieser Freunde. Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus, 16 Uhr, Bor» trag über „Deutsche Plastik des Mittelalters". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stimme der Liebe". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg. „Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt". — Saal der Christlichen Versammlung, 20.15 Uhr, Evangelisations- Vortrag. — Spieloereinigung 1900, Cafs Leib, Mas- " — VfB., Liebigshöhe, Maskenball. — Post- keller, 20 Uhr Konzert. — Cafö-Restaurant Rheingold, Rheinischer Abend. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19 Uhr, „Der Herr Senator". — Gießener Konzertoerein, Universitäts-Aula, 17 Uhr, Reger- Abend. — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus, Gar nicht auszumalen ist es, wie vielfältig all diese Geschöpfe unser Leben durchdringen, selbst wenn wir langst Firmeninhaber, Hypothekengläubiger, Vormünder, Ruhegeldempfänger, Direktoren, Diabetiker ober Aviatiker geworden sind. Wir brauchen, um an ihrem Umgang froh zu werden, gar nicht erst die alten Kinderbücher aufzuschlagen; hiervon soll sogar in aller Wohlmeinenheit, aber auch allem Ernst abgeraten sein, denn da kann es einem ergehen wie dem Manne, der nach Jahrzehnten in [eine Kmderheimat zurückkehrt und nun, fremd und beklommen, am Vertrautgewesenen des furchtbaren Gesetzes der Vergänglichkeit inne wird. Ader die Kmdheitssreunde brauchen wir nicht in ihren Büchern zu suchen, wir haben sie ja in ups. Wir r^ben in aller Selbstverständlichkeit von einem Suppenkaspar, von einer Prinzessin auf der Erbse, einer Robinsonade, einem Hans im Glück, und um einen Menschen zu schildern, sagen wir einfach: „Er sieht aus wie der gestiefelte Kater". am 4. Februar 1934 in der Volks- Halle zu Gießen. Eintrittskarten zu 50 Pf. find zu haben bei den Orlsgruppenleilern der NSDAP., im NS.-Buchladen, Settersweg, in der Geschäftsstelle des „Gießener Anzeigers", in der Geschäftsstelle der „Oberhessischen Tageszeitung". Letzter Appell! Oer Krcisleiter der NSDAP, des Kreises Gießen: Die SS. hak sich in den Dienst des winter- httfswerks gestellt. Die SS. hat sich schon immer da eingesetzt, wo es gatt, hohe Ziele zu erringen. Der Erfolg war stets bei ihr. Ich bin her lleberzeugung, daß die Bevölke- rung Gießens die SS. in ihrer Absicht, die Not zu lindern, in hervorragender Weise unterstützen wird. Dr. Harth, Kreisleiter. Kreisleiter ? b.B Gauredner Bullmann Die SS. will helfen, Alle helfen mit! Bullmann. Oer Kreisführer des WHW.: Helf der Schwarzen Garde $m Kampfe gegen hunger und Kälte. Kloß. Sodifchutno^ richten Der ordentliche Professor Dr. Wolfgang Schad ew ald t an der Universität Freiburg Breisgau hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für klassische Philologie an der Universität Leipzig erhalten. y Der Ordinarius für reine und angewandte Mathematik an der Universität Greifswald, Professor Dr. Theodor Bahlen, hat einen Ruf an die Universität Berlin erhalten. Der Direktor des Breslauer Zoologischen Instituts, Professor Dr. Paul Buchner, hat einen Nuf an die Universität Leipzig als Nachfolger des verstorbenen Professors Meisenheimer zum 1. April d. I. angenommen. Der Ordinarius für öffentliches Recht an der Universität Tübingen, Professor Dr. Hans Gerber, hat eimn Ruf an die Universität Leipzig erhalten, nachdem er vor kurzem eine Berufung nach Hamburg abgelehnt hatte. ^Dem Tübinger Ordinarius Professor Dr. Auaust Sch oeten sack ist die an der Universität Würzburg erledigte ordentliche Professur für Strafrecht, Strafproßrecht und freiwillige Gerichtsbarkeit angeboten worden. Der Ordinarius für römisches und bürgerliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Marburg, Professor Dr. Alfred M a n i g k wurde auf seinen Antrag zum 1. April von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederher» stellung des Berufsbeamtentums ist dem nichtbeamteten außerordentlichen Professor für Volkswirtschaftslehre Dr. jur. Heinrich Großmann und dem Honorarprofessor für Geschichtsphilosophie Dr. phil. Kurt Riezlerdie Lehrbefugnis an der Universität Frankfurt a. M. entzogen worden. „NSU." (Flux) mit der Nummer 712 273, Beschreibung: Tiesgebauter schwarzer Rahmenbau mit gelben Streifen, ebensolchen Felgen, rotbraunem Sattel und Werkzeugtasche. Herrenrad, Marke „Kuxmann", Nummer 26 487, schwarzer Rahmen mit blauem Strahlenkopf, holzfarbige Felgen, rote Bereifung. Herrenrad, Marke und Nummer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, (traue Bereifung, gewöhnliche Lenkstange mit roten Gummigriffen, brauner Sattel, Damenrad, Marke „Ha- weko", schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, graue Bereifung, gewöhnliche Lenkstange mit schwarzen Griffen und grün-weihgestreiftem Schutznetz. Aus dem Fahrradschuppen der Jugendherberge wurden von dem Gepäckträger eines dort aufgestellten Fahrrades ein paar braune Stiefel Größe 42 gestohlen. Personen, die sachdienliche Mitteilungen machen können, werden ersucht, der Kriminalpolizeistelle Mitteilung zukommen zu lassen. Sachbeschädigung: Die unter der Eisenbahnüberführung über die Wieseck an der Hammstraße angebrachte Lampe wurde innerhalb kurzer Zeit anscheinend durch Steinwurf zum dritten Male mutwillig zertrümmert. Sachdienliche Mitteilungen zur Ermittlung des Täters erbittet die Kriminalpolizeistelle. Bei der Polizeidirektion — Kriminalpolizeistelle — Gießen sind die nachstehend aufgeführten Fahrräder f i d) e r g e ft e I11: Herrenrad „Allriqht" Nummer 183 440, Herrenrad „Efag", Nr. 365 043, Herrenrad „Lahngold" Nummer 185 223, Damenrad „Opel" Nummer 488 772, Herrenrad „Hammonia" Nummer 59 603, Damenrad „Corona" Nummer 494 403, Herrenrad „Fremonia" Nummer 38 992, Herrenrad „Concordia" Nummer 310 432, Herrenrad „Bade- nia" Nummer 484 246, Herrenrad „Claes" Nummer 200 376, Herrenrad „Torpedo" Nummer 181933, zwei Herrenräder Marke und Nummer unbekannt, schwarze Rahmen, schwarze Felgen, gewöhnliche Lenkstange. Herrenrad Marke und Nummer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, gewöhnliche Lenkstange, neuer Sattel mit Satteltasche, das Rad ist frisch lackiert. Herrenrad „Hefra" Nummer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, gewöhnliche Lenkstange, hintere Bereifung rot. Herrenrad, Marke und Nummer unbekannt, blauer Rahmen mit rotem Steuerkopf, gelbe Felgen mit schwarzen Streifen, rote Bereifung, deutscher Lenker, stark verrostet, Klotzpedale, Gepäckträger. Herrenrad, Marke und Nummer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen und gewöhnliche Lenkstange. Personen, welche Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, während der üblichen Dienststunden bei der Kriminalpolizeistelle Gießen vorzusprechen. So etwas gibt es heute noch ... Im Laufe des gestrigen Tages kamen drei Z i - geunerinnen zu der Frau eines Gewerbetreibenden in I n h e i d e n bei Hungen und boten Spitzen an. Dabei bemerkten die Zigeunerinnen, daß die Frau sehr schlecht sah. Sie empfahlen ihr, unter dem Hinweis, daß sie ihr Augenleiden loswerden könne, alles Geld, das im Hause fei, zu bringen und ihnen zur Verwahrung zu geben. In zwei Stunden kämen sie wieder, dann würde sie wieder gut sehen. Die noch junge Frau brachte tatsächlich alles Geld, etwa 14 0 Mark, und gab es den Zigeunerinnen. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, daß die Zigeunerinnen nicht wiederkehrten und sich die Sehfähigkeit der jungen Frau inzwischen auch nicht gebessert hat. Sachdienliche Mitteilungen über den Verbleib der Zigeunerinnen erbittet die Gendarmeriestation Hungen. Konferenz der evangelischen Geistlichen des Oekanats Gießen. 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stimme der Liebe". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt". — Obst- und Gartenbauverein, 15 Uhr, bei Faulstich, Hauptversammlung. — Saal der Christlichen Versammlung, 15.30 und 20.15 Uhr, Eoangelisationsoorträqe. — Kavallerieverein, 15 Uhr, „Hessischer Hof", Jahres-Hauptversammlung. — Der Goethe-Bund bittet uns, an dieser Stelle nochmals auf den am kommenden Mittwochabend stattfindenden 3. Dichterabend hinzuweisen. Ernst W i e ch e r t, der bekannte ostpreußische Dichter und Träger des Volkspreises der Raabestiftung, wird aus eigenen Werken lesen. (Siehe heutige Anzeige.) — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am kommenden Donnerstagabend halt Prof. Dr. L a u t e n s a ch - Gießen einen Vortrag über „Reisen in Korea". (Siehe heutige Anzeige.) — D i e Ortsgruppe Gießen des V DA. lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu ein^m Vortrag von Dr. Geißler über „Die evangelische Kirche und das Auslanddeutschtum" am Montagabend ein. (Siehe Anzeige.) * ** Eine öffentliche Mahnung der Stadt k ä sse zur Zahlung rückständiger Fälligkeiten enthält der heutige Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewie>sen. ** Städtische Brennholz-Ver steige- rung. Bei der gestrigen Brennholz-Versteigerung aus den städtischen Waldungen (Försterei Rödgen) wurden folgende Preise erzielt: Buschenscheiter 1. Kl. 12 Mark je Raummeter, Eichenscheiter 1. Klasse 8,50 Mark, Eichenknüppel 5 Mark je Raummeter. Bu° chenreiser 2. und 3. Klasse 15 Mart je 100 Wellen, Eichenreiser 2. und 3. Klasse 12 Mark je 100 Wellen, Kiefemreiser 2. Klasse 12 Mark je 100 Wellen, Fichtenderbstangen 1. Klasse 1,20 Mark je Stück, 2. Klasse 0 85 Mark je Stück, 3. Klasse 0,65 Mark je Stück. Fichtenbohnenstangen 7. Klasse VA Pfennig je Stück. Die angebotenen Mengen wurden restlos abaes-tzt. * Die Impftermine in der Stadt Dießen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders Hinweisen. ** Das Museum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Eine st äh tische Brennholzverstei- gerung findet am kommenden Dienstag im Stadtwald (Försterei Rödgen) statt. (Siehe heutige Anzeige.) ** Die Eröffnung der Luftschuhschule Dießen am kommend-n Freitag abend betrifft eine Anzeige in unserem heutigen "Blatte. In Verbindung mit irr Eröffnung der Luftschutzschule wird ein bedeutsamer Lichtbildervortrag gehalten. Näheres in her Anzeige. ** D i e Winternachtfahrt des DDAC. wird heute zwischen 21."0 und 23.30 Uhr unsere Stadt passieren. Die Automobile kommen aus Richtung Grimberg und werden durch die Moltk"- straße über den Hitlerwall, Wernerwall und Horst- Wessel-Wall 3um Hot'-l Schutz geleitet, wo Kontrolle ftattnnd'tz Zur D"rchsührung d"r Weiterlo^rt bleibt der Horst-Wessel-W'll zwischen 21.30 und 23.30 Uhr vom Hotel Schütz bis zum Cafe Hettler für den allgemeinen Verkehr nefnerrt. ** Tot auf den Schienen aufgefun- d e n. Heute wurde um 8.51 Uhr unweit des Bahn- Überganges an der Licher Straße auf dem Bahn- Die erste Konferenz des neuen Jahres tagte am gestrigen Freitag im Markussaal; der Vorsitzende, Dekan Guß mann (Kirchberg), begrüßte nach Eröffnung mit Schriftlesung und Gebet besonders als Gast den Herrn Superintendenten D. W a gi ner. In der üblichen Weise wurde des verstorbenen Kirchenrats Strack gedacht, ebenso eines treuen Konferenzbesuchers Pfarrer i. R. Haine- Oer Führer des Sturmbannes IV/33 der SG.-Stand^rte: 55. bläst zum Sammeln gegen hunger und Kälte! Wollt Ihr die Signale überhören? Nicket. Flaggen heraus! Anläßlich des SS.-Sarnmettages am 4. Februar für die Winterhilfe zeigen die privaten und öffentlichen Gebäude die Fahnen des Reiches. Ein Werbemar.ch der SS. für das Winterhilfswerk findet am morgigen Sonntagnachmittag statt. An dem Marsch nimmt eine Hundertschaft teil, da der übrige Teil der SS. mit der Durchführung der ganzen Veranstaltung beschäftigt ist. Die Hundertschaft wird um 15 Uhr am Standort der SS., Polizeidirektion am Landgraf-Philipp-Platz, antreten und feierlich die Fahne abholen. Von hier aus geht der Marsch durch folgende Straßen: Landgrafenstraße, Hitlerwall, Walltorstraße, Marktplatz, Schulstraße, Neuen Säue, Ludwicstraße, Alicenstraße, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Selters- weg, Hindenburgwall zum Stadttheater. An der Spitze der SS.-Hundertschaft marschieren der Spielmannszug und der M u s i k z u g der 2. S S. - S t a n ö a r te Wiesbaden, die am Abend in der Volkshalle konzertieren werden. Der Werbemarsch wird am Stadttheater enden und dort ein Platzkonzert der SS.-Kapelle bringen. Oas Konzert in der Volksharle beginnt pünktlich um 20,30 Uhr. Das Programm bringt im ersten Teil Blasmusik, bei der insbesondere unsere schöben alten Militärmärsche (hessischen Märsche) Gegenstand der Vortragsfolge find. Dor zweite Teil bringt Streichmusik; bei diesem Teil der Vortragsfolge wird auch der Opernsänger Pg. M ü n i ch vom Wiesbadener (Staats- theater Mitwirken. Nach der Abwicklung des Konzertprogramms wird von zwei Kapellen zum Tanz aufgespielt, so daß auch die tanzlustige junge Welt bei dem Abend voll auf ihre Rechnung kommen wird. Oie Völkerballs ist se iOiensrag geheizt Sämtliche Türen und Fenster find ferner gegen das Eindringen der Kälte mit Vorhängen verdeckt, so daß man mit einem angenehmen Aufenhalt in der Volkshalle rechnen kann. SS. 61äft zum Summe n gegen Hunger und Külte! Ein Appell an alle deutschen Volksgenossen, der SS. bei diesem Werke der christlichen Nächstenliebe durch starken Besuchdes Konzertabends hilfreich zur Seite zu stehen! Möge jeder Volksgenosse den Besuch des Konzertes, der ihm einen schönen und genußreichen Abend bringt, als freudig erfüllte Pflicht im Dienste des Winterhilfswerks an- fehen! 1 c fr fd tn ft \ M. Oberheffen FASCHINGSFREUDEN BEI tigt bleiben. Die Aufstellung unwahrer Behaup- wurden niedergesch tungen kann dazu führen, daß Schadensersatzpflicht der Autohalle soll wurden niedergeschlagen. Die weitere Verwendung n- Gedenket der hungernden Vögel! Ich kenne solche Fälle und erinnere mich aus rnei- ichtern. Abteilungsl' Abteilung C, die f Frau, der , rer Bremmer hielt die Predigt. Der Mädchen- eini- Gottesdienst fand funden. i m >e- ie- der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde in unserer Gemeinde in würdiger Weise begangen. Zum F e st g o t t e s d i e nst am Abend traten SA. und BDM. geschlossen an. Die Kirche konnte die vielen Besucher kaum fassen. Pfar- I je zwei Raummeter bezahlt. Eichenreisig kostete 4 bis 6 Mark je fünf Raummeter. I *Großen-Buseck, 2. Febr. Der Gesang- erwächst, oder eine strafgerichtliche Verfolgung eintritt. der Bäuerin zwei Landfrauen zur Seite gestellt. Dasselbe trifft nochmals für jede Ortsbauernschaft zu, wo jedem Ortsbauernführer als Abteilungsleiterin zwei Bäuerinnen zur Seite stehen. Diese Richt nur an prozeßunkundige, sondern auch an Srozeßkundige Parteien stellt die neue Regelung es Zivilprozesses hohe Anforderungen, so daß künftig die Zuziehung eines Rechtsanwalts ratsam ist. Es genügt aber nicht, einen Rechtsanwalt zu beauftragen und ihm alles zu überlassen, sondern der Rechtsanwalt muß 1. sofort beauftragt, 2. eingehend und wahrheitsgemäß unterrichtet und 3. mit allen Schriftstücken und Belegen, die sich auf die Sache beziehen, versehen werden. Ohne diese Mitwirkung seiner Partei kann kein Rechtsanwalt seine Partei erfolgreich beraten und vertreten. Ohne Hilfe eines Rechtsanwalts wird aber die Partei heute mehr denn je in Schwierigkeiten geraten. Denn die Beschleunigung der Prozesse — so lieblich das Wort klingen mag — stellt den Prozeßunkundigen vor Aufgaben, deren Schwierigkeiten ihm oft zu spät aufgehen. Im Falle eines Prozesses daher: Eile, Klarheit, Wahrheit! mullichen Besitzer angeben, damit durch kotunter,uchung Aufklärung geschaffen wird. Das Für und Wider über Hund oder Luchs bringt uns in der Bekämpfung der jagdlichen Kalamität nicht weiter. Alle einschlägigen Untersuchungen werden im veterinär-pathologischen Institut in Gießen ohne Entgelt von mir oorgenommen. Auch die Bevölkerung sollte dem Forstpersonal im Revier gesichtete Hunde melden und die oer- Tellersammlung durchgeführt, deren Ertrag der Winterhilfe zugute kommen soll. — In den Wal- Sitzung des Gemeinderats statt. Der seinerzeit geschaffene Turnhallenfonds in Höhe von Gegner die erforderlichen Erkundigungen noch einziehen kann. Die Nichtbeachtung dieser Bestimmungen hat verein „Germania" hielt dieser Tage seine Generalversammlung bei Gastwirt Konr. Koch ab. Der Vereinswalter Karl B o n a r i u s gab zunächst einen Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr, insbesondere gedachte er der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder. Sein Rückblick streifte auch kurz die Veränderungen im deutschen Sängerleben, JEDES EINTOPFGERICHT MACHT ZWEI FAMILIEN SATT Becker. Gemeinsam gesungene alte und neue Vaterlandslieder umrahmten die eindrucksvolle Veranstaltung. * Hausen, 3. Febr. Am heutigen Samstag kann Frau Katharine Donderheid Wwe. von hier in geistiger und körperlicher Frische ihren 7 7. Geburtstag feiern. Die Greisin ist bereits seit 1905 Austrägerin des „Gießener Anzeigers" und bringt der hiesigen Einwohnerschaft trotz ihres hohen Alters auch heute noch zu gewohnter Zeit pünktlich das Heimatblatt. Mreit? .isjelo. —.— Homberg, 2. Febr. Der Jahrestag Was ist gegen das gehauste Reißen von Rehen zu tun? Don Geh Med zinairai profeflor Dr. Oft, Gießen stocke 10 Mk. je zwei Raummeter, Reisig 10 bis 12 Mark je fünf Raummeter Eichenscheite wurden mit 12, Eichenknüppel mit 8, Stöcke mit 4 bis 6 Mark Rechnungsabschluß bekannt. Die Kasse war von den Revisoren in mustergültiger Ordnung vorqefunden worden und zeigte einen befriedigenden Abschluß. Weiter konnte für 95- bis 100prozentigen Gesangsstundenbesuch in drei Jahren folgende Sänger die Nadel des Hessischen Sängerbundes überreicht werden: Hch. Pfeiffer I., Ludwig Seibert, Hch K l i n k l e r, Fried Stein, Karl B o n a r i u s, Hch. Pfeiffer II. Sodann beschäftigte man sich noch mit der Beratung verschiedener Vereinsangelegenheiten. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. CO Klein-Linden, 2. Febr. Der Jahrestag Augenmerk auf wildernde Hunde, das Stellen von Fallen am Orte des Risses und die Untersuchung des Kotes von verdächtigen Hunden, der in Gehöften zu holen sei. Bald darauf ging mir ein Reh zu, das nach rnei-i ner langjährigen Erfahrung in der Untersuchung solcher Fälle zweifelsfrei von einem Hunde gerissen worden war. In der Kotprobe eines Hundes sind Wildhaare gefunden worden, und Gipsabgüsse von Smren bei gerissenen Rehen entsprachen den Pfoten eines ausgewachsenen Schäferhundes lRasse „Schäferhund"). Andere Gipsausgüsse waren der S ur eines Dachses, der offenbar ein bereits gerissenes Reh aufgefunden hatte, entnommen. Zuwanderung eines wild ausgewachsenen Luchses kann keinesfalls in Frage kommen, und aus der Gefangenschaft entlaufene große Katzen- arten find nicht menschenschnr untr fo unerfahren, daß sie unmöglich durch Raub ihr Leben fristen können. In wenigen Stunden oder doch bald nach erlangter Freiheit werden sie von Menschen umgebracht, wobei sie sich nicht einmal zu wehren pflegen. Alle die unkontrollierbaren Gerüchte vom Luchs in freier Wildbahn dürfen die Aufmerksamkeit von wildernden Hunden nicht ablenken, sonst nimmt es mit dem Reißen der Rehe kein Ende. Gerade der Umstand, daß bei vielen Rehen der Kops abgenagt und weggetragen wurde, spricht für das Rauben durch wildernde Hunde. Rechtsnachteile zur Folge. Bei Verzögerung des Rechtsstreits durch nachträgliches Vorbringen können dem Säumigen trotz Obsiegens die Kosten des Prozesses ganz ober teilweise auferlegt werden, ober das verspätete Vorbringen kann u. 11. unberücksich- Die Neuordnung der Zivilprozeßordnung Was der Laie wissen muß. Don Rechtsanwalt Ludwig Engisch Landkreis Gießen. IE der Gemen £ Wie^seck, 2. Febr. Gestern abend fand un- s ^träge^ folgte 5758 Mark wurde seinem ursprünglichen Zweck, der Errichtung eines Kriegerdenkmals, zurückgeführt. Es wurde eine Kommission bestimmt, die die Vorarbeiten in die Wege leitet. Die Gehaltsregelungen der Gemeindebedienste- ten wurde nach Beschluß der Gemeinderatssitzung vom 23. November 1933 beschlossen bzw. der Auf- Am 1. Januar 1934 ist die neue Zivilprozeßordnung in Kraft getreten. Sie erstrebt vor allem die Beschleunigung des Prozeßverfahrens. Dieser Zweck kann nur erreicht werden, wenn alle ^Beteiligten, Richter, Rechtsanwälte und Parteien, dabei Mitwirken. Und an die P a r t e i e n ist dieser Auf- i Jeder.^der einen Rechtsstreit, sei es als Kläger, sei es als Beklagter, führt, muß wissen, daß die rasche Erledigung eines Prozesses nur möglich .st, wenn er von Anfang an alle Aufgaben, die ihm Eingliederung der Landfrauen in die Bauern l ast. LPD. Frankfurt a. M., 1. Febr. Nunmehr lind auch die Landfrauen in die Bauernschaft eingegliedert worden. Die Bäuerin ist bei der Landesbauernschaft sowohl in der Hauptabteilung I, als auch in der Hauptabteilung II als selbständige Abteilung vertreten. Jedem Kreis- bauernfüyrer werden zur Erledigung der Aufgaben in die Wege geleitet werden. Zum Arbeitsdienst der NSDAP. (Errichtung eines Arbeitsdienstlagers in der Gemarkung Gießen) garantiert die Gemeinde Wiefeck 4000 Tagewerke, und sie glaubt die erforderlichen Mittel be- Naturw'lssenschast und Technologie 25, Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesund- heitsleyre 8, Religion und Philosophie 5, Staatswissenschaft 26, Sport 1, Fremdsprachliches 9 Bände. Nach auswärts kamen 30 Bände. ** Zur Richtigstellung. Zu der Auskunft in unserem Briefkasten am Donnerstag über die finanzielle Förderung von Neubauten aus Reichsmitteln teilt uns das Staatliche Hochbauamt mit, daß es sich dabei nicht um einen ReichsZuschuß, sondern nur um ein Darlehen handelt. abgehalten, die von der SÄ.-Kapelle mit einem schneidigen Marsch eingeleitet wurde. Der Silcher- chor brachte ein schönes Lied zu Gehör. Ortsgruppenleiter Pg. Damm hielt eine Ansprache, Die mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandsliedes ihren Abschluß fand. Pg. Geisser hielt ebenfalls eine Rede, worin er besonders die Ereignisse der jüngsten deutschen Geschichte kennzeichnete. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Führer dem deutschen Volke recht lange erhalten bleibe möge, und schloß mit der Aufforderung, dem Volkskanzler die Treue zu halten. Das Horst-Wesiel- Lied beschloß die von gesanglichen und musikalischen Darbietungen verschönte Feier. Slrcie T Waldgirmes, 2. Febr. In diesen Tagen wurden es vierzig Jahre, daß der Schreiner- meister Wilhelm K r ö ck von hier seine Tätigkeit als Sargschreiner ausübt. lieber 500 Erdenbürgern aus unserer Gemeinde hat er in dieser Zeit das letzte Kleid angemessen. sichtsbehörde ins Ermessen gestellt. Auf Grund des Rechnungsabschlusses der Schlußrechnung des liquidierten Zweckoerbandes Wieseck-Alten- B u s e ck durch die Oberrechnungskammer Darmstadt wurde ein Kredit von 395,08 Mark genehmigt. Das der Gemeinde noch zustehende Resteinschußkapital in Höhe von 15 661,24 Mark nebst Zinsen aus dem Kapital von 83 000 Mark für 10 Monate und Zinsen aus 15 661,24 Mark ab 1. Januar 1929 reitstellen zu können, wenn von feiten der Aufsichtsbehörde die ihr 3um 1. Januar 1934 ausgeloste Anleiheablösungsschulo von 2500 Mark zuzüglich 900 Mark Zinsen für diesen Zweck freigegeben wird. 1500 Tagewerke könnten im Laufe dieses Jahres bereits ausgeführt werden. Der Beitritt der Gemeinde zu dem Zweckverband wurde genehmigt. In Anerkennung der Tätigkeit der Kreisleitung der NSDAP, beschloß der Gemeinderat, trotz der wirtschaftlichen Notlage der Gemeinde, eine monatliche Umlage. Das Gesuch der Jagdpächter um Verlängerung der Jagdpacht wurde zur nächsten Sitzung zurückgestellt. Auch die Entschädigung für Saalbenutzung zur Schulturnstunde wurde zurückgestellt. Dem Gesuch von Wilh. K l i p- p e r t um Legung der Wasserleitung zu seinem Neubau wurde entsprochen. wg. Großen-Buseck, 2. Febr. Dieser Tage sand unter Leitung des Vereinsführers Pg. Pfeiffer die Generalversammlung des hiesigen Krie-! geroereins in der Gastwirtschaft von Wilhelm Wagner statt. Die Versammlung wurde mit einem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder des Vereins eingeleitet. Sodann erfolgte die „Hassia"- Ehrung der verdienten Kameraden Dr. G e n g - nagel, des Dereinsführers Pfeiffer sowie dessen Stellvertreters August Pfeiffer. Die Mitglieder Wilhelm Pfeiffer IX., Karl Größer und Karl Wagner III. wurden für 25jähriae Zugehörigkeit zum Verein ausgezeichnet. Die Kasse des Vereins war geprüft und für richtig befunden worden. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde eine körper der Strecke Gießen-Fulda von dem Streckenläufer die Leiche eines älteren Mannes aufgefunben. Die Personalien konnten bisher noch nicht festge- fteüt werben, da man bei dem Toten keinerlei Ausweispapiere vorfand. ** Oeffentlidhe Bücherhalle. Im Januar wurden 1367 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Erzählende Literatur 867, Zeitschriften 45, Gedichte und Dramen 10, Iugendschnften 153, Länder- und Völkerkunde 92, Kulturgeschichte 5, Geschichte und Biographien 109, Kunstgeschichte 4, die ZPO. stellt, erfüllt! Er muß wissen, daß er seine Erklärungen über tatsächliche Umstände vollständig der Wahrheit gemäß und sofort abzugeben hat. Das bedeutet ein Mehrfaches: Einmal müssen die Behauptungen einer Partei die genaue und vollständige Schilderung des Sachverhalts darstellen. Es genügt also nicht, daß man die Behauptungen des Prozeßgegners bestreitet oder mit Nichtwissen beantwortet und abwartet, was durch die Beweisaufnahme ans Tageslicht g> fördert wird! Dann ist es erforderlich, daß alle Bi weismittel (Zeugen, Urkunden und Schriftwechsel) dem Gericht mitgeteilt werden. Weiter müssen alle Angaben der Wahrheit enUprechen Schließlich muß das ganze Vorbringen so rechtzeitig vor dem Termin mitgeteilt werden, daß der ner Jugend, wie ein Hund von einem Reh den Kopf ehrenamtlich arbeitenden Bäuerinnen werden dem- abgebiffen und 6 Kilometer weit in bas Dorf nach nächst in befonberen Schulungskursen zusammenge- feiner Hütte getragen hat. In ber Iagb meines i faßt, um ihnen burch Unterweisung bie Ausübung Vaters würbe früher ein Rehbock abenbs ange-' ihres Amtes zu erleichtern. Abteilungsleiterin in schossen. Am nächsten Morgen fehlte ber Kopf, er ber Hauptabteilung I, Abteilung C, die F , wurde im Bau bei einem Geheck junger Füchse ge- Landesbauernschaft Hessen-Nassau, ist Frl. Johanna und Frauenchor verschönte die Feierstunde mit ei... funden. Bopp (Frankfurt a. M.), die Vorsitzende des gen Liedern. Anschließend an den Gottesdienst fand Es ist dringendes Gebot, jeden herrenlos früheren Landwirtschaftlichen Hausfrauenvereins für i im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" im Walde strolchenden Hund abzu - Hessen. ' eine von allen Gliederungen der NSDAP, und aus der Gemeinde stark besucht-e Feier statt. Der ~Z_.. mit deutschen Lanzreigen; Gedickt- , v ... • *«»-■’•«* re i - /„j oorträge folgten. Ortsgruppenleiter Dr. Cröß - ta dem Bochtz oon Butflermetfer ® u ! er eine, » 'b £ fciner Ansprache einen Rückblick über K............ Zeil vor der Machtübernahme durch die NSDAP, und zeichnete bann bie Erfolge ber nationalsozialistischen Regierung in ber Innen- und Außenpolitik im verflossenen ersten Regierungsjahr auf. Seine Ansprache klang aus in ber Auf- forberung zur Mitarbeit am Wieberaufbau unseres Vaterlandes, bas wieber bie Stellung einnehmen müsse, bie ihm gebühre. Zum Gebächtnis ber toten Kameraben ber Bewegung sprach Sturmführer Hans _____ _____v_i_/_ _z , o w iben Wildes tn den ursprünglichen Zu- Brennholzversteigerung statt. Buche tung genährt,'ein Luchs sei'in Freiheit gelangt ftanb von bem für ben Schaden haftenden Hunde- scheite kosteten 20 Mark, Buchenknüppel 16, Buche und raube in den Wildständen Ich empfahl das besitzer gebracht werden! Mitte Mai vorigen Jahres wurde dem veterinär- schießen, den Magen- und Darminhalt auf pathologischen Institut die Mitteilung gemacht, im Wildbret fachmännisch untersuchen zu lassen und Winter 1932 33 seien meist an Waldesrändern ge- den Besitzer des Köters für verschuldete Wildoer- , , v , ------- ----- Mene Rehe ohne Kops gefunden worben. Von ba'lüfte haftbar zu machen. Die Iagb muß burch Aus- bungen unserer Gemeinbe fand dieser Tage die erste ab wurde die unwahrscheinlich klingende Dermu- setzen lebenden Wildes in den ursprünglichen Zu- Brennholzversteigerung statt. Buchen- die seit der Führung des Deutschen Reiches durch v , .. .. Adolf Hitler zum Nutzen der großen Sängerbe- der Machtübernahme durch die national- roegung durchgeführt wurden. Aus der Bekanntgabe sozlallstlfche Regierung wurde auch in unserem des Mitgliederstandes war zu entnehmen, daß der Stadtcyen würdig begangen Die Hauser prangten Verein jetzt fast 80 aktive Sänger aufzuweisen hat., £er 8^ggen. Die Lehrer gedachten m Sodann wurden vom Schriftwart die Protokolle öen Schulklassen der historischen Stunde. Am Abend verlesen. Anschließend gab der Rechner Engel den fand in der Stadtkirche D a n k g o t t e s d i e n st -- ....... • statt. Im Anschluß daran wurde im Saale des „Frankfurter Hofes" eine öffentliche Feier Das (wame ges. gesch.) wird nach einem besonderen Verfahren hergestellt. Laut Gutachten der Staatl. Chem.-Techn. Prüflings- und Versuchsanstalt, Karlsruhe, glimmt es besser, schmeckt es milder und riecht es angenehmer als die seither in Deutschland benutzten Zigarettenpapiere des In- und Auslandes. ist die einzige 3 */3 Pf.-Zigarette mit dem neutral schmeckenden W A I. » O B F — A S T O B I A-C-M-B-H-M H W C H "y W> Das Rätsel einer Frühlingsnacht Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Derlag, Halle, Saale 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Jolanthe, ich wollte dir nur sagen, daß unsere Wege sich in den nächsten Tagen trennen werden." Kühl, gleichgültig fielen die Worte. „Trennen? Wieso? Mußt du plötzlich aus irgendeinem Grunde abreisen, Rudolf? Dann begleite ich dich selbstverständlich." „Rein, mein Kind. Mißverstehe mich nicht absichtlich falsch. Unsere Wege werden sich für immer trennen. Wenn wir uns zufällig einmal im Leben Wiedersehen, dann werde ich mich immer freuen, dich begrüßen zu können. Aber sonst ist es mir mit der Trennung bitter ernst." „Nein! Das kannst du doch nicht?" sagte die Tänzerin leise, und ihre Lippen waren ganz weiß. Er zuckte die Schultern, gleichgültig, wegwerfend. „Theater im Leben liebe ich nun schon gleich gar nicht. Es bleibt bei dem, was ich gesagt habe. Selbstverständlich erhältst du einen anständigen Scheck, Jolanthe — und ich denke, daß wir wie gute Freunde auseinandergehen werden." Sie sah ihn an, Jammer in den Augen. Dann sagte sie leise: „Rudolf, ich hatte ein Recht, Besseres zu hoffen." „Was denn, bitte?" fragte er schroff. „Ich — hoffte auf — eine Heirat." Er lachte kurz, spöttisch auf. „Nein, Jolanthe, das wirst du im Ernst wohl dochnickt geglaubt haben." „Weshalb nicht? Diese Demütigung habe ich nicht erwartet. Ich liebe dich aufrichtig, Rudolf." Er betrachtete sie amüsiert, dann sagte er: „Hm! Eigentlich müßte dieses Geständnis mich freuen. Aber da du doch wahrscheinlich dem Grafen de Verrer und James Bergmann dieselben schönen Worte gesagt hast, haben sie für mich nicht den richtigen Wert." Die Tänzerin erhob sich. Jetzt wußte sie, wie töricht ihr Hoffen gewesen war. „Ich werde doch lieber den Tournee-Antrag meines Agenten annehmen. Amerika zahlt gut", sagte sie; aber das Lächeln, das ihre Worte begleitete, wirkte verzerrt. Er nickte ihr zu. „Selbstverständlich, Jo. Es ist ein ausgezeichneter Gedanke von dir. Vernachlässige deine Kunst nicht länger! Es war unverantwortlich von mir, dich so lange dieser Kunst fernzuhalten. Und nun sei nicht töricht, Jo, und nimm den Scheck. Ich werde ihn nachher in dein Zimmer legen." Er war auch aufgestanden und küßte ihr die Hand. „Rudi, die paar Tage — wollen wir diese paar Tage noch schön gestalten?" „Leider geht es nicht. Ich traf Bekannte, denen ich mich widmen muß." Da hatte sie endlich ganz verstanden. Mit gesenktem Kopf gina sie hinaus. Er fetzte sich wieder, rauchte. So! Abermals eine Episode, die gründlich erledigt war. Und so sollte es auch bleiben. Nichts sollte ihn dazu bringen, noch einmal an eine Frau zu glauben, sie anzubeten, ihr sein bestes Empfinden zu schenken. Eine ganze Weile noch blieb er hier allein sitzen, und es war ihm tatsächlich eine Erleichterung, daß er sich der schönen, leidenschaftlichen Frau so schnell entledigt hatte. 9. Kapitel. ,Lch verstehe das nicht, Tante Agnes, wie du eine solche Schönheit ins Haus nehmen kannst. Du mußt doch bedenken, daß meine Töchter darunter leiden." Frau Gräfin Uchterberg sagte es außer sich, und sie blickte die alte, weißhaarige Dame beschwörend an. Fürstin Kleven lachte gemütlich. „Die Mädels sind liebe, natürliche Dinger, die leiden nicht darunter. Nicht die Spur. Nur du selber bildest dir Gefahren ein, die gar nicht da sind. Ich behalte meine junge Gesellschafterin. Ich denke nicht daran, sie zu entlassen." Gräfin Melanie Uchterberg wußte, daß sie nun nichts weiter ausrichten würde. So schwieg sie, aber ihre Gedanken kreisten unablässig um das schöne, feingliedrige Mädchen, das sie hier im Hause der Tante so plötzlich vorgefunden, nachdem Tante Agnes' alte, gute Schlotter an einem jahrelangen Herzleiden verstorben war. Daß Tante Agnes das hatte tun können! Es würden sich noch mehr Menschen daran stoßen. Bestimmt würden sie das. Kusine Margret doch auch. Die wollte doch die Hilde-Marie gern unter die Haube bringen. Und die Ehen in der Familie, die wurden doch immer hier im Hause der Tante Agnes Kleven gestiftet. Wenn aber Tante die schöne Gesellschafterin danebenstellte, da würden die Herren sich doch zunächst einmal nur nach dieser die Köpfe verdrehen. Soviel stand fest. Und es war jetzt beinahe ein Glück, daß ihre, der Gräfin Uchterbergs, Töchter lustige, braunhaariae Töchter waren, während das fade Blond von Kusine Margrets Tochter Hilde-Marie doch recht unangenehm abstechen würde. Nun, man würde schon noch etwas erleben durch diese sonderbare Idee von Tante Agnes. Dabei dieses Mädchen so als zur Familie zugehörig zu betrachten. Unglaublich war das geradezu. Sie, die Gräfin Uchterberg, war jetzt nur neugierig, wie Kusine Margret die ganze Geschichte aufnehmen würde. Gräfin Uchterberg wurde die Beklemmung nicht los, die sie bei dem Gedanken befiel, Tante Agnes könne mit diesem schönen Mädchen noch etwas anderes beabsichtigen. So etwas wie eine Adoption! Das wäre ja geradezu fürchterlich. Wo man mit Tante Agnes' vielem Geld doch schon immer ein bißchen gerechnet hatte, wenn man selbstverständlich der lieben, alten Dame durchaus nicht den Tod wünschte. Aber Tante hatte wirklich manchmal Ansichten, die man unmöglich gutheißen konnte. Innerlich! Aeußerlich muhte man es ja tun — leider. Gräfin Uchterberg wußte, daß die Tante die ganze Verwandtschaft nach Schloß Kleven gebeten hatte, weil sie wieder einmal Ehen stiften wollte. Nun, das war sehr gütig von ihr, nachdem man die Mädels auf soundso viele Bälle und zu Konzerten und sonstigen Gesellschaften geführt hatte, ohne etwas zu erreichen. Nun denn, man mußte eben abwarten. Tante Kleven hatte eigentlich stets erreicht, was sie sich aus- gedacht, und es würde wohl auch diesmal so sein. Aus Der Bildfläche hier würden ganz genau zur festgesetzten Stunde diejenigen Herren erscheinen, die Tante für die Töchter ihrer Nichten bestimmt hatte. Also konnten die dazugehörigen Mütter in Ruhe abwarten. Fürstin Kleven musterte mit liebevollem Blick ihre Handarbeit, ein riesiges, weißes Umschlagtuch, dem sie eben noch ein paar sehr korrekt gehäkelte Rosetten aufsetzte. Es klopfte. Jean erschien und meldete, daß soeben die Frau Baronin Helbing mit der Baronesse Tochter vorgefahren sei. Befriedigt legte die Fürstin ihre Handarbeit beiseite. Sie erhob sich, Jean war sofort neben ihr, reichte ihr den mit dicker silberner Kugel versehenen Stock, und auf diesen gestützt, ging die alte Dame dann ziemlich schnell und noch sehr aufgerichtet hinaus. Unten in der Halle begrüßte sie ihre Nichte Margret und deren Tochter Hilde-Marie. „Da seid ihr ja. Wann kommt Ludwig?" Die Baronin, eine üppige, noch sehr hübsche Frau, zuckte mit den Schultern. „Ja, die ewigen Rechnereien. Koppke kam noch im letzten Augenblick vom Vorwerk herüber; Ludwig war sehr ärgerlich. Er wäre so gern mit uns gefahren. Er hofft aber, in 3 Stunden da zu sein" „Soso?! Nun, da sind wir beim Abendbrot ja alle beisammen. Die Melanie ist mit ihren Töchtern auch schon da. Jean, führe die Damen zu ihren Zimmern. — Liebe Margret! Komme dann, wenn ihr euch ein bißchen frisch gemacht habt, in den kleinen Salon. Wir erwarten euch dort. Hilde-Marie, du hast ja rote Backen! Das bin ich nie gewöhnt an dir. Befolgst du endlich meinen Rat und gehst täglich an die frische Lust? Recht so, mein Kind! Nur nicht immer im Zimmer hocken!" Freundlich nickte sie noch ihren Gästen zu, bann ging sie wieder die Treppe links hinauf, während Jean die Damen rechts hinauf führte. Im kleinen Salon hatten sich inzwischen auch Gisela und Edelgarde, die Töchter der Gräfin Uchterberg, eingefunden. Sie kamen mit glühenden Gesichtern und glänzenden Augen auf ihre Mutter zu. Edelgarde, die Jüngste, sagte: „Mama, jetzt haben wir aber etwas Wunderschönes gehört. Denke dir, die schöne Gesellschafterin singt besser als die Bruns." „Bester als Lotte Bruns? Seid ihr denn ganz und gar besessen? Wie kann dieses Mädchen besser singen als Lotte Bruns?" „Liebe Mama! Es ist wirklich der Fall!" sagte Gisela ruhig. Gräfin Melanie biß die Zähne zusammen, daß man ein ganz leises Knirschen hörte und die Töchter die Mama verwundert ansahen. Auch das noch!, dachte die Mutter. Vielleicht wird diese Gesellschafterin sich sogar produzieren müssen. Nun, diese Schaustellung hätte dann gerade noch gefehlt." Jetzt konnte man diesen nicht geahnten Fall nicht weiter besprechen, denn Tante Agnes kam wieder herein. Die jungen Mädchen hingen sehr an der alten Dame. Sie liefen ihr entgegen und küßten sie ab. Sie wehrte lachend ab. „Na, na! Laßt mich nur am Leben! Nun, was habt ihr inzwischen angestellt?" Ein warnender Blick der Mutter traf die beiden jungen Damen; so sagten sie nur: ,Lm Park waren wir, Tante Agnes? Dein Park ist eben doch der allerschönste." Die alte Dame lachte befriedigt, dann sagte sie: „3a, ja! Man braucht nicht immer zu reisen, wenn man sich auf der eigenen Scholle ein Paradies schafft!" Gräfin Uchterberg fragte: „Tante Agnes! Kommt..., hat Graf Härtlingen eigentlich fein Kommen fest zugesagt?" Ein scharfer Blick aus den klugen, graublauen Augen der alten Fürstin zuckte über die Nichte hin, dann sagte sie: „Ja! Er wird kommen." Die beiden jungen Damen spitzten die Ohren. Sie sahen sich begeistert an, und Edelgarde fragte mit blitzenden Augen: „Der interessante Graf Härtlingen? Oh, wie lieb von dir, Tante Agnes!" „Hm! Und der Gräbner-Eschenburg kommt auch. Dann der Baron Sievers, ’ne ganze Menge nette Leute hab ich herzitiert. Es soll doch luftig hergehen. Jagd tut auch not. Früher habe ich ganz gut geschossen. Jetzt treffe ich längst nichts mehr und schieße nur Löcher in die Luft. Weshalb soll denn mein Förster immer nur allein das Vergnügen haben? Ich werde mich also freuen, wenn die Herren einige Wochen bleiben." IFortse^una folat.) Schneesicher • Sonnig ■ Nebelfrei karte 6838D 582 D des 680 D lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilll Damplsägewerklollar K Huhn. Eoiirir Prof. Fritz Stein aus Berlin (Vortrag). Ludwig Kaiser (Klavier) aus Kassel. Mercedes Kleinschreibmaschine nur 182.— RM. schon für mtl.RM.7.80 Franz Vogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 6735A Für die uns anläßlich unserer g ol d en en Hoch zeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich August Rohm und Frau Zimmermeister, Wieseck 81 d lornuereins o. 1846 Sieben findet am Sonntag, 11. Februar in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt. Anfang 16.01 M - Anfang 16 01 Ahr Näheres durch Plakate! Anmachholz Bestell erbitten mir direkt an uns, möglichst v.Posl» Gäste willkommen! Die Ortsgruppenführung. Klaviere, 1 fiaruioniöffls ro. sachgemäß u.rrreisw. gestimmt u.rev. toeG Giefien, Lndwißstra6e5p. Televh.2403. Verkauf o. neu u gebt. Klao. TELE FUN KEN Abfahrt am 24. Februar abends Rückkunft am 4. oder 11. März Teilnehmerpreis: 8 Tage Mk. 64.- | 14 Tage Mk. 96.- einschl. vorzügl. Verpflegung, Heizung und Bedienung. Preiswerte Skikurse anerkannter DSV. - Skilehrer. Anmeldung und Prospekte im Hapag-Reisebüro, Gießen Seltersweg 89 ?oiD Aus meinem Tagebuch op. 82 Nr. 3, 10, 9. — Vortrag Reger, Der Mensch. — Telermann Variationen op. 134. Der Sechstem - Konzertflügel ist vom Pianohaus Schönau, Bahnhofstraße 76. Eintrittskarten: Mk. 1.50, 2.25 und 3.00 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen btudentenbaus. Mitglieder der Deutschen 5U Erwerbslose 30 Pf. gegen Ausweis an 1 der Abendkasse. 586D Ortsgruppe IMen lies VDA. Am Montag, dem 5. Februar 1934, 20 Uhr spricht im Saale des Studentenhauses Leihgesterner Weg Herr Dr. Geifeier Generalsekretär d. Gustav-Adolf Vereins über das Thema: Die evangelische Kirche und das Auslanddeutschtum BAD-NAUHEIM Großer Kurhaus-Maskenball Samstag, 10. Februar, abends 8.11 Uhr Tanz i. mehreren Sälen. - Kein Maskenzwang Eintrittskarten, einschl. Garderobe, an der Kurhauskusse, im Vorverkauf z RM. Am Balltag ab 3 Uhr nachm. 3 RM. Nachnahmesendung durch Geschäftszimmer Kurhaus. Verkauf in Giefien bis Freitag, den 9. Februar, abends: Musikalienhandlung Challter, Neuenweg 10, und Hapag-Reisebüro, Seltersweg 89. -- --------------A83D Gießener Konzertverein Sonntag, ».Februar 1934,17.15 Uhr, Univ.-Aula. fi.Konzert Reger-Abend llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll 9ö5 große fornmiWe Konzert Bluthochdruck- Nieren-, Herz- Leidende usw. bevorz. d. bek. Salzfreie Brot i. verschied. Geschmacks-Sorten, ^-achgesch.s. salzfreie u. ges. Kost EKräuterhans JUNG Gießen in d. Schnlstraße. Extra billigeWinterfahrt nach Mittelberg (bei Oy) im Allgäu (1200 m hoch) MliAAMM!pe.V. Samstag, den 10. Februar, 20 Uhr in sämtlichen Räumen des Gesellschastsvereins Maskenball Eintritskarten zu 1 NM. sind im Vorverkauf zu haben bei: Rudolf Weber, Mäuöburg 19; Germer & Wagner, Neuenweg 50; Fritz Lotz, Friseur, Bahnhofstraße, sowie abends a. d. Kasse. Heute abend 7.58 Uhr auf der Liebigshöhe der grobe Maskenball * 696 D oder was unser altes Europa macht . . . . Sie erfahren es vom Tele- funkensuper->23ayreutl)<... aus den Programmen der Sender. Ein Griff - und Sie richten sein Ohr. Ein Blick ins Orthoskop - und Sie sehen die Stärke Jes Senders» so wird die Einstellung haargenau. TELEFUNKEN die deutsche Weltmarke 72OV MWJ Milk Statt Karten Wilhelm Lübbecke und Stau Erika, geb. Seyfferth zeigen ihre Vermählung an Gießen lHiilerwall 19), den 3. Februar 1934 __________________________________________________0587 (GOIETIHHE^IBIUND zusammen mit der Gießener Studentenschaft Mittwoch, den 7. Februar 1934, abends 8 Uhr, Neue Aula: ErnstWiechert Träger des zum ersten Male verliehenen Volks* Preises der Raabestiftung liest aus eigenen Werken Eintrittskarten, sämtlich nnmeriert, für Mitglieder des Goethe-Bundes bis zu zwei Plätzen freien Eintritt, für Verbandsmitglieder zu 90 Pf. gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 6 aus der grauen Gutscheinkarte (Kaufm. Verein und Gew.-V. Nr. 10), ebenso Volkshochschule, NS. Lehrerband; Nichtmitglieder 1,50 Mk. bei Chaliier u. Abendkasse. Stndenten 40 Pf. Kameradschaftshaus, Leihgesterner Weg 16, ««M Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Donnerstag,8.Febr., abends SVtUhr, in der Neuen Aula LICHTBILDER-VORTRAG Prof. Dr. Hermann Lautensach • Gießen ,,REISEN IN KOREA“ Eintritt: Mitglieder frei, Nichtmitglieder 75 Pfennig, Studenten, Schüler, Militär 40 Pf. Kartenvorverkauf bei Dr.Töpelmann, Hindenburgwall 4 u. Abendkasse 721D oovanzeiger Samstag, den 10. Februar 1934 abends 8.11 Uhr gvotzev öffentlicher! MassenvaU in sämtlichen Räumen dev „Liebigehohe" Eintritt und Tanzen frei. Techmfche Lehranftalten Offenbach a.M. Kunftgeroerbefchule Höhere ßaufchule Mardiincnbaufdiule Der ftaatl. Direktor: Prof. Dr. Hugo Eberharöt fordern Sie Druckfachen! ^Uöebrkarten vro Kovf 1.50 Mk. von 3 Glas Bier od.andere Getränke berechtigen zum Eintritt. Vorverkauf von Karten im Lokal. Sonntag, den 11. Februar 1934 steigt das alljährlich so beliebte ^Ittdevkoftümfest mit allerlei Ueberraschungen Anfang 4 Uhr. - Ab abends 8 Uhr ^onzevt mit Tanz! la Musik. Lsid] Eintritt 50 Pf. Niederlassung! Habe mich in Gießen als Natur-Heilkundiger niedergelassen u3ia Sprechstunden: Wilhelmstraße 41 pari, von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr Reinhard Rein Wertpapier-Drucke Aktien, schuld- bei Brühl,Schulst wXp°;-a’n Nr. 29 Drittes Blatt Samstag, 3. Sebruar 1934 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für VberWen) und Dienerinnen und ungezählter Kinder ihr taten- loses Dasein verleben Je weiter man in dieses Gewirr von Gassen vordringt, in dem man schließlich jede Orientierung verliert, um so stiller wird es. Man ist nun wirklich ganz von Europa abgeschnitten und schwimmt wie auf einem Meer von Träumen aus Tausendundeine Nacht dahin. Ist man im Kreise gelaufen, daß man plötzlich wieder in der Nähe des Hafens landet? Jedenfalls steht man plötzlich auf einem freien Platz, auf dem ein Denkmal für die Kriegsgefallenen er- der UeberHeferung unserer höheren Kultur, wie sie uns durch die Meister der deutschen Seele und der deutschen Kunst in der Gestaltung durch Bild, Ton und Wort gegeben ist, bleibt eine Notwendigkeit. Sie ist von dazu berufenen Kräften zu betätigen. Diese höhere Kultur jedoch kann nicht dem voraussetzungslosen Volksgenossen, dem Arbeiter, Bauern und Soldaten vermittelt werden, denn er hat die Beziehungen zu Volkstum wächst nur von unten: Arbeiter, Bauern und Soldaten sind nicht nur die Gradunterschied der Erkenntnismöglichkeit verstärkt diese Entfremdung. Volkskultur als ein W e g z u m V o l k t u m wird mithin nicht dadurch erstehen können, daß von oben herunter die höchsten künstlerischen Werke dem Volk gegeben werden. Dolkskultur kann nur von unten herwachsen als eine große seelische Bewegung, durch die dann auch die künstlerische Hochkultur aufs neue mit dem Volke verschmolzen und für die Zukunft entscheidend befruchtet wird. Ein Beispiel: Die politische Erweckung und Erziehung des deutschen Menschen erfolgte nicht durch die Worte und Werke Chamberlains und Lagardes, sondern sie wurde durchgeführt in der Sprache des Volkes. So muß auch die Dolkskulturbewegung in der Sprache des Volkes, d. h. in Fortführung feiner eigensten Ueberlieferung sprechen. Diese Überlieferung finden wir im Dolkserbe, wie es erst durch den Liberalismus abgerissen wurde: in Volksmusik, Brauchtum, Festen, Spiel, Gemein- schafstsorm, Tanz, Handwerks- und Volkskunst, Trachten und Heimatkultur. Diese Ueberüeferung fortzuführen, ist die Ausgabe. Wir restaurieren und konservieren nicht, sondern knüpfen an sie an, um mit dem im Erleben dieses Volkstums gewonnenen Wertmessers neues Leben zu erwecken. Hier erwächst die Aufgabe des Tages: Nicht durch das Wort, sondern durch die bildhafte Schau und Gestaltung des deutschen Volkstums in Brauchtum, Sitte, und Gesittung dem Volke sein Erbe vor Augen zu führen, es ihm zum Erlebnis zu bringen und es zur Mit- und Weitergestaltung zu begeistern. Das Entscheidende ist, daß der einfache Volksgenosse aus Arbeiter- und Bauerntum in den ihm gegebenen Möglichkeiten und Formen ein echtes, weil völlig durchdrungenes Leben führt und selbst mitgestaltet, anstatt irgendwelche Kultur aufzunehmen, vielleicht zu verstehen, günstigenfalls immer jedoch nur nachzuerleben. Die Forderung des Tages heißt: Praktische Volkstumsarbeit! Gestaltung. Der Liberalismus riß durch den falschen Kulturbegriff, nach dem Bildung die Voraussetzung jeglicher Kultur sei, die Kluft auf zwischen der Schicht der Gebildeten und der der Kultur nicht teilhaftigen ungebildeten Masse. Dadurch verlor die Masse des Volkes ebenso die Verbindung mit seinen Meistern wie die Künstlerschaft ihrer Verwurzelung im Dolksboden entbehrte. Aus diesem Grunde ist heute dem voraussetzungslosen Volksgenossen aus Arbeiter- und Bauernschaft der Höhenweg der Meister deutscher Kultur fremd, da er in einer anderen Lebenssphäre und in einem anderen Lebensgefühl, als esArbeiter undBauem heute besitzen, verläuftDer gesiegt — aber selbst in diesem eroberten Land ersteht ihm nun der Konkurrent, der ihm überall auf dem Weltmarkt zu schaffen macht: Japan. Es gibt, hier mitten im Suk, schon eine ganze Reihe von Iapanläden, die den denkbar größten Zulauf haben, weil sie alles bieten, was des Eingeborenen Herz begehrt. Als man das Tor am Piazza Italia durchschritt, kam man in eine andere Welt. Hier ist Afrika, und sofort ist man mittendrin in seiner Problematik. Nie Beiträge der SA - und SS.-Männer in der Arbeitsfront. LPD. Die Deutsche Arbeitsfront teilt mit: Auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem Stabs- verklingt gleich unbeteiligt, gleich wohlerzogen und weltmännisch ob nun Zero herauskommt oder ob das Peck an diesem Sohn der Wüste gradezu zu kleben scheint. Europa hat offensichtlich auf der ganzen Linie gesiegt. Nein, das ist nicht Afrika. Auch die Straßen sind es nicht, durch die man beim Abendspaziergang bummelt, obwohl gleich neben dem eleganten Luxus- Automobil plötzlich eine Karawane von Kamelen auftauchen kann, die hochbeladen, im bedächtigen Wüstenschritt ohne sich um die Vorgänge links und rechts zu kümmern, das europäische Viertel durchschreitet. Ein prachtvolles, neues Gouoernements- haus, in Gärten erbaut, die noch jetzt im Januar in verschwenderischem Blütenreichtum prangen, Bankpaläste, eine architektonisch langweilige Kathedrale, eine „Galeria", wie man sie in allen italienischen Städten findet, Geschäftshäuser, Theater und Cafes — alles das kann überall sein, kann überall genau so neu, so gut gepflegt und sauber angetroffen werden. Ein Brunnen auf dem Piazza Italia, der von unten mit farbig wechselnden Lichtern beschienen wird, offenbart einen Kitsch, den man selbst in Europa gern vermißt. Und doch ist gerade hier die Pforte Afrikas, denn gleich hinter dem Piazza Italia beginnt das Afrika, welches man sucht. Eine hohe mittelalterliche Mauer, an das Kastell anschließend, von einem breiten Torbogen durchbrochen, schließt diesen Mittelpunkt der Stadt nach der Westseite zu ab. Man läßt sich von einem Strom farbiger Menschen: Berbern, Arabern, Juden, Negern und vereinzelt auch Europäern dazwischen, treiben, biegt in eine dunkle Seitengasse ab und ist plötzlich, ehe mans noch recht verspürte, mitten drin im wirklichen Orient. praktische Volkstumsar-eit tut not! Äon Werner Haverbeck, Leiter des Amtes Volkstum und Heimat in der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Tripolis, Januar 1934. Der erste Eindruck der Stadt Tripolis ist — enttäuschend. „Enttäuschend" ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Man empfindet so ungefähr das, was der alte Fischer in Strindbergs „Nach Damaskus" ausdrückt, wenn er, nachdem er seine Sehnsucht nach dem Besitz einer Fischreuse erfüllt sieht, bedauernd sagt: „Ja, das ist das, was ich mir das ganze Leben gewünscht habe, aber es i st nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe" — Sicher ist die Vorstellung, die man von Tripolis als eine alte orientalische Seeräuberstadt besitzt, ganz anders, als sich die Stadt dann auf den ersten Blick darbietet. In Wirklichkeit macht Tripolis zuerst einmal den Eindruck eines großen, ein wenig auf „orientalisch" frisierten Riviera-Kurortes. Ein wundervoller, mit riesigen Palmen bestandener Quai, der jede Konkurrenz mit den berühmtesten Promenaden der Riviera aushält, zieht sich an dem vorzüglich ausgebauten Hafen und weiter am Meere entlang. Große Gebäude, die jeder Großstadt Italiens und auch des übrigen Europas Ehre machen würden, säumen ihn ein. Hinter dem Grand Hotel, das feinen Namen ebenfalls in jeder europäischen Stadt führen dürfte, erweitert er sich zu einer prächtigen Gartenanlage — wie überhaupt das ganze moderne Tripolis mit Recht Wert darauf legen kann, eine Gartenstadt genannt zu werden. Aber man kommt nicht nach Nordafrika, und ausgerechnet in den Teil Nordafrikas, der feiner historischen Entwicklung nach immer noch als der ursprünglichste gilt, um eine Gartenstadt zu bewundern .. Man sucht Afrika, und deshalb ist man auf den ersten Blick enttäuscht, wenn man von diesem Erdteil zunächst nichts anderes sieht, als einige braune und schwarze Menschen, die teils mit ein paar Lumpen kaum ihre Blöße verdecken ober mit großen weißen Wolltüchern bis über den Kopf vermummt sind Auch die paar historischen Bauten, die es hier gibt, das von deutschen Kreuzrittern erbaute Kastell am Hafen und der gut erhaltene, aber eigentümlich kleine Triumphbogen des Kaisers Marc Aurel sind nicht das, was man eigentlich sucht Im Hotel verschwindet erst recht das Gefühl, nun in einer anderen Welt zu sein. Der Empfangschef ist ein in Mailand geborener Deutscher, der deshalb wohl seine Muttersprache nicht in allen Feinheiten beherrscht. Zum Ausgleich dafür ist der Portier ein Italiener, der in Hamburg das Licht der Welt erblickte und aus diesem Grunde besser deutsch als italienisch spricht. Im übrigen ist der ganze Zuschnitt international, und nur dadurch von dem Leben in großen internationalen Hotels verschieden, daß die Preise hier recht mäßig sind. Das Hotel hat selbstverständlich seinen Speisesaal, seinen Tanz- und Festsaal, seine große Halle, seine Bar und was sonst noch eben alles dazu gehört Seine besondere Attraktion aber ist der von der Gemeinde verwaltete S p i e l s a a l, das „Casino". Hier werden immerhin und ziemlich Abend für Abend Umsätze gemacht, deren sich Monte Carlo wahrscheinlich auch heute nicht zu schämen brauchte. Der Mindesteinsatz beträgt fünf Lire, der Höchstsatz dafür aber doch schon 3500 Lire Wenn einer im Zuge einer Glückssträhne zehnmal hintereinander mit dem zwölf- fachen Gewinn beim Höchsteinsatz herauskommt — und das ist nicht einmal selten — so kann er ein ganz hübsches Vermögen mit nach Hause nehmen Sofern er die Nerven besaß, rechtzeitig aufzuhören Nein, alles das ist nicht Afrika Ist es auch dann nicht, wenn am Spieltisch ein in einen fleckenlosen weißen Burnus gehüllter Tuareg-Scheich mit klassisch geschnittenem Gesicht unbewegt sitzt und zu jedem Spiel, ob Gewinn oder Verlust, den Höchstsatz auf „Zero" schiebt. Er fällt nicht einmal auf, obwohl er innerhalb der Stunden, die er am Spieltisch verbringt, ein großes Vermögen verspielt. Das „Faites votre jeu", bas „Rien ne va Plus" der Croupiers nchiei wurde und dann verliert man sich, einen Haken schlagend, am Marc-Aurels-Bogen vorbeigehend wieder in ein neues Labyrinth von Gassen, die von Bögen oder auch direkt von Holzdächern überdeckt sind. War man vorher in der Mohammedanerstadt, so ist man jetzt ins Iudenoiertel eingedrungen. Hier werden die Gassen mit jedem Schritt belebter. Hier ist Geschrei, ist Lärm, Hämmern und Arbeit. Viereckige Kammern, nur notdürftig beleuchtet, öffnen sich der Gasse zu. Schneider sitzt neben Schneider Ein, zwei, drei Straßen lang, dann kommt die Straße der Schreiner, die der Kürschner und dann die der Silberschmiede, die köstliche Armspangen, Gürtel, Ringe und Dosen mit immer gleichbleibenden, aber doch in sich stets wechselnden Motiven ziselieren. So wie in den deutschen Städten des Mittelalters hat hier jedes Handwerk leiter der PO. Pß. Dr. Robert Ley und dem Stabschef Pg. Röhm wird hiermit angeordnet, daß die SA. - und SS.-Männer, die in den Verbänden organisiert sind, soweit noch nicht geschehen, von kommender Woche die halben satzungsmäßigen Beiträge zu zahlen haben. Diejenigen SA.- und SS.-Männer, die Einzelmitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind, zahlen gleichfalls die halben Beiträge. Hierbei ist so zu verfahren, daß die SA - und SS.-Männer, die sich im Besitz eines ordnungsmäßigen Ausweises befinden, in Zukunft auf der Mitgliedskarte nur zwei seine eigene Gasse... Dann ist man plötzlich im Bazar. Hier sind die Gassen alle überdeckt, so daß auch am Tage ein geheimnisvolles Dunkel herrscht, das sicher dem Handel vorteilhaft ist, weil es die Prüfung der Waren- Qualität erschwert. Alles, was man sich nur denken kann, liegt hier zum Verkauf aus. Jeder Handelszweig hat seinen eigenen Bazarteil und jeder Nachbar also macht dem Nachbarn denkbar schärfste Konkurrenz. Und wieder merkt man, wie sehr Europa über Afrika gesiegt hat. Wirklich afrikanische Waren sind außer den Silberarbeiten nirgends zu sehen. Was einem hier an echten Teppichen oder auch an.,-------- ... v-----ff - . buntfarbigen Stoffen und Tüchern, ja selbst an an Stelle von vier Beitragswochen bzw. alle zwei Lederwaren angeboten wird, kann trotz seines afri- Monate eine Monats-Beitragsmarke zu kleben konischen Anstriches seine italienische, deutsche oder > haben. englische Herkunft nicht verleugnen. Europa hat ------- Der Suk, das Eingeborenen- und Eingeborenengeschäftsviertel von Tripolis ist noch heute so erhalten wie es vor 50, 100 oder vielleicht auch vor Hunder- u u c i u unv « - * *.. — ten von Jahren war. Nur die Elektrizität und die > Träger der politischen Revolution und des neuen — Sauberkeit sind hier eingedrungen als einziges,1 Reiches, sondern auch des neuen Volkstums und was in diesem Viertel europäisch anmutet Man neuer Gläubigkeit. So wie die politische Bewegung kann stundenlang durch die engen Gassen schreiten, bes Nationalsozialismus beim einfachen Volksgenof- die geheimnisvoll find und dem Fremden immer, [en begann und dann erst später zu den sogenann- geheimnisvoll bleiben. Weiße, fensterlose Mauern, ten geistigen Schichten vorstieß, so kann auch die nur hier und da durch eine verwahrlost aussehende Volkstumsbewegung nur aus Arbeiter- und Bauern- Tiir und vielleicht durch ein kleines viereckiges mit tum erwachsen. Holzstäbchen vergittertes Loch durchbrochen, rücken so | Daraus ergeben sich als praktische Folgerungen nahe aneinander heran, daß kaum zwei Menschen für nationalsozialistifche Kulturpolitik: Die Pflege nebeneinander Platz zum Gehen haben Und eine unsägliche Stille darüber. Selbst der Schritt der wenigen Menschen, die durch diese Sei- tengafjen schleichen, hat etwas Geheimnisvolles an sich' und ist kaum zu hören, da man auf Pantoffeln ober nackten Fußsohlen läuft. Wenn man einmal Frauen begegnet — die man übrigens hier niemals allein gehen sieht — so ziehen sie erschreckt den Haik auch noch vor den Augen zusammen und -------------- , .. . .. - wenden den Kops seitwärts, damit kein unreiner' ihr verloren. Der Liberalismus hat das Vorhanden- Blick ihr Gesicht treffe Sollten sie so hübsch sein, sein einer alle Stände und Höhenschichten verbinden- daß das nötig ist? Ma! gelingt solchem Blick aber i ben Volkskultur zerstört. doch ein Schnappschuß, unb was er bann hascht — I Noch im Mittelalter haben wir eine einheitliche reizt eigentlich nicht zur Wieberholung. Hier hat sich Kultur, bie zwar mit Gradunterschieden ledoch a u s alte mohammedanische Sitte in ihrer e i n e r Q u e 11 e h e r a u s eine gemeinsame Grund- qanzen Strenge, im Gegensatz zur mobernen Tür- läge bildete für die Gesittung des Bauerntums, des kei, noch völlig erhalten. Hier gibt es auch noch wirk- Handwerks und des Adels, auch in der künstlerischen licke f) a r e m 5, in denen die drei Frauen des Fa- ------------6 *"•’* f">" milienvaters inmitten einer Schar von Nebensrauen Aus der Suche nach Afrika - in Tripolis Von unserem Sonderberichterstatter Alfred W. Karnes wieder I tönen, vorn grotesken Humor bis zu zerfließender Carl F ä ck n i tz , Junker Spärlich (Willi Hof- I Romantik; Kontraste mannigfaltigster Art gelingen mann), und Dr. Casus (Erich Bei sb art h) fug- faffen. Sann fc^ütteite er aber amiifelnb ben ftopfiiidjtartig aufhellen, betonen, unterstreichen vom unb erwiderte lächelnd: .Sie haben recht, das ist! geistreichen Konvecheren bis -u innigften Herzens- etwas. Zu Shakespeare paßt aber nur Mozart' " Dennoch ist Nikolais Musik eine persönliche Gabe. Etwas ungemein Graziöses, Feingeistiges liegt in feinen Themen, die ja nach der Situation schlag- sich ausgeglichenes Ensemble erstrebte die Spielleitung. Jeder Darsteller war gesanglich wie auch schauspielerisch mit voller Hingabe unb Innerlichkeit bei seiner Rolle. Kokett, mit scharfen weiblichen i in seiner Eifersucht ohnmächtigen Gatten gab sich Bianca Fischer-Gebhardt als Frau Fluth. Ihre ungemein leicht anschlagende Stimme war für bie koloraturreiche Partie wie geschaffen Ihr zur Seite 11114 Illi), UHU v • vuju J \ vll v I v v w * * V / | o ten sich mit feiner Pointiertheit bem Ensemble ein. Preben Roosing erfaßte seine Aufgabe als Fenton mehr von der heldischen Seite als von der er- tur dieser Oper wird von der Ouvertüre an bis zur letzten Note ständig eine unerschöpfliche Fundgrube für den lernenden Musiker und eine Quelle der Freude für jeden Hörenden sein! Die Deutsche Musikbühne unter der künstlerischen Gesamtleitung von Heinrich XLV. Erbprinz Neuß hat sich zum Ziel gesetzt, frei von träger Konvention wie von äußerlicher sensationeller Neuerungssucht die Werke deutscher Opernkunst stilgetreu zu vermitteln. So erwuchs diese Aufführung unter der Spielleitung von Rudolf Scheel voller Beschwingtheit, Humor und Grazie aus der Partitur heraus, jede Gebärde, jede Bewegung aus den Noten ablesend. Das sprühte und schäumte, das prickelte und wirbelte; es war, als ob Teufel übermütigster Laune hier ihr Wesen hatten Aus diesen allgemeinen Eindrücken zeichneten sich besonders die Wirtshausszenen ab, die in ihrer Derbheit und ihrer Urkraft der Menschlichkeit ausgeprägte Wirkung hinterließen im Shakespeareschen Sinne. Nicht Startum, sondern ein geschlossenes, in Gießener Gtadtthealer OPerngastfPiel der Deutschen Musikbühne: „Die lustigen Weiber von Windsor." „Ich habe so recht empfunden, daß uns Gott eigentlich nur dazu die edle Musik geschenkt hat, um uns untereinander zu erfreuen." Das bekennt Otto Nikolai. Wenn auch ihm das Leben neben glücklichen Stunden manche bittere Enttäuschung bereitete, seinen Mitmenschen will er über das Alltägliche erheben, ihm zum gesteigerten Levens- gesühl durch die Freude verhelfen. Das wird uns jebesmal seine Oper „D i e lustigen Weiber von W i n b j o r" vollauf bestätigen bie Feuerräber sprühn. Sabine Lepsius schreibt über ben „Tag ber beutschen Kunst in München" unb fügt ihrem Aufsatz viele farbige Abbilbungen bei. Ernst Lubwig Schellenberg würbigt Hermann Stehr unb zeigt, baß ber nur als wahrhafter Künstler gelten kann, ber zugleich Kimber ist, über ben Dichter hinaus auch Deuter Einen Besuch auf bet Insel Ceylon, bem sagenhaften Parabies ber Menschheit, beschreibt Pros. Arnolb Busch. Eine besondere Note bekommt das Heft durch den Anfang des neuen Romans von Artur Kuhnert „Die große Mutter vom Main" Von dem weiteren Inhalt sind zu nennen: „Luftbedrohung und Luftschutz" von Wulf Bley, „Mit ber Elektrischen zur Mitternachtssonne" von Hugo Frank, „Wanberschmiere" von Prof. Emil Nirchan unb bie Erzählung von Hans Watzlik „Eine Braut bettelt". Zeitschriften. — Westermanns Monatsheft bringt in feiner Februarnummer eine Abhanblung von Hermann Eris Busse: „Oberbeutsche Volksfastnacht". In buntem Zuge ziehen bie Narrenstäbte, Narren- zünfte, kurz alles, was zu einer Volksfastnacht gehört, an uns vorüber bis zum Sonntag nach Fast- »=E EgawÄiwatWÄ s Doch biefes Wert liegt am Ende feiner Schaffensbahn, der Weg dorthin führt durch Hohen unb Tiefen Reich und richtunggebend sind die Eindrücke, die der Zelter-Schüler in den Jahren feines Aufenthaltes in Italien in sich aufnimmt. Er gewinnt geistig und menschlich aus dem Umgang mit den vielen Kunstjüngern, die alle traditionsgemäß Italien aufjuchen. Keine Gelegenheit läßt er unversucht, um sein Können zu bereichern Durch Barni, den Kapellmeister der Sixtina, kommt er der alten Vokalmusik nahe, mit Arnbroise Thomas, der durch die Gunst eines Stipendiums in Italien weilt, musiziert er, er besucht DonizetN, ebenso wie er sich von R o s s-, n > beraten laßt Zu fast allen musikalischen Größen des damaligen Italien tritt er in Beziehung unb lernt von 'hnen. Auf dornenvollem Pfade wird er zum „maestro“; mer seiner italienischen Opern haben mehr oder minder Erfolg. Wien wird für ihn zu einem Arbeitsfeld, wo er das in Italien Erworbene für die deutsche Musik auswerten kann. Hier wird er zum Begründer der nachmals so berühmten „Phllharmomfchen Konzerte" in Wien, in denen er den Klaisikern eine würdige Pflegestätte bereitet Wien sollte aber auch der Ort werden, der seine deutsche Oper „Die lustigen Weiber" zur Aufführung ablehnte Vertragsgemäß war Nikolai verpflichtet, für die Wiener Bühne eine deutsche Oper zu fdjreiben ©o sehr er sich um einen geeigneten Stoff bemühte, keiner konnte seinen Anforderungen, die er nach seinen italienischen Erfahrungen recht hoch stellte entsprechen. Do machte ihn eines Tages gelegentlich einer Aufführung des „Don Juan" sein Freund -Siegfried Kap per'auf den musikalischen Kern aufmerksam, der der Gestalt Falstaffs innewohne ..Eine Weile sah er mich schweigend an und mit glänzenden Augen, als versuchte er, den angeregten Gedanken mit aller ihm eigentümlichen Lebhaftigkeit zu er- ihm mit fast spielender Leichtigkeit und Grazie. Glücklichste Einfälle verknüpft er im kunstreichsten Tonsatz, ohne dabei die geringste Spur des Gewollten zu hinterlassen. Reiche Ausdrucksmöglichkeiten des Harmonischen binden sich mit vielgestaltiger Pointiertheit des Rhythmischen. Welch eine Farbigkeit der Orchesterklänge, wie in der Mondscheinszene im dritten Akt; und welche treffende Charakterisierung der Gestalt Falstaffs. Die Parti- wünschten lyrischen. Das Orchester unter Kapellmeister Paul van Kempen gewann von dem Eingang der Ouvertüre an mit seiner dezenten Abtönung, seinem prickelnden Rhythmus, seinen grandiosen Steige- rungsmöglichkeiten im Dynamischen, wie in der Temponahme für sich. Nur auf dieser Grundlage war die ideale Verbundenheit von Partitur und Szene möglich. Die Momente höchster dramatischer Spannung wurden glücklich akzentuiert durch den Chor, der sich nicht nur korporativ auf der Bühne zeigte, sondern aktiv die Handlung mitgestalten half. Die Bühnenbilder waren zweckmäßig; etwas mehr wohnliche Behaglichkeit wäre erwünlcht gewesen. Die Gartenszene und der letzte Auszug waren stimmungsvoll durchaebildet. Obwohl die Elsen das Tänzerische gut zum Ausdruck brachten, störte die nicht voll angemessene Kostümierung Angesichts solcher Aufführung fällt dem Publikum billiger Weise die Verpflichtung zu, pünktlich zu sein unb möglichst jebe Störung zu vermeiben. Dr. H. Jakob Hoffmeister aus Kassel, ebenfalls ein angeljenber Dichter, berichtet uns bann, wie Nikolai ihm eines Morgens ganz aufgeregt entgegen kam; er hatte sich nun für ben Stoff „Der luftigen Weiber" entschlossen, unb Hoffmeister war bazu ausersehen, bas Textbuch opernmäßig zu gestalten. Welchen bebeutenben Anteil aber Nikolai selbst an ber bühnengemäßen Verarbeitung bes Stoffes hatte, zeigte ein Brief Nikolais (Juni 1846) an Hoffmeister, ber inzwischen nach Kassel übergefiebelt war Er gibt ba selber Szenenentwürfe unb änbert mit treffsicherem Geschick bie Hoffmeisterschen Verse ab Wegen ber örtlichen Entfernung Hoffmeisters übertrug er bie weitere Abfassung bes Textbuches einem andern Kasseler Dichter, der als Hauslehrer in Wien tätig war, Hermann Mosenthal Einem Briefe aus jener Zeit zufolge fühlt sich Nikolai bei dieser Oper ganz als deutscher Komponist. Krankheit, Stellungswechsel — er war inzwischen Hof- tapeUmeifter und Leiter des Domchores in Berlin geworden — ließen die Arbeit an dem Werk sich auf drei Jahre erstrecken. Am 9 März 1849 konnte nun endlich die Uraufführung im Berliner Opernhaus mit großem Erfolg in Szene gehen. Noch drei weitere Aufführungen konnte Nikolai selber dirigieren, wenige Wochen später war er nicht mehr unter den Lebenden; der Tod erreichte ihn am 11 Mai 1849 Nach Mozarts musikalischem Lustspiel „Figaros Hochzeit^ hatte die heitere Oper inzwischen in Albert Lortzing einen Vertreter gefunden, der mit urwüchsiger Dolksnähe in weiten Kreisen sich auswirken konnte. Vorbildung und nicht zuletzt die Tätigkeit in der italienischen Oper mußten Nikolai in die geistig verwandtschaftliche Nähe Mozarts führen Mozart war ihm immer als das Idealbild unter den deutschen Komponisten erschienen, und die charakterisierende Durchgestaltung der einzelnen Finales läßt das deutlich erkennen. In der humorvollen Zeichnung der Männergestalten mag mancher Zug aus Lortzing verweisen Und doch, was Lortzing versagt blieb, er vermochte den Schritt zu tun in jene Sphäre der Romantik mit ihren Märchenschauern, mit ihren Elfenwesen und ihrem Geisterspuk; wie er da mit kindlicher Gläubigkeit die Zauberwelt wachruft, das konnte nur ein deutsches Gemüt, wie es vor ihm Carl Maria von Weber schon getan hatte. als Mit-Verfchworene Frau Reich, Liesel Heinrich, im Zusammenklang ein Duo von schönem Ausgleich. Don sicherlich größtem Stimmaterial über das Lyrische hinaus dem Dramatischen zustrebend, mit großer Expansionsfähigkeit des Klanges war Gerda von H ü b b e n e t als Anna Reich Eine köstliche Figur, betont durch übergroße Körperlichkeit, in jener Mischung von Verschlagenheit, Tapsigkeit und wiederum abgesunkener Ritterlichkeit gab Walter Zöllner als Sir John Falstaff; in jeder Bewegung ein charakteristisches Moment seiner Rolle belebend. In der Szene mit Herrn Fluth, Knut Olaf Strandberg, standen sich die beiden in treffenden Kontrast gegenüber, beide > stimmlich vollem Maß entsprechend. Herr Reich, I Wehr und Waffen. Englands Drang nach Luftüberlegenheit Die militärische Vedeulung der Valearen ist das Bewußtsein, daß keine noch so feierliche, ver- gers bestätigt, den französischen an Mut, Gewandt- heit und technischem Können meist übertrifft. — Wenn man die technische Entwicklung der Militärflugzeuge in England und Frankreich verfolgt hat, so kann man immer wieder beobachten, daß auf eine neue französische Konstruktion eine solche englische folgt und umgekehrt. Hierbei zeigt sich aber offenkundig, daß dennoch die englische mei- st e n s besser ist als die französische. Bor allem geht man jetzt in England daran, ein hochwertiges Flugboot mit besonders großem Aktionsradius zu entwickeln, das unabhängig vom Flugzeugträger ist, welcher sich in seiner jetzigen Form in den letzten Manövern nicht sehr bewährt hat. Zahlenmäßig besitzt Frankreich doppelt soviel Militärflugzeuge als England heute, wenn auch gerade in Frankreich sehr viel Material überaltert sein soll und teilweise allerdings, infolge Korruption, tatsächlich minderwertige Maschinen geliefert worden sein sollen. In England hingegen herrscht in der Mi- litärfliegerei und Luftrüstungsindustrie eine klare Linie. Das beweist die hohe Qualität aller Maschinen und vor allem der unübertroffene englische Motor. Das große technische Können also der Engländer und ihre hochwertige Qualitätsarbeit soll eine gewisse Ueberlegenheit zur Luft erreichen, die es vor allem befähigt, überraschende Luftangriffe auf das Inselreich abzuschlagen. Daneben vollzieht sich eine beachtliche Entwicklung der Erdabwehr, des Flugmelde- und Luftschutzwarndienstes sowie des passiven, zivilen Luftschutzes überhaupt. G. v. M. Truppenteile zurückareifen, die sie aus den Bewohnern Afrikas bilden. Eine große Anzahl solcher Verbände steht sckon im Frieden im europäischen Frankreich; der Rest muß bei der Mobilmachung von den nordafrikanischen Häfen nach Marseille und Toulon gebracht werden. Das ist ein gefährliches Unternehmen, weil die Transporte von den italienischen See- und Luftstreitkräften bedroht sind. Diese beiden Waffen der italienischen Wehrmacht haben in vielbeachteten Manövern ausprobiert, ob und wie man die Eingebvrcnen-Transporte stören könnte. In der italienischen Presse konnte man lesen, daß man in Rom gegebenen Falles auf gute Beute rechnet. Die französischen Militärbehörden zeigen sich durch diese Tatsache sehr beunruhigt. Die Gefahr für die Transporte wäre wesentlich geringer, wären die Balearen in französischer Hand. Das zeigt schon ein Blick in den Atlas. Von dort aus könnten die französischen See- und Luftstreitkräfte die italienischen angreifenden Schiffe und Luftschiffe in Schach halten. Früher, zur Zeit Primo ten hat, wenn es zur Rettung der Gesamtheit notwendig ist, nennen wir die heroische oder die tragische Weltanschauung. Ihr Ausfluß ist der Wehrwille: Der Entschluß, sich für die Erhaltung der Gattung so tauglich wie möglich zu machen. Ich kann für mich allein etwa Jiu-Jitsu lernen, um dem Angriff eines Verbrechers auf meine Person wirksam entgegentreten zu können — das ist noch nicht, was wir unter Wehrwillen verstehen. Wehrwille dient der Gesamtheit, er kann nur in einer großen Gemeinschaft ausgeübt werden. Wir kennen sie als Heer, und das bedeutet im Zeit- alter der Millionenvölker das Volksheer, das Volk in Waffen. Wehrwille ist also zugleich der Wille zum Dienst, zum Heeresdienst, zur Massenausbildung und zur Massenzucht. Wehrwille ist der Selbsterhaltungswille der Nation, verkörpert im Wehrdienstwillen eines jeden seiner Glieder. Es ist das große Erziehungsproblem unserer Gegenwart: in jedem Volksgenossen den Friedenswillen unii den Wlhrwillen glei ch z e i t i g zu wecken und zu festigen. Zu diesem Wehrwillen darf und muß sich jeder gerade im Zeichen der Friedensbestrebungen unserers Führers mit Wort und Tat bekennen! Daß innerhalb der Kgl. Britischen Luftstreitkräste schon lange eine starke Bewegung nach Erhöhung der Luftstreitkräfte besteht, ist bekannt und verständlich, da Englands Luftempfindlichkeit sehr hoch ist. Bereits 1923 (!) wurde eine Aufrüstung auf 52 Geschwader beschlossen, tatsächlich aber, z. T. in Rücksicht auf Frankreich z. T. wegen der hohen Kosten nur im geringen Maße durchgeführt. Der jetzige englische Luftminister Lord L o n - donderry sucht die Luftaufrüstung durchzusetzen. — Die Ueberlegung geht zweifellos dahin, daß ein hochgerüstetes Frankreich mit seiner überlegenen Luftarmee unter Umständen einmal für England, mit seiner Massierung von Menschen in Industriezentren und seiner überraschenden Angreifbarkeit überhaupt, eine Gefahr werden könnte. Das wird naturgemäß öffentlich nicht ausgesprochen, ist aber tatsächlich der Fall. Aus den Manövern an der Ostküste Schottlands ergab sich eindringlich, daß eine starke und operationsfähige Luftstreitmacht der Flotte überlegen ist und in einem künftigen Kriege kein großes Vertrauen auf eine Entscheidung zu Wasser gesetzt werden kann. Das bedeutet für England, das „die Meere beherrscht", einen schweren Stand. Eine starke Luftmacht soll nun Ersatz für die zurückgegangene Seegeltung sein. Man sagt: Besitzt England eine ebenso starke Luftflotte wie Frankreich, so wird es ihm d r e i - m a l überlegen sein. Und warum? — Weil das unbestritten große technische Können der Engländer den Franzosen in diesem Verhältnis über ist. Ganz abgesehen davon, daß der englische Pilot, wie es auch die Kriegserfahrung jedes Kampfflie- Jm Mittelmeer, unweit der spanischen Küste, liegt eine Inselgruppe, die seit altersher den Namen Balearen trägt. Wir erinnern uns ihrer aus dem lateinischen Unterricht. Denn die Schriftsteller, die den Ruhm Roms verherrlichten und die wir in den Unterrichtsstunden lasen, erwähnten immer die balearischen Schleuderet, die in Hannibals Heeren fochten und den Legionen zusetzten. Die beiden größten Inseln tragen die Namen Mallorca und M i n o r c a. Auf ihnen suchten besonders in den letzten Jahren viele Fremde aus der ganzen Welt Erholung, wozu die Inseln wegen ihres herrlichen Klimas und ihrer landschaftlichen Schönheit einladen. Die Inseln spielen aber auch militärisch, s e e - strategisch eine bedeutende Rolle. Seit vielen Jahrzehnten sind sie der traditionelle Exerzierplatz Friedens- und Wehrwille zugleich Bon Walter Bloem. Unser Führer hat in den programmatischen Reden der letzten Wochen mit der Eindringlichkeit, der nur Bosheit sich verschließen kann, den unbedingten Friedenswillen s e i n e r R e g i e r u n g und des ganzen deutschen Volkes betont. Er hat an die Nation die Frage gerichtet, ob sie hinter seiner Politik stehe, und die Nation hat in ihrer überwältigenden Mehrheit mit einem begeisterten Ja zugestimmt. Ist das „Pazifismus"? Nein! Denn ebenso klar hat Adolf Hitler bei unzähligen Gelegenheiten erklärt, daß er seine Deutschen auf die heldische Weltanschauung, das ist auf das Bekenntnis zur Wehrhaftigkeit und zum Wehrwil- l e n verpflichten und erziehen will. Ist das ein innerer Gegensatz? Nein! Aber ein Problem steht hinter dem Entschluß, friedenswillig und wehrwillig zugleich zu sein und zu bleiben. „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt!" Zum Friedenswillen gehören zwei — zum Wehrwillen nur einer. Wehrwille ist der Wille, sich zu wehren, gegen den Friedensunwilligen; Friedenswille ist der Wille, Frieden zu halten. Pazifis- mus ist der Entschluß, sich gegen den Friedensstörer nicht zu wehren. Vielleicht ist das ein sehr „christlicher" Entschluß, „lieber Unrecht leiden als Unrecht tun". In der harten Welt der politischen Wirklichkeit hat er niemals zu etwas anderem geführt als zu moralischem oder auch physischem Untergang. Also Abrüstung? Ja! Wenn die anderen im Zustande der Hochrüstung verharren. Abrüstung? Die haben wir ja und von uns aus soll es bub ei bleiben, wenn die anderen tun, was wir längst getan, und erfüllen, was sie uns hundertmal versprochen haben. Aber wenn nun die allgemeine Abrüstung da wäre, dürften wir dann aufhören, den Wehr- willen in unserem Volke wachzuhalten? Gesetzt, der Fall träte ein, daß alle europäischen, alle abendländischen, alle weißen Nationen abgerüstet hätten: Wie steht es mit den Farbigen? Und gesetzt, auch die alle hätten abgerüstet, wäre damit der ewige Friede sichergestellt? Hat es etwa ewigen Frieden auf Erden gegeben, ehe das erste Schwert geschmiedet wurde, der erste Gewehrlauf, das erste Kanonenrohr? Sind die Horden der Urzeit einander nicht mit Knütteln und Keulen, mit Steinäxten und Schleudern zu Leibe gegangen? Wer wagte zu behaupten, daß alle die schönen Kriegsächtungspakte von keinem der Unterzeichneten jemals gebrochen würden? Ist also die Abrüstung eine Utopie? Sie braucht es nicht zu sein. Wenn heute, ärger noch als vor dem Weltkriege, die ganze zivilisierte Welt in ein riesiges Kriegslager von Nationen verwandelt ist, die allesamt — bis auf eine! — in einer schwer wuchtenden Kriegsrüstung stecken, vom Scheitel bis an die Finger- und Zehenspitzen, dann ist das freilich der Zustand des oft angeführten Pulverfasses, das ein Funke zum Bersten bringen kann. Diese dauernde Bedrohung des Weltfriedens kann und soll beseitigt werden. Es darf in Zukunft nicht mehr sein, daß die Nationen mit gesträubtem Haar, gewetzten Klauen und Zähnen lauernd einander gegenüberstehen, jede des tückischen Ansprungs der anderen gegenwärtig, jede darauf gefaßt, sich plötzlich einem Bündnis ihrer Nachbarn qegenüberzusehen, die entschlossen sind, sie zu versklaven ober zu vernichten. Dieser Zustand beständiger allerschärfster Kriegsbereitschaft muß verschwinden. Zu solcher Abrüstung muß die seelische kommen: Die Erkenntnis, daß der Krieg ein Schrecknis ohnegleichen ist, daß er auch dem Sieger viel mehr kostet, als im günstigsten Falle durch ihn errungen werden kann, daß sein Ausgang, wie immer er ausfallen möge, den Sieger wie den Besiegten am Lebensnerv trifft. Aber eines darf in einer Nation nie erlöschen: der Wehrwille! Was ist das? Wehrwille? Es auch nur, nachdem alle anderen Waffen verschrottet sind, — was eine vollkommene Utopie ist — mit Knüppel und Werkgerät. Wehrwille ist die Erkenntnis, daß es Pflicht jedes lebenswilligen Volkstums ist, sich selbst in seiner nationalen Beson- verheil zu erhalten, daß eine Nation diese oberste Lebenspflicht nur üben kann, wenn jeder einzelne ihrer Angehörigen, Mann und Weib, bereit und entschlossen ist, an solcher nationalen Selbsterhaltung ohne Augenzucken sein Alles zu setzen, Hab und Gut, Leib und Leben. Wehrwille ist schließlich die Erkenntnis, daß mir nicht auf Erden sind, um glücklich zu sein, sondern um unsere Pflicht zu tun, daß alles Zusammenleben der Menschen nur möglich ist um den Preis der Opferbereitschaft, daß im Menschen zwei entgegengesetzte Triebe wirksam sind: Der Trieb des Einzelwesens zur Selbsterhaltung, und der Auftrag Gottes an die Gattung zu ihrer Selbsterhaltung, daß es der Schöpfung und dem Schöpfer auf Erhaltung der Gattung, nicht des Einzelwesens, ankommt: Das wirb geopfert, wenn es die Rettung der Gesundheit gilt. Diese Erkenntnis, daß der einzelne nicht ber letzte Zweck bes Lebens ist, daß er sich freubig darzubie- . „ , , „ , , , , , - ber britischen Mittelmeerflotte. Ihre operative Be- duchte und beschworene Friedensderedung ber Na-! beutung ist außerordentlich gewachsen, seitdem sich tionen, keine noch so effektive Abrüstung eine voll- Frankreich unb Italien nicht mehr als tommene Gewähr gibt, daß kein Volk, keine Na- Bundesgenossen, sondern als Gegner gegenüber» tion, keine Rasse es sich in der Zukunft mehr ein» stehen. Die Franzosen wollen in einem zukünftigen fallen lassen werde, den Frieden zu brechen und europäischen Kriege in erster Linie zur Entlastung über ein Nachbarvolk herzufallen, und wäre es der Bevölkerung des Mutterlandes auf die farbigen Bekämpfung neuzeitlicher Panzerwagen. Nachdem wir uns in den beiden letzten Aufsätzen (Beilage Wehr und Waffen vom 7.10. und 25.11. 1933) mit der neuesten Kriegswaffe befaßt haben, wenden wir uns nunmehr ihrer Bekämpfung zu. Auch hier stoßen wir im Versailler Diktat auf ein Verbot, nicht einmal Verteidiaungswafsen wollte man uns damals zuaestehen. Ihn so mehr müssen wir uns mit den Möglichkeiten der Bekämpfung dieser Waffen, selbst mit unseren hierfür eigentlich untauglichen Mitteln befassen, denn nicht allein die Waffe zeitigt den Erfolg, sondern vor allem ber Kerl, unb es muß ein ganzer Kerl sein, ber sie bebient. Mögen bie Waffen noch so gut, ober noch so schlecht sein, werben sie von einem furchtlosen, Daterlanbsliebenben Deutschen bedient, so werden sie immer noch bie Furcht unserer Feinbe wecken. Die Erfolge unserer Feldkanonen, Maschinengewehre und nicht zuletzt unserer Infanteristen im Weltkriege waren in erster Linie auf das tadellose Verhalten und das korrekte Schießen der Bedienungen, also kurz auf die unübertreffliche Ausbildung, zurückzuführen. Hierbei ist allerdings zu bedenken, daß die Geschwindigkeit der Kampfwagen im Kriege noch eine sehr geringe war, so daß man tadellose Ziele hatte. Aus dem Kampfwagen des Stellungs» krieges ist aber heute der des Bewegungskrieges geworden, mit feiner verhältnismäßig hohen Geschwindigkeit gerade im Gelände und mit seinem niedrigen Aufbau, sowie seiner starken Panzerung. Schließlich hat sich noch die Feuerwirkung bis zu 1200 Meter im ganzen gehoben. Dasselbe gilt vom Straßenpanzerwagen mit seinen 70 Kilometer Oe» schwindigkeit (im Durchschnitt 30 bis 40 Kilometer) und seiner gewissen Geländegängigkeit. Alle diese Fortschritte konnten auf die Entwicklung der Ab- wehrwaffen natürlich nicht ohne Wirkung bleiben, ebensowenig auf die Taktik der Abwehr, heute muß man überall, vor allem in rückwärtigen Gebieten mit dem plötzlichen Auftreten von Kampfwagen und Straßenpanzerwagen auf Entfernungen von 100 Kilometer und mehr rechnen. Die Abwehrmittel teilt man in aktive und passive. Die aktiven Abwehrmittel sind: die Maschinengewehre, besonderer Art, Geschütze aller Art, Minenwerfer und besondere Kampfwagen- Abwehrgeschütze, schließlich Bomben aus Flugzeugen und nicht zu vergessen ein in jeder Beziehung besserer Kampfwagen. Zu den passiven Abwehrmitteln rechnen wir alles, was den Zweck hat, das Herankommen von Panzerwaffen zu verhindern bzw. zu erschweren. Ein Gelände, das ein Dorwärtskommen von Kampfwagen verhindert, nennt man kampfwagensicher. So sind passive Abwehrmittel natürliche und künstliche Hindernisse, Tarnung und Fliegererkundung. Natürliche Hindernisse müssen stets ausgenutzt werde, soweit die taktische Lage es zuläßt. Hierzu gehören Wälder, Gewässer, Gebirge, Sümpfe. Wir müssen aber hier insofern einen Unterschied machen, als wir unterscheiden müssen zwischen Hindernissen, die unbedingt kampfwagensicher sind und solchen, die das Dorwärtskommen nur erschweren. Als unbedingt kampfwagensicher sind anzusehen, Wälder mit starkem und engem Baumbestand ohne Wege unb Schneisen, Sümpfe, stark eingeschnittene Hohlwege, Schluchten, beren Wänbe über 45 Grad Steigung haben, schließlich felsige Steilhänge und Gewässer über 3 Meter Breite und 1,50 Meter Tiefe. Hierher gehört aber die Einschränkung, falls nicht Schwimmkampfwagen in Frage kommen. Zu das Vorwärtskommen verzögernden Hinder- nif en gehören, lichte Wälder mit jungen Beständen, Ortschaften, Wasserläufe, steilere Hänge, schwieriges steiniges Gelände und lange Steigungen oder Gefälle. Solche Hindernisse kann man eventuell kampf- wagenßcher ausbauen. Zu den künstlichen Hindernissen rechnet man Anstauungen von Wasserläufen, breite und tiefe Graben (über 3 Meter breit und über 1 Meter tief) mit steilen Abfällen, Schienen» oder Pfahl» sperren, Minensperren. Da aber die Anlage von Hindernissen viel Zeit erfordert, müssen natürlich Hlndermsse angestrebt werden, die man durch fünft- liche verstärkt. Auch das Schließen von Lücken zwischen Hindernissen gehört hierher. Vor allem ist aber stets der wichtigste Grundsatz zu beachten, daß die Anwendung von passiven Abwehrmitteln nur denkbar ist in Verbindung mit aktiver Abwehr. Dieses geschieht durch Bereitstellung von Abwehrwaffen aller Art in der Nähe ber passiven Abwehrmittel, so daß ein langsames ober stoßweises Ueberschreiten, oder gar ein Beseitigen unmöglich ist. Zu ben passiven Abwehrmaßnahmen gehören noch bie Mittel der Tarnung d. h. alle Mittel, Sie dem Kampfwagen das Erkennen der Infanterielinie, der Maschinengewehr- usw. Nester, vor allem der Kampfwagenabwehrwasfen und Hindernisanlagen verwehren oder zum mindesten erschweren. Der Gegner muß unvorbereitet auf unüberwindliche ober nur schwer überwinbliche Hindernisse stoßen, unb den dadurch unbedingt entstehenden Halt in der Vorwärtsbewegung oder vor bem Rückzüge muß man mit aller Wucist bereitgestellter Ab- wehrwassen zu einem vernichtenden Feuer ausnutzen. In fremden Heeren hat die Entwicklung der aktiven Abwehrmittel mit der Vervollkommnung der Kampfwagen Schritt gehalten. Auf ber immer stärker werbenden Panzerung, der erhöhten Schußfolge, ber größeren Geschwindigkeiten auf« bauend, entwickelte man folgende Waffen: Maschinengewehre zunächst mit Kaliber 13, als diese in der Durchschlagskraft nicht mehr ausreichten, nicht zum wenigsten durch bie schrägen und abgerundeken Auftreffflächen, ging man zum Kaliber 20 und mehr über. Die Infanterie- und Feldgeschütze stattete man mit Springlafetten aus, die ein schnelles Schwenken innerhalb eines Seitenrichtfelbes von 60 Grad ermöglichen. Man baut heute besondere Tank- abwehrgefchütze mit einem Kaliber von 3,7 Zentimeter. Diese haben eine Springlafette, sind leicht zerlegbar, leicht zu ziehen ober zu tragen von Menschen und Pferden unb können so der Infanterie überallhin folgen. Ein weiteres neuzeitliches Abwehrmittel ist die Selbstfahrlafette, die gepanzert ist und großkalibrige Maschinengewehre ober Geschütze mit Kaliber 3,7 Zentimeter de Riveras, neigte Spanien zu Italien. Nach ber Ausrufung der Republik, die die französische Politik nicht ungern die Monarchie ablösen sah, hat sich Madrid stark Paris genähert. Herriot machte wäh- renb seiner Regierung einen Staatsbesuch am Manzanares. Zweifelhaft blieb nur, was er erreicht hat. Das eine steht jedenfalls fest: die Balearen werden unter Aufwand erheblicher Mittel b e f e st i g t. Der Hafen von Mahon wird ausgebaut, vergrößert und mit modernen Küstengeschützen versehen. An sich wäre die Befestigung der Inseln noch fein Beweis, daß Spanien für eine der beiden Parteien optiert hat; müßte es doch gewärtig fein, daß im Kriegsfälle die unbefestigten Inseln leicht unter Bruch der Neutralität vergewaltigt würden. Man sagt, daß bie Engländer die Geschütze für bie neuen Befestigungen liefern. Das bedeutet, daß Spanien sich unter bem Schutze Englands aus dem Ringen im westlichen Becken des Mittelmeers heraushalten unb vielleicht bas Zünglein an ber Waage bilden will. v. Oe. ------------- J Wehrpolitisches Schrifttum. Dr. Philipp Losch: Soldatenhandel. Mit einem Verzeichnis der Hefsen-Kasselischen Sub- fibienoerträge und einer Bibliographie. 110 Seiten. Kart. 2,80 Mark. Im Bärenreiter-Verlag zu Kassel, 1933. — (504) — Eine geschichtlich und kulturgeschichtlich interessante, gründliche und fenntnis- reiche Arbeit über ein heikles und gerade für unsere Gegend besonders beziehungsreiches Thema, aus einer vierzigjährigen Beschäftigung mit dem Gegenstände. Ueber den Sinn seiner Schrift sagt Losch im Vorwort u. a.: „Ich bin nicht so eingebildet, auch nicht so optimistisch zu glauben, durch meine Darlegungen das Gerede von den verkauften Hessen ganz zum Schweigen bringen zu können, oder, wie man gesagt hat, „mit dem Soldatenhandel aufzuräumen", aber ich möchte wenigstens meinen hessischen Landsleuten ein paar Waffen in die Hand drücken, die sie vielleicht im Redefampf um dieses Thema gebrauchen können." Das Verzeichnis ber hessischen Subsidienverträge, eine umsassenbe Bibliographie unb bas Porträt bes ßanbgrafen Fried- rich II. nach einem Gemälbe von Tischbein bilben eine willkommene Bereicherung ber banfensroerten Untersuchung. — — „W ehrgebanke n". Eine Sammlung wehr- politischer Aussätze, herausgegeben von Generalleutnant a. D. Friebrich von Cochenhausen. Kart. 5 Mk., Leinen 6,50 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 36. — 455) — Hier finb Abhandlungen zusammengefaßt, bie sowohl aus ber Feber bewährter Militärs, als auch aus ber bebcutenber Wirtschaftskenner unb weitschauenber Politiker bie Fragen bes Wehrwillens, bes neuzeitlichen Krieges unb einer beutschen Miliz behandeln. Die in der Vergangenheit sowohl als auch die im Ausland während der letzten Jahre gemachten Erfahrungen werden für unsere deutsche Ausgabe nutzbar gemacht. Es ist nicht der Standpunkt des Militärs allein, der hier eingenommen wird; gerade daß Politiker, Techniker und Wirtschaftler an der Lösung des Wehrproblems teilnehmen und hier ihre Erkenntnisse niederlegen, zeichnet dieses grundlegende Werk vor allen anderen aus. — K. L. von Oertzen: „Grundzüge der W e h r p o l i t i k" Kart. 6 Mark, Leinen 7 Mark. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (632) — Das Werk von Oberst von Oertzen ist kein Kriegsbuch, sondern ein Buch der Sicherung unserer nationalen Existenz, deren Heil der Verfasser in der Zusammenfassung und im Zusammenhalten der Kräfte der gesamten Nation sieht. Ebenso wie auf dem Gebiete der Landesverteidigung ein müßiges Beiseitestehen zu verwerfen ich, kann auch eine romantische Hingabe an Utopien, die mit der nüchternen Betrachtung der Weltlage durch den Nationalsozialismus nicht in Einklag zu bringen ist, diese Lebensfrage des deutschen Volkes nicht lösen. Viele Einzelheiten auf wehrpolitischem Gebiet bringt Oberst von Oertzen aus einer erstaunlichen Sachkenntnis, ohne dabei jeweils den Boden des Möglichen unb Realen zu verlassen. Alle Fragen über bie Erziehung ber Truppe, ihrer Zusammensetzung, ihrer Beziehung zur Technik, zur Politik, zu besonders bedingten Formen des Kampfes werden sorgfältig untersucht und eingehend bargefteü. Ein ausführliches Kapitel über ben Rüftungsstanb ber mächtigsten Staaten ber Welt, bas von einem bauernben Stubium dieser Fragen zeugt, vervollständigt das Werk. und mehr trägt. Ein besonderer Vorteil der Selbstfahrlafette ist die sofortige Feuerbereitschaft. Im Auslande beschäftigte man sich weiter mit der Konstruktion wirksamer Tankminen; man sieht die Verwendung von Panzer-, Brand-, Säuremunition vor. Die letztere soll beim Auftreffen große Hitze und giftige Dämpfe entwickeln, ober Gifttropfen verspritzen. Auch eine Verwenbung neuzeitlicher Flammenwerfer ist vorgesehen. Auch die Flugzeuge, beren Wirkung mit Bomben unb Maschinengewehren gegen Kampfwagen heute ja kaum noch möglich ist, sollen mit besonderen Abwehrmitteln ausgerüstet werden. Schließlich treffen unsere Gegner Vorkehrungen zur Sicherung von motorisierten und Nachschubverbänden durch besondere Begleitzüge zur Abwehr von Panzerwaffen. Aber überall ist man der Ansicht, daß das beste und wirksamste Abwehrmittel gegen Kampfwagen der bessere Kampfwagen selb st ist. Im Stellungs- ober Festungskrieg, in bem man ja Zeit unb Material nach Bedarf hat, kann man nicht nur die natürlichen Hindernisse besonders gut verstärken, man kann auch künstliche Hindernisse von ganz anderen Ausmaßen und anderem Material bauen. Hier finden wir daher Gruben oder Fallen, die mindestens 5 Meter breit und mehrere Meter tief finb, mit senkrechten Wänden. Mit Bohlen, Brettern oder Maschendraht werden sie zuge- deckt und schon während des Baues (Fliegererkundung) getarnt, und so dem Umgelänbe gleichgemacht. Schienensperren sind 2 Meter tief, schachbrettförmig in mehreren Reihen eingegrabene Bahnschienen, die mindestens einen Meter aus der Erde herausragend feindwärts geneigt sind. In gleicher Art werden Pfahlsperren, bie Pfähle mit Eisenspitzen versehen, gebaut. Mauer hindern i sse sind Betonklötze, bie burch Eisenstäbe ober Drahthindernisse fest miteinander verbunden sind. Sie lassen sich nicht tarnen. Sv sehen wir rings um unser Vaterland die Feinde bis zu den Zähnen gerüstet, immer neue Kampfmittel erfinden, sie verbessern und approbieren, uns aber hat man alles verboten. L. DasGef/üQ Winfar Main Verschiedenes e r tesdienst. derkirche für die Lukasgemeinde: Pfr. Bechtols- tesdienst. — Graßen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst. Astoria - Lichtspiele 711 C Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt Aaiserstraße 5. 705V Krone, Stidda. 660Ö Evangelische Gemeinden. katholische Gemeinden. Samstag, den 3. Februar. (Eintritt frei! 697 D sichten am widersprechendsten; nicht ohne Grund, denn hier spielte die Empirie, die praktische Aus- probung am Lebenden noch immer die entscheidende Rolle, und die Erfolge sind schwer zu beweisen und nachzuprüfen, da es sich eben um Kostformen handelt, die Krankheiten verbäten sollen. Hier stehen sich die Meinungen am schroffsten gegenüber: von der einen Seite wird betont, daß eine Reform ten lassen wollen.*. All das tobte sich bisher in der Öffentlichkeit un- Sonntag, den 4. Februar. Seragesimae. Sladlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Balz: 1t: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrassistent Balz; 17: Pfr. Becker: Feier des hl. Abendmahls für Matthäus- und Markusgemeinde. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kin- gehemmt aus, manchmal sachlich, meistens nicht sachlich. Je unbeschwerter von Kenntnissen, desto tapferer im Behaupten. Hier soll eine Wandlung einsetzen: in unvoreingenommener Arbeit soll, so will es das Reichs- ministerium des Innern, die Spreu vom Weizen gesondert werden, ungestört und unbeeinflußt von suggestivem Geschrei der Meinungskämpfe, hinter denen oft auch noch geldliche Belange standen. So wenig wie auf allen anderen Gebieten der Naturwissenschaft ist hier mit der Meinung allein etwas anzufangen: sie muß geprüft und gewogen, ihr guter Kern herausgeschält werden, der mitunter in absonderlicher Schale steckt. Hier ist ganz besonders auch altes Volksgut wieder lebendig und für den Alltag verwendbar zu machen, wie die eben wiederentdeckte Apfelkost für Durchfälle bestimmter Art, die Kuhkäsetage für bestimmte Herzkranke, die Rettiganwendung für Gallekranke usw. Die Wirkungen der Rohkost, die der Fastenkuren, der alten Schrothschen Kur in ihren verschiedenen Formen, all das soll in seinem Anwendungsbereich umgrenzt, in seinen Vor- und Nachteilen klargelegt werden. Allem Neuen offen sollen diese Prüfungsstellen blei- beimer: 17: Pfr. Ausfeld: 20: Missionsstunde: Pfr. Groh. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lic. Dr. Scklink: 11: Kinderkirche für die Luther- aemeinde: Pfr. Lenz. — Pelruskavelle. 9.45: Pfr. Trapv; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde: Vfr. Trapp. — Saal der Neuen kripne. 11: Kinder- f.irche für die Iohannesgerneinde; Pfr. Ausfeld. — wiefeck. 9 45: Hauptgottesdienst: 11: Kinderkirche.— Alten-Buseck. 10: Gottesdienst. — Trohe. 13: Got- Oppenrod. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — hcuche.heim. 10: Hauptgottesdicnst unter Mitwirkung des Kirchenchors: Prediger: Direktor des Landesvereins für Innere Mission Pfr. Röhricht (Darmstadt): 11.15: 1. und 2. Kindergottesdienst (1. bis 8. Schuljahr) gemeinschaftlich: Leitung Pfr. Röhricht (Darmstadt); 19.45: letzter Vortrag der Volksmissionswoche durch Pfr. Röhricht; Thema: Ein Blick in die Zukunft. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Klein Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kinderkirche. — Watzenborn- Steinberg. 10.30: Hauptgottesdienst: 11.30: Kinderkirche. — hausen. 10: Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottes, dienst: 13.30: Kindergottesdienst. — Vellenhausen. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 19.30: Gottesdienst. — Langd. 13: Got- der alltäglichen Lebensweise vor allem für alle diejenigen nötig sei, welche e r b m ä ß i g zu bestimmten Krankheiten neigen. Aber die Wege, die dazu vorgeschlagen werden, gehen weit auseinander. Von nur so zu einem klaren Urteil kommen; um es zu erlangen, müssen sich verbinden die Freude an der Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 4. Februar. Sexagesima. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schatten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 7. Februar. Hungen. 7.30 Uhr: Messe. Oeffenlllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244 45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Hofmann, Dr. Malech. Zahnarzt: Dr. Fischer. Apotheke: Pelikanapotheke. Krankenkost ist eine sehr verantwortliche Aufgabe.' Geschrieben wird darüber unendlich viel, gedruckt noch mehr! Hält der Unbefangene aber gegeneinander, was hier teils ruhig, teils mit größter Bestimmtheit, teils eifernd als Krankenkost angeraten wird, so wird er völlig unsicher. So groß sind die Gegensätze, so heftig die Fehden der „Richtungen" untereinander, daß man glauben könnte, es gäbe überhaupt keine feste Richtschnur. Unter Krankenkost werden meist zwei wesensverschiedene Dinge zusammengefaßt, einmal die eigentlichen K o st'f o r m e n für verschiedene Kranke, dann aber auch die Kostformen, die mehr als vorbeugende Schutzkost gegen Krankheiten gedacht und erdacht sind. Die Kostformen für Kranke werden immer vielfältiger. Die ursprünglichsten von ihnen sind die sogenannten Schonungskostformen; sie sind je nach der Art des erkrankten Organs eingestellt auf die Erleichterung der Arbeit für dieses Organ (Magen, Dünndarm, Dickdarm usw.). Als Gegensatz zu ihnen gibt es sogenannte Anregungs- bzw. Uebungskost, die die Aufgabe hat, bestimmte absichten auf, nach denen jährlich ein kleines Heer von K r a n k e n k o st h e l f e r i n n e n in zweijähriger Arbeit herangebildet werden soll. Von ihnen verlangen wir vor allem genaueste Kenntnisse der wissenichaftlichen und technischen Grundlagen, starken Willen zum Helfen und das Bewußtsein der Wesentlichkeit ihrer Arbeit: aber auch große An- possungsfähiakeit und Denkflinkheit; denn einer der schlimmsten Feinde der Entwickluna aus unserem Gebiete ist der Schematismus, der olles über einen Leisten schlagen, alles mit der gleichen Kost kurieren will: er ist naturwidrig. Denn die Arbeit ist unendlich und immer wechselnd, so daß auch mir uns in unserer Arbeit immer wechselnd an die Sachlage bei jedem einzelnen Kranken anpassen müssen. Frankfurt am Pierde-MäiMe am S.Febr., 5.M&TZ, lö.Aprll 14.M&L ll.Jnnl, 9.1011 1934 Durch sehn. Antrieb 400 Pferde aller Rassen,auch Schlachtpferde.größte Auswahl u. beste Gelegenheit für Kauf u. Tausch. 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Gießen statt Kauptthema-. „Notwendigkeit und Umsang des zivilen Luftschutzes" Billiges Heim ! für Reisende und Dauermieter Gießen, H.d.Westanlaae 11, Tel.2378. Schöne,neu hergericht.Zimmerm Zentralheiz., gute Vervrl., Garten. GirOetval bietet sich strebsam em Sv en gl er und Installateur in gutgehend. Gei chatt (Laden und Werkstatt)an derBerg- straße. Alter nicht unter 39 Jahren Diskr. Ehrensache. Anzeigen unter 566P a. h. Gießener Anzeiger erb Volks- und Lebensvers.-Verein aus Gegenseitigkeit mit außerordentlich günst. Tarifen f. Klemleb.- und Sterbekassenverßcher.lucht für den dortigen Bezirk tüchtige Oeettetee. Schriftliche Angebote unter 679V an den Gießener Anzeiger. Welsumer: Karl Hinterlang g. Rhodelander: Auqust Lenz sg 1 und g. Rheinländer (schwarz): Otto E tz e l sg 1 und Z, Friedrich Allen d 0 r f e r sg 1, sg 2, August Schmidt viermal g, Theodor Leib sg. und Z, sg, zweimal g, Hermann Müller zweimal g. Italiener (silberhalsig): Wilhelm S ch l 0 s s e r sg 1 und Z, sg 2, zweimal g. Italiener (rebhuhnfarbig): Wilhelm S t e i n m u l l e r sg 1, g. Leghorn (weiß): Hermann Rau sg 1 und Z, sg 2, sg 3, dreimal g, Otto E tz e l sg 1 und Z., sg, zweimal a. Alt-Stenerer: Georg L u tz sg 1 und Z, sg 1, Oberhessen. Geflügel-Werbeschau in Klein-Linden. rKlein>Linden,29. Ian. Am Samstag und Sonntag hielt der hiesige Geflügelzuchtverein im Saale des Gasthauses „Zur Burg" eine lokale Werbeschau ab. Das Interesse, das man der Ausstellung entgegenbrachte, war groß, der Besuch gut. Don vielen Seiten waren dem Verein Ehrenpreise gestiftet worden, auch die Gemeinde unterstützte den Verein und seine Bestrebungen mit einem Geldbetrag. Als Preisrichter waltete Herr May (Lang-Göns) seines Amtes. Zur Ausstellung waren nur beringte Tiere zugelassen. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis. (Es bedeuten sg = sehr gut, g — gut, Z — Zusatz- oder Ehrenpreis. Wegen Platzmangel werden nur Tiere mit vorgenanntem Prädikat angeführt. Hühner: Aufgaben und Ziele der Krankenkost Von Prof. Schlayer, Berlin. Ale flogeiehene MenMrMlUligsöM h. das Besirksinspektorat f. d.dort.Bez.sof.zubesetzen. Es komm. f. dies. Post., der mit fest. Geh., Sves.,Prov. u. Suvervrov. verseh, ist, n. erstkl.Fachl.i.Jrage, d.gute Erfolge bis in dre letzte Zett nachweisen können. Sero., die dies. Vorauss. entsvr., u.außerd. üb. gute Referenz, verfüg., rooll.srch unt. Beifüg. v. Lebensl. u. Abschrift, d. Erfolgsnachro. | meld. u. 724V a. d, G. An». Vertraul.Beh.ro. zugesrch. Vvwat- Lueb- versaudharrS altbek. führ, christl. Unternehmen (vrachw. Kollektion Herren- und Dam.-Stoffe, bequeme Zahlungs- beding.) sucht wirklich nihrige, aut eingeführte Vertreter (innen). Ausführl. schriftl. Angebote unter 604V an den Gießener Anzeiger. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Organe anzuregen, z. B. Magen, Gatte usw.). j Allem Neuen offen sollen diese Prufungsstellen blei- Neben beiden aber ist neuerdings eine Reibe von ben, für alle Anregungen empfänglich: Denn nur zu Verfahren aufgekommen, die wir als U m ft i m =, gut wissen wir, daß die Lehre von der Krankenkost, m u n q s k 0 st bezeichnen; sie sollen in das Gefüge erst recht die Lehre von der Krankhetts- des G e f a m t k ö r p e r s so eingreifen, daß sie es schutzkost noch keine abgeschlossene, ,andern eine ste- umstellen und umstimmen, z. B. die kochsalzarme tig fortschreitende Sache ist. Aber damit sie zur Kost, die saure und basische Kost usw. - „Wissenschaft' wird bei der immer eine Vortion Die vorbeugenden Kostformen für Krankheitsschutz Kunst praktisch mit hinzukommen mutz, ge- beweqen sich fast alle in dem Rahmen der Umstim-nüqt es nicht, zu behaupten, sondern zu um mungskost. Gerade auf diesem Gebiete sind die An-1 tersuchen und möglichst zu beweisen durch - - - ....... .. - Benutzung von feinen Prufungsmethoden, wie sie dem Dafür ausgebildeten Arzt heute schon zur Verfirnung stehen, und durch Neuerfindung resp. Ausbau dieser Prüfungsmethoden. Dabei wird es immer so bleiben, daß die Anerkennung des Neuen, auch des Besten, sich nur langsam durchsetzt, und die ungeduldigen Neuerer klagen schon lange die Wissenschaft her Ablehnung an. bis diese endlich nach abgeschlossener Prüfung sich zu ihnen bekennen Darf. Gar keine Frage ist es aber, Daß wir Denen, Die ÄMeTXX wirk- - Anregung Durch Neues mit Der natwenDigen Kenntlichen Kenntnissen auf Dem Gebiet Der Ernährunas-, nis Der vielfältigen lehre Die Kostformen so aufbauen, daß sie einer Kn-1 wissens und endlich brütens mit der Erfahrung tik standhalten, bis zu denen, die „ihre" Kostform | über Die Wirkung am Kranken oDer Krankheitsbe- mit einer Art religiösen Glaubens verkünDen und j Drohten. ,; o n= mit rifenartigen Gebräuchen verknüpfen, ist eine Darauf bauen sich auch d e 5 weite Front, ausgefüllt mit allen Spielarten; nicht1-----5 ohne Grund spricht man von „Ernährungssekten". Was ist hier Wahrheit? Wo liegt das Brauchbare, was ift Phantasterei? Kein Wunder, Daß sich solchen zum Teil extremen Reformgedanken gegenüber die andere Seite geregt hat. die der Menschen, Die ihre gewohnte, von Den Eltern überkommene Ernährungsweise mit Zähigkeit festhalten, Darauf Hinweisen, Daß ihre Eltern' unD Voreltern bei dieser Ernährung 70, 80 Jahre alt geworden seien, und also jedes Neue abtehnen; ihnen schließt sich an Die Reihe Der Dogmatiker, Die bestimmte Grundsätze der Ernährungslehre für etwas beinahe Heiliges an- sehen und nur diesen zu engen Gesichtswinkel geb Büfettfräulein für Vertrauensstellung z. 1. Märgesucht. Offerten mit Zeugnissen und Lichtbild an das Gasthaus aur mal'g. Alt-Steyerer: Georg Lutz sg 1 und . sg 2, zweimal g. Goldbrakei: Fritz Klingel sg 1 und Z, sg 1, sg, g- Lichtspielhaus Gießen I Heute u. Sonntag zum letztenmal Maria Geling — Marcel! Wittrisch Die Stimme der Liebe Ab Montag: Der wegen Umdisposition Anfang Januar vorzeitig vom Spielplan abgesetzte Groß film Großfürstin Alexandra mit Maria Jeritza — Paul Eartmann bitt. d. „Fides" Zwecksvar A.G. Gen.-Ag. Gieß., Franks. Str. 43. Unt. Reichsaufs. Mitarb. gesucht. hl. »erd u. Oefen zu verkaufen, osos Mtthlstr.26, II. St. Kleiner Earteo od. Gartenanteil a. Nahrungsberg zupacht.gesucht. Schr. Angebote u.0542a. d.G.A. um.400.- gegen erstklassig« Sicherht. (schul Denfreies Haus mit Land) zu leihen gesucht. Schr. Angeb. u. 0597 a. d. G.A. Einige Oelen abzugeben. 0590 HindeaburgwallU Zwerghühner: Wyandottes (schwarz): Georg Lutz: zweimal sg 1 und Z, sg 1, sg 2, dreimal sg, dreimal g. Wyandottes (gestreift): Walter Müller sg 1 und Z, sg, g. Rhodeländer Zwerge: August Lenz sg 1 und Z, sg 1, sg, g. Hamburger Zwerge (silbern): Otto Li p - pert sg 1 und Z, sg 1, sg 2, g. Deutsche Zwerge (goldhalsig): Walter Zörb sg 1 und Z, sg 1, g. Tauben: Hessische Kröpfer (fahl): Wilhelm Lenz sg 1 und Z, g. Hessische Kröpfer (blau) mit Binde: Walter Müller g. Hessische Kröpfer (getigert): Karl H i n t e r l a n g sg 1 mit Z, sg 1, dreimal g. Reise- Brieftauben (blau): August Bi er au sg 1 und Z, g. Reife-Brieftauben (rot): August B i e r a u a. Schönheitsbrieftauben (rot): Fritz Klingel- höfer sg 2; dieselben getigert: Fritz Klingel- Höfer g; dieselben blau: Walter Zörb sg 1; dieselben fahl: August Lenz sg 1 und Z, fg 1, sg, zweimal g; dieselben rot: Georg Lutz g, Walter Zörb g. Thüringer Flügeltauben (rot): Wilhelm Lenz sg 1 und Z. Starhals-Tauben: Fritz Klin- gelhöfer sg 1 und Z., g. Ziergeflügel: Goldfasanen: Hermann Müller sg 1 und Z. Die Leitung der Werbeschau lag in Händen von Otto Lippert. Die Ausstellung bedeutet ein schöner Erfolg für den Verein und feine Mitglieder, die auf ihre Weise ihr Teil zur Hebung der deutschen Geflügelzucht beitragen. Kirche und Schule. Kreis Büdingen. * Babenhausen I., 2. Febr. Das Pfarr - amt Schwickartshausen mit den Filialen Babenhausen I., Bellmuth und Eckartsbarn verzeichnete im Jahre 1933 22 Taufen, 11 Trauungen, 16 Beerdigungen und 7 Konfirmationen. An den Abendmahlsfeiern nahmen 614 Männer und 620 Frauen teil. In Schwickartshausen wurden 60 Gottesdienste abgehalten, an denen 2212 Männer und 2286 Frauen und 2337 Kinder teilnahmen. In B v - benhausen fanden 17 Gottesdienste, van 429 Männern, 416 Frauen und 449 Kindern besucht, statt. Die 20 Betstunden in Eckartsbarn waren von 349 Männern, 694 Frauen und 318 Kinder besucht. An Kollekten wurden 135,74 Mk., an Büchsengeldern 24 Mk. und aus dem Klingelbeutel 60,91 Mk. aufgebracht. Wn(im) sucht vagtländische Wäschefabrik zum Besuch von Privatkundschaft. Gute Verdienstmöglichk. Schristl. Angeb. u. 592V a. 0. Gießen. Anz. Vornehme Werbung! Nnvolit.Fachzeitschrift, gut eingeführt, sucht tüchtige Herren zur Abonneittenroerbung. Täglich bar 4eld. Werbung freigegeb. 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Wenn das Geldstück das gleiche Ausehen wie unsere heutigen Pfennigstücke hat, kann »ie Jahreszahl 1704 nicht stimmen. Rundfunkprogramm. Sonntag, 4. Februar. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.45: Evangelische Morgenfeier aus der Staütkirche Bad Cannstatt. 9.30: Feierstunde der Schaffende^, 10: Katholische Morgenfeier. 10.15: Ein Beitrag zum Landschulheimproblem. 11.30: Mit Fried und Freud ich fahr' dahin. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12.05: Promenadenkonzert vom Schloßplatz Stuttgart. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Fidelitas am laufenden Band. 14.20: Zehn Minuten für die Landwirtschaft. 14.30: Stunde des Landes. Zwiegespräch. 15: Konzert. Standarten-Musikkorps der SA.-Re- seroe I, Frankfurt a. M. 16: Kajperl-Stunde. 17: Die Handharmonika spielt. 18: An die junge Front der Arbeit. 19: Fröhliches Zwischenspiel vom Rheingau. 19.30: Vom deutschen Sinn der deutschen Kunst. 20: Wie einst im Mai. Ein Südfunkfilm in 5 Akten. 22.45: Fünf Stockwerke. Ein musikalischer Scherz. 23: Nachtmusik. Montag, 5. Februar. • 7.10 Uhr: Frühkonzert. Morgenappell der Instrumente. 12: Mitagskonzert der Funkkapelle. 13.35: Russische Neuromantiker. 14.40: Stunde des Liedes. Aus der Zeit des Rokoko. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Willi Reichert auf Schallplatten. 17.45: Feierstunde des Buches. Vortrag. 18: Stunde der Jugend — Achtung! „Wer kann richtig denken?" 19: Stunde der Nation. Karneval. Das Leipziger Sinfonieorchester. 20: Griff ins Heute. 20.10: 4. Montagskonzert des Frankfurter Orchester-Vereins. 22.45: Kleine Unterhaltung: „'s kurpälzer Gemiet". 23: Tonleitersalat. Ein lustiges Potpourri. 24 bis 1: Nachtkonzert. Szenen aus „Siegfried". Dienstag, 6. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. Frisch ans Werk! 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. Arbeiterfrau an der Grenze. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Das Saxophon spielt vor. 17.45: „Wie steht es mit der Normung?" 18: Stunde der Jugend — Abiturienten gehen in praktischen Beruf. 19: Stunde der Nation. „... Ich träumt in feinem Schatten." 20: Griff ins Heute. 20.10: „Ein Jahr Kampf um Deutschlands Gleichberechtigung." Vortrag. 20.20: Die verhängnisvolle Faichingsnacht. Posse mit Gesang in drei Auszügen. 21.40: Wiener Walzer. 22.45: „Zum Schlachtekohl im Hessenland." 23: Heut gibt's im Radio Tanzmusik. 24 bis 1: Don deutscher Seele. Vom Sinn und Schicksal der deutschen Kunst. Vortrag. Anschließend: Musik. Mittwoch, 7. Februar. 7.10 Uhr: Musik am Morgen. 10.10: Schulfunk: „Von deutschen Segelfliegern." .Hörbericht. 12: Mittagskonzert. 14.30: 3X15 Minuten aus dem Sender- bezirk. 16: Nachmittagskonzert aus einem Großbetrieb im Feierabendwerk „Kraft durch Freude". 17.45: Zeit und Leben. 18: Stunde der Jugend. Jagdgeschichten. 18.25: Fliegerbomben. Kurzhörfpiel. 19: Stunde der Nation. Winter im Berchtesgadner Land. 20: Griff ins Heute. 20.10: „Petroleumquellen und Mädchenehre." Große Kurzoper in einem Akt. 21: Europäisches Konzert. 21.45: Feierabend des Arbeiters. 22.45: „Fastnacht im Schwarzwald." 23: Nachtschwärmer. Ein musikalisches Potpourri. 24 bis 1: Nachtmusik. Donnerstag, 8. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. „Ehret eure deutschen Meister!" Johannes Brahms. 14.40: Kinderstube. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Volksmusik. 17.45: Freizeit und Langeweile. Vortrag. 18: Buntes Allerlei. 19: Stunde der Nation. Neue tänzerische Musik. 20: Griff ins Heute. 20.10: „In einer deutschen Schaumweinkellerei vor Fastnacht." Ein etwas luftiger Hörbericht. 20.40: Deutsche Fastnachtsbräuche. 21: Tänze bei anderen Völkern. 22.20: Worüber man in Amerika spricht. Von Kurt G. Sell. 23: Kleine Stücke für Violine und Klavier. 24 bis 1: Nachtkonzert. Freitag, 9. Februar. 7.10 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. 16: Nachmittagskonzert. 17.15: Tanzmusik. 17.45: Kraft durch Freude. Gedanken zur Organisation. Zwiegespräch. 18: Stunde der Jugend. 19: Stunde der Nation. Ein Durchbruch zur deutschen Musik. Mitwirkende: Die Funkkapelle, der Funkchor. 20: Griff ins Heute. 20.10: Ohne Arbeit kein Feiern. Durch Schwabenfleiß entsteht ein Volksinstrument. 21: Orchestermusik. 22.40: Karl August Woll. Zum 100. Geburtstag des Saardichters. 23: Konzert. 24 bis 1: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Die musikalische Entwicklung Friedrich Nietzsches. Vortrag. Samstag, 10. Februar. 7.10 Uhr: Zum Wochen-Ende. 10.10: Schulfunk: Gazi Mustafa Kemal. Hörfolge. 12: Mittagskonzert. 14.30: Stunde der Jugend. — „Don Kilometersteinen, Zigeunern und angehaltenen Autos." Hör- jolge. 15.10: Lernt morsen. 16: Große Steckenpferd- Parade. 18: Stimme der Grenze. 18.35: Stegreif- sendunq. 19: Stunde der Nation. Leben und grandiose Taten des Kaspers Larifari. 20.10: Saarländische Umschau. 20.15: Von Elf Uhr elf bis Drei- undzwanzig Uhr elf. 22.30: Von Elf Uhr elf bis Dreiundzwanzig Uhr elf. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Relchsvankdistoni 4 o n LombardZlnsfuß 5 o H 'Vranfhir* a. DI Berlin 3ert ftrammr a. Dl 1-2. 29,75 30,5 I. 9. Farden-InduiM» SrfietbeanftaU........ 125,13 126,9 o 68,75 I 85 69,5 o 90,5 111,5 •I 21 I I 71,5 i| 1831 I 21,5! I 184! 23 181 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zulegi Deidjioflenen Dividende an (Schluß- hir< 75 103 60 88 60,75 64.5 4,15 28,5 140 110,5 75,5 104 61,75 90,5 71,9 20,65 162 178 155 (Schlup- rur< 55,5 55,4 74 65,13 80,86 33,87 o o 12 O 0 0 0 0 O O 0 6 O 0 32,5 67,25 89,5 52,5 63 64 166 (Schluß- turö 44,65 48,25 47,9 197 89,75 40,5 13,25 117 117,5 152 56,25 54,65 72,75 113,13 43,75 47,9 65 19,4 160 178 154 Schlup» für« 29,65 124,9 97 102 60,5 95,25 96,5 101 144 115 31,75 67 90,5 52 29,25 124,4 97,25 102 60,75 94,75 96,75 102 144,25 114,5 29,75 24 125,65 179 56 54,9 74,5 31,25 65 89,25 52 7 3,85 18,5 160 178 153,75 43,75 44 48 37 45,25 48 23,25 73 184 98,9 44 43,25 48,65 28,25 124,75 95,5 102,5 58,5 95,5 95 103,25 145,25 47 197,75 88,75 39 1,13 114 116 149 63 64 165,75 99,25 43,13 45 49 38,25 115,75 45,4 47,9 64,75 20,25 161,5 179 155 127 179 54,5 55,25 74,25 2« 124,5 95,9 102,5 60,75 93,65 95 102,4 145 114 2,52 58,27 56,31 12,62 16,45 168,09 21,89 63,48 60,5 62,25 166,5 29,5 23,5 43,5 45,5 49,25 39 6,15 4,7 7,5 4,13 28,75 Goldschmidt ... Äütflcrtroerfe ... TOetallfldellfdiaft 1-2. 3l" 86,5 45,65 196 87,13 38,4 12,75 115 116,5 149 31,25 64,4 89,75 51,5 <-<4.®................... o Bekula .............. q ®eta. LieferungSgesellschA « Licht und Kraft - gelten & (Sutlleaume o »2"!A^bt"-Unlernehmung. 5 Kd-tnifche (Beftrtjilät .... 5 Schulten »Co 6 Siemens L Hatskr 7 Labm-v-rLLo..........*.“10 60,5 62,25 166,5 12. 6 4,4 7 3,8 28 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M 6ut*nt» ................ Deutsche ürböi Gelsenkirchener . ... Harpener Hoel» Eisen—KSln-Neuessen .. Zlse Bergbau ...... Jlfe Bergbau Genüsse Klöcknerwerke Manae-mann-RSbren....... Philipp Hol,mann 01 Zementwerk Heidelberg .... O lemeetoed ftatlftabt ....... O| Schultheis Patzenhofer .... O Üku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg .........O Zellstoff Waldbos O Zellstoff Aschaffenburg O Dessauer <8«ti ...........7 Daimler Motoren O Deutsche Linoleum O Orenstein L Koppel .....O Leonhard Dietz O Lbade 10 I Leru mulatoren-FabrS O iontt-Ohiinmi ....... O ..... Gntzner.................... ol 61,13 Mainkraftwerke Höchst a.M-.. 4 64,25 Süddeutscher Zucker..... - vamvurg.Amerika»Pakei Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa-Dampsschifs ...... 'Norddeutscher Lloyd ’M.®, für Verkehrswesen Akt. ' Berliner Handelsgesellschaft . Commerz» und Prival-Bauk Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft.. ......... Dresdner Bank Reichsbank 139,5 109,75 59,5 61,5 I Datum Mansfelder Bergbau Kolswerke Phonir Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigt? Stahlwerke Ötavi Minen Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth 68,4 140,5 — 111,9 Datum <% desgl. Serie II " 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4fr%Rumän.vereinh.Rentev.lS18 4% Rumänische vereinh. Rente 8fr% Anatolier 76 75 104,25 102,75 61,4 59 87,5 Schlugt. Abend- bgrfr 2.2. 6,1 4,75 (schlußk. Minag- börse 2-2. (Schluvk. Abend- börfc 2-2. 31,5 1-2. 31,5 (Schluß? JJlinaa* börfe 2-2. 31,75 89,13 48,13 198,5 90,4 40,75 13 116 118 151 7 S 0 0 ,. 0 .. 0 . 0 IO ,. 0 . 0 . 0 . 6 . 6 7fr Hrantiur u. Ul flerhn (Schluß- für» (Schluß!. Abend- bSrse Schluß- fure Schluß! Mittag- bSrse Datum 1-2. 2-2- 1-2- 2-2- •% Deutsche Retchsanlethe v 1927 94,75 — 94,5 94,7 «% eöem.7% Dt. Retchüanl. v. 1929 100,25 100,13 100,2 100,1 5fr % Doung-Anleide von 1930 Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mit 96,13 95,9 96 96 AuSlos.-Rechten 96,5 98,25 96,6 97,9 DeSgl. ohne Auslol.-Rechte ..... •% eöem.8% Hess. Bolksstaat 1929 18,75 19,3 18,75 19,2 (rückzahld. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt 97 96 97 95,75 Gold R. 12 6fr % Hess. LandeS-Hypothekeu- bank Darmstadt Ltaut 92,5 92,5 — 92,5 92 *— * — Oberhessen Provinz-Anleih» mit AuSlos -Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An- 93 93,25 — - leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ebem 6% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe 15 unkündbar bi» 1935 94,95 96,25 95,25 96,25 92,5 92,5 ** * «% ehem 7% Franks Hyp.-Bank Goldpfe 16 unkündbar bi» 1936 4fr% Franks Hyp.- Bank-Liqu.-Psandoriefe 92,5 92,5 — — 91,65 92,25 * * 6fr% ehem 4fr% Rheinische Hyp..Bank-Ltau.^Soldpfe 6% ehem. 8% Pr Landespfand. ortefanstall, Pfandbriefe R 19 92,25 92,75 — — 94 94 94 94 6% ehem 7% Pr. Lanbespsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Eteuergutsch Verrechnungskurs 97 97 97 97 4% Oeltecreichtsche Goldrenre 4,20% Oesterreichtsche Silberrentr 20,5 21 21 22,5 1 1 1,2 1,25 4% Ungarische Goldrente - 4% Ungarische SlaalSrente v. 1910 6,65 6,1 7,15 6,2 6,6 6,1 7,1 6,5 4fr % ÖrtflL von 1913 5,75 6,225 5,7 6,4 6% abgest. Soldmexikaner von 99 7,75 8,65 8 1,9 4% Dürkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche 6,13 6 6,13 6,1 6,3 1.Februar 1-Fevtuor Amtliche Notierung Amtliche Jlotierun. I Mr>f (Sei1' 23rir Helfingfor» 5,694 5,706 5,594 5,606 Wien .... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag ..... 12,445 12,465 12,445 12,465 BudapeA ... — — Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,13 168,47 167,83 168,17 OSlo 64,64 64,76 63,39 63,51 Kopenhagen. 57,54 57,66 56,34 56,46 Stockholm 66,33 66,47 65,03 65,17 London . . 12,855 12,885 12,605 12,635 Buenos Aires 0,658 2,557 0,662 0,648 0,652 Reu york ... 2,563 2,547 2 J>53 Brüssel..... 58,24 58,36 58,19 58,31 Italien..... 21,98 22,02 21,93 21,97 Pari» ..... 16,43 16,47 16,43 16,47 Schweiz .... 81,02 81,18 80,72 80,88 Spanien.... 33,77 33,83 33,87 33,93 Danzig .... 81,32 81,48 81,27 81,43 Japan ...... 0,769 0,219 0,771 0,759 0,761 Mo de Jan. . 0,221 0,214 Jugoslawien. Lissabon.... 5,664 11,74 5,676 11,76 5,664 11,49 5^676 11,51 Banfnolen- 9 ■■■ — Amerikanische Roten.............. 2,50 Belgische Noten ................. 58,03 Dänische Noten .............. 56,09 Englische Noten ................. 12,56 Französische Noten............... 16,39 Holländische Noten............... 167,41 Italienische Noten .............. Norwegische Note« .............. 21,81 63x22 Deutsch Oesterreich, i IOO Schilling Rumänisch» Noten .............. Schwedische Noten............... 64,87 Schweizer Noten................. Spanische Note»................ 33^73 Ungarische Note» ..........—